Morgenausgabe Oiensiag tä"**»™... v/ i. iioi 1929 --------- Ii fflTf' fTl' M» � ,in,ch«.i>iich«»Pfg.Poilz.iw-9». UN» Jml«--WI W W W � W W»W W W W Hl |H H{ II l III II 1�1 �{�P,ÄV.WÄ TrH 1 Hl H H■.[ WU W mark.„Ztteine«nz-ig-n' dos l-llg-. ........ KM I WWy WI f druck!, Morl 2? Ps-nnig lzuISMg zwei vn.IZorwttt»«rlcholm«ochnuiy- W�I II WM fetrgedrucn- Worlc�. sedes weitere Wort llch zweimal. Sonntag» und Montag» I �»1 Z'« Pfennig. Slellengeluch. das er», «inmal. dt« Aderidousgadea für Bertiii I■w�// �W/ // Wort 15 Btenntg, fede» wettere Wort und w>«andet Mi« dem Titet.Der // M» 10 Pfennta Worte über 15 Buchstaben Bbend" SHuftmrtt Bei tagen.Boll zShten für zwei Worte. Arbeitemar« und Zeit' und. Zitnberfreund'. Ferner � M~ m M' � geite 50 Pfenntg Famtllenanzetgen für .Unterbaltung und Willen'..Frauen» AA M Jk A.«*i ArX ���W WlJiÖlfc�■ Abonnenten Zeile 40Psen->tg Anzeigen» stimme..Techntf».Blich tn die M? M» M W M M M» Ml» M MUM M MUUX MM> annadme tm Hauptgelchast Lindeiu Bucherwest' und.Iugend-VorwäNe' straße 1 wochentögl. oon SV- dl» 17 Uhr. Jentralovgan der SozialdemokraMtden Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstroße 3 ßrrnlprechrr: Tändolt 293—297 lelegramm-Adr.: Eozialdemokral verlt« Bei den Stadtvervrdnetenwohlen im Spätherbst dieses Jahres wird die Sozialdemokratie gegen die„Einheitsfront�� der Kom- munisten zu kämpfen haben. Inzwischen ist man bemüht, auch «ine„Einheitsfront' von rechts gegen sie zustande zu bringen.. Heber diese Pläne, die geeignet sind, nicht geringes Aus- sehen zu erregen, wird uns berichtet: Die Initiative geht von der Volkspartei aus. die bereits im Februar an Demokraten, Zentrum und Wirt- schaftspartei herantrat zwecks Aufstellung einer bürger- l i ch« n Einheitsliste und Herausgabe gemeinsamer Wahl- aufrus« und Flugblätter sowie eines einheitlichen Wahlprogramms für die Stadtverordneten- wählen. Im Laufe der Verhandlungen ist man sich dann schlüssig geworden. auch an die veulschnalionale Volksparlei heranzutreten. obwohl man bei früheren Verhandlungen mit dem Vorsitzenden, Herrn L a v e r r z. schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Damals soll Herr Laverrenz ein sehr herrisches Wesen zur Schau getragen haben, diesmal hofft man ihn zugänglicher zu finden, zumal in deutschnationalen Kreisen mit einem erheblichen Stimmrückgang gerechnet wird. Die Verhandlungen mit den Deutschnationalen, die dann durch deg.zweiten Vorsitzenden des Landesverbandes ocr- treten wurden, kamen in(Ban(j und haben Aussicht auf Erfolg. Einer Anregung der Deutschnationalen, auch die Völkischen mit in das'Bündnis auszunehmen, steht man in den Kreisen der Bolkspartei nicht gerade ablehnend gegenüber, nur weih man nicht, an welch« der drei völkischen Gruppen man herantreten soll, da man nie weih, welche die richtige ist. Vorwarts-Verlag G. m. b. H. Eine groß« Rolle bei der Durchführung des gemeinsamen Wahlkampfes spielt natürlich die finanzielle Seit«, und da ist es interessant, zu erfahren, daß Berliner Bankkreise— nach dem Vorstondsbericht einer der beteiligten Parteienbc reit sind, bis zu einer Million Mark für den Wahlkampf zur Verfügung zu stellen. Vorbedingung ist nur die Einigung der bürger- lichen Parteien. Die Frage der Einheitsliste spielt allerdings heut« keine Rolle mehr, da man es als unmöglich er- kannt hat. sich über die Reihenfolge der Kandidaten zu einigen. Daher begnügt man sich im jetzigen Stadium der Verhandlungen damit, daß wohl jede der beteiligten Parteien, also Deutsch- national«, Deutsche Dolksparteiler, Demokraten, Zentrum, Wirt- schaftsporteiler und eoentucll auch Völkische eigene Stadt- und Bezirkslisten aufstellen, aber Wahlaufrufe und Flug- blätter gemeinsam unterschrieben und die V« r s a m m- lungen gemeinschaftlich veranstaltet werden sollen. In diesen Versammlungen sollen dann Redner aller Parteien zu Worte kommen, der Kampf untereinander soll aushören und alle Parteien sollen„tn einer Linie gegen links anrennenn'. Die Sozialdemokratie darf dem Ergebnis dieser Derhand- lungen mir Gelassenheit entgegensehen. Di« Geschichte zeigt, daß ihr die. Parole der Sammlung nie geschadet, sondern immer nur ge- nützt hat. Auch der in Aussicht gestellt« MzllionenkampffondS aus Bankkreisen wird ihr den«ieg bei den kommenden Wahlen nicht streitig machen können! Postscheckkonto: Berlin S75S6— Bankkonto: Bank der Srbelter. Angestellten und Beamten Walls», üb. Ditkonto-Gelellschast. Deposttenkass« Lindens» 8 Arbeiislosenversicherung! Was will das?le»chstabinett?— Die Sozialdemokratie bleibt fest! WTB. meldet offiziös: Das Reichskabinett beschäsligte sich in seiner Sitzung am Montag mit der Frage der Einführung von Reformen aus dem Gebiete der Arbeltslosenversicherung. E» wurde dabei die Abstellung der Uebel stände ins Auge gefaßt, welche sich in der Praxi» feit Inkrasltrelen der Arbeitslosenversicherung herausgestellt haben, hierbei wurde jedoch festgestellt, daß es mit der Beseitigung dieser llnzuträglichkeiten ollein nicht sein B e- wenden haben kann. Die Finanzlage des Reiches ist so ernst, daß die Inanspruchnahme von äffen klichen Mitteln im bis» hcrigen Ausmaß vollkommen unmöglich ist und sich über die schon im Haushalt bereitgestellten Mittel hinaus nur im Falle ganz außergewöhnlicher Ereignisse rechtfertigen läßt. Das Reichs- kabiuett war daher der Meinung, daß eine Aendernng der Arbeitslosenversicherung auch aus die Finanzlage des Reiches Rücksicht nehmen muß. Die Reichsregierung wird in Form eines Gesetzentwurfes ein Sofortprogramm über die Abstellung von Mißständen aus dem Gebiet der Arbeitslosenversicherung aufstellen und außerdem einen Ausschuß von Sachoer st ändlgen einsehen, mit dem in größter Beschleunigong Richtlinien für eine llmgestaltnng des Arbeitslosenoersicherongsgesehes erörteri werden sollen. So wenig der Bericht über die Einzelheiten der geplanten Reform verrät, so sehr ist er doch im ganzen geeignet, st o r k e Beunruhigung in Arbeitnehmerkreisen hervorzurufen. Denn er sagt ausdrücklich, daß nicht nur Mißstände beseitigt werden sollen, sondern daß darüber hinaus eine Reform der Arbeitslosenversicherung mit Rücksicht aus die F in a n z l a g e d e s R e i ch s erfolgen soll. Damit kann die Erhöhung der Beiträge, gemeint sein, mit der man sich in Arbeitnehmer- kreisen abgefunden hat— vorausgesetzt, daß es durch dieses Opfer gelingt, das Institut auf der Höhe seiner bisherigen Leistungsfähigkeit zu halten. Es kann aber auch gemeint sein, daß ein systematischer Abbau der Leistungen beabsichtigt ist. In diesem Fall wären schwere Konflikte mit weitestgehenden politischen Konsequenzen unvermeidlich. Um sich über diese Konsequenzen klar zu werden, muß man sich nur an die Entschließung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion vom 25. April erinnern, die in ihren beiden ersten Absätzen besagt: Die sozialdemokratisch« Reichstagsfraktion stellt fest, daß sich das Gesetz für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung in der kurzen Zeit seines Bestehens im allgemeinen gut be- währt und mit dazu beigetragen hat, die ungewöhnlich starke Massenarbeitslosigkeit des letzten Winters zu überstehen. Wenn durch Einwirkungen der ganz ungewöhnlichen Witterungsvcrhält- nisse und der sinkenden Konjunktur Rcichsmittel in größerem Um- sang beansprucht werden mußten, so entsprach'diese Reichshilf« den für solche Fälle im Gesetz vorgesehenen Bestimmungen. Die ungünstige Kassenlage des Reiches steht nur zu einem Teil mit dem unerwartet hohen Finanzbedarf der Reichsanstalt während des strengen und langen Winters im Zusammenhang. Die Fraktion hält einen Abbau der Leist ongen der Arbeits- lofenversicherung weder für geeignek. die Finanznot des Reiche» zu beseitigen, noch wäre er sozial- und wirl- schastspolitlsch tragbar. Wir haben die Zuversicht, daß die Reichstagsfraktion festbleiben und sich hinter die Grenzen, die hier gezogen sind, keinen Schritt zurückdrängen lassen wird. Soll eine Reform zuwege gebracht werden ungefähr von der Art, wie sie den Arbeitgeberkreisen oder dem Hansabund beliebt, so wird man dazu eine andere Mehrheit und natürlich auch eine andere Regierung suchen müssen. Daß die Finanzlage des Reiches mißlich ist, sieht jeder- mann. Darüber hinaus aber wird von sozialreaktionären Kreisen eine finanzielle Panikmache betrieben. deren Zweck ganz offensichtlich ist. Diese Kreise wollen kein starkes Reich, das sich der wirtsstsaftlich Schwachen tatkräftig annehmen kann, sondern ein s ch w a ch e s R e i ch, das seiner eigenen Geldnöte wegen genötigt ist, dem Großkapital aus der Hand zu fressen. Darum hat man die Finanzen des Reichs zielbewußt bis an den Rand des Defizits und darüber hinaus getrieben, darum will man dem Reich keine neuen Abgaben bewilligen, darum treibt man finanzielle Panikmache, um diesem Reich und dieser Regierung ihre Ohnmacht so recht fühlbar zu machen. Demgegenüber stehen wir auf dem Standpunkt, daß dem Reich die Mittel beschafft werden müssen, die es braucht, um seine sozialen Verpflichtungen zu erfüllen, und daß die sozialen und kulturellen Ausgaben die l e tz t e n sind, an denen gespart werden darf. Dies jetzt schon zu sagen halten wie für notwendig, ob- 2050 Millionen jährlich. Das wahrscheinliche Konferenzergebnis. Paris, K. Mai.(Eigenbericht.) Ter im Prinzip von der deutschen Delegation a n» genommene amerikanische Kompromißvorschlag, dessen Schicksal das Schicksal der Konferenz bedeutet, steht in seiner jetzigen Form die Zahlung einer Anfangs- annuität von 16 7 5 Millionen Mark vor. Die deutsche Delegation hofft von den Alliierten noch die Herabsetzung auf ltzSO Millionen Mark erreichen zu können. Für die ersten lS Jahre steigen die Zahlungen um je 25 Millionen pro Jahr, um sich alsdann bis zum 57. Jahre langsamer zu erhöhen. Die Durchschnittsonnuität würde sür die ersten zehn Jahre aus 1760 big 1785, für die gesamten 37 Jahre aus 1980 Millionen betragen. Es tritt dazu der Zinsen- und Tilgungsdienst für die Dawes-Anleihe(70 Millionen Mark jährlich), so daß der Durchschnitt der 37 Zahreszahlungen rund 2030 Millionen Mark betragen würde. Das wären ISO Millionen Mark weniger als im Dawes-Plan vorgesehen und 200 Millionen Mark weniger als die Alliierten in ihrem Memorandum fordern In dem Alliierten- Memorandum wurde z. B.«ine Durchschnitisonnuität von 2198 Mil- lionen gefordert, wozu noch 55 Millionen Mark rückständig« amerikanische Besatzungstosten traten Vom 37. bis S8. Jahre soll der dann noch bestehend« Saldo der interalliierten Schulden an Amerika durch die Gewinne der zu gründenden Re- parationsbank aufgebracht werden. Zu diesem Kompromißvorschiag ist bisher eine ofsizielle Aeuherung der Alliierten nicht erfolgt, doch läßt sich aus den inoffiziellen Besprechungen schließen, daß sich die Italiener. Engländer. Japaner und wohl auch die Belgier zur Annahm« ent- schließen werden. Alles hängt demnach oon der Haltung der Franzosen ab. Bereits am Dienstag dürste man klar sehen. Der Führer der französischen Delegation. Morcau, hat mit seinen Kollegen sofort das Studium der neuen Vorschläge begonnen. Inzwischen hat die deutsche Delegation ihre schriftliche Stellungnahme zu den amerikanischen Vorschlägen den Delegierten der Gläubigerländer überreicht. Di- wichtigste Bedingung zielt daraus ab. die Möglichkeit einer Revlston offen zu halien für den Fall, daß die von Deutsch. lond übernommeuea verpslichtvagen seine LeistungssöhlgleH übersteigen sollten. Die deutsche Delegation sist davon ausgegangen, daß sie mit der Annahme des Youngschen Komprowißvorschlages einer AnnuiMsreih« zugestimmt hat. die sich vom reinen Sachverständigen- standpunkt nicht mehr rechtfertigen läßt. Sie halte in ihrem Memorandum das Maximum der rein wirtschostlich betrachteten Leistungsfähigkeit Deutschlands aus 1650 Millionen Mark jährlich fixiert. Wenn sie nunm«hr aus Erwägungen polt- t i s ch c r Zweckmäßigkeit— und wohl in erster Linie, um die Konferenz nicht am Widerstand Deutschlands scheitern zu lasten— diesen Rahmen überschritten hat, so glaubt sie auch dafür sorgen zu müsten, die deutsche Wirtschaft vor den Folgen einer Ueber- lastung zu schützen. Sie verlangt dazu die Einführung der Klausel, die die Möglichkeit einer Revision des Zahlungsplans offenhält für den Fall, daß die von Deutschland setzt übernommenen Verpflichtungen seine Leistungsfähigkeit übersteigen. Diese Forderung ist logisch, ihre Durchführung wird nicht ernstlich bestritten werden können. Welter besteht die deutsche Delegation darauf, daß der größte Teil der AauuttSten weiterhin lranssergeschühk bleibt. Für einen ziffernmäßig noch nicht festgelegten Betrag wird die Bergünstigung eines Aufbringungsmoratoriums ge- fordert, wie sie den Schuldnern der Bereinigten Staaten gewährt worden ist. Diese Bedingungen werden sicher heftig umstritten werden, und die Diskussion könnte sich unter diesen Umständen noch einige Zeit ausdehnen. Immerhin darf die Gefahr eines Fiaskos nach den weitgehen- den Konzessionen, zu denen Dr. Schacht sich unter dem Druck der Derhältniste nunmehr entschlossen hat. als gebannt angesehen werden. Die noch bestehenden Differenzen sind so weit verringert, daß. wenn es der Sachoerständigenkonferenz nicht selbst gelingen sollte, st« endgültig zu bereinigen, eine Berstöndigung zwischen den Regierungen kaum noch auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen wird.__ Kür den briiischen Arbeiier-Wahlfonds. Sammlung der amerikanischen Sozialisten. London, 6. Mai.(Eigenbericht.) Die Exekutive der Sozialistischen Partei Amerikas hat beschlosten, eine sich aus ganz Amerika erstreckende S a m m l u n g sür den Wahl- sonds der britischen Arbeiterpartei einzuleiten, um an der Wieder- kehr der Arbeiterregierung mitzuhelfen. Der Ausruf um Beiträge wendet sich an sämtliche amerikanische Sozialisten und an„alle sortschrit lichen und friedliebenden amerikanischen Bürger außerhalb der Reihen der Partei'. Was kostet Berlin? Bankkreise stellen eine Million sür die Stadtverordneienwahlen zur Verfügung. Bedingung: Bürgerliche Einigung von Hitler bis zu den Demokraten. Anklage gegen die KPD. Austritt als Protest gegen das Maiverbrechen. W!r erhalten Kenntnis von dem folgenden Schreiben. das der Bezirksleitung der KPD. Berlin-Brandenburg zu- gegangen ist: „SS.®.I Zch erkläre hiermit meine» AuslriN aus der fiJJO. Der er» schüttelnde Ausgang des diesjährigen Maltages gibt mir den äußeren Anlaß für diesen Schritt. Gewiß fordert der Kampf der Ardeiter» Hasse um die Macht schwere Opfer. Aber die Toten dieses 1. Mai sind nußlos gefallen. Irgendwelche Abeuleurer. die mit dem Proletariat überdies nichts zu tun haben, mögen das für gut befinden, aber jeder um seine Verantwortung gegenüber der Arbeiterklasse missende Funktionär muß sich in diesen Tagen klar geworden sein, daß er alle, tun muß. um die Wiederholung eines derartigen Spiel» mit werloollen Arbeiierleben zu verhindern. Ein anderes bezeichnendes Moment für die Ausweglosigkeit einer sogenannten„Politik� der KPD.-Führung: Die Arbeiterschaft der BerlinerVertehr«-2l.-G. entschied sich bei den Betriebsräte- wählen für die Opposition. Der Arbeiterratsvorsitzende, der Listen- führer dieser Opposition, wird fristlos entlassen. Keine Hand rührt sich für ihn. In ein paar Tagen wird man vielleicht nicht einmal mehr davon sprechen. Hier wurde die Prob« auf jenes Exempel von der neuen Gewerkschastsliui« gemacht. Es kostet nichts, den„revolutionären" Stimmzettel in die Wohl- urrie zu werfe«, aber Positionen der Arbeiterklasse zäh« ga verteidigen. dazu gehört schon mehr. Was wäre wohl aus der Beleg- schaft der Berliner Dertehrs-ZL-O. geworden, hätten sich die Ge« werkschaften nicht in letzter Stund« noch bereit erklärt, Tarif- kontrohemen zu bleiben! Der Nutznießer dieses Abenteuer, wäre der Betriebsfaschismus gewesen. Man wirft nicht die Augehörigkeit zu einer Partei, der man über 11� Jahr« angehört, fort wie einen alten Rock. Ich habe in den letzten Togen mit vielen Genossen gesprochen, sie waren in ihrer Kritik an jenem Kurs der Partei, der in den Abgrund führt, weit härter als ich. Aber sie ducken den Hopf und schweigen. Sie hoffen, sagten sie. Auf was eigentlich, auf das Ends, von dem die Arbeiterklasse keinen Nutzen haben wird und um in der Zwischen- zeit weiter an der Zerreißung der Arbeiterklasse zu arbeiten? Wer sich hierbei mitschuldig machen will, der mag in der Partei bleiben. lieber sein Gejammer von der Kawstrophenpolitik der Parteileitung wird man allerdings zur Tagesordnung übergehen." Der Mann, der mit diesem Schreiben seinen Austritt aus der KPD. erklärt, um gegen das verbrecherische Spiel der Kommunisten mit Arbeiterleben zu protestieren, ist nicht der erste beste. Es ist der erste Lokalredakteur der„Roten Fahne, FritzKöhler, eines der alten Mitglieder der Kommunistischen Partei. Die Lknnthetage in Berlin. Ein Rückblick von polizeipräfident Karl Zörgiebel. Polizeipräsident Karl Zörgiebel veröffentlicht im Soz. Presse» dienst einen Artikel, dem wir folgende Absätze entnehmen: Nachdem der t. Mai und die ihm folgenden Unruhetage vorbei sind, möchte ich mit kurzen Worten zu den hinter uns liegenden Ereignissen Stellung nehmen. Die Situation am 1. Mai war also so, daß auf der einen Sett« das Demonstrationsverbot bestand, und aus der anderen Seit« die Kommunisten ihre Anhänger aufforderten, trotz des Verbots aus di« Straße zu gehen, wobei ein Flugblatt der Bezirksleitung Wasserkante der KPD. ausdrücklich sagte:„An diesem Tage wird«» in alle» Ländern, und besonders in Deutschland, zu schweren Zu« sammenstößen kommen, wobei es ein« Anzahl Toter gibt." Dieser Situation mußte natürlich die Polizei durch«nt- sprechende Maßnahmen Rechnung trägem Nun ist es ein alter, garer Erfahrungssatz, daß man sich die eigene Handlungsweise nicht voin Gegner vorschreiben lassen darf. und ich habe deshalb meine Maßnahmen so getroffen, um dies« vor- hersag« der Kommunisten, nach Möglichkeit zu durchkreuzen. Noch am Lorabend des l. Mai habe ich in einem Bortrag« vor den leitenden Offizieren der Schutzpolizei ausdrücklich darauf hingewiesen. daß alle» getan werden müsse, um am l. Mal«in Llol- vergießen zu verhindern, lim dieses Ziel zu erreichen, habe ich u. a. besonder«„Lösch- kommandos" bilden lassen, die mit WasserschlSuchen ausgerüstet sind: eine Maßnahme, die in der Geschichte der preußischen Polizei am 1. Mai zum ersten Male zu verzeichnen war, und zwar mit gutem Erfolg. Außerdem hatte ich angeordnet, daß die Beamten auf der Straß« nicht mit Karabinern ausgerüstet waren, sondern daß nur die für den Rotsall bereitgestellt«, Reserven mit Karabinern ausrücken sollten. All« diese Maßnahmen haben sich zunächst bewährt. Vi« zum Abend des 1. Mai war an keiner Stelle Berlin» etwa» Besondere» vorgefallen, abgesehen von dem bedauerlichen Zwischenfall am Hacke- sehe» Markt, wo ein völlig unbeteiligter Arbeiter durch einen abirren- den Schreckschuh zu Tode gekommen ist. Am Abend de» 1. Mai verschärfte sich p l ö tz l i ch die Lage, besonder» in der Kösliner Straße. Hier wurden dt« Vernnlen nicht nur mit Blumentöpfen, Vier- gläsern. Flaschen und Steine« beworfen, sondern sogar beschossen. Zunächst versucht« die Polizei durch Abgabe von Schreckschüssen die Aufrührer zu zerstreuen. Als das nicht gelang und die Gegner ihr Feuer nicht einstellten, mußten auch die Beamten von ihrer Schuß- waffe Gebrauch machen. Bei Angriffen mit der Schußwaffe ist es felbstoerständlich, daß di« angegriffenen Beamten sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Machtmitteln ihrer Haut wehren. Den Unruhen in der Kösliner Straße folgten die Aufruhraktionen in Neukölln. Leider sind hier viel« Personen getötet worden. Von welcher Seite diese tief beklagenswerten und zum Teil unbeteiligte!, Opfer getroffen worden sind, tonnte bis heute noch nicht einwandfrei geklärt werden. Wie dem aber auch sei, die Polizei, bei der 47 Verletzt« festgestellt wurden— 4 davon liegen schwerv�letzt im Krankenhaus—, tonnt« jedenfalls nicht anders handeln, als sie gehandelt hat, und niemand, der sich>wch«inen Funken von Gerech- ttgkeitsgesühl bewahrt hat. wird den Polrzeibeamten zumuten wollen. gegen scharfschießende Aufruhrer allein mit dem Gummiknüppel oder Mit d« Wasserspritz« vorzugehen. Wenn ein Brandherd derartig ge» fährlich ist, wie di« Unruhezentren in Neukölln und am Wedding ei waren, und wenn die große Gefahr besteht, daß diese Unruheherde auch noch auf andere Stadtteil« übergreifen, dann bleibt eben nichts weiter übrig, als von allen Mitteln G-brawt, zu machen, um Ruhe und Ordnung wieder herzustellen und Zustände herbeizuführen, die der Reichshauptstadt würdig find. Daß dabei Unbelelligle betroffen worden sind, und daß auch die arbeitende Bevölkerung der genanalen Stadlvlerlel unler den scharfen Maßnahmen zu leiden hakt«, Ist außer ordeollich bedauerlich. Wer schließlich maß man sich auch einmal in die Lag« der anstän- d»gen Arbeiter hineinversetzen, die mit der ganzen Aufruhroktion nütit da» geringst» zu tun hatten und mit Recht beanspruchen tonnten, daß so schnell wie möglich das gefährlich« Feuer des Aufruhr« gelöscht wurde. Da» hat die Polizei getan, und der Erfolg hat ihr Recht gegeben: In drei Tagen war der Aufruhr vorbei. mohl der SachoerstSndigenausschllß noH nicht gesprochen Hai und obwohl wir zur gegenwärtige» Führung des Reichsarbeitsmini st eriums volles Ber- trauen haben. Daß di« Frage der Arbeitslosenoersichenmg auch die Frage des Fortbestandes dieser Führung in sich ein- schließt, versteht sich von selbst. Die Pläne des Stahlhelm. Kampf gegen die Verfassung.— Diktator des BesisteS.— Bekenntnis zom Bürgerkrieg. Königsberg. S. Mai.(Eigenbericht.) Der Führer der Stahlhelms S e l d t e äußerte sich hier in v« r- trautem Kreise über die Pläne seiner Organisation wie folgt: ..Der Zeitpunkt nähert sich, an dem Reichstag und Reichs- regierung vollkommen abgewirtschaftet haben und der Stahlhelm gezwungen ist, Entschlüsse von gräßier Tragweite zu fasse». Di« gehobene Schicht der Gesellschaft, Landadel und Industrielle, au» deren Rechen sich die Führer innerhalb des Stohchelms rekrutieren, müssen deshalb über die Ziele des Stahl- Helms eingehend informiert sein. Was ist der Stahlhelm? SLa» will er? In erster Linie eine Wehrorganisation, Ersatz für die Ivlü zerschlagene Wehrmacht des Reiches. Leitender Gedanke de« Stahchelms ist, die staatliche Unabhängigkeit nach außen hin zu gegebenem Zeitpunkt zu erkämpfen. Möglich wird das, wenn die staatlich« Macht im Innern erst vom Stahlhelm erobert. der frühere Zustand, daß die gehobenen Schichten die Geschicke de» Volkes wieder bestimmen könne«, wieder hergestellt ist. Di« Verfassung von Weimar muß deshalb fort. Da sie zurzeit durch illegal« Mittel nicht beseitigt werden kann, ist ein anderer Weg einzuschlagen, und zwar der, der Verfassungsänderung. Zunächst muß. um zum Ziele zu gelangen, die Macht de» Reichs- Präsidenten erweitert werden. Deshalb da» Stahlhelm-Bolksbegehren. In vertraulichen Besprechungen der letzten Tag« ln Berlin habe ich sowohl von dem Hamburger Vorsitzenden der Deutsch- nationalen Voltspartei als auch vom Landbund die Zusage erhalten, daß beide sich dem Volksbegehren an- schließen werden. Gleichzeitig ist ein« Einigung mit Hitler zustande gekommen. Nationaffozialistische Arbester- parte! und Stahlhelm, deren Ziele identisch sind, werden in Zukunft zusammenarbeiten und vereint kämpfen. Der Stahlhelm drängt noch Aktivität. Gelingt es ihm nicht, diejenigen Massen zu erfasse«, um die er wirbt, so darf man sich nicht wundern, wenn er daran» Konsequenzen ziehen wird und zu gegebenem Zettpunkt Mittel anwenden muß. die von ganz links propagiert und angewandt werden." Das Verbot von Rotfront. Haussuchung im Narl-Qebkuecht-HauS. Das Berliner Polizeipräsidium teilt mst: Ein größere« Aufgebot der Polizei, bestehend au» uniformierten und Kriminalbeamten hat am Montag nachmittag eine Durchsuchung de» Karl-Lteb. -necht-Hause» in der Kleinen Alexander Straße vorgenommen, in welchem sich di« deutsch« Sektion der Z. International«, Bezirk Berlin-Brandenburg. befindet. Die beschlagnahmten Drucksache« und Schriftstücke sind der politischen Abteilung de« Polizeipräsidium» zu einer eingehenden Durchsicht übergeben worden. Auch in Bayern verboten. Münch«, ü. Mai. Da« Ministerium de« Innern hat den Rotfrontlämpfer-Bund und die Rote Jungfront in Bayern mst ollen ihren Nebenorganisa- ttanen verboten und aufgelöst: da» Vennäzen wurde beschlagnahmt. Verbot einer kommunistischen Tageszeitung. Magdeburg, ü. Mai. Di» kommunistisch«„Tribüne" ist vom Oberpräsidenten der Provinz Sachsen für die Zeit vom S. Mai bis einschließlich 2«. Mai auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik vom 2t. Juli 1922 verboten worden. Anlaß zu dem Verbot gab der Lettartikel des Blatte» vom S. Mal, der sich mst den Berliner Vorgängen vom I. Mai kritisch befaßte und zum Schluß u. a. zur Bewaffnung des Proletariat» sowie zur Begehung von Gesetzwidrigkeiten aufforderte. Das Magdeburger Bureau de« Rotsrontkämpser-Bunde« ist polizeilich geschlossen worden. Gie sind immer noch großmäulig. Im Preußischen Landtag hat di» kommunistische Fraktion einen Mißtrauensantrag eingebracht, der einen Beschluft des Landtags dahin fordert, daß dem Ministerpräsidenten Braun und dem Minister de« Innern Grzestna« das Dertrauen«nt» zogen wird. Der Antrag wird mst den Vorkommnissen am t. Mai begründet und fordert wester Enthebung de» Polizeipräsidenten Zör« giebel von seinem Posten, Entlassung der am Tod von 24 Prol»- toriern mstschuldigen Offiziere und Beamten, sofortige Zurückziehung der Polizei aus den besetzten Stadtteilen und von der Straß«, sofortig« Freilassung aller Verhafteten, Aufhebung de» Demon. strationsoerbotes und des Verbots der.Liaten Fahne". Der Antrag wird nach den Beschlüssen des Aeltestenntte«. der am Montag zu einer kurzen Sitzung zusammengetreten war, am Montag, dem 1Ä. Mai, bei Wiederaufnahme der Plenar. sitzungen bei der dritten Lesung de» Haushalte zunächst zur Beratung gestellt werden._ Keine Todesstrafe in der(Schweiz. Basel,«. Mut. Der vom schweizerischen Standerat eingesetzt» Ausschuß für die Reform des schweizerischen Strasgesetzbuche« hat mit Stimmen. mehrhest die Einführung der Todesstrafe in d«r Schweiz ab» gelehnt. Das Höchstmaß der Zuchthausstrafe wurde vom Au»« schuß von 15 auf 20 Jahr»«höht und für die Gesängnisstras, ein Mindestmaß van drei Tage» beibehalten. Julius Böhm, der Mitbegründer und Schatzmeister des Oester- reichisch-Deutschen Volksbundes, ist im M« von 78 Jahr«, seinem Freund fiermann Ktenzl m den Tod gefol� Werdiesen llr- wiener, diesen treuen und fröhlichen Menschen gekannt hat. wird ihn nie vergessen. �Achtgroschenjungen und Lockspihel." Die tommuaifiische Blutschuld im tommunlstifcheo Urteil. Da» rechtstammunistische Offendacher„Volksrecht" nennt di» Berliner Vorgänge„Mai nie der lag» der ultralinke» Abenteurerpolitit. ein» Demonstration der Schwäch» der Kommunistischen Partei, eine Demonstration ihrer Loelösung von den Massen". Unter der Usberschrist„Dummheit oder Verbrechen" schreibt da» rechtskommunistische Blatt: „Am Vorabend de» 1. Mai hat die Berliner„Welt am Abend" sowie auch di».Mote Fahne" durch Flugblätter, die in Berka verbreitet wurden, mitgeteilt, daß Zörgiebel» Berbot für di« Maidemonstration in letzter Stund« zurückgezogen wurde. Zur selben Zeit prangten auf de» Berliner Plakatsäulen die An- kündigungen des sozialdemokratische» Polizeipräsidenten, daß die Schutzpolizei unter Aufgebot aller Mittel gegen ein« Durchbrechung de« Demonstrationsverbote« einschreiten werde. Es ist kaum glaub- (ich, daß man da zu einer direkten Fälschung der laffächstchen Lage gegriffen hat. einer Fälschung, die sich obendrein sehr rasch herausstellen mußte, und nur auf dl« Partei zurücksallen mußte. Welcher Provokateur hat sich diese dlreki verbrecherische Lüg« geleistet? Sind da« die neueste» Methoden der„Eroberung der Massen' und der„Einheitsfronttaktik von unten"? Die sind nämlich gar nicht so neu. Gerade die deutschen Arbeiter kennen sie au« ihr« Geschichte und nennen diejenigen, die da» anwenden: Achtgroschen. junge» und Lockspitzel." Reichsgeld für pabst. Severins hat eingegriffen— wer folgt? Der Soziakdemokrattsch» Pressedienst schreibt: Mtt dem erfreulichen vorgehen de» Reichs innenmtoiisters gegen den.Deutschen Schutzbund" den Geldlieferanten für den Kappistm Pabst, sind die Akten über diesen Mißbrauch von Steuer- geldern noch keineswegs geschlossen. E» ist vielmehr zu untersuchen. ob nicht auch aus den Fond« anderer Ministerien Subventionen an die gleiche Adresse gelangt sind. Man««iß. daß der„Schutzbund" auch vom preußischen Wohlfahrtsministerium und besonders vom Reichs» außenministerium Gelder erhallen hat. Sie entstammen, so« wett da» Auswärtig« Amt in Frage kommt, dem EtattttÄ„Unter- stittzungen und Beihilfen für Deutsch« im Ausland", der im ovrigan Jahr« mit 2 300 000 M. dotiert war und für 1929 auf 1 600 000 Dt. herabgesetzt worden ist. Zwei Fragen müssen gestellt werden. 1. War dem Auswärtigen Amt bekannt, daß als Ztertrauensmann de« Deutschen Volkvbundes in O«Österreich Pabst fungierte, der Mann, der, seitdem fem« unrühmliche Laufbahn im Reich« beendet war. als einer der Drahtzieher des österreichisch«, Faschismus in Innsbruck und anderswo sein Wesen treibt? 2. Hat der Reichs- außenminister ebenso wie sein Kollegs im Innern veranlaßt, daß die Zuwendungen an den„Schutzbund" eingestellt werden? Leider stvS» di« Aueschußberatungen über den Etat des Außen» Ministeriums beendet. Selbstverständlich können dies« beiden Fra» gen bei der Plenardebatte gestellt werden. Aber wir möchten nicht bis zu diesem Zeitpunkt warten, sondern unverzüglich »ine Antwort erhalten. Davon abgesehen, soll uns der Fall Pabst zur Lehre dienen. Es muß in Zukunft in die einzelnen Unter« stützungefonds der Ministerien weit mehr hineingeleuchtet werden als bisher. Wenn uns nicht die Garantie geboten wer. den kann, daß öffentliche Mittel nicht Personen zugewendet wetdim. deren Tätigkeit dem Interesse der Republik zuwiderläuft und die außerdem noch in der Lergangenhett ein« so verwerflich« Rolle ge- spielt haben wie Pabst, dann bleibt nicht» andere» übrig, als Etats« Positionen wie di« erwähnt» einfach abzulehnen! » Der.Deutsche Schutzbund" bestreitet durch die HugenSergsche Telegraphenunion jede Beteiligung an dieser Schiebung. Verbot militärischer Aufmärsche in Wien. Men. V. Mai.(Eigenbericht.) Der Landeshauptmann von Wien hat der Pollzeidtrektion im Zusammenhang mit den letzten Heimwehrexzessen- die Weisung erteilt, in dem Wiener Bsmeindegebiet vi» aui vzeiteres all« Aufmärsche uniformierter Selbstschutzv«rbSnds in militärischer Ordnung zu untersagen._ ©er Slchtvermerkszwang zwischen Deutschland und Est� land ist mtt Wirkung vom IS. Mai aufgehoben ward«». Oer Kopf. Oberst Bauer im eigenen Licht. Von dem UÄxrmaß politischer Verblödung, das uns im Kriege leitet«, haben die wenigsten Deutschen ein« Vorstellung. Ludendorsf mußt« sich erst durch seine Antifreimaurerschrifien in seinem pathologischen Verfolgung», und Veziehungzwahn zeigen. um nunmehr wenigsten» von dem überwiegenden Teil de» Publi- tum« erkannt zu werden. Sein geistiger Berater, der jetzt in Chips an den schwarzen Pochen verstorbene Oberst Bauer, hat sich schon viel früher demaskiert in einem Buch„Der große Krieg in Feld und Heimat�, das die geistigen Gaben seines Verfassers als die eines kümmerlichen völlischen Dutzendagitators offenbart. Einig« Aitate aus der Schrift mögen die geistige Welt illustrieren. in der ein Mann lebte, der als Ludendorffs Inspirator über die Geschicke von 62 Millionen Deutschen entschied urch— sie in den Abgrund riß. Hier die Proben: Zusamensassung über die Revolukioa. (5. 277.) Die Revolution kam nicht plötzlich aus sich heraus mit Ungestüm, sie wurde langsam fabriziert von Phan� tasten, Narren und zielbewußten Verbrechern. Zuletzt stellte das Judentum das Haupttontingent, denn es hatte guten Grund, durch eine In seinem Sinne laufende Revolution die Sünden, die es im Krieg« durch Drückebergerei. Schieber« nnn, Wucher, Krieasgesellschoften und Genußgier begangen hatte, zuzudecken und fortsetzen zu können... Man hat gesagt: die Heimat tut das Heer von- Hutten erdolcht. Es stimmt so vielleicht in seiner Kürze nicht; Liberalismus und Sozialdemokratie baben unter Züschen des Bürgertum« und der Regierung schon vor dem Krieg« begonnen, den Henkerstrick zu drehen, sie haben dann im Kriege hinterlistig dem Heer die Schling« u m d« n Halsgelegt und ganz langsam zugezogen. Erst zuletzt, als sie di« Macht in Händen und das Heimatheer entwaffnet hatten, kamen dann noch d> e Dolchstöße... Wenn«in demokratischer Professor heut« noch schreibt, die Revo« lution sei die natürlich« yolge des Zusammenbruchs de» Heeres, so gehört er als für Deukschland» Medergenesung gemeingefährlicher Lügner unschädlich gemach«. Französische Wellanschauung. fS. 288.) De! den Franzosen kann man von«iiuer Weltanschauung überhaupt nicht reden, wenn man nicht einen platten Rationalismus Dottairescher Färbung dafür nehmen will. Sie befitzen bestenfalls eine absolut effeminierte(verweibischte D. Red.) Kultur. Im übrigen kennen sie weder das Evangelium des Dienstes, wie der Deutsch«, noch da« de« Lusioe», de» Engländer« und Amerikaners, sondern sie sind anarchisch, gegen alles, was Ord» mung heißt, gerichtet... 3m übrigen regiert L'Amoure, d. h. da» weih oder, bester gesagt, die„Dame". Alle» ist nur au» diesem Winkel zu betrachten. ilut dem Schluhkapilel. (G. 314.) Wieder anbete vertrauen auf Gott,.her Deutschland nicht oerlasten wird'. Rur, wir hoben Gott verlasten. so ist die Sache! Auch ich baue auf Gottes Hilfe. Gottes Mühlen mahlen lang. sam. Aber sie wird kommen, die gottgesegnete schwer« Rot. und da werden wir noch einmal«wogen werden. Werden wir wieder zu leicht befunden? Alle» beulet darauf hlui Dana stirb, entehrt und verachtet, deutsche, Volk! Du Host dein Schicksal »erdieuU Das deutsch« Boll und die deutsche Republik find an Oberst Bauers Flüchen nicht gestorben. Er selbst ist gestorben als Heimat« loser Abenteurer und Söldner eines fremden Voltes Abgerückt. Oer Separatist Graf Arco ist zu deutlich geworden. München, 6 Mai.(Eigenbericht.) Der Eisner-Mörder. Graf Arco. dessen Red« im Ortsverein Straubing des Bayerischen Heimat- und Königsbundes in politischen Areisen einiges Aufsehen erregt hat, ist nunmehr aus dem Heimat» und Königsbund ausgetreten. Die Ursache de, Austritts liegt in der offiziellen Mißbilligung dieser Rede durch die Leitung des Bundes. Man geht aber kaum fehl in der Armahm«, daß diese Mißbilligung auf ultimative For» derung maßgebender Persönlichkeiten der Baye» tischen Bolkspartei zurückzuführen ist. die nach wie vor das Hauptkontingent der Mitgliedschaft des Heimat» und Königs. bundss stellt. Die Dynamik des Friedens. Sin Dortrag Tttulescus in Berliu. Im Rahme« der Borträg« des»Komitees für internationale Aussprache' hielt gestern der früher« rumänisch« Außenminister und jetzige Gesandte in London, L. Titulescu, einen Bortvog über Jbie Dynamik de» Frieden«'. Reichetagepräsident Löb« hieß ihn im Plenarsaal de« beut« ichen Parlament» herzlich willkommen als einen Mann, der»in Frsundschast für Deutschland viel für di» Besterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern getan habe'. Titulescu, der seinen Vortrag in französischer Sprach« hielt, führte aus: Weder der Völkerbund noch der Kellogg.Pait noch irgendein anderer Bertrag bedeuten Beginn einer neuen oder End« einer gewesenen Welt- ordnung. Sie stellen das Ergebnis einer langen Entwick, l u n g und wfolgedesten auch nur den Anfang einer neuen Eni« Wicklung dar, st« sind auf politischem Boden die juristisch« Organs. setion einer internationalen Gemeinschaft, wie sie bereit» zuvor auf kulturellem» wirtschaftlichem und sozialem Gebiete bestand. Um den Krieg als soziale Erscheinung zu vermelden, muß«au damit beginnen, ihn al» gefetzllchc Einrichtung unmSglich zu machen. Da» fst auch da» Ziel des Kellogg. Paktes. Aber die Regeln. di« den Frieden erhalten, können nur ausgeführt werden durch eine Gesellschaft, die an de» Frieden glaubt. Wie könnten sie Wirk- tlchkeit werden, wenn systematisch das Bertrauen untergraben wird an die Berttäge und Gesetze, di« als Grundlage dienen für alles, was wir ersehnen? Da» ist der entscheidend» Punkt, der die Dynamik des Frieden« bestimmt, seine Grenz«, und den Mechanismus, dar gestattet,«ine stufenweise Verwirklichung zu schaffen. Seien wir vorsichtig gegenüber allen neuen Verwirk. Hchungen, haben wir festen Glauben an alle», was schon erreicht wurde! Gewiß: Das Leben ist Kampf. Aber ließ« sich ein bester er Kampfplatz denken al- der für einen Fewzug gegen all« Bor» urteile, allen Aberglauben,«in Kampfplatz für Ideen, um nach jeder Schlacht nicht den Tog. fondern neuesLebsnzu entdecken? Saßt uns da? Wert der Notwendigkeit in ein Werk des freien Wollens verwandeln! Erheben wir die physische Notwendigkeit zu einer moralischen! Präsident Löb« dankt« dem Rednes für feine hochinterestanten Ausführungen,, Gerechter Ausgleich. »Als KpO. liefern wir die Toten und als Rote Hilfe spenden wir die Kränzet Wieder Fiasko in Genf. Kommission auf unbestimmte Zeit vertagt. Genf,(5. Mai. sCigenbericht.) Dl« Abrüstungskommission schloß am Montag ihre Tagung ab, nachdem dt« Behandlung der See- abrüftuag auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Es wurde de« Präsidenten nberlafsea, im Gin- vernehmen mit de« Wtarinemächten ein Datum für de« Wirderzusammentritt der Kommission festzusetzen. RernstorffS Pessimismus. Genf, 6. Mai.(Eigenbericht.) Der deutsch« Delegierte auf der Abrüstungskommission, Graf Bernstor ff, äußerte sich am Montag vor Vertretern der devt» schen Preste über den Gang der Abrüstungsverhond» lung«n. Cr führt« aus: „Wenn Sie von mir eine Erklärung über di« Ergebnist« der Tagung wünschen, so kann ich nur wiederholen, was ich am Sonn- ab«tt> sagt«: daß wir angesichts der Haltung, die d«r Ausschuß in d«r entscheibenbep Frag« der Landabrüstung eingenommen hat, deutlich abrücken müssen von dem Programm d» Mehrheit. und daß wir von nun an diesem Ausschuß ausschließlich di« alleinige Berantwortung für die Vorbereitung der Konferenz übe». lasten müsten. Ich leg« besonderen Wert darauf, diese Wiederholung angestchts der Schlußrede des Herrn P o l l t i s zu machen. Ich möchte ausdrücklich festgestellt wissen, daß Herr Polilis nur im Namen seiner Mehrheit gesprochen haben kann und der überraschende Optimi»- mus, mit der er die Arbelten der Kommisston feiert«, van der deutschen Abordnung und, wie ich wohl annehmen kann, von der öffentlichen Meinung der meisten Länder in keiner Weise geteilt wird. So kann ich keinerlei Hoffnung mehr an die ab- schließenden Arbeiten der nächsten Tagung knüpfen. Die einzige Hoffnung bleibt die Konferenz selbst, deren schleunig« Einbe» rufung das Ziel der verantwortlichen Organe des Völkerbundes bleiben muß und die nur dann zu einem Erfolg führen kann, wenn d!« Regierungen ihren Vertretern andexe Instruktionen als bisher erteilen, Di« deutsche Abordnung scheidet von dieser Toguno mit der Ueberzeugung, daß sie alles getan hat. was in ihrer Äiacht stand, um die Abrüftungsarbeiten bei aller Berücksichtigung der b«. stehenden Schwierigketten in positivem Sinne zu fördern und daß. wenn sie dabei stets ein« kompakten Mehrheit der Kam- misston gegenüberstand, zweifellos die kompaktere Mehrheit der öffentlichen Meinung, und zwar nicht nur in Deutschland, hinter sich hat' Frankreichs Kommunalwahlen. Geringe Veränderungen im ersten Wahlgang.— Oer zweite Wahlgang entscheidet. pari». 6. Mai.(Eigenbericht) Da« Gesamtbild der Kommunalwahlen, an denen sich im ganzen Land« di« Bevölkerung mit besonderem Eifer beteiligt«. wird sich er st noch den Stichwahlen übersehen losten. Borläufig sind, wie das Innenministerium mttteill, von 771 Gemein- den mtt über 5006 Einwohnern 640 Ergebniste bekannt und davon wurden nur 22ä endgüstig«. In 130 Fällen ist das Ergebnis der am nächsten Sonntag vorzunehmenden Stichwahlen mit Sicherhett vorauszusehen, während es in 385 Fällen zweifelhaft bleibt Rechnet man die bereits erzielten mit den als sicher anzunehmenden Resultaten zusammen, so ergibt sich folgendes Bild: Mandat« Ofenibtn Sctlujt Konservative........... 7 0 Republikanische Bereinigung(Marin).. 77 4 Republikaner der Linken(Pomcarö)... 77 7 2 Radikale Republikaner(Franklin Bouillon) 81 2 1 Radikale(Daladier-Herrtöt)...... 127 1 0 Republikanisch« Sozialisten(Ehobrun).. 16 1 0 Sozialisten.......... 96 1 Kommunisten........... 16 1 0 Mit besonderem Stolz weift der sozialrsttsche„Populaire' auf die Erfolge hin, die diesmal die Sozialdemokratische Partei in zahlreichen Landgemeinden erringen konnte. In Bordeaux ist der bisherige sozialistische Bürgermeister mit der gesamten sozialisti- schen List» in den Stadtrat wiedergewöhlt worden. Ein für die Sozialisten günstiger Ausfall der Stichwahlen ist in den Slädten Tours. Grenoble und Roubaix zu erwarten. Di« Radikalen haben sich in Lyon. Haor«, Poitisrs und Reims behauptet und Brest(gegen die Sozialisten) dazu- gewonnen. In Paris sind von den 80 zu wählenden Stadtvertvetern 44 endgültig gewählt, davon 34 Mitglieder der Rechten. Die französisch« Hauptstad, mar von jeher«in Hort der Reaktion. Daran hat sich leider auch diesmal nichts geändert. Gozialiste« im Elsaß gut vehaupfet. Paris, 6. Mai. lieber die Gemeinde wählen im E k s a ß werden folgende Einzel- heiten berichtet: Di« Wahlen in Straßburg machen Stich- mahlen notwendig- An der Spitze stehen hier di« Sozialisten mit dem bisherigen Bürgermeister, dem Abgeordneten P s i r o t«». E» folgt die Lifte der Elsässischen Boltsvereinigung unter Führung des Abgeordneten Michel Wolter, alsdann die der Kommunisten usw. In Hagenau wurden die acht Kandidaten der Liste de» Bürgermeisters Weiß, Elsössische BoUsvereinigung. gewählt. Für die übrigen 10 Sitze werden Stichwahlen nötig sein. In Schiltig» heim. Departement Unierrhein, kommen die Sozialisten an die Spitz«. Für sämtlich« Sitz« sind Stichwahlen erforderlich. Der Reichs- an den Bundeskanzler. Müllers Antwort an Streeruwih. Der Reichskanzler hat an Bundeskanzler Streeruwitz folgendes Telegramm gerichtet: Mtt dem Dank für die herzlichen Worte der Begrüßung, die Sie. Herr Bundeskanzler, beim Antritt Ihres Amtes an mich richteten, verbinde ich di« aufrichtigsten Wünsch« für Ihre zukünftig« Amtstätigkett. Ihr Gruß hat in ollen deutschen Herzen als ein neuer Beweis unserer unlöslichen Verbundenheit mtt den Brüdern in Oesterreich den freudigsten Widerhall gefunden, Llmarmung mii dem Messer. Sin Anschlag auf Calles. Nogales(Mexiko).& Mal. Auf den früheren prSsidmlen von Mexiko. Calle», ist clu An- schlag versucht worden. Bei einem Empfang befand sich unffit den Anwesenden der Sohn des ehemaligen Gouverneur» von Sanara. der plötzlich auf Calle? zutrat und die Arme ansbreltet«, als ob er ihn u m a r m e n wolle. In diesem Augenblick bemerkte«a» in der Hand des fangen Mann« ein Messer. Es gelang einem Offizier, den Angreifer zu eutwafsaen. 3n der Sommunistenhochburg Reichenberg(Böhmen) gewann«» die deutschen Sozialdemokraten bei der Gemeindowahl«in Man- dat. während die Kommunisten zwei Sitze verloren. In Hannsdorf in Mähren konnte die Sozialdemotrott« drei, in Königs- won bei Marienbad vier Mandate gewinnen. Di« Kommunisten verloren auch hier. An der Klagemauer in Jerusalem haben Moslem am Freitag- abend und am Sonnabend die betenden Juden mtt Stein«» v«- warfen, mehrere oesketzt und den Kultus beamten(Schammes) schwer« verletzt. Oer vergessene Massenstreik. Die Parolenschusterei geht weiter. Dos sagenhafte.Maikomitee", di« letzte Attrappe der KPD., hat wieder einmal getagt. Wenn man der kommunistischen Presse glauben darf, hat dieses Maikomitee und die von ihm zu- scunmenberufenen„Delegierten der Berliner Betriebe" wieder eine P a role fabriziert, die folgendermaßen lautet: „Am Tage der Beerdigung unserer ermordeten Klassen- genossen müssen die Berliner Arbeiter ihnen demonstrativ das letzte Geleit geben und so ihren Willen zur Steigerung ihres Kompswillcns bekunden." Der„Wille zur Steigerung des Kampfwillens" ist zwar reichllch blöd, ober am Sonntag hat dann die KPD. eine Funktionärver- sammlung einberufen und diese Parole aus neun Punkte ausein- andcrgezogen. Uns interessiert dabei besonders der Punkt 7. Da heißt es: „Die BBL wird verpslichtet, innerhalb vierzehn Tagen in allen Betriebe» mit über 1000 Mann Belegschaft festzustellen, ob die Betriebszellen alle Kräfte in richtiger Weife mobilisiert hoben, um wirksam den Kampf der Arbeiterschaft zu entfalten und die Bewegung für die genoimten Forderungen weiterzuführen und zu steigern! Da wird die KPD. allerlei zu tun bekommen. Schon aus Raumgründen müssen wir uns versagen, die Zuschriften abzudrucken, die wir aus solchen Betrieben bekommen und die die voll- ständige Passivität der Kommunisten dortun angesichts der Dahnsinnsparolen ihrer Partei. Wir beschränken uns auf«in« Berichtigung. In unserer Abendausgabe vom Sonnabend wurde gesagt, daß die„revolutionären" Schneider bei Peeck u. Kloppenburg versucht hätten, die Arbeitsein st ellung herbeizuführen. Wie uns der Vertrauensmann des Deutschen Bekleidungsarbeiterver- Höndes mitteilt, haben die bisher kommunistisch eingestellten Schneider jener Firma keineswegs eine Arbeitseinstellung herbei- zuführen versucht, sondern im Gegenteil beschlossen, Ueber- stunden zu machen. Und nun noch eine Feststellung. Die KPD. und ihr sagen- Haftes Maikomitee haben die Arbeiterschaft Berlins und des Reiches ausgerufen zum General st reik. Dieser Parole sind in ganz Deutschland einige tausend Arbeiter gefolgt. Einige tausend gut- gläubige und getäuschte Arbeiter haben das Opfer ihres Arbeits- lohnes gebracht und mancher unter ihnen wird darüber hinaus noch mit dem Verlust seiner Arbeitsstelle büßen müssen. Wa» ist e» nun mit diesem Massen st reik? Die KPD. hat ihn wohl proklamiert, sie hat aber die Arbeiter dann schmählich im Stich gelassen und einfach vergessen, den Streik wieder abzublasen. Sie überläßt die Arbeiter ihrem Schicksal. Sie überläßt e» den Arbeitern, den Zeitpunkt der Wiederausnahm« der Arbeit selbst zu bestimmen und sie überläßt es den Gewerk- schaften. für die gcmaßregellen Arbeiter einzutreten. Diese Kopflosigkeit krönt das Derbrechen, das die KPD. be- gangen hat. indem sie die Arbeiter auf die Straße zu treiben ver- suchte und Barrikadenkämpfe gegen die Polizei organisierte. Der vergessene Massenstreik wird durch eine neue Parole ersetzt. Die Arbeiterschaft, in deren Namen eine Handvoll kopfloser Abenteurer zu sprechen sich anmaßt, wird auch dieser Parole die Gefolgschaft oerweigern. Der„Massenstreik" ist b e e n d« t. Nur etwa 1000 Tiefbau- und Betonarbeiter der Baustellen Frankfurter Allee und Osthafen streikten noch gestern. Sie dürften heute die Arbeit wieder aus- nehmen. Bezeichnend für die Stimmung unter den Arbeitern, die sich von der KPD. verkauft und verraten fühlen, ist folgender Dorfall: Bei der Baufirma Holzmann streikten auf zwei Baustellen (Mariendorf und Steglitz) etwa 280 Mann, und zwar auf Veran- lassung ihrer Betriebsräte, die den Arbeitern vorgetäuscht hatten. der Streik sei allgemein. Als die Arbeiter sahen, daß sie allein standen, gingen sie wieder zur Arbeit zurück und wurden auch wie- der eingestellt— bis auf die Betriebsräte. Als die Gemaßregel- ten nun an die Solidarität der Arbeiter appellierten, bekamen sie zur Antwort, sie, die gemaßregelten Betriebsräte, mögen sich zum Teufel scheren. Man kann es begreifen, daß die Arbeiter, die von den„revo- lutionären" Betriebsräten genasführt wurden— und nicht zum ersten Male— schließlich das Tischtuch zerschnitten zwischen sich und den Drahtpuppen der KPD. Wie schwer ist aber die Schuld der KPD., die mit den Arbeitern so lange Schindluder getrieben hat, bis selbst die elementarsten Grundbegriff« der Solidarität dahin- schwanden. Die Arbeiter fühlen sich einfach be freit von einem Joch und weigern sich, ihren Nacken wieder darunter zu beugen. Reichsbahn und Eisenbahner. Eine Herausforderung. Zu der Entschließung des Einheitsverbandes der Reichselsen- bahner— die der gestrige„Abend" brachte— erklärt die Reich s- bahngesellschast:. „Gerade weil sie verantwortungsbewußt sei gegen Staat und Bolk, müsse si« es ablehnen, eine Dcfizitwirtschaft zu treiben. Aus diesem Grunde habe sie die Lohnforderungen abgelehnt, deren Erfüllung 81 Millionen Mark im Jahre kosten würde. Bei der sehr ernsten Finanzlage müsse jade Mehrausgabe genau geprüft werden. Wenn man Personalausgaben auf Kosten der Sachausgaben erhöhe, so entstünde daraus die Gefahr einer Vergrößerung der Arbeitslosigkeit, weil das Geld zur Vergebung neuer Auf- träge fehlen würde. Außerdem müßten im Interesse der Verkehrssicherheit Sachausgaben vor Einschränkung bewahrt werden, was besonders auch der Untersuchungsausschuß nach den Unglücksfällen des vorigen Sommers betont Hab«. Um die. Erfüllung der Lohnforderungen möglich zu machen, müßte nwn eine Deckung zeigen, sei es, daß das Reich auf entsprechende Einnahmen von der Reichsbahn verzichte, fei es durch Tariferhöhung. Schließlich wirft die Reichsbahn den Gewerkschaften noch vor, daß sie den Weg des Schlichtungsverfahrens nicht betreten hätte." * Di« Eisenbahner bemühen sich feit Wochen und Monaten, den Konflikt auf friedlichem Wege zu lösen. Sie haben sich, nachdem alle Verhandlungen gescheitert waren, an die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften gewandt und diese wurden bei der Hauptverwaltung der Reichsbahn und bei der Reichsregierung vorstellig. Alle Der- mtttlungso�rsuche sind aber bisher gescheitert an der starr ab- lehnenden Haltung der Hauptverwaltung. Die Argumente der Hauptverwaltung sind zu oft widerlegt worden, daß es notwendig wäre, nochmals auf sie einzugehen. Wenn die Hauptverwaltung aber jetzt auf die finanziell« Beihilfe des Reiches oerweist, dessen schlecht« Finanzlag« nur zu bekannt ist. so ist das schon nicht mehr ein schlechter Witz, fondern«ine Herausforderung der hungernden Eisenbahner. Klare(Scheidung. Die Fabrikarbeiter zum Maiputfch. Die Generaloersammlung der Berliner Fabrikarbeiter am Sonn- tag im Gewerkschaftshaus hat nunmehr endgültig eine klare Scheidung herbeigeführt zwischen den Mitgliedern, die am Auf- »nd Ausbau der Organisation arbeiten, und den Elementen, die entsprechend den Parolen der KPD. das Organifations- gebäude in einen Trümmerhaufen verwandeln möchten. Der Bevollmächtigte. Genosse R ü ck e r, schilderte in seinem Geschäftsbericht für das 1. Quartal dieses Jahres, nachdem er einen allgemeinen Ueberblick gegeben hatte, noch einmal das beispiellose Treiben der sogenannten„Opposition" in den legten Monaten, dem die Organisationsleitung nicht mehr geduldig abwartend zusehen tonnte. Sie hat diese Leute, die den Verband mit den gemeinsten Mitteln bekämpft haben, ausgeschlossen und wird jetzt gegen jedes Mitglied und jeden Funktionär, der die Weisungen unverant- wörtlicher Außenstehender über die Beschlüsse und Stowten der Organisation stellt, mit der gleichen Schärfe vorgehen. Auf den Lohnkonflikt in der chemischen Industrie kurz eingehend, gab Genosse Rücker den Delegierten der„revolutionären" Betriebe die Versicherung, daß ihre Belegschaften voraussichttich in kurzer Zeit Gelegenheit haben werden, zu beweisen, ob hinter ihrem Wort- radikalismus auch der Wille zur Tat steht. Die Grabes- ruhe, die in den„revolutionären" Betrieben nach dem 1. Mai herrscht, läßt die begründete Vermutung zu, daß es mit dem Mut der Wortradikalen nicht sehr weit her ist. Genosse Rücker sprach die Erwartung aus, daß die unentwegten„Klassenkämpfer" dem Rufe der Organisation folgen werden, wenn sie sie zum Kampfe für ein Ziel aufruft, da» nicht so fern liegt wie die Weltrevolution. Zur M i t g-li ed e r ire w« g u» g teilte Genosse Rücker noch mit, daß der Mitgliederbestand im 1. Quartal konstant geblieben ist und die Berliner Zahlstelle am Schlüsse des Quartals rund 9100 Mitglieder zählte. Der Kassenbestand der Lokalkasse ist um etwa 800 M. auf 63 975 M. zurückgegangen, was einmal auf die infolge des strengen Winters abnorm große Arbeitslosigkeit und die Vorverlegung des Abrechnungstcrmins der Lokalkasse zurückzu- führen ist. Mit der Annahme eines Antrages, wonach Verbandsmitglieder aus der Organisation ausgeschlossen werden sollen, die mit U n- organisiertenzur Betriebsratswahl kandidiert haben, zog die Generalversammlung den Schlußstrich unter das Kapitel „Revolutionäre Einheitsfront". Dieser Antrag wurde gegen etwa 20 bis 25 Stimmen angenommen, wie auch folgende Eni- schließung: „Die am 5. Mai 1929 im Gewerkschaftshaus tagende General- Versammlung der Fabrikarbeiter, Zahlstelle Berlin, stellt mit Be- friedigung fest, daß die diesjährige Maiversammlung außerordentlich stark besucht war und einen würdigen, der Bedeutung des Tages entsprechenden Verlauf genommen hat. Ein Beweis für die straffe Disziplin und gute gewerkschaftliche Schulung unserer Kollegenschaft. Demgegenüber wird festgestellt, daß die Zusammenstöße mit der Polizei, die namentlich in den Abendstunden blutige Opfer erfor- derten, nichts mehr mit den Malgedanken und-forderungen, die die frcigewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft an diesem Tage erhebt, zu tun hat. Diese Zusammenstöße sind systematisch von der KPD. und ihrer Presse auf Befehl Moskaus provoziert mit der Absicht, einen Schlag gegen die republikanische Verfassung und der unter Führung der Sozialdemokratie stehenden Regierung zu führen. Die Generawersammlung bedauert und beklagt aufs tiefste die unschuldigen Opfer dieser Desperadopolitik, lehnt es aber auf das ent- schiedenste ab, diesen Opfern noch weitere folgen zu lassen, indem sie ihre Mitglieder auffordert, unter keinen Umständen den Parolen der KPD. und ihrer Trabanten zu folgen, sondern lediglich nach den Anweisungen und Befchlüsfen der Verbandskörperschasten zu handeln. Die Generalversammlung wünscht aber dringend, daß sich die Polizei größerer Zurückhaltung befleißigt und daß sie die Sperr- maßnahmen so schnell als möglich beendigt." �eichskonferenz der Kämmereiarbeiier. Auf der Reichskonserenz der Kämmereiorbeiter, über deren Be- ginn wir bereits in unserer gestrigen Abendausgabe berichtet haben. eröffnete gestern der Direktor des Berliner Stadtsntmässerungs-, Müllbeseitigungs- und Fuhrparkwesens E r d m a n n die Vortrags- reihe mit einem instruktiven Referat über die städtische traßenreinigung. Ueber das„Part-, Garte»,»»d riedhofswesen" sprach der Berliner Gartendirektor Pro- fessor Barth, der an interessanten Lichtbildern zeigte, wie die Stadt Berlin bestrebt ist, gerade für die proletarische Bevölkerung neu« Erholungeplätze zu schaffen. Die Stadtverwaltung ist bemüht, das Unrecht wieder gutzumachen, das der ärmeren Bevölkerung gerade in dieser Beziehung in der Vorkriegszeit angetan worden ift, In diesem Bestreben wird sie erfreulicherweise besonders durch die Arbeitervertreter im Stadtparlament tatkräftig unterstützt. Die Konserenz nahm zum Schtuß der Montagssitzung noch eil Referat de; Derwaltungsamtmanns Boß entgegen, der den Del.-- gierten einen Ueberblick gab über das weitverzweigte Gebiet der Nahrungsmittelversorgung Berlins. Welche unge- heure Aukgabe es ist, eine Diermillionenstadt wi« Berlin ohne Stockungen mit Lebensmitteln zu versorgen, schilderte der Referent an einer Statistik über den Umfang des Lebensmittelbedarfes de? Berliner Bevölkerung. Nach dieser Statistik beträgt zurzeit der jährliche Bedarf der Berliner Bevölkerung an Fischen 56 Millionen Kilogramm, an Kartoffeln 506 Millionen Kilogramm, an Obst und Gemüse 594 Millionen Kilogramm, an Fetten, ausschließlich Butter, 76 Millionen Kilogramm, an Butter und dergleichen 33 Millionen Kilogramm und an Vollmllch 324 Millionen Liter. Verhandlungen in Preußen. Es muß auch bei der Reichsbahn qehen. Endlich ein Lichtblick! Das preußisch« Staats- Ministerium hat in der Lohnbewegung der R e i ch s- und Staatsarbeiter jetzt die Inttiatioe ergriffen und die am Tarifvertrag für die preußischen Verwaltungsarbeiter betelligten Organisationen zu Verhandlungen über die Neufestsetzung der Löhne eingeladen, die kommenden Mittwoch stattfinden. Hassent- lich gelingt es nunmehr, eine die Arbeiterorganisationen befriedigende Lösung zu finden. Zeit dazu wäre es; denn die Verhandlungen „schweben", nun schon bereits fett Anfang Februar. Streikbeschluß der Asphalieure. OaS Angebot der Unternehmer abgelehnt. Am Sonntag nahmen die im Deutschen Baugewerksbutid organi- sierten Afphalteure in den Residenz-Feftfälen. Landsberger Str. 31, zu den Lohnoerhandlungen erneut Stellung. Da die Lohnkommission das Angebot der Unternehmer, 6 Pf. Zulage, verbunden jedoch mit wesentlichen Verschlechterungen, nicht zur Annahme empfehlen konnte, sollten die Mitglieder selbst entscheiden, was geschehen soll. In einer langen und sachlichen Aussprache wurde das Angebot der Unternehmer in Anbetracht der niedrigen Löhne als viel zu gering bezeichnet. Unter Berücksichtigung aller in Betracht kommen- den Fragen wurden sofortige Kampsmoßnahmen ge- fordert. Die Versammlung stimmte mit einer verschwindenden Minderheit für den Streik, stellte es aber der Fachgruppenleitung anHeim, den geeigneten Zeitpunkt für Kampfhandlungen auszusuchen. Streik der Werkstein- und Marmorgruppe, Die Werkstein- und Marmorgruppe des Zentraloerbandes der Steinarbeiter befinden sich seit dem 30. April teils im Streik„teils ist die Aussperrung am 3. Mai erfolgt. Wir richten an alle Bauarbeiter Groß-Berlins das Ersuchen, uns in unserem Kampfe zu unterstützen und aus den Bauten darauf zu achten, daß die dort beschäftigten Steinarbeiter mit Arbettsberechtigungskarten des Det- bandes der Steinarbeiter versehen sind. Die Steinmetzen, die K u n st° st« i n bearbeiten, sind von obigen Maßnalstfien ausgenommen, da die Lohnverhältnisse in dieser Gruppe geregelt sind.. Die Streikleitung des Verbandes der Stcinarbeiter» Zahlstelle Berlin. Fernsprecher: F 7 Iannowitz 62 81. Fünfiägige Arbeitswoche. New Zork. 8. Mal. 1 Die Gefahr eines Ausftandes von 150 000 Bauarbeitern ist dadurch verhindert worden, daß die Arbeitgeberoereinigui�z be- schloß, entsprechend den Forderungen der Arbeiter vom 2 4. A u g u st ab die fünftägige Arbeitswoche und ein« z e h n p r o z e n t i g e Lohnerhöhung eintreten zu lassen. Bei den Belriebsrätewahlen der Straßenbahn in Köln erhielt die Liste der kommunistischen Opposition weit über 2000 Stimmen von insgesamt 3500 Stimmberechtigten. Der Geist dieser Oppositionellen wird illustriert durch die Totsache, daß ,zum 1. Mai nur 63 Straßenbahner Urlaub beantragt hatten. Gesperrter Gastwirlsbetrieb. Der Gastwirt Schulz, Königs- berger Ecke Memeler Straße denkt nicht daran, den paritätischen Arbeitsnachweis in Anspruch zu nehmen und den Tarifvertrag an- zuerkennen. Der Betrieb ist für organisierte Gastwirtsgehilsen g e- sperrt. Die dort beschäftigten Angestellten, die noch im Besitze von Mitgliedsbüchern sind, sind aus dem Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Caft-Angestellten a u s g e s ch l o s s e n. fffteie G ewerkfcbasts-Iuaen 0 Groß-Berlin Heute, Dienstag. ISIj Uhr, folgende Veranstaltungen: Epandan: Jugendheim Lindrnufer 1. Heimbelprechung. Zutritt nur mtt Ke in. ausweis und Vcrbandsbucki.— Neu-Lichteiibcrg: Zugendhcim Äunler. st raste«. Hsimbefprechung. Hcimausweis und Verbandsbuch mitbringen.— grantfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. t». Hcimbefprrchung. Verbands- buchfontrolle.— Landsberger Vlatz: IugendbeiM Diestelmeyerstr. 5. Helm» befprechung. Verbandsbitcher»ur«ontrollc mitbringen.— Lichtenberg: Jugendheim Toste str. 22. Heimbesprechung. Verbandsbuchtontrolle.— Treptow: Iugenbhcim Wildenbruchstr. Z3— 54. Hcimbesprcchung. Berbandsbuchkontrollc. — Kumboldt: Jugendheim Lorsting. Ecke Graunstraste. Hcimbesprcchung. Ver- bandsbuchkontrolle. @�uaenvoruppe des �eniralverbondes der Anoesiellten Heute, Dienstag, finden folgende Veranstgltungen statt: Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 15— lg. Hcimbesprcchung, anschlicstend fingen wir.— Uebungsabcnd des Sprech- und Bewegimgschors 2» Uhr in der Turnhalle der Schuir Varuther Str. 20. Hallen schuhe mitbringen l Verantwortlich sttr Volitik: Dr. En« Seger: Wirtsiliost: S.»lingelhöler; Dewertfchaftsbcwcgung: I. Steiner! Feuilleton: St. Ö Döichcr: Lokole» und Sonstiaes: grift Rarstädt: ilnzeioen ld Glocke, sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag D m d S Berlin Druck: Borwärls-Budidruckerel und Lerlagsanstol« Paul Singer o llo Berlin SW LindcuNrast,» Hierzu 2 Beilage» und„Unterhaltung und Wissen". DCTCDC IIMinKI MMM H I•' M I» I I/Mt\\ CALJDDAft DCI CCM OFT nachgeahmt- f � nAM KK AU" Kfc I N nie erreicht;\\\E?feN M v Nr. 210• 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Oienötag. 7. Mai 1929 Wer tötete ihn? Weitere Vernehmung des AngeNagten Oujardin. Znsterburg, 6. ZNai. Zm Mederausnohmeverjahrea im Falle Dujardin- Z a q u e i wurde die Vernehmung des Angeklagten sortgeseht. 3m Lauf der Verhandlung kam es wiederholt zu Zu- lammen st ätzen zwischen dem Vertreter der Staatsanwaltschaft und Dujardin. Auf Befragen des Vorsitzenden schilderte Dujardin, daß er in der Nacht vom 8. zum 9. Mai von Jaquet geweckt und ins Kassenzimmer geholt worden sei. Vor dem Geldschrank hätten Attenblätter zer- streut gelegen und auch ein« elektrische Taschenlampe. An dem Holz- Untersatz des Kassenschrankes waren Späne abgeschnitten. Frau Jaquet entdeckte ein Taschenmesser, das, wie ich feststellte, nagelneu war. Der Schreibtisch war geöffnet und durchwühlt, ob- wohl er direkt an der Schlafztmmerwand gestanden hat Ge- stahlen war gar nichts. Im daneben gelegenen Etzzimmer stand das Fenster offen. Vors.: Angeklagter, haben Sie den Ein- bruchsdiebstahl etwa selbst begangen? Sie wußten doch, daß da- male viel Geld in der Kasse war? An gell.: Das kam gar nicht in Frage, cherr Jaquet Hot mich daraufhin im Nebenzimmer auf dem Sofa schlafen lassen. Ich hatte mit Jaquet vereinbart, daß nachts zwischen unserem Haus und dem Bahnhof Mateningken eine telephonisch« Verbindung hergestellt wurde. Frau Jaquet war gegen diese Einrichtung. Die Mordnacht. Vors.: Wir kommen nun zur Mordnacht. Waren Sie damals alle zusammen? Angekl.: Herr und Frau Jaquet, der Forst- gchilfe Rees« und ich atzen zusammen, dann legte sich der Haueherr. der sich nicht wohlfllhlte, nieder. Ich nahm den Karabiner und ging nach Mateningken zu auf Patrouille. Vors.: Dabe? trafen Sie die Tochter des Förster». Haben Sie dabei etwa von Totschießen ge» sprachen? Angekl.: Ich erinnere mich, erzählt zu haben, daß ich mich von dem Kommando versetzen lassen wolle, weil der Patrouillen- dienst für den einzelnen Mann im Walde sehr gefährlich war. Dann ging ich nach dem Bahnhof, wo ich mir zeigen ließ, wie die Telephon- Verbindung nach dem Iaquetschen Haus funktionierte. Ich rief zu Hause an und sagte Frau Jaquet Bescheid, daß ich bald nach Hause käme, da es sehr kalt war. Nach Mitternacht war ich am Haus, klopfte, und Frau Jaquet öffnete. Ich ging ins Arbeitszimmer< Iaquets und holte mir in Gegenwart der Frau eine Pfeife Tabak, locchei ich der Frau erzählte, daß im Dorf ein Pferdsdiebftahl vor- gekommen sei und mich anbot, zu wachen. Das lehnt« sie aber ab. Ich ging darauf in mein Zimmer schlafen. Vors.: Sie sollen zu Frau Jaquet beim Gutenachtsagen gesagt haben, daß Sie die Tür zum Ardeltszimmer, wo der Geldschrank stand, offen lassen soll«. Angekl.: Im Gegenteil, ich Hab« wiederholt früher gebeten, nachts dort die Tür abzirschliehen. Plötzlich hörte ich noch halb im Schlaf rufen: „Hilfe, mein Mann. Mörder!" Vors.: Haben Sie nach Täter oder nach Spuren geforscht? Angekl.: Gewiß, die Tür zum GAdschrankuntersatz stand offen. Ich verlangte den Geldschrankschlllssel, um zu sehen, ob das Geld— Frau Jaquet sagte, es feien 30 009 M. da— etwa gestohlen fei. Sie weigerte sich aber, mir die Schlüssel auszuhändigen. Ich ärgerte mich über diesen Widerstand. Dann untersuchte ich das Schlafzimmer, wo der Wäscheschrank offen stand. Endlich verhörte ich Frau Jaquet. Vors.: Aber nun vorsichtig mit Ihren Bekundungen! Angekl.: Ich lasse lieber fort, was ich nicht mehr genau weitz. Frau Jaquet erzichlte mir, daß sie durch einen Schrei ihres Mannes wach geworden fei imt) daß sie einen schwarzen Mann über ihren Mann gebeugt gesehen habe. Dann sei ein Schutz gefallen. Ich sagt«:.Ich habe Ihnen doch meinenRevolver zum Schutz gegeben? Wo ist denn der?" Sie erwiderte, daß st« ihn verlegt habe, aber im Zimmer war«in süßer Geruch, den ich kannte, und der entstand, wenn mein« Patronen aus dem Revolver abgeschossen wurden. Vors.: Haben Sie das alles früher so erzählt? Angekl.: Do hat man große Teile dieses ganzen Protokoll» übersprungen. Ich habe dann dos Haus weiter untersucht und sah, daß die Kellertür und das Keller- fenster offen standen. Aber im Keller stand Wasser, und wäre jemand durch den Keller ins Haus gekommen, dann hätte man feinen nassen Futzabdruck im Haus sehen müssen Hierauf trat das Gericht in die Zeugenvernehmung ein. Zuerst wurde die Kronzeugin Frau Hölzner-Jaquet vernommen, eine mittelgroße,<7jährige Frau. Auf Befragen des Vorsitzenden schilderte Frau Hölzner, dah bald nach dem Dienst- antritt Dujardins ein Einbruch stattgefunden habe, al» gerade 15 000 Mark in der Forstkass« waren. Man habe Spuren des Einbruchs an dem unteren Teil« des Geldschrankes, der aus Holz bestand, gefunden. Vors.: Haben Sie nicht nach dem Diebstahl irgendwelche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen? Zeugin: Wir wollten«inen Hund anschaffen, und mein Mann und ich wollten abwechselnd wachen. Vors.: Besaßen Sie kein« Waffen? Zeugin: Jawohl, zwei Stück. Vors.: Hatten Sie die Im Schlafzimmer. Zeugin: Ich weitz nicht recht. Dujardin habe die beiden ihr gehörenden Waffen im Schlaf- zimmer geprüft und ihre Schußunfähigkeit festgestellt. Dann habe Dujardin die Waffen nach Insterburg geschafft, um sie r e p a- r i e r e n zu lassen. Vors.: Nun hatten Sie doch aber kein« Waffe? Zeugin: Mein Mann bat Dujardin, ihm so lang««inen Revolver zu leihen. Vors.: Und? Zeugin: Wenn etwas los war, wollte mein Mann fchietzen. Vors.: Sie nicht? Zeugin: Ich kann gar nicht schieben. Vors.: Vor- sichtig, Zeugin, haben Sie nie geschossen? Zeugin wußte er bestimmt. Dann erinnerte er sich seiner Chance und des großen kommenden Goldfundes, an den er so fest glaubte, und er wußte, daß das. was ihn angespornt, der Wunsch war, das große Spiel mitzumachen. Und wieder warum? Wenn«r nun wirklich seine Million hatte? Er würde gerade so sterben wie die andern, die eben ihr Leben fristeten. Also warum? Aber die Perioden der Leere in seinem Denken begannen häufiger zu kommen, und er über- gab sich auf Gnade und Ungnade der wundervollen Mattig- keit, die ihn bcschlich... Mit einem Ruck fuhr Zr auf. Etwas in ihm hatte ge- flüstert, daß er aufwachen müßte. Plötzlich sah er Sixt? Mil«, keine hundert Fuß entfernt. Die Strömung hatte ihn dicht an die Stadt geführt. Aber dieselbe Strömung trieb ihn jetzt weiter, hinaus in die Wildnis des unteren Fluß- laufes. Kein Mensch war zu sehen. War der Ort verlassen? Aber er sah den Rauch aus einem Küchenschornstein auf- steigen. Er versuchte zu rufen, konnte aber keinen Ton, nur ein unnatürliches Röcheln hervorbringen. Er tastete nach der Büchse, hob sie an die Schulter und drückte ab. Der Rückstoß war so stark, daß ein fast unerträglicher Schmerz ihn durchzuckte. Die Büchse war ihm auf die Knie gefallen, und«in Versuch, sie nochmals zu erheben, mißglückte. Er wußte, daß er eilen mußte, und fühlte das Bewußtsein schwinden, und so drückte er ab, wo sein« zitternden Hände die Büchse fanden. Der Schuß ging los, und die Büchse fiel über Bord. Aber ehe die Finsternis ihn einhüllte, sah er noch, wie die Küchentür geöffnet wurde und«ine Frau zu der Tür des großen Blockhauses heraussah,"das einen gräß- lichen Tanz zwischen den Bäumen aufführte. * Zehn Tage später kamen Harpe? und Joe Ladue nach Sixty Mile, und Daylight, der zwar noch«In wenig schwach. aber doch stark genug war, der Stimme seines Innern zu gehorchen, tauschte«in Drittel von seinen Grundstücken am Stewart gegen ein Drittel der ihren am Klondike ein. Sie glaubten fest an das Oberland, und Harper wollte auf einem Floß mit Proviant und anderem Bedarf den Fluß hinunterfahren, um eine kleine Poststation an der Mündung des Klondike zu errichten. „Warum nimmst du nicht den Indian-River in An- griff, Daylight?" meinte Harper beim Abschied.„Da gibt es massenhaft Bäche und Wasserläufe, und das Gold schreit nur danach, daß man es holt. Das ist meine Chance. Da kommt einmal ein großer Goldfund, und die Indian-River ist nicht aus der Welt." „Und es wimmelt da von Elchen," fügte Joe Ladue hinzu.„Bob Henderfon ist nun feit drei Iahren da irgend- wo herum. Er schwört darauf, daß sich Großes dort ereignen wird. Er lebt ausschließlich von Elchfleisch und sucht wie ein Berrückter nach Goft."(Fortsetzung folgt.) 32 Haftbefehle gegen Aufrührer. Acht Leichen obduziert und freigegeben. vcm vernchmungsrichler im Polizeipräsidium sind bisher 65 Personen, die von der Polizei festgenommen worden waren. iinler dem Vcrdachl der Beleiligung an den Maiunruhen vorgeführt worden. Der Vernchmungsrichler hat gegen ZZ der vorgeführten yaslbefehlc wegen Verdachts des Aufruhrs, Land- friedensbruchs und des Widerstandes gegen die Slaalsgewall erlassen, weitere Zl Personen sind am gestrigen Monlag dem vernchmungsrichler vorgesührl worden. Die verhöre dauerten bis in die Abendstunden an und auch hier ist mit einer Reihe von hastbeschlen zu rechnen. Die Obduktion der Opfer der waiunruhen, die, wie berichtet. nach dem Geseh von der Slaatsanwallschast angeordnet worden ist. muh vor einem Richter, durch zwei Aerzte, darunter einem Gerichts- arjl, vorgenommen werden. Bei dem Amtsgericht Berlin-Milte und Reütölln sind bisher a ch t Leichen der bei den Unruhen Getöteten geöffnet und freigegeben worden. Bei einigen der Leichen hat man Kugeln im Körper gefunden, die einem Schichsach- verständigen zur Klärung der Frage zur Untersuchung übergeben worden sind, von welcher Seite die tödlichen Schüsse abgegeben worden sind. Unter den freigegebenen Leichen befinden sich auch. wie wir hören, die sterblichen Ueberrcste unseres Genossen G e- Meinhard aus der Köslincr Strohe tg, der bekanntlich im Z. Stock am Fenster erschossen wurde. Die Beisetzung der frei- gegebenen Leichen wird in den allernächsten Tagen erfolgen. Bei de» Amtsgerichten Berlin-Mitle und Reukölln sind auherdem noch zwölf weitere Anträge aus Leichenössnung eingegangen, die im Lause der Woche vorgenommen werden wird. Die Opfer kommunistischer Hetze. Insgesamt 23 Tote. Im Verlaufe der letzten April- und ersten Moitage suG aus Anlaß der D e m o n st r a t i o n e n der Kommunisten insgesamt 2S Personen getötet worden. Wir veröfsentlichen nachstehend die Namen der Getöteten: l, Mechaniker Bruno Seidler, 24 Jahre alt, Pflugstrahe 9, bei den Eltern wohnhast gewesen, mit Kopfschuß in der Kösliner Straße aufgefunden. 2. Der Buchdruckereihilfsarbeiter Paul Röpnack, 33 Jahre alt, Triilstrahe öfl, bei der Mutter wohnhast gewesen, Verletzung durch Schädel-, Kiefer- und Wangenschuß, im Virchow-Krankenhaus ver- starben. 3. Albert Heiger, 47 Jahre alt, Prinz-Eugen-Straße 25 wohnhaft gewesen, am l. Mai aus der llnsallstation Lindower Straße l8/l9 eingeliefert und verstorben. Er war Krieg-inoalide, der rechte Unter- jchcnkcl fehlte ihm. 4. Der Kaufmann Louis Fröbius, 76 Jahre alt, Kolberger Straße 29 wohnhaft gewesen. Getötet durch Kopfschuh vor dem Hause Wiescnstraß« 54. Leiche durch Rettungsstelle Badstraße nach dem Lcichenschauhaus geschafft. 5. Der Bauarbeiter Ernst Mai, 26 Jahre alt, Swinemünder Straße 1l3 bei Ziclske wohnhaft gewesen. Verletzuitg durch hals-, Brust und Bauchschuß am hackeschen Markt, verstorben im Hedwigs- Krankenhaus. 6. Der Arbeiter Willi Schulz, 24 Jahre alt. Selchower Straße 28 wohnhaft gewesen. Er wurde von einer Zioilstreife vor dem Hause Jägerstrahe 46 tot ausgefunden. Die Ehefrau Klara Zawinskl, geborene Speck, 51 Jahre alt. Steinmetzstraße 13 wohnhaft gewesen. In der Wohnung durch Kopf- schuß getötet. 8. Der Bauklempner Max Gemeinhardl, 52 Jahre alt, Kösliner Straße 19 wohnhaft gewesen. Durch Kopfschuß in der Wohnung getötet. 9. Der Arbeiter Karl Baunack. 53 Jahre alt, in Neukölln. fsiethenstraße 21 wohnhaft gewesen. Verletzung durch Oberschenkel- schuh, im Zteuköllner Krankenhaus verstorben. Nach dem ärztlichen Gutachten ist der Tod nicht auf die Schußverletzung zurückzusühren, sondern auf eine Krankheit. 19. Die Ehefrau Helene Lonarewih, geborene Pankau, 39 Jahre alt, in Neukölln, Prinz-Handjery-Straße 57 wohnhast gewesen. Mit Bauchschuß in das Neuköllner Krankenhatis eingeliefert und dort verstorben. ll. Die Ehefrau Elise Scheibe, geboren« haaß, 61 Jahre alt, in Neukölln, Hermannstraße 49 wohnhaft gewesen. Am 3. Mai durch Kopfschuß ackf dem Balkon ihrer Wohnung getötet, und in das Buckower Krankenhaus eingeliefert. 12. Die Ehefrau Marie Röpner, geborene Steinbocher, 59 Jahre alt. in Neukölln, Hermannstraße 177 wohnhaft gewesen. Am 3. Mai durch Kopfschuß auf dem Balkon getötet und ins Buckower Kranken- Haus eingeliefert. 13. Der Vertreter Aisred Dahn, 42 Jahre alt,, in Lichtenberg, Neue Bahnhofstraße 27 wohnhaft gewesen. Am 3. Mai durch Schuß in die Schultcrhöhle vor dem Hause Hermannstrahe 98 getötet. Die Leiche befindet sich im Buckower Krairkenhaus. 14. Ernst Maschlock. 22 Jahre alt, Wrangelstraße 194 bei den Eltern wohnhast gewesen. Er wurde mit einem Rückenfchuß an der Ecke der Hermann- und Iägerstraße aufgefunden und noch dem Buckowcr Krankenhaus transportiert. 15. Der Fleischer Marlin Waldowski, 21 Jahre alt, in Neukölln, harzer Straße 2 wohnhaft gewesen. Wurde am 3. Mai mit einem Rückenschuß ins Buckower Krankenhaus eingeliefert. 16. Der Sprachlehrer Charles Mackey. 46 Jahre alt, Winterfeldt- strahe 8 bei Weising wohnhaft gewesen. Am 3. Mai in der Hermann- straßc erschossen aufgefunden und nach deni Buckower Krankenhaus gebracht. 17. Die Ehefrau Erna Koppen, 26 Jahre alt, in der Hermann- ftroßc 177 wohnhaft gewesen. Am 3. Mai durch Brustschuh auf einem Balkon getötet. 18. Der Arbeiter Otlo Engel. 19 Jahre alt, Ackerstrahe 45 bei den Eltern wohnhaft gewesen. Am 3. Mai mit einem todlichen Bauchschuß in das Virchow-Krankenhaus eingeliefert. 19. Hermann Landenberger, 27 Jahre alt. Große Frankfurter Straße 59 wohnhaft gewesen. Am 3. Mai mit einem halsschuß in der Selchower Straße aufgesunden und nach dem Buckower Kranken- Haus geschafft. 29. Der Arbeiter Max Gümpel. 49 Jahre alt. Prinz-Handjery- Straße 66/67 bei Prasser wohnhaft gewesen. Am 3. Mai an der Ecke Allerstraße mit einem Kopfschuß tot aufgesunden und nach dem Buckower Krankenhaus geschafft. 21. Otto Schcrwal, 69 Jahre alt, Einhornstraße 7 wohnhaft gewesen. Im Buckowcr Krankenhaus verstorben. 22. Waller Balh, 23 Jahre alt, Neukölln. Weferstraße 27 bei den Eltern wohnhaft gewesen. Mit Bauchschuß im Urban-Kranken- Haus eingeliefert und dort verstorben. 23. Der 64 Jahre alle Arbeiter Hermann Schäfer aus der Oudenarder Straße 4, im Jüdischen Krankenhaus verstorben. Er soll bei den Unruhen am 1. Mai in seiner Wohnung durch einen Kopfschuß verletzt worden sein. Der 24 Jahre alte getötete Arbeiter Ollo Ouerner. ist nicht un- mittelbar ein Opfer der Unruhen geworden, sondern infolge eines Unglücksfalles verstorben. Bei mehreren der Ge'öteten konnte durch Obduktion im Schauhaus bereits festgestellt werden, daß die Kugeln sie nicht von der Straße aus getroffen haben, sondern von einem höher gelegenen Standort abgefeuert worden sind. 42 Verlehie bei der Polizei. Nach der Wiederherstellung der Ruhe. Durch WTB. wird mitgeteilt: Bei den Berliner Unruhen der letzten Tage sind von den Polizeibeamteu 47 zu Schaden gekommen, darunter befinden sich vier Schwerverletzte mit Gehirnerschütterung. Bon den übrigen 43 Beamten sind noch zehn erheblich verwundet, einer von ihnen ist durch einen Schuß, die anderen sind durch Schläge verletzt worden. Durch New-Norkex' Blätter werden Meldungen verbreitet, wo- nach die Berliner Schutzpolizei gemeutert habe und 459 der Be- amten verhaftet worden seien. Demgegenüber muß mit aller Deutlichkeit betont werden, daß an diesen Nachrichten kein wahres Wort ist. die Beamten vielmehr mit größter Pflichttreue und Aufopferung ihren Dienst versehen haben. Dafür ist auch die Tatsache ein schlagender Beweis, daß nicht ein einziger von den 15 999 Schutzpolizeibeamten sich während der kritischen Tage krankgemeldet hat, und einige leichter ver- letzte Beamte, die sich in ärztliche Behandlung begeben sollten, dringend gebeten haben, bei ihren Kameraden bleiben zu dürfen. Kein Streit zwischen ZörgieSel und Weiß. Der Polizeipräsident teilt mit: In verschiedenen Zei- tungen wird behauptet, der Polizei Vizepräsident Dr. Weiß habe Urlaub genommen, um de» zu erwartenden Maiunruhen zu cm- gehen, zumal er in bezug aus die Nichtaushebung des Demonstra- � tionsverbots sich in einem Gegensatz zu dem Polizeiprä- s i d e n t« n befunden Hab«. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß es sich bei dem Urlaub des lzerni Polizeivizepräsidentcn, der am 22. April begonnen hat und bis zum 26. Mai dauert, um den regulären Urlaub handelt, dessen Beginn im Rahmen des gesamten Urlaubsplanes der Behörden bereits vor längerer Ze i t� e st g e l e g t woitzen ist. Im übrigen haben über die Nicht- aushebung des Demonstrationsverbots am 1. Mai und die zu treffen- den Maßnahmen unter den leitenden Herren des Polizeipräsidiums keinerlei Meinungsverschiedenheiten bestanden. Künf Brände im Grunewald. Zahlreiche Waldbrände in der weiteren Umgebung Berlins. Im Laufe des gestrigen Nachmittags mußte die Feuerwehr oftmals auf den Zllarm»W a l d b r a n d" ausrücken. Allein fünf Meldungen liefen aus dem Grunewald ein. Im Jagen 5 6 und fast zu gleicher Zeit im Jagen 12? des Gruncwaldforstes brannte Gras und Unterholz in einer Aus- dehnung von etwa 1909 Ouadratmetcrn. In beiden Fällen konnten die Brandherde»ach kurzer Zeil eingedämmt und ein Uebergreifen der Flammen auf den Hochwald oerhütet werden. Ein weit ge- föhrlicherer Brand kam am K ö n i g s w e g in der Nähe des Bahnhofs Grunewald zum Ausbruch. Etwa 5999 Quadratmeter junge Kiefernschonung wurde vernichtet. An der C h a u s s e e nach S ch i l d h o r n brannte eine größere Fläche Unterholz. Die Feuer- wehr dämmte das Fsuer durch Auswerfen von Gräben bald ein. Im Jagen 99 bei R l k o l s k o e entstand gegen 14 Uhr Feuer, dem zwei Morgen Baumdestand zum Opfer fielen. Die Feuerwehr von Wannsec war mit den Löscharbeiten stundenlang beschäftigt. Die anderen Wcrldbrandalarme kamen aus Frohnau, Wit- t e n o u und Schöneweide. Glücklicherweise konnte das Feuer an diesen Stellen, da es rechtzeitig bemerkt worden war, im Keime erstickt werden.• Wieder Bluiiai in Breslau. Eine Sreisin niedergeschlagen und beraubt. lste Srlmlnaldireklion Breslau teilt mit- Am ß. Mal gegen lb Ahr wurde die fast 70 Zahre alt« varkosthändlerln Amalie Mo>»» au» der Rvsenlhaler Straße 9 in ihrem im gleichen Grundstück im Keller gelegeneu vorkostgeschäst durch wehrer« Veit- hieb« schwer verletzt. Geraubt sind 20 Mars tu Silber, sowie Messing und Kupfer. Die Sriminalpoltzel verfolgt bereit» eine bestimmte Spur. Riesenbrand in Westfalen. Straßenzvg in Nordhorn in Flammen. Der„Münstersche Anzeiger" meldet aus Rordhorn. daß dort in einem Wohnhaus eine» Arztes ein Feuer aus- gebrochen sei, dos sich bei dem herrschenden starten Südwestwind mit rasender Schnelligkeit auf die benachbarten Häuser ausdehnte. Bereits um vier Uhr lagen mehrere wohn- und Geschäftshäuser vollkommen in Asche. Selbst das Mobiliar konnte nicht gerettet werden. Die Feuerwehr bekämpft da» Feuer aus mehreren Schlauchleitungen, doch scheinen die Bemühungen bei dem winde nahlos zu fein. Es besteht größte Ge- fahr, daß der ganze Slraßenzug in Flammen aufgeht. Wie die„D o r t m u n d e r Z e I t u n g" meldet, ist am Montag vormittag in den zwischen Dortmund und 5)agzn liegenden Wal» düngen in der Nähe von Wittbräucke ein großer Brand ent» standen. In den Mittagsstunden hatte der Brand bereits eine u n- geheure Ausdehnung angenommen. Das Feuer begann bei H e r d e ck« und wurde von dem starken Wind über den ganzen Wald verbreitet. Um 12 Uhr geriet ein Zweifamilienhaus auf dem Attenberg in Brand und wurde oolllommen vernichtet. Auch ander« Häuser sind stark gefährdet. Der Anwohnerschast b«. mächtigte sich ein« Panik. Zur Bekämpfung des Brandes sind die Berussfcuerwehren aus Hagen und Dortmund angerückt. Da wenig Wasser vorhanden ist und die Schlauchleitungen nicht aiisreichey, versucht man, das Feuer mitHackennndSchippen zu bekämpfen. Dos Feuer wurde gegen 16 Uhr gelöscht. Oeider ist dem Fever«in Menschenleben zum Opser gefallen. Ein an Asthma leidender älterer Mann, der von dem Sprungfeuer tn den Waldungen überrascht moiten war, konnte sich nicht mehr rette» und kam in den Flammen um. Die neue„Zlalia"- Suche. Expedition in Oslo eingetroffen. .Räch Meldungen aus Oslo ist die italienische Expedt» tion, die nach der Ballonhülle der„Jtalio" Räch. sorschungen anstellen soll, in Oslo cingetrosfen. von wo die Reise nach Bergen weitergeht. Die Expedition sührk einen vollen Eisenbahnwagen mil Ausrüstungsgegcnständen mit. darunter Waffen, lvoo Gewehrpotronen sowie Radiogeräl. Ja Bergen geht die Expedition an Bord des löo Tonnen großen norwegischen Fahr- Zeuges„heiman". Am 15. Mai und nicht wie ursprünglich ge- meldet am l0. Mai tritt das Schiff die Reise nach Tromsö an und von dort nach der A d v e n t s b a y nach Spitzbergen. Die Expedition Hofs«, zum September zurückzukommen, wird jedoch mit Proviant für ein ganzes Jahr oersehen für den Fall, daß sie gezwungen sein sollte, im Rorden zu überwintern. Der Leiter der Erpedilian, Ingenieur Alberiini, scheint nach seinen Aeuherungen in der letzten Zeit nur geringe Hoffnung zu hegen, daß die Rachsorschungen positive Resultate ergeben. Hitlers Mussolinirausch. Beleidigungprozeß gegen Äölktfche und Sozialisten. München. 6. Mai.(Eigenbericht.) Bor dem Amtsgericht München begann am Montag ein von Adolf H i l l e r angestrengter B e l e i d i- gungsprazeh gegen de» früheren völkischen Abgeord- nelen von G r o es e. außerdem gegen den Chesrcdaktcur des „Bayerischen Kurler" Osterhuber. gegen Redakteur Z e r s a ß von der sozialdemokratischen„Münchcner Post" und die sozialdemokralischen parleisunklionäre D i ch t l und w i m m c r. Während des Rcichstagswahlkarnpses von 1928 hatte Herr von Graeje, der völkische Konkurrent Hitlers, in einem Artikel über eine Südtiroler Rede Hitlers u. a. geschrieben:„Schmachvolle Preisgabe Südtirols durch Hitler in seinem M u s s o- l inirausch, der ihn immer mehr in seelische und materielle Abhängigkert vom vergötterten Duce bringt." Der „Bayerische Kurier" hatte diesen Artikel üebrnommen. Am Wahltag hatte die Sozialdemokratie Münchens«in Plakat angeschlagen, in dem gesagt wurde, daß Hitlers Propaganda mit Lire bezahlt werde. Die„Münchener Post" hatte in ihrer ersten Nummer noch dem Wahltag den Inhalt des Plakats wiedergegeben, das auf Grund einer gerichtlichen Verfügung hatte beseitigt werden müsten. Hiller be- zift'ert den durch das Plakat seiner Partei verursachten Verlust auf A)999 bis 39 999 Stimmen. Am ersten Verhandlungstag kamen eine Reihe von Zeugen aus der näheren Umgebung Hitlers zu Wort, die von aus- hündischen Subventionen nichts wissen konnten. Selbst der ehemalige zweite Vorsitzende der Hitler-Partei, der frühere Reichstagsabgeord- ncte Io k o b, erklärte, nur Hitler habe einen Einblick in die geschästlichcn Dinge der Partei gehabt. Dagegen hatte der früher« völkische Abgeordnete von Brehmer bei einer kommissarischen Vernehmung ausgesagt, er habe in Italien von einer p r o m i- nenten faschistischen Persönlichkeit erfahren, daß dort die Südtirolpolitik der deutschen Rationolsozialfsten sehr a n g e- nehm empfunden werde unh daß man sie daher auch m i t Geldmitteln unter st ützt höbe. Ein weiterer kommissarisch vernommener Zeug«, der Prioatgelehrte Dr. G a n ß e r- Berlin, hatte bekundet, daß er für die Hitler-Bewegung schweizerische Gelder vermittelt habe. Der Prozeß wird voraussichtlich mehrere Tage, in Anspruch nehmen. Unter den weiter geladenen Zeugen befindet sich auch Ludendorff. Wie stehen die städtischen Betriebe? Die Gemeinnühiqen Baugesellschasten tadellos. Schon vor längerer Zeit waren von verschiedenen Fraktionen Anträge gestellt worden, nach denen die Stadtoerordnetenversamm- lung den Magistrat auffordern sollte, ihr eine genaue Uebersicht über die kommunalen Wirtschaftsbetriebe vorzulegen. Diese Zusammenstellung sollte vor allein Aufsällüsse über die Gewinne und Dcrluste dieser städtischen Unternehmungen geben. Ein von der Stadtverordnetenversammlung.zur Prüfung der Per» Hältnisse in den städtischen Betrieben besonders eingesetzter Aus- ! ch u ß hat jür die einzelnen Betriebs Speziolrescrenten bestellt. In der Sitzung dieses Ausschusses am Sonnabend wurden zunächst die Berichte über die gemeinnützigen B a n g e s e l l s ch a s t e n und die Wohnungssürsorgegescllschast entgegen- genoinm-n Nach eingehender Debolle wurde festgestellt, daß irgend- welch« Mißstände bei diesen Gesellschaften nicht vorliegen. In einer der nächsten Stadtverordnelenversommlungen wird der Bericht über die bisher geprüften Gesellschaften vorgelegt werden. Der Ausschuß setzt seine Täligleit mit der Untersuchung der übrigen kommunalen Betriebe noch fort. Selbstmord eines jungen Arztes. In der K i r ch h e i d e bei Heiligensee verübte am Montag gegen 14 Uhr der 31 Jahre alte praktisch« Arzt Dr. med. H. Gore l l a aus der Weimarer Straßc 34 Selbstmord. Cr rief ein am Waldessaum sich sonnendes Ehepaar an und bot, sie möchten sich zu ihm bemühen. Mit ruhiger Stimme erklärte er ihnen, daß er soeben Blausäure genommen habe, um seinem Leben ein End« zu machen. Die Flasche enthieli noch einen kleinen Rest und war fest verkorkt. Diese sowie mehrere Abschiedsbriese übergab der junge Arzt den beiden Leuten und knüpfte daran die Bitte, alles der Polizei auszuhändigen. Der Ehemann eilt«.zu einem Arzt, doch konnte dieser nicht mehr helfen, der junge Kolleg« war inzwischen verschieden. Gorclla war im Ambulatorium der Nord- deutschen Holzberufsgenossenschaft In der Alexander- straße als A ss i sie n z a r zt läiig. Die Bibliothek der Arbeiterbildunqsfchule wird wegen Umbaue» einige Zei« geschlossen. Die ausgeliehenea Lücher müssen nach Ablauf der Lesesrifl im Bureau de, Bildung»- ausschusse»(Zimmer S) zurückgegeben rBerden. HCaät Q . föMcktiMrdm y Das Spielzeug zweier Männer. Da treten zwei slotte fportgestählie Männer mrl> ein schlankes Mädel auf. Der eine packl das hübsche Fräulein, wirbelt es wie lall um sich herum, wirst es in die Lust, fängt es auf, wirbelt es wieder.Ichlcuidcrt es in den Rmmt Da springt aber auch schon der -weitc zu, sängt den menschlichen Ball, wirst ihn i» die Luft, fängt ihn wieder, läßt ihn um sich kreisen. Nun hält es der erste nicht mehr aus, springt zu, greift, packt, hält dos Mädel und das Spiel beginnt von neuem, bis der andere abermals zupackt So zu schauen die glanzvollste Nummer des Maiprogramms im Wintergar- ten, Ruth ch o w c l l, ch a r g e r und Noldl Man sah derartiges noch nicht. Außerdem tritt Miß Howell mit einem Partner in einem ausgezeichneten Trapezakt auf. Dazwischen die Berliner Tänzerin Senia Born, eine ennzuckeirdc Puppe, die sich einen reiz- vollen Trick ausgeknobelt hat.«ic tanzt vor zwc-, drei vier und i uns Lampen, die den Schotten der sehr graziösen Tänzerin ebenso oft an die Leinwand Wersen. Eine wunderhübsche Variante der aiien Schattenspiele. R c b l a ist wahrscheinlich ein umgekehrter Aibept, dem das t fehlt. Ih-rn fehlt bei seinem Spiel bewußt und ab- sichtlich, natürlich auch der Humor. Während seine Iongleurkunststücke init sabe'haster Sicherheit gelingen, gähnt er mißvergnügt und ge- langweilt. Ähm ist alles Wurscht. Das Publikum aber lacht Tränen. Ein famoser Bursche ist auch Mister F r a n s k y, und man muß sich nnmer wieder wundern, wie die Amerikaner es verstehen, den alten Clown zu modernisieren. Man kann eigentlich von diesem Unsinn gar nicht genug bekommen. Herrliche Sturzakrobaten sind die d r e i Mondis. Nobbins Wildwestkomik sucht sich die Partner mis dem Publikum mit dem Hinweis, daß es IlKX) M. Belohnung gibt, wenn es einem gelingt, die verdrehten und meschuggenen Räder zu fahren, ine der Amerikaner mit sich führt Es gelingt natürlich keinem. Die Spiegclszene der Schwarz ist wohl an die Ist Jahre alt, so a't wie die Szene des ehrwürdigen Baggefen mit den zer- töppcrten Tellern, aber alt und jung sieht sie mit großem Vergnügen. Babelsberg protestiert. Weil Chaflottenburqer Wasserwerk die�echnuna präsentiert Die Gemeinldevertretcrsitzung der Gemeinde Neubabels- b e r g protestiert energisch gegen eine Forderung der Chor- lottenburger Wasserwerke, die eine Rechnung übri-tlistg Mark für das A u s t a u e n von Rohrleitungen präsentiert hatten. Die Gemeinde erklärt, es sei selbstverständliche Pilicht der Wasserwerke, für ordnungsgemäße Wasserlieserung zu sorgen. Das Charlottenburger Werk hat außerdem noch die Grundstücksbesitzer mit kreU.a»«te»>0. Mal, 20 Uhr, im xroSen Saal des Lehrervereliuhaara, Alexanderpia«, onrag des Genossen Dr. med. Karl Kaniak)-, Leiter der städtischen Eheberatungssteile in Wien,(Iber «Probleme der modernen Ehe." Karten zu" Preise von 30 PL im FrauensekreurlaL Lindebstr. 3, i Hof, 2 Treppen, Zimmer 3a, und an der Abendkasse- Da» FraamuekreiariaL ähnlichen ungerechtfertigten Privatrechnungen beglückt. Die Thor. lottenburger Wasserwerke sind jener famose privatwirtschastliche Be- trieb, aus dessen Wasserversorgung leider noch immer ein weseut- licher Teil Groh-Berlins angewiesen ist. Diese Blüte des pn- vaten Unternehmertums bekommt es fertig, für ihr Wasser fast das dreifache des Preises der Berliner kommunalen Wasser. werke zu nehmen. Und wen» die mit Recht empörten Grundbesitzer Neubabelsbergs gegen die Praktiken des Charlottenburger Werks protestieren, so protestieren sie, die ja zum allergrößten Teil Nutz- nießer der Privatwirtschaft sind, gegen ihr eigene sWiri s ch a s t s s q st e m. So muß es auch kompien, und bis zur? munalwahl wird diese hübsche Episode nicht vergessen werd � Kulturbilder aus polen. 44000 schnapStrinkenSe Kinster in Lodz. Das kulturelle Bildungsamt in Lodz iPolen) Hut dem„Esperanto-Dienst" zusolge, eine Ermittlung über alkohol- trinkende Kinder in Lodz abgeschlossen. Das Resultat ist erschreckend und bedarf keines Kommentars! Bon 52399 Kindern trinken 44 622 Branntwein(22 765 Knaben und 21 857 Mädchen). Das sind 85,2 Proz.I 1106 Kinder(583 Knaben, 578 Mädchen' nehmen täglich Branntwein zu sich; 36st9 Kinder(1883 Knaben, 1726 Mädchen) trinken mehr als einmal in der Woche, der Verksufe: Tapeten. Siiillat. gotouiclltaftt 9. BeHcSlet-ScppW«. ftlefitc 53tMtf|Ict 2x8 19.— Mar?. Jücine äBcbfehlcr 2X8 24,- Marl PKine äScbfeht« C'-iXStü 38.- Mark. Rltmc Brbkehler 3x4 59.— Marl. n. Qualität 2 x 8 38,— Mark. i. Qualität 2,4X3H 85.- Mar?. I. Qualität 8 x 4 88,- Mark. rärncrt Berlin. 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Hauptsächlich in den Provinzen ist kein gutes Buch zu finden, wohl aber Kitschkalender, Gebet- und Traum- b ü ch e r in Menge.... Allerlei alte und neue Jubiläen. Von �tO— 1000 Jahren Wenn alles das, was einst in der Vergangenheit an Großem und Bedeutsamem geschassen worden ist, nicht rettungslos der Ber- gessenheit anheimfallen soll, dann bleibt unserer schnellebigen Gene- ratio« in der Tat nichts anderes übrig, als sich die Jahrestage mit runden Zahlen auszusuchen— 25, 50, 100 oder 1000— und durch sie das Vergangene hervorzuholen und nachzuprüfen, ob es heute noch lebensfähig und lebenswert ist. Manchpial ist das, wie es sich in der Folg« herausstellt, ein vergebliches Bemühen. Das Vergangene bleibt vergangen, das Tote bleibt tot. Aber der tief in der menschlichen Seele schlummernde Wunsch, nicht umsonst gelebt zu haben und etwas zu hinterlassen, was auch in der Zu- kunft Bestand hat, veranlaßt uns immer wieder, derartig« Prüf- tage,„Jubiläen" genannt, zu begehen. Sie sind im Grunde genommen eine Art Bilanz über menschliche Zivilisation und menschliche Kultur. Darum geben wir jetzt eine kleine Zusammenk sassung aller der Ereignisse, die im Jahre 1929 bedeutsam sind. Zuerst sind es da technische Errungenschaften und Erfindungen, die unser« Aufmerksamkeit fesseln. Vor rund 400.Jahren konstruierte der Nürnberger Schlossermeister Hä n- lein die erste Taschenuhr, vor 200 Jahren erfand Terra! das Zentrifugalgebläse, 160 Jahre sind es her, daß T r e v e h i k die erste Lokomotive aus Eisenschienen rollen ließ, und daß Ingen- h 0 u f e die Ernährung und Atmung der Pflanzen entdeckte. Im Jahre 1804, also vor 125 Jahren, führte Freiherr vom Stein das erste Papiergeld in Preußen ein. Vor 75 Jahren baute Fischer das erste Fahrrad mit Pedalen, und vor 75 Iahren stellte der Berliner Buchdrucker L i t s a ß die ersten nach ihin benannten Säulen aus. In demselben Jahre baut Karl v. Gheda über den Semmeringpaß die erste Bahn über die Mpen und läßt die Schichauwerft in Elbing den ersten eisernen Seeschrauben- dampfer vom Stapel. Gleichfalls in diesem Jahre ruft C. Th. Perthes in Bonn die erste Herberge zur Heimat ins Leben. 50 Jahre sind es her, daß der große Erfinder Edison die erste praktisch brauchbare Glühbirne in den Verkehr brachte und daß Siemens die erste elektrische Straßenbahn errichtete. Vor 30 Iah- ren rollt in Deutschland die erste elektrische Droschke über das Berliiker Pflaster, und am 17. Mal werden es genau 10 Jahre her sein, daß ein amerikanisches Flugzeug den ersten W e st< O st- Flug über den Ozean unternahm, der von Neufundlaird bis zu den. Azoren über. 1800 Kilometer führte und in 15 Stunden 30 Minuten durchgeführt wurde. Äm August wird Brandenburg a. H. sein lOdOjährizes Bestehen festlich begehen. Und im nächsten Jahre, woraus hierbei gleich hingewiesen sein soll, wird K o t t b u s sein l000j ähriges Bestehen feiern können. 1000 Jahre besteht auch in diesem Jahre die durch ihr Porzellan berühmt gewordene Stadt Meißen: die Feier findet vom 2. bis zum V. Juni statt. Der populärste Ber- liner Vergnügungspark, der Lunapart, begann seine 25. Saison. Er wurde im Jahre 1904 eröffnet. Und die bis zum heutigen Tage beliebten Stettin er Sänger, M« sich im Jahre 1879 in Stettin gründeten, bestehen demnach also auch schon 50 Jahre. Seit dem September 1898 singen und spielen sie in den Reichshallen. Ganz Berlin auf den Beinen. Wenn der Sonntag ein Sonnentag ist. Das schöne Wetter am Sonntag hat ganz Berlin ins Freie gelockt. Nachdem der Frühling so lange auf sich hat warten lassen, wurde der warme Sonntag in weitestem Maße zu Aus- sliigen benutzt, so daß die Verkehrsmittel wieder Rekordbetrieb oerzeichnen konnten. Die Angestellton der städtischen Verkehrsmittel und die Beamten der Reichsbahn hatten einen schweren Tag. Die Stadt-, Ring- und Vorortbahnen beför- derten am Sonntag rund 2 Millionen Fahrgäste, das sind fast soviel wie an den heißesten Senntaaen des Vorjahres. Den stärksten Verkehr hatte aber G r ü p a u. Die Straßenbahnen besör- derten 2 076 Millionen Personen und die Omnibusse 712 000. davon rund 38 000 allein auf den Ausflugslinien. Auch der Dampfer- verkehr auf Spree und Havel erfreute sich stärksten Zuspruchs: Eine Großveederei beförderte 62 000 Personen, eine andere 20 000. Außerdem wurden die Ausslugsgebiete um Berlin auch von aus- wärts besucht. Drei gutbesetzte Verwaltungssonderzüge der Reichs- bahn kamen aus Leipzig. Dessau und Aschersleben nach Berlin, deren Teilnehmer auf der Havel Dampferfahrten unternahmen, zu einem nicht unwesentlichen Teil erber auch die Gas- und Wasseraus st ellung besuchten. Unterbrechung derSchwangerschast Zum Kampf um die Aufhebung des H 218. Unter„medizinischer Indikation" oersteht man die Notwendig- keit der Entfernung der Leibesfrucht, weil bei einem Weiterdauem der Schwangerschaft die bestehende Erkrankung lebensbedrohende Fonnen für die Mutter annehmen würde. Ueber dieses Theina sprach im Rahmen der vom Deutschen Institut für Frauenkunde veranstalteteir Vortrogsreihe Herr Dr. Hirsch- b e r g, Chefarzt des Ambulatoriums Charlottenbura. Der Redner legte seinen Ausführungen die Erfahrungen zu- gründe, die er als Facharzt für innere Krankheiten durch die B«- gutachtung von 275 Frauen samme'n konnte An und für sich ist ja die Zahl 275 zur Aufstellung allgemeingültiger Normen zu klein. Andererseils hatte aber der Referent die Möglichkeit, das Schicksal der Frauen bzw. den Verlauf und das Ende der Schwanger- schaft teilweise genau zu verfolgen. An e.r st e r Stelle stand die Tuberkulose. Es wurden 155 Frauen untersucht. Dabei wurde bei 110 die Entfernung der Frucht für notwendig erachtet, bei 45 wurde der Abort abgelehnt. Der Referent betonte aber, daß eine nicht ausgeheilte Tuberkulose bei einer Schwangerschaft stets eine ernste Komplikation(Vörschlimmerung) darstellt, selbst wenn es der Patientin möglich ist in einem Höhensanatorium unter den besten hygienischen Bedingungen bei reichlichster Verpflegung zu leben. Es ist aber bekant. daß 90 bis 95 Proz. aller erstmaligen Lungenspitzenerkrankungen ausheilen. An zweiter Stelle standen die Herzleiden mit 60 Patienten gleich 21 Proz. Hier wurde bei 42 unterbrochen und bei 18 abgelehnt. Die restlichen 23 Proz. verteilen sich auf die Stoffwcchselertrantungen und Krankheiten der inneren Sekretion, wie dem Base- d o w, eine Erkrankung der Schilddrüse, dem Diabetes(Zucker- leiden), ferner Nierenerkrankungen. Bei allen diesen Krankheiten wurde eine Verschlimmerung des Leidens bei Fortbe- stehen der Schwangerschaft festgestellt, wie Vergrößerung der Schilddrüse, Herzbeschleunigungen usw., oder ein« vermehrte Zuckeraus- scheidung. Bei den Nierenleiden wurde sogar einmal eine Erbiin- dung beobachtet. Am wichtigsten ist der Ausgang der Schwanger- schaften, bei denen zwar allgemeine Beschwerden bestanden, die aber bei den heut« bestehenden Gesetzen ein« Unterbrechung nicht zuließen. Es waren 31 Frauen: von diesen haben 20 abgetrieben und 8 ausgtragen. Von den restlichen 3 ist nichts Näheres bekannt geworden. Wir sehen hier also erneut bestätigt, daß beim Proletariat in Berlin— c» handelte sich nur um Arbeiterfrauen— fast keine Kinder mehr gegen den Willen der Eltern geboren werden. Pom soziolhygieni schon Standpunkt aus ist aber gemäß des alten Grundsatzes, daß Borbeugen besser und billiger als Heilen ist, zu verlangen, daß die Verhüwng des unerwünschten Nachwuchses durch Ausbau der Eheberatungsstellen und kostenlose Abgabe von Mitteln, die die Empfängnis verhüten, unterstützt wird. Denn wenn auch, wie wir hassen, die 20 Frauen, die abgetrieben haben, keine bleibenden Schädigungen davongetragen haben mögen, so ist doch die Gefahr einer unsachgemäß vorgenom- menen Abtreibung immer sehr groß. Deshalb muß immer wieder unsere Forderung von neuem erhoben werden: Aushebung des § 218, der sich immer nur gegen die Armen» und wirtschaftlich Schwachen richtet, und Ausbau der Eheberatungsstellen zur Regelung der Geburtenziffer nach der wirtschaftlichen Leistungs- sähigkeit des einzelnen. Denn da sich die besitzenden Kreise das Recht nehmen, die Zahl ihrer Kinder zu beschränken zrrr Ver- besserung der Aussichten für den einzelnen, muß die Arbeiterschafr die Möglichkeit bekommen und dos Recht haben, im Interesse der geistigen und körperlichen Entwicklung ihrer Nachkommenschast die Zahl der Geburten gemäß dem Einkommen des einzelnen zu beschränken. Sozialisiische Arbeiterjugend Gr.-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur« Verlin GWvk. �.tndenstraße 3 dos Zugendsekreiariat Kommt zum Maijugendlag in Brieselang am Donnerstag, g. Mai! (•! Schölcrversammluiig aller in der SS®, zusammenarfaßtcn®c. M N Nossen heute, Dienstag. IZZe Uhr, im Vortragssaal Lindenstr. Z, 2. Hof, M M 2 Tr. links. Genosse Direltvr Dr. Kaisen spricht Uber„Das Problem M des Berechtigungswesens". Aussprache:„Aus ber praktischen Arbeit[3 der Schulgemcinde". Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt! Meldungen und Zahlungen für den Mitteldeutschen Zngendtag müsse» um- gehend vorgenommen werde»!— Friedrich. Ebert-Heimwarken müssen sosort abgerechnet werben. Heule, Dienstag, 19� Uhr. Kollnifcher Pari: Heim Waisen sie. 18. �Einführung in die Wirtschafts. gcschichte."— ajefien II; Heim Bülowstr. 88. Bunter Abend(nicht Mitglieder- Versammlung).— Arnswalder Platz: Heim Rastcnburzer Straße.„Einführung in di» Wirtschaftsgeschichte."— Arbeitsgemeinschaft der Rote» Fallen: Schule Sonnenburgcr Str. 20. Arbeitsbesprechung.— Helwhvltzplatz: Heim Danziger — Schbneberg IV: Heim Hauptstr. 15.„Unser Zeltlager." � Köpenick: Heim Grünauer Str. Z. Lichtbilder:„Skandinavien."— Zliederschöuemcid«: Schul« Berliner Str. 81.- Heiterer Abend.— Tegel: HeiM'Bahnhofsrr. 15.„Die Mai- frier."— 83®. Prrn, lauer B«rg: Treffpunkt gur Schülerversammlung 1801 Uhr Danziger Straße Eck- Prenzlauer Alle«.— 88®. Reukölln: Treffpunkt zur Schitlerverfammlung 10 Uhr Rathans. Morgen Heim Bergstr. 29;„Die ver. schiede nen sozialistischen Parteien." verheb««, rl Renlälln! Sprechchorprob« a Uhr i» KFR. Abteilungemilgliederverfammluagen. Rosenthaler Borstadt: Schule Elisabethkirchstr. 10.— Brnnneaplatz: Schul» Schiller. Tu»««____________________. Schule«aftanienallee 82.— Hasenheid«: Heim Wassertorstr. 9.— Süden: Heim Borckstr. 11.— Steglitz: Heim Albrcchtstr. 17.— Britz I: Heim Ghausscr. straße 18.— Reukölln I: Heim Sander- Ecke Hobrechtslraße. Neukölln III: sslughafenstr. 88 smit Bortraa„Ziele und Ausgaben der SAI.").— Reu- kölln IV; Schicrkcftr. 41.— Neukölln V: Heim Böhmische Str. 1—1.— Neu- Ivlla VI: Heim Treptower Str. 05.— Neukölln VII: Schule Kaiser. Friedrich- Straß« 208.— Rcnköln VIII: Schule Rütlistraße.— Hoemedorf: Heim 9'oon. straße.— Reinickendorf Ost: Heim Lindauer Slraße, Baracke 1.— Bnchholz: schule Berliner Str. lll.— Niederfchönhansen: Schule Blankenburgrr Str. 70.— Pankow II: Heim Görschstr. 11. * Werbe bcziri Prenzlauer Berg: Trefspunkt für Brieselang Donnerstag 7�» Uhr Bahnsteig Putlitzstraße. Mustkinstrumente und Fahne» mitbringen. Treffpunkt der Kapelle 7 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee. Werbebezirk Neukölln: Treffpunkt für Brieselang Donnerstag 7 Uhr an de» Bahnhöfen Hcrmannstraße, Neukölln und Kaifer-Friedrich-SIraßr. Vortrage, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 11. Sebastianstr. 87/38, Hok 2 Tr. M Mitte: Mittwoch, 20 Uhr, Turner, Turnhalle Gartenstr. 107, Srzt- *** liche Untersuchung der Sportler.— Ortspemi» Pank»«, Kamerad- schaft Nord: Restaurant Meier, Breite Straße. Kameradschaft Süd: Restaurant Kobcr. Berliner Straße, 20 Uhr. Erscheinen Pflicht.— Reinickeadaef. Kamerad- schaft Ost: Di« Beerdigung des Kameraden Hirsch findet am Mittwoch, 8. Mai. 1Z Uhr. auf dem Friedhof Reinickendorf-Ost, Humboldtstraße, statt. Die Lame. raden versammeln sich 11>4 Uhr vor dem Friedhos. Gemischter Chor ber Freie» Schmimmer Eharlattenhneg. Uebungsstundc jeden Dienstag. ZOVj Uhr, Tegeler Weg 07. bei Huber. Sangeslustig« Sport- genofflnncn und.genossen sind eingeladen. Rotenkeuntnisse nicht erforderlich. Reichsbund für Kriegsbeschädigte. Kriegsteilnehmer und Kriegerhintrr. blieb«»«. Osten 8. Monatzvcrsammlung am Mittwoch. 8. Mai, 20 Uhr. im Betcinslokal. Schmidts Gesellschaftsbaus, Fruchtstr. 88». Perband für Freidenkertum und Feuerbestattung. Di« für Dienstag, 7. Mai, in E harlo ttenbnrg, Edcnpaloft, einberufene Bersammlnna ist nicht von der zuftändigcn Gruppenleitung cinbernsen!— Achtung. Freidenker! Heute. Dienstag,. IgV) Uhr, spricht Dr. Schmidt-Schleiz, geboren>n Palästina, in den Musiker. Festsälcn. Kaiser-Wilhelm-Slraße, über„Therese van Konnersreuth". l-anxlel 0» Engllth Oebatlng Club: Mittwoch, 20 Uhr, Zahnärziehaus Bülowstr. 101, Ouittnannsaa): Dr. Ehrlich:„Feminine Fashion ok To-day." sSSSi«««»«»»SSSSS� Unseien Parteigenossen iS Berta und H Heinrich Backhaus f xn ihrer Stlberhodizeti die O) herzlichsten GIGckwünscfae 0/ Ä. 00. Ahtellong. Am 1. Mai«nlschltef nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebier Mann und Ireusorgender Bater. der Gastwirt Otto I-ctunann im 50. Lebensjahre. In ttejster Trauer Emma Lehmann leb. liier-»ha ier Lehmann Die Beerdigung findet am Mitt» woch, dem 8 Mal. nachmittag» 8 Udr, von der Kapelle de» neuen Zwöli- apostelsriedhoies. Berlin-Schöncdcrg, Tempethofer Aeg, statt. «eb Va«« Explosion in einer Oynamitfabrik. In ber D y n a m i t f a b r i k von Matagn« la Granbe an der sranzösifch�beigischen Grenz« wurden durch eine Explosion drei Arbeiter getötet. Di« Werkstätten wurden vollkommen zerstört.____ Eine Massenverhastung in Essen. Unter dem Verdacht, an dem am 22. Februar auf zwei Beamte der Zeche Matthias Stinnes in Gladbeck verübten Raubüberjall, bei dem den sechs Räubern 118 000 M. in die Hände sielen, als Täter oder Mitwisser beteiligt zu sein, sind von der Kriminalpolizei von Essen und Recklinghausen 24 Personen verhaftet worden. Plaza- Variete im Ostbahnhof. Das Maipcogramin ist hervor- ragend. Ts bringt in der ersten Hälfte des Monats wieder ein« Reihe von erstklassigen Spezialitäten. Erwähnt seien nur einige: an der Spitze stehen diesmal Jazz an drei Flügeln, Witt, C a r r und R c ed. Als sfrößter Glodiatorenakt der Welt bezeichnen sich mit Recht die 15 Romanos, die unglaubliche Tricks oollsühren.! In ihrer Szene„Flkrt auf dem Rade" zeigen F. und V. Brom. n i ii g Erstaunliches. Ferner finden großen Beifall die Marie Western Troupe in ihren reizenden lebenden Widern und die i 5 Mongadorsal- gute Jongleure. Großen Lacherfvlg erzielt Fritzjche, der ungeschickte Hausknecht. I Für die mir so zahlreich erwiesene Teilnahm- beim Heimgänge meine» lieben Manne« tpreche ich hiermit ollen Verwandten und Bekannte». ivwie dem Verlehrsbund meinen herz. tichsten Dank aus. Martlia Bittroff, geb. Grcwc. Aligemeine Ortskrankenkasse Berllo-Weiheiuec Um Oiensfag. dem 11. mal 1929, abends 7 Ahr. findet in u» lerem Per- wattungsgedäude hier. Charlottenburger Straße 27/28. eine ordentliche Ausschusisthung stall, zu der die Aus chußmitglieder hier- durch eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Bericht der Jähresrechnungsprüler und Entlastung de« Borftandcs und des Rendanten 2. Bericht des Vorstandes 0 Satzungsänderungen 1 Vorlrag über „die Elelirizitäl tm Dienste der modernen Heilbehandlung". 5. Kassenaugelegenheitrii Zum Eintritt berechligt sind nur die ti:n einer Einladung versehrnen Ausich nßmitglieder. Berlin-Weißenlce, den 1 Mai 102S. Ver Vorftand. M. Brühmüllcr, Vorsitzender. Dieser neue IlWMSruiüR GRAUS? TrOnlren Sie Ihren Mop stets m» O-Cedoi Politur. Preis RM3,50 Nr. 210* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag. 7. Mai 1929 Stillegung und Geschäst. Zur geplanten Retriebseinstellung des Hamburger Vulkan. Am gl«!ch«n Tage, an dem die Kommunisten sich vergeblich darum bemühten, die traurigen Berliner Ereignisse der ersten Mai- tage auch in Hamburg durch einen wilden Streik auszuschlachten, wurde die Vulkan-Arbeiterschaft und die gesamte Oefsentlichkeit von der Mitteilung überrascht, daß die Hamburger Vulkan- Werke stillgelegt werden sollen. Die Leitung der Deutschen Schiffs, und Maschinen- b a u- A.-(B.(Dcschimag) in Bremen, der die Hamburger Bulkan- Werte angegliedert sind, kleidet zwar diese Mitteilung in die Form, daß sie beabsichtige, ihr« Hamburger Niederlassung nach Bremen zu verlegen, jedoch ist dieses mir«ine Verschleierung der wahren Absicht. In Wirklichkeit bedeutet diese Aktion nicht mehr und nicht weniger als das Ende der Hamburger Vulkan-Werft und die baldige Einreihung neuer 3000 bis 4000 Werftarbeiter und Ang« st eilten in das groß« Heer der Erwerbslosen. Di« Vorgeschichte zu dieser Aussonderung immer weiterer Werft- betriebe aus dem Produktionsprozeß ist im allgemeinen bekannt. Bereits vor einigen Jahren, in der flauesten Zeit der deutschen Werstlonjunktur, wurde im Verein deutscher Seeschissswerften die Gründung einer sogenannten Dachgesellschaft aller dem Verein ange- hörigen Werften eingehend erwogen. Mehrer« führende Persönlich- leiten des Schiffbaues versprochen sich von einer solchen Bereinigung und dem damit erhofften Wegfall des scharfen Konkur- renzkampfes der Einzelunternehmungen bei jedem zur Der- gebung gelangenden Reedereiaujtrag eine Besserung der Wirtschaft- lichen Derhältnisie ihrer Werke. Das Projekt gelangt« nicht zur Aus- führung, weil in erster Linie der Seniorchef der Firma Blohm u. Boß als wichtigste Persönlichkeit im Seeschiffsbauwesen sich mit aller Entschiedenheit und im Vollbewußtsein der besonderen Leistungsfähigkeit seines eigenen Werkes gegen diese Neugrürrdung aussprach. Bald daraus nahm dann der Bremer Bankier Schröder in ähnlicher Richtung lausende Verhandlungen aus und gründete in der betonten Absicht, eine durchgreifende Sanierung der deut- schen Wcrstindustri« herbeizuführen, die Deutsche Schiff» und Maschinenbau-A.-G(Bremer Wersttrust), anfänglich bestehend aus den Werften A.G. Weser, Bremen. Joh. C. Tecklenborg. Wesermünd«, und den Vulkan-Werken, Hamburg. später erweitert durch den Hinzutritt der Wersten G Seebcck A.-G., Wesermünde, Stettin«? Vulkan, Stettin, Aktiengesellschaft Neptun, Rostock, Rüscke u. Co., Stettin, und di« Frerichs werft, Einswarden. Von diesen acht Betrieben sind im Laufe von etwa zwei Iahren de« Bestehens der Deschnnag bereits vier, darunter zum Teil recht bedeutende Werk«, nänrlich Tecklenborg, Stettiner Vulkan, Nüscke u. Eo. und di« A- G., Berlin, die ihre Houptbetriebsstätten in Burg hat, ihre Divi- den de wiederum um 1 aus 8 Proz. heraussetzen. Sett der Aufnahsne der Dividendenzahlung im Jahre 1925 mit 5 Proz. hat dieses Unternehmen Jahr für Jahr seine Aktionärgewinne bis aus den Satz von 8 Proz. für 1928 steigern können. Schon im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen in seinem Geschäfts- bericht für 1927 mttteilen, daß es seit 1924 seine Umsätze v e r- doppeln konnte. Im letzten Betriebsjahr sind nach dem Divi- dendenausweis zu urteilen die Umsätze weiterhin gestiegen. Konrad Tack stellt in seinen Betrieben wöchentlich mehr als 30 000 Paar Schuh« her. Nach der Beröffentlichung des Geschäftsberichtes kommen wir auf den Abschluß noch eingehend zurück. Rußlandaustrag sür vanziger Werst persekl. Die Berhand- lungen der Sowjetregierung mit der Donziger Kl a witter- Werst, über die wir bereits berichteten, sind jetzt zu einem nolltiven Abskbluß aelangt. Die Don»ioer Werft erbi�ll einen Auftrag auf einen Pasiagler- und Frachtdampfer im Werte von IL Millionen Mark. Neue Ford-Montage in Frankfurt. Wie wir hören, steht die Stadt Frankfurt mit der Leitung der Fordschen Montage- Werkstätten in Deiitschland in Berhandlungen, um die in Westdeutsch- land beabsichtigte Errichtung einer neuen Montagewsrkstätte für d'" Stadt Frankfurt durchzusetzen. % «tefenbungea für diese ÄudtK sind ecrUn«SB KZ, Ll-Ideostraß« 3, G parteinachn'chien fürGroß-Verlm stet» hb da» SäejlrfffefMioria» Z. Hos, 2 Trepp«, recht», zu richte». Achtung, Parteitag in Magdeburg? Alle Geuassinaen und Genossen, welche lm Sondeezug zur ErSfsuung des Vorleitages am Sonnlag, dem 26. Mai, morgens, nach Magdeburg fahren wollen, gebe« ihre Adresse bis spätestens IS. Mai an das Bezirkssekretariat. Lindenstr. 3. Die Ribkfahrl erfolgt am selben Tage abend». <. fticli ptennUaut Vtrg. Freie Sch»lae»ti»de! Heute, Dienstaa. T Mai. JTfjr. EtUntnetfanunlm'S in der schul« Daniitg«� Etr. N.— Montag. ____________ P|«<. Schulleiter und«tneri Slternmitalied. Dllrgerderutierte stnd eingeladen. IC Ami» Köpenick. Spmmnnaier I 13. Mai. In der Schule Sonnenburger Str. 20. Ansprachen werden in beiden Versammlungen gehalten von Bürgermeister Dr. Ostrowski, einem �...... f..---- d. IflH Ubr. Arelsvorstandssttzung bei Stockmann, lleblentori. Machnowcr Str. 2. Dl« Bezirksverordneteu und ____________ Aursn»! Donnerstag, 0. Mai sHImmel. sahrtetagl, Bestchtlgung de» Rudols-Dirchow-Arankenbause». Treffpunkt b»« llk>r Bahnhof Köpenick. Rachzügler 10 Uhr Auguftenburger Pia«, not dem Haupteingang. Heute, Dteuslag. 7. Mai. ng fWt wegen der ...>n aus. _________________,__■______ angesetzt« Faattbnia» sttznag fällt wegen der allgemeine» FnnktionSrnerfammlung an». Mitgliederversammlungen und Zahlabende , s~ morgen, Mittwoch, 8. Mai. 19>4 Uhr. ' 1 L««. Hackeicher Hof. Dofenihaler Str.<0— tl. Bortrag:.Die stSbtisch-n Wert«. Zleferent Stadtverordneter Willi Biese. >» Slbt. Ohnaemach. stommandantenstr. 83. Vortrag:»Die Aufgaben der Sozialdemoiratie. Referent Dr. Tichauer. C«»t. Saal 5 de- Gecherkschaltshaules. Sngelufer 24-». Bortrag:.Die politisch« Lage.' Referent Dr. Kurt Löwenstein. M. d. R. Um tölz Uhr � rreffen sich die Funktionäre ,u«wer wichtigen Besprechung im Seweri. ! i us'-*on | C Abt. tianopr_____________________________--— : Mitgliederversammlung die Flugblätter von Mathia, Linienstraß«, ab. -' C«dt. Büttners Feftfäle. Schwcdter Str. 2S, Bericht vom Bezirispart, ltag. ■ 7.«6t, Die Flugblätier find um 18 Ubr von den Fahlaifendlokalen adLubolen. $. nt fahlaotnbe. Lokal Ncumann, Blumeshof Eck« Lützowstraße: Referent Hermann Wäger. Meyer. Lützowstr. 7: Referent Genosse Straihmann. Seiler, Steinnietzstr. 28: Referent Magistratsrat Adler. Rickert, Steinmetz. straße SS»! R?f«r-Nt Stadtrat Schnldt. L-ufchner. cklsholfftr. 6: Referent Michael Sirfchderg. Bar den Fahlabenden müssen die Begirksfübrcr die t. Flugblätter von Rickert. Steinmctzssr. so»,-dbolen. Thema In allen t' Fahlabenden:..Der Kommunissenvutfch'... �. '».«dt. Artushof. Perlebcrger Str. 2». Vortrag:.Die AufgaSen de» Parte,. tag«,'. Referent Erich Kuttner. M. d. L.... JC«it. Borr. Lirchssr. 13. Vortrag de-<»e nassen Stadtrat Karl Schneider. 12. Abt. Di« Ädteiluagsverfommluna fällt aus. Dafür um 18 Uhr Flug. blattvorbreituna bel Schmidt. Mclefftr. 17. 13.«it. Blauer Saal deo Batzenbofer. TurmNr. 25, Vortrag:.Di, En». wicklung de» Berkehrswefens. Referent Stadtverordneter Reinhold Eich» berg. Bor der Bcrfammlung Fluqdlativerbreitung von der Spedition Fofevh. Wfhclmshavener Straße, aus.. � �. IC«dt. Fahlaveied« bei Stark. Putbusser Str. IC Sottschav. Plltbuller Straße 2t. Schul». Graiinstr. 41. 13.«dt. Fahlabende bei Dahin. Binetapla» 7, und Aurkowiki. Feldstr. 3. Bericht-rstaitunq vom Vetzirksparteitag- 1C«dt. Foblabent« bei Döhling, Brunnenstr. 7tz. und Leuschner, Ackcritr. 110. 17.»dt. Fahlabend« bei Loefftzt. Tegeler Str. 50. SchwiderÄi. Triktstr. 48, und Schreiber, Triftftr. 83. 13.«dt. Fahlabende in den Ifeianntmr Lokalen,«chtmegl Der Fablabend Schade tagt bei Sargatz. Uferstr. 12. IC Abt. Fahlabends. Bezirk« 805, 808: Srunert, Pankftr. 5S. SOS, 310: Schrspel. Srünthaler Str. 18. 811: Brodzinski, Grünthaler Str. C 812: Schul,. Steltiner Str. d2. 818 und 81»: Sottlchall, Srüntbaler Str. IC 314, 817, 818: Schuchartt. Sdristlaniastr. U6. 815, 816: Haß, Srüntbaler Str. 88. 820: Eründera. Prinzenalle« 57. HC«St. Fehlabende bei Bantle. Echulfir. 7C Bortrag:.Di, wirtschaftliche» UNIernehmungen der Arbeiterschaft'. Referent Senvsse Zessath. Pos«, stoloniestr. 15, Bortraa:.Arbeiter und Buch'. Referent Bibliotbeksrat LSffler. Tillner. Aolonustr. 42. Vortrag:.Arbeiter und Sport'. Referent Genosse Svechert. � Tl. Abt:- Fahlabend» in den bekannten Lokalen. Bericht von der allgemeinen �'unftionätro�rftunntlurtg. S3. STtt Fahlabend« bei Bartsch. Fehmarnssr. t. Vortrag du«envssen Oskar Taenzer. Lolchs«. Antworpener Str. S. Bortrag d«e> Genossen Fritz Drew». Bvrtowski, Vortrag des Senossen Frantz FonkC Senkel. Utrschter Str. 10, Bortrag de« Senossen Zentzsch. Herms, Müllerstr. 28, Vortrag de, Senossen SZaul Fabian. Je«6t Fablabend« bei Lewandowski, Seeftr. 10C Vortrag:.Laienbehanb. lung' Referen» Genoff» Dr. Lewin. Grunewald. Kameruner Str. 12. Vgrtrem:..Soziale ASmpf, im Mittelalter'. Referent Senoffe Loren». Suffchow, Transva�kfir. 75. Bortrag:„Aommunalvolitit'. Referent Genosse Robinson. Tietz«. Barfußstr. S. Dortrag:.Kommunalpolitik'. Rekerenttn Stadtverordnete Lisbeth Hübner. Mvllvau. Mlillerfir. 62». Bortrag: I..Partei und Gewerkschaft'. Referent Genosse Holz. König. Vtavistr. 87. Vortrag:.�rife der Demokratie". Referent Genosse Dr. Thi'we. SC Slbt Fahlabend», l. Gruppe: Rösner, Zmmanuelklrchstr. 25. Bortrag: »Tunis. Land und Leute'. Referent«»adtrat Guaen Rofemann. 1». Grupv«: AHIfchliger, Win,. Eck« ghristlfuraer Straß«. 2. Gruvve: Bogel. Fablonskiflr. 0. Bortrag:»Klassenkampf und demokratischer Barlamentarizmu,'. Referent Erich Steuer. 8. Gruvve: Schul,. Sau* gärder Ecke Garmen-Sylva�traße. Bortrag de« Genossen Paul Levi. J3. Slbt Fohlabend« bei Baronski, Posteurstr. 8. Rösler. Goldaver Str. C und Kästner. Elhinaer Str. 24. Bericht vom Beztrksvarteitag.«cht»»gl Die Flugblätter werden diesmal vur in den Fahl-benblokalen ausgegeben. SC Abt. Lokal Beinlich, Weißendurger Str. 1. Bortrag:»Die städtischen Werke'. Referent Stadlrat Rudolf Schl'chting. S?,«6t Fahladen de bei fieuoe, Milastr. 6. Mehlllerg. Saudnstr. 6. Ree», Sonnenburger Str. V Glanz, Kopenhagener Str. 87. flahlabend Roth. fchild tagt bei Fischotter. Korförer Str. 1. Dl, Funktionär» treffen sich tun 18 Uhr bei Mehlberg. Saudystr. 6. In allen Fablabenden Bericht vom Bezirkstag. HC Slbt. Foblabind» bei Maaß. Prenzlauer Alle« 282. Bartelt, Wörth«: Straße 1». Vortrag:»DI« Vedeuwna der Genossenschaften'. Referentin Gartrub Lodahl. Wegentr. Wörther Str. 86. Fändtk«. Hayenauer Str. 5: Bortrag:»Moderne Schulfragen'. Referent San« Bauer. Rechenberg, Ehoriner Str. 40. Fundel, Kafwnien'.llee 20 80: Dortraa:»Srdgefchicht. liches' Rlkerent Genosse Adler. Mener. Oberberger Str. 80. HC«tt. Altersheim. Danziger Str. 62, Vortrag:„Da, Reparationsprobl«»'. Referent Wolfgang Schwor,. SC Sktt. Fablabend« Bezirk- 00. 01: Pohst. Luchen« Str. 108. 92 61» 96; Schrötar. Papvelalle« 84. 97: Schmidt. Pavvelalle« 80, 98. 09: Soffmann. Lnch«n«r Str. 8. 114 bis 120: Mabnkopf. Earmen-Svlva�tr. 123. 1A bi» 128: Lokal Wichertstr. 88. 124, 124»: Riebergall. llarmenuSylva. Straß» 22. SC Skbt. Gemetnfamer Fablabend in den Eomeniusfälen. Memeler Str. 67. .»S'etrZftt.Db politisch« Lage'. Referent Richard.Meier.. 8C Abt Fahlabend» bei Otto, Rißaer Str. 88. Suetzkowski. Schrelnerstr. 88. Bombe. Laigtssr. 25. Schule, s-m-riterstr. 20. Zbericht nmn Zhetzirk». _ varteitaq In allen F-blalfendabenden. 2. t Fablabend für alle drei Bezirk« C. B.. 6. Bezirk bei Rafchk«. Mattern frr. IC Bor trog:»DI« Lehren de» L Mai'. Referent Ma, Keyd«. mann. HC Abc Fablabend in alle» II SVtzic'rn a» bekannter Stelle. liebe lall Bortrag «eh Dislnlsson. Achtuvgl Die W ziele 1884.. v. und<7. halten dieamal ihr, Fablaberd« grmeinlam I» Kockzeitsfaal der Batzendofer Branerri, Landaberg» All«, ab. Referent Frau, Künstler. SS. C*.«etzirte 188 »rd l«! Lokal Späth. Georgenkirchftr. 85, Fablabend. Bortrag de, Ge» Nossen«. Domdey. 3C Abt Fablabend um im Uhr im Baugewerksbau». Sroßbeerenstr. 96. Bortraa:»Bartei und Seweeflchaften'. Referent Dusta« Sabatb. M. d. 2. Auf unser gemeinfame» Frühling.fest am Sonntag. 12. Mai. tm Alten »lerhauschen In Trevtow machen wir aufmerksam. 89».«bt- Fahl morgen früh»» 5 Uhr lm Lokal Fn» ülltohun. Zernsaleme, «tr»ß« 9. Bovtrog!„Demokratifiernng der Wirtschaft',«eferenti» Käthe iL«6t Fablobend«. 1. Sruop«: Lokal Säbel, Tempelhpfer Uler 6, Bortlog de, Genossen Keck uller:..Die Fnaendaufgoben in der Wrtei'. 2. Sruvp«: Lokal srdmonn. Belle.Allianee.Ste. 73». Sleriraa de, Genossen Dr. Brie: »Da, Bokk«li«d". 3. Gruvve: Lokal Fechner, Fibieinstr. 4. 4. Gruppe: Lokal Schusser, Ghamisssvlatz 4. 5. und 6. Gruvve: Lokal Sitz«. Berg. mannstr. 08. Senoss' Betnareck: Bericht über Bezirk-Parteitag. 7. und 8. Gruvve: Lokal Schult. Mariendorfer Str. 5. 42. Slbt. Fghlabead« bei Duhr, BILcherstr. 88. Seebaak. Willibald.«!-!,». Streß, 5. Vogler, Mittenwokder Str. 16. Braun, Baarwoldstp 1. Wierm dorff, Urbanstr. 6. 48.«St. F-Hlabende.«e,ir?e 128. 124; Akbrecht. Urbanstr. 29. 125: Ebrissen. Fichtestr. 2.8. 12». 12-7: Bruhn. Dräfestr. 41. 128. 12«: Fran'enhaufer. Fahnssr. 15. Bortrag:„Arbeiierloort und Sazlaldemokrali«'. Referent Adolf iBuck. NZ0: Alb recht. Urbanstr. 20. 181: Wolter. Böckhstr. 4». 152: Krepp. V�nuker 75/76. 123: Mendlor Rachf.. Dietfeiilfachstr. 54. 184:«lole. Böckhstr. ZC«chtungl U« tS�H Uhr FlugllacktverbrewtNg na» den Fatlabendlolalen au». Ct Abt. Schulanl». Warionnenstr. 47, Vortrag:»Stur« auf di« Sotztal- polit'k'. Referent Karl Litt«. M. d. R. <5.«bt! Fohlabeud«. Grupe Kinski bei Minnia, Lausstzer Str. 43. Vortrag: Gtatfraaen'. Referent Genosse Keß. Gruvve Hoch bei Wienzier». Reichen. berger Straße 104. Bortraa:. Folch!»mu,'. Referent Genosse Allmer. Sruvp» Hohlstein bei Benski. Ratiborstr. I, Bortrag:..Pelitifch« Ereig. ntssi". Referent Genosse Schwarz. Srupv« Rüden bei Matfch-N». Forster Straße g, Vortrag:..Sigenietriei?« der Arbeiterschaft'. Referent Genosse 4CSvt�°L-kal Burkhardt. Görlitzer Str.«.Vorlag:„Die polltisch, Lage. unter besonderer B-.rltckstStigung de, ReichshautScklt,'. Refttent Dr. Ärotofchiner. JUIgeioeifle FonMoniirversaininlong beaim Dimttvftttr,«Jen 7. Werf, RS'/o Ubr JCcrmmepsälo, TeUower Straße t'3 PCcZSU 33 ff t fHieHelfeieHHMMMMMIffHIlliriH Dia Dltzfuchuld der Ref. j Steicbmtaamabgeerdneler Tran* Künmtler BwMil habmt alle PerrfetfanleHenärc und: Mm STD.- nmlwtmbavmrtraxtmaMlmafm.- TuahUmnSrkarlm tdr 19*9 tote TMIlgtieMhuch gmlima als Seramal» Oe» Vmmtrhwmermtaae 47.«bt Fahlabenda 82., 83 Stadtbezirk bei Timv« Rachfl.. Raunpnstr. 60. Bortrag:„Die Grundstücksvelirik der Stadt Berlin'. Referee Stadtverord- neter.lövfel. 97: Li er. Raunpnstr. g. Bortrag:»Sann Rellaion Privat' fach« fein?" Rsferent Willi Wachs. 08.. 100.: Siedentovf. Mu«kau«r Straße 85, Vortrag:„Die Svruchprari» de» Berforaungsgericht» und Ober. verstcherungsomte«'. Referent Bezirksverordneter Gustav Schwarz. M. bi» 106.: Lebmann. Muslauer Straße 1. Bortrag:»Kommunale Fürsorge für Erwerb«lose'. Referent Stadtinsvektor Schmidt. Leichner. 48.«bt 20 Ubr bei Gllestng. Wassertorstr. 68. Bortrag:»Sotzlalistische Kom. munalvolittt'. Referent Hermann SchwettardC Bericht vom Bezirk». Parteitag. Charlottenburg. 31. Abt Fahlabende. 1. Gruppe: Schellbach. Königin. SlifabetlKStr. 6, Bortrag:»Do, Werden der Arbeiterbewegung'. Referent Georg Raibl«. 2. Gruppe: Folgt besonder« Einladung. 8. Gruppe: Dörre, Danckelmannstr. 18. Bortrag:„Arbeitsgemeinschaft, Schulfragen'. Referent Dr. Romakowski.— 52. Abt Sraffehl. Kaifertn-Augussa-Allee 81 Ecke Sümmeringstraße. Vortrag:..Sozialistisch« Gestnnunamiflege in der Fa. mili»'. Referentin Gertrud Hanna. M. d. L. Bericht vom Bezirksportei. tag.— 54. Abt. Ab 18 Uhr Flugblattverbreitung. 5. Gruppe: Helm. boltzstr. 80. 6.. 7. Srnvpe: Fugendheim. Rostnenstr. 4.-55. Abt Reimer, Wilmersdorfer Sir. Zl. Vortrag|»Der Berliner Etat und de« Schule". Referent Oberstadtschulrat Genosse Fischer. Bericht vom Bezirkipateitag. Barteiangeleaenheiten.— 58. Abt 1. und 3. Gruppe: Fablabend und FlugMattverbreiiunq bei Liersch, Kanistr. 62. 2. Gruppe: Fahlabend bei Fuskowiack, Soltzenoorffstr. 20, Bortrag:»Di« Arbeit der Partei in der Kommunaloerwaltung". Referent Stadtrat Mar König. Diskussion.— 57. Slbt Fablabend« 1. Gruppe: Arndt, Kanistr. 8l, Liierarifcher Abend. Referent Genosse Fischer. 2. Gruppe: Tbunack. Blelandfir. 4, Bortrag: Paneuropa". Referent s. Waldbelm.— 58.«bt R-nk-han».«ankestr. 4. dorn!V Trevven, Bortrag:..Der Kamps um die Republik'. Zieferent Dr. Alfted Falk. Bericht vom Bezirksparieitag. 99. Abt Spandau. Lokal König. Pichelsdorfer Str. 38. Bortrag:»Die Tätig. keil der SPD. im Stadwarlament". Referent Stadtverordneter Dr. Steg. fried Kawerau. 9C Abt. siemenestadt. Lokal Morfondt, Ronnendaimn-Alle«, Vortrag: t»Sozialdemokratisch« Kommunalpolitik'. Referent Genosse Benelfeck. 97. Slbt»rvnewald. Lokal Wurzbacher, Bahnbvfsrestaiirant, SZorlrag:»Kom. miinalvolitik. Referent Stadtverordneter San» Woywod. 9*- Abt. Salenfee. Sandmann. Westfälische Sir. 42. Bortrag:»Wir und dl« bürgerlichen Parteien". Referent August Riemann. Wilmersdorf. 7«.«bt Lokal Kraiß. Holsteinische Sir. 60, Vortrag:„Politztl und der 1. Mal". Referent Genosse Abramowltsch.— 71. Abt. 20 Uhr bei 14, Vortrag:»Da» Konkordat'. Referent Eduard Hahn. Scnnenufch. Warzlner Ecke Laubacher Straße, Bortrag:»Die politische Lag,'. Referent Kurt Heiniq, M. h. R. 7C«bt Schmargendorf. Deutsche» Hau». Breit, Str.»4. Bortrag:„Die Reparatwnsfroge". Referent Dr. Sülfner. Schönebetg. 77.«bt Fahlabende. 1. Bezirk: Milde. Rollendorkstr. 16, Bor. trag:.Kommunalpolilik'. Referent Stadtrat Siegfried Herme». 2. Ä-zirk: Iiirgen», Barbarossastp 5», Bortrag:»Der Kampf der Kommunisten gegen die Gewertschaften'. Referent Genosse Fricke. 8. Bezirk: Feugner, Grüne. waldstt Z«. 4. Bezirk: Will. Mgrtin.Luther.Str. 69. Vortrag!»Warum mehr Sport in der heutigen Schule?' Referent W. Krüger.— 78. Slbt Fahlnben» 1. und 2. Bezirk fällt au». 8. Bezirk bei Ratho. Prinz.Seorg. Straße Eck, Feuriassraße. Fortketzuna des Referat» de, Genossen Rath. mann. 4. Bezirk bei Bosenthal, Ebersstr. 66. Referat de» Genossen Kupier. berg:»Di« voIk»wirtschafUiche Bedeutung der Sozialverficheruna'. Beginn 20 Uhr. Alle Genossen werden außerdem zur Flugblattoerteilung auf. geboten.— 79. Abt Fablabende. 2. Bezirk: Grunow. Geßlerstr. 18, Bor- krag da» Genossin Bruno Theet 8. Bezirk: Siedlung Lindenbof: Fm Ledigenheim Enihstrag«, Bortraa-»Berlin als Hai-nstadt", Referent Friedrich Schlegel. Die anderen Zahlabende finden wie üblich statt Die Be,irk«fühier holen am Mittwoch di» Flugdiättor ah 18 Uhr von Groß. Eebanstr. 17, ab. 31. Slbt. Frieden»». G-fsllschafiszimmer Ke» Ratskellers. Am Lauterplatz. Vortrag:.DI« volltische Lage». Referent«eorg Dendt, M. d. R 82.«bt.«tealitz. Alle Eenossen holen ssch van 18— lS'h Uhr von folgenden marckstr. 65.■ 38- Slbt. Lichtorfelb«. Lokal Schmidt. Aindenburgdavi» Eck« Rovnftroße. Bor. trag:»Wie haben die Eltern ihr« guaendlichen aufzuklären, um st, vor ssitlicher Verwahrlosung zu schützenk Referent Genosse Schönwetter. 8C Slbt Lankwitz. Lokal Lehmann. Kaiser-Wilhelm-Str. 20 31, Vortrag:»Di« politisch« Lau».' Releront Siegstned Aufhäuftr, W. d. R. 8C«bt. Tempelhof. Fah labend«. 1. Bezirk: Lokal Fiegner. Borusssaftr. 70. C. 8., 4. Bezirk! Lokal Löggow. kaiser.Silbelm.Str. 21 Eck« Friedrich. Frantz-Stroße. 3. 6. Bezirk: Lokal Schäfer. Ringbahnstr. 12. 7. Bezirk: Lokal Happeldt. Gottli«b.Dunk«l.Straßi Eck« German ioftraße. Bericht vom Bezirksvarteitag. 8C Jlbi. Lichtenrade. 20 Uhr Fahlabend, Rovnstraße. Vorstand lh Stunde früher«bendort Revköll». 8C Abt Fahlabend». 1. bi» C Bazirk: Grommeck, Sanderstr. la, Bortrag:»Dt« politisch« Log«'. Referent Adolf Abter. 5.. 7., 8. Bezirk: Will«, Reuterstr. 47, Bortrag!»Die Sozialdemokratie im Reich und in der Kommune". Referent Gustav v-uh«. 6.. lt., 13 Bezirk: Brandt. Bslüger. straße Eck« Ranfenftraße, Vortrag:, Moderner Eirafvollzug". Referent Otto Strobel. 16.. 18., 1». Bezirk: Fischer, Hobrechtffr. 64. Vortrag: soziale Wohnungspolitik". Reserent Otto Most.—»». Slbt Fahlabend«! 13. Bezirk: Rüdiger. Lnbmlihlenstr. 88. 15. und 2C Bezirk: Jahn, Fulda. straße 45. IC und 25. Bezirk: Schönfis«. Weichselstr. ,5. 17. und 2C»«. zitt: Lehmann, Tellstr. 8. 22. Bezirk:»lemt, Berliner Str. 100. 23. und 88. Bezirk: Sckmbeiko. Weichselstr. 5.�,84. und 48, Bezirk: Kienitz. Flugbafen. straße 7. 35. Bezirk: Fdeafkassno, Weichselstr. 8.—»1.«bt Lokal«>„ fchloßhöhe, Karlegarienftr. 6/11, graßer Saat Filmvortrog de, Senossen Robert Allmann. Gäste find willkommen.—«3 Abt. Fablabend». Bezirk 14, 20 und 30: Sauter. Harzer Str. 88, Bortroa:.Tagespolitik". R«. leren! W. Lausen. Bezirk 77128: Schikorra, Echandauer Ecke SIbestraße, Bortraa:„Arbeiierfchutz'. Reserent R. Sach«. Bezirk 82/8S: König, Dil. denbruch. Eck« Weferitraß«. Bortrag: �tavital Und Arbeit tm neuen Staaf. Referent H. Schlimme. Bezirke 31, 44. C5. 55 bei Wolff. Kaifer-Friedrich. Straße 178. Vortrag:»DI« gegenwärtigen Aufgaden der SBD." Referent Theodor Kotzur. Bezirk, 46. 47, 59: Lokal Simon, Bertbelsdorfer Str. 9, Vortrag:»Die politische Lage und der 1. Rat". Bezirke 72, 78: Schneider. Rvsenstr. 7:.Arteiferschaft und Wohnungswesen'. Referent E. Kühnell.— 93. Slbt Fahlabend«: 56.. 58. und 81. Bezirk: Damm. Sertzbergstr. 22, Bericht nom Bezirkstag. Referent Hugo Albrecht. 57. Bezirk! Schauer, Treptower Str. 90. Bericht vom Bezirkstag: Emil Borth fun. 83 und Am Sonntagabend brachte Bruno Seidler-Wlnkler«in wirklich hübsches volkslünUiche» Orchesterkonzert Es waren in der Haupt- lache wenig bekannt« Wert«, all« musikalisch gefällig, leicht ver- ständlich und doch künstlerisch nicht wertlos. Die halbe Stund« Schlager-Singsang von Irene Ambruh und Kurt Fuß bot belanglos«. aber anmutig vorgetragene Unterhalrung. Schlimm war die Märchen- stunde. Ein schwülstige» Märchen Theas von Harbmi ist damit nicht entschuldigt, daß man nachher an dem Beispiel„Der Tollpatsch' zeigte, datz auch der sonst so gutartige Heinrich Seidel bereits ähn- lichen Schmu« versasien konnte. Die„Gedanken zur Zeit' bewegten sich diesmal erfreulicherweise wieder in der wirklichen Gegenwart.— „Der Kampf um d i e Zensur' ist leid« noch immer sehr aktuell. Im Gegensatz zu Professor Lrunstad fand Staatsminister a. D. Heine energische Worte der Ablehnung für alle Zensur- versuche. Der Montag bot ein interesiantes Nachmittagsprogramm in der„Spanischen Stunde'. Werke neuerer spanischer Kampa. nisten wurden aufgeführt. Pablo Haentzschel charakterisierte sie vor» her knapp und Nor. Dann verbreiteten beide Sender Windspergers ..? u r o p ö i s ch«. L o l t s l i« d« r' die Morgaretye Roll sang-, an. schließend folgt« auf der Deutschen Wall« ein Drchesterkonzert mit dem Berliner Funkorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Julius Kopsch. E» war ein Abend, reich an erlesener und dabei ab- wechslungsreicher Musik. Johannes R. Becher, von Dr. Kurt Kersten den Funkhörern vorgestellt, la» aus eigenen Werken. Dies« Gedicht« stnd aus dem Erleben des Proletarier» geformt. gegenwartsstark. sprachlich wuchtig gestaltet. Dafür durfte am Räch- mitlag Franz Evers mehr als velonglof« literarisch« Nichtigkeiten eigener Produktion verzapfen. Dr. S. N e st r i« p t« begann einen Zyklus„Bühnenform und Bühnenbild in Bergangen- heit und Gegenwart' mit einem interessanten Heb erblick über die Bühnenformen im Mertum und Mittelalter. Tee 07. Bezirk: Awelur zf«n, Saalestvaß« Ecke schwartzckstraß«. Referent Robert Breuer.»Kunst. Svziäliswn» und Arbeiterschaft". 83., SC und 85. Bezirk: König. Böhmisch» Str. 48/44..L>sfi»nilich,s Sesundheftzwesen'. Genosse Petersen: Bericht vom Bezirkstag Genosse Berget. 88. Bezirk: S'edlung ta Bärwinkel. Bericht vom Bezittstog. Gen. EupstÄir. 95. und 100. Bezirk: Warnstedt. Thüringer Str. 22. Berichi vom Bezirkstag, Gen. Barth«!. 06. und 00. Bezirk: König. Kannerstr. 15. Bericht vom Bezirkstag, Geiiaii« Schupp«.— 94. Abt Du Fahlabend««allen au».-»5. Abt LoSll Lm-iS. Kermannstr. 100. um 10 Uhr, Abieilungsversammlung.— 97. Slbt Lokal Meisel, Ivnasstr. 22, Barl rag:„Konkordat und SPD.' Reterent Slndt, verordneter Gustav Sädickt Bericht vom Bezirksparteftag. Bericht. «rstatter Genosse Ftitlche.— 98. Abt. Fahlatend«. Bezirk« 108, 100, 110; Teich,«nefeb'ckstr. 135. Iii. 112. 118: Becker. Delbrückftr. 55. 114. US: Borowiack, Marie nderisr Weg 7. 9C Abt Britz Buckow. Bezirk Großsiedlung: Ab 17 Ilbr bei Arnold, Fritz. Rsuter-Alle« 14, Flugblaltousaabe. Um UHh Uhr Im Lokal Buschkrug. Rudawer Sirag«. Vortrag:.Der Strafaesetzenrwurs'. Referent Dr. Sicg. fried Ros«nf«Id, M. ö. L. 8., 5.. 6. Bezirk: Lokal Gutschmidt. Bürger. straß« 48 40. Bortrag:»Reparaiion und di« wirtschaftlich« Lag- Deutsch. land»'. R-fer-nk Georg Sti-alitz. 100. Abt. Rudow. Lokal Palm, Köpenick«! Straß«, Fahlabend. IM. Übt Treptow. Fahlabend«. l. Bezirk: Lokal Eraetzstr. 1, Bortrag:»Le- »Sllerungspoiitik. Referent Wikh-lm Miethk«. 3 Bezirk: Lokal KrMftr. I. Bortrog:»Di« Bedcuiung der Kämmereibetrieb«'. Referent Genosse Miel?«. 8. Bezirk: Elfeneck, Kiesbolz. Ecke Ellenstraß«. Bortraa:„Eesangenensiir. " tge. Referent Bruno Goldstein. C Bezirk: Lokal Beermannftr. 10. 5. Bezirk: Tivoli fFalkenhagevl. Reue Kruqallee, Bortraa: Fürsorge für da» notleidend« All-««'. Referent Stadtrat Kißner. Außerdem Bericht vom 102. Abt. Laumschullnweg. Lokal Boramann. Baumschulen. Eck« Kiesholzssraße. Bortrag:»Die politische Lage". Referent Kurt Großmann. 103. Att Oberschöoeiveide. Fahlabende. 1.. 2. Bezirk: Knappe. Weftendssr. 17. 8.. 4. Bezirk: Winkler, Wilhelminenhofstr. S2d. 5.. 6. Bezirk: Emmerich, Wilhelminrnhofstr. 6C Bericht vom Bezirksparteftag auf allen Fahl» abenden. 10C nt RlederschSaeweid«. Lokal BrückenNaufe.«rückenssr. 15. Vortrag: »Humor im Klasscnkampf'. Referent Hann» H. Kamm. Achlungl Flug. blattverbrettung 18 Uhr vor der Mftgliederv-rsammlung im Lokal Brucken- klause. 16». Abt Adlershof. 18 Uhr Flugblattverbreitung vom bekannten Lokal aus. 10». Abt Zohannisthat Schreiner. Friedrichftr. 6. Bortrag:»Eazuzlden-okra» tische oder kommunistische Takiik". Reicirnt Stadtrat Karl Bermuth. 108. Slbt Köpenick. Achtung! Fahlabende finden nicht statt Dafür Abteilung». Versammlung im Stadftheairr. Friedrichstr. 6. Oortrag:»Di« rollt:*« Lage". Referent Otto Meier, M. d. L. Ausgab« der Flugblatter ab 18 Uhr an der gleichen Stelle._ IM. Slbt Friedricheb-gen Stadttheater. Am Marktplatz. Bortrag:. Kommunal. Politik im Bezirk". Referent Stadtrat Ehrlich. Bericht vom Beztrlspartei. tag. Bericht vom Kreis- und Adteifungsvorstand...... 119. Skbt Grüna n. Lokal Werner,«övenicker Str. 125, Vortrag:»Das Resultat von Paris". Referent Felix Fliga.... � Llchtenberg. ltC Abt. Achtunal Die Fahlabende ssnb verleg«. 1. n. 8«ruvve: Lokal Schwarzer, Gabriel. Mar-Str. 17. 2. Gruppe: Schafte. Wilhelmftr. 36. 4. Srupv«: Lokal.Zum Propeller", Srpphiu». Ecke Krossener Straße, Bor. trag:»Die politische Lage". Referent Eduard Fächert. M. d.S— l>5. Abt. Logenkas: no. Knorrpromenade 2, Bortrag:»Kommunalvolitil. Reierent Ernst Arndt. Die Bezirkslllhrer laden ein.— 118. Bbt. Ab 16 Ubr d« Morr. Reue Bahnhoistr. 28. Flugblattveroreitung. Um 20 Uhr bei«lbreckt. Borhaaener Str. 62, Abteilungsversammlung. Bortrag:.Dirisitmft und Politik". Referent Paul Koske.- tI7.«bt. Schule. Lückstr. 60. Barirag: .Die Tätigkeit der SPD. Im Stadivarl-ment". Referent Stadtverordneier Gustav Vl-fchzik.— 11«. Ab«. Fahlabend bei Tempel. Gudrunltr. 7. Bor- trag:»Das neue Elr-fgefetzduch". Referent Dr. Georg Löwenstein.— 119. Abt. Lyzeum, Gefangsfaal, Rathaiisstraße. Bortrag:»Der Berliner Haushalt". Referent Stadiverordneter Eiegbert Laewi). 131.«bt«aelshorft. 20 Uhr im Deutschen Saus. Stolzenfel-straße. Bortrag: »Siadi Berlin und Verkehrswesen". Referent Stadtrat Ernst Reuter. 133«bt«eebarf. Lokal Porath. Marzahner Str. 81, Fahlabend. Tageoord. nnng wird dort bekanntgegeben.._. 123.«tt«anledort. Lokal EchützenNause. Hönower Str 5. Vortrog:»Die letzten politischen Ereignisse". Referent Redakteur Biktor a-chttk.„.. 13C tzltt Rahlsdorf. 20 Uhr Flugbl-ttverb reitung von den bekannten Lokalen 137. Atzt S-henschönhapfen. Lokal»Fum Siorchnest'. Hauptstraße. Vortrag: »Da« Leben in Sowjetrußl-vd". Referent Eugen Saafe. 138.»I, 13«. Atzt. Panla«. Fahlabende. 1.. 2». und 8. Bezirk: Lokal Müller. Brauerei. Berliner Str. 81, Vvrirag:.Gelunbheitsfragen" Reierennn 1>. w«ä.«St« Frankenibal, Stadtverordnete. 4.. 5. Bezirk: Klemm- B:er. ballen, Berliner Eft. 118/110. Vortrag:.. Strafvollzug In Preußen". Res«. r«nt Wilhelm Le.winfki. c Bezirk: Neumann. Mendesstr. 17, Bortraa. »Di« Bolksfürsorge". Referent Otto Mettrng. Achtung! 7.. 9. Bezirk tagen am 15. Mai._..'., Heinersdorf. Lokal Schul», Tiniusstr. 60, Dortrag:»Mutterschutz und ß 218. 133«bt Blau lev dura. Lokal«lug. Dortstr. 2. Bortrag:»Dia letzten vo.ft:. scheu Ereignisse. Referent Günther Zoachlm. Ä UC Slbt.«nchhal». Fahlabend»ei Rossack,. Haup, str. 71. Bericht vom Bezirk«. IM.«bt' such. Lokal Göp/erl. am Bahnhof, Borftag: �«znunalpollwk in 138. Abt' Rewsckevdorf Ost�.Mabm»e. 1. Bezirke Kemnitz. GmCRssdern. Alle«! 3 bis c und 10. und 11. Bezirk: Refidenzftr. 152: 7.>» 8 B-. zitt: Steinba». Schillerpromenad» C3; 12. bi» 14. Bftzirf; Spmdler. Hanl,. Ecke Seestraße: 15. bi» 16. Bezirk: Reumann. Provinzstiaße Eck» Ran. kower Sllle«: 17. bis 21. Betzirk: Wwe. Brückner, Proornzstraße. G» w'b ersucht, pürrtli» zu erscheinen.............. 137. Sitzt«ainick-rdori.Seft. Gemeinsamer Fahlabend stft alle Bezirke Bolkshau», Scharnweberstr. U4. Bericht r»m Bezirksparteitag. Barle:. «CAÄÄ; W Olren t, Berlin« Eck. Bahnhofstraße. 189.«tzt�Teget �okal�ftV" Kriig", Hauptstr. 14. Bortrag:»Di« politisch« Lage." Referent Kurt Kietzmann.__ 146. Sitzt»orstämaltze. Lokal»oitfchach. Ernstste. 1. Vortrag de» Genossen Wilhelm Rotzolk. Parteiangelegenheitev. � Atzt 140»«itteuan. Lokal Schulz, am Rorbbahnhof. Vortrag:»Die Wirt. schakt-poli tisch« Lage." Referent«illp tzAgge. �. 141. Atzt. R-femthal»ntz Riederschönhausen-West.uahlahend bei Haffmann. Edelweiß. Eck««ronprinzrnstraße.«ortrag:..Sozialpolitik. Referent ICC Abt°«a'idw-nn-Inst. Fahlabend hei Schmifchke, Waidmannstr. 4. Reis. rent G moss« Lebmann..„..„ Hahenneuendori. Mitgliederversammlung 20 Uhr im Bahnhosphotel. Taoep. vrdnnng: 1. Bortrag. 3 Partei, und Semeindeangelegenheiten. 3 Der, schieden«». Arbetterwohlfahrf. 4. Kref« Brenzloner«erg. Am Donnerstag. 9. Mai, fällt wegen de, Hftnm'l. fahrtstage» dt« Sitzung der Arbeiterwohlfahrt au». Frauenveranflalkungen. Sltzt 124» Mohlsdorf �Ld. Mittwoch. 8. Mai. Frauenatzend bei Sratzer. Uhland- straße ttz. RLHere» stehe Mittwochausgabe. 1ZC AtzC Reinickendorf. Ost. DI« Besschiloung'Siruve-Hvf findet am Freiisa. 10. Mai. statt. Treffpunkt pünktlich 8 Uhr Potobamer Platz, am Eaf« Baterland. Wir fahren nicht Anhalter Bahnhof ab. Zuagsozialistea. Genpp« Tempelhos. Marten darf: Heute, Dienstag. 20 Uhr. im Fugendheim Lpzeum Tempelhof, German iaftr. 4—6, Dortrag:»Da» Arbeftsrecht." Referent Otto Burgemeister. Grnpve Reinickendorf: Heule, Dienstag. 20 Utzr. im Fugendhrtm R'ftenau, Rdfentbaler Straße, ppsitifche Sluskprach«. Bespeeckung der Erupp'ntahrt Achtung, Srnvpenlrfter! D!» Handzettel kür die Gesnmtveranstaliung am IC Mai werben heute. Dienstag, auf der Berliner Funkttonärverfammlung ausgegeben. Zeb» Gruppe muß dort die Fattel in Empfang nehmen. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreuade. Feltlag«. Bi« fonnaSeiib, 11. Mai, müsse» die Meldungen für da» Prob«. »elilager tn der Geschäftsstelle feilt Pflicht ist die Teilnghw« eine» jeden. der mit in, Feltlager geht. Groß. Berlin. Achtung! DI« größeren Kreis»• wolle« am S«n--ah-nb. 11. Mal, 18 Uhr, i« zwei Helfer zur Geschäftsstell«. Liodenstr. 3,»weck» Auf- rSamuugrartzeiten schicken. Krei» Renkölln. Wir treffe» un»»um Maliugendtgg der SS!?, in Briese» lang.am Dvnneritgg. 9. Mai, um tz Uhr am Ringbohnhof Reukölln. Rad- fahrer um 7 Uhr Reuterplotz. Geburtslage. ZubilSea usw. l»C Slbt RiederschSnewesde. Unser alter lieber»enost« Ratzeel Kraa« M»rde am C Mai 70 Zaire alt. Bor ZI Zatzeen gründet««e mit andere» 6t, nassen de» Watzloerei» Niedetfchivewe'de. dessen Vorsttzerdee er Word«.?, allen Stürme» hnt er stet, treu znr Partei getzalten»ntz seinen Mann ge. standen. Anch setzt nimmt er noch an allen Beronstaltnooen teil«nd ardeftet ina»aa SSach»tnm der«artet wir beglückwünschen ihn noch»achtpäglich herzlichst»nd hassen, ihn»och«cht long« in»»saeer Mitte ja sintzan. J Sterbetafel der Groß, Berliner Partei«Organisation � 1ZC Slbt Rei»icke»arf-Vst. Unser Genosse Thestzvr Hirsch,"agazzer Straß« 40, ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am M-ltwo«, 8. Mal, 15 Uhr, auf dem Zriedhos Reinickendorf, Humboldtsrraße. Defterberichl der äffen klichen Dekt erdien stssell« Berlin nvd Umoegend. IRschdr. verd.). Zuerst noch warm. spS'er unter gcwifternilften Reoeu. fällen Abtüblung.— Für Vevtschland: Rur noch im äußersten Osten bei!« und warm, im Sellen ziemlich kühl und veränderlich, im mittleren Teil de»• Reich» weftollwärl» sortschreitend« Äbkühftmg urler Gewitterregen. Wichtig fit alt«caaftancat Dia O.Eedae.Gesellfchaft. Berlin St 24. straß« 2—4, gibt beim®nken"*"~' chemisch präparierten Handstäui_________. (etat allerdings aar Sc ein kurz«&it aufrecht eaacat Dia v�adai�befeUi-baft. Startin 9t 24. Hoch. nkaof einer Flalide O-Eebae-MiNtur kostenlo, einen tttäuber atz.. Die O�edar�befeSfchgft hält diese, An. tz Oiensiag L.Mai 1929 t alwng unö issen Beilage des Vorwärts Vh.W.Slbertshagen: UMätlSt SlItHCF Cm langer, weißgetünchter Flur mit melen hohen, lichtjrcchen Fenstern. Heber ihren gotischen Wölbungen läuft geradlinig ein blauer Simsftreifen— ein Band ohne End«, das sich irgendwo in Fernen verliert. Der Geruch von Aether, Karbol und frischer Wäsche, der sich durch das ganze Haus webt, hat etwas Beängfti- gendes und doch zugleich Anheimelndes, süß Betäubendes. Maria Sinner blickt uiwerwandt zu dem blauen Streifen über den Fenstern hinaus, verfolgt mit den Augen den unbeirrbar sicheren Weg des himmelblauen Striches. Das beruhigt sie, zwingt chr« Gedanken zur Ordnung, schlägt Fragen, Zweifel, Bangnis nieder. Erst muß sie es wissen: klar, deutlich, unnachsichtig. Dann muß sie den Weg suchen und finden, den Weg ins Unbegreifbar«. Im weißen Kittel kommt chr der Professor entgegen. Di« Rän- der seiner goldenen Brill« blitzen im Abendlicht. Dann und wann sieht es aus, als habe er flanimenfarbene Scheiben vor den 2lugen. Nun steht er vor ihr. Seine Blicke sind ernst, aber die Güte des Alters wohnt'in ihnen. „Sie wünschen, bitte?* Der Klang seiner Worte ist hart, viel- leicht auch nur spröde. „Mein Name ist Maria Sinner, l�err Professor.* »Moria Sinner-- Maria Sinner-- warten Sie mal -- ach ja— ja richtig. Kommen Sie.* Der Professor legt sein« charad aus des Mädchens Schulter. Nur ganz leicht. Und doch, Maria Sinner fühlt eine Zentnvlaft. Dann sitzen sie sich in dem kleinen Sprechzimmer gegenüber. Schweigend, eine ganze Weil«. Der Professor sieht dem Mädchen dabei prüfend in die Augen. Solche Minuten sind dem Gelehrten keine Seltenheiten. Sie kommen fast täglich vor in denen er Künder des Trdes fein muß. Diesmal aber wird es ihm doch schwer. Ueber sonnenhelle Jugend soll er schwarzes Tuch breiten. „Fräulein Sinner———.* Er kann den Satz nicht zu Ende bringen. Die Augen des Mädchens sind weit aufgerissen wie Tore: geöffnet, uni einen BacchaMenzug hindurchtanzen oder einen Katafalk vorüberweincn zu lassen. Mit einem Hieb auf die Stuhllehn« zerschlägt der Professor die androhende Gefühlswclle. „Fräulein Sinner, Sie sind jung und werden darum stark unö brav fein. Berthold Werner ist nicht zu retten. Die Entzündung des Gehirns ist nicht mehr einzudämmen. Er wirb bei vollem Bewußtsein bleiben, ober-- machen Sie ihm die letzten Tag« so schön und froh, als es nur möglich ist." Abermols liegt seine Hand begütigend leicht auf des Mädchens Schütter. Aber Maria Sinner schleppt auf dem Heimweg« durch die abenddammerigen Straßen daran, wie an einem lastenden Blei- gewicht.„Machen Sie ihm die letzten Tage so schön und froh, Äs es nur möglich ist.* Womit kann man Berthott» Werner die letzten Tag« seines Lebens schön und froh machen? Wirklich« und reine Freude empfindet Berthold nur in seiner Kunst. Einmal Geltung, nein, einmal nur Beachtung zu' erkängen.. Wer'feine Brider' sind immer-abseitig,-str» maller Regeln, sind immer�Tlrotz gegen hie Kunst gefetz«. Darum ist Berthold Werner auserwahtt, -Hunger, Rot. Entbehrung. Verzicht auszukosten Und er ist be- rufen, durch die dreißig Jahr« feines Lebens hindurch Tag um Tag am Boden durch den Staub zu kriechen. Nicht einmal hatte er fröhlich schreiten dürfen, nicht einmal hatte er sonnengläubig gelacht. Und doch war in seiner Seele der Funk« des Zislgloubens nie auszulöschen gewesen. Und nun, nun waren seine letzten Tage gekommen. Sein Leben endete mit einem Betrug«. Do» Schicksal betrog seinen Glauben, diesen unentwegten Glauben an sein« Kunst, diesen (Rauben, der aus Stöhnen geboren war. Maria Sinner liegt auf ihrem Bett. Die Augen bohren sich fiebernd in da» Dunkel der Nacht. Aber die Nacht ist unbarm- herziger, denn der Tag. Sie läßt nicht» erkennen, als ihre schwarzen Trauertüchcr.„Machen Sie ihm die letzten Jage so schön und froh, als es nur irgend möglich ist-* Der Professor ist sicher«in guter Menschenkenner. Mit diesem Wort hatte er in ihr den aufwühlenden Schmerz gefesiett, den Schmerz der Trauer, der um dos weint, was man verliert. Der Ueberlebende beweint ja nur sich selbst und seinen Verlust. Maria Sinner denkt in dieser Nacht nicht daran, daß sie in wenigen Tagen den liebsten Menschen hergeben muß. sie denkt nur daran, wie sie Berthald Werner die letzten Tage in Gold zu tauchen vermöchte. Slber—— selbst für die bescheidenste Freud« fehlt-- das Geld. Seine-- letzten-- Tage---. Maria Sinner hämmert sich jedes der drei Worte mit schmie- denden Hieben ein. Nun stehen sie wie dampfhammergerammtc Eijenschienen in ihrer Seele. Seine-- letzten-- Tage--. Das heißt: zum letzton Mal. Nie wieder, nie——. Das Schaffen, Streben, Wünschen, Ersehnen des Berchold Werner wird für Zeit und Ewigkeit abgeschnitten, ausgelöscht, von einem Be- trüge zerlacht. Von einem Betrug! Daß man diesen Betrug nicht betrügen kann. Daß— man— diesen— Betrug— nicht— betrügen kann! Ob ich meine Bücher verkaufe? Biel gibt's ja nicht dafür. Oder den tanzenden Faun, die kleine, schöne Brvnzesigur aus dem Erbteil meiner Mutter--- die silberne Base? Und dann? Dann kaufe ich ihm---. Was soll ich ihm taufen, für die paar Psennige! Sein« letzten Tag«! Ein ganges Leben ist dann unwkder- dringlich vorüber. Tausend Wünsche erholten nicht eine Er- süllung. Kann ich kein größeres Opfer bringen? Ein wahres Opfev? Wenn ich mein Klovier vertauf«? Mein Klavier! Dann verkaus« ich meine Seele, mein Herz, mich selbst. Nein, ich will morgen, sobald es Tag wird, noch einmal sein Bild nehmen, sein«„Galathea" und damit von Kunsthändler zu Kunsthändler laufen, bis ich umsalle. Daß man diesen Betrug nicht betrügen kann--. Wie oft hat Berchold Werner schon versucht, das Bild zu ver- kaufen, wie oft! Und immer war er heimgekommen mit dem Ge- lächter, das ihm die Nichtverstehenden entgegen gelacht. Aber trotz Grinsen, Gelächter und Spott hatte Berchold Werner seine„Ga- lachea" immer für dos Pollkommenste geHallen, was er gematt. Einst würde das Bild ihm bestimmt das Tor der Anerkennung öffnen. Einst--- und nun? Betrug! Betrug! „Machen Sie ihm die Tage so schön und froh, als es nur mög- lich ist" Maria Sinner befreit alle Gedanken aus den Fesseln des Alltages, des Gewöhnlichen. Die Größe des unerbittlichen Geschickes reißt olle Mauern ein, die eng, dumpf, ängstlich dos eigene Ich umgrenzen. Der liebst« Mensch, der ihr auf dieser Erde geworden, lebt seine letzten Tage. Seine-- letzten-- Tage--. Am Nachmittag des anderen Tages steht sie wieder im Kran» kenhaus vor dem Professor. Der freut sich, daß das Mädchen so tapfer sein Geschick trägt. Aber dann erschrickt er doch, als sie ihn fragt: »Herr Prosessor, darf ich Berthold Werner auch«ine ganz große Freude machen, eine ganz große?" Der Professor wägt als Arzt: es kann den Tod des Patienten beschleunigen, es k a n n. Darm wägt der Mensch: aber er würde durch Sanne schreiten zum dunklen Weg. Sein hartes Leben würde vielleicht in einem Lächeln verklingen. „Teilen Sie ihm die Freud«, die Sie für ihn haben, ruhig mit. tropfenweise." Maria Sinner nimmt den mächtigen Strauß Maiglöckchen und «in Paket 00m Stuhl und geht m da? Krankenzimmer. Aus dsm Weiß der Kissen glühen die dunklen Äugen bei ihrem- Emtreten groß auf und umfassen die Gestalt der Geliebten mit glücksroher Zärtlichkeit. Er ist bei vollem Bewußtfein und kennt die Schwer« seiner Krankheit nicht. Ein Gehirnschlag wird ihm ganz plötzlich das Leben entwinden, hatte der Professor gesagt. Das kann heute, morgen oder Übermargen fein. Ein unheimliches Frösteln durchscheuert da? Mädchen, ol» st« ihm nun die duftenden Blumen auf die Brust legt. Sa, al» wenn--. In seinem Gesicht aber steht«in fragendes Verwundern. Sie streicht ihm das Haar von der hohen Stirn«.„Nicht bös« sein. Berthold. Ich hab's non deinem Geldc gekauft.* „Von— meinem— Geld?* In fein schmerzhast Lachen schrillt die Ironie.„Soviel hätt' ich einmal beieinander haben mögen, wie diese Blumen gekostet hoben, du sonnenblonder Per- schwender.* Maria Sinner greift nach dem mitgebrachten Paket und knüpft mit feierlicher Umständlichkeit den Bindfaden auf. Aus dem knisternden, schneeweißen Papier nimmt sie ein groß. formatiges Buch, das mehr einem Album gleicht, schlägt es aus und liest daraus mit pastoralor Betonung den Satz: „In deinem Reich gibt es nur für dich als König einen Thron und einen Schemel dir zu Füßen trägt deine Freundin." „Mario!" So alles drängenden Glückes voll fft fein Ruf, daß die anwesende Krankenschwester ihre Hand beruhigend aus seine Stirne legt. Aber seine hageren Finger greifen verlangend noch dem Buch. das zu besitzen fein ferner, ferner Traum gewesen: R. E. Müsch. lers Legenden,„Die Hellandin*. „Du-- Hei- landin!" Eines Mannes sinnenfroh«, seelen. keusche Lieb« durchströmt sein Wort.(Schluß folgt.) 3Url Stoboda; Ich wickelte die Zigarren, die ich im Nachhausegehen aus dem Tabakladen geHoll hatte, aus der Papierhüll«, um mir eine der- selben alsogleich zu Gemüte zu führen. Da» Abendblatt ist noch nicht da. Was tun? Mechanisch spiele ich mit dem zerknitterten, vor Aller schon längst gelb gewordenen Papierbtatt. das vor mir auf dsm Tisch liegt. Es scheint das inner« Blatt ein«» allen, auf Kanzleipapier geschriebenen Briefes zu fein, denn der Aniang ichtt. und die längst verblaßt« Tinte zeigt mann- liche Schriftzüge in der Schreibart, wie sie zur Zeit unfern Bäter üblich war. Die vielen überslüffigen Schnörkel an den großen Anfang»- buchstaben unterhatten mich: bald tanzen sie wie Schlongertleiber unter unglaublichen Berrenkungen hintereinander einher, bald stehen sie mit einer lächerlichen Wichtigkeit da, die dem Borstaiw eines Rauchsrllubs anläßlich eines Rückblickes auf die Errungenschaften des verflossenen Klubjahres alle Ehre, machen würden. Ich beneide die Däter mn ihren Reichtum an Zeit, der ihnen sogar gestattete, vor jedem großen Buchstaben mit der Feder«in Rundtänzchen aufzuführen. Und ohne mir dieser TättKkest bewußt zu werden, lese ich: .... der du von gelegentlichen Ausbrüchen meines Herzleides her weißt, wie die Sache sich vechiell, kannst dir am besten aus- malen, wie fürchterlich weh mir diese unzähligen gesprochenen und geschriebenen Wort« de» Trost«, tun, die dach all« nur die banale Zeitungsnachricht„in einem Anfalle von Geistesstörung* variieren, und wollen, daß ich darin Linderung finde. Mein gescheites, liebes, armes Frauchen— geistesgestört! Dieser sich hundertmal schon wiederholend« Unsinn verletzt mich derart, daß ich die«inlangenden Beileidsschreiben nun schon un- eröffnet siegen laste. Wo» wir drei, sie, ich und er, in den letzten Monaten gelitten haben, ist namenlos. Er kam wie früher iirtner zweimal wöchentlich zu uns und würde wohl auch heut« mit uns in trautem Kreise um den Kamin sitzen, Pläne schmieden, Lustschlösser bauend oder von glelchgülligen Dingen plaudernd, während sie Ihre zart« Hand in die meme gelegt hat, still lächelnd seinen warmen Bariton auf sich wirken läßt und in die knisternd« Glut hineinträumt. Aber ich gönnt« ihnen dieses hauchzarte Glück stummen Beisammenseins nicht. Ich Tier griff mit meinen Arboitsfäustsn in dieses Gewebe kaum sichtbarer Fäden, die sich von Seele zu Seele gesponnen hatten. In einem Anfall tierischen Eiferns überredet« ich ihn. seine Studienreis«, von der er oft sprach, endlich anzutreten. Er hat mich damals sofort durchschaut und eingewilligt. Di« vier Wochen, die nun lolgten, ihr« letzten, während er seine Reis« vorbereitet«, haben mein Leben für immer vergiftet. Ich mußt« sahen, wie das. was bisher unter dicker Aschenschicht ge- glommen hatte und sie beide und mich erwärmte, von dem Be« wußtsein der bevorstehenden Trennung angeblasen, von Tag zu Tag mächtiger wurde, bis es schließlich zu wilder verzehrender Leidenschaft aufloderte. Ihr« zitternde Hand, die sich, wenn er von seiner Reise sprach, krampfhaft in die meine verkrallte, als wpllrc sie sich in ihrer Haltlosigkeit und Verzweiflung an mich klammern, sagte mir, daß sie schaudernd es empfand, wie rettungslos sie immer tiefer und tiefer in den Abgrund einer Leidenschast versinke, daß chr Widerstand von Tag zu Tag an Kraft verlier«. Und sie hing in diesen Tagen mit einer Liebe an mir, so mächtig und grenzen- los, wie sie nur das Schöpsungswunder Weib zu entwickeln im- stände ist. Oh, begeh« keine Tempelschändung, indem du auch mir einen Augenblick an Heuchelei denkst! Die Peitsch« des peinigenden Bewußtsein», daß mir heimlich Unrecht zugefügt werde, zwang das avme Weib, ein Maß von Innigkeit für mich auszubringen, das nur dieser Wunderbrannen der Liebe sich selbst erschäpseich herzu- geben vermag. Sie hat uns beide mit aller Innigkeit geliebt. Das Werk der Vernichtung, das ich Unglücklicher begonnen hatte, war längst über meinen Verstand hinausgewachsen. Ich er-, fand die dümmsten Gründe, die ihn von seiner Reis« abhatten sollten. Sie kamen schon viel zu spät. Auch er sühlt« sich dem fürchterlichen Brand nicht mehr gewachsen, der sich zwüchen den beiden angesacht hatte. Nun sah er in seiner Reise schon den letzten Ausweg, sich und uns aus dem verheerenden Zyklon ausgepeitschter s Leidenschaften zu erretten. So kam endlich der schwere Tag heran. Um fünf Uhr sollte er uns seinen Abschiedsbesuch abstatten. Sie hatte den ganzen Tag daheim verbracht, unfähig etwas zu sagen, anscheinend auch un- fähig etwas zu denken. Ich hatte mich auswärts zu schaffen ge- macht, um ihr die Qual eines Gespräches zu ersparen. Es war schon gegen süns, als ich ins Zimmer trat. Ich fand sie sonder- barerwcis« noch in ihrer Haustoilette: sie hatte nicht wie sonst ein anderes Kleid angezogen. Hatte sie es nur vergesten oder.... ich weih es nicht. Sie schien mein Eintreten gar nicht bemerkt zu haben. Wie ich nun aber dastand, durchschau erte mich plötzlich das Gefühl, daß ich hier vollkommen üderslüssig sei.,., daß ich setzt nicht hierher gehöre..., daß ich hier in einem fremden Tempel stünde, wo fremde Andöchtisie in fremden Sprachen zu einer frem- den Gottheii zu beten Im Begriffe wären. Fort von hier! schrie es in mir. Und ich stammelte etwas von einem dringenden Gange, den ich noch hätte, und daß ich ihn am' Dahnhof noch treffen und Ihm gort Lebewohl sagen wollte. Und ging.> Sie kam mir ins Borzimmer nach. 1 .-Du läßt mich allein?* sagte sie, und ein« ungeheure Seelen- angst zitterte aus ihren Augen."< „Ich muß. mein Kind," antwortete ich und zag die Tür hinter mir zu. Durch das offenstehend« Guckloch sah ich sie noch einmal. Die Arme schlaff hängen lastend, lehnt« sie an dem Türstock und starrte regungslos vor sich hin. Einige Zlugenblicke später dürste er geklingelt haben. Mit den wenigen Worten, die mit ihm zu sprechen ich noch Gelegenhit hatte. berichtete er mir, daß er durch das Guckloch beobachten konnte, wie sie bis in die Nähe der Tür kam, dann ober plötzlich stehenblieb. kurz überlegt« und dann, statt zur Tür, zum Fenster trat, Jjj» in den gähnenden Abgrund des Lichthofes schaut." Sie wollt« ihm nicht als reff« Frucht in die Arme sinken. Er war nicht da, als wlr sie begruben. Gestern trug ich chr «inen Strauß irischer Blumen hinaus. Als ich an den Hügel trat. lag schon ein Strauß da. Genau an der Stell«, unter der ihr Herz sich min ausfchweigt. Ich legte meinen Strauß doneben.... * Fünf Minuten später war ich wieder im Tabakladen und durch- stöberte fünf Kilogramm vergilbte Papier« und Zeitungen, die die Eigentümerin des Ladens vor«inigen Wochen aus dem Nachlast« eines alten, in Einsamkeit gestorbenen Hagestolzes gekauft hatte. Aber ich konnte den Ansang unö das Ende nicht finden /u der kleinen Tragödie, die schon— Makulatur geworden war ffiluiende Pflansen Alljährlich im Frühling kann man an den Weinreben eine merk- würdige Erscheinung beobachten: das Weinen, wie es der Winzer nennt, weil es fast so aussieht, als ob der Weinfwck Tränen oer- gäste. Diese Tränen stich jedoch nichts anderes als die an den irischen Berfchnittstellen austretenden Säfte des Rebstocks, und wenn sie allzu stark fliehen, bedeuten sie- einen schweren Schaden für die Pflanze. Auch an zahlreichen anderen Gewächsen treten im Früh- fahr urch Frühsommer Säfte aus, weil gerade um diese Zeit die Wurzeln besonders viel Master aus dem Boden saugen und diese Wassermengen automatisch durch alle Teil« der Pflanze hindurch- treiben. Aus manchen Bäumen, wie z. B. aus Birk« urch Warn, fließen währeich dieser Zeit, namentlich dann, wenn man Löcher in den Stamm bohrt, oft ganz gewaltige Saftmengen. bi? 70 Liter, aus. Die Flüssigkeit, die man hierbei«rhäll, ist nach den jüngsten Untersuchungen Lepeskins niemals reines Master, sondern enchält stets organische oder anorganisch« Beimischungen, wie Zucker, Mineral- salze, Eiweißkörper oder auch Säuren. Di« Druckkraft, mit der die Säst« dieser Pflanzen aus den Wurzeln nach außen getrieben wer- den. ist mitunter so ansehnlich, daß. als man einmal die Wuichstelle einer frisch verschnittenen Weinrebe mit einer festen Blase verschloß. dies« zum Platzen gebrocht wurde. Bei Warn und Birke kann der Wurzeldruck eine Kraft von 1 bis 1Z-S Atmosphären erreichen, wo? einem Druck entspricht, den 1 bis Kilogramm auf 1 Quadrat- Zentimeter ausüben. Die Dauer des Blutens fft bei den einzelnen Gewächsen ganz verschieden: Bäum« bluten oft ein bis zwei Monate lang, während bei den trautarttgen Gewächsen, wie etwa bei der lleinen Brennestel oder dem schwarzen Nachtschatten, die beide typische„Bluter" sind, die Saftabsonderung in der Regel nur einig« Tage dauert. Eine Shtlliche Erscheinung, die ebenfalls dadurch hervorgerufen wird, daß von der Pflanze aufgenommene Wasterrnengen wieder abgegeben werden, stellt die sogenannten„Tropfen" der Blätter dar. Dieses Tropfen, wobei die Wasterttopfen aus den Biatträndsrn oder -spitzen austreten, kommt hauptsächlich hei Pflanzen vor, die'n stark wasserdampfgesättigter Lust wachsen. So beobachtete man an einer Kolotasie(Coloeasiz antiqnonitn), der in den Tropen wegen ihrer eßbaren und als„Tora" bezeichneten Knollen sehr viel angebauten Nutzpflanze, daß die Blätter im Laufe einer Minute mehr als hundert Tropfen abgaben. Auch die Blätter der Primeln, Erb- beeren, der Kapuzinerkreste und der Fuchsien geben, wenn die Luit stark feuchtigkeitsgesöttigt ist, überschüssiges Master in Tropfenform ab, und zwar fast immer am Morgen, weshalb man die an den Blottspitzen oder den gezähnten Blattränder« sitzenden Tropfen oft für Tmttrapfen hält. { TUeslet, Luitispielc usw. j Vouubflmne rnittt nüllmliti 8 Uhr Donamnont nuattr»» h Lhr Pioniere in bgouladl Tlana•Tfeeater S ih• Ptarruaua- komodie SäJtLSdiilljr-Ii. 8 Uhr Zanngikite . B S Barbarossa s>2Se i Jevers I wettere Varteie-I PLAZA I Am *ln. TSgl.5u.815: Intem. Variete Vorverkaoi stets fOr die lautende Woche inkl Sonnta* Renaissance- Theater Hirterterjstr. I: ttsupi.»01». •V« Uhr TIgllO SV* Uhr Ecioen KJöpIerr In „Das große ABC* von Marcel Hacna »es: Int. lärmt.(aPrnstamMtti. Lothringer Singe 9T. ■»WOeSoBg1 wmwm Mumwmtwf' und eis ertHklassifer kenter Teil. Ftlr unsere Leaer Gutschein(flr|— g Personen Fauteufl nur, IZ St. Sessel 1.M M. Sonstige Preise Parken u. Rang MW Mh Rose-TfcMter"tMr* Telephon: Alexander J4Z2 Tätlich SV* Uhr (Untm i t»nwniw»v*, aian Oerlno umO W«r Zufall I ap«! El» Waliertraam! au( der Oartenbahnc. Im iBBcnihenSar MglUh»>', Uhr: SpM Im MttatL Norden IUI u. 281. PtonlBPO m miofstaiR (Soldaten» Dienst- mgdehen) RndH. UtM. Lwn. in/L mtnini. UdlSSI«.». VMtiBunr b. 1. Norden 12310 S Uhr, Ende nach 10 Paolos unter den Juden Oramat. Legend- von Pran i werfe t Regle: lart-itiu Marna. Die Komödie 1 1 Biamclu 2414/7316 8>h U� Ende geg. 18 Dir Ran. der seien Im lederte 3 Akte von Edgar Wallace Dtsch. v.Hans Rothe Regle: Heine Hilpert Bflhnenbllder: ■na Ijiara Känierspleie iXt Norden 12310 S«* U. Endetet- 10 »«fsnsnorrar Höprdc muten Kleine Komödie tron Äieglried Ocyor RelchshaiianvThaalcp AM. Q] Bkr. Srtaitt latta. Q] Un Sfflflncr sanier Heil! rSJne Ttarhl Im iRnlarrelnkelJer** Nachm. halbe Preise. Uttnhoff- Ktratti: (Saal und Gerten) Adolf-B tilun KonaerL Edelbufchrofen dos SbdSt, was barm«{Hltrrt. nom bunfrlftrn Set di» mm jnrteftrn Hrlb. »arantn ptn* Rru- htitm. dicht griitlli :chon w vteirm Zahir nnremltblich blllyenb. -m» nibirmS rafftlag. im Triebt»»nflttBbtg Dteck. naatler-Th. 8«'i Uhr Prosit Bipsv Ope ettev.Oilbert Bmsnr Storni RrUa Sdiutx Wo man Seide wirkt... w) man Strümpfe verkauft.... überall raten die Fachleute— Waschen Sie nur im weichen Schaum der Lux Seifenflocken 1" Kunstseidene Strümpfe bilden einen wertvollen Bestandteil Ihrer Garderobe. Behandeln Sie sie so, daß sie möglichst lange halten. „Bcmberg- Strümpfe halten am längsten, wenn man sie mit den zuverlässigen Lux Seifenflocken wflscht"— sagt Max Kühl, das bekannte Berliner Stnunpfhaus.»Der weiche Glanz und die zarten Farben bleiben wie heu!" Bemberg selbst sagt:„Unsere feST gesponnene Seide muß mit eTndr Seife gewaschen werden, die keine schädlichen Bestandteile enthält Lux Seifenflocken entfernen den Schmutz, ohne die Faser anzugreifen," Viele führende Geschäfte in Deutschland bestätigen dies, so das große Strumpfhaus Eulitz in Leipzig und das bedeutende Strumpfhaus Metzger mit allen seinen Filialen. Millionen Frauen verdanken den reinen Lux Seifenflocken die längere Lebensdauer ihrer Wäsche. LUXseifenflocken SUHUCHT GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIM DU meisten Frauen kaufen die Wteilhafte deppdgrosse Pak- iung tu 90 Pfennig; Nermal- paekung so Pfennig. UtSIB-V MBTR0P0L-THEATE8|T|| 6B. 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Mittw.; Erwachsene SOPt, Kinder 23 Pt Trianon-Th. ragiich Sv* übt Htm Venusoerg bis Krauzüerg Bl der aus der Berl Unterwelt RundinnkhOrrr balbe Preise Lastspleibsit 8';. Uhr Vnkefld iW Ptraiits TkeaLiWestnu 8"/* Uhr •Ä Friederike Musik von Lchar äcnini Taut« OlrektHemr Herald Cnarlonentiraae VI A. 7. Dönhod in 8V*, Ende 10V« Uhr Tigl I Ch Die fbf Frankturter von Carl Rössler Regle: läget Bektn. ÜIHBB TDHtDi niglich 8V* Jh NaBooctrodtn? tadi dia laaikulukn von ETank Green. Musikalische ntust. Fr. Holländer. rrteeno. Lessing■ Theater r a«. i c h SV* Uh' „Die Frau des Andern" Thiitor»b «oilendorfpltö riglicn(iV* IT Die mannerder Manen Operette in 3 Akten v.Walter W. üoeixe rrkaai. am Kntte. KottB-StT.6 Tä I.SUhl EINS- sanger Bis tnt Hol- mir. -twhMli IWrth-itiiw Nanner! W Mob kamt heat« aar aadi Okasa" RH AnPPI.-..�,_T, Ncurasthisnie) (nach Gt keimrat Dr. med. Lakataa). Das einzig dastehertdehochwertiffc Sexual- Rrädigangsmittcl vsexnella Neur&sthenie). BTotnrlell bculaublgte Anerkennungen von zahl« reichen Ar-rztcn nnd tausende Dankachreihen dankbarer Verbraucher beweisen die einzigdistehende Wirkung! Trotzdem gibiet noch Zweifler!"Wir TCTeeDden daher nochmalt, dlakrotTerfchloaeeD, ohne Jene Absen'1 erangab« 30000 Piobepackungsn umsonst «hoe Jede Vereaichtong gegen 30 Pt Ooppel-Briet-Popto; wir lege» h'iehlmer- eesante Proschtre beV"Generai-fiepol�and Allein v»r«aiid IßT DetttaehUndr fladlsaers Kronen Apotheke, Okas»(Silher) fßr den Haan Olli Berlin W 61 Frledrichatrsaee 10Ü. Rntphlon Cip tlfinsil- Ok&sa(Silher) für den Mann Orlglnalpeekang 9.50 M. 1 Za haben In DCdCHIEII wIC yClidtl. Okasa(Gold) für die Pran Originalpackung 10,50 M. f allen Apothekenf BF| MoroRti Ziehung| �1 Bb pr Geld-Lose Nur Bar-Galdgawlnn« ehrte Abzug, zun. ISOOO 5 H. Los nur __ enckibricte /A im» II. Bit 10 Losun In den LetteHe-CInnehmen und bekannten Verkautstellen Lud. Mül.er& Ce. JerjSBtatner StPBOWo IB. Dieustag, den 7. Hai B.cfamttt.g* ,V- Uh*. 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