BERLIN Mittwoch 8. Mai 1929 10 Pf. Nr. 213 B106 46. Jahrgang. «rscheisttißktch«»terS»a»tas«. Zugleich Abendaufgab« des.Vorwärts'. Betugsprei« beide Ausgabt» Sö Pf. pro Woche, 8,6038. pro Monat. kedaktion uod Trrcduion; BerliuSWSS.LindenKr.S SfialankQaße l ttielgsnsrsls:©!« einfpaltize Nonpareilleteile «0 Pf.. ReNameieile SM. Ermäßigungen nach Tarif. ofis checkkont«: Wvrwärts-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr.»7SZ6. Fernsprecher: D?nhv5SS2 bis 29? Tlcnc Schwierigkeiten in Paris. Die Gläubiger können sich nicht einigen. Werder blüht, * Ate Waiensonne hal in» Mülenland um Werder bereif» sahireiche Jlugflilgler gelocht. Werder in Blüte. Wahrscheinlich schönes Weiter am Himmelfahrtstag. Paris, 8. Mai.(Eigenderleht.) Die Unterredung des Reichsbankpräsideuten Dr. Schacht mit dem amerikanischen Borsitzende« der Sach- derständigenkonferenz, Owen Boung, über das Schriftstück mit den deutschen Vorbehalten ist soweit abgeschlosien, daß dieses Schriftstück inzwischen in Druck gegeben werden konnte. Es verlautet gleichzeitig, daß im Verlauf der gestri» gen Unterredung«ine ganze Reihe neuer Schwierig» leite» aufgetaucht sind. Die Schlacht um den Anteil. Eng'and gegen verminderten Anteil an den Reparationen. London, 8. MnL Der am Dienstag abend von Owen Zoung angeregte neue Plan für die Verteilung der deutschen Zahlungen, der von dem Ausschuß unter Leitung Stomps ausgearbeitet werden soll, hal in England einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Die Ablehnung de» ersten verleilungsschema» durch Slamp ist unter voller Billigung der britischen Regierung erfolgt, von amtlicher Seite wird daraus hingewiesen, daß die britische Regierung unbedingt an den Grundsähen der v a l s o u r- Rote festhalten werde. Sie lehne es ab. zugunsten anderer Mächte dem britischen Steuerzahler neue Opfer aufzuerlegen. Eine Herabsetzung der für Eng- land in Spa festgesetzten Quote kommt nach englischer Ansicht nicht in �rage. Starke veachlung in diesem Zusammenhang verdient die Tal- fache, daß von englischer Seile mehrfach daraus hingewiesen wird. daß die im Vorschlag Young-Schacht genannten deutschen Zahlungen an sich durchaus annehmbar sind. Ein mögliche» Scheitern der Konferenz hätte daher den alleinigen Grund darin, daß die Alliierten sich über ihre Quoten nicht einigen können. Oer Ookumenienfälscher vernommen. Frank Heine in Holland unbelästtgt.- Verfahren in Brüssel. Brüssel, 8. Mai. Dienstag nachmittag erfolgte durch den Untersuchungsrichter «ine dreistündige Vernehmung des im Zusammenhang mit den Verössentlichungen des„Utrechtsch Dagblad"' oerhasteten Frank Heine Der Richter gab Heine Kenntnis von den nach Brüssel über- sandten Akten des holländischen Verfahrens, die vor allem besagen. daß nach holländischem Recht niemand zur Zeugnisabgabe ge- zwungen werden könne, und daß sämtliche Aussagen freiwillig und spontan abgegeben werden müßten. Die gerichtlich« Untersuchung sei daraufhin e i n g e st e l l t worden. Keine Vorrechte der Europäer mehr! EhinaS Schrill bei Frankreich Baris, 8. MaL sEigenbertchl.) Die chinesisch« Gesandtschast In Paris hat In einer Rote an den Onai d'Orsay den Antrag zur Einleitung neuer Verhandlungen ge- stellt, die der A b s ch a s s u n g auch der letzten Sonderrechte der Fremden in China gelten sollen. Die Rote betont, daß Frank- reich in der Rückgabe der Konzessionen sich der Ranking-Reglerung gegenüber besonder» entgegenkommend gezeigt habe. Da China jetzt über eine starke Zentralregierung verfüge, die den Fremdenschuh garantieren könne, entfalle jeder Grund für einen Verzicht aus Sonderbchandlung der Fremden in China. Pockenerkrankungen in Brüssel. Die Seuche dehnt sich aus. Laut„Libre Belyique" sind zurzeit in mehreren Hospitälern Brüssels Pockenkranke in Behand» lung. Die staatlich- Sanitätsbehörde hat eine Reihe von Maßnahme» zur Bekämpfung der Seuche getroffen. Menn die Wetterpropheten diesmal recht beHallen, und da» ist nach der augenblicklichen Wetterlage als ziemlich sicher anzunehmen, wird e» morgen wieder einen sonnigen und warmen Feiertag geben.> Der Temperaturanstieg der letzten Tage hat auf die Vegetation Wunder gewirkt. Alle Bäume zeigen das ersehnte Grün und be- sonders das historische Frühjahrsausflugsgcbiet von Werder hat sich Tiber Nacht in ein Blütenparadies verwandelt.— Die Berliner Verkehrs A.-G. sowie die Reichsbahndirettlon hgben Vor- sorge getroffen, um selbst den stärkst«» Verkehrsansturm reibungslos überwinden zu können. Die Straßenbahn wird zahlreiche Einsstz- wagen— hauptsächlich auf den VorortliiHn— in Dienst stellen. Auf der Eisenbahn werden Leerzüge bereitgehalten, die im Bc- darssfalle sofort eingesetzt werden können. Am gestrigen Dienstag tvurde unser Wettergebiet von einer Störung gestreist, die Bewölkung, Abkühlung und vereinzelte Regen- schauer mit sich brachte. Aber schon in den Abendstunden machte sich überall ein neuer Druckanstieg bemerkbar, der wieder heiteres Wetter zur Folge hatte. Die Temperaturen, die heute früh 14 Grad Warme betrugen, stiegen mittags auf 23 Grad. Morgen ist gleichfalls mit warmem Wetter bei südlichen Winnen zu rechnen. Toi gefahren. Rang'eraufseher von der Lokomotive erfaßt. Aus dem Bahnhof Schönholz-Reinickendorf ereignete sich heute früh ein schwerer Unfall. Beim Ueberschreiten der Gleise wurde der 45jäHrig« Rangierausseher Friedrich Wendel aus der Brunnenstraße 92 von einer Lokomotiv« erfaßt und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Zu dem gestrigen Brand in einem elektrischen Stadtbahnzug auf den Abstellgleisen am Bahnhof Charlottcnburg wird kiortleke er den Vater? Ein falscher Priester. Berichte 2. Seite. mitget«ilt, daß das Feuer im Innern der Wagen keinen Schaden angerichtet hat. Durch Kurzschluß zwischen Strom- abnehmer und Erde entstanden unter großer Oualmentwicklung lediglich starke Lichtbögen.' Das alles erweckte den Anschein, als ob die Wagen lichterloh brannten. Der Schaden war bereits nach 1l> Minuten behoben. Zwei Booiskatastrophey. Auf dem Ganges 14 Ertrunkene, in Nußland neun. Kalkutta. 8. Mai. Ein mit 23 Arbeitern einer Zulespinnerei besetztes Boot, das versuchte den Gange» zu überqueren, wurde plötzlich von einem Slurmwirbel ersaßt und schlug um. Reun Arbeitern gelang es, sich schwimmend ans Land zu retten, wo sie in völlig erschöpftem Zustand ankamen, während die übrigen 14 in den Fluten untergingen. Moskau, 8. Mai. In dem Städtchen C h a l t s ch, im Gouvernementsbezirk Gamet, sank bei einer Kahnpartie ein mit neun jungen Mädchen besetzte» Boot. Ein zweite» Boot, da» zur Hilfeleistung herbeieilte' und die Mädchen aufnahm, kenterte. Alle neun Mädchen ertranken. -• Eine„nasse" Kriegsmarine. prohibitionSagenten auf LlSA.-Kreuzer. Rem Zork. 8. Mai. Der Kreuzer„Richmond", der mit den Schiffen seines Der- bandcs von den Flottenmanövern in den kubanischen Gewässern zurückgekehrt ist und im Hudson ankert, wurde gestern vier Stunden lang von Zollbeamten auf der Jagd nach Alkohol durchsucht. Die Maßnahme erfolgte auf Grund eines in New Zork aufgegebenen anonymen Schreibens an die Zollbehönde, in dein es u. a. heißt, eine Durchsuchung der Kriegsschiffe dürfte ergeben, daß die Kriegsmarine„innen wie außen naß" sei. Da auf dem Kreuzer jedoch kein Tropfen Alkohol gefunden wurde, verzichteten die Bc- amtcn auf die Durchsuchung der anderen Schiffe des Geschwaders. Der Kommandant der„Richmond" hatte die Durchsuchung gestattet, nachdem er die Beamten vor» vornherein darauf aufmerksam ge- macht hatte, daß die Mannschaften stets bei der Rückkehr vom Landurlaub durchsucht werden. Kampfstimmung! Zur gestrigen Funktionärversammlung. Die Versammlung der sozialdemokratischen Funktionäre vom Dienstagabend gehört sicherlich zu den denkwürdigsten in der Ge- schichte der Berliner Arbeiterbewegung. Sie gibt denen, die noch immer aus der Redensart herumreiten, In Deutschland habe sich seit l!1I8 eigentlich nichts geändert, einigen Stoff zum Nachdenken. Straßenkämpfe haben stattgefunden, die eine bedauerlich große Zcchl von Opfern gekostet haben. Ein paar Tage darauf ver- sammeln sich die Funktionäre der Sozialdemokratie Berlins, unter ihnen Polizeibeamte in Uniform. Der Polizeipräsident erscheint in der Bersammlung; sein Erscheinen wird beifällig begrüßt. Man diskutiert mit aller Offenheit über das Ber- halten der Polizei: das Verbot von Straßendemonstrationen, seine Aufrechterhaltung auch am 1. Mai. das Vorgehen der Beamten bei den Unruhen, die Auflösung des Rotfrontkämpferbundes. Ueber die Zweckmäßigkeit der getroffenen Maßnahmen ist man verschiedener Meinung: scharfe Kritik wird geübt, die jedoch nie die Grenzen der Sachlichkeit überschreitet. Auch die schärfsten Kritiker versichern, daß sie an den guten Absichten der Beamten in ihrer großen Masse und des parteigenöfsifchen Polizeipräsidenten nicht den geringsten Zweifel hegen. Der Polizeipräsident, der sich also keineswegs in der Rolle des Angeklagten befindet, fetzt sich mit den Kritikern fach- lich auseinander, sagt die Abhilfe festgestellter Mißstände zu und er- hält wiederum großen Beifall. Die Versammlung endet ln glänzen- der Kampfstimmung mit einem donnernden Hoch auf die Sozial- demokratie. Die Kommunisten werden sagen, was sich geändert habe, das sei nicht so sehr die Zeit wie die Sozialdemokratische Partei. Sie werden in ihrer Verzweiflung ihre alten Stoßgebete gegen die drei- mal verfluchte Sozialdemokratie wieder herunterleiern. Doch wird es ihnen nicht gelingen, mit solchen Methoden den Blick der Massen zu trüben, die deutlich sehen, daß in Deutschland etwas Neues geworden ist. Und dieses Neue ist die Demokratie. Der Polizeipräsident geht zu den Vertrauensmännern der größten Partei, zu den Vertretern der Berliner Arbeitermassen, stellt sich ihnen in Rede und Gegenrede. Das sind ganz neu« Formen des Regieren?, die im alten Deutschland etwas ganz Unvorstellbares gewesen sind. Die Versammlung zeigte viel Toleranz, auch Ansichten gegen- über, die ihre Mehrheit nicht teilte. Aber eines ertrug sie nicht: sie ertrug kein Wort, das nur irgendwie und ganz entfernt als eine Entschuldigung oder Beschönigung des Treibens der Kommunisten gedeutet werden konnte. Gab es in dieser Beziehung� ein Mißver- ständnis, so flammte sie auf, und der Redner beeilte sich zu ver- sichern, daß er in der Verurteilung der von den Kom- munisten begangenen Verbrechen ln keiner Weise hinter irgendeinem anderen zurückstehe. In dieser Beziehung also war die Meinung und Stimmung vollkommen einheitlich. Die Saat des Hasses, die die Kommunisten mit so eifrigen Händen säten, ist auf- gegongen, aber dieser Haß reißt nicht, wie sie wollten. Massen und Führer der Sozialdemokratie auseinander, er schlägt mit elemen- torer Gewalt gegen sie selber. Die Tausende, die gestern abend er- hobenen Herzens die„Kammersäle" verließen, sind entschlossen, den Kampf gegen die kommunistischen Maiverbrecher draußen in den Betrieben aufzunehmen. Sie haben sich zugeschworen, nicht zu ruhen und zu rasten, bis die Berliner Arbeiterbewegung wieder gereinigt und gesundet ist. Von den Vorgängen in der Kösliner Straße gaben zwei Diskussionsredner dramatische Bilder, Ausschnitte aus der Psycho- logse des Bürgerkriegs. Da ist Jakob H e i n e n. Frau und Töchterchen sind zu einer llllajfeier der Kinderfreunde, der Heimweg wird ihne'n abgeschnitten, der Mann ist in Angst und Sorge. Wie er das daheim gebliebene Kind zu Bett bringt und Licht machen muß, krocht ihm ein Schuß aus einem Polizeikarabiner in die Decke. Wer versteht nicht die Eytrsistung dieses Genossen! Aber dem Genossen Haber- st roh, der ein paar Häuser weiter wohnt, hat der„revolutionär" drapierte Janhagel.schon am Morgen die Fenster eingeschlagen, er hat gesehen, wie Beamte beschimpft und mit Steinen beworfen wurden, o h p e daß sie zur Waffe griffen, bis ihnen oder ihren her- beigeeilten Kameraden schließlich der Geduldsfaden riß. Und nun sieht man nicht nur die menschlichen Nöte des Genossen Heinen, sondern auch die Schurken, denen er sie verdankt. Man ist mit Recht über die große Zahl der Toten und der zweiffellvs Unschuldigen unter ihnen erschrocken, und es-st sehr wahrscheinlich, daß Mißgriffe einzelner in Raserei geratener Beamten daran die Schuld trogen. Solche Beamte müssen ausgemerzt werden, sie sind eben den außerordentlichemAnsprüchen, die ihr Dienst an ihre Nervenkraft stellt, nicht gewachsen. Aber gerade die plastischen Darstellungen des Genossen Haberstroh geben Anlaß zu der Vermutung, daß der Schlüssel zu jenem Rätsel ganz wo anders zu suchen ist. Das Gesindel hat es weniger darauf angelegt, sich selber der Polizei zum Kamps zu stellen, als darauf, hinter Unbe- teiligten Deckasig zu suchen. Wüste Knallerei aus Fenstern und Haustoren, die Polizei erwidert dos Feuer— und ein unvorsichtiger Passant muß daran glaubenl Ist das die neue Taktik des Bürger- kriegs? Man stelle sich einmal vor, diese Sorte von„Revolution" würde siegen. Dann wird es keine sozialdemokratische Funktionärversamm- lung mehr wie die gestrige geben! Dann werden die sozialdemo- kratischen Arbeiter nicht mehr den bescheidensten Teil jener Freiheit genießen, deren sich die Kommunisten selbst heute noch in Deutsch- land erfreuen dürfen! Und blutige Opfer werden sich zu Bergen türmen. Es ist nicht zu ertragen, daß die zynischen Verächter von Menschenrecht und Menschenleben sich heute uns Sozialdemokraten gegenüber als Verteidiger von Freiheit und Menschlichkeit aufspielen. Die sozialdemokratischen Funktionäre Berlins haben gezeigt, daß sie nicht daran denken, auf diesen Leim zu kriechen. Freiheit und Menschlichkeit werden erst zu ihrem Recht kommen, wenn die Kom- munistenschande aus der deutschen Arbeiterbewegung ausgetilgt ist. Zum �otfroniverboi. Neustrelitz verbietet. NeustreNh, 8. Mai. Wie die Landeszeitung für beide Mecklenburg meldet, hat das Mecklenburg-Strelitzer Ministerium des Innern für das Gebiet des Freistaats Mecklenburg-Strelitz den Roten Frontkämpserbund«in- schließlich der Roten Jungfront und der Roten Pkarine aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt Schwerin wartet ab. Schwerin, 8. Mai.(Eigenbericht.) Amtlich wird mitgeteilt, daß die mecklenburgische Staatsregie- rung zurzeit noch keine Veranlassung zur Auflösung des Roten Frontkämpferbundes und der anderen kommunistischen Kampforgam- satlonen sieht. Die Regierung behält sich jedoch vor, dem Erlaß des Reichsinnenministers noch nachträglich zu ent- sprechen. Beisetzung der Opfer. Trauerfeier für den englischen Journalisten Mackay. Nach Freigabe der Leichen durch die Slaalsanwaltschafk beginnen mit dem heutigen Tage die Beisetzungen der Opfer au» den blutigen ZNaitagea der Reichshauptstadt. Heute vormittag fand auf dem Matthäikirchhof in Schöne- berg die Trauerfeier für den auf so tragisch« Weise bei der Aus- Übung seines Berufes ums Leben gekommenen englischen Journa- listen Mackay statt. Zahlreiche Freunde und Berufskollegen aus den Reihen der ausländischen und deutschen Presse erwiesen ihm die letzte Ehre. Die Prcsseabteilung der Reichsregierung vertrat Le- gationssekretär v. Selz an, die englische Borschast Botschaftsrat Nicholson. Nach der Trauerrede des Reverend Cragg von der anglikanischen Kirche in Berlin widmete der Vorsitzende des Veyeins der ausländischen Presse In Berlin, L o ch n e r, dem so jäh aus dem Leben GeslJsiedcnen die letzten Abschiedsworte. Auf dem Friedhof in Friedrichsfelde werden heute nach- mittag um 4V* Uhr zwei Angehörig« der Kommunistischen Partei, Paul Röpnack und Ernst Mai, beigefetzt. Der Versuch der Kom- munisten, eine gemeinsame Trauerfeier für alle Opfer der Mai- unruhen in Friedrichcfelde zu veranstalten und ihre Beisetzung In einem Massengrab zu erwirken, ist bekanntlich gescheitert, weil die Angehörigen in den meisten Fällen nach eigenem Ermessen überjne Trauerfeierlichkeiten verfügt haben und es sich zudem in vielen Fällen nicht um Mitglieder der Kommunistischen Partei handelt Ein Teil der Leichen ist bisher auch noch nicht freigegeben worden, da die Obduktionen noch nicht beendet sind Kundgebungen außerhalb des Friedhofsgeländes sind untersagt. Die Kommunisten haben für heute die Parole ausgegeben, daß zum Zeichen der Trauer in den Betrieben ein« halbstündige Arbeitsruhe von 2 bis 2.30 Uhr durchgeführt werden und daß auch der Berliner Verkehr vgn 2 bis 2.05 Uhr ruhen soll. Die Gewerkschaften haben mit dieser, nur von kommunistischer Seite ergangenen Ausforderung an die Industrie- und Verkehrsarbeiter nichts zu tun, so daß mit einer allgemeinen Durchführung dieser Parole kaum zu rechnen ist. Abenteurer Mackay. Ein Weltenbummler, der in AeutöUn umkam. London. 8. Mai. Der tödliche Unfall des neuseeländischen Journalisten M a ck a y in Berlin hat noch englischen Meldungen in Neuseeland großes Interesse hervorgerufen. In einem Bericht der„Dolly Mail" wird daran erinnert, daß Mackay eine glänzende, aber sehr abenteuer- l i ch e Verwaltungslaufbahn als Bürgermeister von Wanganui hinter sich hatte. Er sei bereits einmal in eine Schiehangelegenheit ver- wickelt gewesen. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister habe er einen jungen Mann in einer Straße von Wanganui er- schössen und fei dafür zu 15 Iahren Gefängnis verurteilt worden. Hiervon habe er sieben Jahre verbüßt. Vor zwei Jahren sei er begnadigt worden, um dann Neuseeland mit un- bekannter Bestimmung für immer zu verlassen Mordete er seine Eltern? Oer Prozeß gegen den Schüler Artmann. vor dem Schwurgericht in Wien steht der 17jährige Ferdinand Artmann unter der Anklage, am 20. September vorigen Jahres seine Eltern erschossen zu haben. Der Angeklagte beteuerte vor Gericht nachdrücklich, er sei unschuldig. Aus Briefen, die in der Verhandlung verlesen wurden, ergibt sich, daß die Eltern ihren Sohn grenzenlos liebten. Sie erfüllten dem Jungen jeden Wunsch. Im Jahre 1927 war Ferdinand Art- mann vom Elternhause durchgebrannt, do er wegen schlechter Zensuren«ine Schulklasse wiederholen sollte. Auch hatten die Eltern seinen Wunsch. Schauspieler zu werden, nicht gebilligt. Mit zehn Schillingen Taschengeld mochte sich Artmann aus die Wand«- rung nach Deutschland. Dort wollt« er angeblich Ozeanflieger werden. Er wurde jedoch von Gendarmen entdeckt und zu seinen Eltern zurückgebracht. Ueber die blutigen Vorgänge am 20. Sep- tember mochte er nur ganz knapp« Angaben. Er sei an jenem Morgen plötzlich infolge starken Lärmes ausgewacht, Hab« die Stimmen seiner Eltern gehört und den Eindruck gehabt, daß sie mit- einander gestritten hätten. Plötzlich sei im Schlafzimmer der Eltern ein Schuß gefallen. Während er zur Tür gelaufen sei, habe er weitere Schüsse gehört. Er habe dann gesehen, wie sein Bater ein Messer in der Hand gehalten habe. Was er damit gemacht habe, könne er nicht mehr sagen. Er wisse auch nicht mehr, wo sein« Mutter gestanden habe. t Die ersten Zeugen waren Personen, die gleich nach der Tat auf dem Tatort erschienen waren. Die Kriminalbeamten betonten, Artmann habe länger« Zeit hindurch vor Aufregung nicht sprechen können. In> Gegensatz dazu standen die Aussagen des Arztes der Rettungsgesellschaft und des Polizeiorztes, sowie des Untersuchungsrichters. Diesem fiel die unglaublich« Ruh« des jungen Artmann auf. Im Verlauf der weiteren Vernehmungen kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen der Verteidigung und den Zeugen. Zu einem aufregenden Zwischenfall kam es, als der Ge- rich sarzt sich das Schnappmesser reichen ließ, mit dem die tödlichen Stich« gegen Frau Artmann geführt worden waren. Er untersuchte die Fixierung und führte probeweise einen l-e i ch t e n Stich gegen die Tischplatt« Dabei schnappte die Klinge ein und verwundet« seine Hand an derselben Stelle, an der auch der junge Artmann verwundet worden war. Der Angeklagte behauptete bekanntlich, daß seine Mutter nicht von ihm, sondern von dem Vater erstochen worden sei und daß er die Verletzung an der Hand sich zugezogen habe, als er dem Dater das Messer habe entreißen wollen. Der Vorfall machte auf den jungen Artmann, der bis dahin sehr sicher aufgetreten war. beträchtlichen Eindruck, so daß er die Be- antwortung der an ihn gerichteten Fragen nur mit sichtlicher Be- fangenheit fortsetzte Bemerkenswert war die Aussage eines Krimi- nalinspektors," der angab, der junge Artmann habe sich, während die Polizei die ersten Erhebungen am Tatort vornahm sorgsäitig gewaschen und angekleidet sich dann parfümiert und den Kriminal- beamten gegenüber die Aeußcrung gemacht:„Nun bin ich ein ge- machter Mann, ich fahre nsch dem Süden und werde dann eine größere Versicherungssumme ausbezahlt erhalten." Dann Hobe er mit größtem Appetit sein Frühstück verzehrt. Während der darauf folgenden Vernehmung eines Vetters des ermordeten Regierungsratcs Artmann wurde die Oeffentlich- teit ausgeschlossen. Lm Spiegel der Rechisoppofltion. Auf dem Wege zu„Immertreu". , Die Mainummer der rechtskommunistischen„Arbeiterpolttik" hat die Kommunistische Partei wie folgt charakterisiert: „Sie haben den RFB. und die KPD. zu einer H i l f s t r u p p c der Faschisten gemacht, sie arbeiten der Reaktion in die Hände." „Was jetzt an Sprengkolonnen und Mitläufer bleibt, das sind typisch lumpenproletarische Elemente. Gesichter, die man gestern noch bei den Faschisten sah und die man morgen wieder bei den Faschisten sehen wird. Jeder Arbeiter, der sich diese Trupps ansieht, überzeugt sich sehr rasch und weiß, wie er diese Elemenie zu bewerten hat." „Es ist eine Schande für jeden Arbeiter, ganz gleich, in welchem Lager innerhalb der Arbeiterbewegung er steht, daß es jetzt möglich sein soll. Arbeiterversattiltnlungen zu sprengen. Das, was den Fa- schiften bisher nicht gelang, dos soll durch die Vorarbeit lumpenproletarischer Elemente, die sich fälschlicherweise als Kommunisten bezeichnen, erreicht werden." „Die Organisation der Sprengung der Versammlung durch die RFB.-Vertreter, das unverantwortliche Aufputschen der kaum aus der Schule Entlassenen, gegen die eigenen Kla ss en g e n o ss en mit dem Messer vorzu- gehen. Ist eine aktive Vorarbeit für die Faschisten. Bisher haben die Faschisten noch keine Arbeiterversammlung zu sprengen gewagt, der RFB. zeigt ihnen, wie es durchgeführt wird. Sie s in d die Wegbereiter des faschistischen Terrors gegen die A rb e i t e r I" „Als neueste Etappe in der Entwicklung der Partei- führung zum Immertreu-Derein muß jetzt die Tatsache verbucht werden, daß die Gefchäftsleitung der SAZ. ihr Auto zu Raubübersällen hergibt. Die Arbeiter, die heute noch Leser der SAZ. sind, werden die richtige Quittung auf diese Poli'ik zu geben wissen!" Fügen wir noch hinzu, daß die„Arbeiterpolitik" Thölmann und seine Leute alspolitischeBanditen bezeichnet, so ist das Bild komplett. Kommunist sche Helden. Oit npv«SiadtkSte und der Proteststreik. Die Dienstleistung der kommunistischen Stadträte Dr. Schminke und Lücke in Neukölln hat nicht, wie in unserem Bericht über die Parteifunktionärversammlung steht, am 1. Mai, sondern bei dem darauffolgenden Proteststreik stattgefunden. Die Aeußerung: die Organisation hätte die Ver- pflichtung, sich um die Stadträte zu kümmern, andernfalls die Stadt- räte sich auch um die Weisungen der Organisation nicht zu kümmern brauchten, hat. wie uns ergänzend mitgeteilt wird. Stadtrat Lücke auf einen telephonifchen Anruf hin getan. Bei Stadtrat Dr. Schminke teilte fein Bureau mit, daß der Herr Stadtrat im Dienst gewesen ist. Herr Lücke hat aber dafür einige Angst vnr einem Disziplinarversahrcn gehabt: er gab nämlich zu bedenken, daß man doch auch einen anderen auf den Stadtratcplatz setzen könne. Ein falscher Priester. Er schnorrte Gelv und vertran es. Zacariaö D I m i l r i sammelte in einem langen Priesler. rock in Berlin und Magdeburg Geld für k i r ch l i-t> e Zwecke. Er sprach kein Deutsch und gab nur durch ZeUbni zu verstehen, daß er Priester sei. Die Spenden trug er in ein schwarzes Buch ein. Da er einmal sehr nach A l k o d» l roch, wurde er festgenommen. Weder die päpstliche 0 galur noch der katholische GcsZngniepfarrer konnten Di- mltris geistliche Stellung sestslellen. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte Har-.l l-.: Mönch nun wegen Paßvergehens, BettelM. Bei Z und Ilrkundenfälschung. Die Verständigung' dem Gericht mußte durch einen spanischen Dolmetscher e-fr;. Dlmitri erklärte, daß er von Geburt Türke und späte' Mexiko auegewandert sei wo er sich der ly-ilchen Bewea inc:' Maronitensekte anschloß und es dort bis zum Diakon bre den Unruhen In Mexiko wurde er, wie andere katdapi�r r auch, ausgewiesen und mit einem Dampf-''' nach S?' bracht, iieder Frankreich kam er dann nach Paß wäre ihm unterwegs gestohlen worden S"!" war es,>n die Türke' zurückzukebren.»nd da er ei- Geldmittel war wollte er sich durch Betteln ernäbre" stritt, daß er sich den Anschein gegeben bnite für die Kr J n sammeln. Durch G-bgrden wollte er den Gedern»eioen �r. et Hunger hätte Die Anklag« wirst ihm vor. dob er in seinem"a—, den-buch die Beträge nach o�en u m g e f äli ch t batt--, um in"'"« Geber ,u größeren Summen an">rei'en. Diclc ss',fi�j be�r-ti der Mönch und bebauptete. er hätte nur au« Spielerei rd Lan-r-weite die Zahlen verbellert. Do die Zeugen oN« bekundeten b«r'�önch'n ieiue, Priesterkteiduna ein'ae Wort« wie.Million" oder.K I r-e aesprochen und damit den Anschein erweckt bätte als wenn-r lü» kirchliche oder wobpfstioe Zwecke lammle. verurteilte ibn da" G-'-bi wegen fortoefetzten Betruaes und fortgeletzter iirfun>>ensäslch'.ma*u vier Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Blutige Komparserie. Eme Zuschrift aus Kiimkreise'n. In der allgemeinen Erregung über den blutigen Ausgang der verbrecherischen Maihetze der Kommunistischen Partei ist ein merk- würdiger Vorgang kaum beachtet und gewürdigt worden. Daß nämlich am 1. Mai ein Filmaufnahmeapparat beschlag- nahmt worden ist der einen kommunistischen Demon- strationszug begleitete. Diese Tatsach« ist äußerst be- zeichnend. Dis Moskauer Geldgeber sind ja bekanntermaßen längst mißtrauisch gegenüber ihren deutschen Stipendiaten, sind erbost über ihre Dummheiten und Mißerfolge. Trotz der alles beschönigenden Berichte, die von Berlin an die Komintern geschickt werden. Di« Turkestaner müssen also gelegentlich tatsächlich« Beweise für ihr« angeblich so ersolgreiche Tätigkeit liefern. Das kann man aber am besten mit einem„wahrheitsgetreuen" Film, der ja, besonders von Kommunistenhand gedreht, geschnitten und geklebt, genau so geduldig ist wie das sprichwörtliche Papier. Denn was hatten die Kommunisten am l. Mai 1927 gemacht? Da hat man hübsch von weitem die gewaltigen Massen der sozial- demokratischen Demonstranten aufgenommen, die im Lust- garten zusammengeströmt waren, und dann dazwischen immer wieder Nahaufnahmen vorbeimarschierender Rot- f r o n t l e u t e eingeschoben, so daß der Eindruck entstehen mußte, daß es auch deutsch« Kommuni st en seien, die den Luftgarten so unübersehbar füllten. Mit irgendwelchen Tricks, mit geschickten Bildunterschriften hofft« die KPD. auch diesmal durch Zusammenfügung der verschiedensten Filmaufnahmen eine gleich« Täuschung erzielen zu können, damit in Moskau geglaubt würde, die Weltrevolution marschiere in Deutschland dank des Fleißes und der Tüchtigkeit ihrer Jünger.' Da für solche Manöver die Apparate und Operateur« des kommunistischen„W e l t- F i l m s", von dem noch nicht genug bekannt ist, daß auch dieses Unternehmen,«ine Gründung des ge- schäftstüchtigen Herrn Münzenberg, nicht ausreichend schienen, hat man verschiedene private Filmsirmen um Abgab« von Apparaten und Gestellung von Operateuren ersucht. Dielleicht auch, um sie das Risiko trogen zu lasten, das den kommunistischen Helden für sie persönlich zu groß erschien. Denn sie rechneten ja mit Krawallen am 1. Mai, sie wollten sie herbei- sühren, sie wünschten ja die Toten herbei, die ihrem fluchwürdigen Treiben so zahlreich zum Opfer gefallen sind. Wofür sind nun also die vielen Unschuldigen gestorben, hoben sie Wunden erlitten?„Für einen Dreck," sagt Herr von Gerlach in der„Welt am Montag". O. nein! Nicht für einen Dreck, sondern zum Wohle der Parteikaste der KPD., indem sie als unbezahlte Kom- parsen in den Tod geschickt wurden für einen blutigen Propagandafilm der Komintern. Komparsen werden beim kapital!- stischen Film im allgemeinen unregelmäßig und schlecht bezahlt. Doch sie unbezahlt hinein zu jagen in Tod und Elend, das wagt nur eine kommunistische Regle! H. K. �Proteststreik im Rheinland." Aber ohne die Arbeiter. Die KPD.-Prest« des Westens berichtet über„gewqltige Kundgebungen gegen Zörgiebels Bürgerkrieg", in denen die„Begeiste- rung für die heldenmütigen Kämpfe des Berliner Proletariats immer wieder spontan zum Ausdruck kam" und in denen der politische Massenstreik„ein st immig unterjubeln- der Zu st immun g" beschlossen wurde. Es wird von Barmen berichtet, daß nach einer riesigen Kundgebung eine„machwolle Demonstration durch d'e Straßen zog".„In Anbetracht der gewaltigen Massen habe sich die Polizei zurückgehalten." In Elberfeld sollen nach dem gleichen Bericht 2500 Personen an der Kundgebung, dagegen 6009 an der Straßen- temonstration teilgenommen haben. In Remscheid waren es SOM b's 6000, die die Parole zum politischen Massenstreik„mit stürmi- scher Begeisterung" aufgenommen haben. Wüßten wir nicht, daß die KPD.-Zeitungsschreiber verpflichtet sind, ihrer Zentrale stets„Gewaltiges" zu berichten, so daß diese nach Moskau„gute Berichte" liefern kann, wodurch sie ihren Abbau hinauszögert, dann müßt« man annehmen, diese Ausschneidereien dienten nur zur Beruhigung des eigenen bösen Gewistens. In Barmen und Elberfeld fanden die Kundgebungen auf P'ätzen mitten Im Verkehrsleben statt. Mit den Neugierigkh, die immer sich da einstellen, wo etwas los ist, waren in Barmen vielleicht 1000 bis 1200 auf dem Nathausvorplatz. an der Demon- siration beteiligten sich genau gezählt �06 Personen. 80 weniger als bei der KPD.-Mai-Demonstration. In Elberfeld auf dem Platz 1200 bis 1400 einschließlich Zuschauer, an der Demonstration nahmen einschließlich„Rot-Front" genau 472 Personen teil. Auch hier weniger als bei der Mai-Demonstration der KPD. In Rem- scheid waren rund 1800 bi» 2000 versammelt, von denen sehr hoch geschätzt 800 bis 900 am Zuge teilnahmen. Der ADGB. stellt nach genauer Befragung der chm ange- schlostenen Gewerkschaften fest, daß in Barmen und Elberleld kein einziaer Arbeiter, auch kein der KPD. zugehöriger Ar- besie- bis heute aus Slnlah der Berliner Vorgänge q« streikt bat. Ganz allgemein wird das Berliner Voroeben der KVD. v e r- urteilt und die Aufforderung zum Proteststreik als„Q u a t s ch" bezeichnet. Von der KPD.-Hochburg Remscheid berichten unler« Ge- nosien, daß dort kein Mensch an Streiken denkt. Da- bei erhielt die KPD. bei der letzten Wahl In Barmen 17 500, in Elberfeld 12 500 und in Remscheid 16 000 Stimmenl Frage: Wo waren die kommunistischen Wähler am Demon- strationstage? Mit dem„Protestswrm" Im Wuppertal und den k'emen Nachdarstödten(die letzteren gelten al» Hochburgen der KPD.) ist es nichts._ chjf neue Pelch'ant-Ibe. Im V�rlmil der gestrigen Konserenz jy'rinanzmimster der Länder sind oc--en die von dem Reichnfinanz- r siter beobsichtiote R�cheanleihe überaus schwere Be- denken äcä'chcrt worden. siomnnHst''N demolieren smlnllst'sh? Jd'Vrfllgn. Kommunisten d'-n-'en in die Redaktion der jüdisch-soiinlistischen..Voltszeitung" in rws-Kau ein und demolierten die Einrichtung. Der l' bersall ersolate wegen der B�r'chterstottuna des Malistls�en Vl-stes über die Krawalle in Berlin. Als die Polizei er- schien rückten die Kommunisten aus. 560? Oper und Operngeiang. Von einem— an sich gewiß zu begrüßenden, doch fürs erste noch nicht gelungenen Experiment ist zu berichten: ,T>i« Heim- bühne, ein neuer Weg zum Genuß der Hauptbühnenwerke unsercr großen Meister." Die alle Kunstsorm der Oper soll den neuen Verhältnissen, neuen Bedingungen des Grammophons angepaßt werden. Den Versuch sozusagen zu einer Opcrndramaturgie der Schallplatte unternimmt D.(3.*); als erste„Kurz- Oper* erscheint Webers„Freischütz" Aus vier großen Platten. Der Verlauf des theaterabendfüllenden Werks— Musik, Handlung. Dialog— zusammengedrängt in knappe Drcioiettelstunden, die Pausen des Plattenwendens und-wechselns, Apparat-Anturbelns eingerechnet. Drama im Telegrammstil, in einem Eillempo der Entwicklung, daß sich's kaum mitkommen, nacherleben läßt. Doch vor allem, so wie hier durch die Partitur gesprungen, mit dieser umgesprungen wird, wie elementarste Gesetzmäßigkeiten der musi- kalischen Logik mißachtet, Phrasen gliedweise, taktweise verstümmelt, Bau und Form Rumnier für Nummer zerstört werden(ein Beispiel für viele: die Arie des Max im ersten Akt)—: nein, so durste man es wirklich nicht machen. Hermann Weigert und Hans M a« d e r, beide t von der Berliner Staatsoper, zeichnen verantwortlich: das ist nicht ganz leicht zu begreifen. Nicht zu be- streiten aber, daß sie wertvolle Kunstkräfte des Hauses eingebracht haben: Orchester, Chor und Solisten, in deren bekanntes Ensemble, „als Gast" gewistermaßen, Armin Weltner sich mit klangvollem Bariion fügt. Das Ganze also war ein erster Versuch: hoffen wir, daß schon die nächst« Kurzoper„Lohengvin"— immerhin nicht die „Götterdämmerung"— bester gelingt. Im übrigen: wie immer Arien und geschlossene Stücke in reicher Auswahl. Mit jugendlich strahlendem Tenor singt Heinrich Knote das Preislied aus den„Meistersingern"(O.): Ioar Andresen mit mächtigem Baß Hagens Wacht aus der„Götterdämmerung" (E.). Alfred P i c c a v e r, Spezialist des italienischen Opern- gesangs(D. G.) überrascht als stllsicherer Wagnersänger in Bruch- stücken aus„Lohengrin"(mit einer nicht ganz ebenbürtigen Part- nerin als Elsa): aber sein Eigenstes, Stärkstes gibt er in den be- rühmten Nummern aus„Tosco" und weih in Arien aus der „Afrikanerin" und aus Pcmchiellis bei uns fast unbekannter Oper „La Gioconda"(an die auch, bei O., der Dirigent W« i ß m a n n mit einem hübschen Ballettsiück erinnert) durch Töne von zauber- haftem Glanz zu blenden. Kolomann v. P a t a k y, auch er von der Wiener Staatsvper, läßt im Ständchen aus dem„Barbier von Sevilla" eine angenehme lyrische Tenorstimme hören(D. G.). Zwei Verdi-Platten von hervorragender Qualität bringt E.: Othellos Monolog und Sterbelzen«, von Renata Z a n e l l i mit sprechender Gclmrde dargestellt, man spürt sie in der Dramatik und Ausdrucks- intensität seines Singens: und das große Duett aus der„Macht des Schicksals", in dem Giovanni M artin ell is und Gruseppe de Lucas Stimmen und Temperamente sich zu hinreißender Wirkung verbinden. Weniger glücklich ist Ho. In der Reproduk- tion von Teilen aus Verdis Requiem: am besten gelungen ist das „Eonfutatis" mit Michael G i t o w s k y In der Baß-Solopartie. Aber auf«in paar sehr schöne Aufnahmen aus Gounods„Mar- garetc" ist noch hinzuweisen: die Kirchenszen«, formal und inholt- lich ein Glanzstück der französischen Opernliteratur, erfährt in er- lesener Besetzung— Meto Seinemeyer und Emonuel L i st— und In musterhaftem Zusammenklang aller musikalischen Faktoren eine ausgezeichnete Wiedergab«(P.): und ganz groß entfaltet sich in Valentins Gebet und Tod, strömt In elementarer Fülle der edle Bariton Herbert I a n s s e n s(E.). „Die Pfarrhauskomödie." Neueinstudierung im Thalia-Theater. Heinrich Lautensacks köstliches Sittenstück findet unter der Besucherschast des Thalia-Theaters verständnisvolle Aufnahme. Man lächelt, man locht— aber man spürt auch den Ernst und den tieferen, menschlichen Sinn, der unter all der Schalkheit verborgen ist. Der Dichter— ja es war em Dichter und kein Stüekeverfertiger—, Sohn des erztatholischen Posta, hat das feine Gefühl für das Katholische, in besten ästhetischem Bann er trotz seiner Scharfrichterzeit und Frei- geistere! durchaus verharrt. Man soll nicht etwa glauben, daß dies eins plumpe Satire auf dos Priesterzölibat sei. Lautensack nimmt Verhältnisse und Menschen wie sie gegeben sind, steht mit Humor ihre schwachen Seilen, aber sucht dann das tiefere Menschliche daraus zu gewinnen. Durch di« Gegenüberstellung des jungen, well- unerfahrenen Kooperators und des alten, weltklugen Pfarrers, die beide der„Sünde" erliegen, vermag verschiedene Arten der irdischen und himmlischen Liebe und verschiedene Seiten des Katholizismus zu bespiegeln. Lautensack Ist ein feiner Kenner der oberbayerischen Volksseele und ein eminenter Sprachkünstler. Aber die Regle darf seine Breiten nicht noch weiter ausdehnen, wie es zum Teil geschieht. Lautensack liebt gewiß das Dollsaftige, aber man soll das Animalstch« auch nicht übertreiben. Davon abgesehen, gibt es eine runde, plastische Darstellung. Licho, der auch die Regie führt, ist ein prächtiger Pfarrer, voll Pfvffenschläu«, aber doch Mensch(keine bloße Kari- katur). Ein wenig zu blaß ist der Kooperator Lafontaine, aber gut in allem Gefühlsmäßigen. Die beiden Psarrersköchinnen sind Else Bäck-Rest und Margarete M elzer— jene ganz ge- schlosten in ihrer vollendeten Darstellung, diese erfrischt und ganz triebhast, voll innerlichen(nur manchmal überbetonten) Tempera- ments. r. Wieder ein Kriminaldrama. N-na.ssancc-Theat-r:„Sie heilte flamme'. W. S. Maugham, von dem man uns bisher nur leichtere Unierhallungsware importiert hat. versucht sich in der„Heiligen Flamme" an einem ernsten, psychologisch vertieften Schauspiel. Dl« schön« KStella Ist an den völlig hilflosen Maurice gekettet, einen Flieger, dem ein Unfall das Rückgrat zerfchmeltert unh damit auch die Manicheit geraubt hat. Die Gatten wetteisern an edler Rück- sichtnahm«. Eines Morgens findet man Maurice toi D>« Kranken- Ichwester besteht aus Leichenöffnung: sie Ist davon überzeugt, daß er ermordet worden ist. Fllns Jahre hat sie alle seine Qualen und seinen verhaltenen Schmerz miterlebt. Noch ihrer Meinung hat Stella von all dem nichts gemerkt und nur ihren Vergnügungen gelebt, ja, Maurice in seinem Hause mit seinem eigenen Bruder betrogen. DI« Verdachtsgründe, die vorher allen absund vorge- kommen sind, gewinnen immer mehr an Wahrscheinlichkeit, als die Musik. Von Klaus pringsheim. Orchester. Das Philadelphia- Sinfonie-Orchester spiest unter Leopold S t o k o w s k i die Sinfonische Suite„Sheherazade" von R i m s k y- Korsakoff. Ein sehr essektvolles Werk noch immer, beispielhaft für den dekorativen Stil der russischen Romantik. Fünf große E.-Platten, in denen der Farbenreichtum eines Meisters der Instrumentation, der gestufte, sorgsam abgetönte Klang eines herrlichen Orchesters und, wie es scheint, besonders günstig« Ausnahmebedingungen zu- sammenwirken: eine Spitzenleistung. Bei D G.- Richard Strauß als Dirigent der Berliner Philharmoniker: seine Ge- staltung der ,F>olländer".Ouvertüre ist nicht weniger kongenial als jene des„Salome"-Tanzes, die freilich, als Interpretation des Kom- ponisten, obendrein den Reiz und endgüstigen Wert absoluter Güstig- keit besitzt. Auch die Wiener Philharmoniker sind nun end- lich zu hören: unter Franz Schalks Leitung in der ausgezeichnet gespielten großen ,Leonore"-Ouvertür«(E.). Nicht minder erfreulich, in der Ouvertüre zu„Susannens Geheimnis" von Wolf-Ferrari— einer Lustspielouvertüre übrigens von vorbildlicher Knapphest der Form und der Mittel— das Orchester der Molländer Scala kennenzulernen(E.). In Mendelssohns wertvoller„Hebriden"- Ouvertüre kann das Berliner Sinfonie-Orchester— Fritz Zweig dirigiert— sich hören lasten: aber auch in der(unter Felix Günther) sehr flott gespielten Ouvertüre zu Offenbochs„Orpheus in der Unterwelt"(Ho.). Jnstrumentalisten. Bei D. G. erscheint Beethovens sesten gehörtes L-Dur-Trio für Klavier, Klarinette und Cello, das sogenannte„Gassenhauertrio": gespiest von der„Münchner Kammermusik-Dereinigung": dazu ein Haydn-Menuett für Hammerklaoier(Charlotte Kaufmann). Die Platten werden manchem willkommen sein. Erwin S ch u l h o f f, auf desseck zweite Klaviersonate neulich hingewiesen worden ist, schreibt und spielt nicht eben„Gassenhauer": doch, den außer Kurs gesetzten Begriff heutigen Musikverhältnissen angepaßt, ist es etwas Gleichartiges, was er in seiner„Partita" mit Glück versucht: Gebilde der musikalischen Alltogswelt— moderne Tanzrhythmen— artistisch zu sublimieren: am besten gelingt es mit einem Hawoi-Fox(D. G). E. präsentiert zwei Geiger, die keiner Empfehlung bedürfen: den zwölfjährigen Dchudi M e n u h i n. Sensation der Saison, in Virtuosenstücken von Ries und Fiocco: und Iafcha Haifetz, der vor dem Krieg angefangen hat wie Menuhin, heute reif, vollendet. Ehöre. An neuen Chorplasten sind nur wenig« der Erwähnung wert: um der Sache willen zwei Aufnahmen des Frankfurter Arbeiter. gesangvereins„Frohsinn", die leider ein wenig verschwommen klingen, aber besonders in der Dynamit sorgfällige Chorarbeit er- kennen lasten(Ho.). Der„Philharmonisch« Chor"(London— nicht Berlin) bringt unter seinem Dirigenten Kennedy Scott aus Schuberts O-Dur-Meste„Benedlctus" und„Agnus Dei" mit zuverlässigen Solisten sehr sauber heraus(E.). Von der„Berliner Lieder- tafel"(Dirigent Max Wiedemonn) hören wir das„Alinieder- ländische Dankgebet" und Beethovens Hymne von den Himmeln, die Gottes Ehr« rühmen, in guter Ausführung(Tr.). Und der„Ber- liner Lehrergejangverein" singt unier Professor Rudels Führung mit Orchester zwei Strauß-Walzer:„An der schönen blauen Donau" und„Rosen aus dem Süden": ein« Leistung von oft bewährtem Niveau(O.). ") Abkürzungen: D. G.— Deutsche Grammophon: E.-- Elec- trola: Ho.— Homocord: O.— Odeon: P.— Parlophon: Tr.— Triergon sich herausstellt, daß sie ein Kind erwartet. Gegen den flammenden Haß der Krankenschwester ist Stella unrettbar verloren. Da— im letzten Akt— erzählt Maurices alte Mutter von einem Ab- kommen, das sie vor Iahren mit ihm getroffen hat: wenn er sie darum bittet, wird sie ihm den Weg zum Tode öffnen. Sie hat die ganz« Zell Stellas Aufopferung bewundert und den Augenblick gefürchtet, wo die Natur ihr Recht fordern würde. Diesen letzten großen Schmerz hat sie ihrem Sohn ersparen wollen und ihn mit einem Schlafpulver vergiftet Das Publikum ist von der ersten bis zur letzten Szene gebannt und auch erschüttert Die unechten Töne, die ab und zu anklingen, überhört es bei der geschickten Theatertechnik des Autors und in der Spannung, die bis zum letzten Augenblick anhält. Die Vorstellung leidet unter der unausgeglichenen Regit Gustav Härtung». Die Stella der Elisabeth L e n n a r tz ist mit überdeutlicher Absichtlichkeit aus große Tragik gestellt Ihr Schmerz und ihre nervöse Unruh« bekommen dadurch etwas Ge- künsteltes und wenig Ueberzeugewdes. Frida R i ch a rd. die Mutter, die so leise spricht daß man sie kaum versteht, legt eine gemachte Gleichgültigkeit an den Tag, die der Rolle nicht gerecht wird. Was tief« Innerlichkeit sein soll, wird be! ihr fast zum Zynismus. Da- gegen fesselt vom ersten Augenblick an Franziska K i n z als Kranken» ichwester. In wunderbarer Gehaltenheit, mit ganz knappen Mitteln, gestaltet ste einen lodernden Haß, der fast beängstigend wirkt. Der herzliche Beifall galt vor allem ihr. Dgr. �Variete-Sierne". Eopltol. Der Titel zeigt bereits das Milieu an. das nachgerade im Film etwas übermäßig behandelt wurde. Darum war es,«in Verdienst des Registeurs Paul Ludwig Stein, von seinen Vorgängern schon allzu oft gedrehte Szenen und Beine schwenkende Girls nicht zu zeigen, sondern die Geschichte von dem Tänzer und der Tänzerin, di« in Liebe zueinander finden, ganz einfach zu erzählen. Dabei kann er freilich, trotz seiner liebevollen Bemübungen, die andauern- den Proben lebhast zu schildern, eine gewisse Eintönigkeit nicht bannen. Das bißchen Spannung hebt er stch ganz bis zum Schluß auf, soweit bei einem amerikanischen Spielfilm(in dem der Dauer- kuß de» liebenden Paares bekanntlich di« einzig« Abfckluhmögllch- keit ist) überhaupt noch Spannung auskommen kann. Lina Basquette hat stch bereits früber durch ihr schau« spielerisches Können Achtung verschafft. Sie ist auch jetzt wieder einfach, menschlich und darum darstellerisch oft groß Eddie Qull» lan und Robert Slrinstrong schöpften ihre Rollen voll aus. Der bei der Premlere nicht unbestritten« Beifall gast in erster Linie Lina Basquette, der Regisseur ist zu einfach für den Ge- schmack des heutigen Filmpublikums, das bei einem solchen Film noch immer in eine romantische Begeisterung für das Varietä ge- raten will. b. Verstimmungen im Sugenberg-Konzern. Symptomatische Angriffe.— Das Gebäude wackelt. Der„Berliner Lokal-Anzeigrr" erklärt in einem Artikel am 5. Mai d. I.„Bar einer Einigung in Paris" es für bedauerlich, da� Sachverständige vom Rang und Ansehen der deutschen ihre Unter- schrift zu dem geplanten Abkommen hergeben.„Jetzt begehen aber die deutschen Sachverständigen auch noch einen groben rattischen Fehler", schreibt«r weiter und erwartet von diesem Fehler neue Leiden und neues Elend für dos deutsche Volk. Sehr schmeichelhaft ist dies nichl für Dr. Albert V ö g l e r, der neben Dr. Schacht der maßgebende Sachverständige des Deutschen Reiches bei den Pariser Reparations- Verhandlungen ist. Man sollte denken, daß Dr. Vogler in besserem Ansehen bei dem„Berliner Lotal-Anzeiger" stehe, denn er ist nichl nur erster Vorsitzender des Vorstandes der Vereinigten Stahlwerke A.-G. in Düsseldorf und des Präsidiums des Aufsichtsrats der Gelsen- kirchener Bergwerksgcsellschost(als Nachfolger Kirdorfs), sondern auch Mitglied der Wirtschaftsvereinigung des chugenberg- Konzerns und des Aufsichtsrats der Deutschen Gewerbehaus A.-G., die beide in dem Hugenberg-Haus, Berlin W. 10, Viktoriastr. 30, ihren Sitz haben, und Geheimrot Alfred Hugenberg auch zum Mitglieds zählen, der überdies auch in dem Aufsichtsrat der Gelsenkirchener Bergwertsgesellschaft neben seinem langjährigen Freunde Dr. Vögler sitzt. Dr. Vögler ist also einer der zwölf nationalen Männer, die die Wirtschaftsvereinigung bilden und daher nach der Darstellung des Professors der Staatswissenschaften, Ludwig Bernhard, der selbst zu den zwöls nationalen Männern gehört, das gesamte Vermögen des Hugenberg-Konzerns besitzen Zum Glück für Geheimrat Hugenberg ist dieses Vermögen ein Zweckvermögen und sind die 12 Mitglieder der Wi/tschaftsoereinigung nux fiduzia- rische Eigentümer, sonst würde bei dem Austritt eines oder einiger Mitglieder pro Kopf der zwölfte Teil des Vermögens fortwandern. Aber wenn nun die Mehrheit mit Geheimrat �ugenberg und dem„Berliner Lokal-Anzeiger" unzufrieden ist und die Minderheit hjnaus- drängt? Würde es zu einer Spaltung in der Wirtschastsvereinkgung kommen, die ein Vermögen von nahezu 100 Millionen Mark kon- trolliert, wenn sie auch nur ein Vermögen von etwa 70 Millionen Mark besitzt, so dürften zu Dr. Vögler halten: Geheimrat Emil Kirdorf, Mitglied des Aufsichtsrats der Gelsenkirchener Berg- werksgesellschoft, Minister a. D. Dr. Johann Becker, M. d. R., der ebenso wie Dr. Vögler der Deutschen Polkspartei angehört, die Dr. Vögler von 1920 bis 1924 im Reichstage vertrat, Bergrat Fritz W i n k h a u s. Generaldirektor des Köln-Neuesiener Bergwerkver- eins, Dr. Ing. e. h. Eugen W i s k o t t, Mitglied des Grubenvor- standes der Gewerkschaft Auguste Viktoria in Essen und Vorsitzender des Zechenoerbandes, sowie der Bergassessor a. D. Hans Ferdinand von und zu Löwen st ein. Geschäftsführer und Borstandsmit- glied des Vereins für die bergbaulichen Interessen und Geschäfts- führer des Zechenverbandes in Essen. Dann würden also sechs Ver- treter der Schwerindustrie und der sonstigen westlichen Großindustrie ersten Ranges(Dr. Joh. Becker ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kornelius Hey! A.-G. in Worms) gegen sechs andere nationale Männer der Wirtschoftsoereinigung stehen, unter denen sich der Vor- sitzende des Aufsichtsrates der Kommerz- und Prioat-Bank A.-G., Heinrich Witthoest i. F. Arnold Otto Meyer in Hamburg befindet, der bei der täglich zunehmenden Starrheit der Auffassung Hugen- bcrgs wahrscheinlich auch die Partei Vöglers ergreifen würde. Der Vorstoß des„Berliner Lokal-Anzeigers" am 5. Mai gegen Vögler ist symptomatisch für die zunehmende Entzweiung der Par- tcien in der Wirtschaftsvereinigung des Hugenberg-Konzerns. In der von 2000 Mitgliedern besuchten Hauptversammlung des Vereins Deutscher Eisenhüttenleut� im Stadttbeater zu Düsieldorf am Sonntag, dem 5. Mai. erklärte Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach, Generaldirektor Vögler habe bei den Pariser Verhandlungen seinen Mann ge- standen, seine Arbeit in Paris werde auf die Dauer für Deutsch- land nicht ohne Erfolg bleiben. Krupp verlas«in Telegramm der Hauptoersammlung des Vereins Deutscher Eisenhllttenleute an Vögler, in dem ihm das uneingeschränkte Vertrauen der Eisenhüttenleute ausgesprochen wurde. Es ist ein wenig unvorsichtig von Herrn Hugenberg und seinem „Lokal-Anzeiger", die Methode der nationalistischen Demagogie und persönlicher Beschuldigung, die man gegen Männer wie Hermann Müller, Erzberger, Rathenau, Stresemann geübt hat, auf Herrn Albert Vögler anzuwenden! Seine westlichen Finanziers sind ohnehin schon verärgert genug! Ruäolk>-lsrtin. Moralspionage bei der Post. Sozialdemokratische Proteste im Hauvtaussttiuß. In der fortgeführten Dienstagsitzung des Ausschusses für den Reichshaushalt kamen nach der Rede des Reichsinnenministers S e v« r i n g, über die wir ausführlich berichtet haben, noch die Abg. Dr. Külz(Dem.), Leicht(Bayr. Vp.) und Dr Q u a a tz (Dnat.) mit einigen kurzen Spezialfragen an den Minister zu Wort. Dann wuvd sdic Beratung des Haushalts des Reichsinnenministe- riums abgebrochen, da in der Dienstagsitzung der EtatderPost- Verwaltung noch zu Ende beraten werden sollte In dieser Beratung wandt« sich der Abg. Biedermann(Soz.) scharf dagegen, daß im Bereich der Oberpostdirektionen noch immer der lj 10 des Reichsbeamtsngesetzes von 1871 angewendet werde. In Konsequenz dieses gänzlich veralteten Gesetzes werde die uneheliche ZNutler zu einem unmoralischen Menschen gestempelt. Es sei auch unter keinen Ilmständen zu billigen, daß es besondere Kontrolldamen zur Kontrolle des außerdienstlichen Lebens der Post- beamtinnen gebe, �o daß das Tun und Lassen der Beamtinnen in moralischer Hinsicht aus das eifrigste beschnüffelt werde. In Kon- sequenz des Gesetzes von 1871 seien auch die Mitglieder behördlicher Betriebskrankenkassen in Ansehung des ärztlichen Berufsgeheimnisses schlechter gestellt als alle übrigen Krankenkassenmitglieder, denn der Arzt habe aus dem Krankenschein die Diagnose einzutragen, was leicht zur wirtschaftlichen Schädigung des betreffenden Mitgliedes führen könne. Wbg. Dr. Moses(Soz.) anerkannte, daß das Postministerium wohl als einzige Spitzenbehörde des Reichs in reichem Ausmaß ge- sundheitliche Maßnohmen für das Postpersonal durchführe. Er wünschte dringend, daß dieses löbliche Beispiel auch von anderen Behörden be'olgt werden möchte. Es scheine ihm allerdings, als bestehe im Postministerium mehr liebevolle Fürsorge für sporttiche Zwecke als sür den Wohnungsbau. Gerade er als Arzt wünsche den'Sport möglichst gefördert zu sehen, aber es schein« ihm doch hier etwas des Guten zuviel zu geschehen. Dielleicht könnte man die Hälfte der für den Sport bestimmten Mittel abzweigen und sie für den Wohnungsbau nutzbar machsn. Abg. Leicht(Bayr. Bolksp.), Abg. Dr. Köhler(Z) und Abg. Moralh(D. Bolksp.) sprechen über technische Verkehrssraoen» Auf die zahlreichen an ihn gestellten generellen und speziellen Fragen führte Reichspostminister Dr. iSchätzel u. a aus: Der Grundsatz, daß die Reichepost ein selbständiges wirtschaftliches und sich selbst tragendes Unternehmen neben dem Reichsetat sein müsse, habe sich durchaus bewährt. Es fei auch sein Wunsch, noch mehr aus der Post herauszuholen. Indessen sei auf dem Gebiete der Ratio- nalisierung schön das möglichste geschehen.— Nur solche weiblich« oder männliche Beamten seien entlassen worden, mit denen wegen ihres L e b e n.S w o n d el s die übrigen Beamten nicht mehr zu- sammenarbtjiten'wollten und wo auch der BeaMtenaüsschuß sich damit einverstanden erklärt habe. Nachdem die Abg. Frau Psülf(Soz.) sich noch einmal scharf gegen eine Ueberwachiing des außerdienstlichen Verhaltens der Post- beamtinnen gewandt hatte, wurde die Beratung über den Postctot geschlossen und die Positionen des Etats nach den Anträgen der Koalitionsparteien genehmigt. Vormittags- UcbungSstunde bei lypogrophla. In dieser Woche findet keine U e b u n g S st u n d e statt. Sonntag'/jlO Uhr: Kliem(öderer Saal). Wetter für Verlin: Ziemlich heiter und warm, schwache südliche Winde.— Für Deutschland: Im nordwestlichen Küstengebiet stärker bewölkt, sonst überall trocken, ziemlich heiter und am Tage warm. „Vorhutgefechte." Das große„Massenfireik'-Schweigen. Der„Klassenkampf" sür den Bezirk Halle-Merseburg stellt heut« fest, „daß es sich bei den jetzigen Auseinandersetzungen zwischen Bour» geoisie und Proletariat um entscheidende Vorhut» g« f e ch t e sür die"kommenden wirtschasllichen und politischen Kampfe in Deutschland sowohl wie die immer näher kommenden Auseinandersetzungen zwischen der Sonqetunion und der kapitalisttschen Well handelt". Daß die SPD. als die„niederträchtigste Feindin des Proletariats" beschimpft wird, well sie für derartig« „Borhutgesechte" nicht zu haben ist, geHort mit zu dem Bilde. Das Verhalten der deutschen Arbeiterschaft zu der kommu- nistischen Massen st reikparole müßt« die im Hintergrunde gebliebenen Parolenmacher für die Dorhutgesechte in Berlin eigent» lich darüber belehrt haben, daß russische Methoden trotz allem kommunistischen Geschrei sich in Deutschland nicht ver» werten lasten. Die deutsche Arbeiterschaft führt in den freien Gewerkschaften und in der Sozialdemokratischen Partei Ihre Kämpf« nach ihren eigenen Gesetzen, nach ihren eigenen Methoden, und läßt sich von Moskauer Agettten und deren jungen Leuten in Deutschland nicht dreinreden. Sie will von„V o r h u t g e s e ch t e n". wie die KPD. sie am Abend des 1. Mai und noch nachdem in Berlin ge- liefert hat, nichts wissen. Das starke Abhängigkeitsverhältnis der KPD.» Führer von Moskau hindert sie daran, die„Massenstreik"- Lehre zu beherzigen. In ihrer Verlegenheit über den voll- kommen«n Mißerfolg ihrer„revolutionären" Maifeier, ihrer „entscheidenden Borhutgesechte", wissen die am End« ihres Latnns angelangten Berliner Unteroffiziere Moskaus nichts wetter zu tun. als ihre so elend versackte Massen st reikparole durch neue Parolen zu ersetzen und zu schimpfen. Hätte die KPD. noch einigen Kredit bei der deutschen Arbeiter- schaft zu verlieren Fehabt, dann hat sie ihn bei ihren jüngsten„Vor- Hutgefechten", bei ihrer„revolutionären" Maifeier und ihrem „Massenstreik" gänzlich verloren. Alles Geschrei. und alle Schimpfereien gegen die„reformisti- schen" Gewerkschaften und die„Feindin des Proletariats" hilft den kommunistischen Feinden der deutschen Arbeiter» organilationen nicht über die Blutschuld hinweg, in die sie sich durch ihre Vorhutgefechte oerstrickt haben, nicht über die Schlapp«. die sie dabei erlitten haben. Den Kommandeuren solcher„Dorhutgesechte" muß das wahn- witzige Handyxrk gelegt werden. Die Siraßenbahner Rheinland-Westfalens. Vor erner Lohnbewegung. Am 16. April haben die am Löhntarif für dl« Straßenbahnen Rheinland-Westfalens beteiligten Gewerkschaften: Deutscher Ver- kehrsbund, Deutscher MetallarMiterverbond und Zentralverbqnd der Arbeitnehmer öfstntlicher Betriebe und Der- waltungen, in gemeinsamer Sitzung über die Kündigung des am 31. Mai 1929 abgelaufenen Lohnabkommens beraten. He Sitzung war außerordentlich stark— au? sämtlichen Betrieben der„Rhewestra�— besucht. Die Skraßendahner legen der diesjährigen Lohnbewegung ejn« besondere Bedeutung bei. lieber- einstimmend wurde die Kündigung des Lohnabkommens verlangt, um einer Neuregelung der Löhne Raum zu geben. Auch hinsichtlich der zu erhebenden Forderungen wurden bereits bindende grundsätzliche Beschlüsse gefaßt' Damit stehen die Straßenbahner Rheinland-Westfalens vor einer Lohn- bewegung, die aller Wahrscheinlichkeit nach zu nicht unerheblichen Verwicklungen führt. Verantwortlich NIr die Ziedaktion: isra»»»lud». Berlin:«nzeigeu: ld. Glocke. Berlin Verlag: Dorwart, Verlag S. m b H.. Berlin. Druck: Vorwckrto Buch- drucke»! und Berlagianftalt Paul Singer& So.. Berlin SW 88. Lindenstrake 3. Kierzu l Brilage. Ii Theater, Lichtspiele usw. s'/» uhr CASINO-T0EATER � Lothringer Strafee 37.. ..PHUtfer von heu««** und ein erstklassiger bunter Teil. Für unseie Leser Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.15 M-, Sessel 1.65 M. Sonstige Preise Parken u. Rang OBO Mk Dose-Tlealer, OioAs FranRiurtet Strafte 132 Tel.; Aleiaader 3422. Täglich«>/» Uhr (Sonn tags 2 Vonlelinnoeo SV» n. 8 Dir) Sennabnnd, den 11. Mai, II1,'« Uhr Einmalige Nachtvorstellung Dotine und der Zufalil pb,tngsten' Ein Waizertrauni! auf der Garienbühne. Im Innentheeter ab 18. Mal täglich 8V< Uhr i Spiel Im Schlo)i. Winter * Garren* 1 1 Ohr» Zsmr. 2819» Rauhen erianbtl „Ein Abend des Lachens... Nadiiaosgabe v. 4. 3. Himmelfahrt 2 Vorstellunaen � und Uhr..s® kleine Preise. Reichshallen»Theater >8.[Tj Uhr. Sonntag liaam.|T| um Siettlner sanier tleul„Eine Hariit Im Xaltmelnkeller" Nachm. halbe Preise. Oönhoff- Brett); (Saal und Garten) Varleie/ Tanz AdoU-Becker-Koezert. Renaissance- Theater 8V» Uhr 8V« Uhr Tagtzdi Die heilige Flamme s« Regie: bestev Härtung. Trianon-fh. Täglich SV« Uh> vom uenusberg üis Kreuzoerg Ab Donnerstag laghcn Vi Das süsse Geheimnis Operette von Zorlig Randiunkhönr halb« Preise Thalia-Theater Dresdener Str. 72-73. i Un Tii8ai.aniKottD.ior KottD Str.6 Tä"l.8Uhr Elfte- Sänger Das nene Mal• Progr. •'imitWi HMnil.itbin Thealer am Noilendorrplatz Täglicn SV*-I r Die Männer der Manen Operette in 3 Akten v. Walter W. Qoeue SCAt* 8(Jhr SS Barbarossa 9256 The Jevers imd weitere Torleid-Heii eilen Hlmraeliahrt 2 Vorstellunaen 3*- und e uhr— 3* ermäßigte Pr. PLAZA Am K«»"1"«" ftmt, AI». 0086— 08 Täglich 8, 8" Himmelfahrt 2, f, V> I. Vorst. 50 Pf. bis 1.— M II.u. III. Vorst t.- bis 2.- M. für die Sonntae Vo r v e r laufende k a u i stets Woche inkl Bamowsky- Bühnen Theater in der KSniggrätzer Straße Täglich 8r4 üh Riva! en Komödienhaus Täglich �'rUhr CharlGVS Tante mit Curt Bols. ölemet kimm Tätlich SV« Uhr Naßo�iroihen? nut dem tnedkanlttoi von Frank Green. Musikalische Itlust Fr. Holländer. Regie: rr.Frlcdntann- Fredcrtib. Deolsdiet Iwlei D. 1 Morden 12 310 S Uhr, Ende nach 10 Paulus unter den Juden Dramat Legend von FranrWerfcl > Regie; Kart-Heinz Martin. Die Komödie 1 Bismck. 2414/7516 H'h U.. Ende geg. 10 Oer Kann, der seren Haien änderte 3 Akte von Edgar WatUce Dtsch. v.Hans Roihe Regie: teinz Hilpert Bühnenbilder: Eria E. Stern. Kammerspiele J. 1. Morden 12 310 8»/aU.. Ende geg. 10 Aufgang nur dir Herrscnatten Kleine Komödie von Siegfried Geyer Lustspieibaas 8Vt Uhr Guido Tiiielseiier Weekend !m Paradies VoiKsDUhne msfer amBlllöwoWi 8 Uhr Oouaumont i Dealer am satlliDauerdanm » Uhr Pioniere in Ingolstadt Thalia-Theaier 8 Uh Ptarrhaus- komodie BtaatUdiiller-Th. - Uhr Gespenster iiaatsoper am Plitz der BepnDllk 7Vj U r Carmen Tneaiei DirektHcinzHerald Ctiarlotienstraüe ii A. 7. Oönhoff tir SV«. Ende 10'.'« Lhr Täglich Die fünf Frankfurter von Carl Rössler Regie Engen Inden KETROPOL•THEATEB(TjJ GR. SCHAIMPIELHAU Künstlerische Leitung: Erik Chareli Oer große Erlolg! m Nur noch Munal Na Sustige Witwe Trutf• Hasterberg Paul Heidemann, Jankuhn, Elleot, Junkermann. Schaeffers Neu anal ElescAa'oBea. 9er liebe �ugnstin Madi Christians. Oskar Karlweis, Ueske, Arno, Morgan. Westermeier, Matzner Lessing- Theater Täglich SV« Uh' „Ute Frau das Andern" TOeaL fl. Westens «V« Uhr Uleoorseh. Friederike Musik von Lchar DUch. KUn»tl»r-Tli. SV« Uhr rrosft Qipsy Ope enev Gilbert Emmr Sturm Fritz Scholz Planeiartam — am Zoo Vir Iii: Iniiintliii« itnl: Noll. 1578 16V« Uhr tUrnbildtt de* FrOhlahr* 18'. Uhr Wundtr Dm tOdllchan Himmalt 20V« Uh- Ztarnhimmel und Walttau Tägl. außer Montags u Mittw Erwachs I Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.; Erwachrene 50 Pf.. Kinder 25 Pf. »'/. rneai ram Sdilfmauerdamm. Norden 1141 u 281 Plenlere in Ingolstadt ! Soldaten u üiens'- mädchen) Kenler. lenla. Um, Benft. Hotmann, 51011 ei e. a. gibt bis au weiteres Anzüge Jlater. Paletota zu Fabrikpreisen ab. Bife, überzeugen Sie sich. Hr. Elnheltiverband dar Eisenbahner Deutschlands Orlsverwaltung Berlin Wir erfüllen die traurige Pflicht. unterer Mitgliedschaft den Tod un- seres Kollege» «ildelrn Czyniik SchmU-d, RAW. Tcmpcthof mitzuteilen. Sein Ableben erfolgte am 5. Mai d I Die Beerdigung findet am Freitag dem 10 Mai d 3. 16 Uhr. auf dem zwälf-Apoftel-Friedhof, Bin-Schöne- derq, fiolonnenftrahe 25, ftatt. Rege Beteiligung ertoariet Die Ortsvcrwelrang C* Acnn<1f»re wlrM»«"sinJaia Desonuers» Kleinen Anzr er» in der acaamt- Anfinge f*21ilo*l des Vorwans und«rotzdem A* 1 1'■ Ä• Hermann Borgmann Baumschulenweg Baumschulenstr. 89 Ecke Kiefholzstraße 184 T el.: Obe rspree( P 3) 1527 Bitte auf die idte in aditen! Berliner Bürgerbräu Qijt geoflegte Speisen und Getränk« Partei- und Reichsbann.rioki'. ...____ dQ lÖ Filialen 0. 34, Warschauer Str. 31 an der Revaler Str./ SO. 16, Köpemcher Straße Nr. 75. s S. 59 Koitbusset Damm Nr. 103./ N. 54 Alte Schönhauser Straße Nr. 46./ Steglitz; Bismarckstraße Nr. 64a fteitate Mittwoch/ 8. Mai 1929 VprMlmd Si�JaukeaAEs muß zugegeben lverden, daß— trotz dieser Differenzierung noch dem Publikum— wenigstens in einer Hinsicht demokratische Gleichheit herrschte: nämlich in der Frage der schulhygienischen Einrichtungen und Vor- kehrungen. Do blieb fast ausnahmslos bis in die Zeit des Welt- kricges hinein fast alles beim alten, d. h. bei der a u s g e- sprochenen Unzulänglichkeit. Es ist ein Verdienst der Schulärzte, daß die Erörterung der Mängel nach und nach in Fluß kam und so die Allgemeinheit auf die UnHaltbarkeit der Zustände eindringlich hingewiesen wurde. Und nun sind wir so weit, daß niemand mehr über die Frage schul- hygienischer Bedingungen streitet. Dogegen ist man sich noch nicht einig darüber, ob man für verbaut« alte Schulkasernen die nicht unerheblichen finanziellen Opfer bringen soll— bloß der Schulhygiene wegen— oder ob man die alten„Kästen" läßt, wie sie sind, die dafür ursprünglich in Aussicht genommenen Kosten jedoch verwendet, um die neu zu errichtenden Schulgebäude zu wirklich einwandfreien Prachtbauten zu gestalten. Wer es mit der Jugend gut meint, wird in keinem Fall« dafür zu gewinnen sein, daß zu- gunsten eines Prachtbaues auch nur eine einzig« Schultlass« weiter in einem unhygienischen und unästhetischen Raum« verbleibt. Es ist erfreulich, daß der Berliner Stadtschulrat N y d a h l erst kürzlich zum Ausdruck gebracht hat, die zur Verfügung stehenden Mittel nicht nur für neue Bauten zu verwenden, sondern in gleicher Weise für die Beseitigung schulhygienischer Uebelstände in unzuläng- lichen Schulhäusern aus älterer Zeit. Im gleichen Sinn« sollten sich alle Schuloerwaltungen ein- stellen: denn die Zahl der Unterlassungssünden auf'schulhygienischem Gebiet« ist so groß, daß die daraus sich ergebenden Zustände un- möglich länger still hingenommen werden können. Leider hat Preußen die Schulgesundheitspflege gesetzlich noch nicht fixiert. In Berlin ist das Problem ganz erheblich gefördert worden durch die Satzung vom 28. November und 20. Dezember 1923. Hiernach gehört die Schulgesundheitspflege in Berlin zur Gesundheitsver- waltung. Dem Stadtniedizinalrat von D r i g a l s k i ist es ge- lungen, für Groß-Berlin ein« einheitliche Schulgesund- heits pflege durchzusetzen. Sie besteht seit dem 1. April 1928. Es soll nun im folgenden der Blick gelenkt werden auf die un- hygienischen Zustände, unter denen unsere Jugend noch vielerorts leidet. Es sei zunächst erinnert an die gerade, zu mittelalterlich an- /�tnutenden B e dü r s.v i s a'nst alten(Aborte), in den meisten alten Schulgebäuden. Ganz obgekhxn davon, daß gewöhnlich die Zahl der Sitze zu gering ist und die Kinder„anstehen" müssen, fehlen noch innner vielfach freistehende, nach der Größe der Kinder in der Höhe abgestufte Sitze, Steingutbecken, Einzelspülung, Beheizung, ausreichei�t« Entlüftung, genügende Beleuchtung, abwaschbarer. Kachelbelag und Waschgelegenheit. Daß die selbst in Berlin hier und da noch vorhandene Sammelspülung, die durch den Hausmeister(!) nach jeder Pause betätigt werden soll, auch nicht entfernt geeignet ist, die Becken sauber zu halten und die Verpestung der Luft durch üble Gerüche. zu verhindern, ist allgemein be- könnt. Wegen des eben dargelegten Uebelstandes mußten früher die Abort» sich auf dem Hof befinden: daraus ergibt sich, auch wo man Einzelspülung eingebaut hat, die Gefahr des Einfrierens in de' kalten Jahreszeit. Die sogenannten„Klosettserien" sind eine weite Folge dieser heut abzulehnenden, den Witteningseinflüssen stark usgesetzten Abortanlagen. Als im Februar d. I. die Kohlen- not''hoben war, konnte an vielen Schulen der Unterricht deshalb nicht rdnungsgemäß ausgenommen werden, weil die Abortanlagen unbe: itztbar waren Berlin ist jetzt dabei, die auf dem Hose be- iindr'en Bedürfnisanstalten, die auch Erkältungsgefahren für d!? Jugend bedeuten, grundsätzlich und überall in die Schul- gcbäude selbst zu verlegen. In starkem Gegensatze zu längst anerkannten schulhygienischen Forderungen stehen fast überall die Turnhallen. Sie sind inckt nur zu Nein an Fläche, sondern werden— wie z. B auch in Berlin— von zwei oder gar drei Schulen gemeinsam be» nutzt. Das ergibt zunächst den Uebelstand. daß in einer Doppel- sck->>le die Turnhalle jeder einzelnen Anstalt nur drei Tage in der Woche zur Verfügung steht, woraus sich der weitere Uebelstand er- gibt, daß gleichzeitig zwei, meist ganz verschieden weit geförderte Turnabteilungen die Halle benutzen müssen. Für das einzelne Kind bleibt dann ein derartig geringer Raum, daß die Turnstunde wohl kaum eine gesundkeitliche Förderung bedeutet. Berlin hatte am 1. Mai 1927 rund 11 300 Klassen. Würde der'Turn- Unterricht nur vormittags erteilt und wäre aleichzeitig stets nur«ine Turnklasse in der Halle, so betrüg« der Bedarf 1412 Turn- hallen. In Wahrheit besitzt Berlin aber rund nur 490 Turn- ballen. Es ist ein großer Mangel, daß den Turnhallen alten S�'ls die Umkleideräume fehlen, ferner ein Drsscheraum, ein Ge- räteoaum und ein Lehrerzimmer. Da beim Mädchenturnen die rbntbmischen Hebungen eine erheblich« Bedeutung bäben, wird all- gemein das Fehlen von Linoleumbelog geklagt. Wo sür die Er- rick-tung einer zweiten Turballe kein Raum ist, muß man zu dem Mitt-'l der Aufstockung greifen. Wenn man Baupläne alter und neuer Schulen mit einander vemleicht, so springt ein Unterschied auch dem Laien deutlich in die Augen, nämlich der. daß in den Schulen alten Stils so gut wie keinc Nebenräume vorhanden sind, während in den modernen Sck-ulbäusern, insbesondere aus der Nachkriegszeit, die Zakl der Nebenräum» nicht selten die der Klassenzimmer erreicht oder gar übertrifft. In alten Dolksfchulgebäuden kennt man weder einen Warteraum für die den'Lehrer oder den Schulleiter aufsuchenden Eltern, noch ein besonderes Sprechzimmer. Auch für die Schul- kinder, die aus irgendeinem Grunde, z. B. wegen Befreiung vom Religionsunterricht, später als di« übrigen zur Schule gehen, gibt . es— was bei schlechtem Wetter besonders fühlbor sst— keinen Warteraum. Es fehlen aber auch Räume für die Schul- speisung. In den meisten Schulen atten Stils befinden sich nicht nur die Wohnungen des Hausmeisters und des Heizers im dunklen Kellergeschoß, sondern regelmäßig ist dort auch di« Ausgabestelle bzw. die Küche sür die Schulspeisung. Vielfach wird der Ausweg bemitzt, aus der Turnhalle vorübergehend einen Sp«iseraum zu machen. Daß das nicht gangbar ist, ergibt sich aus der obigen Darlegung ohne weiteres, ganz abgesehen davon, daß eine Sitzgelegenheit sür die speisenden Kinder fehlt. Recht fühl- bar macht sich auch das Fehlen eines Raumes für vorübergehend krank bzw. matt werdende Kinder. Heute läßt man sie entweder trvtz ihres Zustande? in der Klasse, oder schickt sie— meist in Begleitung zweier Mitschüler nach Haus«. Ein solcher Raum ist auch deshalb unerläßlich, weil er der geeignete Ort wäre für die Leistung erster Hilfe bei plötzlichen Unfällen. Die Reihe schulhygienischer Unterlassungssünden könnte noch er- heblich weitergeführt werden, besonders wenn man den kritischen Maßstab des medizinisch gebildeten Schulhygienikers anlegen wollte. Es sei nur erinnert an die noch immer vorhandene Be- Heizung durch Kachelöfen, die unter Umständen 40 bis 80 Preß- kohlen' verschlucken und die Zimmerluft arg verschlechtern, es sei w-iter erinnert an dos Fehlen von Doppelfenstern, an die B e- läftigung durch Rauch und Ruß, wofür ein treffendes Bei- spiel der Betrieb des Hotels E x c e l s i o r in unmittelbarster Nähe einer Berliner Doppelschule ist, an das Fehlen von Trink- und WaschgeleaenHeit auf den Korridoren usw. Soviel steht fest, daß es nunmehr an der Zeit ist— mehr als zehn Jahre nach dem Kriege—, mit allen Mitteln für das schwergeprüfte, durch die Krieg-folgen in seiner Widerstandskraft geschwächte Volk bezüglich der Beschulung und Erziehung des Nachwuchses die besten Bedin- gungen zu schaffen. Ohne den„Anwalt der Schulhygiene", den Schularzt, geht's nur langsam vorwärts. Auch da, wo diese„Anwälte" Haupt- amtlich längst vorhanden sind, muß ihre Zahl erheblich vermehrt werden. „... durch und durch Geist" Ein Theorttiker der Neattion Am Sonnabend veranstaltete der Reichsverband der Deutschen Volkswirte im Hotel Adlon einen Vortragsabend, in dem Professor Othmar Spann aus Wien über„Die K r i s i s in der Volks- w ir t sch a s t sl e h r e" vor einem«überfüllten Auditorium sprach. Spann hat bekanntlich unter anderem ein kle'nes Buch geschrie- ben:„Die Haupttheorien der Volkswirtschaftslehre", das mit seinen 90 000 Exemplaren freilich nicht dazu beigetragen hat, richtige Vor- stellungen vom Sozialismus zu verbreiten, das aber in seiner ge- drängten Kürz« fast für all« Studierenden der Nationalökonomie die eiserne Ration bildet, die si« für das Examen brauchen. Es ist natürlich nicht gleichgültig, welche Grundauffaflungen ein Mann vertritt, der in der heutigen bürgerlichen Wissenschaft einen � solchen Einfluß ausübt. Diese Auffassungen sind, um es mit einem Wort zu sagen, die der Reaktion, sie sind universalistisch-- romantisch und stellen in ihrem Kern ein« Auferstehung der Lehren des seligen Adam Müller dar. Wer hätte es geglaubt, daß nach einem Jahrhundert wissen- schaftlicher Arbeit die alten Theorien vom„Geist" in der Natur, im Volk(Volksgeist), in der Wirtschaft wieder lebendig werden würben: „Es kann nur eine Wirtschaft geben, die durch und durch Geist ist. Wir decken in der Wirtschast den Geist der Geschichte aus!" Wer hätte es für möglich gehalten, daß die kausalmechanistische Betrachtung, wie sie bei den Klossikern, bei Marx, m der mathema- tischen Richtung der ökonomischen Wissenschast zum Ausdruck kommt, heute für einen Irrtum, ja für eine Barbarei erklärt werden würde: „Die Geisteswissenschaften sind durch diese Methode der Naturwissenschaften(die kausolmechanistische)»in Barbarei ver- fallen!" Wir wissen, daß diese Methode zwar nicht ausreicht, aber nicht falsch ist. Spann hält die teleologische Methode für die richtige. Er betrachtet die Wirtschaft als einen Gliederhau, dessen Teil« zweckbestimmt sind. Der Unternehmer, der Arbeiter hat sich einzugliedern. Ebenso der Börsiianer, wenn er sich fragt, ob er a la Hausse oder ä la baisse spekulieren soll. Es ist Einordnung, Ueber- und Unterordnung nötig. Der Ingenieur ist führend gegen- über dem Arbeiter. Daraus ergibt sich der Begriff des Vorranges. Eingliederungsgrund kann auch der Ehrgeiz, der Tatendrang usw. seia. Ist dieser Begriff der Gliedhaftigkeit anerkannt, sagt Spann, dann kann kein Schimmer von mechanistischer und kausaler Be- grifssbildung übrig bleiben. Mit dieser Auffassung der Volkswirt- schaft lassen sich zwar bestimmte Postulate einer reaktionären Politik rechtfertigen. Anton Menger hat in seiner„Neuen Staatslehre" auf die verhängnisvollen Wirkungen solcher organischen Auffassung aufmerksam gemacht. Man braucht bloß die deutsch- völkische Literatur zu lesen, etwa die Schriften des Ober- finanzrats Bang und anderer Bekämpfsr der sozialen Entwicklung, dann wird man keinen Augenblick sich im unklaren darüber be- finden, daß diese Lehre zwar sehr vorteilhaft für die Bildung von We rksgemeinschaften und dergleichen ist, der moder- nen Arbeiterschaft aber nichts gibt, im Gegenteil, sie in ihrem Klassenwillen und ihrer Zielerreichung hemmt.„Der Liberalismus", sagt Spann,„führt zum Kapitalismus,. dieser zum Marxismus, dieser zum Bo'schewismus" Nach semer Lehre von der Ganzheit und der Gliedhaftigkeit kommen wir aber ganz wo anders hin. Natürlich hat sich Spann an diesem Abend gehütet, die prak- tischen und politischen Konsequenzen aus seiner Theorie zu ziehen. Er ist aber von einem anderen Bekämpfer der Sozialdemokratie, Werner Sombart, nicht allzu weit entfernt, wenn er sagt, daß es eine Wissenschast ohne Gott und ohne Tugend nicht gibt. In der Diskussion, in der vor allem Franz Oppenheim er sich gegen Spann wandte stellte der letztere mit Befriedigung fest, daß an dem Abend kein Vertreter des Marxismus aufgetreten sei sowie des reinen Historismus. Offenbar hat ihn das in der Auf- fassung bestärkt, daß di«se Richtungen nun wirklich endvültig er- ledigt seien: Marx und seine Arbeitswerttheorie, seine Mehrwert- theorie sind falsch. Wenn man als Kriterium der Falschheit einer Theorie die Angriffe betrachtet, die auf sie gemacht werden, dann dürft« es wohl kaum eine Theorie geben, die man in der National- ökonomie als richtig bezeichnen könnte Denn keine von ihnen ist unangefochten geblieben. Daraus aber auf eine Krise in dex Volks- wirtschaftslehre zu schließen, dürfte ganz abwegig sein. vr. St. <4w� (7. Fortsetzung.) jlun befand ich mich wieder aus dem Wege hierher und freut« inich aus die angenehmen Stunden, di« ich im Lindenwirtshaus zu verbringen hoffte. Mein Reifekamerad ging mir zu langsam, er war nicht so �flint und leichtfützig wie ich. Da er aber«in guter Mensch war, wollte ich mich nicht von ihm trennen und so mußte ich mich damit abfinden, die Nacht in einer Strohmiete zu verbringen. Mir war damit der Abend verdorben und ein Strich durch die Rechnung gemacht, chatte ich mich doch immer so eingerichtet, in dem alleinstehenden Gasthof tfber Nacht zu bleiben. Am anderen Morgen war ich schon früh auf den Beinen. Ich mußt« immerzu an mein li«b«s altes Wirtshaus und seine Be- wohner denken. So schritt ich d«nn zur Unzufriedenheit meines Reis«kam«raden kräftig aus und beeilte mich um so mehr, als die Frühsonne uns ordentlich auf den Buckel brannte. Ich konnte daher gar nicht begreifen, daß mein Reisekolleg« so� ungehalten darüber war, tröstete ihn und versprach auszuruhen, sobald wir am Ziel wären. Wie«in großer grüngoldener Fleck leuchtete die alte Linde in der Ferne. Da hielt mich's nicht länger. Ich trabte hurtig drauf los, nieinen Gefährt» weit hinter mir lassend, und konnte«s gar nicht erwarten, meiner stillen Liebe, dem blonden Gretchen, gcgenüberzutreten. Vor einem Jahr war's, als ich zum letztenmal sie gesehen. Als ich damals Abschied nahm, steckt« sie mir«inen Strauß Vergißmeinnicht am die Brust. Plötzlich glaubte ich einen Schrei zu hören. Ich blieb stehen und horchte. Ich hatte mich doch wohl getäuscht. Wer sollte denn auch geschrien haben! Eine Ziege mochte«s gewesen sein oder ein Kalb. Da, wieder! Ganz deutlich«in gellender Schrei! Einige lange Sätze und ich stand vor dem chaus. Als ich die Gastzimmertür öffnete, blieb mir das Herz stehen. Das Wirts- töcbterlein lag auf d«m Fußboden. Auf ihr kniete ein alt«r ver- wilderter Kerl und drückte ihr die Kehle zu. Das blonde Gretchen hatte sich mit den Händen an seinem Bart festgeklammert. Beide gaben keinen Laut von sich, nur die keuchenden Sltemzüge des Mannes hörte ich. Da gab es kein Ueberlegen. Mi» voller Wucht hieb ich dem Lump«in paarmal meinen Knotenstock über den Schädel, daß ein heller Blutstrom emporschoß, packte ihn bei der Kehle und würgte ihn, bis seine Hände vom Opfer abliehen. Das freudige Aufleuchten ihrer Augen verriet mir, daß Gretchen noch lebt« und mich erkannt hatte. Sprechen konnte sie noch nicht. Ich schnallte dem Vagabunden mit meinem Leibi�emen die Hände auf den Rücken unld band ihm mit einer Schnur die Füße zu- sammen. Der Vagabund lag noch immer wie tot da, während Gretchen sich langsam erhob. „Wo sind Ihre Eltern?" „Nachher. Schaff um Gotteswillen den Kerl fort!" „Wohin?" „In dre Scheune." Ich packte den Bruder beim Kragen und schleift« ihn über Flur und Hof in die Scheune, um ihn dort seinem Schicksal zu überlassen. ras ich das Gastzimmer wieder betrat, saß mein Reifekamerad bereits ani Tisch. Wir schufen Ordnung, so gut es ging. Gretchen mußte erzählen, wie olles gekommen war,, nachdem wir uns an einem schäumenden Glase Bier, zu dem der obligate Korn nicht fehlen durfte, gestärkt hatten. „Ja, Buchbinder, Sie kamen gerade noch zur rechten Zeit. Fünf Minuten später und ich säße jetzt nicht hier unter Ihnen. Vater und Mutter mußten schon zeitig in die Stadt. Der Knecht und die Magd sind hinaus aufcs Feld heuen. Und der Stromer... er hat hier übernachtet, nachdem er sich gestern sinnlos betrunken hatte. Heute früh fing er wieder zu trinken an. Schließlich ver- langte ich Bczahlufig. Das hat ihm wohl nicht gepaßt, er schlug mit der Faust auf den Tisch und verlangte«ine Flasche Branntwein. Da sagte ich ihm, er lolle machen, daß er weiter kommt, zu saufen gibt's nichts mehr. Nun muß er wohl gemerkt haben, daß ich allein zu Hause bin, denn er lacht« mich aus und drang auf mich«in. Ich machte die Türe auf, faßte ihn am Arm und wollt« ihn hinaus- bringen. Mit einer plötzlichen Wendung sprang er aus mich zu, ich verlor das Gleichgewicht, stürzte hin, und er drückte mir mit aller Kraft die Kehle zu. Hätte der Kerl nicht«inen solch langen Bart gehabt, in dem ich mich festklammern konnte und hätten Sie mich mcht befreit, ich glaube, der Kerl hätt's geschafft." „Werden dem Burschen schon, wenn er seinen Rausch aus» geschlafen hat, eine ordentliche Tracht Prügel verabfolgen," sagte ich. „Jetzt wollen wir erst mal frühstücken." Gern war sie damit einver- standen und trug für uns dm«in solennes Frühstück auf. Dabei überlegten wir, was mil dem alten Strolch anzufangen wäre.„Wenn die Eltern aus der Stadt kommen, sind sie müde, dann wird mir nichts anderes übrigbleiben, als selbst Ins Dorf zu fahren und den (üendarm zu holen," seufzte Gretchen. „Da? lallen Sie nur sein," meinte ich,„Mittags kommt der inecht vom Heuen." „Da haben Sie Recht," fiel sie lachend ein,„Karl kann sich aufs llferd letzen und ins Dorf reiten. Sehen Sie, daran Hab« ich gar ucht gedarbt!" „Na also, das ist ein Grund zum Trinken! Prost Gretchen, auf Ihre Schönheit!" Nun war sie wieder ganz das liebe gut« Mädchen, lachte herz- lich und wurde vergnügt, und der Tag, der so schlecht angefangen halte, wurde noch ein feuchtfröhlicher. Mäblich kamen auch einig« Fuhrleute die Straße herab und !iklt«n Einkehr im Lindenwirtshaus. Ein Jeder wollte den Strolch ehe» und von jedem erhielt er einen anständigen Fußtritt als >nkzettel. Es mochte schon gegen Mittag sein, da«rblickten wir in der sern« einen Wagen, aus dem es recht verdächtig blitzte. „Das sind die Eltern!" rief Gretchen.„Ich erkenn« unser« Braunen. Sie bringen den Wachtmeister mit!" Das.vor ein gutes Zusammentreffen. Der Stromer konnte auf diese Weise gl«ich der strafenden Gerechtigkeit überliefert werden. Wir aber verlebten den Tag zusammen mtt den Wirtsleuten.! die mir gar nicht genug danken konnten, daß ich ihr Töchterl«in j aus den Klau«»«ines Wüterichs befreit hatte, in der fröhlichsten Harmonie. Der Strolch,«in verheirateter, kindergesegneter Säufer aus einem benachbarten Dorfe, ist. wie ich später erfuhr, zu mehr- monatigem Gefängnis verurteilt worden. pantoffelreife im Winter. Es war Winter geworden. Ich reist« mit einem Leipziger Bäckergesellen. Wir tam«n aus Bayern und befanden uns jetzt in Sachsen. Handhoch lag der Schnee auf den Aesten der Tannen Die Büsch«, di« an der Straße den Wald säumten, sahen kläglich aus. Hirsche und Rehe hatten ihre zart«n Rmden abgefressen. Die Tier« selbst standen vereinzelt oder in Rudeln am Wege und be- äugten ohne Scheu den Wanderer. Oft genug warfen wir ihnen einige Stücke Brot zu. Frühzeitig wurde«s Abend. Wo immer wir nächtigten, im Dorfwirtshaus oder in der Herberge eines Städtchens, ging es fidel zu. Der Bäcker fang«inen prachtvollen ersten Tenor und ich be- gleitete ihn. Schon den Bayern hatte unser Gesang gut gefallen. Wenn wir merkten, daß es sich lohnt«, stieß ich meinen Gefährten in die Seite:„Paß auf. Fritz«, sobald di« Bauern das Maul halten, fangen wir an." Den Ton muht« ich stets angeben— la, la, la, lal „Bestell«rst noch einen!" „Herr Wirt!" Der Wirt kam. „Also, Herr Wirt, noch einen Großen. Haben Sie etwas da» wider, wenn wir mal«in anständiges Lied sing«n?" Der Wirt hotte nichts dagegen, der freute sich und dachte, na die Brüder bringen wenigstens einen anderen Ton in die Bud«. Und wenn es dann r«cht piano durch die verqualmte Stube tönte,„Dann gehet leise, nach seiner Weise, der liebe Herrgott durch den Wald," dann wurde es still und wir brauchten an diesem Abend ganz bestimmt für Getränke kein Geld mehr arrs zugeben. Ich hatte in Ban-berg den Zwangspah bekommen und sollt« über Licht«nf«ls Hof, Dresden, Sagan, Glogau, Lissa, Posen, Brom- berg, Dirschau, Elbing nach Königsberg in meine Heimat wandern. Es war an einem Sonntag früh, am Zl). Januar. Meine Schaftstiefel fingen an, mir die Knöchel wundzursiben. Hätte ich«in Taschenmesser gehabt, so hätte ich die Nähte einfach aufgeschnitten. Als die Schmerzen zu groß wurden, sagte ich mir, Freundchen, dir bleibt nichts anderes üb-ig. als die Sti«f«l auszuziehen, auf den Buckel zu nehmen und deine Reise barfuß fortzusetzen. Danner- weiter, war das kalt! Ab«r was half's! Die Bauern, di« des Weges kamen, dos Gebetbuch unter dem Arm, blieb«» verwundcrt stehen und glotzten mich an. als wenn ich ein Heiliger wäre, der akkurat vom Himmel auf di« Erde gestiegen war und es noch nicht verstand, in Stiefeln auf dieser schönen Erde zu pilgern. Einem, der mir zurief:„Machst sa schon so zellig Summer!", entgegnete Ich wutentbrannt:„Rutsch mir den Buckel lang, dusseliger Kasserl" Gegen Abend kam ich glüeklich nach Lichtenfels, wo ich di« Stiesel gegen Pantossel umtauschte, da mir der Schuster nichts anderes dafür geben wollt«. Ich setzte also die Reise zum Gaudium meines Gefährten, des Bäckers, in Parrtosseln fort. In jedem Dorf, das ich passiert«, ging ich zum Ortsvorsteher und«rsuchte um eine Reiseunterstützulrg. Ich dachte, schickt ihr mich nach Hause, dann könnt ihr auch für mein«» Unterhalt sorgen. So wanderte ich mit meinem Gefährten. Eines Morgens früh- stückten wir in einem an der Landstraße gelegenen Wirtshaus. Draußen lag hoher Schnee, und es war eine grimmige Kall«. Drinnen dagegen war's so warm und mollig, daß es uns grauste, hinaus- zugehen. Als wir ab«r unser letzt«? Geld kleingemacht hatten, sahen wir ein, daß wir weiter mußten. Zuvor ging ich jedoch zum Orts- Vorsteher, der hllgelan in einem stattlichen Anwesen wohnte, um hier«ine Reiseumerstützung zu holen, während der Bäcker in der Wirtschast wartet«. Die Sache war gar nicht so einfach. Da wir bereits einige Stunden im Wirtshaus gesxssen und anständig getrunken hatten, war ich etwas benebelt. Dazu kamen die verflixten Pantoffel... Hatt« ich drei Schritte aufwärts getan, rutscht« ich zehn zurück, wobei der eine Pantoffel hierhin, der andere dorthin flog. Schließlich nahm ich di« Pantosf«! in dl« Hand und klomm aus Strümpfen den vereisten Bergbuckel hinan. Ab«r auch das gelang nicht so. wi« ich es wünschte. Ich rutschte immer wieder aus, fiel auf die Nase, und die Jagd nach den Pantoffeln könnt« von neuem losgehen. Nach vieler Müh« stand ich«ndlich vor dem Hause des Gemeirtdevorsteliers. Von den Fenstern aus halle man mich schon o«obachtet und sich weidlich über die Bemühungen des kletternden, kriechenden und rutschenden Handwerksburschen amüsiert. Als ich«intreten wollte, wurde die Tür von innen aufgestoßen und im Rahmen erschien der Brigadier mll dem Ortsoorsteher, und beide hielten sich den Bauch vor Lachen. D«r Gendarm, ein schon ältlicher Herr, schien beim Ortsoorsteher recht gut gefrühstückt zu hab«n, denn auch«r hatte einen in der Krone. Auf seine Frage, was ich wolle, wies ich ihm mein«» Zwangspaß vor und brachte mein Anlieg«n wegen Reiseunter- stützung an. „Ach was," antwortete der Gendarm,„was brauchen S>« Reise- Unterstützung, gehen Si« fechten, die Bauern werden Ihnen schon was geben." Dabei schob«r mich die Tr«ppe hinunter. Das wollte ich mir natürlich nicht gefallen lassen und sträubt« mich. Dabei verlor ich wieder die Pantoffel., D«r«ine keg«lle den Berg-Hinab, der andere blieb oben liegen. Als ich mich nach ihm bücken wollte, gab mir der Gendarm«inen Fußtritt, ich griff vorbei und rutschte auf Händen und KniH, den B«rg hinab, begleitet vom Trlumphg«schrei des Gendarmen und des Ortsvorstehers, die sich vor Lachen aus- schütten wollt««. Die Abfahrt ging schneller als der Aufstieg. Ich war wüt«nd, denn unten im Wirtshaus Halle man das Schauspiel auch beobachtet, und die Gäste standen am Fenster und lachten aus Leibeskräften. Nun mußte ich noch einmal den Berg hinauf, um den zweiten Pantoff«! zu holen. Als ich mit Mühe wieder oben war, warf mir der Gendarm meinen Pantoffel mit dem Fuß entgegen, so daß er den halben Berg heruntertollert« und liegenblieb. Der Gendarm mochte einsehen, daß«r nicht recht ge- handell hatte. Er verlangte meinen Pah und gab ihn dem lochenden Ortsvorsteher mit den Worten:„Gequäll Hot er sich jetzt genug, geben Si« ihm nur seine Reiseunterstützung." (Forffetzung folgt.) RätsehEcke des„Abend". MMMlMlMlMINIIMMlNMIMNtMMMMNMMNMMM! Rösselsprung. Geographisches Kastenrätsel. Stadt in Baden. Russische Landschaft. Alpental. I Europäischer Staat. Ostseehasen Europäischer Staat� Bekannter Konferenzort Stadt in Sachsen Siadt in Frankreich. Stadt in Schlesien Nordamerikanischer Stqat Die fehlende erste Silbe. ki. am dent denz di bel» fek gen gun kat la mi mis pa rot se scn si ten ten t« tor z« zep. Aus vorstehend«« 24 Silben sind 12 dreisi�ige Wörter zu bilden mll gleichlautender zu ergänzend«! ersten Silb«.— Wi« heißt die Silbe und wi« heißen di« Wörter? ad. Silbenrätsel. Aus den Silben ai ar berg bürg dam dau d« d« det dou e« e gen gon ig kel lan li li mer na nen ner ni no o on pel ra ra rad ront rau faol sel so som te ton tra ven w wer wie sind IS Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben noch unten gelesen, einen Wahlspruch der Arbeitersportler ergeben.— Die Wörter bedeuten: 1. Männlicher Vorname-, 2. UntDifTcnber; 3. Stadt in Italien; 4. Raubtier: 5. Verwandter, 6. Deutsche Funkstation: 7. Blume: 8. Stadt in Holland: 9. Salpetersaure Salze: lv. Sfadt in Frankreich: ll. Kampsstont im Weltkriege: 12. Römer- kastell im Taunus: 13. Stadt in Schlesien: 14. Französischer Dichter: 15. Abgekürzte Anrede: 18. Feldblume: 17. Iahreszell; 18. Löffel- turbin«: IS. Singbares Gedicht. kr. Diamant-Rätsel. Die Buchstaben in der Figur sind so zu ord» nen, daß Wörter folgen- derBedeutungenilleoen: 1 Mitlaut: 2 Teil des Auges: 3. Wellkörper: 4. weiblicher Borname: 5 Stadt on der Saale: 6 moderneLeibesübung: 7. Arzneimittel: 8 Auf- gängc zu Gebäuden: S. Altes Würdenzeichen: 10 Schweizer Konton: 11 Mitlaut— Die mit- telste senkrechte Reihe lautet ebenso wie die mittelste wagerechte. sd. Srgänzungsaufgabe. Die in nebenstehender Figur fehlende Buch» stabenreihe ist zu ergänzen Sie nennt bei richtiger Lösung ein musikalisches Drama von Richard Wagner. M. {Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Silbenrätsel: 1. Ernestln«: 2 Slevogt: 3 Wachtel-, 4. Artch: 5. Ehma: 6. Siegen; 7. Timbroloaie: 8. Arena: S. Urlaub-, 10. Falsifikat: 11. Eralo; 12. Rarität: 13. Drüse, 14. Eisendem; 15. Rogat: 1ö. Bruder: 17. Rennbahn; 18. Odeon: 19. Tagedieb. —„Es wächst auf Erden Brot genug für all« Menschen." Rösselsprung! Die K I o ck«. Der Glocke gleich«! Sei kühles Erz. Im Kern da« weich«, Mittönend« Herz Bon freier Hochwart Schau auf da» Lebe». Doch last« die Brust dir Innig durchbeben Der Brüder Freud«, Der Menschheit Schmerz. Julius Lohmeyer. Abzählrätfel: Die Silben find durch 4 abzuzählen. Fühlst du den Geist der»reuen Zell. Dann sei zum Kampf mit Mut gewecht. Bau« die Welt, bahne den Weg. Mit uns die Zukunft mit uns der Siegi... Wunderbar: Der Buchstab« o. Eine Vorschau für die Frühfahrsregatten des Freien Segler- Vcibandcs. Der Ganse« und der Seddinsee im Osten Berlins sowie die Unierhavel im Westen werden am morgigen Donnerstag und am darauffolgenden Sonntag durch die ersten Wettfahrten des Freien Segler-Verbandes ein farbenfrohes Bild er- halten. Mit unermüdlichem Fleiß ist in der kurzen Zeit der letzten „Hitze" an den regattafähigen Booten gearbeitet worden, um recht- zeitig die Meldung zum Rennen abgeben zu können. Im ganzen hoben etwa 150 Boote gemeldet, wooon 88 auf die Gruppe Ost ent- fallen. Der Start ist an beiden Wettfahrtagen um ll Uhr für die Gruppe Ost bei der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau, und für die Gruppe West bei Weinmeisterhorn. Das gemeldete Bootsmaterial hat durch zahlreiche Neubauten gerade in diesem Jahre an Wert beträchtlich zugenommen, was um so bemerkenswerter ist, als verschiedene der neuen Boote im Selbst« bau unter fachmännischer Anleitung während des Winterhalbjahres hergestellt worden sind. Im vorigen Jahr« schien es, daß die IS-Quadratmeter-Wandersollentlasse die verbreitetste im FSB. werden wird, doch ist für die FrüjahrswettfahNen festzustellen, daß sich der Kurs diesmal zur Zü-Quadratmeter-Rennklasse dreht. In dieser schnellsten Iollenklasi« sind fünf Neubauten zu verzeichnen. Dem Zuge der Zeit folgend, daß.Länge läuft", sind die Bootskörper dieser Klasie, die bis vor zwei Iahren ihre größte Gänge mit etwa 7 Metern hatte, bis aus S Meter in die Gänge gebogen worden. Der erste Vertreter dieser langen Rennzwanziger tonnte im vorigen Jahre bei leichtem Wind nicht geschlagen werden. Und am letzten Sonntag hat der Zwanziger„Rakete",«in Neubau von 8,30 Meter Gänge, bei der Internen Wettfahrt des„SC. Frater- nitas" das ganze Feld hinter sich gelassen, sogar die Sonderklasse „Falke", die gewohnt war, das Feld zu sühren. So werden denn auch die Kampfe in dieser Klasse die spannendsten werden. Gelder fehlt diesmal die national« Jolle„Nibelung", die bei den vor- jährigen Regatten die schönste Konkurrenz der Zwanziger und in ihrer Klasse nicht zu schlagen war. Bei den Nationalen Dreißigern tritt als Zugang T 26, .Leichtsinn" auf den Plan. Dies« eleganten und schnellen Flossen- kieler haben in Gruppe Ost sechs Meldungen aufzuweisen. Eine Neuanschaffung in dieser Klasse ist immerhin«in Ereignis— auch hier wird man gespannt sein dürfen, wie der„Neue" ab- schneiden wird. Die IS-Quadraimeter-Renn- und Wander- j o l l e n, die in etwa gleich starken Feldern starten, werden erbittert um die Existenzberechtigung kämpfen. Jedenfalls hat die IS-Wander- jolle bedeutend mehr Aussicht auf Verbreitung, da sie bei ihrer stabileren Bauausführung eine größere Gebensdauer gewährleistet, in der Schnelligkeit sogar ihrer Schwester aus der Rennklasse zum Teil nicht unbedeutend überlegen war. Das gleiche gilt von den lO-Quadratmeter-Renn- und Wanderjollen. Gerade die letzteren haben sich hervorragend entwickelt. Einige Neubauten in diesen Klassen werden den älteren Booten«in besonderer Anreiz sein, auch ihre Güte zu verteidigen. Als erfreuliches Zeichen kann festgestellt werden, daß den zwei Dritteln der Klassenboote nur«in Drittel Ausgleichsboote gegenübersteht. Das Schmerzenskind der ganzen Wettsegelei, die Einteilung der x-beliebig großen Ausgleichsboote mit jeder möglichen Segelfläch«, ferner die Ausrechnung der Vergütung des einen Bootes vor dem anderen und was dergleichen mehr Beschwerden sind, scheint doch langsam am Absterben zu sein. Die Wettfahrten gehen über eine Strecke von 8 bzw. 12 Seemeilen und dauern bei nor- malem Wind 2 bis 3 Stunden. W. R. „T ennis-Fr iedmann" und sein internationales Turnier. Der große Stratege und ehemals königlich ungarische Offizier Friedmann, der im vergangenen Jahr« mit allen Mitteln ocr- suchte, die Arbeitersportbewegung im l. Kreise zu zerschlagen, dabei aber nur«r-eicht hat, daß ihm und seinesgleichen vom Bund der Stuhl vor die Tür gesetzt wurde, versucht nun zur Zlbwechslung wieder einmal bei den Tennisvereinen in der Provinz zu werben. Er läßt durch seinen jungen Mann Stelmaszyk an die ver- schiedenen Bundeevereine Ausschreibungen verschicken, die zur Teil- »ahme an einem„Internationalen Tennisturier" vom 25. bis 30. Juni auffordern. Dem.Lnternalicmalen Turnier" des Wundes anläßlich des Bundesfeftes stellt der Beauftragte der KPD. eine rein örtlich« oder bester gesagt eine rein kommunistisch« Partei- Veranstaltung gegenüber, denn Friedmann weiß ganz genau, daß sich außer den Rüsten an seinem Turnier kein« Tennisgruppe der Sozialistischen Arbeitersportintrrnationale beteiligen wird. Er rechnet vielleicht damit, daß Tennissportter au» dem Reiche, die über die Verhältnisse in Berlin mcht genügend orientiert sind, ihm aus den Geim gehen. Daß das nicht geschieht, wird Sorg« des Bundes fein, der durch seine Presse alles weitere oeranlassen wird. Bundesmitglieder können an dieser veranstal- tung der KPD. nicht teilnehmen, sofern sie nicht aus dem Bund« ausscheiden wollen. Das gleiche trifft nach den vorliegenden Beschlüssen für Angehörige der SASJ. zu. Es dürfte schon heute feststehen, daß dieses Turnier genau so mit einer Pleite endet wie die Handballspiele gegen Hall« und die Hockey- spiele gegen Geipzig am vergangenen Sonntag. Halle hatte über« Haupt keine Vertreter entsandt, und Geipzig kam mit ganzen sechs Männlein. Tagung„Reichskartell Republik". ' Der Gau Derlin-Brandenburg der Vereinigung der republi» tanischen Kleinkaliber-Schützenvereine hielt am vergangenen Sonntag in Berlin sein« erste Gauversammlung seit der vor drei Iahren erfolgten �Gründung ab. Di« Berliner und Provinzverein« waren gut vertreten. Im Geschäftsbericht teilte der Gauoorsitzende Nowack mit, daß die Bewegung durch den Mangel an geeigneten Schießständen zurzeit noch außerordentlich gehemmt sei. Er führte eine Anzahl Fälle an. nach denen frühere Militär- Echiehständ« selbst dann nicht dem Reichskartell„Republik" zur ver- fügung gestellt wurden, wenn sie jetzt vollkommen brach lagen und verfielen, das Reichstartell„Republik" sich dagegen sich für ihre ordnungsgemäß« Instandhaltung verbürgen wollte. In der Dis- kufsion konnten die Vertreter der Ortsoereine aus der Provinz diese Feststellungen mir bestätigen. Inzwischen verfügt dle Organisation in Berlin und an einigen Stellen der Provinz bereits über eigene Sportplätze, deren Ausbau fortgesetzt werden soll. Dem bisherigen Gauvorstand wurde nach Berichterstattung des Schiehwarts Vogel, des Kassierers Armsen und des Revisors Ristau Entlastung ertellt. Auf Grund verschiedener Anträge, die ange- nommen wurden, wird der Gauvorstackd mit der Bundesleitung wegen Neuordnung der zurzeit geltenden Schießbedingungen und Richtlinien in Verhandlungen treten. Der Vorstand wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt und durch folgend« Kameraden ergänzt: 2 Vorsitzenden: Zepmeifel-Neukölln, 2. Kassierer: Boeck-Ehorfsttenburg. 2. Schießwart: Neubauer-Eharlottenburg, Beisitzer: Wunderlich-Rathenow, Brösemann-Franksurt a. d. O.' Vertrockneter Ruhm! In dem Bestreben, die Sportjugend zu„bescheideneren An« schauungen" zu erziehen hat der Berliner Sportklub für sein„Fest der Schulen am Himmelfahrtstag im Grunewald-Stadion als Preise für die Sieger Oelzweige ausgesetzt, deren ganz besonderer Wert darin liegen sollt«, daß sie aus dem Helligen Hain bei Eli» stammen, au» dem die Griechen die Oelzweige seit jeher holten, die die Olympiasieger als Preis««rhiellen. Dieser Gedanke fand wärmste Unterstützung beim griechischen Kultusministerium, dessen archäologische Abteilung es übernahm, die Zweige zu besorge» und dem BSC zu übermitteln. Gelder kamen die Zweige vollkommen vertrocknet an, so daß in Berlin kein Blatt mehr daran war. Der BSC. wird nun an Stelle der Oelzweige den erfolgreichen Schülern Eichenkränze übergeben. Warum haben die Griechen die heiligen Oelzweige auch nicht in Konservenbüchsen verschickt? Schwere Bestrafung Carneras. Von allen deutschen Ringen ausgeschlossen. Auf Grund der schlechten Haltung, die der italienische Schwer- gewichtsboxer Primo Carnera in seinem Geipziger Kampf gegen Franz Diener an den Tag legt«, indem er sich schon in der ersten Runde weiterzukämpfen weigerte und Tiefschlag markiert«, hat der Sportausschuh des Verbandes Deutscher Faustkämpfer Cor- nera bis auf weiteres von allen deutschen Ringen ausgeschlossen. Die einbehalten« Kampfbörse verbleibt zu 50 Proz. der Kasse des VDF., über die Verwendung der restlichen 50 Proz. behält sich der Sportausschuß die Entscheidung vor. Warum eine solche Entscheidung gegen einen Mann, der nie ein Boxer war? Carnera war bei jedem Auftreten nur eine komische Figur, er hätte sich von selbst erledigt. BoxlSnderkampt Deutschland-Irland. Nach dem kürzlich im Berliner Sportpalast stattgefundenen ersten offiziellen Gänderkampf zwischen den Amateurboxern Deutsch- lands und Irlands folgt bereits am 2. Juni der Rückkampf in Dublin. Di« Einladung des irischen Verbandes zu dieser Begeg- nung ist bereits eingetroffen und vom Deutschen Reichsverband für Amateurboren angenommen worden. Die deutsche Mannschaft wird außerdem noch zwei weitere Starts auf der„Grünen Insel" ab« soloieren, und zwar am 5. Juni in Cork und am 8. Juni in Belfast. Sport am Donnerstag. An nicht weniger als sechs Plätzen In Deutschland sind am Himmelfahrtstage Galopprennen vorgesehen. Als letzte der Berliner Bahnen öffnet nun auch Grunewald die Tore. Das Interessante Programm gipfelt in dem Preis von Steineck, einem Ausgleich über 1800 Meter für die gute Handikapklasse. Das seit Dienstag im Gange befindliche internationale Tennisturnier von„Blau-Weih" in Berlin verzeichnet am Donnerstag als Höhepunkt einen Schaukampf des Franzosen Rene G a c o st e mit Altmeister Froitzheim. Di« erste Runde um den Damscup wird mit der Begegnung Norwegen-Ungarn in Oslo ab- geschlossen. Das erste Entscheidungsspiel um die Berliner Meisterschaft führt Berliner Hockeyklub und Berliner Sportverein S2 auf dem Platz in Dahlem zusammen. In Aussicht genommen ist für Don- nerstag in Berlin auch die Borrunde um di« Hochschulmeisterschaft zwischen Berlin und Geipzig sowie Hamburg und Königsberg. üawUooJUU Spiele am Himmclfahrtstage. Der Himmelfahrtstag wird von den Handballern zu einigen Gesellschaftsspielen benutzt. Die Freie Turnerschast Friedrichsthal empfängt um 15 Uhr FTGB.-Adlershof. Freie Turnerschaft Gucken- walde-Sportabteilung hat als Gegner in Guckenwalde-Hetzheide um 16 Uhr FTGB.-Ostcn. In Mahlsdorf, Hönower Chaussee, treffen sich der Turnverein Eintracht-Mahlsdorf und FTGB.-Neukölln. Es spielen um 14 Uhr die 2. Männermannschaften, um 15 Uhr die Frauenmannschaften und um 16 Uhr die 1. Männermannschaften. FTGB.-Wedding-Äugend spielt um 10 Uhr in Reinickendorf, Schorn- «eberstraße gegen FIGB.-Reukölln. Rennfahrer des Arbelker. Rad- und Kraftfahrerbundes„Solidarität". Himmelfahrtstag vorm 9 Uhr, Bahntraining im Stadion Grunewald. Alle Rennfahrer jeder Bereifungsart und alle Helfer müssen zur Stelle fein. Mitgliedsbuch und Gizenzkarte zur Kontroll« mitbringen. Gebühr 50 Pf. Zu dem Alaienfest des Tourlstenvereios„Die Naturfreunde" morgen am Himmelfahrtstage fährt die Abteilung Mitte ab Stettiner Bahnhof 7,02 Uhr nach Borgsdorf, um von Borgsdorf nach Meißncrshof zu wandern. Gäste sind bei dieser Wanderung herz- lich willkommen. Sporthygiene. Wie soll der Jugendliche turnen? Wo gibt es heute für das Großstadtkind nach Freiheit der Bewegung? Der vormittag fesselt es fünf Stunden an die Schul- dank, der Nachmittag gehört zum größten Teil den Hausaufgaben. Wie ein Vogel nn Käfig wächst es auf und ist in Gefahr, an Leib und Seele zu verkümmern. Es entbehrt des seelischen Freigefühls, es wird mürrisch und nervös. Blässe, Körperschwäche und Haltungs- verfall machen es auf den ersten Blick kenntlich. Leider ist es noch ein weiter Weg, bis Spielwiese und tägliche Turn- stunde für alle Großstadtkinder gesichert sein werden. Um so mehr aber müssen Eltern, Schule und Sporwereine darüber wachen, daß die sporlliche Betätigung der Jugendlichen sich in hygienischer Hinsicht in den rechten Bahnen bewegt: erst dann können die wenigen Stunden, die der Jugend dazu zur Verfügung stehen, wirk- lich Segen stiften. Da kann die Mutter schon in der Vorschulzeit viel gutes tun, wenn sie, besonders im Winter, mit ihren Kindern im Haus« turnt. Zu den Bewegungsspielen im Freien, die am besten den Stoff- Wechsel fördern und dem Wachstum Anreiz geben, ist das h ä u s- lichc Turnen eine wichtige Ergänzung, und zwar zur Kräf- tigung der Muskulatur. Besonders wichtig sind Uebungen zur Ausbildung der Rumpfmuskulatur, damit das Kind eine gut« Körper- Haltung bekommt und den Verkrümmungen der Wirbelsäule vor- gebeugt wird. Natürlich müssen die Uebungen maßvoll und ab- wechslungsreich sein, Scherz. Humor, eigene Einfälle des Kindes müssen zu ihrem Rechte kommen, so daß ihm dies alles eher als Spiel, denn als Mühe erscheint. Je mehr die Schul« Dom Kinde Besitz ergreift, um so größere Bedeutung gewinnen die Atem- Übungen. Das Pausenturnen, das vielfach Eingang gefunden hat, legt darauf großen Wert, es empfiehlt sich dringend, diese Uebungen auch zu Hause vorzunehmen. Sie erhöhen die Geistungs- fähigkeit der Gungen, bilden den Brustkorb aus und bereiten damit aufs beste die eigentlich« sportlich« Betätigung vor. Stellt man sie dem Jugendlichen unter diesem Gesichtspunkt dar, so hat er meist Verständnis für ihre Notwendigkeit. Die eigentlich« sportliche Betätigung der Jugend vollzieht sich heute im Sportverein. Sache der EUern ist es zunächst, für die richtige Wahl besorgt zu sein. Meist gibt sich die Neigung des Jugendlichen sehr bestimmt kund, richtet sich freilich agch oft nach Aeußerlichkeiten: dieser Sportplatz liegt zu nah, jener zu weit, di« Freunde sind alle beim Rudersport, also... Run, Eltern sollten bei dieser Gelegenheit ihr Kind erst einmal dem Arzte vor- sühren. Denn vor allem verlangt der Zustand des Herzens Individualisierung der sportlichen Betätigung. Vorsicht ist am Platze z. B. beim Rudersport, der Infolge gleichmäßiger Anstren- gung das Herz stark in Anspruch nimmt, während bei Sport mit wechselnder Muskelbelastung(Tennis, Wandern, Geichtathletik und ähnlichem) weniger Gefahr besteht. Auch bilden sich gerade in dieser Zeit des Wachstums so oft die Anfänge körperlicher Deformation«», die dem Auge des Galen verborgen bleiben, die der Arzt aber sofort erkennt pnd denen er in diesem Alter noch abhelfen kann. Hat der Arzt keine Bedenken, dann folge man der Neigung des Kindes. Denn Sport soll Freude sein! Ein Wort über die Kleidung des Sportlers erübrigt sich eigentlich: sie ist heute vernünftig und Im allgemeinen einheitlich. Freilich— Herbst und Winter! An günstigen Tagen läßt sich ja auch hier im Freien vielerlei Sport ausüben, aber wie oft gibt es da erst zwischen dem Jungen und der sorgenden Mutter einen Kampf um die Bekleidungssrage! Der Junge will natürlich möglichst wenig anziehen, die Mutter möglichst viel. Man wähl««inen vernünftigen Mittelweg und erziehe den Jungen vor allem dazu, daß er in etwaigen Spielpausen und am Schluß von selbst durch Ucberziehen eines Mantels den Körper vor zu schneller Abkühlung und damit vor Erkältung oder gar Lungen- entzündung schützt. Nirgends liegt die Gefahr der Einseitigkeit näher als im Jugcndfport. Jugendliches Fühlen und Empfinden ist unbedingt, und es ist daher kein Wunder, wenn etwa ein jugendlicher Schwimmer in Begeisterung für seine Sportart jeder anderen die Daseinsberechtigung abstreitet. Ballspiele, Rudern, Wandern, Sprung und Lauf haben aber doch dieselbe Berechtigung, und während die«in�n besonders die unteren Gliedmaßen ausbilden, kräftigen z. D. Wurf und Stoß Arme, Schultern und Hüften. Gerade hygienische Rücksichten, gerade die Rücksicht auf die all- seitig« Ausbildung des Körpers sollte den Jugendlichen veranlassen, bei Gelegenheit auch diesen und jenen Sport mit gleicher Liebe zu treiben. Schließlich ist das wichtigste: kein Raubbau mit den körperlichen Kräften! Sport soll nicht kräftezehrenü, sondern kfäftesammelnd sein! Er soll uns ein Mehr an Arbeitskraft und Arbeitslust schenken. Die natürliche Folge von Ueberanstrengung ist Abscheu vor jeder Tätigkeit. Vergeht nie, daß körperliche Kraft ein Schutzmittel für das Leben ist! Dr. K. Weit«!. tirbeUtt-Stabf<>»>"■ nnb RroftMtctbunb.»«NdarttSt', Ort«gr»»pe»riß- «eÄi». Gklchäflsstcll« Rodcr» Rothbart, W. 11, Schonebergcr Str. 17», Gau-S, Br,irk- 1, 2 und 21, Wir faiir«» am 9. Mai folgende Touren: 1. Abt.: ( Uhr durch den«rdmer. l» Ubr Picheloberg». Start! Blllowstr.».— 2. Ab«.: « Uhr Ronen, lg Uhr Prirfelang. gum Matjugendtag der SAJ. Start: TZeffcnbachftr. 9«.—». Abt.: 7 Uhr. glel am Start Landsberger Platz.— #.«bt.: 8 Uhr. Eine Fahrt ins Blaue. Endziel«dlershof, Wöllstein. Start: Stoloische Str. 90,—».«bt.i i Uhr. Alle Genossen zur Zlugblattoerdreitung. Start: Schreiber, Trlststr.«9.— l«. Abt.: 9 Uhr Herrentour. Start: Witt- schütz, Petersburger Str. 5.—«dt. Schöneberg! 7 Uhr Tnrow, Sericke. Start: Winne, Stubenrauckistr. I.—«b«. Rrutölln: 8 Uhr Herrcntour. Abends«er» einslokal, ttaifer-Frietriib-Etr. 171—172, Stark: Hohenzollernolatz— Abt. Treptow-Baumstchutenw«-! Streifzilge an der Havel. Slact: GM, Uhr Baum» fchulenwcg. 7 Uhr Bahnhof Tr-ntow.-»dt. stich, ende rgi 1. Abt.« Uhr Herren» tour. Stark: Alt-ffriedrichsfelde 98.— Ab«.«eitzenfer-Hetuersdorf! 8 Uhr Stolzenhagen. Start: Langbansstr. 112.-»u»d»»treu««oto-Iahre«.«bt. fleeiubera: 12. Abt. 9 Uhr Riidersborf. Start: ssrankfurter Allee, Ecke Glirtel» strotz».—«dt.«riedrichsbaiii: Uhr Lottfch» See. Start: Landsberger Platz. — Abt.«eursll»!» Uhr ssstrstenberg-Liichen. Start: Hohen, ollernplatz.- Autzerbem sdmtllche Helfer zur Badfahrenvoche an den am Sonnabend im .Abend" bekanntgegebenen Ausfallstratzen. Merkblottverteilung von G— 9 Uhr. «ioberturumarte. 1. Bezirk, 1.«rupve. Am 26. Mai,»'4 Uhr, wird in Adlershof, Schule Hakenbcrgstiatz«, eine Lehrstunde für das«inderturnen ab» gehalten._. Freier ifutzballoereiu ReukSII» I, 1928. ssreitag, 10. Mai, Mrtgllederver. fammlung Am l. Pfingstfeiertag spielt Neukölln gegen„Vorwärts Dr. Aiäfchen N..L." im Neuköllner Stadion. Anfchlirtzend daran findet zu Ehren der Gäste in der Passaae.sseftdiele in Neukölln ein Molenfrst statt. ssTDB., Bezirk Nelnickendorf.Weft. Bezirksmitgliederversammlung Freitag, 19. Mai, 20 Uhr, im Volkshaus. «tele Wassertahrer»Spenick«.. B. Fahrten im Mai. Himmelfahrt. Herren. part'e. Treffpunkt 6 Uhr Im Bootshaus. 12. Mai«leine Mkiagel. Start: 7 Uhr. 1». Mai Beetz lee. Pfingstfahrt. 29. Mai Kleine Kramp«. Sitzung am ÜL Mai, 20 Uhr, Dartenftr. 23. Gälte herzlich willkommen. Mitglieder werden auf» genvmmen. Anschrift: N. Krllger. Köpenick, Bahnhoksir. Kl. Vorstandssitzung am 10. Mai, 20 Uhr. bei Krüger. Touristenoerekn ,.®l« Naturfreunde",«bt. Prenzlauer»erg. Treffpunkte zur Sternfahrt nach Meitznershof Tonnerstaa. 9. Mai, 1. ftzllhrcr Karl Wiegand. 714 Uhr Bahnhof wetundbrunnen, Eingang Badftratze: 2. ssillirer Georg Waldeck. S Uhr Stettiner Vorortbahnhok: 3. ssllhrer Erwin»crg fBadfahrer), 3 Uhr Weddinap'atz:*■ gllhrer ff. Vlath. 7 Uhr Bahnhof Butlitzstratz«. Arbeiter»«»!)» und itraftsahrer.Bund.Solidarität". Ortsgruppe Berliu» Lichtenberg. Mittwoch. 3. Mai. 20 Uhr. aemeinfame Titzi'Ng der Badfahrer» und Motorradfahreräbteilung bei ffritze. Jung» Ecke Oderstratz». Gäste will. kommen. Sonntag, 12. Mai. 3 Uhr, Start«It.ffriedrichsfelde 98 zur Bezirk». sternkahrt nach ffangschleufe fWerlfcel. ffllr Nachzügler Sammelstart um g Uhr in Erkner, Wilhelmstratze, Nestburant ,�ur Löcknitz". fMitgliedsbuch ist mit. zubringen.) Berliner ffußballklvb Vorwärts. Nächste Sitzung Mittwoch, um 20 Uhr, bei Kroll. Utrechter Str. 21. Die GrUndung einer Iugendabteilung im Bezirk Webding steht bevor. Eltern und Jugendliche erhallen Auskunft von E. Dabbert, N. 20, Wiefenstr. 31, vorn 2 Treppen. Mittwoch, 8. Mai. Berlin. 16.00 Dr. Kurt Zie(c»»iier:„Kapfe der modernen Wirtschaft". 16.30 Jugend am Mikrophon. 17.00 Unterhaltungsmusik dCü Salonquartetts Hans Raue. Anschließend: Mitteilungen des Arbeitsamtes Berlin-Mitte außerhalb des Programms. 18.30 Reg.-Rat H. Zache:„Deutschlands koloniale Hoffnungen". 19.00„Wie entsteht eine Kunst-Ausstellung".(Mikrophon; Prof. H. Sandkuhl und H. Järo Jarctzki.) 19.30 H. Maaf:„Die Mitarbeit der TugendvcrMnde in Volk n»6 Staat*4. 20.00 Bildfunk. 20.05 Wovon man spricht.(Redner und Thema werden durch Rundfunk bekanntgegeben.) 20.30 Heitere Lieder. Anschließend: Hotel Kaiserhof(Kapeile Odza Komor). 21.30 L. van Beethoven: Trio c-moll op. 1 Nr. 3.(Mayer-Mahr, Flügel, Wittenberg. Violine, Grünfeld, Cello.) Anschließend: Presse-Umschau des Drahtlosen Dienstes. Nach den Abendmcldungen: Bildfunk. Anschließend bis 0.3Ö Tanz-Musik(Kapelle Dajos Beb). Königs Wusterhausen. 16.00 Priv.-Dozent Dr. Fränkel: Ueber Heufieber. 16.30 Dr. A. Leffson: Das Vermächtnis der Brüder Grimm. 17.00 Nachmittagskonzert von Hamburg. 18.00 Df. E. Heyniann: Die Kosten unserer Landstraßen. 18.30 Spanisch für Anfänger. 18.55 Min.-Rat Gut: Wie die RefchSpost den Zeitungsverkehr bewältigt. 19.20 Dr. G. Schultze-Pfacizer: Drei Querschnitte durch unser Zeitalter. 20.00— 0.30 Uebertragung von Berlin. Donnerstag, 9. Mal Berlin« 8.55 Stundenglockenspiel der Potsdamer Oarnisonkirchc. Morgenfeier. Olockf�J geläut des Berliner Doms. IT.« Tri-Ergon-Platten.• 11.30 Vormittagskonzert.(Blasorchester des Deutschen Musiker-Verbandes. Ltg.: F. Wllke.) H.CO Homocoid-Platten. 15.00 K. Foerster:„Der Steingarten in den sieben Jahreszeiten". 16.00 Dr. med. Julian Marcuse, München: Moden und Methoden in der HeiH künde. 16.30 Unterhaltungsmusik Kapelle Emil Roösz. 19.00 Dr. W. v. Weisl:„Als Hindumönch verkleidet zur Grenze Tibets", 19.30 Reichsbahndirektor Baumgarten: Neues vom Sommerfahrplan. 20.00 Bunter Chor-Abend mit Soli und Orchester Dirigent: Prof. Rüdel. Während der Pause: Bildfunk. Nach den Abendmeldungen bis 0.30 Tanz-Musik(Kapelle Otto Kcrmbach). Königs Wusterhausen. Uebertragung des gesamten Berliner Programms. � OMMß-JbtSßi'ger tteziwü fUden-Wefien. Vauha-Senf g. f. 6,, Saueril Ä.) Speise- und Einmache-Essig VHarharfh Benin»., Dietienunasfir. 31 . nai uailll Femspr. F. 6, Baerwald 4684. MMMAMard AeuköM, Hermannpfatz Ind�der: «azlsv Sauer csripielsm Usus- u. KOcheiisarile— Werkieiige SW68, Lindenstraße 107:: Tel.: Dönhoff 3070 RÜTT-ARENA Nächster Renntag: SOnnt099 1 2. Mdiy nachmittags 3 U. Asphalt-Fabrik F. Schiesing Nachf. Akt.-Ges. 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