Nr. 23. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: nezialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Suspension des Parlaments in Italien. Rom, 20. Januar 1896. Dienstag, den 28. Januar 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: nähme, den in Verfall gerathenen Parlamentarismus| Derjenige, der sich bei seiner Ankunft bei der Regierung bei Seite zu drängen und durch eine Diktatur zu ersetzen, meldet, hat nach zweijähriger Anwesenheit das Recht, zum zweiten und daß er bei diesem Versuche wenigstens die stillschweigende Voltsrath zu wählen. Der zweite Volksrath ist eine Art UnterZustimmung der Bevölkerung fände. Nun ist aber Crispi, baus, das nur die Geseze für innere Landes- Verhält von dem die Vergewaltigung des italienischen Parlameniffe ausarbeiten kann, die aber noch der Bestätigung des ersten Volksrathes bedürfen. Seit der Uebernahme der Regierung durch Crispi, also tarismus ausgeht, mit allen Fasern seines öffentlichen Lebens Zum ersten Volksrath kann nur derjenige wählen, der fünf seit nunmehr reichlich zwei Jahren, hat die Bertagung den dermaßen mit allen Fehlern und Sünden dieses Parla- Jahre im Lande ist und sich bei seiner Ankunft hat naturalisiren normalen Zustand des italienischen Parlaments gebildet. mentarismus verwachsen, daß er ohne weiteres als der lassen. Gewählt kann er nur nach 10 jähriger Anwesenheit Die gesetzgebende Gewalt des Parlaments ist nahezu völlig geeignetste Repräsentant dieses in moralische Auflösung ge- werden. Zum Präsidenten kann nur ein geborener Afrikaner gewählt erloschen; wenn dasselbe versammelt ist, wird nur eine rathenen Parlamentarismus angesehen werden kann. Man geringe Anzahl von Sizungen gehalten, in denen zur Noth kaun ganz absehen von der Art und Weise, wie werden. Engländer laffen sich fast gar nicht naturalisiren, mithin ist und auch dies nur in der flüchtigsten und schablonenmäßigsten Crispi seine parlamentarische Mehrheit zufammenbringt von ihrer Geite die ganze Wahlrechtsbewegung eine Finte. Weise, das Budget erledigt werden kann. Neue Gesetz- und zusammenhält. Aber wenn von den niemals wider- Aehnlich verhält es sich auch mit den anderen Forderungen: vorschläge werden dem Parlament nicht mehr unterbreitet, legten Anklagen bezüglich der Art, wie er sein Abgeordneten- Rhodes, der englische Held, hatte einfach abgewirthschaftet und oder wenn solche eingebracht werden, geschieht es nur zum mandat und seine Ministerstellung für seinen Privatvortheil wollte durch die Annexion von Transvaal sich wieder in den Schein, da die Regierung sie alsbald wieder zurückzieht. ausgenutzt hat, auch nur die Hälfte wahr ist, so reicht dies Sattel feßen. Die Chartered Company ist bankrott, Gold wird in Die wichtigsten Fragen werden durch sogenannte könig- hin, um die Annahme, daß es sich bei seinem Vorgehen Matabeleland nur wenig gefunden, daherrichtete er sein Augenmerk liche Dekrete, das heißt durch einseitige Regierungs- gegen das Parlament um ein moralisches Rettungswert auf andere Unternehmungen". Nachdem er Kimberley ruinirt hat, sollte jetzt Johannesburg daran kommen. In Kimberly hat verordnungen erledigt, die während der Vertagung des handeln könne, ein für allemal auszuschließen. Barlaments erlassen werden; wenn diese Verordnungen Man wird also über die Gleichgiltigkeit, mit welcher er jenes scheußliche Gesetz eingeführt, wonach jeder, der im Besitze eines nicht registrirten Diamanten befunden wurde, 7 und später dem Parlament zur Legalisirung vorgelegt werden, die italienische Bevölkerung die Beiseitedrängung ihrer Ver- 14 Jahre als Gefangener am Wellenbrecher in Kapstadt hat stehen sie schon längst in kraft und der Parlamentsbeschluß tretung entgegenzunehmen scheint, etwas vorsichtig urtheilen arbeiten müffen. So kann denn in Kimberley jeder seinen Mitüber sie ist eine leere Form. und nicht sofort auf Zustimmung schließen müssen. Vor menschen, an dem er sich rächen will, ins Gefängniß bringen Wenn eine solche Herabdrückung der Bedeutung eines allem darf nicht außer acht gelassen werden, daß die laffen, indem er einen Diamant in dessen Hause niederlegt, einen Barlaments in anderen Ländern, z. B. in Preußen oder politische Bresse, welche in anderen Ländern mitunter die Polizisten holt und dem den Platz, wo der Diamant liegt, an Defterreich vorfäme, so würde man sie vielleicht auf die Funktion des Parlamentes übernimmt, in Italien hierzu giebt der Mann wird verhaftet und bestraft! Abneigung des Hofes, des Heeres oder der Großgrund- im wesentlichen nicht im stande ist. Nur sehr wenige Nun zu dem Putsch selbst. Am dritten Weihnachtsfeiertag besizer gegen den Barlamentarismus zurückführen. Von Blätter können infolge ihrer Abonnentenzahl als unabhängig burg eine große Versammlung stattfinden werde, in welcher der ging das Gerücht in der Stadt, daß am 6. Januar in Johannesalledem kann in Italien keine Rede sein, da hier diese betrachtet werden; die meisten bedürfen, um ihre Beschluß gefaßt werden sollte, wenn oben gestellte Forderungen Elemente teine politischen Faktoren bilden, die außerhalb Existenz zu friften, anderweitiger Unterstützung und sind von der Regierung nicht genehmigt würden, einen Putsch des konftitutionellen Organismus eine selbständige Stellung ministeriell aus anderen als politischen Gründen. zu machen. Am Sonntag, den 29. Dezember, hörte man, daß einnähmen. Die Dynastie herrscht infolge eines Plebeszits, die Engländer in Johannesburg fich bewaffneten. also einer noch über den Parlamentarismus hinausgehenden Am Montag famen verschiedene Nationen zusammen zur Beschlußfassung für den Fall einer Revolte. Meues aus Transvaal. Die Deutschen demokratischen Funktion, das Heer steht in keinerlei Gegensatz gegen die Bevölkerung und der Großgrundbesig ist im Parla- Ueber die Ereigniffe in Transvaal liegen uns nunmehr fchickten ein Telegramm an den deutschen Kaiser, mente thatsächlich von jeher so stark vertreten gewesen, daß er Originalberichte vor; manche Einzelheiten sind ja bereits vorin sie um Schuh baten, und sandten eine feine Interessen mittelst des Parlaments jederzeit durch durch den Telegraph übermittelt worden; aber es hat ein eigenes Deputation zum Präsidenten Krüger, um ihm zu segen kann.o Interesse, die Schilderungen der Augenzeugen zu verfolgen. Wir agen, daß sie sich bedingungslos ihm zur Verfügung stellten. geben nachfolgendes aus den Briefen wieder: Pretoria, den 5. Januar 1896. Werthe Genossen! Man könnte den Grund der Beiseiteschiebung des italienischen Barlaments in dem suchen, was man die parlamentarische Korruption zu nennen pflegt, also darin, daß Die bedeutungsvollen Ereignisse in Süd Afrika erheischen die Abgeordneten oder Senatoren im Parlamente anstatt bringend, daß der Arbeiterpartei objektive Berichte zugehen, und öffentlicher private Interessen verträten, daß ihr Votum um ich will mich bemühen, soweit ich dazu im stande bin, Ihnen den Preis der Befriedigung dieser Privatinteressen solche zugehen zu laffen.... jedem beliebigen Ministerium zur Verfügung stehe, Die tapitalistische Habgier hat diesen Putsch andaß sie ihr Mandat zu ihrer Bereicherung miß- gezettelt, und Cecil Rhodes, der Premierminister der Kapbrauchten. In der That könnte die Gleichgiltigkeit, folonie war feine Seele; Rhodes hat die Absicht, unter seiner mit welcher das italienische Publikum, auch dann, Herrschaft Südafrika zu vereinen. Seinen Zwecken dient die sowenn seine Aufmerksamkeit nicht durch künstlich erregte genannte, Union". auswärtige Berwickelungen beschäftigt wird, die Vergewaltigung des Parlamentes aufzunehmen scheint, auf einen solchen Grund schließen lassen. Aber wenn wir annehmen, daß der Grund wirklich hierin liege, so stehen wir sofort vor einem unauflöslichen Räthsel. Es ließe sich ja denken, daß ein Mann von fleckenloser Vergangenein Mann heit, mit reinen Händen es. unter 40 Clotilde. Am Dienstag, Sylvester, wurde eine Versammlung von der Regierung einberufen, wozu alle Nationen eingeladen waren. Es wurde der Beschluß gefaßt, sich gegen einen Ans Engländer zu vertheidigen. Auch griff der wurde ein Komitee gewählt, das die Anordnungen der Regierung uns übermitteln sollte. Das Klublokal wurde zum Hauptquartier der Deutschen gewählt und bestimmt, daß dort alle Neuigkeiten angeschlagen würden. Am Abend kam die Nachricht, daß 800 Engländer die Grenze überschritten hätten; sie waren als Grenzpolizisten in der Kaptolonie angeworben und famen von Bets chuana. land unter Führung des Dr. Jameson. Um 10 Uhr wurden wir alarmirt, bekamen Gewehre und Munition und bezogen Nacht. wa ch e. Die Hauptforderungen, die die Union" in Johannesburg stellte, waren: Das Stimmrecht, Werbesserung der Schulen hauptsächlich in bezug auf die englische Sprache, Herabsetzung der Eisenbahntarife, Vermindernng der Zölle. Am Neujahrstag flüchteten fast alle Frauen und Kinder aus Das Stimmrecht sollte dazu dienen, die Buren im Johannesburg. In offenen Güterwagen wurden sie fortBarlament zu majorisiren. geschafft, weil nicht so viel Personenwagen vorhanden waren. Die Bewaffnung der Einwohner Pretorias ging weiter vor sich. Hierbei will ich die Stimmrechtsverhältnisse gleich llarlegen, die meist falsch geschildert sind. Clotilde befand sich dann immer an ihrer Seite. Das ( Nachdruck verboten.) junge Mädchen wurde überall wegen seiner kindlichen Anmuth gern gesehen und eingeladen. Roman aus der Gegenwart von H. M. M. von Walthausen. Georgine führte ihre Tochter in Konzerte, was immer Hanne hoffte noch immer, ihr Gottvertrauen, ihre dem Eindrucke, den ihr Erscheinen hervorbrachte, noch einen Gebete und Thränen müßten endlich Hoffnung bringen. weiteren Glanz und Aufsehen verlieh. Die Augen der Daß Brambach beim Könige Fürsprache gehalten, Männer waren stets auf dieses Paar gerichtet. wurde in fast allen Kreisen der Residenz lebhaft besprochen Mancher versuchte sich Clotilden zu nähern, ihr und belobt. Schmeicheleien zu sagen oder Artigkeiten zu erweisen, aber Daß der König Brambach's Gesuch erhört, war ein sie wußte allen Annäherungen geschickt auszuweichen. neuer Beweis von Vertrauen und Bedeutung, welche der Schmeicheleien hörte sie ja nur zu oft von dem Baron von König in die Person Brambach's sette. Damit schwanden Rürdorf. bach. Ehe die Liste der Einzuladenden aufgestellt, das Programm entworfen, dazu die Vorbereitungen beendet waren, wollte Dr. Langenberg einen seiner Freunde zu bes stinimen suchen, bei dem Fefte als Gaft mitzuwirken. Dann wisse er bestimmt, daß außerordentliches geboten würde und man noch lange von dem Feste im Brambach'schen Hause sprechen werde. " Das wäre ja ganz nach meinem Wunsch und Willen," sagte Brambach, bieten Sie doch alles auf, einen solchen Gast in unser Haus einzuführen." " Aber wer ist denn dieser Wundermann," fragte Georgine, den Sie sogar Ihren Freund nennen?" " Es ist der Großgrundbesizer Balavi aus Genua. Ich lernte ihn auf meiner diesjährigen italienischen Reise in Balermo kennen. Er war leidend, ich mußte ihm ärztlichen Beistand leisten. Meine Behandlung hatte guten Erfolg, er nicht nur alle noch vorhandenen und bei der Verurtheilung Seit der Gerichtsverhandlung, welche sie in den Blättern neu aufgetauchten Zweifel und Bedenken an der Ehren- gelesen, war sie gegen Dr. Langenberg, dessen Reden sie haftigkeit Brambach's, er gewann auch neue Sympathien. barin gefunden hatte, wieder zutraulicher geworden. Seiner Beredtsamkeit war es ja gelungen, den harten, starren Sie sprach wiederholt von seltsamen Träumen, die ihr Gerechtigkeitsfinn des Königs in Milde umzustimmen. Das er- nur zu oft die Vorbedeutungen schlimmer Dinge geworden genas vollständig. Dafür bezeigt mir der fremde, reiche Mann, regte die Aufmerksamkeit vieler. Man bekam Respekt vor und in Erfüllung gegangen waren. Lag denn wieder ein dieser Italiener, eine solche Dankbarkeit und Anhänglichkeit, dem einflußreichen Königsgünstling. Das Mitleid ob der Unglück in der Luft? Hatte sie einen leisen Verdacht ge- daß ich darin nur die Aufopferung und Hingabe eines erlittenen Verdächtigungen erwachte, der Name Brambach habt, daß eine Blutschuld auf ihren Eltern gelastet, die Freundes erblicken kann. Er kündigt mir an, daß er nach glänzte wieder im hellsten Lichte. Wer mochte es ihm ver- nur durch die Verurtheilung, durch die Rede des unserer Residenz eine Vergnügungsreise antritt, um unter argen, wenn er sich etwas darauf zu gute that? Wer Doktors beseitigt ward? Zuweilen jubelte fie auf, als meinen Augen eine Nachkur zu halten. Ich erwarte ihu konnte es der flugen Georgine verdenken, daß sie jetzt sei ein Alpdruck von ihrer Seele gewichen und ihr Gemüth stündlich." prächtiger als je gekleidet einherging? War doch vor den wie von einer Qual befreit. Besonders wenn Dr. Langen- Bedeuten Sie ihm doch, daß Freunde des Dr. LangenAugen der Welt ihrer getränkten Ehre Genugthuung wider berg tam, war sie freudig. berg unserem Hause als Gäste willkommen sind," sagte fahren. Wer hätte es nicht erklärlich gefunden, daß das Dies schien dem Doktor sehr angenehm zu sein, denn Georgine mit fluger Berechnung. Brambach'sche Haus jetzt wieder von Vielen aufgesucht er machte sich oft etwas im Hause zu schaffen. Bald brachte Georgine machte sich durch dieses Anerbieten dem wurde, die es sonst gemieden hatten? er eine Einladung, bald ein Konzert- oder Theaterbillet. Doktor verbindlich und bekam vielleicht einen Abmiether, Georgine gab Kaffee- und Theekränzchen und wurde Einmal suchte er Brambach und Georgine zu veranlassen, dem sie die großen, fast fürstlichen Ausgaben zuschreiben dann zu ähnlichen Visiten eingeladen. Dabei wußte fie als einen Fest- oder Gesellschaftsabend zu geben in größerem konnte, die nachgerade auffallen mußten. Clotilde äußerte, daß sie zwar für Italien schwärme, vornehme Dame aufzutreten und sich durch Bildung und Stile. Damit war Brambach sowohl als Georgine ein Würde Geltung zu verschaffen. Bald fehlte fie bei keiner verstanden und Dr. Langerberg wurde wie immer der un- nicht aber für seine Bewohner. So wohlthuend, wie der öffentlichen Festlichkeit, wo die gute Gesellschaft ver- vermeidliche, feinsinnige Arrangeur und Einlader. Dieses Name Palavi flingt," fügte sie hinzu, so furchterweckend ist Fest sollte etwas Besonderes bieten, wünschte auch Bram- er mir, ich habe von einem bösen Italiener geträumt." treten war. " Nach einer vergeblichen Aufforderung zur Umkehr*) an die englische Schaar ritten am 2. Januar 300 Buren dem Jameson entgegen und lieferten ein Scharmützel, in welchem ein Bauern- soh» eines Feldkornels(soviel wie Kompagniesührer) erschossen wurde; nochmals richteten sie an ihn die Aufforderung, daß er Waffen und Munition abliefern solle, so würde ihm nichts ge- schehen. Er sagte aber, er hätte Befehl, nach Johannesburg zu gehen und den Befehl führe er aus. Die Buren zogen sich nun zurück, da dort offenes Feld war, und lockten ihn in eine Schlucht, wo sie ihn voll- ständig einschlösse», so daß er nicht vor- noch rückwärts konnte. Bald hißte er die weiße Flagge; die Buren gaben ihm nur S Minuten Bedenkzeit. Jetzt wollte James o n sich gern zurückziehe», wie er in den Verhandlungen angab; die Bltren gingen aber natürlich daraus nicht ein u n d er ergab s i ch b e d i n g u n g s l o s. In dein Gefecht waren auf Burenseite 4 Tobte, auf Seite der Engländer 70—80 Tobte; die Bure» haben 8 Schncllfeuerkanonen und 3 Feldgeschütze er- obert. Die Gefangene» wurden am 3. Januar in Pretoria ein- geliefert. Am 4. Januar war eS verhältnißmäßig ruhig; am Abend kam der Gouverneur der Kapkolonie zum Unter- handeln; er wurde stillvon den Engländer» empfangen. Sonntagwar auch ruhig, nur daß noch die letzten Frauen von Johannesburg nach hier(Pretoria) kommen. Inzwischen war am t. Januar von den Engländern in Johannesburg eine„Zentral- regierung" eingesetzt worden, die an den Präsidenten Krüger Abgeordnete zu Unterhandlungen schickte; Krüger ließ sich jedoch aus nichts ei». Daß der ganze Putsch Kapitalistenmache ist, geht daraus hervor, daß die Mincnbesitzer denjenigen, der nicht zu ihnen halten wollte, entlassen h a b e n, n» d d e in j e n i g e n. welcher s i ch bereiter- klärte, für sie fechten zu wolle». 12,30 Mark pro Tag bezahlten. Ich selbst habe mich aus seilen der Trausvaalregierung gestellt und glaube in diesem Falle nicht gegen niein Prinzip verstoßen zu haben. Wir sind ausgerüstet mit Martini Henri-Gewehren. in Steyr angefertigt, und haben jeder 30 Palronen. 4 Nachtwachen habe ich schon gemacht. e. ck. il. Johannesburg, den V. Januar 1896. Werths Genossen! Seit ungefähr zwei Jahren hat sich in Süd-Afrika die sog National- Union gebildet; deren Sitz ist in Johannesburg und sie schreibt auf ihre Flagge: Vereinigung sämmtlicher südafrika nischen Länder zu einer freien Republik k la Nord- Amerika. Ties wäre eine ganz löbliche Absicht, aber besser Eingeweihte wisse», daß die ganze Sache von ein paar hiesigen G r o ß k a p i t a l i st e n, u n t e r st ü tz t v on ni a ß g e b e n d e» englischen Häuptern Südafrika's inszenirt wurde und der Herrscher in Zukunft Kapital heißen soll, weshalb diejenigen, welche klar in der Sache sehen, auf seite der bestehende» Regierung sind; speziell fast alle Deutschen. Es gelaug den Kapitalisten dagegen leicht, die Arbeiter i» den Minendistrikten für sich zu gewinnen, besonders weil sie ihnen bedeuteten, die Buren würden ohne Widerstand in alle Forderungen willigen, wen» sie erführen, daß die National Union es fertiggebracht habe, ca. 60 000 neueste Magazingewehre sowie Maxim- und andere Kanonen in Dampfkesseln und Maschinen einzuschmuggeln.„A b a wach a b i t s ch i"(wart ein bische»), sagt der Bure, und man muß staunen, mit welch kühler Ueberlegenheit er die ganze Sache handhabt. Der Hauptansührer des englischen Korps, Dr. Jameson, wollte mit 800 ausgesuchten Leuten von der westlichen Grenze vielleicht einen Triumphzug machen und hier mit der Hauptarmee zusammenstoße», um die Buren von vornherein einzuschüchtern. Aber die Buren, weit geringer an Zahl, aber in der ganzen Welt als vortrefflichste Schützen bekannt, die alle feuergewohnte Pferde unter sich haben, triebe» diese 800 Mann bei Dornkopp(Platz ungefähr 2ö Kilometer von hier) so in die Enge, daß sich Dr. Jameson ergeben mußte. Hierbei wurden annähernd 60 Engländer, ineistens durch den Kopf, er- schössen, 70 verwundet und mit Ausnahme einiger alle gesangen und nach Pretoria transportirt. Nur 2 Buren fiele». Johannesburg, den b. Januar nachts. Heiliger Sebastian! Jetzt scheint's nngemüthlich zu werden. In Kürze fängt der 6. an, allgemein gefürchtet als Los- schlagetag; unheimliche Ruhe in der Stadt, von Zeit zu Zeit geheime Ordre für die zum Transvaal- Gouvernement Eingeschworenen, daß sie sich um die und die Zeit dort ein- finden sollen, um sich ganz unter Kommando zu stellen; eingeübt ') Diese Aufforderung wurde durch einen Großsohn des Präsidenten Krüger überbracht. Der junge Mann wurde entgegen allem Kricgsbrauch von Jameson als Gefangener zurückbehalten und erhielt erst durch die Gefangennahme der Bande Jameson's selbst seine Freiheit wieder.(Anm. d. Red). „O diesmal," erwiderte Langenberg,„werden Ihre Träume als nickitig erscheinen. Palavi ist ein Mann, der Geist, Humor und Reichthum besitzt, nur nicht eine so reizende Tochter, wie Ihre bevorzugten Eltern, denn einen solchen Juwel giebt es nur einmal auf dem Erdenrund." „O Sie Schmeichler!" hauchte Clotilde und schlug verschämt ihre Augen zu Boden.„Sie machen mich neugierig." „Liebes Fräulein, Sie sollen ihn sehen und selbst urtheilen", sagte Langenberg, indem er sich schnell empfahl und ging. Clotilde merkte es nicht. Sie stand wie angewurzelt da. Gegen ihre Gewohnheit geleitete sie den Doktor nicht zur Treppe. Georgine tibernahm dies und entließ den Arzt mit den Worten:„Doktorchen! Doktorchen! Sie machen mir mein Kind eitel." „Am liebsten von ganzem Herzen glücklich," entgegnete im eiligen Abgehen Langenberg. „Was war das?" erhob sich Brambach,„Du stehst noch unbeweglich, Clotilde? Auch mir klingen die Lobes- erhebungen über den Italiener Palavi zu überschwänglich, Langenberg übertreibt." „Ja— ach ja!" klang es leise von den Lippen Clotildens, als würde sie unsanft aus einem süßen Traum erweckt.„Ja— der Doktor übertreibt. Er ist so gelehrt — und nennt mich einen Juwel— ich bin nur ein em- fältiges Mädchen— er spottet meiner." Er hatte sie„liebes Fräulein" genannt— sie begann zu weinen darüber, daß sie seinen Worten Glauben geschenkt. Brambach hatte wohl bemerkt, daß der Doktor Ernst zu machen schien, daß seine Worte bei Clotilden gezündet. Er mußte dazwischentreten, denn er wollte nicht immer- während durch den Doktor an seinen Diebstahl erinnert werden. „Sieh Ki»d," begann er zärtlich, indem er die Weinende umschlang,„solchen Spott wirst Dn von dem Baron von Rüxdorf noch nicht gehört haben. Er liebt Dich aufrichtig, er ivird Dir ein guter Gatte und Deinem Vater eine treffliche Stütze werden. Wie effektvoll und ruhmreich für mich hat er meine Audienz und Fürsprache beim Könige geschildert, die ganze Stadt spricht davon." wird schon längere Zeit unter deutschen Offizieren, die hier alS Privatleute ansässig sind. Ich will hoffen, daß ich mehrere Berichte schicken kann und daß sich»leine Truppe, zu der mancher wackere Freund gehört, gut halten wird, denn voraussichtlich werden dem ersten noch manche andere Schläge folgen. K. . polnische Arberlkchk. Berlin, 27. Januar. Herr von Hammcrstei«- Loxten und Herr von Mantenffel. Die„Deutsche Tages-Zeitung" schreibt: „Die Nachricht der„Staatsbürger-Zeitung", daß der Mrnister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, Freiherr von Hammerstein, den Abg. Freiherrn von Mantenffel zum Ausschluß des Abg. v. Plötz aus der konservativen Fraktion habe bewegen wollen, wird uns als aus der Lust gegriffen bezeichnet." Wir stimmen dem vollständig bei, da wir doch über- zeugt sind, daß die Herren von Hammerstein-Loxten und von Wlanteuffcl so genau wie wir von der Plänen der Plötze unterrichtet sind, an stelle der deutschkonservativen Partei eine reine Groß- Agrarierpartei unter der Führung der Plötze, Rösicke, Suchsland, Liebermann v. Sonnenberg zu etzen. Herr v. Manteuffel wird sich in Kenntniß seiner chwachen und der starken Position der Bündler wohl jüten, das Schicksal des Herrn v. Helldorf für sich und eine Freunde zu provoziren. Es ist klug genug, denen um Plötz die Verantwortung für das Schicksal der deutsch konservativen Partei zu überlassen. Daß die einigenden Elemente in der konservativen Partei nicht die Ueberhand haben, weiß jedermann. Der Fall Hammerstein, der Feld- zug gegen den Pastorensozialismus, die Jntriguen des Bundes der Landwirthe, die Haltung Stöcker's, die Forde- rung der pommerschen Konservativen nach einem konser- vativen Parteitage, all' das sind Nägel zum Sarge der konservativen Partei.— Herrn Hcrrfurth haben wir doch überschätzt, als wir meinten, sein Einspruch dagegen, daß eine Wahlpflicht eingeführt und deren Nichtausübung unter Strafe gestellt werde, sei ein unbedingter. In einem Schlußartikel über dieses Thema meint er nämlich: „Die Frage der Einführung einer Wahlpflicht gewinnt sofort einen anderen Charakter, sobald nicht die materielle Aus- Übung des Wahlrechts, sondern die formelle T h e i l- nähme an dem Wahlakte von dem Wähler gefordert und die Enthaltung von der letzteren mit Strafe bedroht wird Diese formelle Theilnahme will er durch eine Strafandrohung(50 Mark Geldstrafe) erzwingen. Da er zugiebt, daß die Abgabe eines weißen Zettels einem jeden Wähler es ermöglicht, sich der Wahl that- sächlich auch ohne besondere Erklärung zu enthalten, so ist wirklich nicht einzusehen, weshalb eine so ganz nutzlose Straffestsehung von ihm befürwortet wird, ganz ab- gesehen davon, daß wir Strafandrohnngen im Deutschen Reiche nicht überflüssiger Weise vermehren sollten.— Ordensverleihungen sind in großer Anzahl wieder an Kaisers Geburtstag vertheilt worden. Unter denselben ist die beinerkenswertheste die Verleihung des Rothen Adler- ordens I.Klasse an den Landwirthschaftsminister v.Hammer- stein-Loxten, außerdem haben der Reichskanzler, der Justiz- minister Schönstedt, der neue Minister des Innern v. d. Recke von der Host und der Botschafter in Wien, einer von den Eulenburgern hohe Orden erhalten. Der Kaiser scheint demnach nnt der neuesten Haltung seiner Vlinister, vor allem mit der schroffen Absage des Landwirthschaftsministers an die Agrarier ganz einverstanden zu sein. Darin liegt die politische Bedeutung dieser Ordensverleihungen.— Ein rother Adlerorden lvnrde auch dem Kammer- Herrn, Fideikommiß- Besitzer und Mitglied des Herren- Hauses Grafen Finck von Finckenstein auf Alt-Madlitz im Kreise Lebns verliehen. Ob dieser der bekannte Verleger der„Krenz-Zeitung" ist, haben wir nicht ermieteln können.— „Die Kolonial-Falle"— la trappe coloniale— nennt ein französisches Blatt die Kolonialpolitik, so wie sie in neuerer Zeit Mode geworden ist. Ter Köder großer Handelsvortheile und eines großen Kolonialreichs lockt in die Falle— man ninimt Land in ungezählten Quadrat- meilen, erficht wohlfeile, aber durch phantasievolle Berichte „Ach ja— und ihm bin ich ja auch zu Dank vcr- pflichtet." Clotilde reichte ihrem Vater die Hand wie zum Zeichen, daß sie ihn verstehe und folgen wolle. Dann wandte sie sich scheinbar ruhig zum Gehen, ein paar dicke Thränen verriethen indeß den Zwiespalt in ihrem Herzen, als sie die Thür des Nebenzimmers schloß, um dort einem verlorenen Glücke nachzuweinen. Brambach ließ sie gehen und es war ihm recht, mit seiner zurückkehrenden Frau allein zu sein. Er empfing sie mit den Worten:„Die warmen Empfehlungen, mit denen der Doktor seinen Freund hier einführen will, sind ja beinahe verdächtig. Wenn er uns nur keinen Spion ins Haus bringt." „Schlimm genug," sagte Georgine,„daß wir in jedem einen Spion wittern müssen, aber hier wirst Du Dich irren. Ter Doktor wird sich doch nicht selbst im Lichte stehen, er will uns Glück, nicht Unglück ins Hans bringen." Brambach zog seine Frau in die Fensternische und sprach leise zu ihr:„Nennst Du das ein Glück, wenn Du dem Manne Deine Tochter zur Frau giebst, der das Opfer Deiner Rache hat verenden sehen?" „Nur seiner Liebe zu Clotilden verdanken wir unsere Rettung. Seine kluge und uns schonende Beiveisführnng jat uns vor dem Schicksale bewahrt, das jetzt zwei Un- chuldige erleiden." „Was war denn aber der Grund eigentlich zu Deiner unseligen That?" „Nichts anderes als Dein naher Bankerott." „Nein, es war Dein gekränkter Adelstolz. Daß der Major Dir die Ehe versprochen und Dich dann doch nicht in den verlorengegangenen Adelsstand gebracht, das mußte er mit dem Leben büßen. Und nun ich Deine Tochter in den Adelsstand erbeben will, bist Du dagegen?" Georgine schwieg erst betroffen, dann sagte sie:„Ich kann diesen Baron nicht leiden, er ist mir zu unbedeutend, außerdem niuß ich die Feindschaft des Doktors und seine Enthüllungen fürchten." „Nun bis jetzt hat er noch nicht um mein Kind an- gehalten, und Clotilde hat hier auch mitzureden", sagte Brambach und verließ erregt das Zimmer. (Fortsetzung folgt.) zu glänzenden Großthaten aufgebauschte Siege, alles schwimmt in einem Meer von Wonne und Ruhm— bis auf einmal das Blättchen sich wendet: die betrogenen und ausgebeuteten Eingeborenen werden aufsässig, sie rebelliren, die Sumpffieber beginnen ihre Vernich- tende Thätigkeit— furchtbare Sterblichkeit, Nieder- lagen, Katastrophen und Skandale aller Art— der schöne Köder hat sich als windige Lustspiegelung erwiesen. Jeder Vernünftige wünscht: wären wir doch aus der Galeere heraus. Aber die Galeere ist eine Falle, aus der nicht leicht wieder herauszukommen ist, außer mit schweren Ver- lüften. So sitzen die Franzosen jetzt in Madagaskar fest, die Italiener in Abessynien und welche Opfer hat Deutschland für seine Kolonialpolitik zu bringen! Und die V o r t h e i l e? Was wird eingetauscht für die verlorenen Menschenleben, die verlorenen Millionen? Tie beste französische Kolonie ist Algerien. Sie hat seit ihrer Gründung vor 65 Jahren über zehn Milliarden— zehntausend Millionen Franks — gekostet und kostet dem Staat heute noch mehr als sie einbringt. Von Indien, das eine Ausnahme bildet, wollen wir hier nicht reden. Aber die sämmtlichen englischen Kolonien, die nicht ganz oder großentheils von Engländern bewohnt sind und selbständige Gemeinden bilden, sind eben- falls von höchst zweifelhaftem Werth; sie haben wesentlich eine militärische Bedeutung und dienen den Interessen einer winzigen Minderheit. Kurz, die sogenannte Kolonialpolitik ist kein Glück für die Völker, und die meisten Kolonien sind in der That, wie die„Justite" es gesagt hat, „Fallen".— Herr Chamberlain hat abermals eine Rede gehalten. in der er in seiner sattsam bekannten provokatorischen Manier der Transvaal-Sache gedachte. Nach einem Tele- gramm des Wolff'schen Bureau's sagte er in Birmingham auf einem von der Stadt veranstalteten Banket: Es seien Anzeichen vorhanden, daß die Wolken am politischen Hinimel sich wieder zertheile».„Vor einigen Wochen wurden wir durch eine Kundgebung außerordentlicher Feindseligkeit von Deutschland erschreckt, welche um so mehr überraschte, als sie vollkommen unerivartet und unprovozirt war. Diese Kund- gebung ging vorüber und es scheint, als habe sie keine ernsteren Folgen hinlerlasse», als ein geringes Anwachsen der Gereizt- heit der deutschen Presse, aber sie veranlaßte uns, die Mittel zu unserer Vertheidigung zu erhöhen." Bezüglich der Venezuelasrage meinte Chamberlain, er denke zwischen beide» Völkern, dem der Vereinigten Staaten und dem Englands, ob- walte ein Mißverständniß. England bestreite die Monroe-Lehre nicht und wünsche auch keinen einzige» Zoll amerikanischen Bodens niit Ausnahme dessen, was es schon rcchlsgiltig besitze. Was die Lage in Armenien anbetreffe, so bleibe die Gefahr und die Schmach für Europa bestehen, die Vorstellungen Endlands seien mangels der nöthigen Unterstützung fruchtlos ge- wesen. Die traurige» Ereignisse in Transvaal hätten das An- wachsen der guten Beziehungen zwischen dem holländischen und dem englischen Stamme in Südafrika nicht gestört, er glaube, die weise Regierungskunst werde die Beschwerden der Uitlanders beseitigen, ohne die Unabhängigkeit der Republik in Gefahr zu bringen. Die hochtrabenden Worte des Herrn Chamberlain, der gar zu gern den englischen Chauvintsmus zu weitern Aus- brüchcn anstacheln möchte, werden glücklicher Weise keines- wegs von allen seinen Landsleuten gebilligt. Die opositio- nelle Presse geht energisch den Schuldigen, die das Unheil im Transvaal augestiftet haben, zu Leibe. So erörtert die„Daily News" die Nothwendigkeit einer strengen Untersuchung des �Ursprungs des Einfalles Jameson's in das Transvaal. Sie fürchtet jedoch, daß die„Hilfsquellen eines fast unbegrenzten Reichthums" aufS Freigebigste verwendet werden dürften, um die Untersuchung erfolglos zu machen. Das beste und unparteiischste Tribunal würde ein Sonderausschuß des Unterhauses sein, aus- gestattet mit allen Gewalten, die das Haus verleihen kann. Daß ein Komplot bestand, die südafrikanische Republik zu st ü r z e n, die Goldminen zu stehlen, dafür seien vollauf Beweise vor« Händen. Jameson mag ein unschuldiges oder ver- hältnißmäßig unschuldiges Opfer gewesen sein, aber wenn die Schuldigen, seien sie hoch oder niedrig, reich oder arm, nicht entdeckt und bestraft werden, werde England in den Augen der Welt entehrt dastehen. Als einen gravirenden Beweis für die Mitschuld eng» lischer Kreise bei dem Beutezug sieht das„Daily Chro- nicle" das aus Johannesburg im Dezember a n Jameson gesandte Schreiben mit dem„be- rühmten" Hilferufe an. Äas Blatt stellt zunächst fest, daß die„Times" schon am L Januar im stände war, den Brief, freilich mit einigen Wegiassuugen, zu veröffentlichen, aber ohne Unterschriften und falfch, nämlich vom 28. De- zcmber datirt, während er in Wirklichkeit, nach der am Freitag erfolgten Bekanntgabe des Reuter'schen Bureaus, vom 20. datirt war. Unterzeichnet war er aber von Chas. Bemard, Francis Rhades, Lionel Phillips, John ayes Hanived und George Farrar, also, wie das genannte statt hervorhebt, den namhaftesten Jnteressenvertretern der Chartered Company in Johannesburg. Damit, meint Daily Chronicle", sei alles gesagt. In den englischen Kolonien in Südafrika machen sich zwei Strömungen in bezug auf die Transvaal-Frage gegen einander geltend. So meldet ein Telegramm aus Pie t e r- maritzburg unter dem 22. d. M.: Die Uebersendung eines Glückwunsches des Gouverneurs von Natal Hely Hutchinson an den Präsideuten Krüger wegen der Zurückwerfung der Jameson'schen Streitkräfte hat verschiedene Bemerkungen hervorgerufen. Der Gouverneur wurde in Newcastle und hier von einem Theil der Menge, welche auf das Durchpassiren der Jameson'schen Soldaten wartete, niit Murren empfange». Eine große Versammlung nahm gestern hier einstimmig eine Resolution an, in welcher die Einmischung des deutschen Kaisers in die Angelegenheiten Südafrika's übel aufgenommen und Chain- berlain Dank ausgesprochen wird für seine Erklärung, er werde die Oberherrschaft Englands aufrechterhalten. Dagegen heißt es in einem Telegramm aus Pretoria vom 25. d. Mls.: Ein Schreiben des ehemaligen Generalanwalts der Kapkolonie Schreiner an die holländische Zeitung„Ons land" tritt der Behauptung entgegen, daß die jüngsten Ereignisse eine Spaltung zwischen den Holländern und Engländern in Südafrika herbei- führen müßten. Im Gegentheil würden sich die beide» weißen Stämme enger verbinden. Falls die Engländer ihre Vorurtheile gegen die kleinen Völker über- winden würden, so würden sie anerkennen, daß Präsident Krüger und seine Bürger, welche Jameson besiegten, für alle 'reien Bewohner Süd- Afrika's kämpften. Jameson's Anschlag sei das Werk den Interessen des Reichs ei» bliche r Spekulanten und werde von allen rechtlich denkenden Engländern verabscheut. Ueber das Treffen bei Krügersdorf waren bisher| gerichtsbarkeit in Wahlsachen im Plenum berathen werde. Der ausschusses hat befchloffen, fich gegen die freie Schiffe fehr unrichtige Mittheilungen verbreitet. Es hieß, die Minifter gefteht aber nicht zu, daß mit Rücksicht auf die fahrts Bill zu erklären, welche die Eintragung im Auslande englischen Freibeuter, die, wie man jetzt weiß, reguläre jüngsten Wahlen besondere Verfügungen nothwendig feien. Ohne gebauter Schiffe in das amerikanische Register zuläßt, und hat Truppen der Südafrikanischen Kompagnie waren, seien von sich in Einzelheiten einzulaffen, könne er doch jetzt schon seine ferner befchloffen, sich günstig für das Gefeß auszusprechen, einer an Bahl überlegenen Truppenmacht geschlagen worden. Bustimmung zum Antrag Apponyi erklären.( Lebhafter Beifall welches den Theil des bestehenden Gesetzes aufhebt, der Schiffe rechts.) anderer Länder von der Zahlung eines Tonnengeldes befreit, Das ist unwahr. Die Buren waren thatsächlich in der Bei Erörterung der Angelegenheit des Obergespans wenn die betreffenden Länder Reziprozität gewähren. Minderheit, höchstens 500 gegen 800 Engländer. Sie( beiläufig unseren Regierungspräsidenten entsprechend) Mitlos nahmen aber im Vertrauen auf ihre Schießkunde den erklärt der Minister des Innern Percze! feine Zustimmung zum World" aus Caracas meldet, daß General Uzlar aus den New York, 26. Januar. Ein Telegramm des„ New- York Rampf an, ohne auf Verstärkungen zu warten und hatten, Antrag Cfaty, protestirt aber dagegen, daß aus diesem Anlaß be Bereinigten Staaten dort eingetroffen sei und dem Präsidenten durch ihr tödtliches Feuer, binnen wenigen leidigende Angriffe gegen den ganzen Obergespantörper gerichtet von Venezuela Crespo ein Schreiben des Präsidenten Cleveland Minuten den Engländern so schwere Verluste bei werden. Der Handelsminister Daniel erklärt, daß eine Revision des überreicht habe, in welchem derselbe sich an das Volk von gebracht, daß dieselben sich, wollten sie nicht aufgerieben izinalbahngefeges bereits in Angriff genommen sei. Bis zur Benezuela mit der Bitte wendet, es möge fich während der werden, ergeben mußten. Die Engländer hatten 80 Todte Garantien, weshalb er denselben annehme. Allen Möglichkeiten Demselben Blatte wird ferner aus Caracas gemeldet, der Bize Fertigstellung der neuen Fassung biete der Antrag Csaky gewisse gegenwärtigen Krise jedes gewaltthätigen Borgehens enthalten. und 30 Verwundete, die Buren 3 Todte und 4 Verwundete. sei jedoch dadurch nicht vorgebeugt, denn diejenigen, denen selbst präsident des Obersten Gerichtshofes Rojas habe geäußert, daß Es war also eine Wiederholung der Schlacht von Majuba, bie Theilnahme an solchen Unternehmungen durch den Antrag Venezuela aus freien Stücken die hätigkeit der ameri. wo die Engländer auch mehr Todte als Verwundete hatten, verboten werde, könnten leicht Strohmänner vorschieben. tanischen Kommission unterstüßen werde, indem es die was im Kampf mit regulären Truppen nie vorkommt. Und Der Minister biete aber volle Garantie, daß auch solche heute auf die Grenzfrage bezüglichen Aktenstücke und Karten zur Vervon neuem ist glänzend der Beweis dafür erbracht worden, teine Ronzession erhalten werden.( Lebhafter Beifall.) fügung stelle. daß eine gute Miliz regulären Truppen und das waren die Freischaaren Jameson's weit überLegen ist. Schweiz. Kuba. In Genf ist am 12. Januar im Alter von 26 Jahren Einer in Madrid ausgegebenen Depesche Wilhelm Körner aus Köthen in Anhalt an der Lungen aus Ruba zufolge leidet Maximo Gomez an einer alten Wunde tuberkulose gestorben. Er wurde weiteren Kreisen bekannt durch und soll lebhafte Unruhe zeigen. Eine Schaar der Aufständischen feine Verhaftung in Rom anläßlich der Maidemonstration und unter Lacret wurde bei den Versuche, in die Provinz Matanzas den daraus inszenirten Anarchistenprozeß. Jugend, Temperament einzubringen, zurückgeschlagen. und Umgang führten ihn die letzten Jahre ins anarchistische Lager, doch hatte er niemals am Feldzug persönlicher Verleumdung und Beschimpfung seiner Genossen gegen unsere Partei theilgenommen. Er hinterläßt Frau und Kind. Frankreich. Afrika. ver= Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozeffe. Hannover. Einer Majestätsbeleidigung soll sich am Freitag Mittag ein früherer Schlächtermeister, jetziger Arbeiter, schuldig gemacht haben. Die angebliche Beleidigung soll im Lokale des Gastwirths B., Marktstraße, während einer Unterhaltung über die Hinrichtung Poblawskys begangen sein. Ada Hagamus, 26. Januar.( Agentia Stefani.) Felter fam im italienischen Lager an und berichtete, er habe am SonnBremen. Die Bremer Bürgerzeitung" schreibt: Das tag Menelik einen Besuch abgestattet. Derselbe habe ihm das Majestätsbeleidigungs. Denunziantenthum scheint sich auch hier bemerkbar machen zu wollen. Vor einigen Tagen saßen am Anerbieten, der Garnison in Matalle mit Ordenssteuer. Man schreibt aus Paris:„ Der den Verwundeten, Waffen, Munition und Stammtisch eines Restaurants in der Wachtstraße mehrere Gäste, welche sich über patriotische Angelegenheiten unter- radikale Abgeordnete Michelin beabsichtigt, in der Kammer Gepäck freien Abzug zu gewähren, erneuert. sei am Montag nach Mafalle gegangen, um hielten. Unter ihnen befanden sich auch der Porzellanwaaren- eine Vorlage einzubringen, wonach vom 1. Januar 1897 ab Felter Händler Holtmann, hier, Brautstraße wohnhaft, fowie alle französischen und fremden Ordens Au3- mit Galliano au fonferiren; er habe festgestellt, daß besteuert werden sollen. Betreffs der das Wasser bereits ausgegangen war, die ein Beamter. Die beiden legteren geriethen bei der eichnungen besteuert werden sollen. Ehrenlegion würden die Ritter 50 Fr., Distusfion etwas in Harnisch, wobei sich schließlich der Beamte 100 Fr., Die Kommandeure 200 Fr., die Großoffiziere 400 Fr. Die Garnison sei auf eine Ration von iter febr die Offiziere Thiere hatten schon seit 11 Tagen feines erhalten; zu einer unbedachten Bemerkung hinreißen ließ. Der genannte Holtmann, ein heißblütiger Antisemit, witterte in derselben haben. Die auswärtigen Orden werden mit 20( Ritter), 40, gesezt worden. Holtmann, ein heißblütiger Antisemit, witterte in derselben und die Inhaber des Großkreuzes 1000 Fr. Steuer zu entrichten schlechten Waffers pro Mann und Zag fest Um Beit zur Festsetzung der Abzugs eine Beleidigung des Kaisers und hielt es für seine Pflicht, 100, 200 und 400 Fr. besteuert. Die Ordensauszeichnungen im bedingungen und Garantien zu haben, sei Felter in das Lager fofort die Ahndung dieses Verbrechens zu veranlassen. Er verließ das Lokal und begab sich auf die Suche nach Polizei. Es Kriege sind ausgeschlossen." Der Gedanke ist gar nicht übel. Meneliks zurückgegangen und habe Wasser für Montag Auch für Deutschland wäre eine solche Steuer zu empfehlen. So erbeten und erhalten. Indessen habe Galliano den dauerte nicht lange und H. erschien wieder im Lokale, und war lange es noch Leute giebt, die an Orden Spaß finden, soll man für die Vertheidigung Makalles eingesetzten Rath in Begleitung mehrerer Schuhleute, welche den„ Majestätsbelei fammelt und die betreffenden Maßnahmen beschlossen. diger" fiftirten. Als später H. fich wieder niederfekte, um auf sie für das Vergnügen auch zahlen laffen. feinen Lorbeeren auszuruhen, gaben mehrere der anwesenden Infolgedeffen habe Felter am Dienstag von Menelit einen Brief Herren ihren Gefühlen lebhaften Ausdruck, indem sie auffälliger erhalten, in welchem der Garnison freier Abmarsch mit Die Großindustriellen haben eine Niederlage zu den Frauen, Verwundeten, Waffen, Munition und Gepäck be= Weise das Lokal verließen. Einige Tage später betrat H. ein anderes Lokal in der Wachtstraße; sofort standen aber eine An- verzeichnen. Sie wollten nicht dulden, daß der Staat und seine willigt wird, um nach Adigrat zu gehen, und ferner einen zahl Gäfte auf und verließen, ohne ihr Bier auszutrinken, plötz- Organe alle Werkstätten und Fabriken beaufsichtigt, daß der Brief Makonnen's, in welchem derselbe zustimmt, sich zum lich das Lokal. As dem erstaunten Wirth der Grund hierzu gefeßlich regelt. Alle ihre Protefte haben, wie dem Hamburger machen. Staat die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern Bürgen für die Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen zu Die Garnison verließ das Fort am Mittwoch. mitgetheilt wurde, foll er sich veranlaßt gesehen haben, dem un Rorrespondent" geschrieben wird, nichts gefruchtet. Der Kammer: Lieutenant Felter miethete und faufte Kameele und Maulthiere liebfamen Gafte die Thür zu zeigen. In ähnlicher Weise soll es ausschuß hat einmüthig der Regierungsvorlage zugestimmt, welche für den Transport des Gepäcks. Galliano wird Donnerstag liebfamen Gafte die Thür zu zeigen. In ähnlicher Weise soll es dem Manne auch noch in anderen Restaurants ergangen sein. Die Grundlagen für alle Fabrikordnungen feststellt, die Rechte fein Lager nahe bei dem Lager Ras Makonnen's aufschlagen, ber -Der Verhaftete ist übrigens bereits am anderen Morgen der Arbeitgeber und Arbeiter regelt, die Staatsaufsicht über alle als Bürge dient. Am vorigen Freitag machte sich Galliano mit wieder entlassen worden. Werkstätten, die mehr als zehn Arbeiter beschäftigen, sichert und seiner ganzen Kolonne auf den Weg nach Adigrat und zwar in die Befugnisse der Staatsinspektoren Klarstellt. Der fatholische kleinen Etappen wegen des Transports einer Anzahl VerArbeiterdeputirte de Guchtenaere ist als Referent bestellt und wundeter und der Artillerie. In Mai- Matden fand Raft statt. reicht schon morgen seinen Bericht in der Kammer ein. Sonnabend famen fie bis logera, wo Sonntag gerastet werden sollte und voll wo Felter nach dem italienischen Lager vorausging, um die Briefe des Negus Menelit zu überbringen. Die Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten befanden sich alle wohl; nur drei verwundete italienische Soldaten waren darunter. Ueber die von einem Kundschafter gemeldete angeblich nach dem Weggang Felters entstandene Schwierigkeit unter den Schoanern ist keine weitere Nachricht eingegangen. • M Belgien. Spanien. Rumänien. Galliano soll vor dem Verlassen Makalle's die Festungswerte zerstört haben. Deutsches Reich. -Berlin, 27. Januar. Der Botschafter der Bereinigten Staaten Amerita, General Runyon, ist heute Nacht infolge Herzfchlages gestorben. Madrid, 26. Januar. Der Ministerrath wird sich Die Reichsregierung und die Währungs- morgen mit der Schaffung eines Einfuhrzolles für frage. In dem Bericht über die letzte Bundesrathssigung fehlt Suba beschäftigen. Mehrere Minister verlangen, daß diese die Mittheilung über eine die Währungskonferens Resolution Steuer sowohl auswärtige wie einheimische Produkte trifft. des Reichstages betreffende Entschließung des Bundesraths. Trotzdem hält die National- Zeitung" ihre übrigens offiziös nicht bestrittene Mittheilung aufrecht, daß Einladungen zu einer Bukarest, 26. Januar. In der gestrigen Sitzung der Kammer Münzkonferenz nicht erlassen werden. erklärte der Minister Fleva, daß er mit Rücksicht auf die an ihn Mai- Megelca, 25. Januar.( Agentia Stefani.) Lieutenant Hammerstein's Auslieferung. Das Defret, gestellte, aber zurückgezogene Interpellation des Abgeordneten welches die Auslieferung des Freiherrn v. Hammerstein bewilligt, Czuresto sowie infolge des Kammervotums vom 24. d. Mts., Felter ist nunmehr im Lager eingetroffen und überbrachte Briefe ist heute unterzeichnet worden. Der Justizminister wird das welches einen indirekten Tadel gegen ihn enthalte, seine Ent des Negus Menelik an den König von Italien und den General Dekret dem Generalstaatsanwalt am Appellhose in Trani zu- laffung gebe. Fleva verließ alsdann die Minifterbant und nahm Baratieri. Der Negus ersucht in denselben um Absendung Zwecke der Friedens eines Bevollmächtigten zum unter den Abgeordneten Platz. Die Ersetzung Fleva's soll unstellen, um dasselbe zur Vollstreckung zu bringen. unterhandlungen. Lieutenant Felter berichtete, daß verzüglich erfolgen. Oberstlieutenant Galliano und fein Bataillon in Begleitung von Has Makonnen und Ras Alula in gutem Zustande weiter marschirten. " Desterreich. Was die Ursache des Rücktritts des Ministers Fleva ist, Prag, 25. Januar. Der der Adreßkommission vorgelegte wird in den Depeschen aus Bukarest streng geheim gehalten. Einige Adreßentwurf der Jungezechen beginnt mit einer Suldigung Aufklärung giebt folgende Butarefter Meldung der„ Voff. Btg." an den Raiser, bekämpft sodann die gegen Die Regierung dehnt die Depeschenzenjur auch wärtige Verfassung und betont den innigen Wunsch des auf die Absendung parlamentarischer Berichte böhmischen Landes, daß das Reich des Kaisers in seiner mäch- aus. Es soll dadurch verhindert werden, daß Mittheilungen ins tigen und geachteten Stellung den Frieden schüßen und wahren Ausland gerathen über die Anfrage des Abgeordneten Dobrescu möge. Alles, was zur Erhaltung der Großmacht an den Finanzminister Cantacufino über den Verbleib der stellung der Monarchie nothwendig fei, folle ge- für die Statue Joan Bratianus gesammelten meinsam berathen und verwaltet werden. Der Landtag Gelder und über die darauffolgenden Standal sei zu allen wirthschaftlichen, den Kräften der böhmi- szenen in der Kammer." schen Länder entsprechenden Opfern bereit. Des wei teren führt der Entwurf aus, daß nur in der Rückerstattung der alten historischen Rechte die Möglichkeit des her. Belgrad, 25. Januar. Der Finanzausschuß beendigte die beigefehnten nationalen Friedens gefunden werden könne, und Prüfung des Budgets, indem er 3 Millionen abstrich. schließt mit der Bitte, der Kaiser möge den Ländern der böhmischen Krone die alten unveräußerlichen Rechte auf legis Das Ministerium Stoilow will zurücktreten. lative und administrative Unabhängigkeit und Der Fürst amüsirt sich so gut in Paris, daß er an die Rückkehr der Krone des heiligen Wenzeslaus den alten Ruhm geben, zu seinen getreuen Unterthanen vorläufig nicht denkt. Die Verdamit die böhmischen Länder erblühen und erftarken zu eigenem hältnisse in dem unglücklichen Lande sind so zerfahren, daß man und festem Schuße der Dynastie und des Thrones. auf sehr große Ueberraschungen gefaßt sein muß. Serbien. Bulgarien. Türkei. Parlamentarisches. Die Denkschrift, betreffend die Verwendung des Afrikafonds, welche dem Reichstage zugegangen ist, zeigt, daß die Anprüche und Forderungen, welche im Jahre 1895 an den Afrikafonds herantraten, mannigfach und vielseitig waren, wie es bei der in stetem Fluß begriffenen Entwickelung unserer kolonialen Die Ausgaben für Verhältnisse nicht anders zu erwarten ist. das Togogebiet bezogen sich wesentlich auf eine Unterstützung der Togoexpedition und der topographischen Arbeiten des Dr. Gruner, Lieutenant v. Döring und der botanischen des leider verstorbenen Botanikers E. Baumann. In Ramerum sind be sonders die botanischen und meteorologischen Arbeiten weiter geführt und Subventionen zur Herausgabe von Karten bewilligt. In Ostafrika hat Dr. Lent feine topographischen Aufnahmen am daher diese sehr werthvollen Arbeiten nur ein Torso geblieben; Kilimandscharo leider nicht zu Ende führen können, und es sind Aus diesem hyperloyalen Adreßentwurfe ersieht man, daß doch wird der Versuch gemacht werden, das überreiche Material die Schmeicheltünfte des Grafen Badeni die Jungczechen firre für die im Wert befindliche Karte von Deutsch- Ostafrika im Maß Konftantinopel, 25. Januar. Aus amtlicher türkischer ftabe von 1: 300 000 zu verwerthen. In erfreulicher Weise hat unter gemacht haben. Das Ergebniß der Verhandlungen der Jung: Quelle verlautet: Nach eingelangten Berichten betrug die Zahl den Offizieren und Beamten des Schußgebietes das Verständniß für czechenpartei mit dem Ministerpräsidenten scheint zu sein, daß der zur Zeit der Einnahme der Kaserne von 3eitun durch die die Wichtigkeit der Beschaffung von Unterlagen für eine Berbesserung die Vertreter der czechischen Bourgeoisie sich auf die Betonung Insurgenten in derselben befindlichen türkischen Soldaten 562, der Karten Ostafrifa's Play gegriffen, wie die Fülle des zu ihrer nationalen Wünsche beschränken und vollkommen auf ihre wobei die Zahl der Wachmannschaft von Gridjek und Ghenksun strömenden Kartenmaterials zeigt. Eine wefentliche Beihilfe hat fonft zur Schau getragenen demokratischen Forderungen ver- nicht mitgerechnet ist. Von diesen Soldaten konnten sich zu ver- der Afrikafonds für die Malaria- Untersuchungen des Dr. Plehn in zichten. Die deutschen Abgeordneten haben es abgelehnt, an der Be- schiedenen Zeiten nur 97 in Sicherheit bringen. In dem Bette Tanga und für die meteorologischen Arbeiten des Dr. Maurer des Zeitun durchfließenden Wassers wurden an 60 Leichen bewilligt, da im lekteren Falle das bisherige Beobachtungsrathung der Adresse in der Kommission theilzunehmen. von Muselmanen gefunden, welche unter den material nicht vollwichtig war, um aus ihm zuverlässige grausamsten Umständen ermordet worden Schlüsse und Mittelwerthe über die klimatischen Verhältnisse abwaren. In allen übrigen Theilen des Reiches herrscht voll zuleiten. Ostafrika war daher auch das einzige deutsche waren. In allen übrigen Theilen des Reiches herrscht voll zuleiten. Schutzgebiet, über dessen Klima troh der Massenhaftigkeit ständige Ruhe und Ordnung. des eingegangenen Materials zuverlässige Daten nur in sehr geringem Umfang bis jetzt haben veröffentlicht werden können. zu der neuen Expedition in Neu- Guinea hat der Afrikafonds ebenfalls einen erheblichen Beitrag geliefert. Die Expedition soft, von Stephansort an der Astrolabebat aus vordringend, die Lage des Bismarckgebirges aufklären und einen der höchsten Gipfel zu ersteigen suchen, um sodann den Rückweg ist östlicher Richtung auf Finschhafen zu nehmen. Fernere Zuwendungen sind für Sprachforschungen, die botanische Zentralstelle, wissenschaftliche Sammlungen und das Institut Rolonial gemacht worden. Defn Fonds standen bis jetzt jährlich 200 000 M. zu Gebote. Ungarn. Budapest, 25. Januar. Abgeordnetenhaus. Graf Apponyi motivirt feinen Antrag über eine Verschärfung der Bestimmungen beim Wahlverfahren. Der Eine verunglückte Ehrenrettung der Ministerpräsident Baron Banffy, giebt hierauf die Er- Armenier. Die Evang. Allianz" veröffentlicht, Authentische flärung ab, er habe nichts dagegen einzuwenden, daß dieser An- Nachrichten über Einzelheiten der Megeleien in der Türkei". Es trag einem Ausschusse überwiesen werde, jedoch ohne daß das Haus soll damit bewiesen werden, daß alle Gewaltthätigkeiten von den über den Zeitpunkt der meritorischen Verhandlung dieses Antrages Türten ausgegangen seien und die armen Armenier zu Taufenden schon jett endgiltig Beschluß faffe. Im weiteren Verlaufe geht abgeschlachtet wurden. Hunderte von armenischen Kirchen seien die Debatte auf den Titel Obergespane über. Der ehemalige zerstört, viele Armenier wären dem sicheren Tode nur dadurch Kultusminister, Graf Csaty, bringt einen Antrag ein, entgangen, daß sie ihren Glauben abschwuren und zum Islam wonach weder an Reichstags Abgeordnete übertraten. Reichstagsabgeordnete Demgegenüber weist der Hamburgische Kor. noch an Regierungsbeamte Bortonzessionen respondent" auf eine Mittheilung der Mostowskija Wjedo oder endgiltige Konzessionen bei dem Bauwosti" über den Vandalismus hin, welchen die Armenier in von Vizinalbahnen ertheilt werden dürfen. Transkaukasien ausüben. Die dortigen Geistlichen beklagen sich Der Minister des Innern, Perczel, erklärt sofort, er fei bereit, fortwährend über zerstörte Kirchen, Heiligenbilder und über verdiesen Antrag anzunehmen, meritorisch werde sich der Handels- ftümmelte Grabschriften und historische Denkmäler. Das genannte minister hierüber äußern. Er habe den Obergespan Dr. Miklos noch gestern zu einer Aeußerung anläßlich der gegen ihn er hobenen Beschuldigungen unlauterer Betheiligung an dem Bau einer Eisenbahn aufgefordert, worauf dieser seine Demission Dr. Miklos wurde heute aus dem Klub der liberalen Partei und allen Rafinos gestrichen. " russische Blatt versichert, daß diese Klagen durchaus nicht auf irgend welcher Mystifikation, sondern lediglich auf Wahrheit be ruhen. Den Armeniern ist besonders daran gelegen, zu beweisen, daß ihr Stamm ältere Rechte in Transkaukasien hat als der der Grusiner, und für diesen Zweck ist ihnen kein Mittel zu schlecht. Die Verwaltung liegt dort meistentheils in Händen von Armeniern, so daß die Klagen nur durch muthige Geistliche in die Deffent lichkeit gelangen können. Vertreter aller Parteien des Reichstages hatten eine Borbesprechung über die geschäftliche Behandlung des bürgerlichen Gefeßbuches, die nach Abmachung der anwesenden Abgeordneten als streng vertraulich zu betrachten war. Troßdem theilte die Bost" in ihrer Nr. 23 einiges aus diesen Verhandlungen mit. " Post" in ihrer Nr. 23 einiges aus diesen Verhandlungen mit. mit der Wahrheit umgeht, illustrire folgendes: Alles wesentliche, was die" Post" aus dieser Besprechung mittheilt, ist direkt der Wahrheit" widersprechend. Vorab mag eins bemerkt werden. mit Rücksicht auf den lediglich informatorischen Charakter jener Budapest, 25. 25. Januar. Abgeordneten haus. Besprechung und mit Rücksicht auf vorher über diese Berathung Ministerpräsident Baron Banffy willigt ein, daß der von freifonservativer Seite nahestehender Stelle Antrag des Grafen Apponyi nach seiner Erledigung im Aus Washington, 25. Januar. Die Subkommission für breiteten unwahrheiten war zu Beginn der Besprechung schuß zugleich mit dem Gesetzentwurfe über die Kurial: Schifffahrt des im Schooße des Senats bestehenden Handels- I hervorgehoben, daß die Besprechung einen streng vertraulichen überreicht habe. Amerika. ver= 410 2 " Hermann Gelbe; in Wandsbed verlor unsere Partei in Todtenliste der Partei. In Leipzig starb der Genosse Karl Meyer einen braven Mitstreiter. Genoffe David Döbereiner in Hof, der stets in der vordersten Reihe der Kämpfer für unsere Sache stand, ist im Alter von kaum 38 Jahren gestorben. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Gewerkschaftliches. " Charakter behalten und aus derselben nichts veröffentlicht habe. Das Verständniß für diese Nothwendigkeit könne aber der Schriftführer Gareis, zum zweiten Fröhlich, zu Revisoren werden solle, da sie lediglich dem Seniorentonvent als Unterlage Arbeitermasse nicht theoretisch beigebracht werden, sondern nur Braun, Thiel und 2amprecht, zum Hilfsfafsirer für den für die Art der Berathung dienen sollte. Diesem Wunsch wider- dadurch, daß unsere Genossen die Führung Norden Berkhan, für den Often Leonhardt, für den Südosten Sprach niemand. Der Berichterstatter der freikonservativen ihrer wirthschaftlichen Kämpfe übernehmen und Fauft, für den Süden Riethdorf, für den Westen Lehmann, für Boft" scheint gemeint zu haben, seinem Anstandsgefühl und den die Kollisionen der Arbeiter mit den Unternehmern und der sie Schöneberg Henze, für Moabit Thiede und für Wedding und Sodann verlas der Intereffen der Post" dadurch gleichermaßen zu genügen, daß er schüßenden Staatsmacht ausnutzen, um den Arbeitern den Zu- Gesundbrunnen Hermann Raschte. lediglich unwahrheiten dieser freikonservativen und vielleicht auch sammenhang zwischen ihren Lebensinteressen und der politischen Raffirer die Abrechnung vom 4. Quartal 1895. Diese ergab eine anderen Zeitungen übermittele. Demgemäß theilt er eine Reihe von Freiheit klar zu machen. Einnahme von 538,01 M. und eine Ausgabe von 443,29 M., Einzelheiten aus der Besprechung mit, die lediglich dem Gebiete In der letzten Zeit ist es unseren Genossen in einigen Fällen demnach blieb ein Bestand von 94,72 M. Die ganze Jahres albernfter Erfindungen angehören und frönt sein Lügengebäude thatfächlich gelungen, durch den Beistand, welchen sie den Ar- einnahme betrug 2271,74 M. und die Ausgabe 2164,77 m., 1540 Mart, die an die Hauptkaffe abgesandt mit der Behauptung, es sei beschlossen, nur einzelne Materien beitern bei ihren wirthschaftlichen Kämpfen geleistet haben, in inkl. Es blieb also ein Bestand von 116,97 Mart. an die Kommiffion zu verweisen. Die Tendenz dieser Lügen der Arbeitermaffe Eympathien für die sozialdemokratische Bes wurden. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. geht offensichtlich dahin, dem Reichstag das Anfinnen einer wegung zu erwecken. Hierauf hielt en bloc- Annahme schmackhafter zu machen. Wir hätten aus jener Besprechung nichts mitgetheilt, weil sie eben streng vertraulich schilderte dann die Verhältnisse auf dem Bau der Straußischen Genosse Paul Jahn einen Vortrag über den Werth der Verfürzung der Arbeitszeit, der großen Beifall fand. Ein Kollege war und lediglich eine interne Angelegenheit des Reichstags beschilderte dann die Verhältnisse auf dem Bau der Straußischen Dort zahle der traf. Nachdem aber die albernen unwahrheiten durch die" Post" Aktiengesellschaft in der Potsdamerstraße. und ihre Hinterleute verbreitet sind, nehmen wir keinen direktor der Aktiengesellschaft angeordnet habe, den durchAnstand, den wahren Verlauf jener Besprechung mit Maurerpolier Stief Löhne von 45 bis 55 Pf., trozdem der Subzutheilen. Jene Besprechung sollte lediglich dazu dienen, schnittlichen Lohn von 55 Pf. zu geben. Hieraus könne dem Seniorentonvent eine Unterlage für die Entscheidung man ersehen, daß diefer Polier rein willkürlich verfahre. Ferner Genosse Wilde in Solingen, der frühere Re- erlaube sich dort der sogenannte Poſtengeselle ganz unzu geben, welche Art der Behandlung des Gesezentwurfs die zweddienlichfte fei. An weddienlichste fei. An der Besprechung nahmen die Abgg. dakteur der Bergischen Arbeiterftimme", stand am 24. Januar gehörige Redensarten gegen die Gefellen. Leider gäbe es auf Spahn( ultr.), yon Buchka( tons), von Cuny( natl.), vor der Strafkammer zu Elberfeld. Das 71. Infant.- Reg. in diesem Bau auch Gefellen, die sich freuten, wenn einer der unSchröder( fr. g.), Kaufmann( fr. Vp.), Stadthagen Erfurt foll durch einen der Erfurter Tribüne" entnommenen bequemen Mahner, der sie an ihre Pflicht erinnert, einer Orga( Soz.), von Dziembowsti- Pomian( Pole) und Biel- Artikel beleidigt worden sein. Genosse Hülle in Erfurt wurde nisation beizutreten, Feierabend bekommt, weil er gegen die baben( Ant.) theil. Nur von einer Seite, deren Ausführungen deut- von derselben Anklage freigesprochen, in erster Instanz Uebelstände auf dem Bau Einspruch erhob. Angesichts solcher lich zeigten, daß sie weder mit dem Inhalt noch mit der Form des Gesetz auch Genoffe Wilde. Die Straffammer tam gestern zum Schuld- Elemente werde es wohl sehr schwer halten, eine Lohnbewegung, Entwurfs auch nur annähernd bekannt sei, wurde als Herzenspruch und verurtheilte den Angeklagten zu 20 M. Geldstrafe. falls sie uns aufgezwungen werde, einigermaßen erfolgreich durch wunsch en bloc- Annahme verrathen. Bei den übrigen Abgeordneten zuführen. Hierauf wurde die gut besuchte Versammlung mit beftand Einheit der Anschauung dahin, daß eine Kommissionseinem dreifachen Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung ges berathung durchaus erforderlich ist. Differenzen bestanden nur schlossen. darüber, ob der Weg einer Ueberweisung nur einzelner Ab- Ju Braunschweig dauert der Ausstand der Schleifer Im Verband dentscher Korbmacher, Filiale Berlin schnitte oder ob der Weg einer Ueberweisung des gesammten der Firma Grimme, Natalis u. Ko. unverändert fort. hielt am 20. Januar Herr Guido Geschte einen durch Gefeßentwurfs fchneller zur Erledigung der Borlage führen werde. Einer Meldung des Braunschweiger Volksfreunds" zufolge sieht Experimente erläuterten, fehr amüsanten Vortrag über Hypnotis Da lediglich konservative, freifonservative, nationalliberale, ultra- fich die Firma genöthigt, die Arbeiten nach außerhalb zu ver- mus, wodurch den Zuhörern ein genußreicher Abend bereitet montane und freisinnige Abgeordnete, aber kein Abgeordneter geben, da sich für die Ausständigen bis jetzt noch kein Erfaz ge- wurde. Der Kassirer verlas dann die halbjährige Abrechnung, der sozialdemokratischen Fraktion, der Volkspartei, der polnischen funden hat. die sich wie folgt stellte: Einnahme 92 M., Ausgabe 18,40 M., und antisemitischen Fraktion zu den Berathungen des Entwurfs Zum Kopenhagener Schuhmacherfireik. Die Attien Bestand 73,60 M.; davon wurden an die Hauptkasse 66,78 M. in erster ober zweiter Lefung zugezogen waren, da ferner gesellschaft von W. Schäfer u. Co. in Kopenhagen hat ein abgeliefert, so daß 6,82 m. Ueberschuß bleiben. Die Mitglieders die Berathung nur einzelner Materien u. a. eine endlose M. Wie zahl betrug am Ende des Quartals 99. Der Kassirer D. erhielt zweite Berathung im Plenum nothwendig nach sich ziehen Zirkular folgenden Inhalts verfandt: Herr muß und da endlich eine Verständigung über die Materien, deren Ihnen bekannt, hat der sozialistische Fachverein Schuhmacher- Decharge. An stelle Brückner's wurde Seefeld zum Mitglied besondere Berathung nothwendig erscheint, in der Kommiffion gefellen- Berband" den Kopenhagener Schuhfabrikanten eine der Agitationskommiffion gewählt. Einem Antrag, dieses Jahr fehr leicht sein würde, so wurde fast einstimmig, auch von Arbeitseinstellung verursacht, theils um denselben einen sozia wieder ein Stiftungsfest abzuhalten, stimmten die Mitglieder zu listischen Normalarbeitstag, theils ganz unmögliche Lohnfäße und wählten Vogt, Hannig, Westphal, Neumann, Stadthagen, dem Vorschlag des konservativen Abgeordneten aufzuzwingen, auf welche der hiesige Fabrikantenverein nicht ein- und Maly in das Vergnügungskomitee. Don Buchka zugestimmt, nach der ersten Be= gehen kann, indem unser Lohntarif sehr hoch ist und ein Geselle rathung des gesammten bürgerlichen Gese B bei dem gegenwärtigen Lohntarif einen guten Wochenlohn ver- Nordbahnstr. 15, eine Volksversammlung, wo Genoffe A. Jacobey Reinickendorf. Am Sonntag tagte in Grunow's Lokal, buchs nebst Einführungsgefez einer Kom bienen tann. Unsere Absicht mit diesem Schreiben ist, mission zu überweisen und in dieser zunächst be Sie zu bitten, gefälligst mitwirken zu wollen, über die Frage referirte: Wie stellen sich die Arbeiter Reiniden= daß wir dorfs zur bevorstehenden Gemeindewahl? Der Referent ftimmte Materien sut berathen, auf deren Berathung einzelne Arbeitskraft erhalten können, und sofern Sie junge Fraktionen besonderes Gewicht legen. Der Vorsitzende erhielt flinke Schuhmachergesellen kennen sollten, diese sobald als mög: Ordnung klar vor Augen, daß es nicht richtig sei, bei dem heutigen führte unter Zugrundelegung der Städte- und Landgemeindeausdrücklich die Ermächtigung, dies als Wunsch der Theilnehmer lich zu veranlassen, daß fie hierher kommen und Arbeit als an der Berathung dem Seniorentonvent mitzutheilen also die sozialdemokratische Partei von allen Körperschaften möglichst theilen noch mit, daß als besonders zu" berathende Theile des unsere Lohnfäße sind von der Art, daß blos einigermaßen fach- fern zu halten, den Gemeindewahlen gegenüber einen negativen genau das Gegentheil von dem, was die„ Post" vorflunkert. Wir 3wicker nehmen. Die Arbeitszeit ist zehn Stunden täglich und Bestreben aller bürgerlichen Parteien und der Regierungsorgane: bürgerlichen Gesetzbuchs bezeichnet sind:§ 6( Einführung einer lichen Wochenverdienst von 20 bis 24 Kronen erlangen fönnen. Dreiklassen Wahlsystem mit öffentlicher Stimmabgabe bilde fundige Schuhmachergesellen nach kurzer Zeit einen durchschnitt- Standpunkt einzunehmen. Das hierbei in Frage kommende Entmündigung wegen Trunksucht),§ 10( Folgepflicht der Frau), Die ersten 14 Tage, oder bis die betreffenden die nothwendigen ohnehin für die bürgerlichen Parteien ein feftes Bollwert, § 108( Beschränkung des väterlichen Rechte),§§ 21-85 Guristische Personen, Vereinsrecht),§§ 221--225( Selbsthilfe, Fertigkeiten erlangt haben, garantiren wir denselben einen festen welches unsererseits schwer zu durchbrechen ist; indessen Aufhebung der persönlichen Freiheit aller Arbeiter), SS 285, ohn von 15 Kronen pro Woche, und es ist selbstverständlich, bat die sozialdemokratische Partei auch hier mit Erfolg daß fobald betreffende ihre Arbeiten zu unserer Zufriedenheit Bresche gelegt. Der Einwand, daß die Gemeinde 267, 331, 340-355, 381-390, 892-407( durchweg: besondere ausführen, sie auf dauernde Arbeit rechnen können. Wir hoffen, wahlen Leschneidung der schmalen Rechte des werkthätigen Volts), daß es Ihnen glücken möge, uns einige Leute zu schaffen" 2c. eine höhere politische Bedeutung nicht hätten, $$ 527-589( Miethe und Pacht),§§ 603-641( Arbeits Zu diesem Zirkular, das in dänischer, schwedischer Mortes als staatliche Organisationen anzusehen sind, und überall, fei insofern hinfällig, als die Gemeinden im wahren Sinne des und Wertvertrag).§§ 808-838( Sonderrechte für Jagd und deutscher Sprache versandt worden ist, wurde uns aus wo bisher die sozialdemokratische Partei Gelegenheit gehabt habe, befizer, Verantwortungsfreiheit der Beamten bei Kopenhagen berichtet:" Der ganze Inhalt des Birkulars ist un- durch Vertreter in den Gemeinden mitzuarbeiten, sei die Nüglichunerlaubten Handlungen),§§ 1282-1568( hren recht),§§ 1569-1750( Unterhaltungspflicht und Rechte fondern die Fabrikanten haben ihn durch Kündigung des Lohn- wahlen erwiesen. Er( Referent) fordere daher auf, auch an der wahr. Nicht der Fachverein ist schuld an der Arbeitseinstellung, feit und Nothwendigkeit der Betheiligung an den Gemeindeunehelicher Kinder),§§ 1751-1899( Vormundschaft). Bor furzer Zeit äußerte König Stumm, der Alleinherrscher schnittslohn, sondern nach einer Statistik aus dem vorigen Jahre lebhaftem Beifall aufgenommenen Bortrage folgte eine rege Dis. tarifs hervorgerufen. Weiter sind nicht 20-24 Kronen der Durch bevorstehenden Gemeindewahl energisch theilzunehmen. Dem mit aller Neunkirchener, eine Zeitungsnachricht sei unwahr, wenn sie in einem ihm besonders verhaßten Blatte stände. Die„ Poſt" ist betrug der Durchschnittslohn bei etwas über 300 Arbeitern nur tusfion, in der die Genoffen Schilling, Knauf, Glas, Leiborgan bes bekannten Herrn. Schade, wenn diese Abladestelle 15 Kronen ist es ebenfalls nichts, denn die Firma J. Johnsen Betheiligung an der bevorstehenden Gemeindewahl aufforderten. etwas über 17 Kronen. Mit dem garantirten Wochenlohn von Döllfert, Gramm und Malinowski sämmtlich zur für fapitalistische und sonstige unwahrheiten Herrn Stumm ver 3. B., deren Inhaber Vorsitzender des Fabrikantenvereins iſt, Folgende Resolution wurde darauf einstimmig angenommen: haßt würde. Wir empfehlen das Blatt der Schlotbarone und stellt das ganze Jahr Schuhmachergesellen zum Zwidenlernen Die heutige Boltsversammlung ist mit den Ausführungen des Wir empfehlen das Blatt der Schlotbarone und Schnüffelkunden nach wie vor der Gunst des Frhrn. v. Stumm. ein; den ersten 14 zahlte er fage und schreibe: sechs Kronen Referenten in allen Punkten einverstanden und erklärt, mit aller Wochenlohn, und die Gesellen werden in der Regel Kraft dafür eintreten zu wollen, daß die Sozialdemokratie bei bald wieder entlaffen. Die dänischen Schuhmacher bitten nach der bevorstehenden Gemeindewahl weitere Siege zu verzeichnen allem die deutschen Kollegen auf das inständigste, sich hat." Hierauf wurde ein Wahlkomitee ernannt, das aus den Von der Agitation. In Bernburg sollte am legten bei Arbeitsangeboten aus Dänemark vorzusehen und den Kopen: Genossen: Bauli, Granatenstraße 4; Lucas, Kleine Lette Dienstag Genoffin Kähler in einer Versammlung über: Die hagener Kameraden Solidarität zu bewahren. Durch das in Kolonie, Straße b Nr. 6 und Malinowski, Wilkestr. 30, wirthschaftliche Lage der Frau reden. Dem Gin Gotha erscheinende Schuhmacher Fachblatt werden die deutschen besteht. Diese sowie auch Genosse Schilling, Berlinerftr. 2b, berufer der Versammlung ging jedoch auf seine Anmeldung folgendes Schuhmacher fortgesetzt über den Stand des Streits in Kopen- find bereit, für diejenigen, welche teine Beit polizeiliche Schreiben zu:" Die heute eingegangene Anmeldung ent. hagen unterrichtet werden. haben, die Wählerlisten einzusehen. Die Listen liegen noch spricht nicht der gefeßlichen Vorschrift, indem der 3 wed der Beres bis 30. Januar von vormittags 8 bis nachmittags 4 Uhr im fammlung nicht genau angegeben ist. Die Abbaltung Amtsbureau zur Einsicht aus. Genoffe Döllfert fritisirte noch unter großer Seiterkeit der Versammlung das miserable Pflaster in 4 Partei- Nachrichten. der Versammlung ist baber unzuläffig." Bergangenen 0 Versammlungen. = Herbst hat dieselbe Tagesordnung derselben Behörde Eine Gedächtniß Feter. Am 28. Januar sind zehn der Aprendestraße. Gine Anfrage Beidler's, ob es wahr sei, daß genügt, um ihr genügend Klarheit über den Zweck der Jabre verflossen, daß eine große Anzahl Mitglieder der die Gemeindevertretung zur Feier des 18. Januar 300 M. zu Bersammlung zu verschaffen. In Karlsruhe wurde eine polnisch sozialistischen Partei Proletariat" der ruffifchen einem Feſteffen bewilligt habe, wurde von dem GemeindeverVersammlung, in der Genosse Hoch aus Hanau über die Bes Despotie zum Opfer fielen. Vier der Angeklagten: treter Knauf dahin beantworte, daß allerdings ein solcher deutung der Gründung des Deutschen Reiches für das Proletariat" Peter Bardowski, Friedensrichter; Stanislaus Antrag von der Majorität der Gemeindevertretung angenommen, sprach, vom überwachenden Amtmann aufgelöst. Runidi, Ingenieur, Michael Disowski, Echuhmacher dagegen der Antrag der sozialdemokratischen Vertreter, diese den Veteranen zu Partei Organisation. Im sozialdemokratischen und Tuchmacher Johann Pietrusinski wurden zum Tode dreihundert Mart unter Verein in Stuttgart erstattete der Vorsitzende am durch den Strang, die übrigen 23, darunter viele Warschauer vertheilen, in der betreffenden Sitzung abgelehnt sei. Nichts 23. d. M. den üblichen Jahresgeschäftsbericht, aus dem zu er- Studenten zu 10 bis 20 Jahren 3wangsarbeit in den sibirischen desto weniger habe man ein menschliches Rühren gefühlt Vier Galgen und 283 Jahre schwerer und durch freiwillige Sammlungen eine entsprechende Summe, fehen war, daß im Jahre 1895 32 Borstandsfizungen und Bergwerken verurtheilt. 9 öffentliche Parteiverfammlungen stattgefunden haben; außer Arbeit" war das Urtheil der blutdürftigen Kreaturen des russischen ca. 300 Mark, zusammengebracht, welche alsdann unter den dem wurde eine Märzfeier, eine Maifeier und eine Gedächtniß- Baren, das am 20. Tezember 1885 von ihm bestätigt wurde und Beteranen vertheilt worden sei. Mithin habe der Antrag feier für den Genossen Engels veranstaltet. Die Gesammtzahl am 28. Januar 1886 von seinen Henkern vollstreckt wurde. der sozialdemokratischen Vertreter doch sein der Mitgliedschaft Stuttgart beläuft sich gegen 1300. Nach dem Im Angesicht ihres Todes unter dem Galgen riefen die vier Gutes gehabt, nur wollte man dem Antrag, weil von Es lebe das Proletariat!" Es lebe die Freiheit!" fich Raffenbericht beliefen die Einnahmen des Opfer: uns gestellt, nicht stattgeben. Mit einem dreifachen Hoch auf Bereins auf 3833,39 M., einschließlich 128,08 M. Raffen Unsere Genossen in Polen haben für eine raftlose achtjährige die Sozialdemokratie ging alsdann die Versammlung aus bestand; die Ausgaben betrugen 3683,55 Marf, wovon Thätigkeit für das Proletariat diese Opfer tragen müssen; die einander. 1176,60 m. an die württembergische Landestaffe abgeliefert Opfer unserer polnischen Genoffen, welche langfam in den wurden. Für die Essener Verurtheilten wurden bis jetzt über russischen Kerkern und den sibirischen Bergwerken zu Tode 1600 W. gesammelt. Bum Borsigenden des Vereins wurde Ge gemartert werden, belaufen fich bis heute nach vielen Tausenden. Die polnischen Sozialisten Preußens, Desterreichs und noffe Sperta gewählt. auch aus Anlaß dieser vor Rußlands veranstalteten 10 Jahren an ihren Genossen begangenen Morde in allen größeren Städten Gedächtnißfeiern. Der Geal fonnte die Theilnehmer nicht faffen, viele der ErEine solche fand am Sonntag in Berlin bei Zubeil statt. London, 27. Januar.( W. Z. B.) Nach einer Depesche aus schienenen mußten in dem angrenzenden Zimmer Play suchen. Cardiff wurden in einer Rohlengrube bei Tylorstown inGenosse Wawziynkiewicz gab einen längeren Bericht über die folge einer Explosion 80 Bergarbeiter verschüttet Thätigteit der 4 hingerichteten Genoffen, worauf die Anwesenden das Andenken der Märtyrer für bie Proletarierfache durch Auf- Die Zahl der Umgekommenen ist noch unbekannt. stehen von ihren Plägen ehrten. Nach einer sehr regen Disfussion wurde zum Schluß eine Resolution angenommen, in der das Andenken der Hingerichteten gefeiert und das Gelöbniß abgelehnt wird, im Geiste der Verstorbenen weiter zu wirken. Dersozialdemokratische Wahlverein in Elms. born weist in feiner Abrechnung in Einnahme und Au 3. gabe 2235,26 9. aus, gegen 1994,34 M. im Vorjahre, also ein Mehr von 240,92 m.; die Mitgliederzahl belief sich auf 181, gegen 120 im Vorjahr. Amnestirt ist auch Genosse Klement in Raiser 3 lautern von 3 Strafen, darunter einer wegen groben Unfugs, den er begangen haben sollte, weil er gelegentlich eines Jubel feftes des 8. Infanterie- Regiments sein Haus mit einer rothen Fahne dekorirt hatte. Gemeinderathswahlen. Der sozialdemokratische Wahl verein in angenbielau beschloß, sich an den im März stattfindenden Gemeinderathswahlen durch Aufstellung eigener Randidaten zu betheiligen. " Depelthen und lehte Nachrichten. Marburg, 27. Januar.( W. Z. B.) Die Meldung, wonach Professor Dr. Behring demmächst zwei neue Mittel gegen Cholera und Tuberkulose veröffentlichen werde, wird als unrichtig be zeichnet. London, 27. Januar.( W. T. B.) Nach weiteren Meldungen wurden von den bei der Explosion in einer Kohlengrube bei Tylorstown verschütteten Bergarbeitern 38 lebend herausgebracht; 15 Leichen wurden geborgen; 42 Bergleute werden noch vermißt. Eine Mitgliederversammlung des Verbandes der London, 27. Januar.( W. Z. B.) In der hiesigen Presse Maurer der Zahlstelle II Berlin tagte am 19. Januar bei verbreitete Meldungen aus Madagaskar vom 23. d. Mt. berichten Ueber die Art der sozialistischen Agitation in Rußland Cohn, Beuthstr. 22. Nachdem der Bevollmächtigte die Anwesen von einem Aufstande der Eingeborenen gegen die Hovas im wird uns geschrieben: Eine unter dem Titel Ueber die Agitation" den zum neuen Jahre begrüßt und sie aufgefordert hatte, recht Distrikte Vatomandry. Ein norwegischer Händler namens Engle unter unseren Genossen in Rußland verbreitete hettographirte rege für den Verband zu agitiren, berichtete er über die Thätig, und mehrere Hovas- Offiziere wären getödiet worden. Der AufBroschüre fritifirt die zur Zeit dort übliche Methode Anhänger keit der örtlichen Verwaltung im verflossenen Jahre. In den stand gewinne täglich an Ausdehnung. 2 Wanderversammlungen Mitglieder- und für unsere Ideen zu gewinnen, die darin bestand, daß 11 Washington, 26. Januar.( W. Z. B.) Der Staatssekretär fleinen Zirkeln bie begabtesten Arbeiter in über die mehrere wissenschaftliche Vorträge abgehalten die des Auswärtigen Olnen erhielt ein Telegramm des amerikanischen Theorie des wissenschaftlichen Sozialismus belehrt wurden. Vereinsangelegenheiten zur Zufriedenheit aller erledigt. Auch Konsularagenten in Johannesburg, daß alle Gefangenen Diese Arbeiter verfören durch ihre einseitige Beschäftigung hinsichtlich der Mitgliederzahl könne man, trotzdem sie noch nicht amerikanischer Nationalität mit Ausnahme eines mit der abstrakten Wissenschaft die Fühlung und den so groß ist, als sie eigentlich sein müßte, mit Befriedigung auf einzigen, namens Hammond, gegen Ehrenwort frei Einfluß auf die Arbeitermasse. Es sei überhaupt nicht das verflessene Jahr zurückblicken. Hierauf schritt man zur gelassen worden seien. Der Staatssekretär wies den Konsular zu erwarten, daß diese lettere sich für das Jdeal der politischen Neuwahl der örtlichen Verwaltung und wählte zum ersten agenten darauf telegraphisch an, der Regierung der SüdFreiheit begeistern werde, bevor sie die Nothwendigkeit derselben Bevollmächtigten Worm, zum zweiten Leonhardt, zum afrikanischen Republik im Namen der Vereinigten Staaten für die Wahrung ihrer materiellen Interessen begriffen ersten Kassirer Baganz, zum giveiten Panzer, zum ersten direkte Vorstellungen zu machen. und wurden Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag ven May Baving in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berlintt VoMlatt. Ur. 33. Dienstag, den 38. Januar 1896. 13. Jahrg. Arbeikev-SAnikätskommiWon. Städtische Gesundheitsaufseher und ein städtisches Gesundheitsamt haben wir von Anbeginn unserer Thätigkeit verlangt, ja gerade der Mangel dieser Ein- richtimgen veranlaßte die Begründung der Arbeiter-Sanitäts- koiuinission. Auch in wissenschaftlich-hygienischen Kreisen wird diese Forderung immer allgemeiner erhoben und mit dem Hin- weis ans die mangelhafte Vertretung der öffent- lichen Gesundheitspflege in unseren städtischen Behörden begründet. In Nr. 1 der„Hygienischen Rund- schau" vom l. Januar 1SS6 schreibt Professor Karl F r ä n k e l am Schluß eines längeren Aussatzes über„Wasser- fillration und Rieselwirthschaft": Wer die Berichte über die beiden Sitzungen der Berliner St'dtvcrordnetcn-Versammlnng vom 21. November und 5. De- zeniber 1895 liest, wird erstaunt sein über die Weisheit, die hier vielfach aus angeblich„berufenem" Munde, von den hygienischen Bcrathern der Stadt zu Tage gefördert wird. Namentlich die Erörterung über die Wasserversorgung ist nach dieser Richtung sehr lehrreich; nur ein sozialdemokratischer Arzt vertritt den Standpunkt der neueren Gesundheitspflege, während besonders der eine seiner Gegner, gleichfalls ein Mediziner und Inhaber einer hohen Ehrenstelle in der Versammlung, seinen Zuhörern einen Gallimathias auftischt, der wirklich über jedes erlaubte Maß hinaus- geht. Das sollte nicht vorkommen. AlledieseFragenstndvielzuwichtig und viel zu kostspielig, als daß man sie Dilettanten überlassen dürfte, die gewiß ganz gute Leute, aber herzlich schlechte Mnsi- kanten sind. Die Zeiten der Amateurhygiene sind vorüber, e»d- giltig vorüber; unsere Wissenschaft erfordert heute eine eingehende und umfangreiche fachmännische Ausbildung, die sich nicht so nebenher erwerben läßt. Man hat in letzter Zeit von ver- schiedenen Seiten wieder die Gründung eines unter sachverstän- diger Leitung stehenden städtischen Gesundheitsamts in Berlin als»othwendig bezeichnet, und man wird angesichts der eben angeführten Thatsachen die Berechtigung dieses Verlangens nicht bestreiten wollen. Schon sind auch einige Gemeinwesen, wie Bremen und namentlich Hamburg hier mit gutem Beispiel voran- gegangen; die Hauptstadt wird im eigensten Interesse nicht lange mehr zögern dürfen, nachzufolgen. »* Dresden er str. 55 im Americain-Theater befindet sich die Herrenretirade in einem überaus vernachlässigtem Zustande. Am Abend der Untersuchung war in dem Pissoir ein ekelhafter Gestank. Die Urinpfützen waren derart, daß man nicht treten konnte; Schmutz und Spinnweben in den Ecken. Von den drei Klosets war eins sauber und hatte Spülung, das zweite war entzwei, das senkrechte Brett unter dem Sitz war losgetrennt, so daß man die Hand durchstecke» konnte. Wer das Kloset benutzte, setzte sich der Gefahr aus, sich zu besudeln. Das dritte Kloset war verstopft und die Wasserspülung funktionirte nicht. Novalis st raße 5. Die auf dem zweiten Hof belegene Molkerei mit ca. 16 Kühen verbreitet durch ihr Schlempelager und ihre ohne Rücksicht auf die Miether am Tage erfolgende Dungabfuhr einen ekelhaften Gestank, der besonders in de» oberen Etagen unerträglich ist und die Leute am Lüften hindert. A l t e I a k o b str. 20. In der Holzfraiserei und Schneiderei von Voigt und Krämer, Qnergeb. 2 Tr., herrscht schlechte staub- erfüllte Luft, da keine Ventilation vorhanden ist. Wasserleitung gibt's im Fabrikgebäude selbst nicht, die auf dem Hos befindliche Leitung liefert Wasser von schlechtem Geschmack, weshalb sich die Arbeiter ihr Trinkwaffer aus der Alte» Jakobstr. 120 holen inüssen. Infolge dieses Mangels ist, wenn sich ei» Arbeiter ge- schnitten oder an der Fraise verletzt hat, nicht gleich Wasser zur Stelle. Auf dem Hof befinden sich für ca. 150 Arbeiter 4 un- verschlossene Klosets, die nicht ausreichen, Abends nicht beleuchtet und trotz zweimaliger Reinigung in der Woche fast stets un- sauber sind. Schönhauser Allee 166, Hof rechts 3 Tr. links. Woh- nung(Stube und Küche) vollkommen naß, der Waschboden für das ganze Haus befindet sich darüber. Wände, Möbel und Kleidungsstücke sind mit Schimmel bezogen; die Mietherin klagt über Kopfschmerz und Reißen, doch will der Wirlh die Leute nicht ziehen lassen. B e s s e l st r. 7, Vorderhaus, Dachwohnung. Die Zustände find den oben geschilderten ähnlich, doch fast noch schlimmer; in der Küche läuft das Wasser durch die Decke. Im Zimmer sind an der Leiste morsche Stellen im Fußboden mit dicke» Schimmel auflagerungen. Auch diese„Wohnung" ist unbewohnbar. C u v r y st r. 43, erstes Quergebäude 2 Tr. Wohnung aus Stube und Küche. Die Wände naß, sogar die Kleider im Schrank mit Schimmel bedeckt. Die Räume sind durchaus un- bewohnbar, wie auch der untersuchende Polizeilieulenant fest- gestellt haben soll, daß ebenfalls die darüber- wie darunter- hsgeiide» Wohnungen naß sind. Aber— der Wirth läßt den Miether trotzdem nicht ziehen. N a u n y n st r. 29, Quergebäude 3�/s Tr. Die nach 3 Seiten freiliegende Wohnstube hat frei herunterhängende, auf Leinwand geklebte Tapelenwände, da die dahinter liegenden Mauern naß sind, daß das Wasser herunterläuft. Die Familie ist genöthigt, in der Küche zu wohnen und zu schlafen, die Frau kränkelt beständig. P a s s a n e r st r. 35. In dem neuen, zu ebener Erde ge- legenen Lokal des Gastwirths Schorz herrscht faule, modrige Luft, Schimmel findet sich dick an allen Wänden, sodaß die Tapeten verfaulen. In der Speisekammer ist es ebenso naß wie in den anderen Räumen, Fleisch- und andere Eßwaaren verschimmeln bald und verderben. Die Frau klagt über rheumatische Schmerzen. Kloset ohne Abzug, verpestet das Lokal. E l b i n g e r st r. 27,part., beim Schlächtermeister Schirm(Neu- bau). Wohnstube und Küche naß. Wände, Schuh- und Bettzeug ver- schimmeln. In der Küche regnet es durch. Die Fleischwaaren im Laden werde» als ungenießbar von den Leuten zurückgebracht. Frau und Mann haben rheumatische Beschwerden. Der Reviervorstand soll die Wohnung für unbewohnbar erklärt haben— aber ohne Erfolg. Gr. F r a n k fu r t e r st r. 122. Ungesunde Kabusen, 2 Meter lang, IVs Meter breit und hoch, als Schlafräume für die Dienstmädchen 1, 2 und 3 Treppen. In den Seitenflügeln nasse Kellerwohnungen mit Zement-Fußböden. Für die Ärbeiter-Sanitätskommission gingen weiter ein: Von Dr. Bl. u. Fr. LS,—. Vom Lese- und Diskutirklub„Auf- klärung" 6,-.__ Uoksles. Tie Parteigenossen von Rixdorf werden wiederholt auf die Partsispedition aufmerksam gemacht und ersucht, recht- zeitig den„Vorwärts" sowie das„Volksblatt" zum 1. Februar zu bestellen, damit keine Störung in der Spedition stattfindet. Ter Genosse Osterniann wohnt Jägerstr. 70 v. 2 Tr. Der Vertrauensinnnn Dohrmann. Die Liste» zur Gcmeiuderaths- Wahl in Weistensce liegen nur noch bis zum Donnerstag aus. Wer keine Zeit hat, die Listen selber nachzusehen, wolle sich bei folgenden Partei- genossen melden: Karow, Langhansstraße 150, III; Frentz, König- Chaussee Peukert, Langhansstraße 150; Kopf, Langhansstraße 6 I; Pfeifen Müller, König-Chaussee. Von dem Tode eines braven Parteigenossen erhalten wir erst nachträglich Kenntniß. Der Weber Richard B a ch m a n n aus Glauchau ist am 14. d. M. im Krankenhause am Urban ge starben, nachdem er dreiviertel Jahr darnieder gelegen hatte. In seiner Heimath hatte er mit eifrigem Bemühen die Gründung der„Glauchauer Nachrichten" bewirkt; er war einer der opfer- freudigen Genossen, die sich, nachdem sie tagsüber in der Fabrik gefrohndet hatten, in der Nacht an der Druckpresse arbeiteten, um das Blatt zu halten. Als er zu Beginn des Sozialisten- gesetzes nach Berlin kam, war er auch hier mit Eifer thätig. Ehre seinem Andenken! Gegen die gewerbliche Nebenbeschäftigung von Schul- kindern wird wahrscheinlich nächstens auch von Vereinswegen vorgegangen werden. Im Januarheft der Monatsschrift„Die Frau" bespricht die Herausgeberin Helene Lange die(von uns schon vor längerer Zeit mitgetheilten) Ergebnisse der in dieser Frage vorgenommenen statistischen Erhebungen in Rixdorf und Charlottenburg und fordert gleichzeitig, einer ihr gewordenen Anregung folgend, die Frauenvereine, Lehrerinnenvereine, Missions vereine und Vereine vom rothen Kreuz auf, sich zur Bekämpfung des Massenelends unter den gewerblich beschäftigten Schulkindern zusammen zu schließen.„Wir dürfen uns selbstverständlich", fügt sie hinzu,„über die Grenzen unserer Macht nicht täuschen. Wir werden das Kinderelend nicht beseitigen, weil wir die sozialen Ver Hältnisse nicht ändern können, denen es entstammt."„Nicht ändern wollen," wäre richtiger gesagt. Die„Grenzen ihrer Macht" bestimmen sich die Begründer und Leiter solcher Unter nehmungen in der Regel selber. Sie dehnen ihre„wohlthätige" oder„gemeinnützige" Wirksamkeit höchstens so weit aus. als es ohne Schmälerung der Interessen der besitzenden Klasse möglich ist. Daß bei diesem Versahren die Roth der Besitzlosen, der Kinder wie der Erwachsenen, nicht beseitigt oder auch nur in nennens werther Weise gelindert werden kann, das ist allerdings„selbst- verständlich". Schulwesen Berlins. Nach dem jetzt erschienenen Bericht der städtischen Schuldcputation für 1894/95 bestanden Ende 1894 in Berlin insgesammt 375 Schulen mit 5001 Klassen und 231661 Schulkindern, darunter insbesondere 206 Gemeinde- schulen mit 8475 Klassen und 183 338 Kindern. Es kamen durchschnittlich auf 1 Gemeindcschule nahezu 17 Klassen und 890 Kinder, auf 1 Klasse nahezu 53 Kinder. Man vergleiche damit folgende Zahlen: Es kamen durchschnittlich auf 1 Klasse der königlichen Vorschulen 43, der städtischen 50, der königlichen Gymnasien 35, der städtischen 31, des königlichen Real- gymnasinms 37, der städtischen 33, der städtischen Ober-Real- schulen 36, der städtischen Realschulen 36, der städtischen höheren Mädchenschulen 37, der städtischen 46 Kinder. Eheschliestnnaen. In Berlin sind im Jahre 1395 17 248 Ehen geschlossen worden, dagegen in den Vorjahren (zurück bis 1890): 16 820, 16 955, 16 999, 17 649, 17 810. Die absolute Zahl der Eheschließungen ist also 1895 zum ersten Male(seit 1890) wieder etwas gegen das Vorjahr gestiegen, um 423. Ob auch relativ(im Vergleich zur mittleren Be- völkerung) eine Zunahme stattgefunden hat, läßt sich noch nicht völlig übersehen, da für 1895 die Berichtigung der Fortschreibung der Bevölkerungszahl(nach dem vorläufigen Ergebniß der Zählung vom I. Dezember 1395) erst bis Ende September aus geführt ist. 1394 machten die Eheschließenden rund 20l/e auf 1000 der mittleren Bevölkerung(mit der Berichtigung nach dem Zählungsergebniß) aus. Brausewetter- Prozesse. In der gestrigen General- Versammlung des Bezirksvereins Alt-Cöln wurde dem„Berliner Tagebl." zufolge beschlossen. Schritte vorzubereiten, durch welche ein Wiederausnahme- Verfahren in denjenigen Prozessen ermög- licht wird, die in den letzten Wochen der Amtsthätigkeit des Herrn Brausewetter vor seiner Kammer verhandelt wurden und eine Verurtheilung der Angeklagten zur Folge hatten. Gewerbe-Ausstellung und öffentliche Sittlichkeit. Der Vorstand des Berliner Mannerbundes zur Bekämpfung der Un- sittlichkeit hat an den Vorstand der Berliner Gewerbe-Ausstellung folgendes Schreiben gerichtet:„In bezug auf die Ankündigung der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896, wonach mit derselben allerlei Schaustellungen und größere Restaurants verknüpft sein sollen, erlaubt sich der Vorstand des Berliner Männerbundes Euer Wohlgeboren die Bitte auszusprechen, Ihren Einfluß dahin geltend machen zu wollen, daß auf dem Ausstellungsgelände nur solche Unternehinungen genehniigt werden, welche volle Gewähr dafür bieten, daß bei ihrem Betriebe jede Verletzung der guten Sitte und des Anstandes streng vermieden wird. Namentlich würde es sich darum handeln, die Errichtung von sogenannten Tingeltangeln und Restaurants mit weiblicher Bedienung zu ver- hindern und dafür Sorge zu tragen, daß in den Theatern nur Stücke zur Aufführung kommen, welche in sittlicher Beziehung unanstößig sind. Euer HochwoHlgevoren würden sich durch solches Vorgehen weite Kreise der Bevölkerung zu Dank ver- pflichten und find wir überzeugt, daß es nur dieser Anregung bedarf, um Euer Hochwohlgeboren zu veranlaffen, auch bei dieser Ausstellung die Interessen der öffentlichen Sittlichkeit ans das „Entschiedenste wahrzunehmen." Mit diesem Ansuchen dürfte der Vorstand des MännerbundeS zur Bekämpfung der Unsittlichkeit wohl wenig Glück haben. Erst das Geschäft und dann— das Vergnügen heißt es bei den Interessenten der Gewerbe-Ans- stellung. Ei» neueS SpirituS-Glühlicht. Es hat nie an Ver- suchen gefehlt, das Haupt-Beleuchtungsmaterial der Gegen- wart, das Petroleum, durch andere Mittel zu ersitzen. Abgesehen von dem Leuchtgase und der Elektrizität, die aber weder für den Haushall noch für isolirte Wohnungen ernstlich in betracht kommen können, da zu ihrer rationellen Er- zeugung größere Zentralanlagen mit kontinuirlichem Betriebe erforderlich sind, haben diese Versuche zu keinen positiven Resultaten geführt. Erst als es gelang, mit Hilfe des Auer'schen Glühkörpers an sich nicht leuchtende. aber sehr heiße Flammen zum Leuchten zu bringen, wurde in der Spiritus-Glühlampe ein Ersatz für die Petroleumlampe gefunden. Um in einer Glühlampe zur Verwendung kommen zu können, muß der Spiritus zunächst vergast und dann, mit Luft gemischt, in einem geeigneten Brenner zur Verbrennung gebracht werden. Die zahlreichen Konstruktionen von Spiritus- Glühlampen erfüllen mebr oder weniger vollkommen die an sie ge- stellten Ansprüche. Sie alle aber leiden an dem generellen Mangel, daß zur Vergasung des Spiritus besondere Heizflammen benöthigt werden, die übelriechende und geradezu gesundheitsschädliche Verbrennungsgase in die Stubenlust ge- langen lassen. Die ani letzten Freitag einem größeren geladenen Publikum vorgeführte Spiritus-Glühlichtlampe der Aktiengesellschaft Helios, die keine besondere Heizflamine be- fitzt, vielmehr durch ihre eigene Leuchtflamme selbsttbätig ihr Brennmaterial vergast, markirt deshalb auch einen ganz erheblichen be- leuchtnngs-technischen Fortschritt. Da dieHelios-Lampe außerdem keinen besonderen Docht braucht, kann auf ein Spiritusreservoir unter- halb des Brenners verzichtet werden, und der Brenner, der dann von einem höher gelegenen Reservoir aus durch Röhren- leitung gespeist wird, kann ebenso leicht und graziös aus Krön- leuchtern, Wandarmen, in Straßenlaternen:c. untergebracht werden wie ein gewöhnlicher Gasglühlicht-Brenner. Die Betriebskosten einer Spiritus- Glühlampe sind bei den gegenwärtigen Spirituspreisen allerdings etwa doppelt bis drei- mal so groß, als die einer gewöhnlichen Petroleumlampe; da aber gleichzeitig die Helligkeit drei- bis viermal so groß als die einer Petroleumlampe ist, so ist eine vollkonimene Spiritus» Glühlampe wohl geeignet, die Petroleumlampe zu ver- drängen. Im Wege stehen nur— wenn man die unvoll- kommenen Spiritus- Glühlampen außer bctrackt läßt— die hohen Aiischaffungskoslen der Spiritus-Glühlampe Helios, die zur Zeit noch 25—30 Mark kostet, weil sie exakt bisher nur durch Feinmechaniker hergestellt werde» konnte. Vorläufig sind sie also für Arbeiter unerschwinglich. Eine Illustration zur städtische» Armen-Krankeupflcge. Wohnt da, so wird uns berichtet, in der B.straße in arm- seliger Kellerwohnung der in den sechziger Jahren stehende Schuhmacher I. W., der sich seinen Lebensunterhalt durch Flickschusterei mühsam erwerben mußte. Der harte Kampf ums Dasein hatte auf W.'s Frau derart eingewirkt, daß sie nun schon seit etwa vier Jahren in der städtischen Jrren-Heilanstalt Herzberge in wohl hoffnungslosem Zustande darniederliegt. Vor Weihnachten erlrankte auch W., und da er ohne jeßen Beistand, auch wohl seinem Körper mehr als dieser vertragen konnte, zutraute, so ließ er nachbarlichen Rath auf Konsnltirung eines Arztes un- beachtet, wohl auch aus dem begreiflichen Grunde, die Kommune Berlin(infolge seiner gänzlichen Mittellosigkeit) um Gewährung armen ärztlichen Beistandes nicht ansehen zu wollen. W.'S Zustand verschlimmerte sich aber derartig, daß er am Sonn- abend, den 4. Januar das Bett nicht mehr verlassen konnte und hilfsbereite Parteigenossen vom zuständigen Armenkommisfions- Vorsteher einen Kranken- resp. Medizinschein beschafften. Dem vorgeschriebenen Armenärzte Dr. med. H., Ackerstraße, wurde von dem schlimmen Zustande des Kranken unter Ueberrcichung des betreffenden Scheines Mittheilung gemacht, und hierbei wurde der Arzt gebeten, den Kranken doch sofort zu besuchen. Man hatte indeß nicht mit dem bureaukratischen Formalismus gerechnet, der auch hier, trotz der Dringlichkeit dos Falles, ob- zuwalten hatte. Man erwartete die ärztliche Hilfe vergeblich am Sonnabend, ja auch noch am Sonntage. Da am Montag ent» deckte ein Bekannter des W., daß inzwischen jemand den bewußten Krankenschein dem Kranken unter das Kopfkissen ge- schoben hatte, weil auf demselben der Ge- burtstag W.'s fehlte; ohne diesen zu wissen, könne �er Herr Doktor nicht kommen. Nun muß mau bedenken, daß der arme W. in einem solchen Zustande bereits war, daß er für all diese Vorgänge kein Verständniß mehr hatte. Auf persönliche Vorstellungen hin erschien dann endlich Montag Mittag der Dr. H. und ordnete die Ueberführung mittels W.'s Krankenwagen nach dem Lazarus-Krankenhause an, was um �»2 Uhr vor sich ging. Hier soll nun W. gebadet und dabei mit kaltem Wasser begossen wor- den sein, obwohl der Patient bat, letztere Prozedur nicht vorzu- nehmen. Noch ehe W. ins Bett gebracht werden konnte, verschied er. Wir geben diese Mittheilungen, ohne aber für deren Richtig. keit Bürgschaft übernehmen zu können. Bielleicht aber nehmen die zuständigen Behörden Anlaß, sich über den Sachverhalt zu äußern, denn die tausende Proletarier, welche in den Kranken- Häusern Verpflegung suchen, sind an der Feststellung des wirk- lichen Thatbestandes sehr interessirt. W.'s Beerdigung auf dem Golgatha- Kirchhofe fand am 10. Januar unter zahlreicher Betheiligung der Parteigenossen des 6. Berliner Reichstags-Wahlkreises statt. Der flüchtige Prokurist der Papierfirma Ferd. Flinsch, Kaufmann Hans Priemer, ist dem„B. T." zufolge bereits in Siewyork gelandet. Mit ihm ist ein Hauptzeuge im künftigen Haminerstein-Prozeß verschwunden. Von Herrn Dr. Friedman» bringt ein hiesiges Lokalblatt die wundersame Mär, daß er sich demnächst freiwillig dem-Untcr- suchungsrichtcr stellen wolle. Auch meldete das Blatt, daß zwischen Herrn Friedmann und seiner Frau eine Aussöhnung stattfinden werde. Beide wollten später aus Kunftreisen gehen, sie als Sängerin, er als Improvisator. Diefe Geschichte klingt plausibel. Die Frau des flüchtigen Dr. Friedmann ist vom 1. Februar ab im Reichshallen-Theater als Sängerin engagirt. Diese„Attraktion" dürfte dem bedenklich kranken Bergnügnngs- lokal auch nicht wieder auf die Beine helfen. Die deutsche Knust. Wilhelm II. giebt im„Reichs-Anzeiger" das folgende bekannt:„Ich habe die bei der Generalverwaltung der königl. Museen von 13 Künstlern und einer Künstlerin recht» zeitig cingelieserten Arbeiten zur Ergänzung eines bei den Museen befindlichen Abgusses der antiken Marmorstatue einer tanzenden Mänade einer Besichtigung und Prüfung unterzogen. Bei aller Anerkennung der Vorzüge, welche einige Arbeiten in bezug auf Ausfassung und Ausführung einzelner Theile aufweisen, kann ich jedoch nicht anerkennen, daß die gestellte Aufgabe in ihrer eigentlichen Bedeutung richtig erfaßt und behandelt ist, und habe ich von der Verleihung des durch meinen Erlaß vom 27. Januar v. I. ausgesetzten Preises von 2000 M. absehen müssen.— Unter diesen Umständen bestimme ich für den nächsten Weltbeiverb dieselbe Aufgabe und will ich den ans meiner Schatulle zu zahlenden Preis auf 3000 M. erhöhen."— Es scheint, daß die deutschen Künstler bei all den Krieger- und Heldendenkmälern ganz verlernt haben, ein klassisches Bildwerk zu erfassen. Vom Schauspielhause. Ein Leser schreibt unS; An einem der letzten Sonntage wollte ich das Schauspielhaus besuchen und bemühte mich fürsorglich schon am Freitag um ein Billet. Leider vergeblich;„alles ausverkausl", lautete die Antwort des Kassirers. Ich baute nunmehr auf die Billcthändler und erhielt auch am Sonntag von einem der Halsabschneider zum doppelten Preise einen Platz in der Prosceniumsloge des dritten Ranges. Aber das nunmehr glücklich erworbene Vergnügen war von sehr proble- matischer Art. Die Prosceniumsloge ist eine dunkle, für sich ab- geschlossene Kammer mit zwei viel zu hoch gelegenen feilster- ähnlichen Ausgucken. Die in dem Zellengcfängniß stehenden Stühle sind ziemlich zwecklos, denn man reicht im Sitzen mit der Nasenspitze kaum bis zum Ausguck und sieht alsdann nichts als die Saaldecke vor sich. Nur wenn man sich sehr weit ausreckt, kann man zum theil den Vorgängen auf der Bühne folgen. Ist es eines„königlichen Theaters" würdig, daß solche Plätze über- Haupt verkauft werden? Für Radfahrer. Die neulich von uns mitgetheilte Ver- ordnung betreffend die Freigabe einer Reihe Straßen für den Verkehr aus Zweirädern hat mit dem 25. Jaiinar Rechtskrast erlangt. Ei» Nachtbild. In einer Kellerwohnung des Hauses Chamissoplatz 8 hauste die 31 jährige Wittwe Spiegelberg mit dem im 35. Lebensjahre stehenden Hausschläckiter Hermann Rietze. Die Wittwe nährte sich durch Prostitution. Frau Spiegelberg empfing ihre Besuche in der Küche, während Rietze " die Stube bewohnte. In der Nacht zum Sonntag begegnere öte der Hamburger Dynamit- Aktiengesellschaft( vorm. Nobel u. Co.)[ sonen: Heinrich Pariser, Richard Meyer, Leiter ber Wittwe dem Rutscher W. aus der Ringbahnstraße in Tempelhof Karl Friedrich Heinrich Bander wegen wiederholter Untreue, Blumenfäle", den Hypothekenmakler Karl Herrmann, in der Bergmannstraße und wußte ihn zu verlocken, in ihrer zum theil mit gewinnsüchtiger Urkundenfälschung in Jdeal welcher für die beiden ersten Angeklagten die VermittlerWohnung zu übernachten. Als W. sich am Sonntag früh um fonkurrenz, wiederholter Unterschlagung und einfachen Bankrotts geschäfte besorgte. und einen Kaufmann August Riederich, 312 Uhr auf den Heimweg machen wollte, vermißte er und gegen die Fondsmakler Fürth, Nathan Jacobsohn und der der Beihilfe in einigen Fällen beschuldigt wird. Letterer seine Geldbörse mit Baarschaft. Da er wußte, daß er D. Petrusch wegen Beihilfe zu dem letzteren Vergehen. Der erste war früher Bureaubeamter des Rechtsanwalts Lisser und hat fie in das Haus mitgebracht hatte, so stellte er Frau Spiegel- Angeklagte Bander, ein 69 jähriger Mann, fam 1861 mit mäßigem in einzelnen Fällen seinen Namen zur Einflagung der Wucherberg zur Diebe und verlangte von ihr energisch die Heraus- Vermögen nach Hamburg. Schon in den sechziger Jahren hatte forderungen der beiden ersten Angeklagten hergegeben. Zu gabe feines Eigenthums. Die Frau bestritt, es zu besitzen, und er fein gesammtes Vermögen im Börsenspiel verbracht. Im gleichen Liebesdiensten hatte sich übrigens noch ein Schreiber und Damit mag fie formell recht gehabt haben. Denn nächtlicherweile Jahre 1871 nahm er dann eine Stellung als Prokurist bei ein Bureaugehilfe des Rechtsanwalts Lisser verstanden und letzterer war die Börse wohl schon in die Hände einer dritten Person der oben genannten Aktiengesellschaft an, die ihm erst selbst hat ohne Bedenken solche Mandate von seinem Bureaugewandert, von deren Anwesenheit der Kutscher keine Ahnung 5000 M., später gegen 9000 M. jährlich einbrachte. In den personal angenommen. Sein Berhalten hat zu einem für ihn hatte. Dieser dritte, der Schlächter Riege, fam aus seiner Stube fiebenziger Jahren und 1892 erbte er noch in zwei Malen eine ungünstig ausgefallenen Verfahren vor dem Ehrenrath der Anerst zum Vorschein, als er merkte, daß mit dem Kutscher aus Gesammtsumme von 180 000 m., wovon ihm jedoch nur 80 000 m. waltskammer geführt. Tempelhof nicht so leicht fertig zu werden war. Nun fiel er mit zu freier Verfügung standen. Im Jahre 1883 nahm Bander Wegen eines Hochs auf die internationale revolutio: der Spiegelberg über ihn her, bearbeitete ihn mit dem, was ihm feine Börsenspekulationen wieder auf, und zwar in einem so ungerade in die Hände fiel, und beide versuchten mit vereinten Kräften, glaublichen Maßstabe, daß er 1887 seine Differenzen nicht mehr näre Sozialdemokratie ist am Sonnabend ebenfalls der Parteiihn zum Fenster hinaus auf die Straße zu schieben. W. aber, der bezahlen konnte. Er beging deshalb schon in diesem Jahre Ber- genosse Zimmermann Karl Dieße auf grund des groben Unfugjetzt erst seine Situation ganz erfannte, wehrte sich verzweifelt. untreuungen zum Nachtheile der Dynamitgesellschaft in Höhe paragraphen verurtheilt worden. Während das Schöffengericht gegen Es gab einen Höllenlärm, ber die Hausbewohner aus dem Morgen von 153 000 M. Diese Veruntreuungen sind jedoch verjährt. Antrick jedoch auf 3 Tage Saft erkannte, sprach es gegen Dieße, der fchlummer weckte. Diese holten die Polizei des Reviers, die dem In den folgenden Jahren hatte er erst erhebliche Gewinne, dann das Hoch in einer am 17. November in der Memelerstraße abSpektakel ein Ende machte. Der Kutscher war übel zugerichtet, aber solche Verluste, daß er 1890 wiederum außer stande war, gehaltenen Volksversammlung ausgebracht hatte, einen Tag aber auch fein Gegner hatte nicht wenig abbekommen; nament aus eigenen Mitteln die Differenzen zahlen zu können. Bon da haft aus. lich hatte ihm W. einen Arm ausgerenkt und ihn gebissen. ab bis zu seiner am 20. Januar 1895 erfolgten Verhaftung erlitt er Wegen Beleidigung des Gerichtsvollziehers Koch in Während der Kutscher zum Arzte ging, brachte man Rieze auf fortdauernd Verluste, zu deren Deckung er in 21 Fällen große Rigdorf hatte sich der Kaufmann Johann Christian kindel die Gefangenenstation der Charitee. Sobald er geheilt ist, wird Summen veruntreute, in zwei Fällen unterschlug. Der aus Brandenburg a. H. vor dem Nixdorfer Schöffengericht er sich wegen Diebstahls und schwerer Körperverletzung mit ge- Gesammtbetrag dieser veruntreuten Summen hat die zu verantworten. Der Angeklagte wohnte früher in Rigdorf. fährlichen Werkzeugen zu verantworten haben. Gegen 11 Uhr enorme Höhe von 772 887,75., wovon die kleinste Am 18. Juli v. J. erschien der Gerichtsvollzieher Roch mit einem vormittags holten Schuhleute auch die Wittwe Spiegelberg ab Summe 6000 m. und die größte 85 000 m. war. vollstreckbaren Schuldtitel bei ihm und bei dieser Gelegenheit und führten sie der Kriminalpolizei am Alexanderplatz zu. Die mitangeklagten Fondsmakler, die die Spekulationen Bander's foll der Angeklagte den Gerichtsvollzieher ohne jede Veranlassung besorgt haben, sollen sich dadurch schuldig gemacht haben, daß arg beschimpft haben. Kindel bestritt dies jedoch ganz energisch und Die Artistin Marie Minna Krüger aus Wittenberg, welche sich in der Nacht zum 19. Januar im Café National mit fie, obwohl sie einsehen mußten, daß ihr Mandant bei seinen gab über den Sachverhalt folgende Schilderung: Am genannten Tage Sublimatpillen vergiftet hatte, ist am Sonntag Mittag 1 Uhr im Riefenspekulationen sich zu grunde richten mußte, seine Geschäfte fei Roch zu ihm gekommen, habe sich ohne weiteres auf einen mit ruhig weiter besorgt und ihn dadurch dem Bankrott zugeführt Kleidungsstücken belegten Stuhl gefeßt und sich angeschickt, auf Krankenhause am Urban gestorben. Die Arme litt an hochgradiger haben. Wie groß die Geschäfte Zander's gewesen sind, geht dem mit einer werthvollen Decke belegten Sophatisch die Quittung Syfterie; mit dem Selbstmord wird der Umstand in Zusammen daraus bervor, daß zwischen ihm und dem Mitangeklagten Jacob- zu schreiben. In der Befürchtung, daß die Decke beklegt werden hang gebracht, daß sie im Café von einigen jungen Rüpeln durch sohn in den Jahren 1886 bis 1893 über 40 Millionen umgefeßt fönne, habe er den Gerichtsvollzieher höflich gebeten, sich doch verlegende Worte getränkt worden ist. Sie ging nach Beendigung sind und daß Zander's Nettoverlust bei Jacobsohn in den an den Schreibtisch zu sehen und ihn auch darauf aufmerksam des Streites erregt nach Hause, nahm dort das Gift und kehrte Jahren 1890 bis 1894 447 345 M. betrug. Der Angeklagte Fürth gemacht, daß er sich auf Kleidungsstücke gesetzt habe. Koch sei dann wieder in das berüchtigte Lokal zurück. Die unglückliche hat mit Bander keine selbständigen Geschäfte gemacht, sondern jedoch nicht aufgestanden, sondern habe die Quittung an dem Person hatte vorher schon dreimal, zuerst im 16. Lebensjahre, den nur seine Aufträge an andere Makler weitergegeben, wofür er in Sophatisch fertig geschrieben und dabei Bauer" und dergleichen Versuch gemacht, sich zu ertränken. den Jahren 1886-1894 eine Schlepper- Courtage von 147 862 M. Ausdrücke fallen laffen. Bei Aushändigung des Schuld. und 44 Pf. empfangen hat. Die großen Verluste ihres Angestellten titels habe er auf eine Ecke desselben gezeigt und wiederholt ge famen schließlich Ende 1894 den Aufsichtsräthen der Dynamit- äußert:" Das sind Sie." Dann habe er sich entfernt und die Thür Gesellschaft zu Ohren. Die Bücher wurden endlich genau revidirt heftig hinter sich zugeschlagen. Zunächst habe er, der Angeklagte und die Schwindeleien entdeckt. Als Entschuldigung für seine fich die Worte: Das sind Sie" nicht erklären können, bei Beruntreuungen führt Bander an, daß er gehofft habe, durch näherer Betrachtung des Schuldtitels habe er aber entdeckt, daß Börsenspiel seinen beiden Söhnen ein Vermögen zu erwerben. in einer Ecke desselben das Wort„ Ochse" stand. Diese Angabe Für sich will er nicht viel verbraucht haben, jedoch liegen Rech- des Angeklagten erwies sich aus dem von ihm zu den Akten einnungen bei den Akten, nach denen er große Summen an Restau- gereichten Schuldtitel als richtig, während die übrigen rants gezahlt hat, z. B. einmal einen Posten von über 500 M. Behauptungen durch das Zeugniß der früheren Wirthfür ein Diner bei Pfordte. Weiter hat 3ander einem Ver- schafterin des Angeflagten, welche bei dem Vorfall in der bältniß" jährlich ca. 1200 M. gezahlt. Außerdem hat er diesem Nähe der offenen Stubenthür gestanden hatte, bestätigt wurden. Mädchen 6000 M. zur Errichtung eines Puzgeschäftes gegeben, Der Zeuge Gerichtsvollzieher Koch gab zu, das Wort Ochse" und als dieses nicht ging, mehrere Jahre 18 m. pro Woche. geschrieben zu haben, und zwar sei dies eines der Schimpfwörter Dagegen soll er für seine Frau und Kinder nicht zu hohe Auf- gewesen, mit welchen Rindel ihn belegt habe. Er habe sich diewendungen gemacht haben. Den Umfang seiner Schwindeleien felben behufs Erstattung der Anzeige notirt, aus Bersehen aber entschuldigt er mit der schlechten Kontrolle. Die angeklagten das erste Wort auf den Schuldtitel geschrieben, die übrigen aber Fondsmakler wollen nicht schuldig sein. Sie wollen Zander für auf ein Blatt seiner Handakten. In der Aufregung babe er dann einen schwerreichen Bolivianer gehalten haben, der nur zum Ver- vergessen, das ominöse Wort auszuftreichen. Zum Beweis dafür, gnügen die Prokuristenstelle angenommen hatte. Bestärkt in daß sich die Sache so verhalte, legte Stoch die betr. Handakten dieser Meinung seien sie dadurch, daß Zander stets auf die vor. Der Vorsitzende des Schöffengerichts, Dr. Schlossingt, Minute die Differenzen gezahlt habe. Das Gericht setzte die gab dem Zeugen Koch den Rath, den Strafantrag zurückzuziehen, Urtheilsverkündigung in dieser Sache bis zum 1. Februar aus. was dieser jedoch ablehnte. Die Verhandlung nahm hierauf eine Betreffe der Kranken- Versicherung der Kellnerinnen hat überraschende Wendung. Auf grund des Augenscheins erachtet der Straffenat des Rammergerichts in feiner legten Sizung eine es der Gerichtshof für sehr zweifelhaft, ob das Wort„ Ochse Entscheidung gefällt, welche auch für alle anderen Angestellten, und die Notizen in den Handakten mit ein und derselben Tinte die keinen Geldlohn beziehen, sondern auf Trinkgelder und geschrieben seien. Es wurde daher beschlossen, die Verhandlung event. Rost angewiesen sind, von Bedeutung ist. Der Gastwirth zu vertagen und die Tinten beider Schriftstücke durch den Ge Schmidt, welcher in der Naunynstr. 61 eine Damenkneipe" unterrichtschemiker Dr. Bischoff in Berlin auf ihre Identität unterhielt, war vom Schöffengericht und vom Landgericht wegen suchen zu lassen. Bergebens gegen§ 53 Absatz 3 des Kranken- Versicherungsin Greifs- Bergehens gegen§ 53 Absatz 3 des Kranken- Versicherungs: Das Recht zum Anheften oder Anschlagen von Plakaten feine Beiträge bezahlt; und als dann im Zwangsbeitreibungs- laubniß der Orts Polizeibehörde abhängig gemacht, nerinnen bei der zuständigen Ortskaffe angemeldet, aber geseges vom 12. Mai 1851 von einer vorherigen Gr verfahren seine Zahlungsunfähigkeit festgestellt worden war, hatte und nach§ 41 desselben Gesetzes fann, wer dem§ 10 zuwiderer auch die im§ 58 Absatz 3 für diesen Fall vorgesehene Ver- handelt, mit Geld bis zu 150 M. oder mit Gefängniß bis zu pflichtung nicht erfüllt, den Angestellten den auf sie entfallenden 6 Wochen bestraft werden. Der Arbeiter Lange hatte im Bweidrittelbetrag des vollen Beitrags vom Lohn abzuziehen Februar des verfloffenen Jahres ein Platat im Saale und sofort nach vollzogenem Abzuge an die berechtigte Staffe eines Gastwirthes angeheftet, auf dem eine Versamm= abzuliefern. Die beim Kammergericht gegen das Urtheil zweiter lung angezeigt war. Er wurde deshalb vom SchöffenInstanz eingelegte Revision begründete Schmidt damit, daß er gericht und auch in der Berufungsinstanz wegen Bergehens gegen den Kellnerinnen gar feine Lohnabzüge habe tönnen, machen Sie erwähnten Paragraphen zu einer Geldstrafe verurtheilt. Als da sie feinen Lohn bekommen hätten. Verdienst habe in Trinkgeldern bestanden, er, der weil jedermann Zutritt hatte. Ihr öffentlicher Drt wurde der Saal vom Landgericht angesehen, Revisionskläger, hätte ihnen nur Roft gegeben. Der Senat Rechtsgiltigkeit jener Bestimmungen des In der Revision wurde die des alten preußischen wies die Revision ab. Die Kellnerinnen seien Personen, Preßgesetzes bekämpft. Des weiteren berief sich der welche nach§ 1 des Kranken- Versicherungsgesetzes dem Ver- Revisionstläger auf den§ 43 Absatz 5 der Reichs. sicherungszwange unterlägen. Der letzte Abfaß dieses Para Gewerbe Ordnung, wonach es einer Erlaubniß zut graphen stelle dem Gehalt oder Lohn im Sinne des Gesetzes nicht gewerbsmäßigen Bertheilung von Druckschriften, anderen vom 15. Juni 1883 bezi. 10. April 1892 Tantiemen und Schriften oder Bildwerken in geschlossenen Räumen Naturalbezüge gleich. Solcher Gestalt sei aber der Arbeits- nicht bedarf. Der Vertreter des Bange folgerte bieraus, daß verdienst der Kellnerinnen bei Schmidt gewesen, wie auch sich dieser auch nicht erst einer polizeilichen Erlaubniß hätte verim allgemeinen diese Art der Bezahlung für Kellnerinnen sichern brauchen. Die Revision wurde jedoch am 23. Januar üblich sei. Die Trinkgelder würden durch den Ausdruck Tantiemen vom Straffenat des Kammergerichts zurückmit getroffen. Auf jeden Fall hätte Schmidt dafür sorgen müssen, daß er in die Lage tam, aliwöchentlich die zwei Drittel des Bei trags abzuliefern, welche die Kellnerinnen zu zahlen verpflichtet waren. Im übrigen hätte sich dem Revisionskläger auch bei der Auswechselung der Biermarken die Gelegenheit zu den Abzügen geboten. Alter schützt vor Thorheit nicht. Der im Ruhestand lebende Geheime Kanzleisekretär aus dem Finanzministerium Otto Schilling aus der Gartenstr. 38 ist heute Morgen mit einer Schußwunde in der linken Seite in seinem Zimmer aufgefunden worden. Der Greis ist seit dem vorigen Jahre Wittwer, nach dem feine 63 Jahre alte Gattin ihm durch den Tod entrissen wurde. Er wohnt auf demselben Flur mit der Familie feines Sohnes, der gleichfalls Kangleisekretär ist. Bald nach dem Tode seiner Frau fühlte Schilling, trok feiner 76 Jahre, eine Leidenschaft für die 22 Jahre alte unverehelichte Jda Streichhahn, die in demselben Hause als Dienst mädchen in Stellung war. Er überhäufte das Mädchen mit Artigkeiten, schenkte ihm Sachen aus dem Nachlaß seiner Frau und machte schließlich den Antrag, das Mädchen möge als Wirth: fchafterin zu ihm ziehen. Dazu hatte Fräulein Streichbahn keine Lust. Schließlich machte ihr der alte Mann einen Heiraths antrag, und Fräulein Streichhahn willigte ein, um für die Zukunft versorgt zu werden. Das Bündniß für's Leben wurde von dem jungen Paare" am 2. dieses Monats auf dem Standesamte geschlossen. Das neuvermählte Paar wollte feine Heirath selbst vor den nächsten Angehörigen geheim halten, bis es ihm gelungen sein würde, eine weiter entfernt liegende Wohnung zu finden. Demgemäß wohnte die junge Frau noch allein in der Juvalidenstraße und fam stets erst am Morgen zu ihm. So auch gestern, und da fand sie ihn stöhnend vor dem Sopha liegen, eine Schußwunde in der linken Brust. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er nach anfänglichem Lengnen zugestanden hat, daß er sich selbst die nicht sehr gefähr liche Schußwunde beigebracht habe. Der Augenarzt Prof. Schirmer ist am Montag in Greifswald gestorben. Mit Salzsäure hat sich am Sonnabend die Frau des in der Modewaarenbranche sehr bekannten Agenten P. zu vergiften versucht. Die erst seit einem halben Jahre verheirathete Dame litt an einer unheilbaren Krankheit. Ihr Zustand ist hoffnungslos. Beim Besteigen eines Stadtbahnzuges ist am Sonnabend Nachmittag 4 Uhr auf dem Bahnhof Bellevue ein etwa 60 jähriger unbekannter Mann plötzlich am Herzschlage gestorben. Zengen gesucht. Die Personen, welche gesehen haben, wie am 17. November nachmittags einem alten Manne beim Ein steigen in den Stadtbahnzug auf Bahnhof Alexanderplatz die Finger zerquetscht wurden, werden gebeten, sich bei Torff, Gollnowstr. 26 III. au melden. Witterungsübersicht vom 27. Januar 1896. Stationen. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Temperatur nach Celsius Swinemünde 779 SSD 3 Hamburg 777 DGD 1 Berlin 778 4 woltig woltenlos wolfenlos <-0 -2 -5 Wiesbaden 773 SM 1 bedeckt 3 München 772 Still Schnee <-0 Wien. 776 SSM bedeckt 776 Still halb bedeckt 27 Petersburg 777 WNW woltenlos 15 . Cort 762 SW 7 Regen 11 Aberdeen. Paris. 761 6 bedeckt 7 O 772 1 bedeckt 6 Haparanda " Vertheilen gewiesen. Gründe: Die§§ 9, 10 und 41 des preußischen Breßgesetzes beständen noch zu recht und zwar werde ihre Rechtsgiltigkeit durch§ 30 des Reichs- Preßgefezes zugelaffen. Lange hätte, bevor er das Platat in dem Saale, einem öffentlichen Orte im Sinne des Gesetzes, anheftete, sich ett die polizeiliche Erlaubniß holen müssen.§ 43 Abs. 5 der Reichs -6 Der Kampf um das Gasglühlicht. Anfangs vorigen Gerverbe- Ordnung sei hier nicht anwendbar, denn dort sei nur aber Druckschriften, nicht Jahres reichte die Deutsche Gasglühlicht Attien vom auf gesellschaft gegen eine Anzahl Konkurrenzfirmen Klagen vom Anbeften solcher die Rede. Nach diesem wegen Verlegung ihrer Brenner- und Glühförper Patente den Wortlaut des Gefeßes" sich aufbauenden Erkenntnis Mr. 43 991, 39 162, 41 945, 44 016 und 74 745 ein. Mit diesen können, wie auch der Präsident zugab, in einem Tanzfaal als Klagen war gleichzeitig der Antrag gestellt, das Gericht möge im geschlossenem Raum" Plakate ohne Erlaubniß der Wege der einstweiligen Verfügung erkennen, gegen eine einmalige Polizei vertheilt werden, während das Anheften derselben fistalische Strafe den Beklagten zu untersagen, bestimmte Brenner- Plafate im selben Tanzsaal, diesmal als öffentlich e m Frost- fonstruktionen herzustellen und zu vertreiben. Ein gleicher Antrag Ort", bei Vermeidung einer Strafe nur mit Erlaubniß der wurde auch in bezug auf die Glühtörper- Patente gestellt. Der erste Polizei erfolgen darf. Termin zur mündlichen Verhandlung über diesen Rechtsstreit stand Wetter- Prognose für Dienstag, 28. Januar 1896. Trockenes und vielfach heiteres, zeitweise woltiges wetter mit ziemlich frischen südöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. 0 am 21. Februar v. J. an; er schloß damit, daß das Verfahren wegen Werth für die Preffe? Der Frants. 3tg." wird aus Hannover Hat der§ 193 des Strafgesetzbuches noch einer Verlegung der Auer'schen Glühtörper- Patente so lange ausgesetzt wurde, bis über die feinerzeit beim Patentamte eingereichten folgender Vorfall berichtet: Ein Preßprozeß, der aufs Neue Wer ungebührlicherweise rnheftörenden Lärm erregt, Nichtigkeitstlagen entschieden sei. Die letzteren waren von zeigt, wie wenig Verständniß oft die Aufgabe der Presse bei den fann nach§ 360, Biff. 11 des Strafgesetzbuches für das Deutsche 8 Firmen am letzten Tage vor Ablauf der gesetzlichen Frist beim Gerichten findet, ist am 20. Januar vor der hiesigen Straffammer verhandelt worden. Der Feuilleton- Redakteur des„ Hannoverschen Reich bestraft werden. Der Gastwirth Pietsch wurde auf grund Patentamte anhängig gemacht worden. Inzwischen hat das dieser Bestimmung sowohl vom Schöffengericht wie auch vom Patentamt in der Gizung vom 7. November v. J. zu gunsten Courier", Wilhelm Meyer Förster, hatte sich wegen Bes Landgericht verurtheilt, die ihn für den Lärm verantwortlich der Deutschen Gasglühlicht Aktiengesellschaft erkannt, so daß leidigung der Königlichen Akademie gemeinnüßiger Wissen machten, der eines Nachts nach 12 Uhr aus seinem Lokal drang. Die Patente, mit Ausnahme einer geringfügigen Streichung eines Schaften zu Erfurt" durch einen Artikel über die Akademie. In der Revision berief sich P. vor allem darauf, daß nicht er, Theils der Patentansprüche, weiter zu Recht bestehen. Die Deutsche verantworten. Der Artikel kritisirte ein Preisausschreiben der sondern daß seine Gäste sich der ausgelaffenen Luftigkeit Glasglühlicht- Gesellschaft hat nun sofort den Antrag gestellt, das Akademie für 1896. Die Akademie hatte eine Preisaufgabe hingegeben hätten, welche die Bestrafung veranlaßte. Der Gericht möge Termin zur mündlichen Verbandlung über die gestellt, wie fich die Erziehung der weiblichen Jugend in den Straffenat des Rammergerichts hob denn auch die Vorentschei- Patentverlegungs- Prozesse auberaumen. Das Gericht hat hierauf höheren Berufsklassen vom 15. bis zum 20. Lebensjahre am dung auf und sprach den Angeklagten frei. Der§ 360 Biffer 11 Termin am 1. Februar gegen folgende Firmen anberaunit: weckmäßigsten gestalten lasse, und auf die beste Abhandlung des Strafgesetzbuches wolle den häter bestraft wissen, denn er 1. Kontinental- Gasglühlicht Gesellschaft Meteor"; 2. Frig ist ein Preis von 300 m. als Honorar gefeßt, wofür aber der Verfasser das Eigenthum an die königliche fage: Wer u. f. f. wird bestraft." Hier sei nun nicht Trendel, Berlin; 3. E. Billeit, Berlin; 4. Horwit u. Saalfeld, ersichtlich, daß P. der Thäter war. Wenn aber deffen Gäfte den Berlin; 5. E. Kramme, Berlin; 6. C. Benas, Berlin; 7. Fr. Atademie abtreten sollte. Der Angeklagte hatte daran eine scharfe Kritik getnüpft, indem er gewissermaßen Standal verursachten, dann wäre es Sache der Polizei gewesen, Siemens u. Co., Berlin; 8. Neue Gasglühlicht- Aktien- Gesellschaft, gegen diese einzuschreiten. Der zitirte Paragraph biete teine Berlin; 9. S. Salzmann, Berlin; 10. Aktiengesellschaft vorm. Namens der geistigen Arbeiter" Verwahrung gegen eine Handhabe dazu, den Gastwirth für den ungebührlicher Weise C. H. Stobwasser u. Co., Berlin; 11. F. Butte u. Co., Aktien nach seiner Ansicht ungebührliche Ausnugung ihrer Arbeitskraft von seinen Gästen erregten ruheftörenden Lärm verantwortlich zu gesellschaft für Metallindustrie, Berlin; 12. Neue Deutsche Gas- einlegte und auch das Publikum aufforderte, gegen ein derartiges Verfahren Front zu machen. Die Beleidigung wurde der Anklage machen. glühlicht- Rompagnie F. H. Aschner u. Co., Berlin. zufolge namentlich gefunden in den Ausdrücken tindisch kleiner Preis"" Albernheiten und Ausbeutereien", die der Angeklagte angewandt hatte. Der Angeklagte erklärte, daß er sich gegen die Mehrzahl der heutigen Preistonkurrenzen überhaupt habe Material für das Börsengesek. Bm Hamburger Land- Der Wucherprozeß gegen Pariser und Genoffen wird gericht, Straffammer IV, fand am Freitag und Sonnabend ein am 29. d. M. vor der 8. Straftammer des Landgerichts I zur Aufsehen erregender Prozeß statt gegen den früheren Prokuristen Verhandlung gelangen. Die Anklage richtet sich gegen vier Per " Dersammlungen. Die Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen hielt am 19. d. M. bei Gründel ihre Generalversammlung ab. Der Kassirer gab den Jahresbericht. Demnach betrugen die Einnahmen 2311,00 M., die Ausgaben 1917,60 M., der Bestand am 1. Januar 393,40 m. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Der zweite Punkt, Er höhung der Beiträge, fand nach längerer Debatte seine Erledi gung dahin, daß ein Antrag, fie auf 20 Pf. zu erhöhen, und zwar rom 1. Februar 1896 ab, gegen 5 Stimmen angenommen wurde. Aus der Neuwahl des gesammten Vorstandes gingen hervor als erfter Borsigender Menz, als zweiter Trapp; als erster Schriftführer 28. il big, als zweiter R. Hilbig; als erster Raffirer Schuster, als zweiter Krahmann; als Beisiger Mertens, Brennicke und Peschke; als Bibliothekare Melchior und Betack; als Revisoren Bodin, Räbiger und Bennad. Die Arbeitsnachweise blieben in den Händen der Kollegen Schuster, Werner und scharndtke. Dem Vertrauensmann der Branche wurden 20 M. bewilligt und dann beschloß man noch, am 9. Februar eine Vorstellung des Genossen Türt zu besuchen. Bentralhalle. Meier. 15 Männerchor Nord- Ost, untere Geiflex, Brunnenſtr. 62 Del Rafate. Theaterverein - Geselliger Gareis. Der Bericht fonnte wegen Raummangels noch richten wollen, die mehr oder weniger darauf hinausliefen, an Friedr. Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Dienstag. Abends 9-11 Uhr: für einen unverhältnißmäßig geringen Preis eine Menge werthebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Steineihe nicht gebracht werden; auch ist Kürzung nicht zu umgehen. ( Böttcher), Neue Friedrichstr. 20 bei Keller. Senefelder, Rosenthaler vollen Materials zu erhalten, das von den Ausschreibern der Kon fraße 57 bei Bernau. 250 2. Sogenannte Kellerwechselacception- so nennt Gerechtigkeit- Westen, Bülowstraße 59 bet zieht die Ge furrenz dann gefchäftlich ausgenutzt würde. Der Staatsanwalt be- Werner. Schildhorn, man die von Ihnen beschriebene Manipulation Echo II, Linienstraße 19 bet Neumann. Freiheit II, Adlershof, Wöllstein's Lustgarten. antragte 150 M. Geldstrafe und warf dem Angeklagten vor, daß er uſedomstraße 33.fahr einer Bestrafung wegen Betruges mit recht nach sich. Ihn'scher Humor, Blumenstraße 32 bet Reich. Männer== Gefangverein 23. feine Kritit ohne genügende Information geschrieben habe: es sei orbeertrang II( 79), Oranienstraße Nr. 190 bet Schaye. C. D. 22. 1. Nein. 2. Diese Märchen sind uns neu. Unver= zu bedauern, daß viele Redakteure sich nicht genügend informirten, sagt II, Moabiter Klubhaus, Beuffelstr. 9. Sängerchor der Töpfer, B. Will ein Zeuge vermeiden, nach Vorstrafen befragt zu wer bevor sie etwas schrieben, sondern so in den Tag hineinschrieben. Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Fretes Lied, Friedrichsberg, den, so thut er gut, seine Vorftrafen vorher dem Gericht mitzuFriedrich- Karlstraße 11 bet Heinecke. Der Gerichtshof erkannte auf 100 Mark Geldstrafe wegen landsberger Allee 152 bet Göbel. Gefangverein Rothe Nette II, theilen und zu beantragen, da diese mit der Sache nichts zu der verletzenden Natur der angewandten Ausdrücke. Der Ruppiner und Schönholzerstraßen= Ecke. Arbeiter Gefangverein thun haben, ihn nach denselben weder befragen zu wollen noch F. S. D. 1. Nein. 2. In 4 Jahren Schutz des§ 193( Wahrnehmung berechtigter Interessen) sei vorwärts II, Rathenow, Restaurant Sur Grholung" bet Friefecte. befragen zu lassen. Alpengloce, Große Frankfurterstraße Nr. 33 bei Gold. dem Angeklagten nicht zugebilligt worden, da behaupte, daß er sich an dem in Rede stehenden Preisausschreiben tetti, Beinfiraße Mr. 11 bet geind. er nicht sich entran 3, Prenzlau, Stettinerstraße,„ Kaifergarten".- Ginig nach Ablauf des Jahres, in dem gedoktert wurde, verjährt die Webbinger Harmonie Doktorrechnung, falls sie nicht inzwischen anerkannt ist. War fie betheiligt habe. Was die getadelten geringen Preissäge Reinickendorferfir 2a bet Echulz. Borwärts VIII, Marwig i. d. Mart, inzwischen anerkannt, so laufen vom Ablauf des Jahres aberbei W. Nölte. Wachauf, Pantow, Wollantsir. 122 bet Klemens. 2. Ja. vieler derartiger Preiskonkurrenzen anlange, so fei zu Concordia, Simeonftr. 23 bei A. Flid. Frete Sänger III, Seeger- mals 4 Jahre, in welchem das Anerkenntniß erfolgte. erwägen, daß es sich bei ihnen wesentlich um Förderung junger auf- mühle bet Eberswalde.- Gesangverein Acacie( gemischter Chor), Naunyn- E. F. 100. Eine solche Beantwortungspflicht hat der Verfirebender Personen, die selbst nicht in der Lage sind, ihre Arbeiten Straße 37 bei Jablonsti. 8.- Wilmersdorfer Lieberta fet, Deutsch: miether nicht. In der Sache empfiehlt sich zur Klarlegung Ihr Wilmersdorf, Bad. Gesangverein Arion, Wittenberge, Thurmstraße 28, Besuch in der juristischen Sprechstunde. S. P. 37, C. S. 4, zu veröffentlichen, handle, und daß es diesen mehr darum zu thun Wacht auf I, Wörther= und Rytestraßen Ecke sei, befannt zu werden, als größere Geldbeträge durch ihre Arbeit Harmonie III, Rirdorf, Bergstr. 142 bei Schimfäfe. Sangesluit, Th. Herfahrt. Sprechen Sie in der juristischen Sprechstunde 100 E. J. Wenn die Pfändung rechtmäßig Alpenglühen, Manteuffelftr. 9 bet Nowac. gelegentlich vor. zu erhalten. Die Urtheilsbegründung muß höchlichst befremden. Putbuserstr. 30 bei Reimann. Wald tapelle, Wenn einem Schriftsteller nicht einmal das Eintreten für die Inter- Fürstenstr. 18 bei Hering, Gesangv. Myrthe, Alte Jakobſtr. 68 bet Dieffen- war: ja. Cismer. Der Ausgang des Prozesses hängt von essen seines Berufs als Wahrnehmung berechtigter Interessen zu- bach. Gesangverein Kreuzberg, Schönleinftr. 6 bei Kraag.- Gefangverein dem Ausfall der Beweisaufnahme ab und scheint keinen dem Gefang Kläger günstigen Erfolg zu versprechen. M. W. 100. Leider gestanden wird, dann wird der§ 193 so gut wie bedeutungslos. Der Enterbten, Swinemünderstr. 120, bet Otto Bachgänzer. verein Deutsche Liedertafel, Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Auch sonst giebt das Urtheil wie die Ausführungen des Staats- Gesangverein Grohsinn 1, Rummelsburg, Göthestraße, Ede Kantpraße hat auch ein Arzt, der einer Ehefrau beiwohnt, nachdem er sie anwalts zur Kritik Anlaß. Was der Staatsanwalt über die bei Mertens. Arbeiter Gefangverein Olympia, Adalbertstr. 8 bei durch die Entbindung kennen gelernt hat, keine Verpflichtung der Redakteure fagte, läßt erkennen, daß ihm selbst die Information Sauermann. Gefangverein Abendroth, Deutsch- Wilmersdorf, Ber- Mutter oder dem von ihm erzeugten Kind gegenüber. Es steht über das Preßwesen abgeht, und ebenso bekunden die Urtheils- ftraße 15 bet Schneider. linerstraße 40 Voltsgarten". Deutscher Männersang, Belforter Handschuhmacher- Gesangv. Arion III, Branden Ihnen aber frei, den Patron bloßzustellen. Sprechen Sie gelegentlich ausführungen über die Preiskonkurrenzen einen Mangel an In- burg a.. Hauptstraße Winkel's Salon. Gefangverein Rütti in der juristischen Sprechstunde vor. R. K. 100. 1-3: Ja. formation über das Schriftstellerthum. Friedenau, Handjery- und Rönnebergerstraße- Ede im Restaurant Weinert.- W. K. 1. Sie befinden sich im Frrthum. Erstlich entspricht Gefangverein Alpen veilchen, gem. Chor, Reinickendorferfir. za bet die Vorschrift der dortigen Ortskrankenkasse, wonach Mitgliedern Erdmann. Gesangverein Sängerhorst, Mariannenstr. 48 bet LiebeHenschel. Gefangverein Bruderbund, Usedomstr. 22 bei Fickinger. der Kaffe, welche gleichzeitig anderweit gegen Krankheit verGesangverein Süd- Ost, Cuvryftr. 25 bei Wilhelm Grbe. Gefangverein sichert sind, das Krankengeld so weit gekürzt wird, daß es zus Freie Felblume, Wienerfiraße 81 bet D. Klein. Gesangverein Gesangverein Frei- sammen mit dem aus der anderweitigen Versicherung gezogenen i berto, Wrangelfiraße 84 bei G. Redanz. heit III in Weißensee, König- Chauffee 38 bei Pfeifenmüller. Freter Krankengelde den vollen Betrag des durchschnittlichen Arbeits. Gängerchor It- Itenide, Köpeniderstraße bei Start Witte. Gefang verdienstes nicht übersteigt, dem Gesez. Ferner ist für den Zu Derein te berhaII, Admiralstr. 21 bei Schnieber. Gesangverein Hand in Sand I, Mariannenstr. 41 bei Richter.- Gefangverein Georginia, schuß aus§ 5 des Unfallversicherungs- Gesezes nicht der wirtliche vediente Lohn, sondern der ortsübliche", also erheblich Görligerstr. 52 bei Bogel. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend niedrigere Zagelohn, wie er von" der Behörde" festgesetzt und Alle Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an P. Gent, Dresdenerftr. 107/108. Dienstag. Musikverein Hoffnung, Görligerstr. 63 bei im Statut dargelegt ist, maßgebend. Sache der Gewerkschaften mehr auf Theatergesellschaft Liberté, Reichenbergerfir. 54 bei Schafter. mufitverein Münfermann, Hochstr. 32a bet Schmidt. wäre es, über diese und ähnliche Nachtheile Ber zuklären. 2. Die Pfändung ist zulässig. M. 144. Nein. gnügungsverein Nor dwacht, Perlebergerfir. 28 bei Hermerschmidt. Pampert. Die bezüglichen Rechte richten sich nach dem Verein für Theatergesellschaft 8telbewußt, Frankfurterfir. 183 bei Gold. Lübben 93. Theaterverein allenthalben verschiedenen Knappschaftsstatut. poltsthümliche Kunst, Blumenstr. 32 bet Reich. Freier Wille, Admiralfir. 18c, Märkischer Hof. 1. Die Erbschaftssteuer für voll und halbbürtige Geschwister Geselliger Verein beträgt 2 pCt. 2. Nach dem Gutachten des Gerichts angemessene unter uns, Beuffelstr. 66 bei Fischer. Geselliger Verein Siegniger Gebühren. Schweiz, Forsterstr. 9 im Restaurant. Michler. Wenden Sie sich an irgend einen Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- Gefang- dortigen Anwalt, wir fönnen Ihnen keinen vorschlagen. verein Gangestreue, abends von 8%-10% Uhr bet Broz, Annenftr. 9. J. B. St. Es ist unmöglich, Ihren früheren Brief, auf den Duftverein rifch auf" Reichenbergerfit. 24 bee ale lubang, Sie sich in Ihrer ausführlichen Darlegung vom 4. d. M. beziehen, Anafreon abends von 9-11 Uhr im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstraße 16 bei Bergner, früh. Ghrenberg.- Theaterverein Tata- Toto, herauszufinden. Wiederholen Sie alsbald Ihre damaligen Fragen. Sigung abends 9 Uhr, bet Schlesinger, N., Jostystraße. Theaterverein H. M. 43. Ihnen steht nach Ihrem Vertrag leider kein Freier wille, abends 8½ Uhr im Märkischen Hof, Admiralfir. 18 c. M. B. Die Arbeiter- Bitherverein Ginigteit, bet Streit, Naunynftr. 86, Uebungsstunde. Anspruch auf Unfalls oder Invalidenrente zu. Arbeiter Zithertlub Freiheitst länge, abends von 8 bis 11 Uhr Firma tann auf Zahlung klagen und alles pfänden, was bei W. Richter, Bülowfir. 65 am Dennewiß- Plaz. Verband der Konditoren, Pfefferküchler und ver- gruß, abends 9% Uhr in den Dranienballen, Oranienſtr. 51. Bither lub Theater durch Gesez, de Raimer. dem Pfandrecht nicht entzogen ist. 72. P. 1. wandter Berufsgenossen. In der Sizung am 23. Januar verein Freundestreis um 9 Uhr bei Raporte, Solmsstraße 1. Schreiben Sie an das hiesige Polizeipräsidium. gab, nachdem einige neue Mitglieder aufgenommen worden Gäste wiltommen. Bergnügungsverein Gemüthlichteit, Gigung Die Kosten der Quittung und Löschung der Hypothek hat beim Krautsstraße 6 beim Gafiwirth Böttcher. den Vierteljahrsbericht. Danach hatte Rheingold II, abends 10 Uhr Acterstraße 145 bei Wigel. Berliner Dilettantenbühne Mangel einer Vereinbarung der Betheiligten der Schuldner, hier waren, der Kassirer RoLokalverband eine Einnahme von Verein Brüderschaft Berlin Nord- West, Perlebergerstraße 9, also der Hauseigenthümer, zu tragen. in diesem Zeitraum der Hexenthurm. Es ist 113,87 M., die Ausgabe belief sich auf 62,95 M., so daß am Restaurant Dittmann, abends 9 Uhr, darauf Fidelitas. Tambourverein nur Beschwerdeweg im Verwaltungsverfahren zulässig. Derselbe 1. Januar der Kassenbestand 50,92 Mark betrug. Die Freiweg, gegründet 1890. Uebungsstunde bet Oberschmidt, Wein- wäre nuglos. Das Verwaltungsstreitverfahren ist theuer. bergsweg 11D. Stattlub Schlechte arte", abends von 9-11 Uhr Zahl ber Mitglieder hat in den verschiedenen Jahren bei Bogel, Görligerstr. 52. A. 3. 56. Das eheliche Güterrecht richtet sich nicht nach wie folgt geschwankt: Seit Bestehen des Vereins im Jahre Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von dem Recht des Ortes, wo die Ehe geschlossen, sondern nach dem Sie 1892 war der Mitgliederstand 91, am Schlusse des Jahres 1892-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnaftums, Pantsiraße 9-10. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes. Recht des Ortes, an dem der erste Wohnsitz genommen ist. nur noch 37; im Jahre 1893 wurden nur 3 neue Mitglieder Jeden Dienstag und Freitag abends von 8-10 Uhr: 2. Männerabtheilung thun, wiewohl an beiden von Ihnen bezeichneten Orten Güteraufgenommen und der Bestand sant auf 16; im Jahre 1894 Staligerstraße 55/56. 4. Männerabtheilung Stephanftr. 3. 5. Männer gemeinschaft nicht besteht, zur Sicherung der Rechte Ihrer Braut wurden aufgenommen 9 neue Mitglieder, der Bestand belief sich abtheilung Ackerftr. 67.- 1. Lehrlingsabtheilung Friedensir. 37. 3. Lehrlings: gut, vor der Heirath vor dem Amtsgericht Ihres Wohnfibes abtheilung Boedhstraße 27. Damenabtheilung Mariannenufer 1a.- Turnauf 23; im Jahre 1895 endlich wurden aufgenommen 62 Mit verein Norden, jeden Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der mit Ihrer Frau einen Vertrag zu errichten, in dem Sie unter glieder und die Mitgliederzahl erreichte die Ziffer 83. Nach Turnhalle, Prinzen Allee 8. Berliner Athletenverein Felsenfeft, Ueberreichung eines genauen Berzeichnisses des Vermögens Ihrer Erledigung des Berichts wurde die Urabstimmung über die jeden Dienstag und Freitag, abends 7 Uhr, im Restaurant" Zum bicken Frau anerkennen, was Ihrer Frau gehört, Ihrem ehemännlichen Rauchklub Sorgenfret, abends 9 Uhr Organfrage vorgenommen, weil nach Verschmelzung des Vereins- bet Bartel, Ballifadenstr. 22. Rauchflub Deutsche Flagge, Nießbrauchs- und Verwaltungsrecht entsagen, Ihrer Braut die organs mit dem der Müller immer mehr Klagen darüber abends 8 Uhr Wrangelfir. 32. Rauchtlub Ruhiga, abends 8% Uhr, Einrichtung eines eigenen Geschäfts uno den Betrieb eines eigenen Vergnügungsverein Im Brand, Gewerbes gestatten und in dem Sie beide sich die Ghe ver. laut geworden waren, daß die Interessen der Vereinsmitglieder bei Behrend, Gräfeftraße 5: Sigung. bei Stavicki, Barnimstraße 22. nicht mehr in dem Maße vertreten würden als vorher. Die tegniße fir. 30 bei Rafemann. arbeiter- Stenographenverein Eintracht sprechen. O. P. 44. 1. Bis zum dreißigsten. 2. In ganz Abstimmung ergab, daß sich von 52 anwesenden Mitgliedern 50 Unterricht und uerungsstunde abends 8% Uhr bei Wählisch, Adalbertstr. 4. Preußen. G. G. 45. 1. Ueber das Züchtigungsrecht gegen= Rauchklub Messalina, bei Gorn, Frankfurter Allee 119. Rauchklub für Reformirung des gegenwärtigen Organs des Vereins erklärt Walbesgrün, Gigung Mittwochs, abends sk uhr bet Zilgner, Forster über dem Gesinde informiren Sie sich am besten aus dem Artikel hatten. Genoffe Börsch hielt dann unter reichem Beifall einen firaße 22. Rauchtlub Portorico, abends s uhr Manteuffelfir. 20 bet Gesinderecht" im Heft 43 des zweiten Bandes des Volkslexikons. Vortrag über das Thema Beseitigung des Privateigenthums", Schröter. 2. In 20 Jahren verjährt die Strafverfolgung wegen Mordes. worin er zum Schluß den Beitritt zur Gewerkschaft empfahl. R. 1. Die Klage auf Zahlung der Alimente ist bei dem Amtsgericht, in deffen Bezirk der Schwängerer wohnt, einzureichen. Eine gutbesuchte öffentliche Versammlung der an HolzEs ist zweckmäßig vorher das Armenrecht zu erwirten. Die Anbearbeitungs Maschinen und auf Holzplägen beschäftigten Jus Stammbuch. Unseren Anbetern des Polizeifnüttels sprüche des Mädchens auf Ersatz der Entbindungskosten u. f. w. Arbeiter, in der Vertreter der meisten Arbeitsstätten erschienen allen Berehrern des aufgeklärten und unaufgeklärten Despotis hat diese, die auf Zahlung der Alimente der Vormund des Kindes waren, erörterte am Sonntag eingehend die Frage: Wie -Weißenfels. W. Sch. 1. Der Mann stellen sich die Kollegen zur Lohnbewegung, mus im Wirthschafts- und politischen Leben wollen wir, da wir geltend zu machen. und welche Forderung stellen wir? Klose vertrat sie doch schon so oft so gar bitterlich geärgert haben, auch ein- haftet für die vor der Ehe gemachten Schulden feiner Frau den Standpunkt, daß die Kollegen allen Grund hätten, Forderungen mal eine Freude bereiten. Sie sollen zwar kein schönes Verslein feineswegs. 2. Das Vermögen der Ehefrau haftet für die abal eine rubberlandie ein -R. R. Ja. für Berbesserung ihrer Lage zu stellen, und zwar solche, von denen man aber einige recht erbauliche Säge hören, die sie einander zu Forderung. 3. Verjährung liegt nicht vor. annehmen könne, daß sie durchzuführen seien. So basch wies gegenseitiger Erquickung und Stärkung ins Stammbuch schreiben Abonnent 100 und R. W. 66. Leider gestattet die altmögen: preußische Gesinde- Ordnung, den Miethsthaler vom Lohn abzutauf die bevorstehende Lohnbewegung der Tischler und den vor Religion die Einrichtung ist ganz gut wer ziehen. A. A. 101. Mittheilung an die Kreishauptmanntheilhaften Einfluß hin, den eine Bewegung der Holzbearbeitungsmaschinen Arbeiter auf diese, wie umgefehrt, ausüben könne, wollte das leugnen?- Religion ist entschieden für den Himmel schaft dürfte das zweckmäßigste fein. A. Barg. Lohnarrest wenn die Bewegung mit Geschick geleitet und der richtige Beit- gut und bei vielen namhaften Persönlichkeiten auch höchft zweck- wegen Steuern ist nur zulässig, wenn es sich um direkte persönpunkt gewählt würde. Stein schlug vor: Durchführung des mäßig für die irdischen Angelegenheiten. Philosophie hat die liche Staatssteuern oder Kommunalabgaben( einschließlich Kirchen-, in na die reistaatssteuern Neunstundentages, einen Durchschnitts- Lohnaufschlag von 10 pet. volle Annehmlichkeit eines gut gemachten Handschuhs, man fann Kreis- und Schulsteuern) handelt, die nicht seit länger als drei 5. G. 10. Nur kinderlofe und für vorkommende Ueberarbeit 50 pCt., Freigabe des 1. Mai, ie recht und verkehrt anziehen, wie man will, und wenn sie von Monaten fällig geworden sind. Bankow unterstützte ihn lebhaft. Wielandt wies auf die Juchtenleber gemacht ist, fann man mit ihr die stachligsten und Ghen können auf grund gegenseitiger Einwilligung gelöst werden. nervenzerrüttende Wirkung der Arbeit an den großen Säge- hätligsten Dinge dreist anfassen. Moral, wenn sie nicht gerade Der Weg zur Einreichung der Klage ist derselbe wie für alle maschinen hin, zu der ein Durchschnitts- Wochenlohn von 21 bis von der ftritten Observang ist, hat den Vortheil, daß sie ihre Ehescheidungsklagen. Der Chefcheidungstlage muß ein Sühne22 M. in gar teinem Verhältniß stehe; auch er hielt eine Be- Anhänger mit dem rostfreien Stahlschilde der Tugend schüßt verfuch vorangehen. Zu diesem Behuf muß der tlagende Ghe. wegung zur Berbefferung der Verhältniffe für dringend nothwendig und unter dieser Aegide häufig zu großen Reichthümern verhilft. gatte feine Ghehälfte vor das Amtsgericht des Bezirks laden, in und bezeichnete hierzu die nächste Zeit als günstig. Nachdem Was manche auch sagen mögen, selbst die Justiz hat ihre dem der Mann seinen Wohnsitz hat. In dem Sühneverfahren noch Weiße, W. Wolf( der unter anderem auch die bei der guten Seiten, und die Feststellung des Grundsazes, daß alle findet eine Vertretung durch Anwälte nicht statt. Dann ist durch Gefährlichkeit des in Rede stehenden Gewerbes unzulängliche Ar- Preußen vor dem Gesetz gleich find, flingt lieblich in einen Anwalt die Klage beim Landgericht anzustellen. beiterschutz- Besetzgebung erwähnte) und 3imppel in ähnlichem das Ohr eines jenseits der Zollvereinsgrenze wohnenden Gericht kann Aussetzung des Verfahrens auf ein Jahr beschließen. Sinne gesprochen und Buchholz mitgetheilt hatte, daß auf einigen Mecklenburgers. Aber, was ist das alles gegen die Polizei! Die Dauer eines solchen Prozesses läßt sich nicht voraussagen. G. F. 26a. 1. Die Ründigung ist rechtsgültig auch wenn Arbeitsplätzen schon 9 Stunden gearbeitet wird, wurde einmüthig diese Vorsehung Gottes auf Erden! wie ich sie im Gefühle Nehmt die der Wirth deren Annahme verweigert hat. Verlangen Sie vom beschloffen, angesichts der günstigen Geschäftslage in eine Be- überströmender Dankbarkeit zu nennen pflege. wegung einzutreten und den Unternehmern folgende Forderungen Religion, die Philosophie, die Moral, die Justiz aus dem Leben, Wirth anzuerkennen, daß Sie berechtigt sind, am 1. April die zu stellen: Neunstündige Arbeitszeit in allen Betrieben; für aus dem Staat, laßt uns die Polizei und wir kommen zurecht Wohnung zu räumen. Behnt er dies ab, so verklagen Sie den Hauspascha. 2. Der Wirth ist in di diefem Punkt im Recht. Ueberstunden, wo sie unvermeidlich sind, ein Aufschlag' von mein Sohn; wir kommen richtig zurecht!" Nicht wahr, ein schönes Stammbuch- Sprüchlein? Und wollt Bülowstr. 107. Durch Finden eines Gegenstandes erwirbt 50 pCt.; bei Arbeitern mit 27-30 M. ist der Lohn um 5 pCt., bei solchen mit 24-27 M. um 10 pct., bei urbeiten ihr, denen es so traulich zu Herzen spricht, auch wissen, wer es man nicht dessen Eigenthum. Sie haben nunmehr lediglich die Wenn ihr es gar so gern erfahren Pflicht, den gefundenen und als solchen auf der Polizei an24 M. um 15 pet. zu erhöhen; endlich wird gefordert, in allen geschrieben hat? die Antwort euch gemeldeten Gegenstand anzumelden und können, wenn Sie überBetrieben den 1. Mai als Feiertag freizugeben. Zur Besorgung möchtet, nun so fei's; aber wenn der erforderlichen Vorarbeiten wurde eine Kommission gewählt, nicht gefällt, euch vielleicht sogar grimmig ärgert, fo flüssige Kosten sich machen wollen, das Aufgebot des Gegendürft ihr's uns nicht übel nehmen. Der Verfasser standes beim Amtsgericht in Antrag bringen. Praktischer gehen die aus Jost, Hagedorn, Heizmann, Hannemann, war ein alter Fliegenschimmel recht vornehmer Sie deshalb vor, wenn Sie den Gegenstand auf der Polizei Gie box, Tober, R. Röppen, D. Köppen, Wielandt, Weisse und 3imppel besteht. Nach einem fernigen Schlußwort Abstammung, der, wie die bürgerliche Weltordnung zu thun im abgeben und auf Rechte Ihrerseits verzichten. Die Sachen, Iofe's, worin er zum Eintritt in die Organisation verpflichtete Begriff steht, Fiasko gemacht hatte, auf den Hund gekommen welche derart auf der Polizei abgegeben werden, werden dann alle und zu feftem Zusammenhalt ermahnte, stimmte die Versammlung war, und sich, da er nicht mehr aus noch ein wußte, der Polizei zusammen aufgeboten und späterhin für wohlthätige Zwecke verkauft. A. D. 7. 1. Für Objekte über 300 Mart besteht im alleinem Antrage Biehl's zu, der dahin ging, den gegenwärtigen an den Hals warf. Und wer näheres wissen will, der suche es nach bei Frig gemeinen Anwaltszwang. 2. Auch in Bagatellprozessen muß die Agitations- und Unterstüßungsfonds in einen Agitations- Reuter. unterliegende Partei die Kosten des gegnerischen Anwalts tragen. und Streitfonds umzuwandeln. Zu Revisoren Die Papierfabrik von Kubet in Bubentsch ist, wie aus Hugo. 1. Eine Alimentenflage muß dann angestrengt berief man Stein, Maaß und Lepke. Gine Anregung Brag gemeldet wird, niedergebrannt. Sämmtliche Maschinen werden. 2. Ja.- 2.§. 9. Der Hauswirth haftet.- N. 108. Wielandt's, wonach diejenigen Kollegen, bei denen die ge- und Vorräthe, sowie der größte Theil des Gebäudes find Sie können in der bisherigen Weise weiterzahlen. A. B. 59. stellten Lohnbedingungen gegenwärtig schon zutreffen, einen bes 1. Der Bezug einer Unfallrente ist nicht Bezug eines Almosens, stimmten Beitrag zum Streiffonds abführen sollen, überwies man der soeben gewählten Kommission. Ein Schiffsunfall wird aus New- Yort gemeldet. Der fondern beruht auf wohlerworbenem Rechtsanspruch. 2. Leider ja. am Freitag bei Long Branch aufgefahrene Dampfer„ St. Paul" Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 7-8% Uhr: Sertüre, der American- Linie jaß am Sonnabend im Mittelschiff noch feft, 8%-10% Uhr: Nordschule, Müllerfiraße 179a: Boltsthümliche Medizini ( Gewerbefrankheiten, Wohnungshygiene). Güboftschule, Waldemarstr. 14: Bug und Stern sind flott, das Schiff leckt nicht. Alle Passagiere Nationalökonomie( praktische). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue find vermittelst der Rettungsboote gelandet. Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Dienstag: Gut: gefinnte Freunde, Georgenftrchstr. 65 bet Spät. Rauch flub I, Stallschreiberftr. 10 bei Lenz. 1 Angler: Rauchklub Eldorado, 8% Uhr bet Steppin, Ostbahnhof 4, Rauchklub Grüne Giche, BrizerStraße 19 bet fügler. Rauchtlub Deutsche Flagge, Wrangelfir. 32 bet Lutas. Rauchklub Am balema, Grünauerftr. 3 bei Bolz. Albert", Kottbuserstr. 6. zerstört. 1 Neuer Berliner Rauch klub, Vermischtes. " Briefkasten der Redaktion. M- m Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender: Ad. Neu- Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von mann, Pasewalterfir. 3. Alle Nenderungen im Vereinstalender find zu richten 6-7 Uhr statt. Joke shold and ibinibu Eingelaufene Druckschriften. Das Nene Revue" Die Wochenschrift für Politit, Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben Neue Revue" veröffentlicht in Seft Nr. 4( 7. Jahrgang) vom 22. Januar 1896 folgende Aufsäge: R. Bleibtreu: Die Nationalfeier und der deutsche Idealismus; Dr. E. Wrany, t. t. Gerichtsadjunkt: Parteienvertreter als Richter; Das hohe Haus, parlamentarische Köpfe( Dr. Friedrich Pacát, Dr. Theodor Haase, Dr. Ferdinand Kronawetter); Erz. Geheimrath Prof. Dr. F. H. Geffcten: Die religiöse GrundLage der russischen Politit; E. Key: Englische Maleret; R. Mayreder Obermayer: Mit dreizehn Jahren; Mufit und Literatur; Miniaturbilder aus der Zeit. Für den Inhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 28. Januar. Opernhaus. Ivanhoe. Schauspielhaus. Die frante Beit. Deutsches Theater. Hamlet. Leffing- Theater. Untreu. Hierauf: Fräulein Wittwe. Berliner Theater. Fedora.' Neues Theater. Der Herr Direktor. Reßdenz- Theater. Hals über Ropf. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Große Doppel- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Kaiser- Panorama Adhtung! 4. Wahlkreis. Achtung! ( Passage). Nur diese Woche: Erste Reife Eine Amerika, Kalifornien, Mond. Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Der Hüttenbefizer. Laufende Abonnenten. Schauspiel in 5 Atten von Ohnet. Regie: May Samft. Zum Schluß: 3fcheus, das Waldmädchen. Burleske von Hugo Busse. Morgen: Der Trompeter von Säkkingen. Donnerstag: Zum 1. Male: Konradin, der lehte Hohenstaufe. Sonntag- Nachm.: Kinder- Vorstellung. Borher: Jn doppelter Bekehrung. Walhalla- Theater Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller- Theater. Der Traum ein Leben. Adolph Ernst- Theater. Frau Lohengrin. Vorher: Die Hanni weint der Hannsi lacht. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Alexanderplatz- Theater. Die kleinen National Theater. Preciosa. Zum Schluß: 3scheus, das Wald. Lämmer, mädchen. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Oranienstr. 52( dicht am Morigplaz). Eine Stunde im Zukunftsstaat. Vorher: Kneipp in Berlin. Theater am 9. Februar.Letzte Aufführung im Walhalla. Die aus gegebenen Vorzugsbillets haben nur noch bis zu diesem Tage Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. Sonntags 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Apollo- Theater. Spezialitäten- Box Passage- Panopticum. ftellung. Saufmann's Variété. Spezialitäten. Borstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenBorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der WiderSpenstigen Zähmung. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Zum 144. Male: Eine tolle Nacht. Große Poffe mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Zum 38. Male: Frau Lohengrin. Echwant mit Gesang in 3 Atten von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Vorher: Die Hanni weint der Hansi lacht. Anfang 71/2 Uhr. Mittwoch: Neu einstudirt: Madame Suzette. Alexanderplatz- Theater. Zum 100. Male: Die kleinen Lämmer. Baudeville in 2 Aften von 2. Barney. Von der gesammten hiesigen Presse als die beste Novität der Saison anerkannt. Donnerstag: 8um 1. Male: Pitts. Operette in 1 Att von Hans Loewenfeld Seh'n Sie, das ist Jeden Abend ein Geschäft!!! ausverkauft!!! Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Rolonnaden. Das Karneval Programm Zum Todtschreien Blanck's Stadt- Klatsch Hammerstein's Memoiren. Transvaaler Friedenstanz Thränen muß man lachen über Hals über Kopf!!! Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. 2 Das Täglich um 51/2 und 8 Uhri Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Dienstag, den 28. Januar: Wegen Privat Festlichkeit geschloffen. Mittwoch und Dienstag, den 28. Januar, abends 8½ Uhr: Große öffentliche Volts- Bersammlung in, Keller's Festsälen", Koppenstr. 29. = Tages Ordnung: Die Sozialdemokratie und das bürgerliche Gesetzbuch. Referent: Reichstags- Abg. Karl Frohme. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Die nächste öffentl. Volksversammlung findet am Mittwoch, den 5. Februar, im Konzerthause( Sanssouci, Rottbuserstr. 4a, statt. 215 10 Referent: Reichstags Abg. Paul Singer. Gr. Extra- Vorstellung. Achtung! 6. Wahlkreis, Achtung! 3 Freitag: Abschieds Benefiz für Hirschfeld und Tochter Clarain: GalaAbschieds- Vorstellung des gesammten Künstlerpersonals. Neuer Circus. Circus Busch Bahnhof Börse). Dienstag, den 28. Januar, Abends 71/2 Uhr: Mittwoch, den 29. Januar, abends 8 Uhr, in Bernhard Raabe's Salon, Kolbergerstraße Nr. 23: Grohe sozialdemokratische Volksversammlung Zages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags Abgeordneten W. Bock( Gotha) über: Die Reichsgründung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Grosse Elite Vorstellung. 219/12 3chens, das Waldmädchen. Neue Einlage Elektrisches Ballet. Außerdem: Affentheater pie 5fache Postfahrschule, geritten v. Hrn. Kloske. Auftreten der Pariser und Circus.ulreiterin Mille. Legrand. Alligator, 30 Affen, 30 Hunde, • oftpr. dress. u, geritten v. Hrn. Foottit Burghardt. 6 Trakehner Hengste, breff. u. vorgeführt vom Dir. Busch. Die amerikanischen Freunde, Der Einberufer. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 16/13 Sonntag, den 2. Februar, vormittags präzise 10 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain: gebungskunde. Geübt werden die Lieder: Liedesluft" ,,, Saat und Ernte" und 12 Pferde, höchft fomische Episode. Auftreten der Gruß an den Mai". Noten älteren Datums sind mitzubringen. Esel, Ziegen, Schweine, Hasen Löwen- Weib. Allerseelen. !! Der Eden- Garten!! Marionetten Castan's Panopticum. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Harry u. Joe. Mile d'Estrée. Salerno. Toni Daré. Dora Parness. Beau- Malaga. Werner u. Rieder. Brothers Forest. Zimmermann. Düring- Quintett. Stelling u. Revell. Arra- Vora- Zebra. Sergeant Simms Clowns Gebr. Cavallini, Gebr. Dux, Mr. Veldeman und Tom- Tom. Morgen: scheus. Elektr. Ballet. W. Noack's Konzert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag: Die Vereine werden ersucht, die neueren Lieder in den Uebungsstunden durchzunehmen. Bundes- Mitgliedskarte legitimirt. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Berband. ( Zahlstelle Berlin.) Achtung! Großes Konzert Gente, Dienstag, den 28. Januar, abends 8½ Uhr, im Lokale des Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Sonntag, Dienstag und Donnerstag nach der Vorstellung: Großer Ball. Empfehle meine hocheleganten Säle für Vereine, Privatfestlichkeiten zu den tulantesten Bedingungen. W. Noack. Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise Herrn Cohn( großer Saal), Benthe. 20: Vertrauensmänner- Versammlung für sämmtliche Bezirke Berlins. Jede Werkstatt wird ersucht, einen Vertrauensmann zu entsenden, Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimirt. Diejenigen Vertrauensmänner, welche zum ersten Mal von ihren Werkstellen entsendet werden, erhalten ihre Karte in der Versammlung ausgestellt. Die Gesammt- Vertrauensmänner- Versammlungen finden von jetzt ab alle 14 Tage statt, um die für die Lohnbewegung nothwendigen Anordnungen zu treffen. Die Ortsverwaltung. Große öffentliche Versammlung Sämmtliche Fabritations Utensilien. der Holz- und Bretterträger Heinrich Franck, Nr. 185, Brunnenstraße Ur. 185. Nähmaschine, Singer, gut erhalten, 18 M., verf. Wrangelstr. 88, 1. H. R. Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 29. Januar 1896, abends 8 Uhr, im Lokals des Herrn Ewald, Schönleinstraße 6. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Ewald über: Unsere Organisation und Lohns bewegung". 2. Diskussion. 3. Wahl des Delegirten zur Gewerkschafts. mit seinen 12 Negerknaben Serings- u. Obstgesch., 15 Jahre be. Kommission. 4. Berschiedenes, u. f. w. 11. f. 10. Raffeneröffnung 6 Uhr. Vorstellung Uhr. ftehend, verkäuflich Dennewigstr. 24. Anfang der Borkedung 7 b. Cigarren- Gigaretten, Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Hente, sowie jeden Dienstag: Soiree der altbeliebten Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang 8 Uhr.- Entree 50 Bf. Vorverkauf 40 Pf.( f. Plakate). Wundersvolles Programm! 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Jahrg. der Kaiser den Truppen seine höchsteigene Anerkennung aussprach. I die Universitätsstudenten Romanenko, drei Frauen: Ogrinstaja, Im Sommer folgten mehrere Streits in der Stadt Moskau und Sibilewa und Sibirskaja, die Arbeiter Kaiser und seine Frau, im Moskauer Gouvernement. Hier die gleiche Ursache Lohn- Antuschewsky, Jakowlew, Merfulow, Schelgunow, Sinowjew, verkürzung so in der Prochorowskaja Manufaktur, bei Masurin, Atimom, Karamyschew, Poletajew. Ende Dezember wurden Den 6.( 18) Januar. in dem großen Theelager von Gebrüder Popow. In die Sommers 8 Mann in Odessa verhaftet. Die Vertreter der Polizei wähnten, daß sie mit diesen ReDie Regierungszeit Alexander's III. wird in der russischen zeit fallen des weiteren vier Streits im Baumwollrayon Geschichtsschreibung immer als die Zeit der ärgsten politischen von Iwanowo- Wosnesenst. Im Dori Teckowo kam es zu einer preffalien der St. Petersburger Sozialdemokratie den Garaus ge= Reaktion, verbunden mit ununterbrochenem wirthschaftlichen tragischen Episode. Der von der Arbeitermenge umgebene Fabrit macht haben. Aber die St. Petersburger Organisation- welche Verein für den Kampf um die Befreiung Fortschritt und der Umwälzung aller sozialen Verhältnisse direktor gab einen Revolverschuß und ein Arbeiter wurde er- kürzlich den Namen bereitete den Herren eine Sie äußerte bezeichnet werden. Dieser in seiner Art typische Vertreter der schossen, worauf die außer sich gebrachten Arbeiter den Direktor der arbeitenden Klassen" annahm Ein anderer Streit in demselben Rayon ist da eindrucksvolle und unangenehme Enttäuschung. fyitematischen politischen Reaktion konnte selbst die politi- tödteten. daß troz trotz des ruhigen Verhaltens ihr Leben in einer Mauifestation, die zwar wahrscheinlich den schen Früchte feiner revolutionären Thätigkeit auf dem durch bemerkenswerth, Gouverneur mehrere Theilnehmer auf bürgerlichen Kreisen der Hauptstadt zumeist( bis jetzt wenigstens) diese der Arbeiter der der Volkswirthschaft nicht mehr ernten: Bescherung bleibt seinen Nachfolgern vorbehalten. Mit allen der Stelle verhaftete und als die anderen dagegen protestirten, unbekannt geblieben ist, in den Arbeiterkreisen aber ihren Ein Mitteln wurde der Kapitalismus großgezogen. Und man hat mit Kavallerie( Rosaken) gegen sie einschritt, wobei viele Arbeiter druck nicht verfehlte. In allen Arbeitertheilen der Stadt wurde jezt Kapitalismus mit seinen historischen Begleiter dem verwundet wurden. Die Streits von Iwanowo Wodnesenst massenhaft ein Aufruf von dem„ Vereine" verbreitet, aus welchem wir folgende bezeichnende Stellen mittheilen: Proletariat. Das Proletariat fängt an sich zu regen und das hatten keinen Erfolg. " Genossen! Die Streits des letzten Monates haben die eben verflossene Jahr 1895 hat hierfür viele und sehr nachHäufig waren im Sommer Streits der Eisenbahn- Arbeiter drückliche Belege geliefert. Gleichzeitig dringt mehr und über den charakteristischen Vorfall in Sibirien wurde ja Kapitalisten in große Bestürzung versetzt. Unter dem Einflusse ausführlich in dem Artikel Justiz im der Furcht haben die Gesellschaften Thornton und Larferme mehr in die Reihen des vorwärtsstrebenden revolutionären im Vorwärts" Theiles der russischen Intelligenz die die Erkenntniß, daß Dienste des Kapitals" berichtet. Es sind weiter während der einige Konzeffionen gemacht; selbst die Fabrikinspektion ist in der einerseits die Intelligenz, ganz ohne Rückhalt im Sommerzeit Streits in Orel, Samara, Wilna, Kiew und Ausübung ihrer Pflichten sorgfältiger geworden. Aber nachdem arbeitenden Volke, ganz machtlos ist, andererseits der einzige Smolensk und der großartige Streit in Bialostock zu verzeichnen. Die Kapitalisten dort Konzessionen machten, wo es gefährlich erTheil des russischen Volkes, welcher organisationsfähig und dank Vom Oktober bis Dezember erscheint als Hauptschauplab schien, diefelben zu unterlassen, wandten sich die Ausbeuter an Die Regierung. Treu ihrer Pflicht, die Interfeiner ganzen Lebensstellung wirklich revolutionär ist das der Streifs St. Petersburg. Hier fanden während dieser drei ihre Gönnerin industrielle Proletariat ist. Hier sind trotz der rechtlichen Hinder- Monate 5 Streits statt. Ruhig verlief der große Streik der Ar- essen der Reichen zu vertreten, nahm sich die Regierung energisch nisse die wirthschaftlich- sozialen Voraussetzungen des organisirten beiter der Tuchfabrik von Thornton. Stürmisch ist es dagegen der Sache an. In der Nacht vom 8. auf den 9.( 20.- 21.) Dezember Klassenkampfes vorhanden. Hier wird Den grausamsten bei den Tabakarbeiterinnen von Laferme zugegangen. Diese beiden sind viele verdächtige Leute verhaftet, die Fabriken mit Spigeln Die Ruhe ist wieder hergestellt! Keine Verfolgungen zum Troße immer neues revolutionäres Leben ent- Streits haben gewisse Ronzessionen zur Folge gebabt. Erfolglos besetzt worden. stehen. Indem sich so ein Theil der Intelligenz in den Dienst blieben aber die übrigen, so die Arbeitseinstellung in der Streifs werden mehr in Szene gesetzt, teine Aufrufe mehr_ver= so denken die Herren Kapitalisten mit ihren der Arbeiterbewegung stellt, verfällt der andere weit Jutefabrik von Lebedew, wo 12 Theilnehmer sofort verhaftet breitet werden, Freunden von der Polizei.. größere einer fortschreitenden Verbürgerlichung. Das einst wurden. Herr Thornton wirft sofort eine Mehrzahl von Arrevolutionäre Naroduitschestwo" verwandelt sich mit jedem In diesen Kämpfen der Arbeiterschaft für bessere LebensTage mehr und mehr in eine kompromißfähige und bedingungen stehen alle Gewalten auf feiten des Kapitals. So beitern aufs Pflaster und rächt an denselben die von ihm ertompromißfüchtige sozialreformerische Richtung. In der so wohl die Polizei als auch die Fabritinspektion besorgen die Gezwungenen Kongeffionen. genannten Gesellschaft" womit man in Rußland die ge- schäfte der Ausbeuter. Das Gesetz verbietet alle Verabredungen Und dennoch wächst die bildeten Stände bezeichnet geht zwar eine extensiv bedeutende und Verbindungen der Arbeiter. aber intensiv sehr schwache liberale Strömung, deren Vertreter russische Arbeiterbewegung mit elementarer Kraft, das Klassen selbst über die politischen Prinzipien des Liberalismus im Un- bewußtsein wird immer reger und schärfer. Die Zahl der Theilflaren find.. nehmer an den uns bekannten Streits des Vorjahres beträgt im Gai zen ungefähr 50 000. Unter sothanen Umständen können wirklich vorwärtsstrebende, in ihrem politischen Denten konsequente Elemente nur in der Arbeiterbewegung Platz finden. Streifs zu Aber wir haben vor uns nicht nur eine elementare Bewegung. Die revolutionäre Intelligenz, welche in der letzten Zeit fast durchweg sich auf den Boden des wissenschaftlichen Sozialis bahnbrechend war in dieser Beziehung die mus gestellt hat literarische Thätigkeit von Plechanow, hat sich nicht mehr mit der Propaganda der sozialistischen Lehre begnügt. Es ist ein weiterer Schritt gethan worden. Die theoretische Propaganda in fleinen Arbeiterzirkeln kann in einer dünnen Arbeiterschicht Es muß im Anschluß an das Klassenbewußtsein wecken. " Alber die Streiks hören nicht auf; es erscheinen von neuem Aufrufe, welche wie vorher gelesen werden und Theilnahme finden. Und der Verein für den Kampf um die Befreiung der arbeitenden Klassen", welcher diese Aufrufe herausgab, bleibt unversehrt und hat die Absicht, seine Sache fortzuführen. Die Polizei hat sich in der Adresse geirrt. Die Arbeiterbewegung ist mit Verhaftungen und Ausweisungen nicht zu unterdrücken. Die Streits hören nicht eher auf, als die fapitalistische Ausbeutung." Unter dem Zeichen des Kampfes treten die klassenbewußten leber die Arbeiter St. Petersburgs in das neue Jahr ein. Peripetien dieses Kampfes, werde ich Ihnen pünktlich berichten. 6.( 18.) Januar 1896. " Soziale Uebersicht. Was sich die Unternehmer alles erlauben! Aus der Richter'ichen Fabrik für photographische Apparate in Mulda ( Sachsen), deren Arbeiter sich im Ansstande befinden, wird in der Holzarbeiter- 3tg" der Entwurf einer Wuster- Fabrits ordnung veröffentlicht, aus der wir folgendes wiedergeben: § 2. Der letzte Satz desselben lautet: Wer bereits den zweiten Tag nach Antritt wegen Unbrauchbarkeit entlassen wird, erhält für seine Arbeit teine Entschädigung. Daß die Lage der russischen Arbeiter eine höchst elende ist, ist allgemein bekannt. Aber relativ selten hat sich das russische Proletariat zum Kampfe gegen seine Ausbeuter und ihre Helfers: helfer aufgerafft. Als ein höchst bedeutsames Symptom der Fortschritte des Klassenbewußtseins der russischen Proletarier muß die steigende Häufigkeit der Arbeitseinstellungen in den letzten Jahren hervorgehoben werden. Das Jahr 1894 war schon durch die Häufigkeit der Streiks hervorragend, aber es wird darin die unmittelbar aus den konkreten Arbeiterverhältnissen ervom Vorjahre 1895 bedeutend übertroffen. Der„ Vorwärts" hat wachsen Fragen und Forderungen in den breiten Massen des schon mehrere derselben verzeichnet. Die Statistik der Arbeits- Proletariates agitirt werden. Daß das Proletariat für eine solche einstellungen wird jetzt vielleicht in dem Departement für Handel Agitation reif ist, beweisen die selbständigen Regungen in seiner und Manufaktur des Finanzministeriums gepflegt, aber daraus Mitte. Wie schwer eine solche Agitation unter den russischen selbstverständlich ein bureaukratisches Geheimniß gemacht, Verhältnissen ist, brauche ich nicht auszuführen. Aber dennoch sind wir sind deshalb auf höchst spärliche Berichte der Presse, auf diesem Gebiete schon gewisse und relativ bedeutende Erfolge welcher meistentheils verwehrt wird, über erzielt worden. Die Agitatoren verstanden es, die Streits zur schreiben, und auf private Mittheilungen angewiesen. Verschärfung des Klaffenbewußtseins zu benutzen. Am 1. Wai Ich will Ihnen im folgenden eine zusammenfassende Ücbersicht fanden in Moskau Arbeiterversammlung statt, an welchen im der Arbeiterbewegung in Rußland im Jahre 1895 geben und an ganzen mehrere hundert Arbeiter theilnahmen. In St. Peters burg wurden während der letzten Arbeitereinstellungen der Haud der Thatsachen zeigen, woran wir sind. In die ersten Monate des Jahres 1895 fällt der Streit der unter den Streifenden Proklamationen in großer Anzahl ver§ 15. Ter Fabrikausschuß wird gebildet durch die WerkSt. Petersburger Hafenarbeiter, woran 800 Arbeiter betheiligt breitet und die Streikenden in jeder Hinsicht mit Rath und That meister und die dienst ältesten Arbeiter jeder waren. Er war gegen eine Verlängerung der Arbeits- unterstützt. Es ist nur ganz natürlich, daß diese Erfolge der sozial Abtheilung. Das Dienstalter läuft vom Tage des letzten Arbeitszeit gerichtet: die Arbeiter siegten, aber ein bedeutender Theil Agitation Repressalien seitens der Re- antritts. der Theilnehmer am Streit wurde polizeilich ausgewiesen. demokratischen Nach den Streits fanden inter§ 16. Dieser Ausschuß allein soll auch im ganzen oder Gleichzeitig fand ein erfolgreicher Streit der Eisenbahnarbeiter gierung hervorrufen. in Minst statt, welche 400 an der Bahl, gegen Zahlung von Leuten, welche als„ Sozialdemokraten" verdächtig erschienen durch ein Mitglied berechtigt sein, Wünsche und Anliegen der Beiträgen an die Sparkasse, aus welcher sie feine Darlehen be- zahlreiche Haussuchungen und Verhaftungen statt in Mosfau, Arbeiter als Gesammtheit vor der Fabrikleitung anzubringen und Odessa, Jekaterinoslaw, Kowno, Ostrog( Gouvernement Wolynien). zu vertreten. Gewählte Deputationen aus der tamen, protestirten. Ende Dezember fanden im Gefolge der legten Streits zahlreiche Mitte der Arbeiter werden nicht gehört. § 20. Es liegt im Interesse der Fabrik, daß zwischen Fabrit Verhaftungen in St. Petersburg statt. Es wurden verhaftet: Dr. med. Bykowsky, Ingenieure Strzyzanowsky, Maltschenko, Star- leitung und Arbeitern volle Uebereinstimmung herrscht. So wie fow, Staatsbeamte Lepeschinsky und Jergin, Chemiker Nagorow, wir unseren Angestellten unsere Unterstützung immer in jeder Ans Advokat Uljanow, Sund. der Technik Schat, Guljanikfy, gelegenheit bereit halten, so rechnen wir auf die UnterSassoroschez. Wanejew und dessen Bruder, ein Fabrikbeamter, füßung unserer Arbeiter durch korrektes Betragen in und Im April streitten 10 000 Arbeiter der großartigen Baumwollspinnerei von Jaroslawe wegen Lobnverkürzung. Die Augenzeugen rühmen die im eigentlichen Rußland faft nie gesehene Einigkeit der Arbeiter, ihre Ruhe und Ausdauer. Aber das provozirende Auftreten der Regierungsorgane führte doch eine Metzelei herbei, für welche bekanntlich " Der hiftorische Gök von Berlichingen. Forschung. Es wird dies oft nur angezweifelt infolge einer gewissen unberechtigten Sentimentalität; man will sich das poetische Bild, das Goethe von dem Ritter gezeichnet, durch die historische Wahrheit nicht verunzieren lassen. § 2a. Verabreden sich mehrere Arbeiter zu gemeinsamem zeitweiligen Niederlegen der Arbeit, so können dieselben ohne irgend welche Entschädigung für eventuell begonnene Akkorde fofort ganz oder zeitweise entlassen werden. Als die württembergischen Bauern bei Böblingen geschlagen waren, richtete das Heer des schwäbischen Bundes seinen Marsch nach Franken. Göß sollte ihm entgegenrücken und zog am 23. Mai 1525 mit 7000 Mann von Würzburg nach dem Neckar. Von da ab beginnt sein Verrath. Herr Maximilian Harden hat mit den Lorbeeren, die er jüngst als Bossuetforscher errungen, sich nicht begnungen können; Ob Göz freiwillig oder gezwungen zu den Bauern gegangen, Das Heer erreichte Neckarsulm, und Gök ließ in dieser er hat nunmehr auch den Mann mit der eisernen Hand, Göt das, meint Herr Lamprecht, sei eine Frage, die vielleicht nie ent festen Stadt merkwürdigerweise zwei seiner besten Fähnlein von Berlichingen, in den Bereich seiner Forschungen geschieden werden würde. zogen. Er ist unmuthig darüber, daß in dem Haupt- Göz that nur, was hunderte seiner Standesgenossen auch und sein bestes Geschütz zurück. Man erwartete einen Buzug mann'schen Drama 2111 Florian Gö Geyer" jener als thaten; er vertrug" sich mit den Bauern, 5000 fränkischen Streitern, während das Heer des seinen von Da führte Berräther" und ein erscheint, einen Besitz feiger macht zut retten. Es wurde dies wohl ihm um schwäbischen Bundes gegen Neckarsulm rückte. als grimmigen Ausfall gegen die neue Forschung" über den so leichter, bekanntlich auch der vertriebene Herzog Göz ganz unerwartet sein Heer öslich gegen Dehringen hinweg. Baueinfrieg, nach welcher Göz in der That das gewesen ist, als Ulrich von Württemberg in den Bund der Baueru trat, denn Der Truchseß und die 5000 Franken erschienen zugleich vor was er in der Hauptmann'schen Dichtung erscheint. Göz hatte in Ulrich's Diensten gestanden und er hielt noch zu Neckarjulm. Da die Franken aber Göz und sein Heer nicht vorDie Vossische Zeitung" hatte sich die Hauptmann'sche Auf- ihm. Die Ritterschaft hatte ja schon mit Sickingen sich gegen fanden, so entwichen sie vor dem übermächtigen Feind und faffung von Götz von Berlichingen's Charakter angeeignet, wofür die Fürsten verschworen; nunmehr, als der Boltsaufstand überall Neckarsulm ward von dem Truchseß genommen. Die Verwirrung stieg und gerade jetzt entfloh Göz von ihr Kritifer von Harden angerempelt wird mit der Bemerkung, fiegreich war, hofften die ritterlichen Schnapphähne dabei im er sei ein fundiger Prüfer der Münchener Biere, aber fein Trüben fischen und namentlich die geistlichen Güter an fich Berlichingen und überließ das Voltsheer, das außer ihm feinen Kenner der Historie, und wer gleich ihm denke, gehöre zu den reißen zu fönnen. Göz machte den Bauern gleich Ver- nur einigermaßen friegskundigen Führer hatte, seinem Schicksal. # plärrenden Chorknaben"! sprechungen; er fagte, er könne manchen vom Adel zu Es wurde gleich darauf in der Schlacht von Königshofen ver Geinreich! Eminent geistreich! ihnen bringen. Im Kriegsrathe des hellen Haufens saß nichtet. Aber fragen wir denn doch einmal den Herrn Harden, was er von Anfang an. Er sträubte sich, Feldhauptmann Das ist ganz unzweifelhaft die Rolle eines Berräthers"; der Bauern zu werden, er von Göz von Berlichingen weiß. aber es ward ihm von seinen daran läßt sich weder drehen noch deuteln. Er hatte sich allerselbst Er sagt, es sei ihm nicht neu, daß Gök von seinem Bio- Standesgenossen gerathen, Denn diese erhofften dings nur auf vier Wochen verpflichtet, die Hauptmannschaft zu graphen aus dem Jahre 1731 als Wegelagerer und Hecken- für sich Vortheile davon. Schließlich nahm er an. Daß er in führen, und diese Frist war gerade verstrichen. Aber er hatte reiter geschildert worden sei. Ei! Ei! Mo Herr Harden das seiner Selbstbiographie sagt, er fei mit Gewalt gezivungen doch auch zu dem Bund der Bauern geschworen. Ein Feldherr, aufgeschnappt haben mag? Gelesen hat er das betreffende Buch worden, Feldhauptmann zu werden, ist sehr begreiflich, denn er der im Augenblick der höchsten Gefahr sein Heer treulos im jedenfalls nicht, auch nicht gesehen, denn es ist die zuerst wollte sich weiß brennen. Stich läßt, verfällt mit recht der allgemeinen Werachtung, und von Pistorius herausgegebene Celbst biographie des Es war ihm auch durchaus ernst mit der Feldhauptmann diese dokumentirte sich auch in vielen Spottliedern über Göß, Ritters; der Biograph" ift Harden'sche Erfindung. schaft. Er wollte sogleich dem schwäbischen Bund entgegenrücken die im Volte umgingen. Dem Buche ist als Anhang ein Defret des Kaisers und schlagen. Lasset uns dem Feind die Bäuche wenden und Ohne das Goethe'sche Drama würde wahrscheinlich über den Maximilian I. beigedruckt, in dem Göz als Heckenreiter und nicht den Rücken", sagte er. man diesen Rath Werth von Göhens Persönlichkeit gar nicht hin und her gestritten Wegelagerer bezeichnet ist. Herr Harden redet also nur der befolgte, so war der Untergang des schwäbischen Bundes, worden sein. Spur nach; er weiß gar nichts gegen die neuere Forschung" dessen letztes Heer damit zwischen zwei Feuer gebracht Welche Quellen sollen noch geöffnet werden, um, wie Herr vorzubringen, als Münchener Biere" und„ plärrende Chor- worden wäre, fast gewiß. Aber der Kriegsrath entschied, daß Lamprecht meint, durch intensivere Kritik" die Persönlichkeit des man über Amorbach gegen Würzburg ziehen solle. Im Kloster Göz von Berlichingen in der Forschung völlig klar zu stellen? zu Amorbach führte sich Göz als echter Raubritter auf. Zu Würzburg, während der Belagerung des Schlosses, spielte Göß. in der That eine„ Nebenrolle"; die Bauern waren mißtrauisch gegen ihn und hatten ihn im Verdacht, daß er ver rätherische Verbindungen unterhalte. Sie hatten dazu allen Grund. Denn während sich die Kraft der fränkischen Volkserhebung vor dem festen Würzburger Schloß erschöpfte, war anderwärts Niederlage auf Niederlage gefolgt. Die Herren, die sich den Bauern angeschlossen hatten, fielen fast alle wieder ab, denn jetzt war es nichts mehr mit den Aussichten auf die geistlichen Güter. Daß sich Götz bei Beiten vorsah, ist unzweifelhaft; auch mit dem grimmigen Feinde der Bauern, dem blutgierigen Truchsessen von Waldburg hat er sich offenbar zeitig ins Benehmen gefeßt, sonst wäre dessen Verhalten gegen Göß nicht zu erklären. Inaben". Ganz sicher fühlte er sich in seiner selbsterworbenen Ignoranz aber doch nicht und daher ergatterte er ein Billet von dem be fannten Historiker Lamprecht und ließ sich, wie er sagt,„ belehren". dieser bescheidene Göy- Forscher, der so nett das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden weiß, denn er erspart sich das mit alle eigene Forscherarbeit. Die zehn Pfennige Porto rentiren fich; nur sieht man nicht ein, welchen Zweck die Belehrung" haben soll, denn Herr Lamprecht bestätigt feineswegs die Hardensche Auffassung. Und doch die Ausfälle gegen die neuere Forschung". " Herr Lamprecht meint, Gögen's Person stehe noch nicht tlar in der Forschung, er habe auch keine große Rolle gespielt. Nun in bezug auf den Bauernkrieg steht unseres Grchtens die Person Gögen's allerdings völlig tlar" in der 0 Wenn Was, wie wir oben angegeben, auf dem Zuge von Würzburg an den Neckar vorgefallen, find alles Thatsachen, die nicht mehr bestritten werden können. Göz that auch da nur, was in seiner Klasse, soweit sie den Bauern entgegengekommen, so ziemlich Regel war. Die adeligen Herren, die in den Bund der Bauern eingetreten waren, schlugen sich beim Niedergang der Volkssache mit wenigen Ausnahmen zu den Siegern und wütheten nachher gemeinsam gegen die Bauern. Jawohl, Göß von Berlichingen hat an den Bauern Verrath geübt. Die Schmach, die sich an seinen Namen geheftet, wird auch der große Bossuet- Forscher Harden nicht abwaschen tönnen. Daß er nicht direkt zu den Siegern überging, geschah wohl nur deshalb nicht, weil er sich zu sehr kompromittirt hatte. Mulda, den 28. Dezember 1895. Richter'sche Fabriken, Gesellschaft mit beschr. Haftung. ( Stempel) Unterschrift unleserlich. = n den außer der Fabrik. Sie dürfen die Fabrikgemeinschaft führung einer Handwerksinspektion erforderlich sei, die den richtigen Lehrmeister für den jungen Mann gefunden zu nicht in Gegensatz aur Ortsgemeinde bringen. Sie über die Ausführung der Gesetze über das Handwerk in den Wert haben. Er schloß mit Gluth einen Vertrag, der sich jedoch von müssen im Gegentheil uns heilsen, Schwierigkeiten zu stätten wachen soll. Auch soll ein Vertreter der Handwerksinspektion den gewöhnlichen Lehrverträgen dadurch unterschied, daß er sich überwinden, ftatt uns solche zu bereiten. den Vorsitz führen in speziell einzusehenden Lehrlings nicht auf ,, Lehrling" Schmidtmann, sondern auf tommissionen, die über die gegenseitigen Beschuldigungen den Arbeitsburfchen" Schmidtmann bezog. Das Schrifts der Meister und Lehrlinge eine Entscheidung fällen sollen. Die stück enthält unter anderem folgende famose Bestimmung: bestehenden Gesetze über das Handwerk sollen durch die Be-„ Herr Schmidtmann verpflichtet sich hierdurch, für die für seinen stimmung ergänzt werden, daß die Arbeit in Wertstätten mit Sohn A. gesetzlich zu zahlenden Versicherungsbeiträge zur InLehrlingen nicht mehr als zehn Stunden dauern validen, Alters- und Krankenversicherung ganz aufzukommen, darf( von welchen zwei Stunden für Frühstück und also nicht nur für den Theil derselben, zu dessen Zahlung er Mittagessen= Pausen freigegeben werden müssen), und gefeßlich verpflichtet ist.“ Unter den Gründen zur sofortigen daß von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens Lehrlinge überhaupt Entlassung befindet sich in unmittelbarem Zusammenhang aufnicht beschäftigt werden dürfen. Das Gesetz soll ferner be- geführt die Führung eines unwürdigen Lebenswandels oder sonst stimmen, daß schlechte Behandlung der Lehrlinge mit einer Geld- welche Störung des Geschäftsganges. Dann wird auch im Verstrafe von 10 bis 50 Rubeln bestraft werden, im Wieder trage Herrn Gluth das Recht gegeben, den jungen Mann holungsfalle aber ein Verbot auf eine bestimmte Zeit und das fofort entlassen zu dürfen, ,, wenn Herr Schmidtmann dritte Mal ein Verbot auf immer, Lehrlinge zu beschäftigen, nach es unterläßt, für ein gesittetes, ordentliches Betragen des Sohnes während und außerhalb der Thätigkeit Vorstehende Fabrikordnung soll an stelle der seitherigen in fraft treten, es wird deswegen den erwachsenen Arbeitern Gelegenheit geboten, sich über dieselbe jeder einzeln und nur für feine Person zu äußern und ist zu diesem Zweck eine Frist bis 7. Januar festgesetzt. Mulda, den 28. Dezember 1895, ( Stempel wie oben.) Name unleserlich. Die Zentralftelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen sich ziehen soll. hält ihre diesjährige Konferenz am 11. und 12. Mai in Berlin ab. Zunächst wird über den Arbeitsnachweis verhandelt werden; Referent hierüber ist der Bezirkspräsident a. D. Dr. v. Reizen stein in Freiburg i. Br. Als weiterer Gegen stand der Tagesordnung ist die Verwendung der weiblichen Hilfskraft in der Wohlfahrtspflege" und zwar in Fabrifen und Gemeinden in Aussicht genommen. Referenten werden Fabrikdirektor Heinze in Döhren bei Hannover und Dr. Münsterberg in Hamburg sein. " Gewerkschaftliches. Es ist nach diesem Bericht nicht unwahrscheinlich, daß Ruß- bei Gluth Sorge zu tragen." Für den Fall, daß der Arbeitsland in der wichtigen Frage der Handwerksinfpettion bursche" A. Schmidtmann widerrechtlich die Arbeit verlassent dem Deutschen Reiche zuvorkommen wird, während berufsmäßige sollte, wurde eine Konventionalstrafe von 150 M. feftgesetzt. Schönredner nicht müde werden zu behaupten, Deutschland Auf diese letzte Bestimmung stüßte Gluth einen Prozeß auf marfchire mit seiner sozialpolitischen Gesetzgebung an der Bahlung von 150 M., den er gegen Schmidtmann beim GewerbeSpiße der Nationen! gericht angestrengt hatte. Eine Dhrfeige, die sein Sohn be fommen, und mancherlei Vorkommnisse, welche ihm nicht gebeuer erschienen, den hatten bes Beklagten dazu wegt, eigenmächtig das Verhältniß zwischen Gluth und Am seinem Sohne zu lösen. Letzterer blieb auf Veranlassung des Wohnungsstatistik. Die mit der letzten Volkszählung ver- Lohnbewegung in der Konfektionsindustrie. bundene Wohnungsstatistik hat für UIm wenig erbauliche Gr- 20. Januar und im Laufe der letzten Woche beschlossen Schneider- Vaters aus dem Geschäft des Klägers fort. Die Kammer 6 des und Näherinnen- Versammlungen in den Städten Kar13. Gewerbegerichts wies die Klage a b. Sie erklärte den Vers gebniſſe geliefert. Von 7611 Haushaltungen find 446758,7 pt ruhe, Leipzig, Dresden, Theboe, Hildesheim, trag für ungiltig, weil hier für die Regelung eines Lehrauf ein Zimmer und 1588 Haushaltungen 20,8 pt. auf zwei Worms, Halberstadt, Weimar und Stettin gleich verhältnisses, die Form eines Arbeitsvertrages gewählt sei, Bimmer angewiesen. Es leben also nahezu 80 pCt. der Einwohner- falls die bekannten Forderungen den Unternehmern, Händlern der obendrein noch eine gesezwidrige Bestimmung, die bezüglich schaft in höchst ungenügenden Räumen. und Meistern zuzustellen. In Stettin, einem bedeutenden der Versicherungsbeiträge, enthalte. Schulärzte für Wiesbaden. Den Stadtverordneten in Stonfettionsort, fand die Versammlung in einem der größten Säle Die Rechtsfrage, ob einem Handlungsgehilfen gegen den Wiesbaden ist eine Denkschrift über die Anstellung von Schulstatt und war von zirka 4000 Schneider und Näherinnen besucht. Prinzipal ein Rechtsanspruch auf Ertheilung eines Beugnisses ärzten für die Elementar- und Mittelschulen der Stadt zu Der Saal mußte wegen des Andranges polizeilich gesperrt über seine Leistungen und seine Führung zusteht, ist vom Reichsgegangen, in der beantragt wird, daß zunächst die vier Stadt- werden. gericht verneint worden. In dem Erkenntniß, welches die Jur. ärzte als Schulärzte im Nebenamt in Aussicht genommen werden. Am Sonntag ist das Flugblatt an die Bevölkerung Wochenschr." veröffentlicht, wird folgendes ausgeführt:„ Das Nach den von den vier Stadtärzten im Frühjahr 1895 an 7000 Deutschlands, worin Aufklärung über die Zustände in der Kon- Handelsgesetzbuch beantwortet die streitige Frage nicht, auch nicht Schulkindern vorgenommenen Untersuchungen hätten sich bei unfektion gegeben wird, in einer Auflage von zwei Millionen indirekt durch die in Art. 57 über die Natur der Dienste und gefähr einem Viertel aller untersuchten Schüler Krant- Gyemplaren verbreitet worden. In Berlin und Umgegend die Ansprüche der Handlungsgehilfen auf Gehalt und Unterheiten zum theil ansteckender Art, Ungeziefer und Unreinlichkeiten wurde reichlich eine halbe Million vertheilt. haltung getroffene Bestimmung. Ein die Frage bejahendes allgefunden, die Veranlassung gaben, bei den Eltern ärztliche Be- Die Gewerkschaftskommission Oesterreichs nahm im gemeines deutsches Handelsgewohnheitsrecht oder eine allgemeine handlung, Desinfektion oder Reinigung in Anregung zu bringen. vergangenen Jabre insgesammt 17 781,551/ 2 fl. ein. Die Ausgaben deutsche Handelsfitte dieses Inhalts ist nicht nachweisbar und Die bei Untersuchung der allgemeinen Körperkonstitution von betrugen 17 004,79 fl.( Drei Viertel der Vereine restiren noch die Bei- aus dem gemeinen Rechte ist die Bejahung ebenAugen, Ohren, Mund, Nase, Brust, Bauch und Wirbelsäule be- träge für den Monat Dezember.) Gegenüber dem Jahre 1894 wurden falls nicht zu entnehmen. Es handelt sich hier nicht um die Beobachteten Mängel mahnten, die Schule unmittelbar selbst ein- 3517,55 fl. mehr eingenommen. Die Zahl der bei der Kommission zeugung einfacher Thatsachen, sondern dem Wesen nach nur um treten zu lassen. Was für Wiesbaden gilt, gilt natürlich auch angemeldeten Streits betrug 204. Gine Anzahl von Streits ein Urtheil. Das thatsächliche Interesse, das der Handlungsfür andere Orte, ganz besonders aber aus bekannten Gründen wurden auf Wunsch der betreffenden Lohnfomitees nicht ver- gehilfe an einem Zeugnisse über seine Leistungen und feine für Großstädte; Berlin ist eine Großstadt, aber Schulärzte besitzt öffentlicht, um den Zuzug von Streifbrechern zu verhindern. Führung hat, reicht um so weniger aus, eine Verpflichtung des es nicht. 39 pCt. der Streits endeten mit vollständigem Erfolg, 21 mit Prinzipals zur Ertheilung eines solchen Attestes zu begründen, Das internationale Informations- Bureau( Sekretariat) theilweisem, 40 ohne jeden Erfolg. Die Abwehrftreits batten als der Prinzipal sich durch Ausstellung eines derartigen Beug der Metallarbeiter, welches seinen Sitz in Winterthur ein viel besseres Ergebniß, als die Angriffstreife. Sperren nisses Nachtheile zuziehen, insbesondere in die Lage tommen ( Schweiz) hat, veröffentlicht soeben seinen Jahresbericht für die wurden über Werk ätten und Fabriken in 5 Fällen mit Erfola tann, sein Attest im Rechtswege vertreten zu müssen. Wenn Beit vom 1. November 1894 bis 31. Oftober 1895. Danach verhängt; in 4 Fällen endeten sie zu ungunsten der Arbeiter. einem Handlungsgehilfen daran liegt, bei seinem Abgange ein stehen mit dem Bureau in Verbindung die Metallarbeiter: In Budapest hat ein Theil des Personals der Ersten Beugniß über Leistungen und Führung zu erhalten, so muß er Organisationen in der Schweiz, Deutschland, Dänemart, ungarischen Fournierfabrik die Arbeit eingestellt. sich im Dienstvertrage ein solches Zeugniß zusichern lassen. Belgien, Frankreich und Desterreich. Die englischen Metall- Aus der Schweiz. Das internationale Buch- Reichs- Versicherungsamt. Die Frage, ob ein ges arbeiter haben sich noch nicht angeschlossen. Der Bericht bruder Getretariat in Bern ladet alle dem inter- werblicher oder forstwirthschaftlicher Be. giebt eine furze Uebersicht über die Streitbewegungen und nationalen Buchdruckerverband angehörigen nationalen Buch- triebsunfall vorliege und welche von vier in das Verkonstatirt, daß die Aussperrungen im lezten Jahre drucker- Organisationen zur Aeußerung über die Nothwendigkeit fahren hineingezogenen Berufsgenossenschaften hafte, hatte das in allen Ländern sowohl an Bahl, wie an Umfang zugenommen der Einberufung eines internationalen Buchdruckertongresses ein. Retursgericht in einem Rechtsstreit gegen die Norddeutsche Holzhaben. Ferner wird darauf hingewiesen, daß ausgedehnte Streifs Die Firma M. in der und Lockouts in Ländern mit trefflichen Arbeiterorganisationen zur Verhandlung soll die Revision der gegenwärtig in fraft be- Berufsgenossenschaft zu entscheiden. stehenden Bestimmungen betr. Arbeitseinstellung und Unter- bayerischen Stadt Landau hatte eine in Pommern belegene in letzter Zeit mit der Niederlage der Arbeiter geendet haben, füßung durch die ausländischen Verbände gestellt werden. Der Waldfläche gekauft, um dieselbe gewerblich auszunußen. Sie ließ weil die Unternehmer fertige Waaren erhielten aus Ländern, Kongreß soll im Laufe dieses Frühjahrs oder Sommers ab- den vorhandenen Baumbestand niederschlagen und die Stämme wo die Organisationen der betreffenden Branche noch schwach gehalten werden. Als Ort der Abhaltung wird Zürich und zum theil an Ort und Stelle zu Scheitholz, Grubenhölzern, und die Löhne daber gering sind. Auf diese Weise Brüffel vorgeschlagen. Brüssel vorgeschlagen. Gleichzeitig theilt der Sekretär mit, Bauholz und Eisenbahnschwellen herrichten. Bei der Arbeit können die Bemühungen einer noch so starken na daß der italienische Buchdruckerverband seinen inter- die etwa 1/4 Jahr dauerte, wurden neben gewöhnlichen Arbeitern tionalen Berufsorganisation illusorisch gemacht werden durch das Fehlen einer solchen in andern Ländern. nationalen Verpflichtungen nachgekommen ist, während der und Tagelöhnern auch Zimmerer und gelernte Schwellenarbeiter, fogen. Brettschneider, verwendet, im ganzen an 40 Personen. Zu Daraus folgt die Nothwendigkeit einer internationalen spanische Verband sich noch weigert. Der Schreinernreit in Genf ist noch nicht denen, welche ständig die gefällten Hölzer zu Schwellen verBerufsorganisation, welches Ziel man bei dem diesbeendet. Die früheren Meldungen waren daher verfrüht. arbeiteten, gehörte der Kläger, Schwellenarbeiter M. Derselbe jährigen internationalen Metallarbeiter- Kongreß in London zu Maßregelungen der ausständig gewesenen Schreiner find an der war verunglückt, als er einen schon der Krone und der starken erreichen hofft. Aus dem ganzen Bericht geht hervor, daß die Tagesordnung. Aeste beraubten Stamm weiter behauen wollte; er leitete damit neue Institution der internationalen Arbeiterfefretariate noch mit -vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und nicht die verdiente Reichs- Versicherungsamt hob die schiedsgerichtliche Entscheidung, gleichsam die Verarbeitung des Stammes zu Schwellen ein. Das Anerkennung und Würdigung findet. Existenzberechtigung und Zweckmäßigkeit anerkannt, aber prattisch die zu gunsten der Norddeutschen Holz Berufsgenossenschaft ausgefallen war, auf und verurtheilte diese. muß sie erst noch erftritten werden. Gericht letter Instanz sah hier in dem Walde nur die Betriebsstätte einer gewerblichen Holzbearbeitung. Hätte die Arbeit des Klägers, bei der er verunglückte, nur dem Zwecke gedient, die Abfuhr des Holzes aus dem Walde zu ermöglichen, dann würde nach Annahme des Gerichts allerdings ein forsts wirthschaftlicher Betriebsunfall vorgelegen haben. Sie hätte dann als Abschluß der forstwirthschaftlichen Arbeiten angesehen werden müssen, als was sie unter den obwaltenden Umständen nicht gelten fönnte. Obwohl sich die kaufmännische Zeitung des Unternehmens, die Firma W. in Bayern befindet, wurde die u. a. beigeladene bayerische Holz- Berufsgenossenschaft nicht für baftbar erklärt, weil sich das pommerfche Unternehmen der Firma als ein in sich abgeschlossenes darstelle, auf welches die bayerische Genossenschaft teinen Einfluß, 3. B. hinsichtlich der Kontrolle der Betriebseinrichtungen besaß. Die Lehrlingsfrage auf dem Moskauer Kongreß für technische Bildung. Man berichtet uns: Die Sektion für das Lehrlingswesen im Handwerk erklärte auf diesem Kongreß mit Rücksicht darauf, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Handwerksmeister es mehr auf die Ausbeutung der Lehrlinge, als auf eine Ausbildung in ihrem Fache absehen, daß die Ein Giornico und Locarno ist ein Steinhauerstreit aus In den tessinischen Orten Biasca, Ossagno, Lavorgo, gebrochen. 300 Steinhauer legten die Arbeit nieder, weil sie zur Unterschrift einer Arbeitsordnung, die ihnen 12 stündige Arbeitszeit auferlegt, aufgefordert wurden. Soziale Rechtspflege. Gewerbegericht. Ungiltiger Vertrag. Der Arbeiter Schmidtmann, welcher seinen Sohn zum Barbier ausbilden laffen wollte, glaubte in dem Barbier, Friseur und Heilgehilfen Gluth Kunst und Wissenschaft. mit 10prozentiger Schwefelsäure gekocht; dabei scheidet sich ein feinflockiger Niederschlag ab, dem durch wiederholtes Auskochen Einen Orgelvortrag veranstaltet Herr Musikdirektor mit 85prozentigem Alkohol die wirksame Substanz entzogen Otto Dienel am Mittwoch Mittag 1 Uhr in der Marienkirche. wird. Der Rückstand der alkoholischen Lösung wird in NatronAls Mitwirkende werden genannt Frl. Martha Kröning, Herr Tschiersch und Herr Organist P. Heuer. Das Programm enthält Rompositionen von Bach, Mendelssohn, Thiel, Rheinberger, Alb. Becker, Widor und Dienel. Freunde guter geistlicher Musit machen wir auf dies Konzert, das unentgeltlich ist, auf mertjam. Versammlungen. Das lauge gelöst und aus der filtrirten Lösung wird durch verdünnte Schwefelsäure eine braungefärbte amorphe Substanz ab gefchieden, die sowohl bei der Kropsbehandlung bei Menschen wie in Stoffwechselversuchen bei Thieren sich ebenso wirksam erwiesen hat, als die Edilddrüse selbst. In dieser Substanz hat Baumann das Jod in zweifelloser Weise nachgewiesen, ja fogar aus seiner Berbindung mit der organischen Substanz abgeschieden und rein Eine sehr gut besuchte Volksversammlung für den ersten Im Alexanderplatz- Theater werden die Kleinen Lämmer" dargestellt. Geringere Mengen dieses jodhaltigen Körpers hat Wahlkreis wurde am Sonntag im Feenpalast abgehalten. Paul heute zum 100. Male aufgeführt. Frau Paulet, die einige Tage Baumann auch in zwei Kröpfen aufgefunden. Das Vorkommen Singer referirte, häufig vom Beifall der Versammelten unterfrant war, tritt wieder auf. Die Operette Pitts" von Hans Löwenfeld wird am Donnerstag zuerst gegeben.-" Das Adolph Ernst von Jod im menschlichen Körper war bisher noch umstritten, und brochen, über die gegenwärtige politische Lage. Nachdem die Theater bereitet für nächsten Monat eine neue Lokalposse vor. In vollents unerwartet kommt die Entdeckung eines so starken Tage des Reichs- Gründungsfeites- so etwa äußerte sich der Theater bereitet für nächsten Monat eine neue Lokalpoffe vor. In zwischen werden einige bekannte frühere Repertoirstücke gegeben. Den Joddepots in einem einzigen Organ des Körpers. In der Redner wieder der Alltagsstimmung Platz gemacht hätten, zwischen werden einige bekannte frühere Repertoirftücke gegeben. Den Schilddrüse wird augenscheinlich eine spezifische organische Jod lohne es sich wohl, darauf hinzuweisen, warum unsere Anfang macht am Mittwoch Audran's" Madame Suzette". Im verbindung gebildet, die nach Bedarf in den Gesammtorganismus Partei nicht in den Jubel über die vor 25 Jahren National- Theater wird am Donnerstag als Novität Konradin, übergeht. Baumann streift zum Schluß noch furz die Frage, erfolgte Reichsgründung einstimmen fönne. Wenn man der lehte Hohenstaufe", gegeben. wie das Jod in den Körper kommt. Er erinnert daran, daß uns von gegnerischer Seite vorwerfe; wir seien ReichsDer frühere Direktor des Thaliatheaters in Hamburg, das Jod in der Luft, im Regen- und Schneewasser, im Fluß- feinde, so müßten wir diesen Vorwurf entschieden zurückweisen. Cheri Maurice, ist am 27. Januar in Hamburg gestorben. waffer, in der Asche von Pflanzen und Meeresthieren, in der Allerdings seien wir mit den gegenwärtigen Zuständen im Reiche Ackererde, in Milch, Eiern, gegohrenen Getränken nachgewiefen nicht zufrieden; wir wollten vielmehr an deren Stelle Einrichtungen Eine wichtige Entdeckung ist Prof. E. Baumann, Leiter worden ist. Der Nachweis des Jods in der Schilddrüse und in schaffen, in denen jeder Staatsbürger sich wohl fühlen kann; des Universitätsinstituts für physiologische Chemie in Freiburg, Kröpfen ist deshalb besonders bemerkenswerth, weil das Jod aber Gegner der Reichsgründung an sich zu sein hätten wir um gelungen. Die Heilkunde hat in jüngster Beit ein neues werth- gerade diejenige Substanz ist, mit der man feit langer Zeit Kröpfe so weniger Grund, als uns erst die Reichsverfassung den volles Heilmittel in einer dem Thierreich entstammenden Sub- zur Schrumpfung zu bringen gelernt hat. Jodpinselungen und Boden bereitet habe, auf dem wir mit Erfolg für die Rechte des stanz, nämlich der Schilddrüse erhalten, die sich nicht nur für Jodeinsprißungen find altbewährte Mittel zur Heilung von Proletariats fämpfen können. Nachdem Redner auf die Reichsdie Heilung des sogenannten Myrödem und des operativen Ströpfen. gründung und die dabei in betracht kommenden Faktoren näher Kretinismus bewährt hat, sondern auch für die Beseitigung der In der letzten Sigung der Berliner medizinischen Gesells eingegangen war, besprach er die innere Politit des Reiches und Kröpfe. Man hat die Schilddrüse, besonders die vom Hammel, schaft wurde über den Einfluß der Schilddrüsensaft- Behandlung untersuchte, ob die große Mehrheit des Volkes Ursache habe, in sowohl roh als geschabtes Fleisch, wie in gekochtem Zustand, auf den Kropf verhandelt. Der Referent betonte: Der Referent betonte: Diese den Jubel über die Neichsgründung einzustimmen; oder ob nicht ferner in Form eines Glycerin- Extraktes aus der Drüse und schließ- Thyrojodin".Behandlung hat durch ihre zum theil an das Wun- vielmehr erst solche Zustände geschaffen werden müßten, lich in der Form von aus pulverförmig zerriebenen Echilddrüsen Derbare grenzenden Erfolge die allgemeinste Theilnahme hervor die es ermöglichen, daß bei fünftigen Jubiläen das hergestellten komprimirten Tabletten verabreicht, aber die eigent- gerufen. Das Bemerkenswerthefte dabei war und ist der ganze Volt au der Feier theilnehmen kann. Als erste lich wirksame Substanz in dem Schilddrüsengewebe ist bisher unerklärliche Einfluß, den diese Behandlungsweise auf den Gabe habe das neue Reich den Kulturkampf gebracht, der den unbekannt geblieben. Zahlreiche Forscher haben sich bereits ver- gesammten Stoffwechsel ausübt. Es kommen dabei die schwierigsten katholischen Theil des Volkes schwer bedrückte, dann sei unsere geblich bemüht, sie zu gewinnen. Baumann ist die schwierige Fragen der Phyfiologie in betracht. Fütterungsversuche, die mit Partei unter der zwölfjährigen Herrschaft des Sozialistengefeges Aufgabe endlich gelungen. Es liegt einfiweilen von ihm nur dem Echilddrüsensaft an Thieren angestellt wurden, haben zulegt gefnebelt worden, die unseren Genoffen über 1000 Jahre Ges eine furze Mittheilung im neuesten Hefte der Zeitschrift für dahin geführt, diese Art des Serumheilverfahrens auch beim fängniß, zahlreiche Auflösungen von Vereinen und 893 Ausphysiologische Chemie" vor, sie gewährt indeß Ausblicke von Menschen anzuwenden. Allein ganz unbedenklich ist die Sache weisungen gebracht habe. Hand in Hand mit der politischen größter Tragweite sowohl für die Physiologie des menschlichen denn doch auch nicht. Es haben sich allerhand bedenkliche An- Kuebelung sei die wirthschaftliche Bedrückung des Volkes durch Körpers wie für die Pathologie und Therapie. Baumann zeichen im Nervensystem infolge dieser Thyrojodinbehandlung ein Erhöhung der Steuern und fortgefeßtes Anwachsen der Militärhat aus der Hammelschilddrüse durch ein überraschend einfaches gestellt. Der Schilddrüsensaft macht sich nämlich bei Entfettungs- lasten gegangen. Verfahren eine Substanz dargestellt, die er Thyrojodin" nennt. Es furen sehr wirksam geltend; indessen zeigen diese künstlich herbei- Während 1878 das Reich noch keine Schulden hatte, seien diese ift eine organische Substanz mit starkem Jodgehalt, die außerdem geführten Entfettungen recht schlimme Folgen, namentlich beim jetzt auf 2050 Millionen angewachsen. Die Steuern, aus denen 1/2 pet. Phosphor enthält. Die Darstellungsweise ist im wesents weiblichen Organismus. Es sind sogar bleibende Störungen in die Ausgaben des Reiches bestritten werden, träfen vorwiegend lichen folgende: Die zerhackte Echilddrüse wird mehrere Tagel den Funktionen des Sentralnervensystems beobachtet worden. die wirthschaftlich Schwachen, da hauptsächlich gerade die von " nicht schänden, Mehrere Redner die den Massen verbrauchten Artikel zu den Steuern herangezogen tonturriren könne, weil sie darauf rechne, daß der Werke von Heine und Börne empfohlen hatte, forderte würden. Der Redner streift ferner die Kolonialpolitit, die dem ihre Arbeiterinnen durch die Prostitution noch Ebeling in anbetracht der günstigen Geschäftslage die Kollegen deutschen Volte jährlich 10 Millionen Mark fofte, erinnert nebenbei etwas verdienen. Indem also den Arbeite- auf, recht rege für die vollständige Wiedererringung der neunall die Thaten der Herren Leist und Wehlan, die rinnen Löhne gezahlt werden, die nicht entfernt zum Lebensunterhalt stündigen Arbeitszeit zu agitiren. 3orn verlas dann den geeignet feien, den deutschen Namen und hinreichen, schafft die kapitalistische Gesellschaft auf der einen Kaffenbericht vom verflossenen Quartal, der einen Bestand von berührt die neueste deutsche Rechtsprechung, die mit Seite ein Angebot von Mädchen, die sich zum Geschlechtsgenuß 108,28 m. ergab. Zum Schluß ersuchte der Vorsitzende um rege dem Rechtsbewußtsein des Volkes in Widerspruch stände, verkaufen müssen, und erzeugt gleichzeitig auf der anderen Seite Betheiligung an dem Tanzkränzchen, das am 21. März im Engwas der Brauweiler Prozeß, der Prozeß gegen unfern Genossen die Nachfrage nach Prostituirten, indem sie auch die Lebens- lischen Garten abgehalten wird. Rauch in Hannover und vor allem die große Fülle der Majestäts- baltung der Männer herabdrückt und diesen dadurch die MögDer Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins beleidigungsprozesse der letzten Zeit zur genüge bewiesen habe. Die lichkeit der Eheschließung erschwert. Zunächst waren es die und Umgegend wählte in der Mitgliederversammlung am fozialdemokratische Reichstagsfraktion habe den Antrag auf Auf- Männer des Mittelstandes, bei denen das Bedürfniß nach außer: 19. Januar den Kollegen Trapp zum zweiten Vorsitzenden hebung des Majestätsbeleidigungs- Paragraphen gestellt ehelichem Geschlechtsverkehr hervortrat, weil, verursacht durch den Monarchen gegen Beleidigungen schutzlos das Anwachsen des Kapitalismus, die wirthschaftliche Lage des und nahm dann folgende Abrechnung des Kaffirers entgegen: After Bestand 506,84 M., Einnahme im 4. Quartal 118,45 M., zu machen; derfelbe folle vielmehr in dieser Hinsicht Mittelstandes sich immer mehr verschlechterte, die Möglichkeit, Alter Bestand 506,84 M., Ginnahme im 4. Quartal 118,45 M., haftig werde. Dagegen müsse mit der Doktrin von der Un- schwand und die Altersgrenze der eheschließenden Männer immer Der Raffirer wurde entlastet. Kollege Pelz regte dann die wie fich die Kollegen im Frühjahr zu den verleßlichkeit des Monarchen gebrochen werden, da dieselbe die höher hinausgerückt wurde. Aber auch im Proletariat Frage an, wollen. Krahnangelegenheiten verhalten politische Neutralität des letzteren zur Voraussetzung habe. wird die Möglichkeit der Eheschließung fortgesetzt geringer. sprachen sich für die Wahl einer Kommission aus, Nehme aber der Monarch an den Parteifämpfen Antheil Wenn auch der Proletarier feine Rücksichten auf standeswas unsere Partei durchaus nicht verhindern wolle dann gemäße Lebensweise" zu nehmen hat, so bewirkt doch die sich mit der Sache vertraut machen und so schnell wie jedes anderen öffentlich fritisirt werden.( Lebhafter Beifall.) in Proletarierkreisen die Neigung zur Gründung eines eigenen Damit einverstanden und wählte in diese Kommission F. emte, müsse er sich auch gefallen laffen, daß seine Ansichten wie die stetige Verschlechterung seiner wirthschaftlichen Lage, daß auch möglich eine öffentliche Versammlung einberufen soll, die in dieser Angelegenheit Stellung nehmen soll. Die Versammlung war Singer geht nun zur Schilderung der augenblicklichen Lage über, Hansstandes immer mehr abnimmt, und dadurch die Nachfrage damit einverstanden und wählte in diese Kommission F. emte, 3. Sefeld, A. Schabe, J. W. Riengewald und die nicht besser gekennzeichnet werden könne als durch die Worte: nach Prostituirten steigt. Wer also die Prostitution erfolgreich. Karnal. Beim Verschiedenen wurden vom Genossen Antrag Kanik und Bimetallismus; er fritifirt ferner die Agitation bekämpfen will, müßte die Ursachen dieser Erscheinung beseitigen. wald einige Aufklärungen über die Arbeiterbewegung ge der Agrarier, deren Bestrebungen nicht wie die Herren vor. Das fönnen aber die Angehörigen der bürgerlichen Klaffe nicht, geben, wobei er hauptsächlich betonte, daß die Nörgeleien und geben dem nothleidenden, d. h. dem kleinen Landwirth weil sie die gegenwärtige Wirthschaftsordnung, aus der dieses nüßen, sondern vielmehr die Taschen der Großgrundbesitzer Uebel erwäd fi, erhalten wollen. In bürgerlichen Streifen herrscht bas Persönliche aus den Vereinen fernbleiben müßte, was von auf Kosten des konsumirenden Publikums, also der breiten die Auffassung, daß der außerebeliche Geschlechtsverkehr eine der Bersammlung anerkannt wurde. Masse des Volkes zu füllen geeignet seien. Man könne der Re- Sünde sei; man erklärt die Prostitution für ein Laster, ist aber Kranken- Unterstüßungs- und Begräbnißverein für Baugierung Dant wiffen, daß sie in so herzerfrischender Weise dem unfähig, sie zu beseitigen, und veranlaßt nur, daß dieselbe durch und gewerbliche Hilfsarbeiter Berlins. In der General Antrage Kanit entgegengetreten sei. Das Börsenreform- und polizeiliche Reglementirungen von der Oberfläche in die versammlung am 19. Januar verlas der Rendant Nöding das Zuckersteuer Gefeß hätten den Zweck, die ob der Zurück- Keller und in sonstige Schlupfwinkel verdrängt wird. die Abrechnung vom 4. Quartal 1895. Danach ist ein Baarweisung ihres Hauptantrages ergrimmten Agrarier zu versöhnen. Die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen nehmen ja auch bestand von 1509,25 m. vorhanden. Dem Rendanten wurde Diese würden sich aber nicht mit derartigen Abschlagszahlungen Stellung gegen die Prostitution, daß sie aber die Ursachen Techarge ertheilt. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebniß: begnügen, sondern nach dem bekannten Worte: und der derselben nicht begriffen haben, davon zeugt eine im Jahre 1894 1. Vorsitzender A. Gadegast, Oppelnerstraße 5, 4 Tr.; König abfolut, wenn er unseren Willen thut, eher an den Kaiser gerichtete Petition( Rednerin verliest diefelbe), 2. Vorsitzender 2. Steinberg, Borndorferstraße 50, 2 Tr.; ihre viel gerühmte Königstreue, als die Interessen worin der Kaiser in devotem Ton gebeten wird, im Bunde mit 1. Rendant G. Nöding, Adalbertstraße 10, Hof 4 Tr.; ihres Geldbeutels fahren lassen. Das vorgeschlagene Lehrer- den Fürsten Maßregeln zur Bekämpfung der Prostitution zu er- 2. Rendant K. Kandale, Andreasstr. 77a; 1. Schriftführer besoldungsgesetz, das den Gemeinden nur für 25 Lebrer Zuschüsse lassen, und die Petentinnen in dieser Angelegenheit zu hören. R. Kiefe wetter, Adolphstr. 12b; 2. Schriftführer K. Schölzel, aus der Staatskasse gewähren wolle, belaste die größeren Städte Die Geschichte lehrt uns so fährt Frau Bettin fort daß Weidenweg 4; Revisoren: J. Mahron; Pücklerstr. 13, H. 3 Tr.; zu gunsten des platten Landes, fäme also auch wesentlich den die Sittlichkeit Hand in hand geht mit den wirthschaftlichen G. Flöter, Falckensteinstr. 32; E. Hoffmann, FalckensteinGrundbefizern zu gute. Während hiernach für Berlin der Verhältnissen. Selbst der fittenftärkste Fürst ist nicht straße 40. Gine lebhafte Debatte entspann sich in betreff eines Ausfall an Staatszuschüssen für die Lehrerbesoldung 900000 M. im stande, durch Verordnungen die Sittlichkeit des Mitgliedes, das sich dem Verein und dem Vorstand gegenüber jährlich betrage, erhielte das platte Land auf diesem Volkes zu heben oder die Prostitution aus der Welt zu schaffen. sehr unanständig betragen hat; die Sache wurde dem Vorstand Wege die gezahlten Staatssteuern zurück. Das seien die Frau Bieber- Böhm war lange eine Vorfämpferin gegen die zur Regelung überwiesen. Weiter beauftragte man den Vorstand kleinen Mittel, womit unser Genosse" Miquel,( Heiterfeit), der Prostitution; es fehlt ihr zwar nicht an gutem Willen, wohl mit der Abhaltung eines Vergnügens und beschloß, daß die Versich einst an Mary behufs Organisation von Bauernaufständen aber an sozialer Einsicht, und wenn die Frauenrechtlerinnen die fammlungen nicht mehr durch Kartè, sondern durch Annonce im wandte, feinen agrarischen Freunden entgegen fommt. Die Auffassung der Frau Bieber- Böhm zu der ihrigen gemacht haben, Vorwärts" bekannt gemacht werden sollen. Es wurde noch zu Sozialgefeggebung, die nur wegen des Vorhandenseins der Sozial- so ist sie dadurch nicht besser geworden, was die Verhandlungen recht regem Besuch der nächsten Bersammlungen aufgefordert. demokratie in Angriff genommen worden wäre, sei zum Still- des Frauentages in München beweisen. Die bürgerlichen Damen Die Versammlungen werden von jezt ab fiets präzis 1/210 Uhr stand gekommen, noch ehe sie sich recht entwickelt habe. Vom berühren ja auch manchmal die Noth als Ursache der Prostitution. eröffnet werden. wirthschaftlichen auf das politische Gebiet übergehend, Während sie aber für alle anderen Einzelheiten fertige Vor-. Im Fachverein der Stellmacher Berlins und Umgegend beleuchtet der Redner den Kampf gegen das Wahlrecht, schläge haben, wissen sie für die Beseitigung der Noth keine der zur Freude aller Reaktionäre in Sachsen begonnen Vorschläge zu machen. Das Proletariat dagegen tritt für gab in der Generalversammlung am 19. Januar der Kassirer den Kassenbericht vom letzten Quartal. Die Einnahme betrug habe, und sich auch gegen das allgemeine gleiche Wahlrecht zum Herbeiführung besserer wirthschaftlicher Verhältnisse ein, 185,05 M., die Ausgabe 94,95 M., der Kassenbestand 90,10 M. Reichstage richte. Diese Maßregeln im Verein mit den Vor- wodurch die Ursache der Prostitution beseitigt und diese selbst Der Kassirer wurde entlastet. Dem Vorsitzenden machte man es schlägen, die Anhänger der Sozialdemokratie wirthschaftlich zu unmöglich gemacht wird. In der heutigen Gesellschaft tönnen von jett an die Versammlungen pünktlich schädigen, ihnen die Existenz zu rauben, seien darauf berechnet, nur die schlimmsten Folgen dieses Uebels gemildert werden. Nicht zur Pflicht, zur festgefeßten Zeit zu eröffnen. Wegen der den die Sozialdemokratie zur Verzweiflung zu bringen, damit die durch polizeiliche Maßregeln, die wir als unwirksam verwerfen, Arbeitsnachweis schädigenden Handlungsweise eines Mitgliedes Machtmittel des heutigen Staates gegen fie angewandt werden wohl aber durch fanitäre Kontrolle, die des polizeilichen Cha- wurde der Vorstand beauftragt, das weitere zu veranlassen und könnten. Durch unser besonnenes Verhalten würden wir jedoch rafters, den sie jetzt hat, entkleidet, in die Krankenhäuser verlegt die nächste Versammlung darüber entscheiden zu lassen. Im diese Hoffnung unserer Gegner zu schanden machen. Im An- und von weiblichen Aerzten ausgeübt werden müßte. Die schluß an die Rede des Kaisers, den Schutz der Deutschen im Rednerin legte des weiteren die Nothwendigkeit einer solchen Anschluß hieran erging an die Kollegen das Ersuchen, den ArbeitsAuslande betreffend, sei möglichenfalls eine Marinevorlage zu er- Kontrolle zur Verhütung der Ansteckungsgefahr dar und schloß nachweis Elsasserstraße 9 besser in Anspruch zu nehmen, damit warten, die das glaubt der Redner erwarten zu können mit der in warmen Worten ausgedrückten Ueberzeugung, daß nur die offenen Stellen mehr als bisher besetzt werden können. Nach vom Reichstage abgelehnt werden würde. Erfolge aus diesem mit der Beseitigung der kapitalistischen Gesellschaft die Pro- dem noch einige Werkstattangelegenheiten zur Sprache gebracht Grunde eine Auflösung des Reichstages, so werde das stitution, diese widerlichste Erscheinung derselben, beseitigt werden waren, wurde zu zahlreichem Besuche des am 14. März in Bolt bei den Wahlen geigen, wie es über die gegen tönne. Stürmischer, langanhaltender Beifall solgte dem 1/ 2stündi- Leyendecker's Festfälen, Sophienstraße 34, stattfindenden Masten1½½stündi- balls eingeladen. Die übrigen Verhandlungen betrafen interne wärtigen Zustände im Reiche dente. Wir würden in den Kampf gen Vortrage. ziehen mit unserer alten Parole, für Besserung der sozialen Frau Gernot theilte hierauf mit, daß sie die bekannten Vereinsangelegenheiten. Verhältnisse einzutreten, die nicht durch die bürgerliche Gesell- Führerinnen der bürgerlichen Frauenbewegung zu dieser Ver- Eine öffentliche Versammlung der Lichtdrucker Berlins schaft, sondern nur durch die Sozialdemokratie zu erreichen sei. sammlung eingeladen habe, dieselben hätten aber bis und der Umgegend beschäftigte sich am 26. b. M. mit der VerRauschender Beifall wurde dem Genossen Singer nach dieser auf eine bedauert, daß sie verhindert wären, an diesem schlechterung der Verhältnisse in der Lichtdruckbranche( besonders wirkungsvollen Rede zu theil. Da sich niemand zur Diskussion Abend au erscheinen. Frau Kauer, eine Vertreterin bei den Firmen Dr. Mertens und Rückwarth) und mit meldete, wurde die Versammlung mit einem brausenden Hoch babe diese Bewegung nicht in allen Bunften richtig ge- Firmen haben bereits die Oeffentlichkeit beschäftigt. Schöpte der bürgerlichen Frauenbewegung, meinte, Frau Bettin der Frage, welche Stellung dagegen einzunehmen sei. Beide auf die Sozialdemokratie geschlossen. würdigt. In München hätten die paar Radikalen auf dem als Referent gab einige Beispiele davon, in welcher Weise dort Die moderne Prostitution und die bürgerliche Frauen: Frauentage schwer gekämpft, um die Frage der Prostitution zur gegen die Arbeiter vorgegangen wird. Bei Dr. Mertens ist rechtlerei. Ueber dies Thema sprach am Freitag unsere Sprache zu bringen. Die bürgerlichen Frauen seien bereit, die durch die Einigkeit der Arbeiter ein Versuch, die Arbeitsleistung Genoffin Frau Klara Bettin in der Norddeutschen Brauerei. Leiden der Proletarierinnen, die ihnen jezt noch fremd wären, emporzuschrauben, hintertrieben worden. Redner folgerte hieraus die Der Andrang zu dieser Versammlung war so start, daß sich der kennen zu leruen, nicht um mit ihnen einen Klassenkampf zu Nothwendigkeit einer stärkeren Organisation der Sichtdrucker, von Saal schon lange vor Beginn des Vortrages bis in den äußersten führen, sondern um ihre Lage möglichst zu bessern. An gutem denen kaum die Hälfte organisirt sind, und empfahl den AnWinkel hinein gefüllt hatte. Sogar in den Gängen standen die Willen fehle es den Frauenrechtlerinnen nicht. Frau Bettin schluß an den Verein der graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen Zuhörer Kopf an Kopf gedrängt und folgten mit großer Auf- erkannte diesen guten Willen an, den sie bei dem einzelnen zwar Deutschlands. Der Fall Mertens zeitigte eine längere Erörterung, merksamkeit dem Vortrage der Rednerin, die etwa folgendes aus für berechtigt hält, aber als soziale Strömung seien die Be- wobei für die vorgekommenen und vorkommenden Differenzen führte: Die moderne Prostitution ist eine Begleiterscheinung der strebungen der bürgerlichen Frauen zu verwerfen. Nicht um lediglich der Werkführer Dürich en verantwortlich gemacht bürgerlichen Gesellschaft. Aus den Reihen dieser Gesellschaft das leidende, sondern um das kämpfende Prole- wurde.( Die Firma Dr. Mertens sucht jezt Lichtdrucker.) Zur tauchen zwar immer wieder Vorschläge zur Bekämpfung dieses tariat sollten sich die Damen kümmern, Uebels auf, erheben sich aber nicht über das Niveau sozialer Berständniß der Ursachen dieses Kampfes kommen wollten. wendigkeit der Organisation anerkannt wurde und die Ver wenn sie zum Annahme gelangte schließlich eine Resolution, worin die NothKurpfuscherei. Es ist jedoch eine irrthümliche Auffassung, Rednerin bestreitet nicht, daß sich unter den bürger- fammelten sich verpflichteten, soweit dies noch nicht geschehen, man meint, die Prostitution fei erst durch die tapitalistische lichen Frauenrechtlerinnen jest Frauenrechtlerinnen jetzt schon ein flein wenig der Organisation beizutreten, um einer Verschlechterung der VerGesellschaft hervorgerufen. Die Käuflichkeit des Geschlechts mehr soziale Einsicht zeige, als früher. Aber das tiefere Verhältnisse in der Branche vorzubeugen. Hierzu gehört namentlich genusses läßt sich vielmehr zurückführen bis auf die Zeit, wo das ständniß für den Klassenkampf des Proletariats ginge ihnen ab. die Affordarbeit und die Nachfeierabend- Arbeit. Sodann wurde Mutterrecht durch das Baterrecht verdrängt wurde und die Sie wollten den sozialen Frieden, ohne die Klaffengegenfäße auf- Rudelt zum Vertrauensmann für die Lichtdruck- Branche und Monogamie sowie das Privateigenthum entstanden. Die heutige zuheben. Wir könnten nur sagen: Wer in diesem Kampfe nicht Prostitution hat aber einen anderen Charakter als die früherer für uns ist, der ist wieder uns. Zeiten. Während die Prostitution des Mittelalters sich aus den Ein Antrag, daß die Ginberuferinnen von Frauenversamm Kreisen des fahrenden Volkes, des Auswurfs der Gesellschaft lungen sich mit der für Berlin gewählten Vertrauensperson ins wie wir heut sagen würden: des Lumpenproletariats- refrutirten, Ginvernehmen zu sehen hätten, wurde angenommen, über einen ist es heut das arbeitende, das werkthätige Volt, dessen Töchter, anderen Antrag: den Revisorinnen ihre baaren Auslagen zu ververanlaßt durch materielle Noth, die größte Zahl der Prostituirten güten, zur Tagesordnung übergegangen und darauf die Versammstellen. Im Mittelalter, wo die Erwerbsverhältnisse der Männer lung mit einem brausenden Hoch auf die proletarische Frauen- Die Steinarbeiter Berlins nud Imgegend nahmen am noch günstiger waren und damit die Möglichkeit eines geordneten bewegung geschlossen. Sonntag in einer gut besuchten Versammlung Stellung zu dem Familienlebens und legalen Liebesgenusses gegeben war, konnte die Prostitution nicht so verbreitet sein als heut. Je schwerer Aktien- Gesellschaft. In der Generalversammlung am 18. Januar gearbeiteten Tarif, der den Meiſtern im März vorgelegt werden Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- Verlauf des Streits bei der Firma Niggel und zu dem neu auses aber den Männern mit der Zeit wurde, wirthschaftlich selbständig zu werden und eine Familie zu gründen, desto wurde im Bericht über das letzte Halbjahr mitgetheilt, daß die soll. Der Altgeselle des Innungs- Gesellenausschusses und der Steinmetz Ahlecke berichteten, daß die in der Streitmehr nahm die Prostitution zu, fie verlor ihren fahren vorhanden ist und daß in 52 Sterbefällen ein Sterbegeld von Mitgliederzahl 1953 beträgt, ein Kassenbestand von 33 130,76 M. Angelegenheit vor dem Gewerbegericht vorgenommenen den Charakter, wurde seßhaft und ist in unserer Zeit zuzufammen 1749 M. gezahlt worden ist. Der Versammlung lag schäftsführer der Firma hätte zugesagt, daß sämmtliche Sinigungsversuche von Erfolg gewesen seien. Der Geeiner Maffenerscheinung geworden, von der die Zahlen der unter bas Gutachten vor, das der Sachverständige über die Staffe ab- Streifenden bei Bedarf wieder eingestellt würden, ehe andere fittenpolizeilicher Kontrolle stehenden Mädchen noch lange fein richtiges Bild geben, da die Zahl derer, die gelegentlich in Zeiten gegeben hat; da nach diesem Gutachten deren Stand sehr günstig Leute Arbeit erhielten. In jedem einzelnen Falle verpflichtet sich ist, wurde beschlossen, das Sterbegeld für die Grwachsenen bei der Arbeitslosigkeit oder als Nebenerwerb bei gänzlich un- 10 jähriger Mitgliedschaft auf 90 m., bei 15 jähriger Mitglied- die Firma, falls sie diese Vereinbarung nicht innehalte, ein e zureichenden Löhnen ihren Körper zum Geschlechtsgenusse verschaft auf 100. zu erhöhen, und zwar bei einem Monats- Konventionalstrafe von fünfzig Mark an die kaufen und der Kontrolle zu entgehen wissen, wohl zehnmal so groß ist, als die der Eingeschriebenen. Die Industriellen können betrag von 25 Pf. für die Person, mit Einschluß der Kinder. Steinarbeiter Organisation zu zahlen. Ferner die Löhne der Arbeiterinnen so niedrig bemessen, weil sie mit dem Sodann änderte die Versammlung den Namen der Kasse in babe die Firma nach Verlesung des von 2 Jnnungsmeistern eingeholten Umstande rechnen, daß diese sich durch die Pronitution einen" Allgemeine Familien Sterbetasse zu Berlin" schriftlichen Gutachtens über die Kosten der Bearbeitung des Nebenerwerb fuchen müssen. Nach Angaben, die von Innungen weiblichen Mitglieder Stimmirecht haben. erweiterte§ 18 des Statuts dahin, daß auch die Sandsteins, den die Firma Niggel bearbeitet, den Tarif bewilligt und sich auch verpflichtet, den neuen Tarif ebenfalls innezuhalten, und Fabrikanten herrühren und von Cuno Frankenstein, einem fofern die Innungsmeister denselben akzeptirten. Für den Sandbürgerlichen Gelehrten, veröffentlicht sind, verdienten die Im Verein zur Wahrung der Intereffen der Stockstein, der bei Niggel verarbeitet wird, wurde eine LohnArbeiterinnen der Bekleidungsindustrie wöchentlich 10-12 M., arbeiter Berlins hielt am 19. Januar Regierungsbaumeister a. D. reduktion von 10 Prozent zugebilligt. Fünf Kollegen in der Textilindustrie 8-9 M., in der Papier- sowie in der Keßler einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die augen sind von der Firma bereits wieder eingeftellt worden. Nahrungs- und Genußmittelindustrie 9-10 M., Schürzen blickliche politische Lage. Er kam dabei auch auf den Antrag Die übrigen werben noch so lange von der Kollegenschaft unters arbeiterinnen 3-4 m., Knopflocharbeiterinnen 8-4 M., Raniß zu sprechen, zog aus der Aeußerung der Deutschen Tages füßt, bis sie eingestellt worden sind. Die Versammlung erklärte in der Hutfabrikation 4-5 M., in der Blumenfabrikation 4,50 zeitung":" Die Zukunft gehört uns oder den Sozialdemokraten!" nun die Angelegenheit als zu gunsten der Arbeiter erledigt. Mark u. f. w. Auch Cuno Frankenstein kommt zu dem Schluß, unter dem Beifall der Versammlung den Schluß, daß die Zukunft Hierauf erörterte man eingehend den von der Tarifkommission daß den Arbeiterinnen bei solchen Löhnen nichts übrig bleibt, nur dem fortschreitenden Element, der Sozialdemokratie, gehören in Gemeinschaft mit den Platzvertrauensleuten ausgearbeiteten als sich der Prostitution in die Arme zu werfen. Aus einer tönne, denn in der Entwickelung gäbe es keinen Rückschritt, Tarif für Arbeitszeit und Entlohnung der Steinmegen. Reichsenquete über die Konfektions- und Wäschebranche führte sondern ein Vorwärts, und äußerte weiter, daß Während die Tariskommission den Standpunkt vertrat, die durch und zwar auf ein Jahr gewählt. Die Wahl von Vertrauensleuten in den einzelnen Anstalten soll durchgeführt werden. Man er örterte dann noch verschiedene Werkstattverhältnisse. Besonders tadelte man die Firma Prager. Zum Schlusse erging an alle Lichtdrucker die Mahnung, den Arbeitsnachweis konsequent zu benußen. die Rednerin unter anderen eine Aeußerung des Gewerberaths die Junker als" Sozial- Aristokraten" der Regierung ebenso die Unterhandlungen geschaffene Basis beizubehalten und die von Posen an, welcher meint: ob die Arbeiterinnen bei ihren gefährlich würden, wie die Sozialdemokraten. In der Vorschläge der Meister zu akzeptiren, soweit sie mit dem aus. unzureichenden Löhnen besser oder schlechter leben, das hängt Diskussion über den. beifällig aufgenommenen Vortrag sprach gearbeiteten Tarif im Einklang stehen, äußert Winkler davon ab, wie weit sie aus der Prostitution einen Nebenerwerb Ebeling im Sinne des Referenten und forderte unter Be- feine Bedenken gegen diesen Tarif. Er ist der Meinung, ziehen. Der Gewerberath von Düsseldorf und Neuß spricht die rufung auf die Maulwurfsarbeit der sächsischen Reaktionäre die daß hier ein Widerspruch vorhanden sei, zwischen dem Ansicht aus, daß die Berliner Konfetton3industrie Kollegen auf, über unserem einzigen Recht, dem Reichstags- Verhalten der Steinmetzen beim Bildhauerfireit, mit derjenigen seines Bezirks nur deshalb Wahlrecht, mit zu wachen. Nachdem Leißner das Studium die Forderungen der siebenstündigen Arbeitszeit unterstützten wo fie Briefkasten der Redaktion. E. S. 66. Ortsvorstand der Schneider: Krankenkasse ist Mathis", An der Jerusalemer Kirche 3. Kassenlokal: Stallfchreiberstraße 36. Hotel Schufter. Dieselbe Broschüre. " J. 2. Der Beamte hat fein formelles Recht, ihnen zum zweiten Male die Karten zu verweigern; aber er handelt nur billig, wenn er Personen, die noch nicht im Hause waren, vor anderen berücksichtigt. und guthießen und jetzt füs das eigene Gewerbe die minimale Forde- Charlottenburg. Jm Sozialdemokratischen Wahl- 1 rung der Verkürzung der neunstündigen Arbeitszeit auf 81/2 Stunden verein für Teltow Beestow- Stortow- Gharstellten. Im Interesse der Errungenschaften der Bildhauer, wie lottenburg hielt am 21. Januar Reichstags- Abgeordneter Die juristische Sprechstunde findet am Montag, im Intereffe ihrer eigenen Gesundheit und Lebenshaltung müßten Först er einen 11/ 2stündigen, von öfterem Beifall unterbrochenen Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends voit die Steinmetzen mindestens 8 Stunden als Forderung aufstellen. Vortrag über die Ursachen der zunehmenden Arbeitslosigkeit. 6-7 Uhr statt. Außerdem liege eine Ungerechtigkeit in der Verschiedenartigkeit In äußerst verständlicher und lehrreicher Weise schilderte Redner der Arbeitszeit der auf den Plätzen und den Bauten die Entwickelung der kapitalistischen Produktionsweise und wies beschäftigten Steinmeßen, die doch endlich einmal beseitigt an zahlreichen Beispielen deren Schädlichkeit für die Waffen der werden müsse, da ja auch die übrigen Bauarbeiter eine arbeitenden Bevölkerung nach. Erst dann, führte ledner zum Verkürzung der Arbeitszeit anstrebten. Noch bedauerlicher fei Schluß aus, wenn die gesammten Produktionsmittel, die der aber, daß nicht der Hauptwerth auf Beseitigung der Affordarbeit bentigen bürgerlichen Gesellschaft bereits über den Kopf gegelegt sei. wachsen, in in den Besitz der Allgemeinheit gelangt sind, Die übrigen Diskussionsredner, Hempel, Schell 2c. werden die Ursachen der Arbeitslosigkeit und damit diese selbst betonten, daß die Verhältnisse in den Steinbrüchen und die vollständig verschwinden. Die Abrechnung vom vorigen Quartal mangelhafte Einsicht der Steinmezen, soweit es sich um foli- wurde bis zur nächsten Versammlung verschoben. Der Vorsitzende darisches Eintreten bei Lohntämpfen haidle, wie erfi Sellin gab bierauf bekannt, daß die Bibliothek des WahlDer Streit bei Niggel erwiesen, bestimmend gewesen vereins an den Genossen Wernicke verkauit worden ist. Dieser sei, von einem ernsthaften Kampje abzusehen und überläßt die Bücher den Genossen auch ferner zum Gebrauch, das momentan Erreichbare anzunehmen. Die achtstündige Ar- und da er selbst feine Zeit hat, io wird Genosse Beyer, Wallbeitszeit soll jedoch immer wieder bei späteren Forderungen straße 96, das Ausleihen der Bücher besorgen. Wernicke wünscht berücksichtigt werden. Ahlecke forderte die Einführung der dringend, daß die Bibliothek immer fleißig benutzt wird. Nach Tagelohnarbeit. dem der Vorsitzende weiter mitgetheilt hatte, daß in nächster Bei der Abstimmung über die verschiedenen Paragraphen Zeit in den Lokalen, die für uns zu haben sind, Leseabende ver des Tarifs werden verschiedene Aenderungen vorgenommen. anstaltet werden, um die Agitation reger zu entfalten, wurde Erst eine spätere Versammlung soll, nachdem sich die Meister die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Sozial: über diesen Tarif geäußert haben, definitiv darüber beschließen. demokratie geschlossen. Abrechnung vom Streik der Lohgerber bei der Firma Steinlein in Berlin 1895. Einnahme. Mark Auf Sammellisten durch die Gewerkschafts Rommission, 8 668,75 = Von den Filialen( inklusive Berlin)* Von der Fr. Vereinigung der Lobgerber 2c. Bom Römer'schen Streit überwiesen Ausgabe. Für Streifunterstützung Reiseunterstüßung • • • • Mark Unserem Kollegen Gustav Kirchner zu seinem am 29. d. M. stattfindenden Geburtstage ein dreimal donnerndes Hoch! Immer laffe gießen??? Charlottenburg. Eine Besprechung der Arbeiterverhältnisse in den Eisenbahn- Werkstätten ist im Reichstage leider unthunlich, da die Bahnen Preußen gehören und der bezügliche Etat im Landtage verhandelt wird. Dort ist aber infolge des famosen Dreiklassen- Wahlsystems die Regierung vor einer Kontrolle dieser Zustände durch Arbeitervertreter sicher. Hildesheim. 1. Sehen Sie im Kursbuch nach. 2. Ja. 3. Die Verjährungsfrist für Klagen richtet sich nach dem Inhalt derselben. Briefkasten der Expedition. C. R., Laufikerstr. Ihren Vorschlag tönnen wir nicht afzeptiren. Der Ausstoss unseres Bock- Bieres Bruder Gustav, wir fingen Dir ein Lied, beginnt am Sonnabend, den 1. Februar. 11,740,75 Wir haben noch großen Appetit. 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Januar, im Lotal des Herrn Jakob in Treptow ausgestoßene Beleidigung gegen Frau Kranzbinderei und Blumenhandlung Hoffmann bereue ich, nehme diefelbe Robert Meyer, hiermit zurück und erkläre sie für eine anständige Frau. H. Kunert. 24146 Die gegen den Maurer Virgils, Antonstr. 28, gebrauchten beleidigenden Ausdrücke nehme ich zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. Wilhelm Liebnitz. Allen Freunden und Bekannten em pfehle mein Weiß- u. Bairisch- BierLokal. Vereinszimmer für 30 Perf. Für gute Speisen u. Getränke ist gesorgt. 2263b G. Glaue, Krausenstr. 18. Eleg. Damen- Mast. Kostüme verl. Künstl. Zähne Bemittelte Grmäßigung, Kreslawski, Spittelmarkt 13 bill. Köhler, Mendelssohnſtr. 10, D. II. Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ball fträußchen, Bouquets u. s. w. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert. Pfund Albrecht's rot für 50 Pfennig 6 Frol. Schlafit. ist an 2 H. 3. verm. Reichenbergeritr. 85 v. IV. Brüfm. Arbeitsmarkt. Farbigmacher u. 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Für den Inseratentheil verantn ortlich: Th. Glocke in Berlin. Tiud und Berlag von Wing Bading in Berlin.