Morgenausgabe JIM 82 A 92 46. Jahrgang WSch-nllich 8-P>.«o»«Mch S,tA 3L tm norau» zahlbar. Poftdrzut 422 M. «WIch!ltk>I>ch«0Psg.Paftz-i>un>,� urül 72 Pfz Postdestellgrbühn«. Lualand» abonn-mrn! 6.— M. pro Monat. Der.L°noSrt,r erlchelnt wochrntZz» sich zweimal. Tonntags und Monroy» einmal, die ildendausaaben sie Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Lbend". Hllustrierte Deilaaen.Volk vnd Zeit- und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und ZLillen'..Frauen- stimme"..Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Jugend-Lorwärt»" P- Berliner SottSblatt Freitag 19. April 1929 Groß'Äerlin pf. Auswärts 4S pf. tfo•lifpattlftt Ns�paretUezeN» 80 Pfennig. Reklame veUe S— Reich»- mark.„«leine Anzeigen' das eyge» druckt» Dort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedrunie Worte), jedes weiter» Won 12 Pfennig. Stellengesuche das erst» Dort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über l5 Duchstoden zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt annahm»______ �. Gräfte SL wochentögi. von S»/, dt» 17 Uhr. Jentvalorsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstratze 3 srrrnsvrechrr: Töndofl 292—297 tclegiamni.adr:©oztaltiemofrat Berli» Borwärts-Verlag G.m.b.H. Voftlideckkimt»: Verli» S7SZst—«anNcmto:»ank der«rdetl«.»»gestellt«» vnd Beamte» Wallst,.«. Ditkonto-G-lellschaft. Depasitevtasse Zindevftr.Z bbruch in Widerspruchsvolle Kommuniques. Die Pariser Sachoerständigenkonfernz ist in den gestrigen Abendstunden in ein äuher st kritisches Stadium eingetreten. Bon französischer Seite wurde sogar durch die offiziöse Havas-Agentur die Konferenz als bereits endgültig gescheitert, sa vorzeitig aufgeflogen bezeichnet. Die Havas-Meldung lautet: Paris. IS. April. H a v a s berichtet: Zn Verfolg der heute nachmittag von dem llnterausfchust Revel stake abgehaltenen Sihung wird offiziell bekanntgegeben, dah die deutsche Delegation sich geweigert hat. den von ihr gestern gemachten Vor- schlag während 37 Jahren lbSV Millionen Goldmark zu zahlen, zu erhöhen. Infolgedessen werden die deutschen Delegierlea auf- hören, an den Arbeile'u der Reparationskonfereu; teilzu- nehmen. Die Vertreter der Gläubiger mächtv werden morgen eine Sihung abhalten, um einen Bericht über den Gegenstand- ihrer Mission abzufassen und festzustellen, dah ihaeu unmöglich gew?sen ist. sich mit den deutschen Delegierten zu verständigen, um eine Lösung des Reparationsproblem» zu finden. Eine deutsche offiziöse WTB.-Meldung bezeichnet hingegen diesen Havas-Dericht als absolut irre- führend. Die deutsche Meldung hat folgenden Wortlaut: P a r i,. IS. April.(MTV.) Die von der Agenkur havas als angeblich offiziell ausgegebene Meldung über den Verlauf und die Ergebnisse der heutigen Sihung des Ilntercusschussc» Revel- stake ist v ö l l i g i r r e f ü h r e n d. Die deutschen Dele- gierten haben erklärt, dah sie nicht in der Lage seien. eine höhere als die von ihnen angeregte Annuität von sich a u s zu befürworten, es sei denn, dasi irgendwelche An- regungen gegeben werden könnten, die eine Erhöhung der derzeitigen deutschen Leistung»- und Zahlungs- f ä h i g k e i t herbeizuführen geeignet seien. Unter diesen Umständen stellt der Unterausschuh fest, dah er nicht zu emer Uebereinstimmung gelangt sei. und wird in diesem Sinne der morgigen Vollsitzung berichten, an der selbstverständlich die deutschen Delegierten t e l l- nehme« werden. Darüber, w i e weiter verfahren wird, und insbesondere darüber, ob und wie ein Ver'cht ausgearbeitet werden soll, wird die morgige Vollsitzung beschliehen. Es ist wohl in den letzten zehn Jahren kaum jemals vor- gekommen, daß über eine und dieselbe Sitzung halbam�- l i ch so diametral entgegengesetzte Behauptun- gen verbreitet worden sind. Zweifellos ist d'e Lage äußerst gespannt und kritisch, und es bestehen nur noch sehr geringe Aussichten für«ine Weiterführung der Konferenz. Es ist aber unerfindlich, wie das französische Nachrichtenbureau ein Kommunique herausgeben tonnte, das sogar als offiziell bezeichnet wurde, in dem behauptet wird, daß die Deutschen mit dem gestrigen Tage ihre Teil- nähme an der Sachverständigenkonferenz abgeschlossen hatten. und daß heute nur noch eine Rumpssitzung stattfinden würde, an der ausschließlich die Sachverständigen der Kläubiaermächte teilnehmen würden— während von d e u t- scher Seite das Gegenteil ausdrücklich festgestellt wird! Rein technisch war die französische Darstellung unwahr- scheinlich, ja sinnlos: denn ein Unterausschuß konnte unmöglich von sich aus beschließen, daß die Gesamtkonferenz bereits gescheitert sei. Dazu ist nur das P l e n u m der Kon- ferenz berechtigt. � �. Es unterliegt allerdings kaum noch emem Zweifel, daß der heutige Beschluß der Vollsitzung im Sinne des Abbruches oder zumindest der Vertagung auf unbestimmte Zeit lauten wird Das geht auch aus dem uns in spater Nachtstunde übermittelten Bericht unseres eigenen Pariser Korrespondenten hervor: � Paris. 18. April.(Eigenbericht.) Die Sachverständigenkonferenz kann als gescheitert gellen. Der Abbruch der Konferenz wird morgen in einer Vollsitzung geschlossen werden, während der Veraluagea des Unterkomitees Rcvelfloke wurde heute nachmittag an Dr. Schacht die Frage gerichtet, ob die in dem deutschen Memo- randuw genannten Ziffern das letzte Wort Deutschlands darstellten. Dr. Schacht antwortete, daß die deutsche Delegation über das von ihr gemachte Angebot nicht hinaus- gehen könne. Es wurde darauf beschlossen, in der morgigen Vollsitzung den Antrag aus Abbruch der Konferenz zu stellen. Die Alliierten-Delegierten begründen ihr Verhalten damit, daß die deutsche Delegation politische Fragen in die Debatte geworfen habe, womit sie ihre Kam- petenz überschritten habe. Talsächlich ist von beut- scher Seile lediglich darauf hingewiesen worden, daß die Leistungsfähigkeit Deutschlands sehr durch die Verengung der Rohstoffbasis leide. Die Konferenz wird nun morgen endgültig über die Form des Abbruches Beschluß fassen. " Das irreführende Havas-Kommuniqu�! ist schon deshalb bemerkenswert, weil es gewissermaßen den typischen S ch l u ß p u n k t e i n e s systematischen � e l d z u g e s bildet, mit dem die französische Regierung seit dem ersten Tage der Konferenz die öffentliche" Meinung des eigenen Landes und der ganzen Welt zu beeinflusiest versucht hat. Seit dem 10. �Februar verging fast kein Tag, an deyi nicht die französische Presse tendenziöse Berichte veröffentlichte, in denen die deutschen Delegierten angegriffen wurden. Diese planmäßigen Störungsversuche dutch die Presse erfolgten so einheitlich, daß sie nur auf eine bestimmte Direk- tive von amtlichen französischen Stellen zurückzuführen sein können. Wiederholt mußte sogar von den Konferenzteil- nehmern ausdrücklich festgestellt werden, daß entgegen den Darstellungen der Pariser Zeitungen die Atmosphäre der Konferenz ihren sachlichen und kollegialen Charakter seit der Eröffnungssitzung nicht eingebüßt hätte. Der Zweck dieser Stimmungsmache liegt auf der �and: Man wollte die deutschen Vertreter nervös und mürbe machen, man wollte sie zwingen, nur solche ziffernmäßi- gen Angebote zu unterbreiten, die foen absichtlich hochgeschraubten französischen Forderungen einigermaßen entsprochen hätten. Gleichzeitig wurde auf diese Art den französischen und alliierten Vertretern der„Rücken gestärkt", um sie von erheblichen Abstrichen bei den Forderungen für Wiederaufbaukosten abzubalten. Das Ergebnis dieses Feldzuges war, daß die Atmosphäre — zwar vielleicht nicht i n der Konferenz selbst, aber u m die Konferenz herum— so getrübt, ja vergiftet wurde, daß eine Einigung immer schwerer wurde. Es soll keines- wegs bestritten werden, daß in Deutschland die tfugenberg- Presse eine ähnliche Taktik befolgte: aber es Handell sich bei ihr um Auslassungen einer rabiaten Oppositionspresie, die auf die deutschen Sachverständigen um so weniger Eindruck machen konnten, als jeder weiß, daß die Deutschnationalen überhaupt keine Einigung wünschen. Bei dem Feldzuge der französischen Presse dagegen handelte es sich um eine von der Regierung selbst inspirierte und täglich genährte Stimmungsmache. Hätten die Sachverständigen wirklich in völliger Unabhängigkeit und frei von diesem Druck beraten können, so hätten sie sich wahrschchnlich längst geeinigt. Denn die Differenz zwischen den beiderseitigen Standpunkten war zu Beginn der Konferenz gar nicht so er- heblich. Aber diese Differenz wurde in den letzten Wochen durch Presseangriffe dermaßen verschärft, daß die alliierten Sachverständigen es schließlich nicht mehr wagten, auf Summen herunterzugehen, die man selbst in Frankreich vor zwei Monaten noch für diskutierbar erklärte. Auch der gesamte Charakter der Konferenz wurde durch diesen Pressefeldzug verschoben: ursprünglich sollte sie lediglich nach streng finanziellen und valkswirt- schäftlichen Gesichtspunkten, aber frei von politischen Erwägungen, die deutsche Leistungsfähigkeit fesjstellen und entsprechende Reparaiionsvorschläge ausarbeiten. Am Schluß ging es aber immer mehr um politifcheKraftproben zwischen Deutschland und seinen Gläubigern. Der Höhepunkt der Begriffsverwirrung ist wohl in der Behaupfpng ent- halten, mit der Havas den Abbruch der Konf�rerzz zu be- gründen versucht: der Spieß wird umgedreht und es wird den deutschen Delegierten vorgeworfen, daß sie sich auf das politische Geb'«t begeben hätten. Und zwar stützt sich dieser Vorwurf darauf, daß Dr. Schacht auf die Ein- engungen hingewiesen hat. die der deutschen Wirtschaft durch die Bestimmungen des Vers ailler Vertrages auf- crlegl worden sind. Das soll also ein unzulässiger politischer Hinweis gewesen sein! Als ob die deutsche Wirtschaft nicht durch den Versailler Vertrag entscheidend beeinflußt wäre! Diese Begründung des Abbruchs durch die französische halbamtliche Nachrichtenagentur trögt sehr deutlich den Stempel' einer- faulen Ausrede, eines plumpen Vorwandes. Sie zeigt, daß die Franzosen es schließlich sehr eilig hatten. Schluß zu machen- und dabei bemüht waren, die Schuld den Deutschen zuzuschieben. Dieser Versuch ist aber mißlungen, weil die angewandten Mittel zu plump waren. Im übrigen wird man den heutigen Tag abwarten müssen,«he man abschließend zu den Pariser Ereignissen Stellung nimmt. Erst wenn der formelle Abbruch o f f i z i e l I bekanntgegeben ist, und je nachdem w i e er begründet wird. wird man sich zu der neuen Lage äußern können. Heuie VoNsitzung. Fünf Tage Feststellung des Derichis. Paris. 18. April. Die deutsche« Sachverständigen werden an der Ball« stfcung am Freitag vormittag teilnehmen- Man darf annehmen, daß die Ausarbeitung eines Schluß» berichte s, falls er von der Versammlung am Freitag beschlossen werden sollte» fünf Tage in Anspruch nehmen wird. So lange dürften auch Dr. Schacht und Dr. Vogler in Paris bleiben. Das deutsche Memorandum. Der Inhalt der deutschen Vorschläge. Pari». 18. April.(Eigenbericht.)' Das deutsche Memorandum nimmt seinen Ausgangs» punkt von einigen fundamentalen Grundsätzen, wie sie in den inter» alliierten«chuldenverhandlungcn und im Dowes-Plan selbst ausgestellt wurden, um dann in knapper und präziser Form nachzuweisen, daß dies« Grundsätze bei der Feststellung der deutschen Leistungsfähigkeit bisher nicht die genügende Berücksichtigung gefunden haben. So ist von amerikanischer Seite bei den Schuldenoerhandlungen mit Frank- reich und England ausdrücklich hervorgehoben worden, daß unbedingt die Lebenshaltung und der Eiaksmmensstand eine» Volke» bei der Beurteilung seiner finanziellen Leistungssähigkeit in Betracht gezogen werden müßte. Ja, es würde damals sogar festgestellt, daß. wenn die, nicht geschehe, das betreffende Volk das Recht habe, das Abt online» zu verweigern. Im Dawes-Plan selbst findet sich dazu die ausdrückliche Feststellung, daß Reparationszahlungen an das Aus- land nur aus einem wirt schaftlichen Ueberschuß der Ar» beitsleistung des Landes bezahlt werden können, daß sie ferner „allein durch«inen Exportüberschuß finanziert w e r d e n k S n n e n". Wie sieht demgegenüber die Wirklichkeit aus? Kurz und schlagend stellt sie das Memorandum diesen stindamentalen Forderungen gegen» über. Die Tronsierierung der Reparationsannuiiäten ist bis- her— die deutsche Delegation hat gleich in einer der ersten Sitzungen darauf hingewiesen— überhaupt» urmitHilfevon Aus- landskrediten(seit 1924 allein IS. Milliarden kurz- und lang- fristige Kredite) und durch Verkäufe deutschen Besitzesa n das Ausland möglich geworden. Bon einem Exportüberschuß der deutschen Wirtschaft tonn keine Rede sein. Es wird besonders beton:, dah Deutschland seit InkraHtreten des Friedensvertrages ü» Ausführung der Repar'ationsoerpflichttlng insgesamt 48'- Milliarden Goldmarl in bar und an Sachwerten geleistet Hai. daß diese Leistung aber nur erfolgen konnte durch Aufnahm« von Auslandsanleihen. Seit der Einführung de» Dawes-Plones ist di« deutsche Zahlungsbilanz mit nicht weniger als Milliarden passiv gewesen, wovon die Handelsbilanz mit 10 Milliarden passiv ist. Einen unersetzlichen Bestandteil der deutschen Volkswirt- schaft bildet di« Landwi-rtichaft. Sie befindet sich feit langeur in einer?!otlage. Die Rentabilität der deutschen Industrie ist denklnrr gering. Dabei zählt Deurkchland 2,5 M il Ii o n en Arbeitslose. Angesicht» dieser Gesamtlage rverden di« Schutzmaßnahmen des Dawes-Planes bald in Kraft treten müssen, die die Einstellung des SWS vicht- g«!chllSt fnsflefaim (äUUtoncn SRdrf) 1650 1650 1650 1650 1650 1650 1650 1650 16.50 1650 1650 Oer Kampf gegen Bolz-Bazitle. MißtomenSoairSge im Wurtkembergischen Landtag. StatlsuU 18. April.(Eige»rl>ericht.) Im württembergrschen Landtag brachte die s o z i a i d e m o- kratische Fraktion am Donnerstag den Antrag ein:„Der Landtag wolle beschließen, das Staatsmimsteriuni besitzt nicht da» Vertrauen de» Landtages* Di« zwischen» links und rechts stehenden kleineren Mittel Parteien, Deutsche Volkspartei, (Christlicher BolksdieNst, deren sieben Mandate den Ausschlag geben. werden sich bei der Abstimmung über diesen Antrag nunmehr dar- über schlüssig zu machen haben, ob sie vor der Oeffentlichkeit die Derantworchng für den weiteren Bestand der Regierung Bolz- Bazille definitiv zu übernahmen gewillt sind. Im Anschluß daran bracht« sodann die Deutfch-demo» kratisch« Fraktion noch ein gegen Bazille gerichtetes Mißtrauensvotum ein, das folgenden Wortlaut hat:„Äultas- minister Dr. Bazille besitzt im Hinblhk auf seine Schulpolitik, ins. besonder« wegen seiner Haltung in der Frage des achten Schul- jahres sowie im Hinblick auf sein« Personalpoliiik das Bertremen de» Landtages nicht.* Di« Abstimmung über diese beiden Anträge dürfte voraus- sichtlich erst m der Sonnabendsttzung des Landtage» erfolgen.| Transfers und die Ansammlung von Markbeträgen dt» zar WRS- liarden-Grenze vorsehen. Die deutsche Delegation erklärt, daß sie trotz allem bereit seh. dqs Wagnis einer Endlösung zu befürworten, aber sie fordert die Einrichtung bestimmter Schutzmaßnah- m« n. Den im Ausland vielfach geäußerten Kritiken an der beut- schen Finanzgibarung wird mit der Feststellung begegnet, daß die Endlösimg nur bei gesunder Finanz- und Wirts chaft-gebarung durchgeführt werden könne. Dazu aber sei vor allem die Auf- Hebung der ausländischen Kontrolle und aller Be- lästungen notwendig, durch die die deutsche Wirtschaft in ihrer Selbständigkeit eingeschränkt werde. Das Memorandum beklagt schließlich ergänzend die Beschränkungen, die die deutsche Rohstoff- bcisis durch den Krieg erfahren habe und die eine starke Belastung für die deutsche Handels- und Zahlungsbilanz bilde. Das Memorandum schlägt dann zwei Methoden vor, nämlich einen Plan A, der 37 Zahreszahlungen von je 1650 Millionen Mark enthält, die in drei Gruppen zerfallen, nämlich 600 Millionen transsergeschützter Teil. 600 Millionen transfer- und aufbringungs- geschützter Teil und 450 Millionen transferungeschützter Teil, und einen Plan B, der die gleichen Annuitäten vorsieht, die jedoch nur geschützte Zahlungen darstellen, nämlich 825 Millionen tran»- fergeschützter und 825 Millionen aufbringungsgeschützter Teil. Alle vorgenannten Ziffern beziehen sich auf den sogenannten Behar» rungszustand, der nach dem elften Jahre eintreten würde, wenn die Sochlieferungen. die bei beiden Plänen im ersten Jahre noch mit 750 Millionen eingesetzt sind und nach in zehn Jahren M» auf 200 Millionen fallen, erloschen sind. Nach Auffassung des deutschen Memorandums würde der Plan B in Frage kommen, wenn die Summ« der sogenannten Chancen für die Leistungsfähigkeit weiter so gering bleibt, wie sie jetzt ist. Es muß nochmals betont weiden, daß die deutsche Dele- gation sich zu weiteren Verhandlungen entschlossen hat, weil an- gzsichts der Wichtigkeit des Problems jeder möglich« Meg beschritten iverden soll, der eine tragbare Lösung verspricht. Neben den Möglichkeiten, über die bis jetzt Innerhalb der Repa- ratwnskonferenz gesprochen wurde, sollen, wie verlautet, auch noch andere Möglichkeiten herangezogen werden. So wird angedeutet, daß vielleicht sogar, falls keine Einigung für die lange Zeitperiode von 37 Jahren zustande komme, eine Verständigung auf einen kürzeren Zeitraum gesucht wenden könnte, der sich etwa auf 10 bis 15 Jahre erstreckt, zumal die ersten Jahreszahlungen in dem Vorschlag der alliierten und In dem der deutschen Sach- verständigen nicht so weit auseinanderliegen wie die anderen. Tabellarisch dargestellt sehen die beiden deutschen Anregungen folgendermaßen aus: Plan A. tran»ft> ttait«(er- n. Eochtle- gischiizt miibrmmmgv fuungen geschlitzt 225 225 750 250 250 700 375 275 650 300 300 600 350 350 500 350 350 500 350 350 500 450 450 300 4.10 450 300 500 600 800 600 600— Plan B. e n I i 0 n e n und die guten Verbindungen an den verschiedensten Stellen in Berlin waren entscheidend bei der Der- ieilung der Linien. Konnte man mit der Hintertreppenpolitik nicht alles durchsetzen, dann schickte man Deputationen, bestehend aus Oberbürgermeistern. Handelstammerleuten und Abgeordneten. Da die Berliner Stellen nur den Frieden wollten, da sie jede Kritik fürchteten, so wurden Zugeständnisse gemacht und es kam nach und nach das dichteste Luftvertehrsnetz der Welt zustande. Aus dieses dichteste Netz stellt« sich die Lusthansa ein. Personal, Personal und abermal» Pensonai war die Losung, denn Telephon. Draht und Schreibmaschine arbeiteten wie im Kriege. Dazu kam, daß auf jedem größeren Flughasen ja auch noch«ine erhebliche Zahl von sonstigen Reichs-, Staats- und Gemeindestellen tätig waren. Man schöpfte au» dem vollen. üetzl aber heißt« abbaue»! Es scheint aber, al» wenn man alles versucht, um den Abbau zu verhindern und da» dichtsste Flugnetz aufrechtzuerhalten. Das ist natürlich nur möglich, wenn man den Somm�rflugplan zeitlich einschränkt. In den letzten Jahren wurde mit tzem Sommerslugplan in der Zeit vom 10. bis 15. April begonnen. Bor Wochen wurde man sich einig, im Rotjahr 1929 erst am 1. Mai zu beginnen. Nunmehr, nachdem im Reichstag die Sparkommisiar« ihr«, Arbeit geleistet haben, teilt di« Lufthansa mit, daß der Sommerslugplan erst am 21. Mai beginnen würde. Es ist anzunehmen, daß nga�, auch im Herbst d>e Zeit des Sommsrflugplans kürzt, denn der übePrößt« Teil der regio- nalen Verkehrsgesellschaften wird dafür sein, da sie an der Ausrecht- «rhaltung des dichtesten aller Flugnetze interstsiert sind. Durch«in solches Vorgehen wird der Will« des R«ichstagesindasGeg«nteilverkeha:t. Genau so. wie man in der Jndustrieunterstützung einmal klare Verhättnisse haben will, so wollen auch die Dolksoertreter in ihrer großen Mehrzahl, daß man«in Verkehrsnetz aufzieht, da.« sich nach den Ergebnissen de» Verkehrs richteh und nicht nach dem Gelde und dem Drucke der einzelnen Städte. War schlechte Linien fliegen will, muß sie s« l b st bezahlen und darf dazu nicht Reichs- und Staatsmittel in Anspruch'nehmeir. Um zu einer wirklichen Gesundung im Flugverkehr zu kommen, müssen dem Vorgehen des Reichstages in Zukunft di« Stadtoerord- netenoersammlungen unbedingt folgen. Die Gelder der Steuerzahler sind gleich wertvoll, ob es sich um Gelder aus dem Reichssäckel oder aber um Gelder aus dem Stadtsäckel Handell. Lufipolltifche Kragen. In der L u f t f a h r t 0 b t e i l u n g de» Reichsverkehrsministe« riums fand gestern eine Pressebesprechung statt, um zu den verschic- denen in der Oeffentlichkeit behandelten Fragen Stellung zu nehmqn. Der Leiter dieser Pressekonferenz, Ministerialdirektor Branden- bürg, erklärte in seiner Einleitungsrede, daß ein Teil der Presse- angriffe gegen die Luftfahrtpolitik des Reichsvertehrsministeriums nicht unberechtigt gewesen seien. Im Mittelpunkt der dann folgenden Ausführungen standen die Abstriche am Luftetat. Ursprünglich hatte das Verkehrs- Ministerium 68 Millionen Mark beim Reichsfinanzministerium für das neue Rechnungsjahr angemeldet. Durch Kürzungen des Mi- msteriums selbst wurde der Etat aus 54,5 Millionen Mark herab- gesetzt, während er durch die jetzt vollzogenen Kürzungen bis auf 26,5 Millionen Mark verringert worden fei. Als einen Erfolg der öffentlichen Kritik ist der Hinweis zu verzeichnen, daß im Ministerium erne Preisprüfungs stelle eingerichtet wurde, deren Aufgabe in der Koistroll« der in der Oeffentlichkell beanstandeten Preise jür Flugzeuge und da» übrige Gerät besteht. Baldwins Wahlprogramm. Oberflauer Einbrück. London. 18. April(Eigenbericht.) Vpr einer konservativen Bertrstertagung entwickelt« Premierminister Balhwra das Wohlprogramm der Regierungspartei. Eine packend« Wahlparole bringt Baldwin nichjl. er verzichtet auf jegliche konstruktive Politik, besonders in der Arbeitslosen- fragt, und baut seine zukünftig« Politik auf langsam« und stetige Verbesserung der allgemeinen Wirtschaftslage durch vorsichtige Regisrung-niaßnahmen auf. Deshalb gill Baldipins Hauptpolemik auch dem Liberalen Lloyd George und desien Versprechungen. mit denen er nicht zu konkurrieren gedenke. Die konservative Politik gehe darauf aus, ständige Beschäftigung für ln« Arbeiter zu schaffen. Die Hauptpunkte des konservativen Wahl- und Aktions« Programms sind: 1. Arbeitslosigkeit: Förderung der Auvwande- rung und der Verpflanzung von Arbeitglasen: keinerlei großzügige produktive Erwerbslasensürsorg« auf Grund von An« leihen wegen der damit verbundenen Jnflationsgefahr. 2. gndustrieschutzzollpolitik: Fortführung des Jndu- strieschutzes, jeÄoch nicht volle Schutzzollpolittt und keinerlei Zölle auf Lebensmittel. 3. Eisenbahnwesen: Förderung des Ausbaues der Ersen- bahnen, wie berells im Budget vorgesehen. 4. Fabrikgeseßgebung: Wederhokung de« Veesp?«. chen» von 1924, das neue Fobrikgesetz als ein« der ersten Dar» lagen einzubringen. 5. Achtstundentag? Grundsätzliche Anerkennung des Acht- stunhenprinzips. aber Unterzeichnung der Washingtoner Konvention nicht ohne vorhergehende wettere Prösung. 6. Landwirts cha st: Keinerlei Schutzzoll oder Subvention für die Landwirtschaft, jedoch ein« Verordnung, di« die Perwendung «inheimischen Fleisches bei der Verpflegung de» Militär» van Ok- tober bis März sichert, 7. Elendsquartier«: Energisch« Bemühungen zur Be- gung der® I u m i 8. Berbesierung des Erziehungs wesens: 9. Fürsorge für Frauen und Mütter: Polle ärzt- liche und Geburtshilfe für versicherte Frauen und unversicherw Frauen versicherter Männer. 10. Entwicklung des Reiches: Einsetzung einer unab« hängigen Kommission zur Beratung der Regierung beim Ausbau des Empire(Weltreichs). Di« unmittelbare Wirkung dieses Wahlprogramm» spiegell sich am deutlichsten darin, daß die W a h l w e tt e n der Londoner Börse nach Bekanntwerden der Rede Baldwins die Erfolgsaussichien der Konservativen um drei Punkte niedriger notierten! Rüstet ab! Mahnung an den Völkerbund. Kopenhagen. 18. April.(Eigenbericht.) Der Vorsitzende der dänischen sozialdemokratischen Partei. Stauning, richtete an die vorbereitend« Abrüstungskommission de s Völkerbundes in Genf folgende Adresse: „Di« sozialdemokratische Partei Dänynark«, unter deren Re- gierung der Reichstag im Jahr« 1926 sine Gesstzesvorlag« über die Abrüstung annahm und der über 500 000 Wähler. oder etwa 40 P�oz. der dänischen Wählarschast ihr« Stimme geben. richtet namens dieser Wähler die dringende Aufforderung an die vorbereitend« Abrüstungskommission he» Völkerbundes, ihr« Ar, betten baldigst zum Abschluß zu bringen, damit das feierliche Versprechern der Durchführung der Abrüstung, das den Völkern der Erde gegeben worden ist, nun eingelöst werden kann.* Dieser Adresse hat sich der Verband der Gewerkschaf- t e n mit eurem Schreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes angeschlossen. In diesem Schreiben wird die Abrüstungskommission um di« Beschleunigung ihrer Arbeiten ersucht, damit die int er- nationale?lbrüstungskonfersnz einberufen«erden könne. Der Verband sei der Ansicht, daß das Vertrauen zum Pölker- bund bedroht fei oder verloren gehen müsse, wenn jetzt nicht alle Kraft zur Abriistung eingesetzt würde, Erhöhung des Wochengeldes. Sozialdemtotratifcher Erfolg im sozmlpoitt, schen Ausschuß. Die slhzialdemokrotisch« Fraktion hatte im Reichs- tage einen Antyag eingebracht, der verlangte, daß auf das nach de: Reichsoerficheripigsordnung zu zahlend« W 0 ch e n g e l d für die Zell vor der Riedehkunft ein Zuschuß gezahll werden sollt«, Bei der Beratung des sozialpolittschen Reichstagsausschusses am Donnerstag wurde«in Antrag der Regierungsparteien, der das Wochengeld für die Zeit vor der Entbindung auf drei Viertel des Grundlohns erhöht, solang» die Schwängere kein« Beschäftigung gegen Entgell ausübt,«inst im- mig angenommen. Gleichzeitig wurde der§ 311 der RVO. dahin ergänzt, daß auch Schwangere und Wöchnerinnen, solange sie Anspruch auf Wochengeld oder Schwangerengeld haben und nicht gegen Entgell orbellen, Mitglieder der zuständigen Krankenkasse bleiben. Durch die einstimmige An- nahm« dieser sozialdemokratischen Forderung ist nun endlich die Sicherheft geschaffen, daß diejenigen Schwangeren und Wöchnerinnen. die während der Zeit ihrer Schwangerschaft oder nach der Nieder- kunft erkranken, Anspruch aus Krankenpflege haben. Ferner wurde ebenfalls einstimmig beschlossen, daß die Zell der Schwangerschaft oder des regelmäßig verlaufenen Wochenbettes sür die Dauer von 12 Wochen in der Involidenversscherung der Zahlung von Pflichtbeiträgen gleichgesetzt wird. Die angeführten Aende» rangen sollen mit dem 1. Juni 1929 in Kraft treten. Das Zweite Schiff der neuen polnischen Kriegsmarine der Torpedobootszerstörer„Buren", ist am Dienstag in Ca« n(Frank- reich) vom Stapel gelaufen. Das Schiff hat eine Wasserverdrängung von IHSO Tonnen und eine Länge von 107 Metern. Seine Bewafi- npng besteht aus vier 13-Zentin'.«ler-Geschützen, zwei Flugzeug- Abwehrtanonen und sechs Torpedo-Lancierrohren. Sawjettsterk sind nun auch die Nomodenstämme im Gebiet von Ossk auf Kamtschatka. Die Häupttinge haben ausregiert— wenn sie nicht etwa Sowjetbonzen werden. Städtesühm und Esperqnko. Den zahlreichen Stödten, di« ihre Fremdenführer, um itjrfn Beachtung in aller Welt zu sichern, in der Welthilfssprache Esperanto drucken lassen und verbreiten, ist nunmehr auch Chemnitz gefolgt. Der„C h e m n i tz e r F r e m d e n- s ü h r« r* wird mit einer Esperanto, Beilage heraus- gegeben, die die wichtigsten Abschnitt« de» Hauptführerz in Espe» rantv enthält.— Und Berlin? KPS. will Tot«: Sie fordert auf, Zusammenstöße zu provozieren. Hamberg. 18. Aprll.(Eigenbericht.) Das Polit.Bureau der Bezirksleitung Wasser- kante der KPD. hat„an alle Unterbezirk«. Ortsgruppen, ?lbt«ilunxs.. ZellFNgruppen, Straßenzellen rrnd Betriebszellen- leitungen, sowie an alle Leitungen der Organisationen' folgendes Rundschreiben herausgegeben: ,�5n allen Ortsgruppen sind trotz Demonstraklonsoerbotes die Demonstrationen zum t Mai vorzubereiten, das heißt Aunnarschplän« auszustellen, bei der örtlichen Polizei, behärde einzureichen. In den Arbeitsgebieten und Unterbezirken sollen möglichst, je nach der Lage in einem großen Ort, zentrale Demonstrationen und Kundgebungen durchgeführt werden. Das beste ist. wenn in jeder Ortsgruppe eine Kundgebung stattfindet. In dzn Orten, wo sich die Genossen RF.-Kameraden usw. an den größeren Demonstrationen der Nachbarstädte beteiligen, müssen sie abends eine Saalkilndg«bung abhalten. Tanz fällt dabei aus. Der I. Mai ist kein Feiertag, sondern ein Kampftag. An diesem Tag wird es tu allen Ländern und besonder» in Deutschland zu schweren Zusammenstößen kommen, wobei es eine Anzahl Toter gibt. In einer solchen Lage, wo der Kampftag erhebliche Opfer tostet, gilt es, die revolutionäre Pflichterfüllung aufrechtzuerhalten.' Kein Wort also darüber, daß Zusammenstöße oder Blut- vergießen nach Möglichkeit verhindert werden sollen! Im Gegen» teil, nur die Mitteilung, daß es eine Anzahl Toter geben werde. daß ein solcher Kampftag erhebliche Opfer tost«,«ine Ankündigung, die in dieser Form geradezu einer Aufforderung gleich- kommt, blutige Zusammen st öß« zu provozieren. cheißt es doch auch im Schlußsatz des Rundschreibens, die Bezirks- leitung hege die bestimmte Erwartung, daß alles daran gesetzt werde, dem 1. Mai im Bezirk Wasserkante ein revolutionäres Ge- präge zu geben. So geht die KPD. mit dem Leben der Proleiarier um, die immer noch ihren Parolen solgenl Eckulz' Gnadengesuch aufgegeben! Aufsehenerregender Schritt des Verteidigers Or. Grimm. Zm Rechtsousschuß des preußischen Landtags keilte am Dolmerelagabend de: Vorsitzende Dr. Eichhoff am Donnerstag seine Sitzung mit einer Ehrung für seinen Vorsitzenden ch u g o Jeimann. Nach längerer Aussprache wurde der Etat de» Cr- nährungsministeriums verabschiedet. Es begann dann die Beratung des Etats des Reichsorbeitsministe- r i u m s. Nach den Darlegungen der Berichterstatter erhielt dos Wort Reichsarbeitsminister Wistell: Man sagt, die Sozialversicherungen lähmen nur dgn Willen zur Selbsthilf«, schwächen den Sparsinn und züchten nur Faulenzer. Man bedenkt dabei nicht, daß di« Sozialversicherung nur der Form nach Staatsfürsorge, ihrem tieferen Wesen nach ader nichts anderes als organisierte Selb st Hilfe ishda doch der Versicherungsbeitrog ans Lohn stammt. Er ist ein— wenn auch unfreiwilliger— Borbeitrag der Lohn- und Gehalis- empfynger und der Untenehrner. Die Sozialversicherung ist«in« kollektio-sparmäßige Fürsorge für die Zukunst. Das erspart« Der- sicherungekapital steht unter Selbstverwaltung der versicherten Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Di? Kritiker der Sozialversicherung übersehen auch, daß nicht nur der Arbeitnehmer, sondern doch auch der Arbeitgeber, daß die deutsche Jndustnew'rtfchaft Nutznießer der durch di« Sozialversicherung wieder hergestellten und konservierten Arheitskraft ist. Sie übersehen weiter die sehr wichtige soziyl- ethisch« Bedeutung der Sozialversicherung, hie darin gegeben ist. daß der Stärkere, Gesündere mitspart für den weniger Starken und weniger Gesunden. Diesem gemeinnützigen, solidarischen, sozialen Sparen der Gesamtheit der Werktätigen gegenüber erscheint der private Sparer, der nur für sich und jemc Familie und nicht für die Gesamtheit spart, al? ein Egoist. Dl« Forderung, sparen statt versichern, zerschneidet die Wurzel der Solldariläk. ohne die auch die privaten Versicherungen nicht bestehen fönnsn. Ich bin bestrebt, die Sozialversicherung weiter auszubauen. Ich verweise auf die zahlreichen Gesetz« und Verordnungen, die da» Ülrbeitsministerium dazu erlassen hat. Ich komme zum Entwurf eine» Arbeitsfchvßgesehes. wohl dem wichtigsten sozialpolitischen Gesetzentwurf in diesem .ftousholtsjahr. Dar Entwurf ist der Ansang zum«inheit- lichen Arbeitsrecht, wi« ich es mir denke. Eins notwendig« Ergänzung bildet der Entwurf eine» Bergarbeitsgesetzes, der Ansang März dem Reichsrat zugeggngcn ist. Ein in Bor- beroitung befindlicher Gesetzentwurf über Unfallverhütung in der Reichsversicherung bietet eine weiter« Ergänzung des Arbeitsschutzgesetzes. Das Zustandekommen der beiden vorerwähnten Gesetz« ist Bor- oussetzung für die von der Reichsregierung beabsichtigte R a t i f i- k o i i o n einer Anzahl von Uebereinkommen der Zukernationalcn Arbeitsorganisation. Deutschland ist natürlich an einer der deutschen gleichwertigen Arbeits- schutzgesetzgebung in den Wellbewerbsländern interessiert. Das gllt insbesondere für das umstrittene U e b e re in�k o m m s n über die Arbeitszeit, dessen Ratifikation durch einen beson. vom Verwaltungsrat abgelehnt sind, dürfte die Entscheidung des Reich-kabinetts über meinen Antrag baldzuerwarten sein. Zum Tarifvertragsrecht bemühen wir uns auch hier um die Angleichung an das österreichisch« Recht. Entgegen der Eni- scheidung des Reichsarbeitsgenchts, durch welchen in einem Einzel. stille einem dem Reichsbund vaterländischer Arbeiter, und Werk- vereine angeschlossenen Werkoerein Tarissähigkeit zugesprochen ist, bin ich nach wie vor. wie ouch mein Herr Vorgänger, überzeugk davon, daß ein aus den örtlichen Betrieb eine» Arbeitgebers be- schränkt«? wertverein nicht unabhängig von Arbeitgeberseite und daher auch nicht tarifsähig ist. Die Reform des Schlichtungswesens bewegt alle interessierten Kreise schon seit Frühsommcr 1928. Eine am 16. Oktober 1928 in meinem Ministerium abgehaltene Konferenz der Spitzenoerbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zeigte, daß die Arbeitnehmer keine gesetzliche Aenderung wünschen. Als bekannt darf ich voraussetzen, daß von Arbeitgeberseite der in dem TarifstreU bei Gruppe Nordwest für verbindlich erklärte Schiedsspruch im Klagewcge angefochten wurde, weil die Stimme de? Vorfitzenden den Ausschlag gegeben hat. Außerdem wurde behauptet, daß der Spruch in den geltenden Mantel. torif eingreife. Die klägerische Partei, der Arbeitgeberverbond, Hot «tn obsiegendes Urteil beim Reichsarbeitsgericht erzielt. Durch diekes Urteil ist praktisch der Stimmenentscheid des Vor- ' sitzende» für den Fall, daß in der Schlichtungskaauner keine Wehr» t heit zustande konnnt. unmöglich gemacht, da Schlichtungebehörden keine Sprüche fällen werden, die im Gegensatz zur Auffassung des Reichsarbeitsgerichts stehen. Damit ist der vom Relchsarbeits- mlnislenum von jeher auf Grund der geltenden Gesetzgebung bisher vertretene Grundsatz durchbrochen, daß ein Schiedsspruch zustande kommen muh. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Tatsache sind nicht ab- zusehen. Um dem Reichstag die Möglichkeit zu geben, zu den schwe- benden Fragen Stellung zu nehmen, wird demnächst sine«ingehend» Denkschrift über das Schlichtungswesen vorgelegt werden. Ich tqrnm« nun zu dem Kapitel Arbeiksmarkk und Arbeitslosenversicherung. hatten wir 1927 eine besonders günstige wirtschaftliche Entmicklung, so war es 1928 umgekehrt. Ab Juli 1928 wuchs die Zahl der Arbeits- losen, zunächst bis November langsam, dann sprunghaft. 1929 zähsten wir mehr ol? zwei Millionen Arbeitslose. Wesent- lichst» Ursache dieser ungehuerlichen Verschärfung der Lag« auf dein Arbeitsmarkt war derungewöhnlicheWinter.der alle» zum Erliegen gehracht hat. Diesen Verhältnissen mußte natürlich auch die Krilenfürsorge Rechnung tragen. Besonder» drückend lostet di« Z>orge hm die Existenz auf den älteren Acbelknehmarn. Durch FortbilZlungs- und Umschulungskurfe sucht di« Rekchsanstolt es älteren Arbeitslosen zu ermöglichen, wieder in da» Erwerbsleben zurückzukehren. Ich Habs Darlehns mittel bereitgestellt, um es älteren, erwerbslosen Angestellten zu erleichtern, sich wirtschaftlich selbständig zu machen. Des wetteren bin ich bestrebt, auf dem Gehist« der wertschaffcnden Arbeit slojensürjorge vorwärts zu kommen. Der Aufbau der Reichsovstalt für Arbelksvermikklung und Arbeitslosenversicherung ist trptz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten im vergangenen Jahr« fast vollständig zum Abschluß gebracht worden. Ich verweise hierzu auf den Bericht der Reichsanstall. Ich bin mit allen, denen die Er- Haltung einer lebensfähigen Arbeitslosenversicherung am»herzen liegt, darin einig, daß die Finanzen der Reichsanstalt auf eine Grundlage gestelst werden müssen, die es der Anstast ermöglicht, in normalen Zeiten ihre Einnahmen und Ausgaben— auf länger» Sicht ge- sehen— auszugleichen. Bei starken Schwankungen assf dem Arbeits markt werden natürlich zeitweise die Aufgaben über die Einnahmen anschwellen. In solchen Fällen wird p>e Reichsanstalt immer genötigt sein, noch Erschöpfung des Not- ftpckes sich der Hilfe des Reiches zu bedienen. Das ist nichts Ungewöhnliches: aber in normalen Zeiten dürfen Darlehen nur so well in Anspruch genommen werden, wi« die Rückzahlung ge- sichert bleibt. Eine wesentliche Entlastung bringt der Reichsanstalt die im vorigen Herbst vom Reichstage beschlossene Sonderregelung der Unter st ützung bei berussüblicher Arbeitslosigkeit. Es blecht zu erwägen, ob durch Umgestaltung dieser Sonderregelung eine weitere Entlastung herbeigeführt werden kann oder welche anderen Maßnahmen diesem Ziel« zu dienen geeignet find. Die Reichsregierung hofft, dem Reichstag bald bestimmte Vorschläge unterbreiten zu können. Zum Wohnungsbau- und Siedlungsweien führt der Minister au»: Wir haben voraussichtlich 1928 mindesten« die gleich« Zahl, wahrscheinlich sogar mehr Wohnungen gebaut, gl» 1927 und haben dabei noch 700 Millionen Mark Rückstände aus 1927 gedeckt. Unmittelbar« Reichsgelder sind auch im Hau-hast 1929 für den allgemeinen Wohnungsbau nicht gegeben. Eine Aenderung der Wohnungszwangswirtschaft ist nicht in Aussicht genommen. Eine Aenderung der zur-eit geltenden gesetzlichen Miete von 1Z0 proz. erscheint nirreit unzulösslg. Di« Weiterberatung wird auf Freitag vertagt. Ein Bauernheher. Strafverfahren gegen den Landvolkführer Hamkens. Eckernförde. 18. April. Gegen den L q n d v o l k f ü h r« r H a m k« n s, Tetenbüll, der gegenwärtig wegen Beteiligung an den Ausschreitun- gen in H o h e n w e st e d t angeklagt ist, ist wegen Aeyßeru»- gen, die Hamkens in einer Rede bei einer Landoolkversammtung in Eckernförde Ende Januar d. I. getan hohen soll, ein neue» Strafverfahren anhängig gemacht worden. Hamkens soll i» seiner Rede den Reichsminister de» Aeußeren angegriffen und zu Gewalttätigkeiten aufgefordert haben. Hamkens, der im Beidenslether Pauernprozeß als Zeuge auftrat, wurde in der Urtellsb-gründnng als der intellektuell«>lr> Heber der Vorgänge in Beidenfleth bezeichnet, für die 30 Bguern verurteilt worden sind, die töricht genug waren, für ihn ihr« Haut zu Markt« zu traseu., Schulkritik Höhere und Hochschulen n Im Landtag sprach am Donnerstag in der zweiten Lesung des Kuitusetars beim Kapitel Höhere Lehranstalten Abg. Dr. Hilde Wegscheider(Goz.): Der Hauptgrund der schwierigen Lage der höheren Schulen ist ihre Monapoistellung. ihr Charokier als Eingangsstelle für fast alle einigermaßen auskömmlich bezahlten Beruiei deshalb werde sie riel lach von solchen besucht, die gar nicht hinpassen. 33 Proz. der Schüler gehen trotz aller Anstrengung oorzeitig ab, 23 Pro;, scheiden bereits zwischen Sexla und Obersekunda aus. Dabei kostet der höhere schüler den Staat jährlich 4M M. gegen 120 M. für den Lolks- schüler.(Hört, hört! bei den Soz.) Etwas besser würde es sofort, wenn man die Ausbildung aus den höheren Fach schule» völlig gleichwertig mit dem aus den höheren Schulen stellen würde. Selbstmorde der Jugendlichen sind eine allgemeine Jugend- frage. Keine Kategorie der Jugend ist vor materieller Not so ge- stlstitzt und so behütet wie die höheren Schüler. Die zahlreichen Lugendtragödien führen auf tieserliegendc wirtschaftliche Gründe zu- rück, auf d!e furchtbare Empfindlichkett der Eltern gegen das Malheur des S i tz e n b l e i b c n s, das ihren Kindern den Zutritt in die besserbezahlten Berufe zu verschließen droht. Einen Sextaner Höne ich neulich sagen, er dürfe nicht sitzen bleiben, soirst könne er später nicht Volontär bei Siemens werden. Politisch und sozial sucht man die höhere Schule noch immer mit einer chinesischen Alauer zu umgeben, möchte sie im alten patriarchalischen Stil forlsühren. Obendrein wird neuerdings diese Schuljugend namentlich in Berlin bewußt vergiftet durch schmutzige Flugblätter des n-o t i o- n a l„s o z i a l i s« i s ch e n" s ch ii l e r b u n d e s. Ich lege Proben davon auf den Tisch. Dem Zunft chorakter dieser Schule entspricht es auch, daß noch heute chre technischen Lehrkräfte die h ö ch st e Stundenzahl ableisten müssen. Man lxrt durch kleine Verbesserungen das Sgsteni erträglich zu machen versucht und glücklich erreicht, daß oiuig? wenige hochbegabte unbemittelte Kinder sie sorgenfrei durch- laufen können. Aber nach unserer Ueberzeugung sollte man über- Haupt nicht das mit alten Spannungen übersetzte Gebilde der höheren Schule beibehalten, sondern olle Schulbildung aus der Grundlage, der Volksschule neu gestalten.(Beifall der Soz.) Abg. Ausländer(Komm.): Die Begabtenauslese ist Bluff. Nur ti Proz" der Kinder auf den höheren schulen und 1H Proz. aus den Ünioersttäte» stammen aus dein Proletariat. Abg, Dr. Rhode(WP.): vi« Lehrerschaft bat viehzuviel Einfluß im öffentlichen Leben. Von Ileberlastung der Lohrer kann nicht die Rede sein: sonst trieben sie sich nicht soviel in der Politik umher. (Beifall rechts.) Abg. Luve(Nat.-Soz.): Die Masse der deutschen Oberlehrer sind keine trockenen Schleicher, die bei jeder Gelegenheit chre lieber- Zeugung wechseln. Es folgt der Abschnitt Universitäten und Technische Hochschulen. Bcrichtersttatter sind die Abgg. Dr. C h a j e s (Soz.) und Z ä ß b e n d« r(Z.): Abg. Or. Dötting(E>oz.): Die Hochschulen spielen im geistigen Leben Deutschlands auch .nicht mehr annähernd die Rolle wie früher: sie haben während des Krieges keinerlei geistige Führerschaft bewiesen— ich erinnere mir m Landtag. sozialistischer Beleuchtung. an den Professorenaufruf über den besonderen Genius des deutsche» Krieges!— und haben sich nach der Revolution gegen die neue Zeit dünkelhaft abgeriegelt. Dazu ein in den Korporationen erstarrtes Studententum. Doch wächst neuerdings ein neues Studentengeschlechl, dos nicht in Putsch. Einwohner- wehr und Technischer Rothilse seines Lebens Sinn erblickt. Auch die Staatsrcchtslehrer zeigen jetzt gegenüber der Reichsver- fassung eine gewisse Aufgeschlossenheit. Wir rufen für die Ilnioersi- täten nicht noch dem Fronvogt: das Kultusministerium sollte für dieses junge Wachsium ein festes Spalier bilden Auch der Gärtner muß eine feste Hand haben, und diese fordern wir vom Kultusminister gegen völkisches Rowdytum und geheimrötliche Professorenrenitenz. Man hüte sich, die Universitäten überallern zu lassen. Gerade der jetzigen aktivistischen Jugend haben Prosessorengreisc wenig zu bieten. Man kann den gärenden Wein nicht in alte Schläuche füllen. Wir wollen die allen Professoren nicht brutal abhalflern, es bleibt ihnen das Recht zu Vorlesungen, der Arbeilsplah und die volle Pension. Und wenn einer von ihnen der Jugend noch etwas zu sagen hat, wird er nach wie vor volle Hörsäle haben. Man schütze die g c i- st i g e Unabhängigkeit der Universitäten. Die Wissenschast hat ein gewisses Anlehnungsbedürfnis, frülzer an die Kirche und jetzt an die Industrie. Wisiensckmftliche Stiftungen geben der Industrie einen gefährlich großen Einfluß und der schmähliche Handel mit Ehrendoklor-Tileln, besonder» bei Jubiläen, hat sich bereits zu einem Skandal ausgewachsen. (Sehr wahr!) Man rationalisiere den Unioersitätsbetrieb. Für die Grenzgebiete der einzelnen Wisienschasten brauchen wir außer- ordentliche Professoren, etwa mit Studienratsgehalt. Damit- schüre man auch.Platz für eigenwillig« Geister und Querköpfe, die der Universitätszunft n o t t u n. Wir wollen die Hochschule nichk politisieren, aber wir wollen sie entseudalisieren. Es brauchte nicht jeder Professor seine eigene Schule bilden und nicht der Privatdozent, um Professor zu werden, die Verehrung des überragenden Baters auch aui die weniger überragende Tochter erstrecken und sie heiraten müssen.(Heilerkeit.) Es wäre vielleicht ganz gut, bei Prozessoren berusungen etwa den Philologemag oder den Soziologentag anzuhören, um lokale und persön'iche Einflüsse besser als bisher auszuschalten. Man spricht von Notjahr 1029. Ich oermag nicht einzusehen, warum wir es 1930 reichlicher haben werden.(Sehr wahr!) Die deutschen Universitäten werden lange Zeit mit knappen Mitteln haushalten müssen, darum brauchen sie eine teste Planwirtschaft. Viele Wissenszweige haben ihre einstige Bedeutung eingebüßt, und es ist nicht nötig, daß nian die türkische Sprache in Rostock und Greisswald studieren kann. Dann geht es den Professoren wie bei Wilhelm Busch:„Den einen aber hörte keiner, den andern aber schwänzte seiner."(Große Heiter- keit.) Auf zwei Hörer muß diese An Professoren nämlich schon stolz sein. Dabei gibt es in ganz Preußen keine ordentliche Professur für Arbeitsrecht, nur drei Professoren für Soziologie und viel zu wenig Lehr- stähle für Pädagogik. Sparen könnten wir auch die F e ch t-, Reit-, Tanz lehrer und die U n i v e r s i t ä t s g e i st l i ch e n. Wer. um mV Schopenhauer zu reben, sein« Visitenkarte auf b« Visage tragen will, soll den Druck wenigstens selbst bezahlen. (Große Heiterkeit.) Mit dem gesparten Geld könnten die grauen- hosten Zustände an den llniversiiäts k l i n i k« n Marburg und Königsberg beseitigt oder den jammervoll ernährten Wert- st u d e n t« n geholfen werden. Denn der repräsentative Student Ist heule nicht mehr der fröhliche Bruder Studio, sondern der Werkstudent in der öffentlichen Speiseanstall im verschlissenen Arbeitsrock. (Sehr wahr! links.) Daher die ungeheuere Bedeutung der Mensa, der Stipendien und des Gebührenerlasses. Dieser neue Student steht nicht nur im Zeichen neuer Not und neuen Ernstes, sondern auch eines neuen Gemeinschaftsgeistes. Ihm müssen die S t u- dentenhciine schon als Gegenwirkung gegen die Korvorationen offenstebcn und ihn befreien aus der Armseligkeit der Bude, dem Stumpfsinn der Kneipe und der Berlockung der Straß«.(Sehr gut! links.) Die Uebersüllung der Universitäten macht uns ernste Sorge. In der kapitalistischen Wirtschaft werden allerdings Besitzschichten und Bildungslchichten immer dieselbe Struktur haben. Jedenfalls braucht der Staat nicht noch durch seine Beamten Politik das Berechtigungswejen hochzuzüchten. Wenn man schließlich für jeden Briefträger' das Einjährige fordert, wie will man der«chuster- innung in Leipzig die gleiche Anforderung an die Lehrlinge ver- bieten? Ein wenig könnte den Andrang zur Hochschule auch ver- minder» die Ausgestaltung der höheren Schule zu einer wirklichen Lebensschule. Der Junge, der nur seinen Homer kennt, muh auf die Universität gehen, schon weil er A n g st hat. sich im praktischen Leben nicht zurccht zu finden. An der Universität könnten durch straffen moderneren Unterricht, durch mehr Uebungen und Seminare die Ungeeigneten ausgeschaltet werden. Eine Er- schwerung nanicntlich der Anfanqsprüfungen lehnen wir ab, weil dabei die Kinder unbemittelter Eltern allzusehr benachteiligt sind. Die B e g o b t e n p r ü f u n g ist bei 1374 Anmeldungen in 250 Fällen zugelassen worden, aber darunter waren nur 63 Bolks- schüler: diese Prüfung darf keine Hilssstellung für verkrachte Abi- turienten werden. Die Universitäten haben nur 4 Proz. der Hörer aus den breiten Palksmassen, um fo mehr muh man der Arbeiter- Hochschule, der Akademie in Frankfurt a. M., die feierlich gegebenen Versprechungen erfüllen. Sie will nicht individuelle Be- oabungen fördern, sondern der organisierten Arbeiterschaft geichu'res Personal für d!« soziale Selbstverwaltung stellen. Die bürgerliche Welt soll nicht vergessen: Die Arbeilerklasse ist heule nicht mehr bloß der Simson. der an den Grsellschaslssäulen rutlell, sondern auch schon der Attas. der sie trägt. (Sehr gut! bei de» Soz.) Eine zur Verzweiflung-getriebene Ar- beilerschast, die auf dem gegenwärtigen Niveau ihrer Kraft wieder die Siinfonrolle übernähme, würde mit vielem anderen auch die Universitäten erichlagen. Darum lasten Sie Staat und Arbeiter- bilduii.qswesen nicht auseinandergehen. Die alten, in jeder Vc- Ziehung ordentlichen Professoren schreien tagaus tagein nach Schutz der L-ehrfreiheit. Ich ergänze den Rui, indem ich S ch u tz für den republikanischen Staat fordere. Es gibt nicht nur Freiheiten, sondern auch Staatsnotwcndigkeiten, und zum Handwerkszeug des pflegfomen Gärtners gehört auch der Besen! (Stürmischer Beifall der Soz.) Weiterberatung Freitag: vorher kommunistischer Mißtrauens- antrag gegen den Finanzminister wegen der Kreditpolitik der Rarffeifenbank. Srranlwortlich blr Politik! Dr. Sur« Sngtt; Dirtschatt:®. ftlinqtlliäftt; ScnicrtrdMftfbcnjeqitiig: Z. Stciaet; Feuilleton:*. K. Discheri Lolaleu und Eonslioes: grift fUrlUbt; Ansei«?»: Ii Glocke, sämtlich in Perlin Perlaai Ztormarie-Perlag GmbH.. Berlin Druck: Borwärto.Bu-:>dr>.-ckere> und Berlaosontioli Paul Einaer II v.o Berlin TW Sd Chtti-nitraft» 8. Sierzn 2 Beilage». �Unicrhaltnng und Wissen-»ab»Siabtbeiloge". Zur Fruhjahrspfflanzung Abi. Frische Blumen Nur Leipziger Slralte Blütenstauden �"stL�von 0.15-» Kontbretien 10 smci- 0.45 Gladiolen oantRiuigtj 10 smck 0.55 Gladiolen I>u Sorten 10 StUck 0.85 Begonien vlele Farben 10 stock 0,85 Grassamen Pfund 0.65 0.75 Steckzwiebeln , ilund 0.75 Buschrosen 3 s,i�BUnd 1.50 2,00 Rankrosen stuck 0.75 1.00 Dahlien viele Farben.. SiOck 0.45 Wilder Wein...... si-ude 0.60 Sämereien.... 3 p-a 0.40 WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat Fleisch, Fische. Geflügel, übst und Gemüse werden nicht zugesandt Kaffee Iriscfi uebranm. eigene Uöateiel Pfd. Konsum-Misch. 2 40 Haushall-Misch.2.60 Sonder-Misch. 3.00 Olympia-M isch.3,40 Globuj-Misch. 3.80 Wuretwaren Dampf- u. Rotwurst 1.00 Landlcberwurst Pfd. 1,20 Fleisch wurst Pfund 1.20 Hann. Metfw. gekochte 1.45 Mettwurst �"pt�id" 1-45 Jagdwurst Pfund 1.45 Schinkenpolnlsche 1.60 FUetwurst... Ptunä 1.60 Käse Zervelat u. Salami, holsiemlsche, Ptund l.'U Karbonadenspecki'H-1.75 Feine Leberwurst Pfd. 1.80 Teewurst Pfund 1,80 Speck fettPfd. 1.25 mager 1.45 KäbliulnJu.(UuiOuiUr Mr„ Mgrilwlblr Knobfauchwurst Pfd. 1.20 Bierwurst.... Pfund 1,60 <#. Fette Camembert sSacmei 0.18 Romadu AllgSuer, halbfett................ StUck 0.23 Brleköse Pomönsiiudt 0.15 TUslter Art ..... Pfund 0.45 »ollfelt Pfund 0.95 vollfett, Pfund 0.90 vollfett, Plund 0.90 ..... Plund 0.68 volUett, Pfund 1.05 1.00 1.18 bayr, voll eil• oc Pluna von l.OO BlodckSte, ebne Rlacc, halblctt« .. Pfund 0.85 Schweizer Art Pfund 0.98 Harzerkäse'und und»piix......... Limburger h-ibtett... Pfand 0.38 0.43 Edamer halbfett......... Pfund 0.68 Holländer halbfett........ Pfund 0.68 Sleppenkäse danischer, halbfett...... Steinbuscher halblell..... Pfund 0.60 Bierkäse Allgäuer, vollfett.,.............. Pfund Tllslter volllett...................... Pfand Schweizer dan,s<:her- dr-blerlelfelf. 0 90 Spelsetalg t-pld.-Pakel 0.50 Margarine Pfund 0.52 0.58 Kokosfett I-Plund-T afel 0.62 Schweineschmalz 0.75 Tafelbutter L Pfund 1.80 Dänische Butter Pid. 1.96 Gemöse-Erbsen 50 Pt Junge Erbsen 72 Pt wMeltein 0.78 sehr fein 1.50 Gemischtes Gemüse ■/. Dose 80Pt. 92 Pt"U'- 1.25 Konserven ti Dose •s Dose ...... 73 pf. halbe Frucht l(Yi Helvcl a Pflaumen Pflaumen Apfelmus 5/i D. 3.70 78 Pf. Kirschenu»r«, Ananas 1.05 Mirabellen 1.10 Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust........ Pf-nd c.68 Kalbsnierenbraten.......... Pfund 0.78 Kalbskeule van* und geteiU.. bil»Pfand, Pfund 0.88 Gulasch Pfund o.S5 Querrippe Pfund 0.75 Rinderkamm u. Brust...... Pfund 0.80 Schmorfleisch u. Roastbeef m- 1.00 SChmOrfleiSCh ohne Knorfieo..... Pfund 1.25 Schweinebauch und Keeken,«a» BeiUge Pfand 1,10 Schweinekamm nnd Blatt, mit BeiUge Pfand 1.15 Schweineschinken......... Pfund 1.22 Liesen Pfund 0.70 Gehacktes Pfund 0.75 Kavier, Speer u. Kamm...... Pfund 1.30 Ausgelassener Nierentalg.. Pfund 0.45 Frische Rinderzungen... Pfund 1.2» Kalbsschnitzel............ Pfund 2.10 Prima< etrterflelseh Rinderkamm u. Brust........ Pfund 0.76 Hammelvorderfflelsch....... pwi 0.94 Fische— Geflügel Plötzen frbdie................ Pfund 0.10 Dorsche.. Pfund 0.10 ohne Kopf Pfund 0.13 Bratschoilen.......... Pfund 0.12 0.18 Kabeljau Ohne Kopf, ganze Füche, Pfund 0.1 3 0.22 Schellfische............ Pfund 0.18 0.23 File! von Kabeljau.......... Pfund 0.24 Rotzungen Pfund 0.32 Lachs"ein-«$£3 0.75 Lebende Karpfen....... Pfund i.00«. HeChte fmdl. Pfd. 0.50 an. Inende, mltt.Igroll, Pfd. 1 ,1 0 Grüne Heringe k«n- hoiu o.™™* c.55 0.68 Wolgahühner gefror«. pfmd 1.05« Puten«�3 1.95« Enten-'�3 1.25« Suppenhähne u. Kühner Pfund 1.29.° Gänse, gefroren, billigst Tee eigene rlUchon« Terpeniinöl II»>-1, piasd« Leinölfirnis»1-1. pu-che Fußbodenöl exkl Flasche Salmiakgeist e*ki. nasch« Vi kg 1.65 2.70 1.40 2.35 35 2.50 75 1.40 90 1.65 1 Liier .. 1.20 .. 0.73 .. 0.90 .. 0.50 0.40 Musäpfel....Pfund Smyrnafelgen Pfund 0.28 Zitronen... Duzend 0.38 Aepfcl kaiit. Pfd. 0.36 0.40 Bananen..... Pfund 0.45 ApfeISfn" 0.60 0.90 1.30 0.70 1.00 1.30 Ananas Irische, Pfund 0.75 Obst u. Gemüse 0.25 Rote Rüben . Pfund 0.07 Zwiebeln.... Pfund 0.10 Möhren gewaschen. Pfd. 0.10 Weiß- u. Wirsingkohl fM. 0.10 Rotkohl hoUHnd., Pfund 0.18 Blumenkohl Kopi v. 0.30«n Grüne Gurken 0.38 an Schwarzwurzeln Pfd. 0.38 Messina-Blutapfelsinen 10.50 Jaffa-Apfelsinen.... Kiste» m*$o siock 11.50 Räucherwaren FettbückflngePfd.O.SO 0.35 Makrelen..... Pfund 0.40 Kieler Bücklinge Pfd. 0.35 Fischrogen... Pfund 0.40 Schellfische•• Pfund 0.38 Flundern. Pfund 0.42 0.65 Seelachs..... Piund0.38 Seehasen.•••.Pfund 0.65 Konfitüren Schmelz-Schokolade Vollmlfch-Schokofade (Relief) Pfund 1.70(Relieh Piund 1.80 Milch-Karamellen Sandgebäck•• Pfu" ring sprach. Einleitend trug der Gesangverein.Eintracht" einig« Kampflieder vor uich Theo Maret sprach.Die Fabritpseise*. Dann stand, stürmisch begrüßt, Genosse Severing am Rednerpodimn und sprach über das Thema„Sozialdemokratie in der Reichsregierung". Er sagte: Wenn die Sozialdemokratie vor fünfzehn Jahren die Regieningsgematt in die chand bekommen hätte, wäre es ihr eher möglich gewesen ihre Programmsovde- rungen zu ersüllen. Damals war Deutschland wirtschaftlich g e i u n d. Als die Sozialdemokratie durch den Umfwrz Macht und Einfluß gewann, war Deutfchlands wirtschaftliche Macht zer- brachen. In den zehn Jahren deutscher Republik ist vieles v e r» bessert worden. Die sozialdemokratischen Minister b'lden sich nicht ein, daß sie alle Wünsche der werktätigen Bevölkerung sogleich erfüllen können. Die Finonznot des Reiches zwingt, vieles hinauszuschieben. Die Sozialdemokratie hat dos Pech, daß sie immer nur dann zur Regierung berufen wird wenn die anderen nicht mehr aus noch ein wissen. Sollen wir deshalb von der Regierungsarbeit fernbleiben? Das wäre unsinnig. Unser Verbleiben in der Reichsregierung ist eine reine Machtsrage, und ich habe die Hoffnung, daß die Sozialdemokratie eines Tages so stark im Parlament vertreten sein wird, daß kein« noch so ge- schlosiene Opposition sie von der Regierung fernhalien kann. Di« Beteiligung der Sozialdemokräfie an der Reichsregierung ist wahr- haftig teine Honigleckerei. In den letzten Wochen ist häusig von Diktatur gesprochen worden. Es sind keine Diktatoren da, dafür aber die sozialdemokratischen Wähler- Massen, die jcdom Versuch zur Errichtung einer Diktatur sich energisch entgegenstellen würden. Für die Sozialdemokratie gilt das Wort: Ausharren und durchhalten auch in der Reichsregie- rung! Stürmischer Beifall zeigte dem Genosien Severing, daß sein« Ausführungen ein« begeisterte Ausnahme gefunden hatten. Der Vorsitzende Genosse Engel dankte dem Redner. Mit einem Hoch aus die Sozialdemokratie wurde die Veranstaltung geschlossen. Die Ltntersuchung in Zannowih. Rütttehr der Kommission Hoppe nach Berlin. Gestern haben die drei Berliner Kriminalbeamten Kriminalrat Hoppe, Kriminalkommissar Braschwitz und Kriminaljekretär Dreyhaupt aus Liegnitz Hirschberg verlosten. Damit haben ihre Ermittlungen in der Jannowitzer Mordaffäre ihren Abschluß gefunden. Das von ihnen gesammelte, sehr umfangreiche Materiol geht nunmehr an den Untersuchungsrichter. Geld wollte er haben! Der Llebcrfall auf den Wohlfahrtspfleger. Zu dem Ueberfall auf den Sljährigen Wohlsahrtspfleger Erich O st e r m a n n. der gestern mittag, wie wir kurz berichteten, in seiner Wohnung�»» der Wilmersdorfer Straße von dem Arbeiter Wilhelm Rabe durch Mesterstiche schwer verletzt wurde, wird mitgeteilt: ' Der Täter hatte bereits des öfteren wegen Erhöhung seiner Unterstützung bei Ostermann vorgesprochen. Beschwerde- führend hatte er sich zu gleicher Zeit auch an den Charlotten- burger Mogistrat gewandt: er wurde jedoch wieder an den zuständigen Wohlsahrtspfleger zurückverwiesen. Rabe glaubte, daß er nun mehr Geld bekommen würde. Es waren ihm ober in Wirk- lichkett Zuwendungen von Lebensmittelkarten bewilligt woxden. Als er sich in seinen Hoffnungen getäuscht sah, geriet Rabe derart in Wut, daß er ein Messer zückte und es Ostermann in die Brust stoßen wollte. Durch ein« rasche Handbewegung gelang es O.. den Sttch abzuwehren. Dabei wurde er jedoch an Arm und Hand schwer verletzt. Im Krankenhaus mußte Oftermann einer Operation unterzogen werden. Vor Hunger ohnmächtig. Belle-Alliance-Platz. Ein hochaufgeschostener Mensch torkelt, macht unsichere, schwankende Bewegungen, droht jeden Augenblick hinzustürzen. Der abgeschabte Regenmantel und der Gummikragen deuten aus einen arbeitslosen, allenfalls einen kleinen, schlechr- bezahlten Angestellten. „Wie besoffen der ist," flüstert jemand. Der Taumelnde schleppt sich bis zur nächsten Bank, fällt erschöpft darauf nieder und schließ: die Augen. Plötzlich stöhnt er leise, wie wenn er Schmerzen hätte. Es ist sicher, daß der Mann nicht betrunken ist. Einer fragt ihn, was er habe. Man rüttett ihn, da flüstert er kaum hörbar:„Hunger." Ein kleines Bureaumädchen zieht sofort übriggebliebene Stullen heraus. Der Mann greift wild danach. Doch die Hand ist zu schwach, das Brot fällt auf den sandigen Boden, ein brechender Blick folgt ihm. Zum Glück hat das Mädchen noch eine Stull« da. Diesmal Hütt er sie krampfhaft fest. Der Mund kaut gierig, die Hände zittern wie im Fieber. Unterdessen hat sich eine Menschenmenge angesammelt, jeder gibt etwas, einer Brot, der andere Geld. Der Hungernde scharrt hastig alles zusammen: seine Augen leuchten schwach aus. Für heut» hat er zu esten, für morgen vielleicht auch. Aber wenn der kleine Lorrat oerbraucht ist? Dann ist wieder dassew« Elend dal 5euer auf Schloß Jühnsdorf. Durch ern S r o ß feu er wurde gester« abend da» gesamte Dachgeschoß de, Schlosse»>« 5kihn»dors. etwa ein« Meile südlich von Mahlow, eingeäschert. Zu» Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Ortschaften, die in großer Zahl zur Stell« waren, wurde die Lichtenradener Wehr zur Hilfe- leistnng herangezogen Wassermangel erschwert« die Lösck� aktton, doch gelang e« schließlich durch dt, aufopferungsvolle Tätig. keit der Feuerwehren, da» Gebäude oor völliger Vernichtung zu schützen. Der Schoden ist erheblich Die Entstehung». Ursache des Brandes ist noch unbekannt. firitie üble Ratte. In Hoyerswerda wurde ein Elfenbahnbeamter auf dem Nachhausewege von einer Bisamratte angefallen. Da» Tier biß sich in den Kleidern des Beamten fest, der die fünf Pfund schwere Ratte durch«inen Stockhieb erlegt«. Aus der Partei. Sozialdemokratische Kaa0»daturea m Sachsen. Der außerordentlich« sozial demokratische Bezirkstag de» Be- zirks Leipzig stellt« am Sonntag für die am 12. Mai statt- findenden Landtagswahle« folgende Wahlliste aus: 1 L i e bm a n n- Leipzig, 2. T h i e l- Leipzig, Z. M u ck er- Wurzen, 4. Neu- Leipzig, 5. N e b ri g, 6. Max M üller- Mittweida, 7. Ferkel, 8. Gustav 2ldolf M ü l l e r 9. Bogel, 10. B o l d t. Der Beztrksparteitag für den Wahlkreis Dres- den- Bautzen beschloß folgende Kandidaturliste: Edel- Dresden, Meckel- Dresden, Frau T h ü m m e l- Dresden, D o b b e r t- Meißen, Schwarz- Heidenau, Eberl- Dresden, Schleinitz- Freital, E ch u l z e- Cossebaude, W e h l«- Bautzen. Arndt- Dres- den, G ü t t l« r- Neugersdorf, Geiser- Dresden. Schöning- Zittau, Tempel- Freiberg, M e n d e- Meißen, Brückner- Rade. berg, Finsterbusch- Dresden. Oi«t«»da»»r» f», dtef« StadrU{lab 0(( I i B S«« ylnbcaftcaftc 3. parieinachrichten für Groß-Berlin tcts«a bat 0<|irf<(tttctii, Hb- laabsti. IS. Bort rag!. Sozialbe motratilch« tb»mmB»alp»litit 1» chroß. Bctlia*. Stetere»«! Tt-btoerorba-te, Baal Slobinso». Borwärtoleter»ab Sympathifierrob« sind willlomme». Morgen. Sonnabend, 20. April: 21. Abt. Di« Senoslinnen und Genossen beteiligen sich Köster, Karlsezartenstr. t, zur Moieriolverteilung. 122. Abt. Biesdorf. 29 llbr öffentlich« Bersommlung In Bi«»b»rf. SSd bei Bnrlborbt, Kcpenickcr Strasse. Borteaq:.Kommunal-»nb Siedtnugspolitil". Refercut: Stabioerorbnetcr Franz Säming. 128». Abt. Kaalsborf-Süb. 20 Uhr im Eofol..ISlierheini�, Iiigerstr. 57—50, Metalieberp-rfammluna. Vortraq:..Klassenkampf und demokeatlfcher Bar- lamentarismus". Referent: Erich Steuer. Die Genossen werden gebeten, pünktlich zu ertcheinen 13»« Abt. Frei» Stolle. 20 Übe im Schollenkrug Mitgllederoerfammlung. Bor- trag mit stich-tbllber»,.Ter Sozialismus in der Karikatur*, Referent! H«»u, 6. Komm. Peter» haae». Unter Umstellung der Tagesordnung sprich: im Alten Dessauer, an Stelle de» oeehindrrten Genossen Schiff, Genosse K. Breitinger, über �tommunalpolltisch« Togestragcn". Diskussion, Verschiedenes. Sonnka«i. 21. Avril: IT Abt. Die Mitglieder teeffru I-ch 10 Udr bei Krüge», Kufsitcustr. 88 dt Scheringstrass». zur Ehrung der Varicüubilare. iE. Abt. Unsere Kintersreundegruppe..Landsberger Blast" untertrmmt aiu Sonntag ein» Gruppentohrt. Treffpunkt 7>h Uhr Landsberger Plost sRor- maluhr). Kinder 20 und 35 Pf. Die Genossen werden gebeten, ihre Kinder trilnebmen zu lassen. 10:. Abt. Treptow. Wanderung nach Ehorin, durch da» Plagefcnn. Abfahrt 8,20 Uhr und 8,35 Uhr mit der L'nie 8 von der Elsen. Ecke Kiefhalz- strafe Fahrgeld hin und zurück 2,40 Mark. Iii. Abt. Lichten Die Genossen, die das Kraftwerk Lichtenberg brsschtigen. treffen ssch kurz oor 10 Uhr am Eingang des Kraftmerks. 188. Abt. Reinickenderf Ost. Die Genossen werden gebeten, die Veranstaltung der Kinderfreunde um 17 Uhr in der Schulaula Grllnthalcr Str. 5 zu besuchen. Eintritt 40 PI. Karten stnd an der Kasse und bei den Helfern der Kinderfreunde erhaltlich. * Arteitogemelntibaft sozio»»« mgkratilcher Lehre» und Leheeeiuneu Deutsch- laob» lASL.t, Ortsgruppe Berlin. Fachgruve der Lehrer an höheren Schulen. Montag, 22. April, 18'V Uhr. Bestchiigunq der Ausstellung im.stcrser-Frikdrich» Realgumnastum, Neukölln. Kgifer-Friedrich-Str. 208� 210(nahe U. Bahnhos Nathan» Reukölln). Anschliessend gesellige» Beisammensein. Vezirksomsschuß für Arbeiterwohlfahrt. 18. Keet» stehlend» es. Kreisanskchust.. Hel'er» und Helferinnenststung Montag, 2l2. April, 1914 Uhr. bei Schnorre, Potsdamer Str. 3. Bortrag:„Gewerb- lich« Kinderarbeit*. Neferentin: Genossin Trapp, Oberregierungsrat. Interessiert« Genossen(innen) sind hierzu eingeladen. Junsisozialisien. Achtung! Di«»«samtueranstaliuua findet endgültig am Montag, 22. April, statt. TagUBgsort: Hochschule für Politik, Schinkelplast 6. Saal wird am Brett bekauutgemacht. Then-ai.Porlomentariomu, und Sozilismus*. Rele- reut: A. Henke, M. b. R. Beginn 2» Uhr. Eine Stund« oorter, um 18 Uhe, «benbort ousserorbeutttch« Sruppeukonfereuz. Jede Gruppe entsendet zwei ver- teeter. Gruppe SRben. Heute, Freitag, 19. April, 20 Uhr. im Bezirksamt Kreuz. berg, Porckstr. 11, stimme« 29, Wrrbeobend siir die Borte!. Rescreutin! Bertha Zourdan, M. d. L. Arbeiterjugend, Sportler u. Reichsbanner stnd willkommen. Gruppe Schöneberg. Die Kreismitglicderveriammlunst findet nicht statt. Wir trekken uns im H«!m Hauptstr. 15(Schwabrn'andzimmer), um 20 Uhr. Bortrag:„Georgien— Sowjet-Nussland*. Giiste willkommen. Gruppe Ebarlottenburg. Eonnabend, 20. April, 19 Uhr, wichtige Be» sprechung im Jugendheim Nostnrnstr. 4. Gruppe Weddiug.Gesnndbruunen. Heute, Freitag, 19. April, 20 Uhr, wt Zugendheim Orthstr. 10, Bortrag:„Materialistische Geschichtsauffassung*. Refc- rent: Kurt Stechert. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kreis Reuklllu. Achtung! Sonntag, 18 Uhr, im Saalbau Bergstr. 147, Generalprobe für bl« Weebeoeeanstalturg am Nachmittag. Sprechchorteiluehmee, Tiuzer, Spieler, Sänger und Musikanten, auch die. welch« zulegt nicht mehr ls« alle ehemaligen Singkeeioteilnehmer. Die Gruppenleiter bitten wir um Benachrichtigung de« Kinder. Die Werbe»««- anstoltung beginnt um 15 Uhr. Eintritt für alle frei. Geburtstage, ZubUSen usw. 8. Abt. Aus«»«» Genossen Albert Richter und seiner Gattin, Bezirk Rheiuobergrr Straße, die herzlichste» GlöckwLu'che zur Silberhochzeit. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei- Organisation J 43. Abt. Unser Genosse Georg Cchellenberg, 138. Bezirk, ist am 18. April im Alter von 5S Jahren verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Sonnabend, 20. April, 14 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. U Sozialistische Arbeiterjugend Gr.-Verlin Einsendungen slle diese Ziubeit nur an das Iugendsekretariai Lrrün GW 58. Ctndcnflrafc 3 Achtuug, Spielleiter! Wir treffen UN, zum Epielleiter-Kursu« morgen, Sonnabend, pllnttlich 1814 Uhr, Lehrter Hauptbahnhof, zur Lösung der Fahr- prrioermäßigung. Bringt Bälle und Speere mit. Fahrgeld 50 Pf. Für Bekösti- ' f«t..... gung muss seder selbst sorgen. Heute. Freitag. IS. April. 19� Uhr: AekoBaplatz: Schule Elifadethkirchstr. 19. Osterfahrtbericht.— Kölnischer Barl: Heim Waisenstr. 18. Politik und Polksbildung.— Zentrum: Hrim Lant�derger Str. 50. Vortrag:„Jugend und Wehrprogranun".— Hansa: Heim Bochumer Str. 8b. Bortrag:„Soziolverstcherungswcsen".— Moabit I: Schule Waldensrr Str. 20. Glassbrenner-Abend.— Arnswalder Plag: Heim Nastcn» bürg er Ecke Wehlaurr Strasse. Vortrag:„Film- und Schundliteratur*.-- Fallplotz 11: Schule Eonnenburger Str. 20. Vortrag:„Die sozialistische Jugend- iirternatlonalr*.— Helmholssptag: Krim Danzlgrr Str. 62, B. 2. Vortrag: „Die Gewerkschaften*.— Hohenschönhausen: Helm Freienwalder Str. 6. Vor- m Grippe, Influenza a.a. SrMItnngshranhlfeltcn haben sich tkogal.tkabletten hervorragend dewährt. 3m flnfangsstabinrn genommen, verschwinden die iiranhheitser. scheinungen sosort. Lt. not. vestätigung sind innerhalb b Monaten mehr ol, 1 500 Gutachten allein au, flrztekreisen«ingegang., darunter o. namhaften Professoren b. ou, ersten ttliniben u. iiranhenanst. überrasch. Ersolge! 5ra- gen Sie Ihren flrzt l Togal ist in allen tipotheken erhältlich. Preis M. 1.40 1X5 utta.. 0.46 Cbinlo. 74.3 Acld. accL saL ad ICO arnyl Tr*nro«' St ft. I fceituiat(tn{«»?tf. nasjahr»�.- Wörth« PlnZi Schul« itastonienalle« S1. Vortrag!»Prolc» cilcher Dichteladend— Friedrichahai»! H«lM Di«steloreyerstr. 5—«. Ein. tattf.»r?d< cbent. Roi tuni taxij fühninfloabenb.— Warschauer Viertel! Heim Litauer Str. llL Einführungs- abend.— Warschauer Viertel R.-Z.! Heim Litauer Straße. Einfichrungsabend. — Balte» plag: Heim Tilsiter Str. 4— ö. Einfllhrungsabent.(Zweck und Ziele der EVI.)— vchöueberg l! Heim Hauptstr. ld. Vortrag:„Zweck und Ziele der«ewerkschaften".— Lharlottendurg: Heim Roiinenstr. 4. Bortr»m:„Br. better und Sazialimnu»�.— Eharlottenburg-Söd: Heim Subelstr. Z. Vortrag: ,St33.*— Wesleud: Heim Rasinensir. 4. Vortrag:„Die wtrtschastlich« Brdeu- tung der freien Sewerkschafteu�.— Marieudors: Alte Schul«, Dorfsir». DIaß. brenner-Äbend.— Steglig: Haupturob« im Luzeum, Ziothendurgstraße.— Briß II: Dathaus, Cbausseestr. 48. Vortrag:„Das neue Rußland'.— Köpenick: Keim Dahlwißer Str. lb. Vortrag:„Rechte und Pflichten der Verufsschiller". - Baumschulenweg: Heim Ernststr. I«. Vortrag:„Sexuelle Fragen', II. Teil. Riede rschöueweid«: Schule Berliner Str. 81. Lichtbilder:„Polizei in der Karikatur".— Zohauulothal: Rathau«. Vortrag:„Seru'lle Fragen".— Treptow: Heim Elsenstr. Z. Zagespolitisch« Fragen.— R«iaickeud«rf.vst: Heim Lin» dauer Straße. Uebungsabent. Kottbusser Tor: Schulaula Reiche nderger Str. 180. Iugendfeier. Musik, Sprechchor. Ansprach«, Dolkstönz«. Hans�sochs�Zpiel. Beginn 1S>4 Uhr. Programm 80 Pf. d Ithr. Programm 30 Pf. Werbcbezirt Reulöllu: Morgen. Eonnabend, Saalbau Bergsir. 148. Berbefeier.„Weh dem, der mgtl* SaalerSffnng ISih Uhr. W 20 Uhr. Eintritt« Pf. Beginn Werbebezirk Neukölln: Eeneralprod« fsir �Seh dem..." i» der Aula der Mädchen.Mittelfchule, Donaustr. 121. Alle Teilnehmer müssen bestimmt ersch�men und� ihre� Kostüme mitbringen. »rbebezirt Lichtenberg: Seim Gunterstr. 44. Vortrag:„Da» kommend« Konkordat". Ref.: Arthur Richter. Alle Adteilungoveranstaltungen fallen au». », B.b.zK— ugbu»!«timtML«L Ape«. M Hht, ibtfwdo«. ftraß, t. Epe- chchol grade für die Maifeier der Partei. Sdmtllche Idenoll»» müssen sich beteilige». Werbebezirk Prenzlaae, Berg: Dienstag, 28. April, in der Aula de» Be» zirksamt» Prenzlauer Berg, Danziger Str 04. Tichterabend, mit der che. nofsin Prof. Anna Eiemsen. Alle anderen Veranstaltungen fallen an diesem Tage aus. Die Parteigenossinnen und-genossen sind herzlichst eingeladen. Vorkrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gefchllftoftell«: Berlin S 14. Eebastianstr. 87/38. Hof 2 Tr. reitag, 19. April. Lichtrnberg. Kameradschaft Borhagen. 20 Uhr iolloerfammlung bri Fritz, Jung. Ecke Oberstraß-. Vortrag Kam. Markwitz. Kameradschaft Traoeplatz. 20 Uhr Sitzung bei Seipke, Scharnwrder- Ecke Kronprinzenstraße. Kameradschaft Friedrichsfelde. 20 Uhr Monatsnerfamm. lung bei Schwarz, Capriviallee 102. Erscheinen zu allen Versammlungen Pflicht. — Sonntag, 21. April. Prenzlauer Berg Iungmannsäzaft. Schnitzeljagd nach Oranienburg— Lchnitzsee. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. 20 2»..>„--__________________________ Ortsoerein«. Lichtenberg. 20 Uhr wichtige Sitzung im Bereinsheim. Sportplatz. Erscheinen Pflicht.— So u»tag, 21. April. Eborlotteuburg. lv Uhr ooll- zöbliae» Schießen im Schütz nhau» Zehlendorf. Reutölu-Britz. 10—11 Uhr Schießen im Schlltzenhauo Zteukölln. Köpenick sOrtsverein). Ad 10 Uhr Schießen im Sportlokal Wilhelmshof am Bahnhof Hirschgarten. Berliner Esperauto.v«r«i»igu»g. Sonnabend. 2V, April, WH Uhr, Früh. Nngofcst mit Änfproch«, Tanz, Tomoota, Vorführungen in Deutsch und Esperanto im großen Kestsaal der„Schtoraffia", Berlin, Enieplatz 4. vichoft». Btusikoe�lu Petllto«, ÄollÄmAf«tu* gieß er. Dirigent: Kapellmeister Erich Gutzelt. Jeden ffrettag od 20H Uh» U«dung»stunden„Zum Sangerheim", Jnh. Johann Lausch, Neukölln, Hermanne straß« 129. Gäste willkommen. Besetzung: Großes Orchester. Jüdischer«rbeiter-Kulturuerein e. v. Sonnabend, 20. April, 20 Uhr, Bo», trag von Prof. A. Doldschmidt. Thema:.Reiseeindrücke über Südamerika". Esperauto-Gesellschaft Eharlottenburg. Montag, 22. April, 20 Uhr, Kaw» ditorei Walter, Eharlottenburg, Bismarckftr. 114(Knie), Kludzümner, Kow» uersationoadend. Gäste willkommen. Berliner Topographisch« Gesellschaft. Ueier das Thema:„Die neu« Tppo» graphie in Theorie und PraxisI", das die neuzeitliche Drucksachengestaltung behandelt, spricht Dr. Bruno Adler am Dienstag, dem 23. April, 20 Uhr, inj großen Saale des Buchdruckcrhauses, Köthener Straße 33. Der Bortrag ist mit einer sehenswerten Qualitätsdrucksachenausstellung verbunden. Gäste bab»a freien Eintritt. ünelisn Conrcrsatlonal Club foundet 1878 Meetings every Frida 8 p. rn. CaM Josrv Potsdamei Platz. Lecturer: MissSamowon:.Teachlng Langnage» at Schoo!, Guests, Ladies 4 Gentlemen, are welcome. Wellerberich« der öffentlichen wellerdienststelle Berlin und Umgegend. (Rachdr. Verb.). Meist wolkig ohne nennenswerte Niederschläge, weilerhi» mägig warm. Auffrvchende westliche Z?>nds.— Für veutschland: Am Zioiden wolkig, an der Küste windig und etwas Regen, im Süden noch meist heiter, im Binnenlande in den Tagesstunden mätzig warm. Ortest in de,«lezanderstrotze 2L der neue Tanzpalast mit Kadarettvor» stellungen ozird am Sonnabend, 20. ApriL in den Räumen de» frühere» Iannowitz-Casino eröffnet Der bekannt« und beliebte Direktor Wolf Goldberg (früher„Gafe Orient�. Große Frankfurter Straße 101), hat wieder einmal gezeigt, baß der riditiae Mann, am richtigen Platz, Hervorragendes zu leisten imstande ist. Auch die Orientfdzwemme ist bereits eröffnet. Eine ganz vorzügliche Küche zu soliden Preisen wird hier den Gästen geboten. enthalten eine kösilicheHUschimg ans refn orientalischen r 100,—. Langfristige Wochen, oder Monatsraten. Hausnummer achten Möbel-Komerling, Kasianienalle« 58. Rußdaum-Büfetts. Kredenzen, Schreibtische, Sofoumbaue RiesenauswahL ! Spottpreise Zahlunaserleichteruna_ i Möbelhaus Stein, Weinberg swea 24, gewahrt bei spottbilligen Preisen 24 Monate Zahiungserleichterung auf Schlaf- izimmer 475,—. Speisezimmer 475,—, Küchen. AnIIeidefchränke 90,—, sämtlich« Rußboummöbel, Rußbaumbüfett» und � Polsterwaren. Lintpiauo». Oberau» preiswert Piano- »obeik. 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Trotzdem ein großer Wohnungsbcdarf nachgewiesen ist und Arbeiterfamilien entweder keine oder unhygienische Behelfs- Wohnungen haben, also im Wohnungse'end stecken, macht sich doch in einzelnen Städten eine gewisse Sättigung des Woh- nungsbedarfs geltend. Da wirft sich von selbst die Frage ovi, für wen ist eigentlich gebaut worden? Man ge- winnt den Eindruck, daß bislang der Bedarf von sozial bestergestell- ten Arbeitern, Angestellten, Beamten und Mittelständlern gedeckt worden ist, nicht aber für die Masse derLohnarbeiter. Baukosken und Lebenshaltung. Dos hängt zweifellos damit zusammen, daß der Arbeiter die hohen Neubaumieten nicht bezahlen kann. Die Kosten einer Wohnung, mit privatem Kapital erbaut, stellen sich aus dos Zwei- bis Dreifache der Friedenskosten. Der Zinssatz für Hypotheken betrug Dezember 1928 im Durchschnitt 1914 Proz. gegen 4 bis 5 Proz. im Frieden, versinzelt werden bis 12 Proz. Hypothe- kenzinsen, noch höhere Zinsen für Baukapital verlangt. Durch die Verwendung billiger und niedrig zu tilgender Hauszinssteuerhypo- theken ist es möglich geworden, im Reichsdurchschnitt, die Neu- b a u m i e t e n bis auf etwa 179 Proz. der Friedensmiete zu senken. Kostete also im Frieden eine K9-Ouadrat-Wohnung 499 M. Miete, so stellt sich jetzt die Miete auf 689 M. pro Jahr. Die tariflichen Wochenlöhne der zahlenmäßig überwiegenden Gruppe der Facharbeiter lagen 1928 durchschnittlich auf 139,7, die Lebens- haltungskosten aber auf 132 7 Proz. des Vorkriegsstandes. Dos Verhältnis zwischen Arbeitslohir, Lebenshaltungskosten und Wohnungsmieten hat sich also wesentlich verschoben. Man schätzt das Jahreseinkommen von 89 Proz. aller Erwerbstätigen auf 1339 bis 2499 M. Dieses Einkommen ist aber nicht gleich dem Friedenseinkommen zu fetzen, denn das sind nur Bruttolöhne. Seit der Markstabilisierung sind aber die so- zia'en Laste» wesentlich gestiegen. Durch die Inflation hat die In- »alidenoersicherung fast ihr ganzes Bcrmögen verloren und zugleich durch den Krieg die jüngeren und mittleren Altersklassen ihrer Mit- glieder, während die älteren Altersklassen verhältnismäßig stark angewachsen sind. Die Folge waren höhere Beiträge. Die Bcr- schlechterung des Gesundhsitszustalrdcs zwang die Krankenkasien ebenfalls zur Beitragserhöhung. Hinzu kam die Erwerbslosen- oersichermtgl' so daß Üer' Arbeiter fceüie erheblich höher«"Sozialst beitrüge vom Lohn gekürzt erhält. Sie machen insgesamt 8 Proz. des Arbeitslohnes aus." f)as ist bei 1590 M. Jahreseinkommen 129 M., bei 2409 M. Einkommen 192 M. Lohnabzug für soziale Bei träge. Hinzu kommt der Abzug der Lohn- steuer. Bei Industriearbeitern mit teilweise sehr weitem Wege zur Arbeitsstätte kommen noch die Fahrspesen hinzu. Im Frieden betrug der Anteil der INiete 18 bis 20 Proz. des Lohnes. Die 050 211. Zahresmiete von heule machen bei 1300 211. Bruttoeinkommen 45 Proz� bei 2400 211. Bruttoeinkommen 20 Proz. aus. Ein solcher Mietenanteil ist für den Arbeiter nicht tragbar, unmöglich, wenn er nicht dauernd beschäftigt ist. Die kann man aber zu erträglichen Mieten für die Arbeiterfamilien kommen, und wie kann man die hohen Zleubaumieten aus die der Altbaumieten senken, in ein angemessenes Verhältnis zum Lohn bringen? Wesentlich ist und bleibt die Senkung der Baukosten. Die Baukosten umfassen nicht bloß den Bodenpreis und die Errichtung des Hauses, sondern Straße»-, Wasserleitungsanlagen. sogenannte Anliegerkosten. Eine gute, vorausschauende Boden- vorratsw-irtschaft der Gemeinden tonn wesenilich zur Sen- kung des Bodenpreises beitragen. Vergebung in E r b p a cht kann die Spekulation mit dem Grund und Boden ausfchalten. Die A n- liegerkosten können verringert werden durch Trennung der Wohn- von den Verkehrsstraßen, leichteren Straßenbau, Uebernahme nähme der Kosten für Wasserleitungs-, Gas. und Lichtzusührung auf allAemein« Kosten. Beim Bau selbst durch gemeinwirtschaftlichen Bau, eigenen oder torperativen Bezug oder Selbsterzeugung der Baustoffe usw. Die Herstellungskosten und damit die Mieten selbst hängen ab einmal von der Größe der Wohnung und dann vom b i l l i- gen Baukapital. Bislang hat man Wohnungen mit 79 bis 99 und darüber Quadratmetern Wohnfläche gebaut, kam damit zu Bier- bis Fünfzimmer-Wohnungen und zu entsprechend hohen Mieten. Zweifellos wurde hier das Ziel einer höheren Wohnungskultur ver- folgt. Müßte aber der Arbeiter ein« solche Wohnung mangels anderer Unterkunft mieten, dann nahm er meist noch eine Familie oder mehrere ledige Personen als Untermieter auf, die Wohnungskultur ging zum Teufel, nur da» wohnungselend blieb. Die Reaktion auf diese Zustände war der Vorschlag, Kleinst- loohnungen zu bauen. Als solche sah man Wohnungen mit Stube, Kammer, Küche im kleinsten Ausmaß in einer Gefamtwohn- fläche von 33 bis 38. Quadratmetern an. Diese Kleinstwohnungen können für alte Ehepaare, Ledige oder zum vorübergehenden Aufent- halt auch junger Ehepaare in Betracht kommen, wenn sie nicht in Mietkasernen eingekapselt sind, sondern im Freien liegen. Darum beschloß auch der Reichstag, in seinem Wohnungs- bauprogramm Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern und Küche zu bevorzugen. Das geforderte Bad für jede Wohnung hatte die Mehrheit des Wohnungsausschusies gestrichen. Dann käme man zu Wohnungen, die zwischen 48 bis 69 Quadratmeter Wohnfläche haben. Bisher kostete der Bau einer Wohnung im Reichsdurchschnitt 19 999 M. Diese Kleinwohnung dürfte sich im Durchschnitt für 8999 M. herstellen lassen. Man könnte mit denselben Mitteln mehr Wohnungen herstellen und das Bedürfnis der Arbeiter befriedigen, dabei aber immer noch iljrem Kulturbedürfnis Rechnung trogen. Freie Wirlschafi kann nicht helfen. Bei 10,5 Proz. Hypothekenzinsen würden neben den Betriebs- kosten 8999 M. Baukosten immer noch etwa 1999 M. Miete bedingen. Das kann der Arbeiter nicht zahlen. Deshalb scheidet auch die freie Wirtschaft für den Arbeiter-Wohnhausbau aus. Darum hat man die H a u s z i n s st e u e r zum Wohnungsbau herangezogen und sie zu 1 oder 2 Proz. amortisiert. Von dem An- teil der Hauszinssteuerhypothek hängt die Miethöhe ab. Würden bei einem Baupreis von 8990 M. 2999 M. 1. Hypothek zu 8 Proz., 3099 M. Hausziyssteuerhypothek zu 1 Proz. und 1909 M. Eigen- kapital zur Deckung oerwendet, dann würde sich die Miete stellen: 2 900 Mk. zu 8 Proz..... 160 Mk. Zinsen 5 099»»1«»»ß» 39� m 1 090 m» 6» 60». V» der Zinssumme 99. Bctriebsunt. -(Cfc- 360 Mk Nimmt man 29 Proz. des Nettolohnes als Höchstleistung für Miete an, dann wären bei 1599 M. Iahresverdienst, abzüglich 129 M. Sozialbeiträge, 276 M. M«te, bei 2490 M. abzüglich 192 M. Sozial- bsiträge, 440 M. Miete tragbar. Obige Miete wäre also an- nähernd richtig. Nun ist aber der Ertrag der Hauszins st euer be- grenzt. Im Jahre 1928 brachte st« zirka 1600 Millionen Mark, von denen 820 Millionen Mark für den Wohnungsbau verwendet wurden, der Rest für Verwaltungsausgaben der Länder und Ge- meiirden. Bei Verwendung von 3900 M. �auszinssteuerhypotheken würden aber nur 160 000 Wohnungen pro Jahr erbaut werden können, während mehr als 490 000 Wohnungen pro Jahr gebraucht werden. Man würde also zu wählen haben zwischen billiger Miete und längerer Wohnungsnot, oder höherer Miete und mit der Gefahr, daß die Arbeiter im Wohnungselend noch jahrelang stecken bleiben, eventuell die Wohl- fahrtslasten der Gemeinden anschwellen. Aus der Darlegung ergibt sich, wie seh? di« Forderung der Sozialdemokrati« nach restloser Berwendung derHaus- zins steuererträge für den Wohnungsbau grund» sätzlich berechtigt ist. In dem Notjahr 1929 wird das Ziel nicht erreichbar sein. Aber es müssen zu diesem Ziel Wege gesucht werden. Sinngemäß wird di« Hauszinssteuer ihren Zweck nur erfüllen, wenn sie nicht wie heute größtenteils in Berwaltungsaus- gaben untergeht, sondern zur Erhöhung des Nationalvermögens bei- trägt Diese Ausgabe erfüllt sie am besten, wenn mit ihr Woh- nungen geschaffen werden, di« der Arbeitskraft des Volkes ein ge- silndes Obdach sichern. R. Lipinsti. Weitere Goldabgaben der �eichsbank. Dor der diskontpolitischen Entscheidung. Die Reichs bank hat in der letzten Woche, wie nach der Cnt- wicklung am Devisenmarkt nicht ander» zu erwarten war,«rnout starke Gold- und Deotsenvorrät« verloren. Ins- gesamt belaufen sich die Abgaben auf. rund 200 Millionen, davon 130 Millionen in Gold und 30 Millionen in Devisen. Bei den Devisenabgoben sind jedoch nur 10 Millionen dem Fonds für „deckungsfähige Devisen" entnommen, während der Rest aus Aus- landswechseln bestand, die in dem Posten„Sonstige Wechsel und Schecks" enthalten sind. Trotz dieser fortgesetzten Gold» und Devisenabgaben, die mit der internationalen Gcldteuerung zusammenhängen, erscheint es aber verfehlt, von einem kritischen Reichsbankausweis zu sprechen. Die Verluste der Reichsbant an ausländischen Voluten sind zwar mit etwa 743 Millionen seit Aansang Januar bereits höher als die Gold- und Deoisenzugänge im ganzen letzten Jahr, doch oerbleibt der Reichsbank bis zu der gesetzlich vorgesehenen Mindestdeckung von 40 Proz. noch«in gewisser Spielraum zum kommenden April-Ultimo. Andererseits kann nicht verkannt werden, daß die Entscheidung der Reichsbankleitung über die Erhöhung des Reichsbank- diskonts durch diese Entwicklung herangereift ist. Wenn sie sich noch nicht entschieden hat, so hängt dies sicherlich mit dem noch ungewissen Ausgang' der Pariser Reparationsverhandlungen zusammen, ohne deren endgültigen Abschluß die Reichsbankleitung zweifellos keinen bei der gegenwärtigen Konjunkturlage so schwer- wiegenden Entschluß einer Verteuerung de» Kredites fassen will. Di« gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln. Schecks und Lombards hat sich nach d«m Ausweis vom 15. Ajtril um 70 Millionen aus 2411,9 Millionen verringert. Bemerkens- wert ist bei der allgemein geringen Entlastung der Kapitalanlage in den«rsten beiden Aprilwochen, daß der Wechselbe st and nur ganz unwesentlich um 27.3 Millionen Mark auf 2.1 Milliar- den zurückgegangen ist. Weit stärker sind die Reichsschatzwechjel- bestände, nämlich um 66,9 auf 76,9 Millionen Mark gesenkt worden. Die Lombards haben dagegen um 24,5 auf 121,1 Millionen zugenommen. Da der Notenumlauf sich durch die Rückflüsse um 301,3 Millionen auf 4.6 Milliarden gesenkt hat. besserte sich trotz der starken Golöabgaben die Deckung der Roten durch Gold allein von 58 auf 58.S proz. und die Deckung durch Gold und deckungssöhige Devisen von 58,8 aus 59.2 proz. Der Goldbestand beträgt nach den Abgaben der letzten Woche 2,'42 Milliarden Mark und der Bestand an dcckungs- fähigen Devisen 23,7 Millionen Mark. Die Stahlmerke Im März. Die deutsche Roh stahl- gewinnung im März liegt mit 1,31 Millionen Tonnen um rund 44 300 Tonnen über den Ergebnissen des Februar. Da ober im Februar nur an 24 gegenüber 23 Tagen im März gearbeitet wurde, liegt die orbeitstägliche Leistung im März mit 32373 Tonnen um 2,1 Proz niedriger als im Vormonat.— Di« Deutschen Walzwerke, die im Berichtsmonat insgesamt 904 237 Tonnen als Walzwcrksprodutte herstellten, haben eine orbeitstägliche Leistung von 36 170 Tonnen, also 69 Tonnen mehr als im Februar, aufzuweisen. Kalimagnaten ziehen Bilanz. Glänzende Abschlüsse im Ealzdetiurthkonzern. Betriebsabschlüsie mit Bombengewinnen und Klagelieder im Geschäftsbericht pasien sehr schlecht zusammen. Die Verwaltung des Solzdetfurthkonzerns wird sich daher auch von ihren peffi- mistischen Ausführungen keinen Eindruck in der Oeffentlichkeit ver- sprechen. Sie ist auch mit ihren sehr schwachen Argumenten der letzten Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung nicht in der Lage, die Forderungen der Verbraucher aus eine Senkung der überhöhte» Kaliprcise zu widerlegen, denn die Gewinnauswcise aller drei Ge- sellschaften dieses Konzerns reden eine zu deutliche Sprache. Der gesamte Rohgewinn bei Salzdetfurth, Westeregeln und Aschersleben stieg von 17 aus 22,3 Millionen Mark, also um mehr als 30 Proz. Obwohl der ausgewiesene Reingewinn von 6,1 auf 8.7 Millionen Mark angewachsen ist, bleiben die Di vi- d e n d e n s ä tz e mit 15 Proz. bei Salzdetfurth und mit je 10 Proz. bei den beiden anderen Gesellschaften die gleichen wie im letzten Jahr. Auf diese Weife kann Salzdetfurth rund 1,2 Millionen Mark und die beiden anderen Unternehmungen zusammen auch die gleiche Summe zur Auffüllung ihrer Reserven verwenden. Daß die Anfang des Jahres vorgenommenen Kapitalerhöhungcn um insgesamt 24 Millionen Mark bei den drei Konzerngesellschaften .nur zum Zweck der Kapitalverwässerung vorgenommen wurden, zeigen einwandfrei die glänzenden Finanzverhältnisse des Konzerns. Die Bankguthaben wuchsen aus nind 18 Millionen Mark und die Gesamtforderungen auf mehr als 31 Millionen Mark, während die gesamten lausenden Schulden knapp 11 Millionen Mark betragen. Bon dem gesamten Koliabsatz entfielen nach dem Bericht der Verwaltung 61,2 Proz. auf das Inland und 38,8 Proz auf ausländische Abnehmer, während im Jahre 1927 der Anteil des Aus» lande» sich nur auf 37,1 Proz belief. Mix& Genest S Prozent Dividende. Neingewinn um 40 Prozent gestiegen. Das bekannte�Berliner Schwachstromunternehmen, die Mix u. G e n e st A.- G., tonnte im letzten Jahr ihren Rohgewinn von 4,0 auf 4.25 Millionen Mark erhöhen, während die Handlung?- Unkosten bemerkenswerterweise von 2,83 aus 2,79 Millionen Mark zurückgingen. Der ausgewiesene Reingewinn von 1,15 Millionen Mark ist u m g u t 4 0 Proz. höher als im letzten Jahr. Die Dividende wird zwar von 9 aus 8 Proz. herabgesetzt, doch werden infolge der Kapitalerhöhung im letzten Jahr von 9,6 ans 16,1 Millionen Mark diesmal mehr als eine Million Mark an DividendengeQern erforderlich gegen imr 0,74 Millionen Mark im Vorjahr. Das Mietstelephongeschäft, dem in erster Linie die neuen Mittel aus der Kapitalerhöhung dienten, wurde im letzten Jahr mächtig ausgebaut und nach der Bilanz sind in den Miets- vertrügen annähernd 5 Millionen Mark mehr, insgesamt alsa 11,6 Millionen Mark f e stg e l e g t ...Wie die Verwaltung in ihrem Geschäftsbericht noch mitteilt, ist die Zahl der oon Mix u. Genest erbauten und voti der Deutschen R e i ch s p o st in Betrieb genommenen öffentlichen Automotenämter auf 23 gestiegen. Aus dem Auslande erhielt die Gesellschaft im Lause dieses Jahres»inen großen Auftrag für die Ausrüstung der gesamten P r a g e r Rohrpost. Das Unternehmen ist für das laufende Geschäftsjahr mit Aufträgen gut versehen, unter denen sich auch wieder in stärkerem Maße Bestellungen der Deutschen Reichspost befinden. Varzlner Papierfabrik wieder 10 Proz. Dividende bei großen Gewinnrückstcllungen. Auch bei der Barziner Papierfabrik A.-G. in Hammermühle stand das letzte Geschäftsjahr im Zeichen eines voll arbeitenden Betriebes, erhöhter Produktion und ent- sprechend gesteigerter Umsätze. Nach den bieder veröijentiichten Abschlüssen zu urteilen, war 1928 also für die Zellstoff- und Papier- Industrie ein recht gutes Konjunkturjahr. Bei kaum veränderten Generalunkosten ist der Reingewinn um mehr als 40 Proz auf 803 000 M. gestiegen, jedoch werden hiervon für die an sich hohe Dividend« von 10 Proz, wie im Borjahr, noch nicht 500 000 M. beansprucht. Don dem Restgewinn werden allein 200 000 M. in di« Reserve als„Werkerhaltungskonto" gesteckt Da die Gesellschaft aus den laufenden Betriebsgewinnen nicht nur die. Dollarschuld von 230 000 auf 130 000 Dollar zurückzahlen konnte, sondern auch noch ihr« neuen Maschinen und Umstellungs- kosten„über Betrieb" bezahlte, erscheint der Hinweis im Ge- schäftsbericht, daß die Preis« mit den Gestehungskosten nicht immer in Einklang zu bringen waren, reichlich unglaubwürdig. Auch der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau blüht. Die?lb» schlüsse der einzelnen Grubenunternehmungen im ostelbischcn Braun- kohlenbergbau haben für 1928 fast ohne Ausnahme wachsende Erlöse bei steigenden Förder Ziffern gebracht. Daß der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau dieser sehr günstigen Ent- Wicklung in seinem Nachbarreoier nicht nachsteht,.zeigten bereits die bisl>er verössentlichten Gewinnabschlüsse. Auch die Braun- k o h l« n w e r k« Borna A.- G. in Bor n.a. Bezirk Leipzig, eines der stärksten Unternehmungen in diesem Revier, kann trotz starker Reseroebildung ihre schon im Vorjahr von 6 auf 7 Proz heraufgesetzte Dividende für 1928 weiterhin auf 8 Proz erhöhen. Der Vetriebsgewinn stieg von 2,3 auf 2,7 Millionen Mark, und trotz erhöhter Abschreibungen auf die. Anlagen liegt der Reingewinn mit mehr als 700 000 Mark um rund 13 Proz über dem Ergebnis des Vorjahres.— Die Förderung von Rohkohle wuchs im Berichtsjahr um 11,2 Proz. auf 1,58 93111- lionen Tonnen und die Brikellproduktion um 11,4 Proz. auf 0,66 Millionen Tonnen, ffi'e der Vorsitzende auf der General- Versammlung mitteilte, konnten die Vorröte, die bei Beginn des Jahres auf Stapel gelegt wurden, infolge der kalten Witterung sämtlich geräumt werden. Steigender Vierabsoß. Im dritten Quartal des Braujahre» 1928/29(1. Oktober bis 31. Dezember 19281 wurden in Deutschland 12,606 Dl i l l i a n e n Hektoliter Bier abgesetzt. Davon entfallen allein 12,233 Millionen Hektoliter auf Vollbier. Gegenüber derselben Zeit des Borjahres bat sich der Bierabsotz wesentlich gc- steigert, denn er betrug im dritten Vierteljahr 1927/28 nur 11,186 Millionen Hektoliter. Diese Entwicklung zeigt einmal, daß die Prosite des Braukapitals im laufenden Geschäftsjahr noch weit höher sein werden als in dem Rekordjahr 1927/28 und ferner, wie übertrieben die Klagen der Brauindustrie anläßlich der beabsichtigten Erhöhung der Biersteuer waren. Deutschland» Amerikogeldcr 1928. Da» Handelsamt in Washington berechnet die dem Ausland im letzten Jahre gewahrten amerikanischen Darlehen aus 1488 Millionen Dollar gegen 1392 Millionen im Jahre 1927. Unter den Darlehens- empsängern befindet sich Deutschland, das 292 Millionen Dollar erhielt. Kanada mit 237 und Argeittmien mit 113 Millionen. Legt den Spaltern das Handwerk! Die Gewerkschastsbewegung darf nichi zum Gpielbatt der KPO. werde«. Äm Msta2arb«it«r schreibt uns: Die Aerllner Mqtallarbeiterschaft befindet sich in einer sehr ernsten Situyticnr. Wer gezwungen war, dl«„Rate Fahne* in den letzten Wochen zu oerfolgen, der sieht mir aller Deutlichkeit, dah die ganze Hetze und Stoßkryft der kommunistischen Partei darauf eingestellt ist, ihre Verbrechen an der deutschen Arbeiterschaft mit der Spaltung der Gewerkschaften zu krönen. Mit den unflätig- sten Mitteln oersucht die KPD., die verantwortlichen Funktionär« der freie» Gewerkschaften in den Betrieben herunterzureißen. Pag- täglich wird den Unorganisierten einzuhämmern versucht, was für schlechte Kerle und„Arbesteroerräter* die Funktionäre der freien Gewerkschaften doch seien und wie.Klassenbewußt* gegen suj doch die Kommunisten seien und sie selber, die„Un- organisierten*. Die Betriebsrätewahlen in den letzten Wochen haben die Früchte dieser infamen Treibereien gezeigt.. Die Funktionäre der freien Gewerkschaften, die zum großen Teil seit Sohren und Jahrzehnten im Interesse der Arbeiterschaft tvtio waren, die Tag um Tag und Nacht für Nacht auf den Beinen waren, um das Bestmögliihste zur Verbesserung der Löhne und der Arbeitsbedingungen zu erreichen, mußten sich gefallen lassen, daß sie von einem Teil ihrer eigenen Gewerkschastskollegen in der niedrigsten Art und Weis? herabgesetzt wurden. Die freien Gewerk- schaften haben seit dem Auftauchen der KPD. schon manche Geinein- heften über sich ergehen lassen müssen. Es sei nur erinnert an die Parole der„Einheitsfront*, eingeleitet durch den ossenen Bries und die Stuftgarter Forderungen. Es sei erinnert an die versuchte Spalwng der Gewerkschaften, die Gründung von Sonderorgani- sationen durch die Kommunisten, die sich jedoch schon noch kurzer Zeit nicht mehr halten tonnten und heute nur noch vegetieren. Es fei erinnert an die Aersuche, die Gewerkschaften von innen heraus zu„erobern", wobei mit ähnlichen Mitteln gekämpft wurde wie jetzt. Nunmehr aber, nachdem die Moskauer eingesehen haben, daß ihre Absicht, die freien Gewerkschaften für die kommunistische Partei zu erobern, gescheitert ist, greifen sie zu den letzten, verzweifeludsten Dlilleln. Die Parteiorbeiter-Konferenz der KPD. hat besondere Nicht- linien beschlossen, die den in den freien Gewerkschaften organisierten Kommunisten ihre Haltung als GewerkschaftsiMglisder durch die Partei vorschreiben. Dort ist auch beschlossen word?n, daß bei den Betriebsrätewahlen auch Unorganisierte mft auf die Liste yenommcn werden müssen. Ferner ist in den Richtlinien zum Aus- druck gebracht, daß bei Streitigkeiten, die sich infolge Aufstellung der Betriebsratslisten ergeben sollten, die Bezirksleitung der KPD. die letzt« Entscheidung zu treffen habe. Damit wuvben also die tommunistifchen Gewerkschafter perpflichtet, entgegen den Be- fchlüssen der freign Gewerkschaften Betriebsrat»listen mit Unorganisierten aufzustellen und nur den Weisungen der KPD. zu gehorchen. Ein solches Spiel kann und darf kein« Organi. fation, die ihr» Selbständizkeft erhalten will, dulden. Es war der KBD. klar, daß sie mit diesem Beschluß die freisn Gewertschaftsn zwang, gegen si« Stellung zu nehmen. Die sogenannte Opposition in d«n Gewerkschaften mußte in den Betrieben den Beschluß der Parteiarbeiter, Konferenz befolgen, besondere in den Betrieben, in denen mft einem starken Prozentsatz von Unorganisierten zu rechnen war. Es soll nicht verkannt werden, haß e» infolge der Unorganisierten-Parole gelungen ist, in einzelnen Großbetrieben Erfolge zu erringen. So j übest die„Rote Fahne* über den roten Sieg im ATE.- Konzern, und si« schlägt Purzelbäume, daß die HoÄmrg von Bern, Herd Krüger im LEG.-Konzern. Brunnenstraße. von den„revolutionären* Arbeitern. w!o sie schreibt, erobert ist, und d«r„Por- «äts* hat, wenn auch ganz gelinde, den Funktionären«inen ge- wissen Tadel ausgesprochen, die das Rückgrat der freien Gewerk- schaften im AEG.-Konzern bilden. Ist aber dieser Jubel der„Roten Fahne* berechtigt? Kann man den Funktionären der freien Ge- werkschaften auch nur den geringsten Borwurf machen, daß sie ihre Pflicht versäumt hätten? Ich sage:„Nein!* Der„Sieg* der so- genannten Opposition ist verständlich, und zwar darum verständlich. weil die Kommunisten die Unorganisierten in ein« Roll« gedrängt haben, wie diese es selber niemals erwartet hatten. Bor dem Kriege waren die Mitglieder her freien Gewerk- fchosten stolz darauf, jede Gemeinschaft mft den U n o r g a n i- sierten abzulehnen. „Wer nicht mit un? ist, ist gegen uns!" Das war für jeden Gewerkschafter ein« Selbstverständlichkeit. Niemals wagte es ein Unorganisierter, in irgendeiner Betriebs, oder Wertstattsversamw- lung aufzutreten und etwa gegen die Gewerkschaften zu Felde zu ziehen! Die Unorganisierten waren sich damals schon bewußt, welch klägliche Roll« si« innerhalb der Arbefterkläss« spielten- Sie waren sich bewußt, daß sie einen Hemmschuh für hie kulturell« Fortentwick- lung der Arbefterklasse bildeten. Infolgedessen fühften sie sich in ihrer Roll« nichl glücklich, und auch die Anstrengungen der Unter, nehmer, durch Gründung gelber G«w«rkschaftsn EiNsluß aus die Arbeiter in den Betrieben zu gewinnen, mußten trotz der reichlich aufgewandten Geldmittel scheitern. Die Unorganisierlea empfanden damals das Schmählich« ihrer Rolle, und well sie ihre eigene Schuld nicht«ingestehen wollten, war Ihr heimlicher Haß gegen die Gewerkschaften verständlich. Run kommt plötzlich eine von Moskau aus geleitete Partei, die ihr» Hauptaufgabe darin sieht, mit den Mitteln, die der Reichslügenverband in der Vorkriegszeit gegen die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften anwandte, die Gewerkschaften zu b«- kämpfen und den Unorganisierten zu schmeicheln:„Ihr habt ja ein viel stärkeres revolutionäre» Klassenbewußtsein als die Or- gonisierten. von euch hängt es ab, od der Ausstieg der Arbeiterklasse möglich sein wird!" Sagte man ihnen:„Ihr müßt euch organisieren, euch den Gewerkschaften anschließen� denn nur eine einheitlich or- ganisierte Mass« kann den Kampf gegen den Kapitalismus auf- nehmen," dann wollten die Unorganisierten davon nichts wissen. Man schmeichelt ihnen weiter:„Der„Verrat* der Gewerkschasts- böigen macht es verständlich, daß ihr euch nicht organisieren könnt. Aber wenn chr euch bei den Detriebsrätewahlen auf die Seite der „Opposition* stellt, wenn ihr mit aus unserer Liste kandidiert, dann ist der Erfolg für euch sicher! Unter diesen Umständen Ist es er- klärlich, daß besonders in den Betrieben, wo der größte Teil der Arbefter aus Unorganisierten besteht, die Kommunisten mit ihrer Parole im Augenblick Erfolg« erringen tonnten. Was haben aber unser« Funktionäre in dieser Zeit über sich ergehen lassen müssen? In Flugblättern und Zeitungs- artikeln ist in der gemeinsten Art und Weise versucht worden, sie persönlich hembzusetzen, ihr Privatleben vor der OefsenUichkeit her- unterzureihen. Doch trotz dieser Verleumdungen und Derdächligun- gen standen unsere Funktionär« tapser auf ihren Posten und hielten die Fahne der freien Gewerkschaften hoch. Ihnen dieses zu danken, ist gerade jetzt eine Ehrenpflicht. Eine systematische Hetze wird besonders gegen die Ortsver- wolwng des Deutschen Metallarbeiteroerbandes getrieben. Die Bevollmachttgten und die Ortsverwaltung, die die Beschlüsse der Organisation durchzuführen hoben, und die in ihren Maßnahmen an das Statut gebunden sind, sie werden. w>««s in Hennigsdorf passiert ist, wenn si« ihre Pslichten erfüllen, mit Schlägen bedroht. Man ruft ihnen zu:„Ihr kommt lebend au? Hennigsdorf nicht mehr rau»!* Sie werden von d«n fanatisierten .klassenbewußten* wi« Verbrecher empfangen. In Hennigsdorf wurden„Kampfleitungen* gewählt, d>» den Streik führen sollten. In dies« Kampfleitungen hat man Unorganisiert« und Kinder auf- genommen. Krampfhaft bemühen sich jetzt auch di« kommunistischen Gewerkschaftsschädlinge. angesichts der Bewegung in Pen DBMI.-Be- trieben die Führung des Kampfes an sich zu reißen durch Wahl kommunistischer Kampfleitungen. Weiter wird daraus hingearbeitet, am l. Na« der Welt da» Schauspiel zu Pisten', daß Arbeiter gegeneinander de- monftrieren. Die KPD. mißbraucht die Maidemonstration zu einer Bartsiaktion zur Beschimpfung unserer Partei« und Gswerkschafts- genossen, zur Schädigung der Maiseier. Können di« Gewerkschaften da» ganze Treiben noch länger mit ansehen? Können si« auch weiter hie Lammesgeduld zeigen gegen di« Spalter und Schödling« der Arbefterdeipegung wie bisher? Ich sage:„Nein!* Da» Maß der Geduld muß«rschöpit fein! Mft aller Rücksichtslosigkeit muß gegen diejenigen vorgegangen werden, die die Gewerkschaften spalten«ollen. Es darf den Kommunisten nicht gelingen, das zu erreichen, was die Unternehmer in jahrzehnle- langem Bemühen nicht erreichen konnte«. Schmunzelnd nerfolgt di« Reaktion die Spaltungsarbeit der Kommunisten. Erspart sie doch dabei Unsummen, di« si« sonst zur Bekämpfung der gewerkschaftlichen Bestrebungen hinauswarf. Jubelnd können die Feind« der Gewerkschaften feststellen, was«inst das kaiserliche Deutschland mit seinen gesamten Machtmitteln nicht erreichen konn/e, dir Gewerkschaftsbewegung zu zertrümmern, das werden die Komnmnisten jetzt gründlich besorgen. Sie werden sich täuschen? Die organisierte Arbeiterschaft denkt nicht daran, ein solches Spiel mitzumachen! Kein Geld für die Elekiriziiätsarbeiter. Trotzdem das Gefchöst gut geht. Der Verband d«? Maschinisten und Heizer unh der Deutsch« M«tallarheftsrverha»d hatten den Lohntaris mft dem Arbeftgeber- verband der Elektrizitüts-, Gas- und Wasserwerk« der Provinz Brandenburg, für die Märkischen Clektrizitätsworke (UEW.) und für die E.lektrowerk» Friedrichsfeide zum 3t März gekündigt und eins Aufbesserung sämtlicher Löhn« um IS Pf. je Stunde gefordert. Arn 20. März teilte der Arbeitgeberverband den Tariforgani- sationen mft, daß er.ein« sachlich« Berechtigung für eine Lohn- erhphung zu einem Zeitpunkt wi« dem jetzigen* nicht einsehen könne und verlangte di« schriftliche Begründung der Lohnford«- r u n g« n. Di« Gewerkschaften entgegneten, daß die Löhn« in den Märkischen Elektrizitätswerken sowie in den Elektrowerken in einem argen Mißverhältnis zu den Löhnen der Berliner Elektrizität»- arbeiter(Bewag) stehen. Do der Arbeftgeberverband keine Anstalten machte, mit den Organisationen zu verhandeln, wurde di« tarifliche S ch i« d s- st e l l e angerufen, hie am 11. April einen Schiedsspruch sälft«. der ein« ErhöhungderLöhnesürdie ersten drei Lohngruppen U m 5 P f. pro Stunde und für di« übrigen Gryppen um 4 P f. vorsieht. Do« Abkommen sollt« bis zum Zö. September 1930 gellen. Die Arbeiter lehnten diesen Schiedsspruch ob. weil einmal die Lohnerhöhung zu gering ist und di« Löhn« trotz der Zulage immer noch um 25 bis SO Pf. hinter denen der Berliner lNektrizitätsarhefter zurückbleiben, zum anderen aber auch wegen der zu langen Geltungsdauer d-s Lohnabkommens. Der Arbeitgeberverband lehnte den Schiedsspruch des- halb ab, weil die..Belastung" durch die Lohnerhöhung für ihn angeblich untragbar sei, obwohl zu. B. das MEW. nach seinen Derösfentlichungen„eine dauernd günstige Entwicklung* zeigt, und au» diese« Grund« da» Attientaxital von 30 aus SO Millionen Mark erhöht w�d«» soll, u« die vorhandenen Anlagen zu modernisieren und auszubauen. Der Arbeitgebsrverband hat nunmehr die z w.e i l« i a r i f- lich« Schlichtungsin stanz angerufen, deren E n t s ch« i- d u n g für beide Parteien bindend ist. Der Arbeitgeberverband hofft anscheinend, aus piese Art um eine Lohnerhöhung herumzukommen. Es ist zu«rwvten, daß sich das Schiedsgericht der Zwesten Instanz der Berechtigung per Yorpe- rung der Arbester nicht verschließt und sich auch darüber klar wird, daß eine für die Arbesterschaft ungünstige Entscheidung nicht zur Hebung der Arbestsfreudigkest beiträgt. Em Reinsatt des„Veuifchen". u n sfcfl« g« n freie Gewerkschaften*. Di« Redaktion des„Deutschen* ist prompt auf dies« Ueberschrist reingefallen. Es wäre auch zu schab« gewesen, wenp man sich dies« Attacke gegen di« freien Gewerkschaften Höst« entgehen lassen. Was ist der Gegenstand diese» Angriffes? Dqr Aufsatz spricht von einer Denkschrift des Allgemeinen Deutschen G« w« r k» fchaftsbyndes über di« Neuregelung der L a st e n»« r t« i. lung zwischen Invaliden- und A n g e st e l l l« n» e r- sich« rung. Es wird verschwiegen, daß auch dt« christ« l i ch e n Arbeftergewerkschaften zu den Mitunterzeichnern dieser Denkschrift gehören� es wird Wetter persch wiegen, daß der Hauptgegenstand dieser Denkschrift Forderungen oller Arbeiten- gewerkschasten für den Ausbau der Invalidenversicherung sind. Der Aussatz richtet sich deshalb auch gegen die christ« lichen Arbeitergewerkschaften. West der Deutschnatio- nale Handlungsgehilfenperband. der angeblich« Gesinnungsfreund der christlichen Arbeiter, nicht den Mut hat, seinen Kampf gegen di« christlichen Arbeiter offen zu führen, benutzt er eine falsche Flagge. Das ist nicht nur ein nettes Pirätenstück, es ist gleichzettiz «in beispielloser Reinsall de»„Deutschen*. Kundgebung der Berliner Reichsbahnbeamieu In einer Konferenz der Beamtenfunktionäre der Ortsgruppe Berlin des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deulfchlands am 17. April wurde auch die Stellungnahme der Be- amten zu dem zurzeit schwebendeii L o h n st r e i t eingehend diskutiert. Einmütig mochten die Beamtenfuntlionäre den Streit ihrer Kollegen im Lohnoerhällni» zu ihrem eigenen und gelobten. ihre voll« Unterstützung in ideeller als auch materieller Beziehung zuteil werden zu lassen. Mit Entschledenhest rückte die Konferenz von den Absichten der Reichsbahn-Gescllschaft ab, die Beamten etwa als S t r« i i b r e ch e r- garde dienen zu lassen. Nur allzu gut wisse die Beamtenschast, welches Unverständnis die Reichsbahn-Gesellschaft allen ihren berechtigten Forderungen entgegenbringt und welche geradezu sträf» list)« Nichtachtung und geringe Wertschätzung ihrem so verontwoc- tungsvollen, Geist und Nerven srüh.Zeftig zerrüttenden Dienst Zuteil wird. Nicht Streikbrecher, sondern Mitstreiter für di« Hebung de» völlig unzulänglichen Lohnniveaus gerade i:n Inter- esse der Beamten selbst, wollen die Eisenbahnbeamten sein. Lohnkonsilkte in Frankfurt a. M. Frankfuri a. IS. April.(Eigenbericht.) Im Lohntonslitt in der Metallindustrie führten di« Verhandlungen zu keiner Verständigung. Sie werden am Sonnabend fortgesetzt. Die Lohnoerhandlungen in der chemischen � n d u st r> o beim Bezirkstarifamt brachten keine Einigung: sie oerschärsten nur die Situation. Nunmehr liegt die Entscheidung beim Zentral- tarisanft in Berlin._ Streik tn der Heringsfischerel. In den Vetrieben in Emden. Di« von dem Schlichter«ingeleiteten Derhandlungen sind gescheitert, da die Arbeitgeber zu keinem Entgegenkom- men bereit waren. Die vom Reich und den Ländern gewährten Mittel für die Fischereibotriebe scheinen auch noch zu anderen Mitteln als zur Wirtschafstichen Betriebsführung perwendet zu werden. Es hat den Anschein, als ob die Heringss ischereien ihr« Notlage besonders da- purch demonstrieren wollen, dah st««inen Handwcrkerlohn von 86 Pf. als ausreichend für di» Beschäftigten in einer Hofe»« st a p t ansehen. Die Reichsmittel gestatten ihnen wohl, den Betrieb einige Zeit stilliegen zu lassen. Im Bericht des Reichsernährungsmimster» über die deutsche Fischerei wird di« Lage erfreulicherw«>i« günstiger dargestellt, als die Fischereien e? bei den Lohnverhandlungen selbst tun. Zuzug nach Emden von Böttchern. Zimmerern. Maschi- nisten und Heizern, sowie Segelmachern ist fernzuhalten. würden. Wahrscheinlich finden in den nächsten Tagen neue Parte:- Verhandlungen oder ein andere» Schlichtungsverfahren statt. Achtung Dauarbeiler! Aus der Bcustelle der Firma T« s ch, Köpenick. Mittelbed«, haben die Koppen roölber. Cinschaler und Träger beim Subunternehmer Bens wegen Akkorddifferenz?» d i e Arbeit« i n g e st« l l t. Di« Arbeiten sind von der Organisation deshalb gesperrt. Baugewerkschast Berlin. Achtung Bauarbeiter! Die Firma Ernst Iaek, Pankow, Binz- straß«, ist wegen Richteinhattung de» Tarifvertrages für Einschol- putzer(Koksascheputzer) gesperrt. Di« Bauten befinden sich in der Dublin«? Straße. Deutscher Baugewerlsbund. Fachgruppe für das Stuck- und Gipsbaugewgrbe. «O». M-ntas, 22. A»ri:, 1!» IIb«, ln H-SerlanS, Fell, fiten. 9teue ffciiöeiiSrtt. 85, Eingang Nnchstrabi, im Luifensaal, Zu» fammrnknnst allik EPS:.,«en»ssen de» riED.,gon»erns. AI» Au»w?I» Parteibuch unbedingt mitbringen, ohne basfttbe keinen Zutritt. Zabl. reichen Pestich erwartet Der Sr»ltü»r»»»rsta»b. Sattler-, Saseuli meriichostpbeue. AoV. handiungen vor»cm Uhr, im ch'. pen den Scr, Serba ntsausmci». »Freie Gewerkfcbasts-Iuaend Groß«Verlin w*——— I Ii! 1■ i ieute. ffielM«. Ubr, lagen hie Srup»en: ZeweNnola»! tzugenhe e;)» d-.t Seiirisomt» Bkhding, Turiner Ecke Seeftrehe. Ematienfplel, benb. abarlotiexburg: Seuppcnbeiw. Iugensheim, epeeefir. Z0. "'**-«erbring! ß«"' ieeli! 38er6er>eranstatti.ng im Daalbau SteuISUn, Veraftr. U?f E'ntriti». karten sind«n he« Safte|U baben, Sähen, SLdrxesie»! Ter Siteraeische Abcnh fallt au». Wir beteiligen un« an»er Feierstunde»er Jugend". 0IoaendaruvVe v,s �entrafverk'andes der Zlnoesiellten ßeute, ftreitag, ftnhtn falg-nh« BeransialtungiN siatt: Paakeui.giieder. schZehaxleu: Zft'i plaudern»an unteren ftahrlen.— Pbersyrtet ?ugent>b,im üausener Sic. 2 Lichibil»ernoetrag:„Finnland, Land und Leute". --»opeuickl SirgeaMieim chellnauee Str. J. Lichtbish-rvartrag:„Riklenbampser Cglumbue". Referent! Georg Heilbruun.— Eüvmest! Jugendheim Relle. Alliance.Srr. 7—1». Vortrag:„Tie deutsche Jugendbewegung". Referent: Hein« Mann. £/Ii$a>eücA& lellm bekommt and behält Ihr Haar, wenn Sie es jede Woche einmal waschen mit dem bewährten Schwarzhopf Schaumpori'-&x:tra jHoorglqnt-PulvQf tiegt.fl roii a.beiil f. 5re»iag 19. April 1929 Unterhaltung und AAssen Vellage des Vorwärts �Conmnze iide» ckie Al'ÄU K«pte, da dle Gleichberechtigung der Frau— zumindest in den KuLurstaaten— Wirllichkeit geworden ist, ist es interessant, zu hären, wie auch hervorragende Geister vergangener Zeiten über sie dachten und schrieben. Denn für jeden Fortschritt, iede Forderung der Frau stellten die glühenden Schmähreden der Apostel und Fanatiker des Weiberhasies Stocheldrähte dar. in denen ihre Wünsch«, ihr Streben, ihr Heises Wollen sich verfingen und verbluteten. So mag als Symbol des Ausstiegs der Frau aus Knechtung und Ver- fklaoung zu Freiheit und Menschenwürde Ieanne d'Arc gelten, die als Hexe verbrannt und fünfhundert Jahr« später heilig gesprochen wurde. Diese letzte Phase allerdings hat die Frau noch nicht erreicht. Besonders freie Geister haben der Frau seit jeher glelche Recht« und Pflichten wie ihren männlichen Menschheitskollegen zuerkannt. So Campanclla in seinem„Sonnenstaat", und schon zweitausend Lahre vorher Plato in seiner„Politeia". In theologischen Kreisen war die Ansicht von der Frau als dem Prinzip des Bösen weit per- breitet, und diese bildete die geistige Grundlage für chexenprozesie und-Verbrennungen. Einen charakteristischen Titel führt eine im 13. Jahrhundert veröffentlichte Schrift„Dispirtatio nova contra nnuliaras, qua probatur eas homincs non esse"(„Neue Streit» schri't gegen die Frauen, durch die bewiesen wird, daß sie keine menschlichen Wesen seien").— Wenn auch Humanismus, Re- naissance und Aufklärung die Frau— in bevorzugter Stellung— an den Bildungsgütern der Zeit teilnehmen losten, wenn sie auf den Höhen des klastischen Zeitalters gleichberechtigt, wenn nicht über- geordnet dem Manne erscheint, zumindest in ihrer geistigen Ber- klärung: Iphigenie, die Vollendung reinster Menschlichkeit, wenn auch die Frauen der Romantik die Festeln der Geschlechtstradition sprengen— so verlieren doch selbst erlesene Geister oft Klarheit und Freiheit des Denkens, sobald sie das Thema Weib behandeln. Von Johann Gottlieb Fichte rühren die Worte her:„Das zweite Ge» schlecht steht der Natureinrichtung nach um eine Stufe tiefer als das erste."„...die Frau gehört nicht sich selbst an, sondern dem Manne",„...in dem Begriff der Ehe liegt die unbegrenzte Unter» wersung unter den Willen des Mannes". Und erst das Triumvirat philosophischen Weiberhastes: Schopenhauer— Nietzsche— Weiiringer! Mangelnde Vernunft, geistige Kurzsichtigkeit. Ungerechtizleit. instinttartig« Verschlagenheit, Hang zum Lügen, Falschheit, Treu- losigteit, Verrat. Undank. Verschwendungssucht, Eitelkeit sind nur einige der nach Schopenhauers Ansicht das weiblich« Geschlecht kennzeichnenden Eigenschaften. Das Weib stellt nur„eine Ars Mittel. stufe dar zwischen dem Kind« und dem Manne, al? welcher der eigentliche Mensch ist". Natürlich hat„das W«ib dem Manne unter- würfiz zu s«in.— Es gehört doch nur dem„in f« d« m Betracht zurückstehenden zweiten Geschlecht an".(Ganz wie bei Fichte.) Und eine für ein« ganz bestimmt« Gesellschaftsform und auch innerhalb dieser nur für einen umgrenzten Zeitraum und bestimmte Schichten gellend« Institution, wie die„Versorgung" des jungen Mädchens, wird zu einer biologischen NohpeMgkest gemacht:„Die Natur hat bi» Mädchen auf einig« Jahra mit üb«rreichlichtr Schönheit, Reiz " und Füll« ausgestattet auf Kosten ihrer ganzen übrigen Lehens- zest". das sind„die Waffen und Werkzeuge, deren st« zur Sicherung ihres Daseins bedürfen" und die sie nach erreichtem Zwecke(Heirot) sehr bald perlieren. wie die weibliche Ameise die Flügel nach«r- folgter Begattung.— Schließlich begründet Schopenhauer die Min- derwertigkeit des weiblichen Geschlechts, wie viele andere vor und nach ihm, mit dem Fehlen des weiblichen Genies. Die Frauen- haster vergessen bei diesem Hinweis, daß ganz große Verbrecher beinah« nie Frauen sind, daß man also das Fahlen von höchsten Leistungsfähigkeiten d»m ganzen weiblichen Geschlecht ebensowenig ankreiden könne wie das Vorhandensein der tiefsten Erniedrigung dem männlichen Geschlecht. Lipmann hat auf Grund statistischer Cr- Hebungen festgestellt, daß dos Dorkommen über- wie unternormaler Leistungen b«l Männern größer ist als bei Frauen. Nietzsche: Etwas vom Glänze der Zarathustra-Atmosphäre ist auch noch über das Kapitel„Von alten und jungen Weiblein" ausgegossen. Dennoch, welcher Sturz aus eisigen, in tanzender Ge- löschest erklommenen Höhen, aus letzter Einsamkeit und tiefster Weseneertenntnis zu den Salonaperyus eines Hinterwäldlerphilister- tums, dem allerdings die berauschende Form erhalten blieb.„Und gehorchen muß das Weib und eine Tiefe finden zu seiner Ober- fläch«. Oberfläche ist des Weibes Gemüt, eine beweglich«, stürmische Haut auf einem selchten Gswäster".„...denn der Mann ist im Grunde der Seele nur böse, das Weib aber ist dort schlecht". Und schließlich anschwellend bis znm Finale:„Du gest zu Frauen? Der- giß die Peitsche nicht!" Als dritter im Bunde, wenn auch im Reiche der Spekulation nicht ganz ebenbürtig: der Wiener Philosoph Otto Weininger, der seinem Leben in sungen Iahren ein Ende macht«. Nur mit einem sich bald zu physischem Ueberdruß steigernden, geistigen und seelischen Unbehagen kann man heute diese noch nicht zwanzig Jahre zurückliegenden Schimpfparaphrasen um ein Thema lesen, dle eine Zeitlang all« Geister in Atem hielten und überall Diskussionen ohne Ende entsesielten. Einige Proben aus seinem Werk, das seinen krankhaften Haß des anderen Geschlechts in ein metaphysifch-bio- logisches System von der Doppelgefchlechtlichkest der Individuen hülste:„Auch der tiefststehend« Mann steht noch unendlich hoch über dem hüchststehende» Weibe"--„das Weib besitzt kein Ich und keine Individualität, keine Perfönlichkest und keine Freiheit. keinen Tharakter und keinen Willen"...,„die Frauen hoben kein« Existenz und kein« Estenz. sie sind nicht, st« sind nichts".—„Heute mag das sinnliche Element stärker hervortreten als früher: denn unendlich oiel von d«r„Bewegung"(Frauenbewegung) ist nur«in Hinüberwollen von der Wutierschast zur Prostitution: sie ist als Ganzes mehr Dirnenemanzipation als Frauenemanzipation, und sicherlich ihren wirklichen Resultanten nach vor ollem: ein mutiges Horoartreten des kokollenhasten Elements im Weibe." Genug! Heute gehört diesem Keuschheitsfanatiker, der ganz wie die millelallerlichen Theologen im Weide das Prinzip des Bösen, die Sünde, erblickt«, nur mehr als- Mitleid, das Wissen um «ine pachokozische Derankagung. die. glänzet« Geistesgaden nicht ausschließend, doch ihr« Verzerrung und Zerstörung bewirken mußt«. fAe,*o: ä)er 3£err am äer erUen 3teihe Ein«? Tages bracht« der best« Dramatiker dar Stadt der Intendanz de? Stadttheaters sein Stück. Uebrigens war er gleich. zestig d«r schlechtest« ssiner Gattung, weil kein anderer dramatischer Schriftsteller in dem Städtchen existierte. Das Stück hatte alle Nachteile schlechter, schwacher Stück«. Der Regisseur las da» Stück, schüttest« den Kops und sagte zum Direktor: „Sollen wir diesen Mist aufführen?" „Aber wir wollen doch als nächst« Novität den„Sommernachts- traym" oufführen!" bemerkt« der Direktor. „Was haben wir vom Autor des„Sommernachtstraums"? Ist er tot?" „Ja, er ist tot!" „Hm... dann hat er kein« Bekannten, kein« Freund«, kein« Verwandten in dieser Stadl?" „Rein!". „Na, sehen Sie... Unser Dramatiker Asralow wird all seine Freunde/Bekannten, Verwandten, Kusinen und Tanten ins Theater locken.-. Wir werden sicher fünf ausnertaufte Häuser haben,,." „Aber da» Stück ist schwach." ..Da» weiß ich." „Gut.. i führen wir das Stück auf." So wurde da« Stück„Die leidende Dulderin" vom Stadt. theater angenommen. E« kam der Tag der Premiere. M« das Publikum im Theater erschien, lenkt« sich di« all- gemein« Aufmerksamkeit auf die erste Reih«. Dort saß«in biederer, älterer Herr, an dem ein struppiger Bart und große Hände auffielen. Er trug«inen allen unmodernen Sylonrock und fragte jeden oorbeigehenden Theaterdiener: „Sag', bitte, wann beginnt die Vorstellung?" „Msiz um acht Uhr geht der Vorhang in die Höhe?" „Jä, mein Herr!" Um otbt Uhr ging der Vorhang tatsächlich in die Höhe und dos Publikum sah auf der Bühne einen„relchen Selon", dessen Rückwand da« Inner« eines allen Schiostes zeigte. Die Heldin lag auf einen, Diwan, schaut« auf di« Deck« und sprach:„Sechsuno zwo» zig Jahre leiden... und nicht ein einziger Lichtpunkt... Oh, Wladimir... Wo ist er jetzt? Irgendwo weit... in der lärm eichen Haupistadt, u>ch er fühll nicht, wie ich hier in den Armen des ungeliebten Manne» leide! Diese» Ungeheuer hat mich zugrunde gerichtet." Sie nahm«in winziges Taschentuch aus ihrer Tasche und wischt« sich die Augen ab. Der Herr aus der ersten Reihe schüttelt« mit Pechauern sein Haupt, seufzte so laut, daß das ganz« Theater erzitterte. „Ja. so ist das Leben!" sagt« er laut. „JRuhel Sie stören die Vorstellung!" ..Da quäst sich«in Mensch und Sie sehen ruhig zu?! Di« Arme!" „Schweigen Die!" ' Aus der Bühne öffnet« sich die Seitzotür und ins Zimmer trat X» alter Dien«,___.■.___ „Gnädige Frau," sagte der Diener,„»««halb meinen Sie uüsder?" „Was willst du. Hippolyt?" fragt« di« Heldin. „Der Herr hat nach Ihnen gefragt... Er will«rf Ihr Gut eine Hypothek aufnehmen.. „Ist er allein in seinem Zimmer?" „Nein, mit der Schnapsflasche... Seit dem frühen Morgen trinkt er Wodka... Wir Diener wissen alles!" Im Publikum lacht« man, der Herr in der ersten Reih« war begeistert:„Ein lustiger Kerl!" rief er. „Schweigen Sie!" ..Bitte!" Di« Heldin ging, vom Diener begleitet, durch die link« Tür ab und die Bühne war ein«» Moment k««r. „Weshalb sind sie all« fortgegangen?" rief nervös der Herr aus der ersten Reihe. Er beruhigt« sich aber sofort, al» ein eleganter Dandy ins Zimmer traf. ..Da«'st stch�r Wladimir!" rief er leise.„Ra, jetzt wird der Skgndal losgehen!" Wladimir begann:„Also setzt bin ich hier... In diesen heiligen Räumen, wo sie lebt, yw sie leidet, wo sie vielleicht an mich denkt... Drei lange, freudkos« Jahr«... Oh, Ludmilla! Wo ist sie? Ah, ich höre Stimmen... Tss... Ein« Männer- stimme unh eine zart» Frouenstimm«... Sie streiten... Da« ist sicher ihr Mann." „Sicher!" rief der Herr au» der ersten Reih«. „Schweigen Viel" „Bitte!" Wladimir fuhr fort: „Wie könnte ich sie wissen lassen, daß ich hier bin... daß ich in ihrer Röhe bin?... Ah, eine Jde,... Ich werde mein« Visitenkarte in mein Taschentuch mit meinem Monogramm ein- wickeln, und werde das Taschenbuch auf den Diwan legen... Sie wird das Taschentuch mit der Visitenkarte finden, wird alles erraten. Ich werde später wiederkommen... Tss... Ich höre Schritte." Der junge Mann sührte sein Vorhaben aus und lief davon. Der Herr au, der ersten Reihe schaute nervös auf die Le- wegupgen des schönen Wladimirs. Jetzt horte man tatsächlich Schritt«. Di« Heldin kehrt« mit ihrem Gallen zurück. „Und Ich sag« dir. du'nutzt eine Hypothek oufs Gut nehmen!" „Unter gar keinen Umständen. Das würde uns zugrunde richten." „Ah, du weigerst dich." rief wütend der Mann,„morlel" und «r packte die Heldin bei der Hand. „Lasten Sie mich! Sie tun mir weh... Ich werde schrei«»! Hilfe! Hilfe!" Der Herr aus der ersten Reih« stand unschlüssig auf, ging zur Bühne zu und sagte zum Gatten. „Sie, Herr, gehen Sie nicht zu weit! Hören Sie... Sie Herr!" Im Publikum begann man zu loch»,__(Schluß folgt.) »to:'Das moderne 9nferal Bor«inigen Jahren war in den Zeitungen von Pittsburg die folgend« Annonce zu lesen: „Wir stehen vor dem Kon-turs, wir haben 12Z 000 Dollars mehr Schulden, als wir bezahlen können. Dieses Eingeständnis wird unsere Gläubiger veranlasten, stch auf uns zu stürzen. Aber wenn chr morgen kommt und kauft, haben wir Geld für sie bereit. Mit untenstehenden Preisen hoffen wir. der Lage gerecht werden zu können." Es gab einen Mastenandrang des PMikums zu dem an- gekündigten Ausvcrkaus. Das Geld der Gläubiger wurde gerettet. Mit dieser Annonce, die die nackte und unverblümte Wahrheit zu sagen wagte, wurde eine ganz neue Epoche des Annoncen- wefens eingeleitet, und seicher ist bei jeder späteren Umwälzung auf dem Gebiete der Reklame Amerika bahnbrechend gewesen. Ein Blick in die amerikanischen Zeitschriften zeigt uns, daß die Annoncen. die in Ueberfülle vorhanden sind, weit hübscher und inhaltsreicher sind, als der oft recht geistlos« Text dieser Zeitschriften, di« leider heute auch bei uns in Deutschland nachgeahmt werden. Ein« ame° nkanische Damenzeitung ist fast so etwas wie ein kulinarischer Genuß. — man kann sozusagen nicht unempfindlich an diesen leckeren Torten und Anrichtungen vorbeigehen, die uns in den prächtigsten Fachen von den Blättern«ntgegenlachen, und wir müssen zugeben, daß diese Annoncen uns anlocken, uns mit ihrem Inhalt zu beschäftigen, selbst wenn wir kein« backluftige Hausfrau sind. Als der Annoncenkönig Amerikas ist Claude C. Hopkins zu bezeichnen, der sich rühmen kann, daß eine einzige von ihm ob- gefaßt« Annonce durch S2 Länder geht und in 17 Sprachen ver- öffentlicht wird. Dafür hat er mit seinem Talent zu geschickter Reklame aber auch etliche Millionen Dollars vetdient. Dieser millionenschwere Anncmccnkönig hat als ein armer Junge angefangen, ursprünglich dazu bestimmt, Pfarrer zu wichen: dann aber ging er seine eigenen Wege, hat jetzt einen herrlichen Palast und könnte sich des Lebens freuen, wenn seine Arbeit ihm Zeit dazu ließe. Hopkins ist der Mann, der die sogenannte berichtende Annonce eingeführt hat, in der dargestellt wird, wie ein Fabrikat überhaupt zustande kommt. Ein Beispiel dafür. Di« Brauereien annoncierten ständig reine» Bier. Kein Mensch kümmerte sich darum. Hopkins sah sich die Brauereien an und lernte die gewaltig« Maschinerie kennen, die zur Herstellung des Bieres benötigt wird. Hier mußte er einsetzen. Der Mann, der annoncieren wollte, wand« ein: Solch« Maschinen sind in ollen Brauereien Im Gebrauch.„Das ist ganz einerlei," erklärte Hopkins,„wenn Sie nicht davon sprechen. weiß da» niemand!" Hopkins entwarf dementsprechend Annoncen, die in Wort und Bild die umständlichen Reinigungsverfahren bar- stellten,— da» Interesse für die Bierbereitung steigert« sich, der Absatz wuchs ungeheuer. Jeder wollt« diese« so sorgfältig her- gestelltes Bier trinken. Genau fo machte er«s bei unzähligen andern Artikeln des täglichen Gsbrauchs. Auf Hopkins geht das amerikanisch« System zurück, daß der Käufer gegen den Annoncenausschnitt ein« Gratisprobe der an- gepriasensn Ware enthält. Niemals, predigt Hopkins, darf man sich oerleiten losten, unverlangt Grotisproben in den Häusern zu verteilen: Müh« und Geld sind dabei verschwendet, denn das auf- gezwungen« hat keinen Wert. Wenn Hopkins eins neue Ännoncenmechküe erfunden hatte, hat er fi« immer zuerst in den kleinen Städten ausprobiert, um zu sehen, ob sie wirtlich Zugkraft befaß. Erst dann ist er damit m di« Großstadt gegangen, um dort die großen Siege zu gewinnen. So hat er zum Beispiel die kondensiert« Milch singetÄirt. In der Annonce stand, man könne auf den Annoncenabschnitt bei allen gut- versehenen Milchhändl«rn der Stadt ein« Probedos« gratis be- kommen. Di« Händler wurden also mit diesen Proben beliefert.— dar Verkauf regelt sich dann Ohne Schwierigkeiten,— vorausgesetzt. daß das Produtt wirklich gut ist. Er schickt auch Zigarren zu? Ansicht ins Haus:„Kaychen Sie zehn Zigarren und schicken Sie die Kiste zurück, wenn sie Ihnen nicht gefallen." Sogar Bücher bekommt man aus dies« Weife: .Lesen Sie ein paar Kapitel." Hoptin» vertritt den Standpunkt, daß niemals«in Fabrikant selber die Annonce auffetzen soll, denn er weiß nicht, was bei dem Publikum Interesse erregt. Der Stil der Annonce muß einfach ynh leicht faßlich sein, denn sie wendet sich ja an die Masse. Er behauptet, daß ein« Annonce nutzlos ist, wenn etwa darin steht: „Die niedrigsten Preise der Welt." Da? glaubt kein Mensch. Aber man soll sagen:„Wir rechnen für unser Geld nur eine Verzinsung oon 3 Proz." Es ist»inleuchtend, daß kein vernünftiger Wsirfch billiger liefern kann. Schönheitsmittel sind dadurch abzusetzen, daß man di« Schönheit preist, die man durch sie erlangen kann, nicht, indem man die Häßlichkeiten als«arnendes Beispiel hinstellt. Ein Bachhändler fand reißenden Absatz, weil er annonciert«. daß jeder Käufer seinen Nam«n mit goldenen Buchstaben in dq? Buch gedruckt bekäme. Auch mit Abzahlungsgeschäften hat Hopkins glänzend« Erfolge gehabt, indem er es verstand, dieser Geschäft»' Methode alle» Peinliche zu nehmen. Cr stellte«s als«in groß- zügiges Kreditsystem hin, vor dem niemand sich als armer Schlucker zu fühlen braucht«. Selbstverständlich hat dieser Herr Hopkins nicht nur sich selber zum reichen Mann gemacht, sondern auch den Firmen Erfolg« ge- sichert, di« sich ihm anvertrauten. Aber man darf nicht verkennen. daß gerade zu dieser Lausbahn des„Reklamefachinamis"«in« ganz besondere Veranlagung, viel Geschick, Umficht und KluAeit gehört. Derartig« Erfolge fallen meinend in den Schoß. vi« Temperatur aus dem Monde. Da der RLond kein« Atmo- sphär« hat. ist die Temperatur auf ihm nach beiden Richtunaen extrem. Dort, wo die Sonnenstrahlen senkrecht austrefsen, steigt die Hitze über den Siedepunkt des Masters, so daß sie Schwefel und Jod zum Schmelzen bringt. Auf der nicht von der Sonne bestrahlte« Seite und dort, wo eine Mondfinsternis herrscht, ist di« Temperatur dagegen sehr niedrig. Auf dem Observatorium des Mount Wilson hat man kürzlich festgestellt, daß während einer Mondfinsternis di« Kälte bis zum Gefrieren de? Alkohols sinkt Vi« Herkunft der Kahcn. Im Mittelaller sollen Katzen zuerst von Kausleuten au» Eypern nach England gebracht worden sein. Sie galten al»«in« kostbare Seltenheft und wurden hoch begabst. In der ersten Lebenswoch«. solang« sie noch blind waren� kostet«» sie 1 Penny. Wenn sie begannen. Jagd auf Mäuse zu machen. stieg der Prei? auf 2 Pence, und wenn sie zum erstenmal« wirklich ein« Maus getötet hatten, so wurden sie mit dem für damalige Zeiten imwohrfcheinlich hohen Preise von 4 Pence bezahlt. Soviel koltste damals ein ausgewachsene» Kalb. D'« König« hielten d-c Katzen für chre Jagden, und der.Katzenhüter" war am Königs- Hof ein« ebenso wichtige Persönlichkeit wie der Hüter der Hunde- meute de» Königs___......,.,------—.. Lelczlaer Strasse» Alexandersiaa• Frankfurter Allee• velleANIanre Strasse» Wilmersdorf er Str.» Brunnenstrasse* Kottbuser Damm ♦ Andreasstrasse ---—-- Meigeiiabgabe StQdtkQctie leipziger Str. Amt Zentrum Nr. 8533—39 Wir liefen» frei Haas: Menüs. Bnzelserichte, Kalte Platten. Mayonnaisen,EUspeisen.Torten usw. Serlugen Sie unteren uefahrUcfen StudtkOekenketaleg Obat und Sunhu uM«■■ Tumud aniutuWuuM»— Vurfcaal«••alt Tmrut SttGe mtd Aüuchevwavett Kokliau t.l.tTtul,rtd. 1?«. kückllnge........ pimi32n 'Seelachse.uipB.fid. 15pt Merlan 32pt 'Sdielifisch...... nud 18pt Seelachs....�..�nud 38?«. *Kabliaufilel...ptuid24pi Fischrogen...... 40Pt •Rolbars......... w«nd 35w. Makrelen 40?«. *QrüneHerlnge»ptA58pt Flundern...M...nnd 45?«. *Bral|lundern.. wnsd 1 Opt Seehasen....... rtod 65?«. 'Zander gtinm, rtmad 7 5pt Sprotten.. i-ptnd-XM» 48?«. *) Ltipi. Str. JUeaederp. Freatf. tltee. MOtt. Dilta. Bela-AII1iae»atr, Wandert. Str. MUVtz?M«vett Sülze Wand 55pt Metlwursl»■iA»mtl. 40 Rol-»d. Leberwursl rti70?t Hildesheimer...ptoad 1.45 Sülzwurst........nud 95p«. tnait«bB.Metfwtirsl nt 1.60 Speck wursl.... Pfand 1,00 ff. Leberwurst..piaad 1,60 Hausm.-Leberw. ptd, 1,05 Teewurst......... ptnad 1,80 Berlin. Mettwurst ptd. 1,10 Cervelal»d.SalamlPid. 1,85 Jagdwurst....... ptnad 1,20 Sdiinkenspeck ptaad 1,85 Knoblauchwurst ptd. 1,25 Mausschinken.. Plaad 2,10 Fleisch wursl..... Pfaad 1 ,30 Speck ma«v...... Pfand 1.45 Frisches Fleisch Kalbskmm d d Muh........ Pfand 68 Pt Kalbsiücken»bat BuRaf»..... Pfand 78?« Kalbskeulen w. I Mund tebaar g&oz oder geteilt................. Pfund oSPL Kalbshaxen................... Pfand 60?t. Pa. Schweinebauch»bau mnaia, Pfand 1,08 Pa. Schweineschinken......... Pfand 1.20 Pa Schweineblatt............. Pfand 1,16 Pa. Kassler mtid................. Pfand 1,30 Pa. Eisbein alt s�vbdta.(apSkalt, Pfd. 62?«. Pa. RDckenfettbnt«ertv>-Sehvart,Pld.94Pf. Pa. Uesen...................... PI and 70?«. Pa. Rinderkamm»d. Quarrtaa», Pfand 78p«. Pa. Fehlrippe.................. Pfand OTpi. Pa. SchmorllelKh Kaule,«. Knooh., Pfd. 1,24 Pa. Roulade.................. Pfund 1.38 Pa. Schabefleisch.............. Pfand 1,24 Pa. Hackepeter ge»iii*t........ Pfand 1.24 Pa. Rinderleber................ Pfund 1,24 Pa. Roastbeef abaaKaocbaa...... Pfund 1,48 Gefrierfleisch Pa. Schmerflalsch abaa laatbaa.. Pfund 1,12 Pa. Sulasch abaa Aaaaba»....... Pfand 88 PI. Pa. Suppanhelsch..... Pfaad una 68PI. an Pa. Hammehrorderfletsch Pfd. ,. 94?!.»a Pa. RInder!un»an......-...... Pfand 36?«. Pa. Rinderherzen.............. Pfund 58?« Pa. Euter...................... Pfund 24?« Pa. Rinderbacken u ua Kaoehca, Pfd. 48?«. Polnische ���rtBBd 1,30 Speck sea»........ ptnad 1,15 �oßoußafwavett Bruchreis..MM..PtBnd18pt Harlweizengriessnd.25pt Gebr. Roggen Pfand 22pf. Mal. Ta|elrel$... Pfand 28pt Viktoriaerbsen Pfand 28pt Backobst........ Pfand 48?«. Moulmaln-Rcls p«aad28pt Grüne Erbsen.. Pfaad 18?«. Kalif. Pllaumen Pfand 32pt Eierschnillnjjdelnpfd.40pt linsen r,,, zdp. Kalif. Birnen....Pfand 75?«. Eierfadennudeln Pfd. 42p«. Ka|s00............ Kalif. Pfirsiche Pfand 75Pt Weizengriess.. Pfand 22pt Pfand 65pf, i» Pfund 5,90 Kalif. Aprikosen ri± 95?«. Karlolfelmehl.. Pfand 23pt Qebrannl.Qerslepid.22pt Kalif. Ringäpfel PfBnd95p«. €nten f15 WolgaMner t tfefroren.........Pfand Ton A an gtStorea........... P andvoaWS 05 Kaffee' friscb gebrannt, Pfd. t. i k40 Ceiloi-MbdioBfi I Pake. öÜPf. 1,00 Barieltii-HisctL l00� I Paket 9ÜPf.l,/0 »orbehalten— Preian nnr Freitag nid Soaaabaad Sbfi und Gemüse Apfelsinen..... spfnnd 76?«. Rote Rüben...... Pfand 7?«. Blutapfelsinen sp«and98p«. Wirsingkohl... Pfand 10p«. Ämerik. Aepfelsptd. 1,00 Weisskohl...... Pfand 10?«. Peppings... p«nnd 45p«. Rotkohl......... p«andl6p« KalifTafeläpfel Pfund 38p«. Spinal............ Pfand 15p«. Bananen........ Pinna 45p«. Grüne Gurken Bt.T.38p«.an Möhren........... Pfund 9p«. Kopfsalat........ Kop« 25?«. mtd �ette Blockkäse 84?«. Aiig.SlangenkäseÄ. 92?« Ri�Auaca11- TiIsit A�i in Slembus(herToii<,p«d. 1,05 r TilsiterKäse Pfund 1,18 Toiifeit, Schachtel 75?«. Sahnenkäse roiit, Pfd. 1.2ie Chesler Käsef'e�scMiSSp«. Bayr. Schweizer vpti' 1,35 Edamer ao»;,.... Pfand fc8pt Margarine..... Piund 52pi. Holländer 2o»;,..piund 68p«. Bratenschmalz Pfund 80?«. Allg. Bierkäse ao«/»«!). 78?«. Molkereibutler Pfand 1,7C DämSdiweizene-�PM 88pt Tajelbuller...... Pfand 1,80 Ällg. Stangenkäse K?48pt Dän. Tafelbutter p«d. 1,94 Stottsevve«>1.00», Junge Erbsen«eda.... 1.25 Sellerie in Scheiben.... 1,05 Rote Rüben., jq. Erbsen Büttelfein.. 78f«. Spinat................. 48p«. Apfelmus...... Qemüseer bsen Fluad 50?«. Jg. Erbsen«ein.»d toottee 1 ,25 Jg.Erbsen»i.goschn.P!»reti. 78?«. Gem. Gemüse«ein... 1,45 Leipziger Allerlei... 95p«. Konsummisdiung aas getmehset. grünen Erbsen, Morcheln, Irischen � Karotten n. Spargel Dose Pf. ... 65?« ... 78Pf. Kürbis.................. 80>«. Birnen';, Frueht........ 1,10 Mirabellen........... 1 10 Preisselbeeren....... 1,45 Reineclauden........ 1,25 suMHomfunuiiimiuntiHwifi 1 827er Oberbaardlur Haikmraintrar = U27 Bordeaux- Art 2*33 RlSChOII Eurgander-Art....... 2,90 He: ron Santemee-Art........ 3,60 ESra Portwein-Art............. 3,25 Perle Seron Madeira-Art..... 3.80 Zlonsblume Tokajer- Art..... 4.20 SoigfAUlj; gepflegte R USSISCHE-WEINE Keberne-Abrau''ij'- Wj"- roter Krim W ein........». 60 15, 00 WintOrg Bordeaux-Art.. 1.70 16,00 3aI'a<3oldeiiia.Csu«(tueln 1,90 18,00 Massand.-a Portw.-An 2,40 22,50 Massandra videira-tn. 2,75 25.' 0 Tschaiyr Das See eisse-lrt 2,25 21,00 erg..(41 tüVksw. BS......) Bienenhonig Glas 56.95 Pf. ion.= 17,50- Pflaumenmus 2-Ptnnd-Eüaer 90P. Johannisbeerwein rot. süss........ Lit«r So�DIter' [73 Rhelnpfälzer Welsswein... . 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Jeadilmtbai« un.i Noll. 1578 16'/« Uhr Stenihlee»! de* FrQhJahrs 18>/4 Uhr SternMUar und Weltbau 20V. Uhr Wunde de» »Odllehen Himnul* Tägl. außer Montags u. Mittw Erwachs l Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene 50 Pf.. Kinder 25 Pf. Theater a. KottbussarTor Kutttusmr Str. 8. 7«. Mgl. 1 8077 §AUabcBdUd> 8 Uhr aad> Sonntag» nadua. 9 Uhr Jubiläums-Programm unter der Devise Ellt«»»aiiger rouubuime riuittr am BQIowgiat: 8 Uhr Trojaner Tbraitr Hin SAUDldBgltllDBI 8 Uhr Pioniere in Ingolstadt Tbslla-Tbeater i Unt Oelransch itutLSdiilier-Ib. 8 Uhr Oadipus Platz SlMtsapgramPl Oer«cpotllk Ji/t dtit Die Fledermans SV, Theatorain sminiiaoerdainin. Norden 1141 u. 281 Pioniere in ingoistadl (Soldaten u Dienstmädchen) Etrter. Ltnla. Um. BcuB, Boerijutnn. SlOssol n. b. Lessiog- Tbeater Tägl ich 8 U)ir 3 x Hochzelt. R ose- Theater WmUhmr 11.137 Wt Uhr DnialteSduiMilB ZMibtt Tbeater D.i. Norden 12 310 8 U. Ende nach ID'/b Heute letzte Aufführung i ilosfiqen Weiber von Winiisor Sonnabend,». d. M Ttft Uhn Zum l Male Paulus unter den Juden Dramat Legend von FranzVVerfe Kammerspieie J. I. Norden. 12 310 SV. U.. Ende geg. 10 lusik von Ossip Dymow. Regie: HeinzHilpen Bühnenbilder: Erich E- Stern. Bühnenmusik; Psnizite waidigcrüiL Die Komödie IIBismck. 2414/7516 SV« U.. Ende geg. 10 Wann nominal 0u wieder? Komödie von S. Maugham. Regie Gustaf Orflndgens Trianon-Th. Täglich 8'/. Uhr Oer Herzog und die sonderin Rundfunkhörer nalbc Preise rhalia-Themer irtsdener sir, 72-7, 8 Uhr ., Oelransch" METROPOL-THEITtR)?]{ GR.SCHRUSPIELHRUS[il KOmtleHsche Leitung: Erik Charell_ tustiqe lüitwe||gec Üe&cAuqustUi Berlibei Tüeafer Dlrekt-HeinzHeraid Charlonenstraile 91 A. 7. Dönhoff 170 Täglich: An«.8U„ Ende 10 U. Helden von Bernard Shaw Trad« UcntcrbcrF _.. Osk»r K&rlvefs *"kah«, Elleot, Jank. Sehnetfer«. _ Prot. Croul SturB Mnu Leitg.: Budoll P«r»k Alfml ftlr&un Msd, ChrUtlano. I.lMk«, Arno, Morgan, WestamMor, M«t»ner I Mar. Lellg.; Ernst Maak« BonnUigr Nnchmlttag n III» nngek. Vorst. 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Avale........... 2 547 77525 2 547 775-25 . 973 . 208 306.48 730 60 RM l-J 290 000— 3 175 000— 1— 8 633 217 65 414 S22|t'3 2 033 783 25 I 996 825 78 27 539 94 174 797 76 2 091 569 48 18 8-7 251 iSS RM H 10 0 0 000— I 000 000- 23 755 85 39 0001— 1 1S082<01 2 556 14' 30 544 589 1.8 I 277 701 51 I 010 456 24 I 502 945 01 764 575.88 Passiva Aktienkapital....... Reservefonds....... Hypotheken.......... Hypotheken-Aufwertungs-Konto. Akzepte........... Bankschulden......... Schulden an Tochtergesellschaften Langfristige Schulden..... Verschiedene Gläubiger... Avale......... Gewinn- und Verlust-Konto; Gewinn-Vortrag aus 1926/27 Brutto-Qewmn 1927/28 Abschreibungen..... Reingewinn. RM I 267 520.39 '"18 837 23; ,83 Der Gewinnanteilschein Nr. I wird mit RM 50.— pro Aktie von nom. RM 1000.— Nr. 1_„ RM 5.-,,. RM 100.— abzüglich IO»/o Kapiialertragssteuer ab 17. April 1929 eingelöst Einlösungsstellen sind: die Dresdner Bank in Berlin, Dresden und Kllnchen, das Bankhaus M. M. Warburg& Co., Hamburg, die Bayeriscne Hypotheken- und Wechselbank, München, die Oesterreichische Creditanstait für Handel und CUwerbe, Wien, die Zlvnostenska Banka, Prag, die Unqariscne Allgemeine Credit- bank, Budapest. Die alten Aktien zu M. 200�— sind mit unseren Umtauschaufforderungen im Relchsanze ger vom 30. Januar v. J., 28 Februar v.|_ 27. März v. I und S.Januar d. J. zur Zu- sammcnlegung im Verhältn s von 5; 2 aufgerufen worden und nehmen an der Dividende für das Geschäftsjahr 1927/28 nicht teil Bert ia, den 16. April 1929. Der Vorstand. Sozialfürsorge im VeM Friedrichshain. Erfolgreiche Arbeit unter sozialdemokratischer Leitung. SBt« ftorf Wf Dohlsahrt«i»stit«>I»»en Bfifb» bi Anspruch gerimmnen werden, tagt sich fooct an scheurdar c rocken«! Berichten mit riesigen Zisfern ern, essen. Im Osten Berlin» ist e» de- sonder» der eng bebaut« und stark bevölkert« Bezirk Fried- r i ch, h a i n, dessen Benvaltungskörpenchasten alljädrlich ein« ge» Lrdett zu vollbringen haben, chier sind mcht nur schlecht« wattige WWD Wohnung», und L«ben»verhalMisi« festzustellen, die Beoöikerungs- dichte ist mst ZSS Einwohnern aus 1 Hektar auch am gröhten. gemessen an den verchältnisien in den anderen 19 Berliner Beziehen, va der Wohnungsnot im Beztrt nur durch Abwanderung begegne, werden tun», d»e nulürlich aus groy» finanzielle und wirt» schättlich» Schlviertgteiten w der Bevölkerung stöstt. sind die Wohl- fahilsinftttutmnen stark betastet. Da» Wohlsohrt«an« unterstützte z. B im Jahr« ISN allem Personen geldlich IS 207 Personen durch Speisung und 20 S7Z mit Kleidung. Der Notstandsaktion fielen 2332 allgemein» Umerstützungssält« und 3326 Sonderfälle zur Erledigung zu. Weiter» Unterstützungen steten unter die Kriegs- beschadiatensürsarge mit 9047 Personen, die Klein- renlnerfürsorg« mit einem mvnallichen Durchschnitt von 1430 Personen und die Sozialrentnersürsarge mii einem manattichea vurchschoir, van 6643 Personen. Ferner betreut« bi« IamilleRstrsOrgr 6202 Farnilten und 1376 Etnzetpersanen. Besonder» diese fürsoraerlsche Arbett ist autzeivrdeMltch schwer Für die Parmundschait kamen dazu 3998 Bormundschatten und 856 Pflegschatten Uder Ptindersährige: unlerstützl wurden 600l städtckch« Pflegekinder Die HeUerziehung nahm J3J Person«, h, Anspruch v« Krüppelsursarg« unlerstanden 4934 Körperbehinderte. An der Wohlfahrt»- and Loitsspetsung warn, fast 20 0VV Personen beteiligt. Aus öer Jugendpflege. Ebenso«ichtia ist auch dt» Ingendpftege. Im Klnder- garten Plllhteiitiratzr alleen fanden z. L. tm lesgen Jahr« 860 Kinder Ausnahm«. Dir Einrichtung wetterer Kindergärten und Kinder- krippen war wegen der Raumnot unmöglich. Eist in diesem Jahr« ist durch die Jnitiaiwe de» Bezirksamt»» und unterer Genossen«in Fortschritt zu»rwanen. vi« gletchi.M» wichtige Erholung»- fürsnri» sah ein« Verschickung von 3438 Kindern zu sechswöchiger Erholung und die Beteiligung von 423 Kindern an den Fenenspielen auf dem Sportplatz Friedriihshalin vor. Außerdem nahmen Tausend« von Kindern an den sogenonnlen Außenspielen in Wartenberg. Pferde- bucht und in d« Wuhlheid» teil An den ständigen Schuispielen aus dein Sportplatz im Friedrichshain waren 56 Schulen mit 320 Spiel- abteilungen und etwa 8000 Kindern beteiligt. Umfangreich' ist auch die Arbeit, die sich aus die erwachsen« Jugend und die Iugendbeweguiag erstreckt. Zur Mitarbeit und Betreuung sind dem Jugendamt au» dem Bezirk l70 Berein« mit rund 21 000 Mit- gliedern gemeldet. Die Sportplätze werden von 69 Vereinen mit 49 215 Mitgliedern in Anspruch genommen. Die gut ausgebame Lichtbild stelle hält 9 Lickrbildapparate. 130 Lichtbildjerien und 170 Filmstreifen bereit. Die Nachfrage war stark. Die Wander- o u s k u n i I» st« l le mit ihrem reichen Karrenmaiertai fand starken Zuspruch. Auch sonst ivurd» da» Jugendwandern durch Geld. Leben»mittei und durch Förderung de» Jugendherdngswcsens aus- giebig unterstützt Ein« umfangreich« Tätigkeit entwickelte sich bei der Betreuung der erwerd»lal«n Jugend, die Unterhaltung im Heimbetrieb und Speisung in den Jugendheimen fand. Kurs« theo- retischer und praktisch« Art sördetten die gerslige Entwicklung. In den Jugendwerkstötten de» Jugendamte» sind Einrichtungen für Kurs« in Tischleret, Schtosl««!, Skidau, Bootsbau und Radiobasteiei getroffen. Da die s«ttg«n Aiteüen meist den vereinen oder den Jugendlichen selbst überlassen werden, ist auch eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen. Neben den«»«bslosen Jugendlichen halten hier auch dt« Verein« selbst Kurs« ab. Di« unter Schutzaufsicht stehenden� Jugendlichen werden bei starker Teilnahme in Adendheimen sür Unterhaltung. Vorträg«. Basteleien und Handarbeiten zusammen- geholt. In dem neu eräsjnelen Mädchenhelm stehen 21 Nähmaschinen für wertvolle häusliche Arbeil zur Verfügung. Auch an diesem trockenen Bericht ist klar ersichtlich, wie weseitt- lich die Mitarbeit ist. die von sozialem Verständnis getragen wird. Kommunale Arbeit unter sozialdemokratischem Einfluß trug im proletarischen Bezirk Friedrichsham viel zur Linderung von Not und Elend bei. vi« Tätigkeit des Gesundheitsamte«. Der Ausbau de» Gesundheitsamt«, im Bezirk Frt«. dt ichshain machte such im vergangenen Jahre Fortschritte. Da» zeigten allein schon die schulärztlichen Untersuchungen, die sich m der Sastußsunune aus 43 786 stellen. Die Fürsorge sür Schwan- gere. Säugling» und Kleinkinder erfaßte 1096 Mütter. 11 508 Säugling« und 23 088 Kleinkind«. Die beiden Säuglings- fürsorgestellen stnd tägtich überfüllt. An d« Raumsvage und dem Mangel an Mitteln scheiterten viele Projekte. Di« Krankenfür- sorge war umfassend. Im Krankenhaus Friedrichsham fanden 16 800 Personen Ausnahm«, im Friedrtlt�Wtlhelm-Hojpital wurden 1090 Frauen betreut! d« Tubertuivsensürsorge unter- standen 3182 Personen. Außerdem wurden an gefährdete Kinder m drei gut ausgebauten Speiseküchen des Jugendamtes, in denen be- sorcher» wertvolle» Esten zubereitet wird, 60 000 Portionen ausgeteilt. Wichtig für dt« Ernährungsverhältmste war auch die vom Jugendamt durchgeführt, Echutttüdstück». und-intttogsspetsung. In d« Frühstücks spei sung wurden allein 17? 191 Porttonen ausgegeben. Die Schulmittagsspeißung in sechs Spetfestellen sah noch eine stärker» Beteiligung. Besonders wichtig für die Gesundheitspflege war die Inanspruchnahme der Ladeeinrichtungen de» Bezirk». Da» Stndtdad an d« Schillings� rücke, eine» d« ältesten und dennoch besteingertchteten in Berlin, wie» eine Besucherzahl von 881 157 Personen auf. vi« Bestrebungen auf Schaffung«ine» zweiten Stadt- bade» mit allen wichtigen hygientschen Einrichtungen(größere Schwmunhallen. medizinisch« Bäder, die hier ganz sehten) hatten leider noch nicht Erfolg, da auch hierin die Finanz- und die Platz- frag« Schwierigkeiten verursachen. Wertvoll war für die Schul- jugend die Ausgestaltung des öchulschwimmen». Kein Kind verläßt jetzt die Schul«, ohne Schwimmunterricht unter Leitung fach- oerständiger, angestellter Schwimmlehr« genosten zu haben. Im letzten Lehrgang wurden von 4403 Kindern 4352 ai» Schwimmer entlasten. Die im Friedrichs Hain geübte Methode ohne Störung des starken Ansialtsbetriebe» hat weitgehende Anerkennung gesunden. Auch da» ist ein Beweis für die nachhaltig« Wirkung kommunaler Tätigt eü unter sozialdemofratticher Leitung. Sehr weientlich ist serner die Bekämpfung der N a ch i t t» in dem einzigen derartigen Berlin« Henn, der Tages- kurfusstätte für Kind« in d« Laskerstraße. Dort wurden 1928 256 Kind« mit 14 993 Verpflegungen betreut. Durch gutes Esten, Arfenrhatt in frisch« Lust und Sonne. Besttahlung mit Höhensonne. Frveckturnen und Kleiickind«gpamastik nach der Methode von Neu- mann-Neurod» a» irden bedeutend« Ersotg« oerzeichnet. Ein Mangel ist noch dt« alltägliche fsurückführung der kleinen Kurgäste in die elterlrch» Wohnung am Abend. Das Ziet ist ständige Betreuung auf Wochen ohne diese hemmend» Unterbrechung, wodurch der Ge- sundungsprozeß dedeutend deschleuntgt roerden könnte. So ist aus oiekfeitiger Tätigkeit Fruchtbringendes für die Bevölkerung des not- leidenden Osten» erstanden. Neues aus dem Westen. Die Berkin« sollten üb« ihr« eigenen Sorgen nicht»«gesten, daß e» auch draußen im Netch kommunale Großprodlem» gibt, die der Lösung harren. Und wie Berlin stch um seine vter Millionen Elnwohn« müht, sv ist inou In Weftdeulschland gleichfall» um eine nach Millionen zählend« Ema»hn«schast de- müht, nämtich um da» sogenannte rhetnisch-ivestsälisch« Industrie gebiet, da» insgesamt, wie Groh-Berlin auch vi« Millionen Ein- wohn« ausweist. Zurzeit ab« geht d« Kamps um die Frage, wie es möglich ist. diese» Gebiet, da» durch dl» nahezu 50 Kilon«!« lang« ostwesttich oerlaufend« Ktüdt-tinle Dorlmnnd— Bochum — Esien— Duisburg gekennzeichnet ist, zu«in« einzigen großen Wirtschast»-, verwaikung»-, Verkehrs-, Siedtungs- und Kultureinheil zusanunenzuschweihen. Ued« diese Fragen, die unser» roefttichen Jnduftrieprvvinzen zurzeit am stärksten imerefsteren.' derlctueir In sehr eindringlicher und weil ausgreifender Fäöm Professor Ä H4 g ö tz von der Technischen Hochschul« in Berlin in einem Vortrog des Archiletten- und Ingenieuro«eins zu Berlini" Der Bortragende hatte dabei den Vorteil größter Sachkenntnis, weil er in der Zentrale des Industrie- gebiete», in Essen, lang« Zeit an verantwortlicher kommunaler Stelle tätig war. Dem rheinisch-westsölischen Industriegebiet, so führt« d« Herr Vortragende au», kommt deswegen eine so groß« Bedeutung zu, well man es ohne Uebertreibung als die Werk- statt Deutschlands Kereichnen kann. Damit wird aber auch der innere Abstand dieses Gebiets von dem Wirtschaftsgebiel Berlin gekennzeichnet. Es ist ein Gebiet, das trotz aller großen Kräste, die in ihm lebendig stnd, noch keine große Kultur besitzt. Denn was es besitzt, hat es nicht, wie Berlin, München. Hamburg, erben können, um aus dem Erde axiterzudauen. Die Entwicklung vollzog und vollzieht sich dait in rasendem amerikanischem Tempo. Di« Kultur tonnte nicht mitkommen. Ein irestend kennzeichnender Ler- gleich: München baute vor Hunden Iahren ein Theater mit 2000 Sitzplätzen, Esten errichtete vor 23 Jahren ein Theater mit etwa 800 Plätzen und Hai Mühe, es zu füllen Die Wirtschaft dieses Gebiete« kennzeichnen folgende Zahlen: Aus einer Bodenfläch«, die 0,64 Proz. der Gesaintsiäche de» Deut- schen Reiches ausmacht, sitzen 8 Proz. der deutschen Gesamtbeoöite- rung. Das Ruhrkohlengebiet fördert 80 Proz. der Steinkohlen in DeutsMand, die Kokserzeugung beträgt 83 Proz� die Wagen- gestellung zur Abfuhr der Kohl« 47 Proz. der gesamten Wagen- gestellung in Deutschland. Die Grundlage der Wirtschast hat von jeher die Kohl« in Verbindung mit der Montanindustrie in diesem Bezirk gebildet. Aber diesem hochindustrialisierten Gebiet drohlein Stillstand, wenn e, nicht gelingt, die Verwertung der Bodenschätze in rationellerer Weise al» bisher vorzunehmen. Hierzu bedorl es ein», weientlich oerbesserten Verkehr»- netze» der Straßen, der Eisendahn und der Wasser- st r a h e n. Die Ansätze für diese Entwicklung müssen mit aller Energie weiter vertreten werden(Verbandsstraßennetz, schneller Ausbau des Reichsbabnnetzess. Während man aber im Ruhrgebiet mit Erfolg bemiibt Ist. den Verkehr von den Zentren ab- und um sie herumzuienken, ist man in Berlin leid« noch nicht so weit. In verlin wird d« Berkehr durch da» Zentrum, die Eiry, gepreßt, und e» roird der Zeitpunkt nicht mehr fern sein, n» diese Konzentrierung de» ttertehr» in Bertin wirtschaftlich und technisch nicht mehr tragbar lein wird. vre Etandortwanderung der Zechen in d« Richtung van der Ruhr nach der Lippe, also nach Norden, und die Aendrrung in der Technik der Koblensörderung Hai der Technik und tter Wirtschaft neu« große Ausgaben gestellt. Die letzte große Auf» gab« bringt mtt bei>»»>»tnverjorgung. der Kohlen- »e r 1 1 ü j s t g n n g ata». In da« deutsch« Wirtschastsleben weit- tragende neue Gesichtspunkte. S Milliarden Kubikmeter G a» werden im Industriegebiet erzeugt, 3 Milliarden Kubikmeter Ga» verbraucht jetzt ganz Deutschland. Jnsolgedesien muß das Ruhr» ga» nutzlos in die Luft gelasien werden oder ebenso zwecklos in den Gassocketn oerbrennen...... Schließlich wurde noch aus die große Umgemeindung im Westen als ein Mittet, zur R a.t to n a l i I> e r u n g in den Kommunaloerwaitungen hingewiesen, der die Rationali- sierung in der Wirrschast bereits voraus ging. Die Betrachtungen zeigten in lehr interesianter Weise das Streben des Industriegebiets nach Kultur. Ein Abschluß und das letzte Ziel dieses Ringens ist zwar noch nicht erkennbar. Der eingeschlagene Weg läßt aber bei günstiger wirtschastiicher Entwicklung die Erreichung diese» Ziele» erhoffen. D«>m sich bedeutsam» Vortrag würd» enttchteden»«Vinnen. wenn der Her, Vortragenv» stch entschließen könnt«, die allzu große Zahl der ermüdend wirkenden statistischen Tadellen zu vermindern, dafür oder mehr Architekturbilder zu bringen. Die vor- geführten litten wieder darunter, daß zeitweif« sogar vier aus ein Diapositio gequetscht waren. Polizei und Reichsbanner. Der Bezirk Betlin-Eharlottenburg de» Allgemeinen Preußischen Polizeideamlenverbande» oeranstaltete kürzlich im„Tierganenhos' ein Konzen der Schutzpolizeikapelle, zu dem neben vielen anderen Gäster auch die Reichsbannerkameroden der Ortsoereine Charlottenburg und Tiergarten mit ihren An- gehörigen erschienen waren. Der Führer der Polizeigruppe West, Polizeiobest Oobjchützki, sowie der Führer der Berettschafts- polizeiinjpektion West. Polizeimajor non F a l k o w s k i, konnten in der Begrüßungsansprache vom Genosten Betnarek ebenfalls begrüßt werden Genoste Dr. Schützinger hielt die Festansprache und brachte zum Ausdruck, daß Polizei und Reichsbanner zwei Fak- tebaurn» unct Olcht, die uneermcldlidicn Begleiter der möiuüien Jahreszeit. Oberhaupt ErkÄlrunussthmerzen wie Gliederretben, l>chlos, Hexenschub, bekämpfen Sie wirksam mit Reichels Electricum, das Sie»on Ihren Schmerzen befreien wird. Flasche Mk. t.J5. 2-— und 3 SO. In Apotheken und Drogerlen, sonst durch Ono Reichet, Berlin 43 SO, Elsenba hn-Slrabe 4. asse oe erreicht- man mit tt«6 r 15® tolfpr6' r rd®5 Margarine r besiO....... Mfcrfdn<'' lottn find, bk gam S«h>q» brr duunfp»» M. famtnrnge�ören. Di»se» Zusammengehen sei gerade w der jetzigen hochpolitischen Zeit besonder««rfordertich. Di« verstärkte Schutz. polizeikapelle unter Leitung des Polizeimeisters Bernecker bot beste Programmustk. Reicher Beifall belohnt« ihre Darbietungen. Zweifellos hat die Veranstaltung ihren guten Zweck erfüllt, nämlich, da» geile Einvernehmen zwischen Polizei, Reichsdanner und Publi- dum zu oertiefen._ Aus den Bezirken. Ausbau der Volksbüchereien. 3. Bezirk- Wedding. In der heutigen Bezirksverordnetenversammlung beschäftigte man sich u. a. mit dem Ausbau der Volksbüchereien. Folgende Vor- läge stand zur Beschlußfassung. Zur Wiedercröfsnung der Volks- bücherej Raveneftrahe sind erforderlich: AXXi Bände Schöne Litera- tur,' 1000 Bände Biographien, 1500 Bände Erdkunde und 1000 Bände Technik. Ohne diesen Mindestbestand wäre diese Bücherei nicht lebens- �fähig und würde sofort wieder dem Verfall ausgesetzt sein. Zurzeit sind in diesen 4 Abteilungen vorhanden: 3600 Bände Schöne Literatur, 935 Bände Biographien, 432 Bände Erdkunde und 150 Bände Technik. Für die Neuanichafsungen sind 26 400 M. erforderlich. Ob- wohl seit Iahren bei Neuanschaffungen von Büchern der prole- tarischen Struktur des Bezirks Rechnung getragen worden ist, tonnte es sich die KPD. nicht verkneifen, den Ankauf von Arbeiterliteratur fordern. Gen. Weide erwiderte dem kommunistischen Red- n e r mit Recht, er möge nur die Volksbüchereien fleißig benutzen, dann werde er erkennen, welche Reichtümer an Ar- beiterliteratur dort vorhanden seien. Vielleicht würden dann auch die Kommunisten zu selbständigem, geschichtlichen Denken gelangen.— Eine mehrstündige Debatte erforderten die kommunistischen Agitationsonträge, unter denen die Forderungen, das De- monstrationsoerbot aufzuheben, am 1. Mai sämtliche Schulen zu schließen und aus den städtischen Gebäuden rot« Floggen zu Hillen. besonders hervorgehoben werden müsien. Gen. B l a s ch z i t rief den Kommunisten entgegen, daß bei ihnen das Schlagwort und die Dummheit regieren. Das hätte sich bei der vorigen Maifeier gezeigt, wo die Kommunisten sich nicht gescheut hätten, sechsjährige Kinder abzurichten, die Maifeiern zu stören durch die fort- währenden Rufe:„Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!" Wohin die kommunistischen Tollhausmethoden führen, habe sich in Italien gezeigt. Nur Vernunft, Bildung und Einigkeit könnten die Arbeiterschaft vorwärts bringen. Ausfallstraßen im Südosten. S. Bezirk- Kreuzberg. In der letzten Bezirksverordnetensttzung standen zwei wichtige Vorlagen des Bezirksamts auf der Tagesordnung. Zur B e r b r e i> terung der Urban st roß« find zwischen Hern, annplatz und Schönleinstraße die Vorgärten beseitigt. Eine Einigung über die Entschädigung konnte allerdings mit den bisherigen Eigen- tümern nicht erzielt werden. Sie gaben trotzdem vorbehaltlich aller Rechte die vorläusige Bauerlaubms. Ein Enteignungsoerjahren soll nun die Entfchädigungsfrage regeln. Di« Bezirksverfammlung stimmt« der vom Amt geplanten Enteignung von 14 Straßenlandparzellen zu. Des weiteren ist ein« V e r- breiterung der Köpenicker- und Schlejischen Straße von 26 auf 34 Meter vorgesehen, da diese wichtigen Aus- fallstraßen nicht mehr dem. gewattig gesteigerten Verkehr genügen. Zur Vorbereitung der Derbreiierung ist die Festsetzung neuer Flucht- linien nach der Spreeseite notwendig. Zu bemerken ist hierbei, daß die Köpenicker Brücke infolge Zuschüttung des Kanals de- reits verschwunden ist und die Köpenicker Straße an dieser Stelle bedeittend verbreitert wurde. Den neuen Fluchtlinienplan nahm die Bezirksverfammlung einstimmig an. Sie schloß sich gleich- falls einem von uns gestellten und vom Genossen S i e w e r t be- gründeten Antrag an. der verlangt, daß alle im Bezirk Vorhandenen Gasbehälter bis zu ihrer endgültigen Entfernung aus der Nähe von Wohngebäuden in einem Maße gesichert werden, daß Explosionsunglücke wie in der Sellerstraße nicht wieder vorkommen können. Die KPD. glaubte die Bezirksver- fammlung besonders interessant zu machen dadurch, daß st« einen ihrer Rundreiseanttäg« betr. Demonstrationsverbot stellte. Genosse L i t k e erklärt« für unsere Fraktion, daß wir im Hinblick auf die Ell liKfiä lillii 8 lilit' mant>(in'cnftc 93,61 Dönhoff SN7-7» 9-5 Sonntag« 10-} Uhr -nr i»iip. in ii«"— Aul Wunich Drrtrrtrrbefuch AR> iH> Ttfl i pltl, Wi ifttfn idh Hi, ,, m ,f*(h. y IH..... M»-----»MlF «rtiWUmfTT In 7lu|5Tu7TO OCn /(JCujiryi OtT XoTNMUNWvSN WH ZOSf* Hebung de» Vemmistrationsvetbote» nicht ernst nehmen. Zu dem Antrag der KPD. aus Schließung aller städtifchen Bureaus und Betriebe am 1. Mai gab Bürgermeister Genosse Dr. Herz die Erklärung ab, daß es den Arbeitern, Angestellten und Beamten der Bezirksverwaltung wie in den vorhergehenden Iahren frei stehe, den 1. Mai zu feiern. Es wird inemandem etwas in den Weg gelegt. Bei der Abstimmung über beide Anträge blieben die Kommunisten m der Minderheit. Gegen Lustbäder und Kinderspielplätze! 7. Bezirk- Sharkottenbvrg. Man weiß nicht, ob die KPD>-Fraktu,n in Eharlattenbung ge- schlafen ha« oder ob die Anträge von der Münzstraße nicht rechtzeitig abgeschickt worden sind: die Anträge über den 1. Mai lagen erst haut« als Dringlichkeitsanträg« vor. Da die Kommunisten sich wieder einmal ihre rein agitatorische Antragssabrikotion bescheinigen lassen mußten und für ein« Ueberweisung nach Berlin nicht zu haben waren, widersprachen die bürgerlichen Parteien der Dringlichkeit. Nach diesem Vorspiel ging es an die sachliche Arbeit. Drei Mit- glieder der Dezirksversammlimq traten in den Vorstand der Abtei- iung für Ferienkolonie, unter chnen der Genosse Katzenftein. Es handelt sich in erster Linie um die Verschickung in die beiden schönen Heim« im Ostseebad Horst.— Der Schulerweiterungsbau in der Kamminer Straße wird mit 306 000 M. gebilligt: Mittet für Braufebadeinrichtungen in den höheren Schulen werden in der Höh« von 124 300 M. beschlossen.— Die Frag« eines Lust- und Sonnen- bades auf der Insel im Dalkspark Jungfernheide erregte offenbar im Zentrum Unbehagen und trotz einmütigen Beschlusses der Depu- tatton sanden plätzlich auch die Deuttchnationolen Bedenken: das Prosekt wandert« in einen Ausschuß(Kostenpunkt 140 000 M.). Denselben Wing ging das klein« Projekt eines Kinderspielplatzes an, Tegeler Weo: den ursprünglichen Beschluß der Bezirksversammiung. der aus unsere Anregung zurückging, den alten Reitweg an der Spree in eine gärttwifthe Anlage zu verwandeln, hatte der Herr Pros. Barch inhibiert. Nun wird das Beürksamt hier wemastens einen Kinderspielplatz schaffen. Die Bezirksversammlung äußerte allseitig den Wunsch, trotz Herrn Barth, die Useranlape zu schaffen: mir machten auf die Notwendigkeit aufmerksam, die Kämgin-Luis«- Straße in eine Einlxthnftraße zu verwandeln. Schließlich ging auch ein drittes Projekt in einen Ausschuß: es handelt sich um die Auf- ftellung einer Brunnenanlag« mit einem Bildfchmuck(Knabe mit Ziege) auf dem Savignyplatz. Unsere Anfrage wegen der Zustände in der Hebbelsttaüe beantwortete Genosse Horlitz im Namen des Bezirksamtes ausführlich. Er schildert die umfassenden Bemühungen van feiten des Wohnungsamtes, den Mietern zu helfen. Seine Aus- fübnmgen befriedigten die Versammlung allseittg. Eine kommu- nistifche Anfrage weaen der geplanten Straßenbahn nach Reinicken- ' dort rief Herrn Stadtrat Zimmermann auf den Plan. Di« in Aus- sicht genommen« provisorische Anlag«, mit der im November be- gönnen werden sollte, konnte zunächst wegen der Kälte nicht in Angriff genomn«n werden. Mittlerweile ist aber die Entscheidung über die Endläwng so nah« gerückt, daß man es als eine ver- schleuderung öffentlicher Mittel bezeichnen müßt«, wenn jetzt noch ein vorläufiger Bahnkörper geschaffen würde, der vielleicht gleich nach der Herstellung wieder herausgerissen werden müßt«. In nicht- öffentlicher Sitzung kam es dann noch zur Besprechung einiger Gnmdstücksantäufe._ Aufbauklaffen abgelehnt! 12 Dezirk— Steglitz. In Steglitz drohte Stadtperordnetenoorsteher Schwarz (D. Vp.) gleich bei Beginn der Sitzung dem Dreimännerkollegium der Kommunisten, wenn sie nicht artig wären, wäre er gezwungen. eine Sondersitzung auf den 1. Mai zu verlegen. Man war denn auch folgsam und bezeichnete nur die Sozialdemokraten als.Ver- räter". Die Beratung des Fluchtlinienplan» am Hindenburgdamm erregte längere Debatten. Die Genossen der SPD. waren für die Vorlage des Bezirksamts, die eine Randbebauung des schönen alten Parks vorsieht, um ihn gegen den Lärm der Straßen abzuschließen: besonders befürworteten sie, hier ein Kinderheim und Altersheim zu errichten. Da äußerste Linke und äußerste Rechte sich über den endgültigen Zweck des Parks nicht verständigen tonnten, verfiel der Antrag der Ablehnung. Ein Antrag des Genossen Klose, der den Ausbau der Berliner Brennstass G. m. b. H. zwecks stärkerer Heran- Ziehung zur Bcriorgung der Berliner Bevölkerung befürwortete, ver. fiel der Ablehnung: dafür fand ein Gegenantrag der Deutschnativ. nalen die Zustimmung der reaktionären Mehrheit, der die Tätigkeit der Brennstossgesellschäst nur auf städtisch« Betriebe beschränken will. Die Einstellung der Parteien zu dem von den Demokraten ein- gebrachten, von den Sozialisten unterstützten Antrag der Errichtung von Aufbauklassen im Bezirk spottet jeder Beschreibung. Wie die veukschnatlonake» nachweisen wollte«,«ätzen« sich dt« Vufbauklasie« de« Ziele« der vorhandenen Mittelschulen, sie vermehren nur da» Chaos, da» im Echulaufbau besteht. Durch die heuttgen Berhältntsie im höheren Schulwesen würden nur die Kinder breiter Volkskreise dem Erwerbsleben entzogen: die ineisten Eltern schulpflichtiger Kinder wären noch unter der schulgeldfreien Einkommengrenze und Arbeitslose schickten chr« Kinder aus die höheren Schulen. Diese absichtliche vertenming de» Charakter» der Ausbauklassen wurde durch die skandalöse Einstellung der KPD. noch übertrofsen. die ebenfalls den Antrag ablehnt«, weil ihr« Kinder ja doch nichts in den Schulen lernten und weil man ihnen die Schulen nicht bis zur Universität hinauf freigäbe. Zuletzt gab e» noch«inen heiteren Tanz zur Belustigung dieses Bürger-Kleinparlaments seitens der KPD., die ihrem Rundreifeerlaß der Zentrale gegen das Demonstrations- verbot am 1. Mai als Dringlichteitsantrag einbrachte Die Genossen der SPD. waren klug genug, die Schwätzer mit ihren Flegeleien allein zu lassen. Tin Antrag der Deutschnationolen, der die Eni- lassung Prof. Rautenberg» im Stubenrauch-Krankenhau, ver- urteilte, kam nicht zur Abstimmung. Der Bürgermeister erklärte auf Anfrage, daß der Berwoltungsausschuß einstimmig dem Votum de» Krei»ousschusse» zugestimmt habe. Er erklärt« ausdrücklich, daß zur Beunruhigung der Bevölkerung kein Anlaß vorlieg«. Amtliche Grundstücksspekulanten! 14. Bezirk— Jleukö ln. Schnell und schmerzlo» erledigt« die Bezirksverfammlung dies- mal ihre Arbeiten. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vor- steher, Gen. G i o ß ma n n, ein« Erklärung des srüheren kommunistischen Parteisekretär» und Bezirksoerordneten Borgsdorf be- könnt, worin er die gegen jhn erhobenen Vorwürfe, besonder» den Vorwurf der Unterschlagung zurückweist. Die KPD. war in der Gegenerklärung sehr vorsichtig, denn sie sprach nur von Unregel- Mäßigkeiten in der Kossenführung. Drei kommunistisch« Anträge waren diesmal so spät aus der Münzstraße geliefert worden, daß sie als dringlich eingebrocht werden muhten. Darunter ein Antrag zum 1. Mai. Aber o weh! Ihre Bundesbrüder, die Deutschnattonalen, widersprachen. Trotzdem blieben die Kommunisten und auch die Tri- hünenbesucher mäuschenstill. War das etwa ein besonderes Abkom- men? Hätte die Sozialdemokratie widersprochen, dann wäre» alle Teufel losgewesen! Auch einer sozialdemokratischen Ansrag«, die Aus- kunft verlangte, ob es den Tatsachen enlspricht, daß die Militär- behörd« dos von der Stadl Berlin gcpachteie Gelände, Iugendlnnd in Zossen, zurückfordert, widersprachen die Schwarzweißroten.' Sie wollen diese Erholungsstätte der Berliner Volksschuljugend demnach wieder dem Militär ausliefern. Einstimmig angenommen werden zwei Anträge, die energisch« Schritt« bei der Reichssinanzoer- waltung verlangen, daß der Waldbestand in den Schießständen der Hasenheide, der durch Abladen von großen Mengen Schult äußerst gefährdet ist, erhalten bleibt, und neue Abmachungen mit den Chor- lottenburger Wasserwerken getroffen werden, daß der Wasserpreis, der besonders für kleine Siedler sehr hoch ist. mit dem Preis der Berliner Städtischen Werke in Einklang gebracht wird. Ferner wurden zwei Anträge unserer Fraktion angenommen, die die Regulierung der Oderstraße, und die Erweiterung der Spiel- plätz« in der Königsheil»«, sowie die'Herrichtung der dort befindlichen Gebäude für Zwecke einer Waldschule, oerlangten. Auf ein« sozial- demokratifch« Anfrage, wann mit dem Bau für den längst be- schlossenen Kindergarten im Sportpark Tempelhofer Feld begonnen werden soll, konnte Gen. Stadtrat Schneider mitteilen, daß das Geld vom Magistrat am Mittwoch bewilligt sei. Gen. Drosdatius ver. langt« im Austroge der Fraktion Auskunft, od e» Tatsach« ist, daß das Provinzialschulkollegium die größten Schwierigkellen bei der Abtretung des Turnplatzgeländes in der Hosenheide macht, so daß die Regulierung immer wester hinausgeschoben wird. Di« Antwort, die Stadtrat Lücke gab, zeigte, wie hartnackig und geschäftstüchtig das Provinzialschulkollegium ist. Zunächst vktzlangte es fur�tzie Ab- tretung eines sechs Meter breiten Streifens, Herrichtung eines ganz modernen Turnplatzes, dann, als das abgelehnt wurde, 50 000 M. Al� noch Verhandlungen wegen einer Abstandssumme schwebten, kam es wieder auf die alte Forderung zurück. Das Bezirksamt mußte schließlich die Enteignung beantragen. Doch auch ba oersucht« das PSK. die Verhandlung zu oerschleppen. Bei Begründung unsere» Antrages auf Uinbenennung des staatlichen.�kaifer-WIlhelm-Gym- nafiums" teilte Gen. Schulz mit. daß das PSK. und der Direktor gegen jede Hineinnohm« einer Anfängenrklasse sind. 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