BERLIN Mittag 6. Mi 1929 lOPf. Nr. 209 B104 46. Jahrgang. Srfcheiut tiglich auterSvnittas«. �_ t M„.££»« t« i»«»» r e i<. Die einspaltige NenpareMeteile Zugleich Abendaukgab« de«»Vorwürtt�. Bctug«»rei<%.. iTf W. ww t*»JM t 80 Pf., gleklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. beideAu«gabeu8üPf. pro Woche. S�oM. pro Monat.•• �0�*4/fl�wöA Postscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m.b.H., Kcdaktioa und Txvedition; Berlin SM öS. Lindeostr.»/ JJW�f ww TV Berlin Nr. 87536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Sperrvorschrisien aufgehoben. Die Ruhe in Neukölln und Wedding wiederhergestellt. Der Polizeipräsident teilt mit: Nachdem in den bisherigen beiden Unruhczentren Neukölln und Wedding die Ruhe seit 48 bzw. KV Stun- den keine nennenswerten Störungen mehr erfahren hat. hat der Polizeipräsident heute mit Tagesgraucn die für die beiden Gebiete erlassenen Sperrvor- schristen ausgehoben und die Polizei- lichen Matznahmen rückgängig gemacht. Selbstverständlich sind die erforderlichen Vorkchrun- gen getroffen worden» um etwa neuaufslackcrndc« Unruhen sofort entgegentreten zu können. I« Durch- führung des vom Herrn Prcutzischcn Minister des Innern erlassenen VerbotsdcsRotenFront- kämpferbundes einschlietzlich der Roten Jung- front und der Roten Marine sind heute früh bei der Bundesleitung und der Gaulcitung Berlin-Branden- bürg und bei den Abteilungsleitern der genannten Organisationen das Inventar» das gesamte Material und die Bankkonten beschlagnahmt und sichergestellt worden. Die Vernehmungen der Aufrührer vor dem V e r n e h- mungerichter sind auch am Montag fortgesetzt worden. Am Sonntag sind noch 62 Personen ins Polizeipräsidium einge- liefert worden, allerdings nur wegen kleinerer Delikte, wie Nichtbeachtung der polizeilichen Anordnungen, Verteilung von Flugblättern, Nichtrespektierung der Sperrgebiete usw Diese Sistierten sind bereits im Lauf« des gestrigen Tages nach Fest- stcllung der Personalien wieder entlassen worden. Die Zahl der Opfer hak sich glücklicherweise nicht über 23 erhöht, und das Befinden der in den Kronkenhäusern liegenden Verletzten ist den Umständen nach zufriedenstellend. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft werden die Leichen der bei den Schießereien in Neukölln und am Wedding getöteten Personen gerichtlich obduziert werden, damit auf diese Weise genau festgestellt werden kann, wer von den Kugeln der Dachschützen und wer von den Schüssen der Polizei ge- troffen worden ist. Es handelt sich hierbei um keme besondere Maßnahme, sondern lediglich um eine Vorschrift, die stets bei unnatürlicher Todesursache Anwendung finden muß. Die Obduktion der 23 Opfer wird unter Hinzuziehung der zustän- digen Amtsrichter von N e u k i! l l n und W e d d i n g stattfinden und sicherlich mehrer« Tage in Anspruch nehmen. Erst dann können die Toteü zur Beerdigung freigegeben werden. Oer Sonniag ist ruhig verlaufen. Der Polizeipräsident teilt am Sonntagabend mit: Tie letzte Nacht und auch der Sonntag sind in den Unrnhezentren Neukölln und Wedding ruhig verlaufen. Tie Milderungen» die in der Handhabung des Polizei» lichen Schutzdienstes schon im Lause des gestrigen Tages eingetreten sind» konnten deshalb noch erweitert werden. Die im Dienst« befindlichen Beamten wurden durch andere, ausgeruhte Beamte ersetzt, sie erhielten schon gestern die Anweisung, im Gebrauch der Schußwaffen äußer st e Zurückhaltung zu üben. Wo noch vereinzelte Schüsse von Aufrllhrern abgegeben wurden, ist nicht mit sofortigem Feuer geantwortet worden, sondern die Polizei ist gegen diese letzten Aufruhrnester mit Durchsuchung der Häuser, die die ganze Nacht offen gehalten werden müssen, vorgegangen. In einem Lokal in Neukölln wurden vier Messerstecher festgenommen, die in politische Meinungsverschiedenheiten geraten waren. Bei einem der Verhafteten fand man einen Revolver, bei einem anderen einen Gummiknüppel. Die Lag« war auch am Sonntagabend in den Absperrung?- gebieten im' allgemeinen ruhig. Um 21 Uhr traten sowohl am Wedding wie auch in Neukölln die üblichen Absperrun gs- maßnahmen wieder ein. Am Webding bildeten sich an vielen Stellen Gruppen Debattierender, die indes mühelos von der Polizei zerstreut werden konnten. In Neukölln blieb der Straßen- bahnverkehr durch die Hermannstratz« während de- ganzen Tages gesperrt. Di« wachsende Beruhigung läßt sich auch daraus er- kennen, daß die Bewassnu� der Beamten mit Handgranaten wie in Von Kommunisten niedergeschossen Gin„Vorwarts"-Austräger von Kommunisten schwer verwundet. Unser langjähriger„Vorwärts"-Austräger Fenzloff ist am Freitagmorgen von Kommuni st en nieder» geschossen worden und liegt mit einem schweren Hüft- schütz danieder. Der Schutz ist von hinten in die linke Hüfte eingedrungen» hat zwei Rippen durchschlage« und ist wenige Zentimeter am Herzen vorbeigegangen. * Genosse Fenzloff gibt unserem Mitarbeiter, der ihn am Krankenlager aufstichte, folgende Schilderung: Ich trage sei Iahren in der Köeliner Straße den„Vorwärts" aus und bin bei den Kom- munisten darum sehr verfaßt. Schon öfter versuchten sie, mir meine Zeitungen fortzunehmen, einmal wollten sie mich sogar morgens aus meinem Haufe nicht herauslassen. Schon vor dem 1. Mai wurde ich fast täglich-angepöbelt und habe mir darum aus der Expedition schon immer als erster die Zeitung geben lassep, damit ich früher, bevor die Kommunisten aus der Straße sind, mit dem Austragen fertig bin. Am Freitag früh habe ich auch wieder ausdrücklich meine Frau nicht nach der Kösliner Straße geschickt, sondern bin selber gegangen. Die Straßen lagen vollkommen ruhig. An der Eck« Rei» nickendorfer-Wiesenstraßs sah ich im Dunkeln einige Personen, die mit schweren Bohlen ug-d Pflastersteinen hantierten. Ich vermutete zunächst, daß Straßen- arbeiter dort tätig seien. Ich ging darum in die völlig ruhige Kösliner Straße und teilte dort in Nr. 2, 3 und 5 die. Zeitungen aus. Als ich weiter ging und ungefähr vor dem Hause Nr. 7 ange- langt war, bemerkte ich auch, daß an der Wiesen- Ecke KöslinSr e-MM � Veelüttt VottSbUM SwttaletM»«Swtotwnrnfraawtfi»»«-i_ Y.' V.c-<*».>.■* W � R>»v.> o»»,»�x-'"»tCgj: WWW W....... �»4-.■» v4v«>>>» �,.N., ..«e»■ i—•. H.■ 1 1—■—■ -— 1»*«fc»* y»*»**1�... Straße das Straßenpflaster aufgerissen, die schweren Granitplatten hochgestellt wurden. Jetzt war mir klar, daß wieder Barrl- kaden aufgebaut würden. Ich ging darum nicht weiter, w«U ich von den Kommunisten nicht erkannt werden wollte, drehte mich um. um nach der Weddingstraße zurückzugehen. den vorige» Nächten in dieser Nacht unterblieben ist. Die Streifen tragen auch weiterhin Stahlhelm, doch sind die Posten teilweise nicht einmal mehr mit Karabinern ausgerüstet. Es wurden im Laufe der ersten Nachtstunden wieder etwa 40 Personen zwo ngsg« stellt, die sich gegen das Verbot ohne Ausweis in den Absperrnngsgebieten bewegten. Zu Tätlichkeiten ist es nirgends gekommen, ebenso sind Schüsse am Sonntag nirgends mehr abgegeben worden. Es ist anzunehmen, daß die von d«r Bevölkerung ersehnte Be- ruhigung nunmehr endgültig eintritt. Der Straßenbahnverkehr ist am Montag früh fahrplanmäßig aufgenommen. Am Sonntag l>atte man in der Hauptsache den Straßenbahnverkehr deshalb«ingestellt, um zu vermeiden, daß die vielen Ausflügler, die von den Abspcrrungsmoßnahmen und von den Barrikadenrcsten etwas sehen wollten, in zu starkem Maße in das abgesperrte Gebiet strömen und der Polizei dadurch Schwierigkeiten verursachen. >>;•»»<■*"«>«•«■•v i .**'•£&****.■»■ V-.»<.»,»» X, ♦»t« IW■ .y.---- y.*.»4.4 X. jh»'* tK****** dX ,,,, w tnt&m»»« Mii»<■> W'- 3%»: Vk TtatotatfU# frr zwy. beiter Berlins! » ♦-•«««•»«»«►«» m fc«*!**■** v.y■>' v;.,...w v;>.s >. x'.>«>" 1■-*>*•**?•'' V-y>xV-y S 5.-V• x.' 5•»«.»». 4•*'>*••«.•■»»X.»-»—.«4,*"««~>••>■•••» Vi:;\, 4. 4 V»«****»nt>>«if 1»wxx•. V>,. �4-, ••i.r. � t � H? 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Sie überfallen Filialen des„Vorwärts" und klauen. An mehreren Stellen wurde während der Unruhelage nach Einbruch der Dunkelheit von kommunistischem Mob organisierte Uebersälle aus„vorwärts"- Filialen unternommen. Während in der Müller-, Acker- und N e ck a r st r a ß e „nur" die Scheiben zertrümmert und die Auslagen ausgeraubt wurden, kam es auf die Filiale in der Wilhelmshavener Straße in Moabit zu einem regelrechten Banditenllberfall. Vom Hof aus wurden die Scheiben eingeschlagen, etwa sechs bis acht Burschen stiegen«in. Mit vorgehaltener Pistole wurde der Expeditionsleitdr von drei kommunsstischen Räubern in Schach ge- halten. Die übrigen plünderten inzwischen die Kasse, erbrachen alle Behältnisse und stahlen, was ihnen mitzunehmen wert erschien. Die Banditen sind entkommen. Rot-Fwnt verboten. Durch Verordnung des preußischen Innenministers. Ter Preußische Minister des Innern hat folgende Verfügung erlassen: Auf Grund des 8 14 in Verbindung mit§ 7 Ziffer t und 5 des Gesetzes zum Schutze der Republik und auf Grund des 8 2 des Reichsvereinsgesetzes vom 19. April 1998 in Verbindung mit 8 129 des Reichsstrafgesetzbuchs wird fürdasGebietdesFreistaatesPreutzen mit Zustimmung der Rcichsrcgiernng der„Rote Frotttkämpferbund e. V." einschließlich der Roten Jungfront und der Roten Marine mit allen seine« Einrichtungen ausgelöst, weil aus seinem Ver- Nach zehn Iahren... Oer Katt Oujardin vor dem Zttsterbitrger(Schwurgericht. Znflerburg, 6. Mal. vor dem Schwurgerichi Znslerburg begann heule morgen um 9 Uhr unter Vorsitz von Londgerichisdireltor Sary aus Znslerburg da» Wiederaufnahmeverfahren gegen den ehemaligen hilssgendarm Paul D u j a r d l n. der vor zehn Jahren wegen Totschlags au dem Besitzer Zaquet aus Slein-Sohlifchken bei Znffcrburg zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden war. Dieser Prozeh gehört zu den interessantesten Srlminalsällen der letzten Zahre, und es ist wohl das erstemal, dah ein Mann nach zehnjähriger Zuchthausstrafe beurlaubt wird, um sein Wiederaus- nahmeverfahren zu betreiben. Die Verteidigung Dujardins. eine, mittelgroßen blonden Mannes mit scharfen Gesichtszagen, ha« wie vor zehn Jahren Rechtsanwalt S ch ö n s e l d aus Tilsit über- nommen. während die Anklage von Oberstaatsanwalt Dr. Eis- w a> d und Staatsanwallschastsrat priese vertreten wird. Dieses Wiederaufnohmeversahren war ein zäher Kampf mit den Gerichten. Aweimal hatte das Landgericht Insterburg es abge- lehnt, den Fall erneut aufzurollen und erst der Belchluh des Senats des Königsberger Oberlandesgerichts verfügte im Januar 1923 nach eingehenden neuen Zeugenvernehmungen dlesen Prozeh. Das Jnster- burger Gericht hatte die Wiederaufnahme abgelehnt, obwohl die da- malige Ehefrau de» ermordeten Jaquet. die vor einem Jahr einen Besitzer namens choelzner geheiratet hatte, ihrem zweiten Mann gestanden hatte, dah nicht Dujardin. sondern sie selbst Jaquet getötet Hobe. Dieses Geständnis der Frau hotte choelzner dem Gericht mitgeteilt, oder später widerrufen. Ander« Momente und neu« Zeugenaus- sagen aber veranlaßten das Oberlandesgericht, erneut zu erforschen, wer der Urheber des Dramas im Waldhaus der Besitzung Iaquets in Klein-Kohlischten gewesen sein könnt«. Di« Verhandlung wird am Dienstag und Mittwoch im Mordhaus stattsinden. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag wird der interessanteste Teil des Prozesses im Waldhaus oerhandelt werden. In dieser Rächt, fast genau vor zehn Jahren, ist Zaquet getötet worden. In der Nacht um 1 Uhr werden die Versuche des Gerichts stattfinden, um zu ermitteln, ob die Angaben der Frau choelzner vor zehn Jahren richtig oder falsch gewesen sind. Es � wird zwischen Dusardin und Frau fjoelzner ein Eekundenwettlaus um Freiheit und Ehre statt- sinden. Wenn Dgjardin und sein Verteidiger, sowie Oberregierung». rat Dr. Kapp vom preuhischen Innenministerium, der seit acht Jahren den Fall bearbeitet, mit ihren Behauptungen Recht behalten, wird Frau Hoelzner-Iaquet in eine schlimm« Lag« geraten. Oer Sutsbesitzer und der Gendarm. Nach Eröffnung der Verhandlung wurde zunächst Frau choelzner-Iaquet aufgerufen, die vom Vorsitzenden, Landgerichts- direttor Dr. Gary, in ungewöhnlich eindringlicher Weise ausgefordert wurde, die Wahrheit zu sagen Dann wurde der Angeklagte Dusardin vernommen, der 1893 geboren ist, den Krieg zunächst als Infanterist mitgemacht hat und sich jetzt als Arbeiter bezeichnet. Nach Verlesung de» Eröfsnungsbeschlusses schildert« der Vorsitzende zur Information der Geschworenen den Kriminalfall, der vor 10 Jahren in dem 18 Kilometer südwestlich von Insterburg im Walde am Kranichbruch gelegenen chaus« des Besitzer» Jaquet sich abgespielt hat. Jaquet war ein begüterter Mann, der 390. Morgen Land sein eigen nannte und mit seiner Frau Anna in anscheinend ungetrübter Ehe lebte. Jaquet verwaltete auch die Forsttasse und aus diesem Grunde wurde der Hilssgendarm als Schutz in das Haus gelegt.„Das damals anders organisierte Schwurgericht/ so erklärte der Vorsitzend«,«sprach Frau Jaquet frei, sprach aber Dujardln de» schweren Totschlages schuldig. Das Gericht war der Ansicht, daß der Angeklagte da- mals die Forstkasse berauben wollte und in Verfolg dieser Tat Jaquet getötet hat. Gegen dieses Urteil ist das Wiederaufnahme- verfahren in Gang gebracht worden, da von dem Verteidiger Be- hauptungen ausgestellt sind, die neue Beweismittel darstellen, und so hat das Oberlandesgericht die Wiederaufnahme angeordnet, denn das Oberlandesgericht ist der Ansicht, dah, wenn den Geschworenen vor 19 Jahren alle Schlüsse, die jetzt über Frau Jaquet bekannt sind. bekannt gewesen wären, das Urteil der Geschworenen wohl anders ausgefallen wäre."— Dann vernahm der Vorsitzende Oujardin, der als Sohn eines Handwerksmeisters das Bäcker- und Konditoren- gewerbe gelernt hatte und später in Belgien und Luxemburg ar» bettete. Bei Kriegsausbruch trat er in das Infanterieregiment 69 ein, wurde im Feld« verwundet und kam nach Insterburg, wo er als Kriegsverletzter in die Gendarmerie aufgenommcn wurde, wo- dei Dusardin sich fälschlich als Kavallerist bezeichnet«, da Reiter bevorzugt wurden. Zu seiner Ausbildung wurde der Angeklagt« erst auf ein Gut und Im März 1919 nach Klein-Kohlifchken ge- schickt, wo er die Forstlass« schützen sollte..Man hatte mir gesagt, ich solle mich dort an die grau halten, die das Be- stimmungsrecht hätte. Ich schlief in einer Kammer mit dem Forst- gehilfen Rees« zusammen. Ich hatte Außendienst und muhte tags, aber auch nachts Patrouille gehen. Kam ich nachts nach Hause, muhte ich an da» Schlafziinmersenster der Eheleute klopfen, wor- auf Herr Jaquet dann die Tür öffnete und mich hereinließ. Bor f.: Wie standen Sie mit den Eheleuten Jaquet? Angekl.: Wir vertrugen uns sehr gut. Jaquet,«in fleihiger, braver Mann, war mir sehr sympathisch, obwohl er ein wenig wortkarg war. Er lebte nur seiner Arbeit und ging um 8 Uhr schlafen, während die Frau länger aufblieb. Vors.: Haben Sie mit der Forstkoss« zu tun gehabt? Angekl.: Rein, aber mir war bekannt, dah öfter, mehrere 1990 Mark im Geldschrank waren, wenn Holzversteige- rungen stattgefunden hatten. Vors.: Wie war das Zusammen- leben der Eheleute? Angekl.:«euherlich sriedlich, freilich sprachen beide kaum miteinander. Di« Frau aber bestimmte alle«. Im Dorf munkelte man auch, dah Frau Jaquet sich mit anderen Männern abgab. Vorsts Wie stellte sich Frau Jaquet zu Ihnen? Angekl.: Ansangs gut, aber das änderte sich, als ich es ablehnt«, abend« allein mit ihr auszubleiben, denn ich wollte den Dorsklasich vermeiden. Was los war, merkte ich, als die Frau eine» Abends. als ich vom Patrouil�ngang nach Hause kam. sich nn Hemd zu mir an den Tisch setzte. Ich war aber sehr abweisend, so dah st« schließ- lich aufstand und mit dem Wort.Esel" in» Schlafzimmer zurückging. In seiner Vernehmung sagt« Dusardin weiter aus: Von diesem Tage an behandelt« mich Frau/Iaquet sehr kurz, vors: Hat die Frau mal mit Ihnen über ihr« Liebschaften gesprochen? Suchten Sie nicht eine reiche Frau? Angekl.: Ich hätte gern damals«ine pasiende Frau geheiratet. hott«» hervorgeht, dah sei« Zweck i» Widerspruch ,u de« ge«a««ten gesetzlichen Bestimmungen steht. Das Ver- möge« der betroffene» Organisationen wird gemäß 8 18 des Gesetzes zum Schutze der Republik und s 3 des Gesetzes vom 22. Mär» 1S21 zugunsten des Reichs beschlagnahmt und eingezogen. Die Durchfüh- rnng der Beschlagnahme«ud Einziehung obliegt den ort- lichen Polizeiverwaltungen. Diese Verfügung des Ministers des Jnner« Grzefinski ist bereits der Bündesleitung des Rote« Frontkämpfer- »undes zugeleitet worden. » In der zurzeit noch in Arbeit befindlichen aus- jührsichen Begründung des Verbotes heißt es u. a.: Der„Rote Frontkämpferbund" macht gemäß seinem Fahneneid, der in den Mitgliedsbüchern abgedruckt ist, eiserne Disziplin und strengste Zucht zur Pflicht. Seine Ziele sind auf den gemalt- samen Sturz der bestehenden Staatsform und Ein- führung der Diktatur des Proletariats gerichtet. Der„Rote Fraßt- tämpferbund" soll sein die„bewaffnete Macht" der Arbeiterklasse, die die Entscheidung bringt. Der Bundesvorsttzende Thälmann sagte bei der Oktobersitzung in Hamburg am 23. Oktober 1926: , /keine Regierung hindert uns daran, die Fortsetzung des Kampfes an einem bestimmten Tage durchzuführen. Der Weg geht über die Eroberung der Staatseinrichtungen. Die Arbeiterfäuste des Proletariats müssen auf die Bourgeoisie einschlagen." Am S. Jahrestag des Hamburger Aufstande», im Oktober 1928, sagte Thälmann: »Wir werden erneut aus die Barrikaden steigen, und dann «erden wir die proletarische Diktatur erkämpfen." Am 18. November 1928, auf der Gaukonserenz des„Roten Fronttämpferbundes" Verlin-Brandenburg schloß die angenommene Resolution: „Die neu aufsteigende Welle der revolutionären Arbeiter- bewegung wird den Gang derproletarischenReoolution beschleunigen... Vir werden diese zu einem bewasfncien Ausstand zu steigern hoben zur siegreichen Durchführung der Revo- wlloa in Deutschland. Wir müssen heute fortsetzen, wo» die Oktoberkämpfer 1923 begonnen haben.. Der„Rote Frontkämpferbund" ist nach streng militärischem Muster theoretisch und praktisch durchgebildet. Da die Leitung er- kannt hat, daß die Aufrichtung der proletarischen Diktatur nur von einer militärisch ausgebildeten und disziplinierten Kampftruppe er- reicht werden kann, befindet sich bei jeder Abteilung des„Roten Frontkämpferbundes" neben dem politischen Führer ein technischer Führer, der die Mitglieder nach dem von der Bundcsführung herausgegebenen Kommandoreglement auszubilden hat. Wie war es in Verlin? Schilderungen der sommunistifchen presse. „Ruhrecho", Essen: Seit �8 Stunden wird in den Straßen Berlins, auf B.'fehl des sozialfaschistischen Polizeipräsidenten Zör- giebel, Arbeiterblut vergossen. Der Henker des Berliner Proletariats ist aber auf den heldenhaslca Viderstand der Berliner Arbeiter gestoßen, die sich am 1. Mai mulig die Sirahen«roherten und sie; durch den Vau von Barrikaden verieidigien. Barrikaden in Berlin! Sie sind nicht weniger«in Heldenlied des internationalen Proletariats als die g l o r» reichen Kämpf« der Pariser Kommunarden, der russischen Revo- iutioii, der Spartakustage und des Hamburger Auf- st a n d« s., „Klassenkampf", Halle: Trotz der durch die Presse . bereits bekannten hermetischen Absperrung, trotz der Zernierung aller Straßen, trotz de» Aufgebots Tausender und aber Tausender bi» an die Zähne bewaffneter Beamtey wuchsen auch in der ver- gangenen Rocht wieder Barrikade« aus dem Bodm. die der Polizei schwer zu schaffen machten. In der Prinz-Handjery-Straßs in Neukölln. Ecke Oessingstraß«. stießen mehrerePanzerwagen zugleich gegen die Barrikaden vor. Sie wurden jedoch in die Flucht gelrieben. ..Volkezeilung". Hamburg. Die bürgerliche und sozial- demokratische Presse versucht, die heldenmütigen Berliner Arbeiter zu o e r u n g l i m p n indem sie behauptet, daß der Barrikadenbau in Neukölln und im Wedding„lediglich von halbwüchsigen Burschen inszeniert worden" sei. „Jmprekorr": In den Abendstunden sind in den prole- tarischen Bezirken, vor allem in Neukölln und im Wedding, die Massen immer noch auf den Straßen, ja, sie haben noch zugenommen. Um sich gegen die tollgewordene Soldateska zu verteidigen, dl«, wie selbst die bürgerliche Presse meldet, vor„Nervosttät" völlig außer Rand und Band gerät und Tausende von Schüssen abgibt. werden Barrikaden errichtet. Um manche dieser Barrikaden wird stundenlang gekämpft. * Nach den Berliner kommunistischen Blättern hat die Polizei aus bloßem Vergnügen an solcher Art von Unterhaltung auf f r t e d- liche, wehrlose Menschen geschossen. Na� der übrigen kommunistischen Presse aber hat die Polizei gegen heldenmütig kämpfende Barrikadenhelden gestanden und vor diesen stellenweise sogar die Flucht ergreifen müssen. Die Vermutung, daß es sich bei der ganzen Barrikadenspielerei nur um die Streiche von dummen Jungen gehandelt habe, wird als„Verunglimpfung" entrüstet zurückgewiesen. Belustigend wirkt es, daß sich die gesamte kommunistische Pro- vinzpresse von einem Generalstreik in Berlin am letzten Sonnabend berichten läßt. Die Leser müssen von diesen Berichten den Eindruck erhalten, als wären die Berliner Arbeiter gescHosien der kommunistischen Parole gefolgt und als hätte sich in Berlin kein Rad gedreht! Oberst Bauer gestorben. Die rechte Hand Ludendorffs— Kappiff. Der Oberst Bauer ist an den Pocken im Krankenhaus in Schanghai gestorben. Er war Ofsizier bei der Fußartillerie. wurde 199? in den großen Generalstab berufen, wo er in der Aufmarsch-. und Mobilmachungsabteilung die schwere Artillerie bear- beitete. Seit dieser Tätigkeit stand er in enger Verbindung mit Ludendorsf, unter dem er im Weltkrieg in der„Operations- obteilung" arbeitet«, intrigierte und politisierte. Er war der In- s spirator vieler phantastischer politisch-militärischer Pläne. Dl« Berliner philosophische Fakultät verlieh ihm den Ehrendoktor. Nach dem Weltkrieg« entpupte sich seine politische Unzulänglich. keit vollends. Er nahm natürlich, am Kapp-Putsch teil und ent- hüllt« damit hie Unzuverlässigkeit von Reichowehrgeneralen. Er floh dann nach Ungarn, bi» er 1923 amnestiert wurde. Wie sein Meister Ludendorfs entwickete er mehr und mehr rad«kal-anki- semitisch- p ö l t i s ch e Gedankengänge. Schließlich landete er in C h i n a. wo seine soldatische Natur im Bürgerkrieg auf Betätigung hoffte. Er selbst bezeichnete sich als.ökonomischer und industrieller Ratgeber" des General» Tschiangkaischek. Da dieser aber Erfolge hatte, muß sein Einfluß sehr gering gewesen sein. Bauer war ein« Blüte de» preußischen Militarismus, eine Verkörperung de» Typ», für den e» in der Demokratie am wenigsten ein« Wirkungsstätte gibt._ Fünf Opfer eines Hauseinsturzes. Dei Abbrucharbeiten in Eh kago. In Chicago ist gestern ein dreistöckiges Haus, das sich im Abbruch befand, eingestürzt. 1k Arbeiter wurde« getötet und neun verletzt. Straßenbahnung'ück in Nürnberg. 12 Zahraäste verieht. heute früh 7 Ahr entgleiste in Rürnberg ein Slraßcnbahnbetrlebswagen mit Anhänger ans der Ringlinie, wobei etwa 12 Personen verlehk wurden. Der Straßenbahnzug fuhr den Neutorberg mit großer Ge- schwivdtgkeit hinunter, so daß er die an der Eck« der Johannis- straße befindliche scharfe Kurve rlicht mehr nehmen konnte und au» den Schienen sprang. Roch Ueberquerung de» Fahr- weges drückte der schwere Triebwagen die Randsteine und da» Pflaster des Bürgersteiges lief ein und blieb auf dem unleren Absatz einer breiten Sleinlreppe stehen. Durch den Anprall wurde der Anhänger herumgeworfen und. gegen den Triebwagen ge- schleudert, so daß sämtliche Fensterscheiben de» Anhänger» zer- trümmert wurden. Da» Untergestell und die Hintere Plattform des Triebwagens wurden stark beschädigt, von zwei Schwerverlehlen ist der eine ein R a d s a h r e r. der von dem entgleisten Straßen- bahngug ersaßt und zur Seite geschleudert wurde. Die anderen Personen erlitten leichtere Verletzungen. Llnfälle des Eonnka�s. lheurrwedr eu'e verun ück Vcer Ver'ehie. Am Sonntag früh wurde eine Motorspritze der Vll- Helmshagener Feuerwehr von elnem schweren Unfall belrofsen. Das Fahrzeug, das erst vor drei Tagen in den Dienst gestellt worden war, befand sich auf einer Uebungssahrt nach Fried- nchshagen Auf dem Wege nach dort, an der Seestraßenbrücke, in der Nähe der Wasserwerke, versagte die Steuerung, der Wagen rast« in voller Geschwindigkeit gegen einen Baum und stürzte um. Sechs auf der Spritze sitzende Wehrleute wurden heruntergeschleudert. Der Feuerwehrmann D r i e s« n e r erlitt schwere Verletzungen und mußte in» Köpenicker Krankenhaus ge- bracht werden. Drei andere Wehrleute wurden leichter verletzt. Die völlig demolierte Motorspritze mußte abgeschleppt werden, Beim.Ueberschreiten de, Fahrdommes vor dem Haui« Mar- k u s st r. 8 3 wurde das sechsjährig« Kind des Dachdeckers Schulz von einer Autvdroschte überfahren und tödlich verletzt. Einen tragischen Tod fand am Sonntag der fünfjährige Sohn Alois de« Schifiscigner» Wurzel. Das Kind spielte auf dem Kahn de» Bater», verlor rflötzllch das G'eichgervicht und stürzte unweit der Fürstenbrunner Brücke ms Wasser und ertrank. Die kleine Leicke konnte einig« Zeit später geborgen werden. Am Fuße der Kellertreppe Im Haus« Körnerstr, 2 8 wurde der«jährige Kausmann Ernst Laschte mit einer schweren Echädelverletzuna tot oufpesunden. Offenbar hat L., t«tz spät ndchls anaebeitert heimgekehrt sst. die richtige Trepp« verfehlt und ist in den Keller hinabgestürzt. Miiaas 2S Grad Wärme. S'arker Au-tflugsvrrkehr am Sonntaq. Mit 2 8 Grad Värm« vm die Millagsstonde ist h-''te d'r bisher wärmste Tag tn diesem Frühjahr der Enlläu- schnngen zu verzeichnen, vorläufig Ist mit einem Anhalten der warmen Temperaturen bei kleinen Schwankungen zu rechnen, heule morgen lagen dle Temperaturen lm ganzen Reich über 18 Grad Värme. m■ Das gestrige schön« Sonntagswetter mit seinen sommerlichen Temperaturen hatte einen außerordentlich starten A u s s l u g s- verkehr zur Folg«. Vorortbahn. Straßenbahn und Autobus wurden während des ganzen Tages stark benutzt, der Verkehr ging llberoll regungslos vonstatten. Die Straßenbahn wußte schon in den frühen Vv"' stunden zahlreiche, logar zum Teil doppelt behängte Eins wagen in den Dienst stellen. Besonders stark war der Andr z nach Tegel. Tegelort. Pichelsdorf, Köpenick und Grünau. Im ganzen wurden 2,1 Millionen Fahrgäste l>esörd.»rt Auf der Stadt- und Vorortbahn wurden 2 Millionen Fahrtarten'ausgegeben. An der Spitze marschiert Grünau, das 81 999 Ausflügler als Ausflugsziel genommen hatten. Nach Wann- s e e fuhren 48 999, nach Friedrichshaqen 39 999 nach Pols- d a m 39 999 und nach Treptow 28 999 Fahrgäste. Die A b o a g, die auf ihren Ausflugslinien gleickialls mit zah'r-ichen Einlog- wagen m Erscheinung traten, beförderte rund 718 999 Personen Gro�dachstuhlbrand n Gchöneberg. Im Dachstuhl de» Hause, Habsburger Straß« 7 in Schöneberg entstand heute mittag um �2 Uhr Feuer, das sich schnell aus- breitet«. Bei Schluß des Blattes ist die Feuerwehr mit fünf Löschzügen an der Brandstelle tätig. Es wird aus sechs Schlauchleitungen Wasser gegeben. Zahreszahlung: 3 Milliarden. Vor dem Endkampf um die Zikparationafumme. Paris. S. Mai.(Eigenbericht.) Di« französische Preffe kommentiert eingehend die Annahme des neuen Doungschen Dermittlungsvorschlages durch die deutsche Dele- gation. Die Tatsache einer wenigstens prinzipiellen Einigung der Amerikaner und der Deutschen Hai bewirkt, daß die neuen Vorschläge mit einer Ruhe und Sicherheit geprüft werden, die bisher nicht zu beobachten war. ohne daß erneut recht deutliche Kritiken an die Adresie der Amerikaner gerichtet werden, die, wie einstimmig fest- gestellt wird, abermals von den Alliierten Abschläge forderten, ohne selbst sich zu Opfern zu entschließen. Nach den Berechnungen der Blätter stellt sich der Kapitalwert des amerikanischen Kompromihvorschlages, auf dessen Boden sich die deutsche Delegation unter gewisien Vorbehalten gestellt hat, aus ZflVi Milliarden, während im Alliiertenmemorondum Der Gekränkte. «ras Westarp teil, öffentlich mit, daß e' weg«n der Mairede Sollmanns sein Rund- sunk-bonnement gekündigt hat. „Auf mich hört ke,ner mebr in Deutschland.- zum Donner. weiter, da will ich auch mchts mehr hören!* S9>4 Milliarden verlangt worden seien. Darau ergebe sich ein« deutsch« Konzession an die Alliierten im Werte von 10 Mil- liarden, die aber immer noch eine D fferenz von Z Milliarden osfen lasse. Die von Deutschland nach dem amerikanischen Kompromiß» Vorschlag zu leistende Jahreszahlung würde sich auf 2050 Millionen(Soldmark belaufen und. wie hervorgehoben wird, noch dadurch«ine Dsrringe» rung erfahren, daß der Z I n s e n d i« n st für die Dawes-Anleihe von lS2S In Höhe von 70 Millionen Goldmart abgefegt wird. Für Deutschland ergäbe sich demnach dem Alliiertenmemorandum gegenüber ein Abschlag von insgesamt 145 Millionen Mark pro Jahreezahlung. Die Presie äußert sich zu der offensichtlichen Rot- wendigkeit, daß nunmehr von Frankreich Konzessionen gemacht werden müsien, tm großen und ganzen weder zustimmend noch ablehnend. Während die Blätter der Linken zu der Annahm« neigen, daß es auf Grund des amerikanischen Kompromiß. vorschlage» nunmehr zu einer Einigung kommen werde, über» wiegen in den Blättern der Rechten die vorbehalte. Di« alliierten Delegierten haben sofort nach Bekannt» werden des neuen Kompromißvorslblages an Dr. Schacht die Bitte gerichtet, feinen Standpunkt schriftlich zu sirieren. Ebenso wurde Owen Voung um nähere Auskunft vor allem darüber gebeten, wie er sich die Verteilung der vorgeschlagenen Summe aus die Alliierten denke. Allgemein herrscht der Eindruck, daß nach der Rückkehr des sronwstscken Delegierten Morrow sich der ch a u p I f a m p s um die von Dr Schacht formulierten Reserven entspinnen werde. Fraglos bat die Konferenz hier noch Klippen zu überwinden, deren Bor- handensem auch jetzt noch vor allzu großem Optimismus warnen läßt.„Vetit Parisien" glaubt berickten zu können, daß diese Re- serven sich vor allem auf die Kommerzlalisierüng»- Methoden bezögen sowie Erleichterungen beträsen. die Deutsch- land durch die zukünftige Reparationsbant zu erhalten wünsche. Unter den deutschen Reserven soll sich, wie wir erfahren, auch die Forderung na» einer Klausel befinden, die die Möglichkeit euer Revision offenhält für den Fall, daß die von Deutschland übe-nommenen Verpflichtungen das deutsche Leistungsvermögen übersteigen sollten._ Oynam iexplosion in Kroaiien. Acht Tot', e r �chwerver'-ht-- E s se g(Kroatien), 6. Mai. Auf dem Ztaatögut Velfes in der Nähe von Sabinas- kele ereignete sich in einer in einem Steinbruch gelegenen il'aracke ein schweres Explosionsunglück, dem acht Menschenleben zum Kpfer fielen. Ein Vorarbeiter hatte 25 Kilogramm Dynamit, die vom Regen durchnäht waren, zum Trocknen neben den überheizten Ofen gelegt. Plötzlich explodierte da, Dynamit mit furchtbarer Se- walt. Die ganze Baracke wurde vollständig zertrümmert. Unter den Trüm-ern wurden die verstümmelten Leichen von f I e b e n A r- beitern gefunden. Rur zwei IH)eit»r. danin er der Bor- « r b e i t e r. wurden mit schweren Verletzungen abd' noch lebend in» Krankenhaus gebracht, wo der Vorarbeiter seinen Verletzungen erlegen ist. Auch der zweite Schwerverletzte dürste kaum mit dem Leben davonkommen. Unter der Bevölkerung geht da» Gerücht um, daß der Vorarbeiter dir Ka'astrophe absichtlich herbeigeführt habe, weil er befürchtete, daß gewisle Unregelmäßigkeiten an den Tag kämen. Kunst, M Das Konzerlgebouw-Orchefier. Zwei Abenve in ver Philharmonie. Man weih— und braucht nicht die ganze Welt zu kennen, um festzustellen, daß das C o n c e r t g e b o u w- O r ch e st e r in der Welt nicht seinesgleichen hat! nicht seinesgleichen haben kann. In der Tat, hier ist von absoluter Vollkommenheit zu reden. Nicht nur, daß unter den Musikern, aus denen es sich zusammensetzt, jeder, ganz gewiß jeder, ein Meister seines Instruments, nicht nur, daß auch sedes Instrument, zumal unter den Geigen, von erlesener Qualität ist: das sind gewissermaßen die selbstverständlichen Vor- aussetzungen. Orchesterspiel nur als Summe hochwertiger, ja, vollendeter Einzekleistungen, dos wäre noch keine Vollkommenheit. Doch wie bei solcher Gipfeihöhe des individuellen Niveaus es zugleich ein Geist und Wille ist, der bis ins letzt« und unscheinbarste Detail der Phrasterung und dynamischen Schattierung olle Spieler, alle Spiolergruppen durchdringt: wie die�e Gruppen und Untergruppen der Streicher, der Holz- und der Blechbläser, jede in sich, absolute Ausgeglichenheit des chorisch vielstimmigen Tons erreichen: wie solcherart die Teile sich zu einem Ganzen zugleich von Idealer Ge- schosienheit und Gestuftheit des Gesamtklanges, höchster Elastizität und Exaktheit des gemeinsamen Rhythmus binden, zum Ganzen dieses wunderbar reich und volltönenden Orchesters: das eben ist, alles in allem, für unser Ohr ohne Beispiel. Nur unter außerordentlichen Arbeitsbedingungen kann solche Vollkommenheit erzielt und erhallen werden Außerordentliche Be- dingungen— sie sind in der Person des Dirigenten Willem M e n- g e l b e r g gegeben. Seit mehr als dreißig Jahren steht seine or- ganisatorische,«rzieherische Führerkraft im Dienst dieses Orchesters. Jeder Takt, jeder Bogenstrich ist hier Ergebnis gründlichster Einzel- arbeit, jedes öffentliche Konzert Frucht unzählbarer Proben. Für diesen Grad der Verbundenheit, diese Genauigkeit des Einverständ- nisses von Pull zu Pull, nicht allein zwischen Führer und Geführ. ten, fehll in unseren verhältniflen jede Aergleichsmöglichkeit. Diese Musikergemeinschast ist organisch zur Cinhell eines Instruments zu- sammengiwachfen: sie selbst, die Gemeinschaft, handhab! mit un- fehlbarer Virtuosität dies Instrument, das wiederum sie in den Händen ihres Führers wird. Wie etwa sie nach seinem zwingend starken Willen Liszt».Präludes" spielen, das gibt ihrem zweiten Abend einen Ausklong von elementarer Großartigkeit, und das Publikum der Philharmonie, voll aufrichtigster Bewunderung für ein« Reih« wahrhaft überragender Leistungen, feiert die Gäste mit stürmischer Herzlichkeit. Darüber aber dürfen wir nun dennoch nicht übersehen, was diese» Orchester uns— nämlich, was sein Dirigent ihm nicht zu geben vermag. Was dem nachschaffenden Musiker Mengelberg. was ihm an geistiger Höhe, see ischer Tiefe zum großen Symphoniegestaller fehlt, das haben die Hauptwerke der beiden überlangen Programme, Symphonien von Beethoven, Mahler, Tschmkowsty, offenbart. Wie viel echter, stilgemäßer, russischer musiziert haben wir Tschaikowskys.Fünfte* neulich von Gabrilowiffch gehört. Immerhin. Tschaikowsky ist nicht Beethoven: aber Beethoven ist nicht Tschaikowsky. Von wie weit außen her, mit dem Ziel äußerer Wirkung dieser Dirigent an ein Werk wie Beethovens„P a st o> ra l e" tritt, das zeigt als Beispiel die beinahe solistisch« Heran- ziehung der großen Trommel im„Gewitter". Wie gesichert im Respekt der musikalischen Welt muß der Musiker sein, dem ein« solche Entgleisung gestattet bleibt. Und hoch im allgemeinm An- sehen steht Willem Mengelberg nicht erst seit dem Gustov-Mahler- Fest in Amsterdam das Interpret der Symphonien Mahlers. Um so schwerer die Enttäuschung, die setzt diese Darstellung der Vierton Symphonie uns bereitet. Bei glänzendster Bemeisterung alle» Klanglichen auch hier diese ZerdehnuNg, Verzerrung des Grund- lempos, diese äußerste Unbeständigkeit der Tempi war Unmahlerisch In einem Maß«, daß stch's nicht leicht überhören ließ. Als unvergeß'icher Eindruck Host«* die Gesamtleistung des Eoncertgebouw-Orchesters. Als Eindruck und als Mahnung vor sieben Ähren als die holländischen Gäste sich in der Philharmonie produzierten, horchten wir auf. sahen wir, staunend und resigniert, zu ihnen auf. wie in eine glücklicher« Welt. Lei uns war un- möglich, was hier als höchst« Möglichkeit erfüllt war. Soll heut« noch gelten, was damals in Zeiten tiefster wirffchaftlicher und poli- tischer Depression gelten mußte? Soll noch Immer in unserem Land der großen symphonischen Musik unmöglich sein, wo» in Holland mög'ich ist? Das Concertgebouw-Orchester wird dort als kostbarster Besitz der Nation, ol» edelstes Kulturgut behütet und gepflegt. Wir misten in Berlin, wi» wir an unseren Philharmonikern haben: wir wisten aber auch und ermesten nun von neuem, woran es ihnen fehll: an Arbeitsbedingungen, die dieses glücklichere Orchester sich dauernd errungen hat. Stetigkeit der Führung durch Jahrzehnte, unbegrenzte Arbeitsmöglichkeit, das ist es. was wir fortan auch für das Philharmonisch« Orchester sordern müssen. E» ist. nicht zu» letz?, ein« Geldfrage: hier ist für die Kunstpolitik der öffentlichen Hand eine dringende Aufgabe erwachsen. Kü,«, Pringsheim. Ostpreußen im Ulm. In den Kammcrllchtsplelen wurde Sonntag mittag der Werbefilm für Ostpreußen„Die Insel Ostpreußen" vor ge- wdenen Gästen gezeigt. Ministerpräsident Braun und der Königs- berger Bürgermeister Goerdeler hielten die Patenreden. Ostpreußen liegt den meisten Deutschen zu fern, um Reiseziel zu bilden. Das war vor dem Krieg schon so, uttd der polnische Korridor hat den Verkehr noch mehr erschwert Trotzdem ist da, Land sehenswert, es lft reich an landschaftlichen Schönheiten, wie sie zum Teil in ihrer E'genart kaum wieder in Deutschland zu finden sind. Zudem läßl sich die Reise auch— preiswert— auf dem Seewege(Sie tin- Danzig— Königsberg) macken und bietet damit neue Reize. Also, auf nach Ostpreußen, ins Land der masurischen Seen und des Elches der riesigen Wanderdünen am�er Kurischen Nehrung, in die Heimat des Bernsteins, an die Stätten, da Kant und Kopernikus'ebten. Der Film gibt reichhaltige Proben von den lundschaitlichen Schön- heiten. den kulturell und historisch interessanten Orten und der großen landwirtschaftlichen Bedeutung dieser Agrarprovinz, die drei bi»»ier Millionen Menschen außer der eigenen Bevölkerung nähren kann. Die trutziaen Ordeneritterburgen kMnrienburg vor allem), da» Tannenberg-Denkmal. da« p-achtvolle Vieh, die Pferde von Trakehnen— da» sinb nur einig« Glanzpunk« aus dem überreichen Repertoire, das der Film bietet. r, Eine ksbSbne flr pbilsdespw Nach dem Mulier ber?olk«»fibne errichtet ein» ameiikanbche Abonnent»»» q,nilation in Philadelphia ein liädtilch«» Tbeatei. Da» öieländc ist von der Stadl Pbiladelvhia zu> Pei? iüquna oestel» woiden. HS ist beabsichtigt,«inen SinheitSprei» von l Dollar Pro Platz einzuführen. isik, Film. Berliner Aussiellungen. Derain, Quennevule, Verein Berliner Künstlerinnen. Derain ist einer der stärksten Maler in der Gegenwart, und man sagt kaum zuviel, wenn man ihn zu den Nassischen Malern Frankreichs rechnet. In seiner Kunst ist die ganze französische Tra° dition von Poussin bis Cezanne zu einer spezifisch modernen Form gestattet, die, wie kaum eine andere, dos künstlerische Europa von heute kennzeichnet. Es ist der ungemeine Vorzug der französischen Kunst schon seit Jahrhunderten, daß sie konoentionsbttdend und über- all verständlich, außerdem aber von selbstverständlicher Qualität ist. In Derain sehen wir«ine typische Versammlung solcher Vorzüge, die aus der Ordnung und Gesetzmäßigkeit des Kunstwerks beruhen, kurzum in der unbedingten Schönhell der Form. Die Galerie Fl-chtheim stellt gegen 100 Arbeiten Andre Derains von 1908—1928 aus. Gemälde, Aquarelle und Hanzeichnungen. Obwohl in dieser ScÄ" nur wenig« Hauptwerke vorhanden sind, wie die mit Recht berühmte„Ansicht von Der»" aus dem Kölner Museum und die Halbsigurenbilder der„Italienerin* und des „Jungen", gibt sie eine gute Darstellung von seiner ruhevollen Klar- heit im Bildausbau, von der bezaubernden Dichtigkeit und Klassizität seiner Farbe und seiner Linie. Derain gehört zu den wenigen Fron- zosen von der Art Ingres, deren Zeichnung ebenso bedeutend ist wie ihre Malerei: derart, daß auch in seinen Gemälden dl« L'nie da» Mitbestimmungsrecht hat. Da» macht ihn für unser Gefühl be- sonders sympathisch und bedingt den heimlichen und doch offenbaren Klassizismus seiner ganzen Kunst. Gleichzeitig stellt ein« junge Französin im Kabinett von C. Landau(Schöneberger Ufer 31) aus. Chantal Ouenne- vill«. Es ist eine Malerei, die ihre Qualitäten ebenfalls auf die französische Tradition zurückführen kann. Daß sie sehr anders wirkt als Derain, mit femininer Zadßdi Landschaften aus Südfrankreich, Köpfe, Kinderakte in blaffen Farben und angedeuteten Konturen hinschreibt, liegt am Unterschied der Format« und de» Geschlechts. Doch bleibt das Gefühl einer für alle Schaffenden verbindlichen Kultur der Form, die bei den Franzosen jedem Künstler Haltung gibt. Der Verein Berliner Kün st lerinnen eröffnet« seine alljährliche Frühsahrsausstellung am Schöneberger Ufer 38. Der Gesamteindruck ist günstig, weil die Akzent« richtig sitzen und ein schönes Niveau erreicht wurde. Das Schwergew, cht liegt bei der Jugend; die bewährteren Kräfte hoben sich zwar zurückgehalten. ober ihre Beiträge stehen auf der Höhe. Dafür sind Beweis etwa die noblen Stilleben von Marie Preußner, die Landschaften ihrer Schwester Else Pre-ußner, die phantasievoll« Malerei von A n n o t(ein Akt und eine Pariser Landschaft legen Zeugnis ab von der schöpferischen Einbildungskraft dieser Künstlerin),«in vornehm stilles Porträt von A. v. Zitz«witz und die Akt« von Martel Schwichtenberg. Durchgehend gut schneidet der Nachwuchs ab. Wir nennen Fanny Remak mit einem„Großstadtfrühling" und einer„Reit- bahn", die ausgezeichnet komponiert sind: A. v N i« b e t schü tz mit sehr lustigen Tiergarten-Spieiplätzen, eine„Mutter mit Kind" von E. Haensgen-Dingkuhl voller Ausdruck, von Sola Schwarz«in ausgezeichnet komponiertes, pikant betontes Mädchenpaar, ein innig empfundenes Kinderbild von I m a Breusing. schön gemalte Landschaften von Gertrud Friedrich und A d d a K« s s« l k a u k. und vor ollem die glänzende Malerei von Viktoria B o b l e n z, ein Mädchenkopf und ein Azaleen-Stilleben, in der Kraft und Frische des malerischen Ausdrucks wohl das Erfreulichste auf dieser angenehmen kleinen Ausstellung. Dr. Paul F. Schmidt. Zum Gedächtnis Landauers. Matinee in der Volksbühne. Am L. Mai 1919 wurde Gustav Landauer ermordet. An- läßlich der zehnter, Wiederkehr seines Todestages veranstaltet« das Deutsche Friedenskartell am Sanntag vormittag in der Volksbühne am Bülowplatz ein« Gedächtnisfeier. Dr. Helen« S t ö ck e r sucht da» Wesen Landauers durch Gegen. [ätze zu erfassen. Sie bezeichnet es als mystisch und steptlsch, al» tief verinnerlicht und stark mtellektuell. Persönlich« Eindrücke füllen den Raum dazwischen au,. Dann spricht Erich Mühsam. Sturmlauf gegen die augenblickliche Stoatssorm, Hymne auf die Herrschasten, die vor ein paar Tagen in Neukölln und am Webding Barritaden errichteten. Alles mit dem Leitmotiv unterma't, Lan- dauer würbe auch dort gestanden haben. Es fft recht billig, einem Toten zuzuschieben, was er zehn Jahre noch seinem Tode eventuell angestellt hätte. Sieht Mühsam in seiner Rede eine Ehrung des Verstorbenen, dann irrt er sich, denn er verkleinert, schraub! ihn auf sein eigenes Format zurück. Alfred Wolf««stein erörtert darauf Landauer» Stellung zur Jugend. Fehler der Veranstaltung: man vermißt die Weite des Blick». Man will die Persönlichkeit Landauers aus«inen Generalnenner bringen. Der Sprachforscher, der Mitarbeiter Fritz Mauthners, der literarische Kritiker, überhaupt der Wlssenschaftter, kommen da- bei zu kurz. Der politische und kulturelle Revolutionär erhält allein das Wort.„Selbstmord der Jugend"..Die Abschaffung des Kri«- ges" und Teile aus dem.Aufruf zum Sozialismus* werden vor- gelesen, flammende Bekenntnisse eines leidenschaftlichen Denkers. Nur Paulme N a r d I berücksichtigt in ihrem Vortrag den Denker, während Bildt und Beierie die Leidenschast betonen und Ihr die Intellektuelle Färbung nehmen. Ein Marc Anton war Landauer kaum. Ganz ausgezeichnet das Bruinier-Quartett und der Sprechchor der Volksbühne. F. 8. Hans pffhner gehl nach München. Bei den Pfitznerspielen, die in Müncken am Sonnlag ihren Abschluß fanden, wurde mitgeteilt, daß der Komponist seinen bieberigen Wirkungskreis an der Ber- liner Akademie der Künste In Berlin auioeben werde, um dem Ruf de» bayerischen Staatsministerium» zur Führung einer Meisterklaffe für Komposition an der Staatlichen Akademie für Tonkunst in München zu folgen. München hat also seinen Psitzner nun ganz, und die vielfachen und betont„deutschen" Ehrungen, die chm dort zuteil wurden, werden so verständlicher. Thealcrfkandal In Graz. Di« Sonnabendaufführung der„Drei» groschenoper" löst« in Graz den größten Theaterskardal«u», der an der dortigen Oper semals zu verzeichnen n-ar. Die Auf» fi'chrung ging unter starker Bewachung vor sick. Kriminalbeamte waren im ganzen Hause»erteilt. Der erste Akt begann rubig. Plötzlich erhob sich im ganzen Hauke«in ungeheurer Lärm. Pseiken, Zischen und Scbreien durchtobte den Rvim Di« Musikanten be- mühten sich wekter zu spielen, mußten die» aber sebließlick, aus- geben. Die übrige Aufflibrung war gleichfalls von ähnli-ben Lärm- Izenen begleitet. Am Schluß kam es. erneut zu stürmischen M'l kallenskundgebuygen. Schließlich räumte die Polizei den Züschs räum. Auch vor dem Opernhaus kam es zu Lärmszenen. Mchslonserenz der Kämmereiarbeiler. Gestern Oelegierienempsang.— Heute Verhandlungsbeginn. In den Tagen vom 6. bis 8. Mai hält die Reichssektion Kämmereibetriebe im Verbände der Gemeinde- und Stoatsarbeiter ihr« 1. Reichskonferenz in den Räumen des Berliner Gewerkschaft?- Hauses ab. Diese Reichssektion wurde im Herbst 1928 errichtet und bildet mit ihren 112 990 Mitgliedern die stärkste der vier Reichssektionen des Verbandes der Gemeinde, und Staats- arbeiter. Zum Organisationsgebiet der Reichssektion gehören zehn Fach. gruppen städtischer Betrieb«. 1. Sladtreinigungswesen: Straßenreinigung, Absuhrwesen, Müllbeseitigung, Fuhrparks und deren Werkstätten. 2. park- und Friedhossverwallung: Park- und Gartenonlagen, Spielplätze, Friedhöfe und Krematorien, Siedlungswesen, Zoolo. gische Gärten. 3. hoch- und liesbauoerwaltung: Stadtentwässerung. Der- messungswesen, Steinsegbetriebe, Steinpläge, Straßen, und Wege- bau, hoch- und Tiefbau. 4. Ernährungswesen: Vieh- und Schlachthöfe, Markthallen, Marktwesen, Voltsküchen und Dolksspeisehallen, kommunal« Böcke. reien und Schlächtereien, Milchwirtschaftsbetrieb«, kommunale Weinkellereien. 5. Verkehrswesen: Straßenbahnen und deren Werkstätten, hoch- und Untergrundbahnen und deren Werkstätten, Omnibusbetrieb« und deren Werkstätten, kommunale Häfen und Logerhäuser, kommunale Hafen- und Kleinbahnen. Flughäfen, Messehäuser, Wasserbau, Schleusen, Bäggerei, kommunale Fluß, und Schiffohrtsbetriebe. 6. veschafsungsbetrlebe: holz- und Kohlenpläge, kommunale Eiswert«, kommunale Werkstätten, kommunale Fernheizwerke, tom- munale Anschaffungsämter, kommunales Reklame- und Anschlag- wesen. 7. Theater und städtische Lichtspielhäuser: 8. Verwaltung», und Schulwesen. Stadtbüchereien, Lesehallen: Aufsichts-, Betriebs, und Reinigungspersonal der Verwaltungs- und Schulgebäude. 9. Güter- und Forstoerwallungen. 19. Kunftstraßen und Weg« der Gemeinden, Kreise und Pro- vinzen: Aufseher, Wärter, Handwerker, Arbeiter und Arbeiterinnen. Dies« Aufstellung zeigt das ungeheure Tätigkeitsfeld der Reichs- fettion. Eine der interessantesten Gruppen ist die 19. Gruppe. Erst die Nachkriegszeit gab der Arbeiterschaft dieser Betriebe die Mög- lichtest, sich zu organisieren. Die Mitglieder sind vereinzest über das ganze Reich verstreut, in Dörfern und Kleinstädten. INI OrgaNi- sationsgebiet der Reichssektion sind rund 179 999 Arbeiter und Ar- besterinnen beschäftigt, die in einzelnen Bezirken bis zu 199 Proz. freigewerkschaftlich ersaßt sind. Die Konferenz wird«ine Reihe von Fachvorträgen hören. Di- rektor E r d m a n n- Berlin spricht über„Stadtreinigungewesen�, Gartendirettor Professor Barth-Berlin über„Park-, Garten- und Friedhofswesen�, Stadtrat W u tz k y- Berlin über„Stadt- entwässerung und kommunale Güterwirischaft�, Direktor M o- r w a s t i- Berlin über„Die NahrungsmitteloersorguNg der Ge- Nieinden", Stadtrat Reuter- Berlin über„Die kommunalen Der- kchrsunternehmungen", Bäurat Lembke-Dessau über„Straßen- bau und Strahenunterhaltung".„Die Bedeutung der Kämmeret- betriebe im Rahmen der öffentlichen Wirtschaft" behandelt Dr. Pähl, über.Lämmereiarbeiter im Arbeitsrecht und in der Sozial- Versicherung" spricht Rudolf Weck, und über„Die gewertschaft- lichen Organisationen der Arbeitnehmer in den Kämmereibetrieben" Karl Polenste. Diese Tagesordnung läßt deutlich erkennen, daß die Bedeutung der Konferenz weit über den Rahmen der Organisation hinaus geht. Wir wünschen daher ihren Beratungen vollen Erfolg. * Den Verhandlungen ging gestern abend im Saalbau Friedrichs- Hain ein von der Berliner Ortsverwaltung arrangierter Empfangsabend der Delegierten voraus, an dem auch die Berliner Kämmereiarbeiter mit ihren Angehörigen teilnahmen. Das abwechslungsreiche Programm des Abends stand auf einem hohen künstlerischen Niveau. Die Begrüßungsansprachen des Berliner Bevollmächtigten Genossen Schaum und des Präsidenten der Internationale der Gemeindcarbeiter P. I. Tevenan- London wurden umrahmt durch Darbietungen des Berliner Orchesters 1925 des Deutschen Musikeroerbandes unter Leitung des Kapellmeisters Arthur Jander-Spandau, des Berliner Uthmann-Chors, des Sprech, und Bewegungschors der Berliner Volksbühne und des bekannten Rezitators Alfred Beierle. Die Künstler, die ihr Bestes zum Ge- lingen des Abends hergaben, ernteten reichen Beifall. » Die Konferenz, die heute vormittag im Berliner Gewerk- sthaftshaus ihren Anfang nahm, ist von 183 Delegierten aus dem ganzen Reich« beschickt. Außer den Mitgliedern des Derbandsvorstandes, des Verbandsausschusses, den Wirtschafts- bezirksleitern sind Vertreter ausländischer Bruderorgani- sationen und deutscher, dem Gemeindearbeiterverband nahestehender Organisationen sowie Vertreter oerschiedener Reichs- und Berliner Behörden und der kommunalen Betriebe Berlins anwesend. Kurze Begrüßungsworte sprachen der Direktor der Berliner Kämmereibetriebe E r d m o n n, Genosse F l a t a u für die sozial- demokratische S t a d t v« r o rn e t« n f ra t t i o n, Stadtrat Genosse C z e m i n s k i für den Berliner Ma g i st r a t, Genosse Bredow im Auftrage der drei Berliner freigewerkschaftlichen Spitzenorganisationen, und der Vorsitzende des Deutschen Ver- kehrsbundes, Genosse Schumann, der besonders auf die bevorstehende Verschmelzung seiner Organisation mit dem Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter hinwies, die die gewerk- schaftliche Großtat dieses Jahres sein müsse. 'Zum Leiter der Konferenz wurde einstimmig der Genosse P o l e n s k e gewählt. Ltnd der„Massenstreik"? Neue Parole als Srsah. „Am Sonnabend tagte« ln haverlands Festsölen die vom Maikomitee zusammenberufeneu Delegierten der Berliner Betriebe." So beginnt der Bericht über die von dem kommunistischen zentralen Maifeiertomitee, das am Tage zuvor um 49 Personen erweitert wurde, veranstaltete Versammlung. Diese Tagung hatte über den politischen Massenstreik, der zu Sonnabend angekündigt worden war, zu entscheiden. In dem weiteren Bericht sucht man vergeblich auch nur ein Wort vom Massenstreit. Die ganze Aktion, die immerhin etliche hundert Arbester in den„Massenstreik" gebracht hat, wird mit keiner Silbe erwähnt. Leichtfertiger ist wohl noch kaum jemals eine Massenstre'.tparole ausgegeben, kläglicher kaum jemals eine so groß angelegte Aktion ins Wasser gefallen. In derselben Nummer des Blattes, dem wir den„Bericht" ent- nahmen, der heutigen„M. Z.", findet sich ein größer aufgemachter Bericht über eine„Ueberfllllte Massenkundgebung" am Freitag abend, hier„wurde ein st immig«ine Resolution an- genommen, in der die Arbeiter aufgefordert werden, einzutreten für den politischen Massenstreik.. Begeisterte Zustimmung ernteten die Vertreter der sich bereits im politischen Massenstreik befindenden Betriebe." Um seine heillose Blamage notdürftig zu bemänteln, hat das wackere zentrale Maikomitee einstimmig ein« R e s o. l u t i o n angenommen, in der u. a. über„sozialdemokratische Hand- langer" geschimpft wird, die aus die.Zerstörung der r e v o» lutionären Arbeiterorganisationen" bedacht seien. Ist denn da noch irgend etwas zu zerstören? hat das kommunistische Maifeiertomitee nicht selber soviel zerstört, daß den „sozialdemokratischen Handlangern" zur Zerstörung noch irgend etwas übrig bliebe? In Wirklichkeit liegt der Fall doch genau umgekehrt: die „revolutionären" KPD.-Organifationen sind es doch, die sich neuerdings mst den„klassenbewußten Unorganisierten" verbündeten, um die Organisationen der freien Gewerkschaften zu zer- st ö r e n. Zum Schlüsse wurde eine neue Parole ausgegeben, die Beerdi- gung der Opfer der kommunistischen Machinationen zu einer neuen Reklame für die KPD. auszuschlachten. .Lein ehrlicher Arbeiter kann dieser blutbefleckten Partei weiter angehören." Sehr richtig! heraus aus der KPD.! Eisenbahnerstreik? Eine folgenschwere Entschließona. vorstand und Beirat des Einheitsoerbandes der Eisenbahner Deutschlands haben sich in gemeinsamer Sitzung am S. Mai mit dem Stand der Lohnbewegung beschäftigt. Die Konserenz erkennt an. daß die Verbandsleitung ihr Möglichstes getan hat. um die Bewegung erfolgreich zu gestalten. Den Spihenorganisationen gebührt ebenfalls Anerkennung für ihre Bemühungen. Angesichts der Notlage der skisenbahnarbeiter ist eine Ausbesserung der Löhne eine unerläßliche Notwendigkeit. Die Kon- ferenz bedauert, daß alle vemühungeu. aus sried. lichem Wege zu einem Erfolg zu gelangen, bisher vergeh. lich waren. Der Vorstand und Beirat sind sich ihrer Verantwortung gegen Staat und Volk voll bewußt. Die Hauptverwaltung der Deutschen Beichsbahn-Gesellschasl hat bisher diese Verantwortlichkeit nicht gezeigt. Sie hat durch ihre schroffe Ablehnung der be- scheidenen Forderungen die Lage ungemein verschärst und die Kollegenschast durch allerlei unangebrachte Maßnahmen geradezu provoziert. Der Vorstand wird ermächtigt, im Einvernehmen mit den übrigen beteiligten Organisationen den Streik zu proklamieren, nachdem alle Einigungsversuche resultatlos verlausen sind. Den Funktionären und Mitgliedern de» Verbandes wird für ihre an den Tag gelegte Disziplin und Festigkeit, die auch für die kommende Zeil vorausgesetzt wird, der Dank der Konferenz au»- gesprochen. | Theater, (> Lichtspiele usw. Montag, d. 6. I Staats-Ouer Unter d. Linden A.-V. in 19'., Uhr Staals-Oper Arn PI.d.Republ. R.-S. 107 w Uhr Montag, d. 6. 5. Staat, oper BUrnarckstr. Turnüs I 19'/i Uhr Staat). tduBtyh. un Etendarmenmarkt R.-S. 33 20 Uhr König Johann Staatl.Selill]er-Ttieater,Cbarltii. 20 Uhr Zaungäste CASINO-TÜEATER Lothringer(trage 97. vn»»» benag«** und ein erstklassiter bunter Teil. FOr unsere Leser Gutschein tdr 1—4 Personen Fauteull nur 1.15 M., Sessel 1.65 M Sonstige Preise Parken u. Rang 0.80 Mk Reichshallen.Thealnr AM. QQ Uhr. SMBtaa Man. jZj oki Slcmncr Sfingcr Iteu!„Sine Kachi im Stalttreinkeller" Nachm. halbe Preise. Oönhott- Bretti: (Saal und Garten) AdoM-Bccker-Konsert. Winfer * uarren* 13 Dir> Zentr. Zill» Bin IusUsm Prosramir mit ■unarwBhlten KunatkrBHen. TOlKSbtUllIC fttitr iBltlmliti 8 Uhr Donanmont saiflMairtiaa 8 Uhr Pioniere in Ingolstadt ThaUa-Theater 8 Uhr Oelraasch StHtLSdnller-Tli. 8 Uhr Zaungäste SluiiHtria Pliu dar Bepikllk 8 Uhr Cardillac S'/. Thealer am Sdiiffhaacrdaaun. Norden 1141 u. 281. Pioniere in ingoistam (Soldaten u. Dienstmädchen) RtiBtr, Ua|i. Um. Ben Ii. Hteraun. (Muel a. a. Otuk.(Olltltr-Tk. 8','. Uhr Proeit aipsy Operette« Gilbert Emmjr Sturm Frtts Schuir Thtater in ItllenaorlplKz Täglich 81/« hr Die manner der fflanon Operette in S Akten v. Waller W. Qoeize Lessins-Theater las ich 81. Uh> „Die Frau des TheaL ii. Westens 8V» Übt Friederike lllir dirigiert! Dmtidiei Theater 0.1. Norden 12310 8 Uhr. EHde nach 10 Paulus unter den Juden Dramat Legendi von Franrwerfel Regle: nn-Miu Manu. Die Komädie 1 1 Blsmck. 2414/7516 SV»U„ Ende geg. 10 Der Win. dir stiiieii Hibib inderti 3 Akte von Edgar Wallace Dtsch.v.Han» Rothe Regie; Helm Hilpert Bühnenbilder: Irl* i. sitn. Hammersplele D.I. Norden 12310 '/« U„ Ende geg. 10 Aufgang nur für Herrschanen Kleine Komödie von Siegfried Geyer Klilmi Theater Täglich 84 Uhr (SeoittBi 3 Vonlei In naen SV« n. B Ohr) Darine und dar Zufalll pfinlsten; kl« Walzertranm! auf der Gartenbühne. Im Innentheuler täglich SV, Uhr; Spiel im Schlost. Renaissance- Theater Hardenkeristr. I TU. tlalnoi. 901 u. 2583/84 SV, Uhr. Tlolllh SV« Uhr Eugen Klöpfer in „Das große ABC* Reg von Marcel Pagno. Casi.Bartaag. la Preialernbesna. umoei wm Öl rekLHeint Herald Cnarlottenstraile«i A. 7. Dönhoff 170 SV«, Ende 10V« Uhr Täglich Dm(Inf Fnnkfsrter von Carl Rössler Regie logca Roben. Bamowsky- Bühnen Theater in der K9nig|ritier 9 trabe Täglich 8V< Jh Riva I en Komödienhaus Täglich SV* Uhr Charleys Tante mit Cur* Bo4s. Trianon-Ih. Täglich 8V, Uhr Vom uenusberg bis Kreuzbsrg Bilder aus det Berl Unterwelt Rundtunkhörer nalbe Preise LnslspielliaBS 8V, Uhr GDldo Tbielseher WeeKeno im Paradies Thalia-Theater Drosbeaer Sir. 71-TS. 8 Uhr „Oelrausch** Planelarlum am Zoo— (irlaig udiinilta a.tril Noll. 1578. '6 b s 10 Uhr 0 apoai tlv-Auaatsllung 19 bis 1.'■> Uhr Oer Äbendhimmel 20V, Uhr Daa Weltall im Lichtbild METROPOL-THEATER|T|| GR. SCHAU>PIELHAOa Künstlerische Leitung: Erik Charell Nur noch Monat Ma Der grofit Er'olg! El Snstige Witwe Trade Hastorbarg Paul Heidemann, Jankuhn, ETeot junkermann. 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Und ge- blieben ist in Wirklichkeit die Arbeiterwohnung von früher, mühsam zusammengestückelt noch Bedürfnissen und Mög- lichteitcn. Die Schaffung von besonderen„Arbeitermöbeln' ist ein Unsinn! Es gibt keine Arbeitermöbel. Es gibt nur gut« und schlechte Möbel. Die Bedürfnisse des Arbeiters sind die jedes kulti» vierten Menschen, nur mit der Einschränkung, daß der Arbeiter wenig Zeit und um so mehr Anspruch aus konzentrierte Erholung und Behaglichkeit innerhalb semer vier Wände hat. Dieser Anforderung entsprechen die im allgemeinen als„Arbeiter- wohnungen' gezeigten Einrichtungstypen keineswegs da sie nichts. als um einige Grade armseligere und nüchternere Kleinbürger- wohnungen sind. Und sie entsprechen auch nicht den finanziellen Möglichkeiten, die der Arbeiter hat. Auch die Serienerzeugung kann nicht verhindern, daß all diese Schlafzimmer. Speisezimmer. Herrenzimmer usw. viel zu teuer sind, Nein, diese kleinbürgerliche Wohnung, die ja selbst nur eine Nachahmung der auch heute noch immer aus„Repräsentation' be. rechneten großbürgerlichen ist. kann keineswegs das Vorbild der richtig gestalteten Arbeiterwohnung sein. Vielmehr zeig, es sich, daß sich aus letzterer schr wohl jede vernünftige Wohnungs- gestaltung ableiten lasten kann. Die Schaffung der Arbeiterwohnung, wie sie sein soll, wird sich durch eine revolutionäre Tat ermöglichen lassen: durch die Zertrümmerung der„Garnitur'. Das einze'ne Möbel» stück muß wieder zu seinem Rechte kommen. Es entspricht durchaus der repräsentativen Funktion der bürgerlichen Wohnung, daß Form und Auswahl der Möbel nicht durch ihre höchste Zwickerfüllung bestimmt sind, sondern durch die Forderung, daß sie zueinander „pasten' und„gehören'. Die Anschaffung so vieler unzweckmäßiger und überflüssiger Stücke ist natürlich Verschwendung! Aber in Zukunft wird man Stühle, Tische, Schränke und Betten im Hinblick aus dos beste Sitzen, Aufbewahren, Schlafen usw. wählen, und auf die Haltbarkeit, wie beim Schuhkauf. So wird man wirklich sparen können. Und die richtig« Form wird sich ganz von selbst ergeben. Sehr einfach und selbstverständlich, nicht wahr? Und doch ist man durch viel« Jahrzehnte nicht auf diesen Gedanketf gekommen Wie sieht es Nun mit seiner Durchführung au»? Es ist leicht, in einen Laden zu gehen und dort die besten Schuhe oder das beste Fahrrod auszuwählen. Aber versuche doch einmal, in den unzähligen Möbelgeschäften, Einrichtungshäusern oder Abteilungen für Innenausbau nach dem besten Stuhl oder dem besten Schrank zu fragen! Man wird dich nicht verstehen Man wird dich fragen, ob du„Stil' willst oder„modern'. In ,chesteren' Geschäften wird man dir raten, etwas„Apartes' zu wählen. Kannst du dir vorstellen, daß dir ein Händler ein apartes Fahrrad anpreisen würde? Möbel scheinen eben keine Gebrauchs- gegenstände zu sein. Ein gutes Einzelstück wird in den meisten Fällen überhaupt nicht zu bekommen sein. Man wird doch nicht die„Garnitur' zerreißen! Die teure Einzelanfertigung kommt aber für den Arbeiter selbstverständlich nicht in Betracht. Man wirb einwenden, daß es doch eine große Zahl von Möbeltypen gibt, deren Herstellung in der Serie einen billigen Preis ermöglicht und die in bezug auf Zweckmäßigkeit und Qualität auch den strengsten Ansprüchen genügen. Das ist natür- lich richtig Aber wo ist denn bisher der Versuch gemacht worden, dem tauf>.nden Publikum diese Dinge systematisch vor- zuführen? Kein Möbelgeschäft, kein Einrichtungshaus, keine Abteilung für Innenausbau zeigt das„gute Möbel an sich'. Eine Ausnahme wird nur bei Küchen einrichtungen gemacht, da hier das allgemeine Bedürfnis gewissermaßen typisiert ist. Sonst aber herrscht die Garnitur und das Ziermöbel. Das Publikum ist rat- los.„Unsere Kundschaft verlangt nichts anderes', ist die stereotype Redensart der Fachleute gegenüber der Forderung, den Möbel- verkauf nach wohnungsreformatorischen Prinzipien zu organisieren. Daß die Kundschast, die doch andere Dinge verlangen würde, zum großen Teile abgeschreckt ist, scheint man nicht zu wissen. Allein, die Gründe liegen tiefer. In den Möbelhäusern sind reiche Lager, oft viele Hunderle von Zimmereinrichtungen seit Jahren und Jahrzehnten aufgestapelt. Sie werden von Tag zu Tag unmoderner, wobei auch das, was vor kurzer Zeit noch „modern' war, keine Ausnahm« macht. Jeder Versuch, daneben zeitgemäße Elnrlchlungsmögltchkeiten zu zeigen, würde den Wert des Lagers noch weiter verringern. So bleibt alles beim alten. Dabei geht das Möbelgeschäft in Berlin sehr schlecht Aber die Hoffnung, im Jahre doch noch so und soviel«„Zimmer' verkaufen zu können, siegt über alle richtigen Bedenken. Dem arbeitenden Menschen bleibt, wie immer, nur die S e l b st h i l f e. Wenn privatgeschäftliche Scheininteresien ihn am Kaus der für ihn richtigen Einrichtungsgegenstände und also am Aufbau seines Heims hindern, dann wird er sich dorthin wenden müsien. wo es keine anderen Interessen gibt als seine eigenen. Die Arbeiter werden sich selbst zu ihrem Heim verhelfen. In den Konsumgenossenschaften ist ihnen dos Mittel dazu ge- geben. Nur von hier aus ist heute die Reform der Arbeiter- wohnüng möglich Wir sind noch am Anfang. Ader Schritt für Schritt werden sich die Konsumvereine, je mchr sich die richtige Erkenntnis Bahn brechen wird, auch für die Lösung in ihrem Sinne einsetzen, unbeschwert von der Erwägung, ob nicht schnell noch im letzten Augenblick ein Geschäft mit asten Vorurteilen, vor allem ober mit der asten Ratlosigkeit des Publikums, zu machen ist. So wie es schon heut« dank der Tätigkeit sozial geleiteter Baubehörden und der Baugenosienschasten unmöglich ist. daß die private Bauspekulation jemals wieder der Mieterschast gegenüber in die Ausbeutungsmethoden der Vorkriegszeit zurückfallen könnte, wird die Tätigkeit der Konsumgenossenschaften auch die Dohnungsgestaltung entscheidend beeinflussen «nd an Stelle eines gerade auf diesem Gebiete schr fragwürdigen �Dienstes am Kunden'«w wirklich« W-Hnberatung setz-.». Jede neue Mitgliedschaft der Konsumvereine ist ein Baustein am Arbeiterheim der Zukunft. Daß diese bald Gegenwart werde, daran mitzuarbeiten ist jeder einzelne berufen. Arbeiter, hinein in den„Konsum'! 4kit» Versuch, ja Helsen Von Willibald Seemann. Wenn man die Kollegen in den Werkstätten fragt, so ist die Ant- wort immer dieselbe. Eine unstillbare Schnsucht beherrscht heute die Masse: das eigene Heim; ein Stückchen Land, ein kleines Haus, ein Garten, den man sich nach eigenem Denken und Wünschen anlegen möchte. Schon der L a u b e n k o l o n i st, der das Land, auf dem er fein Häuschen hat, nicht einmal fein eigen nennen darf, schwärmt von seinem Besitztum. Ihm ist dieses Land der Himmel auf Erden. Ihm widmet er seine knappe Zeit, seine Gedanken und seinen steten Fleiß. Die Tausende, die in den engen, oft lichtlosen Wohnungen der Mietskasernen wohnen, beneiden ihn. Seine bange Frage ist. wie lange wird er auf seinem Pachtland bleiben dürfen. Das kleinste Stückchen Land erfordert langjährige Kultur, um es ertragfähig zu machen. Geld und Fleiß werden hereingesteckt. Bis eines Tages, gerade wenn der Segen des Landes sich seinem Besitzer offenbart, das Großkapital kommt und es schluckt! Wieviel Herzeleid hat so eine Räumung schon verursacht! Für manchen Alten bedeutete die Räumung den Tod. Das alles weiß der Arbester und strebt deshalb nach einer Scholle, auf der er ohne Angst vor dem Räumungsbefehl sitzen darf, dem Eigentum. Er weiß, daß er sich mit dem Wunsch Entbehrungen auferlegt, weiß, daß es ihm bei den unsicheren Ar- beitsverhältnissen Opfer kostet, nicht nur ein Stückchen Land zu taufen, sondern auch ein Häuschen darauf zu bauen. Aber leider: für die allzu vielen bleibt der heiße Wunsch für ewig ein Wunsch. Die Eintommensoerhältnisse sind schlecht und die Bodenspekulanten verlangen Wucherpreise für dos Land. «- So bleibt dem Arbeiter nichts anderes übrig, als in der G r o ß- stadtwohnung zu wohnen. Es ist in Tausenden von Fällen eist klägliches Wohnen in fürchter- lichxr Beengtheit, von den hohen Mieten in Neubauten ganz zu schweigen. Die Sache nähert sich einer Tragödie, wenn man er- wachsen« Kinder Hot. Hier liegt der Uebelstand. Die Arbeiterschaft, die täglich in- mitten der modernstem Technik anbei tet üird ihren Rhythmus in sich aufgenommen hat, versteht es nicht, die Gründidee der modernen Arbeitsweise auf den eigenen Haushast anzuwenden. Sie hängt zu sehr an den von Großvaters Zeiten verkitschten Möbeln jener Zeit- Perioden, die von der Hast der Arbeit, von dem erwerbstätigen Leben der Frau nichts wußten.' Hinweg mit Vertiko und Nippcsandenken, wenn der Raum klein ist! Ein großer Schrank für Kleider, Wäsche und Schuhe genügt. Wozu Kommode? Wozu Spiegel? Der Schrank kann in seiner Innentür oder, wenn das angenehmer ist, in der mistleren Auhentür den Spiegel tragen. Wo kein Platz für mehrere Besten vorhanden ist, genügt das Schrankbett, dos man mitsamt den Federbetten am Tage hochklappen kann. Wer mehr Platz hat und auf schöists Aussehen hält, kann sich neben einfachen Platten- betten, die hygienisch einwandfrei sind, indem sie Ungeziefer fern- halten, auch Metallbeiten taufen. Ein Schlosser kann sie sich selbst anfertigen. Dann noch ein Ruhebett, das heute so gut gearbeitet ist, daß es auch als Bettstelle dienen kann, und die Ausstattung ist fertig! Selbst der schöne ovale oder viereckige Tisch aus Großvaters Zeit kann verschwinden. Zu empfehlen ist ein runder Tisch mit vier Beinen, der in der Mitte zum Ausziehen ist. Der runde Tisch braucht weniger Raum, aber es können mehr Personen daran sitzen. Auch die K ü ch e, die früher der Hausfrauen Stolz war und in der an Töpfen und Tassen kunstvoll Bändchen geknüpft waren, mutz anders werden. Fort mit dem Küchenbrest! Das Eimerspind wandere aus dem Hause und alles andere, was da Staub und Arbeit verursacht. Es bleibe der Tisch, den man vom Tischler als mo» dernen Abwaschtisch umarbeiten läßt, und der K ü ch e n s ch r a n k. Auch dieser kann umgearbeitet werden, indem man zu beiden Seiten des Schrankes je einen Schrank anbaut, was jeder Arbeiter, wenn ihm die Mittel fehlen, selbst machen kann. Dann kommt noch ein einfacher W a s ch st ä n d er in die Küche, ein Kohlentasten und zwei Stühle. Besser sind zwei Hocker, da man sie bei Platzmangel über- «inandersetzen kann. Die Küche ist in jeder Arbeiterwohnung ein Arbeitsraum, nicht nur für die Hausfrau, sondern auch für den Mann. Darum muß sie Platz geben für alle Arbeiten, die in einer Arbeiterwohnung getan werden. Kein unnütz herumstehendes oder herumhängendes Ge- schirr, kein Topf an der Wand! Alles frißt der große Küchenschrank vom Kochtopf bis zur Reib«. » Mancher Arbeiter wird sagen, die angeführte Ausstattung ist zu kostspielig. O nein! Wer Interesse an seinem Hausstand hat und ein bißchen geschickt ist, kann sich das Meublement zum allergrößten Teil f e l b st o n f e r t i g e n. Es braucht durchaus nicht mit edlen Hölzern, wie Eiche, Nußbaum, Kaukasier oder gar Mahagoni für- niert zu sein. Unser heimisches Kiefernholz tut es auch. Man kann fein Meublement weiß lackieren. Unsere großen Möbelkünstler sagen sogar, Lichtfarben, wie Blau, Rosarot und andere Farben ver» leihen dem Wohnraum Freudigkeit. Das läßt sich nicht abstreiten. Dazu passende Wände bringen eine schöne Harmonie in die Woh- nung. Mit wenigen Mitteln läßt sich schon viel machen. Hauptsache dabei ist die Zweckmäßigkeit. Aus, Zw;chmätzigkeitsgründen taust oder laste sich der Arbeiter, der einen Hausstand gründet und Wohnraum zur Verfügung hat, einfache, schlichte Möbel aus Kiefernholz anfertigen. Es braucht nicht ein Birkenschlafzimmer und Eichenwohnzimmer zu sein. Gerade diese luxuriösen Möbel werden sehr leicht defekt. Die Politur leidet beim Reinigen und verursacht teure fachmännische Reparaturen. Wenn man die Möbel nicht lackieren will, was am aller- praktischsten ist. wähle man Kiefernholzbeize», die es in allen Farben gibt. Jedes kieferngebeizte Stück Möbel- sieht schmuck und stets sauber aus. Was schafft öer Konsum? Galt der erste Gedanke der Väter der konsumgenosienschaft- lichen Bewegung der Befreiung der Arbeiterschaft von den Prosit- sorderungen der Fabrik- und Handelsunternehmer, so lag in der weiteren Entwicklung der Genossenschastsbewcgung der Gedanke nahe, die k a p i t a l> st i s ch- a n o r ch i s ch e W i r t s ch a f t von der Seite des Konsums her zu organisieren. Eine der wichtig- sten Ausgaben blieb dabei, die Genossenschasten gegen die Herr- schast privater Monopole, inbesonders Lebensmittelmono- pole, einzusetzen. So waren die Ziele der konsumgenosienschaft- lichen Arbeit von vornherein scharf umrisse». Das wichtigste Ver- sorgungsgcbict bestand zunächst natürlich in der Belieferung der lebensnotwendigsten Nahrungsmittel. Was die Bevölkerung großer Industrieländer zu erwarten hätte, wenn keine leistungsfähigen konsumgenossenschaftlichen Bäckereien vorhanden wären, die mit jeder kapitalistischen Brotfabrik konkurrieren können� beweist eine Untersuchung des amerikanischen Handelsministeriums über die Bertrustung der Mühlen- und Bäckerei- industrie. Ein einziger Trust kontrolliert allein ein Fünftel der gesamten anienkanischen Brotbäckereien. Weitere 75 Gesellschaften oersorgen ein Drittel des Gesamtkonsums mit Ware. Das Handelsministerium hat errechnet, daß die Kapitalisten in den Groß- bäckereien im Laufe der letzten 15 Jahre 1100 Proz. ihres ursprünglich eingezahlten Kapitals als Gewinn zu- rückbekommen haben. An solchem Beispiel zeigt sich am deutlichsten die Notwendigkeit starker Konsumgenossenschaften für die Arbeiter- schast. Der stürmische Ausschwung in den letzten Jahrzehnten hat in allen Ländern, in denen die G-nossenschastsbewegung zu Hause ist. zur Aufnahme und zu starkem Ausbau derEigenproduk- tion geführt. Di« Genossenschaften begnügten sich a'so nicht mehr, ihre Mitglieder durch gemeinsamen Einkauf billiger zu beliefern. sondern gingen mehr und mehr dazu über, sich«ine eigene Fabrikationsbasis zu schaffen. Nachdem eigen« Groß- bäckereien entstanden waren, für die genossenschaftliche Mühlen das Mehl lieferten, eigene große Wurstfabriken ihre Arbeit aufgenommen hatten, Zigaretten- und Schoko- ladefabriken in Betrieb genommen wurden, nahm die taten- frohe Konsumoereinsbewegung, die in den nordischen Ländern und in England in dieser Hinsicht besondere Aktivität entwickelte, in der Eigenfabrikation immer breitere Formen an. So konnte in England dem Siegeszug des Internotio- nalen Margarinetrusts zuerst durch die Konsumgenossen- schaften Hall geboten werden. Dieser Margarinetrust, der in der Weit ein fast lückenloses Monopol besitzt und dieses auch weidlich ausnützt, mußte vor der Macht der englischen Konsumgenossen- schasten.- die Flagge st reichen und trotz seiner«normen Machtmittel mit ansehen, daß in Großbritannien etwa 5 Millionen /Haushaltungen durch den Konsum mit Margann« oersorgt werden. Geradezu bahnbrechend haben die Schweden darin gewirkt, dem in ihrem Land« arbeitenden Kartellen»ach Möglichkeit die ver- braucherfeindliche Spitze abzubrechen. Sie brachen zielbewußt in dem Augenblick in das prioatwirtschaftliche Monopol dann ein, wenn die Monopolpreis« so hoch getrieben waren, daß die neueinsetzende genossenschaftliche Produktion sofort mit einer scharfen Preissenkung beginnen konnte. Auf diese Art konnten die schwedischen Konsumvereine das Mühlenkartell in ihrem Lande schlagen und durch den Aufkauf einer Gummi- s ch u h f a b r i k das Preismonopol der schwedischen Gummiindustri« brechen. Die englischen Konsumvereine haben sich im Laufe der letzten beiden Jahre sogar zwei eigene Bergwerke einge- richtet, so daß die englischen Konsummitglieder in der Versorgung mit Brennstoffen von den englischen Zecheumagnaten also völlig unabhängig geworden sind. Auch die Grobeinkaufsgesellschaft Deutscher K o n s u m v e r e i ne hat mit ihren modernen Zündholzfabriten die drohende Herrschaft des schwedischen Zllndholztrusts in Deutschland rechtzeitig verhindern können. So ist der Konsumverein aus einem Krämerladen zu einem Riesenunternchmen mit vielseitigster Tätigkeit geworden. Sch'ächte- reien, Margarine-, Konservenfabriken, Teigwaren- und Seifen- sabriken werden mit Erfolg betrieben. Daneben ist der Verkauf von Heizstoffen, die Einrichtung eigener Sparkonten und Vcrsiche- rungen, die Gründung eigener Verlogsanstalten und eigener Druckereien durchgesühtt. Auch im Betleidungssach hat die genossenschaft- liche Selbsthilfe große Erfolge errungen. In Deutschland konnte die Berliner Genossenschast„Hoffnung' schon 19?ö ihren Umsatz gegenüber 1914 fast verdreifachen, und der Gesamtlahres- Umsatz bei dem Dresdener Konsumverein„Vorwärts' stieg im letzten Jahr im Bekleidungsfach von 37,7 auf 47.6 Millionen. Ein wichtiges Bersorgungsgebiet nach dem anderen wird asio von den Konsumvereinen erfaßt, so daß die Arbeiterschaft heute schon in den wichtigsten Zweigen der Bedarfsdeckung von der Privatwirtschaft unabhängig geworden ist. Zusammen mit den politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiterschaft und den gewertschaft'ichen Unternehmungen, wie Arbeiterbanken und Baugenossenschaften, bildet die Konsumvereinsbewegung ein unentbehrliches Machtinstrument für die künftig« Entwicklung und den weiteren Aufstieg der Arbeiterklasse. Kolk vatda. (5. Fortsetzung� den blanken Herrn waren in Ordnung mir da Ich faßt« mich schnell und nahm mir vor, ordentlich ablausen zu lassen. Meine Papiere und eine silberne Mark hatte ich auch noch—, was konnte geschehen! t „Was machen Sie hier?* brüllte mich der Blitzableiter an. „Sie haben ja selbst bestimmt, was ich machen soll. Auf Ihren Befehl bin ich ausgestanden,* erwiderte ich gelassen, indem ich mir die Strohhalme vom Ro besetzte, sechs Runden zurück, den zweiten Platz. Meister S a l d o w büßte ebenso wie K r e w e r durch Rad- und Motorschäden erheblichen Boden«in. Auch Thollenbeek kam nicht glatt durch das Rennen, er hatte eben- falls unter Motorschäden zu leiden, und Krewer enttäuschte; bereits bei den ersten Angriffen war seine Kraft verpufft. Sawall hatte 70,810 Kilometer hinter sich gebrocht, Leddy 68,210, Thollenbeek 67,6Z0 Kilometer. Schon im Vorrennen, dem„Preis von K a r l s h o r st", über 25 Kilometer fuhr Sawall einen sicheren Sieg heraus. Als dem schnelleren Starter war ihm auch hier die Spitze nicht zu nehmen, er siegte in 25: IZ,8 Minuten. Der Belgier Thollenbeek wurde in diesem Rennen mit 370 Metern Zweiter. vor Leddy, der 500 Meter hinter dem Sieger zurückblieb. Saldow fiel um 1450 Meter zurück, und Krewer schien sich hinter seinem neuen Schrittmacher noch nicht sicher zu fühlen.— schade, daß der erfolgreich« Kölner in Berlin nie zu seiner höchsten Form aufläuft. Das interesiante Fliegerhauptfahren brachte 25 Flieger an den Start, hier sichekte sich wieder der Favorit F r a ch mit 1H Länge vor Kantorowitz und dem Italiener Bassi die Spitze. Bassi holte sich dasür das Hauptfahren, und R e u m a n n blieb bei den Aniateuren im Malfahren gut Erster. Im Amateur Punktefahren war Gangel vor Schulz erfolgreich, und dos Bor» gabefahren der Berufsslieger gewann Kantorowitz(120) vor Nickel(160) und K e d z i e w s k i(130). G. M. Die Befürchtung, das Straßenrennen des 23. Bezirks von„Solidarität" auf der Strecke Falkenfe«— Börnicke— Paustn— Faltense« würde schlechtem Wetter zum Opfer fallen, er» wies sich als grundlos. Bei heiterstem Himmel weht« eine frisch« Bris«, als sich dem Starter am Kilometerstein 8,6 der Falkenhagener Chaussee vier Iugendfahrer und 18 Alterssahrer stellten. Dos Rennen der Jugend führte über 5 Kilometer und wurde in der ansprechenden Zeit von 8 Minuten 10 Sekunden ein« Beute von Arnold Schuster-Berlin. 2. Willi Kircher, 8:31. Als Wulstreifen- fahrer legte Karl Hildebrandt-Berlin die Streck« in 8:25 zurück. Mit einigen Minuten Abstand waren die Alterssahrer obge- lassen worden, bei denen sich das Feld ziemlich geschlossen hielt. Hinter Brieselang wurde infolge eines Irrtums der Kontrolle ein falscher Weg eingeschlagen. Bei Rauen-Stadtsorst ereignete sich ein bös« aussehender Sturz, dem Dolkau-Velten zum Opfer fiel. Das übrig« Feld nahm die Gelegenheit wahr und zog davon. Der größte Teil der Fahrer mußte die in einem unglaublichen Zustand« befind- lich« Chaussee Pausin— Spandau nehmen, die an die Ausdauer des einzelnen große Anforderungen stellte. Auch andere Rennfahrer- organisationen hatten auf der gleichen Strecke Rennen angesetzt, so daß die Fahrer besonders ausmerksam und stellenweise sehr vor- sichtig fahren mußten. Die Zeit der Rennfahrer, die«inen anderen, erheblich längeren Weg eingeschlagen halten, konnte nicht gewertet werden. Aus der 48 Kilometer langen vorg«s«henen Strecke liefen die Brüder Rübekohl allein ihr Rennen. Mit einer Sekunde Abstand trafen sie in 1:13,6 und 1:13,7 am Ziel ein. Nach dem Rennen vereinte ein gemütliches Beisammensein die Mehrzahl der Renn- sahrer im Gasthof Wulff, wo am Nachmittag unter reger Teil- nähme auswärtiger Gruppen der„Solidarität" die Ortsgruppe Falkensee ein neues Banner weihte. Aller Voraussicht nach dürste das Rennen noch einmal ausgefahren werden. es in der Hasenheide gab. Am gestrigen Sonntag wurden in der Rütt-Arena zwei Wettbewerbe ausgetragen: Nachrichtenübermittlung auf den verschiedensten Verkchrsvehikeln und Talentprobe der Straßenverkäufer. Der Nachrichtendienst-Wettbewerb sollte die schnellste Briesbeförderung auf einer 4 Kilometer langen Streck« erweisen und wurde von folgenden Teilnehmern ausgeführt: Auto, Reiter, Dreiradfahrer, Läuser, Siafettenläuser, Straßenbahn, Roll- schuhläufer, Straßensahrer, Radfahrer, Rennfahrer, Motorradfahrer, Hochradsahrer, Autobus, Telegrammbote, Eilbriefbote und Rohr- postbote. Die Resultate waren recht interessant. Erster wurde der Rennfahrer Weltmeister Rütt mit einer Fahrtgcschwindigkeit von 7 Minuten, Zweiter der Automobilist Krosckel mit 8,2 Minuten und Dritter ein Straßensahrer mit 8,5 Minuten Fahrtzeit. Die Nächstfolgenden waren dann der Motorradfahrer, der Reiter, der Radfahrer, der Mann am vorsintflutlichen Hochrad benötigte 11,3, die Straßenbahn 23,1, der Autobus 22,3, die Untergrundbahn 24,2 Minuten; dann kam ein ganz großer Zwischenraum bis zur postali- schen Beförderungszeit: Eilbrief 2 Stunden 24, Rohrpost 2 Stunden 44 und Telegramm 2 Stunden 54 Minuten. Im Ausrufer-Wettbewerb, den Paul Graetz durch die Rezitation eines launigen Prologes einleitete, gab es eine lustige Redeschiacht verschiedenster Vertreter des„Bauchladen-Gcwerbes". Da kam Lumpen- und Knochen-Aujust mit seinem wehmütig-leisen Singsang, nachher sein Gegenstück, der temperamentsprühende Zei- tungsverkäufer, der uns alles sensationelle Geschehen im kräftigsten Fortissimo in die Ohren brüllt, daß es„man nur so knallt". Der Obst- und Gemüsesritze gedenkt in begeisterter Rede der wohlge- ratenen Ernte:„Knorke Kartoffeln, zart und butterweich, Kohl, so groß wie'n Wasserkopp, grasgrüne prima Gurken und Blumenkohl, schneeweiß mein« Damen und zart und gut." Den Schluß seiner Rede bildete ein lustiger Dialog mit der Kundschaft betreffs des überdimensional geratenen Weißkohles; jede hat was dran zu mäkeln, bis er sich schließlich entschließt, den Ladenhüter zu ver- schenken. Da findet sich denn auch bald eine ernsthafte Reslektantin, di« nur folgende Bedenken äußert:„Mensch, dazu brauch ick ja zwee Pfund Rindfleisch!" Darauf er:„Ja, meine Dame, die kann ich Ihnen nu leider nich ooch noch dazu liesern!" Ein kleiner Steppke mit Ballonmütze handelt mit zartem Kinderstlmmchen Lumpen ein, ein kesser Bretzelverkäuser bietet mit viel Humor sein« War« an. Star ist der Mann mit dem neuartigen Krawattenhalter, der mit der richtigen kcssen„Ouodratschnauze" in humonger Weise die Tücke des Objekte», den ewigen, uralten Kamps des Mannes mit Kragen- knöpf, Knopfloch und Krawatte, schildert. Und wenn das nicht zieht, dann wird gezaubert, oder sonstwie das Publikum veräppelt. Jeder tat sein Bestes, um mit möglichst viel Humor di« Schwere des De- rufes zu verdecken und so erst mal sich selbst und dann da» Publikum in Plte Laune zu versetzen Auf den Tribünen saß ein beifalls- freudiges Publikum, das durch Händeklatschen die Sieger zu be- stimmen hatte. C. 1�. Döbem ostdeutscher Meister im Arbeiter-Fußball. Zu dem am gestrigen Konnlag slatlgefundenen Endspiel um die Ostdeutsche Arbeiter- Jußballmeisterschasl schickte Mutler Sonne recht heiße Strahlen aus die Erde. Wollte sie damit beweisen, daß sie der Arbeiter-Außballbewegung besonder» freundlich gesonnen ist, oder wollte sie sich die Niederlage de» tirei». meister» im ersten krei» mit ansehen? Die 1500 Zuschauer, die aus dem Sportplatz In der Synaststraße versammelt waren, hatten wohl kaum daran gedacht, daß sich Luckenwalde II mit so wenig Lorbeer geschmückt au» der AssSre ziehen würde. Wie kam e», daß die Mannschaft, die sonst gerade erst in der zweiten Halbzeit zur höchstsorm aufläuft, gestern vollkommen versagte? War es die Siegessicherheit, di« beim Stande von 2: 0 in ihren köpfen spukte? Aus jeden JaU wird sich Luckenwalde anstrengen müssen, um in dieser Hinsicht die Mannschaft zu erziehen. Döberns Anstoß führt sofort vor das Tor der Luckenwalder. Hier befindet sich aber im Torwart und in der Verteidigung ein unüberwindbares Hindernis. Luckenwaldes Sturni hat es dagegen dedeutend leichter. Die Läuferreihen Döberns scheinen sehr vom Lampenfieber befallen zu sein, denn sonst wäre es nicht möglich gewesen, daß der Ball mit einer solchen Unsicherheit gestoßen wer- den konnte. Auch die Verteidigung schien nicht ganz aus der Höhe. In der 13. Minute gute Kombination bei Luckenwalde, und der Torwart sieht sich gezwungen, den Ball zum elstenmal zur Mitte zu geben. Nach einem kurzen Geplänkel iin Mittelfeld ist es wieder Luckenwalde, das in der 24. Minute den zweiten Treffer anbringt. Zehn Minuten vor Halbzeit winkt sogar noch der dritte Erfolg in Gesta t eines Elfmeters, der Mittelstürmer setzt den Ball jedoch gegen den Pfosten. Gelegentlich eines Borstohes, den der Döbener Sturm kurz vor Halbzeit unternimmt, erreichen sie ein« Ecke, durch Mißverständnis der Verteidigung führt diese mit dem Abpfiff zu- gleich zum ersten Tor für Döbern. Die zweite Hälfte, sonst die Stärke Luckenwalde», wirkt sich katastkophal aus, Luckenwalde ist überhaupt nicht wieder zu erkennen. Di« Verteidigung in der ersten Spielhälft«, das Bollwerk der Mannschaft, versagt voll- kommen. Der Ausgleich läßt auch nicht lange auf sich warten. Döbern. dadurch angespornt, verlegt da, Spiel mehr und mehr in Luckenwaldes Spielhä st« In der 21. Minute geht Döbern dann in Führung, die sie auch nicht mehr abgibt. Die Ueberleg»nheit de, Döbernschen Sturm» wirkt sich auch auf di« Verteidigung aus. vor Halbzeit unsicher, leistet sie jetzt gute Zerstörungsarbeit. 15 Minu- bin vor Schluß fällt das vierte Tor für Döbern. Dann besinnt sich Luckenwalde. Angriff auf Angriff wird nach vorn getragen. Die Verteidigung läßt es aber zu Erfolgen nicht kommen. Viel Schuld hat das zerfahrene Spiel der Luckenwalder. Resultat: 4:2 für Döbern. Da, Spiel der Iugendmannschasten Erche- Köpenick gegen Vorwärts- Cladow endete mit einem 1:0- Sieg der Köpenicker. An diesem Spiel hätten die Luckenwalder lernen können, daß man auch bei einem in Verlust stehenden Resultat den Kompfesgeist nicht sinken lassen darf. » Hamburg— Dortmund 6:3(2:1). Es war ein an spannen- den Augenblicken reiches Spiel, in dem di« Hamburger Auswahl- Mannschaft verdient gewann. Dortmund schlug sich recht wacker. Zuschauer 5000. Vre»d«n— Leipzig 1: 0. Dresden war auf allen Posten sehr gut besetzt. Bei Leimig versagte Mittel- und Halblinker Stürmer, so daß es die Mannschaft zu keinem zusammenhängenden Stürmer- spiel bracht«. Hintermannschaft und Läuferreihe waren ihren An- jovderungen gewachsen und verhüteten eine größere Niederlage. Zuschauer 6000. „Elektra"-W>en in Sachsen. Di« Wiener Fußballmannschaft hinterließ auf ihrer Gastspielreis« einen sehr guten Eindruck. Ihre Spielstärke gegenüber den gastgebenden Vereinen wird durch s olgende Siege gekennzeichnet: gegen„Favorit"°Oelsnitz(lkrzgevirge) 10: 1, gegen„Vorwürts"-Thnlheim 5; 2. Arbeiter-Fußball. Die Fußballbörse findet Dienstag, 7. Mai, im Germania-Lokal, Pankow, Tiroler Str. 27, für die Himmel- fahrt»- und Pfingstspiele statt. iUiruLbaiV Weddlng«Jugend gegen Leipzig 1:Z. Im Anschluß an die Staffelläufe im Treptower Park fanden einige Handballspiele statt. FTGB.-Wedding-Jugend spielte gegen Leipzig. Mit dem Anwurf Weddings begann ein flottes Spiel. wobei Wedding bald eine kleine Ueberlegenheit zeigte. Trotzdem konnte Leipzig noch zehn Minuten das Führungstor schießen. Beide Mannschaften gaben ihr Bestes her, um das Resultat zu verändern, was Wedding aber erst einig« Minuten vor der Pause nach einem Durchbruch gelang. In der zweiten Halbzeit wurde Leipzig im Zusammcnspiel etwas besser, aber erst nach 12 Minuten gelang es Leipzig« Rechtsaußen, den Ball zu schießen, der. vom Torwächter berührt, gegen den Pfosten ging und zum zweiten Tor führte. All« Spieler waren gut auf dem Posten und zeigten so das best« Spiel des Tages. Im Gegensatz dazu war da» Männerserienspiel FTGB.-Reukölln gegen Wilmersdorf bei flottem Tempo sehr hart. Trotzdem di« Wilmersdorfer bis zur Pause mit 2: 1 führten, mußten sie doch die Punkte den Neuköllnern mit 5:3 überlassen. Bei W'l- mersdorf waren der Mittelstürmer und b«i Neukölln der Mittel- lciufer di« Stützen der Mannschaft. Oer OroizstaLfeltag. Treptow im Zeichen der Arbcitcrsportler. Die Arbeitersportler haben den ersten schönen Sonntag in diesem Jahre benutzt, um in Treptow«ine außerordentlich wirksame Propaganda-Veranstaltung durchzusühren. Der Treptower Park war an diesem Sonntag von den nach frischer Luft durstenden Großstädtern besucht, die sich rings um di« große Wiese lagerten und die Uebungen und Weltkämpfe mit regem Interesse verfolgten. Getreu dem Prinzip, daß nicht der einzelne Sportler herausgestellt werden soll, wurden nur Mannschastskämpfe ausgetragen. Die Arbeitersportvereine haben gestern mit ihrer ersten großen Beran- staltung nach der Reinigung und nach einer langen Winterpause gezeigt, daß ihre Kräfte recht beachtliche Leistungen aufweisen können. Fast tausend Turner zeigten di� neuesten Gymnastik- Übungen, die sicher besser ausgefallen wären, wenn die Uebungen nach Musik geturnt worden wären. Di« G r o ß st a f f e l l S u f e begannen mit der Olympischen Stafette der Jugend. 25 Mannschaften stellten sich dem Starter. FTGB. Ostring siegte überlegen in 4:12,3 Minuten vor Sport- oerein Moabit, der nur 10 Meter zurücklag. In der Olympischen Stasette für Männer kämpften 37 Mannschaften um den Sieg. Der Athletik-Klub hatte seine besten Männer in den Wettkampf geschickt, er konnte die ersten drei Plätze behaupten. Seine erste Mannschaft holt« sich den Sieg mit der guten Zeit von 3:51,8 Minuten. In der 8xl00-Meter-Stasette der Jugend starteten 14 Mannschaften. Sieger wurde FTGB. Wedding mit 2:16,7 Minuten, zweiter Zehlen- darf und dritter FTGB. Südost. Die F r a u e n st a s e t t e mußte in zwei Läufen ausgetragen werden. Bei den ersten Mannschaften siegte FTGB.-Wedding in 2:10,3 vor Süden und Athletik-SportNub. Bei den zweiten Mannschasten gewann Eiche-Köpenick mit 1:32,2 Minuten, an zweiter Stelle lag FTEB.-Wedding, dann solgte ASB.-Schöneberg. Ein hart umkämpftes Rennen wurde in der Staffel: lOXM Runde Jugend gelausen. FTGB. Südost-Teptow konnte mit 5:4,4 Minuten nur knapp vor FTGB. Ostring mit 5:4,7 den ersten Platz behaupten. In der 10 X � Runde für Männer gewann überlegen FTGB.-Süden mit 4:53,7 Minuten. Als zweiter ging die Mannschaft aus Luckenwalde durchs Ziel, dann folgte Schöneberg I. Den Abschluß der Kämpfe bildete die Staffel 10 X 34 Runde. Das gut besetzte Rennen zeigte schon in seinem Anfang die Entscheidung: Die Mannschaften des Athletik-Klub zogen sofort nach dem Start los und konnten sich bald von der Spitzen- gruppe herauslösen. Die erste Mannschaft des ASC. schob sich auf den ersten Platz vor, den sie bis zum Schluß behielt, das übrige Kampffeld war schon nach den ersten Runden weit auseinander- gezogen. Die Siegermannschaft vom Athletik-Klub durchlief die Strecke in 10:49,8 Minuten. Eine gelungene Werbeveranstaltung vor Tausenden von Zu- schauern war der Groß�Staffellauf geworden. Darüber hinaus hat er gezeigt, daß die Arbeitersportler ihr« Sommerarbeit mit gutem Erfolge aufgenommen haben. Die Reihen des Arbeitersportes sind neu gefestigt, eine herzliche Kameradschaftlichkeit herrscht bei ihren Sportveranstaltungen. A. S. Im Sturm gekentert. Der gestern auf den Berliner Gewässern herrschende starke Wind brachte auf dem Tegeler See mehrer« Paddel- und Segel- boote in Gefahr. Drei Segelboote, die gekentert waren, wurden von den Rettungsbooten der Arbeiter-Samariter geborgen. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Außerdem wurden noch einige kleinere Unfälle behandelt. Auf der Havel kenterten ebenfalls mehrere Segelboot«, bei denen das Rote Kreuz und der zum Freien Seglerverband gehörende Seglerverein S t ö ß« n s e e erste Hilse leisteten. Preis von Dahlwitz in Hoppegarien. Peel»»»» Witte« berf: 3.«ras Jsolanl lvrabsch), i. Stutlufon, 3. Eime. «tkra. T»w:«0:10. Platz: 19, 15, 92:10. sscrner lirstn: Doisrr(«), Evrngali, Sigmar, ffitocg Rrimrra,(Enrinrnj,«allina, Drasncttc. Prri,»an Bärsrld«: 1« fftiic rstonez), 2. Pastete, S. ssreicr Wille. Z»t°: 15:10. Platz: 11. 18:19. Keiner liesen: Friljos II<«). Schneeball. Pvri»„» T«ts>h«nb»rl: 1. Wilfried lHaone«), 2. Lebensretter. 3. Walhall. Tato: 40:10. Platz: 17, 17,«1:10. Kernrr liesrn: ssribcrun<4). Mongolr. Persianer, Sendbote.«Rosenlippe, Möwe, Orchilla(gek.), Aula, ßudica. Prei»»tn Dahlwitz: 1. Markgrat(Sorga); 2. Dotschaftrr, S. Feuerprob«. Sote: 14:10. Platz: 11, 10:10. Kerner liefen: Palladolid(4), Palmicri. Prei»»»« Sliw.enderg: 1 Imgressionill(TO. Schmidt), 2. Staldc, 3. Pq. trizier. Toto: 20:10. Platz: 14, 21:19. K'rner liefen: Karinelli. Prei»»»» Reuiilln: 1. Reichetag(Grabsch), 2. Assua», 3. Mumm. Toto: «0:10. Platz: 19, 1«, 15:10. Kerner liefen: Hermoder(4), Sasper. Sresturm, Traminer, Thea, Viola,' Koralle, Sturmbraut. Prei»»»»«irl»borf: 1. Heidelerche(Söllein), 2. Kobulist. 3. Remu». Toto:«9:10 Platz: 28, 27, 82:10. Kerner liefen: Srlllanl(4), Anaulimala, Periander, Maurus, Reuer Ulster, Krgcfeuer, Krintrop, vlymp, Rosenhcr�oa, Eioliiufer, Alile, Irmingard, Ferne, Die zivelle Fahrt de» RTTID. Rachöcm der repubiika nische Motorrodklub Deutschlands im Reichsverfmud der repubtitamschen Motorradfahrer Deutschlands, Ortsgruppe Berlin, am Sonntag, 21. Aprit, unter erfreulich starker Beteiligung(über 10V Teilnehmer) seine erste Ansahrt mit Erfolg nach Rhenisberg zestartet hat veranstaltet er Donnerstag, 9. Mai(Himmelfahrt), ein« zweite Fahrt nach Tiefenfee. Start pünktlich 8,30 Uhr Weißen- ee, Antonplatz. .Freie Sportvereinigung Tegel" eröftnet eine Boxableilung. Die Freie Sportoereinigung Tegel e. V.(Mitglied des Arbeiter- Turn- und Sportdundes und des Arbeiter-Athleten-Bundes) er- öffnet Dienstag, 7. Mai, eine Boxabteitun g. Allen Sport- freunden, Parteigenossen und Gewerkschaftlern, die das Boxen er- lernen wollen, ist der Besuch der Uebungsstunden joden Dienstag und Freitag von 19% bis 21 Uhr, in der Turnhalle der Humboldt- Schule, Tegel, Gras-Rödern-Korso, zu empfehlen. Auskunft bei F. Lang«. Tegel, Veitstraße 25 und O. Höhne, Tegel, Charlotten- burger Straße Ig.__ T»naI».R»t, Abt Spanda».«m Himmclfahrtstog« wird planmäßig oon I«— 20 Uhr auf dem Platz bei der Bürnicker HUlte gefpirlt. Um 20'h Uhr kur�e llungositzung. anschließend gemütliche» Psisammrnsein, Tanz. Reuanmel. Abteil düngen auf dem Platz»der bei Droßmann, Spandau, Borkum»! Str. 6. ilüiri-brrgf-hoer.Rsigenschwlmi»«»»»,«»! Mittwoch, 8. Mai. 20 Uhr. in der Turnhall« Franksurter Aller 35—37, Einlaufen des 48. Sl-igcns. Alle(9e. meldeten erscheinen. Am IS. Mai wird auf dem Sportplatz Friedrichshai» »ochmal grübt und am Z». Mai soll das erstemal in Weißcnfe» geschwommen werden. Zoorifhaiittti«.Di« Ratnrfwunbe». Zentrale Wien. vet»gruppe Berli». Tonnerstag, 9, Mai, Mairnfeft auf dem Spielplatz de» Landheims Meißner». h«f bei Hennigsdorf. Mufti, Gesang, Ansprache des Landtagsabgcordneten Genossen Maderbolz, Pottstänze. Beginn 15 Uhr. Unkostenbeilrag 20 Pf. Abt. Kricdeuau. Dienstag, 7. Mai. 30 Uhr, Offenbachcr Str. 5». Mitglieder- Versammlung.— Abt. Rorde». Dienstag, 7. Mai, 20 Uhr. Sonnenburger Straß« 20. Vortrag:.Zeitalter der Reformation". Referent: Dr. Max Schütte. — Abt. Wedding. Dienetag. 7. Mai, 20 Uhr, Turiner Ecke S-eftraße. Portrag: „Berliner Humor".— Abt. Wedding, Iugendgeuppe. Dicnotag, 7. Mai, 19 Uhr, Seestr. 84, Grichäftllches, Liederabend.— Abt. Pankow. Dienstag, l. Mai, 30 Uhr. Görfchstr. 14,«efchäfttiche», Siederabend.— Abt. Sefundbrunue». Dienotag. 7. Mai. 20 Uhr. Ledigenheim Schönstedistr. 1, Bortrag:„Unsere große Fahrt 1029". fr»«.. Kreiiörpsrkultnrspart«. Unsere Turn,»nh«ymnasiikabende in urnhalle Neukölln, Maricndorer Weg, ftnh jetzt Dienstags von 20—2? Uhr. —«chwimmbe,irk«renzbcrg. 9. Mai Spielfahrt auch für Kinder na» Erkner. Werlfce. Treffpunkt 8'4 Uhr Echlessscher Dahnhof tHanplportal). 10. Mai Mruppcnversammlung. 7. Mai Schwimmwartefttzung um 20 Uhr im Jugend heim Wassertorstr. 9. Arbeitertenni«. und Vockeyvereivigung. Heute, 20 Uhr, im Lokal Bool! »önsließer Ecke Dänenstraße, vertretertag. Insbesonter« find die Brrir lln und Marlendork eingeladen. Gparkaffengeld für Wohnungsbau Die Sparkasse der Sladt Berlin Hai. seitdem •}\ die Zunahme der Spareinlagen ihr wieder langsrislige Au»- j leihungen ermöglich«, dem kapilalsuchenden h a u s b e s i h verhältnismäßig billige hypolhekenkredile in reich. lichem llusmaße gewährt. Schon Ende 1927 hatte sie einen j)ypothetenbestand von fast 54 Millionen Mark, so daß<3 Proz. ihres Spareinlflgenbestondes in Hypotheken angelegt waren. Im März 1929 hatte sie mit fast 136 Millionen Mark regulären Hypotheken und 3 0 Millionen Mark Z u s a tz h y p o t h e k e n. die sie dem sozialen Wohnungsbau unter Bürgschaft der Stadt Berlin zur Verfügung stellte, rund 30 Proz. ihres vorhandenen Sparvermögens den Hpothetenanlagen zugewiesen. Von den gewährten Hypotheken entfallen 1017 im Betrage von 37 Millionen Mark aus Altbauten und 787'm Betrage von etwa 79 Millionen Mark aus Neubauten. Der höhere Durch- schnittssatz für Ncubauhypotheken(rund 100 000 Marks ist daraus zurückzuführen, daß die Sparkasse der Stadt Berlin sich stark a n der Finanzierung von Mietbauten beteiligt hat. Diese werden aber seit einigen Iahren vorwiegend in größeren geschlosienen Blocks errichtet. Daneben hat sie a u ch d e n K l e i n- Hausbau durch Gewährung von Hypotheken unterstützt. Eni- sollen doch allein 40 Proz. der Neubauhypotheken auf solche bis zu 10 000 Mark. Mit Hilfe der Spartassenhypotheken wurden bis März 1929 insgesamt 12 438 Wohnungen errichtet, dar. unter befinden sich 10 3 9 3 Kleinwohnungen bis zu drei Zimmern. Auch die Berliner S t a d t b a n t hat seit Ende 1926 in größerem Umfange den Wohnungsbau dadurch finanziert, daß sie für die Errichtung von Wohnungen kurzfristige Kredite gab, die nach Fertigstellung des Baues durch Hypotheken— sei es durch Spar- kassenhypotheken oder solche fremder Institute— abgelöst wurden. Mit Hilf« der Kredite, die in Hypotheken fremder Institute um- gewandelt wurden, sind bis März 1929 1038 Wohnungen gebaut worden, von denen 987 Kleinwohnungen sind. Die Berliner Sparkasse und S t a d t b a N t haben damit insgesamt 13 476 Wohnungen finanziert, davon sind 84,3 Proz. Kleinwohnungen. Bon den seit Januar 1925 bis Februar 1929 in Berlin erstellten 64 404 Wohnungen in Dauer- Neubauten entfallen 70,1 Proz. auf Kleinwohnungen. Großfeuer im Friedrichshagener Forst. 65 ovo Quadratmeter Schonung vernichtet. 3m Friedrichshagener Forst wütete am Sonnlagabend ein großer Waldbrand. 3n kurzer Ziet standen etwa KSOOo Quadratmeter Siefernschonung in Flammen, vierzehn töschzüge waren stundenlang mit der Einkreisung und vlederkämpsong des gewaltigen Brandes beschäftigt. Der Schaden ist sehr hoch. Das Feuer war im Jagen 282 der Friedrichshagener Forst, nördlich der Ehauffee Friedrichshagen— Schöneiche, gegen 17 Uhr entstanden. Ausflügler sahen dort plötzlich eine gewaltige N a ii ch s ä>i I« aufsteigen. Die Ortsfeuerwehr wurde alarmiert. die aber dem Feuer völlig machtlos gegenüberstand. Das ausgetrocknete Unterholz brannte wie Zunder, und der Wind trieb die Flammen, die sich mit rasender Schnelligkeii weilerfraßen, auf die Kiefernschonung mit ihrem fünfzehnjährigen Baumbestand zu. Sämtliche freiwilligen wehren der Umgebung, sowie die Berus». wehren von Köpenick, Schöneweide und Lichtenberg rückten auf den Alarm„Waldbrand Grohseuer" an. In kurzer Zeit waren 14 Löschzüge zur Stell«. Außerdem beteiligten sich eine Hundert- jchäft der Schutzpolizei, die auf Lastkraftwagen eiligst heran- geführt worden war, sowie zahlreiche Spaziergänger an der De- tämpsung des Feuers. Da Wasser nicht zur Verfügung stand, mußte das brennende Gebiet, hauptsächlich In der Windrichtung, von breiten Gräben umzogen werden. Die große Hihe und der beißende, starke Qualm machten dle Arbeiten zeitweise unerträglich schwer. Erst noch dreistündiger angestrengter Tätigkeit war der Brandherd eingekreist und auch die Gefahr für die angrenzenden Schonungen sowie Hochwaldbestände beseitigt. Aus Sicherheitsgründen wurde In der Nähe der Brandstelle ein« starke Brandwache postiert. Die Entstehungsursach« des Feuers tonnte nicht mehr ermittelt werden. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß es durch die unverantwortliche Fahr- lässigteit von Spaziergängern hervorgerufen wor- den ist._ 2000 Tote in Persien. Die turkmenische Erdbebenkatastrophe. Nach Meldungen aus Teheran find dem kata- strophalcn Erdbeben in der Provinz Ähorassan, über das wir berichteten- mehr als 2 0 6 0 Per» s o n e n zum Opfer gefallen. Zahlreiche Dörfer wur- den dem Erdboden gleichgemacht. C» wurden zwölf deutlich voneinander unterscheidbare Erdstöße innerhalb 24 Stunden an verschiedenen Punkten der Provinz ge- hört. Das Erdbeben dehnte sich bis zum Kaspischen Meere aus. In der Stadt Budjurd wurden mehrere hundert Häuser zerstört. Aus S ch i r w o n werden allein über eintausend Tote ge- meldet. Zwischen Khaki und B a g h a m Ist ein Erdspalt von drei Meter Breite und etwa dreißig Kilometer Länge entstanden. Reichsbanner Schwarz-Rol-Gold, Kreis wilke. 1. und 6. Kameradschaft. Die Versammlung findet erst am Dienstag in de» bekannten Lokalen statt. 5. kreis, Friedrichshain. Kreisfunktionärsitzung heute abend i9'A Uhr in Schmidts Gesellschaflshmis. Fruchtilrahe 36a. Tages. Ordnung: Kreisangelegenheiten. Mitgliedsbuch und Funklionärkarte legitimieren. 9. Ab». Moabit. Die Funttionärsitzung fällt umständehalber aus. Wetter für Verlin: Zeitweise wolkig und vorerst noch ziemlich warm, keine erheblichen Niederschläge, Süd- bis Südwestwinde.— Für Deutschland: Im Westen ziemlich molkig mit geringer Abküh. lung, vereinzelt etwas Regen, im Osten noch ziemlich heiter und warm. illoutae. 6. Mal Berti». 16.00 Prof. Dr. Marcnse: Sternhimmel im Mal. 16.30„Freundschaft und Liebe", Trauerspiel von Franx Everi.(Qetoten vo» Autor.) 17,00 Spanische Musik. Anschließend: Mitteilungen des Arbeitsamtes Berlin-Mitte. 18.10 Vom Nürnberger Trichter zum Sprachverein,(Deutscher Sprachverein.) 19.00 Dr. S. Nestriepke; Biihnenform und Bühnenbild. 19.30 Der Liebhaber-Photograph. Prof, O. Mente. 20.00 R. Becher, Gedichte.(Gelesen vom Dichter.) 20.30 Orchesterkonzert. Julius Einödshoter. Funk-Orchester. Dir.: Der Kotn* ponist. 21.00 Europäische Volkslieder(Nachdichtungen von Karl Wolfskehl), von Lothar Windsperger.(Msigarethe Roll, Sopran. Am Flügel: Der Komponist.) 21.30 Bildfunk. 21.35 Rechtsanwalt Frey:„Der Eid". Nach den Abendmeldungen: Bildfunk. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. Königswusterhausen. 16.00 Englisch(kultorkundlich-Iiterarische Stunde). m 16.30 Th. Demctriescu: Die Entwicklung der Variationsform. 18.00 W. Modus: Pioniere der Funktechnik. 18.30 Englisch für Anfänger. 18.55 Ob.-Reg.-Rat Dr. Müller: Die Bekämpfung der Dasselfliege. 19.20 Prof. Dr. Zimmei: Amerikanische naturhistorische Museen und Volks* erriehung. 20.00 Einakter:„Der Hund im Hicn*', von Curt Goetz. 20.30 Th. Demctriescu. Klaviervorträge, l. Alcan.— 2. Chabrler.— 3. Haber* bfer. 21.30 Orchesterkonzert. Dirig.: Generalmusikdirektor Dr. J. Kopsci. I. Smetana! Ouvertüre zu„Die verkaufte Baut".— 2. Atterberg: Sinfonie Nr. 6. C-Dur op. 31.(Berliner Funk-Orchester.) Deranttvortlich für die Redaktion: Franz Alühs. Berlin: Anzeigen: Th. Slocke. Berlin Verlag: Vorwärts Verlag G. m b H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buck». druckcrei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin SW 68. Lindenstrasie». Hierzu 1 Beilage. h GENOSSENSCHAFT BERLIN U.UMGEGEND E.G.M.B.H. Für ValKon und Garten Peddigrobr-Sessel iöoo 13.50 9.50 I Liegestfifile... 10.50 8.25 4.95 Patentstahl, als Tisch ver- Gartenschirme... 67.00 22.00 wendbar....... 24.50| Balkonschirme...... 13.23 Für den Wafferfport Hocker mit Lehne.,<75 2.10 Hocker ohne Lehne.. 3.50 1.40 Rolltisch........ 11.75 Bootslampen für Licht.. 2.60 Bootslampen IBr Oel... 2.45 Bootslampen, elektrisch.. 3.50 Bootslampen, elektrisch und für Oel, komplett mit Batterie and Birne Laternenhalter, Messing,, 4.90 1.65 Spiritus-Gaskocher 6,90 5.50 4.50 Petrolenm-Gaskocher 12.50 10.00 Wlndschutze...<25 2.75 2.10 Wassertank„Barla" 7 Ltr. 4.75, 5 Ltr. 4.00. 3 Ur. Stullenbüchsen. 1.10 0.95 SChraubdOSen mit Gtaselnsatz % Pfd. 1.20, V, Pfd. 0.70, V, Pfd. Wanderkocher.. 4.50 3.90 Wanderbestecke. 1.1s 0.55 Feldflaschen... 3.65 2.«, 3.35 0.85 0.55 3.25 0.45 2.45 Für den Tennissport Tennlsschlüger 29.50 22.50 15.00 1 Tennisballe...... 1.65 Tennisschlüper-Pressen.. 1.80 Moto-Apparate Markenartikel in reicher Auswahl ru billigen Preisen Platten, Bansmarke, Hchlhoffrei, 9x12 cm...... Dutzend 1.85 Eisen berger. Agfa-, Herzog-, Perutz-Platten ständig am Lager ru Originalpreisen Konsum-WaFcnbäusev S., Cranienalv. 164-65- Chttvlollonbttrg, Hosinenalv. U Die Abgabe der Waren erfolgt in der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend nur an Mitglieder. Die Mitgliedschaii kann von redermann erworben werden. Aufnahmegebühr 50 Pfennig MiigUeder- Aufnahmen werden in sämtlichen 270 Abgabestellen der Konsum-Qe- nossenschalt vollzogen. M Qtaß 4 teiliv 4 teilig Sakko, Weste, kurze und lange Hose Cheviot, vornehme Musterung a-j Mark------"' Cheviot, detbe Strapazier-Qualität-j r Mark----—-----' Cheviot in aparter englischer qj Musterung Mark......—-- 7/." 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