Morgenausgabe Hr. 186 A 94 -46. Iahrgang DöcheaMch LSPf� monatlich 8,60 M. tm voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg.Postzeitungs- und 72 Pfg. Postbestellgebühreu. Auslands» abonnemem 6.— M. pro Monat. * Der w35orn)4rts* erscheint wochentSg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„DolZ und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner �Unterhaltung und Wissen".„Frauen- stimme".„Technik".„Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Dorwärts� " w- W-G. Berliner Volksblatt Sonntag 21. April 1929 Groß-Äerlin 15 Ps. Auswärts 20 pf. Die einspaltige NonpareillezeNe 80 Pfennig. Retlame'.eiie 5.— Reichsmark.„Kleine Anzeigen' das ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettaedrucne Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annähme im Hauptgeschäft Linden» straße 8. wochentögl. von SV, bis 17 Uhr. Jentrawrgan der sozialdemokratischen Vaetei Neutschlands Redaktion und Verlag:' Berlin SW 68, Lindenstratze 3 Fernsprecher: Vönbofs 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Still« Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— BanRonto: Sank der Arbeiter.«ngesteHlen und Beamten Wallstr. 65. Ditkonto-Gesellschast, Depositenkasse Sinbenftr.! Schacht heute in Berlin. Besprechung mit der Regiemng.— Montag wieder in Paris. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat sich an» Sonn- abend nachurittag nur 3 Uhr in Begleitung Dr. V S g l e r s mit dem Nordexpresi nach Berlin begebe«. Heute soll eine Besprechung von ÄabinettSmitgliederu mit den beiden Sachverstandigen stattfinden. Am Abend werden sie nach Paris zurnckreisen. Das Reichskabineit trat am Sonnabend nachmittag zu einer Besprechung der reparationspolitischen Lag« zusammen. Die Besprechung diente lediglich der Orientierung; B e- jchliiss« wurden nicht gefaßt. Plenarsitzung erst Montag nachmittag. Parts. 20. April.(Eigeuberichl.) Die für Montag einberufene Vollversammlung der Sachverständigen findet nicht um 11 Uhr. sondern um 3 Uhr nachmittags statt. heule nachmittag wurde die Leiche des verstorbenen Lord Revelstoke noch London übergeführt. Die Mitglieder der Sach- verständigeakonferenz gabeu dem Verstorbenen bi» zum Vahnhos da» Geleit. Schachts Autorität erschüttert. Paris. 20. April. sEigenbericht.) Wird cS in letzter Minute gelingen, die verfahrene Situation auf der Sachverständigenkonferenz doch«och einzurenken?' Bis jegt ist zu allzu großen Illusionen kein An- laß. Gewiß wurden am Sonnabend, namentlich von den Ameri- k a n« r n und Engländern, Anstrengungen unternommen, um das festgefahrene Konferenzschiff wieder slatt zu machen. Di« Franzosen oerhielten sich abwartend. Dr. Schacht hatte Be- sprechungen mit einer ganzen Reihe von Delegierten. Man glaubt den Bruch formal in der Weise vermeiden zu können, daß in der Vollsitzung am Montag die Angelegenheit so dargestellt wird, daß einer der Unterausschüsse in seiner Aufgab«, einen Aus- gleich zu finden, gescheitert ist und die Aufgabe daher an da» pleuu« zurückfällt. Bedenklich müssen indessen die in alliierten Kreisen herrschenden Auffassungen stimmen. Man scheint hier alle Hoffnung darauf zu setzen, daß die deutsche Delegation sich muunehr zu größeren Zugeständnisten bereit finden werdc. Schon darin zeigt sich, wie sehr durch Dr. Schachts bedauer- lichen Bor st oh auf das politische Gebiet die taktisch« Position zum Schaden Deutschlands verschoben worden ist. Jedenfalls wird jetzt bereits von alliierter Seile rundheraus erklärt, daß eine Wiederaufnahm« der Berhondwngen nur möglich sei, wenn die deutsche Delegation das Memorandum der Gläubigerländer als Distufsionsbasis an- nehme. Die Aussichten, den Ausweg aus der Sackgaste zu finden, in die Dr. Schacht die Konferenz hineinmanövriert hat, sind also nach wie vor mit Vorsicht zu beurteilen; denn selbst wenn die deutsche Delegation in ihrem Angebot noch einen gewisten Der- handlungsspielroum offen gelösten haben sollte, so muß es doch auf der anderen Seile ausgeschlossen erscheinen, über die Annuität von 1650 Millionen wesentlich hinauszugehen, ohne die Grenzen der deutschen Leistungsfähigkeit tatsächlich zu überschreiten. Möglich. keilen zu einem Entgegenkommen an die Wünsche der Gegenseite liegen allenfalls auf dem Gebiete des Transferschutz«». Durch Zugestöndniste dieser Art könnten immerhin die Borausfetzungen für die Kommerzialisierung wenigstens eines Teils der deutschen Schuld geschaffen werden. Die größte Schwierigkeit scheint in dem Verlust an Ansehen und Aukorlläl zu liegen, den die deutsche Delegation infolge ihrer verhängnisvollen Entgleisung erlitten hat. Die französische Preste macht hieraus keinen hehl. So schreibt der„T e m p s" am Sonnabendabend, Dr. Schacht befinde sich jetzt in jedem Falle in einer unmög- lichen Situation, denn wenn er auf seiner Haltung beharr«, dann sei es unmöglich, die Diskussion wieder aufzunehtyen. Zeige er sich aber versöhnlicher, so sei die Autoritär die er unter seinen Anhängern jenseits des Rheins besitze, kompromittiert. Der Irrtum fei eben, schließt das Blatt, der gewesen, das demo- kratische und republikanische Deutschland durch eine Persönlichkeit vertreten zu lassen, die zwar gewiß bedeutend sei, aber in bezug auf «ine aufrichtige Lösung des Friedensproblems gar keine Garantien böte Eine, weitere Schwierigkeit liegt darin, daß ein« Des- a'vouierung des Führers der deutschen Delegation durch die Reichsregierung, die manche hiesigen Kreise zu erhoffen scheinen. n i ch t m ö g l i ch ist. Eine solche Desooouierung verbietet sich schon auf Grund der ausdrücklich vorher vereinbarten Unabhängig- keit der Sachverständigen. Es ist richtig, daß diese Unabhängigkeit von der deutschen Delegation viel wörtlicher ge- Nammen worden ist wie von den Delegationen mancher anderer Länder. Dr. Schacht hat nicht nur niemal» von der Reichsregierung Zastrukliooeu erhalten, sondern diese ist auch durchaus utcht reget- mäßig über die Arbeilen der Konferenz auf dem Laufenden gehalteu worden. Wenn es ihr also unmöglich ist, jetzt einzugreifen, so ist sie ebenso wenig wie die anderen Regierungen dafür jedenfalls nicht mit der Verantwortung für einen Bruch belastet, und es steht ihr daher jederzeit frei, die auf der Konferenz gerissenen Fäden auf andere Weife wieder aufzu- nehmen. Wird sich poincarö beherrschen können? pari». 20. April.(Eigenbericht.) Ministerpräsident P o i n c a r 6 hiell am Sonnabend in S t r a ß- bürg anläßlich der Eröffnung der Iahrespersammlung der Freunde der Universität eine Rede, in der er In schillernden Farben das Bild der Universität Straßburg nach dem Kriege den Berhältnisten vor dem Kriege gegenüberstellte. Das Deutsch« Reich, erklärte Poincaree, habe olles getan, mn die Universität zu verdeutschen, aber es fei ihm lediglich gelungen, im Elsaß eine deutsche Insel zu schaffen, die vom größten Test der einheimischen Jugend gemieden worden sei. Den besten Beweis hierfür liefere die Eni- wicklung, die die Universität fest Kriegsende genommen Hab«. Im Jahre 1919 seien im ganzen 1500 Studenten eingeschrieben ge- wesen, jetzt seien es allein 2000 Franzosen, darunter 1500 Elsässer. Ministerpräsident Poincarä wird am Montag in B ä r- l«- D u c bei der Eröffnung de« dortigen Generatrats«ine p o l i- tische Rede halten. Man kann nur hoffen, daß' er es bei dieser Gelegenheit vermeiden wird, in die verfahrene Situation, in der sich die Sachverstandigenkonferenz augenblicklich befindet, in seiner bekannten Art einzugreifen. Das hieße das Uebel hoff- nungslos vergrößern. Amerika hofft auf Kompromiß. Washinglon, 20. April. Die Meldungen über einen möglichen Fehlschlag der Sach- verstöndigenkonferenz wurden in hiesigen amtlichen Kreisen mit Bedauern aufgenommen, doch wurde die Hoffnung aus- gesprochen, daß doch noch ein Kompromiß erzielt werde. Amerika würde die Lösung des Reparationsproblems herzlich begrüßen, da davon die wirtschaftliche Stabilität Europas und die Stabilität der Weltwirtschaft abhänge. Die amerikanisch« Regierung habe von jeher den Standpunkt vertreten, daß Deutschlands Zahlungen zu der'Frage der alliierten Schulden in keiner Be- Ziehung stünden. Amerika wünsch«, wie Staatssekretär Hughes in seiner berühmten Rede im Dezember 1922 bereits ausgeführt habe, nicht, daß Deutschlands Schulden gestrichen oder Frankreich seiner angemestenen Ansprüche beraubt werde. Auf der anderen Seite aber wolle Amerika nicht, daß Deutschland unter der Repa- rationslast zusammenbreche. Europa könne sich, wie Hughes weiter ausgeführt habe, wirtschaftlich nur erholen, wenn Deutschland wieder auf die Bein« komme und wirtschaftlich selbständig werde. Industrie und Volk in Deutschland müßten die Hoffnung auf Belohnung ihrer Arbeit haben, sonst würde das Ergebnis schließlich nicht Reparationen, sondern ein« Katastrophe sein._ Finnlands parlameni aufgelöst. Aus Angst vor einem Veamtenstreik. Helsingfor». 20. April. Der finnlSndische Staat, Präsident Relander hat. wie schon kurz berichtet, da» flanländische Parlament a u s g e l S st. Die Reuwahlen sind zum 1. Zuli anberaumt. Dos neu gewählte par- lamenl soll am 1. August zusammentreten, vir Auflösung ist er- folgt, weil da» Parlament den Gesehentwurs der Regierung über die Erhöhung der Veamtengehälter in seiner Ireitagsihung ablehnte. Zwar reichte nach diesem Beschluß des Parlaments die Regierung Manlere ein Rücktriltsgesuch ein. doch nahm der Staatspräsident das Gesuch nicht au und verfügte die Auflösung d« Parlament». wie die Vlätter melden, beabsichtigten die flnoländischea Staat»- beamten, bei einer Ablehnung ihrer Gehaltsforderuugeu durch das Parlament in den G e n e r a l st r e i k zu treten. Run nach der Auf- lösuug des Parlament» habe« sie davou Abstand genommen. Die sinnländische preste kritisiert überwiegend das Parlament recht scharf Ulld ist mit dem Fortbestand der Regierung Manier« zufrieden. Verurteilung wegen Veschimpsung der Reichssarben. Wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz Beschimpfung der Reichs- farben) wurde der Kaufmann Egon Heintze aus Breslau von dem erweiterten Schöffengericht zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Erschwerend fiel ins Gewicht, daß der Angeklagte die Beschimpfungen trotz Berwarnung wiederholt hatte. Wetter verhandeln! Es geht um das Schicksal jedes einzelnen von uns! Mancher Leser, manche Leserin deutscher Zeitungen, auch der unseren, wird sich bisher für die V e r h a n d l u n- gen in Paris nicht in dem Maße interessiert haben, das der Wichtigkeit der Sache entspricht. Erst seit der großen Krise der Konferenz und dem plötzlichen Tod Lord R e v e l- st o k e s mag es anders geworden sein. Lord Revelstoke hatte ganz gewiß zu leben und sehr gut zu leben, ob nun die Konferenz zum Erfolg führte oder nicht. Trotzdem hat ihn ihr drohendes Scheitern so aufgeregt, daß er in der Nacht nach dem Konflikt an Herzschlag verschied. Für das ar- beitende Volk in Deutschland geht es aber wirklich um eine Lebensfrage. Die Einzelheiten der Verhandlungen find ja nicht leicht zu verstehen, aber jedermann kann die 2500 Millionen Mark. die wir nach dem Dawes-Plon jährlich zu zahlen haben, durch die deutsche Bevölkerungszahl dividieren. Er wird dann finden, daß dieser Zahlungsplan jeden einzelnen Deutschen. Mann, Frau und Kind, durchschnittlich mit 40 M. im Jahre belastet. Jeder kann sich auch leicht vorstellen, was zur Mil- derung der Not, zur Förderung der Wirtschaft und der allge- meinen Wohlfahrt mehr als bisher geleistet werden könnte, wenn uns die 2� Milliarden Mark, die wir jährlich an das Ausland zahlen sollen, für eigene Zwecke zur Verfügung ständen. » Naive Leute könnten daraus folgern, daß es am besten wäre, wenn wir uns überhaupt weigerten, zu zahlen. Dann könnten wir ja unser schönes Geld für uns behallen. Wer so denkt, vergißt, daß Deutschland unter dem Zwange des vorlorenen Kriegs Verträge unterzeichnen mußte, die es picht brechen kann, ohne die schlimmsten wirtschaftlichen Gefahren heraufzubeschwören. Wer die Entwicklung der letzten zehn Jahre verfolgt hat, der weiß, daß Repärationskrisen uns noch nie etwas eingebracht, sondern immer nur gekostet Habeck. Die schlimmste dieser Krisen steht als R u h r k r i e g in der Geschichte und uns allen in nachdenklicher Erinnerung. Eine neue Krise würde wahrscheinlich in weniger bnr- talen Formen verlaufen, aber darum nicht weniger gefährlich sein. Man braucht nur daran zu denken, in wie hohem Maße die deutsche Wirtschaft von ausländischem Kredit und von ihren Verbindungen mit der Welt draußen überhaupt ab- hängig ist. Stocken und Rückgängigmachung der Kredite. Unterbindung des weltwirtschaftlichen Verkehrs bedeutet Stocken der Produktion, Warenteucrung, Geldentwertung. kurz: die Katastrophe, verbunden mit neuer Not und neuem Elend für die arbeitenden Masten. Unter diesen Umständen kann man den Grundsatz aus- stellen:„Zahlen ist noch immer billiger als N i ch tz a h le nV Beim Nichtzahhxn könnte es ja auch nicht bleiben, denn wenn Deutschland'aus der Not einer Re- parationskrise herauskommen will, muß es immer wieder neue internationale Abkommen schließen und sich damit auch wieder zu neuen Zahlungen oerpflichten. Ob dann die Last kleiner geworden ist, steht dahin; aber auf alle Fälle sind die Schultern, die sie tragen sollen, schwächer geworden. Durch einseitige Zahlungsverweiaerung, die immer mir vorübergehend ist, kann also nie Erlösung geschafft werden. Das kann nur durch die Streichung aller inter- nationalen Kriegsschulden in gegenseiti- gem Einvernehmen geschehen, wie sie die Sozialistische Arbeiterinternationale fordert. Darüber hat aber das rein kapitalistisch denkende Amerika die letzte Entscheidung, und so sind wir von diesem Ziel noch weit entfernt. » Hätten es die Sieger im Weltkrieg verstanden, dem be- siegten Deutschland eine festumgrenzte Zahlung aufzuerlegen, die es, ohne zusammenzubrechen, leisten kann, so wären wir auch ohne allgemeine Schuldenstreichung schon längst über die schlimmsten Schwierigkeiten hinaus. Alle Welt aber, die Schul- digen vielleicht ausgenommen, ist sich heute einig darüber, daß die Art, wie die Kriegsentschädigungsfrage von den Siegern behandelt wurde, einen Gipfelpunkt der Unfähigkeit darstellt. So ziemlich der erste Versuch, etwas Vernunft in die Sache zu bringen, war vor fünf Iahren der D a w e s- P l a n, so daß sich die Deutschnationalen eigentlich gar nicht zu schämen brauchen, daß sie an seinem Zustandekommen entscheidend mitgewirkt haben. Auf dem Marsch zur wirtschaftlichen Vernunft sollte nun die Pariser Konferenz das Endziel erreichen. Das heißt. sie sollte den Regierungen einen Plan unterbreiten, der die deutschen Zahlungen von Anfang bis zum Ende bis auf den Pfennig genau endgültig regelt und ein für allemal allem Hin- und Hsrgezerre ein Ende macht. Die Schwierigkeiten dieser Aufgabe sollen hier im ein- zelnen nicht dargelegt werden, aber die Haupt schwierigkeit sieht leicht jedermann. Je kleiner die Zahlungen sind, die Deutschland zu leisten hat. desto größer ist' die Sicherheit, daß sie auch wirklich geleistet werden können, je größer sie aber sind, desto kleiner wird die Sicherheit. Sieht man die Sache Stalins neueste Sorgen. Mckin'ttsgesuche Nykows, Buchanns und Tomskis.— Die Moskauer Partei- organisation verlangt ihre Entfernung. so an. dann wird man auch auf der Gegenseite für den Vor- schlag Schachts— 1650 Millionen 37 Jahre lang— mehr Verständnis aufbringen. Schließlich kann ja auch von dieser noch sehr hohen Summe kein Mensch mit voller Bestimmtheit sagen, daß Deutschland im �iahre 1956 oder 1966 wirklich imstande sein wird, sie zu bezahlen. Sobald ein gewisses Zahlenniveau überschritten wirji), das für die Gegenseite viel zu niedrig ist. bleibt immer ein gewisses Gefahren- moment. * Wenn sich Schacht als wirtschaftlicher Sachverständiger auf den Standpunkt stellt, daß durch die Ucberschreitung der von ihm genannten Ziffer das Gefahrcnmoment in unerträg- licher Weise erhöht wird, so kann ihm niemand daraus einen Vorwurf machen, weder in Deutschland noch anderswo. Leider ober ist die Pariser Konferenz und mit ihr auch die Haltung Schachts in ein gewisses Zwielicht geraten, weil man erstens einmal nie recht weiß, ob man es mit unabhängigen Sachverständigen oder mit Vertrauensmännern der Regierungen zu tun hat und weil man zweitens nicht weiß, ob die Konferenz vertraulich ist oder ob sie es nicht ist. Ohrer Konstruktion nach sollte die Konferenz unabhängig und vertraulich sein. Aber je länger sie dauerte, desto mehr ist man dazu gekommen, in den Delegierten die Sprachrohre ihrer Regierungen zu erblicken und desto mehr ist aus der Schule geplaudert worden. Infolgedessen konnte durch Pariser Zeitungen der Ein- druck erweckt werden, als ob Schacht mit seinem Vorschlag ein „deutsches Ultimatum" gestellt und als ob Deutschland für den Fall, daß es die Kolonien und die verlorenen Ostprovinzen wiedererhielte, zu höheren Zahlungey bereit wäre. Inzwischen haben Schacht und die deutsche Delegation erklärt, daß sie nie- mals ein Ultimatum gestellt und niemals politische Forde- rungen erhoben hätten. So bleibt nur die Möglichkeit— und zu dieser Annahme neigen wir—, daß Schacht nicht sehr geschickt operiert und Mißverständnisse ermöglicht hat, die er nun vueder zu zerstören bemüht ist. Aber wenn er es auch getan haben sollte, sicher hat Schacht nicht von der RegierungdenAuftraggehabt, Mißverstand- nisse hervorzurufen, die der Konferenz gefährlich werden könnten. O- Umgekehrt darf man annehmen, daß Herr Schacht den Veisall der Regierung und aller vernünftigen Menschen in Deutschland hat. wenn er sich bemüht, die Dinge in Paris wieder einzurenken. Soll das möglich sein, so muß sich die Konferenz auf ihre ursprüngliche Aufgabe besinnen, die darin besteht, für spätere Verhandlungen der Regierungen— in voller Unabhängigkeit von diesen— eine wissenschaftlich und praktisch haltbare Grundlage herzustellen. Ferner muß sie dafür sorgen, daß ihre Verhandlungen entweder oertraulich bleiben oder aber über sie so klar berichtet wird, daß kein Streit darüber entstehen kann, was einer gesagt hat und was er nicht gejagt hat. »scheitert die Sachverständigenkonferenz. dann bleibt bis auf weiteres der Dawes-Plan in Kraft und Deutschland muß ehrlich alles, was in seinen Kräften steht, tun. um ihn zu er- füllen. Aber der Dawes-Plan hat die Frage, was Deutsch- land im ganzen zu bezahlen hat, ungelöst gelösten, und diese Frage kann natürlich nicht ungelöst bleiben. Also mutz sich die Sachoerständigenkonferenz vertagen oder es muß eine neue einberufen werden oder die Regierungen müssen direkt« Verhandlungen miteinander aufnehmen. Je rascher dies geschieht und je rascher es znm Erfolg führt, desto besser ist es für alle. Das Geschwätz der Rationalisten, man solle nun alles auffliegen lassen und einfach die Zahlungen einstellen, ist Unsinn und Verbrechen. Es muß weitcroerhandelt werden, es geht um das Schicksal jedes einzelnen von uns! — Oer Haushalt des Geichs. Lehrlingsrecht in Tarifverträgen. Om A ii s! ch u ß für den Reichs Haushalt wurde in der Sonnobendsitzung zunächst die in Aussicht genommene, bisher.zurück- gestellte drüt« Lesung der Perionaltitel der in den Sachtiteln schon durchberatenen Einzeletats vorgenommen. In allen Köllen wurden die Anträge der Rampromihparteien zum Beschluß erhoben, die darüber hinausgehenden dmitfchnationalen und kommunistifchen An- träge abgelehnt. Beün Haushalt des Reichstags bat die Genossin Böhm- Schuch. entgegen den Streichungsanträ�en die drei angeforderten Sekretärstellcn nach den Beschlüssen zweiter Lesung zu genehmigen und nicht zu streichen, cks feien den weiblichen Angestellten seinerzeit nach dieser Richtung Zusagen gemacht. Aba. Dr. K r ä- in e r(DAp.) machte auf die Vcreinbamnge» auimerksam, die angeschnittene grundsätzliche Frage nicht bei dem Einzeleta», sondern gemeinsam im Anschluß an die in Aussicht gestellte Denkschrift der Reichsregierimg zu besprechen. Er hoste, daß diese Denkschrift noch vor der dritten Lesung im Plenum vorliegen werde. Beim Haushalt der Reichskanzlei beantragt Abg. Torgler Oiomw.) die Streichung des Gehalts des Reichs- kanzlers. Der Antrag wird mit anderen kommunistischen An- trägen abgelehnt. Beim'Haushalt des Rcichsarbeltsministeriums entspann sich eine längere Debatte, ob nach den Vestiimnungr» des BesaldungsgZetzes Ministerialdirigent«« mit Zustimmung des Haushaits- ausschufses neu angestellt werden dürften. Di« Frage wird nach den Anlrägen der Kompromißparteien erledigt. Der Ausschuß setzte sodann die Beratung-des Sachetats des R e i ch s o r b e i l s in i n i st e r i u in s beim Kapitel Wohnungswesen sort. Sowohl dieses Kapitel wie die Kapitel«iedlungs- «eseii und Arbeitsoertragsrecht werden entsprechend den Vorschlägen der Koinpromihparteien genehmigt. Genossin Böhm. Schuch ver- langte Ausnahme der L e h r l i n g s v e r t r ä g e in die Tarif- Verträge. Ministerialdirektor Dr. Sitzler erwiderte auf die Anregung der Genossin Schuch wie auch einiger anderer Anfragen das folgende: Der Anregung von Frau Schuch werde im kommen- den Tarifgefetzemwurf entsprochen werden. Die Frage der Pro- Visionsreilenden werde zunächst den Reichswirtjchaftsrat beschäftigen. Die Statistik über das Schlichtungswcien werde vermutlich in der nächsten Nummer des Rcichsa-rdeitsblaites erscheinen. Die Frage, in welcher Weise die Zahl der an den Arbettsstreitigkeiten beteiligten Arbeitnehmer berücksichtigt werden könne, soll« in nächster Zeit mit den Verbänden besprochen werden. Hinsichtlich der Aerdindlichkeits- erklSrung gegenüber tarisuiiwilligen Arbeitgeberverbänden verfahre das Ministerium nach den Entschließungen des Reichstages. Vi« Gewerbesteuer im Landtag. Der Interfraktionelle Ausschuß des Preußischen Landtags hielt am Sonaabendnachmittag«ine Sitzung ob. in der sich die Regierungsparteien mit der Gewerbe- stener befaßten, die am Sonnabend dem Hauptansschuß überwiesen word-n ist. Es wurden Vorschläge gemacht, die aiif eine E r- leicht er u ng in den unteren et euer stufen abzielen. Ueber diese Vorschläge wird der Interfraktionelle Ausschuß am Mmuag nochmals beraten. Cs ist zu erwarten, daß man zu ge- m e i n sa m e n Anlrägen kommen wird, die der Sitzung des Haupt- ausschuises zur Entscheidung vorgelegt werden. Moskau, 20. April.(Ost-Expreß.) Der Z w i st innerhalb der Russischen Kommunistischen Partei hat wiederum eine überaus ernste Verschärfung erfahren. Bereits vor einigen Wochen hat die rechtsoppositionelle Gruppe im höchsten Parteiorgan, dem Politbureau, das heißt der Vorsitzende des Rotes der Volkskommissare der Sowjetunion R h k o w. Bucha ri n und Tomski. zusammen mit ihren Anhängern im Zeiüralkomitee der Parteileitung eine Deklaration überreicht. in der die Ansichten und politischen Forderungen der R e ch t s o p p o s i t i o n niedergelegt waren. Nunmehr wird die aufsehenerregende Tatsache bestätigt, daß Ry'kow, Bucharin und Tomfki gleichzeitig ihre Rücktrittsgesuche eingereicht haben. Daraufhin ist zwischen der Rechtsopposition und Stalin über konkrete Fragen der Tagespolitik der Sowjetregierung und der Partei verhandelt worden, wobei die Verhandlungen zunächst aussichtsreich erschienen, so daß mit einem Zurückziehen der Abschiedsgesuche gerechnet wurde. Vor einigen Tagen hat jedoch das Komitee der Mostauer Organisation der Partei«ine Resolution angenommen, in der die Entfernung Rykow«. vucharins und Tomskis aus dem Polll. bureau und ihren Staats- und Parteiämtern verlangt wird. Es ist noch ungewiß, ob das soeben zusammengetreten« Plenum des Zentralkomstees und der Zentralkontrollkommission der Partei sich die Resoliition des Moskauer Parteikomitees zu eigen machen wird. Zu berücksichtigen ist, daß die Moskauer Ortsorganisation die einflußreichste Ortsgruppe der Partei ist, deren Ansichten vielfach für die Entscheidungen der Partei maßgebend gewesen sind. Immerhin ist es möglich, daß es sich bei der Moskauer Resolution zunächst um«in Einschüchteru n gs manöver gegenüber der Rechtsopposition handelt. Diese auch in«inigen Parteitreisen ver- treten« Ansicht stützt sich aus die Tatsache, daß augenblicklich durch Vermittlung einiger Parteiführer noch immer Verhandlungen zwischen Stalin und der Rykow-Gruppe stattfinden. Jedenfalls ist beschlossen worden, die Moskauer Resolution vorläufig nicht zu v e�r ö f f c ntl i ch e n. Tomfki schon ausgeschieden? kowno, 2». April.(TU.) Roch Meldungen aus Moskau ist der Vorsitzende der sowjet- russischen Gewerkschaften, Tomski, wegen seiner Zugehörigkeit zur Rechtsoppositlan aus dem Politbureau ausgefchied e n. Zum Nachfolger Tomskis soll her Kommunist Dogadvy) ernannt werden, her. der Stalin-Gruvpe angehört.' Die Lebensmittelnot. Moskau. A)..April.s ZOE.) ' Die Leben s mit te ksichwi« r»g tekteir Zn Sibirien rufen in den Kresten der Sowieircgierung und der Kvmnniniskkschen Partei f. ch tki t i JJljf f# jf seZ.betpdr."" Auf deln Eowjet- kongreß des Bezirke Tomfk in Sibirien wurde dieser Tage eine Resolution gesaßt, in der«rklä« wird, die geringen Getreidebereit- stellnngen gefährdeten nicht nur die Belieferung der Industrie- städte, sondern auch die Bersorgung der Roten Armee. In Tömsk und in sibirischen Städten ist vor kurzem noch der B r o t- Streii der Städte. Um den preußischen Finansausgleich. Der Reichestädtebundhat gemeinsam mit dem Prenßischen Landkreistog, dem Verband der Preußischen Landgemein. den und dem Preußischen Landgemeindetag West eine Eingabe an den Landtag gerichtet, in der gebeten wird, den Antrag der Stadt Berlin und einer Anzahl anderer Städte, für 19ZÜ den„Einheitssatz der relativen Garantie" von 22 aui 25 Pf. zu erhöhen, nicht stattzugeben. In der Eingabe wird gesagt, es könne nicht verkannt«erden, daß die Bestimmungen über die relativ« Garantie des Friedensaufkommens in ihrer jetzigen Form nicht g e e i g-n e t und, allen Gemeinden absolute Gerechtigkeit zu- teil werden zu lassen. Immerhin Hobe die relative Garantie für die große Mehrheit der preußilchen Gemeinden günstig gewirkt, für viele bedeute sie geradezu die Aufrechtcrhaltung ihrer Lebensfähig- keit. Es laste sich nicht rechtferügen, dem Antrage Berlins und der anderen Städte für 1929 zu entsprechen. Würde ein« Heraufsetzung des Einheitssatzes auf 25 Pf. für 1929 erfolgen, so würden zwar die Antrag stellenden Städte— und besonders einige wenige Groß- städte— dadurch eine Verbesserung erfahren, dagegen würde für die große Mehrzahl der Gemeinden eine nicht unerhebliche Verminderung ihrer Einnahmen und damit ein Defizit in ihren Haushaltsplänen ent- stehen. Hierzu teilt der Preußische St ä d t t a g, die Organisation der größeren deutschen Städte, mit, daß er schon v o r der Haushalts- beratung des letzten Jahres an den Landtag eine Eingab« gerichtet hat, in der mit eingehender Begründung auf die U n h a l t b a r k e i t de« Einheitssatzes von 22 Pfennig hingewiesen und eine Er- höhung aus'25 Pfennig beantragt worden ist. Regierung und Land- tag hoben in den Haushaltsberatiingen des letzten Jahres dieser An- regung nicht Rechnung getragen. Demgegenüber hat sowohl im Laufe de» Jahres 1928 alh auch noch im Februar dieses Jahres der.Städte- tag neuerdings beim Landtag auf die Notwendigkeit einer Erhöhung von 22 auf 25 Pfennig hingewiesen. Es erscheint nach Ansicht des Städtetagee aus die Dauer umnöglich, die tatsächliche Entwicklung außer acktz zu lassen und nicht zu berücksichtigen, daß in einer Reihe von Fällen durch den gegenwärtigen Einheitssatz die relative Ga- rantie einer Ülnzahl von Gemeinden eine Einnahme sichert, die zu dem Auskomnien in keinem rechten Verhältnis steht. Da Regierung Deutsches Theater. „Paulus unter den Juden" von Werfet. Römer, Juden und vom Apostel Paulus bekehrt« Urchristen im' Kampf um die ersten Wahrheiten und letzten Rätsel des Glaubens. Am Versfihmingtage schießen die Römer mit tödlichen Katapulten unter Juden und geheime Thristusjünger. So haben die beiden Be- tenntniss« nur noch Zeit, ihr Recht auf die Ewigkeit anzumelden. Schöne Wort« für fesselnde Gedanken und ein Erfolg, obwohl dt« Theatenvirkungen des religiösen Di-kussionsspieles nicht Immer an der Oberfläche lagen. M. H. karte auch die Zuckerkartc eingeführt worden, wobei Arbeiter- familien 2 Kilogramm,'Angestelltensamilien VA Kilogramm und die übrige Bevölkerung 1 Kilogramm Zucker im Monat erholten. Än Butler erhält die Bevölkerung pro Kopf 759 Gramm monatlich. Auch der Seiienverkaui ist rationiert worder», wobei pro Kopf der Bevölkerung 599 Gramm Seife monatlich bezogen werden dürfen. Im fernöstlichen Küstengebiet der Sowjetunion befindet sich die Getreidevcrsorgung in einem kritischen Sta- d i u m. Obgleich die Brotrationiernng in diesem Gebiet bereits.. seit über einein Monat eingeführt worden ist, sind die„Schlangen" vor den Läden noch immer nicht verschwunden. Da der Kreis der„werk- tätigen Bevölkerung", die Zlnspruch auf Brotkarten besitzt, sehr eng gezogen wurde, spielen sich vielfach aufgeregte Szenen vor d e n B e h ö r d e n ab. Di« Brotrationen sind schon im ersten Monat der Rationierung herabgesetzt worden, und zwar bei Arbeitern von 899 Gramm auf 600 Gramm, bei Angestellten von 599 Gramm auf «09 Gramm und bei den Familienangehörigen von 499 Gramm auf 299 Gramm täglich. Mehl wird überhaupt nicht mehr aus- gegeben. Da hartnäckige Gerüchte über eine weitere Berringe- rung der Brotrationen im Umlauf sind, so hat sich der Arbeiter- s ch a f t große Aufregung bemächtigt. In Ehabarowsk beispielsweise ist es bereit- mehrfach zur P lü n d e r u n g von Brotwagen ge- kommen. Es wird erwartet, daß die Sowjetbehörden b e t r ä ch i- lichc Weizenmeiigen(annähernd 75 999 Tonnen) zur Per- sorgung des Küstengebiets aus der Mandschurei werden i m p o r- t ie re n müssen. Der Druck derBehörden aufdie Bauern zur Steige- rung der Getreldezufuhr erfährt in Sibirien immer neue Lerschär- jung, wobei sehr oft zu ungesetzlichen Mitteln gegriffen wird. Mit Wissen der unteren Partei- und Regierungsorgane wurde in einem Orte sogar ein« Bande organisiert, die unter Gewalt- anwendung Getreide bei den Bauern raubt«. Di.' sibirische Parteiorganisation hat dieses Verhalten der Parteiorgane allerdings entschieden oerurteill, der Führer der Bande wurde zum Tode verurteilt, jedoch später begnadigt. Dies« Druckmittel haben jedoch nur wenig geHolsen. Infolgedessen wird auch der Steuer- druck verschärft. Diejenigen Bauern, die Getreidevorröte be- sitzen sollen, werden mit dem fünffachen Betrag der Selbstbesteuernng belegt. Di« Stimmung- der Bauern ist verzweifelt. Zahlreiche Bauern wandern nach her Mongolei aus. An eine Erweiterung der bäuerlichen Getreideanbaufläche ist unter diesen Umständen nicht zu denken, um so mehr, als das von der Regierung gelieferte Saatgut viel zu teuer ist. Die Stimmung der Bauern wirkt auch auf die R o td Arme« zurück. In sibirlschen Truppenteilen, die vorwiegend bäuerlichen Ersatz haben, wird den Soldaten kein Stadturlaub mehr gegeben. um die Rotarmisten nicht in Berührung mit der Zivilbevölkerung kommen zu lasten. Gleichzeitig ist strenge Brieszensur«ingesührt, wobei Briese bäuerlicher'Angehöriger an Rotarmisten, in denen sich die Bauern über die Lage äußern, beschlagnahmt werden.„ Ist Z»er• U k r a inie ist die� Lage ebe�falls�vniisch. In Odessa war ZÄker nonibergehend ü ber Hb iipt nicht zi i'HZb en. Roch schlimiiier ist dl«•"Lage aus dem Pande Erhedltchr Teile der Bevölkerung hungern.' In-den d e u/s chen on irn'find bereit»' Zckvies- fälle wegen Unterernährung zu verzeichnen gewesen. Auch im Kaukasus sind überall in den Städten Brot- und Zuckerkarten«in- geführt worden, die jedoch nicht zur Beseitigung der„Schlangen" vor den Läden geführt haben. Ueberdies sind Stockungen in der Fleischversorgung eingetreten. und Landtag sich im'Augenblick zu der an sich in erster Linie notwendigen völligen Aenderung des Bertcilungsfystems noch immer nicht entschließen können, ist eine Beseitigung dieser Un- gerechligkeit nur durch die angestrebte Aenderung der relativen Ga- ranii« möglich. Es geht nicht an. die Gemeinden mit ihren billigen Zlnsprüchcn tlnmer wieder von einem Jahr aufs andere zu vertrösten. Ausbau der Invalidenversicherung. > Durch lleberfchüsse der Lohnsteuer. Die Regierungsparteien haben dem Reichstag jetzt den von den Finanzsachverständigen vereinborten Entwurf zur A b- änderung des Lohnsteuergesetzes(Lex Brüning) ein- gebracht. Der entscheidende Z 1 hat folgenden Wortlaut: „ll ebersteigt das Aufkommen aus der Lohnsteuer im Rechnungsjahr 1929 oder in einem darauf folgenden Rechnnngs- jähre, lejstmals im Rechnungsjahl« 1934, den Betrag von 1399 Millionen Reichsmark, so wird vom Ueberschiiß ») der Betrag bi» zu 75 Millionen Reichsmark für Erleichterung der knappschoftlichen Pcnstons- Versicherung und zur Erhaltung ihrer Leistungssähigkeit und b) der Rest für den Ausbau und die Erhaltung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Invalidenversicherung dem Haushalt des Reichsarbeitsministeriums'überwiesen." Ueber die Verwendung und Verteilung des der knappschastsichen Pensionsversicherung zukommenden Anteils von 75 Millionen soll der Reichsarbeitsminister in Uebereinstimmung mit den beteiligten Organisationen Näheres bestimmen. Es ist erfreulich, daß es in dem Gesetzentwurf heißt, daß der Rest des Mehraufkommens aus der Lohnsteuer„für den Ausbau und die Erhaltung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Invaliden- Versicherung" zu verwenden ist. Damit ist klargestellt, daß innerhalb der Möglichkeiten, die durch die neu der Invalidenversicherung zu- fließenden Mittel gegeben sind, ein Ausbau der Leistungen der Invalidenversicherung erfolgt. Was auf diesem Ge- biet« zu geschehen hat. hängt sowohl von der Höhe der Beträge ol« auch von Entscheidungen ab, die der Reichstag auf dem Wege eines neuen Gesetzes treffen' wird. Da die Lohnsteuer im Rechnungs- johr 1929 einen Gesamtertrag von mindestens 1 4 25 Mil- l i o n e n> vielleicht aber auch von 1459 oder mehr Millionen er- bringen wird, so stehen im Jahre 1929 mindestens 50 Millionen wahrscheinlich mehr zur Verfügung.< � i, E« können also die dringlichsten Wünsche zum Ausbau der In. validknoersicherung berücksichtigt werden. Da bei der Lohnsteuer mit von Jahr zu Jahr steigenden Beträgen gerechnet werden kann, so wird sich auch in den nächsten Jahren das Verhältnis zwischen den Beträgen, die der Änappschaftsoersicherung, und den Beträgen. die der Invalidenversicherung zufließen, zugunsten der In- validcn Versicherung verändern. Der Betrag, der der Knapp- schastsoersicherung zufließt, ist auf 75 Millionen begrenzt, und es ist. auf die Dauer der Zeit gesehen, nur ein Bor teil für die Invalidenversicherung, daß ihr der gesamte darüber hin- ausgehende Betrag zufließt. Große Politiker und Schauspieler... im Privatleben... und im Beruf! Kampf-Mai in Polen. Oer Aufruf der Sozialisten. Das neue Sirafrechi. Steuer gefährlicher Grober-Unfug-Paragraph gestrichen. Der Strafgeiefiaiisschuft des Reichsldkies beendete die Beratung des 16. Zlbschmaes über gemeingefährliche Handlungen und Störung des ösfentlicheii Berkehrs. Eine längere Debatte entfesselte 8 243, der Gefängnisstrafe demjenigen androht, der„wissentlich und gewissenlos eine unmittelbar« Gefahr für Menichenleixn herbeisühn". In besonders schweren Fällen soll sogar Zuchthausstrafe möglich sein. Abgg. Landsbcrg und Dr. R o s e n f e l d begründeten den sozialdemokratischen Antrag auf Streichung des t; 243 unter Hinweis auf die zu allgemeine Fassung des Paragraphen, dessen tautschukartige Formulierung«inen Mißbrauch befürchten ließ«. Es sei nicht ausgeschlossen, 8 243 gegen Veranstalter von Versammlungen und Demonstrationen anzu- wenden, so daß dieser Paragraph, wie befürchtet werden müsse, ein Ersatz für den Troben-Unsng-Paragraphen werden könne und vor allem die Arbeiter trelse. Bei der Abstimmung wurde§ 243 gemäß dem sozialdemokratischen Antrag gestrichen. Gegen völkischen Swdenienunsug. Hamburg gibt gutes Beispiel. Die Hamburger Bürgerschaft nahm nach lebhafter Debatte einen sozialdemokratischen Antrag aus Aenderung des Studentenrechts mit 76 gegen 62 Stürmen an, durch den in das Hamburgische Hochschulgesetz eine Bestimmung eingefügt wird, daß die Hamburger Studentcnschait sich nur mit solchen studentischen Organisationen zu einem Verband zusammenschließen dars. die alle reichsdeutschen, deutsch-öster- reichischen und auslandsdeutschen Studenten als Mitglieder zulassen. Mit Annahme dieses Antrages ist in Hamburg dein Zustand ein Ends berestet worden, daß die Studentenschaft als Zwangs- korporation Mitglied der völkisch geleiteten„Deutschen Studen- ienschast" bleibe. Die Annahme des Antrages erfolgte mit den demokratischen und sozialdemokratischen Stimmen gegen den heftigsten Wider st and nicht nur der Deutschnationalen und der Voltspartei, sondern auch des volksparteilichen H o ch s ch u l- s e n a t o r s, der im Gegensatz der Hochschulbehörde, die sich mit Zweidrittelmehrheit für den sozialdemokratischen Antrag ausgesprochen hat, s ü r Beibehaltung des bisherigen Zustandes plädierte. Die Kommunisten leisteten auch in diesem Falle der Reaktion Handlangerdienst«. Sie stimmten gemeinsam mit dcn Rechtspartcicn gegen den sozialdemokratischen Antrag. Rußlands Mißirauen gegen Genf. Eine schriftliche Erklärung Litwinows. Genf, Zli. April.(Eigenbericht.). In der von 2 i t w i n o w angekündigten schriftlichen Erklärung heißt es nach einem Bückblick auf die bisherigen Arbeiten der A b r ü st u n g» k o m m i j s i o n, die als ergebnislos be- zeichner werden, u. a.: „Die Sowjetdelegation sieht sich zu ihrem Bedauern gezwungen, auf Grund der Ersahrungen in der Abrüslungskommission festzusteUen, daß sie ihren Pessimismus und ihr Miß- t rau e n auch au� die lü» fti gen Arfacitenirer Kommission a u s- dehnen muß. Di« oowsctdelegll:ionlsi mehr denn je davon überzeugt, daß di« durch die Kommission sestgelegteu Wege und Methoden nicht zur Lösung ihrer Ausgab« führen können. Das einzige Ergebnis wird eine Hinaus zögertzng der Sache der Abrüstung auf unendliche Zeit oder ein Scheitern der Ab- rüstungskonserenz sein. Wenn die Sowjeidelegatwn dennoch be- schließt, in' der Dorberettenden Abrüstungskommisston zu bleiben, so tut sie das, um niemandem Anlaß zu geben, die Erfolglosigkeit dar Abrüstungsarbeiien des Völkerbundes der Abwesenheit bzw. der Nichtteilnahmc der Vertreter der Sowjetregierung zuzuschreiben. Die össemliche Meinung der Welt soll wissen, daß die Sowjetregie- rung alles zur Förderung der Sache der Abrüstung getan hat und tun wird." Litwinow hotte die Absicht, diese Erklärung mündlich abzu- geben. Er verzichtete jedoch aus das Wort, da der Präsident in höhnischem Don und achsclzuckcnd die Kommission beiragte, ob man ihn noch einmal anhören wolle. Sein Verzicht wurde vom Prösi- denten als„sehr glücklich sür d'e'Arbeiten der Kommission" bezeichnet. Die Kommission behandelte dann das Kapitel„G a s- krieg" unter Zurückstellung des deutschen Verösjentlichungs- antrages. König und Kaschistenknmmer. Faschistische Thronrede. Am Sonnabend wurde das sogenannte italienisch«„Parlament" mit einer T h r o„ r e d e des Königs Liclor-Emoimel eröffnet, die die Vollendung der K a p i t u l a l i o n des Monarchen vor dem faschisti- sehen Regime darstellte. In dieser Rede wurde das Ergebnis des „Plebiszites" als ein Beweis der Kraft des Regimes bezeichnet und das Abkommen mit dem Vatikan als ein großes Ereignis gefeiert. Die Rede, die von Mussolini auigcsegt war. zählte alle„Verdienste" des Faschismus um Italien auf und enthält eine Mahnung an das Parlament,„zeitig genug für die Verteidigung des Vaterlandes zu sorgen", d. h. neue Rüstungsausgaben zu bewillige». Na- türlich im Interesse de» Frieden», da die Abrüstung bis setzt nur eine schöne Hoffnung sei, die durch die Rüstungen anderer vereitelt werde. Von dem Eide, den der König einst auf die Verfassung abgelehnt hat, die der Faschismus ohne Widerstand der Krane in- zwischen ausgehoben hat, war in der Thronrede natürlich nicht die Rede. Der Bruder des früheren Kaiser». Heinrich von Preußen aus Gut Hemmelmarck in Holstein, ist am Sonnabend nachmittag an Lungenentzündung gestorben. Er hat«in Alter van 67 Jahre» erreicht Als Sohn eine» HohenMern war auch Heinrich schon mit dem zehnten Lebensjahre„Ossizier" geworden. Später wurde er der Marine zugeteilt und machte begreiflicherweise, besonders als sein älterer Bruder Kaiser war, eine richtia« Prinzenkarriere. Als er end- gültig nach der Revolution aus der Marine ausschied, nahm er die Pension eines Großadmirals in den Ruhestand mit. Als pensionierter Großadmiral hatte er sich auch noch zu Zetten Geßlers oui«ine» Kreuzer der Republik einladen und von den Offizieren feiern lassen. Au» sein«r langen Marinezeit ist besonder» da» Wort in Erinnerung, da» er bei der Abreise von Kriegsschiffen nach Ostasien sprach:„Er wolle hinausziehen, um„das Evangelium Eurer Maiestät geheiligter Person" zu verkünden____ Das Konkordat. Nuntius Paeeelli ist in Rom eingetroffen, wo er dem Papst den Entwurf des mit Preuß-n beabsichtiglen Konkordats zu unterbreiten gedenkt. Bon der Entscheidung des Vapste» hängt es ab, ob der Entwurf in der vorliegenden Gestalt demnächst schon parlamentarisch seine Erledigung findet oder nicht. Irgendwelche Schulfragen sind in dem Entwurf wicht enthaltcir. Tie Polnische Sozialistische Partei veröffentlicht einen Kampfaufruf zum l. Mai. Tarin wird der Kampf für die Demokratie angekündigt. Außerdem fordert der Aufruf die Gleichberechtigung für die natio- nalen Minderheiten; für die Minderheiten, die geschloffen siedeln, sogar territoriale Autonomie. l?s wird, heißt es weiter, mit Staatsstreiche» gedroht. Das demokratische Lager in Polen reicht seine« deutschen. ukrainischen und weißruthenischeu Genosse« zum gc- mein s amen Kampf die Hand. Ter Aufruf ist die Antwort auf die Bildung der neuen Regierung. Die«.Internationale" in polen verboten. Ein Liederbuch des„v u n d"(Allgemeiner Jüdischer Arbeiter- bund) wurde von der warschauer Slaatsanwollschast beschlagnahmt und der verantwortliche Herausgeber, Genosse Lucia« 23 l I«, angeklagt. daß das Luch u. a. die..kommunistische"(!) Hymne„Die Internationale" enthält. Der verteidigcr Blits. der sozialistische Rechlsanwoll Henryk Ehrlich, wie» uack), daß das inkriminierte Lied bereits vor 40 Jahren entstanden und seitdem zum Gemeingut Klapperstorch und Staatsanwalt. Oer beleivigte(Staatsanwalt Euhorst. Der Siuttgarter Siaaisonwolt Euhorst. der durch seine Simplizijsimusoerfolgungen schon einen gewissen Weltruhm erlangt hatte, Hai diese Berühmtheit im vorigen Jahre noch durch die Be- schlaanahm« der beiden im Greisenoerlag, Rudolstadt, erschienenen Bücher von Dr. Hans Hodann„Bringt uns wirklich der Klapper storch?" und„G e s ch l e ch l u n d Liebe" zu steigern versucht. Aus Anlaß dieser staotsanwaltschafilichen Aktion verössent- lichte Felix Fechenbach im„Sächsischen Dolksblatt", Zwickau. einen Aufsatz:„Der Klapperstorch und der Staatsanwalt", der die Beschlagnahme einer satirischen Kritik unterzog. Die Kritik war um so berechtigter, als es sich bei„Geschlecht und Liebe" um ein streng wissenschaftliches Werk handelt, dos sich in sozialkritischer Wesse populär mit dem Sexualproblem befaßt, und das Büchlein ,.Brii?gt uns wirklich der Klapperstorch?" eine wertvolle Aufklärungs- schrsst für Kinder ist. die in natürlicher und liebevoller Art den Kindern die schwierigen Probleme nahebringt. Die Bedeutung dieser steinen Schrift geht schon daraus hervor, daß sie v o n der schweizerischen Regierung den Schulen zur An- schasfung und zur Verteilung an die Schulkinder empfohlen wird. Trotzdem hotte Staatsanwalt Euhorst den§ 184 des Straf- geseybuches bemüht, der behufs Verhinderung der Verbreitung unzüchtiger Schriften erfunden wurde. Als aber Genosse Fechenbach die Deschlagnahme in seinem erwähnten Aussatz krlti- sierte, da tat der Herr Staatsanwalt gar empfindlich, und! das württembergische Justizministerium veranlußte die S t r a f v e r- f o l g u n g. Zunächst knöpste>nan sich den verantwortlichen Redakteur des „Sächsischen Volksblattes", Walter Viktor, vor, und o e r l a n g t e von ihm di« Adresse von Fechenbach. Das wurde ab- �gelehnt, well ja ein Redakteur schließlich kein Hilfsorgan der Staats- 'anwaltschaft ist. Nach vielen Monaten ist es dann dem Zwickauer Amtsgericht durch angestrengte Nachforschungen doch gelungen, die Adresse von Fechenbach festzustellen. Nach einer ergebnislosen Vernehmung kam dann ein S t; o f- beseht angeflattert, der wegen Beleidigung eines Beamten in Be- Ziehung auf seinen Berus 10 st Mark Geldstrafe rejp. Ist Tage Gefängnis diktierte. Den gleichen Strafbefehl bekam der Veraittwort- tiche des„Schäflschen Volksblmteä". Das-„Verbrechen" besteht nach aller sozialistischen Parteien geworden ist; daß diese» Lied bisher in Pole« unbeanstandet gedruckt, verbrellcl und öffentlich vorgetragen worden ist. erst neulich auf der Krakauer Tagung der sozlalisiischen Jugend, aus der der Sejmpräsident D as zyn s t i die Feftrede hiett.� Trotz alledem wurde Llil zu einem Zahr Festung v e r> urteil». der im zaristischen Strafgesetz— Kapitel„Revo. lvlionäre Umtriebe", Z 129— vorgesehenen Mindeststrafe. Dieses Kapitel zaristischen Slrasrechls Hot im ehemaligen Russisch- Polen noch volle Gültigkeit! Regierungserklärung überflüssig! Ministerpräsident Dr. S o i t a l s k i hob vor den polnischen Parlamentsberichterstattern hervor, daß ein neuer Regierungschef nur dann«ine Programmrede holten müsse, wenn die neue Regie-- rung einen grundsätzlich neuen Kurs einschlage. Nur ei» solcher prinzipieller Wechsel, der die tatsächlichen Interessen der ganzen Be- volkenmg belresse, erfordere eine öffentliche Erklärung der neuen Regierung über ihre Absichten. Dieses Bedürfnis empfinde er nicht, deshalb müsse er die Presse bitten, die Tätigkeit feiner Re- gierung nicht nach ihren Ankündigungen, sondern nach ihren Taten zu beurteilen. I dem Strafbefehl darin, daß in dem inkriminierten Aufsatz gesagt wird:„Daß die kleinen Kinder vom Klapper storch gebracht werden, ist für den Stuttgarter Staats- anwolt Euhorst eine ausgemachte Sache." Und am Schluß des Aufsatzes— allerdings ohne daß in diesem Zusammen- hang Herr Euhorst noch einmal genannt worden wäre— heißt es: „Der Kampf gegen die lln z u ch t f ch n ü f s l'e r in der deutschen Justiz muß in aller Oesfentlichkeit geführt werden. Denn er ist nichts anderes als ein Teil des Kampfes gegen die deutsche Klassenjustiz überhaupt." Den„Unzuchtjchnüssler" bezieht Herr Euhorst auf sich selbst und fühlt sich in seiner Ehre getränkt. Die mit Strasbesehl Bedachten haben aber nicht stillschweigend gezahlt, sondern Einspruch erhoben. Völkerverhehung im Schulliederbuch. Die sozialdemokratische Fraktion des Preußsschen Landtags hat folgende Kleine Anfrage«ingebracht: „Am Sonnrag, dem 24. März, fand in Seidcitberg(O.-L.), im Hotel„Stadt Görlitz", eine össentliche Korssirmationsseicr mit Eltern statt. Herr Rektor Rother hat bei dieser Feier mil den Konfirman- den und den Kiirdern der ersten und zweiten Klasse der Schule das Soldatenlic-d„Musketiere sind lust'ge Brüder", worin auch die Stell« vorkam„Siegreich w o l l' n wir Frankreich schlagen", singen lassen. Auf Vorhalten eines Herrn Neumann in Seidenberg, der mit Herrn Rettor Rother darüber sprach, hat Herr Rettor Roch er behauptet, daß das Lied im amtlichen Liederbuch fürdteSchulen enthalten sei. Ist da» Staatsministerium bereit, daraus hinzuwirken, daß bei einer Neuauflage des amtlichen Liederbuches Liedertexte, die heut« mit not'onalistisch-oälkeroerhetzender Tendenz gebraucht werden, in ihm nicht mehr erscheinen?" Booisunglück auf dem Stößensee! Auf dem-S t ö ß« n se e, in der Nähe des Torfgrabens, ereignet« sich gestern abend kurz vor 2t> Uhr ein schweresBootsun glück. Ein mit zwei Männern beseßtes Faltboot kenterte in- folge des stürmischen Wetters. Di« beiden Insassen, di« des Schwim- mens unkundig waren, klammerten sich an das Boor und riefen um Hllse. Ein zur Hilf« eilendes Motorboot erlitt kurz vor der Unfall- stelle eine Panne, und die Retter mußten mit ansehen, wie die beiden Verunglückten in den eisigen Fluten versanken. Ihre Personalien -sind noch imbekannt: i.•. J,. i,«„- Pieck und Liepmann als Zeugen. Oer zweite Tag des Zorns-Prozeffes. Am Schluß des zweiten Verhandlnngstoges kam es zu einer Auseinandersetzung, die zur Erkenntnis der wahren Natur dieses Prozesses sehr am Platze war. Das Gericht sprach nämlich die Bitte an den Verteidiger Dr. Leoi aus, die Beantwortung seiner Fragen durch die Zeugen nicht zum Gegenstand wetterer Ausfüh- rungen zu machen, sondern sich dies« für den Schlußoortrog auszusparen. Leoi erwiderte darauf, daß bei der Eigenart diese» Prozesse» die Fragestellung und dl« Behandlung der Antworten nicht so einfach sei als sonst vielleicht: es handle sich um den Vorwurf, daß Jörns als Untersuchungsführer gegen die Mörder Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs die Schuldigen b e g ü n st i g t habe, und dieser Nach. weis könne zum großen Teil nur so geführt weiden, daß die U n- Zweckmäßigkeit und Unzulänglichkeit damaliger Unter- suchungsmahnahmen nachgewiesen werde. In der fortgesetzten Zeugenvernehmung bekundet der Zeuge W e g m a n n: Während Kurtzig durchaus den Ernst zeigte, mit aller Energie die Untersuchung zu beschleu- »igen, war der Eindruck des Zeugen von dem später beaus- tragten Jörns wesentlich anders. Hugo H a a s e habe ihm erklärt, Kurtzig sei ein anständiger Mensch, Jörns aber ein Bier- und Weinphilister, von dem das Schlimmst« zu er- warten sei. Da Wegmanns Notizen bei einer Haussuchung im DollMgsrat.versch wunden sind, kann er nur auf Vorhall aus den Akten antworten. Rechtsanwalt Dr. Leoi fragt den Zeugen. ob nicht gewisse Hemmungen bei Herrn Zorn» bestanden hätten, überhaupt Mitglieder des Vollzugsrates bei der Vernehmung von Zeugen zuzulassen. Das bestätigt der Zeuge, auch daß Jörns all« Anordnuggen, Zeugen oder Beschuldigte zu ermitteln, immer an den Stab der G.-K.-Sch.-Division gegeben habe, der teilnahmeverdächtig war. Der zweit« Zeuge Rusch, gleichfalls Abgesandter des Vollzugs- rats, erklärt, auf seine Notizen gestützt, daß«ine ganze Reihe Zeugen genannt worden sind, an deren Vernehmung Jörns zunächst nicht heranwollte. Jörns hat auch bei den Vernehmungen die von den Delegierten des Voll.zugsrots gewünschten Fragen nicht so präzis gestellt, wie es verlangt wurde, und darum verzichtete später auch Rusch aus Fragestellung. Von diesem Zeugen wurde auch ein damals für die Untersuchung sehr wichtiger Zeuge Alter aufgetrieben. Auch diesen Zeugen wollte Jörns nicht vernehmen. er verlangte genaueste Erklärung, über was dieser Zeuge gehört werden sollte. Auch als diese gegeben wurde, dauerte es noch vier Tage, ehe der Zeuge vernommen wurde. Zorns habe grob sahrlässia gehandelt. die notwendige Schärfe und Gründlichkeit vermissen lasten und alles ander«, nur nicht die Wahrheit ermttteln wollen. Allen Betelligten bei der Vernehmung war sofort klar, daß Vogel gelogen hatte. Trotzdem wurde ihm von Jörns geglaubt. Am 27. Januar 1319 erschien bei dem Zeugen«in Dr. Wiener, der be- kündet«, daß ihm die drei Kellner gesagt hätten, sie könnten wichtig« Mitteilungen über die Mordsache machen. Auch dies« drei Zeugen sind nicht sofort vernommen worden. Pieck im Eden-Hotel. Es solat die zur Widme« des Abg. P i e ck. der— wohl einer durch die Presse gegangenen Meldung— ol» Beruf angibt„Politischer Leiter der KPD. Berlin-Bronden- bürg'. Der Zeug« berichtet, daß e r zusammen mit Rosa Luxemburg von der Wilmersdorser Einwohnerwehr in das Edenhotel �eingeliefert worden ist. Dort reicht« ein Hauptmann in der Borhalle Zigarren und Zigaretten herum, wobei er äußerte. Lieb- 'knecht und Luxemburg dürften das Hotel nicht lebend b erlassen. Rasa Luxemburg wurde höhnisch.Möschen" ge. 'nannt, aber auch als die„alte Hure" usw. beschimpft. Als Pieck dagegen protestierte, rief man: was will denn der Kerl, der ist wohl ihr Kavalier! Er wurde dann auf dem Korridor eines Stock- 'werks unter Bewachung zweier Soldaten mtt dem Gesichl gegen die Wand isoliert. Dort hörte er nach einer Weile wie Liebknecht und Rosa Luxemburg unter höhnischem Zubel der Hotelgäste abgeführt wurden. Nach einiger Zeit kam ein Stubenmädchen vorbei, es fiel einer Kollegin in die Arme und stöhnte, die E r i n n e- r u n g werde sie nie los werden, wie man die arm« Frau niedergeschlagen und herum geschleift habe. Später löste ein Wachtmeister in Lederjacke mtt einem Soldaten— wie BCTlrl»anssdi*ft fflr soz. BifflownsarDell, Berlin Sonntag, den 18. April, nachraiita�*»Vj Uhr, Im Theater am Nollendorfplalz, Wiederholung der Anfiahran« Die Nacht vor dem Bell Schauspiel von Alired Wolfcnsieln Preis der Karte M. ISO, Plätze werden verlost Eintrittskarten sind in unserem Bureau, Lindenstr. 3, und bei den Funktionären zu haben. sich später herausgestellt hat, war es Runge— die Wackstpo-sten ab, wobei er leii« aber eindringlich auf den Soldaten einredete und dann wegging. Der Soldat forderte Pieck nach einiger Zett auf, sich u m z u d r e h e n. Er tat das nichi. Dann hörte er, wie der Soldat das Gewehr hob. Darauf sprang Pieck aus den Soldaten zu und h!?lt ihm vor. daß er noch gar nicht vernommen sei, das müsse doch vor allem geschehen. Der Soldat geriet in Verlegenheit und befahl„Marsch!" Als Pieck an einem Zimmer mtt dem schon vorher bemerkten Schild„Hauptmann P a b st" vorüberkam, sprang er hinein und erhiett nach einigem Hin und Her zwei Leutnants zu seinem Schutz. Als er abtransportiert wer- den sollte, weigerte sich der Chauffeur„einen solchen Kerl" zu fahren, worauf Pieck in der„waldschänte" im Zoo interniert wurde. Ein Unteroffizier hat ihm dort gesagt, er könne 1101) sein, lebend aus dem Edenhotel herausgekommen zu sein. Schließlich wurde Pieck ins Polizeipräsidium gebracht, von wo er fliehen konnte. Diese Erlebnisse Piecks, die die Verteidigung als einen Be> «eis für das Bestehen eines Mordplans gegen die drei Kam- munistensührer ansieht, sind bald darauf in der linksrodikalen Preste erzähll worden und der Vorwurf aegen Jörns geht dahin, daß er weder durch die ihm» gemeldete Anwesenheit eines weiteren Kommunisten im Edenhotel an dem Morüobenb, noch durch diese Veröffentlichung zu einer energischeren Untersuchung gebracht war- den sei wie durch eine eingehende Darstellung der wieder erschienenen „Roten Fahne" am 12. Februar 1919, deren Akten gemäßheit und Richtigkeit die Gordekavallerie-Schützendivision in einer Gegenerklärung ausdrücklich zugegeben Hot. Oer Zeuge Liepmann. Inzwischen ist der damalige Leutnant Liepmann erschienen. wer an einer besonderen Krücke und erklärt, eine Ladung en zu haben und auf die Zettungsnachrichten von seiner Flucht freiwillig gekommen zu sein. Er ist jetzt im juri- stischen Vorbereitungsdienst, nachdem er das Rechtsstudium absolviert und u. a. ein Buch über das Recht zum Waffengebrauch der bewaffneten Macht geschrieben hat. Nach dem Krieg arbeitete er in der Demokratischen Parteizentrale für die National- Versammlungswahl. Als er sein Studium fortsetzen wollte, war die Universität geschlossen und er wurde dort, gleich vielen ande- ren, von Werbern für die Garde-Kavallerie-Schützen-Dioision ge- woimen. Sie seien damals alle krieg»müde gewesen, wollten Frieden haben und von Politik wußten sie nur, was ihnen gesagt wurde, daß nämlich zum Bürgerkrieg gehetzt werde. Er geht schi nicht erhall- Cr war Ordonnanzoffizier beim Hauptmann Pabst und hatte die Einwohnerwehr aufzubauen, die die verschiedenen Bürger- und Arbeiterwehren umschließen sollte Zwischen den studentischen Mit- gliedern der Division und den sich nun wieder zeigenden aktiven Osfizieren entstand eine gewisse Spannung, in seinem Fall spielten antisemitische Motive hinein. Er fühlte sich wiederholt zurückgesetzt, so auch, als er. von Pabst beaustragi. Lieb- knecht nach Moabit zu transportieren, im Auto außer dem Kapttän- leutnant von Pslugk-Hartung vier ihm unbekannte Männer in Mannschaftsunisorm vorfand, die Marineoffiziere waren, denen gegenüber er die Rolle des sechsten Rades am Wagen spielen mußte. Der Offizier, der Liebknecht und Rosa Luxemburg vernahm, habe später entlassen werden müssen, weil er körperliche Durchsuchungen etwas zu eingehend betrieb! Als sie im Auto saßen, wurde Liebknecht von hinten ein schwerer Kolbenhieb auf den Kopf versetzt. Liebknecht verhielt sich auf der Fahrt vollkommen passiv. Die Zellen, in denen sie später saßen, waren tagsüber offen, sie konnten miteinander reden und ihre Verteidigung besprechen. Di« Denkweise der Offiziere und Soldaten war durchaus militärisch. Widerspruch oder auch nur Zweifel an Worten der Vorgesetzten gab es nicht. Man glaubte im Felde zu fein, denn man führte Krieg: die Sanitäter wurden von beiden Parteien respektiert. Von einer Begünstigung durch Jörns, der gegen ihn die Todesstrafe beantragte, weiß er nichts, sonst hätten sie auch nicht gesucht. vor der Urteilsfällung ins Ausland zu fliehen, wozu er einen falschen Paß erhalten hat. Auf eine Frage Dr. Levis erklärt Liepmann, es sei wohl mög- lich, daß die aus Len Zellen hergehollen Marineoffizier« Liebknecht toten sollten. Als er nach Ablieferung der Leiche zu Hauptmann Pabst kam, war dieser, wahrscheinlich durch Pflugk-Hartung, schon informiert. Obwohl Jörns am 22. Februar verfügt hatte, daß Dioisions- angehörige nicht vor ihrer gerichtlichen Vernehmung entlasten werden sollen, hat Liepmann zu der VersePung Runges in «ine andere Truppe wesentlich beigetrogen und ist deshalb bestraft worden. Er hat dies auf Ersuchen anderer Offiziere getan. Leoi vermutet, daß diese Versetzung Runges vom Haupt- mann Pabst veranlaßt war. Außerdem weist Leoi darauf hin, daß Oberleutnant Vogel während des Mordprozesses an einem ver- handlungssreien Rachmittag sich da» holläaoische Visum besorgt hat. Vor seiner Vereidigung erklärt Dr. Liepmann, daß er, der damals von Politik und Klastenkampf nichts und ebenso wenig gewußt hat, wer Karl und wer Wilhelm Liebknecht war, die damals angewendeten Mittel und Methoden, in die er hinein- geschliddert sei, auf das s ch S r s st e verdamme. Sehr gründlich wird die wiederholt gewechselle Unter- bringung der damaligen Untersuchungsgefangenen erörtert, sowie der Umstand, daß sie in das Zellengefängnis Moabtt zurück- verlegt wurden, als dort Runge eingeliefert war. Jörns protestiert entschieden gegen die Annahme, dies sei geschehen, damit Runge für die Hauptverhandlung entsprechend präpariert werden könne. Nach dem Urtett im Mordprozeß hat Hauptmann Pabst, wie Jörns im Eifer miter�ählt, Vogel von der südlichen in die nördliche Arrestanstalt zurückbringen lassen(von wo er dann entführt worden ist). Die sorglich auf Reinli chk«it des Ge- fängnisses bedachten Unterbringungsmaßnahmen für diese des Mordes Beschuldigten findet R.-A. Leoi in auffallendem Gegen sog zu der sonstigen Behandlung so schwer Be- jchuldigter stehend. Das Gericht gibt schließlich einem Anttag der Verteidigung statt, den Generaldirektor Othmar Strauß, damals im Aus- wärttgen Amt. und den Gesandten a.D. von Berger zu vernehmen, die u.a. über die Beschaffung falscher Pässe für Bogel und Liepmann Auskunft geben sollen. Der Prozeß geht Montag früh weiter mtt der Bernehnnmg des heute Radolf heißenden Runge, dürft« aber erst am Mitt- woch beendigt werden._ (Gewerkschaftliches stehe 2. Beilage.) LeranNvortlich für PSIitik: 9t. Ca« Oeatt; Wirtschaft: 8. ftliagtläifc« Sewetlschafisbewrgung: I. Stria»: geuillrlon:». S. 9tschei: Lokale» nnö Sonstines: Xtift«atflöbt: UnaeiAen: Tb.»lacke: sämtlich in Berlin. Verlag: Lorwärts.Lrrlag S m b.©., B-rlin. Druck: Lorwärts-Buchdruckeret und»»laasanstult Bau! Sinatr u Co. Berlin S® SS. Siubrnftrakr IL Siezia 3»rilagr»..llnterballana sab Willen' anb.Blick in bie Bücherwelt'. 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Der Kleinen Alexander st ratze ist freilich schon vor langen Iahren mal schwer zu Leide gegangen worden: Als man die Aleranderkasern« baute, die im Mund« der Einwohner noch immer die„neue" heißt, obgleich sie so zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt ist. Jetzt ist sie Polizeiunterkunst geworden, und die Polizei versi"*t, ivas sie irgend an dem Steinhaufen ausbesiern kann: denn der Kasten ist.großzügig" nur aus militärische Bedürsnisi« zugeschnitten. So umfaßte die Randbebauung einen großen Exerzierhos, der für«in Bataillonsexerzieren hinreichte.(Einen Abbruch in der Sterlelsfrafie. Erersterplaß unmittelbar am vlexanderplaß, auf dem teuren Boden der City anzulegen, das kriegte man auch nur im wilhelminischen Berlin fertig! Man hat diesen Exerzierhos nun bereits teilweise bebaut. An der Front zur Münzstraße aber bricht man große Läden heraus, ein Zeichen dafür, daß gelund-wirtschaftliches Denken über bureoukratische Rücksichten aus.Zweck und Würde" siegt. Gegenüber der Kaserne schließt eine Mauer die Gebäude einer Likörfirma von der Straße ab. Auch diese Firma sitzt schon seit den Zeiten der„Kommunikation" hier, sie gehört sozusagen zur Tradition der Gegend. In den vom warmen Kesielwasser der Fa- brik durchspülten Rinnsteinen wusch sich früher das arme Volk Wäsche und Körper. Aber die jetzigen Gebäude sind neu. Gleich daneben jedoch fängt die Kleinstadt an: Man muß freilich aus die chöfe gehen um sie richtig zu entdecken. Da steht neben der Likör- fabnk ein dreistöckiges chäuschen, innen bemerkenswert gut gehalten. Auf dem chos die.Seitenflügel" sind zwei richtige, kleine Land- Häuschen, weinbewachsen, auch die mit einigen Reliess geschmückte Trennungsmauer ist von Wein umrankt. Man möchte wünschen, in diesem Idyll zu wohnen, wenn nicht ein rascher Blick gleich die Schattenseiten enthüllte. Drei schmale Türen führen zu den WC.- Anlagen, die für die Mieter des gon,zen chaufes reichen sollen— und im Vorderhaus wohnen drei Parteien aus jedem Flur! Was diese.sanitären Anlagen" in einem solchen strengen Winter wie dem diesmaligen bedeuten, läßt sich leicht ausmalen, besonders da wenige chäuser hier so gut gehalten sind: die Mehrzahl kam in den Inflationssahren an auswärtige Besitzer, und auch wenn die .Bank für Handel und Grundbesitz" die Verwaltung hat. kann es passieren, daß die über den Kwsettröhren geborstenen Wände noch heute nicht repariert sind.... Die Varielstraße. Einheitlicher als die Kleine Alexanderstroße wirkt die Bartel- st r a ß e. Da» ist die Straße der kleinen Fuhrhalter: fast Hai» bei Hau» sind hier aus dem Hof Pferdeställe, sehr begehrte Objekte in diesem neuen Berlin, das nur noch Garagen baut. Aber Auto« haben so auch den großen Vorzug vor dem„Haserinotor". daß ihr Futter die Rotten nicht anzieht. Hier, in diesen alten Häusern, ist da« Ungeziefer überhaupt nicht mehr auszurotten. Und darum sind die Mieten, wenn sie auch scheinbar nicht teurer als der sonstige Bertiner Durchschnitt sind, doch viel zu teuer. Denn die„Zwei- zimmerwohnung" hier kennt keinen Korridor, kein Rebengelaß, die Klosett» liegen günsttgenfalls aus dem Flur, die Zimmer sind schmal und klein und— verwanzt ist hier fast jede Wohnung. Trotzdem hier kein« Massenschlosstellen sind— fünf Schlafburschen in zwei Zimmern sind schon ein Ausnahmesall— trotzdem die Mieter Nein« Gewerbetreibende und Arbeiter sind und wenig Prostituierte hier wohnen. Der Kamps um die llngezieserreinheit der Wohnungen ist eine Sysiphusarbeit. die Rattenplage ist nicht auszurollen, und auch diese ollen Häuser müssen verschwinden, wenn die Gegend wirklich„bereinigt" werden soll. Schon darum, well sich die weniger wünschenswerten Elemente au» den niedergerissenen Häusern immer wieder in den Resten der alten Gegend festzusetzen versuchen und, wenn nicht anders, als„Schiofburschen" in dieses Restchen Kleinstadt eindringen. Die alten Anwohner aber, die zum Teil hier in den gleichen Gäßchen geboren, die drüben in die alte Schule gegangen sind, sie trennen sich schwer von diesen alten va- rocken, in denen ja oft ihre ganze Existen.z verwurzelt ist. Da ist zum Beispiet der„Sargdeckel, das niedere alle Landhaus au der Ecke der hirlenstraße. Der Besitzer sah mit der Umgestaltung der Gegend sich aus seinem kleinen Grundstück schon als„Millionen- bauer"(denn in dieser Gegend spuken noch immer die Geschichten von den aus ihren mageren Getreidefeldern gewachsenen Reich- tümern der Bötzows, Wollanks usw.). Kein Preis schien ihm für sein winziges Häuschen hoch genug: als er ein gutes Angebot der Stadt ablehnte und nun erfuhr, daß er im Enteignun-zsoersahren einige zehntausend Mark weniger bekommen würde, wurde der über fechzigjährige Mann, der doch vor kurzem erst zum drittenmal ge- heiratet hotte, tiefsinnig. Allen klagte er sein Leid, daß er so aus dem Haus, das schon sein Vater gehabt habe, heraus müsse. Und eines Tages stellte er den Besen, mit dem er gerade Schnee vom Bürgersteig gefegt hatte, in die Ecke, ging still ins Haus..., eine halbe Stunde später fand ihn seine Frau: er hotte sich erhängt. Und unter den anderen kleinen Leuten hier, denen beim Abriß des Hauses ja nickst mal eine Entschädigung für den gemieteten Stall, für die klein«, doch für ihr Gewerbe so günstig gelegene Wohnung � zusteht, bedeutet der drohende Abbruch eine Tragödie. Und nirgends so wie hier bedauert man. daß die Stadt Berlin nickst in der gleichen glücklichen Lage ist, wie ihre Schwester an der Donau, die den Armen selbst gesunde Wohnungen zu billigem Preis baut. Die Bresche. Auf dem gleichschenkligen Dreieck, besten Basis an der L I n i e n-. besten Spitze an der H i r t e n st r a ß e liegt, erhebt sich der massive Bau des Volksbühnenhaufes. Von hier aus wurde zu» erst Bresche in da» Scheunenviertel gelegt. Nun steigt an der Hirtenstraße schon der Bau des Großkinos hoch, auch an der Ecke Barielstra he liegt ein Druckereigebäude. 3n der hirlenstraße geht jetzt das große Ausräumen an. Schon fällt an der Ecke der Prenzlauer Straße unter den Hieben der Spitzhocke da« Eckhaus, das fett dem Ende des 18. Jahrhundert ein Wahrzeickzen der Gegend war. Freilich, es war im Laufe der Jahre erheblich herunter gekommen. 1793 wurde es zum erstenmal hypothekarisch belastet. Damals beherbergte es«ine der ältesten Berliner Weißbierbraue- reien. Riesige Gewölbe legen aus dem Abriß Zeugnis für die s»° lide Bauweise der damaligen Zeit ab. Immer blieb eine Braueret auf dem Grundstück. 1889 noch wurde ein neues Kesselhaus ge- baut, das uns freilich heute schon unglaublich altertümlich anmutet. War es, weil die Technik den kleinen Brauereien davonlief oder weil die„zugezogenen Berliner" den Reizen einer„kühlen Dlon- den" nicht mehr recht Geschmack abgewinnen können, vor dreißig Iahren ungefähr hörte hier auch der.Lungbierverkaus" auf. Und damr wurde das alte Haus, dem Wandel der Gegend angepaßt, zum .3)0* Sonnenbad vor der Tolksbühne.' (Berechtigit Uebersetzung von Erwin Magnus). Daylight reiste ohne Uhr, er fühlte die Zeit. Als es seiner Berechnung nach sechs Uhr sein mußte, begann er sich nach einem Lagerplatz umzusehen. Bei emer Biegung kreuzten die Reisenden den Fluß. Da sie nicht gleich eine passende Stelle fanden, fuhren sie eine Meile am anderen Ufer entlang, wurden aber unterwegs vom Eise aufgehalten und brauchten eine Stunde schwerer Arbeit, um durchzu- kommen. Schließlich fand Daylight. was er sucht«, einen abgestorbenen Baum am Ufer. Der Schlitten wurde hinauf- gefahren. Kama grunzte zufrieden, und sie begannen ihr Lager aufzuschlagen. Die Arbeitsteilung war ausgezeichnet. Jeder wußte, was er zu tun hatte. Mit der einen Axt zerhieb Daylight die tote Fichte. Mit der anderen Axt und einem Schnee- schuh legte Aama die Eisdecke des Duton frei und schlug Eis zum Kochen los. Das Feuer wurde mit einem Stück trockener Rinde angezündet, und Daylight machte sich ans Kochen. während der Indianer den Schlitten ablud und jedem Hund feine Portion an gedörrtem Fisch austeilte. Die Proviant- sacke warf er so hoch in die Bäume, daß die Hunde sie nicht erreichen konnten. Dann fällte er eine junge Tanne und hieb die Zweige ab. Dicht am Feuer trat er den Schnee fest und bedeckte ihn mit Zweigen. Auf diese legte er sein eigenes und Daylights Gepäck, das aus trockenen Strümpfen. Unter- zeug und Schlafsäcken bestand. Kama hatte zwei Schlafsäcke aus Kaninchenfell. Daylight nur einen. Sie arbeiteten ruhig, ohne die Zeit mit Sprechen zu vergeuden. Jeder tat das seine, ohne dem andern etwas von feiner eigenen Arbeit aufzubürden. Kama Iah, daß sie mehr Eis brauchten, und Holle es. während Daylight«inen Schnee- schuh, den die Hunde umgeworfen hatten, wieder aufrichtete. Während der Kaffee kochte und der Speck briet, und Kama den Teig zu den Pfannkuchen knetete, fand Daylight Zeit, emen großen Topf mit Lohnen aufzusetzen. Dann kam Kama zurück, setzte sich an den Rand der Tannenzweige und benutzte die Wartezeit, um die Hundeleinen nachzusehen. „Ich glaub', Skookum und Booga werden sich beißen," bemerkte Kama, als sie sich zum Essen niederließen. „Paß gut auf sie auf, war Daylights Antwort. Und das-war die einzige Unterhaltung während der ganzen Mahlzeit. Einmal sprang Kama mit einem leisen Fluch auf und schlug mit einem brennenden Holzscheit auf ein paar Hunde ein, die aneinandergeraten waren. Daylight tat während des Essens Eisstücke in den Blechtopf, wo sie zerschmolzen. Als die Mahlzeit beendet war, fachte Kama das Feuer an, hieb noch etwas Holz für den nächsten Morgen ab und kehrte dann zu den Tannenzweigen und seiner Be- schäftigung mit den Hundeleinen zurück. Daylight schnitt große Speckstücke ab und warf sie in den Topf mit den kochenden Bohnen. Ihre Mokassins waren trotz der starten Kälte feucht geworden: sobald sie ihre Arbeit beendet hatten, nahmen sie die Mokassins ab, hingen sie zum Trocknen an kurzen Stöcken vor das Feuer und wendeten sie von Zeit zu Zeit. Als die Bohnen gar gekocht waren, schüttete Daylight einen Teil davon in einen kleinen Sack, den er in den Schnee legte, währen der Rest der Bohnen zum Frühstück stehen- blieb. Es war neun Uhr vorbei, als sie endlich zu Bett gehen konnten. Der Kampf zwischen den Hunden hatte längst auf- gehört, und die müden Tiere waren im Schnee zusammen- gekrochen, wobei sie Pfoten und Schnauze zusammensteckten und sie mit der buschigen Wolfsrute bedeckten Kama breitete feisten Schlafsack aus und steckte sich eine Pfeife an. Daylight drehte sich eine Zigarette aus braunem Papier, und die zweite Unterhaltung des Abends begann. „Ich denke, wir haben fast sechzig Meilen gemacht," sagte Daylight. „Hm. glaub' ich auch," sagte Kama. Wie sie gingen und standen, nur mit einer wollenen Mackinawjacke anstatt der„Parka", die sie den ganzen Tag getragen hatten, wickelten sie sich in ihre Schlafsäcke. Und fast im selben Augenblick schliefen sie auch schon fest. Die Sterne funkelten in der frostklaren Nacht, und über ihnen fuhren die farbenprächtigen Streifen des Nordlichts wie große Scheinwerfer über den Himmel.— Es war noch dunkel, als Daylight erwachte und Kama rief. Obwohl das Nordlicht noch flammte, war doch ein neuer Tag angebrochen. Ihr Frühstück bestand aus Pfann- kuchen, aufgewärmten Bohnen, gebratenem Speck und Kaffee. Die Hunde erhielten nichts, obwohl sie mit sehnsüchtiger Miene in einiger Entfernung im Schnee lagen und mit um die Schnauzen gelegten Ruten zusahen. Hin und wieder hoben sie unruhig eine Borderpfote, als ob ihnen in der Kälte die Füße schmerzten. Es war bitterkalt, wenigstens fünf- undsechzig Grad unter Null, und als Kama die Hunde mit bloßen Händen vor den Schlitten spannte, mußte er sich mehrmals die gefühllos gewordenen Fingerspitzen am Feuer wärmen. Gemeinsam beluden die beiden Männer den Schlitten, Sie wärmten sich zum letztenmal die Hände, zogen die Handschuhe an und trieben das Gespann zum Fluß hin- unter. Nach Daylights Berechnung war es jetzt ungefähr sieben Uhr, aber die Sterne funkelten noch ebenso hell wie früher, und das Nordlicht pulste still über ihren Häuptern. Zwei Stunden später wurde es plötzlich dunkel— so dunkel, daß.sie den Weg nur noch fühlen tonnten, und Daylight wußte nun, daß seine Zeitberechnung richtig ge- wesen war. Es war jene Dunkelheit vor Tagesanbruch, die nirgends auffälliger ist, als auf winterlichen Schlittenreisen in Alaska. Langsam stahl sich das graue Licht durch die Finsternis, im Anfang noch unmerklich, so daß sie fast mit Ueberraschung den unsicheren Schimmer der Spur unter ihren Füßen bemerkten. Das nächste, was sie zu sehen be- kamen, war der letzte Hund, dann die ganze Reihe laufender Tiere, und zuletzt erschienen die schneebedeckten Hänge zu beiden Seiten. Einen Augenblick tauchte das Ufer selbst auf, verschwand wieder, tauchte wieder auf und blieb nun. Wenige Minuten später erschien das andere Ufer eine Melle entfernt, und nun konnte man weithin den zugefrorenen Fluß und zur Linken ganz in der Ferne eine langgestreckte Kette sich scharf abzeichnender schneebedeckter Berge sehen. Und das war alles. Die Sonne zeigte sich nicht, und das Licht blieb grau. Einmal während des Tages kreuzte plötzlich ein Luchs gerade vor der Nase des Leithundes den Weg und verschwand in den weißen Wäldern. Der Raubtierinstinkt der Hunde erwachte. Sie erhoben den Iagdruf des Rudels, warfen sich ins Geschirr und wandten sich seitwärts zur Verfolgung. Daylight brüllte:„Hoa!", riß die Lenkstange herum, und es glückte ihm. den Schlitten in den weichen Schnee zu lenken, wo er umschlug. Die Hunde ließen von der Verfolgung ab, der Schlitten wurde aufgerichtet, und fünf Minuten später flogen sie wieder auf dem festen Wege dahin. Der Luchs war das einzige lebende Wesen, das sie seit zwei Tagen ge- sehen hatten, und wie er auf sametweichen Pfoten leicht vor- übersprang, wirkte er fast wie eine Erscheinung., �__......... u-,......... Kortsetzung folgt.) J „SfuitbcnfjoteT, während sich in den FobrikrSmnen eine Darm- jchleimerei etablierte. Es war manchinal schwer zu eMscheiden, welcher Betrieb mehr MM Himmel stank... Entblösil in all ihrer nackten häklichkeil stehen auch die Häuser der Linienstraste, denn von der Weydinqerstraße bs� zur Draqaner- straße ist ja die Bebauung der einen Seite niedergelegt, hier ist die Geschäftsstraße der kleinen Leute, die alles, alles nur aus zweiter Hand kaufen können. Verrostete Fahrräder werben als „fast neu" angepriesen, in einer Möbelhandlung stehen die unglaub- lichsten„Luxusgegenstände", als da sind rohrgeflochlene, vergoldete Blumentische aus dem vorigen Jahrhundert und muschelauisäßige Möbelkarikaturen herum, und die„hocheleganten Monatsgarde- roben"(aus dem Lumpenkeller vielleicht...) sind an den Keller- und Ladentüren vorsichtshalber mit einer Kette angeschlossen. Alles kann man hier antiquarisch kausen, und man wundert sich wahr- haftig, daß in dem alten Tabakladen(auch das ist einer von den „Ureinwohnern") immer noch ganze Zigaretten und nicht„Kippen" verkauft werden! Die Linienstraße ist richtig eine„seriöse" Straße, wenn auch anscheinend von jedem ihrer Einwohner ohne weiteres die Bereitwilligkeit vorausgesetzt wird, einen„zpfällig übriggebliebenen" Sack Kartofseln zu kaufen, denn der Kutscher geht einfach von einem Laden zum andern.... * Frei auf ebener Fläche steht die Volksbühne: endlich hat man sich entschlossen, die Bretterzäune von den angrenzenden Grund- stücken zu entfernen und die geebneten Flächen den Kindern hier als Spielplatz zu überlassen, während sie bis dahin Unrat- refervoire waren. Nun spielen diese Kindes die all« aussehen, als habe sie eigentlich Zille erfunden, hier Fußball und„Zeck" und haben vielleicht zum erstenmal in ihrem �Leben dazu Platz an Sonne und Luft. Auf diesen beiden Grundstücken sollen einmal städtische Gebäude errichtet werden. Es ist ja wahr: Der Grund und Boden hier ist sündhaft teuer. Wenn er aber unter Wilhelm für einen Exerzierplatz nicht zu teuer war, dann dürste er im roten Berlin eigentlich für Spielplätze nicht zu teuer sein... Auf den Bänken des Bülowplatzcs ist in den Vormittagsstunden jeder Platz besetzt: die Stein st ufen der Volksbühne gleichen einem Freilustlager. Man liest, man klatscht, man schläft auf diesen Stufen, die so wundervoll warm von der Vormittags- sonne angestrahlt werden. Und alles geht trotz der pittoresken Er- scheinung mancher dieser„Sonnenbrüder" recht ruhig und gesittet zu. Man ist ja so froh über das bißchen Sonne und Wärme: so sonnenhungrig sind diese Menschenpflanzcn, die im Schatten des Scheunenviertels groß wurden. R. E. Ein neues Rathaus. Der 10. Berliner Bezirk(Zehlendorf— Dahlem— Wannsee), dessen Verwaltung bisher zum großen Teil in behelfsmäßigen Räumen untergebracht war— Verhältnisse, unter denen gleicherweise Beamte und Publikum zu leiden hatten—, ist nun endlich in den Besitz eines eigenen Verwaltungsgebäudes gekommen. Am Sonnabend wurde es durch einen schlichten, aber eindrucksvollen Festakt geweiht und durch Oberbürgermeister B ö ß für die Stadt Berlin übernommen. Der Oberbürgermeister wünschte, daß das Haus der friedlichen Ver- ständigung zwischen Führern und Bürgern dienen möge. Er stellte die erfreuliche Tatsach« fest, daß in den westlichen Vororten der alte Ruf: Los von Verlin! verstummt ist, weil man sich jetzt zu Berlin bekenne. Bszirksbürgermeister Dr. Schumacher gab als Einleitung einen Ueberblick über die Geschichte des neuen Baues, der in seinen „Uranfängen" bis ins Jahr 1V2Z zurückgeht und dessen Ausführung reich an Verzögerungen und Hemmungen war. Der Bürgermeister gab dem Wunsch Ausdruck, daß die Arbeiten in dem neuerr Bau der Bevölkerung des 10. Bezirks und der gemeinsamen Vaterstadt Berlin dienen mögen. Nach ihm sprach der Bezirtsverordneten- Vorsteher Iustizrat Dr. M« i d i n g e r. Er wünscht«, daß in dem neuen Hause nicht Der Geist des Kommandierens und Regierens herrschen möge, sondern der Geist des Freihcrrn von Stein, der Geist der Selb st Verwaltung. Die Männer und Frauen. die in dem neuen Haus arbeiten, sollen sich als Diener der Gesamt- heit fühlen. Jeder möge seinen Ehrgeiz darin sehen, der erste und nicht der letzte Diener zu sein. Kammersänger S ch l u s n u s sang zum Schluß Wolframs Lied aus„Thannhäuser" und eririete stür- mischen Beifall. Dann schloß sich ein Rundgang durch das Haus an. Seine Hauptfront liegt an einer Seitenstraße, der Kirchstrahe. Das Eintönige dieser langen zweistöckigen Front, bedingt durch die vielen Bureaus, wird etwas gemildert durch ein vorgeschobenes Portal, den eigentlichen Eingang, der zunächst in eine weiträumige Vorholle führt. Zwei Treppenaufgänge geleiten zum ersten Stock- werk, dessen Vorflur wie ein riesiger Balkon frei und kühn in den Raum hinein raat. Die Schmalseite des Baues mußte leider der Hauptstraße zugekehrt werden, da kein anderer Raum zur Verfügung stand. Man legte deshalb den großen Festsaal hierher. Schmale hohe Fenster wirken von außen bedeutsam wie Ausrufungs- zeichen. Der Jnnenraum ist geschmackvoll in Rot und Gold gehalten, aber ein wenig zu hoch geraten. Man hat versucht, die Höhe durch viele an den Wänden laufende dekorative Horizontalbänder zu mildem. Wunderbare bunte Fenster, von Cäsar Klein«nt- worsen, verbreiten mildes Licht. Die Beleuchtungskörper sind sehr originell in Messing und Opalglas. Der Gesamteindruck ist durch- aus erfreulich und bei künstlichem Licht warm und festlich. Der- hängnisvoll wirkt sich dieselbe bedeutende Höhe in dem viel kleineren Bezirksverordnetensaal aus, der wie ein Schacht wirkt. Hier ist mil- demd die vorgeschoben« Zuhärerestrade. Der Bezirksvorstandsaal ist sehr intim mit grünen gepolsterten Ledermöbeln ausgestattet. An den Wänden vier gestiftete Oelbilder: Freiherr von Stein, Reichs- Präsident v. Hindenburg, Bismarck(!) und Friedrich II(??). Wo aber Ist das Bild des ersten Reichspräsidenten Friedrich Cbert? Etwas ernüchternd wirkt es auch, daß der Eingang zum Festsaal durch«in unscheinbares Seitenportal erfolgt, dem dann allerdings das Foyer mit Ausgang und Vorräumen folgt, die überraschend ge- Das Bad der blauen Quellen. Eine neue Stätte für Volksgesundheitspflege. wird feine Rheinfahrt von Wiesbaden eingemeindet Wer nach Wiesbaden kommt, Biebrich aus antreten, das jetzt auch in ist. Unterwegs wird ein Städtchen passiert: Eltville. Wenige steigen hier zu, noch weniger aus. Wenn man aber aussteigt, dann ist man bereits mitten im schönsten Weingebiet. Ein osthmatisches Bähnle fährt bergan und man kommt nach R a u e n t h a l, einem richtigen Wcinbaüernest, wo man in biederen Kneipen für zwei Mark einen Wein bekommt, den man in Berlin mit fünf bis sechs Mark bezahlen müßte. Da erlebt man es auch, daß Sonntags der Arbeiter mit seiner Frau sich seine Flasche Wein bestellt und sie bedächtig und mit Genuß trinkt.„Gekübelt" wird dort nichch und Schnaps ist als höchst minderwertiges Gesöff mit Recht verpönt Das Bähnchen hustet weiter aufwärts und endet mit hörbarem Japsen in einem Ort, der Schlangenbad heißt. Äon dem Haupttal zweigt hier ein Seitental ab und an diesem wunderbaren dreigeteilten Tal liegt der Kur- und Badeort, der vor dem Krieg«in wohlbehlltetes Juwel der Sldelsaristokratie war und nun den neuen Verhältnissen, wie so viele andere Kurort«, Rechnung tragen muß und will Denn der Teil der Gäste, der früher aus Rußland kam, ist weggeblieben. Auch das Rheinland ist nicht mehr so zahlreich wie früher. Und dabei hat dieses entzückend gelegene Bad Vorteile, von denen man wünscht, daß sie recht vielen Angehörigen unseres Volkes zugute kommen mögen. Von jeher war Schlangenbad als Frauenbad bekannt. Unterleibs-, Herz- und Nervenleiden und Altersbeschwerden finden hier gleicherweise Linderung und Heilung. Die Zahl der zur Kur anwesenden älteren Frauen ist ungewöhnlich groß. Zahlreich aber find auch die Kriegsbeschädigten, denn die wunder- baren warmen(nicht heißen) Quellen wirken ganz erstaunlich auf Narben und Narbenbildung. Auch Hautkrankheiten, mit Ausnahme von Syphilis und Tuberkulose, werden behandelt. Das Bad verfügt über neun Quellen, sogenannte Akrothermen oder Wildbäder, die in natürlicher Warm« aus der Erde kommen und eine ganz seltene himmelblaue Färbung ausweisen, die wissen- schaftlich�chemisch bisher nicht erklärt werden konnte, zweifellos aber die Ursache ist, weshalb das Wasier sich mild und weich wie Samt anfühlt und tatsächlich die auf die Dauer samtweich macht. In früheren Jahrhunderten ließen sich die Fürsten tausend« von Krüge» mit Schlangenbader Wasser zu Bade- bzw. Wasch- bzw. Kochzwecken zusenden. Di« Badeoerwaltung— die Quellen gehören dem preußischen Staat— hat jetzt ein großes Luftbad mit einem großen Freiluftschwimmbassin angelegt, in das warm« Quellen geleitet werden. Nervös« Menschen, dcnen kalte Bäder untersagt sind, haben hier die Möglichkeit, sich ein« geradezu ideale Vereinigung wichtigster Heilmittel(natürliche warme Quellen, Schwimmen, Luft- und Sonnenbäder) zunutze zu machen. Die Wiesbadener wissen das zu schätzen und kommen Sonntags mitz den großen städtischen Autobussen in hellen Haufen helübcr. Der preu- ßische Staat ist serner im Besitz von drei Kurhäusern. Das neueste und modernste ist im Hotelbetrieb verpachtet und ge- währt allen erdenklichen Komfort, kommt aber für schmale Geld- beu'el leider gar nicht in Frage. Die beiden älteren Kur- und Bade- Häuser werden voraussichtlich an Angestelltenorczanijationen ver- pachtet werden. In der Hochsaison muß man mit Pensionspreisen von 6 bis 8 M. rechnen, in der Vor- und Nachsaison findet man Pension schon von sü«f Mark an. Es wäre febr zu wünschen, wenn die Krankenkassen ihr Augenmerk auf dieses Bad lenken. Der alte hochmütig feudale Zuschnitt des Bac.es ist ganz oerichwunden. In dem neuen staatlichen Kurdirektor Freiherr v. Muillart hat man einen Mann von zeitgemäßem Denken gefunden, der sich keineswegs den Anforderungen der Zeit verschließt. Im Lesesaal findet man z. B, jetzt auch sozialistisch« Presse, darunter den Vorwärts. Unbeschreiblich schön ist die Umgebung des Bades, Die mähig hohen Taunusberge laden zu Spaziergängen ein. In einer halben Stunde ist man aus einer Höhe, von der man den ganzen Rheingau mit Mainz und Wiesbaden überschaut. In einer anderen halben Stunde ist man mit dem Autobus in der intcrnatio- nalen Bäderstadt Wiesbaden. Eine kombinierte Aulobus- und Dampjersahrt sührt uns durch den Rl�eingau, den Rhein entlang uno das einzigartig« W.(pertal aufwärts über Langenschwalbach zurück nach Schlangenbad. Einen Mangel hat das Bad leider noch. Un- zulängliche Aerkehrsverbindungen. Das Bähnchen über Eliville'st immer noch wie vor 30 Iahren die beste abe- langweiligst« Verbindung. Die Stadt Wiesbaden aber weigert sich, ihre städtischen Autobusse regelmäßig zum und vom Wieslmdener Hauptbahnhof von und nach Schlangenbad verkehren zu lasten. Warum kümmert sich der preußische Staat in dieser Hinsicht so wenig um eines seiner schönsten Bäder? Der Tourist, aber auch der Heilung suchende Krank« sollte sich nicht abhalten lassen, trotzdem das Vad auf- zusuchen.«— an. langen sind. Im Halbgeschoß ein sehr gemütlicher Ratskeller mit einer bemerkenswerten, vom Zehlendorfer Kunstmaler Karl Götze geschaffenen Kcchelung. Eigenartig ist auch, daß keiner der drei preisgekrönten Entwürfe zur Ausführung gelangt ist, sondern ein Entwurf des Zehlendorfer Architekten Profelsvr Siedler unter Leitung des Oberbaurates Schwiertz. Die Gesamtkosten betragen 2 Millionen Mark, und man hat durchaus den Eindruck, daß sachlich gearbeitet und sparsam gewirtschaftet worden ist. Er grub sein totes Kind aus. Die Tat eines untröstlichen voters. wie geistesabwesend, mit irrem, suchendem VNck. steht der 24>ährige krasiwagenffihrer Kurt R. aus der Spreestraße in Charlottenburg vor den Beamten des Polizeireviers. Cr weiß ulchl, was er gemocht Hai. Bor iX Iahren etwa hat sich der junge Mensch oerheiratet. Der Ehe entsproß ein Kind an dem Vater unld Mutter mit gleicher Liebe hingen, aber das fileine wurde kaum drei Monate alt. Vor fünf Tagen starb es an einer Säuglingskrankheit. Gestern nach- niittag wurde es auf dem Liiisenstädtischen Friedhof am Fürsten- brunner Weg beerdigt. Nach der Trauerseier fuhren die jungen Eheleute mit einigen Verwandten nach der Wohnung in Charlotten- bürg zurück. Plötzlich stand R. auf, brummte etwas von„gleich wiederkommen" vor sich hin und ging. Eine Stunde später kniete«in Mann an einem frischen Grabe und wühlte die Erde auf. Er schlug den Sorgdeckel ein, hob da» tote Kind heraus und wickelte es in seinem Mantel. E» konnte nicht tot sein! Zufällig kam der Friedhofsinspektor vorbei. Er alarmierte sofort das Ueberfallkommondo. Als die Beamten kamen, lief R. in größter Hast die Straße entlang. Man holte ihn ein und nahm ihm das tote Kind ab. Da brach er völlig zusammen. Ein völlig Verwirrter stand vor den Beamten des Polizeirevier». Man brachte ihn zu seiner Frau zurück und läßt ihn ärztlich beobachten. Friedhofsbeamte betteten die Leiche des Kindes nochmals zur letzten Ruhe..._ #• Oer verschwundene Gchriststeller. Man sucht ihn vergeblich. Seii dem S. Oktober o. Z. Ist au» der hellanstall Wittenau der 72 Zahre olle Schrisisteller Emil Pesch- k a u spurlos verschwunden. Alle Rochsorschungen nach seinem verbleib sind ergebnislos geblieben. Mehrmalige Veröffentlichungen der Kriminalpolizei erbrachten kein« Spur über Peschkaus Aufenthalt. Man vermutet» ihn in Leipzig, wo er im Jahre 1900 Ehesredakteur der Zeitschrift „Reclams Universum" war. Zlber weder an seiner alten Arbeits- statt« noch bei früheren Bekannten in der Stadt hat er sich sehen lasten. Von seilen der Angehörigen wird die Bermmung ausge- sprochen, daß der alte Herr seinem Leben selbst ein Ende gemacht habe. Andererseits ist es möglich, daß er Aufnahme in eineni Altersheim, einer Heil- und Pflegeanstalt gefunden hat und Namen und früheren Wohnort nicht angeben kann oder will. Die Nachforschungen nach dem jetzt Verschwundenen werden natürlich fortgesetzt. Emil Peschkau, ein geborener Wiener, der einen großen Teil seines Lebens in Berlin zugebracht hat, wo er eine Zeitlang auch als Theatertritiker tätig war, zählte zu den fruchtbarsten beut» schen Literaten. Die Zahl der von ihm verfaßten Humoresken, Romane, Novellen, Lustspiele ist sehr groß. Zu einem Erfolg, der seincn Namen dem weiteren Publikum bekannt gemacht hätte, hat er es aber nicht gebracht. Oie Wasserversorgung in Köpenick. (g>n MtttaqSblatt, bos übertreibt. Die augenblickliche wasjertalamitäi in einzelnen Slraßeazügea Nord-Köpenick», sowie in Mahls- d o r j- S ü d und L i e» d o r s— als Folge der strengen Frostperlode— hat einem Berliner Miitagsblatl zu einer übertriebenen Darstellung veranlassung gegeben. Wie in vielen Außenbezirken Berlins, so hat auch der starke Frost, der tief in den Boden eingedrungen war, im Röhrenneg der städtischen Wasserwerke in den östlichen Voronen erheblichen Schaden angerichtet. Seit Wochen sind nun die Wasserwerke bemüht, die schadhaft gewordenen oder geborstenen Rohre mit allen zur Verfügung stehenden Arbeitskräften auszuwechseln. Diese Ar- beiten werden, wie uns von den Werken mitgeteilt wird, schon in den nächsten Tagen beendet sein. Es ist dabei s e l b st v e r- ständlich, daß die Erneuerungsarbeiten nur auegeführt werden können, wenn die Druckrohre außer Betrieb geletzt sind Ebenso selb st ver ständlich und erklärlich ist es dann aber auch, daß die Anwohner für einige Zeit ohne Wasser sind. Da augenblicklich etwa acht Kolonnen in verschiedenen Straßenzügen arbeilen, ist es unausbleiblich, daß zu gleicher Zeit mehrere Absperrungen vor- genommen werden müssen. Damit die Anwohner nicht ohne das wichtige Wasser sind, haben die Wasserwerke anerkennens- werterweise sür einen Ausweg gesorgt. Durch die in„Repa- ratur" befindlichen Straßen fährt mehrmals ein Wassert cknk- w a g e n, der die Bewohner, mit frischem Trinkwassel vexsorgt. Wie gesagt, handelt«s sich hierb«! um«me Hilfsmaßnahme, die voraussichtlich schon vom Mittwoch nächster Woche ab nicht mehr nötig sein wird. D«nn am Montag werden die Arbeiterkolonnen um sechs«rhöht, s» daß an 14 Stellen zur selben Zeit die Aus- wechslungen der schadhasten Rohre vorgenommen werden können. Man rechnet damit, daß vom Mittwoch oder Donnnerstag ab das gesamte Leitungsnetz wieder unter vollen Druck ge- nommen werden kann. Es darf gesagt werden, daß es nicht Auf- gab« der Presse ist, die Bevölkerung ohne Grund zu beunruhigen Belt/kdern�krtrauensarUh Verhauen der Kundschaft und die Weitet empfehlung haben mein Geschäft zu dem gemacht, was es heute ist: zum größten Spexlal- Öaus Deutscölanüls für Beiifeüern, netten und Scßlaf. xitnmerbedarf. Altbewährte Qualitäten, die schon Ihre Eltern und Großeltern befriedigt haben, werden auch Sie zufiiedenstellen. Graue Federn AZ f-f. Weiße Halbdaunen 5,60 Weiße Federn,»,,» 2.20 Schleißfedern Halbdaunen 4.20 Daunen... 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März 1928 dasZüchtigungsrechl der Lehrer stark eingeschränkt hat und obwohl ein nicht unbeträchtlicher Teil der Lehrerschaft freiwillig auf die Anwendung der körperlichen Züchtigung verzichtet, ist sie doch noch nicht völlig aus unseren Schulen verschwunden. Die Stadtverord- netenversammtung beschliestl daher: Der Magistrat wird ersucht, bei der preuhischen Slaalsregicrung dahin vorstellig zu werden, dast die körperliche Züchtigung in allen Schulen verboten wird. Von der Schuloerwallung erwartet die Stadtverordnelenversamm- lung. dast sie In ihrem Lestreben forlsährt, die Klassenbe- sehung allmählich auf dreistig herabzudrücken und schwer erziehbare Kinder in besonderen Klassen zusammenzufassen. Die Stadlverordnelenversammlung hält es für notwendig, dast die Schulverwallung die Eltern durch Flugschriften und in anderer geeigneter Weise auf die Gefahren der körperlichen Züchtigung aufmerksam macht und ihnen empfiehlt, auch ihrerseits auf deren Anwendung zu verzichte n." Für Aenderung des Finanzausgleichs. Die preußischen Städte an den Landtag. Die Interessengemeinschaft preußischer Städte zur Aeudmrng der relativer. Garantie, die am 16. April zur Herbeiführung einer Aenderung des preußischen Finanzausgleichs ge- bildet worden ist, hat bereits am Sonnabend durch ihren Arbeits- ausschuß dem. Preußischen Landtag eine umfangreiche Denkschrift überreicht. Sie bittet, der Landtag möge mit Wir- kung vom 1. Aprü 1929 ab den Einheitssatz der relativen Garantie von 22 auf 2S Pf. festsetzen und dementsprechend den Entwurf des Gesetzes zur Aenderung des preußischen Ausfllhrungsgesetzes zum Finanzausgleichsgesetz abändern. Die Denkschrift enthält reiches Material über die S ch ä d i- g u n g e n, die einer großen Anzahl preußischer Städte durch die Willkürlichkeiten der sogenannten relativen Garantie er- wachsen sind. Für die völlige Systemlosigteit der heuti- gen Derteilungswethode spricht die Tatsache, daß z. B. Bieleseld und Frankfurt a. M. nach dem örtlichen Auskommen beide 40,47 M. pro Kops aus der Einkommensteuer erhalten müßten, daß aber insolge der relativen Garantie Bielefeld 9,79 M.— 24,19 Prozent. dagegen Frankfurt a. M. nur 1,04 M.— 2,57 Proz. des Kopsbetrages abgeben muß. Im Landkreis Solingen ersährt Düren eine erhebliche Erhöhung seines Anteils, während die etwa gleich großen Städte Neuß und Wersen sich wesentliche Kürzungen gefallen lassen müssen. Di« Interessengemeinschaft ber geschädigten Städte hält selbst ein« gänzlich« Beseitigung der relativen Garantie erst im Rahmen eines neuen Finanzausgleichs für mög> kich Für das Jahr 1929 will sie deshalb keine grundlegende Aende- vommunalpoMkklie Voilragsrcttic Dienstag:, den 23. April, abends 8 Uhr pünktlich im Rathaus, Sitzunessaal der SPD.- Fraktion(Zimmer 109) III. Stock, Eingang JQdenstraBe, Vortrag des Genossen Dr. Ing. Majercxlkt SlKdlis che Werke Jeder Vortrag ist in sich abgeschlossen.— Eintritt frei Parteimlteliedsbuch legitimiert Kursus lOr Laienrichter, schonen und Geschworene Mittwoch, den 24. April, abends 7'!, Uhr, Ulndenstr. 8 II. Hof, 2, im Vortragssaal des P.V. Vortrag d s Genossen Dr. Kurt Rosenfeld: StrafproseBrecht arbeliemildnagtsthiiie. rung vorgenommen wiffen. Sie hält aber den Einwand, daß eine Aenderung des zurzeit bestehenden Zustandes wegen der bereits er- folgten Verabschiedung der Gemeindehaushalte nicht möglich sei, für nichl stichhaltig. Der größte Teil der Gemeinden sei mit ihren Etats- beratunge» noch nicht fertig. Unter Zurückstellung aller weitergehenden Wünsche beantragt die Interessengemeinschaft mit der Erhöhung des Einheitssatzes von 22 auf 25 Pf. lediglich eine Linderung der jetzigen hör- t e n. Dieser Antrag Hab« sagt die Denkschrist, den Vorzug großer Einfachheit und Klarheit. Er sei dem Landtag auch nicht neu. da die Regierung ielbst im Frühjahr 1927 die Festsetzung des Einheits- satzes auf 25 Pf. beantragt hatte. Di« Erhöhung des Einheitssatzes auf diesen Betrag bedeute keine Erhöhung des Gemeindeanteils zu Lasten des Staates, sondern nur eine Aenderung der Verteilung des Gemeindeanteils unter den Gemeinden. Ein Festtag für die weltliche Tchule. Auch der Bezirk Berlin-Mitte hat jetzt eine w e l t> l i ch e Schule. Erst nach langen und schweren Kämpsen, wie wohl überall, kam es zu ihrer Gründung. Auf dem allen Schul- grundftück Köpenicker Straße 125 ist sie mit Beginn des Sommerhalbjahres eröffnet worden. Nach all den Schwierig- leiten hotten(Elternschaft und Lehrerkollegium einen Festtag ver- dient. Leuchtende Kindcraugen, aber auch strahlende Gesichter der Eltern, sah man am Morgen auf dem Schulhof. Der Schulhof und das Schulhaus waren gc chmückt mit Grün und mit Flaggen der Deutschen Republik. Schl cht« Worte des Schulleiters, von Herzen kommend und zu Herzen geizend, begrüßten die neue Gemeinschaft. Dann ging's unter Musikbegleitung mit dem Liede„Mit uns zieht die neue Zeit" hinein ins Haus zur Arbeitsstättt. Um 10 Uhr kamen die ABC-Schützen. Auch sie wurden mit Musik und Be- grüßung durch ältere Schüler und Schülerinnen«mpsanoen. Im Laufe des Vormittags erschien die Schulrätin Genossin Feuerstak zur Bcglückwllnschung der neuen Schule. Am Abend vereinigten sich Elternschaft und Lehrerkollegium zu einer sehr eindrucksvollen Feier. In Worten des Dankes hob der Schulleiter noch einmal die Ziele der neuen Schule hervor. Indem wir sreundsckast- liche Beziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden, zwischen Lehrerschaft und Elternschast pflegen, wollen wir die Jugend mit praktischem Wissen ausstatten, damit später jeder, ob mit schwieliger Faust oder mit dem Hirn, seinen Mann stehe als nützliches Glied der Stadtgcmeind«, unseres Volkes, der Menschheit. Lassen wir uns durch den Erfolg zu neuer Werbearbeit anspornen. damit auch der nördliche Teil von Berlin-Mitte möglichst bald eine weltliche Schule erhält. ,/Vremen" vor der Vollendung. Eine Besichiigung des Ztechbaves. Das größte im Vau befindsiche Schiff der deutßhen handelsflolle, der auf der Werft der Deutschen Schiffs- und Maschinenbau-A-G. Weser in Bremen liegende vier- schroubendampfer„Bremen'' des Norddeutschen Lloyd, ist seht im wesentlichen im Rohbau fertiggestellt. Zu wenigen Monaten, am 16. Juli bereits, erfolgt die erste Fahrt nach Amerika. Auf Einladung des Norddeutschen Lloyd hatten gestern die deutschen und ausländischen Pressevertreter Gelegenheit, dieses Wunder der Schiffsbautechnik zu besichtigen. Fast stundenlang wurde man durch sämtliche Decks, Kesselräum«, Kabinen und Kücheneinrichtungen geführt, so daß man vollständig vergaß, auf einem Schiff zu sein, sondern glauben konnte, daß man sich in einem ganz modernen Hotel auf fester Erde befand. Die Besichtigung, die kaleidoskopartig alle diese Eindrücke vor- überwirbeln ließ, zeigte, daß die„Bremen" nicht nur das schnellste, sondern auch das schönste Schiff der deutschen Handelsflotte ist. provinzialfchulkollegium gegen gemeinsame Erziehung. Die Eltern- und Lehrerschaft der weltlichen Schulen Berlins steht grundsätzlich auf dem Boden der gemeinsamen Er- Ziehung der Geschlechter. Die Koedukation ist daher in vielen weltlickzen Schulen durchgeführt und hat sich dort seit Jahren sehr gut bewährt. Seit längerer Zeit schon waren Bestrebungen im Gange, diesen Zustand aufzuheben. Die Berliner Schuldeputation hat es abgelehnt, einer Aushebung der Koedukation in den weltlichen schulen zuzustimmen. Nun sind in diesen Tagen an der 59. und 181. weltlichen Schule, Diestelmeyerstraße, auf Anordnung des Provinzialschulkollegiunis gegen den Willen der Elternschaft und Lehrerschaft die 3. Klassen, dis bisher von Knaben und Mädchen gemeinsam besucht wurden, a u f g e l ö st worden, w,s stärkst« Be- unruhigung in der Elternschaft aller weltlichen Schicken Berlins her- vorgerufen hat. Das ProvmzialfchulkoUegium sollt« derartige Mast- nahmen unterlassen und Freiheit gewähren, wenn Eltern- und Lehrerschaft ihren nachdrücklichen Willen zur gemeinsamen Erziehung der Geschlechter bekunden. Zum Lrand im Warenhaus Sarstadt. Wir haben in der Nummer 170 des„Vorwärts" in einem Artikel, der sich mit dem Großfeuer des Karstadt-Warenhaufes beschäftigt«, unter anderem mitgeteilt, daß die Sprinkler- Anlage versogt habe, weil eine im Keller befindliche Druckpumpe nicht in Ordnung gewesen sei. Dazu teilt uns die bauausführende Firma mit, dost die Anlage gar nicht in Tätigkeit treten konnte, weil die Wasser- Versorgung noch nicht eingebaut war. Zimmer für Studenten. Parteigenosien, die billige und gute Zimmer an studierende Genosien vermieten wollen, werden gebeten, sich an den Sozialistischen Hochschulausschuß zu wenden. Genaue Angabe des Mietpreises und eventueller Nebenkosten erwünscht. An- schrist:„Bund", Berlin NW. 6, Albrechtstraße 11. '■ v'"-'i'■.f?-V F...'...' ty;. i Sf- Modell„Luxus 200" Steuer* u. Eührcrschelnfrei mit Stahlrahmen, Satteltank u. verstellbaren Stoß- u. Steuerungsdämptem. Satteltank mit tiefer Schwer punktlage — ganz aus Stahl im Pio il gepreßter Rahmen(ohne Lötstellen) während der Fahrt verstellbare Stoß- und Steuerungsdämpfer— in jeder Richtung verstellbare Lenkstange: das sind die markantesten Merkmale d eser neuesten DKW-Schöpfung. auf welche die Welt seit langem mit Spannung wartete. Weiß doch jeder, daß die Konstruktionen von DKW als der größten Motortadfabrik der Welt heute tonangabend tür die Entwicklung des Motorradbaues sind. Die überragendsten Voreile dieses neuen Modells sind: Unverwüstlichkeit der Rahmenkonstruktion, der Räder mit verstärkten Speichen, wie des über 200 000 fach bewährten 200-ccm Zweitaktmotors; luxuriöse Ausstattung und unerreichte Formenschönheit; beispiellose Fahrsicherheit, dank des tiefliegenden Schwerpunktes. Trotz dieser modernsten Ausstattung kostet dieses Luxus-Modell immer noch weniger als andere Fabrikate und dürfte, dank der günstigen Ratenbedingungen, für jedermann erschwinglich sein. Im übrigen ist unser altbewährtes Modell E200 nach wie vor zu den konkurrenzlosen unten vermerkten Preisen zu haben Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen Aktien-Gesellschaft, Zschopau Sa. c$-viß www Auskunft und Vertreternachweis durch Generalvertretung: DKW- Motorräder G. m.t). H., Berlin S 14, Kommandantenstr. 63. Fernspr. Dönhoff 2329. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. SomstaK. 21. April: RJ»: Stundcnglockenspid der Potsdamer Qarnisooklrche. 9i Morfenfeier. 11.30: Orchesterkonzert. 13.15; Scbachfunk. 14.30; PBr den Landvlrt. 15.30; Märchen. 16: Sebastian Bachs Kantaten. 16.30: Untei-haltunismusik. 18; Gedanken zur Zelt.. 19.30; ReiseeindrQcke aus dem heutigen Tarkestan. 20; Hundertjahrfeier des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches. 20.45; Konzen. Danach Tanzmusik. Montag 22. April: 12.15: Wettermeldungen fflr den Landwirt. 15.30: Der moderne Sportflleger. 16; Poesie der OroBstadt. 16.30; Willi Pchse liest ans seinen Wertea. 17« Konzert. 18.10; Sprachliche Plaudereien. 18 30; Englisch für Anfänger. 19; Angst und Asthma. 19.30: Selbstverwaltung und Qroßstadtbevöikcrung. 20: Das ABC des Theaters. 20.30: Unterhaltungsmusik. 21.30: Musik der Gegenwart Danach Tanzmusik. DIenstas. 23. April: 12.30: Die Viertelstunde fflr den Landwirt. I5J0; Gegenwart und Zukunft unserer Bauten und Stadtbilder. 16: Aufgaben und technische Hilfsmittel der Besatzung in modernen Verkehrsflugzeugen, 16.30; Unterhaltungsmusik. 18.30: Stunde mit Büchern. 19; Die Musik im Leben des Menschen. 19.30; Jugend und Politik. 20: Scndcspiele:..Gräfin Mariza". Operette von Kilman. Mittwoch. 24. April: 12.15: Wettermeldungen für den Landwirt. 15.30: Kinderarbeit W den Vereinigten Staaten von Amerika. 16; Finnland, das Land der 1000 Seen. 16.30; Verkehr&wachtstunde. 17: Unterhaltungsmusik. 18.10: Technische Wochen- nlauderci. 18.35: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 19: Die Entwicklung der europäischen Literatur In den üauptländern. 19.30: Kommt das Wohnheimstättcngesctx? 20: Vortrag. 20,30; Jugend werke deutscher Meister. Danach Tanzmusik. Donnerstag. 25. April: 12 30; Die Viertelstunde für den Landwirt 11.30: Zoologische MiBverständ- nltse 16; Kunstproduktion— Kunstrcproduktioo 16.30! Deutsche Zeitsatire des Tages. 17; Lieder. 17-30; Viola da-Qamba- Vorträge. 18.10; Vom Komödianten zum Schauspieler. 18.35; Arbcitsrationalisierong und Arbeitshygiene. 19; Fanatiker der Aktualität. 19-30: Der Uebhaber-Photograph. 20: Abend- Unterhaltung. 21: Rezitationen. 21.30: Konzert. Danach Tanzmusik. Dentscblandsenders 20: Lieder, und Musikvorträge. 21: Konzert. Anschließend Unterhaltungsmusik. Freitai;, 26. April: 12.15: Wettermeldungen fflr den Landwirt. 15.30: Der moderne Fünfkampf. 16: Zum 100. Geburtstag Theodor Billroths. 16.30: Hans Kyser liest ans seinen Werken. 17: Hans Hermann. Anschließend Teemusik. 18.10: Moderne Meßgeräte für den Nebelflug. 18-35: Das Gefühl der Heimat- 19: Die iberische Welt. 19.30; Das Wochenende. Wanderungen durch die Baumblüte. 20: Europäische Staatsmänner der Gegenwart. 20.30: Sendespiele:„Mein Leopold'4 von L'Arronge. Sonnabend, 27. April: 12.18: WettermfldunEeK fflr den Landwirt. 18.30: QeacrapUsche Merk- Würdigkeiten. 16; Versicherung und Vorbeugung. 16.30: Unterhaltungsmusik. 18.30: Das Arbeitsschutzgesetz. 19: Das moderne Chile. 19.30: Kunstgenuß und Naturgenuß. 20: Abendunterhaltung. 21.30: Berliner Reportagen. Danach Tanzmusik. Deutschlsodsender: 20: Die Stunde des Landes. 21.30: Klavtertrio«. AnarhHeBead Unterhaltungsmusik. Königswusterhausen. Sonntaz. 21. April: Ab S BS: UebertraEinc au Berlin. 13�8: Blldfnnkversucbe. Ab Idjfl: UebertraEunE aus Berlin. 18.48; Die Aa-sführurgspraxis barocker Chorwerke. 19.10; Sitten und Qtbräuche in Albanien. I9J8: Klassische nnd moderne Brlclschreibcr. Ab 20: UebertraEnnE ans Berlin. Montag, 22. April: I*: CnEliscb(kulturkondllch-llter arische Stunde). 18Ji: HelmatdlchtnnE deutscher Stimme. 17: UabertraEuni ans Berlle. 18: Wie steuere Ich die LeistniiEsMhiEkeit meines Qelttea? 18.30: CnEliscb fflr AnfiaEer. 18.88: Welche Ocwflhr hat der Landwirt fflr eine sichere Silufulterbereltunt? I9J0: Werkmeister lebrEanE fflr Facharbeiter. Ab 2fl: UebertraEnnE au Berlin, Dienstag. 23. April: 10: Zur praktischen DnrchfflhrunE der Richtlinien tn der Volksschnle. 16.30: Unser Verhältnis nur alten Maslk. 17: UebertraEnnE ans Berlin. 18: Vom Sinn nnd Unsinn des BerechtiEunESwesens. 18J0: Französisch fflr Fort- Eesehrittene. 18.58: Wie kommen EntdecknnEen und Crlindnninn znslande? 19.20: Der UtsptnnE du Menschemuchlecbts. Ab 20: UebertraEnnE au Berlin. 22.48; Bildlunkversnche. Mittwoch. 24. April: 10: BildnnE dnreh AnzchananE. 10.30: Die CntwIcklnnE der Variation s. lom. 17: UebertraEnnE ans Msrnhorg. 18: Die EeEenseitiEe Abhanzizkcil von Industrie and Landwirtschaft In Deutschland. 18.30: Spanisch fflr Anfincer. 18.88: WerkmeisterlehrEanE fflr Facharbeiter. 19-20: Mnsikverstefaen. Ab 20: UebertraEnnE ans Berlin. Donnerstag. 25. April: 16: Zur praktischen Durchführung der Richtliniea in der Volksschule. 16.30: Kurzgeschichten. 17: Uebertragung aas Berlin. 18: Weitpolitische Stande. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Zweckmäßige Aufzucht von Kälbern und Jungvieh. 19.20: Der Kaufmann und die Einrichtungen de Reichs- post. 20: Deutschlandsendei: Lieder- and Musikvortrftge. 21: Konzert. Anschließend Abendunterhaitang. Danach Uebertragang aas Berlin. Freitag, 26. April: 16: Kind and lebendige Gegenwart. I6J0; Psychologische Arbeitsgemeinschaft. 17: Uebertragang aus Berlin. 18: Was kostet ein Prozeß? 18.30: Englisch für Anfänger I8J5: Musikverstehen. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte Ab 20; Uebertragung ans Berlin. 22.45: Bildfunkversuche. Sonnabend, 27. April: 16: Kunstgewerbemuseum und Werkschaffen unserer Zeit 16.30: Die Kaufkraft des Beamten in der Wirtschaft. I7J0: Uebertragung aus Hamburg. 18: Meine Erlebnisse mit Arbeiter lesern. 18-50: Französisch für Anfänger. 18.55: Angewandte Dramaturgie. 19.20; Unsere Lufthülle 20: Deutschlandsender: Die Stunde des Landes, 21.30: Deutschlandsender: Klaviertrios. Anschließend Deutschlandsender; Unterbaitungsmosik. Danach Uebertragung ans Berlin. Ein Stt)Iafl«rproflramm zum Woch«nende— das tff zwar fein« besonders originelle, aber ganz gewih«ine beliebte Gabe bei vielen Funfbörern. Besonders nett wurde dl« Beransialtung diesmal durch die Blaicherel zwischen Budols Nelson und Frist Roiter Ober das Tbenia„2ß ie entsteht ein Schlager*. Der Komponist und der Tert„dichter* gaben hier halb Dichtung, halb Wahr- heit: doch aus jeden Fall friegte der Funfhörer ein« Ahnung davon, auf welchen merkwürdig gewundenen Wegen ein Schlager das Licht des Tage» erblickt. Bon den musikalllchen Darbietungen unterhiell besonder« gut mancher halb oerqestene Schlager, oon dem sich ober immer noch Anflönge in einem halben Dustend allerneuester finden. Der einzige Mihgriss war oielleicht die Ouvertüre zu„Venus aus Erden* von Linke. Das ist wirklich eine historische Reliquie, die zu Staub zerfallt, wenn man sie an das Licht des Tages bolt. Dogeaen hat die einst viel gesungene Melodie desselben Komponisten.heimlich still und leise* immer noch Schwung und Schmiß. Geschickt war e», daß der Deutschlandsender zur gleichen Zeit ein seriöses Musik- Programm oerbreilete, das für all«, die musikhistorisches Interesse haben,«ine Reihe wilUommener Darbietungen brachte. Dieie alten Märsche aus dem lk. und l7. Jahrhundert sind zum Teil musikalisch recht interessant, geben aber der großen Masie der Funkhörer kaum etwa». Sport. Itomcn jo Karlshorst am Sonnabend, dem 20. April. 1. Rennen l. Tmst iMüschen), 2. Ti-m-nt, 3. Faller. lato: 84- 10. Platz: 19,21,21:10. Ferner liefen: Wels, SiebenSttonne, Sonnenkönig. Gustel, SpecuintUm. 2. Nennen. 1. Greif(Hr. Quast). 2. vanditi, 8. Han« Günlder. Z-I-: 24: 10. Platz: 10,12,11:10. gerner Uesen: Faoorilin. Sallazar, Waisenknabe. Baimung. 3. R e i, n e n. I Neuland kW. S-bmidt), 2. Rapier, 8.»aster Lilh. Toto: 30: 10. Platz: 18. 2": 10. Ferner lieien: Oelava, Herzkinig(gl.). «.Rennen: t. Borgia(Wolffi. 2 Falaider, 3 Rtyion. Tora: 34:10. Platz: 21, 23:10. Ferner liefen(Bcririin. Quo vadiS Final igl.). ö. R e n n e n 1. Rapdael(Pinler), 2. Änlon. 3 Marlols. Toto: 60: 10, Platz: 20, 14: 10. gerner lieien: giliaian, Gawa», SinL S. Rennen. 1. Geilofma(Paftel), 2. I4ulerpe. 3. Mareion Iota: 36:10. Platz: 16, 14, 15:10. gerner liefen: Wildsang, Paradeni»(gs.). goxlioii. RaPS. 7. Rennen. 1. iil xander der Kratze(v. Rietzich), 2. ForrnoiuS, 3. Freier Wille Tolo: 74>0. Piatz: I«. 20, 23:10. Ferner Mädchen Iraum, Lichtstrahl, IRmneiieo, Florida,(Siadiator. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Kelchsbanner„Schwarz-Rol-Gold*. S,s»!IftoN«ile: Periin S 14 Sedastiausn. 37(88. Sof 2 Zr. Eauvorft.nd. Änmeidungen für den am IS. Mai deginnendra ;KetiiiNg»-«ch»h-iR. Unser«amerad-et. tor a D, Sustao Lange, oon der gameradschasi Stralau, ist verstorben.?>e Beerb gu»« findet am Montag, 22. April. 16 Uhr. oon der Leich�ballr See. stratze 12» aus stall. Um rege Beteiligung wird gedeie». Prenzlauer Berg. Zungfomrradsckaft. 20 Uhr weiiiiche Schul». Sonirnnburger Siratze. Hol I. gimmer 17. Borieag:.«rdeiterjugend und Iungdanner-. Befereul:«am.rad Schuhof«. Zrirdrickshain. gameradschaff BMching. ISAH Uhr, l. Aug, Bei. samntiung bei Bensch, Weberftr. IS. Bortrag Über..Dliartieraugelegkiiheit.u". Wil nersdors. Sportabteilung. Uedrn jetzt leben Montag Sporipiatz(Srune. wali Tempelhos Orisoerein). 2« Uhr Borftandssttzuiig im Restaurant Ma-Li, Mariendors, Ehauneestratze— Züeuotog, 23.»priL Mitte. 3. Aameradscha'I. 20 Uhr Wrrbeverfammiung im Saal I de, Grweefschastshause». Reserrnit stamerad 2 oder! Breuer:»Ausgaden des Beichsbanner»-. 9 eoudl, lauer willkommen Afiior liameraden in Bundesfleidung. Prenzloner Bezg. 3. Marsch- fameradschaft 20 Uhr Werbeversammlung und Filmvorlrag. SchSnhauser Fest. __________________________-uzberg. melierte Barsta rdssttzung bei Brllschfe. Seidjenbetarr Str. 98(Ecke Rai i or. stratzr) Erfner'Ortsoerein). 20 Uhr bei«arbe Filmadend. Freier Ein:r!tt. Zteinickendors-West. Ba» Restauranl Döhlisch, Sckarnweberstr. SO. ist nicht mehr »rrfehrslofol unterer»ameradschatt. Als vorläufiger Treffpunlt Restaurant „Aum Sportplatz-, Scharnweber. Eck« Sichdorn stratze. «elchsdnnd der«elegsbeschädigten. ttriegoteilnehmee un» Slieve, hinter, »Nedenen, vrlsgeupp» Sharloltenburg. Mitgliederversommiung Diensiag. 20. April, vllnftiich 20 Uhr, In Eckmonns Festsäle, Berlin�harl—trndurg U Scharrenstr. 84. Tagesordnung: t. Filmvortrag au« dem«ebiete der Lelftungru der Sozialverstcherung:.So Ist da« Leben. Referent: Geschäft»sllhrer de» Hauptorrdandes deutscher Rranleufasten Fritz Dohimann. 2. Mitteilungen und Berschiedene«. Srbellee-Samartter-Buo» 9. B.. ffolonn» Berlin. OlefdiSftsRrile R 24, Große Hamburger Str. 20. Mitgliederversammlung hat die Adteilung Gedding am 26. April, 20 Uhr. 1» Lokal von Roland. Türmer Str. 8. Rege Betoiligung wird erwartet_ Vrieskasten der Redaktion. ff. 52. Der Entleiher haftet nur, wenn ein pertragswihrlger Gebrauch de» geliehenen Sache vorliegt.— F. R. tflfl. Die Anwartschaft reliftfrt. wenu während zweier Jahre nach dem auf bei vuittungstarte verzeichnete» Aus- stellungslagr weniger als zwanzig Wochenbelträge auf Grund der Beestch». rungspflicht oder der Weiterverstcherung entrichtet warben find.— WS. 4433. Ja, sofern nicht der Sesellschaftsvertrag die Möglichkeit einer Beschäftigung der Rinder vorfleht. Wetterbericht»ei öffevfflche ' beiler. ftni ..... ja sonst unbeständig, vereinzelt Schauer, im Norden und Osten Nachtfrost. )en Wetter»' eoststeffe veeff» aa» Umgegend. (Nachdi veib.). Tests heiter, stark wolkig, fflbi und windig BrremzeU leichte Rggenschauer Nachtslöste.— Tür venstchlond: Dm Ulpenvoiland r-gneiisch, chZTP- m Leipziger Str.(Versand-Abi) K&nlgstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz %Mode-&lhunt(fÜerthetnt qf\ iVr. iS St armchSannt Pf. (Portofrei* Zusondung nach Eingang von 4S Pf.) Hyoit-Scfmitttnustei* Sn atlon O Semchafton Damenhut_ Creptf-Georcette, � �- neuart Stepperei m*0 i 9 Jugendl. Glocke Hüni borte, m. Blu- men,Eii>�.de.v.Mtündigen Arbeitszeit festzuhalten und den Inningen ein Ultimatum Zu neuen Verhandlungen unter Anerkennung� der 48stündjgen'Arbeitszeit ZU stellen. Kommt es auch in erneuten Verhandlungen nicht zu einem Tarisabschluh, dann werden die Ge- 1 hilsAi an die einzelnen Bäckermeister mit ihren Forderungen heran- treten. Sollte es dann auf diesem Wege zu keiner befriedigenden Lösung der Diiserenzen kommen, wäre ein Streik der Läckergehilfen in den Kleinbetrieben die Folge. Die B r o t v e r s o r g u n g würde darunter jedoch nicht leiden, da die Brotfabriken von dieser Bewegung nicht betroffen sind und ein Tarisabkommen mit der Freien Vereinigung der Bäckermeister oetrofsen würde. Noch haben die Bäckermeister Zeit, um sich die Dinge zu über- legen. Sic haben jedenfalls nicht das Recht, von den beschäftigten Gehilien eine überlange Arbeitszeit zu fordern und die arbeitslosen Gehilfen hungern zu lassen. Eine Leiche. Oos Ende einer.nationalen" Gewerkschaft. Die„Nationale Gewerkschaft Deutscher Eisen- Kahne r" hat Schluß gemacht. Sie bedauert, daß es den politisch nahestehenden Parteien, Organisationen und Persönlichkeiten nicht möglich war, den geschästssührenden Hauptoorstand de: seinen Bemühungen um die Sicherung des Bestandes der Nationalen Ge- werkschast Deutscher Eisenbahner zu unterstützen. Geld allein tut es nicht. Der Bankrott der„Nationalen" ist nicht nur und nicht zuerst em finanzieller. Eine Arbeiterorganisation, die die Arbeiterschaft mit Überlebren„nationalen" Phrasen abspeisen will, ist von vornherein zum moralischen Bankerokk verurteilt. Die Nationale Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner war nie etwas anderes als ei» lebender Leichnam. Sie hat jetzt ihr verdientes Ende auf dem Schindanger der Arbeiterbewegung gefunden. Harinäckige Zigareiienindustriette. Gewerkschastliche Aktivität tut not.. Die vom Zentralverband der Angestellten eingeleitete Tarif- bewegung in der Zigarettcnindustrie kann nur zum Teil als abgeschlossen betrachtet werden. Der Kampf um den Mantel- tarisocrtrag muß infolge der hartnäckigen Haltung der In- dustrie weitergeführt werden. Obwohl in den Verhand- luiigen vor dem Schlichtungsausschuß dem Arbeltgeberverbond emp- fohlen wurde, unverzüglich in Verhandlungen über den Mantel- tarif einzutreten, glaubt der Arbeitgebcrverband die Sache aus d'e lange Bank schieben zu können. Der Abschluß eines Manteltarifz, der u. a. die Regelung der Arbeitszeit, der Ueberitundenbezahlung, des Urlaubs, der Fortzahlung des Gehalts in Krankheitssällen, der Kündigungsfristen usw. bringe» soll, ist mindestens ebenso wichtig wie eine geordnete Gchaltsrcgelung. Auch in dieser Beziehung herrscht zurzeit noch das größte Durcheinander und eine geradezu ungeheuerliche Willkür. Obwohl die Industrie verhältnismäßig gut beschäftigt ist, wird ein beträcht- Montag. 22. April, 19V;Uhr, ■ Hl(HO~n(l|lvllltoll! im Stadttheater Köoenick, Fnedrichstr. 6; Oeffentl. Frauenkundgebung im Rahmen des Internationalen Frauentages. Ref.: Klara Bohm-Schuch, M. d. R.— Außerdem Film:„Der Weg einer Proletarierin". Gemeinsamer SchluBgesang der Internationale Eintritt frei I TREMAN Dienst an der Arbelt: Die schwerste Beschmutzung der Hände durch Teer, Oel, Schmieröl, Fette, Farbe, Tinte, Farbband u. dergl ist spielend leicht durch eine Treman-Wasdiung zu beseitigen. Treman reinigt, desinfiziert und pflegt die Haut. In Seifen- und OrogengeschSften erhSltlldi, sonst bei Lichtenberg& Co., Berlin, Möckerns tr. III Itcher Teil der Angestellten„probeweise" oder nur als„Aushilfen" beschäftigt. Mit Vorliebe werden Minderjährige und Jugendliche eingestellt, denen man oft die unmöglichsten Ge- Halts- und Arbeitsbedingungen zumutet. Trotz großer Erwerbs- losigkeit, namentlich unter den wteren Angestellten, wird krassester Mißbrauch mit der menschlichen Arbeitskraft getrieben. Oft werden gesetzliche Schutzbestimmungen über die Arbeitszeit, die Mindest- kündigungssristen usw. völlig außer acht gelassen Verschiedentlich mußte die Hilfe der Gewerbeaufsichtsämter u. a auch zur Beseiti- gung des Ucberstundenunwesens in Anspruch genommen werden. Von einer geordneten und angemessenen Urlaubsregelung ist zurzeit ebenfalls keine Rede. Der Zentralverband der Angestellten ist von der außerordentlich gut besuchten Versammlung am Donnerstag beauftragt worden, alle geeigneten Maßnahmen unverzüglich«inzuleiten. Di« ge- schilderten Mißstände können aber nur dann erfo'greich beseitigt werden, wenn auch der letzte, noch unorganisierte Angestellte schleu- nigst Mitglied des ZdA. wird und ihn aktiv unterstützt. J�eichskonferenz im ZdA. Für die TlahrungS» und Genußmittel-Industrie. Am Sonntag, dem 14. April, veranstaltete der Z e n t r a l v e r- band der Angestellten in Berlin eine Reichskonserenz der Angestellten der Nahrungs- und Genußmittelindustrie. Die Haupt- gruppen— Brau-, Tabak- und Süßwarenindustrie— waren zahlreich vertreten. Das Vorstandsmitglied des ZdA„ Rogon, begrüßte die Er- Zchienenen. Aus dem von Suckert erstatteten Tätigkeitsbericht der Reichssachgrupp«»l»itti»g ging hervor, daß auch� in der Nahrungs- Und Genußfliittelindustrie der ZdA. imm-r mehr an Boden gewinnt. Auch die Berichte der Vertreter aus den verschiedenen Ortsgruppen vervollständigten das günstige Bild. In einem Referat wurde die wirtschaftliche Lage des Gewerbes behandelt. Neben den Geschäftsergebnissen kamen die K o n zent r a t i o n s b e w e g u n g e n, die in der Nahrungs- und Genußmittelindustrie eine sehr große Rolle spielen, eingehend zur Sprache. Auch hierüber entspann sich eine ausführliche Aussprache. die im übrigen zeigte, daß sich die Mitglieder des ZdA mit allen diesen Fragen eingehend befassen und die Vorkommnisse genau beob- achten. Redakteur Lange besprach anschließend noch die Einrich. tungen des ZdA., die als ausgezeichnetes Werbemittel betrachtet werden können. Mit einem Appell, alles einzusetzen, um die Reihen des ZdA. zu stärken, wurde die Tagung geschlossen. Bannerweihe des Verkehrsbundes. Die Berliner Verwaltung des Deutschen Berkehrsbundes hatte am Ifi. April aus Anlaß der Weihe eines Banners etwa 2 0 00 F u n.k t i o n ä r e des Verbandes nach dem Saalbau Friedrichshain geladen. In dem zweckentsprechend rot geschmückten und voll be- setzten Saale herrschte frohe und kampsessreudig« Festesstimmung. Bei dem ausgewählt guten Programm wirkte das neu« Tonkünstler- orchester des Deutschen Musiker-Verbandes, Kapellmeister Hermann Schulze, und der Neuköllner Sängerchor mit seinem Chormeister Hans Schreiber mit. Lugendfeier in Aeuköttn. Während draußen auf der Straße Kommunisten in der wider- lichsten Weise Staat und Polizei beschimpften, versammelten sich im „Städtischen Saalbau" Jungarbeiter und-arbeiterinnen zu einer schlichten und doch fröhlichen Feier. Veranstalter war die „Freie G c w« r k s cha f t s j u ge» d". ii; Gemeinschaft mit der Jugcndgruppe im Zentralverbandster Ange st elften und dem Kartell für Arbeitersport und Körperpflege. Bald war der mit roten und schwarzrotgoldenen Fahnen ge- schmückte Saal dicht besetzt. Ein Musikstück leitete den Abend ein. In seiner Begrüßungsansprache wies Stadtrat Genvsie Schneider auf die Iugendausftellung in Neukölln hin und betont«, daß der gewaltige Erfolg dieser Ausstellung den Anstoß zu einer größeren für das nächste Jahr geben werde Gefcheiterie Verhandlung in der chemischen Industn'e Die Lohnverhandlungen für die chemische Industrie der Provinz Brandenburg einschließlich Berlin sind vor dem Haupttarifamt der chemischen Industrie gescheitert. In Betracht kommen zirka 20 000 Arbeiter. Der Forderung der Arbeiter aus�lO Pf. Lohnerhöhung je Stunde stellten die Unternehmer die Forderung ent- gegen, die alten Löhne auf zwei Jahre zu verlängern. Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste arbeilsrechlliche Inlormalionsabend für Belriebs- rate ist am Dienstag, dem 23. April, abends 7 Uhr, im Saal 3 des Gewerkschastshaufcs, Engelufer 24/25. Leiter des Abends ist der Genosse Dr. Broccker vom Vorstand des ADGB. Wichtige arbcitsrechtliche Themen können von den Besuchern selbst mifgeworsen und zur Besprechung gestellt werden. Besonders den neu gewählten Betriebsräten wird der Besuch des Abends dringend empsohlen. Die Teilnahme ist kostenlos. In den morgen Montag, abends 7 Uhr, im Unter- richtsraum der Berliner Gewerkschaftsschule, Engeluser 24/25, 2. Hos, 1 Treppe rechts, beginnenden Frauenkursus unter Leitung der Genossin Anna H a r t o ch können noch Teilnehmerinnen aus- genommen werden._ Die französische tehrergewerkschasl. die dem Gewerkschastsbund Amsterdamer Richtung angeschlossen ist, hat bei den Wahlen zum Departementsrat des Seinedepartements(Paris und Umgebung) einen durchschlagenden Ersolg davongetragen. Von den 14 zu wäh- lendech Vertretern gehören ihr 12 an Sie erhielt 5436 Stimmen gegen 1212 einer antigewerkschaftlichen und 351 der kommunistischen Organisation. ■A Arbeitsgemeinschaft sozialdemolrattscher Polizeibeamte»! Dienstag, kz Ig'.-i Übe, in den Äammcriale», Tellowitr. 1—i, wichtige Verfamm- W jung aller Parteigeuoisen. Denoge Th. Notzur spricht Uber»Das Be- (- recht'gungswcscn"! Zahlreichen Vesuch erwartet Der Vorstand. SPD..grartioo beim Bezirlsamt Weihense». Montag. ISZb Uhr, im i| Lolal von Dallas. Lehderstr.>22, Versammlung aller beim Vezirlsamt beschäftigten Beamten, Angestellten und Arbeiter. Tagesordnung: 1.„Sozialistische Zugcndcrziehung". Referent: Wegmann. Deutscher Bangewertsbund, Bangewertschast Berlin, Fachgruppe der Töpfer. Mittwoch, l7'-. Uhr. M tglicd-rversammiung b»i Petsch, Landsberger Str. Zl. Tagesordnung: 1. Lichtbildervortrag. Referent: Dipl.-Ing. Zliewatd. 2. Fach- gruppenangetegenheitcn. Arbeitsnachweis 3. Verschiedenes. Verband der Eemeir.de. n. Ltaatsarbeiter, U. Bezirl. Mittwoch.?t. April, IS Uhr, in den Paffagesälen. Rsukölln, Sergfit. 132, Bezirlsoersammtung. t. Lohnbewegung: 2 Inral'denzrschrülass«: 3. Maiseier: 4. Serba nisan» gelegenheiten. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen aller im Bezirk Reu- kell» wohnenden Ztollcginnen und Kollegen wird erwartet. Da» Mitgliedsbuch ist am Saalcingang vorzuzeigen. Wer länger als vier Wochen mit seinen Beiträgen im Rstchstande ist, hat keinen Zutritt. Verband der Eeweirde- und Staatsarbeiter. t>. Bezirk Rreuzberg. M'ti- wach. 24. April, 19 Ilhr, in Rabes Feftsälen, Berlin E., Fichtestr. 29. Vcr- sammlung. l. Die lirankenverstcherung im Rahm-N der Reichsverllcherung«. vrdnung, Referent: Herr«ietzmann: 2. Dir Invalidenzuschugtals«. Die Wich- tigkeit der Tagesordnung bedingt das Erscheine» aller stolleginnen und Kollegen. Das Mitgliedsbuch ist als Answcis am Saalcingang vorzuzeigen. Icntralocrband der Schuhmacher. Morgen. Montag, Branchenversammlnng der Mohschuhmacker um 20 Uhr. Residenzfestsäle, Landsberger Str. 31. Ab- stimmung üb:r den Schiedsspruch des Schlichtungsansschulles.— Mittwoch, 24. April, allgemeine Mitgliederversammlung um l7ih Uhr im Saal 4 des Keweekschaftshaulcs, Engeluser 24-23. Vortrag Uber Weltwirtschaft: Geschäfte bcricht für das 1. Vierteljahr 1939; Der 1. Mai. Mitgliedsausweis legitimiert. tftfeie G ewerksckasts-Iuaend Groft-Nerlin Heute, Sonntag, folgende Veranstaltungen: Die Ausstellung des Orts- ausschusscs fllr Leibesübungen und Zugcndpflcge Neukölln, Bcrgstr. 29, ist heute noch von 19- 17 Uhr geöffnet.— Am Donnerstag, 25. April, findet der Elternabend des Nord- und Nordwestlreifes statt, und»war im Alters- heim Danziger Str. 62. Programm:„Unsere Dampferfahrt 1923". 5iuäendanivve des?epfralverbandes ver ZlnaesieNien Bestbezirke: Heule, Sonntag, Vollstanzfest des Iugendbezirke» Nord- west. im..Blaut» Saal" des Restaurants Schultheih-Pas>?nhof«r, Turm. straße 25. Beginn 18 Uhr.— Morgen, Montag, finden folgende Vcran- stallungen statt: Tegel-Reiniikcrdorf: Jugendheim Reinictendorf-Oft. Lindaucr Sirahe lBaracke). Diskuffionsabend.— Wcdding: tzugendhe'm Turiner Ecke Ccestraße. Vortrag:»Meine Reis» nach Wien". Referent: Vernhard Eöring.— Norden: Jugendheim Sastanienallee 81. Arbeitsgemeinschaft:»Einführung in den Sozialismus"<3. Abend). Referent: Wilh. Lewinlki.— Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Vunter Abend.— Urban: Jugendheim Hobrccht. Ecke Sanderstraße. Ernstes ui.d Heiteres aus dem Leben unlerer ZdA.-Iugend. — Tempelhos: Jugendheim Eermaniastr. 4—6. Vortrag:„Vub und Mädel in der Jugendbewegung". Retcrentin: Martha SchuIße.Frenßel.— Eharlotte». bürg: Jugendheim Rostnenstr. 4. Ausspracheabend:„Sturm üb« Asien". Aus der Partei. Tote— im Exil. Auf dem Friedhof des Krematoriums Gerichtftraße wurde jetzt ein Grabmal«ingeweiht, das die hier lebenden russischen Par. te i g e n o ss en für die in den letzten Jahren im Exil verstorbenen russischen Sozialdemokraten errichtet haben. Das Grabmal trägt die Ranken der verstardenen Genossen und birgt die Urnen von Paul A x e l r o d, Julius Marlow, Weinstein, Kabzan und E t k i n, von denen namentlich die beiden ersten weitesten Kreisen des internationalen Proletariats bekannt sind. An der Feier, die einen tief ergeifenden Charakter trug, nahm fast die gesamte rusiische sozialdemokratische Kolonie Berlins, sowie eine Anzahl deutscher Parteigenossen teil. Genüsse Dan. der Borsitzende unserer rusiischen Bruderpartei, würdigte in kurzen,„von tiefem Gefühl erfüllten Worten die Ver. dienstc der verstorbenen Genossen, indem er besonders die.starken persönlichen Beziehungen hervorhob, die die Anwesenden mit den Dahingegangenen verknüpften. Nach ihm sprach als Berlreter des. Parteioorstandes Genosie C r i s p i.e n. der einen Strauß roter Nelken am Grabmal nieder. gelegt hatte. Er unterstrich besonders die tiefe geistige Berbunden« heit zwischen der deutschen und der russischen Sozialdemokratie und erklärte zum«chluß, daß das hier errichtete Grabmal für die im Exil verstorbenen Borkämpfer des russischen Proletariats politisch auch eine Anklage bedeute gegen das System, das die ver- storbenen Genossen aus ihrer Heimat vertrieben habe. Mantel-Stoffe feinstet Geschmacksrichtung— nur bgi Koch& Seeland Gertz audtenstrafie ZO-2I. ZUealet. Lidiisptele usw. ■Tsr=s=�7- So; ntag..21.� Staats-ßper Unier d. Linden A.-V. 104 19 Lh' Aida Sonntag, d. 21 4 Stäül Oper Bi�inarcK.s r. Turnus 1« 18'., Uhr HsisiursiooEr von nömberg Slaals-Oper Am Pl.o.Republ. R.-S.95 kO Uhr jphigenle autlaurls aniiendarmenmarki R.-S. 32. IS1 j u. Die Gesdiwlslrr Der zerDrodiene Kr g A-V. 4 2> Ulr Der Loodaner verlorene Sohn StaatlSchillep-Itieater Kalkut .Cbaritti. Uhr a, 4. Mai <4 U.ir c 5 Barbarossa 9256 GROCK and das grolje April' Programm Sonnabends o. Sonntags le 2 Vorstellnnaen ttn'l» h- 3� prmäßipte Pr IAhi. 806« 68 Tän'lch 5, ß'5 Sonn'aq 2.5, 8's I |3 INTEFNAT. VARIETE| Karten B Tnae im voran, »'vKr CASINO-THEATER L<>.>r n er StraUe 37, Rur noch wenige AuflDhrungen „Eine ungeliettte frauM und ein erstklassiger bunter Teil. Hür unsere LeserOutschein ffirl'— 4Pers. Fauteuil nur 1 15 M., Sessel 1.65 M. Son�tiee Preise Parke t u. RancOAOMk Reichshallen-Theajer ms.[T] Uhr. sonniag Nadini.[3j um Slelliner Sänger Zurp S(;hJuS: Ein« mShlierte Wohnung xs verwieten". Nachm. naibe Preise. ett este lungB■ Zent. 1 1 263 t ö n h o 1 1- B r e 1 1*: 10 Nummern! Koniftl/Tui CNIVEBSCM IirfürsMaBi 153-154 Wochentags 7, Su Sonntag 8. I. 9U •lAmimHiiisiiiiiiii DFA-PÄLAST am Zoo B. 5 Barb. 9711 Wochentags?>-, s11 Sonntag 5», 7'5, 9" GLOilU-PiLAST Wochentags 7", Sonnatsd. u.Sonntag 5", 7»,«" 'KÜRFÜRSTENQAili* Wochentags 7U, l'1 Sonntag «», 7»,»» Tfteater a. Kottbu sserTor nottbussei Str. 6. Im. Uni. 1607? Allabendltd, S Uhr and» Sonntags nadim. 1 Uhr Jubiläums-Programm unter der Devise < 10 Jatire l Elite- Sänger CFA-PAVILLON am Nollendürlpl. 4 Wochent 5.1,7",«» Sonntag J», 5», 7".»" imiiiniiitiiiitsiiiiiiiiuiNrtiisi KammeriicMspiele a. Potsdamer Plate Wochontait 7,» Sonnahd.».Sonntag ». 7., „»«SMDSSNtlltSttStlltttllSttS«»»; Ivk�lMAZAF Boke StromatraLe Wochentags 7,» Sonnlag 5, 7,»" tt,„IISI»III»»SSStISStI,tI»«t»tt,I AIMWFGPIa Wochentagn 1,» Sonntag S, 77 H" KÖNIBSTADT Schönh.AUcc 10 11 Wtzshcntaga 7, 1 tonntag 5, 7,» Anna May Weng GroBstaut- sch-rettsrünB Rig c; Ridllrd Edtsl ini der Blhm: Juan Llosäas Willy Benla Klcolalewa IIIBIlaSHtSUISIIIItltMNISSIIttXt1 Brigitte Helm Frenz Lederer Die wunderbare tage der NinaPe rowna IIHIHIIIIIIltltlSeSSStSIIIMIlMIMI Letzte Tage emiilannings Flotou Vito. lewiiSUu Der fa r/Oi (ggig. Ernst Lubtisd» iiiiimiiiiniiiiiiiuuisinnitHi KStne von Haghy Mas- cotichen jiaMiniiiMliHiltaisiilliilMtin Zweiter Monat FORI Ein Fllni aus dem atrlkanlsch. Busen Ingen 61. bstien Zatrltt Douglas FairbanHs Die eise ns fiatli� Inf der Blhns: 4 Kaetti's In�l.lisbraliitilfl Harry ciedtke Die Zirkusprinzessin Aul der Bonne: Herbert und Mtlller hihi n iiiniiii im iiiinuii iiiiii Douglas Fai< oanks Die eiserne „Maske mtendl hasen Intmt iiiuniiuuH"*rtt«*M«mM(Hr- Douglas Fairbanks Die eiserne Maske BOhnanscIiau Iniendl. cabn Intrl» Jeden Nadimfllng in dem Ufathea er KammcrliditaplclcamPotadamcrP Wntiutisi: 3«id 5 Übt. inuMrl ml»»»hz J Ar Dntiittspreh am süen fltttSU r6 kl Zur Vorführung gelangt ebenfelU Die eiserne Maske sm vodmuiuuit iuatei araäaiofb.ü'i 3 Uhi Das MGPI aus der Vorstadl Uh? Trojaner ihBaiet am .BtiRbooerilsmin 3 Uhr Helden 6 Um Pioniere in Ingolstadt Thalia- Theater 3 und 8 Uhr Oeiransch toatüdiiller-Tli. » Uhr Iphigenie auf Tauris Msöies Ttiealci Ol Norden 12,110 T Uhr. Ende nach 10 Paulus unter den Juden Dramat Legend von Franz Werfel Reeie: Rarl-He nx Marlin. Kamm er spiele J. 1. Norden 12 310 SV* U.. Ende geg. U Jusik von Ossip Dymow. Regie: HeinzHilperl 8'-. Theat ram SdUffhauerdamm. Norden 1 141 u. 281 Pioniere in Ingolstadt 'Soldaten u Uiensi- mädchen) Kerflfr. Unja. lorre, RgdD, Hocrraann, Slössoi o.a. Für die uns beim Heimgang« unseres lieben Entschlafenen erwiesene Aufmerksamkeit sagen wir unseren herzlichsten Dank. Die Geschwister Barnack. Berlin 3 42. im April 1929. Jie Komödie 1 1 Bismck. 2414/7516 Vk IL. tnde geg. 10 Wann Hommsi Du wieder? Komödie von S Maugham Regie Gustaf Gründgens Mm Iheaiu glich SV« Ub» r sensationelle js'spleierfo'o Trio 3 Akte von Leo Lenz f>'u TtMiet des Wöstens Sarnowsky-EDhneR f hastet in dar gSniggrStzti StrsBa T"iicn 8'/»-h Riva � en Komödienhaus läßlich Uhi Charleys Tarne mit Curt Bois. i heate/ am .tollendorrplat} Täglich 81;« oh »«volle im Enlehungshans Sonmoav Zii und 81/» Ubi KSte Dorsch Äatntncriänflet Ziegler LriederiKe ICcbat btrlg ert! J ?ttlltt>l.931n.71S0| Seniaei Tieaiei GirektHeinzHerald Znarlonenstrade vi A. 7. Dönhofl 170 Täglich: \nf.8U, Ende 10 L. Helden von cernard Shaw fhalia-Theater resaener ir. 7«�-. 8 Uhr „Oelraasch" Otsch. Künstler-Tn. RH h- Pros» eipsy Ope etiev Qilben Emmy Starm Frils. Sdbalz. Lessing-Ilieater 1 a g M c h x Uhr 3 x Hochzeit DoflniirstBii.iienSS. 7'« Uhr Premltro „Die Frau des Andern" Rose-Theatei ir.rraattBrmSt.W 2'- Uhr Hinsel i-Grolel s'i» und 9 Uhr. Drei alt! Sthathle il berliner iHlK-lTlO Maukötln IBM Lthns tr 74 71* Rennen zu Itrausbera Montag, den 22. April nachmittags 3 Uhr. Renaissance- Theater lamenberbs'.! 6 let. Slaiupi. 901 u. 2563/64 SViUbr TlgllUi SV. Uhi Eugen Klöpfer in ..Das große ABC" von Marcel Paeno Re? Inst. Hanuag. isPremlereaDtslxg. | Komische Oper»<< Revue-Posse „Von Bettchen zu Bettchen!" | Laiben ohne Ende in II Bildern tforverkant ununierbiodien. — let te—— Nadimliuebvor lellnnd Halbe 1 reise. 1 Kind Iren MEIROPOL-THEAT Rtaj| GR.SCHAUSPIELHQUS[aj Künstlerische Leitung: Erik Charell £ustig.e Witiae Trudo Uostcrbcrff Oskar Karlweis Jankuhn. Elleot. Jankermaim. Scbaeffers. Aasstafiang Pro*. Ernst Stent Mas. Leitg.: Rudot Perak See iiebcAuQUStUt Alfred Braun Madj Christians« Lieskc, Arno, Morgan, Westenneier, Matzner i Man. Lcitg.: Ernst Htnkt Sonntag: Naehnaittac: ungek. Vorst. Kleine Preire 3 Uhr Philbarm onie. Kouxcridir. Ebner. Donnerstag, 25. April« 8 Uhr: LETZTES ROAZÜT J NEUES PROuRAMKI IWESIMINSFER U. S. A. Dirigent John Ftn'ey WU lnmton. <50 Mitwirkende Kl.ul.ciic tu moderne Chöre und Negro XpirliuAl». Karten bei Bote& Bock, Wertheim. 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San Mltgliadam ,ur SlatbtidjL daß unter Sollaga. dar RaHrlagar Nsx Rudert Im Aller von 63 Jahren am 17. April an Herzleiden gaftotben ift Die Einäscheruna findet Montag ban 22 April, 17 Uhr. im Rr.ma- torium Baumlchnlenmag, Sttefholz- firaßa. stall Am 18. April starb an Schlagansall unser Aallege. der Rohrleger Rur! Fiebig geb. 17. Mai 1875. Die Einäscherung findet Dienefag. den 23 Aorij, 15'/, Uhr, im fttetna. lorium Baumschulenweg, Kiel holz- itraße. statt Ehre therm Andenken! Rege Beteiligung mied eewaeteL Die Oefsvei wnlbung. 4«. Abxlz. SPD. Unser alter»enosse Karl Raasch Etlschinee Str. 6 ist am 17 Apr'l neestorden. Sie Einäscheennt findet Montag den 22. Apeil, nachm 4>/, Uhr. im Krematorium Baumschulenweg statt Um rege Beteiiigung erluchi vre AMrilnngtvoritand Alle lesen Im ftrantenhau«„-------------- 1 enisdilies fonft am 18. April nach längerem, Ichwerem Leiden mein iteder Mann, mein ireusorgendee Bater Alfred Valke Im lletften Schmerz pooto va»« Watt«! Volk». Einäicherttng: Sienclag.'23. April, 17 Udr. im strema'nrium G richlstraße HAMBWC'AMIRIKA LINIE ™™v**KANADA nächste PassagieNtntahrt: D.„Reliance" 30. April AUSWANDERER belieben sieb wegen aller Einzelheiten zu wenden an HAMBURO- AMERIKA LINIE Hamburg 1, AUt.rd.mm 25 oder die Vertretung in: Berlin, am Zoo, Horden- bergsfr. 29 a— e. Unier d-n Linden 8 und Poseidon Sbhll(ahrts-A.-G.. Potsdamer Str. 103a Vorzügliche Retiegcletenhetten in allen Klassen auf behaglich ausgestatteten Dampfern von * BREMEN* • s c b TiORD-.(WITTEL-, SÜD- oAMERJKA Ostasien, eAfrika, �Australien Direkter Dienst nach C AN ADA �Reisegepäck- Versicherung V Kostenlose Auskunft durch unsere simtl. Vertretungen Norddeutscher Lloyd Bremen NORD DEUTSCHER LLOYD llerlln Norddcuischer Lloyd, Agentur Berlin 0. m. fe. H Linden I(Hotel Adlon). Fi Unter den ernsor. A4 Zentrum 1223110. 12231. 17. Fernspr. T I Bismarck 2284. Filiale KurfOrstendamm « F Mon anus, Generalvertretung des Norddeutschen Lloyd. 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Nicht eine tote technische Schau, in der Anssteilun sob ekte ein Eätsel für den Laien— unbeweglich herumstehen, sondern ein einziger lebendiger Or- ganismua ist diese Ausstellung...; die Werk- stof/schau. die Ausstellung-Hie Emährung- waren Schlager,—.Ga und Wasser" echlicwt sich würdig an.. Berliner Tageblatt: ... d ose gewaltige Schau... Berliner Volk«»Zeltnng: ...ein Besuch dieser Aussteliung wird vielen vieles bieten B Z. am Mittag: ...grösste technische Ausstellung.. ,. in hervorragender. technisch wundeiYoll ausgeführter Weise dargestellt... Der Abend: ... es handelt sich wirklich nm ein WelW werk der Technik... Der Tag: ... in ihrer Art wohl die grtsste Ausstellung des Jahres... eine für die breite Oeffent» lichkeit geeignete, interessant und anregend wirkCftdo Schau... Der Westen: ... die Ausstellung gewährt einen guten Einblick in die Wunderwelt Ingeniösen Denkens n d Handelns. Deutsche Zeitung: ... eine Ausstellung giOssien Umfangen und voll wisse swertcr Einzelheiten. Die Fülle des Gebotene i und die Zahl besonders auch der kleineren technischen Sensationen ist schier unerschöpflich... Die Kote Fabne: ... eine der gelungen sien Ausstellungen, di« BerLn bü her veranstaltet«?... der erste Eindruck ist imposant.. So laut uns nach dem Kaiserdimm ziehen— es lohnt sich.., Oerniaula: ...auch der kritischste Besucher wird den Schöpfern der diesjährigen Berliner Sommer- b bau bestätigen müssen, dass die Ausstellung hervorragend gelangen ist...; sie bietet in allen ihren Einzelheiten etwas ganz Aussergewöhnliche- Nachtausgabe: ... das ist die Wundermelodie der Technik, die durch die Hallen braust;.. es ist ein äusserst lehrreiches Riesenwerk, das am Kaiserdamra letzt bereitsteht.., Nene Zelt: ... man muss es mit eigenen Augen gesehen habep.; Tempo: ... was in den nächsten 100 Tagen anf dem Gelände am Kalserdamm gezeigt wird, grenzt beinahe an das Wunderbare... Vorvart«: zahlreich sind die wer betr. ttmässig vorgeführten Betriebe.. Mustergültige Haus- bal tu ngs betriebe werden den Besuchern Belehrung und Anregung geben.. Vossische Zeitung: . die Messehallen worden vom Freitag an wieder das Zie1 von Massenwandernngen der Berliner Bevölkerung und t er Besucher von ausserhalb sein.. alles in allem, eine Aus- Stellung, die in Grösse, Form und Inhalt einen Rekord in der Geschichte der Berliner Messen darste'U Welt am Abend: ... architektonisch bedeutet die Ausstellung ein Meisterwerk. Eine imposante Behau, die dazu beitragen soll, Berlin als F emdenstadt ru heben. So viel gute und einstimmige Kritik kann nnr eine Wirkonar haben: Aile_ kommen! „4�»s und Waaser** Int lärlich va» 9 Uhr vorm. bin 8 Uhr »IxMidKgoöfliirt; Hoiinahend« uud Sfoimtaga vou 9 bis» 9 Uhr �"7� Nur in Originalpackung— niemals lese. Hersteller auch von Henko-Henkels Wasch- und Blelchsoda. Bitte, steifen Sie einmal fest, wieviel Eimer Wasser Ihr Wasck kessel enthält, wenn er gut zur Hälfte gefüllt ist, genau so, als wenn Sie die Waschlauge bereiten. Je nachdem, wieviel Eimer Sie ermitteln, nehmen Sie auffiiS Eimer � auf S-6 Eimer •55*30 Ufer Wasser■ 50-60 Liter Wasser i Paket Z Pakete oder 1 Doppel-. paket Verwenden Sie immer Persil in der vorgeschriebenen Menge I Bereiten Sie die Perstllösung kalt! Kochen Sie die Wäsche nur einmal eine Viertelstunde! Nr. 186* 46. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Gonniag, 21. April 192S privates Zigarettenmonopol. Ein Kapitel der verpaßten Gelegenheiten. In den letzten Wochen ist der sogenannten Krise der Zigarettenindustri« die endgültige Sanierung gefolgt, bei der sich in der Tat die Industrie kerngesund gemacht hat. Die Sanierung hat sich zwei verschiedener Mittel bedient. Das eine von ihnen war die Konzentration der Unternehmungen. Schon vor den letzten Zusammenschlüssen war es soweit gekommen, daß die beiden größten Konzerne der deutschen Zigaretienindustrie, Reemtsma und Neuerburg, zusammen soft zwei Drittel der Zigarettenerzeugung bei sich vereinigten. Rund zwanzig von den 33 Milliarden Zigaretten. die das deutsche Volk alljährlich raucht, wurden 1928 von diesen beiden Firmen geliefert, und zwar entfielen auf Reemtsma etwa 12 Milliarden, auf Neuerburg etwa 8 Milliarden Stück. Von diesen beiden Gruppen— zwischen denen schon seit langem gute Freund- schast besteht— hat jetzt der schon immer besonders expansions- freudige Reemtsmo-Konzern sich eine ganze Reih« weiterer Unter- nehmungen angegliedert, und zwar die folgenden Firmen mit einer Jahresproduktion von Massary........ rund 1400 Will. Stück Eckstein...... k t• 1200„. Problem liegt still Bulgarin.......,. 700.,' Waldorf-Astoria...... 1000., Batschari........, 600,, Insgesamt rund 5000 Mill Stück Die einzelnen vorstehend angegebenen Zahlen sind natürlich nur schätzungsweise zu verstehen, da uns exaktes und restlos zuverlässiges Material nicht vorliegt. Sie dürften jedoch ausreichen, um einen ungefähren Anhalt für den Umfang der jüngsten Konzen- trationsbewegung zu geben. Der Anteil von Reemtsma und Neuerburg an der deutschen ZigareUenindustrie ist mit ihr auf rund 75 Proz. gestiegen. Auf Reemtsma allein entfällt über die Hälft«. Wie weit die nach außen hin unabhängigen Firmen noch lebensfähig und wirklich unabhängig sind, ist nicht bekannt. Diese starke Konzentration in der Zigaretienindustrie entspricht an sich einer Entwicklung, die auch in anderen Ländern, vor allem in England und Amerika, eingetreten ist. In Deutschland ist sie durch eine finanzpolitische Maßnahme künstlich gefördert worden. Die Verordnung des Reichsfinanzministeriums vom Jahre 1927, die bis zu der Abänderung des Tabak- steuergesetzes vom Jahre 1928(die dann noch zu einer Ver- kürzung der Stundungsfristen füx die Steuerzahlungen der Zigarettenindustrie führten), ohne ausreichende Rechtsgrundloge in Kraft war, war den kleineren und mittleren Firmen«in Hemmschuh für die Ausdehnung ihres Absatzes, während für die großen Firmen die Vorschriften der Verordnung, durch die bekanntlich die Handels- spann« und die Reklamekosten eingeschränkt werden sollten, keine Rolle spieste. Von dem Schlag, den diese Verordnung der mitt- leren Industrie versetzte, hat sie sich nie recht erholen können, zumal sie auch von der... Verkürzung der Skeuerstuudungsfristea weit härter betroffen wurde als die großen Firmen. Für diese fiel außerdem entscheidend ihr« selbständige Stellung im Tabokeinkauf ins Gewicht, die wohl im Laufe der Zell auch ohne künstliche Maßnahmen des Reichsfiskus zu chrer jetzigen Machtposition den Weg gebahnt hätte. Die ungünstige Lage der anderen Zigarettenunternehmungen mar zu einem Teil auch darin begründet, daß ein Versuch, die Industrie gegenüber dem Handel zu kartellieren, gescheiten war. Die großen Firmen benutzten ihre Machtstellung zu einem scharfen Preisdruck und sorgten bei den kleineren Unternehmen schon für die notwendige Bereitwilligkeit, sich an den Reemtsma-Konzern zu»er. taufen, als dieser in den letzten Wochen und Monaten an sie heran- trat, zumal anscheinend für die Unternehmungen Preis« gezahlt wurden, die, gemessen an den in ihnen steckenden Werten, den Be- sitzern günstig erscheinen mußten. Diese Preise konnte der Konzern darum ohne Gefahr anlegen, weil er hoffen konnte, aus der Grundlage der erweiterten Macht- stellung zusammen mit Neuerburg die wenigen selbständig ver- bleibenden Unternehmungen, zu einer Kartellvereinbarung zu bringen, die den Reingewinn und damit auch den Verl der Zigarellenlndustrie gewaltig erhöhen sollte. Sie ist zusiandegekommen und hat zu einer Erhöhung der Zigarette»preise für den Kleinhoichel geführt, die im Durchschnitt wohl mindestens 2,50 M. je tausend Stück beträgt. Dies bedeutet eine Mehreinnahme der Zigorettenindustrie von jährlich rund 80 Millionen Mark. Um dies« Zahl zu würdigen, muß man sich vergegenwärtigen. daß man das Anlagekapital der Zigarettenindustrie mit etwa 150 Millionen Mark schwerlich zu niedrig geschätzt Hot. Hinzutritt der Wert der Zigarettenmarken, die ja durch systematisch« Reklame entwickell werden mußten und von denen jede das Ergebnis erheb- licher Kapitalaufwendungen ist. Man darf vielleicht den Wert der Z i g a r e t t e n m a r k« n, wie er sich vor der neuesten Konzentration und Kartellbildung darstellt«, auf etwa den gleichen Betrag wie das Anlagekapital schätzen. M.EJFwii'ag-S TOFFE JKLav. £- äU ��chÄnclen. Jä&üiru, X V* . B** JÜM SSfAULietieA Molkernnarkl Nsf4< Oi/rr/jfnfon Für 300 Millionen Mark wäre vor der neuen Aera voraussichtlich die ganze deutsche Figoreitenindustrie zu kaufen gewesen. Für etwa 120 Millionen Mark hätte Reemtsma, für etwa 70 Millionen Mark Neuerburg gekauft werden können. Die 80 Millionen jährlicher Mehreinnahme entsprechen selbst unter Zugrundelegung des hohen Zinssatzes von 9 Proz. einem Kapitalwert von rund 900 Millionen Mark. Durch die Kartellierung, die mit der Konzen- tration der Unternehmungen verbunden war, hat sich der Wert der Zigarettenindustrie also vervierfacht. Daß in Erwartung dieser Reingewinn- und Wertsteigerung der Reemtsma-Konzern bereit war, für die von ihm aufgenommenen Unternehmungen gute Preise zu zahlen, ist also erklärlich. Diese Wertsteigerung der Zigaretteninduftrie konnte auf Kosten des Handels und der Verbraucher erziell werden. Die Derbraucher müssen jetzt die schöne Zeit dahin schwinden sehen, in der „fast alle Alarkenzigarelten mit 20 proz. Rabattgekauft werden konnten. Der Handel sieht sein« Gewinnspanne verkürzt. Bei diesem Vorgang hat aber noch ein Dritter verloren. Dieser Dritte ist das Deutsche Reich. Nach dem Vorbild zahlreicher anderer Länder hätte Deutschland wohl schon lange zur Einführung eines staatlichen Zigarettenmonopols schreiten können. Aber der Widerstand der Interessenten hat es immer verhindert. Ein solches Zigarettenmonopol hätte mühelos die 300 Millionen Mark, die zur Abfindung der jetzigen Besitzer der Fabriken erforderlich gewesen wären, aufgebracht, und hätte es auch nur den gleichen Ertrag wie das private Monopol im ersten Jahre seines Bestehens erzielt, neben der Verzinsung des aufgewandten Abfindungsbetrages(300 Millionen Mark) diesen selbst in voller Höhe im Lauf« von knapp 5 Iahren amortisieren und danach all- jährlich einen zusätzlichen Ertrag von mindestens 80 Millionen Mark bringen können. Dos wäre«in glänzendes Geschäft für das Reich gewesen, das die kurzsichfigen Jnteresienten vor allem des Tabak- warenhandels. die jetzt den Druck des Privatmonopols zu spüren bekommen, immer bekämpft haben. Sie haben sein Zu- stondekommen mit dem Erfolg verhindert, daß sich die für die Ein- führung eines Zigorettenmonopols erforderliche Abfindung der Industrie vervierfacht hat. Ob dieser Betrag jemals auf- gebracht werden kann, ob es sich auch noch verlohnt, ihn aufzu- bringen, das ist eine Frage genauester Kalkulation. Aber der Kampf gegen das Zigarettenmonopol des Reiches hat zu dem Resultat eines privaten Zigaretteinnonopols und riesiger Monopolgewinne seiner Inhaber geführt. Das ist das wichtigste Ergebnis der jüngsten Vor- gänge in der Zigorettenindustrie. Der Reemtsma-Konzern, dessen Spitzengesellschaft bisher eine Aktiengesellschaft war, hat beschlossen, diese Aktiengesellschaft in«ine G. m. b. H. zu ver- wandeln. Wir nehmen an, daß dies geschehen ist, um nicht in den Bilanzen, die ja«ine Aktiengesellschaft im Unterschied von der G. m. b. H verössentlichen muß. die zuwachsenden Gewinne auch für die Oeffcntlichkeit allgemein erkennbar in Erscheinung treten zu lasten. Darin dürfte man ein kleines Symptom dafür erblicken dürfen, wie groß der Vorteil der Neuregelung der Zigarettenpreis« fit. Denn an sich verfügt gerade Reemtsma über die besten Möglichkeiten, seine Gewinne zu verstecken, da er den wirklich erzielten Gewinn ohne groß« Schwierigkeiten in die hol- ländische Gefellschaft, mit der er a»fs engst« verbunden ist, ver- schieben kann, um sie. so den Augen der deutschen Oesfentlichkeit und vor ollem des deutschen Steuerfiskus zu entziehen, der voraussichtlich auch auf dem Weg« über die Ertragssteuern wenig Nutzen von der Gesundung der deutschen Zigorettenindustrie haben wird. Entlasteter Arbeitsmarkt. Nie ersten fünf Wochen der Saifonbelebvng. Die Arboitslosigkeit in dem Bereich des Landesarbeitsamts Brandenburg, das die sogenannten Arbeftsprovinzen Groß- Berlin, Brandenburg und Grenzmark umfaßt, hafte in der d ritten F e b r u a r w o ch e mit 398 657 Arbeitslosen ihrenHöhepunkt erreicht. Bemerkenswert ist, daß die Höchstzahl der Arbeitsuchenden in Groß-Berlin allein 246 544 gegen 206 348 Arbeitsuchende im vorigen Jahr betrug, woraus hervorgeht, daß die Steigerung der Arbeitslosigkeft im vergangenen Winter in Berlin selbst sich nicht so sprunghaft vollzog wie im ganzen Reich gegenüber der Höchstarbeftslosigkeft im Winter 1927/28. Während sich in anderen Bezirken die Arbeitslosigkeit bereits in den ersten Märztagen verringerte, blieb sie im Bereich des Landesarbeitsamts Brandenburg von der dritten Februarwoche an bis zum 9. März nahezu unverändert und erst in der Woche vom 9. zum 17. März setzte die er st« große Entlastung ein. Allerdings hat sich erfreulicherweise die Entlastung in Berlin und Brandenburg in diesen fünf Wochen kräftig durchgesetzt. Sie betrug vom 9.— 16 8.... 19 041 Arbeitslos«--- 4,7 Proz „ 17—23.3.... 24873. 6.5. . 24.— 30.3.... 24731. 6.9, . 31.3—6.4.... 16653,--- 5.0. . 7.— 13 4.... 21 626.---- 6.9, Zasgesamt konnten also in den ersten fünf Wochen der Arühjnhrsbelebnng in Berlin und Brandenburg 107 224 Arbeitsuchende wieder in den Produktionsprozeß eingestellt und da» mit die Arbeilelosenzahl von 396 657 aus 291 433, also um 27 proz. gesenkt werden. In seinem le tz t« n Wochenbericht für die Berichtswoch« vom 8. bis 13. Aprft sagt das Landesarbeitsamt Brandenburg, daß die Entwicklung in den einzelnen Berufsgruppen gegenüber der Bor. woche kein wesentlich anderes Bild zeige. Der Stillstand im Abbau der T u ch i n d u st r i e, der in fast allen Bezirken er- tennbar war, veroient hervorgehoben.zu werden. Innerhalb des Landesarbeitsamtes Brandenburg verteilen sich die Arbeitsuchenden auf Berlin mit 205 048 und auf Brandenburg-Grcnz. mark mit 86 385 Personen. Die Zahl der Hauptunter- st ü tzu n g s« m p f ä n g e r in der Arbeitslosenversicherung betrug 189 042, in der Krisenunterstützung 25 214. Im einzelnen zeigt der Arbeitsmarkt folgendes Bild: In der Landwirtschaft war der Kräftebedarf auch in der Berichts- woche sehr stark. Da der großen Nachfrage nur ein unzureichen. des Angebot gegenüberstand, konnten die offenen Stellen nur teilweise besetzt werden. Auch durch die Einschaltung des zwischen- bezirNichen Ausgleiches ließen sich die gestellten Anforderungen nicht immer erfüllen. In der F o r st w i r t s ch a f t sind die Arbeiten in, vollem Umfange wieder aufgenommen. Gärtnereien und f Gartenbaubetriebe weisen überall günstige Unterbringungsmöglich- 1 Z ketten aus. Im Braunkohlenbergbau blieb die Beschästi-' i gung gut. Der Bedarf an Lokomotivführern, Abraumarbeitern und Verladearbeitern war nicht zu decken. Günstig blieben ferner die Verhältnisse in der Metallindustrie. Gießereibetriebe verlangten in verstärktem Maße Former, Kernmacher und Gießerei- arbeiter. Auch im allgemeinen Maschinenbau wurden zum erstenmal fest längerer Zeft Arbeitskräfte in stärkerem Maße angefordert. Die Lage in der Gubener Textil Industrie wird als sehr gut bezeichnet. Der bisherige Bedarf an Facharbestern bestand fort. Nicht so günstig. liegen die Verhältnisse in Kottbus. Dos Baugewerbe nahm nicht nur die in der Dorwoche Infoige des Witterungsrückschlages entlastenen Arbeitskräfte wieder auf, soiti>ern stellt« infolge Inangriffnahme von Neubauten auch einen erheblichen Teil neuer Arbeitskräfte ein. Kammgarn-Stöhr zahlt 20 proz. Nie Belegschaft hat das Nachsehen. Kurz vor Weihnachten hatte die Verwaltung des großen Kammgarnkonzerns Stöhr in Leipzig ihren Aktionären eine hübsche Weihnachtsüberraschung zugedacht. Sie erhiellen einmal bei der vorgenommenen Kapftalerhöhung hohe Sondergewinne infolge eines sehr günstigen Kaufpreises der jungen Aktien zuge- schanzt und zugleich wurde chnen ein« fette Extradividende auf Grund der amerikanischen Freigabegelder in Aussicht gestellt. Jetzt bei der BerSssenllichung des Jahresabschlusses zeigt sich, was die Direkfion für ihre Aktionäre übrig hat. Sie zahlt ihnen außer der lOprozentigen Dividende noch weitere 10 Proz., so daß die Gesamtausbeute der Herren Stöhr-Aktionäre«in- schließlich des Weihnachtsgeschenks sich auf weft mehr als.30 Proz. belaufen dürfte. Die miserabel entlohnten Belegschaften bekommen aber weder von den Dollarmillionen noch von den Betriebsgewinnen des letzten Jahres auch nur«inen Pfifferling in Gestalt besserer Löhne zu sehen. Sie sollen nach der Meinung der Leipziger Textil- Magnaten, die in der sozialen Reaktion immer in der ersten Reihe standen, zufrieden sein, daß die Unternehmer nicht Lohnkürzungen vornehmen. Die Auseinandersehvng M der NuhrK Die leidige Betveiskrafi der Zahlen. Die Bewegung der Zechenarbeiter an der Ruhr reist zur Eni- scheidung heran. Am Montag, dem 22. April, beginnen die Schlichtungsverhandlungen über den Lohnstreit l.des Ruhrbergbaus vor dem Schlichter von Westfalen, Dr. Brahn. In der Gesamtkalkul.ation des Verbandes der Dergbauindustriearbeiter, bezogen auf eine Tonne ab- satzfähige Kohle, ist für Dezember 1928 ein Gesamt- gewinn aus bergbaulicher Produktion, ohne Grubenabschreibun- gen, von 3,47 M. errechnet. Für Januar 1928 ergibt sich. wie auch die zweite Unternehmerdenkschrist offen zugibt, ein n o ch günstigeres Bild. Einmal zeigen die Erlöszahlen, wie aus der Umlageherabsetzung von 40 Pf. je Absatztönne zu schließen ist. eine Besterung um rund 3 Proz. Dos würde, ausgehend von einem Durchfchnfttserlös von 16 M.. eine Besserung von 48 Pf. bedeuten. Da außerdem im Januar eine Erhöhung des Schicht- förderantetls um 18 Kilogramm je Mann und Schicht auf 1240 Kilogramm, das find 32 Proz. mehr als 1913, ausgewiesen wird, wodurch eine Senkung des reinen Lohnanteils um 9 Pf. je Fördertonn«— 12 Pf. Arbeitskostenverminderung je Absatztonn« eintritt, ist dos Endergebnis der vorliegenden Gesamtkalkulation, das den Ge f a m t g« w i n n aus bergbaulicher Produktion ohne Grubenabschreibungen auf 3,47 M. berechnet, um 0,60 M. auf 4,07 M je absatzfähige Tonne zu erhöhen. Diese Berechnung stützt sich auf amtliche Ermittlungen. Ihr« \ WC&hA! Dr. Thompsons Seifenxulver zum Tinweichen Gzonil zum lochen WlZZlW ENVER ©RIENT Oft rfsc* Plc? .gen edcr ZIGARETTE Mechot»« ist eitwoanitfrei, ihre Zahlen sind richtig, wid richtige Zahle» müssen respektiert werden. Der Ruhrbergbau ist also keineswegs unrentabel: ein sehr kräftiges Lohn- Zugeständnis ist möglich. Was sagen die Börsen? Di« Berliner Börse, an der die ersten Rachrichten von dem Zusammenbruch der Pariser Verhandlungen wie«ine Bombe eingeschlagen hatten, hat sich am Sonnabend verhältnismäßig schnell wieder beruhigt. Während am Freitag im ersten Schreck die Kurse auf der ganzen Linie zwischen li) und 20 Proz. sanken, einige Papiere sogar weit über 20 Proz. verloren, setzte sich am Sonnabend zunächst eine gewisse Erholung durch. Stärkeres Angebot aus der Provinz rief zwar im Verlauf der Börse bei der Spekulation eine neue Nervosität hervor, jedoch konnte die Börse in verhAtnismähig fester Haltung abschließen. Bemerkenswert ist, daß trotz der schlechten Nachrichten aus. Pari» dl« deutschen Werte und die deutsche Daluto an der New- Uorter Börse in jeder Beziehung festlagen. Auch die Pariser Börse reagiert« aus das Fiasko der Sachoerständigenverhandlungen so gut wie gor nicht, und nur die Kurs« von festen Renten bröckelten «twas ab. Eine ventschrifl der Flugzeugindustrie. Die Gemeinschaft der Flugzeugindustrie, die vor einigen Tagen gegründet worden ist. Hot dem Perkehrsministerhim eine Denkschrift über di« Reorganisation der deutschen Luftfahrtindustrie zugeleitet. Di« Dar- ftellung greift zum Teil Gedanken auf, die schon seit langem in der sozialdemokratischen Presse porpagiert worden sind. So wird u. a. vorgeschlagen, den ganzen Luftverkehr auf die Basis der Post- und Frachtbeförderung umzustellen und ihm die aus- schließlich« Personenbeförderung zu nehmen. Aus diesem Gedanken heraus wird Veiter der Plan entwickelt, die Lufthansa dem Reichspostminlsterium zu unterstellen. Für die Luftfahrtindustrie wird die Bedeutung des Exports betont. Man scheint gewillt zu sein, hier endlich mit der eingefressenen Zersplitte« rimg aufzuräumen. So wird u. a. die Gründung eines Wirt» s ch a f t s i n st i t u t s empfohlen, das für die gesamte Industrie tätig sein soll, liätt« sich die Industrie schon, früher mit derartigen Plänen befreundet, so hätte sich die Entwicklung vielleicht anders vollzogen. Jetzt kommt es daraus an, daß wirtschaslich oussichts- reiche Ideen, die in der Denkschrift enthalten find, mit aller Energie verwirtiicht«erden. Pumpen- und Armoturengeschäsl gehl gut. Di« Hilpert- Armaturen A.> G. in Nürnberg konnte bei ständig gutem B«- »riebsstond im letzten Johr und bei beträchtlicher Umsatz- steigerung ihren Betriebsüberschuß um rund 50 Proz. aus rund ZKO OiX) Mark erhöhen. Der Reingewinn in chöhe von 0,2 Millionen ist durch hohe Sanderabschreibungen scharf gekürzt worden. Trotz« dem kann di« Dividende, die im letzten Jahr mit 6 Proz. aus. genommen wurde, für 192S auf 7 Pra.z. erhöht werden. Von dem Konjunkturrückgang ist die Gesellschaft noch nicht betroffen morden. Der Austragseingang vxir bisher noch so gut. daß die Betrieb« auf Monate hinaus voll beschäftigt sind. Reue llmsoßstelgerung bei horch. Die Horch-Automobtl- werke in Zwickau, die zu den wenigen rentablen deutschen Automobilfobriten gehören und in den letzten beiden Jahren s e acht Proz. Dividende bezahlt hoben, verzeichnen in den ersten Monaten des lausenden Geschäftsjahres«in« weitere bedeu- tende Steigerung des Umsatzes. Wie auf der General- Versammlung mitgeteilt wurde, hofft die Verwaltung, die Umsätze des Vorjahres, die auf 28 Millionen gestiegen waren, im Laufe diese, Jahres auf HS bis 49 Millionen ,z u erhöhen. Bei einem Aktienkapital von nur 5 Millionen würde dieser Umsatz also einem sieben- bis achtfachen Umschlag des Kapitals entsprechen. Großhandelsindex gesunken. Die ans den Stichtag des 17. April derechnete Großhan delsindcxzifscr des Statist!- � f ch e n R e i ch s a m t» ist gegenüber der Vorwoche um 0,4 Pro« �ent. von 137,4 aus 136,9(1913— 100) gesunken. Von den fyzuptgruppei, hat der Agrarindcr um 0.2' Prozent nachge! Während die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ziemlich erheblich um 0,8 Prozent zurückgingeii. blieb der industrielle Fertigwarenindex nahezu unverändert. Bei den Einzelgruppen der industriellen Fertigwaren hat sich die Indexziffer für Produktionsmittel unter dem Einfluß der vorausgegangenen Steige- rung des Kupferpreises leicht erhöht. Di« Gewinne im Baugewerbe. Die hoch und Tiefbau A.-G.. Breslau(huto), erzielte im letzten Jahr einen Reingewinn von 0,35 gegen 0;26 Millionen im Vorjahr. So kann aus das erhöhte Kapital eine von L auf 10 Proz. erhöhte Dividende gezahlt werden. ALLES •tefcntemgca ffr Mcfc nah« st»» •( t Ii a«» M,«»»eastr-h- 3, stet»«a»m SetMffdrttartat 2.$af, 2 Treppe» recht», ja richte». 4. Sielt Pre»Hl»a»r Brr«. Dirnsleg, 2Z. April, ISij Uhr. Stfcuug i>e, er w-it-rt-n.gi-isvotflandt-»it dr» B-jiristagsd«l«giert-» bei«lug. Dan- ?iger Str 71. 1«.»rei» Zchitabotf.«oflrnI»fe Sprechstelle itt aBtn W<>hlfabrt«ngeleg«». hciten bunt(Stnnffcn Bernard Zander, Zeh lrn darf, Snrn-Hedin-Str. 74. Donnerstags von 17— IS Uhr. �~ II. itrei» SchS»»bera. Dir Iungsojialislen vrranitalten am Dirnstag. 23. April, I»'. Uhr. im Kesellschaflshaus des Westens. Hauptstr. 00.«inen«erd». «de»». Dir bitten die Genossinnrn und(hrnossen um rrge«etcillgung. U. Steil Scho-rbrig. Mittwoch, 24. April, 17 V, Uhr, Fraktionsfltzung mit drn yliraerbrvuiiertrn im neurn Ztatbau«. Zimmer 144, tb.«»««, Weih«»!»«. Ronlag, 22. April, Uhr. Zraktl-nsfihuii, im Zimmer ZI des Rathauses, w__,_, 19. Attia P»»!»» 9Ksni(g. 22.«pril. t» JU», Arri»brtegi-rte»»rrI°m«I»»g ,» XätlifAt» Zeit Ba»«»>»,»--it« Str. 44, Berich,»,» der straktio». .. Montag. 22, April, lb'i Uhr, �raktionsfitmng mit de» Bstrgrrdrpu- tirrte» Im Raihau,. Pankow, Zimmer 17. 20. Ami, Rei»>cke»»»ri.»itt»»»«. ,4.«»ril. 2» Uhr. i» Mal»•» .---- Str. 3», «««»trat erbe»er»»stalt»»« Dienetaa, 23.«prU. t»»er Amt« (»ah« Sichhorastrah«), mewe» dir«e- dar», ,» beteilige». heul«. Sonntag. 21. April: ti. Abt. AI,«enoffinne» an»«enoffe» tressr»»ch heut» aarmitwg»'.i Uhr bei Sondow. tzlenabuiger Str. 3,>ur VorwSrts.Agitativn. 34. Abt. Die Be,irk,NU,rer holen hrute vormittag von«oldschmidt. Storpische Sirah« Ä, wichlige» Material ab. Sämtliche Bejlrkofhhrer habe» tM er- 32.«bt. sthawabeah her»arteliabil»«« ta bea«ahreao.Festsllra.»ab«««. st«», it. Begiaa de» Frier 4» Ubr.«iatritt iatl. T»a, an»«teaex ».M SS., Aiabn 0.1* ist Die»raoffiaaea aa»«eaatzea merbea gebrir». ' restl», die SeraafUItaag ja tesachea. Morgen. Montag. 22. ilprll: lb. Steh SlpenU. P»»«N S, Uhr»ichtig« A-ei.»orst»-b«iih»»g i» ASpenich an ber bekannten Stell-. Belonb«» Einladung«» ergehe» nicht.. 47. steri. Sichte» berg. Bejirkoverardnetr! ssraktionosthung, 13 Uhr, im Rat. hau», Zimmer 33. 24. Abt. Di« Zunkiionärsthung fällt beut» au,. �... 22.«b« 30 Uhr»et Burg. Prenjlauer Allee 43,.»ichtig- �Funiti-närsthung. Die BeZiicksfiNirer laden zu dem Aadlabend am Mittwoch, X. Apml, ein. 42. Abt. Ab S> Uhr«brechnung der Bejiriefilhrer dei Koehrte. Bergmann- 43.«d� tbk Uhr bei Sommer, Wiener Sit. 2e, Sitzung de« Abteilung»»»» stände, mit den Druppenflthrer» und den i» de» Sruppe» gernrldeten «es, reuten,«eaosse». die bereit find, al» R-f-r-nt»n in de» Sruppenoer. sammlunge» ,u fungieren, find freundlichst eingeladen. w.«bt. Eharlotirnbarg. 20 Uhr bei Liers», Aantstr.«2, Funkttonarnbnng. 33.«bt.»»-t-»h»,f. 20 Uhr bei Rirndors. ChauNcestr. I». Funktionitrsttzung. Dienstag. 23. April: ». Abt. T-»p«lh»f. 30 Uhr Mitgli-deroerfammwng bei Pinger. vorfstr, A. Borivag:»Praktische Wirtschaftstragen". R-f, SÜrt fteui'g, SS. b. R. Mikkwoch. 24 April: z.«bt«>.; Uhi ta«aal I de,»-a-»Ifch«ft�a»s».«W>«l»f« Mss' qliedeeoersgmmlnag.«ort»», de, cheaefse» The»«emt Se»!-Di«. ONaa- s-..-.d». bra«n...lb.t-.�«� treichaag I Räch I »fikolische» bea«»rtrag gesellig» B-Isgamrasei» D»rbieta»ge». Siati !,» tritt frei.»SV« Porrelladilgre»ab Uederr ZaU-agrapp».Fritz Wille". mit gesangliche»»ab masllglis miOtommcit 34.«bt. Di- sittgli-derv-rsammlung am z«, April fällt au». SS.»t J8H Uhr im Frantfurlrr chof. Zrankmrt-r»ll-e n». Mitglilder. Versammlung. Bortrag:»AuÄda» der So,ialvolltlk", Ref. Bernhard SSrin«. Tie«.»i-t.fiih-., lab.».iasttmall im di«'"««�»»»laag 53 Abt Eharlatteabar» ttz'z Uhr im Lokal»Zum Raßbaua" la AlHeas«. •«iita«ich.» SSllaiiebciacriaaalaaa. eiWI**�*n Itt Eruofie» Fr»a» Zosef Zartagags», tzber:»Zabiea. stiatritt frei.«ta. gefihrtr»äste habea Zutritt. Frauen Veranstaltungen. 2. Ar»«» Tiergorte». Montag. 22. April. t»'4 Uhr. hei Rachtig«». Beuffrl. strah« 32. Berlrag:»Reform be« Eherechtes." Referent: Rechtsanwalt Dr. S. Aatzmann., Frauenveraustaltungen am Moalag. 22. April: t. Abt. 20 Uhr bri colcfl-l,«ckeritr. 1(am Aoppenplah). Bortrag:»vir Krau im Erwerbsl-beii/ Referent: Mario Aunert. SR. d, R 2.«. 3.»bt. ,»>-! Uhr im Saal 3 de» G-wertschaftohau,«� Engeluser Bar- trag:.Aameradschaft in der Familie." Referent: Dr. Judith �ZOnseld. ». Abt 20 Uhr bei Dobrohlaw, Swinemllnder Str. 41. Lortrag:.Die Reform de» Eherechte»." Referent: Eis« Scheillenhuder..« 43, Abt. 20 Uhr bei Leuschner. Alterst«. 110. Bortrag: �>er Reich�auahall." Rrf«r-nt: Mathilde Wurm, M, d. R._. 24.«bt 20 Uhr bei Win, er, Winostr. 42.«ort»»«:»DI- Xma bat atnta Generation." Referent: Aatbe Aer».,. �...—.. 24.«bt. 3.»ruppe bei Aählor. Sreifowalbei Strade sam Bahnbos SLeiZenseel. «ortrag:.Da» Recht b-, unehelichen«inde«,' Referent: Aerta Satthelf. is. mit. 20 Uhr hei»aronski. Pasteurstr.«.»ortrag:„Di- Stellung ber Arbelterwohlfahrt ,ur öffentlichen Wohlfahrt, pflege." Referent: Erna Aresfe. Die Genossen sind ebenfall, elngelaben. ».«bt 20 Uhr bei»lug.«an,Ig-r Sir. 71.»ortrag:.Bolkibninor im Alastg«. kämpf." Ref-reni: Hanns H. Aamm. 30.«bt lOfz Uhr llei Pohst. Siargarder. Elke Lnchener Str. US. Bortrag: „Warum glauben wir nicht?" Referent: Genosse Lohmavn. 33.«bt Montag, 22. April: B-sschtigung der Erotzstedlung. Britz unter fach. M kundiger Führung. Zreffvunti 40 Uhr Kochbahnhof Warschauer Brück«. *35.«bt 19 V4 Uhr bei Otto. Rigacr Str. 85. Vortrag:.Unser Schul» rogramm." Referent: Etabtnerordneter Wovwod. 4«.«dt. 20 Ubr bei Böttcher. Hagelberger Str. 9.«ortrag: Jäilr, Braun, Leben und Wirken." Referent: Margarete Schenkalawskn. 42. Slbt Unser iZrauenobenb findet wegen be, Zntrrnationalea xrauent-ge, erst am 29. April statt.__..,__ 43. Abt. 19H Uhr Sei Arep». Planus« 75,73. Bortrag: Lustig»,«i» All- Berlin," Aeserent: Seine Barthel. 37.«bt Cbatlotttabatg, Unser Fiauenabeub am 22. April fällt wegen ha» / KLEINSTE RATEN OHNE ANZAHLUNG EN DCR GEWEßklCHACTEN Lindcar-Falirradwerke 4.-0.. Berlln-Llcbtenrade Niedorlaoen mit Reparaturweekstiltto in Berlin: Of. Prankfurtor Sir.«H Oranianslr. 197. 32.«bt«teglltz. 20 Uhr im Steglitzer B-r-inshau,.«itt-Istr. 1%»ortrag: �da� deutsche Bolk,lt«d". mit Erläuterungen»m Alavier. Referent: tu. Abt.�Obersthineaei»«. l»'i Uhr in der �xchill-rgl-cko". Obrrschöneweib». Schillrrvromenade, Bortrag, Referent: Dr. Leon, «33 Abt. Riede rfchoaeaeib«. l»V> Uhr in ber.Brückenklause", Brückenftr. 4». Lichtbildervortrag:„Vom Iabrmarit des Lebens leine Satire de, Alltag»). Referent: Genosse Airnbanw. 403.«bt Zohanniathal. 20 Uhr im Lokal.Einsiedler". Bortrag: Weitere» ans der schönen Literatur," Referent: Genosse Henry Reiff. Abt. 440« Witteaan. SO Uhr Im Lokal G»ul, am Bahnhof Wittenau Bortrag: »Da, Steckt auf Sstutterschaft." Aeferen!: Dr. Aöthe tzrankenthal. Zrauenveranstaltungen am Dienstag. 23. April: 47.«bt 1047; Ubr in der Schule Waldemarltr. 77 Bortrag:»Da» Recht be» unedelicheu Ainbe«." Referent: Else ücheibenhuber. «chaelottrnbnrg. 32.«bt 20 Ubr bei Bad«..staiierin-Augnstg-All-e 52. Bor- trag:„Lila Braun» Lebe» unb Wirken." Referent: Margaret- Schenta- towsk».— 53. Abt. 40>b Uhr bei Schutz. Kallstr. 99. Bortrag:.Unser GerickiiSwesen." Referent: Landgerichisrat Ruhen.— 53. Abt 19'� Uhr ffei Lterslh. Aantstr. 02. Bortrag:.Eherefvrm," Referent: H. Michaeli«,.. 73,«dt Schöaeberg. 19>-, Uhr hei Rarho, Print-Georg-,. Eck« Zeurigstrahe. Vortrag:.Di, Frau im Berfassungsrecht,", Referent: Aur» Aietzmann, U3.«bt striebrichosekd». 19'? Uhr det Aottke, Eapriviltratze. Ecke Prihzenallee. Bortrag:«Lustig-, au, Alt-Berlin." R-icr-ni: Seing Bartbel. 137. Abt Relatckeadors-Vest. 404? Uhr im„BolkShau,". Scharnweb-rftr. 144, Bortrag:.Dt« soeial- unh politisch- St-llung der Zrou in B-rgong-nh-it unh Gegenwart." Referent: Dr. Dora Fahian. Irauenoeraastaltnllgea am Miittvoch. 24. April: 33.«bt.«hgrlatteabuea. t94h Uhr im Sitzungssaal, Rankestr. 4, 3 Tr.. Bar» trag:.Die Lag» de» Arbeitsmorrte,." Reserentin: Ellcu Beidler. 3t Abt Lgakmitz. 20 Uhr bei Lehmann, Agiser-Wilhelm-Str. 29—81: unb Zteferent werden am Dienatog Itekonnigegrben. 34. Abi. Reakölln. D-r skraurn abend stillt dielen Monat au,. Dafür findet am Mittwoch. 24.«vril, ein- Besichtigung d-r Aonnimgenossens Lichtondeeg statt Dr-ffpunt» 8>7 Uhe am Bahnhof Hermannftrasi-. Abt«gumlchaleuiveg, 19ZH Udr bei Hiß,»aumschutonstr. 72.«ortrag: .Der Aampf um die weltlich« Schule." Referent: Lehrer Han» Aunstmann. ....."■■""— i. r 439 am Mittwoch. 24. April, eiste Besichrtgung der AonstiMgenossenschaft tn «WMMWWWMMWWWM �___ I______________|___ TW..... �,__________________ «bt Ableeadot, 194b übt« Lokal wird am Dien»tag bekanntgegeben�, Bor- trag:„Arbeiterschast und Aitcke." Referent: Ernst Ode rüder «bt Bieabaef. JO Ubr bei Pornth, Maroabner Str. 34. Bortrag:.Di» DroMeme bor Duberkulosebekämpfgng." Ref.: Senossi» Dr. Pngodowfti. 133.«bt m. Araneaverallfialwngell am Donnerstag, 29. April: � •t«bt Haleafee. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Bortrag:.Die Krau im Erwerbsleben." Rcscrcnl: Ellen Beidler..... 12t«bt Aaalobotf. 20 Uhr bei Hüdner. Wilhelm-, Ecke B-hnh-fftrah-, B-r. trag:.Rationalisierung des Haushaltes," Ref-reni: Anna Sener. 444. Abt. Rofeuthal. I0'.> Uhr dei Soffmann. Edelweihstr. ö. Vortrag: fugend in Rot." Referent: Di. Hilde Wegicheider. vezirksausschuh für Arbeiierwohlsahri. Die Oelf«««»d Helferi»ae« der AA. besuchen den Bartrsg des Geissen Dr. Otto Lnnd»t,era:..Kamps im modernes-Straf recht", aat Sonncbeirb. 27. April. IdU Uhr. im großen Saal des ehemaligen Herrenhauses, Leipz'gcr Straße 3. Der Eintrittspreis betrüg! 0,-�» M.... Achtung! Kreisleitersinnen). die Statistischen Merkblätter könne» abgeholt »erde» i» Sekretariat Lludeaftr. 3. n. Hof. 2 T?P. � Z. Äwia Gedding. Fachgruppe Soziale Serichtshilfe. Sitzung am Donners- tag. 23. April) lS Uhr, Ledigenheim Schönstedtsir. 1, V. Stock. Tagesordnung: 1. Derich: über die letzte Sitzung. 2. Aussprache über die praktische Arbeit. 3, Verschiedenes.— Fachgruppe Zngendwohlfahrt. De? Aktenaustaulch findet jetzt wieder regelmäßig jeden Dienstag statt. Die Abteilungsleiter der Arbeiter- wohlrahrt erhalten die Akten zur Verteilung an die Helfer durch die Fach- gruppen zugestellt. Die Helfer werden gebeten, die Akten schnellstens dem Abteilungsleiter na6) Erledigung zurückzugeben.— Die am 21. April geplante Vefichtigung de« Alteraheims. Schulftr. 97— W. ist an einem Sonntag nicht gestattet. Sie finde: am Sonnabend, dem 11. Mai. statt. Zuaqfozlalisten. Achtaag! Am Montag, 22. April, tbefastarranstaltaaq. Genosse A. Henke, M. d. St.. spricht über.Parlamentariama» und So,iotd-w»kr-t>«", ta ber Hochschale für Politik. Schlalclplotz 3. am l»1; Uhr. Ebeudort Grnpp-nkoas-. rea, am I8u Uhr taatzerorbentlichet Jede Grapve eatseahet ,a>«i Bertreter. Gruppe Schöaeberg. Dienstag, 23. April, JO'-i Uhr, im Gesellschaitshaus he» Wctirn», Hauptstr. 30,»erbelaabgebaag. Rezitationen. Musik. Ansprachen: Georg Wcndt, M, b, R. und Dr. Ott» ssriedländer, Gäste herzlichst w ll. kommen. All« Parteigenossen sind eingeladtn, Eintritt frei. Gruppe Tempelhof and Süden. Di« Mitglieder der beiden Gruppen werd-n aufgefordert, sich restlos an der Eesamtneranstaltung am Montag. S. April, tu hetelligen. SSerbebegirk vstra. Wir beteiligen NN, gm Moniag. 22. April, r-si'v, an der Gesomtveranstaltung. Arbeilsgemeioschas« der kindersreunde, vroß-kberlia. 4. Mai Ainberfreunb-maisei-r 41 Uhr im Rereeh-S-Palast. Zieukölln, Hermann. Ecke Zi-tenstroß- sll.Bahn Boddinstrohel, Propagier: d'e Befreiung oom Schulunterricht!— Maiflugblättor. Autdermaigritungen. Ausgabt an hie Areisc am Wontag. 22, April, von 18—40 Uhr. in ber Geschäft:- stelle, jetzt Zimmet 41. Kelserschnlung. Di« Aursusleiter müssen Bericht über Verlauf nnb Ergeh. nt» dcr Autfo osoen. Rundschreiben in nächster.Zell. Atel« Tiergärten. Dienstag, 23. April, findet unser Filmabend statt. Zur Ausführung gelangen der»Rat« Falken»", der„Ucderleefilm",„Dr. Doltttlc, Afrikareise" und der„Festumoug vom 21. Oktoorr>323", 4. Borstellung ksir Sinder>7 Uhr, Eintritt 20 Pf,. 2. Borstellung für Erwachsene 20 Uhr. Sin- tritt 40 Pf, Arei, Sät äste Heeg, Heim Hauptstr. 1,4. Zuaafallea-Geweiaschast 1. Die»-. tag, 23, April, Spielen, Freitag. 30. April, Aindervollversammlung. Aiilen. Di-notag. 23, April, Zeichnen. Freiiag. 30. April, Aindervollveriaimnlung, Ar«,» fficfcbtng. Areishelferversammlung Donnerstag. 25. April. 20 Uhr. im Leiigenhetm Brunnenplatz, Genosse Weitz sprickst über �tinderfreunde und wektlichr Schule", 2. Zeltlager und Frriensahrt. 5. Areisangelegrnheilen. In der Aula, Grllnthaler Str. 5, findet am Sonntag. 21, April. 17 Uhr, eine Filmveranstaltung der Ainderfreunde Retnickendorf statt. Es laufen di- Filme „Rote Fallen" und„Uedersee". Eintritt für Ewachs-ne>0 Pf. und für Ainder 20 Pf. Are!» SSitt«. Areiohelfersitzung am Montag. L. April, z> Uhr, im Heim Zehdenicker Str. 24-23. Arei» Sharlottenbarg. Rotfalken, Iungfalkrn, Restfalkrn. ihr mützl In biefer Woche alle eure Heimabende besuchen, da Besprechung de, Maifeier, Arei» Rrinickendorf. Heute. 47 Uhr, Fi4mveranstaltung d-r Gruppe R-i> nickendors-Oft in ber Aula Grünihalcr Straße fBabstraße), Reger Besuch erbeten. Helseakarfa» Mitte aab Rordoft. Achtaag! vi» tresfea aa» aicht gm Doa- saabera bemita gm Mittwoch, dem 2t April, a» 2» Ah«, rar Bar- sprechaag aaferer Fahr« im Hei« Laababerger Str. 53.— Seminar aab Heller, bit am Zcltlooer teilarharea. treffe* sich am®»aaMa*«g. 25.«»ril, 20 Uhr. Im R-tb-aa»ealalla.. Arei» Areuzherg Alle Rote Falken über 14 Jahre werden geschlossen zur SAI. ÜhergeMhrr am Montag, 22. April. 19'« Uhr. im Zug-ndh-im Borck. stratze 44, Anschließend kleine Feier. Ami, Areazberg. Gruppe Bergarnnastrah« aab Gruppe Südwest Wir treffen un» hrute Sonntag, 21. April, lur Fahrt nach den Kosener Bergen. pünktlich 9 Uhr. Ecke Belle-Alliance-Straße und Porckstraße, 50 Pf, und Trink- topf nicht vergessen. Ü Arn» Ktania. Heut« fiaania«, 71. April, 43 Uhr. im s-olbaa AS Z Bergftr. 147.»rrbeveroastaltnag, Musik,»«sang. Tin»,. Spreche»»«, l?. All«»ltrrn»ad Slartelgenossea sind baza eiag-laden. Eiatritt frei. gj W______- 0 Arei» Reakölln. Morgen, Man!ag, 17 Uhr. Falkenratositzung im Heinl Treptower Str, 93—03, Arei» Feiebrichahgia. Montag, 22. April, Z0 Uhr, Elternversammlung in Schmidt, Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36«. Geburtslage. Jubiläen usw. 32. Abt. Steglitz, Uafeve« Geaossea Wilhelm Aaapp« aab seiae, Gattla. Breite Straße 77, 9. Bezirk. Ugchträglich die herzlichstea Glückwansch, zur SUberhackzcit 34. Abt. l Laakmitz. Unserem liebe» laagjührigea Geaassea Agrl Hartwig, AaiIee.Wilhelm.Stt 33, za(einem heatigea 70.»ebaetatäg« bie heezltchsten GUlckwüailtx. Wie hasse» aab wänschea. aaicrea altep Aäarpea aach recht lange ala Mitstreiter la aasrrea Reihen»a fittdea. *3. Abt. ReaI3lla. Unserem Genossen Feie Reiseck, Sticharbste. 71,«a s einem •o.«3 4,3. i"t33»M3»3,.*ai» sttvut ITC1» in vi si-». iaveu�a vjr|t»4, A» svineui heatigea 30. Gebartatag« die herzlichsten Slückmüasche. Seit 33 Zaheea gehört ee bee Partei aa aab noch länger dem Deatichea Kolzarberteraerbanb. Möge et aa» noch reche lang» al» Mitlämptoe erhalten bleiben. j Sterbetafel der Groß-Berliner Partei«Organisation 43. Abt Unser alter Genosse Aarl Raasch, Gitlchinee Str. t ist avi 47. April verstorden. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Montag, 22. April. 43>4 Uhr, im Arematorium Staumschulenweg. 74. Abt geblenbors. Am 16. April ist un» uns« Genosse Otto Zäckel. Rt! hearündcr der Ortchzruppe und spaterer Semeindeoertreter durch den Tod«nr. rissen. Wir werden ihm ein ehrende» Andenken bewahren. Ernälcherung am Rontag. 22. April, 44 Uhr, im Arematorium Wilmeradorf. EineFrcundin fürs leben SINGER Ndhmoschmc Weitestgehende ZahhingseHeichterungen, Mäßige Monatsraten. SWÖER NÄHMASCHINEN ACTENGESEllSCHAFT Singer Läden überall SHeche � as» zk° S-dl. y yyj ,chnteiVeißen Gansedaunen.*W Gescblittan« 0-90, strupfi« 080, O'PO I Kliagn, gefüllt... 4' 10. 370, 2 4» PorioM Wbiü. qtrupit od. goachllsssn 3 30. l'UO I Untorlwtt, gefüllt.. 9 80. 870..15 S l're:».. nm: gr.tt. P&unen.......... 5*ÖU I Oberoott, gefüllt.» II'40, 9'35, 6*95 Belttedcrnreinif ung bt! Etakant von M. 20-— für einen Stand gratla. BERUH! Kottüuier Damm 88 und RosenttialaretraSo 8 U SozjalifiischeArbejterjugeudGr.-Verlin ®nftnb»Baen fir diese JtnirK nur•< 3ujenbfetrri«rl« 25erlin 6368, XhibenjiraJ; 3 B«eicht»b»gi»«sk Mai Pengeamw« fteken»cch an«: Achtung,»itglieker de,«ingteeis«! Wir Helsen im Programm unsere» Maljugendlage» am'J. Ma; in Bmeselona ausgestalten. Slatmat darum Margen, iviantag, pünktlich 19«; Ufjr, alle zur Ucbungsstundc. sHeim Lindeuslr, Z.) Heuje. Sonntag. 21. April: »iillnischee Park: Hei« Landsberger Etr. DO. Heimabend. sAchtung. wir tagen jeut auch Dienstags im Heim Baisensir. 18!)— Wöethce Plag:?ahrt. Trcstpuntr 7'a Uhr Bahnizos Schönhauser Allee.— Tempelhos: Lnzeum 6er. Helm Li» datier»trage. Heimabend. Wcrbebezirl Prenzlauer Peeg: Rur Ntr Prenzlauer Perg: Spech-iiarpraba Jfl'i Uhr Echönfließer Str. 7. Anschließend Heimabetch. Ritgliedsducher mit» bringen. Weebebezirl»reuzberg:}0 Uhr Lprechchvrprnbe fllt die Maifeier der Par. tei im Heim Wassertarstr. 7. Sämtliche tbeiutssen müssen sich beteilizen. W-rbebezirl Schönebera: Wollstanzseft gemeinsam mit den Linder srerniden und Ratursreunden im Festsaal des Ralhauie» Friedenau. Beginn lg Uhr. Unkostenbeitrag KV Ps. Freunde der Jugend sind als Säfte willkommen. W-rbebezirl Lichtenberg: Heim Suntersrr. 14. tVi Uhr. Bunter und luftiger Abend. Morgen. Montag. 22. April: Hrnisii: Heim Bochum ex£tr. 81). Vortrag:„Eine Urlaubsfahrt. nach Bayern".— Faltplatz l: Heim£onnenburger Str. Ä). �ZMtu»gs!es«n.'— Faltplatz 11: Seim Sonnendurger Str. 20. Vortrag: Soziales Wandern". Pankow III: Heim Görschstx. 14. Lustige Landstreichergeschichten. Werbebezirt Neukölln: Wanderleilcrznsammenkunft im Heim Lohnst?. 1-i. Besprechung üb er Wien fahrt. Werbebezirk Lichtenberg: Die Generalprobe Mr„Spielmanns Schuld" fin- det umständehalber erst Dienstag, W. April, in der Packaue statt. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Dienstag, 2:�. April. Dichterabend mit der Genossin Prof. Anna Siemsen in der Aula des Bezirksamts Prenzlauer Vera. Danzigcr Str. ß4. Alle anderen Veranstaltungen fallen aus. Die Partei genolfinnen und-genosien sind herzlich cinoeladen. TGG. Arcuzberg: Mittwoch, 2A. April, 18—101� Uhr, im Heim Wapertor» straße 7, Werbebesprechung. Alle Schüler müssen erscheinen. Zn der Zeit oom 19. Mai bis 23. Znui finden in Berlin Festspiele mit BismarSstreße. ein mehrtägiges Gaftpiel absolvieren, für das heroanagende Künstler gewonnen sind. Die Voranmeldungen Mr Sintritt�arten werden schon jetzt in der Theaterkasse Wertheim und ihren sämtlichen Filialen angenommen. Aünstlich« Angen. Vertreter der Firma F. Ad. Müller Söhne, Wies- baden, werden demnächst in Berlin ariwefend fein, um künstliche Augen in An« Wesenheit der Patienten nach der Natur anzufertigen und einzupassen. Näheres stehe Inserat. UMMMZMiIllMlltilWIili. Einladung zur ordcntl. Ausichußschuna an» vlenslag. den» 30. April ISIS, abends:> Uhr, im Lalscnlokai, Sranln-. ftmßr 138. Tagrsarbnung. I. Abnahme her Iahrr-rrchnung für das Jahr 1928. 2. Brrich! des Rrchnungsausschusses. 2 Bk- ichlußkallung grniäß z 76 i>rr Satzung 1.«trftbUdfnts. Einiadangssiaric dirnt als Ausweis. Prrlin. den 2l. April 1929. Oer vsrsenns. .H. Räsrner, Porsitzender. Berlin N 24 Slfisscr Str. 37 «CA, Ortnltnburg. Tor\ Branncnstr. 33 »»/>» InnlldenstraBa für guten Möbelkauf „VRIHA" Bin»••"Vto.T/a'ri" Prelfe, 0a�ia�rgeadsgüasdsBer'' dleauvg fad airgeaaf* �r�"hZ ZMll MMMMM Blontag. t>«n 22. JlprU. akds. T Ahr, in Socfccs A«ftfäi«n, Zuhsber SUfc. TDcbccffc. II Brancftenversammiung der schmiede an» den droh-, Mittel�, Fuhrwerks-, hraacrcl-, Innung»., Schrauben, und Nlelenbe Irleben towlc»Imtltcfae der Sdhnaiedebrandsc«ngetdJoaaenen KamaacricarbeUer. Tagesordnung: t. Bortraa: Dir Znralid-nversicherung im DML. 2. Branchenanaelezrnheiten. Zahlreicher Besuch wird erwnrtnt. 7llikt«»och.»an 24. April. nnchn». 5»Hr. im„HofcntQnIrr chof". »asrnihalar Strohe 1112 BrandieBvenanuitlnBe der Cttlmntle- � edianiM and f erwandten Berufe. Tagesordnung: 1. Bericht. I«ranchennnarlegeuhrilrn. 3. Verschiedenes. Pünktliches Erscheinen ift Pflicht. vi« Ortrrerw altnaA. 7L anlag, brn 22. AprN, abk». I»Hr. im„Zugeudhaim- da» varbandshuuse». Cinlenflrafic 83 85 1. Portal. Z Tr. Srehchenvereemmiuhg der eiehlromenleure u. Helfer. Tagesordnung: I. Tarlfkündignng. 2. Brauch enaugelegmhetten nk Per- schieben es. Fahlrrichr» Erscheinen ift mebedwgtr Pilicht._ � Slrasfag, den 23. April, nasch»N 31.Ahr. in Smaibn 71 er ein». hon», Stalitzer Strafte 720 srenchenuersemmldng der Meleildrllcher u. roherer. Tagesordnung: Bericht. 2. Perbont-anaeiegeicheitcn und Bei- schtedene» Degen der Dichtigkeit der Togrsordnung rrmarleu wir, daß all« Lollegen erscheinen. Di» Derlrouensleul» sind nerpsiichtel, iür einen guten Besuch Sorge zu tragen. »lttmnch. den 24. April. obenk» I Ahr. i« Siftungsfaai de» verbnudshaus»«. Cinlcnftr. 23 85 Brandtcnrersamniland aller Werkzemtmadier- Lehrtladc Groe-Bcnins. Tagesordnung: l. Potirog: Der 7. Mal als Weltfriertag und seine Bedeutung sllr die Jugend. Res.: Lollege Furt(Stünzel. 2. Branchenangelegenheiten und Per» schieden«». Iugendkollegen! All- In unserer Branche tätigen Lehrlinge müssen unkedingt zu dieler Persammlung erscheinen. Agitiert Ul der Berlftait und zahlreichen Besuch. CUsialag. den 23. April. abend» t Ahr, im Sihnngainnl de» vestbanbahanie». cinienstr.«3 83 Aonlerenr der welvUdien Venrauenzperzonen and Betrlebsraie. Tagesordnung: t Lichidiidervortrag über: Werden und Wirten des Metalloebeiter-Berdand« 2. Berbandsongeiegenheiteu und Ber> schiedene». Da e» sich u« wichtige Zrage» handell, nutz'«der Betrieb vertreten sein. zt, Funktionär innen können orzanlsierte Uried vertrete» sein närinnen können org Kolleginnen als»äste einführen »iltn-osh. den 24. April. ch«. 3 Ahe. im Semer kschakiahnsen. Eng«tn>»e 24 23(Snni 3) anMenvertamminnd der 'Jaü' and Bevoiverdrchcr sowie Dreherinnen. Tagesordnung: . vortragt Sie Znvalidenoersichnmng im fWJi-ß jieseteut: Lollege Rooch. - Dtslusfton L Branchenangelegenheiteu nnb B-r. schieden-».««. da» ärschewen aller Lolleg innen und Hegen wird erwartet. in der Schuir sür Allttmoch. den 24. April. abend» I Ahr. im Sitzssngasnnl de» Verbanbshonsrv, Ciaias�lr. 83 83 BrandienTersammiand aller Hedianlker- und cnimnUc- Hediaoiltcr-Lelirllndc. Tagesordnung: i. Borlrag: Der 1. Mal als Wcltieiertag und seine Bedeutung Iür dir Zugend. Res: Lollege Lurt Grünzel Z. Branchenangeiegenhetten und Per- schiede»-». Zuaendkollegea! Alle in unserer Branche täligin Lehrling« müssen undedingl »u dieser Versammlung erschelnen. Agitiert in der Werkstatt und in der Schule zahlreichen Besuch. vir JagendkonnMoa. Spielplan unserer SnltBrabtaUnng. Zn der Wache vam». bi» 2». April: l. Der Ring der Bajadere.(Sipeditions- Film der Lola Lreutzdergl i. Technilcher Film. 3. Humoreske Zn der Woche vom 2». April dt» 5. Zäat: l. Ledige Mütter. I Diaposttiv-Vortrag �lnfallnerhAtnug in der Metallindustrie-. 3. Humoreoke. Zn der«och« aa««. M» IX. Wal: J. Auserst, düng.(Roch dem Roman von Leo Tolstois 2. Technischer Film. 3. Humoreska Zn der Woche vom>8. dl»>». Mai: l. Der Harem von Buchara(Original- Onrmfiim) i Technischer Film. 3. Humoreoke. Anfragen wegen Uederlassung und Besuch der Adteiinng sind irirphowsch oder schrtsi- «Ich an die LulturadteUung(Bureou: Linirnstr.«A3. Ainuner vis zu richten. vie OrtercrwaUmog. «ciitung! metaiiHartein«WM! Mittwoch,«Jon 24. April, abend* 7 Uhr, w der Bockbrauerci, f iditlnsfre� 2-,i, Versammlung aller uertrauensleute und Betrieturetsdeleglerten aus den Betrieben des u. B. m. i. Tkgasorstnung: BerldU von den«lettgefundenen Ver handlangen Ober de» Abschluß eines neuen Lohn- und Gruppen-TarUi. Zutritt nnf gegen Vorlegung der mit dem V-B-d� l-Stempel veraehenen Legitirnatiopskarte und des Verbandsbuehes einer dem dierallkartell angeschlossenen Organisarion. Die OrtiVCTWalhmg. ©»ttinnousjna 1. K lasse S3. Priublsch-Süddeutsch« dlassnl-Lotierte. Ohne Gewähr_ Nachdruck derdoten Aus jode gezogen« Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gesallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rümmer in de« beiden Adleilunge» l und U Alltp. Ortskrankeakasse fSr Berlin-! teglitz Betannltnashu n g. Die Bertreter der Arde tgeder intd Bei- sicherle» im Aiisichutz werde» hiermli zu der a»> Dienstag, dem 30. April 7S2S. abends 8!ldr. im Aafsenlokal. h erleidii Lllrnerfttaße k-ä. ftaitsindende» ordentlichen Auaschnftslhung Höst, eingeladen T ag e s o r d i:» n g l. Erstattung des Lassen, und iSeschäslsdekicht» ISD 2. Zldnadme der Iahresrechnung 7923. 2. Satzlingsänderung.« Verschiedenes B er! in-E! eg I itz, den 29. 1 ISN Der vorstand. binger. Vorsitzender. KnxHn, Schristf. 2. Zlehungstag 20. April 1929 Sn der Bormlltagszietung wurden Gewinn« über W M. gejoge» 2 s-vinn, m 60000 M. 391 123 4 Sewims« in 3000 M. 105131 269920 6©emlnne tn 2000 W. 123662 140834 3561 37 2«-loüui- p» 1000 M. 1 63486 4•toten« m 800«L 115180 354470______ 24«ewtnoe»u 500 M. 22303 26576 51851»1201 143295 148418 184401 217724 233568 237421 235663 375786_________ 84 Vfttounut* 200 M. 1100 4701 7161 16578 17014 39845«1831 69148 71744 79074 79528 871 13 1 1 1314 121878 132717 167462 160940 161068 187479 184342 189686 190822 204873 208521 539381 265612 271846 282003 282284 287198 287521 320343 335855 339455 350957 351648 353527 381482 377476 393664 394140 398820 250«»Winne ,» 120 M. 3570 5275 7370>9051 1281« 16206 20445 24601 25518 29112 33428 34216 37926 43917 43610 53744 72510 72664 73537 75696 60603 3267« 84248 94566 95171 96884 99632 101092 110330 120647 124290 126269 129459 134094 134777 134924 >35291 135589 135900 138186 138309 138521 143283 143489146467 146712 149634 160305 165906 167997 176533 177581 178417 179477 196091 204088 217286 219982 221914 222427 227. 239627 241683 246386 248351 249903 251975 2l" 270839 271333 272188 275470 275603' 294569 294860 290943 302762 307781 Pfänderversteigerung. Die in den Monaten Juli. August, Sep- iemder 1928 versctzien Psänder komme», soweit sie nicht erneuert worden sind, vom Moniag. dem 22. April 1929. 9 Uhr vorm. ad. Jiigerstr. 64. zur Versteigerung, und zwar m nachstehendrr Reihensolge: Fahrräder, Oeiqemäid«, Stiche, Doppeigläser nnd lonstigr»egr» stände der Optik.»leider, Pelz. werk, Wäsche, Juwelen., Sold- und Silbersachen. Staatliches Ccihaml. >78674 279439 110913 311194 816948 324051 324192 324375 326182 329355 333699 334344 834926 837203 337287 339640 340943 341226 342670 346381 347067 346965 353667 358577 362191 364055 364413 367639 371077 378869 377986 879957 380834 381151 389030 391319 391440 394390 899879 Sn der Rachmittagzziehuug wurden Gewinne Uder so R. gezogen 2 Ds-vimu rn 100000 OL 69483 ' 2 UeBsinM tn 5000«l. 334416 10»«-in.»«n 1000 M. 173683 202008 234373 286181 32786« 16 Sewinn. n 800 OL 66340 83698 91853 138373 138847 329440 340833 O93608 18•ttninn» PS 500 W. 26178 148879 166793 375687 391390837610 877030 381001 396404 98 Oewism. W 200 M. 28093 31278 33570 38788«1712«1718 46857 58225«5728 73783 89582 93917 97834 93216 122024 124310 124615 130995 152511 161500 164957 173108 174431 182232 138492 201718 212926 225663 234302 269367 263626 280731 282120 299934 304808 807173 306875 309903 310201 311244 312302 325289 338181 347299 360672 362068 366920 368206 378607 282 Eewino» in 120 au. 11007 13645 144481912617761 2119021862 22104 23173 26484 30988 37259 33532 39301 40818 42874 62410 62514 64931 63969 57875 60175 61402 62422 62882 72161 72553 75060 78233 84949 92080 92132 94200 96163 1 1 2529 117114,19935 12104» 121902 124833 126273 127175 128102 ,28652 132097132144 135221 136135 133265 147978 ,48392 149312 154362 158504 159693 152428 163749 166470 105883 167573 169146 169454 173694 173821 179143 186913 192674 192859 IÖ3294 193944 197110 198223 201674 202049 202346 202942 210491 213831 215246 215505 217486 218704 223411 226306 226488 230608 230991 231456 231795 237862 239847 243709 24967 3 253681 235181 255654 25',7ä4 25582) 262469 267144 267929 269110 270347 275950 277021 277484 280464 28232 1 283279 284395 297844 302132 302896 303702 304325 306724 807095 31 3877 817155 321387 323519 320056 336814 344301 349247 350826 361096 355270 357081 358364 359319 366071 375313 376345 381507884148 887123 388701 393130 394103 898139 Di« in der heutige» Nachmittaggziehimg gezogenen beiden Haupt- gewinn» von je von IOOOOO Mark fielen uuf Nr. 69483 ta Abtei» zeoernicK Schnellbahnstrcckc ileniau. 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Hier wolln ma sttzen, Nlntta—» hier, an bie Ntafchlnc. �tomm, DQlnita, komm—! £ag btr nmarm'n huschle bis an mir. fDlutting-- bn—— I 'Wie'» triebe 1» btanfe'n. Herst be. wie'» rej'nt nnb wie ber Aa» zischt? Jrk schmerk'n nss be Znnge. Ick spier'n nss be£nnge. Hol man tief Atem. NTntta, bnrch NInnb nnb Neese. �)uKt ba man uff; 21mfo schnella bist de erlebigt. fülntta——I Hol' der Deibel bie ganze Bagasche! Ntir ls'«ich znm lach'«, Nkntta.— aber— aber Dg'» 'Wer'« bie woU mach'«—— NFlntta— Nlntta-- so— red'— boch—'« Ton— — Ach-- 1 Armin V.lVegner: Siddlß OJllICS'CIl/f CI' ..Dschulfa! Dschukfai' schreit«ine Stimm« durch da» Dunkel. Wie? Da» ist»in« Stadt? Ich dieg« mich zum Fenster de» Eisen» baJjaaug«» hinau». Finsterni». schwarze Lehmhaufen. Der Regen rauscht. Der Wind stöhnt. Wir sind an der russisch-persischen Grenz«. Noch eine Nacht aus der schiefen Ebene einer Matratze und ich sehe dt« Stadl liegen. Dreitausend zerschössen« Häuser, die Fenster noch mit Stacheldrähten oersperrt eine Wohnstatl von Hunden und Tagedieben, so wie st« liegen geblieben ist, unverändert und unauf- gebaut seit st« vor acht Jahren der russische Bürgerkrieg verließ. Bon draußen aber schauen die gewaltigen silberhäuptigen Berge hinab, die st« im Kreis« umgeben wi« ein« Versammlung armenischer Bräute mit weißen Schleiern über ihren hochmütig reglosen Köpfen und blicken auf dl« Trümmer der Stadt wie aus den zerstörten Schmuckkasten ihrer Hochzeitsgabe hinab. Der Kreuzweg zweier Welten. Ich ließ meinen Paß in Dschulfa visieren, er durchlief sechs Schreibstuben, und ich erfuhr, wi« gut man 48 Stunden gebrauchen kann, nur um über eine Brücke zu gehen. Hinter dieser Brücke beginnt Persien, ein Land seltsamer Widersprüche, der Abgeschlossen- heit und leichenhaften Stille und zugleich mit einem frischen gesunden Hunger nach den neuesten Erfindungen Europas: der Kreuzweg zweier Welten. Es gibt zwei Straßen, um von Norden her nach Persien zu gelangen: Pachlevi, den Hafen am Kaspischen Meer und von dort mit dem AutomobU nach der Hauptstadt oder den Weg über das armenische Hochland, der mitten in die wilden Berg» schlachten und Pässe des persischen Hochgebirges hinaufführt: im Winter eine Wüste von undurchdringlichem Schnee. Die Fahrt nach T ä b r i» nimmt 14 Stunden in Anspruch. Es ist die einzig« Eisenbahn Persien», von den Rusien während des Krieges zu strategischen Zwecken erbaut, mehr ein Spielzeug als eine Eisenbahn, und sie legt während dieser ganzen langen Fahrt nur 120 Kilomeier zurück. Des Abends tras ich in Täbris ein. „Mein Herr, Ihren Paß!' rief mir aus dem Dunkel der Nacht der Gendarm entgegen noch ehe ich den einzigen Wagen der Bahn verlassen hatte. Aber vergeblich wartete ich auf seine Rückkehr.„Bitte geben Sie mir meinen Paß zurückl"—„In Ihrer Wohnung!"—„Aber ich weiß ja noch gar nicht, wo ich wohne!"—„Das tut nichts, wir werden Sie finden!" Mein Paß verbeugt sich höflich und ent- schwindet im Dunkeln. Werde ich ihn jemals wiedelsehen? In Persien, das noch immer als ein Land der Ueberfälle und Raubzüge gilt, ist jede Stadt wie!n Deutschland de» Mittelatters von Mauern umgeben wi« eine Föstung. Selbst das kleinst« Bauerngehöft gleicht mit seinen Schießscharten einer Burg. Und wie im Mittelalter kann man die Stadt nur durch ihr« wenigen hohen Tor« betreten. Ohne neben seinem ausländischen Reisepaß sür sede Stadt einen besonderen Stadtpaß zu besitzen, gelangt der Fremd« weder heraus noch hinein. Ich stolperte über Schneelachen, durch Wasierpfützen und geriet schließlich in ein kleine» Hotel, das seltsamerweise den Namen .Berdun' trug. An den Geräten de» Zimmer, stellte ich die Der» änderung de» Klima» fest: denn je weiter man nach dem warmen Süden kommt, um so größer werden die Wasiergläser und um so kleiner die Wasserschüsseln Schließlich nehmen dl« Wasiergläser den Umfang eine» kleinen Waschbeckens an, während die Waschbecken zu Trinknäpfen zusammenschrumpfen Heiliges Naß, köstticher als Wein. sei gesegnet! Jetzt aber schrieben wir Februar, und Masten hartgetretenen Schnees lagen auf allen Wegen. Am Morgen durchlief ich in der Früh die Stadt. Eng«, finstere, unendlich lange und krumm« Gasten. von hohen Lehmmauern überragt. Bon Zell zu Zeit schmale rot» braun« Türen mit schweren Metallringen zum Klopfen, hin und wieder ein Schild mit armenischen oder russischen Namen oder mtt dem persischen Wappen. Nicht» weiter. Die» ist der Gesichtsausdruck fast aller anenlalischen Städte de» fernen Südens. Und zwischen .arabischen Orten wi« Mostul und Bagdad oder dem persischen Täbris besteht in der Bauart kaum ein Unterschied: sie alle sind »Städie ohne Sensif er.' ' Die Häuser liegen abseits hinter den Mauern im Garten oder kehren der Straße ihre Rückseite zu. Fast nirgend« eine ander« Oeffnung als eine Tür. Denn das ganz« Leben dieser Städte ist nach innen gerichtet, der Lebensauffassung des Mohammedaners getreu, der nicht nur seine Frauen, sondern auch seinen Reichtum, sein Vieh, sein» eigene Behaglichkeit gegen die Eifersucht, den Neid, die störend« Reugier und Unruh« der Außenwett wi« hinter einem Schleier abschließt. So kommt e». daß der Fremde die ganz« Stadt durchstreifen kann, ohne eigenttich etwa» andere» von chr gesehen zu haben al« kahl« fensterlos« Wände und ohne zu ahnen, daß hinter ihnen stiesenbedeckt« Höfe, blühende Dänen teppichbelegt« Hallen oder blau schimmernd« Moscheen sich oerstecken. Ader der Grund dieser Abgeschlostenhett ist nicht nur die mohammedanische Religion, sondern nicht weniger die heiß« Sonne diese» Klima». Denn nur die Enge und Höh« dieser Straßenmauern ermöglicht e» dem Perser, in den glühenden Monaten de» Sommer». in denen selbst die Hund« die Berührung mtt dem von der Sonne erwärmten Boden scheuen, seinen Weg im Schatten zurückzulegen. Ja. wer vermag zu sagen, ob nicht die naturgegeben« Lieb« zum Schatten in diesen Ländern überhaupt die tiefste Ursach« aller religiösen Abgeschlostenhett und auch der erste Anlaß für den mohammodanischen Frauenschleier gewesen ist? In diesem Gewirr toter und öder Traurigkett«ine» in den Häusern«ingemauerten Leben» bildet der Basar mit seinen bunten Handelsständen und lärmenden Handwertsräumen die einzige heiter« Unterbrechung: er ist das öffentliche Gesicht der Stadt, Citt>. Markthalle. Industneviertel und Börse zugleich. Ader seine ver- deckten Bogengänge bilden im Grunde auch ein« Stadt ohne Fenster. die ihr Licht fast nur durch die Eingangsöfinungen oder die kleinen an der Spitze der Kuppeln angebrachten glaslosen Augenlöcher er» hält.— E» war schon spät in der Nacht, als ich vom Besuch de» armenischen Bischofs durch die nun stillgewordenen Viertel des Basars zurückkehrte. Alle Derkaufsständ» lagen geschlossen. Nur hin und wieder eine flackernd« Petroleumlampe. Ein Geruch nach altem Kameldung. Grabeskühle weht aus den leeren Gewölben, und während ich in der Dunkelheit durch ihre hallenden Gänge irrt«, glaubte ich, durch ein unterirdisches Totengewölbe zu schleichen. Die Sintflut des Schmutzes. Inzwischen häuften sich au» dem Gebirge die Nachrichten über die Ungunst des Wetters. Der selten strenge Winter, der auch hier bis tief In den Frühling reicht«, hatte alle Pässe unüberwidbar mtt Schnee verschüttet. Einmal schlug das Wetter für wenige Stunden um. Di« Sonn« schien warm. Schmelzwasser erfüllten sofort alle Straßen, unter den Rädern der Wagen spritzt« der Kot. die Vorüber» gehenden in Lehmgestalten verwandelnd, fußhohe Bäche brausten— eine Sintflut des Schmutzes! Hoffnungslos blickte ich aus dem Innern der Stadt zu den hohen reglosen Gebirgen hinaus, hinter denen irgendwo unsichtbar in der Sonne Teheran liegen mußte, die Hauptstadt Perstens und das Ziel meiner Reise. Die Chauffeure, die von dort mtt ihren Automobilen über die Pässe in Täbris eintrafen. kamen mit erfrorenen Händen an. einigen mußten die Finger am» putiert werden. Ander« blieben im Schnee stecken, mußten um» kehren,«ine Achse brach, Scharen von Wölfen überfielen im Gebirge die Reisenden, die Kameltreiber einer Karawane, vom Schneesturm überfallen, ohne Heizung und Holz, wurden am Morgen nach einer furchtbaren Nacht w emer Karawanserei im Gebirge erfroren auf» gefunden. Endlich die Nachricht, daß ein F ra cht s l u g z« u g der Firma Junker» draußen vor der Stadt zu einer Notlandung niedergegangen war. bereit, zwei Pastagier« nach Teheran mitzunehmen. Klärte da» Wetter sich auf. würde e» am nächsten Mittag seinen Flug fortsetzen. Ich entschloß mich sofort. Aber wie kam ich bi» dahin in den Besitz meine» Paste»? Heut« war Freitag, der persische Sonntag, und ich wußte nicht einmal, wo mein Paß sich befand. Was aber war ich ohne diese» Papier? Ein Mensch ohne Gesicht. ja«in Leib, der kein« Füße mehr hat. Sei ruhig, vngeduldiges europäisches Herz, wenn auch die Flügel deiner Motore über dem Land« raufchen— was bist du ohne den Stempel, der dein Leben bezeugt, ein herrenloser Hund, den jeder Gendarm fangen darf. Lebte ich überhaupt noch? Ja. angesichts dieses Mangels begann ich in der Tat an meinem eigenen Dasein zu zweifeln. Allahs Hilfe. Schon um 5 Uhr in der Frühe erhob ich mich. Der Direktor der deutsch-persifchen Teppichgesellschast und Vertreter der Finna Junker» in Täbris, sowie mein« armenischen Freunde waren die einzigen. die mir helfen konnten Auf der Straße Schneeflocken, ein paar Holzhändler auf Eseln in der Dämmerung. Der Frost hatte wieder eingesetzt. Würde es sich aushellen? Ich fand meinen armenischen Freund- noch bei seiner Schokolade vor dem Samowar, um ihn die stumme Familie. Hatte ich bi» ll Uhr meinen Paß nicht in Händen, war e» zu spät. Auf dem Regierungsgebäud« der Hauprwache in Täbris tiefe Stille. Endlich kommen die Beamten. Lange Der» beugungen, Lorstellungen— von meinem Paß weiß niemand. Statt dessen Mißtrauen, ein Verhör. Schließlich nach einer Stund« schickte man uns nach der Stadtwache weiter. In meinem Pelz schwitzend, angerempett von den Lasten der Esel, den Ballen der Tuchhändler, jagte ich bis nach dem anderen End« der Stadt hinter meinen Papieren her. Auf der Stadtwache das gleiche Staunen Bitte nehmen Sie Plbtz! Kasse«, Zigaretten und den süßen Honig der Höflichkeit. Ohne Zweifel mußte der Paß jetzt vier Tage nach meiner Ankunft noch auf dem Bahnhossanu sein Ein Polizist läutet am Telephon. Kein« Antwort. Nun gibt es in ganz Täbris, einer Stadt von 300 000 Einwohnern, nicht mehr als sieben oder neun Telephonairfchlllst«— aber der einzig« Beamte, der sie bedient,'st natürlich fortgegangen, um seinen Kaffee zu trinken.Lallahl Iallah!" Der Gendarm reißt fast die Kurbel ab.„Bei G-ott! Bei Gott!" Aber Gott hals nicht. Und endlich stellte man trö tend fest, daß ein Bote sett 9 Uhr morgens bereits vom Bahnhof u'terwegs wäre, um meine Papier« in die Stadt zu bringen. Erg-den auf meinem Stuhl hockend, starrte ich durch das Fenster au« die ge- wundenen Gasten, mit ihren finsteren Lehmmauern, zwisä.n denen mein Paß auf seinem geheimnisvollen Weg« scheinbar für immer verschwunden war. Es war ll Uhr geworden. Draußen schien wieder die Sonn«, unter ihr schmolz der Schnee und mit ihm meine Hoffnung. Endlich kehrte ich in das Haus des Direktors der deutsch-persischen Teppich- gesellschaft zurück. Wer im Orient sein europäisches Temperament zum Durchbruch kommen läßt, zieht stets den kürzeren. In Gleichmut zurückfallend, entzündele ich mir ein« Zigarette. Aber schon nach wenigen Minuten traf«in Bote mit einer Depesche ein. Der Ruf nach Allahs Hilfe war nicht unnütz verhallt. Die Wetternachrichien jenseits des verschneiten Gebirges aus Mianeh lauteten ungünstig, da« Flugzeug startete nicht. Gott hatte in der Tat geHolsen und am Abend fand ich bei der Heimkehr endlich meinen Paß im Zimmer meines Hotels vor. In der Frühe des nächsten Tages machte ich mich über die völlig ttn Schlamm versunken« Straß« auf den Weg nach dem Flugplatz vor den Toren der Stadt. SrilaWurlhle: Jllfl feiSbl f/c/l Tante Ina hatte Angst vor dem Hungertod. Die Vorstellung, ausgemergett und«nlkräsligl dahinsterben zu musten, beherrschte ihr Empsindungsleben. Ihr Organismus lttt weder Mangel an der nötigen Nahrungszusuhr noch an Rcservefett. Tome Ina war nicht dick, oh nein, Tame Ina war raumbeherrschend, ihre Korsettstangen waren Faßreifen, und einmal soll sie zwischen den. Stangen einer Bahnsperre steckengeblieben sein. Vielleicht sind das Uebertreibungen der Familie, jedenkalls das eine ist sicher, Tante Ina ließ sich eine Badewanne nach Maß bauen. Abgesehen von den Leibesorgan-n war sie ein zufriedener Mensch, wenn sie essen konnte, was sie woll.e. Dann aber kam der Krieg und mit ihm die Hungersnot.' Ratio- nen und Brotkarten, weniger und immer noch weniger, das hiell der stärkste Organismus nicht aus. Tante Ina dachte an den Tod. Endlich erinnerte sich ein Verwandter an seine Pflicht, ein Setiions- ches im Ministerium des Aeußeren verschaffte ihr«inen Paß. Einen Reisepaß ins Ausland, in«in friedliches Land, wo es noch reichlich zu essen gab. Als der Zug aus der Halle fuhr, war Tante Ina glücklich Die schwer belasteten Waggonfedern sangen sröhlich-rhythmisch:„In die Schweiz, in die Schweiz...' Endlich nahte sich die Grenz«, über dt« man damals nichts Geschriebenes und Gedrucktes mitnehmen durfte. Die Tante erin- nerte sich etwas spät daran und beschloß, ihre Briesschaflen zu ver- Nichten. Sie ging an einen Ort, von dem man behaupiet, daß er während des Krieges nicht immer sehr reingehalten wurde. Bitte, Tante war stundenlang gefahren— es ist peinlich davon zu sprechen. aber es gehört zur Geschichte—, Tante Ina war also stundenlang gefahren, es ist kein Wunder, daß sie sich an den Zweck dieses Ortes erinnerte. Sie bedeckte also die Unsauberlichkeiten mit Briesschaften und setzte sich. Das nur so nebenbei. Der Zug stand schon In der. Grenzstation. Tante hüpfte, so graziös sie konnte, auf den Boden der freien Schweiz, dort stand aber noch«in österreichischer Gendarm und saßte sie ins Auge, so- weit sie eben mit zwei Augen zu erfassen war. War es der Körper- umfang, war es der verdächtige Aufenthält in dem Kabinett, der Gendarm bat sie höflich aber bestimmt, zum Kommando zu kommen. Tante belächelte diese Schikane, sie hatte einen Paß und einen Vetter im Ministerium, na also, sie folgte sogar willig zur Leibesvisitation, in einer Viertelstunde gab es echte Schweizer Friedens-Schokolade. Das stimmt versöhnlich. Die Frau, die die Untersuchung führte, sagte plötzlich:„Ei," sonst nichts. Dann aber schlug sie Alarm, zwei Männer drangen in die Zelle und packten die arme, nackte Tante Ina. Der eine schrie: „Wenn Sie Ihren Popo berühren, schießen wir." Was die liebe Tante In diesem Moment empfunden hat. läßt sich nicht schildern. Jedenfalls kann sie heute nicht daran denken, ohne chr Erlebnis und den verlorenen Weltkrieg in Irgendeinen Zusammenhang zu bringen. Oesterreich hat sie auch nicht wieder betreten, nie wieder. Aber«s sollte noch schlimmer kommen. Sie wurde in einen Raum gebracht, wo sechs junge Offiziere und ein älterer Herr, ein Oberst oersammelt waren. Die Begleitperson meldete militärisch: „Befehl, Herr Oberst, jetzt hamma», das Luder, da hinten hats an ganzen Aufmarschplan, Platz Hais ja gnua." Da« war ein Fang! Um Gottes Willen, daß nichts zerstört wird. Tante Ina wurde auf einen Tisch gelegt, und betrachtet und untersucht, natürlich rückwärts. Die Herren wurden aber wenig klug au» den Hyroglyphen, man benützte die Lupe, das Mikroskop, man röntgenisiert« und photographierte, die Tante durste sich nicht bewegen, der Fachmann für Geheimschrift war ratlos, kein Resultat. Man beschloß mit einem Boten einen Abzug der Aufnahme noch Wien zu senden, da» tonnte mit der Ueberprüfung acht Tage dauern. Der Oberst glng zum Esien, kurz gab er noch Befehle: „Die muß so liegen bleiben, rühren darf sie sich nicht und zu- decken dars sie sich nicht, wegen der Schweißabsonderung, das könnte alle» verwischen. Auspasien, sag ich euch, aufpasien, das Schicksal der Monarchie kann davon abhängen." Die liebe Tante Ina lag acht Tage nach dieser Vorschrift. Dann kam ein Telegramm:„Schrlftzeichen belanglos, mühselig ergänzt, Abdruck eines Briefes." ßieinrlch Stemmer: ScheUerhaufenSpuk Der Mann, der mich mit.AaOo, ftennjl* begrüßte und zu Fuß(was sonst kein Weißer tut) die Straße von Seremban herauf. kam, war Lomas der Sauser, der au» der englischen Armee, Polizei und verschiedenen Plantagen kontinuierlicher Trunkenheit halber davongejagt worden war.. ..Nun, Lomas. wohin?" sagte ich von der Veranda meines Landhauses herunterrufend— ich wohnte zwei Meilen außerhalb Eerembans. der Zinnstadt. Zu Harrisons Plantage wollte Lomas nach der sechsten Meile und stch dort einquartieren. Ein Weißer ist bei jedem anderen Weißen im braunen Hinterindien ein willkommener Gast. Selbst ein oersoffener, aber ungemütlicher Kauz wie Lomas ist gerne ge- sehen. Gerade der vertreibt am besten die Langeweile. .Garrison ist in Singapore," sagte ich,„wenn du willst, Lomas, bleib' bei mir... Boy, zwei Whisky Soda!" Nach der siebenten Runde Whisky Soda kam ein Auto an» gerattert. Wir guckten hinunter: es war Fred, der Chauffeur meines Firmenchefs von Malakka. Ich sei bestellt, rief er herauf, zum Boß. .Lomas," sagte ich beim Abschied,„mach mir keine Schande. Ich bin in acht Tagen zurück. Da hast du dreißig Dollar. Der Cookie kocht dir dafür, was du dir nur wünschen tonnst. Drei Flaschen Whisky sind auch noch im Keller. Adieu, Lomas I" Was sich während meiner Abwesenheit zugetragen hat, erfuhr ich später aus den übereinstimmenden Berichten chinesischer Nach- barn meines Cookie und Lomas selber, der in bezug auf seine Schwächen von einer rührenden Ausrichtigkeit war. Lomas trank am ersten Abend die drei Flaschen Whisky aus, schlief bis zum dritten Morgen und begab sich dann in die Stadt (Seremban). um die greißig Dollar zu vertrinken, die ich ihm ge- geben hatte. Am fünften Tag kam er in mein Cottage zurück, aß, was noch vorhanden war, und versuchte dann in dem Bach vor meinem Hause zu fischen. Das Fischen ist für einen Mann wie Lomas eine langwellige und wenig ergiebige Beschäftigung. Er zog es vor, Rosenkäfer auf die Fischhaken zu spießen, und warf die Leine durch den Heckenzaun in den Nachbargarten des Chinesen, wo vierzig der prachtvollsten Hühner umherstolzierten. Sowie ein Huhn auf den schillernden Käfer stürzte, und ihn verschluckte, zog Lomas das Tier über die Grenze, drehte ihm das Genick um und überreichte es Cookie zum Braten. Bis zum sechsten Abend war die Hälfte der Hühner verschwunden. Der Cookie und der Boy bekamen davon ob und sollten dafür Ge> tränke herbeischafsen. Da ihnen das nicht gelang, begab sich Lomas am Nachmittag abermals iii die Stadt. Dort hatte er das Glück oder Unglück, Nickol zu treffen, der ein noch viel ärgerer Säufer, ober zurzeit auf einer Plantage beschäftigt und daher bei Kasse war. Die beiden tranken den ganzen Nochmittag und fuhren gegen Abend. in einem Rickscha zu einem Hühnerschmaus nach meinem Heim. Als die beiden Zechkumpane grölend die Straße herauf- gefahren kamen, sahen sie ungefähr zwei Meter vorm Cottage eine Prozesston indischer Wishnuiten, die einen ihrer Toten verbrennen wollten. Die gewählte Verbrennungsstätte log unfern vom Bach, dort war aus ein paar Ochsenkarren voll Holz ein Scheiterhausen aufgeschichtet worden, auf welchem nackt der Tote lag. Eben hatte der Priester seine Gebete gesagt, die Leidtragenden nahmen Abschied von dem Toten, und nur vier indische Wächter dlleben zurück, seder mit einer vierkantigen Anderthalbliterslasche Geneva ausgerüstet. Denn nur in betrunkenem Zustand hat ein Wishnulle den Mut. der Etuiäe beizuwohnen, wo der Geist, der noch im toten Körper haust, sich noch der Absorption durch die Flammen mit den übrigen Wlshnuitengeistern vereinigt. Lomas und Nickol kamen gerade des Weges, als die Trauer- gesellschaft abzog. .Kreuzelement." sagte Lomas,„die zünden une� heute wieder ein Feuerwerk an. Komm, schauen wir un» das an." Nickol wußte nicht recht wozu. „Sei kein Narr," redete ihm Lomas zu. Jm gibt es Schnaps im Ueberfluß." Die zwei Freunde gingen jenseits der Brücke hinunter, bis sie zu der Stelle kamen. Die Wächter hatten eben den Scheiterhaufen mit Petroleum getränkt und angezündet. Das Feuer brannte lichterloh, als Nickol und Lomas angetorkelt kamen. Die vier Inder sahen phantastischen Gestalten gleich. Die beiden Engländer, die gut malaisch sprachen(die Verkehrssprache Hinter- indiens), kamen mit den Wächtern ins Gespräch. Einer der Wishnuiten. als er sah, daß das Feuer tüchtig brannte, trat bei- feite, nahm die große Flasche und tat einen tiefen Zug. Nickol, der das zuerst bemerkte, streckte nur einfach die Hand nach der Flasche aus und tot einen noch herzhafteren Zug. Lomas warf einen Blick auf seinen Partner und stand schon neben der Flasche. Dann hörte man für eine Minute nur Gurgeln. Die Flasche war leer und wurde weggeworfen. Dann kam die zweite an die Reihe, dann die dritte. Jetzt erfaßte ein Taumel die Gesellschaft. Sie packten, s-bwarz und weiß, einander an der Hand und führten unter wildem Geheul einen Indianertanz um den brennenden Scheiterhaufen auf. Plötzlich ertönt ein markerschütternder Schrei: die Kette reißt.... Der Tote-- der Tote hat sich ausgerichtet! Mit einem Ruck war der hagere Körper in die Höhe geschossen, die Haare flammten. Es war ein Höllenfpuk, dos war Satanas. der auf dem Scheiterhaufen faß. Die Augen traten ihm aus den Höhlen, der Mund des Dämons öffnete sich weit. Ein panischer Schrecken ergreist die sechs Zecher: der Dämon, grellrot, richtet sich weiter auf. Ein berstender Knall zerreißt die Luft-- Niedergeschmettert wie die Ungläubigen bei der Auserstehung und am ganzen Körper zitternd, sahen Inder und Engländer zwiichen den Rauchschwaden den Geist de» Verstorbenen au» dem Körper fahren. Sie sahen die Geister toter Wishnuiten den Himmelsraum erfüllen, sie sahen sie aus sich zuströmen, sie fühlten sich gepackt, ge- würgt unk» von Dämonen fortgeschleppt--- Halbtot fand man sechs Männer bei Morgengrauen um den verglimmten Scheiterhaufen liegen. Die Ausrichtung eine» ausgetrockneten Körper» hat feine physi- kalische Ursache, jeder kann das bei einem Holzscheit beodockten. Ueberdies kann es vorkommen, daß das zum Sieden gelangte Ge- Hirn, die Schädeldecke sprengt. Was den Geist anlangt, so war es nicht der Geist des Wishnu, sondern der Weingeist, das Delirium, das die Zecher ersaßt hatte. Als man Lomas aushob, um ihn In mein Hau» zu führen, erinnerte er sich der vierten Flasche. Die hatte er noch nicht ganz geleert, als ich zurückkam. „Prosit, altes Haus." rief er mir den Rest zutrinkend zu,„man hat'» ganz gut bei dir." SLdlamm: 3*ClW SClllCS*Cod Um den Tob Peter Hille», diese« zigeunernden Dichter» der Reuromantik, der ebenso köstliche Aussprüche geprägt(..Goethe— das wahre Setost"), wie er urechte Lyrik(„Wald, du moosiger Träumer") geschaffen hat, ist manche Legende gewoben worden. Nun hat St. Przybyszewski, der einst ihm Freund war im entbehrung»-- reichen BohemÄxisein, wohl in Erinnerung dieser Zeit, eine neue dazu gedichtet(vgl..„Vorwärts" vom Sonntag, dem 7. April), obwohl er eigentlich aus Heinrich Harts kleinem Hille-Buch wenig- stens ungefähr die Wahrheit wissen könnte. Zur Verhinderung weiterer Legendenbildung sei darum die ganze Wahrhell mitgeteilt. Peter Hille litt an einer Urämie, die gelegentlich Schwindel- anfülle erzeugte, was er sorglos nicht weiter wichtig nahm. Aus seinem„Cabarell Peter Hille" im Ristorante Dalbelli hatte er all- montäglich eine bescheidene Einnahme, die kleine Honorare ergänzten. In guter Laune hatte er den 50. Cabarett-Abend verlebt, an dem ihn die literarische Jugend feierte. Auch„Prominente" der Literatur waren anwesend und Politlker der SPD., die, wie Stadthagen und Kaliski, auch im Stammlokal der Berliner Boheme ihren billigen Chianti-Schoppen tranken. So ging Peter Hille hofsnungsfroh seinem fünfzigsten Geburtstag entgegen, den er mit der Herausgabe einer Gedichtsammlung„Blätter vom fünfzigjährigen Baume" zu feiern gedachte. Da landete er wenige Tage vor seinem Tode bei Dalbelli nach- mittags mit einer starken Erkältung. Die gütige Wirtin kredenzte ihm einen kräftigen Glühwein, und Peter Hille wollte gestärkt nach Haufe gehen. Er wohnte damals unbehelligt für sich, wie es seiner Einsiedlernatur entsprach, in der„Neuen Gemeinschaft" der Brüder Hart m Schlachtenfee. Wenige Stunden später traf ihn das Mit- glied dieser Schriftsteller- und Künstlerkolonie Maria Holma blutend auf einer Bank des Bahnhofs Zehlendorf-Mitte. Zweifelsohne ist Peter Hille in einem Schwindelansall zu früh ausgestiegen und hat sich taumelnd blutig gestoßen. Frau Holma nahm den Kronken mit nach Schlachtensee. Liebevolle Pflege ward ihm zuteil. Doch eine hinzutretende Rose erschöpfte seine schwachen Kräfte. Als wir am folgenden Montag im Ristorante Dalbelli von seiner Erkrankung hörten, veranstalteten wir einen Kabarettabend ohne ihn*— für ihn. H. H. Ewers hat solche Veranstaltung geschmackvoll„Cabarett zur Prostitution Peter Hilles" genannt. Doch wir alle, die wir damals blutjung zumeist unter Hilles Aegide unsere Erstlingswerke vor den Berliner Bourgeois produzierten, die sich ein bisiel an der Boheme reiben wollten, wir haben ihm ehrlich helfen gewollt. An diesem Abend besonders. Sogar ein heul bekannter Staatsanwalt und Dichter trug einige lyrische Sachen vor, Erich Mühsam seine sozialen Morltaten. Und wir waren alle froh, als der Obolus, den ich mit einem Teller von den anwesenden Spießern für Peter Hille einsammelte, rund 30 Mark betrug. Diese Summe hat mit- geholfen, Peter Hilles notwendige Ueberführung ins Krankenhaus zu ermöglichen. Im übrigen half,.wie er Hille zuvor schon oft ge- Holsen, der kindergute Peter Baum, der dem Weltkrieg zum Opfer fallen sollte. Doch auch seine Hilfe und die Kunst der Aerzte konnten Peter Hilles Dahinscheiden nicht verhüten. Am nächsten Sonntag wehten die Fahnen der„Neuen Gemeinschaft" halbmast. Am 7. Mai war Peter Hille dahingegangen, wie ein Morgen- Wölkchen sich vor der Sonne auflöst. Die älteste bayerische Urkunde über Ansiedelung von Juden stammt aus dem Jahre 906. Die Juden sind also schon länger in Bayern ansässig als Wenden und Slaoen, die einen Teil der Bevölkerung von Ostsronkcn ausmachen und sich dort erst im 11. und 12. Jahrhundert angesiedelt hoben. Was der Frühling bringt, ist von solcher Schönheit und Mannigfaltigkeit, daß wir mii dem Aufzählen kein Ende finden würden. Was wir zum Frühling bringen, ist so reizvoll, aber auch so sahireich, daß wir nur eine kleine Blütenlese aus unseren gewaltigen Lagern anführen können. In unserer Modell- Abteilung flndtD 8t«»iiDdarT«!!« ud hotfc- ■Adern« Tee-, Abend- Geselisdiatts Kleider wnhl. iuSern prelrweri Au» auaereoi RletemtHck war enlafer i » SchAnci Strickkleid aas rorsttgl. Material, in eleganten Mustern, Tielen Farben und allen Welten 18.. 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