Nr. 18. " Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für dis fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 nhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Bezialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Sozialdemokratie und das bürgerliche Gesetzbuch. I. Mittwoch, den 22. Januar 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3: Justizamtes, worauf ein Regierungsvertreter prompt er: Jerklärt. So hat die in Bremen vom 9.- 13. Cept. v. J. abklärte, die Arbeit ginge ausgezeichnet vorwärts- und damit gehaltene Wanderversammlung des Deutschen Juristentages war es gut. mit 330 gegen 4 Stimmen( unter den 4 Diffentienten: der Im Jahre 1888 erschien das Werk der Kommission hervorragende Berliner Germanist Gierke) den Wunsch Ter dem konstituirenden Reichstage des Norddeutschen( Entwurf und Motive) in 6 Bänden von zusammen ausgedrückt, daß Bundesrath und Reichstag das baldige Bundes am 4. März 1867 unterbreitete Verfassungsentwurf 4660 Druckseiten im Buchhandel. Die im Reichs- Juftizamt aus Zustandekommen des deutschen bürgerlichen Gesetzbuches überwies der Gesetzgebungskompetenz des Bundes die Zivil- gearbeitete Einleitung des Entwurfs schloß mit den Worten: herbeiführen mögen", was nichts anderes bedeutete, als daß prozeßordnung, das Konkursverfahren, das Wechsel- und" Es kann nur willkommen sein, wenn nicht blos die Ver- der Juristentag im wesentlichen mit dem Entwurf einverHandelsrecht. Im Parlament wurden Erweiterungsanträge treter der Rechtswissenschaft und die zur Rechtspflege Be- standen sei und dem Reichstag zumuthe, denselben mit gestellt( der weitgehendste einer Kompetenz zur gemeinsamen rufenen, sondern auch die Vertreter wirthschaftlicher Juter- Ausschluß einiger verbesserungsbedürftiger Einzelheiten Gesetzgebung über das bürgerliche Recht, das Straf- essen von demselben Kenntniß nehmen und mit ihren auf den Kredit eines hohen Juristentages hin gleichfalls zu recht und das gerichtliche Verfahren von Miquel), jedoch Urtheilen und Vorschlägen zur Verwerthung für die weitere akzeptiven. Auch glaubt sich ein Schwarm von juristischen abgelehnt, nnd beschlossen:" Der Beaufsichtigung seitens des Beschlußfassung über den Entwurf hervortreten. Solche Broschürenschreibern nicht genug tummeln zu können, um das Bundes und der Gesetzgebung desselben unterliegen... die Kundgebungen können bei dem Reichskouzler( Reichs- bürgerliche Recht Deutschlands, das gleichwie ein verzauberter gemeinsame Gesetzgebung über das Obligationenrecht, Straf- Justizamt) eingereicht werden." Diese Ajorderung ent- Prinz seiner Erlösung harre", als erste hoffähige Gratulanten iccht, Handels- und Wechselrecht und das gerichtliche Ver- fesselte eine Fluth von Kritiken und Vorschlägen, deren zu begrüßen, und kann schon lange nicht mehr die Zeit fahren." Dementsprechend wurde Art. 4 Nr. 13 der Nord- Ergebniß ein so ungünstiges war, daß der Bundesrath die erwarten, daß der Zauberbann gelöst werde. Ja sie deutschen Bundesverfassung Gesetz und ging, obgleich nach dem ursprünglichen Arbeitsplane von derselben Kom- reden recht gefühlvoll von der Sehnsucht des deutschen der Reichstag im Jahre 1869 auf die vordem ab- mission vorzunehmende zweite Lesung ihr nicht zu über Volfes, von Pflichten gegen die deutsche Rechtseinheit, von gelehnte Erweiterung zurückkam( angenommener An- laffen für angemessen hielt. Vielmehr berief er eine neue ver der berechtigten Erwartung der Nation; die Rechtstrag Miquel Lasker), unverändert tit die Reichs stärkte Kommission, in welcher den ständigen juristischen entwickelung werde in den Sattel gesetzt, reiten werden sie verfassung über. Die Jahre 1871, 1872 und 1873 Mitgliedern zum theil Mitgliedern der ersten Kom schon fönnen, und was solch schöne Sachen mehr sind. brachten den Antrag des Jahres 1869 unter dem Namen mission 12 unständige, hiervon 7 nicht juristische Mit- Daneben bekunden sie ein abgründiges Verständniß für den Laster's von neuem, der Reichstag genehmigte denselben glieder zur Seite traten, die unbeschadet ihres Rechtes, sozialen Zwiespalt der Zeit. So hält der Berliner Justizgegen den Widerspruch einer Minderheit, und am an sämmtlichen Sizungen theilzunehmen, zum Erscheinen rath Berg, einer der Chorusgratulanten, den Gegensatz von 2. April 1873 erklärte der Präsident des Reichskanzleramts, nur insoweit verpflichtet sein sollten, als der Vorsitzende Schuldner und Gläubiger für einen sozial auszugleichenden Staatsminister Delbrück, es sei im Bundesrathe begründete der Kommission das in betracht der zur Berathung ge- Klassengegensatz, und Herr Professor Sohm zu Leipzig, selbst gewesenes Mitglied der verstärkten Kommission, Aussicht auf die Annahme des Antrages vorhanden, und langenden Rechtsmaterie für erforderlich hielte." das Urtheil des Juristenstandes Deutsch Ter seither durch seine Ausstoßung aus dem Richter- erklärt ferner: Die verbündeten Regierungen beabsichtigen in für das Gesammtbewußtsein des bekannt gewordene württembergische Landrichter, lands Boltes. diesem Falle, gleichzeitig mit der Verkündigung der Ver- stande fassungsänderung eine Kommission zu berufen zur Aus- jezige Rechtsanwalt G. Pfizer, von jeher ein volksthüm- Derselbe Herr versichert uns ohne unziemliche Scheu arbeitung des Entwurfes eines Allgemeinen bürgerlichen lich wirkender Publizgift, schrieb über diese Zusammen vor Selbstlob, daß der Entwurf würdig sei, Gesetz und Gesetzbuches, indem sie davon ausgehen, daß die Einheit setzung im Jahre 1892: Von einem in erheblichem Grundlage der kommenden deutschen Rechtsentwickelung zu des bürgerlichen Rechtes in Deutschland der wesent- Umfang maßgebenden Einfluß der 12 unſtändigen werden, und beruhigt hartnäckige Zweifler mit dem lapidaren lichste Zweck und das wesentlichste Ziel des vor Mitgliedern auf die künftige Gestaltung des Entwurfes Sat: Die Pflicht giebt uns das Amt, und das Amit muß liegenden Antrages ist." Dieser Erklärung wurde fann wohl keine Rede sein. Wenn dies aber auch anders uns den Verstand geben." im Reichstag nicht widersprochen und demgemäß im wäre, so ist doch so viel klar, daß die Stimmen dieser zwölf Bundesrath 1874 zuerst eine Vorkommission von Mitglieder ganz und gar keinen Ersatz für die Stimme des 5 Juristen bestellt, um Vorschläge über Plan und Volkes bieten können." Diese Kommission, die im Gegen Alsbald nach Zertrümmerung der französischen FremdMethode, wonach bei Ausarbeitung des Entwurfs zusatz zur erften fortlaufend Berichte über ihre Verhandlungen verfahren sei, zu machen. Diese Vorschläge genehmigte der in die Zeitungen gelangen ließ, trat Ende 1890 zusammen herrschaft durch die Freiheitskriege erhob sich, unterstützt von Bundesrath und berief noch im selben Jahre eine Kom- und beendete ihre Ueberarbeitung, die zweite Lesung, im Thibaut, einem angesehenen Rechtslehrer, in Deutschland mission von 11 Juristen, hiervon 6 Richter in höherer Herbst vorigen Jahres. Der Bundesrath, dem es gelegent der Ruf nach einem bürgerlichen Gesetzbuch, um die Stellung, 3 Ministerialräthe und 2 Professoren. Diese lich, wie einst Herr v. Mittnacht im Reichstag ausplauderte, politisch so wichtige Einheit, zugleich aber auch die die Rechtswissenschaft zu fördern. Kommission arbeitete 13 Jahre und 4 Monate und über an Zeit und noch einigem anderen" gebricht, genehmigte Rechtspflege und trat Friedrich Carl reichte am 27. Dezember 1887 den fertig gestellten Entwurf den Entwurf der zweiten Lesung ziemlich unverändert, und Dem Thibaut'schen Vorschlage dem Reichskanzler. Die sehr umfangreichen Motive und die Thronrede vom 3. Dezember kündigte die demnächstige v. Savigny in einer noch heute klassischen Schrift: Berathungsprotokolle wurden nicht veröffentlicht. Was dem Vorlage mit Worten an, die dem Reichstage unmißvers Vom Berufe unserer Zeit für Gesetzgebung und RechtsEntwurf unter der Bezeichnung Motive" beigegeben war, ständlich das gute Beispiel des Bundesrathes vorrückten. wissenschaft" erfolgreich entgegen. Savigny ging davon ist ein von den Hilfsarbeitern der Kommission, zum Am 17. Januar d. J. brachte sodann, wie in frischester aus, daß das Recht entstehe aus dem gemeinsamen theil unter Anleitung der Redaktoren, angefertigter Erinnerung, der Reichskanzler den Entwurf eines bürger- Bewußtsein des Volkes, der gemeinsamen Ueberzeugung Auszug aus den vollständigen Motiven, der jedoch der lichen Gesetzbuches" an den Reichstag, von neuem der von seiner inneren Nothwendigkeit und sich dadurch in Prüfung der Gesammtkommission nicht unterlegen hat. Hoffnung Ausdruck gebend, der Reichstag werde sich von unlösbarem Zusammenhang mit der Gesammtentwickelung Dasjenige, was während dieser 13 Jahre von dem Gang gleichem Geiste leiten lassen, damit der Abschluß des um des Volkes befinde; bei steigender Kultur bildet sich nach der Arbeit in die Deffentlichkeit drang, war so gering, fassenden Gesetzgebungswerkes nicht durch Bedenken und dem Gesetz der Arbeitstheilung der Juristenstand, das Recht nimmt eine wissenschaftliche Richtung an und führt von daß gelegentlich in einer juristischen Zeitschrift von der Sonderwünsche verzögert werde. bereits prähistorisch werdenden Zivilgeseh- Kommission in jetzt an ein doppeltes Leben, einmal als Theil des ganzen Berlin" gespottet werden konnte. Im Reichstage erhob sich Volkslebens( politisches Element des Rechts), dann dann und wann ein Abgeordneter beim Etat des Reichsals besondere Wissenschaft in den Händen der Juristen Ein Todkenopfer. Bum 22./23. Januar. In Nr. 6 des damals in Zürich erscheinenden Blattes„ Der Sozialdemokrat", Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge, vom 4. Februar 1887 liest man: " " Wie obige summarische Darstellung ergiebt, hat bis jetzt alles in den Händen der Juristen gelegen. Und mit den Regierungen hat sich die Mehrzahl der Juristen für den Entwurf B Prüfen wir demgegenüber die Stellung des Juristen zum Recht, des Juristenstandes zum vorliegenden Gesetzgebungswert. " 1 dargebracht worden sein, wie das unserer wackeren Genossen sie nicht umsonst für die Pflicht gestorben sein. Ehret sie durch Nauen, Hensel und Lachmann eines gewesen? Nein, und tausendmal Nein! Der Dichter sagt: Was du ererbt von deinen Vätern hast, Erwirb es, um es zu besitzen. Nachfolge! An Gelegenheit dazu läßt es uns die wieder einmal mächtig ihr Gorgonenhaupt erhebende Reaktion ja auch heute nicht fehlen! Aber unsere Todten sind nicht todt! Ihre Werke sind nicht mit ihnen zu Grabe gegangen: sie wirken und werben! Zum Jahreswechsel schickte dem Schreiber dieses ein guter Freund, ein schlichter Fabrikarbeiter, folgenden Reimgruß: Mehr Licht!" beim Sterben Goethe sprach, " Mehr Recht!" rus' ich am heut'gen Zag. Kämpfend vereint woll'n wir's im neuen Jahr erwerben, Und sollten wir dafür auch sterben. alter " Nun gut! Wir haben den Ehrentitel eines grenzen Im Dienste der Pflicht verunglückt sind verdrei losen Opfermuthes, einer heldenhaften Ausdauer und gangene Woche in der Nacht vom 22. auf 23. Januar wackere Berliner Genossen. Der Gürtler R. Nauen, der Schlosser unbesiegbarer Tapferkeit von unseren Vorfämpfern, namentlich Paul Hensel und der Former Otto Lachmann) wollten, von einer von den Volkshelden, die dem Sozialistengesetz zum Opfer fielen, Vertrauensmänner- Versammlung zurückkehrend, die Wahllisten ererbt; diese Erbschaft legt uns nach Goethe's Wort die Pflicht möglichst schnell in Sicherheit bringen und versuchten deshalb den auf, diesen Ehrentitel uns zu verdienen, zu erwerben, indem wir Weg über den zugefrorenen Spandauer Schifffahrtskanal. Leider es jenen gleich thun. Die Das sind die besten Ehrendenkmäler, welche wir wahrhaft Ich brauche wohl nicht hinzuzufügen, daß bei diesem einfachen trug sie jedoch das Eis nicht und sie ertranten. Berliner Genossen haben diesen neuen Opfern des Schandgefeßes um des Volkes und Vaterlandes Wohl verdienten Personen er Sohn der Arbeit in einer ganz privaten Zuschrift einem alten, langjährigen Freunde gegenüber nicht ein Hauch von res denn ohne dieses wäre die Heimlichkeit bei den Wahl- richten können! am Sonnabend ein wür Ehrendes, dankbares Erinnern an unfere drei im Dienst nommistischer Großmannssucht anzunehmen ist. Ich füge vorbereitungen nicht nöthig gewesen Freundes im diges Begräbniß bereitet. Ehre dem Andenken der Gefallenen! der Pflicht gefallenen Genossen wird am heutigen Tage nicht noch hinzu, daß der Wohnsitz meines der Reaktion, im Königreich Sachsen, Ihr Andenken wurde bald darauf würdig geehrt. Bei der Wahl fehlen, besonders in Berlin nicht, wo die Gefallenen den guten Probirländchen jenes Jahres am 21. Februar, welche die drei obengenannten Kampf gekämpft haben unter den schweren Verhältnissen des liegt, allwo jetzt von den Reaktionären die Art an die Reichsverfassung, an das allgemeine direkte geheime WahlMärtyrer unserer guten Sache vorbereiteten und darüber das Ausnahmegesetzes. werden soll. So sieht es, also beim Leben ließen, ging der Märtyrersamen fröhlich auf. Nun, Genossinnen und Genossen allerwärts, auch für uns recht gelegt Noblesse oblige! Die Ruhmes sächsischen Armeekorps der Sozialdemokratie aus! Die Unsere Genossen Hasenclever und Singer wurden im 4. und gilt das Sprichwort: einmal mit Luther zu reden, Partei legen Die uns Pflicht auf, daß Reaktionäre werden, um 6. Berliner Wahlkreis mit 72 000 von 92 000 Stimmen in die titel sich dieser Ehren würdig erweife. Der bald merken, in wen sie gestochen haben mit ihrem direkten Vertretung des deutschen Volkes entfandt von den Wählern der jeder einzelne Stadt Berlin, in welcher die Opfer der Bismarck'schen Politik unabsehbar lange Zug der Opfer des Sozialistengesezes, der Attentat gegen das sächsische Landtags- Wahlrecht, das indirekt gelebt und gewirkt hatten, Christensen fam in Stichwahl; die edlen Märtyrer unserer guten Sache, welche die beste Sache ist, und vorbereitend ein Attentat auf das Reichstags- Wahlrecht ist Etimmenzahl in ganz Deutschland war um rund 150 000 die es je unter Menschen gegeben hat, geht mahnend an unserm und bleibt. geistigen Auge vorüber.*) Vergeßt die treuen Zobten Und zum Schluß nochmals: Ehre und Dank den Todten gewachsen. In der Natur geht kein Atom verloren; sollten in einer so nicht! Laßt sie nicht umsonst gelebt und gestrebt haben! Laßt von den Lebenden! wie die gewaltigen Volts, besser Menschheitsbewegung, *) Vergleiche die Broschüre: Nach zehn Jahren, Material moterne Arbeiterbewegung eine ist, so große Opfer vergebene und Glossen zur Geschichte des Cozialistengesetzes. Theil II. Die Opfer. London 1890. *) Jm„ Sozialdemokrat" irrthümlich Bachmann gebrudt. der M. W. ( Auf dem Kirchhof in der Seestraße, wo die drei Märtyrer ruhen, ist ihnen ein einfacher Denkstein gesetzt mit der Jnschrift: Gewidmet den am 23. Januar Verunglückten. Ehre ihrem Ans denken!( R. d.„ V.") Die Wirkung des Förster'schen Mohus ist nach ( technische 3 Element des Rechts). Diese Begriffsfeststellung| bloße Schein attivirung des Laienstandes durch die sieben haltig. Savigny's legen wir allem folgenden zu grunde. Das Nichtjuristen der zweiten Kommission. Was mußte auf grund solcher Entstehung der Entwurf Keiner der nachfolgenden Redner nicht einmal die Wesen jeden Rechtssages ist ein Gebot oder Verbot, ein Reichs- Jubel Lerche und Reichs: Gründer- Nachtigall Hama Seinsollen, auch wenn der Ausdruck nicht imperativisch unvermeidlich werden? ( befehlend) lautet. Zwar ist der imperativische Ausdruck Vor allem ein Spiegelbild des Klassenbewußtseins der macher kann sich dem betäubenden Einfluß entziehen, und sein auch die ursprünglichste Form des Gesetzes, das bürgerliche Bourgeoisie. Denn wie wäre es denkbar gewesen, daß Lobbythirambus auf den größten aller Post Sultane verRecht hat sie aber längst abgestreift, obne deshalb sein ben die Mandatare von Regierungen, welche noch hallt tonlos. Herr Stumm, der mit seiner Scharfmacherei griffliches Wesen zu verändern. Die Methode der Rechts heute im Sozialismus ein rechtsbilden an einer anderen Stelle arg hereingefallen war, vera nicht anzuerkennen gesuchte es heute damit bei Stephan dem er wissenschaft besteht nun in Umgestaltung aller Rechtssäße des Moment zu einem System von Begriffen, vermittelst dessen durch willt sind, die Grenzen einer im Sinne des Be- rieth: scharf und gerecht! Aber das scharf" flang Es sprachen nach Lingens, der blos logische Operation die vorhandenen Gebote und Ver- stehenden konservativen Rechtsauffassung auch nur um eines gar müde und matt. Heilige, skraut, die lauteste Stimme der Antisemiten bote gerechtfertigt, die fehlenden ergänzt und alle Vorgänge Haares Breite verlassen hätten? Das Recht des Entwurfs ist Klassenrecht. heute recht mild-. des Lebens unter eine entsprechende begriffliche Beziehung Hige der fromme Katholik und gebracht werden. Diese Begriffssystematik dient also der Rechts- Und noch ein anderes Verhängniß wurde durch die Sozialpolitiker, Schall, der fromme Protestant und Duellanwendung und der formellen Seite der Gesetzgebung, Unterdrückung des politischen Elementes heraufbeschworen freund, Lieber, der von Tag zu Tag erkennbarer die Maste und in ihr erschöpft sich in Wahrheit das technische zum zweiten Mal in unserer Geschichte. Schon einmal Windthorst's trägt, und das Räuspern und Spucken ihm Element des Rechts; in der Gesetzgebung hat sie ihren hat das deutsche Volk in jahrhundertelangem schmerzlichem bereits erfolgreich abgelernt hat, Werner, die zweitInhalt von dem politischen Element des Rechts zu Kampf mit dem gleichen Verhängniß gerungen, als die lauteste Stimme der Antisemiten, Herr Fischer, Stephan's empfangen. Im übrigen steht der Jurist dem Laien, der Rezeption*) des römischen Rechts das politische Element Präsumtiv- Erbe Juristenstand dem Gesamintvolk in der Gesetzgebung nur des Rechts dem technischen unterworfen hatte: und Politische Nebersicht. das menge der Leser durcheinander und er hat den Häringssalat der heutigen Postdebatte. einen Das preußische Abgeordnetenhaus begann am Dienstag Hier mit seiner besonderen berufsmäßigen Erfahrung, etwa Das Recht des Entwurfs ist Juristenrecht. Eist am Schluß der Sigung gab es noch ein kleines, ebenso wie der Historiker, der Nationalökonom oder jeder andere Kundige eines Wissens- oder Erfahrungszweiges recht lebhaftes Kreuzen der Klingen zwischen Stephant und dem schwäbischen Zentrumsführer Gröber, der das sachverständig zur Seite. So lange nun die die RechtsBerlin', 21. Januar. überzeugung bildenden Faktoren ein wesentlich gemeinsames " husarenmäßige Verfahren bei Besetzung der PostsekretärDer Reichstag setzte heute die Postbebatte fort. ftellen rügte und den Schädler'schen Antrag, das ZivilRechtsbewußtsein im Volke erhalten, muß auch das im Juristenstand lebende Recht nothwendig diesem gemein- Immer das alte Lied und die alten Klagen. Diesmal war element dem Militärelement gegenüber im Postdienst zur samen Rechtsbewußtsein entsprechen, gewissermaßen eine es der Fortschrittler Lenzmann, der die Rolle des Staats: Geltung zu bringen, warm befürwortete. Um 6 Uhr vertagt sich das Haus, obgleich die Absicht durch die juristische Methode krystallisirte, höhere anwalts übernahm. Er litt nicht an Stoffmangel und hielt Form desselben darstellend der Jurist, Jurist, der Herrn v. Stephan verschiedene seiner Begehungs- und bestanden hatte, ben ordentlichen Bostetat in zweiter Sesung nur die Wirkung des politischen Elementes als Mandatar Unterlassungsfünden so nachdrucksvoll vor, daß der All zu erledigen. Morgen Schwerinstag: Antrag zur Sicherung des ganzen Volkes ausspricht, kann ohne weiteres gewaltige, der, gleich feinem einstigen Vorbild Bismarck der Bauarbeiter. Abänderung des Wahlrechts. SozialistiGesetzgeber sein. Wie dagegen, wenn die die Rechtsüber- unfehlbar zu sein glaubt, ihm recht bissig antwortete. Herr scher Antrag zur Sicherung des Vereins- und Versammzeugung bildenden Faktoren ein gemeinsames Rechts- Stephan betrachtet sich als den Sonnenkönig im Poftreiche lungs- und Koalitionsrechts. ich bin das Reich, und sintemalen ich mich wohl fühle, bewußtsein nicht herzustellen vermögen? Wenn die wirthschaftlichen Existenzbedingungen, die Lebensgewohnheiten, ist alles wohl in dem Poftreiche!" Und Herr Stephan die erste Berathung des Staatshaushaltsetats. die Sitten und die dominirenden Vorstellungen Theile des fühlt sich nicht blos wohl, er fühlt sich auch groß. Er Im Reichstage pflegen fich die Statsdebatten infolge des Einselben Volkes so von einander entfernen, daß hüben als kann alles dichten, Bücher schreiben, malen, fingen, tom- greifens unferer Genossen fast immer zu hochpolitischen und gutes Recht vertheidigt wird, was drüben als ein em: poniren, schießen und ist nebenbei auch der größte Post- interessanten Grörterungen zu entwickeln. Im Abgeordnetenhause hingegen kommt es wohl ab und an zu harten Zusammenpörendes Unrecht gilt, hier verehrt, was dort geschmäht wird? meister der Welt. Nach Stephan Förster nach dem harten Autokraten stößen zwischen der Regierung und einem Oppositionsredner, Der Sozialismus mit dem Ziele einer prinzipiellen Umgestaltung der heutigen Rechtsordnung erfüllt einen so erheblichen und Bureaukraten der ölige Schaumredner. Herr Förster ver- aber im allgemeinen erreicht die Debatte doch niemals solchen Höhepunkt, wie im Reichstage. Theil der Nation, daß das geltende Recht von einem tritt das lyrisch- melancholisch- didaktische Element in dem find aber die Bourgeois unter sich, den Arbeitern ist es durch gemeinsamen Bewußtsein nicht mehr ge: gemeinsamen Bewußtsein nicht mehr ge- antisemitischen Konglomerat, wo er in diesem Genre keine bas elendefte aller Wahlsysteme verwehrt, ihre Vertreter hierher tragen wird. Diese Thatsache einer Spaltung des Rechts- Konkurrenz hat. Er ist auch poetisch veranlagt und wenn zu entfenden. Aber wenn auch die bösen Sozialdemokraten bewußtseins, des Gegensatzes der wichtigsten aus der Ber- er auf der Rednerbühne steht, erinnert er lebhaft an das förperlich nicht anwesend sind, im Geiste schweben sie den Bers gangenheit stammenden Rechtsinstitute zu den Forderungen berühmte Bild von dem blinden Mädchen, das durch das tretern des Geldbeutels wie ein furchtbares Gespenst vor Augen. des Sozialismus ist unbestreitbar. Das schwebte offenbar Mohnfeld wandelt. Gleich dem blinden Mädchen hält er Dieſe Furcht trat auch bei der diesmaligen Etatsdebatte in den damit er ja nicht in Reden einiger konservativer Abgeordneten deutlich zu tage. auch Laffalle vor, als er 1861 schrieb: Der Begriff des die Augen festgeschlossen, den Verdacht fommt, mit äußerem Auge zu sehen, Eingeleitet wurde die Debatte durch Eugen Richter, dessen erworbenen Rechts ist wieder einmal streitig geworden Und in der Etatsreden sich vor denen der übrigen bürgerlichen Abgeordneten und dieser Streit ist es, der das Herz der heutigen Welt was rings um ihn ist und vorgeht. vortheilhaft auszuzeichnen pflegen, dessen heutige Rede jedoch durchzittert und die tief inwendigste Grundlage der politisch- That, es ist ihm gelungen, jeden derartigen Verdacht aus einen großen Fehler hatte: man vermißte an ihr die noth fozialen Kämpfe des Jahrhunderts bildet! Im Juristischen, ihm lassen, hat noch niemals ein Wort gesprochen, das auch ersten Theil seiner fast zweistündigen Rede setzte er sich mit dem sozialen Kämpfe des Jahrhunderts bildet! Im Juristischen, zuschließen. Herr Förster, das muß sein grimmigſter Feind wendige Schärfe. Richter hielt sich zu eng an den Etat. Im Politischen, Dekonomischen ist der Begriff des er nur von dem leisesten Bewußtsein der schnöden, rauhen Finanzminister auseinander, dessen Finanz- Steuerreformprojekt worbenen Rechts der treibende Springquell aller weiteren Gestaltung, und wo sich das Juristische als das Wirklichkeit der Menschen und Dinge wie sie sind, an- er einer sorgsamen Kritik unterzog. Von den Vorgängen, die in der letzten Zeit die Presse so vielfach beschäftigt hatten, von den Privatrechtliche völlig von dem Politischen abzulösen scheint, gekränkelt war. Er ragt mit seinem Haupt hoch in die Wolken, ver- Fällen Arons, Jastrow und ähnlichem schwieg Herr Richter; nur da ist es noch viel politischer als das Politische selbst, denn da ist es das soziale Element." Das politische Element Bißt jedoch nicht das blühende Feld, welches er durch die lehte Thai des Ministers v. Köller, die Auflösung der fozialdemokratischen Wahlvereine, brachte er zur des Rechtes ist in Gährung begriffen, und damit wird jede deren wunderbare, traumfüßen Schlummer erregende Eigen- feine eigene Partei zu fürchten beginnt. In äußerst scharfem des Rechtes ist in Gährung begriffen, und damit wird jede schreitet, und pflückt maſſenweise die schönen Mohnblumen, Sprache, wohl weniger aus Gerechtigkeitsgefühl, als weil er für Neu- Ordnung des bürgerlichen Rechtes in erster Linie zur fchaften den alten Griechen schon bekannt waren, und wirft fie Tone erwiderte ihm der Finanzminister. Miquel's Rebe, die Sache der politischen Auseinandersehung. Tas Mandat des Juristen zur Gesetzgebung außer für deren vergnügt lächelnd, aber immer mit geschlossenen Augen den fachlich nichts bot, verfolgte zwei Swede: einmal verfuchte er formelle Seite ist erloschen. Kann also in diesen Zeitläuften Zuhörern hin, von denen auch der Nervenstärkste bald dem wiederum die Reichs- Finanzreform zu vertheidigen, bei welcher etwas verblendeter sein als die Einbildung des deutschen Allbezwinger Schlaf erliegt wenn er nicht durch rasche Gelegenheit er seinem Feinde, Herrn Richter, einige wohl. Flucht sich rettet. Das ist es, was die Mehrzahl des sigende Hiebe austheilte. Sodann wollte er sich die Gunft Juristenstandes, der durch.a us im Lager der Bourgeoisie steht, Willensvollstrecker des Ge- Reichstags zu thun pflegt, wenn das Schreckenswort ertönt: der Agrarier sichern; er bewies den Junkern, daß fie, sammt voltes zu sein, oder gefährlicher als das Abgeordneter Förster hat das Wort! Auch heute war's Bestreben, den Spielraum des politischen Elementes so. Und glücklich, wem die Flucht noch gelang. Denn möglichst einzuschränken? Und doch hat dasselbe Be- unser Mohnspender war heute melancholischer als je, und streben den Bundesrath von Anbeginn geleitet, als er er sprach weit über eine Stunde. Also Herr Förster ist sehr melancholisch und sehr aus für die Vorschläge über Plan und Methode und für die Aesthetik und Philosophie in die Post bringen grundlegende erste Lesung ausschließlich Juristen be- führlich rief, als er durch die Geheimhaltung der Kommissions- ist keine so leichte Sache. arbeiten der öffentlichen Meinung jeden Einfluß auf die Rezeption wird der für die ganze bisherige Rechtserste Lesung entzog: und selbst, nachdem der Mißerfolg entwickelung in Deutschland entscheidende Vorgang der Aufdieser methodischen Verfündigung an den Naturgesehen des nahme und Anpaffung des römischen Rechts turch die wiffen Rechtslebens trob Talent, Scharfsinn und Fleiß der Re- schaftliche Jurisprudenz des Mittelalters genannt; ein Borgang, daktoren an das Tageslicht getreten war, genügte ihm eine der mit dem Ende des 15. Jahrhunderts abgeschlossen war. Kunst und Wissenschaft. wenn boch stets sicher auf ihn rechnen könnten. Er erkenne die traurige Lage der Landwirthschaft vollkommen an, er sei auch jederzeit doch stets sicher auf ihn rechnen könnten. Er erkenne die traurige bereit, ihnen neue Liebesgaben zu bewilligen, und wenn man ihn, der feinen Ar und Halm befize, deswegen zu einem Agrarier gestempelt habe, so erblicke er hierin nichts beleidigendes; Gegentheil er im sei stolz auf diesen Ehrentitel. Der Beifall der Rechten, der dieser Rede folgte, ift un beschreiblich. Herr Miquel hat seinen 3wed erreicht, er figt fest im Sattel, und die Agrarier tönnen getroft nach Hause gehen. Mögen fie im Reichstage und wo sonst immer auch noch so viele Niederlagen erleiden, mag sich auch ein Minister nach dem anderen von ihnen abwenden, mag man sogar ihre Agitation als gemeingefährlich bezeichnen was schadet es? Herr Miquel wacht über sie und sorgt dafür, daß ihnen kein Leid geschieht. Der freitonservative Frhr. von Zedlig, der nach Miquel traten; ebenso die der Mittelhand eines in der Urania zu Worte tam, fand wenig Gehör. Er billigte das angestellten Glasbläsers, welchem vor mehreren Jahren ein Glas: Vorgehen gegen die sozialdemokratischen splitter in die Hand gerathen war. Da Glas für die Wahlvereine, da man Personen, die den Staat und die Röntgen'schen Strahlen nicht besonders gut durchlässig ist, so Gesellschaft untergraben wollten, schärfer anfassen müsse, als erschien der Splitter in seiner Lage neben den Handknochen sehr andere, die nur gemeinnügige Zwecke verfolgten. Ein neues deutlich. Vereinsgesetz sei dringend nothwendig, um den Ausschreitungen Mit einem Hinweise auf die mögliche Tragweite der neuen der Sozialdemokraten wirksam entgegenzutreten. Herr v. Zedlitz Entdeckung wurde der Vortrag geschlossen, welcher hoffentlich so versuchte auch einen kleinen Vorstoß gegen das allgemeine Wahloft wiederholt werden wird, daß auch jeder Arbeiter die Zeit recht, das nach seiner Meinung weit mehr Schaden bringe, als In der Urania wurde am Montag Abend vor überfülltem findet, fich den in ihm liegenden lehrreichen Genuß zu ver- bas" Dreiklaffen- Wahlsystem. Ungefähr in demselben Sinne Hause von Herrn Spies ein Experimentalvortrag über die schaffen. Vielleicht ist es den Arbeiterorganisationen auch mög- äußerte sich der konservative Graf Limburg Stirum, lich, die Urania des Nachmittags für diesen Vortrag zu der die Regierung aufforderte, im Verein mit Den Röntgen'schen Strahlen gehalten. Ueber die Entstehung gewinnen, wodurch sich der Preis für die einzelnen erheblich staatserhaltenden Parteien die Sozialdemokratie energisch zu be und Entdeckung dieser Strahlen verweisen wir unsere Leser auf ermäßigen würde. tämpfen. Gegen diese Leute, die täglich dokumentiren, daß sie unfere Nummer vom 5. Januar. Herr Spies zeigte sowohl das Leuchten einer gewöhnlichen Geißler'schen Röhre, als auch bei National Theater. Diesem Kunstinstitut will es immer fich nicht für verpflichtet fühlen, dem Staate Treu und Glauben stärkerer Verdünnung das grünliche Fluoresciren ihres Glases noch nicht glücken, einmal eine Novität zu bringen, die von dem zu wahren, die die Untreue von Beamten für ihre Zwecke aus. unter dem Einfluß der sogenannten Rathoden- Strahlen. Recht altbewährten Echema abweicht. Das neuste Schauspiel, das auf der mußen und mit Hilfe solcher treulofer Diener sogar geheime deutlich trat auch die Ablenkung dieser Strahlen unter dem Bühne des Herrn Samft servirt wurde, heißt Opfer der Groß: Erlasse veröffentlichten, brauche man feinen Geisteskampf Einfluß eines Magneten auf, eine Eigenschaft, welche den stadt"; Verfasser ist ein Herr Reih. Ganz wie sonst findet mehr zu führen. Hier handele es sich um eine einfache MachtRöntgen'schen Strahlen nicht zukommt und durch welche R. fie fich auch in dieser Leistung der gottvergeffene Schurte und frage. Daß der konservative Graf als Lohn für seine von den erfigenannten unterscheiden will, obwohl auch unter diesen Mädchenjäger, die verfolgte Unschuld und der edle Jüngling, Hilfe im Kampfe gegen den Umfturs nichts weniger als die vom Magneten nicht ablenkbare vorkommen. der sich um sie müht. Eine kleine Konzession ist insoweit der Durchführung des Antrages Kanig verlangte, ist weiter nicht Der dritte internationale Kongrek für Psychologie soll in M fin chen vom 4.- 7. August d. J. in den Räumen der fönigl. Universität abgehalten werden. Erster Präsident ist Professor Dr. Stumpf- Berlin, zweiter Präsident Professor Lipps München, Generalsekretär Dr. v. Schrend Noking in München. Bu gunsten des Kongresses hat das Kultusministerium eine Summe bewilligt. es dann in spe Der nationalliberale Staatsmann natürlich Herr v. Bennigsen, hielt zu des KaiserreichsGeburtstag auf dem Bankett der nationalliberalen Reichs. und Landtags: Fraktion die Festrede, in der er nach den üblichen Jubelphrasen auch auf die inneren Kämpfe des und Reiches tam. Bei dieser Gelegenheit sagte er nach dem Leipziger Tageblatt": Zu den neuen Strahlen übergehend zeigte Herr Spies dann,„ neueren Richtung" gemacht worden, als die Unschuld als eine wunderbar. Die Junker fühlen sich als so unentbehrliche Staatswie im völlig dunklen Raume, und obwohl jede Lichtwirkung vom Vater verstoßene Proletarierin erscheint, die sich dem edlen füßen, daß sie nach jeder Niederlage von neuem muthig ihr feitens der Röhre durch Umhüllung mit schwarzem Tuche und Jüngling, der fie leider fatt bekam, in Liebe hingegeben Haupt emporheben. Die Reden des Polen Dr. v. Jaz dzewski und des Nationalliberalen Dr. Sattler boten nichts Ereiner gediegenen zu Sängerin gebracht Abblendung durch undurchsichtige Pappscheiben ausgeschlossen und war, ein mit Bariumplatinsyanär bestrichener Schirm in grün hatte. Als der Jüngling die alte Liebe später im neuen wähnenswerthes. Am Mittwoch wird Dr. Bach em vom lichem Fluorescenzlicht aufleuchtete, während die elektrischen Glanze wiederfieht, will er sich mit ihr vom Pastor trauen Bentrum die Debatte fortseßen.Entladungen in der Röhre vor sich gingen. Die Strahlen, welche lassen; er wird aber abgewiesen. Nunmehr geht das Berhängniß ihr Vorhandensein auf diese Weise verriethen, wirkten auch auf seinen Gang. Der Schurke, der die Unschuld nicht allein ver die photographische Platte, und zwar wurde ein schweres Leder folgt, sondern sie auch aus Rache bloßstellt, verschmäht aus portemonnaie ihrem Einfluß 5-10 Minuten lang ausgefeßt; es Feigheit das Duell, das ihm der eble Jüngling anbietet, wird dafür aus allen Rennklubs ausgestoßen. der Jüngling wird ein Opfer der Ge denn er hat зи viel Spielschulden muß sich deshalb umbringen. An der Leiche des Edlen versöhnen Wir haben noch andere Ereignisse erlebt, noch andere Rämpfe sich Vater und verstoßene Tochter. Dieser Stoff, naiv mit hochtrabenden und hohlen Redensarten übergoffen, erschien am in unserem Vaterlande, die uns vor der Begründung des Deutschen Neben den sonstigen mit Röntgen'schen Strahlen auf- Montag als neuestes Produkt auf der Bühne des Oftens. Das Reiches unbekannt waren: das Anwachsen einer großen sozialbewies, daß seine Auffassungsgabe infolge demokratischen Partei, die den Kampf zwischen Arbeit und Kapital genommenen Photographien zeigte Herr Spieß auch die einer Publikum der legten Klassiker- Aufführungen Zeit entschieden zu einem Rampfe, zu einem zerstörenden Kampfe auszubenten sfelettirten Hand, welche ein industriöses bürgerliches illustrirtes ber Blatt, das„ E ch o", aus irgend einem anatomischen Atlas ent- Fortschritte gemacht hat; bei allen sentimentalen Stellen lachte versucht hat, der Art, daß dieser Gegensatz und Kampf eine solche lehnt und seinen Lesern fälschlicherweise als die Röntgen'sche es herzhaft. Eine Erholung bot die überaus drollige Parodie Höhe erreichte, wie die Welteren von uns ihn nicht fannten, da Photographie vorgeführt hatte. auf das gegenwärtig im Birkus Busch gegebene Ausstattungs im ersten Reichstage faum eine sozialdemokratische Debatte zu Unter den Aufnahmen des Herrn Spieß war besonders stück, die dem Drama folgte. Namentlich ein Glanzeffekt, mit stande tam und fast nur Herr Bebel diese Partei vertrat. interessant die eines menschlichen Unterarmes, welcher bem Fräulein Samft am Schluß der Wasserszene das Publikum Nach und nach ist diese Bewegung zu großem Umfang an gewachsen. und Speiche deutlich hervor überraschte, gefiel außerordentlich. die beiden Knochen, Elle Kann uns das aber im ganzen wunder nehmen, zeigte sich dann, daß das Leder die Strahlen, welche bereits und burch eine dicke Holzscheibe gegangen waren, auch nicht auf- Aber auch gehalten hatte; wohl aber hatten dies der metallene Bügel des sellschaft, Portemonnais, sowie ein in demselben enthaltener Schlüffel und ein Geldstück gethan, deren Bilder sehr deutlich auf der photographischen Platte zum Vorschein famen. in か »vevn ivir bedenken, wie stark dieselben GegrnsStze in Frankreich schon in der Revolution der 9l>er Jahre des vor ige nJahrhundertshervortraten, und in England zwei Menschenalter, ehe sie in Deutschland sich geltend machen? Es war auch dieses fast eine selb st verständliche Folge des großen Aufschwunges, welchen die deutsche Nation und Wirthschaft sahen in ihrem neuen Einheits- und Kraftgesühl. Die Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit mußten bei dieser erstaunlich raschen Entwickelung der wirthschaftlichen Thätigkeit nach 1S70 auch bei uns noth- wendig rasch zur Erscheinung kommen. Es liegt in der ganzen Natur des deutsche» Wesens, daß wie die Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit, zwischen bürgerlicher Gesellschaft und revolutionärer Sozialdemokratie in anderen Ländern auch hier zu einem Gegensatze der Grundlagen sich ent- wickeln— der Deutsche ist nun einmal dazu geschaffen und augelegt, daß er alle diese großen Dinge, welche den Menschen bewegen, tiefer und innerlicher erfaßt, als die meisten andere» Völker. Das ist ein Vorzug, aber nnter Umständen auch ein Unglück, wenn es ihm nicht immer gelingt, diese tiefere Er« fassuug nun glücklich zu überwinden und in den Formen, die dafür gegeben sind. So ist es auch in Deutschland gekommen. Aber wenn das so ist. meine Herren, so liegt darin zugleich auch vielleicht die Lösung. Denn ich habe schon lange die Ueberzeugung gehabt, die viel verbreitet ist in Deutschland, daß es sich gar nicht allein um die Lösung der wirthschaftliche» Frage, sondern wesentlich darum handelt: daß diese Gegensätze unter den Menschen menschlich überwunden werde» müssen,(lebhafter Beifall) mag das nun in der kirchlichen oder in der menschlichen Art geschehen.(Wiederholter Beifall.) Und diese menschliche Ueberwindung, die endlich geschehen muß. wenn die europäische Kultur nicht zu gründe gehen soll, die muß es in die Hand nehmen und auch durchsühren. daß hier ein» Brücke gewonnen wird, die wieder den Menschen dem Menschen nähert, bei uns aber noch keines wegs verloren ist(Rufe: Sehr wahr! Lebhafter Beifall), auch bei Männern, die mitten im wirthschaftliche» Leben stehen und welche nicht blos im eigenen wirthschaftliche» Interesse ein gutes Ver hältniß mit den Zlrbeitern herzustellen suchen, sondern als mensch liche Aufgabe erfassen ein herzliches Verhältniß zu de» Arbeitern (Lauter Beifall.) Wenn also auch dieser Kamps bedrohlich sich zu solcher Höhe eutivickelt hat und in solchen Zahlen die Sozialdemokraten aus treten und vorhanden sind, auch hier dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben, daß das deutsche Volk, welches diese Gegensätze auch mit tiefem Gefühle erfaßt, endlich doch die Lösung finden wird(Beifall). So Herr Bennigsen. Während seine Bemerkungen über die französische Revolution, in der schon„dieselben Gegen sätze" hervorgetreten sein sollen, wie jetzt, von gründlichster Un wissenheit zeugen, erhellt aus anderen Stellen der Rede ein ge wiffes Verständniß für die organische Nothwendigkeit des Sozialismus und folglich auch der Sozialdemokratie. Schon in seiner ersten Rede über das Sozialistengesetz im Jahre 1878 gab Herr Bennigsen diese Nothwendigkeit zu, was ihn jedoch nicht hinderte, für das Sozialistengesetz zu stimmen. Ebenso wenig wird die„menschliche Ueber- Windung" der sozialen Gegensätze, die er jetzt als seinen Wunsch hinstellt, Herrn Bennigsen hindern, den unniensch lieh flen Knebel- und Ausnahmegesetzen gegen die Sozial demokratie jubelnd zuzustimmen. Denn das einzige, worin sich dieser Tiefenbacher thatsächlich„vertieft" hat, ist der Sumpf der Reaktion, in dem er bis an den Hals steckt. Kalter Wasserstrahl an die Bimetallisten. Dem Herrenhause ist eine Uebersicht der von der Staatsregierung gefaßten Entschließungen aus Anträge und Resolutionen des Hauses aus der Tagung 1895 zur Kenntnißnahme zu gegangen. Am 16. Mai v. I. beschloß das Herrenhaus aus Autrag des Grafen von Mirbach: Die königliche Staatsregierung aufzufordern, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, ungesäumt und nachdrücklich alle diejenigen Schritte zu thun, welche geeignet sind, zu einer intcr nationalen Regelung der Währungsfrage mit dem Endziel eines internationalen Bimetallismus zu führen. Hierzu heißt es in vorerwähnter Uebersicht: Die Staatsregierung wird ihre Stellung zu der Re- solution bei Gelegenheit der Berathung der vom Reichs- tage beschlossenen, auf demselben Gebiete liegenden Resolution im Bundesralhe zum Ausdruck bringen und hält mit Rücksicht hieraus die Abgabe einer bestimmten Erklärung zur Zeit für unthunlich. Also auch das zweite große Mittel, das die Agrarier fordern, will die Reichsregierung nicht anwenden.— Die Wacht des Herzens. Zu den Fürsten, die es lieben, durch persönliche Kundgebungen in die Partei- kämpfe einzugreifen, gehört auch der Großherzog von Baden. Er hat am 18. Januar gelegentlich des Prunk niahles in Karlsruhe die Anwesenden durch einen Trink spruch auf das deutsche Heer erfreut, in dessen Verlauf es heißt: „Sie. meine Freunde. haben oft„Die Wacht am Rhein" gesungen. wenn der Ruf an Sie erging. Es war ein Freuden- gesang und Sie haben schöne Erfolge gehabt. Heute brauche» wir die„W a ch t a m R h e i n" nicht mehr in diesem Sinne zu singen, weil die Grenzen weitergerückt sind. Aber, meine Freunde, dieser Wacht gegenüber steht noch eine andere Wacht, die W a ch t des HerzenS. Sie verstehen, was ich darunter meine; diese Wacht zu halten und zu stärken, damit wir vor dem Unglück bewahrt bleiben, daß sich der Umsturz mehr und mehr Bahn bricht, das ist Wacht des Herzens. Die Macht, die vor LS Jahren begründet wurde, soll auch in Zukunft andauern und uns vor allem Unglück bewahren. Sie, meine Freunde, wirken Sie in Ihrem Kreise, diese Macht zu stärken." Der Großherzog hat auch zur Proklamirung der„Wacht der Herzen" gesagt:„Sie verstehen, was ich darunter meine! So ganz deutlich ist das schöne Gleichuiß nun aber doch nicht. Deuten wir es nach der Analogie„der Wacht am Rhein", so meint er jedenfalls, daß die Umsturzbestrebungen nicht in die dentschen Herzen eindringen sollen. Die War- nung kommt etwas zu spät. Da wir ivohl nicht fehl gehen in der Annahme, der Großherzog meine mit dem„Um- stürz" die sozialdemokratischen Bestrebungen, so sind wir berechtigt sestzustellen, daß diese Bestrebungen, gegen die er die deutscheu Herzen schützen will, bereits in zwei Millionen deutscher Männerherzen Wurzel gefaßt haben, und diese Herzen rechnen wir zu den besten, die in Deutschland schlagen.— Für und wider Kunitz tobt noch immer der Wort- streit. Den 200 Hildesheimer Bauern, die für Kanitz sich ausgesprochen, setzen ultramontane Blätter eine Kund- gebung der welfischen Landwirthe des Wahlkreises Lehe- Otterndorf, wo der bekannte Bismarck-Hahn gewählt wurde, entgegen. Die Generalversammlung nahm eine Reso- lution an, in der jegliches Zusanimengehen mit dem Bunde der Landwirthe abgelehnt wird. Als Ablehnungsgründe werden zum theil wclfische Parteigrundsätze angegeben, zum theil wittern die Leute in dem Antrage Kanitz irrthünilich sozialdemokratische Tendenzen. Dann heißt es aber noch über den Antrag Kanitz: : Gladiatorengrnst des Hofpredigers Faber hat, „Germania" mittheilt, an Ort und Stelle, wo er „Dieser Antrag ist zu verwerfen, weil er, wenn er Gesetzes- kraft erlangte, a) nur einer geringen Zahl Großgrundbesitzer Vortheile verschafft auf Kosten der anderen Staatsbürger, der Ungeheuern Mehrheit unserer Landwirthe dagegen gar nichts nützt, b) den Frieden mit den Handels- Vertragsstaaten bedroht, da beim Mangel geeigneter Kompensationsobjekte eine gütliche Vereinbarung nicht möglich ist, v) unerträglichen Streit unter den Jntereffenten und zwischen diesen und der Regierung hervor ruft, d) das Müllergewerbe als Mittelstand-Gewerbe vernichtet, s) die Latifundien- Bildung fördert, k) den reellen Handel, speziell den Export-Handel und dadurch Industrie und ihre Ar- beiter schädigt." Andererseits gehen die„Kreuz. Zeitung" und die „Deutsche Tageszeitung" mit dem Frelherrn v. Marschall ins Gericht. In letzterem Blatt hat der Vize-Plötz des Bundes der Landwirthe das Wort ergriffen. Der Refrain aller dieser Polemiken ist: Es bleibt beim Antrag Kanitz. Einen Tropfen Balsam in die Wunden der Agrarier träufelt ein Dementi der„Staatsbürger-Zeitung". Es soll danach nicht richtig sein, daß der Kaiser bei dem Fest danket am Sonnabend Abend den Laudwirthschastsminister, v. Hammerstein, wegen seiner Rede in der Reichstags- debätte über den Antrag Kanitz beglückwünscht habe. That- sächlich habe der Kaiser über die scharfe Wendung der Rede zunächst sein Mißfallen ausgesprochen und sich erst zufrieden gegeben, nachdem ihm versichert war, daß die scharfen Worte durch Zwischenrufe aus den Reihen der Rechten provozirt worden seien.— Am 18. Februar soll hier i m Z i r k u s B u s ch die Generalversantmlung des Bundes der Landwirthe stattfinden. Für diesen Tag wird die „Autwort aus die Ministerredcn vom 16. und 17. Januar" in Aussicht gestellt. Wir finden die Wahl des Versamm lnngsortes außerordentlich glücklich. Zirkus Busch, wo bei der Festvorstcllnng am 18. Januar, wie uns die„Kreuz Zeitung" ahnungslos belehrt, der Schulhengst„Fauler Zauber" in der Manege vorgeführt wurde,— das ist ganz der Ort für die bevorstehende Galavorstellung der Landjunker. Mit welcher Grazie werden die Kanitz und Kardorff den Schulhengst»Fauler Zauber" tummeln! Herr v. Plötz wird den Reifen zum Durchspringen halten und wieherndes Gelächter werden die Späße des Bundesklowns Liebermaun von Sonnenberg auf den Tribünen erwecken. Ter wie die erschallte, in den Kreisen der protestantischen A b g e o r d- neteu sehr peinlich berührt; ein Abgeordneter soll sogar halblaut den mit Rücksicht auf den Ort unparlamen- tarischen Zwischenruf haben fallen lassen:„Wir sind aber doch keine Gladiatoren!" Das Zentrumsorgan, das gegen die Ausführung des „Vorwärts" eifert, fühlt sich bei dieser Gelegenheit übrigens bemüßigt, von einer„erkünstelten Entrüstung" der Sozial- demokratie zu sprechen. Wir halten diesen hämischen Ausfall der mangelhaften Einsicht der„Germania Redaktion zu gute. Würden wir uns entrüsten über jenen Vorgang als eine Entweihung einer christlichen Kirche, welcher Gedanke der„Germania" wohl gekommen ist, so würde das allerdings erkünstelt sein. Wir fühlen nicht den Beruf in uns, die christlichen Kirchen zu schützen und verstehen auch nach den Folgen, die die Aufdeckung der Kameel-Jnschrift gehabt hat, durchaus nicht, wie sich über- Haupt noch jemand in Berlin über eine Kirchenentweihnng entrüsten kann. Was uns entrüstet, ist, daß Leute, die auf dem Empfindungsiitveau des Hofpredigers Faber stehen, in unserem Vaterlande eine einflußreiche Rolle spielen können. Im Zusammenhange damit wollen wir übrigens einen Entrüstnngsausbruch mittheilen, den wir in konservativen Zeitungen finden: „Ein Vorgang, der sich am letzten Sonnabend in der Kapelle deS königlichen Schlosses nach Schluß des Festgottesdienstes ab spielte, wird gegenwärtig in Abgeordnetenkreise» vielfach be sprochen. Von Augen- und Ohreuzeugen wird uns dorüber folgendes mitgetheilt:„Arn Ausgang der Kapelle hatten zwei Kirchendiener mit den üblichen Büchsen Ausstellung genommen. um Gaben für kirchliche und wohlthätige Zweck« entgegenzu» nehmen. Ein älterer Herr in goldgestickter Uniform näherte sich dem Ausgang, und als er in der Nähe des Altars angelangt war und die beiden Kirchendiener erblickte, sagte er zu den Herren seiner Umgebung:„Hier wird wohl für die noth- l e i d e n d e L a n d w i r t h s ch a f t g e s a m in e l t?" DieserHerr, der es für augemessen hielt, au jenem Orte und in der gegen- wärtigen Zeit über die Nothlnge der Landwirthschaft derartig zu witzeln, ist der frühere Staatssekretär im Handelsministerium. spätere Staatssekretär des Reichsschotzamtes, Staatssekretär a. D. von Jacobi, Mitglied des Staatsralhs und Kolonial- raths. Der Geist, der aus diesem Vorgänge spricht, ist im hohen Grade befremdlich. Kann man von jemandem, der an solcher Stelle und unter den heutigen Zeitvcrhältniffen seinen Witz an der brennendsten Tagesfrage übt, erwarten, daß er den ernsten Willen hat, dazu beizutrage», daß der Landwirthschaft in ihrer Bedrängniß Hilfe gebracht würde?" Nun, was dem Schwechten recht, ist dem Jacobi billig, r- Chronik der Majestätsbeleidigungs-Prozefse. Aus Harburg wird gemeldet:„Ter Arbeiter August Sch. aus Jamlitz, Kreis Lübbe», soll sich im hiesigen K r a n k e n h a u s e, wo er a l s Kranker war, wieder- holt beleidigend über den Kaiser geäußert haben. Er wurde dieserhalb verhastet." Unser dortiges Parteiorgan, das.Volksblatt für Har bürg", bemerkt zu dieser Denunziation ans der Kranken� stube: „Es ist sehr bedauerlich, wenn trotz aller so oft wiederholten Warnimgen einzelne Personen absolut nicht im stände sind, ihre Zunge im Zanm zu halten. Fast scheint es, als ob dieselben denken würden:„Ach was. diese Warnungen gelten nicht für mich— ich bin viel zu schlau, als daß ich mich vergalloppiren könnte!" Der Schlußeffekt ist dann die Untersuchungszelle. Meist ,nd es dieselbe» Leute, welche auch jeder Organisation mit zroße» Schritten aus dem Wege gehen und sich für Berfammlungs- lesuche oder irgend eine andere Bethätigung des Solidaritäts- Gefühls absolut nicht begeistern können.— Möge doch jeder I ernen, seine Zunge im Zaum zu halten!" ** Deutsches Reich. — Abwehr des Petroleuni Monopol?. Im Reichs- amt des Innen, haben, wie die„Franks. Ztg." meldet, in voriger Woche neue Berathungcn über Maßregeln zur Abwehr des Petroleuni-Weltmonopols begonnen. Den Borsitz führte Ministerial- direktor Dr. Rothe. Sachverständige waren beigezogen und sollen auch ferner ans den Kreisen des Handels und der Industrie gehört werden. Es handelt sich, wie die„Franks. Zeitung" erfährt, wieder um den Plan, durch zolltarifliche Maßregeln das Emporloinnien einer inländische» Raffinerie zu begünstigen. Mit diesen Mitteln wird man der Standard Oil Co. nicht an den Leib rücken können.— — DaS christlich«soziale„Volk" setzt sich energisch gegen die Konservativen zur Wehr. Es theilt mit, daß infolge des Auftretens der konservativen Parteileitung Pro- sessor Hüpeden bereits die Partei verlassen habe. In einer weiteren Polemik sagt das Blatt dann:„Der Druck, der unser politisches Leben in bestimmte Richtung drängt, ist wieder der mittelpartei liche, ist die nn selige Phrase von dem „Zusammenschluß aller bürgerlichen Parteien" gegen die Sozialdemokratie. Hat aber dieses Schlag- wort überhaupt einen Sinn, so kann es nichts anderes heißen, als daß die Konservativen sich mit ans den Boden der National- liberalen, d. h. a» f den Boden des Kapitalismus stellen sollen. Aus diesem aber ist schlechterdings kein Platz niehr für die Christlich-Soziale n."Z Aehnlich hat sich gestern Abend der Redakteur deS„Boll", Herr v. Gerlach, in einer Versammlung ausgesprochen. Seiner Absage an die Konservativen als Partei des Kapitalismus fügte er hinzu:„Ich hätte gewünscht, daß Stöcker den Beschluß des Elser- Ausschusses mit seinem Austritt beantwortet hätte. Ich bin sein begeisterter Anhänger, so lange ich denken kann; aber auch ihm gegenüber kann ich meine sachliche Ueberzeugung nicht opfern." Darüber, was Stöcker thun wird, giebt der„R e i ch s b o t e" eine dem„Wunsche" des Herrn v. Gerlach diametral entgegengesetzte Ansicht von sich mit den Worten:„Nachdem das„Boll" und sein Redakteur ihr Beharren ans ihrem vom Elfer- Ausschnß desavouirten gegensätzlichen Standpunkt so scharf ausgesprochen haben und Stöcker im Elser-Ausschuß selbst erklärt hat, daß er mit der Haltung des„Volk" nicht einverstanden sei, dürfte der Inhalt seiner an den Elser-Ausschuß abzugebenden Erklärung nicht mehr zweifelhaft sein." Das glauben wir auch; Adolf wird zur Recl/en gehen.— — Die konservative Partei und Hammer- stein. Die„Konservative Korrespondenz" veröffentlicht folgende „Richtigstellung":„In verschiedenen Blättern wird berichtet. „sicherem Vernehmen nach habe der Elser-Ansschnß der konservativen Partei in seiner Sitzung am lk. d. M. beschlossen, eine Erklärung in der Richtung zu erlassen, daß er von der Hanimerstein-Angelegenheit nicht so zeitig unterrichtet war, daß er etwas zur Verhaftung des Freiherrn v. Hammer- stein hätte beitragen können." Dieses„sichere Vernehmen" beruht ans Erfindung. Weder in der obenerwähnten noch in der dieser vorangegangenen Sitzung des Elser-Ausschusses ist auch nur mit einem Worte von dem„Fall v. Hammerstein" die Rede ge- wesen." Wir glauben das gern. Hammersteinereisn sind auch ein höchst unbequemes Redethema für die Herren.— Sonderburg, 20. Januar. Der preußische Landtags-Ab- geordnete für den Wahlkreis Apenrade- Sonderburg. H a n S Lassen aus Lysabbel(Däne), ist heute im Alter von 64 Jahren g e st o r b e n. Der Verstorbene gehörte 1880/83 auch dem Reichs- tage an.— — Ans Aachen. 19. Januar. wird der„Franks. Ztg." geschrieben:„Wie wenig man in den Kreisen der S e m i- n a r i st e n von der ihnen zugebilligten einjährigen Dienstzeit erbaut ist. geht wohl deutlich daraus hervor, daß ans eine Ansinge des Seminardirektors Dr. Schmitz in Linnich (Reg.-Bez. Aachen) kein einziger der im nächsten Monat rnn Seminar zu Linnich zur Entlassung kommenden Zöglinge sich für die einjährige Dienstzeit gemeldet hat."— Oesterreich Wien, LI. Januar. Die gestern in sammtlichen Bezirken Wiens abgehaltenen, stark besuchten sozialdemokratischen Versammlungen mit der Tagesorgnung:„Unsere Rechtlosigke.it in der Gemeinde Wien" verliefen durchaus ruhig.— Wien, 21. Januar. Die„Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Bekanntmachung betreffend die Errichtung eines E i s e n b a h n m i n i st e r i u m s, welches vorgestern seine Thätigkeit begann. Ein Militär wurde zum Chef des Mini- steriums gemacht, so daß künftighin wohl mehr die strategischen als die kommerziellen und allgemeinen Vcrkehrsinteressen bei der österreichischen Eisenbahnverwaltung überwiesen werden.— Frankreich. — Der neue Senatspräsident Loubet hielt gestern bei Uebernahme seines Amtes eine längere Ansprache, m der er den Senat als den besten Beschützer der Freiheit gegen die Utopisten und Diktatoren hinstellte. Ferner wandte er sich gegen die progressive E i n k o m ni e n st e u e r und endigte mit einer Lobrede ans Floquet. ES wurde sehr bemerkt, daß Loubet gegen die Ei»- kommenstener, welche das Kabinet Bourgeois vorschlägt, heftig aufgetreten ist.— Paris, LI. Januar. In der gestrigen Sitzung stellte die Kammer die Tagesordnung fest. Die Gilligkeitserklärnng der Wahl Wilson's, des Schwiegersohnes des früheren Präsidenten Grevy, wurde auf derselbe» nicht beantragt. Wilson ist bereits L'/e Jahre Deputirter, indeß hat es die Kammer beständig vermieden, dessen Wahl gut zu heißen. — Arton's Auslieferung aus London an die französische Regierung wird in 14 Tagen erfolge», da seine Berufung sicher abgelehnt werden dürfte. Afrika. — Die Italiener sind in einer verzweifelte» Lage— das erhellt auch aus den gefärbten und gefälschten Berichten, welche Crispi verbreitet. Dieser mit allen Hunden gehetzte Ge- schäftspolitiker kennt alle Kniffe des Geschäfts. Er speknlirt ans die Unwissenheit des Volks, das von dem Kriegsschauplatz kein« Ahnung hat, und sucht durch künstliche Berinengnng der Ope- ratiouen des Obergcnerals Baratieri'mit der Belagerung von Makalle über das Schicksal des hier schnöde, mit unveranrwort- lichem Leichtsinn preisgegebenen italienischen Bataillons zu täuschen. Makalle scheint, mit dem Bataillon Gälliano'S, sich schon ergeben zu haben. Ob Baratieri an anderen Punkten Borlheile erlangen kann, die diesen schweren Verlust auch nur annähernd aufwiegen, das bleibt abzuwarten.— Kuba. — Amtliche Depeschen, welche in der letzttn Rächt aus Havannah hier eingetroffen sind, melden: Die Lage ist günstig; das Gros der Aufständischen wird von den spanischen Kolonnen lebhaft verfolgt. Das Gros ist zum Verlassen der Pro- vinzen Pinar del Rio und Havannah gezwungen worden und zieht sich in östlicher Richtung zurück.— ZUjgeovdnekenhrnts. 8. Sitzung vom 21. Januar 1896, 11 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Etats. Abg. Richter(frs. Vp.): Selten, meine Herren, hat sich ein Finanzminister so bei Schätzung der Einnahmen geirrt, die Einnahmen unterschätzt, wie dies Herr Miquel gelhan hat. Wenn wir hier die Einnahmen höher einschätzen wollte», so sagte man, wir lügen uns etwas in die eigene Tasche hinein. Jetzt zeigt sich, daß wir in 1S94/SS 48 Millionen mehr ver- einnahmt haben, als im Etat veranschlagt war. Freilich sind dabei U Millionen Mehreinnahmen der Forstverwaltung infolge von Windbruch. Aber 11 Mill. sind doch nicht 48 Mi».! Und nun daS lanjcnde Jahr. Nach der ElalSfestsetznng im Reiche e " Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über Organisation tragen. Fätten wir 20 Millionen zu zahlen gehabt an das Reich. Nach) 1500 Millionen vermehrt hat. Wo wären Staats- und Reichs. Von der Amnestie wurden weiter noch betroffen Genosse den jezigen Schägungen dagegen werden wir etwa 121/2 Millionen finanzen, unsere Landesvertheidigung, unsere Besoldungs- Ver- Wiehle, Redakteur der Thüringer Tribüne", der sich wegen vom Reiche bekommen. Leiber hat das Herr Miquel in seiner befferungen 2c., wenn überall Herr Richter mit seinem Wider Lucius Beleidigung eine Strafe von 50 M. zugezogen; Genosse Oh I Etatsrede nicht deutlich genug hervorgehoben. Es wäre aber stande gegen Einnahmevermehrung Erfolg gehabt. Man braucht in Stettin, dem die Strafen und Koften aus den Septemberprozessen das nothwendig gewesen, dies ausdrücklich zu konstatiren, denn sich den sich daraus ergebenden Wahnsinn nur vorzustellen erlaffen sind; auch Genosse Herbert in Stettin hat von der Preußen ist also doch jetzt wieder Roftgänger beim Reiche ge-( Beifall rechts), um zu erkennen, welches Vertrauen auch der Amnestie noch Vortheil, da noch eine Kostenrechnung über die worden, und das beweist doch wiederum, daß Preußen in jezige Widerstand des Herrn Richter gegen Finanzreformen ver- 6 Wochen Gefängniß, die er kürzlich verbüßte", zu begleichen ist. feinem Verhältnisse zum Reiche jetzt besser dasteht, als es bei dient. Diese unsere Reform wollte die Einzelstaaten nur Ebenso fällt unter die Amnestie das vorige Woche gegen Ge Annahme und infolge des Automaten dastehen würde. Das er sichern gegen fünftige Mehrforderungen vom Reich. vom Reich. Ich nossen Steinweg in Stettin ergangene Urtheil. tlärt es auch, weshalb der Herr Finanzminister neulich verzichte gern für Preußen Preußen auf alle Ueberweisungen Das ,, Volksblatt für Halle" ist am 18. d. M. in ein eine Art Zornesrede gegen das Reich gehalten hat; vom Reiche, falls man uns ficher stellt dagegen, neues Heim übergesiedelt; Redaktion, Expedition und Druckerei weil dasselbe uns fo in einen gewiffen embarras daß fünftig die Matrifularbeiträge die Ueberweisungen über des Blattes befinden sich jetzt in der Geiststraße 21 zu de richesse versetzt hat. Daher die Worte des Finanzministers schreiten. Gerade diefe jetzigen Schwankungen sind das für die alle a. d. Saale. über Wirrwarr, über Unsicherheit in der Gestaltung der Finanzen. Einzelstaaten gefährliche; zumal bei den großen Schwankungen Ju Wriezen, nicht in Wurzen, wie in geftriger Nummer Dabei hat ja sogar auch der Automat diese Unsicherheit feines auch in unseren Betriebsverwaltungen. Gerade diese machen stand, hat unsere Partei durch den Grundstückskauf des Genossen wegs beseitigen follen, denn der Finanzreform- Entwurf würde auch wie das jeder Privatmann in guten Jahren thuta lo mon wieder einen Saal zur Verfügung. den Matrikularbeiträgen wohl nach oben hin, aber nicht nach Amortisationen, Reserveftellungen erforderlich. Organische Ein- Salomon wieder einen Saal zur Verfügung. unten hin Grenzen gesetzt haben. Auch der Automat, welcher richtungen, um diese Schwankungen zu verhindern und einen der Wohlthätigkeit des Reiches gegenüber Preußen keine dauernden mittleren Durchschnitt au gewinnen, sind nicht Schranken sette, würde also das, was wir heute haben Schablone, nicht Mechanismus, wie Richter es nennt. Bur Recht einen Ueberschuß der Ueberweisungen gar nicht verfertigung der Einnahme- Unterschätzungen in den letzten Jahren Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden hindert haben! Ich bin ein Gegner solcher auto verweist Redner dann auf die Schwierigkeit der Schäzungen. matischen Einrichtungen in jeder Form. In der absolutistischen Auf die Möglichkeit großer Einnahmen im Reiche könne Die Lackirer und Anstreicher Berlins beschlossen am Zeit sind wir ihnen ja öfter begegnet, sie sollten damals man jedenfalls keine dauernden Ausgaben in Preußen Montag in einer Versammlung einstimmig die energische Durch die mangelude Kontrolle ersehen. Aber jetzt fällt dieser Zweck gründen. Der Vorredner warf mir eine zu lebhafte führung folgender Forderungen: 24 M. wöchentlichen Mindestfort, und wir haben um so weniger Anlaß zu derartigen auto- Phantasie und eine zu starke Hinneigung zu sozialpolitischen lohn für jede im Lacirergewerbe beschäftigte Person; matischen Einrichtungen, als unser Etatsrecht ohnehin schon ein- Ideen vor. Das Urtheil darüber überlaffe ich der öffentlichen 9ftündige Arbeitszeit; 25 pet. Lohnzuschlag für Üeberstunden; geschränkt genug ist. Auch das sogenannte Garantiegesetz ist mit Meinung und diesem hohen Hause. Auch für agrarische Zwecke Sonnabends eine Stunde früher Feierabend; bei Bedarf an Arrecht schon damals von dem Staatssekretär Stephan als sei ich, so sagt Herr Richter, immer bereit. Aber sehen Sie sich beitskräften sollen die Meister den unentgeltlichen Arbeitsnachweis Schaumtloß bezeichnet worden. Auch das von Herrn Miquel doch an, wie wenig der Etat für das landwirthschaftliche der Gehilfen benußen. Jeder Kollege wurde verpflichtet, bis zu in Aussicht gestellte Schuldentilgungsgesch würde nur ein neuer Ministerium im Laufe der Jahre gestiegen ist. Ich ma che einem etwa ausbrechenden Streit wöchentlich 25 Pf. an die Streittaffe folcher Schaumkloß sein. Die Folgen deffelben sehen Sie ja mir nichts daraus, wenn man mich einen ein- beziehentlich an die Lohnkommission zu zahlen. Es werden nur auch schon aus der Rede des Finanzministers selber, denn aus feitigen Agrarier nennt. Ich habe keinen Ar numerirte und gestempelte Streiftarten ausgegeben werden. Die derfelben geht hervor, daß die Festlegung der Schulden- und feinen Halm. Wer nicht begreift, daß es sich hier um Arbeitslofen haben sich im Arbeitsnachweis bei Röllig, Neue tilgung eventuell zu höheren Einkommensteuer Zuschlägen ein frankes Glied handelt, der mag mich immerhin einen Friedrichstr. 44, zweds Abstempelung der Karten zu melden. führen würden. Das will ich aber gerade nicht, denn Agrarier schelten.( Bravo rechts.) Der Staat muß eingreifen Näherer Bericht über die Versammlung folgt morgen. Bemerkt ich will, daß wir uns bei den Einkommensteuerfäßen zum Schuße der Schwachen, natürlich innerhalb bestimmter Grenzen. sei nur noch, daß sich die Unternehmer bis jetzt ablehnend vernur nach den jedesmaligen wirthschaftlichen und finanziellen Ver- Ueberall hat man das begriffen, nur Herr Richter steht als halten haben, so daß der Streit als taum vermeidlich behältnissen des jeweiligen Jahres richten. Wir brauchen auch die Manchestermann wie ein Fels im Meere( Heiterkeit), während trachtet wird. Schuldentilgung nicht in dieser Form, denn das werbende Kapital ich immer bemüht gewesen bin, meine Politit den Verhältnissen des Staates bestehend in Eisenbahnen 2c. hat sich ja stetig anzupassen.( Beifall.) vermehrt. Herr Miquel meint, die Privatbahnen tilgten mehr an Schulden, das glaube ich aber nicht. andere als nur denken. = Der Die Firmenschilder- Fabrik von R. Poetsch in Berlin, Abg. v. Bedlin( ft.) bestreitet zunächst, daß bei dem Brüderſtraße 24, sucht, wie uns aus Kopenhagen geschrieben Lehrerbesoldungs- Gesetz die großen Städte so benachtheiligt seien, wird, durch Annoncen in unserem dänischen Parteiorgan, dem Sozialdemokraten", Schriftmaler zu dauernder BeDem Staate neue Mittel geben zum Kapitalisiren möchte ich wie Richter dies behaupte. Dieser kenne das Gesez garnicht. schäftigung bei der bevorstehenden Berliner Industrie- Ausstellung auch gerade nicht wegen der Person dieses Finanzministers und Wenn am Wahlrecht etwas geändert werden angesichts seiner ganzen Vergangenheit( Heiterkeit); denn der folle, wie Richter das wolle, so müsse das im anzuwerben, wobei die patriotische Firma natürlich„ hohen Ver Herr Minister neigt immer mehr zu staatssozialistischen und Reiche geschehen, und zwar müsse das Wahl, dienst" verspricht. Weiter empfiehlt sie sich in dem Inserat als Und befte eingearbeitete Firmenschilder- Fabrik".. feudalen Anschauungen und läßt seiner Phantasie recht der Gebildeten verstärkt werden. Da im Berliner Adreßbuch nur eine Firmenschilder811 viel Spielraum, Für seine bedenklichen Probleme handle es sich um Beseitigung von Mängeln im Vereins. Fabrik genannt ist, die den Namen Poetsch die Poetsch führt, möchte ich ihm nicht noch mehr Kapitalien zuwenden. Für und Versammlungsrecht, dann bedürfe es vor so gehen wir wohl nicht fehl, wenn wir annehmen, Kulturzwecke dagegen stellt Herr Miquel viel zu wenig allem auch eines wirksameren Schuhes gegen Geld zur Verfügung, namentlich auch nicht für die Justiz und den Mißbrauch dieses Recht 3. Richter habe niemals daß die in unserem dänischen Partei- Organ Arbeiter suchende Gesundheitspflege. Auch den Botanischen Garten will neue Einnahmen bewilligt und nur dann auf deren Nothwendigkeit Firma dieselbe Firma Poetsch ist, von der wir in der Herr Miquel nicht der Stadt Berlin ohne hohe Bezahlung über hingewiesen, wenn er neuen Ausgaben für die Sicherheit des Nummer 14 des" Vorwärts" vom 17. Januar die Mittheilung laffen, als ob Berlin so oft neue Pläße vom Staate verlangte. Reiches widersprochen habe. Irrthümer in den Einnahme- brachten, daß sie den Maler Filz wegen dessen Weige Gerade umgekehrt liegt die Sache. Die Kommunen follen wer schätzungen könne Richter um so weniger anderen vorwerfen, als rung, fich dem Kontrollmarken- System zu unterwerfen, nicht nur entlaffen hat, sondern ihm auch jedwede sonstige hiesige weiß wie oft Bläge für nichtkommunale Zwecke, für Kirchen, Richter selbst bei Berathung der Börsensteuer- Erhöhungen stets Arbeitsgelegenheit in seinem Fach abzuschneiden sucht, indem Rasernen 2c. umsonst hergeben. Jetzt wieder foll an stelle voraussichtliche Ertragsrückgänge verheißen und sich darin, ste unter Berufung auf einen Fabrikantenbeschluß die der Kaserne am Kupfergraben eine andere Raferne errichtet wie die Gegenwart zeige, start geirrt habe. Eine Für übrigen Firmen ersuchte, Fila nicht in Arbeit zu nehmen werden, obwohl es uns an einem Plage für die Kunstakademie forge für die Landwirthschaft fei un= oder, wenn dies geschehen sein sollte, ihn sofort zu entlaffen, fehlt. Es wäre doch endlich einmal Beit, auch an umgänglich. Ein Staat, der sich dem entziehen oder, wenn man nicht selbst Gehilfen beschäftige, bei dem be militärische Interessen zu wolle, wäre werth, von den Sozialdemokraten vernichtet zu werden. Möge deshalb der Staat weiter treffenden Zwischenmeister dahin zu wirten, daß er Fils feine Arbeit gebe. Redner berührt die Frage der Besoldungsverbesserungen. energisch mit den sogenannten kleinen Mitteln fortfahren! Es bedarf keiner besonderen Versicherung, daß die dänischen Einem allgemeinen Vorgehen damit sei vorzuziehen, daß man Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Dr. von Jazd Firmenschildermaler fich's zweimal überlegen werden, unter überall da Verbesserungen eintreten laffe, wo sich Mängel zeigten. ze wsti( Bole) nnd Sattler( natl.) erklärt Sowohl im Ordinarium wie im Extraordinarium ließen sich jetzt Abg. Graf Limburg- Stirum( fonf.), seine Partei sei im solchen Umständen dem Anerbieten der Firma Poetsch Folge leicht Mehrausgaben ermöglichen, zumal wenn man sich zur allgemeinen mit der Schilderung der Lage seitens des zu leisten. Konversion entschließe, was Redner für geboten erklärt. Ministers einverstanden. Von den Verhältnissen In Warschau haben am 11. Januar die Weber der wieder der Gardinenfabrit von Salenter, Wydzga u. Weyer Dann würden auch die allgemein gewünschten Eisenbahn- in Landwirthschaft zeuge neuerdings tarifreformen möglich werden, sowie die Herab Nachweis über den Rückgang der Domänenpachten. Nur gerecht die Arbeit eingestellt. Die Fabrikleitung beabsichtigt, die Pläge segung der Einkommensteuersäge der mittleren sei das Streben nach einer Finanzreform, bei welcher den Einzel- der Streikenden durch auswärtige Arbeiter zu befeßen. St lassen. Was den Landwirthschafts- Minister betrifft, so staaten gesagt werde: das und das ist das Maximum deffen, Sollten auch deutsche Weber Arbeitsangebote diefer Fabrik fammelt derselbe wieder feurige Kohlen auf die Häupter der was Ihr an das Meich zu bezahlen habt. Er hoffe, die Regie: empfangen, so erwarten die Warschauer Kameraden, daß sie der Agrarier. Dabei müßte doch Herr v. Hammerstein merken, rung werde nicht aufhören, diese Reform anzustreben. Redner Pflicht der internationalen Arbeiter solidarität daß alles das, was er im Reichstage so schön gegen spricht der Regierung sodann das Be dauern seiner Partei eingebent sein werden! Die Preisprobleme gesagt hat, auch zutrifft gegen die aus, daß der Kampf gegen die Sozialdemokratie Zuderſteuer. nicht energifcher geführt werde. Hier handele es fich Depelthen und lehte Nachrichten. Es würde ferner manches anders und besser sein, wenn die nicht um einen Geisterkampf, sondern um einen Landräthe aufhörten, sich mit großen Problemen zu befassen, Stampf gegen die platte Macht. Die Konser Leipzig, 21. Jan.( Reichsgerichts- Korresp.) te ferat über mit Währung und Antrag Kaniß, und sich mehr mit den bäuer- vativen hätten stets auf christlichem Boden ge- eine Majestätsbeleidigungs- Verhandlung. Der lichen Verhältnissen beschäftigten. Redner empfiehlt sodann standen, aber mit einer christlich- sozialen Rich Redakteur des Vorwärts", Roland, wurde am 5. Oft. 1895 Veräußerung oder Verkleinerung der Domänen. Landwirth tung haben sie nichts zu thun, welche nach Art vom Landgericht Berlin I wegen Majestätsbeleidigung In Monaten Gefängniß verurtheilt. schaftliche Genossenschaften seien ganz gut, aber nicht mit der Sozialdemokratie heye.( Beifall). Jn bezug auf au fech 3 Staatshilfe. Die Schulze- Delizich'schen Genossenschaften seien die Landwirthschaft müsse er sagen, die Regierung erkenne Inkriminirt war ein in Nr. 65 des Vorwärts" abgedrucktes Refeerst in Flor gekommen, als sie auf das Subventionsprinzip ver- den Ernst der Lage nicht. Redner vertheidigt schließlich den rat über eine Verhandlung vor dem Landgericht 3 widau vom zichteten. Sehr fragwürdig feien die jetzigen Maßnahmen Antrag Raniz. Wir glaubten früher, so bemerkt 11. März 1895, in welcher der Weber F. wegen Majestätsbeleidigung gegen die Vieheinfuhr. Berechtigt seien solche Maß- er, Regierung immer sagt: Ich fann au 1 Jahr Gefängniß verurtheilt wurde, weil er in einer Textilnahmen doch nur gegen Seuchen, aber nicht aus Gründen einer nicht, so heiße das ich will nicht. Ist dem anders, arbeiter- Bersammlung in Beziehung auf den Kaiser eine Neußerung Ronkurrenzabwehr. Die preußischen Seestädte führen jest bittre glaubt die Regierung wirklich, fie fönne nicht, so muß ich sagen, gebraucht hat, in der das betreffende Gericht eine Herab Der Verhandlungsbericht, Alage über die ungenügend motivirte Lahmlegung der mit großen die Lage ist doch anders, als vor 6 Jahren. Ist denn das be würdigung des Kaisers erblickte. " Borwärts" unter der SpitzOpfern hergestellten Quarantäne- Anstalten. Hierüber bedarf es denklich, wenn die Konservativen auf den Ernst der Lage auf- in der Gerichtszeitung des auch einer eingehenden Darlegung des Ministers. merksam machen? Wir Konservativen hier halten marke„ Wie man in Sachsen Sozialisten verurtheilt" abgedruckt, Im Vorjahre führte ich Klage über die Art, wie bei uns jedenfalls an dem Antrage Ranig fest und wiederholte auch die intriminirte leußerung, worin das LandBerlin I eine neue Majestätsbeleidigung erblickte. Ministerwechsel stattfänden. Um so mehr erkenne ich an, daß sehen auch in dem Vorgehen des Bundes der gericht bei dem diesmaligen Ministerwechsel alles torrekt zugegangen Landwirthe nichts unzulässiges. Will man Das Reichsgericht erklärte die Prozeßbeschwerde für haltund Herr Lucanus dabei nicht in Frage gekommen ist. Heiter- alles ausschließen von den Konservativen, los, materiell fehle es jedoch an einer ausreichenden teit.) Ein Verdienst hat Herr v. Köller sich erworben durch die was zum Bunde der Landwirthe gehört, was Feststellung des Dolus des Angeklagten. Berl. Korrespondenz", leider aber werden auch jetzt noch trot- bleibt dann übrig? Die Regierung müßte doch noth- Urtheil in dieser Beziehung nicht klar sei, hob das Reichsdem amtliche Nachrichten an dritte abgegeben. wendigerweise den unheilvollen Folgen der Handelsverträge( Ge- gericht auf die Revision des Angeklagten das Urtheil auf Den neuen Herrn Minister des Innern möchte ich bitten, die neuen lächter lints) vorbeugen, und wenn sie jenes Mittel nicht er- und verwies die Sache zur nochmaligen Ber. handlung an die Borinstanz zurück. Vorschriften über die Lebensversicherungs- Gesellschaften greifen will, trägt sie die Verantwortung.( Beifall rechts.) nachzuprüfen, denn die Anforderungen an die Gesellschaften über Morgen 11 Uhr Fortseßung. Angabe von Ziffern au statistischen Zwecken gehen vielfach zu Schluß 4 Uhr. weit. Es freut mich, daß der Minister den SparkassenGefeßentwurf einstweilen zurückgestellt hat. wenn die Partei- Nachrichten. = -w " Da das Der Brausewetter- Rammer genügte bekanntlich die Tendenz des„ Vorwärts", um den Dolus einer Majestätsbeleidigung festzustellen. So genügsam war diesmal das Reichsgericht jedoch nicht. Leipzig, 21. Januar. Schoenlant erklärt sich in einem Aufrufe bereit, in der sächsischen Wahlrechtsbewegung die nöthigen Auskünfte zu ertheilen, mit Rath und That einzugreifen und nach allen Richtungen hin Ausschlüsse über Mittel und Wege zur Durchführung der Agitation zu geben. = # Zum Justizminister sich wendend, wünscht Redner Ein= stellung der Prozesse gegen die sozialdemokra An die Frauen und Mädchen Verlius! Freitag, den tischen Vereine, da man hier nur den Splitter 24. Januar wird in der Norddeutschen Brauerei, verfolge, während man an dem Balten der Chausseestr. 58, eine Volksversammlung abgehalten, wo landwirthschaftlichen Vereine vorbeigehe. Triest, 20. Januar.( W. T. B.) Jm Landtage erklärte der Hoffentlich werde der Minister sich mit dem freisinnigen Antrage Frau lara 3ettin aus Stuttgart über die Prostitution im Reichstage einverstanden erklären, welcher bies In- Berbindung referiren soll. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird Landeshauptmann, der Antrag des radikalen Abgeordneten treten politischer Vereine überhaupt freigeben wolle. Weiter zahlreicher Befuch der Versammlung erwartet. Spadoni, betreffend eine Sympathie Kundgebung für die italienischen Truppen in Afrita sei der Kompetenz des Landberührt Redner die Verschlechterung des Wahlrechts durch die preußischen Steuerreformen. Eine Von der Agitation. Die erfte Volksversammlung, die tages entrückt und könne nicht zur Verhandlung zugelassen entsprechende Korrektur des Wahlrechts sei unser Genosse Vollmar nach seiner Genesung am 20. d. M. werden. Beim Schlusse der Sitzung wurden vereinzelte Rufe ,, Evviva Baratieri, Evviva im Rindlfeller zu München abhielt, gestaltete sich, wie des Gallerie Publikums laut: unerläßlich und ohne weiteres möglich. Was den Kultusminister und deffen Lehrer- uns ein Privat- Telegramm meldet, zu einer imposanten Galliano." London, 21. Januar.( W. Z. B.) Die Times" meldet besoldungs- Gesez anlange, so müssen wir uns deshalb Demonstration; mehr als 6000 Personen füllten den mächtigen mit demselben befreunden, weil es der bisherigen Rechtlosigkeit Raum. Vollmar, bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt, aus Rapstadt unter dem 20. d. M.: Jameson und der Rest und Willfür ein Ende macht. Aber nichts habe unangenehmer befprach die Politit des Deutschen Reiches in den vergangenen seiner Anhänger sind unter Bedeckung nach Natal abgegangen. überrascht, als die Benachtheiligung der großen Gemeinden in 25 Jahren und zeigte, daß die heutigen politischen äußere Aus Pretoria wird gemeldet, daß der größte Theil der politischen diesem Entwurf. Dabei bestehe deren Hauptzuwachs in Leuten, wie innere die wirthschaftlichen und die Rechtszustände den Gefangenen gegen eine Sicherstellung von je 2000 Pfund Sterling welche der Stadt wenig einbrächten und ihre Schullast enorm energischen Widerspruch der übergroßen Mehrheit unseres Voltes in Freiheit gesetzt worden ist. vermehrten. Das neue Gesez prämiire geradezu herausfordern. In einer Resolution wurden von ihm die Anstellung möglichst weniger Lehrer und die die Forderungen der Sozialdemokratie furz zusammengefaßt und Bildung überfüllter Klassen. Sei denn überhaupt erklärt, daß diese Partei einzig und allein für eine gränd für politische die Einwohnerzahl ein Beweis größerer Wohlhabenheit? Will liche Aenderung der unwürdigen Zustände, man Interessenpolitik treiben, dann tann man wohl ein solches Freiheit und wirthschaftliche Erlösung eintritt. In der Diskussion Gesetz zum Nachtheil der Städte machen, aber sonst nicht. Es ist sprachen Genosse Grillenberger und der Demokrat Prof. Unzufriedenheit doch schon genug im Lande, und da sollte man Quidde, der gegen jenen Baffus der Resolution protestirte, doch nicht durch eine trasse Ungerechtigkeit die Unzufriedenheit wo gefagt wird, daß die sozialdemokratische Partei allein für gründliche Aenderungen sei. Auf Quidde's Verlangen noch steigern! Finanzminister Miqnel: Ich kann mich nicht erinnern, daß erfolgt über die Resolution getrennte Abstimmung; aber Herr Richter jemals für ein Gefeß stimmte, welches die Staats nur acht Theilnehmer der Versammlung hoben ihre Hände für einnahmen vermehren follte. Auch der Eisenbahn- Verstaatlichung Hände für ihn, alle anderen stimmten den Ausführungen und der hat er widersprochen, obwohl diese unsere Einnahmen jegt um Resolution des Genossen Vollmar bei. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag ven Mag Wading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen London, 21. Januar.( W. T. B.) Das Reuter'sche Bureau" meldet aus Yokohama: Der frühere japanische Gesandte in Soeul, Vicomte Miura, und die anderen der Betheiligung an dem Staatsstreich in Korea im Oktober 1894 Beschuldigten find mangels Beweises freigesprochen worden. Petersburg, 20. Januar.( W. T. B.) Während einer Tagesvorstellung im Holztheater in Jekaterinoslaw entstand ein Bis 11 Uhr Brand, welcher das ganze Theater einäscherte abends war die Auffindung von 49 Leichen gemeldet worden. Washington, 21. Januar.( B. H.) Der Präsident Cleveland hat von dem Kongreß die Summe von 20 000 Doll. zur Dotirung einer besonderen amerikanischen Sektion auf der diesjährigen Kieler internationalen Fischerei- Ausstellung verlangt. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 18. Reichstag. Mittwoch, den 22. Januar 1896. 13. Jahrg. dabei Botendienste verrichten, ihren Erwerb sehr gern, ebenso| Gegenden nur durch das Monopol zurückgehalten worden. wie denjenigen, welche bei den verschiedenen Privatpostanstalten Ein gut Theil der Unzufriedenheit und Erbitterung in den großen Städten beschäftigt sind; es ist das einer der der Beamtenschaft geht auf das System der Dienstalterszulagen Gründe, weshalb ich das Stadtbriefporto nicht ermäßige. 20. Sigung vom 21. Januar 1896. 1 Uhr. zurück, welches lediglich auf Andrängen des Reichstages zur Ein Am Bundesrathstisch: von Stephan, Graf Posa- Abg. Förster- Neustettin( Antisemit) kann nicht umhin, einem führung gelangt ist. Herr Förster überschätzt den Einfluß des dowsky. gewissen Pessimismus Ausdruck zu geben, denn Jahr für Jahr Generalpostmeisters auf die Reichs- Finanzverwaltung; leider sind Die Berathung des Postetats wird fortgesetzt. werden im Reichstage dieselben Klagen und Beschwerden erhoben, unsere Reichsfinanzen auch auf die Ueberschüsse aus der Posts Der Referent Abg. Bürklin erstattet über die dem Hause dieselben Anregungen gegeben, und Jahr für Jahr erhält das verwaltung angewiesen. So lange die Reichsfinanzen nicht anders zugegangenen auf den Postetat bezügliche Petition des Haus dieselben Antworten von der Postverwaltung. Nur in geordnet werden, können wir die Ueberschüsse der Postverwaltung Magistrats zu Gerresheim Bericht. Die Petition, welche einigen untergeordneten Punkten sei man dem Hause entgegen nicht entbehren. Vom Standpunkte des Verkehrswesens müßte auf Ermäßigung der Fernsprechgebühren abzielt, soll gekommen. Dennoch gebe er die Hoffnung nicht auf, daß aber doch ernstlicher geprüft werden, ob nicht in einem oder nach dem Antrag der Budgetkommission den verbündeten doch endlich einmal etwas dabei herauskommen werde. anderen der immer wieder zur Sprache gebrachten Punkte Regierungen zur Berücksichtigung überwiesen werden. Bom Bundesrathstische werde immer schweres Geschüß reformirt werden könnte. Die Bedenken gegen die Herabsehung Be in Abg. Lenzmann( frs. Vp): Die großartige Entwickelung aufgefahren, Herr v. Stephan und Herr Fischer hätten von des Briefportos töunte die Verwaltung wohl fallen lassen, wenn des deutschen Reichspost- und Telegraphenwesens ist thatsächlich heftigen Angriffen gesprochen. Das sei doch nicht zutreffend; fie beachtet, daß das Publikum allmälig von leichterem Briefin der Hauptsache ein Verdienst des Herrn von Stephan, aber man müßte sonst auch den ironischen Zon, in welchem Herr papier, von Nagler's Verdruß", zu schwererem Briefpapier überdas war noch der alte alte General- Pofimeister Stephan, v. Stephan Herrn Lenzmann geantwortet, als heftig bezeichnen. geht, ein Kulturfortschritt, der durch die Herabsetzung des Portos nicht der heutige Staatssekretär des Reichs- Poftamtes. Die Post sei leider zu ſehr an die Berechnungen noch weiter gefördert werden würde. Das Fernsprechwesen hat In den letzten Jahren ist, wenn man auch einige fleine Fort- der Finanzverwaltung gebunden und unterlasse deshalb viel- sich im Deutschen Reiche ganz ungleichartig verbreitet. In schritte anerkennen kann, doch im ganzen zu wenig geschehen, um fach Maßregeln, deren Zweckmäßigkeit ihr sicherlich einleuchte. Dänemark ist fast jeder Ort, jedes Dorf mit dem übrigen die berechtigten Klagen sowohl des Publikums wie der Beamten Aber auf den einen Ueberschußitandpunkt soll sich die Post- Lande durch eine Fernsprechstelle verbunden. Aehnliches zu beschwichtigen. Auch find an vielen Stellen im Lande verwaltung nicht stellen lassen; der Einspruch der Reichs wird ja für Deutschland nicht so bald durchführbar die postalischen Verhältnisse nichts weniger als befriedigend Finanzverwaltung hatte nicht abschreckend zu wirken. Bei den sein, aber die Verwaltung sollte doch zu einer besseren Ent geordnet.( Redner führt einen bezüglichen Fall aus gewaltigen Aufgaben, welche zur Sicherheit des Reiches vom wickelung des Fernsprechwesens auf dem Lande selbst den Anstoß seinem Wahlkreise näher an.) Aber besonders auf dem Reichstage gefordert werden, fragt man nicht danach, wo die geben. fozialp olitischen Gebiete hat die Verwaltung in legter Gelder hergenommen werden, das ist cura posterior. Abg. v. Stumm( Rp.) erklärt, dem Antrage Schädler wegen Beit fast alles zu wünschen übrig gelassen. Wie käme es friedige man die berechtigten Ansprüche der Beamten, des Post- Zeitungstarifs nicht zustimmen zu können. Er habe sonst, daß fast alle Unterbeamten Sozialdemofo trage man zu derselben Sicherung des Reiches eben, natürlich nur von Ausschreitungen der Beamten gesprochen und traten sind? Die Landbriefträger erlangen erst mit so viel bei, wie durch die Bewilligung von Militär- habe von seinen Aeußerungen nichts zurückzunehmen. 18 Jahren die Anciennitätsberechtigung, während zahlreiche junge vorlagen. Die Mehrheit des Hauses werde Mehrforderungen Weiter spricht sich Redner gegen den Antrag Lingens wegen Leute schon mit 16 Jahren mit vollem Dienst eingestellt werden. dieser Art auch auf die Gefahr hin bewilligen, daß die Gelder Frohnleichnam und Allerheiligen aus, man könne für die PostWarum wird die berechtigte Klage der Oberpoftfekretäre auf nicht gleich bereit lägen. Redner verweist auf den unvermeid beamten nicht Ausnahmegefeße machen. Sollen die Postbeamten Erhöhung des Maximalgehaltes nicht berücksichtigt? Wes- lichen Rückgang der Einnahmen. Jede Verkehrsverbesserung sei nicht arbeiten, dann müssen in überwiegend fatholischen halb macht man immer noch Schwierigkeiten bei der doch auch eine finanziell vortheilhafte Maßregel. Mit finanzieller Gegenden auch die Arbeiter feiern. Er sei gern bereit, so weit definitiven Anstellung als Postschaffner? Allerdings kam Engherzigkeit hätte man auch früher das 10 Pf.- Porto, das mitzugehen, weil nach den neuen Bestimmungen über der Schatzsekretär der Postverwaltung zu Hilfe. Er Weltpostporto, die bisherigen Verbilligungen der Telephon- die Sonntagsruhe in der Gewerbe- Ordnung lehnte jedes Eingehen auf die finanziellen Wünsche ab, gebühren nicht erreicht. Eine schablonifirende Regelung des völig unklar geworden, welches gesetzliche Feiertage seien. so lange der Reichstag feine neuen Einnahmen, also neue Packetverkehrs am Sonntage verlange der Reichstag feines- Abg. Lingens( 3.) hält sich für verpflichtet, die ihm zuSteuern oder ein neues Monopol bewilligt hätte. Solche wegs; in dieser Beziehung solle die Verwaltung freie gegangenen zahlreichen Petitionen, welche fich theilweise in sehr Drohungen aber verfangen beim Reichstage nicht. Herr Hand haben, wenn nur am Sonntag keine gewöhnlichen Packete bitteren und harten Ausdrücken darüber auslassen, daß den v. Stephan weist auf die großen Ueberschüsse seiner Verwaltung bestellt werden. Unterstaatssekretär Fischer habe gestern bestritten, Betenten immer noch feine Sonntagsruhe gewährt werde, hin und Herr v. Stumm hebt hervor, daß die Post doch vielleicht daß der Erholungsurlaub nur in geringem Umfange und wenigstens zu zu erwähnen, um daran die Erklärung zu mit einem Defizit arbeiten würde, wenn sie die Leistungen der parteiisch ertheilt worden sei; die für Berlin angeführten knüpfen, daß es in der Postverwaltung, wie Eisenbahn bezahlen müßte. Das beweist, daß die rein kauf- Bahlen genügten aber nicht. Die Verwaltung könne nicht ein- der Militärverwaltung nicht genüge, wenn entgegen männischen Verdienste der Postverwaltung doch nicht so weit feitig über die Bedürfnißfrage in dieser Hinsicht ent- kommende Erklärungen im Reichstage abgegeben würden, her find, als Herr v. Stephan gestern behauptete. In scheiden. Der Erholungsurlaub fei ein Recht jedes die praktische Erfüllung der abgegebenen Versprechungen aber dieser Hinsicht würde mehr gewonnen, wenn an den Beamten; nach dem Alter und der Dienstzeit ab- ausbleibe. Er findet, daß die gestrigen Erklärungen des Bauten mehr gespart würde.( Buſtimmung auf mehreren gestuft müffe er jedem Beamten zu theil werden. Unterstaatssekretärs Fischer bezüglich des Packereiverkehrs gar Seiten.) Namentlich in der Provinz werden viel Ueber die Aeußerungen des Herrn v. Stumm, der der Re- teine Gewähr dafür bieten, daß wenigstens etwas in dieser Bes zu prächtige und großartige Dienstwohnungen gebaut, welche die gierung ausdrücklich seinen Dank dafür aussprach, daß fie den ziehung für die Beamten geschehen werde. Beamten von ihrem dürftigen Gehalt garnicht möbliren können. Beamten( Zuruf rechts: Ausschreitungen!)... mun gut, den Abg. Jokraut( Reform- P.) ist mit dem Abg. Lingens Da sollte gespart werden, nicht kostspielige, sondern einfache und Ausschreitungen der Beamten energisch entgegen. und im Gegensatz zu dem Standpunkte des Herrn v. Stumm zweckmäßige Bauten! Die Finanznoth, von der Graf Posa- getreten sei, sei er geradezu erschrocken gewesen, weil er in diefem der Meinung, daß die Frage der Sonntags- und Feiertagsruhe dowsky sprach, muß auch herhalten, wenn das Publikum seine so allgemein ausgesprochenen Sage eine sozialpolitische allerdings zur Kompetenz des Reichstages gehöre. Wünsche laut werden läßt; auch billigere Bestellung der Stadt- Gefahr erblicke. Allerdings sei Herr v. Stumm einig mit der Abg. Förster( Neustettin) bleibt dabei stehen, daß den briefe, Heraufsetzung des Briefgewichtes, Ermäßigung der Verwaltung in der Abneigung gegen den Bostassistenten- Verband, Militäranwärtern, die im Postdienste stehen, hinsichtlich der Telephongebühren, Ermäßigung des Zeitungstarifes. Die der doch nur von seinen staatsbürgerlichen Rechten Ge- Besoldung für die Beschäftigung vor der definitiven Anstellung 15 Millionen Ausfall find durchaus willkürlich be brauch mache. Herr Stumm fordere mit nicht ihr volles Recht wird. rechnet; die zu erwartende Zunahme des Ver- seiner Ausführung geradezu zu einem Miß: Abg. Hitze( 3.) tritt dem Abg. v. Stumm entgegen. tehrs viel zu gering angeschlagen. Das brauch der Verwaltungsbefugnisse auf, womit Abg. Schall( t.) erkennt die Tendenz des Antrages Zelephonwesen hat der Staatssekretär rechtzeitig zum lediglich Sozialdemokraten gezüchtet würden. Lingens als berechtigt an; die Erledigung der Frage Monopol gemacht und ist von seinem Standpunkt aus mit recht Staatserhaltend könne man jedenfalls eine solche Aufforderung müsse aber im preußischen Landtage erfolgen; er werde stolz darauf. Das Publikum hat aber wenig davon. Der 20. deutsche nicht nennen, eher gehöre sie in das Kapitel des Um st urges in diesem Sinne im Abgeordnetenhause wirken. Seine Handelstag hat festgestellt, daß, wenn auch der absoluten Zahl von oben. Die ersten Beamten der Post brauchten wahrlich Bartei habe das Vertrauen zur Postverwaltung, daß fie nach Deutschland das größte Fernsprechnet hat, doch in Schweden nicht erst scharf gemacht zu werden, fie feien gegen die unteren Beamten auf dem Wege immer ausgiebigerer Gewährung der Sonntagsschon auf 320, in der Schweiz, Dänemark und Norwegen auf eine doch schon scharf genug. Andererseits müsse er auch den Ver- ruhe fortschreiten werde. noch erheblich geringere Anzahl Einwohner ein Anschluß tommt, such des Abg. von Jazdzewski zurückweisen, der den deutschen Abg. v. Stumm: Da es nicht möglich ist, die in Deutschland erst auf 573. Wir sind also keineswegs in dieser Postbeamten in den polnischen Theilen verschränken wollte, von fatholischen und evangelischen Arbeiter und Arbeitgeber vollRichtung am meisten vorgeschritten. Wenigstens sollte der Vor- ihren staatsbürgerlichen Rechten Gebrauch zu machen. Redner ständig zu trennen, so müßte nothwendig der Feiertag ein allschlag, daß es gestattet würde, zu einem geringeren Satz auf 3 weist auch wiederum auf die mangelhafte Einrichtung der deut- gemeiner sein. oder 6 Monate sich anzuschließen, berücksichtigt werden. In schen Postanstalten im Innern hin, plädirt ebenfalls für billigere rigorofester Weise ist vorgeschrieben, daß die Benutzung des Postbauten und tritt wie im Vorjahr dafür ein, daß den MilitärTelephons nur dem Angeschlossenen freistehen soll, da aber anwärtern auch im ersten Jahre ihres Dienstes wenigstens eine diese Bestimmung in dieser Strenge ganz unaus Entschädigung von 3/4 des Stellengehalts gewährt werde. Eine„ inführbar ist und auch nicht ausgeführt wird, so formatorische" Beschäftigung dieser Personen kenne das Gesetz nicht. sollte dieser bureaukratische Zopf doch endlich beseitigt werden. Giebt man den höheren Beamten gern Zulagen, so müsse man Wir müssen gerade in den kleineren Städten dahin kommen, auch die Ansprüche der kleinen und kleinsten Beamten befriedigen, wohin man in Schweden und Norwegen längst gekommen ist, soust befördere man auch auf diese Weise den Umsturz von oben. daß jeder kleine Handwerker seinen Telephonanschluß hat; der Die beharrliche Ignorirung dieser Forderung sehe fast wie eine nüßt ihm viel mehr als der Befähigungsnachweis und das ganze Mißachtung der im Reichstage zur Kenntniß der Verwaltung Jm Titel 2 wird das Gehalt von 15 000 m. für einen Zwangsinnungswesen!( Heiterfeit rechts.) gebrachten Beschwerden aus. Schließlich stellt Redner zur neuen Direktor mehr gefordert. Die Kommission hat die Erwägung, ob nicht von Amts wegen auf eine mehr unparteiische Nothwendigkeit der Forderung infolge des vermehrten DienstBehandlung der Privatdepeschen und derjenigen des bedürfnisses anerkannt. Zu demselben Ergebniß ist die Kom Wolff'schen Telegraphen Bureaus hinzuwirken mission hinsichtlich der sämmtlichen in Antrag gebrachten wäre. Oft werden Privatdepeschen bei der Telegraphen- Verwal- Personalvermehrungen der Zentral- und der Betriebsverwaltung tung zurückgestellt, weil man denen des Wolff'schen Bureaus den gefommen. Vorrang einräume. Der Titel wird bewilligt, ebenso die sonstigen Ausgaben für = Abg. Lieber( 3) kann nicht einsehen, weshalb man dem Antrage Lingen's, dessen Tendenz allgemeine Billigung finde, nicht zustimmen wolle. Damit schließt die Diskussion. Die Abstimmung über die Anträge Lingens und Schädler wird ausgesetzt, da diese Anträge noch nicht 3 Tage dem Reichstage vorgelegen haben. Die Resolution der Kommission betreffend den Packetverkehr wird vom Hause anscheinend einstimmig angenommen und das Gehalt des Staatssekretärs bewilligt. Es sind inzwischen zwei Anträge Schädler eingegangen. Zum die Zentralverwaltung. Nur beim Postausgabetitel„ Postarchiv" Ausgabetitel" Staatssekretär" ist der folgende gestellt: Den wird vom Abg. Werner über den langweiligen Inhalt des Herrn Reichskanzler zu ersuchen, möglichst bald einen Gesezentwurf Blattes und die einseitige Wiedergabe der parlamentarischen Verzur Umgestaltung des bestehenden Post- Beitungshandlungen in demselben Beschwerde geführt und die Abschaffung tarifs dem Reichstage vorzulegen, zu diesem Zwecke in eine des Blattes anheimgestellt. eingehende Prüfung der von sachverständiger Seite gemachten Unterstaatssekretär Fischer bittet, dieser Anregung feine Folge Vorschläge eintreten zu wollen, jedenfalls aber in den neuen zu geben. Post Beitungstarif auch das Gewicht der zu befördernden Beitungsnummern zu berücksichtigen." = Staatssekretär des Reichspostamts v. Stephan: Das Annahme- Alter der Landbriefträger ist früher auf fechs zehn Jahre normirt gewesen; es hat sich aber gezeigt, daß dieser Termin zu frühe ist, da die jungen Leute in diesem Alter noch nicht die nothwendige Charakterfestigkeit besitzen. Ein reiferes Alter festzusehen, war eine Nothwendigkeit für die Verwaltung. Mit dem Vorredner stimme ich in dem großen Bedauern überein, daß den Ober- Postsekretären noch immer nicht das Maximalgehalt zu theil geworden ist, aber nicht die Verwaltung hat daran schuld, sondern der hohe Reichstag. 1890 haben wir die Gehaltsverbesserung hinauf bis zum Postrath beantragt, der Reichstag hat aber gerade vor den OberBostsekretären Halt gemacht. So liegt die Sache! Die Ueberschüsse der Verwaltung sollen durch die Transportfreiheit auf den Eisenbahnen Abg. Werner: Herr Direktor Fischer scheint, seitdem er aufgezehrt werden. Auch hier liegt die Sache ganz anders. Unterstaatssekretär geworden ist, das Bedürfniß zu empfinden, Schaffen Sie die Portofreiheit der Eisenbahn und aller Behörden Bundeskommissar Geheimer Ober- Poftrath Sydow: Der die Abgeordneten möglichst zu schulmeistern. Ich habe mich ab, so haben wir reichlich das Geld, um die Eisenbahnposiwagen Militär, der vielleicht drei oder vier Jahre lang in der Front dagegen zu verwahren und halte meine Ausführungen aufrecht. zu bezahlen. Die von dem Vorredner so getadelten kostspieligen gestanden hat, kann nicht in drei Monaten alle Interna des Bei den Ausgaben für die Betriebsverwaltung, Bostbauten reichen schon heute für die folossal gestiegenen Postdienstes sich zu eigen machen; dazu gehören mindestens sechs Titel Ober- Postsekretäre", tritt Verwaltungsbedürfnisse entfernt nicht mehr aus. Was die bis neun Monate; hätte die Verwaltung, was ihr Recht gewesen Abg. Werner für die Aufbesserung des Gehaltes dieser Wohnungen betrifft, so hören wir von den Beamten stets wäre, diese Leute in den ersten neun Monaten auf ihre Militär- Beamtenklasse ein. die entgegengesetzten Klagen, daß sie nicht groß und nicht ge- pension angewiesen, so wären sie vielleicht in Bedrängniß ge- Der Titel wird bewilligt. Sum nächsten Titel„ Assistenten" räumig genug find. Die verlangten Ermäßigungen werden rathen. Um dies zu vermeiden, haben wir von Anfang ihnen liegen zwei Anträge vor. allerdings 15 Millionen Ausfall herbeiführen, und nur sehr viel troß des Bundesrathsbeschlusses von 1882 einen Tagessay von Abg. Werner beantragt: Den Reichskanzler zu ersuchen, weniger, wenn die Herabsetzung der Fernsprechgebühren auf 2,50-2,75 M. für die zugezogene informatorische und Probe: die Gleichstellung der Post- und Telegraphenassistenten sowie der gewisse Distrikte beschränkt wird. Welche ungeheuren Kosten die Dienstzeit gewährt. Wir haben das Verhältniß als ein solches Postverwalter aus der Klasse der Zivilanwärter mit den neuen Fernsprechanlagen verursachen würden, wird bei diesen angesehen, welches von den Bedingungen von 1882 überhaupt Assistenten sowie den Poftverwaltern aus der Klasse der MilitärForderungen stets übersehen. In der Schweiz hat der Staat nicht getroffen wurde. Allerdings behielt die Militär- Ver- anwärter in der Zulassung zur Sekretärprüfung von neuem in schon zweimal den Tariff erhöhen müssen. In Schweden waltung die Pension ein Jahr länger auf dem Etat, und Erwägung zu ziehen. sind die Telephonanlagen im Privatbetrieb, dort werden nur sie hätte sich darüber zu beschweren gehabt. Sie hat das Auf die Begründung des Antrages erwidert Staatssekretär die Beamten jämmerlich besoldet; die Apparate, die wir auch gethan, zog ihre frühere Zustimmung zurück, und wir waren v. Stephan nur mit der Richtigstellung, daß er nicht aus den das unentgeltlich liefern, müssen dert bezahlt werden; zu einer Neuordnung dieser Geldfrage gezwungen. Inzwischen Reihen der Assistenten, sondern der Eleven hervorgegangen sei. wird übersehen der war auch das Gehalt der Postverwalter erhöht worden, und Abg. Schädler( 3.) beantragt:„ Den Reichskanzler zu niedrigere Tarif vorgehalten. Der Zonentarif in Desterreich dieser Umstand mußte ungünstig auf das Verhältniß der Militär- ersuchen, falls eine erneute Prüfung der Frage, ob die ZivilUngarn ist ein besonders unglücklicher Beweis; erst vor drei anwärter zurückwirken. Um sie nicht zu schädigen, haben wir anwärter unter den Poſt- und Telegraphenaſſiſtenten den Tagen ist der Tarif erheblich erhöht worden. Im vorigen Jahre von der informatorischen Dienstzeit abgesehen und alles als Militäranwärtern in der Zulassung zum Sekretärsexamen gleichhat sich der Handelstag in Abänderung seines vorherigen Be Probedienstzeit behandelt. Ein Recht auf Nachzahlung haben gestellt werden können, wieder zu einer verneinenden Entscheidung schlusses gegen die Ermäßigung ausgesprochen. Die Frage des nach dieser Darstellung die früheren Militäranwärter absolut führen sollte, wenigstens die Zulassung zum Sekretärsexamen denjenigen unter Postzeitungstarifes ist eine sehr schwerwiegende. Auf eine Er- nicht. den Zivilanwärtern, welche mäßigung der schon jetzt bis auf ein Minimum herabgesetzten Abg. Hammacher( natl.): Dem gefirigen Angriff auf den rechtigung zum einjährig- freiwilligen Dienst haben, zu gePostzeitungsgebühr ist unter keinen Umständen zu rechnen, wenn Verein zum Schuß der deutschen Interessen in den polnischen währen und bei den übrigen Zivilanwärtern die Zulassung auch manche Zeitungen darüber sehr schreien werden. Landestheilen muß entschieden entgegengetreten werden. Die zum Sekretärs Examen von dem anderweit zu erbringenden Die gestern hier erwähnten Vorschläge stammen ja sammt und Anerkennung für Herrn v. Stephan, daß seine Energie, fein Nachweis einer entsprechenden Vorbildung abhängig zu machen." sonders von intereffirten Verlegern, dazu treten die verschiedenen organisatorisches Talent unser Bostwesen zur heutigen Entwickelung Redner bezeichnet den Antrag als einen Mittelweg, der namentInteressen der verschiedenen Zeitungsgruppen. Wie die Kölnische gebracht hat und daß eines feiner größten Verdienste die lich die Zurücksetzung beseitigen folle, welche die zum einjährigen Zeitung" und andere verfahren, ist uns ja bekannt; einschreiten Monopolifirung des Fernsprechdienstes ift. Allerdings ist Dienst Berechtigten bisher erfahren, die immer noch mit dem werde ich dagegen nicht, ich gönne den armen Leuten, die die Ausdehnung dieses Dienstes in weniger bevölkerten Ober- Poft assistenten ihre Karriere abgeschloffen sehen. immer und immer und nur 0 welche die Be Unterstaatssekretär Fischer bittet, die beiden Anträge abgefeßen, 3. B. im Gewerbegerichts- Gefeß und in preußischen und Jund in Ausgabe mit 949 506 m., so daß ein Zuschuß von gulehnen. anderen Verwaltungsgerichts- Gesehen zur Zufriedenheit aller Be- 794 646 9. erforderlich ist. Abg. Gröber( 8.) weift die Berufung auf den bestehenden theiligten seit langer Zeit fungire. Die Kommission na hm Der frühere langjährige Bureaudirektor des Magistrats, Rechtszustand als nicht stichhaltig zurück. Das Haus würde am den Antrag Stadthagen- Frohme mit großer Mai, welcher am 1. Oftober 1894 mit vollem Gehalt in den besten thun, beide Anträge anzunehmen, dann könne die Ver- Mehrheit an. Nur Pastor Schall( tons.), v. Buchka Ruhestand trat, ist heute Morgen hier verstorben. Er war am waltung wählen. ( fons.), erno( fons.), v. Bernstorff( freitons.) und Him 28. Februar 1829 in Potsdam geboren. burg( fonf.) stimmten gegen diese kleine Erweiterung einer Be lehrung des Laien über Gesetzesbestimmungen. Hierauf wurde die Debatte abgebrochen und auf Donnerstag, den 23., 10 Uhr morgens vertagt. Staatssekretär v. Stephan: Die Gleichstellung wäre ein entschiedenes Unrecht gegen diejenigen, die 12 Jahre vorher in der Armee gedient haben. Mit dem Antrage Schädler wurde ja Der Grisapfel in diese Beamtentategorie hineingeworfen. Eine Anzahl Beamten hat den Wunsch höheres Gehalt zu bekommen, als ihnen in ihrer Karriere in Aussicht steht; sie treten zu fammen, fie machen auf dem Wege der Petition beim Reichstage dafür Propaganda. Gäbe man hier nach, so ginge die ganze Organisation der Beamtenschaft zu Grunde. Bu tief. Schluß 6 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr, ( Anträge betr. den Schuh der Bauhandwerker und Abänderung des Reichs- Wahlgefeyes.) Parlamentarisches. Lokales. Die Parteigenoffen von Nigdorf werden barauf auf Berathungen und beschloß, zwei Lesungen des Entwurfes Zimmer 24, ausliegen. Es ist Pflicht eines jeden Wählers, fich Die Margarine Kommission begann am 21. d. M. ihre merksam gemacht, daß die Wählerlisten für die Wahlen zur Gemeindevertretung bis zum 30. Januar im Amtshause, stattfinden zu lassen. 9 = auf Butter tönne " " Der Die Bestimmungen über Fabrikation von Margarine und davon zu überzeugen, ob fein Name auch in den Listen stehe; Richtigkeit der Listen Einspruch zu erheben. Abg. Schädler: Wo gleiche Arbeit ist, muß auch gleicher Margarinekäse wurden vorläufig außer Diskussion gestellt, weil erforderlichen Falles ist beim Gemeindevorsteher gegen die Aufpruch auf Avancement fein. Auch für die Unteroffiziere ist ein diesbezüglicher Antrag des Abg. Klose( 3) noch nicht gedruckt vorlag. In Weißensee finden laut Bestimmung der Landgemeindeseit 1871 sehr viel geschehen und man kann zweifelhaft sein, ob Derselbe lautet:„ Zur Herstellung von Margarine darf Ordnung im März dieses Jahres die 28 a hlen zur Ge. eine solche Unterscheidung heute überhaupt noch angebracht ist. nur Oleo Margarine, welches bei einer Höchsttemperatur von meindevertretung statt. Um über die Frage zu ent Wie der Antrag Zwietracht in die Reihen der Assistenten tragen 45 Grad C. nach dem Verfahren von Mège- Mourier abgeschmolzen scheiden, ob die sozialdemokratische Partei sich an diesen Wahlen tann, ist mir mit Rücksicht auf den Schluß unseres Antrages und einen diesem Abschmelzungsgrade entsprechenden niedrigen betheiligen werde, wird am Donnerstag, den 23. Januar, Staatssekretär v. Stephan: Gerade in diesem Schlußfat Schmelzpunkt hat, von Milcherzeugniffen darf nur durch Centri- abends 8 1hr, im Lotale des Herrn ähling, Langhans. Im ftedt der Erisapfel, indem dort auch anderweit zu erbringender fugiren gewonnene Magermilch mit einem Fettgehalt von höchftraße 106, eine Boltsversammlung abgehalten. fteckt der Erisapfel, indem dort auch anderweit zu erbringender fiens 0,05 p& t. benutzt werden. Auch dürfen nicht mehr als alle die Versammlung die Betheiligung an der Wahl beschließt, Nachweis der Einjährigenbildung zugelassen wird. Abg. Werner: Der innere Trieb zu eifriger Arbeit muß 100 Gewichtstheile Milch auf 100 Gewichtstheile nicht der Milch ist ein Wahlkomitee zu wählen. Der wichtigen Tagesordnung fehlen, wenn der Beamte weiß, daß er mit 27 Jahren schon am entstammende Fette in Anwendung kommen; dazu verwendete Dele halber ist eine zahlreiche Betheiligung nothwendig. Deutscher Unternehmer- Patriotismus. In der Berliner Ende seiner Karrière angekommen ist. Wenn das einem recht ist, müssen entfärbt sein." Die§§ 1, 2, 3 werden nach der Regierungsvorlage an- Rollschuhfabrik von W. Bögow, in Firma Busch, Kottbuser ist es dem andern billig. Staatssekretär v. Stephan: Den Zivilanwärtern fehlt eben genommen; zu§ 4 beantragen v. Plöß und Graf Holstein( t.), Damm 100, mußten die Arbeiter am 18. d3. Mts. feiern, da der die Schule, welche die Militäranwärter im 12 jährigen Dienste daß die Polizei- Aufsicht über Margarine auch auf Butter und Geschäftsinhaber der Meinung war, an einem„ fonservativ= in der Armee durchgemacht haben. Und wo sollen denn die zwar Händler wie Produzenten ausgedehnt werde. Staatsminister patriotischen Feiertage" dürfe nicht gearbeitet werden. v. Botticher erwidert auf den Hinweis Wurms, daß die Unternehmer verstand sich aber nicht dazu, den Arbeitern den taufende von Sekretärstellen plöhlich herkommen? Belästigung und Wohn für den Tag auszuzahlen; als einer seiner Ar Abg. Gröber: Wenn der 12jährige Dienst einen Unter- plöglichen Polizei- Revisionen zur größten Beläftigung und Sohn f werde beiter ihm Borhaltungen über diese Art Patriotismus schied begründen soll, dann müßte doch wenigstens nach 12 Jahren Schädigung der Verkäufer führen können, dies auch der Zivilanwärter zum Examen zugelassen werden. Diese auf dem Verwaltungswege zu mildern fein; die machte, entließ er ihn auf der Stelle. Es sei noch erwähnt, daß Ausdehnung der Polizei Aufsicht Konsequenz wird aber der Staatssekretär wohl nicht ziehen die Regierung nicht gutheißen; es fehlen dazu die ge- Frömmigkeit zum Troy, tapfer arbeiten ließ. Der entlassene Herr W. Böhow am Bußtage seine Leute, aller modernen wollen. Die Militärverwaltung hat uns in eine Zwangslage gebracht; machen wir den Bersuch, die Schwierigkeiten, die eigneten Organe. Der Antrag Plöh wird mit 18 gegen 4, rbeiter, der unter 14 tägiger Kündigung eingestellt ist, hat die Daraus hervorgehen, zu beseitigen, so finden wir gerade bei der§ 4 mit dem Antrag Plötz mit 12 gegen 5 Stimmen an nöthigen Schritte eingeleitet, um den Lohn, den Herr Böhow ihm genommen. Bu§ 5, der die Margarinefabriken unter schuldig ist, vor dem Amtsgericht zu Rixdorf ein GewerbeHerrn v. Stephan das größte Hinderniß. die Fabrikanten verpflichtet, gericht befißt dies Dorf" bekanntlich immer noch nicht- ein Damit schließt die Diskussion. Die Abstimmung über die Polizei- Aufsicht stellt und Sen Polizeibehörden Auskunft über das Verfahren bei gutlagen. Anträge wird ausgesetzt. Margarine zu geben, beantragt Abg. In der Gummiwaaren- Fabrik des mehrfachen Millionärs Beim Titel„ Unterbeamte" ertheilt der Präsident dem Herstellung der Abg. Bebel das Wort. Da jedoch es ist nahezu 6 Uhr es ist nahezu 6 Uhr Krüger, die Polizeibehörde und deren Beauftragte zu S. Herz, Röpniderstr. 187-188 mußten die Arbeiter gleichfalls geworden- Rufe: Bertagung!" laut werden, verzichtet Abg. zu sehen: fa chverständige Beauftragte der Polizeibehörde" glauben, daß diese Anordnung nicht auf den Inhaber der Firma, Rufe:" Bertagung!" laut werden, verzichtet Abg. bevollmächtigen; Wurm beantragt anstatt der Polizeibehörde von 1 Uhr ab feiern, ohne entschädigt zu werden. Die Arbeiter Bebel vorläufig aufs Wort. nachdem er darauf hingewiesen, daß eigentlich nur Beauftragte fondern auf den Geschäftsführer Schulz zurückzuführen ist. Die Die Bertagung wird beschlossen. follten, was aber jetzt unmöglich ist, da das kais. Gesundheitsamt lich 16 M. des Reichs Gesundheitsamtes zugezogen werden Arbeiter verdienen bet täglich 101/2 stündiger Arbeitszeit wöchente nur berathende, nicht organisatorische Funktionen hat. Der AnMit der Vernichtung von Menschenmaterial auf den trag Wurm wird mit 12 gegen 5 Stimmen abgelehnt, der Bauten der Berliner Gewerbe- Ausstellung beschäftigt Antrag Krüger von der Mehrheit angenommen, ebenso§5 mit dem Amendement Krüger. An stelle des§ 6 fich die neueste Nummer der Bildhauer- Zeitung". Das Fachblatt schreibt: der Vorlage, der für den Großbetrieb getrennte Lagerräume für Die Justiznovellen- Kommiffion trat gestern Vormittag zu Margarine und Butter fordert, beim Kleinhandel nur besondere Alle modernen Ausstellungsbauten werden mit einer Haft ihrer ersten Sizung zusammen. Es wurde zunächst beschlossen, Borrathsgefäße und besondere Lagerstellen, beantragen v. BI BB ausgeführt, daß Unglücksfälle unausbleiblich sind. Auch bie die Vorlage zwei Lesungen zu unterziehen. Ferner wurde ein Antrag und Holstein:„ Der Verkauf und die Aufbewahrung von Margarine Leiter der Berliner Gewerbe- Ausstellung haben schon einiges in dieser Beziehung auf dem Gewissen: Weit über ein halbes des konservativen Abgeordneten von Buchta berathen, nach darf nicht in solchen Geschäftslokalen stattfinden, in denen a) Natur- dieser Beziehung auf dem Gewissen: Weit über ein halbes dem die Paragraphen des Gerichtsverfassungs- Gesetzes und die meisten der Straf- Prozeßordnung bis 8 800 in der Form als butter, Butterschmalz und Schmalz, b) Kunft- Speisefett aufbewahrt undert Menschen sind bis jest in dem Treptower werben." Ein Antrag umann( Bentr.) will diese Be- Park auf dem Ausstellungs Terrain verunglückt! Und in erster Lesung beschlossen gelten sollten, welche ihnen in der Rommiffion vorigen Jahres vorläufig gegeben war. Bergeblich wiesen schränkung nur auf Ortschaften über 3000 Einwohner ausgedehnt wer foll dafür verantwortlich gemacht werden, Kommission vorigen Jahres vorläufig gegeben war. Bergeblich wiesen sehen. Beide Anträge werden von Wurm und Herbert, nicht die Leiter die Leiter der Ausstellung, da erwiesenermaßen unsere Genossen und einige Abgeordnete des Zentrums darauf sowie von Lüttich( frf. Wg.) bekämpft, der Antrag von die meisten Unglücksfälle hätten verhütet werden können hin, daß diefe außergewöhnliche Behandlung die Verhandlungen durch Anbringung guter, bauerhafter Gerüste. Sie wider Willen der Abgeordneten in die Länge ziehen müsse, daß löß mit 9 gegen 8 Stimmen angenommen. Nächste haben darauf zu achten und sich zu vergewissern, daß das Unterfie ferner der parlamentarischen Gepflogenheit und dem Prinzip Sigung Donnerstag Vormittag 10 Uhr. nehmerthum mit seinem Menschenmaterial mindestens so schonend der Nichtkontinuirlichkeit der Sessionen widerspreche und daß Unabhängigkeit der Richter. Unsere Genoffen Frohme umgeht, wie mit seinen Gebrauchsthieren. Aber das thatsächlich dadurch nur eine Lesung für die Kommission ge- und Stadthagen haben nachstehenden Antrag in der Justiz- Prinzip ist ja, um nur recht billig dabei zu fahren, die Arbeiten schaffen werde nur die Abgg. Roeren( 3.), Stephan( 3), novellen- Kommission eingebracht, dessen Forderungen früher in einer fiebernden Eile herstellen zu laffen. Es heißt natürlich: Frohme und Stadthagen stimmten gegen den konservativen von allen Anhängern einer Rechtsstaats Joee verlangt am 1. Mai muß alles fertig fein! Ja, zum Teufel, dann fange Antrag. Dieser Erfolg machte die begeisterten Anhänger für wurden: man früher an oder eröffne die Ausstellung später, aber MenschenNachgiebigkeit zu gunsten der Regierung heißhungrig. I.§ 8 des Gerichtsverfassungs- Gefezes erhält folgende leben find doch wahrlich werthvoller als die ganze GeAbgeordneter Rintelen beantragte: alle Anträge, welche Fassung:§ 8. Richter können wider ihren Willen nur werbe- Ausstellung. Daß Sonn- und Feiertags bis zum Abend nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Bor- fraft richterlicher Entscheidung und nur aus den Gründen flott an den Ausstellungsbauten gearbeitet wird, sei nur so beischlägen der Regierung stehen, bis nach Vollendung der dauernd oder zeitweise ihres Amtes enthoben oder in den Ruhe- läufig erwähnt, denn das ist ja jetzt schon so allgemein geworden Dieser Antrag und ersten Lesung zurückzustellen. ein stand versetzt werden, aus welchen nach§§ 128 bis 181 des seitdem die Frömmigkeit en masse betrieben wird daß noch weitergehender bes Abg. Frhr. v. Gültlingen fielen Gerichtsverfassungs Gesezes ein Mitglied des Reichsgerichts man sich darüber schon gar nicht mehr wundert. Und das Ge denn doch als fau offensichtlich das parlamentarische Ansehen dauernd oder zeitweise feines Aintes enthoben werden wiffen der Arbeiter wird durch ein paar Pfennige Aufschlag für schädigend durch. Es wurde nach dieser langwierigen Geschäfts- oder in den Ruhestand versetzt werden darf. barf. Richter die Ausstellungsarbeiten ertödtet; während sonst Wochen und ordnungsdebatte, die lediglich eine Verzögerung der Berathung dürfen wider ihren Willen nicht an eine andere Stelle verfekt Monate darum gestreift werden müßte. Leider finden sich herbeigeführt hat, endlich in die Berathung der Materie selbst werden. Die von Einzelstaaten erlassenen Dis immer noch Leute, die mit Freuden danach greifen, ganz unbeeingetreten. Begonnen wurde mit§ 818, vor dem die legtjährige siplinargefeße für richterliche Beamte werden fümmert barum, was nachher aus ihnen wird. Kommission ihre Arbeit beendet hatte. Die fast nur formellen aufgehoben. II. Nach§ 8 ist einzuschalten:§ 8a. 8um Das Fachblatt hat leider nur au recht, wenn es auch den Bestimmungen der Vorlage zu§§ 818, 319, 320, 327 und 346 Richter darf nicht ernannt werden, wer länger Arbeitern bei dieser Gelegenheit einige bittere Wahrheiten fagt. wurden debattelos angenommen. Eine längere Debatte entspann als drei Jahre ein Verwaltungsamt oder das Wenn die Geldsacks Jutereffenten wählen. Bei den fich über§ 354, der die Berufung gegen in erster Justang er- Amt eines Staatsanwalts bekleidet hat. laffene Urtheile der Straftammern einführen will. Richtern ist die Annahme von Orden und gestrigen Wahlmännerwahlen für die Landtags Ersakwah! im Stadthagen und Frohme beantragten, die Be- Titulaturen verboten.§ 8b. Die dauernde oder zeit- vierten Berliner Wahlbezirk waren insgesammt 312 Wahlmänner rufung auch gegen Urtheile der Schwurgerichte weise Enthebung vom Amt sowie die Versegung in den Ruhe zu wählen. Es wurden 245 liberale und 18 tonservative Wahlund gegen folche Urtheile guzulaffen, bie bas stand wider den Willen des Richters kann nur durch Zweidrittel- männer gewählt. In 49 Urwablbesirten tam tein Reichsgericht in erster Instanz( bei Hochverrath) Mehrheit des Plenums des Amts-, Land- oder Oberlandesgerichts 28 a blatt zu ftande, weil keine wähler erschienen fällt. Ferner beantragten sie, dem Staatsanwalt ledig ausgesprochen werden, dem der Betreffende als Mitglied angehört. waren! I ich das Recht einzuräumen, au gunsten des An An stelle derjenigen Amtsgerichte, die aus weniger als 9 Mit- Firlefanz. Das Streben deutscher Künstler wird in folgender getlagten Rechtsmittel einzulegen. Zur Begründung wurde gliedern bestehen, tritt das Landgericht.§ 8c. Der Richter Mittheilung gekennzeichnet: Eine neue studentische Tracht haben insbesondere auch angeführt, daß das Rechtsbewußtsein des ift in feinen Amtsverrichtungen von teiner sich die Akademiker der Hochschule für die bildende Künste gua Volkes dahin gehe, die kolossalen, meist nach einer Behörde abhängig. Das Recht, Entscheidungen gelegt. Die Ausschußmitglieder tragen jetzt bei Festakten das unter Ausschluß der Deffentlichkeit erfolgten Verhandlung des Gerichts durch Rechtsmittel anzugreifen fogenannte Rubens- Kostüm. Die malerische Tracht besteht aus seitens des Reichsgerichts verhängten Strafen seien meist völlig steht teiner Behörde 3 it. Kniehosen, einem Wams von schwarzem, gepreßtem Sammet, Unschuldigen auferlegt. Wie wolle man es rechtfertigen, jemandem, Der Antrag kommt nach vorläufiger Berathung der Vor- um das eine breite, bronzegelbe Schärpe gelegt ist; dazu kommen der zu 1 M. Strafe wegen Polizeiübertretung durch Polizei- schläge der Regierungsvorlage zur ersten Berathung und wird ein Degen mit lederner Scheide und Gehänge und der nieders mandat verurtheilt wird, 2/2 gerichtliche Justanzen zu geben, wohl im Fall seiner Ablehnung durch die Kommission im Plenum ländische Hut mit gelber wallender Feder. Was sagt Schiller? dem aber, der zu vielen Jahren Zuchthaus vom Reichsgericht wiederholt werden. Wie er sich räuspert und wie er spuckt, das habt Ihr ihm glück verurtheilt wird, kein Rechtsmittel zu geben? Im Fall Neve lich abgeguckt u. f. w. sei niemand von der Schuld des zu Zuchthaus Verurtheilten überzeugt gewesen. Ja, in weiten Kreifen gehe die Ansicht dahin, Neve Kommunales. wenn Ueber Dr. Zadek's Vortrag ,, Schule und ansteckende Krankheiten"( vergl." Vorwärts" Nr. 14) wurde am Montag sei zu unrecht verurtheilt und so hoch verurtheilt, um ihn Ju seiner außerordentlichen Magiftratofizung am in der Deutschen Gesellschaft für öffentliche möglicherweise durch die Zuchthausstrafe geistesfrank werden zu Dienstag hat das Magistratskollegium infolge des taiserlichen Gesundheitspflege" diskutirt. Die Rebner äußerten lassen. Den Regierungen könne diese Ansicht und die Thatsache Amnestie- Erlasses angeordnet, die bis zum 18. Januar cr. rechts- fich ziemlich ohne Ausnahme im Sinne des Vortragenden. Ein nicht unbekannt sein, baß Neve infolge der Buchthausstrafe träftig gewordenen Schulverfäumniß Strafen den stimmigkeit herrschte darüber, daß für die Schulen größere Reingeiftestrant geworden sei. Und in solchen Fällen solle betroffenen Eltern zu erlassen. lichkeit zu fordern sei. Die folgende, dem Magistrat zu über= es feine weite Instanz geben! Die Regierungsvertreter In Fortseßung seiner Berathung der Einzel- Etats zur Fest mittelnde Resolution wurde auf Zadek's Antrag an befämpften beide Anträge unserer unserer Genossen. Auf den stellung des Stadthaushalts Etats für das Verwaltungs- genommen:„ Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche GesundheitsFall Neve, der bekanntlich durch einen Spigel nach Deutsch jahr 1896/97 erledigte das Magistratskollegium den Spezialpflege hält es für erforderlich, die Schulen täglich naß aufs land gelockt war, gingen sie nicht ein. Aus der Kommission| Gtat für die Armenverwaltung. Derselbe schließt zuwischen." wurden einige Berbeugungen gegen die Anträge der Genoffen ge- ab mit 671 100 M. in Einnahme und mit 7 999 500. in Biel auf einen Hieb. Nach Ansicht des Amtsgerichts I macht, deren Ablehnung aber damit motivirt, daß die Regierung Ausgabe, so daß aus der Stadthauptkasse ein Zuschuß von foll die konfiszirte Nr. 3 des Sozialist" in nicht weniger ja gegen die Anträge fei. Sie wurden gegen die sozial 7 328 400 m. erforderlich wird. Die offene Armen- Krantenpflege als fünf Artikeln gegen das Strafgesek verstoßen haben. demokratischen Stimmen abgelehnt und dadurch deutlich erheischt eine Summe von 807 400 W., die geschloffene bie Beanstandet sind die folgenden Artikel: 1. Bum 18. Januar. dokumentirt, ob in der That die Mehrheit der Kom Summe von 970 000 M. Die Armenunterstützungen erfordern 2. Bergangenheit und Butunft der Gesellschaft. 3. Arbeitslosmission gunsten 811 oder สิน ungunsten des An die Summe von 5 900 000 m., für außergewöhnliche UnterObdachlos. 4. Prozenthum( Aus der Ethischen Kultur" abs der stützungen sind im Etat eingestellt 390 000 M., die Verwaltungsgebrudt). 5. Das Gedicht von Moris Hartmann„ Ein Kaisers geklagten Bestimmungen schaffen wolle.§ 354 in Faffung der Vorlagen, und damit die Einführung der Berufung toften belaufen sich auf 66 104 M.- Der Spesial Gtat lieb". Den inkriminirten Artikeln wird Aufreizung und Beamten wenigstens gegen Straffammer- Urtheile, wurde mit allen gegen der Geschäftsbedürfnisse Abschnitt I( die Ber- ied". des Abg. Schröder Stimme angenommen. Bu§ 357, der die waltungstoften ber fünf mit Bureaus belegten Dienstgebäude beleidigung zur Laft gelegt. Zustellung des Urtheils nach Einlegung der Berufung behandelt, und der außerhalb dieser Dienstgebäude belegenen Bureaus) verlangten Stadthagen und Frohme die Aufnahme einer schließt in Einnahme mit 131 810 M. und in Ausgabe Bestimmung, daß gleichzeitig mit dem Urtheil eine Belehrung über mit 344 958 M. ab und ist somit ein Zuschuß von 213 143 M. das Recht oder die Pflicht des Angeklagten, die Berufung zu recht- erforderlich. Abschnitt iI( fonftige Geschäftsbedürfnisse) erfertigen, zugestellt werde. Für diese Bestimmung traten fordert einen Zuschuß von 982 147 M., denn die Ausgaben betragen alle Abgeordneten ein, die die Unkenntniß der Laien mit vielen 1067 823 M., denen eine Einnahme von 85 676. gegenüber- großem Befremden wurde es, wie die" Post" meldet, bei der Schlingen der strafprozessualen Geseze kennen. Der Regierungs- steht. In der Ausgabensumme befinden sich 63 900 W. zur Mitglied der Deutschen Reformpartei und Vertreter des 1. Kreises vertreter, ehemaliger Staatsanwalt 2u ca 3 und der fächsische Herausgabe des Gemeindeblattes, 105 800. als Roften urbes Großherzogthums Seffen, in furzer grauer Joppe erschien, Generalstaatsanwalt Krüger bekämpften den Antrag Aufstellung der Geschworenen- und Schöffenlifte, sowie der obwohl in der Einladung ausdrücklich gesagt worden war, daß Stadtverordneten- Wahlen. Die alllebhaft. Letterer war sehr unwillig darüber, daß ein neues Abgeordneten und Prinzip in die Gefeßgebung eingeführt und der Laie über gemeineren fächlichen Verwaltungskosten betragen 680 580 ber Anzug für die nicht uniform tragenden Abgeordneten Frack und weiße Binde fei." Schrecklich! den Inhalt der Prozeßgefebe belehrt werden solle. Mark. Der Spezial Etat der Waisenpflege Stadthagen war es ein leichtes, dem Sachsen vorzuführen, im für konfirmirte Sinne fowie Fürsorge für Der Buchhändler Hermann Teistler, welcher im Jahre daß dies Prinzip sehr verständig sei, im übrigen bereits in Reichs. Waisen schließt ab in Einnahme mit 154 860 Mart. 1894 wegen Verbreitung verbotener Schriften au 18 Monaten engeren Die" Reichsglocke" des Herrn Gehlsen soll, wie die Bolts- Beitung" zu berichten weiß, ihr Erscheinen wegen Geldmangels bereits wieder eingestellt haben. Der Revolutionär auf dem Reichsjubelfefte. „ Mit Gefängniß verurtheilt wurde, ist in der Strafanstalt Plößensee, es ist, daß vor dem Halleschen Thor ein Feuerwehrbepot errichtet[ ihm hochverehrte Schwager, beffen äußerst mißliche Verhältnisse wo er seine Strafe verbüßt, schwer erkrankt. Eine Sigung der Stadtverordneten- Versammlung wird in dieser Woche nicht abgehalten. werde. Die Arbeitsverhältnisse, welche theilweise im modernen Bauwesen herrschen, erhalten durch folgende Mittheilung eine Beleuchtung: Der Schloffermeister Hartmann erbaute Anfang vorigen Jahres in der Marienfelderstraße zu Groß- Lichter felde ein Fabrikgebäude, in dem er sein eigenes Handwerk, wie auch die Tischlerei betrieb. Die Tischlerwerkstatt wurde am 1. Oftober an einen Tischlermeister Kaulfuß aus Berlin verpachtet. Bis zum 23. November bekam jeder der dort beschäftigten elf Arbeiter regelmäßig den verdienten Lohn ausbezahlt; von da an aber haperte es damit und die Refte sammelten sich so an, sundbrunnen. daß Kaulfuß seinen Gesellen am 11. Januar 530 M. Lohn schuldig war. Als an diesem Tage der Meifter erklärte, daß er für die verflossene Woche überhaupt keinen Lohn zahlen könne, legten die Arbeiter am darauffolgenden Montag die Arbeit nieder. Sein Versprechen, das Geld bis zum Mittag herbeizuschaffen, hielt Kaulfuß nicht, und als die ArLeiter am folgenden Morgen wiederkamen, erklärte Herr Hart mann ihnen, daß sie fortan wieder bei ihm selber beschäftigt werden könnten; von der Auszahlung des Lohnes, den K. ihnen schuldig geblieben, war aber feine Rede, die Arbeiter waren um das sauer verdiente Geld geprellt worden. Ein Zahlungsbefehl blieb ohne Erfolg. Als infolge der Begnadigung am Sonnabend Abend gegen 8 Uhr zahlreiche Gefangene aus dem Moabiter Gefängniß entlassen werden sollten, baten wie ein Berichterstatter mit theilt verschiedene der Beglückten dringend, man möge sie doch wenigstens die bevorstehende Nacht noch drin" laffen, da sie nicht wüßten, wo sie um diese Zeit hinsollten. M " Bum Spandauer Kaffenraub erfahren wir, daß sich ber Verdacht gegen fünf Personen richtete, die mit der Geschützgießerei in engerer oder weiterer Berbindung geftauben haben. Alle haben jedoch ihr Alibi nachgewiesen und sind nunmehr frei von jedem Berdacht. An weiteren Anhaltspunkten zur Ermittelung der Thäter fehlt es jetzt gänzlich, so daß es fraglich erscheint, ob in das Dunkel überhaupt Klarheit tommen wird. # wie aus Der er nicht fannte, ihn im Stiche lassen würde, 30 000 Mart in Blanko Akzepten gegeben und sich darüber das vor In der Nacht zum Feuer im königlichen Schloffe. Dienstag entstand gegen 1 Uhr in dem nach dem Waffer zu ge- Notar und Zeugen aufgenommene Anerkenntniß des Herrn von legenen Theile des hiesigen föniglichen Schlosses, in welchem die Nathufius ausstellen lassen. Dieser habe nun die Wechsel in fönigliche Hausbibliothek untergebracht ist, ein Schornsteinbrand, Umlauf gefeßt, aber am Verfalltage nicht bezahlt. Die Wechseldurch den ein Regal mit Büchern der oberen Gallerie der lagen hätten fich dann schließlich gegen den Offizier und Bibliothek vom Feuer ergriffen wurde. Die Feuerwehr war nicht gegen v. Nathufins gerichtet, und zwar aus dem einsehr rasch zur Stelle und löschte in furzer Zeit den Brand. Der fachen Grunde, weil durchaus nichts mehr von ihm beizutreiben gewesen sei. Redner belegte das durch Verlesen des angerichtete Schaden ist nicht erheblich. Berichts eines Potsdamer Gerichtsvollziehers, der Herrn Der Königl. Museumsbeamte Berdatsch hat sich am von Nathusius längere Zeit nachstellte, sich aber troy Tag Montag auf dem Begräbnißplage der Zwölf- Apostel- Gemeinde und Nacht aufgewandter Bemühungen doch der Person des erschossen. B. wohnte in der Buttmannstraße am Ge- Herrn v. Nathusius nicht bemächtigen konnte. Auch die in Er bestellte seine in der Nähe wohnenden Berlin u. a. in der Wohnung der Frau G. versuchte Verhaftung Freunde nach seiner in der Kulmstraße belegenen Stamm- sei bei der Schlauheit, mit der sich der Verfolgte benahm, ineipe und gab dort ein Achtel Bier zum beften. vergeblich gewefen. Die wirthschaftliche Existenz des Offiziers Trinkt nur tüchtig, Rinder, wir feiern heute Abschied, habe auf dem Spiele gestanden. Nicht genug aber, daß ihn denn ich will mich erschießen!" rief B. aus und war dabei so Herr v. Nathusius in beschriebener Weise hineinlegte, so habe heiter, daß keiner der Anwesenden die Aeußerung ernst nahm. er ihm dazu noch gedroht, ihn, falls er gegen seinen Nachmittags gegen 2 Uhr reichte B. jedem die Hand und ging Schuldner vorgehen würde, aus dem Offizierstande zu fort. Eine Stunde später traf in dem Restaurant die Meldung bringen. Diese Drohung habe Herr v. Nathusius auch später ein, daß sich auf dem Friedhofe ein Mann erschossen habe, in wahr zu machen gesucht, indem er über die Entstehung des bessen Tasche ein Zettel steckte des Inhalts: Meldet meinen Schuldverhältnisses und das moralische Verhalten des Offiziers Tod meinen Freunden im' schen Restaurant in der Gulm- unwahre Angaben bei dessen vorgesetzter Dienstbehörde anbrachte. straße." Der Selbstmörder hatte sich am Grabe seiner ersten Gegen den Offizier sei thatsächlich auch eine ehrengerichtliche UnterFrau B. hatte vor drei Wochen zum zweiten Male geheirathet fuchung eingeleitet worden. Diese habe aber durchaus nicht den von getödtet. Herrn Nathufius bezweckten Erfolg der Dienstentlassung, sondern Eine furchtbare Viertelstunde durchlebten vorgeftern, nur den einer Warnung für den Offizier gehabt, fich ferner mit Montag, Nachmittag um 42 Uhr die Bewohner der Säufer einem solchen Manne wie Herrn v. Nathufius einzulaffen. Wafferthorstr. 41, 42 und 48. Auf dem Hinterlande des Grund- Redner wies noch darauf hin, daß die Wechsel theilweise durch stücks Nr. 42 wird gegenwärtig ein Gebäude für die Privatpost Hilfe von sehr hochstehenden Personen eingelöst feien Gesellschaft errichtet, das bereits bis zum vollendeten zweiten den vorgelegten Schreiben der betheiligten Zivilkabinette hervor Ein Anarchistenprozek in größerem Stile wird heute Stock gediehen ist. Der Maurer B. bekam nun vorgestern ging, es wurde dabei ausdrücklich erklärt, daß die Hilfe durchvor der zweiten Straftammer stattfinden. Die Borgänge, die auf der vorlegten Sprosse einer Leiter in der Höhe des zweiten aus nicht für Herrn v. Nathufius, sondern ausschließlich für fich in dieser Angelegenheit abgespielt haben, stehen im Bu- Stodes einen Schreiframpf und wäre unfehlbar in die Tiefe den Offizier bestimmt gewesen sei. Bezeichnend für Herrn fammenhang mit dem Höllenmaschinen Attentat gegen den gefallen, wenn ihn nicht sofort vier fräftige Arbeitsgenoffen v. Nathusius sei ferner die Thatsache, daß dieser seinerzeit den Polizei Oberst Krause und der Verbreitung ber an gefaßt und eine Viertelstunde lang festgehalten hätten. Laut Offizier gebeten hatte, ihm doch statt des einen Afzepts archistischen Schrift Gretchen und Helene". Gretchen und Helene". Um dieser schreiend liefen die Leute aus den Häusern zusammen und sahen über 10 000 m. lieber drei in diesem Gesammtbetrage zu schicken, da die kleineren Wechsel leichter unterzubringen Schrift habhaft zu werden und den Verbreitern derselben der graufigen Szene zu. auf die Spur zu kommen, wurden besonders in Rixdorf viele Zwei Selbstmorde and Noth werden aus Rigdorf feien. Der Offizier habe diefer Bitte auch entsprochen, aber Herr Umlauf gesetzt, ohne Haussuchungen vorgenommen. Diefelben verliefen jedoch resultatlos. Schließlich wurde der in der Kirchhofstraße wohnende gemeldet. In dem einen Fall handelt es sich um den Bildhauer den Wechsel über 10 000. zurückzuschicken, diesen vielmehr der sich in seiner sich der Offizier Mechaniker R. verhaftet und zwar unter dem Verdachte, bei Wohnung erhängte; in dem zweiten Fall um den Tischler Wenn sich Herr von dem Attentatsversuche auf den Polizei- Obersten Krause be Gärtner aus der Jahnstr. 5 in Berlin, dessen Leiche man Nathusius auf die Zeugin 3. berufe, so sei das ganz besonders zugefügte Schaden noch vermehrt habe. theiligt zu sein. Dieser Verdacht erwies sich jedoch als am Montag früh an einem Zaun in der Pannierstraße vor charakteristisch, denn die G. sei im hannoverschen Spielerprozeß mit grundlos und mußte und mußte K. wieder entlassen werden. Ginige fand. In beiden Fällen waren bittere Noth das Selbstmord- sammt einer Frau 2. als gewerbsmäßige Vermittlerin bei der BeTage später wurde K. jedoch wiederum verhaftet und zwar motiv. mucherung der jungen Offiziere entlarvt worden. Trotzdem und auf Anzeige eines Mannes, den er bei einem Feste in Johannes- Bei einem Einbruch in die Wohnung eines Steinmeß- obwohl er sich nach einem vorliegenden Schreiben felbft sehr abfällig thal fennen gelernt hatte und dem er auf vieles Bitten das polizeilich verbotene Büchelchen„ Gretchen und Helene" verschafft straße 12 in Rixdorf wohnhaften Arbeiters wurde am Sonntag über diese Person ausgesprochen habe, bie ganz unzuverlässig sei, hatte. Jufolge der weiteren Recherchen und Haussuchungen, die Abend der häufig vorbestrafte Klempner Theoder Wintler habe er doch bei ihr gewohnt. Nach alledem erachtete der Anwal in Rigdorf großes Aufsehen erregten, wurde schließlich gegen sieben abgefaßt und der Polizei übergeben. W. war erst Tages zuvor eine Schuld des Herrn v. Nathusius in Höhe von noch 32 000 Perfonen die Antlage erhoben, auf deren Ausgang man füglich infolge des Gnadenerlasses aus dem Gefängniß in Spandau für zweifellos und die Zwangsvollstreckung aus der notarielles entlaffen worden. Urkunde, die einem vor Gericht abgegebenen Schuldanerkenntni gespannt sein darf. gleich zu achten sei, für durchaus gerechtfertigt. Bu bemerken Zwei Menfchen verbrannt. Ein Brand von großer Ausist, daß diese zwangsvollstreckung vor einiger Zeit bis zur dehnung, wobei elf Menschen in Lebensgefahr schwebten und Entscheidung dieses Prozesses ausgesetzt worden war. leider eine Frau und ein vierjähriges Mädchen den Erstickungs Senat feste am 6. Januar die Entscheidung noch aus tod fanden, beschäftigte Montag Abend die Feuerwehr. Gs wird und erkannte gestern im Sinne der Ausführungen des Mandarüber berichtet: Nach 4 Uhr brach in dem Eckhause des datars des Herrn v. Nathusius, und zwar also lediglich aus Rentners A. Klose, Bergmannstr. 24 und Friesenstraße, gegen formellen Gründen, unter Aufhebung der Vorentscheidung über der Markthalle am Marheinekeplay, in dem Posamentierwaarenladen von F. Müller aus noch nicht aufgeklärter Ursache Zu dem Raubmord Versuch im Hause in der Krant bahin, daß der Verklagte aus jenem notariellen Schuld Feuer aus, das sich schnell den oberen Stockwerken mittheilte. ftrake wird noch berichtet, daß der Thater sich bei der Polizei anerkenntniß des Herrn v. Nathustus allein und trotzdem dieser Der Rauch füllte die Treppen an, sodaß an ein Betreten nicht schließlich für einen Studenten ausgegeben hat, eine Wohnung fich darin selbst der sofortigen Zwangsvollstreckung unterworfen, zu denken war. Um 1/25 Uhr wurde der Feuerwehr von mehreren aber nicht befigen will. Ob das zutrifft, steht noch dahin. Der doch noch nicht das Recht zur Zwangsvollstreckung herleiten Seiten Meldung erstattet. Sie rückte sofort zur Brandstätte Thäter ist ein junger Mann von erst 20 Jahren. Dem Gast tönne. Gegen das freisprechende Urtheil, das vom Landgericht aus, wo sie nach taum zehn Minuten Fahrzeit eintraf. Die wirth Bormann waren bereits gegen Abend bezüglich seiner Lage war bereits sehr bedrohlich für die Hausbewohner geworden. Bedenken aufgestiegen, doch war der gleichfalls mit ein Magdeburg am 29. Auguft v. J. in dem gegen einige Aus den unteren Stockwerken schlugen die Flammen und der geladene Stallmeister aus dem Tattersall derartig von dem Anarchist en gerichteten Geheimbunds Prozeß ver Qualm heraus und aus den Fenstern der oberen Stockwerke riefen Gaste bezaubert, daß er Bormann's Bedenken beschwichtigte und fündet worden war, hatte die Staatsanwaltschaft Revision eindie geängstigten Frauen und Kinder laut um Hilfe. Branddirektor ihm erklärte:" Das ist ein feiner Junge, dem fommt es gelegt. Das Reichsgericht erkannte am 20. Januar auf Ber. Giersberg, der mit dem Stabswagen persönlich erschienen war, auf einen Tausendmarkschein nicht an, für den sage ich werfung der Revision. ließ sofort mit drei Rohren den Angriff eröffnen und eine Stect gut in jeder Höhe." Der junge Verbrecher hat ursprünglich Leiter mit mehreren Hafenleitern von außen bis in die 5. Etage wohl die Absicht gehabt, ben Stallmeister und nach deffen Be feitigung auch den Bormann unter den Tisch zu trinken, um einschlagen. Feuermänner begaben sich in die einzelnen Stockwerke, bann leichteres Spiel zu haben. Ein Droschtenkutscher, der ihn um die Bewohner vor übereilten Schritten abzuhalten und ihnen und Bormann nach Berlin fahren sollte, war bereits um 10 Uhr Verband deutscher Barbiere, Friseure und PerrückenMuth zuzusprechen, andere versuchten, auf dem Bauche kriechend, vor der Weinstube erschienen. Der Herr Baron" bewirthete geführten Generalversammlung legte der Kassirer Friedrichs macher, Zweigverein Berlin. In der am 16. Januar zu Ende auf den Treppen in die oberen Stockwerke zu gelangen, hierbei zunächst auch den Kutscher mit Wein und schickte ihn dann auf Die Quartalsabrechnung vor. Die Einnahme betrug 49,05 M., alle erreichbaren Thüren und Fenster mit ihren Werten einschlagend, ben Bock schlafen, bis die Fahrt nach Berlin vor sich gehen sollte. Die Ausgabe 12,58 M. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. damit der Rauch freien Abzug betam. Als gemeldet wurde, daß mehrere Frauen im 1. und 2. Stock in Lebensgefahr schwebten, Bezüglich der That hat ber Verbrecher schließlich so gethan, als Die Neuwahl des Borstandes hatte folgendes Resultat: Klosterob er von der ganzen Sache nichts mehr wisse. Bormann hat erging fofort der Befehl, die gefährdeten Menschen heraus- Die letzte Nacht nicht besonders gut verbracht; er hatte Wund: mann erfter, Majewski zweiter Vorsitzender, 3wirner zubringen. Mit eigener Lebensgefahr drangen bie Feuerwehr männer in die verqualmten Wohnräume und schafften nach und fieber. Nach ärztlichem Gutachten ist er aber dennoch gut weg- barbt und Jatobi Revisoren. Zu dem am 16. und nach Frau Postfekretär Brosowsky mit ihrer 21/ 2jährigen Tochter, gekommen. 17. März in Frankfurt a. M. stattfindenden Verbandstag wurden Frau Buchhalter Franke mit ihren zwei Kindern Margarethe folgende Anträge gestellt: 1. Wahl eines Vertrauensmannes oder und Charlotte, ferner Frau Barbier König, Frau Steinfeger einer Sentral- Agitationstommiffion für Deutschland; 2. der VerBönsch, Frau Günther und die drei Kinder des Kaufmanns bandsausschuß übernimmt gleichzeitig die Funktion einer PreßCohn ins Freie und alsdann nach dem Krankenhause am Urban. tommission; 3. falls der Druck der Zeitung in Berlin bleibt, die Hier wurden alle bis auf die Frau Possekretär Brosowsky und Expedition dahin zu verlegen; 4. daß Defizit des Zweigvereins die vierjährige Margarethe Franke ins Leben zurückgerufen. 2Berlin niederzuschlagen. Der Schriftführer wurde beauftragt, Nach 8 Uhr war der Brand gelöscht. Der Materialschaden sich mit den Zweigvereinen Botsdam und Magdeburg zur ist sehr bedeutend, größtentheils aber durch Versicherung gedeckt. Herr v. Nathufius( Ludom) als Geschäftsmann. Das eventuellen Wahl eines gemeinsamen Delegirten in Verbindung Zu dem Brande wird noch von Augenzeugen berichtet: Das Kammergericht( 4. 8.-S.) erkannte gestern in dem Prozesse zu sehen. Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiter Feuer entstand um 3/45 Uhr anscheinend durch eine Gasexplosion. des früheren Chefredakteurs der Kreuz Zeitung" Herrn bewegung wurde die Versammlung geschlossen. Der Glühstrumpf einer im Schaufenster angebrachten Lampe v. Nathufius( Ludom) gegen feinen Schwager, einen Hauptplakte, die durch den Riß austretende Stichflamme sprengte den mann der Armee. Diesem hatte, wie früher mitgetheilt wurde, Bylinder und sprang fofort auf die zunächst hängenden Waaren Herr v. Nathusius ein notarielles Anerkenntniß ausgestellt, daß über, sie in hellen Brand setzend. Die im Laden anwesenden Personen er von ihm 30 000 Mart in Gefälligkeitsatzepten erhalten verloren bei dem an und für sich geringfügigen Feuer völlig die und daß er bei Nichteinlösung der Wechsel sich der sofortigen Geistesgegenwart. Anstatt die Innenthür des Schaufensters ab- Bwangsvollstreckung aus dieser notariellen Urkunde unterwerfe. zuschließen und den Gashahn abzusperren, flüchteten fie theils Er löste die Wechsel nicht ein, erhob vielmehr hinterher Klage nach der Straße, theils nach dem Hofe, wobei sie die Thüren gegen den Offizier mit dem Antrag, ihn zur Anerkennung zu veroffen stehen ließen. Der so entstandene große Luftzug fachte nun urtheilen, daß er gegen ihn( v. Nathufius) aus dem notariellen Aninnerhalb weniger Sekunden die Flammen derartig an, daß im erkenntniß teine Zwangvollstreckung herleiten könne. Begründet Handumdrehen alle Vorräthe des Ladens lichterloh brannten. In- batte Herr v. Nathusius den Antrag namentlich mit der Behaupzwischen schrien und lärmten viele Menschen auf der Straße und riefen tung, baß die erwähnte notarielle Ürkunde unter Täuschung des Feuer". Dadurch erschreckt, öffneten die Bewohner der oberen Notars über die wahren Absichten der Parteien nur zum Scheine Stockwerke die Fenster und sahen hinaus, als plöglich eine ge- ausgestellt worden sei. Das Landgericht Potsdam erachtete diese Be waltige Stichflamme aus dem brennenden Laden vom Schau- hauptung durch die Beweisaufnahme widerlegt und erkannte, daß fenster aus an dem Hause emporloberte und in den Wohnungen die Zwangsvollstreckung aus dem notariellen Schuldanerkenntniß ge des ersten und dritten Stockes Gardinen und in der rechtfertigt sei. Herr v. Nathustus legte Berufung bei dem Nähe der Fenster befindliche Möbelstücke in Brand fette. Kammergericht ein, das, nachdem ein Sühneversuch erfolglos Bis dahin war die Lage für die Hausbewohner noch geblieben war, am 6. Januar d. J. in die Verhandlung über nicht kritisch. Jetzt rissen die geängstigten Bewohner die die Berufung eintrat. Der Mandatar des Herrn v. Nathusius Rorridorthüren zu dem schon start verqualmten Treppenhause bezog sich in bezug auf die von seinem Auftraggeber be auf und von diesem Augenblick an war die Lage der hauptete Intention der Parteien unter anderem namentlich Bewohner lebensgefährlich. In wenigen Sekunden füllten sich auf das Zeugniß eines Agenten und einer Frau G. und führte die Wohnungen mit undurchdringlichem schwarzen Rauch; was dann aus, daß vor allem die Urkunde selbst einen Anspruch Fener8brunft in Budapest. Ein großes Schadenfener zerbis jetzt noch nicht geflohen war, sant ohnmächtig zusammen. des Offiziers nicht begründe. Es fei gegen die Natur ftörte in der Nacht zum Dienstag das Mittelgebäude des Auf der Straße war man fich über Die Gefahr einer rechtsgiltigen Urkunde, wenn sich jemand darin Etablissements der Schlick'schen Eisengießerei, Maschinenfabrikder im Hause Burückgebliebenen flar, und tlar, und noch immer sofort der Zwangsvollstreckung unterwerfe; diefe tönne Aktiengesellschaft. Infolge der Zerstörung der Maschinen für war die Feuerwehr nicht zur Stelle! Endlich, nach langen, erst durch gerichtliches Urtheil ausgesprochen werden. Die Brückenkonstruktionen ist eine längere Betriebsstörung im langen Minuten rafselten die ersten Büge der Feuerwehr heran. Auch sei der Schuldgrund nicht flar. Ueber die Entstehung der Brückenbau wahrscheinlich. Der entstandene Schaden beläuft sich Leider war das nächste Feuerwehrdepot Safenplay viel zu weit Schuld meinte der Mandatar des Offiziers, diefer habe schon als auf 80 000-100 000 Gulden. Die Entstehungsursache des Feuers entfernt von der Unglüdsstätte; beim besten Willen hatte der Kadett unter der Obhut seines viel älteren Schwagers gestanden ist unbekannt. auerst gerufene Bug nicht eher eintreffen können. Was unsere und zu diesem, der als Chefredakteur der Kreuz- Zeitung" braven Feuerwehrleute in dem rauchvergifteten Hause geleistet, sei eine bedeutende Stellung einnahm und stets viel von seinen noch ganz besonders hervorgehoben. Wiewohl ein großer Theil der hohen Verbindungen zu erzählen wußte, das vollste Bertrauen Sappeure in dem verqualmten Borderhause fast nicht mehr verweilen gehabt. Gleich nach der Berheirathung des Offiziers mit einer fonnte, einige Feuerwehrleute sogar betäubt niederfanken, verließ doch wohlhabenden Dame sei nun Herr von Nathusius bei ihm erteiner der Hetter seinen gefährlichen Posten, bis es gelungen schienen und habe ihn gebeten, ihm aus einer Gelbverlegenheit war, die meistentheils bewußtlos gewordenen elf Personen heraus: au helfen, die aber nur vorübergehend sei, da es ihm werde, fich 811 arrangiren. zuholen. Die Meldung lief erst 13 Minuten nach Ausbruch des bemnächst sicher gelingen Brandes auf dem Feuerwehrbepot ein. Die Leistungen der Der Offizier habe ihm nun, da es ihm unangenehm Berliner Feuerwehr find allen Lobes würdig. Aber dieser gewesen sei, die Hilfe der Familie seiner Gattin in Anspruch zu traurige Borfall hat aufs neue dargethan, wie nothwendig I nehmen, und da er sich gar nicht denken konnte, daß der von 10 Wetter Prognose für Mittwoch, 22. Januar 1896.Etwas tälteres, ziemlich heiteres Wetter mit mäßigen füdöstlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Versammlungen. Kassirer, Blant erster, Mofi zweiter Schriftführer, ber Arbeiter Bildungsschule. Unterricht am Mittwoch. Sübost= Geschichte. Nordschule, Müllerschule, Waldemarfiraße 14: ftraße 179 a: Deutsch. Beginn abends ühr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume sind zur Benugung der Bibliothet und des reichhaltigen Beitschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. ben anuar, abends 8% upe: Gesgäftliche Sigung im Bereinslokal, Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Restaurant Kommandanten- Garten, Kommandantenftr. 10/11. Sonntag, ben 2. Februar, abends 6 Uhr: Anatomischer Vortrag des Naturarztes Berrn Oito Grundmann in Th. Bolg's Festsälen, Alte Jakobftr. 75. Deutscher Verein für internationale Friedenspropaganda von 1874. mittwoch, ben 22. Januar, hält Fräulein da Altmann in Dräſel's Feſt: fälen, Mene Friedrichstr. 35, einen Vortrag über:" Gintge Stimmen über die vereinigten Staaten von Europa." Freie literarische Vereinigung. Heute Mittwoch, den 22. Januar abends 8% Uhr: Bortrag des Dr. W. Förster, Direttor ber Sternwarte, über Das Wesen der Naturerkenntniß und ihre sittliche Bedeutung." Gäfte habe:: freten Zutritt, Muhk- Vergnügungsverein Andante. Mittwoch, den 22. Januar, abends o uhr, Fennstr. 6 bet Krüger: uebungsstunde. Mitglieder erwünſcht. Große öffentliche Versammlung aller Markthallen- Standinhaber und Geschäftsleute Berlins heute Mittwoch, den 22. Januar, prästfe 9 Uhr, in Boltz's( Feuerstein's) Festfälen, Alte Jakobftr. 75. Tagesordnung: Wie stellen sich die Markthallen- Standinhaber gegenüber bem Straßenhandel und zur Gewerbe- Ordnungs- Novelle im Reichstage. Referent Herr Ad. Färber. Vermischtes. abends Briefkasten der Redaktion. Vertrauensperson Rigdorf. Die Abstempelung der Mits theilungen sollte nicht vergessen werden. W. B. Von morgen Mittag ab. Gruß. C. Stehr. Von dieser Sache ist schon in gestriger Nummer Mittheilung gemacht worden. 5. M. 11. Wenden Sie sich an den Vereinsvorsitzenden A. Massini, Solmsstr. 37, Berlin, Urania Für den Juhalt der Inferate über- Anstalt für volksthümliche nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, 22. Januar. Opernhaus. Der Freischütz. Schauspielhaus. Nathan der Weise. Deutsches Theater. Die Jüdin von Toledo. Leffing- Theater. Komtesse Guckerl. Berliner Theater. König Heinrich. Neues Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Vorher: In doppelter Bekehrung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Geschlossen. Theater Unter den Linden. König Chilperich. Schiller Theater. Viktoria. Dntel Bräsig. Adolph Erußt- Theater. Frau Lohengrin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Alexanderplat- Theater. 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Allen Parteigenossen hiermit die ( Filiale Berlin). 81/2 Uhr, im Restaurant 3ubeil, traurige Nachricht, daß unser langMittwoch, den 22. Januar, abends Lindenstr. 106. 177/14 jähriger treuer Mitkämpfer, der Dreher Friedrich Wengler Mitglieder- Versammlung. L.- D.: 1. Vortrag. 2. Diskussion. im Krankenhause Am Urban verstorben 3. Abrechnung pro 4. Quartal. 4. Bericht ist. Wir verlieren in dem Verstorbenen der Ortsverwaltung. 5. Neuwahl derfelben. Erscheinen aller unbedingt nothwendig. Der Bevollmächtigte. Achtung, Töpfer! Im Intereffe der Bequemlichkeit mache die Kollegen darauf aufmerksam, daß die freiwillige Sammlung von einen braven Genossen. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, nach m. 31/2 Uhr, vom Krankenhause Am Urban nach dem St. Emmaus- Kirchhof in Brih statt und ersucht um zahlreiche Betheiligung. Der Vertrauensmann. Concerthaus Sanssouci Sonnabend, den 25. Januar 1896, im mit die betrübende Mittheilung, daß Rottbuserstraße 4a. 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Die Tarife fand er zu hoch; eine Zulage genügenden Ernährung die verschiedensten Krankheiten, besonders von 50 Pf. bis 1 m. pro Stück werde für die Arbeiterinnen Berliner Konfektionsindustrie. die Schwindsucht, weit verbreitet seien; fie gedachte auch der aus genügen( Protestruse und unwilliges Gelächter). Weiter Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Konfektions- gedehnten Kindersterblichkeit in diesen Arbeiterkreisen und kam erklärte er: wir haben uns den Weltmarkt errungen durch industrie nahmen gestern in sech 3 außerordentlich gut zu dem Schluß, daß die in dem bekannten Zohutarif auf billige Preise( Rufe: Auf Kosten der Knochen der Arbeiterinnen). gestellten Forderungen durchaus gerecht seien, um fo Ferner wies er auf die große Konkurrenz der polnischen Arbeitsbesuchten öffentlichen Versammlungen endgiltig mehr, als namentlich die besseren Sachen die durch kräfte hin, meinte auch, Berlin käme nicht allein in betracht; er Stellung zu der geplanten Lohnbewegung. Das für wirklich tief eine Lohnerhöhung veru.sachte Preissteigerung ganz gut erkannte zwar die ungemein miserable Lage der Konfektionsgehende gewerkschaftliche Bewegungen charakteristische Merkmal, die Einigkeit der Massen, trat bei diesen Versamm tragen könnten. In der Diskussion stimmte Kaufmann Arbeiterinnen an, rieth ihnen jedoch, sich vorerst mit wenigem lungen deutlich zu tage. Damit ist der im Solde des Kapitalis- Holz den Forderungen der Schneider und Schneiderinnen zu zu begnügen und mit weiteren Schritten bis zu einer anderen und billigte ihr Vorgehen. Er empfahl, mit den Unternehmern, Zeit zu warten( Rufe: Bis wir verhungert sind!) Unter mus hautirenden bürgerlichen Journalistik das Argument ent- die wohl mit sich reden lassen würden, persönlich zu verhandeln Gelächter und Protest mußte dieser Redner abtreten. Nachdem zogen, die Bewegung im Konfettionsgewerbe sei künstlich von und warnte vor einem unüberlegten Streit. Schneider der Vorsitzende Witte die erregte Bersammlung wieder den Zentralisten gemacht. Kulicke und Frau Frohmann schilderten in längeren beruhigt hatte, übernahmen es Bohne und Witte, Außerordentlich stark besucht war die Versammlung für den Reden die Verhältnisse in der Konfektionsbranche. Lektere beide Borrebner unter lebhaften Zustimmungsäußerungen Norden, die im Berliner Prater abgehalten wurde. trat unter anderem für die lebhaftere Betheiligung der der Versammelten zu wiederlegen. Herr Funke fand den Echon frühzeitig hatten aus dem Gaal die Tische entfernt werden Frauen an allen öffentlichen Angelegenheiten ein. Nachdem Tarif für Herrenkonfektion zu niedrig im Verhältniß müssen, um den zuströmenden Massen Raum zu schaffen. Die Ottilie Baader gegenüber dem ersten Redier betont hatte, zu dem der Damenkonfektion; er hielt die Bewegung der NonMehrzahl waren Frauen. Das Referat hatte Pfeiffer. Als daß man nicht leichtsinnig und unüberlegt in einen Streif ein- fettionsarbeiter und Arbeiterinnen zwar für nothwendig, rieth er das Elend der im Konfektionsgewerbe beschäftigten Arbeiterinnen treten, sondern zunächst eine gütliche Verein letzteren aber, ihre Existenz zu bedenken( Lachen), und wandte schilderte, die infolge der Hungerlöhne das stärkste Kontingent barung mit den Unternehmern versuchen werde, sich dann im Interesse der mitarbeitenden Arbeiterfrauen" gegen zur Prostitution stellen, brach ein großer Theil der Versammlungs- wurde die Resolution einstimmig angenommen. Errichtung von Betriebswerkstätten.( Rufe: Schluß, Schluß.) besucherinnen in Thränen aus. Nach dem außerordentlich wirkungsDas Konzerthaus Sanssouci erwies sich als viel Dann rühmte er feine Gutherzigreit, die feine Arbeiterinnen vollen Vortrag wurde die zum Schluß dieser Berichte abgedruckte zu klein, um die herzuströmenden Schaaren der Konfektionsarbeiter abgehalten habe, in die Versammlung zu kommen.( Lachen.) Resolution einstimmig angenommen. In der Diskussion oppo- und Arbeiterinnen des Süd- Ostens zu fassen. Bereits um Witte replizirte: Soeben geht mir die nirte ein Herr Hirschfeld, früher Zwischenmeister und jetzt 8 Uhr war polizeilich abgesperrt, während die vor dem Lokal theilung daß Herr Funke feinen Arbeiterinnen bei Hefterhändler, gegen die Ausführungen des Referenten. Nicht die Meister seien die Ursache der Lohndrückerei, sondern lediglich auf und ab wogen den Massen immer mehr anschwollen. Strafe der Entlassung verboten hat, heute Abend in eine VerIn diesem Lokal referirte Zimm. die Frauen, die sich billig anbieten, wozu sie von ihren Männern, blühende Entwicklung der Konfettion, Er sd, ilderte die fammlung zu gehen.( Große Unruhe.) Herr Schmitt ermahnte brachte damit in zur Einigkeit, wenn die Tarife durchgesetzt werden sollen. die richts thun wollten, sondern auf der faulen Bärenhaut lägen, Vergleich die jammervolle Lage der in dieser gewinn- Rowalski verurtheilte das Kritisiren der Tarife von Nichtin den Kneipen herumfäßen und sich von den Frauen ernähren Arbeiter fachleuten und Frau Kohls wandte sich unter Gelächter und beschäftigten und Ar ließen, veranlaßt würden. Im übrigen sei es so der Weltlaufbringenden und würde immer so sein, daß derjenige, der die Arbeit vergiebt, beiterinnen, bewies die Thatsache der kraffen Ausbeutung dieser Schlußrufen der Versammlung ebenfalls gegen Errichtung von Betriebswerkstätten. Nach einem fernigen Schlußwort des Armen durch eine Fülle amtlichen und sonstigen Materials, und den Lohn zu bestimmen hat und nicht derjenige, der sie verrichtet. gab dann einen Ueberblick über die Vorarbeiten, die im letzten Referenten verlangte die Versammlung Einführung der Tarife Zum Schluß glaubte der Herr, nachdem er noch mit verschiedenen beleidigenden Aeußerungen, wie„ bezahlte Redner" und dergleichen Jahre gemacht wurden, um beffere Verhältnisse zu schaffen. in der vorliegenden Fassung und stellte sich einmüthig auf den um sich geworfen hatte, der Versammlung dadurch einen Schreck Zum Schluß erörterte er die aufgestellten Forderungen einzeln Boden der Resolution. Mit begeisterndem dreifachem Hoch auf einzujagen, daß er mit großer Wichtigkeit erklärte, die ganze Be- und stellte den Entscheid darüber der Versammlung anbeim. Die Bewegung in der Konfektion ging die imposante Versammwegung fei sozialistisch. Das Bureau hatte große Mühe, den In der Diskussion bezeichnete Zwischenmeister Pflügge lung auseinander. den Tarif für Damen Konfektion als git hoch, den Unwillen der Versammlung über dieses Gerede zu Für die in Moabit wohnenden Kollegen und Kolleginnen schwichtigen. Pfeiffer ließ dann dem Herrn Hirschfeld die der Herren- und Knaben- Konfektion dagegen für richtig. Der war eine Verfammlung nach Schmiedke's Salon einberufen. entsprechende Belehrung zu theil werden. Zum Schluß seiner Preis von 7 M. für ein glattes Jaquet des besten Genres fei Auch hier war die Betheiligung recht gut. Das Referat hatte nicht möglich( Rufe: Wird ja schon bezahit Sie haben 3 ander. In eingehender Weise stilderte er die krassen Zu Ausführungen ersuchte Pfeiffer noch die Versammlungsbesucher, feine Ahnung, wieviel Arbeit daran ist!), eine Arbeiterin stände der Konfektionsindustrie und gab die Wege zur Abhilfe beim Einkauf die Geschäfte zu beachten, wo Betriebswerkstätten tönne ja 5 Stück die Woche aufertigen.( Großes Gelächter und an. Im Anschluß hieran unterbreitete er den Versammelten die eingerichtet sind. Mit einem dreimaligen brausenden Hoch auf Unruhe.) Nur mit Mühe und nach Unterstützung des Vorsitzenden aufgestellten Forderungen, zu welchen zustimmende Zwischenrufe die Bewegung wurde die Versammlung geschlossen. Eine große Bahl der Versammlungstheilnehmer ließ sich hierauf in den Vergelingt es dem Redner, weiter zu sprechen; seine Ausführungen laut wurden. Irgendwelche Opposition machte sich nicht band aufnehmen. zeugen jedoch von so geringer Sachkenntniß, daß sie die geltend und einstimmig stellten sich die Versammelten auf den größte Heiterfeit der Versammlung erregen. Einen ergreifen- Boden der Resolution. Die zweite Versammlung für den Norden fand im den Eindruck riefen die Schilderungen eines in der KostümGründel'schen Lokale in der Brunnenstraße statt. Der polizeilich branche thätigen Redners hervor. Kostüme würden schon für wegen Ueberfüllung gesperrte Saal faßte gegen 600 Personen, 1 M. 50 Pf. pro Stück angefertigt, und denfe man, man erhalte unter denen das weibliche Geschlecht dominirte. In einem am Rechnungstage sein Geld, so würden noch von der dürftigen„ Um die elenden Zustände in der Konfektion in etwas zu wirkungsvollen Vortrage begründete Schulz, Mitglied der Gesammtsumme 2 Lis 3 M. abgezogen. Tie Meisterei bringe heben, hält die Versammlung an den im vorigen Jahre auf den Agitationskommission der Schneider, die bekannten, der heut nichts mehr ein; wer im Geschäft nicht gut schmieren" Versammlung zur Begutachtung und Beschlußfassung vor- tönne, befäme feine Arbeit. Weiter schildert der Redner die Zu Konferenzen der Konfektionsschneider und Näherinnen zu Berlin liegenden Tarife. Dem Vortrage folgte eine lebhafte stände bei der Ausgabe und Abnahme der Arbeit und verlangt, und Erfurt aufgestellten Forderungen mit aller Energie fest, und Diskussion, in der nur einzelne Aussetzungen an den daß auch hierin Abhilfe geschaffen würde. Frau Ja e se hält beauftragt die Agitationstommission der Schneider und Schnei Tarifen gemacht wurden. So wünschte Wiesemann, den Tarif für Damenkonfektion für nicht zu hoch; bei den er derinnen, dieselben den Unternehmern, Händlern und Meistern Vertreter der lokalen Richtung, daß auch für die Tagschneider der höhten Ansprüchen könnten Arbeiterinnen von Jaquets zu 7 M. kaum zu unterbreiten. Herren- und Knabenkonfektion ein Mindestwochenlohn von 27 M. 2 Stück die Woche fertigstellen; sie bezeichnet die Ausführungen des gleich wie bei den Büglern festgelegt werde. In diesem Sinne sprachen Herin Pflügge als verständnißlos und tritt für Durchführung Ferner wird die Rommission beauftragt, mit den betreffenden fich noch mehrere Redner aus. 3i mann erklärte bezüglich des der Tarife in der vorliegenden Faffung ein.( Stürmischer über die aufgestellten Forderungen zu verhandeln und die EntDamentarifs die Forderung von 1,25 M. für das minderwerthigste Beifall) Alle weiteren Redner erklären sich ebenfalls für Durchscheidung bis zum 1. Februar entgegenzunehmen. Die Ver Jaquet, wofür jetzt 50 Pf. gezahlt würden, für gänzlich unannehmbar. führung der aufgestellten Forderungen; die Arbeiter und Im allgemeinen sprachen sich indessen sonst alle Redner bis auf Arbeiterinnen sollten geschlossen dafür eintreten, denn zu ver- sammelten verpflichten sich, mit allen zu gebote fiehenden, zuSta strill, welcher einen Streit für aussichtslos erklärte, für lieren hätten sie absolut nichts. Darauf wurde die Resolution lässigen Mitteln für die Verwirklichung der Forderungen ein die Tarife aus. Dieselben fanden auch schließlich die Zuslim- einstimmig angenommen und die Versammlung mit dreifachem zutreten." mung der Versammlung mit dem Unterantrage Wiesemann's, Hoch auf die Bewegung geschlossen. den Tagschneidern an stelle des vorgesehenen Stundenlohnes von 40 Pf. einen Wochenlohn von 27 M. tariflich festzulegen. Ebenso wurde einstimmig die gemeinsame Resolution angenommen. be= Für den Wedding und Gesundbrunnen wurde die Versammlung im früheren Kolberger Salon abgehalten. Hier waren schon um 8 Uhr Saal und Galerien dicht besetzt und immer noch strömten neue Wassen hinzu. Referent war Die Schneider und Schneiderinnen des Ost en 3 waren nach Chr. Bohue. Lebhafter Beifall bekundete die Uebereinstimmung dem Keller' schen Lokal in der Koppenstraße berufen, um des größten Theils der Versammiten mit seinen Ausüber die Forderungen zu berathen. Die Versammlung war führungen. Herr Abendroth warnte vor Eintritt äußerst zahlreich besucht; etwa 1500 Männer, Frauen und in einen Streit( Stufe: es iſt ja noch nicht' raud, ob wir streifen) Es Mädchen füllten den großen Saal bis auf den letzten Platz Als er den Arbeiterinnen schwaches Denfvermögen vorwarf, weil Ottilie Baader besprach unter lebhaftem Beifall in an sie sich der Tragweite ihrer Handlungsweise nicht bewußt seien, schaulicher Weise die der Arbeitsverhält- mußte er unter Schlußrufen abtreten. Herr Mattus check Entwickelung niffe in der Konfektion, wobei sie namentlich Das erklärte es für eine Thorheit, von Ausnutzung der Arbeiterinnen wichtigste, mächtigste Mann unserer Zeit. Er giebt der ( Nachdruck verboten.) öffentlichen Meinung und Stimmung die Richtung von Roman aus der Gegenwart von Tag zu Tag. Er bringt immer neues, pulfirendes Leben H. W. M. von Walthausen. in die Gesellschaft. Er belebt jeden Einzelnen, indem Eben darum müßten wir ihn uns geneigt und verer ihm Unterhaltung und damit Erholung gewährt. Er bindlich zum Hausfreund zu machen suchen." erzieht als Kritiker und veredelt den Geschmack. Es wird die ,, Den Doktor Langenberg?" nüßige Stunde zur angenehmen und doch zur belehrenden. Neues Lebensinteresse erfüllt uns, wenn die Zeitung fommt, Todesahnung beschleicht uns, wenn der Arzt kommnt. Brambach leyte das Blatt bei Seite. 35 Clotilde. Ja. Er zeigt sich sehr gefällig." ,, Weil er Deine Einladungskarten ausfüllt? Dir zu Konzerten Billete bringt, wo Du Deinen Staat zeigen kannſt-" Ja. Er hat uns auch schon in vornehme Familien eingeführt und dafür gesorgt, daß ich und Clotilde eingeladen wurden, weil Nun?" Weil er sich für Clotilde interessirt." Georgine," fagte aufspringend Brambach, fomm mir nicht damit!" Er schritt haftig auf und ab. Ein Mutterauge sieht scharf. Bemerkst Du nicht, daß er Clotilden allerhand Aufmerksamkeiten erzeigt, nur ihr zur Liebe mir gefällig ist?" Ich sage Dir, es ist Spionage. Ich gebe ihm mein Kind nicht. Ich selbst will Clotilde genießen, mich weiden au dem anmuthsvollen Wesen, an der keuschen Jungfräulichkeit und Jugendlust." " Und willst sie doch dem Baron in die Arme werfen?" " Das ist etwas Anderes, wenn ich den Schwiegersohn in der Hand habe, dann halte ich ihn und meine Tochter in der Nähe, um immer bei ihr zu sein." ihn liebt?" " Wenn nun aber Clotilde für den Doktor schwärmt? " Ja, auch ich," sagte Georgine, indem sie sich zum Fortgehen anschickte, fühle eine tödtliche Unruhe, wenn ich aran denke, daß der Doktor unser Geguer werden kann. Suche ihn zu gewinnen, schone Clotilde, daß sie nicht durch ihn unfere Unthat erfährt, gieb fie ihm Wie kommst Du plößlich darauf: der Doktor liebe Clotilden?" Weil er gegen den Baron Eifersucht zeigte." " Weißt Du aber auch, daß Clotilde ihn liebt und nicht, wie ich glaube, den Baron?" " Das wird sich morgen Mittag zeigen, wenn sie bei Tisch neben ihm sitzt." Mit diesen Worten verließ Georgine das Zimmer. Brambach ging in sein Komptoir. Er suchte allmälig seine finanziellen Verhältnisse zu ordnen. Er erzählte jedem unter dem Siegel der Verschwiegenheit: durch die geheime Unterstügung sei es ihm möglich, zu zahlen, seinen Kredit wieder herzustellen und zu befestigen. Die von sämmtlichen Versammlungen angenommene Resolution lautet: en gußtube in ber St Die als Ziel der Sohnbewegung aufgestellten& or. derungen lauten nach dem Ergebniß der Versammlungen nunmehr wie folgt: 1. Anerkennung von festzusehenden Lohntarifen. 2. Errichtung von Betriebswerkstätten. Der Endtermin witd auf den 1. Februar 1896 festgesetzt. 3. Einsetzung einer Kommission zur Austragung etwaiger Streitigkeiten, welche zu gleichen Theilen aus Geschäftsinhabern oder deren Vertretern und aus Schneidern bestehen soll. 4. Eine anständige, eines Menschen würdige Behandlung. Kommerzienrath Brambach", sondern er schrieb auch Ritter des Rothen Adlerordens" dazu. Heute war er mit seinem Diener, dem neuen Hausburschen, Jean Barbo, ausgegangen und hatte in vers schiedenen großen Geschäften Einkäufe gemacht. Der Geburtstag seines Lieblings war morgen. Er hatte seiner Clotilde außer verschiedenen Kleinigkeiten ein schönes Kleid und einen Mantel, dazu einen kostbaren Pelzschmuck gekauft. Jean mußte die Packete tragen. Er imponirte Brambach in seiner Dienstmüße nicht nur wegen seiner robusten Gestalt und dem schivarzen Bolibarte, sondern er hörte es gern, daß Jean bei jedem Rufe und Befehle sich„ in Achtung" stellte und: zu Befehl, Herr Kommerzienrath" fagte. er Jean, dem ehemaligen Militär und Offiziersdiener war dies zur zweiten Natur geworden, allein wendete das zu Befehl" um so häufiger an, weil er wohl wußte, daß dies sein Herr gern hörte. Mit den Worten:" Tragen Sie jetzt die Packete in mein Zimmer und holen Sie nach Dunkelwerden die Blumen, die ich ausgesucht habe", verabschiedete ihn zuletzt Brambach, worauf Jean mit dem üblichen zu Befehl" Kehrt machte. 25. Clotilde war am Morgen ihres sechzehnten Geburtstages überglücklich. Der Geburtstagstisch, von Georgine geschmackvoll arrangirt, glich einer kleinen Ausstellung. Das böse Gerücht, welches über seinem Hause geschwebt So reichlich war er noch nie besetzt gewefen. Clotilde wie eine schwarze Wolke, hatte sich etwas verzogen, war wurde nicht fertig mit Bewunderung, Lob und Dank. Sie mehr zur Reklame für sein Geschäft und seinen Namen ge- legte eine so unendlich reine Freude an den Tag, daß dem Ah bah! Kindliche Verehrung ist doch nicht Liebe! worden, er hatte jetzt viel zu thun und konnte, wie er sagte, sündhaften Elternpaare die Augen vor Rührung überDas verfliegt. Was habe ich von einem Doftor, der mir jetzt manchmal etivas draufgehen lassen. gingen. mein Kind wegführt und entfremdet, dabei aber täglich so Er ging daher seltener zum Halben Sechser Klub in Auch Briefe und Gratulationen von ihren Freundinnen und so viel Frauen nach dem Puls fühlt." das Weiße Roß, besuchte vielmehr feinere Restaurants. waren angekommen und ergötzten Clotilden. Besonders aber Und was hast Du von einem Zeitungsschreiber?" Dort verzehrte er viel und gab ansehnliche Trinkgelder, ein Brief war da, den sie nicht genug lesen konnte. Was " D, der liefert mir billig das Material, mit dem ich wenn die Kellnerin ihn fleißig Herr Kommerzieurath" ihr noch nie begegnete, hatte der heutige Tag gebracht. Eie meine Zeitung fülle, von dem ich lebe" und Brambach nannte. Er gefiel sich darin, mit knopflochbebänderten war besungen worden durch ein Gedicht und zwar von nahm die Beilage der Landeszeitung" zur Hand- höre Herren und Hofmännern zu verkehren. Jedes, auch das einem Herrn. was Rügdorf darüber sagt: Der Zeitungsschreiber ist der geringste Echriftstück unterzeichnete er nicht nur mit " ( Fortsetzung folgt.) Rohe Redensarten oder gar Handgreiflichkeiten( wie fie vorgekommen) müssen unterbleiben. 5. Schnelle Abfertigung bei Empfangnahme und Abliefern von Arbeiten. Bei länger als einstündigem Warten wird pro Stunde 40 Pf. vergütet. 6. Mindestens wöchentliche Lohnzahlung am Schluß jeder Woche. 7. Anerkennung von Arbeitsnachweisen in Händen der Ar beiter. Briefkasten der Redaktion. freireligiöse Kirchhof nicht einer politischen oder firchlichen Gc meinde gehört, so hat über die Zulassung von Reden auf dem Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Kirchhof nur der Vorstand der freireligiösen Gemeinde zu be Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von finden. Es giebt aber Rechtsgrundsätze", aus denen heraus 6-7 Uhr statt. eine Behörde vielleicht hier und da anderer Ansicht war. 8. S. 31. 1. Ihre Frau hastet für Ihre Schulden nicht. Gine chatengerſaguflicht hat eine Dame, deren Taillennadel orte. 4. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Gegenstandes. Gerecht. Vom Tage der Besißnahme des Erbes ant.-A. N. 5. 2. Verjährung scheint vorzuliegen. 3. Amtsgericht Ihres Wohnin die Gefahr des Tanzbodens begiebt, Aulaß eines Klei erunfalls beim Tanzen wurde, nicht. Wer sich 5. Unbestimmt. 6. Trauschein und Verzeichniß des Vermögens hat selbit alle Ihrer Frau. It re und Ihrer Frau Anwesenheit ist erforderlich. Schäden zu tragen, die ihm aus Mangel oder Ueberfluß von 2. N. 77. Nein.- O. 2. 48. Ohne Einfcht in die Kleidungsstücken anderer zustoßen. 2. K. 101. Ta der Feuerversicherungs- Police nicht zu beantworten. W. W. Ja 6. Wahlkreis. Freitag, 24. Jaunar, abends 8½ 1hr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35: Gr. Volksversammlung Zages Ordnung: M 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten W. Klees( Magdeburg) über: Die Handwerkerfrage. 2. Diskussion. 13ur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Berband. ( Zahlstelle Berlin.) Vertrauensmänner- Versammlungen. Offen. Donnerstag, den 23. Januar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Thiel, Fruchtstraße 36 a. Sämmtliche Beitragssammler und Kontrolleure des Bezirks haben uubedingt zu erscheinen; außerdem ist es erforderlich, daß sämmtliche Werkstätten des Ostens vertreten sind. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerfarte legitimirt. Wedding und Gesundbrunnen. Donnerstag, den 23. Januar, abends 8½ hr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23. Rosenthaler u. Schönhauser Vorffadt. Donnerstag, den 23. Jannar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Mörschel, Schönhauser Allee Nr. 28. Zu dieser Vertrauensmänner Versammlung werden die Mitglieder der Werkstatt- Kontrollkommission ersucht, sämmtlich zu erscheinen. Den Mitgliedern für Wedding und Gesundbrunnen zur Nachricht, daß in der Stettinerstrasse, Ecke Bellermannstrasse, eine neue Zahlstelle errichtet ist. Ferner werden die Mitglieder ersucht, die Sammelliste Nr. 36 anzuhalten und an Helbig, Wolgasterstr. 3, abzuliefern. 80/15 Die Ortsverwaltung. Uhrmacher. Donnerstag, den 23. Januar 1896, abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Pasch, Alte Jakobstr. 83: Oeffentliche Versammlung Tages- Ordnung: 1177 1. Die Vorschläge der Regierung zur Rettung des Handwerks und sind dieselben oreignet, cine Hebung der Lage der Uhrmacher herbeizuführen? Referent: Otto Naether. 2. Freie Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl. desselben. 4. Wahl eines Delegirten zur Gewerkschaftskommission. Sämmtliche Uhrmacher, Gehilfen wie Prinzipale, sind zu dieser Verfammlung eingeladen. Der Vertrauensmann der Uhrmacher. Otto Naether, N., Anklamerstr. 44. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Heute, Mittwody, den 22. Januar 1896, abends 81/2 Uhr: Bezirks- Versammlung für den Morden im ,, Victoria- Garten", Bad Straße r. 12. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Panl Litfin über Florian Geyer". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Alle bei nachgenannten Firmen beschäftigten Kollegen werden gebeten, an der Versammlung theilzunehmen: Arnheim, Ade, Aktiengesellschaft vorm. Kappler, Küstermann, Roller, Sponholz& Wrede, Zimmermann& Buchloh, E de la Sauce& Kloss, König, Kücken& Co., Brest& Cie, Brettschneider & Kriegner, Schöning, Rudolf& Kühne, Betriebswerkstätte der Pferdebahn, Krauschutz früher Pappritz, Usedomstraße, und G effroy, Ackerstraße. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 112/15 5 Jahre Garantie! Der Vorstand. Bimmerer! Mittwoch, den 22. Januar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Cohn, Beuthstr. 22( großer Saal): Oeffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Die Arbeitsniederlegung der Zimmerer in den Baugeschäften Radicke und Pumplun. 258/2 von 2. Sonntag und Ueberstundenarbeit auf der Gewerbe- Ausstellung. Das Erscheinen sämmtlicher Zimmerer, besonders der auf der Gewerbe- Ausstellung beschäftigten, ist nothwendig. Der Vertrauensmann der Berliner Zimmerlente. Belle- Alliance- Theater. Sonntag, den 26. Jannar, nachmittags 2½ Uhr: Jum zweiten Male: Die Ränber Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Mischka Preger a. Gaſt. Schweißer .| Amalie • 230/16 Karl Moor Hedwig Margot. Franz Moor Julius Türk. Ernst Clefeld a. Gaft. Rosinsky Carl Wesselsky a. Gast. Eintrittskarten à 60 Pf. sind in den bekannten Geschäften zu haben. Rum anerkannt gut, Literfi. à 1,10, 1,60, 2,10 m., bei 5 Flaschen 10 Bf. billiger. Glühwein- Extrakt, ausgezeichnet, Liter 1,20 m., 5 Liter 5,50 M. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeer- Saft, vorzüglich, Liter 1,20 m. [ 4184L* Medicin. Ungarwein, beste Qualität, Literflasche 2,10 W. 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