Morgenausgabe Nr. 154 A 93 -46. Jahrgang Wöchentlich SSPf� monatlich Z.SV N. im voräu's zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitungs- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland» abonnement 6.— M. pro Monat. Der„Vorwärts erscheint wochentSg« Ifch zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„De? Abend". Illustrierte Deilagen„Doli und Zeit" und„Äinbersrcunb*. Ferne? .Unterhaltung und Wissen".„Frauen. stimme".„Technik".„Dlict in die Büchenvelt" und»Iugend»Vorwärts" Vevlinev Vottsvßatt Sonnabend 20. April 192? Groß-Äerlin Ii) Pf. Auswärts 15 pf. Di« einspaltig« NonparetllezeUe 80 Pfennig. DeName?et!e S.— Deichs» mark,„kleine Anzetyen' das lettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei settaedrulNe Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 80 Pfennig. 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So bedauer- lich das plötzliche Ableben dieses Mannes sein mag, so kann sein Tod doch vielleicht eine für"die europäische Politik günstige Wirkung ausüben. Die Vollkonfercnz, in der am Freitag d>e Schlußfolgerungen aus der Feststellung des un- überbrückbaren Gegensatzes zwischen dem deutschen Angebot und den Forderungen"der Reparationsgläubiger gezogen werden sollten, ist auf den kommenden Montag verschoben worden, und dadurch ist beiden Teilen die Möglichkeit ge- geben, ihren Standpunkt einer.neuen Prüfung zu unterziehen und am Ende doch noch einen Ausgleich zu finden.- Vor allem ocher wird diese Frist benutzt werden müssen, um der Oeffentlichkeit vol�le Klarheit über das zu ver- schaffen, was nun wirklichen der Ünterkommilsion geschehen ist. Die Mitteilungen, die bisher über das Verhalten des Herrn Schacht verbreitet worden sind, stehen zueinander im vollsten Widerspruch. Die Behauptung der Gegenseite, der deutsche Delegierte habe mit klaren und unmißverständ- lichen Worten als Voraussetzung einer Abänderung seines Zahlungsangebots die Rückgabe gewisser deutscher K o- l ö n i e n und die Aenderung der O st g r e n z e n bezeichnet, wird in der von den deutschen Vertretern inspirierten Presse mehr oder weniger nachdrücklich bestritten. Es sei, io heißt es, nur ganz allgemein von der Notwendigkeit einer Erweite- rung der deutschen Rohstoffbasis und einer Erleichterung des Verkehrs zwischen den. durch den polnischen Korridor ge- tvennten Teilen des Deutschen Reiches die Rede gewesen. Darf man annehmen, daß die Darstellungen, die sich nicht nur in der französischen, sondern auch in der englischen und ame- rikanischen Presse finden, einfach aus der Luft gegriffen lind, oder muß man nicht zum mindesten glauben, daß Herr Schacht sich einer Ausdrucksweise bedient bat. die eine irr- tümliche Auslegung durch die anderen ermöglichte? Bedenk- lich ist immerhin, daß auch die Korrespondenten deutscher Zeitungen in Paris in vorsichtiger Form von dem t a k t i- scheu Fehler sprechen, der durch die Aufwerfung poli- tischer Fragen begangen worden sei. Wir können scblechterdings die im Ausland verbreitete Lesart der Schachtlchen Ausführungen nickt für richtig halten Der deutsche Delegierte würde seine Zuständigkeit weit überschritten haben, wenn er die politischen Probleme der Ko- lonien und der Grenzrevision in der Weise in die Disku-ssion geworfen hätte, daß er von ihrer für Deutickland günstigen Beantwortuna weitere Zu- geständnisse abhängig machte. Er kannte d�e Befugnisse der Konferenz, deren Teilnehmer nicht in der Lage waren, ihm auf das politische Gebiete zu folgen, und er hotte außerdem keinerlei Auftrag von amtlichen deutschen Stellen, Fragen aniu'chneiden, die vor ein ganz anderes Forum gehören. Hätte er also Bedingungen gestellt, mie sie ihm nachgesagt werden, so würde er das in dem vollen Bewußtsein getan haben, auf diese Weise das Sche/tern der Konferenz herbei- zufübren. � Bedenklich aber wäre es auch, wenn Herr Schacht sich in seinen Worten so vergriffen hätte, daß die Vertreter der Gläubigerstaaten ihnen eine Auslegung geben konnten, die den Grund oder den Vorwand zu einem Verzickt auf weitere Verhandlungen lieferte. Jedermann würde es billigen, wenn er ganz allgemein bei der Darlegung der deutscken Wirtschaftslage auf die Schwierigkeiten hingewiesen hätte, die durch den deutschen Gebietsverlust entstanden sind. Aber in kesner Form konnte nach Lage der Dinge in dieser Sitzung die Bereitwilligkeit ZU weiterem Entgegenkommen von einer Revision des Verloiller Vertrages abhängig gemacht werden. Wir werden indessen, wie gesagt, mit dem endgültigen Urteil warten müssen, bis ein offizieller und klarer Bericht über den Verlauf der Ausschußsitzung vorliegt. Einige Zweifel sind ferner darüber angebrocht, ob es richtig war. das deutsche Angebot ultimativ zu gestalten. Die deutsche Delegation hatte es die ganze Zeit hindurch ver- mieden, einen eigenen Zahlungsplan vorzulegen. Sie be- schränkte sich darauf, die unannehmbaren Vorschläge der an- deren zu kritisieren und abzulehnen. Als sie dann aber doch sckließlich Ziffern nannte, hat sie ihr Programm offenbar gleich als ihr„letztes Wort" hingestellt und damit den Weg zu weiteren Erörterungen und zur Schaffung gewisser, viel- leicht noch zur Rot erträglicher Modalitäten versperrt. Man fragt sich, warum, wenn das die Absicht war, diese Art des Vorgehens nicht schon in echem früheren Stadium der Aus- einandersetzungen beliebt worden ist. Dadurch wäre viel Zeit und viel Arbeit gespart worden und wir würden schneller aus dem Zustand der Ungewißheit herausgekommen sein. Man muß diese Frage aufwerfen, weil wir leider über den Verlaus der Konferenz nur sehr unvollkommen und über die Pläne der politisch unabhängigen Sachverständigen so gut wie gar nicht unterrichtet worden sind. Was aber soll nun weiter werden? In zwei Tagen findet die Vollkonferenz statt, und dort werden, wenn sich inzwischen nichts ändept, die unannehmbaren Ansprüche der Gläubiger- staaten'Und die für und'ökutabel erklärten äußersten Ange- böte der deutschen Vertreter e'mander gegenüberstehen. Es ist kaum denkbar, daß das deutsche Kabinett eine Einwirkung auf H�errn Schacht versuchen rvird, da es damit aus der Zu- rückHaltung heraustreten würde, die es sich mit gutem Grundftflegeniiber den Experten auferlegt hat Zudem würde sick der Reichsbankpräsident wahrscheinlich nicht desavouieren lassen. Steckt er nicht aus eigenem Antrieb einen Pflock zurück, bleiben auf der anderen Seite die Vertreter der alliierten Mächte bei ihren Forderungen, gelingt es den Amerikanern nicht, irgendeine Vermittlung herbeizuführen, so ist«>ie Konferenz gescheitert. Das bedeutet dann formell die Rückkehr zu dem bis- herigen Zustand, d. h. zu der Notwendigkeit, zweieinhalb Milliarden jährlich an Reparationslasten zu zahlen. Die ungeheuer schwere Belastung der deutschen Wirtschaft und der deutschen Finanzen bliebe bestehen. Insofern hätte sich also nichts geändert. Aber inzwischen sind Hoffnungen er- weckt und zum Teil wohl auch in Rechnung gestellt worden, deren Nichterfüllung ungünstige Rückwirkungen nach sich ziehen könnte, und außerdem ist es zum mindesten Zweifel- hast, ob der deutsche Kredit nicht schwer geschädigt wäre, wenn mit Recht oder mit Unrecht die Welt außerhalb Deutsch- lands uns für den Mißerfolg der Pariser Konferenz ver- antwortlich machte. Es gibt Leute, die diese Aussicht mit verhältnismäßig großem Gleichmut ins Auge fassen, und gar die Meinung vertreten, daß die weitere Verschlechterung deutscher. Leistungsfähigkeit die Abänderung des Dawes-Planes schnell herbeiführen werde. Für diese Katastrophenpolitik haben wir aber wenig Verständnis, und deshalb find wir der Ueber- Zeugung, daß.'we'nn die Sachverständigen ohne Erfolg nach Hause zurückkehren, das Thema, das sie behandelt haben, politisch in Angriff genommen werden muß. Mit an- deren Worten: die Regierungen selbst haben den Versuch zu einer Verständigung zu machen, wobei sie ja immerhin die Arbeiten, die in Paris geleistet worden sind, als Grundlage für ihr Verfahren benutzen können. Vielleicht ist es über- Haupt verfehlt gewesen,„unabhängige" Wirtschaftsvertreter mit den Verhandlungen zu betrauen. Vielleicht hätte man sich von vornherein über die starke Einwirkung der Politik auf das zu behandelnde Problem im klaren sein müssen. Schließlich lag dem Ganzen die Idee zugrunde, daß die Wirtschaftler den Politikern nur den Weg bereiten sollten, aber man hat die Gefahr übersehen, daß sie ihnen unter Umständen auch den Weg verbarrikadieren könnten. Die Aussichten in Paris. Bemühungen um Wiederanknüpfung- Paris, Ii). April. sEigcnbericht.) Sachverständige haben die Hoffnung, daß in der letzten Minute noch eine, wenn auch nur provisorische Lösung gefunden wird, noch nicht aufgegeben. Die ftonferenz hielt am Freitag morgen nur eine rein formelle Sitzung ab, in deren Verlaus die einzelnen Delegationen des so plötzlich verstorbenen Revelstoke ehrend gedachten. Dann vertagte man sich auf Montag. Di« schlimm« Wendung der Verhandlungen hat sicher auch unter den a l l ii e r t e n Delegierten peinliche Ileberroschung hervorgerufen, und es fehlt nicht an Verinche», die verfahrene Situation wieder einzurenken. Die alliierten Delegierten besprachen sich am Freitagmorgen untereinander. Cs kam auch zu Unter- Haltungen mit den Deutschen über die Frage, ob es nicht möglich wäre, die durch den Tod Revelstokes„gewonnenen" 48 Stunden zur Ausstellung einer neuen Diskussionsbasts zu nützen. Zu Vor- schlagen hoben sich diese ftofsnung«,, jedoch noch nicht oerdichtet. In- zwischen nimmt die Polemik um die Frage der Schuld an dem Fiasko ihren Fortgang. Die Alliiertenpresse oersucht, die deutsche Dele- gation mit der alleinigen Verantwortung zu belasten. Die Bc- hauplung, daß Dr. Schacht auch am Donnerstagabend wieder jedes Entgegenkommen Hab« vermissen lassen und jedes Zugeständnis sowohl hinsichtlich der Jahresraten wie hinsichtlich eines Ver- zichts auf dieTränsserklausel aus das kategorischste ab- gelehnt habe, wird von Dr. Schacht nachdrücklich bestritten. Auf der anderen Seite läßt sich nicht leugnen, daß die deutsche Delegation sich mit ihrer Anspielung aus die sehlende deutsche Rohstoffbasis und die Abtrennung Ost- Preußens, die von der Gegenseite als politische Forderung gc< deutet wurde, zum mindesten formal ins Unrecht gesetzt hat. Immerhin wird man sich drüben sagen müssen, daß, so uner- wartet auch das Abspringen der deutschen Delegation aus das poli- tisch« Grenzgebiet erscheinen mochte, jedenfalls in der Sache kein Erkenntnis der Kolgen eines Abbruchs. Grund vorhanden ist, hierin so außerordentlich Befremdendes zu sehen, da hier politische und wirtschasllich« Dinge eng miteinander verknüpft erscheinen können: Man braucht sich ja nur zu erinnern, daß auch aus der D a w e s- K on f e r« n z 4924 die Ruhrräumung als unerläßliche Voraussetzung der Erfüllung der Dawes-Verpflichtungen gefordert worden ist. Es müßte nicht ausgeschlossen sein,«in gemeinsames Terrain zu sinden. Gewöhnlich versucht p der Vorsitzende, ßie erregten Woge» einer an Gegensätzen reichen Konferenz zu glatten. Aber O w« n B o u n g, ein so ausgezeichnerer Bonkfachmann er sein mag, scheint es etwas an den hierzu nötigen diplomatischen Qualitäten zu fehlen. Es ist nicht das erstemal, daß dies auch die hiesige Presse feststellt. Freilich ist Oweu Joungs Stellung angesichts der unnachgiebigen Haltung seiner Regierung in der inleralllierten Schuldensrage nicht gerade leicht. Er muß von den Alliierten ständig Opfer verlangen, ihnen aber zugleich erklären, daß sein Land, das den Löwenanteil der deutschen Zahhrngen erhellten soll, Nachlässe nicht gewähre. Die Pariser Blätter lassen erkennen, daß die Aussicht aus einen Bruch hier keineswegs angenehm empfunden wird, und viele mögen henken, was am Freitagmorgcn die„V o- lonte" ofsen erklärt: daß die Alliierten ein nicht gerin- geres Interesse an einer vernünftigen Revision des Dowes-Plans haben als Deutschland. Dos Blatt hat als einziges den Mut, seinen Lesern zu sagen, daß man bei einem Scheitern der Konferenz daraus gesaßt sein müsse, daß die Sicher- h e its v en ttle des Dawes-Platts schon in Kürze in Wirksamkeit treten und damit die deutschen Reparationsleistungen ein« empfind- liche Senkung erfahren würden. Obwohl auch unter den alliiertest Delegierten diese Einsicht uvchsen dürft«, W«!bt die Hoffnung aus einen Au s w e g doch fe�r gering. Der„Temps" ist durchaus pessunistifch und gibt dafür der Hoffnung Ausdruck, daß Dr. Schacht, der ohne ZyKifel int Sinne der Deutfchnationalen gehandelt habe, von der Reichsregierung desavouiert werde. Das Blatt scheint mit der Möglichkeit rechnen zu wollen, die Derhandlungen auf einer olcheren Basis, und zwar diesmal durch die Politiker und Diplomaten wieder aufleben zu kaffen. Was sagt Amerika? Zkew Jork. IS. April. Die Blätter sprechen vom„Zusammenbruch der Re- paralionskoasereoz". Der Berichterstatter der„herald Tribüne" meldet, er sei von dem Wortführer der amerikanischen Sach- verständigen beaustragt, zu melden, daß die Konserenz in der Lösung der Hauptaufgabe, den Betrag und die Zahl der Zahrcszahlungen festzusetzen, vollkommen versagt habe. Alle alliierten Dele. gatlonen seien der Ansicht, daß die Verantwortung dafür Deutsch land treffe. New�Porker Finanzkreise geben ihrer Uebcrraschung Aus- druck, jedoch wird vielfach die Erwartung ausgesprochen, daß in ab' sehbarer Zeit«ine neue Konferenz einberufen werden würde. Bantkreise meinen, die jüngste Kreditpolitik des Bundesreserveamtes sei teilweise im Hinblick auf die Schaffung einer der Auflegung der Repnrati onsbonds günstigen G e l d m a r k t l a g« erfolgt: Ford und die General Motors Co. hätten ihre deutschen Pläne in der sicheren Erwartung eines g ü n st i g e n Ausgangs der Reparationstonfercnz gefaßt. „New Port World"' bringt in ihrer ersten Ausgabe einen Leib artikel, der in der zweiten Ausgabe weggelassen ist. Darin heißt es, Deutschland habe bei Nichtzustondekommen einer Verständigung die Normalzahlung unter Berücksichtigung des Wohlstandsindex weiterzulelsten. Offensichtlich liege also«ine Berständigung im deutschen Interesse. Sollten die gegenwärtigen Verhandlungen fehlschlagen, so bestehe nahezu die Gewißheit, daß sie bald wieder aufgenommen werden. Englische Beurteilung. London, 19. April.(Eigenbericht.) Hier bewahrt man die übliche Zurückhaltung. Die „Daily Mail", welche es für nötig gehalten hatte, die öffentliche Meinung gegen das deutsche Angebot zu mobilisieren, steht damit isoliert da. Jedoch behauptet„Evenlng News", daß die Kon- servotioen die deutschen Vorschläge allgemein als u n a n- n« h m b a r betrachten. Nach dieser Zeitung, die bei ihrer engen Verbindung mit der„Daily Mail" nicht als unvoreingenommen gelten kann, hat sich eine hohe Autorität wie folgt ge- äußert:„Was Frankreich betrifft, so würde die Annahme der deut- schen Vorschläge bedeuten, daß all« seine Reparationseingänge zur Zahlung seiner eigenen Schulden aufgehen würden und dadurch Frankreich nichts mehr verbleiben könnte. Frankreich wtrd einen solchen Vorschlag nicht annehmen. Für England würde der deutsche Vorschlag eine Verminderung der Einnahmen de» deuten, so daß England durch neue Steuern mehr Geld zur Begleichung seiner amerikanischen Schulden aufbringen müßte. Wir würden genötigt sein, unsere eigene Steuerschraube anzuziehen,»m Deutschland zu Helsen. Ich glaub« bestimmt, und zwar als oll» gemeine Auffassung feststellen zu können, daß Deutschland noch, mal? üb« seine Dorschläge nachdenken müßte." Man glaubt. daß Lord Revelstokes Tod im Falle tdeiterer Verhandlungen eine ausgesprochene Erschwerung für die deutsche Stellung bedeuten dürfte. Schachi 1926. Gm ooft Eis gelegtes Interview. Genf. 19. April.(Eigenbericht.) Däs„Iournalde Genevc* veröffentlicht unter dem Titel „Die wahren Gedankendes Dr. Schacht" ein Interview, da» es im Jahre 1926 mit dem Präfidenten der Reichsbank gehabt haben will. Das Blatt bemerkt, daß es ihm bisher nicht opportun erschienen sei, dieses Interview zu veröffentlichen. Schacht äußert sich in dem Interview sehr pessimistisch über die europäische Situation. Er verlangt eine Revision des Frledensver- troges und fährt fort:„Mit Bulgarien(?) und Dänemark können wir uns verständigen. Ich persönlich will auch unsere inter- nationalen Beziehungen nicht wegen der ZOO OOO Deutschen in S ü d- kirol stören. Aber einen Verzicht auf den Korridor und auf Oberschlesien niemals! Wir wollen Opfer bringen! Ist es nicht genug, daß wir Posen, das eine deutsche Stadt ist, verlassen mußten? Ilebrigens macht«s wenig aus, ob Polen den Korridor kolonisiert. Denn wir werden niemals zulassen, daß man uns vor vollendete Tatsachen stellt. Das weltwirtschaftliche Schicksal Polen« ist mir vollkommen gleichgültig, solange es nicht wiedergegeben hat. was es uns nahm. An dem Tag. an dem wir das wiederhaben werden, bin ich bereit, alle wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands für da« Gedeihen Polens einzusetzen. Aber bis zu jenem Tag nicht einen Sau. nicht einen Centime, nichtsl Es ist eine Lächerlichkeit, zu glauben, daß Oesterreich seine gegenwärtige Form behalten wird. Ungarn, Rumänien, die Tschechoslowakei, alles das ist n i ch t v o n D a u« r. Ich weiß nicht, wie die Deröndernugen kommen werden, aber das ist unnatürlich." Das„Journal de Geneve" hat dieses Interview bis zu einem Zeitpunkt aufbewahrt, an dem es zum größten Schaden für Deutsch- land veröffentlicht werden ftmnle. Das spricht nicht für seine jour- nallstische Loyalität. Hat sich aber Schacht wirklich so geäußert, wie angegeben, so spricht das nicht für seine politische Intelligenz. Leuchtzeichen für Abgeordnete. Die moderne Technik im Parlamentsbetrieb. Im Preußischen Landtag wird in der kommenden Woche die schon seit einigen Neonaten geplant« Neueinrichtung zur Ein- sührung gelangen, wonach Abgeordnete, die am Fernsprecher»er- langt werden, durch besondere Leuchtzeichen aufmerksam gemacht werden sollen. In den Wandelhallen sind an vier verschiedenen Stellen Tafeln angebracht, ans denen Nummern aufleuchten. Jedem Abgeordneten ist eine bestimmte Nummer zugewiesen worden. Die vom Fernsprecher Verlangten werden dadurch selbst benachrichtigt bzw. werden die Amtsgehilsen aufmerksam gemacht, die die Aufgabe haben, die oerlangten Abgeordneten an den Apparat zu rufen. Wenn sich die Einrichtung bawöhrt, sollen auch noch an weiteren Stella», so in den Laseräumqn, in der Bibliothek oder in den Restaumtipne- räumen des Landtages entsprechende Schalttafeln angebracht werden. Schachts Memorandum. Keine politische« Husarenritte!— Das Kabinett orientiert sich. Der sinnliche Reichstag ist aufgelöst worden, weil er den Regie- runasvorschlaa aus Gehaltserhöhung der Staatsbeamten a b g e- lehnt bat. Neuwahl am 1.' Juli. Die Hoffnung, daß die Frist von drei Tagen, die der Pariser Konferenz gegeben ist. genützt wird, um den ergebnis» losen Abbruch zu verhüten, herrscht in Deutschland bei allen Gegnern einer Katastrophenpolitit. Die deutsche öffentliche Meinung kann, auch wenn ihr der Vortlaut des Schachtschen Memorandums in entscheidenden Punkten unbekannt ist, der internationalen Beruhigung nur dadurch dienen, daß sie klar ausspricht, in welchen Punkten die Mehrheit des deutschen Voltes und die deutsche Regierung nicht hinter ihm stünde, wenn die ausländischen Auffassungen vom Inhalt des Memo- randums zutreffend wären. Wir wollen dabei nicht von den Zahlenplänen und den Bedingungen des Transfer- und Auf- bringungsschutzes sprechen. Sie sind die Gegenäußerung auf übertriebene Forderungen der alliierten Sachverständigen. Sie sollen kein Ultimatum sein, sondern eine Verhandlungs- grundlage. Eine Unmöglichkeit, von dieser Grundlage zu einer Berständigung zu kommen, die für das deutsche Volt erträglich und für den europäischen Frieden festigend wäre. sollte nicht bestehen. Nun hat aber Herr Dr. Schacht seine Vorschläge, wie die Regierung es für allein möglich hält, mit„wirtschaftlichen Begründungen" verbunden, die man auf der Gegenseite als politische Forderungen aufgefaßt hat und die, wenn sie auch nur in mißverständlicher Form erhoben worden wären, in der Tat als eine unzulässige Erschwerung der Verständigung anzusprechen sind. Daß die Zahlungsmöglichkeit Deutsch- lands von seiner wirtschaftlichen Bewegungsmöglichteit ab- hängig ist, wird in Deutschland niemand bestreiten. Daß aber die Möglichkeit, sich in eigenen Kolonien mit eigenem Gelde wirtschaftlich zu betätigen, ein nennenswerter Faktor für Deutschlands Leistungskraft wäre, mag eine Privat- Meinung von Herrn Dr. Schacht sein, die wirtschaftlich Sach- verständigen in Deutschland teilen sie nicht. Sie wissen, daß die deutsche Wirtschaft nie in den Kolonien eine nennens» werte Rohstoffbasis hatte, daß die Rohstoffversorgung eines zahlungsfähigen und kreditwürdigen Deutschlands nicht ge- fährhet ist und daß eigens Kolonien zunächst aur noch stör- leren Kapitalbedarf erzeugen ipürden. Ebenso wissen wir. daß die gewiß unerfreulichen Grenzen, die der Versailler Per- trag im deutschen Osten gezogen hat, nicht«in entscheidender Faktor der Leistungskraft der deutschen Wirtschaft sind, schon weil die Ägrargebiete heute für uns überwiegend Wirtschaft- liche Zuschußgebiete darstellen. Wenn hier in Schachts Me- morandum mit schlechten wirtschaftlichen Argumenten ge- arbeitet worden ist, so kann gerade deshalb der Eindruck, als ob politische Forderungen formuliert seien, entstanden sein. Wir hoffen, daß man Herrn Dr. Schacht wirklich mißver- standen hat, und sind deshalb überzeugt, daß es ihm selbst nur angenehm sein kann, wenn wir mit aller Deutlichkeit erklären, daß mir die Belastung der Pariser Perhandlungen mit derartigen, ohne Zweifel politischen Problemen nicht wünschen und als außerhalb der Kompetenzen der Sachver- ständigen liegend betrachten. Wenn Schacht wirklich eine Formulierung mißglückt ist, so liegt es im Interesse Deutschlands, daß er sie korrigiert. Herr Dr. Schacht weiß, daß er das Mandat einer Regierung und einer Bolksmehrheit hat, die praktische Arbeit von dem wirtschaftlichen Sachverständigen und nicht politische Husaren- ritte von ihm erwartet. Wenn die wirtschaftlichen Sachverständigen den Fehler machen, die Verhandlungen ungeschickt zu politisieren, wird es die Aufgabe det politischen Führung sein, mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, daß man den Weg zur prakti- schen Berständigungsarbeit zurückfindet. Es ist deshalb nur natürlich, daß das Reichskabinett gestern nachmittag zu einer Besprechung der reparationspoliti- schen Lage zusammentrat. Die Besprechung diente, wie WTD. meldet, lediglich der Orientierung. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Wir hoffen aber, daß man nicht nur sich, son- dern auch die Pariser Sachverständigen über die in Berlin herrschenden Auffassungen informiert haben wird. Bazitte klebt? Abgelehntes Mißtrauensvotum.— Dafür 46 Stimmen, dagegen 37/ 3 Enthaltungen— trohdem abgelehnt! Stuttgart, 19. April.(Eigenbericht.) Die Regierung Bolz-Bazille klebt weiter, obwohl die staatsrecht. lichen Vsnmssstzungen für ihren Fortbestand tatsächlich nicht erfüllt such. Nachdem in der Freitagsitzung des wurttembergischen Landtages die Generaldebatte zum Etat in später Abendstunde beendet worden war, kam es zur Abstimmung über die vsrliegenden Untröge. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf das von der Sozial- d e m o kr a t i e eingebrachte Mißtrauensvotum gegen hie Ge- samtregierung und auf den deutsch- de wokratiscchen Antrag, dem Kultusminister Bazille dos Vertrauen zu entziehen. Di« Abstim- münzen fanden bei vollbesetztem Hause statt. Alle 80 Abgeordnete waren anwesend. Für das sozialdemokratische Mißtrauensvotum wurden 36 Stimmen der Sozialdemokratie, der Deutsch-Demo» lratqn und der Kommunisten. dagegendie�llElimmendes Zentrum», der Deutschnatipnalen und de« Christlichen Volk?- dienstes abgegeben, während die vier Stimmen der Deutschen Volks- Partei auf Knthalwng lauteten. Der Antrag war also abgelehnt. Auf das Mißtrauensvotum gegen Bazille entfielen 40 Ia-- Stinnnen d«r Sozialdemokratie, der Kommunisten und der Deutschen Volksparte!, gegen 37 Stimmen de» Zentrums und der Deutschnatro- nolen(einschließlich der Stimm« Bazille») und drei Enthalt un» gen de» Christlichen Volktidienste». Da nach der ipürttembergischsn Geschäftsordnung die Enthaltungen al« nein zählen. mußt« der Antrag de» Präsidenten als m i t S t im m e n g le i ch h e i t abgelehnt bezeichnet werden. Herr Bazille hat bei beiden Abstimmungen mit Nein gestimmt, er hat sich selbst da» Vertrauen votiert. Die Liebe des Herrn Morozowicz. Der Stahlhelmführer berichtigt. Der Stahlhelmführer Morozowicz, der in Schwerin eine neue Hetzrede gehalten hat, fühlt sich bemüßigt, uns zu be« richtigen. Er veröffentlicht die folgende Interpretation seiner Rede: „Ich habe gesagt: Wenn nicht dauernd in Deutschland ein« uferlose und verlogene Hetze betrieben würde, dann hoste man det bekannten Kundgebung des B r a n d e n hu rgi sche n Stahlhelms nicht den Namen„Haßbotschaft". sondern„Tie- besbotschast" geben müssen, mit Berücksichtigung dar» auf. daß der erste Satz lautet: Wir lieben mit ganzer Seele unser Volk und unser Vaterland! Ich habe ferner ausgeführt, daß feit dem Jahre 1918 d-m deutschen Volk ein Systemäufgezwun- gen fei, das natgsdrungenerweis« sich' nur Höste in feiner Gesamtheit als Vollstrecker des auswärtigen Feindwillens auswirken können. Ich habe ferner gesagt: Wenn diejenigen' Elemente, die den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesell- schaftsordnung mit Gewalt auf ihr« Fahnen geschrieben hätten, dies versuchen würden, in die Tat umzusetzen, d a n n a l le r- d i n g s würde der Stahlhelm auch auf der Straße beweisen, daß er ein Wehrverband sei und bleibe. Im weiteren Zusammenhang meiner Rede habe ich dann den Beweis erbracht, daß der Stahlhelm klar erkannt habe, daß der politische Kamps um die Zukunft nur mit gesetzlichen Mit- t e l n geführt werden könne, und im Zusammenhang damit die Ge. dankengänge des Stahlhelm-Volksbegehrens erläutert." Die„Liebesbotschaft" des Herrn Morozowicz sah so au?: „W i r hassen mit ganzer Seele den augenblicklichen Staatsaufbau, seine Form und seinen Inhalt, sein Werden und sein Wesen. Wir hassen diesen Staatsaufbau, weil in ihm ein Parla- mentarismus herrscht, dessen Bestehen jede verantwortungsvolle Führung unmöglich macht. Wir hassen diesen Staatsaufbau, weil er uns die Aussicht versperrt, unser geknechtetes Vaterland zu befreien." Den Dreh, zu sagen: wir putschen nur, um den Putsch der anderen abzuwehren, kennt man schon! Die„gesetzlichen Mittet" sind so gut wie dieser Dreh für Hinstenbuxg und den Oberreichsanwaltl Es ist mit!>« Ehrlichkeit dieser echt deutschen Leute eben so bestellt wie mit ihrer Kenntnis dar deutschen Spräche.„Mit Berücksichtigung dar- auf" bleibt es dabei, daß dieser Herr wieder einmal put- schistische Hetze betrieben hat. Mit Liebe, versteht sich. . Sprengmittel Hugenberg. Krach zwischen Deutschnationalen und Bayrischer Dolkspartei München. 19. April.(Eigenbericht.) Wegen des Hugenbergschen Verfassungsreform- Progrommea find zwischen der Bayerischen Volkspartei und den bayerischen Deistschnotionalen neue Spannungen entstanden. Die maßgebenden Kreise der Bayerischen Volkspartei erklären, daß dos deutschnationale Resannprogramm in schroffstem Gegensatz z u den föderalistischen Richtlinien steht, die der Mi- »isterpräsident Dr. Held auf der Ländertonferenz im Namen der bayerischen Regierung aufgestellt habe, in schroffstem Gegensatz aber auch zu dem derzeit geltenden Regierungsprograwm, da» den weiß- blauen Bürgerblock zurzeit noch zusammenhält. In diesem Soqli- tinnsprogramm haben sich nämlich die drei Bürgerblockparteien gegenlssstig oerpflichtet, einen Einfluß auf ihre Reichstagefraftipn im Sinne des bayerischen Regierungsprogramms auszuüben. Diese Verpflichtung haben die Deutschnationalen nicht eiime hosten, wes- halb von ihnen jetzt eine unzweideutige Erklärung gefordert w'rd. Dies« Spannung hat sich inzwischen durch deutschnationale Agi- tationsmanöper nach bedeutend verschärft. In letzter Zeit haben nämlich drei deutschnationale Üandkagsybgeordnete die Domäne der Bayerischen Voltspartei im bayerischen Wald bereist und in Kund- gehungen hie dortige Bevölkerung gegen die Bayerische Dolkspartei mit der Behauptung ausgeputscht, daß die verantwortlichen Stellen in München die vom Reich als Osthilf« gegebenen Millionen im Grenzgebiet des bayerischen Waldes nicht für die gesamte Bevölke- rung, sondern nur zur Befriedigung Bayerischer Bolkspartei-Jnter- essen verwendet hätten. Dadurch sei der Gesahr der Lertschechung der bayerischen Grenzbevölkerung indirekt Lorschub geleistet wor- den. Mit diesen schweren Vorwürfen treffen die deutschnotionalen Agitatoren in erster Linie den bayerischen„Außenminister" Dr. Held, der nach der Rückkehr von seiner Pilgerfahrt aus Rom dazu Stellung nehmen wird. Fall Schulz. Der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Preue sischen Landtag hat an den Verteidiger des Oderleutnants Schulz, Professor Dr. Grimm, am 18. Aoril das folgende Schleiden ge- richtet:„Der Ausschuß für das Rechtswesen hat heute aus Ihren mündlich vorgetragenen Wunsch beschlossen, die Gnadengesuche des Oberleutnants a. D. Schutz am 6. Mai Vicht weiter zu v e r- handeln, falls nicht anderweitige Anträge yon Ihnen eingehen. Die Sache soy erst wieder auf Grund neuer Vereinbarungen zwischen Ihnen und dem Justizminffterwm durch meine Vermittlung ange- setzt werden." Gerechte Strafe. DücxnfeH-pamjoMr-na- Sam/tMH Die deutschnationalen Oirettoren der Raiffeisenbant werden verurteilt, sämtliche 62 prototollbände des Äarmat-llntersuchungsausschusses mit den Reden ihrer deutschnationalen Kollege« über Korruption und Wucher zu lesen. Genfer Abrüstungssabotage. Alle positiven Vorschläge werden abgewürgt. Gens. IS. April.(Eigenbericht.) Die Großmächte und ihr Anhang haben jede Behandlung des russischen Entwurfes in der vorläufigen Abrüstungskommission verhindert. Litwinow ist es gelungen, der Ausschußmehrheit nächzuweisen, daß sie nicht Färbe bekennen und nicht schnell« und praktische Methoden zur Durchführung der Abrüstungsarbeiten ein- schlagen will. Aber er mußte von diesem rein agitatorischen Cr- folg nacheinander auf Zahlen seines Vorschlages, dann auf die Reihenfolge der zu schließenden Abkommen, schließlich auf den ge- samten Inhalt verzichten, und nach dieser Reduzierung kam er zu ganz vagen Richtlinien, die der Kommisiionsbericht noch mehr verwässert hat. Für die Abrüstungssache ist in dem fünslägigen Kampf nichts gewonnen worden.— Es wäre denn die Wiederholung der ver- lröstung auf eine Abrüstungskonserenz, die aber nach wie vor im Nebel der Zukunft bleibt. Der Anhänger einer wirklichen Abrüstung sieht eine Pleite sfovphl der Mehr- heit>mächt« wie Tawietrußlanda- und die Frage ist nicht, ip« von ihnen beiden gesiegt hat. sondern wer von beiden sich am Melsten blamiert hat. Einen bleibenden Wert für die Abrüstungssach« hätten dies« fünf Tage nur gehabt, wenn pitwinow seine am ersten Tqge gemacht« Ankündigung, er werde die Wrüstungsarbeiten aus ihrer Stagn-otion' herausreißen, wahr gemacht hätte- Daß das im gegewpärttgen Augenblick nicht möglich sei, hasten wir schon yor dem Zusammentritt der Kommission gesagti auch »hn« Liiminpw. Ergebnislosigkeit scheint auch in« übrig» Tagesordnung zu b«> heuten. Zum deutschen Voröfsentlichungsontrag lehnte der Japaner ab. über weitergehend« Veröffentlichungen der Rüstungen Zu verhandeln, bevor ein Abrustungsah kommen fertig- gestellt sei. dos z. SS. die Frage entscheidet, ab die ausgebildeten Reserven und dos lagernd» Kriegsmaterial«inzubeziehen ist. Der Japaner pfkdgt zu d« n Gesandten in Paris zu gehären, die in der Dölkerbundskommissiolf für dos Pariser Außenministerium vor. pelchickl werden. Lord Eushendun erklärte, daß ihn der deutsche Antrag nicht interessiert, sondern ihm nur ein Dorwand ist zur Ablehnung der Weiterbehandlung der Flott«»» frage. Mau muß sich nach Lord Eushendun vorläufig damit zusriedeu geben, daß die Washingtoner Konferenz die Alotlensrage ge- regelt habe. Hiernach dürfte Amerika kaum auf Flottenverhandluichen in Genf bestehen. Im übrigen löste Lord Cushendm, das Versprechen«in, das Chamberlain der französischen Regierung im Marineabtommen des vorigen Jahres gegeben hat: Er schlug vor, die Land, und Luft rüstungssrage zu behandeln, wobei«r England als nicht» interessierten Teilnehmer bezeichnete. Er erklärte:„Die britische Regierung Ist bereit, alle Opfer für eine Einigung in der Frage der Abrüstungen zu bringen. Aber hier müssen die Mächte, die mehr als Großbritannien interessiert sind, die Füh» r u n g üdernehinen. Wir werden hier Resultate nicht verhindern. indem wir auf unserem früheren Standpuickt beharren, sondern trotz der Verschiedenheit unseres Militärsystems alle Vorschläge, die die Zustimmung der anderen Mitglieder finden, annehmen." Gegen sflZ Uhr erklärt« Loudan hie Entschließung des Bureaus. ohne abstimmen zu lassen, für angenommen. Vorher hatten China und die Türkei starke prinzipiell« Bedenk«» geäußert. Der Präsident bezeichnete die Ttestungnahm« des Bureaus zu den drei russischen Punkten nur als Kommentar zuin Schluß?'' absay. Schweden gast eine vorsichtig abrückende Erklärung»d. Litwinow will ein« Erklärung über die merkwürdig« W»stim* mung schriftlich einreichen. Graf' B s r n st o r ss ist sichtlich depnimlert und abgekämpft. Als nächster Tagesordnungspunkt wurde die Behandlung der deutschen R ü st u n g p p« r ö f f e n t, lichuugSvorschläg« in Angriff genommen. Hier wurh» her Südslawa zum Abwürgen vorgeschickt. Er verlangte nor her Behandlung ein« Prüfung, ob der deutsche Vorschlag sich auf den Völkerövndspakt stütz« oder ob er«ine Aenderyng des Peröffent- lichungsparogrophen des Kommissiansentwurfs bezweck«. Im ersten Falle gehe die Sache«her den Bälkerhundsrat als die Kommission an. Im zweiten Falle müsse erst noch entschieden«erden, ob man den betreffenden Paragraphen überhaupt behandeln wolle. t Arveiterschutz und Strafrecht. Beratung im Strofgrsetzausschuß des Reichstages. Der Stoafgesetzausschuß des Reichstags beriet am Freitag dia Frage, ob die Bestimmungen über den strafrechtlichen Schutz der Arbeitskraft in einem besonderen Abschnitt zusammen» gefaßt werden sollten. Zu einem kommunistischen Antrag, in einem besonderen Abschnitt 6» Ächutzbestimmungen für die Arbeitskraft zu schaffen, erklärt« Alarum(Soz.): Der strafrechtlich« Schutz der Arbeitskraft kommt in Frage als Schutz vor körperlicher Schädigung, vor Ausbeutung und Lohnwucher. An sich ist ein Schutz der Arbeitskraft dringend notwendig. Aber es fragt sich, ob dieser Schutz nicht richtiger im Arbeitsschutzgesetz und in anderen arbeitsrechtlichen Gesetzen zu schaffen ist. Es ist nicht unbedenklich, mit der rauhen Hand des Strafgesetzes in das empfindlich« Arbeitsrecht einzugreisen. Ein wirklicher Arbeitsschutz beruht nicht auf einem Strafgesetz, sondern auf der Macht der Arbeiterschaft und insbesondere der Gewerk. schaften. SSsi einem Ausbau des Arbeitsrechtes muß der Schutz der Arbeitskraft in erster Linie stehen. Bei strafrechtlichen Bestimmun- gen ist immer die Gefahr gegeben, daß sie sich nicht zugunsten der Arbeiter, sondern gegen sie auswirkten. Die heutige proris der Strafgerichte vari'ogl bei Ueberlseguug des Personenverkehrs auf dem Kanal von England nach Frankreich herbeizuführen gedroht. Wie am Mittwoch nachmittag in London bekannt wurde, hat die französische Regierung sich jedoch nunmehr aus Grund einer Vorstellung des englischen Außenministers ver» anlaßt gesehen, dies« Sperre gegen Reisende aus England ohne Impf» schein mieder aufzuheben.~ Oer neue Bundeskanzler. Wahrscheinlich Dr. Ender-Vorarlberg. wie». 19. April.(Eigenbericht.) Im SZordergrund der Kombinationen fiir die Bundeskanzlerstelle steht jetzt der Landeshauptmann von Vorarlberg. D r. E n d e r. wenn auch noch nicht seine wirkliche Präsentierung durch seine Partei erfolgt ist. Der christlich-sozlole Führer K u n s ch o k erklärt« in einer Ver- sammlung, daß noch keinerlei Veschllilse gefaßt seien. Im Parlament gilt di« Zusage Dr. Enders als ziemlich sicher. Einige Abendblätter berichten, daß Ender jein« Zustimmung davon abhängig gemacht habe, daß nicht di« äußer sie Recht« der Christlich-Sozialen um S e ip el jede Annäherung zwischen der Mehrheit und der Opposition stört. Etwas scheint an dieser Behauptung wahr zu sein, denn auch das chrsttlich-foziale„Neuigkeits-Wett-Blatt" schreibt: Ender w'll erst die Situation unter den Mebrheitsparteien selbst polkkomnwn klären, ehe er sich über die Annahm« der BundeskanzlersteV« entscheidet. Kortschritt der Mordtechnik. Eine neue Erfindung Brownings. Der amerlkanlsche Erfinder Browning hat nach Berichte» aus Ogden im Skoalc Utah eine neue Erfindung auf dem Gebiete der Sleinseuerwqften gemacht. Browning keilt mit. daß er eine selb st tätige 3 7- Millimeter- pisiolc erfand, di« i a der Minute 150 Schüsse abgeben kann. Die neue kpass« wird besonder, für Flugzeuge und für die allgemeine Bc- unhung zur Flugzeugabwehr tu Betracht kommen. Die blamierien Oeutschnationalen. Oer �aiffeisen-Gtandal vor dem Landtag. In der Freilagsitzung des Preußischen Landtags wurde zunächst ein Gesetz über das Diensteinkommen der Studienräte an städtischen Schulen in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartei angenommen. Es folgt der kommunistische Mißtrauensantrog gegen den Finanzminister Dr. Höpkcr-Aschoss wegen der Verluste bei der Raiffeisenbank und der Preustenkasse. Abg. Rem(Komm.): Dutzende von Millionen sind im Interesse der Großagrarier vergeudet worden. Jahrelang hat das Finanz- Ministerium die Lotterwirtschaft der ländlichen Genossenschaften ge- deckt. Es reicht eine Äorruptionsfront von den Deutschnationalcn bis zu den Sozialdemokraten. Ainunzminister Dr. Hopker-Aschoff: Die Verluste der deutschen Raiffeisenbank sind entstanden durch nicht genossenschaftliche Kreditgeschäfte in den Iahren tü24 und 192?. Der Verlust an der Geschäftsverbindung mit dem Russen Uratzew beträgt allein 20,6 Millionen. Im März 192? hat die Preußeirkosse der Raiffeisenbank größere Geldmittel zur Verfügung gestellt, da Gründe und Höhe des Verlustes damals noch nicht bekannt waren. Als sie bekannt wurden, ist der verantwortliche Vorstand, die Herren Dietrich-Prenzlau, Seelmann-Eggebcrt und Schwarz zum Rücktritt veranlaßt worden. Die neue Leitung hat sich nach Kräften bemüht, den Augiasstall auszumisten.(Hört, hört!) Aber erst eine erneute Revision unter Heranziehung der Deutschen Reoisions- und Treu- handgcsellschaft hat 1928 völlige Klarheit über die eingetretenen Gc- samtoerluste von(59 Millionen geschaffen. Ebenso ist bei der genossen- schaftlichen Zentralkasse des Reichslandbundes ein Verlust von rund 5 Millionen Mark eingetreten, hauptsächlich durch die Geschäfte der Warenzentrale des Rcichslandbundes. Beide Zentralen müssen liquidieren und dadurch die voraussehung für die Rationalisierung des landwirtschaftlichen Genossen- schastswesens schaffen. Der Vorwurf der Mißwirtschaft gegen das Finanzministerium ist völlig unberechtigt, ebenso gegen die Preußenkasse. Wir haben lediglich den Zusammenbruch der ländlichen Ge- n.ossenschaften und taufender landwirtschaftlicher Existenzen verhindert.(Sehr wahr! rechts und links.) Wir hätten jede Hilfe ablehnen und die Forderungen der Preußcnkasse auf Heller und Pfennig eintreiben können. Aber dann hätten wir die ganzen Raiffeisengenossenschaften und zahllose schuldige und unschuldige Landwirte ruinieren müssen. Wir haben es vorgezogen, die Preußen- kasse in den sozialen Dienst zur Ueberwindung der Agrarkrise zu stellen, das Genossenschaftswesen zu rationalisieren und Sicherheit gegen eine Wiederholung solcher Mißstände für die Zukunft zu schassen. Die preußische Regierung hat zu diesem-Zweck der Preußen- kasse in den letzten vier Iahren 7l,4 Millionen Mark zur Verfügung gestellt— allzuviel Dank haben wir dafür nicht gc- erntet.(Sehr wahr!) Aber, wir haben erreicht, daß keine Zwangs- Vollstreckung und keine Versteigerung hat stattfinden müssen. Der gegenwärtige Status der Preußenkasse ist durchaus günstig, sie hat über 39 Millionen Mark Rücklage und verdient uneingeschränktes Vertrauen. Wir haben nichts zu verschleiern und begrüßen jede Ausklörung durch die gerichtlichen Verfahren. Die preußische Staats- regierung hat lediglich der Landwirtschaft wertvolle Dienste geleistet. (Lebhafter Beifall.)• r—'-.i.- Abg. Kuttner(Goz.): Wir wundern uns, daß die berufsmäßigen Vorkämpfer gegen Korruption pnd unordentliche Kreditgewährung, die Herren Deutsch- nationalen, noch keinen Untersuchungsausschuß über den Raifseisenbank-Skandal beantragt haben.(Heiter- keit.) Hat nicht schon im Jahre 1925 Herr Deerbcrg hier dckla- miert: Wie es nläglich war, daß gerade Ausländer so hohe Kredite erhielten: das Parlament hat die Pflicht, die letzten Gründe dieser merkwürdigen Kreditgewährungen aufzudecken. Dabei hätte sich Herr Deerberg nur bei seinem Fraktionskollegen S e e l m o n n über die Gründe der Kreditgewährung an den Russen Uralzew zu in- formieren brauchen. Genau drei Wochen vor dem Beginn des Barmat-Skandals geriet die Raifseisenbank in die Schwierigkeiten. Warum haben damals die Deutschnationalen keinen R a i s f e i s c n- bank-Skandal entfesselt, zumal es ihnen doch stets nur um die Sache geht?(Erneute Heiterkeit.) Von den großen Anklage- reden gegen die Korruption, die im Falle Barmot van den Herren Wiegershaus und Wiedemann gehalten worden sind, will ich schweifen: man soll die Toten ruhen lassen!(Heiterkeit.) Also halte ich mich an den einzigen Ueberlebenden dieser edlen Schar deutschnationaler Korruptionsenthüller, Herrn Dr. K a u f h o l d, der ja eine Extrabroschüre über den Barma! sümpf verössentlicht hat. Er Hot uns damals gesagt: Der kleine Handwerker und der gewerbliche Mittelstand fragen uns in jeder Versammlung: wie ist es mög- lich, daß diese Ausländer Millionen über Millionen in den Rachen geworfen bekommen, während uns armen Leuten kein Mensch 599 Mark gibt?(Heiterkeit.) In der ganzen Rede, in der ganzen Broschüre kein Wort von den Krediten an Uralzew, von den restlos verlorenen 29 Millionen, die ein deutschnationaler Reichstagsabge- ordneter und ein deutschnationaler Landtagsabgcordncter dem Russen geborgt hotten. Dabei waren die Sicherheiicn der Raiffeisenbank noch operelken- chafter als bei kulisker. Wie haben sie gelacht über den Finanzrat Hellwig, der sich von Kutisker mit dem Hanauer Lager hereinlegen ließ. Die Herren der Raiffeisenbank haben sich mit den holländischen Lagern des Herrn Uralzew noch viel schlimmer hereinlegen lassen: denn da stimmte nicht bloß das Lager nicht, sondern sie hatten auch üch ersehen, es sich verpfänden zu lassen. Die leere Schmuckkassette des Herrn Uralzew erinnert geradezu an den leeren Geldschrank der Madame Humbert. Hineingesehen hat in der Raiffeisenbank in die Schmuckkassette niemand, man hatte zu Herrn Uralzew blindes Vertrauen. Wie haben die Herren Dcutschnationalen im Barmatausschuh gelacht, als von Barmats Küsten-Transport- Gesellschaft die Rede war. Jetzt hat die Raiffeisenbank der Reederei Schuppe den Luxusdampser„Peer Gynt" viel zu hoch beliehen und dann drei alle Transportdampser dafür eingetauscht. Waruni fragt heute nicht Herr Dr. Kaufhold, wie im Barmatausschuß: Wat sor Kisten? Rein, heule fragt er nicht, heute ist es ihm wie Schuppe von den Augen gesallen.(Schallende Heiterkeit.) 409 000 Rlark hak die Raifseisenbank an Weißmann und Leibel verloren, hinter den semitischen Hamen stecken als Inhaber der Oberprösident von Salocki und der frühere sächsische König Friedrich August. Wie schön ließe sich da jetzt in einem Untersuchungsausschuß nachprüfen. was für dunkle politische Hintergründe bei der. Kreditgewährung eine Rolle gespielt haben und was für gesellschaftliche Bindungen! Was man gegessen, getrunken und geraucht hat. Wir haben keine Lust, das sittliche Entrüstungstheater aufzuführen und in die Moral- posaunen zu tuten, das überlassen wir restlos und neidlos den Herren Deutschnationalen. Wir haben auch nicht Luft, wie sie durch skrupellose Demagogie in der Barmatsache getan haben, den Schaden noch zu vergrößern, um der politischen.Hetzsucht zu frönen. ::t;v ch- t...... wir freuen uns. daß Preußen verhindett hvt.�daß die �ata- strophe der. deutjchnatiol'.aieu.Vantdircklorgu� eine«alastrophe für den bäuerlichen Rllttelsland würvei Den Donk für die 71.4 Millionen Staatsgcld zur Rettung der ländlichen Genossenschaften hat die preußlschc Regierung ja in Itzehoe und Beidensleeth erholten.(Sehr wahr! und Heiterkeit.) Innerlich ist aber wohl mancher deutschnationale Agftator froh, daß wir die stwrxsstisch verseuchte Preußenregierung haben. Rein kapitalistüch gedacht hätte die Preußenkasse die haftpflichtigen Landwirte in An- spruch nehmen und ihr Geld bis zum letzten Pfennig beitreiben sollen. Aber diese marxistisch verseuchte Regierung hat nach den Grundsätzen des Gemeinwohls gehandelt und die ländlichen Genossen- jchasten nicht ruiniert. Und die Herren Deutschnalionalen lassen sich gern vom Marxismus retten, es läßt sich nachher um so besser schimpfen. Und so überlassen wir die Herren Deulschnationalen ihrer Blamage, über die sie hossentlich noch recht lange nachdenken werden. (Große Heiterkeit und lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. kaushold(Dnät.): An den traurigen Vorkommnisien bei der Raiffeisenbank ist der gegenwärtige Finanz- m i n i st e r jedensalls ganz schuldlos.(Hört, hört! links.) Mit dem Barmat-Skandal läßt sich der Fall der Raiffeisenbank nicht vergleichen. Eine Unterredung, wie sie Herr Heilmann mit dem preußischen Finanzministcr geführt hat, um Geld für Barmak zu bekommen, ist für die Raiffeisenbank nicht geführt worden.(Lautes Lachen links.) Abg. heilmann(Soz.): Ich benutz« diese Gelegenheit gern, um dem Landtag mitzu- teilen, daß der frühere preußische Finanzminister Dr. v o n R i ch t e r kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Landtag mir gegenüber die Erklärung abgegeben hat, daß mein Verhallen in Sachen Varmat in jeder Beziehung korrekt und einwandfrei gewesen sei. insbesondere auch mein verhallen in der Unterredung mit ihm selber.(Lebhaftes Hört, hört!) � Nach weiteren längeren Auseinandersetzungen zwischen den Abgg. kultner und Heitmann einerseits und Dr. kaushold anderer- scits schließt die Debatte. Die Abstimmung findet am Mittwoch statt. In der hierauf sortgesetzten Debatte über die Uni- o e r s i t ä i e n hebt Abg. Dr. Rosenfeld(Soz.) hervor, daß der gestrige deutschnationale Redner Dr. S e m m l e r, keines Zeichens ordentlicher Professor an der Technischen Hochschule in Breslau, mit dem Stahlhelm geschmückt seinem Haß gegen die Republik unzweideutigen Ausdruck gegeben hat. So ist er der körperliche Beweis für die Unduldsamkeit des jetzigen preußischen Staates gegen monarchistische Hochschpllehrcr.(Heiterkeit.) Er steht neben seinem Kollegen Professor Bornhak. einem intellektuellen Wrack, der es kürzlich als Landesverrat bezeichnet hat, daß man die Millionenausgaben für Alkohol mit der Reparationslast vergleiche. Der Kamps gegen den Antialkoholismus ist nach Bornhak ebenso eine patriotische Tat wie die Bekämpfung der Kriegsschuldlüge. Alle solche Lehrer duldet die deutsch« Republik! Kultusminister Dr. Lecker dankt für die Anerkennung seiner Bestrebungen zur Universitäts- reförm. In vorgerückter Abendstunde wendet sich die Debatte dem Kapitel K u n st und Wissenschaft zu. Abg. Frau Oeslreicher(Soz.) kritisiert Zensur und Muckertum. Die Regierung sollte vor ollem die lebenden Künstler fördern. Die wundervollen Kunst- schätze der Berliner Museen ließen sich viel bester ausnutzen. Mit der Sladt Berlin mpsfc man aus diesem Gebiet zu einer Interessen- gemeinichait kommen. Notwendig sei eine planmäßige Förderung der volkstümlichen Kunstpflege, weil die Kunst, etwa in einer Or- ganisation wie den: gewaltigen Arbeiter-Sänger-Bund heute ein notwendiges Gegengewicht gegen die Mechanisierung und Entseelung der Arbeit darstelle.(Bravo! bei den Soz.) Die zweite Lesung des Etats des Kultusministeriums soll am Sonnabend zu Ende geführt werden. Vorher erste Lesung des neuen Gefetzentwurfs zur Gewerbesteuer." (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Scrantmurtlldb Nie V-litit- Dr. Satt Scaer; Wirtschaft:®. aiinfltUiöfft; Gewcrtschaflsbrwrauna: I. Stciact; gruillrton: Ä. ft.»Jfdjtt; Stotale* and oonftiacs: grt»«atflabt: An,«>««»: CV»leckt: sämtlich in Berlin Cfrlaa: Lorwarts-Arriag H.. Berlin Druck: Barwärts.Buchdruckerei ii ich Berlaasantialt Davl Sin#« u Co Berlin ZW W fimbcnftiafte lt. Kietz» 2 Beiladen und.Unterhaltan#»ah Bifftn*. Aus seinem arbeitsreichen Leben tmrde am 17. Apiil unser allseits verehrter Mitarbeiter und Kollege Karl Raasch im Alter von 60 Jahren nach kurzem Krankenlager durch den Tod abgerufen. Infolge seiner ausgezeichneten Charaktereigenschaften besaß er allgemeine Achtung und Wertschfitzung und erwarb sich in seiner mehr denn zehnjährigen Tätigkeit das Vertrauen der Kollegenschaft und seiner engeren Borufsgenossen, die ihm bis zu seinem Tode noch die verschiedensten Vertrauenspositionen innerhalb der freien Angestelltenbewegung übertrugen. Durch seine stets bewiesene Geradheit,05enherzigkeitund Hilfsbereitschaft wird er in unserem Gedächtnis als Vorbild echter Kollegialität weiterleben. Berlin, den 19. April 1929. Qeschättsieitung und Personal der Ortsgruppe Oros- Berlin des Zentraiuemandes der Angestellten. Tiauerfeier: Montag, 22. April, 16V, ühr, im Krematorium Baumschulen weg. Alter schützt vor Torheit nicht Auch nicht vor Hühneraugen Und manches Mittel, wie man spricht, Soll auch fast gar nichts taugen. Doch„Lebewohl"* hilft ganz geschwind, Das weiB schon lange jedes Kind. *) Gemeint ist natürlich das berOhmtc, von vie'en Aerreii empfohlene Hühneraugen• Lehewuhl und Lebewohl valen sehelhen, Blechdose(8 Pflaster 75 Pfg., Lebewohl- FuUbad ae?«n empiindlichc Füße und Fußschweiß, Schachtel(2 Bäder) SO Pfg, erhältlich in Apotheken und Drogerien. il'ehn Sie keine Enttäuschungen erleben wollen, verlangen Sie ausdrücklich das echte Lebewohl In Blechdosen und weisen andere, anßeblich.ebenso gute" Mittel zurück. � Unsetm liebot langtührigen(Bmogen Emil MaaQ| _ jura heutigen TS.«vebnrlskng» die G |i| herzlichsten ffllücktoflofche. � ®»U Genossinnen und«enoffen ii bei 2. Abteilung. � Zw ungst'ankevlosse der Iuwelle e,So'd-tinb Silb r- schm ede(Zwangsinnung) zu Berlin. Sinlobung zur ordentlicher Ausichuhsitzung am Sonnabend, dem 2T April 1929, abends TT, Uhr int Acitanram von Schul it. Bei im S. 14. StaUidueUierfitaftf 5 Tagesordnung: I. Verlesung des Verhandlunr». berichte« der leinen Sibung. 2. Bericht für hp« Rechnung»» Iaht 1918 HL Bericht der Revisoren 4 Aenderung der Kronleu- ordnung. 5. Aenderung der Dienstordnung. 6. Verichiedene» Um pürktliche» Erscheinen ersucht Set vorstand: Mu Rost, Vors. Hugo Hertz, Schriftf. Allgemeine Ortskrankenkasse BIn.-Pankow eelnladung tut ordern ichen Aus chußgrung am Dienstag, dem 7. Mai 1929. abends i Übt(19 Uhr. im ftafsenlvtol Berl-N Panlow. zioravromenade 4 Tagesordnung: 1 Bericht des Botstandes: a) Ragenderch b) Allgemeines. 2. Abnahme der Jahtesrechnung pro I!(2ti und Bericht de, PrUsungsausichusse» !. Sg-uiugsanderung 4 Die»>o dnungsänderung 6 Berich ebene«— Autrilge und Aniragen. die eine vorherige•Brüning benötig eu. find drei Tage vor der öigung deni Borfiand einzureichen. Die Vertreter der Arbeitgeher und der Berficherten werden um piinttüch»« Erscheinen gebeten. Die zugesandte Einladung gilt al» Ausweis. Berlin-Banlow. den 16. April 1929 Der Vorstand der Altge«. vrtstrantenlaffe Berlin-Pank«». L. Eitrig, Borsitzender. 71t. 184* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 20. April 1929 Was ist eine Werbedame? Werbedame ist die liebevoll« beschönigende Bezeichnung für H a u s i e r e r i n. Denn genau wie diese geht man von Haus zu Haus, von Tür zu Tür, um seine Ware feilzubieten, mit dem einzigen, geringen Unterschied, daß man sich hier auf einen Artikel spezialisiert, während die Hausierer meist einen bunten Krimskram-Laden mit sich führen. Stets und immer findet man natürlich verschlossene Türen, denn jeder weiß ja aus eigener Erfahrung, was einem so den Tag über unter dem Titel des„praktischen, sparsamen Haushaltgegenstandes, der„inter- essanten Neuheit", der„gesundheitfördernden Errungenschaft" usw. angeboten wird. Gerade heute, wo kein Mensch Geld hat, Neuheiten auszuprobieren und an ihre Anschaffung zu denken, ist es erklärlich, daß man solch armen Ahasvern, meist noch mit wenig liebevollen Worten, die Türe vor der Nase zuschlägt. Ungezählte Dinge des Bedarfs sind es, die auf den Markt gebracht werden, und mit Hilfe der Werbedame soll nun der Umsatz durch Besuch bei der Privatkundschaft gesteigert werden. Täglich erscheinen in den Zeitungen geschickt abgefaßte Angebote, die unter besonders verlocken- den Botschaften wie„hoher Verdienst, dauernde Existenz bei vor- nehmer Tätigkeit" oder„gebildete Dame kann täglich durch ange- nehme Beschäftigung 20 bis 2S M. mit Leichtigkeit ver- dienen" usw. Erwerbsmöglichkeit in Aussicht stellen. Das eigent- lich« Arbeitsgebiet geht aus dem Inserat nie hervor, so daß man immer wieder beim Studium der Stellenangebote neue Hoffnung schöpft, um nächher enttäuscht abzuziehen. Was alles angeboten wird. In erster Linie haben die Firmen oder ihre Vertreter, die Werbe- damen engagieren, eine Attacke auf die Hausfrauen bor. Staub- s a u g e r sind nach wie vor einer der Hauptvertriebsartikel, daneben Waschmittel, der'„Mop"(eine neue B e s e n ä r t aus Stoff- teilen statt Haaren), Koch- und Waschapparate oder: ein Radio. apparat�für die Mußestunden, ein„Oeldgemälde" als Zimmer- schmuck, ein Korsett für die schlanke(jetzt heißt sie vollschlanke) Linie usw. Dies sind so die hauptsächlichsten, immer wiederkehren. den Artikel, die einem zum Vertrieb angeboten werden. Daneben gibt es aber dann noch eine Legion- mehr oder minder eristenzberech. rigter Ding«, deren Erzeuger mi» allen zu Gebote stehend«: Mitteln bemüht sind, die Kauflust des Publikums für ihr Produkt anzuregen. Wie arbeitet die Werbedame? Je nach Beschaffenheit des Artikels— Staubsauger oder Radioapparat kann man natürlich nicht gut von Tür zu Tür schleppen— ist die Werbetätigkeit theoretischer oder praktischer Natur. Bei solcher Anpreisung soll man durch talentvolle Bered- samkeit den Kunden dahin bringen, sein Interesse wachzurufen, um ihm dann den Vertreterbesuch zur Vorführung in Aussicht stellen zu könne. Kommt der Verkauf zustande, so ist man mit einem be- stimmten P r o z« n t s o tz an der Kaufsumm« beteiligt. Gegenstände, die keinen sonderlichen Wert repräsentiern, wie Waschmittel, kleinere Küchenbehelfe usw., erhält man gegen Hinterlegung einer kleinen K a u t i on oder man bezahlt den Gegenwert des Artikels, wie ihn die Firma dem Wiederverkäufer überläßt, und der hinzukommende Aufschlag für den Käufer bildet dann den Verdienst. In den meisten Fällen, wo es sich um größere Gegenstände handelt, muß man seine Ausweispapiere bei der Firma hinterlegen. Bei einer Bilderfirma z. B. gibt es diese Art der Werbetätigkeit: Man bekommt eine Hand- voll Gutscheine, die man, das Stück zu 1 M., an die Kundschaft ab- setzen soll, die dann aus Grund dieses Gutscheines beim Kauf eines Bildes einen bestimmten Rabatt erhält, oder man kann gegen ein« Kaution von 20 M.«inen„Schinken" unter den Arm klemmen und versuchen, ihn mit möglichst großem Gewinn loszuwerden. Eine Korsettfirma hatte wieder andere Geschäftspraktiken. Da wurde die werbende Novize durch eine im Verkehr mit der Privatkundschaft bereits versierte Kraft angelernt, indem sie einen Vormittag lang mit dieser auf Kundenbesuch ging und sah und hörte, wie es„gemacht" wird. Da wurde geredet, geredet und nochmals geredet, und wenn dies schwierige Stück Arbeit endlich einmal von Erfolg begleitet war, dann wurde gemessen und probiert und die heißersehnte Bestellung unter untertänigen Dankesbezeugungen notiert. Nach all dem, was ich so sah und hörte, wußte ich, daß der Beruf eigentlich noch viel schwieriger sei als ich ihn mir vorgestellt hatte. Trotzdem wollt« ich auch darin einmal mein Glück versuchen, man kann ja nie'wissen, welche Talente in uns schlummern und ob man nicht vielleicht gerade die geborene„Stadtreisende" ist. Nun sortierte ich aus: Staubsauger und Radio erschienen mir auf der einen Seite zu kostspielig, auf der anderen Seit« als nicht neu genug, Oelgemälde(noch dazu in der gesichteten„künstlerischen Ausführung") schalteten als wertloses Kulturgut von vornherein aus, der Korsettvertrieb erschien auf- reibend und wenig aussichtsreich, so wandte ich mich dem Vertrieb der neuartigen W a s ch m i t t e l zu, der bei ganz geringem Betriebs- kapital immerhin noch einige Existenzberechtigung aufwies. .nein, wir braudien nichis!' Ausgerüstet mit einer kleinen Musterkollektion eines neuartigen „kraft-, zeit- und geldspärenden Wäschezusatzes" nebst aufmunternden und vielversprechenden Weisungen meines Auftraggebers, begab ich mich also auf die I a g d n a ch d e m G l L ck. Ich suchte mir in einem dichtbevölkerten Stadtviertel einige Straßenzüge, die ich einen Bor- mittag lang nach Kundschaft durcheilen wollte. Ich läute bei Tür Nr. i. Eine ältere, gutmütig aussehende Frau öffnet mir. Ich spreche meinen Vers: Nein danke, wir brauchen nichts! Einen Stock höher, derselbe Effekt, jedoch in recht unhöflicher, wenig aufmuntern- der Art: Den ganzen Tag die olle Bimmelei mit die Reklamesachen! Bei der Dritten, Vierten und Fünften war es nicht besser. Nr. 6 empfing mich mit weitgeöffneten Armen— sie hatte ihre Kusine ver- mutet und war recht bitter enttäuscht—, ich aber auch wieder einmall Nach etlichen Niederlagen— ich war bisher noch nicht einmal jen- seits des Treppenflur'es gelandet— verspürte, ich ein schwaches Hostnungsfünkchen. Eine junge Frau, mit einem blondköpfigen Jungen an der Hand ließ mich wenigstens endlich einmal zur Türe herein, und ich konnte meinen Vers zu Ende erzählen. Hoffnungs- freudig beeitete ich eiligst mein Warenlager en ministure vor ihr aus— wobei der kleine Blondkopf mit rundlich-tapsigen Kinder- fingerchen gleich eine Tüte emporhob und entzweiriß. Sie schien recht interessiert, ich redete mit Feuer und Begeisterung; dann meinte sie, indem sie auf das Sandhäufchen am Boden wies, in dem der Kleine bereits mit Eifer herumwühlte:„Ich kann es ja mal aus- probieren; das können Sie ja doci, nicht mehr verwenden, nicht?" Was blieb mir übrig, als ein freundliches„Ja" zu sagen und unter Hinterlasiung der Firmenadressc abzuschieben. Bei diesem negativen- Resultat blieb es auch weiterhin: hundsmüde, hungrig und wenig gut gelaunt, beschloß ich meinen Rundgang. Ausdauer, Dickfelligkeit und ein nimmer ermüdendes Gehwerk- zeug sind die Grundbedingungen für diesen ungemein schwierigen Beruf.- Ob damit aber auch der Erfolg gesichert ist? Papier ist geduldig. Wenn in den Inseraten von einer„leichten, angenehmen und aussichtsreichen Tätigkeit" die Rede ist, dann muß ich behaupten, daß die Tätigkeit einer Werbedame diese drei äußerst sympathischen Züge nicht aufzuweisen hat. Eisenbahnkatastrophe in Chile. ,4 Tote, 20 Verletzte. N e w B o r k, 19. April. Wie..Associated Preß" aus Santiago de Chile meldet, ist zwischen Jgnique und Antafo» g a st a ein Personenzug verunglückt, wobei vierzehn Per» sonen getötet und zwanzig verletzt wurden. Die Katastrophe ist darauf zurückzuführen, daß während der Fahrt sich die Laufkränze der Lokomotivräder lösten. Die Lokomotive entgleiste und die nachfolgenden Personenwagen prallten mit voller Geschwindigkeit gegen das Hindernis, wobei sie um- schlugen und zertrümmert wurden. Iquique und Antafogasta sind chilenische Hafenstädte- an der Bahnstrecke Iquique— Antafogasta— Valparaiso— Santiago—- Eoncepcion. Iquique zählt rund 40 MO Einwohner und ist ein bV deutsamer Ein- und Aiissnhrhafen. Zeppelin glatt gelandet. Das Luftschiff„Graf Zeppelm" traf am 1S.4S Uhr unter gleich günstigen Witterungsbedingungen wie bei der Abfahrt wieder über Friedrichshafen ein und ist nach einer längeren Kreuzfahrt über dem See und der Umgebung der Stadt um 16.40 Uhr glatt gelandet. Kurz nach 17 Uhr lag das Schiff bereits wieder in der Halle. Während der fast zehnstündigen Fahrt folgte das Luftschiff zu- nächst dem Lauf des Oberrheins, dann dem des Neckars und schließ- lich der Donau. Es legte dabei eine Strecke von über 8 00 Kilometern zurück. Die Versuche mit dem Kreiselkompaß und dem angegliederten Kursschreiber zeigten sich über Erwarten gut. Es fanden auch Versuche mit Sirenen als Schallgeber für das Behmfche Echolot statt. Di« Höhenbestimmung wird aber durch den auseinandergezogenen Klang der Sirenen im Gegensatz zum kurzen Knall eines Schusses ungenau. Besser bewährte sich eine neue Schieß- «inrichtung der Waffenfabvik Mauser. Sack Xondon: (Berechtigie üebersetzung von Erwin Magnus). „Er macht ihn tot, er macht ihn sicher tot," sang Bettles begeistert.„Ich weiß das. Ich habe schon Schlittenreisen mit Daylight gemacht. Der Mann ist noch nie in seinem Leben müde gewesen. Weiß gar nicht, was das heißt. Ich Hab' ihn einen ganzen Tag bei vierzig Grad Kälte mit nasien Strümpfen reifen sehen. Das macht ihm keiner nach." Während dieses Gesprächs verabschiedete Daylight sich von den Männern.-zjdie ihn umdrängten. Die Jungfrau wollte ihn küssen, aber obwohl er stark vom Whisky umnebelt war, gelang es ihm auch diesmal, den Schürzenbändern zu ent- gehen. Er küßte die Jungfrau, küßte aber auch die anderen drei Mädchen mit derselben Wärme. Dann zog er die langen Fäustlinge an, jagte die Hunde auf und nahm seinen Platz am Steuer ein.. „Mush, Kinderl" nef er. Im selben Augenblick warfen die Tiere ihr volles Ge- wicht gegen die Brustgurte, krochen im Schnee zusammen und hieben ihre Klauen hinein. Sie winselten vor Eifer, und ehe der Schlitten ein halbes Dutzend Längen fortge- kommen war, mußten sowohl Daylight wie Kama, der den Nachtrab bildete, laufen, um mitzukommen. Und so glitten Männer und Hunde den Hang hinunter, liefen dem gefröre- nen Bete des Dukon zu und waren bald in dem grauen Licht verschwunden. � Auf dem Fluß, m ausgetretener Bahn, wo es keiner Schneeschuhe bedurfte, machten die Hunde sechs Meilen in der Stunde. Um Schritt mit ihnen zu halten, waren die beiden Männer gezwungen, zu laufen. Daylight und Kama gingen abwechselnd am' Steuer, denn den schnell fahrenden Schlitten zu lenken und vor ihm zu bleiben, war die bärteste Arbeit. Der andere Mann hielt sich dicht hinter dem Gefährt und sprang zuweilen auf, um auszuruhen. Es war harte Arbeit, aber sie machte trotzdem Freude. Sie flogen über den Boden dahin und hielten sich meist auf der ausgefahrenen Spur. Wenn sie sich später selbst ihren Weg bahnen mußten, waren drei Meilen die Stunde eine gute Leistung. Dann gab es kein Fahren und Ausruhen mehr, und auch von Laufen war wohl kaum noch die Rede. Dann war das Lenken die leichteste Arbeit, und während der eine Mann eine Zeitlang mit Schneeschuhen den Weg für die Hunde bahnte, konnte sich der andere am Steuerplatz ausruhen. Diese Arbeit machte keinen Spaß. Oft mußten sie sich lange Strecken über ein Chaos von Eisschollen schleppen und froh sein, wenn sie zwei Meilen die Stunde schafften. Und es kamen noch schlimmere Strecken, wo«ine Meile die Stunde furchtbarste Anstrengung bedeutete. Kama und Daylight sprachen nicht miteinander. Ihre Arbeit ließ es nicht zu, und es lag ihnen auch nicht, während der Arbeit zu sprechen. Nur ganz selten, wenn es unum- gänglich war, wechselten sie ein kurzes Wort miteinander, und Kama beschränkte sich auch dann meistens auf«inen kurzen Grunzlaut. Hin und wieder winselte oder knurrte «in Hund, aber im allgemeinen verhielt das Gespann sich still. Der einzige Laut, den man hörte, war das scharfe Pfeifen der stählernen Kufen über die harte Fläche und das Knirschen des gleitenden Schlittens. Wie durch eine Mauer war Daylight jetzt von dem Summen und Lärmen des Tivoli getrennt— eine andere Welt hatte ihn aufgenommen, eine Welt von Schweigen und Unbeweglichkeit. Nichts regte sich. Der Dukon schlummerte unter einer drei Fuß starken Eisdecke. Nicht ein Windhauch war zu spüren. Selbst der Saft in den Fichtenstämmen an beiden Ufern schien erstarrt zu sein. Die Bäume standen wie versteinert mit der leichten Schneelast auf ihren Zweigen, die der leiseste Hauch herabgeweht hätte, aber es geschah nicht. Daylights Schlitten war der einzige lebendige, bewegliche Punkt inmitten der großen feierlichen Stille, und das rauhe Scheuern der Kufen verstärkte nur das Schweigen ringsum. Es war eine tote Welt, ja.«ine graue Welt. Das Wetter war kalt und klar; die Luft war trocken, ohne Dunst und Nebel; aber der Himmel war«in graues Bahrtuch. Zwar verdunkelten keine Wolken den Tag, aber auch keine Sonne gab Helligkeit. Weit im Süden erklomm sie stetig ihre Mittagshöhe' aber zwischen ihr und dem gefrorenen Dukon lag die Wölbung der Erde. Der Vukon war in nächtliche Schatten getaucht, und der Tag selbst nur einelange Dämmerung. Als um dreiviertel zwölf eine plötzliche Wendung des Flusses einen Ausblick nach Süden eröffnete, zeigte sich der oberste Rand der Sonne gerade über dem Horizont. Ein« blaffe, verwischte Scheibe. Ihre Strahlen wärmten nicht, und man konnte gerade in sie hineinsehen, ohne daß einem die Augen schmerzten. Und kaum hatte sie ihre Mittagshöhe erreicht, als sie auch schon wieder hinten den Horizont kroch, und ein Viertel nach zwölf warf die Erde wieder ihren Schatten über das Land.» Männer und Hunde eilten weiter. Daylight und Kama nahmen wie die Wilden Nahrung zu sich. Sie. aßen zu un- regelmäßigen Zeiten, konnten sich bei Gelegenheit bis zum Uebermaß vollstopfen und dann wieder weite Strecken zurück- legen, ohne überhaupt etwas zu esien. Die Hunde fraßen nur einmal täglich, und dann bekamen sie selten mehr als Kama und Daylight glichen ihnen. Sie waren ausdauernd dabei aber in glänzender Verfassung. Wie bei ihren Vor- fahren, den Wölfen, war ihr Stoffwechsel streng ökonomisch und vollkommen. Nichts wurde vergeudet. Die kleinste Krume, die sie verzehrten, wurde in Energie umgesetzt. Und Kama und Daylight glichen ihnen. Sie waren ausdauernd wie die Generationen, von denen sie abstammten. Die ge- ringste Nahrungsmenge versorgte sie mit produktiver Energie. Nichts ging verloren. Ein zivilisierter, verzärtelter Stubenmensch wäre mager und mutlos geworden bei der Lebensweise, die Kama und Daylight auf der Höhe körper- lichen Wohlbefindens hielt. Sie kannten, was jener nicht kennt: beständiges, normales Hungergefühl, so daß sie jedei'- zeit esien konnten. Ihr Appetit verließ sie nie und ließ sie gierig in alles einhauen, was sie kriegen konnten, ohne Ver- dauungsstörungen zu bekommen. Gegen drei Uhr nachmittags ging die lange Dämmerung in die Nacht über. Die Sterne kamen zum Vorschein und funkelten nahe und klar, und bei ihrem Licht setzten Hunde und Männer die Reise fort. Sie waren unermüdlich. Und dabei war dies keine eintägige Rekordleistung, sondern der erste von sechzig gleichen Tagen. Obwohl Daylight eine Nacht durchtanzt und durchtrunken hatte, war ihm nichts anzu- merken. Seine ungewöhnliche Lebenskraft und die selten ausbrechende Ausgelassenheit ließen ihn solche Nächte leicht überwinden. (Forffetzung folgt.) Geschädigte, die Kleinigkeiten vor i Es ho» immer etwas versöhnliches, wenn der Geschädigte, das Opfer eines verbrechen», seine» Schaden mit gutem Humor trägt und dem frevler nicht weiter Übel will. Drei solcher»SeschSdlglen konnte man vor kurzem an einem Tage vor dem Schnellgericht »erledigen".* Die gestohlenen Katzenfelle. Die Sache liegt eigentlich ziemlich weit zurück. Es war Silvester 1926, als der sonst brave Tischlermeister in trunkenem Zu. stände an der Wohnung seiner Nachbarn vorbeikam, die Tür offen fand, hineinging und eine Decke aus Kasjenfell mitnahm. Dost er der Dieb gewesen, war bald heraus Straf. anzeige wurde erstattet, die Angelegenheit sollte gerichtlich aus- getragen werden. Der Dieb aber war verschwunden und nicht zu finden. Drei Jahre später wurde er„gefastt", verhaftet und kam vors Gericht. Die Katzenfelle hatte er damals zu einem Spottpreis „oerschärft" und das Geld vertrunken. Weshalb er die Katzen- fellchen genommen Hot, weist er heute nicht mehr: erstens war er in der Silvesternacht betrunken und zweitens ist es auch allzu lange her. Auch der.Geschädigte hat die Felle längst verschmerzt und ist überhaupt auf den Tischlermeister, seinem ehemaligen Nachbar, nicht schlecht zu sprechen. Strafe muß sein, wenn auch nach drei Jahren. So lautete sie auf zwei Wochen Gefängnis. Die schlechten Gfammophonplatten. Diese Sache ist nicht weniger harmlos als die erste und ebenfall» eine betrunkene Angelegenheit. Der Geschädigte erzählt mit viel Humor, wie der Angeklagte in seinem Lokal eine gute Zeche gemacht, auch einige Grammophonplatten spielen liest und sich darüber aufhielt, dah die Stücke„nichts taugten". Ais er fort war, waren mit ihm auch einige der„schlechten" Grammophonplotten weg. Als nicht nachtragen. em Gchnettgericht. der Geschädigte im Polizeirevier den Diebstahl melden wollte, fand er hier bereits den Uebeltäter, und zwar mit einem Radioapparat. Den hatte dieser nämlich einer Fensterauslage entnommen, zu der er sich durch das Einschlagen der Scheibe Zutritt verschafft hotte. Der brave Arbeitsmann, noch unbestraft, kann bei bestem Willen nicht sagen, weshalb er die Grammophonplatten mitgenommen und die Scheibe eingeschlagen hat. Er wurde in dem Augenblick gefaßt, als er sich mit dem Radioapparat entfernen wollte. Geschädigt ist also schließlich niemand. Aber auch hier muß Strafe sein. Wieder ist es Gefängnis st rase, allerdings mit Bewährungsfrist. Das Motorrad. Ganz so harmlos wie die beiden ersten Sachen ist diese nicht: die Persönlichkeit des Täters wenigstens ist nicht harmlos. Der Mann ist bereits vielmals vorbestraft und hatte gerade vor kurzem das Gefängnis verlassen. Er war von irgendeinem Vorort Berlins unterwegs nach Strausberg, wo er beheimatet war, und besaß nicht das nötige Fahrgeld, um nach Hause zu kommen— so wählte er ein einfaches Mittel: er begab sich in der Nähe des Schlesischen Bahnhofs in eine Motorrad-Reparaturwerk- statt und begann hier ein Motorrad einzuhandeln. Im selben Augenblick kam ein junger Mensch mit einem Rade in die Werkstatt. Der Käufer und der junge Mensch gerieten ins Gespräch. Der junge Mensch war bereit, sein Motorrad zu verkaufen, und so sollte diese» sofort ausprobiert werden. Der Käufer schwang sich aufs Rad und war aufunddavon. Er wurde aber gefaßt. Der funge Mensch scheint dem Käufer nichts nachzutragen, um so mehr, al» er sein Rad wiederbekommen hat, bestimmt auch ein wenig beschämt, weil er sich auf so plumpe Weise hat reinlegen sasien:„Ich glaubte, es fei ein S t u d e y t, deshalb habe ick, ihm mein Rad anvertraut." Diesmal lautete das Urteil auf drei Monate Gefängnis. Die Ziehung der Klassenlotterie. Mehr Neine Gewinne als früher. «Nestern vormittag begann unter großem Andrang die Ziehung der!. Klasse der ZZ. preußisch- Süddeul- schen Klaffen(ollcrie. Die ersten Dormittag»stunden beschäftigten die Beamten mit dem Einschütten der Gewinne in die Gewinntroimnel. Auf Anfragen au» dem Publikum wurden die Gewinnröllchen geöffnet und dem Publikum gezeigt. Die Kontrolle bei dieser Ziehung ist genau wie bei den letzten, besonder» verschärft; hinter den Beamten, die Gewinn» und Logrollen au« den Trommeln nehmen, stehen zwei Kontrollbeamte, die genau aufpassen. Der Gewinnplan der 33. Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie bringt einige Neuerungen, die Vermehrung von kleineren Gewinnen. Bekanntlich hatte der hauptausschust des Preußischen Landtags in einem Antrag die Herabsetzung der hohen Prämie verlangt. Dafür sollten die lOOO-Mark-Gewinne vermehrt werden. Die Herabsetzung der fiOOOOO-Mark-Prämie in der 5. Klasse ist diesmal noch nicht durchgeführt worden. Trotzdem ist aber die Zahl der lOOO-Mark- Gewinne um 400 gestiegen: insgesamt werden in den fünf Klassen 2180 1000-Mart-Gewmne gezogen. Der Lotterieausschuß wird erst in diesen Wochen zu dem Antrage des Landtages Stellung nehmen, und wahrscheinlich werden bei der 34 Klasienlotter!« die Haupt- gewinne verkleinert und die kleineren Gewinne vermehrt. Die Versuche, die Ziehung maschinell ausführen zu lassen, sind auch noch nicht abgeschlossen: die Lotteriedirektion Hot zwar zwei Apparate, die unter Umständen für eine der nächsten Ziehungen ausprobiert werden können, sie fordert aber noch Obergutachten der Tech- Nischen Hochschule an. Wahrscheinlich werden die fünf Klassen dieser Ziehung noch nach dem alten System gezogen werden. Sparkassenverwalier und Gpekukant. Schaden 1 800 000 Reichsmark. wir berichteten über die sonderbare« Finanz- g e s ch ä s l e. dle der Rendant Paul prleß mit den tvel- dern der Sparkasse in Ahrensbök gemacht hat. Anfang Mai werden diese vor dem Schöffengericht Lad Schwartau zur gerichtlichen Aburteilung gelangen. Priest ist wegen Untreue gegenüber der Sparkasie und wegen Urkundenfälschung angeklagt. Dieser Fall hatte in der Oesfentlichkeit sehr grostes Aufsehen erregt, denn die Sparkasse des nur 2000 Einwohner zählenden Orte» ist um nicht weniger als 1,8 Millionen Mark geschädigt worden. Da» Ermitt- lungsverfahren hat die tollsten Spekulationsgeschäfte des Angeklagten Priest aufgedeckt Er Hot die Gelder der Sparkasse zu den unsinnigsten Spekulationen verwendet, so hat er in G a- l i z i e n Oelfelder gekauft, die längst stillgelegt waren. Um sich weitere Gelder zu verfchaffen, hat er Sparkassenbücher mit sin- gierten Konten angelegt. Er liest Sparkassenbücher auf die Namen wohlhabender Leute ausstellen, die niemal» einen Pfennig in die Sparkasie eingezahlt hatten. Da» tollste Stück aber, das Priest sich geleistet hat, war die Ausrüstung eine» Sprit» schmuggelschiffes, das Sprit nach Finnland schmuggeln sollte. Er hatte damit aber auch Pech, denn da» Schiff wurde verfolgt und muhte wegen Sturmschäden in einen sinniändischen Hafen einlaufen. Der Verteidiger hat Beweisantrag gestellt, daß Priest von einem krankhaften Spekulationifieber befallen«vor. Wöhrend er in den ersten Berliner Hotels seine großen internatto- nalen Finanzgeschäfte einleitete, lies er in abgetragener und schä- biger Kleidung herum. Das Traurigste an der Affäre ist, daß die Leidträgenden oldenburgische Bauern sind, die als Ge- nossenschaster für den Schaden h a s t b a r sind. Nur durch das Einspringen der Girozentrale Hannover wurde der Zu- sammenbruch zahlloser Bauern verhindert. Karpfenteich-L-ichenfund aufgeklärt. Gestern nachmittag ist e» der Polizei gelungen, die Persönlich- teil des Toten festzustellen, der am Donnerstag nachmittag in Buch aus einem Karpfenteich gelandet wurde. Es handelt sich um einen 54jährigen Wächter Reinhoid W e st p h a l aus der Mühlen st raste in Pankow. W. war sehr leidend und stand lange Zeit in ärzllicher Behandlung, ohne daß eine Besserung eintrat. Dies hat er sich wahrscheinlich so zu herzen genommen, dah er beschloß, freiwillig aus dem Leben zu fchechen. W. ist dann nach Buch hinausgefahren und hat sich im Karpfenteich, nach- dem er zuvor seine Taschen mit Steinen beschwert hatte, er- tränkt. Kommunistenierror am Wedding. Zwei Polizeibeamte niedergeschlagen und schwer verletzt. Auf brutale weise wurde» gester« abend zwei Schuß. Polizeibeamte aus dem wedding von Mitläufern eine» kommunistischen Demoustratloaszuge» nieder- geschlagen und schwer verletzt. An der Ecke S ch e r e r- und Reinickendorfer Straße bildete sich gestern abend um 19.30 Uhr ganz plötzlich ein körn- munistischer Demonstrationszug, der sich zum großen Teil aus halbwüchsigen zusammensetzte. In kurzer Zeit hatten sich etwa 260 bis 300 Personen versammelt, die auf dem Straßendamm Aus- stellung nahmen. Zwei Beamte einer Streife des zuständigen Revier», der 4ljährige Hauptwachtmeister Willi K. und der 33jährige Oberwachtmeister Gustav Sch., die sich gerade aus einem Patrouillengang bejgnden, versuchten die Demonstranten zum Auseinandergehen zu bewegen. Im Nu waren die beiden Beamten von der Menge umringt und der Mob drang auf sie ein. Mit Steinen und Messern wurden die völlig überraschten Be- amten in so brutaler Weise bearbeitet, daß sie b l u t ü b e rst r ö m t zu Boden sanken. Don anderen Passanten und Anwohnern, die Zeuge dieses Vorfalles wurden, war inzwischen das Ueberfoll- k o m m a n d o alarmiert worden. Beim herannahen der Polizei suchte der Mob das Weite, und leider gelang es nicht, auch nur einen der Rowdys zu fassen. Von mehreren Augenzeugen, die den feigen Ueberfall von der Straste und ihren Wohnungsfenstern aus mitansehen mußten, wird uns übereinstimmend mitgeteilt, daß die beiden Beamten planmäßig umzingelt und ohne jeden Grund in schwerster Weise mißhandelt wurden.— Die Schwerverletzten wurden in das Staats- krankenhaus in der Schornhorststraße übergeführt. Auch in der B e r g st r a ß e in Neukölln kam es gestern abend zu kommunistischen Ansammlungen, die von der Polizei rei- bungslos aufgelöst werden konnten. Ein Auto fahrt ins Schaufenster. Vier Personen verletzt. Zn der Chausseeflraße, im Norden Berlin», er- eignete sich gestern nachmittag ein schwerer verkehr»- »usall, bei dem vier Personen verletzt wurden. Vor dem Hause Chaussee st raste 43 geriet ein Rad- fahrer plötzlich in die Fahrbahn eines Lieserautos Durch eine scharfe Rechtswendung versuchte der Chauffeur ein Unglück zu verhüten. Der Wagen geriet in» Schleudern, rast« in voller Fahrt auf den B ü r g e r st e i g und fuhr in das Schaufenster eines Schokoladengeschäftes hinein. Vier Passanten wurden von dem Auto ersaßt und zum Teil erheblich verletzt. Di« Der- unglückten wurden in da» Auguste-Viktoria-Hospital gebracht, von wo sie nach Anlegung von Notverbänden bis auf eine schwerverletzte Frau, die Zljährige Frieda Finger aus der Adolfstraße 22. in ihre Wohnungen gebracht werden konnten. Das Auto mußte später abgeschleppt werden. Abendunterhaltung, bestritten von Günther h a d a n k und Lore Braun. Was die beiden brachten, war elegante Plauderei, zu elegant, um volkstümlich zu sein. Die Unterhaltung zwischen Hund und Katze von der Colleg ist geistvoll, witzig, leider m cht'sehr gut übersetzt: von den Sprechern, besonders von Lore Braun, wurde sie cm wenig überspitzt geführt. Dabei zeigte Lore Braun in einer Geschichte von Andrejeff, daß sie sehr- geschmackvoll vorzu- tragen weist. Der Löwe-Abend bracht« leider wieder die aller- bekanntesten Sachen. Weshalb ist eigentlich ohne den»Archibaid Douglas" kaum eine Rundsunkveranstaltung im Zeichen Löwe» denkbar? Fritz Düttbernd, von Bruno Seidler-Winkler am Flügel begleitet, sang mit dramatischem Ausdruck und anerkennenswert guter Stimme. Dr. Fritz Klein sprach in dem Zyklus„Europäische Staatsmänner der Gegenwart" über„Mussolini und Beth- l e n". Leider begnügte er sich nicht mit einem sachlichen Bericht über die politische Entwicklung der beiden Staatsmänner, der gew st sehr'nteressant gewesen wäre: er gab anzweifelbare Werturt.i.e ab, nicht nur über die Staatsmänner, sondern auch über die Staatsmänner als Menschen. Tes. „Welt am Morgen" untersagt. Eine einstweilige Verfügung des Kammergerichts. Auf Antrag des Verlags der„Welt am Montag" hat der 10. Zivilsenat des Kammergerichts im Wege der einstweiligen Bev- fügung den Beschluß gefastt, der Derlagsairstaft Wilhelmstadt G. m. b. h., in der die„Welt am Marge n" erscheint, die weitere Be- Nutzung dieses Titels zu verbieten. Das Landgericht I hatte den Antrag auf einstweilige Berfügung gegen den Gebrauch des Titels„Welt am Morgen" zurück- gewiesen und dem Verlag lediglich untersagt, eine Abkürzung zu benutzen, weil in dieser eine Berwechslungsgesahr mit der„Weit am Montag" erblickt wurde. Ein Männertops im Garien. Raubmord in Leipzig. Der Besitzer eine» Schrebergarten» im Osten Leipzigs fand beim Umgraben feine» Grundstück» den in Verwesung über- gegangenen kapseln es Manne», der in Leinwand eingewickelt war. Sonstige Leichenteile roaren nicht vorhanden und konnten auch nicht von der Kriminalpolizei gefunden werden, die alsbald genaue Nachforschungen einleitete. Dennoch gelang e», festzustellen, daß es sich bei dem vorgefundenen Kopf um den des Handelsmannes Gustav Adolf Pir stein aus L e i p z i g- B o l k m a r s d o r f handelt, der seit dem 26 März d.I. vermißt wird. Es liegt wahrscheinlich Raubmord vor. Hauskrankenpflege durch das Gesundheitsami. Fürsorgebedllrftigen Personen, die in Lichtenberg wohnen und bei denen wegen der Art ihrer Erkrankung eine Krankenhou,- behandlung nicht oder nicht mehr notwendig ist, kann durch Dermitt- lung des Gesundheitsamtes Lichtenberg hauspslege beschafft werden. Es handelt sich hier um persönliche Hilfeleistungen, die mit Rücksicht auf den Krankheitszustand nur von krankenpslegerisch vorgebildetem Personal ausgeführt werden können und der ärzt- lichen Anordnung und Aufsicht unterliegen. Anmeldungen werden im Lichtenberger Stadthaus, Türrschmidtstrast« 24, park. Zimmer 6, entgegengenommen. Durch die hauskrankenpflege soll«in« Ent- lastungderstädtischenKrankenhäuier erreicht werden. Jungtiere im Zoo. Im Vorjahre war die Geburt de» tm Zoo gezüchteten Elefanten- Mädchens bekanntlich die Welttensation für alle zoologisch tnter- essierien Kreise. Kalifa, um die man sich einst anstellte, um sie zu sehen, ist inzwischen sichtbar herangewachsen Genteinsam mit Mama tut sie sich an allein dargereichten Futter gütlich. Wenn da» unbeholfene Jungtier sich so loipcnschg vor das Fressen stellt, daß die Alte nicht gul heran kann, so sieht e» recht ulkig aus, wenn die All« dem Kino einen ganz sanften Stost mit dem Rüssel gibt. Genau so der eingehenden Beobachtung wert wie Kalisa ist ein anderes, erst kürzlich geborenes Baby, nämlich«in Flustzwerg- pferd. Es wird gleichfalls von seiner Mutter gut besorgt. Gern hält es sich im Wasser aus und da es noch recht klein ist, möchte man mitunter denken, sein Kops gehör« einer Riesenkaulyuappe an. Das lustige Schimpansenpaar Body und Susi, das schon fest langem zu den Lieblingen aller Zoobesucher gehört, ist weiterhin recht gut gediehen. Bei Aften besteht leicht die Gefahr, daß sie in der Gefangenschast von Tuberkulose befallen werden. Diese beiden Schimpansen sind daher gegen Tudertulos« geimpft. Sie sind in ihrem Benehmen jetzt ziemlich grob geworben und würden Fremde wohl ein bißchen derbe anfassen, doch kann ihr Wärter nach'wie vor wirklich freundschaftlich mit ihnen verkehren. Zu den K o r s i k a- R i n d e r n, die ein« recht primitive Form von Rindern präsentieren, hat stch auch«in Junges gesellt. Ebenso ist bei den Dingo» bereits Nachwuchs zu verzeichnen. Diese austra- tischen Wikdhunde sind allen Hundeliebhabern sehr interessant, zumal man jetzt mit der Nachkommenschaft vom vorherigen Wurf Dressur» versuche anstellt, auf deren Ergebnis man zu Recht gespannt ist. Schwimm fest weltlicher Schüler t» Reinickendorf. Am Sonn- tag, dem 21. April, 17 Uhr, veranstalten die drei welllichen Schulen Reinickendorf»(8., 9. und 10. Schule! in der grasten Halle des Stadtbades Gerichlstraste ihr S ch w i m m s e st. Zur Vor» führung gelangen StUschwimmen, Wetttämps«, Rettungsübungen, Tauch- und Sprungvorsuhrungen sowie Ulk- und Scherzsprünge. Der Eintrittspreis bettägt für Erwochfene 50 Pf., für Kinder die Hälfte. Eitern und Freunde der Schule sind herzlichst eingeladen. Eine vogelknndliche Wanderung veranstaltet der Bund für Bogelschutz(Berlin S42), am Sonnabend, dem 20. April, nach dem Goimer Luch bei Potsdam. Abfahrt 2,26 Uhr nachmittag» vom Potsdamer Fernbahnhof bis Werder. Nachzügler gehen über die Eisenbahnbrllck« Werder ins Luch.— Sonntag, den 28. April, vogel» kundliche Wanderung nach dem Mühlenbecker und Sumter See. Abfahrt 8 Uhr vom Stettiner Vomtbechnhos. Gäste sind willkommen. Da» Wasser gesperrt. Im Hause Ramlerstraste 13 ist schon seit drei Tagen der Wasserhahn geschlossen. Der Verwalter hat sich bisher noch nicht entschliesten können, den Klempner wegen der Reparatur zu schicken. Mieter aus dem Hause ssnd beim zuständigen Polizeirevier vorstellig geworden, allerdings bisher ohne Erfolg. „Plaza" im Ostbahnhof. Im Mittelpunkt des Programms der „Plaza" für die zweite Hälfte de» April» steht der prächtige Jongleur Gaston Palmer, dessen Darbietungen den stärksten Beifall des Abends erringen. Dann wären di« acht Uzenos in Ihren japanischen Spatspielen zu nennen. Olga wird als lebende Rechenmaschine an- gekündigt. Wir kennen mehrfach diese Rechenkünstler, deren Zahlen- gedächini» fabelhaft ist. Auch Olga weih sein Publikum fesselnd für sein Können zu interessieren. China ist durch den guten Illusionisten Okiio vertreten. Bei Dücker paaren sich musikalische» Können und Komik. Bleiben noch zu erwähnen die drei Gtooes als Exzentriker und die zwei hiawathas, die aus dem Drahtseil Sprünge ausführen. Genosse Emil Blaaß. Friedrichsgracht 61, vollendet heute sein 76. Lebensjahr. Schon seit 1890 Leser der Parteipresse, ist er auch der Mitbegründer des Verbandes der Lithographen und Stein- drucken Wir wünschen dem alten Freunde noch recht viele Jahre der Mitarbeit in der Parteil Einem Siebzigjährigen! Genosse Alex Kaiser vollendet heute sein siebzigstes Lebensjahr. Buchdrucker von Beruf, arbeitete er bei der, Berliner Freien Presse", dem ersten Berliner Organ der Partei. Mehr als 60 Jahr« ist der alte Kämpe Mitglied der Sozial- demokratie: er hat sich besonders um den Arbeitergesang verdient gemacht. Jetzt grn�s imeaven die wundervolle goldklare Haarwaschseife für jedes Haar, auch als Shampoon Jüt- 30 SinfcntitBgtn für dies« Rubrik find Berit» SB bS, Ltudenstrahe 3. parieinachrichien für Groß-Verlin stet» au da» B«zirl»setr«tartat z. Hos, 2 Treppe» recht», zu richten. Sezirksvorffand. heute. pünklNch lS Uhr, Sihung des erweiterte« Betirfaoot- standes Int Konferenzzimmer der„vorwärts"-Redaktion. Linoenstr. Z. » 7. Krel» Tdarlotteudurg und Spandau. Juristisch« Sprechstunde heut« Sann. abend, AI. April, 17—18 Uhr, im Jugendheim Ziostnenstr. 4. Selegeuheit »um»ircheuaustritt! l. ttrei, wilm«r,dors. Freie Schulgemelnd« uud»Indersreund«. Heute, Sonn- abend, 20. April, 1» Uhr, in der Schulaula Weimarische Str. 21, in Wilmersdorf, Sfsentlicher Filmabend.„Das üeltlaaer der stinderfreunde in Uedcrsee", und ander« Filme.— Alle Sprechchorteilnehmer lammen am Sonntag. 21. April, pon 8-~10M, Uhr bei Rtoist, Holsteinische Str. 60, «ur Probe»usammcn. II. itrei» Paulow. Montag, 22. April, 2« Uhr, im ZSrlischen fielt, A-nko«, Breit« Str. 14, ltrcisdeleglertenoersammlung.»ericht»ou der Fraltio». Heute. Sonnabend, 20. April: 122. Abt. Biesdorf, vcssentllch« Bersammlung um 20 Uhr in Blesdors�Zlld, bei Durlhordt, liijpenicker Straße. Portrag:„Kommunal- und Siedlung»- Politik". Referent: Stadtverordneter Fron, Raming. 131». Abt. Frei« Scholl». 20 Uhr im Schollenkrug Mitglledernersaonnluug. Lichtbildervortrag!.De« S»>iali»m», tu der Karikatur". Resereut: Ha»», H. Kamm. Frauenveranstalkunoen. lt. Krel, Kitnenl«. Montag, Z2 April, l»Zb Uhr, Im Stadttheater f 1 RBpenltf, ffriedrichstr. 6, dffentliche Frauenlundgebung im Rahmen de» W stnt-rnotionalen Frauentage». Ref.: Klara Rohm-Schuch, M. d. R. P Außerdem läuft der Film:..Der Weg einer Proletarierin", gemein. i• ferner Schlußgesang der Internationale. Eintritt frei. Zunafoiialisten. W«rb»t«,irk Beste». Montag. 22. April, 1#H Uhr, Hochschule fstt Politik, Schiukeplat 4. Eenoss« P. Henle spricht über„Sozialdemokratie und Barla- mentariomu»". Arbeiksaemeinschafk der kinderfreunde. Kvei»«Ilmeridorf. Sonnabend. 2t. Aoril, 11—22 Ubr, liuft der«»t». Fallen.FIlm„Da« fieltager 1128" und außerdem der Film de« Konsumsenolseu. schast,.Da, Kinderheim Spereuberg", im Stcinlqzeum, Beimarisch« Str. 21. Geburlstaqe. Jubiläen usw. 2.«dt. Unserem liebe» langjährige» Senosten Emil Maaß, Friedrich» «rächt«l. die herzlichste» Slückmünsche ,n seinem heutigen 76. Seburtetage. Senost« Maaß ist bereit« seit l8It Parteimitglied nnd Holsen mir, ihn»och lang«»l« Mitkämpfer in»nsere» Reihe» ,» sind«». tl. Abt.» A". Senoss« Mag Maaß, Wrlezener«trabe, luinte in de» eine 2Slährig» P-rteizugehörigleit»urSchbli««». Herzlichste» lebte» Tage» 28. Abt. Unsem» treue» Partei, nnd Semeekschaft-oetera»,«leg Kaiser, Elbiagee Str. 27,»u seine» 7t. Sieb» et»tage die besten Glückmüulche. 38, Abt. Ilnse» Eenoss« Seeg»» W-lss, Höchst» Str. 4t.»olendet hent«»och Zoiihrig«, Ritgliedschatt seine»»6.«ebnetitag.«tr gratuliere« ihm herzlichst. 48. Abt. Unsen» Eenosse» Karl nnd Magd-le»« Fei»,«er Silberhochzeit bie herzlichsten Eiüchmüuiche. W SozialistischeArbelterjugendGr.'Verlln «nfenbunoen für diese liubrtt nur an bat Fogmbsefrrtaei«« Serlin«M«8. lindenstrat« Z Achtnog, Spielleiters Wir trefsen un« heut, zum SpieNelterkursn» pstnkt- Ilch 1814 Uhr Lehrter Hauptbahnhos zur Lösung der Fahrprritermäßigung. Bringt Bälle und Speere mit. Fahrgeld SO Pf. Für Beköstigung muß jeder selbst sorgen. Kommt pünktlich! Voranzeige!»»»«gendi«« in«rieselang am Z. Mai(Himmelfahrt) I «erichtobage» NN» Mai. Programm« stehe»»och anol Heule, Sonnabend, 20. April: Kichbeiselb«! Frvhllngoseier im Lnzeu» Steglitz, Roihenborsstraß«.— Bannseei Filmabend in der Schuloula Ehariottrnstlaß« gemeinsam mit de» «Indersrennden.»Dortmund und Seekamp"— Reuk?I»! Morgen Fahrt. Zreffvunkt 7 Uhr Kaiser-Friedrich-Straße Ecke Beichselstraße SS». Aren, lau«,«reg. Heim Danziger Str. 62, S. 8.« Uhr,«ortrag: .Arbeiterdichtung". Referent: Genosse Michaelis. RtöChsaUSSGllIlB Iflr sozialistische Bildungsarbeit Hrate, Seeeebend, de» 20. April 1020, 20 Uhr, im grollen Saal des Lehrenrerrlnshauses am Alexanderplatz Heiterer Abend SosUlUlMhcB Hadudiiüe* mmd der Berliner ArbeUerbUdnndudnile. Karte» rum"reim*on7SPf sind an folgenden S'ellcii zu haben: Bezirks- bildungsauuchut, Undensir. S, 2 Hot 2 Tr.— Arbclterju'end Gro5-Berlin, Undenstr t, 2 Hol 2 Tr— ArbeiferwohHahrts«ehnle. Bertin, Undenstr 1— Buchhandlang j H. W. Dletz Nacht, Undenstr. 2— Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Walls r. SS— Vorwirts-Speditlon. Nee arstr.— Verlagsgesellschaft des ADQB., Abt. Sortiment, Inselstr 6a— Holzarbelter- verband. Am KOtlnl«chen Park 2— Zlgarrengeschlft Horsch, Engel- ufer 24/25— Verband der graph sehen Hilfsarbeiter, Ritierstrt6e Ecke Lnlscnufcr- Ortskancll des ZdA, Belle-AMiance-Stralle 7— Verla, des Bildunesr«rb»ndes dar Buchdrucker. Drelbqndstr. S und an der Abendkasse Sprechchorprobe für die Maifeier müssen stch beteiligen. «erbebgirl Kreuzbe»! Morgen, 10 Uhr, S im Heim Wassertorstr. f. Sämtliche Genossen Werbe bezirk Schöncberg: Morgen Bolkstan. derfreunden und Naturfreunden im Festsaal des Äathause» Fri ginn 16 Uhr. Unkostrnbeitrag 60 Ps. Freund« der Jugend als Gälte willkommen. Friedenau. Be. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Relchsbaaner„Schwarz-Rol-Gold". SefchättoNelle: Berlin e i4 Sebastlanstr. 37/38. Soi 2 Tr. Sonnabend, 2». AorU. Treptow(Kameradschaft). 20 Uhr gemllt- liche« Beisammensein bei Kam. Falkenhogen(Tivoli), Reu« Krug- Allee. Gäste herzlich willkommen. Kameradschaft Adlershof. 20 Uhr Frühllngsfest imgrübner» Festsälen, Adlershos, Bismarckstr. 2. Ruderriege. 16 Uhr im 1US Arbeitsdienst.— Sonntag, 21. April. Mitte. Handballspiel In ndorf. Berner Straß«, gegen Ehariottenburg?. Treffpunkt 7V4 Uhr Rosenthaler Tor. Erscheinen aller Sportler Pflicht, Renkölln-Brttz. Technischer Dienst. Treffpunkt Lokal Brandt, Lchönefeld, 10 Uhr, Erscheinen aller Kam. Pflicht. Rnderriege.« Uhr Poatshaus. Winterspottabteilung. Schluß der Aus- stellung im Jugendheim Neukölln, Bergstt. 29. Besichtigungszeit 10—17 Uhr. fiahlrelche Beteiligung erwünscht.— Montag, 22. April. Mitte. Iungbanner. Jugendheim Tieästr. 18. Portrag des«am. Walter Dau:„Literatur der Front". Renkölln-Beitz. 4. Kameradschaft. 20 Uhr Kameradlidaftsversammluna in Deckers Festsälen. Britz, Ehausseestr. 97. Vortrag Kam Allmann:„Sozial- sürsorge". Iungbanner 18 Uhr Sebutzsportabend auf dem Sportplatz«aiser. Friedrich- Ecke Innstraß«.— Mattneabteilnng. Sonntag. 21. April, 8 Uhr, Arbeitsdienst, Stammannschaft Tegel, l. fiug Stralau, 2. fiug Pickelswerder. — Treptow. Sonntag. 21. April, Handballspiel von 8—9 Uhr. 2. Mannschaft von 0—10 Uhr, 1. Mannschaft: Sammeln 714 Uhr bei DShler. Frischenstr. 3. verband für Frei dealert»»»nd Fenerbestattnng. Leute, Sonnabend, 1114 Uhr, spricht Dr. Brun» Schönseid. Wien, über„Wandlungen de» Aber. glaubend. Mustter-Festsälc. Kaiser-Wilheim-Str. lll(Großer Saal). Unkoftr»» bettrag 80 Pf. Freireligiös« Semeinbe. Sonntag, u Uhr, Papprlalle« 15, vorttag be» terra Dr, Haste:„Die Weltanschauung der vierte» Dimension". Harmonium! «»„Tosea sPueelni). Gäste willkommen. Gesellschaft der Freunde be« soziolisttichen Monatsbest«. Diskussion«« bend Uhr, im Relchswirtschafterat(Sitzungszimmer Sozial» Montag. 22. April, 20 Uhr, im Reichswirtschaftsrat(Sitzungszimmer Sozial» polttischer Ausschuß), zur Aussprache gestellt. Thrma:„Der Fasciomus". Ein» leitende» Referat Walter Pohl. Arbeitsgemeinschaft für Ratur-«nd 20 Uhr, Epeisehau» Prinz-Louis-Ferdi Hammer.»Die Sittlichieitssrage de»|ui Geiiteswistenschaft. Dienstag, 28. April. Louis-Ferdinoud-Str. 2. Dr. Phil,«t med. jur. jungen Mannes." Freie Diskussion. Wellerbericht der äffen kllchen Welletzdienststelle Berlin und Umgegend. slliachdr. verb.). Zuerst noch warm, iviter zunehmende stzewitterneigung mit Trmveraturrstckgana.— Für venischland: Im Lüden noch beständig waim, im Norden bi» westoftwärt» fortschreitende Abkühlung unter gewillerartige» Stegeniillen. MW\l PL 'itftiinAtafirt» 91. ralfcslt l I IvW.- UstiwMscke in I Ii PI.,»in mkn Iin UPI. lerh Iii Mir )li Ii Sidutsba lQie- 7r im Ivh. »i Sie liit.nlnabHirilntm 4'/» Iki udieittsj! Ii m Hnsi-knedilin dn Virwlrh, üstastnti 3. liaelk Verkäufe �aptte».�S»illat,�toIoiileftraße 9 Kochherde, eiserne. Gas. Kohle, leder und Größe, Siedlung. Haushuit, auralion iGelegenheiten), billige «cinrichtun», Abwaschtische, Busche- rollen. Baschtessel. Oientürea. Teii- tahlung.» Orken, etseene. seder Art nnd Größe, auch für Säle bis 5000 ehm. Die alte nom Badcci Bleoberg, -Epezialiabrik Semmler u. 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"TPas sagt öer Bär? stllll"' ffil l'f urt ///'/// Wn - j frf'ffi ifffl f 1 izsiNHSus-nArsN-rtnttiHOP/i ■■) .(/ z.y, Zu Wässer und zu Lande kommen in diese Speicheranlagen enorme Mengen edelster Orient* tabake, die hier unter sorgsamstep Pflege lagern,bis sie Verwendung finden bei der Herstellung Jener Köstlichkeit, die alle Kenner begrüben als Jtosetti«fkmo öerlins meistgerauchte 4i* Cigarette Durchs Schwabenland. Das Schwabenlond ist ein Gebilde eigener Art, gleichsam ein« Musterlart« oller Länder. Es sieht aus, als hätte der Schöpfer, bevor er die Erde entwarf, ein Modell davon im kleinen hergestellt: Berge. Flußläufe. Ebenen, Wasserflächen, alles ist vorhanden, aber in kleinerem Maßstab und in stetem Wechsel. Kaum anderswo findet man auf 20 000 Quadratkilometer soviel grundverschiedene Landschoftsgebiete zusammengedrängt wie hier. Der würllembergische Schwarzwald erstreckt sich ungefähr von P f o r z h« i m bis zum Neckarursprung bei Schwennin- gen oder zur Schwäbischen Alb bei Tuttlingen im Süden. Das württembergisch« Schwarzwaldgebiet ist nicht viel kleiner als z. B. der ganze Harz. Die vorgelagerten chöhen gewähren Schutz gegen nosie und naßkalte West- und Nordwcstwind«, hierzu kommen die ausgleichenden Wirkungen der Wälder. Das württembergische Bunt- sandsteingebiet hat die Annehmlichkeit trockener Wege und Spazier- gänge. Im Schwarzwaldoorlond liegt das obere N« ck a r t a l. Der Neckar entspringt zwischen Alb und Schwarzwald in der Baar bei Schwenningen und gräbt sich bald ein tiefes, vielgewundenes und schönes Tal mit starkem Gefälle Die chöhen östlich und westlich de» oberen Neckar» sind wellige chochslächen, welche in der Baar bis 78.? Meter ansteigen. Das mittlere und untere Neckartal wird von Tübingen abwärts vom Neckar durchzogen. An Tolhängen gedeiht guter Wein. Auch andere der Sonne bedürftig« Pflanzen wie Mais und Tabak werden gebaut. Von keinem anderen Gebiet wird es im Obstbau übertroffen, denn das württembergische Neckarland trägt die verhältnismäßig größte Zahl von Obstbäumen in Deutsch- lond. Es ist altes Kulturland mit fruchtbarem Boden, bedeutenden Städten und vielen kleineren Städten und Dörfern. Der Schwä- bische Wald, dessen westliche Berghäng« gegen das Neckarbecken und desien östliche bis gegen Bayern sich hinziehen, umsaht die schöne Keuperberglandschaft südlich des chohenloher Landes und nördlich vom Remstal. Unter dem Sammelnamen der„Schwäbische Wald"' werden die Löwenstein ar und Waldenburger Berge, der Mainhardter. Murrhardter und Welzheimer Wald einschließlich der Buocher chöhen, die Limpurger und Ellwanger Berge einschließlich des Dirngrundes, Ellenberger Rückens und der Crailsheimer chardt zu einer Einheit zusammengefaßt. Es sind weiche und gerundete Bergformen mit belebten Linien und Abstufungen Das Berggebiet ist von vielen Tälern und Schluchten durch- zogen, so daß es in ein« Menge von Höhenrücken, Vergkuppen und tz Bergzungen aufgelöst ist. Im westlichen Teil herrscht der Laubwold vor, während im Welzheimer und Mainhardter Wold, in den Ellwanger und Limpurger Bergen auch weite Nadelwälder sich hinziehen. Wo die Höhen gegen das sie umgebende Vorland ab- fallen, sind sie häufig mit Weinbergen und Obstgärten bestanden. Württembergisch Hohenlohe-Franken, kurz.�Hohenlohe", ist der nördlichste Teil, im Süden begrenzt vom Schwäbischen Wald und im Westen vom unteren Neckarland. Die große wellig« Muschel- kalkplalle erhält durch tief eingeschnittene Täler mannigfaltig« Gliederung und landschaftliche Reize. Hohenlohe-Franken hat einen Ueberfluß an alten Erinnerungen. Alle Städtchen, Schlösser und Burgen versetzen den Wanderer um Jahrhundert« zurück. Das Klima ist ähnlich dem des Neckarbeckens, und in den Tälern gedeiht ein trefflicher Wein. Die Schwäbische Mb zieht sich von Tuttlingen bis zur bayerischen Grenze quer durch Württemberg hindurch. Das vor diesem Ge- birgswall sich brettende Land ist ein Gewirr von Tälern und Höhen, das in der Hauptsache dem Neckarlande zugehört und für sich eine der mannigfalttgsten und üppigsten Berglandschaften bildet. Von der hohen Stirn grüßen, von dichten Wäldern umrahmt, weiß« Iura- und Korallenfelsen herab. In den Taleinschnitten brechen starke Quellen hervor. Di« schönst« und größte sst der Blautopf bei Blaubeuren. In den Tropfsteinhöhlen, deren man gegen 70 große zählt, birgt die Alb eine unbeschreiblich«, teilweise zugänglich ge- machte Märchenwelt._ Vier Täler der Neumark. Man glaubt die Mark zu kennen und man kennt die Ausflugs- orte der näheren und weiteren Umgebung Verlins. Wer aber kennt das, was hinter den Außenpunkten der Vorortlinien liegt, wer kennt das Lond Brandenburg dort, wo der mächtig« und weitreichende Einfluß Berlins wenigstens äußerlich, verschwunden ist und Land, mittlere und kleine Städte, Dörfer und Güter die Provinz bilden? Wanderer, Heimatfreund, fahre, wenn du noch ein paar Tag« Ur> laub hast, einmal gen Osten über Fürstenwalde und Buckow hinaus, nach Frankfurt a. d. Oder, nach S ü st r i n, in da« LandderOder. Da ist das C i l a n g t a l, das unwett Frankfurt in das Tal der Oder mündet, und ein wenig weiter südlich das V l e i s k e t a l, zwei einzigartige Wandergebiete. Mit der Wrieze- ner Bahn kommt man, bis Zäckerick fahrend, in das reizende Schlibbetal. Nördlich von Küstrin findet man das M i e tz e l- t a l. Nähere« über diese vier schönen Täler der Neu» mark findet man in den märkischen Wanderführern. Geht man südwärts nach Krassen a. d. Oder, so kommt man in schönes märkisches Weinbaugebiet, wo man im Genuß von Wein» trauben schlemmen kann. Und in den Gubener Bergen reisen im Herbst die prachwollen Aepfel. Frankfurt ober, die größte Stadt der Provinz nach Berlin, die moderne Siedlungs-, Garten» und Sportstadt, lädt zum Verweilen. Lindau i. B. Während über das übrige Alpenvorland ein« neue Kälte» welle hereingebrochen ist, setzt sich im klimatisch bevorzugten Bodensee- gebiet der Frühling mit Macht durch. Gerade die Umgebung von Lindau, die wie ein weiter Garten aus anmutigen Hügeln den See umkränzt, hat sich bereits mit-ungem Grün geschmückt und wer einmal die Blütenpracht am Bodens« erlebt hat, wird sich gern« an dieses wundervolle Bild er- innern. Freie« Set&ad in Norderney für Kurkarteninhaber(einschließlich freier Kabinenbenutzung) in den Seebadeanstalten— dos ist die Ueber- raschung, die Norderney für 1329 beschert. Langgehegte Wünsch« des Bade- Publikums sind damit erfüllt? Borzüge und Annehmlichkeiten Norderneys noch wieder erheblich vergrößert. Fast auf den Pfennig kann man lomit heute die Kosten eines Aufenthalts in Norderney vorher berechnen. Mit Ausnahm« des Besuchs besonders kostspieliger Einrichtungen Warm- bcch usw.) oder vereinzelter besonderer Dcranstaltungen, sind m i t Lösung der Kurkarte alle Zahlungen an die Kurver- waltuna abgegolten. Ein erfreuliches Gefühl! In Norderney fängt d«r Tag nun nicht mehr mit der leidigen Frage des Badegeldes an, das bei einer größeren Familie auf die Dauer di« Kosten der Kurtaxe übersteigt. Und doch— man war doch im Hochsommer an d«r Sc«, um ,u baden! Die neue Kurtaxordnung, di« aus dem Prospekt hervorgeht, stellt somit eine erheblich« Ersparnis für die Kurgäste, besonder« für Fa- Milien, dar. Sol- und Moorbad Lüneburg. Unter den Bädern Nordwestdeutsch- lands, dir der Heilung von Erkrankungen der oberen Luftweg« dienen, haben sich auch die Einrichtungen unseres Bades außerordentlich bewährt. Die hier gewonnen« natürliche Sole wird neben den heilkräftigen Bädern gegen Jlheumatismus, Gicht, Ischias, Skrofulös«, Rachitis, Frauenleiden usw. auch zu Trink- und Jnholationskuren verwendet. Ein Gescllschofts- sowie Einzelinhalatorium, eingerichtet mit den modernsten hygienischen Apparaten, steht den Kurgästen zur Verfügung. Daneben befinden sich für Frettuft-Inbalationen im Kurpark die Gradierwerkanlagen. Herzheilbad Altheid« in Schlesieu. Der ersehnte Borfrühlina ist nach dem harten Winter endlich ins Land gezogen und hat bereits erne große Anzahl H«ilungsuch«nder in unser Bad gebracht. Eine Frühjahrskur wird infolg« der langsam ansteigenden Temperaturen und der milden Lust be- sonders ärztlich«mpfohlen, zumal die günstigen Erfolg« solcher Kuren namentlich bei Herz- und Neuvenkranken von Jahr zu Jahr gesti«gen sind. Nordseebad Borkum. Aus einer gesundheitsstatistischen Zusammenstellung hat sich ergeben, daß di« heranwachsende Jugend der Insel Borkum durch die Eigenart der Hochseeklimatischen Berhältniss« in seiner Entwicklung äußerst günstig beeinflußt wird. Vor allem ist es neben der völligen Staub- und Keimfre,heit der salzhaltigen Seeluft die ständige, leicht« Luft- beweaung, die auf di« Funktion des Stoffwechsels einen so vorteilhaften Einfluß ausübt. Hinzu kommt di« Wirkung des Reflerlicht«», da! von der weiten Fläch« des MeereS und dem weißen Dünensand zurückgeworfen wird, ui« auf dem W«g« über di« Hautgefäße und Hautn«rven reflektorisch de» Gesamtorganiimus zu einer gesteigerten LebenStatiAeit anregt. BAD-KTilUHEini 48 Minuten von Frankfurt e.M. Weltberühmte Kohlensäure reiche Kochsalzthermen(30,4-34,4° C.) 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Mai eine Lohnerhöhung für den über 24 Jahre alten Facharbeiter in der Ortsklasse und Lohntafel A von 74 aus 77 Pfennig vor. Ab 1. April 1930 erhöht sich der Satz auf 79 Pfennig. Der Frauenlohnabzug für 840 Arbeite- rinnen ist weggefallen. Diese Lohnregeglung kann mit einer Frist von drei Monaten erstmalig zum 30. September 1930 gekündigt werden. Bei dem U e b e r z e i t a b k o m m e n ist der Spruch von Nürnberg b«stehen geblieben. Mit der Neuregelung erhöhen sich die Tariflohnsätze bei den Anfangs- und Akkordlöhnen in 29 Posilionen um einen Pfennig, in 30 um 2 Pfennig, in 18 um 3 und in 3 um 4 Pfennig. Bei den Zeit- lohnsätzen weSen 21 Positionen mu 1 Pfennig, 27 mit 2 Pfennig, 14 mit 3 und 2 Positionen mit 4 Pfennig bedacht. Nach den neuesten Erhebungen des Keramischen Bundes käme die spärliche Lohn- erhöhung in der Porzellanindustrie nur 23,4 Proz., in der Steingut- Industrie 43 Proz. und in der sanitären Spülwarenindustrie 33,3 Proz. der im Zeitlohn Beschäftigten zugute. Der überwiegende Teil der seinkeramischen Arbeiterschaft, die Akkordarbeiter, gehen le e r au«. Der Schiedsspruch stellt gleich dem Nürnberger nur eine schöne Geste dar, und nicht einmal eine schöne, die in der feinkeramischen Arbeiterschaft Erbitterung auslösen muß. Die Lohnverhandlungs- kommistion konnte deshalb diesem überaus ungünstigen Ergebnis staatlicher Lohnbeeinflustung nicht zustimmen: sie kam zu dem Eni- schluß, den verantwortlichen Leitungen des Keramischen Bundes und des Fabritarbeiterverbandes zu empfehlen, den Schiedsspruch a b- z u l e h n e n. „Parole für heute." Revoluiionäre mit der Jubiläumsmedaille. Van unseren Genosten in der NAG. wind uns geschrieben: Die„Rote Fahne" verkündete in der Ausgabe vom 13. April 1929:„Rote Betriebsräte in der NAG.— Eine zielbewußte Oppo- sition ist am Werke.— Ungenügend« hygienische und sanitäre Einrichtungen, wie man sie in einem Großbetrieb nicht vorfinden darf." Der Berichterstatter weiß natürlich, denn er rühmt sich dessen. daß gerade in diessin Großbetrieb die zielbewußten" Oppositions- Helden(in einem Falle sogar von der Direktton mit Jubiläums- Medaille dekoriert) seit vielen Jahren die Mehrheit im Ar- beilerrat besitzen. Sollen etwa die im Bericht der„.Roten Fahne" aufgezählten und im Betriebe vorhandenen Mißstände ein Bei- spiel sein für die Fähigkeiten und Leistungen dieser revolutionär eingestellten Arbeiterrätc? Betriebsversammlungen, die sich mit Ausstellung von Rußlanddelegierten und Ciügegannähme von Berichten über Sowjetrußland beschäftigt haben, wurden in diesem Betriebe oller- ding» zur Genüge abgehalten. Wahrscheinlich ist nach Meinung her .�evolutionären Betriebsräte" die Verbesserimg der Verhältnisse im Betriebe selbst eine der unwichtigsten Aufgaben der Betriebs- Vertretung. Di« nach langem Sträuben von der Direktion genehmigte Ein- richtung einer Kantine fit bestimmt kern Verdienst der kommu- nsttsschen Vertreter des Arbesterrats. Sie zeigen wohl großes Jnter- esse im Verkauf von Berufskleidung usw., und man kann wicht an- nehmen, daß es sich für sie um keine Verlustgeschäfte handelt, aber auf di« bestehenden M I ß st ä n d e im Betrieb mußten sie stets erst von den SPD.- Kollegen aufmerksam gemocht werden. Hätte übrigens die Belegi'chaft Gslegenhest, die überaus vorsichtigen, gar oft ängstlichen Verhandlungs- Methoden dieser„reooliittonären" Betriebsräte näher kennen zu lernen, dann würde ihre übliche Phrasendrescherei in Betriebs- und Abtellungsvsrsammiungen wohl weniger Erfolg haben. Die Herr- schaft der Öpposstion wäre zu Ende und bestimmt nicht zum Schaden sür-di« Belegschaft. Di« im Bericht erwähnten S AfA-Mstglieder des Angestelltenrats verzichten darauf, ins Schlepptau der Komniumstcn genormnen zu wenden. Bezeichnend nir die Methode dieser Scheinrevolutionöre ist der Schluß des Artikels:„Parole für heut«. Demonstriert am 1. Mai!"— Also im Betrieb gegenüber der Direktion größte Bor- ficht. Mst Kapstalisten fit eben nicht gut Kirschen essen. Aber den Gewerkschaften gegenüber da gilt die„Parole für heute"—- Kommunistische Schlappe. halle a. d. 19. April.(Eigenbericht.) Bar kurzem iand die Betriebsrätswohl im Bezirkskonfum« verein Weißinfels statt. Die bisher als sicher gellend« Mehrheit der Kommunisten wurde durch eine sozialdemo- kratischen List«, di« mit großer Majorität durch- drang, glatt über den Haufen geworfen. Deutscher Gewertschafissieg in Katiowitz. Die jüngsten Wahlen zum Vorstand der Kattowitzer Orts- krankenkosse nahmen einen überraschenden Verlaus. Von den acht Borstandssitzen erhielten die vereinigten deutschen Ge- werkschasten sünf und die vereinigten polnischen Ge- werkschaften drei vitze. Die Unternehmer sind durch je zwei deutsch« und zwei polnische Mstglieder vertreten. «E«. fUvttn'. Montag, Z2. April. 19 Uhr. in Habettando jf«, Z fdlm, 9ltu»-zrirdridstr. Si, Eingang Jodiftraftp, im Luis-nsaal, Zu.=3 fommcnkunfl all«: SP-2-Srnosskn des AEL.atoiuerna. Als Ausweis gl Porieibudi unbedingt mitbringen, ohne tasserbe keinen Zutritt. Zabl- f:| reichen Besuch erwartet Der Fraktionsvorftaai. Az �fr�reie Gewertfchasts-Iuaend Grotz-Verltn Besucht dl« Ausstellung de» Srtsaussedust-s sttr Iugendpfsege in Z!»u- köll». Berqstr Cfl. Seoffnet non 17-31 Uhr. Iuaenbarupve des?eniralverbandes der Anaefteilitn Heut«, Sonnabend. finden folgende Teran Haltungen statt: Urban und ÄenlöD«: Jugendheim Bühm.fch« Str. 1— 4. 20 Uhr, gemeinsamer Iugendwerbeobcnb.— SSdost und Treptow! In der Aula der Schule Zleichen. berger Str. KI— 70, 20 Uhr, gemeinsamer Zugendwerbeabeird, w 01 Sonnabend 20. April 1929 Unterhaltung unö ÄVissen Vellage des Vorwörts Gterberl Jlsbury: 3)as fromme Freudenhaus Man schreibt das Jahr 18.50. Der alte„Vierte Bezirk", einst die eleganteste Wohngegend von New V�rk, wo zur Zeit Washingtons gepuderte Kavaliere und Damxn in zierlichen Stöckelschuhen lust- wandelten, hat sein Aussehen traurig verändert. Die ungeheure Einwanderungswelle, die nach der amerikanischen Revolution New Jork überflutete, hatte die Hautevolee noch Norden verdrangt, und die Paläste der reichen Handelsherren sind elenden Mietkasernen ge- wichen. Zudem sliefst mitten durch diese übervölkerte Gegend eines der Hauptabwässer der Stadt hinaus in den East River. Die Ratten find hier so häufig wie die Menschen, mästen sich von den Abfällen der Sielanlage und führen einen erfolgreichen Krieg gegen Kinder und Säuglinge. Es gibt hier allerlei saubere Lokale. Wir sind an der New- Porker Waiserfront, im Herzen des Seemonnsviertels. Der Mensch, erfinderisch wie immer im Kamps um dos tägliche Brot, hat sich die Anwesenheit der unliebsamen Bewohner der Abfluhröhren zu Nutze gemacht. In der Wafferstraße, der Beste der Seelenverkäufer und Matrosenmakler, hat der unternehmungslustige Kit Burns seine söge- nannte„Sporthalle" eröfsnet. Diese nimmt sämtliche Etagen eines dreistöckigen giftgrün gestrichenen Fachwerkhauses ein, den Haupt- räum aber bildet der berüchtigte .Nattenzirkus', ein großes Amphitheater mit groben hölzernen Bänken und einer, von einem drei Fuß hohen Lattenzaun umschlossenen Arena. Hier werden die riesigen, grauen Rotten der Nachbarschaft, die mitunter die Größe von Katzen erreichen, nach tagelangem Hungern gegen Terriere gehetzt. Das begeisterte Publikum schließt dabei hohe Wetten über den Ausgang der Kämpfe ab und hat feine Favoriten, ganz wie bei sonstigen sportlichen Ereignissen, während Papa Burns, der„Rattenkönig", als Buchmacher fungiert. So hat er doppelten Verdienst, denn das Eintrittsgeld ist auch nicht zu niedrig und der Zudrang groß: mit einem Wort, das Geschäft blüht. Aber um gerecht zu sein— die Rattenarena dient zugleich vor- nehmeren Zwecken. Man huldigt auch dem edlen Boxsport, und dabei entwickeln sich allerlei hübsche Sitten und interessante Charaktere. Da ist zum Beispiel ein gewisser Georg Leese, der den treffenden Spitznamen„Packan" trägt.„Packan" ist der ossizielle Blutsauger hei den Fausttämpfen, die selbstverständlich ohne Handschuhe ausgetragen werden. Sobald ein Gladiator einen festen Hieb erhält— es braucht durchaus kein Knockout zu fein— springt „Packan" dazwischen und laugt d«m Helden erst eiymal die Wund« aus. Eine weiter« Berühmtheit ist Burns Schwiegersohn,„Jack, die Ratte". Für zehn Cents beißt er einer lebendigen Maus ten Kopf ob: wer aber gar fünfundzwanzig Cents anzulegen wünscht, kann ihn das nämliche Manöver bei dem Nagetier, nach dem ihn b«r Volks- rnund getauft hat, vollführen sehen. Das fromme Dördels. Hier in der Wasserstraß« liegt Berbrecherkeller an Verbrecher. fett« und Bordell neben Bordell. Di« Straße selbst übt ein« fasz« nierende Anziehungskraft auf ollsrlei dunkle Existenzen von nah und fern aus, bis endlich in eben dem Jahr« 1850 eine seltsame Persön« lichtest ihrer Lockung erliegt und an Ort und Stelle, nämlich in den, Haus« Nr. 301, wohl das seltsamste aller Unternehmungen gründet. Dieser sonderbar« Heilige, im wahrsten Sinn« des Wortes, ist ein gewisser John Allen, Sohn einer ehrbaren, wohlhabenden Familie aus den frömmelnden Staaten Neu-Englands. Drei seiner Brüder sind protestantische Geistliche geworden, und auch ex ist für den Predigerberuf ausersehen, aber sein unruhiger Geist empört sich gegen die Bande der Religion. Er flieht aus dem theologischen Seminar und eröffnet zusammen mit seiner jungen Frau«inen Tanzsaol mit anschließendem Bordell Das wäre an sich noch nichts Erstaunliches und die Wasserstraße am Reast River dafür ein« durch- aus paffende Gegend, erstaunlich nur ist die Art, wie Iol�n Allen seinen Betrieb leitet. Ob nun seiner puritanischen Tradition ge- horchend, ob von Gewissensbissen geplagt: er führt das bald weit und breit bekannte Freudenhaus nach streng kirchlichen Grundsätzen. In den Zimmern, in denen die Weiber ihre Besucher empfangen, liegt überoll die Bibel aus, und an Galanächten erhält jeder Klient ein neues Testament geschenkt. Fast klingt es wie Gotteslästerung, ober die Einnahmen an hohen Feiertagen werden wohltätigen Stiftungen überwiesen. Außerdem ist Allen auf sämtliche religiöse Zeitschristen des Staates New Vlwk abonniert und sorgt dafür, daß sie in dem Tanzsaol selbst und in der Bar gelesen werden können. Aus jedem Kneiptisch ruht ein damals weit verbreitetes Erbauung»- buch:„Des kleinen Erdenwanderers Freünd", und dreimal die Woche um die Mittagsstunde versammelt der Herr des Hauses seine Dirnen und sonstigen Angestellten, um ihnen die heilige Schrift vorzulesen und zu erklären. Das alles hindert Men aber nicht, ein eingefleischter Trunken- bald und Mädchenhändler zu sein, ja er wird sogar des Morde» verdächtigt, obwohl es der Behörde nicht gelingt, ihn des Verbrechen» zu überführen. In seinem Lokal geht es bei aller äußeren Zucht doch her. Die Weiber sind nach Allenschem Geschmack und der Mode der damaligen Zeit mit weit ausgeschnittenen schwarzen Miedern und kurzen roten Röcken bekleidet. An den Füßen tragen sie rot eingefaßte, mit Glöckchen versehene Schaststieselckien, die beim Gehen und im Tanzen angenehm läuten. Das Haus wird von den übelsten Elementen der Straße und der Provinz frequentiert. Bolle siebzehn Jahre lang öffnet das Allensche Etablissement Abend für Abend dem Publikum seine Tore, und der entlaufene Seminarist ist dabei fett und wohlhabend geworden, da«erden um Mitternacht des 29. August 1868 plötzlich sämtliche Gäste höflich aber energisch gebeten, das Lokal zu räumen. Am folgenden Tage prangt zur grenzenlosen Bermunderuna der Nachbarschaft ein Schild mit folgender Aufschrist über der Tür: „Dieser Tanzsaal ist geschlossen. Sämtliche Herren, die nicht in Begleitung von Gattinnen erscheinen, welche Maqdalenen als Mägde anzustellen wünschen, ist der Zutritt untersagt." Welches Wunder ist hier geschehen? Hat endlich doch der gut« Geist, das bester« Ich gesiegt? Ist John Allen«nsllich in sich gegangen und ein wahrhaft überzeugter, reuiger Sünder geworden? Des Rätsels Lösung ist verblüffend einfach. Schon lange haben glauhenseifrige Seelenhirten ein Auge aus die Haveandachten in der Waflerstaße Nr. 301 geworfen.. nicht etwa, well sie diese schamlose Travestie der Frömmigkeit nicht dulden wollten, sondern weil sie KI««ine günstige.... Gelegenheit zu neuen Seelenfängen wittern. Angeführt von dem streitbaren Pastor A. E. Arnold von der Inneren Mission, sind sie in Allens Haus eingebrochen und haben den zu seinem Unglück sinnlos Betrunkenen das Versprechen abgerungen, von nun an regelmäßig religiöse Zusammenkünfte in seinen Räumen abhalten zu dürfen. Gleich die erste Gebetsversamm- lung ist ausgiebig, sie dauert von zwölf Uhr Mitternacht bis vier Uhr morgens. Zu ihr ist auch das breiteste Publikum— Diebe, Mörder, Zuhälter, Dirnen— kurz die ganze Nachbarschaft geladen. Die Presse erfährt davon— dafür sorgen die Herren Pastore— und ganz New Park staunt. Bald dringt die schier unglaubliche Kunde an die Oefsentlichkeit, daß auch der„Rattenkönig" Kit Burns und der Seelenverkäufer Hadden, ein mehrfacher Raubmörder, ihre Lokalitäten zweimal die Woche zur Verfügung gestellt haben. Eine Welle religiöser Begeisterung ergreist New Dort und schwemmt weiteste Kreise mit sich fort. Modedamen, elegante Nichtstuer, die jeunesse doräe, alle strömen in das Verbrecherviertel und lasten sich Seite an Seite mit den zweifelhaften Existenzen zu Pastor Arnolds und seiner Kollegen Füßen nieder. Zwar weigern Papa Burns und auch.Lack, die Ratte" sich, dem Gottesdienst persönlich beizuwohnen: sie gestatten aber gnädigst, daß man ihrer in öffentlichen Gebeten gedenke. „Packan" zeigt sich zuAngllcher. Er ist nicht mit übermäßiger Intelligenz gesegnet und hält den feurigen Mahnreden der Geistlich- keit nicht stand. Ja, er ist oft ganz gerührt und erkundigt sich, wann denn nun endlich die Tonne Wasser aus dem Jordan käme, um seine Sünden reinzuwaschen? Erst als er auf die Frage, warum er in den Himmel wolle, zur Antwort gibt: „llm dem Engel Gabriel ein Ohr abzubeißen', gibt man ihn als einen hoffnungslosen Fall auf. Da aber platzt eines Tages eine Bombe, und die Attentäterin ist keine andere als die bedeutendste Tageszeitung der-maurijchen Stil geschaffen, präsentieren sich in sehr geschmackvoller Weife. Rolltreppen— eine Neuheit im Kaffee- hausbetrieb— bringen den Besucher rasch und bequem in die kaffeeduftenden challen. An der grohen Kafseebar waltet ein ameri- kanifcher Mixer seines Amtes in der Bereitung eisgekühlter Getränks, links davon braut ein dunkelhäutiger Sohn des Südens einen Mokka, in dem„der Lössel steht". In Volieren tummeln sich exotische Vögel, Wandgemälde von Professor Schaede ergänzen die südliche Szeneric. Damit dem gehetzten Großstädter aber auch nicht eine Minute seiner kostbaren Zeit verloren geht, enthält der neue Kaffeehausbetrieb eine Reihe praktischer Einrichtungen. Da ist ein Frisiersalon, ein Schuhputzraum, ein Schnellphotograph und ein Schreibraum, in dem Stenotypistinnen in deutscher und fremder Sprache Diktate ausnehmen. Die altbekannten Spiel- und Billavd- räume wurden auch im neuen Haus beibehalten. Eröffnung eines Elevogt-Saales. Unter den vielen neuen Kaststätten um die Kcnser-Wilbelm-GedächtniS- Kircke herum zeigt der Erweiterungsbau des Berliner Kindl Bräus, Kurfürstendamm 22Z/2K, ein« besondere Not«. Di« Front des Lokals ist in Teakholz hergestellt und erinnert an die in Paris und London beliebte Ausbildung der Restaurationsfronten. Ter Eingang ist mit Holzschnitzereien geschmückt, die in launiger Weis« die bekannt« Berliner Kindlmarke variieren. Das alte, seit l9U bestehend« Lokal ist r«nsvicrt und mit einer ganz neuartigen Deckenbeleuchtung verschen worden, die dem Auge des Kaltes jede stechend« Lichtquelle entzieht und äußerst behaglich und anheimelnd wirkt. Den Saal, der einfache Formen und gut abgwogene Verhältnisse zeigt, hat die Meisterhand Professor Max Slevogts geschmückt. In freier Weiterentwicklung der alten italienischen Sgrafittotcchnik hat der Künstler auf den beiden Stirnwänden einen Sieaeszug des Berliner Kindl komponiert. Dem ganzen, heiteren, fast südlichen Charakter des Saales entspricht es, daß sich die sechs Flügeltüren der Längswand auf einen über 3öll Quadratmeter g roßen Noturgarten offnen, der mit seinen Lauben und alten Bäumen an heißen Sommertagen einen willkommenen Ausenthalt bieten wird. voUlsDfuuie rbutoiDüliloTgiati «Uhr Trojaner ineater an snMdaaenlaww 8 Uhr Pioniere in In�olsiadl Thalia-Theater i Uhi Oelrausch Staat!. Sdiiller-Th. 8 Uhr Kalkntta, 4. Mai OODtaMWiat 1. Klasse SS. Preubisch-Sildbeutsche glaflta-&ll*ife. Ohne Gewähr__ Rachdnui verboten Aus jede gezogen« Rümmer sind»wet gleich hvh« gefallen, und zwar je einer auf dt« Löf« gleich«« in d«n beiden Abteilungen I»nd II vewtnn« Rümmer 1. Ziehungstag i®* Sn der Bormlttagsziehung wurbm Gewinn« ilber SV M. gezogen 2«,»>>»». tß 10OOO OL 272788______ 4 i» 3000 OL 107696 2S200I 2 S-Wwa» in 2000 OL 204981 4 Sewl,,»« in 1000 OL 33569 312688 8 S-Wwn. m 800 OL 34250 57878 164117 980421...... 28»«BiniM m 600 Ol. 27260 38420 63099 64600 162804 388347 269863 290061 294489 299015 356180 360375 393004..... 110®«i»in»«|ti 200 Ol. 2998 1 1426 1 1699 24358 25297 29676 87264 62011 75764 88646 91263 98992 100918 102707 114371 118968 121488 135768 139971 143076 148857 160420 161277 187949'02378 163604 168262 188854 199885 203112 203568 209076 224566 225167 239389 264045 254480 255528 262979 273672 231177 295899 296691 312332 315141 320716 331879 338959 337176 344027 362107 307182 372407®«»1««8|a3m TO. 683 6503 1 201 5 27096 29643 3�92 37308 S3005 4137» 49067 49262 60046 66664 66925 62161 62237 64492 66646 69422 72490 72923 74262 S12S4 86763 92406 94492 96884 97227 99648 103363 104139 105338 105509 113810 114782 117164 25042 132306 133263 134464>36>84 1 401 69 142683 147733 162533 52580 183107 166181 162212 164001 164244 166286 168876170247 173638 177749 183587 184081 186482 186982> 89941 192286 195622 203880 204786 210482 210971 216101 220867 223309 224886 226789 230006 233217 235Ö29 236979 238738 241646 263440 256680 263286 2637 L& 270707 273890 278313 285639 287984 289167 289522 289800 298162 308433 310296 311658 318646 321677 330708 332764 334030 335283 338990 345844 346183 354022 355062 366694 357640 358018 363009 372614 370119 379993 380196 381951 391303 392136 393378 396693 397323 398504 i Sn der Rachmlltogszlehung wurden Gewinnt wer 00 SR. gezogen ;l 2®elstnnt in 6000®. 45648 2»-Winne m 2000 M. 1 76432 4©ctDinne m 1000 HL 106934 140830_____________ 12»«Winne IN 800 M. 21725 94830 132668 213873 232407 287798 32»ewinne IN 600-m. 19662 31648 39168 69100 S8449 107706 119585 163366 222890 222767 226636 262734 267067 280692282367 370666 106»ewwne in 200 OL 4287 10167 16644 17268 28008 33143 44068 49044 60083 62841 06533 75286 79109 87694 96346 104563 110224 117210 117223 146688 168629 187669 206140 206009 207390210563 215703 224881 228432 232074 236801 239517 248062 249546 254339 257955 259109 259204 285248 304678 305911 309582 311420 316731 318994 344850 350506 352360 353236 354066 365167 386362 388427 388893 228»ewwne»n 120«L 6217 14209 16244 17370 23888 27842 80413 31957 35623 46488 54403 66359 68206 63792 66460 66722 66932 68216 68438 70731 71629 77094 78320 82016 86175 93604 105923 107965 110236 111961 114607 114942 118033 122488 1241 14 124466 124915 127213 127582 131906 132120 132573 138329 138551 144740 147625 149255 162202 164279 155719 160238 170359 175817 180328. 192645 192796 193323 194278 194307 194809 196438 197383199199 203736 204408 210107 213623 213741 220246 226806 236491 242063 248276 281347 266640 257344 257799 260879 262777 283661 273543 283621 284027 286646 286883 294214 294474 293034 307314 312027 312277 314443 317323 3IL'.S0 318563 332969 339638 341821 341845 846929 346783 351154 361614 360880 363673 366748 370603 372909 373008 378641 388806 388897 391 705 392694 ( Theater, Lichtspiele usw. Winter * Garren* 1« Oki» Zntr. ms» Hamknenantl Ein Triumph Internat. Varlet«lg. Kamm erspiele ai. Norden 12310 8'/« U� Ende geg. 10 Jusik von Ossip Dymow, Regie:HeinzHilpert Die homödle JIBIsmck. 2414/7516 SVs ü.. Ende geg. 10 Wann Kommst Du wieder? Komödie von S. Maugham. Regie Oustaf Gründgens Bamowsky- Söhnen Theater in der KOnIggrätzer StraBe Tlglich S'lt Uh Riva I en Komödienhaus rägiich Uhr Charleys Tante mit Curt Bols. Cheater am Nollendorfplatr Täglich SVi Uhi Revolte Im Bnlehonoshans 8(Ihr b 5 Barbarossa 9256 CROCK and du grotzc April- Programm Sonnabends n. Sonntags le 2 Vorsleiinnsen iv'undetlh'— ä30 ermäBigie Pr. plAza I L Am K«»«"-«" PI««, Alez. 8068-88 Tlglich 5, 8i5. Sonntag 2, 5, INTERNAT. VARIETE Karten 8 Tage im voran* | Bis■ ü "-vdr CASINO-THEATEH Lotnnn er Siratte 67» Der neue Schlager i Eine ungelieDte frau and ein erstklassiger banter Teil. Für unsere Leser Gutschein fürl—»Pers. Fauteuil nur 1.1S M, Sessel 1.65 M. Sonstige Preise Parkett u. 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Uhr Das sosse Beheimnls Operette von Zorlig Rundfunk höre> halbe Preise Lostsplethaa» S'/i Uhr Guido Thielseher Weekend Im Paradies BEriiDEf ToEaiEr DirektHeinz Herald Charlottenstrade 80 A. 7. Dönhoff 170 Täglich: Anf. 8 U, Ende 10 U. Helden n Bernard Shaw osa-Theatet ir.Frnktiner St. 137 SVi Uhr OreiilleSdiadittln R Lessing- Theater Täglich 8 Uhr 8 x Hochzeit. OUcb. KDestler-Th. 8 Uhr Prosit fiipsy Opeette vQilbert Emmy Sturm Fritz Scfaols Oainnngs-.Baba«- n.Beklamemarkea gegen Nachahmung gesetzl. gesch. lerögtseitd« Jahr als Spezialltat. Conrad Müller Lelpzic■ Schkeuditz Rennen n Karlshorst Sonnabend, d.20. April, nachm. Eübr Hürdenrennen d.Vler)älirtgen Luckenwalde II. Klasse 2.10, Sonnt m. Rückt. 2,50 u. 3,80 M. Stadt V herrl. Waldgürtel umg, Laub-u.Nadelwald Ausflugz-H. Golm, 178 m. Günstig. Zugverbind, m. Berlin. lohnenmt waohonendziei. Auskunft im Verkehrsbureau Karl Grischkat, Breite Str. 30, Femruf 800- KABARCfT TANZ- PALAST ORIENT Dir. OolnUacxA Atemandtersir. 21 ErMfnung Heute, Sonnebend, den 20. April Ab Montag, den 22. April taglich Kabarett und Tans