Morgenausgabe JIM98_ � t A'lOO �ö.Iahrgang WSch«»Sch SS �i|. tnonetSi) SÄ) Jt, w> voraus zahlbar. Poslbezug 4LZ M, «ivschllrßlich S0Vig.7ostzeillinz»» und 72 7fz Pasldestellg-bührrir. Ausland»» cbonnemeru 6,— M. pro Monat. k>«r.Bonvans*«rlchelnt wochrntä?- lich zwrimal. Sonntag» und Montag» einmal, hie Adendausgaden für Berit» und im Handel mit dem Titel.Der Adend". Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit' und.Kinderfreund'. Ferner .Unterhaltung und Wilsen'..Frauen- stimme'..T-chnil'..Blick in die BücherweU' und.Iugend-Vorwärt»' P> Aerlinee Voltsblatt «Sonntag 28. April 1929 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Di»» I» s p alttg« Nonparellleteit, «ll Blennig. Aeslame eiie d.— R-tchs- morl„»leine Anzeigen' das enge» druckte Wort 25 Blennig lzulällig zwei setlgedruckre Worte), jede» wettere Wor« l? Plennig. Slellengeluih» da» erst« Wort ld Blennig, lede» weitere Wort tll Plennig. Worte iiber ld Buchstaben zählen siir zwei Warto ArdeitsmarN Zeile SO Psenni». FamiNenanzelgen süe Abonnenten Zell» 40 Psennia. Anzelgen- annahm» im Hauplgelchast Linden» Itraste z. wochentägl. von s>/, dl» i? Uhr, Jentvalorgan der Sozialdemokratischen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrahe 3 Fernsprelber: TöndoM 285—297 Tel-zramm-Adr.: Sozialdnnokra« verlw Vorwärts-Verlag G.m.b.H. VostläxiNomo! v-rltn S7SSS-«anNomv! Sank der Ardeiter. Angestellte» und Beamten Walls, r. SS DiStonlo-Gelelllchasl. Tepoftl-nsalle Stnbotfti S Schacht wieder in Berlin. Bisher kein Ergebnis der neuen Besprechungen.- französische Kombinationen. P a r i s, 27. April, lvigenbericht.) I« der Pariser Sachverständigenkonferenz sind am Sonnabend hinter den Kulissen die u n v e r» kindlichen Besprechungen von Delegation' zu Delegation, die durch die Aussprachen zwischen dem Reichsbankprästdenten Dr. Schacht und dem Konferenz» Vorsitzenden Owen Bouug eingeleitet worden waren. wieder in Gang gekommen. Ein Ergebnis habe» sie allerdings bisher nicht gehabt, da beide Parteien vor« läufig auf ihrer alten Stellung beharren. Es ist auch kaum wahrscheinlich, daß sie in den nächsten Tagen von greifbarem Erfolg gekrönt sein werden, zumal durch eine neue heute abend angetretene Reise Schacht»ach versin wiederum«ine Derhandlungspaufe eintritt. Dann ober scheint man sich in allen Lagern zu- der resignierten Erkenntnis durchge- rungen zu haben, daß die Sachverständigenkonferenz ongestchts des Unvermögens-einer direkten Verständigung alle Anstrengungen bar- auf richten muß, durch ihren Schlußbericht die den beteiligten R e- gierungen zufallende Endlösung des Reparationsproblems zu erleichtern. Die man angesichts dieser Sachlage In der Pariser Presse dazu kommen kann, schon wieder die tollsten Kombinationen in. die Welt zii sehen, ist unbegrelttzch. Die gleiche Presie,-die vor wenigen Stunden noch die wüstesten Angüsse gegen Deutschland richtete, will heute die Einigung über die künftigen ReparationZ' zisfern schon in greifbarerRähe sehen! So erklärt am Sonn» abend der»Intransigeant*. wenn Deutschland wirklich seine Annmtäten um lOO aus 1750 Millionen erhöhen und die Zahlungspertod« um 10 aus 47 Jahre verlängern wollte, dann wäre die Einigung aus dieser Dafls möglich. Dabei vergißt das Blatt voll- kommen, daß die Erfüllung dieser beiden Vorbedingungen vorläufig nur in seiner eigenen Phantasie besteht. .Es mag für die Sachverständigen wirklich eine wohltuend« Erleichterung sein, daß der wilde Sturm der Pariser Presse einer ihrer Arbeiten zuträchlicheren Ruhe gewichen ist. Aber wenn damit auch ein von außen in die Konferenz hineingetragenes Hindernis de- seitigt wurden, so ist doch ke-in Anzeichen dafür vorhanden, daß die Hindernisse in der Konferenz selbst überbrückt werden könnten. Alles dreht sich um die Transferklausel. London. 27. April. „Daily Herald� berichtet aus Paris, trotz des äiißersten Pessimismus, der sowohl in französischen als auch in deutschen Kreisen herrsche, sei noch nicht alle Hoffnung auf eine Regelung verloren. Die Transserklausel sei dag Haupthindernis. Wenn die Deutsch- 1 82,5 Millionen Pfund jährlich für 37 Jahre angeboten hätten, und zwar frei von jeder Transsertlausel, so wäre ein Uebereinkommen möglich gewesen. Jetzt.werde aber jedes Kompromiß unmöglich gemacht durch die deutsche Weigerung, außer unter für die Regierungen Frankreichs und Englands unqnneh-n- boren Bedingungen, irgendeinen Teil des Schütze, auf- zugehen, den dje-deutschen Finanzen jetzt unter der Transfer- pauset des Dawesplans genießen.''-.' Auch die„Times" melden- aus Paris, daß die Hoffnung auf ein« nutzbringende Erörterung über die gegenseitigen Vorschläge noch nicht ausgegeben worhen sei. Laßt euch nicht mißbrauchen! Mahnruf des Berliner Polizeipräsidenten. PolizeipDäsibent Zörgiebel richtet den nach- folgenden Mahnruf au die Bevölkerung Berlins: Seit 40 Jahren feiert die Arbeiterschaft der ganzen Welt den 1. Mai als ihren Feiertag, und auch in diesem Jahre rüstet sich die Berliner Arbeiterschaft, diesen Feiertag würdig zu begehen. Allerdings besteht für Berlin zurzeit das Verbot von Demonstrationen und Umzügen unter freiem Himmel, und die GeWerk- schaften haben daher beschlossen, ihre Maifeier durch Versammlungen in geschlossenen Räumen abzuhalten. Kein Mensch denkt daran, der Arbeiterschaft am 1. Mai zu verwehren, für ihre Ideale und ihre Forderungen einzutreten, und ich bin gewiß der letzte, der das durch die Verfassung gewähr- leistete Recht der Dcmonstratiäns- und Versammlunge- f r e i h e i t wißachtet. Aber Sinn darf nicht Unsinn und Recht nicht Anrecht werden, und es ist unerträglich, daß extreme Organisationen die durch die Verfassung verbriefte Demonstrationsfreiheit dazu mißbrauchen, durch Ausschreitungen und Herbeiführung blutiger Zu. sammenstöße die friedliche Bevölkerung zu terrorisieren. So war ich leider durch zahlreiche blutig« Zu sam m en st ö ß e die sogar Menschenleben gefordert haben, gezwungen, dos D e m o n» suration»verbot zu erlassen. Diese, Verbot gilt für olle Parteien und Organisationen und es geht selbstvexständlich nicht an, am 1. Mai gerade den Anhängern solcher Parteien die Straße freizugeben, die durch ihr Verhalten mich zu dem Verbot gezwungen haben. Trotz dieses Verbots fordert die Kommunistische Partei ihre Anhänger auf, sich am 1. Mal an das Demonstratnmsverbot nicht zu kehren und die Straßen zu erkämpfen. Sie tut das nicht aus eigenem Antrieb, sondern aus Befehl der kommunistischen Znler- nationale. In den von Moskau herausgegebenen „Richtlinien zur I.-Mai-Kainpagne" wird ausdrücklich gcsagl: „Wo dl« Massendemonstrationen durch die Polizei ver» boten werden, muß die Bartei alles daran setzen, eine Demon- stration trotz Verbots zustandezubringen." Für die Vorbereitung und Durchführung dieser Straßen- demonstrotionen„Gegen das Polizeiverbot" hat die Komintern be- sondere Anleitungen ausgearbeitet. Dos sind die Pläne der Kommunisten zum 1. Mai. fhr die deutsche Arbeiter mißbraucht werden,. die sie sogar mit ihrem Leben bezahlen sollen. Denn ein Ausruf deutscher Kommunisten sagt aus- drücklich:„An diesem Tage wird es in allen Ländern und besonders in Deutschland zu schweren Zusammen st äßen kommen, wo. bei es eine Anzahl Toter gibt." So soll nach dem willen der Kommunisten am 1. Mai in den Straßen Berlins Llu« fließen! Das aber darf Nicht sein! Und deshalb weise ich noch einmal mit allem Rachdruck daraus hin, daß für Berlin ein Verbot von Demonstrationen und Umzügen unter freiem Himmel, nicht zuletzt dank der schweren Mit- schuld derKomm u nisten, besteht. Wer trotzdem am 1 Mai die Straßen zum Tummelplatz feiner politischen Leidenschoiten zu machen versucht, muß sich darüber klar sein, daß er damit für sich und andere eine schwere Gefahr herausbeschwört. Denn ich bin entschlossen, die Staatsautorität in Berlin mit ckllen mir zur Der- süginig stehenden Mitteln durchzusetzen. - An die friedliebende Bevölkerung Berlins, insbesondere die Frauen und Kinder, richte ich di� dringende Bitte, am l. Mai allen solchen Versuchen fernzubleiben, sich nicht unnötig auf den Ströhen aiifzuhalten und die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu unterstützen. Zörgiebel. Polizeipräsident. Zum i. Mai. Arbeiter, Angestellte, Beamte! Jeder freie Gewerkschaftler beteiligt sich au den Veranstaltungen seiner Gewerkschaft oder Jndnstriegruppek Unverantwortliche Stellen, die KPD. und ei« so- genanntes Maikomitee, fordern ,u Strastendemonstra- tionen auf. Kein freier Gewerkschaftler nimmt an diese» Demonstrationen teil. Wer nicht dem Rufe selner Gewerkschaft Folge leistet, sondern sich de« Aufzüge« der KVT. anschließt, tut dies auf eigene Verantwortung! Allgemeiner freier Angcstclltenbund. Ortskartell Berlin. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Ortsausschuß Berlin. Allgemeiner Deutscher Bcamtgnbund. Bezirksausschuß Berlin. Der verurteilte Reichsanwalt. Sin Sieg von Wahrheit und Recht. Manchmal gibt es Prozesse,.die einen wieder an d e u t s ch e Z u st i z glauben lassen. Der Prozeß, der gestern in Moabirzu Ende ging, war von dieser Art.. Das Gericht hat den billigen Ausweg oermieden, gegen den Redakteur B a r n- st c i n eine kleine Geldstrafe zu oerhängen, die ihm nicht sehr wehe, dem Reichsanwalt Zorns aber wohlgetan hätte. Es hat sich nicht von Gesichtspunkten einer mattherzigen Opportu- nität leiten lassen, nicht eine höchst zweifelhaft gewordene „Autorität" zu schützen versucht, es hat ganz einfach Recht werden lassen. Und so ist der Redakteur Bornstein von Rechts wegin freigesprochen worden, und der ReichsanwaU Jörns hat den Gerichtssaal als Verurteilter verlassen. Dieses gerechte Urteil wird dem Reichsjustizministerium Gelegenheit � geben, einen unverzeihlichen Fehler zu korri-- gieren. Herr Zorns kann jelbstverständlich nickt mehr Reichs- anmalt sein. Daß er es werden konnte, hat Bedeutung über den Einzelfall hinaus, denn es zeigt die verhängnisvoll falsche P e r s o n a l p o l i t i k, die das Reich, die Re- publik, nicht nur hier getrieben hat. Hier hat sich der Fall ereignet, daß eiix Mann, dem man ungestraft Borein- genommenheit zugunsten„nationaler" Mörder nachsagen darf, zum höchsten Anklägeramt in der Republik berufen wurde. Es fragt sich, wie viele seinesgleichen— denen man das gleiche nicht nachsagen darf, weil der Wahrheitsbeweis schwerer zu erbringen wäre— noch in Amt und Würden sind. Schwächliche Duldsamkeit ist die schwerste Sünde der Deut« schen Republik. * 3ti diesem Prozeß ist nichts vertuscht und nichts beschönigt worden. Und so ist in ihm nicht nur die Autorität eines Reichsanwalts, sondern auch die k o m m u n i st i s ch e Lüg« zusammengebrochen, die hartnäckig die Regierung der Bolts- beauftragten mit den Schandtaten' der Gefangenenmörder aus dem Eden-Hotet in Berbindtigg zu bringen versuchte. Zu- sammengebrychen ist die verbrecherische Lüge, von dem Preis, den Sche i d'em ann für die Ermordung Rosa Luxem» b u r� s und Karl Liebknechts ausgesetzt haben soll Nach- gewiesen ist, daß jawohl der damalige Reichsjustizminister L a n'd s b e r g wie der preußische Zustizminister Heine die Verfolgung und Bestrafung der Mörder gewollt haben. Daß sie die dichte Hecke der militärischen Solidarität, die sich um die Mörder gebildet hatte, nicht durchbrechen konnten, lag an der Schwäche der Exekutive in der damaligen Zeit der allgemeinen Auflösung. Daß sich damals aber eine feste Autorität nicht bilden konnte, darcrtv tragen nicht zum ge- ringsten diejenigen schuld, die heute über das damals Per- säumte nicht genug klagen können. Das Kaiserreich war zusammengebrochen, die Macht lag in den Händen der Arbeiter- und Soldatenräte.„Alle Macht den Räten!" rief die kommunistische Presse jeden Tag-- bis sich herausstellte, daß die Räte in ihrer erdrückende» Mehrheit sozialdemokratisch dachten und handelten. Da wurde es auf einmal anders, und als die Räte beschlösse» hatten, die Wahlen zur Nationalversammlung auszuschreiben, beschloß der Spartakusbund, sich gegen diese Entscheidung zu erheben und eine freie Volkswahl mit Waffengewalt zu verhindern. Die Volksebauftragten hätten Eid und Pflicht vergessen, wenn sie diesem Bestreben freien Lauf gelassen hätten. Selbst- verständlich haben sie gewollt, daß der Versuch, mit Gewalt die Wahlen zu verhindern, mit Gewalt zurückaeschla» gen werde. Sie haben aber niemals gewollt, daß dieser selbstverständliche Akt der Verteidigung durch Bestialitäten� wie die Abschlachtung wehrloser Gefangener, beschmutzt würde. Sie waren von tiefster Entrüstung über solche Schandtaten erfüllt, und mehr als manchem anderen hätte eine strenge Bestrafung der Täter ihnen tiefe Befriedigung gewährt. Höchst zutreffend bemerkt die Begründung des Urteils» daß Zorns zweifellos die Unterstützung der Regierung ge- funden hätte, wenn er einen erizsten Versuch unternommen hätte, den schützenden Ring um die Mörder zu durchbrechen, Es war die Tragik der Regierung, daß sie sich bei der Abwehr des Spartakusausstands auf Elemente stützen mußte» die sie nicht in der Hand hatte und mit denen sie kein« Spur von Gesinnungsgemeinschaft verband. Ihr fehlte eine politisch erzogene Truppe, die den Kampf bewußt zur Verteidigung der Demokratie führte. Zwischen dep Hauptquartieren der militärischen Aktion und der Wilhelmstraße bestand ein ständiger Antagonismus, der ja dann auch im K a p p- P u t f ch— ein Jahr später— z« offenem Ausbruch kam. Von den Offizieren des Eden-Hotcl« hat. soviel wir sehen, nur ein einziger sein Damaskus ge« funden, der Leutnant L i e p m a n n. der schon als Jude i« diesem Kreise ein Außenseiter war. Die anderen rumoren in» Stahlhelm und in verwandten Organisationen weiter, wenn sie nicht schon gestorben und verdorben sind. Dem Geist des Edenhotels, der nicht der Geist der Wilhelmstraße war, entsprang eine ganze Reihe von poli- tischen Morden und Mordversuchen, die sich bald auch gegen die Wllhelmstraße selbst richteten. Die Morde an Erz- b e r S} e r und R a t h e n a u, der Mordversuch an Scheide- mann entsprangen derselben'Gesinnung, deren blutige Dpfer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg geworden waren. Von hier aus versteht man den ganzen Ernst der Forde- rung, daß der Republik«ine bewaffnete Macht Zur Verfügung stehen muß, die in chrem Geiste erzogen ist. » Wenn wir uns so bestrebt zeigen, begangene Fehler ein- zugestehen und aus ihnen zu lernen, so kann man von der Gegenseite leider nicht das gleiche behaupten. Denn von ihr wird gerade in diesem Augenblick das unverantwortliche Spiel mit dem Bürgerkrieg weitergstrieben, ob- wohl es unter den gegenwärtigen Umständen auch die letzte Spur von Sinn verloren hat. Im Sturmwinter 1918/18 konnte noch mancher aus einer falschen Perspektive heraus gutgläubig zu dem Irrtum kommen, es fei der Augenblick da, mit dem Gewehr in der Faust das Reich des Sozialismus zu erobern. Heute, nachdem man Gelegenheit gehabt hat, in Deutschland, in Rußland und der übrigen Welt zehn Jahre lang Erfahrungen zu sammeln, kann dieser Glaube nicht mehr bestehen. Wenn die Kommunistische Partei auch heute noch die kaltblütige Bereitschaft zeigt, für ihre Zwecke Menschenleben zu opfern, so leitet sie dabei keinerlei Art von revolutionärem Idealismus, sondern nichts anderes als eine idiotische P r e st i g e p o l i t i k. So sehr wir also auch bereit sind, jede Verantwortung, die uns trifft, zu tragen, so weit sind wir davon entfernt, den anderen etwas von der ihren abzunehmen. Nicht den Helden des Edenhotels und ihrem famosen Untersuchungs- richtsr Jörns, nicht aber auch denen, die leichfertig mit dem Bürgerkrieg spielen, um sich dann über die Greuel des Bürgerkriegs zu beklagen. An dem Sieg, den gestern Recht und Wahrheit im Ge- richtssaal erstritten haben, hat kein Kommunist mit- gewirkt, und das ist gut so! Reichstag gegen Hugenberg. Sie deutschnationale Sphinx. Mit einiger Spannung erwarteten gestern die nicht sehr zahlreich versammelten Reichstagsabgeordneten eine Rede des christlichsozialen Arbeitersekretärs und deutschnationalen Frak- tionsredners H ü l s e r. Es erschien ein Mann mit den welter- harten Zügen eines alten Landarbeiters und etwas stockender Sprechweise. Das ist Hülser, der Urheber der berühmten Spandauer Resolution gegen den sozialreaktionären Kurs Hugenbergs. Ihm drohte schon der Ausschluß— jetzt schickt ihn die deutschnationale Fraktion als ihren Redner vor. Ist Herr Hülser etwa gekommen, um zu widerrufen und «in reuiges Bekenntnis zu Hugenberg abzulegen? Mit Nichten! Er findet beredte Worte über proletarische Rot und spricht tapfer für Arbeiterschutz und Sozialversicherung. Er rühmt mu lautem Munde alles, was der Parteioorsitzende verdonnert. Mit Recht tonnte Genosse Litke in seiner folgenden Jungfernrede, dio gar nicht jungfernhaft-zimperlich, sondern irisch und. herzhaft zupackend war. erklären, alles, was sein Vorredner gesagt, fei eine vernichtende Anklage gegen �Hugenberg gewesen. Bei den Deutschnationalen gab es Verlegenheit, keine Erwiderung. Sollte die Reichs- 'agsfraktion schon bereit sein, den Parteivorsigenden fallen zu lassen? Tatsache ist, paß Hugenberg bisher gegen zahl- reiche Angriffe keinen einzigen Verteidiger fand, so daß es den Anschein hat. alg stände der ganze Reichstag geschloffen gegen ihn. Es fällt uns jedoch nicht ein, so weitgehende Schküffo zu ziehen. Gewiß hat Hugenberg, der Antisozialpolitiker, im Reichstag stille Verehrer. Er bleibt mit seinen Plänen eine Gefahr, auch wenn er ein etwas komisch wirkender Partei, Vorsitzender ist. (Reichstagsbencht flehe 4. Seite der 3. BeSage.) Das Land ohne Regierung. Thüringen vor Landtagswahl oder Dauerkrise. > fvelwar. 27. April. �Eigenbericht.) l),« sozlcldemakratische Fraktion des Thüringischen Landtag» hat <>i««n Antrag auf Sl» flö s u n g> d e s Landtag» gestellt. In dem Antrag wird daraus hingewiesen, daß bi» jetzt noch immer keine Regierung zustande gekommen sei und in absehbarer Zeit auch keine Möglichkeit für eine dauerhaft« Regierung besteh«. Längere Krisen könne da» Land aber nicht vertragen � E» sei deshalb notwendig, nunmehr an das Volk zu appellieren. Die bisherigen Regierungsparteien haben ihre Verhandlung«» zur Neubildung eines Kabinett« am Sonnabend vormiiiqg abge- brochen und sie auf Dienstag vertagt. Unter den neuen Kandidaten für das Finanzministerium werden einige Handwerksmeister der Wirtschaftspartei und einige Steuersgndizis dieser Gruppe genannt. Als neueste» Moment der Krise ist festzustellen, daß van«inigen Seiten der Regierungsparteien auch Mißtrauen gegen den demokra- tischen Wirtschafts- und Pildungsminister P a u l s e n an den Tag gelegt wird, der, falls es überhaupt zu einer Erneuerung der bis- herigcn Regierung toirnnen sollt«, kaum wiederkehren dürfte. Hakenkreuz-Waffen. JtechtSraSikale Waffenlager entdeckt. Darmsiadk, 27. April.(Eigenbericht.) In Mittelstadt wurden bei verschiedenen Einwohnern Kara- biner. Pistolen, Seitengewehre. Gasmasken. Stahlhelme und Munition gefunden. Di« Besitzer der Waffen gehören der Nationalsozialiftischen Arbeiter- paxtei an, die in letzter Zeit im Odenwald eine lebhafte Agitation treibt. Auflßlungsantrag im Mecklenburgischen caudlag. Di« Deutsch- nationalen- haben im Landcaa von Meck!enburg.«chwerin unter Hmtpei» auf dos Staatsgerichtsurteil über die sächsischen Wahlen «inen Auslösungsanträg eingebracht. Meilsbegründmg im Zvrns-prozeß. Oer Wahrheitsbeweis ist geführt. LandgerichtSdirektor Dr. Marcard gab dem freisprechenden UrteÄ des Schöffengerichts ein« kurz« Aegriüidung: Auf Straf- antrag des Nebenklägers Reichsanwall Jörn und des Oberreichs- onwalts ist das Hauptoerfahren eröffnet worden wegen öffentlicher Beleidigung in Tateinheit mit übler Nachrede. Die Anklage erblickt in dem Artikel ein Werturteil über die Befähigung des Neben- klögers und weiterhin den Vorwurf einer Begünstigung und Rechts- beugung gegenüber den wegen Mordes Angeschuldigten. Die Tendenz des unter Anklage gestellten Aussatzes geht dahin, daß der Nebenkläger weder die sittliche noch die geistige Befähigung für sein Ami als Reichsanwalt Hab«. Dies soll erwiesen sein dadurch, daß er dem Mörder als Unter. suchungsführer Vorschub geleistet habe. Diese Be- hauptung wird durch verschiedene Beispiele belegt. Das Gericht hat nicht alle diese Beispiele für erwiesen gehalten, so nicht die Bs- hauptung. der Nebenkläger habe die Flucht Bogels begünstigt und die Beisitzer des Gerichts beeinflußt. Der Wahrheilsbeweis kann aber als geführt bekrachket werden, wenn die Gesamtheit der Tatsachen in Betracht gezogen wird. Außer Zweifel steht, daß die Ehre und das Ausehen des Neben. llägers durch die allgemeinen Behauptungen des Artikels verletzt wird. Der Umfang des Wahrheitsbeweises war vom Gericht aber nur nach den Juneren des Artikels und nicht mach dem zu be- urteilen, was der Angeklagte darübe? hinaus als notwendigen Wahrheitsbeweis erbringen wollte. Dieser Beweis konnte dem Angeklagten nicht abgeschnitten wer- den. Die Aussage Runges ist bei dem Urteil zum großen Teil nicht verwertet worden. Runge ist als pathologisch gekennzeichnet worden. Er hat offenbar über viele Sachen objektiv die Unwahrheit be- kündet. Manches war auch richtig. Das Gericht war nicht in der Lage zu unterscheiden, was bei dieser Sache wahr und unwahr mar, und doch hatte dieser Zeuge Runge in diesem Prozeß ein« besondere Bedeutung. Nach den eigenen Angaben des Nebenklägers Halle Runge ihm gesagt, daß seine Frau Geld bekommen halte. Darin lag ein Hinweis auf Wilschuldioe. Eine Stunde später nahm der Neben- klüger in das Protokoll auf. daß Runge erklärte, er und seine Familie hätten von niemandem Geld bekommen. Eine Aufklärung über diesen Widerspruch hat der Nebenkläger dem Gericht nicht geben können. Es sind auch verschiedene Umstände hervorgetreten, die dem Nebenkläger zum Bewußtsein bringen mußten, daß die Untersuchung gefährdet wurde, und daß diese Umstände durch das Zusammenarbeiten mit dem Stabe der Ordnung Hohn sprachen. Der Nebenkläger kann sich nicht dar- auf berufen, daß der Dienstweg über den Divisionsstab ging, er mußte zu der Vermutung kommen, daß dort Verdächtige saßen. Er hatte es sogar selbst erkannt, denn er hat in der Hauptverhandlung gesagt, daß das Militär Zusammenhalte und daß er sich nur auf sich allein verlassen konnte. Deswegen hätte er den Mut haben müssen, vor seinen Kommandeur zu treten, da er die Einstellung des Gerichts- Herrn zu seinen Offizieren kannte und erklären:„In dieser Luft kann ich nicht arbeiten, befreien Sie mich davon aber ich leg« die Untersuchung nieder" Dann hätte er bei dem Interesse der Reichs- rcgierung für diese Untersuchung, wie da» Gericht überzeugt ist, Abhilfe geschaffen. Jedem Wunsch wäre Folge geleistet morden. Aber Herr Zsm» hal die gebokenen Konsequenzen nicht gezogen, zu denen er verpflichtet gewesen wäre, mann er sich selbst treu bleiben wollte. Nun da» Kapitel der Untersuchungshaft. Nachde« der Nebenkläger sich entschlossen haste, den Hastbefehl gegen die Be- schuldigten zu erlassen, blieb die Untersuchungshaft nur ein« Umquarticrung der Offiziere. Er hat nicht durchge- griffen, als er den verhafteten Liepmann auf dem Wittenbergplatz traf, er duldete den Verkehr des Stabes mit seinen Offizieren und er gab allgemeine Sprecherlaubnis. Wenn er gesagt hat, daß die Zustände in der Militärarrsstanstall Sache des Kommando» gä» wesen wären, mag das formell stimmen. Aber außergewöhnliche Verhältnisse erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Der Neben- klüger ist nicht so eingeschritten, wie es in einer Kapitalsache er- forderlich war. Um gegen solche, die Untersuchung gefährdenden Zustände so einzuschreiten, wie es da nötig war, braucht man einen Mann von stärkster Willenskraft und Selbständigkeit. Das war Herr Jörns nach unserer Ansicht nicht. Es darf allerdings nicht verkannt werden, daß seine Stellung außerordentlich schwierig war. Er stand zwischen rechts und links, zwischen dem Dioisiönsstab und der„Roten Fahne", außerdem haste er e» mit dem Haupimann Pabst zu tun, einer autokratischen Persönlichkeit, die keinen Wider. spruch duldete. Diese Verhältnisse machen den Gang der Unter- suchung erklärlich. aber sie sprechen den Nebenkläger stoß aller Rücksichtnahme nicht von dem Vorwurf frei, daß er Zustände duldete, die den Be- schuldigten Vorschub leisteten. Angesichts dessen kommt es nicht darauf an, ob alle Beispiele stimmen, da sie dafür.unwesentlich sind. Die Erweislichkeit einer Behauptung ist ein Strafausschließungsgrund. Daher war der An- geklagte auf Kosten der Sloatskassc sreizusprechen. Jörns legt Berufung ein. Reichsanwalt Jörns hat gegen das Urteil, das den verantwort- lichen Redakteur des„Tagebuch". Bornstein, freisprach, B«- r u f u n g eingelegt.__, Girafanirag Piecks gegen Jörns. Wegen Verbrechen im Amte. Der kommunistische Reichstagsabgeoudnete Pieck übermittelte, wie die VL-Korrespondenz meldet, der Staatsanwaltschaft II, Berlin, folgenden Strafantrag: .Hierdurch erstatte ich Siralantrag gegen den derzeitigen Reichsanwalt Jörns, zurzeit in Berlin, wrchnhost in Leipzig. Durch Gerichtsurtell des Landgerichts I im Prozeß gegen Born- stein ist erwiesen, daß der derzeitige Reichsanwalt, früher« Krieg»- gerichtsrot Jörns d«n Mördern von Kail Liebknecht und Rosa Luxemburg, gegen die er ün Jahre 1913 die Untersuchung und Anklage durchzuführen hatte, in seiner Eigenschaft al» Unter- fuchirngsrichter Vorschub geleistet hat. Jörns hat sich demnach eines Verbreche us nach§ 346 StGB, schuldig gemacht. Bei der Höhe der nach dem Z 346 für den s etzigen Reichsanwalt, früheren Kriegsgerichtsrat Jörns zu verhängend« Strafe(Zuchthaus Kis zu fünf Jahren) tfi der dringende Verdacht gegeben, daß Jornsf sich fcer.ifteströftfng fcichch che Flucht entzieht. Ich beantrage deshalb zugleich die ssofortige Inhaftierung des Jörns. Gleichzeitig Hache icss"darauf aufmerksam, daß die zehnjährige Verjährungsfrist m der ersten Halft« des Mai abläuft, so daß ein beschleunigte». Eingreifen unter allen Umständen erforderlich ist." Macdonalds Kampfansage. Riesenkundgebung in London. , London. 27. April.(Eigenbericht.) D« Lahour Party hielt am Sonnabend in der etwa 1000Ö Personen fassenden Albert Hall«in« große Demonstra- tion»v«rsammlung ob. um dem Führer der Partei, R a m- fayMaedonald.di« Möglichkeit zu geben, da» Wahlpragramm der Arbeiterpartei zu entwickeln. Die riesige Halle war bi» in di« höchsten Ränge von einer begeisterten Meng« gefällt, die den neu- gewählten Abgeordneten der Arbeiterpartei und dem Führer der Partei, Ramsay Macdonald, bei ihrem Eintritt in den®aak eine minutenlange Ovation darbrachte. ZNacdonald wandte sich eingangs feiner Red« gegen die Sensation«- Politiker vom Schlage Lloyd George» in der Erwerbslosen- frage, denn nicht durch Sensation, spndern durch«ine vernünftig«, gesunde Politik suche die Laboi!? Pasty die Unterstützung der Wähler aller Klassen zu finden. Macdonald wie» hierauf in seinen Ausführungen auf das Auseinanderklaffen zwischen den Lloyd Georgeschcn Versprechungen der Lergangenhest und den tat- sächlichen Taten de» ehemaligen Ministerpräsidenten hin. Die Labour Party wünsche Lloyd Georg« nicht aus dem Weg« der Irreführung der öffentlichen Meinung Konkurrenz zu machen. Macdonald setzte sich sodann mit der Programm der Konserva- tiven Partei auseinander, als deren Eharokterisstkum er dir Verschleppung, die Untätigkeit und die Interesselosigkeit für die brennendsten Fragen der Gegenwart bezeichnete. Der Führer der Arbeiterpartei entwickelt« das auf dein Parteitag in Birmingham beschlossene Wahl- und Aktionsprogramm der Arbeiterpartei. Erster und wichtigster Punkt sei und bleibe das Arbeitslosen- pröblem. Die Arbeiterpartei trete nicht für«ine Unterftützimgs- politik«in. sondern für eine Politik, die planmäßig aus«ine F ö r» detung der produktiven Tätigkcit der Nation hin- arbeite. Um dies« notwendigen Aenderungen in der Struktur de» Lande» möglich zu inachen, soll ein« Kommission errichtet werden, deren Aufgabe die Koordination sämtlicher Ministerien sein solle, die mit dem produktiven Leben der Ration in umnittel- barem Zusammenhang stehen. Di« Kommission soll unter dem Borsitz des Ministerpräsidenten stehen und ein« Art planmäßiger Umwandlung der Wirtschaft vornehmen. Macdonald unterstrich hierauf mit besonderem Nachdruck di«-Unmöglichkeit nationaler Sozialpolitik und legt« ein Be- kenntni» zum Internationalen Arbeitsamt ab, ohne dessen Hilfe heut« keinerlei sozialpolitisches Gesetz international ge- sichert werden könne. Eine zukünftige Arbeiterregierung werde tm Hinblick auf das Internationale Arbeitsamt nicht kleinlich um Geld- summen feilschen, wi« ihre Vorgängerin die» in Genf getan Hab». Auf die Außenpolitik«ingehend, betonte Macdonald, daß die Betätigung der Arbeiterregierung im Jahre 1324 di« beste Verteidigung der Außenpolitik der Labour Party darstelle. Pas Ziel der Labour Party in außenpolitischer Hinsicht sei nach wi« vor der Frieden in Europa, wozu die Aufnahme der diplomatischen Be- Ziehungen mit Rußland eine notwendige Borauxsetzung bilde. Hätte Rußland zehntausendmal mehr Fehler und Derbrechen b«> gangen als seine Gegner behaupten, so dürfe dies niemals der Grynd sein, die diplsmatischen Beziehungen abzubrechen. Mac- donald wandte sich hierauf der Frag« der Freiheit der Meere zu und forderte unter lebhaftem Beifall ein Floltenabkommen mit Amerika. Macdonald spricht hierauf den Wunsch aus, daß fein eigenes Land in Zukunft mit lauter und verständlicher Stimme für den Frieden der Völker eintrete und' nicht rinc retardierende Kraft darstelle, wie dies in den jüngsten Jahren der Fall gewesen sei. Zssm Schluß forderte Macdonald unter lebhaftestein Lelfall der Versammlung eine Mehrheit bei den neuen Wahlen, um die Arbester- parte! aus der politischen Jntrigenatmosphäre. die eine Minderheit der Regierung mit sich bringen würde, freizuhalten und ihr die Durchführung ihrer eigenen Prinzipien zu ermöglichen. Den Reden gingen Massen chöre von Arbeiterliedern vor- aus. in die die versammelten mst großer Begeisterung«instimmten. Ueberdies wurden zum ersten Male die von dem Hauptquartier der Arbelstrpartei für den Wahlkampf vorberesteten Grammophon» platten mit den Reden der hauptsächlichsten Arbeiterführer vorge- führt, die es den Wählern in den abgelegensten Pörfern ennpg. lichen, die Führer persönlich zu hören. ikm 1. Hai Fahnen heraus! Stauning betraut. Die Radikalen wollen beteiligt fem. Kop«ahagen. 27. April.(Sigenberichk.) Der Sönlg beausiragle deu Führer der dänischen Sozialdemo. kralle S t a n n i n g am Sonnabend mit der Neubildung des Sabineils. Stauning nahm den Auftrag an. Am Sonnlag werden sich b!« S o z i a l i ft e« und die R a- di taten in Sonderkonferenzen mit der Gestaltung der neuen Re- gierung befassen. Es verlautet, daß die Raditaleo einige Minister in das Kabinett Stauning zu delegieren beabsichtigen und davon die Unterstützunzsfrage abhängig zu machen gedenken. Stauning für Koalition. Kopenhagen, 27. April.(Eigenbericht.) Der mit der Regierungsbildung beauftragte Abgeordnete Stauning nahm am Sonnabend die Wünsche der Radikalen entgegen. Stauning ist trog gewisser Widerstände in der sozial? demokratischen Reichstagssraktum bereit, dem Verlangen der Demokraten nach einigen Ligen in seinem Ministerium zu ent- sprechen. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei wird sich am Sonntag mit den Wünschen der Demokraten befassen. Stauning hat dem König die Bildung seines Kabi. nett? bis Wontag vormittag zugesagt. Moskauer Parteikonferenz unier Zensur Moskau, 27. April.(Ost-Expreß.) Die Redaktionskommission der 16. Konferenz der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die jetzt in Moskau tagt, bringt samt- liehen Sowjetblätteni zur Kenntnis, daß die Veröffentlichung von Bullstins, stenographischen Berichten, Wiedergabe von Reden und Entschließungen der Parteikonferenz nur nach elngeholker Genehmigung der Redaktionskommission gestaltet ist.— Zur gespannten innerparteilichen Lage nimmt auch die ..K r a s n a j a S w e s d ach das Viatt der R o t e n A r m e e, in einem Leitartikel Stellung. Das Blatt betont mit besonderem Nachdruck die absolute Einheitlichkeit und Geschlossenheit der kommunistischen Organisation im Sowjetheer. Die der Parteikonferenz vormisge- gangenen Beratungen der kommunistischen Armeezellen hätten er- wiesen, daß alle Kommunisten der Roten Armee geschlossen hinter Stalin und der Parteimehrheit stehen. Balkanregierungen gegen Maifeier. Generelles Verbot in Bulgarien... Sofia. 27. April.(Eigenbericht.) Die Regierung hat jede Kundgebung der Arbeiter- schaft am 1. Mai verboten. Angeblich hat dl« Pölizqk in den letzten Tagen große Mengen kommunistischer Flug- ftlätter beschlagnahmt, in denen zum Kampf gegen die Staats, und Wirtschaftsordnung sowie zum Streit am 1. Mai aufgerufen werden soll. Da? Verbot wird deshalb als im 5nter«ss« der öffcntltrfn'n Sicherheit liegend bezeichnet. Unnachsichtlich soll gegen jede Mi- msestotion«in g« s chr i 1 1 en werden. -.■s6bv$ 555 iiäö inIugo?law«en. V'':- Belgrad, J7. April,(g'genbericht.h - D.e,jugo!lawischs Regierung hat sehe Kundgebung zu M 1. Mai untersagt. Es hstrftn weder Demonstrationen per. anstaltet noch Reden Über di« intsrnbtional« Bedeutung des 1. Mai gehalten werden. Wer dem zuwiderhändelt. wird schwer bestraft. Gewerbesteuer durch Aotverordnung. Am 2. Mai vor dem Ständigen Ausschuß. D'« preußische Regierung wird, nachdem am Soimqkiend die Lorlage Über die Gewerbesteuer nicht erledigt werden tonnte, nun? mehr eine Notverordnung exlassen, wie es bereits bei der chauszinsstever und bei der Grundoermögenssteuer der Fall ge- wesen war. Die Notoerordnung wird inhaltlich den Beschlüssen ent» sprechen, die das Plenum des Landtages in der zweiten Lesung ge> setzt hatte. Cs werden also eine Reche oon Steuererleichterungen für die unteren Stufen kestgelegt werden. Am Donnerstag, dem 2. Mai, wird der Ständige Ausschuß sich wit der Notverordnung beschädigen. Theaterskandal in Köln. Aufführung der neu bearbeiteten„latente*. Aus Köln wird uns gemeldet: Sonnabend wurde im Schauspielhaus die„Ca lerne* des Kölner Dichters W a l t e r I l l g e K aufgeführt, die pur 14 Tagen zu einem Theater? jkanidal geführt hatte. Seinerzeit hatte der sozialdemokratische Bei. geordnet? Dr. Meers eld bekanntlich das Stück verboten. Im Theaterauslchuß. der sich mit dem Berbot beschäftigte, konnte di« Aufrechterhaltung hex Verbotes nicht durchgesetzt werden. Es kam iniolgedessen zu einem Kompromiß, nach dem der Schauspielinten» dani Modes das Stück szenisch überarbeiten sollte. Das ist geschehen, uwd nun kam das Stück in seiner neuen Fassung heraus. Während bei der ersten Aufführung sich schon im ersten Akt starker Widerspruch zeigte, ging diesmal die Ausführung durch alle drei Akte ohne großer« Beifalls, oder Mißfallensäußerungen durch, und erst am Schlüsse des Stückes setzten heftige Beisallskundgebun» qen, aber auch starke Widersprüche und lautes Pfeifen«in. Dis Stück ist jetzt sehr stark gekürzt und in seinem Inhalt geradezu trostlos öde. Die Polizei grift erst am Schlüsse ein und räumte den Zuschauerraum, weil di« chörer sich aus dem Theater nicht ent» fernen wollten. Es scheinen auch Stinkbomben geworfen worden zu sein. Wenn sich nicht von beiden Seiten Beifall und Widerspruch erhoben hätte, würde sich das Stück jedenfalls leer und tot gelaufen haben. Als am Schluß die Polizei den Zufchauerrsum räumte, ließen kommunistische Trupps di« Internationa!« ertönen. Der kappist Oberst Bauer, der seit Monaten im Dienste chine? sischer Militärs steht, ist in Nanking an Pycken erkrankt Bauer wurde in ein Ilollerhospital Übergeführt Sein Zustand ist be- denkllch. Der Chef der polnischen Kriegsmarine. Kapitän zur See Swirski, weilt in Toulon, um dir Vorbereitungen für die Aus- bildung polnischer Warineofsiziere m den sranzösischen Marine. schulen und an'Bord oon französischen Kriegsschiffen zu besprechen. Zm Endspiel um den Britischen Fußballpokal schlug gestern vor Sv ovo Zuschauern die Bolton Wanderers die Portsmouther Mannfchcht mit 2_____________ Die revolutionären Llnorganisierten und ihr KpO.-Zührer. „Nieder mit den Gewerlfchasten, nieder die Beitrags« Zahlung!— Wer mich zum revolutionären Betriebsrat wählen will, erhebe eine Hand.— Einstimmig!- „Meldung an die rrrevolutionärelommunistifcheLeitung: Der ganze Betrieb mit 6000 Mann steht geschlossen hinter mir."—„Bravo, gut gemocht!" »Also jetzt hört zu: Heraus aus dem. Betrieb, auf die Straße!" »Nanu, wo ist denn meine revolutionäre unorganisierte Gefolgschaft geblieben!" Die Frage der Reserven. Ein schwerer Schlag für den Abrüstungsgedanken. Genf. 27. April.(Eigenbericht.) Die Vorbereitende Abrüstungskommission beendet« am Sonnabend ihr« Aussprache über di« Frage der m i l i s ä r fsch e« Reserven.. Der E n g l ä 1, h e r Cvshendun erklärtet„Wir sind nach wie vor der Mdinilng, daß ör« Reserven einbezogen werden müssen. Aber wir schließen uns Amerika an, wir wollen unser« Meinung nicht aufzwingen.* Der Holländer Rukgers mahnt«: Wir haben mit allen Krästen die Einschränkung auch der Reserven verteidigt und unsere Meinung nicht gewechselt. NIchlelnbezlehung der ausgeblldeken Reserven dedeuiel. daß dl«» großen Armeen von der Abrüstung nicht belrosfeu werden. Die Länder, die Jahr für Jahr ihre jungen Leute einziehen mch ausbilden und so, im Namen der Sicherheit, ja sogar im Namen der Demokratie, große Armeen wohl ausgebildeter, bewaffneter und mililärisch organisierter Reserven schaffen, die si« in ein oder zwei Wochen an die Front werfen können, brauchen nicht einen Mann zu streichen. Der historische Tag. an dem ein Abkommen dieser Urs angenommen wird, ist dar Tag. an dem man auf eine wirkliche Abrüstung verzichtet cholland lehnt di« Veryntmortung für ein solches Abkommen ab- Wir können nur hoffen, daß der Völker» bundprat pder die Konferenz oder der Druck der öffentlichen Meinung diese? Versagen der Kommission nicht gutheißen wird.* Der Schwede:„Die neu« chastung der Vereinigten Staaten hat uns auf einen schlimmen Weg gelockt. Schweden hat wie Amerika seine Meinung über die Notwendigkeit des Abbaus der Reserven nicht geändert Eine Konsention ohne Reserveneinbeziehung ist unbefriedtgqnd und eine ernste Gefahr. Wir fügen uns. weil wir bis zuletzt auf die versprochene Konvention warten wollen.* Lilwlnofs äußerte-„Zugeständniste können in zwei Richtungen gemacht werdtn. Einmal in einer Beschleunigung der Herabsetzung der Rüstungen und dann in einer Verzögerung. Das Zugeständnis der Vereinigten Staaten an die Kommissionsmehrheit ist von letzterer Art. Die auf diesem Wege erzielte Rüstunstzkonoention ist ungenügend, und man kann nicht ernsthast hoffen, daß sie zur Verhinderung der Kriege beitragen wird." Nimmt man China hinzu, das wiederum die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht verlangen ließ, so ergibt sich, daß inhalt» lich eine Mehrheit der Bevölkerung der Welt, aus den großen Staaten Amerika, England. China, Rußland und Deutsch. länd wie aus den neutralen Europäern und Schweden bestehend, gegen die Ausschaltung der ausgebildeten Re» s e r v e n ist Demgegenüber brachten die Anhänger eines Reserveheeres, die der Reche nach ausmarschierten, so gut wie keinö Argumente vor. Sie beschränkten sich darauf, das Zugestärchnis Amerikas und Englands zu s« i e r n und gewisse. S e'i t e n h i« b e gegen angebliche geheime Rüstungen eine, gewissen Skaateg abszuteilen. Der deutsche U m r e ch n'.> n g s s ch l ü s s e l für die Resqrpen wuphe von dqn einzelnen Rednern entweder gor nicht er- wähnt oder als zu kompliziert abgewiesen. Pex Präsident eondo«, vollkommen Gefangener der Mehrheit, verweigert« die von Litwinofs geforderte Abstimmung. E» ist die Absicht, die Enthaltung der Angeisachsen und der Neutralen zu einer Durch- p« i t s ch u n g des Konventipneentwurses in beb verwästerten Farm zu benutzen. Wahrscheinlich wird man diese Tagung gar nicht schließen, sondern nur unterbrechen. Während der Unter, brechung sollen die Ftottenmächte sich in der Flottensrage einigen. Dann gedenkt man kurz vor der Völkerbundsversammlung den Be- schluß der Mehrheit fertigzustellen und mit dem Antrag aus«ine. schleunige Konferenz auf dieser Basis der Versammlung vorzulegen. l E, ist kaum zu hoffen, daß in der Frage de? Krieg smatersal«, pi« am Wontag oder Dienstag behandelt wird, nicht auch der Mehr, hell ster Kommission Rechnung getragen wirb, indem da« laatrnde Material d'ie Re'serven' ehemalls pan-der'PerMinMMz äü�? Es kann nicht verschwiegen aterdert daß tagunq seit Freitag eine Wendung genommen hat. die die Aussichten für eine wirkliche und ehrliche Abrüstung«- konventwn erheblich verschlechtert-hat. Worum dreht es sich? Es handelt sich um den Schlüssel, der bei einer künftigen internationalen Ab- rüstungskoitvention für die zugelassene Stärke det künftigen Landheere eines jeden Staates angewendet werden spll. Werden die Reserven bei dieser Berechnung nicht mit- gezählt, so bedeutet das einen offenkundige» Nachteil fijr di» Länder ohne allgemeine Wehrpflicht, d- h. ohne ausgehikdete Reserven, während umgekehrt Länder mit starken Reserven verhältnismäßig geringen Rüstungseinschränkungsn unser- morsen wären, weil man nur ihre aktiven Jahrgänge als Maßstab nehmen würde. Amerika und England hatten ebenso wie SeuHtfe« fand— bisher den Standvunkt vertreten, daß man die R«' serven anrechnen müsse. Amerika hat am Freitag durch den Mund G i b j 0 n s diesen Standpunkt preisgegeben, zpobei es allerdings an alle Teile appelliert?, durch gege.n- seitige Konzessionen eine Einigung zu etfetchterrt. Auf diesen Appell haben Frankreich und. sein« osteurv- vgischen Bundesgenossen n i ck> t reagiert: si« haben sich dstmit begnügt, dsp Umfall Amerikas mit Genugtuung zu re- gistrisren. aber ihrerie'ts keinerlei EntgegenköM- m« n in Aussicht gestellt. Deutschland hatte bereits freiwillig ein Zugeständnis gemacht: in dem Bernstyrffsäien Memorandum war angeregt worden, nur einen Teil der Reserven zu beriiSsirbsigen, und zwar die jüngeren Jahrgänge, während die älteren in Anbetracht ihrer geringen Gefechtswerte bei der Berech- nunq avsslbeiden konnten. Auf d'esez Entgegenkamm-u hat Lord Cufhendun, vielleicht das reaktionärste Mitglied in der ganzen Baldwin-Regierung, geantwortet, ihm«scheint der deutsche Vorschlag zu kompliziert. Das mag fein und Nie- mond wird behaupten wollen, daß das Problem einfach sei. denn die Schwierigkeit dieses Problems ist darauf zurückzu- führen, daß es gleichzeitig Länder gibt mit allgechesper Wehrpflicht, solche, die freiwillig nur Berufsheere unterhalten, und endlich solcke, denen man durch Friedens- Verträge zwangsweise Berufsheere auferlegt hat. fiat Cufhendun einen besseren Vorschlag zu machen, als her Bernstorffsche, dann heraus damit! Die Debatte der letzten zwei Tage hat jedenfalls bstp�se». daß Deutschland es an Versuchen nick>t fehlen lä�,«ine Einigung auf der mittleren Linie zu erleichtern, während namentlich Frankreich seinen militärischen Siegerstand« punkt durch keinerlei Zugeständnisse abschwächen will. Amanullah wieder in Kabul? Ein Londoner Gerücht. London.!?. Aprtl. Aach hier eingetroffenen privaken Nachrichten ist A m a n u k l a h am 27. in die hauplstadl Kabul, ohne Widerstand zu finden, eingezogen. Eine Bestätigung dieser Nachricht von anderer Sekte liegt noch nicht vor. EIN GANZ SELTENES ANGEBOT! Japonetta die neueste Waschkunsl- seide, med. Soidenmust. 145 Bedr. Bastseide reine Seide in Punkt-— mustern« ca. 80 cm �£45 Reinwollene ca. 130 cm breite Japon-Foulard Kleider-# Kostüm----•—- und Monte IstoflFe hervorragende O»* Qualitäten"*#75 die große Mode, belieble dM kleine Muster, ca. 90 cm �195 Beins. Crepe Satin schwarz, weiß und olle jr neuen Farben, ca. 100 cm 090 Bedruckt. Vollvoile in schönen Mustern« c a, 100 cm b r e i t\#95 FGr Oberhemden und Pyjamas Trikolettes In großer Muster- Im/* auswah!, ca. 80 cb» I5w LEDERWAREN Besuchstaschen Saffian Mouton, mit Präge» Verzierung, beige# mode, blau und braun®w50 Kupeekoffer FROTTI E RWÄSCHE TISCHDECKEN Handtucher 48x100, weiß-bunt gemust EinhelFs- 50x1 12, weiß mit indanlh. Preis Hartplatte, Vulkanfiberecken, 2 vernlckelie Zugschlösser, i lederbezog. 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Mai. nachm. 1 Uhr. im Besitze der Ortenermattuntz fein Dt« WahIIörveroerlammlungen werben In derzeit vom 2t Mai bis t Zuni ab> gehauen Etwaiqe Neumeldungen von Delegierten müssen bis z. Juni erledigt werden. Ciensfag. Dm 30.«»rU. aOonbs 5 Uhr, Im Cofal oon Auflau fBccifcabergcc,»ilferstrahe 69 Versammlang der GoldsdmiledC'Gelilllen. Tagesordnung! 1. Sortfftzung der Beratung de« Mantel- tartjs. .S. Berich' edene«. T».ilt Pfiichl aller Köllegen und Ztolle- ginnen, m dieler Versammlung zu er- fcheinen � � Spielplan . unterer fiultatablfllona. Z» der Woche oom 29.»Ml di* 6. Mai: l Ledig» Mittler. S. DiänoitttaiKorirag Uinfalloerhütuna in her Metallindustrie". 3. Sumoiesle. I» der«och« oom a. dt»>2.«oti 1. Auitrilehung.er dfariannenstratze* tdcke Raunynfiiaiie Ami Moritzvl lVZdS � ob Eriinau, Bohnsdors bt» Jtlrdiplatz übet 90 Parzellen an der Schänefelder Thauffee. Beef b. Reftoarzellen gm t M an Ber- läuser Sonntag» anwelend C. A. 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Meter 1,25 Achtung Jugendliche! 12-16fWni>iöc Arbeitszeit. Die kindlichen Opfer aus der Gchönleinstraße sagen aus.— System Trohki. In der Itachmillagssihung der gestrigen verhandlui� gegen den Aobrikanlen Friedrich Wilhelm Trohki wurde noch eine Reihe von Arbeiterinnen vernommen, die bei der gefährlichen Arbeit an den Slempelmafchinen und Bohr- Maschinen beschäftigt worden waren, vorwiegend waren es halbwüchsige junge Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren. Einige von den Zeuginnen haben eulsehliche Brandwunden davongetragen, durch die völlig entstellt worden sind. � Die Zeugin Stolle erlit� während ihrer weiteren Der- nehmung, die sich durch die an sie von allen Seiten gerichteten Fragen sehr ausdehnte, einen Ohnmachtsanfall und mußte aus dem Saale gebracht werden. Dann wurden mehrere Ar- beiterinnen im Alter bis zu 16 Jahren vernommen. Gertrud K. war 14 Tage im Betriebe und arbeitete an der Bohr- Maschine. Sie sah zuerst eine kleine Flamme am Fußboden bei der Prägepress« und dann schoß gleich eine große Stichflamme bis zur Decke hoch. Vors.: Wußten Sie, daß Zelluloid verarbeitet wurde? Zeugin: Ja, aber mir war nicht bekannt, daß Zelluloid leicht brennt. Vors.: Hat Ihnen das niemand gesagt? Zeugin: Nein. Ich hatte ja noch nie in einer Fabrik gearbeitet. Die Zeugin hat immer an ihrem Platz Abfälle abends zusammengefegt. Von Feuereimern wußte sie nichts. Staatsanwaltschastsrat D o m i n i ck: Wie alt waren Sie damals? Zeugin: 14 Jahre. S t a a t s a n w.: Und wie war Ihr« Arbeitszeit? Z e u g l n: Meist von 1 Uhr früh bis S und 9 Uhr abends: an einem Tage von 7 Uhr früh bis 11 Uhr nachts." S t a a t s a n w.: Dazwischen waren Sie doch wohl zum Essen daheim? Zeugin: Rein, wir blieben den ganzen Tag in der Fabrik. R.-A. Dr. E i s e n st ä d t: Dafür haben Sie doch aber mehr verdient und sind gerne geblieben? Zeugin: Ueber- stunden wurden nicht bezahlt. R.-A. Dr. E t s« n st ä d t: Aber sonst wurden Sie doch angemesien bezahlt? Zeugin: 3a, mit 35 Pf. die Stunde.(Gelächter im Publikum.) Auf ein« weitere Frage des Verteidigers erklärte die Zeugin, daß sie durchaus nicht freiwillig so lange geblieben sei, aber es sei ihr gesagt worden, sie dürfte nicht nach Hause gehen. R.-A. Dr. C i s e n st ä d t: Dafür ist Ihnen wohl ein Weihnachtsgeschenk versprochen worden? Zeugin: Nein, davon ist nie etwas gesagt worden. Auf eine weitere Frage von Staatsanwaltschaftrat Dominick erklärte die Zeugin noch, daß ihre Freundinnen, die an den Presien arbeiteten, sich immer beklagten, daß die Feueranzünder' nicht funktionierten. Sie selbst weiß aber nicht, ob dann Streichhölzer benutzt wurden, da sie sich nicht darum gekümmert hat. Besonders schwer betroffen ist die 14jährige Charlotte Schönemann, die erst vier Tage in der Fabrik tätig war und schon am zweiten Tage an den Präge- stock gesetzt wurde, um in die Plättchen mit Hilf« der durch eine offene Gasflamme erhitzten Prägemaschine die Nummern ein- zui kucken. Diele von den jugendlichen Zeugen machen noch einen ganz kindlichen Eindruck. Ein«„erfahrene" Arbeiterin war schon die jetzt 16jährige Charlotte Schulz, denn sie war ein Jahr tätig. Angelernt wurde sie durch den ISjährigen jungen Trotz ti. Cr hatte ihr gesagt, sie dürfe den Flammen mit den Plättchen nicht zu Nahe kommen. Wenn dos Zelluloid aber in Brand gerate, müßte sie es auf den Boden werfen und mit dem Fuß austreten. Der aste Trotzki habe immer geschimpft, wenn er sah, daß ein Plättchen brannte. Die Zeugin bestrstt die Angab« eines anderen Mädchens, daß sie, die Zeugin, gemeinsam mst einer anderen Arbeitskollegin nach der anderen mit brennenden Stücken geworfen hätte. Die erftere Zeugin blieb aber bei ihrer Angabe. Die Zeugin Schulz gab dann an, daß sie die 14jährige Lotte Schönemann an 5er Stempelmafchine angelernt habe, als diese zwei Tage dort war. Sie habe der Schönemann gesagt, wenn es zu heiß werde, was man daran erkenne, daß die Plättchen anklebten, müßte die Flamme kleiner gedreht werden. An dem verhängnisvollen Tage gegen 11 Uhr entzündete sich ein Zelluloidplättchen und Sack Xondon: (Berechtigte Uebersetzimg von Erwin Magnus). Und immer, im schwächsten Flüstern wie im hellsten Trompetenton, hörte er die Botschaft, daß er einmal irgendwo und irgendwie das Glück besiegen, sich selbst zum Herrn darüber machen und ihm sein Brandzeichen auf- drücken würde. Spielte er Poker, so flüsterte es von vier Assen und„flush royal'. Suchte er Gold, so wisperte es von Gold unter Graswurzeln, Gold in Flußbetten, von Gold über- all. Bei den größten Wagnissen, auf Schlitenreisen. Fluß- reisen und Hungerlagern, erklang die Botschaft, daß andere Männer sterben müßten, wo er selbst triumphierte. Es war die alte, alte Lüge des Lebens— des Lebens, das sich selbst narrte, sich selbst für unsterblich und unvergänglich hielt und glaubte, nach Herzenswunsch über alle anderen siegen zu können. Und so kehrte Daylight das Unterste zu oberst, walzte sich frei vom Schwindel und stürmte als erster die Bar. Aber nun ertönte energischer Protest von allen Seiten. Seine Theorie, daß der Gewinner bezahlen müßte, wurde nicht länger geduldet. Es verstieß gegen jeden guten Ton, und ob- gleich es das Gefühl guter Kameradschaft betonte, mußte es nun im Namen der Kameradschaft aufhören. Gerechterweise wußte Ben Davis ausgeben. Ferner sollten alle Getränke und Runden, zu denen Daylight eingeladen haste, zu Lasten des Etablissements gehen, den Daylight war jedesmal, wenn er losgelassen war, eine Attraktion für die Gäste. Bettles hatte das Wort, und seine Gründe, die in einer bündigen, wenn auch nicht gerade eleganten Sprache vorgebracht wur- den. fanden starken Beifall. Daylight grinste, trat an den Roulestetisch und kaufte einen Haufen gelber Chips. Nach Perlauf von zehn Minuten stand er an der Wage, und für zweitausend Dollar Goldstaub wanderten in seinen und einen Extrabeutel. Das Glück, wenn auch nur das Glück eines Augenblicks, war sein. Sein Selbst- gesiM wuchs immer mehr. Er lebte und die Nacht gehörte ihm. Cr wandte sich zu seinen wohlmeinenden Kritikern. klebte an. Lotte wollte es abreißen, um es auf die Erde zu werfen, verbrannte sich aber die Finger dabei und ließ das brennende Platt- chen in den davorstehenden Karton mit den fertigen Plättchen fallen. Ich wollte die Flamme auspusten, es schlugen aber gleich die Flammen hoch, und da warf Lotte, die auch hineingepustek hatte, aus Angst den Karton auf die Erde. Er fiel in die Röhe von 2 bis 3 Säcken, die mit Zelluloidabfällen angefüllt waren. Dort faßte der Brand Fuß und es flogen brennende Stücke in der Luft herum. Mit einem dumpfen Knall entstanden in dem- selben Augenblick große Stichflammen und Rauch und Gase. Wir liefen alle hinaus, ich war die.Erste und konnte noch die Treppe erreichen. Die Flammen kamen mir aber nach, und am Fuß der Treppe erlitt ich an der linken Hand und im Gesicht Brandwunden, die aber jetzt verheill sind. Ich fiel zu Boden, konnte dann aber ins Freie kriechen! Dorf, Landgerichtsdirektor Krüger: Konnten Sie nicht Wasser holen. Es standen doch überall Eimer herum, konnten Sie nicht Wasser hinaufgießen und das Feuer löschen? Zeugin: Daran habe ich nicht gedacht, mir hatte auch keiner etwas von Wassereimern gesagt. Vors.: Wie lange lagen die Säcke mit den Abfällen dort? Zeugin: Mehrere Wochen. Die Abfälle wurden etwa alle fünf Wochen abgehost.. Vors.: Es wird behauptet, daß die Schönemann sich mit einem Zelluloidstreisen Feuer geHost habe und daß dadurch der Brand verursacht worden sei. Zeugin: Das ist ausgeschlossen, wir waren. ja schon beim Drucken und die Gasflamme längst angezündet. Vors.: Waren die jungen Arbeiterincken nicht durch di« lange Arbeitszeit bis in die Abendstunden hinein überanstrengt, so daß sie nicht mehr frisch waren? Zeugin: Bei mir Ist das nicht der Fall. Am Tage vorher hatten wir doch„mir" von 7 Uhr früh bis 7 Uhr abend« gearbeitet. Charlotte Schönemann, deren Gesicht und Hände von den Brandwunden völlig zerstört worden sind, und die jetzt erst aus dem Krankenhaus entlassen worden ist, kann sich nicht mehr bestimmt entsinnen, ob sie das Plättchen mit der Hand weggenommen hat, oder ob es auf dem Prägestock liegen geblieben ist. Ihre Mit- arbeiterm Schulz habe noch ihrer Erinnerung versucht, dos Feuer auszublasen. Ueber die Gefährlichkeit des Zelluloid» und über etwaige Löschversuche hat man dem jungen Mädchen nichts gejagt. Die Zeugin ist vor dem Eintritt bei Trotzki in einer Hilfsschule für Schwachsinnige gewesen. Professor S ch ü ck vom Urban-Kranken- hau» schildert« sie als ein gutmütiges und williges Mädchen. Cr will auch oersuchen, auf plasttschem Wege die Entstellung noch Mög- lichkeit zu beseitigen. In später Abendstund« wurde die Verhandlung auf Dienstag früh 9M Uhr vertagt. Bahnen heraus! Der 1. Mai ist der weltfelerlag der sozialistischen Arbeiter, keine Störungsversuch« durch Maulrevolullonäre kann uns daran hindern. diesen Tag der Arbeit in würdiger Meise zu seiern. kein mosko. wilisches Geschrei kann den wahren Charakter des Kampfrufes über- tönen, dem dieser Tag gewidmet ist. Sozialdemokraten aller Berufe denken an die wellumspannende Idee des Maitages. wenn sie dem Rufe ihrer gewerkschaftlichen und politischen Organisationen folgen und durch geschlossene Kundgebung ihre Verbundenheit mit den Soziallsten der ganzen Erde zum Ausdruck bringen. Auch nach außen soll der Festcharakler des Tages zur Geltung kommen. Deshalb gilt für alle Gesinnungsgenossen-die Parole: Fahnen herausamFcsttagderArbelt! „Nun muß aber der Gewinner bezahlen," sagt« er. Und sie gaben nach. Es war unmöglich. Daylight zu widerstehen, wenn er auf dem Rücken des Lebens herum- sprang und es mit Sporen und Zügel ritt. Um ein Uhr nachts sah Daylight, wie Elijah Davis den Henry Finn und Joe Hines, den Holzfäller, zur Tür trieb. Er legte sich dazwischen. „Wo wollt ihr hin, Leute?" fragt er und versucht« sie zum Schanktisch zu ziehen. „Zu Bett, antwortete Elijah Davis. Er war ein magerer, tabakrauchender Neuengländer, der den Ruf aus dem Westen gehört hatte und ihm über die Weiden und Wälder des Mount Desert gefolgt war. „Laß uns nur gehen," fügte Joe Hines entschuldigend hinzu.„Wir müssen morgen früh fort." Aber Daylight hielt sie zurück. „Wohin? Was habt ihr vor?" „Nichts Aufregendes," erklärte Elijah.„Wir wollen nur deine Chance im Oberland untersuchen. Willst du mit?" „Aber gewiß." versicherte Daylight. Doch die Frage war nur im Scherz getan, und Elijah tat, als hörte er nicht das Ja des anderen. „Wir wollen den Stewart in Angriff nehmen", fuhr er fort.„Al Mayo hat mir erzählt, daß er das erstemal, als er den Stewart hinunterkam, einige Spalten gesehen hat, die so aussahen, als wäre etwas-draus zu machen, und wir wollen es versuchen, solange der Fluß noch gefroren ist. Hör' zu, Daylight, was ich' sage und paff' gut auf, es wird die Zeit kommen, da man im Winter gräbt. Dann wird man sich über unsere Sommerarbest und unser Wälzen im Schlamm lustig machen." Damals sieß man sich am Pukon noch nichts davon träumen, im Winter Gold zu suchen. Bon Moos und Gras bis zur Fslsunterlage war der ganz« Boden gefroren, und die Erde, die hart wie Granit war. trotzt« der Hacke und der Schaufel. Im Sommer wühlte man den Boden auf. soweit die Sonne ihn auftaute. Dann war es Zeit zum Goldsuchen. Während des Winters verfrachteten sie Proviant, gingen auf die Elchjagd, bereiteten alles für die Sommerarbeit vor und vertrieben sich die dunklen, traurigen Monate in den großen Lagern wie Circle City und Forty Mile, so gut es eben ging. „Gewiß wird man im Winter graben." stimmt« Daylight zu.„Wartet nur, bis der große Fund am Fluffe oben gemacht ist. Dann werdet ihr eine neue Art von Goldgraben erleben, Jungens I Warum sollte man nicht Feuer anmachen. Schächte graben und auf der Felsunterlage arbeiten können? Man Der 1. Mai ist der Weltfeiertag des Proletariats. Es ist Pflicht jedes Lehrlings und Jugendlichen am 1. Mai durch seine Teilnahme an den Kundgebungen der organisierten Arbeiterschaft sich mit einzusetzen für die Forderungen der sozialistischen Bewegung. Wir richten au alle Berufs- und Fachschüler, an die Schüler und Schülerinnen der mittleren und höheren Lehranstalten die Aufforderung, an diesem Tage dem Unterricht fern- zubleiben bei vorheriger Einreichung einer entsprechen- den Mitteilung. Laut Ministerialerlaß ist Gesuchen von Eltern und Erziehungsberechtigten auf Befreiung vom Unterricht am 1. Mai stattzugeben.— Im Gegensatz zur Sozialdemokratie und zu den freien Gewerkschaften fordert die Kommunistische Partei trotz polizeilichen Verbotes zu Straßendemonstratiouen auf. Kein Mit- glied der SAJ. beteiligt sich au diesen kom- muntstischen Sonderaktionen. Wir fordern die gesamte arbeitende Jugend Berlins auf, nur die Versammlungen der freien Gewerkschaften und die Abendveranstaltungen der Sozialdemokratischen Partei zu besuchen. Soziallstische Arbeiterjugend Groß-Berliu. 4* Wir weisen die Arbeitslosen ausdrücklich darauf hin, daß sie nicht gezwungen sind, am 1. Mai ihre Karten stemp«ln zu lassen. Da in den Arbeitsämtern sowi« in den Krankenkassen am 1. Mai nur Notbetrieb« aufrechterhatten werden, sind all« Interessentcn gebeten, nur in den allerstringendsten Fällen die Arbeitsämter bzw. die Krankenkassen am 1. Mai m An- spruch zu nehmen. Es hat jeder die Pflicht, dafür zu sorgen, daß der 1. Mai ein Ruhetag der Arbeit ist. Ein gemeiner Spitzbube. Gr bestiehlt und betrügt Arbeitslose. Ausgerechnet auf Ardeltslose hat es ein Lump ab- gesehen, der in Spandau sein Unwesen treibt. Unter einem fingierten Namen rief er bei dem Arbeits- Nachweis an und bat um Uebersendung von jugendlichen Arbeitskräften. Mehrere junge Männer, von denen einer im Besitz eines guten Fahrrades war, wurden nach der Potsdamer Straße in Spandau gesandt, wo ein noch junger Mann sie auf der Straße erwartete. Er gab sich für den Inhaber der im Haufe befindlichen Drogerie aus, hieß den Fahrradbesitzer seine Maschin« auf den Hof stellen und beauftragte ihn dann, in Berlin 175 Mark«inzu- kassieren. Zur Sicherhett behielt er die P e r s o n a l p a p i« r« des neuen Angestellten«in. In Berlin wußte man nichts von dem an- geblichen Drogeriebesitzer. Als der Bote zurückkam, war s« i n Rad verschwunden. Der Gauner hatte mit ihm und den Papieren das Weite gesucht. Noch einige andere junge Arbeitsuchende sind in der gleichen Weife von ihm geschädigt worden. Der Schwindler, den die Kriminalinspektion Spandau sucht, ist etwa 22 Jahre alte und trug blau« Schirmmütze und grau« Joppe mit schrägen Vordertafchen• Friedhöfe als Freifläche. Zu einer grundsätzlichen Aussprache kam es in«mein Staldtvcr- ordnetenausschuß, dem die Maaistratsvorlage über die Freiflächen- ausweifung der Friedhöfe im Bezirk Kreuzberg zugewiesen war. Die Rechtsparteien wandten sich dagegen, daß zugleich mit der Freiflächenousweisung dieser vier Friedhöfe an der Berg- mann-. Jüterboger. Golßener und Züllichaucr Straße auch die wetteren Beisetzungen eingestellt werden sollen. Mit einer knappen Mehrheit— neun gegen acht Stimmen der Rechtsparteien— wurde schließlich di« Magistratsvoriage angenommen und ein deutschnatio- naler Zusatzantrag auf Zulassung weiterer Beerdi- braucht sie nicht einmal zu zimmern. Der gefrorene Schutt wird stehen, bis die Hölle gefriert und der Höllenpfuhl zu Eiscreme wird. Ja, in kommenden Tagen wird man in Lagern arbeiten, die hundert Fuß tief unter der Erde liegen. Gewiß gehe ich mit euch, Elijah!" Elijah lachte, rief seine beiden Kameraden und machte einen neuen Versuch, die Tür zu erreichen. „Halt!" rief Daylight.„Es ist mein Ernst-" Da wandten die drei Männer, mit freudiger Ueber- raschunc, auf den Gesichtern, sich plötzlich uim ,Mch was, du machst dich nur über uns lustig," sagte Finn. der andere Holzfäller, ein ruhiger, zuverlässiger Mann aus Wisconsin. .„Da sind meine Hunde und mein Schlitten," antwortete Daylight.„Das gibt zwei Gespanne und das halbe Gewicht: wir können allerdings in der ersten Zeit nicht sehr schnell -reisen, denn die Hunde sind müde." Die drei Männer waren außer sich vor Freude, aber immer noch ungläubig. „Hör' mal," platzte Joe Hines heraus,„halt uns nicht zum besten. Daylight. Es ist Geschäft. Willst du mit?" Day- light ergriff seine Hand und schüttelte sie „Dann tätest du am besten, auch ins Bett zu gehen." riet Elijah.„Wir wollen um sechs Uhr fort, und vier Stunden Schlaf ist nicht viel." „Vielleicht warten wir noch einen Tag, damit er sich aus- ruhen kann." schlug Finn vor. Das verletzte aber Daylights Stolz. „Auf keinen Fall," schrie er.„Um sechs qeht's los. Wann wollt ihr geweckt werden? Um fünf? Schön, ich hol' euch 'raus." „Du müßtest doch auch etwas Schlaf haben." riet Elijah ernsthaft.„Du kannst das nicht so in alle Ewigkeit aushalten." Daylight war müde, zum Umfallen müde. Selbst fein eiserner Körper mußte diesmal daran glauben. Jeder Muskel sehnte sich nach Schlaf und Ruhe und schrak zurück vor weite- rer Anstrengung und dem Sedanken an eine neue Reise. Und der Protest seines Körpers wallte aufrührerisch zum Gehirn empor. Aber tiefer saß. verächtlich und herausfordernd, das Leben selbst, die Triebfeder von allem, und flüsterte Daylight zu, daß alle seine Kameraden dabeiständen und zusähen, und daß jetzt der Zeitpunkt gekommen wäre, daß er Tat auf Tat häufen, seine ganze Kraft zeigen müßte. Es war nur das Leben, das feine alten Lügen flüsterte. Und verbündet mit ihm der Whisky mit all seinem tollen Uebermut und seiner Prahlerei.(Fortjetzung joigl.) g u n g e v abgelehnt. Don der Entscheidung der Stadwerord- netenoersommlung wird es abhängen, ob durch Annahme der Mag,- stratsoorlage eine �rundsätziche Entscheidung über die Freiflächen- ausweisung her Friedhöfe in der Innenstadt getroffen wird. Der preußische Wohlfahrtsminister soll sich allerdings noch auf den Standpunkt stellen, daß auch rechtliche Bedenken über die Eigentums- Verhältnisse ai» dem Gelände der Friedhöfe bestehen. Andererseits muß darauf hingewiesen werden, daß die von den Stadtreformern aller Richtungen für notwendig gehaltene Auflockerung der A l t st ä d t e in Berlin nicht kommen kann, wenn keine Möglich- leiten geschaffen werden, durch die die alten Frisdhösc allmählich zu Anlagen umgeschaffen werden, die den Lebenden und besonders der Jugend dienen._ „Sie sind praktischer Arzt?" (Ionderbare Methoden der Kriminalpolizei. Ein Arzt schreibt uns: „Eines Tages erschienen in meiner Wohnung zwei Herren, sagten mit großem Ernst„Kriminalpolizei" und verlangten, mein« Frau zu sprechen. Der eine ging still in eine Ecke und sprach nicht mehr. Offenbar war er Kronzeuge. Desto ungezwungener benahm sich der andere. Er stellte sich nicht vor, wies sich auch nicht aus, sondern meinte:„Sie sind praktischer Arzt?"„Jawohl."„Aha!" erwiderte er vielsagend. Als meine Frau kam, trat er an sie heran und fragt« flüsternd:„Sie wissen doch, warum es sich handelt?" was meine Frau, da sie zum Rätselraten nicht aufgelegt war, ver- neinte sie.„Es handelt sich um eine Abtreibung. Das ist Ihnen doch bekannt?" Meine Frau wußte noch immer nicht. Er nannte darauf den Namen einer Bekannten meiner Frau, die mich einige Tage vorher konsultiert hatte.„Es ist eine Anzeige ein- gelaufen. Sie sollen wissen, daß heute an dieser Frau ein ver- botener Eingriff vorgenommen wird. Was können Sie darüber aussagen?" Do meine Frau keine Ahnung von der Sache hatte, erwiderte sie:„Leider könne sie ihm kein« Auskunft geben." Er darauf drohend:„Ich rate Ihnen, doch lieber jetzt ouszusagetr, sonst werden Sie aufs Präsidium bestellt, und da müssen Sie unter Ihrem Eid sprechen." Meine Frau informierte mich, und Ich betonte, daß es sich um eine meiner Patientinnen handle und daß weder meine Frau noch ich etwas von einer beabsichtigten Abtreibung wüßten. Er fragte mich, weswegen denn die Bs- treffende meinen Rat eingeholt häte, worauf ich ihm klarmachte, daß es ein ärztlich« Berufsgeheimnis gebe. Da suchte er mich durch Drohungen einzuschüchtern:„Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß es für Sie äußerst unangenehm werden kann, wenn Sie jetzt nicht aussagen. War die Betreffende im vierten Monat? Oder haben Sie überhaupt Schwangerschaft festgestellt?" In diesem Vorgehen des Kriminalbeamten erblicke ich den Tat- bestand der Nötigung: Durch versteckte Drohungen mit einem Strafverfahren mich zu einer strafbaren Handlung zu verleiten, nämlich zur Verletzung des Berufsgeheimnisses. Er hatte auch infofern Erfotg, als ich ihm zwar nicht all« feine Fragen beantwortete, ihm aber doch mehr eröffnete, als das, wozu ich mich heute für berechtigt halte. Er harte mich eingeschüchtert Für einen Arzt mit junger Praxis ist es nicht gerade angenehm, in eine Untersuchung wegen Abtreibung oerwickelt zu werden, auch wenn er. wie in diesem Falle, mit ihr nicht dos geringste zu tun hat! Ich sagte ihm daher, daß ich sie wegen von mir festgestellter Blutungen und anderer Symptome zu einem mir bekannten Frauenarzt geschickt hätte, von dem ich bestimmt wisse, daß er an ihr keine Ab- treibung vorgenommen habe oder vornehmen weide. Durch weitere aufdringlich warnende Fragen bekam er es fertig, von mir die Angab« des Namens dieses Frauenarztes zu erzwingen. Bei diesen, stellte er einwandfrei fest, daß er keinen Etngrrsf vor- genommen hatte. Es wäre wünschenswert, die Kriminalbeamten dahingehend zu informieren, daß sie sich bei ihren Ermittlungen der üblichen Um- gungsformen bedienen, sich unaufgefordert als Kriminalbeamte aus- weisen und daß sie vor allem bei der Aufspürung angeblicher Straf- taten nicht selbst Straftaten begehen-oder andere zu ihrer Begehung verleiten. Ich überlege mir stark, ob ich nicht"§egen die Beamten Strafantrag wegenNötigung stellen soll." Polizeibramter Wege» Mihhaudlung verurteilt. Zwei Schutzpolizisten, Polizeihauptwachtmeister August Scheunemann und Oberwachtmeister Wilhelm S e r z i g; hotten sich wegen Körperverletzung vor dem Schöffengericht zu ver- antworten. Sie waren beschuldigt, den Kellner Uhlendorf mit dein Gummiknüppel mißhandelt zu haben. Am 26. Oktober kam es in der Rügener Straße am Humboldthain zu einem Streit der beiden Beamten mit einem Obsthändler. Der damals arbeitslose Uhlendorf mischte sich ein. Uhlendorf behauptet, hierbei mit dem Gummiknüppel geschlagen worden zu sein und legte ein Attest vor. worin«in Arzt Verletzungen bescheinigt«. Das Gericht sprach Serzig frei und verurteilte Scheunemann zu ISO Mark Geldstrafe. Durch das ärztliche Altest fei erwiesen, daß der Haupt- Wachtmeister Scheunemann zweimal mit dem Gummiknüppel ge- schlagen hatte.__ Die Stadtverordneten haben in dieser Woche ihre Sitzung am Donnerstag um Uhr. Uebertreibung des Gportgeistes. Keine Spur von den im Müggelsee ertrunkenen Schülern. Der Reichswasserschutz sucht jetzt bereits seit mehreren Tagen nach den L e i ch e n der am Donnerstag ertrunkenen Obercealjchüler Werner K o n ro d und Egon B o r ch a r d t, ohne daß die Aktion bisher einen Erfolg gezeitigt hat. Gestern mußte die Suche wegen des stürmischen Wetters auf dem Müggelsee abermals aufgegeben werden. Weitere Bergungsoersuche erscheinen vor- läufig auch aussichtslos, zumal vermutet wird, daß die Leichen der beiden Siebzehnjährigen von der Strömung erfaßt und weit abge- trieben worden sind. Die bisherigen amtlichen Feststellungen über das Bootsunglück auf dem Müggelsee haben folgendes ergeben: Die fünf Schüler, die die Fahrt unternommen haben, hatten bei dem Protektor der Schillerruderriege beantragt, die sogenannte „Große Umfahrt", d. h. den Weg über den Müggelsee, unternehmen zu dürfen. Der Protektor hatte ihnen das Befahren des Müggelsees auf das streng.st« verboten. Das be- ftätigen auch die drei überlebenden Schüler. Es wurde Ihnen eine Fahrt über Grünau vorgeschrieben. Als die Schüler unterwegs waren und nach Spindlersfeld kamen, wo die Wege nach Grüna» und dem Müggelsee sich trennen, sahen sie, daß der Sturmball nicht aufgezogen war. Sie schlugen daher den Weg nach dem Müggelsee ein, noch immer in der Absicht, eine Fahrt über den Müggelsee nicht zu wagen. Als sie dann an den Müggelsee kamen, herrschte klarer Sonnenschein. Der Müggelsee war still und ruhig, und ein ihnen entgegenkommender Fischer erklärte ihnen auf Befragen, sie könnten unbesorgt über den See fahren. Gleichzeitig bemerkten sie, daß auch am Müggelsee selbst der Sturniball nicht aufgezogen war. Sie wußten nicht, daß dieser Sturmvalldienst nur des Sonntags funltioniert. Deshalb beschlossen sie, den Müggelsee zu befahren, und da sie vor sich einen Schleppdampferzug sahen, so wollten sie das Kielwasser dieses Zuges erreichen. Sie hatten sich in der Entfernung geirrt, und als sie mitten auf dem See waren, überfiel sie das Unwetter. Mehrere Wellen schlugen in das Boot, und das Boot begann zu versacken. Ganz vorschriftsmäßig sprangen alle fünf in das Wasser, drehten das Boot kieloben und hiellen sich, wie vorgeschrieben, am Boote fest. Die Jungen riefen dann:„1, 2, 3 Hilse!" Sie versuchten jetzt das Ufer zu erreichen. Aber zwei von den Schülern wurde schlecht, und die anderen drei brachten diese beiden auf den Kiel des Bootes und versuchten paddelnd weiterzukommen. Nach einiger Zeit bemerkten sie, daß die zwei auf dem Boote liegenden Schüler so erschöpft waren, daß sie sich nicht mehr halten konnten und bei einem neuen Windstoß ins Wasser sanken. Beide wurden von einem Schüler an den Haaren ergriffe» und noch eine Zeltlang über Wasser gehcklten. Ein neuer Windstoß erschöpfte aber die drei überlebenden Schüler derartig, daß sie die beiden anderen versinken lassen mußten. Als dann das Hilfs- boot zur Rettung kam, war mehr als eine Stunde seit dem Unfall vergangen. Die Schuldeputation wird sich nunmehr mit der Frage be- schäftigen, durch welche Maßnahmen ähnliche Unfälle ver- hütet werden können. Ein Verschulden des Protektors liegt jedenfalls nicht vor. vi« Nacht vor dem Bell Die für heute nachm. im Theater am■MiaA siisSsIIam Nollendorfplate angesetzte Vorstellung IIIUl) ClU5TCllltSri Gegen Rückgabe der Karten wird das Eintrittsge'd zurückgezahlt Sozialer Schuß der Mieier. Dem Untermieter fehlt noch jeder gesetzliche Schuh. Die Miete rvertreter der SPD.-Abteilungen traten Freitagabend im Gewerkschaftshaus zusammen. Nach einer ausführlichen Information des Kommunalsekretärs Stadt». Genossen Robinson über den Haushalt der Stadt Berlin, untersuchte Stadtarchitekt Genosse N o e tz e l die Frag« einer Reform der Umlagen für Hei- zungsanlagen. Können Unteroermieter bei Ueberbelegung ihrer Wohnungen mit Untermietern zu den durch Mehrverbrauch an Warmwasser erwachsenden Kosten herangezogen werden oder soll den übrigen Mietern zugemutet werden, die Mehrbelastung mitzutragen? Da es an einer gesetzlichen Regelung fehlt, kann die Mieter- Vertretung eingreifen oder wo eine solche nicht besteht, der Rechts- weg beschritten werden. Ueber die Siedlung für kinderreiche Familien be» richtete Genosse Rüben, der dabei auf die Unzuträglichkeit der kommunistischen Treibereien gegen unsere Genossen in einem spezkel- len Falle hinwies. Im Verlauf seiner weiteren Ausführungen be- dauerte der Redner die einseitige Information des Reparationsagen- ten über die Wohnungsiage in Deutschland und verwies demgegenüber auf die Schrift des Vereins für Wohnungsreform:„Die Woh- nungsnot und das Wohnungselend in Deutschland"(Heymanns Äerlag). Besonders zu begrüßen sei der Standpunkt des Reichs- arbeitsministers Genossen Wissell bezüglich der Erha'tung des so- zialen Mieterschutzes. In der Diskussion wurde betont, daß nach Antragstellung auf Befreiung von der Mietsteuer keine Abzüge gemacht werden dürfen, bevor nicht die Genehmigung dazu ge> geben ist. Folgende Entschließung wurde gegen eine Stimme an- genommen;, Die am Freitag, dem 26. Aprll. im Gewerkschaftshaus vollzählig versammelten Abtsilungsinieleroertreter de? SPD. er- suchen den Bezirksvorstand, bei allen maßgebenden Stellen dahin zu wirken, daß das gesamte Aufkommen der Hauszinssteuer dem Wohnungsbau zugeführt wird. Allabendlich Kommunistenradau. Gestern abend kam es wieder in verschiedenen Stadtteilen zu den üblichen Straßendemonstrationen kommu- nistischer Provokateur«. In den meisten Fällen gelang es der Polizei, die Züge reibungslos auszulösen. Lediglich bei einem Zusammenstoß in der Prenzlauer Allee mußten hie Be- atmen in der Notwehr mehrere Schreckschüsse abgeben. Berletzt wurde jedoch niemand. Insgesamt nwrden 50 Personen wegen Widerstandes und tällichen Angriffes, gegen die Polizei zwangsgestellt und der Abteilung I A im Polizeipräsidium zugeführt. Selbstmord in der Badeanstalt. In der Städtischen Badeanstalt in der Bärwald- st r a ß e beging gestern abend der SAjährige Gastwirt August Köhler aus der Alten Jakobstroß« 23, Selbstmord durch Erschießen. K. jagte sich in seiner Zell« eine Kugel in die rechte Schläfe. Der Selbstmörder wurde durch die Feuerwehr ins Urbankronkenhaus gebracht, wo er bald nach seiner Einlieferung g e st o r b e n ist. Maifeierruhe im Konsum. Am 1. Mm bleiben sämtliche Abgabestellen der Äonjumgenossenschast Berlin und Umgegend(ein- schließlich der genossenschafllichen Warenhäuser) geschlossen. Von den Genossenscbäftsmitgliedern wird erwartet, daß sie ihten Bedarf recht- zeitig vor dem 1. Mai in den genossenschafllichen Abgabestellen decken. Für die Feier des 1, Mai sind F'a h n e n st o f s e bester Oualität erhältlich in den Warenhäusern der Konsumgenossenschaft Berlin und'Umgegend: Berlin S., Oranicnstraße 164/165; Berlin N., Reinickendorfer«traße 21; Charlottenburg, Rosinenstraße 4; Berlin O., Frankfurter Allee 60. Deulsch-polnische verstöndigungskundgebung. Die von der deutschen und polnischen Liga für Menschenrechte veranstalteten Verständigungskundgebunger. in deutschen und polnischen Städten werden mit einer großen Kundgebung, die am Montag, dem 29. April, im ehe in öligen Herrenhaus, Leipziger Str. 3. abends 3 Uhr, stattfindet, beendet. Unter dem Vorsitz des Ober» studiendlrektors Dr. Siegfried Kawerau werden von polnischer Seite her ehemalige Minister Stanislaus T h u g u t t und der pol- Nische Sejmabgcordnete Adam Pragier, von deutscher Seite der,�, Reichstagsabgeordnet« Ministerialrat Albert F a l k e n b« r g und Generalmajor a. D. Freiherr von Schoenaich das Wort nehmen. Die Kundgebung ist öffentlich, l Zedern tiinde eine E> Holling»»! e. Vom Howtbelrteb im KIndererboiuWN� beim.Treptow" in CsrlShagen auf llledom wurde vor 8 Jahren ein Film geschaffen, der am Freitag, dem 10. M a t. abend5 S und 8 Nhi: in der Ticpiower Sternwarte vorgciührt wird. Der Dezernent des BezirlS- jugendamlS Treptow. Stadtrat Peter«, wrid hierzu die prakiilche Durch- sührung der Eiholuiiaspfteae darlegen. Den EUern wird hierdurch lÄelogcn« heil gegeben,-inen Einblick in den Betrieb eine» KrndcrerholungSheimes zu gewinnen. Einlrittsgeid wird nicht erhoben. Sprechchor(fit JJtolefati'che Jeletflnnden. Wegen der Maifeier findet am Momag. dem 2». Sipril, abends>/,8 Uhr pünktlich, im KesangSIaal der Eophtenschuie Wetnmcilierstratze lS/t7, eine UebunzSslunde statt. Die Kinder lammen um 7 Uhr.___ Briefkasten der�edakiion. ®. 8. Nein. Jedoch dürfen dir übrigen Mieter dadurch kelncit Belüstt- gungen auegeiegt sein.— Sellhorn. Dos. Angestelltotwersicherungsgcseh ist am I. Januar l»IS!n Kraft getreten.— 8. T. 12«. Ein rechtlicher Anspruch au' Weiterzahlung dos«ehalt» Uber die Dauer ptrn 6 W-dien besteht nicht— F.®. Schicken sie die Sachen an die Dircltlon der Strafanstalt mit der Bitte, sie dem Strafgefangenen auszuhändigen. Wellerbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. (Rachdr. veib.). Nach vorübergebrnder Abiühlung. mit Regenfästrn wieder Neue Erwärmung, wollig, fndwestiiche Winde— Für veuifchland: Im Nordosten unbenändig, im übrigen Rorddeuifchland wieder Erwärmung, ftrichweife etwa- Regen. Im Süden wenig Aenderung. Berantmorllich Mr Dolitit: Dr.«urt Seyeri Wirttchglt:«.«lingelhöler, Dewcrkschaklsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. ö. Döicher; Lokales und Sonstiges: Sri» Karstädt: Antigen 16.»locke, iiimtlich in Berlin. Berlag: Borwäris.Lerlag D m t> S.. Berlin Druck: Bormärts.Bud:druckereI und Berlaasonstali Va»I Einger u So Berlin SM SS Lindenstealle». Sierzu Z Beilagen,»Unterhaltung und Wilsen" und»Jugend. Vorwart»". 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Hof, II eanerLsene oeianiguns unu vcitiauuicix mit der Arbeiterbewegung. Bewerbuncen bie lam 10. Mal -Mee bJ 3«a /, v* CvAaaw f I ve w w 4«. K E»• w Nr.lW» 46. Jahrgang 2. Sonntag. 2». April-l 929 Parteiveranstaltungen Mittwoch, ± Mai nachmittags und abends. Künstlerische Vorführungen/ Rezitationen/ Gesang/ Musik/ spottliche Vorführungen/ Fackelzüge/ Kinderhelustigungen/ Tanz usw. Mite. 18 Uhr in den T«samtrSumen des Etablissements„Clou", «auerstraße 82. Redner: Carl Severing. Tiergarten. IS Uhr, Moabiter Schützenhaus, Am Spandauer Schiff- fahrtskanal. Rednerin: Mathilde Wurm. wedding. 14 Uhr im Potzenhofer Ausschank, Chausseestraß« 64. Redner: Artur Crispien. Prenzlauer Berg und Ariedrichshain. 15 Uhr in den Gesomträumen des Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain. Redner: Otto Wels. Sreuzberg. 16 Uhr im Orpheum, Hasenheide 32. Redner: Erich Kuttner. Eharlotlenburg. 14 Uhr im Etablissement„Zum Spandauer Berg". Spandau. 16 Uhr in den Gartenlokalen Stadtpart und Karlslust. Siemensstadt. 19 Uhr im Lokal Marsandt. Ronnendammallee.(Ver- Kunden mit einer Fahnenweihe.) Redner: Gottlob Münsinger. Staaken. 15 Uhr in Müllers Festsälen, Spandauer Straße 112. Redner: Erich Steuer. Wilmersdorf. 16 Uhr im Biktoriagarten, Wilhelmsaue 114/115 (Verbunden mit einer Bannerweih«.) Redner: Pastor Francke. Zehlendorf und Dahlem. Lokal Schilling in Dahlem um 17 Uhr. Königin-Luis«-Straß«. Redner: Genosse Lösfler. wannsee. Vormittags 10 Uhr im Lokal Reichsadler, Königstraße. Redner: Hans Woywod. Nachmittags: Zusammenkunft im Jagdschloß Stern. Schöneberg.Ariedenan. 16 Uhr in der Schlohbrauerei Schöneberg. Hauptstraße 123/125. Steglitz, Lankwitz. Lichterselde. 16 Uhr im Parkrestaurant Südende. Redner: Kurt Heinig. Tempelhof. 16 Uhr bei Rohrmonn, Waldrestaurant in Lichtenrade, Hilbertstraße. Neukällu. 16 Uhr in der„Neuen Welt". Hasenheide. Redner: Hermann Harnisch. Treptow. Baumschulenweg. 15% Uhr gemeinsame Feier im Alten Eierhäuschen(Inhaber Bieler). Redner: Dr. Kurt Löwenstein. Oberschöneweide. Mörners Blumengarten(Inhaber Gärttg). Ostendstraße. Redner: Kurt Heinig. Adlershof, Zohannisthal und Niederschöneweide. 18 Uhr im großen Saal des Lokals Kyffhäuser in Niederschöneweide, Berliner Str. Redner: Genosse Orlopp. All-Glienicke-Aaltenberg. 16 Uhr im Gemeinschaftshaus der Garten- stadt Falkenberg(Alter Gutshof). Rednerin: Genossin Pan- zeram. Köpenick. 19 Uhr in den Gesomträumen des Stadttheaters, Friedrich- stroße 6. Redner: Albert Horlitz.— Für die Kinder findet eine besondere Maifeier von. 18 bis 20 Uhr im kleinen Saat des Stadttheaters statt. Friedrichshagen. 16 Uhr im Lokal Wilhelmshof, Am Bahnhof Hirschgarten. Redner: Dr. Julius Moses. Bohnsdorf und Grünau. 15 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Straße 100.(Verbunden mit einer Fahnenweihe und Ehrung der Parteijubilare.) Redner: Bürgermeister Kohl. Lichtenberg. 16 Uhr im Lokal Schonert, Stralau, Kynaststr. 19. Rednerin: Käthe Kern. Karlshorst. 19 Uhr im großen Saal des Lokals Deutsches Haus, Swlzenfelsstrahe. Biesdorf. 18 Uhr in den Schillersälen, Königstraße 120. Redner: Otto Ortmann. Kaulsdors-Süd. 18% Uhr im„Iägerheim", Iägerstr. 57/58. Redner: Eduard Zachert. Blahlsdors-Süd. 19 Uhr im Lokal„Hubertus". Redner: Ernst Arndt. kaulsdors und Mohlsdorf. 18 Uhr gemeinsame Feier im Gesell- schaftshaus, E. Anders, Mahlsdorf, Bahnhofftrahe 37. Redner: Hermann Lempert. weißeufee. 19 Uhr im Schloß Weihensee(Tanzpavillon). Redner: Max Westphat. Hohenschönhausen. 16 Uhr Terrassen am Orankese«. Pankow. 16 Uhr in den Gesamträumen des Lokals Bürgerpark. Redner: Robert Breuer. Mederfchönhausen, Nordend. In den Gesamträumen des Lokals Sanssouci. Redner: Franz Künstter. Blankenburg. 16 Uhr bei Klug, Dorfftrahe 2. Redner: Bruno Krause. Bnch. Lokal Göpfert, Am Bahnhof. Redner: Albert Falkenberg. Karow. 19% Uhr Adendseier bei Kl ix, Pankgrafenstraße. Redner: Genosse Pein«. Ab 14 Uhr Spiel« der Kinder. Reinickendorf-Ost. 16 Uhr im Schützenhaus, Residenzstr. 1. Redner: Carl Litke. Reinickendorf- West. 20 Uhr in der Aula der 9. Volksschule, Auguste- Viktoria-Alle« 37. Redner: Heinrich Schäfer. hermsdors, Waidmannslust, Glienicke. Wittenau. Gemeinsame Feier ab 16 Uhr im Lokal Bergschloß in Waidmannslust. Redner: August Niemonn. Tegel. 19 Uhr im„Strandschloß". Rednerin: Dr. Kät« Frankenthal. Freie Scholle bei Tegel. 18 Uhr im„Schollenkrug". Redner: Richard Barth. 15 Uhr Spiele der Kinderfreunde auf der Wiese am Steinberg. Borsigwalde. 18 Uhr in den Borsigwalder Festsälen, Spandauer Straß« Ecke Konradstraße. Redner: Hans Bauer. Rosenthal. Lokal Manthey, Hauptstraße 1. Redner: Max Kreuziger. Kinderfreunde-Maifeier vormittags 11 Uhr im Mercedes-Palaft, Hermannstraße Ecke Zieten- straß«(Untergrundbahnhof Boddinstrahe). Film, Chor, Sprechchor. Arbeiterelternt Befreit eure Kinder vom Schulunterrichli Wodienprogrrsnim des Berliner Rundfunks. Sonntag, 28. April: U(: Stindenilockuispiel der Potsdamer Qarnitonkirche. 9; Morgenfeier. 11.30: Blasorchesler-Koarert. 13. igt Sctaachfnnk. 14.30; Für den Landwirt. 1SJ0: PuBball-Linderkampf, Uebertragung Turin. Anschließend: Unterhaltungsmusik. 18.15: Gedanken zur Zeit 19.30: Hat irscbutzprobleme in der QroBatadt 30: VolkstOmUches Orchesterkoncert. 31: Abendonterhaltung. Danach: Tanzmeslk. UJO: Chorkonzert. Dentschlandscuder: Montag. 29. April: 13.15: Wetiermeldnngen für den Landwirt, 15.30: Komödien und Tragödien des Alltags. 10: Redaktion und Publikum. 16,30: FelU Saiten liest aus seinen Werken. 171 Unterhaltungsmusik. 18.10: Sprachliche Plaudereien. 18 30: Englisch für Anfänger. 19: Kollektivismus als Prinzip der Sozialversicherung. 19.30: Jugend und Auslandsdeutschtum. 30:„Heiteres Ungarn". 20.30: Ueber- tragang Budapest: Konzert. Danach; Tanzmusik. Deutschlandsender: 20.30: Schubert und sein Werk. Dienstag. 30. April: 10.15: Uebertragnng Schneidembhl: Einweihung des Landeshauses der Provinz Posen-Westprenßen. UJO: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Architektur der Qtroeinschaft. 16: Die Brüder Hauptmann. 16.30: Der Kreis des..Slmplizissimus". 17; Unterhaltungsmusik. 18.10: Stunde mit Büchern. 18.40: Die Gefahren der Vergasung, die Möglichkeit und die Not- wendigkeit der Beschaffung von Schutzmitteln. 19.10; Zum Gedächtnis' Wilhelm Leibis. 19.30: Der Liebhaber-Photograph. 20: Sendespiele:„Die sieben Schwaben", Volksoper von Millöckcr. Mittwoch, I. Mai: 12.15; Wettermeldungen für den Landwirt. IS 30: Qroßstadtkindcr. 16; Philosophen der Architektur. 16.30: JugcndbQhne. 18.10; Technische Wochen- Plauderei. 18.35: Die Entwicklung der europäischen Literatur in den Haupt- lindern. 19; Rechtsfragen des Tages. 19.30: Begegnungen mit Staatsmännern. 19.5S: Bildfunk. 20.10: Der I. Mai im Wandel der Zeiten. 20.40: Ouver- türen und Vorspiele. Danach: Tanzmusik. 0.30: Nachtmusik. Donnerstag. 2. Mai: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30; Die Heilbehandlung des Stolterns. 16: Einrichtungen, die wir kennen müssen. 16.30: Leseproben: Ida Orlotf. 17: Kongert. 18 10: Der deutsche Ideallsmus. 18.35: Die Jahrhundert- Ausstellung des Vereins Berliner Künstler. 19:„Selbsterkenntnis". 19.30: Deutschlands Handelsbeziehungen, 20; Bildfunk. 20.05: Sendespiele:„XYZ" von Klabund. 31.30: Mandolinenkonzert Danach: Tanzmusik. Deutschlandsender: 20; Uebertragnng Städtische Oper Charlottenburg;„Rlgoletto", Oper von Verdi. Freitag. 3. Mal: 13.15: Wettermeldungen für den Landwirt, 15.30: Oefientliche oder private NEFreitag-STOFFE >«1 S�,Zln« Kassennot oder Inflation? Von Paul Hertz. Reichstag und Reichsrat haben am Freitag einen Gesetzentwurf der Regierungsparteien zugestimmt, durch den die Anleihe- ermächtigung für die Reichsrcgierung um rund 290 Millionen Mark erhöht wird. Die Gesamtermächtigung für die Ausnahme von Krediten durch die Reichsregierung steigt damit auf 918 Millionen. Diesem Beschluß ist eine eingehende Aussprache im Haushaitsausschuß des Reichstags vorausgegangen, die nicht nur den vollen Ernst der Finanzschwierigkeiten des Reiches erkennen ließ, sondern auch Klarheit darüber bracht«, ob als Folge dieser Schwierigkeiten der deutschen Währung eine neue Erschütterung droht. End« April hat das Reich einen Fehlbedarf in seiner Kasse von 163ö Millionen. Ein erschreckend hoher Be- trag, der selbst dann zu Befürchtungen für die Weilerentwicklung Veranlassung gibt, wenn man berücksichtigl, daß es sich nicht um einen Fehler im Ordentlichen Haushalt des Reiches handelt, sondern im Außerordentlichen Haushalt. Die wichtigste Ursache für diese kasseaschwierigkeiten liegt in der Finanzwirtschaft der Jahre 1926/27. Damals wurden im Außerordentlichen Haushalt große Ausgaben gemocht, von denen man hoffte, sie bald durch eine langsristige Anleih« decken zu können. Diese Erwartung ist aber nicht in Erfüllung gegangen. Der Außer- ordentliche Haushalt weist deshalb ein Defizit von b75 Millionen auf. Es vermehrt sich durch Darlehen an öffentlich« und private lln- ternehmungen um 300 Millionen. Dazu tritt der Fehlbedarf des Ordentlichen Haushalls vom Jahre 1928 mit weiteren 100 Millionen und ein Anspruch von 300 Millionen für Betriebsinittel, insgesamt sind das 1373 Millionen. Dieser Betrag ist nun in den letzten Monaten durch die An- sprüche für die Arbeitslosenversicherung weiter gestiegen. Infolge des außerordentlich langen und schweren Winters hat die Erwerbslofenoersicherung ihre Leistungen aus eigenen Mit- teln nicht bezahlen können, so daß das Reich mit Darlehen ein- springen mußte. Diese Darlehen betrügen bis Ende März 260 Mil- lionen, bis Ende Juni werden sie auf insgesamt 303 Millionen ge- schätzt. Dazu tritt ein Mehraufwand über die im Etat vorgesehenen 28 Millionen für die S a i s o n a r b e i t e r f ü r s o r g � von 61 Millionen. Insgesamt wird die Arbeitslosenversicherung das Reich mit 400 Millionen belasten, wovon mehr als 300 Millionen auf den Außerordentlichen Etat fallen. Durch die oben onsge- zählten 1375 Millionen und die bis jetzt verausgabten 260 Millionen ergibt sich jenes Kassendefizit von l6ZS Millionen. das der Reichslinanzminister Dr. Hilferding im Reichstag nannte und durch das die Oeffentlichkeit so stark alarmiert worden ist. Um diesen Bedarf voll decken zu können, hat das Reich einen Spitzenbetrag von etwa 1.3 0 Millionen bei den Banken für kurze Zeit ausleihen müssen Diese schwierigen Verhandlungen sind von unverantwortlichen Elementen, insbesondere von der Hugenberg-Presse, benutzt worden, um das Gespenst einer neuen Inflation an die Wand zu malen und ein« Panikstiminung im Volke zu erzeugen. Es ist demgegenüber wichtig, daß der Führer der Deutschnationalen..im Reichstag, Graf Westarp, ausdrücklich anerkannt hat, daß weder der jetzigen Reichsrcgierung aus dieser zugespitzten Situation ein Vorwurf z» machen ist, noch daß eine Gefahr für die Währung des Reiche» besteht. Um zu verstehen, daß oorübergehende Schwierig» keiteninderKassedesReiches keine Erschütterung der Mährung hervorrufen können, muß man sich zweierlei vergegen- wärtigen. Einmal stehen dem Kassenbedarf des Reiches gewisse Gut- haben gegenüber, die zum Ausgleich von vorübergehenden Diffe- renzcn zwischen Ausgaben und Einnahmen dienen können und salleit. Solange außerdem der Wille vorhanden ist, Einnahmen und Aus- gaben letzten Endes zu balancieren— und diesen Willen hat der Reichstag durch seine Sparsamkeitsaktion eindeutig bewiesen—- können zwar Kassenschwierigkeiten sehr unangenehme Wirkungen her- vorrufen, aber doch die Währung nicht gefährden. Außerdem kann von einer Gefahr sür die Währung auch deshalb nicht die Rede sein, weil, das Reich nur solche Wittel beansprucht, die aus dem Kapital- markt schon zur Verwendung bereit stehen. Die Reichsbank wird dadurch in keiner Weise belastet und nicht veranlaßt, neue ungedeckte Roten auszugeben. Der Vergleich mit den Jnflationsjahren ist deshalb in jeder Beziehung abwegig. Damals hat das Reich vom Kriegsbeginn an bis zum Ende des Jahres 1923 zur Deckung seines Fchlbedarfs die Reichsbank unausgesetzt zum Druck neuer Geldzeichen veranlaßt, für die keinerlei Deckung vor- Händen war. Ietztaberwerden keine neuen Roten gedruckt. sondern nur vorhandene Noten, die sonst der Privatwirtschaft zur Verfügung stehen würden, dem Reiche zur Verfügung gestellt. Darin liegt der grundlegende Unterschied zur Inflationszeit. Selbst wenn das Reich gegenwärtig ebenso verantwortungslos handeln wollte wie früher, es könnte und dürfte es nicht. Seit dem Jahre 1924 hat das Reich überhaupt keinen Einfluß mehr auf die Ausgabe von Noten. Wenn die Zahlungsmittel, die im privaten Verkehr sind, im Verhältnis zu dem Bestand der Reichsbank an Gold und ausländischen Zahlungsmitteln einen gewissen Betrag übersteigen, so muß die Reichsbank zwangsläufig eingreifen und wieder ein normales Verhältnis herstellen. Da das Reichsbankgesetz durch internationale Verträge gesichert ist, und die Reichsbank selbst von der Reichsregierung unabhängig gemacht wurde, so können diese Bestimmungen auch nicht umgangen werden. Infolgedessen ist es durchaus richtig, wenn der Reichsfinanzminister Dr. H i l s e r d i n g erklärt hat, unsere Währung stehe absolut fest. Auch verdient seine Versicherung, daß diejenigen, die heute die Verant- Wartung sür die Währung tragen, entschlossen sind, alles zu ver- meiden, was die Währung auch nur im geringsten erschüttern könnte, vollen Glauben. Es ist überaus verwerflich, daß trotz allerem gerade die angeblich nationalen Kreise aus Wirtschaft und Bankwell in den letzten Tagen in großem Umfang ausländische Zahlungs» mittel und ausländische Werte angekauft haben. Sie zwangen dadurch die Reichsbank zur Stützung des Markkurses un!» entziehen der deutschen. Wirtschaft Mittel, so daß die allgemeine Wirt- schastslage auch von dieser Eeue her ungünstig beeinflußt wird. Es muß verlangt werden, daß gegen dieses Treiben mit allen zweckdien- li'chen ÄÜteln eingeschritten löird. Befriedigung den Satz finden, daß von irgendeiner ernsten Gefahr für die deutsche Währung nicht die Rede sein könne.(!!) Wir wollen nur hassen, daß der betreffende Redakteur, der seinen Herrn und Meister so scharf korrigiert, diese„Entgleisung" nicht teuer zu bezahlen hat. Konjunkiurpolitik aus weiie Gichi. Gewerkschastliche Kritik an den bisheriqen Vorarbeiten. Bon gcworkschafllicher Seit« wird uns geschrieben: In Nr. 192 brachte der„Borwärts" unter der gleichen Ueberschrist eine halbamtliche Pressenachricht, nach der das Reichswirtschaftsmimstevium über die bisherigen Maßnahmen zur statistischen Erfassung der Be- Hördenaufträge„den Gewerkschaften und den Spigenverbäroden der Wirtschaft" berichtet hat.(Da die Gewerkschaften zu den Spitzenoer- bänden der Wirtschaft gehören, mutet die in der halbamtlichen Dar- ktellung vorgenommene Unterscheidung etwas eigenartig an.) Es ist zu begrüßen, daß diese wichtige Frage nunmehr in An- griff genommen worden ist. Nach der Pressenachricht haben sich die Beschaffungsbehörden des Reiches und der Länder berell erklärt, dem Reichswirtschaftsministerium allmonatlich die bereits erteilten Austräge(von einer gewissen Höhe ab, die nicht mitgeteilt wird) an- zugeben. Die Auswertung des Materials soll zentral in Verbindung mit dent Reichsarbeitsministerium und den w i r t- schaftlichen Spitzenverbände n sowie dezentralisiert unter Heranziehung der Landesarbeitsämter erfolgen. Er- wogen wird ferner die„Gestaltung der Haushaltsgebarung", also die Anregung des Reichswirtschaftsrats, bewilligte Gelder van einem Etatsjahr auf das nächste zu übertragen oder die Voraussicht- lichen Bewilligungen des nächsten Jahres im voraus zu ver- wenden. Nach diesen Angaben könnte es scheinen, als eb die bisherigen Vorarbeiten ausschließHch auf eine Regelung örtlicher Unterschiede und höchstens jahreszeitlicher Schwankungen hinzielen. Damit ist freilich dem allseitig anerkannten Kerngedanken des Antrags Bal- lrtisch keineswegs Rechnung getragen. Dieser bezweckte vielmehr einen viel großzügerigen Ausgleich, nämlich eine wirkliche Kon- lunkturpolitik. Es genügt also nicht, wenn die Beschaffungs- stellen bereits vergebene Aufträge der Zeittrolstelle mitteilen. Das mag als Grundlage wertvoll sein. Worauf es aber in letzter Linie ankommt, ist eine Uebersicht über diejenigen Austräge. lre n o ch nicht vergeben sind. Wenn es gelingt, im gegenseitigen Einoer- nehmen den weniger dringlichen Teil dieser Aufträge aufzuschieben oder vorzeitig zu vergeben, je nachdem es die Wirtschaftslage ratsam erscheinen läßt, dann erst ist die Möglichkeit der Konsunkturbeein- flussung gegeben. Der Sinn des Antrags Baltrusch ist doch, um es mit einem geläufig-gewordenen Worte zu kennzeichnen: Jederieik ein Arbeitsbeschassungsprogramm aus faner zu haben, das bei günstiqer wirtschosts'age zurücknellellt wird, aber beim Rachlasten der Konjunktur sofort„g--eisbor" ist. Darüber hinaus soll sich aber die Wirtschaft ein BiHd über dm Umfang späterer Bestellungen machen könnm. für Jahre hinaus, wenn es möglich ist. Das ist besonders wicktig für das Baugewerbe — es wird deshalb im Antrag Baltrusch besonders erwähnt—, aber auch für die von ihm abhängende» Ji�uftrien. wie Zement-. Kalk-. Ziepellnduftri« Auch ander« Industriezweige könnten Ihre Ri-lio- nalisierungsmaßnahmen in Einklang mit der voraussichtlichen Höhe späterer Aufträge bringen und dadurch Fehlinvestitionep und ver- gebliches Durchhalten unbenutzter Produktionsstätten vermeiden. Endlich fehlt in der Pressenachricht jegliche Bemerkung über die Mitarbeit der Kommunen. Diese sind nach dm Erhebun- gen des Reichswirtschaftsrots noch weit größere Auftraggeber als die Beschaffungsstellen des Reichs und der Länder einschließlich der Reichsbahn. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Kommunen noch Schwierigkeiten bereiten, weil sie eine Beeinträchtigung ihrer Selb- ständigkeit befürchten. In diesem Falle wäre es die Pflicht unserer Genossen in den Kommunaloerwaltungen und Äommunaluertrelun- gen,«inen engherzigen Partikularismus im Städtetag und in ein» zelnen Kommunen energisch zu bekämpfen und sick für die Mitarbeit an einer Aufgabe einzusetzen, deren Lösung für die Ar- beiterschast von größter Bedeutung ist. Auch Haspaus wird aufgesaugt. Oie Verschmelzung mit dem Aeuerburg-Konzern. Wie der große Zigarettenkonzern Haus Neuerburg mit- teilt, hat er die Breslauer Zigarettenfabrik Halpaus über- nommen. Dos Halpaus-Unternehmen, das vor nicht langer Zeit seine Fabrikation aus ihre Breslauer Betriebe konzentriert halte, wird die Zigarettenfabrikation wie bisher weiterbetreiben. 'Aus Ersparnisgründen wird dagegen der Vertrieb durch gemein» same Verkaussläger mit Neuerburg zusammen erfolgen. Mil der vollzogenen Verschmelzung wird der Neuerburg-Konzern nunmehr auch an dem Umsatz der 4>Pf.»Zigarette maßgebend beteiligt sein. Ob die mehrfach vertretene'Ansicht, daß jetzt der Besitzwechsel und die Konzentrationsbewegung in der Zigarettenindustrie zu Ende sei, zu- treffend ist, muß noch abgewartet werden. Die Annahme liegt allerdings nahe, daß Reemtsma wie Neuerburg in obfeh- barer Zeit mit der Neuorganisation ihrer alten und neu auiae- nommenen Gesellschaften genug zu tun haben und die Zusammen- schlußbewegung im Zigarcttcngewerbe daher zunächst als b«« n d e t gelten kann. �WSoziallstischeArbetterjugendGr.-Verlin �mstndlinqm fär diese Tindrtf nur an daa Sujenbfrfrtfarint 1 J5er(in(SÄ 68, Ondensleate 3 «richt , W..-----_.............. I----..........DWIM Poliii'l.- i Max SBcftpiinl.) 3. Verschiedene?, Alle Abteilungen milssen vertreten sein. Ohne Mitgliedsbuch und Ausweis kein gutritt! Mitglieder des Siiigkecise», Wir helfen dos Programm unseres Maiiugeird- Inges in Brieselang am S, Mai ausgestalten. Kommt darum alle morgen. Man- tag, pünktlich Uhr,.(um Ueben im Heim Lindenstr. 4. Tie Eintrittskarte» für den Maijngendtag können von den Abteilungen abgeholt werden. heute. Sonnlag: Schönhauser Vorstadt: Echönflieber Str. 7: Heimabend 19H Uhr. Instrumente mitbringen. Britz N: Heim Chaussecstr.<8: Ueben der Mustkgruppe 18 Uhr. Neukölln VI: Hertzbcrgplatz,'-g Uhr,„Auhenspicle Königsheide". Zehlendors: Heimabend in Wannsee, Cbarlottrnstratze. Tresipunkt W.-i Uhr Bahnhof Zehlendorf-Mitte. Lichterseide und Steglitz: lg Uhr Probe zur Maifeier im oberen Saal des Lichtenfsldcr Jugendheims. Anschließend Bunter Abend. SSV. Neukölln: Heim Bergstr. A, 18— IS Uhr,.Warum feiern wir den 1. Mai?" Morgen, Montag, Funktionäroersammlung in der Baracke Sanghofer- straße, 18 Uhr. Weriezcirk Prenzlauer Berg: Heim Schönsließer Str, 7, Sprechchorprobe und ?>eimabe>id. Alle Gruppen Müllen erscheinen. Alle Mitglieder außer Hohen- schönhausen und Weißensee treffen sich restlos am Mittwoch zur Maifeier der Partei 19 Uhr pünktlich im Saalbau Friedrichshain. Sämtlich« Fahnen müssen mitgebracht werden. Eintrittspreis kür uns?""" Köpenicker Viertel: Schulaula Mauteuffelstr. 7, Iugendfeier anläßlich A des zehnjährigen Bestehens der Abteilung. Lichtbilder, Film, Sprech- c- ( chor, Rezitationen, Dollstänze. Beginn 1»% Uhr. Programm 30 Pf. M Morgen, Montag. 19 1,2 Uhr: Fallplatz I: Schule Sonnenburger Str. 20,»Was bedeutet uns der 1. Mai?" — Falkplatz U: Schul- Sonnenburger Str. 20,„Eemeinschaftserlebnisse in der Jugendbewegung".— Frankfurter Viertel: Leim Litauer Str. 18,.Ter 1. Mai — Weltfeiertag.— Eharlottenburg-Rord: Heim Olberflraße,.Die Schöben des Alkohols und Zkikotins".— Baumschulenweg: Heim Ernst str. 10, Heiterer �bend.— Treptow: Schule Wildcnbruckstr. 52, Mitgliederoersammlung.— Vorssgwald«: Schule Eguradslraße,.Tagespolitische Fragrn".— Pankow III R..F.: Heim ELrschstr. 14,.Internationaler Iugendlag in Wien". Erhalt« dich grsui-d durch Strinmrtzhrot. 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SProf. ran de Veldes Silm wird, wie es schon sein äSuch getan, als JCebensnothelfer manches Segensreiche wirken. (Dr. med. J. XObei SB. SE. am tWIlag com 23. 9. 20.) ... Ton vielen gut ausgesuchten Schauspielern anschaulich und lebendig ge- stallet Sür die, die das SBuch von ran de Veldes nicht kennen- und auch für die anderen- interessant (Das l2Hhr SBlali vom 25. 9. 20.) ... eine Anaahl Darstellungen, die unter lebhafter Anteilnahme des Publikums abrollen, man sieht u. a. die bekannten Xuslkurvenm.Orchesterbegleilung Shen werden Im THanlapalasI geschlossen. (Sterllner SSOrsen-Courier vom 25 9.20.) ...£s muß anerkannt werden, daß nicht mir das SBeste sunt /Fohle der menschhell gewollt sondern auch tatsächlich geleistet ist Auch in den Wissenschaft liehen Teilen sind die Sicisplele so gewählt daS sie nicht nur einleuchtend sind, sondern auch lustig. (Tossisehe Seilung vom 25. 9. 20.) ... ein Spielfilm mll wissenschaftlich aufgenommenen Vorgängen im weiblichen Xürper, die... nicht für Xaien- augen bestimmt sind. (SBerllner Xokalanaeiger v. 25. 9. 20.) ... man muß anerkennen, das Thema wird so delikat wie nur möglich behandelt Oana hervorragend der wissen- scha'llicheTelt H.a. wird in leils mlkro- skoplschcn Aufnahmen, leils in Trlch- stelchnungen der Torgang der SBefruch Inng und das erste Stadium der mensch- werdung mit bisher wohl kaum jemals Im Silm gesehener Deutlichkell veranschaulicht. (SBerUner SBOrsenstellutig vom 26.9.20.) ... Trotz seiner Xlebesrezepie ist ülerr Sexualpaslor und Xeilgelehrie ja so moralisch, ein Müier der f he und Slllen geseiae. Hur die Technik will er ein wenig vervollkommnen. '(TTeU am Abend vom 23. 9. 10.) ...Die glückliche ehe. die der ITlarla• Theresia, ist mit der Dagover filmisch sehr hübsch. Manplbesland der Muliur film, der in bunler Aelhe Trlckdarslel- langen des weiblichen Oeschlechlslebens. die Auswege der unbe rledlglen STau. und vielerlei anderes vorführt... viele gute Xalschläge. (Vorwärts Abendausgabe r. 23. 9. 20.) ... äieraier und Steifer will dieser Silm sein. Diemen Streck erreich! er ganz. Aufnahmen, wie man sie in solcher Voll endung noch nlchl gesehen hat (SBerliner Hlorgenpost v. 26. 9. 20.) ... Ein Silmwerk von höchster Informatorischer SSedeulung. Ein Auf klärungsfllm Im edelsten Sinne des 'Itorles. Hnd der Erkennini sse bringt die bedeutungsvoll genug sind, um anf das praktische Xeben richtunggebend einzuwirken- Der Vorgang der De- fruchlung, die Zellteilung sind so klar. so allgemein versländlich, so unter- richtend noch niemals dargesleill worden. Stein Xaboratorlum der Well kann den geheimnisvollen Vorgang so wirksam vorführen, wie gestern diese Hllkro- aufnahmen. iXlrhlbtldbühne vom 25. 9. 20.) ...Sch halte diesen Silin für bearhlUcher, als das Auch. Sm Silm eine Sprache, der es an Eindrlngllchkell nlchl fehlt (8 Hhr Abendblall vom 23. 9, 29.) .., Das schwierige Problem- spielend und fast Ideal gelöst Stürzer und lu sllger, als sonst In Aufklärungsfilmen, El, Samenhügel, Ißefruchlung. Eplsodml dazwischen vom Slurm über Asien her bekannte Steiler. Prachtrolle Aufnahmen. Hill diesem Silm Ist eine Tal gelaju (Chefred. Dr. Hllmann„Hlediz.ttelf.) Welches ist für Dich das richtige Urteil?? Dein eigenes!! 7lr. 198* 46. Ia�rgang 3. Beilage des Vorwärts Genniag, 28. April 1929 Kein Streik der Metallarbeiter. Oer Schiedsspruch angenommen. Die Urabstimmung über den Schiedsspruch sür die veiriebe des Verbandes Berliner Metallindustrieller hal, wie wir vom Metall- arbeiterverband erstchren, solgendes Ergebnis: Zn den Betrieben, die sich an der Urabstimmung beteiligten, sind 73 3Zg Arbeiter und Arbeiterinnen gewcrtschastlich organisiert. Davon haben 37 04l sür Streik, 23 7gb sür Arbeit gestimmt, ungültig waren SIS Stimmzettel, tt 5S4 organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen haben sich der S t i m m e e n t h a l l e n. Die �'atuarisch notwendige Dreiviertelmehrheit sür den Streit, die 35 004 Stimmen beträgt, ist nicht erreicht worden, so daß somit der Schiedsspruch als angenommen gilt. Die Stellungnahme des Verbandes Berliner Metallindustrieller steht noch aus. Aür den Schiedsspruch ist bekanntlich eine Er- klärungssrist bis zum 30. April seslgeseht worden. * Zählt man die Stimmen der Mitglieder, die sich an der Abstimmung nicht beteiligt haben, was zweifellos nicht als Ausdruck des Kampfwillens gewertet werden kann, zusammen mit den Stimmen, die für Annahme abgegeben wurden, so ergibt sich, daß die Auffassungen, füroder gegen den Streik, einander so ziemlich die Wage halten. Bei einem Schiedsspruch, der weit davon entfernt ist, den chauptforde- rungen der Arbeiter gerecht zu werden, ihnen aber nicht zu unterschätzende Konzessionen macht, ist dieses Abstimmungs- ergebnis ohne weiteres erklärlich. Tarifverirag in der Eisenmöbelindustrie Geschlossene Gewerlschafisfront. Vom Metallarbeiterverband war der mit dem Verband Der- liner Eisenmöbelfabrikanten abgeschlossene Mantel- tarif gekündigt und eine Verbesserung der Arbeitszeit-, Urlaubs- und Akkordbestimmungen gefordert worden. Der Arbeit- geberoerband erklärte sich zwar mit der Aenderung der Arbeits- zeit- und Akkordbestimmungen einverstanden, lehnte aber jede Ver- Handlung zur Verbesserung der Urlaubsbestimmungen ab. Zur Regelung dieser unerledigten Streitfrage wurde der Schlichtungsausschuß angerufen, der schließlich einen Schiedsspruch fällte, wonach den zwei bis neun Jahre in einem Betriebe beschäftigten Arbeitern ein Tag Urlaub mehr als bisher gewährt wird. Der Stichtag für die Urlaubsbcrechnung soll aber wie bisher der 4. Juli bleiben. Eine Branchenversammlung der Arbeiter dieser Branche hat dem Schiedsspruch, obwohl er die Forderungen der Arbeiter nicht voll berücksichtigt, mit Mehrheit z u g e st i m m t. Die Versammlung bat weiter beschlosien, den. 1. Mai durch vollständige Arbcitsruhe iuchte für die Maifeierparolen der KPD. Stimmung zu machen, fand aber bei der Verfaminlung nicht de» geringsten Anklang. Vertehrs-A.-G. und Angestellte. Manteltarif vereinbart. In einer am 2S. April 1929 vom Angestelltenrat einberufenen Versammlung aller Angestellten der Berliner Berkehrs-A.-G. in den Sophiensälen berichtete Genosse Zeitz vom Zentraivevband der Angestellten im Namen der am Tarifvertrag beteiligten Gewerk- Ichaslen(Zentralvcvband der Angestellten, Deutscher Werkmeister- Berbanid, Bund der technischen Angestellten und Beamten, Deutscher Verkehrsbund, Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter) über die seit Ansang März gefiihrten Manteltarisverhand- l u n g« n. Der Tarifvertrag ist am 23. April 1929 mit Wirkung vom 1. April 1929 abgeschlossen worden: damit ist endlich, errreicht, daß auch die. Angestellten der ehemaligen Straßenbahn und Woag ihr« Arbeitsbedingungen tarifvertraglich geregelt haben. Das Ziel der freien Gewerkschaften, einheitliche Arbeits- bedingungen für die Angestellten der städtischen Unternehmun- gen herbelzuführen, ist im wesentlichen erreicht worden. Das M t t b e st i m m u n g s r e ch t der Angestelllenvertrewirg bei Ein- gruppierungen ist ebenfalls im Tarifverirag geregelt. Die Ein- gruppicrungsausschüsie können jedoch nur von einer am Vertrag beteiligten Organisation angerufen werden. Die Verhandlungen tiber den Gehaltstarif und den Gruppenplan sind noch nicht beendet. Nach einer kurzen Aussprache wurde folgende Entschließung angenommen: „Die am 26. April 1929 versammelten 1500 Angestellten der Berliner Lerkehrs-A.�E. billigen das Verhalten der frei- gewerkschaftlichen Orgamsationen bei den Verhandlungen über den Manteltansvertrag und erwarten, daß auch die Verhandlungen über den Gehaitstorisvertrag bald zu einem annehmbaren Er- gebnis führen werden.� Die Betonung der Notwnedigkeit, sreigewerkschaftlich organisiert zu sein, wurde von der Versammlung mit starkem Beifall aus- genommen. Die richtige Antwort. Gemeindearbeiter und 1. Mal. Im 14. Verwaltungsbezirk(Neukölln) des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbondes, in der Versammlung am 24. April, brachte die„Opposition*«ine Entschließung«in. in der die Mitgliedschaft ausgefordert wird, am 1. Mai nicht in Sälen, sondern aus der Straße gegen die Gewerkschaften zu demonstrieren! Von dem Ge- nossen E i ch h o r st wurde darauf folgend« Entschließung ein- gebracht: „Die Gemeinde- und Staotsarbeiter des 14. Verwalwngs- bezirkes bedauern, daß die Maifeiern in diesem Jahre in Sälen stattfinden müssen... Wenn wir in diesem Jahre unsere Feiern in Sälen abhalten müssen, so deshalb, weil die KPD. eine Atmosphäre geschassen hat, die den politischen Mord begünstigt. Die KPD. sieht stillschweigend zu, wie sozialistische Arbeiter hinterhältig ermordet werden. Weiterhin hat die KPD. die gemeinsamen Maidemonstrationen dazu benutzt, die Arbeiter aus dem sozialistischen Lager du'ch Wort und Schrift als„Verräter" zu bezeichnen. Ein solcher Zu- stand muß dazu führen, daß in Zukunft große Auseinander- setzungen bei den Demonstrationen nicht zu verhindern sind. Aus diesen Gründen ist die Haltung der Organisation ver- ständlich, die Maiseier in Sälen abzuhalten. Wir geloben deshalb, nur die Veranstaltung unseres Verban- des zu besuchen... Wir lehnen es ab, uns an den Mai- komitees und Demonstrationen der KPD. zu beteiligen, damit wir nicht da» Schauspiel erhalten, daß sich die Arbeiter gegenseitig beschimpfen- und bekämpfen: denn dann würde der 1. Mai ein Freudentag sür die Bourgeoisie werden. Wir aber folgen der Parole:„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" Diese Resolution wurde mit großer Mehrheit an- genommen. Gireik in der Briefumschlagbranche. Maschinenführer und Schlosser als Streikbrecher gesucht. Seit Montag stehen die Maschinenführer und S ch l o s- s er, der Berliner B r i c s u m s.ch l a g i n d u st r i e im Streik. Der Metallarbeileroerband hafte de» Lohntaris zum LI. März ge- kündigt und' eine Erhöhung der Nundenlöhn« um 10 Pi. gefordert. Die Unternehmer standen jedoch nur eine. Lohnerhöhung von 6 Pf. pro Stunde zu und verlangten, daß der neue Lohntarif 15 Monate laufen solle. Die Maschineniührer lehnten dieses Angebot einmal wegen der geringen Lohnaufbesserung ab, zum anderen aber Haupt- sächlich wegen der zu langen Geltungsdauer des Tarifvertrages. Der Lohn der Maschinenführer beträgt zurzeit 1,28 M. Dabei ist jedoich zu berücksichtigen, daß in dieser Branche keine Akkordarbeit geleistet werden kann, die Arbeiter also keine Möglichkeit haben, mehr als den nackten Tariflohn zu verdienen. Die Unternehmer versuchen nunmehr, durch Inserate in bürgerlichen Zeitungen Berlins und der Provinz Arbeitswillige zu bekommen. Die Streikenden erwarten, daß ihnen niemand in ihrem berechtigten Kampf in den Rücken fällt und daß jedes Arbeitsangebot nach Berlin abgelehnt wird. Eisenbahner gegen KpO. Verräterische Spaltungsversuche. Zuerst sei des sagenhaften„Ä a m p f k o m i t e e s* gedacht, das sich bemüht, die Eisenbahner im Reiche gegen die Verbandsleitung aufzuputschen und weiterhin zu veranlassen,„rote Betriebsräte* zu wählen. Dazu sei festgestellt: Die von der KPD. am 3. April einberufene große öffentlich« Eisenbahner-Versammlung war eine elende Blamage der KPD.: trotz der bombastischen Ausrufe hatten sich ganze 180 Per- sonen eingesunden. Die ellenlange Entschließung, die sich gegen alles richtet, was der KPD. nicht gefällt, wurde von noch nicht 100 Mann an- genommen. Also 100 kommunistische Eisenbahner von ins- gesamt 45 000 sind in Berlin Anhänger der KPD. Ein zweites Beispiel für die Schwäche der KPD. bietet eint öffentliche Versammlung, in der angeblich die Tcmpelhoser Eisen- bahner mit den Reformisten.Abrechneten*.. Trog der starken Agitation mußte der kommunistische Versammlungsleiter feststellen, daß beim festgesetzten Verfammlüngsbeginn die„Mehrheit ans feiten der sogenannten Reformisten* lag. Der Versammlungsbeginn wurde um eine Stund« hinausgezögert, um schnell die Angehörigen des Roten Frontkämpserbundcs aus den nächsten Partei- lokalen in die Versammlung zu dirigieren und so eine Mehrheit sür die Annahme der kommunistischen Thesen zu schassen. Diesen Zuzug der„Roten Front" abgerechnet, belief sich die Anzahl der kommunistentreuen Anhänger auch wieder ungefähr auf 100, wobei der größte Teil dieser Besucher auch das Versammlungs- kontinzent in der öffentliche» Versammlung am 3.'April 1929 dar- stellte. Drittens befindet sich in der„Roten Fahne" vom 19. d. Mts. eine Notiz über ein sogenanntes sozialdemokratisches Geheim- konoentikel, das mit der Berliner Eisenbahnerschaft nichts zu tun hätte. Die Stellungnahme der regelrechten Konferenz war eine einstimmige Absage an die KPD. durch sämtliche Betriebsvertrauensleut« des Einheilsverbandes. Es haben an der Konferenz auch die Betriebsoertraucnsleute teilgenommen. die die KPD. sonst zur Opposition rechnet. Aber auch sie haben die beiden Entschließungen angenommen, die sich gegen die verräterische Haltung der KPD. in der Lohnbewegung und insbesondere gegen ihre Spallungsabstchten wenden. Die Berliner Eisenbahner denken nicht daran, der Moskauer ,Indasgroschen halber zum Verräter an der deutschen Gewcrkschasts» bewegung zu werden. Die vorstehenden Tatsachen, denen eine lange, lange Reihe an- gehängt werden könnte, illustrieren den wahren Einfluß, den die KPD. auf die Berliner Eisenbahner besitzt. Run aber einige Gegen- fragen: Warum bringt sie als angebliches Organ der Arbeiter nicht die Entschließungen und Beschlüsse, die der Einhcitsverband der Eisenbahner in seinen Generaloersammlungen, Funktionär- konferenzen und Mitgliederversammlungen annimmt? Warum ver- leumdet die KPD. ihre eigenen Parteimitglieder, die als ehrliche Arbeiter sich gegen die verräterischen Parolen ihrer Partei stellen? Gescheiterie Angestellienverhandlungen Im Hotel- und Gastwirtsgewerbe. Am 23. April fanden Tarifverhandlungen für die Angestellten im Hotel- und Gastwirtsgewerbe statt. Die Angestellten hatten eine lOprozenttge Gehaltserhöhung und wetteren Ausbau ihres Tarif« beantragt. Der Vertreter der Unternehmer erklärte, daß ein'Anlaß zu einer Gehaltserhöhung nicht vorläge und. das Gewerbe infolge Rückgang des Fremdenverkehrs im 1. Quartal 1929 zu keinerlei Zugeständnissen� in der Lage wäre. Auf die Darlegungen des Vertreters des Zentralver- bandes der Angestellten, daß der jetzige Angestelltentarif in jeder Gruppe nur einen einzigen Gehaltssatz vorsieht, Gehalts- steigerungen bzw. höhere Gehälter für ältere Angestellte nicht ver- eiubart sind, der Tarif also nur der Anfang eines Tarifvertrag« sei und daher verbessert und ausgebaut werd.yi müsse, ei�otAte' der. Einwand, daß Tärsf„v«rbejserünäcir" nameMW in den uttteren und mittleren Gruppen notwendig sind, da die jetzigen Gehälter für jüngere Angestellten entschieden zu hoch bemessen und., für das. Gewerbe untragbar wären!— Bei der völlig ablehnenden Haltung des Arbeitgebervcrbandes sind die Verhandlungen als gescheitert abgebrochen worden.(Siehe auch Versammlungsänzetge.) Verbindlicher Angestellientarif. Für die Schokolaven- unv Zuckerwaren'nvustrie. Wie wir vom Zentralverband der Angestellten erfahren, ist der Schiedsspruch über den Gehalts- und Man- teltarifvertrag vom 15. Marz 1929 vom Schlichter für die Provinz Brandenburg für verbindlich erklärt worden. Dadurch ist der Zustand jahrelanger Tarislosigkeit endlich beseitigt worden. Es tritt eine vollkommene Neuregelung der Gehalts- und Arbeitsbedingungen ein, wobei zu beachten ist, daß die festgesetzten Gehälter Mindestgehälter sind. Es kommt jetzt auf die rest- lose Durchführung des Tarifvertrages an. Jeder Angestellte muß deshalb im Besitze des für ihn geltenden Gehalts- und Manseltarif- Vertrages sein. Tarisexemplare sind beim Zentralocrband der An- gestellten. Belle-Alliance-Str. 7/10, erhättlich.(Siehe auch Ver- fttmmlungsanzeige.)__ Warnung an die Ehemiearbeiier! Roch ehe das Resultat der Urabstimmung in den chemischen B«> trieben Berlins vorliegt, und noch ehe der Kampf begonnen hat, fällt die„Rote Fahne* den Chemiearbeitern in den Rücken. So schreibt dieses gewissenlose Organ, daß die Funktionärkonferenz beschlossen Hab«, eine Urabstimmung in den Betrieben vorzunehmen, obwohl in den Betrieben noch nicht einmal zur Sache Stellung genommen worden sei. Demgegenüber sei festgestellt, daß der Redner der„O p p o s i- EHecjans und hervorragenden Sitz vereinigen die neuen SALAMANDER DAS ERZEUGNIS OER GR'O'SSTEN DEUTSCHEN SCHUHFABRIK. flön* diq Urabstimmung bsa»tragt hat, Md daß er auch durch«» damit emversmirdsn war, daß nur Organisiert« um ihr« Meinung befragt werden sollen. Auf seinen Antrag wurde zur«nd- gültigen Ablieferung des Abstimmungsresultates der Dienstag, Z0. April, festgesetzt. Im übrigen hat in der Funltionärkonferenz Niemand gegen diese Urabstimmung gesprochen. Ein ganz gemeiner Schwindel ist es ferner, wenn von�dem �ommunistenblatt behauptet wird, daß unsere Berhandlungssührer ihre Forderung auf 3 Pf. ermäßigt hätten und bereit waren. einen Vertrag aus zwei Jahre abzuschließen. E» wird so hingestellt, als wenn die Funktionärkon. ferenz«in, Kampfleituna gewählt hätte. Es braucht wohl nicht besonders betont zu werden, daß. falls es zum stampf kommt, die Leitung in den chanden der Organisation unter Hinzuziehung einiger Kollegen aus den Betrieben verbleibt. Jeder Kollege, der den Parolen anderer außerhalb der Organi. satlon stehenden Körperschaften, mögen sie sich Kompfleitung oder ionstwi« nennen, folgt, stellt sich außerhalb der Organisa» t i o n und hat deshalb auch von der Organisation keinerlei Unterstützung zu erwarten. Jabriiarbeiter.Verband. Verwaltung Groß. Berlin. 400 gegen 40. Stäupung der Verleumder. Die letzte BrancheiwersMnmlung der Chirurgiemecha» nike? beschäftigte sich u. a. auch mit der in der Presse erörterten Lehrlingsinißhandluna bei der Firma Wlndler. Der Betriebs» rai svor fitz«tvo« Kops war in der«Roten Fahne" so herunter« gerissen worden, daß er aus Verärgerung darüber sowohl seine Funktion als Betrisbsrat als auch als zweiter Branchenleiter niederlegte. Don mehreren Rednern wuro« festgestellt, daß alle gegen Kopf in der„Roten Fahne" erhobenen Behauptungen un- wahr und nicht» weiter als schamlose Verleumdungen sind. Am Schlüsse der Vorsammlung wurde gegen 1» Stim- mgn von etwa 400 Anwesenden folgend« Entschließung angenommen: ..Die Branchenversammlung der Chirurgiernechanrker nimmt mit Entrüstung und Verachtung Kenntnis von der Schamlosigkeit, mit der die«Rote Fahne" und die..Welt am Wend" den Kollegen Kopf heruntergerissen und ihn durch Verdrehung der Tatsachen be> schimpft hat. Di« Versammelten fühlen sich deshalb verpflichtet, einen ihrer besten Funktionäre vor derartigen Sudeleien und Äe» meinheiten gegen Auch-„Arbeiterblärter", die selbst vor der Ehre des einzelnen nicht halt inachen, in Schutz zu nehmen und sprechen deshalb dem Kollegen Kopf als Funktionär der Branche ihr voll» st es Vertrauen weiterhin aus. Die Versammelten erwarten, daß der Kollege Kopf in kurzer Zeit wieder seine Tätigkeit inner« halb der Branche mit alter Krast und altem Mut aufnimmt, um den Komps der Branche gegen das Unternehmertum so zur Durch- sührung zu bringen, wie es im Interesse des Proletariats liegt." Lohndifferenzen in denMineratwasserbeirieben D«r Deutsche Verkehrsbund hat im Austrage seiner Mitglieder den Lohnvertrag in den Mineralwasserbetrieben zum 30. April g e kü n d i g t und neue Forderungen eingereicht. Gleichzeitig sollte« di, Zehrgelder für da» Fahrpersonal erhöht werden. Der Arbeit' gederverbanh hat zur Verhandlung eingeladen und tot sehr erstaunt, w»ll die Arbeiter nach einem Lcufr„schon wieder"«in» Erhöhung ihr«s Lohne? beantragten Nach längeren Auseinandersetzungen wurden zuerst ganze 1DÜ M- und dann 2 M. pro Woche zugestanden, jedoch mit der Maßgab«, daß die neuen Löhne dann auch ebenso lang« Gestirng haben sollen wie in den Beniner Großbrouereien. Wenn hier eine Vereinbarung vom 2«. Februar l0?0 bis 30. Sep« tentbe? 1030 besteht, so war« in der Praxi, für die Mineralwasser. arbeiUr dann ein zweijährige» Lohnabkommen festgelegt. Da, Ansinnen wurde einmütig abgelehnt, fo> daß v o m 1. Mai ah die Arheiter frese Hand habsm. Bei dem be» friedsgenden Orgonisationsperhästnis— ein Teil der älteren Mineral, wasssrarheiter kann im Perkehrsbünd auf ein» über SSiährig, Mit. gliedschaft zurückblicken— ist ein Kamps, wenn die Unternehmer nicht mehr einlenken, unausbleiblich. Am Freitag werden die Beteiligten«n Dresdener Garten wettere Beschlüsse fassen. A lgemeiner Deutscher Beamtenbund. Bezirksausschuß Berlin. vi« Milglleder der angeschlossenen verbände fressen sich am M Mk« och. vormlllags 10 Uhr. zur Feier des 1. Mal im grohen Saas des Elablissemevts..Hackescher hos", Roseulhaler Slraß« 40/41 sNäh« Bahnhos Börse). Um möglichst restlos« Be» keiligung ersucht, der Bezirksvorstand. Achtung, Bauarbeiter. Dl« Lohnauszüge für Maurer und Hilfsarbeiter und Tiefbauarbeiter sowie die Lohne für Akkordmaurer und Atkprdsteintröger können ab Myntagvormsttag in unserem Bureau, Großdeerenstraße 96. abgeholt werden. Deutscher Baugewerksbund. Baugewerklchast. Berlin SW. 11, Großbeerenstrahe 96.• voller., Werk- und Schachimeiflcrbund. Für das Bertragsgebiet Groß, Berlin haben sich die Gehälter bzw. Löhn« um 4B Prpz. er, bäht. Demnach beträgt das Mindestwochengehalt für Poliere VS.S0 M.. für Hstfspoli-re 8S.4.d M.. für Schachtmeister 92.90 M- und für Unterfchochtmeiste? 87.20 M. Peutföcr SStcImrlftcmtbanli. S«schzft»ftklle»«»tri X.«» 1. 9U) Kl«!»«» Biir-ay, acsch«g»»I OerKcab l». Molk«.®firgei,, Mgntae. 19H Ubk, Im$»«t 5 de» Beclfne» 0,ip«r!f(f;aft»»(rj!fe»t ff.tig,Tuf,r J4~2S. fletfamm'ung(änttliajfr Arbeitsstellen. Itit« der Paiibetrieb«. Aktelb. und Lohnarbeit unter Beritcksichtigune de« Leistungstarls««. ELmtlichc ArbeUsstellenleiter der Laubrtriebe haben an dieser v'rsaiNMkuno teis,un»binen. da all« grasen d!» Sewerb«» behandelt werden. nlul d:n Arb«>t»s»rll»n find di« Ärbriiostellenleiter aus diese »nerisam ,u mechcn� Beranfialtun» aus- Aer-iht Uber den«»mps u« den und«eh,ltfit,r>s.?>,r neue sdehalt». und Kanteltarisuerti»» mird in der Brrsamnilung»erteilt, � U»»«rupi»,». »ersammlu»»»«» petel. ur»«astwiri-neirerb«» Montan.!S Uh-� im PaW dt» 3cti|tum». fpfinUsk* Str. M s Stahe BqrfeWet Marti). Bericht ilhtr dt» Der» bandlttnaeii! Ktrllungn»h«n«>u weiteren Maßnahmen, tziit'rrsfiert« Berus», kollegrn find«i» Seste h«r»l>ch oiblommen. zZ��rete GewertfckastS'Iuaend GroßsBerlin beut«. Sonnt»», Befichti-una der«eii>»ch»btius«e und Vdrinereianlohtn de»«Sroßleastwerr» aling-nber». Tressen um 9% Uhr poc dem Sin, r gan, de»«r»s»wrrf».— SpMWXigt! Morgen. Montag. 5».«peil, tfl'» Uhr. Äitfammenfugst der«reUliuer und«r»l»sp>ell»Iter im gimmer 7> Iugend/tentral«, Pnarmsir 2i—iS. Tcßeeprbnunf; rtteisfpitUttffcn am "--- BnartctMl X« �prechchar trifft sich am J. M«t um i8 Uhr » Bahnhof OJpletfUfiryitg«oppenstraße). Au-envarvvv« i>es?eniro>perbande6 Ver Slnaestcllten US der__ 8. 3Rat iri am ßchl« fischen Morgen, Monia», finden sasg-nde Bergnstattungen statt: »»-n Zuiendhe.m Ronirkendars.vft, k>nda>:»r Straß».______, «IlrSulirfir fcumpi." O'serent Georg Leilbrun!».»- Vedding! Juzi -1,«.«ftraß».«tr jeien au, d-m.gahrtephuch» der sthtt..-. ssastznienolle« N. Bortra,- Marum l. Statt*' Referent Ulbert Manass«.»- L>cht«»»arg: Juaend. 4l. Bartrag:„Di««ui gaben der Betrieb, rdt«.**_ Urban, trag!„Uli � heim?ur!n«r KS» Gesundbrunnen.— (eiern mir di heim Gunter tzugendheim eramm he» Gers-antgstr,. Ufiserhaltunsoadord Z«qek.R,i»ick,». ße, Baraete. Bor» Ugeph, 'rupp, . S«e Sanderitraße. Bortrag:»Da» soz'ato Zieierent LudwU Diedcrich. erm«lhai: ;utjrtf,rate.— eharlattendarg! Jugendheim litlpie!« mitbringen!) alpoNttsch,?r°. ' Jugendheim Ziefinenfir. t. MI« ein Laster. 7» liviet- Pflaster jedech achte dabei Immer auf den Patemsehut«.Schlimmer Flnser". Seit 80 fahren Muflieh|n Apotheken 8 4J Pf. QuUchten Über Hnnllan>« Bexnl, Qe»i fürGroß-Verlm stete ea laa BethlgfctHtetlat 2. Kos, aCecMea«cht»,»» richten. Führung durch da» .) Lritrr: Dr. Aevr. amen und Adressen der nteolla üdarnehpien, an Reitnngskommissio« Wroß-Verlia. B«rse»mlung all« UommilfiaasiRitgNed» am»«»tag.». mpA, Ilf* �r. Im Geiv«rl|ch«lt»hau». Sngeluler SA— 25, Saal 1. Bartrag:»lld!« Brrff» i» valitil »ad Leb«».' Sirscrrnt Dr. Gru«. Barschieda»«». « 7. fircla«harlattenburg. Heute. Sonntag, u>1 ArbeittschufiPiUseuM, sfraunhoferstr. U— lZ.(10 Brodniß. Die Abteilungtlaitcr werden gebeten. Genossen niitguteilen. die zur Maifeier d!« Tür. Genossen S. Ahlfeld, Ciarlottendurg z. Krumm« Str.«2. Abrechnung der Gintrittslarten zur Maifeier am i. Mai im Spandauer Setz von IS— 18 Uhr heim tzestaueschuß. H. Ätria ReniöSn. Dienatag, 30. Apfil. 1»H Uhr. Fraltlanefitzung I» Rai, hau».- D!«n,tag. 30 April,« Uhr. Sißund' her Urh«itrnpah|f«hrt mit den Wohlfahrtonflegernslnnon). Ilizendhelfernünnen) und Bezirf-verssche» im Raihau,, Limmer Vif.— DI- Ordner treffen sich am l. Mai um JB'4 Uhr in d-x Neuen Welt.—■«chtnng. zritnnaakammlsstanamftgll�er! Die Mitglieder nehmen an der Versammlung am Montag, 30. April, tail. Nähere» siehe oben! IS. Krai» Treptow. Die 2«itung»kommisfion»mitglird«r her Ahltilungen«per- H'N gebeten, den Bortraa«m Maniag, A. April. 1914 Uhr. zu heinchen.— Dienatag, 38. April. MVt Uhr, im Lalal«infiebltt. Sahanniathal. Am «ternbamin. Kommunale, Vortrag-ahenb. Vortrag:.Jugendmohlsahrt.' Referent Stabtrat Peter».— II. Zngenbpslege Im Bezirk Trepta». mit Lichtbildern. l». Krei» Köpenick. Bildnngeanofchnß: Dienatag, 80. April. 19H Uhr, Stßung im Nibliothekszimmer. Schloßsir. Zv l. Thema:„Schaffung einer Voir» mufilfchule im Venvaltungsbezirl." All« Kreieau»schußm!tgl!,der müssen unbedingt«rscheinrn. 17. Keci» Lichtenberg. Die Torstandsfißunz füllt au». Morgen, Montag, 2S. April. 3. Abt. IL Uhr bei Schulung, Rungestr. 30. Vorstand»fißuna. Ds, Vezirla» filbrer wallen die Malmark«» bestimmt noch vor dem 1. Mai mit dem 0* nossen Nothenburger abrechnen. 3». Abt. Iii Uhr bei Litschirt. Rlld'r«d-rse« Str. 88. Funktianürfißung. Auch die Vetriebzpertraurnsleute müssen anwesend sein. W»2. Abt. Nenköll». t»'A Uhe Im«iäbtische» Saalbn». Bergffe. 147, M LIcktbilbernoetrag be« Senassen ssnrtwänole» LH»,»Zadirn»nd de»»r- ff? wachenb« vrient." Gäste und Znterelsserte fifnne» durch Genosse» S nss eingeführt»Xideu. Genosse» anderer Abteilung«» find willkam»«». U l«. Abt. vberlibönemeid«. tgsj Uhr gusammenlunft aller Funktionär, bei Winkler, Wilhelminenhosstr. SZd. Dienstag. 30. April. 1?. Ahl. Die Bezirkaiührer rechnen hi, Ginlaßkarten>u» Lfiaisetn bestimmt am Diensiaa mit dem Genossen Wenzel ab. 18. Abt. lll'h Uhr bei»rüger. vusfitenstr. 34.«che Schert Ilgstroß«, Mitglieder. veriammluna. Berichterstattung vom Bezirkotag. 88. Abt. Zemoelhos. SO Uhr bei Pommer« tunz, Berliner Str. 100, erweitert« Barstandsssssunz. 13. Abt. Rculölln. 19H Uhr hei KSnig Schudomaftr. 48— 44,«tchttge Sifiung der Werhekommisfion der 45.. 120., lSU und 133. Adgabestell« der K»nsuw. genossen s-hgfl sowie der Bezirkosührer und Sruppensührer. Referent De. noss« Michaeli». * Birkenerer der. Der Wahlverein feiert den 1. Mai um 10 Uhr durch ei»«« g«. werkschastlichrn Vortrag. Um 18 Uhr gemütliche, Beisammensein. Beide Veranstaltungen im Wäldschlößchen. Leser dt> �Janrorta" und Snmpathi« fiereud, find herzlich«ingeladen. L 5. tt. 4 8. 17, IS. 38. V. 38. 84. K. *7. 38. 4t. 42. 44. 48. 48. 81. 87. Zranenveranslaltnugev. Lret» Prenzlauer Berg. Sonntag. 8. Mal. Besichtigung no» W. Barlin. Treffpunkt g>4 Uhr vor dem Rathaus. Gingana Königs! raßo. Krei» Amdr'chabat». Donner»tag. 1. Mflt, 10U Uhr. Funktfouürlnnen. lonfetanz im Lakai Gadiner Atp. 10. All» Wtmlungen müssen vortraten lein. Kreta BBSseteg, Montag, A. April. ZO Uhr. hat VA. MsMin-VriHer. Straß«, Funlttonhrtnnutsihung. Arauenveraustal'.ungen am Montag. 29. April. Abt. 19 H Uhr bei Brandt,, Stralau«, Str. 10, ,Dt» Frau tat GtZPerh». leben*. Referent Zrwa Lechenbach. Abt. isvj Uh- bot Nicket t. Steimnessstr, 88»...Der»«npf um hie Beda». straf,". R-ierent Dr. Mar Schütte.... Abt..20 Übe bei Klinge, Sellerstr. 14...Zweck und Kiel dar chebeiterwahl« labet. Neiellint M. Koasch. Abt. 20 Üb« bei SoraaZZ Uferstr. 18;.Politik und Ses�lschaft im Sgfagel der Satire. R»ser»nr Genosse Hofemantr. Abt. 30 Uhr hei Roch«. Messer Str. 38, �SPD. und ZZdhnu,ng»haupro. gramm* Restrent Architekt'Ltto Most. gramm" Rcser'nt Architekt Otto Most. � he'*«»*. Sannen bürge« St». 1..Die Fpaa im heuti««» Wirtschaftaleben. Restant Mauhilh« Wurm, ZA d.R, in Lamelle und Abt. Illth Uhr ibet Krompharbt, Baul.S-naer�Etr. 4». Ltterartschar Abend. Vortrag, ,Lm Westen nicht» Reu»«* Referent Genosse Fachait«». 73. 30. 88. »U 37. »8. 8». 101. 118. M- 138. 140. vor»...................................„. FW« Abt. Jb'-ii Uhr im Lokal Guben», Str. 19. �krziehung Schul«. R-ferant Lehrer Bans Kunstmapn. Abt. 1314 Uh» bei B»lch. filUsiter Str. ,Dfa Freu im Sru>»rh»I«ihon". Rcieront Slf, Scheibe nbubzc. Abt. 191» Uhr in d'v Padenhefer.Bvaueref, Landeherger Alle« 33,34. .Beoletarische Feflkultur" mit Nezttationen. Dortrogender Schauspieler !"»tvald Mudrack. Abt.>9ih Uhr hei Bartufch. Friedtitstr. 88,„Da, Recht de» unaheliche» »Wh«,". Netcrcn! Tr. Maviin Srligmann. Abt. 20 Uhr bei Velnhoss. Bellr.AlllanceoStr. 7»,.Sa» Rocht auf Mutterschaft. Nefseent:» Dr. Käthe Frankenthal. Abt. IZ-- Uhr bei Böhlke. Sergmannstr. 89..Das deutsche B-IlsNed*(*« Erläuterungen am Klavterl. Referent Dr. Mar Brie. Abt. 19', Uhr b«i Ewald, Skalisser Str. 138.„Bürgerliche und sozia. Itsti'che ssrauenbeweaung". Referent Bennn Rewald. Abt. Ill'h Uhr bei Adam. Ssthhone« Ecke GörNsser Straße, gemstlvcho,»ei. lammenfein.«ortragender Senoss, Emil Rudolph. Aht. 1914 Uhr Im Aleranbriner, BTtjarrtrtpenftr.. 37«,.DI, BehoubUNg b,r Genossenschaften im Klassenkampi Referent Hann, H. Komm. Abt. Eharlottenfinrg. 1314 Uhr bei Sch-Odoch. LdnIaiN.Elisabeth.Str. fi, „Da, Recht des unehelichen Kinbee". Referent Dr. Alfred Suiau. Abt. Grnnemalh. lg'z Ubr bei Wurzbacher, Bahnhoforeftatirant Sennewolh, .Di» sozial« Stellung der Frau im Spiegel der Literatur". Referent Margarete Hartig. 78. und 71. Abt. Wlfmergbsrf. 1»'� Uhr im Lokal Schramm. Eck, Kilbe. aardstran«..Hemticki.Seine.Wbenb1. Referent Hein« Barthel. Abt. Schönehera. 1»>4 Uhr bei Sengohnsch. Barziener, Ecke Laubacher Straße,.Sozialbnoienlsche Forderunge» für die Proletarierfrau". Rafa. tcnt Dr. Norbert Marr. Abt.«chkneberg. 30 Uhr bei GIlrli». Beaaestr, 1, Feauenabenh. «St. Rcutölln. 10>4 Uhr hei n-rameck. Sandrrstr. 10. Religion und Sazig« liotnus". Referent Genosse Aiethke. Abt. Leuköss». Unfer Rrauenobend fällt In hlefem Monat aug. Abt. Neukölln, llliz Übe hei»utzki, L« inest r. 1 Ecke Hermannstpaße. .fiugendnot". Referent Gerda Werl. Abt. NeufkOn. 30 Uhr hei Teich. Knefeheckftr. 185,.Jugendfürsorge*. R«, ferent Stadtrat Schneider. Abt. Briss. 18>1 Uhr in her Kall« gm Buseisen,.Arheitothenapf« in ben tzrrenanstalten". Referent Eenosse Renner. Abt. Treptow. 18'? Uhr im Lolal Kicsholzstr, ZI,. Kamerabschaft-ehe*. Reserent Margartte«chenkalawfkp. Abt. Lichtenberg. 20 Uhr bei Oar». Möllendorf. Ecke Ritterautstueßa, -Sireit-Ünz durch hie Innen, unb Außenpolitik". Referent Ad. Abter. Abt. Rleherfchinbanfen. 1814 Uhr in der G«m«ins»ast»schulo, Bismarck. ftraS« 11..Wandlungen de, Wirtschaft und ihr Einfluß auf die Stellung »ex Frau". Referent Käthe«rrn- nti..l»H J0b| im Jugendheim Bahnhosftr. 15..Vi« Frau in her Ernstste. 1> Leiter«» au» htt Srwcrdeorbelt*. Referent Srna Kresse. Abt. BorNgwalbe. ,0>, Uh, bei«oioa». schöne» Literatur", Referent Henry Reiff. Frouenveranstattunge» am Vienskag. 30. llprlt 88. Abt. Renkriln, 38 Übe in her Aula hts Kaifer.Frtedrich.Rrolgomnastmn». Kaiser.Frfedrtch'Ktraß«..Wrae»U Kraft und Schiwhett" mit gnmnaftischen Borführungen. Referent Lisa Albrecht. Vezirksaufischuh für Lrbeilerwohlfahri. Am Mittwoch, dem 1. Mai b. X. veranstalten die Schüler und Schülerinnen bor WohlfahrtOschule de» Bauvtauofchusse» für Ardeltcrwohliahrt'417 Uhr in her Schule. Lindenstr. t,«ine Maifeier. All« interrsstarten Avrsprgerfntien und Fürforoer sind herzifchst einaeladen. 3. Krei,«ebdina. Fachgruppe IugiNhwohifobrt. Dienofag. 30. April. ISH Uhr, Ledigenheim Seddnsteblstrote. v. Stock. Sissung sämtlicher Selfer de» Fachgruppe. Tag-eordnung! 1.«ktrngustaufch. 3. Besprechung besonöerar Fälle. Z. B« schieden es. ZllBgsaztaltstea. fihsrletf»» bargt Montag, iL. April. Generglprob« ha» LZeoterstücke» Ml de» 1. Mai im Etablissoment-ßu» spandauer Berg" um IL Uhr. ilrbelksgemetnschaft der Studersreunde. Kommissio» füt Borbesprechu», be, Prpbeaeltlager» oai Dienetag, 30. April, um 1L'4 Uhr, in der cheschätiestelle. Lrci« Ei-rgartrn. Gruppe August Bebel. Zu»»,«rb«ote Falle»: Dien». tag, 30. April, im Beim Woldensirstraßl, re» l'i, bi, 19'- Uhr ifaikenpoll« perfammlung mit anschließender Bfingstfahrtdesprechung. Grupp« rir«arte». »lag. 30. April, von 17 bi» 18 Uhr He'modcnd im Heim#fll SssS Krei» PrStzlauer Bert, ____ Heute. Sonntag 1« llht,. 1« lenhhei« tiickftr. IS,"wichtiar Faik-urat-stßuug. Dl-uotag, 30.«pr'I. Übt, im Jugendheim Sonnenburger Str. 20. Zusammniiunst aller Fa�en, Äupsprache:„1. Mai— Festtag der Arbeit." Ab u. Mai Aenderunz den Sruppanperanstaltungen to.t folgt; Irden Montag Pen 17 bl» 19 Uhr, iedon Mittwoch von 15 bi» 19 Uhr. irden Donnerstag von 17 bi« 19 Uhr im Ha:m Sonnenburger Str. 20. Die Turnnachmrttage am Wtttmoch und dte Bplto» Uhr -,v» �HMWI�WWWWWWWMrie»- richshä?»"Walfeier'bir'' Partei. Alle"erscheinen in'Fall-nkleidunz. Gruppen »abert vlu», Franlsurter Viertel. Stralauer Bierlel kommen icsst a! Montag. 33. April, von 18 bis lllth Uhr zusammen. Gruppe Robert Blum Montag, ZS. April, Vollpersammlung um Heim Litauer Str. 18._ Schöneberg,«ota Fallen! Moittag. Ä. April.«anon.Abenb. Donner». tag. i. Mai, K-rtenIcse-bend.- Zu-gsall-u II- Freitag, 3. M«>. Au, spräche. Blaß, Freitag. 3. Mai. Tanz und Lied. Turnschuhe mitbringen.—«ülen- Dienatag. 30. April. Besuch der Semeinscha't Friedenau. Treffpunkt zur Ma>. seicr wie vor. Freitag. 3. Mai. spielen wir. Krcie Lirhtenierg: Achtung! Wir weisen nochmals auk unsere Filmver- anstaltung hin. Sonnlaz. 2«. April. 12 Uhr. in de- Iugendhühne. Lolte:. ftraße. Karten sind noch an der Kasse zu haben. Erwachs-ne 40 Di. Kinder 30 Pf.' Kiei» Weißense». Gruppe sehenschönhansen: Dienetag von 17 bi» 19 Uhr in der Lchulbarack« Dingelstädter Siedlung Note.Falken.Aulninmttttunth. Donnerstag von 17 di» 19 Uhr im Jugendheim Freienpaiher Straße. Sr»r> Punkt zur Maiseier 3 Uhr an der Endhaltrst-Vr der«6. Nachmittag, in d-" Orankefee.Derrassen...... Krei» Reinlckenbors:«chtunal Montag. 23. April,«r-!-helfersstz»-g bclm Genosse» Finbelse».» Uhr. Ave Gruppen müssen einen B-rtreior ents-ndni. Raizeitungen sind abzuholen.— Srnopc Reinickenbors.vst trifft stch zur Mai. seier im Mercedes-Palast um 9'h Uhr im Jugendheim Lindaucr Strotze un» am SM- SchSnhol, zur Glden Feit. Nachmittag» nehmen wir an der Mat. seier her Partei im Schlltzenhauo teil........ Krei» ilbarlottenburg: Wir treffen uns am 1. Mal 10 Uhr Untergrund» bahnhof Wflhelmplaf!. Pbf-Hrt 19>1 Uhr. Fahrgeld 10 Pf. Der Treispunkt für die NachM'ttagsieler wird dei der Rückkehr am Bormtttan bekanntgegeben. Kreis Neukölln! Montag, 29. April, um 17 Uhr. wichtige Sitzung de, Fa'k'n« rot» im Jugendheim Sergstr. 59. Neuwahl der ssalkenobleute.— G'.NPP« LIlbt. kämpf er: Wir treffen uns Dienstag, 30. April, um 17 Uhr wieder in unterem Keim Bergstr. 29 zu einer wichtigen Besprechung über hi» Piingstsahrt und Spuuneramit. Geburkskage. Jubiläen usw. 41. Abt. Unserem langjährigen Mitkämpfe« und Eenossen S r»» a»nt. bleten mir zur henttgen Silberhochzeit die herzlichste« Glückwünsch«. 107. Abt. ZaNer berg.Alt.Elienick«. Unserem Genossen Wilhelm Sie» laß»nd seine« Gattin zur Siberhochzelt d e herzlichsten Glückwünsche. Gterbetafkl der Groß- Berliner Partei- Organisation � 105. Abt. Ablerehos. Unser Genosse Oskar Springmann ist am Donnerstag im Alter von 73 Jahren»erstorben. Ehre seinem Andenkm! Ein. äscherung am Diensiag. SO. April. 10 Uhr. im»ecma'oclum Baumschulemoeg. 120. Abt. Friedrichsselbe. Am 25. April ist unsere Genosstn Emilie N> u m a n n, Salzmannstr. 25, oerstorben. Ehre ihrem And'uk'n! Beerdigung am Dienstag, 30. April, 15' ü Uhr, aus dem Friedhof in Karl-Horst, Treskowallec. Vorträge, Vereine undVerfammlungen. G Süd- Dien»!. ülow. straß« 88. Freitag. 3. Mal, von 17 HI» 19 Uhr Spiele und Bplkstünza im Tiergarten. Spielplatz hinter dem Rosengarten. Treffpunkt lO'i Uhr am Heim Sülowstr. 88. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". «« s« Z f t« N e l l»:«erlin S l4. Sebostianstr. 37/38. So' 3 Dr. Sanvorstand. Anmeldungen für d-n am 13. Mai beginnenden Ä�ettungsschwimmerkurfu» sind su richten an Kamerad I. Ena, Berlin. Wassertorstr. 38.— Montag, 38. April. Friedrichehaia.«ameradscha't Frankfurt: I91H Uhr. 2. tzug. SItung bei Bombe in Vundeskle:dung. Paisiue haben ebenfalls»u erscheinen. Ehailottenineo, Kameradschaft Spree: 20 Ubr Bersammlung bei Sfork. Kaiserin-Augusto-Alle« 90. Referent Kam. Ring. Kreuzherg. Zuaend 3: 20 Uhr Versammlung im Zugendbettm Wrangelstr. 12>l. «ilwerkdarf» Srormbteisung übt setzt leben Montag Sportplatz Grunewald. Staallss iDriSPerein): 20 Uhr Borstandesissuna mit Quart'.rraueschuß hei schu.,. Birkbufckstr,»0.— Dienatag. 38. April. Ritte:»1 Uhr Sitzung oller Rahfahr-r. bei G ramsch. Brunnen str. 4. Rawawee: 20 Uhr Bierteliahrespersammlung>1» Sifenbahnhoiel. Heitere Rezitat'onen von Kam. La Grang«. Sunde«kletdung. Äiarinaabteiluna, 20—22 Uhr Winken und Tvrnrn.— Fr cdrichehai». Kamerad» fchaft Frankfurt: 19U Uhr 1. Zua bei Bombe, 8. Fug im bekannten Lokal in Bunteaklctdung. Passtp« haben edensall» zu erschein«». ■»haUer-Rabl-.ISupb, vrt.aenppe Brerzlaner Berq. Große Bastleraue» stellung a''» Anlaß ihre- fstnstithr'gen Bestehen» vom Z7. April in den Schön« Wer Feftsälen. Sckönhaul-r Allee 129. Der Besuch kann icdem Dundwnl. tzdrer empfohlen werden. Der Ueberschuß kommt her Sozialen Radwhilfe zu- gut«. Di» Ausstellung dauert h°» Montag. 39. Ape:i1, Dur d ffintwirtumer Schulrafsriner. Lttif entliche Berfammwng arn Montag, 30. April. Ii?» Uhr. im Fr'. Gerwin. O»a vadiS. 8. Rennen. 1. Bliimberz fTperjeiD, 2. Frintrop, 3 Munin. Toto: 37:10. Platz: 15. 12, 12: 10. Ferner liefen: Slapier, Pompejn», Oternliinde, Mignoma. 7. R e n n e n. 1. Fe!n?!iebtfen so. Götz). 2. Floreston. S. Eigensinn. Toip: 46:10. Platz: 18, 18; 10. Ferner liefen: Mirko. Lufklarunz. Mmeido. l.wljcar-ksdrrsS«erIik ä.-k». Ssrllo-Uedtviirslls �l>ocls''>soofll mil si?slll>sl-siU7W«5>e fleischgewordene List. Sie biß schnell und gern. Schwer gebissene Tiger jedoch sind nie wieder o» ihren alten Platz zu bekommen, Infolgedessen mußte der Dompteur mehr als einmal di« ganze Arbeit ändern. Die Kollegen sogtsn zu ihm:.Deine Gruppe geht über kurz oder lang ja doch auseinander. Wirf Muschi Puschi raus. Gib die keine unnütze Mühe." Aber er trennte sich nicht von der Tigerin, diesem einzigen Tiere, das er niemals rennen- lernte. Wieder hatte er die Arbett ändern müssen. Er probte und probte, denn er halle die Pyramide umgebaut und Muschi Puschi stand als Spitzentiger jetzt ja. daß er sie von den anderen gut is»- lierte. Wieviel Lisbe. wieviel Nachdenken, wieviel Sorgfall hatte er für diese Tigerin verschwendet! Nie war sie dankbar für eine Wohltat, nie wurde sie zur Schmeichelkatze, immer blieb sie der selbstbewußte Rausbold. Heute war sie besonders launisch. Ihr Sinn stand nach der Liebe des Tigers Colombo. Darum griff sie plötzlich ihren Herrn an. Es war Raum genug im Käfig, der Dompteur halle zurück- gehen können, aber in diesem Augenblick empfand er ein Zurück- weichen als Schmach und ihr ganzes Trachten war Angriff. Sie sprang ihren Herrn an. sie riß ihn zu Boden, zerbiß seine Hand. zerfleischte seinen Arm, Ihr Atem keuchte ihm in die Ohren, als ob das Trommelfell platze» solle. Er schrie:„Müsch! Puschi!" Die Tigerin schlich davon, weniger Raubtier, als unsicher über die Tat. Der Dompteur kam ins Krankenhaus. Man nahm ihm hie zerbissene Hand ab. Noch größer als sein Schmerz, war der Schreck, der in seinem Körper saß und schlimmer als der Gedanke:„Du bist jetzt ein Krüppel", traf ihn das Bewußffcin:„Du kaunst jetzt nicht mehr mtt Raubtieren arbeiten." Sein ganzes Leben war mit seiner Gruppe verbunden, er war alles durch seine Tiere, ex war nichts mehr ohne sie. Für die Menschen war er nur der Dompteur, selbst jedes Verbundensein mit irgendeiner Stadt oder einem Lande ging allein von seinem Beruf aus. Run log er im Krankenhaus, und seder Tag, der da kam. war für ihn«in verlorener. Sein Leben war verschüttet. Auf seinem ersten Ausgang schlich er, der halb genesene Krüppel, in den Zirkus. Sofort stand er vor seinen Tieren. Sie spitzten die Ohren, da er die Löwen und Tiger einzeln mit Namen rief. Er trat ganz nahe an sie heran, er hicll ihnen die gesunde— seine eine Hand— unter die Nase und sie schnubberten und freuten sich Getrennt von den anderen stand Muschi Puschi. Glückliche Mutter oon zwei gesunden Tigern, prächtigen Kerlen, die ans lleberrnut derartig schrien, daß der ganze Wagen dröhnte. Der Dompteur rief:„Muschi Puschi!" Sie stutzte und machte: Brr, brr. Run endlich Härte er den Freudenlaut der schmeichelnden Katze. Er krauolte die Jungen, die Tigerin ließ ihn gewähren.. Unbeholfen wie er war. durfte er umständlich den Schieber des Wagens öffnen. durfte er die Kleinen herauszerren und an sich drücken. Die Tigerin murrte nicht, grenzenlos war ihr Vertrauen zu ihrem Herrn. Die Wärter waren starr, sie wichen scheu zurück, sie fürchteten neues Unglück. Das Vertrauen und endlich gewonnene Liebe der Tigerin aber gaben dem Krüppel das Selbstvertrauen zurück. Er verstand sich doch auf Raubtiere! Als Krüppel wagte er noch etwas, das kein anderer wagte! Und glücklich jauchzte und weinte ein Mensch:„Muschi Puschi, ich kann wiÄ>cr mit Raubtier?» arbeiten!" Verbessert die Sozialversicherung! Enischiedene Forderung der(Sozialdemokraiie. Im Reichstag gab am Sonnabend vor Eintritt in die Tagesordnung Abg. Dr. Mittelmann(D. Dp.) eine Ertlärung gegen den Abg. Strasser(Natsoz.) ab, der ihn iy einem offenen Brief der Lüge und Verleumdung bezichtigt hatte. Mittel- mann erklärt, feine Fraktion habe deshalb für die Aufhebung der Immunität Strassers gestimmt, weil es nicht angeht, daß dieser weiter ungestraft in zehn Zeitungen gröbliche Beleidigungen und Beschimpfungen verbreitet. Die Form, in der Strasser den Makel von sich abzuwälzen versucht, richtet sich selbst und auch den Urheber.(Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Abg. Frick(Natsoz.) verlangt das Wort. Präsident Löbe erteilt ihm jedoch nicht dieses, sondern einen Ordnungsruf, weil er bei Verlesung des offenen Brieses ..Sehr richtig!" gerufen und sich dadurch die niedrigen Beschimpfungen des Abg. Strasser zu eigen gemacht hat. In der nun fortgesesiten sozialpolitischen Debatte beim Etat des Reichsarbeitsministeriums empfiehlt Abg. Schneider-Verlin(Dem.) Reform der Arbeitslofenver» ficherung nach der Richtung, daß sie nur bei wirtlicher Arbeitslosigkeit gewährt wird und nicht etwa zur Ablehmmg angebotener Arbeit führi. Wir sind gegen Erhöhung der Arbeitslosenversicherungs- beitrüge. Die Invalidenrenten sind zweifellos zu gering, auch musien höhere Lohnklassen angegliedert werden, zumal die Lohnklasse mit lw Mark für die meisten Arbeiter überholt ist. Abg. Freidel(Wp.): Wir sind Freunde der Sozialoersicherung. aber höhere Lasten kann die Wirtschast nicht tragen. Die zunehmen- den Konkurse und Zahlungseinstellungen sprechen deutlich genug. Für die Herstellung, Ausaabe und Verrechnung von ver- sicherungsmarken läßt sich die Post IS Millionen zahlen. da kann man die Versicherungsarbeit der Wirtschaft gewiß mit üO Millionen einsehen, dazu ZS0 Millionen Beiträge! Di« Kranken- kassen bauen verschwenderisch, während der Erweiterungsbmi des Reichstags einfacher Putzbau wird. Die Mieren der Neubau- Wohnungen sind viel zu hoch. Das Bauen kann durch Zunahme der Maschinerie und Verteilung aus kleinere Baugeschäfte verbilligt werden. Die„Heimstätte" baut Schlasräume von 2,20 Meter Höhe, das ist ein Skandal. Abg. Schwarzer(BVp.): Von der im Krieg goschaffenen Ar- beitsgemeinschaft der Arbeitgeber» und Arbeitnehmerver- bände ist leider gar nichts mehr zu bemerken. Der Kampf aller gegen alle hat erbitterte Formen angenommen und selbst die Bauern- schaft ist sehr radikolisiert. Das wird noch gefördert durch die Grün- dung besonderer Bauern- und Wirtschaftsparteien. Gesamtwtrtschast und Mittelstand können aber nur gedeihen in der Zusammenarbeit mit der Arbeiterschaft. Die wirtschaftliche Organisation der Berufe darf nicht durch die politische ersetzt werden. Abg. hänsa(Christlichn. Bp.) führt die Notlag« der Landwirt- schast zum großen Teil aus die Soziallasten zurück. Die Eni- lohnung der Landarbeiter ist besser als sie oft geschildert wird. Man muß auch die Naturalleistungen einrechnen. Di« Landflucht ist großenteils eine Flucht vor der Landarbeit. Abg. Hülser(Dnat.): Wir wollen die Arbeitslosenversicherung nicht beseitigen, sondern oerbessern und veredeln, damit sie nicht in Mißkredit gebrocht wird, denn diese Existenzsicherung der Arbeiter- massen ist notwendig. Befremdlich ist die«Afertig« Bereitwilligkeit der Sozialdemokraten zu einer Beitragserhöhung: ihr steht die Arbeiterschaft doch vielfach ablehneich gegenüber. Mißstände sind unleugbar, jedoch darf die Kritik nicht zu Heber- kreibungen führen, als schütze die Arbeitslosenversicherung die Arbeiter vor aller Nok. (Lebhaftes Sehr richtig! links.) Die Arbeitslosigkeit dauert vielfach länger als der Dcrsicherungsbezug und schädigt viele aus Jahre hin- aus. Für Heizung, Beleuchtung und Ernährung braucht der ver- heiratete Arbeiter mit zwei Kindern 63 Praz. seines Einkommens, er bekommt aber nur 30 Praz. als Unterstützung. Die Löhne des größten Teils der Slrbeiter reichen länast nicht aus, nicht wenige bleiben sogar unt«r dem steuerfreien Existenzmimmum.(Hört! hört! links.) Sozialpolitik ist also notwendig und darauf muß auch bei den Reparationsverhandlungen gebührende Rücksicbt genommen wer- den. Der Lebens- und Kulturwille der deutschen Arbeiterschost muß ein Hauptfaktor bei der Lösung der Tributfragc sein.(Lebh. Beifall.) Die allgemeine Besprechung ist beendet: es folgt die Beratung der Sozialversicherung. Abg. Litte(Soz.): Die Ausführungen des Vorredners widersprechen der Sozial- Politik seines Varteiführers Hilgenberg auf das schärfste. Hai doch sein Fraktionskollege Haslacher als Vertreter der„Wirtschaft" verlangt, daß die Sozialpo'ikit kurztreten müsse. Der Borredner hat kein Wort darüber gesagt, wie«r zu der Broschüre Hartz steht. Herr Haslacker hat bs- stritten, doß die Hortz-Bro'chnre Im Auftrag der Dsutscbnaiionolen Partei geschrieben sei.„Der Deutsche" hat aber bericktet, daß die Broschüre aus ausdrücklichen Wunsch Hilgenbergs bei Scherl verlegt worden ist und daß der Verfaster in den besten Ben«düngen zur deutschnationolen Parteileitung stebt. Sie(nach rechts) können also diesen Angriff ans die Sozialversicherung nicht abschütteln. (Sehr richtig! links.) Auch wir wollen Aendeningen der Sozialversicherung, allerdings nicht Abbau der Leistungen oder Unterlassung des weiteren Aus- baues, sondern verelnheistichung der Sozialversicherung! Herr Haslacher hat behauptet, daß die Krankenversicherten m außer- ordentlichem Maße die Aerzte in Anspruch nehmen. Das mag für eine Anzahl Leute zutreffen, für die großen Massen aber auf keinen Fall. Denn sonst würde unsere Sozialversicherung nicht so dastehen, wie in WHtlichkeit. Würde nach dem deutscdnationalen Vorscblag Hartz an Stelle der Sozialversicherung ein«parzwang eingrsührt werden, so wäre die Folge, daß die breiten Massen bei epidemischen Krankheiten nicht mehr genügend ärztlich versorgt würden, ebenso- wenig bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, die nach der amtlicben Gesundheitsdenkscbrift im Jahre 1327 einer Zuwachs um 372000 erfahren haben. Dasselbe gilt für die Bekämpfung der Tuberkulose. Arbeiten Sie mit uns an der Rationalisierung der Krankenversicherung, an einer Revision des t a s s e n ä r z t- l i cb e n Dienstes, cm einer Berein heitlichung der Kranken- verstcherung, damit die Krankenfürsorge wirksamer gestaltet und an die Bedürfnisse des Voltes angepaßt werde.(Zuruf rechts: Ganz unser Programm!) Das glaube ich nicht, denn Sie babcn oeradc das Gegenteil empfohlen! Es müssen eitdäch rechtsfähige Haupt- kaffenverbäiche geschaffen weichen, dt« die Geschäfts» und Rechnung»» prüfung der Kossen im erforderlichen Maß« durchführen können. Vor allem muß aufgeräumt werden damit, daß immer wieder Neiue uud kleinste leistungsunfähige Innungskrankenkassen ent- stehen. Einen dahingehenden Antrag von uns hat der Reichstag seinerzeit abgelehnt und die Regierung nur ersucht, eine entsprechende Anweisung an die Länderr«gierungen hinauszugeben. Das ist geschehen. sie ist ober nicht befolgt worden. Es gibt Jnnungskrankenkasien mit einer M'tgtiederzahl bis 2 Gesellen und 13 Lehrlingen darunter. Es gibt Kassen, die im Monat 63 M. Arztkosten zu zahlen, aber nur 78,12 M. Beiträge«ingenommen haben.(Hört! hörst lniks.) Manche dieser Kassen machen die Aufnahme von dem Ergebnis ärztlicher llnterspchung abhängig, denn sie nehmen nur Gesunde auf. In manchen dieser Kassen sind nicht oinma! die vorgeschriebenen Bücher vorhanden, jeder Ueberblick über die geleisteten Zahlungen feh l und ein solcher Geichästsführer erklärte auf Vorhalt, er habe es i in G c- fühl, wann die einzelnen Leistungen erschöpft sind. Ein anderer Geschäftsführer meinte, die Versicherten könnten ja für das nicht- bezahlte Kranken- und Wochengeld— Wurst erhalten!(Heiter- keit.) Mit solchen Erscheinungen muß doch Schluß gemacht werden. (Zustimmung links.) Die Angaben- des Abg. Freidel über Luxusbauten von Kranken- kassen stiminen nicht: die Bauhandwerker werden sich aber über die heutige Rede des Herrn Freidel wundern.(Sehr richtig! links.) Am 12. Dezember 10?8 hat der Re'chstag gefordert, daß mit aller Beschleunigung ein Eniwurf auf Einbeziehung noch nicht er- saßter Betriebe und Tätigkeiten in die Unfallversicherung vorgelegt werde, der auch die Leistungen neu regelt. Wir bitten um Durchführung dieser Eirtschließung, ebenso einer zweiten, die einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Kleinrentnerfürsorge ver- langt. Auch unter den obwa'tenden Schwierigkeiten legt unsere Frak- tion größten Wert darauf, daß die Invalidenversicherung, diese wahr« Armeleuteverilcheruna, wesentlich verbessert wird. An Abbau der Sozialoersicherung ist unter keinen Umständen zu denken. Die Leistungssäb'gkeit des deutschen Volkes braucht gc- sunde und schasfensfrohe Menschen und die Sozialdemokralie siebt es als ihre hauvlavfaabe an, durch gesetzgeberische Maßnahmen aus diesem Gebiete der Volks- gejundheil zu dienen. Wir werden mit Entschiedenbeit kämpfen gegen alle Berschlschte- rungsbemühungen der Deutschnationolen oder anderer Parteien, wir werden uns auch nicht stören lassen durch das Geschrei der Kom- munisten. Im Interege der Millionen des arbeitenden Volkes, das binter uns steht, werden wir dafür sorgen, daß die Sozialoerüche- rung auch weiter ausgebaut wird.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Gras- Dresden(Komm.): Die Sozialdemokraten wollen für die Jnva'idenversichsrung nur neue Kassen errichten und die Beiträge erhöhen. Der Redner bringt Beschwerden vor und greift das Ministerium an. Reichsarbeitsminister Msfell: Wir erhalten zahlreiche Beschwer- den, auch von kommunistischen Abgeordneten, über die Anwendung der Bersicherunasgesetze: diesen Beschwerden gehen wir bis ins kleinste nach. Wird ein Verstoß festgestellt, dann greift das M'ntste- rium mit Nachdruck durch. Beschwerden aber, die erst im Reichstag und nur aus agitatorischen Gründen oorgetragen wer- den, können wir natürlich nicht sofort abheften.(Lärm bei den Kommunisten.) Um Uhr veckagt das Haus die Wciterberatung auf Montag, 3 Uhr. -> ii Geschlissen« 090, genipH« 0-80, O*S0 1 IQstM, gefönt VW 4i0, 3-70. 2-45 Portofrei tob m»•— VfciS, gerupft od. gwcUiMn 3-80� 1*90 1 Untertwt� getülit., 9 80. 8-70. S-S» Preisi. Mr.« jr»«« Daunen«»»»»»»»»» B*80 I Oberüett, gefüllt•» 11*40, 9-35, 0*95 Bettfedernrelnlcnn; bei Elnlctaf»ob M, 20*— für eines Stend cretl«. Steppdecke 'i?8«wotniiieniletliE, tLSlT gern. 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Belsemnster. in Pelle 225.-. 3. aeschBfti Berlin NO, Gr. Frankfurter Str. 11 5 (an der Andrcasstra8e) W&ßmcmn