Morgenausgabe Nr. 204„, A 103 �.Zahrgavg «öchexlliq est!, mor-wch lÄJÄ hn oorau« zahlbar. PoltbazuzBsg.Postz»iw>iz»» unk J2 5fg. Vosrhest�llgebühn». Lualand»» abonnemttu 61— M. pro Monat, »er„BonoiKs*-rschewt wochentZ» lich zweimal. Sonntag» und Maatag» emmal. die Abendausgaden für Berlin und im»andei mit dem Titel.Der Bdend-. Illustrierte Beilagen.Bali und Zeit- und.Smderfreund'. Ferner .Unterhaltung und Wissen'..Frauenstimme"..Technil"..Blick ia die Büchermelt* und.Sugcnb-Bormätti* Berliner VolWblaN Freitag 3. Mai 1929 Groß«Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. K!« c t a t 9« 1 1 1 9• R»npar«MezM» SS Pfennig. ReNam��eLe b.— ÄerÄs» mar?.„Kleine Anzeigen' das iettge» druckt» Wort 25 Pfennig(zulSsstg-�wsi settaedruine Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche da» erst» Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 1V Pfennig. Wone über IS Buchstabe« zahlen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familtenanzetgen fftr Abonnenten Zeile 40 Pfennig. 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Kehnliche Üeutzerunge» fielen auch in einer Sitzung der kommunistischen vezirbzleitung von verlin-vranden- bürg, was die Kommunisten vergeblich zu leugnen versuchten. In öffentlichen Versammlungen wurde erklärt, der l. Mai muff« zeigen, ob die Polizei oder die Kommunistisch« Partei dt« 5 trotzen Berlins beherrsche. vi« Kommunisten behaupten, fie hätten gegen das verbot öffentlicher Umzüge demonstriert, um das Recht auf die Strotze zu erkämpfen. Oos ist eine Lüge.?n veutfchland hat. sehr im Gegensatz zu Rußland, jede Partei das Recht, auch im Zreien zu demonstrieren, viese vemonstrationsfreiheit bedingt aber, dctz die Kundgebungen die Ireiheit Rndersgesinnter nicht bedrohen. Kommunist en und Uationalsozialisten, von derselben Neigung zum rohesten Terror erfüllt, kämpfen mit Sausten und Schlagringen, mit Knüppeln und Messern, mit Steinen und Schutzwasfen gegen politische Gegner. Um die Versammlungsfreiheit für oll« zu schützen, bat verlins Polizeipräsident, Z S r g i« b e I, ein Mann aus der krbeiterblass«, nnd seit Jahrzehnten in der Krbetterbewezuag tötig, öffentliche Ümzüge in Verlin am l. Mai untersagt, vi« freien Gewerkschaften und die Sozialdemokratisch« Partei haben sich dieser Snordnung gefügt. Knders die Kommunisten. Sie, die durch ihr schamloses Treiben das verbot erzwungen hatten, spielten sich nun plötzlich als Verteidiger der Freiheit auf. Seit Jahren fallen Kommunisten und Nationalsozialisten, Stählheimer und politische Banditen aller krt über sozialistisch« krbeiter, über Leichsbannerkameraden her. ?n drei Monaten sind allein in Berlin rund 120 Zufammenstöge zwischen politischen Fanatikern gezählt worden. Immer wieder Schllss«. Schläge und Messerstechereien. Und wie in verlin, so überall im Lande: Km 18. Mal ISZ8 erschießen in varmbeck-ksamburg Kommunisten den Reichsbannerbameraden und Genssien Tie de- ma n n. kn demselben Tage wird in Eimsbüttel bei Hamburg der Reichsdannermann, Genosse Geidorn, von Nationolsozialisten niedergeschossen. Km>9. Mai 1928 wird der sozialdemokratisch« Stadtverordnete p a r i s in Glauchau,«in in Jahrzehnten bewährter Parteigenosse, von einem ZZjährizen Kommunisten durch einen volchstotz getötet. Km Vorabend des Gewerkschaftskongresses in ljamburg wird die freigeverkschaftlich« Jugend von kommunistischen Kolonnen mit Gummiknüppeln und Messern angefallen. 50 Sozial. demobraten werden oerletzt. Stichwunden im Kopf, in der Brust und im Rücken. Sm 24. Sllgllst 1928 in Spandau Schlägerei zwischen Rotsront und Nationalsozialisten. Ein Lotfrontmonn stirbt an den ver- letzungen. Sm IS. September 1928 überfallen Kommunisten ein« Gruppe von krbeitersamaritern in der Sricdrichstratze zu verlin. vi« Krbeitersamariter, von Frauen und Kindern begleitet, werden mit Schlagringen und Gummiknüppeln niedergehauen. km 21. Gktober 1928 überfallen Nationalsozialisten ein Srbeiterlokal in Welzow bei Kottbus. ver krbeitersportter Klfreö Scholz wird erschosien. Sm 9. vezember 1928 wird der Student Günther Schaffer von dem 22jährigen Kommunisten ljerbert Meyer in Karlshorst bei verlin durch einen Messerstich getötet. km 14. vezember 1928 kommt es in einer nationalsozialistischen Versammlung in ljannover zu einer regelrechten Schlacht mit Tischen, Stühlen und Messern. Zahlreiche Messerstiche. Vre! Schwerverletzte. Sm 22. Februar 1929 wird der I8jLhrige Schüler ljerbert K l e i e r von dem 20jährigen Kommunisten Karl Schultz in Pankow bei verlin erschossen. km 7. März«929 liefern sich Nationalsozialisten und Kommunisten in Wöhrden in Lchleswig-ljolstein«ine regelrecht« Schlacht, vre» Tote und sieben Schwerverletzte. km 10. Marz 1929 überfallen Stahlhelmer eine Wirtschaft in Leinburg bei Nürnberg. Zwölf Personen werden verletzt, einem Kriegsinoallden wird der Lauch aufgeschlitzt. Sm>9. März«929 schlagen Rechtsradikal« zwei Reichs- bannerkameraden in Elberfeld nieder. Km 27. Kpril 1929 wird ein Reichsdannermann in Franksurt a. M. von Nationalsozialisten erstochen. Kucks die Kommunisten unter sich bearbeiten sich mit Waffen und Werkzeugen, vas G�gan der kommunistischen Apposition,„Gegen den Strom", schreibt am 2Z. März>929 über die Kpv.: .vi« Bäusung organisierter UebersSll« auf die Gpposition und auf deren Zusammenkünfte ist auf zentrale Snweisung zurückzuführen, vi« traurigen politischen Bankrotteure, die heut« an der Spitz« der Kpv. und des kotfrontkLmpfer-vundes stehen, greifen ZUM Schlagring, zum Gummiknüppel, zum Messer und zu anderen Waffen. Mit diesen Waffen statten sie besonders zusammengestellt« Rollkommandos aus. So beurteilen Kommunisten ihr« eigenen Gesinnvngs« genossen. Sn eine Uebertreibung ist kaum zu glauben, wenn man sich erinnert: der kommunistische Führer Scherlinsky, der einen„Vorwärts"-Reüakteur durch«in Läuberstückchen an seiner Rundfunkrede verhinderte, ist sechsmal wegen gemeiner verbrechen mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestraft, zuletzt mit zwei Jahren drei Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. vi« Kommunisten, organisatorisch bankrott, von hätzlichen Stänkereien durchwühlt, in leidenschaftlichen Kämpfen untereinander verwickelt, brauchten Tote. Sie brauchten p« in verlin, wo ein Sozialdemokrat Polizeipräsident ist. vie Sozialdemokraten mutzten wieder einmal zu Bluthunden" gestempelt werden, vazu brauchte man Leichen und darum mutzte das Lumpenproletariat mobil gemacht werden, das den tjauptanteil der Kämpfe gegen die Polizei geleistet hat. vie Toten und verletzten verlin» sind für die Kommunisten kgitationsmate- ml und nichts anderes. Diese Gpfer sind auf Befehl der Kammunistischen Zentrale gefallen? Das ist die lvahrheit? vas in den freien Gewerkschaften und in der S o- zlaldemokratischen Partei organisierte Proletariat Heck in verlin und im ganzen Reich den 1. Mai würdig gefeiert, vi« Kommunistischen Parolen des„Weitertreibens der kktion" durch putsch und Generalstreik lehnt es entschieden ab. Krbeiter, laßt euch von der bankrotten Kommunistische« Partei und ihren Moskauer Vrahtziebern nicht zu kjandlnngen mißbrauchen, die letzten Endes nur den geschworenen Feinden der Republik und des Proletariat» zugute kommen! Nieder mit den kommunistischen Schädlingen der Arbeiterbewegung! vorwärts und aufwärts mit und in der Sozialdemokratie! Berlin, den 2. Mai 1929. Oer Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Oer Vorstand der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. An die Arbeiter Berlins! Die Maivcrsammlungcn der freien Gewerk» schaften waren durchweg überfüllt. Alle Bcrsamm- lungen nahmen einen glanzenden Verlauf und find ohne Störungen beendet worden. Dafür gebührt der organisierte« Arbeitnehmerschaft Berlins Dank, die damit wieder ihre alte Disziplin und gewerkschaft- liche Schulung bekundet hat. Der Verlauf der gewerkschaftlichen Maiverfamm- lungen und der gänzliche Mißerfolg der angekün- digte» kommunistischen Demonstratwnen hat ge« wifie« verantwortungslosen Stellen nicht gefallen. Ihre Hoffnungen haben stch nicht erfüllt. Am Abend des 1. Mai wurden daher an einigen Stellen Berlins Zusammenstöße mit der Polizei provoziert, die einen blutigen Ausgang und eine Anzahl Toter und Verwundeter hatten. Dafür ist die Kommunistische Partei Deutsch- lands verantwortlich zu machen, die durch ihre wochenlange Hetze in der»Roten Fahne" den Boden dafür vorbereitete. Die Gewerkschaften haben vor der Teilnahme an solchen Kundgebungen gewarnt. Sie bedauern da» her außerordentlich» daß der 1. Mai nicht ohne Bluj» vergießen verlaufen ist und beklagen die unschuldigen Opfer. Wir warnen schon heute davor, den zu er- wartenden Parole» von unverautwort- licher Seite Folge zu leisten. Folgt deshalb nur den Anweisungen der freien Arbeiter-, Angestellte«» und Beamtengewerkschaften! Allgemeiner Deutscher Gewerkfchastsbund, Ortsausschuß Berlin Allgemeiner freier Angestelltenbund, Oriskariell Berlin Allgemeiner Deutscher Beamtenbund, Bezirksausschuß Berlin Die Mainiederlage der KPD. Die Methoden des AaarchosyndikalismuS. Die Kommunistische Partei hat eine schwere Nieder» läge erlitten. Sie hat in Verlin versucht, die„revolutionär Unorganisierten� gegen den festen Block der organisierten Arbeiterschaft zu führen. Sie hat bei den Betriebsrätewahlen das Spiel der Unorganisierten gespielt. Sie hat sich der Hoffnung hingegeben, nrit den unorganisierten Mitläufern revolutionäre Gymnastik treiben zu können. Sie wollten am 1. Mai in Berlin die Probe aufs Exempel liefern. Dieser Versuch ist jämmerlich gescheitert. Die organisierte Arbeiterschaft Berlins hat in würdigen und disziplinierten Riesenkundgebungen den 1. Mai gefeiert. Die Demon- strationen der Kommunisten sind klägliche Versuche geblieben. Weder die organisierte Arbeiterschaft, noch die Massen der Unorganisierten, auf die sie hofften, sind ihrem Rufe gefolgt. Lediglich klein« Züge von wenigen Partei- kommunisten, Halbwüchsigen und undefinierbaren Gestalten sind auf die Straße gegangen. Nicht, um trotz des Polizei» Verbots in würdiger Form zu demonstrieren, sondern von vornherein in der Absicht, zu provozieren. Die Taktik der revolutionären Gymnastik mit den„revolutionär Un- organisierten" hat die->55 s o l i e r u n g d e r K o m m u- n i st i s ch e n Partei von der Arbeiterschaft offenbart Statt dessen haben die Kommunisten andere Bun- desgenossen gefunden, die am 1. Mai nach Eintritt der Dunkelheit aus der Tiefe der Großstadt emporge- stiegen sind. Mit diesen Bundesgenossen sind die M e t h o- den des A n a r ch o f y n d i k a l i s m u s in die Tat um» gesetzt worden. Gewalt um der Gewalt willen! Gewaltsame Angriffe gegen die Polizei. Barrikadenkampf in einigen Grahttcifett— nicht mit«hreflt politischen Ziel, sondern rtvx um des Kampfes mit der Polizei willen, chier tritt vor der gaqzsn Arbeiterschaft zur politisch gewertfchaftlichen Niederlage die m o r al i f ch c Niederlage der KPD. Sie hat litngst den Boden vcriasien, auf dem die deutsche Arbeiter- Bewegung kämpft, sie hat sich jenen Methoden des Anarcho- iyndikalisnms zugewandt, die die deutsche Arbeiterschaft w i e die Pest gemieden und auf das heftigste bekämpft hat. Der Erfolg dieser kommunistischen Taktik, das sind die Toten und Verwundeten, die in der Nacht nach dem"L Mai auf dem Pflaster lagen. Sie kommen auf das Haupt der kommunistischen Führung, auf das Haupt jener Oberen der kommunistischen Bewegung gu Moskau, die bewußt den Kurs der kommunistischen Internationale ins Anarchosyndi kalistv'che berumgeworfen heben! Der Blutmai von Berlin— das Ist das größte Der brechen, das die Kommunistische Partei seit dem Hamburger Ausstand auf sich geladen hat. Nichts hat die heutige Si- ruation gemein mit jener Situation von 1923! Aber heute regiert nicht wie vor Jahresfrist der Bürgerblock, sondern eine Koalition, in der die Sozialdemokratie führend ist. Gegen diese Koalition und vor allem gegendieSo zialdemokratie, gegen die ruhige Entwicklung in parlamentarisch-demokratischen Formen richtet sich die revo üuionäre Gymnastik der Kommunisten. Mit jubelndem Bei fall begrüßt die rechtsradikal« Presse diese Enthüllung der kommuiiistifchen Absichten. Es Ist wie ein Symbol, daß die Deutschnationalen sich im Reichstage am Donnerstag bei der Abstimmung üb�r die frivolen kommunistischen Anträge der Stimme enthielten! Die Presse der Kommunisten tobt gegen die Sozialdemokraten in der Regierung und mit ihnen tobt die d e u tj ch n a t i o n a l e Presse:„Die Sozial demokratie ist schuld, Zörgi«bel, der Palizeipräsident von Berlin muß fort!* Die Front ist klar. Hinter dem Der brechen der Kommunisten erhebt sichdieHoffnung der deutschen Faschisten! Die Kommunistische Partei hat bewußt den Dlutmai von Berlin herbeigeführt. Sie hat mit verbrecherischen Mitteln, mit Uebersällen und Morden an Andersgesinnten das De monstrationsverbot provoziert. Sie hat das Demonstration?- verbot gebraucht, um ihre Anhänger in blutige Konflikte mit der Polizei treiben zu können. Sie provozieren, weil sie auf die Illegalität hoffen, die sie vor dem politischen Bankrott retten soll, dem si« im Rahmen der Segaütät auf die Dauer«ntgegengehen müsien. Die Straßenkämpfe in Berlin waren keine zufällige spontane Aktion, sie waren ein von langer Hand systematisch vorbereiteter Aufruhrversuch? Die Schuldigen, die die Toten und die Verwundeten auf dem Gewissen haben, so gut wie die langen Gefängnis- und .�.uchlfmusstraftn. denen die Verhafteten entgegensehen, sie schreien heule. Bluthunde'' gegen die Sozialdemokratie, sie sprechen von Mürderbanden der Polizei, von Mördersnzial demokraten. Die tiefste innere Verlogenheit und Verworfen heit sprüht au? diesem Geschrei! Sie hetzen gleichzeitig zum politischen Massenstreik. In Hamburg und im R'u h r- gebiet hoben sie kleine politische Teilstreiks entfacht. In Berlin verbrsitete ibre Leitung am Donnerstag«inen Aufruf zum politischen Massenstreik. Sie rollen den vorge« faßten Plan ab. Erst Provokation, dann Maflenstreik wegen der Folgen der Provokation.' Ihre Arbeit wird ibnsn mißlingen. Auch der Versuch, einen politischen Massenstreik her- norzurufen, wird zu einer schworen Niederlage führen. Die organisierte Arbeiterschaft wendet sich mit Abscheu von dem organisierten kommunistischen Verbrechen ab. Und die Unorganisierten hüten sich, ihre Haut für die Provokateure Xit �TKvirft/d«it irnttanl Wieder Straßenkampf in Neukölln Drei neue Todesopfer der kommunistischen Verhetzung. zu Markte zu tragen Die kommunistischen Hoffnungen auf einen allgemeinen Aufstand sind ebenso eitel wie die faschistischen Hoffnungen auf rechtsputichistische Abenteuer mit Hilfe der kommunisti- schen Provokation. Diese Versuche werden scheitern vor allem an der Festigkeit und Geschlossenheit der organisierten Arbeiterschaft. Mit anarcho- syndikalistischen Abenteuern und mit den Methoden des Locksptizeltums läßt sich die Geschlossenheit der organisierten Arbeiterbewegung nicht brechen. Bald werden wir wieder >n den Kreijen der Schuldigen die Diskussionen darüber hören, wer die Schuld an der Mainiederlage des Jahres 1929 trägt! Aber die Stetigkeit der demokratischen Entwicklung, die Vorwärtsent w icklung der organisierten Arbeiterbewegung im Rahmen des demokratischen Staates ist zu kostbar, als daß derartig verbrecherische Abenteuer geduldet werden könnten. Kampf dem organisierten kommu- nistischen Verbrechen-, das ist die Schlußfolgerung. die die organisierte Arbeiterschaft aus den Ereignisien von Berlin ziehen muß und ziehen wird. aus „Weg mit dem Legalitätsfett!" Kommunistisches Bekenntnis zum Putschismus. Die politischen Absichten der Kommunisten gehen ihrer Parteilitcratur für ihre Funktionäre hervor. Wir finden in Heft 4 des.Kommunistischen Partei« arbeiter' einen bezeichnenden Artikel. Unter der Ueber- fchrift„Weg mit dem Legalitätsfett" heißt es darin: „Alle Maßnahmen zur Sicherung der Partei» ihrer Andres und Kainpftnethoden, sowie oller anderen revolutionären Organisationen sind unverzüglicb durchzuführen. Das fordert das Zentralkomitee der.APD. von der Parteiorganisatioir. Wie sehr diese Austordcrung berechtigt ist, wie leichtfertig und unverantmnrt- lich in der Organisation bisher das Sichcrheitsproblem behandelt worden ist,. das zeigen dl« Neiträge, die nur unter der Rubrik „W eg mit dem Legalitätsfett' bringen. Hier muß schärfst« Selbstkritik einsetzen, die ajif keinen Fall auch vor den führenden Funktionären zurückschrecken darf, wenn dies« leichtfertig gebändelt haben. Im Gegenteil, gerade solch« Genossen müssen viel strenger beurteilt werden, mie ein gewöhnlicher Partei- arbeiter oder«in unerfahren«? Mitglied. Di« Gefahr der Jlle- galität der Partei rücht immer näher, und es ist höchst« Pflicht, aus den Erfahrungen und Lehren von 1923 die nötigen Schlllsi« zu ziehen."» Aus diesen Sätzen leuchtet her Wunsch hervor, die den treibenden Elementen der Kommunistischeu Partei lästige Legalität abzuwerfen— das soasnonnte Legalitätsfett— und w'eder zur Illegalität, zu den Methoden von 1923 zurückzukehren. Hier ist der Beweis, daß systematisch die Kommunistische Partei neue putschistische Abenteuer mit blutigem Ausgang vorbereitet! Während in den gestrigen Abendstunden zwischen 19 und ZI Ahr in Zlenkölln ziemliche Ruhe herrschte, kam es nach 22 Ahr eruenl zu Straßzakrawalicn in der Umgebung der Ziethen Steinmetz- und Hermannstraße. Die pollzei mußte einen Panzerwagen einsetzen, um Herr der Lage zu blsden. An einigen Stellen wurden zwischen Polizei und Demonstranten Schüsse ge- wechselt, wobei es mehrere Verletzte gab. So wurden der Arbeiter Gustav Lorenz aus der Ewser Straße, die ölljäh- rige viargarete?! a p i w o tz k i au» der Vrano-Lauer- Slraße und der 3SZähr!ae Karl Stellbogen ans der Ziethenstraße 61 durch F u ß fch ü f fe verletzt. Sie wurden durch Wagen des städtischen Rettungsamles m das Urban- und in das vnckower Krankenhaus übergeführt. Uns wirb von einem Augenzeugen berichtet: In den Nach- Mittagsstunden hatten sich in der Hermannstraß« wieder größere Trupps zusammengerottet, dl« anfänglich von der Polizei leichtauseinandergetrleben werden lonntem Um 21 Uhr hatten die Rowdys in der Hermann., Ziethen-, Handjcry. und Sel- chower Straße die Straßenbeleuchtung demoliert. Das gan.-e Stadtviertel lag völlig im Dunkeln. Im Schutze der Dunkelheit sammelten sich die zerstreuten Aufwiegler wieder und oersuchten, die Polizeiautos und einzelne Patrouillen zu überfallen. Die Polizei mußte schließlich einen Panzerwagen einsehen und Zlloschincngewehre zu Hilfe nehmen. Um 22 Uhr schien wieder alles ruhig zu sein. Die Polizei patroullierte noch einige Zeit und rückte um 23 Uhr ob. Sofort waren die Straßen wieder übersät von einer johlenden Menschenmenge, die sich nun daran machte, die Holzbohlen in der Hermannstraße und ander« Materialien für den Ü-Bahnbau an der Selchower- Ecke Hermannstraße zu einer Barrikade auf» zubauen. Sogar di« großen Eisenträger wurden heran- geschleppt. Zu einer Stund« Arbeit hatte die Barrikade bereits soweit au Ausdehnung gewonnen, daß nicht uur der gesamte Straßen-, sondern auch der passanteuverkehr völlig lahmgelegt wurde. Di« Barrllade geht über die gonge Breite dtt Straß« irnd ist etwa zwei Meter hoch. Auch am Wedding und im Offen. Um Alttiernacht hatte« sich iu der üösliaer Straße aus dem ZVeddiag und in der Paul. Singer. Straße im Osten große Menschen- mengen angesammelt, die von der Polizei nur sehr'schwer zerstreut werden konnlc«. Durch Schreckschüsse und Elnseheu eines Panzer- wogens wurden die Masten in die Seitenstraßen abgedrängt. Es soll noch weitere Verletzte gegeben haben. Weitere Kämpfe nach Mitternacht. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, dauern die Straßenkämpse in Reukölln nm Mitternacht noch an. Straßenbahn, llntergruadbahu und privat- verkehr wurden polizeilich gesperrt. Der Einsatz eines Panzerwagens sicherte der Polizei bald erhebliche Ueberlegenheit gegenüber den Aufruhrern. Die nächtlichen Zusammenstöße haben ein neues Todesopfer— nach unbestätigten Meldungen sogar drei Tote— sowie zahlreiche verletzte gefordert. Aus Reukölln erfahren wir weiter: Ein Leutnant der Schutzpolizei war mit feiner Abteilung über eine Stunde in dem Haufe Hermannstraße 209 von Kommunisten eingeschlossen und in einer sehr bedenklichen Sikuakion. da bei jedem Versuch, das Haus zu verlassen, den veamtcn ein prasselnde« Feuer von den umliegenden Dächern ent- gegenschlug. Durch einen Zufall halle bis jetzt die Polizei trotz Gejchohhagel« keine Verletzten, doch sind 1 4 K a- r a b i n e r dadurch unbrauchbar geworden, daß sie in den händer der Beamten zerschossen wurden. Weitere Einzelheiken fehlen zurzeit noch. Oer entfesselte Bürgerschreck. Die Reaktion wittert Morgenlust, sie kehrt sich gegen die Sozialdemokratie. unter der Würde jede» anständig«» „Fort mit Zörgi«b«l!'— welches Blatt überschreibt so seinen SeitortiM?— Di«„Rate Fahne'?— Nein, di«„Deutsche Zeitung'. „Die Sozialdemokratie ist schuld'— dies« Ueber- schristszeile wählt ein Nachmittagsboulevardblatt. Gewiß die„Welt am Abend'?— O nein, hie Hugenbergsche„Nachtausgabe'. Dia Rechte hat bereit» ihr« Parole erholten. Der Kommunisten- klamauk muß politisch ausgewertet werden. Nicht etwa gegen di« Kominunisten,— die sind ja die besten Helfer und Zu- treiber der Reaktion.— fonbern gegen die Gozial- d« m o t r a t i«. als di« Hauptträgeri» des republitanisch-d-uno- kratischen Staatssysrems! Zu diesem Zweck ist jedes Mittel recht: man cmfesfelt den Bolschewistensckreck, aber leistet gleichzeitig d«n kommunistischen Bundosbrüdern geflisteotlich Hilfsftellung. Nur so ist es zu erkläre», wenn Herr Dr. Otto K r i e'g k, weiland der journalistische Wahlmacher des Bürgerblocks bei der Hindenburg- Wadl, im Hilgenbergschen„Tag' schreibt: „Die Sozialdemokraten lenken«iu. Sie geben nach,»er- suchen die Kommunisten an Hetze zu übertreffen, aber es nutzt nicht viel... Die Führer der Sozialdemokratie fürchten, daß sie weiter unterliegen... Man wagt es nicht, noch einmal mit den Kommunisten am 1. Mai zu kon- kurrieren. Darum verlangt man das Verbot der kommu- nistischen Straßendenwnstrationen." Herr Dr. Kriegt lohnt es. wie man sieht, den Thälmännern mit mohrer Dankbarkeit, daß st««inst seinem Kandidaten Hivdenburg auf den Präsidentschafrsstuhl verholfen haben. Seine Unterstellung über die angeblichen Gründe des Demonstrationsverbots ist«in Musterbeispiel jener Sorte Journalismus, mit der sachlich sich auseinanderzusetzen Menschen ist. Im gesinnungsverwandten..Lolal-Anzeiger' oerküribet Herr Rudolf Brandt dem ängstlichen Spießertum im Kasiaadroton, daß Deutfchlaich„in der Ksrenski-Epoche' stehe: kommunistisö der Ä e r en„_______. man aus der Geschichte des Bolschewismus. Ist diese Folgerung übertrieken? Ja braucht man noch stärkere An- zeichen? Barrikadenkämpfe am Webding und in Neukölln... Wenn diese Probemodilmachung der Kommunisten gestern nur an einer Stelle wirklich siegreich gewesen wäre? Dann hätte es keinen Sinn mehr, über oie Kerensti-Epoch« zu schreiben, wir hätten sie dann bereits hinter uns. Während hier d!« kindische Revolutionsspielerei der kommunisti- schen Strategen b«»iigt wird, um die schlotternd« Bürgerangst hoch- zupeitschen, entleert die„Deutsche Zeitung' die Schale ihres Zorns über di«„Schlappheit' der Polizei: Die Polizeimannschestsn mußten warten, bis sie... angegriffen waren. Cr st dann ss!) durften sie sich ihres Lebens wehren... E? ist ein S k a n d a l, daß in solcher Art da» Leben der Beamten aufs Spiel gesetzt wurde. Während die Kornmunistenpmsse nach Zörgiebel? Rücktritt schreit, weil er nicht die tommumstisäzen Barrikaden hat stehen lassen, oerlangt die„Deutsche Zietung', daß der Polizeipräsident wegen der geübten Zurückhaltung der Polizei„schnellstens und rücksichtslos zur Nechenschoft gezogen' werde. Dos nationalistisch-kommunistische Zufammenspiel steht wieder eimnal in höchster Blüte. Die Maifeier im Ausland. Giegesmai in OSnemark. Sopenhagea. 2. Mai.(Eigenbericht.) Der 1. M a i wurde in ganz Dänemark trotz des ungünstigen Wsst-rs durch groß« Bollsyersammlungen und Straßenumzüge ge- eiert In Kopenhagen, wo seit mehreren Jahren zum ersten Male wieder ein Umzug veranstaltet wurde, demonstrierten etwa 1 00000 Arbeiter. Änschließepd fand eine große Volkever- sammlung in einem öffentlichen Part statt, bei der u. a. auch Ministerpräsident S t a u n i n g sprach. In allen Versammlungen wurde ein gleichlautende Resolution gefaßt, in der in Uebereilffttounung mit der Arbeiterinternationale die Abrüstung, verbessert« soziale Gesetzgebung und der gesetzlich« Achtstundentag gefordert werden." Imposanter Verlauf in Holland. Amsterdam. 2. Mai.(Eigenbericht.) Das diesjährjg« Maifest der Amsterdamer Sozial- demokratie fand in dem Riesenbau de» neuen Stadions statt, wo sich trotz des kalten Wstter, mehr als 25 000 Personen eingefunden hatten. Anschließend formierte sich ein gewaltiger Festzug. Auch in anderen niederländischen Städten nahm die Meisei«? unter sehr starker Beteiligung«inen guten Verlauf. Zusammenstöße in Warschau. Warschau, l. Mai.(Eigenbericht.) Dl« Polnische Sozialdemokratie begnügte sich mit Versammlungen, um der Polizei jede Handhab« zum Ein. greifen zu nehmen, nachdem der ll Mai des vergangenen Jahres mehrere Todesopfer gefordert hatte. Di« Enffchließungey betonen, daß die Polnische Sozialdemokratie enffchlölsen sei. die Demokratie und die Volksvertretung zu verteidigen. Außerdem wird verlangt: Staatliche Produktionskontroll«, Altersversicherung, Einhaltung des Achtstundentages usw. Die kommunistischen Demonstrationen hatten Zusammenstöße mit der Polizei. Zwanzig Personen wurden zum Teil schwer, zum Peil leicht verletzt. Die Polizei nahm zahlreiche Per- Haftungen vor. Litauisches Dementi. üowno. 2. Mai. Es herrschte gestern Ruh« in ganz Litauen. Ein Kundgebung?- oersuch in Äowno wurde im Keim erstickt. In einigen Orten wurde versucht, rot« Fahnen zu zeigen. 63 Verhaftungen wurden vorgenommen. Keine Zusammenstöße, weder Tote noch Verletzt«. Maifeier in Japan. Tokio. Z: Mai.(Eisenbericht.) Die Maiseiern in Tokio sind durchaus sriedllch verlaufen. Im Hofen von Kode beteiligten sich zum ersten Mal« auch Seeleulc an den Demonstrationen. Die Behörden hotten zur Aus» rechterhaltung der Sicherheit»mkangretche polizeiliche Schutz maß- nahmen getroffen. Moskauer Defehle auch für die pariser Maifeiern. Varls, z. Mal(TTl.) Am Denuerslag befahle sich der Ministerrat mit Haus- halkssrogen der einzelr-en Mimstcrian und mit lausenden Aug«. lezeuhetten. Nach Vmlasscu des Ministerrakz erklärte Hauen. minister Ta r d> ev zu den Verhaftungen anläßlich der Mai- frier. Moskau habe den Konuuuuiflea In Berlin und Paris bestimmte Anweisungen zugehen lassen, von denen die französische Regierung seil sechs Wochen kear.kuls gehabt habe. Ans diesem Grunde seien die Verhaftungen al» Vorsichksmohvahme erfolgt. Reichskanzler Genosse Hennann Müller erlitt im Lauf« de? gestrigen Tage» einen neuen Anmll seines Leberleiden» Man darf hoffen, daß die von den Aerzten angeordnete Bettruhe ihm baldige Wiederherstellung bringt. Meldung in Moskau. ,Vefehl ausgeführt!" Neue Lage in Paris? Schacht zurückgekehrt.- Owen �oungs Kompromißvorschlag. Varl«. 2. Mai.(Signtberi#.) Zteichsbankpräsident Dr. S ch o ch t ist am Donnerstag nachmittag nach Paris zurückgekehrt. DI« Mitglieder der deutschen Delegation sind ihm bi» an die Grenze entgegengesahren. Dr. Schacht hatte gleich nach feiner Rückkehr ein« Besprechung mit dem amerikanischen Vorsitzenden Owen Poung. Di« Konferenz ist, nachdem man bereit» mit ein«m endgültigen Fiasko gerechnet hatte, noch einmal, freilich nunmehr zum letzten Male, vor einem entscheidenden Wendepunkt an- gelangt. In weniger al» drei Tagen wird man darüber im klaren (ein. wie sie sich«nischieden hat. O w« n P o u ng hat die Ruhezeit der letzten Woche zu einer intensiven Tätigkeit benutzt und versucht noch in letzter Stund« seiner Vermittlung« aufgäbe gerecht zu werde». Der von ihm ausgearbeitete Vorschlag läßt die deutschen Jahreszahlungen in einer niedrigeren Höh« beginnen als es die Alliierten gefordert hatten, und auch langsamer ansteigen. FranzS- sisch« Blätter berichten von einer Aafangeannuität von 1,7Z0Miklion«n,die in 1l) Jahren auf 2 Milllarde» ansteigen sollt«, lindesten sind einig« Modifikationen an dem Proejkt ange- bracht worden. So, wie«» sich setzt repräsentiert, würden die deutschen Jahreszohlungen erst nach 12— 12 Jahren die ominös« 2-Milliarden-Grenze erreichen. Die Gesamthöh« der im Borschlag Owen Poungs vorgesehenen Forderungen bleibt frei- lich um nicht viel mehr als 100 Millionen hinter den alliierten Rechnungen zurück. Bei der Dewertimg der Ersolgsausstchten der jetzigen OTmi- gunzsoersuche ist immer noch zu übertriebenem Optimi«- mvs keinerlei Anlaß vorhanden. Ein wichtiger Umstand ist freilich zu verzaichnen: Die Franzosen zeigen sich seit kurzem den Verrnittlungsbetnühungen der Amerikaner gegenüber zu» gänglicher. Je näher der Termin de« endgültigen Ausein.( andergchens der Delegierten heranrückt, und je mehr sich die Bov» Wirkungen des etwaigen Fiaskos auf den internationalen Geldmarkt zu zeigen beginnt, desto bedenklicher scheint hier die erst jetzt in ihrer ganzen Größe erkannte Gefahr einer Rückkehr zum Dawes» Plan zu stimmen. Dies alles kommt in der Presse freilich mehr in der verscheierten Form taktischer Stellungnahme zutage: Alan lockt oder droht. In jedem Fall« wendet man sich jetzt energisch gegen eine prooi» sorische Lösung, um auf die deutsch« Delegation einen Druck äuS» zuüben. Die deutsche Delegation wird die jetzig« Lage mit Ruhe prüfe» muffen. Ob der»Petit P a r i s i e n* erklärt, bei einer Annahm« der Zweimilliardenannuität durch Deutschland sei die Situation zu retten, und ob der.Temps' am Donnerstagabend schreibt, die Alliierten müßten an ihren Forderungen festhalten, und Kvnzes- sinnen konnten wir in bezug auf die Zahlungsmodalitäten gemacht «erden— ob die Preffe etwas optimistischer oder etwas pessi» mistilcher sich verhält: Immer wird es auf die nüchterne Prüfung der Frag« ankommen, ob Deutschland das von ihm Gefordert« leisten kann oder nicht. An den eisernen wirtschaftlichen Notwendig« leiten, die dar Frag« zugrundeliegen, vermag das Auf und Ab der Pariser Stimmung sicher nicht» zu ändern. Ein« Hauptschwierigkeit, auf die wohl hingewiesen werden muß, bietet schließlich noch die Frage der K o m m e r z i a l i s i e» rung der vom Transfer freizugebenden Summe. Während die Franzosen, die an einer raschen Kommerzialisierung großes Jnter- effe besitzen, 700 bis 800 Millionen jährlich freigegeben wissen wollen, hat Dr. Schacht bisher nur in ein« Freigabe bis zu 4S0 Millionen eingewilligt und auch diese von Bedingungen a b hän» gig gemacht, deren Diskussion von der Gegenseite entschieden ab» gelehnt wurde. Schon diese Differenz allein würde genügen, um die Möglichkeit einer Einigung auch weiterhin skeptisch zu beurteilen» Mörder klagen über Mord! Heucheln Entrüstung und tragen sich in die Diätenliste ein. Die KPD. hat Moskau die bsstelltsn Leichen geliefert, sie liefert dazu natürlich auch die von Maskau bestellte Eni» rüstung. Das war ja der Zweck des von ihr in Szene gesetzten" Arbsitermordes, daß man nachher die Sozial- demokraten Ärbeitermörder schimpft. Herr Pieck, glücklich, so mancher Gefährdung seiner politischen Existenz vorläufig entronnen zu sein, besorgte gestern im Reichstag dieses Geschäft mit voller Lungenkraft, trotzdem verstand man ihn kaum, weil das Geheul seiner Fraktionsgenossen seine Stimme übertönte. Sichtlich bestand der Plan, im Reichstag«ine Schlägerei zu inszenieren. Da sich die sozialdemokratische Fraktion auch durch die tollsten Schimpfworte nicht aus der Fassung drin- gen ließ, wurde plötzlich auf den Genossen Künstler aus den rückwärtigen mit Kommunisten besetzten Bänken ein dickes Aktenbündel geschleudert. Künstler, in den Nacken ge- troffen, sprang auf, wurde aber sofort von besonnenen Ge- nossen aus der Gefechtslinie gebracht. Piecks Vorschlag, sofort«inen kommunistischen Antrag auf Aufhebung des Demonstrationsverbots zu beraten, fchei- rerte an dem Widerspruch von rechts. Ein Antrag G c ich k«, die Sitzung aufzuheben, wurde abgelehnt. Wieder Geheul und Gefchimpf. Nun verkündet Stoecker den allgemein be> grüßten Beschluß der Kommunisten, sich an den weiteren De- ratungen des Reichstags für diesen �ag nicht mehr zu be» teiligen. Noch muß sich die arm« Internationale«w« Schändung gefallen lassen— unter ihren letzten Klängen ziehen die Radaubrüder aus dem Saal, um sich noch eilig st in die Diätenliste einzutragen und dann gänzlich zu verschwinden. Töte liegen in der Leichenhalle, Verwundete stöhnen in den Krankenhäusern— die Kommunisten, die das alles an» gerichtet haben, protestieren dagegen, indem sie eine Reichs- tagssitzung schwänzen und zuvor noch eiligst ihre 2Z M. Diäten retten. Lachend ziehen sie ab. T h ä l m a n n und Münzen- b e r g werden von einem sozialdemokratischen Abgeordneten in echter Empörung zur Rede gestellt.„Verrücktes Frauenzimmer!" ist die Antwort. Verrückt in der Tat, wer nicht sieht, baß das alles nur eine elende Schmierenkomödi« war. Aach der pwvokaiion Gtreikhehe! In Homburg. Hamburg. 2. Mai.09 Mann nicht«ingssahren. Am Zechentor sind Anschläge an- gebracht, die zum Teil falsch« Angaben enthalten. Es wird von 100 Toten usw. berichtet. Auf den Zachen Jacobi in Oberhäuten und Vereinigte Welheim in Karnap wurde versucht, die Belegschaft nan der Anfahrt zurückzuhalten. Die Belegschaften sind indessen vollzählig eingefahren. Aus Dereinigte Welheim wurden drei Rädelsführer verhaftet und von der Zeche entlassen. Tendenzmache für Schulz. Ein notorischer Lügner ol- Schwvrzenge. In welcher Weise die hinter den F«m«mördern stechenden Kreis« kür Schulz und Konsorten Stimmung zu machen suchen, zeigt di« nachstehende Tendenzmeldung der.siug«nb«rgschea Tele- graphcn-Unioru Wie von zuverlässiger Seite mitg«teilt wird, hat Oberleutnant Fuhrmann die Aussage des Unteroffiziers Fahlbusch bestätigt. daß dieser d«n Feldwebel Wilms lediglich als Soldat tu Ausführung s«i» es Befehls getötet Hab«:«r decke damit seinen alten Untergebenen in aller Form.(Es handelt sich um den bekannten Fall Wilm», in dem Oberleutnant Schulz nach Meinung weiter Kreise unschuldig zum Tode verurteilt wurde. Don Oberleutnant Fuhrmann muß man wissen, daß«r bis zum dritten Verhandlungstag entrüstet jede Bekeillgung au der Ermordung de« Vilm» bestritte» und sich«in Alibi zu verschaffen gesucht hat. Als ihm dies miß- glückte, rückt« er dann am dritten Tage mit einem Geständnis" beraus. wonach er zwar mit dem Mordanto mitgefahren, aber nicht an der Gnnordung des Wilms beteiligt gewesen fein wollte. In diesem„Geständnis* schob Fuhrmann all« Schuld an der Erniordung des Wilms auf di« b«iden Flüchtigen, auf den Hauptmann Gutknecht und— F a h l b u s ch t Das Schwurgericht erklärte in seiner Urteilsbegründung denn auch diese Aussoge des Fuhrmann für«In reines Zweckgeständni» und Zuhrmanu selbst sür völlig unglaubwürdig! Jetzt— bei wiederum veränd«rt«r Situation— gibt Harr Fuhrmann sein« dritte Zweckdarstellung, und Hugenbergs Telegraphen-Union verbreitet si« als wichtiges Moment, obwohl Fuhrmann NU» schon zweimal nachweislich gelogen hat. Dasselbe Ncchrichtevbureau wagt«g, von dem Glauben weiter Kxeis« nn die Unschuld des Schulz zu reden, des gleichen Oberleut- nants Schulz, den Fahlbusch jetzt auf das bestimmteste der An- stistung im Falle Brauer beschuldigt! KrawaN m Draunschweig. Natiovalsoziolistea gegen Reichsbannerieuie. B raunschweig. 2. Mai.(Eigenbericht.) Nach einer unerhört provozierenden Red« des völkischen Reichstagsabgeordneten Gottfried Feder kam es in Braun- schweig in einer großen öffentlichen Lerjcmnnlung der Nationalsozialist«, zu gewaltigen Ausschreitungen. Die Der- jammlung war von mehr als 100 Reichsba»»erl«uteg besucht worden. Feder sucht» die Reichstmnnerlente zu reiz«». sprach von dem Reichsaußemninist«? als dem„sauberen Gustav*, nannte di« Republik einen„Sau st all", sprach von sozialdemokratischen Redakteuren als Schweinen und sagt« wie- derholt:„Wir hass«n diesen Staat*. Als er über zwei Stunden lang gehetzt hatte, wollten di« Reichsbannerleute nun auch«in«» Diskus- sionsredner hören.(Ihr Ortsführer Dr. med. Lud« war bereits gemeldet.) Plötzlich kam es auf der Galeric zwischen einzelnen Leuten zu einem Streit. Da der ganz« Saal sich erhob, um zu sehen, was aus dem Streit werden würde, wurde plötzlich von der Bühne aus. auf der Feder und der braunschweigische Landtagsabgeordnet« Groh standen, mit einer Schlauchleitung Wasser mitten in de» Saal gespritzt. Nun entstand ein« furchtbare Schläger««. Di« Haken kreuzler(unter denen sich viel« ehemalig« Rot- frontkämpfer Hefanden) griffen zu Stuhlbeinen und Bier» gläsern. DI« Reichsbannerleut« wehrten sich. In dem Saal, in dem sich zu Beginn des Kampfe» noch etwa 2000 Personen befanden. entstand«ine Panik. Mehrere Personen wurden oerletzt. Zurzeit stnd noch drei Sanitätswagen damit beschäftigt, die Verletzten fortzuschaffen.___ Rebellion gegen Hugenberg. Oevtschaationaie Handlungsgehilfen in Sachsen stimmen nicht für die Öeutschnationalen Die Zersetzung der Deutschnatwnolen Partei greift weiter um sich. Di« Deutschnatianal« Pressestelle t«Ut mit: „Der Deutschnationale Handlungsgehilfen- verband. Gau Sachsen, fordert in«inem Rundschreiben an sämtliche Mitglieder, die in der Deutschnationolen Volkspartei mitarbeiten, auf, di« Mitarbeit an den �«beitnehmerfeindlichen* Listen der Deutschnationalen Volksporte! abzulehnen und den veutschnaflanalen Ihn Stimme zn verweigern. Er begründet dies« Aufforderung damit, daß di« DeutfchnaUonalen in Sachsen keine Arbeitnehmervertreter an aussichtsreicher Stesse aufgestellt hätten und daß diese„unsreundhche, im Zula>nn,enl)ang mit der auf den Abbau der Sozialpolilik und die Zerschlagung der So- . ziolversicherung gerichtet« Politik des Parteiführers Hugenberg* steht. Der Gau Sachsen der Deutschnationalen Dollspartei ist eiae Domäne von Hngeuberg und Bang, Tomski muß nach Tomsk! Sowjetregiervng gegen den Gewerkschastsvorsttzenden. Moskau, Z Mai. Der Vorsitzende des sowjetrusstschen Gewerkichaflsbundes, Tomskl, wurde seiner Stellung enthoben. TomsN ist beurlaubt worden und in amtlichem Auftrage nach Sibirien gereist, u« dl« dortigen Gewerkschaften zu„studieren". Diese Enkseadnnz wird, da Tomskl der Rechleopposition angehört, al» Verbannung angesehen. Tomski soll im Lause dieser Mache tu Tamsk eintreffen. Neue Schwierigkeit in Genf. Amerika vnterstüht einen deutsch-russischen Antrag. Auf der Genfer Abrüstungxtagung zeigten sich gester« Met- nungsverschiedenheiten innerhalb der Mehrheit über die Frage, in welchem Maße Kolonialtruppen und Luft, truppen in den Berechnungstabellen berücksichtigt werden fallen. In dsr Nachmittagssitzung trat sodann wieder eine wichtige Wendung ein, al« Amerika« Vertreter G i b s o n bezüglich des lagernden Kriegsmaterials erklärt«, daß er den französisch«» Vorschlag einer Beschränkung dieses Materials lediglich durch budgetäre Streichungen nicht gutheißen könne, sondern di« deutsch-russisch« Form«! einer direkten Beschränkung unterstützen müsse. Den gleichen Standpunkt vertraten di« Regierungen Hollands und Schwedens, mährend Eng. land seine Stellungnahme zu diesem Punkt bis Freitag perschob. Infolgedessen ist di« Front der sich bisher ganz nach de« französischen Wünschen richtenden Konferenz erschüttert, und man bezweifelt jetzt, ob es gelingen wird, die Konferenz bereits am Sonnabend, wie ursprünglich beabsichtigt, zu End« zu führen, Die Gewerbesteuer. Der Ständig« Ausschuß des Preußischen Landtage« nahm a« Donnerstag nachmittag die von der Staotsregierung erlassene Rot» Verordnung über di« Gewerbesteuer mit IS gegen 1t Stimmen an. Der deutschnationale Abgeordnet« Dr. v. Winterfeld bezeichnete da» Vorgehen der Staatsregierung als versoffungswidrig und erklärt«, daß fein« Fraktion die Entscheidung des Staatsgerichtshofes herbei. führen werde, Balkonpflanzen Abt. 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PU. 0.12 o,. holländischer, AIR Salat großer Kopt 0.15 Rhabarber hon. rtund 0.42 Grüne Gurken8'*; 0.45 an Tee Ceylon ll.... 1.25 Indien......1.55 China...... 1.70 Ceylon..... 1.85 Darjecllng... 2.00 Gaskocher Gaskocher! � 8.50 an Gaskocher— �uoVnn oopp.lt« SporbruiMr fcW«UU Gaskocher«*»«namier«. au»* 38.00 4 Loch 45.00 GaShOfdO van emanttert. a Koduttli.n on Ort und Bratofea wU.UU 4 Koehatallni 100 OO und Bratoiaa ItlU.UU Teilzahlung Mr Gaaabnehmer der Berliner Stldtladzea Gaswerke Kalbskamm u. Brust Pf«d 0.76 Kalbsnierenbraten..Pfmd 0.86 Kalbskeule 9e,tikS 0.95 Schweinebauch LiuS.'pfaS 1-10 Sdtweinekamm 1.15 Schweineschinken Pfo«d 1.18 Liesen ptd. 0.70 Gehacktes 0.75 Rinderkamm u. Brust pu. 0.80 Gulasch 0.85 Querrippe 0.75 Schmorfleisch Llä�ptoS 1.00 Schmorfleisch<""" 1.22 Kaßler, Speer u. Kamm 1.30 Kalbsschnitzel. Pf e«, Rinderkamm u. Brust Pfd. 0.76 Hammelvorderfleisch Pfd. 0.94 Wurstwaren Sülz- u- Dampl wurst 1.00 Rotwurst..•.Pimid 1.00 Landleberwurst pb- 1.20 Fletschwurst. Pfund 1.20 Jagdwurst..• Pfand 1.45 Mettwurst l.45 Schinkenpolnische 1.60 FUetwurst... Pfund 1.60 Zervelat u. Salami. 0A holatalaladM. Pfund l-v" Feine Leberwurst pm. 1.80 Teewurst.... Pfund 1.80 Speckfett. Pfd. 1.15 magar 1.45 Schinkenspeck Pfund 1.95 Nußschinken»W 2.15 OftiMB. UsidMw Mr. Kwltmitc Knoblauchwurst Pfd. ILO Bierwurst. Pttm-i 1 60 Landmettwurst pom»- 1.60 IMf alr, Ptiu rar<1 n 1922 Chdt La Grölet aabr»Illflgaz Bordeaaz.) 1926 Niersteiner Berg tiu-iiflg. kernig........ 3 empfehlenswerte, saftige 192t er Kreszenzen: 1921 M6doC Wachsrum Leprt, kralliger Bordeaux.... 1921 Guntersblum er Autentof 1921 Neumagener Wispelt Wach3'um.f,"hu'gg-Mo.ai 1928 Malkammerer Pta zwcin, vom f a»...... uier Fruchtschaumwein mit Steuer und Flasche....... Cn�rlnl.f�iiv'F.*. feiner Traubensnkl, Fisschcna8rung. 2>peziai-v�uvee s ener und f ia9Ch, H-e/o nnd Spirituosen vom Faß zn Extrapreisen Konfitüren Apfelsinen- u- Zitronen Schritte....... Pfund 0.90 Gelee- Hlmbeer. Pf» 0.90 Elsbqnbons•.. Pfund 0.80 Gold- Bonbons qj- q 2q Messlna-Drops Pfund 0.80 0.80 85 lio Iso . 1.80 1.80 2.00 2.30 1.25 1.30 4.00 Fische Kabeljau 0.12 0.22 Filet von Kabeljau Pfu»t 0.22 Bratschollen....... Pf°«f 0.25 Schellfische....... Pfund 0.30 Frische Zander..... Pfaad 0.65 Grüne Heringe d«nf»Ae 5 Pfd. 0.88 Lebende Karpfen pfe-d 0.90.» Geflügel junge Tauben..... s«Kk0.90an Puten............ Pfand 1.05-» Enten............ Pf>»<« 1.05 a» Wolgahühner....Pfwvt 1.15« Schneehühner—. sw* 1.90« Konserven Vi Dom Gemüse-Erbsen•. 0.50 Jg. Erbsen 0.70 sehr fein 1.50 QemlschtesGemüse 0.75 Leipz. Allerlei't 0.55 0.95 Karotten lange, klein# 0.80 Karotten gcschniiicn.. 0.48 Teil. Rübchen lg«, kleine 1.20 Tomatenmark Oos» v. 1.65".1.00".0.42 V- 0.23 Pflaumen� 1. 00-'„0.78 Mirabellen VjD. 0.65 1.10 Kaliforn. Aprikosen 1.55 Stachelbeeren zucHtr n Im eigenen Sali, Glas U.öö Gelsardinen iranxe«. 52 Pt Backartikel Ofympia-Mchl........ 5-Pl und-Beutel 1.10 1.18 1.25 Rauhrelf-Mehi............... 5-piund• Beute. 1.25 Auszug-Mehl i«"Vit 0.26 Kartoffelmehl.Pmnd 0.23 Maispuder■..Piund 0.30 Mandeln Pfund 2.20 2 80 Kokosnuß gerespell, Fld. 0.54 Vanillinzucker 5>»» 0.20 Sultaninen"g«. uj 0.65 Rosinen•• piuuu 0.42 0 55 Korinthen• Pmnd 0.62 0.68 Mandello.... Pfund 0.65 Zitronat..... Pfund 1.60 Backpulver 5 veuiei 0.30 Käse u. Fette Camembert vollletf....... große ScJiachlet, 6 Porflonen 0.65 Ramadou halbfett••••... sind« 0.20 Limburger helbfett... Pfand 0.38 0.55 voMett, Pfund 0.90 Steinbuscher halbfett..... Piund 0.55 vo»f.,Ffd 0.80 1.00 Holländer halblen Pfund 0.65 volllett, Piund 0.90 Spelsetalg i-Pid.-Yatei ü.50 Kokosfett l-Plund-Tafel 0.62 1' 4/?— I K-s■. I Margarine Pfund 0.52 0.58 Schweineschmalz I 0.75 | Theater, Lichtspiele usw. 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Ende geg. 10 Doiubt OmnurRn Der Ifaea, der sekea lanee lederte 3 Akte von Edgar Wallace Dtsch. v.Hans Rothe Regie: Helm Hilpert Bühnenbilder: ino t-ium. Kammersptele AI: morden 12310 Vi U- Ende geg. 10 Autgang nur für Herrscbamn Kleine Komödie von Sieglried Geyer Ros«-Thaatei Gr. Frinkf. 81. 132 »tk Übt Dorine □na der Zufa I Lessing-TheatBr Täglich RVi Uhr VIS Fraa das Andern" Otoek. Kßutlar-Th. Vk Uhr Prosit eipsy Öpe ettev.Qilbert Emmy Sturm Frlls ScfanU Theiter am lailenilorrplalz Tägiich 8'/4 dT Cle Manrarder Manen Operette in 3 Akten v. Waller W. Goeire TÄT. Westens «Vi Uhr Ritt Dane. Kammsranger Ben ZU in Friederike Musik von Ltm Thaita-iheater Dresdner Sir. TJ-TJ. » Uhr „Oeiranscb Eröffnung: morgen mum « elegant ist dafür bekannt. S!« erhalten bei mir den gediegenen Hab-Anzug Puletol •der für fr. 125.*.* fs. 138.-' aas prima Stoffen, guten Zutaten o. Verarbeitung. Trotzden Teilzahlung bis 6 Monate. NiistMderel). 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Ihre Namen sind: der SS Jahre alte Kaufmann Louis Fröbius aus der Kolberger Straße 20. der 24 Jahre alte Mechaniker Bruno Seidler aus der Pflugstraße S, der 26 Jahre alte Bauarbeiter Ernst Mai ans der Swinemünder Straße 113. der 33 Jahre alte Buchdruckereihilfsarbeiter Paul Prötnack aus der Triftstraße 68. der 47 Jahre alte einbeinige Albert Beider ans der Prinz-Engen-Straße 23. Frau Klara Strawinski aus der Steinmehstraße in Neukölln. ein unbekannter etwa 33jShriger Mann, dem samt» liche'Zehen am rechten Fuß fehlen. der 32 Jahre alte Arbeiter Max Gemeinhardt aus der Kösliner Straße IS. Außerdem noch der durch einen Verkehrsunfall während eines Demonstrationszuges getötete Otto Gürner aus der Stralsnnder Straße. Die Blutnacht in Neukölln. Von einem Augenzeugen wird uns aus Neukölln ge- schrieti en: Schon am Vormittag des 1. Mai war die Umgebung des chermannplatzes der Schauplatz wüster Tumulte. NFB.-Leute hielten Straßenbahnen an, durchschnitten die Leinen der Kontaktstangen, nahmen Weichensteller und Kurbel an sich und schlugen auf dos Fahrpersonal ein, sobald«s nicht gut« Miene zum bösen Spiel macht«. Außerdem legten sie, da dort die Untergrundbahn gebaut wird, Feldbahngteise, Karbidtonnen, Schwellen. Böcke, Planken und eisern« Tröger quer über die Straße und empfingen die Polizei beim Wegräumen dieser Hindernisse mit Steinwürfen. In verschärfter Form wiederholte sich das in den Abendstunden. Systemalisch waren im ganzen Viertel die Straßenbeleuchtungen zerstört worden und alle Sau malerlallen, die nicht niet- und nagelfest waren. aus die Straße geworfen. Unter diesen Umständen und angesichts der drohenden Haltung der Menge war mit den üblichen Mitteln nichts anzufangen und die Revierbeomten gingen bis in Höhe des Mercedes-Palaftes zurück. Liefe Zeit bis zum Eintreffen von Verstärkung benutzten die Kommunistenführer um ihre Leute anzu- feuern. Ansprachen der Führer wie„Seid ihr noch Frontkämpfer. dajtn ran* wurden gehalten und das Eintreffen zweier Lastwagen mit Hohnrufen und Steinwürfen empfangen. In dieser Situation ließen die Offiziere die Pistolen fertig machen und gingen gegen die Barrikaden vor. Zwei in die Luft gefeuerte Salven wurden mit Gelächter und Steinwürfen quittiert und die vor- gehenden Beamten aus den Fenstern beworfen. An einen Der- such, die Nebenstraßen zu säubern, konnte ohne große Gefahr für die Beamten nicht gedacht werden, zumal aus den dunNen Straßen. besonders aus der Herrfurthstraße, vereinzelte Schüsse fielen. Darum zog sich die Polizei zurück, riegelte das ganze Viertel ab und setzte «inen Panzerwagen ein. Jetzt war jeder Spaß vorbei. Der erst« Tot« fiel in der Jägerftraße vor dem Haus« Nr. 44 mit Brustschuß. Bis 1254 Uhr nachts dauert« die Schießerei, dann wurde die Sperre und Waffensuche bei Zivil wieder ausgehoben. Ruhe war im ganzen Viertel, die Feuerwehr und Wagen vom Rettungsamt taten ihre Pflicht und es war das eingetroffen, was sich die kmninunrsti» schen Drahtzieher seit Wochen in Wort und Schrift gewünscht hatten. In der Kösliner Straße. Am gestrigen Tage kennzeichnete schon dos äußere Bild der Kösliner Straße, einer kleinen Querstraße, die die Wedingstraße mit der Reinickendorfer Straße verbindet, den Schauplatz der schweren Straßenkämpfe. Die Häuser weisen fast alle starke Kugelspuren auf, überall sind bis zum 3. Stock hinauf die Fensterscheiben durchschossen und zertrümmert, und in vielen Wohnungen sind bereit» die Glaser eifrig beschäftigt, neue Scheiben einzusetzen. Manche Fassaden weifen über 30 Kugelein schlage auf und dicht nebenenmnder, besonders in der Nähe der Fenstergesimse sind groß« Stücke des Putzes abge- splittert, so daß ein weißer Flecken neben dem anderen den un- unterbrochenen Kugelregen erkennen läßt, der gegen die Häuser ge- richtet worden ist. Besonders stark sind die Häuser Kösliner Straße 6 und 8 mitgenommen, und bei den«rsteren ist die Haustürfüllung völlig zersplittert und demoliert. Die Kugeln sind durch das Holz in den Hausflur eingedrungen und haben dort an den Wänden über zehn Einschüsse zurückgelassen. Auch in die Kellerwohnungen der Häuser sind die Kugeln durch die Roll- jalousien gedrungen, ebenso in die Läden, wo verschiedentlich die Möbel und Einrichtungsgegenstände Kug elf puren aufweisen. An zwei Stellen besonders, nämlich vor den Häusern Kösliner Straße 13 und 19 stehen große Menschenansammlungen, und in den Hausfluren stehen dicht gedrängt Anwohner und Neugierige. Hier haben die Kämpfe Todesopfer gefordert. In den Hausfluren der beiden Häuser sieht man dunkle Flecken, die Bluttachen, die die Sterbenden zurückgelassen haben. Im Haus« Nr. 19 ist bekanntlich schon am Nachmittag, bevor die Hauptkämpfe einsetzten, am Fenster seiner in der 3. Etage gelegenen Wohnung der Klempner G e- meinhardt von einer verirrten Kugel getötet worden. Die Treppen von der Wohitung herunter sind voller Blutspuren. An der Ecke der Weddingstraße ist auch das Haus Weddingstraße 8 von den Kämpfen in Mitleidenschaft gezogen worden und auch hier find an der Fassade zahlreiche Kugelspuren zu bemerken. Dies Haus befindet sich direkt neben dem Trefflokal des Roten-Front-Kämpfer- bundes und hier hängt aus dem 4. Stock ein« große rote Fahne heraus. An der Kreuzung der Wedding- und Kösliner Straße haben bekanntlich die Demonstranten«ine Barrikade errichtet, die der Anlaß zu den ganzen Schießereien wurde. Studenienkrawalle. Wie uns weiterhin mitgeteilt wird, versuchten Trüppchen k o m- muni st ischer Studenten in Befolgung der„reoolutionären" Moskauer Parolen von der Universität nach dem Alexanderplatz zu ziehen. Der kaum 190 Mann starke Zug wurde schon am Kupfergraben durch die Polizei aufgelöst. Am Hackeschen Markt sammelte sich der Rest wieder, und in Be- gleitung von dort auf den Straßen herumstehenden„revolutionären' Unorganisierten versuchten sie nach dem Alexanderplatz durchzu- dringen. Die in der Rosenthaler Straße stehende Polizeikette war zu schwach, um sich zu hatten. Ehe Hilse herbeikam, wurde ein Polizist von den Demonstranten zu Boden geworfen. Die Polizei Sack Jkmdon: (Beredtiigie Debenetzung von Ermin Magnus). Es wurd« keine Zeit verloren. Mit den Hunden, die schon auf kleine Rationen gesetzt waren, gebrauchten Hines und Finn zwei Tage, um das Depot zu erreichen. Am Abend des dritten Tages traf Elijah ein. aber er hatte keinen Elch gesehen, und in der Nacht kam Daylight und berichtete das- selbe. Gleich nach ihrer Ankunft machten sich die Männer daran, den Schnee in der Umgebung des Depots gründlich auszuwaschen. Es war eine tüchtige Arbeit, denn sie fanden verstreute Bohnen bis hundert Schritt vom Depot entfernt. Noch ein Tag vevglng damit, aber das Ergebnis war tläg- lich, und die vier Männer verteilten redlich die wenigen Pfund Proviant unter sich, die sie dabei gewonnen hatten. Den Löwenanteil erhielten Daylight und Elijah. Die Männer, die mit den Hunden den Stewart hinauf- und hinabfuhren, würden eher Proviant erhalten. Die beiden Zurückbleibenden aber mußten ausharren, bis die andern zurückkehrten. Ueberdies konnten im Notfall die Hunde, die bei der geringen täglichen Ration nur langsam vorwärts- kamen, gegessen werden. Die Zurückbleibenden aber hatten keine Hunde. Aus diesem Grunde übernahmen Daylight und Elijah den gefährlicheren Posten. Die Tage vergingen: ganz unmerklich glitt der Winter in den nordischen Frühling hinüber, der wie ein Blitz aus heiterem Himmel kommt. Es war der Frühling des Jahres 18S6. Jeden Morgen erhob sich die Sonne weiter östlich, blieb länger am Himmel und sank wester im Westen. Der März ging zu Ende, der April begann, und Daylight und Elijah, mager und hungrig, be- gannen sich Gedanken zu machen, was ihren Kameraden zu- gestoßen sein mochte. Selbst wenn sie jede erdenkliche Ber- spätung in Betracht zogen und noch ein paar Tage hinzu- rechneten, hätten sie längst zurück sein müssen Ohne Zweifel war ihnen etwas zugestoßen. Vorsichtshalber waren sie beide in verschiedenen Richtungen ausgeschickt. Sollte ihnen nun beiden etwas zugestoßen sein? Das wäre der letzte Schlag gewesen. Inzwischen schlugen Daylight und Elyah, die die Hoff- nung nicht aufgaben, sich kümmerlich durch. Das Tauwetter hatte noch nicht begonnen, ja daß sie den Schnee in der Um- gebung des zerstörten Depots aufsammeln und in Töpfen, Eimern und Goldpfannen schmelzen konnten. Wenn das Wasser dann abgestanden war, zeigte sich auf dem Boden der Gefäße eine dünne, schleimige Lage. Es war das Mehl, die oerschwindende Spur dessen, was über Tausende von Kubikmetern Schnee verstreut war. In dieser schleimigen Masse fanden sie zuweilen auch ein aufgeweichtes Teeblatt oder ein bißchen Kaffeegrus, mit Erdteilchen und Schmutz vermischt. Aber je weiter sie sich vom Depot entfernten, desto schwächer wurden die Mehlspuren, desto geringer die Schleimlage. Elijah war der ältere, und seine Kräfte ver- sagten zuerst, so daß er die meiste Zeit in seinem Schlafsack verbringen mußte. Hin und wieder schoß Daylight ein Eich- Hörnchen, mit dem sie ihr Leben erhielten. Die Jagd war seine Sache und eine schwere Arbeit. Bei einem Munitions- Vorrat von nur dreißig Schuß durfte er keinen Fehlschuß riskieren, und obwohl seine Büchse ein Kaliber von 43 bis 90 hatte, war er gezwungen, die kleinen Tierchen durch den Kopf zu schießen. Es gab nur sehr wenige, und es vergingen Tage, ohne daß sie eines zu Gesicht bekamen. Geschah das aber, dann traf er alle möglichen Vorsichtsmaßregeln. Stundenlang pirschte er sich an. Unzählige Male zielte er mit vor Schwäche zitternden Armen und schoß doch nicht. Sein eiserner Wille hielt ihn zurück. Ehe er seiner Sache sicher war, wollte er nicht schießen. So schrecklich Hunger und Sehnsucht nach dem bißchen Leben ihn auch quälten, wollte er sich doch nicht der Möglichkeit eines Fehlschusses aussetzen. Als der geborene Spieler, der er war, spielte er jetzt um den höchsten Einsatz. Sein Leben war der Einsatz. und er spielte, wie nur ein Spieler es kann, mit unsagbarer Ueberlegung. Das Ergebnis war, daß er nie fehlte. Jeder Schuß bedeutete ein Eichhörnchen, und wenn auch Tage zwischen den einzelnen Schüssen vergehen tonnten, änderte er doch nie seine Spielmethode. Von der Beute wurd.e nichts vergeudet. Selbst das Fell wurden zu Suppe ausgekocht, jeder Knochen zu Mehl zer- stampft. Daylight suchte unter dein Schnee und fand hie und da ein paar Moosbeeren. Aber die meisten Beeren, die er fand, stammten vom vorigen Jahre, waren trocken und«ingeschrumpft und besaßen nur einen ganz geringen Nährwert. Nicht viel besser war die Rinde der jungen Zweige. Der April näherte sich seinem Ende, und der Frühling strich übers Land. Die Tag! wurden länger. Wo die Sonne hinschien, begann der Schnee zu schmelzen, und unter dem Schnee quoll das Wasser hervor. Vierundzwanzig Stunden lang blies der Chinook-Wind, und in diesen merundzwanzig Stunden sank die Schneedecke«ine« ganzen Fuß. Segen gab in Notwehr einige Schüsse ab, die drei Unbeteiligte trafen. Zwei Schwerverletzte, einer mit Bauchschuß, der andere mit Rückenschuß, wurden ins Krankenhaus geschasst, dem dritten Verletzten, der einen Schenkelschutz erhalten luttte, wurde ein Notverband angelegt. Reue Kommunistenkrawatte. Abermals Schießerei in der Kösliner Straße. In der Kösliner Straße auf dem W e d d i n g. die schon vorgestern abend der Schauplatz heftiger Straßen- kämpfe zwischen Polizei und Kommunisten gewesen ist, kam es gestern nachmittag abermals zu schweren Kra- wallen. Gegen 18 Uhr Hatten sich in der K ö s ti n e r und W e d d i n g- st r a ß e mehrere hundert Personen angesammelt. Als ein Kom- mando der Schutzpolizei am Platze«vschien und die Straßen säubern wollte, setzte au.s den Fenstern ein Stein- und Flaschenhagel auf die Beamten«in. Vereingelt sielen auch von oben Schüsse. Die blutigen Vorgänge am Vorabend gaben der Polizei Anlaß zu größter Vorsicht. Als aber im Guten nichts zu machen war, mußte wieder von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden. Dabei wurde ein Demonstrant, der Wjährig« Otto Nentwig aus der Reinicken- dovfer Straße 22, durch einen Knieschuß verletzt. Er wurde durch das Städtische Rettungsamt, das mit mehreren Wagen zur Stelle war, ins Virchow-Krankentzaus transportiert. Später kam es in der Umgebung der Kösliner Straße noch mehrfach zu größeren An- fammlungen, die jedoch ohne Zwischenfälle aufgelöst werden konnten. Ein starkes Polizeiaufgebot sorgt« in den späten Abendstunden für Ruhe und Sicherheit. Schüsse nach der Versammlung. Nach Schluß der kommunistischen Versammlung in den Pharussälen versuchten einige Hundert Teilnehmer in den Nebenstraßen Demonstrationszüge zu bilden. Hierbei kam es verschiedentlich zu Schießereien, bei denen zwei Demonstranten verletzt wurden. Der 3ßjährige Willi Wolfram aus der Müllerstraße 93 erhielt einen Schuß in den Oberschenkel, und der 28jährige Pole M r z y r k a aus der Gürtelstraße 41 in Lichten- berg wurde gleichfalls von einer Kugel in den Oberschenkel ge- troffen. Die beiden Verletzten fanden im Paui-Gerhard- Stift Aufnahme. Einig« Zeit später wurde bei einem neuen Zwischenfall der Arbeiter Max Fleischfresser au» der Müller- straße 7 durch einen Schuß in den Oberschenkel verletzt. Bei einem Handgemenge in der Steinmetzstraße zu Neukölln wurde am Nachmittag ein Demonstrant, der 2Iiährige Kurt M o d i k er aus der Mahlower Straße 2ö in Neukölln, gleichfalls durch einen Oberschenkelschuß verletzt. Gestern nachmittag zwischen 2 bis 3 Uhr kam es am B ü l o w p l a tz vor dem Karl- Liebknecht-Haus zu erneuten Zusammenstößen zwischen Polizei und Kommunisten. Einige Hundert Kommunisten versuchten, Demonstrationezüge zu bilden, die von der Polizei nach wiederholten oergeblichen Aufforderungen, auseinanderzugehen, mit dem Gummiknüppel zerstreut werden mußten. Festnahmen sind' hier n i cht erfolg!. '.«.■■.'"T. Ein weiteres Opfer des StraßeNlampfes ist die Ehefrau' Berta Ermelin aus der Kösliner Straße 22 geworden. Bei dem nächtlichen Straßenkampf am Dienstag wurde Frau E. von einer Kugel in den Kopf getroffen. Angehörige schleppten die Schwer- verletzte unverständlicherweise in die Wohnung, anstatt sie einem Krankenhaus zuzuführen. Ihr Zustand verschlimmerte sich bald so, daß sie gestern mittag durch das Städtische Rettungsamt ins Virchow-Krankenhaus gebracht werden mußte. Ob die Frau durch eine Polizeikugel oder einen Schuß der Aufruhrer die schwere Verletzung erlitten hat, ist noch nicht bekannt. Abend fror der geschmolzene Schnee wieder, so daß seine Oberfläche imstande war, das Gewicht eines Mannes zu tragen. Aus dem Süden erschienen kleine weiße Schnee- sperlinge, rasteten einen Tag und setzten dann die Reise nach dem Norden fort. Einmal sahen sie hoch oben einen Schwärm Wildgänse, der sich verfrüht hatte und, nach offenem Wasser ausspähend, nordwärts floq. Und drunten am Flusse war eine Zwergweide voller Änofpen. Diese jungen Knospen konnten gekocht werden und ergaben eine ausgezeichnete Mahlzeit. Elijah faßte frischen Mut, wenn er ihn auch ebenso schnell wieder verlor, als Daylight keine weiteren Knospen fand. Der Sast in den Bäumen stieg, und täglich wurde der rieselnde Laut unsichtbarer Quellen stärker: das gefrorene Land erwachte zu neuem Leben. Aber der Fluß wurde immer noch in den Fesseln des Frostes gehalten. Der Winter hatte viele Monate gebraucht, um sie so fest zu schmieden, daß sie nicht an einem Tage, nicht einmal durch den Donner- teil des Frühlings gebrochen werden konnten. Der Mai kam, und die letzten Ueberlebenden der vorjährigen Moskito- schwärme krochen ausgewachsen, aber unschädlich aus Fels- spalten und morschen Baumstämmen hervor. Die Grillen begannen zu zirpen, und immer mehr Enten und Gänse zogen über ihren Häuptern dahin. Und noch hielt der Fluß. Am zehnten Mai riß sich die Eisdecke des Stewart mit Krachen und Getöse von den Ufern los und stieg drei Fuß. Aber sie trieb nicht stromabwärts. Erst mußte der untere Dukon dort, wo der Stewart in ihn mündete, aufbrechen und ins Treiben kommen. Bis dahin konnte das Eis des Stewart nur immer höher steigen, je reißender der Strom darunter wurde. Wann der Dukon aufbrechen würde, war nicht vor- auszusagen. Zweitausend Meilen von hier floß er in die Beringsee, und auf die Eisverhältnisse in der Beringsee kam es an, ob der Vukon sich von den Millionen Tonnen befreite, die auf seiner Brust lagen. Am zwölften Mai machten sich die beiden Männer mit ihren Schlafsäcken, einem Eimer, einer Axt und der kostbaren Büchse auf den Weg über das Eis zum Fluß hinunter. Ihre Absicht war, bis zu dem Depot mit der verlassenen Schute zu gehen, die sie getroffen hatten und in der sie sich nun. sobald das Wasser offen war, vom Strom nach Sixty Mite treiben lassen wollten. Erschöpft und ohne Nahrung, wie sie waren, mußte es eine langsame und beschwerliche Resse werden. Elijah fiel oft hin und war dann außerstande, wieder aufzustehen. Daylight verausgabte seine eigenen Kräfte, um ihn wieder aufzurichten. Dann wankte der Alte automatifch weiter, bis er das nächst« Mal stolperte und hinfiel. Gortsetzung folgt.) Aas schlechte Gewissen der Kommunisten. Berliner SiaNtverordneiensihung durch Kommunistenradau gesprengt. Die Bkutfchuli» vom 1. Mai bleibt an ben Kommunisten bongen— trotz all ihrer Bemühungen, sie von sich abzu- wäszen. Diesem Zweck sollt« gestern in der S t a d t v e r o r d n e t e n- Versammlung ein von ihnen eingebrachter Dringlichkeitsantrag dienen, der die Polizei, den Präsidenten wie die Beamten, als „Zl rbetiermörber* beschimpste. Gegen die sosortig« Derhand- lung des Antrages hatte die sozialdemokratische Fraktion kein« Be- denken, ober von bürgerlicher Seit« kam Widerspruch. Danach such- ren die Kommunisten neuen anderen Aiilah, den Radau zustande- zubringen, den sie brauchten. Polizei sei im Rathaus, be- klagten sie sich— und sie verlangten, daß sie hinousgewiesen würde. Wiederholt kamen sie aus dieses Verlangen zurück, um Lärm machen zu können. Nachher forderten sie gegen die Dorschriften der Geschäfts- ordnung, daß über den gegen ihren Dringlichkeitsantrag erhobenen Widerspruch noch abgestimmt würde. Man sah, daß sie die Sitzung sprengen wollten— und das gelang ihnen jetzt. Sie lärmten und tobten so andauernd, daß schließlich die Sitzung abgebrochen«erden mußt«. Das schlechte Gewissen der Kommuni st«n sprach aus diesem Radau. Opfer k o m m u n i st i- scher Verhetzung sind die Toten vom 1. Mai. Darüber wird nie- mand sich hinwegtäuschen lassen. « Die Stadtverordnetenversammlung begann alsbald nach der Er- öffnung durch den Vorsteher Genossen Haß mit einem Riesen- r u m u l t. Die kommunistische» Stadtverordneten beschuldigten in wütenden Zwischenrufen die Sozialdemokraten des Arbeiter- mordes, worauf unsere Genossen selbstverständlich die Antwort nicht schuldig blieben. Es gelang dem Vorsteher aber, die Ruhe soweit wiederherzustellen, daß er zwei Dringlichkeitsanträg« der Kommunisten verlesen konnte. In dem einen Dringlichkeitsankrag wegen der Unruhen am 1. Mai wird gesagt, daß„aus Beseht des Sozialdemokraten Zörgiebel die entmenschte Polizei ein Blutbad unter der Arbeiterschaft Berlins an- gerichtet habe. Die Polizeibrutalitüten dauerten heute noch an". Der Dringlichkeitsantrag xcrlangte: l. Sofortige Einstellung des Kampfes gegen die Berliner Arbeiterschasl. 2. S o s o r t i g e Zurückziehung der Polizei aus allen Arbeitervierteln. it. Sofortige Aushebung des Belagerungszustandes und des Demon- ltrationsverbotes. 4. Sofortige Freilassung aller Verhafteten. I. Entlassung des Polizeipräsidenten Zörgiebel und Verhaftung der Arbeitermorder. ti. Entschädigung aller Der- letzten und der Hinterbliebenen der ermordeten Arbeiter und Ar- beiterinnen.— Weiter sollte die Stadtverordnetenversammlung ver- langen, daß der Magistrat die Hinterbliebenen der ermordeten Ar- beiter und Arbeiterinnen sowie die Angehörigen der Verwundeten sofort ausreichend unterstützt. In dem zweiten Dringlichkeitsantrag wird die Wiedereinsetzung der von der Verkehrsbetriebs- gefellschaft entlassenen kommunistischen Betriebsrats mit- glieder Deter und Krüger verlangt. Von der rechten Seite des Hauses her erfolgte gegen die beiden Anträge Widerspruch, sodaß der Vorsteher ihre Zurücksetzung aus eine spätere Tages- ordnung verkünden mußte. Auf diese nach der Geschäftsordnung einwandfreie Feststellung hatten die Kommunisten nur gewartet. Cs erhob sich ein fllrchkerNcher Lärm bei ihnen, aus dem heraus sich schließlich der Stadtverordnete Menewski von den Kommunisten zum Wort meldete und erklärte: .-Wir haben soeben festgestellt, daß sich im Rat hause Polizei befindet, offenbar zu dem Zweck, die Bluttaten von gestern hier im Rathaus fortzusetzen! Meine Fraktion oerlangt die sofortige Entfernung der Polizei. Vorsteher Genosse Haß: Weder mir noch dem Herrn Oberbürgermeister ist etwas von der Anwesen- heit der Polizei bekannt.(Hört, hört! im Hause.) Im übrigen kann ich feststellen, daß nach der Geschäftsordnung und den daraus sich ergebenden Gepflogenbeiten im Hause«ine nochmalig« Vehand- lung der Dringlichkeitsantrage nickt möglich ist. Die Anträge sind abgesetzt und werden geschästsoronungsmäßig behandelt. Stadt- verordneter Wisnewski zur Geschäftsordnung: Wir müssen fest- stellen, daß sich polizeiliche Mordbanditen doch im Hause befinden. Der Vorsteher und der Oberbürgermeister haben gelogen.(Erregier Protest bei allen Parteien.) Der Vorsteher wies die Ausdrück« des kommunistischen Redners mit aller Entschiedenheit zurück und erteilte ihm einen Ordnungsruf. Als- bald beantragte ein anderer kommunistischer Redner die Vertagung der Sitzung, damit festgestellt werde, ob Polizei im Hause ist. Der Antrag wurde abgelehnt. Genosse Alaiau protestiert! Aber die Kommunisten ließen kein« Ruhe. Nachdem etwa fünf- zehn Minuten lang die Versammlung über einige Vorlagen des Magistrats sachlich beroten hatte, meldete sich Wisnewski abermals zum Wort und wiederholte seine Behauptung, daß sich Polizei im Rathause befände. Die von ihm beantragte Vertagung der Sitzung wurde abermals abgelehnt und der Vorsteher, Genosse haß, konnte erklären, daß sich ganz kurze Zeit etwa zehn Polizeibeamt« im Rat- hause aufgehalten halten, um das Gebäude gegen das Eindringen fremder Personen zu schützen. Die Schupo ist aber josorl veranlaßt worden, fortzugehen. Nunmehr sprach der Fraktionsvorsitzende Gäbet. Als un° besoldeter Stadtrat im Magistrat hatte er sich bisher noch zurück- gehalten,»eil ja von seinem Verbleiben im Magistrat für die Kom- munistische Partei allerlei abhängt. Run mutzte er aber die Aktion zum beabsichtigten Ende führen. Cr meinte, datz der Einspruch des Demokraten Merten gegen di« Dringlichkeit der Anträge nach den Erklärungen Mertens deshalb erfolgt sei, weil M. keine Kenntnis von dem Inhalt der Anträge hatte. In der Zwischenzeit sei Ge- legenheit gewesen, die Aniräge kennenzulernen, so daß also der Grund für den Einspruch jetzt fortfalle. Wie nicht anders zu er- warten war. konnte auch der Vorsteher diesem nochmaligen Versuch, die Dringllchkeiteanträge zur Beratung zu bringen, nicht stattgeben und so veranstalteten schließlich die Kommunisten einen solchen Höllenlärm mit den Pullkästen und Aktentaschen. wobei sie von ihren fanatisierten Anhängern auf der Tribüne mit Pfeifen und Johlen kräftig unterstützt wurden, daß der Vorsteher schließlich seinen Platz verließ und damit dieSitzu na vertagte. Als nach Wledereröfsnung der Sitzung schließlich der Tumult immer größer wurde und auch von der Tribüne her trotz der Verwarnung des Vorstehers Pfiffe und Schmährufe erschollen, schloß der Vorsteher die Sitzung um 947 Uhr. Bei der Beratung einer Vorlage, die dem Arbeiterjamarller- bnud zur Errichtung einer Reklungsslelle am Tegeler See cm Dar- Zehen von 80 0W) Mark gewähren will, wandte sich in dem Teil der Sitzung, der bei einiger Ruhe durchgeführt werden konnte, Genosse tEeuzlger gegen ei««, Artikel der„Deutschen Zeitung". Den Vbeilersamoriler» wurd? dnrin Dilettantisnnls vorgowarien und den Funtkwnäre» uachgcsagt. haß fit sich auf Kosten der Stadt am Tegeler See ein« Sommerwohnung bauen wollten. Genosse Krruisiger betont,, daß die Inanspruchnahme der Ar» Lettersomariter am Tegeler See tn 513 Fällen während « letzten Sommer» zur Genüg« beweise, wie notwendig ihre An- Wesenheit sei. Di« Schreiberei der genannten Zeitung könne man nur niedriger hängen. Die sozialdemokratische Fraktion trat selbst- verständlich dem Antrag bei, der dann auch mit übergroßer Mehr- heit angenommen wurde.— Uebcr die Freiflächen- aiisweisung der Friedhöfe an der Bergmann-, Iüterboger, Golßener und Züllichauer Straß« im Bezirk Kreuzberg entspann sich eine längere Aussprache. Die Dcutschnationalen waren gegen die Ausweisung, die Volksparteiler beantragten Zurückverweifung an den Ausschutz. Genosse Zöpfe l trat namens der sozialdemo- kratischen Fraktion für die Vorlage ein. Man könne gerade von diesen Friedhöfen nicht behaupten, daß sie Erholungsstellen wären, an denen der Dezirk sehr arm sei. Di« Zurückverweisung wurde denn auch beschlossen.— Vor Eintritt in die Tagesordnung ge- dachte der Vorsteher des Genossen Stadtverordneten Heinrich Schröder, der im Alter von S6 Jahren v e r st o r b e n ist. Genosse Schröder war seit 192.? Mitglied der Versammlung, vorher war er schon fünf Jahre Bezirksoerordneter im Bezirk Kreuzberg Herr Menz protestiert! An den Tumultszsnen in der Berliner Siadtverordneien- Versammlung beteiligte sich auch der Stadtverordnete M e n z, früher Bolksschullehrer und Stadtrat im Bezirk Pankow, besonders eifrig. Ihm hatte es die angebliche Anwesenheit der Polizei im Rathaus angetan, und er tonnte nicht genug aus den Oberbürger- meister und den verantwortlichen Stadtrat schimpfen. Das war bei Menz besonders interessant. Als dieser Herr noch das Erwerbs- losendezernat in Pankow verwaltete, wurde er von den kommunistischen Erwerbslosen in ähnlicher Weise attackiert, wie es seinen Kollegen in anderen Bezirksämtern jetzt noch passiert, ohne daß diese viel Aushebens davon machen. Herr Menz aber wußte sich damals keinen anderen Rat, als daß er— die Polizei alarmiert«. Er hat sich dessen später noch gerühmt, und als ihn sozialdemokratische Stadtverordnete deswegen stellten, damit herauszureden versucht, daß e» ja KAPD.-Erwerbslos« gewesen wären. Das hinderte aber, wie gesagt, Herrn Menz durchaus nicht, gestern gegen die Polizei zu protestieren, die gar nicht im Rathans war. * Stadtverordneter Genosse Heinrich S ch r ö d e r hat ein Alter von nicht ganz 66 Iahren erreicht. Er wurde am 14. Mai 1563 ge- boren. Der sozialdemokratischen Partei gehörte«r seit August 1889 an. Für die Partei hat er besonders im früheren Reichstags- Wahlkreis Berlin II gewirkt, wo er lange Zeit Kassierer und dann Vorsitzender unseres Wahloereins war. In der Berliner Kommunalverwaltung arbeitete er seit 1926 als Bezirks- verordneter des Verwaltungsbezirkes Kreuzberg und feit 192? als Stadtverordneter mit. Er war Mitglied der Be- zirkswohnungdeputatton und der zentralen Deputatton für das Stadtreinigungswesen. Fünf Jahre hindurch war er auch Borsitzender der sozialdemokratischen Fraktion der Bezirksoersammlung. Ein Schlag- anfall lähmt« seine Arbeitskrast und ein neuer Schlaganfall hat jetzt den Tod herbeigeführt. Ehre seinem Andenken! In der Notwehr? Todesschuß in einer Sastwirtschafi. Zn einer Gastwirtschaft in der Ranmerstraße 14 im Horden Verllas spielte sich gestern abend ein blutiger Vorfall ab. Gegen 17 Uhr betralen mehrere Männer den Schankraum und. nahmen in kurzer Zeit sehr viel Alkohol zu sich. Darauf begannen sie zu randalieren. Als ihnen der Gastwirt weitere Derab- folgung alkoholischer Getränke verweigerte, drohten die stark ange- trunkenen Gäste alles kurz und klein zu schlagen. Plötzlich sprangen zwei von ihnen, darunter der 27jährige Arbeiter Kurt Krüger aus der Senefelderstraß«, auf, stürzten sich auf den Gastwirt, und schlugen auf ihn ein. In seiner Bedrängnis zog der Angegriffene eine Mehrladepistole hervor und feuert« einen Schuß ab. Die Kugel drang K'rüger in die Lunge, und mit einem Aufschrei brach dieser zusammen. Di« alarmiert« Polizei schaffte den Schwer ver- letzten noch der nahe gelegenen Rettungsstelle in der W i n s st r o ß e. wo er unter den Händen des Arztes st a r b. Nach den bisherigen Ermittelungen hat der Gastwirt in Notwehr gehandelt; nach seiner Vernehmung auf dem zuständigen Revier wurde er wieder entlassen. Es wird nachgeprüft werden, ob der Gastwirt totsächlich ge» z w u n g e n war, zum Schießeisen zu greisen, oder ob es nicht andere Mittel gab, die aufgeregten Trunkenbolde zu beruhigen. funkWi Dr. Kurt Zorek beendet seinen Zyklus„Geist und Zeit" mit einem Vortrag„Philosophen der Architektur". Zareks Fehler liegt darin, daß er gute, geistvolle Ideen hinter einem schwer verständlichen, geschwollenen Etil verbirgt, und ferner, daß er eine gefährlich« Neigung zu gesucht«» Konstruktion«» und Gegenüberstellungen sein eigen nennt. Er drückt sich zu dunkel aus, trotzdem gerade solche Themen schärfste stilistische Klarheit verlangen. Wie diese Stoffe behandelt werden müssen, zeigt Dr. Werner M a h r h o l z, der für seine Gedanken über den Geist der modernen sranzöiischen Literatur eine vorbildlich knappe sprachliche Formulierung findet. In dem Gegensatz von religiös eingestelltem Mystizismus und skepti- schem Realismus in der Art eines Anatole France sieht Mahrholz das Charakteristikum der französischen Literatur der Gegenwart. Auf der Jugendbühne der zwei!« Teil der Dramatisierung von Karl Mays„Der Schatz im Silberfee*. Diesmal ist der Be- arbeiter so glücklich mit witzigen Einfällen gesegnet, diesmal ver- knüpft er die Fäden der Handlung so kunstvoll und weiß so die Spomnma zu steigern, daß ihm auch Erwachsene mit Vergnügen folgen. Abends seit langer Zeit ein Wagner-Konzert unter Bruno Seidler-Winkler. Alle Vorspiele außer der Tannhäuser- Ouvertüre gehen tn Szene. Es tst nichts Ueberragendes bei der Interpretatton. Seidler-Winkler zerblättert zu liebevoll ein Thema, ihm fehlt der Mut zu einem mitreißenden Krefzendo etwa in Isoldes Liebestod. Immerhin wahrt das Konzert ein anständiges Niveau. Warum sind derarttge musikalische Veranstaltungen so festen im Berliner Sender geworden? Der Zyklus, den Dr. Franz Leppmann am Donnerstag unter dem Titel„2>ie Liebesszene in der deutschen Dichtung" bringt, macht keinen dedeutenden Eindruck. Es ist mehr ein hübsches Herumreden als eine sichere Zielsetzung. Schließlich muß man versuchen, bei solchen Themen, die aus einer Fälle der Erscheinungen erwachsen, Typen herauszukristallisieren. Das fehlt hier. Ida O r l o f s liest dazu mit einer verniedlichenden Geste, die für Gottfried Keller keineswegs geeignet ist. In einem Solisten- konzert singt der Bariton Max R a y m« r fünf Lieder von Paul Ertel, di« zum größten Teil balladenhaftcn Charakter tragen. Raymers Stimme hat in der Tiefe und Mittellage dunklen, sonoren Klano, während die Höh« gepreßt erscheint. Eine«nfängliche Un- sicherheit wird vom Sänger bald überwunden. Die Sendung von Klabunds erfolgreichen„I 7> Z", unter Alfred Braun» Regie, mit den Darstellern Carola N e b, r, Walter Frank imd Mox Bing ist«in, gute gediegene Leistuna der gunkstund«. Ganz prachtvoll Carola Neher mst ihrer graziösen und quecksilbrigen Lebendigkeit. Könia,wufterhausen überträgt zur selben Zeil aus Charlottpnwirg Verdi»„Rigole«»" mst d«m großen spanischen Bariton v a r o 5 t. Auch der Berliner Hörer hätte diese Stimm« gern gehört. F. S. Wien-Flug des Zeppelin. Nach T 4 ständiger Fahrt in Friedrichshafen gelandet. Das Luflschifs„Gras Zeppelin" flog gestern morgen S.tl Uhr unter Führung Dr. Eckeners zu seiner UZ.euer Fahrt auf. Da» Wetter war bedeckt, aber schön. Das Luflschiss verschwand mit Kur» auf das Donaulal. An Bord des Lufsschisfes befinden sich Z? passaglere, darunter der österreichische verkehrsmin'rsler Dr. Schucrss sowie der Sektions- ches für Luftfahrt des österreichischen Verkehrsministerium», Dr. poefchmaun, der würkketnbergische Zufllzminister Veyerle. Das Luftschiff passierte um?,46 llhr bereits die Gegend von Kempten im Allgäu. Um 6,20 llhr traf das Luftschiff bei etwas trübem Wetter und bedecktem Himmel über München ein und setzte ohne Ausenchast seine Fahrt in nordöstlicher Richtung gegen das Donautal fort. 9 llhr 20 Minuten erschien das Luftschiff über Wien und setzte nach einigen Schleifen seine Fahrt nach Graz fort. Kurz vor l3 Uhr war„Graf Zeppelin" wieder über Wien. Er überflog die Stadt in großen Schleifen. Gegen 13 Uhr nahm der Zeppelin dann Kurs nach Westen. Dr. Eckener sagt« in einer Ansprache u. a. herzliche Worte der Fmmdschast und der Sympathie für Oesterreich. Dr. Eckener teilte hierauf mit. daß er entlang des Ostrandes der Alpen den Rückflug nach Friebrichshasen antrete. Nach beinahe vierzehn stündiger Fahrt ist das Lust- schiff dann gestern abend um 6 Uhr?0 Minuten auf dem Werft- gelände in F r i e d ri ch s ha f« n wieder glatt ge- landet. Christian Giolberg außer Hast! „Kein dringender Tatverdacht." Der Erste Strafsenak des Oberlandesgerichks Vre»- lau hat in Sachen Christian Graf Stolberg folgenden Vefchluß gefaßt: Der angefochtene Vefchluß sowie der Hastbefehl des Amtsgerichts hirfchberg vom 19. Blärz b. 3. und der die Haft. fortdauer anordnende Beschluß des Untersuchungsrichters beim Landgericht in hirfchberg vom 21. März werden ausgehoben, weil dringender Tatverdacht eines Verbrechens zurzeit nicht vorliegt und der dringende Tatverdacht der fahrlässigen Tötung Fluchtverdacht nicht rechtfertigt. Durch diesen Beschluß wird Chrlsttan Gros Stolberg aus der Haft entlassen. Wie wir den ersten Mai ehrien. Würdige Feiern in ganz Berlin. Mr haben gestern im„Abend" ausführlich über die viel« Feiern der Sozialdemokratie zum 1. Mai berichtet, die alle in kampsfreudlger Harmonie verliefen. lleber einige Kundgebungen sei noch nachgetragen: Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die Maifeier der 107. Abteklimg' F alt e n b e r g-Alt-Glienick«. Im festlich geschmückten Saal des'Gemeinschastshausss der Gartenstadt in Falten. berg versammelten sich die Genossen, um nach Gesangsoorträgen der Arbeitersänger die Festrede unserer alten Genossin Panzeram zu hören. Si« schilderte, wie schwer es früher für die Frauen war, sich gewerkschaftlich oder gar politisch zu betätigen. Um so notwendiger ist es heute, darauf hinzuweisen, daß wir gegen früher immerhin eine ganze Anzahl Erfolge für uns buchen können. In bunter Ab- wechslung folgten wieder Gesangsvorträge der Arbeitersänger, Rezi- totionen, Lieder zur Laute und zwei Iugendspiele der Sozialistischen Arbeiterjugend. Di« Parteigenossen Oberschöne weides veranstalteten ihre Maifeier in Mörners Blumengarten. Das Referat hiest Genosse Kurt h e i n t g, der die Bedeutung des Tages in zündenden Worten würdigt« und für seine Ausfuhrungen reichen Beifall erntete. Ge- sangsaufführungen des Volkschors Südost gaben der Feier ein« würdige Umrahmung. Achtung, krelsleilert heule abend b llhr wichtige Besprechung im Redaktions-Konfercnzzimmer. Lindeustr. Z. Die Slern- und kreisschisfahrl nimmt trotz des unfreundlichen Wetters am 1. Mai ihre fahrplanmäßigen Fährten auf den Havel- gewässern, der Oberspre« und dem Tegeler See auf. Bei dem großen Schifispark dieser beiden Reedereien kann nicht nur der fahrplanmäßige Berkehr auf den weit ausgedehnten Strecken auf- r�hterhalten werden, sondern es werden auch viele abwechslungs- reich« Sondersahrien durchgeführt. Die Freie Schulgemeinschast Charlollenburg veranstaltet heute abend 19)4 Uhr in der Aula der Weltlichen Schule, �Pestolozzistr. 40 (zwischen der Wilmersdorfer und Kaiser-Friedrich-Straße gelegeih. «ine Elternoersammlung, in der Stadtv. Genosse Dr. K a w e r a u spricht, und zwar über das Bolksschulwesen Groß-Berlins vom Standpunkt der modernen Pädagogik und Hygiene. Der Wassersturz Im Viktorlasiark auf dem Kreuzberg ist bis aus weiteres außer Montags täglich im Betrieb, und zwar im Monat Mai van 12-— 19 Uhr, un Monat Juni von 13 bis 20 Uhr. kvetlerderich! der össenllichen welterdienstslelle Serlia und llmgegend. fNackidr. verk>.). Wollig, ohne crbekiyrbe NicdnlÄIäge, am Tage weder an- lleigende Teinyaraturen.— Für Veullchlaud! Hm Nordosten wollio bis beiter uno etwa» wärmer, im Südwesten otetsnch Ziegensälle bei geringer Zlbtübiung. -* welfl man die gesundheit« liehen Vorzüge des Coffein« freien Kaffee Hag zu schätzen. Wenn Sie ihn noch nicht kennen, versuchen Sie ihn und trinken Sie die erste Tasse am Abend. Sie werden von der hervorragenden Qua« lität überrascht sein und keine Schlafstörungen empfinden. Kaffee Hag schont Uer-a und Nerven.- Das große Paket kostet RM l.eo, das kleine 05 Pfg, R.UD® Bahnfahrt für 5 Pfennig. Fahrpreisermäßigung für Geselischafisfahrten. Nach einer Mitteilung der Verkehrsabteiwng der B e r l i n e» Verkehrs- A.-G. wird bei Gesellschaftsfahrten von mindestens 3 0 Personen auf der ri-Bahn Fahrpreis- «rmäßignng gewährt. Für Erwachsene werden 18 und für Kinder unter 14 Jahren S P f e n n i ge für jode Person erHoven. Die Be- förderung erfolgt aus Beförderungsscheinen mit den planmäßigen Zügen. Ist die Teilnehmerzahl so groß, daß die Beförderung mit Sonderzügen erfolgen muh, so wird eine besondere Preis- Vereinbarung vorbehalten. Die Betriebsleitung der U-Bahn kann an außergewöhnlich verkehrsreichen Tagen die Ausgabe von Be- förderungsfcheinen ablehnen. Anträge sind möglichst einen Tag vorher schriftlich oder mündlich an den Aufseher eines Bahnhofes oder an die Betriebsleitung Köthener Straße 12 zu richten. Die Aushändigung der Befövderungsfchein« erfolgt auf dem Abfahrtsbahnhofe kurz vor Antritt der Fahrt gegen Entrichtung de? gesamten Fahrpreises. Bei Gesellschaftsfahrten von älteren Schülern öffentlicher Lehranstalten wird ebenfalls, wie auch für di« Aufsicht führenden Lehrer, der Kinderfahrpreis in Anrechnung gebracht._ Strecke Kaulsöorf- Mahlsdorf wird eleltrifch. Vorarbeiten im Gange. Die Stadtverordnetenversammlung hat im Juli 1928 den Magistrat ermächtigt, mit der Deutschen Reichs- bahngeseilschaft einen Vertrag wegen Gewährung eines Darlehens abzuschließen, mit dessen Hilfe die schon seit langem ge- forderte Elektrifizierung der Strecke Kaulsdors-Mahlsdors durchge- führt werden soll. Dieser Vertrag zwischen der Stadt und der Reichsbahngesellschaft ist nunmehr persekt geworden, und die Stadt hat die Berpslichtung übernommen, der R e i ch s b a h n g e s ei l- schaft zur Ausführung der Bahnanlagen ein Darlehen von 2 218 000 M. zu geben. Zur Durchführung der Elektrifizierung wird von ter Reichsbahngesellschast die Strecke höher gelegt und es wird außerdem der bisherige Ueberweg im Zuge der Bahnhofs- und Hönower Straße in Mahledorf durch eine Unterführung erfetzt werden. Diese Uittersührung muß die Stadt Berlin bauen lassen. Mit den Vorarbeiten zur Durchführung der Elektrifizierung ist be- reits begonnen worden. Die Arbeiten werden jedoch erst gegen Ende 1930 fertiggestellt sein. Die Reichsbahndirektion hofft ober, den elektrischen Betrieb bereits im August»der Dezember 1930. durchführen zu können. Das von der Stadt hergestellte Vrückenbauwcrk geht mit der Abnahm« durch die Reichsbahn- gesellschaft in das Eigentum des Deutschen Reichs über. Wo sieht der deutschnationale Hausbesitz? Schulter an Schulter mit den Äodenspehilanten Die Berliner Ortsgruppe der auf republikanischen� Boden stehenden Hausbesitzerorganisation,„Freie Haus- und Grundbesitzer- Bereinigung" hiell kürzlich ihre monatliche Mitgliederversammlung ab. Als Referent des Abends sprach Senatspräsident F r e y m u t h über das Thema„Grundbesitz und Weimarer Ber- fasiung". Der Redner führt« sein« Zuhörer aus dem Gewirr der Berordnungen und Verfügungen in die Gedankengänge der Männer der hohen Politik: er legt« dar, aus welchen Erwägungen heraus seinerzeit in Weimar die Artikel 183 und 185 in di« Ber- fassung aufgenommen wurden. Die Bestimmungen über Enteignung und B o r k a u s s» recht sind ausgenommen worden zum Schutze des soliden Haus� besitzers und um der Bodenspekulation mit unbebauten Grund- stücken einen Riegel vcpzuichieben. Erfahrungsgemäß treibt ge- wiffenlofe Bodenspekulation den Preis für unoevaute Grundstücke derartig in die Höhe, daß die Bebauung unrentabel,, weil zu teuer, derartig in di« Höhe, daß die Bebauung unrentabel, weil zu teuer, gebauten Häuser für die breite Masse unerschwinglich werden und die Wohnungsnot durch diesen Wohnraum nicht behoben wird. Interessant war die Feststellung, daß gerade der deutschnatio- nale Abgeordnete D r. Dühringer seinerzeit in Weimar für diese Artikel, die auf Anregung des bekannten Boden- reformers Damaschke aufgenommen worden sind, gestimmt hatte. Es ist verständlich, warum der Grundsatz„Jeder F a- wilie eine würdige Wohngelegenheit* damals auch den Rechtsparteien sympathisch war und mit ihrem Einver- ständnis in die Berfassung aufgenommen wurde. In der Praxis iindei man jedoch die Rechtsparteien und die ihnen nahe- stehenden H a n» b e s i tz e r organisationen nicht mehr aus der Seit« der Freund« des Wohnheimstättengesetzes, sondern merkwürdiger- weise Schulter an Schulter mit Spekulanten im Kamps« gegen Maßnahmen, die geeignet sind, billigen Wohnraum zu schassen und die primitive Bautätigkeit rentabel zu gestalten. Der Abend hat mit seine» interessamen Ausführungen wiederum bewiesen, wie notwendig der Zusanrmenfchluß aller republikanischer Hausbesitzer in einer Organisation ist, die»hre Interessen aus Grund der versassung von Weimar vertritt, damit den deutschnotionalen und wirtschaf'.sparteilichen Hausbesitzern endlich das Wasser ab- gegraben wird. Billiges Gas und billiges Waffer. Deutschland verbraucht jährlich 2 Millionen Kubikmeter Gas. Auf einer Tagung des Deutschen Gas. und Wasierfachcs, die I im Marmorsaal des Zoo stattfand, und im Zeichen der A u s st e l- lung GasundWasser stand, von der wir übrigens«in chorak- tenstisches Bild bringen, wurden die beiden Komplexe Gas und Wasser von Fachleuten sehr eindringlich behandelt. Der Gefchäftssührer der technisch-wirtschaftlichen Ausschüsie des Reichskohlenrats, Dipl.-Ing. zurRedden, sprach zunächst über das Thema:„Die Bedeutung des Gases im Rahmen der deutschen Energie- und Wärmewirtschaf t." Acht Millionen deutsche Haushaltungen verbrauchten jährlich rund zwei Millionen Kubikmeter. Gas im Werte von 300 Millionen Mark: dies sei aber erst der Anfang einer Entwicklung, die in Amerika und England bereits heut« zu dem vierfachen Gasver- brauch je Kopf der Bevölkerung geführt habe. Die neuen chemi- fchen Berfohren zur Synthese von Oel, Ammoniak, Methanol usw. aus Kohle führten fast ausnahmslos über Gas. Es gäbe keine volkswirtschaftlich rationellere Verwendung der Kohle als ihr« Eni- oder Vergasung, die ihre Wertstoffe erholte, statt st« im Feuer zu zerstören. Unfälle durch das Gas dürsten uns nicht für feine Segnungen blind machen: zudem feien sie mit jeder Art der Energieverwendung verbunden. Der stärkste Werber für. steigenden Gasabsatz sei die Gewißheit, daß das Gas allmählich immer billiger würde. Der Dortragende empfahl nach dem Muster der in England üblichen„gleitenden Skala' Ueberschüsie über einen festgesetzten Mindestsinanzertraa der Gaswerk« nur zum Teil zu besten Steigerung, zum anderen Teil aber zur Herabsetzung der Gastarife im folgenden Geschäftsjahr zu verwenden. Er entwarf zum Schluß kurz ein Bild der zukünftigen Großgasversorgung, so- bald erst einmal die zurzeit rasch aufeinander zuwachsenden Ber- sorgungsfelder der Fern-, Truppen- und Ortsgaserzeugungsstätten in ähnlicher Weise zu einem Ganzen verbunden fein würben wie heute bereits die Elektrizitätsversorgung: Gas würde freizügig. Als nächster Redner sprach der Direktor des Wasserwerks Düsteldorf, Dipl.-Jna. A. L a n g, über das Thema:„D i e W a f f e r- verforgungihre gesundheitliche und Volkswirt- f ch a f t l i ch« Bedeutung'. In großen Zügen führt« er folgendes aus: Die Hauptforderungen für ein« gesunde und wirt- Ichaftliche Wasserversorgung sind: 1. Sorgfältige Ausführung aller Vorarbeiten zur Gewinnung ausreichender Mengen hygienisch ein- wandfreien Masters durch erfahrene Fachleute: 2. Schutz der Ent- nahmegebiet« gegen Einflüsse von säurehaltigen In- d u st r i e- und sonstigen Abwässern, da sonst große. Auf- Wendungen für Wasterreinigung nötig werden'önnen, wenn nicht gar die Wosterversorgungsanlagen völlig aufgegeben werden mllsten: 3. Schutz der Rohrleitungen gegen Korrosionen und Derinkrusta- turnen, fei es durch Verwendung von unangreifbarem Material, sei es durch zweckmäßige Vorbehandlung des Masters. Die Erfüllung aller Forderungen an eine gesund« und wirt- schafllich« Wasterverforgung ist in Deutschland nicht mehr möglich ohne enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Ein Musterbeispiel bietet das rheinisch-westfälische Industriegebiet, wo 6 Millionen Menschen auf nur 10 000 Ondratkilo- meter wohnen. Die Versorgung dieser Massen wäre heute un- möglich ohne die wasterwirtschastlichen Derbände, die Emscher- genossenschast, den Ruhrverband und den Ruhrtalsperrenverein. Eine hochwickstige Forderung für eine gesunde Dolkswirlschast ist auch eine oernünstig« Gestaltung des Wasserpreises. Wenn Finan�zuschläge aus Kosten der Abschreibungen herausgeholt werben, arbeiten die Werke nach kurzer Zeit unrentabel. Wasser- Preiserhöhungen sollten nur dann vorgenommen werden, wenn Mittel aufzubringen sind für Verzinsung und Tilgung von neuen Anleihen, di« für Ergänzungsbauten zur Sicherstellung unvcrmeid- lich sind. Di« Frage der Sicherstellung des Wasterbedorfs wird in Deutschland immer brennender. So hat z. B. Berlin heute mit einem jährlichen Mehrbedarf von etwa 10 Millionen Kubikmetern zu rechnen, bei einem gegenwärtigen Verbrauch von rund 130 Litern je Tag und Kops der Bevölkerung. Der Riesen- Glühstrumpf. Berlin muß Siraßen ändern! Oer Verkehr verlangt es. Man schreibt uns: Seit Iahren bemüht man sich, die Straßen und Plätze Beriins dem gesteigerten Verkehr anzupasten. Straßen- irnrchbrüch«, Ankauf ganzer Häuserreihen durch den Magistrat be- weisen, daß man gewillt ist. vorausschauend und großzügig zu bandeln. Der Finanzierung wegen ist es verständlich, daß sich diese Großzügigkeit nur auf den bedeutendsten und verkehrsreichsten Punkten der Stadt auswirken kann. Dessen ungeachtet sollt« man andere Straßen und Plätze nicht unbeachtet lassen, auf denen sich auch«in starker Verkehr abwickelt. Man kann hier vielfach mit kleinen Mitteln Wesentliches für di« Bescksieuniauna und Sicherung des Verkehrs schaffen. An einigen Beispielen soll die Berechtigung der Anregungen bewiesen werden. Die Lausitzer Straße machk. nach dem Lausitzer Platz führend, einen schärferen Knick. Zwei Straßenbahnen, sich be- gegnend, dürfen nicht gleichzeitig in der Kurve liegen, da die Ge- fahr besteht, daß sie sich berühren. Rechtsseitig der Gleise bleibt für andere Fahrzeug«— auch Autobusse durchfahren die Straß«— kein Meter Raum übrig, so daß Straßenbahn und Fuhrwerk nie gleich. zettig in die Lausitzer Straße einbiegen können. Zurzeit ist man dabei, für di« allen Gastandelaber neu« zu setzen. An«ine Ab- rundung der Ecke,«In« wesentlich« Beschneidung des breiten Biir- gersteige» haben die zuständigen Stellen nicht gedacht.— Rosen- t h a l e r- Ecke Reue Schönhauser Straß«: Autobusse sowie länger« Motorfahrzeug«, vom Hackeschen Markt kommend, müssen bis wett über die Mitte der Straße fahren, oder in der Rosenthaler Straß« wett nach links ausholen, roenn sie in die Reue Schönhauser Straße einbiegen wollen. In derselben Lage befinden stich die Führer der Kraftwagen, die aus derLeipzigerStrah« in die Friedrich st raße— und— umgekehrt einbiegen wollen. Ein wesentliches Zurücknehmen der Gehbahn unter Räu- mung der Eckläden, die als Gehbahn ausgebaut werden können, wird hier wie an vielen anderen Stellen zur Notwendigkeit. Das Aufkommen der dreiachsigen Autobusse sowie die Zunahme der wefeittlich längeren Lastkrastwagen, vielfach mit Anhängern fahrend, bedingt eben ein« Umgestaltung vieler Straßenkreuzungen. Zum Schluß sei noch daraus hingewiesen, daß man wohl den Spittelmarkt zweckmäßig umgebaut, jedoch di« Ausfahrt zur G e r tr a ud t e n b r üek e in der alten Brette belassen hat. Wohl können die Straßenbahnen gleich mit größerer Geschwindigkett ihren Weg fortsetzen, die Autobusse jedoch müssen warten bis das Gleis frei ist. Die Gehbahn schiebt sich hier so stark in die Fahrbahn hinein, daß ein Kollidieren mit der Straßenbahn zur Wahrschein- lichkeit wird. Ein Zurücknehmen und die Verwendung des Eck- ladens als Gehbahn wäre auch hier dringend am Platze. Mieterhöhung bevorstehend? Der Wohnungsausschuß des Preußischen Land- t o g e s hat einen Beschluß angenommen, wonach das Staats- Ministerium ersucht wird, zu prüfen, ob eine Mieterhöhung für di« gewerblichen Räume, di« mit Wohnräumen im wirtschastlichen Zusamenhang stehen, also noch dem Reichsmieten- gesetz unterliegen, vorgenommen werden könne. Der Reichsbund deutscher Mieter, Verband Berlin e 35., hat sich hiergegen an den preußischen Wohlfahrtsminister und an die Fraktionen des Landtages gewandt. In der Eingabe ist daraus hingewiesen, daß bereits die Lockerungsverordnung über gewerbliche Räume vom 11. November 1926 schwere wirtschaftliche Ko« tastrophen für Angehörige des gewerblichen Mittelstandes her- beigesührt hat. Don jeder neuen Ausnahmegesetzgebung sei ähnliches zu erwarten. Di« Folge wäre eine Vernichtung des gewerdstichen Mittelstandes und eine Vermehrung der Zahl der jetzt schon in Not befindlichen Angehörigen dieser Berufe. Aus der Arbeit der Bezirke. Gm jugendfeindlicher Zugendpfleger! �.Bezirk— Gchöneberg. 3m Mittelpunkt der V«rhondlung in der letzten Bezirksoer- mtronlurig stnnd unsere Anfrage wegen des Vorgehens des Stadt- jugendpflegers Eitze gegen ein Mitglied der Arbeiter- fugend. Genossin Dietrich führte bei der Begründung der An- frage aus, daß am 10. März dieses Jahres im Titama-Palast in Steglitz eine Veranstaltung des Jugendamtes stattfand. Ein Jugend- genösse oerteilte vor dem Eingang Werbeblätter der SAJ. Herr Eitze untersagte dem Jugendgenossen die Verteilung, ohne dazu irgend ein Recht zu haben.'Da der junge Genosse Herrn Eitze Polizeibefugnisse aus der Straße nicht zuerkennen wollte, ließ dieser eigenartige Jugendpsleger unsenn Jugendgenossen die Flugblätter durch Psadpfinder mit Gewalt entreißen, wobei es zu einer Keilerei kam. Der deutschnationale Be- zirksbürge.rmeister Berndt billigt« nicht nur das Vor- gehen dieses Jügendpflegers, sondern erklärte in aller Seelenruhe, er hätte den Jugendxfleger zur Verairttvortung gezogen, wenn er nicht eingeschritten wäre. Genosse Flatau mußte dem juristisch vor- gebildeteten deutschnationalen Bürgermeister erst klarmachen, daß mit der Ermietung eines Kinos für ein« Veranstaltung des Jugend- amts keine Berechtigung verbunden sei, polizeiliche Befugnisse aus der Straße auszuüben. Für die Jugend ergebe sich mit aller Klarheit, daß Herr Eitz« sich in der Wahl seines Berufes vergriffen hat. Unerhört sei es, wenn der amtliche Jugendpsleger, dem die Jugendbetreuung anvertraut ist, eine Jugendgruppe dazu nötigt, gegen einen anders denkenden Äugendlichen mit Gewalt vorzugehen. Die folgenden Punkte der Tagesordmmg wurden ohne Debatte erledigt. Zu erwähnen ist noch der Verkauf des Grundstücks Haupt- straße 21 und 22 und Akazienstraße 2 an die Arnold Obersky A.-G. zum Preis« von 834 700 M. Verbunden ist damit die Abtretung von Straßenland des der Obersky A.-G. gehörenden Grundstücks Hauptstraße 20 zum Zweck« der Verbreiterung der Hauptstraße. Zmmer noch �auchbelastigungen. Bezirk— Treptow. In der letzten Sitzung der Bezirtsversammlnng Treptow gab zunächst der Vorsteher, Genosse Strieder, Kenntnis von der ablehnenden Haltung des Polizeipräsidiums, vor den Schulen Warnungstafeln für den Kroftwagenverkehr aufzustellen. An Stelle des Genossen Bundesmann wurde der Ge- nosie Otto Liedel in den Verwaltungsausschuß des Jugendamts gewählt. Auf Grund eines Antrages unserer Fraktion beschloß die Versammlung«instimmig, bei den maßgebenden Stellen dahin zu wirken, daß die Belästigung der erholungsuchenden Bevölkerung im Treptower Park und Plänterwald durch die starte Rauchent- w.i ck l u n g der aus der Spree verkehrenden Dampfer unter- bunden wird. Bei der Begründung dieses Antrages wies der Ge» nosse Strieder daraus hin, daß auch von der Bevölkerung über starke Rauchentwicklung durch die Fabrikanlagen an der Spree�geklagt wird. Die Rauchentwicklung durch das Groß- kraftwerk Klingenberg soll jetzt, nach Mitteilung des Magistrats, äuf ein äußerstes Mindestmaß beschränkt sein.— Ein« Anfrage des„Blocks der Mitte" und ein Antrag unserer Fraktion, die sich mit den sanitären Einrichtungen in den Schulen des Bezirks beschäftigen, gaben Veranlassung, die ge- schilderten Mängel«ingehend zu behandeln. Stadtrat Genosse Wer- in u t h wies auf die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt Berlin hin, die es leider nicht ermöglichten, die Mißstände in kürzester Zeit abzustellen. Genosse Becher betonte, daß unsere Fraktion durch wiederholte Anträge auf die Schäden hingewiesen und deren Abstellung gefordert Hobe.— Darauf unterbreitete der„Rechtsblock" der Berfammlung umfangreiche Wünsche zur Verbesserung de? Verkehrs und betonte, daß für die Zukunft die Interessen des Bezirks„mit mehr Sachkenntnis. Nachdruck und Geschicklichkeit" vertreten werden möchten. Genosse Bürgermeister Grunow verwahrte sich gegen diele Vorwürfe nahm die Beamten gegen die Angriff« der Deutschnationalen in Schutz und wies an Hattd der Denkfchrift des Bezirksamts nach, daß die Vorschläge des Rechts- blocks in den meisten Fällen glatte Wahldemagogie sind. Schließ- lich, nachdem Genosse Becker die Forderung«» der Deutschnatio- nalen als von Wahlangst diktiert gekennzeichnet hatte, erklärte«in Mitglied des Rechtsblocks(Deutsche Voltspartei), daß es den An- trag des Rechtsblocks nicht unterschreiben könne. Gegen die Stim- wen des R«chtsblocks wurde schließlich ein Antrag unserer Fraktion angenommen. Zum Schluß der ausgedehnten Ätzung waren noch zwei Serienanträge der Kommunisten zu verhandeln, und zwar: Aufhebung des Demonstrationsoerbotes und Schließung oller städtischen Bureaus am 1. Mai. Der Antrag wurde nach einer Rede des Genossen Becker abge- lehnt. Zu dem zweiten Antrage der Kommunisten teilte Genosse M i e l k e mit, daß unser« Fraktion auch diesen Antrag ablehne. da die sozialdemokratischen bzw. srcigewertschastlichen Arbeiter, An- gestellten und Beamten des Bezirks auch ohne generellen Beschluß� wie immer den 1. Mai seiern werden. Die Annahme des Antrages der Kommunisten würde nur bedeuten, den rechtsgerichteten Beamten einen freien Tag zu verschaffen. postkuriosum in Weißensee. IS. Bezirk- Weißensee. Die am 24. April dieses Jahres stattgesundene Bezirksoerord- netensitzung stand im Zeichen der hohen Politik. Zunächst ein häus- Cicher Streit zwischen den beiden kommunistischen Gruppen. Nach Genehmigung einiger Fluchllinienpläne kam der kommunistische Rundreistantrag betreffend Schließung der städtischen Bureaus und Betriebe am 1. Mai zur Beratung. Genosse Heynmth rechnete mit der KPD gehörig ab. Er bezeichnet« es als einen Skandal, daß die KPD. selbst Schulkinder für ihre Zwecke mißbrauchen wolle und daß ihnen nur daran gelegen sei, die Massen gegen die SPD. auf- zuhetzen. Der KPD.-Antrag wurde abgelehnt.— Zum Schnell- b a h n ba u p r o g r a m m des Magistrats wurde einstimmig be- schlössen, dqs Bezirksamt auszusordern, im Einoernehmen mit dem Nachbarbezirk Prenzlauer Berg beim Magistrat dringend dahin vorstellig zu werden, daß der Bau einer Schnellbahnlinie vom Alexanderplatz durch die Greiswalder Straße nach Weißensee in das Bauprogramm des Magistrats für die nächsten fünf Jahre aufgenommen wird. Ferner fand ein Antrag Annahme, im Faulensee-Park ein« Milchhalle zu errichten.— Auf dem städtischen Gelände in der Straße 90(verlängerte Kniprodestraße) in der Näh« der Buschalle« soll die neue Berufs- und Hairdelsschule mit einem Kostenaufwand von 3 750 000 M. errichtet werden. Der entsprechenden Vorlage des Bezirksamtes wurde zugestimmt.— Der Ortsteil an der Landsberger Chaussee(Weiße Taube und Siedlung kinderreicher Familien) gilt im Eilbestellungsdienst der Reichspost kuriostrweis« als— Landbezirk, und es werden für solche Zustellungen Zuschläge erhoben. Ein Dringlichkeitsantrag un- serer Partei bittet das Bezirksamt, allen Einfluß auiszubieten, um diesen liebelst and zu beseitigen. Der Ortsteil hat be- rests jetzt etwa 900 Einwohner und wird demnächst einen weiteren Zuwachs von 500 Einwohnern erhalten. Kampf gegen Geflank und Lärm. 20. Bezirk— Reinickendorf. In der letzten Bezirksversammlung wurde mit einem Bericht des Verkehrsausschusses ein Antrag verbunden, der V« r b« fs e- rungen des Ausslugsverkehrs nach Tegel, Tegel- ort, Heiligensee und Wittenau oerlangte. Genosse Koch berichtete über die bereits erfolgten und zu erwartenden Verkehrs- Verbesserungen. So soll nach Wittenau eine zweite Linie, die 158 führen mid der Autobus 15 von Seestraße nach Hermsdorf zu den Hauptverkehrszeiten Einsetzer führen. Man müsse im Vergleich zu früher den Fortschritt anerkennen. Die Tegeler Verkehrs- notgemeinschaft wolle mit ihrer Proteftversammlung nur bürgerliche Wahlpropaganda betreiben, was Genosse Kreultein ebenfalls darlegte. Stadtverordneter Genosse Schäfer machte daraus aufmerksam, daß wegen der schlechten Finanzloge wohl kaum das jetzige Tempo beibehallen werden kann. Stadtbaurat Krecke äußert« sich anerkennend über das Verkehrsamt,.das alles getan hob«, um den Wünschen des Bezirks nachzukommen. Der Antrag wegen der weiteren Verbesserung des Ausflugsverkehrs wurde einstimmig angenommen. Cinmüttg ersuchte die Bezirks- Versammlung das Bezirksamt, bei den zuständigen Stellen vorstellig zu werden wegen der L u s t v e r p e st u n g, die durch einige Bl- triebe in der Amendestraße, Raschdorfsstraß«, am Seebad in Res- nickcndors-Ost und den W i e r n i ck w e r k e n in Waidmannslust ausgehen und des großen Lärmes, der von einer Motorenfabrik in der Flottenstraße ausgeht.___ Neue Wege der Fürsorgeerziehung. Das Jugendamt Treptow veranstaltete über dieses Thema einen Vortragsabend, an dem erfahren« Praktiker zu Wort kamen. Stadtrat Peters betonte, daß die Fürsorgeerziehung nur äußerst ungern und als allerletztes Mittel angewandt wird. Schon deswegen, weil dem entlassenen Zögling, selbst bei bester Führung, immer«in gewisser Makel anhaftet. Man hat neuerdings«inen Ausweg gefunden, indem man die Eltern veranlaßt, das Kind freiwillig und ohne Gerichtsbeschluß einen. Heim zu übergeben. Da sie in diesem Falle jedoch alle Kosten selbst übernehmen müssen, lassen sie sich nur schwer dazu bewegen. Dst A r b e lt e r w o h l- f a h r t s o rg o n i s ä t i o n hat nun einen Gesetzesoorschlag eingebracht, wonach die Stadt auch die Kosten der freiwilligen Fürsorgeerziehung zu tragen hat. Direktor Verleger vom Wsstendheim in Frankfurt a. M. findet den tiefsten Grund für die Not der Fürsorgezöglinge in der völligen Abgeschlossenheit, in der sie leben, und die sie fast zu Strafgefangenen stempelt. Er hat, wie er sagt, mit bestem Erfolg, eine Befreiung seiner Zöglinge versucht. Man läßt die Jungen, nachdem sie eine kurze Prüsungszeit bestanden haben,. außerhalb des Heims arbeiten, man gewährt ihnen reichlich Außen- Urlaub und gestattet ihnen, Vereinen beizutreten und hochstehende künstlerische Veranstaltungen zu besuchen. Alles, um sie mit dem praktischen Leben bekannt zu machen und ihnen das Gefühl des Strasgesangenseins zu nehmen. Das lZtt>en im Heim selbst ist !o frei wie möglich. Die Zöglinge wählen sich ihr« Führer elbst und die Besten und Reifsten haben sich zu einer sogenannten Selb st Verwaltungsgruppe zusammengeschlossen, die völlig unabhängig ist und auch keine Erzieher mehr hat. Die Erzieher selbst, und das ist der Kernpunkt, sind keine staatlich geprüften Pädagogen, sondern verhältnismäßig junge Menschen, gleichgültig welcher Berussort, die aus der modernen Jugendbewegung hervor- gegangen find. Auf sexuellem Gebiet hat Verleger die Erfahrung gemocht, daß es den Jungen weniger auf Geschlechtsverkehr, als auf geselliges Beisammensein mit Mädchen an- kommt. Auch hier kommt man ihnen so weit wie möglich entgegen. Es ist zu hoffen, daß durch Wachsen des� sozialdemokratischen Einslusses in möglichst ollen Anstalten im Sinne Direktor Der- legers gearbeitet wird. Wilhelm-Vracke-Hos in Braunschweig. Di« Baugenossenschast der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten in Braunschweig hat beschlossen, einen großen Häuserblock mit 52 Woh- n u n g e n zu errichten und ihn nach dem in Braunschweig geborenen sozialdemokratischen Führer der siebziger Jahre W i T- Helm-Bracke-Hof zu nennen. Der Entwurf stammt von dem jungen begabten Architekten Eon st antin Bartels in Braun- schweig, der selbst Sozialdemokrat ist. Die Wohnungen werden mit Zentralheizung vom Küchenherd aus und mit Speise- schränken mit Frigidaire-Kühlung versehen. In dem Häuserblock wird eine moderne Zentralwaschküche nach Wiener Muster eingebaut. Ehrenfeste für parieijubilare. Einen gut gelungenen Unterhallungsabend, der verbunden war mit einer Ehrung der Parteijubilare, veranstaltete die 19. Abteilung am 20. April im Swinemünder Gesellschaftshaus. Gesang und musikalische Darbietungen umrahmten die Ehrung der Parteijubilare. Genosse Schulz sprach den Jubilaren den Dank für die geleistete Arbeit aus. Er pries ihre Treue zur Partei und stellte sie der Jugend als Borbild hin. Genosse Fr a n k, der die Ansprache übernommen hatte, fand nochmals tressliche Worte für die Treu« und Unermüdlichkeit unserer Alten im Dienste der Partei und gab einen Ueberblick über den Weg, den unsere Partei bisher mit Erfolg gegangen ist. Den Dank der Jubilars für die freund- lichen Worte sprach Genosse Fischer aus. Das Tun der Alten sei Pflicht der innersten Ueberzeugung gewesen. Auch die Jugend müsse und werde in der gleickfen Weise ihre Pflicht ttm und der Partei dienen. 700 Genossinnen, Genossen und Gäste hatten sich in den Andreas-Festsälen vereint, um vierunddreißig Partei- j u b i l a r e der 32. Abteilung zu ehren. Es war ein wohl ge- lungenes Fest, das den Arbeitsmenschcn aus dem Alltagsleben hin- ausführte. Alle, die mithalfen, waren von dem einen Gedanken be- seelt, den Iubilaren ihre Verehrung ftnd Lieb zu zeigen. Die Feier wurde von den Genossen Zacharias und Haafe geleitet. Packend sprach Genosse Zacharias Georg Herweghs Gedicht:„Die Partei!" Mit stolzer Freude konnte der Abteilungsleiter Haase die 700 Er- schienenen begrüßen. An Stelle des erkrankten Genossen Ado!» Hoffmonn hielt Genosse Max Heydemann die Zuhörer mit feiner Festrede im Banne seiner Ausführungen. Er dankte den Alten für ihre Treue und legte das Gelöbnis ab, ihnen nachzueifern und ihr Werk zu vollenden. Das Scherzspiel„Durchkreuzungen", ein Laien- spiel, das man auch an anderer Stelle wiederholt sehen muß, sorgte für Humor. Mit der Ueberreichung der Ehrennadeln und dein gemeinsamen Gesang der Internationale fand der offizielle Teil der von dem Bläserchor Reichsbanner Schwar-Rot-Gold festlich um- rahmt wurde— sein Ende. Dom Bezirksamt waren die Genossen Bürgermeister M i e l i tz und Stadtrat Günther amvesend. Die 56. Abteilung, Charlottenburg, veranstaltete vor einigen Tagen ein« Ehrung der Genossen, die 25 Jahre und länger der Partei angehören, in der Aula des Schiller-Real- gymnastums. Vor dieser Ehrung der Jubilar« fand in Form eines Weiheaktes die Fahnenweihe statt, umrahmt vom Gesang des Volks chors.Harmonie", Eharlottenbura, und von klassischer Musik. Aus- führend« waren Anita Marcus-Rocamora, Gisela Kutna, Walter iehberg, Joachim Hans Liebig. Helmut Pachaly. Die Weihrede hielt Reichstagsobgeordneter Arthur Crispien. Iin zweiten Teil dieses Festes— eine stattliche Anzahl Iubilare war erschienen— ließ der Kreisvorsitzende, Nadtrat AlsredWilk.ein Stück Partei- gefchichte Charlottenburgs vor dem geistigen Auge der Zuhörenden vorüberziehen. Mit dem Schlußgesang der„Internationale" wurde die schöne und erhebend« Feier beendet. Die Feier, die aus einem hohen Niveau stand und nicht nur für die älteren, sondern auch für die jüngeren Parteifreunde, die ihr sehr.zahlreich beiwohnten, ein Er- eignis war, wird tief im Gedächtnis haften bleiben. Oer Scholzplatz im Messegelände. Durch die Erweiterung des Ausstellungs- und Meßgeländes wurde die Einziehung des Scholzplatzes notwendig. Wie uns mitgeteilt wird, sollen dafür Spielplätze in Eichkamp errichtet werden. Ein Bedürfnis, den Scholzplätz weiterhin zu erhalten, liegt auch nach Auffassung des Ministeriums für Volts- wohlfahrt nicht vor, weil sowohl am Lietzensee wie auch auf dem Karolinger Platz leicht erreichbare Erholungsstätten gegeben sind. Die Erreichung des Scholzplatzes ist dagegen für Kinoer nur mit großen Gefahren verbunden, da auf beiden Seiten lebhafte Ver- kehrsstraßen vorbeiführen. So hat auch die Straßenbahn schon erwogen, zur Sicherhett ihrer Fahrgäste einen Tunnel unter der Straße Jjindurchzulegen. Trotz der Einbeziehung des Scholzplatzes in das Meßgeländ« ist dem Publikum die Benutzung dieser Anlage auch weiter möglich, da das Gelände nur bei gan� großen Ausstellungen für Meßzwecke benötigt wird, im übngen aber die Oeffentlichkeit zur Erholung freigegeben werden soll. Lugend und Sozialismus. In der vom Ortsausschuß für Jugendpflege Neukölln ver- anstalteten Ausstellung zeigte auch die Jungsozialistische Vereinigung Neukölln etwas von ihrer Arbeit. Ne ver- anstatt ete unter anderm eine gut besuchte Werbekundgebung. Der Referent, Genosse Dr. Kurt L ö w e n st e i n, M. d. R., sprach über das Thema: Jugend und Sozialismus. Er schilderte drei Arten von jungen Menschen, einmal den Konservativen, der sich mit der Gesellschaft, wie sie ist, abgesunden Hai und nur danach trachtet, in ihr so schnell wie möglich eine gesicherte Existenz zu finden: dann den jungen Menschen, der sich zu einer Idee durchgerungen hat, die er aber mir als eine persönliche, innerliche Angelegenheil betrachtet und den jungen Menschen, der seine Klassenlage er- kannt hat, sich als Mitglied seiner Klasse fühlt und nun bemüht ist, irgendwie für sie tätig zu sein. Sozialistische Erziehung ist nun nicht nur eine Aufgab« für.Mndersreunde",„Rote Falken" und „Arbeiterjugend", sondern sollte Aufgabe der Schule ganz allgemein sein. Sozialismus als Idee und Ziel entspricht aber auch dem Wesen der Jugend. Letzten Endes ist es unjugendlich, gegen den Sozialis- rnus zu kämpfen. Unverständnis übxr das wahre Wesen des Sozia- lismus ist Ursprung dieser Bemühungen. Keine Steuer für Aufstockungen. Der Magistrai hat den Plan einer Auflwckungssteuerordnung als zurzeit ungeeignet zurückgestellt. vrrantwortlich älr Politik: Dr. iutt»eqcr: Wirtschaft:®. ltlloaelhöfer Seoirrkschaslsbeweauna: Z. Etriurr: lZcuillelon: lt. K. Tisch«:: Latz!«» and Sonstia«»: Fritz Narftädt: Anzerarn: ltz. cht»««: sämtlich in Berlin. Berlaa: Bo:wckrt».Z,r!og und B»rsaoaans>alt Paul Einqer o(ka.. Berlin TW S8 Lind-nlirah« z Hierzu 2 Beilage»..Stadtbeilage' und„llaterdaltung uud Wissen' f&le umd ahfaifan, aetä ii&&v 30 fa/iwn, an der Vervollkommnung der Hausbäckerei. Unzählige wertvolle Rezepte Verden laufend aus Hausfrauenkreisen eingesandt, geprüft, ergänzt- und die bestgeeigneten in form der bekannten„Dr. Oetker-Rezepte" wieder herausgegeben. Die miüionenfadie Verbreitung dieser Bücher beweist am besten die Güte und Beliebtheit der Dr. Oetker'sdien Backzutaten, wie Vanillinzucker,„Gustin', Backöle und-Aromen, vor allem aber von De Oetker's Ttedsxnüvertfiu&fa das für alle deutschen Hausfrauen unersetzlich geworden ist[m Htvfraam v Dr. Auguü Ociker, Bielefeld. Nr. 204* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag. 3. Mai 4929 Ein Bauernland der Zukunft. 500 Kilometer durch Heide und Moor. Zu beiden Seiten der Ems liegt ein ödes Land. Es sind die Kreise Aschendorf, �ün'.mling, Meppen, Lingen und Bent- heim. Das Gebiet umfaßt ungefähr-tWO Quadratkilometer, bei einer Bevölkerung von etma 170000 Köpfen. Die Dichte macht pro Quadratkilomeier etwa 4-t Einwohner, gegen 83 in der Provinz Hannooer, und 133 im Reich aus und sinkt im Kreise Hümmling auf 26 ab. Welche großen Aufgaben hier noch einer zielbewußten Wirischaftsvolitik harren, zeigen die Eindrücke, die unser Sonderberichterstatter auf e'.ner Presse- reis« in diesem Gebiet gewann. Red. d.„Vorwärts". ?. O. Osnabrück. 1 Mai 1S29. Frühmorgens und selbstverständlich im Regen setzt sich unsere Kolonne in Bewegung. AutoHupen gelten durch die Straßen des höchst aktiven Osnabrück, Scheide zwischen dem Ruhrpott und den cnheimelnden mittelalterlichen Städtchen und Städten im Harz, mit pikantem holländischen Einschlag von Westen her, so daß ver- träumte Gäste hinter den noch immer verhängten Fenstern des Hotels Schaumburg sich fragen, was der ungewohnte Lärm soll. W i r wollen ins Cmsland, das man einen vernachlässigten Korridor nennt. Dazu fahrep wir eine Straße immer nach Rorden. Irgendein in Geraden denkendes Gehirn nahm einmal ein Lineal und hat sie mit Schotter, Sand und kümmerlichen Ehausseebäumen in diesen Raum ohne Ende gezogen. Es ist eine Straße anders als andere Straßen. Wo links und rechts graues Gestrüpp den Boden bedeckt, ist die Heide. Hie und da tauchen Siedlungshäuser auf, dort hat man Menschen aus Ackernahrung gesetzt, oder polizeiwidrige Hütten von Landarbeitern, die der Wind im nächsten Augenblick hinwegzufegen droht. Bestimmten Versicherungen nach sollen, dort hinten, wo die Heide die diesige Sicht frißt, schon seit.Jahrhunderten Menschen wohnen. Aber keine Straße, kein Feldweg verbindet diese Sied- lungen mit dem großen Lineal. Zlls es in diesem Winter aus jenen Gehöften Tote gab, konnten sie wochenlang nicht in die Erde hinein. Well das, was Optimismus hier Straße nennt, schlechterdings nicht zu passieren war. Hier liegt das weite Gebiet um Meppen. Der zweite in der Krupp-Generation, Alfridis, ließ hier durch seine Agenten Oedland nach Hektaren aufkaufen. Es mar gerade gut genug, daß sich die Rüstungsindustrie einen Privatschießplatz für schwerste Kakiber anlegen konnte. Die Krupps haben hier auch zu siedeln versucht. Steckten die Sache aber bald als hoffnungslos auf und versuchen es jetzt mit mehr Hoffnung in der russischen Steppe. Wo die Heide zu Ende geht, kurz vor der I o h a n n i s b u r g, wo Ordensbrüder mit vielem Verständnis und praktischem Sinn ein Er- ziehungsheim unterhalten, beginnt das M vor. Wir sind zur Stelle und steigen in den Regen, schduen im'dos«eite Land. Hier jchlätt die Zeit."Die' Füchse haben sich schon vorher Gutenacht gefagr, und dort, hinter dem schwarzen Sirich, wo der Moorboden an den Hiznmes' stößt, liegt ganz bestimmt die Stelle, wo die Welt mit Brettern zugenagelt ist. Burtanger Moor heißt man die Oed«. Man sucht in den kümmerlichen Resten seines Schulwissens und stellt fest: zu beiden Seifen der Ems zieht, sich dieses Burtanger Moor nach rechts bis zum Oldenburgischen hin, nach links weit über die holländische Grenze. Mehr wird wohl kaum jemand wissen, draußen in glücklicheren Gefilden. Dieses Land ist wirklich vergessenes Land. Daneben fo etwas' wie ein Kanal. Es stößt in das Moor wie «in Arm, dem ein Sprcngstück die Hand abgerissen hat. Der Arm sollte greifen, sollte die Oede verschließen und kann nicht. Man nahm nach dem siebziger Krieg 20 Millionen Mark aus der französischen Kriegsentschädigung und wollte siedeln, legte ganz richtig erst mal Wasserstraßen an, wollte Möglichkeiten schassen, Tors und Kar- toffeln zu transportieren, wollte Menschen in die leeren Räume holen. Die 20 Millionen Mark wurden verbaut und man ging resigniert nach Hause. Aus den vielen schönen Plänen von Siedlung und Kultur, von Arbeit und Zivilisation wurde nichts, blieb nur ein böses Erinnern. Feucht« Rebclschwaden liegen, wo herzige Gärten sein sollten, und raspeln und fressen an den Knochen. Die ganze Bureaukratie von 1870 bis 1018 war gegenüber den Problemen im Moorland ein einziger Versager. Die jetzige Verwaltung randaliert und schlägt auf den Tisch. Sie will sich diesen Vorwurf nicht machen lassen. Sie kann und darf dies auch nicht. So wollen die beiden, der Präsident der Provinz und der von Osnabrück. R o s k e und Sonnenschein, hier im Frieden eine neue Provinz gewinnen. Roske steht mit Schirmmütze und Windjacke in der Regenwolke und lugt nach der holländischen Seite hin, wo man geschafft hat, was hier noch zu schaffen ist. Ihm wäre es wohl am liebsten, wenn er sofort das Rad des Treckers mit seinen breiten Bauernhänden fassen könnte. Sonnenschein hat eine Heidenwut auf alle Finanzminister, die leider nur im Zahlen, aber nicht, was sich früher oder später mal als großer Fehler herausstellen dürfte, in getypten und ge- normten Eiern und in Milch- und Butterkontrollen denken können. Sonnenschein hat ganz richtig erkannt: hier kommt es nicht darauf an, Millionen herzunehmen, wenn sie auch für diesen Zweck noch zu beschaffen wären, und in Großprojekten zu vertun; alles heißt, sich ins Land hineinzunagcn, in die Materie zu knien; langsam und sicher Jahr um Jahr. Das kann man mit wenigem Geld«. Und es muß ein Anfang gemacht werden. Die alte preußische Bureaukratie versagte. Sie rührte selbst keinen Finger, als der Marasmus wetter Distrikte so toll wurde, daß eine hoffnungslos proletarisch« Landbevölkerung, nach Tausenden zählend, keinen taug- lichen Rekruten mehr zu den Fahnen stellen konnte. Hier liegt ein republikanssches Ideal. Und dieses Ideal hat wirtschaftlichen Sinn, hat Zweck. Die Leute von der Iohannisburq haben mit den be- kannten Reichstrediten 2000 Quadratmeter Moor unter Glas ge- bracht und pflanzen Spinat, Kohl und Tomaten in dreifacher Folge, so daß si« das Land bis auf Stunden hinaus mtt frühem Gemüse versorgen können. Man ist dabei, das holländische Gemüseauio zu verdrängen. Man späht bereits, wenn auch vorläufig noch in verfrühter Hoffnung, nach dem nie versagenden Markt und Magen des Ruhrgebiets aus. Was das bedeutet, besagen die Glaskulturen im Oderbruch, von wo aus man die holländische Gurke von dem Berliner Markt Schritt um Schritt verjagt. Man braucht dazu wirklich keinen Zoll, nur eine Bureaukratie mit wirtschaftlichem Blick und wirtschafllichem Verständnis und Menschen, wie wir sie leider als Kullurdünger zuviel nach Uebersec schickten. Diese Menschen sind im Moor daheim. Deshalb muß die Bureaukratie ihre Pflicht tun. Es muß auch im Moor mal Ernst gemacht werden, es muß ein Anfang kommen. 300 Kilometer find wir durch dieses Land, das einmal ein Niemandsland war, gefahren und legen unsere Meinung dahin fest: es ist, wenn wir wollen, ein Zukunftslandr" Zuerst kamen wohl die geistlichen Herren vom Rhein in die Gegend, jagten in der Heid« den Hirsch und hauten der Jagd und der Minne bizarre und verschwiegene Tempel. Es muß sich hier gut haben leben lassen. Dann kamen die hungrigen Mägen. Sie trockneten aus Lehm Wände und legten darüber Heidekraut. Dort wohnten sie, und so ist es noch heut«, zogen etwas Korn, produ- zierten Linnen und später die Kartoffel. Eines Tages war die Heide voll, und man stand im Moor. In den besseren Ebenen wurde der Wald knappes und kost- bares Gut. Das Moor war aber ein Reservoir von unendlich vielen Wärmeeinheiten. So gingen die Städte nach dem Moor und holten sich ihr Heizmaterial. Die städtisch« Regie schlug Straßen am Rand des Moors, um Torf zu stechen. An die Straßen klebten sich die Bauern, auf Flächen mit schmaler Stirnfront, aber weit ins Oedland stoßend. Man i>enks an die berühmten Berliner Gartenparzellen, die bekannten Handtücher. Rur daß im Moor, soweit die Linie nach dem Oedland in Frage kommt, alles auf Kilometer abgestellt ist. Man brannte erst den Boden und säte hinein, was man ziehen wollte. Der Erdenschoß gab jedoch nur Kümmerliches her. Ein saftiges Weib in unrechten Händen. Dann kamen die Holländer, die was von Wassergräben verstanden, und behandelten den Boden ökonomischer und zweckmüßiger. Sie mischten den schwarzen Boden mit Sand und nennen das Vennkultur. Wir wissen vom Sand in der Mark, daß sich mit ihm alles macben läßt, und so erzielte man phantastisch hohe Erträge, mitten im Moor, mitten in der Einöde. Allerdings eine schwere Arbeit. Die ersten Generationen verreckten, was nachkam, bracht« es zu Wohlstand. An der uralten Straße von Nordhorn her liegen respektable Bauernhöfe. mit vielem Komfort, mit reichlichem Viehbestand, können aus 100 und 200. Lahre zurückblicken. Aber die Straße war spärlich, und schon weiter nach Nordosten verlor sie sich im Schwarzen, in Schlamm und Dreck. So drückte der Bauer von der sesten Straße her auf das Moor. Er brauchte für seine Erpansion die billig« und sichere Arbeit des Pioniers. Freiwillig und ohne inneren Zwang war wohl kaum einer hier zu halten. Aber der Knecht hatte der Magd zu tief in die Augen gesehen und war nächstens schließlich nur durch eine frcigcvige Lehmwand von ihr getrennt. Eines guten Tages klappte die Sache. Der Bauernpastor gab sie zusammen. und der Patron letzte sie in da; Moor. In der Wieg« schrie der Nachwuchs nach Speckkartoffeln und nun gab es kein Entrinnen. Die Pioniere waren da. So war«s vor 100, vor 200 und 300 Iahren So ist es noch heute. Der Patron, der allein über Pferde verfügt, ackert das Land seines Pächters, den man im Moor Heuerling nennt, mit. Dafür geht der Heuerling beim Bauern auf 40 bis 70 Tage im Jahr in die Ernte, je nach dem nian es im Kontrakt ausgemacht hat. Hinterher rechnet man auf. Arbeitskraft ist hier im Moor billig« Ware. Di« Heuerling« sind seit Generationen unterernährt, mit Kartoffeln und ranzigem Speck oder Oel zumindest«inseitig ernährt, in vielen Fällen erschreckend einseitig ernährt. Der H«uer- ling sucht in seiner durchlöcherten Hütle nach einem warmen Fleckchen. Er baute seine B u tz e in die Wand, ähnlich dem Fuchsloch im Schützengraben. Unheimlich schmal für zwei. drei, vier oder gar sünf Menschen, die dort nächten sollen, unheimlich kurz, so daß die gekrümmte Lage wohl die Normallag« sein muß. Die Luft wird hermetisch abgeschlossen, wie man im Schützengraben vor das Fuchs- loch eine Zellbahn hing. Der Schlaf in der Butze kann keine Er- holung sein. Er bringt auch Tuberkulose. Mitten auf dem platten Land, bei gesunder Landarbeit, haben wir die paradox- Erscheinung der städtischen Proletarisrkrankh«it um vieles über den Rcichsdurchschnitt gesteigert. Wir schreiben das«inem hochwohllöb- lichen preußischen'Ministerium ins Stammbuch. Dielleicht kümmert man sich einmal um diese Angelegenheit Man verläßt das Land mit innigem Dank an d«n Zufall, hier nicht geboren zu sein und hier nicht leben zu brauchen und mit dem Eni- schloß, mit seinen bescheidenen Kräften zu tun, es hier anders werden zu lassen. Noske und Sonnenschein haben«ine schöne Ausgabe. und die Diktatoren im preußischen Finanzministerium auch. Man hat sscher bereits vieles getan. Aber es ist nur ein Abtasten der Probleme, wie das Boxer im Ring tun. Man hvt gesiedelt. Man hat Leute auf die Ackernahrung gesetzt. Aus Hauszinssteuern baute man einwandfreie Heuerlingshäuser. Man ist dabei. Milch, und Eierproduktion zu regulieren, zu normen und zu typen. Man hat auch bereits zum Beispiel in der Eiererzcugung versprechende Er- folge erzielt. Es ist gelungen, bornierte» Mijjtratten der Lauern gegen das unerhört Reue der landwirtschaftlichen Ratisnalisierung zu überwinden. Die Bäuerin murrt allerdings, wenn sie die Eier jetzt sauber abliefern muß, aber sie freut sich, wenn es pro Stück Pfennigbruchteile-mehr gibt. Im Norden des Gebiets, wohin die friesischen Musicrwirtschasten ausstrahlen, kann die Molkerei sogar Milch nach dem Fettgehast austosen. Was aber aus Moor werden kann, zeigt erst Holland. Unser Wagen geht durch Sand und schwebt über Kuhlen, daß die schlam- migen Lachen über die Kuhler schlagen. Oft hängt er im spitze» Winkel üoer gurgelnden Gräben und der Motor ächzt und seufzt. Dann feste Straße, ein Zollhaus— das ist das deutsche— und dann noch eins. Das ist holländisch. Wo wir auf preußischem Gebiet abgebrochene Arme haben, gibt es in Holland Kanäle mit Händen. Schütten gehen über das Wasser, Massen von Kartosfeln und Tors werden hier bewegt, die Kartoiselverarbeitung saßt Fuß, und an die Wasseradern drängt sich die Baustossindustrie. Die Straßen sind fest, verglichen mit denen in Preußen mustergültig. Kleinbahnen, undenkbar in Preußen, aus erhöhten Dämmen. In leere Räume sind Menschen gezogen: wo früher, wie jetzt nach in Preußen, ödes Moorland, wachsen Wirtschast? Kultur und Zivilisation. An den Straßen reihen sich schmucke Häuser, hundert« hier und tausend« dort, spielen fröhlich gut ernährte und sauber angezogene Kinder.— Besser wird es auch bei uns, wenn man den Spaten nimmt und ins Moor geht. Und mir müssen ins Moor gehen. Das sind wir denen dort schuldig. Denn wir sind e i n Volk. Schwere Belastung der Neichsbank. Oer Wochenausweis Ultimo April. Schon der Ausweis der Reichsbank in der dritten April« wache hatte ein sehr erhebliches Anwachsender gesamten Kapitalanlage der Bank gebrächt. So waren in der vorher« gehenden Woche die Wechselbestände nnt 2,23 Milliarden fast so hoch wie zum Ultimo März und übertrafen die Wechsel-- Ziehungen vom Ultimo Januar um fast«ine halbe Milliarde-. Zweifellos spielten hier Voreindeckungen der Wirtschaft wegen der bevorstehenden und inzwischen auch durchgeführten Diskonterhöhung sowie die Finanzierung von Devisenspekulationen mit Reichsvank- geldern eine große Roll«. Der jetzt veröffentlichte Ausweis der Reichsbant vom 80. April zeigt in der U l t i m o w o che ein Anwachsen der gesamten Kapitalanlag« in Wechseln, Schecks und Lombards um 8315 aus 3281,6 Millionen Mark. Im einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 550,9 aus 2790,2 Millionen Mark, die Bestände an Rcichsschatzwechseln um 59,6 auf 136,4 Millionen Mark und die Lombards um 221,1 auf 262,1 Millionen angewachsen. Durch die Ausdehnung der Kredittätigkeit ist auch eine Cr« höhung des Notenumlaufs um 760,3 auf 4631,5 Millionen Mark eingetreten, während der Umlauf an RenU'nbankscheinen sich auf 489,1 Millionen Mark erhöhte. Der st ar-t e© O l d ß der Bank. hat sich in der Berichtswoche fortgesetzt. Der Abfluß qn Gold übertrifft mit 287,3 Millionen Mark die Erwartungen für dies« Woche bei weitem, denn cinschliehlich der Devisen- zunähme Um 60 Millionen Mark ergibt sich ein« Abnahm« an Gold und deckungssähigen Devisen von insgesamt 227 9 Millionen Mark. Der Goldbestand belauft sich jetzt auf 1891,6 Millionen Mark und der Bestand an deckungssähigen Devisen auf 99,4 Millionen. Die Deckung der umlaufenden Rote« durch Gold allein stellt sich k aus 40.8 Proz. gegen 55,6 proz. in der Vorwoche, diejenigen durch Gold und deckungsfähige Devisen aus 43 gegen 56,6 Proz. in der Vorwoche. Die Deckung der umlausenden Roten von 40,8 bzw. 43 JJroz. ist also in bedrohliche Rühe der gesetzlich festgesetzten Mindestgrenze gelangt. Aus diesem Grunde ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, daß es bei der in der Vorwoche durchgeführten Diskont- crhöhung auf 7',h Praz. nicht bleibt und daß mit einer weiteren Zin s ve vt c u e ru n g bei der Reichsbank gerechnet werden muh. Wenn wir auch auf die Möglichkeiten einer weiteren Diskonterhöhung hinweisen, so ist doch zu erwarten, daß die Reichs- dank ihren bevorstehenden Entscheidungen nicht die Ergeb- niss« des Ultimoausweises zugrunde legt, sondern erst abwartet, wie sich die Entlastung der Kopitalanlage in den ersten Wochen des Mai entwickelt und sich ferner die- Diskont- erhöhung der Vorwoche auswirkt. Jedenfalls wird die Reichs- bankverwaltung nach den Ersahrungen der letzten Wochen gut daran tun, sich die W e ch s e l«i n r ei ch e r etwas genauer anzu- sehen und durch schar f e R e st r i k t so n« n einer Finanzierung von Devisenkäufen mtt Hilfe von Reichsbankgeldern durch unver» antwortliche Kreise einen Riegel vor zuschieben. Erhalte dich gesund durch Steinmelzbrol SZbsi» Brot schütz« Diinrn Ztiir?«»»r B-rdmim«»»- stilruttani und drfreit Dich oon Magen-, Dorm- und Auckerlranthe-«.«eil durch da» einzigariig«.Steinmetz- ZZersahreir- auf natürlichem Weg« die nährlofe Hobfaser durch Waschen und Eiilhülsen eutfemt wird.— Dann erst wird da» wertvolle Korn restlos vennadlen,— Darum der«vftrKig««sschmai und da» seine Aroma, da» diese» Brot vor allen anderen auszeichnet. �rner erlpsiisten wir unsere anerkannten Spezi«!» rotsortcn und da» ganz vorzügliche tafrädrok. WiUler-Brot-Fabriken Berlin\ 66. W»u»tr»6« 3 bt» 6 »rdSltl. i» etwa 666» verkausSftellei» verlintz n.dervorvrte EMVER ©RIEM! Ost pac '�ZIGARETTE Oer Arbeiismartt Ende April. Äisher 1,2 Millionen Arbeitslose wieder eingestellt. In der letzten Berlchtswoche vom 22. zum 27. April bat sich die Bessern»�.gaufdem Arbeitsmarkt annohervd im gleichen Xetnpo wie in den Lonvochen fortgesetzt. Die Zahl der chauptunterstiitzungsempfänger(ohne Krisemnrler» stützung), die seit dem winterlichen Höchststand von 2.46 Millionen ArdeuÄos-m bis zum 15. April auf 1,48 Millionen fiel, dürfte am 1- Not nach den ZZormeldungen der LandeoarbeitsSwter zu urteilen. um w-nircc 260 003 auf Ich Millionen hauplunterfiützungsempsävzer gqfunken fein. Trotz dieser starken Abnahm« der Zlrbeitslofigkeit ist der B«< fchaftiguttgsgrad des Vorjahres in keinem Landes- arbeitsomtsbezirk erreicht. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen. die bei dem Höhepunkt der Kältewell« um etwa 1,1 MiMore-n über dem Stande des Vorwinters lag, ist fetzt schätzungsweise immer noch um SOOOfKI Äöpfe höher als in der ent'prscheichen Zeit des Aorjal?res. Dagegen dürfte sie zurzeit um etwa ein« halbe Million niodri�er sern als in der gleichen Zeit des Krisenjahres lLZ6. Am stärksten war der Rückgang in der Lerichtsmech« in Schlesien und Brand« n hu rg, Hessen u>üi Mitteldeutsch» laird. In Westfalen und Niederlachlen erreichte die Entlastung ungefähr das Ausmatz der Vorwochen. Die Lonöwirtsch-aft ist mit der Feldbestellung in vallein Gonge, und die Nachtrage blieb hier überaus lebhaft. Die Zahl der arbeitsuchenden Berg- arbeite? im Ruhrlvrgbau siel von 15 017 Mitte März auf 11 590 Mitte April uro ging in der Bcrichtswo.4ze weiter zurück. Aau» markt unh Kauftoffiichustri« haben sich günittg entwickelt, liegen jedoch ßegenüber dem Vorfahr noch zurück- Metallwirtschaft und Lederintbustri« sind uneinheitlich. D>e Nachfrage im Bekieiounge» gewerbe blieb lebhaft, verschleutzerte»sich jedoch dagegen im Spinn- stoffgeWerb«. Michspost und �eichsfinanzen. Verwaitunosrai stimmt dcr erhöhten AbUetonaa an das Reich zu. Der Lerwaltungsrot der Deutschen Reichspost befatzts sich gestern mit der Frage, die bisher Im Hauehait vor. gesehene Ablieferung an das Reich in Höhe von 12K.b Millionen noch um weitere 35 Millionen zu erhöhen. In dem DeckvinßSp t»- grarnm, das der Sochverständigenavsschutz de» Reichstages für die Ausbalancierung des Reichshaushalts ohne Erhebung neuer Steuern entworfen hat, war auch der Vorschlag enthalten, dtc Reichspost zv emer erhöhten Leistung heranzuziehen. Dieser Umschlag ist zum B e st a n d t e i l des Deckungeprogramm s geworden. In seiner Sitzung h-n nunmehr der Aicheitsauzschuß de» Ber. woltungsrats beschlossen, der Mehrabliesernng von 3b Mi!» lionen an dos Reich mit Rückficht auf die finanzielle Notlage der Reichsfinanzen einmalig für dos laufende Rechnung»- l a h r z u z u st i w m« n. D-e Minderheit oertrai die Absicht, dotz dt« erhöhte Ablieferung weit über da» hinausgehe, was der Reichspast nach Lage ihrer Finanzen und ihrer wirtschaftlichen Aufgaben zu- gemutet werden könne. Soziale Landarbeitersiedlung. Sozialdemokratische Kritik im Reichstag. Im Reichstag verzögerte sich am Donnerstag der Beginn der Sitzung. Die Kommunisten füllten die Zeit mit Rufen au», in denen sie fragten, wo die Mörder feien usw. Hchlietziich erschien Vizepräsident©rät und erteilt« nach den üblichen geschäftlichen Mitteilungen da» Wort dem Abz. Pieck(Komm.), d«r unter den h« f t i g st a n B e f ch i w p. f u n g a n des Polizeipräsidenten Zörziebel und her Sozialdcmo- tratifchen Partei, begleitet von unausgesetzten Schimpf- rufen der Kommunisten und von einem Akienpoketwurf gegen den Abg. Künstler(Soz.). der van hinten ge'roffm wurde, die sofortige Verhandlung des kommunistischen Antrags be- treffend Aufhebung des Demonstrationsocrbots in Berlin verlangte. Wegen einer Beschimpfung des Abg. Sünstb-r erhielt Pieck einen Ordnungsruf. Zum«chlutz rief er nach dem Massenstreik und nach der Diktatur des Proletaria;?. Der Antrag scheitene am Widerspruch der Rechten, was den Kommunisten zu neuem Geschrei Anlah bot. Abg. Geschke(Komm.) beantragt unter ebensolchen Ausfällen Vertagung der Sitzung aus morgen. Er belmuptct, daß aus dem Vülowplay die Polizei wiederum gegen Demonstranten vergehe. Der Antrag wird gegen die Stimmen der.Kommunisten a b> gelehnt. Die D e u t l ch n a t i o n a i e n oerlangen die Gczen- strobe, um den Vewei? zu führen, dotz sie bei beiden Abstimmungen sitzen bleiben, sich also bcr Stimm« enthalten. ?lltg. Sticker(Komm.) erüärt nun. dotz sein« Fraktion die Sitzung mit Protest verlaise.(Heiterkeit.) D>e kommunistischen Ab- geordneten erheben sich und singen die«tste Strophe der Inier- national«, mährend Vizepräsident Gröl seinen Plag verläßt und die Sitzung dadurch unterbrochen ist. Noch während des Gesanges verlosien die übrigen Fraktionen den Saal. Noch etwa einer Viertelstunde mied die Sitzung wieder ernssvet Und die E.'a'zbi-ratung beim Kapitel Wohnungswesen(Reichs- arbei snnnistertum) forlgesetzt., Abg. Trevtmrl(Z V; Mit der Siedlung wäre cs bester, wenn die Haüzzinssteuer ort! ständig für Wohnungsbau vermctrdct werden könnt.'. Der Wahnungsbau inutz verbilligt werden. Wir find gegen allgemeine Erhöhung der Hauszinssteuerhypocheken. Wenn es nach dem Willen der Wirtichaltspartei ginge, dann würde die Hauszins- steucr als Webeagabr in die Taschen der Bauumcrnehmer fliehen. Sampfpreise für Autos? Daß das Frühjahr 19Z9 den Kon. kupranzkampf auf dem Weltautomartt neuerdings ver» schärf«» und sich auch denigntiprechench auf Drust-Aand aus- wirken würde, war bereit» vor längerer Zeit onJeiicht» der Kampfmaßnahmen der a m e r> k a n if ch« n Auto- m o b i l k S n i g e voran-züschen Jetzt zeiaen i'ch ber-'te die erivn- Tsnzeichen d-z verschärften Wsttbewerbes in verschiedenen Preis« fenkungen bei bekannten deutichen A'ckolirn>en. So ha tum die Fxonkfurtsr Adlerwerk« in den letzten beiden Marz- wachen ihr«» 10.D5-Adlcrmogen um last b 3? r 0 f- oerh'Zligt. Opal, besten Stärke in seinem bekaniuen K'einmagen liemt. bat Anfang diese» Monats hier gleufüyijs«ine Preissenkung um 7 Proz. vorgenommen. Nach den Ankündigungen von General Motors und yon Ford ist mit ziemlich erheblichen Preisherabsetzungen für . mittler« Tnpen dieser Gesellschaften zu rechnen 21 Proz. Dividende für Glühlampen. Welche hohen Profit« da» Geschäft mit Glichlampkn abwirft, für die«ine» der ersten internationalen Weltkarielle geschaffen wurde, zeigt der Abschluß de» holländischen©lühlampenkonzern? Philip». Dieses Unternehmen kann für 1928 wieder die«norme Dividend« von 21 Proz. wi« im Vorjahre auszahlen, vor nicht allzu langer.■-seit hat dieser Konzern sich«rbebüch an dem Berliner Schmachstrom- unternehmen von Lorenz beteiligt. Weitere Werftzusammenlegung. Die früher so scharfen Gegner B l o h m u. Büß in Homburg und der Bremer Werfttrust Deschimag haben sich fetzt zu einer Interestengemeinschaft zu- sammengefunden. Wie die Delchimag-Perwaltung mitteilt, will die ©«sellschast ihre Hamburger lliiederlastung. d«» Hamburger Vulkan. nach Bremen verlegen, bat aber mit Blohm u. Bah«in Usber- einkommen aetrofien, nach welchem brei von d«n vier schwimmenden Docks in Hamburg verbleiben und«in« Jnteresiensemeinschoit zwischen der Deschimag und Blohm u. Boß betrieben werden soll. Weiterhin krSftige Entwicklung des Reichsbohn-Gäter verkehr». In der Berichtswoche vom 14. bis 20.?lpril sind an sechs Arbeits» tagen hei der Deutschen Reichsbahn(Angaben in touiend Stüch) 9-52,7 Gütervuzgen gestellt worden gegen 903,6 in der entsprechenden Woche d«» Voriahree und 940,6 in der Borwoche. Für den Arbeitetag im Durchschnitt berechnet, lauten die«nt- brechenden Ziffern 158,8, 150,6, 1563. Der Güterumschlag auf d-r Reichsbahn liegt also fest f ü n f W o ch« n. d. h. seit dem 17. März, weit über den Ergebnissen der entsprechenden Zeit d«? Borjahre». so daß die Riickichiöge infolge der Kältewelle in kurzem aufgeholt lein dürften. -Was ist Togal?- Tygal- Tabletten sind ein hervorragend bewährtes Mittel bei Bhcuina, Qlcht, Ischls«, Gripp«, Nerven und Kopf' schnieri, CrkSItiinsskrankheUen I Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 500 Aerzu, darunter viele bedeutend« Professoren, die oute Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis Mk. 1.40. «.« Chin. IIA Uth. 74,1 Aeld.»eet*al. ad 100 Arnyt. Aög. Eöert(«�oz) Wir begrüßen, dafj auch in d-esem Notjahr erhebliche Mittel für die Förderung de» ländlichen Siedlvngswescn« und für d-« Moor- und Oediand'vüivierimg in den Haueimli eingestellt sind. Gerode in diesen Gegenden gibt c» ein« große Zahl Pesttzer, die mit ihrem kictnen Brsitz nützt existieren können und nur d-e Zahl der Erwerb»- losen vergrcßcrn: wenn auch sie Belcääiti�ung finden, so wird das ivn Lebevs'tanbord allgemein günstig deemfiussen. W.ir wünschen, daß die Reichzbeibi.s? dafür zur havernden Ausgab« gemacht werb«. drnn et(vindest sich um SS Millionen Hetiaj- Oed- und Moorland. Seir 1918 Ist die Siedlungs«rl>«-t erbebüch geftieg»n. am stärlslen im letzten Jahr, wie che«irevliche« Zahlen au» Preußen beweisen. Ein« weitere Steigerung wäre möglich qnvelen, menn die Sied- lungscirseiltchaften oll« erlonn' hätten, daß nach einem verlorenen Krieg nichte Siedln ngsgelelischafte n r.iüisen daraus nerzichren, mit großen Mitteln Güter anzukaujen, deren Besiedlung sabrelang unmöglich ist. die osto'wr ZimlN fressen.(Sehr richtig!) Di« Sied' tungsgcsellschaften mästen auch �patstam«? v'arovjUen In Ostpreußen tun st« do? fast zu ich?, während sie im üb-ngen Den ickiand viel- lach unzweckmäßig arbeiten. Ilm höheren vastswirtkÄoftlichen Nutzen «u erzielen und d'e dünnb«voik--rten Grenzgebiet« auszufüllen, muß ein Ausgle'ch getroffen werden Es ist m cht- zu prtc"in:nrf?n, daß zu? Sicherung der Existenz eines einzigen S'edlers 4z OO'I M. a'-s vi festlichen Mitteln genommen werden. Jods Siedlerstelle er« ft-rdrrt im Durchl-tzniit JOCOO M. Reichzzuichuß. Es muß viel rationeller« Winschc.ft getiieben werden.% Dir Siedluno ist nickst dazu da, dm Söhnen«ohldahender Bsusrn die Möglichkeit zu gebon. aus öHenl'Ichra Wille'» Grundbesitz ju«' weebeu»-nd haben nickst Sanierung»ins ilut« für bankrolle Gutsbesitzer zu sein. poch dürfen sie Wohltotigkeitscinrichtunoen für die Siedler dar» stellen. Da» müßten vor ollem bieiemg?» fordern, de in jeder Zuwendung an notieidenö« Arbester ein« Ilnt-rgrob'mg der ö'tent- liichcn Moral erblicken.(Zehr gut! linls.) Man darf die Sied'er nicht ungeheuer vorbeiasten, sondern man maß ihnen eine sichere Existenz schassen, was nach unser«? Me nung 15 Hektar Grundbesitz bedeutet, worauf selbständige� Menschen an ihrem wirt» schast'ichen Ausstieg arbeiten können. S-edlerderatiingsstellen und o>ns Betreuung sind notwendig, d'« ihn«» besonders de.' Nutz«» landmirttchaftlicher Msotzgerossenichasten dariegen. In Preußen sind schon gewisse Ergebnisse nach dieser Richtung erziest. Mst größter Beschleumgung wünschen wir möglichst noch vor Abschluß der Pachtschutzordnimg die Vorlage«i"«? Douerpachtschvtz- g o s e tze».(Zustimmung bei den Soz.) Der Radner der christlich-natfonolen.Bauernpartei hat hier ge- sagt, dir Landflucht sei ein« Flucht vor der Landarl?«it. Glauben Sie, daß d'e Arbeit im Schacht oder vor der Glut der söochöfen angenehmer ist als die Arbeit gut dem Land«? Di« Ar- beiter flüchten vvm Land» nicht ip dt« Städte, um der Londarbat zu entgehen, sondern um trotz der Jndustriearbeit in menschen- würdigere Verhältnisse zu ge'ongen. Sie vertreiben ja die noch nicht geflohenen Landardeiter durch Heranziehung per billigeren Polen pon der Scholl«! Die besten Mittel gegen die Landflucht wären eine Ilmgestoltuna der Arbeitsverfassung aus dem Lane« und Ausbau der' Landsiablvng. Dazu ist reichsgeq'etzliche Regelung notwendig. DI« Recht« will die Gsklndeordnung wieder einführen. Das ist Ihr«(freundschast für ist« tonharb«iter! (Sehr gut! bei den Hoz.) Di« Landarbeitersiedwng kann ihren Zweck nur erfüllen, wenn die Stell«» so ausgestattet flnd, daß bU Besitzer genuaSelbstÄtdigkeit haben, um frei zu sein und sich gegen Terror und Willkür der Gutsbesitzer wehreil zu können. Da» königliche Preußen hat 1908/1913 ganze 200 Landarbeiterheimst ätten errichtet, da» republikanische Preußen 1920/1927 abi-r 4L 0001(Hört, hört! links.) Es find Bestrebungen im Gange, die Vergebung von Londarbeiterheimstättan mit einer Aushebung der Freizügigkeit und mit der Verpflichtung za verbinden. für»inen bestimmten Gutsbesitzer zu arbeiten. Derartigen Bestre» lmngen müßten wir uns sehr entschieden wGersetzsn. Rur wann die Landarbeit«rsiedl>mg von sozialem Geist erfüllt ist, kann st« die Landflucht eindämmen und sogar rückläufig gestalten. Die Recht- redet von dem freien Wann aus der freien Scholle. Do» war der Junker im alten Deutschland allerdings. Aber den Landarbeiter dazu zu wachen, ist ein Teil dejien, was die Sozialdemokratie mit ihrem Siedlungsprogramm zu erreichen wünscht.(Lebhafier Beifall, bei den Soz.) Abg. Troßmann(Beyer. Dp.): Die Wohnungszwangswirtschast kann jetzt nicht aufgehoben werden. Allmählich müssen wir ober aus ihr herauskommen, und dazu den bureaukratischen Apparat schon abzubauen beginnen. Abg. Röaueburg(Dem.): Die Flüchllingzstedlung muß gesctz» lich geregelt werden, und zwar noch vor der Sommerpause. Damit ist das.Kapitel Wohnungswesen erledigt, es folgt dos Bersorgunaswcfen. Slbg. Passehl(Soz.): Das lllersorgungsrccht bedarf weiterer Verbesserungen. Dstl ist In der Beiceuung der 2.2 Millionen Kriegsopfer, besonders in der Waisenfürsoroe durch besondere Slultalten geleistet worden. Dem jetzigen Reichstag sind schon über 700 Bittschriften von Kriegsopfern zugegangen, die sich über bestimmte Mängel des Verfahrens de- fchmer'n; dem vorigen Reichstag 1700 solcher BiUsch'.isten. Sebr verdienstlich war es, daß eine vom Minister 23 i( f e 11 einberufene Kachoerständigenkonferenz gewissen Skeurotikern unter da» Kriegsopfern den Bersorgungsanspnich zuerkannt bat, der vorder non einer bestimmten Lehrmeinung bestritten worden war. Der Einbau der Zusatzrentcn würde etwa 3 Millionen ersparen, die da» Reich heute dm Vezirksfürsorgestellen für die Bearbeitung dieses Materiols zablt. Die Be-.irksverbönde könnten dafür sich der indi« viduelli-n Fürsorge zuwenden. Man verlangt Bcfchasligung der versorapnasanwärler in der Sozial. Versicherung. Wenn auch gegen die staatspolitische Zuverlässigkeit der Ver- sorgungsanwärter kaum noch Zweifel bestehen, so ist doch nicht zu oerkennen, daß In der freiwilligen Tätigkeit für die Sozialversiche- ruvg sich zalilreiche Leute beranaebildet haben, die dieses Gebiet vollkommen beherrschen. Da» Reichrarbeitsministerium sollte in Verbindung mit dem Reichsinnenministerinm die Vorbedingnngcn für derartige Anstellungen festlegen. In anerkennenswerter Weil« hat Minister W i H e l I nicht nur sein tätiges Mitgefühl für die Kriegsopfer bswielen, sondern auch praktische Verbesserungen her- beigesührt.(Lebhafter Beifall der Soz.) Nach Erledigung der zahlreichen Anträge, die zumeist Aus» sckiül'sen überwiesen iverden. und nach Verabschiedung des inter- nationalen Abkommens über das Min de st alter für die Zu- lassung von Kindern zur?lrbeit auf See, van Jugendlichen als.Kob'ent, immer oder Heizer und über die ärztlich« Ilntersuchvng dieser ZZeichästigten. vertagt das Haus um 17% Uhr die Beratung des Etats sür Ernährung und Landwirtschaft und der Ostpreußenhilfe auf heute Freitag, 13 Uhr. Vorirägs, Vereine unöDersammluttgsn. «kZi« Reichsbanner..Schwarz Rot Gold-. f* S ♦{ ♦ II« u»: Sntin s U. fitbaftianfre. k?/«. fiaf 5 l«. tzrc'foa, i- Sfcl. StUli. 4. SctctraMcSitt. 30 Ufz lSrrfair.mTurj rr*-* Sei Sru-t'.», ffttalancr Str. 10 ftrcujStra. nvg 8. 20 Uhr fjmstluna Sei?-i-st-er. T-.ffrnhc�-ttr, M. SW-iHerbarf-Oh. 20 U5t Äanu» retrifoftsretlesta-Juna bei P.atI Azhr-. äteinirferiarf�it, Siefiisnjte. 8. 31 Wir«a tnr yaehlH« bf« SUttinfr vremmn- fahrt JOH Uhr ReSrbcflinet Platz. UWWWWW iu mir ______■, PH_________„_v. Äenntcg, S. 9S«i. Mitte. hrt nach, gremoien tut isaHyiNweih». ltzahtortis'5 Pf._•infcffeit Snnrefccrb.. 4. SPat'ällraetadatl. Iur.zbanae:. T testen zur Rv.amtsfair» nt "' i he» SUtYnrt Z'prertbahnhnt«. fvahtebter_�Cbfabti zur ........ ,ta*W 16H IT V: Übt Stefst t f. Parrräbsbnfef. SitMntt«. PametabWoft Ärmlnius. -Pftlchiiofirl iioeb Ärerniren. An-ahrt lO'-i Uhr cteMir'r Parartbahnhof. Se*. N Zn-Britz. Sämtliche tabfohtenbrn Kamerod-n SV» Uhr in Kr.tz atn Tusch- k-up. Ptlichssahrt fslr den Oetaaerein. Ppeiehr gegen:< Uhr.— Sharlatt»«. i-utg. Bnmcrapftf«it Rashar'S. ffreltoo.*. Mai, 30 Uhr, Stetfamai'ung bei Scnadi. Srteetir. 12. Zsartrag be« Samcrahcn St. 3-Z vier..Mjemein« etze fr.nbh»' tae flege"— Sieinieendarf West stzreitag. Ä. Plai, Manaiavertaivm, lim« ini svesiovrant ,.?!aw Sr-ariplatz". E8«rnweher. Uhr. Larstanh IS Uhr. Nrheitegenieialchass fSr PaUsgesnndnng. Berlin B. M, Matzsir. 1}. 8. STat, Itzvi Uhr. Mitgliederaersam-Ntung im Dahlsahrtshauo. Ztaserat: Dr. kiarr-sen!»tlulturcll-tittliche Pplslaiche der Irzten 10 liahr.« und ihre ZZand» lung". Bund Berlin sS» ainbeitakrrrzschrift. Uebnrg in allen Getchm-ndlgieiten MUglieder zu ieder Zeit. Pnäiunst erteilt siritz Plauschinn. Berlin. Zehlen. tarf. Waldeuuitstr. k. es:beit»ge.rem'a'ast fllr �orstsllinh»nd Aaturtondernai>» Dahlem. Wantc«. 8. Mai. 30 Uhr. im Reslaurnni spheinga». Friedenau. Barnftr. 1. Berihaih Zarael und ffieneralfekretär Dr. Wifchnitzer(Sirfitbilber- rorlrag) sprechen Uber„Äktuelle TSto&Teme der i üb i scher. Wanderung, Siedlung und.IrgendfUriarge" Säst- herzlich millkontmen. I n i'Ird Cap«er>»t!o al Cli d(ounead H>7h Mretlngz«very Fridav 8 p m C;fÄJos-y. Potsdam«: PU-i. Leceuree: Mr. Mämoel on:„Hints forpeasanl vaSVlng iciurs." Ouests, Ladie« 4 Oantlemen, ara welcome. Sfic-c/z �-c/iöner uhrdSArXmr- menn Sie es jede Woche einmal waschen mit dem bewährten SchmtfzSwpfi SdicuisnpvrL~Soc.tr.V.»...'».vv ,.5i- OFT NACHGEAHMT-. NIE ERREICHT! Unterhaltung unö AAissen Berank Sieller: eCHoSUFIIS Daß dos Leben voll seltsamer Ereigniff« ist. das wurde uns oft von Philosophen und Versassern von Notizen in den Zeitungen ausemondergesetzt. Daß auch das Leben nach diesem voll Möglich- keiten ist. daran tonnt« uns nicht einmal der Spiritismus den Glauben rauben. Aber Scipione Taronzellas Erlebnisse wirken doch meiner Ansicht noch ausgesprochen überraschend, sogar aus ein sehr blasiertes Gemüt.> Die Insel Capri spricht seit langem nur von Scipione Tovonzella. ***\ Die Insel Capri hat zwei Gemeinden, Capri und Anacapri. Schon der Name Anacapri scheint einen Gegensatz zwischen dieser Gemeinde und der Schwesterngemcinde anzudeuten, und eine Unter- suchung der Wirtlichkeit bekrästigt den sprachlichen Hinweis. Capreser und Anacapreser hegen keinerlei Achtung füreinander. Die Capreser verachten Anacapri als einen Sitz des Obskurantismus und der landlichen Rückständigkeit. Di« Anacapreser sehen von ihren Felsen schaudernd aus Capri hinab, desien Grohstadtallüren es in ihren Augen so ziemlich auf eine Stufe mit Neapel stellt. Capri hat 3506 Einwohner, Anacapri 1200. Aber der Gegensatz erstreckt sich auch auf das religiöse Gebiet. Capris Schutzheiliger heißt San Costanzo-, und die Anacapreser sagen mitleidig von diesem Heiligem„Costanz non c bnon santo," er ist kein guter Heiliger! Zlnacapris Schutzheiliger heißt Sankt Antonio: und die Capreser sagen mit wiederholtem Verachtung»- vollen Achselzucken:„Antonio? e santo caltivo," das ist ein schlechter Heiliger! Durch Jahrhunderte ist ein unentschiedener Kampf zwischen diesen beiden Heiligen gekämpft worden; Capri hat auf seinen gehalten, Anacapri aus den seinen. Der eine Heilige halte nicht einen Proselyten zu verzeichnen, der dem anderen genommen wäre. Da ereignete sich im Februar 1922 der Fall Scipione Taran- zella und änderte mit einem Schlage die Sachlage zu Sankt Antonius Gunsten. *** Scipione Tanazella war ein Bauer und wohnte in Anacapri. Er hatte«in Haus in der Umgebung der Stadt, ein großes Haus mit einem Stall für die Kühe und Ziegen in der«inen Hälfte und dem Zimmer für die Familie in der anderen. Er hatte ein paar tausend Quadratmeter Erde, die abgerutscht wäre, wenn man sie nicht mit Hilfe vieler Steinterrassen in horizontaler Lage erhalten hätte. Die Erde war in Viereck« eingeteilt: auf diesen Vierecken wuchsen allerlei Gemüse: zwischen den Vierecken standen Pfirsich» und Pflaumenbäume, und von Baum zu Baum schlängelten sich die Weinranken. Im Frühling, wenn die Pfirsichbäume rot leuchteten und die Pflaumenbäume weiß, während die Ronken grün« Bänder zwischen ihnen knüpften, war Scipione laranzellaz kleiner Besitz ein» Sinfonie der italienischen Nationalforben. Scipione Taranzella hatte nicht viel« Kinder, nur vier Söhne, die sich ständig in den Haaren logen und nur in einem Punkte -einig waren: in der Hoffnung, daß Sctpione Taranzella bald sterbe» und ihnen alles Hinterlossen würde. Scipione Taranzella täuscht« dies« Hoffnung Jahr für Jahr. Er ging oft in die Messe und opferte fleißig Sankt Antonio. Anacapris Schutzheiligen. Dank dieser Vorsichtsmaßregeln hatte er ein?l!ter von 59 Iahren erreicht, als er am Montag, dem 20. Februar 1922, von dem Unerbittlichen erreicht wurde. Ein Arzt konstatiert« den Todesfall, und feine Leiche wurde zur provisorischen Ruhe in«incm Schuppen gelegt, um dort d-is Begräbnis abzuwarten. Die Erben eilten zu einem Advokaten und ließen sich das Testament vorlesen und stempeln. Es stellte sich heraus, daß Scipione Taranzellas irdische Habe zu vier gleichen Teilen zwischen die vier Söhne geteilt war. *** Soweit war alles gut und schön, als das Unerhörte, das Un- glaublich« sich ereignete, Scipione Taranzella, der tot war, der ci» Auferliamäen nach .„Keiye Sag« ist tragischer als die van dem Gefangenen Latud«: keine erhebender als die van seiner Befreierin, Frau Legros." Mit diesen Worten kennzeichnet einmal der große sranzösische Historiker Michelet das berühmteste Opfer der tyrannischen Willkür des Ancian rögime. die zur französischen Revolution führt«. Dieser Ge- sangen«, der sich Henri Masers de Latude nannte, hat �In erschütterndes Dokument seiner furchtbaren Leiden und seines Helden- hasten Lebensmutes Hinterlossen, das jetzt in deutscher Uebertragung unter dem„35 Jahre im Kerker" von A. Ahues im Insel-Verlog zu Leipzig herausgegeben worden ist. Di« grausigen und die gewohn- Nche Menschenkrast weit übersteigenden Qualen und Martern, die hier geschildert werden, sind kein« Uebertreibung, sondern aus den Briefen und den Quellenschriften der gleichzeitigen Schriftsteller geht die Wahrheit dieser Erzählung hernvr. Gewiß war Lotudes Geist infolge der jahrelangen Leiden bisweilen getrübt, aber immer wieder rafst« er sich zur Slorhett, ja sogar zum Verständnis seiner Peiniger auf. und so sügt« e? sich, wie Michelet schreibt,„baß die alte, schwach. köpfige Tyrannei in diesem Latude ihren leibhaftigen Ankläger ein- geterkert hatte, einen feurigen, schrecklichen Menschen, den nichts zähmen konnte, dessen Stimme die Mauern erschütterte, dessen Geist und Kühnheit unüberwindlich waren. Er besaß einen eisenstarken. unverwüstlichen Körper, an dem all« Gefängnisse zuschonden wurden, die Vastille, Aincennes, Charenton. zuletzt die Schrecken von Bicetr«, m denen jeder ander« umgekommen wäre". Aus dem Taufregister des Ortes Montagnac erfahren wir den wahren Namen dieses Märtyrers. Da heißt c?:.,3m Jahre 1723, om 20. März. Jean Henri, unehelich, vor drei Tagen geboren, Sohn der Jeonneton Aubrespy und eines unbekannten Dater,." Di- Mutter dieses Knaben war Haushälterin bei einem aUsn Aristokraten, dem Morqyis d« Laiude. und zweifellos entsproß er einer Verbindung zwischen diesen beiden. Der Edelmann hat aber seinen Sohn nie anerkannt, und so hat er den Namen, den er sich später beilegte, zu Unrecht g«. führt. Aber wer wird es diesem Kinde einer armen Haushälterin verdenken, wenn er sich in den Zeiten der tiefsten Not den Namen seines hochadlizen B-ters anmaßte, durch den er noch eher Haffen durfte, die Lutm-rkfamkeit auf sich zu lenken und sich aus d«r Grabes- nacht seines Kerkers zu besreien? Der junge Obrespi. der sich als Soldat Daury nannte, hat es in der Armee bis zum Chirurgcngehilsen gebracht, und da, Führung,- Zeugnis, das dem 23jährig«n ausgestellt wurde, bescheinigte ihm ein ärztliches Zeugnis darüber hatte, daß er tot war. stand in frechem Trotz gegen die medizinische Fakultät von den Toten wieder aus. Er war nur scheintot gewesen; plötzlich erwacht« er in dem Schuppen zum Leben, klopfte an die Tür, wurde herottsgelassen und stand aufs neu« im Kreis« einer erschrockenen, einer vor Emsetzen gelähmten Familie. Der erste Gedanke der Söhne, daß«in Betrüger den Platz des Vaters eingenommen hatte, mußte wieder ausgegeben werden. Die Bahre im Schuppen war leer. Der vor ihnen stand, war Scipione Taranzella und kein anderer, nur etwas unrasierter als vor dem Todesfall. Scipione Taranzella, der tot gewesen, war wieder lebendig: auf die vorwurfsvollen Fragen der Kinder, was er mit einem solchen Betragen meine, antwortet« er nur: „Ich lebe,»»d zwar dank dem guten Sankt Antonio? Ich bin hungrig. Gebt mir etwas zu essen." � 4t � Das Gerücht von dem Vorgefallenen verbreitete sich mit Blitzes- schnelle in Anacapri, und von Anacapri nach Caprs der Heimatstätte der Großstadtgcwohnheiten und der Skepsis. Capri erbleichte: Sankt Antonio, den die Capreser seit Jahrhunderten verachtet und einen schlechtes Heiligen genannt hatte», hatte einen Mann von den Toten auferwcckt! Hatte wohl San Costanzo je etwas Achnliches auf seiner Kreditseit« zu verbuchen gehabt? Nein Vergebens trugen die Geistlichen von Capri San Costanzos Bild in einer Prozession durch die Straßen von Capri;«in wiederauserstandener Mensch macht mehr Effekt als ein toter Heiliger. Niemand sah San Costanzos Bild an: die Capreser strömten scharenweise nach Ana- capri hinauf, um in Demut zu versuchen, an Sankt Antonio gut- zumachen, was sie gegen ihn verbrochen hatten. Der Klerus von Capri war verzweifelt. Das Gleichgewicht im Heiligenkolcnder ist ebenso wichtig wie das europäische Gleichgewicht und muß ausrecht- erhalten werden. Aber die Verzweiflung der caprefischei, Geistlich- keit war unberechtigt. Das Gleichgewicht im HeiUgenkalender sollt« bald wiederhergestellt werden. Wer es wiederherstellte, das waren die Repräsentaitten der italienischen Justiz. *** Scipione Taranzellas erster Gedanke, nachdem er zum Leben zurückgekehrt, war, Sankt Antonio zu opfern; der nächste war. die Arbeit auf seinem Besitz wieder aufzunehmen. Es war Zeit, die Erde für tnis Gemüse umzugraben; die Pfirsiche blühten schon. Scipione Taranzella nahm sein« Hack« und schickt« sich an, an die Arbeit zu gehen. Daran sucht« ihn niemand zu hindern.?lb«r al» er auf das Feld hinausging, sagten seine vier Söhne zu ihm: ,J>u gedenkst zu arbeiten? Das ist gut, es ist an der Zeit. Aber du bist dir doch im klaren? Es ist unser« Erde, die du auf- hackst, nicht dein«, Captt'?" „Cure Erde?" wiederholts Scipione Taranzella.„Was meint ihr, 5)alunken? Euch gehört die Erde, ihr Schlingel?" „Ja." sagten die Söhn« wie aus einem Mund,„sie gehört uns. denn du hast sie uns in deinem Testament gegeben, und du bist tot." „Ich hin tot?" rief Seipivnr Taranzella.„Seht ihr nicht, daß ich lebe?" .Du kannst nicht lebendig sein." sagten die Söhn«,„denn der Doktor hat ein Attest g�chriebcn. daß du tot bist. Und Herr Advokat Pamplni hat dein Testament gelesen und eine Mass« Stempel daraufgcklebi." „Ich werde euch schon zeigen, ob ich tot bin," brüllte Scipton« Taranzella, der für seine Jahr« noch recht kräftig war. Damit ging man zu Handgreiflichkeiten über. Aber von den Handgreiflichkeiten ging man zu etwas über, was fchlinnner war, zu den Advokaten. Scipione Taranzella wandte sich an Herrn Advokaten Ruggieri, die Söhne an den, der das Testament gelesen hatte, Herrn Advokaten Pampini. Es wurde ein spannender Rechisstreit.(Schluß folgt.) 25 Jahren Merker tadellose« Leben. Dann aber beging der ehrgeizige Jüngling, als er nach Paris kam, eine Handlung, die für ihn die jurchtbarften Folgen haben softte. Di« allmächtige Mätresse des Königs van Frankreich, die Pompadour, war damals allgemein verhaßt. Daury hörte zu- fällig Drohungen, die gegen sie ausgestoßen wurden, und kam auf den abenteuerlichen, aber damals gar nicht zu ungewöhnlichen Plan. sich durch Enthüllung einer fingierten Verschwörung bei ihr in Gunst zu setzen. Er teilte der Pompadour mit, daß ein Attentat gegen sie geplant sei. und um sie von der Wahrheit seiner Angaben zu über- zeugen, sandte er ihr ein Schächteichen zu, da» völlig harmlose kleine Explosivkörper, eigentlich«in Kinderspielzeug, enthielt. Der wahre Absender dieser lächerlichen..Höllenmaschine" wurde sofort entdeckt, und nun kam Latude. wie er sich von nun an nannte, in die Bostill«. die damals oll« unliebsamen und verdächtigen Persönlichkeiten ver- schlang.„Er wurde sehr unglücklich," sagt ein ernster Forscher von dem Eingekerkerten,„nachdem er sich nur wenig interessant gemacht hatte, und zwar durch eine Schuld, die mit einigen Togen Gefängnis genügend abgebüßt gewesen wäre, und die man mit einer Kerkerhaft von 35 Iahren destraft«. Man verfuhr mit ihm wie mit dem niedrigsten Schurken: man war barbarisch, und durch nicht, läßt sich das Verholten der Äesängnisleiter gegen diesen armen Teufel ent- schuldigen, den man bi» zum Wahnsinn reizte." Di« Geistesstärk« und Lcbenszähigkeii dieses Mannes ließ sich ober durch nichts brechen, und immer von neuem entwirft er Pläne zu seiner Befreiung, beweist seine Eniindungsgabe durch all« mög- lichen Entwürfe und Ideen, die er in Eingaben den maßgebenden Stellen unterbreitet. Aber er wäre gewiß im Dunkel dieser menschen- unwürdigen Verliehe gestorben, wenn nicht der Zusall ihm die Bs- freierin wie«inen von Gott erwählten Engel geschickt hätte. Cr macht« eines Tages«ine Eingab« an«inen Präsidenten, auf dessen Hilfe er hoift«. Das Päckchen vertraute«r einem Gefängniswärter zur Beförderung an, den er bestochen hatte. Aber der Mann verlor die ihm anvertraue Schrift, und durch Zufall fand sie ein« jung« Frau, Mine. Legros. die nun mit der ganze» Entrüstung und dem Mitleid eines echt trelblichen Herzen, diese grauenvollen Schicksal« erfuhr und e? sich zur Lebcnsausgab« machte, den Gefangenen zu retten. Was sie und ihr Mann für den Unbekannten taten, ist ebenso übermenschlich in der Aufopferung wie die Hallung des Gefangenen im Dulden und Hassen. Aber durch alle die Irrgäng« von Audienzen und vergeblichen Wegen führte der Weg der Frau Legros zu einem Beisag« des Vorwärts glücklichen Ausgang, zur Freiheil. Fast SOjLhrig steigt Latude ungebeugt und ungebrochen aus seinem Kerker und beginnt ein neues Leben, in dem er sich Richm und Lebensgenuß eroberte. Es gelang. ihm. die vefientlichkctt für feine Persönlichkeit zu interessieren; er erhielt eine Pension ausgesetzt, und als dann die Revolution aus- brach, da trug ihn die mächtig« Woge der allgemeinen Begeisterung hoch empor. Das Volk verehrte in ihm das Sinnbild jener grau- samen Willkür, unter der sie all« gelitten. Seine äußeren Verhält- nisse gestalteten sich immer besser, und zusammen mit dem Ehepaar Legros, mit dem ihn eine Lcbensxemeinschaft verband, wurde er allgemein geehrt und geachtet. Auch in den Nopoleonisckzen Jetten blieb ihm der Heiligenschein des Märtyrer« und leine Volkstümlich- keit, und als er, der sich bis zulegt mit allen Sinnen des Lebens gefreut hatte, am 1. Januar 1805 starb, da endete ein Dosein. das wirklich au» Nacht zum Licht gesührt hotte und einen geschichtlichen Inhalt besaß. Siedeniopf und Watmenkmcker Das Gebiet der Namensforschung ist voll hetterer und merkwürdiger Kapitel. Nicht immer ist die Herkunst und die Bedeutung der Familiennamen eindeutig und klar abzuleiten. In der Mehr- zahl der Fälle hat sich im Lause der Zeit der ursprüngliche Charakter der Namen verwischt. So ist z. B. der Name Bier oder B i r mit seinen Zusammensetzungen meist nicht mit dem Getränk gleichen Namens identisch, sondern er stammt von dem althochdeutsche» b e r o, der Bär. her. Der Name B i e r w i r t h lautete Ursprung- lich Beroward: der Bärenhüter; er wurde von den späteren Namensträgern mißverstanden und in„Bierwirth" umgewandelt. Hingegen stammt„Bier er" von Birne: der Birnenverkäufer: Pier- bäum: der Mann, der beim Birnbaum(plattdeutsch: Beer boom) wohnt; Barlach: der Mann bei der Bärenpfütze(-lache). Ein L a ch m a n n ist durchaus kein lachender Mann, sondern einer, der bei der.Lache", dem Einschnitt om Grenzbaum, also an der Grenze wohnt. Der Siedentopj hat nichts mit Sieden und Töpfen zu tun, sondern bedeutet: Seidenzcpf. Der S ch e e l h a ß nichts mit scheelem Haß, sondern nur mit einem scheuen Hasen, einem Hasenfuß. Schiller ist kein Schillernder, kein Blender, sondern ein „Schieler". K n o b l o ch hat nichts mit der Pflanze gleichen Namens gemein, sondern stammt vom althochdeutschen„klobelouh", d. h. spolten, also ein„Spötter". F ü l l e b i e r kommt von den, Vor- namen Dollbehr oder Dolprecht, d. h. Vokisberater. R o l l f u h kommt nicht von„rollenden Füßen" etwa, sondern van der Latim- sierung des Vornamens Rolf: Rolfus. Hühnchen und Hühner- m u n d stammen vom altnordischen„hunn". der Bär. oder von Hiune: der Hunne. Bett führ kommt aus dem Niederdeutschen „bot« fiter!", d. h. zünde Feuer an! Dreysuß ist der Mann aus Trwus. d. h. Troyes. Dörrwand ist einer, der mit dem Kopf „dörch de Wand" will. Die Dümmlings, Dumm, Dummel, Dummer haben durchaus nichts mit Dummheit zu tun, sondern im Gegenteil mit dem mittel- hochdeutschen..ttiom", d. h. Macht. Anselgen. Marx ist aus dem lateinischen Vornamen Marcus entstanden. Herz und H e r z« l haben necht» rntt dem Herzen zu tun. sonder» stammen vom gotischen harji«: das Heer,»der aber von- herutaz: der Hirick: desgleichen Hirsche l, H« r s ch« l, Hirfch. Langohr gehört nicht nur unter die Cigenschastsnamcn, sondern auch uicker di« Ortsnomen: der Mann aus Langscord. woraus mit der Zett Langohr geworden ist. Ein..Euler" ist kein Eulenmann, sondern ein Töpfer(von aül: der Topf). Der Name„E o h n" kann sowohl vom althochdeutschen cuno: der Kundig«, Kühne, als auch vom hebräischen„cohen": der Priester, stamm«»; desgleichen die Namen Kahn. Kuhn, Kühne. Kühn"im Pflaum bäum kommt nicht von, Pflaumenbaum, sondern vom lateinischen„plumbum": dos Blei. Ein„Esse r" kann sein: l. einer aus Essen. 2. ein Vielfraß und 3. ein Assenmacher, d. h. ein Achsen- oder Wagenbauer. Beethoven leitet sich au« dem Flämischen ab und heißt.Mübengorten": der Mann, der beim Rübengarten wohnt. Ein R o ß w u r m ist kein Pierdewurm, son- den, ein russiger Köhler oder Schornsteinfeger. Faß leiict sich nichr mcr vom Wirtshaus- oder Küfcrschild ob, sondern häufig auch von lateinischen Vornamen: Gervasius und Servatius, di« sich mit der Zeit in Gersaß und Zerf aß wandelten. LItfaß ist ein„lüttes Faß", ein kleines Faß: die Litfaß-Säulcn sind nach ihrem Erfinder, dem Berliner Buchdrucker Litfah. benannt, und ihr Name hat also zwar einen persönlichen Ursprung, aber dennoch gleichzeitig einen sachlichen Sinn. Die Herren von B a u d i s s i n sind kein« französischen Emigranten, sondern— Sachsen aus dem früher«in- mal Baudissin benannten Bautzen. Um die Wende des 18. Jahrhundert» lieh Joseph II. von Oester- reich durch einen Hofkriegsrat den am orientalischen Brauch de» väterlichen Perscnennawens festhaltenden Juden Oesterreichs Zwangs- läufig Familiennamen geben. Diese Osfizierstommissionen nützt«, ihre Macht aus ein« recht niedertröchtlge Weise aus. indem sie«nt- weder aus rohem Uebermut oder aber, weil Crpresiiingsnersiich« an den Juden fehlschlugen, den ihnen Ausgelieferten die dümmsten und ekelhaftesten Namen aufzwangen wie: Maschinendraht, Tempera tyr- Wechsel, Hungerleider, Schnapser, Eselskopf, Stinker. Kanalgeruch. Wanzentnicker und andere für einen Kik'turmenfchen nach ab- stoßender« Ausdrück«. Ein übles Kapitel geistiger Vergewaltigung. das dem allen Regime nicht gerade zur Ehre gereicht. 00 090 Zyan« im Kampf gegen Znsekle». Ein Heer von 60 000 Mann kämpft gegenwärlig in bssoerien, aber nicht gegen Menschen. fanden, gegen Heuschrecken. Dies« geträßigen Insericn haben tm Departement Algier 4000 Hektar, 3200 Hektar in Oron und im Departement Eonstantine 2000 Hektar in Besitz genr.nmien. Von der Kampftruppe gegen diese Pest wenden zwei Mechoden ange» wendet. Entweder werden di« Insekten in große Bebätter ge- fchaufell, die Masten in, Gewicht von 100 bis 200 Pfurtd auf- nehm«», oder sie werden in noch größere Stahlräum« getrieben, von denen jeder fast«in« halbe Tonn« Heuschrecken umschließt. Dann werden sie unter Anwendung von Flanrmenweriern verbrannt oder rergistet. Da etwa 120 Heuschrecken 30 Gramm wiegen, kenn man sich vorstellen, welch« riesige Mengen auf diese Weise zi-gruvde gehen. Der FeÄgug gegen die Heuschrecken wird 12 Millionen Franken kosten, aber man hofft, auf dies« Weife Algier vor einer solchen Katastrophe wie der von 1890 zu bewahren, bei der di« Insekten tatsächlich die ganz« Pflanzenwelt des Lande» zerstörten und sogar die Rinden von den Bäumen fraßen. v»? kleinste Mrbelster. Bisher galt das 1? Millimeter lang« Fi'chchcn Mistichtbys Luzonenfis als da? kleinst« Wirbeltier. E» wurde auf Luzon. der Hauvtinsel der Philippinen, gefunden. Kürz- lich hat man dort«inen noch kleineren Fisch entdeckt. 7 bis g M'll,- mcter lang, völlig durchsichig. nur die schwarzen Augen bemerkt man. Der Fisch heißt nunmehr:?,näata pygraaea. Lclpxlscr Strasse• Alexanderplau• Frankfurter Allee• Bene*Alllance Servierkleid A 50 >ehwan Satin, mit weisser Sanltar. 295 4 Sülzwuril... Rot-edleb« Mit ni I— Im tlai na Tsnaai Wttvfiwave« ______ Knad 55n Meltwunt>aaaeKm.1.40 irwur$lptd.70n Hildesheimer..JNias 1,40 Dampfwursl.... Uta« 98pt|k,VnV*im. 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Bantel 20« I Beutel 95« .............. puMb. 1®° 250 350 500 380 „Mo-Im-Pc",»baolat mottenalcbere Q10«70 Anfbewahrung............... Gr. I db Gr. II db PoliertQcher..............................«tack 20, 25« Pa. Seifenflocken.............................«and 80« Gelbe Kernteife gUr.raIn,TV»ppeIr1 egel. k 200 g frf schgew. 7 5« GeburtstagsIIchte....................»tack 7,/s. 9. 15« Lebenslichte.......................... etack 30, 40, 50« Geburtstagsringe raraehied.aT.75«. 1,20, 1,35, 1,50 Sozialdemokratiselie Sladtverontneientraktioo Am 1. Mai rerstarb unser treuer Genosse, der Stadtverordnete Heinrich Schröder im 66. Lebensjahre an den Folgen eines Sctilagnnfalles. W r verlieren In dem Verstorbenen einen gu en Kollegen, derdie reichen Erfahrungen einer lyjahrigen Parteiarbeit in den Dienst unserer kommunalen Bestrebungen stellte. Ehre aelnrm Andenke» I I. A.i Oer Verstand. Einäscherung am Dienstag, dem 7. Mai. 18 Uhr, im Krematorium Oerrchtstraäe. Am Mittwoch, dem t. Mal. nachmittags 1 otir, verschied nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, QiDBvater und Schwiegervater, der Stadtverordnete Heinrich Schröder Im 66. Lebensjahre Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen Karoline Schröder geb. Sprung Die Einäscherung findet am Dienstag, 7. Mai, 18 Uhr, Im Krematorium Gericht- strafle statt. "Ultn Ilaban Sraanben unb 9e» fer.nltn, Parlclgancsftnnen unb.ga, nolftn bia traudga Nachricht, bajj meint Nabe unoargaßllch. Frau vreseker nach Innaem fchmrran Cribrn am 30.«ptU 1929 fantt cntfchlofan Ist. SleSmbiguna flnbatamSonnabenb- nadjtntlf ag 3 Uyr out bam ftäbt Fritb» fpf in Echönabaig. TytHstreKa(Bionfa Hälla). statt. In tieser Trauer Oohnnn Dvcachev Äm Montag, bam 29 April 1929. orrftorb nnfere liebe(Sanoffm Emma Quhl im 68 LebrnclaHr.«rtt stbet SO Jahren org an i statt mar fit in ihrer stillen Art Plouirrsti unfrrtr fttlrn Rnctguiia Ihr Anbtnfm wirb uns uuaerqthllch Irin. Die muiisficr an Bntrks in. 10.UL Einäscherung Freitag, den 8. Mal, mittags 12 Uhr, Im Rrematsrlum Gerichtstrastr. Am 29. April verschieb noch langem Rranfrnlagtr unsere gute Mutter. «roßmuttrr unb Tante, Frau Witwe Selma Schwarz gab Arndt Im 74. eedenssahre In tiefer Trauer Oscar Schwärs. Frlebrichshoarn, Im Mut 1929. SSraeftpromanabe 9. ®ir Sraurnritr findet am 6onn- abtnb, bam 4 Mai. nachm. 4 Uhr. im Rrnnatarium Baumichulenwag statt. Danksagung. Fllr ble uns ttmieffiie Anteilnahme beim Tobe meines lieben Mannes, unseres guten Baters. saarn wir ollen Freunden und Genossen herzlichsten Dan f. Helene jonner u. Kinder. Dl» Beilegung der Aschenreste»übet am 4. Mai 1929 um 10 Uhr auf dem 8. Panfower ftäbt. Friedhof. Echön- holzer Herbe, statt. Die Serlchfsfastemnarfenbestlluh« bei Landgerichts in Rrnstrellg sind in der Nacht pant 30 April aus den 1. Mal b. I. mittels Einbruchsbirbftahls entwendet. Es werden daher die zurzeit im Bei' lehr dellndlichen Gerlchlsfoilenmarfen des Landes Medlendurg-Slrelih mit sofortiger Wirfang sstr frastlos rrfkjrt und von den Gerichten nicht mehr in Zahlung grnom» men. Ueder die Einführung eines neuen Marfenmufters und über den Umtausch der in Prtcathanb befindlichen allen Marken. soweit der rechtmäßige Erwerb nachgr- wiesen wirb, ergeht demnächst hesoubere Bersllgung. Neuslrelltz. 1. Mal 1929. Ministerium de» Innern, Ableilung für die Justiz. Im Amiraget Dr. P a g e 1. Znnungbkrankenkasse der Tifchlerinnung zu Äerlln SV»ö. Michaelkirchsir. 13 Einladung zur ordeallichen Ausschuhflhung der Bertretee der Rassenmiiglieder und der Innungsmitglleber am Montag, dem 13. Mol 1929, 19 Ahr(6 Uhr abenbo). Im QofiatbeUccPRhoAhostauo, SO 19. Rnngeftc. 30. Im Slstungosaal. Seifenstagcl, part-rr» Tagesordnung: L Bericht de» Borstanbes 2 Abnahme der Jahres- rechnung 1928 und Bericht des Rechnung»- ausschussrs. 8. Satzungsänderung(g IS). 4 Berichiebrnes. Die Herren Vertreter erhalten noch eine besondere schristliche Einlaoung. Die Sitzung ist nicht offentlich. Ort Oocftauh. Gruft Mollwltz. Vorsttzenber. Hubert Stieffrahoser, Schristfilhrer. Allgemeine Oriskrankenkasse Lerlin-eichterselde. Am Mittwoch, dem 13. Mai 1929. abends 7>/, Uhr. findet im Äasienlofal. Berlln-Lichirnelbe. Roonftraße 13, eine »rdeukllche Unoschust-Slhung statt mit so genber Tagesordnung: l. Geschäftsbericht sstr 192S. 2. Bericht des Prüfungsausschusses und Abnahme der Iahresrechnung 1928. 8. Eatzunzs- änbetungen 4. Berschiebenes Berlln-Lichterfeibe. den I. Mal 1929. Der vorstand RatI Brandenburger. Borsttzenber. OttdiemietalMiteMiuliaog Sonntag, den 5. Mai,»arm. 9>/, Uhr vran0ieiiver5smm:llnü der Fizen- und sevoiverdreher, kona«h>et!er o-vreherillnen in den Sopblcii'S&lcn. Sophieastr. 17/18. Tag es Ordnung: L Der neue Ldhntarif, unb was»erben die Dieher erhallen. 2. Berschiebenes. 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Heimarbeiter sind grundsätzlich ebenso wie Hausgewerbe- treibende von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen. 3. Eigentümer»der Pächter lartd- oder forstwirtschaftlichen Grundbesitzes, die»on besten Ertrag leben können, sind grundsätzlich von der Versicherung ausgeschlossen, einerlei, ob sie als Arbeitnehmer tätig sind. Ausgeschlosten sollen auch die Angehörigen eines solchen Eigentümers oder Pächters fein. 4. Unterstützung erhält nur der„Bedürftige". Hat der Arbeitslose Einnahmen aus Vermögen, Grundbesitz, Pension. Wartegeld oder Rente, so wird dieses auf die Unter st ützung ange» rechnet. Angerechnet werben auch die Einnahmen der mit ihm im gleichen Haushalt lebenden Familienangehörigen. Der Arbeitslose erhält auch keine Unterstützung, wenn ihm familienrechtliche Unterhaltungsansprüche zustehen, die die Bestrei- tung des notwendigen Lebensunterhaltes zulassen. 5. Lehnt«in Arbeitsloser ohne berechtigten Grund ein« Arbsit ab, auch wenn sie außerhalb seines Wohnortes liegt, so verliert er den Anspruch auf Arbeitslosemmterstützung solange, bi« er in einer erneuten verstcherungspflichtigen Bsschäfti» cmng wieder eine neue Anwartschast erworben hat, d. h. minde« stens 26 Wochen tätig gewesen ist. Der Arbeitslose darf nicht wie bisher in den ersten neun Wochen seiner Arbeit-losigteit Arbeit ablehnen, die ihm nach seiner Vorbildung oder früheren Tätigkeit nicht zugemutet werden kann, sondern er darf nur ablehnen, wenn er infolge seines körperlichen Zustandes nicht in der Lage ist, die Arbeit auszuführen, oder weil die Arbeit eine ernste Gefährdung seines späteren beruflichen Fortkommens bedeuten würde. 6. Fflr Me HSH« her Unterstützung, d. h. für die Ein- reihung in die entsprechend« Sohnkiast» seil nicht wie bisher der Durchschnitt des Arbeitsverdienstes der letzten drei Monate, sondern der Durchschnitt der letzten sechs Monate maßgebend sein. Für diejenigen Arbeitslosen, die nicht in ihrem bisherigen Arbeitsort verbleiben, sondern die, wie es zahlreiche W a n d e r- arbeite? müssen, in ihre Heimat zurückkehren, soll sich die Höhe der Unterstützung nicht nach der Lohnklass« richten, die dem früheren Arbeiteverdienst entspricht, sondern sie wird abhängig gemacht von dem Lohn, der an dem ständigen Wohnort des Arbeitslosen gezahlt wird. Mrd hier ein Tariflohn gezahlt, so soll dieser ent- scheidend sein, wird kein Tariflohn gezahlt, so entscheidet der ortsübliche Durchschnittslohn. Welchen Teil der Löhne die Unterstützung betragen soll, läßt dke Vereinigung noch offen. � 7. Besondere Strafvorschriften sollen dm Arbeitgeber bedrohen, der eln« zum Nochteil d« Rckchsanstalt unrichtige.Arbeitsbescheim- girng erteilt. S. Di« sogenannte werteschaffende ArdettÄosmfürsorgs. also Notstandpeiudetten, sollen grundsätzlich abgeschafft werden. * Das ist die ZNalbotschast der deutschen Unternehmer an die deutsche Arbeiterklasse. Verlohnt es sich, gegenüber soviel Un- verschämtheA in eine ernste Kritik einzutreten? Die Arbeilgebervereinigung hat die OefsenNichkeit seit Blouaten systematisch und bewußt irregeführt, indem sie diese mit beweis- losen Behauptungen über Mißbrauch in der Arbeitslosen- Versicherung überschüttete. Offiziell aufgefordert, diese Miß- brauch« im«nzelnm zu belegen, damit die Reich-anstalt Prüfungen und Untersuchungm anstellen konnte, hat die Vereinigung versagt. Sie hat nie ihr Anklagematerial unter Namens- nenmmg vorgelegt, weil sie wußte, wie wenig beweis- kräftig das Material war, mit dem die Oeffentlichkeit gegen die Arbeitslosenversicherung aufgeputscht wurde. War wirklich, wie immer wieder behauptet, durchschlagendes Material vorhanden, so mußte es mindestens bei der Reichsanstalt zusammenfließen. Nichts ist vorhanden, als vage Gerüchte und Altweibertlatsch, dm irgendwer irgendwo von irgend wem ein- mal gehört habm will. Um Klarheit über die Auswirkung der ge- setzlichm Bestimmungm währmd der großen winterlichen Arbeits- losigkeit zu erhalten, bearbeitet die Reicheanstalt zurzeit die personalen Verhältnisse, insbesondere auch dm Erwerb des Rechtes auf dm Unterstützungsbezug für alle Arbeitslosm, die am 1. März in Unterstützung warm. Mt riesigem Aufwand werden die Angaben über 2,2 BUlllonen Arbeitslose statistisch bearbeitet. Diese Arbeit wird im Juni abgeschlossen sein. Wer wirklich objektiv prüfen will, muß diese Arbeit abwarten. Die Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbänd« bedarf eines solchen Materials nicht. Sie hat die Lösung von vorn» herein bereit. Die Arbeitslosenversicherung muß zertrümmert werden. Es darf keinen Rechtsanspruch mehr geben, die Saisonorbeiter und Heimarbeiter mögm betteln gehm. Die Höhe der Unterstützung muh gesmtt werden. Wer Arbeit aus- schlägt, wird möglichst dauernd vom Unterstützungsbezug aus- geschlossm. Di« Gew«F tschasten haben stets sich bereit er- klär, an der Abstellung wirklicher Mißbräuche nachdrücklichst mitzuarbeiten. Sie haben daher den Vorschlag der sozialdemokratischen Reichstags» f r a k t i o n begrüßt, wonach ein interfraktioneller Ausschuß unter Zuziehung von Sachverständigen in Ruhe und unbeeinflußt von der gsgmwSrtigm Hetze aus Grund der Erhebungm der Reichs- anstatt etwaige schädliche Mrkungen des Gesetzes nachprüfm soll. Aber die Arbeitslosenversicherung lassen die Gewerkschaften nicht zertrümmern. Das weiß die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, und es ist ein Symptom, das nicht ernst genug gmommm werden kann, wenn die Vereinigung jetzt diese Borschläge macht und für die Publika- tion dieser Vorschtäge ausgerechnet dm 1. Mai wählt. Oer Ruhrschiedsspruch verbindlich! Der für dm Ruhrbergbau am 22. April von dem Schlichter Prof. B r a h m gefällte Lohnschiedsspruch. dessen Laufzeit bis 30. September 1930 geht, war von den Bergarbeitern abgelehnt, von den Zechenherren angenommen worden. Bei den Rachverhandlungen im Reichsarbeltsministerium war keine Verständigung unter dm Tarisparteim zu erzielen. Der Schiedsspruch wurde daher al» im össmlllchen Interesse liegend von Amts wegm für verbindlich erklärt. Zu der Lohnerhöhung von Z proz. tritt eine Beilragsvermin- derung bei der Snappschaftsversichemng, so daß sich eine Besser. stellung der Bergarbeiter unter Tage um 5.45 proz. und der lleber. lagearbeiler um 3,02 proz. ergibt. Der Lohn des Reparaturhauer» steigt aus die weise von S.36 M. auf 8,52 M. je Schicht. Indirekt zahlt das Reich dm gräßlen TeU dieser Lohnerhöhung, während die Unternehmer nur mit 0,85 proz. durch dm Schiedsspruch„be- lastet" werden._ Akiennoiizdokior Meißinger. Er macht wieder in Lohnpolitik. Der Bat« der Aktennotiz über sein« vertraulich« Be- fprechung mit den Herren Ministerialdirektor Dr. Sitzler und Ministerialrat Mewes im Reichsarbeitsministnium am 8. August 1325, Herr Dr. Meißinger, Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, war in den letzten Jahren ziemlich in dm Hintergrund getreten. Jetzt hat er wieder die Behandlung der Lohn- und Tarifpolitik der Spitzenorganisation der Arbeitgeberverbände. übernommen, wie aus dem folgen- den Rundschreiben hervorgeht: Arbeltgeberverband Hamburg-Altona. I. Nr. 158/29. Hamburg 11. 20. April 1929. Rundschreiben 11. Neueburg 17 II. Tel.: Roland 8081/82 Reseralsverlellung in der Geschäftsführung der VDA. Die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände e. D., Berlin, teilt uns folgendes mit: „Durch Uebersmdung des Mitgliedsverzeichnisses der Vereini- gung der deutschen Arbeitgeberverbänd« nach dem Stande vom I. De- zember 1328 haben wir unseren Verbänden auch Mitteilung über die Geschästsverteilung in unserem Hause gemocht(siehe S. 4 und 5 des Mitgliederverzeichnisses nach dem Stande vom 1. De- zember 1329). In der dort veröffentlichten Referatsvertei- lung(S) hat sich inzwischen Insofern eine Aenderung voll- zogen, als für die auf dem gesamten Ausgabengebiet der Vereinigung liegendm statistischen und wirtschaftlichen Forschungsarbeiten ein neues Referat VII unter Leitung von Herrn Dr. Lemmer ein- gerichtet worden ist, da sich eine tiefere Fund'erung unserer Arbeit nach dieser Richtung schon seit längerer Zeit als dringend notwendig erwiesen hat. !is auf weiteres hat Herr Rechtsanwalt Dr. Meißinger neben der Tätigkeit, d«er bisher im Mandatsoerhältnis auf dem Gebiet« der R e ch t s b e g u t a ch t u n g für die Geschäfts- msgeübi auch die Behandlung der zu Referat III(Lohn- und Tarifpolitik usw.) führung �er Vereinigung ausgeübt hat, in der gleichen Eigenschaft .~ d Tarifpolitik usw.) ien Fragen unter Mitarbeit von Herrn Hering und Herrn gehörende Dr. v. R >r. v. Rutenberg für die Geschäftsführung der Vereinigung übernommen. Zu den Mitarbeitern im Referat II ist noch Herr Dr. Lasse-. r e n z hinzugetreten. Wir bitten die Geschäftsführung unserer Mitgliedsverbände, diese Veränderungen bei der Zusammenarbeit mit uns entsprechend berücksichtigen zu wollen." Arbeitgeberverband Hamburg-Altona E. V. (gez) Dr. v. Scheven. Vor etwa drei Jahren erklärte der Vorsitzende der Vereinigung, Geheimrat o. V o r s i g, dem Ausschuß der Vereinigung im Anschluß an dm Abschied des ersten Geschäftsführers Dr. T ä n z l e r, daß dieser an den schweren Verfehlungen, die bei einzelnen Ressorts vorgekommen seien, nicht beteiligt gewesen sei. Vorher war Herr v. Z e n g e n„in beiderseitigem Einvernehmen" aus dem Propagandaressort der Vereinigung ausgeschieden. Der durch seine famose Aktennotiz belastet« Dr. M et ß i n g« r, dem die Propaganda- Methoden des Herrn o. Zengen bekannt waren, wie auch dessen Be- Ziehungen zu Karl E r d m a n n, der auch über das Darlehen der Vereinigung an den Zentralverband christlicher Landarbeiter im Bilde war, Dr. Meißinger blieb, so daß selbst„Der Deutsche"„die unvollständige Reinigung" bemängelte. Für die Gewerkschaften ist es nicht ganz gleichgüstig zu wissen, wer die Lohn- und Tarifpolitik der Arbeitgeberverbänd« deichselt. Sie kennen Dr. Meißinger, der jetzt das Referat III in der Burggrafenstraße, die Behandlung der zur Lohn- und Tarif- Politik gehörenden Fragen wieder übernommen hat, sie kennen seine Politik und seine Methoden und werden sie gebührend einzuschätzen wissen. Lohn- und Manteltarif der Straßenbahner. Die Zustimmung beschlossen. Zum Dienstag abend war von den freien Gewerkschaften nach dem Gewerkschaftshaus eine MitgMederversammlung des Per- sonals der Straßenbahn einberufen worden, die zu dem Ergebnis der Lohn- und Manteltarifoerhandlung Stellung nahm. Zu dieser Versammlung hatten sich auch die aus dem Verbände ausgeschlossmen Arbeiterratsmitglieder Kaiser und Krüger Eintritt verschafft, wahrscheinlich mit der Absicht, hier genau so wie in dm von dm„revolutionären" Betriebsräten arrangierten„Belegschafts'oersammlungen gegen die Eewerkschasten vom Leder zu ziehen. Dieser Versuch ist chnen aber gründlich vor- beigelungen. Noch vor der Eröffnung der stark besuchten Versammlung wurde gegen 20 Stimmen beschlossen, daß Krüger und Kaiser den Saal. sofort zu oerlassen haben. Wohl oder übel mußten die beiden„Unentwegten" sich dem Beschluß fügen. Die Versammlung billigte dann nach einem Bericht des Genossen K nobel vom Verkchrsbund über die Tarifvevhandlungm einmütig die viel- lungnahme der Funktionärs, die bekanntlich dem Berhmrdkungs- ergebnis ihr« Zu st i m m u n g gegeben häben. Maßregelung Maifeiernder! Sei Glogowski& Co., Berlin, Friedrichstraße 65. Ein größerer Teil der Belegschaft der Firma ließ am 1. Mai die Arbeit ruhen. Die Arbeiter hatten durch ihre gesetzmäßige Ar- bettervertretung der Firma einige Tage vorher davon Kenntnis g«° geben, daß sie den 1. Mai feiern wollen. Beim Arbeitsbeginn am 2. Mai wurde den Arbestern unter Hinweis auf den Hausfriedensbruchsparagraphen das Betreten der FabritrSume verboten. Die Firma, die ihre Rechen- Maschinen und Buchungsmaschinen doch auch in Arbeiterbetrieben umsetzen will, sollt« sich durch ein« derart überholte Scharsmacherei nicht ttoßstellm. Achistundentag für Handelsarbeiter. Für die Handelsarbeit« des Berliner Einzelhandels ist jetzt endlich eine Forderung in Erfüllung gegangen, die sie schon seit Jahren erhoben hoben. Durch einen Schiedsspruch des Schlich- tungsausschusses ist die wöchentliche Arbeitszeit auf 48 Stunden festgelegt worden. Eine Verlängerung der Arbestszeit darf PREISWERT nur w ganz dringenden Fällen erfolgen. Bisher konnte der Unternehmer an 120 lagen im Jahr täglich eine halbe Stunde unbezahlt« Mehrarbeit verlangen. Diese Bestimmung ist nunmehr gefallen. Für jede Ueber- stunde muh jetzt außer dem Stundenlohn ein 20prozentiger Zu- schlag gezahlt werden. Ebenso ist die Bestimmung über die so- genannten vorbereitenden und abschließenden Arbeiten genauer sor- mutiert worden, so daß damit nicht mehr von den Unternehmern der Mißbrauch getrieben werden kann wie bisher. Neu ist auch die Fassung, daß die Fahrer und Schaffner möglichst keine Ueberstunden leisten sollen und, wenn es nicht zu vermeiden ist, innerhalb von vier Wochen die Ueberstunden durch Freizeit abgegolten werden sollen. Eine Verschlechterung ist allerdings, daß die Aushilfsarbeiter, die bisher um lO Proz. höher entlohnt wurden als die ständigen Arbeiter, keinen besonderen Zuschlag mehr«r- halten. Der Schiedsspruch, der«ine Laufzeit des neuen ManteUarifes bis zum 30. September 193l vorsieht, wurde am Montag von einer stark besuchten Versammlung der im Derkehrsbund organisierten chandelsarbeiter im Gewerkfchoftshaus mit einer großen Mehrheit angenommen. Gautagung des ZdA. Glänzende Fortschritte im Vorjahr. Der Gau Brandenburg-Mechlenburg-Grenzmark des Zentral Verbandes der Angestell.en hielt am Sonnabend und Sonntag im Lehrervereinshous seine zweit« ordentliche Gaukonferenz ab, die außerordentlich gut besucht war. Insgesamt waren als Delegierte. Gäste und Vertreter befreundeter Organisationen l28 Teilnehmer anwesend. Begriißungswort« sprachen Stadtrat C z e m i n s k l als Vertreter des Magistrats, Genosse Dollmerhaus vom Bezirks- s«kretarlat des ADGB. und Genosse F l a t a u vom Bezirkskartell Brandenburg des AfA-Bundes. Den Geschäftsbericht über die Arbeit im Gau für das Vorjahr erstattete der Gauleiter Genosse Gottfurcht Er konnte auf eine außerordentlich gute. M i t g l i e d e r b e w e g u ng verweisen Die Mitgliederzunahme betrug r u n d 2 S P r v z.I Die Mit- gliedschaft beziffert sich gegenwärtig auf rund 38 000 Mitglieder. Der Bestand der O r t s g r u p p e n konnte um 7, also aus 80 Ortsgruppen im Gaugebiel erhöht werden. Im Anschluß an den Geschäftsbericht gab Genosi« E f ch b a ch einen Bericht über die Jugendarbeit. Zln beide Referate schloß sich eine kurze, sachliche Diskussion, in der von allen Rednern die Arbeit der Gauleitung anerkannt wurde. Im Mittelpunkt der Sonntagstagung stand«in Referat des Verbandsvorsitzenden, Genossen Urban, über das Thema:„Der ZdA. als Kämpfer für die deutschen Angestellten" Zu den in diesem Vortrag besonders gestreiften Fragen der aktuellen Sozialpolitik nahm die Konferenz zwei Entschließungen an, die sich gegen den geplanten Abbau der Arbeitslosenver'icherung und gegen die rücffchrittliche Tarifpolitik der Unternehmer wenden. In einer besonderen Entschließung zum Arbeitsschuggesetz wird gegen den Inhalt des vorliegenden Gesetzentwurfes protestiert und zum Ausdruck gebracht, welche Forderungen der ZdA. zum Schutze der Angestellten erhebt. In die Gauleitung wurden die Genossen Fink- Berlin, Schirm- Rostock, S t r o b e l t- Brandenburg und Riedel» Kottbus gewählt. Die arbeitsreiche Tagung wurde vom Gauleiter. Genossen Got furcht, mit der Ausforderung zur regen Teilnahme am Gaujugendtresfen und mit einem Appell zu weiterer rastloser Mit- arbeit am Ausbau der Organisation geschlosien. Zur Betriebsratswahl bei Gchwartzkopff. Lokomotivfabrit Wert W lvau. Vom Genosien Liebe, dem Vorsitzenden des Betriebsrots, wird uns geschrieben: Der Artikel in der„Roten Fahne" vom 24. April zu den Betriebsratswahlen versucht mich durch Lügen bei der Belegschaft sowie vor dem Arbeitgeber runterzureißen. Aber Artikelschreiber, hast du dir schon einmal die Kandidaten, die du zur Wahl empfiehlst, richtig angesehen? Ich lehne es ab, die irre- geführten Kollegen, die auf der Oppositionsliste stehen, herlmterzu- reißen. Wenn sie gewählt werden, brauchen sie Autorität bei ihren Kollegen und vor allem vor den Unternehmern. Di« maßgebenden Leute erklären mir aber, wir haben mit dem Artikel nichts zu tun. aber einige Fragen Hab« ich an die hinter dem Artikel Stehenden zu richten,.fiabt ihr, die ihr aus der„Oppositionsliste" steht, die Betriebsvertretung denn gefragt, ob sie die Zustimmung zum Ueberstundenschieben gegeben hat? Als ich in den Abtellungs- Versammlungen Bericht gegeben habe, warum habt ihr denn nicht den Mut gehabt. Kritik zu üben? Werdet chr beim Unternehmer den Mut aufbringen. Kritik an seinem uns ausbeutenden System zu üben? Oder wird es so wie es schon einmal war: Kanonen der KPD. und sechs Wochen spät:r kandidieren sie auf der„Vaterländischen" Liste! Nur in einem Punkt habt ihr recht, aus der Ruhe laß ich mich von euch nicht bringen, aber eins laßt euch gesagt sein, mag die Wahl ausfallen wie sie will. wir als alte Gewerkschaftsfunktionäre werden unsere Pflicht unseren Kollegen gegenüber, trotzdem wir vom Unternehmer wie von der KPD. bekämpft werden, zum Nutzen der Belegschaft weiter erfüllen. Die Bank-, Handel», und Zndustricdruckerel erklärt uns zu der in der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom 1. Mai veröffentlichten Notiz:„W e r a m l. M a i n i ch t a r b e i« e t..." es als u n w a h r, daß einer ihrer Geschäftsführer durch die Buchhalterin oder direkt Entlassungen wegen der Feier am 1. Mai angekündigt hat. Viel- mehr sei dem Wunsch der Belegschaft stattgegeben, die dringenden Arbeiten nach vorheriger Verständigung in Ueberstunden erledigt und die tarifmäßigen Ueberstundenzuschläge dafür bezahlt worden. Der Schiedsspruch für die sächsische lNetallindustrle gilt als an« genommen, da die erforderliche Mehrheit für Arbeitsniederlegung nicht erreicht wurde. Die beteiligten Unternehmerverbände haben dem Schiedsspruch zugestimmt. Damit ist die Lohn- und Man- teltarisvertragsbewegung für die sächsische Metall- industrie und den Arbeitgeberschutzoerband abgeschlossen. In der Lohnbewegung des milteldeulfchen Straßenbahnper- sonals wurde ein Schiedsspruch gefällt, der eine Erhöhung des Lohnes der männlichen Arbeitnehmer um stündlich fünf P f e n- n i g vorsieht. Während dem Bezirkslohntarifvertrag eine Gel- tiingsdauer bis zum 31. März 1331 gegeben wurde. Hot das Lohn- abkommen nur eine Laufzeit bis zum 31. März 1930 erhalten. »�rete Gewerkfckasts-Iuaenü Groß-Berlin beute, ssreitog, 19H Uhr, tagen die Gruppen: Lharlattenbxrg: Jugend. heim Eprcestr. M. Heimdesprechung. Ohne Derbandsduch und Heim» ausweis lein Zutritt.— gepxelinplatz: Jugendheim de» Bezirlsamt» Wedd'ng, Turiner Ecke Secstrahe. Heimbesprechung. Maifeier. Verband»buch- kontralle.— Hermannplatz: Jugendheim Gandrrstr. U Ecke Hobrechtstrahe. Heimdesprechung. Liederabend. Heimausweise und VerbandsbUcher zur kgntrols« mitbringen.— Süden, Südwesten: Ernrp'nhcim Wassertorstr. S, vorn pt. Maiseier.— Vord ing: Jugendheim, Schule Sonncnburger Str. 30. Heim- besprcchung. Ohne Heimauswei» und Verbendsbuch kein Zutritt. FZK.�uaendoruvse peel?el'tralverl'ank'es der Angestellten Heute, tzreitag, finden folgend« Veranstaltungen statt: Pankow-Niedee. schdahausen: Iugcndhc m Görschstr. lt igroste» Zimmer). Heim- besprechung.— Oberspre«: Iugcndlie m Laufener Str. 2. Wir besuchen die Gruppe Küpenick— Köpenick: Jugendheim Grünauer Str. 5. Wir bekommen Besuch au» Ooerspree.— Südwest: Jugendheim Belle-Allianee.Etr. 7—10. Heimdesprechung. Anschießend Brettspiele. Einsendungen für diese Rubrik find V e r l t n SW»Z, Linden•.rahe 3. parteinachnchien für Groß-Berlin stet» an da»««zlrk»fetret»ri»t i. Hot, 2 Treppen recht», ,a richten. 1. Krei» Mitte. Arbeitsgemeinschaft tagt heute, streitag, 3. Mai, 30 Uhr, In den Bäumen dcr Arl.eitcrb'ldungsschul«, Lindenstr. 3, II. Hof. 2 Trp link», Zimmer U. Thema:„Die wirtschaftliche und sozial« Lage". Leitung: Genosse I. Maprr. find eingeladen. heule, Freitag. Z. ZNai: tionärfistuna. «bt. 20 Uhr bei Kramer. Eoiheninsstr. 3. ffunktionürsttzuna. Abt. Ig«, Uhr bei Keller. Fllrstenstr. 1. Abrechnung sämtlicher Bezirk«. 31. Abt. 20 Uhr bei Goldiffm-dt, Eiolpische Str. 30, fsunktlonärsttung. 38. Abt. 2ßVi Uhr bei Barlusch, ssriedenstr. 80, tznnkt'onärsttzung. Die noch ausstehenden Mitgliederlisten müssen mitgebracht werben. 37. Abt. Eharlottenburg. II. Grnnpc. 20 Uhr Sißung aller Bezirksführer Im Lokal Goethc-Eck«, Goetbcstr. 01...Unscr Weg" vnrd dortselbst ausqrgeben. 31. Abt. Friedenau. 20 Uhr bei Kiabe. Handierpstr. 00—01. Funkt. onär- sthung. Ausgabe de» Mitteilungsblattes. 03. Abt. Neukölln. lO'/h Uhr bei Amelungsen. Saalestraße Ecke Schwarzastraß«. ssunktionärstduna. 30. Abt. Brih.Buckow. 191} Uhr Sitzung des Atieiluns»vorstonb«« bei Günther, Ghaussccstr. 18, II. 128 bi» 130. Abt. 20 Uhr bei Klemm, Berliner Str. 118, Funktionärsitzung. Morgen. Sonnabend, 4 Mal: 8. Abt. 191$ Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. wichtige Funk. tionärsttzung. 23.«bt. 20 oa'' führet. Eharlottenburg. 54. Abt. Z0ZH Uhr bei Ealper. Guerickestr. 1. Funkt'onärsstzung. — Artung! Um 2» Uhr ebendori Satzung de» Borstandes.— 38. Abt. Die Bezirkskührer werden gebeten, ihre Materialien kür den Zahladend bei Kinrichscn zwischen llbj und 19 Uhr abzuholen. 131. Abt. Ricdersckönewe'de.„Unser Weg" und Einlodungszetlel für die Mit. aliederversammluna können am Eonnadend vom Genossen Hoepen, Pia- tanenftr. 11, abgeholt werden. Frauenveranstallungen. 74. Abt. Zehlei-doef. Treffpunkt zur Beisetzung der Genossin Anna Drescher am Sonnabend, 4. Mai. auf dem Friedhof„Bsanie Hölle", Schönebera. Slldende, Berliner Ecke Hauptstraße, um 131h Uhr. Arbeilerwohlsahrt. 3. Krei, Weddiag. Die Helfer unserer Fachgruppe.Soziale Gerlcht»hils«" halten am Sonnabend. 4. Mai, 17 Uhr. im Ldeigenheim Schönstediftr. 1, Zimmer 14, eine Sitzung ab. Tagesordnung: 1. Bericht über die letzte Sitzung. 2. Aussprache über da» Arbeitsgericht. 3. Verschiedenes. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| Jungsozialisten. Gruppe Süden. Heute, Freitag. 20 I�r.JmJlugendheim JJorckst«. 11, Bor. Ute. Fee! ________________________»immer. Loaaabend. 4. Mai, Nachtfai trag:.Geschichte und Bedeutung de». �.. Geupp« Sck öneberg. Heute. Fressag. pünktlich 20 Uhr, im Hauptstr, 13, Schwabenland' Beferent: Will» Kreßmann. (Ute. Freitag, punktlich 20 Uhr. im Zuaendhetm »zimmer. Bunter Abend. Instrument» mitbringen, . hrt nach khorinchen. Tresspunkt 171h Uhr Stettiner Hauptbahnhos. Nachzügler: Sonntag, 7'« Uhr ebendort. Grtlppe Wedding-Eesurdbrnnnen. Heute. Freitag. 20 Uhr, im Jugend. heim Orthstr. 10. Bortrag:.Die Geschichte de» 1. Rai". Referent: van, Waldinann. Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Achtung! Heute. Freitag, 3. Rai, 20 Uhr, V-estond-Iitznng i» de»»«. schästoftelle. Liedenstr. 3. Krei, Renkölln. Morgen, Sonnabend. Helserfabrt nach d«r Iugendherberg« Lermodorfer Mühle(Genosse Ealparius). Treffpunkt pünktlich 171h Uhr Ring. bahnhof Neukölln. Nadfahrcr lOih Uhr Hohenzollernplatz. Fahrtunkosten ein- schließlich Uchernachtcn und Getränke 2,30 Mark. Geburlekage. Zub.laea usw. 77. Abt. Schönebeig. Unserem Genosse» Zohan» Konltzt«, K-rl-Schrnbee. Straße 4, jn seinem 80. Eeburt-tag« die herzlichste» Glückwünsche. 17. Abt. Unser Genosse Wilhelm Eibner. Müllerstr. 133». ist verstorben. Ehre seintm Andenken. Einäscherung heut«, Freitag, 3. Mai, 19 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 10. Abt. Unsere altvcwährte Genossin Emma Guhl, Soldiner Str. 28, ist im 00. Lebensiohr« verstorben. Ueber 20 Jahre hat üs immer bei dcr Mit. arbeit in vorderster Reihe gestanden. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung heute, Freitag. 3. Mai, 12 Uhr. im Krematorium Gcrichtstraße. 80.«bt. Schöneberg. Am 30. April verschied nach längerer schwerer Krank. heit unser« Genossin, die frühere Bezirksverordnete Drescher. Die Bcrstorbene war seit 18 Jahren Mitglied und eine vorbildliche Funkt onärin. Beerdigung am Sonnabend. 4. Mai,>3 Uhr, auf dem Friedhof Blanke Hölle. Ferner vec. stard die Frau unseres allen Genossen Hermann Ehling. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Wir werden das Andenken beider Verstorbenen in Ehren halten. 04.«bt. Neukölln. Unser Genosse Hermann Bittroff. Weisest!. 24, ist am 27. April»erstorben. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. �ZozialifiischeArbeiterjugendGr.-Verlm »nsendnnqen für diese Rubrtt nur an da« Zugcndlekeeioria» | Sertin 6ffl68, LMdensteaße 3 «et Slngkrei, übt heute. Freiwg. pünktlich 20 Uhr, im Seim Borckstr. 11, Raum U. Alle Teilnehmer müssen erscheinen, da wir für unseren Maijugend. tag üben wollen! Abteilnr.gsleitcr!«arten für den Maijugenttag müssen umgehend ab- geholt werden. Anmeldnrge» und Einzahlungen sür den Mitteldeutschen Jugendtag in Magdeburg müssen soiort vorgenommen werden. Bepegungschor. Morgen, Eonnabend, Uedunqsstunde für Magdeburg in der Schule Danziger Str. LZ. Burschen 181* Uhr, Mädel 1914 Uhr. Alle müssrn erscheinen. Abrechnung der Beiträge und Ausgabe des Mai„Jugend voran" und der „Arbeite riugend" zwischen 17 und 19 Uhr. Für die.Baldnr"-Wochensahet nach Vhöben an der Havel am gl 4. Mai sind noch Karten im Sckretariat zu haben. Beitrag 2,30 M. ZZ(Uebernachtung, Mittagessen und zweimal Kaffee.) Schüleeoersammlung aller in der SSG. zusammengefaßten Genossen Dien». tag, 7. Mai. 1914 Uhr, im Bortragssaal, Lindenstr. 3, II. Hos, 2 Trp. link». Vortrog:„Schulpolitische Fragen". Abteflungsmilgliederversanmmlungen. Heute 19>- Uhr: Arkonapiatz: Schule Elisabethkirchstr. 19.— Kölnischer Part: Heim Wassenstr. 18.— Rolenthaler Vorstadt: Heim Zchdenicker Sir. 23 snick! D ens- tag).— Zentrum: Se'm Landsberger Str. 50.— Hansa: He m Vochumcr Straße 83.— Moabit Ii Schule Wa'denser Str. 20.— Moabit Ii! Heim Lehrter Str. 18—19.—«rnswalder Bläh: Heim Nastenburgr« Ecke Wehiauer Straße.— Falkplatz kl: Schule Connenburger Str 20.— Kelmholtzvlatz: Keim Danziger Str. 02, v. 2.— Hnmanaplatz: Krim Scherenbergstr. 7.— Nordost: Heim Danz'grr Str. 02, B. r., rechts.— Wcißensee: Keim Bark- aue 30.— Baltenplatz: Heim Tilstter Str. 4-3.— Fredrich»hain: Heim Diestelmenerstr. 5—0.— Stralauer Viertel: Heim Goßlerstr. 01.— Warstdauer Birrtrl: Heim Litauer Str. 13.— Warschauer Viertel R-F.: Heim Litauer Str. 18.— Südmeft: He'm Borckstr. 11.— Schöneberg Ii Heim Happtstr. 13. — BGöneberalV R.F.: Keim Hauptstr. 13.— Ebarlottenburg: Heim Bossnen» straße 4—'Westend: Heim Nossurstr 4.— Mariendorf: Alte Schule, Dorf» straß« 7.— Köpenick: Heim Dahlwitzer Str. 13.— Falienberg: Heim auf dem Gutshok.— Banmschnlenweg! Se rn Ernstste. 10.— Iohannfsthal:"atck-ller. — Riederschönewelde! Schule Berliner Str. 31.— Lichtenbrra-Mitte: He'm Scharnweberstr. 29.— Rru-Lichtenbcrg: Heim Hauffstraße.— Lichtenberg-Rord: Schul« Konradstraße. » Hohraschönhanlrn:«rrbeabend mit Lichtbildern:„Hinein In die SA?.", in der Schule Dingelftädter Straße.— Börther Platz: Schule Kastanien. aller 82. Vortrag:„Die Bedcntung dcr Mg'sEer".— Andrcasplatz: He m Vronunpstr. l. Maifeier.— Süden: Heim Torclstr. 11. Funk ionärverfamm. lung.— Britz Ii! Rathaus, Ehausseestr. 48. Bortrag:„Demokratie und Dil- tatur".— Terpto»! Krim Elsenstr. 3. lO-Minuten-Nelerat«.— Ricd«rs4-ön. hänfen: Schule Vlank'uburger Str. 40. Bortrag:„Die Vedeutung de» 1. Mai". Srrbebrzlrk Wrddira: Die Aclterengrnpne tagt wieder ab heute seden Freitag im Keim Gcrichtstr. 12—13. In.tercsstcrte Genossen sind eingeladen. Werbrbrzlrk Neukölln: Eprcchchorprobe im K. ff. R. Beebebezlrk Osten: Nächste Brob« de» Tpeechchor, für nnseren Mai. sugendtag in Brieselang am Moirtag, 0. Mai. 1914 Uhr. im Heim Litauer Str. l3i Interessiert« Genossen ans anteren Bezirken bitten wir. daran teilzünrhmen. wertebeziek Peen, lauer Berg: Morgen, Sonnabend. Dampferfahrt unsere» Bezirk». Der Treffpunkt ist nicht 18 Uhr. sondern er"-*• Lindenuser(gegenüber dem Hauptbahnhos). Fahnen, balle usw. sind mitzubringen, 19 Uhr, in Spandau, üustkinstrumente, Spiel- »331», zz ochaunt gibt nur die ergiebige reine SunlichtSeife oJUIav� �vi4� QZmSA' SyMs S�