Morgenausgabe Ar. 170 A 36 ■46. Iahrgang Kiichtnllich WPf., mon-LZch ZM Zr. Im voraus zahlbar. Postbezug 3....... 1824 5 792 4.„....."1 190 6 227 5.„..... 1221 4 934 6.„..... 1 410 5517 7.„, 520 3377 8.„....» 35o 1 847 9.'„..... 267 1 329 10.„..... 37 696 11.„..... 620 2 500 12.„..... 231 1 431 13.„..... 292 1 388 11. ,...... 1 190 7 788 13.„..... 477 2883 16.„..... 360 1 737 17.„..... 854 4 236 18.„..... 195 974 19...... 265 1 670 20........ 665 2 450 Röistgental......... 50—* Velten........... 140—* Berlin........... 14560 64054 Provinz Brandenburg..... 3-034 36164 Insgesamt..... 17 594 100 218 * Gehören zum sozialdemokrat Bezirk Brandenburg. In den fünfzehn Monaten der Berichtszeit(1. Nov. 2? bis 31. Jan. 29) hat die KPD. rund 6000 Müglieder aufge- nommen, aber nur 1200derNeuaufgenommenen haben ihre Beitragspflicht erfüllt! Heber die Stärke des„Roten Fronttampferbundes" gibt der Bericht nur ein unvollkommenes Bild. Bei der letzten Generalkpntrolle waren 16.2 Proz. Parteimitglieder im RFB. organisiert. Die kommunistische Bezirksleitung stellt auf Seite?01 des ge- druckten Geschäftsberichts fest, daß nach wie vor die Zahl der Austritte sehr hoch ist. Sehr aufschlußreich ist der Bericht über die Leserzahl der „Roten Fahne". So schwach wie die kommunistische Orgo- nisation ist auch ihre Presse. Ihre Auflage ist kaum axößer als jene der„Reuköllnischen Zeitung" oder des„Neuköllner Tageblattes", die als Verwaltungsbezirksblätter erscheinen. Auf Seite 91 ihres Berichts muh die Bezirksleitung feststellen. daß eine St e i g e r u n g der Abonnentenziffer trotz der Wahl- erfolge der KPD. nicht erfolgt ift Rur 10 772 Mit- glieder d« KPD. sind Abonnenten der„Roten Fahne" und Verkehrte Lust in Streichungen Wir fiitiZ das Loiiü der ungewöhnlichen Ereignisse. Kamn hat das Reichskabinett eine Beratung abgehalten, in der die Varschlag« für einen Sparetat des Reiches in der Form angenommen wurden, wie sie die Finanzsachverständigen von den Sozialdemokraten bis zur Deutschen Volkspartei vorgeschlagen hatten, da protestiert dagegen— ein Regier ungsorgon! Die.Industrie� und Hairdslszeituiig" gehört dem Deutschen Reich. In seine Herrschast teilen sich das Wirtschafts- Ministerium und das Auswärtige Aint. Dieses Blatt hat nicht» Eiligeres zu tun. als gegen die Abstriche bei der deutschen Luitfahrt zu protestieren. Als amtliches Organ zweier Reichs- ministeriell verhöhnt es die Finanzsachverständigen und das Reichskabinett etwa wie folgt: ..Bei der Ablehnung der Erhöhung der Biersteuer mag man sich etwas vorstellen können. Nicht vorstellen kann man sich aber jedenfalls, wie die Aufrechterhaltung des deutschen Luftverkehrs unter diesen Umständen durchgeführt werden soll. Allerdings ist es noch nicht heraus, wo im einzelnen von dem Luftetat die 28 Millionen abgestrichen werden sollen." Nachdem wir mit dietem Tatbestand eines Angriffes auf das Sparprogramm des Reichstages und der Reichsregie- rung durch ein Regierungsblatt zu rechnen haben, ist es notwendig. einiges darüber zu sagen, warum gerade im Reichsverkshrs- Ministerium die Abstriche am umsangreichsten geworden sind. Im Rsichsverkährsministerium haben sich bestimmte Abteilun- gen seit einer ganzen Reihe von Iahren vom Haushalt des Reiches beinahe völlig unabhängig gemacht. Sie ließen sich alljährlich Dutzende von M ill i o n e n z. B. für Luftverkehr und Kraft- fahnvesen bewilligen. Diese Etatstitel warnt jahrelang nicht nur übertragbar, sondern auch gegenseitig deckungssühig. Mit anderen Worten, das Berkchrsministerium hat über dies« Summe im ganzen Umfang praktisch frei verfügt. In der Zwischenzeit ist nach jahrelangem Einspruch des Reichstags endlich ein« etatsmäßige Aufspaltung jener Riesensummen erfolgt, aber an dem System de? Ausgaben hat sich nichts geändert, wobei das völlig« Durcheinander des deutschen Luftverkehrs eher noch zugenommen hat, als daß es verei macht wurde. Wir sind der Auffassung, daß es unmöglich ist, dem Mgemeinsn Deutschen Automobilklub, München, und dem Automobilklub für Deutschland(der frühere„Kaiserliche Automobilklub") Jahr um Iah? Hunderttausende als Subvenkionen zuzuwenden. Der Reichsverfxmd der Automobilindustrie hat aLein als Beihilfe für Preise im Jahre 1Ö27 über 120000 M. oerfügen können. Die Motvrflugüberwachung, die in Wirklichkeit nichts anderes ist als eine Umschreibung, kostet dem Reiche jährlich ein« ganze Reihe Hunderttausende. Noch schlimm«? ist es bei der<5 u b- ventionterung des Flugzeugbaues. Hier hat das Derkehrsmintfterium, wie schon erwähnt, seit einer ganzen Reihe von Jahren völlig frei, viele Millionen an Darlehen zum Teil zinslos, zum anderen Teil unter Verzicht der Rückgabe ausgestreut. Dieses ganze System der Vefruchtung des Flugzeugbaues ist dabei immer von den beschränktesten milltärischen(3c- stchtspuntten ausgegangen. Am liebsten möchte das Deickehrs- ministerium aus Reichsmitteln Tirpitzfche Riesenpanzer bauen, die 10000 Meter hoch fliegen. Wöhrend in allen anderen Ländern die Entwicklung der Flugzeuge zum einfachen, billigen Massenfluzzeug den Ministerien? m Lustverkehr! gedrängt wird, strebt man bei uns im Berkchrsministerium nach der entgegengesetzten Richtung. Nicht nur der Reichstag, sondern auch der Rechnungshof des Deutschen Reiches ist feit Iahren über die Bewirtschaftung des Lust- und Kraftfahrwefens durch das Rcichsverkchrsmimstemm außerordentlich empört. In einer jüngst erschienenen Denk- s ch r i f t des Rechnungshofes des Deutschen Reiches wird auf bald zehn großen Druckseiten eingehend dargestellt, in. welchem Zustande der Desorganisation sich das deutsche Flugwesen befindet. Es geht so gut wie alles durcheinander. Zeder Funktlonär möchte einen eigenen Betrieb haben mit freier Etatsdisposition. Die Motorenindiiftrt« möchte möglichst unkontrolliert« Preise bekommen. Di« vom Derkehrsmintslerium an dl« verschiedenen Institutionen abgegebenen Flugzeuge und Flug- motoren verschwinden spurlos. Di« Belege emhstllen keine Angabe über die Quelle, der diese Gegenständ« zugedacht waren. Die Auf- Wendungen des Reiches für die Deutsch« Versuchsanstalt für Lust- fahrt werden aus so verschiedenen Titeln gedeckt, daß kaum ein« Uebersicht möglich ist. Ueberall wo man hinsieht ist diese Des- o r z a n i s a t'i o n die Ursache unwirtschaftlich« Ausgaben persön- licher und sachlicher Art. Am Luftverkehr sind die Flughafenunternehmer, die Luftver- kshrsgesellschaften, der Signaldienst, die Flugwetterwart«, die Flug- hafenfunkstell« und die Polizeiflugwachen beteiligt. Wie verwickelt die Verhältniste sind, möge folgendes Beispiel veranschaulichsn: Di« Flugweite rwa r.be Frankfurt (Main) gehört zu der dem preußischen Minist« für Landwirtschaft, Domänen und Forsten unterstehenden Norddemschen Wettsrdtensr- organisation. Da dies« Flugwetterwarte aber eine Zweigstelle des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Frank- furt(Main) ist. gehört sie zum Ressort des preußischen Ministerz für Wistenichast, Kunst und Volksbildung. Dieser stellt, die Mittel für die persönlichen Bezüge der Angestellten der Flugwetter- warte dem Urnversitätsinstttut zur Verfügung und läßt sie sich vom Reichsverkehrsminister erstatten. Di« sächlichen Kosten der Flugwetterwarte, mit Ausnahme der Diensträume, trägt der preu- ßische Minister für Landwirtschaft. Domänen und Forsten. Des weiteren sind Mittel fiir dies« Flugwetterwarte aus dem Haushalt des preußischen Ministers für Handel und Gewerb« zur Verfügung gestellt worden. Was vorstehend berichtet wurde, ist nur«in tleiner Ausschnitt aus dem tatsächlichen Zustand des Haushalts des Reichsverkchrs- Ministeriums. Wie es angesichts diessr Totsachen ein amtliches Organ wagen kann, das vom Reichskabinett gensl)migte Spar- pragramm zu vechöhnen, ist uns unerfindlich. Im übrigen macht man jetzt schon von allen möglichen Stellen her eifrige Propaganda für die arme, von den großen Parteien des Reichstags zu Unrecht gequälte Luftfahrt. Die Agitation ist ganz geschickt, man erklärt. daß man beim Zeppelin ja sparen könne. Es steckt wohl hinter diesen Angrissen die Hoffnung einer Zersplitterung der Sparsront des Reichstages. Wir sind der Austastung, daß jene Propagandakulistenschieber sich irren werdem Sie täten viel klüger, j mit den engen Mittein, die in einem Notjahre dem Reichsverkehrs- Ministerium bewilligt werden, sparsam zu wirlschvsten und den Bereich ihrer Verantwortlichkeit vereinfacht neu zu organisieren. Kurt H einig. nur 1993 MUglieder in der Provinz Wonnenten des Provmzablegers. Schon Anfang des Jahres wurde von M ü n z L n b e r g festgestellt, daß die„Rote Fahne" in Berlin nur 1 1 Ob die„Rote Fahne" von diesem Vorfall Notiz nehmen wird? Wenn ja, dann wird sie sicher für di« Nichtannahme des Antrags obendrein noch di« Sozialdemokraten und die reaktionäre preußisch« Siaatsregierung verantwortlich machen. Diese Kommunisten macht uns keiner nach! abgedruckt und, wie der„Amtliche Preußische Pressedienst" mitteilt, .teilweise ihr Bedauern ausgesprochen". Der Handels- minister hat den Herrschaften mitteilen lassen, daß sie parteipolitisch« Polemiken aus ihren Blättern überhaupt fernzuhalten haben. Bon einem förmlichen Disziplinarverfahren gegen den schuldige« Beamten der Kammer ist nur deshalb abgesehen worden, weil die Redaktion des Kammer-Blattes ja schon ihr„teilweises Bedauern" ausgedrückt hatte. Und scheint, daß die Erledigung dieses Falles angesichts der groben politischen Flegelei eine sehr milde und kaum ver- ständliche ist!_ Die deutschnaiionalen Kreditskandale. Eine Erklärung der preußenkosse. Das Direktorium der Preußischen Zentralgenossenschaiiskass« (Preußenkasse) teilt dem Amtlichen Preußischen Presiedienst zur Diskussion über die Raiffeisen-Skandale folgendes mit: „In einem Test d«r Presse wird zurzeit die GeichSstsgebarung einiger zentraler genossenschaftlicher Unternehmungen, insbesondere der Deutschen Raiffeij«nbank A.-G. sowie der Genosienschaftlichen Zentralkasse und anderer wirtschaftlicher Unternehmungen des Rvichslandbundes während der Jahre 1S24 und 1026 erörtert. Bei den genannten genoisenschaillichen Unternehmungen sind in der damaligen Zeit Verluste eingetreten, deren Umfang der Oefsentlichkett sett längerer Zeit bekannt ist. Die Beseitigung dieser Verlust« stellt eine wesentliche Ausgab« der eingeleiteten Reorgani- satton das ländlichen Genosienschaftswesens dar. Wenn dieser Re- organisatlonsprozeß auch naturgemäß längere Zeit in Anspruch nimmt, so ist gleichwohl Vorsorge sür reibungslos« Ab- Wicklung der Geschäfte der in Betracht kommenden Institute getroffen morden. Auf diese Weise besieht für die Spar ein. leger und sonstigen Gläubiger keinerlei Anlaß zur Beunruhigmng." Auch uns ist bekannt, daß die heutige Zentralisierung und Rationalisierung der landwirtschaftlichen Genossenschaften endlich die Sicherheit des landwirtschastlichen Genossenschaftswesen» wieder in der wünschenswerten Weise erhöhen wird. Das ändert nichts an der unverantwortlich leichtfertigen Weife, mit der seinerzeit von deutsch nationalen Derantwort- lichen mit Bauerngeldern umgesprungen wurde. Wer ist Ltralzeff? Die„Deutsche Tageszeitung" beschwört den„Juden" llralzeff Zu der Verschwendung von Bauerngeldern durch deutschnatio- nate verantwortlich« hat die„Deutsche Tageszeitung" endlich die Sprache gefunden, llralzeff sei russischer Jude gewesen! Damit soll den Verantwortlichen herausgeholfen werden. Aber auch diese Beschwörung nützt nichts. llralzeff ist. wie wir hören, der Sohn eines russischen Spediteur» und entstammt einer rein russischen Familie, di« in Ietaterinoslaw lebte Er hat in Dorpat Medizin und Physik studiert, leitete dort mehrere Apotheken und kämpfte schließlich in der weißen Armee unter Iudeniffch. Krise im Zwergland. Etat in Mecklenburg-Strelih abgelehnt.-- Oeutschaationale und Kommunisten im Bunde. Nenstrelih. lt. April.(WTv.) Ja der heuligea Rochmittagssihung des Mecklenburg. Steelchschen candtages wurde der Skaalshaushaltsplan für 1029 in der Schlußabsiimmung mit IS gegen IS Stimmen abgelehnt. Für den Etat stimmten die Sozialdemokraten und die Arbeitsgemeinschaft der Milte(Deutsche Volkspartei« Volksrechkspartel und Vauernbund). Alle übrigen Abgeordnete«(veulschaationale. Demo- traten und Kommunisten) stimmten gegen den Etat. Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung verlas Landtags- Präsident Dr. Foth ein Schreiben des Staalsminister, Dr. Freiherr von R e i b n i tz. in dem dieser seinen Rücktritt al» Staat». minister erklärte, da der von ihm vorgelegte Etat von der Mehr- heil de» Landtages abgelehnt fei. Abg. var losch(Soz.) verlas alsdann eiuea Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, wonach der Staatsminister. Dr. Freiherr von Retbath auf Grund de» Z 27 d« Laudesgrundgesehes von der Meiterführung der Geschäfte entbunden wird. In der Begründung dieses Urantrages heißt es: „Die sozialdemokratische Fraktion ist aus staatspolitischen Grün- den bei den Verhandlungen bi» an die äußerste Grenze de» Möglichen gegangen, glaubt aber nunmehr für die Soasequenze«, die sich au» der Ablehnung de» Haushaltsplanes zwangsläufig sür da» Land ergebe», die veraatwortuag ablehne« zu müssen. Sie stelle diesen Antrag um der Opposition, bestehend au» der deotschuationaleu und der wirtschaftlichen Aebeitvgemeiuschofl(Demokraten uud Kommunisten), die noch den parlamentarischen Gruadfähen nunmehr eine Regierung zu bilden haben, den weg seeizumachen. Präsiden« Dr. Folh teilte mit. daß er den sozialdemokratischen llrantrag ans die Tagesordnung der morgigen Sitzung sehen werde. Hakenkreuzdefraudani. so ooo Mark Spargelver unterschlage«. Ludwigslnst, 11, April.(Eigenbericht.) Der seit mehreren Jahren bei der Bezirkssparkasse Ludwigslust tätige nationalsozialistische Alexander Ah(grimm stellte sich der Staatsonwaltschast und gestand die Unterschlagung amtlicher Gelder. Auf Grund einer oberslächlichen Nachprüfung der Bücher»«rden die Zteruntreuungen auf 35 000 b i» SO 000 Mark geschätzt. Di« Kontrollbücher wor«n gefälscht. Ahlgrimw ist der Führer der Nationalsozialisten in Üudwigslust. Dem Vernehmen noch soll«r die veruntreuten Gelder hauptsächlich zu Parteizwccken verwendet haben. Hakenkreuzstrotche. In Aachen wurde«in« Bersommsung der Deutschen Krtedevsgescllschaft» in der Helmut von Gerlach-Verlin sprach, von Nationalsozialisten gestört. Erst als die Poliz«! eingriff, konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Handel mit(Schimpfereien. Die„Wirtschaft" in der Handelskammer. Vor kurzem wiesen wir auf eine fast unglaubliche Veröffent- lichuug in dem amtlichen Organ der Industrie- und Handels- kammern von Magdeburg und Halber st adt hin, einer Ver- öffentlichunz« in der sozialdemokratische Beamte—„Prominente" waren sie vorsichtigerweise genannt— als Schlemmer übelster Art hingestellt wurden. Sie, die Leute„in höchsten Anus- und Staats» stsllungen" sollten„Abend sür Abend bei Sekt und Kaviar die spendabelsten Stammgäste der teuersten und verrufensten Nacht- lokale des Berliner Westens" sei». Nachdem wir diese niederträchtige Beschimpfung sozialistischer Beamter durch ein amtliches Handelokammerblatt angeprangert hatten. h»t der preußijch« Handelsminiper Bericht eingefordert. Die Halber st ädt«r Handelskammer ist darauf von der Ver- ösfentlichung abgerückt(von der Magdeburger wird da» gleiche nicht gemeldetl). Die Redaktion des Kammer- Blattes hat nachträglich auch noch eine entschuldigende Erklärung Lenins Testament. Oie Sowjetpriester: Wir hüten seinen Leib, verschone uns mit seinem Geist. polen dem MMärsaschismus ausgeliefert. Sieben Generale und Oberste und nur vier Zivilisten im Kabinett. Der Bergetat. Beratung im Landtag.— Oie Löhne der Bergarbeiter. Der PreußisckK Landtag trat am Donnerstag, dem 11. April, nach der Oslerpaufe wieder zuiammen. Das Haus tritt in die vveite Lesung des Haushalts der Berg-, Hütten- und Salmenverwallung ein. Nach dem Berichterstatter Abg. O st e r r o t h(Sog.) nimmt dos Wort Handelsminister Dr. Schreiber, der gimächst einen allgemeine» Ueberbliik über die Entwicklung der ein,geln«n Zweige des preuhischcn Bergbaues gibt. Die Gesamt- steintohlensörderung Preußens ist 1928 um 2,7 Millionen Donnen qegenüber dem Vorjahre zurückgegangen. Ein großer Teil der in- folg« Stillegung entlassenen Belegsckzastsmitglieder kannte im anderen Bergbau untergebracht werden. Die Löhne hoben im vergangenen Jahre in allen Gebieten eine Aufbesserung erfahren. Auch die ceiskuagssleizerung pro Kops und Schicht hat 192« in allen Slelnkohlengebleten eine Aortjeßung erfahren. Die Erhöhung des Schichtsörderanteils betrug in Oberfchlesien 9,4 Prag., m Niederschlesien 7,7 Proz., im Nudrrevier Z.2 Prag, und im Aachener Revier K,4 Proz. Trotzdem ist die Loge im Stein. kohlenbergbau nicht belriedioend. Im Gegensatz dazu hat der Braunkohlenbergbau seine Förde eungsgisfern um 10,8 Prag, gesteigert. Zum ersten Male übersteigt die Gesamtbraunkohlensörderung mit 168 Millionen Tonnen die Gesamtsieinkohlensörderung von 1S1 Millionen Tonnen. Die gange Lage des Bergbaues spiegelt sich besonders in den Ergebnissen der staatseigenen Gssellschoiten wieder../) i b e r n i< und„B« r g a g' haben mit Verlust gearbeitet. Auch die Preußag hat einen Gewinnrückgang. so daß die Dividende von 5 aus 4 Prag, ermäßigt wurde. Die Annahme, daß diese großen staatlichen Gesellschasren gegenüber der Prioatwirrschast bevorzugt sind, ist irrig. Bei der..Hibernia" gibt es keine steuerliche Be- günftigung. und bei der„Preußog" und„Bergag" kommt die Reichs- Vermögenssteuer nicht gur Erhebung. Diese Steuer würde weit weniger erfordern als die Pensionslasten betragen, die den beiden Gesellschaften durch Gesetz auserlegt sind. Ich lasse keinen Zweifel darüber, daß ich jede steuerliche Bevorzugung der össenlUchen Hand für bedenklich halte. Hieraus beantworten Regierungsvertreter eine Reihe von großen Anfragen. Abg. Aranz-Oberschlesien(Soz.)': Wir werden uns einer Sparsamkeit widersetzen, die vielleicht bei dar Hrubenkontrolle cmselgen soll. Wir wünschen nicht Abbau, sondern Ausbau der Grubenlontrolle. «Sehr wahr! bei den Sogioldemotraten.) Insbesondere wünschen wir, daß an ollen Bergrevieräintern mindestens ein Arbeitertontrolleur tötig ist. Soweit die Unfallziffern gefallen sind, ist das im wesentlichen auf die Tätigkeit der Arbeiierkvntrolleurc zu- rückzuführen.(Sehr wahr', bei den Sogialdemokraten.) Dia Reinrmierung der Bergbehörden in fortschrittlichem Geist muß fortgesetzt werden. Die Jahresberichte der Bergbehörden sind in den letzten Jahren bedeutend obsettiver abgefaßt als früher. Leider fühlen sich aber immer noch«ine Angahl Bergaussichtsbeomte in der Rolle des Gendarmen gegenüber den Bergarbeitern. An den Fortschritten in der Einstellung der Bergbelsijrde hat das Gntbensicherheitsamt ein gewisses Bardienst. Es ist deshalb auch bei den Oberbargämtern nicht gut ange schriebet:. Ist also eine, wenn auch langsame Umstellung bei der Berg- behöche'ü beobachte», so kann das leider nicht von den»rwaten Zechenbesitzcrn gesagt werden. Hier herrscht nach immer der alte Scharsinacherge'.st.(Sehr war! bei den Sogialdemokraten!) Lei den deukjchen Wirtschoslsführern macht sich überhonpl eine starke Fuhruvzsimpoleng bemerkbar. Das zeigt der sogenannte Bergmanustag, der im vorigen Jahr in Berlin tagte. Das geistige Niveau dieser Konsercng war gcradegu erschütternd. Nur die Phrase beherrschte das Feld, kein Gedanke wurde ausgesprochen, der einen Blick nach vorwärts gegeigt hätte. Es ist kein Wunder, denn dieser Bergmannstag war von etwa 800 Bergroerksdirektoren besucht. Keine der schwebenden aktuellen Fragen des Bergbaues wurde auf dieser Tagung berührt. Man schimpfte oui dir Bergarbeiter und aus die hohen Löhne und keiner der anwesenden Behördenpertreter tst_ diesen Ausführungen cirt- gegengetreten.(Hört! hört! bei den Sogialdemokraten.) Erfrculicherioeisc sollen nunmehr die Unternehmer bereit sein, ihre Selbstkosten einer Nachprüfung imtergiehcn gu lassen. Dia Gewerkichaften schlagen vor. diese Prüfung vom Reichs- kvhlenverband vorgunehmen, aber die Unternehmer sind grundsätzlich dagegen, daß diese Inslitution die Selbstkosten nachprüft, weil sie Gegner des Kohlcnverteilungsgesetzes sind und nicht wünschen, daß diese Organisation öffentiicht noch mehr, hervortritt. Wir sind entschied en gegen die Aufhebung des Kohlenverteil ungsgeletzes. Nach dem Bericht des rheinisch- westfälischen Koblensyndikats Hot sich die Förderung, die 1926 von 132 auf 143 Millionen Tonnen gestiegen war, 1927 auf 1SZ,S Millionen Tonnen erhöht. Die Förderung im letzten Jahre übertrog unter lstugrundelegung des heutigen Reichsgebiets die Pro- duktion von 1926 um Z,71 Prog., die von 1913 um 9,12 Proz. oder 123 Millionen Tonnen und die Förderungsgifser van 1924 um nntd 36 Prag. Bon den guletzi gesärderteu Kohlen entfallen 76,8 Prag, aus das Ruhrgebset. nur 233 000 Tonne» entfallen aus die Förderung syndikatssreier Zechen. Das rheinisch- tvestsalische Kohlensyndikat stellt also wohl das geschlossenste Monopol der Welt dar. HSllea wir kein Soblenverleilungsqesi'ß. dos die Entscheidung über die Dreise der Legierung in die Hand gibl, so wäre dieses Monopol In der Lage, der gesamlen Wlrtschask seine« Wiste« ousguzwlngen. Diese Bestrebungen werden auf? äußerste von uns bekämpft. Das Geichrej über die hohen Löhne der Berg- arbeiter ist voll ig unberechtigt, aber immer noch herrscht in vielen Bergreoieren unsägliche Not und großes Elend unter den Bergarbeitern. Das Geschrei der Unternehmer über die hohen Löhne hat zweifellos den Rdvaoationsagenten zu feinen falschen Mitteilungen über die deutsche Wirtschaft gebracht. Während Herr Klöckner behauptete, daß die Gestehungskosten pro Tonne Kohle durch Erhöhung der Arbciteriöhnc von 192ö bi» 1928 um 2,41 M. gestieocn sind, sind in Wahrheit nach der Statistik des rheinisch-westsälischen Kohlensyndikots die Arbeitskosten nur um 2 P f. pro Tonne gestiegen.(Hört! hört! bei den Sogialdemo» kraten.) Auch das Internationale Arbeitsamt hat festgestellt, daß noch 1923 Deutschland dl« längste Arbeitszeit im«uro- päischen Kohlenbergbau hatte, wäbrend Deutschland nur 69 Pro.g. der englischen Arbeitslöhne zahle. Diese Anooben werden im wesentlichen bestätigt durch das Institut für Konjun/tursorschung. Das schon erwähnte Sinken der Unsallgisser hat sicher seinen Grund in unserem Antrag, der in der Grubensicherheitc kommission gestellt war. Danach haben auf allen Gruben Kommissionen von der Bergbehörde mit der Betriebsvertretung und der Bergoerwal- nmg sich über die Ursachen der Unfälle unterhalten. Dadurch ist da» Derantworwngsgefühl aller Beteiligten erheblich gestärkt Warden. Trotzdem sind die llnsallzisfern«och immer ungeheuerlich. So lind in Oberschlestcn bei einer Gesamlbelealchasl von 43 000 TNoaa in einem Quartal noch 31 löbliche Unfälle vorgekommen. (Höri! hört') Der Redner gehl zum Schluß noch auf die Verhandlungen über den polnischen Handelsvertrag ein, dessen Abschluß er in einem Warschau. 11. April. Da im Regierungsblock die halbsoschlstlsche Gruppe der hohe« Militär» über die Zivilist«« de« Steg davon getragen ha«, wird dos ueue polnische Ministerium ei« ausgesprochene» �Kabinett der Oberste«ad Generale" sein, dem siebe« hohe aktive Ossiziere angehören, wenn sich diese Zusammensetzung bestätigen sollte, wäre mst einem scharfen Kurs gegen den Sejm zu rechne«, dessen dauernd« Der- tagung oder endgültige Auslösung ohne Aus- fchreibung von Revwahlen wahrscheinlich ist. DU Gruppe des zurückgetretenen Ministerpräsidenten L artet, die noch immer eine Zusammenarbeit mit dem Parlament empsiehlt und wirtschast- lich eingestellt war. Ist endgültig ausgeschaltet. DU Er- nennung des neuen Ministeriums soll Sonnabend vollzogen werden. DU Dppositlousblätter. dU die Mitteilungen der Leglerungs- presse ohne Kommentar wiedergeben, enthalten sich noch seder Stellungnahme. Probemobilmachung in Warfchan. W-rsch-ck. 1K. April l ch l a g n a h m t worden(zun: 30. Male in diesem Jahre). Das Blatt gab eine zweite Ausgabe heraus, in welcher eine weiße Lücke die Stelle des vom Zensor gestrichene« Artikels vertrat. Auch di«„G a z e t a W a r s z a w s k a' ist beschlagnahmt worden und zwar wegen eines Artikels,, der im Zusammenhang mit den Angriffen gegen den Sejm die Frage der Würde des polnischen Staatswestms b-hcmMie.. Auch die Mittwochausgabe der polnischen s o z i a l i st i sch c4l „Gazeta Rvbotnicza" in Kattowitz wurde beschlagnahmt, und zwar wegen eines Artikels„Scharfer oder milder Kurs gegenüber dem Sejm?" Schließlich wurde gestern auch die Nummer 167 des „Berliner Tageblatts" von der Kattowitzer Polizeidirektion beschlagnahmt. Kahlbusch verhastei. Oer.Fememörder in Deutschland. WU der Amtliche preußische Pressedienst mitteilt, ist der wegen mehrfachen Mordes steckbrieflich verfolgle ehemalige Feldwebel August Fahlbulch, der au» den pereioigten Staaten von Nord- omerika ausgewiesen war, beim Dcrlnsseu de» Schiffe» aus d e u 1- I che m Loden ver haftet nwrdcn und wird nach Berlin üb«r. geführt werden. «- Fahlbusch mar Mitglied des dem Oberleutnant Schulz unter- stehenden.ZBB.-Kammandos, das in den Kreisen der Schwarzen Reichs vi elir auch da?„M o r d k o in m and o" genannt wurde, Außer Fahlbusch gehörten ihm die Feldwebel Klapproth und B ü s ch i n g an. Die Töterschaft Fahlbuschs in einer Reihe von Mordtaten gilt durch die bisherigen Fememordprozesie bereits als fest erwiesen. Im Falle Wilms, in dem Oberleutnant Schulz wegen Anstiftung bekanntlich zum Tode verurteilt wurde, war es Fahlbusch, der im Mordauto hinter Wilms sitzend dem Wilms die tödliche Kugel durch den Kopf schoß. Ebenso gisi Fohlbusch als unmittelbarer Täter im Falle Br»uer. Brauer wurde gleichfalls von Fahlbusch im Auto erledigt. Während im Falle Wilms der berüchtigte Klapproth dos Mordaitto steuerte, tat dies im Falle Brauer ein Unteroffizier K o w a l e w s k i. der bereits wegen Beihilfe zum Mord« zu sechs Jahr«» Zuchthaus verurteilt worden ist. Auch in weiteren Fällen ist Fahlbusch durch die Aussagen der anderen stark belastet. Wieweit diese zu ihrer eigenen Entlastung möglichst viel aus den flüchtigen Fohlbuich geschoben haben, muh sich erst herausstellen. Selbstverständlich ist Fahlbusch genau wie Klapprotb, Umhoser usw. nur das Werkzeug höherer Macht gewesen. Tschiangtaischeks Korderungen. Peking. 11. April. Tfchiangkoifchek läßt in der Agentur k u o m i««ine eingehend« Erklärung über dU politische Lage in(China veröffentlichen. Der Ravklngregierung drohe unmittelbare Gefahr von drei Seite»! von General Jeag, General peitschung Hfl und e i T s h o i S ll m. Da du Nantingr«gUrung ihm nicht die Poll. machten zn geben imstande sei. diese mUllärifchen Abenteurer zu beseitige« und unschädlich z« machen, könne er nlchl im Amte bleiben. Er verlange für fein weitere» Verbleiben die völlig« Entwass, nung aller chinesischen Truppen, außer denen der Rankingrcglerung. dU Einführung eines militärischen Direktoriums, besten Vorsitz er übernimmt und da» au» drei perfoneu zu bestehen habe. sowie dU gerichtliche Lest rasung aller chinesischen Generale, die sich der Zentralgewalt nicht fügten. Profestor Enrico Ferrl, srüberer suzialtsttschcr Führer, sodamt Reneqot und schließlich faschistischer Senator, ist am Donnerstag 73jährig, in Rom gestorben. Ratifikation— nicht Revision! Genfer Bilanz und ihre Konsequenzen. Das unter der Führung der Arbeitgebervercinigung stehend« deutsche Unternehmertum ist von dem Ausgang der Genfer Beratungen über das Washingtoner Abkommen aus der Verwaltungsrotstagung des Internationalen Arbeitsamtes wenig entzückt. Die Sozialreaktionäre sehen klar, daß in Gens in der Ratifizierungssrage wenigstens bis zu einem gewissen Grade eine freiere Bahn geschaffen worden ist. Deshalb setzen si« jetzt alle chebel in Bewegung,«m Deutschland mit dem Hin- weis auf das Jahr 1931, in dem das Revistionsoerfahren ja doch komme, von der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens abzu- hallen. Die deutsch« Arbeiterschaft dagegen hat alle Ursache, jetzt mit v e r st ä r k t« r Kraft auf die Ratifikation des Achtstundentagabkommens hinzuarbeiten: denn die Genfer Derhand- lungen haben gezeigt, daß die Reoisionspropagandiften sich in einer wenig beneidenswerten Lage befinden. Was hat sich in Genf abgespielt? Englands Revifions. o o r st o h war ein Schlag in» waffer. da in der Abstimmung die Arbeitgeber sich auf einmal der Stimm« enthielten. Hätten sie für England gestimmt, es wäre der englische Antrag, der die Revision ins Rollen bringen sollte, bestimmt angenommen worden. Warum die merkwürdig« Haltung der Arbeitgeber? Sie haben in der Revisionssuppe ein Haar gefunden. Es ist ihnen allem Anschein nach die Erleuchtung gekommen. daß sich die Revision unter Umständen gegen die Ar- b e i t g e b« r richten kann. Die Revisionspropagandisten wollen eine Einschränkung des Washingtoner Abkommens. Aber wer kann ihnen garantieren, daß es dazu kommt. Vielleicht bringt die Re- vision eine Erweiterung des Achtswndentagabkommens. Auf Veranlassung des Kabinetts mußte der Reichsarbeits- minister in Genf den Versuch machen, den Engländern eine goldene Brücke zu baue«. Er schlug vor, die Londoner Abmachungen in irgendeiner Form in das Abkommen aufzunehmen, und betonte dabei, Deutschland wolle kein« Hinausschiebung der allgemeinen Ratifikation, aber wenn dies der einzige Weg sei, auf dem eine Ratifikation durch England erreicht werde, dann kann« Deutschland einem der- artigen Verfahren zustimmen. Die Engländer gingen nicht auf diesen Dermittlungsvor- schlag ein. Der englisch« Arbellsminister hielt es für klug, nicht all« .Karten der konservativen englischen Regierung auszudecken. Offen gmd klar war nur die Haltung der Arbeitervertreter. So «rklärtc Hermann Müller vom ADGB.: Keine Revision! Die Durchsührungsschwierigkeiten können nur durch die Praxis überwunden werden und nur Staaten, die das Uebereinkommen ratifiziert hoben, können Durchführungsschwierigkellen geltend machen. Revision auf der Grundlag« der sechs Punkt« der Londoner Vereinbarung war« ebenso bedenklich und gefährlich wie«ine auf der Basis des britischen Zlntrags. Die Arbeitnehmergruppe hat dank ihrer entschlossenen konsequenten Haltung in Genf einen Erfolg davongetragen. Die Taktik der Arbeitgebervereinigung geht daher jetzt vor allem dahin, Deutschland, koste es, was es wolle, voa der Ralifikalio» abzuhalte«. Sie will Zeit gewinnen. Die Vorlage für das Ratifizierungs- gefetz liegt bereits beim Kabinett. Die Arbeitgeberoereinigung erklärt, es sei sinnlos zu ratifizieren, wenn nach Ablauf des Washingtoner Abkommens spätestens 1931 die Revision doch komme. Das Arbeitsschutzgesetz werde, selbst wenn es noch vor den großen Ferien im Reichstag zur Verabschiedung komme, frühestens im Jahre 1939 in Kraft treten können. Wenn dann im Jahr darauf das der deutschen Gesetzgebung zugrunde liegende Abkommen re- vidiert werde, dann müsse das deutsche Arbestsschutzrecht wieder den geänderten Bestimmungen des Abkommens angepaßt werden. Des- halb wehre sich die deutsche Arbeitgeberschaft mit allem Nachdruck gegen eine Anpassung der deutschen Gesetzgebung an das Washing- toner Abkommen. Alles fauler Zauber, lediglich zum Zweck, Zeit zu ge« Winnen. Wenn Deutschland ratifiziert, dann wird höchstwahrschein- lich das ganze Revision'>gerede sich bald in ein Nichts verflüchtigen. Ralifizlerl Deutschland ohne Vorbehalt, so bleibt das, wie in Genf bereits Iouhoux und L o u ch e u r deutlich durchblicken ließen, nicht ohne Einfluß auf Frankreichs Haltung. Folgen aber die Länder, die bisher bedingt ratifiziert haben, dein Beispiel Deutschlands, dann wird England nicht gut ewig Nein sagen können. Die englischen Einwände werden umso eher verstummen, je mehr im beut- schen Arbeitsschutzgesetz den Forderungen der Gewerk- schosten Rechnung getragen wird. Bei der Gestaltung des Arbeitsschutzgesetzes hat man es also in der Hand, schon jetzt England seine Vor wände zu nehmen. Kommt dann noch, wie zu erhoffen ist, ein Linksruck in England, dann ist alles in allem 199 gegen 1 zu wetten, daß die Ratifikation in Deutschland den Anstoß zur allgemeinen Ratifikation geben wird. Wozu es nachgerade an der Zeit wäre. Die Reichsbahnverwaliuug meldet sich. Sie will sich mit den Reichsressorts besprechen. Die Reichsbahnhauptverwaltung läßt durch WTB. folgende Rlilteiluog verbreiten: „Am 19. April abends ging bei der Hauptverwaltung der Deutscheu Reichsbahn ein kurze. Schreiben der Spihengewerf. schastcn ein, in dem diese sich zu einer Aussprache für weitere Verhandlungen im Lohnftreit zur Verfügung stelle«. Ria- terielle Vorschläge enthält dieses Schreiben nicht. Es spricht voa einer verstündigung mit dem Ziel der DohnerhShunK. Die Reichbahnhauptverwalwng wird aus das Schreiben hin sich zunächst mit den beteiligten Reichsreffort, in Verbindung sehen und eine gemeinsame Besprechnng der zurzeit gegebenen Lage anregen." Hoffentlich läßt der Zeitpunkt dieser Besprechung nicht allzu- fange aus sich warten. Die Eisenbahner, ds« schon eine ganze Weile warten, werden ungeduldig. Vergleich in der mitteldeutschen Landwirtschaft Halle. 11. April. Der Lohitftreit in der mitteldeutschen landwirtschaftlichen Tarif- geineinschast, zil der die Gebiete Anhalt, Braunschweig, Kurhessev, Freistaat Sachsen, Provinz Sachse», Südhcmnoner und Thüringen gehören, ist beendet worden. In einer Verhandlung im Reichs- arbeitsininisterium über den am 25. Februar 1929 gestellten Schieds- spruch kam mit einigen Abänderungen«in Vergleich zustand«. Zu der Lohnerhöhung des Schiedsspruchs von einem Pfennig kommt ab 1. Juli ein Pfennig hinz u. Dafür sind verschiedene die Arbeitgeber entlastend« Abänderungen des Schiedsspruchs in den Vergleich aufgenommen worden. »Freie Gewerkfchasts»Zugend Groß-Berlin fs_______ Heute, STreiiag, 19'» Uhr, toaen die«ruppenr geppell»»!»«! Jugendheim des Bezirksamts Wedhina, Turiner Eck- Seestraße. Stirn- besprechung.— Sharlatteubura: Grnppcnheim Jugendheim Spreestr. 30. Vortrag: �torpeckultur und Freizeit.�— Rordring: Zugendheim Schule Sonnenburger Str. 20. Vortrag:.Der Aufbau de» ADGB. und seine Arbeit-. gebiete."— Hermanaplaß: Grupoenheim Jugendheim Eanderstr. 11, Ecke iobrcchtstraße. Portrag:„Die Bcrerbungstheorie."— Stdwcstea: Jugendheim und~ Waffertorstr. 9. Bortraa:„Aufgaben Ziele der FGI." Iuaendaruppe des �eniralverbandes der Anaesteltten Heul«, ffreitag, finden solgende BeranflaltuNgen statt: Panlow-Ziieder- schö-hausen: Jugendheim GSrschstr. 14 lgroße, Zimmerl. Bortrag: „Ilvtön Sinclair." Referent Wilhelm Lcwinski.— Obcrspree: Jugendheim Laufcncr Str. 2.„Bunter Abend." sLicderbllcher mitbringen.!— Köpenick: Jugendheim Grünauer Str. 5.„Bunter Abend."— Südwest: Jugendheim Belle-Alliance-Str. 7—19. Ausspracheabend. Allgemein« frei« Lehrergewerfschast. Die heutige Sißung findet um 20 Uhr im Zimmer bS des Berliner Zlathauses statt. Teutscker Kolzarbeiternerbaub, Bergelder- und Rahmenbrauch«. Die für heute, Jreitag, 12. April, angesagte Versammlung findet nicht statt: sie ist per- legt au' den 17. April(siehe Metteilungsblattl. Die 0rt»»erw-ltuag. (Gewerkschaftliches siehe auch 2. Beilage.) Verantwortlich«ilr Politil: Dr. llurt Geyer: Wirlkchatt:».«UagelhZIeri Gewerkschaftsbewegung: I. Ctcrncx; Feuilleton: X. K. DZscher: Lokales and LonNiaes: Xri» XarftSdt: ÄnZeiaea: Td. sämtlich in Verlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G m b H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Bprsaasanttalt Vau! Sinaer o(To Berlin SW 68 Lind�nstrake Z. titnn 2 Vellage». �Anterhaltnug u»d Visse»� vad„VtadtbeUage': Wss ist Togal? Togal- Tabletten sind ein hervorragend bewährtes Mittel bei KAeumR, vi«»»»,>»«>»1»», Grippe, Nerven und Kopf< schmerz, Crkhltungskrankhellen I Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! 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Pfond 1.40 Fische Dorsche................... pfmd 0.12 Kabeljau-f»-««c-pk. 0.°«.Pf°md 0.16 v.ZZ Plötzen trbd».................. Pfund 0.20 Bratschellcn........... Pk°»d 0.20 0.22 Filet von Kabeljau.......... pf°°d 0.32 Ooldbarse u. Schellfische..- Pfand 0.38 Bratzander hbd»,............. Pfand 0.85 Hechte fafadM Pfd. 0*58«n. lebende,»HUlBro«, Pfd. 1,10 Lebende Karpfen......... Pfand 1.10.*> Lebende Schleie kM»»,....... Pfand 1.20 GrQne Heringe....... s Pfand 0.50 0.85 Wurstwaren Dampf- u. Rotwurst 1.05 Hann. Sülzwurst Pfd. 1,15 Landleberwurst Pfd. Fielschwurst.. P'ond Jagdwurst... Pfand Mettwurst 'Breorsdiw An). Pfund Schtnkenpolnlsche FUetwurst....Pfand 1.20 1.20 1.45 1.45 1.60 1.60 Zervelat holateln, Pfund 1.75 Salamiw. holstetn, Pfund 1.75 Feine Le berwurst P'd. 1.80 Teewurst... Pfand 1.80 Speck'««.Pfd 1.25 mager 1.45 Schinkenspeck Pfund 2.00 ■Midnfc. tamfUB ik. OrttnUtc Speckwurst...Pfand 1.00 Knoblauchwurst Pfd 1.20 Bierwurst.... Pfand 1,75 Käse u. Fette sHoöBCiibub) volHetl, A tQ groöc SchachfcJ A yrt �amemoen VdiachW O.Iö* 6 Ponlonen 0.72 Linfburger Allgllner, halbf, Pld. 0.42 0.48 vom«». Pfund 0.95 Edamer haiw««......... Ptund 0.65 Holländer halWett........ Pfand 0.68 Steinbuscher ha'We»..... Pfand 0.65 Tsisiter Art halblett, ohne Rind«...... vollfcft. Pfand 0.90 voUlest, Pfand 0.95 vollfett, Pfand 1,05 ..... Pfand 0.88 Chesterkäse vouieu .. Schachtel, 6 Portionen 0.90 Bierkäse A Iglluer, vollfett............... Pfond TUslter vollieft...................... Pfand Schweizer dUnisd�r, dreiviertel 0 go bei'r., vollieft ptuna von 1.00 1.18 _ 1.35 Speisetalg i-Pfd.-Pahet 0.50 Schweineschmalz 0.75 Margarine Pfand 0.52 0.58 Taieibutter L Pfand 1,80 Kokosfett i-Pfand-Tefei 0.62 Dänische Butter Pld. 1.94 Obst u. Gemüse itai. Felgen.• Pfand 0.25 Rote Rüben.. Pfand 0.07 Smyrnafeigen Huna 0.30 Mandarinen..Pfand 0 35 Zitronen... vuhend 0.50 Apfe,Du"fnd 0.60 0.90 1.20 vuhend ASäÄ 0.70 1.00 1.30 Ananas ,r%d 0.75 0.95 Aepfel» 0.35 0.40 12.50.. Messina-Blutapffelsinen 10.90 Junger hoMänd. Spinat.. 3 pw-d 0.95 Frisches Fleisch Guiasch Pfand C.85 Querrippe Pfand 0.76 Rinderkamm u. Brust........ Pfand 0.80 Schmort l£ isch u. Roastbeef tn� 1.00 Schmorfleisch oh.« k»»w...... Pfand 1.23 Kalbskamm u. Brust........ Pfand 0.70 Kalbsnierenbraten.......... Pfand 0.78 Kalbskeule s«ni und getcni. bu 9 Pfund, Pfand 0.9} Schweinebauch and mit BciUge Pfand 1.10 Schweinekamm nnd BUH, ast BeiUg. Pfand 1.15 Schweineschinken.......... Pfand i, 25 Liesen Pfand 0.70 Gehacktes Pfand o.7S Kavier, Speer u. Kamm..... Pfa»d 1.30 Ausgelassener Nierenlalg. Pfand c.45 Frische Rinderzungen..... Pfund 1.2& Kalbsschnitzel............ Pfand 2.10 Prlm« r arrlchr*l«l«<, Rinderkamm u. Brust........ Pfand 0.75 Rinderleber................ Pfand 1.10 Gemüse-, Frucht-, u. Fisch- Konsetyen Zwiebeln neucATfPundr 0.10 Möhren gewascheu, Pld. 0.12 WelB- u. Wirsingkohl PK. 0.12 Rotkohl hollllnd., Pfund 0.15 Blumenkohl Kopf v. 0.30 an Grüne Gurken®'™ 0.30 an Geflügel Gänse 55". 64». PUten gefroraw.............. Pfand 0.98«n WolgahQhner u. Enten g-fa«» Pfand 1.05« Suppenhähne........... Pfand 1.20«. Supoenhühner............ Pfand 1.25« Tauben...................*** 0.98•> Schneehühner.............. s««* 1,95 Kolonialwaren Backobst-W 0.40 0.48 Pflaumen»•«■.Hd. 0.32 0.46 Pflaumen wi'-.Pfd. 0.44 0.54 Birnen Wfa Pfand 0.75 0.90 Rlngäpfef8mÄ0.90 1.15 Aprikosen"Kfand 0.95 1.15 Pfirsiche 0.75 085 Makkaronl 0.45 plu�Il 0.40 Schnitlnud.'p/uno 0.40 0.54 Fadennud.'wund 0.42 0.55 Räucherwaren FettbOckJingePfd.0.280.32 Seelachs..... Pfand 0.44 Fischrogen..• Pfand 0.38 Makrelen.... Pfand 0.52 Kieler Bückfinge pm. 0.42 Fieckherlngc• Pfand 0.52 Flundern insiacken.pfd. 0.44 Seehasen.•...Pfund 0.72 M/ja/vt für V- Flasche, " t+m ohne Oos Frankfurter Apfefweln.Rackfes Urquell" San Antonio lieblicher, spanischer Roiwein..... j Tarragona Rot svo und lersnig..........| 1927 Grünstadter Roth flotter Pisirer......) 1926 San Justo durgundek lllm Iclier spanisch. Rotwein[ 1927 Nitteler Leiterchen Riesling' 1 926 Llebfraumllch Waue Kapsel, lieblich, mild. 1921 Chdt. Cambon kelltllger Bordeauxwein 1926 Rüdesheimer»ehe ansprechend.......... 2.00 1924 Cllät, Clarke telnsilller, weifllr Bordeaux.. 1 � Lagrlmas Cftrlsti u. Moscatel«p«n Edciwefa J£89 Deutsch. Weinbrand»Qualitätsbrand"### 4.00 leer\ M 0.68 Im 135 leo ?lr �70» 46. Zahrgang 0 Frettag. 42. April 492S Großfeuer am Hermannplah. Vor der Ferttgstellung des Karstadt-Warenhaufes.- Feuerwehr verhindert eine Katastrophe. Zm Neubau des Warenhause» der Rudolf Karstadt A.-G. am hermannplah in Neukölln brach gestern nachmittag u m 4 ll h r Feuer aus. Der mit den ersten Lüschzügen der Feuer- mehr an der Brandstätt« eintreffende Qberbranddirektor Gempp beorderte angesichts der Gefahr, die für den Riefenbau bestand. 44 Löschzgge nach Neukölln, die auch nach kurzer Zeil eintrafen. Gtticklicherwelse konnte durch da» tatkräftige Eingreifen der wehren trotz der schweren ZugängNchkeit zum Brandherd ein größere» Drandunglück rechtzeitig verhindert werde«. Bereits nach ein- ständiger Döschtätigkeil war das Feuer eingedämmt. Ein Ar- b e I t e r mutzte mit einer schweren Rauchvergiftung bewuht- los Ins Urban-Srankenhou» gebracht werden. Sonst ist niemand weiter von den Bauhandwerkern zu Schaden gekommen; sie halten fich über die Treppeaausgänge rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Der erste Alarm traf kurz nach 4 Uhr ein. Drei Züge rückten zunächst zur Brandstelle aus, die bei ihrem Eintreffen aber bereit» einen so ausgedehnten Brandherd vorfanden, dah an die Haupt- feuerwache in der Lindenstratze 14. Alarm gegeben werden mutzte. Die Löschzüge rasseln aus allen Ecken zum Hermannplatz, der von einer großen Menschenmenge dicht umlagert ist. Nur schwer ver- mag die zuerst in ungenügender Zahl anwesende Schutzpolizei die Neugierigen zurückzuhalten. Erst als Verstärkungen eintreffen. schließt sich unk die Menschenmassen ein Polizeitordon, den ohne Ausweis niemand mehr passieren darf. Die Feuerwehr hat lange mit chren Löfcharbeiten be- gönnen. Drei mechanische Leitern sind von der Hasenheid« aus hochgewunden: zu gleicher Zeit dringen die Sappeure über die Treppen nach oben vor. Der ganze obere Teil des Saushause», mit der Front nach der Hasenhetde, steht scheinbar ln Rauch und Flam- meo. Der erste Anblick läßt Schlimmste? befürchten, und der gewaltige Warenhausbrand von Hermann Tietz in der Ehausiee- straße taucht im Augenblick In der Erinnerung wieder auf. Wird ebenso wie damals im Norden Berlins ein Teil des Riesenbaues durch Feuersgewalt in einen Schutt- und Trümmerhaufen ver- wandelt werden? Noch läßt sich der Umfang des Feuer» gar nicht erkennen, ungeheure Rauchwolken, die aus den hohen Fenstern hervorquellen, nehmen jede Sicht. Die Wehr hat jedoch in- zwischen im Inneren de» brennenden Gebäude» den Kamps gegen da» entfesielte Element erfolgreich aufnehmen können. Jetzt wird auch bekannt, welcher Teil de» Warenhauses vom Feuer«rgristen wurde. E» lst der Wlrtschaftsflügel. tu dem sich im S. Stockwerk eiae Kühlanlage besindel. Die Flammen hatten das S. Stockwerk «ach beiden Seiten auf«ine Läng« von 60 Metern, sowie ein« Tiefe von ö Metern ergriffen und waren auf das K> Stockwerk über- gesprungen. Aus einem Dutzend Schlauchlestungen wurde ein« Stund« long Wasser gegeben, bi» es endlich gelang, den Brand niederzukämpfen. Die Aufräumungsarbeiten dauerten noch stunden- lang an. Oie Entstehungsursache. von der Kriminalpolizei wurden zunächst Erhebungen über die Entstehungsursoche des Feuers angestellt. Danach ist durch Funken- stag bei Schweiharbeileu in der Kühlanlage eiae vretleroerschalung in Brand geraten, von wo sich da» Feuer mit großer Schnelligkeit auch auf die angrenzenden Verkaufsräume ausdehnte, in denen es an den leichtbrennbaren Baumaterialien, die im Innern des Waren- Hauses in allen Stockwerken in größerer Menge lagern, überaus reich« Nahrung fand. Zum Teil ist«s auch der ständig in dem Riesenneubau stationierten Wehr, die sofort eingriff, zu oerdanken. daß noch größerer Schaden verhütet worden ist. Da» Warenhaus oerfügt in allen Räumen über Sprinkleranlagen, das sind Feuerlöschanlagen, die an der Decke befestigt sind und bei einem Brande automatisch in Tätigkeit treten sollen. Beim Betreten des Brandherdes im S. Stockwert mußte die Feststellung gemocht werden, daß die Anlagen zueinemTetlnochgarnichteingebaut, zum anderen Teil versagt haben müssen. Wie hierzu von feuer- technischer Seite mitgeteilt wurde, soll die Sprinkleranlage versagt haben, weil«ine im Keller befindliche Druckpumpe, die das Wasser in den Leitungen hochpreßt, nicht In Ordnung gewesen ist. E« kann von Glück gesagt werden, daß der Brand dank der schnellen und tatkräftigen Hilfe der Berliner Feuerwehr noch so verhältnismäßig glimpflich abgelaufen ist. Hätten die Flammen in größerer Ausdehnung auf da« innere Gebäude übergegriffen, wer weitz, wieviel dann von dem stolzen Riesenbau übrig geblieben wäre. » Die Rudolf Karstadt A.-G. teilt zu dem Brand folgendes mit:„Im S. Stock brach heute nachmittag bei Schweißarbeiten ein Feuer aus. Di« im Bau befindlich« Kühlanlag« im S. Obergeschoß brannte aus. Darüber hinaus ist kein Sachschaden entstanden. Der Eröffnungstermtn des Neubaues verschiebt sich durch den Brandschaden nicht.' Oer Mann, der seine Braut erschoß. Vier Lahre Gefängnis als Sühne. Der kraftwagenführer Willi Seeger. der seine Braut am 31. August durch Revolverschüsse getötet hall«, wurde vom Schwur- gerlcht wegen Totschlages und unerlaubten Waffenbesitze, zu vier Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Staats- anmalt hatte Todesstrafe au, ß 211 beantragt. Der Sachverständige, Obermedizinalvat Dr. Bürger, be- zeichnet« den Angeklagten al» einen labilen Menschen, der in letzter Zeit unter chronischen Angst- und Affektzuständen litt, aber sür sein« Tat voll verantwortlich sei. Der Staatsanwall begründet« seinen Antrag aus Todesstrafe damit, daß die Tat vorher bi» in» Letzt« vorbereitet und daher mit Ueberlegung ausgeführt worden war. Das Gericht verneinte aber in der Urteilsbegründung das Moment der Ueberlegung, trotzdem sehr viel« Momente dafür sprächen. Der Angetlagte war daher wegen Totschlages zu verurteilen. Mildernde Umstand« wurden ihm zugebilligt. da man s«ine Aufregung berücksichtigen müsi«. Nachdem der Vorsitzende das Urteil ausgesprochen hatte, sprangen di« verwandten der Toten von der Zeugenbank auf und riefen dem Angeklagten Verwünschung en ins Gesicht. Opfer des Lebens. Wieder drei Selbstmorde. Gestern nachmillag beging der 47iährige Regierung» bau- metster Waller Voigt aus der Adalbertstrahe 16 in Schlachten- se« Selbstmord durch Erschießen. Spaziergänger hörten im Mittel- busch in Nikolassee gegen 13 Uhr einen Schuß fallen und als sie hinzueilten, entdeckten sie den Toten neben einer Bank mit durch. schössen«? Schläfe. Ein Arzt konnte nur noch den Tod fest, stellen. Das Motiv zu dem Verzweifllmgsschritt ist unbekannt. Aus dieselbe Weise ging, gestern� nachmittag der Sljährige Kapitän Eduard Ruck» aus Homburg in den Tod. R. war am Donnerstag früh in einem Hotel ln der Königgrätzer Straße ab- gestiegen. Als gegen 14 Uhr«in Hotelangestellter da» Zimmer betrat, fand er den Hotelgast, der sich aus einer Mehrladepistole einen Schuß in den Mund beigebracht hatte, t o t auf. Auch in diesem Fall« ist der Grund zur Tat noch ungeklärt. In einem Anfall« von Schwermut stürzte sich gestern der S7Iährige Schneider Otto Neugebauer, nachdem er sich zuvor noch die Pulsadern beider Hände aufgeschnitten hatte, au» dem Fenster seiner im 3. Stockwerk gelegenen Wohnung. Kleine Andreasstrahe 4, auf di« Straße hinab. N. starb auf dem Transport zum Krankenhaus Am Friedrichshain. Aus der Havel gelandet wurde am Zlegelhof in Spandau die Leiche eines unbekanntensungenMädchens.die wohl schon zwei oder drei Monate im Wasier gelegen haben mag. Die Tote, die nach der Holle in Spandau gebracht wurde, ist etwa 18 bis 20 Jahr« alt, hat dunkelblonden Bubikopf, vollständige Zähne und trug dunkelblaues Kleid mit rotem Kragen und Aermel- auffchlägen, dunkelblauen Schlüpfer, weiße Wäsche ohne Zeichen, aber weder Schuhe noch Strümpfe. Verletzungen am Hinterkopf, an den Armen und Hüften rühren offenbar von Bootshaken her. War es die Stiefmutter? Ein neues Kapitalverbrechen in Breslau. In Breslau hat sich wieder eine furchtbare Bluttat ab- gespielt. Die Feuerwehr wurde nach der Neudorfstraße 5 8 gerufen, wo im Hinterhaus im vierten Stock Feuer aus der Wohnung des Stellmachers Franzke schlug. Als�die Feuerwehr in die Wohnung eindrang, fand sie in einem kleinen Kabinett die Leiche der ältesten 20jährigen Tochter Franzkes, Elfriede, tot auf. Ein Stück Leinewand war fest um den Hals der Toten gezogen, und die Mordkommission, die gleich darauf eintraf, stellte fest, daßderToddurchErdrosselne.ingetreten war. Die Polizei vermutet, daß die Stiefmutter der Ermordeten die Täterin Ist, die die Ermordet«, wie die anderen Kinder und auch Hausbewohner aussagen, seit ihrer Verheiratung ständig geschlagen und mll Drohungen verfolgt hat. Der verdacht ihrer Täterschaft per- stärkt sich um so mehr, als die Stiefmutter bisher nochnichtauH gefunden werden konnte._ ÄerfchoUsn oder—? Seit N o v e M«l>»r 1S2 2 ist- der am 2. November 1902 in Bertin geborene Werner Iunghans, der bei seinen Ellern in der Prinz-EugemStraße wohnte, spurlos verschwunden. Der junge Mann hatl« die Absicht geäußert, nach Bayern zu gehen, well e» ihm nicht gelingen wollte, in Berlin Arbell zu finden. Dann ver« mutete man, dah«r Verwandte in Stettin aufgesucht habe. Er ist aber nirgends mehr aufgetaucht, olle Nachforschungen der Angehörigen und der Behörden, denen von seinem verschwinden Anzeige gemacht wurde, sind ergebnislos verlaufen. Die Familie, die keine Erklärung dafür hat, daß der Sohn die ganzen Jahre hindurch nichts von sich hören ließ, besürchtet, daß er vielleicht einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Andererseits ist es auch nicht ausgeschlossen, daß der verschwundene Dienste in der Fremden- legion genommen hat. Wer über den Aufenthalt des Junghans irgendwelche Mitteilungen machen kann, wird gebeten, sich an die vermißtenzentrale de» Polizeipräsidiums zu wenden. 9acK Xondon: (Bereditigte Debenetzung von Erwin Magnut). Wieder fühlte er den Druck auf seinen Arm. Sie er- probte die Schürzenbänder an ihm. Für den Bruchteil«mer Sekunde war er ein Wilder, von aufwallender Furcht und Mordlust beherrscht. In dieser unmeßbar kurzen Zettspann« war er zu allem fähig: ein gereizter Tiger, den der Tedanke an die Falle mit Wut und Entsetzen erfüllt«. Wäre er wirk- lich nichts als ein Wilder gewesen, so würde er wie«in Rasender über sie hergefallen sein und sie vernichtet haben. Aber im selben Augenblick kamen in ihm Generationen von Zivilisation zum Durchbruch, die ihn zu einem den Verhält- nisten angepaßten Gesellschastst'er machten. Takt und Sym- pathie stritten mit ihm, und mit einem lächelnden Blick in die Augen der Jungfrau sagte er:„Geh nur. und laß dir etwas zu esten geben. Ich bin nicht hungrig. Später können wir wieder tanzen. Es ist ja noch früh. Geh, Mädel! Er machte seinen Arm frei, klopfte ihr gemütlich auf die Schulter und wandt« sich zu den Pokernden. „Wie hoch wollt ihr gehen? Ich mache alles mit. „Bis in die Wolken." sagte Jack Kearns. „Also schön." Die Spieler blickten sich froh an, und Kearns wieder- holte:„Bis in die Wolken!" Elam Harnifh ließ sich auf den leeren Stuhl nieder und Holle seinen Goldbeutel heraus. Die Jungfrau schmollte einen Augenblick, dann wandte sie sich nach dem Tanzboden. „Ich bring' dir ein Butterbrot. Daylight." rief sie über die Schulter zurück. Er nickte, und sie lächelt« ihm Verzeihung zu. Cr war den Schürzenbandern entronnen und hatte obendrein ihre Gefühle nicht allzusehr verletzt. „Laßt uns mll Chips spielen" schlug Daylight vor. „Ietons machen immer solch Durcheinander auf dem Tische... Wenn'- euch allen recht ist?" „Ich habe nichts dagegen," antwortete Hal Campbell. „Meine lauten auf fünfhundert." „Meine auch." sagte Harnish, und die andern erklärten ebenfalls, wie hoch ihre Chips gelten sollten. Der Franzosen- Louis, der bescheidenste, bewertete die seinen mit hundert Dollar. In jenen Tagen gab es in Alaska weder Betrüger noch Falschspieler. Es wurde ehrlich gespielt, und einer verließ sich auf den andern. Das Wort eines Mannes wog eben- soviel wie sein Gold. Ein Chip war«in flaches, längliches Blechstück, vielleicht einen Cent wert. Setzte aber«in Mann im Spiel einen Chip und sagte ihn mit fünfhundert Dollar an, so wurde er zum Werte von fünfhundert Dollar ange- nommen. Wer ihn gewann, wußte, daß der Aussteller ihn mit genau abgewogenem Goldstaub zurücktaufte. Da die Chips von verschiedener Farbe waren, war es nicht schwer, den Eigentümer herauszufinden. In jenen frühen Tagen am Dukon fiel es niemand auch nur im Traum ein, mit Bargeld zu spielen. Beim Spiel war ein Mann gut für alle». was er befaß, einerlei, wo feine Besitzungen lagen und welcher Art sie waren. Harnish zog die höchste Karte. Bei diesem guten An- zeichen rief er dem Kellner zu, daß er eine Rund« für di« ganze Gesellschaft ausgäbe. Als er Dan MacDonald, der links von ihm faß. die ersten Karten austeilte, rief er:„Los. ihr Halunken! Alle Mann cm Deck! Krempelt die Aermel auf! Hoppla! Ich sage euch, es gibt'ne steife Brise. Paßt auf. daß ihr nicht über Bord fliegt." Dann ging es los. Es war«in ruhiges Spiel, bei dem wenig oder gar nicht gesprochen wurde, obwohl rings um die Spieler di« ganze Stube toste. Elam hatte den Funken entzündet. Immer mehr Gäste kamen ins Tivoli und blieben. Wenn Burning Daylight losgelassen war, blich, keiner zu Haufe. Der Tanzboden war voll. Da es zu nKnig Damen gab. banden sich mehrere Männer ein Taschentuch um den Arm, wurden nun zum weiblichen Geschlecht gerechnet und tanzten mit anderen Männern Alle Spieltische waren dicht besetzt, und die Stimmen der Männer an den langen Schant- tischen und um den Ofen wurden von dem ständigen Klirren der Ietons und dem scharfen, steigenden und wieder er- sterbenden Schnurren des Roulettes begleitet. Ein echter Jukon-Abend war im Gange. Das Spiel der fünf Männer war einförmig, das Glück wechselte, es gab keine großen Karten. Die Folqge war, daß hoch gespielt' wurde, daß aber keines der Spiele lauge dauerte. Eine„volle Hand" gab dem Franzosen-Louis einen Pot von fünftausend gegen zwei„Dreiständer" von Campbell und Kearns. In einem Spiel, das schon geworfen Verden sollte, wurde ein Pot von achthimdert Dollar auf ein Paar Asse gewonnen. Und einmal„Machte" Harnish und bluffte Kearns für zweitausend Dollar. Als Kearns die Karten auf- legte, zeigte es sich, daß er einen„klusd ro�al" hatte, während Harnish die Frechheit besessen hatte, auf zwei Zehnen zu melden. Um drei Uhr morgens aber kam die richtige Konstella- tion, der große Augenblick, auf den Pokerspieler wochenlang warten können. Im Augenblick durchlief das Gerücht das Tivoli. Die Zuschauer verstummten. Entfernter Sitzende ließen die Unterhaltung und scharten sich um den Tisch, der Tanzboden leerte sich, und schließlich standen alle in einer dichten schweigenden Gruppe um den Pokertisch. Ehe ge- kauft wurde, hatte das hohe Wetten schon begonnen und wurde fortgesetzt, obwohl noch nicht„gebracht" war. Kearns hatte gegeben, und der Franzosen-Louis machte den Anfang zum Pot mit einem Chip— was für ihn hundert Dollar bedeutete. Campbell hatte gerade„gebracht", doch Elam Har- nish, der nach ihm daran war, überschlug seine hundert mit vierhundert bester, indem er zu MacDonald bemerkte, daß er ihn billig heranließe. MacDonald sah wieber in seine Karten und legte tausend Dollar in Chips in den Pot. Kearns grübelte lange und„brachte" schließlich. Nun mußte der Franzosen-Louis neunhundert einschießen, um sveiter mitzumachen, und er tat es denn auch nach einigem Bedenken. Campbell kostete das Weiterspielen und Kaufen ebenfalls neunhundert, aber zum allgemeinen Erstaunen„brachte er sie und überschlug noch einmal mit fünfhundert Dollar. „Endlich kommt Fahrt in die Sache," bemerkte Harnish, „brachte" die fünfzehnhundert und noch tausend. „Der Sturm beginnt."» „Ich bin zu allen Schandtaten bereit." begleitete Mac Donalds Chips auf zweitausend und noch eine Tausend- dollareinlage. Die Männer setzten sich zurecht, denn jetzt wußten sie be- stimmt, daß große Karten im Spiel waren. Obwohl ihre Gesichter nichts verrieten, strafften sich ihre Züge doch unbe- wüßt. Jeder suchte gleichmütig auszusehen— und jeder nach seiner Art. Hal Campbell zeigte seine gewöhnliche Vorsicht. Franzosen-Louis verriet sein Interesse. MacDonald spielte sein herzliches Wohlwollen, das allerdings ein bißchen über- trieben wirkte. Kearns gab sich kaltblütig und zuversichtlich. während Elam Harnish muntez: und lustig wie nur je zu sein schien. Elstausend Dollar lagen schon im Pot, und die Chips häuften sich in der Mitte des Tisches. fFortf. folgt.) „Schutz den Stahlhelmern!" Eine Beamtendebaite im Rathaus. Die«iadtoerordnete»Versammlung hatte gestern eine erneute Aussprache über die„S t a h l h e l m'- A f f ä r e vom Verwaltungsbezirk Friedrichs Hain, mit der sie sich schon im Dezember beschäftigen mußte. Für die zum„Stahlhelm" gehörenden Beamten der Stadt forderten die Dentschnattonalen eine Duldung, die in der monarchischen Zeit niemals «inemzurSozialdemokratiegehörendenBeamten gewährt worden ist. Zugleich richteten sie einen Sturniangrisf gegen den S t a d t s y n d i t u s Lange, der— wie sie glauben machen wollten— sich über die aus den Militäranwärtern hervorgegangenen Beamten abfällig geäußert haben sollte. Man weiß, daß gerade Stadtsgnditus Lange sich bemüht hat, auch früheren Militär- anwärtern bei Bewährung und tüchtigen Leistungen im Dienste der Stadt den Weg zu höheren Beamten stellen zu ebnen. Aber die Legendenbildung, die unter dem Einfluß solcher Debatten zustande kommt, ist für Deutschnationale eine willkommene llnrerstützung zum bevorstehenden Kommunalwahltampf. Auf ihr Geschrei nach Schutz für die Stahlhelmer gab Oberbürger. meister Böß ihnen eine abweisende Antwort von erfreulicher Deut- lichteit. Unser Genosse Fl a t a u zeigte die Sinnlosigkeit der von den Deutschnationalen gegen den Stadt- syndikus Lange gerichteten Angriffe. Das von ihnen beantragte Mißtrauensvotum gegen den Stadtsynditus wurde mit sehr großer Mehrheit abgelehnt. « Bor Eintritt in die Tagesordnung beantragten die Kommunisten, ihr« Anträge wegen des Demonstrationsverbot« für Berlin und wegen der Maifeier der städtischen Bediensteten vorzugsweise zu behandeln. Der Antrag wurde angelehnt, lieber die Anfrage der Deutschnationalen wegen der Zugehörigkeit der Beamten zum Stahlhelm entspann sich eine stundenlange Debatte. Veranlasiung gab ihnen die energische Stellung eines Bezirksbürgcrmeisters gegenüber Stahl- helmbeaniten. Stadtverordneter tüdecke(Dnatl.) begründete die Anfrage in weitschweifige» Ausführungen, wobei er die oerfassungs- mäßig oerbürgte Gestnnungsfreiheit für Stahlhelmbeamte in Anspruch nehme. Besonders hatte«s den Deutschnationalen die Antwort des Stadtsvndtkus Genossen Lange im Dezember v. I. bei der erstmaligen Behandlung der Angelegenheit angelan und so gingen die Deutsch- nationalen so weit, zu verlangen, daß demStadtsyndikusdas Personalreferat genommen werde. Oberbürgermelsler Bäh beantwortete sofort die Anfrage. Er bedauerte zunächst das Fehlen des Stadtsyndikus. Die Behauptung des Vorredners, der Stadtsyndikus habe die Anstellung eines deutschnationalen Beamten abgelehnt, weil er eben deutjchnational sei, werde dadurch ad absurtlvm geführt, daß viele Deutschnorionale zu Beamten gemacht und den deutschnational Gesinnten keine Schwierigkeiten bereitet werden. Der Beamtenwerbeausschuß der Sozialdemokratischen Partei im Bezirk Friedrichshain(um Porgänge in diesem Bezirk handelt es sich! Red.) habe nie im Bezirksamt getagt und der B e- zirksbürgermeister sei weder Vorsitzender noch Mitglied des Werbeausschusses. Die Aeuhcrung des Bezirksbürgermeisters zu den Mitgliedern des Stahlhelms im Be- amtenstand« gebe keine Veranlasiung zu Beanstandungen.(Lärm bei den Deutschnationalcn.) Wer sich einem Verband anschließt, der erst kürzlich in seinen ossiziellen Verlautbarungen dem gegenwärtigen Staat l)aß, Haß und noch einmal Haß angekündigt hat, darf sich nicht wundern, wenn sich Staat und Stadt wehren. Der Stadt- syndikus Lange habe sich nicht gegen die Versorgungsanwärter ge- wandt, wie es die Deutschnationalen hinzustellen belieben: er habe nur andeuten wollen, daß es heute freie Bahn dem Tüchtigen heiß« und daß heute auch solche Männer in höhere und höchste Stellen auf- rücken können, deren Elementarbildung mangelhaft sei.„Selbst ehe- malige Hütejungen könnten sich durch die Fortbildungseinrichtungen der Stadt weiterbilden, wenn sie als Versorgungsanwärtcr in De- amtenstellen gekommen sind." Im übrigen habe der Magistrat keine veranlasiung, an der Stellung des Stadtsyndikus Kritik zu üben noch etwa gegen ihn disziplinarisch vorzugehen. (Lärm bei de» Deuti'chnationalen.) Die Stadtverordneten Jaust (Dnatl.) und Lange(Komm.) sprachen dann noch viel und taut zu der Angelegenheit. Lange stellte fest, daß der Weg zum Stahlhelm und zum Faschismus durch die Sozialdemokratie geebnet werde. (Heilerkeit.) Im Stadtparlament mache man gegeneinander Radau, aber hintenherum verschiebe man di« Beamtenstellen zwischen Sozialdemokraten und Deutschnationalen und die Hineingeschobenen fressen dann aus einer Futterkrippe.(Stürmische Heiterkeit.) Bürgermeister Mielih sei der reinste Typ eine» Sozialsaschistent Schließlich gab der Kommunist Lang« den Deutschnationolen in ihrem Protest gegen den Stadtsynditus Recht und den Deutschnationalen sagt« er, sie sollen sich nicht über den Stadtsynditus aufregen!!! Für die sozio l- demokratische Fraktion unterstrich Genosie Jlatau die Aus- führungen und Feststellungen des Oberbürgermeisters. Flatau be- tonte, daß es in Berlin durchaus auch deutschnationale Bezirksbürger- meister gebe, deren politischer Takt und politische Tätigkeit auf die Nerven fallen könnte. In den Ausführungen des Stadt- syndikus sähen die Sozialdemokraten keine Her- absetzung des Beamten st andes. Schließlich sei doch aber festzustellen: Das Niveau, aus dem heraus di« Deutfchnatipnolen ihre Ansrage formuliert haben, hat sich in einer Versammlung von Be- amten des städtischen Viehhofes gezeigt. Unter der Beteiligung von rechtsradikalen Stadtverordneten, die sogar noch bei der Stadt beamtet sind, hat man den Stadtiyndikus als Lump. Strolch, Lause- jungen bezeichnet. Ein Tierarzt hätte erklärt, daß er eine Kugel für Lange für zu schade halt«. cSenosse Flatau kennzeichnet« dann noch unter dem Beifall der sozialdemokratischen Fraktion di« Unter. stützung der Deutschnationalen durch den Kommunisten Lange.— lieber den Pntrag der Deutschnationolen, dem Stadtsyndikus Genosien Lange das Personalreferat zu entziehen, fand sogar noch namentlich Abstimmung statt: sie ergab dieAblehnungdesAn- träges gegen die Stimmen der Antragsteller. Zum Aufsichtsrat für die G c f r i e r s l c i s ch G. m. b. H. wurde Stadtverordneter Sommer(Dem.) gewählt. In den Aufsichtsrat der Freibädergesellschasten wurden von der sozialdemo- kratischen Fraktion die Genosien Arndt, Gutekunst, Horsch und Rhode gewählt.— Aus der langen Reihe der im weiteren Verlauf der Sitzung verabschiedeten Vorlogen ist besonders erwähnenswert die Vorlage betrefsend des Baues neuer Schaellbahnlinien. Genosse Krille berichtete aus dem oorberatcnden Haushaltausschuß, daß dieser der Vorlage des Magistrats zugestimmt habe.(Vergleiche Bericht im„Vorwärts" vom Mittwoch früh.) Es sollen also ins- besondere Verlängerungen der bereits bestehenden Hoch- und Unter- grundbahnlinien gebaut werden. Für die zwei neuen Eitylinien soll zunächst die Konzcssion nachgesucht werden. Die Abstimmung wurde bis Dienstag nächster Woche zurückgestellt. Bewilligt wlirden ferner Mittel für den Bau einer Wald- schule für den Bezirk Friedrichshain im Walde bei Sadawa. Dem Projekt der Linden st raßenoerlängerüng wurde '"ffNgestiMMkH:" i'"'"•"l 1'Sn— Zu Begfny der Sitzung hatte der Vorsteher Haß dem Stabtver- ordneten Genossen K ä m i n g zu seinem 60. Geburtstag die Glückwünsche der Stadtverordnetenversammlung ausgesprochen. Kämings Platz war mit einem Rosenstrauß geschmückt. Kommunistenradau im Südosten. 3m Südosten Berlin», an der Umgebung de» kolkbufser Dammes, kam es gestern wieder mehrfach zu Zusammen- stoßen zwischen kommunistischen Demo« st ranken und pollzeibeamken. Bei dem versuch, einen kommunistischen Demonstrationszug auszulösen, wurden die Schupobeamten tätlich augegrissen. Zwei Beamte erlitten dabei Sopfverlehungen. konnten jedoch nach Anlegung von Notverbänden ihren Dienst weiter «ersehen. Zn einem anderen Falle wurde eiu Oberwacht- meister von einem Demonstranten mit dem Koppel nieder- geschlagen und so schwer verletzt, daß sich seine sofortige Ueber- sührung in da» polizeikrankenhau» al» notwendig erwie». Insgesamt wurden neun Personen zwangsgeftellt und der Abteilung I A Im Polizeipräsidium zugeführt. Aerztekonfliki tn Lichierfelde. llm die Sntlassvng Professor Ji'-'tenbergS. Profesior Routenberg, der bisher im Krankenhaus Lich- t«r selbe die inner« Abteilung leitete, ist vom Zlreisousschuh wegen Verletzung der Standeschr« fristlos entlassen worden. Wir entnehmen einer Korrespondenz, der wir die Verantwor- tung überlassen müsien, die folgenden Einzelheiten: Im Stubenrauch-Kreiskrankenhaus Berlin-Lichterfelde ist seit zwei Iahren Profesior D S n i tz, der früher in der Charit« ange- stellt war, als C h i r u r g tätig. Prof. Dönitz hatte im vorigen Jahr zwei Prostataoperationen durchgeführt, die beide unglücklich verliefen. Infolgedessen erklärte Pros. Dömtz, daß er dies« Opera- tionen nicht mehr vornehmen werde. Vor einigen Wochen kam in das Kreiskrankenhaus ein Oberpofdbeamter. der ebenfalls an einer Erkrankung der Prostata litt und sich auf Anraten seines Haus- arztes operieren lassen wollte. Der Kranke fragte Prof. Rautenberg nm Rat, dieser empfahl dein Postbeamten, sich in das Rittberg- Krankenhaus zu gegeben, da der dortige Leiter, Prof. Brüning, Spezialist für derartige Operationen sei. Prof. Dönitz wandte sich daraufhin beschwerdeführend an den Kreisausschuß. Er könne mit Prof. Rautenberg nicht mehr zusammenarbeiten, dieser habe durch Herabsetzung eine« Kollegen die ärztliche Standeswürd« verletzt. Der Kreisausichuß teilte Prof. Rautenderg schriftlich mit. daß er losort seines Postens enthoben sei. Der Kreissekretär forderte Pros. Rautenberg aus. sofort das Haus zu verlasien, widrigenfalls man mit Gewalt gegen ihn vorgehen werde. Man darf gepannt sein, wie sich der Kreisousschuß zu den er- hoben«» Vorwürfen äußern wird. Arbeilsgemeioschost für Forstschutz und Zlawrkvad« E. v. 83. Zlrlo- KanbexmtB- Gonnla«, den 14. April. Wanderung durch da» alt« S i p«» i ck unter Führung von Lehrer Arno Laster. Mit Vortrag: Aushau eine» Heimatschulmuleum» m Köpenick. Treffpunkt: Vormittag» fl, llbr am»ahnbos Köpenick. Mitglieder frei, Gäste 0,20 Mark. Magen- und Darmschwäche mt rfv» reizbar und arbeitsunlnstig. Nehmen sie eine Zeitlang Reichels Wacholder-Extrakl Marke Wediöo, der Ihnen durch feine zarte Anregung der Magenschleimhäute sowie Belebung der Darmtätigkeit wohltun wird In Drog. u Apoth. erhältlich, ab«r echt nur in Origüialsüllungen mit Starke Stehieo. Kommunalpoiltfsche Vortragsreihe Sonnta){, den 14. April, 10 Uhr pOnklllch, Im Rathause, Eingang KönigstraBe Allgemeine Wohlfahrtapflege— Stadtv. Minna Todenhagen Jeder Vortrag Ist In sich abgeschlossen. Eintritt frei. Parteimiteliedsbuch legitimiere Arbcltcrblldongatdiale. Oes Lügners Stolz. Gin Monat Gefängnis wegen Beleidigung Hirtsiesers. Die Strafkammer verurteilte de« Redakteur Rebe von der„Rote» 5 a h n e" wegen Beleidigung des Miuifier» h i r t s i e f e r uud de» Abgeordneten k l o s s l zu einem Monat Gesängni». 3n der Urteilsbegründung führte der vor- sitzende au», daß sich die Seschuldiguugen gegen Minister Hirt- sieser ol» völlig uogerechtsertigt erwiesen hätte». Die Vorgänge, die sich im Juni o. I. am.Fronleichnamstage auf dem Essener Hauptbohnhof abgespielt hatten, be- schästigten nochmals die Groß« Strafkammer des Landgerichts l. Der preußische Wohlsahrtsminister Hirtsiefer war, als er an jenem Abend mit- dem Zcntrumsabgeordneten Klafft auf den Berliner v-Zug wartete, von einem geisteskranken Querulanten be- läftigt worden. Hierüber waren entstellt« Berichte erschienen, in denen dargestellt war, der Minister sei mit feinem Parteigenossen Klafft auf dem Bahnsteig in Streit geraten und beide seien beinahe bundgreiflich geworden.- Der Abgeordnete sollte danach dem Minister da» Wort„Schweinehund" zugerufen haben. In der.Molen Fahne" war diese Schilderung ebenfalls mit der Ueberfchrift:„E i n Am Nochmittug las Albert Daudistel eine eigene Novelle „Der kleine Vagabund". Ein Knabe, von toller Sehnsucht tn die Ferne gepackt, von toller Sehnsucht nach dem Erlebnis vorwärts« getrieben, brennt von.zu Hause durch. Die phantastische Verheißung de» Begriffes„Ausland" stürzt ihn in ein tollkühnes Unternehmen: der Frankfurter Jung« will nach Italien. Am St. Gotthard findet er den ersten unüberwindlichen Widerstand auf seiner Reise— und das erste große Ziel: die Liebe. Der Knabe ist ein Jüngling ge- worden. Die fein« Erzählung hat über die dichterische Gestattung hinaus Wert und Bedeutung. Sie lehrt Verständnis für einen nicht seltenen Typ des Heranwachsenden. Am Abend wurden zwei wellliche Oratorien von Händel und Bach gesandt. Dies« musikalisch klaren Werke mit sehr melodiösen Gesangstimmen und unkompliziertem Orchestersatz erwiesen sich viel funkwirksamer als im ollgemeinen groß« geistliche Oratorien oder Opern. Was mau vermißte, war em« musikalisch« Einführung. Karl Siegle, stellver. tretender Borsitzender des Ortsausschusses Berlin de» ADGB. sprach über„Der Arbeitsnachweis«inst und jetzt". Er schilderte die Eni- Wicklung vom Innungeorbestsnachweis zu den stootlichen Arbeits- Smleen. Schon leit 1S8S trat die Sozialdemokratie für die Zen- tralisierung des Arbeitsbeschafsungswesens ein, doch erst nach dem Kriege wurde diese in 2lngrisf genommen. Erst seit wenigen Iahren wird dieses wichtige Gebiet der Sozialpolitik seiner Bedeutung ent- sprechend behandelt" T«». S ch» e i n e h u n.d b i st du" erschienen. Wegen Beleidigung war der verantwortlsche Schriftleiter zu 1000 M. Geldstrafe verurteilt worden. Angeklagter und Staatsanwaltschaft hatten Berufung ein- gelegt. Der Wahrheitsbeweis, der angetreten werden sollte, ist ins Wasier gefallen. Die Zeugen haben bekundet, daß die Nebenkläger sich gegenüber den Anrempelungen des Geisteskranken völlig ruhig oerhalten hätten. Der Oberstaatsanwalt beantragte ein« Erhöhung der Strafe gegen Redakteur Rebe aus einen Monat Gefängnis. Der Angeklagte erklärte wichtigtuerisch, er erkenne nicht an, daß die Heutigen Ministet einen Schutz ihrer Ehre verdienten. Er werde sie mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln weiter bekämpfen. Es scheint dem Manne dabei auch ganz gleich zu sein, ob sein« An- würfe einen sachlichen Grund haben oder nicht. Zusammenstoß in der Lust. Alle Insassen zweier Wasserflngzeuge gelötet. Zwei ilalieaische Wasserflugzeuge, die tu der Röhe de» Wasserslughafen» Augusta Hebungen au,sührleu. stießen In ejuec höhe von 100 Metern zusammen. Alle Insassen, ein Leutnant und drei Mann, fanden beim gleich daraus erfolgenden Absturz der beiden Flugzeuge den T o d. Vom Gas zum Glas. Im Rahmen der Großausstellung„Gas und Wasser", die vom 1 9. A p r i l b i s 2 1. I u l i d. I. in den Messehallen stattfindet, wird auch die Verwendung des Gases in Industrie und Gewerbe an Hand praktsich betriebener Werkstätten und Fabritbetriebe gezeigt. So sieht man u. a. die Gasverwendung im Nohrungsmittetgemerbe in einer Bäckerei und Konditorei, ferner vcranschgulicht die Gas- Verwendung in der Glasindustrie und im keramischen Gewerbe eine im vollen Betrieb befindliche Glashütte, eine Kunstglasbläferci und«in« Glasbläserei für technisches Glas. Ein« große keramische Wertstatt vermittelt interessante Einblicke in die technischen Bor- gange dieser Industrie. Di« Geschichte des Glases ist ein« historisch ungemein interessante. In der Sage der antiken Welt werden die Phönizier und Juden als die Erfinder des Glases geseiett. Tyrus und Antiochien waren Jahrhunderte hindurch die Hauptstädte der Glaserzeugung. Die Glashütten Deutschlands gehörten schon ini 12. und 13. Jahrhundert zu den bevorzugten Lieferanten der damals „verwähnten" Welt. Glanzzeit der deutschen Glasmalerei ist das 14. Jahrhundert. Zwei Jahrhunderte später ändert sich dar Bild und das venezianische Glas wurde auf dem Weltmarkt führend, wobei man nicht vergessen darf, daß die Weltverkehrsstraßen damals über Frankfurt a. M. nach Italien liefen und nicht über die Ozeane der Erde. Bon dem rein dekorativen Glas, zu dem das veiie- zianische in erster Linie zu rechnen ist, kam man in Deutschland bald zum Gebrouchsgtas und im Spessart und im Fichtelgebirge entwickelte sich eine leistungsfähige Glasfabrikation. Der„Römer", über dessen Namenssprung man sich noch heute streitet, würbe geboren mit buntem Farbenspiel und feuchtfröhlichen Worten. Mit ihm seierte die rheimschc Glasbläserei ihren wahren Triumph. Später verlor sie sich in Künsteleien, die die ohnehin starke Abneigung vieler Menschen gegen das so leicht zerbrechende Glas noch vergrößerten. Trotzdem ist alle Zeit dem Menschen die Freude am Kunstwerk des Glases eigen gewesen und ein„guter Tropfen" verlangt gebieterisch nach einem Glas, dos sich in feiner Eigenart dam Wein anpaßt. Die Kunst der Glasbläserei gehört wolst mit zu den schwersten und körperlich anstrengendsten Berufen. Geschicklichkeit. Feivgerühl und Haudse« igtest müssen sich vereinen,, soll das.zerbrechliche Lünst- werk gelingen. Glühend ergießt sich die slüfsige Glasmasse aus best igjt großen Oefen. Meisschliche Arbeitskraft gibt ihr'Gestalt. GOstihvicl ob in der Form von Gläsern, Karaffen, Vasen, Schalen. Tellern, optsschen Linsen oder Spielzeug. Unendlich die Variationen der einzelnen Schöpfer. Aus den einst kleinen Hüttenwerken sind int Lauf« der Zeit große Induftriewerke geworden, die mit den neuestsn Mitteln der' Technik arbeiten. Einen Einblick ist die Feinarbeit bietet, wie oben erwähnt, die kommende Ausstellung„Gas und Wasser", auf der dos Gas als gebändigtes Element' des Feuers im Dienste der Glastunft vorgeführt wird. Mehr als auf anderen' Gebieten kommt gerade bei der Glasbläserei, die schon vor Jahr- taufenden das Menfchenherz erfreute, die künstlerische Mannig- faltigkeit persönlicher Schöpfung zum Ausdruck, durch die in erster Linie der Weltruf des deutschen Kunstglases bedingt und behauptet wird._ Splelplavändervug In der TtaatSoper Unter den Lindcn muß weiten plötzlicher Erkrankung von P i c c a I u g a, der neben dem gleichfalls erkranklen Ttno Pattiera die Rop« des Cbenier singen sollt«, di« für heute angeletzie örffautsiibrung des„Andre C h e n i e r« auf den Ii. verlegt werden. Heute geht statt..Cbenier" .ToSta" in Siene. Die gelösten Eintrittskarten behalten Gültigkeit, lönnen aber auch an der Abendkaff« bis zu Seginn der Vorstellung gegen lllück« erstattung des Kaufpreises �uiückgegeben«erden.— In der Sinais-- operam Platz der Republik wird an Stelle der ursprünglich an- geletzten Vorstellung.HoffmannS Srzöhlunge»" tBotstellung der Bolksbühne außer Abonnement) infolge mehrfacher Erktankungen im Personal.Carmen" gegeben. Anfang 19'/» Uhr. (iiua heileren Abend veranstaltet der ReichtauSIchuh für sozialistische B i l d u n g» a r b e i t für die Teilnehmer an feinen Reiien imd an den Kursen der Freien Sozialistischen Hochschule am Sonnabend, h e tn 90. April, 20 Uhr. im großen Saal des LehretvereiiiSdaufe«, am Alexandcrplatz. Das Programm bringt u. a. Lieder zur Laute von Kät« Pirfchel und heuere Vorträge von Erwin EckerSbeig. Aitfchliehend Tanz. Alle Freunde unserer Arbeit sind betzlichst eingeladen. Karlen zum Preise von 75 Psg. sind zu baden: VezirkSbudungSauSfchuß, Lindenstr. 3, L. Hos. links II Tr.: Arbeiterjugend Gtotz« Berlin. Lindenstr. 3. 2. Hot. lin» II Tr.; Buchhandlung I. H. W. Dietz Nacht., Lindenstr. I; Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstrahe 65; und an den be- kannten Stellea. prei, werter Fifchverkausi Am Freitag und Sonnabend dieser Woche findet«in preiswerter Verkauf von Karpfen statt. Zum Verlaus gelangen lebende Karpsen pro Pfund von l.tO und 1,20 M. an. Die Verkaufsstellen find durch Plalate kenntlich gemacht. auf Hera und Nerven, die viele Menschen beim Bohnen* kaffeegenuß empfinden, fallen weg, wenn Sie Kaffee Hag trinken. Kaffee Hag ist coffe* infrei und völlig unschädlich. Aroma und �oschmack sind von unübertrefflicher Güte, denn.'affee Hag ist eine Mischung feinster central- und südamerikanischer Kaffeesorten. Es gibt keinen besseren Bohnenkaffee als Kaffee Hag. Maoboa Sie einea Verauob# Das Oeckungsprogramm. Kür den Haushalt-1919, Das Ziel der Besprechungen der Finanzsachverständigen der Parteien war, einen Fehlbetrag im Haushaltsplan für 1929/30 in Höhe von 380 Millionen abzudecken. Das Ergeb- nis der Verhandlungen wird im folgenden wiedergegeben: (Sämtliche Zahlenangaben verstehen sich in tausend Mark.) a) Streichungen: Sächliche Ausgaben: Gelchäftsbediirsnisse....... Unterhaltung und Erxänzung der Geräte Unterhaltung der Dienstgebäude... Bewirtschaftung von Dienstgrundstücken. Unterhaltung der Geräte in der Dienstwohnung Reisekosten........... Umzugstosten.. Post, und Telegraphenge'bühren... Dienstkrastwogen........ Ansatz 12 922 9 296 39 527 50 288 437 22 043 8 590 12533 1639 Streichung 1292 929 3 200 2 260 43 600 1359 1200 117 11 000 Neben den rein prozentualen Absetzungen an den sächlichen Ausgaben aller Etats sind an einzelnen Titeln ver- schiedener Etats Abstriche vorgenommen worden, die die Einzeletats folgendermaßen treffen: Reichstag..;.. Reichskanzlei... Auswärtiges Amt. Innenministerium. Minister für die besetzten Gebiete. Wirtschostsminister. Arbeitsminister.. Wehrmimsterium Heer..... Marine.... Ernährungsminister. Berkchrsministerium Versorgung u. Ruhe- geHölter.... Rcichsschulden.. Reichs'inanzminist.. Allgemeine Finanzverwaltung Kriegslasten... Summe z» 179 000 Ansatz 3 472 Streichung 1472 75«) 2 926 827 10 426 20 708 5 500 Die Streichungen in Höhe von 179 Millionen werden durch Einnahmeerhöhungen und durch die Schaffung neuer Steuern ergänzt. Die Einnahmcerhöhungen betragen bei Ansatz Erhöhung Potentgebühren......... 14 700 1 000 Tabaksteuer.......... 825 000 35 000 Ueberschuß der Deutschen Reichspost. 136 500 33 000 Summe d)... 71 Ö00 Diese Einnahmeerhöhungen entstehen nur aus Mehrerträgen bestehender Finanzquellen, die Steuei'zghler werden durch sie also nicht belastet. Von den Einnahmen aus neuen Steuern entfallen auf Vermögenssteuer...... 40 000 Branntweinmonopol..... 90 000 Summa c)... 130 000 Bei der Vermögenssteuer handelt es sich um die Nachzahlung aus dem Jahre 1926, die jetzt zur Erhebung kommen soll, bei der Branntweinsteuer entfallen nur 54 Millionen auf Steuererhöhung. Der Rest wird durch eine Ver- bes-serungderorganisatorischenEinrichtun- gen des Branntweinmonopols erzielt. "Vie sich die bei den Streichungen gewonnenen 179 Mil» lione: Mark aufdieeinzelnenEtatsim wesentlichen verteilen, geht aus der folgenden Uebersicht hervor: Ansatz Streichung Reichstag.......... 500 davon:' für Entschädigung an die Eisenbahn für Freifahrt der Abgeordneten. 1 265 für den Neubau der Reichstagever- waltung......... 450 Re ichskanzlei........ 300 Auswärtiges Amt...... 3 HOO davon: Geheimfonds...... 6 000 1 500 Innenministerium..... 4 150 davon: Er-iehungsbeihckfcn gemäß Art. 146 Neicksversasiung....... 1400 Technische Nothilie...... 1 400 Notgemeinschast d deutsch. Wissenschaft 8000 Ministerium für die besetzten Gebiete.......... davon: Unterstützung der Franken- empfänger an der Saargrenze.. 6000 ffür ein halbes Jahr) Nach Ablauf des halben Jahres sollen fehlende Mittel für das 2. Halbjahr im Nachtrogsetat angefordert werden. Ansatz Streich u n g W i r t s ch a f t s m i n i st e r i u m... 2 853 davon Unterstützung von Ausstellungen und Messen usw...... 2 000 1 850 Arbeitsiniiiisterium.... 21 672 davon Wertschassende Arbeltslosen- sürsorge......... 54 250 20 000 Da aus dem Jahre 1928 noch ein Rest von 40 Millionen zur Verfügung steht, tänrnn 20 Millionen weniger angesetzt werden, ohne daß eine nennenswerte Be- einlrächtigung der Aufgaben der produktiven Erwerbs- losenjürsorge eintritt_ Dauerkredite für Flüchtlingssiedler Bau von Wohnungen für Reichsbeamt« usw. ins Extraordinarium über- nommcn, also keine Streichung. 14 500 14 500 Bauliche Herrichtung der Arztunter- suchungszimmer bei den Versorgungs- -stellen.......... 350 200 Reichswehrmini st erium 1. Heer........... davon: Pauschaistreichung....... Abstrich an den sächlichen Ausgaben. 2. Marine.......... davon: Abstrich an den sächlichen Ausgaben. Ernährung? niini st erium.. davon: Landwirtsch. Betriebsumstellung usw 18000 5 000 Verkehrsmini st erium davon: Wasserstraßen usw.......— 787 Lufisahrt— Pauschalabsetzung..— 20 000 Absetzung bei einzelnen fortdauernden und einmaligen Ausgaben...— 7 300 Kraftsahrwesen........ 1 450 600 Kanalbauten usw. im ordentl. Haushast 28 579 5 761 Aist erord Haushalt(für Kanolbauten)— 14500 Versorgung u. Ruhegehälter 25 000 Die Streichung bezieht sich auf bu Kapitalabfindungen der Versorgungsrentner: aber auch hier ist anzunehmen daß keine Ansprüche einzelner Kriegs- beschädigter gekürzt werden und weitere Summen im Nachtragsetat angefordert werden. Ansatz Streichung Reichsschuld...''..... 6 000 Finanzministerium..... 6 694 davon: Finanzämter- usw. Bauten. 16 575 6356 Allgem. Finanzverwaltung. 5 500 davon: Linderung der Not d. Beamten usw. 10 000 5 000 K r i e g s l a st e n.........•• 4 500 Die starke Verminderung der Ausgasten für H e e r u n d Marine gegenüber dem Etat 1928 ergibt sich aus der folgenden Aufstellung. Uebersicht über die Entwicklung des Etats des Reichswehrmtnisteriums Beträge in Millionen Mark Ä Ä 1028 1929 1929»»rnloa J928 v°rl 1929 Heer..„. 513 499 497 486 27 11 Marine...214 204 201 180 34 21 Heer und Marine z u s a m m e n 727 704 698. 666 61 32 In den Zahlen des Parteioorschlages sind Abstriche von den sächlichen Ausgaben in Höhe von rund 4 000 000 Mark enthaltest. v' Sporl. Rennen zu Sarlshorft am Donnerstag, dem 11. April. 1. Rennen. 1. Lntl(Tcharfst, 2. Lucrezia, 3. Macao. Toto: 27:10. Platz: 13,11:10. Ferner liest Jliade. 2. Rennen. 1. Bandit ltzr. Schnitzer). 2. Final, 3. Monholt. Toto: 70: 10. Platz: 32, 10: 10. Ferner lies: Grohsürstin. 3. R e n n e n. 1. Anlon(Bismark), 2. Edsu(fr. Prosigk), 3. Hadrian. Toto: 14: 10. 4. Rennen. 1. Myron(v. Eckerisberg), 2. Chronos. 3. Fuicidcr, Toto: 129: 10. Platz: 24. 32. 18: 10. Ferner Uesen: Gerwin, Eulalia Credulile, Girant. Favoritin. Vimont. S. R e ii n e n. l. Trutzig CNüichen), 2. Vigor. 3. Wink. Toto: 46: 10. Platz: 13, 11:10. Ferner liej; FUmilar tgs.). 6. Rennen. 1. Malus(H. Scholz). 2. Lebensmut, 3. Sonnenkönig. Toto: 228:10. Platz: 32, 14, 15:10. Feiner liefen: Framersheim, Ceilo- fina(gl), Kunst wart(gf.i, Begonie(gf.). Lebenswonnc(gs.). 7. R e n n e n. 1. Neuer Ulfter lK Narr), 2. Parademarsch, 3. Annchcn. Toto: 79: 10. Platz: 30,44, 38:10. Ferner liefen: Elias, Maurus. Fer aut seri, Lcubelsing, lialtschale, Gunst, N-comcdcs. Borträge,Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold". D e l ch S t t s st e l l e: Berlin S 14. Sebasiianslr. Z7/Z8. Soi 2?r WiutttsPirtabteilung: Tennisspieler und Interessenten melden sich bei James Brcslaucr, Sffl. 68, Markgraicnstr. 22.— Ssnuabend, tZ. April. Zluderricge: 16 Uhr Arbeitsdienst: Eonntag 19 Uhr Arbeitsdienst. Friedrichshain, liameradschaft Petersburg: lö Uhr Antreten bei Teitirl, Aiatternstr. I. Urnenbeisetzung von Kam. Müller. AenlSlIn.Brist! 18 Uhr Bundesgründungsstier in der Neue» Welt, Sascnhcidc. Bundestleibung Pflicht. Windjacke mit langer Lose. Weibenscr: 15% Uhr bei iballas, Lehdcrstr. 122, Antreten bcr Inngmannichasten. Epielmannstorps unb Schutzablcllniig zur ssahrt nach Landsbcrg tWarlhc). Nachzügler Fernbahnhof Alerandcrplatz 17 Uhr. Aelterc Kameraden, die sich an der Veranstaltung beteiligen wollen. haben da» volle Fahrgeld?u tragen. Bürqcrquarlierc sind besorg!.— Sonn- tag, 14. April. Marlneabteilung: 9 Uhr Arhcitsdicnst im Voolsbans Berlin» Tegel.— Schöncberg.Fricdenau: Achtung, Inngbanncr! Antreten 7 2 Uhr Bhi. Srotzgörlchenstratze. Ausmorscki. nach iraarmund. Fahrgeld 89 Pf. Nücklehr Spatnachmittag. Aeltcre Kameraden können sich beteiligen. Treptow, Ltrts- verein: Kondbollcr, 1. Mannschaft spielt gegen Tempelhof. Aniretcn am Vhf. Niederschöneweide 7� llljt: 2. Mannschaft 9 Uhr bei Winkler, spielt gegen Neu» kölln in der Wuhlheid». Lichtenberg: Pünktlich g Uhr trilt die gesamte Jung. Mannschaft auf dem Sportplatz Friedrichsfeldc an. Arbeitsdienst. Die Jung. lcute der Außeniamcradschasten werden besonders ousgefordcrt. zu erscheinen.- Wasierlportobtcilllng, Fug Obersprce: Achtung, Kameraden! Tag Anfahren findet nicht am 14. April, sondern am 28. April gemeinsam mit dem Ver- band statt._ Kleiukoliber.Zchiihcv verein Republik,«. B. Sportplatz Friedrichsfeldc: Sonntag. 14. April. 9 bis 12 Uhr, Uebungsschießen Ab 12 Uhr Preisschietz-:r auf feststehende und bewegliche Wildscheibc» i» natürlicher krösie. Nur die angeschlostcnen Ortsvereine sind teilnahmcbcrechtigt. Tci Pr«issch:ctz-n ist geteilt für Junioren und Senioren.— KKS. Kreuzbera: Sonntag, lt. April, von bis 12 Uhr, Berglcichsschictzcn auf den Cchietzstünd.'n in Friedrichsjeidc. Stratzenbabnlinie 70.— Ncnkölln-Britz: Jeden Sonntag von 9 bis 11 Uhr Schietzen, Schlltzenbans Neuköll». Vereinigung für Schul- und Erzichungsfrage», Berlin-Treptow. Freitag, >2. April, 29 Uhr. Iimmcr 98. der 6 Treptower Gemeindefchule, Witdcnbruch- strotze 53 III, Vortrag von August Kain:»Der Einflutz der Religio» auf die seelische Entwicklung der moderne» Jugend." Deutsch« Eescllickalt iür ethische Kultur, e. B. Montag. 15. April, 29 Uhr. wird in den Logenräumcn. Ecorgenstr. 463,<5. A. Küpvcrs-Sonnenberg über den„Problemkreis der srclen und gebundenen Liebe" sprechen. Berllner Lendvai-Ehcr, Mitgl. d. ASB., der seit 6 IaWn 299 SLnqer zählt, sucht zur weitere» Verstärkung einzelne Vereine oder sangeslustige, stiprmbcgabtc Herren Uber 18 Iah-e bei sich aufzunehmen. Diensiag von 1.9 bis 21 Uhr ilhorstunde, Leitung: w. O. Schumann: von 2141 bis 22Vi Uhr Stimmbildung, Konzertfönger E. Krangcmann: Ucbungssoal: Frucktstr. 36a. Republikauilche Rednerverrin'gnng. Monlog, 29 Uhr, Vortrag mit Bis» kussion Im„Alten Aekanicr", Anhaltstr. lt. Esperauto-chelellschaft Ebarlottcnburg. Montag, lö. April, 29 Ubr, Kondi- torci Wolter, Bismarckstr.(Kitte), Vortrag des Herrn Fraenlcl über„Tie Börse"._ wellerbcrichl der Sfientsschen wetkerdllnsisselle Berstu und Umgegend. (Nachdr. verb.). Wechselnd bewölll. ohne erhebliche NiederfchlSge. ziemlich kühl.— Jüt Veotschlond: Im Süden noch stnrk wolkig, nirgends wcfent- liche Niederichläge. 250 250 200 400 1000 3 000 4 000 Für die liebevollen Bero-ilr her»' icher Teilnahme bei der Trauer- ein meine» lieben Manne», uniere» guten Valer» und Schmiegervatere. Xsrl Bauer ugen wir allrn Teilnehmern, beson- »er» den beiden Rednern tür die :r,ftre:chen Borte am Sarge, unseren hecziichsten Tank krun blurle Raacr nebst Kinder. Te le hierdurch allen Freunten und Bekannten mtt, datz meine liebe Frau �.nna Pinke geb Vlcrede den lchweren Folgen eines Berkehrs- untail» ertegen iu krlt« Flttlte Die Einäscherung nndel Sonnabend den 13 April, mst.ag» l2 Uhr. im Krrmalorium Boumschulenweg, Kie'- dolzftratz«. stall. liEGistM Melailameiter-TerliaDii Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unler Kollege, der Arheiter Ferdinand Tietz geb 30 März 1863 am 6. April gestorben ist. Dl« Einäscherung findet Tonnabend, den>3. April, nachmittags> Uhr, im Krematorium Gerichtitratze statt. Am 19 April starb an Herzleiden unser Kollege, der Schleifer Otto Eicke geb. 16. September 1885. Die EinSicheiung findet Montag, den>3. April, nochmiUag» 2 Uhr. im Kremalorium Baumschuiemveg. K-etholzstratze. statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nackruk. Am 1. April starb unser Kollege, der Anschläger- Faul Ediert geb. 6. August 1886 Die Beerdigung hat bereits statt- gefunden Ehre ihrem Andenke»! via OrlsrerwaMimg. Am 10. April, vornuttag» 10 Uhr, starb nach turzem Kranteniager mein rnniggetieblcr Mann, unfer Iteder guter Vater, Echwieger- und Srotz- vater, der Buchdrucker Karl pedse im 76. Lebensiahra Di>» zeigen an um stille« BeUeld dl: end vi« trsusrnäen 6Ivl«rdli«d»a»n Einäscherung am>6. April, nachm 5 Uhr stn Krematorium Derichtstratz« Heute nochmlttgg>,-z2 Unr enischlies son'l nach langem, tchwerem Leiden mein lieber, guter Mann und hetzen»- guter Vaicr, Bruder, Schwager. Onkel und Reffe, der Restauratrur Paul paekkeiser im 43. Ledensfayrei Die» zeigen im Ramen der Hinter- btiedenen tteibrirüdt an Martha PackhcUer, geh. Kuhn neb»! Sohn Hclnx Berlin R 58, den 9. April 1929 Eeneseider- Str. 80 Die Einäfcherung findet Montag. de» iö April, nachm. 4 Uhr. tm Kremalorium Dertchtstr. 37 stau. Kranzspenden häslichst verbeten. Am 9. April verftard nach schwerem Leiden unier Thes. Herr Restaurateur Paul packdeiser. Wir lv?rd?n ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren� LIS kUigSLWiNSN cei'«snvns veevoikLSiiittiS. ditr-i Maniel für junge Herren und Knaben Moderne Farben, neue Formen � Knabcnmaniel iOr da» Alter von 5 Jahren 18057. Modefarbiger melierter Cheviot.,,. M Steigerung M. 1.50 pro Gröbe 18757. Miitelgrauet kauertet Cheviot..... M Steigerung M. 1.50 pro Grübe 18759. Modefarbiger melierter Cheviot.... M. Steigerung M. 2.- pro Grübe 18778. Modefarb.Che- viof, mit rotem Karo. M. Jv«-* Steigerung M.2.- pro Gr. Moderne Mäntel für junge Herren 18791. Modefarbiger Cheviot mit kleinem braunen Karo m.42.-' 44«-' 46.- 18738. Heller melierter Cheviot mit rotem Karo m.46.- 48.- 50.- 18798. Graublau melierter Cheviot. kein gemustert a 50.- 53.- 56.- 18792. Mittelbrauner Cheviot mit feinem roten Karo �' m59.- 62.- 65.- j! 1\ .....!' 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Ten In Veiuna- TBiupaiasl Bis 3 HBl. vouubttnne rmitMaiiiniiwiiliti 8 Uhr Trolaner maier an 8 Uhr Pioniere In Ingolstadl Thalia-Theater 8 Uhr Oelraascb Stull Sdiitlir-Th. 8 Uhr Pletro Arettso Siaaisoper an Platt um Btpauik T1« Ohl SV. Theater a» SdüfthaBerdaBn. Norden 1141 u. 281 Plentere in tngolttadi (Soldaten u Dienst. Mädchen) v.Marleluise FlelBer Regie: Jakob OeiP. Bühnenbilder. Kaspar Neher 8V. Tbsater vntsas Sonntags SVi unb. Uhr Oer größte Erfolg Berlins Friederike Musil von e«tzoe Snla o. THellmmm Karl Ziegler, Staaisov« Wien OmfleBt. Sora. Sescmumn, Ser. llalls mtuWtrbr. teieinw.oäiq.rnri OUck. KOntUer-Tk. 8V« Uhr Pottasch und Pertmuttar eis Detektiv Panl Grits, Karl Ettllnper. | Gr. Schauspielhaus 8| Metropoitheater 8 Künstlerische Leltangr� ERIK CHARELL Dec Üe&e Auqusüa Alfred Braun Mady Christians Trude Mrske Slejrtr. Arno Pnul Norman Paul Weatermoler Gustav Mnt.nor Winkelbiern, Orlik. Firle- Sommer, Girla, Boys. Musik. Leitg. Ernst Hauke Aaset. Prof. Ernst Stern £ustiqe Witwe I Sonntag nnellm. 3 Uhr ungek. Vorst Uni Kleine Preise. Trude Hesterberg Oskar Horlweta leohl Elloot. W. Janknhn H. Janhermann W. Srhoefler* Prfeco, Ksre-Sisteie, BeautyQIrls.Oomedlaabojs Musik. Lettanf: Rndolf Penk rio«,tp..in DRESDNER BANK Bilanz per 31. Dezember 1928 AKTIVA Kasse, fremde Geldsorten und fällige Zhis- und Dividendenscheine, Guthaben bei Noten- und Abrechnungs- (Clearing-)Banken........ Schecks, Wechsel und unverzinsliche cha zanweisungen........ Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen mit Fäl igkelt bis zu 3 Monaten Repons und Lombards gegen börsengängige Werlpapiere..... Vorscnü se auf verfrachtete oder ein- ge:agerte Waren......... Eigene Wertpapiere........ Kon. ortialbeteillgungen...... Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen...... Schuldner In laufender Rechnung.. Bank'e äude........... Sonstiger Giundbesitz...... Mobilien............ Pcnsionsfonds-Effekten...... RM 62 747 389.24 50733406321 310 343 859.03 1)4334 983.40 379442 426.- I 374 02 7 288 28 976 87313 II 315 453 82 51 243 605 75 868698 808AI 29643 0 0— 400 000.- I.— 2 294 134.63 2 346 77» 60124 PASSIVA Aktienkapital... Rücklagen... Gläubiger.... Akzepte.... Pensionstonds.. Dividenden-Konto, Reingewinn... RM 100 000 000.— 32 000 000.— 2112 543 72233 «6 458 346.17 2300 000.- 58 96124 13 413 572.— i 346 774 60124 Gewinn» und Verlust-Rechnung per 31. Dezember 1928 VERLUST RM modern, flott geschnitten, in der beliebten karierten Ware, elegant mit Kunstseide verarbeitet, ist für den niedrigen Preis von_ -wm.5900 ein Gegenstand steter Bewunderung und großer Nachfrage. In der Tatl Eine von unseren Rekord-Leistungen, die man umsomehr bestaunt, je weniger man sie sich erklären kann. Sicherlich auch der richtige Mantel für SIE! Er wartet Ihrer— Königstr. 33 Chausseestr. 113 *■§ Uf. aihundsrplsts••Im St*llln«r••hnhof IL?.?•! iü- T'JTT.V.'. PT*. I■! 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Lessiog-Theater Täglich 8 Uhr 8 x Hochzelt rhalla-Ttieater Iresdener Str. 72*7. 8 Uhr „Oelraascb" rnanon-Th. Täglich SV« Uhr Sonntag 4 u 8>«Uhr Der Herzog und die Sünderin Rundfunkhörer Preise osa-Theatat Wm«l,rwa.lJ} S'/s Uhr DreliltiScbdittti R: B R*lchahallen-Th«atcr w-QQ ll». Imaiag uaa. Q] Ski Slctfincr SfinOer Zum SchluB: ,.EIa» aBhlieiis Wemaag n Teraieitn") Nachm. halbe Preise. M eWttUüuscsn Ztirtr. 11 283 Dönhoff. 10 Nummern! öntak« Tüeater D.I. Norden 12310 i U. Ende nach 10'K Dielnstip Wtibtr MB WiRdsor von Shakespeare Regie: HelnzHilperf "Kaamerspieie 3.1. Norden 12310 Tb U� Ende geg. 10 Zum 1. Male Jusik von Össlp Dymow. Regie: HeinzHilpert Bühnenbilder: Erich E. Stern. Bühnenmusik; Pmna« mgliaro!!. ilie Komödie JlBitmck. 2414/7516 SV« Uv Ende geg. 10 iVtnn kommst Du wiodor? Komödie von S. Maugham. Regle Gustaf Gründgens äinttnrskj-SKinen TkeaUr la der Ktalggrätzer Straße X'el'Ch 8V« Uhr Riva l en KomSdionhaua Heu« 7V, Uhr Zum L Male QiarleysTnte iH Cur« Bot». i naaiar am lollsndorfplati Täglich»V* Uh> ErSSSfliksM Kleinei Tbeater Täglich 8V« Uhr Curt Goetz, Valerie v. Martens Ferd. v. Alten in »Trio« Ab 15. April kurzes Gastsp el WL Galdarow, Olga Gaowtkaja vom Moskauer Künstler-Theater in Herrlamlienier. uustsplelhaas SVs Uhr Guido Thielsefier Woekenfl im Paradies Mm Tüem OlrektHei nz Herald Charloitenstraüe 90 A. 7. Dönhoff 170 Anf.«U, Ende 10 U. Heiden von Bernard Shaw Planetarlam ■«m Zoo— /rrijM. Isrtimw«« nrHi Noll. 1578 löf/tUhr Stemhlmmel de» FrOhJahra ISV« Uhr Sternbildw and Weltbau 20'/« Uhr Wundtr das SÜdlichwi Himmnl« Tägl, auüer Montags U Mittw Erwachs. I Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene 50 Pf.. Kinder 25 PH Gesunden Schlaf Kr�ig�Mexvgn vepschdfft bei tingerfr Kw WZ 3*2687. Man aefoetaf den gas. gesdx /iamen. Zu haben in Apotheken und Drogerien. 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In dieser Situation ist der Jahresabschluß der-horchwerke A.-G. in Zwickau interessant: er ist besonders interessant, weil die horchwerke A.-G- in diesen Tagen der Oeffentlichkeit über ihre Arbeit besondere Informationen gegeben hat. Nach drei dividendenlosen Iahren hat Horch 1926121 auf ein Kapital von 3 Millionen 8 Proz. Dividende verteilt, und für 1927/28 wird dieselbe Dividend« auf ein um 2 Millionen auf 5 Millionen erhöhtes Kapital gegeben. Die horchwerke beschäftigen heute 2300 Arbeiter und Angestellte: sie produzieren nur einen einzigen Typ, den bekannten Achtzylinder-Horch, die tägliche Produktion beträgt 14 bis 16 Wagen, das ist«in Werzehntel des Wertes der gesamten deutschen Autoproduktion und ein Viertel des Wertes aller Wagen der entsprechenden Konkurrenzklasse. Nach Mitteilungen der horchwerk« betrug der letzte Umsatz 28 Millionen Mark nach rund 22 Millionen und rund 16 Millionen in den beiden vorhergehenden Iahren. Uni 36 bis 33 Proz. sei der Umsatz in den letzten'Iahren jeweils gegen- über dem Vorjahr« gestiegen. Der Umsatz entspricht dem S.6fachen des Aktienkapitals: zum Vergleich interessieren die Zahlen für Daimler und auch für Adler mit etwa dem Dreifachen. Ganz zweifellos ist der Gewinnabschluß von horch auch unob- hängig von der Dividende günstig zu nennen. Der Fabrikotions- gewinn ist von 2,88 Millionen auf 3,89 Millionen gestiegen. Bei weitem nicht entsprechend der Umsatzsteigerung um ein Drittel er- höhten sich die Generalunkosten von 1,56 Millionen auf 1,9 Millionen. Der ausgewiesene Gewinn ober ist trotz der um«ine halbe Million von 6,33 Millionen auf 6,88 Millionen erhöhten Abschreibun- gen von 6,32 Millionen auf 6,57 Millionen gestiegen. Dabei kann man nicht sagen, daß die horchwerke sich im vcr- gangenen Jahre in größerem Umfange, etwa entsprechend der Pro- dukiionsvermehrung, verschuldet hätten. Di« Akzeptschulden sind fast um 1 Million aus 6,18 Millionen gesunken, und wenn Bankschulden <8,74 Millionen gegen 3,28 Millionen) irnb Glaubigerforderungen (6,46 Millionen gegen 4,63 Millionen) auch von rund 8 Millionen auf rund 12 Millionen Mark zusammen gestiegen sind, so sind unter den Bankschulden beträchtliche Käuferwechsel, während auf der Aktivseite die Forderungen um 1 Million auf 2,76 Millionen gestiegen sind: alle Material- und Lagerwerte zusammen sind um über 1 Million mit 8,54 Millionen niedriger bewertet. Vor allem dürfte der Maschinenpark stark verbessert worden sein, denn es werden allein Zugänge von 3,42 Millionen ausgewiesen, die ebenfalls die Vermehrung der Verschuldung un der Richtung erhöhter Leistungs- fähigkeit erklären....... In der deutschen Autoindustrie sind rentable Unternehmungen selten. Die meisten Unternehmungen der Autoindustrie be- 'trachten ihre Lage nicht allzu optlmlstisch. Darum" ist es mteresiant, wie die horchwerk« ihren eigenen Erfolg erklären und wie ste- chn in der Zukunft Nqch glauben ausbauen zu können. Das methodische Studium oller Wege der Kostenersparnis im Betrieb und aller Wege der Absatzsteigerung und auch Popularisierung der eigenen Erzeugnisse auf dem Markt sowie die systematische Verwendung der Erkenntnisse in der Produktions- und Vcrtriebsorganisation scheint den horchworken das einzige Mittel, erfolgreich auch unter den Heu- tigen Verhältnissen in Deutschland arbeiten zu können. Kleinhaltung des umlaufenden Betriebskapitals, also Ersparnis von Zinsen, sorg- fältigst« Bemessung der Produktionsgrößen, also stärkste Ausnutzung der Anlagen, Bemessung der Einkaufsmengen nach der Fadrikations- dauer im einzelnen Fall und die möglichste Niedrighaltung der Lagerbeständc aller Art sind dabei das Ziel. Zur Erreichung dieses Zieles werden weitgreifende Unter- suchungen zur Vorausberechnung des Geschäftes und des Absatzes angestellt, und zwar unter Berücksichtigung der Saisonschwankungen. Für sämtliche Betriebsausgaben werden be- wegliche Unkostenlwrmen bestimmt, und für die Einhaltung der für alle einzelnen Vorkommnisse vorgesehenen Ausgaben sucht man auch die Mitarbeit der Angestellten sicherzustellen. Räch einzelnen Ler- kaufsgebieten wird die eventuelle Aufnahmefähigkeit festgestellt, und da man wie in Amerika besonders um fähige Verkäufer bemüht ist, soll auch eine spezielle Verkäuferschulung ins Auge gefaßt werden. Man sieht, daß es«in in hohem Maße auch Wissenschaft- liches Verfahren ist, nach dem man die Leistungssähigteit der horchwerke gegenüber dem Konkurrenzansturm in der Welt hoch- halten und weiter steigern will. Es ist nun gewiß fraglich, inwieweit diese Methoden noch Theorie und wieweit sie schon Praxis geworden sind. Zweierlei steht jedenfalls fest. Man dürfte selten die Dernüüftigkeit dieses Weges so plausibel gemacht bekommen wie von den Leuten, die bei den horchwerten diese Arbeiten leisten. Zum anderen ist die Entwicklung der horchwerke, die bemerkenswerterweise bei Direk- toren und Prokuristen seit zwei Iahren einen Abbau in der obersten Leitung kennt, bei den leitenden Angestellten gar kein« und beim technischen und kaufmännischen Personal ein« dem vergrößerten Geschäft nicht entsprechende Vermehrung, nachweisbar günstig gewesen, was von niemand bestritten werden kann. Es ist also durchaus möglich, daß die Erfahrungen bei den horchwerken auch für die deutsche Autoindustrie all- gemein interessant werden können. Um der Ge- samtindustrie zu nützen, wäre es allerdings zweckmäßig, daß besonders. die größeren deutschen Autofirmen ihre Ersahrungen in einem viel stärkeren Maße austauschen, als das hisher geschehen ist. Erstaunlich ist, daß in diesem Werk bei einem kolossalen Arbeitstempo früher an sich zwar akzeptable Effektiolöhne heraus- kamen, daß gegeiuvärtig aber trotz der bedeutsamen Steigerung desGe- schäftes die E ff« k t i v l öh n« geg e nü b e r dem Borjahr ge- funken find! Es könnte für die besten Absichten der horchwerke gefährlich werden, wenn das Interesse der Belegschaft an der Arbeit im Werk dadurch sinken wurde, daß trotz des zweifellos von neuem verschärften Arbeitstempos und. trotz, gleichzeitiger günstiger sinan- zieller Entwicklung des Werkes die Arbeit nicht die Bezahlung finden würde, die sie o e r l a n g e n darf. Wirtschast der Gtaatszechen. Kapiialerhöhung der preußag von ilOV auf 140 Mittionen. Die Preußisch« Bergwerks- und Hütten-A.-G., das staatliche Montanunternehmen, weist in seinem Abschluß für 1928«inen fast unveränderten Betricbsgewinn in höhe von 19,7 Millionen Mark aus. Der Reingewinn liegt mit 6,6 Mil- lionen Mark etwa 1 Million niedriger als im letzken Jahr, fo daß auch die Dividende auf das 166 Millionen Mark betrogende Kopital von S auf 4 Proz. ermäßigt wird. Wie d!« Verwaltung im Geschäftsbericht mitteilt, hat sich die Entwicklung in den einzelnen Betriebszweigen des Unternehmens uneinheitlich gestaltet. Di« Kalibergwerk«, deren Produktion von 6 62 Millionen Tonnen auf 6,71 Millionen Tonnen stieg, haben sehr gut gearbeitet. Auch der Kohlenbergbau konnte seinen Absatz auf der höhe des Vorjahres halten, jedoch ist die Gewinn- spanne zurückgegangen. Der Ertrag im Erzbergbau und bei den Hütten lag wegen der sehr niedrigen Blei- und Zinkpreise im letzten Jahr gleichsalls unter den Ergebnissen von 1927. Im einzelnen ist der kräftige Auftchwung der Steinkohlenförderung bei der Zeche Ibbenbüren zu erwähnen, die um rund 25 Proz. auf 436 666 Tonnen stieg. Dagegen litten die Oberfchlefischen Hüttenwerke in Gleiwitz und Malapa n« besonders im letzten Vierteljahr der Be- .richiszeit unter dem Druck der schlechten Konjunktur. Die Rationalisierung der Betriebe wurde im letzten Geschäftsjahr weiter durchgeführt. Für die Umstellung und den Ausbau der Werk« wurden in den letzten künf Betriebsjahren feit der Uebernahme durch die Preußag mehr mehr als 67 Millionen aufgewendet, davon allein im letzten Jahr rund 18.5 Millionen Mark. Nach den bisher vorliegenden Schätzungen werden für die weiter« Durchführung des Nenbauprogramms noch etwa 26 Millionen Mark beansprucht. Die Rationalisierungskosten des letzten Jahres wurden mit 8,3 Millioncn Mark f a st zur Hälfte aus Abschreibungen gedeckt und der Rest den flüssigen Mitleln der Gesellschaft entnommen. Die Belegschaft ist mit 36 924 Mann einschließlich der Angestellten unverändert geblieben. Sehr eingehend befaßt sich der Verwaltungsbericht mit den lau- 'cndcn dcutsch-polnischen handelsvertragsvcr- Handlungen, wobei auf die Gefahren eines polnischen Kohlen- einfuhrkontingents für Oberschlesien hingemiesen wird. Die Ver- waltung betont, daß«in Kontingent in annähernd den, Umfange, wie er bei den letzten Verhandlungen genannt wurde, für das deutsch-oberschlesifche Kohlenrevier schwere Folgen haben würde. Für die Preußische Bergwerks- und Hütten-A-G. sei bei der Be- willigung des Kontingents mit einer Entlassung von etwa 8666 bis 9666 Arbeitern zu rechnen.(Preußen Hai hier als Zecheninteressent sicher auch mit dem Vergrößerungsglas geschätzt. D. Red.) Auch zur Frage der Kalipreise wird Stellung genommen. Be- tont wird, daß eine Ermäßigung der Kalipreise bei dem heutigen billigen Preisstaik» kaum ein« Bsrechtigung habe und daß ein« Ermäßigung mich wgen der letzten Lohnerhöhung und Arbeitszeit- Verkürzung für die Industrie nicht tragbar sei. Demgegenüber müssen wir allerdings sagen, daß eine solche Behandlung der Frage nur .für die Anspruchslosigkeit der Preußag-Venvaltung spricht:«s wäre immerhin denkbar gewesen, daß die Preußag sich nicht nur negativ zur Preisfrage hätte äußern können. Es gibt nämlich allerlei Wege, eventuell auch unabhängig vom Preis, die Dünger- eindeckung zu verbilligen. Die Kalindustrie gehört heute zu den rentabelsten Industrien Deutschlands. Diese Tatsache wird auch die Preußag nicht abstreiten können. 2luf der Generalversammlung wurde beschlossen, das Grunb- kapital der Gesellschaft von 166 Millionen auf 146 Mil- lionen Mark zu erhöhen. Di« Aktien werden von der Per- einigt« Elcktrizitäts- und Bergwerks-A.-G.(Vebag), einer Finan- zierungsgesellfchast der preußischen staatseigencn Betriebe, über- nommen. Hansabund„spart" weiter. Em zweiter Oenkschristenband. Der Hansabund für Gewerbe» Handel und Industrie ver- öfseiülicht den zweiten Band seiner Denkschrift„Einsporungsoor- schlage zmn Reichshaushaltsplan 1929". Die Darlegungen des zweiten Bandes der Denkschrift suchen zu belegen, daß 186 Millionen Ersparnis durch die Heranziehung unberücksichtigt gelassener Einahmen einmaliger, also außerordentlicher Arten, eröffnet werden können. Weiter beschäftigt sich der Band mit der Kasscnlag« der Arbeits- losenversicherung, der Kanalsrage, sowie der Umgestaltung der N ei ch shau shalts a rdn ung. Naturgemäß haben bei der jetzigen politischen Lage die neuen Veröffentlichungen des Hansabundes großenteils mir mehr historische Bedeutung. Massenkaufkrast und Textilindustrie. Di« deutschen Textilunternehmer sind besonders scharf in der Verfolgung sozialreaktionärer Absichten. Daß dos nicht in ihrem Interesse liegt,' beweist wieder eivmal eine Berössentlichung des Instituts für Konjunkturforschung. Danach hat sich im Vergleich zum vorigen Jahr« trotz der bedeutend höheren Arbeitslosigkeit in den beide» ersten Monaten dieses Jahres der Umsatz des Einzel- Handels im ganzen nicht wesentlich verringert. Das gilt aber nur für die Gesamtheit des erfaßten Einzelhandels. Eine sehr starke Verringerung des Umsatzes aber wird vom Textileinzelhandel gemeldet, also von jenen Kreisen, die nicht den ollerdringlichsten, sondern aufschicbbaren Massenbedarf besriedigen. Die Damen- und M ä d ch e n k o n f'e k t i o n meldet für Januar und Februar dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang vou 15 Proz. und die Herren- und Knabenkonfektiou«wen Rück- gang von erwa S Proz. iias olllieil ocr«aufrrasi ourcy oie Arbeitslosigkeit l>at sich also oijenbar am stärksten gegen die Textil- Industrie ausgewirkt. Aehnlich wie die Arbeitslosigkeit muß aber auch jeder Lohndruck wirken, und die Unternehmer von der Tertilindustric mögen sich merken, daß sie mit ihrer lohndrllckenden Sozialpolitik nur sich selber schaden. Das beweist dieses Beispiel. Oer steigende Güterverkehr. Rückschlüsse auf die Konjunktur. Seitdem die große Kälte gebrochen ist, taut auch der Gütervcr- kehr der Reichsbahn wieder mächtig auf. In der Woche zum 36. März wurde mit 166 866 gestellten Wagen die entsprechende Ziffer des Vorjahres zum ersten Male wieder überschritten. Seit der größten Kältewoch« zum 16. Februar hat sich die a r b e i t s- tägliche Wagengestelliing von.1l7 266 auf 166 866 Wagen erhöht: dos heißt um nicht weniger als 43666 Wagen täglich, während in dem sehr viel milderen Borjahr während der gleichen Zeit nur eine arbcitstäglichc Zunahm« von rund 16 666 Wagen zu verzeichnen war. Interessant ist die Frage, ob der gesamte Güterverkehr der Reichsbahn in den letzten Monaten bereits die Vorjahrshöhe wieder erreicht hat. Dieses Moment ist für die Konjunkturbeurteilung durchaus wichtig. Da zeigt sich denn, daß seit dem 27. Januar d. I. bis Ende März insgesamt 7 324 266 Wagen gestellt worden sind gegenüber. 7 936 4M in der gleichen Zeit des Borjahres. Die Diffe- renz ist demnach mit rund 6M 666 Wagen— was einer knappen Wochenleistung der Reichsbahn' entspricht— keineswegs so groß, wie man nach der noch üymer riesigen Arbeitslosigkeit erwarten sollt'. Wenn man diese Ende März bereits abschließenden Ziffern zugrunde legt und die verhältnismäßig geringe Differenz des Güterverkehrs gegenüber dem Borjahr, so braucht die Konjunktur und die Entwick- lung des Arbeitsmarktes keineswegs pejsimistijch betrachtet zu werden. Die überraschend gute Beschäftigiiiig der Schwerindustrie weist auch in diese Richtung. Riesengewinne aus Schattplaiten. 20 proz. Dividende bei Polyphon und Lndström. Die 1927 erzielten Retorbgewinne des stärkst«« deutschen Schaff- Plattenkonzerns, der Polyphon A.-G. in Leipzig, werden durch das glänzend« letzte Vetriebsjahr noch in den Schatten gestellt. Das Unternehmen, das im letzten Jahr sein Kapital von 16 auf 17 Millionen heraufsetzte, konnte seinen im Borjahr schon»er- doppelten Betriebsüberschuß im letzten Jahr weiterhin von 4,6 auf 6,5 Millionen steigern. Dagegen sind die Handlung s,u n- kosten trotz der erheblich verstärkten Produktionsleistungen der Betriebe von 2,4 auf 2,1 Millionen g e s e n kt worden. Der Rein- gewinn ist mit 3,1. Millionen gegen 1927 um weit mehr als 66 Proz. gestiegen und hat sich gegenüber 1926 sogar vervierfacht. Di« Aktionäre, die ün vorigen. Jahr. 14 Proz. Dividende erhielten und außerdem aus der Kapitalerhöhung durch sehr oillige Lieferung der neuen Aktien hohe Sondergewinne dezogen, werden diesmal mit' einer D tv i d eN'd'e"«"» N MDr o z. beglückt. ,/ Die Finanz Verhältnisse bei dem Konzern sind nicht nur wegen der Kapitalerhöhung, sondern weit mehr Noch wegkn der laufenden hohen Betriebseinnahmen glänzend. Während die �Schulden sich mit 3,7 Millionen sogar etwas verringert haben, ist. das Bank gut- haben mit mehr als 12 Millionen fast um das Sechsfache onge- schwollen. Außerdem werden noch Forderungen und Wechsel mit 11,5 Millionen in doppelter höhe der letzten Bilanz ausgewiesen. Die Gesellschaft, die nach außen hin als rein deutsches Unter- nehmen erscheint, tatsächlich aber über die englische Brünswyk-Gesell- schaft mit dem amerikanischen Schallplatten-Weltkonzern, der Victor Talling Comp, eng verschwjstert ist, wird bei der Ankurbelung der neuen Tonfilmpro duktion eine wichtig« Rolle spielen. Das Unternehmen Hot sich zu diesem Zweck mit dein AEG.- und Siemeiis-Konzern zusammen an der K l a n g f i l m G. m. b. h. beteiligt, die mit dem Deutschen Tonfilmsyndikat zusammen sowohl den Apparatebau wie auch die Patenwerwertung für Tonfilme beherrscht. Da in den ersten drei Monaten des lau- senden Geschäftsjahres die Umsatzsteigerung sich fortgesetzt hat, wird der Abschluß für 1929 um nichts schlechter ausfallen als im letzten Jahr.— Zu gleicher Zeit wird bekannt, daß auch die Berliner Schallplattenfirma, die Lind ström A.-G-, für 1928 ein« Dividende von 26 Proz. zahlen wird. Der Geschäftsbericht dieses Unternehmens steht noch aus. Die Rohessenproduklion im März.. Wie die Zeitschrift„Siahl und Eisen" mitteilt, stieg die Gesamtproduktion der deutschen Hochöfen i m März von 6,98 auf 1,66 Millionen Tonnen Roh- eisen. Di« Produktionsziffer im März 1928 betrug demgegenüber 1,17 Millionen Tonnen. Da der Februar nur 28 gegenüber 31 Arbeitstage im März aufwies, ist die a r b e i t s t ä g l ich« G e° w i n n u n g mit 34 233 Tonnen im März um 2,4 Proz. niedriger als im Vormonat. Herr Norden wieder Dorsihender in. der Beratungsstelle. Wie die.Lonjunktur-Korrefpondenz". mitteilt, hat Ministerialdirigent, Ge- heimer Regierungsrat Norden, am 1. April seine Tätigkeit im Reichs- sinanzininisterium und als Vorsitzender der Beratungsstelle für öffentliche Ausländsanleihen wieder aufgenommen. Herr Norden hatte sich beurlauben lassen, um im Vorstand der Zentralbank Deutscher Industrie A.-G. tätig zu sein und, wie mit Sicherheit zu vennuten war, auf Dauer auch dort tätig zu bleiben. Die Meldung von seiner Rückkehr in die alte Funktion kommt des- halb überraschend. Man hört aus industriellen und auch aus Bankkreisen, daß man sich je länger, desto weniger von der Zentral- dank Deutscher Industrie A.-G. und ihren Arbeitsmöglichkeiten verspricht. Wtr mußten kürzlich von dieser Bank im Zusammenhang mit den kritischen Bemerkungen der Sächsischen Landespfandbriefanstalt als einem Institut sprechen, dessen Gründung wohl besser unterlassen worden wäre. Ob die Rückkehr von Herrn Geheimrot Norden in sein Amt in diesem Sinne zu verstehen ist? hlrsch-kupser bis zmn herbst voll beschäftigt. Die Verrvaltunz des großen Berliner Metallkoiizerns, der Hirsch- K u p f« r. und M e s s i n g w e r k e A.- G.. die 1928 ihre Dividende von 6 auf 9 Proz. erhöht hat, nahm ans der gestrigen Gensralverjoinmlung zu den Ereignissen am Kupfermarkt eingehend Stellung. Die Ver- waltung vertritt die Ansicht, daß der deutsche Kons u m den weiteren Vorgängen mit Ruhe entgegensehen kann, da er sich.zum größten Teil zu Preisen eingedeckt hat, die auch nach den letzten schweren Rückschlägen unter den jetzigen Weltmarktspreisen liegen dürften, ver Hirsch-Kupser-Konzern selbst sei in der Lage gewesen. sich weit unter 26 Cent— der höchste Preis lag in den letzten Wsche« bei 24'/» Cent je Pfund— einzudecken. Di« Eni- wicklung in den ersten Monaten des neuen Jahres hat bei Hirsch- Kupfer gut eingesetzt und der vorliegende Auftragsbestand sichert«ine normale Beschäftigung auf vi«r bis fünf Monate. Gewollte Tarifunfähigkeit. Wichtiger Entscheid des Reichsarbeitsgerichts. Die Ne>dtöeutfche Gruppe des Geiamiverliandes deutscher Metallindustrijller stand aw Mittwoch vor dem Re i chsa r b«! ts- g e r t ch r in einer Ksapesache, die die A n g e st e l l t e n o c r b a n d e erhaben hatte. Es liandelt sich um den Gehaltsiarlf der An- gestellten der S« e s ch i f f s w e r s t e n. Der Streik geht bis aus bat Hahr 1024 zurück. Damals wurde ein Schiedsspruch gefällt und für verbindlich erklärt. Die Unternehmer fochten die Verbind- lichkeitserklärung an. Durch nerichiedcne Winkelzüge haben es die Unternehmer immer wieder verstanden, die Angelegenheit zu verschleppen. Der letzte Schiedsspruch, der wieder verbindlich erklärt wurde, ist vor einem Jahre gefällt worden. Diesmal verfielen die Unternehmer auf den Ausweg, sich für t o r i f u n f ä h i g zu erklären. Sie feien innerhalb des Gesamtverbandes nur«in nicht rechtsfähiger Verein. Dazu fällte das Rsichsarbeitsgeriäst tu Uebereinstimmung mit den Vorinstanzen«ine Entscheidung, die die Revision der Unternehmer zurückwies, ön der Begründung, die der Vorsitzende Senatspräsident Ocgg gab, heißt es: „Es handelt sich hier um die Frage sogenannter gewallter Tarifunfähigkeit. Eine solche gewollte Tarisunfähigkest in dem Sinne, als ob es lediglich vom Belieben der Partei ab- Hangs. Tarifverträge abzuschließen oder nicht, kann nicht a n e r- k a n n t werden. Die Tarifsöhigkcst hängt lediglich von o b j« k> tiven Voraussetzungen ab, die dein Gesetz zu entnehmen sind. Sind die Voraussetzungen der Eignung gegeben, dann bleibt die Tariffähigieit und es kann nicht durch besan- der« Bestimmungen die Tartffähigkest der Vereinigungen einge- schränkt werden, etwa mit dem Vorgeben, daß es zu den Ausgaben der Vereinigung gehöre, nur spezi-lle Arbeitgeberinteresien gegen- über der Arbeitnehmers chast zu vertreten. Wo die Voraussehung der larifsähigkeit überhaupt gegeben ist. ist auch die Tartksohigkcit gegeben und es wüsten auch Tarifverträge abgeschlossen werde«. Daraus ergibt sich in dem hier verhandelten Falle, daß die Tarisoarträge durch Satzungsbestimmungen, die den Abschluß von solchen Verträgen ausschließen sollten, nicht beeinträch- tigt werden können." Dieses Urteil ist von großer Tragweite, weil verschieden« Unter- nehmerverbände in der letzten Zeit auf den Ausweg verfielen, sich für„tarifunsähia" zu erklären, um sich dadurch von der Regelung der Lahn, und Arbeitsbedingungen zu drücken. Das Reichsarbeits- gericht erklärt, daß, wenn«ine Uiüernehmervereinigung besteht, diese sich nicht durch irgendwelche Satzungsänderungen freimachen- kann von der Pflicht, Tarifverträge abzuschließen. Konflitt im Kondiioreigewerbe. Die llniernehmer provozieren ihn. Seit Wochen schon bemüht sich der Verband der Nahrungsmittel- und Getränkes rbeitcr um den Neuabschluß eines M anitL* und Lohntarifes für das Personal in den Berliner K o n d t t o- re ie n. Die Unternehmer weigern sich hartnäckig, den Manteltarif auch nur in einem Punkte zu verbessern oder gar die Löhne zu erhöhen. Sie behaupten, daß der Lohnanteil am Produkt 28 vis 4l Prdz. beirage und sie schon deshalb nicht die geringst« Lohn- erhöhung gewähren könnten. � Dabei erhält z. B. ein über 22 Jabre alter Konditorgehilse einen Tariflohn von 46 M. und eine Zsisährige Angestellte 20 M. Hu vielen Betrieben wird das Personal jedoch über Toris bezahlt, so daß also eine Aufbesserung der Tariflöhne zum größien Teil einer Annäherung der Tariflöhne an die tatsächlich gezahlten Löhne gleichkäme. Die Unternehmer wollen hauptsächlich deshalb weiter nach freiem Ermessen höhere als die Tariflöhne festsetzen können, um für diese geringe Mehrln-zahlung unbezahlte Ueber« arbeit zu bekommen. Unnezohlte Ueberstundcn sind infolge dieser „individuellen" Bezahlung tin Konditorgewerbe keine Seltenheit. Eine Versammlung dar Funktionär« der Konditoren befaßte sich dieiek Tage mit den Angaben der Unternehmer über den Üohnanteil und erklärte die Behauptung der Unternehmer für stark übertrieben. Die Funtlionär« sind bereit, die Kalkulation der Unternehmer nach- zuprüfen und mit ihren Feststellungen an die O e s s e n t l i ch k t I t zu gehen. Mit solchen Angaben können die Unternehmer vielleicht bei der Steuerbehörde Eindruck erwecken, aber nicht bei den in den Betrieben Beschäftigten. Di« Funktionäre beauftragten die Organisation, alles vorzubereiten. Um den einzelnen Unternehmern, wenn die wsiioren Verhandlungen ebenfalls zu keiner Verständigung führen tollten, die Forderungen in einer enentuellen tariflofen Zeit zu unterbreiten nnd dann mit allen gewerkschaftlichen Mitteln d u r ch- zusetzen._____ Morgen llrwahl im Satilerverband! Erst vor einigen Wochen hat d>e Mitglied'cha't bei der Urinnhl der Angestellt«:,, ihr Urteil gesprochen und der Amsterdamer Richtung aineii vollen Crfülg gahrocht. Margen. Sonnabevd. wird in der Zeit von 1 bis 6 Uhr in den bekonnten Lokalen die Ilrwnbl der Delegierte« zum verdoitd-ilizg vorge. nornmen. Wiederum hat dü süge nannte Opposition den Austrog der KPD. entgegengenommen und sine besondere List« ausgestellt. Aber nicht, wie sie es wollte, unter der falschen Flagge „Opposition", sondern durch Generalversammlungsbefchluß beim richtigen Rainen genannt, muh sie als L i st e Moskau er- scheinen. Niemals mehr darf die auf den Dummenfang ausgehend« Clique, die in der letzten Generalversammlung erneue den Beweis für ihre Ideenlosigkeit und unverantwortlickze Zerstörungspolitik er- bracht hat, irgendwelchen Einfluß gswinnen. Gegen den J2ßi&cr- stand der Kommunisten hat die Verwaltungsstelle der SatUer, Tapezierer und Portefcuiller einen ehrenvollen Platz iirnerhalb der Berliner Gewerkschaften errungen. Auch die Wahl der Delegierten zum Verbandstag muß, wie bisher, die unabhängige, vom Partei- einiluß der KPD. befreite gesunde Gewerkschaftsarbeit.zun, Erfolge rühren, und dafür bürgen die aufgestellten Kandidaten. Deshalb jede Stimme für die Liste Amsterdam: Ä. Blume. W. Osten, E. Schüttke. A. Lillig, W.Hohls, E. Pinkowski, 0. Strauß. Oeter beiätigi sich. Er verhetzt Arbeiter und bringt sie ins Anglück. Die Vorfälle in dem Werk der V«rkehrs-A.-G. tn der See» straße, über die wir in unserer Morgenausgabe vom Mittwoch eine ausführliche Darstellung der Direktion der Verkehrs-A.-G. brachten, geben der„Roten Fahne" Beranlasiung, Ihre lügenhoste Ler- drehung der Tatsachen noch zu überbieten. Bekonnilich find auf Veranlassung des kommunistischen Arbeiterschädlings Deter 16 Ar- bester, statt ihren Urlaub anzutreten, entgegen der Anweisung der Betriebelestung in den Betrieb zurückgekehrt, wo sie ihre Kollegen persönlich anrempelten und mst Tätlichkeiten be- drohten. Bon den BÄuwhten— und nicht von der Direktion, wie bis„Rote Fahne" behauptet— Ist deshalb Anzeige bei der Polizei erstastet worden. Die Konanunisten scheinen des Glaubens zu fein, daß Sozial- demokraten und gewerkschaftlich Organisiert« Freiwild sind und daß man sie unbestraft meuchlings ermorden könne, wie diese„revolutionären Unorganisierten" unsere Genossen P o« g e und Heinrich ermordet haben. So weit sind wir noch nicht! Wenn die Bedrohten die Polizei anrufen, so hat diese die Pflicht, ste tn Schutz zu nehrnerr. Tarifverhandlungen bei der �Verek". Die Gehalts- und Zlrbeitsbedingungen der Angestellten des städtischen Unternehmens Berliner Anschlag- und Reklamewesen, Ä. m. b. H., sind nicht tarifvertraglich geregelt. Der Zentralvarband der Angestellten kzot daher am 2. Oktober 1028 den Abschluß eines Tarisvertrage« unter Anlehnung an den städtischen Angestellten- Tarifvertrag beantragt. Nachdem in direkten Verhandlungen keine Verständigung erziell werden konnte, wurde der Schlichtungsausschuß angerufen, der am 18. Januar einstimmig beschloflen hat. daß die„B e r e k" einen Tarifvertrag auf der Grundlage des 4. AngestMen-Tarifvertroges für die Stadtgemeinde Berlin mst dem Zentraloerband der An� gestellten abschließen soll. Trotz wiederholler Verhandlungen ist es durch das Verhalten der Direktion und der zuständigen Deputatton zu einem Tarif- abfchluß bisher nicht gekommen, fo daß der Schlichtungsousfchuh er- neut angerufen werden mußte. Die von der„B e r e t" gezahlten Gehälter sind zum Teil um 30 bis 50 Proz. niedriger als die bei der Stadtgemeinde Berlin gezahlten Gehälter. Trotzdem weigert man sich, die berechtigten Forderungen der Angestallten zu erfüllen. Es wäre wünschenswert, wenn die zuständigen städtischen Ver- waltungsorgane die Direktion der„Berek" veranlassen würden, auch ohne Eingriff der staatlichen Schlichtungsinstanzcn, die Verhandlungen nach mehr als sechsmonatiger Dauer endlich zum Zlbschluß zu bringen. Beiriebsraiswahl bei Mstein. Von dem 3560 Köpfe zählenden wahlberechtigten technischen Personal der Illlstein-Belriebe tn der Kochstraß« Und tn Tempelhof haben sich 89 Proz. der Wähler an der Betriebsrätewohl beteiligt. Auf die Liste 1 de r freie» Gewerkschaften entfielen 1730 Stimmen und damit sieben Betriebsräte und zwei 2l r b e i t e r r S t e, auf die Moskauer Liste 1424 Etirnmen und damit sechs Betriebsräte und ein Slrbeiterrat. Gegen das Vor- jähr bat die KPD. ein Maiwal gewonnen. Bei den 2188 inahlberechtigten Angestellten betrug die Wahl- beteiligung nur S7 Proz. Die Lifte der f r e i g c w e r t f ch a f t-- lichen Äuge stell tan bekam 9ü2 Stimmen, die der Gelben und Sonstigen 200 Stimmen. Unsere'Angestellten stellen sechs Betrieb orSts und vier Angestelltenräte. die Gegner zwei Betriebsräte und einen Angestelltcnrat. Zn Griechenland trat das Post- und Telegraphen- personal am Mittwoch in einen dretstündige» Demonstration s- streik, im, seine Gehaltsforderungen durchzusetzen. Der Streik soll voll einsetzen, wenn die Verwaltung kein Entgegenkommen zeigt.—?lm Donnerstag traten 5000.Hafenarbeiter und ««e l e u t t'n einer dreistündigen Proteststreik gegen die Gründung eines K ü st e n s ch i s s a h r j s t r u st«. Aus der Partei. Ein Grabmal für Paul Arcirod und Zulius Vkarlow wird an, 17. April, Axelrods Todestag, auf dem Friedhof des Krema- ioriums Gericht st rage enthüllt, das die Sozialdemokratische Partei Rußlands auf dem gemeinsamen Grabe Paul A x c l r o d s und Julius Marlows errichtet hat. In diesem„Brudergrab" wird auch die Asche dreier westcrer Verbannten beigesetzi: Simon We in- st ein, Alexis K a b z a n und Leo E t k i n. Der schlichte aber künstlerisch eindrucksvolle Grabstein trägt über den Namen die Ausschrist(in russischer Sprache):„Die S. D. A. P. R. — den im Exil Verstorbenen". Die Mittel zur Errichtung des Grabmals such durch eine besan- dere Sammlung unter den exilierten russischen Sozialdcnwkraten ausgebracht worden. Seine Enchülluug wird durch eine intime Trauerseier der russischen sozialdemokratischen Kolonie in Berlin be- gangen. pariemachrichien sürGroß-Verlin E-vseedllsgen für diese Radrit find 9 e r 1 i a TW 63, Liedenstreze 3, stete an da« Dezirkeselretariat 1. Hos, J Treppe» rechte, zu richte». Ausschmückung der Säle am Znternatlonalev Frauentag Di« Ausschmückung der Säle Ist wie folg! geregell: vharussälc, Müllerflroße 142, 3. Sreis, Wedoing. Drachlsäl« au, INärchcnbrunnen. 4. Srei», Prenzlauer Berg. KIlemsAestsäle. hasenheidc, 14. Kreis, Neukölln, Spicherusäle, Spichern straße 8, 9. fiteis, Wilmersdorf. Di« Abteiluugsleikerinnen dieser kreise sowie der übrigen au den Veranstaltungen bekeilizken kreise werden gebeten, dosär ,n sargen, daß die Fahnen und Banner der Abteitungen ebenfalls mit- gcbrochl werden. Das Frauenseiretorial. » tZ. zi'!i!«N>P-Ik>i. Ackä»r.g! Hexte, Zreitpg. lt. April. Ith?. Sei Nie-, der?, RpricBd»r,. SbeaSees!?. Sixaiz d«»reiirarstBade«. Hsuke, Arcitag, 12. April. 32. Abt. Gruppe T.efiiiaii: ädhlsbeab terO zo Uh: bei Srourrchardt, Paul- iZiiu,«r.S?c. 4S.?ta Stelle de« erkrankten Genossen Adolpk, Hofsmann 'pricht lsolosse Opprnbelm über da« Thema„Mc Sedcntnne der Wohl- sahr:spsi«o« fllr die Arbeitnehmer." 33, Abt. J0 Uhr A-rlammlung der Bereinignnz für Schul- und Erziehune». frage» im Zeichen'aal der Schale Shrenhcrgfir. A. Vortrag:„ilnfrrt Sonnen- lind Sorgenkinder." Nesnetltin ftiüe!?ellers!ak. 47. Abt. 30 Uhr bei Gtfcht, Wrangel. Ecke Pllckterhraß«, Mlchtize Torftando- htzung. Morgen, Sonnabend, 13. April. N. Bit, ,9 Uhr im Lebigenhei« Pappelall« tZ Bbtritnngzver-. � tabu-'——--1—---—— k— Hermann m. chin____. W »Sei»»«» zum Preise no»«0 Pf. z» habe«. an iigen, verbunden mit ein« ehrang der Parteijndila». gestred«: iM Dr. Hermann S-bügi-qe-. Geiono-oorträ«, Loltv-onzlr-i, RenIallB iA B.«. m. ein, ritt-, Ulkten sind bei den Hunltloaiirrn vnd Zvakti».!'' 73. Abt. Wonnsee. 30 Ilhr Mitgliederoerfammlung Im Zakal Aeichsodier. Wannsec. Bortrog! �iominunals Problemr Groh'Bcrlins." Zie-erent Sbibtvcrordnttci Hermann hen.pert. M ti. Abt. Siem-n-lstadt. 3« Uhr Ssfentliche Vers-mml»«» s» Hoial*■ Äaesandt. ZlauBenbammallee. Äortrag!-Di« polltisch« Sage." Aesenent|S Erich Snttncr, M. d. L. PI �raucnveranskaliuagcn. 137, Abt. AeiBicheaborf West. Heu!«, strriioa. tZ. April, 20 Uhr, im Selksha-I- Scharnwehcrsir\ll. iZupktionSrinnensitzung. Jungsozialisten. Gruppe Iiideu! Heu!», sireitae. 12. April. 20 Uhr. im Zuaentlheim Pari?- Itrohr 1t, Ardeitsgeuiemichas::„Imperialismus." Sieferentin Dr. Dorn Fabian, Gruppe Achöncberg: Heute, ssreilag, 20 Uhr, im Jugendheim Hauvtstr. 11. Schniaher.londeillrmct, Abend der Arbeiteeemriiischast:„ZIevision dro Mitri-Mu!,." ReiertNt Heinrich I-,:ti>oipic;. Gripp c Weddinn-GesundbruBnen: Air h-telki.-ien an« heute pemeinsem an der Werbsocranttainlna her Aebciterjudend. die in der Schule Punt. chrle PieOnstrabe nm IgZh Uhr staltfindet. Werbt für dies» Dcronstaltnng! Koni Sonnabend zum Sdnutog find-t unser Dochruendkursu-! statt iZlomamrs): �9llrfl«rlich« Sazielohie und Rarxic-muh." Tk-ss Punkt wird noch dckanut- grgeden. Erscheint recht zahlreich: Gcburistage. Jubiläen usw. :i. Abt. Unierrm treuen Genasscn.Hermann t»««NN. Zlieu« zalobftrahr, »» leine« 7z. Gebrrt-taae die herzlichslen Glück,-ii»sch». iö. Abt, Tempelhof. Unseren löiäbrlprn Z-btiar. Genossen Aaqust Her». man», tut»och heute mit altocmohnter Arbrit-sreude sein« Parteiarbeit aunlibt. d:a herzlichste» Gllickmünlche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation ". Abt. Am 0. April verstarb Im Witt von 70 Jahr«» ttirsee alter stampf, aenoss» Heinrich stahlen. Ghre.nolxrmoistei! der Barlin er Zap-, lerer, iBnpnq. In ihm oerlieren Mi« wieder einen treuen und lv>erzm:strn Genossen. ilderaidt«an ruft dem Zlachnne» da» Deutschen Mustkeroerdande». Berlin, stom» Mandant enstr Kh«. Diwhost 8277-;*. velchält»ieiz 0—5. Sonntag, ,0—) Uhr. Bui Wunsch, Berirtt-rStsuch. I �fräteeß**1' Margari"* -ebenso gusi- mehralsciie Hälfhe billigep ( Vi PFd 50 PFq.) und so sparsam im Gebrauch Freiiag 12. Apri! 1929 Unterhaltung unö ÄNissen Beilage des Vorwär.s Muri onenburw 3>as im Si C3ü)1u|.) Sle VaiMsn sich bir Dame zu, öie vür Entzückung plapperte: „Voir. wir reizenbt tyilum Sic das gemacht? Fred, fiek, doch. wie nisickich dieies Dorf und die chäuschen. Goii, wie reizei�d!" likr Begleiter war ehrlich begeistert von der kunftvollen Arbeit, und Sebastian, erfreut über soviel Lob, nahm das Ei aus dem Kasten, hob es gegen das Licht, damit die Fren'den das obgestujte Farbenspiel gerutgsam bewundern konnten. Fn dieser tristen Stube unter dem grauen Mittagshinunel war die zauberhafte Land schau, die Sebastian in das Aristallgchitui« ge- bannt hata«, wie der Schitisuchtstrouni nach einer reineren Welt und Schönheilsvcrlangen. da- nach Erfüllung strebte. Alle Wünsche und alle Honnungen des jungen Arbeiters nach einem besseren Sein, wo der schasiende Mensch von der bittersten Not bemal, n bleibt. waren in dieiem Werk zu Bild und Form geworden. ...Ach!— bitte, geben Sie es mir ein wenig, ich rnockz!« es gaitz in der Nahe sehen," und schon sireckt« die Dame die Hände aus. Sebastian konnte nicht wehren und gab ihr nicht ohne Zittern das Kristallei in die wildiederbehandschuhten Finger. Sie ging noch näher zum Fensisr, um die vielen Einzelheiten gang genau zu sehen. Da fragte der Herr:„Was soll es kosten?" „Ja— ich möchte es haben." „Ich verkaufe das Stuck nicht," erwiderte Sobastian. Da aber nannte der Herr ein« Zal>l und Sebastian erschrak: für diese Summe mußte er über ein halbes Jahr arbeiten. Doch was tat es? „Ich verkaufe nicht." wiederholte er. Und der Herr nannte wieder«in« Zahl, doppelt so hoch, als die zuerst geboten« Summe, weil er glaubt«, der junge Mann wolle einen Küheren Preis herausschlagen. Ein Lächeln ging über Sebastians Gesicht und er schüttelt« aber- mals ablehnend den Kopi. Wia hübsch so ein Lächeln diesen armen Teufel macht! dacht« die Dame. Gut angezogen, märe er in der Stadl beinah« eine tadel- lose Erscheinung. Aus der Kammer nebenan klang wieder das hohle Husten der Frau. „Ich glaube, es hat doch keinen Zweck, daß man den Leuten histt, wenn sie sich selbst nicht helfen wollen." sagte sie zu dem Herrn und zu Sebastian gewandt:„Ich dachte, Ihr« Mutter fei trank?" Der Herr nannte nochmals die verdoppelte Zahl. Ob Sebastian jetzt zufrieden und damit esiwer standen sei? Da vernahm der Arbeiter wie aus weiter Ferne seine eigene s Stimme, die ihm fremd klang, als sie„Ja" sagte. Der Herr zählte«ine Reihe Schein« auf den Arüeltstisch, wandte| sich zu der Dame und sagte, es sei höchste Zeit, daß sie nach G.> 'Anten.■ � y'■,;' Sebastian nahm schweigeitd da- watVegepoWske MlnZi!�,' da« � .Ä�»t0d hineiiizulegen, aber die junge Dame könnte nch nicht satt. sehen und äußerte den närrischen Einsall, die Miniaiurlandschaft> auch auf der Fahrt mit der wirklichen Üandichasi zu vergleichen, r Da der Herr ihr« Launenhaftigkeit kannte, ließ er seiner Begleiterin! den Millen und nahm den kleinen Holzkasten unter den Arm. Bor dem Hause, an der anderen Straßenseite, wartete das Auto. Der Ehausjsur ließ den Motor anspringen und fuhr bei, damit die Herrschaiten nicht vo» de? Hmtpttreppe herunter durch den Morast über die Straße zu gehen brauchten. Aber da'«gte plötzlich ein Windstoß vom Waid herüber: die Dame griis ängstlich und ge- wohichcitsmäßig mlt beiden Händen nach dem geöisneten Pelz- mantel, um ihn über den Schultern zu schließen, und das Kristallei siel aus die Straße und wurde last im gleichen Augenblick vom rechten Vorderrad des Autos zermalmt. Sebastian erbleichte und ging ins Haus zurück. Hl.: Leichter Neb l, den bald die Sonne durchbrechen und zerstreuen münde, hing über dem Tal. Sebastian schrill durch den srischen'Ostcr. morgen aw die kleine Waldlichtung zu, wo er Eveline und seine! beiden Nebenbuhler treten sollte. Während er des Weges ging, � ein kleines, papierumhillltes Pckckchen in der Hand, überlegt« er: Untreu« gegen sich selbst rächt»ich immer. Ich hätte das Ei nicht nerkaufen sollen. Welch ein Geschick, daß es in den.Händen seiner neuen Besitzer sogleich zerbraMI Sie hätten ihr Geld behalten und ich mein« Arbeit nicht hergeben sollen.?lber die Mutter... Und Eselin«! W'« annselig werde ich nor ihr stehen mit dem rasch bemalten Ei 011? Holz: die Farben sind nach nicht einmal ganz ein, getrocknet! Und die Hälfte des Geldes, das ich für sie hineing»!«?» hob«, iit mi« ein Hohn auf mein vernichtete; Kriitallei. Als oi' mit Geld gutzumachen wäre, was ich an ihr durch den Ver'nuf g:- fehlt Kabc. als ob diese Schein« da in dem Holz«! ihr etwas von der Zauberwelt im zersiörten Kristall sagen könnten t Weshalb bin ich sö dumm und geh« hierher? Er blieb plötzlich stehen, enticksiossen umzukehren. Da riefen ihn fast gleichzeitig Franz und Karl an. die beide aus entgegen- gesetzten Richtungen kamen. Sebastians erster Blick, sobald er der Durfchen ansichtig wurde, siel auf da; Päckchen, das jeder von ihnen trug. Sie nahmen Sebastian in d-e Mitte, der jetzt ohne Sträuben den kurzen Weg mit ihnen ging. Die beiden machten Scherze und rieten, wer von ihnen wohl die originellste und kunstvollste Arbeit bei sich habe. „Einer»an euch wird Eoelin« gewinnen," sagte Sebastian. „Ich scheide von vornheretn aus: bin eigentlich nur gekommen. weil ich mein Versprechen holten will." Da wollten sie näheres wissen, aber Seltastion wiedcrhalic nur, daß er kein Nebenbuhler mehr sei. Sie warteten erst wenige Minuten an der Waldlichtung, als st« Coelinc schon übermütig herm, tänzeln sahen. Per Wind wühlt« in der Bkondheit ihre« Haares, und kaum, daß ste in Runreit« war; begann si« In tollen Sätzen zu laufen und ihr« schmale Gestalt schnellte wl« ein Kall auf die drei Burichen zu. Mit fliegendem ?ltem stand sie lächeren Mundes vor ihnen.„Nun, mein« drei Ritter, wer trägt den Preis davon? Ich liebe euch alle: das Los, das ihr euch selbst gewählt habt, soll entscheiden." Sic nahm die drei Päckchen und lies«in Stück wallieiirwärts. Die Männer schwiegen, sahen sich verleben an und dann hin- unter ins Dorf, während wenige Schritte hinter ihnen die lustige Evelme die drei Gaden auspackte und in diesem Augenblick entschied, wem si« ihre Zuneigung geben würde. Aber da kam sie schon wieder atigerannt, die Geschenke im Arm. Blieb wieder vor den Burichen stehen und sagte:„Du, Sebastian, hast mir die schönste und sinnvollste Freude gemacht! Di« beiden da, der Franz und der Karl, sollen sich heimgeigen lasten mit ihrem Äinderipielzeug. Hier, nehmt's ruhig wieder mit. Se- basttan, du bist mein Liebster." Er stand verlegen, wußte nicht? zu sagen. Er glaubte, sie triebe einen Scherz mit ihm, denn wie er die Arbeiten— die eine:«in Mahagoni-Ei, reich mit Intarsien ausgelegt, die andere: ein meiall- gehäimnerler Osterhase— von Franz und Karl sah, fand er nur bestätigt, woran er nie gezweifelt, daß er verspielt hatte seit dem Verlust seines Kristallgehäuses. Doch— was ist das? Ist Eueline verrückt geworden und will die beiden anderen ärgern? Sie hangt sich an feinen Hals, küßt ihn und flüstert Schmeichelworte! Da kam au» einmal eine große Erleuchtung über Sebastian, und die ErkemUnis und Ernüchterung, die ihn packte, gab ihm die Ärast, Eoelin«— die er begehrt hatte wie nie einen Menschen— mit einer unwillige» Schulterbewegung von sich abzuschütteln. Sie koimte sich nicht deuten, was geschah und sagt« nur er- schrockeiil„Aber Sebastian!" Mit kalter Stimme, in der verhalten das Zittern der Erregung schwang, sprach er ruhig, sein« Empörung beherrichend:..Ich will sie nicht, si« will nicht den Menschen, mir das Geld. Geld!— will sie, es ist ihr mehr wert als die Arbeit von Wanaten. Franz, deine Gabe ist ihr Dreck: hartes Mahagoni, mühsam zum Ei geiormt» und Palisander und Lirken— und Eedernholz daru» eingelegt, das ist nichts für das Fräulein. Karl, dein Geichenk ist Kindsripielzeug— io hat si« doch gesagt?— weil du«-» aus einem einzigen Metall« stückchen hämmench geformt hast." ilnd zu sich ietbst, wie zu einem Dritten: Sebasiian. dein Kristallgehänse und die hineingebatmi« West wäre auch Dreck gewesen! Aber das Geld!— das Geld?— ist mehr als aberhundert durchwachte Nachtstunden: Geld ist m«hr als Phantasie und Können: Geld ist mshr als Hingab« ans Werk!" Er konnte sich nicht mehr beherrschen und begann zu schreien:.Hol'; der Teutel! Ich bin glücklich, daß der Kristall im Strahenkot zer« splikierle. Glücklich, glücklich, denn das Schicksal Hai mich vor diesem Weib da bewahrt. Ihr Herren Nebenbuhler, nehmt Ereline und teilt sie euch!" Mit großen Schritten lie? Sebastian waldeinwarls. Er atmete tief und schwer, aber allmählich entspann»« ein seit langem nicht mehr erlebtes Älücksgemhl seine Brust... Durch die hohen Taimen siel die helle Sonne, die den Nebel durchbrochen hatte. Sie lag ans dem taugützernden linterholz und den kleinen Schneehalden zwischen den Stämmen wie blankes Silber. Hebel 'ItHUer'Jacobi: lieber der nachtdunklen Großstadt liegt er mit bleigraurr Schwere. Wie ein dichter Schleier, alles umhüllend, fast einlullend und langsam erdrückend. Und die Augen der Weltstadt, die Licht.n, scheinen verschwommen, wie von Tränen nmipnlt. zerfließend imd sich kosend ins Nichts. Die Hupen der Autos tonti, erschreckenii, plötzlich hervordonnernd und todezverkündend au« dem grauen Unbekannten. in da- alles verwnten ist. Ihre Lichier sind plötzlich da, groß und wie die triefenden Auge» feuriger Drachen, die alles»er- schlingen. Und die Menschen huschen dahin wie schwarze Schatten, ge- spenstergleich. Sie gehen vorbei, ohne einander zu kennen, ahne zk wissen wohin, in- seuehte Grau. Der Nebel legt sich um Ihren Körper, umhüllt die Sinne und drückt schwer out das Herz, daß es sich windet im Krampf. Du mochtest schreien, doch der To» erstickt in der Kehle, und es bleibt nur ein leises Wimmern» kaum noch vernehmbar. Ein Stöhnen nach der Sonne und dem Licht und der Freiheit des neuen Tags. Ein neues Theemo-Element. Ein au- einem Graphitrohr, in dns ein Wolframdraht isoliert eingeführt und än seinem End? mit einem Rohr durch einen Woliramstöpsel verbunden ist, bestehendes neues Thermo- Element,_bos es ermöglicht, Temperaturen von einer Höhe zu messen, deren Feststellung bisher nur mit optischen Mitteln möglich war. ist nunmehr praklifck auserprobt morde». Das neue Element hielt im Vacumnatsn Temperaturen van über tS30 Grab >nts und in Anwesenheit vo» reduzierenden Gosen sogar Tempera- iuren bis 2400 Grad. tilax 3)orlu: Job Eekboom war ein Schneider. Gebürtig au» Westfalen. Aber nun saß er schon einige Jahr« in Saragoisa— tagsüber auf dem Schnsidertii'ch— und abends unter den Platanen am rauschen- den Flusie Ebro. Wo Saragossa liegt? Da« wissen Sie doch noch neu der Schule her: Saragoisa liegt in Spanien, Nardspanien. Saiago'jai ciu; El>£(K. Pom düsterou Kanttchxtschen Gebirge cher springt er schäumend und sicher-lüssiz Hiera!»— der junge Prinz Ebro— und ist wildestem Sturmlou» braust er fein« Achthundert-. Äklometerbohr. dahin— dem großen schönen Ziele zu: der Hochzei! mit der blauen Seejuiigier Mitielmeer. Der Ebro—«in Fluß. der Länge nach etwa wie die Oder. In der Mitte seines Lausrs liegt Saragoisa, die alte Königstadt Aragonisns. Aragonten: heut« spanische Provinz: groß wie Rheinland-Wesisalen. Aber schwach bevölkert, nur eine Million Menschen, gegen zwölf Millionen in N Heinland- Westfalen. Zlragonien, spanische Nordprovinz. Hochstepp«, nur die Täler sind bebaut, künstliche Bewäsierungen zaubern paradiesische Gärten hervor, die srüchto- und blumendustenden Huerin«. Springe« brunnen— blütenweihe Landhäuser— mimderlmr schöne Senoras und noch schönere Senorstas, üderstolze Caballero?— und vergrämt« magere Pachtbauern. Doch kühn Und-re» und offen sind die Antlitz« der Hirten, die ihre tausendköpfigen Ziegen- und Schaf- Herden über Aragoniens Hochstsppen treiben— die Steppe, sommers verbrannt, winters kalt, im Frühjahr und Herbst aber lwnt und grün— in zartblauer Luit kreisen die Sperber— und gelbe Sieppenha-ien tollen durch Gras und Blüten hin in wirbelnden Sprüngen. Der Wind singt in einiomen Klostcrztiprzsiea'ein trauriges Lied, sein Liad von der Dergänglichkett aller irdischen Macht. Ja einmal, da war Aragonien eine Macht, eine König?- macht, die sogar über dos Klaus.Mtttelmesr dtuweggrif: bis nach Sizilien und Neapel hin, araqvnisckz« Könige waren um l4f"0 herum die Herrscher Neapels und Sisi.liens. Längst vorbei, längst dabin— der Wind singt Totenlied« in den schwarzen Zypressen. Und«in- sam« Mönche hallen tm Refektorium ih>e? Klosters«in sanftes Mütag'chiäschen, das runde Bäuchlei a voller Ne>? und Huhn und Peperoni und Oliven und Dinum Santum. Spanien— die ,)rit schläft.?lragoni.:n, ein Dornröschen— das vom Prinzen Ebro nicht geweckt wird. Prinz Ebro will die lebenschZumend« Seejungser, II Moditmaneo, das weltenarm ende Mittelmeer. Aragonien. In seinem Norden türmt sich aus die Ichwarze Felswand der Pyrenäen. Im Süden liegt wie ein riesiges graue? Totengerippe die Sierra Jberica, da? Iberische Scheidegebirge. Ära- gonien, lein erster König war Namiro, etwa um 103*. Ramira b» freite Zlragonien vom„Joche" der Mauren, der Araber: das blutige Christenkreuz zerschlug die alt« mauriseh« Kultur. Akragonien machte einen schlechten Tausch, statt der hochentwickelten arabischen Kunst und Wissenschaft brachte das mittelalterliche Christentum— Gewalt. Arroganz. Engl'ttrnigkeit, mnssige- Dogma. Ketzergerichte, In- quisttionen und Scheiterhaufen. Christus, der Revolteur, der war gut— die späteren Christen taugten nichts! . Die Araber hatten in Aragonien geherrscht vom 8. Jahrhundert bis um die Wende des 10. Jahrhunderts. Einstens, in der Antike, da war Aragonien eine blühend« römische ProvinZj sei:« Haupt« stadt war Äoiserstadt: Cäsaren Augusta, daraus ward in der Kor« ruption der altaragonischen Sprache das heutige Zaragoza, deutsch: Saragossa! Rom zerfiel, es starb an seinem lasterhaften Herrentum einerseits und an seinem leidenden Sklaventum andererseits— wilde junge Bölkerschor.m stürmen, von Norden her, gegen die alt- römische Kutturwelt, von den Ländern der hohen Ostsee und von der Weichsel herab, branden die Pölkerscharen der Westgoten, schon klettern si« über die Felsenterrassen der Pyrenäen hinweg— sie überschwemmen Aragonien. sie stürmen und plündern Eäiarea Augusta, Frauen schreien. Mädchen wimmern— die Barbaren ver- gewaltigen die Schönheit, si« zertrümmern Tempel und Paläste— ein« Stunnflul zerbrach Roms unglückliche Kultur. Rauher Bar- barenwind wehte über Aragonien— die Westgoten: im Jahre 112 wurden sie die Herren Spaniens. Aber es kamen wieder Südlnfte. Blumenlüste, nach einigen Jahrhunderten— im 8. Jahrhundert, wie schon gesagt, kamen die Mauren, die Araber: si« waren die eigentliche Blütezeit Spanien- und AraganienK. Der Maure war viel edler und gesitteter als der Christ. �lragäniens Zttenschelt sind ein Mischvolk aus Ketten, Iberern und Lateiner». Sic haben den kühnen Schnitt de:- Antlitzes vom Kelten her. Pom Jl>erer lmben sie die Faulheit. Ilnd vom Lateiner den H-errenflolz. Tie Zukunft Aragoniens? Die heißt„nicht viel. Das Land hat keine Bodenschätze, und im Sommer regnet es nicht. Die klitnatiichen Berhältnisie haben sich seil Nomerzeit verändert— weniger Niederschläge, uviiiger Wolken. Immer blauer Himmel bringt nichts Gutes— mein Freunds hüten sie sich vor zuviel Glück, denken sie an den Ring d<- Polykraies. Saragossa, die Hauptstadt da- Generalkapitnnats?lragonl«n, groß wie Elberfeld: löttttzA) gähnende Bewohner, im Gegenteil zu den Elberfeldern, die nicht wisien, ob sie dir vor geschäftlicher Eile eine Antwort geben sollen— oder nicht. Saragofsa, wovon lebt «»? Provinzstcidt— trotz seiner löOOtX) Bewohner Saräcosia: Landhandel, Agrarhandel und Kleinhondwerk. Berühmte Universität (seit Itütck Kunstakademie und Kirchengesänge. Wunderbar schön die alte gotische Kathedrale, vollendet im Bau um 130t), barock glücklich renoviert. Dann die prächtige Walltahrt-kirche der Jungfrauen— die Catedral de la Dirgeic, wallen die Scnvritas Mütter : Verden— dann pilgern sie zur La Birgen— lustige Herberge, Wein, ironime Büßer und Genießer— und schon ist das Wunder geichehen: die Virgen es werden Mütter! Spanien, Priester, Stiere. Toreros— aber keine Carmens mehr, die»panischen Dolche wurden längst stumpf. Die Kirche hat den Charatier verdorben. Und der Freigeist regte erst ganz leise die Schwingen. Einer der Freigeister Saragossas ist der Westiale Job Eckbovui, der zugewandert« Schneider. Er hatte unruhiges Blut— die Welt rief ihm zu: Ich bin fe i-tsim, Job! Suche du mich. Und der junge Schneidergefelle ließ feinen Kompaß spielen, dir zuckend« blanke Nähnadel ward ein« Kampaßnad«!— die nach Süden wies.„Fern im Süd—„ das Ichöne Spanien— Spanien sei mein Heimatland!" Job Eekboom ist mm schon an die zwanzig Jabre in Sora- goisa. er ist selbständia, er hat die Tochter keines Meisters qs- heiratet— in der Calle Saplado könnt ihrs lesen:„Sasireria Job Eekboom. Maßschneiderei" Job Eekboarn nähte aber nicht nur mit der Rodel, er nähte auch mit dem Mund«— er näh!« und glättete Gedanken, er war ein Saziaktst. Dem P'afsenbreniere von Saragosia setzte er entgegen dao rate Brevier des Karl Marx. Der Schneider Job Eekboom organisierte die ersten iözielittischen Gedonkenbaiaillone— in der alten Königstadt Saragossa, ilnd diese neuen sozialen Gedanken— nach und nach flngelstork gewordener Freigeist, der schwingt nun seine Kreis« über Land Aragonien, höher und höher—- näher und näher hin zur Golds onne Freiheit. Der Schütz« Uttimo de Riviera, der Diktaturschütze, schießt nicht hoch genug— um den roten Frei- beitsadler zu treffen. Job Eekboom zwar ist tot. Die Sozialisten Saragosias brachten an ieinent Sterbelzauke«ine Lronzciafcl a»»- drauf stand—„Dem ersten Sozialisten Saragosias: Zum treuen Gedenken!" Aver das Militärkomnionda, die Diktatur, ließ diese Tafel wieder entfernen, sie roch zu sehr nach„Aufruhr!" Laßt catch niemols entmutigen, am allerwenigsten von betreßten Waffen- b«ngst«n. Wir Sozialisten Saragossas gießen eine neue Bronze- tafcl— schon strahlt si« von her granittien Wand, hier:„Job Eck" boom, Zlmiga bei Mundo!".Lob Eekboom, dem Weltenfreund!" Senorone Riviera, edler Diktator und zähneknirschender Tyrann werden Sie auch an dieser Bronzeplatte Anstoß nebmen? Na. das kann er nicht. Das svrigcistige Saragoisa lacht und ireut sich— und zu seinem jungen herzlichen Lochen braust der Fluh Ebro seine schäunrend« Melodie— um die Pseiler der alten Römerdrücke herum. Saragossa, dein« Glocken vtarien auf das Sturmlied der Carmagnole— einmal werden si« das läuten. Di« Frage„Wann" beantwortet der Glaub« an die Kraft d«? menschliche» Geistes. W- wollen— wir werden! � W SozialistischeArbelterjugendGr.-Verlin I Anstndungm slir dicst ZtubrN nur an du« Jugaidselrrlarlat I Äerlin SM SS, �tndenfiraße Z Zogendtag in Luckenwaldrl Srulr müssen olle Tellnchmer, soweit fie dem Sesretariat gemeldet sind, angeden. mit welchem Kug sse fahren<17.57, 19.25, 30.53 Uhr ab Anhalter Bahichofs und auch die Hinfahrt von 1 M. degahlen. Teilnehmer können sich noch melden. Die Berichtobogcn vom l. Quartal und Mai-Programwe Mtissen abgeliefert werden. Zngendtag in Magdeburg! Alle Teilnehmer treffen sich morgen, Sonnabend. Il!>4 Uhr, zur Probe in der Schulaula Da>r»ig«r Str. 23. Erscheinen aller Sc- nassen und Genossinnen ist Pflicht. i!'4 U offen Heule. Freitag. 19% Uhr. Zentrum: Heim Larrd-berger Str. 50.„Bub und Mädel." Hans«: Heim Bochumer Str. Zb...Tagetpolltische fragen.'— Moabit 1: Schule Waldenfer. strahe 20.„Die International» der Jugend."- Arnomalder Platz: Heim Rasrenburger Ecke Wehlauer Strasse.„Aufgaben der veoletarischen Jugend."— Hohenschönhausen: Heim Freienwalder Str. 0. Werdeabend.— H>Imboltzvlatz: Heim Dantiger Str. 02, Baracke 2.„Alkohol und Nikotin."— Kumannulatz: Heim Scherenbergstr. 7.„Revolution oder Evolution?"— Rardost: Heim Dan. ziger Str. 02.„Was ist Sozialismus?"- Wörth« Platz: Schule Kastanien. allee 82.„Arbeiterjugendbewegung."— Warschauer Biertel, R. ss.: Heim Litauer Str. IS. Mitgliederverainmlung.— Baltenplatz: Heim Tilstter Str. l-ö. „Dos Wehrprogromm."— Warschaner Biertel: Heim Tilsiter Str. 4—5..1S4S." — EharloUenburg: Heim Rosinenstr. 4.„Der Weltkrieg."— Eharlattenburg- Gstd: Heim Sndelsir. 2.„SAJ."— Moriendorf: Alte Schule, Dorfstr. 7. „Wir werben."— Britz II: Ratbaus, Chauffeestr. 48.„Wohnkultur."— Köpenick: Heim Dahlwitz« Str. 15. Lichtbilder:„Öftersabrt."- Banmschnleuweg: Heim Ernststr. 10. Heimabend.— Riederschöneweid«: Schule Berliner Str. Zl. „Seruelle Fragen", 1. Teil.— Treptow: Heim Elsenstr. 3. Heimabend.— Lichtenberg Rord: Heim Gunterstr. 41. Mitgliederversammlung.— Ren-Lichten. berg: Heim Hauflstrasse.„Arbeilerspvrt nick, Körperkultur.— Borsigwalde: Schule Conrad stresse.„Kirche und Staat."— Reinickendors-Vst: Heim Lindau« Strasse. Uebungsabend. Wethe bezirk Neukölln: Bilbungskursus abruch. Heim Kanner Strasse. .Grundlagen Her Politik", Schluß» Werbebezirk Wedding! Aul« der weltlichen Schul», Wiesen. Eck« t-s Pankstrasse. Werbefeier unter dem Motto„Rote Revue"— Wir und sie. Einlass 194 Uhr. Beginn 20 Uhr. Eintritt 40 Pf. Alle mitwirkenden f.-, Jugendlichen milssku um 10! i Uhr anwesend sein. N Pankow I, TT und M: Restaurant„Sckiloss Schönhausen", Rinder- W schönhausen, Lindenstr. 11. Polkstanzsest. 19!: Uhr. Beginn 20 Uhr.« Eintritt 30 Ps. fj Werbebezirl Osten: Sonntag. 11 Uhr, Zugendfeiee im German ia-Palast. Frankfurter Allee Zl4. Musik, Festansprache, Rezitationen, Film, Sprechchor. Eintritt 50 Pf.» LelpzIaerStrasse» Ai«xanderplatz» Frankfurter Allee» Beile-AIIIance-Sirasse* VllmcrsdorfcrStr.» Brunnenstrasse» KottbuserDamm«Andreasstrasse StodtkQclie Uipzijer Str. Imt Zutna Hr. UlS-n Wir llelarn frei Haas; Menüs, Einzelserichte, Kalte Platten, Mayonnalsü n.Eisspelsen.T orten usw. Vartsngan Sil nssrai utfOhrliekM SUdtkUehankslaloj [Frlsciies Fleisch HalDShaiEB....................... Ptad Mpi Kslfeshamm»9»» Eeiue«......... piud 70p(. Kalbsrüchen«>>»« Beu&s*....... ptu« 80fi Kalbstsenleo bia9PH.«eiw.p«i«ip«n, p«. 90fi. Pa. Scbweloebsacb etn« B«iuge, riud 1,10 Po. ScbvelnesdiliikfiD oi-Blatt p,m»d 1,20 Pa, Kasslar«ud.................. pfmd 1,30 Pa. Eisbein mit Spttzbetn gepskeit, ni 64p(. Pa. RSCkenfett bntfert,o.Schw»rta, Pfd. 96pt. Pa-RinderhammotOnanlppB Ptai78pf. Pa. Feblrlppe....„.............. Pfund 98pt Pa. Scbmorflelscb kcoi«,«.snodua, m 1,25 Pa. Roulade..................... Pta°dl.38 Pa. Scbabsflelscb............... Pknnd 1.25 Pa. Hackepeter sevont........... Ptnndl, 25 Pa. Talfi aDtgelauoi............. Pfand 45p(. Pa,HlBäerlBber................... Pfand 1.24 Oefrlerneisch Po. SAnOrÜBlSd Eeala, ohna Kn, Pll 1,12 PO. CfllOSCb ebne Ho«eben...... Pfand 88pi Pa. Soppeallebch........ ptud 68pf,«n Pa. HafflfflBlTorderDelicb Pfand 94?,,- Pb. Rlnderlnnfien w»«*.........Pfand 36?! Pa.RiEderbenen......... Pfand 54?-. PB. EOler friicJi................... Pfund 24pt Pa. Rloderbaftea-sln°ab-n.kri»eb.Pkd. 48?-. Pa. 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Melden wollen sich nur Genossen. die reiche, journalistischeErfahrung besitzen. Bewerbungen bis ram 18. April unter den üblichen Bedingungen speW. Kiber. CsUu, N-U* Die geraubte Berliner Steuermilliarde. Das Ausnahmerecht gegen Berlin. Derlin wird noch in diesem Zahre einen erbitterten Kommunal- wahlkampf erleben. Unsere Sladlverordaetensraktioa kann sich diesem wahltamps mit der beruhigenden Gewißheit unterziehen, tu der lausenden Wahlperiode alle» getan zu haben, was im Interesse der werktätigen Bevölkerung möglich war. Dennoch wird sich auch in unseren Reihen niemand der Erkenntnis entziehen, daß ein« große Unzahl berechtigter Zorderungen nnerfüll« geblieben sind. Soweit dies auf die wirtschaftlichen Röte der Gegenwart zurück- zuführen ist, teilt Berlin die» Schicksal mit den anderen Gemeinden. Darüber hinaus steht aber die Stadt Berlin gegenüber den anderen Gemeinden unter einem höchst ungerechten Ausnahme- recht, indem ihr von ihren Steuereinnahmen all- jährlich viele Millionen zugunsten anderer Ge- meinden genommen werden. Daß hierdurch der Berliner Kommunalpolitik ganz ungeheure Schwierigkeiten bereitet werden, die weit über die Schwierigkeiten anderer Gemeinden hinausgehen. ist nicht zu bestreiten. E, erscheint angebracht, diese» an Berlin begangene Steuerunrecht kurz darzulegen, um eine gerechte ve- urteilung der Leistungen der Berliner Kommunalpolitik zu ermöglichen. vorausgeschickt sei, daß unsere Genossen im Landlag und Staatsrat sich wiederholt bemüht haben, diese» Unrecht zu beseitigen oder wenigsten» zu mildern, daß diese versuche jedoch an dem Widerstaad der bürgerlichen Parteien und leilweise auch der Kommunisten gescheitert sind. Da» Rückgrat der Berliner Gemeindefinangen war vor der Steuerreform die E i n k o m m e n st e u e r. Diese erbrachte fast die Hälft« der ganzen Steuereinnahmen. Jetzt erbringt die Tin- tonrmensteuer kaum ein Fünftel der Steuereinnahmen Berlins. Tin« Hauptursach« für diesen Rückgang liegt in dem sogenannten Laftenausgleich, der der Berliner Bevölkerung außer den Abgaben an das Reich und Preußen, die ste mit den anderen Kommunen teilt, einen besonderen Tribut zugunsten anderer Städte auferlegt, trotzdem diese teilweis« erheblich leiftungsfcihiger sind als Berlin. Die Verteilung des kommunalen Anteils an der Ein- kommenfteuer erfolgt nämlich unter rein scheenatischer Berücksich- tigung des auf den Kopf der Bevölkerung entfallenden Bortrieg». aufkommen»(sog.„relative Garantie"). Das jetzig« Berlin bestand vor dem Krieg« aus 94 Gemeinden mit selbständiger Steuechoheit. Kein« dieser Gemeinden könnt« d«n Satz der kommunalen Ein- tommenstouer über 100 Proz. erhöhen, wenn sie nicht die leistungs- fähigsten Steuerzahler in die Steueroasen der westlichen Borort« oertreiben und dadurch ihren Steuersäckel schädigen wollte. Für dies« Zwangslage, di« in anderen Gemeinden nicht bestand, wird Berlin jetzt dadurch bestraft, daß ihm allein im Jahr« 192S nicht weniger als 27.7 Millionen zugunsten anderer Gemeinden genommen sind. In den Iahren 1924 bis 1928 betrug dieser Tribut 110 Millionen, hierzu treten noch di« Abgaben, die Berlin von dem kommunalen Anteil der Simiahmen aus der Einkommensteuer der Handelsgesellschaften, der sog. Körperschafts. st« u e r an ander« Gemeinden machen muß. Im Jahre 1928 waren dies 4.7 Millionen, in den Jahren 1924 bis 1928 insgesamt 16 Millionen. Kein Einsichtiger wird sich dagegen wenden, daß leistungsfähige Gemeinden von ihren Steuereinnahmen an die leifwngsschwachen Gemeinden abgeben müssen. Diese Pflicht muß aber alle Gemeinden in gleicher Weise lrefse« und darf nicht ein krasse» Ausnahmerecht gegen Berlin sein. Drastisch wird die Ungerechtigkeit des gegenwärtigen Ausiandes durch ein« Gegenüberstellung Berlin» mit der reichsten preu- ßischen Großstadt Frankfurt a. M. beleuchtet. Der jährliche Cinkommensanteil auf den Kopf der Bevölkerung beträgt in Berlin 2S M., in Frankfurt a. M. 40 M. Trotzdem muß Berlin ' von dieser Kopfquot« 8 M. an andere Gemeinden abgeben, und das viel leistungsfähigere Frankfurt 1 M. In den früheren Iahren hat Frankfurt überhaupt nichts an diesen Ausgleichsfonds ab- , geführt, sondern teilweise noch Beträge aus diesem hauptsächlich von der Bevölkerung Berlins aufgehrachten Fonds erhalten. Aehnlich liegen die Derhältniss« bei der Umsatz st euer. Bereits das preußische Aussührungsgefetz zum Finanzausgleichs- gesetz vom Jahr« 1923 beließ der Gemeinde Berlin nicht annähernd den dem örtlichen Aufkommen entsprechenden Einnahmeanteil an dieser Steuer. Mit Wirkung vom 1. April 192? ist die Verteilung des Gemeindeanteil, an der Umsatzsteuer noch derartig zuungunsten Berlins verschlechtert worden, daß ihm hierdurch zugunsten anderer Geineinden im Jahre 192S weitere 1% Millionen und in der Zeit von 1926 bis 1928 jährlich S Millionen entzogen sind. Geradezu ein Steuersiondal ist die Verteilung der Kraft- fahrzeugst euer. Das Reich verteilt das Aufkommen aus dieser Steuer an die Länder nach dem örtlichen Aufkommen und noch der Bevölkerungszahl. Die Verteilung auf die einzelnen Provinzen— Berlin gilt in dieser Beziehung als Provinz— w- rückstchtigt jedoch wedcr das örtlich« Aufkommen noch die Bevölke- rungszahl, sondern legt nur zur Hälft« den S-bletsumfang und zur anderen Hälfte die Länge der Stvaßenstrecken der Verteilung zu- gründe. Um das Maß der Ungerechtigkeit voll zu machen, werden hierbei von 2800 Kilometer Straßen nur 276 Kilometer, also weniger als ein Zehntel, berücksichtigt. Dies führt dazu, daß Berlin im Jahre 1925 nur� 2 Proz. seines örtlichen Aufkommens erhielt, während z. B. Ostpreußen 251 Proz. und Hohenzallern sogar 508 Proz. bekamen. Dies waren für Berlin weniger als 5 M. pro Fahrzeug, wöhrend di« entsprechenden Zahlen für Ostpreußen und Hichenzollern rund 380 und 570 M. hetrugen. Di« Ungerechtigkeit dieser Verteilung Ist durch die im Jahre 1926 erfolgt« Zuweisung einer jährlichen Boraus- Zahlung von 2 Millionen Mark an Bertin nur gong unzureichend gemildert worden. Im Jahre 1928 brachte Berlin an Kraftsahr- zeugsteuer 21 Millionen auf, wovon es nur 2,3 Millionen behalten durste, während es 18,7 Millionen an andere Kommu- naloerbände abgeben mußte. Insgesamt betrug dieser Tribut in den Jahren 1924 bis 1928 nicht weniger als 5 9.5 Mil- li onea. Wem» man berücksichtigt, daß die Kraftfahrzeugsteuer dazu bestimmt ist, di« durch die Kraftsahrzeuge abgenutzten Straßen auszubessern, findet der teilweise wenig erfreuliche Zustand des Berliner Etraßenpslasters seine Erklärung.— Besonders aufreizend ist auch di« Verteilung des kommunalen Anteils an der Haus- z i n» st e«i e r. 3n dem am 31. März 1928 beendeten Steuerjahr 1927 bracht« Berlin mit 341 Millionen Mark fast ein Drittel de» ganzen preußischen Aufkommens auf, wovon ihm jedoch ein großer Teil genommen wurde. Bon den Erträgnissen dieser Steuer ist bekanntlich nur dl« Hälfte für den Wohnungsbau bestimmt, während di« andere Hälfte all- gemeinen Finanzzwecken dient. Von diesem Finonzanteil behält der Staat etwa zwei Drittel, während das restlich« Drittel an di« Gemeinden verteilt wird. Bereit» im Jahre 1924 erhielt Berlin nicht annähernd den seinem örtlichen Ausbringen entsprechenden Anteil. In den folgenden Iahren ist der Berteilungsschlüsiel noch weiter derartig zuungunsten Berlins geändert worden, daß es in den Iahren 1925 bis 1927 um weitere 76,9 Millionen zugunsten anderer Gemeinden geschädigt wurde. Im Steuer- jähr 1927 erhielt Berlin statt der ihm noch dem Derteilungischlüssel vom Jahre 1924 zustehenden 57,8 Millionen nur 30,43 Millionen, also 27,4 Millionen lveniger. Für das am 31. März 1929 endende Steuerjahr 1928 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor. Da di« Verhältnisse sich in der Zwischenzeit keinessolls zugunsten Berlins geändert haben, ist wiederum mit einer Schädigung um mindestens die gleichen Summen zu rechnen, so daß Berlin in den Jahren 1925 bis 1928 zusammen 104,3 Millionen zu- gunsten anderer Gemeinden entzogen sind. Von der für Wohnungsbauzwecke bestimmten Hälfte der Haus- zinssteuer muß Verlin drei Zehntel an einen staatlichen Ausgleichsfonds abführen. Dies waren in den Steuerjahren 1927/28 je 51 Millionen, in den Iahren 1924 bis 1928 insgesamt rund 212 Millionen. Berlin erhielt jedoch aus diesem Ausgleichssond» fast nichts. Es wurde ihm nur im Jahre 1925 ein Betrag von 1,5 Millionen und im Jahr« 1926 ein solcher von OB Millionen überwiesen, und zwar mit der Auflage, daß sie nur zum Bau von Wohnungen für preußisch« Beamte benutzt werden dürfen, so daß von Berlin an ander« Kom- munaloerbände 210 Millionen geflossen sind. Die vorstehenden Berechnungen ergeben, daß von den Steuer- geldern der Berliner Bürgerschaft im Steuerjahr 1928 die Summe von mindesten» 134 Millionen und in den Jahren 1924 bi» 1928 mindesten» Slö Millionen an andere Kommunal- verbünd« geflossen sind. Hierzu tritt ein« andere steuerliche Schädigung Berlins, di« noch viel aufreizender ist, weil die entzogenen Steuermittel nicht anderen Gemeinden zugute kommen, sondern privaten Kapitalisten. Während di« Hau»ginssteu«r einheitlich in ganz Deutschland von den Mietern in Prozenten der Friedensmiete erhoben wird, erfvlgt in Preußen di« Absührung durch die Hausbesitzer in Prozenten der Grundvermögenssteuer. Diese Regelung ist so eigenartig, daß ein großer Teil der von den Mietern gezahlten Hauszinssteuer in den Taschen der Hausbesitzer verschwindet. Genaue Zahlen über den Umfang dieser Schädigung lassen sich nicht angeben. K u g l e r berechnet in seiner Broschüre„Milliardengeschenke an den ent- schuldeten Haus- und Grundbesitz" auf Grund von Angaben des Statistischen Amts der Stadt Bertin den Betrag, der aus Grund dieser gesetzlich sanktionierten Steuermogelei durch di« Berliner Hausbesitzer dem Steuersäckel entzogen tst, für das Jahr 1927 auf 80 Millionen. Da sich di« DerhAtnisse im Jahre 1928 nicht geändert haben, ist er für dieses Jahr mit derselben Summ« einzusetzen. Insgesamt dürften auf dies« Weis« von den Steuergeldern der Berliner Mieter in den Jahren 1924 bis 1928 etwa 340 Millionen dem Steuerfiskus entzogen sein. Die von der preußischen Regierung im Jahre 1926 beantrag« Aenderung diese» skandalösen Zustandes scheitert« im Landtag an dem Widerstand der Rechtsparteien und der Kommunisten! Wir kommen also zu dem erschreckenden Resultat, daß von den Steuergeldern der Berliner Bevölkerung im Jahre 1923 rund 214 Millionen und i» den Iahren 1924 bis 1928 rund 856 Millionen Mark zugunsten anderer Gemeinden und zugunsten der Berliner Hausbesitzer genommen sind. Da die einschlägig« Steuergesetzgebung sich für das beginnende neu« Steuer. jähr nicht geändert hat, muß damit gerechnet werden, daß dies« Schädigung im Jahr« 1929 mindestens denselben Betrag ergeben wird, wie im Jahr« 1928. Bis zu den Kvmmunalwahlen wird also der Raub an den Berliner Steuergeldern die Summe von einer Milliarde Mark überschreiten. Dies« Steuer» Milliarde hätte es ermöglicht, den berechtigten Wünschen der Ber» liner Bevölkerung noch in ganz anderm Umfange zu entsprechen, als es g eschchen ist. Besonders hätte di« schlimmst« Geißel, unter der die Berliner Bevölkerung leidet, di« Wohnungsnot, so gut wi« völlig beseitigt werden können. Die Zahl der in Berlin fchlenden Wohnungen wird auf 180 000 berechnet. D« entzogene Milliarde Steuergelder hätte ausgereicht, den Bau dieser fchlenden Wchmrngen mit einem Betrage von mchr als SSOO M. pro Wohnung zu bezufchusien. Di« Berliner K o m mu nal w ah le n müssen eine Ab» rechnuag mit den ParlÄen sein, die sich für die Ber- ewignng de» steuerlichen Zlusuahmerechl» gegen Berlin eingesehl haben. Stadtverordneter Dr. Siegfried Weinberg. Me sör kranke Frauen und Schwangere. Die neue Brandenburgische LandessrauenNinik. In Neukölln am Mariendorfer Weg wurde vor einiger Zest der umfangreiche Erweiterungsbau der bekannten Bran» den burgischen Landeefrauenklinik und Heb- ammenlehranstalt dem Gebrauch übergeben. Der Erwelte- rungsbau war erforderlich, um die septische Abteilung wegen der Infektionsgefahr aus dem alten Entbindungshaus her- auszunehmen und in einem gesonderten Bau unterbringen zu können. Auch mußte eine Abteilung für Röntgentherapie und Bestrahlungstherapie neu geschaffen werden. Welche Allgemeinbedeutung dies« Anstalt hat, mag«ine Zahl erhellen: In den elf Iahren ihres Bestel)«ns wurden hier rund 24 000 Entbindungen behandelt. Praktische Fürsorg« zum leiblichen und seelischen Wohl« der jungen Mütter aber wurde dadurch getrieben, daß man tausend« junger Mütter mit ihren Kindern wieder in die Heimat zu ihren Eitern und Angehörigen brachte. Der Neubau nun hat Huseisenform und lehnt sich mit dem längeren Flügel an das Entbindungshaus an. Di« septische Station des Neubaues nimmt mit zusammen 48 Betten das ganz« Erdgeschoß «in. Zur Isolierung von Schwerkranken sind ö-Bettenzimmer vor- gesehen. Dem Säuglingszimmer und dem Krankentagesraum sind nach Süden offen« Liegehallen vorgelagert. In dem nach Süden vorgestreckten Mittelflügel ist di« septifche Operations- und Ent- bindungsstation untergebracht. Im Obergeschoß sind Wohnzimmer für 10 Schwestern und für 2? Hebammen und im Dachgeschoß Räume für 12 Hebammenschülerinnen und Personal vorgesehen. Außerdem besinden sich dort noch die groß und wohnlich«ingerich- teten Tage»- und Wohnräume der Schwestern und Hebammen, an denen es bisher mangelte. Es schließt sich die Röntg enstation der G e I a m t a n st a l t an, die ein« in sich geschlossene Abteilung bildet. Die reinen Baukosten betragen rund 560 000 Mark, d. h. für oen Kubikmeter umbauten Raumes rund 44 Mark und für ein Bett (48 Kranken- und 62 Personalbetten— 110 Betten) rund 5000 M. Die Gosamtkosten einschließlich aller Nebenanlagen bleiben im Rahmen der bewilligten Summ« von 810 000 Mark. Die neu« An- statt bildet einen Ersatz für die bisherigen Lehranstalten in Berlin (Charitö), Frankfurt a. d. O. und Lübben: sie soll nicht allein nur eine Klinik für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe sein, sondern auch di« soziale Sonderfürsorg« für mittellose Schwangere. Ge» bärende, Wöchnerinnen und Säuglinge in ihren Arbeitskreis auf- nehmen, ganz abgesehen von ihrem Hauptzweck, der Ausbildung von Hebammenschülerinnen und von Äerzten. Kurz sei auf die bisherigen Leistungen der Anstalt in den elf Jahren ihres Bestehens hingewiesen. Es wurden, wie schon gesagt, rund 2 4 000 Entbindungen(zurzeit etwa 3000 pro Jahr) behandelt, darunter 12 000 bei sogenannten Honsschwangeren. Das sind Frauen und Mädchen, die völlig unentgeltlich— vorbehaltlich der Erstattungspflicht durch Behörden— einige Wochen vor der Niederkunft aufgenommen werden, hier ihre Entbindung äbworten und das Wochenbett abhalten. Di« Hausschwangeren werden unter ärztlicher Aufsicht und entsprechend ihrer Borbildung und ihren körperlichen Fähigkeiten zu wirtschaftlichen und häuslichen Leistungen heran- gezogen und haben sich den Anforderungen des Unterrichts zu unterziehen. Nach Beendigung des Wochenbetts werden sie durch weiter« Sonderfürforge erfaßt, die sich ihre fernere Unterbringung angelegen sein läßt. Aon den 12 000 wurden auf solche Weise etwa 10 000 mit ihrem Kind teils in ihre Heimat ju Angehörigen oder in Dienststellen befördert, teils in Säuglings- Heimen untergebracht. Solche Säuglingsheime besinden sich z. B. als Abteilung in der hiesigen Anstalt, ferner In dem der Brandenburgischen Landeeverstcherungsanstolt gehörigen G u t Hohenelse bei Rheinsberg, ferner in dem der Anstalt gegenüber- liegenden städtischen Säuglings- und Mutterheiw ...jV6c Tafle Kafhreiner ift eine Talke (Bc(Un6hett" -'sagt man Demokratie in der Wohlfahrt. Die Generalversammlung der Arbeiterwohlfahrt. Die Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt im Bezirk Berlin hielten im Bürgersaal des Rathauses chre diesjährige Seneraloersammlung ab. Zu Beginn der Versammlung sprach Genossin Regierungsrat Hedwig Wochenheim über die „Demokratisierung der Wohlfahrtspslege". Aus ihrer reichen Kenntnis kam die Referentin zu der Forde- rung einer dringenden Umgestaltung der Verwaltung. Sie ver> langte, daß die in der Wohl den Kreisen der Arbeiterscha das größte Verständnis au lfahrtspflege tätigen Menschen auch aus t kommen müssen, die für diese Arbeit isbringen könnten. Die Gesetz« allein können nicht immer helfen, vielmehr ist die persönliche Tätigkeit in der Wohlfahrtspflege ein wichtiger Faktor. Mitwirkung des Volkes durch Eintritt von Männern und Frauen aus dem Volke kann allein die Verwaltuno lebendig machen, kann sie so umgestalten, daß sie ihre Aufgaben lösen kann. Fürsorge ist nichts Entehrendes, und gerade in der Wohlfahrtspflege müssen Menschen tätig sein, die volles Verstehen für den Hilfsbedürftigen haben. In den letzten Iahren hat sich immer mehr gezeigt, daß das große Arbeitsfeld der Wohl- fahrtspslege nicht allein durch freiwillige Helfer bearbeitet werden kann. Bei den besoldeten Pflegern ist eine Vorbildung notwendig. Di« Arbeiterorganisationen haben darauf zu achten, daß diese Vor- bildung nicht allein den Kindern bester situierter Familien zuteil wird. Es muß ermöglicht werden, daß junge Menschen, die Eignung, Fähigkeit und Lebensernst für den Berus eines Pflegers hoben, auch die Möglichkeit bekommen, sich die aolwendige Vorbildung anzueignen. Wie auf allen Gebieten, so wird auch auf dem der Wohlfahrtspflege versucht, eine abgeschlossene Schulbildung von den Bewerbern zu verlangen. Vorbildung ist notwendig, mehr noch aber ist die praktische Bewährung ausschlaggebend für die Leistung der Wohlfahrtspfleger. Das notwendige technische Wissen, die Be- herrschung der einschlägigen Bestimmungen, kann man sich anlernen. Unser« Aufgabe wird es sein, aus der Schicht der Arbeiterschaft heraus Kräfte freizumachen für die Funktion eines Wohlfohrts- Pflegers. Die Arbeiterwohlfahrt hat bewiesen, daß sie auch auf diesem Gebiete pratische Arbeit zu leisben gewillt ist: sie hat in Nachschulungskursen den Versuch unternommen, für die Wohlfahrtspflege geeignete Personen mit technischem Wissen auszustatten. Die Versammlung dankte der Referentin durch reichen Beifall für die interessanten und lehrreichen Ausführungen. Dann kam die Genossin Todenhagen zu Wort, die aus der praktischen Arbeit der Arbeilerwohlsahrt berichtete. Sie zeigte an Beispielen, daß, auch heute noch Kräfte am Werk sind, die Wohlfahrtspflege zu hemmen, daß auch heute noch die Arbeit in der Wohlfahrispfleg« nicht reibungslos durchs geführt werden könne. Neuartig im Aufgabenkreis der Arbeiter- wohlsahrt ist die Mitarbeit in der sozialen Gerichtshilfe. Auch hier mußte zunächst ein schwerer Kamps durchgefochten werden: Wohl- sahrtsoereinc versuchten, die Verwaltung der sozialen Gerichtshilfe einer Bereinigung der Wohlfahrtsorganisationen zu tibenrägen. Die Funktionäre der Arbeiterwohlfohrt haben durch die. sozial- demokratische Stadtocrordnetensraktion einen Antrag eingebracht, daß für diese Wohlfahrtsarbeit die Wohlfohrtsdeputation zuständig sein müsse, ein Antrag, der auch angenomiNen wurde. Die Schwierigkeiten bei der Arbeit für die soziale GerichtShilf« liegen darin, daß der Verkehr der Rechercheure— einfache Arbeiter und Arbeiterinnen— mit den Beauftragten in Gnadensochen noch nicht ganz reibungslos abgewickelt wird. Sehr bewährt haben sich, die Studiendarlehen. Eingehend berichtete die Reserentin über die letzte A r b e i t e r- W o h l f o h rt s l o t t e r i e, die ein voller Erfolg für die Arbeiterwohlfahrt war. Nachdem noch die Genossin Dr. F r a n k e n t h a l in der Diskussion gesprochen hatte, wurde der Bezirksaueschuß neu gewählt. Aus Borschlag des Genossen Künstler wurde der bishenge Ausschuß wieder mit der Arbeit betraut. Die Zahl der Beisitzer wurde aus einstimmigen Beschluß um zwei vermehrt. Gewählt wurden z» gleichberechtigten Vor- fitzenden die Genossin Todenhagen-und Genosse KiMtler, zu in Schriftführer Genosse Friedländer, zum Kassierer Genosse Pagel-, und als Beisitzer die Genossinnen Dölz, Wochenheim, Schmitz, Frankenthak, Harnisch und Stock.• Was kostete Berlin die Grippe? Die Stadtväter sollen 161 720 Marl bewilligen. Zur Unterbringung der Kranken bei der letzten' Grippe« e p i d e m l e mußten alle Reserven' an Krankenräumen und an Krankenbetten, die schon früher sichergestellt waren, in Anspruch genommen werden. Durch planmäßige Einschiebung von Reserve- betten in geeignete Abteilungen für innerlich Kranke sowie durch vorübergehende Verkleinerung von chirurgischen Abteilungen und Zusammenlegen anderer Abteilungen wurden weitere Unterbrin- gungsmöglichkeiten für Grippekranke geschaffen. Weiterhin wurden 17 Döckersche Baracken, die vom Roten Kreuz mietweise überlassen wurden, in Betrieb genommen. Da die Ersahrungen mit den Baracken recht gute waren, wurden fünf weitere angekauft. Die Krankenhäuser erhielten Weisung, chronisch Kranke, die nickt mehr unbediogt der Krankenhauspslcge bedurften, in die Hospitäler zu verlogen, so daß auch dadurch Plätze für dringende Krankenhaussälle frei wurden. Im Rudols-Dirchow-Krantenhause wurde die Möglichkeit für die Unterbringung einer größeren Zahl von Ohrenkranken. die im Anschluß an die Grlppeertränkungen einer spezialärztlichen Krankenhausbehandlüng bedursten, geschaffen. Be- sonders war die Beschafsung neuer ohrenärztkicher Instrumente notwendig. Um den gesteigerten Anforderungen an Kranken- transporten gerecht zu werden, sah man sich genötigt, den Kranken- autopark des Rettungsamtes vorübergehend um sechs Autos zu per- mehren, die das Reichswehrministerium mietweise zur Verfügung stellte. Eine gewisse Entlastung trat schließlich dadurch ein. daß von den bei der, außerordentlichen Verwaltung IftZS sür die Einrichtung des Hospitals Buch-West vorgesehenen? Mitteln 1500Ö0 M. zur Beschaffung von Betten verwendet werden konnten, die aus Anlaß der Grippeepidemie anderen Krankenanstalten nach Bedars leihweise überlassen wurden.'..'. Der Stadtverordnetenversammlung ist eine Vorlage zugegangen, sich mit den vom Magistrat zur Bekämpfung der Grippe gemachten Aufwendungen einverstanden zu erklären und nachträglich die hier- für benötigten Mittel zu bewilligen, mit der Maßgabe, daß 161720 M. aüs den Vorbehaltsmittrln für 1928 zu� entnehmen sind. Das Engelbecken als Rosengarten. Ein kleines Paradies in Verlin SO. Die Umgestaltung des C n g e l b e ck e n s und des e h e m a-l i- gen Luisen städtischen Kanals ist in vollem Gange. Roch m diesem Sommer wird die dort entstehende gärtnerische Anlage fertiggestellt werden. Das Glanzstück der neuen Grünanlage bildet das Engel- decken, das 10S Meter lang und 9ö Meter breit ist und bis zu zwei Meter Tiefe mit Wasser gefüllt wird. Dieses Becken wird mit exotischen Pflanzen wie Lotosblumen usw. ausgelegt, die Temperatur des Wassers soll ständig etwa auf 30 Grad Wärme ge- halten werden. Jede der verfchiedcnen, nach den Entwürfen von Prof. Barth geschaffenen Anlage wird in jedem Kanalabschmtt einen besonderen Charakter tragen. So werden sich Stauden- gärten mit Immergrün usw. abwechseln. Eingänge werden immer nur an den ehemaligen Brücken geschossen werden..Um den Staub und Schmutz der Straße abzuhalten, ist rings um die neue Anlage eine etwa zwei Meter hohe Mauer geschaffen worden, die später vollkommen umrankt wird. Eine gewisse Schwierigkeit besteht noch in der notwendig gewordenen Besei- tigung der Vorgärten. Di« Schaffung einet Promenaden- weges erfordert nämlich die Befestigung sämtlicher Vorgärten vom Cngelbecken bis zum Urban. Hier macht in einigen Fällen die Ent- eignung noch Schwierigkeiten. Außerdem werden sämtliche Brücken, wie die Zldakbert-, die Oranien- und ander« Brücken abgetragen. Der Kaiser- Frauz-Grenadierplatz wird erheblich vergrößert. Dort wird em Kinderspielplatz angelegt. Dos Stück vom Engelbecken bis zur Waldemarbrücke wird einheitlich mit dem Becken ausgebildet. Dort wird ein Rosengarten mit 600 verschiedenen Rosenarten entstehen. Die Laubanlage im Becken selbst schließt oben mit einem Rosendach ab. Da der Südosten Berlins sowieso karg mit Erholungsstätten bedacht ist, so ist den An- und Umwohnern diese freundliche Aus- gestallung des ebemaligen Kanals besonders zu gönnen. De» schönsten Blick aus die ganze Anlage wird man übrigens künftig aus dem obersten Stockwerk des Konsumgenossenschast- lichen Warenhauses in der Oranienstraße haben. Endlich mehr Hallenbäder! Die Bevölkerung fordert den Bau von Hallenbädern. Nicht Luxusbäder, sondern zweckmäßig« Hollen sollen errichtet wer- den— Forderungen, die von der Siadtvcrwaltung anerkannt wer- den und mit deren Verwirklichung nunmehr begonnen ist. Die Denkschrift des Stadtmedizinalrats Hröfcssar Dr. von Drigalski und des Professors Dr. Seligmann„Neue Wege zur Deckung des Bäder- oedarfs in Berlin' gibt die zahlenmäßigen Unterlogen für das Bode- bedünfnis Berlins und weist zugleich in der Schaffung der„Zweck- badeanstalt" einen Weg, wie das: Päderbauprogramm der Stadt Berlin beschleunigt durchgeführt weichen kann. Dac städtischen Kör- perschasten haben deshalb im Haushaltsplan für 1929 die ersten Vauraten für die Hallenschwimmbäder in P a n t'v w und R e i- n i ck e nd o r f bewilligt. Für da- Bad in der Gartenstraße ist. die letzte Baurate und für die Schwimmhalle. hes Bezirkes Prenzlauer Berg, die in nächster Zeit begonnen wird, eben- falls die Schlußrate eingesetzt, ilih sinnreiche Erweiterungen werden in C h a r l o t te n b u r g durchgeführt/ Schließlich wild im laufenden Etatsjahr noch mit dem Bau des Hallsnöadts Schöne- b e r g. für das die Mittel bereits. aus dem Vorjahr zur Der- fllgung stehen, begonneil werden. Das auch in einen Teil der Presse übergegangene Gerücht, daß der Haushaltsausjchuß der Stadl Berlin die ersten Bauraten für die neuen Bäder gestrichen habe, trifft also nicht zu. Heße aniirepublikanischer Lehrer. 5. Äezirk— Kriedrichshain. Die letzte Bezirksversammluirg des. Bezirks Friedrichshain er- öffnet« Genosse K a y s« r mit einem tiefempfundenen Rochruf auf den verstorbenen kommunistischen Fraktionssührer Wilhelpt B a r tz, der sich die Achtung aller Mitglieder des Hauses erworben haste. Em Antrag auf Schließung der städtischen Be- triebe am 1. Mai fand Annahme. Zu dem kommunistischen Antrag auf Entschädigung des bei der Schlägerei am Schlesischen Bahnhof schwer geschadigten Gastwirts- N a u b u r betonte Genosse Klingler, daß»n diesem Falle nur die durch Gerichtsurteil als Täter festgestellten Personen hpl'ihar gemacht werden könnten. Es sei nicht angängig, in solcher Weise öffentliche Mittel für private Zwecke zu verwenden. Der Antrag siel nist 27 Stimmen der Milte gegen 26 Stimmen der Kommunisten und Deutschnotionalen. Ein'weiterer Antrag der Kommunisten vsr- langte für die Alters- und Invalidenversicherung Herabsetzung der Altersgrenze vom 65. auf das 60. Lebensjahr. Der Kommunist M o l I m a n n konnte sich bei der Begründung wiederum die üblich gewordenen Angriffe auf die Sozialdemokratie nicht verkneifen. Genosse Siegle verwies in ausgiebiger fach- licher'Klarstellung auf die Tatsache, daß auch die Sozial dem o- kratische Partei wie die Gewerkschaften seit Jahren bestrebt sind die vorhandenen Mängel in der Sozialversicherung zu beseitigen. Er lehne es jedoch ab, Papierkorbarbeit zu leisten. Bei dein Antrag aus Einrichtung kommunaler Ver- kaufs stellen für billige Lebensmittel. Kleidung und Kohlen verwies Genosse I o h n aus die vorbildlichen Einrichtungen des Wohlfahrtsamtes, in denen jeder Bedürftige schnellste Hilfe erholten könne. Man müsse siih gegen solche kommunistischen Dutzendanträg« wenden, die z. D. bei der Beratung des Etats so hoch gingen, daß in der Wohlfahrts- Unterstützung praktisch bei Aufteilung der gejorderten Summen eine monatliche Unterstützung bis zu �00' Mark für Bedürftige heraus- gekommen wäre. Di« Sntr»««erden mit der Absicht«af A lehnung durch die sich ihrer Verantwortung bewußte Mehrhest d Beztrksvtrsammlung gestellt llm die Deckung ist man nicht i sorgt. Während hier Aguotioti-xmträge gestellt werden, um a«g> die Sozialdemokratie zu Hetzen, stehen die Verhältnisse in Rußla, den kommunistischen Forderungen direkt entgegen. Der deutsc national« Hospitant Fuhrmann. übled Bild von' den Kämpjen der Lehrerschaft gegen au rechte Republikaner in den beiden genannten«chulen. J Reichstahne wurde als Mostrichfahne beschimpft. Der deuii. nationale Lehrer T r et t i n suchte die Feststellungen des E> «offen Buchmann durch Klatsch aus der„Lehrerfamiiie zu vi drehen und zu entlräiten. Er fand wiederum bei den Kommumstet Unterstützung. Der Antrag ward dann gegen die Stimmen unsere' Fraknon durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Oer Vürgermeifier Witt attem herrschen 10. Vez.r? Zehiendorf. I« der letzten Dezirksversammlung entspann sich eine langer« Debatte über die 390000 Quadratmeter große fläche- die zu? Erweiterung des bereits bestehenden an der alten Lichter« felder-Zehlendorfer Grenze liegenden Parkfriedhofes diene» soll. Das Gelände ist bereits von der Stadt zu diesem Zweck ar-.ae- taust worden. Mit der Sozialdemokratischen Partei steht die Wehr- heit der Versammlung aus dem Standpunkt, daß es untunlich ist, ein großes der Stadt verhältnismäßig nahe gelegenes Gelände d t r Wohnsiedlung zu entziehen und für den Totenacker zu bestitvmen. Die Siedlung ist gerade hier besonders angebracht. we-I der Boden billig erstanden werden tonnte. Eine Abordnung soll in dieser Hinsicht mit dem Oberbürgermeister Rücksprache nehmen. Die Deutschnationalen ober möchten am liebsten den früheren Besitzern, die ihrer Meinung nach das Gelände in Hinsicht auf seine Verwendung zu Friedhofszwecken zu billig verkauft haben, noch 'etwas nachzahlen. Genosse Flörte betonte in der Aussprache, es müsse dem Oberbürgermeister nahe gelegt werden, daß hier G e- legenheit ist, billige Wohnungen zu erbauen, weil da? Gelände billig war. Und diese Gelegenheit dürfe nicht verpaßt werden.— Zur Ueberprüfung der für die Stlaßenumbenenmmgct» vorgeschlagenen Straßennamen wurde ein« gemischte Kommission eingesetzt, die sich aus Vertretern der vier Orts- i.•#__..f___'_______ f_i_ i /T"•__ Of__ 1__ V_— cn-,!--ß i.«— A ift?)(VT) �? um erst noch Punkt 13 der Tagesordnung: Vorlage betreffend B i l- düng einer Rathausdeputation, vorzunehmen. Dieser in einer früheren Versammlung verunglückte Antrag wurde vom Bezirksbürgermeister Dr. Schumacher in einer langen gewundenen Erklärung, abgelehnt. Hier setzte nun eine lebhaste Aussprache ein, in. deren Perlauf es zu Ausführungen kam, die für den Bezirksbürger- meister alles, andere denn schmeicheihast waren. Der Volksparteiier Schnabel eröffnete den Reigen. Nach ihm kam Genosse D r a e m e r t an die Reihe, der dem Bürgermeister zunächst einmal recht eindring- sich vor Augen führte, was er offenbar gar zu gerne vertuschen möchte, daß es nämlich die bösen Sozialdemokraten gewesen sind, denen im Grunde genommen der Rathau-neu- bau des Bezirks zu verdanken ist. Wenn der Bürger- meister einwende, daß es in keinem Bezirk eine Rathausdcputativn gebe, so sei darauf zu erwidern, daß der 10. Bezirk auch der erste ist, der ein neues eigenes Rothaus bzw. Berwaltungshaus bekomme. Ungewöhnlich befremdend wirke es aber, daß in dem Sitzungssaal des neuen Hauses außer den Bildern des Freiherrn vom Stein und des Reichspräsidenten Hindenburg auch noch die Bilder von Bismarck und Friedrich II., dem sogenannten Großen, hängen sollen. Der Redner meint, er wäre sehr erfreut, wenn ihm der Bürgermeister die Mehrheit nennen könne, die diese» befremden- den Beschluß gefaßt habe. Gerade der Fall m!t den Bildern be- weise, wie dringend notwendig die Bildung einer Rathousdeputotion sei. Mit Worten des Dankes an die Schulverrooltung, die bisher in Ermangelung eines anderen Raumes der Bezirksverwaltung de» Lyzeumsaal zur Verfügung gestellt hatte, schloß der vorsiyan�c die Sitzung. Die nächste Sitzung wird im neuen Rathaus stattfinden. Wilmersdorf und der Bezirksparteiiag. In einer Delegiertenoerfammlung nahm in der Wil- Helmsau« der Kreis Wilmersdorf zum Bezirkspartettag Stellung. Die Eröffnung der Versammlung verband der Vorsitzende St« in Höfel mit einem warmherzigen Nachruf aus die ver- storbenen Genossen Brandler und Kl ein. Genosse Lrand- l e r war erster Schriftführer des Kreises. An seine Stelle wurde durch einstimmige Wahl der zweite Schriftführer Genosse Fisch- dach, berufen. Dem Genossen Staffel wurde die Stelloer tretung übertragen. Dann wurden einige Anträge zum Statuten entwurs zur Debatte gestellt. Ein Antrag, der verlangt, daß di Kreisdeleaiertenversammlung auch die Aufstellung der Kandidat«? für den Land- und Reichstag und das Stodtparlament vornchmei soll, wurde angenommen. Ein Antrag der Genossin Stock, der ein? ständige Vertretung der Arbeiterwohlfahrt im Bezirksvorstand ver- langte, wurde abgelehnt. Der Bezirksvorstand muh orbeikssähig bleiben und darf nicht noch verorößcrt werden. Es wurde dann noch ein schriftlicher Bericht"des Vertreters der Presse- tommission verlesen und die Wiederwahl des Genossen Dr.-Korach in die Pressekommission vorgenommen. Ein Antrag des Genossen Anton, bei der Wahl zum Bezirksvorstand den Genossen Litke zum ersten Vorsitzenden vorzuschlagen, wurde einstimmig an- genommen mit der Begründung, daß Genosse Litke ohnehin schon immer die Leitung der Versammlung übernähme, da Genoße Künstler meist in den Debatten spricht. ffton ist nur so alt. wie man aussiem. deshalb benutrt man„E»l*|>lng", Gibt grauen Haaren die lugenJ- Jarbe»«der. 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