BERLIN Sonnabend 4. Mai 1929 Erfdetut tagit 10 Der Abend™ enter Sonntags. Bugleich Abendausgabe des Vorwärts. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition; Berlin SW68, Lindenftr. 3 Spalausgabe des„ Vorwärts alies and s 103 46. Jahrgang. 66 anzeigenpreis: Die einfaltige Nonpareillezeile 60 Bf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bokschecktonte: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 87536. Fernfprecher: Denboff 292 bis 297 Ruhe in Neukölln. この Infanteriemunition im Stadtbahnzug beschlagnahmt. Der heutige Morgen in Neukölln Das Neuköllner Unruheviertel ist Sonnabendmorgen gegen neun Uhr von 450 Schutzpolizeibeamten abgeriegelt. Die Nacht zum Sonnabend ist gegenüber den anderen Nächten ziemlich ruhig verlaufen. Polizei hat dort, um gegen heimtückische Ueberfälle gesichert zu sein, den Straßenblod Hermannst r., Prinz Hanbjerg- Str., Falk. und Ziethen. strake durch Drahtverhaue gänzlich ab. gesperrt. Verschiedene Barrikaden sind in der Nacht wieder beseitigt worden. Die Polizei hofft, im Laufe des Sonnabend den Widerstand der Aufrührer gänzlich brechen zu können. Die Waffensuche wird auch noch weiter fortgefekt. Der Straßenbahnverkehr durch die Her mannstraße ist aut Morgen wieder aufgenom men worden. Für den Fuhrverkehr bleiben die Straßen nach wie vor gesperrt. Die Straßenbahnen halten in der Unruhegegend nicht. Der Verlauf der Nacht. Bis gegen 2 Uhr nachts waren in der Hermannstraße and in der Steinmehstraße von beiden Seiten Schüsse gewechselt worden, der Rest der Nacht bis Tagesanbruch verlief ruhig. Um 4 Uhr morgens räumte die Polizei die spanischen Reiter, mit denen fie die Straßen gesperrt hatte, und die in dieser Nacht von der Polizei errichteten Barrikaden aus U- Bahn- Material fort. Ebenso wurden die Poften auf den Dächern, die Scheinwerferpoften und die Maschinengewehrposten auf den Balkons verschiedener Häufer eingezogen. Die Polizei will sich während des Tages möglichst wenig zeigen, sofern diese Absicht nicht durch neue Angriffe und neue Anfammlungen der Aufrührer zunichte gemacht wird. Heute abend um 9 Uhr wird genau so wie in der ver gangenen Nacht das Viertel wieder abgesperrt werden, da mit einer Aufhebung des Ausnahmezustandes vor Montag früh nicht zu rechnen ist. Die Freigabe der Straßen für den Verkehr vollzog fich heute morgen ohne Zwischenfall. Gegen 4½ Uhr zeigten sich die ersten Paffanten auf der Straße. Es handelte fich größtenteils um Einwohner anderer Stadtteile, die Besuche bei Bekannten oder Verwandten im abgesperrten Biertel gemacht hatten und von der Absperrung, an die fie nicht fo recht geglaubt hatten, überrascht worden waren. Kurz vor 5 Uhr ging der Berkehr wieder feinen normalen Gang. Die fliegenden Wachen in den verschiedenen Hausfluren, in denen die während der Nacht festgenommenn Personen vorübergehend untergebracht worden waren, wurden gegen Morgen ebenfalls aufgehoben. Die Berhafteten wurden dem Polizeipräsidium zugeführt. 3m allgemeinen ist die Absperrung ziemlich milde gehandhabt worden. Die gestrige Opferliste. 11 Zote und 36 Berlehte. Unten: Barrikade an der Falkstraße JOIN ANOTHERE POTHEKE Artike Oben: Polizeibereitschaft an der Prinz- Handjery- Str. Der Polizeipräsident warnt! Nach Durchführung der Verkehrssperre find die Nacht und der Vormittag am Wedding ruhig verlaufen. In Neukölln ist es in den ersten Stunden nach Durchführung der Verkehrssperre zu einigen fleineren Zwischenfällen gekommen, worauf dann die Nacht und auch der Vormittag ruhig verliefen. 25 Zwangsstellungen verdächtiger Personen wurden vorgenommen. Meine Warnung, das Sperrgebiet zu betreten, und meinen Hinweisen, daß jeder, der den getroffenen Anordnungen nicht folgt, fein Leben aufs Spiel feht, haben verschiedene Personen migachtet und find dabei zu Schaden gekommen. So wurde geffern abend gegen 10 Uhr ein Preffevertreter im Sperrgebiet auf der Straße tot aufgefunden. Er hatte froh meiner Warnungen und obwohl ihn auch der Reviervorsteher meiner Warnungen und obwohl ihn auch der Reviervorsteher dringend auf die große Gefahr beim Betreten des Unruhegeländes aufmerksam gemacht hatte, das Sperrgebiet betreten. Bon welcher Seite der töfliche Schuß abgefeuert worden ist, fonnte nicht feffgestellt werden. noch einmal nachdrücklich vor dem Betreten des Sperrgebietes. Ausländischer Journalist erfchoffen. Im Laufe des gestrigen Tages und der letzten Nacht sind schwer verlegt in die städtischen Rettungsstellen eingeliefert worden und später in den Krantenhäutern verstorben: Hermann Landenberger, 25 Jahre, Wohnung unbekannt, Angesichts dieses beklagenswerten Ereigniffes warne ich Brustschuß: Ernst Maschloch. 20 Jahre, Wohnung unbekannt, Bauchschuß; Martin Baldowski, 21 Jahre Neukölln Harzer straße 2, Bruftschuß: Otto Echer wat, 17 Jahre. Neufölin, Ein hornstraße 7. Bauchschuß: Charles Madan. Korisfpendent der ..Waitara Dalin News" Neuseeland, 46 Jahre, Bouchschuß. Die Genannten verstarben im Krankenhaus Neukölln- Budom Dtic Engel, 19 Jahre, Aderstraße 45. Bauchichuß, starb im Birchow- Krankenbaus: Walter Bath, Neukölln, Weserstraße 37 Bauchschuß starb im Urban- Krantenhaus. Ferner der 42jährige Bertreter. Alfred Dahn. Neue Bahnhofstraße 27 in Lichtenberg. Dazu die drei auf den Baltons erschossenen Frauen. deren Namen bereits gestern mitgeteilt wurden. Die Krankenhäuser bzw. die städtischen Rettungsstellen haben aufgenommen: 29 Berlegte. Nach Behandlung auf den Rettungsstellen konnten 7 Verletzte in die Wohnungen entlassen werden. 9 Unter den Todesopfern der gestrigen Straßenfämpfe in Neukölln befindet sich auch ein ausländischer Bressevertreter, und zwar der in Nelson( Neuseeland) geborene 46 Jahre alte Charles Maday, der Vertreter der neuseeländischen Zeitung Waltara Daily News", der hier im Hause Winterfeldstraße 8 wohnte. Er wurde gegen 94 Uhr abends von einem Passanten in der Hermannstraße am Boden liegend tot aufgefunden. Die Polizei ließ den Toten nach dem Budower Schauhause bringen, wo aus den vorgefundenen Papieren seine Personalien festgestellt werden konnten. Maday hatte sich offenbar, troß wiederholter Mahnungen der Polizei, zu sorglos in dem Reuköllner Aufruhrgebiet bewegt. Das Polizeipräsidium erflärt, daß Charles E. Mackay vom Vorsteher des Polizeireviers wiederholt und nach= drücklich gewarnt worden sei, das Neuköllner Absperrungsgebiet zu betreten. Vermutlich ist er vor 9 Uhr abends hineingegangen; er ist nach 10 Uhr tot aufgefunden worden. Von wem er erfchoffen ist, sagt das Polizeipräsidium meiter, steht noch nicht fest und werde vielleicht niemals festgestellt werden können. Auch ein Redakteur der Bossischen 3eitung", Paul Weymar, wurde ein Opfer der Zusammenstöße. Er bekam einen Schuß ins Bein und wurde nach dem Urbantrantenaus gebracht. Erfreulicherweise besteht keinerlei Gefahr. Heute früh gegen 4 Uhr versuchten mehrere unbekannt ge= bliebene Personen, den Straßenbahnverkehr an der Ede der Weinmeister- und Rosenthaler Straße im nördlichen Teil der Stadt lahm zu legen, indem sie die dort befindlichen Weichen mit 3ement ausgoffen. Ein Beamter der Berkehrsgesellschaft, der sich auf einem Rundgang befand, entdeckte die Tat und ließ sofort den inzwischen erhärteten Zement aus den Weichen entfernen. Munitionstifte in der Stadtbahn. fee In einem Abteil 3. Klaffe des Stadtbahnzuges HalenPotsdamer Bahnhof wurde in der vergangenen Nacht eine Skifte gefunden, die ziemlich 400 Schu Munition enthielt. Um 1.33 Uhr entdeckte ein Bahnbeamter auf dem Bahnhof Halensee beim Schließen der Türen in dem leeren Abteil des Zuges eine größere Riste in einem braunen Papierumschlag. Der und wurde zum Bahnhofsvorsteher gebracht, der die Hülle löfte und in der Kiffe neue Infanteriemunition und Pistolenkugeln fand. Bon zahlreichen dieser Gewehrpatronen waren die Spigen in der Art der Dum- Dum- Geschoffe abgefeilt. Der Inhalt bestand aus 305 Schuß Gewehr- und 44 Schuß Pistolenmunition. Der Fund wurde sofort der Polizei übergeben. Der vergeßliche" Reisende, der wahrscheinlich alle Ursache ge habt hat, sich der Munition schleunigst zu entledigen, konnte nicht ermittelt werden. Die Niederlage besiegelt! Eingeständnis des Zusammenbruchs.—„Massenstreik" abgeblasen. noch Zelt haben, sich an dem„politischen Massenstreik' zu beteiligen, der voraussichtlich von heute nachmittag Z Uhr ab bis Montag srüh 5 Uhr dauern wird. Die„Erregung in den Betrieben' scheint sich inzwischen etwas gelegt zu haben. Die 4S gekommen. Viele Ortschaften seien völlig zerstört worden. Auf Ersuchen der persischen Lokalbehörden beschloß die turkmenische onm Einbruch der Dämmerung ab die Situation auf der Demon- strantenseite vollkommen beherrschte. Der.Dolkswille" spricht offen von einer Niederlage und sagt voraus, daß die Arbeiter dem Rufe zum Generalstreik nicht folgen werden. Die Opposition hat mit Ihrer Kritik recht, nur kann sie nicht erkennen, daß die KPD. auf putschistische Methoden und kopflose Parolen nicht verzichten kann, ohne auf ihr eigenes Wesen zu ver- zichten. So wird sie weiter wie bisher von einer Niederlage zur anderen schreiten und unter immer neuen Führungen immer wieder in die alten katastrophalen Fehler verfallen, solang« bis sich auch der letzte Proletarier durch das verleumderische Geschrei von den„sozialdemokratischen Arbeitermördern" nicht mehr daran hin- dern lasten wird, den Weg zu gehen, der allein zur Gesundung führt, den Weg der proletarischen Einigung unter sozialdemokratischen Fahnen. Nicht genug Tote! Oeuischnationaler Schrei nach mehr Blut! Jeder anständig« Mensch empfindet tiefstes Mitgefühl mit den Todesopfern, die das sinnlose�lreiben der Kommunisten in Berlin gefordert hat, jeder wünscht dringend, daß dem Blutvergießen so rasch wie möglich Einhalt geboten werde, daß das notwendig« Ziel. die Ordnung wiederherzustellen, unter möglichster Schonung von Menschenleben erreicht werde. Nur die deutschnational« Press« hetzt dauernd gegen die Behörden und beschuldigt sie der Schlappheit. Einen Gipfel in diesem Treiben erreichten die deutschnationalen. „Hamburger Nachrichten", die die Schamlosigkeit besitzen, folgende» zu schreiben: Wir wollen an da» Wort Napoleons erinnern, daß jeder getötete Rebell 100 000 gerettet« Bllrgerleben bedeutet. Wenn statt ein paar hundert verhafteter und einiger weniger Toter das ver- hältnis umgekehrt gewesen wäre, so hätte das Bürgertum Zu- trauen zu der heutigen Regierung haben können, ohne das ihre Herrschost auf die Dauer doch nicht bestehen kann. Die preußische Regierung, der die Berliner Schutzpolizei unter- stellt ist, wird mit Vergnügen auf da» Vertrauen jener Teile des Bürgertums verzichten, vi« mit der Berliner Streck« nicht zufrieden sind, sondern einige hundert Tote wünschen. Je weiter sie sich von solchen Bestien distanziert, desto größer wird das Vertrauen der Volksmasten zu ihr sein, das ihren Bestand oerbürgt. Regierung, die persische Bevölkerung umgehend mit m e d i z i- nischen Hilfsmitteln und Lebensmitteln zu unter- stützen. Turkmenien ist«in autonomer Teilstaat Sowletruhlond», doch gehören Stücke davon zu Sowjet-Usbekistan-Ehiioa und dem Kaiserreich Persien. Es wird umgrenzt nördlich von der autonomen russischen Sowjetrepublik Kasakstan, östlich von Afghanistan, südlich von Persien und westlich vom Kaspischen Meer. A st r a b a d ist ein« persische Bezirkshauptstadt nahe am Kaspischen Meer. Der kolmarer Staatsanwalt Fachot, der im Autonomislenprozeß in Kalmar plädierte und nach seiner Versetzung in Paris am 21. De- zember 1928 von einem Elsäster durch Revolverschüsse verwundet worden war. ist aus seinen Antrag in den Ruhestand versetzt worden. Modernisierung der Straßenbahn. Sie wird von Tag zu Tag beffer. Die Berliner Berkehrs- Aktiengesellschaft wird, um den ständig steigenden Anforderungen in verfeh.s technischer Hinsicht genügen zu fönnen, in der nächsten Zeit ihr Straßenbahnneh, vor allem in den Außenbezirken, wesentlich erweitern. Die Vorarbeiten für die geplanten Linien find bis zu einem gewiffen Grade zum Abschluß gelangt. Mit großer Wahrscheinlichkeit fann man damit rechnen, daß folgende Streden in diesem Jahr noch vollendet bzw. in Angriff genommen werden: Bon Rosened nach 3ehlendorf mitte; eine Ber längerung nach Teltow ist für später in Aussicht genommen. Der Ausbau der Straßenbahn in der Thorwaldsenstraße soll in allernächster Zeit begonnen werden. Die Straßenbahnlinie, die vom Bahnhof Friedrichshagen durch die Straße 50 bis Rahns. dorf Mühle führt und bereits fertig ausgebaut ist, fonnte leider wegen des Einspruchs der Anlieger noch nicht befahren werden. Am Bahnhof Friedrichshagen muß ferner noch das hier stehende Boftgebäude abgeriffen werden, bevor die Aufsichtsbehörde den Gleisanschluß an dieser Stelle erlaubt. Bon Rahnsdorf- Mühle kann die Linte später entweder nach Rahnsdorf- Bahnhof oder, was wahr. scheinlicher ist, in der Richtung nach Ertner verlängert werden. Schon in der nächsten Zeit dürfte mit den Bauarbeiten zum Anschluß der Linie 96 am Wittelsbacher Rorio und in der Manteuffelstraße in Tempelhof begonnen werden. Endlich ist noch der Ausbau der Dreibundstraße in diesem Jahre sicher. Von der Verkehrs- 2.- G. fmd ferner folgende Linien zum Ausbau vorgefehen, deren Ausführung aber in diesem Jahre noch Hinderniffe im Wege stehen. Dazu gehören der Ausbau der Straßenbahn in der Berliner Allee in Beißensee bis zur Grenze von Malchom Hier ist die Verbreiterung der Berliner Straße mit einem Kostenaufwande von 4.5 Millionen Mart in Aussicht genommen. Ferner soll eine neue Straßenbahnlinie vom Bahnhof Jungfernheide durch den Tegeler Weg bis zur Scharnweberstraße in Reiniden dorf führen. Hier müssen jedoch noch die Fluchtlinien festgelegt und die Brücke über den geplanten Stichtanal gebaut werden. Die in Alt Glienice in der Grünauer Straße Ede Preußenallee endende Linie 84 foll durch die Straße am Faltenberg bis zum Bahnhof Grünau verlängert werden. Die Durchführung hängt jedoch von den Berhandlungen ab, die mit der Reichsbahn wegen einer anderweitigen Führung der Straße nach Faltenberg schweben. Endlich ist noch die Verlängerung der Straßenbahn durch die Capriviallee bis zum Bahnhof Friedrichsfelde für dieses Jahr in Aussicht genommen, wenn das Bezirksamt Lichtenberg die Capriviallee rechtzeitig neu pilastert. 9 Folgende Streden sollen noch in diesem Jahre 3 meigleisig ausgebaut werden: Pantow- ollantstraße, Straßenbahn in Teltow zwischen Teltower Grenze und Hansaplag, in Brig Tempelhofer Weg zwischen Lukas- Kirchhof und Gradestraße, Linie 96 zwischen Tempelhof und Lantwig, Linie 29 zwischen Briß und Budow, Linie 128 nach Heiligensee, Linie 73 wird in Heinersdorf um 500 Meter zweigleifig verlängert. Der zweigleisige Ausbau der Linie 24 wird erst nach Fertigstellung der Basewolfer Straße, für deren Ausbau 3,5 mil Millionen Mark erforderlich sind, vorgenommen werden fönnen. Vorläufig soll der Betrieb auf dieser Strede auf 7% Minuten durch Verlängerung der Ausweichen an der eingleifigen Strecke verdichtet werden. In Lichterfelde sollen die noch vorhandenen Schmalfpuranlagen beseitigt und durch einen vollspurigen Ausbau der Straßenbahn ersetzt werden. Während vor dem Kriege ungefähr 8 Rilometer ausgebaut wurden, fonnte im Jahre 1928 das Stredenneg um 48,5 kilometer erweitert werden. Theater der Woche. Bom 5. bis 13. Mai. Bolfsbühne. Theater am Bülowplag: 5., 9., 10., 11., 12. Trojaner. 6., 7., 8., 18. Senaumont. Theater am Schiffbauerbamm; Bis 8. Bisniere in Ingolstadt. Ab 9. Die Dreigrefchenoper. Thalia Theater: Bis 8. Deltausch. Ab 7. Die Pfarrhaustomödie. Staatstheater. Staatsoper Unter ben Einben: 5. Poris Godunow. 6. Rheingold. 7. Der Barbier von Sevilla. 8. Mabame Butterfly. 9. Walküre. 10. Rigoletto. 11. Der Trobadour. 12, Senufa. Dyer am Plah ber Republik: 5. und 11. Tebermaus. 6. Cardillac. 7. unb 12. Soffmanns Erzählungen. 8. Carmen. 9. Sphigenie. 10. Der fliegende Hol. länder. 13. Luifa Miller. Etäbtische Oper Charlottenburg: 5. Troubadour. 6. Don Carlos. 7. Der Bildſchüz. 8. Der Maskenball. 9. Bique- Dame. 10. Boheme. 11. Gly. 12 Rauberflöte. 13. Gefchloffene Vorstellung. Staatlifes Shanspielhaus am Gendarmenmarkt: 5., 6., 7., 9., 11., 12. und 13 Rönig Johann. 8. Maß für Maß. 10. Der verlorene Sohn. Eiler- Theater: 5., 6., 7., 9., 11., 12. unb 13. Baungäfte. 8. und 10. Gefpenfter. Theater mit feftem Spielplan: Bühne und Film.id Bühne Staatstheater. „ König Johann von Shakespeare. übermäßig respektieren. Englands König Johann, auch Johann ohne Jeßner will die Shakespearesche Historientragödie nicht Land getauft, trägt zwar Hermelin, und der Kardinal prunft purpurn, wie ein eleganter Teufel, in Kriegszelt und Königsgemach, doch die Staatsattion, das Verprügeln der Heerführer unterein ander, das Schießen und Trompetenblasen sollen aufhören. Haus Frankreich und Haus England sollen ihren Familienstandal, wenn es irgend geht, im bürgerlichen Ton erledigen. Es geht nicht ganz. Der Regisseur nimmt vieles als Bagatelle, was sehr wichtig ist. Wenn die Maschine dieser furiofen Dynaften politik losdonnert, und wenn ein pathetisch herrlicher Bombast großartiger Berle zur Verfügung steht, dann soll der Regisseur dazu zwingen, daß sie alles scharf herausarbeiten, nichts verschlucken, nichts finnwidrig verhacken und auch dort, wo der Mund nicht nüch tern bleiben darf, anders als nur mit der majestätischen Geste Spielen. Sogar Forster. der zerwühlt und ziellos bald Beichling und bald Held, bald Albions Liebling, bald alberner Hoheitsschwätzer als König Johann fein muß, dürfte sich nicht nur auf die an sich schon höchst gefällige Melodie feiner Rehle, auf die stets fesselnde Geschmeidigkeit seiner Bewegungen verlaffen, Hätte er auf feinen Tegt forgfältiger geachtet, tein Lob würde groß genug für ihn Granach hat den Bastard zu spielen, den Kriegs. gewesen sein minister seiner britischen Majestät. Es behagt ihm mehr, den Feld mebel mit Mephistoeinfällen und Kommißschlagern zu spielen. Das paßt nun auch nicht ganz. Die weiblichen Majeftäten, Fräulein Suffin, die britische, großmütterliche Queen, Helene Weigel, Frankreichs tragische Witwe, die den Sohn als Todesopfer dieses skandalösen Dynastenhaders verliert, sind echter als die Männer. Fräulein Weigel muß im stillen Bahnsinn rasen, Mutterschmerz zerstört den Verstand der zärtlichen Frau. Der Naturalismus der Häßlichkeit, zu dem sie sich entschließt, hätte in den Szenen, die noch von Mutterglück und Mutterhoffnung besonnt sind, weniger verschwenderisch gezeigt werden sollen. Das Wichtigste in dieser Tragödie, die ungeheure Melancholie und Berneinung des Glückes, die Bergrößerung des Schicksals ins Unendliche, die Menschenblindheit und Beseffenheit der Ehrgeizigen geizigen es lebte im Staatstheater nicht mehr auf. Statt dessen herrichte ein trockener und vernünftelnder Ton, viel lleberlegung und Ueberlegenheit statt der notwendigen Tobfucht. Max Hochdorf. „ Die Komödie". " Der Mann, der seinen Namen änderte". erzeugt bie Spannung anders als sonst. Wir raten nicht unter Die neue Komödie des Kriminalschriftstellers Edgar Wallace den Figuren herum wer das Berbrechen begangen hat, sondern marten atemlos darauf, daß eins geschieht. Herr Clive hat Grund zur Eifersucht. Seine junge Frau Anita und ihr Freund Frant haben in ein und demselben Hotel übernachtet. Die beiden wissen ebensowenig wie die Zuschauer, ob Clive gegen fie Argwohn hegt. Sie fühlen sich jedenfalls in dem alten Landhaus sehr unbehaglich, denn Clive scheint unter der Maste harmloser Liebenswürdigkeit das Schlimmste gegen sie im Schilde zu führen. In seiner Abwesenheit stellt sich heraus, daß er vor langen Jahren Henderson geheißen und seinen Namen in Clive umgeändert hat. Zu ihrem Entsetzen erfahren sie gleich darauf, daß ein Henderson zur selben Zeit seine Frau und ihren Geliebten umgebracht hat, aber wegen mangelnder Beweise freigesprochen worden ist. Er hatte den teuflischen Trid angewandt, feine Opfer vor den Umständen zu warnen, die ihnen dann das Leben kosteten. Anita und Frank durchleben nun die fürchterlichste Todesangst und das Publikum lebt diese nervenaufpeitschende Erregung mit. Nach zweieinhalb Aften Grufeln tommt eine sehr banale Aufklärung: Clive ift wirklich ein harm. loser und gutmütiger Mensch. Seinen Namen hat er nur deshalb geändert, weil er ebenso heißt wie der Gattenmörder Henderson. Alles atmet auf, nur nicht das Publikum, das um richtigen Mord und Totschlag betrogen worden ist. Den Clive gibt Dstar Homolta. Er ist ein betulicher und liebenswürdiger Ehemann, deffen Gutmütigkeit ganz dem Stüd angemessen ab und zu unheimlich wirkt. Grete Mosheim weiß die Todesangst einer zweifelnden Gattin eindrucksvoll zu ge stalten. Und da Heinz Hilpert die ganze Komödie auf dumpfe Unheimlichkeit stellt, spendet das Publikum freundlichen Beifall. Ernst Degner. Vererbte Triebe. Beba Atrium. Eine Ausnahme: ein deutscher Film, der ein Problem zu Ende denkt und der frei ist von jeder Schablone. Das Thema heißt Steri Darstellerin eine große Rolle verschreibt und dem Publikum nicht allzuviel Blösinn zumutet. Das allein bedeutet für uns schon eine freudige Ueberraschung. Um des traditionell gewordenen guten Rolle geschrieben. Die Künstlerin ist gleich gut und interessant als Filmabschlusses wegen siegt natürlich die Liebe zum Mann. Für Esther Ralston hat man verdientermaßen diese blutige Anfängerin und als große Dame. Sie ist nie aufdringlich und nie unwirtjam Neil Hamilton erscheint als der junge. liebende Mann immer glaubhaft. Bei der Ausgestaltung des Milieus wurden sehr gute Gedanken verwendet und es ward recht anschaulich geschildert, wie die Herren Direttoren es verstehen, aus einem Stückchen Malheur( so lautet bekanntlich der Fachausdruck für ein kleines Mädel, das irgendetwas vorstellen möchte), einen Star zu machen. Hans Pfitzner. e. b. Am 5. Mai feiert die deutsche musikalische Welt den 60. Geburtstag des Opern- und Lieder komponisten Pfitzner Pfitzner wurde bald nach der Erstaufführung seiner Oper„ Der arme Heinrich" 11895) als eine große Hoffnung begrüßt. Seine späteren Werke wie ,, Palestrina", ,, Christelflein" und seine Lieder brachten dann die Erfüllung. " Die verschwundene Frau". Primus Palaft. Bon allem etwas bringt diese schauerliche Begebenheit": darunter eine mondäne Ehe, die wegen des vom Herrn verhätschelten Borerbundes in die Brüche zu gehen droht, den Ult einer Polizei poffe, in der drei höchst respektierliche Beute wegen Mordverdachts verhaftet werden, die angeblich Ermordete eingeschlossen. An besonderen Filmeinlagen hat der Regisseur Karl Leiter Nirchens Freibad mit Entführung der Kleider( eine sehr nedische Angelegen heit für die Provinz) sowie eine Auffahrt in einer alpinen Drahtfellbahn und die Freuden einer eleganten Sommerfrische vorgesehen. Die schönere Jahreszeit, die wir vergeblich erharren, ist damit im Film wenigstens ausgebrochen. Wir wollen niemand die Freude daran stören und Harry Halms, Iris Arlans, Mary Kids( das Nirchen) und des Polizisten aus den fliegenden Blättern Richard Waldemars ehrend gedenten. Sie opferten fich, um des Winters Mißvergnügen zu vertreiben. Aber auch der Hund, auf den dieser Film gefommen ist, jei gebührend erwähnt: er ist der Schicksals. gestalter, seine borerliche Herrlichkeit behauptet siegreich das Feld. Er wird nicht vergiftet, um die Ehe wieder einzurenfen, sondern er befommt Junge und wird auch in Zukunft der Mittelpunkt diefer modernen kinderlosen Ehe sein Amerikanische Werbekunst. Der fortschrittliche". Amerikaner ist Neuerungen gegenüber, be sonders wenn sie vom Ausland tommen, steptisch und übernimmt fie mur, wenn sie mit dem Bolfscharakter in Einklang zu bringen, find. Das zeigt sich neuerdings wieber in der Reflame, wo viele deutsche Firmen wahllos und ohne Anpassungsversuch den amerika nischen Naturalismus übernehmen, während der Amerikaner bei ber Einführung unseres expressionistischen Stils äußerst vorsichtig ist. Durch diese Situation ist das Thema der amerikanischen Werbekunst aktuell, und auf Einladung des Bundes deutscher Ge aus USA., brauchsgraphiter sprachen zwei Herren Meteomol Theater bes Wettens: Friederike. Theater: Die Iuftige Bitwe. Luftspiel aus: Bertand im Paradies. Leffinglisierung der Triebverbrecher. Dentishes Theater: Paulus unter ben Juden. Rammerspiele: Aufgang nur für Herrffaften.- Die Rombie: Der Mann, ber feinen Namen änderte. Theater am Mellenbezfslag: Die Männer ber Manon. Theater in ber Ränig gräker Straße: Rivalen. Romibienhaus: Charlens Tante. Grojets Ghau. felelhaus: Der liebe Augustin. Theater: Trianon- Theater: Tom Benusberg bis Rrevsherg. Die Seifret Duell der Liebe Berliner Thrater: Die fünf Frankfurter. Aleines Theater: Stak ober troden? Safe- Theater: Dorine Cafins- Theater: Mütter von beute. und der Rufall. Ioan, Winterqueten und Seala: Internationales Variete, Reidshallen- Theater: Stettiner Gänger. Theater am Rottbuffer Soz: Elite- Gänget. Die Frau des andern. Theater mit wechselndem Spielplan. Deutsches Dünftler- Theater: Bis 9. Profit Gipsy. Renaifance- Theater: Bis 6. Tas große ANC. Ab 7. Die Beiliae Flamme Rentral- Theater: 5., 6., 7., 8. Benn der weiße lieber wieber blüht. 9., 10., 11., 12. Romm in ben Part von Eanssouci. Schloßpart Theater: Bis 8. Martha. Ab 9. 8ar und Bimmermann. Nachmittagsvorstellungen. funft, darüber im Rheingold. 2. Leonard und. Schleger 3éro, Pioniere neuer RetlameDer Sohn eines Luftmörders, in frühester Rindheit von einem berühmten Rechtsanwalt adoptiert, wird zum Opfer seiner vererbten Triebe. Ein intelleftueller, hoch begabter Mensch, bester Schüler in Cambridge, tämpft vergebens gegen fein Blut. Wie diefes rein psychologische Thema ins Filmesche übertragen wird, spricht für das Talent des Regiffeurs Gustav Ucidy und für die geniale Aussprache finden. Man wählt die flare, naturalistische Darstellung der drucksfähigkeit des Schauspielers Walter Rilla, des prädestinierten Darstellers abseitiger, zerbrochener Charaktere. Kaum ein anderer verfügt über eine derartig verfeinerte Stala mimischen Ausdrucks und über denselben Reichtum nüancierter llebergänge Der Amerikaner fennt faft nur die Zeitschriftreklame. Schaufenster und Plakat stehen auf niedrigem Niveau. Die meisten Beitschriften werden von den Leuten der verschiedensten Bildungsgrade gelesen; die Inserate müssen daher eine gemeinverständliche BildWare und setzt einen schlagwortartigen Tegt darunter. Dadurch soll der Wunsch des Besiges gewedt werden. Expressionismus würde der naive Amerikaner, und das ist die Mehrzahl, nicht verstehen und daher auf derartige Inserate nicht reagieren. Somit ist der Naturalismus der herrschende Reklameftil Lediglich in den Maga artifel inserieren, geht man dazu über, die Ware idealisiert, expreffionistisch darzustellen. Hier kommt es darauf an, im Leser eine gewisse tünstlerische Stimmung zu erzeugen. Aus dieser Stimmung soll der Anreiz zum Kauf entstehen. Wolfsbühne. Theater am Pilomslag: 3.. 12. Froianer. Thalia- Theater: 5. Defranfch, 12. e farrbanefomrble, Pemberlane: 5., 12. Leinen aus Pentral Theater: 5. Wenn der weiße Fieber wieder hitht. 12. Pomi felbft von seiner Problematit, ist der Film in künstlerischer Bezinen, die nur von Gebildeten gelesen werden und meist ModeIrland in ben art von Fanefonel. Pote Theater: 12. Torine und der Bufall. Und ganz abgesehen von der sozialen Bedeutung des Themas, 3tehung von hohem Niveau, schon in der Art, wie er verfucht, das Mea: Internationales Varieté. internarten und erfo: 5, 11.. 12. Internationales Pariete Reitsballen- heater: 5, 12. Stettiner Gänger. Graufige der Handlung zu dämpfen. Er liefert den Beweis, daß das Theater am Rottbuffer Fee: 5. 12. Elite- Sänger. Inbyart Theater: 5. Der Manuskript( Berfaffer Berlett) für die Wirkung ebenso wichtig ist Waffenschmied. Renaifaner Theater: 12., mittags 12 Uhr, Wohltätigkeitsvor. wie Regie und Darstellung. stellung Ferd. Bonn: Porta Laurratus. Erstaufführungen der Woche. Montaa. Theater am Towplek: Toranment.- Theater in ber RioRettraße: Fenaiffance. Sienstag. Menaiffance. Theater: Die heilige flamme. Shalia Theater: arthans Yomable. mithro beater in ber Behrenstraße: Mabel von Dornerstea. Rentral heater: Somm in den Bark ven Sonnabenb. Städtife Opet: Gin. heute. Gansfouet. Wetter für Berlin und Umgebung: Troden und meift better, mäßig warm bei füdöstlichen Winden. Für Deutschland. Auch im Süden Besserung des Betters, später im Westen etwas Gewitter. neigung, tagsüber warm. Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt ber heutigen Bostauflage bei. 3m Rampenlicht". U. T. Kurfürstendamm. F. S. Frant Tuttle ift einer von denen, bie hervorragend ihr Handwerk verstehen, weil sie ftets typische Filmregisseure bleiben. baran zu erinnern, daß es eine Sprechbühne gibt und daß der Film Eo jetzt er diesmal einen reinen Schauspielerfilm in Szene ohne feine Renntnisse der Schauspieltunft sich von ihr holte. Es tommt unter seiner Beitung nicht eine zu große oder heftige Geste vor und auch nicht ein störendes Mundaufreißen. Das Manuskript schildert den Kampf zwischen der Liebe zum Schauspielerberuf und der Liebe zum Mann so, daß es einer guten In der Diskussion wurde die Frage über Aussichten deutscher Gebrauchsgraphifer in Amerifa aufgeworfen. Und die Antwort lautet naturgemäß: nur der Tüchtige hat Chancen. Und der auch nur dann, wenn er über genügend Geld und 3ähigkeit verfügt Geldstrafe für schlechtes Lernen. Die türkische Regierung will leisten dieser Regierungsvorschrift passiven Widerstand. Die Polizeiihre Untertanen dazu zwingen, durch den Besuch der Nationalschulen die neue türkische Schrift zu erlernen. Große Teile der Bevölkerung behörden find deshalb von der Regierung angehalten, allen Türfen, die nach beendetem Besuch der Kurse fein ausreichendes Zeugnis aufzuweisen haben, Geldstrafen aufzuerlegen. Eine Gustav Landauer- Gedächtnisfeier findet am 5. Mai, vormittags 11 Uhr, im Theater am Bülowplay stait. Kündigungsschuß Schwerbeschädigter. Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts. was Gefeß über die Beschäftigung Schwerbeschädigter bestimmt, . welchem Umfange Arbeitgeber verpflichtet sind, Schwerbeschädigte zu beschäftigen. Als Schwerbeschädigter gilt, mer infolge einer Dienstbeschädigung oder durch Unfall oder beide Ereignisse um wenigstens 50 Proz. in seiner Erwerbsfähigkeit beschränkt ist und auf Grund des Reichsversorgungsgesetzes, der vorangehenden Militär versorgungsgefeße oder von Gefeßen, die das Reichsversorgungsgefeß für anwendbar erklären, oder auf Grund der reichsgefeßlichen Unfall versicherung, des Unfallfürsorgegefeßes vom 18. Juli 1901 oder entiprechender landesrechtlicher Borschriften Anspruch auf eine Benfion oder auf eine der Minderung der Erwerbsfähigkeit entsprechende Rente hat. fchäftigt, als er gefeßlich verpflichtet ist. Im vorliegenden Falle hatte der Arbeitgeber die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzes mit diesem Einwand bekämpft. Das Reichsarbeitsgericht sagt in seinen Ents scheidungsgründen dazu: nach allen Richtungen hin erörtert. Die Berhältnisse zwischen dem Berlag und dem Redakteur des Blattes aber wurden vor dem Arbeitsgericht beleuchtet, und dabei erschien der Kulturverlag" in einem feineswegs günstigen Licht. Wie sich aus der Verhandlung ergab, hat der Kläger Dr. Sp. im mai vorigen Jahres die Redaktion der Zeitschrift Liebe und Ehe" übernommen. Gehalt betam er nicht, sondern eine monatliche Aufwandsentschädigung von 225 Mart. Für die Artikel, die Dr. Sp. für das Blatt schrieb, sollte ihm ein honorar von 15 Mart für die Druckseite bezahlt werden, ganz gleich, ob der Drud in Korpus, Borgis- oder Petitschrift ausgeführt wurde. Unter Daß eine solche Einschränkung des Kündigungsschutzes der diesen Bedingungen arbeitete der Redakteur bis Anfang Februar Schwerbeschädigten, gegen die schon der flare Wortlaut des§ 13- diefes Jahres. Da eröffnete ihm plöglich der Geschäftsführer des Schwerbeschädigtengesetz- spricht, vom Gesetz nicht gewollt ist, Kulturverlages", daß eine Aenderung eintreten solle. Der Verlag ergibt sich aus§ 17 Sat 1 daselbst. Dort wird der Fall besonders wolle auf die redaktionelle Arbeit des Dr. Sp. verzichten und ihm geregelt, daß ein Arbeitgeber, der seine Einstellungspflicht nach nur seine Artikel honorieren, und zwar mit 20 Mart für die DredMindestzahl und Art erfüllt hat, einen Schwerbeschädigten annimmt. feite. Dr. Sp. fönne aber das Blatt weiter verantwortlich zeichnen 3u dessen Kündigung ist die 3 ustimmung der Hauptfür und erhalte für die dadurch bedingte Arbeit eine monatliche Berforgestelle lediglich dann nicht erforderlich, wenn der Schwer- gütung von 50 Mart. vorübergehenden 3wed oder versuchsweise angenommen wird, es sei beschädigte ausdrücklich nur zur vorübergehenden Aushilfe für einen denn, daß das Arbeitsverhältnis über drei Monate hinaus fortgefetzt wird. Diese Borschrift zwingt mit Notwendigkeit zu dem Schluß, daß, von den Ausnahmen, die sie macht, die hier aber nicht in Frage tommen, abgesehen, auch zur Kündigung eines überzählig eingestellten Schwerbeschädigten die Zustimmung der Hauptfürsorgestelle erforderlich ist. Die Bestimmung bemeist die Richtigkeit des vom Reichsarbeitsgericht ausgesprochenen Sages, daß beide Schutz In einer Entscheidung vom 16 März 1929 ist jetzt weiter flar maßnahmen zugunsten der Schwerbeschädigten Einstellungs. gestellt, daß der Kündigungsschuß für alle Schwerbeschädigawang und Ründigungsbeschränkung selbständig nebenein. ten gilt, auch wenn der Arbeitgeber mehr Schwerbeschädigte be ander stehen. Diesen Schwerbeschädigten steht nach den gesetzlichen Vorschriften ein Kündigungsschuß zu. Die entscheidende Bestimmung aus diefem Kündigungsschuß ist die Borschrift, daß einem Schwer. beschädigten nur mit Zustimmung der Hauptfürsorgestelle gefündigt werden kann. Das Reichsarbeitsgericht hat bereits in einem Urteil vom 18. Január 1928 die Anficht abgelehnt, daß der Kündigungsschutz nur durch bewußt freiwillige Einstellung des Schwerbeschädigten durch den Arbeitgeber oder durch Zwangszuweisung erworben werde. Aus einer fommunistischen Hochburg. und etwas zu verantworten haben. So würden sie wirtschaften, Weun Kommunisten die Berantwortung haben. Unter den Aufrufen des„ revolutionären Maikomitees" und des jogenannten Abwehrkomitees zur Förderung der Spaltung des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes war als Unterzeichner stets der Betrieb Lowe Radio Steglig mit aufgeführt. Ein Betrieb, der eine„ revolutionäre" Führung hat, muß die Barolen Mostaus mit aller Konsequenz durchführen! Wie sieht es in Birtlichteit aus? Eine Betriebsversamm lung dieses Betriebes am 19. April war troß allem Zamtam von etwa 120 der etwa 600 Beschäftigten besucht. Man erlebte in dieser Bersammlung allerlei Erbauliches. Unter anderem teilte der aus lauter waschechten Kommunisten zusammengefeßte Betriebsrat mit, er habe mit der Firma vereinbart, daß die bisher geltende Arbeitszeit von 46% Stunden auf 48 Stunden heraufgesetzt wird. Auf den einsetzenden Protest aus der Bersammlung erklärte der Betriebsrat, die Bersammelten möchten doch bedenken, daß die Mitglieder des Betriebsrats schon Jahre lang bei der Firma beschäftigt seien und wenn sie der Arbeitszeitverlängerung nicht zugestimmt hätten, dann hätte der Schlichtungsausschuß ihre Zustimmung ersetzt. Die Firma hätte dann das Recht gehabt, durch das Arbeitsgericht die Abseßung des Betriebsrates 3u erzwingen, dessen Mitglieder dann jedenfalls alle entlassen worden wären. Soviel sei der Streit um die Verlängerung der Arbeitszeit nicht wert gewesen. So sehen diese Revolutionäre aus! Wo fie selber an der Macht sind, schlottern sie vor Furcht und verraten die elemen tarsten Grundsäge der Arbeiterbewegung. Die Arbeitsgemein schaft dieses Betriebes mit dem Unternehmer geht so weit, daß man dem Betriebsleiter Riedel die ,, Rote Fahne" tostenlos liefert. Die Verwaltung der Kantine hatte früher stets aus den Ueber. schüssen einen ansehnlichen Fonds. Jegt werden immer wieder Don schlecht besuchten Betriebsversammlungen für alle möglichen untontrollierbaren Körperschaften Gelder bewilligt. Ist Ebbe in der Rasse, dann wird man die Preise erhöhen. Früher murden den Einholern aus dem Kantinenfonds zu ihrem Stundenlohn 10 Pf. gezahlt. Der revolutionäre" Betriebsrat versucht, diese Stellen mit Mostaujüngern zu belegen, weil ja die Einholer durch den ganzen Betrieb tommen und damit eine gute Gelegenheit hatten, das tommunistische Agitationsmaterial unter der Belegschaft zu verbreiten. Um nun die Arbeitslust der Einholer für Mostau zu beleben, griff man in den Kantinenfonds und bewilligte den Streitern 20 Pf. je Stunde. So sehen diese Revolutionäre aus, wenn sie an der Spike stehen Theater, Lichtspiele usw. Sonnab, 4. 5 Sonnab., d. 4. 5. Staats- Oper Städt. Oper Unter d. Linden A.-V. 116 20' Uhr Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr. Bohème Tosca Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ A.-V. 13 19% Uhr Carmen am Gendarmenmarkt A.-V. 105 20 Uhr König Johann Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhr Zaungäste Winter * Garten⭑ 8 Uhr Zentr. 2819 Reachen erlaubt Ein lustiges Programm mit auserwählten Kunstkräften. Sonnabend und Sonntag Je 2 Vorstellungen und Uhr. 20 kleine Preise wenn es ihnen gelänge, die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes zu erobern. Das„ Rellinghauser Programm". Monatelang priesen die Kommunisten des Ruhrgebiets ihr fogenanntes Rellinghauser Programm". Alle Moskauanbeter und auch„ flassenbewußte" Indifferente, deren man habhaft werden fonnte, ließ man auf dieses Programm schwören, mit dem es folgende Bewandtnis hat: In Essen Rellinghausen wohnt ein Kommunist Engel. Während seiner früheren Mitgliedschaft im Bergarbeiterverband riß er stets den Mund recht weit auf, so daß ihm die Berbands. mitglieder wiederholt einen gehörigen Klaps daraufgaben. Er hat mehrfach Ertlärungen unterschrieben monach er nicht mehr verleumden, auch nicht mehr den Verband schädigen und die Bestimmungen pes Statuts durchaus beachten wolle. Diesem Engel schrieben nun die führenden Kommunisten des Ruhrgebiets eine längliche Entschließung auf, die er dann in einer Bersammlung annehmen ließ. So entstand das sogenannte Relling baufer Programm". Darin ist die Bildung von Kampfausschüssen" sowie das Zusammengehen mit Indifferenten vorgesehen. Die wich tigste Bestimmung jedoch, die auch in der kommunistischen Bresse recht groß und fett gedruckt erschien, lautete:„ Um 1. Mai beginnt der Streit... Der 1. Mai rückte in bedrohliche Nähe. Der Bater" dieses Programms, eben diefer Engel, mußte nun etwas für fein Programm tun. Um so mehr, als er bei der letzten Betriebsrätewahl auf der fommunistischen Zersplitterungsliste zum Betriebsrat und später auch zum Obmann der 3eche Gottfried- Bit helm gewählt wurde. Um nun sein Programm zu verwirklichen, ging er einige Tage vor dem 1. Mai zur Werksleitung und beantragte, am 1. Mai eine Feierschicht wegen Mangel an Abfaß einzulegen. Das ist der Geist des„ Rellinghauser Programms", der Geist der Feigheit, des Klassenkrampfs. Liebe und Ehe". Redakteur und Berleger. Der Kulturverlag" G. m. b. 5. gibt eine illustrierte Zeifschrift mit dem Titel„ Liebe und Ehe" heraus. In dem Blatte werden die sexuellen Probleme, die Beziehungen zwischen Mann und Weib METROPOL THEATER GR. SCHAUSPIELHAUS Künstlerische Leitung: Erik Charell Nur noch Monat Mal Der große Erfolg! Lustige Witwe Der liebe Augustin Trude Hesterberg Paul Heidemann, Jankuhn, Elleot, Junkermann. Schaeffers Madi Christians, Oskar Karlweis, Lieske, Arno, Morgan, Westermeler, Matzner Neu auf Electrola. SCALA 8 Uhr 85 Barbarossa 9256 The Jovers und weitere Varieté- Meu eiten Sonnabends u. Sonntags Je 2 Vorstellungen 30 und 8 Uhr 3 ermäßigte Pr. PLAZA Am Kastriner Plats Alex. 8088-88 Täglich 5, 815 Sonntag 2,5: 815 INTERNAT. VARIETE Vorverkau stets für die laufende Woche inkl Sonntag 11% Uhr CASINO- THEATER 8% Uhr Lothringer Straße 37. Mütter von hente" und ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Renaissance- Theater Hardenbergstr. 6 Tel.. Steinpi. 901 u. 2583/84 8% Uhr Täglid 8 Uhr Eugen Klöpfer in „ Das große ABC" von Marcel Pagno Reg: Gust. Hartung. la Premierenbestzg. Rose- Theater Große Frankfurter Straße 132 Telephon: Alexander 3422 Täglich 84 Uhr ( Sonntags 2 Vorstellungen 5% u. 9 Uhr) Dorine und der Zufall! Ab 19. Mai Ein Walzertraum! Pfingsten auf der Gartenbühne. Im Innentheater täglich 8% Uhr: Spiel im Schloß. Reichshallen- Theater Abs. Uhr. Sonntag Nadim. Uhi Stettiner Sänger Neu! Eine Nacht im Ratsreinkeller" Nachm. ha.be Preise. Dönhoff- Brett. ( Saal und Garten) Adolf- Becker- Konzert. Gutschein für 1-4 Personen Berliner Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M, Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 Mk Neukölln, " 0 Bald nach der Festsetzung dieser neuen Arbeitsbedingungen löfte der Verlag die Beziehungen zu Dr. Sp. gänzlich. Dieser flagte mun beim Arbeitsgericht, denn er hatte erhebliche Rest forderun gen an honorar und Aufwandsentschädigung", die ihm immer nur in Teilbeträgen gezahlt worden waren. In einem Breffeprozeß, wo Dr. Sp. als verantwortlicher Redakteur des Blattes anget lagt war, aber freigesprochen wurde, find Anwaltstoften entstanden. Diese zu tragen, hatte der Verlag was übrigens bei jedem soliden Zeitungsverlag als selbstverständlich gilt dem Redakteur zugesagt. Nachdem aber das Arbeitsverhältnis beendet war, weigerte sich der„ Kulturverlag", die Anwaltstoffen zu zahlen. Dr. Sp. forderte fie nun mit der Klage. Schließlich forderte er noch Entschädigung wegen frist. loser Entlassung, da er sich mit den neuen Arbeitsbet in. gungen nicht einverstanden erklärt habe, das alte Anstellungsverhält nis also fortbestanden habe. Mit der letzteren Forderung wurde der Kläger abgewiesen, weil aus einer Buchhalterin, die der Beklagte als Zeugin ftellte, mit vieler Mühe herausgefragt werden konnte, daß der Kläger mit den neuen Bedingungen einverstanden und damit sein Anstellungsverhältnis beendet gewesen sei. Als es an die Feststellung der Honorarforderungen ging, wollte der Beklagte die in den Artikeln enthaltenen Zitate von der Zeilenzahl abrechnen, was das Gericht aber als unzulässig erflärte. An rüdständigem Honorar und Aufwandsgeldern" wurden dem Kläger 514 Mart zugesprochen. Auch die Anwaltsfoften aus dem Presseprozeß hat der Beklagte, weil er sie dem Kläger zugefagt hat, zu tragen. Maschinisten und Heizer. Die Delegierten- Generalversammlung des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer am 28. April im Gewerkschaftshaus nahm zunächst den Kassenbericht vom 1. Quartal 1929 entgegen, der den Delegierten von Rud stuhl erläutert wurde und ein weiteres Borwärtsschreiten der Organisation ergab. Sehr start waren die Ausgaben für Arbeitslosen- und Krantenunterstüßungen. Doch auch für Bildungszwede sowie für außerordentliche Unterstützungen, be= dingt durch den langen Winter, wurden größere Summen ausge geben. Die Delegierten beschlossen mit großer Mehrheit, eine Menderung der Satzungen der Sterbetale vorzunehmen, deren neue Sagungen mit dem 1. Mai in Kraft traten. Ueber die Zusammenlegung der Berliner Städtischen Gaswerte mit den Berliner Städtischen Elettritätss werten hielt Genosse Schlichting einen sehr lehrreichen Bors trag, worin er die Zusammenlegung zu einer Betriebsgesellschaft im Interesse der Berliner Einwohnerschaft befürwortete. Den Geschäftsbericht für das 1. Quartal 1929 gab der Kollege Reinefeld. Durch die jetzige Einstellung der Schlichtungsausschußvorsitzenden sei es nicht mehr möglich, daß ein Schieds[ pruch nur mit der Stimme des Borfizenden gefällt werden kann. Daraus ergebe sich eine größere Berantwortung für die Arbeitnehmerbeisiger. Soweit die Lohnbewegungen in den einzelnen Industrien abgeschlossen sind, ergibt sich eine durchschnittliche ohnerhöhung bon 5-6 Pig. pro Stunde. Ein großer Teil Lohnbewegungen ist noch nicht beendet. Die Arbeitslosenziffer ging vom 1. Fes bruar bis zum 1. März 1929 um rund 140 3 urud. Die bodenständige eizerschule Berlin hielt vom 8. Januar bis 24. März einen Kursus ab, an dem 24 Schüler teilnahmen, die ihre Heizerprüfung bestanden. Berantwortlich für die Redaktion: Franz Klubs, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. Berlin Berlag: Borwärts Verlag G. m b S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Volks buhne Deutsches Theater Lessing- Theater Theater am Bülowplatz 8 Uhr Trojaner Theater am Schillbauerdamm × Uhr Pioniere in Ingolstadt Thalia- Theater 8 Uhr Oelrausch Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Zaungäste 8 Theater am Schiffbauerdamm. Norden 1141 u. 281 Ploniere in Ingolstadt ( Soldaten u Dienst mädchen) Kerder, Lenja, Lorre, Reuß, Hoermann, Stossel u. a. Barnowsky- Buhnen Theater in der Königgrätzer Straße aguch 81% Jh Riva en Komödienhaus Täglich Uh: Charleys Tante mit Curt Bois. Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73. D. 1. Norden 12 310 8 Uhr. Ende nach 10 Paulus unter den Juden Dramat Legend von Franz Werfel Regie: Karl- Heinz Martin. Täch 81 Uhr Die Frau des Andern" Trianon- Th. Täglich 81% Th D.e Komödie vom Venusberg 11 Bismck. 2414/7516 bis Kreuzberg U.. Ende geg. 10 Bilder aus der Berl Der Mann, der sei en Namen änderte 3 Akte von Edgar Wallace Dtsch. v.Hans Rothe Regie: Heinz Hilpert Bühnenbilder: Erim E. Stern. Kammerspiele 1. Norden 12 310 4 U.. Ende geg. 10 Aufgang nur für Unterwelt Rundfunkhörer halbe Preise Lustspielhaus 81% Uhr Guldo Thielscher Weekend im Paradies Herrschaften derine: Theater Kleine Komödie von Siegfried Geyer Direkt.Heinz Herald Theater am Charlottenstrade A. 7. Dönhoff 17 Noilendorfplatz 8%, Ende 10% Uhr Täglich 84 r Täglich Ratskeller Charlottenburg Wiedereröffnung Sonnabend, den 4. Mal abends 6 Uhr Theat. am Kottb..or Kottb Str.6 Tä 1.8 Uhr Parteigenossen Elite- und Republikaner Sänger Das neue Mal- Progr. Die Männer der Die fünf Frankfurterine fabelh Hoch- ti- istune Manon von Carl Rössler Operette in 3 Akten Regie Eugen Robert. v. Walter W. Goeize Dtsch. Künstler- Th. 81 Uhr Planetarium am Zoo Verang Joachimsthaler Straß Noll. 1578 Kleines nealer 16% Uhr Sternbilder Prosit Gipsy Täglich 8 In Ope ette v Gilbert Naß oder trocken? Emmy Starm Fritz Schulz Theat. o. Westens 81 Uhr Kate Dorsch, Joergen Bendix Friederike Lahnstr. 74/75, Oelrausch" Lebar dirigiert! Uik- Trio 8 Uhr in des Frühjahrs 1814 Uhr Wunder des südlichen Himmels 2014 Uh Sternhimmel nach dem Amerikanischen und Weltbau von Frank Green. Tägl. außer Montags Musikalische Illust. ju Mittw Erwachs Fr. Holländer. 1 Mk., Kinder 50 Pl. Regie: Fr.Priedmann- Mittw.: Erwachsene 50 Pf. Kinder 25 Pf. Frederim. Besonders wirksam sind die Kleinen Anzeiges Auflage finden in Königstein Sächsische Schweiz), billige prächtice Sommerwohnung beim Gen. Freudenberger, Königstein, Am Heideberg Ruge Lage am Walde, reizende Aussicht Königstein und Lilienstein. zu Am Lager über, 150 Standuhren Goldene Herren- Uhren Uhren aller An Gold- und Silberwarn Silber- und Alpakatestecke Trauringe Karl Wutke Uhrmachermeister Invalidenstraße 16 ( Stettiner Bahnhof des Vorwarts und trotzdem billig! v.85 M. an- Gegründet 1900 fäeifa&e Sonnabend, 4. Mai 1929 SprÄbpnd Film und junge Generation Von Lotar Holland. In den letzten Monaten drängte sich der Oeff«ntlichkeit die Sorge um den bedenklich„manuskriptschwachcn" Zustand des deutschen Films von neuem auf. Insbesondere ließ sich die junge Literatur- generation verschiedentlich von der Presse zur Stellungnahme zu diesem ernsten Problem auffordern. Und auch mit vollem Recht. Denn sie hat es bewiesen, daß sie ein« Fülle freier, neuer und be- lebender Intuitionen in sich trägt, die auch die verkalkte Kinemato- graphie der Unterhaltungskinos mit neuem Blute, neuem Geist zu erfüllen vermögen. Weshalb aber der ewig« Drang zur Filmindustrie? Wes- halb die ständigen Klagen, daß die Industrie sich zu wenig um die jungen Schriftsteller bemühe? Vermag sich auch die Jugend nicht zu dem objektiveren Blick auszurassen, der enthüllen muh, daß gerade das gegenwärtige Filmsabrikationssystem durch seine einseitig industriell« Entwicklung die Hauptschuld an der Kunst- und Kulturlosigkeit des heutigen Kinofilms trägt? Die bisher maßgebende Meinung, daß zur Herstellung eines Films unbedingt kapitalgesicherter Fobrikkomplex mit einer weitverzweigten Organisation von kaufmännischen und tech- nischen Funktionären notwendig sei, dürste nach den erfolgreichen Beispielen der Crpeditionssilme, filmkünstlerischen Bersuchen Ein- zelner, auch zahlreicher Kulturfilme der Beiprogramme und schließ- lich freien Amateurfilme, von denen in England und Amerika(im letzteren insbesondere in den künstlerischen Kinos der„Film Arts Guild" in New Jork) ein« große Thnzahl zur öffentlichen Vorführung gelangt sind, als mehr als veraltet zu betrachten sein— wenn das Vorbild der jungen russischen Filmpionier« nicht mehr aktuell sein sollte. Dieses Vorurteil ist durchaus falsch: auch wenn sich die Filmproduktion durch ihre rein kapitalistisch-merkantil« Struktur in jahrzehntelange Entw'cklung geradlinig zu einem Industriegesüge, ähnlich der Schallplatten- oder Makkaroni-Jndustrie. verdichtet hat. Denn die irrtümlich im Vordergrund aller Interessen stehende In- dustrie ist in erster Linie eine wirtschaftliche Entwicklungsgegebenheit und erst in zweiter Linie eine kunstbedingte. Eine Folge der sabrikatorischen Filmherstellung ist die Spaltung der Arbeit in die beruflichen S p e z i a l r« s s o r t s wie Auf. nähme, Regie, Manufkriptabfassung usw. bis zur Produktionsleitung und„kaufmännischen Regie" in vielen amerikanischen Ateliers. Diese Arbeitsteilung ist aber durchaus nicht als unumgängliche Norm an« zusehen: sie bildete sich nur unter dem vorherrschenden System historisch heraus. Es ist vielmehr die Herstellung eines Spielfilms keine Kombination von Schreibtisch- und approbierter Handwerks- arbeit, sondern sie unterliegt einheitlichen, kosmisch erfaßten Pro- duktionsgesctzen und-Vorgängen, die aus der freimenschlichen, künst- lerischen Gesinming des oder der Schaffenden Im absolut Phantastischen („Handlung") und real Bildschöpferischen(„Bildkomposition") wie jedes Kunstwerk ihren ersten Antrieb und vom ersten Augenblick der Gestaltung bis zur Vollendung ihre einheitlich intensive Wir- kungswärme erhalten. Es mutet in bczug auf die Einstellung der Filmschafsenden zu ihrer eigenen künstlerischen Gesamtmaterje eizen- ltrtig an, daß es ihneck'�ivch nicht Nniglich rockt-, außerhalb der von ihnen selbst angefeindeten rein kapitalistischen Produktion in künstlerischer Zusammenarbeit einen eigenen Film herzustellen, mit dem sie ihre künstlerische Schoffensfreiheit dem Filmkaufmann gegen- über würden durchsetzen können. Die Frage nach dem künstlerischen Film kann aber nie und nimmer durch Tarisoerhandlungen zwischen Filmaustraggebern und-angestellten gelöst werden: sondern allein durch die primäre künstlerische Tat derer, die um künstlerische Frei- hdt, Geltung und Wirkung zu kämpfen vorgeben. Von den gewerbsmäßig in der Industrie Arbeitenden können wir diesen Einfall zum selbständigen Schassen nicht fordern: sie sind in dem pervertierten Verschwendungsrausch der Atelierindustrie auf- gewachsen, zum großen Teil überhaupt erst aus Grund des Systems der bequemen, rechtlich gesicherten Arbeitsentlöhnung aus anderen Schafsensgebieten und Prosanberufen zum Film übergegangen und werden kaum geneigt sein, in das pekuniäre Risiko freier künstlerischer Le stungen einzugehen. Die Jugend hat aber bewiesen, daß sie Gesinnungsmut und Gesinnungskraft genug besitzt, um gegebenenfalls' dieses Risiko auf sich zu nehmen. Warum schafft sie nicht selb st, die Filmkamera frei in der Hand, Werke dieser ihrerGesinnung? Warum beschränkt sie sich daraus, an ein« Mitbeteiligung an der Produktion der künstlerisch nur be- dingt kompetenten Filmindustrie zu appellieren? Es wäre die ruhmvoll« Ausgabe einer jungen Kunstgeneration, die sich ihrer Verantwortung sich selbst und der Zeit gegenüber be- wüßt ist, mit dem kunstlosen Theaterklischce der phlegmatischen, tra- ditionsgehemmten und vorurteilsllberhäuften Filmproduktion durch eine reinigende Tat aufzuräumen: den Beweis dessen zu führen, was tagtäglich selbst in den Vorzimmern zu den Bureaus der Filmkaus- leute zu hören ist: daß mit geborgtem Getd und einigen geschickten Handwerkern allein, durch bloße Uebertragung von Literatur auf Bühnenszenen, selbst durch geniales Theaterspiele» von der Kamera kein filmisches Kunstwerk herzustellen ist. Der Film ist ebensowenig wie die Malerei«Ine bloße Re- Produktion der wirkungsvoll ausgebauten Vorlage... und doch basiert das industrielle Filmschaffen In der Hauptsache darauf. Man darf sich nicht oerleiten lassen: auch wenn die Potentaten ersolgreicher Film- Herstellung in ihrem augenblicklichen Kampf gegen die Zensur die anscheinende Kunstwesenheit ihrer Werk« ins Feld führen, so ist noch nickt als bewiesen anzusehen, daß diese von Kapitale Gnaden auf die Kinoleinwand gebrachten bewegten Bilder tatsächliche Kunst- bekenntniewerke darstellen, wie sie die Generation fordert und schassen möchte Aber auch dann: wenn im umgekehrten Fall die heutigen Filmschaffenden die rechtlich und produktiv dominierend« Roll« gegen- über einem lediglich passiven Kapital sipelen würden, wäre ein Ein- treten für und in die Filmindustrie durchaus bedenklich in Anbetracht der selbstherrlichen Machtstellung dieser aus Geschäfterücksichtcn naturgemäß zwischen den öfsentlichen Meinungen lavierenden Berufs- gruppenorganisationen, die die vereinigten Filmschaffenden heut« be- reits darstellen und als welche sie, ausgerüstet mit dem aktivsten Wirkungselement der Neuzeit, dem Film, innerhalb unseres Volks- körpsrs ihren Geschäften nachgehen würden. Es gilt nur eins: die filmkütrstlerische Tat. auf die wir alle warten, von der wir alle eine Befreiung aus dem gegenwärtigen kulturlosen Zustand des Films erhoffen, bestünde in dem von einem Ein-elnen oder einer Gesinnungsgruppe mit der Filmkamera film- spezifisch frei geschaffenen Werk Die Filmindustrie selbst hat andere Aufgaben zu lösen, alz freiheitliche Künstler sie zu über- nehmen beabsichtigen. Der Tätigkeitsort für die junge Kunstgene- «tiou ist nicht innerhalb der Industrie, sondern außerhalb von ihr. W olkenkratzer Der neue Baustil der amerikanischen Großstadt Das erste, was sich dem Besucher der Neuen Welt in trost- loser Nüchternheit aufdrängt, sind die alten Wolkenkratzer der unteren Stadt in New Park. Wie riesige aufgetürmte Kisten ragen sie zum Himmel. Ueber die Kunst der Architektur und die Regeln der Aesthetik fühlten ihre Erbauer sich erhaben. Der Baugrund war unerhört teuer. So baut« man denn in die Höhe, und dem Grundsatze direkter Nützlichkeit für Geschäftezweck« hatte alles andere zu weichen. Obwohl die Idee des S t a h l g e r i p p e s für Hochhäuser schon in den achtziger Jahren auftauchte, dauerte es doch lange Zeit, be- vor man ihre Möglichkeiten erkannte. Die Baukunst horte plötzlich eine neue Dimension gesunden— die Möglichkeit der säst unbe- grenzten Senkrechten. Die ersten Hochbauten konnton sich jodoch nicht von der Nachahmung althergebrachter Stil- orten trennen. Sie hatten im unteren Teile mächtige Mauern sowie lange Reihen dicker Säulen, die in Wirklichkeit gar keinen Zweck erfüllten. Der erste wirkliche Wolkenkratzer, bei dem die senkrechten Möglichkeiten des Stahlgerippes ausgenutzt wurden, war das Woolworth-Gebäude zu New Jork, das sich allerdings noch in einen gotischen Mantel hüllt. Angesichts der schnellen Ausdehnung der Stadt und der steigen- den Bodenpreise verfiel man daraus, auch Wohnhäuser als Hoch- bauten zu errichten. Sie entstanden an vornehmen Straßen, und so sahen ihre Erbauer sich genötigt, auch dem Aeußeren einige Auf- merksamkeit zu widmen. Dieses Streben nach architektonischem Ausdruck führt« zu dem neuen Stil, den man als den p y r a- midenförmigen Wolkenkratzer bezeichnen könnte, der heute im Auslande als etwas typisch Amerikanisches angesehen wird. Der neue Stil mit seinen ausdrucksvollen Formen steht in direktem Gegensatz zu dem alten Kistensystem Die bloße Häufung der Masse, das nüchterne Uebereinanderschachteln vcn Stockwerken, nur um Raum zu gewinnen, hat man ganz aufgegeben. Aeußerer Schmuck, der mit dem Gebäude selbst gar keinen Zusammenhang hatte und ganz sinnlos war, ist fortgefallen Man hat sich nach den Verhältnissen gerichtet und einfach geschaffen was dringende Bedürfnisse verlangten. Der neue Stil entsprang keinen ästhetischen Erwägungen. Durch die wahllose Aufrichtung himmelhoher Kistengebäude an gang engen Straßen entstanden wie am unteren Broadway wahre Schluchten, die in ihren Tiefen weder Lust noch Licht boten. Als man nun mehr und mehr dazu überging, nicht nur Geschäfts- paläste, sondern auch Wohnhäuser in die Höhe zu bauen, sah man sich genötigt, zu dem Einrücken seine Zuflucht zu nehmen. Von einer gewissen Höhe an wurde es den Erbauern von Hochgsbäuden vorgeschrieben, die Stockwerke zurückzusetzen, um der Straße und den unteren Stockwerken mehr Luft und Licht zu lassen Dieses Zurücktreten erfolgt nun nicht gleichmäßig, etwa nach Art von Treppenstufen, was ebenfalls eintönig wirken müßte, sondern in �verschiedenen Abteilungen. So zum Beispiel an den Ecken weniger als in den mittleren Partien» so daß also die Terrasse des gleichen Stockwerkes nicht etwa überall gleich groß ist wie ein Treppen- abfatz. Schließlich löst sich das Ganze in mehr oder weniger turmartigen Au f.b auten. Bei dieser Anordnung wird ein« wohltuende Gliederung er- reicht. Gleichzeitig erhalten Straße und untere Stockwerke mehr Luft und Licht, mit denen sie bei den alten Hochbauten in lächer- lich engen Straßen stiefmütterlich bedacht waren. So fand man nach allerlei Tastversuchen die Proportionen des Wolkenkratzers, und es entstand eine ganz neue Insel von Giganten. Bei der fieberhasten Bautätigkeit in New Park hat der neue Stil in den letzten Iahren ein ganz neues Stadtbild ge- schasten, und dies bedeutet nichts geringeres, als den Deginn einer neuen Periode der Baukunst. Ueberall recken sich nun wuchtige Turmmaflcn empor, die an die Hllgelstädte Italiens, die Tempel Japans, die Pueblos in Neu- Mexiko und die Paläste zu Benares«rinnern. Sie zeigen eine überraschende Aehnlichkcit mit den Terrassenbauten der B a b y l o n i e r. die in Mesopotamien ausgegraben wurden. Diese Bauten'der Alten erhoben sich zu ansehnlichen Höhen. Die Terrassen waren mit Gärten, Blumen und prunkvollen Wohn- räumen besetzt. Die modernen amerikanischen Hochbauten lassen alle diese Einrichtungen wieder neu aufleben. Mit dem.Dachhause" hat die Wohnkunst in des Wortes wahrster Bedeutung ihren Gipfel erreicht. Einstöckige Lusthäuschen mit kleinem Garten, oder von Rosenflächen und blühendem Ge- büsch umgeben, das Ganze auf dem Dache eines dreißig, oder vierzigstöckigen Mammuchauses, himmelhoch über sechs Millionen Mitbürgern, die sich wie Ameisen in der Tiefe bewegen,— hier kann der Reiche, mitten in der brandenden Weltstadt in stiller Ab- gsschlossenheit und Beschaulichkeit wie ein einsiedlerischer Astronom seine Tag« verbringen. Dies« Wirklichkeit übertrifft alle Phantasie arabischer Märchenerzähler. Erst in den letzten zwölf Jahren erkennen die Daukünstler, daß die Stahlkonftruktion neue architektonische Grundsätze entwickelt. Der Stahl befreit die Baukunst von überlieferter Bürde. Selbst bei niedrigen Bauten wird er verwendet, denn er spart Raum und Zeit. Die Wände sind dünner, ohne jedoch an Stärke zu verlieren, und der Bau schreitet fünfmal schneller fort bei geringeren Kosten. Nach der Ausrichtung des Gerippes wird in allen Stockwerken gleichzeitig gearbeitet, und so erfordert «in Bau von fünfzig Stockwerken heut« weniger Zeit, wie früher ein sechsstöckiges Haus. So ist denn Arcbitektur die Kunst, in der Amerika völlig neue Formen schuf und sich unter den Kulturnotionen der Gegenwart an die erst« Stelle aufschwang. Der modern« Wolkenkratzer ist in der Tat eine Leistung der Baukunstf die die Welt mit Recht be- wundern mag. Bedürfnis und nach Ausdruck ringendes Sehnen des Maschinenzeitolters schufen neu« Formen von neuer Schönheit. „Die Wirklichkeit führt abermals zur Romantik", sagt Parkes im Londoner Architektenblatt. In der Tot bieten die Wolkenkratzer bei Nacht ein feenhaftes Bild. Tausend« funkelnder Lichter um- schlingen sie wie Diamantenschnüre. Ihr« Kuppeln und Türme glühen,, vom Licht verdeckter-Lampen uipflutKt, Hier sendet ein Turm Sichtstreifen aus wie ein Scheinwerfer. Dort blinkt auf einer Spitze ein goldener Hahn wie auf einem Kirchturm. Wieder andere glühen wie Kuppeln, wie Dome, wie Paläste, wie Schlösser. Und alle stehen hoch gegen den Himmel wie ein« Fata Morgona. H. Hesse-New York. Ein englischer Kriegsroman In die Fülle der Kriegsdichtung und Erinnerungen trägt der englische Kriegsroman„Der s.pa nische Pacht hos" des Ralph H. Rioltram(Jnfel-Verlag) ein neues Moment hinein. Mottram sieht den Krieg aus anderer Perspektive als etwa Remarque od?r Renn/ Er hat zu dem Erlebnis eine größer« Distanz. Es ist das Leben dicht hinter der Front, das er gestaltet: nur in ein paar Szenen sammelt er das Grauen des Stellungskrieges wie in einem Brennglas, er beobachtet den Krieg mit den Augen eines skeptischen Zivilisten, trotzdem es sich hier auch um das Sein oder Nichtsein englischer Offiziere handelt. Der spanisch« Pachthof wirkt wie ein Symbol für alle die Be- sitzungen, die dicht hinter der englisch-sranzösischen Front lagen und von ihren Bewohnern nicht verlassen wurden. Es sind ruhige, ortoerbundene, gesunde und phantasielose Menschen, die weder De- geisterung noch Furcht kennen. Der dauernde Geschützdonner, die ständigen Einquartierungen, die ewige Lebensgefahr schaffen in ihnen eine Reaktion, ein Abkapseln vor dem Krieg: sie kümmern sich nicht um den Ausnahmezustand, sie gehen gewohnter Arbeit nach, in ihrer Welt herrschen die Gesetz« des Friedens. Die Pächters- tochter Madelain« zwingt die einquartierten Soldaten, diesen Willen zu respektieren, sind als sich einer der Soldaten einer schweren Sachbeschädigung schuldig macht, geht ihre Beschwerde bis zum fran- zösischen Kriegsministerium und setzt alle Kommandostellen in Auf- regung. Ueber ein Jahr wird nach dem Schuldigen recherchiert, und die Stäbe und Kommandos erscheinen dabei in einem merkwürdigen Licht. Wozu sind sie überhaupt da? Selbst bei naheliegenden Dingen wissen sie nicht Bescheid, und von Helden haben dies« Herren nicht das geringste an sich. Der Krieg darf in ihren Unterhaltungen keine Rolle spielen, man sucht sich in der Illusion zu wiegen, daß der Krieg nur eine kleine Unterbrechung des bürgerlichen Lebens ist, man empfindet unterbewußt die Uniform der Maskerade, in auf- richtigen Momenten erscheint man sich lächerlich. Mottram fußt in seiner Weltanschauung auf dem Jndividua- lismus eines Kipling oder Galsworthy. Die Masse der Soldaten kommt für ihn weniger in Betracht als der Offizier, der aus dem englischen gebildeten Bürgertum stammt. Es ist überhaupt die Aus- einandersetzung dieser Gesellschaitsschicht mit dem Krieg. Zwei Offiziere, Skene und Dormer, im Privatberuf Architekt und Kauf- mann, werden zu Exponenten: Durchschnittsmenschen, ohne jede Pose, mit dem Willen, sich über ihre Gefühle im klaren zu sein, Zivilisten in Uniform, die zu ihrem Entsetzen fühlen, daß das Kriegs- erlebnis sie wandelt, daß sie allmählich in die Montur hineinwachsen. Sie wollen aber unter allen Umständen ihr« bürgerliche Lebens- hallung beibehalten, darum erscheint ihnen der Krieg problematisch, lächerlich, absurd. Renn und Remarque durchleben noch einmal den Krieg, sind Gestalter aus diesem Leben heraus; Mottram diskutiert ihn von einer geistigen, intellektuellen Basis aus. Er steht schon außerhalb des Erlebnisses, deshalb hat er den Mut zur Ironie, deshalb kann « dem Zivilisten recht geben, deshalb schreibt er kühl distanziert einen Beitrag zur Geschichte der menschlichen Dummheit. Dies« Einstellung ist das Neuartige dieses ersten englischen Kriegsromans. _ F. S. Ein Vagabunden-Kongreß Kongreß der Vagabunden: selffatber Widerspruch! Die man so schwer dem gesellschaftlichen Leben einordnen kann, weil sie sich selbst oft nicht einfügen wollen und weil zwischen ihnen und dem Staate«in großer Gegensatz besteht, sie sollten die Kraft und den Willen haben, sich zu einer Art Kongreß zusammenzufinden? Und doch: Dieses Vagabundentrefsen wird zu Pfingsten in Stuttgart stattfinden. Die Idee hierzu uird die Energie, die Sache durchzuführen, stammt von einem ernsten, warmherzigen und gedankenreichen Mann, den man den„König der Kunden" nennen könnte. Er heißt Gregor Gog und wohnt in Stuttgart, wo er in Degerloch am „Sonnenberg" ein kleines Blockhäuschen besitzt. Er hat ein oben- teuerliches Leben hinter sich, hat die Erde durchwandert, ist alles mögliche gewesen und hat jetzt nur ein Ziel: seinen„Brüdern" zu helfen, nicht bloß, um sie aus ihrer physischen Notlag« zu be- freien, sondern um sie zu retten vor der moralischen V e r- k o m m e n h« i t, in die viele von den heimatlosen Landstraßen- tipplern mit der Zeit geraten müssen, weil sie die Krast einbüßen, angesichts des täglichen und stündlichen Hungers an ihr« Menschen- würde zu denken. Gog will die„Kunden" so weit bringen, daß sie sich ihre eigenen Heime schaffen, diejenige Art des Zusammen- lebens, die ihnen gemäß ist. Seit zwei Iahren gibt er eine Zeltschrift heraus:„Der Kund e", sie steigt im Niveau immer höher und wird zu einer Fundgrube für Forscher aller Art, vor denen sich«ine bis nun fast unbekannte Welt auftut. Man ahnt nicht, was es für Dichter, Künstler und Denker unter diesen heimatlosen Menschen gibt, wie- viel Reichtum an Seele und Geist wie Spreu im Wind verweht, und es ist das große Verdienst Gogs, daß er beginnt, diese Gaben zu sammeln. Es wäre einfach, die Heimatlosen als die Asozialen schlechthin zu bezeichnen. Manche von ihnen verharren im ewigen, verneinenden Protest gegen die Mächte der Gesellschaft, die nun ein- mal unser Leben beherrschen. Manche aber von ihnen suchen dos Problem von innen her zu lösen: nicht durch blutigen Kampf, der die Stände gegeneinander treibt, auch nicht durch Politik, die ja im Grunde die gegebenen Verhältnisse immer wieder legalisiert. Gog und jene, die mit ihm und seiner Idee übereinstimmen, be- mühen sich, das Menschheitliche in der Frage der Heimatlosigkeit zu ergründen. Dieser Vagabundenkongreß erscheint als der erste Versuch, eine Menschenwelt zusammenzusassen, die uns bisher als Gesamtheit fremd gelieben ist. Mehr als dos: Glauben wir, daß der Haß es ist, der viele an der„Peripherie" leben läßt, so können wir von Gog und seiner Brüderschaft erfahren, daß stärker als der Haß die Lieb« es ist, die in den.Heimatlosen lobt � und sie antreibt, sich zu sammeln und sich ein Heim zu schassen. Von da aus empfängt dieser sonderbare Kongreß seinen tiefen Sjnn. Dr. Hans Präger- Wien. - V (4. Fortsetzung.) Frühmorgens, wenn ich aus meiner Hütt« in's Dorf zum Kaffee- trinken und Waschen ging, stand Brot. Butter, Honig, Schmalz und Pflaumenmus auf dem Tisch. Ich konnte mich jelbst bedienen und essen, was und soviel ich wollte. Dann nahm ich mir ein paar tüchtige Stullen mit zum zweiten Frühstück und schlenderte ge> mächlich In mein« Obstallee. Ach, war das herrlich, wenn die Aepsel an den Bäumen mir mit ihren, von der lieben Sonne rot geküßten Wangen entgegenlachten und ich so im Glanz des erwachenden Tages durch den taufrischen Morgen schritt! Das Mittag brachte mir mein« kleine Schäferin heraus, aber manchmal mußte sie mich auch lange suchen, wenn sie nicht wußte, in welcher Allee ich gerade steckte. Auch das Besperbr�t brachte sie mir gleich mit und wartete, bis ich mein Mittag oertilgt hatte, um den leeren Topf wieder mitzunehmen. Manchmal aßen wir auch zusammen aus einem Topf, wenn die Bäuerin eine größere Mahl- zeit für uns beide zurechtgemacht hatte. Und dann spielten wir wie die Kinder. Sie sing natürlich immer an. schlug mit ihrem Löffel auf meinen, wenn ich ihn gerade zum Munde führen wollte, und ich macht« es dann ebenso mit ihr, bis wir uns dann wieder im Grase umherkullerten. „Jetzt muß ich aber springen, sonst schimpft die Ollsch, dat ick so lang blewen bin" und fort war sie. Nur einmal, wenn ich mir meinen Tabak im Krug holte, kauft« ich mir ein Achtel Branntwein, und dies geschah all« Wochen einmal. Es war nur ein guter Schluck und kostete fünf Pfennige. Ost sagte der Bauer zu mir-„Du wirst doch draußen frieren, komm' doch rein," denn es war nun bereits Herbst geworden. Nur noch wenige Aepfel waren an den Bäumen, und es ging auf die Pflaumenernt« zu. Wenn die Pflaume aber gut sein sollte, mußte sie erst einen leichten Frost bekommen haben. Ich schlief daher bis zum Spärtherbst.in der Hütte und fror durchaus nicht. Als es dann nun beim Bauer mit meiner Kunst zu Ende ging, sagte ich zu ihm:„Es wird mir jetzt doch schon zu kalt da draußen, ich werde rein kommen." Ich wollte noch die letzten paar Tage mit Minna zusammen sein, deshalb machte ich mir ein gutes Stroh- lager im warmen Schafstall zurecht. Zwei Tage später fuhr der Bauer mit uns nach der- Stadt, um uns einzukleiden. Denn der Bauer sorgte wie ein Bater für uns; er hielt unser Geld zusammen. Frühmorgens ging's los. Der Bauer ging mit Minna und mir in die Geschäfte und wir suchten uns aus, was wir gebrauchten. Der Bauer half mit handeln, damit wir auch nicht zuviel bezahlten. Er war ja auch nicht unbekannt, man wußte, daß er seine Leute alle Jahre einkleidete, daher über- vorteilte man uns nicht. Auch Minna war bei den Keschästsleuten schon eine alt« Bekannt«. Als alles erledigt war. gab ich dem Bauern die Hand, bedankte mich bei ihm. verabschiedet« mich von Minna, meiner kleinen Schäferin, und los ging es wieder in die Weit«. Ein Nursch und vier Mägde im Heu. Der genügsam« Mensch ist doch immer und zu jeder Zeit auch „er glücklichste Mensch. Wissen wir doch, daß Bedürfnislosigkeit Gottgleichheit ist. Werfen wir einmal einen Blick in die Natur. Sehen wir nicht, daß all« anderen Geschöpfe ein glücklicheres Dasein sühren, wie der Mensch, der durch Kultur und Zivilisation immer unglücklicher wird? Wenn dos Vögelchen satt ist. singt es seine schönsten Lieder. Die Tiere im Walde leben und gedeihen, sie suchen sich ihr Futter und finden«», haben von der Natur nichts zu fürchten, ihr alleiniger Feind ist der Mensch.» Und so lebte auch ich nur dem Tag und der Stunde, frei wie der Bogel in der Lust, sorglos und immer glücklich Was braucht« man denn auch viel, um glücklich zu sein? Die Hauptsache war, man war satt, hatte einen klarblauen Himmel und die liebe goldene Sonne über sich und ab und zu ein bißchen Webe— mehr braucht« man nicht, um glücklich zu sein. Und wenn dann bcr Abend kam. wenn mir, müde und abge- spannt vom langen Wandern, bald die himmlische Ruhe winkte. dann war ich fest überzeugt, daß kein Fürst in seinem seidenen Bette sich so wohl fühlte, wie ich mich in einer Strohdleme oder im frisch und würzig duftenden Heu... Mit blutrotem Schein färbt« die untergehende Sonne Feld und Flur. Der alte Schäfer schritt bedächtig, den Stock an den Arm ge- hängt und noch jleihig den Strickstrumpf führend, gefolgt von einer ansehnlichen Herde, die ein« unheimliche Staubwolke auswirbelte, dem nahen Dors« zu. Sein treuer Sultan trabte nebenher und fuhr ab und zu einmal mit lautem Gebell unter die Herde, wenn das eine oder das andere Schaf auszubrechen oersuchte. Knechte und Mägde traten, Sensen und Harken geschultert, singend den Heimweg an. Dann war auch sür den einsamen Wanderer die Zeit gekommen, sich nach einem Nachtquartier umzusehen und schon spähte man ver- stöhlen über die Felder, ob nicht irgendwo ein« Strohmiete oder einige Heuhausen winkten. Hott« man etwas entdeckt, dann ver- langsamte man seine Schritte, ließ die Arbeiter und Arbeiterinnen vorbeiziehen und wartet«, bis man ungejeljen sein Nachtquartier beziehen tonnte So. nun war die Luft rein. Keine Menjchenseele weit und breit. Nun konnte man's wagen, und mit Sturmschritt ging's über die Felder, hin zu dem verheißungsvoll winkenden Nachtquartier. Di« windstillste Seit« wurde ausgesucht und hier das Lager auf- geschlagen. Ach. war das ein Genuß, wenn man seine Füße von der staubigen Umhüllung befreien und sich lang in das duftende, von den letzten Strahlen der Abendsonne umspielte Stroh strecken konnte. Wie«in König in einem ungeheuren, goldenen Bett« kam man sich vor. Ein Stück Brot und ein Wurstzipfel, beides hatte man noch zum Abendessen ausbewahrt, mundet« jetzt, in Ruh« genosien vortrefflich, dazu ein tüchtiqer Schluck aus der Flasche, und dann legt« man sich aus die Seite und schlief den Schlaf des Gerechten. um friich und gestärkt andern Tag'« wieder seine Wanderung an- zutreten. Und dann das köstlich« Erwachen frühmorgens! Wenn sich die'Lerche hoch in die Lüfte erhob und unaufhörlich ihre Jubellieder sang. Wenn funkelnde Tautropfen diamanten auf allen Gräsern und Halmen blinkten Und dann der köstliche Erd» geruch. der Schweiß unserer Mutter Erde, der Duft des blühenden Klees, der die-ganze Atmosphäre ersüllt«! W�UHWIOÜL, Das Schönste auf der weiten Welt ist doch die Natur. Man muß nur offene Augen haben und ein offenes Herz, dann sind auch die Nächte bei Mutter Grün herzerquickend und gesünder als im dicken Federbett in dumpfiget Stube. Es war an her jchlesisch-polnischen Grenze, die Sonn« stand noch hoch am Himmel, mir aber bot sich ein ganz vortreffliches Nachtquartier, dos ich mir nicht entgehen lassen wollte. Dom Chausseegraben aus zog sich ein breiter Graben weit In das Feld hinein und vom Ende aus zweigten rechts und links ander« Gräben ab. Das Gras war in diesen Gräben gemäht und zu vielen Hausen zusammengeharkt, drei Schritt voneinander entfernt. Ich ging recht weit hinein, bis an die letzt« Grabenabzweigung, suchte mir dort den schönsten Heuhaufen aus und kroch hinein. Alles, was ich in den Taschen hatte, legte ich, um nichts zu ver- lieren, in meinen Hut, der nebst dem Wanderstock an der Seite de» Haufens untergeschoben wurde. Ich hatte wohl schon eine halbe Stunde in meinem Heuhausen zugebracht, als ich plötzlich Srimmen hört«, die immer näher kamen. Und ich oerstand, daß die Heuhaufen noch heute abend abgeholt werden sollten. Ich ließ es auf«ine Wucht Prügel ankommen und verhielt mich ruhig. Ein Mann versuchte, den Haufen, in dem ich untergekrochen war, hochzuheben. „Dunnerkiel," hörte ich ihn sagen,„is der aber schwer!" Jetzt war«s höchste Zeit, sich bemerkbar zu machen. Ich gab mir einen Ruck und der Heuhaufen geriet ins Wanken. „Dunner noch eins, der bewegt sich ja'.", rief eine erschreckte Stimme. Ich sprang lachend aas die Beine und bat den Schnitter, der ganz verstört dastand, um Entschuldigung. Ich sei«in Handwerks- bursch« und habe hier nächtigen wollen, um das Schlasgeld im Gasthof zu sparen. Das sah der Schnitter denn auch ein und wurde ganz gemütlich, als er sich von seinem Schrecken erholt hatte. Denn er hatte ge- glaubt, ein Teufelsspuk hätte den Heuhaufen verhext. „Ick häw ganz gewiß glöwt, dor sitt de Düwe! drin." meint« er, und erNärte, daß das Heu an der Straße zusammengetragen werde, ich könne mich dort wieder hineinlegen. Ich versprach ihnen, mich am andern Morgen frühzeitig aus dem Staube zu machen und bezog da» neu« Quartier, in dem es sich vtel besser ruht«, weil es so groß wie«ine Strohmist« war. Die Freude sollte aber auch hier nicht lang« dauern. Ich fing gerade an einzuschlafen, als einige Mägde mit Gesang die Straße heran- gezogen kamen und vor meinem Heuhaufen haltmachten. An ihrem heimlichen Gewisper und Gekicher entnahm ich, daß der Schnitter mein versteck verraten hatte. „Karline, geh' du ock mal ran. seh mal, wo hei liggt!" „Ach wat, geh' du ock, Marie!" Da«ine die andere immer vorschob und keine sich getraute, de» Anfang zu machen, das Gekicher aber immer lauter wurde, hielt ich es schon in meinem eigenen Interesse für rotsam, mich zu melden, richtete mich aus und rief lachend: „Na, denn kommt doch mal her zu mir, Marie und Karline, laßt doch mal sehen was ihr für hübsch« Mädel seid!" Gekreisch und Gelächter war die Folg« Keine wollte zuerst den Haufen erklettern. Mein gutes Zureden half aber, und so ent- schlössen sie sich denn, es waren im ganzen vier dralle Mägde, ge- meinschoftlich Besitz von dem Heuschober zu ergreifen. Es gab eine tolle Karambolage, als die vier Frauenzimmer über mich hin- kugelten. Schließlich hatten wir uns aber doch unter Lachen und Scherzen auseinander und wieder zueinander gesunden, und uns gemütlich im Kreis« gelagert. Jedes Mädel brachte mir etwas von ihrem Abendbrot mit, die«in« sogar«ine Flasche Milch Ja, der Konrod hatte«rzählt, da im Heuschober löge ein junger. hübscher Handwerksbursch«, und den wollten sie sich mal ansehen. Da sie nun wußten, daß«in Handwerksbursch« immer Hunger hat, hätten sie mir auch was zu essen und trinken mitgebracht. Das waren nun für mich wirklich ein paar schöne Stunden, die ich noch diesen Abend mit den Mädchen verbracht«. Ich konnte ihnen gar nicht genug von Berlin und allen anderen großen Städten erzählen, die ich schon besucht hatte, und es mochte wohl schon nachts in der zwölften Stunde sein, als wir endlich Abschied von- einander nahmen. Aber schreiben sollt« ich ihnen ganz bestimmt, und jede gab mir ihre Adresse, die sie mir eigenhändig in mein Notizbuch schrieben. Ich versprach's gerne, gehalten hob« ich es leider nicht, denn— andere Städtchen, andere Mädchen! S'e, aufstehen?'' Ich hatte die Nacht in einer Strohmiete oerbracht und schlief noch den Schlaf des Gerechten, als ich nicht gerade sanft aus dem Schlummer gerüttelt wurde. ./)«, Sie, ausstehen! Mal ein bißchen dalli, los!" tönte«ine barsche Stimm« an mein Ohr.„Der Kerl schnarcht ja. daß man es bis auf die Landstraße hört!" Im ersten Augenblick glaubte ich, es wären die Leute, die ein Anrecht an die Miete hatten und der Gutsinspektor triebe mich heraus. Als ich mir aber den Schlaf aus den Augen gerieben hatte, fuhr mir doch der Schreck ein bisse! durch die Glieder. Da stand er nun vor mir in seiner gewaltigen Größe und Furchtbarkeit, der Schrecken aller Handwerksburschen, Landstreicher und Vagabunden, die die Landstrahe unsicher machen. Sein Helm. die Knöpfe, die langen Stiefel, das Koppelschloß, alles blitzte und blinkte, als ob die Sonn« in das Schaufenster eines Klempnerladens gefallen sei.(Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend". MUIIlNlUIIittMNlNNINIIMNliMMMttMMMMllMNMllMMIllllMNtMMMMMM« Silbenrätsel. Aus den Silben o ässch bahn beln bro bru chi de der dieb drü e el er fal fen fi got a« gen gie kat loub lo na na ne ne no o on ra ra re renn ri se si sie sie stl»a tat tel tim tv ur vogt wach sinid 19 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die dntten Buchstaben von unten nach oben gelesen ein Zitat von Heine ergeben(ch— ein Buchstabe).— Die Wörter bedeuten: 1. weidlicher Vorname: 2 cheubscher Maler und Graphiker: Lonosdenck, 4. Mai. Berlin. 18.00 Die wlchtlgslen OerrOse im Haosearten. 16.30 Caruso slnitl(Schallplatten Konsert). 17.00 Uebertraetine; Musikalische Vesper Im Bach-Saal. Anschließend: Teemusik ans dem Hotel Bristol.(Kapelle lila I.lTschakofl.)— Anschließend: Mltteilonaen des Arbellaamte« Berlin-Mitte. 18.10 H. Cneel: Kultnr-Knriosa. 18.35 H. Ludwin: Vom Komödianten tum Schauspieler. 19.00 Prof. Dr. K. A. Mtugcbaucr: Neue Kunde und Entdeckungen in Qrlechea- land. 19.30 Oberstleutnant a. D. P. Ton Lucanus: Die Tierwell und Ihre Stammea- gt schichte. 20.00 Bildfunk. 20.08,.Robert und Bertram". Posse von Ouslav paeder. Nach den Abendmeldungtn bis 0.30 Uebertragung Hotel Eaplanadc; Tansmatih. (Barnabas voii QtczyJ KOnlgsvusterhausen. 13.45— 14.15 DildfunkTersache. 16.00 Rektor P. Westermana; Kunschrittdlktate. 16.30 H. Lenz und Dr. Voller: Aufstieg und Prilfiugen der Beamter, 17.00 Nachmittagskonzert von Hamburg. 18.00 H. Bogen; Der lugendliche Industriearbeiter. 18.30 französisch für AnUngcr. 18.55 Prof, Dr. Adolf Muren se: Alter und Beschaffenheit der Erde. 19.20 Dr. W. Hoffmann-Harniach: Angewandte Dramaturgie. 20.00-0 JO Uebertragungen von Berlin. Sonntag, 5. Mal Berlin. 8.55 Stundenglockenspiel der Pstsdamer Oarnlsonklrche. Morgenfeier. Qlocken- gcUu: des Berliner Doms. 11.30 Ans dem Qroßen Schauspielhans: Blasorchester-Konzert. Ltg.; Musikdirektor C. Woitschuch. 13.15 E. Nebermann: Schachfunk. 14.30 Für den Landwirt. 15.30 Mkrchcn.(Erzahlt von Ilse Straka-Jansen.) 16.30 Kapelle LJwenthal vom..Caf« Vaterland". 19 JO Prof. Moser; Hans Pfltzner. 19 SS Bildtunk. 20.00 Volkstümliches OrcbcsterlconzerL Dirigent; B. Seidlar-WIakler. 21.30 Lustiger Singsang. Mltw.: Irene Ambras. Kurt fuß. Anschließend: Zelt Wetter. Tagesnachrlehten, Sport. Bildfuak Anschließend bis 0.30 Tanzmusik(Kapalle Daloa BdlaL Kßulgswnetarhanae«, 13.18 Bildfunkversacke. 13.30 Von Oftrlitz; Reichstagung des Bundes der Kelonfalfretmde. 18.00 Zwlegesprich zwischen Prof. Dr. BrausUd und Staalsmlnlster a. D. Haine: Der Kampf um die Zensur. 18.45 Prof. 0. Wappenschmltt: Versöhnung der modernen Musik mit der überlieferten. 19.10 R. Boßhart; Der Reilglonsphilosoph Robert Saitseklek. 19.35 C. Meißner: frans Lenbach. nimunmmummrommimmmuimiininmm 3. Bogel: 4. verfvottenber Ausbruck: 5. Land in Asien: 8. Stadt in Weissalen: 7. Lehre von den Klanafarben: 8. Kampfplatz; st. Er- bolungszeit: ld. Nachahmung: 11. Muse; 12. Seltenheit: 13. Absonderung im Körper: 14. Tierprodukt: 15. Weichselmündung: 16. Familienmitglied: 17. Sportplatz: 18. Musikhaus: Ist. Nichtstuer. Irr. �Ssselfprung. Abzählrätsel. Mit, bau, dann, fühlst, uns,«, sei, du, die, die. zum, den, zu. weit, kämpf, geist, kunft, bah, mit, der, mit, ne, mut, neu, uns, den, ge, en, der, weg, weihl, zeit, sieg.— Borstehend« Silben sind durch eine zu ermittelnd« Zahl abzuzählen, aneinandergereiht ergeben die- selben«inen bekannten Wahlspruch. kr. Wunderbar. Du siehst mich Im Nordpol, Ich bin In den Tropen, Mich hat jeder Pastor und haben die Popen. Im Smoking bin ich, bei jeglichem Sport, Du sprichst mich aus mit jedem Wort. Doch fehl ich der Luft, ich sehle den Winden. In ganz Berlin bin ich nicht zu sinden. In Bonn und in Koblenz kannst du mich seh'n, Die Mode tonn ohne mich nicht befteh'n. ab. Austösunq der Rätsel aus voriaer Nummer. Lllbenrätlel: 1. Elen. Z. Kelaen. S. Funkturm. 4 Adler. » haarlem, 6. Run«. 7. Ungarn: 8. Niet«, st. Gorilla. 10. Zuw»l. 11. Spesen, Ii. Xotp.= Erfahrung ist«in langer Weg." Rösselsprung: Ein Segen ruht Im schweren Werke, Dir wächst, wie du's vollbringst, die Stärke; Bescheiden zweifelnd sängst du's an Und stehst am Ziel, ein ganzer Mann. Deibel. Nr. 207 46. Jahrgang Sonnabend 4. Mai 1929 Fünfzig Jahre elektrische Eisenbahn An diesem 1. Mai sind 50 Jahr« seit dem Tage verflossen, seit die erst« elektrische Lokomotive der Oeffentlichkeit vorgeführt wurde. Auf der Grohen Berliner Gewerbeausst«llung am Lehrter Bahnhof führte am 1. Mai 1873 Siemens u. Halste fein« einfache elektrische Lokomotive den Ausstellungsbesuchern vor. Sie erregte dort großes Interesse:„Besonders die lieb« Jugend, aber auch Damen und ältere Herren mit ergrauten Haaren drängen sich zu diesen Fahrten, und wenn der erste Zug durch die Tischreihen einer groß«- ren Restauration saust, so wird er von den Gästen stets mit Hurra begrüßt." Diese Worte befinden sich in der„Zeitung für Fortschritt« des Eisenbahnwesens" aus dem Jahre 1873. Werner Siemens aber schrieb an seinen Bruder K a r l in London unter dem 12. Juli 1879:„Unsere elektrische Eisenbahn macht jetzt hier viel Spektakel. Sie geht in der Tat über Erwarten gut. Es werden in einigen Stunden täglich gegen 1000 Personen ä 20 Pf. für wohltätig« Zwecke befördert. 20 bis 25 Personen mit jedem Zuge. Geschwin- digkeit etwa Pserdcbahngeschwindigkeit. Es läßt sich darauf in der Tat etwas bauen." Heute herrscht die Elektrizität in unserem Wirt- tor 25 Jahren: Der Pionier von J903I Die Drehstromversuchslokomotive (Schnellt riebwaten) der AEG., die s. Zt aut der Experimentierstrecke Berlin- Manenfelde— Zossen eine Stundengeschwindigkeit von 210 km erreichte. schaftsleben. Immer größer wird die Zahl der Strecken auf der Eisenbahn, die mit elektrischen Lokomotiven befahren wird. Die zunehmend« Elektrifizierung der gesamten Wirtschaft be- deutet keineswegs dos End« der Kohl«. Sie stellt im Gegenteil erst die vollkommenste und idealst« Verwertung und Veredelung der Kohle dar. Die„weiße Kohle", die Wasserkräfte, können, abgesehen von der Schweiz, Oesterreich, Schweden und Norwegen, nur einen Bruchteil des gesamten menschlichen Energiebedarfs decken. Und kein« Energieübertragungsanlage arbeitet so wirtschaftlich wie ein modernes Großkraftwerk. Bei Anlagen, die auf Gruben errichtet wurden, oder solchen mit günstigen Kohlenoerhältnissen kostet die erzeugt« Kilowattstunde(unoerteilt, ab Werk) nur 1 bis 2 Pf.! So ist es möglich, daß die Elektrizität als Kraft auch am weit- abgelegenen Verbrauchsort billiger ist wie eine kleine Dampf. moschinenanlog«. Hierzu treten noch viel« andere Vorteil«, so daß in der Industrie der elektrisch« Einzelantrieb beinahe vollständig durchgeführt ist. Und nun die Elektrifikation des Dollbahnfern- verkehr»! Deutschland hat hier die technisch« Pionierarbeit geleistet, di« Schweiz als erstes Land das wirtschaftliche Risiko der Elektrifizierung aller Hauptbahnen gewagt— und dabei ein gutes Geschäft gemacht. Betriebsvorteile der elektrischen Bahnen sind: schnellerer Reisegeschwindigkeit bei geringeren Unkosten, Wegfall der Rauch- und Rußplage— dadurch nicht nur angenehmeres Reisen, fondern auch Schonung aller Baustoffe und gewaltige Ersparnisse an laufenden Reparaturen. Bessere Ausnützung des rollenden Ma- f tektrische äteichsbahnlokomollce der Siemen» Schuckerl Iterke ierials, keine Anheizzeiten für Lokomotiven, weniger Reparaturtage pro Jahr und Lokomotive. Rationeller« Verwertung der Energie- oorrät«— besonders auch der Kohle: da die Großkraftwerke mit viel mehr Nutzeffekt arbeiten wie die Dampsiokomotioen. Schonung des Personals und die Möglichkeit, auf wenig beanspruchten Strecken die Triebfahrzeuge nur durch einen Mann bedienen zu lassen. Sehr bedeutsam ist auch die Förderung der heimischen In- dustrie und die Belebung des Arbeitsmarktes. Denn in einer«lei- irischen Schnellzugslokomotioe stecken vom Rohstoff bis zum be- triebsfähigen Fahrzeug annähernd 100 000 Arbeitsstunden. Dampf- lokomotivenfabiriken lassen sich auf die Herstellung der mechanischen Teile elektrischer Fahrzeuge umstellen, wie dies auch in der Schweiz SM« ringeirelde einer eleklrltchen JCokomollee. Blick in den Motorenraum einer elektrischen SchnelUugs- lokomoiive der schweizerischen Bundesbahnen. Vorn rechts eine Hauptsieher ung, hinten aer 7 ransformator. Gummi-Rettungsboote für Luftfahrzeuge Die ungeheure Entwicklung der Flugindustrie lenkt di« Aus- mertsamkeit auch aus wichtige Probleme, die unmittelbar mit der Luftfahrt zusammenhängen. Vor noch nicht langer Zeit hatte man nicht geglaubt, daß der Passagierverkehr mittels Luftfahrzeugen ein- mal einen größeren Umfang annehmen würde: insbesondere waren Flüge über größere Wasserstrecken immer noch lediglich Unternehmun- den von mutigen Fliegern. Nachdem man aber diese ungeheuren Fortschritte im Flugbauwesen gemacht hat und Flugverkehrslinien in allen zivilisierten Ländern eingerichtet worden sind, ist das Reisen mittels Luftfahrzeugen heute allgemein und beliebt. Es wird wohl wohl in absehbarer Zeit dazu kommen, daß ein Teil der Passagiere, die bisher Eisenbahn und Schiffe benutzt haben, sich des neuen und schnelleren Verkehrsmittels bedient Die Frage der Rettung von Fluggästen und Besatzung— für den Fall, daß ein Lustfahrzeug auf offener See notlanden muß— ist deshalb heute eine ganz brennende Frage geworden. Es ist selbstverständlich, daß jeder Passagierdampfer, ob er kleinere oder größere Strecken fährt, sowohl auf Binnenseen wie aus dem Ozean nach genau festgelegten gesetzlichen Bedingungen Rettung,- boote für Passagier« mitnehmen muß— für die Hochs«« nach den Bestimmungen der Internationalen Konven- tion über die Sicherheiten zur See vom 20. Januar 1314. Selbst Schiff«, di« nach den modern st en Errungen- schatten der Technik gebaut sind, wie di« Ozeandampfer „Bremen" und„Europa", bei denen es nach menschlichem Cr- messen kaum jemals vorkommen wird, daß di« Passagiere die Rettungsboote benutzen müssen, sind nicht befreit von dieser Vorschrift und haben es als ihre höchste Ausgabe b«. trachtet, in bezug auf das Rettungswcsen ihren Passagieren di« größtniö gliche Sicherheit zu bieten. Ganz im Gegensatz dazu ist es bei der L u f t f a h r t i n d i« f« r Beziehung noch zu keinerlei gesetzlichen Bor- s ch r i s t« n gekommen, wohl deshalb, weil die Entwicklung sich sozusagen überstürzte. Daß aber ein Rettungsgerät für die Luft- fahrt von viel größerer Notwendigkeit ist als bei einem modernen Ozeandampfer, liegt auf der Hand. Um so mehr ist es zu begrüßen, wenn die Industrie sich mit diesem Problem besaßt und ein Rettungs- mittel bzw. ein Rettungsboot geschaffen hat. das den Anforderungen, die die Luftfahrzeuge an dasselbe stellen, genügt. Das Rettungs- boot muß unbedingte Sicherheit für die Insassen bieten bis zum Eintreffen eines Hilfsschiffes, es muß aber auch— was das Wichtigste ist— leicht im Gewicht sein und wenig Raum beanspruchen Alle Rettungsboote aus festem Ma- terial kommen nicht in Frage, weil sie im Luftfahrzeug nicht mit- geführt werden können. Dagegen gilt als Rettungsboot für Lust- sahrzeuge in idealem Sinne das bekannte Möwefloßboot, das aus einem besonders präparierten, ungeheuer Widerstands- fähigen Gewebe mit Gummi besteht, zusammengerollt werden kann und in zusammengerolltem Zustand pro Kilo Ge- wicht nur einen Platz von 0,002 Kubikmeter be- onsprucht. Das Gewicht des Bootes ist so gering daß pro In- sasse etwa 2 Kilo Bootepewicht kommen, so daß ein Möwe-Rettungsboot in der Lage ist, 5 Personen aufzunehmen bei einem Bootsgewicht von 10 Kilogramm Rettungsboote anderer Art haben ein Gewicht von mindestens 18 bis 56 Kilogramm p r o I n s a s s e. Es ist außer Frage, daß in sehr kurzer Zeit das Verkehrsministerium in Verbindung mit der Deutschen B«rsuchsanstalt für Luftfahrzeuge in Adlershof sich mit diel«r so wichtigen Frage eingehend beschäftigen und entsprechende Bestimmungen«rlassen werden, einerseits für die Luftfahrzeuge, andererseits über da» Material und die Bedingungen, die die zusammenlegbaren Boote zu erfüllen haben. geschah. Das Bahnpersonal wird in Sonderkursen auf den neuen Betrieb umgeschult. Die Verkehrselektrifikation ermöglicht überdies Personalersparnisse, da bis zu hohem Maße bei zunehmendem Der- kehr keine Neueinstellungen erforderlich sind. Di« erste Etappe der Elektrifikation der Schweizerischen Bundesbahnen ist nun beendigt, alle Hauptlinien, etwa 1600 Kilometer, sind elektrifiziert. Hierzu kommen noch etwa 400 Kilometer bereits elektrifizierte Privatbahnen. In Deutschland beginnt die Bahnelektrisikation erst jetzt— aber bereits hat man un- gefähr 1270 Kilometer in den elektrischen Betrieb übergeführt. (Einschließlich der Berliner Stadt- und Ringbahn sowie einiger Vorortlinien.) Allerdings würde die Elektrifikation der wichtigsten Reichsbahnhauptlmien schätzungsweise 10 Milliarden Mark kosten und sie könnte wirtschaftlich nur im Tempo der normalen Abschrei- bung des vorhandenen Parks von Dampflokomotiven erfolgen— ein Prozeß, der sich über 30 Jahre hinziehen müßte. Den Ansang machen bereits einige Gebirgsstrecken und besonders dicht belastete geblrgstdutellaugtlokomoHre. Type J—4A— I im Bahnhof von Mittenwald(Bayern). Stundenleistung 2400 PS Höchstgeschwindigkeit HO km/h. Einzelachsenantrieb. Linien. Hier tritt ein weiterer wichtiger Vorteil zutage: Zwei- gleisige Strecken können in ihrer Leistungsfähigkeit durch die Elek- trifikation bis aufs Doppelte erhöht werden, so daß ein drei- oder viergleisiger Ausbau sich erübrigt So angenehm die Beschleunigung der Reisezeit im«lektrifi- zierten Fernverkehr empfunden wird— beispielsweise auf der Strecke Berlin— Frankfurt a. M. betrüge die Fahrt- Verkürzung etwa 3 Stunden—, die Borteil« im Nah- verkehr sind noch wichtiger. Es ist möglich, von jedem Vorort aus ohne Aufenthalt Triebwagen mit 100-Kilometerstunde zur Arbeitsstätte(der Stadt) laufen zu lassen. Dadurch entstehen für die Lösung der Wohnungsfrage neue Möglichkeiten. Werden deraitjg» Schnell- triebwagen, wie sie erstmals zwischen Halle und Leipzig laufen, in vermehrtem Maße«ingeführt, dann kann die werktätige Beoölke- rung sich in einem Umkreis von 50 Kilometer vom Stadtkern ent- fernt ansiedeln Unsere Väter haben die technischen Wunder der Elektrizität erlebt, sie standen an ihrer Wiege, sie waren dabei, als vor 26 Iahren di« noch nicht überboten« unerhörte PionieNeiftung auf der Versuchsbahn Marienselde�Zossen stattfand, wo ein Schnelltriebwagen die Stundengeschwindigkeit von 210 Kilo- meiern erreichte(1903). Ein Rekord, der auch heute noch nicht gebrochen ist. Der allgemeinen Einführung solcher Geichwindig- leiten steht nur die Notwendigkeit eines neuen, sehr teuren verstärkten Unterbaues entgegen, weshalb für den„Blitzverkehr" das Flugzeug billiger bleibt, solange nicht Millionen von Passagieren auf einer Strecke zu befördern sind. Wir erleben nun den wirt- schestlichen Sieg der Elektrizität aus einem Gebiet nach dem anderen. Zuerst hat sie sich das Licht erobert, nun steht sie im Begriff, ihre Stellung tm Verkehrswesen von der Straßendahn aus die Bollbahn ausziidehnen und die Industrie, d. h. der Kraftantrieb von Arbeits- und Werkzeugmaschinen, ist längst ihr« Domäne. Im Zeichen dieser Weltelektrifitotlon leben wir, ein Vorgang, der berufen ist, den Menschen mehr imd mehr van allen groben Arbeiten zu befreien. Bücher der Technik. „Jankers" Festschrift mit Beiträgen von A. Berson, A. Gram- berg, A. Keßner, O. Mader. A. Nägel und Junkers' Mitarbeitern. Herausgegeben vom Verein Deutscher Ingenieure, via A 4, VIII/100 Seiten mit 69 Abbildungen und 2 Tafeln. In Leinen gebunden 6 M. für VDI.-Mitglieder 5,40 M. VDJ.-Verlag G. m. b. H., Berlin NW. 7. Zum 70. Jahre Professor Junkers', der als Schöpfer des frei- tragenden aus Aluminium gebildeten Flugzeugflügels in allen Kreisen der Bevölkerung und weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt geworden ist, hat der Verein Deutscher Ingenieure diese schöne Festschrift herausgebrocht. Mitarbeiter von Junkers schildern im ersten Abschnitt„das Werk", wie die Iunkers-Werke sich entwickellen. Prof. Nägel-Dresden zeigt den weiten Weg von Idee bis zum vollendeten, unbedingt sicher orbestenden Zweitakt- Gegenkolbenmotor. Prof. Gramberg-Frankfurt a. M. behandelt die umfangreichen wärmetechnischen Arbesten, die Prof Junkers vollendete. In dem Abschnitt.Konstruktion und Werkstoff" erläutert Prof. Keßner- Karlsruhe die von den Iunkers-Werken durchgebildeten Werkstoff- Prüsperfahren. Dr.-Ing. O. Mader-Dessau gibt eine fast drame. tisch anmutende Darstellung der Entwicklung des Iunkers-Flugzeug- baues. Prof. Berfon endlich schreibt über.Lunkers in der Luit- fahrt". Die Arbeit ist nicht nur eine Festschrift, eine Ehrung für «inen hervorragenden deutschen Techniker, sondern auch eine wer> volle Bereicherung unseres technischen Schrifttums. Die AWA. Eröffnung der Allgemeinen Wassersport- Ausstellung. In jedem Jahr um die Pfingstzeit herum veranstaltet die Stadt Potsdam eine Wassersportschau, Awa, d. h. Allgemeine Wassersport- Ausstellung, genannt. In diesem Jahre zum fünften Male, heute morgen ist sie eröffnet worden. Auf Potsdoms einfach flassischem Universalsportplag am Luft. schiffbafen dienen jetzt die ehemalige Luftschiffhalle und ihre Nebengebäude dem löblichen Zweck. Die Anordnung und die Raumverteilung an die Aussteller ist dieselbe geblieben wie in den Vorjahren: In der großen, hohen, hellen Halle stehen, fein hergerichtet, die schweren und kleinen Boote, die mit Motoren, mit Wind- oder mit Menschenkraft fortzubewegen sind. Die flachere Nebenhalle rgt meist in ansprechenden Arrangements, die Zubehöre aller Arten und an den Stegen am Wasser unten, an dem herrlichen Templiner See, wie hier die Havel genannt wird, liegen vertäut, aber des Besuches der Käufer gewärtig, die schwimmenden Kauf objekte. Um es bald zu sagen: Berlins Werften haben sich wirklich Mühe gegeben, nur erstklassige Arbeit zu zeigen. Wenn diese Werf das laufende Band fennt man zum Glück noch nicht auch ihre Breise fordert, so soll sie sie haben; die großen Sachen werden reiche Käufer finden und für Werktätige mit kleinem Beutel sind eine Menge Kähne, Boote und Bootchen da, auf daß der schöne Wassersport auch bei ihnen nicht zu kurz fame. mannsarbeit im BootsbauDa sind also zunächst die Motorboote der großen und größeren Werften, zwar, teure Objekte, aber deswegen nicht weniger intereffant. Die Werft Luftschiffhafen- Potsdam hat ein Cabriolet- Boot non zehn Metern Länge ausgestellt, dessen in den seitlichen Boots förper versentbare Kajütjeitenteile von einem alles überspannenden Klappverdeck überdacht werden. In wenigen Minuten ist also die Umwandlung vom Autoboot zum Kajütboot nach Limousinenart vollzogen. Claus Engelbrecht, Köpenick, zeigt raffige Limousinen größter Abmessungen. Hier ist alles selbstgemacht, well C. E. auch gesuchter Konstrukteur ist. Die Werft von Robert Franz, Niederfehme, die im letzten Jahr einen Borderkajütkreuzer mit ingenieuser Kaumverteilung brachte, ist dieses Mal mit einer, in hellſtem Mahagoni gebauten Limousine vertreten. Die mindestens bei den weiblichen Sterrenfahrern Freunde finden wird. Kriegermann, Bickelsdorf. hat einen marktgängigen Baddedkreuzer hingestellt, mährend die kleine, aber gutgeleitete Werft von Mathan, Köpenic, cine 9- Meter- Limousine mit Stahlkörper ausstellt, die Kurbelfenster und Schlafbänke hat. Der Besizer empfahl sich mit Lieferungen an Mitglieder des Freien Segler- Verbandes. Selbstverständlich ist auch die Spezialmotorbootwerft Brumm. Oberschöneweide, vertreten. Das ausgeftellte, fnallrote Autoschnellboot ist etwas für Liebhaber. Kieine, aber feite Außenbordmotorboote für den fleinen Mann" bringen eine Anzahl Werften, unter denen besonders Beier, Bots. bam, praktische Typen baut. Blitzsaubere Arbeit zeichnet alle Boote aus. Segelboote waren sehr schwach vertreten, offenbar sind die Bootsbauer bei dem falten Wetter mit dem Lackieren nicht einig geworden. Man versprach aber noch Zuzug. Im ,, Ständigen Ring". Carter schlägt Bischoff. Der Ständige Botring" hatte mit seiner 41. Veranstaltung in den Spichernfälen einen recht guten Publikums: erfolg zu verzeichnen, auch sportlich stand der Abend auf achtbarer Stuje. Der Schwergewichtstampf zwischen dem amerikanischen Mu latten Carl Carter und dem Dortmunder Bischoff endete nach lebhaftem Verlauf mit dem verdienten Punktsieg von Carter. Der flinke Reger Williams buchte seinen dritten Berliner Sieg, indem er den sich tapfer wehrenden Boja Dortmund überlegen auspunktete. Nach heftigem Schlagwechsel brach der Ringrichter das Treffen zwischen Lauer Saarbrücken und Kracht Hamburg in der fünften Runde wegen zu starker Ueberlegenheit des Hamburgers zu dessen Gunsten ab. Thriene Hannover siegte über den Ungarn Kreuts in leichter Manier nach Punkten. Im Qualifikationstampf behielt der Hirschberger Kühn über den Berliner Schmidthaber die Oberhand, da letzterer in der dritten Runde die Waffen streckte. Der vorlegte Kampftag der Saison im Spichernring wird Freitag, 10. Mat. veranstaltet. Es finden sechs Kämpfe statt, in denen folgende Paare antreten: im Qualifikationskampf im Halbschwergewicht Emil Roska gegen Hans Linde, Hans Schumacher gegen Adam Lenz II, Rudolf Barnajevic- Ungarn gegen Bittor Prawit. Emil Scholz gegen Willi Simon, Walter Bönisch gegen Georges Geeraerts- Belgien und Willi Bolz gegen Willi Nitschke. Arbeiter- Hockey. Anläßlich des am Sonntag in Treptow stattfindenden Großstaffeltages findet zwischen den 1. Mannschaften des Athletit SportKlubs und des Bezirks Nordring der Freien Turnerschaft GroßBerlin ein Hockeywerbespiel statt. Beide Mannschaften sind die spielstärksten der gesamten Arbeitersportvereine Groß- Berlins, es ist ein interessantes Spiel zu erwarten. Das Spiel beginnt um 3.10 Uhr in Treptow. Schiedsrichter stellt FIGB. Ostring 1.( Treff punkt für die Hockenspieler um 2 Uhr im Paradiesgarten.) Bezirkskämpfe im Freien Kegler- Bund. Die weiteren Kämpfe der Bezirke im Gau Berlin des Freien Regler Bundes Deutschlands um die Feststellung der Bezirksriegen beginnen morgen, Sonntag, im Reglerheim Oberspree in BerlinOberschöneweide. 3r diesen Kämpfen sind 30 Proz. der besten aus den Borkämpfen ermittelten Kegfer zugelassen. Die Kämpfe beginnen um 9 Uhr und gehen über 100 Kugeln auf Bohle mit Zwangsaufsatz. Ein Karl- Volkert- Haus. Die Reichsleitung Desterreichs der Naturfreunde beschloß. bas Naturfreundehaus auf der Marienhöhe am Pasterzengletscher im Gebiet des Groß- Glockners als Karl Volkert Haus der Deffentlichkeit zu übergeben. Damit soll dem verstorbenen Führer der internationalen Wanderbewegung der Naturfreunde ein blei bendes Denkmal gesetzt werden. Das Karl- Volkert- Haus steht an der Glocknerstraße in einer Höhe von 2165 Metern, etwa 200 meter von dem Glocknerhaus, in herrlicher Lage angesichts des gewaltigen Glosnermassivs. Das Haus weist 15 3immer mit 32 Betten und 15 Matragenlagern auf und ist noch erweiterungsfähig. Es wird einen ausgezeichneten Stützpunft für Bergfahrten im Gebiet des Groß- Glockners abgeben und es vielen proletarischen Bergsteigern ermöglichen, billige Unterkunft in diesem sonst so teuren Gebiet zu finden. Paddelboote gibts wie Sand am Meer. Etwas Neues hat die Stock- Werft, Ratiborstraße, gebaut: Ein Segelgig mit 5 Quadrats meter Segel, das auch von drei Personen gepaddelt oder als„ Einer mit Steuermann" gefahren werden kann. Mehr kann man nicht fie verlangen! Die Faltboote haben Freiluftstände bezogen. wollen durchaus wetterfester als ihre Kollegen aus Holz sein. Eine Firma hat sich auf den Bau von Eskimotajats gelegt, mit denen ein tältelüfterner Herr auf dem Wasser Kenterversuche nach dem Borbild der Eskimos machte. Er tippte sich und das Fahrzeug seitlich um, machte eine volle Drehung mit dem Boot um die Längsache und fam auf der anderen Seite wieder hoch. Das Thermo meter zeigte derweilen 10 Grad Celsius! Als Familiensport ist die Sache gerade nicht zu empfehlen. Dom Ueber die Zubehörindustrie ist das stets Gesagte zu wieder holen: Sie ist in allem vertreten. Bockwürfte konnte man warm effen, Zeitschriften frisch gedruckt lesen, Black- Bottoms Grammophon quäfen hören und Bootsbeschläge in allen Gangarten beaugenscheinigen. Der in Seglerfreisen sehr bekannte Kapitän Horn hatte eine Sonderschau„ Mensch und Meer" angekündigt, von der allerdings noch nicht mehr als das„ Meer" in Gestalt eines riesigen Wasserbottichs vorhanden war. Von den Bootsmotoren sah man alle befannten Marten. Etwas ganz Neues auf dem Gebiete des Schiffsantriebes hat die Maschinenfabrik J. M. Boith in St. Pölten in Niederösterreich fenstruiert. Es handelt sich um den Boith- Schneiderpropeller. Im Heck des Wasserfahrzeugs wird eine Maschine eingebaut, die aus einer, durch den Boden des Schiffes gehenden, runden, rotierenden Scheibe von etwa 50 bis 75 Zentimeter Durchmesser besteht, auf deren Fläche vier senkrecht ins Wasser ragende Flügel in sich dreh bar angeordnet sind. Die Scheibe wird von der Motorwelle direkt angetrieben und dreht sich immer in einer Richtung. Nur die Flügel können vom Steuerrad her verwunden werden. Diese An triebsvorrichtung gibt dem Fahrzeug eine nie gekannte, aber schon immer gewünschte Manöverierfähigkeit. Es fann sich völlig um sich selbst drehen, vor und rückwärts, freist in engsten Bögen, ſtoppt aus voller Geschwindigkeit auf etwa zehn Meter und kommt ebenso schnell in Höchstfahrt. Das Wendegetriebe, der wunde Punft an jedem Boot, fällt gänzlich fort, Bedienungsorgane sind nur das Steuerrad das Boot steuert auch durch die Flügel ein ein ziger Hebel für Vor- und Rückwärtsgang und der Gashebel für den Motor. Auf einem Borführungsboot fonnte man den neuen Antrieb in der Praxis bewundern. Leider ist der Antrieb so teuer, daß er nur für Wirtschaftsfahrzeuge in Frage kommt, für die er auch gedacht ist. Bugsierboote in Häfen und Kanälen, die auf fleinstem Raum manöverieren müssen, sollen damit ausgerüstet werden. Die Ausstellung ist vom 4. bis zum 21. Mai täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. M. J. | Ostdeutsche Arbeiter- Fußballmeisterschaft Sonntag, 5. Mai 1929, 16 Uhr, Endspiel: Freie Turnerschaft Döbern- Forst( Meister des 16 Kreises, Lausitz) gegen Luckenwalder Turnerschaft, 2. Abt.( Meister des 1. Kreises. Berlin- Brandenburg) auf dem Städtischen Sportplatz, Lichtenberg, Kynaststraße, am Bahnhof Stralau- Rummelsburg Vorher ab 14 Uhr: Jugendwerbespiel:„ Eiche"-Köpenick- Vorwärts"-Cladow Billigste Eintrittspreise! Sport für morgen. Für Jeden etwas! Im Arbeitersport dürfte die wichtigste Veranstaltung die Austragung der Ostdeutschen Fußballmeisterschaft sein. Auf dem Sportplag in der Kynaststraße am Bahnhof StralauRummelsburg treten die Meister des 16. und 1. Kreises. DöbernForst und Luckenwalde II zum Endspiel an. Beginn 16 Uhr. Die bundestreuen Leichtathleten haben im Treptower Park einen Großstaffell auf angefegt. Mit den Nachmeldungen sind über 1000 Teilnehmer erreicht worden. Turnspiele und Massensreiübungen werden die Zeit ausfüllen. Beginn der Veranstaltung 14% Uhr. Was der Kritiker sagt: Schwimmt er oder schwimmt er nicht? Der Bogermag nämlich, unser Mag"! Der Telegraph meldet, daß er seit Dienstag morgen schwimmt, mit der„ Reliance" über den großen Teich nach dem ges lobten Lande des Dollars. Er soll nun doch mit Paolini zugunsten des„ Milch fonds" boren, trotz des Streites mit seinem bisherigen Manager Bülow. Es ist das sehr zu begrüßen, denn unsere Reichsbank ist im Augenblic knapp an Devisen und fann eine Bereiche rung an Dollarnoten gut gebrauchen. Da Mag den Hugenbergschen ., Lokal- Anzeiger" liest, wird er sicher auf amerikanische Valuta be= stehen und sich nicht mit Mart abspeisen lassen. Außerdem kämpft Max doch zum Nuhm seines Vaterlandes. Etwa nicht? Ein Jude Erster! Bei der am letzten Sonntag in Frankfurt a. D. ausgetragenen Waldlaufmeisterschaft ist ein jüdischer Sportler namens Kohn( richtig mit' n K.) Erster geworden. Es ist wirklich ein Standal, daß so etwas zugelassen wird. Die Juden find doch sonst bekanntlich lauter schlappe Gesellen mit Plattfüßen und Bäckerbeinen, die höchstens auf der Börse das Rennen machen. Wie kommen die Schelme dazu, mun auch noch die Ehren des Sportplatzes den Ariern vor der Nase wegzuschnappen! Es heißt, daß der Abgeordnete Kube( der kleine Jakob) die Reichsregie. rung über den Fall interpellieren wird; er wird beweisen, daß Kohn gor fein Jude ist, sondern ein heimtückisch beschnittener Edelarier. Wir sind gespannt auf die Antwort der Regierung. Belzer XXIII. Eines muß man dem langen Doktor lassen: Er hat den Mut, letzter zu werden. Weiß der Teufel, wer ihn dazu verführt hat, an der Waldlaufmeisterschaft teilzunehmen, bei der er als 23. durchs Ziel„ ging". Fast scheint es, daß der gute Doktor nun anstatt durch hervorragende Siege, durch ganz ungewöhnliche Niederlagen von sich reden machen will. Das wäre denn wirklich einmal etwas ganz neues auf dem Gebiete des Refordman darf ihm alles zutrauen will er seine vorgefeßte Sportbehörde verhohnepiepeln, weil sie ihm hartnäckig das money- maken in Amerika untersagt haben. Es geht doch recht sonderbar zu unter den Halbgöttern des bürgerlichen Sports. wesens. Bielleicht Zum Küssen tam es nicht! Die Presse Mussoliniens wollte nach der Rüpelei gegen Desterreich einmal zeigen, daß sie sich auch zivilifiert benehmen kann. Aus diesem Grunde hofierte sie die deutschen Fußballspieler schon Wochen vor dem Spiel und bot ihnen sogar Bruder küsse an. Es schien, als ob man im Augenblick einigen Wert auf die Freundschaft mit Deutschland legte. Freilich, man machte die großmütige Geste in der Erwartung eines dritten Sieges über die Deutschen und wollten diesen Sieg von vornherein politisch ausmünzen. Nun ist es aber anders gekommen. Die Deutschen fiegten, trotz zum Teil zweitklassiger Besetzung( sie hatten ihre beiden Matadoren, die Herren Kalb und Hofmann nicht mitzunehmen gewagt). Nun ist es in der faschistischen Preffe mit einem Male merkwürdig still geworden, es war eben nichts mit den schon im voraus gespendeten Lorbeeren. Da der faschistische Fußballbund jetzt den Befehl erhalten hat, seinen Siz nach Rom zu verlegen ( alle Sportverbände haben diesen Befehl erhalten), werden die Azzuris" in Bufunft immer siegen, die Nähe des Diktators wird sie erleuchten und ihnen die nötige Kraft verleihen. Die Radfahrerwoche. Wie bereits gemeldet, werden in der Zeit vom 6. bis 12. Mai 1929 die Verfehrsregeln für Radfahrer auf den Straßen Berlins durch die Verkehrswacht Berlin- Brandenburg verteilt. Genau wie bei der Fußgängerwoche im pergangenen Jahr geht eine Verteilung durch die Berliner Firmen nebenher. Die Bertehrswacht Berlin- Brandenburg bittet alle Berliner Firmen, gleich viel ob es sich um große Riesenbetriebe oder kleine Spezialgeschäfte handelt, der Verkehrswacht Berlin- Brandenburg mitzuteilen, wieviel radfahrende Angestellte und Arbeiter in ihrem Betriebe vorhanden find. Jim Einvernehmen mit dem Polizeipräsidium sind nunmehr die Verteilungspunkte für die Ralfahrerregeln wie folgt festgelegt worden: Oranienburger Tor, Unter den Linden Ecke Wilhelm Straße, Knie, Lüzomplaz, Potsdamer Straße Ede Bülowstraße, Invalidenstraße Ede Brunnenstraße, Schönhauser Tor, Große Frankfurter Straße Ede Andreasstraße, Köpenider Straße Ede BrückenStraße, Charlottenstraße Ede Leipziger Straße, Hallesches Tor, Hermannplatz. Dort werden von 15 bis 19 Uhr die Verkehrsregeln fostenlos abgegeben. Für Donerstag, den 9. Mai( Himmelfahrt), und Sonntag, den 12. Mai, werden die wichtigsten Ausfallstraßen Berlins besegt und zwar: Wittenau( Nord- Bahnhof), Niederschönhausen, Blankenfelder Straße Ecke Schillerstraße.- Tegel: Berliner Straße Ede Spandauer Straße( Strafanstalt).- Bahnhof Zehlen Die Rennfahrer des 23. Bezirks von Solidarität" Heerstraße. Grunewald: Königsallee Ede Wallotstraße. Mariendorf: Chausseeveranstalten auf der Strecke Falkensee- Börnicke- Pausin- Falkensee dorf: Hauptstraße Ecke Berliner Straße. Weißensee: Berliner Straße Ede Falken ein Straßenrennen über 50 Kilometer. Die Groß- Berliner Renn- ftraße Ecke Dorfstraße. fahrer und Ordner treffen sich früh um 4% Uhr am Charlottenberger Straße( Kirche), Bahnhof Prenzlauer Allee, Bahnhof Lands. berger Allee. Friedrichsfelde: Berliner Straße Ede Schloßstraße. burger Knie. Bahnhof Treptow, Bahnhof Neukölln, Bahnhof Hermannstraße. An diesen Punkten treten paritätisch die Mannschaften vom Bund Deutscher Radfahrer, Arbeiterradfahrerbund Solidarität", Rotes Kreuz und Arbeitersamariterbund an. Himmelfahrtstag und den darauffolgenden Sonntag werden die Posten bereits um 6 Uhr früh bezogen. Die Berkehrswacht Berlin- Brandengrößter Rücksichtnuhme zu paffie.. Der Berufsradsport bringt auf der Olympiabahn den Großen Breis der Republik. An dem Stundenrennen nehmen Sawall, Krewer, Thollembeek, Saldow und Leddy teil. Dieselben treffen sich vorher in einem Einleitungsrennen über 25 Kilometer. Rütt ist wieder ganz originell und bringt neben seinen alljährlich veranstalteten Ausruferwettbewerb eine Nach= richtenübermittlung durch 25 verschiedene Beförderungsburg bittet alle chrzeuglenker, die Verteilungsstellen langsam unter mittel. Beginn der Veranstaltung 15 Uhr. Eintritt 50 Pf. Titelkämpfe im AABD. Kreismeister der Arbeiter- Athleten. Die vor ungefähr sieben Monaten begonnenen Kämpfe im Ge wichtheben und Ringen um die Kreismeisterschaften des Arbeiter Athletenbundes Deutschlands find Abschluß gekommen. Die Kämpfe der Meister um die Verbardsmeistertitel und dann um die Bundesmeisterschaften stehen bevor. In beiden Sportarten wurde manche alte Kreismeistermannschaft von jungen Mannschaften überraschend geschlagen. Die Leistungen im Gewichtheben reichen nicht ganz an die des Borjahres. Die Kämpfe im Ringen, mit der fortgeschrittenen Ringtampftechnik waren sportliche Seltenheiten. Nachstehend die Kreismeister: " Gewichtheben: Breslau Nord- Ost 03" 1486 Pfund. Forst N- L. Bereinigte Kraftsportfreunde" 1309 Pfund. Stralsund Sportverein Nordstern 07" 1545 Bfund. Ponarth- Königsberg Kraft- und Sportklub", Lichtenberg- Friedrichsfelde- Berlin Sportliche Vereinigung" 2056. Halle a. d. S. ,, Sportklub Adler" 1293 Pfund. Chemniz II. Chemnizer Athletenflub" 1618 Bfund. Erfurt Thuringa" 1590 Pfund. Magdeburg Atlas" 1721 Bfund. Harburg Germania" 1419 Pfund. Braunschweig Berein für Volkssport" 1278,5 Bfund. Elberfeld ,, Freie Turnerschaft" 1666,5 Pfund. Friesenheim Kraft- Sport- Klub" 1903 Pfund. Weinheim Sport vereinigung Johannis" 1622 Pfund. Augsburg- Oft Sportvereini gung" 1712 Pfund. Böckingen ,, Arbeiter- Athleten- Club" 1512 Pfund. " Solidarität"-Helfer! Eine Besprechung der Helfer bei der Rad fahrerwoche findet am Montag, 6. Mai, im Lokal Brüderstr. 14 fast. Bundestreue Vereine teilen mit: Freier Körperkulturkreis Kreuzberg. Eonntag, 5. Mai, Arbeitssonntag auf dem Gelände in Mogen. Mitbringen von Werkzeug( Hammer, Bange) erwünscht. Sreffpunkt 6% Uhr Görlizer Bahnhof. Kartell für Arbeitersport und Körperpflege des 19. Verwaltungsbezirks. Die Borständekonferenz am 6. Mai muß umständekalber auf Montag, 13. Mai, 20 Uhr, verlegt werden. Lotal von Klemm, Berliner Ede Sadlichstraße. Kartell für Arbeitersport und Körperpflege, Bezirk Nenrln. Eonntag, 5. Mai, Besichtigung des Luftbades Neukölln. Treffpunkt 10 Uhr Karlsgarten-, Ede Fontanestraße. Kartell für Arbeitersport und Körperpflege Lichtenberg. Alle Vereine müffen die Teilnehmer zum Turbeefest in Fürnberg an Otto Frieside, Grünberger Str. 18. melden. Tanerbad farten für das Fluß ab Klingenberg find für alle Fartellmital eder bei Friefde erhältlich. Preis für Erwad fene 3,75 M., Für Jugendliche 2 m. Die Kartelflugblätter find von Paul Wolter, Rummels burg, Co: theftt. 12, abar holen. Freie Faltbootfahrer Berlin. Fahrt n am Sonntan, 5. Mai, Picpli Puthe 25 Beeliz. Führer: Sorn. Abfahrt 5.52, Gesundbrunnen 6.02, Aleranderplag ab eelis 3.25, Tot damer Pahrhof 6.20, veftellung in Totsdam und Bildpark um fte gen. 2, Nach dem Haveled. Führer: Sothhaupt. reffpunkt 8 Uhr Bahnhof Lehnig. 3. agöfer Fließ. Führer: Tummescheit. Abfahrt 3.50 Stettiner Bahnhof bis Chorinden. Sartell fü Urbelterinert und Arperpflege, Bezirk Webbing. Montag. 6. Mai, 20 Uhr, Sartellfihung in der Paradenschule, Eeeftraße, gegenüber Sennigedorfer Straße. Wichtige Tagesordnung: Reichsarbeiterfrotitan, Bea fichtigung des neuen Sportplates Febberge, Ausgabe der Delegiertenkarten. Jeder Verein oder Abteilung muß vertreten fein Freie Ruberer urb Karufahrer, 1. Areis. Montag, 6. Mai, Sparten. ausschußfhung, ur Connenuhr", am Oberbaum 3, um 20 Uhr. Turnsparte, 1. Areis! Großstaffeltag Conntag, 5. Mai, im Treptower Bark( Rondellspielwiese). Alle Männer und Frauen treten pünktlich 14 Uhr zu den allgemeinen Freiübungen zum Bundesfeste in Nürnberg am. unt