BERLIN Zreitag 19. April 1929 10 Pf. 3lr.rL83 B91 46. Jahrgang. Ersch-ivt tSglich aaßtrE»nnt«s«. Zugleich Abendausgabe de« ,®orn«4rM*. B«iug«rrei< beide Ausgaben ss Pf.»ro Woche, s/mM. reo Monat. Redaktion und Troedition; Berlin SW 68, Lindenstr.s S�wiaui�ajße Jßii l nittgenvreiCDie einspaltige Nonpareilleieile so Pf., Reklameieile d M. Ermäßigungen nach Tarif. »Sscheekkont»! VorwärtS-Vcrlag G. m. b.H., Berlin Nr. S7üZ6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Revelffoke tot! plötzlicher Tod des Sachverständigen.- Montag neue Sitzung. Paris, IS April.(ZU.) Lord Revelstoke, der bekannte englische Delegierte für die Sachverständigenberatnngen in Paris, unter dessen Vorsitz noch gestern die entscheidende Sitzung der Finanzsachverständigen stattfand, in der das deutsche Angebot abgelehnt wurde, ist heute morgen tot in seinem Bett aufgefunden worden. Er scheint emem Kerzschlag erlegen zu sein. Lord Revelstoke ist am 7. September 1863 geboren, stand also im 66. Lebensjahr. Er war Mitglied des Direktoriums der Bank von England und Teilnehmer des Bankhauses Daring Brothers. Neben Sir Iosiah Stamp, der bereits dem Dawes-Komitee angehört hatte, war er als Sachverständiger in die Kommission entsandt worden. Vollsitzung erst Moniag. An zuständiger Berliner Stelle ist um die Mit» tagsstunde aus Paris die Nachricht eingetroffen, daß die Vollsitzung der Sachverständigenkonferenz auf Montag verschoben worden ist. Die amtliche Bestätigung fehlt zwar noch, doch dürfte die Ber» fchiebung feststehen. Hiernach könnte also noch nicht von einem Scheitern der Konferenz ge- fprochen werden. Ob di« plötzliche Verschiebung der Vollsitzung auf Montag ledig- sich auf den überraschenden Tod Reoelstokes zurückzuführen ist, oder auch politischen Gründen entsprach, wird nicht erklärt. Aussage gegen Aussage. Pari». IS. April. Die Agentur h a v a s verbreitet über den Verlaus der heutigen Veratungen der Reparalionskonserenz folgendes: Dr. Schacht habe in seinem gestern überreichten Memorandum während 37 Jahren «ine feststehende Jahreszahlung von 1650 Millionen Mark vorge- schlagen, jedoch präzisiert, datz kein Teil dieser Annuität unge- schützt und mobilisiert sein könne. Um hinsichtlich dieser Frage der Transferierung und der Kommerzialisierung nachzugeben, habe der Führer der deutschen Delegation von den Sachverständigen der Gläubigermächte entweder eine herabsehung des Betrages dieser Mindestannuität oder politische Kompensationen wie Aufhebung de» Danziger Korridors oder Rückerstattung gewisser Kolonien an Deutschland gefordert, da nach seiner Ansicht die Mirlschast Deutschlands durch den Verlust dieser Gebiete beeinträchtigt sei. Im verlaus der heuligen vormittagssihung habe Dr. Schacht seine Vorschläge formell aufrechterhalten und sich formell geweigert, die Diskussion irgendeiner höheren Ziffer in» Auge zu fasten, wenn nicht die Sochverständigenkonserenz bereit sei. in die Diskussion der von der deutschen Delegation geforderten politischen vorteile einzutreten. Die Sachverständigen der Gläubigermächte seien einstimmig der Ansicht gewesen, dah sie sich nicht aus die Diskussion politischer Art, die vollkommen außerhalb ihrer rein finanziellen vesugniste liege, eintasten könnten. Anter diesen Vedingungen habe die Konferenz, so heißt e» in der hava». Darstellung, nur die grundlegende Meinungsverschiedenheit fest- stellen können, die angesichts des deutschen Ultimatum» sie trenne. hierzu ist deutscherseits die Erklärung abzugeben, daß im taufe der heutigen Sitzung lediglich das Annuitätenschema B diskutiert wurde, das an keinerlei Voraussetzung geknüpft ist. Es entspricht also nicht den Talsachen, daß heute über irgendwelche p o l i- tische Konzessionen, die die deutsche Delegation gefordert haben könnte, diskutiert wurde, ja es muß sogar fest- gestellt werden, daß über derartige Sonzessioneu im taufe der Konferenz, die 11 Wochen währte, niemals gesprochen wurde. � Zmmer schroffer und immer seltsamer werben die Gegensätze zwischen den französischen und den deutschen halbamtlichen Darstel- lungen über die letzte Phase der Konferenz. Es ymrd« in der Mar- genausgabe des„Vorwärts' bereits auf den krasten Widerspruch zwischen den beiden ersten Kommuniques von havas und von WTB. hingewiesen: In diesem e r st- n Fall lag das Unrecht offen- kundig auf französischer Seite, denn die haoas-Behaupwng, wonach nur noch die Vertreter der Gläubigermächte an der heutigen Voll- tonferenz teilnehmen würden, ist bereits durch die Tatsachen ein- Ivandsrei widerlegt. (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Ausstellung Qas und Wasser eröffne!, Seslahl In der alten Wlessehalle 99 Mit einem Festakt, der heute vormittag im Ehren- Hof der Ausstellungshalle I der Berliner städtichen Messehallen stattfand, wurde vor zahlreich erschienenen Ehren- ' gäslen die deutsche Ausstellung„Gas und Master' Berlin 1929 erässnet. Unter den Ehrengästen sah man den preußischen Innenminister Grzeflnsti, den Minister für Handel und Gewerbe Dr. Schreiber, den Justizminifier Dr. Schmidt, Wohl- fahrtsminister Dr. hirtsieser, Staatssekretär Dr. Abegg, Ministerialdirektor Dr. Menzel, den Reichstagspräsidenlen Lobe, Polizeipräsidenten Zörgiebel n. a. Als erster Redner sprach im Namen der Stadt Berlin und ihres Ausstellungs-, Messe- und Fremdenoerkehrsamtes Oberbürgermeister B ö ß. Er begrüßte die Vertreter von Reich, Staat und Stadt und fand besonders herzliche Worte für die Vertreter der Stadt Wien und der freien Stadt Danzig. Seine Worte galten ferner den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen. Durch die Aus- stellung, so sagte der Oberbürgermeister, erfahre der Gedanke der Berliner Fachausstellung, der Berliner Sommerschau eine weitere sichtbare Stärkung, darüber hinaus sei Gas und Wasser im Jahre 1929 die größte auch im Ausland beachtete deutsche Sommeraus- stellung. Es sei eine Ausstellung der öffentlichen und privaten W i r t s ch a s t auf der einen Seite, und der Wissenschaft und der Technik auf der anderen Seite, hierauf ergriff in Vertretung des am Erscheinen oerhinderten Reichswirtschaftsministers Dr Curtius Staatssekretär Trendelenburg das Wort, um die Ausstellung im Namen der Reichsregierung zu begrüßen und zu eröffnen. Er umriß die Aufgaben, die Gas und Wasser heute im öffentlichen und privaten Leben haben, die Art der Durchführung des Zieles, das Wissen über ein höchst bedeutsames Gebiet der Wirtschaft zu erweitern, sei in dieser Ausstellung mustergültig erfolgt Die Au«- stellung heb« das Ansehen der deutschen Industrie und bedeute einen Fortschritt für die Ausstellungepläne der Stadt Berlin, die syste- matisch den Ausbau von Fachausstellungen im Gegensatz zu Aus- stellungen allgemeiner Art fördere. Die Ausstellung werde zweifellos großes Aufsehen im Auslande erregen, und das fei auch notwendig, weil sie im Auslande deutsche Spitzenleistungen zeigen will, wie sie bisher auf technischen Fachausstestungen noch niemals gezeigt worden sind. Zum Schluß dankte der Vertreter des Ministers im Namen der Reichsregierung allen Mitarbeitern am Wert. . Oben: SturcfischniU eine* Sloksofenn Unten: Sin vollsländige» Gaswerk Als letzter sprach Direktor Kühne als Vorsitzender des Präsi- diums der Ausstellung. Mit dem Deutschland-Lied, von einer Musik. kapelle vorgetragen, fand die Feier ihren Abschluß, an die sich eine Besichtigung der Ausstellung schloß. » Es handelt sich bei dieser Ausstellung wirtlich um ein Welt» wert der Technik. Auf 45000 Quadratmetern Bodenfläche ist, wie hier bereits ausführlich dargelegt, was im Werde- und Nutzungsprozeß von Gas und Wasser von bestim- mender Bedeutung ist, in der Sommerschau der ReichshauptstM gezeigt. Die reichste Entlohnung für das Wagnis dieses Erziehung?- Programms wird darin liegen, daß ebenso wie vor zwei Jahren bei der Werkstoffjchau groß« Teile des Volkes Erkenntnis und Wissen aus der Fülle des Erschauten schöpfen werden. Dieser rein ideelle Erfolg läßt sich zwar nicht in Zahlen ausdrücken, er wird aber dort in die Erscheinung treten, wo sein« Wirkung für unser Volt von ganz besonderer Bedeutung ist— im weltwirtschaftlichen Arbeitskampfe. In diesem ewigen und gewaltigen Ringen um die Plätze in der Führung der Völker werden nur die Arbeiterbataillone siegen, die, des inneren Wertes ihrer Arbeit bewußt, über reiches und scharfes geistiges Rüstzeug verfügen und mehr als lebende Maschinen sind. Süddeuischlandflug des Zeppelin. Da» Luslschiss„Graf Zeppelin' ist heule vormittag um 7,16 Uhr bei prächtigem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel in Friedrichshasen zu einer Fahrt nach Süd- deutschland aufgestiegen, die etwa 8 Stunden dauern soll. Es ist beabsichtigt, auf dieser Fahrt die Orte am Oberrhein bis etwa Frankfurt zu berühren. Den Rllckflug wird das Luft» schiff über Stuttgart nehmen. Die Leitung hat Kapitän Leh- mann. In dem Navigationsraum des Luftschiffes ist zu Versuch«- zwecken ein Kreiselkompaß der Firma Airschütz eingebaut worden. Der Zweck der Fahrt ist hauptsächlich, das Arbeiten dieses Kompasses mit dem gewöhnlichen Kompaß zu verglaichcn. Das Schiff, das bei völliger Windstille flott durch das Westtor au?- gebracht werden konnte, entsernte sich in Richtung Konstanz. Die Krise in Paris. (Fortsetzung von der 1. Seite.) ilber noch viel schwerwiegender ist der Gegensatz zwischen den Darstellungen von französischer und von doutscher Seite über die ,.S ch u l d s r a g e". Hier steht geradezu Aussage gegen Aus- sage. Havas behauptet in bestimmtester Form, daß Schacht höhere deutsche Leistungen von einer grundlegenden Revision des Versailler Vertrags abhängig gemacht, und zwar das Problem des polnischen Korridors, Oberschlesiens und der ehemaligen deutschen Kolonien formell aufgeworfen hätte. Ein Teil der französischen Presse ist etwas weniger kategorisch und spricht nur davon, daß Schacht Forderungen dieser Art„in durchsichtig st er Weise" erhoben hätte. Demgegenüber erklärt aber WTB.— daß heißt also wohl Schacht selber—, daß derartige Forderungen in der gestrigen Sitzung n i e m a l» von deutscher Seit« erhoben worden seien. Wer sagt hier die Unwahrheit? Diese Frage mutz raschesten- und restlos aufgeklärt werden. Das ist man der öffent- lichen Meinung sowohl in Deutschland wie in der ganzen Welt un- bedingt schuldig. Schon beweisen die Kommentare aus Londons Presse, daß die französische Darstellung Eingang in die ausländische Presse gesunden hat und einstweilen sogar das Feld beherrscht. Es wird dort sogar ganz allgemein von einem„Ultimatum" Schachts hinsichtlich dieser territorialen Forderungen gesprochen. Wir lassen keinen Zweifel daran, daß. wenn Dr. Schacht tatsäch- lich solche Forderungen erhoben haben sollte, er einen politischen und psychologischen Fehler so schwerwiegender Art begangen haben würde, daß er für die Fühnung künftiger Verhandlungen der ungeeignetste Mann sein würde. Ein Hinweis der deutschen Vertreter auf die verminderte deutsche Leistungsfähigkeit infolge des Versail- ler Vertrags ist natürlich durchaus berechtigt und angebracht. Wer aus einem bloßen Hinweis dieser Art einen Grund herleitet, um sofort die ganze Konserenz auffliegen zu lassen, der beweist nur allzu deutlich, daß er selbst einen Vorwand suchte, um Schluß zu machen. Ist aber dieser Hinweis nur allgemeiner Art gewesen oder ist er präzisiert worden, gar in ultimativer Form? Havas be- hauptet es ausdrücklich, WTB. bestreitet es noch ausdrücklicher. Einstweilen wollen wir Dr. Schacht für politisch zu intelligent halten, um an der Richtigkeit seines Dementis zu zweifeln. Besonders der Gedanke/ daß er die Rückgabe der ehemaligen deutschen Kolonien zur Voraussetzung höherer deutscher Reparationsleistungen gemacht hätte, mutet so phantastisch an, daß wir geneigt sind, eine solche Ver- sion von vornherein für undenkbar zu erklären. Zu den Havas-Behauptungen über politische Forderungen des Reichsbantpräsidenten Dr. Schacht wird offizfps in Uebersinstim- mung mit dem Wolff-Dementi betont, daß im ganzen Verlauf der Pariser Beratungen die deutschen Sachverständigen politische Forderungen nicht gestellt haben: sie hätten nur darauf hingewiesen, wie sehr die deutsche Leistungsfähigkeit durch die Gebietsverluste, also Polnischer Korridor, Ostoberschlesien, Kolo- nien usw. beeinträchtigt worden ist. ' Die Reichsregierung betont im übrigen, daß die Sachverständi. gen doch unabhängig sind und die Regierung daher auch zu dem Ergebnis der Pariser Konferenz erst Stellung nehmen kann, menn sie die schriftliche und mündliche Berichterstattung der Sachver- ständigen erhalten hat. Londoner presse im pariser Kielwasser. London, 19. April. Die über angebliche politische Forderungen Schachts gestern spät abends von Reuter veröffentlichten Havas-Meldungen, die von deutscher Seite bereits als un- richtig zurückgewiesen worden sind, gelangten nur in einem Teil der Morgenblätter, z. B. in der„Times", im„Daily Chronicle" und in der„Daily Mail" zum Abdruck.„Daily E x p l»c ß" veröffentlicht unter der Ueberschrift„Deutschland fordert seine früheren Kolonien. — Ultimatum auf der pariser Konferenz", die bereits als unzu» treffend festgestellten Pariser Sensationsmeldungen zu demselben Thema.„M o r n t n g Post" berichtet aus Poris, daß man sich dort noch den Ursachen für die deutsche Haltung frage. Ist Schacht, so fragt das Blatt, aufrichtig, wenn er behauptet, allem durch wirt- schaftliche Erwägungen geleitet zu sein? Neigt er dazu, die Ver» ontwortung der Zustimmung zu einer in Deutschland unbeliebten Regelung abzulehnen in der Hoffnung oder in dem Bewußtsein, daß seine Regierung trotzdem jetzt die abgeänderten Forderungen der Alliierten erfüllen wird? Welche Kraft steht hinter der deutschen Drohung, den Dawes-Plan zum Scheitern zu bringen? „Daily News" berichtet aus Paris, in französischen Kreisen neige man zu der Annahme, daß Snowdens Angriff auf die Balfour-Note vielleicht dazu beigetragen habe, Schachts Haltung zu versteifen. Der Leitartikel der„Daily Mai l", die bisher als einziges Blatt redaktionell zu den Pariser Entwicklungen Stellung nimmt, ist überschrieben:„Ein Angebot, das wir nicht annehmen können." Das Blatt bemerkt, es würde krasse Ungerechtigkeit sein, Großbritannien neue Lasten aufzubürden, damit die deutschen Steuern herabgesetzt werden können, denn darauf läuft der deutsche Plan in Wirklichkeit hinaus. Das Blatt behauptet, Deutschland habe in den Iahren 1923 bis 1927 1300 Millionen Pfund Sterling ge- spart und in derstlben Zeit an Reparationen nur 299 Millionen Pfund Sterling gezahlt{!). Die kommunistische Mordlüge. Zwei Fragen und eine Antwort. Besorgt gemacht durch den bisherigen Verlauf des Prozesses Jörns-,.Tagebuch", wiederholt die„Rote Fahne" zum tausendsten- mal— diesmal in Form einer Frage an den„Vorwärts"— die Behauptung, daß Scheidemann für die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg eine Belohnung aüs- gesetzt habe. Wir wiederholen, daß diese Behauptung«ine Lüg« ist, und zwar nicht ein« der üblichen kommunistischen Lügen, von denen di«„Fahne" täglich voll ist, sondern die schimpflichste und nieder- t r ä ch t i g st e Lüg«, die die„Fahne" in zehn Iahren erfunden hat. Genau dasselbe gilt von der igehauptung, es seien gegen die Führer des damaligen Aufstandrs in irgendeiner sozialdemokrati- sehen Organisation„Mordpläne gesponnen" worden. Daß der Spar- takusbund im Januar 1919 den Versuch gemacht hat, die freien Wahlen zur Nationalversammlung, die vom Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte beschlossen worden waren, mit Waffengewalt zu verhindern, und daß dieser Versuch gescheitert ist, ist bekannt genug. Di« Behauptung, führende Sozialdemokraten hätten damals die Ermordung der gefangenen Spartakussührer gewollt oder nach- träglich gebilligt, ist und bleibt die gemeinste aller Lügen, mit denen di« KPD. feit zehn Iahren die deutsche Arbeiterbewegung verpestet. 100 SondeOge sör 65000 Kinder. Berliner Jugend reist in die Kerne. viel mehr als in früheren Jahren besieht heule für die Der- liner Jugend, deren Eltern nicht mit Glücksgütern gesegnet sind, die Möglichkeit, in die ersehnten Fernen zu schweifen. Das Landes- wohlfahrts- und Jugendamt Berlin wird auch in diesem Sommer wieder erholungs- und hilfsbedürftige Kinder aufs Land verschicken. In 100 Sonderzügen, denen noch ungefähr 1000 kleinere Transporte folgen sollen, beabsichtigt man 0 5 0 0 0 Berliner Kindern aus diese Weise die Möglichkeit einer wirk- lichen Erholung zu geben. Die Stadt übernimmt die Organisierung der gesamten Kinder- transporte, stellt die Transportsührer, die Begleiter und di« Krankenschwestern und beteiligt sich, soweit er- forderlich, auch teilweise mit recht beträchtlichen Zuschüssen an den Reise- und Aufenthaltskosten der Kinder. Das vollständig« Verzeichnis über die Kindersonderzüge, die regelmäßig 600 bis 1000 Kinder befördern sollen, wird wahrscheinlich in der nächsten Woche fertiggestellt sein. An die Ostsee sind bereits Berliner Kinder oerschickt worden. Weitere Transporte nach Köslin, Kolberg, Graal, Müritz, Zinnowitz, Earlshagen, Trossen- Heide folgen Anfang und Mitte Mai. Ende Juni verkehren dann die kindersonderzüge nach dem harz, nach Ostpreußen, nach Thüringen, nach Wittdün auf Amrum und Westerland, nach Bayern mit An- schluß nach Oesterreich und Ungarn und nach dem Riesengebirge, Anfang Juli nach Dresden mit Anschluß nach der Tschechoslowakei, nach Nürnberg mit Anschluß nach Württemberg, nach der Provinz Grenzmark, der Lüneburger Heide, dem Glaher Gebirge, an die Nordsee, nach Baden mit Anschluß nach der Schweiz und nach Oberschlesien. Im vorigen Jahr haben die Eltern ihre erholungs- und hilfsbedürftigen Kinder für diese Ferien-Kindersonderzüge vielfach so spät angemAdet, daß die Gewährung der Fahrpreisermäßigung in Frage gestellt wurde.' Das Landesjugendamt Berlin macht deshalb darauf aufmerksam, daß diese Anmeldung bis spätestens Ende Mai bei den Bezirksjugendämtern erfolgen muß, wo auch alle näheren Auskünfte erteilt werden. Di« schweren Unfälle, die sich vor kurzem bei Kinder- transporten aus anderen Städten ereignet haben, haben dem Ber- liner Landeswohlfahrts- und Jugendamt Veranlassung gegeben, daß die Beschränkung der Begleiterzahl auf einer völligen Verkennung der außerordentlichen Verantwortung beruht, die diese Transport- begleiter auf sich nehmen. Das Berliner Landesjugendamt verlangt deshalb, daß bei der Beförderung in Sonderzügen künftig nicht, wie bisher, für 23, sondern schon für 15 Kinder eine Be- gleitperson zu dem ermäßigten Fahrpreis zugelassen wird. Außerdem oersucht es bei der Reichsbahn zu erreichen, daß für diese Kindertransporte nur Durchgangswagen zur Verfügung gestellt werden, weil die zahlreichen Türen in den gewöhnlichen Personenzugwagen wiederholt der Anlaß zu Unglücksfällen ge- wesen sind und auch den Transportbegleitern die Aufsicht über die Kinder erschweren. Nußlands Vorschläge abgewürgt. Durch ein„�echisgutachten". Genf, 19. April.(Eigenbericht.) Am Donnerstag hatte im Abrüstungsausschuß eine längere De- batte über eine Resolution Litwinows stattgefunden, in der die drei Prinzipien des russischen Abrüstungsvorschlags fornwliert waren: 1. wesentliche Herabsetzung der be- waffneten Macht, 2. etappenweise Herabsetzung der Rüstungen bei Zulassung von Ausnahmen für klein« und ungenügend ge- schützte Staaten, 3. Abrüstung nach einem numerischen Maß- st a b, jedoch ohne bestimmte Zahlenangaben. Diese Resolution war so entgegenkommend gefaßt, daß ihre Ab- lehnung schlechterdings für alle Teilnehmer unmöglich wurde. L i t- winow drängte auf Abstimmung über die einzelnen Punkte. Allgemeine Verlegenheit bei den führenden Mititärstaaten. Da kam der tschechoslowakische Vertreter auf den rettenden Gedan- ken, ein juristisches Gutachten durch das Bureau der Kommission zu beantragen, um festzustellen, ob eine Abstimmung der Kommission über die russischen Formulierun- gen nicht die K o m p e t e n z e n der Kommission überschreite. Diesem Antrag wurde trotz des Widerspruchs Litwinows stattgegeben. Das Bureau der Konferenz trat noch am Abend zusammen, um dieses Gutachten auszuarbeiten und am Freitagfrüh in der Plenarsitzung vorzulegen. Wie zu erwarten war, hat das Bureau der Abrüstungs- konferenz seinen Bericht nicht auf die Kompetenzfrage beschränkt, sondern eine Entschließung ausgearbestet, die die russischen Lorschläge vorläufig aus der Welt schafft, ohne sie direkt ablehnen zu lassen. Der reale Inhalt der diplomatisch ver- tlausulierten Entschließung lautet wie folgt: 1. Die Vorbereitende Abrüstungstommission ist vom Rat nicht mit der Durchführung der Herabsetzung der Rüstungen beauftragt, sondern mit der Ausarbeitung eines Planes, um die nationalen Rüstungen in einem mit der nationalen Sicherhest zu vereinbaren- den Maße herabzusetzen. Diese Herabsetzung muß die Exekution der internationalen Verpflichtung einer gemeinsamen Sank- t i o n des Völkerbundes sicherstellen. Prüfung und Entscheidung ist den an einer Rüstungskonferenz teilnehmenden Regierungen zu überlasten. Das angenommene Abkommen kann dann einer neuen Prüfung und evtl. einer zehnjährigen Revision unterworfen werden. 2. Die Kommission glaubt auf die Methode proportio- n a l e r Abrüstung nicht eingehen zu können. Sie überläßt es aber den Regierungen, auf der Konferenz diesem Prinzip Rechnung zu tragen. 3. Die Z a h l e n f r a g e ist Sache der Konferenz. Wenn Rußland es wünscht, werden seine Vorschläge als A n- hang dem Schlußbericht an die Abrüstungskommission eingefügt. Die Kommission überläßt es Rußland im übrigen, seine Vorschläge einzeln als Aenderungsanträge bei der Weiterberatung des Ab- rüstungsentwurfes der Kommission einzubringen. In der Debatte behauptete Litwinow. daß aus dem ersten"-� Absatz hervorginge, daß Behandlung und Abstimmung über die russischen Prinzipien doch in das Mandat der Kommission falle. Graf Bernstorsf wies daraus hin, daß die Annahme einer Eni- schließung die Notwendigkeit einer schleunigenAbrüstungs- konferenz in sich schließe. Die erneute Betonung der nationalen Sicherheit mühte er ablehnen, da die Völkerbundsversammlung im vorigen September schon festgestellt habe, daß der gegenwärtige Stand der Sicherheit für einen ersten Abrüstungsschritt aus- reiche. Dem Polen war auch diese Resolution zuviel. Er bat, nur über den letzten Abschnit— evtl. Ueberweisung der russischen Vorschläge an die Konferenz— abzustimmen, den Bericht über die drei Punkte jedoch nur als Bericht des Bureaus gewissermaßen als Ko m m e n t a r zur Kenntnis zu nehmen, ohne darüber abzustim- men.— Die Debatte geht weiter. teirfik Xufctidi 3$ei. Der türkische Minister des Aeußeren, Tewfik Ruschdi Bei. der fest Ansang dieser Woche in Genf an den Arbeiten des Vor- bereitungsausschustes für die Abrüstungskonferenz teilnimmt, trifft heute zu einem Besuch der Reichsregierung in Berlin ein. Pieck in den Wechseljahren. Wir lesen in der rechtskommumstischen Zeitschrift„Gegen den Strom": „Die„neue Linie" bewirkt immer neue Wunder. Jetzt hebt sie schon die Naturgesetze auf. Der Gewerkschastsleiter des 6. Berliner Verwaltungsbezirks erklärte in verschiedenen Zellen den Genossen, die ihn wegen der Absetzung des Genossen Pieck als Polleiter des Berlin-Brandenburger Bezirks zur Rede stellten:„Erstens habe Pieck Schwankungen gehabt, und Zwestens ist er krank und man mußte ihm deshalb eine leichtere Arbeit geben. Der G e- nosse Pieck befindet s i ch eben in den Wechsel- I a h r e n." Bisher war nur bekannt, daß Frauen in die Wechsel- jähre kommen, aber im Zeichen der Bolschewisierung müssen sogar die Polleiter in die Wechseljahre kommen, damit man sie absetzen kann. Wie wärs mit einer Ausstellung dieses Naturwunders zu- gunsten der Parteikasse?" Ein Mordversuch am Ehemann. Sie drehte die GaShohne auf.» Zerrüttele Eheverhältnisse haben die 29jährige Frau des Kellners Alfred L. zu einer Verzweiflungstat getrieben. Bewohner des Hauses Hirten st raße 12 bemerkten heute vormittag auf dem Treppenflur Gasgeruch, der immer stärker wurde. Die Gase strömten, wie bald festgestellt wurde, aus der Wohnung des 3öjährigen Kellners L. Da auf Klopfen niemand öffnete, wurde die Polizei imd Feuerwache alarmiert. Die Tür wurde erbrochen und den Eindringenden schlug starker Gasgeruch entgegen. In dem völlig gaserfllllten Schlafzimmer lag das Ehepaar bewußtlos in den Betten. Die Wiederbelebungsversuche der Feuerwehr waren nach längerer Dauer auch von Erfolg. Der Zustand der beiden Gasvergifteten war jedoch so bedenklich, daß der hinzugerufene Arzt die Ueberführung ins Krankenhaus am Friedrichshain anordnete. Nach den polizeilichen Ermittlungen kam es zwischen den Ehe- leuten in der letzten Zeit oft zu heftigen Austritten, so daß die Frau den Entschluß faßte, aus dem Leben zu scheiden und ihren Mann mit in den Tod zu nehmen. Heute früh schritt sie zur Aus- führung ihres Vorhabens und öffnete, während der Mann schlief, heimlich alle Gashähne._ 150 Mark Buße für Wanzenblsse. Aus Reichenberg(Deutschböhmen) meldet unser Sonder- berichterstatter: Eine Schauspielerin aus der Provinz war vor einiger Zeit nach Prag gefahren und hatte in einem teuren Hotel übernachtet. Sie konnte ab«r nicht schlafen, denn die Wanzen überfielen sie in hellen Haufen und bisten sie so wund, daß die Künstlerin zu einem Arzt ging und sich untersuchen ließ. Nun klagte sie gegen den Hotelier auf Schmerzensgeld, Schadenersatz und Doktorkosten und forderte 1200 Kronen oder 160 M. Der Prozeh fand in Prag statt. Das Gericht erkannte die Forde- rung als berechtigt an und verurteilt« den Hotelier zu der genannten Buße mit der Begründung, daß die Forderung ange- messen und nicht übertrieben sei. Es ist leider kein Geheimnis, daß gerade in Prag in oft äußer- lich„vornehmen" Hotels die Wanzen die Leute— wie man sagt— „wegtragen" möchten. Ortsbekannte sind daher in der Wahl des Quartiers sehr vorsichtig, da es ja auch in Prag Hotels geben loll, di« diesen„Schönheitsfehler" nicht besitzen. Nur noch wenige Konzsrie Musikrundschau/ Von Klaus pringsheim. Die regulären Konzerte der Berliner Earson sind vorüber. Nun Hot auch die„B r u ck n e r- V e r e i n i g u n g* mit dem Sechsten Abonnementskonzert in der Philharmonie ihren sechsten Konzert- winter beendet. Das sind bei dicht besetztem Saal Veranstaltungen beinahe mit Ausschluß der Oesfentlichkeit. Dem Dirigenten und Organisator, Professor F. M. G a tz, ist es gelungen, einen großen Kreis ständiger chörer heranzuholen und bei der Sache zu halten— eine Leistung, die im heutigen Berlin immerhin einig« Bewunderung oerdient. Er hält sie bei der Sache. Bruckner, zu dessen Sym- phonien er, unter tätiger Mithilfe des Philharmonischen Orchesters, sich und sein Publikum niit konsequentem Eifer erzieht. Auf dem Programni des letzten Abends stand die Acht« Symphonie: Beethovens Chorphantasie, die wir jüngst in glänzender Wieder- gab« unter Furtwängler mit Lamönd am Flügel gehört haben, ging voraus In der solistischen Besetzung, die der Dirigent zur Verstärkung des„Bnickner-Ehors" gab, fielen ein paar hübsch« Stimmen auf: zwischen ihnen M a r ia Ariela, Nora Jchen- Häuser, Gertrud Menzel. Zu außerordentlicher Höhe aber sind die Philharmoniker noch einmal, richtiger, noch zweimal durch Ossip Gabrilo- witsch geführt worden. Der überragende Pianist, als den wir ihn kennen, Musiker von Blut und Kultur, zeigt sich von neuem auch als Orchesterführer und Symphoniegestalter höchsten Ranges. Heute einer der Prominenten des amerikanischen Konzertlebens. Als Musiker halb russischen, halb deutschen Ursprungs: das tritt auch in seinen Programmen zutage und in der Art, wie er sie meistert. Für Schumanns B-Dur-Symphonie hat er alle romantische Ver- sonnenheit und stürmende Begeisterung, aber sein Russentum ent- zündet sich überzeugend an Rimsky-Korsakoff und Tschaikowsky, dessen Fünfte man hier kaum je in solcher Vollendung gehört hat. Orchester und Publikum sind, wie selten, mitgerissen. Kein Wort also diesmal gegen Gastdirigenten in der Philhar- monie: aber auch kein? gegen Wladimir Shavitch, der im Bachsaal«in paarmal als Gast des Symphonieorchesters am Pult gestanden hat. Auch er, wie Gabrilowitsch, ursprünglich Pianist und russischer cherkunst, auch er Leiter eines amerikanischen Konzert- orchesters. Daher freilich kommt er als ständiger Dirigent für das Symphonieorchester weiterhin nicht in Frage. Leider nicht: den» nach allen mißglückten Kapellmeisterexperimenten, unter denen hier das Jahr über die Konzerte viel zu leiden hatten, schien er vielleicht der rechte Mann zu sein— nicht nur, um künstlerische Ordnung zu schaffen, sondern vor allem, um Musizierwillen und Spielsreudigkeii nachhaltig zu heben. Jedenfalls, an dem letzten Abend, einem Liszt- Abend, bot das Orchester, in der Faust-Symphonie zumal, ganz Ungewohntes. Immer wieder also: hier gilt es endlich, das Führer- Problem— und freilich auch: die Frage der wirtschaftlichen Grund- lagen— befriedigend zu lösen. Dies Orchester hat Anspruch darauf, von den Sorgen und Nöten zweifacher Unstabilität befreit zu werden: solche Befreiung liegt im Interesse der Berliner Konzert- weit. Berlin hat nun wieder eine Sensation: den zwölfjähngen Geiger Iehudi Menuhin.„Wunderkind", den kompro- .mittierten Reklamenamen soll man ihm wirtlich nicht geben(und übrigens war das gedruckte Programm so taktvoll, sein Alter nicht zu nennen), ein« ans„Wunderbare" grenzende Reife in kindlichem Alter—, gerade im Bereich der Musik und seltsamerweise gerade als geigerische Begabung, ist sozusagen nicht eigentlich Wunderbares und beinahe schon nichts Ungewöhnliches. Manche unserer großen Geiger hoben als„Wunderkinder" begonnen: unter ihnen Mischa Elman, Iascha chaifetz, Franz v. Vecsey: unter ihnen vor allem der geistig bedeutendste: Bronislaw chuberman, der neu- lich bei Gabrilowitsch das Tfchaikowsky-Konzert in der Tat letzthin wunderbar gespielt hat. Auch dieser Iehudi Memihin ist nun frei- lich«in geigerisches Phänomen, zu dessen Charakterisierung mit starken Worten nicht gespart werden soll. Ton und Technik: ein Auserwählter: und mit urgsfunder Musikalität beherrscht er, übrigens auch physisch ein Bild knabenhafter Gesundheit, die schwie- rigsten, in jedem Sinn größten Aufgaben der Literatur. Bachs B-Dur-, Beethovens und Brahm's O-Dur-Diolinkonzert, drei solche Werk« an einem Abend, und er spiest sie gleichsam spielend, natur- Haft, ohne Krampf, ohne Ueberanstrengung—: das ist ohne Zweifel eine grandiose Leistung, und gewinnend durch einen Rest ehrlicher Kindlichkeit, die in der Gestaltung, wenn es mit rechten Dingen zu- geht, nun einmal zu spüren bleiben muß. Vier Projektionswände. Vergrößerung der Filmleinwand.— Räumliches im Film.— Lebendige Kulissen. Die„Lebendig« Kulisse" für Kmotheater ist die neueste Errun- genschast amerikanischer FUmpaläste. Sie ist eine Ersindung eines österreichischen Ingenieurs namens Friedrich Kieseler, der auf den Gedanken gekommen ist, die Filmleimvand, die bisher nur einen kleinen Ausschnill einer einzigen Fläche darstellt, so zu erweitern, daß auch im Film der Begriff des Räumlichen gegeben ist. Es ist das„Kino mit vier Projektionsflächen", das die neueste Errungen- jchaft des amerikanischen Kinotheaterbaues darstellt. Die flächenhafte Eigenschaft des Films ist schon lang« ein Stein des Anstoßes, für die Filmindustri«, denn das stetig« Abblenden der Bilder und die Fortführung der Handlung durch immer neue Bilder ist nur ein Notbehelf, der nicht zum geringsten aus dem kleinen Raum der Leinwand beruht. Wenn auch ein ununterbrochener Ab- lauf der Handlung ohne Auf- und Zublenden vorderhand noch nicht ermöglicht werden kann, so ist doch die Wirkung eines Films da- durch zu verstärken, daß der kleine Ausschnitt, den die Filmleinwand bisher in den größten Theater zuließ, durch Hinzufügen mehrerer Projektionswände vergrößert wird. Das„Kinvtheater mit vier Projektionsflächen" soll nun dem bisherigen Uebelftond abhelfen. Zu diesem Zwecke sind in den amerikanischen Dersuchstheatern Einrichtungen getroffen worden, um die weiß« Leinwand, auf der allein der Film bisher erschien, so zu vergrößern, daß sie die Möglichtest gewährt, auch die Umwelt des betreffenden Filmbildes zur Darstellung zu bringen. Zu diesem Zwecke nimmt die Leinwand, auf der das Bild erscheint, nicht nur wie bisher einen Teil der Projektionsfläche ein, sondern sie wird über die ganze Wand gezogen, die sich vor den Augen der Zuschauer befindet. Die beiden Seitenwände, die daran anstoßen, sind ebenso wie die Decke mit einer weißen Leinwand bespannt, so daß das Filmtheater zuerst den Eindruck eines ungeheuren Leinwandzeltes bietet. Es sind also vier weiße Flächen vorhanden. Die Handlung spielt sich natürlich wie bisher auf der Wand ab, die vor den Augen der Zuschauer sich befindet. Ab«r die beiden anderen Wände und die Decke haben die Aufgabe übernommen, zu dem Ort der Film- Handlung gewissermaßen eine lebendige Kulisse darzustellen. Mit Hilfe von guten Projektionsbildern, die sich in das Milieu der Hand- lung einfügen, werden diese Kulissen geschaffen. Wenn auf der vorderen Leinwand sich die Szene auf einer Weise abspielt, dann strahlt an der Decke der Himmel, es ziehen Wolken vorüber und die anderen beiden Wände bringen die Bilder einer nahen Stadt oder eines nahen Waldes. Spiest die Handlung aus einem See, dann sieht man auf den anderen Projektionswänden die Ufer und das Leben und Treiben auf dem Lande, während bisher nur der Kahn und die darauf spielenden Menlchen mit einem gewissen Wasseraus- schnitt zu erblicken waren. Man ist dadurch Z. B. rn der Lage, einen Film, der in einem Seebad spielt, so zur Vorführung zu bringen, daß man gleichzeitig das Spiel der Helden und das Leben und Treiben der Badegäste beobachten kann, während bisher im allgemeinen die Bilder fortwährend zwischen den Szenen des Spiels und der Darstellung des Milieus wechselten. Dadurch erhält das Filmbild natürlich einen viel größeren Reichtum und eine größere Lebendigkeit, wenn auch die Körperlichkeit des Films dadurch noch nickst erziell wird. Von der Kulisse des Theaters unterscheiden sich die lebendigen Kulissen dadurch vorteilhaft, daß man auch auf den drei anderen Projektionsflächen regelrechte Filmbilder vorführen kann, die zu der Haupthandlung eine erläuternde und belebend« Illustration bilden. Man kann die Landschaft im Sturm zeigen, das aufgepeitschte Meer, die Bewegungen von Menschen usw., was das Theater nicht kann. Durch einen weiteren Ausbau dieser Ersindung wird man schließlich auch die Möglichkeit haben, die ganze Handlung so zu gestallen, daß tatsächlich der Film auf mehreren Projektionswänden spielt. Man wird also Großaufnahmen auch dann machen können, wenn man zwei verschiedene Gegenspieler vorführen will, ohne gezwungen zu sein, durch Auf- und Abblenden der Bilder den Eindruck zu stören. Dann wird allerdings die Anordnung der Sitze auf eine Weife erfolgen müssen, die es allen Theaterbesuchern ermöglicht, sämtliche vier Projektionswände zu überblicken. Arbeitshaushalt im Ausschuß. Gegen die Sozialrealtion. In der Generalaussprache des Reichshaushaltsausschusses über den Etat des Reichsarbeitsministers wandte sich zunächst der Abg. Dr. ch a s l o ch e r(Dnat.) gegen den Minister Wissell und verlangte besonders Einschränkung der Sozial- und Arbeits- losenversicherung. Abg. Rödel(Komm.) beschäftigt« sich ausschließlich mit der Sozialdemokratie und oermißt«, daß sich der Arbeitsminister mit den großen sozialen Problemen der Gegenwart beschäftigt hätte. Abg. A u f h ä u s e r(Soz.) erwiderte, daß ein« B e h a n d- lung der sozialen Probleme nicht möglich sei, ohne den Kampf mit der Sozialrcaktion aufzunehmen. Der Reichsarbeitsminister müsse danach beurteilt werden, ob er entschlossen ist, die Ziele der Sozialreaktion zu bekämpfen, wie sie auch heute wieder Dr. Haslacher ausgestellt hat: Abbau der Sozialversicherung, Das relative Geschenk. —— „Am Wasser liegt das Grundstück nicht, ein Haus steht nicht darauf, verfügen können wir erst«n 5 Iahren darüber, und so hoffen wir, daß Sie, Herr Professor Einstein, hier in Muße weiter über die e l a t i v i t ä t der Dinge nachdenken tonnen." Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung, Aushöhlung des staat- lichen Schlichtungswesens, Anerkennung der gelben Werkvereine, Ablehnung des Washingtoner Abkommens. Zu diesen entscheidenden sozialen Problemen hat Minister Wissell erfreulich deutliche Erklärungen abgegeben. Die Ablösung der Sozialversicherung durch den von deutschnationaler Seite geforderten Sparzwang des Arbeiters sei turzsichtigter Egoismus und bedeute Verelendung In der Arbeitsverlosenversicherung zeigen die aufgewandten Reichsmittel von rund 330 Millionen, daß der Arbests- minister nicht untätig gewesen ist. Gegenüber den Deutschnationalen sei festzustellen, daß die Arbeitslosenversicherung sich in der schwierigsten Zeit glänzend bewährt hat. Wenn neben den Beiträgen Reichsmittel beansprucht werden, soweit besondere Krisen auftreten, so sei das berechtigt. Die Er- klärung des Arbeitsministers, das Washingtoner Abkommen zu ratifizieren, ist zu begrüßen, dagegen müsse die Sozialdemokratie den Entwurf zum Arbeitsschutzgesetz als ganz ungenügend bezeichnen. Der Minister findet die Unterstützung der Sozialdemokratie, wenn er den gelben Wertsvereinen die Anerkennung ver Tarisfähigteit oersagt. Der Aushöhlung des staatlichen Schlichtungswesens wird die Sozialdemokratie stärksten Widerstand entgegensetzen. Das Recht des Arbeitsministers auf Verbindlichkeitserklärung muß er- halten bleiben. Schließlich verlongt der sozialdemokratisch« Redner, daß in der Wohnungsfrage ein entscheidender Schritt getan wird. Artikel 155 der Reichsversassung sieht eine Verteilung und Nutzung des Bodens vor, die von Staats wegen überwacht werden soll. Dieser Berfassungsartikel und die Möglichkeit der Enteignung zu Siedlungszwecken bedarf zur Erfüllung eines Reichsgcsetz«?, nämlich des Wohnheim st öttengesetzes, für dessen Schaffung ein fertiger Entwurf aller beteiligten Organisationen vorliegt. Alle Parteien des Reichstages hätten im Wahlkampf ihre Zustimmung zu einem solchen Gesetz gegeben. Redner bittet deshalb den Reichs- arbeitsminister um Mitteilung, ob er diese» Gesetzentwurf alsbald vorlegen wolle, um eine soziale Wohnungs- und Bodenpolitik zu gewährleisten._ Gewerkschastlicher Erfolg. Bei den VetriebSratswahlen der Bergarbeiter. hall« a. d. S.. 19. April.(Eigenbericht.) Di« vom Bergbauindustriearbeiterverband in Mitteldeutschland geleiteten Betriebsratswahlen umfaßten die Betriebe des Braun- kohlen-, Kali- und Erzbergbaues. Die Wahlen wurden in IIS B e» trieben mit nahezu 46 000 Belegschaftsmitgliedern vorgenommen. Bon insgesamt 3S 502 abgegebenen Stimmen entfielen auf die Liste der freien Gewerk- ichaflen 36301. christlichen Gewerkschaften SIS, htrsch- Dunckerschcn Gewerkschaften 10S, Syndikalisten 16S, Gelben 1439 Stimmen. Es erhielten: ZreieGewerkfchaften SSSMan- dote. christliche Gewerkschaften 17. hirsch-vunckerfche Gewerk- schoflen 3. Syndikalisten 1 und Gelbe 19 Mandate. Nach diesem Wahlergebnis steht unerschütterlich fest, daß l m mitteldeutschen Bergbau die Führung der Arbeiter ausschließlich den freien Gewerkschaften gehört. Die Be- lriebvralswahlen haben bewiesen, daß im mitteldeutschen Bergbau kein Boden mehr ist für die kommunistisch-gelbe Arbeiterverseuchnng. Giudenien, die keine Bücher kaufen. B«i einer Umfragt an den deutschen Hochschulen über die wirtschaftliche und sozial« Lage der Studierenden sind auch die Aufwendungen für Bücher im Sommersemester 1SL7 berücksichtigt worden. Die Antworten, die von etwa der Hälfte der männlichen Studenten gegeben wurden, liesern ein geradezu erschütternde« Ergebnis, wie in der Zeitschrift„Swdent«nwert' hervorgehoben wird. 11,4 Proz. kauften überhaupt kein« Bücher, 14,2 Proz. wandten bis zu 10 Mark. 20,6 Proz. zwischen 10 bis 20. 19,5 Proz. zwischen 20 bis 30. 9,6 Proz. zwischen 30 bis 40, 11,2 Proz. zwischen 40 bis 50 und 3,9 Proz. zwischen 50 bis 60 Mark auf. Nur 9,6 Prozent konnten mehr als 60 M. für Büch«r ausgeben. Dabei sst das Buch das Handwerkszeug des Studenten: er müßte bei spar» samst«r Berechnung mindestens für 40 M. Bücher im Semester lausen, um in den Besitz der unentbehrlichst«» Lehrbücher zu ge- langen. Es konnten aber nach diesen Antworten wohl kaum di« Hälft« aller deutschen Studenten diese Mindestsumme aufbringen, und mehr als 10 Proz. der Studierenden konnten sich überhaupt keine Bücher kaufen. Noch schlimmer steht es b«i den Studentinnen, von denen 2384 den Fragebogen beantworteten, 958 von ihnen, also über 40 Proz.. kauften im Wintersemester 1927/28 überhaupt kein Buch, 204 konnten nicht mehr als 10 Mark dafür aufwenden, und nur 323 oermochten über 40 Mark für Bücher auszugeben Die populärsten Opern im Tonfilm. In den Dereinigten Staaten ist«ine Gesellschaft gegründet worden, di« es sich zum Ziel gesetzt hat, die meistgcspieltei, Opern als Tonfilm herauszubringen. Man beabsichtigt, die Filme in ver- schiod«nen Sprachen, englisch, deutsch und sranzösisch, herzustell«». Da die Herstellungskosten eines Filmes zur Amortisation ein ziemlich großes Absatzgebiet verlangen, werden kleiner« Staaten mit eigener Sprache an dieser sozialen Wohltat, die den entferntest«» Provinzstädten die Möglichkeit gibt, Opern in erster Besetzung zu hören, nicht teilhaben können. Seht Or. Hagemann nach Frankfurt? Bereits vor einiger Zeit, Hirz nach der Erledigung der Kandidatur Kronacher, waren Meldungen aufgetaucht, wonach die Frank» furter Stadtverwaltung an den früheren Intendanten des Wies- badener Staatstheaters, Dr. Carl Hagemann, herangetreten sei, den Posten als Intendant des Schauspielhauses in Frankfurt a. M. zu übernehmen. Damals wurde uns von Dr. Hagemann diese Nach- richt dementiert, da er nicht daran denke, seinen Posten bei der Berliner Funkstunde A.-G. aufzugeben. Nachdem er dort aus- geschieden ist, wird die Wahrscheinlichkeit sehr nahe liegen, daß dies- Kandidatur Hagemann erneut aufgenommen«Kit. „Schneider Mbbel" im befehlen Gebiet seht zugelassen. Du Interalliiert« Rheinlandkommission hat, einem Antrag des Reichs- kommissars entsprechend, das früher von ihr erlassene Verbot des Schauspiels„Schneider Wibbel" vorbehaltlich einiger Streichungen aufgehoben. Außerdem hat sie den Film„Herzschlag der Welt" zu- gelassen, dagegen den russischen Film„Sturm über Asien" verboten. Die Galerie Rcumonn-Itierendors, Berlin W 33, llützotoftr. 33, veranstaltet vom 21. AprU bis zum 21. Mai eine tnternatlonale Ausstellung»Photographie der Gegenwart", in der da» jchönc pbotographische Bild und die Zweckous- nabme-wie da? Pbotogramm. die Pholomontage, di« Photorellame, die Film- und Thcalerausnalime gezeigt wird. Die Ausstellung ist wochentags von 10 Uhr morgen» bis 2 Uhr abends und Sonntags von 11 bis 2 Uhr geöffnet. Sorisvhrill im Zeilungsdruck. Eisenbahner kampfentschlossen. Ablehnung kommunistischer Verwirrungsparolen. .V-'"..'V«->...».»Sfsjgry �''<>•<.< t.< w � v» y J** G«,M».<«.>erung, im Norden Abkühlung und strichweise Schauer. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Vrrantwortlich für die Redattion: Fr»»> Bläh», Berlin:-Anzeigen: Th. Sl»ck», Berlin. Bcrlag: Vorwärts Verlag>S. m d. H.. Berlin. Druck: Borwärt» Buch- druckerei und Bcrlagsanlialt Paul Einger& Co,, Berlin EW 68. Linden st raße 3. Hierzu X Betlage. KONFEKTION/ Jrn Zusammenhang unse Einkaufs-Konzerns mit 40 führenden Firmen Deutschlands haben udr unter Ausnutzung der ungünsfigen Markflage in der Berliner Damen- Konfeklion riesige Posten Damen-Kleidung zuungewöhnlloh billigen Preisen eingekauft. Diese seltenen Vorteile kommen restlos meiner Kundschaft zu gute. Sie müssen bei Beurteilung dieser Angebote den Maßslab fdr beste Qualität u. Verarbeitung anlegen. Wenn Sie diese Talsachen voll würdigen, dann wird Ihnen die Tat beispielloser Billigkeit zwingend zum Bewußtsein kommen. Nebenstehend ein kleiner Ausschnitt aus der fülle der Angebote. A-MlldvyWMM föeiloge Frcifa�/"19. April 1929 SivjwmÄ SfirUaukgafa jfa l£iWarA Das polilisdie Kino Von Lofar Holland Das Kino ist Volksgut geworden. In dieser Eigenschaft hat es sich von Anfang an bewußt vom Theater losgelöst und ist seinen eigenen Weg der Entwicklung gegangen: nicht zu einer komplizier- teren und sich von der breiten Allgemeinheit abschließenden Kunst- sonn über das beriets bestehende Theater hinaus, sondern als Proletarierkind unter den traditionellen Künsten in die Straßen der Städte. Vorstädte, in die Provinz, bis in die kleinen ent- legenen Dörfer. In Beziehung auf ihre Verbreitung steht die Kiire- matographie zumindest gleichstufig neben dem Buchwesen. Sie über- trifft es aber unbedingt in der momentanen persönlichen Wirkung?- kraft der Werke auf das Publikum: der Film als das Abbild einer aus sich heraus selbständig sich bewegenden visuellen Wirklichkeit wirkt elementar aktiv auf den Zuschauer. Und die Werk« dieser aktiven Kinematographie fliehen in einem weitverzweigten Verleih- system zu Tausenden durch die Lichtspielhäuser des ganzen Landes. Die Kinematographie ist ein« neuartige Kunst. Man nannte sie früher, zur Betonung ihres Gegensatzes zu den alten Künsten, gern die„Kunst des kleinen Mannes". Und meinte mit dem kleinen Mann schlechthin das Volt als solches? zu diesem gehörte in bezug zur alten„Kunst der Auserwählten" jeder, wenn er sich von der traditionellen geistesgezüchteten Welt des Theaters für zwei Stun- den absondert«, um sich im Kino einem elementaren freien Phantasie- erlebnis hinzugeben, und jeder, dem die Geistesentwicklung und das Geld fehlten, um ins Theater zu gehen, und sich somit auf den Besuch des Kinos gern beschränkte. Dieser„kleine Mann" aber ist zu einem Goliath innerhalb des Etaatsgefüges heran- gewachsen: aus der ihm früher mit gewisser Geringschätzung über- lassenen Kunst ist die Kunst von Millionen, des Volks geworden. Das Kino blieb nicht nur in der Nähe des kleinen Mannes be- stehen: es entwickelte sich mit ihm. Es ist in engster Verwandtschaft mit ihm ein Machtsaktor geworden. Di« Kulturfrage des Kinos, das Problem seiner weiteren Entwicklung greift in das Entwick- lungsproblem der Voltsklasie ein, mit der es aufgewachsen ist, die sein spezifisches Publikum ausmacht, der es gehört. Heut« ist der Film in den Händen einer Filmclique, die In volksnationaler, sozialer und moralischer Beziehung so gut wie gar keine Verbindung zum Volk hat. Es ist ein Kreis von geschickten Filmhandwerkern und einer noch größeren Anzahl von bloßen Konjunkturschmarotzern, die für ein volksfremdes, egoistisches Kapital auf Auftrag arbeiten. Es ist der Zustand eit> getreten, daß dos Kino als solches zwar Volksgut ist, aus keinen Fall aber die in ihm vorgeführten Filme. Die Filmprogramme beweisen es. Das Volk, das in seinem gegenwärtigen sozialen Existenz-, Derechtigungs- und Führerschaftskampf steht, hält in seinem Kino«in Gefäß ohne Inhalt in der Hand, einen Weinkelch ohne den Wein, der ihm elementare geistig« und seelische Erfrischung, Ermutigung und Zielweisung geben sollte. Es ist um einen der stärksten modernen geistigen Machtfaktorcn nach innen wie noch außen: den Film, betrogen. ~ Diesen wiederzuerringen und sich nutzbar zu machen vermag nur das Boll selbst. Auf«in Entgegenkommen von feiten der heutigen Filmindustrie ist kaum zu rechnen; auch dürfte es kaum angängig und für die Zukunft vorteilhaft sein, die innersten Angelegenheiten des Volkes für die Geschäft« einzelner bloßzulegen. Die Filmindustrie hat ihr« besonderen Ausgaben, zu deren Erfüllung sie ihr Kapital und ihre industriell« Struktur aufrechterhalten muß: in der Herstellung kultureller und wissenschaftlicher Film« zur Fort- setzung des wissenschaftlichen Buchwesens. Di« Literatur-, Theater- und Operettenklischees, mit deren Herstellung sie sich heute im allgc- meinen besaßt, sind Surrogate, die sich nicht halten können und die auch die Industrie nicht halten werden. Ihr« ständigen Krisen und Wirren' beweisen es. Die Produktion seiner eigenen Filme, die ihm und seinen Be- dürfnisien wesensentsprechend sind, muß das Volk selbst in die Hand nehmen. Es stellt dem Film gegenüber eine große Konsu- mentengemeinschaft dar, die sich in dem Willen einer Qua- litätssteigerung der von ihr aufzunehmenden geistigen Ware ein- mütig zusammenschließen muß, um durch berufene felbstgeschofsene Institutionen dies« herstellen zu lassen. Die Frage des künstlerischen wie kulturellen Volksfilmes ist eine rein« Gesinnungssrag«. Und diese ist nur von dem Volk selbst zu lösen._ Zum Teil sind die Grundlagen für derartige Institutionen zur Filmherstellung bereits vorhanden: in den verschiedensten sozial- politischen Arbeiter, und Angestelltenorganisationen. Es sind auch von Parteien und Gewerkschaften verschiedentlich Filme � hergestellt worden. Ihr« Zahl ist sehr gering. Von einer Wirkung nach außen hat man wenig gemerkt. Und doch ist gerade der Film «in mitreißende» gesinnungspolitisches Werbemittel, das weniger berufen ist, die eigenen Parteimitglieder immer wieder zum be- fredigten Beifall über ihre eigenen Taten zu veranlassen, als die weit« Mass« des Voltes mit der eigenen Gesinnung zu befruchten. Von den beiden Aufgaben politischer Filme: Festigung und Rich- rungweijung nach innen und Werbung nach außen, ist nur die erste beachtet worden. In den Kinos herrscht die Cesinnungslosigteit eines oolkssreinden Kapitals. Das Volk muß es selbst unternehmen, sein Kino zu aktualisieren, zu seinem geistigen Führer zu machen Hieran schließt sich die zweite Aufgabe der von der Mehrhelts- parte! durchführbaren Filmgenosienschost auf sozialpolitischer Gesinnungsbasis: die Schassung eigener Kinos. Eine nahe- liegende Frage steht offen: weshalb gibt es noch kein« städtischen oder staatlichen Lichtspielhäuser? Warum glaubt Vr Staat durch Unterhaltung von Theatern, die doch immer nur für bestimmte Kreise in Detrackst kommen, alles getan zu hoben, und das Kino der freien geschäftlichen Ausnutzung auf Kosten des weitaus größeren Publikumskreises überlasten zu können? Di« u n g e» heure Macht, die ein staatlich geleitetes Kino innerhalb des Volkes zum Guten ausüben tonn, zeigtunsRußland seitzehnIohren. Daß der russische Staat im Grunde nur Despotismus einer Partei ist, besagt nichts gegen seine Machtmöglichkeit. Wir brauchen das gefinmingspolitifche Sil», das frei von tendenziösen Geschäftsabsichten im Dienst« des Volkes steht. Kommen wird es:«s zeigen bereits heut« einige Film- sirmen und Filminteressenten mit den ihnen zu Gebot« stehenden Kinos leider ein ja stark parteipolitisch«inseitiges Gesicht. Die so. genannte Gesinnung, mit der sich tendenziöse Kaufleute und Lit«. raten um ihres Geschäfte» willen bekleiden, ist kein Spiegel de� freien Volkswillens. Es kommt aber daraus an, daß die Vertretung des Volkes die Imtiatioe zur Schaffung des Volkskinos und der gesinnungsreinen Film« rechtzeitig ergreift, ehe die immer hell- sichtige» Konprnkturiste» cht de» Bode» untergrabe». Reichsdeutsches Kaleidoskop Grotesken politischer Zersplitterung Der Hannoversche Provinziallandtag hat am 22. März 1928 beschlossen, vom Landesdirektorium der Provinz Hannover und der Wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft zum Studium Niedersachsens eine Denkschrift über die Länderzersplitterung im niedersächsischen Wirtschaftsgebiet*) herstellen zu lasten. Das niedersächsische Wirtschaftsgebiet ist ein feststehender Be- griff. Es umfaßt folgende politische Bezirke: 1. die Provinz Han- Ort Woltorf. Weiße Flächen preußisch, eng schraffiert braunschweigisch, weit schraffiert gemeinsame Hoheit. nover, 2. Teile der Provinz Westfalen, 2. Freistaat Oldenburg, 4. Freistaat Braunschweig, 5. Freistaat Lippe-Detmold, 6. Freistaat Schoumburg-Lippe, 7. Freie Honsastatdt Bremen und die westlich der Elbe gelegenen Gebietsteile von Hamburg. Der hier angegebene Umfang deckt sich im allgemeinen mit den Organisationsgrenzen, die wirtschaftliche Verbände, Berufsgenossenschaften und Genossenschaften für das Gebiet Niedersachsen gezogen haben. Ebenso hat das Reichsarbeitsministerium bei der Abgrenzung der Zuständigkeit der Landesarbeitsämter das niedersächsische Wirtschaftsgebiet als Ganzes behandelt. Es umfaßt rund 58 000 Quadratkilometer, wird von 5% Millionen Menschen bewohnt und stellt der Fläche nach etwa den neunten Teil des Deutschen Reiches dar. Der Höhepunkt der Kleinstaaterei. In diesem geschlostenen Gebiet ist die politische Zersplitterung und die Kleinstaaterei auf den Höhepunkt getrieben. Die Denkschrift gibt davon ein Bild, das grotesk anmutet. Was deutsche Klein- staaterei auch heute noch bedeutet, das weiß man im allgemeinen— aber f o schlimm hat man es sich denn doch nicht vorgestellt. Hören wir darüber die Denkschrift: „Die Provinz Hannover ist ein in ihrer jetzigen Flächenauf- ieilung höchst zerrissenes Gebilde. Die hannoverschen zersplitterten Grenzen sind das getreue Gegenbild der territorialen Gestaltung des Freistaates Braunschweig, der aus mehr als 28 ein- zelnen Teilen besteht. Sein Grenzverlauf ist höchst eigenartig und hat in Deutschland nach der Zusammenlegung der thüringischen Staaten außer der Provinz Hannover wohl kaum seinesgleichen. Die Lagerung der einzelnen Teile des braunschweigischen Staates zueinander und zu ihrer Hauptstadt ist sehr verwickelt. Ein Student, der von Vorsfelde zur Landeshochschule in Braunschweig fährt, kreuzt die Landesgrenze sieben-, neun- oder e l f m a l, je nachdem er über Börßum, Vienenburg oder Oebisfelde fährt. Braunschweig besteht aus sechs Hauptteilen und mindestens 22 kleineren, als Exklaven zu bezeichnenden Teilen.(Dieses min- d e n st e n s läßt tief blicken!) Der Teil um die Landeshauptstadt, der Weserteil und der Harz- teil, aber bestehen eigentlich wiederum aus je zwei Stücken, die durch nur IVi bis 2V3 Kilometer breite Landengen verbunden such. Forschungsreisende an dke!?ront; Die Denkschrift fährt fort: „Angesichts der Tatsache, daß einige der braunschweigischen Exklaven nicht einmal auf den Karten 1:100 000 verzeichnet sind und selbst die Meßtischblätter nicht die winzigen preußischen Hoheits- gebiete inmitten des braunschweigischen Ortes Pabstsrs zur Dar- stellung bringen und die Woltorfer Verhältnisse falsch darstellen, kann daher auch hier nicht dafür eingestanden werden, daß nicht im Lause der Zeit noch weitere bislang unbekannte, unbewohnte Ex- klaven aufgefunden werden. Die bewohnten find wohl, von Woltorf abgesehen, olle genau bekannt." 172 Exklaven in 1160 Hektar Fläche! Es handelt sich bei dieser Darstellung um eine ernste, den Tat- fachen entsprechende Denkschrift, nicht etwa um eine Erfindung einer satirischen Zeitschirst zur Verhöhnung der Kleinstaaterei! Der Höhe- punkt wird jedoch erst erreicht mit der Darstellung der Zersplitterung in den Orten P a b st o r s und Woltorf. Darüber berichtet die Denkschrift: „Der Ort Pabstorf liegt in einer braunschweigischen Ver- waltungsexklave, die zipfelartig in den preußischen Kreis Oschers- leben hineinragt. In der Ortschaft P a b st o r f jedoch bestehen 17 preußisch« Gebielssplilter von zum Teil uur wenigen Ouadrak- metern Größe, die aber jede für sich ein besonderes hoheits- gebiet darstellen. Auf ihnen wohnen 2 6 3 E i n w o h n e r, die zu einer besonderen preußischen Gemeinde zusammengeschlossen sind, während 'im übrigen 1007 Einwohner eine braunschweigisch« Ge» m e i n d e bilden. *)Niedersachsen Im Rahmen der Reugliederung de« Reiche«. Im Auftrage des Landesdirektoriums der Provinz Hannooer und im Zusammenwirken mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft zum Studium Niedersachsens E. Ä. bearbeitet von Dr. phil. Kurt Brüning, Prioatdozent der Geographie an der Technischen Hoch- schule Hannover. Weitaus verwickelter liegen jedoch die Verhältnisse im Orte Woltorf. Hier teilen sich nicht nur Braunschweig und Preußen in die Hoheit über Ort und Feldmark, sondern es liegt sogar der in staatsrechtlicher Beziehung möglicherweise einzigartige Fall vor, daß eine gemischte Hocheit(gemeinschaftliche Hoheit) vorhanden ist, das heißt, daß gewisse Flächen zugleich der preußischen und der braunschweigischen Hoheit unterstehen. 62 Proz. der 1160 Hektar großen Gemarkung Woltorf sind preußisch, 31 Proz. braunschweigisch und 7 Proz. sind Stücke gemeinsamer Hoheit. Das Gebiet preußischer Hoheit umfaßt den größeren Teil des Ortes und der Gemarkung(etwa zwei Dritteh. Aber das preußische Gebiet ist selbst wieder in 172 einzelne Stücke(Exklaven) ausgeteilt, die entweder von braunschweigi- schem oder gemeinwirlschaftlichem Gebiet umgeben sind. Die Grenzziehung ist so wirr und unvorteilhaft, daß eine ganze Reihe preußischer(wie auch braunschweigischer) Gebietssplitter durch 4 nur wenige Meter breite Landengen zusammengehalten sind und auf der Karte der Gestalt einer Säge oder dem Rippen- werk eines zerzausten Blattes ähneln. Von den 172 preußischen Gebietsteilen sind 27 mit Häusern bebaut. Die Flurorte „Im Stapeldorfe" und„Im Baumgarten" sind aus einzelnen ganz schmalen Streifen zusammengesetzt. Der Flurort„Im Stapeldorse" (Gesamtbreite 490 Meter) besteht aus 50 einzelnen Parzellen, von denen sich die preußischen zu 12 preußischen Hoheitsgebieten zu- sammensügen. Die Länge dieser Hoheitsgebiete schwankt zwischen 15 0 und 270 Metern, die B r e i t e ist bei einigen nur 9 Meter.—„3m Baumgarten"(Ausdehnung 430X470 Meter) sind die kleinsten preußischen Hoheitsgebiete 3X150 Meter und 7X70 Meter groß. Die größeren Teile dieses Flurortes sind 7X160 Meter." Unsere beiden Karten von Pabstorf und Woltorf, die nach den Meßtischblättern hergestellt sind, versuchen die Verhältnisse darzu» stellen. Die Angaben der Meßtischblätter stimmen jedoch keineswegs mit den grundbuchmäßigen Eintragungen überein. Sie geben auch nur einen ungefähren Begriff, da angesichts des Maß- stabes 1: 25 000 die winzigen Splitter gar mcht in Erscheinung treten können. Rechtsunsicherheit als Folge. Die Folgen dieser Aufsplitterung sind traurig genug:„Daß in der Gemeinde Woltorf in bezug auf Steuer, Jagd und andere Dinge große Rechtsunsicherheit besteht, bedarf wohl keiner be» sonderen Betonung. Selbst die Ortsansässigen kennen sich nicht aus. Die Gebiete gemeinschaftlicher'Hoheit sind im all- gemeinen unbebaut, da diese Grundstücke weder in den braun- schweigischen noch in den preußischen Grundbüchern eingetragen und auch nirgends katastiert sind. Die Eigentumsübert.raguug eines solchen Grundstückes auf Grund einer Auflassung und Än- tragung im Grundbuch, wie es sonst üblich ist, ist in diesen Fällen nicht möglich. Keine Brandkasse übernimmt die Versicherung, so daß es für den betreffenden Privatbesitzer ganz untragbar ist, in einem solchen Grundstück Kapital zu in- vestieren. Nur das Armen- und Spritzenhaus steht auf einer solchen Fläche. Auch ein längs der Eisenbahn entlanglaufender Schutz- streifen fällt in das Gebiet gemeinschaftlicher Hoheit, während der Eisenbahnkörper selbst durchweg preußisch ist." Weiß Braunschweig und schraffiert Preußen. Durch die schwarz markierten Häuser geht die Grenze mitten durch. Das Ergebnis. Die Denkschrift kommt zu folgender Schlußfolgerung: .JXad) all diesen verschiedenen Untersuchungen über die Frage, worauf die heutige politische Zerrissenheit Riedersachsens zurückzuführen ist, kommen wir zu dem Ergebnis, daß sie nicht durch die natürlich-geographischen Verhältnisse. nicht durch das Bedürfnis von Wirtschaft und verkehr, nicht durch die Gruppierung der Bevölkerung oder durch die heutige soziale Struktur, nicht durch Volkstum und Kultur oder Stammeszufammen- hänge bedingt ist, sonder.n daß sie nur als ein Ueberbleibfel einer durch viele Zufälligkeiten beeinflußten dynastisch- territori- alen Entwicklungsgeschichte anzusehen ist." Die Verfasser der Denkschrift wundern sich darüber, daß das deutsche Volk nicht an eine gründliche politische Flur- bereinigung geht, obwohl seit dem Verschwinden der i Y n a st i e n die inneren Grenzen nur noch traditionellen Wert haben, und keine Rücksicht auf das Wohl einzelner Fürsten- Häuser genommen zu werden brauche. Wir wundern uns auch— und die West lacht! (8. Fortsetzung.) Valentin, jung wie er war, hatte inzwischen verschiedene Lieb- schaften angebandelt und hatte gar keine Zeit, in der Kaserne zu ubernachten. Ich schlief sehr unruhig in meinezn schönen Bett, denn der Gedanke wich nicht von mir, daß der Vize morgens die Betten untersuchen werde. In der vierten Morgenstunde kleidete ich mich an, sagte meiner Mutter Bescheid und lief in die Kaserne. Die Kameraden schliefen noch. Kaum hatte ich mich mit der Uniform auf meine Pritsche gelegt, die Decke bis zum Halse herauf- gezogen, da kam der Vize mit einem nichtberliner Unteroffizier und revidierte. Es war das zweitemal in vier Tagen. Ich legt« mich auf die Seite und blinzelte zum Vize hinüber. Mit Argus- äugen übersah er die Schläfer, trat an mein« Pritsche, konstatierte, da.ß Ich schlief, und lief zu den Nebenbetten, in denen die Berliner Kameraden schlafen sollten. Er riß die Spaten zur Seite und kam , in Wut. „Unteroffizier vom Dienst, Sie haben doch gestern nachgesehen, ob alle Mannschaften hier sind?" „Jawohl, Herr Feldwebel I" „Da haben Sie falsch nachgesehenl" „Bei dem schlechten Licht, Herr Feldwebel..." „Ich verlange gewissenhaften Dienst, verstehen Sie mich!?" „Jawohl, Herr Feldwebel!" Der Vize lief wie ein wildes Pferd in den engen Gängen des Saales herum. „So«ine Gemeinheit!" rief er ein über das andere Mal. Der Unteroffizier stand da und wußte nichts zu sagen. Endlich stellte der Vize seinen stürmischen Spaziergang ein und trat vor den eingeschüchterten Unteroffizier. „Sie passen auf, bis die Kerls kommen, und melden Sie mir sofort! Verstanden, Unteroffizier?" „Jawohl, Herr Feldwebel!" Der Gewaltige verschwand. Der Unteroffizier stand an Valentins Pritsche gelehnt und wartete auf die Missetäter. Es dauerte nicht lang«, da hörte ich Poltern. Auf leisen Söhlen kam�n die sechs Kameraden, Valentin an der Spitze, in den Saal. Ja, nun waren sie da, und Valentin sah verwundert auf den Unteroffizier. Der brüllte ihn an:„Wo haben Sie sich diese Nacht herumgetrieben?" „Ich habe mich nicht herumgetrieben. Meine Eltern wohnen in Moabit und ich habe bei ihnen geschlafen!" „Herumgetrieben haben Sie sich!" „Das ist nicht wahr!" brauste Valentin auf. Der Unteroffizier hatte so gebrüllt, daß alle Kameraden wach .wurden und neugierig aus die Gruppe sahen. Der tieine Dicke und ein anderer wollten sich in ihre Betten verdrücken. „Hierher!... Verstehen Sie schlecht?... Sie... ja Sie meine ich! So eine Saubande, die Nacht nicht hier sein und sich dann noch drücken wollen!" Durch den Lärm herbeigelockt, kam der Vize aus seinem Ka- binett. Der Gruppe kaum ansichtig brüllt« er: „So eine Frechheit, die Nächte aus der Kaserne zu bleiben!— Wie viele Tage geht das schon?" er tippte auf Valentins Brust. Der überlegt« nicht lange, sondern gab eine kaltschneuzige Antwort. „Das ist mir egal, ob Sie Berliner sind, Sie haben hier zu schlafen! Drei Tage Arrest! Werde Sie dem Leutnant melden! Unterossizier, führen Sie den Mann ab.--- Und Sie," wandte er sich an die fünf anderen Verbrecher. Die standen voller Furcht da, und keiner sagt« ein Wort. Der kleine Dicke, der sonst immer«in so großes Maulwert hatte, stand bleich da und ließ sich von dem Vize herunterputzen. All der Groll, den er gegen uns Alte hegte, seitdem er in Straßburg mit uns zusammen war, entlud sich. Ich mußte lachen, und mein Lachen mußte wohl sehr laut ge- wesen sein, denn der Vize drehte sich nach mir um und rief: „Warum lachen Sie?" „Wie meinen Herr Feldwebel?" fragte ich höhnisch. „Warum Sie lachen? He?!" Ich richtete mich in der Pritsche hoch „Ich mußte lachen, Herr Feldwebel..." „So... so... Und Uniform haben Sie auch noch an...? Sie haben wohl auch auswärts geschlafen?" „Wie meinen Herr Feldwebel?" Ich wurde liebenswürdiger, denn ich merkte, worauf er hinaus wollte. „Kerl, stehen Sie auf, wenn ich mit Ihnen rede!" Mit etwas gemachter Umständlichkeit und sehr langsam klettert« ich aus d?m Bett. Der Vize hatte die Fünf ganz vergessen. Er schäumte vor Wut. „Und Stiefel haben Sie auch noch an?" „Jawohl, Herr Feldwebel." „Und da wollen Sie hier geschlafen haben?!" „Jawohl, Herr Feldwebel." „Unerhörte Frechheit!" „Ist keine Frechheit. Herr Feldwebel haben mich hier schlafend angetroffen" „In voller Monlur schläft man nicht, Sie... Sie...!" „Pionier Seemann, Herr Feldwebel." „Halten Sie das Maul und warten Sie, bis Sie gefragt werden!" „Jawohl, Herr Feldwebel." „Alfo Sie wollen hier gewesen sein... Hm... Schade, daß ich Sie nicht geschnappt habe! Weil Sie in Uniform geschlafen haben, bestraf« ich Sie mit einer Stunde Nachexerzieren!" „Leute, die im Feld« waren, schlafen immer in Uniform. Herr Feldwebel," sagt« ich und legte auf dos Wort:„im Felde" den größten Nachdruck. Der Vize kam auf mich zu, als wenn er mich schlagen wolle. Ich stand in strammer Haltung wie ein« Söul« und wartete nur aus den Schlag. Auch in mir bäumt« sich die Wut, weil ich eine Stunde nachererzieren sollt«. Der Vize schnappte den Mund auf und zu wie ein Hecht auf dem Land«, schlug aber nicht. Er sah mich haßerfüllt an. Seine Augen fanden di« meinen. Er las darin allerhand. „Wegtreten!" kommandiert« er kurz. In den nächsten Tagen, es waren im ganzen noch drei, schlief ich in der Kaserne. Der Vize wacht« mit Argusaugen darüber, daß alle Schäfchen da waren. Als wir Sonnabendabend einrückten, standen Minenwerfer jeglicher Art auf dem Hof. Da wußten wir, daß das Martyrium wieder begann. Kaum hatten wir di« Abendration empfangen, hieß es antreten, und uns wurde verkündet, daß wir am Sonntag- morgen um neun Uhr ins Feld fahren. Ich pfefferte meinen Tornister in di« Ecke und lief nach Hause. Ich hatte mit meiner Braut einen Sonntagnachmittagsausflug ver- abredet, da herrliches Wetter war. Später, als ich wieder im Dreck saß, gereut« es mich, mit der Kompagnie gefahren zu sein. Ich hätte ja nachfahren können wie die drei Unteroffiziere, di« so be- trunken waren, daß sie den Zug nicht besteigen konnten. Es dauerte drei Stunden, bis Bagagewagen, Mordmaschinen und Pferbe verladen waren. Endlich, nach 11 Uhr vormittags, kam der Kompagmeführer, und die traurige Fahrt nach dem Westen be- gann. Ich saß mit Vallenttn in einem CoupS. Kurz vor Abgang des Zuges hatten ihn zwei Wachtsoldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr vom Arrefthaus direkt in das Coupe gebracht. Cr durfte seine Eltern, die auf der Verladerampe warteten, nicht sprechen. Ein Wachtposten übergab ihm die Pakete seiner Mutter. Wir sahen dann bei der Abfahrt, daß seine Mutter weinend den Rückweg mit dem Vater und einem jungen Mädchen antrat. Gierenz. Nach endloser Fahrt kamen wir in Sierenz, unweit Mülhausen im Elsaß, an. Sierenz gleicht einem gut bürgerlichen Villenort im Baustil der achtziger Jahre. Das Oertchen machte auf uns einen freund- lichen Eindruck, zumal die bergigen Straßen die Anfänge der Vo- gesen ankündigten. Kam man an den Ausgang des Dorfes, so hatte man zwei Bauten vor sich, deren Anblick überraschte. Der eine war die katholische Kirche, während der andere, in byzanttni, schem Stil gehalten, die Synagoge darstellte. Das war mir sonder- bar, doch ich habe während unseres fünfwöchigen Aufenthalts des Rätsels Lösung nicht gefunden. Wir wurden in den zum Teil leerstehenden Villen einquartiert. Das Städtchen liegt hart an der ehemaligen Grenze und viele Be- wohner waren geflüchtet. Wir Berliner waren dem leichten Minen- werferzug zugeteilt worden. Darum kamen wir in ein« leerstehende Villa zusammen in die Quartiere. Wir machten sie uns sauber und haben hier immer darauf geHallen, nicht wie die Schweine zu leben. Ich gehörte mit Vallenttn und den anderen, die wir in Straßburg in der Vierten waren, der ersten Korporalschast des Zuges an. Wir erhielten einen Unteroffizier als Korporalschaftsführer, der ein Mann über die Vierzig hinaus, Südeutscher aus Frankfurt o. M, Familienvater und von ruppigem, schmutzigem Aussehen war. Er hieß Vater und wurde in der Folgezeit auch unser Vater. In der Frühe des dritten Tages mußten wir in Paradeaufstel- lung antreten, da wir unserem neuen Kompagmeführer vorgestellt werden sollten. Der hohe Herr schritt die Kompagnie ab. Er war ein gewöhnlicher Leutnant, der vom württembergischen Generalstab kam. Auf seiner Brust prangte das E. K. 1. Klasie. Gleichzeitig mit ihm waren ein etatsmäßiger Feldwebel, der nun die Kompagnie führte, auch ein Württemberger, und zwei Feldwebelleutnants ge- kommen. Nun hatte die Kompagnie die vorschriftsmäßige Stärke an Offizieren. Noch am selben Tage erhielten wir Achselstücke, die wir uns selbst ausnähen mußten. Auf den Lappen stand:?>l. Kl. 219, Minen- werfcr-Kompagnie Nr. 219. Da die Leute nicht ohne Dienst leben können, es geht nun einmal nicht anders beim Militär, so sing der Kompagmeführer forsch damit an. Des Morgens von 6 bis 7 Uhr wurde eine Jnstruktionsstunde abgehalten, bei der wir älteren ge- wöhnlich einschliefen. Hinter der Schreibstube lag ein höheres Plateau. Hier wurde exerziert. Das war ein gebundener, unschöner Dienst, zumal es wieder frostig geworden war. Mit Eintritt des Kompagnieführers in die Kompagnie wurde manches schlechter. Die drei Unteroffiziere, die bei der Abfahrt von Berlin betrunken gewesen waren, bekamen drei Tage Arrest. Mein Korporalschaftssührer Vater war unter ihnen. Aber da in Sierenz auch Fronttruppen vom Hartmannsweilerkopf lagen und diese In- fanteristen auch nur Menschen von Fleisch und Blut waren, so gab es viele Uebeltäter, die darauf warteten, in dem einzigen Arrest- haus von Sierenz ihre drei Tage abzumachen. Das Essen wurde schlechter, obwohl wir im Operationsgebiet standen und volle Feldkost verlangen durften. Aber schlimmer war, daß wir nicht die Wahrheit an unsere Lieben daheim-schreiben durften. Es lag der Befehl vor, nur Postkarten zu senden. Das war mir sehr zuwider und einmal schrieb ich denn doch einen Brief. Ich hatte Tags vorher auf dem Hochplateau, wo unsere.Minenwerfer standen, Wache. In der stillen, frostigen Nacht kamen mir allerlei Gedanken in den Sinn. Ich sah von oben herab auf das schlafende Sierenz und �ie beiden Kirchen, die mir gegenüber in erhabener Ruhe dastanden, als gäbe es kennen Krieg und kein Mar- den. Ich hört« das furchtbare Hämmern der Geschütze am Hart- mannsweilerkopf, fühlte, wie unter meinen Füßen die Erde bebte und dachte und sann. Da tauchte in mir das Bild auf, wie diese beiden Kirchen doch Apostel des Friedens wären, daß ihre Jünger, die Priester, täglich von Liebe zum Nächsten, von Frieden und davon redeten, daß der Mensch ßas heiligste, ja höchste Geschöpf Gottes ist. Wie kam es, daß nun Krieg war? Strahlten denn nicht diese zwei Kirchen und die tausende anderen das Licht des Friedens aus? Waren sie nicht zu dem Zwecke von Menschenhand erschaffen worden? Ich beschloß, nach meiner Ablösung einen Brief an meine Braut zu schreiben. Sie kannte meine Gedanken und würde den Brief aufheben. Zwei Stunden schrieb ich an diesem Brief und trat dann wieder meine Wache an. Wieder lief ich auf dem Plateau umher, wieder stand ich und starrte die Kirchen an. Sie zogen mich förmlich an. Und ich hätte am liebsten die Kirchendiener gerufen, damit sie mir die Gotteshäuser ausschlösien und ich vor die Altäre treten könnt«, um dort meine Fragen zu wiederholen.(Forts, folgt.) WAS DER TAG BRINGT. ........................................................................................................................................................................... Der Begründer der Heilsarmee, Am 10. April war es 100 Jahre her, daß William Booth, der Begründer der Heilsarmee, in Nothingham geboren wurde. Er wurde in der englischen Staatskirche erzogen, wurde aber bereits im Jahre 1811 Methodist und trat im Jahre 18S0 in den Dienst der neuen Methodistenvereinigung In London. Von nun an wirkte er 11 Jahr« als methodistischer Pfarrer in London und anderen Städten und im Jahre 1866 gründete er die„Christliche Mission", aus der sich später im Jahre 1378 di« Heilsarmee entwickelle. Am 6. Juli 1866 begann er mit seinem großen Werbungswerk im Osten Londons, und zwar auf eine Einladung der Redaktion der„Christian". Nach seinen eigenen Worten ahnte William Booth im Jahre 1866, als er seinen Feldzug in Withechapel begann, nichts von der Grün- dung einer neuen Religionsgemeinschaft, sondern er wies sogar die Bekehrten den Ortskirchen zu. Erst langsam faßt« er den Beschluß, seine Anhänger in kleine Gemeinden zu gliedern, und im Oktober 1877 nannte er bei einer Zusammenkunft mit seinem Sohne Brom- well und Railton sein Unternehmen die„Heilsarmee". Im No, vember 1878 wurden die ersten Uniformen getragen, und die später berühmt gewordenen„Halleluja-Hllte" erschienen zum erstenmal. Booth selbst ernannt« sich zum General, und in der Oueen-Viktoria- Street zu London wurde das Internationale Hauptquartier auf- geschlagen. Seit 1866 war er verheiratet mit Katharaine Mumsord. Er starb am 20. August 1912 in London. ttreitss, 19. April. Berlin. 16.00 Prot. Dr. A. Timpc: Aus den Kinderlahren der Mathematik. 16.30 Unterhaltungstnusik der Kapelle Emil Roosz. 18.00 Dipl.-Ine. zur Nedden: Die Bedeutung des Qases im Rahmen der deutschen Enersie. and Wärme-Wirtschaft. 18.35 W. Prledländer: Vom internationalen Hockeysport. 19.00 Dr. Matthias Sommer; Spazlerzans bei Buckow. 19.30 Prof. Dr. phil. et med. Max Dessoir: Der Beruf de» Hochichullehrers. 20.00 Lieder von Löwe.(Fritz Dilttbernd, Bariton, Am Flügel: Bruno Seidler- Winkler.) 20.30 Dr. Fritz Klein; Mussolini und Betblen. 21.00 Abenduntcrhaltunz. Mitw.; Lore Braun, Theodor Loos. Konlsswusterhausen. 16.00 Dr. Bruno Klopfer: Die heilptdazoziscben Veranstaltungen de» Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht. 1929. 16.30 Stud.-Rat Dipl.-Inz. Müller: Wie entsteht Papier? 18.00 Relchsminister a. D. Dr. Dernbnrg: Die Ergebnisse der Pariser Reparationskonferenz. 18.30 Englisch für Fortgeschrittene. 18.55 Mm.-Rat Prof. Woldt: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiters Technische Betriebskunde. 19.20 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzto. 21.00 Aus der Philharmonie: L. van Beethoven: Sinfonie Nr. 3(Eroica) Es-Dur, op. 55.(Hamburger Philharmonisches Orchester, Dirigent: Generalmusikdirektor Dr. Karl Muck.) 22.d3-23.15 Bildfnnkvesnche. Das trichinenfreie Brautpaar. Der Bürgermeister des Dörfchens Z. im Maingau ist zu gleicher Zeit Fleischbeschauer. Er hatte aber auch das Pech, kurzsichtig zu sein. So kam es mitunter vor, daß an Stelle des Arbeitslosen- stempels der diesem ähnlich sehende Fleischbeschauerstempel auf.die Erwerbslosenkarte geriet und dadurch die Arbeitslosen für gesund und trichinenfrei erklärte. Und eines Tages, als sich ein junges Paar kirchlich trauen lassen wollte und mit dem standesamtlichen Trauschein beim Pfarrer erschien, stellte sich heraus, daß die Trauung nicht voll- zogen werden tonnte, weil statt des amtlichen Stempels dos Signum „trichinenfrei" auf dem Schein prangte. Wieviele Bücher wurden 1928 gedruckt? Im Jahre 1928 wurden von deutschen Verlagen an Neuerschei- nungen und Neuauflagen 27 791 Werte herausgebrocht(gegenüber 31 926 in 1927 und 28 182 in 1913). Darunter befanden sich 22 961 Neuerscheinungen, unter denen an erster Stelle die Bellestristik mit 1191 Werken rangiert. Auf die Technik entfallen 1697 Werte, auf di« Jurisprudenz 1662. Dem Theater, dem Tanz und der Musik' sind 676, der Kunst und dem Kunstgewerbe 668 Werke gewidmet. Von den 1177 Uebersetzungen aus fremden Sprachen stammen 512 aus dem Englischen, 288 aus dem Französischen und— dank der vielen Tolstoi-Neuauflagen— 176 aus dem Russischen. Verkehrsordnung für Elefanten. Auf Ceylon hat eine Verfügung der Polizei Aufsehen erregt, die bestimmt, daß Elefanten, die dem Transport auf den Land- straßen dienen, nachts beleuchtet werden müssen. Di« vierbeinigen Lastenträger bildeten nämlich eine ständige Gefahr für den Auto- mobilverkehr zwischen den beiden Städten Colombo und Candy, da ihnen bei ihrer schaukelnden Gangart schwer auszuweichen war. Die Verfügung besagt, daß ein Elefant vorn am Kops ein weißes Lichl und hinten über dem Schwanz ein rotes Licht zu tragen habe. Das neue Alphabeth in der Türkei. Um die Einführung der Lateinschrift für die türkische Sprache durchzusetzen, hat die türkisch« Regierung an allen Orten National- schulen eingerichtet, deren Besuch für alle Staatsbürger obligatorisch ist. Wie die türkischen Provinzialbehörden. die Wilajets. jedoch festgestellt haben, bleibt immer noch ein Teil der Bevölkerung den Nationalschulen fern. Nach einer neuen Bekanntmachung in tür- tischen Blättern wollen die Behörden scharf durchgreifen und nach Beendigung der Kurse in den Notionalschulen gegen alle, die nicht durch ein Zeugnis den Besuch der Nationalschulen nachweisen, mit Strafmandaten vorgehen. Wedekind saß einmal mit einigen Literaten im Cafe Stephani. Sie hotten alle kein Geld und ließen deshalb die Köpf« hängen. Da konimt Justizrat Rosenthal, der sich gern mit Journalisten und Literaten sehen ließ. Er ahnte die Not, griss in die Westentasche und sagt« nobel: „Meine Herren, Sie waren so liebenswürdig, mir kürzlich jeder 19 Mark zu leihen. Ich freue mich, sie Ihnen heute zurückgeben zu können", und legte jedem 19 Mark auf den Tisch. Da stand Frank Wedekind auf und sagte mit eisernem Gesicht: „Verzeihung, Herr Justizrat, von mir hatten Sie sich doch 29 Mark geliehen!" �Jh�rtzjrioloJflLel „Sport und Partei. €€ Reichstagsabgeordneter Schreck spricht vor Arbeitersportlern. Bor den Arbeitcrsportlern, di« Mitglieder der Sozialdemo. krotischen Partei sind, reserierte gestern abend im Gewerkschastshaus Reichstagsabgeordneter Genosse Schreck- Bielefeld über das Thema „Sport und Partei". Die Versammlung eröffnete Genosse Künstler mit dem Hinweis, daß hei den K o n> m u n a l w a h l e n die Arbeitersportler gemeinsam mit der Sozialdemokratischen Partei für eine Stärkung des Machteinslusses der Sozialdemokratie im Stadt- Parlament kämpfen müssen. Der Referent führte dann zum Thema des Tages folgendes aus: Die Arbeiter-Sportbewegung hat sich von einer kleinen Truppe zu der riesigen Organisation, di« sie heute darstellt, heraufarbeiten müssen. Sie hat selbst in der Arbeiterschaft viele Wiederstände über- winden müssen, ein Teil der Arbeiterbewegung hat den Sport und die Kulturbewegung für überflüssig gehalten. Menschen, die unter Rot und Sorgen leben, können keine guten Klassenkämpser sein, wenn sie nicht gleichzeitig den Geist entwickeln. In den neunziger Sahren, als die Arbeiter begannen sich in Arbeitersportvereinen zu sammeln, mußten sie das große Opfer auf sich nehmen, auf einen geregelten Sportbetrieb zu verzichten. Sie haben sich trotzdem von ihrer Auf- gab« nicht abbringen lasten. Das war eine gute Tat. Damals haben die Sportler schon gezeigt, daß sie Solidarität üben können, daß sie in geschlossener Front kämpfen könnet,. Sie haben zusammen- gestanden und gezeigt, daß sie gute Sozialisten sind. Mit den Pfennigen der Habenichts« wurden di« ersten Geräte geschafft, mit zufamknengekratzten Mitteln wurden die ersten Sportplätze ge- mietet. Don Saal zu Saal wurden di« Sportler gehetzt, überall konnten sie nur mit primitiver Ausstattung ihren Betrieb durchführen. Die körperliche Ertüchtigung ist Voraussetzung zur gesunden Entwicklung der geistigen Kräfte, ist Mithilfe zur Erkenntnis der soziali- stischen Ziele. In den Arbeitersportvereinen wird darauf gesehen, daß der Körper geschult ist, aber nicht, um militärische Parolen be- folgen zu können: Der Arbeitersportler unterordnet sich aus freier Disziplin. Er will in freier Mitarbeit tätig sein in der sozialistischen Bewegung. Die Menschen, di« über ihren Körper Herr geworden sind, können auch geistige Hemmungen leichter beseitigen. Die Arbeitersportbewegung ist heute eine Massenorganisation. 1 200 000 Männer und Frauen sammelt sie in ihrer festgefügten Organisation und es ist klar, daß eine solche Masse für den sozialistischen Kampf mit ausschlaggebend ist. Ungeheure Werte sind von ihnen geschaffen worden. Denken wir nur an dos Bundeshaus in Leipzig, das Radfahrhaus in Offenbach oder an di« 300 Unterkunftshütten der Naturfreunde. Di« Heime, Geräte und sonstigen Einrichtungen repräsentieren sicher einen Wert von CO bis SO Millionen Mark. All das ist mühselig aufgebaut aus Arbeitergroschen. Zeigt sich nicht schon allein hierin«in« Opfer» Willigkeit, der Bewegung zu dienen, dem großen sozialistischen Ziel Untertan zu sein. Gewiß ist in der Republik die Arbeitersport» bewegung auch von Gemeinden, Ländern und vom Reich unterstützt worden. Aber immer noch wird versucht, die bürgerlichen Dereine vorzuziehen. Das zu ändern, ist nur möglich, wenn Sozialdemo- kraten in de» Gemeinden die Macht dazu haben. Die Arbeiter- fportler sind Glieder der sozialistischen Bewegung, sie müssen b e i den kommenden K o m m u n a l w a h l e n der Sozial- demotratie helfen, in den Parlamenten an Macht zu ge- Winnen.« Wir wollen den einzelnen ertüchtigen, denn im sozialistischen Kampf brauchen wir energiegestählte Menschen. Der Sozialismus fordert auch vom Einzelmenschen erhöht« Leistungen. Die sozialen Handlungen gehen von Einzelindioidien aus und nicht von einer iormlosen Masse. Für den Kampf der Arbeiterklasse brauchen wir robust« und ausdauernde Kampsnaturen. Die Arbeitersportbewegung sieht ihre größte Aufgabe in der Heranbildung von Kampfnaturen für die sozialistischen Organisationen! An den Vortrog schloß sich ein« kurze Diskussion. A. S. Anfahren der Wassersportvereine. Der Ruderbezirt der Freien Turnerschafi Groß-Berlin be» geht am kommenden Sonntag sein diesjähriges Anrudern durch ein« gemeinsame Fahrt nach dem Restaurant Ahlbeck. Im Anschluß hieran findet um 17 Uhr im Bootshause Niederschöneweide. Berliner Straße 97/98, die Weihe eines neuen Doppelvierers statt. Ein weiterer Riemenoierer ist im Bau und wird in einigen Wochen den Mitgliedern zur Benutzung übergeben werden Um die weitest- gehend« Grundtag« für eine gesunde Aufwärtsentwicklung des Be- zirks zu schaffen, soll auch in diesem Jahre noch ein vereinseigenes Bootshaus erstehen. Für Boot-besiger sind noch Bootsständ« frei, auch werden noch Mitglieder sowohl in der Männer- wie in der neugegründeten Frauenabteilung aufgenommen. Die Ausbildung er- folgt zunächst noch in der geschlossenen Ruderanlage des Rudcrvereins „Vorwärts". Mit dem Eintritt der wärmeren Jahreszeit wird sich jedoch dann das gewohnte rege sportliche Leben aus dem Wasser ent- falten. Anschrift: Oskar Noack, Neukölln, Nogatftr. 46. * Der Deutsche Wassersportoerband, die Spitzen- organisation der republikanischen Wassersportvereine, veranstaltet am 28. d. M. sein diesjähriges Zlnfahren. Die östlichen Dereine treffen sich um 12 Uhr in Neu-Ahlbeck; die westlichen Vereine sammeln sich um 11 Uhr im Klubhasen des Saatwinkeler Segelklubs„Odin"- Saatwinkel, um gemeinsam nach Tegelort zu fahren. Die Geschäfts- stelle des Deutschen Wassersportverbandes ist nach Berlin S. IC, Alte Iakobstr. 79(Tel. Merkur C79C) verlegt worden. Solidarität-Straßenrennen. Start am Sonntag in Staaken. Die Rennfahrer der bundestreuen Ortsgruppe Berlin im Arbeiterrad- und Kraftfahrerbund„Solidarität" haben am kom- Menden Sonntag ihr diesjähriges zweites Straßenrennen. Start und Ziel befinden sich in Staaken, Königstraße, am Kilometer- stein 20. Die Fahrt geht von Staaken über Däberitz, Dyrotz, Wuster- mark nach Nauen, wo der Wendepunkt sich befindet, und von hier wieder zurück nach Staaten. Das Rennen ist eine Mannschaftsprllfung, zwei Fahrer bilden eine Mannschaft, die geschlossen fahren und auch geschlossen das Ziel und den Wendepunkt passieren muß. Auf den Ausgang dieses Ren- nens darf man mit Recht gespannt sein, da außer Berliner Paarun- gen auch Wilmersdorf und Charlottenburg am Start erscheinen werden. Voraussichtlich dürfte wohl Charlottenburg sich als Sieger placieren, da die Fahrer dieser Abteilung schon in Dresden anläßlich der Gaubundmeisterschaften als Sieger hervorgingen, doch wurde ihnen auf Grund eines Protestes der erste Platz genommen. Sie werden daher alles daran setzen, um zu zeigen, daß sie wirklich etwas können. Es ist auch mit Wilmersdorf sehr stark zu rechnen, so daß di« Berliner Abtleiung sich tüchtig anstrengen muß, um gegen dies« starke Konkurrenz sich zu behaupten. Das Rennen geht über C2 Kilometer. Der'Start erfolgt um Oi Uhr früh. Alle Rennfahrer sowie Ordner und Techniker müssen bis 5J Uhr früh im Umkleidelokal von Schmidt, Staaken, Königstr. 11, zur Stelle sein. S a m m e l st a r t um Vi5 Uhr früh am Knie, Charlottenburg, von dort gemeinsame Fahrt aller Teilnehmer und Helfer nach Staaken zum Start. * Zur Belehrung der Radfahrer veranstaltet die Verkehrswacht Aerlin-Vrandenburg unter Mitwirkung der Behörden in Berlin vom 0. bis 12. Mai eine sogenannte„Radfahrerwoche". Die Durchfüh» rung dieser im Interesse der Allgemeinheit liegenden Venmftaltnng ähnelt der im Januar stattgefundenen„Fußgängerwoche". Hartkopp fordert Müller. Um die Haibschwergcwichtsmeistersdiatt. Der Berliner H albschwer gewichtsboxer Helmuth Harttopp hat auf Grund seiner letzten großen Erfolge den derzeitigen Titel» Halter Hein Müller- Köln zum Kampf um die deutsche Halb- scbwergewichtsmeisterschast herausgefordert. Unter dem 13. April ist die Herausforderung von der Boxsportbehörde als berechtigt aner- könnt worden, so daß der Kampf bestimmungsgemäß bis zum 15. Juli stattzufinden hat._ Lichtenberg II JXffiB. Allen Mitgliedern und Interessenten zur Kenntnis, daß das Serienwettspiel unserer ersten Mannschaft gegen Eiche-Köpenick auf dein Platz in der Hauffstraße um 15fc! Uhr stattfindet. Vorher, ab 13 Uhr, spielt die Jugend gegen Caputh und die zweite Mannschaft gegen Lichtenberg I zweite Mannschaft. Arbeiter-Radsahrerverein Groß-Berlin. Sonntag, 21. April, 7 Uhr, Uetzdorf, Liepnitzse«. 13 Uhr Röntgenthal, Merwolfstraße. Start: Waldemarstraße, Ecke Mariannenplatz. Gäste willkommen. HC# Die Gladiatoren Mussolinis. Es gibt doch immer noch Steige rungen im nationalen Sport. Womit bewiesen ist, daß der alte Ben Akiba doch Unrecht hat. Was die Fußballhelden Mussolinis nach dem Spiele mit Oesterreich, wobei sie eine blamable Niederlage erlitten, an pöbelhaftem Benehmen sich geleistet haben, das ist wirklich noch nicht dagewesen. Man ist an bubenhafter Beschimpfung anderer Völker durch die Presse des faschistischen Italiens manches gewöhnt, aber dieser Grad von bübischer Frechheit bedeutet doch einen Gipfel. Weil die verwöhnten und verhätschellen Fußballjünglinge, denen ihr Erfolg in Amsterdam ossenbor zu Kopf gestiegen ist, die Wiener Rivalen nicht bezwingen konnten, be- schimpft die Faschistenpresse das österreichische Volk in so gemeiner Art, daß einem zivilisierten Menschen die Sckiamröte ins Gesicht steigt. Selbst mit Krieg drohen die Soldschreiber Mussolinis dem wehrlosen Oesterreich. Solche Blüten kann der Sport nur unter der faschistischen Diktatur über ein seiner selbst nicht mehr mächtiges Volk treiben. Es ist weit gekommen mit diesem einst so stolzen Volke, das sich rühmt, das Mutterland des Humanismus zu sein. Bezeichnend ist, daß der bürgerliche Sport dieses schändliche Benehmen fast un gerügt hinnimmt. Die Herrschaften lassen es sich sogar bieten, daß die faschistischen Schimpf- bokde noch mit dem Austritt aus der bürgerlichen Fußballinter- nationale(FIFA.) drohen, weil sie sich von Oesterreich beleidigt fühlen. Jämmerlinge! Nächstens hat nun?ine deutsche Mannschaft in Italien zu spielen. Diese Mannschaft soll fest entschlossen sein, von vornherein auf einen Sieg zu verzichten, um wenigstens wieder lebendig über die Grenze zu kommen. Wie wäre es, bei Mussolini um freies Geleit nachzusuchen? * Konkurrenzneid? Das Völkchen vom Bubikopf macht sich nun auch im Sport so breit, daß es den Herren der Schöpfung im bürgerlichen Sport angst und bange wird. Besonders Aengstliche haben sich an das internationale olympische Komitee mit dem An- trage gewandt, die Frauen von der aktive n.T e i l n a h m e an den Olympiaden auszuschließen. Begründung: Es schickt sich nicht! Der Wettkampf soll den Anschauungen einiger Völker vom Frauemdeal zuwiderlaufen(Amerika, England). Den Antrag hat sonderbarerweise Finnland gestellt, von dem man an- nehmen konnte, daß es auf sportlichem Gebiet weniger rückständig sei. Der eigentliche Grund dürste Konkurrenzneid sein; die Herr- schaften fürchten für ihren sportlichen Ruhm. Es dürste dem bürger- lichen schwachen Geschlecht ein Leichtes sein, diesen Angriff seiner aufbegehrenden Sklaven abzuschlagen. 4- Lieb' Vaterland, kannst ruhig sein! In Schleswig-Holstein, allwo die Bauern sich„sportlich" gegen die Finanzämter betätigen, hat die Lehrerkammer eine zeitgemäße Entschließung gefaßt, in der es heißt, daß„die zu starke Betonung der sogenannten Nebenfächer Turnen, Singen, Zeichnen usw. eine Beeinträchtigung des Kirn- Unterrichts der Schule bedeute". Natürlich! Die Schule hat nicht Zeit, die Bauernlümmel zu lehren, daß sie von Gottes und Rechts wegen der Obrigkeit zu gehorchen haben. Es gibt viel zu wenig Religionsunterricht auf dem Lande. Und daran ist nur der Sport schuld! «rbeiter-Rad- u. Rtaftfaiwt-Stanb„D»lid«ritiit, Srtsgt. Berlin. 1. Abt.! Goairtag, 21 April, 4 Uhr, Eiraben rennen Nauen: l? Uhr Saalwinlcl. Start vitlowstr. ZS.— I. Abt.! Sonntag, 21. April, 7 Uhr BMec: Vi Uhr Sahen» flieh. Start Dieffenbachstr. SS.— S. Abt.: Sonntag, 21. April, 15 Uhr Nauen; 12 Uhr PIchelswerbcr. Start Landsberger Platz.— i>. Abt.: Sonntag, 21. April. 8 Uhr, goltenhagen. Start Stolpische Str. Z«, Arnimplatz.— >. Abt.: Sonntag, 21. April, 7 Uhr, Echbnwalde— Oranienburg— Birleiuoerder; 13 Uhr Birkenwcrdcr. Start Triftstr. 83.— Ortsgruppe Sharlottenburg: Sonn- tag. 21. April, 13 Uhr, Mtlhlenbeck— Sumt. Start»anal- Ecke Wilmersdorf«: Strohe.— Ortsgruppe SchSueberg: Sonntag, 2l. April, 8 Uhr, Riidersdorfer Raltberge. Start Äigge, Stubenrauchftr. 8.— Ortsgruppe Reulöllu: Sonntag, 21. April, 3 Uhr, Liepnitzfee. Start Hohcnzollcrnplatz.— Ortsgruppe Treptow-Bauuilchulenioeg! Sonntag, 21. April, 8 Uhr. Braunsdorf— gang- schleuse. Start Bhf. Baumschulcnrveg.— Ortsgruppe Oberschöneweid«:'Sonn- tag, 21. April, 7 Uhr, Wendisch-Buchholz. 13 Uhr Waltcr-dorf.— Ortsgruppe Räpeni«! Sonntag. 21. April, 13Z4 Uhr. DIantcnfelte. Start.qöllnischer Platz. — Ortsgruppe Lichtenberg: Sonntag, 21. April, 7 Uhr. 1. Abt. Radfahrer: Werneuchen Start Sudbring, Alt-ffriedrichsfelde.— Ortsgruppe ftoulsdorf: Sonnabenb, 20. April, 20 Uhr, Sitzung bei Eschrich. Tour dortsclbst.— Ort,- grupp« Weihenscr-Heiurrsdors: ssreitag, 10. April, 20 Uhr, Sitzuno bei Pohl- mann, Weißensee, Langhansstr. 102.«onntag, 21. April, l'h Uhr. Werneuchrn Start Langhans. Ecke Eocthestraßc.— Motorfohrcr. Kauobmann: Ernst Lcmie, O. 17, Laskerstr. 2. Ortsgruppe Berlin. 12. Abt.: Sonntag, 21. April. 9 Uhr, Nauen. Start Schlefisches Tor.— Ortsgruppe«culölln: Sonntag. 21, April. 9 Uhr, Lohcn�ollernplatz.— Ortsgruppe Lichtenberg, 2. Abt.: Sonn» tag. 21. April, 7 Uhr, Werneuchen. Start Sudbring, Alt-griedrichsselde 96.— Start stlr die Heller>u» Neunen Staaken— Nauen ain 21. April, 8 Uhr, am Straßenbahnhof Epandauer Straße, Ecke Sophie-ChaNotte-Ctraße. Motorfahrer ebenfalls dort. Kreie Turuerfchaft«Sroß-Berli», Bezirk Eharlottenburg. Sonnabend, 20 Uhr, bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Mitgliederversammlung aller Ab. teilungen. Aufnahme neuer Mitglieder in cher Versammlung. Ruderverri».Borwärt», e. V. Sonntag, 21. April, Anrudern nach Neu» Heringsdorf. Vorstandssitzung Dienotag, 23. April, 20 Uhr, im Bootshaus., Z-ächfte Mitgliederversammlung Donneretag, 2. Mai. Tenuie.Rot Sroß-Berlin. Die Nllrnbcrg.Fahrer trainieren Sonntag vormittag und nachmittag im Stadion Lichtenberg. Anfang 8 Uhr. Freie Turnerfchast Sroß-Berli». Abt. Britz. Sonnabend, 20. April, 191h Uhr, Jugendheim Rathaus Britz, Cl>aussccstraße, Mitglicderversammluna. Parteifreunde, Gewerischastskollegen, besonders Frauen, als Säfte willkommen. FTSB., Turnrat. Die Fortsetzung der Turnratssitzung ist Montag, 22. April, 191b Uhr, Haberland» Festsäle, Neue Friedrichstraße. FiiiJy'dlirs-Mäntel Geschmackvolle Neuheiten Moderner blaugrauer Cheviot Rostfarbener Cheviot in guter mit leichtem Karo, zweireihige /|"7 reinwollener Qualität, Ulster- OQ Ulsterform................ 1/ form mit Gurt-......... Ox»" Hellmodcfarbiger Gabardine Blaugrauer und modefarbiger imprägniert, Ulsterform mit /IQ Gabardine, clcg. 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Ptooiuru m iRfUMMlt (Soldaten u Dienstmädchen) Hemer. larra, Real, naeraani, »Waat» a a. 088-Th98tBr jr�rnttimrSI.IJ! »>;< Uhr OnialleSdiadittla R M O l. Norden 12 MO 4 U, Ende nach 10V, Heute letzte AuirUkruag! feihr Sonnabend, 2*. d. M T'f, Uhr. Zum I.Male pbbius ümtr flon«Mn Dramat. Legend- von PranirWerfel Kammersptele J. I. Norden 12 310 S'/t U, Ende geg. 10 Juslk von Osslp Dymow. Regle: HcinzHilpert Bühnenbilder: Erich E. Stern. Bühnenmusik: Raalsika ViMiiarall. Reichshallan-Thealer IM.[|] cht. Soanlag Saftm.|T] usr Sicffloer Sänger Zum Schluß: „91(18 BCailfirü? Wokmui zn Dr* KlnM�rii Gldhl-». Rhe*- ! ma.flsmv*~Tee hti •ich»all 50 Jahres fw« rtglleh aewihrt. üeler 20 000 AnefkeBBanieu. Paket«. 1.80 u. 2.50 n fast alle» Apatheheii. Dr.ZtnMer D Co., ülZlMM zur Niete W'O.Aosbactierstr.l SommersprossBii Zur Beseitigung dieser häßlichen Schönheitsfehler werden, die verschiedenartigsten Mittel verwendet, alle beruhen auf dem Prinzip, die Sommersprossen zu bleichen. 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April ©oie Potsdamer Strafe 38 Oeldl Oeldt Ocldlll mit Brlgllle Helm Das gute Beiprogramm Rhcinstra�e 14 KzM-elcbe) Der MUieriiaChlavalser mit Elisabeth Pia a Jeff Da« gute Beiprogramm Titania(uia Schöneberg) Hauptstraße 49 Beginn ab 6,30 Odeon, PoUdam«TSfa-.7J PrZoleln Ebe mit Etbabetb Bergaer Da, gute Beiprogramm TurmstraOc 12 Die Fraa, die Jeder llcbl, bbt da mit Henny Porten Die Indianer kommen lugendliche haben Zutritt Alexandersfr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Fräulein Ebe m. Elbabelh Bergner Dm gnte Beiprogramm > Mordmaj�i��� Welt-Kino Alt-Moabit 99 Der Lcntnant Ihrer MaJesMt mit Ivan Pcirovlbdi Der Hieger «■ Alhambra— Zf««-« Schöneberg, Hauptstr. 30 Der große Erfolgt Der Zigennerprlma« Bühne: Große AnsstnlUngs-Keewe: WIMblatt WM Uhr NacfaMrttalten(Gassenmädel) Der Maharedsdbe von Domelaniea g ChaHottownura D Scfalüter-Thcafer Schlüte rstr. 17 W. 7 u. 9.15 U-, S. ab 4 U. Die Mlttcrnachüdaxe mit Harry Fiel Heiraten ond nicht Terzweifeln mit Bataks ■»taalitn» Tifania-Palasf Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Beginn: W. 6 30,9, Felertgs. 4,640, 9 Uhr Geachmlnklc Jagend Bühne: Die Wander des Films, m. Begleitvonrag Dr. Edgar Beyfog 6 UclMarfal«f-wa«t g H«*; Wochentags 6.30, 9 Uhr ni-lal Stg 7i 3(jhr Jug.-V. Hlndenburgdamm 38 a Geld! Geld! Geldl m Brigitte Helm Ein Grab am Nordpol Bflhnenschaa d«üdweztan Film-Palast Kammersäle Tcltowcr Str. 1-4 Beginn 6 U. Fräalein Else m. Elisabeth Bergaer Das letzte Soaper mit Helar. George n Südan B Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 6.15 9 U- Stg. ab 4-30 ü. Der ZlgennerprtmM mach der Opeiette v, Jnl. Wilhelm) Klclnstad Iran der mit Asia Nieben W soaonfn fc filmeck �'""��uh. Skalitzer Straße, am Göriltzer Bahnhof' Die eberne Ma.ke mit Ja»»» Fairhank» Gnte BAhnenjcfaan jugendliche haben ZutrJk Luisen-Theater Rcichenbcrgcr Straße 34 Wochent. ab 5.45 Uhr. Sonnt, ab 3.45 Uhr Die Fr am, die Jeder liebt» bist dm mit Hemmy Portes Revue: Berlin Kot Tempo Jugendliche haben Zutritt Urania-Theater Wrangelitr. II. Köpenicker Brücke Woch. 6.45. 8.45 Uhr. Stg. 2.45. J. 7. 9 Uht Die Hölle der Heimatlosem Die Königin de» Variete, BahncnMhaa Vorwärtsleser Vorzugspreise U WauKölln g Primus-Palast Hcrmannplau Kinder der älrajße, der große Zille-Film m Lind Am*, Heinrldb George u. Erika Gtähner Auf der Bühne: Lydia Dias und Partner(Drahtseil) Paul Petzold 8) Co.(Radiahrakt) g"MaridiwlorF fhf a 1 I Marlendorfer lta-1.1 Lichtspiele Chausseestraßc 305 Frl. Ebe mit Elbabelh Bergner BOhnensthaa und Bei pro grau Sonntag j U::r: Jugendvorstellung � KofmHortzn „Elysium" Prenzlauer Allee 38— Film und Bühne Die Kosaken mit John Gilbert BShnensdtan Tana-Rcyaei„Hobby" Germania- Palast Frankfurter Allee 314 An» dem Tagebuch eines Jnng- geseDcn mit Äelnhold Schänzel Auf der Bühne: Die Theaterschale mit Wllhetm Bendow, Hilde Aoen und Karl Niger Wochtgs. ab 6, Sonntags ab 3 Übt Walsens — 6 Schloßpark FUm- Bühne Berliner Allee 205— 210 Die Fraa. die Jeder lieht, bist Da mit Heanv Perlea Bühnen«»aa Revue: Wir M«lk«a 41g attasl Osten Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 123 Fräolctn Ebe rh. Eibaheih Bergaer Bühne: Revu«: Freot«ach dm Große BOhnenschaa Concordia-Palast Andreasstrafte 64 Asphalt mit Gostav Fröhlich Bühne Georg Erich Schmidt Bfihaeaschaa Kosmos-Lichfspicle Lichtenberg, Lückstraße 70 Wlngs, der große Fliegerti m, mit ( e rausch- und Klangeffekten ■ BAhnenschaa fij rrtoctrlehsfatda fc Kino Busch B&nS.Xh Ali-Friedrlchsfeld« 3 fterentmimas a. d. letzte Jungfrau Die Tochter de» Scheich» mit B. Danieb BOhnenschaa fl Njoeia�-etiftni Elysium(ruEfö-s) Hasselwerderstrafte 17 Die Kosaken mit lohn Ouheri BWne�Moahlter�Bilderb»gen c Norztcn Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Da« letzte Semper(Der Schuß in der Großen Oper) Uneheliche Kinder M. Anny Ondra B&bnexucti an Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraftc FrSaleia Else m. Elisabeth Bergaer Große Revue: Wenn es 12 schlAgt Fortuna-Lichtspiele Müllerslraße 12 c Das führende Tageskino ab 10 ühr spielt nnr Splizenfllme der Welt prodaktion Metro-Palast Chausseestraße 30 Die Fraa, die Jeder Bebt, bist da mit Hcnny Porten I. O. f., Schiff In No4 Noack's Lichtspiele Brunnenstraßc 16 Die eberne Maske mir Dongta» Fairbank» Der Ahschiecbsralcer Jugendliche haben Zutritt Pharus-Lichtspiclc Müllerstraße 142 2 Großfilme Die eiserne Maske mit Douglas Fairbazüa Hollywood. •Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Waterloo mit Otto Gebühr Beiprogramm Bühnenschaa ».Alhambra" BadstraOe 58 Dm Jchlcksal derer von Hahsborg Betprogramm Drd große VarieMwttrakflcmca Ballschmiedcr- Lichisp. Badstraße 16 Die eiserne Maske mit Douglas Fairhank» Beiprogramm Bflhnentrhao Humboldt-Theater Badstraße 19 Wo die Alpenrosen blühen Uneheliche Kinder Dühnexuchan Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Die Fron, die Jeder liebt, bist du mit Hcnny Porten Beiprogramm öroije Bühncnschaa Maricnbad-Palast Badstraße 35—36 2 große Schlager. Hoieigcfaclmnisse mit M. ftonfn Der siaeidlgslc Kerl der Jaaa-ZeH Panko w b Palast-Theater Breite Straße 21 a Geld I Geld I Geld I m. Brtg. Helm und Alfred Abel Grones Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Fat und Patachoa ob Detektive Buhne Lafbcnsallon und der Sinsen d« Frack BAhnensckan �"HTcxtarichanbeuien'h Film-Palost Blankenburger Straße 4 Nadhtsrelt(Pccadiny) Ein Grab am Nordpol fl RoimcftcamlorF-Ogt N Burgergarten-Lichtsp. Hauptstraße 51 Die Kosaken mit John Gilbert Ein Mldel mit Tempo m. n» Dnrli