Morgenausgabe Nr. 220 A III 46.Iahrgallg WZchenlllch mo»»tllch l&WL Im voraus zahlbar. Poftdezu, Berliner Volksblatt Dienstag 14. Mai 1929 Groß-Lerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. XH(« t n t p tt(M g c NonpareillezeN» 80 Pfennig. Retlame�etie 6.— Reichs» mart.„Kleine Anzeigen� das jettge» druckte Wott 25 Pfennig(zulässig Zwei fettgedrucne Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annahm» im Hauptgeschäft Linden» {trage 3. wochentögl. von 8'/, bis 17 llhr, Jentvalorsan der Sozialdemokratischen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Eernsstrrcher: Tönbvfs 292—297 Telegramm-Sdr.: Sozialst nnotrat verlw Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: verlin Z7 536.— Bankkonto: Bank der«rbetter,«ngestellteo «nst Beamten Wallstr. KS, Dikkonlo-Gesellschaft, Depositenkasle Lindenstr, k Das Verbrechen der Kommunisten. Widerliche kommunistische Lärmszenen im Landtag. Der Landtag beriet gestern über das kommunistische Mißtrauensvotum gegen Innenminister Grzesinski wegen der Vorgänge am 1. Mai. Die Kommunisten wollten angeblich eine parlamen- tarische Besprechung der Berliner Vorgänge. Als die Besprechung erfolgen sollte, versuchten sie, sie durch tobenden Lärm und eine widerlich verlogene Entrüswngs- komödie zu v e r h i n d e r n. Es gelang ihnen nicht. Innenmini st er Grzesinski und Genosse ch a r n i s ch- Neukölln legten an der Hand eines über- wältigenden Materials dar, wie die Kommunisten die blutigen Zusammenstöße planmäßig provoziert und organisiert haben. Im weiteren Verlaufe der Montogsitzunq des Landtages, über die wir bereits im gestrigen„Abend" berichteten, nahm— nach der Unterbrechung der Sitzung und nach dem Ausschluß des Abg. Jcndretzky(Komm.)— das Wort Innenminister Grzesinski: Die Berliner Arbeiter sind der kommunistischen Parole, der sich früher die Sozialdemokratische Partei geschämt haben würde, nicht gefolgt,(Großer Lärm, minutenlange Unterbrechungen, wieder- holte Rufe: Bluthund, Arbeitennördcr! bei den Komm.) Präsident Bartels ruft wegen wiederholter Beleidigungen des Innenministers den Abg. W o y t k o w s k i(Komm.) zur Ordnung und schließt ihn schließlich von der Sitzung aus. Die Sitzung wird unterbrochen. Da bei Wiedereröffnung der Sitzung Abg, Woytkowski sich noch im Saale befindet, so verkündet der Präsident Bartels seinen Ausschluß auf acht Sitzungs- tage, her nach der Geschäftsordnung nunmehr automatisch erfolgt. Abg. Dr. ZNeyer-Ostpreußen(Komm.) protestiert zur Geschäfts- ortrnung gegen den Ausschluß des Abg, Woytkowski. Als er in scharfer Form die Maßnahmen des Präsidenten kritisiert, entzieht ihm Präsident Bartels das Wort. Hierauf erhebt sich wieder großer Lärm bei den Kommunisten: Abg. G o h l k e(Komm.) wird wieder- holt zur Ordnung gerufen, vom Präsidenten von der Sitzung aus- geschlossen und verläßt den Saal. Abg. Schwenk(Komm.) zur Geschäftsordnung: Die Wort- mtziehung meines Kollegen Dr. Meyer tst nach der Geschäfts- ordnung unzulässig. Wir protestieren mit aller Schärfe gegen das Vorgehen des Präsidenten. Innenminister GrzesinsN will nunmehr seine Rede fortsetzen und wird von den Kommunisten wiederum durch lärmende Zurufe und beleidigende Ausdrücke wie Bluthund und Arbeitcrmörder unterbrochen. Präsident Bartels schließt hierauf nacheinander die Abgg. W o l l w e b e r und Oben- d i e k von der Sitzung aus. Die Sitzung wird unterbrochen. Da bei Wiedeveröffnung der Sitzung Abg. Obcndiek sich noch im Saale befindet, verkündet Präsident Bartels seinen Ausschluß auf a ch t T a g e. Innenminister Grzesinski: Wer auf dem Standpunkt steht, daß er straffrei aus die Polizei einHauen darf, mit dem ist nicht zu streiten.(Lärm bei den Komm.) Ihre Anhänger benehmen sich draußen ungefähr ebenso gegen die Polizei, wie Sie hier im Hause gegen mich.(Großer anhaltender Lärm bei den Komm.) Präsident Barkels: Die kommunistische Fraktion legt äugen- scheinlich keinen Wert daraus, izaß die Regierung zu ihren Sliiträgen Stellung nimmt. Ich stell« daher onheim, daß der Herr Minister bei der dritten Lesung des Etats dem übrigen.Hause das sagt, was er mitzuteilen wünscht. Innenminister Grzesinski: Ich hätte es in der Tat nicht nötig, den Herren von der Korn- munistifchen Partei zu antworten. Aber ich glaube, daß ich dem Hause ein Gesamtbild der Vorgänge des 1. Mai schulde.(Sehr gut! Sehr wahr! bei den Soz.) Präsident Barkel»: Dann bitte ich die Abgeordneten, Platz zu nehmen und mache darauf aufmerksam, doßichnunmehrohne weitere Warnung jeden weiteren Abgeordneten aus sch ließen werde, der sich meinen Anordnungen nicht fügt.(Abg. Haakc(Nat.-Soz.): Hausknecht!) Abg. Haake! Sie rufen mir zum zweitenmal diese Beleidigung zu. Ich schließe Sie von der weiteren Sitzung aus.(Stürmischer Beifall bei den Soz. und in der Mitte.) Innenminister Grzesinski: Gegen die Aufrechterhaltung des Demonstrationsverbots am 1. Mai sprachen naturgemäß schwere Bedenken. Trotzdem konnte es nicht aufgehoben werden, weil schon im April Rotfront die Beleidigungen und Ueberfälle auf Polizei- beamtc systematisch steigerte.(Lärmende Unterbrechun- gen bei den Kommunisten. D�i« Abgg. Paul H o f s m a n n und R a u werden ausgeschlossen, letzterer auf acht Tage.) Wir hallen im April 22 verwundele Polizei beamle in Verlin.] von denen fünf noch gegenwärtig im Krankenhaus liegen. Für den 1. Mai hatte die Kommunistische Partei die Parole aus- gegeben, es dürfe kein Feiertag mehr sein, sondern ein Kampflag. Die„Iswestija" bezeichnete im voraus den 1. Mai als die große Kraftprobe zwischen den Kommunisten und dem Staat. Die Kom« munisten haben also die Zusammen st äße für den 1. Mai planmäßig organisiert.(Kroßer Lärm bei den Konnnunisten.) Gewiß, mn 1. Mai'haben sich die Anstifter des Verbrechens feig« gedrückt.(Großer Lärm bei ben Komm. Die Abgg. Frau Ludcwig-und Dcter werden ausge- schlössen, letzterer für acht Tage.), wäre das Demonslrationsverbot vor dem I. Mai ausgehoben 1 worden, so wäre es in Berlin zu großen Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten gekommen. Das war der Plan der Kommunisten. Denn dann hätte die Polizei unterschiedslos auch auf Sozialdeiiio- traten geschossen und dann hätten sie den Innenminister als Mörder seiner eigenen Partei angeklagt. Darum hat der Polizei- Präsident durchaus richtig und durchaus klug ge- h n ltd e l t. daß er die Demonstration am 1. Mai nicht zugelassen h?k. Die kommunistische Parole, trotzdem zu demonstrieren, verfing nicht. Darum mußt« am 30. April die kommunistische Presse lügen, das Demonstrationsoerbot sei ausgehoben und der Polizei für den l. Mai der Gebrauch der Schußwaffe unbedingt verboten.(Erneuter Radau bei den Kommunisten, Abg. Schubert wird ausgeschlossen.) Troß dieser Lüge hat die KPD. die Massen nicht auf die Straße gebracht. Darum bekam am Abend des 1. Mai der RFB. den Befehl, den Kamps gegen die Polizei zu eröffnen und so sielen von Getarnte Brotzölle. Was plant der Reichsernährungsminister? Das Sinken der Weizenpreise seit der letzten Ernte hat in weiten Kreisen zu der Erkenntnis geführt, daß die bis- herige Organisation der deutschen Getreidewirtschaft un- zulänglich ist. Auf der einen Seite hat das Viermänncr- Programm der landwirtschaftlichen Führer sich in ähnlicher Weise, wie die Sozialdemokratie dies seit langem fordert, für die Schaffung eines Getrcidemonopols ausge- sprochen. Im Handel herrscht über diesen Plan große Auf- rcgung und Bestürzung, und immer wieder wird dem Monopolgedanken als„kleineres Hebel" der Plan einer sogenannten„Preisausgleichsgebühr" entgegengesetzt, dem auch der Reichsernährungsminister nicht abgeneigt fein soll. Die„P r e i s a u s g l e i ch s g e b ü h r" ist so gedacht, daß zu den bisherigen Zöllen in Höhe von 5 M. für den Doppelzentner Weizen ein besonderer Zuschlag von 2,50 M. tritt, sobald der inländische Weizenpreis im Monatsdurch- schnitt unter 26 M. für den Doppelzentner sinkt. Die Preis- ausgleichsgebühr soll wieder wegfallen, sobald der Weizen- preis im Monatsdurchschnitt 28,50 M. überschritten hat. Dieser Plan ist, welchen Namen man ihm auch geben mag, nichts anderes als eine Zollerhöhung um 50 Proz. Für die Sozial- demokratie ist die Erhöhung der Getreide- zölle, in welcher Form sie auch auftreten mag, absolut unannehmbar. Nun sucht man den Verbraucherkreisen eine solche Zoll- erhöhung dadurch schmackhafter zu machen, daß man mit ihr eine gewisse Stabilisierung der Weizenpreise ver- spricht. Es verlohnt sich daher, diese„ivtabilisierungsmög- lichkeiten" näher zu beleuchten. Die Preisausgleichsgebühr ist ein Versuch, vom Zollsystem mit festen Zollsätzen zum Gleitzollsystem überzugehen. Nun muß man sagen, daß der Gedanke eines vernünftig konstruierten Gleitzolles auf den Laien im ersten Augenblick durchaus bestechend wirkt. Theoretisch ist es möglich, mit Hilfe eines Gleitzolles den Preis eingeführten Getreides auf einer bestimmten Höhe zu stabilisieren, und zwar in der Weise, daß der Unterschied zwischen dem Stabilisierungspreis für Weizen und dem Ein- fuhrpreis für Weizen als Zoll erhoben wird. Beträgt der Stabilisierungspreis beispielsweise 25 M. je Doppelzentner, so würde der Zoll bei einem Einfuhrpreis von 18 M. 7 M., bei einem Einfuhrpreis von 24 M. dagegen nur 1 M. be- tragen. Bei einem Einfuhrpreis von 25 M. und darüber würde der Zoll ganz fortfallen. Voraussetzung für das Funktionieren eines solchen Gleitzolles ist eine möglichst schnelle und enge Anpassung des Zolles an die Schwankungen der Einfuhrpreise. Die„Preisausgleichsgebühr" entspricht jedoch diesen Voraussetzungen in keiner Weise. Einmal soll sie nicht den jeweiligen Preisschwankungen a n gepaßt, sondern auf 2,50 M. festgesetzt wcrdev. Bereits hierdurch wird eine Preisstabilisierung unmöglich. Ferner aber soll sie auf Grund der Preisentwicklung eines zurückliegen- d e n Z e i t r a u m e s für die Zukunft festgelegt werden. Hat also beispielsweise der Getreidepreis in einem Monat den Durchschnitt von 26 M. nicht erreicht, so tritt die Preis- ausgleichsgebühr im nächsten Monat in Kraft, ganz gleich. ob die Preise im nächsten Monat fallen oder etwa wieder stark ansteigen. Es ist also durchaus denkbar, daß die auf Grund niedriger Preise in Kraft gesetzte Preisausgleichsgebühr mit hohen Preisen zusammentrifft. Außer Kraft treten soll die Preisausgleichsgebühr erst, wenn der Monatsdurchschnitt 28,50 M. je Doppelzentner Weizen überschreitet. Das hat zur Folge, daß die Preisausgleichsgebühr bei steigenden Preisen bis zu einem Monatshöchstpreis von 28,50 M. in Kraft bleibt, daß sie dagegen bei von 28,50 M. abfallenden Preisen außer Kraft tritt, bis der Preis unter 26 M. sinkt. Bei einem Preisstand von 26 M. bis 28,50 M. wird also einmal der Weizen m i t Preisausgleichsgebühr, das andere Mal ohne Preisausgleichsgebühr eingeführt! Dabei ist jedoch keinerlei Gewähr dafür gegeben, daß der Preis nicht trotz Wegfalles der Preisausgleichsgebühr weit über 28,50 M. hinaus steigen kann, da ja bei Ueber- schreitunq dieser Preisgrenze nur die Preisausgleichsgebühr, nicht aber der Zoll von 5 M. je Doppelzentner wegfällt! Noch grotesker müßte die Preisausgleichsgebühr in Ver- binduna mit dem Einfuhrscheinsystem wirken. Bekanntlich werden in Deutschland, um im ganzen Reiche eine volle Aus- Wirkung des Zolles auf den Inlandpreis zu sichern, bei der Ausfuhr von Getreide dem Exporteur sogenannte E i n f u h r- scheine ausgehändigt, die ihn zur zollfreien Wiederemfuhr derselben Getreidemenge oder anderer Waren berechtigten. Um die Auswirkung der Preisausgleichsgebühr ebenfalls für das ganze Reich sicherzustellen, wird geplant, für einen ausgeführten Doppelzentner zu den bisherigen Elnfuhr cheinen noch„P re i s a u s g l e i ch s e i n f u h r i ch e l n e im Werte von 2.50 M. je Doppelzentner hinzutreten zu lasten. Ein lustige» Spiel würde sich da entwickeln. Sind beispielsweise die Weizenpreise in einem Monat unter 26 M. gesunken, so daß die Preisausgleichsgebühr im nächsten Monat erhoben wird, so würden selbstverständlich die Importeure schleunigst riesige Mengen von Weizen vor der Ein- führung der Preisausgleichsgebühr— also lediglich zum Zollsatz von 5 M. je Doppelzentner— nach Deutschland einführen. Ist dies geschehen, so kann derselbe Händler seine eben eingeführten riesigen Getreidemengen mit großem Ge- winn wieder ins Ausland ausführen, denn er bekommt ja dann nicht nur den bezahlten Zoll in Form des gewöhnlichen Einfuhrscheines zurückoergütet, sondern auch noch 2,50 M. in Form eines Preisausgleichseinfuhrscheines als Extra- prämie für seine Spekulation, und umgekehrt bei hohem Preisstand. Der bisherige Widersinn der deutschen Getreide- Wirtschaft, die Ausfuhr zu niedrigen Preisen und die Ein- fuhr zu hohen Preisen, würde durch die Preisausgleichs- gebühr maßlos oerschärft, der Weizenaußenhandel Deutsch- lands würde unsinnig aufgebläht. Und diese Maßnahme soll zu einer Gesundung der deutschen Getreidewirtschaft führen. Es gibt wohl kaum eine Maßnahme, die weniger zur Stabilisierung des Weizen- Preises auf einem„gerechten" Niveau beiträgt, als diese Preisausgleichsgebühr. Die Preisausgleichsgebühr ist d«her ein untaugliches Mittel zu einem uner- wünschten Ziel. Die vorgesehene Preishöhe ohne Sicherung, daß der Preis nicht noch weit darüber hin- aussteigt, ist für die Verbraucherschaft absolut i n d i s k u- t a b e l. Nicht zu einer Stabilisierung der Weizenpreis«, sondern zur maßlosen Vermehrung der Preisschwankungen, des Handelsrisikos und der Handelsgewinne müßte diese famose Ausgleichsgebühr führen, mit der man der Landwirtschaft helfen will. Kann man wirklich glauben, daß der Reichsernährungsminister Diietrich der Getreidespekulation auf Kosten der deutschen Ernährungs- Wirtschaft, auf Kosten der Staatskaste und auf Kosten der deutschen Verbraucherschaft derartige Geschenke machen will? Die Preisausgleichsgebühr bringt außer diesen inner- wirtschaftlichen Nachteilen auch noch eine sehr e r n st e handelspolitische Gefahr. Wenn man auch unter Anlehnung an die Bezeichnung„statistische Gebühr", die in der Schweiz bei der Einfuhr aller Waren als Zuschlag zum Zoll erhoben wird, die Preisausgleichsgebühr als eine den Zöllen völlig verschiedene Einfuhrabgabe hinzustellen versucht, so ist sie doch nichts anderes als ein getarnter Zoll. Glaubt denn jemand, daß sich die Handelsvertragspartner Deutschlands mit einer so offensichtlichen Umgehung der handelsvertraglichen Bindungen ohne weiteres abfinden würden? Sie würden in Deutschland«inen unfairen Handels- Vertragspartner erblicken, und sie würden ihrerseits entweder die Handelsverträge mit Deutschland kündigen oder andere für Deutschland unangenehme Kompensationen oerlangen. Die schwersten handelspolitischen Konflikte könnten sich hieraus entwickeln. Nach all dem ist es offenbar, daß die Preisausgleichs- gebühr in jeder Beziehung eine völlige Fehlkonstruktion dar- stellt, und daß ihre Einführung für die ganze deutsche Wirt- schaft die schwersten Schäden nach sich ziehen würde. Die Befürworter eines solchen Planes müssen sich daher darüber klar sein, daß ein diesbezüglicher dem Reichstag vorgelegter Antrag auf die schärfste Ablehnung der Sozial- demokratie und mit ihr weiter Kreise der deutschen Wirtschaft stoßen würde. Mira»na Soflnmf Wc trfm KchiWe.artfahrend: Trotz der unerhörten Provokationen hat die Polizei die Ruhe bewahrt und eist von der Schußwaffe Gebrauch gemacht, als kein anderes Mittel mehr übrig blieb. Zum Beweis«, daß man auch angriffsweise auf Palizeibureaus vorging, lege ich zwei Photo- graphien auf den Tisch des Hauses nieder. Wir beklagen die Opfer. die die Maitage gebracht haben. Aber die Obduktions- befund« der Getöteten beweisen an», daß ein großer Teil der Opfer durch die Kugeln der Auf- ständischen niedergestreckt wurden. Mit rücksichtsloser Energie werde ich künftig gegen olle vor- gehen, die die Weimarer Verfassung beseitigen wollen. Die Kom- umnisten sind die allerletzten, die sich über Terrorismus beschweren dürfen. Es galt zu oerhindern, daß sich Wiener Vorgänge vom IS. Juli l927 in Berlin wiederholen. Es ist zum Glück nicht not- wendig gewesen, den Belagerungszustand zu verhängen. Wenn ein ausländischer Journalist erschossen wurde, so hat«r sich das selbst zuzuschreiben, denn er ist vor Betreten der Kainpfzon« nachdrücklichst gewarnt worden. Der Polizei gebührt Anerkennung für ihr Verhalten. Außer den Todesopfern sind aber auch jene Opfer des Aufstandes zu de- klagen, die sich jetzt vor dem Strafrichter zu verantworten haben. Auch diese sollen den Kommunisten zur Last. Leider aber gehen meisten» die Anstifter und Hetzer leer ans. Die russischen Telegramm«, die Innenminister Severins bereits im Reichstag bekanntgab, sind der best« Beweis dafür, was man in Moskau von den Berliner Kommunisten erwartet hat. Mit ihrem Vorgehen haben sich die Kommunisten politisch ein« entscheidend« Niederlage geholt und sich auch in der Arbeirerschast völlig isoliert. (Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien.) Abg. Lchulz-Reukölln(Komm.):- Der Minister ist verantwortlich iür die Verbrechen der Polizei. Er hat nicht eine unserer Anklagen gegen diese entkräften können. In Moskau demonstrierte am 1. Ma> da» revolutionäre Proletariat gemeinsam.(Zwischenruf: Und die Soziodlemokraten?) Die Sozialdemokraten werden dort rücksichtslos unterdrückt, denn wir betrachten Sie als die Handlanger des Kapi- tols. Als er im weiteren Verlauf seiner Rede in wiederholten beleidigenden Ausdrücken vom Innenminister spricht, wird er vom Präsidenten Bartels zweimal zur Ordnung gerufen. Räch dem dritten Ordnungsruf befragt der Präsident das Haus, ob es den Redn« weiterhören will. Dafstr stimn«n nur die Kommunisten. Abg. Schulz-Neukölln kann also seine Rede nicht beenden. Abg. Harnisch(Enz.): Abermals sind die Straßen Berlins Schauplatz eines blutigen Dramas geworden. Wir sprechen den Opfern, insbesondere den Getöteten und Verletzten, die als Unbeteiligte Opfer der Unruhen geworden sind, unsere tiefste Teilnahme aus und erstrecken diese auch aus die verletzten Polizeibeamten. Für die Geschädigten und Hinter- bliebenen wird der Staat sorgen müssen. Aber nicht weil er die Schuld an den Unruhen trüge! Die verankworkung für diese» Blutvergießen haben dl« Kommunisten zu tragen. (Lebhafter Beifall bei den Sog.) Sie spielen sich auf als Hüter der demokratischen Freiheiten, als Hüter des Rechts auf die Straße. Aber sie billigen diese» Recht nur sich selbst zu, niemandem sonst. (Sehr wahr!) Wie oft haben fie unsere Versammlungen überfallen, unsere Demon st ranten bedroht und mißhandelt. In dem Staat, in dem die Kommunisten allein rezieren, gibt es für Andersdenkende kein Recht auf die Straße.(Lebhafte Zustimmung.) Das Demonstrationsverbot in Berlin haben die Kommunisten absichtlich herbeigeführt, und absichtlich durch immer neue Gewalttätigkeiten oerhindert, daß es aufgehoben werden konnte.— Redner verliest aus der Preußischen Beamtenzeitung eine ganze Anzahl von Fällen, in denen im Laufe des April Rot�ont-Leute Polizeibeamt« überfallen und auf die bru» talste Weise mißhandelt haben.— Unter der großen Masse ein- gesetzter Polizeibeamter hoben zweifellos einzelne ihre Befugnisse überschritten und Ausschreitungen begangen. Aber die Kommunisten haben planmäßig dies« Atmosphäre herbeigeführt, teils um neuen Agitationsstoff gegen die Sozialdemokratie zu haben, teils um ihre innere Parteidifferenzen zu verdecken.(Widerspruch bei den Komm.) Das können sie ebenso gut in dem kommunistischen„Volkswillen' der. llltralinken, wie in dem kommunistischen Organ der Brandler- Richtung„Gegen den Strom' lesen. ver ultralinke Surs künstlich herbeigeführker Barrikadenkämpfe soll den Sommunislen Helsen die Parleiopposiklo« zu über- winden. Für dieses dreckige kleine parlelmanöoer ist ihnen da» Bluk der Berliner Bevölkerung vichl zu schade. (Stürmische Zustimmung bei den Soz.) Die„Rote Fahne' hat in zahlreichen Fällen die Uebersälle aus Polizeibeamt« gutgeheißen mit der merkwürdigen Begründung, man müsse aus diese Weile den Polizisten klarmachen, daß sie zur Arbeiterschaft gehören.(Heiter- keit.)„Der Klassenkamps', der jetzige Ersatz der.Molen Fahne", schreibt umgekehrt, die Berliner Polizei diene nur der Bourgeoisie. der Hund wittere schon an der Kleidung den Herrn.(Pfuirufe.) Am Abend des l. Mai waren die kommunistischen Demonstrationsver- suche gescheitert. Da bekam der RFB. den Befehl zum Schießen.(Widerspruch bei den Komm.) Ich habe an Ort und Stell« in Neukölln selbst beobachtet, wie planmäßig die Straßen« laterpen zum Erlöschen gebracht und die Reihen der Barrikaden ausgerichtet wurden. Diesen Barrikadenkampf haben die Kommu- nisten selbst als höchste Form des proletarischen Klassenkamnles ge> 'eiert, sie, die jetzt die Unschuldsengel spielen, und haben erklärt, die technischen Erfahrungen voll ausnützen zu wallen.(Abg. Schulz. Neukölln: Gewiß, aber deshalb kann man doch nicht jeden Tag Revolutlon machen!) Das hätten Sie sich nur am 1. Mai sagen sollen.(Lebhaste Zustimmung bei den Soz.) Dann hätten die scharfen Pofizeimaßnahmen nicht ergriffen zu werden brauchen.| ff Jffi ,M- fW..-» ae... ,,, U UM, 181*30 wH!r| XDvfCnroÄyR V/pftS JP�tZZZC* TmT Gewaltakt des 1. Mai hat den Kvimnunisten in den Reihen ihrer denkenden Anhänger schwer geschadet. Scharenweise verlassen sie die Fahnen der Kommunistischen Partei und treten zu uns über. Die Niederlage der Kommunisten ist zugleich eine Niederlage der Faschisten. Di« lldotionalsazialisteu hoben sich deshalb heut« mit den Kommunisten solidarisiert, weil sie genau wisien, daß auch ihnen die Republik mit rücksichtsloser«chärfe entgegentreten muß. Di« Berliner Arbeiterschaft hat mit dem Verbrechen der Kommunisten nichts zu tun. Don einer Million Beritner Arbeiter sind noch keine sechstausend der Generalstreikparole gefolgt und bei der Firma Leiser haben lüe revolutionären Genera lstreikler am Himmelfahrtstag nach- gearbeitet.(Schallende Heiterkeit.) Wir werden nichts unterlassen, die Berliner Arbeit erklaise über das kommunistische Verbrechen des 1. Mai aufzuklären und die demokratische Freiheit gegen Kom- munisten und Faschisten sicherzustellen.(Stürmischer �eifoll bei den Soz.) Abj}. Vaumhofs(Z.): Di« Schuld am Berliner Blutvergießen trägt die gewissenlose Hetze der Kommunisten, die von ein« aus- wärtigen Macht befohlen waren. Die Angriff« auf die Polizei und ihre Führer weisen wir entschieden zurück. Abg. Dr. Falk(Dem.): Die Kommunistische Partei hat gewissen- loe zum Widerstand gegen die Staatsgewalt gehetzt. Da» Blut- vergießen geht auf den ruMchen Befehl zurück. Abg. Meheulhiu(D. Dp.): Ein Teil der Berliner Asphaltpress« Hot schamlos gegen die Polizei gehetzt. Bemängeln könnte man höchstens, daß nicht früher und schärfer zugepackt worden ift. Abg. Vorck(Dnat.): Warum hat man erst mit Schreckschüssen und Wässerspritzen angefangen, warum hat man die Polizeibsaatten mit Revolvern gegen Barrikaden geschickt? Man hätte sofort mit den schärfsten Mitteln durchgreifen müssen, denn das Leben der Polizeibeamten steht uns höher als das der Verbrecher. Lediglich aus Schwäche gegenüber den Kommunisten hat man zu lang« ge- zögert und zu schwächlich operiert. Wir werden uns bei der Ab- stimtnung über das Mißtrauensvotum der Stimme enthalten. Abg. eadetidarff(Wp.): Was hatte der Berliner Polizei präss- dent immer bei der Partei und den Gewerkschaften nachzufragen? Er ift Polizeipräsident für die ganze Berliner Bevölkerung nicht bloß für die Arbeiter. Die Weiterberaiimg wird auf Dienstag 1? Nhr vertagt. Momentbilder vom Raöau. Wa Tobsüchtig« anter«ine« Dach««int find, wtitai Sörm- und Erregungszustände bekanntlich ansteckend. Da» konnte»na« auch bei den Tumultszenen im Preußischen Landtag beobachten. Der Kommunistenradau hatte kaum einige Minuten gedauert.— da bekamen aus der anderen Seit« des Hauses schon die Nationalsozialisten Krämpfe. Obwohl sie mit der Sache diesmal gar nichts zu tun hatten.— oder vielleicht, gerade weil sie mit der Sache nichts zu tun hatten und dies nicht ertragen konnten, begannen sie plötzlich wüst« Schimpfrufe in den Saal zu schleudern. So kam«v zum Ausschluß des Abg. Haake, der wohl für sein« Erregungszustände kaum voll verantwortlich gemacht werden kann. s«Satz«»«»Pslkch*«* San» m fallier da* Präsidium de» Landtag» angehört, von dem mindesten« nn/hte man ein halbwegs gesittetes Betragen«Marten. Der Kom- rnunist Paul Hosswann ist zwar als Schriftführer Mitglied des Landtagspräsidiums. Erwartungen darf man gleichwohl über ihn nicht hegen, da er bei jedem Radau in veitstanzornge Zuckungen oerfällt und dann mit seiner markanten Blökstimme selbst seine Fraktionsgenosien überschreit.(Was etwas bedeuten will.) Es war gewiß ein peinlicher Moment, als der Präsident den alles überblökenden Schriftführer Paul Hofftnann wegen dauernder Störung der Sitzung ausschließen mußte. Hosfmann schien die Peinlichkeit der Situation selbst zu empfinden. Im Gegensatz zu dem vorher Ausgeschloflsnen widersetzte er sich nicht, sondern ver» ließ fügsam den Saal. Aber was tat der Schrifriührer des Landtag» draußen? Er redete eifrig auf den gleich nach ihm ausgeschlossenen Abgeordneten Abel, der sich auch gefügt hatte, ein, ihm auseinandersetzend, daß er sich das nicht gefallen lassen dürfte Wirkliä? sieh Abel sich durch Hofsmonn verleiten, den Saal nochmals zu betreten und den Minister zu unterbrechen, wodurch er automotifä, seinen Ausschluß für acht weiter« Sitzungen mit entsprechen- dem Diätenverlust bewirkt«. Wohingegen sein Anstifter Paul Hofftnann sich mit dem Diäten- Verlust«ine» Tage» durchaus zufrieden gab. Würde verpflichtet! Auch den Schriftführer Paul Hoffmann! Die Liste der Ausgeschlossene«. In der Sitzung de» Preußischen Landtages vom 13. Mai wur- den, wie zusammenfassend mitzuteilen ift, insgesamt zwölf Kom- munisten ansgeschlossea. und zwar die Abgg. Iendretzkp, Doytkowski, Obendiek, Rau, Deter, Kaasch und Slbel auf acht Tage (letzterer mit dem Verbot, das Haus zu betreten), die Abgg. Volke. Wollweber. Paul Hoffmann, Frau Ludawig. Schubert von der weiter«» Teilnahm« an der Montagsitzung. Außerdem wurde von der Sitzung am Montag der Rational- foziolist Haake ausgeschlossen. Sündeuböcke gesucht. Thälmana wird für die Maialederlage zur Vrraniworivng gezogen. Wie aus Moskau gemeldet wird, ist das Präsidium des Voll» zugskomitee» der Kommunistischen International« wegen der blutigen Mai-Unruhen in Berlin mit der Tätigkeit der KPD.» Leitung und insbesondere Thälmanns unzufrieden. Das Präsidium hat eine Sonderkommisston mit der Prüfung der Verhältnisse beauftragt. Thälmann wird in der nächsten Zeit in Moskau zum persönlichen Bericht über die politischen Vor- gä-ige innerhalb der Kommunistischen Partei erwartet. Frankreichs Gemeindewahlen. Oie Q'ute hat sich gut behauptet. Paris. 13. Mai.(Eigenbericht.) Am Barabend der«nglifchen Dahlen lommt den fraazö- fischen Kommunalwahle» em« besonder« politische Bo- deutung zu. Sie hotten zu beweisen, ob die französisch« Link«, di« im Jahr« 1924 mit der englischen Arbeiterpartei aus alliierter Seit« die Grundlagen der Loearnopolitik bereite» hals, noch stark und kebensfähig ist. Da» Ergedni, der Wahle« ist ein- deutig. Die Linke Ist in gleicher Stärk« wie in ISA. ff» Zahr nach den Sartell wählen, in die Sladtparlamenle zurückgekehrt, und dies trotz dreijähriger nationaler Einheit»- und Rechtsregierung. trotz der Poincareschen Wahlen des vorigen Jahre«. Ein weiteres Symptom fürdasAbebbenderreaktionären Wellen, die in den letzten Jahren Europa zu überfluten drohten. An dem Erfolg der französischen Lücken haben di« Sozi a- listen«inen besonderen Anteil. Wenn es auch richtig ist, daß sie in einzelnen Großstädten«iyige Sitze eingebüßt haben— so u. a. in Paris 3. m Lyon 5— fo werden diese Einbußen reichlich durch das Anwachsen der sozialistischen Stimmen in den Landgemriadea aufgehoben. Die sozialistische Stimmenzahl in den Stadtparla- menten ist soweit im großen und ganzen völlig intakt, teil- weise vermehrt worden. Das gleich« gilt für die Radi- lalen. Das Land hat sich also diesnmt mit mehr Eindeutigkeit ausgesprochen, als bei den letzten Kammermahlen, die noch unter dem Zeichen der Frankenkris« standen und dabei vielfach Verwirrung in das Bild hineintrugen. Di« Rückwirkung auf die Politik wird nicht ausbleiben können. Wie sehr di« Regierung diese Rückwirkung fühlt, geht baruu» hervor, daß da» Innenministerium sichtlich bemüht ist, das Wahlergebnis zu vertuschen. In seiner am Montag verSffent- lichten Mitteilung de» Ergebnisses sind die auf den Listen der republi- konischen Konzentration gewählten Abgeordneten ohne weitere» als Anhänger der Regierung bezeichnet. Der Parteivorstand der Radi- kalen Partei hat hiergegen bereit; Protest eingelegt. Aber auch bei der Rechnung des Innenministeriums ergibt sich bereits dos Resultat, daß 42k Kommunen im Besitz« der Linken sind, nur 312 aber eine Rechtsmajorität aufweisen. Di« Kammer selbst muß sich jedenfalls davon Rechenschaft ablegen, daß ihre eigene Unsicherheit, die st« bisher d«r Regierung gegenüber oft allzu ge- fügig sein ließ, keineswegs im Land« geteilt wird. Außerdem drängt sich noch eine weiter« Beobachtung auf. Wenn in letzter Zeit öfters von einer starken Dahlmüdigkeü die Red« war, di««inen Bestandteil der Krise de» Parlamentarismus billien sollt«, so beweist die äußerst starke Beteiligung der Bevölkeerung bei den Kommunalwohlen, wie lebendig im Gegen- teil da» politische Interesse in den Massen ist. Die Regierung Hot durch ihre Steuerpolitik, die den Handel belastet, durch ihre neu« Mietsgesetzgebung, oor allem aber durch ihr« A b- rüstungspolitik fraglos dazu beigetragen, in weitem Maße Unzufriedenheit unter der Bevölkerung zu erzeugen. Die Reaktion hat drei Jahre regiert, st« hat handeln können, und sie hat. wi« sich aus den Kommunalwahlen ergibt, auch jetzt wieder getan, wo» lagisch jede Reaktion tun muß: sie hat Propaganda für die demo» trotischen Parteien gemacht. Auf Grund der oom Innenminister verösfeullichten Listä verteilen sich die einzelnen Sitze wie folgt: Aeivkin« UerlvIK Konseroattve..... 8 1 3— 2 Rechtsrepublikaner... 127 23 38—- 18 Linksrepublitaner... 137 36 19 4- 17 Radikal« Republikaner. 40 13 9+4 Radikale...... 227 34 44— 10 S ozialrepub litaner.. 29 4 7 3 Sozialisten..... 167 22 27— 5 Kommunisten..»» 26 9 5+ 4 Zweifelhaft..... 7 Zum Tode von Adolf Nrauu. Veerdigang am Donurrstag. Die Beerdigung des Genossen Adolf Braun findet am Donnerstag nachmittag 8U Uhr in Friedrichsfelde statt. Aeileidskundgebungen. Reichskanzler Hermann Müller hat an di« Tochter des Genossen Adolf Braun das folgende Beileidsschreiben gerichtet: Anläßlich des Todes Ihres lieben Vaters sage ich Ihnen und Ihren Geschwistern zugleich im Namen meiner Famili« mein herz» lichstes Beileid. Sie wisse», wie sehr ich Ihren veben Vater ge» schätzt habe, nicht mir. weil ich ihn infolge seiner jahrzehntelangen Kampfgemeinschaft als allezeit treuen Kameraden kennengelernt hatte, sondern weil er vor ollen Dingen der am meisten hilfsbereit« Mensch gewesen ist. den ich auf meinem Lebenswege traf. Sie missen selbst, wie viele Menschen mir begegnet sind, und was es daher heißt, wenn ich dies schreibe. E» wird Ihnen bei dem schweren Verlust, der S>« iraf, ein schwacher Trost fein, daß Ihr lieber Vater von seinem wonatelangen Leiden nun erlöst wurde. Sie aber dürfen versschert sein, daß um Ihren Dater die Sozialdemokratisch« Partei trauert, di« in ihm einen Führer von unermüdlicher Aktivität, größter Begeisterung und solidesten Wissens verliert. « Ne Auslandsvertretung der Sogialdematrati« sch«n Arbeiterpartei Rußlands schreibt an den Partei- vorstand: Zusammen mit Ihnen betrauern wir den Tod Adolf Braun?. In dem viel zu früh Dahingeschiedenen verliert der internationale Sozialismus einen der besten Männer, einen selbstlosen Idealisten reinsten Wasser», in dem sich«in warmes Menschenherz mit reichen: Wissen und unerschrockenem Kampfesmut gepaart hat. Unsere Partei verliert in chm einen treuen und verständnisvollen Freund. Sein Andenken wird uns unvergeßlich bleiben. Aufmärsche in Wien. Kein Zwischenfall. Wien. 13. Mai.(Eigenbericht.) Die Ausforsche und Umzüge de» Republikanischen Schutzbundes und d« Heimwehr sind reibungslos verlaufen. Di« Beranftal- tungs» des Schutzbundes und der Arbeitersportler wiesen außer- ordentlich stark« Beteiligung m/s. während die Heimwohr in zwei kleinen Gruppen ausmarschiert«. Aus dem Frsiheüsvlatz vor der Dotivkirche versammelte sich die faschistische Gruppe, die christlich« soziale Gruppe dagegen vor der Karlskirche. Der Schutzbund veranstaltet« am Nachmittag unter zahlreicher Beteiligung große llebungsmärsch« in die niederösterreich'iche Provinz. Gute Aussichten tu Parts. Man kommt den Deutschen entgegen. Varl». 11. mal.(SlgenbetüftL) Am Monkag vormlttag wurde der deutschen Delegatlou zur SochverstSudtgentonfereaz ein Entwurf de» Ve. richte» überreicht. In dem!üe deulschea Vorbehalte welt. ciehcnd berücksichtigt sind. DI« Verhandluagea gehe« damit fühlbar ihrem Ende entgegen, und wenn auch immer noch mit Schwierigkeiten bei einzelnen Dankten zu rechnen ist. kann bestimmt angenommen werden, daß keine Delegation heute mehr da» Odium cus sich nehmen wird, einen Bruch veranlaß» zu haben. Die noch bestehenden Differenzen hinsichtlich der deutschen Vorbehalte und de» neuen Verteilungsschlüssels bieten hierzu kaum Anlaß. Was die letzte Frage onbetrifsl, so zeigt sich bei einzelnen Delegationen immer noch das Bestreben, die Differenzeu dadurch aus der Welt zu schaffen. daß sie eine Erhöhung der deutschen Zohreszahlungeu noch um S0 Millionen fordern. Die deutsche Delegation hat sich fedoch hier- gegen entschieden zur Wehr gesetzt; ihr Standpunkt ist vou der Mehrzahl der anderen Delegationen anerkannt worden. Die vorbehalte werden, nachdem young und Stamp die Mit- Verantwortung übernommen haben, der Sonferenz in einer Form dargeboten, die gleichfalls nach Ansicht der Mehrheit der Delegierten eine Einigung ermöglicht. Die Konferenz wird fragte» noch über die Dfingstfeierlage htnwegdauern. Zhr endgültige» Schicksal entscheidet sich fedoch noch tu dieser Woche. Oer Wahlin'ck der Torys. - Schärfster Protest der Oppositionsführer. eoudou. U. Mai. ttttgrubetichl.) Die am Sonnabend ln der Form eine» amtlichen britischen Weißbuches mit der llulerschrlfl de» König» ueröffeut. lichte konservative Volemik gegen die Lloyd-George. scheu plSne zur Bekümpsung der Arbeit»loslg. kell haben sowohl den Führer der britischen Arbeiterpartei Mac- d o n a l d wie auch den Führer der Liberalen Lloyd George veranlaßt, in ihren Wahlreden am Montag mit schärfsten Worten gegen die Regierung Stellung zu nehmen. Mac- d o« a l d stellte in seiner Rede in wingate fest, daß seder politische Anstand durch die Kommandierung von Beamten zur partei- politischen Betätigung für die konservative Regierung zerstör» werde. Lloyd George betonte iu einer Rede im nationalliberalen Klub in London, daß die Regierung mit der Herausgabe diese» politischen Pamphlet, unter amtlichem Siegel einen Schritt begangen habe, für den es überhaupt keine rl ei Präzedenzfall gebe. Nation und Veamienschast. Vortrag Karl Renners in Verlin. 5n einer öffentlichen Kundgebung de« Allgemeinen Deutscheu Beamtenbund«»(ADS) im Reichswirtschastsrat sprach Staats» konzler a. D. Genosse Dr. Kart Renner. Dien über �Di« deutsche Nation, ihr Staatswesen und die Beamtenschaft� Redner wies auf den inneren Widerspruch hin. daß kaum ein cndores Boll von so ausgeprägten; Staatssinn wie das deutsch« mit dem Staat nicht fertig wird. D!« Deutschen in außerdeutschen licndern Hoden sich immer bereit geiunden, den fremden Staat zu bejahen und ihn mit zu fundieret«, so in Rußtand, in Nord- amerika usw. Es gibt nirgendwo Beamte mit solcher Staatstreue wie in Deutschland: wenn trvtzdsm Unzufriedenheit mit ihnen be- "eht. so erklärt es sich aus der widerspruchsvollen Geschichte Deutschlands. Bis zur Mitte des Zl>. Jahrhunderts gab es keinen Staat, der die Nation als Träger des Staatsgedankens voran- stellt. Jeder Fürst zog soviel Boden wie möglich an sich und be- stiiranta die Grenzen. Jeder Landesteil hatte allein das Recht, Bündnisse mit fremden Mächten zu schließen, also das Recht zum .Hochverrat. Zum erstenmal spricht die französische Bersassung 1701 von der Souveränität der Nation. Der Wiener Frieden 1815 stabilisiert das Legitimationsprinzip, das die Monarchie mit erb- I'chem Anspruch In den Staatsgedanken einfügte. 1848 stellt die Demokratie die Idee der Souveränität der Nation auf. Die Na- tlanalversammlung in Frankfurt enthielt auch die Vertreter Oester. reich», aber die zwei Monarchien rissen die Nation auseinander und 187l) gründet Bismarck das kleindeutfchc Reich. Wir sollten endlich mit unserem Staat fertig werden. Unsere Beamten wollen dabei s«, nicht well es sich um ihre Existenz handelt, sondern aus angeborenem Sinn für den Staat. La» Verhältnis der Beamtenschaft zum Staat muß sich an» den überlieserten Gedankengängen freimachen. Jkn Absolutismus eigneten die Fürsten sich das Verdienst zu, eine zentrale Rechtspflege und Gesetzgebung geschaffen zu hoben, aber in Wirklichkeit waren«» die Beamten, kamerolistisch und juristisch vorgebildet, die alle Reformen einrichteten und ausführten. Der Beamte in der liberalen Aera wurde aus einem Fürsten- diener zum Staatsdiener, heute trauern zwar noch manche Beamte ihrer vermeintlichen Dorrechtsstellung, ihren Titeln. Sternen und Orden nach. Aber sie haben dafür das ungleich Wertvollere ein- getauscht, der Allgemeinheit, dem Volk zu dienen: sie müssen die Sache der Notion zu ihrer eigenen Sache machen. Nur Journalist— kein Derwst! Die KPD. weiß sich zu trösten. Wie ssch die KPD- mit dem Austritt de» bisherigen Redakteurs an der„Roten Fahne" Fritz Köhler aus der kommunistischen Locklp'tzelpartei abfindet, dafür liefert der halsssch«.„Klassenkampf" einen schönen.Beleg.„Was ist das für ein Kerl?", so fragt das Kommunistenhlatt. mit solchem Ausdruck seine tiefe Achtung vor dem bisherigen Mitarbeiter bekundend, vnp erteilt sich selbst die Antwort: Da er(Köhler) lediglich Journalist war und ihin irgendwelche andere Bedeutung in der Partei nicht zukam, so ist kein Verlust sür die Partei zu verzeichnen. W>r glauben gern, daß Journalisten in einer Partei nicht hoch im Kurse stehen, deren Führer Max hölz den Massen Selb st massoge mit dem Gummiknüppel als Mittel „revolutionärer Gshirnverflüssigung" empfiehlt. Um die sich täglich wiederholenden Pöbeleien und Schimpfereien der kommunistischen Presse in Druck zu geben, dazu braucht mqn auch kein« Journa listen. Dieses Konglomerat von Schmutz und Unflat können«in paar „Jmmertreue" oder ähnliche Gestalten viel stilechter tiesern- Laden und Thüringen haben ssch dem Rotfrontverbot ange- schlössen. Baden hat außerdem bestimmt, daß öffentlich« Demon- strationsmuzüg« polizeilicher Genehmigung bedürfen. Nachwehen der Gachsenwahl. ,Wa6 hat dem» der arme fächflfche Löwe?� „Der hat erst etliche Kommu»nsten und Oeutfchnationale gefressen, dann ein paar Nazis von sich gegeben. Nu ist ihm schlecht.� Das Anleihegesetz im Reichstag. Begründungsrede des Mnanzministers. Der Reichstag hat bei seinem Wiederzusammcntritt am Montag nachmittag ein« erweitert« Tag«sordnung vor- gesunde», da der Regierungscntwurf über Maßnahmen zur Per- befserung der Kossenlag« des Reiches(Anleih«) und die Beratung von Aendcrungen am Branntweinmonopol d«r Tagesordnung hin- zugefügt worden sind. Abg. Maslowski(Komm.) verlangt, daß der Antrag seiner Partei betreffend Aufhebung der Verbote der.Roten Fahne" und des Roten Frontkämpier-Bundes sofort beraten werde. Er be- hauptet, diese Verbote sollten dem Faschismus den Weg bereiten und die Wahrheit über die blutigen Berliner Maitage ersticken. Aber trotz alledem werde weiter bestehen— Rot Front.(Die Kom- munisten wiederholen dreimal.Rot Front" und rufen damit große Heiterkeit hervor.) Gegen d!« sofortige Beratung des kommunistischen Antrags wird Einspruch erhoben und gegen eine Minderheit der Oppo- siticmsparteien beschlossen, da» Anlechegesetz sogleich zu verhandeln. Reichsfinanzminister Or. Hilferding: De» außerordentlichen Notstand unserer Kasserllag« habe ich bereits wiederHoll dargelegt: er ist entstanden durch die Heber» nahm« eines ungedeckten Extraordinartums aus früheren Jahren, durch die sinkende Konjunktur und durch die außerordentlich starke Arbeitslosigkeit, die durch den starken Frost noch verlängert wurde. Am 31. Würz 1029 hatten wir einen Kassenbedars von 1635 Millionen, dem erne hauptsäch- lich kurzfristige Geldaufnahme von 1460 Millionen gegenüberstand. Rund 150 Millionen wurden durch Bankkredite gedeckt, die inzwischen zurückgezahlt sind. Seitdem ist eine weitere Verschlechterung eingetreten. Es muß versucht werden, die kurzfristigen Kredite durch eine lang- fristige Anleihe zu konsolidieren. Ander« sofort wirksame Mittel sind nicht vorhanden. Um Ordnung in unsere Kassenlage zu bringen, wird eil« Finanzreform notwendig sein; nicht neue Steuern. sondern zuiommenhängende Maßnahmen, über die jetzt noch nichts Genaueres gesagt werdcn kann. Verschiedene Rückzahlungen von Krediten des Reiches, die wir Ende März erwartet hatten, sind nicht erfolgt, so der Kredit an die Preußenkoss«, der bei der schweren Notlage der Land- Wirtschaft gegenwärtig nicht zurückverlangt werden� kann, sondern wird verlängert werden müssen. Der- Eingang der Steuern hat sich verlangsamt, der Verlauf der Pariser Verhandlungen hat den Kapitalmarkt verenot. so daß die Kreditaufnahme durch das Reich außerordentlich erschwert ist. Trotz saisonmößiger Besserung ist die Arbeitslosigkeit noch immer so stark, daß der Reichs. anstatt für Erwerbsloseiwersicherung zu den 260 Millionen bis Ende Juni noch etwa 100 Millionen vom Reich gegeben werden müssen. Im letzten Etatsjahr« hatten wir Ausgabenrest« von 350 Mil- lionen: infolge der Neugestaltung des Etats und der Streichungen werden diese Rest« verschwinden, was die Kossenlag« weiter er- schwert. 1926 ist der außerordentlich« Etat bewilligt worden unter der Annahme, daß sein« langfristige Deckung durch Aufnahm« einer Anleihe gelingen werde. Das ist ober nicht eingetroffen. Sein Land Europa» deckt seinen außerordentlichen Etat ohne Inanspruchnahme de» össenllichen Kapitalmarktes. Das Risiko, daß eine halbe Milliarde zu decken ist, können wir nicht weiter kurzfristig hinschleppen. Unser« Vorlag« enthält neben der Anleihe von 500 Millionen die Genehmigung zum Verlauf der im Besitz des Reiches befindlichen Reichsbahnvorzugsaktien. Damit die Deträge hieraus nicht allzu rafch auf den Markt kommen, sollen die öffentlichen Versicherungsanstollen und die Sparkossen diese Aktien aufnehmen. Der Geldzugong der Sparkassen im vorigen Jahr beträgt 1,2 Milliarden. DI« Ländergesetz« verpslichten die meisten Sparkassen,«inen Teil ihrer Gelder wündelstcher, in Reichs- und Länderanleihen anzulegen. Der Entwurf will die Reichsbahn- Vorzugsaktien den Reichsonlcihen gleichstellen. Sie sind gleichsalls vom Reich garantiert und gehören zu den besten und gesichertsten Papieren überhaupt. Wir üben aber«inen Zwang nicht aus, sondern wollen in freiwilligen Verhandlungen mit den Sparkassen und Bcrstcherungsanstallen prüfen, welche Beträge in Betracht kommen. Um jedoch sofort zu helfen, schlagen wir die Anleihe vor. Sie muß bei der Lage des Kapitalmarktes mll einem besonderen Anreiz ausgestattet werden. Dem stehen ernst« Erwägungen aegewibcr. Aber wir befinden uns unter einem außerordentlichen Zwang, da können diese Bedenken wohl simnerl für ein« geavisse Zeit zurückgestellt werden, damit das Defizit überwunden wird. Die Steuerfreihell der Atüeihe ist der einzige Weg, um ihren Erfolg zu sichern. Das Reichskabinett gibt ohne weiteres zu, daß dagegen sozial« Bedenken bestehen, ober dur6'' v— � v"" VÜli bietet W____...._. Kapitalien aus dem Ausland« anzuregen. Natürlich kann es sich nur um«ine einmalige Aktion handeln, deshalb können wir uns dem Wunsch des Reichsratez,«ine solche Bewilligung auch den Landern zu erteilen, nicht anschließen. Der Minister faßt noch einmal die schon ausgejührten Gründe zusammen und hebt mit Nachdruck hervor, daß der augenblicklich« Rotstand nicht dazu veranlassen darf, die Finanzlage des Reiche» peL> mistisch zu beurteilen, und dadurch den Reichskredll noch mehr zu erschüttern. Wer«inen besseren Weg zu zeigen nicht imstande ist und auf die Gesundung der Reichsfinanzen hinwirken will, muß an diesem Werk mitarbeiten, um dessen rasche Erledigung die Re- gieruna bittet. Abg. Ende(Komm.): Die sozialdemokratisch« Koalitionspolitik schenkt den Besitzern der größten Vermögen Millionen aus den Steuergroschen der Arbeiterschaft. Der Kuhhandel mit der Deutschen Volkspartei geht um die Verschlechterung der Arbeitslosenversiche- rung. Die Regierung ist finanziell und volitisch bankeroll. Abg. Gras Westarp(Dnat.): Diese Ministerrede hat einen niederdrückenden Eindruck gemacht. Die verzweifelte Finanzlage sührt zu einem ganz verzweifelten Vorschlag. Noch größere Be- denken alsge�en die Steuerfreihell sprechen gegen die Veräußerung der 400 Millionen Reichsbahnvorzugsaktien. Wir behalten uns unsere Stellungnahme bis nach Beendigung der Ausschußberatung vor. Abg. Robert Schmidt-Verlin(Soz.): Wem es ernst ist darum, den Reichshaushalt zu ordnen, der kann sich der Mllarbeit nicht entziehen. Grundsätzlich haben auch wir gegen die Vorlage sehr erhebliche Bedenken, und auch wir werden uns unser« endgültige Stellungnahme vorbehalten.(Gelächter rechts.) Wenn Sie nicht ander« und bessere Vorschläge machen können, so wird uns kein anderer Weg übrig bleiben, als der, den die Regierung zeigt. Mein« Partei hat wiederHoll in ernster Zeit bewiesen, daß sie vor der Verantwortung nicht zurückschreckt, unb wir haben sie zu einer Zeit übernommen. wo es vorteilhafter und angenehmer gewesen wäre, in der Oppo- sition zuzusehen, wie die anderen aus der Situation herauskommen. Der kommunistische Redner hat die ganz neue Entdeckung ge- macht, daß die Zinsen einer Anleihe den Kapitalisten zufließen. Er hat sein« heiß« Liebe für den Bürgerblock und dessen Politik bekannt. Das ist der Klassenkampf der Kommunisten, und das ist ihre Einheitsfront nach rechts!(Geschrei der Kommunisten.) Rußland hat keinen anderen weg gewußt, sich Geld zu per-! schassen, als durch Anleihen. Das bißchen, was sie»ort an! Sachwerten noch übrig gelassen haben, ist an die Kapitalisten 1 der ganzen Well ausgeboten worden. denen man zurief:„Kommt und kauft uns das olles ab!"(Sehr gut! bei den Soz.) Bei der Finonzlag« des Reiches wäre es ein Berbrechen, nicht an der Besserung mitzuarbeiten, denn die Rück- Wirkungen auf unsere Gesamtwirtschaft und damit auf die werk- tätigen Massen wären sonst die schlimmsten. Obwcchl ein« neu« Inflation bei dem Stande unserer wirtschaftlichen Entwicklung a.u.'' 4|*'*'....... � Leute, ver- -„,_ Sozialdemokraten sind allerdings nicht im Zweifel, daß im Konflikt zwischen materiellen Interessen und nationalem Empfinden in der Regel die ersten entscheiden. Schon die Rückwirkungen der Diskont- «rhöhung auf die Wirtschaft sollte uns zeigen, wie notwendig die Abhilfe ist. Statt dessen schreibt Herr Hugenborg Briese nach Amerika, in denen er Amerika beschuldigt, den französischen Mil>° tarismus und den englischen Kriegsschifsbau zu finanzieren. Wir können unseren Wiederauchau nicht ohne Auslandskredit« bewerk- stelligen. Auf diese Weis« aber schädigt man die deutsche Kredit- fähigkeit auf das schwerste.(Sehr wahr links.) Ich sehe keine andere Möglichkeit, als das kapllalistische Interesse zum Vorspann sür die Lösung des Finanzproblems zu machen. Wir find in der kapitalistischen Wirtschaft und müssen einen gewissen Anreiz schaffen, um dieser notwendigen Anleihe den Erfolg zu sichern, sei es durch einen übermäßig Hohen Zinsfuß, oder durch ander« Vorteil«, wie«s hi«r geschieht. Es ist notwendig, in der schweren Finanznot, die uns der Krieg hinterlassen hat. Wenn Sie uns andere Weg« weisen, sind wir gern bereit, sie zu beschreiten. soll» fk nur einigermaßen gangbar sind. Kritik ist in diesem Fäll leichter, als bessere Vorschläge machen. Bezeichnend genug, daß in einer Zeit solcher Kapitolnot einheimisches Kapital ins Ausland geht. Wir können uns darüber entrüsten, können auch an dös nationale Pflichtgefühl appellieren, aber verhindern können' wir«s nicht. Appellieren Sie(»ach rechts) doch, Sie haben doch bei den Kapitalisten mehr Ansehen als wir. Wir werden eine zeillich« Be- greiizung der Begünstigungen dieses Anleihegesetzes anstreben, zu- mal wir Haffen, daß sie in kurzer Zeit den Erfolg hat. Um zur Gesundung unterer Finanzen zu kommen, niüssen wir eben durch Widerwärtigkeiten hindurch. Ich wäre froh, wenn dies das letzt« Hindernis wäre, das infolge des Krieges auf unserem Wege aufgerichtet ist.(Lebh. Beifall bei den Soz.) Abg. Wollalh(W.-P.): Der Steuerausfall, den die Steuer- freiheit der Anleih« auch für die Länder und Gemeinden bringt. wird durch Erhöhung der Realsteuern ausgeglichen werden müssen. Wir haben gegen die Vorlag« die schwersten Bedenken. Abg. Dr. Goebbels(Nat.-Soz.): Di« Regierung ist bankeroll. das ganze System ist pleite, wir appellier«» an das Volk. ..-.. ig« und radikalere Form der Arbeitslofenversicherung. Die Vorlage ist unannehmbar, sie wird auch den Zins für Privatkrodit erhöben. Die Vorlaa« geht an den Haushaltsausschuß. Um �7 Uhr vertagt sich das f)aus auf Dienstag 9 Uhr: Weiterberatung des Ernahningsetots und 2. Beratung be» Am teihegesetze», Wie steht's auf dem Arbeitsmarkt? Saison und Konjunkiur. Zn wenigen Tagen ist Pfingsten und die Gewerkschafts- statistik verzeichnet zur Stunde noch 19, S Proz. arbeitslose Bauarbeiter. Wenn irgend etwas, dann beweist diese Zahl, bah die Arboitslosigkeit der Bauarbeiter, die man gewöhnlich als Saisonarbeiter betrachtet, sehr stark von konjunkturellen Ein- slüssen abhängig ist. Die Winterarbeitslosigkeit des Baugewerbes ist nur zu einem Bruchteil saisonal bedingt. Der Deutsche Baugewerksbund hat deshalb nicht Unrecht, wenn er in seiner Eingabe an die Reichs- regierung und die Parlamente über die Arbeitslosenunterstützung bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit erklärt, daß die seit 1923/24 regel- müßig sehr hohe Winterarbeitslosigkeit im Baugewerbe keineswegs als normale Saisonarbeitslosigkeit angesehen werden kann. Sie ist, so heißt es in der Eingabe, zu einem sehr erheblichen Teil durch wirtschaftspolitische Maßnahmen und andere Elemente der Konjunkturgestaltung verursacht und muß insoweit auch als konjunkturell« Arbeitslosigkeit angesehen werden. Wäre die Beschäftigungsmöglichkeit im Baugewerbe gegeben— die technischen Hilfsmittel zur Ueberwindung der Wintereinftüsf« würden mit Hilfe amerikanischer Vorbilder sehr rasch gefunden werden. Bei guter Konjunktur wäre es unmöglich, daß zurzeit noch so viele Bauarbeiter ohne Arbeit sind. Die Versteifung des Geld- Marktes hat zweifellos der Belebimg des Baumarktes, wie sie vor einigen Wochen einsetzte, einen Knacks gegeben. Auf der anderen Seite wird auch in diesem Jahr leider wieder über bureaukratische Umständlichkeit bei der Hergabe von Hauszinssteuennitteln geklagt. Wie wäre nun aber erst das Bild des Baumarktes, wenn die Bau- arbeiter für den größten Teil ihrer Winterarbeitslosigkeit keine Unter st ützung erhalten hätten und zu Beginn der Bausaison in erbitterten Lohnkämpfen durch scharfe Erhöhung der Löhne einen Ausgleich für die Winterschulden schaffen müßten? Erfreulicherweise zeigen sich in anderen Industrien hoff- nungsvolle Ansätze zur Belebung der Koniunktur. Der Sturz der Hauptunterstütztenzifser von 2,4 auf 1,1 Millionen binnen zwei Monaten zeigt mehr als deutlich, daß man es bei der letzten Winterarbeitslosigkeit mit etwas völlig Abnormen, mit einer Katastrophe zu wn hatte. Das muß immer wieder gegenüber dem verlogenen Gerede über den Bankrott der Arbeitslofenversiche- rung festgestellt werden. Der Einbruch der Arbeitslosigkeit während des letzten Winters war mit der Wucht eines Naturereig- n i s s e s über den Arbeit-Markt gekommen. Wochenlang wurde in den Zeitungen von der Kältekatastrophe gesprochen. Daß diese Kältekatastrophe zusammen mit dem Konjunkturabstieg für den Arbettsmarkt ebenfalls eine Katastrophe bedeutete, davon wollen aber die Gegner der Arbeitslosenversicherung nichts wissen und nichts hören. Sie dürfen die Tatsachen nicht zugeben, well sonst ihre Behauptung, daß die Arbeitslosenversicherung den Dalles in der Kassenlage des Reiches hervorgerufen habe, sich sofort als S ch w i n- del entpuppt. Sie wissen auch warum sie auf.Reform' der Ar- beitslofenversicherung drängen. Lügen halxn kurze Beine. In einigen Monaten wäre die Panik vorbsi, in einem Jahr wird man staunen, daß es Leute gegeben hat, die sich von der Vereinigung das Gruseln haben beibringen lassen. Die Verschmelzung marschiert. Verkehrs«, Gemeinde« und Staatsorbeiter. Am Sonnabend tagte im Berliner Gewerkschaftshous« eine Kon- scre>iz des erweiterten Vorstandes des Deutschen Verkehrsbundes, an der neben den Gauleitern und den Bevollmächtigten der großen Verwaltungsstellen die Genossen Fritz M ü n t n e r und L i p p e r t vom Vorstand des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter teilnahmen. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten berichtete der Vorsitzende des Lerkehrsbundes, Genosse Schumann, über den Stand der Zusammenschlußverhandlungen mit dem Verbände der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Im Dezember des vergangenen Jahres hatten die leitenden Körperschaften des Deutschen Verkehrsbundes und des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, nachdem der Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands auf Grund seines Frankfurter Verbands- tagsbeschlusses zunächst ausschied, beschlossen, die Verhandlungen über den Zusammenschluß beider Verbände sofort auszunehmen. Die Prüfung aller für den Zusammenschluß in Betracht kommenden Einzelsragen wurde einer scchsgliederigen Kommission übertragen, der auch die Aufgabe zugewiesen wurde, den beiderseitigen Körperschaften formulierte Vorschläge zu unterbreiten. Diese Kommission hat in der Zwischenzeit wiederholt getagt und Formulierungen ausgearbeitet, die sich auf die Gliederung bzw. den Aufbau der neuen Organisation und auf die Regelung der Beitragsfrage beziehen. Der Referent erläuterte diese Vorschläge im einzelnen und ersuchte die Konferenz, den Vorstand zu ermächtigen, die Verhandlungen auf der Grundlage dieser Vorschläge weiterzuführen. Nach einer kurzen Diskussion, in der auch der Vorsitzende des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Genosse M ü n t n e r, das Wort nahm, billigte die Konserenz e i n st i m m i g den Be- richt des Genossen Schumann. Zu dem Tagesordnungspunkt:„Stellungnahme zum Arbeitsschutzgesetzentwurf' erstattete Genosse B r e y« r ein eingehendes Referat. Die Konferenz faßte hierzu nach einer kurzen Aussprache einstimmig eine Entschließung, in der es heißt: „Nach Ansicht der Konferenz ist dieser Entwurf lediglich«ine Zusammenfassung der vorhandenen Bestimmungen über den Arbeits- schütz. Er trägt den Forderungen der Neuzeit in keiner Weise Rech- nung. Dagegen berücksichtigt er die Wünsche und Forderungen der reaktionären Arbeitgeber aus dem Handels- und Verkehrsgewerbe in umfangreichem Maße. Die Abschnitte über Geltungsbereich, Arbeitszeit mit den Unter- abschnitten über andere Verteilung der Arbeitszeit, Vorbereitung-- und Ergänzungsarbeit, Arbeitsbereitschaft und Mehrarbeit, sowie die Abschnitte über Sonntagsruhe, Ladenschluß und Arbeitsaufsicht, haben bei den im Handels- und Verkehrsgewerbe beschäftigten Arbeitnehmern große Erbitterung hervorgerufen, weil sie ihnen Nachteile statt Verbesserungen bringen.' In Anbetracht der Unzulänglichkeit des Entwurfs faßte die Kon- ferenz ihre Forderungen nochmals zusammen in der Erwartung, daß bei der endgültigen Fassung des Gesetzes dies« Forderungen beachtet w�en. Reaktionär bis zum AntiPatriotismus Was sich ein Hanvelskammerpräsident erlauben darf. Nichts ist zu dumm— es findet doch sein Publikum. Nach dieser Devise führen die Sozialreaktionöre den Kamps gegen die Sozial- Politik. So brachte es vor kurzem der Präsident der Mannheimer Handelskammer L e n e l fertig, in Karlsruhe bei der Feier des zehnjährigen Bestehens des Bundes Badischer Arbeitgeberoerbände zu behaupten, die Industrie sei gezwungen, ins Ausland ab- zuwandern und dort Filialen zu errichten, weil die Belastung für soziale Zwecke in Deutschland zu groß sei. Merkwürdig! In dasselbe Deutschland kommen die Ameri- k a n e r und bauen Fabriken. Sie kommen wahrscheinlich des- wegen, weil ihnen die Belastung für soziale Zwecke in Deutschland «in besonderes Vergnügen macht. Oder gehört das Herunterreißen des eigenen Vaterlandes zu den Besonderheiten der nationalen Deut- schen, zu denen sich besagter Lenel zweifellos zählt? Wieder ein Spaltungsversuch. KpO. gegen Arbeitsinvaliden. Die KPD. hat einen.Internationalen Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit' aufgezogen, um Dumme zu fangen. Da sie damit nur spärliche Erfolge erzielt hat, versucht sie innerhalb des Zentralverbandes der Arbeitsinoaliden und Witwen Deutschlands eine Spaltung zu organisieren, um auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege ihre gelichteten Reihen aufzufüllen. In einem mit dem Sowjetstern geschmückten Flugblatt werden die Mitglieder des Zentralverbandes der Arbeitsinvaliden aufgefor- dert, als„Opposition' im Zentralverband mit der KPD.„gegen die reformistischen Verräter' zu kämpfen. Ein« Versammlung der Funktionäre des Gaus Berlin des Zentralverbandes gab den Spal- tern die gebührende Antwort. In einer Entschließung der Funktio- näre heißt � darüber zum Schluß: „Sie(die Funktionäre) stelle» einmütig fest, daß es eine Oppo- sition im Gau Berlin des Zentralverbandes der Arbeitsinvaliden nicht gibt, wie sie bei dem Internationalen Bund vorhanden ist, und freuen sich, daß bereits ein Teil der Arbeitsinvaliden aus dieser Organisation, insbesondere in der letzten Zeit, den Weg zum Zen- tralverband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands ge- funden hat.' Lohnverhältniffe in der Landwirifchast. �ohnzettel eines verheirateten Landarbeiters. Ein zuverlässiger Anhaltspunkt für die Beurteilung der Lohn- Verhältnisse in der Landwirtschaft sind immer wieder die Lohnzettel, die den Landarbeitern bei der Auszahlung ihres Lohnes ausgehän- digt werden. Aus einigen Lohnzetteln, die dem Verbandsoorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes von einem Landarbeiter(De- putanten) aus der Nähe von Frankfurt a. d. O. zur Verfügung ge- stellt werden, geht folgendes hervor: Name: G- F., Arbeitszeit vom Z. 1. bis 10. 1. 1929, 35 Stunden ä 13 Pf gleich 4,55 M. Stücklohn(Pferdepflegerzulage) 1,70 M, Gesamtverdienst 6,25 M., Kraukenkassenbeitrag 0,84 M., Invalidenversicherung 0,43 M. Ausgezahlt am 12. 1. 1929: 4,96 M. Abzüglich Holzzettel, Nr. 47, 4 M. Demnach ausgezahlt 0.96 M. Derselbe Deputant, Arbeitszeit vom 10. 1. bis 16. 1. 1929: 42 Stunden a 13 Pf. gleich 5,46 M. Stücklohn(Pferdepflegerzulage) 1,70 M. gleich Gesamtverdienft 7,16 M. Abzüglich Sozialbeitrag 1,29 M., abzüglich Rest für Holzzettel, Nr. 47, 4 M. Ausgezahlt 1.87 M. Derselbe, Arbeitszeit vom 7. 2. bis 13. 2. 1929: 48 Stunden i 13 Pf. gleich 6,24 M. Pferdepflegerzulage 1,70 M. Gesamt- verdienst 7,94 M., abzüglich Sozialbeitrag 1,29 M., Abzug für Holz 4 M. Ausgezahlt 2.65 M. Derselbe Deputant, Arbeitszeit vom 7. 3. bis 19. 3. 1929: 48 Stunden ä 13 Pf. gleich 6,24 M. Pferdepflegerzulage 1,70 M. gleich Gesamtverdienft 7,94 M. Abzug für Sozialbeiträge 1,29 M„ Abzug für Holz 5 M. Ausgezahlt 1,65 M. Derselbe, Arbeitszeit vom 14. 3. bis 20. 3. 1929: 60 Stunden a 15 Pf. gleich 9 M. Pferdepflegerzulage 1,90 M. Sanntagsarbeit 2 M., Gesamtverdienst 12,90 M. Abzüglich Sozialbeitrag 1.44 M. und für Holz 7,50 M. Auszahlung 3.96 TN. Das ist der wöchentlich« Baroerdienst eines Fa- milienvaters mit 6 Kindern! Es gehört schon die Kurzsichligkeit und Verblendung eines landwirtschaftlichen Unternehmers dazu, sich ein- zubilden, daß«in Familienvater mit einem derartigen Verdienst auch nur im entferntesten seine Bedürfnisse und die seiner Familie erfüllen kann. Lohnbewegung am Z�hein. Die Tarifverträge für die Rheinschiffohrt sind vom Deutschen Verkehrsbund zum 30. Juni gekündigf worden, ebenso die Lohntarife für die Hafenarbeiter des Rheingebietes, soweit sie nicht bereits von den Unternehmer» gekündigt worden find Die Löhne in der Rheinschiffahrt sind jetzt bereits feit 1927 in Geltung. Nach der Beendigung des Aussperrungskonflikts hat der Schlichter die alten Löhne von neuem festgesetzt. Die Hafcnaxbeitei hatten seinerzeit im Zusammenhang mit dem Aussperrungskonfliki in einigen wenigen Städten minimale Lohnverbesserungen zuge- standen bekommen. In sehr vielen Orten bekamen sie aber noch weniger als diese bescheidenen Almosen oder gar nichts. Ihre Löhne stehen seit zwei Jahren auf demselben Niveau. Aus einer Konferenz der Hafenarbeiter des Niederrheins, die dieser Tage in Düsseldorf stattgefunden hat und die aus sämtlichen Hafenstädten überaus stark besucht war, wurde eine zehnprozentige Aufbesserung aller bestehenden Zeitlöhne gefordert. Oertliche Verhandlungen sollen abgelehnt werden. Malerstreik in Breslau. Seit Montag, 13. Mai, streiken durch einstimmigen Beschluß der beteiligten Arbeiter des Malergewerbes, sämlliche Maler, An- streicher und Lackierer, soweit sie in diesen Betrieben beschäftigt sind. Die schlesischen Arbeitgeber haben einen S ch i e d s- s p r u ch abgelehnt, der die minimale Lohnerhöhung von 4 bzw. 5 Pf. brachte. Da die Arbeitslage sehr gut ist, war die Arbeitsniederlegung die einzige Antwort auf das rückständige Vcr- halten der schlesischen Innungsmeister. 3n fünf vreslauer Mühlen streiken die Arbeiter seit drei Wochen um eine Lohnerhöhung durchzusetzen. Eine nicht dem Arbeitgeber- verband angeschlossene Mühle erhöhte den Wochenlohn inzwischen um 3 Mark. Ebenso wollte eine dem Arbcitgeberverband angt' schlösse»« Mühle eine ähnliche Zulage geben. Sie wurde jedoch durch die vom Arbeitgeberoerband angedrohte hoheKonven- tionalstrafc daran gehindert. Ran. und Seldschronlschloss». Fraktianasitzung Mittwoch, 15. Mai, f| i i 19 Uhr, bti Hummel. Lophienstr. 5. Taseoordnung: Stellungnahme r- zur Neuwahl der Branchenlommisflon. Mitgliedsbuch legitimiert. D«r graktionsvorstaud. H . k Ii M 1 Mit! t■ 1 iftrelc Gewerkschasts-Lugend Groß-Berlin f! Heute, Dienstag, ISZh Uhr, tagen die Gruppen: Spandau: Gruppe». heim. Etädt. Jugendheim. Lindcnufer l. Vortrag:„Unser Wandern".— Franlsurtcr Alle«: Gruppenheim,.Etädt. Jugendheim, Litauer Str. 19. Dortrag:„Die Arbeitsgebiete des ADGB."— Nen-Lichtenberg: Iugendhciir Kunlerstr. II. Vortrag:.�Organisationsfragen der Gewerkschaften".— Land» berger Platz: Jugendheim Mestelmcnerstr. 5. Vortrag:„Genosse Echtilte ev zahlt Selbsterlcbtes aus der Arbeiterbewegung".— Lichtenberg: Iugcndhci» Dosscstr. 22, Maientag— Maienfreudc.— Treptow: Gruppcnheim, Schul» Wildcnbruchftr. 53—54 l Hortzimmer). Werbeveranstaltung:„FGI. in Wort uni Bild".— Humboldt: Jugendheim Graun. Elte Lortzingstraße. Vortrag:„Mit Heinz Rarthel durch Berlin". @)ucienvqsuppe 0es?entralverbandes der Anaeflellter Heute, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Nordnlest: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Vortrag:„Jugendproblem«". Res» rcntin: Martha Schultze-Frentzel.— llebungsabend des Spreda und Bewegungs, chors um 20 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruthcr Str. 20. Hallenfchuh« mitdringen. Verantwortlich stlr Politik: Dr. Eurt vener: Wirtschaft: v. Nliagelhöter, Gewerkschaftsbewegung: Z. Steiner: Feuilleton: X. K. Dölcher: Lokale: und Sonstiaes: Fr,» Xarftädt: Anzeigen: td s>o«e. sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G m b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerel und Verlaaoanftalt Vau! Singer u Eo. Berlin EW 68 Lindenftrafte 3. Hierzu 2 Beilagen»ad„Unterhaltung und Wissen". Sie alle bevorzugen Kakao In dieser Zubereitung Kakao, unter Verwendung von Libby's Milch hergestellt, Ist ein besonders wertvolles Getränk. Versuchen Sie diese Zubereitung für Ihre Kinder und Sie werden feststellen, daß Kakao mit Libby's Milch ganz besonders mild und schmackhaft wird. 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Hoelzner habe gesagt: „Sie wollte es mit mir so machen wie mit ihrem ersten Mann." Darauf wurde Landgerichtsdirektor Schmidt, der Vorsitzende des Prozesses vor 10 Iahren, vernommen. Er sagte aus: Ich bin mit dem Untersuchungsrichter nach Klein-Kohlischken gefahren und be- kam von den Oertlichteiten einen verblüffenden Eindruck. Der Schwerpunkt lag in den Oertlichkeiten. Darauf baute ich den Prozeß, und die Vernehmung der Angeklagten daraushin war für mich der Kernpunkt. Nach dem Bilde der Akten lautete die Anklage auf M o r d. Wenn man die Anklage aber weiter kannte, ergab sich die Möglichkeit, daß es auf D i e b st a h l abgesehen war, und daß es dann erst zur Tötung Iaquets gekommen sei. Bei Frau Jaquet war die Möglichkeit des Mordes, bei Dujardin die des Totschlags gegeben. Dujardin verteidigte sich sehr geschickt. Er hat damals nichts zu seiner Verteidigung unterlassen. Auch Frau Jaquet verteidigte sich kurz und energisch. Ich hatte das Gefühl: Es kam alles natürlich aus ihr heraus. Die Geschworenen haben damals in unübertrefflicher Pflichttreue ihres Amtes gewaltet, ich bedaure tief, daß dieses vortreffliche Volksgericht verschwunden ist.— Dujardin fragt, warum man denn damals nicht auf den Gedanken kam, das Schießen im Schlafzimmer, den W e t t l a u f usw. zu veranstalten, wie es das Gericht jetzt getan dat. Da sei ein unverzeihlicher Fehler gewesen. Der Zeuge sagt erregt, daß er nichts verabsäumt habe, sonst hätte er bis zum heutigen Tage nicht ruhig schlafen können. Bei dieser Aeußerung ertönt laiites Lachen im Zuhörerraum, so daß der Vorsitzende mit Räumung droht. Der Verteidiger, Rechts- anmalt Schön f eld, legt dann die Frage ein:„Sie haben doch an Dujardin die Frage: Mord oder Totschlag? gerichtet. Stellten Sie diese Frage auch an Frau Hoelzner? Der Zeuge sagte Vach einer Pause: Nein. Wieder Lachen im Zuhörerraum. Im Anschluß daran wurde Landgerichtsdirektor Otto Brandt- ver vernommen. Er leitete die Voruntersuchung in der ersten Instanz. Er hat in Klein-Kohlischken den ersten Lokal- Der. Vorsitzende frpgte' Haben Sie diese-Bluffpuren sicher- �.te r.pi'i n am Morgen: nach dem Morde- vorgenotinnenV Oft stellt« fest, daß an der Schlasstmmetffir' B I n t sp u ren vörhanden waren. gestellt? Antwort:' Nein. Vors.': Haben Sie' weNtgstens die Bluffpuren gemessen? Antwort: Nein.(Große Bewe- gung im G c r i ch t s s a a l.) Der Verteidiger sagte: Herr Vor- sitzender, wenn eben nicht neues Tatsachenmaterial vor- liegen würde, dann säßen wir alle jetzt nicht hier. Es hat erst einer Arbeit von acht Iahren bedurft, um das Material zusammenzutragen. Der Zeuge berichtete weiterhin, daß er den Schuß in der Hand der Frau Jaquet für fingiert hielt. Ausfällig war ihm, daß Frau Jaquet und Dujardin sich nicht gegenseitig belasteten. Dann wurde Oberstaatsanwalt Krackenpol, der Ankläger der ersten Instanz, vernommen. Eine der wichtigsten Fragen kam zur Debatte. Der Vorsitzende sagte: Ist Ihnen be- könnt, daß Frau Jaquet Ihnen nach der Hauptoerhandlung Mit- teilung über einen in ihrem Hause gefundenen blutbefleckten Mantel machte? Das hätte doch wie eine Bombe wirken müssen! Der Oberstaatsanwalt antwortete: Nein, Frau Jaquet war nach dem Urteil nur einmal bei der Staatsanwalffchaft, um über ihr« Entschädigung zu verhandeln.— Die Zeugin Hoelzner behauptete das Gegenteil, der Oberstaatsanwalt erklärte, daß sich bei den Akten kein Vermerk über solchen Eingang befände. Der Zeuge sprach sich dahin aus, daß nach seiner damaligen Ansicht Dujardin und Frau Jaquet zusammenarbeiteten. Oberstaatsanwalt Frackenpol sagte: Nach meiner lleberzeugung war kein Fremder im Schlafzimmer. Den zweiten Schuß hat entweder Frau Jaquet oder Dujardin abgefeuert. Als der Oberstaatsanwalt die saloppe Art Dujardins rügte, sprang der Angeklagte auf und rief: Wie können Sie das sagen, Sie haben mich etwa zwei- bis dreimal im Gefängnis ausgesucht und kaum mit mir gesprochen.— Der Verteidiger der Frau Iaquet-Hoelzner in der ersten Instanz, Rechtsanwalt A s ch k o n a s y aus Königsberg, wurde auf Ver- anlassung des Staatsanwalts mit Zustimmung seiner Mandantin der Schweigepflicht entbunden. Der Staatsanwalt befragte ihn, ob Frau Iaquet-Hoelzner ihm seinerzeit ein G e st ä n d n i s abgelegt habe. Der Zeuge erklärte, daß er sich heute daran nicht mehr erinnern könne. Dann wandte sich dos Gericht wieder dem Beweisthema zu, wie die zweite Ehe der Frau Hoelzner ver- laufen sei und ab-die Gerüchte über den zweiten Tötungs- versuch Glauben verdienen. Die Frau des Kriminalsekretärs Neumann behauptet«, wie es ihr Mann schon vorgestern tat, daß Hoelzner 1924 sein Herz ausgeschüttet und von dem geplanten Mordüberfall seiner Frau erzählt habe. Hierauf wurde die Verhandlung auf Dienstag früh 9 Uhr vertagt. Werder sieht in ffiliUe. Alle Bäume in Werder haben Lichter aufgesteckt, um sich so schön wie möglich darzubieten. Ihrer weißen Pein- heit kann nicht einmal der berühmte Werdersche Ehausseestaub etwas anhaben. Weiß, rein und lieblich anzusehen, grüßen sie schon vom Wasier aus. Und wenn man durch diese wogende Rein- heit geht, blütenweiß, so weit das Auge reicht, dazwischen silbernes Blinken der Havelseen, geht man wie durch ein Wunder und fragt sich, wie schnell, wie plötzlich diese Pracht sich er- schließen konnte. Alles überstrahlt das Weiß der Kirschblüten, die leichten Schattierungen des Zartrosa der P s i r- s i ch b l ü t e n fehlen in diesem Jahre fast ganz, weil viele Pfirsichbäume dem Frost dieses Winters zum Opfer gefallen sind. Aber auch die rosenroten Spitzen der Apfelblüten sehen schon der Sonne entgegen, und in ein paar Tagen wird das jetzt alleinherrschende Weiß sich die Konkurrenz des Rosenrot ge- fallen lassen müssen. Die Stadt Werder hat gut v o r g e r ü st e t, um all die Blütenhungrigen und Obstweindurstigen recht festlich aufzu» nehmen. Per Bahn, mit den, Dampfer,.«>it Ruder- und Motorbooten, aus Fahr- und Motorrädern und mit Auto» waren'sie am Sonntag gekommen. Wer könnte sie schätzen? Es mögen wohl an 100 900 Besucher in Werder gewesen sein. Allein die 42 Kilometer lange Chaussee Berlin— Werder eine einzige lange Reihe Radfahrer! Wenn man von 5000 bis 0000 Autos spricht, ist das nicht über- trieben. In Potsdam und Werder trotz des unglaublichen Gedränges eine musterhafte Ordnung, der Verkehr klappte vorzüglich! Die Schupo, die um ein Vielfaches verstärkt war, arbeitete mustergültig, das muß anerkannt werden. Von Geltow— Glinow bis Werder ein einziges Blütenmeer! Ileberall Händler mit Blüten- zweigen! Fast vor jedem Hause ein weißgedeckter Tisch mit dem übliche» Obstwein! Aus jedem Obstgarten hatte man einen Volks- garten gemacht. Da saßen Männlein und Weiblein, Alt und Jung 3>er nMöhepwüü' einer SMülenfahrL unter den Blüten und waren selig, sangen Lieder vom Mai, vom Lenz und von der Liebe. In den Gärten sah es schon ani frühen Nächmittag wüst aus. Da wurde der Obstwein eins a d) aus der F l a s ch e g c t r u n k e p, um sie dann in weitem Bogen wegzuschleudern. DaS warine Weite? Und der warme Wein, taten dann auch bald'ihre Wirkung. Später spielten sich fürchterliche Dinge ab, die man zum Teil verschweigen muß. Der Wein floß in Strömen, die Heimfahrt war für viele eine Tragödie. Noch spät abends irrten viele planlos in den Straßen umher. Auch die vielen Rad- fahrer hatten ihre liebe Not auf dem Nachhauseweg. Alle hundert Meter lag einer im Chausseegrabcn und konnte nicht mehr weiter. Manchen zerbrachen oder zerbeulten die Räder, daß sie auf dem Rücken weggetragen werden mußten, wenn die Fahrer dazu noch i m st a n d e waren. Der Ansturm auf die Bahn war einfach lebensgefährlich. Mit zerrissenen Kleidern und ohne Hüte mögen gor viele heimgekehrt sein, wobei man sich unwillkürlich fragt, ob all die vielen Menschen nur der herrlichen Blütenpracht wegen hinausgezogen waren... (Berechtigte Uebersetzimg von Erwin Magnus). Und er glaubte so fest an diese Theorie, daß er ein halbes Dutzend Expeditionen ausrüstete, um die Gegend um den Indian-River, jenseits der großen Wasserscheide, zu untersuchen. Andere Männer, die selbst nicht das Glück gehabt hatten, sich Claims an den guten Flüssen abzustecken, ließ er auf seinen Bonanza-Claims arbeiten. Er bezahlte sie gut— sechzehn Dollar täglich für die Achtstundenschicht, und er arbeitete in drei Schichten. Er hatte Proviant genug, um die Sache in Gang zu bringen, und als die„Bella" mit Vorräten beladen landete, überließ er Jack Kearns ein Grundstück zur Errichtung eines Warenhauses gegen die Ver- pflichtung, alle seine Leute den Winter 1896 über mit Proviant zu versorgen. Als zudem eine Hungersnot aus- brach und das Mehl für zwei Dollar das Pfund verkaust wurde, konnte Daylight doch ständig die drei Schichten auf seinem Bonanza Creek arbeiten lassen. Andere Minen- besitzer zahlten ihren Leuten fünfzehn Dollar täglich, aber er war der erste gewesen, der andere für sich arbeiten ließ, und hatte ihnen von Anfang an eine ganze Unze täglich be- zahlt. Der Erfolg war, dqß er nur ausgesuchte Männer hatte, die mehr herausholten als ihren hohen Lohn. Eines seiner wildesten Spiele fand im Frühwinter statt. als eben alles zugefroren war. Hunderte von Neuankömm- lingen waren, nachdem sie ihre Claims anderswo am Vo- nanza abgesteckt hatten, gekränkt den Fluß hinunter nach Forty Mile und Eircle City gereist. Daylight nahm bei der Alaska Commercial Company eine Anleihe auf einen seiner Bonanza-Claims auf und steckte ein Akkreditiv in die Tasche. Dann spannte er seine Hunde vor den Schlitten und fuhr mit einer Schnelligkeit, wie nur er sie kannte, über das Eis hinab. Ein Indianer auf der Hinfahrt, einer auf der Rückfahrt und vier Gespanne Hunde waren sein Verbrauch auf dieser Reise. Und in Forty Mile und Eircle City kaufte er haufenweise Claims. Wie sich später zeigte, waren viele von ihnen ganz wertlos, aber andere gaben noch verblüffen- dere Ergebnisse als die am Bonanza. Er kaufte rechts und links und zähste alle möglichen Preise von fünfzig Dollar bis fünftausend. Dies war der höchste Preis, den er bezahlte, und das betreffende Geschäft wurde im Tivoli abgeschlossen. Es war ein Claim am obrcen Eldorado: als er abgeschlossen hatte, erhob sich Jacob Wilkins, einer von den Alten, der gerade von einer Besichtigung der Elchweiden zurückgekehrt war, und oerließ den Raum mit den Worten:„Ich kenne dich nun seit sieben Iahren, Daylight, und ich Hab dich immer für«inen vernünftigen Menschen gehalten. Aber jetzt läßt du dich regelrecht ausplündern, Das ist ja der reine Straßenraub. Fünftausend für einen Claim in der verfluchten Elchgegend, das ist Schwindel. Das kann ich nicht mit ansehen, wie du dich beschwindeln läßt." „Und ich sage dir, Wilkins," erwiderte Daylight,„Car- macks Fund ist so groß, daß wir ihn noch gar nicht übersehen können. Es ist die reine Lotterie. Jeder Claim, den ich kaufe, ist«in Los. Und es gibt sicher mächtige Gewinne." Jacob Wilkins. der in der offenen Tür stehengeblieben war. schnaufte ungläubig. „Gesetzt, Wilkins," fuhr Daylight fort,„gesetzt, ihr wüßtet, daß es Suppe regnen würde. Was würdet ihr tun? Löffel kaufen, selbstverständlich. Schön, ich kaufe Löffel. Es wird Suppe regnen in Klondike, und wer Gabeln hat, kriegt nichts ab." Aber jetzt schlug Wilkins die Tür hinter sich zu, und Daylight schloß den Kauf des Claims ab. Als er wieder nach Dawson zurückgekehrt war, arbeitete er wie nie zuvor in seinem Leben, obwohl er seinem Wort, weder Hacke noch Schaufel je wieder anzurühren, treu blieb. Er hatte tausend Eisen im Feuer, und die hielten ihn in Atem. Er mußte oft nach den verschiedenen Flüssen und Bächen reisen, um zu entscheiden, welche Claims er abstoßen und welche er behalten sollte. Ehe er nach Alaska kam, hatte er in Quarzminen gearbeitet, und er träumte davon, die Mutterader zu finden. Ein Goldwäscherlager, das wußte er, war vergänglich, aber ein Ouarzlager behielt seinen Wert. Er schickte Männer in die Berge, die monatelang nach der Mutterader suchten. Aber sie wurde nie gefunden, und viele Jahre später schätzte er, daß ihn das Suchen fünfzigtausend Dollar gekostet hatte. Aber er spielte hoch. Waren seine Ausgaben groß, so waren seine Einnahmen noch größer.' Er nahm alles mit, kaufte halbe Anteile, teilte mit den Männern, die er ver- proviantiert«, und nahm selbst Ortsuntersuchungen vor. Tag und Nacht waren seine Hunde bereit; er besaß die schnellsten Gespanne, so daß er immer unter den ersten war, wenn ein neuer Fund gemacht wurde. Er fuhr in den längsten und tällesten Nächten, bis er sein« Pfähle zunächst dem Entdecker- platze angebracht hatte. Jedenfalls kam er in den Besitz von Claims an allen guten Flüssen, gar nicht zu reden von vielen wertlosen, und so besaß er Gründe am Sulphur, am Dominica und Excelsis, am Siwash, am Cristo, Alhambra und am Doolittle. Die Tausende, die er hinauswarf, kamen in Zehntausenden zurück. Di« Leute von Forty Mile er- zählten die Geschichte von seinen zwei Tonnen Mehl und be- rechneten, was sie ihm eingebracht hatten; es mußte zwischen einer halben und einer Million sein. Eines wußte man ganz sicher, daß der Eldorodo-Claim, den«r für einen halben Sack Mehl gekauft hatte, heute fünfhunderttausend wert war. Andererseits wurde erzählt, daß er der Tänzerin Freda, die in einer Petersboroughjolle von der anderen Seite der Pässe kam und tausend Dollar für zehn Sack Mehl bot, aber niemand finden konnte, der es ihr verkaufen wollte, das Mehl als Geschenk schickte, ohne sie auch nur sehen zu wollen. Ebenso sandte er dem einsamen katholischen Geistlichen, der im Begriff war, das erste Hospital zu errichten, zehn Sack. Seine Freigebigkeit war zügellos. Manche nannten sie wahnsinnig. Es war ja auch der reine Wahnsinn, einer Tänzerin und einem Pfaffen zwanzig ganze Säcke zu schenken, wenn ein Sack Mehl ihm eine halbe Million ein- brachte. Aber das war nun einmal seine Art. Geld be- deutete ihm nicht mehr als Spielmarken. Nur das Spiel hatte Wert für ihn. Der Besitz von Millionen bewirkte keine Veränderung bei ihm, nur betrieb er das Spiel noch leiden- schaftlicher. Von seltenen Gelegenheiten abgesehen, war er immer mäßig gewesen, aber jetzt, da er in der Lage war, sich jeden Tag Spirituosen in unbegrenzten Mengen zu ver- schaffen, trank er noch weniger. Die durchgreifendste Ver- änderung war. daß er, außer auf Schlittenreisen, nicht mehr selbst kochte. Ein verkrachter Minenarbeiter hauste mit ihm in seiner Blockhütte und kochte für ihn. Aber es war das- selbe Essen: Speck, Bohnen, Mehl, Pflaumen, Dörrobst und Reis. Auch feine Kleidung war immer noch die gleiche: Ueberziehhosen, lange Strümpfe, Mokassins, Flanellhemd, Pelzmütze und ein wollener Rock. Zigarren, von denen die billigsten einen halben oder einen Dollar das Stück kosteten, rauchte er nicht. Er begnügte sich mit Zigaretten aus Bull- Durham-Tabak und braunem Papier, die er sich selbst drehte. Es ist wahr, daß er mehr Hunde hielt als andere und riesige Preise für sie bezahlte. Aber das war kein Luxus, sondern Geschäft. Seine Fahrten und Reisen erforderten Eile. Und nur, um Zeit zu sparen, nahm er sich einen Koch. Er hatte keine Zeit, selbst zu kochen, das war alles. Es wäre ein schlecktes Geschäft gewesen, Zeit zu verscbwcnden, wenn man um Millionen spielte.(Fortsetzung folgt.) Sozialer Städtebau. Seine Voraussehung: eine zielklare Bodenpolitik der Stadt. In der Kommunolpolikischen Vortrag». c i h c der Lrbeilerbildungsschule und de» Konunaualeo Sekretariats sprach Stadtdaurat Genosse Dr.-Zng. Wagner über„Stadtplanung". Was ist Stadtplanung und Städtebau? fragte Wagner. Städtebau ist heute, führte er aus, keine engere Fachwissenschaft mehr, um die sich die Allgemeinheit und die Spezialisten der Politik und der Wissenschaft nicht zu kümmern haben. Städtebau ist praktisch angewandte Bolkswirtschaft und wie sie ein Führer und Leiter einer ganzen Reihe rn»� Spezialzweigen der Kommunalpolitik. Stödteplanung oder Städtebaücn ist nicht denkbar, ohne daß man das Vebauungsplanwesen, das Bauordnungswesen, dos Bermessungswesen, den Straßenbau, den Verkehr, dos Grund- stückswssen, den.ftochbau und das Wohnungswesen unter eine ein- hcitlichc, nach festen und klaren Zielen oricn- ticrte Leibung stellt. Diese Disziplinen des Städtebaues sind in Klein- und Mittelstädten bereits unter ciicheitlicher Leitung zu- sammeirgcfoßt. In einer Großstadt'ist das ebenso und noch dringen- der erforderlich. Der Umfang eines so zusammengefaßten Dezernates ist für die praktische Arbeit ebenso wenig eine Gefahr, wie die Zu.- sammenfassung zusammengehörender Verwaltungszweige in einem Ministerium unter einem Minister. Auf einige Teftproblenie des Städtebaues ging Stadtbaurat Wogner näher ein. Er erörterte sie besonders von dem Gesichtspunkt aus, der für den Sozialismus gegeben ist. Weiter schilderte der Bortrogende die großen Erfolge, die Berlin in der Wohnungsrcsorm auszuweifen hat. In der Zeit vor dem Kriege beherrschte den Wohnungsbau die private Spekulation, die in Seitenflügeln und Hinterhäusern licht- und luftlose Wohnungen unterbrachte. Mit biesen„Wohnungen" vergleiche man die Woh- nungsbautcn der Nachkriegszeit, die von aller Welt, auch vom Aus- land, bewundert werden! Zu leisten ist auf dem Gebiet des Woh- nungsbaus noch ein großzügiger organisatorischer Unterbau der städtischen Wohnungspolitik mit dem Ziel der Vermehrung und Verbilligung der Volkswohnungen. In ästhetischer Hinsicht vollzieht sich eine Wandlung der k ü n stk e r i s ch e n Anschauungen über das Stadtbild, die sich den sozialistischen Anschauungen immer mehr nähern. Vom Individualismus geht der Weg zum Kollektivismus. Ganz« Straßenzüge und ganz« Stadttei!« beginnen sich noch einheitlichen Formen zu gestalten. Dies« Fornien sind nicht mehr die Formen der alten und der neuen Reichen, sondern die F o r m e n d c s V o l k e s. Zum Schluß beleuchtete Stadtbaurot Wagner die Schwierig- leiten, die dem sozialen und großzügigen Städtebau dadurch ent- stehen, daß die Stadt Verlin nicht Herr im Roten Hause ist, sondern von mannigfachen Regierungsinstan- zen wie eine, unmündige. Gemeinde, behandelt wird. Jeder Be bauungsplan, jede Bauordnung, jede Abänderung des Bauzonenplons ufw. muß erst über zahlreiche Instanzen hinweg bis zum Ministe� rium gelangen, um dort. auf ein mehr oder weniger großes Ver- ständnis zu stoßen. Berlin ist keine Kleinstadt mehr, sondern eine Weltstadt. Sie wird von Köpfen regiert, die vom Städtebau genug oerstehen, ihn allein und ohne die Aussicht der behindernden Instanzen zu pflegen. Ein« neue Städteordnung und ein neues Städtebaugesetz— nicht dasjenige, das dem Landtag vor- gelegt werden wird— müssen der Stadt Berlin größere Frei- h« i t geben. Der alle wichtigen Teilfragen des Städtebaues berührende Vor- trag des Genossen Wagner wurde mit lebhaftem Beifall auf- genominen. Die Maiunruhen vor dem Schnellrichier Zwei weitere Verhandlungen. wir berichteten im gestrigen„Abend" über zwei Verhandlungen vor dem Schöffengericht in Moabit wegen der 2 e r l i n e r M a i u n r n h e n. Es ist nachzutragen: Die dritte Verhandlung vor dem Schnellgericht des Schöffen- gerichts betraf den arbeitslosen Erich Gräbel, der von einem Polizisten beobachtet wurde, wie er init einem großen Stein warf. Der Polizist hatte ihn schon lange beobachtet und verfolgte ihn dann, um ihn festzunehmen. Ein Irrtum ist nach Ansicht des Beamten ausgeschlossen. Der Angetlagte bestritt, mit Steinen geworfen zu haben. Der Stadtsanwalt beantragte l Jahr? Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf die M i n de st st r a f e von k> Monaten Gefängnis. Der Haftbefehl wurde aufgehoben, da Flulitverdacht nicht vorlag. Der Angeklagte nahm die Strafe an. Die letzte Anklage lautete auf schweren Ausruhr und La» d f r i« de n b ru ch und Ausforderung zu diesen Straftaten. Außerdem sott sich der Angetkägte, Gubsdrbester Jpsef h a.g e dp aus Malta w, als R ä d e t s f ü h r e r l'etätigt hobei,. Kriminal.. beanitö beobachteten ih»,-wie er unmer wieder A n{ a m m l u n g e w um sich bildete und die Demonstranten afts dem Bülowplatz diri- gierte. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr 6 Monat e Ge- f ä n g n i s. Das Urteil lautete wegen schweren Landfriedensbruchs auf 7 Monate Gefängnis. Kußmann, Cafpary und pelher. Verhandlung vor dem Großen Disziplinarsenat. vor dem Großen Diszkplioarscuat de» Sammergerichls unter Vorsilz des kammergerichtspräsidcnten Dr. T i g g e s begann heute vormittag die Lerusungsverhand- lung in dem Disziplinarverfahren gegen die Gerichtsassessorcn K u h m a n n und E a s p a r y und gegen Landgerichlsrat p e l h e r. In der ersten Instanz hatte der Kleine Disziplinarsenat des Kammergerichts durch Urteil vom 7. Juni 1928 gegen Kußinann auf Dienstentlassung, gegen Caspary und Peltzer auf Bermels erkannt. Der Generalstaatsamvalt hatte bei allen drei Verurteilten Berufung eingelegt, ebenso auch Kußmann und Peltzer, während Caspary die von ihm eingelegte Berufung zurückgezogen hatte. Vom Dienst suspendiert ist nur Gerichtsassessor K u h m a n n. Es handelt sich bei dem Disziplinorverfahren bekanntlich um die An- schuldigungen, die während des K n t i s k e r- und Barmat- Verfahrens gegen Kußmann, Caspary und Dr. Peltzer erhoben worden sind. Bei Kußmann hatte außerdem noch sein außerordent- liches Verhalten in einer Ehebruchsangelegenheit als be- sonders schwerwiegend zur Verurteilung geführt. Peltzer ist bereits einmal mit einem Verweis bestraft worden und zwar wegen seines Vorgehens in dem Untersuchungsverfahren gegen den verstorbenen Reichspostminister Dr. H ö f l e. Der Berichterstatter Amrsgerichtsrat Schulze trug dann die einzelnen Anschuldigungspunkt« vor. Es wird Kußmann vorgeworfen, daß er mit der Presse Verbindung ge- habt und eine Reihe von Zeitungsartikeln veräst'entlicht hat, daß er unzulässigerweise den Hauptmann a. D. K n o l l bei der Barmat- Untersuchung hinzugezogen hat, daß er dem Rechtsanwalt Müller-Plauen in dessen Prozeß gegen den Reichsaußenminister Dr. Stresemann Unterstützung zugesagt hat, daß er unehrenhaftes Benehmen gegen den Bankier W. an den Tag gelegt und den Ersatz der Auslagen für seine Reise von ihm verlangt hat. aus der er Ehebruch mit der Frau W. getrieben hat und daß er schließlich mehrere Unwahrheiten gegenüber seinen Vorgesetzten und dem Barmatausschuß gesagt und sich dessen noch öffentlich gerühmt habe. Dr. Caspary wird gleichfalls Ver- bindmig mit der Presse, die pflichtwidrige Aushändigung des sogenannten Isaac-Protokolls vorgeworfen, ferner hat er noch eine Eingabe an den Justizminister gerichtet, in der er in nicht zulässiger Form sich gegen angebliche illegale Einflüsfe bei der Bormatvntersuchung gewandt hat, und schließlich wird ihm noch zur Last gelegt, daß er einen gegen Iustizrat Wert Hauer gerichteten Artikel aus deni„Fridericus" in feinem Amtszimmer jo aufgehängt hat, daß alle Besucher ihn sehen konnten. Landgerichts- rat Peltzer wird vorgeworfen, daß er Hauptmann a. D. Knoll in pflichtwidriger Weise eine Denkschrift des Oberrechnungshofes über- lassen hat und daß er dem Oberstaatsanwalt Tetzloff gegenüber gewisse Unwahrheiten behauptet hat. Ferner wird ihm wie den anderen Angeschuldigten auch unzulässige Verbindung mit der Press« vorgeworfen. In dem Verjähren werden die ganzen Vorgänge nach einmal bis ins einzelne erörtert werden. Oer flüchtige Notar. Or. Karl Cohn und Herr von Karfienn. Wie wir«fahren, find gegen den flüchtigen Notar Lr. ft a.rl-E ijhn»»zwischen zwei weitere Strafanzeigen Ge- !. schädigter bei der Staalsanwallschost eingegangen. Es ver- lautel. daß Cohn nach Amerika gereist ist. Im übrigen ist anzuiwhmeii, daß sich die Ermittlungen auch auf die Person des Herrn v. K a r st c n n ausdehnen werden, dessen Schuldenlast allein in Berlin ebenfalls auf mehr als ein« halbe Million veranschlagt wird. Einem Hotelbesitzer aus der Horden- b c r g st r o ß e ist er allein für mehr als ein Jahr die Ausenthalts- kosten für seine gesamte achtköpsig« Familie schuldig geblieben. Dabei ist die Tatsache von Interesse, daß v. Kerstenn dos Gut Blanken- fcld« von den Erben der Frau Margarete v. Schaeffer-Voit ohne einen Pfennig erworben hat, indem er auf das uick'elaftete Be- fitztum eine Hypothek von Wkl 000 M. aufnahm und diel« Summe anzahlte, während er den Rest des Kaufgeldes in Höhe von 900 000 Mark stehen ließ. Zu feinen Hauptgläubigern gehören neben mehreren Banken die Träger sehr bekannter Adelsnamen. Ein Disziplinarverfahren gegen den Notar Dr. Cohn seitens der Berliner Anwaltskammer wird entgegen anderslautenden Nachrichten erst noch Abschluß des gegen ihn schwebenden Strafverfahrens in Frage kommen. Moufangs Klage abgewiesen. Am 13. Mai wurde vor dem Arbeitsgericht Berlin unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrats Auerbach die Klage des ehemaligen Direktors der Staatlichen Por.zellanmanufaktur, Dr. Nicola M o u f a n g. gegen den preußischen Staat, vertreten durch den Minister für Handel und Gewerbe Dr. Schreiber, ver- handelt. Der Klageantrag ging dahin, festzustellen, daß die seinerzeit ausgesprochene fristlose Entlassung zu Unrecht erfolgt sei, und daß demgemäß der Vertrag noch bis zum 3 0. April 1932 Geltung habe, sowie auf Zulassung eines Teilbetrages des rück- ständigen GeHafts von 1500 M. Die Klage wurde jetzt von der Kammer kostenpflichtig abgewiesen. Das Gericht hat da- bei lediglich die Frage geprüft, ob»lach den von dem Handels- minister im Landtag erwähnten Handlungen des Klägers es der Regierung zugemutet werden konnte, den Kläger weiterhin bis zum Ablauf des Vertrages zu beschäftigen. Das Gericht hat diese Frage verneint. Es hat dabei insbesondere gewürdigt, mit lv eichen ungewöhnlichen Machtbefugnissen der Kläger ausgestallet worden ist, und daß es sich bei seiner Stellung um ein besonderes Vertrauensverhältnis gehandelt hat, das naturgemäß dem Kläger die Verpflichtung auferlegte, s i ch dieses Vertrauens würdig zu zeigen. Durch ein« Reihe von Handlungen hat aber nach Auffassung des Gerichts der Kläger dieses Vertrauen getäuscht und berechtigten Grund ge- geben, erhebliches Mißtrauen in seine Geschäftsführung zu setzen. ' Cxplofionsunglück in Turin. Vier Tote, zehn Verleßte geborgen. (finc Explosion, deren Ursartzc bis jetzt unaufgeklärt ist. ereignete sich in Turin. Das Gebäude, in dem sich die Explosion ereignete, weist im ersten und zweiten Stock große Riffe auf. Tie Explosion erfolgte in der Wohnung eines Arbeiters, dessen Frau und Tochter lebens- gefährliche Verletzungen davontrugen. Ob G a s oder Dynamit explodiert ist, konnte noch nicht fest- gestellt werden. Bis jetzt wurden bierToteundzehn Verletzte aus dem Haufe gebracht. Tic Toten sind in Stücke zerrissen. Probefahrt des„Zeppelin". Vor der Rmerikafahrk. Fricdrichshafen. 13. Mai. Nach zweistündiger Probefahrt über dem Bodenfee- gebiet ist das Luftschiff..G raf Zeppelin" heute um 19.41 Uhr wieder gelandet. Wie mitgeteilt wird, haben die Motoren des Luftschiffes zufrieden st eilend gearbeitet. Erhöhung der Berkehrsiarife? Ein Millagsblatt meldete gestern:„Stadt Berlin will den Fahrpreis erhöhe n." Angeblich ist beabsichtigt. von 1930 ab den Fahrpreis wenigstens sür die Umsteiger aus 25 Psennig sestzusehen. Was sollen denn derartige durch nichts begründete Alarmnachrichten!? Sie können leicht die shoffentllch nicht gewollte) Wirkung haben, f S r eine Fahr- Preiserhöhung Stimmungzu machen, wo sitzen im Magistrat die Leute, die Lust zu solcher Belastung der Berliner Bevölkerung hätten? Wir stellen sest, daß Stadtrat Reuter, der Magistrats» dezernent für das Verkehrswesen, gegen eine Fohrpreiserhöhung Ist und sie für ganz unnötig hält. Großfeuer auf Lnsel Ltsedom. 2& Gebäude niedergebrannt.— 2 Personen schwer verletzt. Stettin. 13. Mai.(Eigenbericht.) Ein Riescnbrond hat in der letzte,? Nacht in dem Orte M ö I e sch o w bei Zinnowitz auf U s e d o m gewütet. Dort brannten in wenigen Stunden acht G e h ö s t« mit zusammen 28 Gebäuden nieder. Das Feuer entstand gegen ein Uhr nachts in einer Hof- scheune des Gutsgrundstückcs und breitete sich mit rasender Geschwm- digkeit aus. Im Nu standen zalstreiche Gebäude in Flammen. In einer Scheune, in der gesetzwidrig Benzol und Rohöl lagerten. ereignete sich eine schwere Explosion, deren Kraft so groß war, daß brennende Balkenstückc auf andere Gebäude geschleudert wur- den und diese ebenfalls in Brand setzten. Bei den Löscharbeiten sind eine Frau und ein ländwirtschaftlicher Arbeiter schwer i, e rieft t worden. Der Scdäden ist außerordentlich hoch. Es sind gtäße-MeW«N Pieh�mit' twrbtnnW.'-lDiff Geschädigten, die im Arbeit alt und gro» geworden sind/. hab«t-g»m Teil alles, vors loren, da ihr Besitztum nur zum Teil durch Versicherung gedeckt war, Berlin kaust Flugplatz Johannisthal. Der Magistrat hat jetzt den im„Vorwärts" bereits angekinu digten Beschluß gesaßt, auch den Flugplatz Johannisthal zu erwerben, um zur Förderung des Luftverkehrs olle Vor-, linerFlugplätzeindenBesitzderStadtzubringen, Das ganze Gelände hat rund 2-/u> Millionen Quadratmeter Flächen- inhalt<Ä0 Morgen), wovon auf den eigentlichen Flugplatz t'/u» Millionen Quadratmeter(500 Morgen) und auf Industriegeländo 800 000 Quadratmeter(320 Morgen) entsallen. Der Kauspreis für dos Land stellt sich auf rund 4 400 000 Mark. Die Stadt erwirbt auch die ganze zu dem Platz gehörende Privoteisenbahngleisonlogc, den Rongierbabndos, die Betriebswerkstätten und die Gebäude sjir »och etwa 600 000 Mark. Hiernach stellt der gesamte Kauf- preis sich aus 5 Millionen Mark, wovon'z Million angezahlt und 4'- Millionen i» elf Jahresraten abgezahlt werden sollen. Durch Bcrmielung hofft man jährlich etwa 300 000 Mark Einnahmen zu haben, so daß eine sofortige Verzinsung des Kapitals gesichert sein könnte. Die Sladwerordnelen haben in dieser Woche und auch in der nächsten Woche keine Sitzung. Sie werden erst wieder irm 28. M a i(Dienstag) zu einer Sitzung zusammentreten. �ener in Spandau. Ein gesährliches Feuer beschäftigte gestern nachmittag mehrere Löschzuge der Spandauer W c hr am Askanierring in Spandau. Neben den, Terrasse nre st au r a„ t Rordhafcn ist ein Lnubengelände, aus dem- aus noch ungeklärter Ursache in einer Wohnlaube Feuer ausbrach. Die Flammen griffen auf z w c j benachbarte Lauben und auf ein massives Neben- g e b ä u d c des Restaurants über. Die Situation für die Haupt- gebäude war eine Zeitlang sehr bedrohlich. Aus diesem Grunde mußten mehrere Schlauchleitungen starken Kalibers in Tätigkeit gesetzt werden, um den Brandherd rechtzeitig einzukreisen. Den Anstrengungen der Wehren ist es dann auch gelungen, eine weitere Ausdehnung zu verhindern und das Feuer nach ein- stündiger Arbeit niederzukämpfen. Er folgte dem Vater in den Tod. Seit dem 12. April wurde der 21 Jahre alte Bäckergeselle Max König aus der Pappelallee 7t> vermißt. Der junge Mann hatte am Tage vorher seinen Vater beerdigt und glaubte, diesen Verlust nicht überwinden zu können. Gestern abend landete man sein« Leiche aus der Spree. Der junge Mann hat offenbar da- mals den Tod im Wasser gesucht. Die deutsche Tennis-MannsckMst hat gestern in Barcelona dt« Vorrunde des Davis-Pokals gegen Spanien mit 4: 1 Siegen ge- wonnen und sich damit für die 2. Runde qualifiziert. Dienstag �4. Mai 19Z9 Unterhaltung unÖ AAssen Beilage des Vorwärts 8dt. Wette-Slrand: SlSttlCGVfSÜlVßV Io:>ki uni Heiki waren Fischer Koskinens Söhne. Trotzdem kein Ueberfluß an Essen und Trinken in Koskinens Hütte herrschte. wuchsen die Jungen doch gut aus, und als sie siebzehn Jahre alt waren, gab es keinen in dem Fischerdorf, der mit ihnen Streit aw zufangen wagte. Sie hingen wie die Kletten zusammen, und noch nie war es den Kameraden gelungen, die beiden gegeneinander aufzuhetzen. Der rothaarige, schwerfällige Joski fand es ganz natürlich, daß der blond«, lebhafte Heiti zu Wasser und zu Land« den Führer abgab, und es fiel ihm niemals ein, sich Heikis Vorschlagen zu widersetzen, mochten sie auch noch so ausgefallen sein. Die Jungens lehrten frühzeitig das Fischen und fuhren dabei so verwegen auf die See hinaus, daß alle ihnen einen frühen Tod voraussagten. In dem wildesten Wetter lagen sie draußen, und einmal blieben sie nach einem Unwetter so lange aus, daß die Fischer bereits die beiden Iungcns für verloren hielten. Doch nach ein paar Tagen kamen sie, das Boot halb voll Wosicr und das Segel in Fetzen zer- rissen, zum Fischerdorfe zurück. Sic waren von dem Unwetter aus hoher See überrascht worden und kämpften mehrere Tage auf Leben und Tod mit den Wellen. Doch gelang es ihnen, dos Boot trotz eindringender Sturzwellen über Wasser zu halten und mit einem Lappen von Segel dem Un» wetter zu entgehen. Als dann der Sturm umsprang, war es ihnen möglich, ihrem Heimatsortc cntgeg«nzukreuzen. So waren sie für dieses Mal geborgen. Doch dos Boot war durch den Sturm so mitgenommen worden, daß es unbrauchbar geworden war. Das war für den alten Koskinen ein großer Vertust, und deshalb reisten die Iungens nach Hammerfest, um als Eismeerfahrer anzuheuern, und dadurch die nötigen Mittel für ein neues Boot zusammenzubringen. Doch man vermißte sie im Fischerdorf«. Und den alten Koskinen erkannte man nach der Abreise seiner Söhne nicht wieder. * Die beiden Brüder nahmen Heuer auf einem Fongfahrzeug für das Eismeer. Der größte Teil der Besatzung bestand aus allen, erfahrenen Cisnieerfahrern, die viel mehr in ihrem Leben gesehen hatten als die beiden Iungens, die nicht aus ihrem Fischerdorfe herausgekommen waren. Solange das Fahrzeug auf Schlepp lag und abgedichtet wurde, hatte die Besatzung frei. Den größten Teil des Tages verbrachten die Eismeerfohrer damit, in der Kaffcestube z» sitzen. Sie behaupteten, daß es das Grammophon war, das sie dorthin zog. Doch wer mit den Verhältnissen vertraut war, wußte, daß der Sprit diese Anziehungskrast auf sie ausübte. Man servierte dort dieses gesuchte Getränk sowohl im.tzasiee als auch pur. Und kein Abend verging ohne Schlägerei und Spektakel. Doch die Polizei mischte sich m-r ungern in die Händel der Eismeer- fahrer. Diese urwüchsigen Kerle gingen nämlich nicht gerode sonst mit der Polizei um, wenn diese doch einmal eingreifen mußte. Selbstverständlich entgingen Joski und Heiki ebenfalls nicht dem Schicksal, in die Aasfecswbe geschleppt zu werden, und hier sollte ihre langjährige innige Bruderfreundschaft innerhalb eines Abends zerrissen werden. Die Kellnerin Lylli Methi war ein rotblondes, grobknochiges Kvänemnödchen, dos nie gelernt hatte, ihre heiße Lebenslust zu dämpfen. An dem Abend, ots die beiden Brüder ihren Einzug in der Kaffeestubc hielten, war Lylli mit einen» Eismeerfischer stark bc- schöftigt, der ihr einen danipscnden„Karsk" noch dem anderen spendierte. Sie hätte di« beiden neuen Gäste gar nicht bemerkt, wenn nicht einer ihrer Kameraden sie aufgefordert hätte, mit ihnen anzustoßen. Sie kam an den Tisch heran, und als sie dort den schlankgewachsenen Heiki erblickt«, bekamen ihre Augen den heißen verlangenden Blick, der den Männern so gefährlich war. Sie setzte sich auf seinen Schoß und ließ ihre Finger liebkosend durch sein« dichlen.Haare gleiten. Und sie drückte sich so fest an ihn, daß er die Wärme ihres heißen Körpers durch seine Kleider spürte. Er wurde feuerrot und nersuchtc sich loszureißen. Doch sie sachte ihm geil ins Gesicht:„Du Dummkopf, hast du noch nie ein Weib bc- rührt?" Und sie ließ ihre fymd zitternd über seine Knie gleiten. Da war es ihm, als wenn er innerlich brannte, und ihr heißer Atem störte ihn nicht länger. Der halbbetrunken« Schiffer, der die ganze Zeit iüxr Heikis Eroberung verfolgt hatte, sprang plötzlich aus und schlug dem Jungen mit der Faust ins Gesicht, daß dos Blut spritzte. Das Kvänenmädel erbleichte urrd wollte sich dazwischen wersen, doch Heiki stieß sie beiseite und ging auf den Sihisfer los. Er hob ihn hoch und warf ihn init solcher Kraft gegen die Tür, daß die Wände zitterten. Der Schisfer blieb wie eine tote Mass« in der Türfüllung liegen, und erst nachdem eine Tasse mit Sprit herbei- geschafft»var und ihm der Inhalt zwischen die Zähne gegossen wurde, kam wieder Leben in ihn. Er schlich sich aus der Kaffeestube heraus, verfolgt von dem Hohngelächter der Eismeerfohrer. Dos Kvänenmädel setzte sich wieder auf Heikis Schoß. Joski»var dem Austritt zwischen Heiki und dem Schiffer mit solcher Spannung gefolgt, daß es ihm den Hals zuschnürte. Wie ein gereiztes Raubtier hatte er dagesessen, bereit, auf den Schiffer loszuspringen, falls Heiki niedergeschlagen werden sollte. Als der Auftritt beendet war, näherte er sich seinein Bruder und flüsterte: „Du hättest ihn beinahe totgeschlagen, Heiki." 5ieiki antwortete nicht, doch das Kvänenmädchen fragte ihn, wer es sei. „Mein Bruder," antwortete Heiki. „Da müssen mir mit ihm trinken." lochte dos Mädel, und ging an die Schänke, um eine neue Tasse Äarsk zu holen. Als Joski den Karsk ausgetrunken hatte, rückte er näher an dos Kvänemnödchen, dos sich zwischen die beiden gesetzt hotte, her- an. Er brannte danach, mit seinen Fingern über ihr goldblondes Haar zu streichen. Zum ersten Male beneidete er Heiki. Er strich ein paarmal mit seiner Hand über ihren Rücken, und sie wandte sich ihm zu und lächelte. Er zog seine Hand zurück, als wenn er sich verbrannt hätte. Doch die Berührung ging wie ein zitterndes Beben durch des Weibes Körpers, und nach und nach rückte sie näher an ihn heran. Er sah, wie Heiki kreideroeiß wurde, und er hott« im ersten Augen- Mick so starkes Mitgefühl mit ihm, daß er sich loszureißen gedachte. Doch im nächsten Augenblick riß er das Mädel an sich. Da erhob sich Heiki und schlug Joski derart mit der Faust ins Gesicht, daß es ihin schwarz vor Augen wurde. Einen Augeirblick war er wie betäubt von dem Sästage, doch dann sprang er auf Heiki los und schlug ihn zu Boden. Die anderen Fischer warsen sich dazwischen, ehe die beiden ihre Messer gezogen hatten, Heiki, der die meisten Schläge bekommen hatte, schlich sich beschämt aus der Stube hinaus. Doch in der Tür wandte er sich um und drohte Joski. „Du sollst mir nicht lebend aus dein Eismeer kommen." (Schluß folgt.) 3)ie erite„Schnellsuglo Im South Kensingtvn-Museinn zu London befindet sich die »rste Lokomotive, di« auf einer größeren Strecke gelausen ist und den Anspl'uch einer„Schnellznglokomotive" erheben konnte, wenn auch freilich ihre Höchstgeschwindigkeit nur 56 Kilometer In der Stunde betrug: es ist Stephcnsons berühmte„Rakete", die vor lOll Jahren ein noch viel größeres Erstaunen hervorrief als heutzutage das„Raketenauto". Die Strecke, auf der diese Lokomotive ihr erste Fahrt im Jahre 1829 machte und preisgekrönt wurde, ist gerade jetzt vor llW Jahren zwischen Liverpool und Man- che st er angelegt worden, und«in Rückblick auf den Bau dieser ersten größeren Eisenbahnlinie gibt uns eine anschauliche Vorstellung von den ungeheuren Fortschritten, die Technik und Verkehr in ecnem Jahrhundert zurückgelegt haben. Die Strecke Liverpool— Manchester»var nicht die erste Eisenbahnlinie, und die„Ratete" ■»icht die erste Dampslokomotive. Aber die frühere Maschin« Stephensons, die zuerst 1825 auf der kleinen Strecke Stockwn— Darlington lief, muhte noch mit von Pferden gezogenen Wagen wetteisern, die aus densselben Schienenweg liefen: für ihre Schncllig- keit ist bezeichnend, daß der Lokomotive stets«in Reiter mit einer Fahne voranritt, um die Bevölkerung vor dem Ungetüm zu warnen. Erst die Eisenbahn von Liverpool nach Manchester zeigte im Jahre 1829 die ungeheuren Möglichkeiten der neuen Ersindung und leitete das Zellalter der Eisenbahnen ein. Die Rakete war die erste „Schnellzuglokomottoe, deren Leistung das Entsetzen aller äugst- lichen und nervösen Menschen hervorrief, d«>»n sie konnte, wenn sie Waoen zog. eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 25 Kilometer in-jcrr Stunde erreichen, und wenn sie allein„dahinraste", sogar über 59 Kilometer in der Stuirdc mache»». Nicht minder schwierig u»rd erstaunlich als die Lokoniotive selbst»var die Anlage des Schienenlveges, der sich zunächst die größten Hemmnisse entgegen- stellten. Seitdem durch di« Ersindung des mechanischen Webstuhls Manchester die Erzeugung von Bauinlvollstossen im großen auf- geiwmnien hatte, war die Stadt zu ungeahnter Größe empor- gewachsen, ober die Rohbaumwolle, die sie aus der Hosenstodt Liver- pool erhielt, brauchte oft über einen Monat, um noch Manchester befördert zu»»erden, während sie von Ainerika noch L»l>erpool in 21 Togen gelangte. Es war leider ein dringendes Bedürfnis für eine schnellere Bcfördernng gegeben, und so geumnn n'an Stephen- son für de» Bau einer Eisenbahnlinie. Die Genehmigung dieses Baues stieß aber im englischen Unterhaus auf erbitterten Widerstand. Hervorrage»»!»« Politiker de- baupteten in ihren Reden, der Stephensonsch« Plan sei„dos Sinn- loseste, ivas je von einem Mcnschenkopf erdacht woi'den sei", und der Antrag der Bahngesellschaft wurde zunächst mit 19 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Erst iiachde»» man durch allerlei Schliche und Kniffe die wichtigsten Stinnnen gewonnen hatte, ging der Antrag bei oiner zweiten Vorlage durch, und auch damals noch hielt ein Abgeordneter, der Gelehrte Sir Jsaac Coffin, eine Rede, in der er u. a. jagte:„Weiß das Hohe Haus auch, welchen Rauch, welches Geräusch, Gezisch und Gerassel die vorübcreilenden Loko- niotioen verursachen werde»? Weder das aus dem Feld pflügend«, noch auf den Tristen weidenden Vieh wird diese Ungeheuer ohne Entsetzen wahrnehmen. Die Eisenbahn wird der größte Unfug sein: sie wird die vollständige Störung der Ruh«, des körperlichen und geistigen Wohlbesindens der Menschen mit sich bringen." Zuin ersten Male wurde damals eine an allen Stelle» wirklich eben« Bahnstrecke hergestellt. Dazu mußten große Felsinassen durch Tunnel durchschnitten werden:»nehr als 199 Brücken wurden ül?er und unter dem Schienenivsge angelegt. Die ersten größeren Tunnel und Brücken entstanden so aus der Erde. Das allerschwierigste aber war die Ueberwindung des mehr als 6 Quadratkilometer uin- fassenden Chat-Moores, in dessen unergründlicher Tief« oll« Auf- schüttungen versanken. Ein führender Ingenieur erklärte, daß kein Mensch mit gesund«»» Verstand wagen könne, eine Eisenbahn über das Chat-Moorc zu legen. Aber Etephenson brachte es fertig. Als endlich die Eisenbahnstrecke fertig war, da war man sich über die Verwendung des Zugmittels noch nicht im klaren. Zwar wollte man nicht mehr wie bisher Pferde zum Ziehen der Wagen verwenden, aber der Plan taucht« auf, auf dieser ebnen Strecke feststehend« Maschinen aufzustellen, die durch Aufwickeln von Seilen die Züge be»»eg«n sollten. Die Strecke sollt« in 19 Abschnitte geteilt werden, von denen jeder eine feststehend« Dampfmaschine enthielt, die den Zug am Seil schleppen sollte. Man kann sich vorstellen, wie lange auf diese Weise die Fahrt von Liverpool noch Man- chester gedauert hätte. So wenig Zutrauen hatte man noch zu der Dampflokomotive. Um ihre Leistung zu erproben, wurde schließlich ein Wettbeiverb ausgeschrieben, durch den ein Preis von 599 Psund einer Maschine zugesichert wurde, die u. a. ihren Rauch selbst ver- brennen sollte, einen Zug von 29 999 Kilogramm Gewicht mit einer Geschwindigkeit von 16 Kilometer in der Stund«' ziehen, durch Federn getragen sein, mit gefüllten Kesseln nicht mehr als 6900 Kilogramm wiegen und nicht mehr als 559 Psund kosten dürfe. Vei dem berühmten Wetkkoinpi zu Rainhill, der über einer Streck« von .35 Kilonietern auf der neuen Bobnlinie ausgesochten wurde, siegle Stephensons„Rakete" über drei andere Lokmnoliven, die die Namen „Die Neuheit",„Die Unvergleichliche",„Die Ausdauer" führten. Sha w und der Zürn Man kann zu den einzelnen Werken des irisch«»» Dichters stehen wie man will. Man kann seine politische und weltanschau- lichc Einstellung besahen oder oblehnen. Nieniand wird es leugnen. daß er einer der bedeutendsten Kritiker unseres Jahrhunderts ist und niemand wird ihin die Fähigkeit absprechen, starte Eindrücke d»lrch wirkungsvolle Bemerkungen zu übermitteln. Berriard Shaw hat nie etwas direkt mit dem Film zu tun gehabt. Er Hot ii»» Gegenteil alle Angebot« non Filmuntcrr�hmungei» abgelehnt, die darauf ausgingen, seine eigenen Werk« zu oersilmeir. Sehr amüsant schildert jedoch der amerikanische Journalist Archibald iienderson in seinen Tischgesprächen mit Kernard Shaw(S. Fischer- Verlag, Berlin), wie er einstmals mit Shaw auf den Film zu sprechen kam und dieser die Filnmnternehmer ebenso wie die Gesichts- punkte, unter denen sie ihre Produktion leiten, ironisierte. Zweifel- los richten sich die Bemerkungen von Show im wesentlichen gegen den amerikanischen Film, doch sind dies« Probleme ffir uns nicht minder aktuell, da ja der gesamte europäische Markt von ameri- kanischei» Filmen überschwemmt ist. da das amerikanische Kapital in fast alle kontinental-europäischen Filmgesellschaften eingedrungen ist und da schließlich die Verhältnisse bei der europäischen Produktion kam»» wesentlich anders liegen als in Amerika. Shaw stellt zunächst, fest, daß die Mittelmäßigkeit des Fili»is im allgemeinen schon dadurch bedingt ist, daß er der Hörerschojt vieler Notionen zusagen»nuß. Des weiteren aber käme natürlich hinzu, daß er ebenso den» Durchschnittsgeschnrock eines amerikanische»» Millionärs, eiiics chinesischen Kuli», einer Provinzgouvernante und einer Schenkmamsell in einem Bergarbeiterdorf gefallen müsse. Es sei nun mal überaus schioer,«in Stück zu schreiben, das 199 Proz. der Erdbevölkerung interessiert unter olleinigem Ausschluß der Wickelkinder. Ein weiterer Grund für die meist geringe Qualität so vieler Filinc sieht Shaw in der beispiellosen Unbildung so vieler beim» Filn» tötiger Unternehmer und Regisseure, Drarnaturgen und Lek- toren. Er glaubt nicht, daß hier irgendetlvas noch durch größeren finanziellen Aufrvand gebessert werden könnte, zumal er das gleiche Sinken des Bildungsgrades auch überall in der Journalistik iin Gegensatz zu früheren Jahrzehnten feststellen zu können glaubt. Ganz entichieden wendet er sich jedoch gegen die Verfil-vuina von Theaterstücken und Romanen. Das hätte lediglich zur Folg«. daß der normale Kinobesucher, nachdem er einen solchen Filii» ge- sehen hat, aus das eigeittliche Kunstwerk an sich für immer ver- zichtet und insolgedessen überhaupt nicht zu dessen literarischen oder künstlerischen Wert vorzudringen vermag. Auch ist es natürlich ein Uicfim», ans einem Theaterstück oder Drama die Worte zu streichen, denn diese sind eben nicht nur ein technisches Hilfsmittel, sondern ein integrierender Bestandteil des Kunstwerkes selbst. Shaw fordert daher, daß Filmdromen speziell jür die Leinlvaird von originellen, phanlastereichei» Bilde»dichten»«rsundcn werden. Die Schwierigkeit, gute Filnimanustripte zu erholten, erkennt er richtig dar»»», daß ebenso wie die ganze Musik aus.Vertauschung ui»d Ver- bindung von zwölf Noten besteh», unsere ganze Roinanlileratur aus Variationen weniger Themen sich zusainmensetzt und daß eben in der Sprach« gerade die stärkste Macht zur Variation liegt, auf die der Film zu verzichten gezwungen ist. Endlich wcirdet er sich mit großein Tcinperamcnt gegen die un-- sinnige Verschweitdung bei der Ausstattung, die lediglich zu einer Kultivierung reiner Schausilme führt u>»d weiterbin jene Tendenz entwickelt, auf den Ausbau eines wirklichen Filmscamas mehr oder minder zu verzichten. Cr belächelt die in Amerika beliebten Szene», orientalischer Wollust, die etwa so aussehen, wie sie sich ein Schiffs- junge auf einen» Walsischsänger in seinen Träumen vorstellt. Auch wendet er sich gegen die Naivität, Filmrollen z» besetzen, ohne irgendwie die Eignung der betreffenden Do rstellsr unter objektmen Gesichtspunkten zu prüfen. Es sei nun einmal nicht möglich, eng» lischc Herzoginnen von früheren Probierdamen uitd italienische Grafen von früheren Kellnern darstellen zu lassen. Zum Schluß wende t sich Shaw gegen das schlechte Benehinen der Filmleut«, die es wagen, den Zuschauern zuzumuten. cin«�ci»d- lose Anzahl von Vorbemerkungen über die Herstellung de? Films vor jeder eigentlichsn Ausführung über sich ergehen zu lassen. Er verkündet, daß es sicherlich nicht mehr lange dauerst würde, daß wir 19 Minuten vor Beginn eines Films uns erzählen lassen müßten, wer den Film entwickelte, wer ihn fixierte, wer ihn trocknete, n>cr das Zelluloid lieferte, roer die Chemikalien und wer dem Autor die Haare schnitt. Es läßt sich nicht leugnen, daß Show init seinen Ueber- treibungen eine Ungezogenheit unserer Filmiirdustrie kritisiert, deren Wegsoll wir sicher alle lebhaft begrüßen würden, Eine.Husflellung des Aberglaubens Das Budapcster Hygieneinuseum veranstaltete kürzlich eine Ausstellung, die eine Geschichte der menschlichen Dummheit auf den» Gebiete des Aberglaubens veranschaulichte. Man erhielt unter an- deren» einen Einblick in die Gcheiinnisse der ihre Mitmenschen aus- nutzenden Quacksalber und in die Leichtgläubigkeit ihrer Kundschast. Um beispielsweise die Epilepsie zu heilen, breitete man das He»nd des an der Fallsucht leidenden Kindes an einem Kreuzweg aus. Vcrschosand es dort, so hatte es der Teufel und mit ihn» die Kroirk- heit mitgenonunen. Man lonnte sich weiterhin gegen die Fallsucht dadirrch schützen, daß man das Herz eines Maulwurfs aß, der vor den» Tag des heiligen Georg gefangen worden sein mußte. Ohren- sausen bekämpfte man dadurch, daß der Patient am Neujahrstage das Seil einer Glocke abschnitt. Trunkenbolden gab man, um ihnen den Alkohol abzugewöhnen, ein Gemisch zu trinken, das aus getrockneter Schtangeuhaiit und einer zerriebenen getrockneten Fledermaus bestand, e!» Gemisch, den» etwas Branntivein zugesetzt ma», um die Sache halbwegs mundgerecht zu machen. In hoher Gunst standen auch die Edelsteine, so»var der Diamant ein Sinn- bild der Tapferkeit, der Malachit galt als vorzügliches Mittel gegen Eholera und Gliederreißen, und wenn»nan die Geliebt« auf die Probe stellen wollte, so gab man ihr einen Saphir, weil dieser die Farbe änderte, wenn die Trägerin die Treue brach. Gold galt als Mittel gegen Gelbsucht, Salz war Sinnbild der Ewigkeit. Deshalb legte man einem neugeborenen Kind, auch wenn es unter einein guten Stern geboren»var, Salzstückchen in die Wiege, nach dem Grundsatz, daß doppelt genäht besser hält. Der schöne Avallofalter ist nicht nur in Preußen, sondern auch in Bayer» durch Verordnung geschüß». Die Näbrvilanze dar Raiip« dieses Schmetterlings ist die we'ße Fetthenne ih-eciom altmm). Di« damit bestandenen Vera Haiden bec Eichstcut>n Bayern sind im vorigen Jahre von Dutzenden Apollofaltern beslogcn worden. ZMn Mlnleiter-BnM Durch die Presse sind die Mitglieder das Deutschen Metall- arbeiter-Verbandes wiederholt daraus aufmerksam gemacht worden. daß Meinungsverschiedenheiten mit den Rohrlegern und Helfern bestehen. Die Vranchenkommission der Rohrleger hat dann am 25. April 1329 in einer Branchen Versammlung einen Beschluß fassen lassen, wonach in Znkunst der aus der Organisation ausgeschlossene Rlederkirchner die Branche der Rohrleger weiter leiten soll. Ferner wurde beschlossen, daß ein Extrobeitrag von 1 Mark pro Woche erhoben werden soll. Diese beiden Beschlüsse, die in der Rohrlegerversammlung gesaht worden sind, sind mit den Bestimmungen unseres Statuts nicht in Einklang zu bringen. Es kann niemand zugemutet werden, daß eine Branche, die dem Deutschen Metallarbeiler-Verband angeschlossen ist. von einem geleitet werden soll, der nicht mehr Mitglied des DMV. ist. Die Branchenkommissionsmltglieder danach befragt, ob sie diesen ve- schluh der Branchenversammlung für sich als bindend erachten. haben zum größten Teil auf das Schreiben der Ortsverwaltung nicht geanlworlel. Infolgedessen hat die Ortsverwallung die Branchen- kommission ihres Postens als Funktionäre im DMV. enthoben. Wir machen die Rohrleger und Helfer, soweit sie Mitglieder im DMV. sind, daraus aufmerksam, daß ste nicht berechtigt und nicht verpflichtet sind, den Extrobeitrag von 1 Mark pro Woche zn bezahlen. Eine Versammlung der Rohrleger und Helfer, die am Sonn- abend, dem 11. Mai. im Verbands Haus des DMV. stattfand, hat den Beschluß gefaßt, eine Vranchenkommission zu wählen. Wir ersuchen die Rohrleger und Helfer, welche sich mit dem Beschluß, der am 25. April 1329 im Gewerkschaftshans in der Rohrlegerversammlung gefaßt wurde, nicht einverstanden erklären, umgehend Ihre Adresse an den Bearbeiter der Rohrlegerbranche, Bruno Lehmann, Deutscher Metallarbeiter-Verband, Linienstr. SZ/S5, einreichen zu wollen. Wir machen an dieser Stelle noch einmal daraus aufmerksam. daß diejenigen, die im Auftrag des DMV. für die Rohrleger und Helfer Verhandlungen führen, einen Ausweis besihen müssen. Derselbe muß unterzeichnet sein von den beiden Bevollmächtigten Urich— Eckert. Theater, Lichtspiele usw. METROFOf/rHEATEB Nur noch Mai! Lustige Witwe Hesterberg: Heldem&nn, Jankuhn, Elleot, J unk ermann, Schaeffers. Künstlerische 8: GR. SCHAÜSPUXHAUS 8 Die letzten 3 Wochen I Der Hebe Augustin Christians Karlwela, Lieske, Arno, Morgan, Westermeier. Leitung; Erik Charell._ Uienstag,i.l4.5. Slaats-üper Unter d. Linden A:-V. 126 20 Uhr Staals-Oper Am Pl-d.Republ. R.-S. 120 20 Uhr Lolsa illet Staat!. Schiller-1 Dienslag.d. 14. 5. staut. Oper BUmarcKstr. Turnus II 19'', Uhr DleHodizeit des Flflaro Staat). Sdianspli. am 6endarmenmarkt A.-V. 113 20 Uhr Der Loadoner verlorene Sohn heater.Charltb. 20 Uhr Kalkutta, 4. Mai 8 Uhr BS, Barbaroeaa 8256 The Jevers nnd iveifere Varleld-NeiiheUen Morgen 3 30 nadimiUaga Sonder-VorsieUung für Jung und AU m besonders erm&ßiaien Preisen von O.SO bis 3 Merk dos volle Abendprogramm. In der Pause, Kaffee mii Kuchen für SO Pf. CASINO-THEATEH»"�' Loihrmger Straf?« 37. .WÄtfAiWcMr v«Bini Sa««!*«" voiKsDUime Taeater amBDIowiilali 8 Uhr Trojaner, Thalia-Theater SV, Uhr Pfarrhaus- Komfidie Staat). Sdiiller-Ih. 8 Uhr Kalkutta, 4. Mai Siamsopcr am Platz Oer HepuDMK 8 Uhr Loisa Miller Theater am Sdiifthauerilamm. Norden 1141 u. 281 Täglich 8 Uhr Drelgrosdien- Oper Daher. Taiattl. Ttiirala, Lvovslty. telileN. Stenxel WM IHM D.I. Norden 12 310 8 Uhr, Ende nach 10 Zum 25, Male Paulus unter den Juden Dramat Legend von Franz werfcl Regie: Rarl-Reinz Martin. Die Komödie 1 Bismck. 2414/7516 S'fc.Endegeg.lOVzU. Der Mann, der seinen Damen änderte 3 Akte von Edgar Wallace Regie: Heinz Hilpert Kammerspieie 0.1. Norden 12 310 8Va U., Ende nach 10 Autgang nur für Kerrschatten Kleine Komödie von Siegfried Geyer Renaissance-Theater 1 Hardenbergstr. 6. TLSteinpl. 901 u. 2583/841 »Vi Uhr T&Olllh SV* Uhr I loie heilige Flamme! Regie: Gustav Härtung. Rose-iucr Gr. FranRInngr Strafte 132 Tel.: Alex. 3422. Täglich 8V« Uhr (SooBtags 2 Vorslsllugm S'/i a. S Ohr) Oorlne und der Zufall! (Pfingsten' Lid VglZettTSUM! auf der Gartenbohne. Im Innentheaier ab IS. Mai läglich 8'/« Uhr: Spiel im Schloß. Relctishallen-Theater m. 21 Uhr. Sonmao Nadim.|][| Uhr $(efflncr Sänger Weu.'„Sine Wacht im Ißtalxrrein heller" Nachm. halbe Preise. Dönhoff- Brettl: (Saal und Garten) Varleie /- Tanz Adoli-Becker-KonzeH. tileines 1 Dealer Täglich 8>/« Uhr: NaSodertrodten? nad dtn Ameriianlidien von Frank Green. Musikalische Illust Fr. Holländer. Regie: Fr.Frledmann- Freierim. TheaL ö. 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Erwachs. I Mk, Kinder 50 PI. Mittw.: Erwachsene 50 Pf.. Kinder 25 Pf. Tbealer»m Hollendorfplatz Täglich S'lt Uhr Die männer der manon Operette in 3 Akten v Waller W. Goetze Lnstspielhaus 8V« Uhr Guido Thielseher Weekend Im Paradies Lessing-TliEateF Täglich SV« Uhr „Die Frau des Andern" Trianon-Th. Täglich aVi Uhr Das süsse Geheimnis Operette von Zorlig Rundfunkhört r IttlUe Preise BwIIdüi Wer DirektHeinz Herald Charlotienstraße vi A. 7. Dönhoff f7n 8 Vi, Ende IWi Uhr Täglich Die fOnf Frankfurter von Carl Rössler Regie: Engen Rohen. Thalia-ineaier Cresdener Str. 72-73. b1;, Uhr Frankfurter Allee 313 Ab Dienstag, den 14. bis Montag, den 20. Mai Emil Jannings in Der Patriot oder Der Wahnsinnige auf dem Zarenthron Der größte Film der Gegenwart l HAftHBURG-AMERIKA LIMiE hamburgI�AMAjS DIREKT NACH�a�nH« NSchsle Passagier- Abfahrten: D..TKuringio�.....,... 22 Mai D..Weslphalia*......... 5. Juni D..Cleveland'......... 25. lunl D..Wesfphalia'......... 6. 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III: Rechnungstel e 28; Rudolf Meißner, Cöpenick, Kurfürstenallee 13, ptr.: Rst 66; Otto Schmidt, Lichtenberg, Hubertussir. la, v.\: Rst 70; Theodor SchmatteK, Reinickendorf- Ost, Justusstr. 10, ptr; Rst 80: Otto Metting. Bernau bei Berlin, Lohmühlenstraße 5. Rst 84. Em Geheimnis?|�| ä ÜH � f! Am Sonncdend, nachmittag 5', Uh-, enlschli«! sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater, der Lackierer Ludwig Koiafinski im Alter von 70 Jahren. Dies zeigen tietbetrübt an Marie Koiafinski, Margarete Pröls, geb. Koiafinski, Georg Pröls. Die Beerdigung findet am Mittwoch. dem 15. Mai, nachmittags 27* Uhr. von der Leichenhalle des Zentral- friedhofes Friedrichsfelde ans statt Nach langen, schweren Leiden verschied am Sonntag, dem 12. Mai, meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Großmutter u. Schwieger- mutter Anna Beissel geh. Haake im 50. Lebensjahr. In tie'er Trauer Rudolf Belttel and Kinder. Die Einäscherung findet am Don» nerstag. dem 1k. Mai. 20 Uhr, im Are» matorium Derichtstraße statt HeDtiäer MetallarbeitEr-Verlianii Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Mechaniker Georg Goldmann geb 25. Juli 1878, am 8. Mai ge» starben ist Die Bee-diaung findet am Diens- tag. dem 14. Mai. IS»/, Uhr, von der Lerchrnhalle des Sankt»Georgen» Kirchhofs. Landsberger Allee 21—28. aus stalt. Am 12. Mai starb an Herzschlag unser Kollege, der Rohrleger Karl Schüler geb. 3 Mörz 1875. Die Beerdigung findet am Donner»- tag, dem 18. Mai. nachm 4V, Uhr. ven der Leichenhalle des 2. Städtischen Kirchhofes in Schäneberg. Tytdstrabe (Linie 60, Lindenhof), ans statt Am II Mai starb an Lungenleiden unser Kollege, der Hobler Gustav fiaL im Alter von 45 Jahren. Die Einäscherung findet am Freitag. dem 17. Mai, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichlstraße statt Ehre ihrem Audeulen! Rege BeteUigung erwartet Vis Orfsverrvoltung. 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Im dritten Jahre laufen jetzt bereits die Kämpfe zwischen den Vertretern des privaten Zechenkapital» van der Ruhr, die eine zentrale Gasfernversorgung von Deutschland wollen, und jenen Kommunalpolitikern und Gasfachleuten, die entgegen den Auffassungen und Interessen der Ruhrzechen aus kommunal- politischen, wirtschaftlichen und Sicherheitsgründen die kommunale Gruppenoerforgung durch dezentralisierte Großwerke sör- dern. Man kann sagen, daß die Entscheidung in diesem Streit grundsätzlich schon gefallen ist, deim zwischen den. großen Plänen des .fjerrn Dr. Vogler von Ende 1926 und den bis heute geschossenen Tatsachen besteht ein so gewaltiger Unterschied, daß von den deutschen GroßgasplSnen der Ruhr heule kaum noch etwas übrig geblieben ist. Das ist um so deutlicher geworden, seit unter Mit- Wirkung der Continentalen Gaswerke in Dessau durch die Gründung der Magdeburger Großgaserei eine mächtige Barriere im Osten gegen die Ruhr geschaffen wurde, seit die Südwestdeutsche Gas A.-G. in der Erfassung der Konsumentengebiete nördlich und südlich des Mains immer größere Erfolge gehabt hat und seit die Vertreter der Ruhr üach absolut erfolglosen Verhandlungen den Versuch ausgegeben haben, das mitteldeutsch« Wirtschaftsgebiet für ihr« Pläne zu ge- Winnen. Wir haben nun immer darauf hingewiesen, daß die Entscheidung der hessischen kommunalen Gasgesellschaft(Hekoga) für die Lersor- gung des hessischen Staats- und Wirtschaftsgebietes eine kommunal- und serngaspolitisch außerordentlich große Bedeutung haben wird. In Heften liegt die Sache so, daß sich die Hekoga durch Errichtung einer eigenen Großgaserei selbst versorgen könnte, und daß aus der anderen Seite die Gasversorgung Hessens erfolgen könnte einmal durch einen Lieserungsvertrag mit den Ruhrzechen, dann durch ein« Liesenmgs- oder Produktionsgemeinschaft mit der von Frankfurt und Mannheim geführten Südwestdeutschcn Gas A.-G. oder endlich durch Verträge mit den Kohlenzechen und Hütten des Saargebiets. Nachdem nun im allgemeinen die gaspolitisch« Entscheidung in Deutschland gegen die Ruhrzechen gefallen ist, ist es in hohem Maße begreiflich, daß die Ruhrgas A.-G. in Essen olles daran setzt, in Heften einen Erfolg zu erzielen, der für die Ruhrzechen nicht nur ein Positionsgewinn, sondern vor allen Dingen auch die bisherige Er- folglosigkeit der Ruhrzechen zu verbergen geeignet wäre. Es hat zwar lang« gedauert, bis die deutsche Oesfentlichkeit die große Bedeutung der Ferngassrage erkannt hat und vor allem jene Irreführung durchschaute, mit der die Ruhrzechen die deutsche Oesfent- lichkeit systematisch über die Zweckmäßigkeit der Großsernversorgung von der Ruhr her zu täuschen suchte. Die Oesfentlichkeit weiß heut«, daß so wichtige monopolistisch« Lersorgungsbetriebe, wie die der Gaswirtschast, nicht privatisiert werden dürfen, daß das„Sorten- Problem" und die„Roksgasschere" ein« fromme Erfindung der Ruhrzechen zur Förderung ihrer Interessen waren, daß die Wärme- Wirtschaft der Industrie, wenn überhaupt, dann durch die Gruppen- Versorgung mindestens ebenso verbillgt werden kann wie durch eine zentrale Ruhrversorgung, daß auch die Bergarbeiterschast von den Ruhrplänen keine vorteile zu erwarten hat und daß es sich bei den Plänen der Ruhrzechen einzig und allein um eine möglichst weit- reichende Monopolisierung der Gas- und vor allem Kotswirtschaft bandest, mit der zugleich die Aushöhlung der gesetzlichen Kohlen- bewirtschaftung durch da» private Zechenkapital oerfolgt wird. Aus allen diesen Gründen ist es klar, weshalb die von der Hekoga zu treffende Entscheidung für oder gegen die Ruhr von größter Bedeutung für die Ruhrzechen ist und weshalb die jetzt im Aufsichtsrat der Hekoga entstandenen schweren Differenzen die Oefsentlichteit weit über das hessische Gebiet hinaus interessieren mußten. Es ist eben so. daß die Stellungnahme des Aussichtsrates und die Ansang Juni stattfindenden Beratungen der Provinzen. Städte und Gemeinden Hessens über die zukünftige hessische Gas- Versorgung zugleich auch die Entscheidung für da« Schicksal der Ruhrgaspläne bedeutet. Unter diesen Umständen sind die sensationellen Mit- t e i l u n g e n bedeutungsvoll, die im Laufe der letzten Tage und Wochen in der Prefte über die Art und Weis« gemacht worden sind. wie die Mehrheit des»ufsichtsrates der Hekoga zu ihrem kürzlichen Beschluß gekommen ist, nach den Anregungen der Denkschrift des Vorstandes der Hekoga über die einges orderten drei Sachverständigen- gutachten, das Angebot der Ruhrgas A.-G. denjenigen der Südwest- deutschen Gas A.-G. und der Saarzechen vorzuziehen und mit der Ruhrgas A.-G. in endgültige Verhandlungen einzutreten. Es ist nun außerordenllich interessant festzustellen, daß der Lorstand der Hekoga die Sachverständigengutachten in der Denkschrift derart entstellt und tendenziös wiedergegeben hat. daß sich die Sachverständigen selb st gegen die Denk- schrift des Vorstandes öffentlich gewendet haben. Professor Heidebroet-Darmstadt, einer der Sachverständigen, hat an den Auf- sichtsratsvorsitzenden der Hekoga, den Bürgermeister Hiemenz, ein scharfe» Prot« st schreiben gerichtet. Er sagt von der Denk- schrift. daß sie soviel handgreiflich« Fehlschlüfle und eine so einseitige Darstellung enthalte, daß die Oesfentlichkeit ein ganz falsches Bild von den tatsächlichen Schlußfolgerungen der Sachverständigen gewinnen müft«. Die wesentlichsten Punkte der Darlegungen der Denkschrift seien sowohl technisch wie wirtschaftlich unhaltbar. Die Südwestdeutsche Gas A.-G., der kommunalpolitische Gegen- spieler der Ruhrzechen, hat ebenfalls in nachdrücklichster Weise gegen die Entstellungen in der Denkschrift protestiert. Sie stellt fest, daß der Preisunterschied zwischen ihrem und dem Angebot der Ruhr- gas A.-G. nicht 1 bis 1,6 Pf., sondern nur 0,5 Ps. pro Kubikmeter Gas betrag« und daß diese Differenz insbesondere durch die viel größere Licserungs- und Betriebssicherheit des Angebots der Süd- westdeutschen Gesellschaft mehr als ausgeglichen sei. Da» ist eine Richtigstellung von offenbar schwerwiegender Bedeutung. Diese Feststellungen von Sachverständigen und Vertragspartnern sind in hohem Motze sensationell. Sie zeigen zum erstenmal mit dokumentarischer Wucht, daß der Vorstand der Hekoga in u n s a ch- licher, die Interessen der Ruhrzechen fördernder Weise die ihm vom Aussichtsrat übertragenen Geschäfte handhabt und daß er den Aufsichtsrat der Hekoga mit unzuläftigen Mitteln gegen das komunalpolitifche Interesse zugunsten der privaten Ruhr- zechen zu beeinfluften sucht. Es ist deshalb begreiflich, daß es im Aussichtsrat der Hekoga selbst zu schweren Differenzen gekommen ist und daß der Provinziallandtag der hessischen Provinz Startenburg beschloften hat, bei einer Annahme des Angebots der Ruhrgas A.-.G. aus der Hekoga auszuscheiden. Gleichzeitig ist der zuständige hessische Innenmini st erLeuschner, der selbstverständlich an der wirt- jchaftlichsten Lösung der Gasfrage für Heften das lebendigste Inter- esse hat. öffentlich von dem Beschluß des Aufsicht»- rats abgerückt und hat unter ebenso selbstverständlicher Würdi- gung der wirtschastl'chen und kommunalpolitischen Intereften ein Zusammengehen mit der Südwestdeutschen Gas A.-G. gefordert. Wir sind weit davon entfernt, uns für die hessische Entschei- düngen in einem anderen Sinne interessieren zu wollen, als es das gesamtwirtschaftliche und auch das kommunalpolitische Interesse er- fordert. Aber durch die Politik des Vorstandes der Hekoga scheinen Zustände geschaffen zu sein, deren UnHaltbarkeit offenkundig ist und deren Unhaltbarkeit noch durch die Stellungnahme des hessischen Innenministers unterstrichen wird. Vom gaswirtfchaftlichen, vom Sicherheits- und vom kommunalpolitischen Standpunkt ans kann kein Zweifel darüber fein, daß die Entscheidung Hessens in der Ferngas- frage nicht für eine Belieferung durch die Ruhrzechen, sondern nur in der Richtung der kommunalen Gruppenversorgung fallen dürste. Das allermindeste, was jetzt zu geschehen hätte, wäre ein« Unter- s u ch u n g der U m st ä n d e, die die Politik des Hekoga-Dotstondes bisher geleitet haben, und eventuell die Bestellung eines neuen Gut- achtexkollegiums, das auch im Sinne des hessischen Innenministers die Bearbeitung des Sachverständigenbcrichts durch den Hekoga- Vorstand nachzuprüfen hätte. Davon unabhängig ober müssen die beteiligten kommunalpollti« schen, öffentlichen und staatlichen Faktoren die nach allen bisherigen Erfahrungen und nach dem Urteil der Gasfachleute erforderliche kommunalpolilifche Lösung vorwärts treibe«. Eine vernünftige Lösung der hessischen Ferngossrage war bisher stark dadurch behindert, daß der hessische Staat für sein Versorgungs- gebiet die eigene Produktion aufrechterhallen wollte. Die Hinder- nifte in dieser Richtung sind nach einer Erklärung der Süd- westdeutschen Gas- A.-G. jetzt gefallen. Die Südwestdeutsch« Gas A.-G. hat ausdrücklich erklärt, daß sie, um die' Hekoga von ihren lediglich gemeinwirtschaftlichen Absichten zu überzeugen,«ine ProduktionsgemeinschaftzwischenderHekogaund der Südwest deutschem Gas A.-G. herbeizuführen bereit ist. Das heißt, daß die südweftdeuffche Gasversorgung außer von den Großwerken in Frankfurt und Mannheim auch vyn Mainz aus erfolgen soll und damit die Wünsche Heftens Berücksichtigung finden sollen. Nachdem die Preissrage angesichts der geringen Preisdifferenz und der viel höheren©icherheiisgarantien lneben- sächlich geworden ist, die kommunalpolitische Lösung auch im volkS- wirtschaftlichen Interesse die einzig zweckmäßige ist, bedeutet dos Angebot der Südwestdeutschen Gas A.-G. eine Brücke, die Heften endgültig im eigenen und im gesamtwirtschaftlichen Interesse be- treten sollte. �, Kords Automobilplane in polen. Der europäffch« Vertreter Ford» ist in Warschau eingetroffen und führt hier Verhandlungen über den Bau einer Fordautomobil- fabrik in Polen. Die Maschinen für die Montagewerkstatten, die Ford in Polen errichten will, sollen bereits nach Amsterdam unter- wegs sein und sogleich nach Polen weiterbefördert werden, sobald Ford hier geeignete Grundstücke erworben hat. In Neubauten wurden 306 825 Wohnungen(7,9 Proz. mehr als 1927 fertiggestellt, davon 303 327(gleichfalls 7,9 Pro,;, mehr) in Wohngebäuden. Unter den Bauherren überwiegen bei weitem die(sonstigen) privaten Bauherren, auf die 59,6 Proz. aller in Wohngebäuden errichteten Wohnungen entfielen, während die gemeinnützigen Baugesellschaften 30,0 Proz.(27,9 Proz.), öffentliche Körperschaften und Behörden l0,4 Proz.(11,8 Proz.) aller Wohnungen in Wohngebäuden herstellten. Glanzzeiten für Gchallplatten. Lindström steigert feine Dividende aus 20 Prozent. Die Berliner L i n d st r ö m A.-G. hat die starke Schall- Plattenkonjunktur im letzten Jahr in nicht geringerem Maß« aus- nutzen können als der Leipziger Polyphonkonzcrn, dessen Rekord- abschloß wir vor kurzem mitteilten. Die Lindström A.-G., die erst im vorigen Jahre ihre Dividende nach Vornahme aller nur erdenklichen Gewinnrückstellungen von 10 auf 15 Proz. erhöht hatte, setzt die Aktionärgewinne für 1923 wiederum um 5 auf 20 Proz. heraus. Die inneren Fest- polster, die sich die Lindströmgruppe im Verlauf der Schallplatten- Hochkonjunktur in den letzten Iahren zulegen konnte, werden darays ersichtlich, daß im Lause des letzten Bxtricbsjahres nicht weniger als drei Millionen neu in die Anlagen gesteckt wurden, und daß diese Summe durchweg mit aufgespeicherten Rv- serven au» lausenden Gewinnen„über Betrieb" bezahlt wurden. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Abschreibungen liegen zwar nnt rund 0,8 gegen 1,16 Millionen unter den Abschreibungszisferr- des Vorjahres, jedoch hat die Gesell- schast bereits vorher auf die neuen Grundstücke und Gebäude sowie auf den neu angeschafften Maschinenpark derart hohe Ad- schreibungen vorweg abgesetzt, daß. die Gesamtabschreibungcn sich auf 2,47 Millionen stellen. Die im Laufe des letzten Iahifes gekauften neuen Maschinen, die rund 1,28 Millionen kosteten, wurden wie im vorigen Jahr« wieder bis auf eine Mark abgeschrieben. Allein der ausgewiesene Reingewinn von II Mil- lionen und die Abschreibungen von 2,4 Millionen betragen zusammen rund 60 Proz. des Aktienkapitals von 7 Millionen. Be- rücksichtigt man, daß die Gesellschaft in dem Posten Schulden und Rückstellungen, der von 5,2 aus 9,7 Millionen angewachsen ist, weitere hohe Gewinnbeträge aus dem letzten Geschäftsjahr in die Reserve gestellt hat, so dürfte Lindström im vergangenen Jahr weit mehr als 60 Proz. seines Aktienkapitals verdient Hadem> Aufstieg der Wiener Arbeiierbank. Die Arbeiierbank A.-G. der österreichischen Klassengenossen in Wien hat sich auch in ihrem 6. Geschäftsjahr gut entwickelt/ Die Einlagen haben sich von 34,6 auf 45,0 Mill. Schilling.(1 Schil- ling— 60 Pf.) erhöht. Das ist eine Steigerung um fast ZO.Pro- z'« n t. Um 100 Proz. stiegen die eigentlichen Spareinlagen, Uämlich von 2,6 auf 5,3 Millionen Schilling. Die Ausleihung«», ausschließlich im Jnteressenkreis der Arbeiterschast, erhöhten sich, von 26,7 auf 32,0 Millionen Schilling. Die Flüssigkeit und Greifbarkeit der Mittel wurde durch geringere Ausleihungen und stärkere Bantgüthaben oder Wertpapierbestände erhöht. Vierzig Prozent der gesamten Ein- lagen sind sofort greifbar. Das Aktienkapital beträgt heute 2,5 Millionen Schilling. Trotz des größeren Geschäfts sind die Derwaltungskosten nnt 0,22 gegen 0,21 Millionen Schilling kaum erhöht Der Reingewinn ist um 90 Proz. auf 0,58 Millionen Schilling gestiegen, wovon 10 Proz. Dividende aus das'Eigentapital gezahlt werden. Wir kommen auf den Bericht noch zurück. 309762 neue Wohnungen. In-10 Iohren 1,65 Millionen. Das Statistische Reichsamt veröffentlicht eine Uebersicht über die Bautätigkeit im Deutschen Reiche im Jahre 1928. Der Reinzugang an Wohnungen im Deutschen Reiche stellte sich auf 309 762 gegen 283 635 im Jahre 1927, die Zunahm« betrug 7L Prozent. Damit konnte der au» den Vorjahren übernommene Fehlbestand, wenn man den laufenden Jahresbedarf 1927 und 1928 auf etwa � je 225 000 Wohnungen bezisfert. im Jahre 1927 um rund 64000, im Berichts- jähre um rund 85 000, insgesamt um etwa 149 000 vermindert werden. Der Reinzugang an Wohnungen in den Jahren 1 9 1 9 b i s 1928 zusammen stellte sich aus 16485 99. Die Mllwnerverluste bei NAG.. Was die Verwaltung dazu sagt. Wir haben bereits vor wenigen Tagen die überraschend hohen Verluste des NAG.-Konzerns, die sich im Geschäftejahr 1928 auf insgesamt 7,7 Millionen Mark beliesen, mitgeteilt. In dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht gibt die Verwaltung nähere Erklärungen, über die Verteilung dieser beträchtlichen Verluste und versucht zugleich, die Ursachen dieses unerfreulichen Abschlusses zu begründen. Der Geschäftsgewinn ist entsprechend den erhöhten Um- s ä tz« n von 3,8 auf 5,� Millionen Mark gestiegen. Ihm stehen Geschäftsunkosten gegenüber, die von 2,7 auf 6,6 Millionen Mark angewachsen sind. Hierzu kommen noch allgemeine Abschrri- bungen von 0,95 Millionen Mark, sowie Sonderabschreibun- g e g auf Warenbestände von 2,5 Millionen Mark und auf Schuld- ner von 2,87 Millionen Mark. Der buchmäßig ausgewiesene Verlust von 5.4 Millionen Mark ist aber bereits vorher durch Auflösung des Reservefonds und des Gewinnvortrages von 1927 um 2,3 Millionen Mark gekürzt, so daß sich ein Gesamtverlust von 7.7 Millionen Mark ergibt. Bei der Begründung des Verlustobschlusses legt die- Direktion das Schwergewicht auf die unzureichende deutsche Zollpol i» t i k. weist allerdings auch darauf hin, daß die Verschmelzung mit den Chemnitzer Prestowerken verschiedentlich von Miß- geschick. begleitet gewesen sei. Uns scheint die hauptsächlichste Verlustquelle bei der NAG. in dieser verfehlten Verschmelzung mit den Prestowerken zugleich mit einer kurzsichtigen Ge« s ch ä s t» p o l i t i k in den Auto-Krisenjahren 1924 bis 1926 zu liegen. Während damals fast sämtliche deutschen Autounternehmun- gen infolge der Umstellung der Betriebe auf die Zahlung von Irci g en Sie zu Pfingsten S A L A M A 9 i II DAS ERZEUGNIS DER GROSSTEN DEUTSCHEN SCHUHFABRIK: Dividenden verzichteten, schüttete die NAG. 1924 eine Dividende von 12 Proz. und in den beiden folgenden Jahren je S P r o z. aus. Schon im Frühjahr vorigen Jahres, als, entgegen früheren Behauptungen der AEG., des Großaktionärs der NAG., dieses Unternehmen überraschend mit einem erstmalig dividendenlosen Ab- schluß herauskam, hatten wir darauf hingewiesen, daß die Ber- schmelzung mit den Chemnitzer Prestowerken wenig gründlich vorbereitet gewesen sei. Der jetzige Abschluß bestätigt diese Annahme vollkommen. Die 2,8 Millionen Mark Abschreibungen auf die Forderungen, die in der jetzigen Bilanz vorgenommen wer- den, sind auf das A u t o d r o s ch k e n g e s ch ä f t der Prestowerkc erforderlich geworden. Berücksichtigt man, daß die NAG. für die 4 Millionen Mark Prestoaktien 5 Millionen Mark eigene Aktien bei der Verschmelzung hingab, und jetzt auf eingebrachte Dermögens- werte der Prestowerke derartig hohe Abschreibungen vornehmen muß, so werden die Fusionsfehler deutlich sichtbar. Weiterhin zeigte der kurz vor der Fusion herausgebrachte Sechszylinder-Presto- wagen gewisse Störungen, als bereits einige Hundert Wagen dieses Typs liefen. Hier waren langwierige und entsprechend verlustreiche Konstruktionsänderungen die Folge. Ueber die beabsichtigte Sanierung, die über«inen sehr scharfen Kapitalschnitt gehen wird, hat sich die Verwaltung noch nicht geäußert. Jedenfalls wird der größere Teil de» 17-Millionen> Kapitals verloren sein, denn abgesehen von weiteren notwendigen Abschreibungen auf Anlagen und Material, wird die Gesellschaft auch an einen— Abbau der Schulde jv die zurzeit mehr al» das Aktienkapital betragen, herangehen müssen. Di« Belegschaft im Konzern beträgt zurzeit 4298 Arbeiter und Angestellte. parieinachnchien für Groß-Rerlin stet» O» da,««jlrf»(elwtarUit 2. Hof, 2 Xrtpptn recht», zu richte». «iusenduuge» für diese Rubrik sind »» r l t o SB tS, Lindenstrajze 3, I. ftcti» Wedding. Heute, Dienstag, 14. Mai, I»V; Uhr, in de» PharuisSle», Riillerftr. 142,»rcismitgliederaersammluna. Vortrag!.Da» Wohnung». wesea im Bezirt Wedding". Referent! Stadtrat Hart Fabiuake. Nrugmann, Mcmoler Str. 03. Sitzung. Nächster Frauenabend am Donner»- tag. 16. Mai, cbendort.— Freitag, 17. Mai, Ifi'/H Uhr, Bezirl»ocrsamm. lung im Rathaus, Etadtderordnetcnsitzungssaat.— Krei»»»rsia»d»fitz»»g mit de» Vbteilung,l«iter» am Mittwoch, 13. Rat, li'/i Uhr, i» den Someniussäle», Memelcr Str. 67. t. kreis Wilmersdorf. Mittwoch, 13. Mai, 26 Uhr, bei Schramm, Hohenzollern, dämm 2, Sigung des engeren kreisvorstand«» mit den Abteilunqsleitern. 13. kreis Tempclhof. Leute, Dienstag. 14. Rai, 26 Uhr, i» Herold, Fcftsälen, Mariendorf, ahausiceftratz«, kreisdelcgierten. und Krei»funUionärv4 Uhr in den Pharussilen, Müllerstr. 142, Kreismitgliederve r- lammlung. Vertrag:„Das Wohnungmvefen im Bezirk Wedding". Referent: Stadtrat Karl Fabiunk». Alle Mitglieder bclelligen sich. 23. Abt. IS'-H Uhr Zusammenkunft junger Parteimitglieder bei ZillMcr. See. strotz« 17. Thema:„Da» Heidelberger Programm". Referent: Wilhelm Hauth. Die Beamtengenossen treffen ssch um 1914 Uhr bei Srunewaldt, Kameruner Str. 10. Thema:„Beamtenheimstättengesetz, Beamtenbau-Spor. kasse. Wie komme ich zum Eigenheim?" Referent: Paul Klobig. 29. Abt. 1014 Uhr in den Berolina.Festsälen, Schönhauser Allee 20, Sitzung der partcigenäfsischen Wohlfahrts-Kommissionsvorstchcr. und»MUgUeder und sonstigen an der Wohlsahrtsaiieit interessierten Genossen. Bortrog: „Gefangenenfürsorgc". Referent: Genosse Goldstefn. II. Abt. l»li. Uhr Zahlabend« bei Goldschmidt. Etolpisch« Str. 36. R-itzner, 12. Abt. Steglitz. Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. unb 2. Bezirk. Schell. Hase, Ahornstr. 13». Bortrag:„Die politische Lage". Referent: Genosse Pas- ner. 3. und 4. Bezirk. Richter, Feldstr. 8. 3. und 6. Bezirk. Eelir, Bis. marckstr. 63. Referent wird in der Mittwochmoraenousgabe belanntgcgeben. 7. Bezirk. Südendc, Lichtcrsclder Str. l. 8. Bezirk. Zauberfranz, Berg. Ecke Lauenburger Strotze. 0. Bezirk. Wernicke, Rüge. Ecke Derlinickestratze. Vortrag:„Aktuell« Zustizfragen". Referent: Genosse Landgerichtsrat Mels. heimer. Die Bezirksrühre melden die Genossen, welche nach Magdeburg fahren, umgehend dem Sekretariat und dem Abteilungsleiter. 03. Abt. Neukölln. Werbeausfchutzsitzuna mit allen SPD.-Genossen der 43. Ver, kaufssiell« Marcfchftratze. bei König, Böhmische Str. 43— 14. Vortrag de» Genossen Michaeli» um 20 Uhr. III. Abt. Treptow. Alle Genossinnen und Genossen, die Interesse an dem Weiterbestehen unserer Kinderfreundearuppe haben, sind zur Besprechung um 101-. Uhr in der Spedition. Sra?tzstr. 50, eingeladen. III. Abt. Bohnsdorf. 1914 Uhr bei Keimann, Waltersdorfer Str. 100, Bor- siandssitzung. Um 20 Uhr Zahlabend cbendort. Vortrag:„Konjunktur, Ar, beiterklass« und sozialistische Wirtschaftspolitik". Referent: Genosse Raphtali. 124. Abt. Mahl»dorf. 20 Uhr im Lokal Anders, Bahnhofstr 37, Mitglieder- Versammlung. Bericht vom Bczirkspartcitag. Partciangclegenheitcn. Per. schieden«». 121. und 139. Abt. Pankow. 1,14 Uhr Zahlabend für den 7., 1.. 0. Bezirk im Lokal SSngerhcim, Florastr. 03. Vortrag:.D!e politische Lage". Referent: Bernhard Krüger. 131. Abt. Tegel, Schulz»i>b»rf, Reu-Keiligensee, Siedlung gm Bahnhof Heilige». see. Mitgliederversammlung«m 26 Uhr im Lokal Kuhnert. Zur Besprechung komme» da» Reparationsproblem nnd Orteangelegeuheite». SPD..Feuerwehr. Ritt«»ch, 13. Mai, 1» Uhr, in Schinkel» Fest. fäleu, Vriickenftr. 2(Röhe Jannowitzbriicke), Geselliger Abend mit Mustkunterhaltung. Al« Genossen sind dazu herzlichst eingeladen. Acrbcausschutz SPD.-Feucrwehr. Arauenveranstallungen. 7. Abt. Heule, Dienstag, 14. Mai. 1914 Uhr, im Vcrciiislxius des Norden», Gartenftr. 6. Bortrgg:„Soziales in Sage und Märchen". Referent: Hann« H. Kamm. 24. Abt. Mittwoch, 13. Mai, 1014 Uhr, bei Winzer, Winsstr. 46, Bortrag: „SPD. und Wohnungsbauprogramm". Referent: Architekt Otio Most. 109. Abt. Friedrichshageu. Donnerstag, 16. Mai, 20 Uhr, im grotzen Saal des Sladtthcalers. Marktplatz, ffrauenwerbeneranstaltung. Kon- zcrt. Gefangsoorträge. Ansprache der Genossin Anna Nemitz, M. d. R.,«Zl Rezitationen von Martha John. Eintritt s: 136. Abt. Reiulendars-Oft. Heute, Dienstag. 14. Mal, 1014 Uhr, im Lokal Benkestr. 14 fverlängerte Letteallec), Funktionärinnensitzung. Donners- lag, 16. Mai. pünktlich 20 Uhr, in der Baracke Lindauer Strotze. Bortrag: „Sozia lhogienifche Forderungen für die Proletarierfrau". Referent: Dr. Norbert Morp. 138. Abt. Heemsd-rf. Mittwoch. 15. Mai, bei Dewalb. Frauenabenb. Refe- ferentin: Erna Kresse. Arbeilsgemeiuschaft der Kinderfreunde. Krei» krenzberg, Gruppe Enden. Elternversammlung heute, 1014 Uhr. in der Schule Dieffenbachstr. 60—61. Wichtig. Unser Zeltlager, kllkenfahrt nach der Dudrow. Krei» Renlölln. Gruppe Birk«. Heute, Dienstag, 14. Mai, 1014 Uhr, Musik- abend im Städtischen Lustspielhaus, Bergstr. 147. Krei« Friedrichshai». Donnerstag, 16. Mai, Elternversammlung um 20 Uhr in der Fruchtstr. 66»(Schmidt« Gesellfckaftshaus). Referent: Maicr, Rektor der weltlichen Schule. Thema:„Wie sollen wir strafen". Geburtslage, Jubiläen usw. 23. Abt. Uusere« Genossen August Kolbe und seiurr Ehefrau, Bötzow««. 9, die herzlichste» Glückwünsche zur Silberhochzeit. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation Am Sonntag abend Flotows„Marth a" als Sendeoper. Das Werk oerbindet für diefeiH Zweck zwei Vorteile miteinander: es ist allgemein bekannt, so daß sich der Hörer das fehlende Bühnenbild leicht konstruieren kann, und es enthält so viel« blühende Melodien, daß auch derjenige, der die Oper auf der Bühne noch nicht gesehen hat, einen starten Eindruck empfängt, ohne die Szene zu vermissen. Endlich scheint sich die Funkstunde mit ihren Veranstaltungen für den Sonntag abend wieder auf dem richtigen Wege zu befinden Echivelbeiner Strotze. Schwarz, Bornholwer Ett. 9. Referenten: Genossen Kretzmann, Schultz« und Dillige. »3. Abt. 20 Uhr bei Wertglla, Hohcnlohestr. 3, Borstandssitzung. 35. Abt. 20 Uhr bei Otto. Rigaer Str. 83. Funktionärsitzung. Ab 1914 Uhr rechnen bie Bezirksfllhrer mit dem Genossen Schmitt ad. 34. Abt. Sharlottenburg. 20 Uhr im Jugendheim Rosinenftr. 4 Mitglieder. Versammlung. Bortrag:„Die politisch« Situation und der 1. Mai". Rc- ferentin: Mathilde Wurm, M. b. R. 71. Abt. Wilmersdors. 20 Uhr bei Kreitz, Holsteinisch« Str. 60, Abteilung»- vorsiandssitzung mit Funktionären. 71. Abt. Dahlem. 20 Uhr bei Schilling, Dahlem-Dorf, Mitgliederversammlung und Zahlabend. Vortrog:„Wohnungsnot unb Wohnungsamt". Referent: Stadtrat Haitz. 16. Abt. Schöneberg. 20 Uhr im Helmholtz-Gumnasium, Rubensstratz«, Mit- �iederve�sammwng. Vortrag:„Die politisch« Lage". Referent: Georg nach allerlei problematischen Extravaganzen.'Die Au'sführung unter Seidler-Winkler hät gutes Niveau. Bekannt sind Karl Braun und die Arndt-Ober als Plumkett und Nancy. Neu der Lyonel Joseph Schmidts, der bereits als Vasco da Gama dem Hörer präsentiert wurde. Atemsührung� Kantilen« und Höhe sind einwandfrei, aber der sonst frei« und ziemlich nasal klingende Tenor wird zu offen behandelt. Das kann für die schöne und weiche Stimme zu einer Gefahr werden. Immerhin bleibt Schmidt eine Hoffnung. Neben ihn, ist die vorzüglich singende Lady der Psahl-Wallerstein etwas zerbrechlich und zu schlank in ihrem Sopran. Nach longer Zeit wieder einmal«ine„Proletarische Feierstunde", vom Berliner Arbeiter-Kultur-Kortell veranstaltet Es ist«in Preis auf die Arbeit. Keirhart S c e g e r in seinem Vortrag und der Rezitator AlbertFlorath rücken dieses Moment in den Vorder- grund. Prachtvoll der„Junge Chor" unter Walter Rvhd«. Eine Feier, die ergreift und die oft wiederholt werden müßte. Die Vorbereitungen für die Berliner Feftfpielwöch« erregen die Gemüter und deshalb rüstet auch der Rundfunk. Aus diesem Grund« beginnt er am Montag ganz harmlos einen Zyklus„Das Pro- b l e m der Oper", das heut«, ganz abgesehen von musikalischen Festoorbereitungen, außerordentlich akul geworden ist. Warum sind zum Beispiel die Prominenten niemals in Berlin zu entdecken? Warum so wenig Premieren zeitgenössischer Komponisten? Zwei Probleme für viele! Aber Prosessor Dr. Schünemann kommt zuerst einmal mit deni schweren Rüstzeug des Historikers. Wie oft hat man eigenllich schon diese Dinge gehört? Muß denn jeder Zyklus auf historische Basis gestellt werden? Dabei soll nichts gegen Schünemann.gesagt sein, der das Thema geistreich und mit vielen Vergleichen kieyanbelt. Aber Konzentration auf das Wichtige ist dem Rundfunk, vor allem bei seinen Zyklen, zu empfehlen. Vielleicht besinnt sich Kurt Singer auf die aktuellen Problcnie, die oben angedeutet worden sind.— Aus Warschau wird im Rahmen des Internationalen Programmaustausches«in Orchesterkonzert über- 73. Abt. Wannsee. Unser Genosse Albert Anberg, Alsenstr. 38. ist an de» Folgen eines Unfalles im 61. Lebensjahre verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Dienstag, 14. Mai, 1314 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. i\ B SozialistischeArbeiterjugendGr.-Verlin otinsendungen für diese Rudtt» nur an da« Juieudselrttattat ZZerlin 6X168. Htndensiraße 3 Wanderleitee-Konferenz."Mittwoch. 13. Mai, pünktlich 1914 Uhr,:m Vor. traassaal, Ö3B., Linöenstr. 3, IL Hos. 2 Trp. links. Genosse Kurt Biging spricht übrr„Alpenwandern". Jede Abteilung mutz vertreten sein. Di« Karte»»»» Maijugendtag müssen umgehend abgerechnet werden. ferner sind die Juni-Programmc einzureichen. heule, Dienstag, 14. Mai, 19� Uhr: Köllaischee Part: Heim Wais-nstr. 18. Vortrag:„Aus den Mirgerlichc» Anstandsrcgcln".— Rosenthaler Vorstadt: Schule Elisabethkirchftr. l». Vor. trag:„Warum SAI.?"— Westen II: Heim Blllowstr. 88. Vortrag:„Partei und Jugend".— Vrunnenplat: Heim Wiesen- Ecke Pankstratze. Vortrag- Rauschgifte".— Sesuudbrunuen I: Schule Gotendurger Etratzc. Bortrag: „Warum Arbeitersugendbewegung?"— Schillcrpark: Schule Schöningstratzr. Vortrag:„Warum bin ich in der SAI.?"— Wedding R.-F.: Schule Lütticher Stratz« 4. Vortrag:„Praktische Gruppcnarbcit".— Arbcttsgemcinschaft der ------' M»»WW Str."~~'' M Rote» Falke»: Schul« Sonnenburger 20. Vortrag:„Warum Robert Ditz- I. Teil.— Weitzensee: Heim Partstr. 36. Lichtbilder:„Magdeburg".— värthcr Platz: Schul« Kastanienallee 82, lv-Minuten-Rescratc.— Haienheid«: He:», Bassertorstr. 0. Vortrag:„Wi, erhalt« ich meinen Körper gesund?"— Süden: Heim Porckstr. U. Lichtbilder:„Das rote Wien".— Schöneberg Hl: Hein: vauptstr. 15.„Unsere Internationale".— Westend: Heim Rosinenstr. 4. Vor- trag:„Schlafen und Träumen".— Steglitz: Heim Albrechtstr. 47». Bortrog: „Soziales Iugendwandern".— Britz 1: Heim Chausseestr. 48. Vortrag:„Der Faschismus in Italien.— Neukölln l: Heim Sander- Ecke Hobrechtstratze. Vor. trag:„Ausgabrn und Ziele der SAI."— Reulölln III: Heim Flughafenstratze. Vortrag:„Bub und Mädel". III. Teil.— Rruköll» Vi Heim Bähmische Stratze 1—4. Bortrog:„Die politischen Parteien".— Renlölln VI; He im Trrvtower Str. 05—06. Portrag:„Bub und Mädel".— Renlöll» Vll: Schule Kaiser- Friedrich-Str. 208. Vortrag:„Was ist Sozialismus?"— Neukölln vill: Schul« Rütlistratze. Vortrag:„Sexuelle Fragen".— Riedeelchöueweide: Schul« Berliner Str. II. Lichtbilder:„Wandern und Schauen".— Heruesdorf: Turn. hallcngebäudc Roonstratze. Vortrag:„SAI. und Kirche".— Reinickendors-Oft: ttim Lindauer Stratze. Vortrag:„Tagrspolitische Fragen".— Buchbolz: Schule erliner Str. l0. Vortrag:„Bub und Mädel", III. Teil.— Riel»«rsch»»baufen: Schul« Blankenburger Str. 7». Vortrag:„Pfingstfahrt".— Pankow N: Heim Sörschstr. 14. Vortrag:„Sexuelle Fragen". Werbebezirk Schineberg: Morgen, Mit sprach«: Lugend und Partei". Interessiert« Genossen werden um'ihr Er- scheinen grbten._ gen, Mittwoch, Funktionärkonferenz. Au». tragen. Wieder einschmeichelnde, schwermütige Melodien, die sich manchmal dramatisch zusammenballen oder zu tänzerisch virtuosen Rhythmen formem Es ist ein Ausmalen, ein Schwelgen in impressionistischen Stimmungen meistens melancholischen Charakters wie bei Carlowicz, versehen mit ollem Naffinement eines virtuos behandelten Orchesters, eine Musik, die in der Zeichnung einer weit- vergessenen Oed« stellenweise an die Einleitung zum dritten Tristan- att erinnert. Dazu«in gutes Orchester, gute«-alisteii und eine �ute Ucbertragung. F Vortrage, Vereine und Versammlungen. Relckwbuu» de,«rtegsbeschit» igten, Kriegsteilnehmer und»ricgerhintee- bliebe»«». Ortsgruppe Schöneberg. Mitgliederversammlung Dienstag, 14. Mai,. 20 Uhr. im Büroergarten Schöneberg, Haiiptsii. 123. Referent: Kameroö Mühlenbach:„Rechte der Menschheit". ttermsn— Lnzlisd— Socio». Cafe Jagenburg. Nollendorfplatz, Berlin W. 6. p. m. Reciul of Poemsatc.„Life»nä Love" bv Tagore Mr. Joe Davies. Lonefel low lsingllsb Debding Club: MitMoch 20 Uhr, Zahnäritehaus BSIowttr. 104, Qultmannsaal: Prof. Wendlanckt:„Lives of Qieat Men. Abraham Lincoln."_ wellerberichl der öffentlichen Wetterdienststelle Serlin nnd Umgegend sNachdr. oeib.) Meist wolkig bei ausirischenden, nach Südwest drehenden Winden i Tempetoluren wenig veränderl, vereinzelt leichte Regensälle.— Für ventschland: Im Osten tübier, im übrigen Deutschland vorübergehend Wetlerbesserung mit etwa» Erwärmung, später von Westen nach Osten fort- schreitend« Eintrübung mit einzelnen Gewitterregen. 1 Gtatifmusttt Sur«eifeufl-«,». Die Sunlicht-Sesellschaft l» Mannheim bietet durch den Gutschein in ihrem Inserat vom Sonntag allen Hausfrauen, die Lup Eeifrnflscken noch nicht kennen sollten, Gelegenheit, die hervorragenden Eigenschaften diese» idealen Waschmittel, für die gute Wasche kostenlos kennen zu lernen. Luc Seifenflocken sind nach dem einstimmigen Urteil der motz- «eben den Fabrikanten und Fachgeschäfte der Textilbranch« für die schonende Pfleg« von Seide, Kunstseide, Wolle, Musselin usw. unerlätzlich. Sie sind riinste, mildeste Seif« und greifen weder Gewebe noch Farben an. &-AS2dtBH NACH DES TAGES MÜHEN wechselt die Großstadt ihr Kleid. Ein Lichtermeer ladet zu festlichen Freuden. Von neuem branden die Wogen des Verkehrs. Ruhig und sicher gleitet Ihre Limousine dahin. An jeder Kreuzung bewährt sich die geschmeidige Kraft der Maschine. Jedes Hindernis erweist aufs neue das Bremsvermögen Ihres OPEL-SECHS. Ein schneller und starker Wagen, dienstbereit und zuverlässig, sparsam und bescheiden. Er ist nicht nur der preiswurdigste, sondern auch der absolut billigste Sechszylinder auf Q DC dem deutschen Markt! O I w' OPEL 8 PS SECHSZYLINDER-LIMOUSINE« ZWEITÜRIG« 4200.- RM AB WERK. ADAM OPEL A.G., ROSSELSHEIM AM MAIN