Morgenausgabe 7lr. 188 A 95 -46. Jahrgang «ö«e°Mch 835t, m-n-Wch 8/0 TO. bn ocrous zahlbar. Postbezug<82 M. einschließlich 60 Psg.Postzeiwnzs. und 7!Psg Postdeflellgedührkn Ausland»» abonnemem 6.— M. pro Monat. Der.PorwSn»' erlchelm«ochenlig- lich zweimal. Sonnlag» und Montag» einmal, die Adendausgaden für Berlin und im Ziandel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Balt und Zeit" und.Kindersreund". gerner .Unterhaltung und Wissen",.grauen- stimme"..Technis»..Blick in die vücherwell" und.gugend-Lonoärt," Vevttner Volksblatt Vienstag 25. April 1929 Groß-Lerlin 10 pf. Auswärts 15 Pf. Die c t n f p o 1 1 1 o t Nonpareillezeil« 80 Pfennig. Reklame ei»e 5.— Reich»» mar!»„Kleine Anzeigen� dos ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedrucne Wone). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort l5 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig, Motte Ober lö Buchstaben iShlen für zwei Motte. Arbeitsmarkt eile 60 Pfennig Familtenanzeigen für bonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeiaen» annähme im Hauptgeschäft Linden» strabe 3. wochentögl. von SV, bis 17 Uhr« Jentvawrsan der Sozialdemokeatifwen Vavtti Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Uindenstraße 3 RrmiprfdKt: Tönbofl 282—297 Telegramm-Sdr.:©Dztalbenofrat©tili« Vorwärts-Verlag G. m.b.H. Poltlckeckkomol Berlin S7bZK— Bankkontos B-ink der Srdkltei, Angestellten und Beamten Wallst,. KS Diskonto-Eplellschast. Depositentass» Lindenftr» Heute Entscheidung in Paris. Amerikanischer Vermittlungsvorschlag?— Das deutsche Memorandum. Der heutige Tag soll entscheiden, ob die Sachoerständi- genkommisston noch leben kann oder ob sie sterben muß. Die Bulletins lauten vorwiegend ungünstig. In Pariser Kreisen, die eine Fortführung der Verhandlungen wünschen, nimmt man an, daß Schacht ohne den Vorschlag eines zeitlich begrenzten Provisoriums zurückgekommen ist und zeigt sich darüber enttäuscht. Das Programm der Konferenz, die unpolitisch, unabhängig und vertraulich sein sollte, ist tatsäch- lich schon gesprengt. Nach einer internationalen Presseaus- spräche, die in Paris und Warschau mit besonderer Leiden- schaftlichkeit geführt wurde, haben auch führende Staats- Männer verschiedener Länder in die Debatte eingegriffen, während die deutsche Reichsregierung in korrekter Zurück- Haltung verharrt. Ist die Konferenz also schon totgeschrieben und totgeredet? Optimisten wollen es nicht annehmen und hoffen auf einen Dermittlungsvorschlag des Ausschusses, der Gelegenheit geben soll, die Beratungen weiterzuführen. Nach den Erklärungen, die Dr. Schacht dem Pariser„Journal" abgegeben hat. ist anzunehmen, daß die deutsche Delegation einen amerikanischen Wiederbelebungsversuch unterstützen würde. Kann er gelingen? Dazu wäre es notwendig, die Konferenz aus der politischen Atmosphäre, in die sie geraten ist, zur kühl objektiven Sprache der wirtschaftlichen Tatsachen und Zahlen zurückzuführen. Inzwischen ist auch das Memorandum Schachts, das Ursache. Anlaß oder Dorwänd der Krise wurde, bekannt geworden. Es muß offen ausgesprochen werden, daß dieses Schriftstück das Gegenteil eines diplomatischen Meisterwerkes ist. Jeder erfahrene Unterhändler muß sich sagen, daß an sich schon der deutsche Porschlag einen Entrüstungssturm ent- fesseln würde. Die Debatte über ihn mit Fragen der Grenz- ziehung und der Gebietshoheit, so wie es geschehen, in Per- bindung zu bringen, war unklug. Niemand konnte er- warten, daß sich die Konferenz für zuständig erklären würde, eine Revision des Friedensvertrages zu er- örtern, jedermann aber hätte voraussehen sollen, daß durch Berührung dieser Fragen im ungeeignetsten Augenblick Emp- findlichkeiten aller Art aufgestachelt werden würden. Die deutsche Delegation sah sich denn auch genötigt, schon am nächsten Morgen ihre Ausführungen in einer Weise ein- schränkend zu kommentieren, daß ihre Haltung einem Rück- z u g ungemein ähnlich sah. Dadurch hat sie ihre Position in d.r Frage, auf die es einzig und allein ankommt, in der Frage der Zahlen, leider eben auch nicht gestärkt. Würde sich wirklich das Wunder ereignen, daß die Sieger im Weltkrieg das, was sie an Gebieten genommen haben, mit freundlichem Lächeln wieder zurückgeben wollten, dann wäre erst die Frage zu erörtern, um wieviel dadurch die deutsche Leistungsfähigkeit steigen würde. Wir können jetzt schon sagen, daß das Plus, daß sich daraus ergeben würde, nicht überwältigend groß wäre. Aber solche Erwägungen liegen jenseits aller Realpolitik. Deutschland kann natürlich nur so wie es ist. in seiner Leistungsfähigkeit einge'chätzt werden— und das diese Einschätzung unter De- rücksichtigung aller Umstände in einer rein sachlichen, von keinerlei Gläubiger wünschen beeinflußten Weise erfolgt, das zu verlangen hat es ein Recht. Nun ist leider fckon soviel Verwirrung entstanden, daß es kaum noch einer Meisterhand gelingen kann, alles wieder zu entwirren und auf den rechten Weg zu bringen. Dazu wird nicht nur viel Geschicklichkeit gehören, sondern wabrichein- lich auch etwas Zeit! Ob d t e s e Konferenz noch Zeit hat. muß dahingestellt bleiben. Aber, wenn sie ein ungelöstes Problem hinterläßt, so verschwindet damit nicht die Notwen- digkeit, sobald wie möglich zu einer Lösung zu kommen. Diese Notewendigkest besteht für die Gläubiger ebenso gut wie für den Schuldner. Ist auch ein Definitivum das eigent- lich Erstrebenswerte, so wäre doch auch schon ein P r o v i i o- rium. das für eine Reihe von Iahren einen erträglichen Zustand schafft, ein Fortschritt. Bei alledem muß bedacht werden, daß die Konferenz nicht berufen war. einen Vertrag zu schließen, sondern daß sie nur den Regierungen für einen zu schließenden Der- trag eine Grundlage schaffen sollte. Kann die Konferenz ihre Aufgabe nicht erfüllen, so bleibt doch den Regierungen die ihre. Ungünstige Vorbesprechungen? Paris. 22. April 1S29. I« französischen Kreisen wird das Gerücht verbreitet, die Unterredungen, die Reichsbankpräsident Dr. Schacht heute nachmittag mit Owen D. Poung und dem französischen Delegierten M o r e a n gehabt hat. hätten keine« günstigen Verlauf genommen. Deutscherseits wird zu diesem Gerücht erklärt. daß man keine Mitteilungen an die Presse geben könne. Hochspannung in Paris. P a r i s. 22. April. lEigenbericht.) Von Stunde zu Stunde wächst die erregte Span- n w n g. mit der die Delegierten und die Leffentlichkeit dem Zusammentritt der Vollversammlung der Sachver» ständigenkonferenz am Dienstag entgegensehen. Bon ihrem Ausgang wird nicht nur das Schicksal der Konfe- renz. sondern schließlich auch der Geist abhängen, in dem das Reparationsproblem weiter behandelt wird. Es wäre nunmehr die Aufgabe der Konferenz, so schreibt die „Lolontä� Dr. Schacht nachzuweisen, daß die Lcistungs» f ä h i g k e i t Deutschlands erheblich größer ist als das deutsche Memorandum annimmt. Ein solcher Nachweis ist bisher nicht ge- führt worden, kann wohl auch schwerlich geführt wer» den, und so bliebe in der Sache selbst die bisherige Unmöglichkeit einer Einigung bestehen, deren Uebcrwindung nach den taktischen Entgleisungen der deutschen Delegation schwieriger denn je erscheinen muß. Ebenso trügerisch wie die Hoffnung auf eine plötzliche>,Be» fmnung� der deutschen Delegation muß die Erwartung einer Des- avouierung durch die Reichsregierung erscheinen. Die Reichsregie- rung kann weder sachlich die Kompetenz ihrer Sachverständigen an- zweifeln, noch besitzt sie faktisch die Möglichkeit zu den hier vielfach gewünschten Ordnungsrufen, und es wird nunmehr an Dr. Schacht allein sein, in der verfahrenen Lage sür Deutschland zu retten, Amerikas Mahnung in Genf. Neuer Vorschlag.— Entschiedenes Bekenntnis zur Herabsehung der Vüstungen« Gens. 22. April.(Eigenbericht.) In der Montagssitzung der Abrüstungskommisston gab der Der- treter der Vereinigten Staaten. T i b s o n, ein« sehr wichtige Erklärung über den Standpunkt der Vereinigten Staaten in der Frage der Mrüstung ab. Gibson betonte, daß diese Erklärung auch der Auffassung des amerikanischen Staatspräsidenten H o o v e r entspreche. Im einzelnen führte der Amerikaner aus:„Ausgabe der Dele- gierten während der« r st e n Lesung der Abrüstungskonferenz ist es gewesen, die nationalen Forderungen ihrer Länder vorzu- tragen. Wir sind noch in der ersten Lesung, bewegen uns aber aus die zweite zu, so daß es angebracht erscheint, darzulegen, welche Konzessionen von unserer Seile zur Erreichung einer Uebereinstimmung gemocht werden können. Die Verteidigung meines Landes ist in erster Linie eine Flotten. frag�. In beziig auf die Lpndrüstungen sind wir bereit, die Kon- Zessionen zu machen, die eine Uebereinstimmung zwischen den Mächten mit Landrüstungen erfordert. In bezug auf die Eeerüstungen ist Sic amerikanische Regierung aber nach wie vor der Meinung, daß die einfachste» unparteiischste und praktischste Methode die k a t e g o r i e n- weise Festietzung der erlaubten Rüstungen ist, eine Mcchode, die ihren Wert schon im Washingtoner Abkommen gezeigt hat. Die anderen uns präsentierten Methoden eines Flottcnabkommens haben wir inzwischen geprüft und sind zu dem Entschluß gekommen, den französischen Vorschlag der Festsetzung einer Total- tonnage als Dtskufsionsbasts anzunehmen. Wir betonen dabei, daß wlr bereit sind, über diese Methoden zu disku- tieren, daß aber die Festsetzung der Tonnagezahlen der end- gültigen Konferenz vorbehalten bleiben muß. Es kommt uns darauf an. sichtlich« Ergebnisse zu erzielen: durch welche Methode, ist von untergeordneter Bedeutung. Die amerikanische Regierung ist der Meinung, daß eine efsektwe Entscheidung der Flottenabrüswngen olle Schissklassen einschließlich Kreuzer, Zerstörer und Untersee- boote umfassen muß. Wir können keinem Wtommen zustimmen, das irgend eine Kasse, wie Kampsschiffe, ausläßt. Deshalb mußten wir im September 1928 die Flottenbegrenzung zurückweisen, da in ihm nur eine Kreuzertype und eine Type von Unterseebooten einbegriffen war. während eine große Klasse von Kampsschissen weg- gelassen war. Seit dem letzten Zusammentritt der Abrüstungskommission haben sich die Rationen der Well verpstichtet, aus den Krieg als ein Mittel der nationalen Polllik zu verzichten. wenn wlr ehrlich sein wollen, wenn unser feierliche» versprechen im Sellogg-pakl Sinn haben soll, ist keine Verechligung sür die Fortführung des bewassr-elen Friedens da. Trotzdem scheint ein großer Teil der bisherigen Reden daraus hinzuzielen, die bestehenden Püfwitgen zu sanktionieren oder so» gar höhere Rü st ungs stärken festzusetzen. Ein solches Vor- gehen könnte von der öffentlichen Meinung niemals als positives Ziel der Rüstungsarbeit anerkannt werden. Im besten Falle wird die Abrüstungskonserenz damit einsach negativ verlausen. Unsere Ausgabe sollte prinzipiell sein, ein« beträchttiche Anzahl von Männern aus dem Milltär zu produktiver Arbeit zu übersühren und die schwere Bürde der Rüstungsausgabe zu beschränken. Solange die Nationen mit steigenden Steuern und der Aufrechterhaltung der Rüstungen bebürdet sind, ist es eitel zu behaupten, daß die Welt wirklich der Abrüstung zuschreite. Das Wort„Begrenzung" wird allgemein so ausgesaßt, daß es nichts mit einer wirklichen Herab- setzung der Rüstungen zu tun hat. Dorum sollten wir in der Kam« Mission damit beginnen, das Wort Begrenzung zu streichen und unsere Bemühungen auf eine allgemeine Herabsetzung der Rüstungen zu konzentrieren. Außerhalb der Mächte, die das Flottenabkommen von Wafhing» ton unterschrieben haben, gibt es keine denkbare Kombination von Marinemächten, die die Sicherheit einer der Haupwiarinemächte bedrohen könnte. Die Kreuzerstärke aller Nichtunterzeichner des Washingtoner Abkommens in der West ist z. B. nicht halb f o groß, wie die Kr«u,zertonnage der größten Einzelslotte unter diesen Möchten. Es liegt daher kein Grund für die Aufrcchterhallung größerer Marinerüstungen vor. Selbst wenn eine Kriegsgesahr noch denkbar wäre, könnte der Frieden bei Ausrechterhaltung niedrigerer Rüstungsstärke als bisher ebenso gut gesichert werden. Die Völker aller Länder begehren gegen die Rü st ungs- l a st auf und oerlangen die Unterdrückung unnötiger Staats- ausgaben. Die amerikanische Regierung war immer der Meinung; daß wir nicht so sehr im Hinblick auf einen möglichen Krieg eine inathematisch genaue Balance von Schiffen und Kanonen brauchet� sondern ein allgemeines Abkommen, das auf der Idee basiert, daß die Völker der Welt Freunde werden und ihre Uneimgkctten auf friedlichem Wege erledigen sollen. Ich appelliere darum an die hier vertretenen Länder, daß sie nochmals das ganze Abrüstungsproblem unkersuchea in der Hoffnung, Bedingungen zu finden, um die schon feierlichst übernommenen Verpflichtungen für die friedliche Regelung von Streitigketten entsprechend einer Herabsetzung von Rüstungen zu erfüllen." Die Vertreter Englands und Japan» betonten, daß sie die amerikanischen Voffchiäge genau studieren und ihren Regierungen Bericht erstatten wollten. Von deutscher Seite wird die Erklärung des Vertreters der Dereinigten Staaten In der Abrüftungskommission als da» wichtigste Ereignis der gegenwürklgen Tagung bezeichnet. Man glaubt, daß diese Tagung geeignet sein könnte, die Abrüstungsarbetten aus ihrer Stagnation herauszureißen. Die Diskussion über die amerikanisch« Erllärung zeigt« bisher jedoch nur große Verlegenheit bei Frankreich, Italien und Japan. Auch Litwinows Hinweis darauf, daß der amerikanisch« Dorschlag. im großen und ganzen mit den russischen Gedanken über die Seeabrüstung übereinstimme, läßt die Frage, wie wett Sowjet- rußland den Vereinigten Staaten schließlich zustimmen wird, offen. Immerhin stimmte England prinzipiell zu. Die anderen Delegierten erklärten sich zu einer Rücksprach« mtt ihren Regierun- gen bereit, l was nach Sage der VmstSnde z» reite» ist. Ulla» warten kam«, ist, dah dos End« der Aonferenz die Möglichkeit offen lägt, daß nach chr befähigte Diplomaten das Derständi-- gungswerk in die �and nehmen. Reichsbankpräsident Schacht hat am Montag nach seiner Älnkunft in Paris seine Pesprechnngen. insbesondere mit Owen Ayung. wieder aufgenommen. Bon amerikanischer Seite wird, wie wir erfahren, am Dienstag «in neuer vermtlNungsvarschlag unterbreitet werden, de? eine Annuität in der ungefähren Höhe der im deutschen Memorandum vorgesehenen Jahreszahlung zum Ausgangspunkt hat. die dann von Jahr zu Jahr ansteigen soll. Der amerikanische Vorschlag scheint auf dem Gedanken aufgebauten sein, daß, um eine �Lösung zu ermöglichen, die Differenz zwischen den allvertzn und den deuffchen Ziffern halbiert werden müsse. Das deutsche Memorandum. Nachdem ein Teil der ausländischen Presse das Memo, rundum Deutschlands veröffentlicht hat, wird es auch in Deutschland publiziert. Es heißt darin u. a.: Gs muß versucht werden, alle Ansprüche der SlSubi» ger bis zu einer vernünftigen Grenze der deutschen Lei- stungsfühigkeit zu erfüllen. Dabei sind die Grundsätze des amerikanischen Staatssekretärs Mellon für die Schuldenoerhand- lungen mit den alliierten Regierungen zu berücksichtigen. Ein» kommen- und Lebensstandard der beteiligten Völker sind n» Rechnung zu ziehen. Die beim Dawes-Plan gemachten Erfahrungen haben ge- zeigt, daß zu seiner Durchführung sehr große Teile der deutschen Substanz an das Ausland verkauft werben mußten und daß die Transferierung nur durch diese Umstände und durch Zustrom von fremden Krediten ermöglicht worden fft. Die deutsche Zahlungsbilanz blieb lS24 bis 1928 mit Milliarden passiv. In derselben Zeit gingen IS Milliarden Mark long- und kurzfristige Kredite nach Deutschland. Die deutsche Landwirtschaft arbeitet seit Iahren mst Verlust, die Durch- schnittsrentabilität der deutschen Industrie ist sehr niedrig, die Arbeitslosigkeit ist zu einer Gefahr geworden. Unter diesen Umständen ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Schutz- mahnahmen des Domes- Planes(Einstellung des Trans« fers und Ansammlung von Markbcträgen bis zur Höhe von 5 Milliarden) in Kraft gesetzt werden müssen. Rotwendig ist der Fort» fall der noch bestehenden fremden Kontrollmahnahmcn und der Behinderung der deutschen Finailzgebarung. Der sogenannte„p o l i t i s ch e A b s ch n i t des Memo- randums, der allgemein als die Hauptursachs dfes am Donnerstag im Revelstoke-Ausschuß ousgebrochenen Konflikts be- zeichnet wurde, lautet wörtlich: Muß aber Deutschland zur Erfüllung der im neuen Plan fest- zulegenden Verpflichtungen ein Höchstmaß von Energie anwenden, so ist es nötig, daß ihm dazu in stärkerem Maße als bisher die «forderlichen wirtschaftlichen Grundlagen gegeben wer- den Deutschland ist in größerem Umfange als irgendein anderes . Land gezwungen, zur Aufrechterholtung und Entwicklung seiner lndustrielleu Produttion Rohstoffe aus dem Auslande einzusühren Infolge des Krieges ist Deutschlands innere Rohstoffbasis wesentlich eingeschränkt worden, und es ist ihm die Möglichkeit, eigen« überseeische Rohstoffgebiete zu erschließen,, genommen worden..'. Diese Verluste wirken sich in einer unaewohnlich starten Belastung der deutschen Handels- und Zahlungsbilanz aus. Wenn aber Deutfckkand die in diesem Plan festgelegten Zahlungsoerpstichtungen ohne eine immer mehr zunehmende neue Verschuldung an da. Au«. lemd erfüllen soll. so muß Deutschland Gelegenheit gegeben werden, sich wieder e'.ve eigene überseeische Rohstoffbasis zn schaffen. die es mit eigenen Produktionsmitteln, mit eigener Währung und eigene» Unternehmen entwickeln und ausbauen kann Bezüglich der deutschen Lebensmittelversorgung ist besonders wichtig, daß die Einfuhr von Lebensmitteln verringert und teilweise durch eigene Erzeugung ersetzt wird. Dabei kann man nicht vorübergehen an der Tatsache, daß wichtige landwirlschastliche lleberschnß- gebiete im Osten Deutschlands durch Abtretung verlorengegangen sind und daß ein größere,, fast aus- schließlich der landwirtschaftlichen Erzeugung dienende, Gebiet vom übrigen Teil de, Reiches abgeschnürt ist. Ipfolgedefsen geht der wirtschaftliche Wohlstand dieses Gebietsteiles fortgesetzt zurück, und die Reichsregierung muß ihm fortgesetzt Unterstützungen gewähren. Es sollten daher geeignete Maß- nahmen vercmhart werden, um diese abträglichen Bedingungen, welche Deutschlands Achwngsfähigkeit erheblich beeinträchtigen, zu beseitigen. vi« Zahlungsfähigkeit Deutschland, hängt nicht allein von seiner Warenproduktion, sondern auch von der Bereitwilligkeit der anderen Länder ab. solche Waren auszunehmen. Der Schluß des Memorandtims enthält und erläutert den schon bekannten konkreten Vorschlag der deutschen Sach- verständigen. Chamberlam gegen deutsche Kolonialhoffnungen. London. 22. April. Im Unterhaus«klärte Ehamberkain auf eine Anfrage. die Mandate über die ehemaligen deutschen Kolonial gebiete, die aus dem Bersailler Vertrag und nicht auf dem Völkerbund beruhen, seien den fetzigen Inhabern endgülllg zugeteilt worden. Soviel er wisse, sei niemals zum Ausdruck gebracht worden, daß einer der Mandatare semer Verantwortung enthoben zu werden wünsche. Die britische Einstellung sei Deutschland bei der Konferenz von Locarno auseinandergesetzt und seitdem wieder- hott dargelegt worden. Chamberlain fuhr fort: Für den u n- wahrs6>einlichen Fall, daß eines der jetzigen Mandate frei wird, wären wir bereit, den Anspruch Deutschlands ebenso wie seder anderen großen Vätterbundsmacht in Erwägung zu ziehen. Für diese rein hypothetische Möglichkeit könnten wir im voraus jedoch k.eine Verpflichtung übernehmen. Chamberlain er- klärte zum Schluß, seines Wissen» sei die Angelegenheit seit den Lacarnn-Perhandlungen nicht eigentlich zur Erörterung gestanden. wenngleich fest damals zweifellos hin und wieder darauf Bezug ge- rtonmien worden sei. E» flogen: Die Württemberg ischs» kommunistischen Landtags- abgeordneten Becker und Hammer. Der kommunistische Stadt- rat Bauer in Plauen. D« kommunistische Stadtverordnete Gabler in HohensteiwErnsttal. � Oliv Vraim über die Reparativnssrage. Erklärung im Landtag.— Abrechnung mit Kommunisten und Oeutschnationalen. Der Preußische Landtag überwies am Montag zunächst einen Antrag auf Aenderung der Realsteuern ohne Debatte an den Haupt- ausschuß. E? folgt die 2. Lesung de« Haushalt» de» Staats- Ministeriums und des Ministerpräsidenten. Die Kommunisten haben hierzu wegen der Bersammlungs. und Umzugs- verbot« einen Mißtrauensantrag gegen den Innen- minister Grzesinsti eingebracht. Der Mißtrauensantrag wird begründet vom Abg. Schwenk(Komm.), der das Versammlung», und Demon- strationsverbot als eine gewollte Provokation der Arbeiierschast bezeichnet. Abg. Äugdahn(Soz.): Mit ernster Sorge haben wir die letzten Vorgänge in Paris verfolgt. Das Scheitern der Verhandlungen würde sicher das ganze deutsch« Volk treffen. Wir haben deshalb den Wunsch, daß die Verhandlungen zu einem guten Ende geführt werden. Schließlich können nur jene Kreise in Deutschland einen Mißersolg münfchen. die aus dem Ruhrkrieg nichts gelernt haben.(Sehr wahr! bei den Soz.) Die Rechtsopposition hat in ihrer Kritik dem Staatsministerium gegenüber die Behauptung ausgestellt, daß in Preußen so ziemlich alles in heilloser Verwirrung sei. Sie hat dabei auf das Verhältnis Preußens zu Waldeck und Hamburg hingewiesen. Inzwischen ist die Vereinigung mit Wolbeck erfolgt, und wir begrüßen sie als ver- heißungsvollen Anfang in der Entwicklung zum Einheitsstaat. Die Beschuldigungen des Abg. Schwenk, daß führende Sozial- demokraten die Feier des 1. Mai sabotieren wollen, waren deplaciert. Ich verweise zum Beispiel auf den Aufruf der Berliner Äewerk- schafiskommission, der zur Arbeitsruhe zum 1. Mai aufruft. Aber was haben die Kommunisten aus dem l. Mai gemacht!(Sehr gnl! bei den Soz.) Der Zweck der Rede des Herrn Schwenk war zu durchsichtig, als daß sie es vermocht hätte, von den verbrecherischen Methoden der Kommunistischen Partei abzulenken.(Sehr wahr! bei den Soz.) Ich verweise aus kommunistische Organisalionsrnnd. schreiben, in denen bereits damit gerechnet wird, daß es am t. Mai eine Anzahl Tote geben wird. Das dürfe aber nicht abHallen, trotz- dem zu demonstrieren. Die kommunistische Presse hat nachher diese Rundschreiben be- stätigt. Die„Rote Fahne* hat vor einigen Tagen deutlich genug gesogt, was man will, man braucht Tote, um am 2. Mai den Generalstreik zu prollamiercn. Das Demonstrationsoerbot für Berlin bedaure ich deswegen, weil sich andernfalls gezeigt hääe, was die Kommunisten in Wahrheit noch hinter sich haben. Gezwungen durch die Erfahrungen des letzten Jahres, gezwungen durch die beispiellosen Beschimpfungen der Sozialdemokraten von fetten der Kommunisten bei der letzten gemeinsamen Maidemonstration, hatten die Gewerkschaften sowieso beschlossen, die Maifeiern für dieses Jahr in die Säle zu verlegen. Wer zu Gewalttaten auffordert, darf sich nicht wundern, wenn Vorbereitungen getroffen werden, solch« Sewalkokle zu ver- hindern. Die Führer sind bestimmt nicht unter den Opfern. (Sehr wahrt bei den Soz.) Wer diese Methoden proklamiert, zeigt, daß er von dem Ideengehalt des 1. Mai noch»ich s begriffen Hot.(Sehr gut! bei den Soz.) Ganz ähnlich sieht es bei der R« ch t s o p p o f i t i o n aus. Ein- dringlich wird dort von der Regierung für das angekündigte Stahl- helmoolksbegehren Garantie für sreie Meinungsäußerung verlangt. Daran Hütte man schon früher, beim Volksentscheid für die Fürstenabfindung, denfen sollen.(Sehr gut! bei den Soz.) Kennzeichnend ist ein Defehl, bäh sich all« Stählhestnmitglieösr ein» zust-agen haben, daß aber noch besondere Anweisungen für das Verhalten der dem Stahlhelm angshörigen Beamten Ergehen sollend(Hört, hört! bei den Soz.) Da» ist Erziehung zu offen- kundig« Gesiunvngslump«eit Die bei der Kritik der republikanischen Staatsregieruug so pst beliebte Gegenüberstellung von Monarchie und Republik Ist uns gar nicht unlieb. Mögen die Herren von Rechts sich für die vcrgangen- heil begeistern, wir haben die Gewißheit, daß uns die Zukunft ge. hört.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. von Rohr(Dnat.): Der Ministerpräsident verkörpert für uns die Revolution. Jede Kritik des Ministerpräsidenten ist für uns eine Auseinandersetzung mit der Revolution.(Heiterkeit links.) I n den Händen einer Linksregierung wird alles zu Drech Die Landwirtschaft wird von ihr zu Baden gedrückt. Als Führ« des Laudbuode»«kläre ich: Unter dies« Link»- regierung hat e» keinen Zweck, die Produktion zn heben. Roch dem vom Minist«präsident«n durch Abschießen eines Reh- bocke, vor Ablauf der Schonzett verübten Jagdfrevels haben die Fprstbeamten unter Druck schwören müssen, daß die Schorsheide ein vergatterte» Revier sei. Das ist die Gesinnungsfreiheit der Beamten. Wer sich zum Wehrgedanken bekennt, fliegt, Landesverräter werden befördert.(Große Unruhe links und in der Mitte.) Der oft- S alizische Jude H i l f e r d i n g, ein heimatloser Mann, at durch die Inflationdas deutsche Bolkzum Ruin geführt.(Minuienlange stürmische Unterbrechung link», an- haltende Schluß-Rufe, Ordnungsruf des Präsidenten.) Pflug und Schwert gehören zusammen. Abg. Dr. Schwering(Ztr.): Der Borredner hat kein'Wort gefunden für das stille Heldentum des deutschen Volkes nach dem Krieg«, das nicht wie er in überschweng- lichen Worten von seinen Toten spricht. Die Kriegsltteratur. die den Krieg so schildert, wie er ist, ist«ine Notwendigkeit. Der Redner weist in scharfen Worten die unberechtigte Krttik des Abg. von Rohr auf das Staatsministerium zurück. Ministerpräsident Otto Äraun: Es ist mein Grundsatz, mich möglichst wenig in die auswärtige Politik einzumischen. Trotzdem will ich einige Worte darüber ver- lieren: In einigen Tagen wird sich in Paris das Schicksal de« deutschen Volkes entscheiden. Nach aller geschichtlichen Erfahrung ist nach einem verlorenen Krieg« für ein unterlegenes Boll für die Höhe des Kriegstribute» immer dessen Leistungpfähigkeit entscheidend gewesen. Diese Tatsache scheint in Pari» bis jetzt nicht die genügende Beachtung geiunden zu haben. Di« Sachverständigen haben nach eingehender Prüfung von Deutschland exorbitant hohe Leistungen gefordert. Trotzdem soll sich die deutsche Presse durch die Entrüstung über da» deutsch« Memorandum nicht irrttiexen lassen. Aber die Sorge um die Existenz des deutschen Volles zwingt mich doch, folgende« zu sagen? Ach habe starke Zweifel, ob es nach dem Angebot unserer Experten angesichts der starken Leistungen in der Vergangenheit möglich sein wird, 1640 Millionen Mark 37 Jahre lang anfzubringen. Es hat beinahe den Anschein, als ob im Augenblick noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist, darüber das letzte Wort zu sprechen. Nun zur inneren Reparation, den Forderungen d« Einzelstaaten an dos Reich Sicher Ist da, Reich betraihr. den Einzelstaater so wett■ tp'« möglich erst gegenzukommen. Wenn Preußen noch nicht sp berücksichtigt worden ist wie Bayern so mag das daran liegen, daß die Bayerisch« Bolksprrrei für die Bildung der Reichsregierung eine gewichtige Rolle spielt. Es kann aber nicht seine Aufgabe sein, aus Kosten der pretzßi- schen Steuerzahler Sympathie« außerhalb Pres« ßens zu werben. Anschwhvsrhandlungen werden sicher nickt mit Beaeisterung geführt, denn iolch« Fragen können nicht nach Sympathie oder iflntipochie entschieden werden. Aber wir müssen schließlich auch dazu kommen, die Staatswirtschast zu rationalisieren. Der Anschluß klermrer Staaten an Preußen ist sicherlich nicht das Ergebnis meines Liebeswerbens. wozu ich mich übrigen, gor nicht eigene.(Heiterkeit.) Das ist einfach die Konsequenz von Staat»- notwendigketten. Aber man hat vielfach noch nicht begriffen, daß wir heut« ein anderes Preußen als nach 1848 haben. Zum EinheHs- siaat kommen wir nicht üb« die Auslockernng od« Zetschlogung Preußens, sondern über die Einheit Preußens. Glauben die k l e i- neren Lander, ihre Eigenstaatlichkeit nicht länger aufrecht- erhalten zu können, so mögen sie bei größeren Staaten Anschluß suchen. Ohne ein ungeteiltes Preußen ist kein starkes Reich möglich.(Sehr gut! bei den Soz.) Das von den Kommunisten gestellte Mißtrauens- votum betrifft den Innenminister. Wer die Kommunisten mögen bedenken, daß da» Recht der Demonstrationssreiheit für alle Staatsbürger da ist. Es ist bedauerlich, daß nach den Ereignissen der letzten Zeit vorbeugend« polizeiliche Maßnahmen notwendig waren. Uns ist bekannt, daß die Kommunisten für den 1. Mai berett» ihr« Sauiiökxpelsonen eingesetzt haben. Die staallichen Macht- mittel werden nur eingesetzt, um Ruhe und Ordnung ausrecht- zuerhalten. Sollte es zu unütojoraen Zntischensällen kommen, dann tragen die Kommunisten nicht nur die moralische, sondern auch die strasrechtliche Verantworlung.(Sehr gut! bei den Soz.) Nun zu Herxn vyn Rohr! Es fft eine dumme Sache, aus die Kritik von rechts immer wieder die Antwort zu wiederholen? denn das reimt sich schlecht mit der geforderten Rationalisierung unseres Stoatslebens zusan men. Auf seine Ausführungen über die Landwirtschaft möge der Herr Landwirtschzftsminister antworten. Ich verweise nur daraus, daß die A g r a r p v l i t i k entscheidend beeinflußt wurde vorn Reiche. Gerade als die Deutsch- nationalen in der Reichsregierung saßen, brach die schlimmste Agrarkrise herein. Ich wundere mich nicht, wenn die Landwirtschaft die Krise nicht überwindet, so lange Herr von Rohr als Landbundführer Anweisungen gibt, die eine Mehrproduktion v«hindern. Da wird e» erklärlich, daß das Geld der Landbundgenosseaschaftea in so llnsaub«en GeschZslen vervulvert wird, wie wir das jetzt«st beim Raisseisen- Skandal«lebt haben.(Sehr wahri bei den Soz.) Für. die Stahlhelmrabuli st ik, als Beamter dem Staat verfassungsrechtlich d'e Treu« zu geloben, persönlich sich aber an den dem König gelobten Eid gebunden, zu hallen, habe ich kein Ver- st a n d n i s. Der Stahlhelm muß nicht nach den loyalen Worten, die seine Führer dem Reichspräsidenten in die Hand versprochen haben, sondern nach seinem Geist- beurteilt werden. Wir werden in dieser Hinsicht das tun, was wir pflichtgemäß sür not. wendig halten.(Sehr gut! bei den Soz.) Für die Ostmark hat die Staatsregierung das getan, was zu tun nur möglich war. Es ist aljo nicht nötig, uns das Gewissen zu schärfen. Wenn die Herren sich gegen das Eindringen des pol- nischen Elementes wehren, so mögen sie bei sich selbst anfangen und keine polnischen Wanderarbeiter mehr beschäftigen. Herrn von Rohrs Ausführungen waren nur eine Fortsetzung der asten bakatistischen Politik, die jetzt unseren deulschen Brüdern in Polen das Leben schwer macht.(Lebhafter Beifall bei den Regittungs- Parteien.)- •• Abg. Schul»(Komm) miedet hott zum großen Teil d?« Aus- bchning-en feine, Parteifreundes Schwenk über den Mißtrauens» antrag gegen den Innenminister, spricht über den Panzerkreuzer und erhält em«rt Ordnungsruf, als er sagte, die bürgerlichen Kos. littonsgenossen wüßtet, ganz genau, welche stimpenhafte Gesellschaft sie mst der sozialdemokratischen Fraktion i» ihre Gemeinschaft auf- genommen hätten. Der Redner«klärt zum Schluß, daß, wenn man oer Kommunistischen Partei die Demonstrationsfreihett nicht gäbe. so würd« sie sie sich gegen Braun,«gen Grzesinsti und gegen Zörgiebel einfach nahmen.(Räch der Rede von Schulz ertönen auf der Auhörertribüne Bravorufe und Händeklatschen. Der Präsident ordnet die Räumung der Tribüne an. Beim Verlassen der Tribüne ruft ein Besuch« in den Saal: ,/Zhr sozialistisches Berräterpack.�) Abg. Riedel(Dem.) wendet sich der Frage der Rundfunkzenfu? zu und verteidigt die Maßnahmen des Ueberwachungsausschusses. Abo. von Rohr habe die Beamtenschaft durch die Behauptung be» leidtgt, wenn ein Beamter in Preußen sich zum Landesverrat be» kenn«, so kräh« kein Hahn danach. Die Landwirtschaft sei von der jetzigen Regierung außerordentlich unterstützt worden. Di« lieber- heblichkeit, mst der lierr von Rohr anderen Parteien die nationale Gesinnung abgesprochen habe, sei gerade oei den Deutsch- nationalen, d>« mit für jeden kommunistischen Mißtrauensantrag gestimmt hätten, völlig un» angebracht- Nach persönlichen Bemerkungen de? Abg. von Rohr(Dnat.), dem der Mimslerpväiideut kurz antwortet, vertagt das Haus die Weiterberatung auf Dienstag, 12 Uhr. Schluß gegen 18 Uhr. Das Zenirum fordert Wahlrechisreform Verkleinerung der Wahlkreise. Der Reich? parteioorstand der deutschen Zentrumspartei hiett am Sonntag in Essen unter Vorsitz des Wgeordneten Dr. Koos eine Tagung ob. Einen Hauptpunkt der Beratungen bildete die Wahl- rechtsreform- Hierzu wurde eine Entschließung an- genommen, in der es u. a. heißt: .T>er Reichsparteivorstand hat sich in sein« heutigen Sitzung in eingehender Aussprache mit dem Problem der Wahlrechts» ? e f o r m beschäftigt. Er hast«ine Beseitigung der Schäden de» bisherigen Wahlrecht» sü? dringend notwendtg. Dabei war er von der Usherzeugung geleitet, daß die Aenderung des Wahlrechts, In welcher Form sie auch erfolgen wird, keinzsfalls den alleinigen Weg zur Reform der polstisch-parlamentarischen Zustände bedeutet. So- wett die Mißstände auf das heutige Wahlsystem zurückzuführen sind, ist die Herstellung einer engeren persönlichen Ver- bindung zwischen Wählern und Gewählten dringendste Aufgabe, insbesondere auch bei Aufstellung der Kandi- daten. Das in letzter Zeit lebhaft erörterte System der sogenannten Freien Liste kann trotz mancher Vorteile keine brauchbare Lösung bieten. Al» geeigneter Weg zur Berbesseung des bestehenden Wohl- recht» erscheint dagegen die Verkleinerung der Wahl« k r e I s». yttbunden mtt einer festen Begrenzung der Maudatsztfser sür hie einzelnen Parlamente. Der Reichsparteiporftarti erwartet von den Fraktionen der Zentrumepartei, daß sie in Ausführung dieser Leitgedanken die parlamentarischen Möglichkeiten sür eine beschleunigte Wohloefgrm mtt Nachdruck wahrnehmen."' Sludqulenschlägerel. In Lemberg kam es in einer Gastwirtschaft zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einer polnischen und einer jüdischen Studentenverbiickung. Im Verlaus« der Schlägerei wurden Rapiere und Schußwaffen gezogen. Gegen SO Studenten haben schwere Hieb Verletzung u, davongetragen, während zwei durch Reoolverkugeln am Kops verwundet wurden, l Georg Juttnsr. einer der treusstsn Mitkampfer uriferer Partei, ist durch ein tragisches Geschick aus der Mitte seiner Pom. EonMr Parteigenossen gerissen worden. Gestern abend hielt per Kreis Pankow seine Delegierte noersammtung im Türkischan Zelt, Areite Strohe, ab Genasse Nuttner war aus der Sitzung der Bs- zirksosrordnetenfraktion gekommen und wollt« als Fraklionss ahrer unserer Genossen im Ponkower Bezirksporloment ans seinen tom> Munal en Arbeitsgebieten berichten. Rüstig und mit ganzer Seele bei der Sache, so wie ihn die Genossen seit Jahrzehnten im Dienst der Bewegung kannten, trat er nur die Versammlung und begann in seiner di« Herzen von Freund und«Zseind gewinnenden Art seinen Vortrag. Es freut« ihn, aus der erfolgreichen Kommunalpolitik unserer Partei zu berichten. Zahl reihte er an Zahl und au» ihnen steh er das Bild her Mitarbeit der Sozialdemokratie im Bezirk Pankow erstehen. Plötzlich aber, nach kaum zehn Minuten, stockt« ex. taumelt« und brach zusammen. Genossen sprangen herbei, um dem von Krämpfen Gepeinigten zu Helsen. Die Aerzt« der Nach« barschoft wurden sofort gerufen. Es war aber zu spät. In der Mitte seiner Genossen verschied der treue Kämpfer. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein End« bereitet. Dreißig Jahre hat Georg Jüttner der Partei gedient. Dreißig Jahre Mitgliedschaft waren für ihn dreißig Jahr« Kamps für d in Arbeiterschaft, lleberall war er dabei. Usberall half«r mit aufbauen. Zuletzt als Fraktionsführer der Genosse» im Ponkower Bezirksparlament. Das Vertrauen auf sein« unerschöpflich« Kraft hatte ihn auf diesen Polen gerufen. Aber auch im Zsntralverbanp der An» g chst e l l t e n stand er in vorderster Front. Er war eines der ersten Mitglieder des Verbandes und hat in schweren Kämpfen für diesen Zweig der Gewerkschaftsbewegung mitgefochten. Er war schon einige Jahre herzlcidend. 27 Jahre war er, zuletzt als Ab- tellungsleiter, bei der Firma Dr. Paul Meoer beschäftigt. Dann war er zu alt. Cr erhielt feine Kündigung. lind nur unter großer Anstrengung konnten die Genossen oerhin- der», daß er völlig stellungslos wurde. Mit geringerem Gehalt und auf bescheidenerem Posten behielt man ihn. Doch er war über sein Geschick zu verbittert. Sein altes Herzleiden brach wieder aus und riß ihn als erst SäjShrigen aus der Mitte seiner Familie, seiner Freunde und Parteigenossen. Die Sozialdemokratisch« Partei und der Zen» tral oerband der Angestellt«» werden um ihn trauern als einen d«r Besten und Treuesten, der mit dem unerschütterlichen Idealismus und mit dem Glauben an den Sieg unserer'Ideen die Fähigkeit verband, di« zähe, unermüdliche und schließlich erfolgreiche Arbeit des kommunalen Parlamentariers zu leisten. Christlichsoziale gegen Hilgenberg. Oer Angriff auf die Sozialpolitik. Hugenberg richtet heftige Angriffe gegen die demsch« Sozial- Versicherung. Er will sie abbauen und an ihr« Stalle Zwangsspar- Kassen setzen. Diese Gedanken werden in einem Buche vertreten, das sich„Irrwege oder deutsch« Sozialpolitik"' nennt 'md dessen Verfasser Gustav Hartz heißt. Dies Buch ist, wie der .deutsche" mitteilt, auf Hugenbergs ausdrücklichen W u n s ch bei Scherl oerlegt woiÄan. Der Berfass« Ist im Einver- nehmen mit Hugenbergs Freund und Berater, Fiaanzrat Ba n g. für die Zwecke der Propagierung de» Inhalts dieses Buches vom Scherloerläg angestellt wordeul Das Buch ist von Hilgenberg selbst den Lanfcesverbandsvor- standsmitgliedern a l-s Richtlinie für die zukünftig« so- zialpolitische Arbeit auf» wärmst« empfohlen worden. Der Verfasser ist durch Hugenberg zu einem Vortrog vor dem Partei. vorstand veranlaßt worden. Die LandeSverbandsvorsitzenden. di« seinerzeit Hugenberg gewählt haben, propagieren da» Buch im eng. ftsu Einvernehmen mit ihrem Parteichef im ganzen Lande. Dies« Propadanda stößt auf heftige Opposition bei dem christ» Kchsozialen Flügel der DeutschnationÄen. Am Sonntag setzten sich der erweitert« Ausschuß de» deutschnationalen Ar- beiterbundes und der Reichsange st elltenausschuß der Deutschnationalen mit dem Hugsnbergschen Angriss auf die Sozialpolitik auseinander. Herr Hartz sollte referieren. lieber die Vorgänge in dieser Versammlung berichtet der »Deutsch e": »Herr Hartz gab folgend« Erklärung ab: Cr, Hartz, stehe unter dem Eindruck, daß die Versammlung voreingenommen sei. Sei sie dach feit Wacben dahingehend nachdrücklichst bear'-eitet worden und durch Versammlungen im Lands und durch Rund- schreiben gegen ihn beeinflußt.(Lebhaste Zw'schenrufe: Unverschämtheit!) Ich(Hartz) stehe hier im nng'eichen Kampf gegen eine nahezu geschlossene Front von besolde- ten Gewerkschaftsbeamten.(Zahlreiche Zwisch-nrustu Unerhört, unverschämt, Ungezogenheit! usw) Wenn ich(Hartz) auch über viel Mut verfügs und mich nicht scheu«, vor lauter Gegnern zu sprechen, sp muß ich doch vor Beginn meines Vortrag» zwei Forderungen stellen: l. daß keine Ent- schlietziiNg angenommen wird und Z. Paß über diese Versammlung keine Mitteilungen veröffentlicht werden dürfen. Ich werde, wenn dieses Verlangen nicht«rsüllt wirb, meinen Vortrag nicht halt«, und dann mich anderswo bemerkbar machen." Herr Hartz erhielt die Zusicherungen nicht. Er hielt trotzdem sein Referat. In der Aussprache wurde er geradezu gestäupt. Di« Der- sammlung endete mst der Annahm« piner Entschließung gegen den Hugenberg-Hartzschen P'an, und in einem Schlußwort de» Herrn Harg, das in einem Sturm von Zwischenrufe» unterging. Der .Deutsche" nennt diese Abrechnung mst Hugenbergs sozialreaktionären Plänen»in mehr als einer Beziehung sehr beacWch". Psychopath Hölz. Oer Lleberfallene sucht Schuh gegen Orohungen beim Gericht. Der Redakteur Emil R a kr o l d hat bekanntlich gegen Max H vi z Strafanzeige wegen Nötigung und Bedrohung erstattet, nachdem er von Höh In feinem Bureau im Derlauf« einer Aus- einondersetzung tätlich angegriffen worden ist. Max Hcilz hat nun die Darstellung dieses Ueberfalles hestritten, mos R. veranlaß! hat, in einer neuen Eingabe an die Staatsanwaltschaft die Hölzsche Schilderung als unrichtig zu bezeichnen. Der Redakteur R. stützt sich dabei— wU die B.-S-Eörrespöndenz mitteilt— auf die Aussagen der Tatzeugen, sowie ferner darauf, daß Hälz am Tage nach dem Uebersall vor einer anderen Person die gleiche Darstellung von dem Ztlsammenstoß gegeben hat, wie ste in der Anzeig« an die Staatsanwaltschost niedergelegt worden ist...... Die Drohungen Hölz', gegenüber R. ein Verbrechen zu be- gehen, auch wenn er dafür noch einmal 2» Jahre ine Zucht ha u« müsse, feien im Verlaus des lleberfälles min- desten» fünfmal gefallen und fern« fei durch Zeugen zu Schacht in Paris. i Ztzsauan Wird es trotz allem ihnen gelingen, Die beiden Lacken zusammenzubringen? poimare pocht auf Dawes-Plan. Schuld an einem Scheitern wären die deutschen Vertreter. pari», 22. April.(Eigenbericht.)' Poincari erössnete am Montag in Bar-le-Duc den General- rat des Meus« Departements mst der angekündigten politischen Rede. Der sranzösische Ministerpräsident hat bei dieser Gelegenheit auch zur gegenwärtigen Situation der Sachverständigen' konferenz gesprochen, ohne dabei im wesentlichen etwas Neue? zu sagen. Er berief sich dabei aus seine in Chombery und Caen abgegebenen programmatischen Erklärungen, denen zufolge Frankreich von Deutschland die Deckung seiner Schulden an Amerika und außerdem einen angemessenen Betrag für den Wiederausbau der zerstörten Gebiete fordern müsse. Man hätte annehmen können, fuhr Poincare fort, daß auf dieser Grund- lag« die Sachverständigen leicht zu einer Einigung hätten ge- langen können. Aber für den Augenblick hätten die deutschen Vertreter diese Hossnung illusorisch gemacht. Wenn nun dj« Konferenz mit einem Fiasko ends, so sei dies keineswegs ein Fiasko für Frankreich.„W i r hätten uns," erklärte her Ministerprästhänt. „im Interesse Europas und der Welt beglückwünscht, wenn endlich diese undankbaren Schulden, und Reparctstmsfragen durch ein all- gemeine» Abkommen geregest worden wären, und wir sind un» dessen bemußs, hierfür Konzessionen gemacht zu haben. Aber wenn imser« Bemühungen»«geblich blieben, so hasten wir uns, wie die Dinge KsAen. an dt« Äusführjing des D a w e«- P( a n z, durch die uns auf Grund der demnächsstgeü Anwendung de» Wohl- fährtsindex' ein« wesenMch« ErhShvng der Zahreszahlung noch varbechaNpv ist." Poincare hatte seine Rede, deren Schluß dl« außenpcgstischen Ausführungen bildeten, nfst einem wohl beabsichttgten ausführlichen Hinweis auf die im Kriege hervorgerufenen Verwüstungen des Departements Bar-leDuc eingeleitet, um dann in längeren Ausführungen auf die inner politische Lage einzugehen. Er rief dabei seinen Zuhörern in Erinnerung, daß er nach der Bildung des gegenwärtigen Kabinetts selbst vor beiden Kammern erklärt habe, wie sehr er das durch den Austritt der Radikalen er- iolgte Zerfallen der nationalen Einheit bedauere. Er habe deren Ausrechterhaltung nach für eine ganze Zeitspanne als unbedingt nötig angesehen, und das Wiederaufleben der alten politischen Gegen- sätze sei ihm innner peinlich gewesen. Er bedauere es auch heute noch Scharfe ErNärung Zaleskis. Vorschau, 22. Appil. Ter polnische Außenminister Zalewskt hat der amtlichen Telegrop.henagentur eine Erklärung zur D-ssügunz gestellt, m der es heißt: hae Memorandum, das Schacht in Paris überreicht hat, gibt keinen Anlaß, den Hort enthaltenen aggresswen Tendenzen oom polnischen Standpunkte au»«ntgegenzutreien. pa ihnen jegliche realen Unterlagen fehlen, Vena keine Regierung kann in ernster weise die Revision de? persailler pertrage» verlangen. Da- gegen«scheint mst die Art. in der Schacht Ratipnalrschtc al» Handelsobjekt für Konzessionen finanzieller Rgi bc Hanttest hat. überaus ve?bängni'Syo.ll. da sie. ein« Rückkehr zu den Fqrmen bedeutet, hi« vor dem Krieg« zu katastrophalen Folgen gp- führt haben.'■ Dqs halbamtlich« Warschauer Blatt.Fspaka" svricbt da? SVe- trauen aus, daß hinter diesem.�usorenrjtt" des Reichsbankpräsi- denken weder Stresemänn, noch«twg gar Htriyann Müller stchen pnd daß dies Vach dem empörten Auslanttsecho. das Schacht gefunden habe, auch zum Ausdruck kommen werde. beweisen, daß Hälz sein Opfer zweimal ach Hals« gewürgt und mit dem Tode bedroht habe, falls R. noch einmal den Versuch machen werde, sich mst der von ihm geschiedenen Ehefrau über di« Erziehung des Kindes auseinanderzusetzen. Hölz habe den neunjährigen Sohn R. nicht nur mst in politisch« Kundgebungen geschleppt, sondern das Kind sei auch Zeug«eines Ueberfalles gewesen, den Hölz auf den Sekretär der.Lipten Hilfe", Eickenjäger, ausgeführt habe. Dieser Uebersall Hai sich an einem Sonntag in der Röhe von Friedrichshagen, wo Hölz wohnt, abgespiest und einen ziemlich großen Menschenauflaus hervorgerufen. Der Juüge habe aufgeregt und weinend danebengestanden, die Mutter habe es allerdings fertiggebracht, im Anschluß an di« Schlägerei zu äußern:„Das hast du recht gemacht, Max." Der Sekretär Eickenjäger hat. wie in der Eingabe an die Staatsanwaltschaft betont wird, die Richtigkeit des von dem Kinde dem Dcher gegebenen Erlebnisses bestätigt und ist dafür als Zeuge benamst worden. Nach diesen Vorkommnissen hob« R. nicht mir das Recht, sondern nach Ansicht des zuständigen Jugendamtes auch die Pflicht, das Kind der Mutter wegzunehmen, was inzwischen unter Zuhilfenahme von polizeilichem Schutz ge- schehen sei, Die Strafanzeige gegen Hölz sei nicht zuletzt auch deshalb«r- folgt, weil R. von Freunden, die den Charakter des Hölz kannten, wiederhost dringend gewarnt worden fei, nichts zur Sicher» stellung der erzieherischen Zukunft seines Sahne? zu unternehmen. da er sich sonst infolge der angedrohten Handlungen des Hölz be. wüßt ins Unglück stürzen würde. Gewalistreich in Aegypten geplant. Selbst England warnt vor Derhostung der Oppositionsführer S a l r o. 22. April.(Eigenbericht.) Die Beziehungen zwischen der ägyptische« Re- gierung uud der Opposilion haben sich derart zugespitzl, daß der Mlnisterpräsideul Mohammed Mahmud in einer ge- Heimen Kablnellssihung den Vorschlag gemacht hat. den ehemaligen Ministerpräsidenten und Führer der nationalistischen Partei Zkahas Pascha und saus Mitglieder Ihre» Zentralkomitee» zu oerhastea und zu deporttereu. Es ist bezeichnend für die englische Haltung tu der ögypiischea Frag«, daß das Kolonialaml in Condon auf eine Sondierung de» ägypllschea Kabinetts hin abgelehnt hat- einer so weitgehenden Maßnahme zuzustimmen uud daraus hingewleseu hat. daß es sich den innerägyptischen Skrcitigteileu gegenüber neutral ver- halt«. Pas ägyptische Säbinett hat daraus die Folgen gezogen, daß Englaad die Gegensätze zu der Opposittoa nicht bi» zum A e u ß e r fl e n treiben will und aus die Maßnahme vorläufig ver- zichtet. ver Plan, der durch die Zudlsrrelloa eine» hohe« Fynk- llonärs zur Seualnl» der Rationallstea gelangt ist, hat in der ägyptischen Oesfeullichkil große Aufregung hervorzernsen. Das Organ Zlaha» Paschas..El Bolagh" richtet anläßlich dieser Angelegenheit eine scharfe Warnung an die Regierung. E» warnt das kobinell und den König vor derartigen Gewaltmaß. nahmen und weist auf die inuerpolitischeu Folgen hin, die aus dee perbannung Zaghlul Paschas und seiner Freunde nach den Seychelle entstanden sind. Die polilit der wasdistischen Partei werd« aus die Meise nicht im gering st en gestört werden, da die verhafteten Führer jederzeit durch andere ersetzt werde« können. Eine Fertrüm- mervng der Opposition lasse sich durch eine solch« Gewaltpolitik nicht erreichen, und würde nur dazu führen, daß sich d i« A u s r« g u n g de» Landes weiter steigert, und blutige Unruhen zu einem Sturze de« Regierung führen känaen. Kommunisien gegen Afylrechi. Trohki darf nicht noch Tkorwegen. Oslo. 21 April. Nach länger«? Aussprache hat der Storthing mit 71 gegen S2 Stimmen den Antrag der Arbeiterpartei aus neue Prüfung des Einreisegesuch, für Trotzki abgelehnt: Der Ministerpräsident hatte erklärt, daß die Ablehnung des Einrsisegesuch» e n p-z ü tk i g sei. Mit der Regierung stimmten d'« Konservattpen. di« Bauern. Partei, di« Radikalen, die K o m m u n ist e».«in T« il der Ar» beiterportei und ein unabhängiger Liberoler. Keine Veviflon mit Horthy-Kurs. Ungarische Sozialdemokratie und Trianon-Äertrag. Budapest, 22. April, Die Liga zur Revision des Lertrogez von Trianon, hie»uf die Imtiotive von Lord Rothermere gegründet wurde, hat die spziyl- demokratische Partei aufgefordert, an ihren Arbeiten teilzunehmen. Die Partei antwortete im»A Roggel". daß auch sie den Triapon- vertrag für ungerecht und revisionsbettürstzg hoste, daß sie. ak-er «ine Revision n u x mit friedlichen Mitteln anstrebe. Die Partei lehne jedoch den Anschluß an die Liga ab,-w«U dos gegen- wärtige Regime die Demokrat l«. die Borbedingung zur Wiederherstellung der ösfenllichen Freiheit, bekäinpf«. Die transfordanische Volkevertrewnq besteht au» 22 Abgoard- neten, von denen sechs regelmäßig die höchsten Beamten stnd, nämlich der Ministerpräsident, der Justizminister. der Schatzminister, die beiden Direktoren des llnterrichts- rntd des Gesundh-ttsamts und der Generalsekretär der Regierung.' Die anderen IS Abgeordneten sind g e w ä h l t;«» sind, jetzt 11 Mohammedaner, 3 Christen und 2 Tscher- kessen. Von den 11 Mohammedanern vertreten zwei die Interessen der Nomaden, � Reichstagsbeginn. Kleine Vorlagen.— Heute politische Oebatie. Der Reichstag ist am Montagnachmittag wieder zusammen- getreten. Eine Zuschrift des Reichskanzlers teilt die Erweiterung der Reichsregierung mit. Abg. Stöcker(Komm.) vermißt—„zur Tagesordnung"— eine Regierungserklärung und eine Debatte darüber aus diesem Anlaß, zumal das Etatkonipromiß der Erörterung bedürfe. Wir beantragen «ine solche Debatte sowie die Aushebung des Demonstrationsverbots in Berlin und Hamburg für den 1. Mai, sowie die Wiederaufnahme der Lohnverhandlungen mit den Reichsarbeitern. Präsident Lobe. Morgen beraten wir den Etat dos Reichs- konzlers, dir ist Gelegenheit zu politischer Debatte. Dem kommunistischen Antrag aus eine Regierungserklärung wird nicht widersprochen, der Wunsch wird der Regierung mitgeteilt wer- dm. Der verlangten Stellung der übrigen Anträge Stöckers auf die Tagesordnung von heute wird widersprochen, sie unterbleibt daher. Die deutsch-litauischen Verträge— Schiedsgericht, Grenzziehung, Schiffahrt, Sozialversicherung im Memelgebiet, Pensionen, Fischerei usw.— werden nach dem Ausschußbericht des Abg. L u f s t(Soz.) verabschiedet. Nach debattenloser Annahme einiger weiterer Staotsoerträge, darunter des W e l t f u n k v e r t r a g e s in zweiter Lesung, be- mängelt zum internationalen Abkommen über die Einrichtung von Verfahren zur Festseßung von Mindestlöhnen Abg. Ende(Komm.) den Entwurf als unzulänglich und praktisch wirkungslos gegen die Ausbeutung der Arbeiter. Reichsarbeitsminister Wissell: Eimindzwanzig Staaten auf der internationalen Arbeits- konferenz haben diesem Entwurf zugestimmt, die Tschechoslowakei tonnte es nicht, weil zwar ihre Arbeiteroertrcter dafür, ihre Unter- nehmervertreter aber dagegen waren. Es handelt sich um eine tnter- nationale Verpslichtung der dem Abkommen beitretenden Staaten, Versahren einzurichten oder beizubehalten, die die Festsetzung von Mindestlöhnen sür gewisse Gewerbe, besonders sür die Heimarbeit gestatten, in denen wirksame Einrichtungen zur Lohnfestsetzung durch Kollektivoerträge oder aus anderem Wege nicht bestehen. Wer den Fortschritt will, muß diesem Entwurf zustimmen, denn er ist der erst« Schritt, um den Arbeitern, denen es am schlechtesten geht, die Möglichkeit einer Verbesserung ihrer Existenz zu geben. In Deutschland können die Fachausschüsse bereits Mindestlöhne festsetzen, indem sie die Tariflöhne für allgemein verbindlich erklären. Wer international einen Schritt vorwärts tun will, wird dieses Ab- kommen annehmen. Der Entwurf wird angenommen. Zur Vorloge auf Verlängerung der Wahlperiode der Ar- beitskammern im Bergbau von zwei auf vier Jahre bemerkt• Abg. Ianfchck(Soz.) In der ersten Lesung hat der kommunistische Abg. I a d d a s ch behauptet, daß dieser Entwurf die Arbeiter emrechten wolle. Dabei haben sich die Kammern seit Jahren sür die Verlängerung der Wahlperiode ausgesprochen, und zwar auch die f ü nf k o m m u n i- st i s ch e n Mitglieder, darunter der preußische Landtagsabgeordnete Sobottko. Ich hoffe, daß diese Feststellung auch die Kommu- nistische Partei sür die Vorlage gewinnen wird.(Heiterkeit.) Abg. Torgler(Komm.) beantragt, die bereits erwähnten An- träge Stöcker aus die morgige Tagesordnung zu stellen, wenn man das für heute schon verhindert habe und jetzt der Reichstag nach dreiviertelstündiger Sitzung schon wieder auseinandergehe.— Der Antrag Toraler wird abgelehnt, das Haus vertagt sich aus Dienstag 2 Uhr: Zweite Lesung d«s Etats. Schluß vor 4 Uhr. Großkampstag im Zorns-Prozeß. Ausreden und Blamagen des �eichsgerichisrals. Die Dormittagssttzung des gestrigen dritten Verhandlungstages im Iorns-Prozcß endete mit einer eingehenden Wechselrede darüber, daß Jörns den Hastbefehl gegen Runge nicht telephonijch gegeben hat— wie Jörns behauptet, um Verrat zu verhindern. In die Enge getrieben, beruft er sich schließlich aus die Zustimmung des Gerichts Herrn, von dem vorher bekundet worden ist, daß er immer dem zugestimmt hqt, was der Kriegsgerichtsrat vorschlug. Er hat den Haftbefehl, ohne ihn auch nur als geheim zu bezeichnen, durch die Registratur gehen saften, die dem Adjutanten Pabsts. Hauptmann v. Pflugk-Harrtung, unterstand, und als Runge darauf- hin verhaftet werden sollte, war er schon weiterverschoben. Jörns betont schließlich, der Befehl sei kuvertiert gewesen— sügt aber mit einem Auflachen, das er in kritischen Momemen gern dem Gericht zusendet, noch hinzu, gerade wenn der„wie Pech und Schwefel" zusammenhaltende Divisionsstab geahnt habe, was in dem Kuvert sei, hätte er es sicher aufgemacht, das sei immer so- gewesen I In einer Diskusston mit dem Angeklagten B o r n st e i n ent- schlüpft Herrn Jörns das schön« Geständnis, er habe di« Solidarität der Beschuldigten oder Verdächtigen schön gefunden— von ihrem Standpunkt aus, fügt der Herr Reichsgerichtsrot hinzu, als er den Eindruck dieser Worte merkt. Bornstein und Levi bezweifeln dar- aus, daß sich Untersuchungsrichter freuen, wenn Mörder solidarisch sind. was der Vorsitzende entschieden verneint. Schließlich lehnt Jörns jede Verantwortung für die Ausführung seiner Verfügungen durch die Kommandostellcn ab, also auch seines Hastbefehls gegen Runge.— Zu der Tatsache, daß die Zcllentüren der Mörder stets offen waren, bietet R.-A. Levi sein Eideszeugnis dafür an, daß er als „S ch u tz h ä f t l i n g" der strengsten Gefängnisordnung unter- warfen war, man also diese Freiheit der unter Mord anklage Stehenden nicht mit der„damaligen Zeil" begründen könne! Auf di« Fragen Levis, warum Jörns nicht weiter nachgeforscht habe, wer Frau Runge geldlich unterstützt, um so doch die Geldgeber zu ermitteln, hat Jörns eine befriedigende Ant- wort nicht!«r sei nicht so gescheit wie Levi und habe daher nicht kombiniert, daß hinter den bereits festgenommenen Tätern noch mehr Leute stehen könnten. Aus den Lügen der Offiziere Hab« er nicht schließen müften, daß ein Mordplan bestanden Hobe. Nach längerer Dobatt« und nachdem Runge sein« Aussagen etwas eingeschränkt hat, wird er vereidigt. Jörns gibt eine längere Erklärung ab, wie es gekommen sei, daß durch Verfügung des Gerichtsherrn die Untersuchung in der Sache Liebknecht dorn Kriegsgerichtsrot Kurtzig abgenommen und in seine Hände gelegt wurde. Damals lag gegen Vogel nur vor, daß er als Transportführer seine Pflicht verletzt hätte. Erz. Hoff- mann war der Meinung, daß Kurtzig, damals Afl«ftor, der Sache nicht gewachsen wäre, während ich ein aller Kriegsgerichtsrat war. Zeuge kurtzig: Herr Zorns hat mir davon nie etwa» gesagt, haben Sie den volksbeaustragten, von denen Sie wußten, daß sie mit mir gut standen, davon etwas gesagt?— Rebenkl. Zorns: Rein, ich habe bisher mit niemand darüber gesprochen Das entsprach dem Wunsch und dem Interesse von Exz. H o f f m a n n. Aus eine Frage Levis bestreitet Jörns, daß er aus Beranlassung von C a n a r i s zum Reichsgericht berufen worden sei. Dr. Levi behauptet, Vogel sei überhaupt nicht mehr Soldat gewesen, sondern habe der Einwohnerwehr angehört, und das Verfahren hätte vor dem Z i v i l g e r i ch t ganz anders geendet. — Jörns erwidert, daß er die Zuständigkeit des Militärgerichts, zumal es sich um ein militärisches Vergehen zunächst handelte, nicht nachgeprüft, sondern für gegeben gehalten habe— Es wird aus den Akten die Auskunft verlesen, die Hauptmann P a b st seinerzeit vor dem Kriegsgericht gegeben hat; danach war Vogel vom 13. Zanuar 1919, IQ Uhr vormittags, wieder Soldat!! Endlich wird noch folgendes festgestellt: Am 14. Februar 1919 erschien Stadtrat G r ü tz n e r(Soz.), früherer Osfizter, bei Jörns und teilte ihm mit. daß er(Gr.) am 19. v. M. div Wache im Eden- Hotel gehabt habe. Sein Wachvorgänger Leutnant Sander habe ihm gesagt, er habe ihm im Auftrag des Hauptmanns P a b st mit- zuteilen, er(Gr.) möge auf die Wachsoldaten einwirken, daß diese nicht dumme Sachen reden— es sei doch am 15. d M. aus der Wache die Sache mit Liebknecht und Luxemburg passiert. Er, Grügner, habe erwidert, er führ« diesen Befehl nicht au», Sander möge das Pabst nur bestellen!— Auf diese Bekundung Grügiters sollte Pabst verhaftet wenden, da nahm sein Adjutant v. Pflugk-Hartung diese Sache auf sich; er habe Saitdcr diesen Austrag erteilt. So blieb Pabst verschonk! Es ergibt sich auch noch, daß in der Dienststelle Is(Stabs- kommando Pabst-Pflugk-Hartung) verschiedene Akten ver- schwunden sind! Mittwoch srüh soll o. B e r g« r über die falschen Pässe vernommen werden, woraus die Schlußvorträge beginnen, Berichtigung. Infolge Mißverstehens ist im Prozeßbericht unserer gestrigen Abendnummer von einer 3»aelhös«r! Dewrrklchasisbrwckung: Z. Stciner: iZeuilleton: X. S. Döschcr; Lokale« and Sonstiae«: Kritz Xarstödt: Bnitctatn: XI). Slocke. sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Vrrlag GmbH.. Berlin Druck: Vorwärts-Bu-iidruckrie! iinii Leriagsonstalt Paul Singer u cko Berlin 3® 6R Lindrnstran« t Kier»n i Beilagen nud.Unterdaltnng nnd Siffen». itau«. WEIT ÜBER 100000 4 PS Opetwagen wurden in den letzten Jahren verkauft! In ollen Ländern und Volksschichten haben sie begeisterte Anhänger gefunden, q Die Opel 4 PS sind hundertprozentige Automobile, deren Leistungsfähigkeit und Ausdauer noch stets die Erwartungen der Käufer übertroffen hat. lausende von Zeugnissen bestätigen dies, q Lassen Sie sich eines dieser bewährten Fahrzeuge unverbindlich vorführen. Prüfen Siel Rechnen Siel Vergleichen Sie!«| Je sorgfältiger Sie dies tun, desto überzeugter werden Sie sagen:„AUCH ICH KAUFE OPEL". ADAM OPEL A.»0., ROSSELSHEIM A. 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Leistungsfähige Verkehrsmittel sind aber auch ein« Lebensfrage für die Großstadtbevölkerung. Die Rücksicht auf Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Bevölkerung Berlins erfordert, daß ihr die Möglichkeit gegeben wird, aus den Elendsquarticren der nach deni alten Bebauungsplan angelegten Arbeiterviertel �u entfliehen. Weiträumige Bebauung der Außen- bezirke muß wieder gutmachen, was frühere Jahrzehnte in dem Gebiet des älteren Berlin verpfuscht haben, chierzu ist nötig, daß die Außenbezirke durch ein Netz ausreichender Verkehrsmittel mit dem Stadtkern verbunden werden. In der Berliner Stadtverordnetenversammlung hoben fchon vor Jahrzehnten die Sozialdemokraten ge- mahnt, daß die Stadt selber das Verkehrswesen in die chand nehmen und es planvoll regeln muß. Was damals als unausführbar verlacht wurde, ist heute Wirklichkeit. Er- scbwcrt wurde die Ausführung durch die frühere kommunale Zer- rifsenheit Berlins. Es gab in Berlin keinen einheitlichen koirnnunal- politischen Willen, weil es kein einheitliches Berlin gab. Viele der Vororte hatten Wünsche und Ziele, die denen Berlins entgegengesetzt marcn. Die 1890 von der Regierung angebotene Eingemeindung der Vororte wurde von Berlin, von seiner damaligen Stadtoerwal- tuna, kurzsichtig abgelehnt. Der Groß-Berliner Zweckoerband von 1912 war ein Versuch, dafür Ersatz zu schaffen. Zu seinen Ausgaben gehörte auch, ein einheitliches Verkehrswesen herbeizusühren. Er erwarb das Straßen bahn unternehmen, das dann 1921 an die zusammengefaßte Einheitsgemeinde Berlin überging. Das war ein entscheidender Schritt im Berliner Verkehrswesen. Zur Zeit ist die Straßenbahn noch die Grundlage groß- städtischen Mossenverkehrs und sie wird es bleiben, solange die heutigen technischen Verhältnisie bestehen. Sie hat die Möglichkeit der Anpassung an die sehr rasch wechselnden Bedürfnisse des Massenverkehrs. Sie ist sehr viel billiger, als der Omnibus sein könnte, wenn er im Stadtinnern die Straßenbahn ersetzen sollte. Daß in der Inflationszeit die Straßenbahn nicht an das Privat- kapital verkauft wurde, dankt Berlin dem grundsätzlichen Widerstand der Sozialdemokraten gegen Veräußerungen städtischer Werke. Zur Bewältigung des Massenverkehrs auf Lang st recken eignen sich ober besser die schienenfreicn Verkehrs- mittel, die Hoch- und Untergrundbahn und die Stadt-, Ring- und Vorortbahnen, weil sie schneller fahren können und unabhängig von störendem Straßenverkehr sind. Die Weiterentwicklung der Hoch- und Unter» grundbahncn mußte nach dem Krieg eine Ausgabe der St o dt werde ist-" Die Stadt erwarb. die bis dahin, vorhandenen choch- und Untergrundbahnen, sie konnte dann für alle ihr ge- hörenden Verkehrsunternehmen die Tarifvereinheit- lich-ung durchsetzen, die eine weitgehertde Umstcigebcrcch- t i g u n a ermöglichte. Das hatte ein« rasche und ganz außer- ordentliche Steigerung des Verkehrs zur Folge..Haupt- umsteigepunkte sind die Endbahnhös« der Hoch- und Untergrund- bahnen. Die Weiterführung in die Vororte hinaus wird den Um- steigeoerkehr nach erleichtern. Benutzt werden die Hoch- und Unter- grundbohnen besonders für lange Strecken, die Straßenbahnen mehr für' kurze Strecken. Der Ausbau des Schnellbahnnetzes ist im Hinblick auf den Massenverkchx unabweisbar. Er wird in dem gigantischen Ausmaß, das wir letzt erleben, mir möglich, weil für das'Verkehrswesen Berlins eine gesunde wirtschaftliche Grundlage geschaffen wurde. Sie ist gegeben durch die Ber- liner Berkehrsgefellschaft, in der alle Berkehrsunter- nehmen der Stadt einheitlich zusammengefaßt sind. Nicht unterschätzen soll man übrigens die Bedeutung der städtebaulichen Erneuerung, die im Zusammenhang mit den Bahn- bauten ausgeführt wird. Nachdem das schon am Hermonnplatz mit gutem Erfolg getan worden war, geschieht es jetzt noch durchgreifen- der am Alexanderplatz. Solche Umgestaltungen steigern den Wert der Nachbargrundstücke sehr beträchtlich, so daß die Stadt beim Verkauf der Reste des zum Bahnbau erworbenen Grundbesitzes mit dem Erlös fast die Bahnbaukosten decken kann. Ein« schwierige Ausgabe ist die Regelung der Beziehun- gen zur Reichsbahn. � Das Gerücht, daß die Stadt die Reichsbahn pachten wolle, ist unzutreffend. Wünschen muß man aber, daß die Reichsbahn überall, wo es möglich ist, mit den Der- kohrsanlagen der Stadt in betriebliche Verbindung ge- bracht wird. Vom Ringbahnhos Gesundbrunnen wird man von jedem Bahnsteig zur städtischen Schnellbahn übergehen können. An der Frankfurter Allee, in Neukölln, in Tempelhof, am Alexanderplatz, an der Jannowitzb rücke werden ähnliche Verbin- düngen hergestellt. Schließlich werden wir aber auch zu Verkehrs- fördernden Tarifvercinbarungen mit der Reichsbahn kommen. Falsch ist die Annahme. Berlin wolle nur noch Schnellbahnen bauen. Selbstverständlich wirb auch der Ausbau des Straßenbahnnetzes nicht vernachlässigt. Von 192S bis einschließlich 1929 wird der Zugang neuer Straßenbahnstrecken sich aus 80 Kilometer Doppelgleise stellen. Für entlegene Sied- lungen werden zunächst Ommbuslinien eingerichtet. Der Vortragende wandte sich auch gegen die Legende, daß die Stadt Berlin all' ihr Geld für Verkehrsunternehmen ausgibt. Umgekehrt ist es: die Verkehrsunternehmen geben Geld für die Stadt Berlin aus, nämlich die Abgaben, die sie ans ihrem Ertrag dem Stadtsäckel zuführen. Stadtrat Reuter schloß mit der Feststellung, daß im Bertiner Verkehrswesen heute durchgeführt ist, was zuerst und immer wieder die Sozialdemokraten gefordert haben. Die Zusammenfasiung der Verkehrsunternehmen in denHänden der Stadt hat es ermöglicht, daß der weitere Ausbau der Verkehrsmittel jetzt mst der Entwicklung Berlins Schritt holten kann und wird.(Lebhafter Beifall.) Weil sie sich nicht um das Kind kümmerte. Ein Totschlagsprozeß vor dem Schwurgericht M. Vor dem Schwnrgericht III wurde der 22jährige Arbeiter E r n st I u ch wegen Totschlags zu fünf Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagt« hatte m der Silvester- nacht seine Braut Minna Lutter im Grunewald nahe der Heer- stratze erwürgt. Als man am Reujahrstag die Tote fand, konnte die Ursache des Todes nicht gleich festgestellt werden. Polizeiliche Nachforschungen führten dann aus die Spur des Bräutigams, der als Täter im Asyl für Obdachlose verhaftet wurde. In der Berhondlung war der Angeklagte geständig. Cr war seit dem Frühjahr 1927 mit Minna'Lutter befreundet, sie hatte ein Kind'von ihm und wohnte in letzter Zeit bei seiner' Mutter. Er wollte sie heiraten, Weihnackten 1928 kam es aber zu einem Zerwürfnis, weil sie aus Faulheit ihre Stellüstg aufgeben wollte Deswegen wollte er ihr eigentlich den Laufpaß geben. Ani 31. Dezember erfuhr er in einem Lokal von einem Freunde, daß fein« Braut in der Wohnung seiner Mutter mit einem frem- d c n M a n n e t r i n k e. Er eilte in furchtbarem Zorn nach Hause und fand dort die Lutter betrunken und unvollkommen bekleidet. Als sie sich angezogen hatte, schleppt« er fi« auf die Straß« und verprügelte sie mit einer Hundepeitsche. Dann ging er mit ihr zur Heerstraße zu und warf ihr unterwegs vor, was denn aus ihnen beiden und dem Kind« werden solle. Sehr schnippisch soll sie geantwortet haben:„Ich kümmere mich nicht mehr um das Kind. Ich weiß schon, was ich zu tun habe." Da geriet er in unerhörte Erregung, packt« sie mit beiden Händen und würgte sie. Med.-Rat Dr. Dyrenfurth und Med.-Rat v. Mahreich olz, die die Obduktion vorgenommen hatten, erklärten, daß der Angeklagt« einen besonders gefährlichen Wirbelgriff angewendet hätte, der den Tod der Lutter in einer Sekunde herbeigeführt hatte. Daß die Er- würgung die Todesursache war, konnte überhaupt erst nach genauen mikroskopischen Untersuchungen festgestellt werden. Der Staatsanwalt beantragte wegen Totschlages 6 Jahre Zuchthaus, während der Verteidiger Dr. Rmvald darauf hinwies, daß hier eine Körperverletzung mit tödlichem Ausgang angenvinmen werden könne. Nach zweistündiger Beratung kam das Gericht zu obigem Urteil. . Oer vierte Winter. Starte Nachtfröste. Es bleibt weiter tühl. Nach den neuesten wellermelduageo besteht für die nächste Zeil noch immer keine Aussicht auf eine nenueuswerle Erwärmung, vielmehr ist weiter mit kühlem und unbeständigem Aprilweller zu rechnen. Im ganzen Reich lagen die Temperaturen sehr niedrig. In der Nacht zum Montag wurden stellenweise 7 Grad Kälte gemessen. In den Außenbezirken Berlins herrschten b'/i Grad und in der Innenstadt 214 G r ad K ä lte. Im Laufe des gestrigen Tages stieg das Thermometer nur sehr langsam und zeigte als Maximum 7 Grad Wärme an. Später fiel die Quecksilbersäule wieder erheblich und ging nachts unter den Null- punkt herunter. Wie der Amtliche Wetterdienst mitteilt, dauert die Zufuhr kalter Luftmassen aus den Polqxgegenden weiter an. In der Nähe von Schottland hat sich außerdem eine verbreitete Druck st ö r u n g herausgebildet, die langsam nach Süden abwandert und in deren Bereich das deutsche Gebiet heute gelangen dürfte. Die Folge wird wieder stärkere Bewölkung sein. Es ist daher bei sehr niedrigen Temperatur en mit wiederholten Schnee- und Graupelschauern, ähnlich wie am vergangenen Sonntag, zu rechnen. Dieser neuerliche vierte Kälterückschlag dürste die B e g e- tation, die schon sechs bis acht Wochen zurückliegt, abermals unheilvoll beeinflusien. Eine Ehrung für Hugo Heimann. Unserem Genossen Hugo Heimann, dem Siebzig- jährigen, der an seinem 79. Geburtstag außerhalb Berlins geweilt hatte, bereitete die sozialdemokratische Stadtver- ordnetenfraktion in ihrer gestrigen Sitzung eine Ehrung. Eine Feier in weiterem Kreise, die beabsichtigt worden war, hat auf Heimanns ausdrücklichen Wunsch unterbleiben inüsscir. Der Fraktionsvorsitzende Genosse F l a t a u beglückwünschte ihn in einer Ansprache, die Heimanns erfolgreiche Arbeit in der Berliner Kommunalverwaltung mit herzlichen Worten würdigte. In jahrzehntelangem Wirken habe Heimann die Lösung so mancher der Aufgaben vorbereitet, die jetzt gelöst werden. Stets habe Heimann durch Klarheit seines Wollens und durch Vornehm. heit der Gesinnung sich ausgezeichnet. Als äußeres Zeichen des Dankes und der Verehrung überreichte die Fraktion dem nun siebzigjährigen Kampfgenossen eine prächtige Base mit Widmung. Genosse Hei mann antwortete, daß nach vierzig Iahren kommunaler Tätig leik(s«5 fast 39 Jahren fft. er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, nachdem er vorher 19 Jahre Bürgerdeputierter in.der Armenverwältung war) dieses Arbeitsgebiet ihm schließlich das liebste geworden sei. Er gedachte des Genossen Paul Singer, der in Berlin den Grundstein zu dem kommunalen Wirken der Sozialdemokratie gelegt habe. Hermann selber sei vor vier Jahr- zehnten durch Singer zur Mitarbeit in der Kommunaloerwaltung angeregt worden, und er habe das Glück gehabt, in einer Zeit stürmischen Dorwärtsdrängens mitarbeiten zu dürfen. Er dankt« der Fraktion für das ehrende Vertrauen, das sie ihm jetzt bewiesen habe. Flataus Rede und Heimanns Antwort wurden von der Fraktion mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Stadtverordneten haben in dieser Woche zwei Sitzun- gen, ein« außerordentliche am Dienstag um 18 Uhr und die ordentliche am Donnerstag um IS-Ii Uhr. 9ack Xondon; (Berediiigte Ueberseizung von Erwin Magnus), Als die Sonne um zwölf über die Erdrundung emporsah, machten die Männer halt und zündeten ein kleines Feuer auf dem Eise an. Darlight hieb mit der Axt Stücke von den ge- frorenen Bohnen los. Sie wurden aufgetaut, in der Brat- pfanne gewärmt und bildeten die ganze Mahlzeit. Kaffee gab es nicht. Das Tageslicht war zu kostbar, um es auf solchen Luxus zu verschwenden. Die Hunde hörten auf, sich zu balgen, und sahen sehnsüchtig zu. Nur abends bekamen sie ihr Pfund Fisch. Tagsüber arbeiteten sie. Die Kälte hielt an. Nur Männer aus Stahl können bei so niedrigen Temperaturen reisen, aber Kama und Day- light waren Auserwählte ihrer Rasse. Kama jedoch, der die Ueberlegenheit des andern kannte, wußte, daß er von Anfang an zum Untergang verurteilt war. Nicht daß er es bewußt an Fleiß und Willigkeit fehlen ließ, aber dies Bewußtsein drückte ihn zu Boden. Cr betete Daylight an. Selbst stoisch, schweigsam, stolz auf seine Ausdauer, fand er alle diese Eigen- schafte'n in seinem weißen Kameraden verkörpert. Hier war einer, der sich in allem auszeichnete, worin ein Mann sich auszeichnen mußte, ein Halbgott, und Kama konnte nicht an- ders, er mußte ihn anbeten wenn er es auch mit keiner Miene verriet.. Kein Wunder, daß die weiße Rasse siegte, dachte er, wenn sie solche Männer hervorbrachte. Was vermochte fein Volk gegen eine so zähe, ausdauernde Rasse? Selbst die Indianer reisten nicht bei solcher Kalle, und sie besaßen doch die Weisheit von tausend Generationen und dieser Daylight. der Mann aus dem weichlichen Süden, war härter als sie, verlacht« ihre Angst und reiste zebn und zwölf Stunden am Tage. Und dieser Daylight glaubte, eine tägliche Sch-.ellig- kell von dreiunddreißig Mellen sechzig Tage lang aushallen zu können. Er sollte nur warten, bis frischer Schnee fiel, oder bis sie wieder auf ungebahnte Wege oder an die große Eis- fchranl« um das offene Wasser käme». Aber unterdessen hielt Kama Schritt mit ihm, murrte nie und drückte sich nie von einer Arbeit. Fünfundsechzig Grad unter Rull ist sehr kalt*). Da Wasser bei zweiund- dreißig Grad über Rull gefriert, bedeuten fünfundsechzig Grad nicht weniger als siebenundneunzig Grad unter dem Gefrierpunkt. So erhält man einen Begriff von der Kälte, in der Kama und Daylight durch die Finsternis reisten. Obgleich Kama beständig seine Wangen rieb, bekam er Frostbeulen an den Backenknochen, und das Fleisch wurde schwarz und gefühllos. Seine Lungenspitzen schmerzten— ein gefährliches Anzeichen, und allein schon ein Grund, daß ein Mann sich nicht im Freien bei fünfundsechzig Grad Kälte übermäßig anstrengen soll. Aber er klagte nie, und Daylight fühlte sich benso warm unter seinen sechs Pfund Kaninchen- fell, wie der andere unter seinen zwölfen. Am zweiten Abend schlugen sie nach weiteren fünfzig Meilen ihr Lager nahe der Grenze zwischen Alaska und dem nordwestlichen Territorium auf. Der Rest der Reise ging bis auf das letzte kurze Stückchen nach Dyea durch kanadisches Gebiet. Bei der schnellen Fahrt, und da kein Reuschnee ge- fallen war. gedachte Daylight am vierten Abend das Lager von Forty Mile zu erreichen. Aber am dritten Tag begann die Temperatur zu steigen, und das bedeutete am Bukon, wie sie wußten, Schnee. Auch mußten sie sich an diesem Tage zehn Meilen well ihren Weg durch Eisschollen bahnen und den Schlillen über riesige Eisblöcke heben. Hier nützten die Hunde nur wenig, und sowohl sie wie die Männer mühten sich ab. ohne viel weller zu kommen. Eine Stunde Ueberarbeit am Abend brachte ihnen nur einen Teil der ver- lorenen Zeit wieder ein. Als sie am Morgen erwachten, lag der Schnee zwei Zoll hoch auf ihren Schlafsäcken. Die Hunde waren ganz unter der weißen Decke begraben und wollten ungern ihr warmes Nest verlassen. Der Neuschnee bedeutete schwere Arbeit. Die Kufen sanken ein. und einer der Männer mußte beständig vorausgehen und den Schnee mit den Schneeschuhen festtreten. damll sie nicht umwarfen. Der Schnee'ist in diesen Gegen- den ganz anders, als man ihn in südlichen Ländern kennt. Er ist hart, fein und trocken wie Zucker. Er läßt sich nicht ballen und wirbelt wie loser Sand unter den Füßen auf. Er besteht nicht aus Flocken, sondern aus Kristallen— winzigen geometrischen Frostkristallen. Es war wärmer geworden, *) Es handelt fich stets vm Fahrochett- kaum zwanzig Grad unter Null, und die beiden Männer schwitzten bei der Arbeit, obwohl sie die Ohrenklappen hoch- geschlagen und die Handschuhe ausgezogen hatten. Sie er- reichten Forty Mike an diesem Abend nicht mehr, und als sie am nächsten Tage dort eintrafen, machte Daylight nur hall, um Post und neuen Proviant aufzunehmen. Am folgenden Nachmittag lagerten sie an der Mündung der 5ilondike- River. Seit Forty Mlle hatten sie nicht eine lebende Seele getroffen und sich beständig ihren Weg selbst bahnen müssen. Seit dem Herbst war noch keiner den Fluß hinauf südwärts von Forty Mile gekommen, und es konnte gut sein, daß sie den ganzen Winter die einzigen blieben. In jenen Tagen war Dokun ein einsames Land. Zwischen dem Klondike- River und Salt Water bei Dyea lagen sechshundert Meilen schneebedeckte Wildnis, und auf der ganzen Strecke gab«s nur zwei Stellen, wo Daylight möglicherweise Menschen treffen konnte. Beides waren isolierte Poststationen, Sixty Mile..und Fort Selkirk. Im Sommer stellten sich wohl an der Mündung des Stewart- und des White-River, bei Big und Llltle Salmons und am Le-Barge-See Indianer ein, im Winter jedoch folgten sie, wie er wohl wußte, den Elchherden bis weit in die Berge. An diesem Wend, an der Mündung des Klondike, legte sich Daylight nach verrichteter Abendarbeit nicht nieder. Einem Weißen hätte er gesagt, daß er die„Chance" in sich spürte. Er schnallte sich die Schneeschuhe an, verließ die Hunde, die sich im Schnee verkrochen hatten, und Kama. der schwer atmend unter seinem Kaninchenfell lag. und kletterte den hohen Erdhang empor auf die weite Hochfläche. Aber dichte Tannen versperrten ihm die Aussicht, und so schritt cr über die Ebene und erklomm die ersten Ausläufer der do- hintesliegenden Berge. Hier kannte er den Klondike, der im rechten Winkel aus Osten heranströmte, und den Vukon. der einen weiten Bogen von Süden her machte, sehen. Links. stromabwärts, gegen die Moosehtde-Berge. zeigte sich der mächtige weiße Fleck, von dem sie ihren Namen hatten, klar im Sternenllcht. Leutnant Schwatka hatte ihnen den Namen gegeben, aber er. Daylight. hatte sie als erster gesehen, lange bevor der unerschrockene Forscker nach Ueberschrellung des Chilkoots auf einem Floß den Fukon hinabgefahren war. Aber den Bergen schenkte er jetzt weniger Aufmerksam- keit als der wellen Ebene selbst, an deren Sellen das Wasser tief genug war, daß Dampfer dort anlegen konnte». _ tTottjetzuag folgt.) Nestverdächtige Natten. beschlagnahme eines Elbkahns bei Magdeburg Im Saliiienhascn zv Schönebeck ist ein Elbkaha polizeilich Mchlugnohml worden, da mit der aus Brasilien stammenden Gc- lreideladung, die in fzamburg von einem lleberseedawpfer über. nommen worden war. pe st verdächtige Ratten mit einge. schlepvk worden sind. Die Untersuchung wurde eingeleitet, weil in Hamburg an Bord des betreffenden Ueberseedampfers ebenfdlls peftverdachtige Natten vorgefunden worden sind. Alle durch die Feststellung not. wendig gewordenen Vorbeugungsmaßnahmen sind bereits«rgrisfen. Srkrankungsfälle sind nicht vorgekommen. Es besteht auch für die Zukunft lein A n l a ß.ju irgendwelchen Befürchtungen. Ueber das Ergebnis der Untersuchung des Elbkahns teilt das Magdeburger Polizeipräsidium mit:„Der Kahn „Oberland l 0" der Norddeutschen Fluhschiffahrtsgeiellschaft hat nom Dampfer„San da des", der aus Rosario tvüdamerika) in Homburg angekommen ist, eine für Schönebeck und Harby be. stimmte Ladung übernommen und ist hier am 14 April auf Fahrt gegangen. Nach seiner Abfastrt sind auf dem Dampfer„Sandades* in Haniburg einige pestoerdächtige Ratten bemerkt warben. Dia Hamburger Gesundheitspolizei hat dieses Vorkommnis dem Polizeiamt in Schönebeck mitgeteilt. Das Polizeiamt hat sofort gemeinsam mit dem Kreisarzt des Kreises Calbe a. d. Saal« den Kahn sichergestellt und die Ladung untersucht. Die Mannschaft Ist völlig gesund. Die Entladung des Schisses erfolgt unter ständiger Anflicht. Di« Ladung wird genau untersucht. Die Schiffer und die MHeiter. die gemeinsam entladen, stehen unter ständiger ärztlicher Santroll«. Zu einer Beunruhigung liegt für die Bevölkerung keinerlei Grund vor, es sind alle Maßnahmen ge- t raffen,»m«in eventuelles Austreten der Seuche zu ver« hindern.* Es ist etwas sehr voreilig, di« Angelcgenhest zu einer großen Sensation aufzubauschen, wie es ein Berliner Spätabendblatt macht. Nicht Gattenmord, sondern Zreitod. llebler Hausklatsch und seine Folgen. Zu welchen schlimmen Folgen leichtfertige Rede- r e i e u jühren können, zeigt ein Fall, der sich in der B e r. (Inet Strohe 103 in Neukölln abspielte. Ohne schwerwiegeuden Grund bezichtigte man einen Unschuldigen de» Gallenmordes. Der Pförtner wurde am Dorniittag durch starken Gas- g r r u ch auf die Dohnküche der 29jährigen Frau Maria G o n i- forewsti, die mit ihrem Manne, einem A b o a g cha u fseu r, in Scheidung labt, aufmerksam. Als die herbeigerufene Polizei ein- drang, fand sie die Frau in dem völlig vergasten Raum tot im Bett. Bon Hausbewohnern wurden gegen den Mann, der kurz noch Entdeckung des Lorfalles seine Frau besuchen wollte, schwere Beschuldigungen erhoben. Man bezichtigte ihn glattweg des Gattenmordes. Das gab Veranlasiung. die Mordkommission zu alarmieren. Obgleich die ersten Ermittlungen ergebnislos verliefen, wurde G. in S ch u tz h a f t genommen. Inzwischen wurde das an- geboten« Alibi de« Mannes in allen Einzelheiten nachgeprüft. Da sich k ei n V e r d a ch t für seine Täterschaft ergeben hat. ist G. gestern in später Abendstunde wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Frau G. hat schon einmal im Iaimar dieses Jahres, als sie noch mit ihrem Manne zusammenlebte, den Versuch gemacht, sich durch Gas zu vergiften. Damals kehrte der Mann aber rechtzeitig heim, fo daß die Frau gerettet werden konnte. Es ist sehr wahrscheinlich. daß Frau G.. die kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes stand, in einem Schwermutsansall den Goshohn geösfnet hatte. Andererseits ist ein Unglücksfall nicht ganz ausgeschlossen, da Frau G. noch am Sonnabend abend eine Bekannte, die eine Treppe höher wohnt, ausgesucht hatte und dort bis kurz vor 24 Uhr in bester Stimmung gewesen war. Selbstverständlich geht, da es sich um den Tod eines Menschen handelt, die Kriminalpolizei allen Angaben mit der größten Gewifsenhaftigkcit nach. Wer kauft die Berolma? Aisher 15 Angebote. Beim Magistrat Berlin gehen i«tzt andaueritd Angebote von den verschiedensten Seiten ein, in denen Vorschläge für die Neu- aufstellung oder auch die industrielle Ausimtzung der„B« r o l i n a* gemacht werden. Di« Zahl der Angebot« beläuft sich bereits auf 13. U. a. wird vorgeschlagen, das Standbild auf deni Baltenplatz aufzustellen, airdc« Reflektanten schlagen Fangscheus«, den Plänterwald in Treptow und den Flughasen vor. Bekannt sind schon die Angebot« von Gaststättenbesitzern, die der„Berolina* bei Onkel Toms Hütte oder am Krummensee bei Königsvusterhausen einen neuen Platz in Verbindung mit Restaurants usw. bieten wollen. Di« wir hören, wird der Magistrat sicherlich in einer der nächste» Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung sich zu seinem Beschluß ans Zlnfragen aus Kreisen des Stadtparlaments äußern müssen. Ein heiterer Abend., Es war ein überaus genußreicher Abend, den der Reichs- ausschuß für svzialistisch« Btl.dungsarbeit im Lehrervereinshaus veranstaltete, und sein Zweck, die Teilnehmer an per Winterarbeit und den Studienfahrten durch frohe Geselligkeit «inander persönlich näherzubringen, ist erreicht worden. Genosse Alexander Stein wies in seiner Begrüßungsrede kurz auf die Be- deutung des Ausschusses hin: Sein Ziel ist nicht di« Schaffung eines sogenannten Kultursozialismus und einer dünnen Eliteschicht geistig gebildeter ArbeUer, sondern seelische und geistig« Vertiefung aller. ein Herausreißen aus dem Dunkel der Unwisienheit und damit Stärkimg für den wirtschaftlichen mid politischen Kampf. In bunter Reihenfolge wickelte sich dann das reichhaltig« Programm ab: Mitglied«? des T o n k ü n lt l e r- O r che st e r s brachten Nassische Musik zu Gehör, Kote P i r s ch e 1 sang mit munterer Stimme und natür- lichem Temperament heiter« Lieder zur Laute, den Bogel schoß jedoch Erwin Eckersberg ob mit dem liebenswürdigen, gelösten Vor- trage bedeutender Humoristen. Reicher Beifall belohnte all« Dar- histüngen. Tanz und Ilntcrhnwmg hielten die zahlreich erschienenen Besücher noch viele Stunden beisammen. Dieser �Heitere Abend" trug seiren Namen zu Recht und wird sicher noch lang« in Erinne- rung bleiben.___ Zeugen gesucht! Der gesehen hat, daß der Genosse Wilhelm Ster ilb« ig, Adlerehof. Hockenberg st r.S0, plötzlich am 19. Nooember 1927 früh lÜS Uhr aus dem Bahnsteig Adlershof um- fiel, wird gebeten, seine Adresse bei ihm abzugeben. Zwölf Schnäpse in zwölf Glockenschlägen. In Lyon hatten zwei Arbeiter gewettet, während der zwölf Glockenschläge zur Mittagszeit«in Dutzend Gläser B rannt- wein auszutrinken. Der eine kam bei dieser Wetie gesund davon, da er mit dem Wirt vereinbart hatte, ihm statt des Alka- hols Wasser einzuschenken: der andere mußte>n hosjnungs- losem Zustand ins Krankenhaus geschafft werden. Dies« Folg« der unsinnigen Weite darf warnend registriert werden. parieinachrichten fürGroß-Nerlin Slnsendungin für dirsr RudrU sind Berlin SW«z, Lindenslratze 3, strt, an da» V«,irt»sekretariat 4. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. Bekanntgabe der Mai-Veranstaltungen? Alle Maiveranstaltungen, die in der gemeinsamen Veröffentlichung bekanntgegeben werden sollen, müssen spätestens bis Tonnerstag, dem 23. April, dem Bezirks- sekretariat mitgeteilt werden.(Bureau Fischer.!— Spätexe Eingänge können nicht mehr berücksichtigt werden. * Fahnen zum 1. Mai sind in der verkriebsslelle Lindenstr. 3, II. Hos. 2 Trevpen, links sZugendsekrelariak), zu haben. Geöffnet bis 17 Uhr. Mitlwochs und Freilogs von 9— 13 Uhr und Sonn- abend, von 3— 13 Uhr. F: 2. jtTCi« Wilmersdorf. Mlttmock, U. April, 20 lldr, im Viktoria. rl parten, Wildelm»an« 114—113, itrelsmilpl�d-rnersamwlnnq. Vortrag: M»er Berliner Etat im Spiegel der Partei.' Referent Stedtvrrvrdneten. tü Vorsteher Zohanne» Haß. ». ilr«>» Wiltneradorf. Donnerstag, 23. April, 20 Uhr- bei tiroihs. Holst»!- nisckie Str.«0, erweiterte streisporstandssttiimp. 14. Ätel« Renlöln. clrweit-rte«reisvorstandestbong mit den Bejlrtstags- delegierlen am Frei tag, 2«. April. i Ii i 4.1 1 Ii l I I m D 11. Kr«!, SiSSnebera. Rittwo-b, 24. Avril, 20 Uhr. Im SefellliSaft». p-! M bnn» d-, Westen»,.»anptstr. Z». Kreismitpliederneelommlnna. Vortrag! P.Vie Kril« des Varlaments." Referent fit. R'-d-ll Pr»its»«id, 38. d. R. 13 RitoNedebn-h dient nl» Answ«!-. TürlontroN« 73. Abtc'lnng. W bt 20. Kreis Rrin'ckcndorl. MittmoS, 24. April. 20 Uhr. im«olol Fl fj«ibnN, Wittevan. Vranienlinroer Str.«0. Krei-mitnli-dreoerlammlnng. W lj Vortrag!.verl-brslragrn.' Rckerent Stodteat Cr"« Reuter. An». B5 Ei Inrp�e. Vrrl-Sicdcnea. Artung! Die für heute, Dienstag, angefeht» Ei " kerbelundeiehiinp der stnpend des Kreit'» findet umstä-d-Salber erst Fi am 30. Aurtl in der Aul, der 0 Sr-neinstef»,� statt. Rächst« Sitzung k3 des erweiterten Kreisnorstaud«, am Z-eitag, 20. April. A Fl i.? Heule. Dienslag. 23. April. 32. Abt. 20 Ubr bei Kromuhordt, Vaiil-Einger�slr. 40, Zeitungsiommisstons- sitzuna. Referent(«euoss, Gutelunst. Die Kunitionilre werden gebeten, an der Sitzung teilzunehmen. tz*. Abt. Tempelhnl. 20 Iffr Mitpllederpersaiwnlung bei Pinger, Dorfstr. 30. Vortrap:.vraltich« Wirts�art-'rgo-n.- Relerent Ki-rt Seinig. M. b. R. Di« Atzsiblaos-ahlung der PezIrl-ckoNiercr erfolgt in der heut« stattfinden. d-n Bersonrmli-ng bei Pinper. Dorsstr. 30. 100. Abt. Rtlnicherdors.pst. 20 Uhr bei Srobolle, P-nkostroßr, AuicktionZr- sttzung. Miigliederversammlunaen und Zahlabende morgen. Mittwoch. 24. 2IpriL 3. Abt. 1014 Uhr im Saal I de» UemetlfaKshaaf,#, Sngelufer 24—25, vo-traa de» Senasten Theo Varel:.Di» Abenteuer de» branen Soldaten Sä.weit.- vorher Sbrnng d-r di'liähriuen stnUIan nnd lletzerreiiduug de» gestifteten Wimpel» alt di« Rotc.jkaNen.Srnpne.Fritz Will«-,«ach de» Vortrag gelellloes veilaminrnlein mit peianglichen nnd«nstilallschen Darbietnugen. eintritt fret.»äste wifflovinen. 4. Abt. im Uhr bei Siommtl, Reil« itzriedritzistr. l. Vortrag! �Sozial« Aus» aaben der ÄitlturoTMitiraf'ontn.'' Relerent AdaN Lau. «. AM. WA vtc- povitimiit In'best l'iranntet! Lokalen.' 7, Abt. 20 Ufr In DornI» steiMllen. Parten rtr, 0, Vortrag:„Soziale Woh» nungsnalit�r.- Relerent Siadrneeordneter Hermann Lempert. tz. Abt. 20 Uhr Im Ral-onalbo', BiUomstr. 37. Vortrag:„Reichahauzhalt ISA »nd KopO�on.- Referent Kurt Heinig. M. d. R. I>. Abt. 19� Uhr Koblabend und Diakutierodent bei Lindner, Lehrter Str. 44, vortraa:„Sr'-alist'srd« Sr-i-dung." �eferrntin"'o'a Katz. tO. Avt. Die Miiglicdlrnerfammlpng iöllt ans. Dafür um 20 Uhr ffunl. tionärtltzun» in den vloobiier Bierhallen, Kirckstr. lZ. l4. Abt. Di» Msteilungsoerlammlung fällt am 24. April wegen der Krelatnil. pliederuerfammlung am iZrcilos, 36. April, im Hwinemllndcr Scsellschaft». bau», au». 10. Abt. 19U Uhr bei Kurlowlki, iZeldstr. 3. Bortrag:.Die innen, und anhenpolitistbe Laoe." Relerent Mar Hendemann. 17. Abt. lKZZ Uhr hei Slbrridcr, Triftstr.. S3, Lsrtrag:»Die politische Lage." Relerent Hermann Sarnilck, M. d. L. Itz. Abt. 19'Z Uhr in der Listn-nbrouerei. Hoibstr. 2, Partrag:.Die politisch« Loa«/' Referent Eiegfr-ed Aufhiinler, R. d. R. Etz. Abt. ISt-i Uhr in der»rau-n Sckiule, Dotenhuraer Straß«, Portrag:„Die So-�aldcmokratie in der Berliner Gemeinde." Referent Airgermeister Carl Leid, M. d. L. 20. Abt. 20 Uhr bei Wende, Kolonitstr. 147, Mitoliederoersammlung. 21. Abt. tOde Ubr im Schraderhau», Malplapuctstr. 14—10, Vortrag:.Die Anocstcllleiiperslchcrung." Relerent Paul Zinpel. 23. Abt. WA Übe in der Bersulbs- und Lelirdrauerei, See. stck» Amrumer Straße. Bortrag:..Pari» und das Proletariat." Referent Wilhelm Landa. 23. Abt. Pünktlich lRa Uhr bei Steina�er, Seeftr. 44, Bartrag:»Preußen. . Politik." Relerent Ernst Äcilmann, M. d. R. 24. Abt. ISti, Uhr im Altersheim.?a!!>lg-r Str. 02, Bortrag:„Wie es in Lowictrußland in KirkliAIeit aussteht." Referent Dr. Gregor Blenftort. 25. Abt. 10U Uhr im kleine» Saal des Saalbaus irriedriaisdain. Am strieb- richshain. Vortrag:„Regicrungsumdikdung lm Relchc." Refercnt Redaktour Ifranz Klühs. 27. Alst. 19', i Uhr In d:n Echliubaufer fZestlälen, Sckänhauler Alle« lR, Dor- «rag:„Dir hfttorilihe Materialismus und seine Lehre für die heutige Lage der Aroeiterklasse." Referent Enoclbert Gras, M. d. R. 20. Abt. 19Vi Ahr in den BeroMna.ftrstsälrn. Sedendauser Alle« 29, Borirag: „Die polilischc Lag», untrr delondcrer BerUcksttzziigung des ReichshaushaUs. planes." Referent Dr. Walter Krotolckiiner. 29. Abt. 20 Uhr"ahlabendc bei Klug, Danziger Str. 71: Glaus, Premlauer Avee 31: Riebe. Dunckrrstr. 13: RiGter, EGliemannstr. 39: BuGholz, Stargarder Straße, Ecke Prenzlauer Allre. Bortraa iu allen?ahlabc»den. 38. Abt. 19'; Uhr in den Eastno-IZestsäleii, Pappelallee IS, Bortrag:.Ber. liner lommunole Unternehmungen." Referent Dr. Majerczil. 31. Abt. lü'tz Uhr in der Schulaula Schonflicßer Str. 7, Bortrag:„Das Revarationsproblem." Referent Robert Breuer. 32. Abt. 20 Uhr in Schmidts Gelestschaftehaus. l7n>chtstr. 30a. Borlrag:„Konr- munalpolitiik." Relerent Bürgermeister Miclitz. Sämtliche Karten von der Zubilarieier stnd abzurechnen,«orten, die nicht abgerechnet werden, gelten als nerkaufl. ZZ. Abt. 19'., Uhr in der Schulaula Hohenlohestr. z. Bortrag:„Wege und Ziel» sozioldemolratischcr Tagespolitik. Referent Hans Bogel, M. d. R. Gäste stnd eingeladen. 35. Abt. 1914 Uhr im Itrankfurier Kok, fZrankkurter Allee 813, Vortrag: „Ausbau der Sozialpolitik." Referent Bernhard Gäring. Der Sonntagabend bracht« uns außer dem Konzert des 3. In- santerierestimenls di« Uebertragung der Hundertjahrfeier des Archäo- logischen Jnstiwts. Eine wirklich dankenswerte Beranstaftung brachte der Sonntag vormittag: die Uebertragung de«.Vonzerl» aus dem Großen Schauspielhaus. Vor allen Dingen der wundervolle Gesang Mafalda Sqlpottnis bot einen vollkommenen Genuß. Es ist, als ob die Stimme der Künstlerin von Jahr zu Jahr«bener, ge- pflegter wird. Am Montagabend unlerhielien sich Herbert I h e r i n a und Erwin P> s c a t o r über„Das ABC. des Theaters"'. Grundsätzlich war dieser Vortrag zu begrüßen: denn offensichtlich sehr unzensurierl durften diesmal die Meiwmgen gesafft werden. Im wesentlichen wurde mit ehrlicher Gesinnung das wichtig« Problem der heutigen Thootcrentmictliing diskutiert. Man konnte doch manche Anrernmg zum Verständnis unseres gegenwärtigen Theaterlebens aus dem Vor- trag entnehmen.— Ein Zuklus.kommunale Stunde" wurde von Oberbürgermeister Böß mit einem einfuhrenden Vortrag ..Selbstverwaltung und Großstadtbevölkerung" begonnen. Es wäre sicher erfreulich, wenn das Interesse der Bevölkerung für die Kam- munalpvlüik in stärkerem Maße geweckt werden würde. Tes. Eichholz. Euvnistr. 28. Refercnt Otto Zöpsel. Bortrag: �lranlcnvew 30. Abt. tm Uhr in der Schulaula Straßmannstr. 5 Vortrag:„Pariamen» «arismus und Regiernugsbildung." Refercntin Clara Bohm-Schuch, M. d. R, Dir Bezirkslllhrrr laden ein. Pünktlich«rfch-in-n! 37. Abt. 191tz Uhr in der Patzen.hofer Brauerei. Landsberger Allee 27—2?. Portrag:„Loa»j«truß>and." Referent Eugen Haas«. Hausgenossen, die UNS nahestehen, mitbringen! 38. Abt. Ig'.. Uhr iu Schmidts Gkscllschaftshaus, Fruchtstr. 30». 1. Lichtbilder» nortrog: 2. ,Die Geseßzebung im Preußischen Landtag." Referent Alired John. Die Bezirksführer übergeben dem Ableilungslettcr eine Anfftellunei ihrer Mitglieder mir genauer Adresse. Ztz. Abt.>91- Uhr tSroßdeereiisir.;i6 Portrag:„Das Rcparationsproblem. Referent ssclir Fligg. 42. Abt. 10's Uhr bei Bader. ZUterbogcr Str. 7. Vortrag: ,Dle polltlsch- Lage." Referent Dr. Norbert Morr. 43. Abt. 20 Uhr bei Rabe, ssichtestr. 29, Vortrag:„Die Bedrückung der Koor. munglwahlen für dt« werktätige Bevölkerung." Referent Dp. ssrih Schloß. 45. Abt. lO'i Uhr in der Schulaula R-ich-nbcrger Ecke Forste- Straße Vortrag: „Politik und Presse." Referent Emil Dittmer. 40. Abt. Uhr.sahlabende. Bezirke t00. 107: Vortrag:..Grundftstcksrolitik der Stadt Verlin." Bezirke>03, 109: Walleutin, Eörlitzer Str. 72. stchernug." Referent Genosse Siewcrt.„... 47. Abt. I9Zz Uhr in Nowacks F-stfälen. Manteusielstr. 0, Vortrag: ,S-j:al. dcmoiratie und Sö.-ialoerstchcrung." Referent August Karsten, M. d. R. Ehorlottenburg. 51. Abt. 19», Uhr im Wohlfahrtsfaal, Käuigin-Elilabetb- Straße d, Vortrag:.Die Arbeit der Svlialdemokroli- im Rcichstatz." Referent Artur Crispicu. M. h. R. Eingrführte Gäste sind willlomu»». 53. Abt. tvlo Uhr im volal„Zum Rußtouu," in Vlöß-nüee, Straß« 12. neben Haus Sichar. Lichtbilderuor:lag:„Indien." Rclerenü� Fron, Josef FurtWängler. Elnoefsthrie Gäste haben Zutritt. Eintritt tqei. 54. Abt. 20 Uhr im Iugcndhc'm Bosimnstr. 4 l. Vortrag:„Der Berliner Etat und die Schuloerhöltniss«." Referent Oberschulrat Fischer.— 55. Abt. 20 Uhr .Zohlabend. K Gruppe bei Schlltz. Mallstr. 99. Lortrag de» G«noss«n Fr. Wcigel über. Sozialigmus in der Gemeinde." 9. Gruppe bei"c'mer. Wilmer-dorfer Str. 21. Vortrag der Genossin M. Echenkalowfkn über „Die Bedcuiung der Kommunalwahlen." 10. Gruope bei neöhrig, S�'oSstr. 45. Vortrag de« Genossen Schulz über„Die Arbeit der Parteien im Bezirke. «ml und die kommenden Wahlen."— 50. Abt. 20 Uhr bei Inskow'ack. Holtzeudorffftr. 20 fRahe Amtsgerichtvlatzf. Vortrag:„Streiflichter aus dem Rcchtsleben." Referent Landgerichtsdieektor Ernst Rüben.— 57. Abt. 20 Uhr bei Rhunack, Wiriaudftr. 4. Bortrag:„Der Etat der Stadt Berlin." Referent Stadtverordneter Stegdrrt Lnewn. Gäste haben ftutritt. 78. Abt. Schönebcrg. Mitgliederversammlung im Gesell'Gaiishai:» des Westens inicht bei Rolenthal). Borlrag des Gen. Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. Beginn pünktlich 20 Uhr. Genossen flu» den Rochbarabteilungen find ein- geladen. 81. Abt. ssriedenan. l9Vi Uhr bei«labe, Landicrnstc.«0-�1. Vortrag: Klassenkampf und demotratischer Pariamentariemus Refenent Stadtrat Erich Steuer.— vaqinlry, Stubenraoch. Ecke Raunusstraße, Vortrag:„Die Führer der Wirtfchait." Refercnt Rektor Fischer. «Z. Abt. Lichtertelde. 20 Uhr bei Schm'dl, Sindenburgdamm Eck- R-onstraße, Vortrag:„Die wirtschaftlichen Unternehmungen der Arbeiterschaft." Refc> rent Elton Riemann. Dis2usston. Parteiangelegenheiten. 80. Abt. Marieedors. 20 Uhr in der Schi>lo>aa«tzniostraßc Vortrag:.Wirk» sebasrepolstifche Tagesfragen." Referent Otto Ziska. 88. Abt. Llsttenrodc. 20 Uhr in der Schule Roonstraße Zlortrag!„Die Schul- raumnot In Lichtenrade. Aste Lehret und Elternbeiräte stnd besonders dazu«ingeladen. Renltzlln.«3. Abt. 19Vj Uhr bei»Snig. Böhmisch« Str. 45-44, B-rfammlung aller Genossen der 45. Verkaufostelle der Konsumgenoffenschafh Tage». orduuiig: Die neue Fleischverkaufsstelle. Beelchiedmes.— 98. Abt. Äe. zirk 115: IS'g Ubr bei Deich,«pesebeckstr. 1S5. Lvrtrag: Sozialoe rsicherung." Referent Hugo Albrecht. 104. Ab«. Riedeeichonewe-be. 20 Uhr Lorstandosttzung mit den Funitromären ber Romalla. vo"mals Thiel». Berliner Str. M. Utz. Abt. Lichtenberg. 20 Uhr bei Hepp, Riiderstraß«, Borlrag:.Di« Frei- denlerbewegung." 125. Abt. We'ßensee. 19 Uhr bei Gallas, kebderstraß», vorstandasttzung. 1Z7. Abt. HoheuschSobavI«». Kolonie Weiße Tanb«. Sieblnng der»ender. reicheni 191» Uhr»itgl>»d«r»erlnn>mlnng bei Rntzlt), Laubsbergc« Ehanstee 95.' Vortrag-.„Die politisch» Loge." Relerent Han, Saner. Shwpathisterenb« find«inoeloden. 128. bis 130. Abt. Banlow. Wegen de» Todes unseres Genossen Zlllttner fällck dl» Versammlung aus. 1«. Abt. Bezirk vloolenlelde:« Ubr im Lokal Miller. Schilbomer Str. tz. Do-lrag:.Tie Frau in be: Politik." Refcreotin Elvira Krstger. Gäste find w'llkommen. 130. Abt. Reinickendorf.vst. 20 Uhr in Wittenau Srei-mitgliederpersantMlung. Pünktlich erscheinen. F rauenveranslattungea. 91. Alt. Renktzlln. Der Frauenabend fällt in diesem Monat an«. Daflln findet am Mittwoch, 84. April,«ine Bestchtignng der Konsumg-nofsenschaft in Lichtenberg statt. Treffpunkt tftl Uhr Bahnhof Hermannstrahe. 108, Abt. Adlersbaf. Mittwoch. 24. April. Frauenabend bei Schmidtbauen. SisniarckstA 74..Arbeiterschaft und Kirche." Referent Ernst Oberilber. Juagsozlallsten. «endt,®. d. A., nnd Dr. Otto Friedländer. Di« Seunlstnueu und Genosse». sind eingeladen, besonders die iungcn. Gruppe Tempelhot-Mariendorfi Heute, Dienstag, 20 Uhr, im Zugendhei« Germanioste. 4— st. Borirag:„Die vereinigten Staaten von Europa und bis Arbeiterschaft." Rcserent Hans Woldmann. Gruppe Reinickcodorfi Heute, Dienstag. 20 Uhr, in der Schule Rosenthaleu Straße, Bericht von der Sruppenlonfereiiz Tagespolitik. Am Dienstag. 30. Avril. Werdekundgebung in der Aula Reinickentorf-Best. Gruppe Lichteubeeg: Heute, Dienstag, 20 Uhr. im Zugendheim Gunter- strahe 44. Vortrag:»Die Kriegsgeneration hat da» Wort." Referent Genosse Bcrnfeld. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. 11. Ktei» Schöneberg. Achtung! Heute Helfersttzung bei Peterson, Feurig» straßc 80. pünktlich 20 Uhr.— Rote Falken: Donnerstag Adomson-Abeuft. Sonntag Treffahrt aller Gruppen nach der Römerschanzr. f Geburtslage. Jubiläen usw. 20.«dt. Unserem I-ngiihrigen Genossen Heinrich Zetchonnek tz» seinem Geburt»tage die herzlichsten Glückwunsch«. 92. Abt. Neukölln. Unter alter Kampfgenosse Angnst Zimmermann. Wesersta. 47, vollendet um 23. April lein 70. Lebensjahr. Ein Menschenalter steht et in den Reihen der in« Freiheit und Recht lämpfenden Arbeiter. bewegung. Wir gratnlirren ihm herzlichst und wünschen ihm ein gutes Wahl» rrgrhen. 93. Abt. Nenlölln. Unserem Genossen Emil Barth, Treptower Str. 13» zu seinem 50. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner pariei- Organisation � 128. di» 130. Abt. Banlow. Am 20. April erlag einem Schlaganfall unser alter Genosse Andreas Law». Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Mittwoch, 24. April, 12 Uhr, im Krematorium Serlchtstraße. Voriräge,VereineundVersammsungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Keschäitsstcll», Berlin S 14. Scbostionstr.$7/38, Hol 2 Tr, Bedding lLrtsvereinf. Achtung. ZunÄmnner! Mittwoch, 21. April. W- Uhr. Versammlung in der Seschästsstelle, Ziazarethlirchsti. 4t.— Friedrichahain: Mittwoch. 24. Avril. lO'j Uhr, Schutzloo rtler und Iungbanner Antreten auf dem Svortplatz Friedrichshain. Kameraßschatt Bllsching: Donners. tag, 21. April. 19' s, Uhr. Antreten aller altiven Kameraden bei Vcnich, Weber» straßc 15, in Vundesileidung. Passive erscheinen eben soll». Lereinigung der Feeundc»on Religion und Btzücrfrledeu. Pfarrer Vseiec sprich! im Rahmen einer Maifeier am Dienstag, SO. April, Wj Uhr. In der FUrsiin.Bismarck. Schule, Eharloitendurg, Sybeistr. 2. Es wirkt mit: SUchcr- Ehor. Mustllebrcr Franz. Bund rrpublilauischer Beamter. Mittwoch. 24. April, 20 Uhr, im Lehrer. Vereinshaus am Alexanderplatz, öffentliche Kundgebung. Minister Grzestnoki: „Der Beamte im neuen Staat." Zntcrnatloralr Frauerliga für Frieden und Freiheil. Frau Auguste Hirch. boff l Bremen) spricht Über.Wcbrfragen und Wehrprogrnmrne" am Freitag, 20 April, 30 Uhr, im Demokratischen Klub, Biltoriastr. 24(nahe Potsdamer Brücke). Bund Entschiedene» Schulrrsarmer. Seffentlich« Bersammlung Dienstag, 23. April, 19?«: Ubr. im Wern«r.Siemen»,Rcalanmnastum, Hohmstausen. ftroße 47— 18. Es sprechen! Untversitätsprofessor Längste!», Ernst Thrasolt. Dr. Heinrich Dchmel, Paul Oestreich über„Die Verantwortung der Schule." Uin'-lci"» fcni'lisn Ucdaiing-Ciud. Mii wo'h, 0 Uhr,. ahnäreiehaus Bwowstr. 104, Quttmalinsaal, Prof. Wendlandst«The Triumph Ol Science over l ime 4 Space."_ Wellerbericht der ösienlTchen wrllrrd'enststelle Berlin und Umgegend. sRachdr. veib.). Wechiclnd bcivöllt wck einzelnen Schauchit. iolttaueind lühl— Fär reuifchlcnd: UebeiaL kühl mit Nachljiösten, bcfctiderS im «öidlichrtt Teil einzelne Schauer. Ea xovrtefc AGiw- �yüJUdjLt. �r nichts als harmlose Reisende, die sich mit ihrem Reisegepäck abmühen. Mit einem Psund Kaffee, da» ich auf eigene Rechnung geschmuggelt oder. um fachmännisch zu reden, gekisselt habe, gehe.ich nach Hause. Schließlich will ich doch auch mal billigen Kaffee trinken. Swan Meitbui: �orfrülilitigsgelpräch „Ich muß Sie bitten/ sagt« ich zu meiner Wirtin.„Ihre Geranicntöpie vom Fensterbrett zu nelzmen. Obgleich ich selber etwas von Blumen halle, lebe ich dock) mit diesen Geranien, seitdem es draußen frühllngshaft ist. in ununterbrochenem Krieg. Denn jedesmal, wenn ich mein Fenster öffnen will, muß ich die Reihe der Töpfe herunterstellen und wieder hinauf." Meine Wirtin lachte und sagte:„Die Töpfe bleiben stehen, wo sie stehen." „Das Zimmer gehört aber mir," sagte ich. „Die Töpfe bleiben stehen, wo sie stehen." „Zwölf Töpfe am Fenster"— focht ich dagegen—„sind zuviel für einen einzelnen Herrn." Weine Wirtin sagte gelassen:„Die Töpfe bleiben stehen, wo sie stehen." Sic stehen da. In einer absteigenden Reihe— vier große, vier mittlere, vier ganz kleine Töpfe. Die großen haben so feste Stämme, daß der erste Käfer in diesem Jahr meinte, er wäre im Wald. Und die Zweige, selber kräftig gleich Siämmen. haben sich sin gedrängter Nachbarschaft) mit hellgrünen Blättern durcheinandergewirrt. In den kleinen Töpfen gucken nur Knollen über ihr Erdenrund— steil über de» Änollcnkopf schießt ein grüner Spieß wie eine spitzlange Feder über ein Iägerhütlein. Da ich ein brutaler Mensch bin und wie die meisten brutalen Menschen ein Feigling, schimpft« ich mll den Pflanzen, die alles ertragen, unfähig zur Gegenrede— mit meiner Wirtin hingegen tot ich sehr höflich. Sie würde doch immer ihr Recht behaupten: die Töpfe bleiben stehen, wo sie stehen. Eines Morgens, als ich die Töpfe herunterstellte und zwei von ihnen absichtlich zusammenstieß, als ob es zwei Köpfe wären, begann der längste unter den zwölfen, der sich in der rechten Ecke der Fensterbank sehr hoch und schmal an der Scheibe reckte, für sich und die anderen zu sprechen.> „Behandle uns gefälligst anständig/ sagte er. „Nanu?" sagte ich überrascht. „Wir können uns doch nicht alles gefallen lassen/ fuhr er fort, „well wir schweigsame Leute sind. Du tust mit uns ja nichts ande- res als mst deinem Paar Stiefel, ich sehe jeden Abend, wie du sie vor- die Tür« wirfst. Ich möchte dir einmal klarmachen, mit wem du zusammenwohnst. Wir sind eine aisständige Familie. Ich komme aus den kullivienesten Kreisen, du hättest es längst an meiner gepflegten Erscheinung bemerkt, an me-iner graziösen Linie, wenn du anders als mit dsiner schlecht zu begründenden Wut uns betrachten konntest Auch mein« Familie, die du neben mir findest. gchört zu den besten Leuten des Lande». An meiner Seite— klein. aber in glücklicher Fülle— sitzt moin« Ehegemahlin: neben ihr, nur einen Zweig lang sie überragend, mein ältester Sohn. Er zeigt die besten Formen, du siehst ihm leicht an. daß sein Gemüt von der edelsten Bildung ist. Die kleinsten, die letzten vier in der Reihe, gehören nicht direkt zur Familie, ich habe sie adoptiert Sie sind bereit» zu Bescheidenheit und fröhlichem Lebensgenuß erzogen. Wenn wir alle un» augenblicklich ohne unsere ausgezeichneten roten Schmuckblätter zeigen, so Legt da» nur an zufällig äußerem Ein- fluß.— Nachdem ich dich so angeleitet habe, zu bemerken, wa» du bisher leider von selbst wicht bemerkt hast, wirst du dir in deinem Innern gestehen müssen, daß unsere hohe Pratektorin, deine ge- ehrt« Frau Wirtin, die wir dich täglich schmähen hören, daß sie, die uns Sonne und Lust zukommen läßt, indem sie uns an dlesc vorteilhafteste Fensterscheibe gewiesen hat daß sie uns besser in Abstammung. Entwicklung und Wesen zu würdigen weiß als du. Es bleibt unsere angenehme Hoffnung, nach dieser nunmehr ge- schehenen Aussprache von Kreatur zu Kreatur, dich fürdcr zu unse, ren Freunden zählen zu dürfen." ..Derzeihcn Sie," sagte ich stotternd,„ich schätze Sie sehr, Herr von Geranium, ich freue mich wirklich, so gebildete Zimmergenossen in Ihnen und Ihrer lieben Familie gefunden zu haben. Lassen Sie mich Ihnen sagen, daß Sie mir vom ersten Tage unseres Zu- jammenlebans bereits die Empfindung von äußerst liebenswerter. fast möchte ich sagen, herzcnsoornehmer Geselllchaft eingeflößt haben. Aber jenes täglich neu in Erscheinung tretende Moment— jenes einzige ärgerliche in unserem Freundschaftsverhältnis— machte mich leider im übrigen blind. Der Gedanke, Sie in wenigen Wochen jen« unvergleichlich glühende Zier aus Kopf und Schultern trogen zu sehen, entzückt mich. Wie lange wird es noch dauern, daß Sie, dem Frühling zu Ehren, durch Ihre grüne Kleidung die rote Schönheit schießen lassen!" „Frühling?" sagte Herr von Gerantum.„Sie meinen die Zeit, wenn die Luft voll Sonne in Herz und Lungen weht... Der süßeste Abschnitt des Lebens. Ich fühle mitunter bereits einen Anhauch." „Ja," sagte ich,„es wird diesmal ein schöner Lenz. Ueber- Haupt," fuhr ich fort,„sollen die Winter in Zukunft milder sein— war in der Zeitung zu lesen." Herr von Geranium gab darauf kerne Zlntwort. Auch auf meine weiteren Anreden blieb er stumm. Er stand in gesammeltem Ernst und schlanker Größe seiner bedeutenden Famllie vor— noch dt« kleinsten erreichte sein Blick—'und er war still wi« ein Mann, der weiß, was das Dasein bedeutet. Der Mensch in Labrador. Labrador, dieses Land mit seinem achtmonatigen Winter und seinem viermvnatigen Sommer, seinen unermeßlichen, pelztierreichen Wäldern, seinem rauhen, für den Ackerbau ungeeignelen Klima, stellt an die Willenskraft und Selbst- bsherrschunq des Menschen und an die Widerstandsfähigkeit seines Körpers die allergrößten Anforderungen, und die Abhängigkeit des Menschen von' der Natur trist in wenigen Ländern so kraß zutage wie gerade dort. Denn ein jeder steht vor der Alternative zu fischen und zu jagen oder zu»erhungern. Dazu die Insektenplage, die im Sommer das Leben zur Hölle machi und ein« Besiedelung in größerem Umfange bisher oerhinderte. Man findet im Innern Indianer und an der kahlkn Ostküftc Eskimos und wenige llleu- sundlandfischer, denen ihr zäher, widerstandsfähiger Körper gestattet, den Unbilden des Klimas zu trotzen. Die Verbindung der Neu- sundlandfischer mit den Eskimos bzw. Indianern ergab einen neuen Volkstyp von kaum gesehener Widerstandskraft und Anspruchs- lostgkell: den.Labradorer". Der kurze Sommer ist für ihn oia Zest des Fsschenz, und Im langen Winter durchstreift er die end losen Wälder und stellt mit Fallen den Pelztieren nach, wodurch er es nicht festen zu einem gewissen Wohlstand bringt, der in der behaglicheren Ausstattung feines Blockhauses an der Küste zum Ausdruck kommt. pflanzen, die uu Er Irdisches Wasser verraleu. Schon fest allen Zeiten hat man beobachtet, daß in trockenen Gegenden gewisse Pflanzen an den Stellen wachsen, an denen Wasser in geringerer Tiefe vorkommt Da nun im Südwesten der Bereinigten Staaten große Wüstenstrecken sind, hat man dort dies« Erscheinung wissen- schaf stich uistersucht Dabei hat man festgestellt, daß bestimmte Pülonzen sich der Oertlichkeit anzupassen verstanden haben und infolgedessen gedeihen, während andere, bei denen das nicht der Fall ist. durch die Trockenheit eingehen. So kann man aus der Anwesenheit gewisser Pflanzen schließen, daß, je nach der Art, ein, zwei oder drei Me>r unter der Oberfläche Wasser vorhanden sst In Meriko gibt es sogar Pflanzen, die ihre Wurzeln 11 bi» 13 Meter tief in den Boden senden, um da» nötige Wasser zu finden. Kohlendebatten. Winkelzüge der Zechenherren. Die gegenwärtige Lohnbewegung der Ruhrbergarbeiter hat dlesmat lehr zeitig ihre Schotten oorousgeworsen. Schon im No- ve m b« r vorigen Jahres, als die Gewerkschaften noch keineswegs den Zeitpunkt einer Lohnbewegung festgesetzt hatten, wurden die Zechenbesiger des Ruhrgebietes beim Reichswirts chostsministerium vorstellig, um dort ihre Klagen über die angeblich mangelnde Ren- tabilität des Bergbaus vorzutragen. Sie taten das scheinbar ohne eine besondere Absicht, gleichsam nur aus dem Mitteilungs- bedürfnis einer im unaufhaltbaren Niedergange begriffenen In- dustrie heraus, der die Regierung mit Rat und Tat zu Hilfe kommen sollt«. Bei dieser Gelegenheit äußerte die Regierung den Wunsch, die Zechenbesitzer möchten doch ihr« Ausfassung über die wirtschaftliche Lage des Ruhrbergbaus eimnal im Zusammenhang schriftlich darstellen. Das geschah durch die vielerörterte Denkschrift des Bergbaulichen Vereins. Essen. Di« Erörterungen, die sich an die Unternehmerdenkschrift knüpften, spielten sich zunächst in Verhandlungen ab, zu welchen der Reichswirtschafts- und der Reichsarbeitsminister die Parteien eingeladen hatten. Die erste derartig« Aussprache am 26. Februar trieg mehr informatorischen Charakter. Ihr folgt« ein« weitere Konferenz am 22. März in Berlin. Zu dieser Zusammenkunft log bereits die grundsätzliche Stellungnahme des Alten Berg- orbeiterverbandes vor, der in seinem Organ„Die Berg- fmuindustrie* die Unternehmerdentschrift einer eingehenden Kritik unterzogen hatte, worin er zu dem Schluß kam, daß bei der Fülle von Unwahrscheinlichkeiten in den Unternehmerangaben und bei dem Mangel jeglichen zahlenmäßigen Beleges derselben der Reichskohlenrat durch eine fortlaufende Durchleuchtung de» Ruhrbergbaus endlich einmal volle Klarheit über den Stand dieses wichtigen Wirt- schafts.pveiges schaffen müsse. Die Berliner Konferenz führte zu keinerlei Ergebnissen. Der Grund für das Scheitern der minist« riellen Bemühungen lag weniger in der Weite der bestehenden Mei- nungsoerfchiedenheiten, als vielmehr in dem ständigen Aus- weichen der Unternehmer, als die Bergarbestervertreter auf dos Vorlegen zahlenmäßiger Beweis« drängten. Selbst als ihnen von den Bergarbeitern vorgerechnet wurde, daß, gestützt auf amt- liche Kostenermststungcn der bergbauliche Gesamtgewinn im Dezember 1926 ohne Grubenabschreibungen über 3 M. je Absatztonne betrogen hat und daß seitdem noch westere Steig» rungen zu verzeichnen seien, begnügten sich die Unternehmer inst ganz allgemeinen Ausführungen, welche die Gewerkschaftsberech- nungen isdoch nicht im mindesten berührten. Bei dieser Sachloge bot der von den beiden Ministern unterbreitete Vorschlag auf Ein- setzung einer sogenannten kleinen Kommission und aus Abschluß eines Burgfriedens bis zur Erledigung der Untersuchungen wenig praktische Aussichten. Die Anregung der Bergarbeitervsrtreter, den dazu gesetzlich berufenen Reichskohlenrat mst dieser Unter- suchungsaufgabe zu betrauen, lehnten die Unternehmer a b. Mit dieser Ablehnung haben sie ihre Absichten offen an den Tag gelegt. Für die Bergarbeiter verlangen sie Bindungen in allen Tariffragen i Lohn. Arbeitszeit und Mantellarif: für sich selbst aber die Sicherung von Millionengewinnen mit Hilfe übersteigerter Abschreibungen und der Einkalkulierung einer geradezu grotesken Gewinnspann« von 2 bis 3 M. je Tonn« absatz- sähige Kohlenförderung— und das alles unter Ablehnung jeder zuverlässigen wirtschaftlichen Durchleuch- t u n g des Bergbaus. Diesem Versteckspiel der Unternehmer haben die Vergarbester durch die auch von den Unternehmern beabsichtigte und von ihnen für einen späteren Termin ausgesprochene Kündigung der Lohnordnung zum 39. April ein Ende gesetzt. Nachdem die Parteinerhandlungen vom l.3.?lpril, in denen die Bergorbeiter eine Lohnerhöhung um eine Mark je Schicht für alle Arbeiter- gruppen, die Unternehmer dagegen eine Lohnkürzung um 5 proz. oder eine halbstündige Arbeilszeitverlängernug forderten, ergebnislos verlausen sind, wird jetzt de? Streit im Schlichtungsverfahren ausgetragen. Die Vorgeschichte dieser eigenllich von den Unternehmern«in- gelesteten Lohnbewegung der Ruhrbergarbeiter erhält durch die Bergbaudiskussion im Preußenparlament und durch die Aussprach« in der letzten Vollversammlung des Reichskohlen- ra te s noch einig» interessante Züge. Haben schon gewisse frühere Auslassungen des preußischen Handelsministers der Gegenseite zur Stützung ihrer pessimistischen Beweisführung gedient, so zeigt seine letzte Rede zum Bergetot eine unverkennbare Aehnlichkeit mit den Vcrwaltungsäußerungen in großen Montan-Gencraloersamm- lungen. Einige Stichworte machen das deutlich: Mengenkonjunlturi negative Rationalisierung: Leistungssteigerung, trotzdem aber:„Alle diese Derbesserungen haben unserem Steinkohlenbergbau eine befrie- digende Lage im abgelaufenen Jahr nicht zu schaffen vermocht." Ueberhaupt läßt die Einstellung des Hern, Handelsministers jene gebotene Unterscheidung zwischen dem interessierten Patron staat. licher Bergwerksunternehmen und dem über dem Ganzen stehenden Sachwalter des Allgemeininteresies nicht immer so deutlich werden, wie das wünschenswert wäre. Was soll man dazu sagen, daß in den vom Handelsministerium herausgegebenen Handelstammerberichten im März folgendes zu lesen war:„Der Absatzmarkt im Bergbau besserte sich zwar etwas, doch zeigte für den Ruhrbergbau die auf Veranlassung des Reichswirt- fchaftsministers abgefaßten Denkschriften eine krisenhafte(!!) Log«. die durch die Kündigung des Lohnabkommens festens der Berg- arbeiter noch eine Verschärfung zu erhallen droht." Das ist S t i m- mungsmache in mangelhaftem Deutsch. In der Form wesentlich eleganter, in der Sache nichtsdesto- weniger ebenso bedenklich war der Bericht des Geschäfts» führers des Reichskohlenrat«, Bennhold, über die Lag« der Kohlenwirtfchaft. über besten Echo bei den Arbester- Vertretern wir bereits eingehend berichteten. Den Unternehmern wur-e in kpr Diskussion deutlich genug entgegengehallen, daß ihre Schwarzmalerei keinen realen Hintergrund habe und mehr als«in lohnpolitischer Vorstoß zu bewerten sei. Der R'.ihrbergbau hat in den letzten Iahren in die Augen springende Ralionalisierungsfortfchritle aufzuweisen, deren privatwirtschaftlicher Ertrag allmählich immer mehr zugunsten der Untern«heaer in Erschemunz trist. Dieses güisttige und zahlenmäßig nachweisbare Ergebnis stt um so be- nierkenswerter, da dieser wirtschaftliche Gesundungsvorgang auch heute noch mit einer Reihe von vermeidbaren Hemmungen belastet ist, die auf das K o n t o der Unternehmer zu buchen sind. Die wirtschaftliche Ergiebigkeit des Ruhrbergbaues könnte noch bester fein, wenn nicht ein Teil derselben zur Verzinsung und Amortisation einer übersteigerten Anlagenkapazstät ver- wendet würde und wenn nicht der internationale Konkurrenzkampf gewaltige Mittel binden würde, die anderswo eine ertragreichere Verwendung finden könnten. Di« stetige Aufwärtsentwick- lung an der Ruhr ist großenteils aus Gewinnen finanziert worden, wie auch die Unternehmer in ihrer Denk- schrift ohne Umschweife zugegeben haben. In den fünf Jahren seit der Stabstisierung sind nach llnkernehmerangabeu 800 Millionen Mark und zwar zu 60 Proz. aus eigenen Mitteln investiert worden. Ob dies« Summe den tatsächlichen Umfang oller Investierungen fest 1924 wirklich trifft, mag dahingestellt bleiben. Immerhin steht sie m einem auffallenden Gegensatz zu der angeblichen Derlustwirtschoft und läßt die darüber hinaus von den Unternehmern erhobene Forderung neben dem Schmalenbachschen Abschreibungssatz von 1,74 M. je Tonne eine weitere Mark zum Ausgleich der angeblich bisherig ungenügenden Abschreibungen, sowie westere 3 M. für Verzinsung des investierten Eigen, und Fremdkapitals anzusetzen, wenig plausibel erscheinen. Durch ein« derartige Ueberspitzung ihrer Forderungen haben die Unternehmer ihrer Sache selbst am meisten geschadet. Keinesfalls ist es ihnen aber gelungen, die daraufhin von dem Verbände der Bergbauindustriearbeiter aufgestellte R e n t a b i l i- tätsberechnung im Endergebnis abzuschwächen. Gegenüber der von den Unternehmern vorgebrachten Behauptung, daß sich die landwirtschaftlichen Ergebnisse des Ruhrbergbaues seit dem Schmalenbach-Gutachten, das auf der Grundlage vom Nvvember 1927 aufgebaut ist, nicht wesentlich verändert haben, konnte die Gewerkschaft den Nachweis erbringen, daß, ohne Grubenabschrei. Hungen gerechnet, der Gesamtgewinn aus bergbau- licher Produktion sich gegenüber 1927 glatt ver- dop«lt habe und daß für Januar 1929 infolge der seitdem ein- getretenen Erlosverbesserung ein Gesamtgewinn von 4.07 Mk. je absatzfähige Tonne ergibt. Dieses günstige Ergebnis, zu dessen Berechnung die amt- lichen Kostenermittlungen des Reichswirtschaftsministeriums als Grundlage gedient haben, ist darauf zurückzuführen, daß sich infolge der feit November 1927 eingetretenen Leistungssteigerung der Lohn- antest je Tonne sich praktisch überhaupt nicht verändert, für Januar 1929 sogar verringert Hot und daß andererseits die Kokerei- und Brstettergebniste sowie die Handelsgewinne, ganz besonders aber infolge der im Mai vorigen Jahres eingetretenen Preiserhöhung die Erlöse sich sehr nachdrücklich erhöht haben. Angesichts dieser Berechnung konnte der Alte Bergarbeiter- verband mit vollem Recht sagen, daß, wer weiterhin noch die Be- hauptung aufstellt, der Ruhrbergbau sei unrentabel, zuvor den Nachweis erbringen muß, daß diese Kalkulation, falsch sei. Diesen Nachweis sind die ilisternehmer bis heute noch schuldig geblieben. Sie sind der Beweispflicht, der diü Bergarbester im öffentlichen Interesse genügt haben, ausgewichen und haben damit zugleich ein Urteil über den Wert ihrer bisherigen Argument« selbst gefällt. Dr. Berge r. Außenhandel im März. Fast unveränderte llmsatzhöhe. Noch den Feststellungen des Statistischen Reichsamts betrug die E i n s u h r im reinen Warenverkehr im Monat März 1922 Millionen Mark, die Ausfuhr einschließlich der Reparationsliefe- rungen 964 Millionen Mark. Der Einfuhr Überschuß beläuft sich somit auf 38 Millionen Mark und unter Ausschaltung der Repara- tionslieferungen auf 91 Millionen Mark Im einzelnen zeigte der Außenhandel im Berichtsmonot folgendes Bild: Warengruppen Einfuhr Ausfuhr w 1000 RM nach chegenmortsmettm 1. Lebende Tiere......» 8 221 1389 2, Lebensmittel und Getränke.. 262 879 49 269 3. Rohstoffe und halbfertige Waren 562 955 223 417 4. Fertige Waren...... 187 875__ 709 458 Reiner Warenverkehr. 1 021 930 983 524 Gegenüber dem Vormonat haben sich Einfuhr wie auch Aus- fuhr nur unwesentlich verändert. Bemerkenswert ist, daß bei der Einfuhr, die insgesamt eine Zunahme um 5 Millionen Mark aufweist, die R o st o f f e i n s h r um fast 17 Millionen gestiegen ist, dagegen die Lcbensmitteleinsuhr und der Import von Tieren um 17,3 Millionen zurückgegangen ist. Di« Abnahme der Lebensmitteleinfuhr erklärt sich einmal aus dem geringeren Zu- fchußbedarf an Getreide infolge der guten Ernte des letzten Jahres, während der ouderweittg« Rückgang b« der Lebensmittelemfnhr saisonmäßig bedingt ist. Die Steigerung der Einfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten muß als ein Au s g l e i ch für den erheblichen Rückschlag während der Kältewelle und nicht als ein Zeichen erhöhten Rohstasfbedarfs der deutschen Wirtschaft angesehen werden. Im ganzen liegt die Einfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten um 80 Millionen unter den Ziffern des März 1928 und um rund 24 Millionen unter der Einfuhr des März 1927. In der Ausfuhr ist im wesentlichen nur bei den Rohstoffen eine Steigerung eingetreten, und zwar bei Kohlen um 18,5. bei Koks um 5,7 und bei Kalisalzen um 2,3 Millionen Mark. Die Ausfuhr von Fertigfabrikaten ist erneut, wenn auch nur in geringem Umfange, zurückgegangen. Im ganzen läßt sich feststellen, daß die Außsnhondelsergebnisse im März noch durch die Folgen der Frostpsriod« beeinflußt find, was besonders bei der Ausfuhr zutage tritt. Immerhin bleibt es bemerkenswert, daß trotz der elementaren Einwirkun» gen des harten Winters der Gesamtumfang des deutschen Außenhandels in dem ersten Vierteljahr 1929 sich fast auf dem Niveau des Vorjahres halten kann. So weist die Einfuhr mtt 3,35 Milliarden von Januar bis März einen Monatsdurchschnitt von 1,12 gegen 1.26 Milliarden in der entsprechenden Zeit des Vor- jahres auf, während die Ausfuhr mit 2,88 Milliarden und einem Monatsdurchschnitt von 0L6 Milliarden die Ergebnisse in der entsprechenden Zett des Vorjahres noch um 22 Millionen im Monatsdurchschnitt übertrifft. GeldMe bei Orenstem& Koppel. Mehr als S0 Millionen Umsatz.— Große Auftragsbestände. Der Lokomotio-, Waggon- und Maschinenkonzern von O r e n- st« i n u. K o p p e l. der in seinen Spandau«: und Rehbrücker Betrieben Belegschaften von mehr als 8999 Mann beschäftigt, nimmt zum mindesten in der Lokomotivindustrie eine Ausnahmestellung ein. Während die Betriebe der meisten anderen Lokomotivfadriken teilweise oder gänzlich leer stehen und durch Auslandsaufttäge nur notdürftig zeitweise gefüllt werden, kann Orenstein u. Koppel sein Arbeitsfeld von Jahr zu Jahr ausdehnen. Dies hängt in erster Linie mit dem organisatorischen Aufbau dieses Unternehmens zusammen, dessen Betriebe zunächst hauptsäch- [ich auf Industrie- und Feldbohnwesen eingestellt waren und erst später und zum geringeren Teil auch als Lieferanten für den allge- meinen Eisenbahnverkehr hervortraten. Die gleichzeitige Produktion von Schienen, Weichen und anderem Eisenbahnzubehör gab Oren- stein u. Koppel ferner einen bedeutenden Dorsprung auf dem Aus- landsmarkt. Auf der letzten Generalversammlung im Mai vorigen Jahres konnte die Verwaltung mitteilen, daß der Auftragsbestand von Januar bis Mai 1928 sich auf 61 Millionen belaufen habe. In dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht für das letzte Betriebsjahr wird mitgeteill, daß der Umsah um 15 Proz.. demnach also von 71 aus 61.5 Millloneu Mark gesliegen ist. Rund 59 Proz. des gesamten Umsatzes wurde durch Ausfuhr erzielt. Wenn Orenstein u. Koppel auch für das letzt« Jahr seine D i v i- de nd e nur von 5 auf 6 Proz. erhöht, so demonsttiert die Verwaltung damit, daß sie auch trotz der Millioneneingänge an amerikanischen Fveigabcgeldern nicht daran denkt, von ihrer sprich- wörtlichen Politik der Reserveanhäufung abzugehen. Wie wir bereits kurz mitgeteilt hatten, verwendet Orenstein u. Koppel die 3,3 Millionen aus der amerikanischen Freigab« fast aus- schließlich zu Abschreibungen auf den Maschinen- park, dessen Wert sich in der Bilanz damit von 4,49 auf 1,34 Mil- lionen verringert. Der ausgewiesene Reingewinn hol sich bei nur unwesentlich veränderten Unkosten von 2,9 auf 2,7 Mit- lianen erhöht. Die Bilanz zeigt, daß die Gesellschaft förmlich im Geld schwimmt. Die Bankguthaben haben sich mit 5,7 Mill mehr als oerdoppelt und einschließlich der Wechsel und Kassenbetrag« werden rund 19 Mill flüssiger illlittri ausgewiesen. Hierzu kommen noch 4V Millionen Forderungen an die Kundschaf! und 5,4 Millionen Forderungen an Tochtergesellschaften, also noö» mehr als 19 Millionen weitere Forderungen. Demgegenüber stehen etwas mehr als 6 Millionen Schulden, die in der Hauptsach« aus laufenden Abrechnungen und Anzahlungen der Kundschaft bestehen, sowie 1V Millionen Guthaben der Tochtergesellschaften. Da das Unternehmen in das laufend« Jahr einen fast gleich hohen Auftragsbestand wie im letzten Jahr herüber. genommen hat, ist in den Bettieben von Orenstein u. Koppel von einem Konjunkturrückgang noch nicht die Red« Di« Belegschaft, die von dem ständigen Aufschwung dieses Großunter- nehmens bisher herzlich wenig gehabt Hot, wird diese Entwicklung bei den kommenden Lohnverhandlungen nicht unbeachtet lassen. Siegerländer Erzabschluß. Wieder 5 proz. AvderuS-Oividende. Das führende Unternehmen im. Siegerländer Erzbergbau, Eisenwerk Bu.d.erus in Wetzlar, doa mit einem Kapital von 26 Mill/ M. arbeitet, öerösse'ntlicht jetzt seinm Wschluß für 19N. Die Gesellschaft konnte ihken Jahresumsatz an Fremde von 41,6 auf 45,2 Mill M. steigern, wozu noch ein Umsatz innerhalb der Konzernwerke von 32V gegen 39,4 Mill M. im Vorjahr kommt. Entsprechend der Umsatzsteigerung erhöht« sich der Betriebsüberschuß um etwa 15 Proz. auf 4,6 Mill. M Nach Absetzung der Unkosten und erhöhter Abschreibungen von 1V Mill. M. wird einschließlich des Gewinnoortrages vom letzten Jahr ein Reingewinn von 2 Mill M. ausgewiesen, der etwa 12 Proz. des dividendenberechtigten Kopitals ausmacht. Vorsichtig, wie die Buderusverwaltung immer gewesen ist, schüttet sie jedoch nur 5 Proz. Dividende aus und trägt wieder fast 1 Mill M. auf neue Gewinnrechnung vor. Die Entwicklung bei Buderus ist also n i ch t s o schlecht, zum mindesten ist sie stabil geblieben. Diese Werke gehören mit zu den Siegerländer Erzbcrgbauunternehmungen, die v o m Staate ob 1. April mit einer neuen Subvention bedacht werden. Die Staatshils« belauft sich, wie wir kürzlich schon mitteilten, auf 59 Pf. je geförderte Tonn« Erz und wird durch Fracht- ermäßigungen der Reichsbahn sowie Herabsetzung der knappschaft- lichen Leistungen insgesamt zu einer Verbilligung der Produktion von rund 1 M. sc Tonne führen.' Bei einer Eisenstein- sörderung von rund 139 999 Tonnen im Jahr würde bei den Buderuswerken schon eine Senkung der gesamten Han- d e l s u n k o st e n, in denen auch noch die Steuern und Zinslasten enthalten sind, um mehr als 6 Proz eintreten. Wie wir bereits anläßlich der Verhandlungen im Preußischen Landtag ausgeführt hatten, können wir uns keine endgültige Lösung der Schwierigkeiten im Siegerländer Bergbau von diesen Subventionseinnahmcn versprechen, auch stehen wir nach wie vor aus dem Standpunkt, daß es Saäze der großen Ruhr- konzerne, der eigentlichen Besitzer des Siegerländer Erzbeckens, gewesen wäre, für die Erhaltung bzw. rationelle Umstellung der Grubeu auch Opfer zu bringen, wenn, wie diese Stahl- Magnaten immer behaupten, die Erhaltung dieser Erzreservc für sie wirklich eine Lebensfrage darstellt. karfkadl verstärk« sein Kapital. Der Warenhauskonzeni von Karstadt hat auf seiner Generaloersammlung die Erhöhung des Aktienkapitals um 19 auf 89 Mill. beschlossen. Wie wir bereits mitgeteilt haben, erfolgt die Kapitalverstärkung zur Durchführung der Verschmelzung mit dem Lindemann. Konzern. Wie der Vorsitzende m'tteille, haben sich die Geschäfte im laufenden Jahr trotz der Einflüsse des strengen Winters doch noch leicht ausdehnen können. Eine sehr günstige Entwicklung liege bei den Einheitspreisläden vor. Rußlandauftröge für eine Dainiger Werft. Nach langen Ver- Handlungen, die wiederholt an der Kreditfrage scheiterten, ist es jetzt dem Danziger Senat gelungen,«in Teilergebnis bei den russischen Schiffsbestellungen zu erzielen. So steht der Abschluß eines Ver- träges mit der Älawitter Werft bevor, der den Bau eines größeren Fracht- und Passagierdampfers für Archangelsk vorsieht. lant-Bleicli&rem ist es Zeit, Sommersprossen, Leberflecke, gelb« Flecke im « Linden zu beseirizen durch Bleichen mit Kiorokrcm, Tube 1 Mk. Kloroseire i Stück 60 Pf. Unschädlich und seit Jahren bewährt. Mit genauer Atuveisunz in allen ChlorodonbLarlaufsstellen zu haben. Jet -N und Klorose. t und Nr. 188• 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag. 23. April 1929 Schiedsspruch für Metallindustrie. Lohnerhöhung von 4 bis 6 Pfennig. Gestern nachmittag wurde vor dem Schlichtungsaus- s ch u ß über den Neuabschluh des Lohntarises für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Metallindustrie verhandelt. Nachdem Genosse E ck e r t vom Metallarbcitervcrband sowie die Vertreterin der Frauen, Genossin G l a d o s ch, eingehend die Forderungen auf eine durchgreifende Lohnerhöhung begründet hatten, ergrisf der Syndikus des VBMJ., Rechtsanwalt Oppen- h e i m e r, das Wort. Er erging sich zunächst wieder in einigen ironisierenden Redens- arten über die Argumente der Orgamsationsvertreter und stimmte dann das Klagelied von der angeblichen schlechten Wirtschastslage der Metallindustrie an. Bezeichnend für die Einstellung der Berliner Metollindustriellen gegenüber dem Schlichtungswesen waren seine Ausführungen, die er über die seiner Meinung nach ganz programmäßigen Kündigungen der Tarife machte. Die Gewerk- schasten kündigten die Tarif«, weil sie sich immer in der Hossnung wiegen, daß ihnen di« Schlichtungsinstanzen, ohne Rücksicht aus die wirtschaftlich« Lage, doch einige Pfennige Lohnerhöhung zusprechen Das seien eben die Errungenschaften der staatlichen Tarispolitik. Die Heraufseßung der Frauenlöhne lehnte er mit der Begründung ab, daß die Rentabilität der Betriebe, die er eben noch be- stritten hatte, auf der Minderbezahlung der Frauen basiere und an dieser Rentabilitätsbasis nicht gerüttelt werden dürste. Ihm sekundierte Generaldirektor Dr. K ö t t g e n von Siemens, der in einem Atemzug di« Meinung vertrat, daß die Reparattons- lasten nicht nur von den Unternehmern, sondern vom gesamten deutschen Bolke aufgebracht werden mühten, die Arbeiter aber endlich einmal ihre Lohnforderungen für längere Zeit zurückstellen und die schwer um ihre Existenz ringende.„Wirtschaft" in Ruhe lassen sollten. Nach ungefähr zweistündigen Auseinandersetzungen, in denen die Unternehmervertreter wiederholt erklärten, daß sie n i ch t e i n e n Pfennig Lohnerhöhung weder geben könnten noch wollten, trat die Schlichtungskammer zusammen. Nach ungefähr fünfstündiger Beratung der- kündete Gewerberat Körner einen Schiedsspruch, der im wesentlichen folgendes besagt: Tic Löhne der Facharbeiter der Gruppe A sqnalifi- zierte Facharbeiter) werden auf 1,12 M., also um K Pf.. die der Gruppe B sFacharbeiter) auf 1 M., mithin um 5 Pf. pro Stunde erhöht. Die angelernten Arbeiter erhalten eine Lohnaufbesserung von 4 Pf., so daß ihr Mindestlohn jetzt 89 Pf. betragen soll. Der Lohn der u n- gelernten Arbeiter soll gleichfalls uen 4 Pf., von 89 auf 84 Pf. erhöht werden. Tie Löhne der Arbeite- rinnen betragen wie bisher 79 Proz. der Ptänner- löhne und erhöhen sich demnach entsprechend den Lohn- aufbesserungen der Arbeiter. Das Lohnabkommen soll am 29. April in Kraft treten und bis zum 99. Septem- ber 1999 gelten. Die bisherige Gruppeneinteilung soll beibehalten werden, doch soll bis zum 99. Juni darüber verhandelt werden, ob einige Härten ausgeglichen werden können. Tie Grklärungsfrist wurde auf den 99. AprU festgesetzt. Metallarbeiter gegen Spalter. �einfatt der Kommunisten. .Am Sounkag fand in den Sophiensölen eine Konseren, oppositioneller Metallarbeiter statt, die ,u den bevorstehenden Lohnkämpsen, ,u den Spaltungsprakliken im„Veulschen Melallarbeiteroerband" und zum 1. Mai Stellung nahm. Die vom„Komitee zur Abwehr der Spaltung und Ausschlüsse im DMV."«inberufene Tagung war von ZbZ Delegierten beschick«. von denen 233 Delegierte lSl Betriebe mit einer Beleg- schaftszisser von llt lS3 Arbeitern vertraten. Zn den gesamten Berliner Metallbetriebea sind etwa 225 000 Arbeiter be- s�äftig«. Es ist also ein außerordentlicher Erfolg des Komitee», zur ersten Kouserenz die gute Hälfte der Berliner Metallarbeiter hinter sich zu vereinigen." Das vorstehende-Zitat ist wörtlich der kommunistischen Montags- zeitung entnommen. Ganz abgesehen davon, daß die Zahl der in Berlin beschäftigten Metallarbeiter um gut 109900 zu niedrig angesetzt ist, gibt die folgende Zuschrift Ausklärung, wie es mit diesen samosen Delegierten und den angeblich 111 133 Arbeitern bestell: ist, di« von jenen angeblich vertreten wurden. Mit diesen 203 Delegierten ist es nämlich nicht viel anders bestellt als mtt den 70„De- legierten", die nur sich selbst„oertreten". Hier di« Zuschrist: �„Die Massen der Arbeiter stehen hinter der KPD.," lo siest man es alle Tage in de�„Roten Fahne". Was daran Wahres ist, und wie es in Wirklichkeit aussieht, beweist ein« Veranstaltung, die am Freitag, dem 10 April, fu� unseren Betrieb Dr. Paul Meyer, Drontheimer Straße, in- Szene gesetzt wurde. Ein ungeheurer Aufwand wurde gemacht. Zweimaliges Derbreiten innerhalb acht Tagen des„Umschalters", eines extra sllr die Belegschaft der Firma hergestellten Flugblattes, in dem organisierte Kollegen in der gehässigsten, verleumderischen Weis« beschimpft werden. Außerdem stand morgens vor Beginn und nachmittags nach Schluß der Arbeitszeit ein„Beaustrogler" mit einem großen Plakat, auf dem zu einer öffentlichcn Betriebs- Versammlung eingeladen wurde. Der Plakatträger wav äußerst rührig: er forderte noch vielfach persönlich die den Betrieb ver- lassenden Personen auf, zur Bersammlung zu gehen, zum Teil in recht unflätiger Weise. In der Versammlung, an der er auch teil- nahm, tat er sehr wichtlg. indem er erklärte:„Ich habe der Be- legschaft ordentlich Feuer gegeben: viele Arbeiterinnen habe ich gefragt: Seid ihr denn alle virektorenliebchen?" Und nun der Erfolg der Anstrengungen: Die Versammlung war besucht(die Belegschaft der Firma beträgt außer den Ange- st«Ilten über 700 Personen) insgesamt von 15(fünfzehn) Personen, darunter zwei unserer Parteigenossen, der Referent, der Einberufer und der Plokatträger, so daß ganze zehn Personen von 700 ihrer Einladung Folg« geleistet haben. Darunter waren aber noch vier Jugendliche von ungefähr 14 bis 10 Jahren. Als Referent trat der ehemals!zem Bollzugsrat angehörende f)trr Böhls aus. Mit viel Lungenkraft und den üblichen Schimpfereien auf di« Sozialdemokratie und die Orisverwaltung des DMV. empfahl er die alleinseligmachenden Parolen der KPD., als neuest« Porole, die Delegiertenkonferenz der oppositionellen Metall- arbeiter in den Sophiensälen am Sonntag. In der Diskussion wies ich den Referenten auf sein« wider- sinnigen Ausführungen, hauptsächlich in bezug aus den Ausschluß- antrag g«g«n den Kollegen Niederkirchner und den 1. Mai hin. Wie unangenehm dem Referenten und dem Versamrnlüngsleiter(letzterer ein junger Mann von 19 bis 20 Iahren) mein« Aussllhrunge» waren. bewies daß er nach ungefähr einer Viertelstunde die Versammlung befragte, ob ich weiter reden solle: daraus wurde mir das Wort entzogen Unsere Anwesenheit veranlaßt« den Versammlungsleiter zu er- klären, daß sie sich nicht amnoßep wollen, durch die Versammlung Delegierte zur Konferenz wählen zu lassen, die die Belegschaft d«r Firma Dr. P. Meyer vertreten. Rur zu„informatorischen" Zwecken sollten drei Kollegen hingesandt werden. Es wurden dann auch ein Organisierter und zwei Unorganisierte be- austragt, dorthin zu gehen. Wie viele von denjenigen, die an der Delegiertenkonferenz am Sonntag teilgenommen haben, sind wohl auf gleiche Art und Weise gewählt worden? Und die maßen sich an, dem Deutschen Metall- arbeiterverband Richtlinien geben zu wollen!" * Soweit di« Zuschrift. Si« zeigt,.wie es mit den„Delegierten" des Betriebes von Dr. Paul Meyer bestellt ist, mit dem die KPD. ganz besonders gern prunkt. Rechnet man die Unorganislerten und die Jugendlichen von den Teilnehmern an der„Ver- jamnilung" ab, was bleibt dann noch übrig? Bezeichnend ist es auch, daß die KPD. gezwungen war, um wenigstens einige hundert„Delegierte" zusamnien zu bringen, U n- organisierte zu heuern. Das sind dann di« gewerk- s ch a f t l i ch c n„Vertrauensleute", die gegen die Maß- nahmen der Organisation„Protest erheben". Die Wahrheit ist sehr einfach. Mögen auch innerhalb der Orga- nisation die Meinungen manchmal geteilt sein— ein durchaus natürlicher Zustand— von da bis zur Spaltung ist ein weiter Schritt, den auch die mehr oder weniger kommunistisch überzeugten Gewerkschaftsmitglieder in ihrer großen Mehrheit zu machen sich weigern. Der beispiellos« Terror und die unflätige Agitation der Achtgroschenjungen, die die KPD. dabei als bezahlte Helfer benutzt, können nur abstoßend wirken. Die Metallarbeiter sind gegen die Spalter. Schiedsspruch im Nuhrbergbau. Eine Lohnerhöhung, die das Reich zahlt. Dortmund. 22. April. Für den Ruhrbergbau wurde heute von dem Schlichler Pros. Vrahn der Lohnschiedsspruch gefällt. Dieser sieh« in seinem hauptteil eine Lohnerhöhung von formell 2 Prozent vor. Unter Berücksichtigung der unmittelbar bevorstehenden Ermäßigung der knappschasilichen Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemäß der lex Brüning, die im ganzen für die Untertagearbeiter 4,25 proz. und für die Uebertagearbeiter 1,25 proz. beträgt und vom Reich zu tragen ist, wovon der Arbeit- nehmer% und der Arbeitgeber M erhalten, ergeben sich tat- sächliche Lohnerhöhungen für den Bergarbeiter unter Tage von 5,45 proz. und über Tage von 3,02 Proz. Der Lohn des Reparaturhauers betrögt daher jetzt S52 M. je Schicht gegenüber früher S,3ö TN. und der des Facharbeiters über Tage S.36 Rl. Der Tariflohn der übrigen Arbeilergruppen erhöht sich in demselben prozentsah. Der Tarisoerlrag seht die Löhne vom 1. Mai 1020 bis 30. September 1030 fest und ist erstmalig zu diesem Termin mit sechswöchiger Kündigungsfrist zu kündigen. Ueber Annahme und Ablehnung des Schiedsspruches haben sich die beiden Parteien dem Schlichter gegenüber bis zum 20. April vormittags 10 Uhr zu erklären. Die ans diesem Schiedsspruch sich ergebende tatsächliche Belastung der Arbeitgeber beträgt durch die Auswirkungen der lex Brüning 0,b5 proz._____ Vor dem Kampf in der chemischen Industrie. Alle VerhandiungSmögltchkeilen erfchöpst. Die Unternehmer der chemischen Industrie in Berlin und der Provinz Brandenburg sühlen sich dazu berufen, jede Lohnerhöhung abzulehnen Schon bei den direkten Verhandlungen ließen die Unternehmer ihren Willen erkennen, Lohn e.r höhungen u n: e r keinen U n> st ä n d e n zuzugestehen. Sie machten den Vorschlag, die seit Frühjahr 1023 geltenden Löhne um weitere zwei Jahre zu verlängern. Schamhaft bemerkten sie, daß infolge der „schlechten Lage"— ausgerechnet der chemischen Industrie!— eigentlich ein Lohnabbau am Platze wäre, den sie aber gütigst doch nicht vornehmen wollten. Es bestand daher von vornherein wenig Aussicht, daß bei den tariflichen Instanzen ein« Einigung erzielt würde. Nunmehr hat die höchst« tarifliche Instanz, das Haupttarifamt für die chemische Industrie, getagt. Auch hier sind di« Verhand- lungen ergebnislos ausgegangen. Somit besteht m der ch«- mischen Industrie ein vertragloser Zu st and. Verwicklungen sind unausbleiblich. Wenn man bedenkt, daß z. V in Berlin nach t>en Erhebungen des ADGB. der Lohn der Chemiearbeiter von 24 erfaßten Industrien an letzter S-telle steht, so muh man den Mut be- wundern, den die Unternehstier aufbringen, wenn sie allen Ernstes oerlangen, die jetzigen Löhne noch für zwei weitere Jahre fest- zulegen. Die Gesundheitsgefahrcn sind gerade in der chemischen Industrie außerordentlich groß. Zweifellos zählt die chemische Industrie zu den Industrien, die am ersten in der Lage sind, Lohn- erhöhungen zu zahlen. Die Verhältnisse liegen so, daß die chemische Industrie in Berlin und in der Provinz Brandenburg glaubt, daß die.Zeit reif ist, um d c n st a r k e n M a n n zu s p eleu. Vielleicht zählen sie hier auch aus die Hilfe der von Pieck geführten „klassenbewußten Unorganisierten". Die Arbeiter in der chemischen Industrie werden in Kürze zu der durch das Scheitern der Verhandlungen geschaffenen Situation Stellung nehmen. Aller Voraussicht nach wird es zu einem er- bitterten Kampfe kommen. Die Drohungen der Unter- nehmer deuten unverhüllt an, daß si« auch vor einer Aus- s p e r r u n g nicht zurückschrecken. Das werden sich aber die Herren, wohl noch einmal überlegen. Revolutionäre Betriebsräte. Wie sie die KpO. will. Leipzig, 22. April.(Eigenbericht.) Bei der kommunistischen peuvag- Druckerei in Leipzig ist der Betriebsrat durch Unternehmer» terror zum Rücktritt gezwungen worden. Die Mehr- heit der Belegschäsl hatte beim Arbeitsgericht klage ein- gereicht, weil sie sozialpolitisch schlechter gestellt werden sollte. Die KPD.-Znslanzen wollten den Betriebsrat zur Zurücknahme der klage zwingen. Das schafften sie zwar nicht, aber sie setzten ihm doch so zu. daß er z u r ü ck l r a t. » So springt die KPD. mit der Belegschaft in kommunistischen Betrieben um. So stellt sie sich„revolutionäre" Betriebsräte vor: als stramme H u n d e, die kommunistische Parole zu apportiercn, sonst aber zu kuschen hoben. Verschärfung im Eisenbahnerlohnstreii. Auch die Geduld der christlichen Eisenboduer«st erschöpft. Die am Sonnabend in Oldenburg zahlreich versammelten Lohn- empfänger der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner E. V. faßt« nach cin«r erregten Aussprache eine Entscdüehung. in der anerkannt wird, daß sich die Gewerkschaften mit großem Der- antwortungsgefühl bemühen, die Deutsche Reichsbahngesellschafi von ihren Pflichten gegenüber ihrem Personal zu überzeugen. Dem Aus- gang dieser Vermittlungsaktion stehen die Versammelten aber recht p e s s i m i st i s ch g«genüb«r. Der Reichsbahn wird Scharsmachcrei vorgeworfen. Wenn die Reichsbahn-Hauptverwaltuug. so hcißt es in der Eittschlkßung, keine Geneigtheit zeigen sollte, sich mit dem Personal zu verständigen, dann möge man dies kurz, und bündig sagen. Das Personal wisse dann wenigstens, woran es sei und was«s zu tun habe. protestverfammlung der Eisenbahner in Dessau. In einer sehr stark besuchten Versammlung nahm am Sonnabend, dem 20. April, di« Ortsgruppe Dessau des Einheitsvcr- banbes der Eisenbahner Stellung zur Lohnbeweguirg. Nach emcm ausführlichen Referat des Bezirksleiters, Landtagsabgeordneten Alex Möller, wurde eine Entschließung e i n st i m m i g angenommen, in der es heißt:„Die versammelten Kollegon werden der Aufforderung der Berbandslcitung zum Kampfe restlos und gefcklosscn Folge leisten. Sie werden dann der Verwaltung zeigen, daß sie nicht ge- willt sind, noch länger unter den jetzt herrschenden unhaltbaren Ju- ständen und zu den Hungerlöhnen weiter zu arbeiten." Aehnliche Entschließungen sind in übersllllten Versammlungen im Reichsbahndirektionsbezirk Berlin, so in R a u e n und Velten, angenommen worden. Lohnabkommen der badischen Meia lindussrie. Mannhelm. 22. April. In dem Lohnstreit der Bezirksgruppe Mannheim-Ludwigs- Hafen des Verbandes der Metallindustriellen Badens und angrenzen- der Jndustriebezirke haben am 18. und 10. d. M. Verhaivdlungen vor dem Reichsarbeiteministerium in Berlin sta.tigcsunde», die zu einer endgültigen Vereinbarung führten. Danach wird der am 28. d. M. durch den Schlichter sllr Südwestdeutschland ge- fällte Schiedsspruch, der eine Erhöhung der Tarifcck'öhne um 4 P f. vorsieht, mit Wirkung vom 1. April d. I. in Kraft gesetzt mit einer Ergänzung, die einen gewissen Ausgleich in bezug auf die Auswirkung dieser Kthöhung aus die Jsioerdienste sesilegt. Für Akkordarbeiter bleibt es bei den Besstmmungen des Schiets» spruchs. Der Lohnkamps äst damit beendet. Bei der Firma Hermann Herdegen, Fabrik für Regntrattir» bedarf, wird wegen Nichtanerkennung des Tarisverirages g e- streikt. Berband der Buchbinder, Ortsverwaltung Berlin. SPD..�«akIion dcr Nahrunqsmittel. und Skträntcnrücitcr. Heule, 20 Uhe, im Palais des Zentrums, Roscnthaler Str. ZS Igroficr-aal), Bersammlunn aller?PD..gollcaen. Tagesordnung:„Die Wirtschafts- lrisc und ihre Lehren. Referent chenoffe Lcqdcmann. Erscheinen ist Pflicht. Ohne Mitgliedsbuch der Partei und chtwcrtfchaft kein Zutritt. Der zrattionsvorftand. Deutscher Pcrlehrsbnnd. Begirt Spandau. Bureau: Tpanda», Potsdamer Straste Demonstral'onsocrfammlung am Pormittag dcs r. Mai im Lolal „Reue Welt", Trltowcr Etraste. S ebner Dr. Nurt Lltoer stein, M. d. R. Räch. mittags 4 Uhr Veranstaltung in den Gartenlokale» Etadlpark und Narlsluft Eintritt so Pf. stollcgen, sorgt kstr rege Beteiligung und werbt»eue Mit. glicdcrl Mitgliedsausweis, Buch oder«arte, ist vorzulegen. »�reie Gewerkscbasts-Iuoeno Efross-Rerlin Leute, Dienstag. IS'h Uhr, tage» die Gruppen: Spandau: Jugendheim Lindeuufcr t. ssrohstnn und Heilcrkcit.— Treptow: Gruppenheim Schule WÜdenhruit str. 58—54 iLortzimmer). Portrog:„Die Stellung der ffrau in der Gesellschaft."— Humboldt: Grupp-nhe-m Zug.-ndheim Eraun», Ecke Lorhingstrahe. Drettspielabend.— Landsbergcr Plah: Krupvenheim Zügen dhe m Dicstclmencrstr. 5. Portrag:„Eewerkschaften und t. Mai."— Fraatsurtcr Allee: Gruvvcnheiin Stadt. Zugendhcim Litauer Str. 18. Literari. scher Abend:.Der Zrllhling."— Lichtenberg: GruvpeuhEm Zug'ndhcii» Dossc. slraße 22. Borlrag:„Wandern und Schauen."— Reu-Lichtenberg: Jugendheim Guntcrstr. 48. Bortrog:„Aus der Praxi» dcs Bcrufsamlcs." .�u�en�aruvve ves?ertro!t�rl'0!n>s ter Anael'ellien >55? Rordwost: Jugendheim Lehrter Ctr. 18— 19. Liederabend.»— Ilebnngs» abend de« Sprech, nrd Bewegunpschar» 20 Uhr ln der Turnhalle l»r Schul« Baruther Sir. 2». Hallenschuhe miibringent ffl SozlalistischeArbetterjugendGr.-Verlin 'Insend»nq«, für Mtft Jtubr* nur an da« 3uien>[cfcctar(af Berlin«W«. Chlbenftrolf, heule, Dienstag. 19% Uhr: lu «ölnisch«» Park: Hrim Waisrnstr. k».„Friedrich Ebert."— Zlosn Vorstadt: Schuir Elisabechkirchpr. ld.„Wir wandern wir?'— Westen II: Süloftstr. 88..Dir Bedeutung des I. Ma> für die Arbeiterschaft und die im besonderen.— Brunnenplag: Schule Pank. Ecke Wiesenstraße..Unsere Auf- gaben als TAI'— Sesuudbrnnnen I: Schule Eotenburger Str. Z.„Zugend in der Rechtsprechung.'— Schillerpart: Heim Schöningftrane.„Der 1. Mai.— Wedding.Rord: fieini See. Ecke Turiner Straße.„Entrpicklung der SAZ."— Wörther Plag: Beteiligung an der W.B.-Beranstaltung. Treffpunkt ISib Uhr em Bezirksamt.— Hasen Heide: Heim«alfertorstr.». Hasemann kammtk— »: Heim Ziorckftr. II.„Unsere Bewegung.'— Schöneberg I: Heim Haupt, : 13.„Entstehung de, Weltalls.'— Schöneberg III: He:m Hauptstr. 13. sar dem Siiden ä e t af serle b niste.'"—°»ch'ö neberg l V: Heim HauptsK. 15.'.Rate Falken und Sewertschaft.'— Lichterselde: Heim Lichterselde-W., Albreckststr. I«». Engend und Partei.'— Stegltg! Heim Aldrechtstr.«7»..Wir war die Frllhling». frier?'— Zehlendorf: Nardschule, Potsdamer Str. 5—7.„Kameradschaft— 'rmann kommt?— s und Blkotin."— MederschZnhansen: Schule Blankenburger Str. 7»..Ansr« Stellung zum Wehrprogranun.'— Panlaw 1: Heim stissingenstr. 48, Zimmer 8. Lichtbilder:.Das neue Wien.'— Panlow II: Heim Görschstr. 14.„Erleaniste auf Fahrten und in den Betrieben.'— Buch holz: Schule Berliner Str. IL. .Die Zugend-Internationale.' SAZ.'— Renlelln IV: Heim Schierkestr. 44 Erlebnisse im Betrieb.—»en. lölln V; Heim Böhmische Str. 1-5.„Geschichte der Arbeiterbewegung."— Reukölln Vit: Schule»ailer.Friedrich.Str. 208.„Mensch und Bibel.�- Re». lölln VIII: Schule Rsttlistraßel„Serielle Fragen."— Niederschöneweide: Be» triligung an der Werbefeier in Baumschulenweg. Treffpunkt 1Z Uhr Nat.onal» bank, Brllckenstratze.— Hermsdors: Heim oonstraße ITurnhallengebäude?.„Der Magdeburger Zugendtag."— Zieinickendors.vft: Heim Lindauer Straße.„Alkohol verdebezirk Prenzlauer Berg: Aula des Bezirksamts, Danziger Straße 54. Dichterabend mit der Genosstn Prof. Anna Siemfen. Beginn pünktlich IZih Uhr. Die Parteigenossinnen und.genossen sind herzlich eingeladen. Abteilungen«harlottenturg: Morgen, Mittwoch, Aula Sophien. Lnzeum, Scharrenstr. 22—27. Einführungsfeirr.„Freuds— Arbeit— Kampf." Beginn pünktlich 20. Uhr. Unkost.nt endeitcag 30 Pf. Theater, Lichtspiele usw. ÄeSi/Ü Dienstag..2.1.4 Staats-Oper Urtier ch. Linden A.-V. 106 20 Uhr Tosca Dienstag, d. 23 4 Stadl Oper BinnarcKsT. Turnus III lO'd Uhr Eugen Onegin Staals-Oper Am Pl.ü.Repubi. R.-S.97 eiO Uhr StaatLSehiller- Sfaatl. Sdiaosph. toi üendamienmark A.-V. 95 20 Uh' Maß für Maß tieater.Ciiarlti}. Kalkut a, 4. Mai Bartarona 9256 CROCK ob« das c.rol« April- Proprat Morgen MUtwodi 9 30 nachmittag» öonder- Vorstellung für Jung und AU to besonders ermäßigten Preisen von O.SO bis 4.- Mark das volle Abend- Programm In der Pauset Kaffee mit Kuchen für 50 Pf. Theater a.KotlbusserTor rtottbussei Str 8. Tel. Mpi. 16077 AUabendlicfc 8 Uhr «ad» Sonntags nachm. 3 Uhr Jnblläums-Pronramm unter der Oevise 10 Janre EHftc-�anger «v.uhr CÄSINÖ-THEATEH Lot r n er SiraLe ö7. Nur noch bis 30. April; gEine ungelleate Frau" Am 1. il.«i zum erstell male: „PaUrtllcrr van tacrufe**. 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Uhr onntagS'.hu 8V. U. KSte Dorsch, Kammers. alegler in Friederike Musik von LehflT S'einplatz 931 u.7lO Lessing-TliealEr I du. i C h « Uhr 3 x Hochzeit Donncrsian. den 23. T'a Uhr Premiere „DIB Frau des Andorn" OndieilllMaMH-ilerlianii Mittwoch, den 24. April, add». 7 Ahr, im Lokal wollfchlbgcr »datbe.tNr 21 vpsnenenvepssmmjllng asp vPLMspdeilep. Tagesordnung wird In der Ber- iammiung brtannt gegeben. iiieinez lnesiei raglich 8V« jhr Oer eanaartlonollo Lustapioterfoig Trio 3 Akte von Leo Lenz Lustspiel tiaus 8i/. Uhr Guido Ttiielsclier Weekend im Paradies Trianon-Th. Täglich 8V. Uhr ,®n* söge geheimnis Operette von Zorlig Rund tunkhöre: nmo Preise METBOrOL-THERURlsJ| GR-SCKBÜSPIELHAUS[8| KOnaderiathe leltuns: Erik Charcl' e lüUme. fustigt Trade Hesterberg Oskar Karl weis Jankuhn, Glteot. Junkermann, Schaeffera, Ausstattung: Prol. Ernpt Stern Mng. Lcitg.: RutJofi Perak DetÜe&e Augustin AITred Braun Hady C hr Uliann, Lleske, Arno, Morgnn, WeS'ermeler, Matzr>er. Musikalische Leitung Einat Hanke. Ausstattung Prof. Br«»f Stern. V RIEMIR R oss-Theatet irchriarlertn Ii. 131 81/. Uhr OrtiilliSduditelD Planeiariain — am Zoo— im\Ur. ItnMmmm imi Noll. 1578 16V. Uhr Stemhimmel da, Frahjahr* 18'/. Uhr StarnUIUef und Walthau 28V« Uhr Wunder daa »Odilodan HlmmaU TSgl.auBer Montags u Mittw Erwachs l Mk., Kinder SO PI. Mittw.; Erwachsene 50 PL. Kinder 25 Pf. VoiksDtthne rtusf« ii»MI«»olZt7 9 Uhr Trolaner Thaatet am flilfldanerdamm « Un> Pioniere In .Ingo'siadf Thalia-Theater Uhr Oelraosch itutLidiiltr-T)i. 8 Uhr Kalkatta, 4. Mai Siaaisaporaotnau aar RapaBIlk X Uht Cardlllac leolsdies lüesisi ,) f. Norden 12.110 8 Uhr. Endenach 10 Paulus unter den Juden Dramat Legend von Ff an z Werfe Resie: Rah-He ni Marlin. Jie Komödie 1 1 Bismck. 2414/7516 8V. U.. Ende geg. 10 wann kommst du wietier? Komödie von S Maugham Regie Gustaf GrOndgerv Kamm erspiele >.1.\orden»2 310 SV* U- Ende geq- 10 Jusik von Ossip Dymow. R egieTHe i n z HTpert 3t«ch. KOnstter-Tlr. 8 th- prosit eipsy Ope ettev Gilbert Emray Storni Fritz Sdinlz ihaiia-iheaier •resdencr>lr. 72-. 8 Uhr .«OeiranscIT Connersfog. den 25. April, add» 6 Ahr. in den Soptilen-Sölen. Sophianstr. 17/18 Branchenversammlung der Bau- und GeidschranM- sch.'osser. Tagesordnung L Berfcht der Branchenlommifston s. Etellunanal'mezurAahl derBranchen lommilsson. 8. Berfch edenr«. Ohne Mitgliedsbuch kein Fuirktt. E» Ist Pflicht aller Kollegen, in dieser Berfammlung zu erscheine«. OonneMiag. den 25. Apell. add». 7 Ahr. im«ewertschaftohan», Engelnfer 24/25(«Brohex Sani) Branchenversammlung der Rohrleger und Keifer. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum I Mab 2. Berbands- und Branchenangelegen heilen. Ohne Mitgliedsbuch kein Rutritt. Kollegen I Er cheint pünktlich und jahb reich zur Versammlung Oonneeslag, den 25. April. abdo. 7 Ahr. Im �Znoendheiw- de» verdandshanle». Llnlenstrasze 83 85 l. Portal, 2 Tr. Brandienversammlaiie aller Hasdünen'. Aolo- and Motorensdilofier- Leltrllnde GroA-Berlins. Tagesordnung: 1. Bottrag: Berufsaussichten vnd die Slist der Jugend Ref.: Kollege H Hellwtg, Iugendleiter im DMV. 2. Aussprache. 3. Brauch enangelegenheiten. Iugendlollegen! Zn dieser Bersamm lung darf sein Kollege>ehlen Agitiert tür»inen guten Besuch und>eid püntiiich anwesend. lll» Iall»at»t»»llil77loU.»latkinonnnmill. Z. kreis Wsdding. km 20. April verstarb unser wohlverdienter Genosse und Bezirksverordnäte Robert Pendel im 66. Lebensjahrs. Jahraehntelang war er in unserem Kreise sowie in der Landagitation unermüdlich tätig. Bis zu seinem Tode nahm er regen Anteil an allen Veranstaltungen der Partei. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Einäscherung am Donnerstag, dem 28. April, 181/, Uhr im Krematorium Gerichtstrasse. EDisüier MeiailarDeiter-Ui) VerwaUungistelle Berlin Todesanzeigen. De« Milglitttern zur Nachricht,»aß imier Kollege, der Hoblet Andreas Laws qeb S Oktober 1860, am 20. April an Schlagansall gestordrn ist. Die Einllschernng sindel am MItt- woch. dem 21 April, mtltag» 12 Uhr, im Kremaiottum Gerichtstraße statt Am ig.Apttl starb an Magenlriden unier Kollege, der Schlosser Richard Krischbin grb 17 März 1884. Die Einäschttung findet am Mittwoch, dem 24. April, 2 Uhr, im dem 24. April, nachmittag» Stronotorimn Gericht- straße statt_ Am 20 April starb an Herzschlag unser«ollegr. ber Arbeiter Miheim Linzig geb 3. Oktober 1851. Einäsdietung findet am Donnerstag. em 25. April, nachmtttag» IV, Uhr. im Krematorium Wilmersdorf statt. Ehre ihrem Andeute». Rege Beteiligung wird ermattet Die Orttvcrwalhm«. Verband der Bndibhader and PapierveTarbelier Ortsverwaltung Berlin Todesanzeige Den Milgiieder« zur Nachricht, daß anirc Kollege Frliz Weiß verstorben ist Ehr« seinem Anbeute»! Die Einäscherung findet am Freitag dem 28. April, mittag» VPh. Uhr, im Krematorium Gerichtftraß« statt Rege Beteiligung erwatt tt Die Drtzvei Am 1.0. April emichlies lanit nach furzem. schwerem Krantentager an den Folgen ewr« echlaganfalle» mein innrgüge.iebter Mann, unser Ireusorgender Bater, Schwiegervater und Großvater Andreas Laws im 60, Ledene jähre In tieler Trauer Die hinterbll-dene«. Berlin-Pantow, im April 1»2». Goilschallftraß» 2» Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 24. April, mittag« 12 Uhr. im Krematoiium Gettchtstr 27:28 natt. Am 20. April verschied eine» Schiaganlalle» unser infolge . lanzlilh> riger, treuer Genosse Andreas Laws Pankow, Gotischalkstraße. Ehre seinem Andenke»! U8./130. Abt Pankow Einäscherung Mittw ch. 24. April, 12 Uhr, Krematorium Gerichlstiaßc Allen irennden und Be:ana:en d>e tr..urige Mutet ung. daß un ere hebe Mutter. Schnnegermntler, Groß> mutter, Uraroßmulirr, Schwäger n und Tan e, die Gaurn de» che oor 14 Jahren im Tode vorangegangenen Schnftieger, Hermann Strauß Fra» Anna Strauß geb. Helmholr am 19 d. M im 82 Ledens. ahre nach langem Leiden wnsl en»ichta-en Ist vis trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am M Ii- woch, dem 24 d. M.. nachm-ttaq« 3 tthr. von der Lerchenhalle des Kartsharster Friedhofes au» ualt Moedel-Boebei. Morigplag, Fabrik. gedäude. tieseri gedieg iie Schiatz. mmcr, cpeisez.mmcr. Perrenzimmer. Kochrn. mödei. Ettizelmödel aller Art zu nie- dr.gsten Preisen Besichtrgung erdeten* Mäbel Kameriing, Kastanienallee 56. Schlaiz.mmcr, Ruhebette», Wciallbelicn. . iesenauswahl. Spottvreise Rohtungs» erleickterung.__ I Soifien. cpciltjimmft, Schlafzimmer. kurze Seit hcraogesefite Preise. Fah- � lungserleichterung. kastanienallee 57.• ! Besichtigen Sie unsere i4.Eiag. n-llus- stellung gediegen gearderteter Speise- zimmcr, Schlaszimmcr, Herren, mmcr in Eich» und polierten Edelhölzern nlucfter Modell«. Sie werde» llber unsere Nodtdckannt billigen Preise er- staimt fein! Bioriß Hirsä ow h, Südosten. Skatiherstraß- 25. 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