BERLIN Freitag 12. April 1929 3tr.l7i 1135 46. Lahr�cng. Erscketuttägltch aoter Sonntagt. Zugleich Abendau-gabe d««»Vorwärts'. Betugsoreis beide Ausgaben SsPf.»ro Woche, SMM. pro Monat. Redaktion und Expedition; BerlinSWSS.Lindenstr.S nVjfU>Wl�6 l ttjelg t«preis s Cie ehtftalttgefllonwKilleirÖ« Pf., Sleklamtieile S M. Ermäßigungen nach Tarif. »stscheckkoato: VorwärtS-Berlag G. m.b.H.. Berlin Nr. S7üZS. Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bi« 2?? Kein Asyl für Trotzki! Ein unverständlicher Beschluß des Reichskabinetts. Offiziös wird gemeldet: Da» Reichstabiaetl hat sich mit der Irage der Einreise Tcohkis »ach Deutschland beschäftigt. Aach eingehender Prüfung aller Um- stände hat da» Sabinett beschlossen, dem Gesuch Irohki» nicht fiattzogeben. Da wir in wiederholten Aufsätzen für di« Gewährung des Asyl« rechts an Trotzki eingetreten sind, wird niemand erioarten, daß wir den Beschluß des Kabinetts für einen Geniestreich erklären. Man begründet diesen Beschluß damit, daß man das Ersuchen der russischen Regierung, Trotzki gewissermaßen als Schübling aus den Händen der GPU. entgegenzunehmen, abgeschlagen habe und nun der Privatperson Trotzki nicht bewilligen könne, was man seiner Regie« rung oerweigerte. Dies« Mrte Rücksicht aus die Empfindlichkeit der Mostauer Gewalthaber wird wahrscheinlich nicht etninal von dielen selbst oerstanden werden. Noch peinlicher ist es. sich mit dem zweiten Argument auseln« «nderzusetzen: Trotzki habe ja ein Asyl in Konstantinopel, also komme die Gewährung des Asylrechts überhaupt nicht in Betracht. Daraus konnte man vielleicht folgern: wenn di« türkisch« Polizei Trotzki ausweise, wolle man sich die Sache noch einmal über- legen. Aber dagegen steht wiederum das Argument Nummer l. Wir sind auch heute noch der Meinung, daß es politisch klug gewesen wäre, dies« ganze Angelegenheit zu bagatellisieren vnd Trotzki ohne weiteres einzulassen. Wir bedauern, daß man mit soviel Umständen und Bedenken dieser Klugheit aus dem Wege gegangen ist. Sozialdemokratie und Reichswehr. Roch einmal stie»politischen Instruktionsoffiziere". 3U den Ausführungen des„Abend" vom 4. April über„Poli- tische Instruktionsoffiziere" wird uns aus dem Reichswehrniinisterium geschrieben: Die vom„Abend" wisdergegebene Darstellung des„Volks- willen"�)annover trifft in keiner Weis« zu. Der mit dem Vor- trag beauftragte Offtzier hat während seines ganzen Lortrages in Hannover weder von einem Linksputsch nach von einein Rechtsputsch, noch auch von der Haltung der Reichswehr in solchen Fällen gesprochen. Er hat in seinen Ausführungen auf di« Gegensätze innerhalb der Sozialdemokrati- schen Partei zum Wehrprogramm hingewiesen, wie sie sich bei Besprechung dieses Programms in der Presse gezeigt Phöben, und hat dazu bemerkt, daß es sich auf dem Magdeburger Part«» tag zeigen werde, ob und wie diese Gegensätze überbrückt würden. Bezüglich der in der Oeffenllichkeit vielfach behandelte» Frage einer etwaigen Spaltung der Partei hat der Bortragend« bemerkt, daß Anzeichen für eine Spaltung nicht erkennbar seien. Ein Vergleich der tatsächlichen Ausführungen des vortragen- den Offiziers mit der von Ihrer Zeitung übernommenen Wieder- gäbe des„Dolkswillen" zeigt, daß der Berichterstatter des„Volks- willen" zum mindesten einem schweren Mißverständnis zum Opfer gefallen ist. Der Reichswehrnnnister hat, wie wir hören, di« Absicht, di« ganze Angelegenheit der politischen Vorträge noch einmal im Hau»- Haltsausschuß zu erörtern. Das Bedürfnis zu einer solchen Aus- sprach« Ist zweifellos vorhanden. Denn wenn fast gleichzeitig aus Stuttgart und Hannover alarmierende Berichte über diese Vorträge kommen, ist es nicht leicht, anzunehmen, dies sei etwa nur auf Mißverständnisie zurückzuführen. Und selbst wenn dem so wäre, so gäbe eine so leicht mißzuoerstehende Ausdrucksweis« des Dortragenden Anlaß zu ernster Beanstandung. Tatsach« ist jodenfalls, daß der Major Richter in Hannover über die Wehrdebatte der Sozialdemokratie und über die Frage einer Spaltung der Partei gesprochen hat. Darf man glauben, daß ein Reichswehrmajor, der vor Ossiziem, über die Parteien spricht, dabei mit vollendeter Objektivität Licht und Schatten gleichmäßig vertei't? Wäre es da nicht besser, Vertreter der verschiedenen Parteien selbst sprechen zu lasten und an den Dortrag«ine Diskussion anzuschließen, cm der sich jeder Zuhörer betelligen kann? Aber, so wendet man erschrocken«in, das hieße ja die Poli- tik in di« Armee tragenl Geschieht das aber nicht auch. wenn den Offizieren eine Meinung vorgetragen wird, die sie ge- wistermaßen dienstlich zur Kenntnis zu nehmen haben? Und läßt es sich rechiferffgen. den Kreis der Zuhörer aus Offiziere und Be- onue zu beschränken und so eine Art geistiger Ofslziers. küchen einzurichten? Auf keinen Fall geht es aber an, daß in Offiziersversammlungen den Parteien Zensuren erteilt werden, die diesen entweder überhaupt nicht oder nur aus Umweg«, zur Kennt- »s kommen. Hier tut Aenderung dringend not! Eine Arbeiterkolonne überfahren. Ein Vorortzug fährt in eine Streckenarbeiterkolonne. Sei nächtlich� n Slreckenarbellen in der Nähe de» Suhnhoses Treptow ereignete sich in der oer- gangenen Nacht ein schreckliches U n.g l ü ck, bei dem ein vahnunterhaltungsarbeiter getötet und drei andere erheblich verletzt wurden. Auf dem Bahnkörper der Ring- und Vorortbahn, zwischen den Stellwerken V. Tw. und V. R{., war gestern nacht eine größere Kolonne von Bahnunterhaltungsarbeitern der Bahnmeisterei Stralau-Rummelsburg mit Gleisausbcsse- rungsorbelten beschäftigt. Zu beiden Seiten waren, wie hier- zu von der Peichsbahndireklion mitgestült wird, vorschriftsmäßig Sicherheitsposten aufgestellt, die bei der Annäherung eines Zuges entsprechenbe"Warnühgssignale geben... .Um 23 Uhr näherte sich der Arbeitsstelle auf dem Gleis K o t t b u s— B e r l in der in Richtung Görlttzer Bahnhof fahrende Vorortzug 3 4 06. Zu gleicher Zeit kam aus der entgegen- gesetzten Richtung der Stadtbahnzug 1447 heran. Der Posten nun, nach seinen Angaben, rechtzeitig das Signal gegeben' haben, das aber von der Kolonne scheinbar überhört worden ist. Der heran- brausende Zug war nur noch wenige Meter von den Arbeitern cnt- fernt, als einige die surchlbare Gefahr erkannten, in der alle schwebten. Leider kamen die Warnungsschreie schon zu spät. Der größte Teil der Arbeiter konnte sich zwar noch durch Zurückspringen auf das andere Gleis retten, aber der 24iährige Bahnunterhaltungsarbeiter Walter Heine aus Oberschöneweide, Helmholtzstr. 6. und seine Kollegen Z o ch sowie Bleck wurden von der Moschine des Vorort- zuges ertaßt. Während die beiden letztgenannten zur Seite ge- schleudert und leichter verletzt wurden, wurde Heine aus der Stelle getötet. Zu gleicher Zeit wurde der Arbeiter Karras, der sich im letzten Augenblick durch Zurückspringen hatte retten können, dabei aber aus das falsche Gleis geraten war, von dem Stadibahnzug 1447, der gerade die Unfallstelle passierte, ersaßt und erheblich verletzt. Die Leiche des Getöteten wurde nach der Buckower Halle gebracht. Oer Blutkoller bei den Thälmännern. Sie möchten am 4. Mai wieder Arbeiterblut sehen! Die kommunistischen Führer, die mit Schrecken die immer geringer werdende Zahl ihrer Parteimitglieder feststellen, suchen wieder einmal einen große» An» s ammenprall zwischen der Staatsgewalt und der Ar» beiterschast herbeizuführen. Tie Art. in der ste durch ihre Presse zu Straße ndemon st ration«« ans- rufen, die zeitweilig verboten sind» läßt deutlich erkenne�. daß ihnen an einem blutigenZusammenstoß«ehr liegt als an einer wirklichen Kundgebung der Arbeiter- klaffe. Neuerdingö bringt die„Rote Fahne" in großer Aufmachung die Meldung, Polizeipräsident Zörgiebel habe sich an die Reichswehrstellen gewandt, damit diese ihm Hilfsmannschasten für den 1. Mai zur Verfügung stelle. Auch solle er ostpreußische Schutzpolizei zur Hilfe- leistung angefordert haben. Selbstverständlich glaube« die kommunistischen Führer an diese ihre Behauptungen selbst nicht. Sie setzen sie nur in die Welt, um ihre noch vorhandenen Arbeiteranhänger aufzuhetzen und für ihre„Maikund- gebung", die im Gegensatz zu den Gewert- s ch a f t e n geplant ist, di« notwendige R a d a u st i m- m u n g zu schassen. Je aufgeregter indessen sich die Kom- munisten anstellen, desto ruhiger und in ihrer Lach- lichkeit unüberwindlicher werde« sich die ge- werkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellte» an die Parole ihrer Verbände halten und die Kom- munisten mit ihrem Geschrei und ihren Sonderveran- staltungen unter sich lassen! 3)er Strand im Warenhaus. 'Unsere SSilder aeigen den großen Strand, der gestern im Ueubau des Warenhauses am Stermannplatm ausbradt und ungeheure Stlcngen von neugierigen anlockte. JCinks: Sin Feuerwehrmann auf der vier Stocknerke hohen Sieigeleiter. Baumbachs Schüler. Landbundler, die sich„bewähren" wollen! Die Landbundmitgliever, die in Itzehoe unter Anklage stehen. weil sie mit Gewalt gegen Steuerbeanite vorgegangen sind, haben außer Sympathictelegrammen von Langtopp und Laos auch ein solches der früheren Angeklagten im Kyrttzer Prozeh, die wegen des Sturms auf das Finanzamt verurteilt wurden, er- halten. Das Telegramm der Kyritzer an die Itzehoer lautet: .Lopf hoch! hoffenklich können wir uns bald zusammen bewähren!" Das bezieht sich auf die Bewährungsfrist, die den Kyritzer Verurteilten vom Gericht gegeben wurde. Als zu Neujahr 1928 der völkische Senatspräsident Baumbach in einem Artikel der ..Deutschen Iuristenzeitung* behauptete, in Berliner Verbrecher- kreisen gehe das Wort um:„Erst klau id, dann bewähr i ck 'mir", da fand er den jubelnden Beifall der Rechtspress« und aller rechtsgerichteten Gegner eines modernen Strafvollzugs. Jetzt stellt sich heraus, daß dieses frivole Wort geistiges Eigen- tum der Rechtsradikalen und Völkischen ist, der Kyritzer und Itzehoer Landbündler, nicht der dreimal verdächtigen Asphall berliner! Was sagt das Justizministerium zu diesem Telegramm? Ist diese Verhöhnungeines Gnadenerwelses nicht Grund genug, ihn rückgängig zu machen?! Oos Paradies im Osten. Anarchisten und Verwandte gegen Sowjetrußland. „Die Sowjetunion ist der einzige Arbeiterstaat," so versichern die Parteikommunisten in jeder Versammlung, in jedem Leitartikel. „Moskau ist der lzort der Reaktion," so antworten Links- kommunisten und Anarchisten. Mit einem umfassenden Material über die Schicksale der Verbannten beweisen sie. datz in Rußland jede Gleichberechtigung, jede soziale und politische Freiheit sehlt. Heute zum Partciheros erhoben, morgen als„Stieselputzer der Bourgeoisie" beschimpft zu werden, ist das Los der Männer, die es wagen, sich der bolschewistischen Parteibureaukratie entgegen zustellen. Anarchisten und Linkskommunisten wollen eine großzügige Propaganda entfalten, um der internationalen Arbeiterschaft Aus klärung über die arbeiterfeindliche Politik Sowjet- ruhlands zu vermitteln Mit einer außerordentlich gut besuchten Kundgebung in den„Sophiensälen" begannen sie am Donnerstag diese AufklärungsarbeU. Zu der Versammlung waren Arbeiter aus dem kommunistischen Lager, elegant gekleidetes Publikum aus dem Westen, Damen im Pelz und Abendtoilette, erschienen. Rocker, Dr. Steinberg und Dr. Th. Liebknecht sprachen über die Not der Verbannten und den„Verrat der kommunistischen Partei- könige". In Ruhland sei die Arbeiterschaft völlig ausgeschaltet. Die Macht haben die zwei Millionen bezahlter Parteisekretäre und Be- amten. Sie haben die unbequemen Führer in die Verbannung ge- schickt und sie auch dort von Ort zu Ort gehetzt. Verzweifelte haben die Schmach, von der angeblichen Arbelterregiemng verraten zu sein, nicht ertragen können. Ein Freund Lenins hat sich vor wenigen Wochen selbst angezündet und ist o« r» t /nnt, um nicht länger unter den Klauen der GPU. leiden zu müssen. Arthur H o l i t s ch e r, ein begeisterter Anbeter Sowjetrußlands, der in der Versammlung al» Diskussionsredner auftreten sollte, ver- ließ den Saal, ohne das Wort genommen zu haben. Auch die Sprengtrupps der Kommunisten konnten in der Versammlung nicht in Aktion treten.„In Deutschland ist der Arbeiter ja viel freier als in Sowjet rußland," so rief nach den Referaten ein junger Arbeiter in den Saal. Und niemand hat diesem Ausruf widersprochen. Uns Sozialdemokraten ist das alles nichts Neues, was in der Versammlung vorgetragen wurde. Aber daß die Tatsachen jetzt auch von jenen Kreisen erkannt werden, die bisher den deutschen Bolschewisten bedingungslos nachliefen, ist immerhin von Interesse. Vie Forderung der Alliierien. Linter sich geeinigt. pari». 12. April.(Eigenbericht.) Die alliierten Sachverständigen haben sich prinzipiell über ihre Mindestforderungen geeinigt; sie werden heute ihre gemeinsame Taktik gegenüber der deutschen Delegation festlegen. Nach der Dar- stellung de»„Petit Parisien" sind die Gesamtforderungen der Alliierten um durchschnittlich 25 proz. herabgedrückt worden. Die von Owen Poung vorgeschriebene Ziffer von 8 Milliarden ist aber noch lange nich« erreicht. Die französische presse versichert, daß diese neue Gesamtrechnvng wirklich das äußerste Zugeständnis,„das letzte wort" darstelle, doch betont sie. daß nicht daran gedacht werde, den n.u,en Forderungen die Form eine» Diktat» oder ll l« i m a« o m, zu geben. Eine Ausnahme in dieser Einheitsfront macht Sauerwein im „Matin", der offenherzig betont, man dürfe nicht erwarten, daß Reichsbankpräsident Dr. Schacht zu der neuen Gesamtrechnung ohne weiteres„Za und Amen" sagen werde. Man werde weitere Zugeständnisse machen müssen und wenn Owen poung jetzt schon der Rechnung der Alliierten zugestimmt habe, so nur in der Annahme, daß sie eine Verhandlung» grnndlage abgeben könnten. Die Eisenbahner halten Disziplin. Dresden. 12. April. Der Bezirksvorstand de» Einheit»verband«, der Eisenbahner Deutschland» für den Reichsbahndirektionrbezirk Sachsen hat gestern abend unter Beteiligung der Bevollmächligetn au» ganz Sachsen zu dem Beschlüsse der SpitzenorganisaNon, nochmal» einen ver- sländigungsversuch zu unternehmen. Stellung genommen. Za einer mit großer Mehrheit angenommenen Entschließung wird erwartet, daß die neuen Verhandlungen schnellsten» ab- geschlossen werden. Die geschästsführende Bezirksleitung wird beauftragt, den verbandioorstand in Berlin nachdrücklichst auf die in Sachsen bestehende äußerste gespannt« Dag« ausmerk- fam zu machen. Die sächsischen Eisenbahner begrüßen e». daß auch im Bezirk Halle und in anderen Verbandcbezirken inzwischen die notwendigen kampfvorbereilungen getroffen worden sind. Neue Tarifverträge bei der Vertehrs-A.-G. Durch die Zusammenfassung der Straßenbahn, der Aboag und der Hochbahn in die V«rkehrs-A.-G. machte sich die Kündigung der Manteltarife für diese Betriebe notwendig, um einen einheitlichen Manteltarif herbeizuführen, bzw. zwei Verträge und zwar einen Völkische Hehanfrage. Lügnereien zugunsten der Fememörder. Der unglaublich« Mißbrauch, der von den extremen Parteien mit.Meinen Anfragen" getrieben wird, offenbart sich wieder ein- mal in einer Anfrage des völkischen Landtagsabgeord- neten G i e s e l e r. Herr Gieseler, der in der vergangenen Landtagsperiode al» Verbreiter niederträchtiger Verleumdungen gegen den Minister Hirtsiefer öfsenlllch gestäupt wurde, preist in seiner Meinen Anfrage" die Fememörder als „nationale Märtyrer", welch« ihre Opfer der„wohl- oerdienten Todesstrafe" zugeführt hätten. Weiter behauptet Herr Gieseler, daß die Fememörder„u n- gleich härter behandelt würden als wirkliche Verbrecher wie Max Hölz, die Eisenbahnattentäter von Leiferde usw." Dies ist eine bewußt« Lüge. Max Hölz hat volle sieben Jahre i m Zuchthaus verbüßt, während die Fememörder ihre etwa gleich lange Strafzeit nur in Untersuchungshaft und im Ge» f ä n g n i s abzubüßen brauchen. Die Cisenbahmnörder von Leiferde haben gar eine lebenslängliche Zuchthaus- strafe zu verbüßen, wohingegen siebeneinhalb Jahre Gefängnis die H ö ch st st r a f e sür die Fememörder darstellen, eine Anzahl von ihnen hat nur fünf Jahre Gefängnis und noch weit weniger zu verbüßen. Aehtilich steht es mit der Behauptung des Herrn Gieseler, daß der schwerkranken Mutter des Oberleutnants Fuhrmann ein Besuch bei ihrem Sohn im Gefängnis vom Staatsanwalt Lesse r ver» weigert worden sei, und zwar angeblich im Auftrage des Iu st izm i niste rs. Im Anschluß hieran zitiert Herr Gieseler ein Wort des berüchtigten Finan.zmannes der Schwarzen Reichs- wehr, des Herrn von Oppen-Tornow, der in einer öffent- lichen Versammlung dieses Vorkommnis als„viehische Gemeinheit" bezeichnet haben soll. Mit anderen Worten: Herr Gieseler mißbraucht Immunität und„kleine Anfrage". um dem preußischen Zustizminister Schmidt den Vorwurf viehischer Gemeinheit zu machen. Seine Schande im Falle Hirtsiefer scheint ohne Eindruck auf Herrn Gieseler geblieben zu sein. Tatsächlich liegen die Dinge so. daß Oberleutnant Fuhrmann ein Gesuch um Beurlaubung aus dem Gefängnis(!>) gemacht hat. Dieses Gesuch hat der O b e r st a a t» a n w a l t abgelehnt, da Fuhrmann noch 454 Zahre Gefängnis zu verbüßen hat und die Gefahr einer Flucht, namentlich eiuer Flucht in« Ausland. das Fuhrmann nicht ausliefern würde, außerordentlich naheliegt. Der Staotsanwaltschastsrot Lesser, dessen Name von dem antisemstischen Abgeordneten hier aus naheliegenden Gründen hineingebracht wird, Hot mit dieser Entscheidung überhaupt nichts zu tun, erst recht nicht der Zustizminister Schmidt, dessen Ent- scheidung bl» heute in der Sache nicht eingeholt worden ist! Dagegen steht einem Besuch des Fuhrmann durch seine Angehörigen im Gefängnis nicht das mindeste im Wege. Da Herr Gieseler die angeblich schlechte Behandlung der Fememörder im Gefängnis beklagt, so möchten wir einmal anregen, die amtlichen Besuchslisten und Besuchsziffern der inhaftierten Fememörder zu veröffentlichen. Vielleicht würde daran die Frage zu knüpfen sein, ob hier von einem ordnungsgemäßen Strafvollzug überhaupt noch gesprochen werden kann. Wirklich gefragt wird in dieser„Anfrage" überhaupt nicht», sondern nur an die Kette öder Schimpfereien und Ver. dächtigungen die rhetorische Floskel angehängt, wie sich das Staatsministerium dazu stell«! Dies fragt Herr Gieseler am Mittwoch, dem 19. April. nachdem am Dienstag, dem 9. April, also am Vortag«, das Staatsministerium durch seinen Vertreter im Rechtsausschuß sich ausführlich zu dem Problem der Fememord« ge- äußert hat! Es wird endlich Zeit, daß das Landtagspräsidium derartige Anfragen, die gar keine Anfragen, sondern nur Vorwände zu Verleumdungen und Schimpfereien sind, nicht mehr zuläßt und daß das Staatsministerium die Beantwortung derartiger Anfragen ablehnt! Mißglückte Ausrede. Die„Deutsche Tageszeitung" bezeichnet die Behauptung des Ministerialrats Hermann im Rechtsausschuß, wonach Professor Grimm, der Verteidiger des Schulz, vor Anfertigung seines Gutachtens die 21 Aktenbände des Falles nicht angesehen habe, als„grobe Fälschung". Grimm habe die Aktenbände nicht nur gesehen, sondern sogar abschreiben lassen. Dies ist aber erst geschehen, nachdem der Herr Femeprosessor sein Rechtsgutachlen über den Fall Schulz und seinen wieder- oosnahmeantrag bereits verfaßt und abgesandt hatte. Es ist also vollkommen richtig, daß beide Schriftstücke von ihm ohne Akten- kenntnis geschrieben worden sind, was übrigens— zur Beruhigung der„Deutschen Tageszeitung" sei es gesagt— in dem Beschluß der Strafkammer, der das Wiederaufnahmeverfahren ablehnt, hin- reichend hervorgehoben wird. für das technische und das Verkehrspersonal und«inen für die Angestellten. Die Verhandlungen zwischen der Direktion der Verkehrs-A.-G. und den beteiligten Gewerkschaften über eine neue einheilliche Fas- sung des Manteltariss sind» nunmehr abgeschlossen. Auch die Lohntarife wurden gekündigt und ein« Erhöhung der Stundenlöhne um 15 Pfennig gefordert. Die Neugestaltung des einheitlichen Lohntarifs ist noch nicht völlig durchberqten. Am kommenden Mittwoch wenden die Funktionäre des Ver- kehrspersonals sich mit dem Manteltarif wie auch mit dem bis da- hin wohl ebenfalls vorliegenden Lohntarif beschäftigen. Weiilauf mii dem Siitrm. Einzelheiten von der Tornadokatastrophe in Arkansas. Nach den letzten Meldungen wird die Gesamtzahl der Opfer de» Doppeitornado» im nordwestlichen Arkansas aus über 5 0 Tote und 200 verletzte geschäht. Ein Eisenbahnzug der M i s so u r i- Pacisic-Vahn entging nach einem atemberaubenden weit- rennen mit dem Tornado mit knapper Not der Zerstörung. ver Lokomotivführer erblickte den heranbrausendeu Tornado und sah bereit» entwurzelte Bäume durch die Luft fliegen. Doch gelang e» ihm. innerhalb weniger Minuten die Geschwindigkeit de» Zuge» aus 70 Meilen zu steigern, woraus es ihm innerhalb einer halben Stunde glückte, dem Tornado zu entkommen. Nach weiteren Meldungen wurden elf Städte vom Sturm heimgesucht. Der Sturm trat plötzlich aus. als die Bewohner beim Mittagessen waren. Er begann in Guion im nordöstlichen Teil des Staates. Von dieser Stadt wurde der größte Teil zerstört, drei Personen getötet und fünfzig verletzt. Dann mchm der Sturm südwestliche Richtung an und wurde in der Nähe von Swiston durch eine Bergkette nach dem Norden abgelenkt. So kam es, daß die Stadt Swiston in ein« Art Hexenkessel geriet, und es ist begreiflich, daß hier am meisten Schaden angerichtet wurde. Di« Zahl der Toten beträgt hier sechs und 24 Verletzte. Der größte Teil der Stadt liegt in Trümmern. Die hesligkeit des Sturme» geht daraus hervor, daß ganze Häuser in die Lust gehoben. Bäume entwurzelt uud Hunderle von Metern fortgeschleudert wurden. Ein Haus, in dem drei Famllien wohnten, soll hundert Meter weit fort- gedrückt worden sein, ohne daß die Bewohner zu Schaden kamen. für Ertrinken, sondern lasse mangels ausreichenden Feststellungen zahlreiche Möglichkeiten, auch Herz- oder Lungenschlog als Todesursache offen. Die Spuren, die das Schwurgericht für Würge- male angesehen habe, können ebensogut durch Kleidungsstücke ent- standen sein, die bei der im Wasser aufgefundenen Höge Streiten. Abschürfungen und Einschnürungen hervorgerufen hätten. Auch die VerletzungerTtm'den Lippen böten keinen Anhalt für ein Verbrechen Eine mikroskopische Untersuchung der gesamten inneren Organe, der Lunge, Leber und Milz sowie der Nieren, die bei der Leichenöffnung nicht vorgenommen ist, hätte volle Aufklärung bringen können. Der Zuchthausarzt Generaloberarzt Dr. Bonne hatie ebenfalls in seinem Gutachten Erdrosselung und Ertrinken als Todesursache sür aus- geschlossen und Herzschlag als vorliegend erklärt. Ltnschuldig zum Tode verurieili? Tltüt Llnschuldsbeweise für einen angeblichen Fravenmörder. Da» Wiederaufnahmeverfahren für den wegen Ermor- dung der Emma Höge in Osnabrück zum Tode verurteilten und zu lebenslänglichem Zuchthau» begnadigten Hermann v. Dielingen ist in ein neue» ensscheidendcs Stadium ge- treten. Rechtsanwall Dr. Sidney Mendel-Lerlin hat sofortige Hastentlassung und Unterbrechung der Strafvollstreckung be- antragt. Der Antrag stützt sich auf ein von dem bekannter Berliner Ge- richtsarzt Medizinalrat Dr. Dyrenfurth gemeinsam mit dein Prosektor. Professor Dr. Walter Steinbiß- Berlin erstattetes Gutachten, dos die Urteilsfeststellungen des Schwurgerichts auf das schwerste erschüttert. Das Gulachten, das im Auftrage von Rechtsanwall Dr. Mendel erstattet und zu den Gerichtsakten ein- gereicht ist, kommt zu dem Ergebnis, daß das Obdultionsprotokoll zahlreich« ärzliche Feststellungen vermissen läßt, dje sür die Beurteilung, wie die Höge zu Tode gekommen ist. entscheidend sind. Die Todesursache sei infolgedessen mit Sicherheit nicht festzustellen. Die verstorbene Höge habe offenbar an einer Schwangerschaslsnlere und schwerer Lebercrkronkung gelitten. Ez sei außerdem möglich. daß der Tod durch Eindringen von Blutgerinsel in die Lunge ein- getreten sei. Der Leichenbefund spreche weder sür Erdrosseln noch Die Breslauer Mordtat ausgeklärt. Die Stiefmutter gesteht. Die Mordtat an der 21jährigen Elfriede F r a a z k e Iv der Neudorfsslraße ist aufgeklärt. Zn der vergangenen Nacht fand ein« Streife der Schutzpolizei die Stiefmutter der Ermordeleo in einer Hausnische. Sie ließ sich willenlos zum Polizeipräsi- dium sühreu und legte dort ein G e st ä n d o i» ab. Die Frau gibt an. mit ihrer Stieftochter frühmorgens In Streit geraten zu sein and sie erdrosselt zu haben. Sie gab auch zu. die Wohnung in Brand gesteckt zu haben. Man nimmt an, daß die Tat in einem Anfall von Jähzorn begangen worden ist. Ein Boot versank... Zwei junge Leute und ein Mädchen ertrunken. Stettin. 12. April. Sechs Mann der Besatzung des Hamburger Dampfers Karl Rehder sowie ein junges Mädchen wollten am Danners- tag abend 10 Uhr zu dem zwischen Pfahlgruppen festgemachten Dampfer mit einem Boot übersetzen. 15 Meter vom Ufer ent- fernt begann dos Boot plötzlich zu sinken. Während drei Mann das Land schwimmend erreichen konnten und ein Mann von dem Steuermann eines in der Nähe liegenden Kahnes mit einem Haken gerettet wurde, werden zwei Mann und das Mädchen ver- mißt. Die sofort von der Polizei eingeleiteten Maßnahmen waren bei der herrschenden Dunkelheit und der Strömung der Oder er- fotglos. Das plötzliche Sinken des Bootes ist zweifeltos auf lieber- lastung zurückzuführen. Radio-Wahlreden in England. Oer Sprecher der Arbeiterpartei. London, 12. April.(Eigenbericht.) Die zweite durch Radio gehaltene politische Wahl- rede hielt am Donnerstag um S.15 Uhr Artur Henderson über das Programm der Labour Party. Henderson, der im Gegen- satz zu dem oorwöchigen Redner der Regierung durchaus fach- l i ch gegen die politischen Gegner polemisierte, entwickelte im wescnt- üchen das Programm der Labour Partv, wie es im Birminghamer Programm von der Partei beschlossen worden ist. Henderson schloß mit der Feststellung, daß«ine zukünftige Lrbeüer- regierung einen großen Kreuzzug gegen die Arbeits- l o s i g k e i t und Armut und die herrschenden sozialen Derhältnisse unternehmen werde. Dle Rücklrttkscmkündiguug Tschiangkaischek» al» chinesischer Staatspräsident Hot wahrscheinlich nur den Zweck,«in Ver- trauensvotum und eine Stärkung seiner Machtbefugnisse zu erlangen, um so mehr, als die Entwicklung feit der Besetzung des Gebietes von Hankou durch die Nanking-Truppen eine weitere erheb- lich« Stärkung der Zentralregierung gebracht hat. Kein Ausweg in Polen. Oer„starke Mann" gefährdet die Wirtschast. Warschau. 12. April. Tie Beratung des Staatspräsidenten Moscicki mit Pllsudski und Bartel ist zwar gestern abend erfolgt, hat über drei Stunden gedauert, aber eine Entscheidung der Regierungskrise nicht gebracht. Auch die Kandidatur des Unterrichtsministers Switalski als Ministerpräsident ist fallen gelassen worden, und zwar mit Rücksicht auf die kritische Wirtschaftslage. Die Ernennung Switalskis, des Mannes der„starken Faust", gilt als ein gefährliches Experiment, das zu politische» und in der Folge auch wirtschaftlichen Verwicklungen führen.könnte. Somit herrscht auch weiter eine Unklar- heit, die schon als„ch a o t i s ch" bezeichnet wird. Die Wahrheit wird unterdrückt. Warschau, 12. April. Wegen des Sonntagsartikcls Pilsudstis entfaltet die polnische Zensur eine außerordentlich lebhaste Tätigkeil. So wurde«in mit ,.Sa r g na g el" überschrieben«? Artikel des sozialistischen„Robot- nik", der sich mit den Ausführungen über den Artikel des Mar- ichalls beschäftigt«, vollkommen unterdrückt. In Posen wurde im nationaldemokratisch««„Kurjer Poznanski" ein mit „Paranoia und Koprolalie" überschrieben«? Artikel be- schlagnahmt, der ein«n Auszug aus dem Lehrbuch der Psycho- ! o g i« des Professors Witwicki darstellt«. Ausstandsopser in Mexiko. Zahlenangabe im Heeresbefehl. M e x i k o- I t a d t. 12. April.(Eigenbericht.) Eine Proklamation des Kommandeurs der Bundes» truppen im Norden gibt an, daß die Rebellen im Ver- Llralzeff. „Feine Kerle, diese deutschnationalen Raiffeisendirektoren Darauf, daß mich die Bolschewifien zumTode v e r u r teilt haben, pumpen sie mir unbesehen 50 Millionen. Was hatien die mir erst auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte hin geborgt?!" lauf der Kämpfe bei Jimenez 1136 Tote und 2058 Gefangene gehabt haben. In der Proklamation wird der Zivilbevölkerung jede mögliche Sicherheit ihres Lebens und ihres Eigentums versprochen und betont, daß bis- her von den Truppen der Regierung im Norden kein einziger Rebell erschossen worden ist. Auch die Flugzeuge der Negierung würden entgegen den weitver- breiteten Verleumdungen nur die Plähe mit Bomben belegen, an denen einwandfrei Rebellen festgestellt worden sind. Neue Ltnruhen in Spanien. Sonntag Kundgebungen für die Regierung. pari«, 12. April. Wie das„Journal" aus Paris meldet, haben sich in vielen Städten Spaniens neue durch die Studenten hervorgerufene Zwischenfälle ereignet. In Saragossa und Granada seien lärmende Kundgebungen veranstaltet und die Rektoren au»- gepsisfen worden. In Barcelona seien Kundgebungen an der Tagesordnung. In der Zentraloerwal ung des Studentenoerbandcs seien kommunistische Schriftstücke beschlagnahmt und im Anschluß daran zwei Medizinstudenten und ein Professor verhaftet worden. Die Regierung habe umfangreiche Vorkehrungen getrofsen, damit die Kundgebung zugunsten der Regierung am 14. April nicht durch Gsgenkundoebungen gestört werde. Der kürzlich freigelassene Schriftsteller Ramon de Valle- Snclan ist wieder verhaftet worden, weil er die Geldstrafe von 280 Peseten nicht bezahlt hat. die wegen seiner l) a l t u n g gegenüber d«r Regierung verhängt worden war. lS0 Agramer Studenten wurden in ihrem fleim verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Sie sollen kommunistische Agitation ge- trieben haben. In Prag ist im südslawischen Studentenheim eine Haussuchung vorgenommen worden. Das Archiv des Vereins hat die Polizei der südslawischen Gesandtschaft übergeben! Toolidges Uebergang Ins Wirtschaftsleben. Der srühere Präsi- dent Coolidge hat sich bereit«rktärt, seine Wahl«n den Direktoren- rat der New- Porter Lebensoerficherungsgesell- fchast, di« im Mai«rsolgen soll, anzunehmen. Am Ende der Konzertrundschau/ Walters Abschiedskonzert. Sonderkonzert mit dem Philharmonischen Orchester und dem Bruno Kittelschen Chor: noch einmal ist im großen Saal der Philharmonie die Gemeinde versammelt, die der Name Bruno Walter ruft. Er wird als Konzertdirigent in d«r nächsten Saison wiederkehren: er wird heute in dem Einführungs. konzert des zwölfjährigen Geigers Menuhin am Pult stehen, und im Rahmen der Berliner Festspiele ist das„Lied von der Erde" unter seiner Leitung versprochen. Trotzdem, der Abend stand im Zeichen des Abschieds— seines Abschieds von der Berliner Oper, und die Ovationen, die das Publikum ihm bereitete, wuchsen zu einer großartigen Bertrauenskundgebung für den Künstler, der vier Jahre hindurch an höchst verantwortlicher Stelle gewirkt und weit hinaus über die Entfaltung seines persönlichen Musikertums die musikalischen Kräfte dieser Stadt zu höchsten Leistungen hervorgetrieben hat. Es ist nun einmal so. daß es für das Kunstleben in seiner ganzen Breite und Weite Immer wieder auf die Ausnahmeerscheinung der überragenden Künstlerpersönlichkeit und aus ihre befruchtende Auswirkung ankommt: im Bereich der Musik heute um so mehr, je mehr wir in umfasiender Gemeinschaftskunst das Ziel aller künftigen Entwicklung erblicken. Das hat diese Wiedergab« von Verdis„Requiem" uns von neuem überzeugend zum Bewußtsein ge- bracht. Alle Mitwirkenden mit höchster Intensität dem Führerwillen des Dirigenten wie dieser dem Werk hingegeben, das er aus zwingendem Erleben gestaltet—: so wird es mit einem Ensemble durchaus erster Kräste— in den Solopartien Lotte Leonard, Sigrid Onegin, Jose Riavez, Alexander Kipnis— eine wahrhaft ereignishafte Aufführung. Heute gilt es nicht mehr, die Tatsachen zu untersuchen, die Walters Rücktritt von der künstlerischen Leitung der Städtischen Oper bewirkt haben: aber wie di« Hörerschaft dieses einen Abends in der Philharmonie, so empfindet die gesamte musikalische Oeffent- lichkeit den schweren Verlust, den Berlin erleidet. Gewiß, unser Land und unsere Zeit kennen schwerere Sorgen als jene, die das Musitwesen der Reichshauptstadt uns zur Stunde auferlegt. Ber- pesien wir aber nicht, daß auf kaum einem anderen Gebiet Deutsch- land In der Welt so führend, so tonangebend sozusagen Ist wie auf dem der großen Musik. Und wieder sind es einzelne große Namen, In denen diese Weltgeltung repräsentativ zum Ausdruck gelangt. Bruno Walters Name, wir wisten es, ist darunter. Unsere Sorge wird sein müssen, daß er unserer Musikwelt dennoch nicht verloren geht. Es ist der Augenblick, dies offen und nachdrücklich auszusprechen. Mandolinenchor und Oratorienverein. Chorgesang als Mittel der Gemeinschaftsbildung, darüber weiß man in Arbeiterkreisen Bescheid: neuerdings ist ein Aufschwung auch im Bereich des instrumentalen Musizierens festzustellen: auf dem Gebiet des Mandolinen- und Lautenspiels. Ein« Reihe von 5Nubs und Vereinigungen hat sich da neulich zu einem Konzert im großen Saal der Hochschule zusammengefunden, das gar als Hauptveranstaltung den Namen„Erstes Musikfest" rechtfertigen sollte. Das wäre wohl e'in"wensg zu viel" verlangt: aber ein ungewöhnlicher Anblick ist es immerhin, dreihundert Mandolinen und Gitarren auf einem Konzertpodium, und übrigens auch«in ungewöhnlicher, nur durch die Mäste zu erzielender Klang: und unter Arthur Jan« der» Taktstock wurde ein buntes, wechsclvolles Programm freudig und mit gutem Gelingen absolviert, auch zur herzlichen Freude der Zuhörer, die den Urheber des Festgedankcns, Konrad Woelki, zugleich Komponisten einer wirkungssicher gemachten„Sinfonischen Ouvertüre" lebhast seiern. Der Zweck der Veranstaltung,„die Man- dolinenmusik über den Rahmen einer bloßen Unterhaltung hinaus- zuführen und für eine zwar volkstümliche, aber künstlerisch hoch- stehende Musikbetätigung Anregung zu schaffen", ist ohne Zweifel aus gut« Art gefördert worden. � Auch die bürgerlichen Chorvereine verdanken ihr Bestehen zu- nächst und zum großen Teil wohl dem Bedürfnis nach gemeinsamem Musizieren: auch hier also Chorsingen aus Selbstzweck. Aber der Konzertzweck, der Ehrgeiz. Aufgaben des Musiklebens zu lösen. tritt beim Orotorierwerein bewußt und anspruchsvoll hervor. Die hohen Anforderungen, di« Beethovens„Zcki«» solemnis" stellt, pehen wohl doch über seine Kräfte: es mag freilich auch an den Mitteln für die Dorbereitung, vor allem für ausreichende Orchesterproben gefehlt haben. Daß in den gegebenen Grenzen der Chor unter seinem Dirigenten Johannes Stehmann sehr Achtbares bietet, ist gewiß nicht zu verschweigen: und zahlreiche Besucher der Garnison- kirche waren ohne Zweifel von der Größe des Wertes ergriffen. Trotzdem hat eine solche Lösung einer solchen Ausgabe'n Ber.in ihre Bedenklichkeit: auch dies darf nicht verschwiegen werden. Die englischen Gänger. Die englischen Sänger, The English Singers, so nennt sich diese Vereinigung: drei weibliche, drei männliche Stimmen. Kein« darunter von hervorragender Oualitöt oder persönlich hervor- tretendem Charakter: aber dies gerade wird die Doraussetzung für einen Zusammenklang von idealer Einheitlichkeit, man glaubt bei- nahe ein iechsstimmiges Instrument zu hören. Die Reinheit und Genauigkeit dieses Singens ist absolut vorbildlich, wir spüren höchste Musikalität, zugleich Zeugnis gewistenhaflester Arbelt und Beispiel einer alten Kultur des s-rspell,-Gesangs, von der selten genug so schöne Kunde zu uns dringt. Und das Programm mit Motetten und Madrigalen. Tanz- und Volksliedern in allen Gruppierungen vom Duo bis zum Sextett, gibt altenglische Bokolmusit tn anregender und iellelnder Auswahl. Ein Abend seltenen Gewinnes, belehrend und bereichernd. proleian'fche Musik im Nundfunk. Auf dem ersten deutschen Arbeiter-Sängerfest in Hannover bracht« die Gauchorgruppe Hamburg zwei vor kurzem im Bertog des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes erschienene proletarische Kan- taten„Eiserne Welt"(Dichtung von Josef Winckler), melo- dramatische- Wert für Männerchor. Bahsolo, Rezitation und Orchester, komponiert von Wilhelm Knöchel, op. 24. und„Arbeits- aufer stehung"(Dichtung von Margot Dos, rnn dem Holländischen übertragen von Franz Lande), sinsonlsch-symbollsches Chor- werk für Sopran- und Baritonsolo, geirischten Chor und Orchester, Musik von Isr. I. Olmann. zu Gehör. Beide Werk« werden der Hamburger Rundfunksender sowie die Scnder von Hannooer, Bremen. Kiel und Flensburg am 18. April übertragen. Begrüßenswert, daß man endlich Werke, die aus der Seele und dem geistigen Vorstellungskreis der Arbeiterschaft gekommen sind, für Rundfunkübertragungen ausgewählt hat. Die Klagen Konzertsaison. Von Klaus pringöheim. wollen nicht verstummen, daß gerade diejenigen Kreise, di« die Hauptzahl der Rundsunkhörer stellen, bei den Darbietungen der Sendegesellschaften nur in den allerwenigsten Fällen aus ihre Rech- nung kommen. Jeder, der irgendwie die Möglichkeit hat, seinen Einfluß auf die Festsetzung der Sendeprogramme der deulschen Rundstinkstellen auszuüben, soll sich mit aller Kraft dafür einsetzen, daß Werke(Vorträge, Rezitationen, Chorwerke, Orchesterwerke) zur Annahm� gelangen, die der Arbeiterschaft dos geben, wonach sie innerlich verlangt. An der Ausführung der beiden proletarischen Kantaten beteili- gen sich: Gauchorgruppe Hamburg, Mitglied de» Deut. schen Arbeiter-Sängerbundes, Philharmonisches Orchester Hamburg. Rose Walter, Berlin(Sopran), Josef Groenen vom Hamburger Stadttheoter(Bah),- Oberregisseur Alben Stessahn, Berlin(Rezita- tor), Leitung: H. Hansen-Tebel, Hamburg. Russische Volkslieder von heute. Die vom Moskauer Staatsinstitut für Musikwisienschaften unter Leitung von A. Mortinsen entsandte musitethnographische Expedi- tion hat den ersten Abschnitt ihrer Forschungsreise zurückgelegt und ist jetzt nach Moskau heimgekehrt. Sie hat seil dem Mai vorigen Jahres auf einer Fußwanderung von rund 3000 Kilometern in mittel- und westrussischen Gouvernements über 100 Original-Bauern- lieber und 54 Bolksmusikinstrument« gesammelt. Interessant ist die Einwirkung des Revolutionszeitalters auf den Inhalt der neu«nt- stehenden russischen Bolksgesänge. So konnte z. B. in Weißruß- land, im Kreise Roslawl, ein Bolkslied auf den Roten Reiterführer Budenny ausgezeichnet werden, das sowohl im Text wie In der Melodie ein« völlig neue Eigenart aufweist. Am 15. April setzt die Expedition ihre musikalische Wanderung m die Gebiete von Charkow und Kiew und in die Krim fort. Sine«.�evue der 5000" im Wanderzeit. James Klein, der„Dater der deutschen Revue", bringt in wenigen Tagen eine Neuerung im Theaterwesen zur Ausführung. denn er wird eine Revue von den Theaterbauten der Großstädte unabhängig machen und. ähnlich wie die großen Zirtusie, ein« .Fieoue der 5000' im Wonderzelt in den Städten Deutschlands und des Auslandes vorführen. Die technischen Einrichtungen, die Be- leuchtungsmöglichkeiten und die Ausstattungskünste sind heute bereits so vervollkommnet, daß sie nicht mehr an feste Gebäude gebunden sind, sondern auch im Zeltdach des Wanderunternehmens gelingen. Schon die Ausstattungsszenen der großen Wanderzirkusi« haben gezeigt, daß fast alle Schönheiten und Effekte der festen Bühne auch von den Truppen erreicht werden, die in ungeheuren Automobilen und besonderen Eisenbahnzügen ihr ganzes Inventar mit sich von Ort zu Ort führen. Selbstverständlich werden auch einige hundert Tanzgirls, die dxn Hauptanziehungspunkt der modernen Revuen bilden, zur Dersügung stehen. Die ersten Gastspielreisen sollen bereits im Lauf« des April ihren Anfang nehmen. Tanzabend im Schwechtenfaa?. Oda von holten tanzt« im Schwechtensaal. Bescheidenes, liebenswürdiges Talent, desien Auswirkung sich meist auf jener MitteZstraße bewegt, die in der Kunst nicht immer die goldene ist. Schwerpunkt des Ausdrucks weniger in Rumpf und Beinen, als in der starken Beweglichkeit der Arme, Hände und Finger. Borzüge: redliche Arbeit, keine artistischen Koketterien. Mängel: den Kam- Positionen fehlt oft der organische Wuchs: sie bestehen aus korrekt und sauber geformten Attitüden und den dazwischenliegenden, ohne recht« Gliederung hinfließenden, mehr gymnastischen als choreogra- phischen Derbindungsrcihen. Die Vorführung scheinbar kühl, ohne tiefstes, seelisches Mitschwingen. Die abstrakt-tänzerischen Formen von pantomi-nischen stark durchsetzt, oft überwuchert. Gipfelpunkt: das mit Jrmin von Holten gebrachte Duo„Tänzer unserer lieben Frau": eine in parallelen Schwingungen und sicher geführten Gegen- bewegungen und Ueberschneidungen musterhaft gebaute und m har- manischem Zusammenklang vorgeführte Komposition J. S. Japanische Kunstausstellung in Berlin. Für den Herbst d. I. wird noch dem Vorbild der im April zu Ende gegangenen großen Chinesischen Kunstauestellung«ine japanische Kunstausstellung veranstaltet werden. Di« Leitung wird der Direktor der ostasiatischen Sammlungen der staatlichen Museen, Professor Kümmel, übernehmen. Die Ausstellung wird die Bestände der verschiedenen ostasiatischen Sammlungen, namentlich der Dcchlemer, di« dem Publikum bisher noch nicht zugänglich ist. zu- sammenfasien. Sodann werden auch in größerem Ilmsange private Leihgaben zu sehen sein._ Zusammenschluß Berliner Architekten. Mitarbeiter führender Berliner Architekttirbureaus haben sich zur„Studien- und Arbeitsgemeinschaft In- genieur-Architekten Berlin" zusammengeschlossen. Sie sind der Ueberzeugung, daß die Entwicklung In immer steigesidem Maße zu Kollektiornisgaben führt, deren vielsältigen Forderungen nicht Einzelwisien und Dinzelkönnen. sondern nur Gemeinscho't»- arbeit gerecht werden kann. «-Esoterische Bühne." Unlängst ist in Berlin die Kründung einer„esoterischen" Bühne erfolgt, die am Sonntag, dem 14. April, mit der Aufführung de» Dramas von Peladan:„Der Prinz von Byzanz" als Matinee im Neuen Theater am Zoo als Gedenkfeier anläßlich des 70 Geburts- tages von Peladan unter der Regie von Alfrod Schelz-g in Szene geht.(Titelrolle: Katina Imme.) Die Bühne soll, wie der Name besagt, einer vertieften Theaterkunst dienen, die nicht nur im äuße- ren, sondern auch im inneren aufbauenden Sinne Zeitfraaen rühren will. EI oß-tvll'rlnglsch« V«ll»bi>hoe?«r»n wüd om Loi»la», den 14. Upiil, nnifirnttlngS 8 Uhr. im„Deutlchen tlünlller-Zlieater". d« dreialtine r'nst- viel„T'r Kaiididal' ron Enstov Sl»ekopl, zur tlullillnunfi drin?«». yarteu 5, 4. n. 2 Im SPeiunfniif in der OMAäiläftent de» Hilf». bundeS ffir die Etwsi-Lotlirinaer im Neich, Stineber«. M«i Iw-Liitder- Stiehe 27«Feinlpicchami Stesan 1370/77), sonsl am Tage der Ausführung an der Thealertasse. dm.Theaier der Sladi- swdet nlö nächile Premiere die Uiaujiührung von(riich MüblamS Tragödie„Eacco und Vcmzelli* als Auiilll» ung des von A exander llivanaih geleiteten Rovember.I'udle halt. Di« Premiere von Mar Srods„Prozeg Bunteibert" ist daher iu» eimge Zagt verschoben woideu. I Zum Arbeiisfchuhgeseheniwurf. Die Berliner Betriebsräte forvern Umqestattung. Der Ortsausschuß des ADGB. und das AfA-Ortskortell hatten die Berliner Betriebsräte zu Donnerstag abend nach dem Gewerk- slfaftshaus berufen, um sie gegen den Arbeiterschutzgesetzenuvurf mobil zu machen. Genosse Dr. Ps irr mann vom„Butab" fusrte den Betriebsräten an den wichtigsten Bestimmungen dieses E itwuries dessen große Mängel, die im„Vorwärts" schon wiederholt kritisiert worden sind, vor Augen. � Dieser Gesetzeirtwurf sei eher ein Entwurf gegen den Schutz der Arbeit als ein solcher zu irrem Schutze. Die Betriebsräte gaben ihrer Empörung über ver- f;', irdene geradezu mittelalterliche Bestimmungen des Gesetzentwurfs durch Zwischenrufe wiederholt Ausdruck. Sie lehnten mit großer Mehrheit jede Diskussion darüber ab und nahmen gegen rrnze sechs kommunistische Stimmen eine längere Ent- f h l i e ß u n g an, in der die unhaltbaren Gesetzesvorschläge auf- g führt werden, wozu folgendes erklärt wird: „Die Konserenz stimmt der Kritik der Spitzenorganisationen a x diesem Entwürfe zu und fordert sie auf, chren ganzen Einfluß d.'hin geltend zu machen, daß der Entwurf völlig umge- staltet und den modernen sozialen Erfordernissen angepaßt wird. Ein Arbeitsschutzgesetz, das seinen Namen verdient, muß einfach, klar und leicht verständlich sein. Es muß seinen Geltungsbereich auf alle Wirtschafts- zweige und Berufsgruppen erstrecken und den Erfordernissen der ungeheuer gestiegenen Intensivierung der Arbeit Rechnung tragen, d.n Achtstundentag und die 45-Stunden-Woche als Rormalarbeitszest festhalten und Ausnahmen nur für dringende Not- fälle und auf Grund tariflicher Regelung zulassen. Es muß den wöchentlichen Ruhetag sichern, den Frauen- und Jugend lichenfchutz streng durchführen, den Sechs-Uhr- Ladenschluß und die Sonntagsruhe gesetzlich normieren und eine wirksame, einheitlich« Reichsarbeitsaufsicht mit weitgehender Mitwirkung der Gewerkschaftsvertreter gemäß den Borschlägen des ADGB. und des AfA-Bundes vorfchen. Die Konferenz gelow, aufnarens uns aufrüttelnd in den Be> trieben zu wirken, die Arbeiterschaft auf die Mängel und De- fahren dieses Entwurfes aufmerksam zu machen und die O r- ganisationen in ihrem Kamps um die ilmgestalwng dieses Entwurfes im Sinne der genannten Forderungen mit allen Mitteln zu unterstützen." „Revolutionäre Roßtäuscher." Wie sie Eifenbahnerversammlungen machen. Aus Eisenbahnerkreisen wird uns geschrieben: Am Dienstag, dem 9. April, hielt die Kommunistische Partei in der Kindl-Brauerei in Neukölln eine Versammlung ab, die Herr B e r tz von der KPD.-Zentrale als eine Betriebsversammlung des RAW. Tempelhof abzustempeln suchte. Die Bersammlung wurde mit einer Stunde Verspätung, um 20�2 Uhr, eröffnet, und zwar deshalb, weil den Arrangeuren dieser �Betriebsversammlung" die Zusammensetzung nicht ganz geheuer war. Man hatte zwar vor- sorglich die ganzen oppositionellen Helden aus den übrigen Reichs- bahnbetrieben hinbeovdert. Trotzdem schien die Mehrheit immer noch nicht gesichert. Desha'b wurde das kommunistische Parteilokal in Neukölln beauftragt,„Massen" zu entsenden. Von Zeit zu Zeit erschienen dann immer Trupps von ungefähr 20 jungen Leuten, die in ihrem Leben noch nie einen Eisenbahnbetrieb von innen gesehen haben. Diese Maßnahm« erreicht« ihren Zweck: die Mehrheit war gesichert. Nach Eröffnung der Versammlung verlangte der Betriebsrat das Wort zur Geschäftsordnung. Dos Wort wurde ihm ver- weigert, was bei einem starken Teil der Versammlung stürmische Entrüstung hervorrief. Durch die Zwischenruf? des Kollegen D r e s s e l veranlaßt, erklärt« B e r tz:.Wir laden in unsere Der- sammlungen. wen wir wollen, wir verfügen auch über Roll- kommandos." Damit ist der Charakter dieser Versammlung ge> nügend gekennzeichnet. Vertz tonnte nun Stunden lang den„Eisenbahnern" seine Heilsbotschaft verkünden Als in der Lftfusfio« d««ollege Dressel den kommunistischen Drahtziehern den Spiegel vorhielt. heu'te die kommandierte Meute auf. Zur Ehre der Eisen» b a h n e r sei aber gesogt, daß diese schreienden und brüllenden Zwischenruser nie das RAM. Tempelhof gesehen haben Wunsch- gemäß wurden Entschließungen angenommen und der Letrlebsrot aufgestellt. Lassen wir ihnen das Vergnügen. Eine andere Frage ist es. ob die Tempelhofsr Eisenbahner gewillt sind, einen Be- triebsrat zu wählen, der von den„Revolutionären" aus den ande» ren Reichsbahnbetrieben und von„Rot Front" aufgestellt ist. Die Zersplitterung bei den Beamten. Trotzdem jetzt ein Jahrzehnt hinter uns liegt, in dem die Be» amten die Möglichkeit hatten, sich zu organisieren, zeigt die Beamten- bewegung noch eine starte Zersplitterung. Während im Allgemeinen Deutschen G e w e r k s cha f t s b u n d die Durchschnittsstälk« der Verbände 126000 Mitglieder und im Allgemeinen freien Angestelltenbund 30 000 Mitglieder beträgt, ergibt sich nach einer Berechnung, die die neuen Dierteljahrshefte für Beamtenrecht und Beamtenpolitit„Der Beamte"(herausgegeben vom Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Veomtenbundes, Ministerialrat a. D. F a l k e n b e r g) anstellen, für den All g e- meinen Deutschen Beamtenbund berests nur«ine Durchschnittsstärke von 7300 Mitgliedern. Bei dem neutralen Deutschen Beamtenbund sinkt die Durch- schnittszahl sogar auf 3300 Mitglieder. Von seinen 305 Verbänden haben 253 weniger als 1000 Mitglieder» 80 weniger als 100 Mitglieder. Ja, es gibt sogar«inen„Ver- band" mit sieben Mitgliedern! Im Interesse der Be- amtenschaft wäre es dringend zu wünschen, daß mit diesem Unfug der Kräftezersplitterung so schnell wie möglich ein End« gemacht wird. B-rantmartlich filt die SReftaltton:?ra»« Berlin. Sctlofl; Barwiirts Bering®.« Berlin: Anweisen: � lg«. m b. K.. Berlin. Bruck: Borwiirt, Buch» druckcrci und Bcrlagsnnstalt Paul Singer&. Co.. Berlin SD Kl. pimo 1 Beilage. Xk. Sl-cke. fflärt» Buch» Lind.'nstrabe 3. Theater, Lichtspiele usw. (> DWWWWWWI -.u Uhr Pielro Aretlno SCAl-Ä 8 l'.ir o 5 Barbarossa 9256 CROCK and da* groge April»Programm Sonnabends». Sonntags le 2 Vorstellnneen Jf und» l hr- S* ermäBigte Pr. PtAZA Gr. Schauspielhaus 8| Meiropoltbeater K tt n■ 1 1• r I a e h e I,attanc ERIK CHARE Dec ließe Augustm Aasat. Prot Ernst Stern iter8 1 UJ £astig-e Witwe Alfred Braun Mady Christians Trade Ueske Sleglr. Arno Paul Morgsan Paul Westenneier Gustav Hatsner Winkelsiern, OrLk. Firle- Sommer, Girlt», Boys. Musik. Leitp. Ernst Hauke Sonntag: nachm. ungek. Vorst Kleine Preise. 1»„ onf 3 Uhr Trude Hesterberg Osbar KarlweU Uoebl Elleot W. Janbnbn H. Janbermann W. Sehaeflcra Frisco, Kara-Sister», BaantyGIrU.ComedianboyE Musik. Leitung: Rndoll Ferah F.lrbfrola 3 Tä jii Am P, AI 2*. 8066-88 Täq'ich 5, gl5. Sonntag 2, s. 8lS INTERNAT. VARIETE Karlen ö Ta�c im voraoa 15 1 y Winfer * Uarren� 8 um- Zeotr. 2619» Bandien trlanti DODGE TWINS Die bertthmien Rerne-Zwillinge BERN ARD& RICH Tanzieisalloa HARU ONUKI Japanisdie Opcrn-Divn und weiter,* internationale Variete-BerühmtbeiteD Sannabend und Sonntag Je 3 Vorstellungen und 8 Uhr. Heine Preise. VoiKsbttlme llieittriatiltvolit: 8 Uhr Trojaner Theater an SdiUlhanenlaiBm 8 Unr Pioniere in Ingolstadt Thalia-Theater 8 Uhr Oelransch JtaatLSdiilhr-Ib. 8 Uhr Pietro Aretlno SiaaiMper an Plan dar Begahllk 7i/j Carmen 8>.. Thealer des Vtsinu Sonntag» 3'» und 8>;S Uhr Oer größte Erfolg Berlins Friederike Muhl von OeHar Snka v. THellmatm Karl Ziegler, Siaateover Wien Arngehi, Kor«, vespermattn,»rr, Kalle u nunirr de. Sicinvl.»Ztn.7l8»s ass-THsstai ir�rnliuln lull! »»/« Uhr Bniiilditidilela uastspielbaas PU Uhr Gniilo Thielseher Veekend Im Paradies Bamovsksf-EOhnea ThMtor i« der KdiiiggrStzor Stroh« T'.uch 8V4 Uhi Riva l en Kemödienhaus Heute 7% Uhr Zum 1. Male Charlevs Tante mit Cur» Bote. 1 heatoi am tollendorfplat? Tätlich 8V. Uhr Rfivolte Im Erziehunashaxs üenioei Tieaier OirekLHeinzHerald Charlotiensirode SC A. 7. Dönhoff 170 Anf.8 U, Ende 10 U. Heiden von Kernard Shaw Kleine! Theater r Sgl ich SV« Uhr- Curt Goelz, Valerie r. Martens Fcrd. v. Alten in „Trio" Ab ts April kurzes Gastso�ol WL G&idsrov, Olga Gzovskafa vom Moskauer Künstler-Theater in HerrLamhertler. Otseb. KOnstlar-Th. 8V« Uht Pottascn und Perlmutter aisoeieKUv Pen! Gr atz, Karl Eltlinger. Frianon-Th. Täglich SV« Uhr -onntagt u 8«/« Uhr Oer Herzog und die Sünderin Rundfunkhörer NAH»«! Preise 81/« Theat ir am SlhlHbanerflamm. Norden 1141 u.281. Pioniere in Ingolstadt (Soldaten u Dienst. mädchen) v.Marieluise Ffeißer Regie: Jakob Geiß. Bühnenbilder Kaspar Neher fleoudiBs Theater D.I. Norden 12 310 i U. Ende nach lO'a Weiber wo Windsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilvert Renaissance- Theater HardBno:r-«lr 6 lel. Sie no'. 901 u. 2583/84 sv« Uhr Lebie 4 Annahraogcn 8ViraLe o7, Der neue Schlagen „Eine ungeliebte£rau" und ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1— 4 Pers« Fauteuil nur 1 15 Sessel 1.65 M Sonstige Preise Parkett u.Rang 040 Mk Kammerspteie 3.1. Norden 12310 7Va U„ Ende geg. IC Zum I.Male Juslk von Ossip Dymow. Reg e: HeinzHilpen Bühnenbilder: Erich E- Stern. Bühnenmusik: PenlsdtD Waldlgcrol. üe nomudie |1 Bismck. 2414/7516 8V« U.. Ende geg. 10 Wann Kommst Du wieder? Komödie von S. Maugham Regie Gustaf G'flndgen- Lesslng- Theater ras: ich 8 Uhr 8 x Hochzeit. I Komische Oper Beroe-Posse „Von Bettchen zu Bettchen!u | LadUB ob» End* ms Blident| Vorvarkanl unnttibroan. Heute; waihalia-Theaier Weinbergsweg 19/20 and folgende Tage 8 Uhr 15 Du Zille- Volks* töck von t-ranr Cornelius Musik v. Fr. Holländer, Gilbert u.a. Ii derBaagtrolli FrlU Bedtmaan s.S. im Kaborsttakt Hlideg. Orlovskl a.B. Voiverk.abll U.vm.a.d.Theaierk. Nadi derVanttllg. Tau Im Valballa- Taupaiasi bis 3 Übt. Re!chshallen«Thea}«r Uta. Qf] Ubi. Sanniag Natbm.|7| Mti Siclflner sanier Zum SchluB: ..Eine mllbllane Wobnong n vemiatsin Nachm. na.be Preise. Bll ett«*t« long« Ztirtr. 1 1 263 önhof t» Brett.: 10 Nummern: Sauert/Tui. inana-ineaier »resflener jtr. 72-. 8 Uhr „OelrausclT Theater a.KottbusserTor «ottbusMi Sit. 6. ifli. Mpi. 15071 Allabendlich S Uhr andi Sonntag« nachm. i Uhr Jabiiaams-Programm unter der Devise « 10 lanre E Elite- sanaer Planetarlnm —— am Zoo aou '«.««». iocdimt«»« iitti. Noll 1578 16V« Uhr StarnhliaiMl du Frbhjahr* 18-/. Uhr StarnWlder und Waltbau 20V< Uhr Wundar d« •Odliehu Himmel* Tägi. auSer Montags u Mittw Erwachs I Mk„ Kinder 50 Pt Mittw.; Erwachsene 50 Pt.. 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Dramatiker klagen darüber, daß ihnen Bühne und Verlag ver- schlössen bleiben, Theaterdirek oren jammern über das Fehlen guter Dramen, die.die Häuser füllen. Ein Widerspruch, der kaum zu über- brücken ist. Warum aber dieser Widerspruch? Liegt er im Publikum, in dem Drama selbst, oder haben die Autoren schuld? Die erste Boraussetzung für das Schaffen jedes Dramatikers muh die Erkenntnis sein, daß sich das moderne Publikum, verglichen mit dem der Vorkriegszeit, grundlegend gewandelt hat. Gleichgültig. ob sich bei den Expressionisten, die Menschen überschrieen oder ob sie bei Maeterlinck oder Hossmann-thal säuselten, immer wurde eine Jndividuali ät, die irgendeine Besonderheft pflegte, in den Mittel- punkt des Interesses gestellt. Sie repräsentierte aber keinen Typ mehr. Die Gegenwart hat jedoch keine Zeit für das liebevolle Ab- tasten sonderbarer Seelenlabyrinthe. Sie will sich selbst auf der Bühne sehen, sie will auch dort eine sachliche Darstellung erleben. Der Sportenthusiasmus, mag man ihn ablehnen oder onbe'en, hat auf die Lfteratur revolutionierend gewirkt, denn das Publikum bleibt ein entscheidender Faktor für jede literarische Protektion. Man wandert durch die Wälder, jagt einem Fußball nach oder paddelt auf Flüssen und Seen, außerdem befindet man sich beruf- sicherweise in durchaus sachlich funktionierenden und exakt arbeiten- den Betrieben. Man wird von dem Versenken in tiefe Gefühle oder merkwürdige Gedankengänge durch die kühle Objektivität des Lebens abgelenkt. Was soll man heute mit einer Ehekomödie im alten StU anfangen, da man nicht mehr in der Welt eines Geiyerstam oder Schnitzler lebt, da wichtigere wirtschaftliche oder polftische Fragen das rein Persönlich« in den Hintergrund gerückt haben? Gerade die Bühne mit chrer unmittelbaren Wirkung muß das gegenwärtige Leben gestalten, muß, wenn sie historisch« Stoffe behandelt, auch diese unter dem Gesichtspunkt der modernen Weltanschauung sehen. Schuld der Theaterkritik sowohl in Berlin wie in der Provinz, daß sie hauptsächlich nur auf das artistische Moment hinweist und nicht das Zeitgemäße betont. Wir befinden uns nicht mehr im Zeitalter Oskar Wildes, des Aefthetizismus und der Parole: die Kunst um der Kunst willen. Ende des Dramas? Ja, ein Ende für die nur geistreichen Dialoge/ ein Ende für die rein individuellen Problem«, aber noch nicht für das Dramal Das Theater erfreut sich kaum noch der Beliebtheit früherer Tage, aber Lampels„Revolte im Cr» ziehungsheim* oder Ferdinand Bruckners„Der- brechet, um nur Beispiele zu nennen, zeigen, daß auch das moderne Publikum die Liebe züm Theater und Drama noch nicht vettbren hat.' Weil die meiste« gespielten Dramen Abseitiges und rein Individuelles behandeln, erregen sie kein weiteres Jnteresie. Sie bleiben Angelegenheiten für bestimmte Cliquen und Snobs. Bei Lampel und Bruckner werden tatsächlich soziale Problem« unter Scheinwerferbeleuchtung gesetzt. Das war auch der Fall bei Beäu- marchais, bei Schiller, Ibsen oder Gerhart Hauptmann. Aber das Individuelle spielte trotzdem die Hauptrolle. Die Profile der ein- zelnen Menschen waren zu charakteristisch herausgearbeitet. Man vergaß darüber die Masie, deren Chorführer diese exponierten Per- sonen eigentlich waren. Das Thema hieß: Gegensatz zwischen Individualität und Mafle Mensch, Das Drama in seiner stärksten künstlerischen Ausprägung, b« den Griechen, bei Shakespeare, Schiller und Kleist ist d«r Ausdruck für den unerschütterlichen Glauben an die Macht der großen Persön- lichkeit, sei sie moralisch gut oder böse. Schmerz darüber, daß der Held an der Durchschnittlichkeit der anderen scheitert, auch wenn er, wie Shakespeares„Richard� ein Bösewicht in Reinkultur war. Wer gestaltete aber den Mann der Masten? Jenen Namenlosen aus der Reihe der Vielen, wer dichtet das Typisch« dieses Schicksals? Wie gesagt, Ansätze sind heute schon vorhanden und die Autoren, die erschütternde Stücke schreiben können, haben auch einen Glauben: Sie beschränken sich nicht auf die Rolle eines kühl rechnenden Artisten, sie sind bis ins tiefste mit ihrem Stoff verbunden, sie glauben an das, was sie schreiben. Bielleicht liegt darin das Geheimnis ihres Erfolges. Die Menschen bei Bruckner und Lampel sind nichts weiter als Teile der Masse Mensch, Geschöpfe, die in keiner Beziehung da» Durchschnittsnioeau überragen oder überragen wollen, Eintagsfliegen, die morgen vergesten sind, die aber den anderen Eintagsfliegen gleichen, die im Parkett oder auf der Galerie fitzen. Sie werden nicht glossiert, sie haben ihre Existenzberechtigung genau so wie der strahlende Lohengrin. der ja nur in der Dichtung romantischer Geister existiert. Und bei B r u ck n e r bahnt sich auch eine neue dramatisch« Form an. nämlich die des Nebeneinander. Mit den Verbrechern laufen fünf Handlungen parallel, die sich wenig oder gar nicht ver- knoten. Aber durch die Form des Nebeneinander? wird die Well des Dramas erweitert, wird eine Ahnung dem Zuschauer vermittelt von der Größe des Lebens. Bruckner kann nur durch diese Form seine These beweisen, daß in jedem Menschen nicht nur ein Narr. sondern auch ein Verbrecher steckt. Diese Idee bildet den General- nenner, auf den selbst die entgegengesetzten Szenen ausgehen. Der moderne Mensch ist nicht mehr an einen Ort gebunden, er ist gewohnt, seinen Aufenthall ständig zu wechseln. Deshalb ent- wickelt sich das Drama zur Revue, allerdings zu einer Revue, bei der die einzelnen Bilder miteinander gedanklich und künstlerisch ver- bunden sind. Bereits bei Shakespeare in seinen großen Historien. stücken, etwa den Heinrich- oder Richard-Tragödien, findet man etwas Aehnliches. wenn auch hier die Well eng erscheint gegenüber der des modernen Dramas. Film und Roman zeigen den Menschen in seinen Beziehungen zur Umwelt. Do» Drama kann dagegen nur ein zwischenmenschliches Geschehen darstellen: die Handlung verläuft zwischen Mensch und Mensch. Milieu kann nur angedeutet werden. Ausgeschallet ist der Kampf de» Menschen mll den Dingen, die seine Geschöpfe sind. Ein Thema, das gerade heute besonders aktuell ist und das Film, Hörspiel und Erzählung künstlerisch formen können. Aber darum ist die dramatische Kunst noch nicht zu Ende. In ihr liegen andere Möglichkellen, vor allem Andeutung seelischer Vorgänge, die setzt. in der Zeit der Sachlichkeitsanbetung, genau so wichtig sind, wie sie es immer waren. Das gefährlichste Uebel ist die Gewohnheit. In Beziehung zum Film macht sie aus den selbstbewußten, in allen Logen des Lebens so gern ihre eigene Meinung vor sich hinpflanzenden Staats- und Weltbürgern unserer Zeil die kritiklose, unfreie, betrogene Herde der togtäglichen Kinobesucher, die sich dem Filnikausmann wie den sich hinter chm versteckenden Interessenten verschiedenster Art blind verschrieben hat. Eine natürliche Förderung erhielt diese unselig« Situation aller- dings durch die allgemeine Struktur des heutigen Films. Wer ein Lichtspielhaus betritt, tut es mit dem Vorsatz, sich frei den Er- lebnissen auszuliefern, die hier seiner harren. Man sucht in ihm keine Art geistiger Weiterbildung, wie sie etwa zum Besuch einer ernsthasten Thealeraufführung veranlassen könnte und es auch in der vergangenen Kulturepoche, dem bürgerlichen Bildungsideal«nt- sprechend, im wesentlichen tat. Man steht dem Film elementarer gegenüber und sucht nur das primitiv« momentane Erlebnis, ohne geistige Vorbereitung, ohne sekundär« Absichten. Und das mft Recht. Denn der Film ist und bleibt in seiner heurigen Struktur für die brelle Masse des Volkes— bis zu den sogenannten„Gebildeten" hinauf— ein bloßes Schaustück; er ist heut« noch kein Kunst- werk im strengen traditionellen Sinne, das von einem durch geistige Schulung einer künsllerischen Entwicklungvpoch« errungenen kunst- verständigen Standpunkt betrachtet werden will und kann. Er Ist ein Mittel der reinen Unterhallung und geistigen Zerstreuung(im Gegensatz zur Sprechbühne, die«ine geistig« Konzentration voraus- setzt). Geben wir es zu: jeder von uns geht ins Kino, wenn er den Wunsch verspürt, für zwei Stunden den Alllag zu vergessen und sich in eine bunt« Bildwelt fortzuträumen. Ein« umso stärker« Waffe muß die Unterhaltungstinematographie folglich in diesem labilen, ungerichteten Zustand für diejenigen darstellen, die sich ihrer aus geschäftlichen oder irgendwelchen tiefer zielenden Interessen be- mächtigt' haben. � Umso kritischer müßt« sich aber auch aus gleichem Grund« die Oeffentlichkeit den Werken des Blocks der Filmindustrie gegen- überstellen. Doch das Gegenteil ist der Fall: in den Begriff und die Tatsache des Kinos, die mll Recht zur Alllagsgewohnheit ge- hören, hat das Publikum die Filme, deren Inholt und Art der Vorführung, vollkommen kritiklos als nicht zu ändernde Gegebenheiten mll einbeschlossen und sich damll zum unfreien, un» selbständigen Kunden des Fabrikanten gemacht, dessen Bs- einflüssungen es im Durchschnitt widerspruchslos erliegt. Diese Gewohnheit bewirkt es in der Praxis, daß dos Publikum Entsprechend dey Entschlüssen der Internationalen Washingtoner Wellfunkkonferenz stn November 1327, welche für den Rundfunk nur noch die Wellenbänder von 230 bis 545 und 1300 bis 1875 als Wellenlängen bestimmte, wurden auf der Brüsseler Tagung des Wellfunkvereins im Oktober 1328 die Wellen für die europäischen Sender neu verteill und zum großen Teil mehr oder weniger ver- ändert. Diese Aenderung trat am 13. Januar in Kraft, nachdem der Deutschlandsender schon vorher seine Wellenlänge von 1250 auf 1043 Meter erhöht hatte. Fast durchweg hat man den Hauptsendern Einzel- wellen, die von keinem anderen Sender benutzt werden, und den Zwischen sendern Gemeinschaftswellen, die sie noch mit anderen schwachen und weit entfernten Sendern gemeinsam haben, gegeben. Die Wellenänderungen betragen bei den Haupt. sendern fast durchweg nur wenige Meter, während bei einzelnen der kleinen Sender wie z B. Danzig, Dresden, Aachen eine von. der alten wesentlich verschiedene neue Wellenlänge genommen wurde. Der Wellenabstand zwischen zwei benachbarten Wellen wurde bei den Wellen über 300 Meter von 10 auf 3 Kilohertz herabgesetzt. da die Zahl der europäischen Sender inzwischen weiter zugenommen hat. Weiter soll die Bezeichnung der Wellen nicht mehr nach der Wellenlänge, sondern nach derFrequenz in Kilohertz erfolgen. Das gibt uns Veranlassung kurz die Begriffe„Wellenlänge" und„Frequenz" zu erklären. Die Wellenlänge einer Radio- welle ist der Quotient aus Geschwindigkeit der elektrischen Welle— dies ist eine feststehende Zahl von 300 000 Kilometer in der Sekunde— und Schwingungszahl der Welle in der Sekunde, Frequenz genannt. Letztere wird in Hertz oder besser der 1000 mal so großen Einheit— das Kilohertz(kHz) ausgedrückt. Die Schwingungszahl oder Frequenz einer Welle ist das, was man messen kann, während die Wellenlänge nichts weiter als ein er- rechnxter elektrischer Begriff ist. So hat die neue Welle des Langen- berger Senders z. B. die Frequenz von 050 Kilohertz. Daraus er- gibt sich eine Wellenlänge von 300 000: 650— 462,2 Meter. Der Frequenzabstand zwischen zwei benachbarten Wellen soll nun, damit kcine gegenseitige Störung inT Empfang eintritt, mindestens 3 oder 10 Kilohertz betragen. Es ist dabei zu beachten, daß entsprechend den mathematischen Beziehungen die Wellenläng« sich nicht im gleichen Verhältnis wie die Frequenz ändert. So entspricht z. B. einer Frequenzänderung von 10 innerhalb der Wellen von 200 bis 300 Meter ein Unterschied in den Wellenlängen von nur 3 Meter, während bei den Wellen zwischen 1400 und 1500 Meter dieselbe Freouenzänderung von 10 erst bei einer Wellenänderung von etwa 70 Meter erreicht wird, um dann bei noch längeren Wellen weiter Zuzunehmen. Es ist deshalb technisch durchaus richtig, wenn man in Zukunft die verschiedenen Wellen mit ihrer Frequenz bezeichnet. Man hat damit soiort«in Urteil, ob mit e'ner benachbarten Welle die G-iahr einer Störung vorhanden ist oder nicht. Wenn auch durch die neue Wellenverteilung manches besser geworden ist, so ist die Wurzel des U e b e l s doch nur te.ilweise beseitigt. Die Zusammenarbeit der ein-elnen Staaten und Nationen läßt noch viel zu wünschen übrig und die Zahl der Sender für sein Geld keine Qualttätsforderung an die Werke der Produzenten stellt, sondern rm Gegentell von sich, dem Kunden selbst, verlangt, sich unter allen Umständen für das Geld zu amüsieren. Gleich- gültig, was man ihm vorsetze. Und sei es nur, um nach zwer Stun- den die armselige Genugtuung zu haben, wenigstens im Kino ge- wefen zu sein Es ist wahr: der technische Zauber des sich be- wegenden Bildes lockt heute noch wie vor 30 Jahren jedermann an— aber man vergißt dabei, daß ein Film mehr ist als die Wundertüte, die man sich aus Unterhallung auf dem Jahrmarkt bereits in der Absicht, sich spaßeshalber freiwillig bluffen zu lassen, kauft Wrr nehmen unsere Unterhaltung zu wenig ernst. Denn in jedem Fall stellt der Film ein suggestiv wirkendes geistiges Wert dar. das als solches ein« geistige Kraft,«ine irgendwie beschaffene Tendenz auf die Zuschauer ausströmt. Wir brauchen nicht an die Hetzfilme, die zur Zeit des Krieges im Ausland gezeigt wurden, zurückdenken, die Militär- Hymnen der vergangenen Saison liegen uns näher. Aber?o offen- sichtlich wie in diesen Werken braucht die Tendenz nicht ausge- sprachen zu sein. Beim intensiveren Betrachten des Durchschnitts der übrigen Filme hätte jeder Kinobesucher eine bewußt« und be- zweckte Ablenkung des allgemeinen Interesses von dem �wahren sozialen Sachverhalt der Wirklichkeit in den Filmen, angefangen von„ffubinke" über die„Weber" bis zu den heutigen Kokotten- schmarren, aus diesen Werken des Filmtapitalismus herauslesen können... und müssen. Wer tat es? Kaum jemand. Denn jeder- mann geht ja ins Kino, um sich zu amüsieren: sich auch dann zu amüsieren, wenn er selbst, sein Stand, seine Sorgen, da- Elend allgemeiner sozialer Gebrechen im Film zum Profit der Filmcliqu« und zur Genugtuung der gesicherten Volkskasten unterhaltsam paro- diert wird. Und doch— die Tatsache, daß der Film in der Gesavitheit seiner Werke, wie all« anderen Arten der freien geistigen Schöpfun- gen. die Sittengeschichte seiner Hersteller dokumentiert, läßt leider nicht die Kehrselt« verleugnen: daß das Volk derartige Werke annimmt und nichts tut, um das Handwerk den Kauf- leuten und ihren Interessenten zu legen. Es darf sich nicht um eines verlogenen Vergnügens willen zur Blindheit zwingen. Es muß als Klasse, als der Kern des heutigen Staatsgefüges das Selbst- bewußtsein haben, an den Werken, die ihm„von oben herab", von der Minderheit eines unkontrollierten Kapttals, zur Unterhaltung geboten werden. Kritik zu üben: ob die Unterhaltung nicht tenden- ziöser Betrug Ist ist viel zu groß, solange wir noch nicht alle Zwischensender mit dem Hauptsender im Gleichwellenfunk gemeinsam auf einer Welle laufen lassen können. Der erste größere praktische Versuch in dieser Hin- sicht wird jetzt von der Deutschen R e i ch s p o st mit den Sendern Stettin. Magdeburg und Berlin-Osten gemacht, die schon seit einigen Wochen versuchsweise auf der gleichen Welle laufen. Wenn sich dieser Gleichwellenrundfunk bewährt, so. ist dann die Möglichkeit gegeben, die Nebensender eines Hauptsenders alle auf einer Welle evtl. sogar auf der gleichen wie der Hauptsender laufen zu lassen. Dann wäre wohl endlich die zu starke Belegung des dem Rundfunk zur Verfügung stehenden Wellenbandes dauernd behoben. Die internationale gegenseitige Verständigung über den Bau neuer Sender usw. ist leider heute noch recht gering, sonst könnte nicht solcher Unfug wie z. B. die Verstärkung des Kattowitzer Sender« durch die polnischen Nationalisten auf eine Stärke von 10 Kilowatt geschehen. Das hatte zur Folg«, daß Deutschland in Gleiwitz sogar einen Sender von 12 Kilowatt baute, nach dem Motto,„haust du meinen Juden, hau ich deinen Juden". Eine solche S�undfunkpolitik ist n a t i o n a l i st i s ch e r Wahnsinn. Wenn auch dank einem Frequenzunterschied von 180 Kilohertz eine gegenseitige Beeinflussung bei einem nur einigermaßen selektiven Apparat nicht zu befürchten ist, so findet doch zweifellos eine starke Beeinflussung bei Detektorempfang statt. Aus alle Fälle ist es aber nötig, in einem Gebiet, das industriell zusammengehört, zwei starke Sender zu haben. Hätte nicht jeder Sender auch die Wünsche der nationalen Minderheiten in seinem Programm entsprechend berück- sichtigen können? Ganz allgemein ist überhaupt der Rundfunk ein neues wert- volles Mittel zur Verständigung der Völker untereinander. Die Radiowellen kennen nicht nur keine Landesgrenzen, sondern können auch von jedem Empfänger aufgenommen werden. Keine Polizei- macht der Welt ist in der Lage, einen Hörer zu hindern, den Sender, den er wünscht, zu empfangen. Große starke Sender können über Länder hinweg gehört werden. Man kann mit ihnen wirkl'ch einen „Ru.f an alle" richten, dessen Empfang nur durch absichtliches Dazwischenfunken gestört werden kann. Aber gerade diese völker- umfassende und verbindende Möglichkeit des Rundfunk legt auch den Völkern die Verpflichtung auf. nicht durch zu viele und zu starke Sender de« Empfang der anderen zu stören. Sonst kann es der aridere ebenso machen und beide baben den Schoden. Nur eine ge- wissenhafte Verständigung kann hier zum Ziele führen. Wir sehen es als einen Forti-britt an, daß die Welle des Aachener Senders auf 455 Meter heraufgesetzt morden, so daß er wohl jetzt den Empfang de« Hamburger Senders am Niederrhein nicht mehr stören wird. Allerdings bedauern wir. daß Hamburg und Toulouse einen viel zu geringen oder richtiger keinen Unterschied in der Frequenz haben so daß sich ihr Empfang gegenseitig stört. Auch Frankfurt a. M und K a t t o- w i tz laufen fast auf der gleichen Welle. Die jetzige Verteilung der Rundfuntwellen ist also ncih lange nickt vollkommen und muß immer noch weiter in friedlicher, gegenseitiger Verständigung ver- bessert werde«. Ingenieur Xeumsnn Die Wellenverteilung im Rundfunk' Erfahrungen mit den europäischen Sendern (2. Fortsetzung.) Wir hatten neben den Ratten auch Mäuse. Sie nisteten in den 'Vrohsöden. lagen in einer verborgenen Ecke im Brotbeutel, ob- t/'chl wir diesen immer brauchten, in den Stiefeln, sratzen die Wasch« ar. und waren überall da, wo wir sie am wenigsten suchten. Wenn alle vierzehn Tage di« Baracken gereinigt und alles Inventar von den Wänden gesetzt wurde, spielten sich ergötzliche Mäusejagden ab. Jeder Kamerad fand in seinem Strohsack Mäuse. Mein Stroh bot einmal die größte Zahl. Beim Umschütten des Strohs entdeckte ich eine Frau Maus mit neun Jungen im weichen Nestchen. Der Feldwebel schaffte Katzen gegen das Ungeziefer an. Jede Aarack« bekam ein großes T?er. Doch das Ergebnis war, daß die Katzen vor den Ratten flüchteten. Und unser Kompagniehund .Mörser', der Ratten beißen sollte, lief lieber den Kundinnen nach. Später erhielten wir Bügelfallen, die über Nach: aufgestellt wur- den. Doch die Natten liefen mit den Fallen davon und wir mußten sie aus dem chof und der Straße zusammensuchen. Später banden wir di« Fallen an die Bettpfosten. So tötete ich jede Nacht zwei bis drei Ratten, denn ich besonders hotte den Biestern Rache ge- schworen. Orahtziehen. Der Schweiß juckt, brennt auf dem Körper. Er hat sich wie ein Panzer m all« Poren der �aut gesetzt. Die furchtbaren Läuse fressen nimmersatt an Rücken und Kreuzbein. Ich bin so unendlich müde. Wir alle möchten schreien, schreien vor Schmerz, protestieren gegen die aufgekratzte Haut, die mit Läusen durchsetzt ist. und den Schweiß. Wann werden wir von dieser Plag« befreit____ f Noch schimmern die letzten. Sonnenstrahlen des schwindenden Tages durch die Löcher des Unterstandes, wir walzen uns, den Schlas herbeisehnend, der uns flieht, weil der Schmerz seine All- macht auf uns geworfen hat. Und diese Qual nun schon Wochen und Monate. Vier Stunden haben wir nur Zeit zum Schlas, daiui müssen wir wieder antreten zum Drahtziehen. Ruhelos wälzen wir uns auf den elenden Pritschen, Flüche ertönen aus rauhen Kehlen. Erst gelten die erbosten Worte den Läusen, dann den Nachbarn, zulegt zanken sich alle Menschen. Emp. findlich sind si« alle geworden. Indessen ist di« Zell gekomme», wo wir in den Graben eilen müsien. Mit Drahtschere und Bindedrähtchen ziehen wir ab. Im Stiefelschaft steckt das Mesier, das uns vor einem persönlichen Ueberfall schützen soll. Die Füße finden in der Dunkelheit auto- matisch den Weg über die Lanfplanken.� Si« sind die zwei Augen unseres Körpers geworden. Unser« Äugen schweifen rechts und links über die Grabenwände, entlang den gewundene» Krümmun- gen der Grabenränder, um zu erkunden, wohin der Feind schießt. Nach dreißig Minuten schnellen Laufes sind wir in der ersten Linie imd tasten uns durch die verstärkte Postenkette nach dein Abschnitt, vor dem wir auf der Deckung Draht ziehen müssen. Die Infanteriekameraden haben schon am Tage die Harmonikadraht- rollen in den Graben gebracht und die jede Rolle zusammenhalten- den Drähte gelockert. Die Arbeit kann beginnen. Den Rock fest zugeknöpft, damit man nicht an einem Hindernis hängen bleibt, stehen wir sprungbereit im Graben. Eben ist eine Leuchtrakete hochgegangen, brennend und alles erleuchtend fällt sie auf unsere Linie nieder. Gewehrfeuer zittert durch die phantastisch erleuchtete Nacht. Das Feusr hat sich wieder beruhigt. Blitzschnell schwingen wir un» über die Deckung. Je zwei Mann arbeiten zusammen. Wir liegen nur achtzehn Meter von der englischen Linie entfernt und müssen geräuschlos arbeiten. Wenn sie uns bemerken, vernichten sie uns mit Handgranaten und Gewehrfeuer. Mit Eil« wird die nächstliegend« Rolle Droht erfaßt und ausgezogen. Ihr folgt die nächste und so fort, bi» ungefähr sechzig Meter längsseits die Draht- rollen liegen neben jenen vielen anderen, die das Wetter schon an- gerostet hat. Die Rollen werden fest nebeneinander geknüpft, damit sie der Engländer nicht stiehll. wie er es so oft getan, ehe das undurchdringliche Hindernis des Drahts ihn daran hindert«. Ein« Leuchtkugel flammt auf und fällt in den englischen Linien nicker. Wir werfen uns hin. wo wir stehen. Doch sch»n haben uns di« Engländer bemerkt. Hitziges Mafchlnengewehrfeuer pfeift über den Erdboden. Die Schüsse prasseln hinter uns in die Sand- säcke. Wir halten den Atem an. Gilt es oder gllt es nicht...?! Unsere Infantette ist ruhig, sie darf nicht schießen, wenn wir zwi- schen ihr und den Tommys llegen. Wir warten und zittern über den ganzen Körper— warten auf di« Kugel, die uns den Kdpf» oder Herzschuh bringen wird. Wir beißen die Zähne aufeinander, di« Augen starren auf die Mündung des feuerspeienden Maschinen- gewehrs und di« langen Reihen der Einzelläufe, di« nach jedem Schuß qualmen. Halten die Engländer di« Maschinengewehre einige Striche tiefer, durchsieben uns unzählige Kugeln. Eine Ratte vor mir duckt sich hinter einem der vielen verwesenden Leichnam«, dt« hier liegen. E'me von den Engländern abgeschosiene Rakete fliegt in den Raum und erleuchtet weit das Feld. Langsam fällt si« nieder und erlischt, noch lange glimmend. Das Schießen wird langsamer. Die da drüben denken uns zerfchosien zu haben mit ihrem Feuer» ül-erfall. Schnell setzen wir die Arbeit fort. Nun sind wir fertig und springen In den Graben. Dann werden wir umringt von den Infanteristen, si« loben •rrtfsren Mut. schenken un» Zlgaretten. Di« Nerven sind aufgeregt und lasten sich mtt dem Genuß dieses Giftes am besten beruhigen. Nun warten wir auf unsere Kameraden, di» neben uns die Arbett leisteten. Bald w«rden wir unruhig, schon lange müßten sie fertig sein. Es kommt«in Infanterist vorbei und ruft:„Ein Pio- nier liegt auf der Deckung verwundet!' Er rennt in den nächsten Sanitätsunttrstand Wir eilen, um Hilfe zu leisten. Künfzig Meter von uns entfernt haben zwei jünger« Kameraden Draht gezogen und einer ist dabei auf der Strecke geblieben. Run hören wir Slimmenpewirr von den Unfrigen. Der Unteroffizier fragt:„Wer geht mit?' Erst meldet sich keiner. Icker denkt an das eben ge- rettete Leben. Dann aber ruft«iner zaghaft:„Ich'' Bald sind 'S all«. Ohne viel Worte klettern zwei Mann mit dem Unteroffizier hinaus und sind gewandt über der Deckung verschwunden. Wie anderen stehen auf den Sturmtiitten und schauen über die Deckung, ungeachtet der pfeifenden Kugeln. Einige Minuten vergehen, dann keuchende Atemzüge; die Männer bringen den leblosen Körper an den Grabenrand, wo viele hi.f-bereite Hände die schwere Last emp- fangen. Dorslchtig wird der Verwundete noch dem Sanitätsunter- stand getragen. Noch lebt er, vielleicht eine leichte Wunde. Im Talglichtschein des Unterstandes wrrd er auf ein« Bahre gelegt. Wir werfen Blicke auf ihn. Wir brauchen keinen Arzt, der uns Bescheid sagt. Der Kamerad hat eine Wunde an der Stirn, Das Blut gerinnt im Haar. Kopfschuß.... Aber noch lebt er! Er ist noch jung, hat die Züge eines Knaben, seine Augen blitzten vor Iugendlust. Nun sind sie gläsern und werden bald erstarren. Auf dem Munde, der immer lacht«, liegt eine Frage. Aber er kann nicht sprechen, nur die Zunge be- wegt sich lallend. Es blitzen die Augen in letzter Kraftanstrengung noch einmal auf. Ich sehe die stummen Worte in seinen Blicken: „Helft mir... helft, ich will euch ewig dankbar sein!' Er bewegt den Mund, er hat noch etwas zu sagen. Er weiß, daß er sterben muß. Er möchte uns eine Botschaft mitteilen für seine Lieben daheim. Seine Augen nehmen einen flehenden, fragen. den Ausdruck an. Ich stehe dem Sterbenden am nächsten und fühle, er will sprechen: Grüße die Elten, von mir! Da beuge ich mich zu ihm herab, verzerre mein Gesicht zu einer lachenden Grimasse und spreche:„Kamerad, im wünschest, daß wir deine Eltern von dir grüßen. Wir werden es tun, wir werden einen wahrhaft li«b«n Gruß an deine Eltern schreiben!' Rascher und rascher zieht die Tadesbläste über sein Gesicht, aber die Freude in seinen Augen leuchtet und stirbt mft ihm... Ich drück« seine Augen zu, auch den noch offenen Mund drück« ich sanft zusammen. Es kommt der Arzt, aber wir brauchen ihn nicht mehr. Als wir den Toten in ein« Zettbahn geschnürt haben und nun mit der Last vor dem Unterstand ankommen, graut schon der Mar- gen, legen di« ersten Strahlen der Sonne ihre Allmacht aus die Erde. Ein schönes Morgengrauen, wenn es Frieden wäre. In meinem Hirn arbeiten Gedanken. Ich seh« einen neuen Hügel neben dem des ersten Kameraden mtt der Inschrift:„Ts starb ein kaum Zwanzigjähriger für sein Vaterland.' Wenn ich das Kreuz seht«, schriebe ich hinzu:„Der da starb, war einer von der blühenden Jugend, die für Deutschlands Zukunft Großes geleistet hätte. Er aber wurde dem Moloch Krieg geopfert, und sein Grab wird sich an die unendliche Reihe anderer Gräber anschließen, di« bald, ja bald ein großes Land bedecken werdenl' Bor dem Unterstand haben wir einen kleinen Gatten angelegt, sechs Schrille lang und ebenso breft. Aber in der Mitte ist ein leerer Platz, den wir nur scheu betrachten und niemal» mit den Füßen betreten. Wer einmal diesen Platz in Anspruch nimmt, ist tot! Dahin legten wir auch den jungen Kameraden. So hat er wie jeder treue Pionier unsere letzte Gabe— er darf zwischen Blumen liegen Und morgen wird wicker der dicke Pfarrer eine Gedächtnisrede hallen! Sappieren. Hui, es regnet, gestern schon, heute, morgen und alle Tage wird es regnen. Wir sind bei der Arbeit durchnäßt und sitzen nun am Abend im Unterstand. Ich denke gerade:„Heute wirst du mü der nasien Uniform am Leibe nicht gut schlafen, obwohl du sehr ermüdet bist." Da kommt der Leutnant zu mir und sagt:„Hären Sie, Sie sind von dem Gefreiten K. vorgeschlagen zu sappieren Gehen Sie mit seiner Truppe diese Rocht arbeiten. Morgen haben Sie frei.—- Aber diese Nacht mutz di« Sappe fertig werden.' Ich bin ärgerlich. Wenn man verläßlich ist und immer seine Arbeit macht, wird man mißbraucht beim Militär. Ich habe bei strömendem Regen gearbeitet den langen Tag und nun noch die lange Nacht...? So denke ich im stillen, ober alles Aufbäumen ist nutzlos, jcker Befehl ist für den Soldaten eine Offenbarung aus höherem und höchstem Munde. Der Hauptmann sttzt ifnten im Lager im warmen Nest und behütet sein Bett des Nachts, unser Leut- nant liegt hier auf einer gepolsterten Pritsche, über sich drei Meter Deckung, die schon einen derben Stoß au-hält. Und meine Käme- raden Legen in dunstenden Kleidern wi« Heringe enttnandergepreßt im Unterstand und freuen sich, daß sie noch nicht Ecke fressen. In der Nacht zogen zwei Trupes von je vier Mann mit einem Unterossizier und Gefreiten, mit geladenem Gewehr, Handgranaten, Picke und Spaten hinauf in die Gräben. Der W«g. den ich so oft über die Planken gelausen, kam mir heute sehr lang vor. Ich hatte das Gefühl, daß wicker etwas passiert und das Sappieren mit Opfern verbunden sein würde. Wen sollte es heute treffen? War ich dran, dem Sensenmann meinen Tribut zu geben? In solchen Gedanken kamen wir oben an. Dort, wo wir sap- Pieren sollten, war zerwüh'tes Gelände. Zwar brauchten wir nicht dem Feinde entgegensappieren. doch unmittelbar hinter unserer Linie. Die Sappe sollte gegraben werden, um einen Riegel zu haben, wenn der Feind di« erst« Schützenlinie in die Luft sprengen sollt«. Man wußte, die Engländer minierten Stollen unter unserer Linie. Die Erde war hier tteselig und inmitten unseres Grobennetzes lief ein Drahtverhau, das uns aber nicht so sehr vom Sappieren ab- hielt, als di« vielen Dornenoerhau«, die sich hier hinzogen. Sie stellten einstmal» eine Gartenumsriedigung dar. In der zweiten Linie, zu der die Sappe laufen sollte, hatte der andere Trupp mtt dem Unteroffizier angefangen, uns entgegen zu arbeiten. Wir muß- ten genau graben, um in der Mitte des Geländes zusammenzustoßen. „Es ist ein köstlich Ding um die Geduld,' dachte ich bei mir, als ich, kniend, den Kopf nach vorn übergebeugt, die Erde vor mir mtt der Picke abschlug. Mtt dem Spaten kratzte ich rückwärts, um die Eckmassen hinter mich zu wälzen. Der Regen strich mir ins Gesicht und verhinderte, wenn die heftigen Sturmböen kamen, das Sehen. Er tropfte von der Mütze, die nur noch ein Klumpen auf meinem Kopfe war. Je welter ich in den nur 60 Zentimeter bretten Schacht eindrang, desto schwerer wurde da» Arbeiten. Die Engländer schössen heftig, die Kugeln summten an mir vorbei, ich mußte be- müht sein, den Kopf nicht über den Erdboden zu heben. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Deputierte im Privatberuf. Von jeher haben dl« Rechtsanwälte in der französischen Politik eine große Rolle gespielt. Auch aus der neuesten Uebersicht ist zu er- sehen, daß 113 Rechtsanwätt« Mitglicker der tranzösischen Kammer sind. 62 Deputierte sind Hausbesitzer, 62 Abgeordnete bezeichnen sich als Schriftsteller. Reben 49 Industriellen sitzen 46 Aerzt«, 36 Ge- lehrten stehen ebenso viel« Landwirt« und Winzer gegenüber. Ein Deputierter ist Viehzüchter von Beruf, und«in Abgeordneter be- zeichnet sich als Holzhacker. Friseur«, Zimmerleute. Schuhmacher und Schlosser sind ebenfall» oertreten. Außerdem gibt e» 32 Kauf- leute, l? Ingenieur«, 6 Tierärzte, 6 Apotheker und 8 Gewerbe» treibend«. Ein Zahnarzt kann di« Deputierten während der Sitzung von quälenden Schmerzen befreien, 2 Bankiers werden sich vielleicht bereit erklären, Ihre Kollegen in finanziellen Angelegenheiten zu beraten. Im Gegensatz zu anderen Parlamenten trifft man in der französischen Kammer nur wenig« Geistliche, nämlich je zwei evan- gelische und katholisch«, 2 Architekten und ein Bildhauer vertreten die Kunst, ein Buchhatter wird die Rechnungslegung der Regierung sicherlich sehr sachverständig prüfen. „Der Mensch und die Kuh." So betitelt der Feuilletonist der„Prawda", K o l z o w, ein Stück russischen Lebens. Der Fall spielt im Gouvernement Tula, deck Moskauschen benachbahrt. Ein Jungkommunist, Sohn eine» Kulak», d. h. eines reichen Dauern, hat auf das reizvoll« Töchter- lein eines armen Dorsgenosien ein Aug« geworfen. Sie will nichts von ihm wisien. All sein Werben wird ausgeschlagen. Do zieht er den Revolver und tötet sie. Hier hört die Sache auf. alltäglich zu sein. Dem Jungkommunisten geschieht nämlich nichts. Nach wie freit» x. 13.(Apr!L Berlin. 18.00 Dr. Knrt Za-ek: Psycholoffn. 16.30 Unterhaltantamaslk der Kapelle C. RoAsr. 18.10 Fremdsprachliche Vortrire; Spanisch. C. M. AIBeri and Qertriid van Eyseran. 18.33 Dr. med. Alfred Beyer: fle Wcllanjchannnr dea VernonflmeBsehe«. 19,00 Piol. Dr. Bcrjar: Welche Bedeston« hahra Lalbeadbnnten für die Jneen«. verbinde? 19 JO Dr. E R. Cderstldti FrSblie« Im mlrklaehen Berrwilde. 30.00 Dr. Erlte Klein: Streaemann ond Cbambetlain, 30.30 Orchesterkcnecrt. Dlrirestt Selmar Meyrowite. K.00 Ober-Set- Rat Dr. Weber: Die«rale technlaehe Tann« Ober WshnsRf*. Basvlrtachafl 1» Berlin. K4nltawtsitrhe«ae». 16 00 Obarschalrat Kllkerr Das Zcairallnstltst(Or Eralehna« oa6 Unten Uht. I6J0 Dipl. Ine Mtlller: Wie wird Zocker eewonner? 18.00 AMn.-Rat Dr. Niklas: Aufeaben der modernen Milchwirtschaft. 18.30 Entllsch für Fortseschrlttcne. 18.53 Min. Rat Prof. Woldl: Werkmelstcrlehrgan« IBr Facharbeiter: Technische Betriebslehre. 1930 Wissensehnftllcher Vortrag für Zahnlrzte. «.«-«. U Bildluokrosscha. vor stolziert«r durch das Dorf, droht den Mädchen:„Gefällt mir «ine von euch und will mich nicht heiraten, so geschieht ihr dasselbe.' Zur Beerdigung kommt die Schwester der Getöteten, die irgendwo in der Stadt Hausangestellt« ist, wirst dem Burschen.Mörder' in» Gesicht. Da geht er zum Boltsricht«r, erhebt Klag« wegen Be- leidigung. Wie es vor Gericht zuging, darüber berichtet in einem Brief an die Schwester der Getöteten ein« Dorfgenossin. ..... Guten Tag. teure Malansa Petrowna. wir beeilen uns, Ihnen mitzuteilen, daß wir zusammen mit Jakob Sjenkin im Volksgericht waren, wo gegm Sie die Klag» wegen Beleidi- gung Nikitins»erhandelt wurde. Dieser war hier mit einem Zeugen, dem Andre« Ntkitin, und behauptete vor Gericht, daß man es wegen Ihrer Beleidigungen nicht aushalten könne; wes- halb das Gericht in Derteidtgung der Bürgerrechte des Klägers so Entscheidung gefällt hat. Ihnen einen ösfentlichen Verweis zu erteilen, worüber alle Zuhörer gelocht haben. Mehr zu schreiben finde ich nicht nötig.' Und doch hat das Schicksal Nitittn ereilt. Er hatte der K u h eines Nochbarn aus Uebermut den Bauch aufgeschlitzt. Das ließ man sich im Dorf nicht gefallen. Do wurde er eingelocht. Eine Kuh ist schließlich mehr wert als ein Mensch.„Wer sitzt eigentlich in den Iusttzwstitutionen de» Tulaschen Gouvernements?' fragt der Feuilletonist der„Prawda".„Menschen? Oder etwa Kühe?' Unfruchtbarmachung in USA. Die Unfruchtbarmachung der Schädlinge der Gesellschaft, also der Schwachsinnigen, der Geisteskranken und Verbrecher, deren Nach- kommen eine schwere Gefahr für die Raste bedeuten, wird jetzt viel- fach erwogen: in England ist ein dahingehender Gesetzesantrag ein- gebracht worden. Für diese Maßnahme liegen bereits Erfahrungen in den Bereinigten Staaten vor, in denen verschiedene Staaten die Sterillsterung der Minderwertigen zum Gefetz erhoben haben. Zu- erst wucke in Indiana diefe Maßregel durchgeführt; dann folgten einige andere Staaten dem Beispiel, und jetzt ist die Sterilisierung schon in 23 Staaten zum Gesetz erhoben worden. Die Gegner nahmen einzeln« Fälle zum Anlaß, um Einspruch bei dem Obersten Gerichtshof Nordamerikas zu erheben. Aber die Urteilsprechung diese« Gerich i ging dahin, daß das Gesetz die vcrfastungsmäßigen Rechte des amerikanischen Bürgers nicht verietzt. Dialekt und Werbung. In einem Rostocker Geschäft konnte man kürzlich folgendes Inserat lesen: D«n'n schönsten Kee»', na. segg mal wo? Den'n kriggst du hier bi Begqerow. Mien„Alvenmilch steeu Ellens ut, Dar sin eckst don'n föten Rahm noch rut. U« köfsst du mol bi Beggerow, Kömmst ümmer wckder rm. Mien Wor matt di oergnögt un froh, Kiiggjt noch wat babenin. Gutes OedSchtnisi Man sprach über den Wert des Geschichtsunterrichts in der Schule.„Also Ich kann Ihnen sagen, Herr Kollega, von all den Iahreezahlen, die ich in der Schul« lernte, habe ich mir nur eine gemerkt!'—„Und welche ist das?'—.1359.'—„Was war denn damals?'—»„Das habe ich auch schon vergessen l' �Jfmr�xjnoldfiLel �vyuUoaW Das Werbespiel der FTQB.-Süden. Die Scrknfpiclc nehmen am Sonntag ihren Fortgang. Im 1. Bezirk treffen sich Erkner und Fürstenwalde in Erkner. FTGB.- Osten'hat um 15 Uhr Fürstenwald« II in Hohenschönhausen, Sommeistraße, als Gegner. Wildau spielt in Wildau gegen KanlS' darf um 14 Uhr, und Köpenick empfängt in der Marienstraße FTGB.- Oberspree um 14 Uhr. Die Gäste werden wohl bei allen Spielen ohne Punkte nach Hause gehen müsien. Im 2. Bezirk hat Ebers- walde in Betten zwei Spiele zu absolvieren Um 11 Uhr spielen sie x«gen Hennigsdorf, und um 15,10 Uhr gegen Belle». Dasselbe muß Steinfurth, die um 12 Uhr auf dem Exerzierplatz gegen FTGB.- Norden I 2. Männer, um 15 Uhr gegen Moabit spielen. Nur Steifurth wird bei Norden sich die Punkte holen. In FTGB.- Norden I und FTEB.-Rosenthal stehen sich um 13 Uhr zwei«den- bürtige Gegner gegenüber, die erbittert um die Punkte kämpfen werden. Norden l Frauen spielt um 14 Uhr gegen Bellen. Im 3. Bezirk empfängt Brandenburg I. Abteilung Bornstedt. Die Punkte bleiben in Brandenburg. Potsdam hat Rathenow als Gegner, die den Sieg mit nach Haufe nehmen sollten. FTGB.- Wedding 3. Männer spielt um 15 Uhr im Humboldthain gegen Drew tz. Im 4. Bezirk fährt FTGB.-Friedenau nach Luckenwalde, und Schöneberg spielt gegen Wilmersdorf um 15 Uhr. Das erste Spiel wird unentschieden sein, während im zweiten Schöneberg Sieger sein dürste. » Der Gründungsbezirk der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, der Bezirk Süden, besteht am 14. April 10 Jahre. Anläßlich dieses Gedenktages veranstaltet der Bezirk al» Auftakt zur Zehnjahrseier am Sonntag auf dem Sportplatz am Urban einen Werbetag für das Handballspiel. Außer den eigenen Mannschaften nehmen daran folgende auswärtige Mannschaften teil: 1. Frauen-Stettin, 1, Schüler-Stettin, 2. Männer-Eberswalde, 1. Männer-Weißwasier, außerdem Berliner Mannschaften als Geg. ner. Die Spiele finden von 10 bis 12 und von 14 bis 17,50 Uhr statt. Anschließend gemütliches Beisammensein im Neuköllner Der- einshaus, Hermannstraße 11.— Da interessante Wettkämpfe zu er- warten sind, ist der Besuch der Veranstaltung sehr lohnend. E? treten an: 14 Uhr: FTGB. Süden— Stettin(Frauen): 14,50 Uhr: FTGB Süden— Eberswalde(2. Männer): 16 Uhr: FTGB. Süden gegen Stettin(Schüler): 16,50 Uhr: FTGB. Süden— Weihwasser (1. Männer). Diesem Handballwerbetag folgt Sonntag, 21. April, in der Turnhalle Prinzenstraß« 70 ein Werbesest aller Abteilungen des Bezirks Süden. Rcttungsdicnsi auf dem Tegeler See. Der Arbeiter-Samariter-Bund. der seit Iahren den Wasserrettungsdienst auf dem Tegeler See ausübt, errichtet in der Bucht von Saatwinkel eine Rettungsstation zur Unterbringung aller notwendigen R'ettungsgeräte und der von ihm in den Dienst gestellten Motorboote für die Bergung Verunglückter und Erkrankter. Die Station soll gleichzeitig zur Ueberwachung des Sees und der Gewässer sowie als Sturmwarnungsltell« dienen. Da die Stadt Berlin, hierdurch auf die Errichtung eines eigenen Wasserrettungsdienstes verzichten kann, läßt der Magistrat in Ueber- einstimmung mit der Deputation für das Gesundheitswesen der Stadtverordnetenversammlung eine Dorlage zugehen, wonach dem Ardeiter-Samariter-Bund 30 000 Mark als zinsloses Darlehen für diese Zwecke bis zum 1. Oktober 1938 gewährt werden soll. Die Reltung-gesellschast der Wossersportoerein« von Berlin und Umgegend eröffnet den R e t t u n g s d i e n st auf ihren Stationen in Frredrichshagen und Rahnsdorf am 14. April. Von diesem Tag« ab sind die Stationen wieder an jedem Sonntag mit Sanitäts- Mannschaften besetzt. Am gleichen Tag« werden auch die Wormings- stationen im Spreekasino in Köpenick und beim Ruderklub Erkner in Dienst gestellt._ Schachvcransfalfungen am Sonntag! Die Abteilung W e i ß e n s e e der Freien Arbeiter-Schachver- «inigung Groß-Berlin ladet zum Sonntag zu einem großzügig angelegten Werbenachmittag ein. Das Programm, das jedem Schachfreund etwas bietet, sieht u. a. vor: Simultanspiel des Schachgenossen Karge, Gästeturnier, Wannschaftswettkämpf«, Blitzturnier. Die Sieger des letzteren sowie jeder Gast, der ein« Partie gewinnt, erhalten Dücherpreise. Nach Schluß der offiziellen Veranstaltung können die Teilnehmer mit ihren Angehörigen den 2tbend noch bei guter Musik verbringen. Beginn 14 Uhr bei Gallas, Weißenfce. Greifswalder- Ecke Lehderstrahe. Den zweiten Werbenachmittag veranstaltet die Abteilung Treptow um 14 Uhr bei Döhling, Treptow, Elsenstraße 100. Auch hier werden in interessanter Folge Mannschastswettkämpse, Sästeturnier, Simultanspiel eines Meisterspielers und ein Blitz- turnier die Gäste unterhalten.* Auf den hohen kulturellen Wert des Schachspiels ist des öfteren hingewiesen worden, so daß jedem Interessenten nur empfohlen werden kann, der Einladung der Arbeiterschochspieler Folg« zu leisten. Beide Veranstaltungen werden durch lehrreiche schachtech- nssche Vorträge eingeleitet. Problemgemeinschafl. Montag, 15. April, Sitzung bei Kurz- rock, Zionskirchplatz 5. Vortrog Uebeleifen:„Schwarze Schnitt- Punktkombinationen"! Deutsdinationalc für Werksport. Die„Leipziger Neuesten Nachrichten" fühlen sich bemüßigt, den „vorwärts" wegen seiner Stellungnahme gegen die Werksport- vereine anzugreifen. Wir hatten kürzlich an dieser Stelle die For- deru�g d«r Berliner Stadtverordnetenversammlung beg-iißt, daß den städtischen Werksportoereinen kein'erlei Förderung aus städtischen Mitteln mehr zuteil werden solle. Das ist dem deutschnationalen Blatt sehr wider den'Dtrich, um so mehr, als wir zur Nachahmung dieses Beispiels auch in anderen Kommunen aufforderten.„Partei- manöoer für die Ärbcitersportkartclle" wüten die„LNN.*.„es Ist durchsichtig, warum die Kreis« um den„Vorwärts" den Plan der Berliner begrüßten". Allerdings, es ist auch nie von uns ein Hehl daraus gemacht worden, daß wir den Werksportoereinen ablehnend gegenüberstehen. •ARBEJWR. TUSSBÜLL Fußballspiele am 15. April. Am kommen!«» Sonntag soll Lichtenberg l beweisen, daß die Niederlage gegen Brandenburg nur auf unglückliche Umstände zurückzuführen ist. In Lichtenberg am Bahnhos Stralau-Rummels- bürg trifft Lichtenberg l auf den sehr spielstarken Gegner Ruhls- dorser Ballspielklub. Die Ruhlsdorfer machten schon dem Kreis- mcister sehr zu schassen. Karow erwartet auf seinem Platz den Verein der Eisens palterei. Ob die Eisenspatter den Weg nach Berlin antreten werden, bleibt allerdings noch dahingestellt. Wacker-Britz trifft in Britz auf Treuenbrietze».— Weitere Spiele: Rathenow gegen Luckenwalde III, Luckenwalde I gegen Tempelhof, Hoppcgarten gegen Neukölln. Hertha 11 gegen Germania-Pankow, Luckenwold« II gegen Nowawes, Jüterbog gegen Caputh. Schöne- berg gegen Potsdam, FTGB.-Pankow gegen Kloster Zinna, Butab gegen Schroeifsterne, Cladow gegen Zehlendorf, Saxonia gegen Werder 77, Sokol-Mitte gegen Reinickendorf. Beginn der Spiel« 16 Uhr. Vorher auf allen Plötzen Spiele der unteren und Iugendmannschasten. Arbeitcr~Hockey am Sonntag. Gruppe.�. Tennis-Rot— Ostring I 11.30 bis 13 Uhr Lasker- straße(ASC.). Moabit I— AST. I 15.30 bis 17 Uhr Lasterstrab« (Ostring). Pankow— Nordring II 9 bis 10.30 Uhr Andreas-Hofer- Platz(Nordring I). Gruppe B. Tennis-Rot II— Ostring 11 9 bis 10.30 Uhr Lasterstraß«(ASC.). Moabit II— ASC. II 14 bis 15.30 Uhr Laskcrstraße(Ostring). Frauen. Tennis-Rot— Ostring 10.30 bis 11.30 Uhr Laskerstraße. Arb.-Radf.-Acrein«roh-Berlin. Sonntag, 14. April. 7 Uhr. «ach Tiefense«. 13 Uhr Biesdorf- Süd. Waldfrieden. Start Waldemorstroße, Eck« Mariannenplatz. Gäste willkommen. BezirlcskSmpfe im FKBD. Die t Bezirk skämps« im Gau Berlin des Freien Kegler- b u n d e s nehmen Sonntag, 14. April, in der Sporthalle Süd- ende ihren Fortgang. Zu diesen um 9 Uhr beginnenden Vor- kämpfen treten nunmehr die Sportbezirke Neukölln und Osten an. Die Kämpfe gehen aus Bohle über 100, auf Asphalt und Schere über je 50 Kugeln. Fußball im Turnunierridhi. In den Lehrplänen für den Turnunterricht an den höheren Lehranstalten für die männliche Jugend wie auch in den Lehr- Plänen für die Mittesschulen ist, wie der Amtliche Preußisch« Presse- dienst mitteilt, neben den Spielen Schlaghall, Handball und Faust- ball schon seit Iahren auch das Fußballspiel«ingesetzt war- den. Auch in den neuen Lehrplänen für die B o l k s s ch u l e n in Preußen wird Fußball für die obersten VolksschuMassen zugelassen wevden. Bei der Neugestaltung der Durnlährerausbildung in Preußen wird das Fußballspiel ebenfalls berücksichtigt werden. Deunls-Rol auch in Spandau. Tennis-Rot, das bereits 300 Mit- gsseder zählt, richtet nunmehr auch in Spandau eine neue Abteilung ein. Spieler, oder solch«, die es werden wollest, geben sür Spandau ihre Adresse an Dr. Hans Krieg, Spandau, Radelandstraße 58, unter Beifügung«ine« frankierten Briefumschlages. Die Gründungs- Versammlung findet baldigst statt. Interessenten für Berlin geben ihr« Adresse an K. Kohler, O34, Weidenweg 63. Motorlahm Charlottenburgs, die noch keiner Unfall- und Haft- Pflichtversicherung angehären, finden beste Bedingungen im Arbeiter- Rad- und Krafifahrerbund„Solidarität". Eine Werbever- f a m m l u n g findet Dienstag, 23. April, 20 Uhr, bei Reimer, Wilmersdorfer Straße 21, statt. Auskunft erteilt Bruno Tlcheuschner, NW. 87, Sickingenstrah« 57. Ausnahmen werden dort getätigt. Das geänderte Ruderboot. Ein rollendes Siemmbreii ist eriunden! Die Formen der sportlichen Ruderbooie, seien es Wcmdsr- oder Rennboot«, ihre innere Einrichtung, ihre technischen Einzelhelten sind seit etwa vier Jahrzehnten so gut wie unverändert geblieben. da die Bootsbautechnit bereits gegen Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts einen hohen Stand erreicht hatte. Trotzdem gibt es einige Punkt«, wo Derbesierungen möglich»nd wünschen� wert sind. Auch jedem Laien im Rudern ist die Wichtigkeit des Fuß- Stemmbrettes bekannt: es gibt den Beinen und damit dem ganzen Körper erst den rechten Halt bei der ganzen Ruderarbett. Besonders zeigt sich das im modernen Sportboot das in der Regel mit beweglichen Sitzen, den Rollsitzen, ausgestattet Ist, um den Durchzug im Wasser länger zu machen. Die sür die Kraftentsaltung günstigste Stellung des Stemmbrettes samt dem darauf fest- geschnallten Fuße des Ruderers ist unzweifelhaft diejenige im rechten Winkel zum Unterschenkel, wie auch aus dem Beispiel des natürlichen Gehens erhellt, wo der Winkel der gleiche ist. Während nun beim Rudern auf festem Sitz, wobei die Beine dauernd gestreckt bleiben, auch der Winkel zwischen Stemmbrett und Unterschenkel dauernd derselbe bleibt, ändert sich der Winkel beim Gebrauch des Rollsitzes mit dem Strecken der Beine b«im Durchzug fortwährend und wird zum Schluß so stumpf, daß eine Kraftentfaltung nicht mehr möglich ist und daß durch die unnatürliche Fußhaltung häufig sogar trampsartige Erscheinungen in den Wadenmuskeln austreten. Um dies« Uebelstände zu beseitigen, hat ein Berliner Ingenieur«in schwingendes Stemmbrett konstruiert, das sich während des ganzen Ruderdurchzuges so dreht, daß der Winkel zwischen Stemmbrett und Unterschenkel stets«in rechter, also der für die größte Krastentfaltung günstigste bleibt. Die kurze Bewegung des Stemmbrettes wird durch rollende Walzen bewirkt, die sich mit kaum lneßbarem Widerstand bewegen. Das Mehrgewicht des schwingenden Stemmbrettes, das ohne besondere Veränderungen in jedem Boote eingesetzt werden kann, bettägt ungefähr ein halbes Kilogramm, spielt also gegenüber den Borteilen keine Rolle. 5)offentlich werden bald Versuche mit der neuen Erfindung gemacht, um die theoretisch berechneten Bortcile praktisch verwerten zu können. «rteitn-Radlahrer- und«r.stsahnrtund»Solidarität-. 1. SM.: Eon». lag, J4. A?r>I. 6 Uhr, Eirthe». 13 Uhr Stahnsdorf, Start: BUlowstr. 5Z.— Z. Sit: Sonntag, 14. April, 7 Uhr. Wanderung durch den Krämer, 13 Uhr Pichelswerder. Mittwoch. 17. April. Sitzung bei Lock, SckLnIeinstr. 6. Starts: Siohde, Dieffcniachst«. 3«.— 3. AM.: Sonntag, 14. April, 1Z Uhr, Anfahrrn nach Birt-nwcrd-r. ZSaldlchldtzchcn. Start: Landsberger Platz. Mittwoch. 17. April, SO Uhr, Sitzung Strausberger Str. 3.—«. Abt.: Sonntag. 14. April. lZ Uhr, Reu-Heringsdorf. Bohnfahrer: Straßenbahn«7 bis Krankenhaus Köpenick.— 12. SM.: Motorfahrrr. Sonntag, 14. April. 8 Uhr, Freien weide. Start: BaUenplatz.— Ortsgruppe Rculölla: Geschäftsstelle Kart Weftphal. Lahnstr. 71. Sonntag, 14. April, 8 Uhr, Oranienburg. Start: Hohenii-llern- platz. Motoriahreranfchrift: Ztickard Habel, S. 59, Zlbttbusscr Damm 66.— Ortsgruppe Sharlott-nburg: Sonntag, 14. April, IL Uhr. Börnicke. Start: Kanal. Eck« Wilmersdorfer Straße. Mittwoch, 17. April, 26 Uhr, Mitglieder- verfammluna bei Reimer. Wilmcr»doifir Str. 21.— Ortsaruppe SchöueMra: Sonntag. 14. April. 13 Uhr. Jagdschloß Stern. Start: Migge, Stubenrauch. slraß» Z.— Ortsgrupp« Lichtenberg! Sonntag, 14. April, 7 Uhr. Radfahrer: 1. Abt. Derlsee. vtarl: Slldbrinl. Alt-Friedrichsfelde 9«. 2. Abt. Motorfahrer. Storkow. Start: 7 Uhr. Will! Fritz, Zungstr. 29.— Ortsgruppe Oberfchönc, «etd«: Sonntag. 14. April, 7 Uhr. Treuenbrietzen, 13 Uhr Buckow.— Ort». grupp« Kaulsdarf. Sonntag, 14. April, 16 Uhr, rund um den Milgaellee. Start:»ei Efchrich.— Ortsgruppe Welßeufee-Keinersddrf:. Sonntag, 14. April, Birlenwerder. Start: 16 Uhr Hcinersdorfcr Kirche.— Ortsgruppe Reiaicke». dorf: Freitag. 12. April, 26 Uhr, Mitgliederversammlung hei Rcumann, Provingstr. 16«. Sonntag. 14. April, g Uhr. Liepnitzsee. Start! Provinzstr. 168. — Ortsgruppe Berlin-Lichtenberg. Sonntag. 14. April, 7 Uhr. Start: Alt. ürirdrichsfelde 98, jur lZahrt nach dem Werls«,. Mittwoch. 17. Aoril�Äd- dthr. Versammlung der Radsahrer-Abteilung bei Ww. Siidbrink, Mt-ffried-ich» selbe 98. FTGB., FrauenaMcllunqen. Zusommenturnen Freitag, 12. April, in der Turnhall« de- Bezirks SUdost-Treptow, Berlin. Boucheftraße, 26 Uhr.— Jung. mädchenabteilunge». Bolkstanzabcnd Sonnabend, 13. April. 19V; Uhr, Berlin, Straßmannstr. 6. Frei« Kanu-Union„Groß-Berlin", SMellung Erkner. Das Anpaddeln findet nicht, wie vorgesehen, Sonntag. 14. April, statt. Beschlußfassung hierüber Freitag, 19. April, 26 Uhr, im Restaurant„Zur Eiche", Neukölln, Kaiser- Friedrich» Ecke Saalestraßc. Freie Tnrnerschast Groß-Berlin, Bezirk Pankow. Mit dem Ende der Schul- serien beginnt wieder unser regelmäßiger Turnbetrieb. E« turnen wir bisher Freitags Männer, Montags Frauen, Montags und Freitags Knaben in der neuen Turnhall« Görschstraße. Jugend mu£ wandern! Aus dem Jahresbericht des Jugendherbergsverbandes. Wer recht in Freuden wandern will, weiß auch die Borteile unserer Jugendherbergen zu schätzen. Aus kleinen Anfängen sind im Läufe der Jahre über 2000 Jugendherbergen entstanden, in denen alljährlich mehrere Millionen wanderlustiger Bursche» und Mädel nach fröhlich-anstrengendem Marsch sich zu neuer Fahrt erholen. In den Turn-, Sport-, Wanderoereinen und in den Schulen steigert sich der Wunsch, von der Benutzung der Gastwirt- schaften freizukommen. Jeder Iugerrdlciter sollte daher im Besitz eines Mitgliedsausweises des Iugendherbergsverbonde» sein, der zur Benutzung der Jugendherbergen berechtigt, und vor ollem in der Hauptzeit— Pfingsten und Ferien— das Nachtlager recht- zeitig bestellen, da in dieser Zeit die Nachfrage immer noch größer ist ol« die Möglichkeit der Unterbringung. Im Jahre 1928 wurden 56 Jugendherbergen neu erbaut gegen- über 49 im Jahre 1927, außerdem kamen 17(1927: 12) gekaust« bzw. ausgebaute Anwesen hinzu. Die Gesamtzahl der Zugendherbergen beträgt 2177. wöbet nur die Herbergsorte gezählt sind. Dies« Zahl ist seit drei Iahren ungefähr gleich geblieben, da Zugang an Neubauten durch Streichung alter und ungenügender Einrichtungen ausgeglichen wird. 55 Jugendherbergen hatten jede über 10 000 Ucbernachtungen. An der Spitze steht die neu errichtete Herberge in Köln, die gleich im ersten Jahre 66 066 Uebernachtungen hatte, dann folgt München mit 52807. Hohnstein mit 50 326, Hamburg mit 48 698, Koblenz mit 37 525 Uebernachtungen. Die Gesamtübernachtungszifser betrug 3066 422 gegenüber 2600 000 im Jahre 1927. Der Jahres- bericht des Reichsherbergsverbande» gibt auch einen interessanten Aufschluß darüber, in welchem Prozentsatz die wetb« lich« Jugend wandert. Die Henoergsgäste waren zu 70,6 Proz. männlich und nur 2M Prsz. weiblich. Zieht man in Betracht, daß die weibliche Bevölkerung zahlenmäßig dl« stärkere ist. so kann man sagen, daß die männlichen Personen immer noch drei viertel der Wanderer stellen! Wandern ist also immer noch die„alte Burschenlust" Liegt dies« Rückständigkeit am ängstlichen Elternhaus«der an den Mädchen selber, die lieber auf hohen Ab- säßen trippeln und sich im engen Schuhwerk die Füße verderben. statt in Wanderschuhen einen Marsch zu machen zum Besten für Ihr« Gesundheit? Di« Statistik zeigt serner daß die höheren Schulen weit mehr an großen Wanderungen beteiligt sind als die Volksschulen. Während die höheren Schulen mit 34.9 Proz. an den Uebernachtungen beteiligt waren, tonnten die zablenmäßig weit stärkeren Volksschulen nur 26 Proz. aufweisen. Hier dürfte die I finanzielle Seit« vor allem di« Ursach« sein. In dem Bericht wird aber betont, daß überhaupt nur ivenige Schulen bis jetzt das mehrtägige wandern pflegen. Bei der berufstätigen Jugend ist die F e r i e n f r a g e immer noch nicht zufriedenstellend gelöst. Jungen und Mädel werden tagcin tagaus in die Arbeit gespannt, statt ihnen einmal 14 Tage Ferien zur Erholung zu gönnen. Die omtltche Unter- st ü tz u n g des Iugendherbergswesens zeigt eine langsame Besserung, kgnn aber die dringenden Bedürfnisse— wie bei der Jugendpflege und den Leibesübungen überhaupt— nicht befriedigen. Im Reichs- etat ist der Posten für Turnen, Short und Wandern von 1 Million auf 1,5 Millionen erhöht worden, in Preußen von 700000 Mark aus eine Million Mark: Sachsen gibt 400 000 Mark sür Leibes- Übungen, die anderen Länder sind nicht erwähnenswert. Die Haupt- arbeit liegt hier bei den Gemeinden. Eine Reihe von mittleren und kleinen Orten bewilligte für das Iugendherbergswerk 3 bis 15 M. auf den Kopf der Bevölkerung, andere Städte zahlen wenigstens den Iahresbettrag von 5 Pf. pro Kopf. Diele Städte haben auch Mittel für Iugendwandern in den Etat eingesetzt. In den Jugendherbergen waren 1921 durckschmttlich rund 400 Uebernachtungen je Herberge. 1926 war diese Zahl bereits auf 1000 gestiegen, 1928 auf 1500. In einigen Iahren dürfte dies« Durchschnittszahl auf 3000 angewachsen sein. woher aber die Mittel nehmen, um diese dringende Aufgabe zu erfüllen? Diele Millionen werden alljährlich sür Krankenhäuser ausgegeben, aber für vorbeugend« Mittel Ist nur wenig übrig. In der Kranken- pfleg« haben wir bereits 200 000 Beruftstätige und diese Zahlen steigen ständig. Die Zentrolverbänd« der Krankenkassen Deulf-?» lands haben daher wiederhoU auf den gesundheitlichen Wert des Wandern« hingewiesen. wandern und Zugöndherbergen zeigen aus dem Laromelcr der Volksgesundheik das schöne weller an, Krankenhäuser deuten auf Regen und©türm. Der viel wandert, Hot in diesem Sinn« schönes Wetter, wer sich aber im Häusermeer einkapselt, verkümmert wie die Pflanze ohne Sonnenschein. Wandern und Volksgesundheit stehen daher in untrennbarer Wechselbeziehung zueinander: je mehr ein Volk wanderts um so widerstandsfähiger und gesünder wird»s sein. Daher wünschen wir dem Wandern und den Jugendherbergen eine weitere gute Entwicklung und erhöb Unterstützung durch die amtlichen Körperschaften. Das ist heute Italien! Oer Arzt sott seine Patientinnen ins Zuchthaus bringen. Locarao, Anfang April.(Eigenbericht.) Bekanntlich soll, noch dem Wunsch« der faschistischen Regie» nmg, Italien vor Uebervölkerung platzen. Daher oersperrte Grenzen für die Auswanderer und beständige Prozesse gegen unglückliche Arbeitslose, die ihrem heimatlichen Elend zu entkommen suchen, als tote Passagiere auf Ozeandampfern, mit teuer erkauften falschen Pässen, durch Ueberjchreitung der Grenze, wo die Miliz steht und ihnen die Vaterlandsliebe in die Knochen schießt. Vor allem aber sollen die Frauen gebären. Wer in dieser Be- Ziehung nicht orthodox ist, ist verloren. Sogar die durch die Post geschickten Reklamen für Präventivmittel werden be» schlagnahmt. Faschistische Rechtsanwälte dürfen die Verteidi» gung von Frauen, die wegen Verbrechens gegen das keimende Leben angeklagt sind, nicht übernehmen, ganz entgegen dem elementaren Rechtsgrundsatz, nach dem der Angeklagie bis zu seiner Verurteilung als unschuldig zu gelten hat. Aber der Faschismus verteidigt nur die ihm sympathischen Verbrechen und da hat er ja in Mord, Raub, Korperverletzung, Aneignung von ösfent- lichen Geldern und Erpressung eine reiche Auswahl. Jetzt schärft nun ein Rundschreiben des Ministers des Innern den Behörden ein. die Aerzte in ihren Anzeigen von Fehlgeburten zu kontrollieren. Zede Fehlgeburt ist binnen zwei Tagen zur An- zeige zu bringen, mit Name und Adresse der Frau. In dem Rund- schreiben heißt es: „Die Pflicht der ärztlichen Anzeigen der Fehlgeburten bietet weiter die Möglichkeit, eine genaue Kontrolle über den Eifer auszuüben, mit deni die Aerzte im allgemeinen und die Frauen- ärzte im besonderen ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen. Es ist klar, daß die Mehrheit der Aerzte nicht verfehlen wird, die Anzeigen zu erstatten. Gegenüber dieser auserlesenen Mehrheit (!!) gibt es aber«ine kleine Zahl, die diese Pflicht nicht kennt Es ist anzunehmen, daß die, die sich zu verbrecherischen chandgrifsen hergeben, die Anzeige vermeiden werden, um nicht ein Eingreifen der Behörden zu veranlassen. Es ist daher nötig, daß die provinziellen Gesundheitsbehörden das Register immer aus dem laufenden halten, das in jeder Prafektur von den Aerzten der Provinz aufliegen soll, und daß sie diejenigen Aerzte überwachen, die durch die geringe Zahl der Anzeigen den verdacht erregen. die Aufmerksamkeit der Sanitätsbehörde von ihrer Berufstätigkeit ablenken zu wollen und die Nomen dieser Aerzte der Polizei mitteilen, damit diese durch ihre dierkten Organe und durch die Karabinieri die pflichtschuldige Ueberwachung dieser Proscssionisten vornehme, unter denen man mit größerer" Wahrscheinlichkeil die Fähigkeit, das Gesetz zu umgehen, voraussetzen muß. Besondere Aufmerksamkeit ist auf die zu richten, die bereits wegen Ver- brechen? gegen das keimende Leben angeklagt waren, vom Publikum als zur Abtreibung fähig bezeichnet werden(!) und irgendwie wegZn ihrer moralischen Prä.ze- denticn verdöchiig sind." Jetzt wird sich jeder Arzt, der dem Zuchthaus entgehen will, nach einem Minimum van Fehlgeburten in seiner Praxis um- sehen müssen. Eine Patientin bittet den Arzt um ihre Rechnung. „Am liebsten wäre es mir, wenn Sie mir erlauben wollten, eine �Fehlgeburt in Ihrer Familie zu buchen. Ich bin hinter den anderen Kollegen im Rückstand... Römischer Ton. Der römische„Iwpero", der zuerst einen objektiven Bericht über den Wiener Fußballkampf veröffentlicht hatte, schrieb tags daraus in fettgedruckten Lettern auf der ersten Seite des Blattes: „Was für eine Schweinerei ist eigentlich heute in Wien? Eine Schweinerei war es schon immer, aber es hatte wenigstens seine Brötchen, seine Walzer, seine Dirnen und seinen Galgenkaiscr. Aber jetzt? Jetzt ist es nichts als ein Pfühl gemeinster chomo- sexueller und widerwärtig st er Zuhälter. Wenn«ine europäische Stadt das unglaubliche Schauspiel Wiens während des Fußballkompfes bietet kann man nur folgern, daß es in Europa Brutstätten von Barbarei gibt, die erfolgreich selbst mit den Menschenfressern konkurrieren können. Wir sind nicht der Ansicht eines Morgenblattes, daß von der österreichischen Republik Entschuldigungen und Huldigungen vor unserer Fahne gefordert werden sollen, denn das würde lagen, daß man Oesterreich für eine Ration hält. Oesterreich ist aber heute gegenüber dem großen Italien Mussolinis nichts als ein w a h n- sinnig gewordener, stinkender Spucknapf. An dem Tage, an dem wir die Diskussion mst Oesterreich aufnehmen werden, wird die Diskussion nur wenige Sekunden dauern und das Wort werden nur unsere Bomben haben als Rächer der gesamten Menschheit, die zu lange von dem üblen Ding beleidigt worden sind, das die Welt Oesterreich nannte." Das alles, weil die Wiener gegen die spielregelwidrigen R o. heilen der Italiener laut protestierten und weil, nach dem Urteil des englischen Schiedsrichters, die Wiener gesiegt haben. Der Ton der Faschistenpresse gegen Frankreich Hot zu dem Verbot der Blätter„Impero",„Teuere" und„A. Z." für das franzö- sische Gebiet geführt. Gegen den Landesverratsunfug. Oit Lehren der Schwarzen Reichswehrprozesse. Der Reichstagsausschuß für die Strasrechts» r e f o r m trat unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Kahl(D. Vp.) in die Beratung des neu vorgeschlagenen Z 115a ein. Dieser§ 115* lautet: „Gefährdung außenpolitischer Interessen. Wer ein Geheim- nis in der Absiebt öffentlich bekanntgibt, eine unmittelbar drohende erhebliche Gefahr für den verfassungsmäßigen inneren Bestand des Reichs abzuwenden, wird«ml Ge- sängnis bestraft. Der Täter ist straffrei, wenn die Gefahr tat- sächlich bestand. Die Tat wird nur auf Verlangen der Reichsregierung verfolgt" Reichsiustizminister Koch- Weser begründete diese Bestimmung u. a. damit, daß es im Interesse der Täter wie besonders auch im wohlverstandenen Staats interesse gelegen sei, wenn die Strafver- solgungsbehorden nicht gezwungen seien, in solchen Fällen nach Maßgabe des Legalitätsprinzips ein Verfahren«Inletten zu müssen, in denen Abhilfe viel besser auf anderem Wege geschaffen werden könne und ein Landesverratsverfahren dem Staats- interesse geradezu widerstreb«. Cr trug ein« Reihe von Fällen zum Beweise für diese Darlegungen vor. Abg. Dr. R o s e n f e l d(Soz.) beantragt, den Z 115a wie folgt zu fassen:„Wer gesetzwidrige Tatsachen bekannt gibt um ihre Abstellung durch deutsche Behörde» zu veranlassen, ist straffrei." Abg. E m m i n g e r(SB. Dp) empfiehlt in längeren juristischen Darlegungen an Stelle dieses H 115a lieber einen§ BS* zu formu- liererr, der etwa befögt: �öwest die'fn diesem Abschnitt(Ä'ndes- verrat) behandelten Straftaten durch die Press« begangen sind, wer- den sie nur aus ZZerlongen der Reichsregierung verfolgt." Abg. Bell(Z.) gibt zu erwägen, als Ueberjchrift für diesen Abschnitt„Gefährdung staatspolitischer Interessen' zu wählen, ohne aber jetzt schon einen direkten Antrag zu stellen. Abg. H e r g t(Dnat.) begründet seinen Antrag, daß dieser Z 115a gestrichen werde. SRedner empfiehlt evtl. diesen ß 115* zu ersetzen durch einen§ 97* mtt der Ueberschrist„Absicht der Abwen- dung von Derfassungsgefahr". Er bitte ferner in dem ersten Ab- fatz die Bestrafung mtt Gefängnis davon abhängig zu machen,„iah der Täter die Gefahr auf andere Weise nicht abwenden konnte und die bekanntgemachten Tatsachen wahr sind." 2lbg. Dr. Bell(Z.) beantragt, der Ausschuß wolle beschließen, den Z 115a als„§ 93a" mtt der Ueberschrist:„Oeffentliche Bekannt- gab« von Staatsgeheimnissen zur Abwendung von Gefahren für das Reich" in folgender Fassung anzunehmen: „Wer ein Staatsgeheimnis öffentlich bekannt gibt in der ernst- lichen Absicht, dadurch eine unmittelbar drobende erhebliche Ge- fahr für den verfassungsmäßigen inneren SBestand des Reiches abzuwenden, wird mit Gefängnis bestraft. Bestand die Gefahr tatsächlich, so ist der Täter straffrei. Die Tat wird nur auf Verlangen der Reichsregierung ver- folgt." Die Weiterberatung und die Abstimmung wird auf Freitag vertagt. Zniernationale p�om'er-Arbeit. Die„Freunde der Internationalen Klein» arbeit" haben kürzlich ihre Generalversammlung abgehatten Im letzten Jahr war ein ständiges Anwachsen der Mttgliederzahl im In- und Ausland zu verzeichnen. In einer Anzahl von Städten entstanden auch größere und kleinere Ortsgruppen, die ungemein rührig waren. Belehrende Vortragsabend« fanden stets großen Zuspruch. Ein erfolgter Brief-, Buch- und Zeitungsaus- tausch spann Fäden hin- und herüber, ein reger Bcsuchsaustausch schloß sich an. Ueberall wurden persönliche Freundschaften geschlossen und damit der internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung große Dienste erwiesen. Das in einer Auslage von 6099«rschei- nende Organ„Der Pionier"(Tbe Pioneer) stellt ein wichtiges Glied zwischen dem einzelnen Mitglied und der internationalen Zentrale der SBcreinigung dar. Auch die finanzielle Lage ist besser denn je mit einem Barbestand von 1599 Mark. Besonderen Dank verdient die sozialistische und freigewerkschaftliche Arbeiterpresse des In- und Auslandes, die immer bereitwilligst über das Wirken der Stzereinigung berichtete Die für das laufende Geschäftsjahr gewählten Vorstandsmitglieder sind sämllich Sozialdemokraten und freigewerk- schaftlich organisiert Die Schrislleitung sowie die Geschästsleiwng der Internationalen Zentrale, der Deutschen Landeszentral« und d- Ortsgruppe Groß-Bsrlin lieqt wieder in den Händen des Genonen W. F l o e r k e. Seine englischen Sprachkurse führt Genosse Flverke, langjähriger Lehrer städtischer Fortbildungsschulen in Eng- land und Schottland, auch in diesem Jahr« weiter. Deutsch wird soweit wie möglich vermieden. Große Wandbilder gestalten den Unterricht stets interessant. Nach 25 Abenden schon beginnen die Teilnehmer, vor der Klasse stehend, frei zu sprechen. In Mittel» undfortgeschrittenen Kursen können jederzett noch einige Gesinnungsfreunde Ausnahme finden. Wer seine Ferien im Auslande oerbringen will, sollte sich baldigst entschließen, damit noch eine Unterbringung im Heim einer sozialistischen Familie möglich gemacht werden kann Wer nicht als Austauschfreund fährt, muß natürlich etwas für Zimmer und voller Verpflegung zahlen. Meistens 25 Mark je SVoche. Für Hin- und Rückfahrt(noch England etwa 24 Stunden) müßten 120 Mark in Rechnung gesetzt werden. Jede weiter« Auskunft er» teilt die Geschäftsstelle der Vereinigung in Berlin SW. 19, ftur» straß« 32, vorn 3 Treppen, Fernsprecher: Merkur 2196. Wiedereröffnung des Postmuseums. Das im Haufe des Reichspostministerium» befindlich« Reichs» po st museum wird nach völliger Renovierung und Erwetterung am 1. Juni seine Pforten wieder öffnen. Eine Neuerung wird die dem Museum angegliederte Funtabteilung darstellen, die außerordentlich wertvolle technische'Apparate enthält und die einen enauen Ueberblick über die historisch« Entwicklung des gesamten �unkwesens vermitteln wird. Weiler für Berlin: Größtenteils bewölkt bis trübe, ober nur leichte Niederschläge, nur wenig höhere Togestemperaturen. Für Deuischland: Im Süden und Südosten oerbreitet« stellenweise stärkere Niederschläge. In Norddeutschland meist trübe und vielfach leichte Regenfälle. für die Zeit vorn 12. bis 15. April CDIOIÖ Potsdamer Strafe 38 Möblierte Zimmer 6 lus Ire Ak'c mit Margot Oetangeoe de* Meere* (Drama in 6 Akten) I Rheinstralje 14 KiunÄ) Der PrStldeal mit hraa Moa/okto leb bah f. SleelnblgdieaSrmpaiUe Jugendliche haben Zutritt Odcon* Potsdamer Sir. 75 Aaphali mit Bettr Amaan und Gmtar FrOhUdi Gute* Betprogramm Turmstraijc 12 Der Zlgennerprima* mit Marg. Schlegel u. Eraat Verebe* Rirales In Alaika �Sensation In 6 Akten) Alexanderstr. 39-40 (Pastage) Den gansen Tag geöffnett Aiphalt mit Betty Amaaa und Cm aT Fröhlich Eva im Paradiet mit Bettr Balioar Weis-Kino Alt-Moablt 99 Gefangene de* Meere* Holelgchcimnisae m. Magda Sonja I N O-T A F E L s.höneberq Alhambrr. �ÄiT0' Schöneterg, Hauptstr. 30 E'.-> Grab ata Nordpol Hallo, hier Tom MU B&bncuscfaaD Jugendliche haben Zutritt PROGRAMM für die Zelt vom 12. bis 15. April Tifania(uta Schömberg) Hauptstraße 49 Beginn ab 3,15 Uhr Geldl Geld! Geidl mit Brigitte Helm Da« gute Beiprogramm W Schlüler-Theatcr Schlüierstr. 17 W. 7 u. 9.15 S. ab 4 U. Pal and Patadion«1* Detekttve Hln-Tln-Tin anter d. GoldgrSbcm Jugendliche haben Zutritt ■ Stagllti■ Tüania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Beginn: W. 6J0,9. Feiertgs. 4, 6-30, 9 Uhr Grog*tadl*dimeiterling t Alma Mar Wong mit. Bühne: Reinhard und Sohn Herbert nnd Schüller Hi T t Wochentags 6-M, 9 Uhr ni'L-l Stg. 5.7.9. 3 Uhr Jug.-V. Hlndenburgdamtn 58 a Die Zlrlnuprtnzeuia m. H. Uedtke Reiler der Rache(Stg. 4 Darst. anw.) BfihnensdiAii Südwesten Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1-4 Beginn 6 U. Oer AbMhledswalzer Affentheater mit Syd Chaplin Süden Th. am Moriizplafz Beginn: W. ab&15 9 U„ Stg. ab 4J0 U. Oer Mann mit dem Laobfrosch mit Evelyn Holt u Hclnr. George Küue, die man nie vergibt mit Maria Pandler � SUctosten~~~E filmeck Beg,nnW:/Ä Skaützer Straße am Görlitzer Bahnhof FrSuleln Else mit Elisabeth Bergner Bühnen tchao ] Luisen-Theater Relchenberger Straße 34 Wochent ab MS Uhr. Sonnt ab 3.45 Uhr Der Fascbin�sprlnx mit Harry Lledike Internat. Variet�achao Urania-Theater Wrangelstr. II, Kflpenlcker Brücke Woch. 6.45. 8.45 Uhr. Stg. 2.45. 5, 7, 9 Uhr JobllSam«. Programm i Zachthaas(Nach Sibirien) Mikosdi rüdei ein 5 Bühnenalfraktionea * Vorwärtsleser Vorzugspreise Primus-Palast Hermannplatz Die Siegerin mit Olga Tschechow« Auf der Bühne: Jacqoe* und Harry Deep kom. longleure mit ihrem Aeroplan San Marllno de Kastrozza Illusionsakt Vf a I i Martendorfer lia-l»ä Lichtspiele Chausseestraße 505 Sonntag Jugendvorstellung Die Fran, die feder liebt, bist dn Ich bab' tür Sic ein bißchen Sympathie Bühnen«rhan „Elysium"' Prenzlauer Allee 58— Film und Bühne Fräulein Else mit Elisabeth Bergner Revue: I sinnen der Liebe BShnenachao WelOens — P Schloßpark FUm- Bühne Berliner AI ee 205—210 Fräulein Else mit Elisabeth Bergner Pat nnd Paiachon als Helrais» Schwindler Oaten Germania-Palast Frankfurter Allee 514 Der Zarewitsch mit Iwan Pctrowlisch Bühne Die bunte Tfiie Corzlllns-Revne Wochtgs. ab 6, Sonntags ab 5 Uhr Luna-Fümpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Die Hülle der Heimatlosen Gastspiel d. bekannt Komponisten Otto Stranski mit Ensemble Grobe Bühnenschau Concordia-Palast Andreasstraße 64 Fräulein Else m. Elisabeth Bergner Ausstatt'i ngs-Revue: Witzblatt 192» Kosmos-Lichtspiele Lich'enberg, LOckstraße 70 Pal nnd Paiachon als Detekttve Gastspiel Gnsfi Beert Kunterbunt Bühnenschau Jugendliche h.ben Zutritt Friedrichsfcld« Kino Busch Mt-Friedrichsfelde 5 Beginn täi 5.7. 8.45 C lieh Ihr Die nngekrünte Künlgtn (Liehesroman der Lady Hamilton) mit Cor nne Griffith Das lustige Beiprogri neos dt au Elysium(m�pSart) Hassel werderstraße 17 Menschen der Heimat Der Kampf mit den Pferdedieben Bühne: Ausstat ungs-Revue: Lebe, liebe, lache Oute Bühnenschau Norden Skala-Lichtspiel e Schönhauser Allee 80 Der Zarewitod» mit Iw. Pelrowitsch Die Stadenieogrüflia Alhambra Müllcrstraße, Ecke Seestraße Die MltternachtatAxc mit Harry Plcl Beiprogramm Böhnenschau Fortuna-Lichtspiele MQllerstraße 13c Das fflhrende Tageskino ah 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Welt' prodnktion Metro-Palast Chausseestraße 30 Nacht well mit Anna May-Wong Mädel sei lieb mit CoUcen Moore Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 15 Stg. 3 U. Jgd-Vorst. Die Frau, die feder lieb-, bist du Der sturmfreie Junggeselle Pharus-Lichtspiele Müilerstraße 142 2 Groß ilme Hotelgehelmnisse mit M. Sonfa (persönlich) ächrcckciunachl im wilden Westen Ballschmieder- Lichtip. Bad Straße 16 Fräulein Else m. Elisabeth Bergner Hollywood Dfihncnscfaaa Humboldt-Theater Badstraße 19 Geld, Geld, Geld m Brlg. Helm Das lustige Belprogra Kristall-Palast Prinzen..llee i— i Seine größte Liebe Grones Beiprogramm Variet&cfaao Marienbad-Palast Badstraße 35—36 Gefangene des Meeres Der graae Hand Beiprogramm ■ Pankow I Palast-Theater Breite Straße 21» Asphalt Erstklassige* Beiprogramm „Rialto" Film u. Bühne Reinickendorier Str 14 fam Wedding) In Händen der Polizei m. L, Cheney D. Seuche d. Abireib, y, cLVolksge r. g�Gesundbrun�n�� «Alhambra" Badstraße 58 Die Siegerin m. Olga Tschcchowa Tivoli* Pankow Berliner Straße 27 Der Zigeunerprimas Auf der Bühne: Geza Varady, Orlg. ung.Tanz; nippe g Ki g cj ti r t ef ö ntTau"g jtz Film-Palast Biankenburger Straße 4 Die Z rlnuprhizessin m. H. Lledike Die blinden Passaglere mit Pat und Paiachon Bürgcrgarten-Lichtsp. Hauptstraße 51 Die Zirkusprinzessin m. H. Lledike Der Reiler der Rache Bühnen schau