BERLIN Siensiag 16. April 1929 10 Pf. Nr. 177 46. Jahrgang. Erscheint tSglich auperEonntag«. Zugleich Abendaukgade de«.DorirärtS'. Betugspreit beide Ausgaben 8üPf. pro Woche, S,6oM. pro Monat. {Redaktion und Erpedition; Berlin SWes, Lindenstr. s Anielgenorei«: Die einspaltige Nviipareilleteil« sei Pf., Reklameieile ü M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärtt-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr.»7536. Fernsprecher: Dönhoff SS2 bi« 297 Achtungserfolg in Zweite Lesung der Abrüstungsvorschläge. Genf. 1K. April. Die heutige Vormittagssitzung der Abriistungskom» Mission begann mit einer Ueberraschnng. Graf Bernstorff verlangte, die Kommission sollte sich klar darüber aussprechen, ob sie eine zweite Lesung vor» nehmen wolle, wie sie es im März 1S28 beschlossen hat, oder ob sie diesen Beschluß umzustoßen beabsichtige. Auf diese kategorische Frage erklärte Präsident London, die Fortsetzung der Beratung derjenigen Punkte, die im März vorigen Jahres noch offen geblieben feien, be« deutet ja schon eine Art zweiter Lesung. Er glaube, daß sich Graf Bernstorff mit dieser Antwort zufrieden geben könne. Die Ueberraschung über diese Erklärung des Präsidenten ist um so größer, als Loudon gestern ganz klar und eindeutig erklärt hatte, daß an eine zweite Lesung unter keinen Umständen zu denken sei. Litwinow forderte die Kommission auf, endlich «inen anderen Weg zur Abrüstung zu suchen. Die Schwierigkeiten in der Teeabrüstung seien z. B. größer geworden; nach der englisch-französischen Verständigung darüber hätten sich die Gegensätze zwischen ihnen, den Vereinigten Staaten und Italien vergrößert. Der ein» zige Weg, weiterzukommen, sei, daß die Kommission sich entschließe, auf der Grundlage des zweiten russischen Entwurfes vorzugehen, der aber mit de» bisherige« Mechode« nicht vereinbar sei. Er befürchte, daß man den russischen Entwurf nur deshalb an erster Stelle behandeln wolle, um ihn möglichst bald beiseitezu» schiebe«. Haager Gericht für Minderheitolbefchwerden. Gens. 16. April. Di« schweizerische Denkschrift über Minderheitenfragen schlägt vor, den ständigen internationalen Gerichtshof im Haag in weiterem Umfang al» bisher für die Regelung der Minder- heitenstreitigkeiten in Anspruch zu nehmen. Die Regierung der Obersten. Zusammenschluß der polnischen Oemolratie. Warschau. 16. April. Der sozialistische„Robotnik* sagt zur Regierungsbildung u. a.f daß die geheimnisvolle Macht, die bisher hinler den Kulissen wirkte, jcßi das Slaatsruder und die offizielle Verant- wortung übernommen habe. Dos Kabinett der Obersten sei zur Tatsache geworden. Switalski, Matuszewski und Prystor stellten eine Gruppe von Leuten dar, die die Staatsgeschäste im Namen P j l s u d s k i s besorgen würden. Matuszewski fei, nach eigenen klaren Aeußerungen zu schließen, ein entschiedener Faschist. Das polnische demokratische Lager mit der Sozialistischen Partei an der Spitze blicke mit Ruh« in die Zukunft. Die Antwort werde ein engerer Zusammenschluß aller de7n akratischen Kräfte im Lande sein.. Di« erst« Ausgabe des„Robotnik" ist wegen der Wiedergab« einer Entschließung des Zentralausschusses der sozialistischen Jugendverbände b e s ch l a g n a-h m t worden. Todessturz eines Zenenkindes. Au« dem fahrenden Zuge gefallen. Auf dem Bahnhof Wismar in Meeklenburg wurde am Montag festgestellt, daß von eine» 1«0«iuder umfassende« Transport von Hamburg nach Arendsee ei» Kind fehlte. Ein eingehendes Verhör der Kinder ergab schließlich, daß der acht Jahre alte Knabe Henry Mein» aus Hamburg, während die Begleiterin den Abort aufsuchte, am Türverschluß gespielt hat und zwischen Petersdorf und Mecklenburg aus dem Zuge gefal- len war. Das Kind wurde später als Leiche an der Strecke gefunden. Znfiruktionsflunde. »Mal herhören! Befehl vom Stahlhelm: Zum Volk«- begehren hat ganze Familie vollzählig in sauder ge- waschenem Zustand und nüchtern anzutreten. Papa wird mir Meldung erstatten. Wegtreten. Der T ag derFra uen Heuteöffentl.Frauenkyndgebunzen inBerlin Die Berliner Sozialdemokratie veranstaltet heute abend I9ll2 Uhr im Rahmen der internationalen Frauen woche vier große öttentliche Frauenversammlungen in den Pharussälen, M üUerstr.142, Pracht sälen am Mär chenbrunnenf Friedrichshain), Kliems Festsälen, hasenheide 13-14, Spichernsälen, Spicbernstr. 3. Die Versammlungen werden mit Chorgesängen eingeleitet. Neben aeutschenRedner innen sprechen ausländische Sozialistinnen. Nach den Ansprachen wird der Film:„Der Weg einer Proletarierin'* gezeigt. Riesenkundgebung in Breslau. Breslau. 16. April.(Eigenbericht.) In einer von weit über 3066 Frauen besuchten Versammlung sprach anläßlich der internationalen Frauenwoche die polnische Genossin Kluszynska-Warschau über„Mehr Recht für Mutter und Kind". Die Rednerin schilderte in anschaulicher Weise die besondere Gefährdung der proletarischen Frau und ihres Kindes in der heutigen kapitalistischen Gesellschaft und mahnte, besondern den Krieg und seine Wirkungen nicht aus unserer Erinnerung zu streichen. Nachdem die Rednerin noch über die Bedeutung der Frau in dem heutigen Wahlkampf gesprochen, forderte sie auf, sich stets für den Gedanken des Völkerfriedens, ein Ziel, das allein des Kampfes würdig ist. einzusetzen. Well« und Chabrun. Zwei interessante Gäste in Berlin. Ein Zufall Hot es so gefügt, daß gestern abend gleichzeitig ein repräsentativer Politiker Frankreichs und einer der hervorragendsten Geister Englands zu einem interessierten und dankbaren Berliner Publikum gesprochen haben. Dem internationalen Meinungsaus- tausch mit den Mitteln der Demokratie, der Presse und der Bersamm- lung, hat die Sozialistische Arbeiterinternationale Bahn gebrochen, und es ist lebhaft zu begrüßen, daß ihr Vorbild Nachahmung ge> funden hat. Cäsar Ehabrun, der Führer der republikanisch-sozialistischen Fraktion in der Pariser Kammer, hat uns ein lebendiges Bild des politischen Frankreich von heute gegeben, und er hat dieses Bild in dos Licht einer Ueberzeugung gestellt, die in großen Zügen auch die unsere ist. H. G. Wells, der phantasiereiche Romanschreiber und Verfasser einer überaus geistvollen Weltgeschichte, hat sich zum Teil in Sphären bewegt, die umstritten sind. Wells sucht die Sicherung des Weltfriedens in der Derwirklichung eines Weltbürgertums, das keine Zollgrenzen und keine mili- täuschen Rüstungen, ja überhaupt keine souveränen Staaten mehr kennt. Sein Gedanke ist unwidersprechlich richtig: denn wenn es keine souveränen Staaten mehr gibt, können sie nicht mehr mitein. ander Krieg führen, wenn es keine Grenzen mehr gibt, können sie nicht mehr verletzt werden, und wenn es keine Gewehre mehr gibt. kann man nicht mehr aufeinander schießen. Wir Sozialisten sind die letzten, die jemanden ironisieren wollten, weil er ein Endziel ausstellt. Aber in longer Erfahrung haben wir gelernt, daß es nicht nur darauf ankommt. Endziele zu prokla- mieren, sondern auch darauf, die Wege zu finden, aus denen man ihnen näherrücken kann. Darum schätzen wir den Wert der D e m o- verhalfung eines Boppeirnörders. Alienial in Iiiauen. Berichte 2. Seite kratie und die Bemühungen demokratisch organisierter Staaten, durch ein System von Bertrügen den Frieden zu sichern, höher ein, als der berühmte Engländer es tut. Die Vereinigten Staaten von Europa, als Vorläufer der Der- einigten Staaten der Welt— das sind Aspekte, die auch unser Heidelberger Programm eröffnet. Aber wenn man die Vereinigten Staaten von Europa noch nicht erreichen kann, so hat die politische Annäherung zwischen den großen Demokratien Europos doch auch ihren Wert. Hier führt ganz von selbst der Weg von Wells zurück zu Ehabrun. Anfang, Voraussetzung, Grundlage für jeg- liches Zukunftegebilde, das mit einigem Recht die„Vereinigten Staaten von Europa" genannt werdcn könnte, ist der Zusammen- schluß der deutschen und der französische nRepublik zu einem dauernde», gegen jede Störung gerichteten Freundschasts» Verhältnis. Wie schwer auch nur dieser Ansang zu gewinnen ist, wisien wir, die wir täglich mit den aktuellen Problemen der Be- setzung, der Reparationen, der Ostpolitik zu ringen haben. Ist aber erst einmal dieses T e i l z i e l erreicht, dann ist auch für das Ganze unendlich viel gewonnen. So können wir Wells dafür danken, daß er uns durch das Fernglas einer dichterischen beschwingten Phantasie ins Weite blicken lieb, Ehabrun aber dafür, daß er mit uns den mühsamen Weg zu gehen bereit ist, der dahin führt. Prügel für Menschenschinder. Oa« südafrikanische Urfeil vom Iustizminister bestättgi. Eine ungeheure Sensation hat in Südafrika die Eni- scheidung des I u st i, m i n i st e r s hervorgerufen, daß dem Farmer Raste die Strafe von zehn Hieben zuteil werden soll. Diese Strafe war von dem Gericht auferlegt worden, weil er in grausamer Weise einen Eingeborenen namens Sixpenee so geschlagen hatte, daß dieser t o t unter einem Baum liegen blieb. r Kriegsfolgen im Etat. Milliarden für Militärversorgung. Der Haushaltsausschuh des Reichstags setzte heute die Beratung des Haushalts I92g unter dem Vorsitz des Abg. Stücklen(Soz.) fort beim Haushalt für Versorgung und Ruhegehälter. Die Besprechung über den Etat für Versorgung und Ruhe- gehälter leitet als Berichterstatter Abg. Laverrenz(Dnat.) ein. Der Haushalt erfordert 1 744 400 000 M. Ausgaben ohne Einnahmen. Die Ausgaben dieses Etats feien im wesentlichen zwangsläufig. Abg. Schmidl-Stettin(Dnatl.) kündigt einen Antrag an, die Ausgaben für Kriegsbeschädigt« auf den Kriegslastenetat zu übernehmen. Wie stehe es endlich mit dem sogenannten Minister- pensionsgesetz? Abg. Dr. Köhler(Ztr.) weist darauf hin, daß die Aufstellung des Etats allerdings zu Mißverständnissen führe, weil er für die Zivilversorgung usw. nur verhältnismäßig kleine Beträge enchalte, aber 1,6 Milliarden Mark für die Militärversorgung und IL Milliarden für die ehemalige Wehrmacht. Prüfen müsse man genau, ob der Etat nicht doch die Bedürfnisse überschreite, auch abgesehen von den Kapitalabfindungen. Gewisse Polster müsse jeder derartige Etat haben, aber man müsse wissen, wo sie liegen. Wahrscheinlich seien noch einige Reserven vorhanden. (Minister Wijsell: Rein!) Oer neue �eichsjustizminister. Er stellt sich dem Strafrechtsausschuß vor. Im Strasrechtsausschuß des Reichstags begrüßte Vorsitzender Mg. Dr. K a h l(D. Vp.) den neuen Reichsjustizminister v. GuSrord und gedachte noch einmal mit dem Ausdruck herzlichsten Dankes des bisherigen Reichsjustizministers K o ch- W e s e r. Reichsjustizminister v. G u 6 ra rd erklärte, daß er Wert dar- auf gelegt habe, am ersten Tage seiner Amtstätigkeit gerade in diesem Ausschuß zu erscheinen, dessen Arbeiten er als Politiker und Staatsbürger mit größtem Interesse verfolgt Hab«. Der Minister gedachte dankbar seines Amtsvorgängers Koch-Weser, dessen kraftvoller Initiative eine wesentlich« Förderung zu danken sei. Er selbst betrachte es als seine Ausgab«, an den Arbeiten des Ausschusses tätig mitzuwirken. Oer Aerzte-Konflikt in Lichterfelde. Als Rochfolger �auienbergs Prof. Or. Rehlaff ernanni. Ltmschmeichelung der Ltnorganisierien. Hetze gegen die„Arbeiteraristokratie�.—„Klassenkampf" gegen die Organisation. Genosse K ü n st l e r hat am letzten Freitag im„Vorwärts" die Schwäche der kommunistischen Organisation in Berlin zahlenmäßig aufgezeigt, und er hat aus ihr sehr richtig die neue kommunistische Taktik erklärt, die sich an die Unorganisierten klammert, um dies« als Stnrmtruppe gegen die organisierte Arbeiterbewegung Sozialdemokratie und Gewerkschafren, vorzutreiben. Mit dieser Taktik haben die Kommunisten bei den Berliner Betriebsratswahlen stellenweise gegen die Gewerkschaften Erfolge erzielt, mit ihr hoffen sie auch bei den Stadtoerordnetenwahlen im Herbst vorwärtszukommen. In der„Roten Fahne" von heute morgen findet sich nun eine Antwort von Fritz Dahlem, die nichts von den Angaben Künst- lers bestreitet und damit alles bestätigt. Wie vollkommen die Solidarität der Kommunisten mit den Unorganisierten ist, beweist Dahlem u. a. durch die Bemerkung, daß„die SPD.-Führer in ihrer arbeilerarisl akratischen Frechheit die Unorganisierten als„Gelbe" beschimpfen." Die neue Theorie und Praxis des Klassenkampfes, wie sie von den Kommunisten gelehrt und geübt wird, wird durch diese Be- merkung ins hellste Licht gestellt. Der Kampf, den die Kommunisten mit Hilfe der Unorganisierten führen, geht längst nicht mehr gegen die Kapitalistenklasse: er geht ausschließlich gegen die politisch denkende und gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft. Gegen sie als eine„freche Arbeiteraristokratie" werden die Unorganisierten lasgehetzt. So besorgen die Kommunisten im Kampfe gegen die organisierte Arbeiterbewegung mit ihren eilig zusammengerafften und leicht wieder auseinanderlaufenden Hilfstruppen tatsächlich genau dieselbe Arbeit, die früher von den Ge l b e n im Dienste des Unternehmertums geübt worden ist. Schulz dementiert. Er will Fahlbuschs Vernehmung nicht beeinflußt haben. Zu der Meldung der Rechtspresse, wonach Oberleutnant Schulz seinen Verteidiger gebeten hat, dafür zu sorgen, daß-Fahl- busch nicht von Vertretern des Reichswehrmini st eriums vernommen werde, damit ihm nicht von diesen gewisse Antworten „suggeriert" würden, bringt die H u g e rt b e r g s ch e T U. eine Berichtigung. Danach erklärt Oberleutnant Schultz: er habe derartige Briefe nicht geschrieben, er kenne auch hinreichend das Prozeßverfahren, um zu wissen, daß in einem Voruntersuchungs- verfahren die Vertreter der Reichswehr gar nicht die Möglich- keit hätten, eine in Untersuchungshaft genommene Person zu vernehmen. Das Dementi ist sehr u n v o l l st ä n d i g. In der ursprllng- lichen Meldung, die von der„Deutschen Zeitung" usw. gebracht wurde, ging nämlich der Wunsch des Schulz dahin, daß Fahlbusch nicht von Vertretern des Reichswehrministeriums— ebenso auch nicht von Beamten der Berliner Kriminalpolizei vernommen werde. Ueber diesen zweiten Punkt schweigt sich das Dementi aus. Hier gilt nämlich auch nicht die Ausrede, daß Kriminalbeamte keine Vernehmungsmöglichkeit im Untersuchung«- verfahren hätten! Dos halbe Dementi zu einer Meldung, die von der Schulz- Presse lanci«rt worden war, beweist nur unsere Behauptung, daß hinler den Kulissen der Rechtsverbände fieberhaft auf eine Beeinflussung des Fahlbusch hingearbeitet wird.. Es besteht die stärkste Vermutung, daß die Aussagen des Fahlbusch von entfcheidenster Bedeutung auch für die Beurteilung der Rolle des Schul; In den Fememorden sind. Doppelter Anlaß für die verantwortlichen Behörden, jede Verdunkelungsgefahr, woher sie auch immer kommt, im Keime zu ersticken! Oie Justiz von Glogau. Zum Prozeß beS Prinzen Friedrich Wilhelm zur Lippe. Las Erweiterte Schöffengericht Glogau hat den Prinzen Friedrich Wilhelm zur Lippe.wegen schwerster Beschimpfung der Republik und ihrer Minister zu der lächerlichen Straf« von 300 M. verurteilt. Es hat angesichts der Person des Angeklagten den niedrig st«n Tarif angewandt. Daß die Person des Ange- klagten bei der Bemessung der Strafe eine sehr erhebliche Rolle gespielt hat, geht aus der Urteilsbegründung einwandfrei hervor. Toller»och als dies Urteil war die Verhandlung selbst. Es muh in der Oeffentlichkeit lauter Protest gegen das Gericht, wi'e gegen die Anklagebehörden erhoben werden� die ohne Widerspruch duldeten, daß der Angeklagte und sein Vekteidiger, Herr Eoer- l i n g, in der Verhandlung di« Republik und ihre Minister weiter aus das schwerste beschimpfen durften. Si« haben den p r e u- ßischen Mini st erpräsidenten Braun als.Lügner" bezeichnet. Der Verteidiger beantragte, die Strafakten der preu- „ ßischen Minister heranzuziehe». Das Gericht duldete ferner, daß der Verteidiger Everling die verantwortlichem Redakteure der rcpublika- " i s ch« n Presse, die den schamlosen Artikel des Prinzen Friedrich Wilhelm zur Lippe gebührend kritisiert hatten, als „dreckige Zeitungsschreiber" beschnnpste. Der Prozeß gegen den Prinzen war mehrfach vertagt worden, weil der Angeklagte angeblich keine Zeit zum Erscheinen hatte. Am 13. April geruhte er endlich, an Gerichtsstelle zu erscheinen. Der Zufall wollte es, daß gerade an diesem Tage die Führerin der deutschnationalcn Frauenbewegung, Frau(Justizrat Müller, als Schöfsin sungierte. Diese Frau hielt es für richtig, dem Angeklagten die Hand zu drücken,' ehe sie sich mit dem Gericht zur Beratung zurückzog. Es wird nötig sein, daß das?Ns»zministerium sich über diesen merkwürdigen Prozeß und vor allem über die Haltung des An- ''ngcvertreters, des Oberstaatsanwalts Peiker, berichten läßt. Verhaftung eines Ooppelmörders? Ein schwachsinniger Frauenhasser. KSln, 16. April.(Eigenbericht.) Die Düsseldorfer. Kriminalpolizei nahm gestern abend einen ZZfährigen Mann namens Straußberg fest, der in den letzten Tagen in der Dunkelheit zwei Frauen überfallen und mit einem Lasso geknebelt hatte. Straußberg ist schwach. sinnig. Er gibs als Motiv seiner Tat haß gegen dos »r,e i b I i ch e Geschlecht an. Die Kriminalpolizei vermutet, daß aus s�iv Konto auch der Mord an einem achtjährigen Mädchen und einem Erwerbslosen fällt. Der verwaltungsausschuß des Lichterfelder Kreiskrankenhauses, sowohl wie der Kreisausschuh des kreise» Teltow haben im Anschluß an die in der Presse erwähnten Bermitllungsoktionen der Berliner Aerztekammer sich in eingehenden Beratungen mit der Frage der Sündigung des früheren Leiters der inneren Abteilung des Krankenhauses Prof. Dr. Rauten berg und der Wahl seines Rachfolgers beschäftigt. Der Kreisausschuß teilt dazu folgendes mit: „Der Kreisausschuß hat, nach dem einstimmigen Vorschlag des Verwaltungsrates, in dem der Kreis und die Stadt Berlin paritätisch vertreten sind, und in dem auch prominenteAerzte der Berliner Stadtverwaltung Sitz und Stimme haben, eine Zurücknahme der Kündigung im Interesse des Krankenhauses für nicht angängig erklärt und die Stelle mit sofortiger Wirkung mit dem Herrn Pros. vr. meck. R e tz l a f f in Aiteniai in Liiauen. Ein Kreispolizeiführer getötet. k o w n o. 15. April. Zn der Rächt zum Sonnabend wurde von unbekannten Tätern auf den Kreispolizeisührer Rekeliai ein Bombenanschlag verübt. Hierbei wurde der Polizeiführer so schwer verletzt, daß er bald nach der Einlieferung in das Mariampoler Krankenhaus starb. Von den Tätern fehlt jede Spur. Es wird vermutet, daß es sich um einen Gewaltakt von Angehöriger der Emigranten gruppe handelt. Dieser Anschlag wird natürlich nur den Gewaltherrschern in Kowno ein willkommener Anlaß zu. neuen Verfolgungen sein. Inwieweit der jetzt Getötete mit Lockspitzeln unter den Emigranten in Verbindung gestanden hat, für die si« sich rächen mochten, ist einstweilen nur zu vermuten. Hazard-Wettbewerb der Staaten. Neue Spielbanken in Rumänien und Ungarn. Bukarest, 16. April. Wie„Adeverul" meldet, hat die Regierung beschlossen, die Spieikasinos in Konstanza und S i n a i a. die vor einigen Iahren geschlossen wurden, wieder zu eröffnen, und zwar weil am Plattensee in Ungarn ein Spielkasino eröffnet werden soll: die rumänische Regierung befürchte!, daß dadurch die Fremden statt nach Rumänien nach Ungarn gelockt werden. Schwere Wahlkrawalle. Bukarest, 16. April. In mehreren Orten hat es blutige Zusammenstöße zwischen „liberalen" Parteigängern und der Bauernschaft gegeben. In einer Gemeinde, in der Ersatzwahl für die Gemeindevertretung war, kam es zu Schlägereien, bei denen auch Revolverschüsse gewechselt und mehrere Personen und Demonstranten o e r l e tz t wurden. Auch im Wahldezirk des ehemaligen liberalen Innen- Ministers Duca kam es zu Zusammenstößen, wobei zwei Personen durch Reooloerschüsse und a'cht durch Messerstiche schwer verletzt wurden. Zwölf Personen wurden verhaftet. Steuerscheu und Bibelfestigkeit. Ist die Obrigkeit von Gott oder vom Satan? Im Jtzehoer Prozeh gegen die Aufrührer von Beidenfleth ist auf der Anklagebank mehrfach das Wort gefallen: es hieße zwar in der Bibel, die Obrigkeit sei von Gott. Aber diese Republik sei vom Satan.— Gegenüber dieser seltsamen Bibelzitierung durch christlich-gläubige Landbundgemüter sei ein Verweif auf den Originaltext gestattet. Der Apostel Paulus beginnt' das 13. Kapitel seines Römerbriefes mit folgenden Sätzen: 1. Jedermann sei Untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn Hot. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott: wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. 2. Wer sich nun wider die Obrigkeit setze, der widerstrebt Gottes Ordnung: die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Ausdrücklich erklärt der Apostel jede Obrigkeit für gottgewollt, ganz gleich, wie si« zusammengesetzt ist. Die aber widerstreben, die werden nach der Ankündigung von Paulus„über sich« i n Urteil empfahen" Das hätten die Landbündl«r von Beidenileth sich einprägen sollen, ehe sie sich auf die Bibel beriefen. Aber oor Steuerjcheu ist ihnen ihr« Bibelsestigkeit gänzlich abhanden ge- Berlin besetzt, der vom Verwaltungsrvt unter drei aus der Zahl der Bewerber ausgesuchten Professoren an erster Stelle vorgeschlagen war. Professor R., der über die Umstände des notwendig gewor- denen Wechsels unterrichtet ist, hat sein« Wahl angenommen und übernimmt sofort die Leitung der inneren Abteilung des Stuben- rauch-Kreiskrankenhaufes. In den Beratungen trat in dem aus allen Berufsständen und allen politischen Parteien zusammen- gesetzten Gremium«ine völlig einhellige Beurteilung der Sachlage zutage. Ueber die Persönlichkeit des Herrn Professor Retzlafs hören wir folgendes: Professor R. steht im 46. Lebens- jähre und genießt als innerer Kliniker in den Kreisen der Berliner Aerzteschaft und der Bevölkerung Berlins einen hervorrageichen Ruf. Die Verhältnisse in der Anstalt waren lecher durch das Der- halten des VorgängerK gegen den vorgesetzten Chefarzt völlig un- haltbar geworden uich zwangen zu alsbaldiger Whilfe. Im übrigen ist die Kreisverwaltung hinsichtlich der Versorgungsansprüche des Vorgängers zu weitgehendem Entgegenkommen gen«igt." kommen, sie haben den Sinn des Pauluswortes, das Gehorsam auch gegen die unsympathische Obrigkeit predigt, ins genaue Gegenteil verkehrt. Run aber ist gerade Angst vor Steuern der letzte Grund, aus dem sich ein bibelfrommer Christ gegen das Pauluswoxt auflehnen dürfte, denn im 6. Verse lehn Paulus aus- drücklich: Derhalben müßt ihr auch Schoß(Steuer) geben: denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. Ach, ja, gläubige Gemüter Hab« es heutzutage schwer, di« Bibel richtig auszulegen, seitdem die Obrigkeit republikanisch geworden ist. Oie neue Mgierung von Strelih. Zwei parlamentarische Ministerialdirektoren. Reustrelih, 16. April.(Eigenberich!.) Als Staatsminister der großen Koalition wird der Landtag von Mecklenburg-Strelitz heute den bisherigen, von der Sozialdemokratie gestellten Staatsminister Dr. von Reibnitz wählen. Als par- lamentarische Ministerialdirektoren sind für die Arbeitsgemeinschaft der Mitte der Reustrelitzer Bürgermeister Dr. Heipertz und für die wirtschafttiche Arbeftsgemeinschaft Schneider m e i st e r Frömcke in Aussicht genommen. Die Demokraten sind in Zukunst nicht mehr unmittelbar in der Regierung vertreten. „Orehroslen"-Teschke in Konkurs. Oer Begründer des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Warenhäuser. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Max Teschk«, des Inhabers der Firma ,.Drehrollen"-Teschke ist jetzt vom Amtsgericht Berlin- Mitt« das Konkursverfahren eröffnet worden. Zum Konkursverwalter ist der Kaufmann o. Schlebrügg«, Berlin- Charlottenburg, Bretschneiderstraß« 13, ernannt worden. Die erste Gläubigeroersammlung findet am 6. Mai, vormittags 11 Uhr, im Gerlchtsgcbäude des Amtsgerichts Berlin-Mitte, Reue Friedrich- straße 13/14, statt. Max Teschke machte im Winter vorig«n Jahres durch di« Gründung«ines„Reichsoerbandes zur Bekämpfung der Waren- Häuser" von sich reden, den er offenbar aus dem Grunde ins Leben gerufen hatte, weil ihm seine Fabrikationsräum« in der Rosen- thaler Straße von dem Wirt, einem Warenhause, gekündigt worden waren. Während man von dem Reichsv«rband als solchem nicht viel hörte, wurde Max Teschke dann mehrmals vor das Ar- beitsgericht zitiert und verurteilt, weil er Angestellten des„Reichs- Verbandes" recht erhebliche Kautionen abverlangt hatte, deren Rückzahlung erst durch gerichtliche Entscheidung gesichert werden mußte. Ob unter der Iahl der Gläubiger auch einige dieser Ange- stellten sind, die zum Teil ihr« letzten Ersparnisse zusanimengerafst haben, um die Kautionen stellen zu können, läßt sich zurzeit nicht sagen. Es hat den Anschein, daß nennenswerte Aktiven nicht vor- Händen sind. Die Telephonanschlllss« der Geschäftsräume in der Kommandantenstraße 12/13, wo sich auch die Geschäftsstelle des Reichsverbandes befand, und der Fabrik in der Waßmannftraße sind bereit» von der Post gesperrt, da nicht einmal die Fernsprech- gebühren bezahlt werden konnten. Teschke hatt« übrigens auch eine «igen« Zeitung gegründet, um seine warenhausfeindlichen Tendenzen vertreten.zu können, die im Verlag von Bruno Scherl erschien. Die Pariser Verhandlungen haben heute noch k ei n e neuen Ergebnisse gezeitigt. Die Loge ist nach wie oor e r n ft. Zwei neue belgische Fuuksender. ein französischer und ein flämischer, sollen in der Nähe von Löwen errichtet werden. Amis- und Landrichier Hestermann. err Lambertier" ist ein großes Rollenstück für ein Künstlerpaar, das ununterbrochen drei Akte lang vor der Rampe bleiben will. Albert Bassermanu spielte in Berlin diesen dämonisch oerfolgten Liebhaber und Mörder. Lucie Mann- heim war als armes Opfer der Hingebung seine Partnerin. Das russische Emigrantenpaar ehrt in einem deutsch gespielten Prolog die deutschen Schauspieler, die in Berlin so starken Beifall fanden. Dieser Prolog enthielt ein hübsches Kompliment, doch wenig Geist. Und dann begannen der russisch« Herr und die russische Dame in ihrer musikalischen, zu großer, schmelzender Geste verlockenden Sprache den Zweikampf der Worte und der Herzen. Solche Abende sind wohl interessant, doch sie genügen mehr dem Ehrgeiz der Gastgeber als der Erbauung der Gäste. Immerhin be- wies eine treue Familie von Anhängern, daß sie die Künste de« fleißigen Emigrantenpaares der großen Kunst gleichsetzen möchte. _ M. H. Lsnentwegt kaiserliche Russen. „Die Lüge der Rina Petra wo."— Ufa am Zoo. Vorbild ist, bewußt oder unbewußt,„Anna Karenina", nicht der Roman von Tolstoi, sondern die Verfilmung aus Hollywood. Im Aufbau mancher Szenen, in der Haltung der Brigitte Helen sind unverkennbare Aehnlichkeiten vorhanden. Ferner spielt die Handlung im kaiserlichen Petersburg. Es liegt an stch kein Grund vor, das Rußland vergangener Zeiten zu wählen, denn der Stoff, von Hans Szekely frei erfunden, hat nichts spezifisch Ruffisches, kann in jedem anderen Lande zu jeder anderen Zeit in Szene gehen. Das Ganze wirkt wie die Konzession an«inen sonderbaren Publi- kumsgeschmack. Zwei Männer um eine Frau. Der ein« jung und arm, der andere in hoher Stellung und mit einem beneidenswerten Bank- konto behaftet. Nebensächlich, daß es sich hier um Kornett und Oberst eines Garderegiments handelt. Der Junge wird geliebt, der andere zahlt. Dann kommt die edle Geste der Frau. Sie verläßt das Bankkonto und lebt mit dem Geliebten in Armut. Hier wird entschieden übertrieben. Die kleine Nina Petrowa ist vorher als raffiniert klug« Frau geschildert, bestimmt hat sie sich ein Privat- konto zugelegt und braucht nicht nach Auszug aus dem Palais sojort gestopfte Strümps« zu tragen. Um den Kornett vor einer Ehren- angelegcnhest zu rellen, geht sie in das Palais zurück und nimmt sich das Leben. Seit langer Zeit ein Film ohne kapp? evä, aber mit der üblichen Schwarzweißzeichnung, die auch der Regisseur Hanns Schwarz kaum mildert. Schwarz hat Sinn für das Dekorative, für den Stimmungs- gehast und den die Dramatik steigernden Wert der Requisiten. Das Talent zeigte er schon in der„Ungarischen Rhapsodie", aber dort fügte er wundervolle Landschaftsausnahmen dem Rahmen der Hand- lung ein, während er hier nur Salons und im Atelier gestellte Straßenbilder verwendet. Und jetzt plötzlich sieht man das Frag- würdige dieser Regieführung«in. Di« Aufnahmen der toten Gegen- stände sind nicht mehr handlungssteigernd, sie bedeuten bereits einen Selbstzweck. Dies ist gefährlich. Außerdem vernachlässigt er über dem Nebenher die Handlung. Er dehnt sie grundlos, vielleicht nur, um einen abendfüllenden Film zustand« zu bringen. Von den Amerikanern, besonders von der„Anira Karenina' übernimmt er die Liebe für die Großaufnahmen. Eine Großaufnahm« hat jedoch nur dann Zweck, wenn sie«inen besonders wichtigen Teil des Geschehens heraflshebcn soll. Gut sind die Darsteller. Brigitte Helm war selten so gelöst und so frei von jeder Schablone wie in der„Wunderbaren Lüge der Nina Petrowa". Si« arbeitet mit feinen nuancierten Uebergängen von einem Affekt In den anderen. Sie vergißt ihre verkrampften mondänen Stellungen. Franz Leberer ist tatsächlich ein großer Junge, voll undifferenzierter Lebensfreude imd kindlich einfachen Leiden. Beherrscht wi« immer der Engländer Marwick Ward, ein Gentleman von korrekter Haltung, der jede Gefühlsregung hinter einer eleganten Geste verbirgt. Die Ufa zeigt diesen Film als groß« Spitzenleistung an. Das ist er nicht. Höchstens eine kultivierte Arbeit, die viel zu viel Rück- ficht auf ein bürgerliches Publikum nimmt, die die Dinge zurecht- schminkt, wie es die Gartenlaubensentimentalität verlangt. Das Milieu,«itg begrenzt, zerstört die Wirkung eines Stoffes, der „Menschlich allzu Menschliches" bringt. Immerhin ein Fortschritt gegenüber den sonstigen Produtten nicht nur dieser Gesellschaft, fon- dern auch der deutschen Filmindustrie. F. 8. Sie Moderne Galerie Ateilhelm schlieft die Ausstellung.Holländische Graphik der Gegenwort' am Mittwoch, dem t7. d. Ad In Vorbereitung befindet sich eine Ausstellung.Alfred Kubin', die am DienStag, dein 23. d. M., S Uhr nachmittag», vor geladenen Kästen eröffnet wird. Pla- ftiken des Bildhquer« Walter Schelenz ergänzen di»se AuSflellunz. Dr. Paul Ferdinand Schmidt ipricht einleitende Worte. „Die Oame hinterm Vorhang." Eapitol. Neben dem Hauptfilm läuft diesmal ein reiches Beiprogramm. Man erblickt aus dem oerschneiten und vereisten Spreewald winter- lich« Bilder voll unendlicher Schönheit und landschaftlich reizvollster Stimmung. Ferner genießt man eine dieser entzückenden amerika- nischen Kinderkomödien und sieht zudem«ine nette Wochenfchau. Im Schlager„D i e Dame hinterm Vorhang" gewahrt man Ramon Novarros Entwicklung vom liebelnden Lieder- jahn zum liebenden Bräutigam. Er ist umgeben von der anmutigen Marcelline Day und der übertrainierten ReneeAndoräe, bei der die schlanke Linie schon längst in einen nichtssagenden Strich überging. Madame ist nur ein Gesellschaftskleid ohne Körper und ohne Seele. Der Regisseur Hobart Henley ist rasend verliebt in elegante Menschen, prunkvolle Einrichtungen und raffinierte Photo- graphien. Er zeigt Ramon Rovarro als eitlen Monokelfratz und als natürlichen frischen Menschen, man sieht den Star im Gesellschafts- und im Badeonzug. Und der sportlich gewandte Ramon Rovarro gefällt nicht allein dank seiner gesunden und schönen Körperlichkeit. Er bleibt trotz dieser unbestreitbaren Vorzüge..nämlich ein Schau- spieler von Format, der sogar ganz kleine Szenen mit höchster Ge- staltungskraft erfüllt. „Valentina ist tot!"„Es lebe Ramon Rovarro." Das Film- Publikum will seinen Götzen haben. Vor dem Uraufführungstheater war«in solches Gedränge, daß die Damen ihre Schoßhunde und ihre männlichen Begleiter verloren. e. b. Abenteuerfilme. Fast jeider Mensch will in der Jugend und möchte im Alter Abenteuer«rieben. Hinzu kommt, daß augenblicklich die Aden- teuerlektüre modern ist und das ihre dazu beiträgt, die ijHantaste zu erhitzen und die Sinne zu verwirren. Daher kann man es den Filmgewaltigen nicht verargen, wenn auch sie sich mit Abenteuern beschäftigen. Im Gegenteil, es besteht für sie sogar eine Art Pflicht, dem Geschmack des Publikums Rechnung zu tragen. Prächtig sind die Abenteuer in den Märchenfilmen„Der Dieb von Bagdad" und „Der verlorene Schuh" ausgenutzt. Hier werden sie zum Wunder und tatsächlich zum realisierten Traum. Bom Märchenstofs abge- sehen könnten überdies gute Filmmanuskripte geschickt vom Aben- teuer erzählen, sobald sie es aus der Alltäglichkeit, aus irgendeiner glaubhasten, zufälligen Situation erstehen ließen. Gibt es im Loben doch viele Abenteuer wider Willen. Genau so, wie die abenteuerlichsten Berufe für die Ausübenden zum grauen Alltag werden. Der Film aber arbeitet nach einer Zlbenteuerschablone. Imponieren die amerikanischen Cowboydarsteller doch allesamt durch ihren festen Sitz im Bocksattel auf weitausgreisend gallop- pierendem Pserde und dem ungemein rhythmischen Zug der Lassos. Die Abenteuer selbst erwachsen nicht aus der Situation, sondern sind in diese hineingezwängt. Dasselbe findet man bei den Alber- tini- und Harry-Piel-Fllmen, bei denen die elfteren durch die per- sönliche Liebenswürdigkeit ihres Hauptdarstellers und die letzteren durch ihre unfehlbar filmreißerische Aufniachung zu Kaffenstücken werden. Ganz unmöglich aber ist das Genre, das Eddie Polo spielt. Er ist weiter nichts als der gewollte Prügelheld. In künst- lerischer Hinsicht will auch die Industrie kein« Bilder mehr mit ihm herausstecken, denn zur Premiere seines neuesten Films„Aus der Reperbahn nachts um halb Eins" in der„Schau- bürg" wurde die Presse vorsichtshalber nicht geladen. Hoffenttich erleben wir es nun noch, daß dieses Eingeständnis der Nichtigkeit schließlich zur Reform der ganzen Abenteuerfilme führt. e. Eine Goethe-Gammlung. In einer Büchersammlung, die am 29. April bei H s n r i c i in der Lützowstraße zur Versteigerung gelangt, steht wie immer, was diese Kunsthandlung zeigt, Goethe im Mittelpunkt. Ein- Goethe- Sammlung bringt neben seltenen Erstausgaben seiner Werke Bilder und Erinnerungsstücke, Handschriftliches von ihm und aus seinem Kreise. Bemerkenswert ist ein Nächruf, den der Altmeister dem Schauspieler Malconi widmete als Geschenk an dessen Tochter, die bekannte Schauspielerin Amalie Wolfs in Leipzig: Reichen Beyfall hattest du erworben, Allgemeine Neigung rein erzielt: Viel Perjonen sind in dir gestorben Und du Hilst sie alle wohlgespielt. Interessant ist auch die von der Schwiegertochter Goethes, Ottllie, geb. v. Pogwisch, herausgegebene Zeitschnft„Chaos", die von vornherein nur für exklusive Leser bestimmt war. S i e wurde nur in 28 Exemplaren gedruckt, ist darum von allergrößter Seltenheit. Mitarbeiter waren außer Ottilie und ihrem Beirat Goethe, Riemer, Knebel, Chamisso, Holte!, Gries, Carlyle usw. „Wer vierundzwanzig Stunden in Weimar zugebracht und irgend- einen literarischen Beitrag geliefert hatte, konnte als Mitarbeiter und Mitleser de»„Chaos" aufgenommen werden: anderen Personen dürft« es nicht einmal gezeigt werden." Die Zeitschrift erschien nur in zwei Jahrgängen: ein Geschäft war es jedenfalls nicht. F. N. Die Slsässer Volksbühne in Berlin. Die Elsaß-Lothringisch« Volksbühne des Hilfsbundes für die Elsah-Lothringer im Reich gab am Sonntag nach- mittag ein Gastspiel im Deutschen Künstlertheater mit G. E t os k o p f s„D'r Kandidat". Ein heiteres, harmloses Spiel um die Straßburger Gemeinderatswahl. Trotz aller Mühe, die man sich gab, geht es so nicht. Man kann dem ungcschulten norddeutschen Ohr unmöglich ein derartig echtes und unverfälschtes Elsässisch zu- muten. Es geht ihm beim besten Willen nicht ein. Es hätte dem Stück wirklich nichts geschadet, wenn man den Dialekt etwas gemildert hätte. Wenn die Regieführung von S ch l i ck- M a n z nicht für einigermaßen Tempo gesorgt hätte und die Schauspieler nicht mit so liebenswürdigem Eifer bei der Sache gewesen wären, hätte sich die ganze Angelegenheit ziemlich peinlich entwickeln können. Die zahl- reich erschienenen hier ansässigen Elsässer ainüsierten sich ausge- zeichnet. Die Berliner bewahrten höfliche Ruhe und waren für eine hin und wieder zugeflüsterte Erklärung von Dialektsachperständige dankbar. W. J.■ Keule Interna Wer Franentan! 1SV- Uhr: 4 öffentliche Frauenkundgebungen Phanu-Skle, Müllerttrasie 142, Prachtsäle am Märchenbrunnen(Friedrichshain), KUems Fethäle, Hasenheide 13-14, Spichernsäle, W. 50, Spichern- strafje 3.— Film:„Der Weg einer Proleiai ierln". Ansprachen in- und ausländischer Genossinnen. Chorgesänge.- Fintritt frei! Ein gelber Gchemprozeß. Antwort des Reichsarbeitsministers. Wir hatten im„Vorwärts" vom 26. März über den Prozeß einee Arbeitgebers gegen eine Werksgemeinschaft berichtet, bei dem die Werksgemeinschast die Gerichtskosten für ihren Prozeßgegner bezahlt haben soll. Aus die diesbezügliche Klein« Anfrage des Abg. Anfhouscr(S03.) ist nunmehr vom Reichsarbeitsminister sol- gende Antwort erteilt worden: Der Reichsarbeitsminister Nr. III- 4831/29 Berlin NW. 40. den II. April 1929. An den cherrn Präsidenten des Reichstags. Betr.: Anfrage Nr. 32 der Abg. Aufhäuser und Genosien. Auf das Schreiben vom 18. März 1929— A. Nr. 32 1. Ang.: im Anschluß an mein Schreiben vom 3. April 1929 — lila 4479—. Di« Anfrage Nr. 32 der Abgeordneten A u f h ä u s e r und Genossen wird wie folgt beantwortet: Nach einer mir vor längerer Zeit zugegangenen Mitteilung der Landesbehörde hatte der Arbeitgeber, mit Rücksicht auf die in Betracht kommenden Kosten, zunächst kein« Neigung, die Revision gegen das wider ihn ergangene Urteil des Landesarbeitsgerichts in Bielefeld vom 16. Mai 1928 einzulegen, das die Rechts- Verbindlichkeit der von ihm mit der klagenden Werksgemeinschast seines Betriebes abgeschlossenen Tarisoerträge einschließlich Ar- beitszeitabkommen unter Annahme der Tariffähigkeit dieser Werksgemeinschaft festgestellt hatte. Er hat dann aber, nach einer weiteren Mitteilung der Landesbehörde, die Revision eingelegt, nachdem der Rcichsbund vaterländischer Arbeiter- und Werk- vereine, e. V., dem die klagende Werksgemeinschast als Mitglied angehört, sich bereit erklärt hatte, die Kosten für die Revision zu tragen. Weiteres ist mir nicht bekannt geworden. gez. Wisse«. Mit diesem Bescheid des Reichsarbeitsministers wird also be- stätigt, daß hier ein Scheingefecht zwischen Arbeit- gebern und gelben Werkvereinen vor dem Reichs- arbeitsgericht aufgeführt worden ist. Mit Hilfe eines sogenannten Tarifoertrages zwischen dem betreffenden Arbeitgeber und s«in«r gelben Werksgemeinschaft sollte eine über die gesetzlichen Be- stimmungen hinausgehende Verlängerung der Arbeits- zeit ermöglicht werden. Der Arbeitgeber und feine Gelben hatten also das gemeinsame Interesse an der Anerkennung der Tarisfähig- keit der Werksgemeinschaft. Die beiden angeblichen„Prozeßgegner" führten in Wirklichkeit einen gemeinsamen Streit gegen die unabhängigen Gewerkschaften. Nur so ist es auch verständlich, daß die Spitzenorganisation der gelben Werkvereine Deutschlands dem Arbeitgeber die Kosten für diesen Scheinprozcß bezahlt und er die Revision beim Reichsarbeitsoericht nur unter dieser Voraussetzung eingelegt hat. Das Reichsarbeitsgericht hätte jetzt Gelegenheit, neben der Prüfung der Satzungen der Werlsgemeinschaften, die de» arbciter- feindlichen Charakter der Gelben natürlich nicht herausstellen, ein- mal auch das tatsächlich« Verhalten dieser Wirtschafts- friedlichen zu prüfen. Wenn in diesem Einzelsall die Reichsorganisation der Werk- vereine einen einzelnen Arbeitgeber finanziell unterstiitzt, so ist diese Haltung durchaus damit zu vereinbaren, daß der Reichsbund vaterländischer Arbeiter- und Werkvereine als Gesamtverband wiederum von der Gesamtorganisation der Unternehmer unterstützt wird. Die Arbeitgeber und die Werkvereine erscheinen vor dem Arbeitsgericht als soziale Gegenspieler, während sie in Wirklichkeit in dem Ziele der Wahrung der ,U»t?rnehmerinter- essen miteinander aufs engst« verbunden sind. Diese Totlache wird auch bestätigt, indem der frühere Geschäftsführer der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Herr Dr. H. M c i ß i n g e r, bei dieser llnternehmerspitzenorganisation formal ausgeschieden ist und jetzt die Werkvereine in ihrem Kampf um die Anerkennung der� Tariffähigkeit als„Rechtsanwalt" vertritt. Es ist wohl auch kein Zufall, daß sich die Bureaus der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und des Herrn Rechtsanwalts Dr. Meißinger, beide Berlin, Burggrafenstr. 11, befinden und unter derselben Rufnummer: Barbarossa 9211, zu erreichen sind.— Das alles steht freilich nicht in den Satzungen der Werkvereine, bei deren Prüfung das Reichsarbeitsgericht bisher den wahren Charakter der Gelben noch nicht erforscht zu haben scheint. Oer Zugenbtag in Wien. Tagung der Sozialistischen Zugend-Znternationale. Das Bureau der Sozialistischen Jugend-Internationale hielt in Berlin eine Sitzung ab. Die Beratungen dienten in erster Linie der Vorbereitung des zweiten internationalen Jugend- treffe ns in Wien vom 12. bis 14. Juli und des dritten inter- nationalen sozialistischen Jugendkongresses vom 16. bis 18. Juli. Das Programm des Jugendtreffens konnte nunmehr in allen Einzelheiten festgelegt werden. Die Tagung wird eine Reihe wuchtiger und bedeutsamer internationaler Kundgebungen und Feiern bringen. Das Jugendtreffen wird eröffnet mit einer Feier auf dem Heldenplatz, in deren Mittelpunkt die Aufführung eines internationalen Festspiels stehen wird. Am Freitagabend(12. Juli) und pm Sonnabelldnachmittag finden je fünf große künst- lcrische Feiern in verschiedenen Sälen statt. Am Sonnabend nach- mittag und abend vereinigen sich die sozialistische Jugend und die sozialistische Arbeiterschaft zu einer großen Feier auf der Hohen Warte, der ein Fackelzug am Donaukanal entlang durch die innere Stadt zum Rathaus folgen wird. Das Wiener Rathaus wird am Sonnabend festlich erleuchtet werden. Im Mittelpunkt der Sonntag- Veranstaltungen wird eine große internationale Kundgebung vor dem Rathaus und ein Demonstrationszug über die Ring- ftraße stehen. Auf der internationalen Kundgebung werden die führenden Vertreter der internationalen sozialistischen Arbeiter- bewegung sprechen. Die Vorbereitungen in Wien selbst sind soweit gediehen, daß mit einer großartigen Veranstaltung gerechnet werden kann. Nach den bisher vorliegenden vorläufigen Meldungen kann mit einer Beteiligung von 39000 bis 35 000 Jugendlichen gerechnet werden. Bisher liegen folgende Meldungen vor: 12 000 Jugendliche aus Wien, 10000 Jugendliche aus dem llbrigeki Oesterreich, 7000 bis 8000 aus Deutschland, 2000 bis 3000 aus der Tschechoslowakei, 2000 Jugendliche aus den übrigen Verbänden. Das Wiener internationale sozialistische Jugendtreffen wird die größte internationale sozia- listische Veranstaliung werden, die jemals stattgefunden hat. Dem Jugendtreffen folgt der dritte internationale sozialistische Jugend- kongreß, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag des Genossen Otto Bauer über die Weltlage des Sozialismus und die Zlufgaben der jungen Generation der Arbeiterklasse stehen wird. Das Bureau beschäftigte sich dann ferner mit der Beteiliguirg der Sozialistischen Jugend-Jnternationale und der ihr angeschlossenen Verbände an der großen Abrüstungsaktion der Sozialistischen Arbeiter-Jnternationale. Verurieisung zweier Republikbeschimpser Beamte der preußag! Auf einen Strafantrag der Republikanischen Beschwerdestelle hat dos Schöffengericht in Hindenburg O.-Schl. den Grubensteiger I a u s l y und den Oberhauer M u f ch i o l wegen Vergehens gegen das Republikfchutzgesctz verurteilt, und zwar Jausly an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu 200 M. Geld- strafe und Mnschiol zu 150 M. Geldstrafe. Beide sind Beamte bei der„Preußag". Jausly hatte in einem Gasthaus am 30. Scp- tember 1928 fortgesetzt Wilhelm II. und seine Jäger hochleben lassen. Darauf ließen die anwesenden Republikaner den Reichs- Präsidenten Ebert hochleben. Als Jausly und Muschiol dieses hörten, sprangen sie auf und riefen aus:„Hoch lebe die Farbe Schwarzweißrot. Pfui die Farbe Schwarzrotmostrich." Die Teuerung in Rußtand. Gewerkschaften als Kritiker. Die Wirtschaftsobteilung des Zentralrats der Gewerkschaften hat dem Vorstand eine Denkschrift über die Bewegung der Kleinhandels- preise überreicht, aus der sich nach dem„Trud"(Nr. 72) folgendes ergibt: „Während der letzten 6 Monate find im Durchschnitt für die Sowjetunion die Preise für die Waren, die für das Arbeiter- budget entscheidende Bedeutung haben, um 6,3 Proz. ge- stiegen. In Moskau hat die Steigerung 6,5 Proz., in Leningrad 7,4 Proz. betragen. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse weisen ein« Steigerung von 9,3 Proz. auf, während die Industrie- erzcugniss«, sofern sie in das Arbeiterbudget einbezogen sind, nur eine Erhöhung von 2 Proz. aufweisen. Dabei bemerkt aber die Wirt- schaftsabteilung ausdrücklich, daß dies« Angaben nicht die tatsäch- liche Bewegung der Preise wiedergeben, denn die Konsum- g e n o s s e n s ch a s t e n machen die größten Preisauf- schlüge auf Waren, die bei der Feststellung des typischen Arbeiter- budgets nicht berücksichtigt werden, tatsächlich aber doch im Arbeiter- konsum eine bedeutende Rolle spielen, und zudem häufig bei den Konsumgenossenschaften gar nickt zu erlangen sind, so daß sie beim Privathändler zu besonders hohen Preisen eingekauft werden müssen."_ Rhein-Mam-Regionalverband. Städtezusammenschluß über Ländergrenzen hinweg. Arankfurl a. M.. 16. April.(Eigenbericht.) Am Sonnabend tagten unter dem Vorsitz des Frankfurter Ober- bürgermeifters Dr. Landmann die Oberbürgermeister, Bürgermeister und technischen Sachberatcr einer größeren Zahl von Städten des Rhein-Main-Gebiets. Es wurde die Gründung e i n e s R h e i n- Main-Regionalverbandes beschlossen, dem die Städte Darmstadt. Friedberg, Hanau, Homburg, Mainz, Bad Nauheim, Ofsenbach und Wiesbaden beigetreten sind. Diese Städte wollen künftig alle Verkehrsfragen, die Siedlungspolitik usw. usw. gemein- schastlich regeln. Dicmsts«, 16. April. Berlin. 16.00 Theodor Kappstein: Die Brüder Schlegel. 16,30 Iwar von Lücken: Eigene Dichtungen. 17.00 Berlin und das deutsche Lied.(Dr. Herbert Biehle, Vortrag und Else Wachstnann, Alt. Am Flügel: Waldemar von Vultde.) Anschließend: Hotel Bristol(Kapelle Hia Livschakoff). 18.10 Kurt Blumenfeld: Der Palisfina-Oedanke im deutschen Judentum. 18.35 Stunde mit Büchern. Deutschland und Frankreich in gegenseitiger Be. trachtnng. Mikrophon: Dr. Otto Qrautoti. 19.00 Alfred Beyer: Geistes- und Seelenleben. 19.30 Prof. Rodcnwaldt: Die Entstehung und Bedeutung des deutschen archäologischen Instituts. 20.00 Dialoge der Weltliteratur: Oscar Wilde. Regie: Carl Hagemana.(Mrtw.: Herbert. Brupat, Helmutll Kassing.) �.t K'6 n 1 lg s w n* t e r i a 41» e n. 16.00 Schulrat Wolff und Lehrer Konetrky: Zur praktischen Durchführung der Richtlinien in der Volksschule. 16.30 Dr. Ludwig Landshoff: Alle Musik. 18.00 Ob.-Stud.-Dir. Dr. Felix Bchrend: Berufswahl und Schule. 18.30 Französisch für Foilgeschrittene. 18.55 Stud.-Rat Georg Thiel: Wie kommen Entdeckungen und Erfindungen zustande? 19.20 Dr. Fritz Pfirrmann; Gedanken zur Arbeitcrkullnr. 22.45—23.15 Bildfunkversuche._ Vetler für Berlin: Heiter, mit verbreiteten Nachtfrösten, tags- Über mild, östliche Winde. Für Deutschland: Auch in der südwest- lichen Hälfte langsame Besserung, namentlich im Norden verbreitete Nachtsröste. Verantwortlich Hie die Rebaktion: Zea»z Stüh*. Berlin: Anzeigen: Th tBlude, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag 8. m b. H., Berlin. Druck: Vorwart» Bud». bruckerei und Bcrlagsanftalt Paul Singer 6t To., Berlin SW 68. Linbrnstrahe 8. Hieran 1 Beilage. CASWO-THEATEB toi ir-n er Siralie 37. Der neue schlagen ,£in6 ungeliente frau and ein erstklassiger bunter Teil. Qr unsere Leser Gutschein fürl—( Pers. Fauteuil nur 1 15 M„ Sessel 1.65 M. SonstlRe Preise Parken u. Rang 0.80 Mk Theater a.KottbusserTor uttbussei Str. 6. fti. Mp|. 16077 Allabeadltdi S Uhr auch Sonntags nadhrn. S Uhr JabiUums-Programm unter der Devise 10 Jahre Ellte-sanger VoiKsbttline 0ml« inNItvpliti S Uhr Trojaner Thtattr ib saimiBtniaiBiB 8 Uhr Pioniere in Ingolitadi Thalia-Theater 8 Uhr Oelransch 8 Uhr Die Weber Stutuitgr ib nats dir RepiDllk 7Vl Jhr Don Giovanni »'/. Thealp.ram ilhinhauerflamin. Norden 1141 u. 281 Pioniere in Ingolstadt (Soldaten u Dienstmädchen) Rerfler. Lenla, Lom. BettB, IfosMiann. Mflssei o.». Otsch, KaiuUcr.Tb. 80, Uhi Ponasch und Perlmutter als Detektiv Paul Grits, Karl Ettllngcr. frianon-Th. läßlich»>/, Uhr Oer Herzog und die Sünderin Rundfunkhör ei nalhe Preise Dnisdin IHM 0.1. Norden 12 310 8 U. Ende nach low LetzteAutfahrungcn Weiber m Wimlsor von Shakespeare Regie; Heinz Hilpert Kamtnerspiele 0.1. Norden 12310 SVa U., Ende geg. 10 Jusik von Ossip Dymowl Regie: HeinzHilperl Bühnenbilder) Erich E. Stern. Bühnenmusik; PiuitBe VelllairelL Die Komödie (IBismck. 2414/7516 H"i U., Ende geg. 10 wann kommst Du wiodor? Komödie von S. Maugham. Regie Gustaf Gtündgens Ptilihannonie 8 Uhr ibsehledskoDzerl Bcethoren•Abend des Philhamt-Orch Dlrm. Prot, I. Pitvcr 6. Sinf.-(Pastorale)- Serenade für F.öte, Viol- Brauche Planetartam •m mm Zoo a. tijduvKöi u us- Noll 1578 16'/« Uhr Iternhimmcl dn Frühjahrs ISV, Uhr StamWIdur und Waltbau 2D,/i Uhr Wunder daa südlichen Himmels Tägl.auüer Montags u Miltw Erwachs I Mk„ Kinder 50 PI. Mittw.: Erwachsene 50 PI., Kinder 25 PL Win�r * Qarren* 1 8 mi» Zntr. 2810» DaadieB erlaobt ... wenn es Weltmeister des Verletds glbe denn würden die Künstler des Wintergertens diesen Titel verdienen... 1 VOillsai 218. 5. 4. 28. Renaissance- Thealer Hardenbergatr. 6. Tel. ttainpl. 901 u. 2583/84 »Vi Uhr. 10 Tage»>/« Uhr Eugen Klöpfor In eeDaS von Ree: Gast. Hbhoiid. ia Prerolertnftastzg. grolle ABC i Marcel Pagnol scAta I 8 Uhr ß 5 Barbarossa 9256 GROCK and das grohe April- Programm gibt bis auf weiteres Aesllge, iÜUIer. Paletots zu Fabrikpreisen ab. Bitte, überzeugen Sie sich. Re9chshallen«Theater Abt.[B] Ilm. Sooatao Nadun.|7| um Stelllner sanger Zum Schluß: ..Ein« möDilene Woftnaoo za vermlciwri Nachm. halbe Preise. Bil ett' este'lurqeT Zent. 11263 METROPOL-THEAT RZZ j GR.SCHfiüSPiELHÜUS[sj _ Küntilerltthe Leitung: Erik Charell Trade Hosterhcrß: Oskar Karlwcis Jankahn, Elleot. Jankermann, Sohaeffers. Anwtattangr: Pref. Ernst Stern Mas. Leitg.: Rudolf Perak | Dec iizbeAugustm Allred Braun Bflady C'lirlsllans, Lieake, Arno, Morgan, Wesiermcier, Matsmer I Mas. Lei fg.: Ernst Htuke Sonntag: Nnclimittaic: Q Uhr unpek.Vorst Kleine Preise O Ulli äinioei liieater OirekcHeinz herald CharlouenstraQc 9« A. 7. Dönhoff 170 Täglich; An(.8U„ Ende 10 U. Helden von Bernard Shaw Barnowskj-BüliDeii Theatar m dar gdaiggrätzar Straße Täglich S'/s Uhi Riva i en Komödienhaus Fäglich SV« Uhr Ch&rleys Tante mit Cur* Bols. I heatai am lollendorfplaU Täglich S'/t ch Revolte im Erzlehangshans rtiaUa- Theater iresdener irr. 72-? 8 Uhr „Oelransch" R ose- Thea tei ir.?riirtir??T St.13? m/4 Uhr BrtiilltSdiäfiittlo Lustspielbaos 8>i. Uhr Guido Thielseiier Weekend im Paradies KleiQH liieatei Täglich 8>/s Uhr: kurzes Gastspiel Wl. Gsldarow, Olga(äxowsks)s vom Moskauer Künstler-Theater in BerrLamlieriler. 8',« Thealer des Westens Eonmags 3"i unb 8'/» Uhr Der größte Srlolg Berlins Friederike' Mulik von Cedur Kai?« nntmferbr. Stefnw.»31 0.7161 i Lessing-Theater Täglich 8 Uhr 3 x Hochzell. ße�nnder«"Hrksamsmaai« ocdunucr» Kleinen Anzeiget in der deaamt. Annage Ki|l|n-t des Vorwärts und troudem AMIllJJJ Der Eskimo Ein Roman von der Hudson Bai Ganzleinen Mk. 5.80 Keine Inhaltsangabe kann den ganzen Reichtum dieses Buches ausschöpfen, dem man nur die besten Südsee- Geschichten|ac) Londons zur Seite stellen kann Kein Buch hat in den letzten Jahren die Schande unserer„Zivili sationsmethoden" so angeprangen wie das Buch von Mala, dem Eskimo Der„ VorwSrU", satari-verlag Berlin Zu beziehen durch BfldMlQDg JlWJetz Ml 4� Berlin SW. 68, Lindenstr. 2. jj iSSüTMairalzcnÄ «Metall- und Holzbetten, Schlafzimmer «■an Private Ratenzahlung Katalw 267 fni. s ElsenmöbeitabPiK suhl(Thür.) 'W" (Beiloge Dienstag, 1 6. April 1929 SivÄbimd SfuUauLQaJlh xfo kbu>or& Schwererziehbare Kinder Von Dr.phil. Otto Seeling Gelegentlich der Heilpädogogischen Woche, die 1927 in der Zeit vom IS. bis 22. Mai in Berlin stattsand, hielt der Berliner Ma> gistrcitsschulrat und Dezernent für dos Sonderschulwcsen der Reichs- Hauptstadt, Schulrat Arno Fuchs, einen Vortrag über dos Thema: „Schwererziehbare Kinder in der Normalschule". Der Redner trat in seinen Leitsätzen dofür ein, dah schwererziehbare Kinder, die im Verband der Normalschule nicht länger ertragen werden können und tn Gefahr sind, der Fürsorgeerziehung anheimzufallen, rechtzeitig tn Spezialklassen(Erziehung?- oder E-Klass«n) unterrichtet und erzogen werden. Er fordert weiter, daß diese Klassen zu Tagesan st alten erweitert werden. Bon Interesse ist die Begriffsbestimmung der Schwererztchbarteit, wie sie Fuchs seiner- zeit gegeben Hot. Schwererziehbarkeit liegt vor, wenn gewisse Vor- kommnisse(z. B. hartnäckige, abgefeimte Lüge, Unerträglichkeit, Widersetzlichkeit, Rücksichtslosigkeit. Bosheit, Niedertracht, Fälschung, Diebstahl, Einbruch, Umhertreiben, unästhetisches, fexual-unsauberes, sittlich-gcmeines Tun, ein Danditenstreich) in gleicher Schwere wieder- kehren und durch die gebräuchlichen Erziehungsmittel nicht zu ver- hindern und zu beseitigen sind. Nun weiß jeder Pädagoge, daß derartige Vorkommnisse häufig Ausfluh einer psychopathischen Charakterkonstitution sind, daß also gerade Psychopathen Schwererzichbarkeit zeigen. Bei dem von Arno Fuchs geforderten Aussonderungsprozeß sollen aber in die E-Klassen in keinem Falle Psychopathen kommen. Für dies« bestehen bereits besondere Psychopathenheime. Nun ist man sich ja in letzter Zeit über die Begriffsbestimmung der Psychopathie einigermaßen einig geworden. Damit ist allerdings keineswegs die Garantie gegeben, daß im Einzelfalle der Schwererziehbare von dem Psychopathen ohne weiteres unterschieden werden kann, und zwar deshalb nicht, weil der Psychopath nicht immer seine krankhafte Erundanlage zur Schau trägt und serner, weil die Psychopathie in sehr verschiedener Form sich äußern kann. Dazu kommt schließlich noch ein Umstand, de» Prof. Kurt S ch n e i d e r- Köln folgender- maßen ausdrückt:„Der abnorm« Mensch, der eine revolutionäre Gruppe führt, bedeutet für einen einen Störer, für den anderen einen Erlöser und bei Anwendung unserer Fassung also je nach dem einen Psychopathen oder keinen." Die hier angedeutete be- sondere Fassung des Begriffes unterscheidet sich oo» der üblichen psychatrischen Definition, die den Ton auf die leidende Persön- lichkeit legt, dadurch, daß das Moment des Störenden von Schneider mit hineingezogen worden ist. Er sagt:„Psychopathische Person- lichkeiten sind solche abnorme Persönlichkeiten, die an ihrer Abnor- mität leiden oder unter deren Abnormität die Gesellschaft leidet." Im Degensatze zu dieser Auffassung betrachten insbesondere auch die �eilpädagogen solche Kinder als Psychopathen, bei denen bei regel- mäßig erhaltener Intelligenz Abweichungen aus dem Gebiete des Gemüts- und Willenslebens vorliegen. Aus den Darlegungen geht deutlich hervor, wie schwer die Ab- gren.zung in der Praxis zu machen ist zwischen dem Psychopathen, der ins Psychopathenhcini gehört und dem Schwererziehbaren, der in eine E-Sttasse überwiese» wird. Das Bild wird noch mehr ver- wischt, wenn man daran denkt, daß die Psychopachi« nicht selten in Verbindung mit Schwachsinn auftreten kann. Darübeb besteht kein Zweifel, daß für schwererziehbare Kinder etwas getan werden muß, und es ist ein besonderes Verdienst des Berliner Stadtschulrates Nydahl, daß er bei seinem starken Interesse für das Sonderschulwesen stch auch dem Problem der Erziehung Schwererziehbarer zugewendet und durch die Ein- richtung von E-Klassen den Schritt in die Praxis unternommen hat. Das ist wichtiger als der unsnichtbare Streit darüber, ob schwererziehbare Kinder durch Erbgut belastet sind oder ob sie allein als Milieugcschädigte betrachtet werden müssen. Vor einer extremen Bewertung des Milieus warnt besonders Universitätsprofessor Her- mann H o f f m a n n in Tübingen. Er betont u. a. den Sog:„Kein Mensch ist, biologisch gedacht, ohne die ihm zugehörige spezifische Elternsituation denkbar. Er schleppt in ihr seine Vergangenheit, d. h. die K e i m m a s s e n seiner Eltern mit sich." Hossmann ist von der relativen Geringwertigkeit äußerer Umstände überzeugt. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch E. Goroncy in seiner Schrift: „Untersuchungen an in der Kindheit genotzüchtigten Personen".' Durch das Studium van 24 Fällen erbracht« er den Beweis, daß die in Frage kommenden jungen Mädchen durch das an ihnen verübte Sitllichkeitsverbrechen nicht ans dem seelischen Gleichgewicht ge- kommen sind. Das Delikt hatte bei keinem Mädchen irgendwelche Bedeutung für die spätere Artung des Sexuallebens. In krassem Gegensatze zu Hofsmann und ähnlich Eingestellten stehen die Psychoanalytiker, die bekanntlich den Umweltseinflüssen in früher Kindheit größte Bedeutung beilegen. Daß das Milieu tatsächlich ungeheure Schädigungen bringen kann, weiß jeder An- staltslchrer und jeder Leiter einer Fürsorgeanstalt. Nicht wenige Fürsorgezöglinge werden durch Milieuwechsel dauernd gebessert. Es ist nach dem Stande der Dinge daher begreiflich, daß die Püda- gogik in steigendem Maße sich der M i l i e u k u n d e zuwendet. Ihr Hauptvertreter unter den Wissenschaftlern ist Adolf B u s e m a n n in Greifswald. Freilich ist die literarische Diskussion des Milieu- begrijfes quantitativ noch ziemlich bescheiden. Ueber Schwererzieh- barkeit ist mir bis jetzt nur«ine einzige kleine Schrift bekannt ge- worden. Sie stammt aus der Feder des Dresdener Schuldirektors E. O. W a g n» r. Er berührt insbesondere auch das von Fuchs stark unterstrichene Problem der Lehrerauswahl für Klassen mit Schwererziehbaren, und er warnt vor der Hoffnung, durch spezifischen Unterricht allein eine dauernde Besserung zu er- zielen. Much Wagner ist für Tagesheime, befürchte, aber, daß die Eltern gegen die neue Einrichtung ebenso Sturm laufen werden � wie noch immer gegen die Hilfsschule. Ganz abwegig erscheint aber! Wagner, wenn er In Beziehung auf die Arbeit des Lehrers in einem! solchen Tagesheim den§ M des Sächsischen Schulbedarfrgesetzee' kritisiert:„Es ist zu bezweifeln, ob diese gesetzliche Fessel für die Lehrerschaft notwendig war.... Es gibt Fälle wo sie(gemein, ist die körperlich« Züchtigung. Anm.�d. Derfassers) als letztes Diszi- plinarmittel schwer zu entbehren ist." Ganz abgesehen von dem noch heftig tobenden wissenschaftlichen Streit: hie Anlage— hie Umwelt, kann bezüglich des Problems der dauernden Besserung Schwererziehbarer schon jetzt gesagt werden, daß die Lehrersroge allein nicht ausschlaggebend ist für den Erfolg. Kinder, die nach beendetem Unterricht in der E-Klasse zurück müssen in das graue Elend, die erneut Zeugen find von bittersten Sorgen der Eltern ums tägliche Brot, die bei der noch immer herrschenden Wohnungsnot im„Heim" kein Plötz- Ken finden für ruhig« Selbstbesmnung. werden durch die E-Klassen Ein schlechtes Quartett Hagenberg, Hartz, Haberer, Bier gegen die Sozialversicherung In der letzten Zeit machen stch Anzeichen eines neuen organi- sierten Sturms gegen das System der Sozialoersicherung bemerk- bar. Wenn man auch diese Vorbereitungen im Augenblick nicht ernst zu nehmen braucht— die Arbeiterschaft hat schon wiederholt ähnliche Versuche, sie ihrer größten Errungenschaft zu berauben, abgewehrt— so ist doch deutlich erkennbar, dah die wirtschaftliche und politische Reaktion den Moment für geeignet halt, die ersten Minen zu legen. Es ist kein Zufall, daß fast gleichzeitig mit dem Hugi» bergschen„Notprogram m", das die Sozialver- stcherung mit einem Federstich beseitigen möchte, im Hugenberg- Verlag ein Herr Gustav Hartz ein Buch erscheinen ließ, das den charakteristischen Titel:„Irrwege der deutschen Sozialpolitik" trägt und in dilellantischer Weis« die angeblichen Schäden des Sozialoerficherungssystems bespricht. Es erübrigt sich, auf das Hartzschc Buch näher einzugehen. Es genügt, wenn man die Kritik eines gewiß parteipolitisch nicht eingestellten Beobachters, der „Sozialen Praxis", anführt: ..... Gleichwohl kann sein Buch ungemein gefästHiche Folgen haben. Der Geist eines hemmungslosen Individualismus, der es durchweht, schreckt insbesondere nicht davor zurück, einseitig und tendenziös die' Kosten des bisherigen Systems zusammenzustellen, unter völliger Außerachtlassung sowohl des Umstandes, daß die Leitung der Versicherung in der Tragung des Ristkos liegt usw." Die„Soziale Praxis" nennt die Hartzsche ,-Idee", die soziale Frage durch kleinen Eigenbesitz läsen zu wollen, als auf einer laien- hasten Analyse des heutigen Wirtschaftslebens beruhend. Es genügt weiter, auf die Glosse eines bürgerlichen Blattes, der„Bosfischen Zeitung", hinzuweifen, in der die Bor- schläge Hugenbergs und seiner Getreuen ironisch als Märchen für Kinder und Narren apostrophiert werden. Festgehalten zu werden verdient es dagegen, daß die Hugen- bergfche Don-Quichoteri« gegen die Sozialversicherung auch km deutschnationalen Lager und zwar nicht nur auf dem Lambach-Flügel schärfste Ablehnung erfährt. Kein Geringerer als der Reichstagsabgeordnete Reinhold Mumm wendet sich gegen die versicherungsfeindlichen Pläne seines Parteiführers, der für sich selbst die Rolle eines Diktators beansprucht. Herr Mumm wird kaum in Verdacht koinmen, ein besonders fortschrittlich gesinnter Mann zu sein. Er ist seit Jahren eine der stärksten'Stützen der politischen und kulturellen Reaktion. Di« wüsten Angriffe Hugenbergs gegen die Sozialoersicherung gehen aber selbst ihm über die Hutschnur. In einer Zuschrift an die„Soziale Praxis" kritisiert Mumm das Buch von Hartz in Grund und Boden. Er schlägt den Sack und meint den Esel. Seine Worte treffen ebenso sehr Hugen- berg, den Inspirator und Austraggeber des Herrn Hartz. „Als rechtsstehender Politiker, der feit Jahrzehnten in den össentlichcn Kämpfen steht, wende ich mich gegen die Ver- suche', die bestehende Arbeiterversicherung durch«in Sparsystem zu ersetzen:... Solche Angriff« wären vielleicht unbeachtlich, wenn es eine einzelne Stimme wäre. Aber man hört zu oft solche An- griffe, als dah man sie überhören könnte. Die Gefamtiage er- schestit mir ernsten Einspruch gegen solche, vielfach nicht bis zu Ende dvrchgedachte Zerstörungsversuche zu erfordern. Hier handelt es sich um das, was in einer fast fünfzigjährigen Arbeit im Deutschen Reich aufgebaut worden ist. Und sonderlich die- jenigen, die in dieser chr'i st lich- sozialen Aufbauarbeit gestanden haben, werden zur Gegnerschaft gegen die Versuche, individuelles Sparen an die Stelle der deutschen Arbeiterversiche- rung zu setzen, gezwungen.... Wir lassen uns den stolzen Bau unserer Bäter. die deutsche Arbeitcrversicherung, nicht zerstören." Für dieses Wort sind wir Herrn Mumm dankbar. Die Väter dieses stolzen Baues waren die Sozialdemokraten. Die Zerstörer sind die Parteigenossen des Herrn Mumm, die Deutsch- nationalen, mit Hugenberg an der Spitze. Wir haben die Worte Mumms wiedergegeben, um zu zeigen, daß Hugenbergs Pläne schon im eigenen Lager ei» schnelles Ende finden würden, wenn die Deutschnationalen überhaupt die Macht hätten, ihren Anschlag aus die Sozialversicherung in ein aktives Stadium zu leiten. Aber das wird nie geschehen. Hugenberg, Hartz und Klüngel machen ihre Rechnung ohne den Wirt: die organisierte Arbeiterschaft. So erfreulich es ist, daß selbst ein Reaktionär vom reinsten Wasser, wie Herr Mumm, die Sozialversicherung gegen die Putsch- absichtcn aus dem eigenen Lager verteidigt, so traurig ist es, daß in der Aerzteschaft es nicht an Stimmen fehlt, die solche Putschpläne noch kräftig unterstützen. Es ist noch erinnerlich, daß bei der diesjährigen Berliner Chirurgentagung die Hetze gegen die Sozialoersicherung in verstärktem Maß sortgesetzt wurde. Der Düsseldorfer Professor v. Haberer konnte es sich nicht versagen, von den„ungeheuer viel Kranken in. Düsseldorf"'zu sprechen,„die als Träger einer Sozialversicherung nicht den Willen und Wunsch haben, schnell zu genesen und ganz gesund zu werden, und die von ihrer Krankheit leben". Herr Haberer erblickt in der jetzigen Form der deutschen Sozialversicherung eine große Gefahr für das Volkswohl:„sie verweichlicht das Volk, ja er- zieht zur Rentenfuch t". Auch Herr Geheimrat Bier konnte es sich nicht versagen, in die gleiche Kerb« zu schlagen. Man forderte schließlich, die deutsch« Gesellschaft für Chirurgie solle alles einschlägige Material sammeln und den gesetzgebenden Körperschaften zur Abstellung der Schäden der Sozialversichening vorlegen. Es ist kein Wort zu verlieren über die speziell für Wissen- schastler doppelt verwerfliche Art, aus Einzelvorkommnissen oll- gemein« Folgerungen über die Sozialversicherung als solche zu ziehe». Seit Jahren kann man diese Art von Guerillakrieg ärzt- lich«r Organisationen gegen die größte soziale Errungenschaft der Gegenwart beobachten. Lächerlich ist dabei das scheinheilige philan- tropische Mäntelchen, in das all« diese antisozialen Kundgebungen gekleidet werden. Zlus purer Sorge um das Volkswohl, in Besorgnis einer Verweichlichung des Volkes wollen die Herrschaften diese ein- zigartige und bewährte Institution für das Volkswohl mit Stumpf und Stil auszurotten'? Man wäre versucht zu lachen, wenn d«r An- laß nicht ein so trauriger wäre. Die ärztliche Kampagn« ist um so unbegreiflicher, als sie ge- eignet ist, die wirtschaftliche Existenz vieler T a u s e n d e -von Aerzten zu vernichten. Heute liegen die Dinge so, daß die Aerzteschaft wirtschaftlich von der Sozialversicherung abhängig ist. Hugenberg, Hartz, Haberer und Bier' werden die Sozialversiche- rung nicht zerstören, aber ihre Züsammenarbeit ist soziologisch äußerst interessant. Die Absichten der Hugenb«rge sind durchsichtig. Sie wollen die Sozialoersicherung beseitigen, um sich der Sozial- lasten zu entziehen. Und die Haberer und Bier? Sollten hier die Hintergründe nicht i» dem frommen Wunsch zu suchen sein, sich einer unbequemen Konkurrenz zu entledigen und weniger ein freies Spiel der Kräfte als ein freies Spiel der Honorarforderungen zu ent- fesseln? Das Quartett der Hugenberg, Hartz, Haberer, Bier mag feine Forderungen begründen wie es will, eins sollte es aus dem Spiel lassen: die Golkswohlfahrt. Medicus. nick» die entsprechenden Tagesheime wohl nur in Ausnahmefällen zu gesunden, für das Gemeinschastsleben geeigneten Charakteren heraus- gebildet werden können. Dabei ist selbstverständlich, daß man nicht so lange die Hände in den Schoß legen kann, bis die sozialen Verhältnisse günstiger geworden sind: daß diese in der Tat die Schwer- erziehbarkeit zu einem großen Teile verschulden, beweist die Statistik der Stadt Berlin vom Jahre l92(5. In der Hälfte aller Fälle war nämlich als Grund für die Schwererziehbar- kcit angegeben worden: Verziehung durch das Haus, Verführung durch natürliche oder zufällige Miterzieher usw. Es ist bezeichnend, daß die neu eingerichteten E-Klassen'sich besonders in de» dicht be- völkerten Gegenden der Außenbezirke befinden. Die Zahl der Schwererziehbaren selbst ist erfreulicherweise relativ gering. Es wurden 1926 in Alt-Berlin mit feinen 600 Volksschulen n»r 377 Kinder gemeldet. 154 Schulen machten sogar Fehlanzeige. Wenn man von den Schwachsinnigen und den Epileptikern absieht, dann blieben nur 287 Fälle übrig. Di« E-Klassen. sollen höchstens 12 Kinder umfassen, unter Um- ständen jedoch von zwei Jahrgängen. Die wöchentliche Stundenzahl beträgt— unabhängig vom Alter der Kinder— 36. Die Hälfte dieser Zeit wird aus die körperliche Betätigung verwendet. Die Errichtung eines Kinderhortes ist in Aussicht genommen, ebenso die Speisung innerhalb der Schule. Im Interesse der gefährdeten Jugend ist der Ausbau der Einrichtung zu wünschen. Aerzte in der Reichswehr Ein Vergleich Man schreibt uns: Aus dqm Haushaltsplan für 1929 geht hervor, daß auf 199 009 Rcichswehrangehörigs 293 Sanitätsoffiziere, 200 Deterinärofsiziere sow'e 97 Beamte und Beamtenonwärter im Sonitätswesen kom- men. Ist dies viel oder wenig? Die Antwort gibt ein Bergleich mit dem zahlenmäßigen Verhältnis in der Zivilbevölkerung. Wenn man den gleichen Maßstab an die Zivilbevölkerung von ganz Deutsch'and im allgemeinen anlegen wollte, so mühten auf 62 M>l- lionen Einwohner 181 660 Aerzte kommen. In Wirklichkeit gibt es aber in Deutschland nur 40 000 Aerzte und dabei sprechen die ärztlichen Organisationen noch von einer unerträglichen Ueber- füllung des ärztlichen Berufes. Die relative Zahl von 181 660 Aerzten stimmt aber trotzdem noch nicht ganz. Denn das Heer setzt sich aus ausgesucht gesunden Menschen im kräftigsten Mannes- alter zusammen. Es felften hier gerade die Schichten der Zivil- beoölkerung, die auf die ärztliche Hilfe besonders angewiesen sind: Kinder, Frauen und Greise. Wenn man dies« überwiegenden, der Reichswehr gegenüber gesundheitlich benachteiligten Teste der Zivil- beoölkerung mit berücksichtigt, so muß man«ine noch größere Zahl von Aerzten nehmen. Das Verhältnis verschiebt sich weiter, wenn man die Reichs» marine zum Vergleich heranzieht. Hier komnien auf 15 000 Mann 98 Sanitätsoffiziere. Dementsprechend müßten auf 62 Mil- lioiien Zivilbevölkerung ganz Deutschlands 300 000 Aerzte anstatt der vorhandenen 40 000 kommen. Wenn man aber auch hier die Frauen, Kinder und Greise berücksichtigt und das Verhältnis dementsprechend ändert, dann kommt man zu einer grotesken Ziffer. Man verstehe diese Rechnung nicht falsch. Kein vernünftiger Mensch wird dem Heer und der Marine den notwendigen ärzllichen Schutz nehmen wollen. Aber selbst wenn man die eigentümlichen Verhältnisse von Heer und Marine, wie starke örtliche Verstreuung, Notwendigkeit eines selbständigen Verw.iltungsapparates, die nun einmal nicht eine umgehende Bereitschaft für den Ernstfall berück- sichtigt, muß der Vergleich doch nachdenklich stimmen, um so mehr, als für Heer und Marine außerdem noch 470 000 Mk. Honorar« für Zivilärzte usw. in Fällen gezahlt werden, in denen Sanitäts- offiziere nicht zur Verfügung stehen. Das hat selbst in> bürgerlichen Lager Aussehen erregt. Der Hansabund z. B. schlägt In seinem Sparprogramm vor, durch Streichungen bei sächlichen Ausgaben bei Heer und Marine mindestens 325 000 Mt. einzusparen, ins- besondere bei den Arznei- und Krankenpflegekosten, de? Lazarett- Wirtschaft usw. Wenn wir auch davor warnen möchten, Ein- sparungen am falschen Platz zu machen, so oerdient doch dieses Kapitel eine ernste Nachprüfung. „Nikotinfreie" Tabakfabrikate. Das preußische Ministerium für Dolkswohlfahrt hat folgenden Erlaß herausgegeben, betr. n i k o t i n a r m e und nikotinfreie Tabakfabrikate: Wie die vom Reichsgesundheitsamt und von anderen fach- verständigen Stellen vorgenommenen Untersuchungen ergeben haben, befinden sich unter Bezeichnungen wie„entnikotinisiert", ..nikotinarm",„nikotinsrei",„nikotinunschädlich":„natürlich-nikotin- arm",„nikotinneutral" Tabakwaren im Handel, die ebensoviel oder nur unwesentlich weniger, zum Teil sogar �m ehr Nikotin enthalten oder an den Rauch abgeben wie durchschnittlich die ge- wohnlichen Tabakerzeugnisse. Hierin liegt deshalb e>ne erheblich« Gefahr, weil empfindliche oder kranke Personen, denen der Arzt nur nikotinfreien Tabak gestattet hat. durch den Genuß solcher Tabakwaren gesundheitlich geschädigt werdcn können. labakwaren, die als„nikotinsrei",„nikotinunschädlich",„nitotin- neutral",„entnikoftnisierte" oder mit gleichsinnigen Bezeichnungen in den Handel kommen, sich aber in ihrem Nikotingehalt von ge- wöhnlichen Tabakerzeugnissen nicht wesentlich unterscheiden, sind jedenfalls als irreführend bezeichnet im Stnne des§ 4 Nr. 3, Z 13 des Lebensmfttelgejetzes vom 5. Juli 1927 anzusehen. „(5. Fortsetzung.) In der ersten Linie war es den Engländern gelungen, unseren Graben an drei Stellen zu sprengen. Die Sprengung war wohl- bedacht mit riesiger Wirkung ousgesührt worden. Einen Trichter sah ich— in den ich mich später mit memen Kameraden slüchtet«—, der war etwa 30 Meter dies und hatte am oberen Rande einen Durchmesser von SV Meter. Fast zwei starke Kompagnien konnten. ahne sich zu drängen, an soinen Rändern biwakieren. Diese Spren- gung war die größte bisher dagewesene an unserer Front und wir nannten sie der Form wegen den Kaffeetrichter. Der Koffeetrichter war an seinen Wänden von Granaten und Blindgängern durchsiebt. Wer einmal tief hinunter fiel, brauchte«ine halbe Stunde, um wieder an den Rand zu klimmen. Am Rande des Trichters lagen Tote und Teile von Gliedmaßen, an denen die Verwesung schon arbeitete. Viele Tote hatte man erst in letzter Stunde hier hin- gelegt. Ich muß gestehen, daß ich schon von unserer Stellung her an schlechte Anblicke gewöhnt war, doch hier bei diesem grausigsten oller Anblicke verzagte ich! Am Rande des Trichters, den Engländern zugekehrt, war in oller Eile sin Schanzwerk von ausgesprengten Erdmassen errichtet worden. Darauf ruhten Maschinengewehre. Etwa zwanzig In- santerieschützen verteidigten das ganze. Wir Pioniere arbeiteten, arbeiteten wie Sklaven in einem Steinbruch. Wir hackten und schaufelten die zerschossenen Gänge jrei. Das war keine leichte Arbeit in der Dunkelheit der Nacht. Einer meiner Freunde und ich arbeiteten systematisch und ohne Unterbrechung. Alle fünf Schritte voneinander entfernt standen Pioniere mit Handgranaten und Gewehr, um uns zu schützen. Das Artilleriefeuer blieb tot in der Nacht, nur zuweilen be- lebte eine Leuchtkugel das Feld. Dann duckten wir uns, um nicht entdeckt zu werden. Bald gruben wir Leichen aus der zerschossenen Erde, bald Mauerwerk und Eissnteile von Maschinen, es mochte ehemals hier eine Fabrik gestanden haben. Wir warfen alle Dinge und die Toten aus die Deckung. Endlich fanden wir noch Dachbalken und hieben auf vermeintliche Mauersteine. Als wir sie in der Hand hielten, waren es Sandsäcke mit Diskushandgranaten. Es war also auch ein Handgranatenloger hier gewesen. Unser Glück, daß diese niedlichen kleinen Dingerchen nicht krepierten. Wir wären alle- samt in die Luft geflogen. Gegen Morgen war der Graben wieder so tief, daß man darin gebückt laufen konnte. Unsere Arbeit für die Nacht war bewältigt, wir durften aus dem Graben gehen.„Fertig zum Abmarsch!" hieß es. Wir schnürten das Schanzzeug und nahmen die Waffen, um. den Arbeitsplatz zu> verlassen. Der Morgen stieg schnell herauf. Der Tag versprach wieder schön zu werden. Und schon setzten wir etliche Schritts von der unheimlichen Stätte, als mehrere schwere Granaten in unserer Nähe varüberrolltcn und im Walde krepierten. Wr hörten das Bersten der Bäume. Die Kanonade der Engländer begann wieder. Ehe wir uns besinnen konnten, kamen die Granaten zu Dutzenden herange- rollt und schlugen wahllos in unserer Nähe ein. Die Luft ver- dunkelte sich mit jenem dunklen erstickenden Qualm, den wir schon kannten. Der Weg aus der Stellung war uns abgeschnitten. Wir flüchteten in den naheliegenden Trichter. Die Kanonade wunde immer heftiger. Vom Himmel war nichts mehr zu sehen, Menschen und Dinge in den undurchdringlichen Pulverrauch gehüllt.. Ich lag mit anderen Kameraden an der dem Engländer zuge- kehrten Trichterwand, von wo das Feuer kam. Da man nur auf dieser Seite. Schutz finden konnte, drängte alles hierher. Es kam, daß einer auf dem anderen lag. Auf mir lagen zwei junge Bur- schen, von denen der eine weinte, der andere betete. Meine Freunde waren neben mir. Wir gruben mit unseren Spaten ein Loch in die Wand und steckten die Köpfe hinein, um uns vor dem gewaltigen Splitterhagel der Granaten zu schützen. Doch bald zog man den Kopf wieder aus dem engen Loch heraus. Sollte man sterben, war es schließlich gleichgültig, ob die tödliche Kugel den Kops traf. Der Morgen kam heller herauf, man konnte ihn sehen, wenn der Rauch sich eine Minute teilte. Aber die Granaten sangen ihr verderbenbringendes Lied. Sie fegten mit einem Schlage ganze Schüftengrabenstllcke weg, begruben die Mäner unter Erbmassen und schnellten.zersetzte Menschenleiber in die Luft. Und die Rauchschwa- den tanzten dazu höhnisch um jeden Teil. Gewaltige Erbstücke er- schlugen Gesunde und Verwundete. Viele Kameraden schliefen ein. Anderen, auch mir, bebten die Glieder. Der Körper arbeitete wie die rasenden Granaten und ge- horchte nicht mehr dem Willen, der da rief:„Bleib ruhig!" Man wartete, wartete auf den Tod, der noch zögerte, zu kommen, aber etliche Schritte entfernt vielen Menschen das Leben nahm. Und man war gar nicht fähig zu denken, der Geist war abgestorben, ver- 'logen... Man dachte an nichts, spürte nur das Beben der Erde nd der Glieder. Man hörte nicht mehr die Schreie der todwunden Kameraden, ian wollte sie auch nicht hören, denn den Verblutenden«konnte iner helfen. Wer hier angesetzt war, der war dem Tode verfallen. "nd wenn ein Verwundeter sich wälzte und nach Hilfe schrie— ier hatte niemand das Herz, zu helfen. Das Gefühl des Mitleids nar erstorben, zersprungen wie die Granaten, die auf jeden Quadrat- >eier peitschten.„Hilf dir selbst, Kamerad... I" ' Ja, der Gegner beulte, siebte, klopfte die zwei Kilometer lang« "'urchbruchsfront aus. Zwei Schritt vor mir platzte ein« Mine, ich ,h den Zünder auf ein kleines Steinchen stoßen und die rotglühende Nasse des Mantels krepieren. Sie tat mir nichts, well der Stein, >as liebe Steinchen, verhinderte, daß sie sich in die Erde wühlte. Läre das geschehen, dann wären unsere Köpfe irgendwohin geflogen. Maine über mir liegenden Kameraden wurden verletzt. Hinter uns 'chlug in die Trichterwand eine schwer« Granate ein. Sie bohrte ich als Blindgänger in die Wand. Wäre sie krepiert, dann wären vir olle ihr Opfer geworden. Bor den Sandsackmauern platzten unaufhörlich die schweren Kaliber. Di« Engländer hatten es besonders auf diesen Trichter ibgesehen. Eine Granate riß die ganze Schanze auseinander und ehn Kameraden mit herunter. Sie wimmerten einmal im Fallen auf— dann war es ruhig Die Schanze war ihr Grabhügel ge- worden. Drei Mäner standen noch an den Gewehren. Ein junger, mutiger Ossizier ging aus und ab hinter den Soldaten und fuchtelte mit dem Revolver herum, er drohte jeden, der das Maschinengewehr verläßt, niederzuknallen. Es brauchte solcher Drohungen nicht. Jeder stand auf seinem Posten. Wohin sollten die Menschen auch fliehen! Auf meinen Rücken sauste ein großer Klumpen Erde nieder. Ich schrie und dachte, daß ich verletzt sei. Dann stand ich auf den Füßen— um mich sofort wieder niederzuwerfen. Der Rücken schmerzte. Jetzt zieht dichter gelber Schwefelnebel durch die Luft. Er macht das Atmen noch schwerer und alle Kameraden noch müder. Die, die nicht schlafen, liegen bleich und leblos da und starren in das grausige Getöse und Morden. Fünfviertel Stunden währt die Kanonade, dann tritt eine un- heimliche Ruhe ein, die Ruhe des Schweigens und des Angriffs. Doch der Angriff kommt nicht. Die Engländer wollen erst die Front zertrommeln: sie greifen vielleicht in der Nacht, morgen— in Tagen an, wenn die Front ein Leichenberg ist. Der Rauch verzieht sich. Er ist schwer und kommt nur langsam in die Höhe an diesem kalten Herbstmorgen. Aber endlich ist er oerflogen. Wie die große Wolke eines Fabrikschornsteins zieht er nach Westen. Auch die Schwefeldünste versliegen. Der junge Offizier, der uns befahl, zu bleiben, läßt uns Pio- niere frei. Wir dürfen den Trichter verlassen. Unten im Trichter verbindet ein alter Sanitätssoldat einen Schwerverwundeten, der mächtig stöhnt. Der Sanitäler tröstet ihn so gut er kann. Er hat eine tief« beruhigende Stimme und weih tröstende Worte zu finden. Der Schwerverwundete ist ein Mann in den reiferen Iahren. Er betet noch im Sterben. Ich rücke ihm einen Tornister unter den Kopf: weiter kann ich nichts für ihn tun. Ich wundere mich über mich selbst. Ich wundere mich, daß ich noch lebe und ganze Gliedmaßen besitze. Aber ein« Angst kommt über mich, eine Angst, daß ich noch jetz:. nach Aufhören der Kano- nad«, verwundet werden könnt«. Das Maschinengewehrfeuer, das die unseren zum Feinde senden, macht mich furchtsam, es stört mich und bringt schlimme Gedanken in mir hervor. Ich fliehe, fliehe schnell und heiß atmend, fliehe an Toten und Hilfesuchenden vorüber. Fliehe durch den Graben, da, wo er noch passierbar ist, krieche aus Deckung und lause weiter. Viele Male straucheln meine Füße. Ich falle über verschüttete Unterstände, Leichen, Verwundete— ich fliehe. Die Engländer schießen wieder. Hinter mir, vor mir und dicht über meinem Haupte platzen die Schrapnells. Der Feind streut, um die noch Lebenden zu töten. Ich hast« über ein Stück Unter- stand, unter dem viele, manche noch lebend, mit zerschmetterten Gliedmaßen liegen. Sie flehen mich um Hilfe an. Ich verspreche, Sanitäter zu senden. Denn allein bin ich machtlos, gegen die Schwere der Decke anzukämpfen. Ausgepumpt, hastig atmend, vor Mattigkeit in die Knie sinkend, gelange ich an einen Punkt. Doch ich weiß nicht, wo ich mnch be> finde. Alles ist verwirrt in mir. Gedanken habe ich nicht mehr. Meine Augen blicken umher. Da winken meine Kameraden. Ich befinde mich auf der Straße. Wir freuen uns wie Kinder, wir blicken uns an. Und der Kamerad, der einem sonst unsympathisch war, ist jetzt ein Freund. Der Leutnant fragt mich, ob ich der Letzte sei. Ich weiß es nicht. Meine Freunde schleppen mich zu dem Platz, wo unsere Tornister liegen. Der Leutnant folgt bald mit den anderen Käme- raden. -» Wir hatten in der dritten Reseroelinie Posten genommen. Auck, hier krepierten die Granaten. Aber sie gingen fünfzig Meter vor oder hinter uns in den Acker. Die Engländer zerstörten das Dorf Hooge. Der Graben war breit und wir hatten nach der Straße hin Sicht. Da sah ich, wie die armen Verwundeten fluchtartig die Häuser verließen, die sie aufgesucht hatten, sich zu erholen. Unser Leutnant war freundlich, er bot jedem Zigaretten an und sah über manche Mängel hinweg. Ich meldete ihm, daß ich mein Gewehr verloren habe. Ein Granatsplitter hatte es vollständig zer- rissen. Er sagte nichts dazu. Des Leutnants �Bursche wurde ver- mißt. Wir gaben dem Leutnant Brot und Fleisch von unserem Proviant. Und am Abend kam die Goulaschkanone der fünften Kompagnie und brachte uns warmes Essen. Um die zehnte Stunde des Abends zogen wir wieder in Ste?- lung. In dieser Nacht brauchten wir nur einen Verbindungsweg und den Eingangsgraben zu verbreitern, das heißt, die zugeschiagc- nen Grabenstücke wieder passierbar zu machen. Wir brauchten also nicht weit in die Stellung zu gehen. Aber die Arbeit war schwer im Dunkeln. Feste Mauern, Eisen- betonwände, Hölzer und Faschinen lagen im Graben. Keine Deckung war vorhanden. Wir zogen mehr Tote heraus als wir arbeiten konnten. Schließlich bauten wir in Eile provisorische Deckungen und machten eine sehr schmale Laufgass«. Wir wurden wieder heftig vom Feuer geplagt. Nach drei Stunden mußten wir die Arbeit einstellen. Der grauende Morgen brachte uns den zweiten Tag i» diesem Moloch. Als sich das Feuer etwas beruhigte und wir in den frühen Vor- Mittagsstunden schanzten, kam der General Deimling in den Graben. Er sah unserer Arbeit zu und fragte, wie das Essen wäre und ob wir schon geschlafen hätten. Wir sagten, das Essen wäre gut, aber geschlafen hätten wir seit zwei Tagen nicht. Da nickte er und ging davon, direkt in das Feuer hinein. Am Mittag.hatten wir frei und gingen wieder nach unserem Standplatz zurück. Die Kameraden und meine Freunde schliefen vor Müdigkeit ein. Ich aber war erregt von dem Toben und be- obachtete die Geschosse, die zwanzig Meter von uns entfernt auf der Straße und ringsherum einschlugen. Di« Splitter flogen bis zu uns herüber. Etliche Schläfer hoben die Köpfe und sagten:„Der- dämmt, die ballern noch!" Dann legten sie sich auf die ander« Seite, die Füße an das Kinn ziehend, eine üblich« Gewohnheit von uns, denn man zog den Mantel über den Kopf, um sich vor Unreinlich- keit und Insekten zu schützen. Auch etliche Unteroffiziere waren aufgestanden. Wir sahen die Straße hinauf. Trotz der Beschießung bewegten sich lange Gruppeck von Verwundeten, die laufen konnten. Manche versuchten schnell aus dem Feuer zu kommen, andere mit Beinverletzungen und Kniewunden machten große Anstrengungen, um es den anderen gleich zu tun. Sanitätswagen hielten an einem zerschossenen Hause. Unter Leitung eines Arztes wurden Verbände angelegt und erneuert. Im Galopp kamen die Krankenwagen, schnell waren sie belegt und fuhren langsam wieder ab. Alle Ver- mundeten, auch die Schwerverletzten, lächelten, sie waren froh, aus der Hölle heraus zu sein.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. niiiiiimiiiimiininniniminnninmiiiiiiiiiiiimMiiiomiinnnininiiniiiiuiiiiiiiiiiiimiiiinnwiltiimumnmiiiiMiitiiniiiiiiiiinmiiMinniiiniiiiiiiinuiiniiiiiiiiiiuiiMiiiiiiiiiniiniiiiiiigD Gott und Justiz, Gotteslästerungsprozesse sind augenblicklich wieder modern. Da ist wohl interessaM, etwas aus einem vor einigen Iahren ergangenen Urteil zu lesen. Der Dresdener Schriftteiter A r t u r Wolf wurde wegen„Gotteslästerung" zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt und tonnte in der Begründung folgende Sätze lesen: „Die Gotteslästerung bedeutet nicht eine Beleidigung Gottes, wie die Angeklagten meinen: ein« Beleidigung Gottes ist schon deshalb nicht möglich, weil„Gott" keine Person, sondern lediglich ein von Menschen gebil- det«r Begriff ist, entsprungen aus der Erkenntnis, daß wir viele Dinge und Erscheinungen in und um uns mit unserem Verstände nicht zu erklären und zu erfosien vermögen." „Welche Wendung durch Gottes Fügung!" möchte man aus- rufen— aber halt, Gott ist ein von Menschen gebildeter Begriff, entsprungen aus der Erkenntnis... Ja, und wie verhält es sich da mit der Gotteslästerung? Ist sie die Lästerung eines von Men- schen gebildeten Begriffs, weshalb soll sie dann strafbar sein? Justiz, Justiz... Demjan Bedny gegen Trotzki. Der Dichter Demjan Bedny, der gerne mit seiner ille- gitimen Abstammung aus dem Zarenhause prahlt, veröffentticht in der„Prawda"«in langes Spott- und Schmähgedicht gegen Trotzki. In einer volkstümlich derben Verssprache, deren absichtliche Klobig- keit das„Proletarische" offenbar besonders betonen soll, nennt er Trotzki ein«„Fäulniserfcheinung", eine„schwatzhafte alte Vettel" usw. Er erklärt dann auch, daß er, der Dichter, schon früher sein« eigene Meinung über Trotzki gehabt und ihm schon längst mißtraut habe. Hier scheint aber dem proletarischen Dichter sein Gedächtnis einen Streich zu spielen. Vor etwa fünf Jahren nämlich, als Trotzkis Stellung noch ganz unerschüttert war, hat eben dieser Demjan Bedny, weit entfernt, den Sturz Trotzkis prophetisch zu verkünden, dem damals Mächtigen einen großen Lobhymnus ge- sungen, der ebenfalls in der„Prawda" veröffentlicht wurde. Er pries Trotzki als den Mann des starten Willens, der ungeachtet aller Schwierigkeiten die erst« landwirtschaftliche Ausstellung der Sowjetunion ermöglicht hatte usw. Damals verstieg er sich zu Versen, die im Deutschen etwa lauten würden:„Wie der Genoss« Trotzki mir imponiert, der die Ausstellung improvisiert!" Elefanten als Brunnengräber. Man hat sich lange den Kopf zerbrochen, wie die afrikanischen Elefanten in der Zeit der Trockenhett die ihnen lebensnotwendig« Flüssigkeit finden. Die Eingeborenen behaupteten, daß di« Tiere das Wasser an Stellen, wo es nicht allzu tief unter der Oberfläche sei, witterten und dann Löcher gruben, also Brunnen anlegten. Diese Angabe wird jetzt durch eine Beobachtung bestätigt, die Ludwig Schuster im„Zoologischen Garten" mitteilt. Er fand in einer Bodensenkung des Steppengebietes zwischen dem Dondeland und der Mbcmkuru zahlreiche Elefantenspuren, ohne daß irgend etwas Waffer zu bemerken war. Wo die Fährten am dichtesten waren, stieß er auf Z oder 6 Löcher, die eine Tiefe von anderthalb Meter und einen Durthmesser von 30 hi« 40 Zentimeter hatten und zweifellos nicht von Menfch«n angelegt waren, sondern von den Elefanten gegraben sein mußten. Am Boden der Löcher war soviel Wasser, daß täglich mehrere Elefanten dort ihren Durst löschen konnten. Wahrscheinlich war zur Regenzeit in der Senke Wasser gewesen, das in der Trocken- zeit zu einer Pfütze zusamenschrumpfte. Die Elefanten, die täglich zun Tränke kamen, saugten mit dem Waffer auch Sand und Schlamm weg und erzeugten so Vertiefungen, in denen sie neues Wasser fanden. Durch dieses oft wiederholte Saugen brachten sie die Wasser- löcher hervor und wurd«n so— allerdings ohne jede„Absicht"— zu Brunnengräbern. Kohlenlager bedrohen ein Dorf! In New Straitsville im Staate Ohio liegt ein feit 45 Jahre» brennendes Kohlenlager, das bei einem Streik in den achtziger Iahren des vorigen Jahrhunderts in Brand gesteckt wurde. Von Zeit zu Zeit bahnen sich die sich sammelnden Gas« vulkanartig einen Weg ins Freie. Neuerdings hat sich das Feuer wieder einen Weg an die Erdoberfläche gefressen und erfüllt die ganze Umgebung mit giftigen Gasen. Verschiedene Häuser und die Schule von New Straitsville sind vom Feuer unmittelbar bedroht. Interessant ist, daß sich über dem Brandherd ein« beinahe tropische Flora entwickelt hat, die auch im Winter nicht zurückgeht. Ein Katzentöter en gros. In Rom ist ein Mann verhaftet worden, der angeklagt wird. 40 000 Katzen geschlachtet zu haben. Als er festgenommen wurde, fand man ihn gerade domit beschäftigt, einer Katze das Fell abzuziehen, und bei der Haussuchung entdeckte man über 500 Katzen- felle. Der Angeklagte gestand, daß er täglich 40 bis 50 Katzen ge- tötet und das Fleisch an einen Freund verkauft habe, der dieses dann als K a l b f l« i s ch an Restaurants, Wurstfabriken und Privat- Personen weiter vertrieb. Die Polizei hatte in letzter Zeit zahlreiche Anzeigen erhalten, daß beständig Hauskatzen auf geheimnisvolle Weise verschwanden. Da sich viele über den Verlust ihrer Lieblinge nicht beruhigen konnten, so wurde eine Untersuchung angestellt, und sie führte zur Festnahme dieses Katzentöters en gros, der sich jetzt vor Gericht wegen seiner so erfolgreichen Jagd nach„Dochliasen" zu oerantworten haben wird. Am tsverei n fachung. Augustanfang 19J9, Luzern, als Berichterstatter zur Internatio- nalen Sozialistenkonferenz in Basel.hingereist", wollte ich dann nach Deutschösterreich, also über Buchs„ausreifen". Bei der Anmeldung auf der Fremdenpolizei— Gebühr Z Schweizer Franken— bringe ich gleich diese Absicht vor.„Do müsset Sie en Gsuch ans E— id- genöffifche Fremdendepartement in Bern schicke." Geschieht sofort. eilbrieflich, eingeschrieben. Nacht acht, ja nach zehn Tagen war die Erledigung noch nicht da. Zum Trost sagt mir der Beamte:„Io. wisset Sie, die haben in Bern so e— in Selbschterledigungs- fach, da chömmet sowas nein und do bleibts." Während ich darauf wieder Über Basel ausreiste, dachte ich an diese Amtsführung. Es ist doch nicht etwa geplant, die verschiedenen„Staatsvereinfachungen", mit denen sich reichsdeutsche Landtage beschäftigen, nach diesem Vor- bild einzurichten, rib«. Die Erfolge der freien Angler. 6 800 Arbeiteranglcr verbringen ihre Freizeit in der Natur. SBom Vorstand des Arbeiter-Angler-Bundes werden wir um Veröffentlichung folgenden Aufsatzes gebeten. Um es gleich vorwegzunehmen: Der größte und schönste Erfolg des Jahres 1929 wird die Aufnahme des Bundes als selbständige Sportorganisation in die Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege sein. Damit sind wir eingereiht in die allgemeine große Linie des Arbeitersports, gehören wir mit zum Ganzen. Aber auch ander« schöne Erfolge kann das junge Jahr 1929 aufweisen. Wir betrachten auch unsere Aufnahme in den Verband deutscher Jugend- Herbergen als eine Anerkennung und zugleich als eine Auszeichnung. Die Mitgliederbewegung in der Zeit nach den Bundestag ist als erfreulich zu bezeichnen, im Dezember 1927 konnten wir 193 Dereine mit 4200 Mitgliedern feststellen, heute haben wir 143 Dereine mit 6S00 Mitgliedern, trotz des Austritts von 1?'Vereinen mit etwa 400 Mitgliedern. Der Austritt dieser Mitgliedschaften erfolgte in der Hauptsache deswegen, weil«s diesen Vereinen an jeglicher Möglichkeit fehlt«, den Sport ausüben zu können. Sportplätze für Angler sind eben schwerer zu beschaffen, als andere Sportplätze. An Pachtgewässern haben ge- wonnen in diesem Jahr unsere Vereine in Braunschweig, Hainburg, Lübeck, Breslau und Bunzlau. Weitere Verhandlungen schweben. Angelerlaubms erzielten wir in 12 Fällen. Im Bereich des Gaues Berlin-Brandenburg hab«n wir kürzlich von der Stadt Müncheberg den schönen Max- und den Kesselsee gepachtet, zusammen 320 Morgen groß, mit wunderbaren kleinen Inselch«n, von be- waldeten Hügeln umgeben. Zwar etwas abgelegen, aber gerade das ist sür den Sportangler wichtig, weil ja diese Seen nicht so über- laufen werden, die himmliche Ruhe nicht gestört wird und ein schöner Sport garantiert ist. Dann haben wir noch die Pacht über den Köriser See, den Hölzernen See, den Schmelde- und Hucht-See mit zusammen 1600 Morgen Wasserfläche über- nommen. An der Seenkette ist der Berusssischer Ernst Grogger mit der Bewirtschaftung der Gewässer betraut. Die Aufsicht üben Mit- glieder unseres Bundes aus. Wir werden besonders an den Strecken, wo Arbeitervereinigungen Vertrauen von Staat und Gemeinde ent- gegengebracht wird, darauf zu achten haben, daß weder sischerei- polizeiliche noch forstfiskalische Beanstandungen gegen uns erhoben werden können. Selbstzucht, Disziplin ist bei den Arbeiter-Anglern Gemeingut! Das Schöne, besonders in der Dubrow-Gewässerpachtung, ist, daß wir daran 36 Morgen Waldgelände als Eigentum haben. Das ist etwas, was sowohl an Größe wie an landschaftlicher Schönheit aber auch als Sportgebiet kein anderer Angler-Bund aufweisen kann. Hier, wie in vielen anderen Fällen, dürfen wir sagen, daß uns bei dem Erwerb Rat und Mithilfe der Zentralkommission gute Dienste geleistet haben. An anderen Stellen, wie in K e tz i n a. d. H a v e l, haben wir Siedlungsland hinzugekaust. Auf den Spandauer � R u st w i e s e n haben wir von der Stadt Spandau 10 Morgen Pacht- gelände am Wasser erworben, das noch in diesem Jahr erschlossen wird. Am Paetz-See bei Groß�Besten sind 14 Morgen Wassergelände Eigentum des Bundes. Weitere 14 Morgen sollen noch gekauft werden. An anderen acht Orten schweben Verhandlungen wegen Pacht oder Kguf von Wochenendgeländ«. Also mit Erfolgen können wir schon aufwarten: dabei muß aber auch einmal gesagt werden, daß solche Erfolg« nicht vom Himmel herunterfallen. Es hat schon allerlei Lausereien und materielle Opfer gekostet, mehr als es sich mancher liebevolle Kritiker träumen läßt. Es mag manchen neuhinzukommenden Wochenendler geben, der hie und da Anstoß nimmt und nicht alles nach seinem Wunsch findet, dem auch manchmal die Abwicklung der Geschäfte nicht schnell genug geht. Er mag sich ein Beispiel nehmen an den Tausenden alter Mitglieder des Bundes, die jahrelang Beiträge leisteten, Werbearbeit verrichteten und überdem hinaus Opfer drallsten, während die heutige ZNikgliedjchaft schon Früchte ernten darf. Besonders schwierige Verhandlungen hatten wir an der O d e r. Ge- stützt auf veraltete Privilege glaubten einige Fischerinnungen den Bereinen die Anzahl der Erlaubnisscheine herabsetzen zu dürfen. Wir werden uns in unserem Bestreben, die Rechte unserer Mitgliedschaft zu wahren, gegebenenfalls an die zuständigen parlamentarischen Ber- tretungen wenden und erhofsen auch dabei die Mithilfe der Zentral- kommission zu finden. Bemängelt wird von der Mitgliedschaft im Reiche, daß die Arbeiterzeitungen sich so wenig unserer Bundesarbeit annehmen. Durch sachgemäße Besprechung unserer Arbeiten wird dem Bund sehr gedient. In Berlin können wir darüber nicht klagen, der„B o r w ä r t s* ist unser bester Freund. Der Arbeiier-Angler-Bund könnte noch größere Erfolge haben, wenn die in den bürgerlichen Bünden organisierten Gewerkschaftler und Parteigenossen ihre Pflicht erfüllen würden. Statt mit ihres- gleichen zusammenzuarbeiten, stärken sie die Reihen und die Kassen der bürgerlichen Sportbewegung. Und mehr noch als dies, sie unter- stützen ihre Vorstände in ihren Angriffen auf die allgemeine Arbeiter- bewegung. Wie die Partei, freien Gewerkschrften, Genossenschaften, die Organisationen der freiheitlich gesinnten Arbeiterschaft sind, so ist der Arbeiter-Angler-Dund die Vereinigung der Arbeiker-Angler! Sportler auf Reisen. Berliner Schwimmer in Halbcrstadt siegreich. Bei dem am vergangenen Sonirtag von dem Verein ASB. Wasserfreunde in der städtischen Badeanstalt in Halber st adt»er- anstalteten Schwimmfest weilten neben Vereinen aus Magdeburg, Braunschweig, Quedlinburg, Burg, Goslar auch die Freien Schwimmer Eharlottenburg zu Gast. Die sportlichen Wettkämps« waren gut besetzt und es kam in einzelnen Konkurrenzen zu harten Kämpfen um den Sieg. Leider hatten in den letzten Stunden einige Bereine, unter denen u. a. auch Leipzig war, Absagen gesandt, wodurch sportlich eine kleine Einbuße festzustellen war Im volkstümlichen Teil des Festes wurde ein schr gut ausgeführtes Figurenliegen und Borführungen einer Mannschaft des Arbeiter-Wasser-Rettungsdienstcs gezeigt. In der Eröffnungsfreistilstafette, 6X40 Meter, für Männer gab es von Anfang an einen harten Kampf um die Führung. Magdeburg konnte mit 2:32,4 Min. den Sieg erringen, Halberstadt und Char- lottenburg dicht auf. In der Männerlagenstafette, 4X100 Meter, zeigte sich von Anfang an die Charlottenburger Mannschaft als die weitaus stärkste. Sie wurde erster in 5:33,2 Min. vor Burg mit 6:18 Min. Die Männerbruststasette, 10X40 Meter, mußte in zwei Läusen ausgetragen werden. Im ersten Lauf siegte Charlottzenburg, im zweiten Lauf Halberstadt. Gesamtklassement: Charlottenburg 5:13,8 Min.. Halberstadt 5:28,4 Min. Im Männerfreistilschwim- men, 100 Meter, konnte der Charlottenburger E. Grühn ohne ernste Konkurrenz erster werden. Zeit 1:11,2 Min. Die Freistilschwell- stafette über 40, 80, 120, 160, 200 Meter sah Charlottenburg von Ansang an in Front, die Konkurrenten Magdeburg und Halberstadt gaben vorzeitig auf. Recht interessant war der Verlaus der Männer- brustwechselstasett« über Kl, 80, 120, 80, 40 Meter. Hier gelang e» den Charlottenburgern zwei Manirschaften zu überrunden. Zeit 5:9 Min. Zweiter Halberstadt, 5-30.8 Min. Den Abschluß des Festes bildete ein Wasserballein- ladungsspiel Halberstadt— Charlottenburg. Es wurde recht schnell gespielt. Die Halberstädter konnten dem Tempo nicht lang« standhalten, und dos Resultat lautete bei Halbzeit 3:0 für Char- lottenburg. Auch in der zweiten Halbzeit kam es für Halberstadt nicht zu einem zählboren Ersolg. Resultat: 10: 0 sür Charlotten. bürg.— Weitere Resultate: Männerseiteschwimmen, 100 Meter, Kl. 1. Koch, Burg, 1:22,1; 2. P. Grühn, Charlotenburg, 1:22,4. Männerfreistilschwimmen, 100 Meter. Kl. B; 1, Raue, Halberstadt, 1:20,4. Gemischt« Stafette, 6X40 Meter: 1. Halberstadt 3:34,2. Iugendbruststafette, 4X40 Meter: Aschersleben 2:6,5. Freistil- schwellstafette: Charlottenburg 8:29,1. Knabenlagenstasette, 4X40 Meter: Halberstadt 2:19,4. Wasserballspiele: Magdeburg II gegen .Halberstadt 4: 1, Braunschweig— Quedlinburg 2: 2, Burg gegen Ostcrwieck 6: 4, Charlottenburg II— Goslar 8; 1, Magdeburg-Neustadt— Braunschweig 7:1._ «Solidarität" vergrößert sich. Die Ortsgruppe Berlin des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer- Bundes„Solidarität" hat jetzt für den W e d d i n g und für Moabit eine neue Abteilung gegründet, nachdem die bisherigen wegen der Weigerung, sich dem neuen Kartell anzuschließen, aus dem Bund ausgeschlosien werden mußten. Deshalb fordert die Orts- gruppe die arbeitenden Radfahrer und-sahrerinnen der Stadtteile auf. sich der neuen Abteilung anzuschließen. Die Sitzungen finden jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat bei Schreiber, Triftstraße 63, statt, wo Aufnahmen vollzogen werden und jede gewünschte Aus- kunft erteilt wird. Nächste Sitzung, morgen, Mittwoch. Der Bund bietet für einen geringen Dierteljahresbeitrag sehr beachtenswerte Dortelle, wie sie kein« andere Organisation kür Radfahrer bietet. Zur schriftlichen Auskunft sind folgende Mitglieder bereit: für Berlin. Robert Rothbarch. W. 11. Schöneberger Straß- 17z. für den 2. Bezirk, umfasiend die Ortsgruppen Neukölln. Schöneberg, Charlottenburg, Treptow, Baumschulenweg und dahinter liegende Ortsteil«. Willi Brennling. Charlottenburg..Am Dvlkshaus 1. für den 21. Bezirk, umfassend die Ortsteile Lichtenberg. Friedrichs. selb«, Weißensee, Reinickendorf usw., Paul Schi'vpan, O. 112, Riederbarnünstroße JQ,, -ARBEITER. TUSSBALL Magere Sonniagsausbcuie. Nur wenig« Bereine hielten es für angebracht, die Fußball- refultate bekanntzugeben. Es wäre doch wohl Pflicht jedes Ber- eins, sofort nach dem Spiel dafür zu sorgen, daß das Resultat der bekannten Stelle mitgeteilt wird. Lichtenberg 1 hatte gegen Ruhlsdorf nur zehn Mann zur Stelle. Aber auch diese genügten, um mit 4:0 zu gewinnen.— Germania-Pankow weilte in Luckenwalde bei Hertha 11. Bis eine Minute vor Schluß lagen die Pankower noch mit 1:0 in Führung. Mit dem Abpfiff zugleich konnte Hertha dami ein Unentschieden (1�1) erringen. Germanias zweite Mannschast fuhr mich Herzfelde, wo die Gastgeber mit 6:0 geschlagen wurden. Ebenfalls in Herzfelde war Stralau. Die Stralauer konnten nur ein 3: 3- Resultat erringen. Wacker-Britz hatte Lichtenberg 2 zu Gast. Mit 6: 1 geschlagen mußten die Lichtenberger die Heimreise antreten. Um die osideuisdie Fußballmeisterschaft. 3000 Zuschauer sahen im Forster Stadion ein lebhaftes Spiel zwischen Döbern und ,.Vorwärts"-Känigsberg. Döbern zeigt- die besseren Leistungen. Jede Stellung war gut besetzt.„Vorwärts" enttäuschte etwas, da er trotz guter Einzelleistungen zu keinem guten Zusammenspiel kam. Die Stürmerreihe war nicht durch- schlagskräftig. Das Endspiel um die ostdeutsche Verbands- Meisterschaft findet am 28. April in Berlin statt. Die Gegner sind Luckenwalde und Döbern. Die Aussichten sind für Döbern sehr günstig, da es über einen ausgezeichneten Sturm verfügt. . Der traditionelle Waldlauf. Eichwalde- Schenkend ort. Der langgeübte Waldlauf der Arbsitersportler kommt am 21. April zum neunten Male zum Austrag.' Am Tag« des Melde schlusses lagen Meldungen von 25 Mannschaften vor. Da er- fahrungsgemäß einig« Dereine immer etwas später kommen, ist mit einer noch stärkeren Beteiligung zu rechnen. Von den ländlichen Vereinen nehmen Teil Töpchin, Motzen, Fredersdorf, Deutsch Wusterhausen, Halbe, Groß-Bcsten und Königswusterhausen � Wildau. Die Freie Turnerschast Groß-Berlin schickt aus ihren Abtellun- gen Ostring, Nordring, Wedding und Südost acht Mannschaften. Auch AST. und Zehlendorf sind vertreten. Der Start erfolgt in Eichwalde am Rathaus. Nor 1591 Uhr treffen die Läufer in Schenkendorf ein. Der Lauf berührt die Orffchaften Zeuthen, Wildau und Königswusterhausen. Wald, Wiesen, Wasser bringen auf der ganzen Strecke Abwechslung, so daß an diesem Tage die Besichtigung der Werbeveranstaitung ein gutes Ziel für Wanderun- gen ist._ Helene Mayer Huropameisterin. Die Europameisterschaften im Fechten haben auch Deutschland einen Erfolg gebracht. Die Olympiasiegerin Helene Mayer konnte sich in Neapel auch mit dem Europameistertitel im Florettfechten der Damen schmücken. In großem Stile fertigte sie eine Gegnerin nach der anderen ab, nur gegen die von deutschen Eltern abstammende Italienerin Germana Schwaiger unterlag sie überraschend 4: 5. «Sport und Partei." Reichstagsabgeordneter Karl Schreck, der bewährte Förderer des Arbeitersports, spricht am Donnerstag, 18. April, um 19Ve Uhr im Gewerkschastshau» über das Thema:„Sport und Partei". Alle sozialdemokratischen Sportler müssen anwesend sein. Bezbrtsjugendtag des 1. Bezirks im Arbeiter-Turn- und Sport- bund. Sonntag, 5. Mai, 9 Uhr, findet im Jugendheim Lichtenberg. Gunterstr.'44, der Bezirksjugendtog statt. All« Vereine und selb- ständigen Abteilungen entsenden einen Jugendvertreter und den Jugendleiter. Referat über.Lugend, Arbeitersport und Behörden". Otto Mattha spricht in einem Lichtbildervortrag über„Die körperliche Betätigung der Jugend im Arbeiter-Turn- und Sportbund". Bc- zirksjugendleiter Heinz Wagner referiert dann über die Bezirks- jugendarbeit. Wahl des Vezirksjugendausfchusies. Alle Vereine müssen bis dahin einen schriftlichen Bericht über ihre Jugendarbeit einsenden an Heinz Wagner, Lichtenberg, Augustastr. 8. Wasserballspiele im Lunapark. Die Arbeiterschwimmer haben ihre nächsten Spiele am 21. April. Es spielen:-5-Mannschaft Hellas — Neukölln fRießner), B-Mannfchaft Charlottenburg— Spandau (Schröter, W.), B-Mannfchaft Fricdrichshain— Union(Klein), Äugendmannschaft Berlin 12— Union(Nau), Lichtenberg II— FTGB.(Lustig). Alle Spiele werden mit Siebener-Mannschaften ausgetragen. Eintritt 0,60 M. Beginn 20 Uhr. sfTGB. Lichtenberg I, Fußballabteilung. Die Sitzungen finden jeden Freitag, 20 Uhr, im Sportrestaurant Sievert,'Schiller- Ecke Kantstraße, Lichtenberg, statt. Dort werden Schüler. Jugend- und Männermitglieder aufgenommen. Der Abteilung steht der Platz in der Kynaststraße am Bahnhof Stralau-Rummelsburg jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat zur Verfügung. Auch die Trainings- abend« finden jeden Dienetag und Sonnabend auf dem Platz statt. Arbeit««lp»rtkart«I Lichtenberg. Wegen der SPD..SportIervcrsammlung am T-onnerstog, I«. Avril, findet die«artrllversammlung nicht statt. Alle »arteigcniiMschen Sportler besuchen die Versammlung im Dewcrksckmstshau!,. wo Reichotagoabgeordneter Schreck Uber„Sport und Variei" referiert. Die Verein« mUssen sofort die Eintrittskarten für die Zugcndwerberevuc am 24. Avril von Heinz Wagner, Lichtenberg, Augustastr. 8, abholen, ssllr alle startellvereine steht das Lichtenbcrger Stadion jeden Dienstag und Donners- tag und der Spvrtplajt Uvstallweg jeden Dienstag und Sonnabend zur Ber- fllgung. Di« Vereine, die besondere Plast« haben, können sich die Venchmigun- gen von Wagner abholen. tzl®®., Sportleiier. lZreitaa, 19. April, schriftliche Prüfung im Jugendheim Lichtenberg. Dosscstr. 22, um IS',4 Uhr. Papier und Vleiftift mitbringen! Frei« Schwimmer®i»ß-®erli», e. D. Alle SPD.-Sportgenosscn treffen stch Dannerstag, 18. Avril, 19� Uhr, im Gewerkschaftshaus, beim Bortrag de» Genossen Schreck.(Siehe auch Bekanntmachung in der Sonntagsnummer.j Vergnügungsobleute der Gruppen: tzufamm-nkunft im Gewerkschaftshaus Witt. woch, 17. April. 20 Uhr.— Gruppe gricdrich-dain: Gruppcnvcrfammlung Mittwoch. 17. April. 2V Uhr, bei Lchnigk, MUHlcnstr. ö8. ZT®®., Abt. Adlershof. Mitgliederversammlung 17. April im Sporlreüau- rant..Lehngut". Sedanstr. 3. Vortrag über„Technisch« ssragen". AST. Mittwoch, 19>,h Uhr. Waldiauftrainin«. Umkle-delokal Senboldt. aw Paradiesgorten, Treptow. Zreitag, 19. April, lesttcs Kallentraining in der Turnhalle Neus-ktrug-Allee 10.— Alle Eicknvalde.Scheniendorf-Läufee fauch die der Propaganda-Mannschaflen) müssen erscheinen. Wer fahrt Wochenendfahrten und Ferienreisen. Die Bewegung in der Lausitz. Di« nächste Wochenendfahrt des Touristenvereins..Die Naturfreunde"— Reisebureau— findet am Sonntag, 14. April, statt. Sie führt nach Frankfurt an der Oder zum Besuch der Stadt. Treffpunkt der Teilnehmer Sonntagfrüh �17 Uhr Schlestscher Bahn- Hof. Einige Karten sind noch zu haben im Reisebureau und in der Geschältsstellc des Loreins, N. 24, Johannisstrahe 14/15: Thomas, N. 65, Luxemburger Straße 1: Sinn» N. 20, Stettiner Straß« 30: Afeckelberg. Treptow, Grätzstraße 50: Walter, Neukölln, Siegfried- straße 55: Schmidt. W. 50. Rankestraße 30. » Das Reisebureau des Touristenvereins„Die Naturfreunde" er- teilt über Ferienaufenthalte in den vereinseigenen Heimen bereitwilligst und unentgeltlich Auskunft. Der Verein veranstaltet auch in diesem Jahre eine Anzahl Ferienreisen in die verschieden- sten Gegenden. Wir möchten hier besonders erwähnen die Rügen- fahrt an den Pfingsttagen, dann die Fahrt vom 1. bis 16. Juni nach Rothenburg ob der Tauber und. die Schwäbische Alb, vom 15. bis 30. Juni durch den Schwarzwald, und zwar von Heidelberg bis zum Bodensee, vom 22. bis 30. Juni nach Thüringen, 30. Juni bis 6. Juli zur Insel B o r n h a l m, 6. bis 21. Juli in den Schwarzwald. Diese Reise ist besonders für Teilnehmer zu empfehlen� die bisher wenig große Reisen gemacht haben. Vom 7. bis 14. Juli geht's an den Rhein: für die gleiche Zeit führt eine Reise durch die Sächsische Schweiz, vom 3. bis 18. August findet die Drei- Länder- Fahrt statt. Sie kührt über Hof, durch das Fichtelqebirge, durch den. Bayerischen Wald, Donaufahrt Passau— Linz, Prag, Bodenbach, Dresden. An die Nordsee geht's vom 4. bis 11. August, und zwar nach Ham- bürg, Blankenese, Helgoland), Wollingst, Worpswede. Bremen: vom 17. August bis 1. September nach Tirol und das Salzburger Land. Karwendel und Zillsrtaler Alpen. Die Pläne der Wochen- endfahrten, die vom Touristenverein„Die Naturfreunde" im Sommer veranstaltet werden, erscheinen in Kürze. Anfragen richte man an das Reisebureau„Naturfreunde", N. 24, Johannis- straße 14/15, Montag bis Freitag 6 bis 8 Uhr oder Telephon Norden 4177. j Am Sonntag nahmen in einer kurzen, aber inhaltreichen Tagung die Lausttzer Naturfreunds in K o t t b u s zur Reorgoni- sation ihrer Bezirtsorbeit Stellung. Alle vierzehn Ortsgruppen hatten Vertreter entsandt. Von den sechzehn Delegierten waren elf politisch und sechzehn gewerkschaftlich organisiert: vierzehn aus der Kirche ausgetreten. Das spricht auch für eine gut« allgemein- politische Haltung der Natursreundefunktionäre. Die Entwicklung des Bezirks verspricht auch für die Zukunft flotte Arbeit. Politische Auseinandersetzungen spielen keine Rolle mehr. Die engere Ar- beitsgemeinschast der Ortsgruppen im Senftenberger und Bock- witzer Kohlenrevier hat sich vorzüglich entwickelt. Die Bezirksarbeit zeigt neben zahlreichen Wandeningen für den 22. uitd 23. Juni eine Sonnenwendfeier in Bockwitz, für den 20. und 21. Juli die Einweihung des ersten Sprecwaldheims der Naturfreund« in Naundorf bei Vetschau und eine Herbstfeler am 28. und 29. September in Sora» an. Die Feiern werden durch die Be- ziitemusttgruppe, durch einen guten Sprechchor, durch Gesang und Rezitationen gestützt. Ausstellungen mit gutem Naturwissenschaft- lichen und Photomateriat gehen nebenher. Der Monat August bringt noch einen wissenschaftlichen Schulungstursus für Funktionäre mit anschließender Wanderung in ein dafür besonders geeignetes Gebiet. In die Bezirksleitung wurden Marquardt und W o l f f g a r d t- Kottbus gewählt. Pfingstsahrt nach der Insel Rügen. Zu Psingsten veranstaltet der Touristenverein„Die Naturfreunde", Reisebureau, eine Reise »ach der Insel Rügen. Die Fahrt nimmt folgenden Verlaus: Eisenbahnfahrt von Berlin nach Saßnitz, kurz« Wanderung nach Hagen, Stubbenkammer, Königsstuhl, Ostseebad Lohme. Herchasee, Saßnitz. Bon hier Rückfahrt mit dem Dampfer noch Stettin(etwa 8 Stunden) und weiter mit der Bahn nach Berlin. Näheres durch das Reisebureau des Touristenoereins„Die Naturfreunde". Berlin N. 24, Johannisstraßc 14/15, von Montags bis Freitags von 18 bis 20 Uhr. i Mßwirlschast im Braunkohlenbergbau. Rechtswidrige Lleberschichien und Lteberstunden. Währvni» drr außerordentlichen Kälteperiode wurden ver- schiedentlich Pressestimmen laut, die verlangten, daß die Braun- kohlenbergarbeiter zur Behebung der„Kohlenknappheit" Mehrarbeit leisten sollten. Dabei müssen die Bergarbeiter bereits infolge der tarifoertraglichen Regelung Mehrarbeit über die gesetzlich festgelegte Arbeitszeit hinaus leisten.. Das hindert die Unternehmer aber nicht, von den Arbeitern entgegen den tarislichen und gesetzlichen Bestimmungen lleberschichien und lleberstunden zu verlangen. Seit der letzten tariflichen Regelung der Arbeitszeit hat sich im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau ein lleberschichien- Unwesen breitgemacht, wie es schlimmer nicht denkbar ist. Die Werksleitungen oersuchen durch ihr rigoroses Borgehen gegen die Arbeiter die Verkürzung der Zlrbeitszeit durch die Anord- nung von lleberschichien größtenteils illusorisch zu machen. Ueber- schichten, trotzdem im letzten Vierteljahr des Jahres 1928 Hunderte von Arbeitern enllasien wurden. Roch dem Grundsatz:„Wer sich nicht fügt, der fliegt", gelingt es den Werksdirektoren, auch„wider- fvenstige" Arbeiter zum Verfahren von Ueberschichten zu zwingen. Betriebsräte, die gegen diese Maßnahmen protestieren, werden schikaniert bis aufs Blut. Im Bitterfelder Revier halten es die Werksleitungen für überflüssig, sich wegen der lleberstunden mit den Detricbsvertretungen in Verbindung zu setzen. Auf der Grube Golpa treffen die Bctriebsfllhrer mit den Arbeitern direkt Abmachungen 12 Stunden Zu arbeiten. Auf der Grube Herniine wird seit Monaten auf diese Zlrt die tarifliche und ge- setzliche Arbeitszeit fortgesetzt überschritten. Bei diesem System kann der Geschäftsführer des Halleschen Bergwerksoereins berichten, daß die verfahrenen Schichten bei der gleichen Zahl von Ar- beitstagen im Jahre 1928 um 3 Pro z. ge st legen sind. Diese Steigerung rührt nur von Ueberschichten her. Bei einer Belegschaft von S409 Mann im Bitterfclder Revier wurden im vierten Vierteljahr 1928 nicht weniger als 8 2 99 volle Ueberschichten verfahren. Im Meuselwitz- R o s i tz e r Revier sind auf den preußischen Gruben in derselben Zeit bei einer Belegschaft von 1859 Mann rund IS09 Ueberschichten oersahren worden. Zu einer Zeit, da die große Kälte- Periode noch nicht vorherrschte. Es ist ein Skandal, einen Teil der Arbeiter zu lleberstunden und Ueberschichten zu zwingen, trotz der großen Zahl von Arbeitslosen. Die Unternehmer, die über die Arbeitslosen und die Arbeitslosenversicherung nicht genug schimpfen können, schließen die Arbeitslosen von der Arbeit aus. Die zuständigen Aufsichtsbehörden sind teilweise mit« verantwortlich für die Zustände, wie sie im Braunkohlen- bergbau eingerisien sind. Da Beschwerden bei den Bergbehörden keinen Erfolg hatten, aus den Antworten dieser Behörden sogar großes Entgegen- kommen den Unternehmern gegenüber sestzustellen war, müsien die übergeordneten Instanzen hier eingreifen. Wir fragen den Herrn Mini st er für Handel und Ge- werbe in Preußen, was er zu tun gedenkt, um dem Mißstand ein Ende zu bereiten, daß die ihm unterstellten Instanzen es den Unter- nehmern ermöglichen, systematisch die gesetzliche und tarif- liche Arbeitszeit zu überschreiten und dauernd Ueberschichten verfahren zu lassen? Himmelhoch jauchzend... � Bei der„Eroberung" der Gewerkschaften hat die kommunistk- sche Reben-, Zentrale" der Gewerkschaften im Laufe einer zehn- jährigen Zellenbauerei so sehr bescheidene Erfolge zu verzeichnen, daß sie jetzt über ihre unter Mitwirkung der Unorganisierten erzielten Einzelerfolge bei den Betriedsrätewahlen wahre Purzel- bäum« schlägt.• . Die Tatsttchr. daß«» durch die neue taktische Wendung (gemeint ist das Bündnis mit den Unorganisierten gegen die Gewerkschaften: D. Red.) gelungen ist, Groß- betriebe in den entscheidenden Wirtschaftszweigen für die Gewerk- schaftsopposition(das heißt die Kommunistische Partei) zu erobern, hat eine ausschlaggebende Bedeutung." Das wird den Thälmännern wieder zu einer guten Zensur in Moskau verhelfen. Immerhin wird man auch dort nicht ohne weiteres von der Richtigkeit der im Ersolgsrausch gesallenen weite- ren Aeußerung überzeugt sein: „Die reformistische Malier ist durchbrochen." Was von der radikalkommumstischen Opposition unter Heranziehung der Unorganisierten durchbrochen ist, das sind die Beschlüsie und Satzungen der Gewerkschaften, das ist die G e- werkschastsdisziplin. Um diesen zweifelhaften Erfolg sind die„Revolutionäre" nicht zn beneiden. Und wenn die KPD.-Presse noch so laut über„Spoltungsmaßnahmen der Reformisten" schreit, so werden die Gewerkschaften sich dadurch nicht davon abhalten lasten, mit den Gewerkschastsschädlingen abzurechnen. An der„reformistischen Mauer" wird sich noch mancher kom- munistische Schreier den Schädel einrennen, bevor sie durchbrochen ist. Die komniunistischen Gewerkschaftsfeinde in der„Einheitsfront" mit den„klassenbewußten revolutionären" Unorganisierten mögen nicht zu früh jubeln. Kölner Siraßenbahner und SPO. Köln, 16. April.(Eigenbericht.) Im Sogtalpolitischen- und Finanzausschuß der Kölner Stadt- verordnetenversammlung hat am Montag die Sozlakdemokratie de- antragt, die F o r d e r u n g der Straßenbahner um 1 9 P f. Mehr- lohn die Stunde als eine geeignete Grundlage für die Verhandlungen zu betrachten und zu oersuchen, in Köln zum Ab- schlug eines neuen Tarifvertrages zw kommen. Dieser Antrag wurden von sämtlichen bürgerlichen Parteien, darunter auch von den dem Zentrum angehörenden christlichen Vertretern abgelehnt. Nunmehr muß die zu- ständige Schiedsstelle in Köln und später vielleicht auch in Bertin in Aktion treten. ,/Cooks schmählicher Verrai." Worin besteht der schmähliche Verrat, dessen Cook jetzt in der Moskauer Presse bezichtigt wird? Die Moskauer hatten in Schott- l a n d ein„Rettet die Gewerksckaften"-Komitee gegründet, das sich die Spaltung der Bergarbeiterorganisation zur Ausgabe machte und zum 13. April eine Konserenz nach Glasgow einberufen hat, zur Griiirdung einer neuen„revolutionären Ver- einigten Dergarbeitergewertschast Schottlands". Cook, der als Sekretär des englischen Bergarbeiterverbandes verpflichtet ist, den Spaltern entgegenzutreten, hat sich auf einer Agilationstour in Schottland gegen das Verbrechen der„Revolutio- näre" gewandt oder mit deren Worten„in schändlicher Weise ver- sucht, gegen die neu« Geuxrkschaft anzukämpf« n". Cook konnte sich und seinein Verband manche Enttäuschung er- sparen, wenn er sich von den„Erfolgen" der Moskauer in Frank- reich und verschiedenen anderen Ländern leiten ließ, anstatt von den Moskauer Geldern zur Verlängerung des Bergarbeiterstreiks. Jetzt, wo er die Existenz seiner Gewerkschaft gegen die Spaltung, in Schottland zu oerfechten hat, wird der„Held" des Bergorbeiter- streiks als„Verräter" beschimpft— weil er den kommunistischen Verrat an der Bergarbeiterorganisation nicht mitmachen will! Die Eisenbahner mahnen. Konferenz im Hamburger Gewerkschastshaus Di« Bezirksleitung des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands hatte zum 11. April eine Vertreterkonferenz der Orts- gruppen aus den Direktionsbezirken Altona und Mecklenburg sowie der in diesem Bereich liegenden Privatbahnen noch dem Ge- ' werkschaftshaiis in Hamburg einberufen. Bei der Berichterstattung über die bisherigen Lohnverhandlungen wurde betont, das Verhalten der Reichsbahnverwaltung sei den Eisenbahnern unoer st ändlich. Im Dezember 1928, 6ei Verhandlungen im Altonaer Direktions- bezirk, habe der Direktor der Hauptverwaltung zugeben müssen, daß die Eisenbahnerlöhne im Bezirk so»iedrig sind, daß sie einer Aufbesserung bedürfen. Da jedoch die Kündigung der Lohnbestim- mungcn des Tarisoertrages bevorstehe, die Lohnfrage dann allgemein behandelt werde, würde dann wohl die notwendige Lohnerhöhung erfolgen. Jetzt aber wurde selbst die Notwendigkeit einer Lohnaufbesserung bestritten. In einer Entschließung erklärten die 21999 Mitglieder oertretenden Konferenzteilnehmer sich mit den bisher geführten Ver- Handlungen und der Stellungnahme der Derbandsleitung bei dieser Lohnbewegung einverstanden. „Auf Grund der gemachten Feststellung, daß die Löhne der Eisenbahner wesentlich unter den vergleichbaren Löhnen der Arbeiter der Privatbetriebe in den Bezirken Altona und Mecklenburg liegen und Unterschiede von 26 Pj. pro Stunde bestehen, verlangt die Koinerenz auf jeden Fall eine allgemeine Lohnerhöhung. Die Mitglieder stehen für alle Kampfmaßnahmen und für die wei-. teren Anweisungen der Derbandsleitung bereit." Streit im Hamburger petroteumhafen. Hamburg, 16. April. Die Belegschaften sämtlicher Oel- und Petroleumfirmen im Petroleumhafen sind heute früh wegen Lohndisserenzen in den Ausstand getreten, nachdem der Lohntarif gestern abgelaufen war und das bisherige Verhandlungsergebnis als ungenügend abgelehnt worden ist. Einigung in der Gubener Hutindustrie. i Guben, 15. April. Di« vom Regierungspräsidenten Bartel in Frankfurt(Oder) an- gebahnte Einigung in der Gubener Hutindustrie ist zustaichegekom- men. Nachdem der Arbeitgeberverband seine Zustimmung zu dem Abkommen bereits vor einigen Tagen erklärt hatte, hat nun auch der Deutsche Hutarbeiterverband dieser Einigung zugestimnit. Da- mit ist die angedrichte Stillegung der Betriebe vernncden worden. Die Ziündigungen werden zurückgenommen. Lobnerhohung im rheinländischen Baugewerbe Köln, 16. Zlpril.(Eigenbericht.) In den Verhandlungen vor dem verstärkten Tarifamt am Montag wurde nach langen Beratungen mit den Stimmen der Arbeitgeber upd der Unparteiischen, gegen die Stimmen der Arbeit- nehmer, ein endgültiger Schiedsspruch für das Baugewerbe im Bertragsgebiet Rheinland gefällt, der 5 Pf. Lohnerhöhung für die Maurer und 1 P s. für die Tiefbauarbeiter vor- sieht. Der Lohn der Bauhilfsarbeiter beträgt 83 Proz. des Maurer- lohnes.. PROGRAMH für die Zelt vom 16. bis 18. April KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zelt vom 16. bis 18. April ©lOG Potsdamer Strafe 38 Die Frau, die feder Hebt, blat da mit Henny Pölten Jugendliche.haben Zutritt Rheinstrabe 14- Kais.-Eiche) M58 Der Leidensweg einer Mailer Held von Arlsonn mit Fred Thomson 7 Odcon, Potsdamer Sir. 7 5 Die Llebubaflea einer Sdian- »lelerln mit Pola Negrl Da» Sdtlcksal derer von Kabtbnrg Turmstrabc 12 Indlzlenbiiwels mit Ruth Weyher Ein Mädel mit Tempo (6! us. ige Akicj Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Geld! Geld! Geld I m Brigitte Helm Der Fall Sonja Petrova Welt-Kino Alt-Moabit W Der Held aller MSddienlrlame mit Harrr Lledtke ßrSatigam auf Kredit Alhambra �f aÄV51 Schöneberg, Hauptstr. 30 Die Launen einer»dlönen Pran Jagd auf Phantome Gro�c BfUuseasdMW Titania(ufa S�höneberg) HauptstraBe 49 Beginn ab 5,15 Uhr Kinder der Strafe (der neue Zille-Film) Moderne Mütter mit Irene Rldi > Charjottonburg Schlütcr-Thcatcr SchlQterstr. 17 W. 7 u. 9.15 U„ S. ab 4 U. FOnf bange Tage m. Maria Jacobini D. Onrdbgtngerin m. Brniuewetter ■ st.anti■ Titania-Palast iteglitz, SchloSstr. 5.£Mce Gutsmuthsstr. ieginn: W. 6.30, 9, Feiertgs. 4,630, 9 Uhr Uraufführung Mittwoch: Gewbmlnkle Jagend Bühne: Die Wander de* Film* mit Begleitvortiag > Uchterfnlde�Weät�E H! f{ Wochentags ftJO, 9 Uhr 1-L.l Stg s> 7i 9. i Uhr jug,-V. Hindenburgdamm 58 a Verirrte Jagend(lugend v. heute) Sdiwerk In rast Uefa. Qefangensefa. Bühnensefaaa d SUGwesten h Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1-4 Beginn 5 U. Moderne Mütter mit Irene Rieh Unter falschem Namen mit Monte Blue •»fl<,en■ Th. am Moritzpiatz Beginn; W. ab 615 9 U- Stg. ab 4J0 U. Anna Boleyn mit Henny Porten Da* Findelkind Filmeck BeginnW:s5f� Skalitzer StraSe, am Görlitzer Bahnhof Die Nadil ohne Hoffnung Do* Liebeileben d.»cfaöncn Helena Gute BOhnenKfana Luisen-Theater Reichcnberger Straße 34 Wochen t ab 5.45 Uhr. Sonnt, ab 3.45 Uhr Die Vierte von rechts mit O. Oswalda Hinter Harcmsmanern Bühnenschau Urania-Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Stg. 145, 5. 7, 9 Uhr Verfrrle Jugend Carmen mit Ch. Chaplin f Btthnenatlralcflonen Vorwärtsleser Vorzugspreise NeukBlln Primus-Palast Hermannplatz Um seine Ehre mit GAsta Ekmann und La Jana 'Auf der Bühne: The Grenze* Orlglnal-ffnndctplcle Femer: Yvelte Glrards Lentfalballett Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Die Mltternatfatslaxe mit Harry Plel Bühne: Original 4 Kaefhs, d. weltberühmt. Akkordfon-Vlrtuosen Grofte BühnenKhaa Mariendorf fVf ä I 5 Mariendorfer lia-L-l Lichtspiele Chausseestraße 305 Zwei höllische Tage mit Carlo Aldini GefShrlicfae Blondiaea B&hnenschaa Nordosten „Elysium" Prenzlauer Allee 58— Film und Bühne Des gr. Erfolges wegen verlängert: Fräulein EUc mit Elisabeth Bergner Revue; Launen der Liebe BQhnen ufaaa Schlobpark Hirn- Bahne Berliner Allee 205—210 StraAenbekannbcfaafiea mit W. Pilscfaaa Rache für Eddin mit Eddie Polo BOhaewdian Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Die Siebzehnjährigen mft Grete Mosheim Bühne: Die grobe Corzlllnc-Revae mit teilweise neuen Bildern: Die honte Tüte Wochtgs. ab 6, Sonntags ab 3 Uhr Concordia-Palast Andreasslraße 64 Der Mltternaehbwalzer Küsse, die man nie vergißt mit M. Paudler Bühnensefaaa Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70. Fraocnraub in Marokko mit Cl. Rommcr Hans Nr. 17 mit Samson Körner Bühncnscban W Kino Busch �nÄh All-Friedrichsfelde 3 Bin Ich Ihr Typt mit Clara Bow Kampt im Tal der Riesen mit M. 5111s Bühnensefaaa Elysium(pu�pSaat) Hasselwerderstraße 17, Der Zarewllscfa mit Fw. Petrowttscfa Der SleSer mit W. Fatrbanks Gate Bühnrnsdiaa Norden Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Die Mitternacbistaxe mit Harry Plel Das Geständnis der Drei(Mord). BOhncnscfaan Alhambra MüIIerstraßc, Ecke Seestraße Franenranb in Marokko mit C. Roxnmer Beiprogramm Bübnenscban F ortuna-Lidit spiele Müllerstraße 12 c Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nnr Spitzenfilme der Well- prodnktion Metro-Palast Chausseestraße 30 Nacfalwell mit Anna May-W ong Mädel sei Heb mit Colleen Moore Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Die eiserne Maske mit D. Fairhanks Der Abscfaicdswalzer Jugendliche haben Zutritt Pharus-Lichtspiclc Müllerstraße 142 2 Großiilme Ist Eddie Polo schuldig T 7 Rin-Tin'Tin and die Goldgräber „Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Herzen ohne Ziel rr. Lls Pavanclli Ein Grab am Nordpol Bübnensdiaa W CesundbrunnAn «Alhambra" Badstraße 58 Holelgeheimnisse mit M, Sonja Wenn Menschen Irren Große Varicttscfaaa Balls ehmieder- Lichtip. Badstraße 16 Die eiserne Maske mit Donglas Fairbank» Beiprogramm Bühnensefaaa Humboldt-Theater Badstraße 19 Der Sieger(6 Akte, Sensation mit W. Fairbanks) Geheimnisse einer Nadil Bübnensdiaa Kristall-Palast Prinzennllec 1—6 lefa baV für Sie ein wenig Sympathie m. Laura la Plan!« Beiprogramm Grobe Varietöscfaaa Marienbad-Palast Badstraße 35—36 Ma eiste and der SirSfüng Nr. 91 Wenn Mcnscfacn irren Palast-Theater Breite Straße 21 a Ritter der Nacfal m WUb. Dtelerl« Die Tochter des Scheich m. Daniel» Tivoli, Pankow Berliner StraSe 27 Die rote Tänaerln mit Dolores del Rio Emil und Scfalemihl unter Menschenfressern Bübnensdiaa fl Nieder tetiOnhauiwgJ Film-Palast Blankenburger Straße 4 Ehre deine Malier m. Mary Carr Die Darchgängcrte fl Relnlikenaorf-Oat W Bürgcrgartcn-Lichtsp. Hauptstraße 51 Kinder der Straße(Der große neu« Zille-Film) Der weiße Harem Bühnciudian