Nr. 145. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fernsprech- Anschluk: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 25. Juni 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. form. Großmagazine. Kleinen. Das Magaziussystem ist eine nothwendige Folgeerscheinung Rücksicht auf die lokale Gebundenheit der Großmagazine, der neuzeitlichen gewerblichen und Handelsverhältnisse, das die doch nur theilweise durch das Versandtgeschäft aufge Die kolossalen kaufmännischen Betriebe, die Detail- Großmagazinswesen wiederum dessen logische Konsequenz, hoben wird, ferner wegen der Kundschaft, die eine indivigeschäfte im größten Stil machen, die Großmagazine, wie fie der Punkt, auf den unbestreitbar die Entwickelung des dualisirende Behandlung fordert u. s. w., annimmt, daß es in England, in Frankreich und auch bei uns in die Er- ersteren hintreibt. Das Großkapital reißt auch auf dieſem ſich nicht um Verdrängung, sondern um Zurückdrängung scheinung getreten sind, werden von dem Kleinbürgerthum ökonomischen Theilgebiet die Herrschaft an sich, sucht wenn des Klein- und Mittelbetriebes des Detailgeschäftes handeln ingrimmig befehdet, und der ganze Groll einer untergehenden auch noch nicht das Monopol hier recht eigentlich ein kann? Bis zu einem gewissen Punkte allerdings. Vorläufig, in der Klasse kommt zum lebhaftesten Ausdruck in den Auseinander- Monopol, was ja ursprünglich Allein verkauf, Allein- Uebergangsperiode, die wir durchmachen, allerdings. Aber setzungen über die Bedeutung der neuen Unternehmungs- handel bedeutet- so doch zum Mindeſten die Vorherrschaft das Großkapital wird im Laufe der Zeit auch verdrängen, an sich zu reißen. Das Großkapital bringt die Betriebs- was es jetzt bereits zurückdrängt. Das ist gleichfalls eine Die Großmagazine befriedigen in erster Reihe den Be- mittel, die technische Fertigkeit, die umfassende Kenntniß der logische Konsequenz. Was hindert denn, daß die Monstredarf an Industrie- Erzeugnissen, vor allem des feineren und Branche, die raffinirte Geschäftsgewandtheit, den großen betriebe die etwa noch für bestimmte Bedarfenöthigen Klein- und des Luxuskonsums; ihrem Wesen nach sind sie auf große Blick und die sichere Hand mit; sein Geld kauft nicht blos Mittelbetriebe nach Expropriation der ursprünglichen UnterStädte angewiesen. Das hindert freilich nicht, daß sie von die Waaren, es kauft auch die verschieden gearteten noth- nehmer zu Theilgeschäften des Zentralunternehmens macht, diesen natürlichen Mittelpunkten aus die kleineren Orte, das wendigen Arbeitskräfte, die Handlanger und die Intelli- zu auswärtigen Departements des Großmagazins? So gut flache Land in Kontribution sehen vermittelst des Versandt- genzen, die Verkäufer und die auf Kunden und Angestellte wie die Großbrauereien bereits in bedeutendem Umfange geschäftes. Schon vor sechszehn Jahren machte nach Leroy- aufpassenden Aufseher und Spione. Das Großmagazins in München so gut wie in Berlin und anderswo die thatBeaulieu ein Pariser Haus 195 579 Sendungen außerhalb ſyſtem iſt die überlegene Betriebsform, es befriedigt die sächlichen Besitzer und Exploiteurs der Gastwirthschaften, in Paris, welche einen Werth von 13 760 000 Frants bar- Bedürfnisse der Verbraucher besser oder wohlfeiler, als die denen ihr Bier verschänkt wird, während die Wirthe nur ihre Pächter, Afterunternehmer, Beamten sind, so gut läßt stellten( ins Ausland davon 5 Millionen); es zählte an Mataja erinnert daran, daß der Versuch, durch gesetz- sich auch in dem Kreise des Magazinwesens Aehnliches beKunden 1913 in Belgien, 2753 in Holland, 2300 in der Schweiz, 7500 in Desterreich und Deutschland, 1576 in geberische Maßregeln den Niedergang des Kleinhandels aufwerkstelligen. Wie die kleinen Fabrikanten, die Handwerker, England, Italien und anderen Ländern, zusammen halten zu wollen, ein so vergebliches Bemühen sein würde, die Heimarbeiter bereits in einem mehr oder weniger festen 16 042 Personen, die direkt und gewöhnlich dort wie die Experimente, dem Handwerk durch Zünstlerei seinen Abhängigkeitsverhältniß zu den Großmagazinen stehen, so ist einkauften. Ein ähnlicher Aufschwung des Versandt goldenen Boden" wieder zu verschaffen. Keine Handwerker- das Gleiche auch bei den eventuell erforderlichen Handelsgeschäftes zeigt sich auch in Deutschland. In einem ihrer konferenz, und wenn sämmtliche Sozial- Hofräthe und Re- betrieben durchführbar. Und da der Massenbedarf, das letzten Berichte verweist z. B. die Kölner Handelskammer gierungskommissäre ihr durch ihre erfreuliche Anwesenheit Ausschlaggebende, sicher den Großmagazinen zufällt, wird die auf den Druck, den die bedeutenden Detailhäuser der Groß- ein Relief geben würden, könnte an diefer Thatsache etwas Bahl der nach Mataja noch für andere Zwecke nöthigen BeStädte, unterstützt durch die Fortschritte im Reklamewesen, ändern. Nicht anders würde es sein, wenn etwa unter dem triebe sicherlich keine große, die Auffatigung der Kleinen demauf die Geschäfte in Stoffen u. f. w. an fleineren Orten Beiftande der Herren Regierungsvertreter eine Krämer- nach im Großen und Ganzen von vornherein gesichert sein. Wenn Mataja hofft, daß der kleinere Detailhandel lernen ausüben und der lähmend auf den Zwischenhandel wirke. Konferenz zusammentreten wollte. Eine gewaltsame Unterdrückung des Großmagazinwesens werde, seine eigenen Mängel zu verbessern und sich dem Die stete Verbilligung der Transportmittel und die wachsende Verkehrsgewandtheit des Publikums befördern das hätte nur zur Folge, daß die neue Handelsform mit um so mordernen Geiste anzupassen", so ist das eine ideologische rasch aufgeblühte Versandtgeschäft gar sehr. Daß dies ein größerer Wucht sich durchsetzen müßte, fintemal eine noth- Hoffnung. Der„ moderne Geist" ist den Zwergbetrieben harter Schlag für den Kleinhandel und das Handwerk ist, wendige Phase durchgemacht werden muß troß allen Wider- zuwider, denn er ist die Tendenz zum Großbetrieb, die daß Zwischenhändler und auch Fabrikanten aller Art zu strebens. Man hielte auf, aber man verhinderte nicht, was Mängel aber des Kleinhandels entspringen eben aus seiner leiden haben, da die Großmagazine wegen direkten Einkaufes kommen muß, eine Beobachtung, die für die soziale Bewirthschaftlichen Unzulänglichkeit, sie sind nicht zu beseitigen, so lange die Kleinen klein, d. h. tapitalsschwach bleiben. an der ersten Quelle auch den Engroshandel umgehen und wegung die Kraft eines Gesetzes hat. Wir sind natürlich weit davon entfernt, die Auffassung Ueber die Lage der Handlungsgehilfen, wie überhaupt manche Produktion, zum großen Theil durch Ausbeutung und Ausbildung der Hausindustrie, selbst in die Hand der Sykophanten des Großmagazinsystems zu theilen, als des Personals in den Magazinen, wie im Handel überhaupt, nehmen, das liegt klar auf der Hand. Die Anziehungskraft ob der Uebergang von der alten zur neuen Betriebsweise spricht sich Mataja unbefangen und zu Gunsten gesetzlicher dieser Magazine wächst mit ihrer Ausdehnung, der Zunahme ein leichter und schmerzloser sein werde. Aber die geschicht- Schutzmaßregeln für das Handelsgewerbe aus. Er zeigt, ihrer Lockmittel, dem Fortschritt der Verkaufstechnit; glän- liche Entwickelung muß eben als etwas Nothwendiges be- daß gerade die kleinen Betriebe, gerade wie im Handwerk, zend eingerichtet, bequem, wohlfeil, die reichste Auswahl griffen werden. Die zahlreichen Opfer, die ihr zum Opfer oft die schäbigste Ausbeutung der Arbeitskräfte aufbietend, die vielfältigsten Wünsche befriedigend, sind sie ein fallen, mag man menschlich bedauern, aber sozialpolitisch weisen, und er hebt hervor, daß gerade die Großsteht es fest, daß diese Aufsaugung des Kleinbetriebs ein magazine naturnothwendig die Organisation der Angestellten erdrückender Konkurrent der kleinkapitalisti chen Betriebe. In einem sehr beachtenswerthen, klar und einsichtsvoll Fortschritt zur Umwandlung der Wirthschaftsweise, ein fördern müssen. Der schroffe Gegensatz zwischen Kapital und geschriebenen Büchelchen: Großmagazine und Kleinhandel, Schritt auf dem Wege zum Sozialismus ist. Wie Arbeit, welcher hier wie in der Großindustrie zu Tage tritt, Großindustrie die Kleingewerbe vernichtet, wie treibt zur rascheren Entfaltung des Klassenbewußtseins, zum deffen Lektüre über die Frage dieser Umwälzung des die Großindustrie die Kleingewerbe vernichtet, Birkulationsprozesses gut unterrichtet, behandelt Victor das Maschinenwesen menschliche Arbeitskräfte freisetzt, schnelleren Durchbruche der Organisationstendenzen. Zu Mataja auch die sozialpolitische Seite des Großmagazin- wie der Großgrundbesitz dem Bauernthum den Garaus gleicher Zeit wird das Einschreiten des Staates zum Schuße im engeren Rahmen die Großmagazine der Gesundheit und zur Hebung der Frage des kaufmäns wesens. Mataja ist mit Recht der Ansicht, daß wir es nicht macht, so Das bedeutet Wachsthum der nischen Proletariats immer dringender. Positive Sozialmit einem Zufall, nicht mit dem Produkt eines Spekulations- dem Krämerthum. politik hier, Arbeiterbewegung dort. fiebers des Kapitals", sondern mit einem aus inneren wirth- Deklassirten, das heißt Proletarisirung der Gesellschaft. Kann man Mataja nun zustimmen, wenn So find die Großmagazine ein förderliches Moment der schaftlichen Gründen sich ergebenden Vorgange zu thun haben. Feuilleton. Nachdruck verboten.] [ 93 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tyrol von Robert Saweiche L. er in Ferne spähend, um jeder unliebsamen Begegnung recht rechter unter den mächtigen Tannen hin und bald verrieth zeitig auszuweichen. Den Cristallo, Antelao, Palmo, deren nur noch das gelegentliche Aufschimmern des Gerölls, daß Spitzen sich allmälig rosig färbten, würdigte er feines man sich überhaupt noch auf einem Wege befand. Als die Blickes. Die ihm bezeichnete Stelle, wo sich von der Heer- Wanderer auf dieser Strecke eine Weile fortgeschritten waren, straße rechts ein Weg abzweigte, hatte er bald erreicht und blieb der Mann, welcher hinter dem Führer ging, stehen etwas später warf der Wald seinen Schatten über ihn. und ließ die Frau an sich vorüber, Ambros wollte ihrem Er lagerte sich hinter Unterholz am Wegrande und verzehrte Beispiel folgen; der Mann schloß sich ihm jedoch an und hier den Rest seines Brotes. Ein tiefes Aufathmen folgte im Weitergehen sagte er leise in deutscher Sprache: dem letzten Bissen. Das Gefühl der Sättigung gab ihm Ich war dazumalen auf der Frohnwiese von Sankt „ Den Fluch Gottes über sie," sagte die Andere leise wenigstens einen Theil seiner früheren Sorglosigkeit wieder. Lorenzen, als Du dem Soldaten lehrtest, Achtung vor und ein Strahl von Haß schoß aus ihren Augen. Darauf Dennoch wünschte er die Frau herbei. Die im Walde unseren Madlen zu haben. Wie Du vorhin aus dem Busch legte sie ihr Bündel auf einen Stuhl, entknotete es und herrschende Stille und zunehmende Dämmerung wollten ihn tratest, hab ich Dich gleich wieder erkannt. Aber sei ruhig, legte sie ihr Bündel auf einen Stuhl, entknotete es und bedrücken. Endlich erschien sie, hinter zwei Männern her- ich verrath's nicht, wer Du ist. Es verschüttet's mit den nahm zwei Packete heraus, die sie der Bäckerin reichte. schreitend, auf einem Waldpfade, der unweit der Stelle, wo Bayern Einer gar leicht. Ich bin der Planatscher aus Ich hab' mir vorgestellt, daß Ihr mit dem Kaffee vom Ambros sich gelagert hatte, die Straße erreichte. Alle Drei Brags am See. Auf dem Seekofl, der sich nach dort zu lezten Male und der Bäcker mit seinem Tabak zu Rand sein würdet. Es ist von jedem ein Pfund. Den Preis hatten leere Kragen oder Traggeſtelle auf dem Rücken. steil wie eine Wand abbaut, wirst Du wohl bann unt Ambros trat hervor und die Frau sagte: wann gewesen sein. Du und das Gamsmanndl, ihr seid wiffet Ihr." weitum bekannt von wegen Eurer Jägerstücklein. Und auch davon haben die Menschen viel geredt, wie Du Euren Pfarrer aus den Soldaten herausgeholt hast." " Das ist er." Das runde rothe Geficht der Bäckerin wurde noch röther " Komm," sagte der Mann, welcher an der Spizze vor Bergnügen. Schnell barg sie die Päckchen in der Schub- ging," ohne stehen zu bleiben und Ambros folgte ihnen. lade des Tisches und sagte: Da die Männer große Schlapphüte trugen, so hatte Ambros war Anfangs nicht wenig betroffen, sich hier " Ach, ist das ein Segen, daß es noch gute Menschen auf" be" melt giebt wie Ihr. Ohne Euch würd ich Ambros in der Dämmerung, die inzwischen eingetreten war, mitten in der Wildniß plößlich erkannt zu sehen; indeffen schon längst nicht mehr wissen, wie Kaffee schmeckt. Man von ihren Gesichtern so gut wie nichts erkennen können. beruhigte ihn die Versicherung Planatschers wieder und er muß ihn ja mit Silber aufwiegen. Wer kann das? Und Es waren kräftige Gestalten, besonders zeigte der Zweite drückte jetzt dem Letzteren stumm die Hand. Dieser fuhr nach einigen Schritten fort: mit dem Tabak ist's eben so, sagt mein Mann." Sie lub einen breiten, gedrungenen Wuchs, während der Führer „ Der uns vorausgeht ist aus Serravalle im die Frau ein, sich niederzusetzen und bewirthete sie schlanker und ebenmäßiger gebaut war. Stumm bewegte sich der kleine Zug auf der allmälig Venetianischen daheim. Crespo wird er geheißen, ob es sein in der Freude ihres Herzens mit Wein und Brot. Unterdessen hatte Ambros Cortina verlassen. Manches steiler ansteigenden Straße und nur das Klirren und Knir- wirklicher Name ist, weiß ich nicht. Er hat sich weit in der Auge aus den Gruppen, die in der beginnenden Abendkühle schen des Gerölls unter den benagelten Schuhen war hörbar. Welt herumgetrieben und spricht viele Sprachen, auch Deutsch. Die Schleichwege nach vor den Hausthüren standen, hatte ihm wohlgefällig nach- Die Mühe des Steigens verbot übrigens das Reden von Ladinisch und etwas Deutsch. geblickt. Vor der Stadt begann er endlich seinen Hunger selbst. Nach einiger Zeit nahm die Straße vollständig den Cortina, ins Desterreichische und in das Eisack- und Etschzu stillen und essend ging er weiter; dabei wachsam in die Charakter eines Holzweges an, auch zog sie sich jetzt wage thal, kennt keiner so gut, wie er." t modernen Entwickelung, sie beschleunigen die Reform des jeßigen Systems, fie führen der Sozialdemokratie neue Kämpfer zu und sie zeigen den Bourgeois, daß die verschrieenen„ Utopien" des Sozialismus, der die großartigen Erfolge der Konzentration im Wirthschaftsleben für sich in's Feld führt, handgreifliche, banebüchene Wirklichkeit sind. Bis jetzt freilich nur im Interesse der Kapitalisten, der Aber wenn der Kaiser- Bazar in Berlin oder der Bon Marché in Paris den Interessen des Geldsacks dient, die neue Gesellschaft sie in den Dienst der Masse stellen. Die Zukunft mag es lehren. Aktionäre. Die deutsche Sprache in der Bismarck- Aera. Motto: Baare. Gebrauch dieser deutschen Sprachschöpfung„ Arbeitgeber" und rapide steigenden Preises dieser Iez ten Zuflucht des Elends. Arbeitnehmer". Das hier zu Grunde liegende Verhältniß kann und wahrhaft nichtswürdig ist der Kniff der Herren Broteigentlich in der deutschen Sprache richtig nur ausgedrückt vertheuerer, daß sie aus der Theuerung der keinem Eingangswerden durch die Bezeichnung„ Anwender" für den Fabrikanten zoll unterworfenen Kartoffeln den Schluß ziehen wollen, die burch seine Maschinen die Arbeiter an. Die Arbeiter find die Theuerung des Getreides sei nicht die Folge der Kornund Angewendete" für den Arbeiter; denn der Fabrikant wendet Anhängsel der Maschinen, welche zur Hervorbringung von Waaren zölle. Aber wer und was ist denn Schuld daran, daß das angewendet werden. So lange es noch nicht gelingt, die Wahrheit Volk jeht durch Kartoffeln den Ausfall an Brot diefer allein richtigen Bezeichnung dem Arbeiter zum Bewußtsein decken muß? Theures Brot führt stets zu vermindertem zu bringen, können dafür, entsprechend einem ähnlichen Gebrauch Brotkonsum und vermehrtem Kartoffeltonsum; und da die wird in anderen Ländern, die Ausdrücke Fabrikant" das Fremd- Kartoffel einen weit geringeren Nährwerth hat als bas wort ist hier gang an seiner Stelle und Arbeiter" gebraucht Korn, und obendrein ein etwas zweifelhaftes Nahrungsmittel werden. Denn der Arbeiter versteht wenigstens diese Ausdrücke ist, fo liegt in diesem vermehrten Kartoffeltonsum eine und empfindet sie nicht wie die zuerst genannten„ Arbeitgeber" gegen die Brotver und Arbeitnehmer" instinktiv als eine Unwahrheit. Er fennt schwere Anlage die Fabrik von seinem eigenen Leibe her und also auch den theuerer. Fabrikanten als Besitzer der Fabrik, und er fühlt den ganzen Der„ Nothstand" drängt sich denn auch so gebieterisch Gegensatz, der heute die Welt bewegt, in den beiden Ausdrücken in den Vordergrund und macht sich so kräftig fühlbar, daß " Fabrikant" und Arbeiter" sehr wohl heraus. er bereits eine amtliche Anerkennung erzwungen " " Nach der Ueberzeugung der Unterzeichneten besteht zur Zeit in der städtischen Gemeinde theilweise ein Nothstand, welcher voraussichtlich bis zum Beginn der neuen Ernte andauern wird; einer Reihe armer Familien fehlt es an den nothwendigsten Nahrungsmitteln. Zur Linderung des Nothstandes bitten wir unsere Mitbürger und auch die Bewohner des Landes um thatkräftige Hilfe. Wer zu diesem gemeinsamen Liebeswerk willig ist, wolle gefälligst sofort bei dem mitunterzeichneten Bürgermeister Meyer einen wöchentlichen, bis zu dem obengenannten Zeitpunkt zu leiftenden Beitrag an Geld oder Naturalien( Brot, Rorn, Kartoffeln, Milch 2c.) anmelden. Auch geringe Gaben werden dankbar angenommen. Die Vertheilung wird in sorgfältigster Berücksichtigung der Verhältnisse erfolgen. dürfen hoffen, daß Niemand sich ausschließen wird, der irgend in der Lage ist, den nothleidenden Brüdern zu helfen." Jene unwahre Bezeichnung als Sprachschöpfung der neuen hat. Das Greifenberger Kreisblatt" enthält einen AufMera spielt heute felbst noch in der Arbeiterpresse Deutschlands ruf, unterzeichnet von dem Landrath, Bürgermeister, eine die Entwickelung schädigende Rolle, und ein nächster deutscher Superintendent, Amtsgerichtsrath und anderen Notabeln von „ Geflickte Schienen laufen überall mit." Arbeiterkongreß würde sich ein Verdienst ebenso um die Arbeiter: Greifenberg. Es heißt in dem Aufruf: flaffe, wie um die deutsche Sprache erwerben, wenn er auf diese Frage sein Augenmerk richten und beschließen wollte, fortan Wie der Stil, so der Mensch", lautet ein bekanntes Wort Holz nicht mehr Eisen und Eisen nicht mehr Holz Buffons, und nicht nur große Dichter, auch große Politiker zu nennen. Auch der vielfach, gleichsam zur Aushilfe für drücken auf die Sprache ihr Gepräge, zuweilen fo, wie große den hier empfundenen Mangel, an Stelle von Arbeitgeber" ge Fabrikanten auf die Schienen ihre Stempel brücken. In Dester- wählte Ausdruck Unternehmer" ist sprachlich nicht zu empfehlen; reich ragt noch aus der Nera Metternich wie eine prächtige er giebt hier keinen festen Sinn; das Wort sollte auch aus Rück Säule manch' töstliches Sprachbild hervor, so z. B. das viel sicht auf die Fabrikanten nicht gewählt werden; denn in der gebrauchte Abschaffen wegen Bedenklichkeit", eine sprachliche englisch- amerikanischen Sprache giebt es ein völlig gleich geSchöpfung, die ergöglich wirken würde, wenn nicht mancher brave bildetes Wort, undertaker", welches Reichenbesorger" bedeutet. Arbeiter ihren Sinn oder Widersinn bis heute so bitter zu fühlen Wir kommen zu der jüngsten Sprachschöpfung der neuen bekäme. Nera:„ Geflickte Schienen laufen überall mit!" Sie schon einmal Schienen gesehen, welche laufen?" Dem Schöpfer dieses Ausspruches schwebte in der Seele offenbar Anderes vor, andere mit den Schienen zugleich hergestellte Eisentheile, etwa schadhafte, nicht genügend widerstandsfähige Achsen und Räder. Diese laufen allerdings mit", nämlich so lange, bis ein Eisenbahn- Unglück uns von ihrer Herkunft Kunde giebt. Ist es nicht bei solchen die ganze Aera bezeichnenden Sprachschöpfungen, als ob ein Rachegeist in der Sprache selbst walte, der durch Hervorbringung so eigenthümlicher Bildungen für alle Zeiten sein richtendes Urtheil fällt? Wir möchten von heute ab als ein neues, gefeßlich geschütztes Fabrikzeichen für die Bochumer Stahlwerke vorschlagen: das geflügelte Eisenbahn- Rad mit der Um schrift des nun gleichfalls geflügelten Wortes: „ Geflickte Schienen laufen überall mit!" Die verflossene Nera- oder ist sie noch nicht verflossen des neuen Deutschen Reiches darf eine Fülle von Sprachfchöpfungen ihr eigen nennen, die an scharf bezeichnender Eigen thümlichkeit schwerlich können übertroffen werden. Eine winzig tleine Auswahl solcher Sprachgebilde soll der Gegenstand unserer heutigen Abhandlung sein. Rein geringeres Blatt als der deutsche Reichs- Anzeiger" hat sich den Ruhm erworben, dem deutschen Wolfe eine neue Sprach: bildung mit eindringlichen Worten zu Gemüthe zu führen. Es geschah dies in der grundgelehrten Abhandlung vom Jahre 1889 über die Bedeutung des Wortes wühlen". Sämmtliche Gelehrte der deutschen Sprache waren nicht wenig verblüfft, als sie durch den Mund des Reichs- Anzeigers" erfuhren, daß der Spruch: Wühlen Sie nur tüchtig darauf Ios!" bedeutete:" Die Papiere, Sie Sie haben und alle Neuigkeiten herauswühlen." Wir empfehlen den Verfassern neuer deutscher Wörterbücher, insbesondere den Gelehrten des großen Grimm'schen Wörterbuches, welches ja bis zum Buchstaben W noch nicht angelangt ist, beim Erklären des Wortes wühlen" die Anführung des deutschen Reichs- Anzeigers" als Autorität nicht zu vergessen. " Eine Sprachschöpfung jüngerer Zeit, doch zu derselben Nera gehörend, ist das Wort Altreichskanzler". Plump und geistesHaben Wir keinen Nothstand? Db Herr von Caprivi nun noch sagen wird: Es giebt Nun, es wird noch besser kommen. Bertrauen auf den Segen von Oben harren und die Hände Das deutsche Volt aber darf nicht in fatalistischem in den Schooß legen. Es muß sich rühren, und lauter und lauter den Herren von der Regierung in die Ohren rufen: Wir wollen nicht weiter hungern, um ein paar Tausend Großgrundbesitzer zu bereichern. Fort mit Politische Lebericht. Den Kornzöllen. Berlin, 24. Juni. Statt in der Agitation zu erlahmen, muß dieselbe immer von Außen nachgeben muß. energischer betrieben werden, bis die Regierung dem Druck Die Hoffnung der Brotvertheuerer, die Agitation arm erfunden und gestaltet das Wort trampelt gleichfam gegen die Kornzölle werde im Sande verlaufen, hat sich polterno wie mit Kanonenstiefeln einher spricht es gerade das Gegentheil von dem aus, was es sagen will: es macht das selbstverständlich nicht erfüllt. Denn nicht diese Agitation Reich alt und greifenhaft anstatt den Kangler. Herr Bewer war künstlich" und" gemacht", sondern die zur Schau ge- heit liegt heute feine neue Nachricht vor. Besprochen wird In der Baare'schen Stempelfälschungs- Angelegen oder Herr Han 3 Blum muß der Schöpfer dieses Wortes tragene Zuversicht der Herren Brotvertheuerer. War es in den Blättern nur die neueste Enthüllung der„ Westfein, übrigens Bewer, Blum, Baare eine ihnen auch gelungen, die Regierung wunderbare B. Verwandtschaft, nur der demnächst zu er- Glauben in den fälischen Volkszeitung", jenes genaue Verzeichniß der ge= zu versehen, daß die wartende neue Oberpräsident von Pommern schreibt sich mit einem in Getreidevorräthe fälschten Stempel, welche von 1876 bis 1881 auf dem Deutschland harten B-; auf Herrn Hans Blum ist deswegen eher zu wachsenden Kornausreichten und daß die stetig Bochumer Verein nach negativen Bleiabdrücken hergestellt rathen, weil dieser Herr seit einigen Jahren Romane schreibt, in zöllen gar nichts zu thun hätten, so tonuten solche irrige Forderung, daß das preußische Eisenbahnministerium endlich und Brotpreise mit den Korn worden sind. Die unabhängige Presse ist einig in der welchen ähnlich geflickte Wortbildungen vorkommen, geschichtliche Romane, die bei der jetzt wieder drohenden Cholerazeit besonders Anschauungen doch unmöglich ben Thatsachen gegenüber ein Schweigen breche und amtlich angebe, ob gegen bie gefährlich zu lesen sind. Stand halten, mit denen sie im schreiendsten, greifbarsten pflichtvergessenen Nevisoren die Unterfuchung eingeleite Eine andere Sprachschöpfung der neuen Nera, mindestens ein Widerspruch sind. Der Hunger ist kein Optimist. Ein worden ist. Es handelt sich hier wahrlich nicht um einen erst in dieser Aera eingewurzelter, mit Vorliebe von ihren Ver hungernder Magen läßt sich mit hübschen Redensarten Pappenstiel. Der Leichtsinnum fein schärferes Wort zu tretern angewendeter Rede- und Sprachgebrauch geht nicht abspeisen. Und die unheimlich steigenden Brotpreise gebrauchen- jener Beamten hat Eisenbahntransporte ge die Arbeiterklasse näher an; es ist dies die Bezeichnung haben sich beredter und wirkungsvoller erwiesen, als fährdet und Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Und wenn Arbeitgeber" für den Fabrikanten und und Arbeitnehmer die fatten Moral- und Zufriedenheits- Predigten der biedern der Zufall die Spieler noch begünstigt hätte, wenn für den Arbeiter. Frren wir nicht, so ist es Friedrich Herren Brotvertheurer. Engels, der in einer seiner Schriften aussprach: In jedem wirklich nur der Und wer nicht gescheit wurde durch das Knurren des alten Riß in einem Bochumer Rade zurückzuführen Sonnborner Unfall anderen Lande würde man denjenigen für verrückt erklären, ber auf einen von dem Begriffe„ Arbeitsgelegenheit" ausgehend den Fabri- Magens und das anschwellende Haushaltungsbudget, den wäre, so befreit solches Glück" doch die Schuldigen nicht fanten als den Geber der Arbeit, die er ja vom Arbeiter nimmt, lärt ein Blick über die Grenze auf. Jenseits von ihrer Verantwortlichkeit. Beamte, die von dem zu fonbezeichnen wollte und den Arbeiter als den Nehmer der Arbeit, der Grenze der sechspfündige Saib Brot 60 Pf., trollirenden Werk gegen die Vorschrift Stempel anfertigen die er ja dem Fabrikanten giebt." diesseits der Grenze, im Gebiet der Getreidezölle, oder nachmachen lassen, haben keinen Anspruch mehr barauf, 80 bis 85 Pfennige! über den Verdacht erhaben zu sein, als hätten sie nicht auch " Die Wortführer der neuen Aera, sämmtliche deutsche Professoren der Nationalökonomie mit Einschluß der Katheberfozialisten, fodann, um von den Fabrikanten gar nicht zu reben, aufzukommen ist und an der die junkerlich- patriotischen In der Frankfurter Zeitung" schildert ein alter Techniker, Das ist eine Logit, gegen die mit feinem Sophismus bei geflicten und schlechten Schienen beide Augen zugedrückt. die Regierungsbeamten und Abgeordneten beim Ber Brotvertheuerungs- Argumente abprallen, wie Erbsen an der früher im Staatsdienst war, recht anschaulich, wie es handeln über Arbeitergesetze, und endlich die be schlossenen Gefeße selbst schwelgen ordentlich in bem einer stählernen Rüstung. Das deutsche Volk besteht nicht bei amtlichen Schienenabnahmen zuzugehen pflegte, und wir aus Herren- und Frrenhäuslern. Auf verschiedenen haben keinen Grund anzunehmen, daß es seitdem anders ge Märkten ist es bereits zu worden ist. Kartoffeltrawallen gekommen infolge des Und wir können noch hinzufügen: Bucher, Braß, Busch. D. N. Ihr seid also Bascher?" fragte Ambros und Planatscher bejahte fast mit Verwunderung über die Frage. " Du wirst nicht gleich wissen, was Du in der Fremde anfangen sollst," fügte er hinzu. Aber ich rathe Dir nicht, bei uns zu bleiben." Damit schritt er schneller aus, Ambros winkend, daß er zurückbleiben sollte. " Crespo, wie Planatscher den Führer genannt, hatte in zwischen von dem Holzwege abgelenkt und einen schmalen Pfad eingeschlagen, der schräg in die Höhe führte. Es war völlig Nacht geworden, und zwischen den Zweigen blitzte dann und wann ein Stern auf. Ein scharfer Wind strich rauschend durch die Baumwipfel. Crespo zum ersten Male stehen und wartete, bis Ambros herangekommen war. " Jezt kann man ein Wort reden," fagte er neben diesem weitergehend." Wohin soll die Reise denn eigentlich " Darauf werd' ich mich erst besinnen," antwortete gehen?" Ambros. Du mußt Dich wohl auch erst befinnen, woher Du tommiſt?" fragte der Bascher spöttisch. Ein Ampezzaner bist Du nicht, das hör' ich aus Deiner Sprach'." " Kümmert's Dich?" fragte Ambros zurück. " Der Fachmann schreibt: führte, wo gleich darauf ein blaues Flämmchen aufzudte verbreiten begann. Das Licht fiel auf einen Mann in und dann ein Kienspahn sein rothes qualmendes Licht zu Hemdärmeln, denselben, der die Hausthür geöffnet hatte gähnte er. und der jetzt den Spahn in einen Leuchter klemmte. Dabei Traggeftells entledigt hatte, und setzte sich an den Tisch, auf Bring Wein," befahl Crespo, nachdem er sich seines dem das Licht brannte. Ambros begehrte vor allen Dingen etwas zu essen, Du machst kurzen Prozeß; aber es giebt Leute, die haben wäre. wenn überhaupt für Geld und gute Worte etwas zu mit Deinen Antworten schwerlich zufrieden sein werden," ein Bett stand, trug nicht den Charakter einer WirthsDenn die Stube, in deren Hintergrund Ambros folgte den Anderen in demüthigenden Ge- entgegnete Crespo. Unsere Landjäger sind sehr neugierig, stube. danken. Er hatte sich sonst nie darum gekümmert, was die und wenn sie Dich mit dem Schießprügel umherlaufen Menschen von ihm dachten; jest erfuhr er von Planatscher, sehen, könnten sie Dich leicht mehr fragen, als Dir wackeren Brunello alles verlangen, sogar seine Seele, wenn welche gute Meinung sie von ihm hegten und er mußte sich lieb ist." sagen, daß er sie nicht mehr verdiente und daß auch Pla natscher sich mit Abscheu von ihm wenden würde, wenn er wüßte, um welcher That willen der Ambros Falkner in der Gesellschaft von Schmugglern Nachts über die Berge flüchtete. Das waren bittere Vorstellungen. Der Zug bewegte sich stetig fort, jezt, den Wald verlaffend, über eine steinige Halde, wo über den Köpfen der Wanderer Stern bei Stern glänzte, bann abwärts und wie der durch Tannenwald. blinkten in der Tiefe zur über die Schulter zurück: heraus," erwiderte Ambros trocken. Crespo fragte nicht weiter. Charakter seines von Für Geld und gute Worte kannst Du von dem Ambros schwieg darauf und Crespo sagte gedehnt: Crespo. er sie nicht bereits einem Andern verschrieben hat," rief " Du bist stolz. Daher wird's wohl keine Kleinigkeit sein, weshalb ein Kerl wie Du, aus dem Land gegangen ist. Brunello, wie der Wirth genannt worden, beachtete den Wir treten italienische Erde." Er hatte seine von schweren Ober" Du klopfft auf den Busch, aber es springt tein Has' trachtete ihn mit einem schnellen, scharfen Blick, welcher die libern halb verdeckten Augen auf Ambros gerichtet, und be bäuerliche Einfalt oder Stumpfheit, die den vorherrschenden Ein Dorf lag im Sternenschein vor ihnen. In keinem starrten Gesichtes bildete, Lügen strafte. Dem wirren Als dieser durchschritten war, Hause brannte mehr ein Licht. Nur die Hunde waren wach Haare merkte man es an, daß er eben aus dem Bette aufschwärzlichen Bartstoppeln uman. Etwa hundert Schritte hinter dem Dorfe zeigte sich ein um Schuhe anzuziehen; er war barfuß. Ohne ein Wort zu " Jetzt aufgeschaut, Jäger! Wir können um Deinet, einzelnes Gehöft. Hier klopfte Planatscher, welcher mit der sagen, ging er aus der Stube, kehrte aber bald mit einem Die Warnung war nicht überflüssig; denn der Pfad und als Ambros und Crespo herankamen, wurde eben die grünlicher Käse und mehrere Tage altes Brot vorgesetzt hauses. Drei Schläge that er gegen die dunkeln Scheiben etwas länger warten, bis ihm eine steinharte Wurst, ein den Abgrund, aus dem ein Brausen näher und näher durch Die Frau und Crespo gingen hinein und Planat- der Frau auf die Fensterbank gefeßt hatte, mochte nahe überschüttet, lief er an einer Bergflanke abwärts, zur Linken Schwelle und tauchte wieder in das finstere Haus zurück. seiner Reisegefährten zu studiren. Planatscher, der sich mit auf der wurden. Inzwischen hatte er muße, die Physiognomien die Dunkelheit herauftönte. Es war der Monte Antelao, an scher forderte Ambros auf, ihm die Hand zu reichen, den Vierzigern und mit Crespo von gleichem Alter sein. dessen Abhängen die Wanderer hinschritten und, nachdem sie um ihn zu führen. Die Hausthür wurde wieder hinter Er hatte ein hageres, bartlofes Gesicht von gutmüthigem Ausdruck und braue, melancholische Augen. mit der Ballefina entgegeneilte. Auf der Straße blieb während er Ambros durch den dunkeln Flur in eine Stube worauf er seinen Hut nach dem Bette warf, aber das Ziel " Hier bleiben wir die Nacht," sagte Planatscher, leerte, als der Wein tam, rasch zwei Gläser hinter einander, willen nicht warten, bis der Mond aufgeht." um eine scharfe Ecke gebogen, zuletzt die Fahrstraße erreichten, ihnen verschlossen. neben der in der Tiefe die Boite tosend ter Vereinigung Crespo " Der arme Puttkamer kauft sich seit 4 Wochen jeden Abend die beiden Ausgaben des Reichs- Anzeigers", seine Ernennung hat er aber noch nicht darin gefunden. Und was man nicht schwarz auf weiß hat, das kann immer noch sich in blauen Dunst auflösen. Sollte Herr von Buttkamer von einem ähnlichen Tantalus- Schicksal verfolgt werden, wie der unglückliche Bennigsen, dem seit fast einem Menschenalter ein Minister- Portefeuille vor der Nase herumbaumelt, ohne daß er es je hat erschnappen können? " Zur Bochumer Stempelaffäre. StempelTag und Monat zeichen 18. Mai B.W. 18. Juni W.K. 21. Juni F.B. 29. Sept. W.K. 26. Oftor. W.T. 22. Nov. 1) 5. Dezbr.) 1877 22. Jan. dito Abnehmer Werkstatt Wien Krakau oder Schietenwalze Warschau- Kurst Mojustage Breslau- Warschau Przodelwert Adjustage Wien Krakau oder Buddelwerk = Warschau- Kurst Adjustage Frankfurt- Bebra Schienenwalze : Warschau- Kurst Adjustage Wien Krakau oder Bandagenwalze Warschau- Terespol Buddelwerk Adjustage Württembergische Puddelwerk Staatsbahn Adjustage Ingenieur Kruft in Puddelwerk Essen Adjustage Ingenieur Kruft in Puddelwerk Effen Adjustage 23. Febr. Th.E. Thüringer Eisenbahn Buddelwerk Adjustage 23. März W.K. Siehe oben Puddelwerk Adjustage ? L.M. H.S.E. Schienenwalze Adjustage Hannoversche Schienenwalze Staatsbahn Adjustage Thüringer Eisenbahn Buddelwert Adjustage Hannoversche Schienenwalze Staatsbahn Adjustage Herzstückwerk statt Ingenieur Kruft in Schienenwalze Essen Adjustage g Puddelwert Adjustage Elfaß- Lothringen 29. Mai 4. Juni 26. Junt Th.E. 10. Sept. H.S.E. 25. Sept. E.R.S. In den 50er Jahren wurde ich von der badischen Bau- Die Kreuz- Zeitung" jammert wieder einmal über verwaltung zur Prüfung und Uebernahme eines größeren Quan- bie wachsende unfittlichkeit in Berlin". Das Junkertums Bahnschienen und Bandagen 2c. als Rommiffar auf die blatt, das selbstverständlich nur die„ niederen Klassen" im Das Verzeichniß von Stempeln, welche von 1876-1881 au Eisenwerke der Gesellschaft„ Phönix" in Eschweiler entfenbet. Auge hat, möge doch zunächst vor der eigenen Thür fegen, dem Bochumer Verein" angefertigt worden sein sollen und nach Hinsichtlich der Schienen merkte ich bald, daß die Direktion und seinen Herren„ Edelſten" beibringen, daß es unfitt welchem die Eisenbahn- Verwaltungen genau fefſtſtellen können, des Werkes in Eschweiler sich meine Unerfahrenheit zu Nuke zu machen suchte und daß ich gegen unreelle Machination auf lich" ist, Schulden zu machen, Mädchen zu verführen," Korn- welche ihrer Beamten damals in Bochum Eisenbahnmaterial ab= ber Hut zu sein habe. Ein Stahlstempel mit dem badifchen wucher zu treiben u. s. w. Von den geflicten Schienen genommen haben, lautet: Wappen und Umschrift war mir mitgegeben worden, ebenso reden wir nicht, da in Sachen des Herrn Baare die führten zwei andere Kommiffare, die zur Schienen- Uebernahme Kreuz- Zeitung" richtig gesehen und richtig geurtheilt hat. für preußische und sächsische Bahnen eintrafen, die von ihren Die Fehler des Nächsten sind ja sprichwörtlich leicht zu Verwaltungen ihnen gelieferten Stempel. Von einem technischen erkennen. Schade nur, daß die Splitterrichter die eigenen Direktor des Werkes, einem Franzosen, Namens Courteous, Splitter und Balken nicht merken. Wenn Herr Baare 1876 26. April W.K. wurde ich auf das charmanteste empfangen. Einladungen zum baran geht, die„ Kreuz- Zeitungs"-Leute zu kritisiren, wird er Frühstück lehnte ich ab. In dem Bureau des Direktors zu ebener Erde fab ich jedoch häufig einen der anderen von ihnen ein aufs Haar ähnliches Bild entwerfen, wie Rommissare bei Champagner und Austern.( 1) diese von den Baare und Konsorten. Auch Herr Baare hat Die von ihm übernommenen Schienen entsprachen dem: ja ftets über die Unsittlichkeit" gejammert natürlich fie waren verschmiert, jedoch mit Ritt. Den Direktor bekam nicht die seinige. ich selten zu Gesicht; er hatte mir zur Uebernahme einen Aufseher bestellt, unvorsichtiger Weise einen solchen, dem gekündigt war und der mir manche werthvolle Ausschlüsse über das Treiben auf dem Werke ertheilte. Es gab anfangs vielen Ausschuß, der ungestempelt bei Seite gelegt wurde. Mein Miß trauen war aber rege geworden, und so ließ ich bald mit einem schweren Sethammer zwei Kreuze auf jede Ausschuß Schiene einmeißeln. Diese Schienen verschwanden vom Play, und als ich danach fragte, war mir der Bescheid, sie seien zerschlagen. Ich fab aber kein Schienenstück badischen Profils in dem Raum, wo die Packete eingebunden wurden, und auf die Mittheilung des Aufsehers, es werde nun auch die Nacht Der Zerfall der Sozialdemokratie" ist jetzt sicheran unfern Schienen durchgearbeitet, beschloß ich, mir die Sache ein Mal näher anzusehen. Als ich früh Morgens 3 Uhr lich da Als ich früh Morgens 8 Uhr lich da die Vollmar'sche Rede wird zu einschneidenden durch ein Nebenpförtchen in das Werk eintrat, fiel mir ein Schritten" und einem Bruch in der Partei führen" Raum auf, der mit einer Mauer umgeben, unter orafeln jubelnd die Kapitalistenblätter. Bruch in welcher und stille war, nun aber Tags verschlossen und in Partei? fragen wir. Der nationalliberalen"? heller Erleuchtung stand und von Hammerschlägen widerhallte. Die ist längst gebrochen. Der konservativen? Dito. Der Mehrere Defen waren in Thätigkeit; man schob Schienen hinein und zog andere heraus. Der Direktor stand dabei. Fortschrittspartei und dem Zentrum? Dito. Dito. Also Als ich aus dem Dunkel in die Halle trat, fuhr er zurück und welche Partei soll vor dem Bruch stehen? Wir möchten war fichtlich bestürzt. Auf meine Frage, was da mit dem die Bruch- Kandidaten in der That kennen lernen. badischen Ausschuß vorgenommen werde, antwortete er, man Apropos, der„ Hannoversche Courier" hat die Dumms richte ihn zu Fabrikgeleisen zu. Das war eine plumpe Lüge. dreiftigkeit, zu behaupten, wir hätten die Rede v. Vollmar's Schienen so starten Profils und Gewichts, also von solchem unterschlagen" und seien erst durch die Parteigenossen zur Werth, verwendet man nicht zu diesem Zweck, und wenn auch, Veröffentlichung gezwungen worden. Dem Organ des Herrn so war es dann nicht nöthig, die Ausschußkreuze mit besondern Roften zu verhämmern. Es war offenbar, die Ausschußschienen. Bennigsen können wir die Versicherung geben, daß, wenn waren dazu bestimmt, mit den übernommenen Schienen ab- der Nichtabdruck der Vollmar'schen Rede eine Unter- 1878 gesendet zu werden, und dazu mußten sie mit einem nach schlagung" war, wir allwöchentlich Dutzende von Reden gemachten Stempel versehen werden. Der mit wenig Kenntniß unterschlagen" und im Interesse unserer Leser auch fortDer Fabrikation von Seiten der Oberbehörde abgeschloffene fahren werden, zu unterschlagen." Vertrag gab tein tein Mittel zum Einschreiten an die Sand, mit einer gerichtlichen Klage war nicht durchs Ausgesuchtes Pech hat die russische Zarenzukommen, und da der Direktor, in die Enge getrieben, familie. Nachdem nämlich der russische Thronfolger in fich zu einer Reihe werthvoller Sugeständnisse hinsichtlich Japan durchgeprügelt worden, erfahren wir jetzt, daß der der Fabrikation und dazu verstand, sämmtliche Ausschuß Kourier, welchen er- vermuthlich mit dem näheren Bericht schienen zusammenzuführen und bis nach vollendeter Ueber- feines Mißgeschicks- an die lieben Eltern abschickte, unternahme zu jederzeitiger Prüfung der Zahl nach liegen zu lassen, was auch alles befolgt wurde, ließ ich die Sache beruhen. Wie wegs verschollen ist." Und der arme Bar selbst sieht sich raffinirt übrigens der Betrug auf manchen Werken betrieben vollends zum Hausarrest verurtheilt, feit Baare das Ge- 1879 worden ist, darüber erhielt ich von dem Aufseher folgende Mit- heimniß der geflickten Schienen" verrathen und damit den theilung. Die Fabrit entfernt durch Glühen und Zuhämmern nihilistischen Eisenbahn- Attentätern bedenklich in die Hände bas Beichen der Ausschußschienen, stempelt sie mit dem nach gearbeitet hat. Ja, wenn der Mensch Pech hat, dann gemachten Stempel und sendet sie ab. In gleicher Bahl nimmt kann ihm sogar der Zarentitel nicht helfen. fie von den als gut übernommenen Schienen zurück, feilt das richtige Stempelzeichen weg und versteht diese guten Schienen Der Ständerath in Bern, das heißt die Vertretung mit dem Ausschußzeichen. Diese Schienen läßt sie dann liegen der schweizerischen Kantonalregierungen, hat mit 30 gegen und wendet sich, wenn das ganze Geschäft abgewickelt ist, an 11 Stimmen die von dem Nationalrath beschlossene die Regierung oder Gesellschaft, der so die Ausschußschienen angehängt wurden, mit dem Antrag, der Kommissar habe sich in Amnestierung der bei den Tessiner Aufständen Betheiligten Dem republikanischen Gemeinwesen hätte übertriebenem Diensteifer mit der Fabrik überworfen und in abgelehnt. feiner Leidenschaftlichkeit auch tadellose Schienen ausgefchloffen, es besser angestanden, Milde walten zu lassen. die sie nun zu etwas billigerm Preise abgeben wolle, Der französische Senat hat das Gesetz über man möge einen anderen Kommissar schicken, oder sie wolle die Schienen senden und man tönne fie am Bestimmungsort prüfen, bie Arbeitersynbitate, welches die Nationalwobei fie die Rosten der Rückfracht etwaigen Ausschusses über- versammlung angenommen hatte, mit 185 gegen nehme. So habe, wurde mir gefagt, ein Wert alle feine 40 Stimmen verworfen, weil es ungerecht gegen die Ausschußschienen ohne wesentlichen Schaden angebracht. Arbeitgeber" sei. Die ungerechtigkeit" besteht darin, daß Welchen Gefahren unter Umständen das reisende Publikum den Arbeitern einiger Schuß gegen die Uebergriffe der Herrn dadurch ausgesetzt sein kann, das kümmert diese Leute nicht." Arbeitgeber gewährt werden sollte. Der Privatkapitalist schreckt vor Das alte Lied! Sensationelle Depeschen über Streiks in Fälschung, Betrug und Bestechung nicht zurück, wenn der Marseille, Bordeaux( Omnibuskutscher) Profit in Frage kommt. Auch die Beamtenebre", jenes Idol aus den Zeiten des alten Beamtenstaates, ist Paris( Friseure) machen die Zeitungen unsicher und ihm nur eine Waare, deren Preis er bei der Herstellung sollen den ruhigen Bürger in Angst jagen. All diese Nachseines Produkts in die Kostenrechnung mit aufnimmt. richten find theils erlogen, theils grelle Uebertreibungen. Champagner und Austern! Das ist das Motto, welches an Dasselbe gilt von den Telegrammen über den ungadie Spitze der ganzen Stempelfälschungs- Angelegenheit gefeßtrischen Landarbeiter- Aufstand, der thatsächlich nichts Anberes war als eine der landesüblichen Prügeleien- nur zu werden verdient. daß die Furcht das rothe Gespenst an die Wand malte. " " 6. Dezbr. 3) P.G. 13. Febr. 7. März E.L. 11. März 1) 27. März E.L. 11. Dttbr. E.L. Rheinische Eisenbahn Elsaß- Lothringen But Delwerk 2 lojustage Puisdeliverk 2 lojustage Baradagenivalze Elsaß- Lothringen Bandagenwalze 7. Desbr. B.M.E. 16. April C.L. 23. April B.M.E. Bergisch Märkische Buddelwert 24. April F.B. Bergisch Märkische Herzstückwerk Gisenbahn 20. Juni 5) 9. Juli B.M.E. 24. Juli K.O. 27. Auguft B.M.E. 4. Sept. W.E. 29. Nov. N.E. statt Buddelwerk Adjustage # 28. April K.O. 18. Junt K.0. Eisenbahn Frankfurt- Bebra Buddelwerk Königliche Ostbahn Schienenwalze Adjustage Adjustage Adjustage Königliche Ostbahn Schwellen Adjustage Oberschlesische Bahn Schwellen Adjustage Bergisch- Märkische Buddelwerk Eisenbahn Königliche Ostbahn Schwellen Adjustage Adjustage Bergisch- Märkische Puddelwerk Eisenbahn Westfälische Eisen- Puddelwerk bahn Nordhausen- Erfurt Puddelwerk Adjustage Adjustage Adjustage und 1880 12/ 13.DB.M.E. 17. Jan. B.M.E. Bergisch- Märkische Puddelwerk Eisenbahn Adjustage Bergisch- Märkische Buddelwert Eisenhahn Adjustage Nordhausen- Erfurt Puddelwerk Adjustage Rheinische Eisenbahn Rheinische Eisenbahn Puddelwerk Adjustage Puddelwerk Adjustage Bergisch- Märkische Buddelwerk Eisenbahn Adjustage Bergisch- Märkische Puddelwerk Eisenbahn Rheinische Eisenbahn Adjustage Buddelwerk Adjustage Bergisch- Märkische Puddelwerk Eisenbahn Adjustage Eisenbahn Eisenbahn 3. Febr. N.E. 4. Febr. 6 10. Febr. 10. Febr. B.M.E. 19. Febr. B.M.E. 1. April 8) 7. April B.M.E. 7. April K.M.E. 4. Mai Bei den Wahlen in Holland ist der Sozialdemokrat verfehlte. Der Hut fiel auf die Erde und blieb bort liegen. Nieuwenhuis den vereinigten Ordnungsparteien erMit allen zehn Fingern strich sich Crespo durch das Haar, Generaldas kohlschwarz und kraus wie das eines Mohren war. legen. Die Arbeiter sind also in den neuen Breit und niedrig war die Stirn, die es umzirkelte; breit staaten" ohne Vertretung. und energisch die Bildung von Kinn und Mund; rundlich Der Congo- Prozeß in Brüssel ist genau so veran ihrem Ende und aufgeſtülpt die Nase. Die starken, laufen, wie er verlaufen sollte und verlaufen mußte. schwarzen Brauen floffen zusammen und die ungewöhnlich Nachdem er der öffentlichen Zivilgerichtsbarkeit entzogen großen dunkeln Augen glühten in dem fast olivenfarbenen und dem Militärgericht überantwortet war, stand die glänGesichte wie Kohlen. Um Lippen und Kinn schim- zende Freisprechung des Angeklagten Becker fest. Die merte es bläulich, denn er hatte sich in Cortina rafiren Mohrenwäsche ist denn auch gestern vorschriftsmäßig erfolgt lassen. Im linken Ohre trug er einen kleinen silbernen und zugleich hat die ganze Congo- Verwaltung ein glänzendes Ring und unter dem unsauberen Hembkragen ein roth- Beugniß ausgestellt bekommen wie das Pflicht und Aufseidenes Tuch mit lang herabfallenden Zipfeln. Der Mann mochte trotz seiner vierzig Jahre nicht frei von Gefallsucht gabe des Militärgerichts war. Schade nur, daß die belgische 1881 80. April Regierung Niemanden zwingen kann, diese Justizposse ernst sein, entschieden aber prägte sich in seinen Bügen eine starte Sinnlichkeit aus. Der Eindruck, den er auf Ambros machte, zu nehmen. war kein angenehmer. In der australischen Kolonie Vittoria wird die VerNachdem Brunello das Abendessen für Ambros ge- faffung revidirt. Nach einer heute eingelaufenen Depesche soll das bracht hatte, setzte er sich zu Crespo und beide flüsterten an Wahlrecht auch den Frauen ertheilt werden. Wenigstens gelegentlich mit einander. Planatscher that immer kleine tönnen wir den Wortlaut des Telegramms:„ Das FrauenSchlückchen aus seinem Glase. Die Frau hatte die stimmrecht solle begünstigt werden", nicht anders verstehen. Hände im Schooße zusammengelegt und jah unbeweglich Abwarten. Sarauf hin. Planatscher gewahrte, Planatscher gewahrte, daß Ambros sie beobachtete und sagte mit einem melancholischen Lächeln:, Das ist meine Frau." Aber unser Herrgott allein weiß darum," warf Crespo, der Krauskopf ein, den die Unterredung mit Brunello nicht hinderte, auf das zu hören, was die Anderen etwa Sprachen. Der Frau stieg das Blut in die sonnenverbrannten Wangen. Ihr Mann aber sagte mit einem Achselzucken: Freilich, der Pfarrer war uns zu theuer und umsonst thun's die Pfaffen nicht. Gelt, Martha, barum halten wir boch fest zusammen." Er legte seine Hand auf die der Frau, in deren blauen falten Augen ein mildes Licht aufdämmerte. „ Es wär' ja auch Alles gut, wenn wir nur nicht von daheim hätten fort müssen," seufzte sie. ( Fortsezuno folgt.) Briefkaffen der Redaktion. O. M. Zur Altersversicherung brauchen Sie als Agent und selbständiger Gewerbetreibender nicht beizusteuern. Dagegen müssen Sie dem Magistrat Ihr Gewerbe anmelden, die jährliche Steuer beträgt for Sie 48 M. Durch die bisherige Unterlassung der Anmeldung haben Sie sich strafbar gemacht. E. C. Borausgesetzt, daß der Wirth Ihren Miethsnachfolger vom Kontrakt entbunden oder wenigstens gestattet hat, daß derselbe unter Fortdauer seiner Haftpflicht für die Miethe bas 2otal einem Anderen überläßt, find Sie von Ihrer Bürgschaft frei. 33 St. Die von Ihnen angegebenen Sachen sind sämmtlich unentbehrlich und unterliegen daher nicht der Pfändung. A. K., Breslauerstr. Miethssteuer wird nur vom Betrage der eigentlichen Miethe, nicht auch von den Nebenabgaben gezahlt. B.M.E. 23. Juni J.B. 20. Augufi C.L. 2. Juni F.A.I. Köln Mindener Herzstückwerk statt Bergisch- Märkische Buddelwerk Adjustage Jura Berner Bahn Blechivalze Puddelwerk Adjustage Adjustage Oberschlesische Bahn Schienenwalze Ferrovia dell' Alta Federrichterei Italia Ober Jtalienische Bahn 3. Juni E.R.T. Lerida& Reus y. Feberrichterei 7. Juni F.A.I. 21. Juni 10) 23. Juni R.O.S. 24. Juni F.A.I. 1. Juli R.G.S. 10. Augufi F.A.I. 24. Auguft M.S.A. 21. Sept. 11) 80. Sept. 12) 8. Dezbr. 13) Tarragona Ferrovia dell' Alta Federrichterei Italia Oberschlesische Bahn ? ? Buddelwerk Ferrovia dell' Alta Federrichterei Italia ? Siehe oben Buddelwerk Federrichterei Puddelwerk Saydreherei Holländische Staats- Herzstückwerkbahn statt Oberschlesische Bahn Blechwalze 1) Doppelter Kreis mit 3 liegenden Hirschgeweihen.) Kreis mit L. K. 3) Desgleichen. Monogramm R. F. 5) Rrone. Wie Nr. 4. 7) Wie Nr. 4.) Wie Nr. 4. 9) Krone. 10) Krone. 1) Liegendes S in ovalem Rund. 12) Krone über zwei S, 13) Krone Theater. Donnerstag, den 25. Juni. Schauspielhaus. Das Räthchen von Heilbronn, oder: Die Feuerprobe. Berliner Theater. König Richard II. Deutsches Theater. Die Stüßen der Gesellschaft. Leffing- Theater. Cavalleria rusticana. Margot. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Gin dunkles Geheimniß. Wallner- Theater. Der verlorene Bellealliance- Theater. Tricoche und Cacolet. Ostend Theater. Berlin Waffer. Sohn. Das Modell. Adolph Ernst- Theater. ledige Hof. unter Der Achtung! Maurer Berlins und Umgegend! In der öffentlich tagenden Versammlung der Maurer Berlins am 12. b. M. im Lokal Königshof" wurde laut Kongreß- Beschluß ein Vertrauensmann gewählt, der, unabhängig vom Verband, die Aufgabe hat, durch Veranstaltung öffentlicher Versammlungen am Orte und in der Umgegend agitatorisch für unsere gewerkschaftliche Bewegung im Sinne der Kongreßbeschlüsse au wirken, freiwillige Beiträge in Empfang zu nehmen und dieselben an den General- Bevollmächtigten abzuführen. Kollegen! Die Ihr erkannt habt, daß der Einzelne machtlos, wißt, daß im geschlossenen Zusammengehen wir träftig genug sind, um jeden Gegner fiegreich zu schlagen. Für Buchdrucker!| Danksagung. Allen Freunden und Bekannten für die herzliche Theilnahme und die reichliche Blumenspende, insbesondere dem Behufs Konstituirung eines Politi- Arbeiter- Bildungsverein, dem Arbeiterfchen Klubs" Berliner Buchdrucker Beerdigungsverein, dem Arbeiter- Gefindet am Donnerstag, den 25. d. M., sangverein Harmonie", welche meinen Abends 81/2 Uhr, bei Gründel, Dres- unvergeßlichen Mann denerstraße 116, eine Buchdrucker- Oswald Schensch Versammlung statt. 218b zur letzten Ruhestätte trugen, sowie dem Tagesordnung: 1. Berichterstattung Musikdirektor Herrn Thiele für seine der Kommiſſion. 2. Aufnahme von Ueberraschung am Grabe sagen wir Mitgliedern. 3. Verschiedenes. unsern herzlichsten Dank. Mariendorf, 24. Juni 1891. Wwe. Schensch nebst Kindern. seinen Kollegen und Herrn Brüning Allen Freunden und Genossen sowie fagen wir für die letzte Ehre, die sie unserm Bruder erwiesen haben, unferen 208 b besten Dank. 219b Der Beauftragte: C. Teufert. Die Beleidigung gegen Fräul. Marie dieselbe für ein ehrenhaftes Mädchen. Biernath nehme ich zurück und erkläre Franz Ulrich, 221 b Soeben erschienen: Kaufmann's Variété. Große Spe- gewilt feid, mit den deutschen Arbeitsgenossen den Kampf ums Dasein auszu Der Bochumer Steuerprozeß. zialitäten- Vorstellung. Concordia. Große Spezialitäten Vorstellung. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 f. F. Müller. 641 Freunde! Der 8. deutsche Maurer- Rongreß hat mit 93 gegen 8 Stimmen eine Zentral- Organisation beschlossen, und nun an Euch soll es liegen, ob Ihr nehmen, nicht wollen wir länger Haß und Zant, sondern die Lieb' soll uns zusammen fetten, wir strecken aus die Bruderhand! Denn die Erfahrungen haben uns gelehrt, daß wir gezwungen sind, geschlossen für Leben und Gesundheit einzutreten. Kollegen! Wenn wir sehen, wie das Rapital, das Unternehmerthum, gefchloffen auf der ganzen Linie, gleichviel an welchem Orte, den Lohn reduzirt, die Arbeitszeit verlängert, um nur die Massen durch Hunger und Anstrengung nebst deren Familienglieder gefügig zu machen, so muß jeder aufgeklärte Kollege zu der Ueberzeugung gelangen: Einer für Alle und Alle für Einen. Kollegen! Tretet ein für die Sammlungen zum Generalfonds der deutschen Maurer. Die Beiträge werden jeden Sonnabend von 8 bis 10 Uhr Abends in nachstehenden Lokalen und Sonntag Vormittags in den Wohnungen der Beitragsammler in Empfang genommen. Im Süden H. Klingenberg, Heimstr. 18, kaffirt im Restaurant Grube, Mariendorferstr. 10. Im Südosten Woitschach, Wienerstr. 13, kaffirt WaldemarPassage- Panopticum. rake 61. Unter den Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Indier Im Often Karl Cort, Wallner- Theaterstraße 18, kaffirt bei Insinger, Brantstr. 46, nahe der Markthalle. Im Westen Franke, diethenstraße 4, kaffirt bei Böhland, Bülowstr. 52. Für Moabit W. Ferkel, Birkenstraße 12a, kaffirt bei Viek, Birkenstr. 24. mit 4 Armen, 881/1 4 Beinen. Mit follegialischem Gruß Der Vertrauensmann. Heinrich Klingenberg, Heimstr. 18. Preis 60 Pf. Kolporteuren hoher Rabatt. Arbeiter- Buchhandlung von R. Baginski, Dresdenerstr. 52/53, City- Passage. NIVERSAL METALL AV & Co Schutzmarke. 892L POMADE ADALBERT VOGT& CO FRIEDRICHSBERG eise goldene u silberna Mede Die in der ganzen Welt rühmlichst bekannte„ Helm- Putz- Pomade" ist nur unser Erzeugniss. Dosen mit anderen Helmen und nicht mit unserer Firma weise man als werthlose Nachahmungen zurück. Zur Anfertigung von [ 85b Herren- Anzügen, Bartdame. Freie Volksbühne, brunt, ut fenbend befter but Vitreo ist Coacs, Glas, garant. fißend aus deutschen und engliſchen Stoffen- solide Breife, alte Stiefel etc. etc. den 23. Juni cr., Nachmittags 2½ Uhr, im Ostend- Theater, Gr. Frant G. Reckzeh, Schneidermir., 7. Vorstellung der 2. Abtheilung( grüne Karten) am Sonntag, empfiehlt sich Spezialitäten- Theater v. 6-10 Uhr. furterstraße 132. Zur Aufführung kommen: Geöffnet von Morgens 10 Uhr. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165, Ecke Behrenstrasse. Neu: Hamilton- Theater Ueberraschend! Originell! Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Vf. Die Räuber", Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich von Schiller. Das Ausloosen der Plähe beginnt wie gewöhnlich eine Stunde vor Anfang der Vorstellung. Die Vorstellung beginnt diesmal ganz pünktlich, da das Theater um 1/26 Uhr von uns geräumt sein muß, worauf hier ganz besonders aufmerksam gemacht wird. Einige Mitglieder werden zur 2. Abtheilung noch aufgenommen bei den ginsti, Dresdenerstr. 52-53( Passage); Niemeier, Webersir. 19. Herren Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Alex Ochs, Lindenstr. 59; R. BaDieselbe Vorstellung findet am 12. Juli für die 1. Abtheilung ( rothe Karten) und am 19. Juli für die 3. Abtheilung( graue Moabiter Gesellschaftshaus Sarten) zur selben Zeit ebenfalls im Ostend- Theater statt. Alt Monbit 80-81. Artistische Leitung Wilhelm Fröbel. Ter Täglich Gr. Konzert. 223b Der Vorstand. Achtung! I Spezialitäten- Vorstellung. Mitglieder freier eingeschriebener Hilfskassen! Grosses Sommerfest, Konzert und Ball HF Großer Erfolg des neu engagirten sensationellen Künstler- Personals. Roloffaler Jubel E der urtomischen Pantomime Drei angeführte Liebhaber. Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Platz 50 Pf.- Raffeeküche ist geöffnet. Volksbelustigungen aller Art." Sonntag, Montag, Mittwoch Grosser Ball. Helmuth Peters. Rheinländischer Tunnel. Concert- Salon u. Restaurant. Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Der Gambrinus- Salon und das Photographische Atelier find neu eingerichtet. Jeder Gast, auch wenn derselbe für nur 10 Pf. verzehrt, wird gratis photographirt! Höchst scherzhaft. Großer Jubel! 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Billets à 30 Pf. sind bei den Vorstandsmitgliedern der Kommission, sowie bei allen Vorständen der Kassen und in den mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. Es bittet um recht rege Betheiligung Dac Komitec. Achtung! Genossen Moabits! Der Gefangverein Unverzagt"( Moabit) Mitglied des ArbeiterSängerbundes) veranstaltet am Sonnabend, den 27. Juni 1891, im Moabiter Rafino, Wilsnackerstraße 63, ein Großes Tanz- Kränzchen. Billets, Herren 50, Damen 25 P., sind bei den Mitgliedern F. Voß, Lübeckerstr. 8; Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28, sowie im Lokal von Viet, Birkenstr. 24, zu haben. Anfang 8½ Uhr. Um rege Betheiligung bittet Das Komiter. 222b Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Vollsblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. Nachstehende Schriften zur Religion und Philosophie halten wir dauernd auf Lager und sind dieselben zu den beibemerften Preisen von uns zu beziehen. " We Wiederverkäufer erhalten Rabatt! Bebel, A., Gloffen zu Yves Guyot's und Sigm. 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Aufl. 0,25 " " Halbes und ganzes Freidenkerthum. 2. Aufl. 9 0,50 " • 0,15" Hof 3 Tr. Lommel, G., Jesus von Nazareth. 12. Aufl.: Johannes Huß. 7. Aufl. Amt V. 3235. Die Bureaus find geöffnet von Cine Schlafft. für 2 Herren b. Rudolph, hr Morgens bis 7hr Abends. Wilsnackerstr. 60. 228b Während dieser Zeit können sich die öblixte Schlafstelle für Herren bei arbeitsuchenden Personen in hea M Petschel, Urbanſtr. 102. 227b die Bureaus anstoßenden Sälen so lange aufhalten, bis ihnen Arbeit nachreundliche Schlafstelle bei Prehun, gewiesen ist. Die Gebühr beträgt 20 Pf. Veteranenstr. 21, Hof I. 3 Tr. 220 b Die Herren Arbeitgeber werden um Meldung der offenen Stellen ine Schlafstelle für Schuhmacher bei dringend gebeten. Achilles, Simeonstr. 6. 225b Der Vorstand Schlafſtelle zu verm. Kürassierstr. 5, des Zentralvereins f. Arbeitsnachweis. Merantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße. Dr. Freund, Magistratsassessor. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 145. Gegen die Kornzölle. In Sandhausen bei Oranienburg fand am 20. d. Mts. eine Protestversammlung statt, welche trotz des gräulichen Regenwetters doch stark besucht war. Genosse Franz Feldmann referirte in mustergiltiger Weise über:„ Die Kornzölle und die Reichsregierung". Trotz mehrmaliger Aufforderung des Vorsitzenden meldete sich kein Gegner zum Wort. Die Resolution des Parteivorstandes wurde einstimmig angenommen. Bei Verschiedenem fritisirten die Genossen Behrendt, Keller und Feldmann in scharfer Weise das von unseren Gegnern in Oranienburg beliebte Saalabtreiben. Lokale stehen uns jetzt in Oranienburg noch nicht zur Verfügung. Als solche Lokalinhaber, die uns ihre Säle nicht überlassen und bei denen auch keine Arbeiterzeitung ausliegt, wurden genannt die Herren Greiner, Schüßenwirth, Bredereck und Schwarz. Mit einem Hoch auf die Sozialdemotratie schloß die Versammlung. Jena. Am Sonntag, den 21. Juni, fand hierselbst im Gast hof Zur Krone" eine von über 200 Personen, worunter auch Frauen und Mädchen, besuchte öffentliche Voltsversammlung statt, in welcher Herr cand. phil. Beus- Berlin unter reichem Beifall über Die Getreidezölle und die Reichsregierung" referirte. In der Diskussion meldete sich ein Gegner zum Wort, welcher für den Deutschfreifinn eine Lanze brach; der Herr wurde jedoch vom Referenten gründlich abgefertigt. Hierauf wurde die von Seiten des Parteivorstandes vorgeschlagene Resolution einstimmig angenommen. Donnerstag, den 25. Juni 1891. * * 8. Jahrg. loser" Mann. Die Resolution des Parteivorstandes mit dem herzoglichen Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung verklagt und Bebel'schen Zusage wurde gegen 3( antisemitische) Stimmen an- wird man wohl den weiteren Verlauf der Dinge erfahren. genommen. Ferner beauftragte man das Bureau der Versammlung, die Resolution der sächsischen Staatsregierung, sowie dem Rathe und dem Stadtverordneten- Kollegium zu Zwickau zu übersenden, um die Aufhebung der Getreidezölle beim Bundesrathe zu erwirken. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Zur Eldorado- Rede des Herrn v. Vollmar schreibt die Münchener Post:„ Der„ Vorwärts" druckt in seiner zweiten Beilage den Bericht der Münchener Post" über die von Herrn von Vollmar im Eldorado gehaltene Rede ab mit dem Bemerken, daß unser Bericht wahrscheinlich nach der Redaktion des Herrn von Vollmar veröffentlicht sei. Demgegenüber müssen wir fonstatiren, daß Herr von Vollmar weder bei Abfassung des Berichtes mit gewirkt hat, noch an dem fertiggestellten Bericht Korrekturen vor genommen hat. Er stammt einzig und allein aus der Feder unseres Berichterstatters." Mannheim, 23. Juni. Die dieser Tage im Vorwärts" erwähnte Verhängung einer Hungerkur von 2 und 3 Tagen über einen Soldaten der hiesigen Garnison bezw. zwei Erfahreſervisten hat bereits eine wenn auch unseres Erachtens milde Ahndung ges funden. Die Schuldigen, ein Feldwebel, ein Unteroffizier und ein Gefreiter, sind zu 10- resp. 7- und 5 tägigem Arrest verurtheilt worden, ob mit Fasten wußte unser Berichterstatter nicht zu ergründen. " Heilbronn, 22. Juni. In Nr. 173 der Frankf. Zeitung" ( Morgenblatt) brüstet sich ein Korrespondent aus Heilbronn das mit, daß der Gemeinderath, entgegen dem Gutachten des„ landwirthschaftlichen Vereins" und der Handels- und Gewerbekammer bes schlossen habe, an die württembergische Regierung die Bitte zu richten, im Bundesrathe die zeitweise Herabsetzung der Getreidezölle zu befürworten. Dieser Antrag, eingebracht von dem ein zigen Sozialdemokraten auf dem Heilbronner Rathhause, Ge meinderath Kittler, wurde mit 8 gegen 7 Stimmen angenommen. Dafür stimmten außer dem Antragsteller noch einige Mitglieder der Volkspartei" und der Gemeinderath Huber von der Deutschen Partei". Der Vorstand des Demokratischen Ver eins" Heilbronn, Gemeinderath Martin Haag, stimmte gegen diesen Antrag. Hätte nun der Deutschparteiler Huber auch gegen diesen Antrag gestimmt, was man Bargteheide. Eine wunderbare Anklage hat die demselben von seinem politischen Standpunkte aus nicht Staatsanwaltschaft gegen unsern Genossen Werner erhoben. Be- hätte übel nehmen können, da die Deutsche Partei" Bemerkt sei noch, daß hier schon vor ungefähr 14 Tagen eine hufs Ankündigung einer Voltsversammlung waren hier türzlich von der Kouleur des„ Schwäbischen Merkur" ja zu allem zu haben Volksversammlung stattgefunden hat, in welcher der Reichstags- Plakate an verschiedenen Häusern angeklebt worden. Die An- ist, so wäre der Antrag Rittler mit 8 gegen 7 Stimmen abgeabgeordnete Dr. Harmening über die Kornzölle referirte. Die in fleber konnten nicht ermittelt werden. Jetzt hat nun der Staats- lehnt worden und zwar lediglich infolge der Abstimmung des dieser Versammlung angenommene Resolution forderte gleich- anwalt auf Antrag einiger Hausbesitzer, an deren Häuser Plakate Mannes, welcher berufen ist, an der Spize des Demokratischen falls die Aufhebung, mindestens Suspension betr. Zölle. angeklebt waren, gegen. Werner als Vorsitzenden des hiesigen Vereins" in Heilbronn zu stehen. Diese Thatsache ist bezeichnend Gera. Am 19. d. M. fand in der„ Reichstrone" eine Bolts- fozialdemokratischen Vereins Anklage wegen Auftiftung zur für die ganze demokratische Partei in Heilbronn selbst. Wenn Gera. Am 19. d. M. fand in der ,, Reichskrone" eine Bolts: ach beschädigung erhoben. Die gerichtliche Verhandlung die Mitglieder des Demokratischen Vereins" den Herrn Vorversammlung, besucht von 1500 Personen, statt, in welcher Sach statt, in welcher sitzenden Haag, auf solch grobe Programmverlegung hin, nicht Reichstags- Abgeordneter Stolle gegen die Getreidezölle sprach der Sache findet demnächst statt, aus ihrer Partei ausschließen, dann sind sie sammt und sonders und die bekannte Resolution angenommen wurde. feinen Schuß Pulver werth. Auf solche Mitglieder hat eine sich Desgleichen wurde eine Volksversammlung am 22. d. M. in Weida abgehalten, dieselbe war von 500 Personen besucht. Dr. demokratisch nennende Partei durchaus keine Ursache, stolz zu sein. Lütgenau referirte; die Resolution fand Annahme. Langenbielan. Am 20. Juni fand hier eine von 800 Männern und Frauen besuchte Volksversammlung statt, welche nach einem Referat des Genossen Aug. Kühn die Protestresolution des Parteivorstandes nebst dem Bebel'schen Zusaße einstimmig annahm. Auch wurde beschlossen, die Reichsregierung aufzufordern, den Reichstag sofort einzuberufen und demselben die Aufhebung der Getreidezölle vorzuschlagen. Semelingen, 23. Juni. Da uns hier noch kein Lokal zur Verfügung steht, so fand gestern Abend eine verhältnißmäßig gut besuchte öffentliche Versammlung im naheliegenden Sebaldsbrück und zwar im Lokale des Herrn Tegtmeyer statt. Der ReichstagsAbgeordnete J. Bruhns referirte. Die vom Parteivorstand vorgeschlagene Refolution wurde einstimmig angenommen. Althaldensleben, 21. Juni. Heute fand hierselbst eine von 300 Personen besuchte Voltsversammlung statt, in welcher Genosse offmann- Beiß über Die Kornzölle und die Reichsregierung" referirte. Eine Resolution, welche die sofortige Suspension und demnächst vollständige Aufhebung der Getreidezölle beantragt, wurde einstimmig angenommen. Nachmittags hatte eine Verfammlung in Neuhaldensleben stattgefunden, in welcher Genosse Hoffmann- Zeitz über„ Die zehn Gebote und die besitzenden Klassen" referirte. Besucht war die Versammlung von 500 Personen. Gegner waren tros Einladung nicht erschienen. V " Mühlhausen i. Thür., 19. Juni. Der Magistrat hat die Resolution der von 300 Personen besucht gewesenen Voltsversammlug folgendermaßen beantwortet: " Auf die Eingabe vom 6. d. M., eingegangen am 17. d. M., erwidern wir, daß es nicht Ausgabe der Stadtbehörden ist, sich mit Angelegenheiten politischer Natur, wozu die von Ihnen eingereichte Petition zu rechnen ist, zu beschäftigen, abgesehen davon, daß dieselbe an sich zwecklos ſein würde, da die Angelegenheit felbst inzwischen durch die im Landtage stattgehabten Verhandlungen als erledigt anzusehen ist. Der Magistrat. ( Unterschrift unleserlich.) Das Mörtchen erledigt" macht sich gut. Jm Uebrigen bedarf der Beschluß des Mühlhauser Stadtregiments feines Kommentars. zu " Lokales. Die vierte Delegirtenkonferenz der sozialdemokratischen Partei im 11. badischen Wahlkreis, welche am 21. Juni in Plankstadt stattfand, war ebenso zahlreich wie die letzte Konferenz in Weinheim besucht. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete die Aufstellung der Landtagswahl- Kandidaten für den 44. und 46. Landtags- Wahlkreis; man bestimmte für den 44. Wahltreis Genosse Frizz Köber- Mannheim und für den 46. Genosse Hänsler- Mannheim, vorausgesetzt, daß Letzterer die Wahl annimmt. Hierauf referirte Genosse Süßkind- Mannheim über das vorläufig für den 44., 45. und 46. Landtags- Wahlkreis aufgestellte Programm, welches von der letzten Delegirtenkonferenz her schon bekannt ist und in nächster Zeit erweitert und ausgebaut wird. Der Referent gab manchen beachtenswerthen Darmstadt, 24. Juni. Ter Mißerfolg, den der Staats- Fingerzeig, insonderheit für die Forderung auf unentgeltliche anwalt in dem Prozesse gegen den Landtags- Abgeordneten Müller Lieferung der Lehrmittel und in der Frage betr. Verstaatlichung gehabt hat, soll wahrscheinlich jetzt ausgeglichen werden. Müller der Apotheken. war als verantwortlicher Redakteur einer Reihe von Preßvergehen beschuldigt, hatte aber der Aufforderung, in dem Termine erfcheinen, auf Grund seiner Immunität, die ihm der Artikel 84 und nicht wie es in einer fürzlich im Vorwärts" des hessischen erschienenen Korrespondenz hieß, Artikel 83 Achtung! Im Kommissionsverlag von Karl Fr. Pfau in Gefeßes gewährt, feine Folge geleistet, weshalb gegen ihn die Vorführung beantragt wurde. Die II. Straftammer lehnte dies Leipzig ist das erste Heft einer Lieferung erschienen, die sich Ansinnen ab und das Ober- Landesgericht erklärte sich mit dem Entscheid einverstanden, indem es die gegen denselben eingelegte Ferdinand Lassalle's ausgewählte Reden und Schriften" betitelt. Beschwerde verwarf. Anders als eine Ausgleichung" jenes Miß-- Wir machen ganz besonders darauf aufmerksam, daß die hier Lübeck. Vor einer von 2300 Personen besuchten Versamm erfolgs läßt es sich jedenfalls nicht deuten, wenn, nachdem das erwähnte Ausgabe durch aus nichts mit der vom ParteiYung referirten die Reichstags Abgeordneten C. Frohme und Ober- Landesgericht die gefängliche Vorführung in eingehender vorstand veranstalteten gemein hat. Die einzig authentische Th. Schwart über:„ Die Getreidezölle und die Reichsregierung". Motivirung abgelehnt hat, nun der Staatsanwalt in den beiden Die vom Parteivorstand vorgeschlagene Resolution fand ein- Anklagen Termin auf den 11. Juli anberaumt, allerdings dies- Lassalle- Ausgabe ist die von uns angekündigte. stimmige Annahme. Die Versammlung fand im größten Lokale mal nicht vor der zweiten, sondern vor der ersten Strajkammer." Schüße mich vor meinen Freunden!" Mit der einLübecks statt, dasselbe darf aber nur die oben angegebene Zahl Wir wollen nicht in das richterliche Verfahren eingreifen, allein leitenden Bemerkung" Für die demokratischen Herren, welche ihr Personen ausnehmen. Die Lokale sind hier alle polizeilich gealle Juristen sind gespannt auf die Entscheidung der ersten aicht". Wenn Alle, die noch Einlaß begehrten, hineingekommen Straffammer, denn der Abg. Müller hat bereits an den Vor- Herabsetzen der Armee und der Offizierkorps nicht lassen können" wären, würde die Versammlung von mindestens 4000 Personen fizenden des Gerichtshofes die Mittheilung ergehen lassen, daß er einen Arbeiter bezw. zwei Knaben aus dem Wasser gezogen haben. bringt der Reichsbote" einen Bericht über zwei Offiziere, welche besucht gewesen sein. Straßburg i. E., 22. Juni. In Neumühl( Baden) fand den wir nicht verfehlen auf dieſe, für die hessische Verfassungs- erwiesen, daß er so ausdrücklich auf den„ Stand" der muthigen Retter hingewiesen hat. Man hebt nur hervor, was zu den Ausgestern behuss Stellungnahme zu den Getreidezöllen eine Ver- frage interessante Streitfrage zurückzukommen. nahmen gehört. Wenn die von Offizieren mit der blanken Waffe sammlung hiesiger Parteigenossen und Genoffinnen und zwar im Rheinland- Westfalen. Nachdem der Reichstags- Abgeordnete verübten Attentate auf unbewaffnete Bürger von der Presse herFreien statt, welche trotz des sehr ungünstigen Wetters und des weiten Weges( Neumühl ist zirka 2 Stunden von Straßburg ent- Ulrich- Offenbach am 21. Juni in Kreuznach, am 22. und vorgehoben werden, so beweist das, daß es beim Publikum fernt) sehr gut besucht war. Genosse Kalnbach aus Karls- 23. Juni in Koblenz und am 24. Juni in Kalt referirte, wird glücklicher Weise noch nicht zur Gewohnheit geworden ist, ruhe referirte unter stürmischem Beifall, namentlich das Verhalten er in weiteren Verlauf feiner Agitationstour in folgenden Orten den Difizieren Gelegenheit zu geben, sich für vermeintsprechen: am 25. in Köln, am 26. in Düsseldorf, am 27. in liche Beleidigungen auf ihre Weise Genugthuung zu verder Reichsregierung scharf fritisirend. Die von der Parteileitung vorgeschlagene Resolution wurde Krefeld; am 28. in Aachen im Kursaale. Von Aachen begiebt fchaffen. Wenn der Reichsbote" betonen zu müffen glaubt, daß sich der Genosse am 29. Juni nach Mettmann, am 30. nach daß es Offiziere" waren, welche ihrer Pflicht genügten und Gegner meldeten sich trotz Aufforderung nicht zum Wort. Ronsdorf. Am Mittwoch, den 1. Juli, findet in Barmen Ber- als des Schwimmens Kundige einem Ertrinkenden zu Hilfe Hierauf sprach noch Genosse Böhle über die Arbeiterpreffe. Eine fammlung statt, am 2. Juli in Hückeswagen, am 3. in Wermels famen, dann könnte man daraus schließen, daß derartige etwas unvorsichtige Aeußerung des letteren führte die Auflösung firchen, am 4. in Remscheid. Der 5. Juli Vormittags gehört Rettungswerke bei den Offizieren eine Seltenheit feien. Wir der Versammlung durch den Vertreter des Bezirksamts Kehl, der Elberfeld und am Nachmittag findet eine Versammlung in wollen nicht so boshaft sein, hier diesen Schluß zu ziehen. mit vier Gendarmen erschienen war, auf Grund des badischen Lennep statt. Den 6. Juli haben die Walder Genossen erbeten Aber wir können nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß es Vereinsgefezes herbei. Die Versammlung ging rubig ausein- und am 7. wird die Agitationstour mit einer Versammlung in bei einem Arbeiter, Kaufmann, Studenten u. s. w. feinem Menander, um sich im Saale des Gasthauses zur Sonne" wieder zu Ohligs beschlossen werden. Burscheid konnte man, weil die Ge- schen einfällt, die edle That eines Einzelnen zu einem Lob für vereinigen. Hier verlebten die Betheiligten noch einige Stunden nossen ebenfalls einen Sonntag wünschten, nicht berücksichtigen. Den ganzen„ Stand" auszubeuten. Es giebt ein Lob, das beEbenso Velbert, wo die Versammlung unter freiem Himmel statt leidigender ist als der schärfste Tadel. Darum schlägt auch ein gemüthlichen Beisammenseins. finden sollte. anständigen Kerl demjenigen, der ausdrücklich von ihm versichern Karlsruhe. Eine der großartigsten Versaminlungen, welche Das Kohlenrevier ist dem Abg. Molkenbuhr für die zu müssen glaubt, daß er noch keine silbernen Löffel gestohlen hat, je hier abgehalten wurden, war die am Sonnabend, den 21. ds., westfalische Reise übertragen. Derselbe dürfte sich längere Zeit ein Paar hinter die Ohren. in der großen Festhalle stattgehabte. Weit über 6000 Personen, daselbst aufhalten. Männer wie Frauen, waren herbeigeströmt, um gegen die BeiAus dem Rigdorfer Vereinsleben. Auf dem Gebiete behaltung der Getreidezölle zu protestiren. Die Genossen Karl Leopoldshall. Am 19. d. Mts., Nachmittags, wurde auch des Vereins- und Versammlungsrechtes hat sich Nixdorf einen Meist aus Köln und Dr. Rüdt- Heidelberg führten in über der anderweitige Beuge aus dem Märtens'schen Prozeß, K. Holy, absonderlichen Ruf erworben. Hier war es bekanntlich auch, wo zeugendster Weise den Beweis, daß die Getreidezölle nur zu verhaftet; derselbe ist Vater von drei Kindern. Es sind bereits eine Versammlung unter Berufung auf das Sozialistengesetz beGunsten einiger Weniger und zum Schaden der großen Masse, 15 Bengen ermittelt, welche der fraglichen Versammlung, in hördlich aufgelöst wurde, trotzdem dieses Gesetz bereits erloschen namentlich der Arbeiter, wirkten; deswegen sei es Pflicht eines welcher die inkriminirten Worte gefallen sein sollen, mit war. Der Vorstand der Freien Gemeinde zu Nixdorf hatte nu jeden gerecht denkenden Menschen, für die Abschaffung dieser beigewohnt haben und demnächst ihr Zeugniß abgeben werden. Den fühnen Versuch unternommen, zu veranlassen, daß die HandBölle zu agitiren. Es wurde hierauf die vom Parteivorstand Und dann wird es sich ja herausstellen, wer falsch ge- habung des Vereins- und Versammlungsrechtes feitens der Gendarmen zu Rixdorf mehr den allgemeinen Rechtsbegriffen entvorgeschlagene Resolution mit dem Zusatz: Die großherzoglich schworen hat. batische Regierung aufzufordern, ihre drei Bevollmächtigten zu Nun Etwas über das Vorgehen der Staßfurter Polizei- spreche; mit welchem Erfolge, darüber giebt der ziemlich umfangbeauftragen, einen Antrag auf Aufhebung der Getreidezölle im behörde. Zu der Verhaftung des Wieczerowski waren nur fünf reiche und interessante Schristwechsel zwischen dem Vorstande der Bundesrath zu stellen, einstimmig angenommen. Punkt 12 Uhr Schußleute erschienen resp. entfendet. Als W. das Polizeiaufgebot Freien Gemeinde und den verschiedenen Behörden Auskunft, dem Nachts wurde die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf übersehen konnte, deutete er den Beamten an, wie überflüssig wir das Nachfolgende entnehmen: Am 17. Januar 1891 hatte die Freie Gemeinde zu Rixdorf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. solches sei; wenn ein Kind mit dieser Ordre geschickt wäre, das hätte vollständig genügt, denn der Gedanke, daß die Wahrheit eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen einberufen, in welcher Herr Peus Vortrag hielt. In der folgenden Disfiegen wird, sei bei ihm gar zu mächtig. fussion nahm u. A. auch Genosse W. Krüger das Wort und führte aus, daß die Berliner Polizeibeamten eine beffere Gesetzeskenntniß hätten, als die Rixdorfer. Auf Grund dieser Aeußerung löste der die Versammlung überwachende Gendarm diefelbe auf wegen Beamtenbeleidigung. einstimmig angenommen. Meerane. In einer am 17. Juni stattgehabten, von min destens 1000 Personen besuchten Voltsversammlung, in welcher Reichstags- Abgeordneter W. Stolle über:" Die Getreidezölle und die Reichsregierung" sprach, wurde die von der Parteileitung vorgeschlagene Resolution einstimmig angenommen. Die Ehefrau des Bergarbeiters Holh ging am Sonnabend Nachmittag zum Amtsvorsteher Leopoldshall, um über event. Unterstützung aus Gemeindemitteln Information einzuziehen. Die Antwort soll ungefähr gelautet haben:" Ihr Mann ist SozialZwickan. Unter dem Vorsitz der Genossen Schmidt und demokrat und hat sich von solchen dummen Schustergesellen zum Eckstein fand im„ Belvedere" eine gut besuchte Voltsversammlung falschen Schwur verleiten lassen. Das fehlte gerade noch, solche statt, in welcher der Reichstags- Abgeordnete Julius Seifert über Leute zu unterstützen, die sich nach Bebel's Worte() zu richten die indirekten Steuern unter besonderer Berücksichtigung der Ge- scheinen, der gefagt hat, daß man ruhig falsch schwören lönne; treidezölle referirte. Seitens der Antisemiteu versuchte ein Herr da tönne ja so leicht nichts nach kommen." Frau Holz gab die dem von der Versammlung mit reichem Beifall ausgezeichneten entsprechende Antwort und wurde darauf aus dem Amtszimmer Referenten zu widerlegen. Der Antisemit blieb aber ein" glückgewiesen. Märtens hat nunmehr den Amtsvorsteher bei der In der Beschwerdeschrift, welche der Vorstand der Freien Gemeinde bezüglich dieser Versammlungsauflösung an das fönigliche Landrathsamt des Kreises Teltow richtete, heißt es diesbezüglich: "... Als einige rechtliche Aeußerungen über dieses ungefeßliche Verhalten des überwachenden Beamten laut Auf diese Beschwerdeschrift ertheilte nur der tgl. Landrath sind: des Kreises Teltow, gez. i. V. Hahlweg, Regierungsassessor, unterm 2. Februar 1891 folgenden Bescheid: Es verkehrten 1891 durchschnittlich täglich während 16 Stunden ( von 6 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends) wurden, sagte der Gendarm Mußte zu dem anderen Gen-| Privatfuhrwerke u. f. w. müßte statistisch erfaßt werden können,| Umschlag in den Witterungsverhältnissen, als Minima sich von barm: Wen ich aber jetzt faffe, den bringe ich zur Wache!" wollte man jenes Bild einigermaßen vollständig machen. Leider Norden her Deutschland näherten, welche mit lebhaften westlichen Darauf sprang derselbe von der Bühne in den Saal und find regelmäßige statistische Aufzeichnungen in dem genannten Winden starke Abkühlung, allmälige Trübung und vielfach stürmte in die denselben verlassende Menge hinein, faßte Umfange theils überhaupt nicht, theils nur mit so großen Kosten Regenfälle verursachten. Am niedrigsten war die Temperatur den ersten testen, der nichts gesagt hatte und notirte sich zu gewinnen, daß man sowohl in Berlin wie in anderen Groß- am 17., wo vereinzelt auch Schneefälle zur Beobachtung famen. denselben. In demselben Moment kamen drei Beamte aus städten von einer zahlenmäßigen Darstellung des Gesammtver- Von da an bis zum 22. machte sich allerorten wieder zunehmende dem Borsaal herein und stießen mehrere Personen an, so- tehrs Abstand nehmen muß. Dagegen haben zu gewissen Zeiten Erwärmung geltend, als an Stelle des bislang im Westen daß es nur der Besonnenheit des Publikums zu danken ist, an wichtigen Verkehrsmittelpunkten Zählungen( Stichproben) lagernden hohen Luftdruckes barometrische Minima traten, welche daß keine Erzesse vorkamen. Da eine Beamtenbeleidigung stattgefunden, die immerhin, verglichen mit älteren gleichartigen eine südwestliche Luftströmung bedingten. Späterhin war ganz nach dem Vereinsgeseze kein Grund zur Auflösung ist, Daten oder ähnlichen Angaben in anderen Großstädten, als Deutschland in das Gebiet des niedrigen Luftdruckes aufauch sonst keine Thatsache vorlag, die eine Auflösung ge- Maßstab für die Beurtheilung des Verkehrsumfanges gelten genommen, weshalb veränderliches Wetter mit unwesentlichen rechtfertigt hätte, ersuchen wir ein tönigl. Landrathsamt, tönnen. So ist erst im März dieses Jahres an einigen ausge- Temperaturschwankungen bis zum Monatsschlusse andauerte. die Beamten mit genaueren Instruktionen zu versehen, da wählten verkehrsreichen Punkten der Reichshauptstadt eine polizeimit fünftig unfere belehrenden Zwecke durch derartige Maßliche Ermittelung des Fuhrwerks- und Fußgängerverkehrs bewirkt Was wir kürzlich von dem Flieder bezüglich seiner Vernahmen nicht illusorisch gemacht werden." worden, deren Ergebnisse nach dem„ Reichs- Anzeiger" folgende wendung 2c. mittheilten, gilt auch vom Rhabarber. Auch ihm hat man noch nicht den Platz angewiesen, welchen er wegen seiner Verwendbarkeit in der Küche verdient. Sein Anbau lohnt bei einiger Pflege selbst auf mäßigem Gartenboden mit schönen Fuhr Erträgen, woneben er ja noch für unsere Gärten als eine werke der schönsten Zierpflanzen anzusehen ist. Es giebt Gegenden, wo man den Rhabarber wohl hier und dort in Gärten findet, 13 479 wo man aber keine Ahnung von seiner Verwendbarkeit hat und 10 016 doch haben seine Blattstiele, wie Obst als Kompot zubereitet, 8 823 einen solch erfrischenden, angenehmen, den Stachelbeeren ähn8 984 lichen Geschmack, daß man sich eigentlich wundern muß, daß wir 6 697 den Engländern das Geheimniß seiner Verwendbarkeit nicht 87 266 17 368 früher abgelauscht haben. Die Zubereitung der Blattstiele des 5 950 Rhabarbers als Rompot ist nun ja auch hier bereits genügend 9 984 befannt, als daß wir sie noch mal beschreiben sollten; weniger 5 702 bekannt dürfte aber die Verwendbarkeit der Rhabarber blüthe 82 955 13 449 fein; dieselbe, noch geschlossen( tolbenähnlich), entspricht, wie Blumenkohl zubereitet, vollständig diesem delikaten Gemüſe. 78 800 7861 60 234 11 345 " Die Beschwerde gegen die polizeiliche Auflösung der am 17. vorigen Monats daselbst stattgefundenen Boltsversammlung weise ich hiermit als unbegründet zurück. Die Auflösung der Versammlung war behufs Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung durch den( in der Bersammlung selbst entstandenen Tumult geboten. Die polizeiliche Maßregel rechtfertigt sich daher aus§ 10, 17 A. L.-R." II, Nach Erhalt dieses Bescheides richtete nunmehr der Vorstand der Freien Gemeinde in dieser Angelegenheit an Se. Exzellenz, den Staatsminister und Oberpräsidenten der Proving Brandenburg, Dr. Achenbach, eine Beschwerdeschrift, in welcher es nach Darlegung des obigen Sachverhaltes weiter heißt: " Daß die Auflösung sich nicht aus§ 10, II. 17 2. 2.-R. rechtfertigt, ist schon daraus zu ersehen, daß der be treffende Beamte die Versammlung nicht wegen Tumult, sondern wegen angeblicher Beamtenbeleidigung auflöste. Tumult ist vor der Auflösung auch von Niemand bemerkt worden, dagegen herrscht hier allgemein die Ansicht, daß das Berhalten der Beamten nach der Auflösung geeignet war, Tumult hervorzurufen. Da derartige Maßnahmen nicht geeignet sind, den Frieden zu wahren, sondern den belehrenden Zweck unserer Bersammlungen illusorisch zu Auf diese Beschwerdeschrift antwortete unterm 4. März d. I. der Königl. Regierungs- Präsident, gez. Graf Hue de Grais: " Ihre an den Herrn Ober- Präsidenten gerichtete, an mich zur Verfügung abgegebene Beschwerde vom 9. Februar 1891 wegen Auflösung der am 17. Januar 1891 daselbst stattgehabten Versammlung ist unbegründet, da die Ausführungen des ablehnenden Bescheides des Herrn Landraths vom 2. Februar d. J. für zutreffend zu er achten sind." machen u. f. w." Ein anderes Bild! Einer anderen an das Landrathsamt des Kreises Teltow vom Vorstande der Freien Gemeinde in Riydorf gerichteten Beschwerdeschrift entnehmen wir folgenden Sachverhalt: an der Ecke der Friedrichstraße und der Straße Unter den Linden in der Königsstraße, unter der Stadtbahn in der Alexanderstraße, Ecke Holzmarktstraße auf der Bellealliance- Brücke in der Großen Frankfurterstraße auf dem Potsdamer Plage in der Rosenthalerstraße an der Ecke der König. und Spandauerstraße auf der Oranienbrüde an der Ecke der Chaussee- und Invalidenstraße in der Leipzigerstraße, zwischen Kommandantenstraße und Spittelinarft in der Leipzigerstraße, zwischen Leipziger Plat und Wilhelmstraße durch das Brandenburger Thor Fußgänger 120 016 100 807 91 530 91 125 88 689 86 668 84 975 83 955 Der Artikel, den Ausflug der Arbeiter Bildungs-( Süd) Schule betreffend, ist wie folgt zu ergänzen: 43 070 8026 Der Ueberschuß der beiden verauktionirten Bilder betrug den Stellen eine gewisse Auskunft gegeben. Unter den auf dem Mauerstr. 18, behufs Uebermittelung an den Kassirer der ArbeiterUeber die Art des Wagenverkehrs ist wenigstens bei folgen- 37 W., welcher dem zweiten Vorsitzenden Herrn D. Meyer, Potsdamer Plazze verkehrenden Fuhrwerken befanden sich 3147 Bildungsschule übergeben wurde. Pferdebahn- Wagen und 5499 Droschken; von den Wagen, Summe den Vertrauensleuten von Tempelhof und Mariendorf zu welche die Ecke der Chauffee- und Invalidenstraße an den Stich dem bezeichneten Zweck übergeben wurde. Der Ertrag der Kranzsammlung betrug 21,55 m., welche tagen freuzten, waren durchschnittlich täglich 5893 Laftfuhrwerke, und unter den das Brandenburger Thor passirenden Verkehrswerth gedacht: Da schon die meisten Festtheilnehmer das Lokal Zum Schluß sei noch folgenden Vorfalles als erwähnens mitteln wurden 1523 Privat- Personenfuhrwerke gezählt. Leider scheint die neueste Verkehrszählung fast durchgängig früher verlassen hatten, so sammelten sich gegen 9 // 2 Uhr ca. 200 an anderen Punkten stattgefunden zu haben als die früheren Gr bis 300 Genoffen zum gemeinsamen Rückmarsch an und un. hebungen; so fehlen bei den bis jetzt bekannt gewordenen Er- marschirten fingend von Mariendorf durch Tempelhof nach Berlin. gebnissen des laufenden Jahres die meisten der in der folgenden, In Tempelhof vertrat ihnen ein wahrscheinlich durch den Gesang dem Magistratsberichte für die Jahre 1882-88 entnommenen Gingen zu verbieten. Die Genossen waren aber anderer Ansicht, aufgeregter Wächter der Ordnung den Weg, um ihnen das Zusammenstellung angegebenen Erhebungsstellen. Es wurden beobachtet schenkten ihm kein Gehör und zogen unter Gesang bis zur Bergtäglich mannstraße weiter, wo sie sich nach und nach vertheilten. während FuhrEin Schaffner während der Fahrt vom Zuge gefallen. Stunden werke Beim Billetabstempeln während der Fahrt ist gestern abermals ein Schaffner der Berlin- Potsdamer Eisenbahn zwischen Neu11 360 babelsberg und Nowawes- Neuendorf vom Zuge gefallen. Merkwürdigerweise hat derselbe dabei weiter feinen Schaden geim Jahre in der Leipzigerstraße, zwischen Jeru falemerstraße und Spittelmartt 1881 Leipzigerstraße, zwischen Leipziger Platz und Wilhelmstraße 1881 Friedrichstraße, zwisch. Behren " " 16 16 666633 19 9 und Taubenstraße 1881 16 "" Friedrichstr., zwisch. Dorotheenund Georgenstraße 1884 1883 1883 16 13 13 zwischen auf der Oranienbrücke " Jannowitzbrücke " Am 23. Februar d. J. war eine öffentliche Versammlung anberaumt, in welcher Genosse Mehner aus Berlin das Referat übernommen hatte. Dieses unterbrach der überwachende Beamte dadurch, daß er den Vorsitzenden aufforderte, den Redner nicht über Politik sprechen zu laffen, welcher Aufforderung jener sofort entsprach. Der Referent verwahrte sich dagegen, über Politik gesprochen zu haben und gab in furzen Worten darüber Belehrung, was Politik ist, und erhielt hierfür die Zustimmung der Versammlung durch ein schwaches Bravorufen. Da es in in der Gertraudtenstraße, Rixdorf schon vorgekommen ist, daß Versammlungen wegen Bravorufen aufgelöst sind, rührte der Vorsitzende die Klingel und forderte die Anwesenden auf, ruhig zu sein. Sofort trat die denkbar größte Ruhe ein. Da erhob sich der Beamte mit folgenden Worten: Wegen dieses großen Standals löse ich die Versammlung auf und fordere die Anwesenden auf, sofort den Saal zu verlassen, aber sofort! Raus! Raus! Raus!" Abgesehen davon, daß nach dem Vereinsgesetze Skandal kein Auflösungsgrund ist, wird ausdrücklich betont, daß wirkliche Ruhe herrschte, als der Beamte die Versammlung wegen Standals auflöste. Darauf antwortete der königl. Landrath, gez. Stubenrauch, unterm 6. März: " die Leipzigerstraße, zwischen Leipziger Platz und Wilhelmstraße " Jannowißbrücke " Oranienbrücke 1887 im 17 888 1878 1883 18 18 1883 18 1884 16 16 " Münzstraße, zwischen Grenadierund Kaiser Wilhelmstraße Gertraudtenstraße, zwischen Ger traudtenbrücke und Petrikirchplatz 1884 " 10875 9 036 nommen. Ein größeres Schadenfener hat in verflossener Nacht in Hohen- Schönhausen gewüthet. Dortselbst war um Mitternacht 6 246 die Scheune eines Bauernhofes gegenüber dem Rittergute in 4 734 Brand gerathen und in wenigen Minuten stand das geräumige 3 322 Gebäude, in welchem sich Ackergeräthschaften und Wagen befan den, in vollen Flammen. Die freiwilligen Feuerwehren von Weißensee, Pankow, Französisch- Buchholz u. s. w. waren zu greifende Feuer in Mitleidenschaft gezogenen Stallungen au Stelle und gelang es ihnen, die durch das schnell um sich Der Brand hat nicht unbedeutenden Schaden ange richtet. 4445 43 014 79 932 58 743 47 506 retten. Gertraudtenbrücke und Petrifirchplay Ueber den Fußgängerverkehr berichtet dieselbe Quelle: Es passirten: täglich während FußJahre Stunden gänger Haufe der Mohrenstraße ein angebliches Ehepaar H. ein in ber Doppelfelbstmord. Seit dem 5. d. M. bewohnte in einem 4. Etage gelegenes abgemiethetes Zimmer. Das junge Paar 35 836 welches sich schon seit längerer Zeit in Berlin aufhält und vorher in einem Hotel verweilt hatte, lebte sehr zurückgezogen und an scheinend auch in schlechten petuniären Verhältnissen. Gestern Abend gegen 1/212 Uhr wurden die Wirthsleute von Frau H. ge Ihre Beschwerde über den Gendarmen Kamenz zu Rigrufen und gebeten, doch schnell einen Arzt herbeizuholen, da sie dorf wegen Auflösung der Versammlung am 23. v. M. sich, wie Frau H. erzählte, mit ihrem Gatten vergiftet habe. Als weife ich als unbegründet zurück. Die Auflösung war vielum 12 Uhr der Arzt erschien, fand er den H. bereits todt vor, mehr durch das den Worten des Vortragenden folgende und neuere Angaben vorliegen, erstere auf den gleichen Beobach Boden wälzte. Auf dem Tische lag, neben einem an die Mutter Bringt man für die zwei Erhebungsstellen, für welche ältere während die junge Frau fich in trampfhaften Zuckungen auf dem Beifallsgebrüll, Hurrahrufen und Füßestampfen vollständig tungszeitraum von 16 Stunden, so hat im westlichen Theile der der Selbstmörderin adressirten Briefumschlag, eine Düte mit Ratten gerechtfertigt." Einer dritten Beschwerdeschrift des Vorstandes der Freien auf 60 234 oder um 21 999 Röpfe bezw. 571/2 pet., der Wagen- Arzt der Lebensmüden Gegenmittel eingegeben, tam biefelbe wie Leipzigerstraße der Fußgängerverkehr in 8 Jahren von 38 235 gift, von welchem die jungen Leute genossen hatten. Nachdem der Gemeinde zu Nixdorf entnehmen wir folgenden Thatbestand: Am 14. März war wiederum eine öffentliche Versamm 4,3 pet. zugenommen. Auf der Oranienbrücke steigerte fich der garnicht verheirathet sei, denselben in Rönigsberg kennen gelernt verkehr in zehn Jahren dagegen nur um 470 Gefährte oder der zur Besinnung. Die Unglückliche theilte mit, daß sie mit H. lung anberaumt, die abermals polizeilich aufgelöst wurde. Berkehr bei den Fußgängern von 71 051 auf 83 955 oder um habe und mit ihm alsdann nach Berlin gefahren sei. Weitere Die Beschwerdefchrift äußert sich darüber wie folgt: Als 12 904 Röpfe bezw. 18,2 pet.; bei dem Wagenverkehr trat fogar Mittheilungen konnte die Selbstmörderin, da sie inzwischen wieder die Referentin, Frau Henrich- Wilhelmi, ihren Vortrag be- in derselben Zeit eine Verminderung von 5826 auf 5702 oder ihre Besinnung verloren hatte, nicht machen. Sie wurde dann endet hatte, erhielt sie die Zustimmung der Versammlung um 124( 2,1 pct.) ein, eine Thatsache, die sowohl dadurch, daß nach der Charitee gebracht, wo sie gestern Mittag um 1 Uhr ge durch Bravorufe und Händeklatschen. Da erhob sich der die beiden Erhebungen in verschiedenen Jahreszeiten stattfanden, storben ist. Die Leiche des H. wurde nach dem Schauhause ge Beamte und löste die Versammlung auf. Trotzdem Bei wie durch die Aufhebung der Wochenmärkte auf dem Oranien- schafft. Aus vorgefundenen Papieren in dem H.'schen Zimmer fallsgebrüll, Hurrahrufen und Füßestampfen kein Auf- play, fowie durch die Eröffnung neuer Verbindungen zwischen war nur soviel zu entnehmen, daß der Selbstmörder, aus BartenLösungsgrund wären, betonen wir hiermit ausdrücklich, dem Südosten und den angrenzenden Stadttheilen erklärt stein i. Pr. gebürtig, gelernter Kaufmann und mehrere Jahre daß dergleichen nicht vorgekommen ist, daß auch keine werden kann. Störung der öffentlichen Ordnung zu befürchten war, bereits in einem Kolonialwaarengeschäft der Friedrichstraße thätig sondern daß die ganze Versammlung in größter Ruhe und Ordnung verlief." Der Königliche Landrath, gez. Hahlweg, Regierungs- Affeffor, antwortete auf diese Beschwerdeschrist wie folgt unterm 1. April rakter annahm. Ueber das diesjährige Maiwetter hat die Stat. Rorr." gewesen ist. Er hat dann in Königsberg i. Pr. tonditionirt und Angaben zusammengestellt, die sich auf Preußen beziehen. Die jungen Paares Hindernisse entgegengestellt, welche dasselbe zu nach den Beobachtungen des meteorologischen Instituts folgende daselbst seine Geliebte, die Tochter einer Hauseigenthümerin, Bertheilung der Wärme wies im vergangenen Mai eine ziemliche der Flucht nach Berlin veranlaßten, wo sich H. als Technifer fennen gelernt. Vermuthlich haben sich der Verbindung des d. J.: Auf die Beschwerde vom 16. v. M. wegen Auflösung den südöstlichen Landestheilen, wo sie bis zu 3 Grad über der das Geld ausgegangen und die Beiden haben den gemeinschaftVerschiedenheit auf; am höchsten war die Mitteltemperatur in polizeilich melden ließ. Wahrscheinlich ist dem Liebespaar hier der am 14. März cr. im Lokale des Gastwirths Hoffmann normalen lag. Auch sonst war es allgemein aut warm, allerdings lichen Tod beschlossen. zu Rixdorf stattgehabten Versammlung der Freien Gemeinde in viel geringerem Maße; nur an den Küsten des westlichen für Rixdorf und Umgegend erwidere ich Ihnen, daß die Norddeutschlands, sowie in der Moselgegend entsprachen die Auflösung der Versammlung zu Recht erfolgte, da das nicht Wärmeverhältnisse den vieljährigen Durchschnittswerthen voll der Schneider K. zum Opfer gefallen. K. war gestern auf dem enden wollende Beifallsgebrüll einen tumultuarischen Cha fommen. Charakteristisch ist die schnelle Temperaturabnahme nach Bahnhof eben erst mit dem Zuge angekommen, als ein Fremder Einem Schwindel ist auf dem hiesigen Potsdamer Bahnhof Der Rüste hin, besonders im Osten: von Schlesien bis nach der auf ihm zutrat und, Geldverlegenheiten vorschützend, ihm eine Sie hätten übrigens die Auflösung vermeiden tönnen, Ostsee betrug dieselbe etwa 6 Grad! wenn Sie, als der Gendarm sich erhob, den Versuch geDie Niederschläge waren im Allgemeinen nicht sehr erheb einer macht hätten, die Ruhe wiederherzustellen. Wegen diefer letzten beiden ablehnenden Bescheide ist je eine im Osten; doch führten diesen Ueberschuß hier überall gelegent Uhren vor, falls ihm noch 8 M. zugezahlt würden, und erwähnte lich. Uebertroffen wurde der Durchschnittswerth vorwiegend nur Uhr sei. Darauf schlug ihm der Unbekannte einen Tausch ber Uhr zu billigem Preise zum Kauf anbot. R. fagte, daß er sich Beschwerdeschrift an den Oberpräsidenten und wegen der drei Be- liche, in Begleitung von Gewittern niedergehende Regengüſſe dabei, daß ihm für die Uhr„ ein Handelsmann foeben den Preis scheibe eine solche an den Minister des Innern abgelassen abgelehnt habe." In Allie diese Beschwerdeschriften werden fummarisch erledigt fielen, d. i. zwei der gesammten Gewitter am 25. bezw. 22. zwischen 40 und 50 Millimeter Regen Augenblick trat ein dritter Mann auf den Schneider und den durch den Bescheid des Regierungspräsidenten vom 28. April d. I. Echneefälle tamen, abgesehen von den hochgelegenen Gegenden, diesen Worten entnehmen zu dürfen, daß die Uhr nicht für mir die Uhr für 11 M. überlassen?" Der Schneider glaubte aus Nun wie steht es? Wollen Sie Die an den Herrn Minister des Junern gerichtete, an nur in dem westlichen Theile der Rheinproving und in Hessen- 11 M. verfäuflich und werthvoller als seine eigene fei, handelte mich zur Verfügung abgegebene Beschwerde vom 16. März Nassau vor. In letzterer Proving war der am 17. stattfindende noch ein wenig und ging schließlich auf den Tausch ein und und 14. März 1891 zu Rigdorf abgehaltenen Versamm wenn auch nur für kurze Zeit, ein vollkommen vinterliches Aus: Besitze der Uhr befunden hatte, bemerkte er, daß sie still stand, 1891 wegen Auflösung der am 17. Januar, 23. Februar Schneefall allerdings so ergiebig, daß strichweise die Landschaft, zahlte noch 3,40 M. dazu. Nachdem sich R. 10 minuten im gerichtete Beschwerde vom 16. März 1891 wegen Auflösung anfangs noch eine Mächtigkeit von vielfach über 1 Meter hatten, trüger und der angebliche Handelsmann waren unterdeß vers schwunden, und es unterliegt keinem Zweifel, daß sie im Eindemzufolge der Wind von Westen nach Nord und weiter vorgestern Vormittag ein Mann Namens Frant, welcher angeb Zu einem Hauseigenthümer, welcher wiederholt durch nach Ost drehte. Während sich dieses Maximum nach Nordosten lich im Austrage eines Rentiers in Perleberg das Grundstück be worden. gezeichnet i. V.( Name unleserlich): Der Versammlungen vom 23. Februar und 14. März find waren zu Ende des Monats gänzlich abgeschmolzen. unbegründet, und die durch den töniglichen Landrath erDas sommerliche Wetter, mit dem der Mai begonnen theilten Bescheide zutreffend. Die Auflösungen erfolgten, batte, hörte mit dem 3. ziemlich unvermittelt auf, als nachdem durch bedenkliche Tumulte die öffentliche Ruhe ein Hochdruckgebiet von Südwesten her über die' Nordund Ordnung, zu deren Erhaltung die Polizei nach§ 10, fee und weiterhin über Tit. II A. L.-N. verpflichtet ist, gefährdet worden war. D Rixdorf, o Rigdorf, du wunderschönes- Dorf! Skandinavien verständniß gehandelt haben. fange Berlins schildern will, so genügt es nicht, zur Kennzeichnung rischem Wetter bis zum Beginne der 2. Dekade wesentlich wärmer. elegant aussah, sehr freundlich auf und sicherte ihm eine Provision Wenn man den Verkehr einer Großstadt von dem Um- Mitteleuropa ein; es wurde daher bei trübem, vielfach regne- nahm den angeblichen Herrn Frank, welcher im Uebrigen recht desselben nur die Zahl und Art der öffentlichen Verkehrsmittel Es blieb auch warm, als hoher Luftdruck, von Norden heran von 1000 Mart zu, wenn er den Verkauf an den wohlhabenden und der von ihnen beförderten Personen anzugeben; auch die rückend, sich über Mitteleuropa ausbreitete; nur erfolgte dabei Perleberger vermittele. Nachdem der Kommissionär, ein fchlant Menge der die Straßen paffirenden Fußgänger, Lastwagen, überall Aufklaren. Mit dem 14. aber vollzog sich wieder ein gewachsener Mann mit blondem Schnurrbart, in der Familie fehe ein gefrühstückt hatte, empfahl er sich höflichst mit der Zu ficherung, feinen Auftraggeber telegraphisch von diesem günstigen Resultat seiner Besichtigung zu benachrichtigen und spätestens am Gerichts- Beitung. diesem Termin müssen sich deshalb alle Vereine, welche auf die Vortheile, die geschlossen beitretenden Organisationen gewährt Dienstag früh an Ort und Stelle mit dem Käufer zu erscheinen. Westafrikanischen Gesellschaft haben eine ganze Reihe von Rivil- frei verfügen zu können, Statutenänderungen vorgenommen wer Die Serwürfniffe zwischen den Direktoren der Deutsch- werden, Anspruch erheben, in Filialen des Verbandes umgewandelt Kaum war aber der feine Herr verschwunden, so stellte sich haben. Da in vielen Vereinen, um über das vorhandene Vermögen Kaum war aber der feine Herr verschwunden, so stellte sich und Strafprozessen gezeitigt. Der frühere Direktor Karl Oskar ben müssen, so ist keine Zeit zu verlieren und wollen die Geheraus, daß mit ihm auch eine goldene Uhr und Kette, sowie ein fostbares Armband, welches die arglose Frau vom Hause auf Heinzelmann ist von seinem Mitdirektor Brückner der Unter- noffen deshalb unverzüglich an die Arbeit gehen. schlagung bezichtigt worden. Gestern stand in dieser Sache vor Genossen! Der Stongreß hat eine einheitliche Organisation Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich am Dienstag Nach mittag auf dem Langen See ereignet. Der Schiffer Malit aus Milow, welcher mit seinem Fahrzeug seit zirka acht Tagen daselbst vor Aufer liegt, wollte sich mittelst feines fleinen Handfahnes nach dem bei Adlershof belegenen Kaltwerk begeben; auf der Mitte des Sees hatte er das Mißgeschick, das eine Ruder zu verlieren, er steuerte deshalb sofort den Kahn zurück und bog sich mit dem Oberkörper aus demselben heraus, um mit der Hand das Ruder wieder aufzufischen. In demselben Augenblick bog um die Ecke vom Verbindungskanal her ein Schleppdampfer, der das Boot, ehe es verhindert werden konnte, an der Seite schleifte. Dabei gerieth der Schiffer zwischen die Wanten des Dampfers, daß ihm der Brustkorb eingedrückt wurde, und der Tod auf der Stelle eintrat. Die Leiche wurde vorläufig in einer Schiffs Labine untergebracht. Der Vorstand des deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Junge. Goldbach. Schlicke. Versammlungen. einem Tische im Zimmer hatte liegen lassen, verschwunden waren. Der 89. Abtheilung des Schöffengerichts die Hauptverhandlung für alle Metallarbeiter Deutschlands beschlossen. Den Verband Alle Nachforschungen nach dem frechen Kunden sind bisher er- an. Bei der Gründung der genannten Gesellschaft machte der folglos geblieben. Angeklagte zunächst eine Einlage von baar 15 000 m., für weitere die Angriffe des Unternehmerthums, zum Schußwall gegen Unterzu dem zu machen, was er sein soll, zu einem Bollwerk gegen eingezahlte 5000 m. erhielt er Antheilscheine und außerdem will drückung und Uebervortheilung und zur kräftigen Stüße in dem er als Sicherheit eine Hypothek von 7000 m. hinterlegt haben. Bestreben eine bessere Lebenshaltung zu erringen, das ist Eure Später wurde die bis dahin stille Handelsgesellschaft in ein Attien Aufgabe. Sie kann nur gelöst werden, wenn sich alle Genossen unternehmen umgewandelt, wobei Zeichnungen zum Gesammt dem Verbande anschließen. Was an uns liegt, wird nicht verum das in uns Vertrauen gesetzte betrage von 360 000 W. geleistet wurden. Da sich herausgestellt hatte, säumt werden, zu rechtfertigen. Lassen wir alle Bedenken fallen, die daß die Gesellschaft bisher mit Verlust gearbeitet hatte, so mußten sich die Inhaber der Aktien gefallen lassen, daß der Werth der vielleicht einer oder der andere der Genossen noch gegen die neue felben um 40 pet. herabgesetzt wurde und Heinzelmann's Ein- Organisation hegen mag, und behalten wir das eine Ziel im lage von 20 000 Mart hatte somit bei Umbildung zur Komman- Auge: das Wohl und das Gedeihen des deutschen Metallarbeiterditgesellschaft nur noch einen Werth von 12 000 Mart. Da jeder Verbandes. Hoch unserer Organisation! Stuttgart, den 22. Juni 1891. der beiden persönlich haftenden Gesellschafter statutenmäßig für 17 000 Mark Aktien übernehmen mußte, so hatte Heinzelmann also 5000 Mark nachzuzahlen. Wie der Angeklagte behauptet, hat man ihn aus dem Vorstande verdrängen wollen und deshalb mit Uebergehung seiner Person eine Generalversammlung einberufen. Um bei dieser Versammlung indirekt einen Einfluß ausüben zu können, soll der Angeklagte awei Stück Aftien à 1000 Mart sich aus dem Geldschranke der Gesellschaft und dieselben an zvei Bekannte weiter angeeignet gegeben haben, welche dadurch das Stimmrecht erwarben. Für Die 17 000 Mart betragende Einlage des Angeklagten waren ihm die 17 Attien Nr. 410 bis 426 eingetragen worden, die beiden Aktien, die er sich aneignete, trugen die Nummern 475 und. 476 und waren auf die Namen anderer Beichner eingetragen. Diese haben den Direktor Brückner für die Lieferung der Attien verantwortlich gemacht und derselbe will den Verlust von 2000 m. persönlich getragen haben. Der Angeklagte behauptete dagegen, daß sein Guthaben bei der Gesellschaft mehr betrage, wie der Werth der beiden Aktien und daß er berechtigt gewesen sei, sich Auf eine hinterliftige Weise ist am Dienstag ein armer diefelben anzueignen. Er hat gegen Brückner eine Gegenanzeige Droschtenkutscher um den Fahrpreis geprellt worden. In später eingereicht, worin er denselben der Unterschlagung von 4000 W. Abendstunde kamen zwei junge Leute im Alter von 20 Jahren beschuldigt, der Staatsanwalt hat es aber abgelehnt, die Anklage zu auftragten ihn, fie nach der Landsberger Allee zum" Elysium" zu schaft Beschwerde eingelegt. Außerdem schwebt noch, wie der Vertheifahren. In der Nähe des Bieles der Fahrt rief dem Rutscher Diger, Rechtsanwalt Dr. Jvers, mittheilte, gegen beide früheren ein Vorübergehender zu, daß einer seiner Wagenschläge offen stehe. Direttoren, Brückner und Heinzelmann, sowie gegen den AufsichtsDer Kutscher ahnte nichts Gutes und sprang schleunigst vom Bock. rath der Gesellschaft ein Verfahren wegen Uebertretung des Als er in den Wagen schaute, fand er ihn leer; die Vögel waren Aktiengesetzes. In der gegen Heinzelmann verhandelten Sache ausgeflogen. Im Elysium, wo dieselben absteigen wollten, wußte wurde der Bücherrevisor Schmidt als Sachverständiger verman von ihnen nichts, und es ist deshalb anzunehmen, daß die nommen. Derselbe begutachtete, daß der Angeklagte keineswegs Fahrt eine abgetartete Sache gewesen ist. Ein schwerer Unglücksfall, der den Tod eines Menschen zur Folge hatte, trug sich dieser Tage auf dem städtischen Riesel gute Malchow zu. Daselbst war bei dem Schulhausneubau der Klempnermeister Johann Gahrmann mit dem Anfertigen von Klempnerarbeiten beschäftigt und befand sich auf der ersten Balkenlage; plötzlich glitt er infolge eines Fehltrittes aus und stürzte bis in den Keller hinab. G., welcher sich verschiedene Bein- und Rippenbrüche zugezogen hatte, wurde nach seiner in Lindenberg belegenen Wohnung überführt. Nach Ansicht des Arztes war Hoffnung auf Wiedergenesung vorhanden; am Montag jedoch verschlimmerte sich sein Zustand derartig, daß ein Herzfchlag plöglich seinem Leben ein Ende bereitete. VI. Generalversammlung des Unterstützungsvereins deutscher Buchdrucker. Morgenfißung. Eröffnung 9 Uhr. wofern Die Berathung der Abänderungsanträge zum Vereinsstatut wird fortgesetzt. Der Antrag Berlin, es solle den Maschinenmeistern wie auch den Schriftgießern als Vereinsmitgliedern ge staltet sein, behuss Vorberathung ihrer technischen und tariflichen Angelegenheiten örtliche Vereinigungen zu bilden, deren Statuten denen des Unterstützungsvereins angepaßt würden, wurde nach einer längeren Debatte abgelehnt, bagegen ein anderer Antrag Berlin angenommen, wonach die den Ort, beziehungsweise den Gau wechselnde Mitglieder ihre Anmeldung unter Beifügung des Duittungsbuches innerhalb drei Tagen zu bewirken haben; etwaige Ansprüche auf Rechte vor dieser Anmeldung sollen ausgeschlossen sein. Zur Frage der Unterstützung waren zahlreiche Anträge eingelaufen, welche die Erhöhung der Unterstützung forderten. Der Hauptverwalter Beyer- Berlin gab einen ausführlichen Bericht über die Lage der Unterstützungskasse und konstatirte, daß im verflossenen Jahre 172 081,50 m. an Unterstützung gezahlt worden find und zwar an Reise- Unterstützung 79 172,70 W., an Arbeitsdas Recht hatte, sich die beiden Aktien anzueignen, da sie für ihn losen- Unterſtüßung 56 394 M., an sonstigen Unterstützungen 36 310 M. und an außerordentlichen Unterstützungen 204,80 M. Der Vorsitzende Döblin fnüpfte hieran Ueber einen Raubmord telegraphirt die Staatsanwalt. fremdes Eigenthum waren. In dem Aktienbuche seien auch andere Personen als Inhaber der beiden Aktien aufgeführt gewesen und schaft Görlitz der hiesigen Kriminalpolizei Folgendes: Vorgestern diesen mußten die Papiere auf Verlangen jederzeit ausgeliefert werden die Bemerkung, daß das verflossene Geschäftsjahr ein außer Vormittag zwischen 10 und 12 Uhr ist in dem Fleischerladen können. Der Angeklagte behauptete, daß das Buch, auf welches der ordentlich günstiges gewesen sei, da die Arbeitslosigkeit infolge ihres Sohnes in Burghammer( Kreis Hoyerswerda) die Wittwe Tapolinsky ermordet worden. Das zur Tödtung benukte In- Bücherrevisor seine Angaben stüße, garnicht das richtige gewesen der einigermaßen günstigen Geschäftsverhältnisse weniger hervor strument ist wahrscheinlich ein Hammer, und, es sind aus dem sei, man habe ihm nur eine Kopie vorgelegt. Der Sachverständige getreten fei; die Kasse habe infolge dessen auch einen ziemlich räumte dies ein, man konnte ihm damals kein anderes geben, günstigen Bestand aufzuweisen. Die zahlreich gestellten Anträge Geschäft 260 M. in Gold, 45 M. Kleingeld, ein dunkles Porte- weil das Buch mit dem Originalverzeichniß der Aktieninhaber ließen zwar erkennen, daß der Wunsch nach Erhöhung der Untermonnaie mit Kugelverschluß, in welchem sich wahrscheinlich eine damals bei der Staatsanwalt gewesen sei. Der Angeklagte stübung ein allgemeiner sei; jedoch müsse man sich hüten, die Denkmünze mit dem Bild Kaiser Friedrichs befand, geraubt worden. Außerdem haben die Thater zwei Seiten Spect los- behauptete ferner, daß er eine Fälschung der Bücher bei der Erhöhung allein nach dem verflossenen Geschäftsjahr zu begroßen Feindschaft des Zeugen Brückner gegen ihn, nicht für messen. Nach langer Debatte wurde beschlossen, die Berathung geriffen und mitgenommen. Von denselben fehlt jede Spur. ausgeschlossen halte. Bei dieser Sachlage bestand der Wertheidiger so vorzunehmen, daß man über die Unterstützung 1. der ReifenSchließlich gelangte folgender Antrag des Vorstands, zu niffe jenes fahrenden Völkchens, das unsere Volkslokale be- der beiden Bücher mit dem Verzeichnisse der Aktionäre, um durch dessen Gunsten die weiteren Anträge zurückgezogen worden waren, Einen intereffanten Einblick in die Geschäftsgeheim auf Bertagung des Termins und auf sofortige Beschlagnahme den, 2. der Arbeitslosen, 3. der Gemaßregelten verhandle. § 5 Absatz 4. Die Entrichtung von mindestens 13 bezw. 50, Zentralorgans reifender Schausteller, Artisten und Berufsgenossen". zustellen, ob der Verdacht des Angeklagten begründet sei. Der zur Annahme: Es ist eine bekannte Thatsache, daß alle diese Glückbuden-, Gerichtshof glaubte, dem Angeklagten diesen Entlastungsbeweis einer Reise Unterstützung von täglich 0,75, bezw. 1,00, bezw. Schießhallen, Karouffelbefizer, Schnellphotographien u. dgl. nicht abschneiden zu sollen, sondern verfügte nach dem Antrage bezw. 150 Wochenbeiträgen berechtigt arbeitsuchende Mitglieder zu 1,25 M. auf die Dauer von 40 Wochen( 280 Tagen). meist so gute Geschäfte machen, daß sie nach einigen Jahren des Vertheidigers. ruhelofen Wanderns in ein behagliches Privatleben sich zurüc Absatz 5. Die Entrichtung von mindestens 100 bezw. Einen kostbaren Fund machte der 15jährige Bäckerziehen können, und in der That, der Verdienst dieser Leute istlehrling Heinrich 23eiß, als er in der Frühe bes 29. April 150 Wochenbeiträgen berechtigt arbeitslose Mitglieder zu einer ein ganz respektabler. Wer hätte nicht schon einmal zum Würfel Badwaare zu den Kunden trug. Auf dem Kurfürstendamm Tag Ortsunterstützung von täglich 1,00 bezw. 1,25 Mark auf becher gegriffen, wenn man für 10 Pf. allemal" gewinnt, und doch ein Ring mit einem wasserhellen Steine. Der Finder hielt ihn die Dauer von 20 Wochen( 140 Tagen) und für die weiteren tosten die Sachen, die hier ausgespielt werden, dem Glücksbuden befizer pro Groß nur 1 M., pro Stück noch nicht einen Pfennig. für unecht und nur etwa 50 B werth. Er schenkte denselben 20 Wochen( 140 Tage) zu der vorbezeichneten Reise- Untereinem Mädchen, welches ihm jeden Morgen einem seiner Frühstüßung." 10 Pfennig- Artikel, die mit 2 und 212 Pf. bezahlt werden, sind stücksbeutel abnahm. Noch an demselben Tage erschien durch die Bevor man zur Berathung über die Unterstützung der Gemaßschon wahre Prachtstücke. Jene kostbaren" Alabaster- Tischlampen, welche die glücklichen Gewinner mit besonderent Stolz Anschlagsäulen eine Aufforderung an den ehrlichen Finder eines regelten überging, wurde folgende, vom Vereinsvorstand einin der Gegend des Kurfürstendamms verloren gegangenen gebrachte Resolution angenommen:" Der Vorstand wird erheimtragen, haben einen Einkaufswerth von 75 Pfennig, und jene Ringes, denselben gegen Belohnung abzugeben. Der Werth des mächtigt, den Zeitpunkt, von welchem ab die von der Generalprächtigen„ Majolika- Tischlampen mit Tulpen", die als besondere Ninges betrug 400 M. Diese Anzeige tam auch zu den Ohren versammlung beschlossene erhöhte Unterstützung einzutreten hat, Schaustücke hinter dem Glücksrade prangen, sind schon für 2 Mt. der Dienstmagd, die ihrer Herrschaft von dem Geschenke des im Einverständniß mit den Gauvorständen festzusetzen." Hierauf wurde die Versammlung auf 3 Uhr vertagt. 25 Pfennig fäuflich. Die„ tlugen Frauen", die der neugierigen Bäckerlehrlings Mittheilung machte. Dadurch kam die Sache Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen berieth die Verjungen Welt in wohlverschlossenem Kouvert das Bild des oder der Zukünftigen geheimnisvoll überreichen, bezahlen 5000 dieser zur Kenntniß der Behörde, der Bäckerlehrling erhielt eine An der Zukünftigen geheimnißvoll überreichen, bezahlen 5000 diefer flage wegen Fundunterschlagung und gestern ertheilte die 92. Ab- sammlung zunächst über eine höhere Unterstützung für GemaßBilder wohl assortirt" mit 60 Mart. Verlangt die Wahr- flage regelte. Während einige Redner sich im ganzen ablehnend verhielten, sprachen die meisten, für die Erhöhung. Zur Annahme fagerin nur" junge" Herren und Damen, so muß sie freilich für theilung des Schöffengerichts demselben einen Berweis. das Tausend schon 20 Mart anlegen, kann dann aber sicher Der Böttchergeselle Paul Kugler wurde gestern durch gelangte folgender Antrag des Vorstandes: Bei Arbeitslosigkeit infolge von Durchführung und Auffein, ihre Kunden wahrhaft glücklich zu machen. Schnellphoto- Urtheil der ersten Straffammer des Landgerichts I zu einer Ge der vom Vereine anerkannten Arbeitsgraphen haben pro Riste" Ferrotypplatten 50 Mark zu zahlen. fängnißstrafe von vier Monaten verurtheilt, weil er sich am rechterhaltung erhalten die an den Ort gebundenen Jede„ Riste" enthält 200 solcher Platten. Rouverts für Schnell- Wirthshaustische in beleidigender Weise über den Kaiser ge- bedingungen Mitglieder ohne Rücksicht auf die Steuerzeit eine Unterphotographien, domförmig und in schönen Farben", toften pro äußert hatte. 2 Mark Dauer stüßung von täglich auf die 1000 nur 6 Mart, und die eleganten Glasrahmen, die die Schnell„ Leichenfledderei" hat dem Schleifer Johann Dom- 10 Wochen( 70 Tagen). Die innerhalb der ersten Woche auf die photographen zu ihren Bildern verkaufen, sind schon mit 11 Mark pro Groß zu haben. Natürlich müssen auch die Schnell browsti, welcher gestern dieserhalb wieder der 3. Straftammer Reise gehenden Mitglieder erhalten eine von dem betr. Gauphotographen mit der Zeit gehen und das Magnesium- Blitzlicht des Landgerichts I vorgeführt wurde, schon wiederholt Vor- vorstande im Einverständniß mit dem Vereinsvorstande festzuist auch auf dem Jahrmarkt keine feltene Erscheinung mehr. Die strafen eingetragen. Am Abende des 4. Mai hatte der Tischler stellende einmalige Unterstützung zur Abreise. Sache ist auch nicht unerschwinglich für die Leute, denn eine der- Man sich auf eine Bank im Thiergarten niedergelassen und war Für den Bezug der Reise- oder Ortsunterstützung von 1,25 M. artige Bliz- Lichtlampe, speziell für Schnellphotographie" ein- dabei in einen leichten Schlummer gefallen. Er wurde dadurch kommen die an gegenseitige Vereine geleisteten Beiträge nicht in gerichtet, foftet nur 17 M. Sehr beliebt für Schaustellungen sind geweckt, daß er eine fremde Hand in seiner Tasche spürte. So- Anrechnung, so lange die gegenseitigen Vereine die gleiche Unterjetzt die Grammophone, die mit 42 M. bezahlt werden müssen, fort die Situation beherrschend, verharrte er noch einige Sekunden stützung nicht gewähren." fich aber tausendfältig verzinsen.- Panoramagemälde werden in unbeweglicher Nuhe, bis der Dieb im Wegrisse war, seine " von Ebenso wurde nachstehender Antrag angenommen:„ Die Ausnach laufendem Fuß berechnet, in„ bester Ausführung" ist der Hand mit dem Portemonnaie des Man aus dessen Tasche zu schließung eines Mitgliedes erfolgt auf Antrag der Mitgliedschaft Fuß mit 5 M. zu bezahlen. Für Wachsfiguren- Rabinets bestehen ziehen. Mit schnellem Griffe faßte Man die Hand des Diebes durch den Gauvorstand, wenn dasselbe a) den Bestimmungen des unter Anderem in München großartig eingerichtete Werkstätten und rief um Silje, die auch sofort zur Stelle war. Dieser miß- Statuts und den statutarischen Anordnungen des Vorstandes nicht mit" Dampf- Wachsgießereien", Bossir- Ateliers, Gipsformereien, glückte Versuch trug dem Angeklagten wiederum eine Zucht- Folge leistet; b) dem jeweilig giltigen Tarif zuwiderhandelt oder freimechanischen Wertstätten u. f. w. Kanonen- Billards, für zwanzig hausstrafe von fünf Jahren ein. Personen zum Spielen eingerichtet, werden für 500 M. aus geboten. Ein gutes Geschäft machen auch die Händler mit fogenannten„ Bugartifeln". Die fidelen Klowns", jener amüsante und gern getaufte Scherzartikel zum Aufziehen, fostet pro Gros nur 10,20 M. Man ersieht daraus, wie„ Gelt" bei diesem Handel gemacht werden kann. willig einer Vereinigung angehört, welche entgegengesetzte Prinzipien verfolgt; c) Handlungen begeht, welche die Interessen des Vereins zu schädigen geeignet sind." ( Fortsetzung folgt.) des Vereins zu schädigen geeignet sind." Metallarbeiter. Ein schwerer Verbrecher wurde gestern unter sicherer Be. gleitung von Köln a. Rh. nach Berlin transportirt, um sich hier vor der I. Strafkammer des Landgerichts I wegen verschiedener, im Jahre 1887 begangener Einbruchsdiebstähle zu verantworten. Es war der Tischler Hermann Bauer, welcher sich längere Eine öffentliche Versammlung aller in der Metallindustrie Zeit den Nachforschungen der Behörde zu entziehen gewußt hat. beschäftigten Arbeiter fand am Sonntag den 21. Juni, Vormittags Polizeibericht. Am 23. d. M., Vormittags, wurde ein Vor kurzer Zeit wurde er in Köln wegen eines dort begangenen 11 Uhr, unter dem Vorsitz des Kollegen Petzold statt. Vor dem Rentier in seiner Wohnung, in der Lottumstraße, erhängt vor schweren Diebstahls zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurtheilt Eintritt in die Tagesordnung theilte derselbe mit, daß die heutige gefunden. Mittags durchschnitt sich ein Arbeiter in feiner und bei dieser Gelegenheit wurde entdeckt, daß Bauer noch ein Versammlung vorläufig die letzte sei, welche Sonntag Vormittags. Wohnung, Swinemünderstraße Nr. 3, die Pulsader an der linken ansehnliches Konto mit der Berliner Behörde zu begleichen hatte. stattfinde; mit Rücksicht auf das schöne Wetter fet es gerathen, Hand mittelst Rafirmessers. Er wurde nach der Charité ge- Es handelte sich um Einbruchsdiebstähle, die mit außerordentlicher die Versammlungen zu einer anderen Zeit abzuhalten. Hierauf bracht. An der Ede der Brunnen- und Elsasserstraße gerieth Berwegenheit begangen waren. Der Gerichtshof belegte den An- erstattete Kollege Gerisch als Delegirter des dritten in Frant zu derselben Zeit ein sechsjähriger Senabe unter die Räder einer geklagten mit einer Zusatzstraße von acht Jahren sechs furt a. M. stattgehabten Metallarbeiter KonDroschke und erlitt aufcheinend bedeutende innere Berlegungen, Monaten Zuchthaus, so daß er jetzt eine Gesammtstrafe gresses über denselben folgendermaßen Bericht: Wenn man die daß er nach dem St. Hedwigs Krankenhause gebracht werden von zwölf Jahren Zuchthaus zu verbüßen hat. Soziale Uebersicht. Berhandlungen und Ergebnisse des letzten Metallarbeiter- Rongresses in wenig Worte zusammenfassen wolle, daun könne man mußte. Als Nachmittags der Rutscher Schmeister mit einem sagen, daß dort zum Abschluß gebracht wurde, was bereits vorbeladenen Steinwagen vom Kurfürstendamm in den in der Umher vollzogene Thatsache war. Es war für Jeden, der die Bea pflasterung begriffenen Theil der Kurfürstenstraße einfuhr, fiel er infolge eines Fehltrittes zur Erde und wurde von seinem Wagen wegung der deutschen Metallarbeiter verfolgte, zweifellos, daß auf diesem Kongresse eine Bentralisation beschlossen überfahren. Er wurde dabei an den Beinen so schwer verletzt, daß seine Ueberführung nach dem Elisabeth= Krankenhause erAn die deutschen Metallarbeiter. Bezugnehmend auf werden würde, und auch über den Charakter dieser forderlich wurde. Zu derselben Zeit wurde ein Klempner in das in Nr. 25 der Deutschen Metallarbeiter- Zeitung" veröffent Bentralisation tonnte fein Zweifel bestehen. Uns Berliner Dele feiner Wohnung, in der Rheinsbergerstraße, erhängt vorgefunden. lichte Statut bringen wir den Genossen zur Kenntniß, daß der girten war durch die in der öffentlichen Versammlung vom Um 23. d. W. und am darauffolgenden Morgen fanden vier Verband fonstituirt und die Wahl der Beifizer vollzogen ist. 19. April angenommene Resolution unfer Verhalten klar vorBrände statt. Damit hat der Verband der deutschen Metallarbeiter seine Wirt geschrieben, und wir gaben daher zur Organisationsfrage eine famkeit begonnen, und ergeht nunmehr an die Genossen in ganz Erklärung ab, die den Sinn jener Resolution wiedergiebt. Redner Deutschland das Ersuchen, unverzüglich sich demselben anzuschließen. bespricht hierauf den von der Reiseunterstützung handelnden ParaLaut Rongreßbeschluß beginnt die Unterstützung nach den im graphen des Verbandsstatuts, da derselbe auch für Mitglieder Statut festgefeßten Normen mit dem 1. August d. J. Bis zu anderer Organisationen von Wichtigkeit ist. Es sei nothwendig " Briefkaffen der Redaktion. und selbstverständlich, daß hierin das alte Verhältniß weiter be- Iglieder hatten hatten sich gemeldet die Kollegen Paul Dyhring, wird durch Umsteigen bewirkt, die Personenzüge haben nur geringe stehen bleibe, indem man den zureifenden Kollegen, die bisher Prinz Eugenstr. 19; Otto Bußow, Stralauerstr. 10; Friß Verspätung erlitten. Ein Nothgeleise wird hergestellt und dürfte verschiedenen Organisationen angehört haben, in Zukunft Sodtke, Rommandantenstr. 77-79; Hilfert, Naunynftr. 16; bis Mittag fertig sein; von da ab ist der Betrieb zwischen Natel aber hauptsächlich dem Zentral Verbande angehören werden Wilhelm Seidel, Grenzstr. 16, Heinrich Sachs, Markgrafen- und Walden eingleifig. Der Grund der Entgleisung war ein Reise- Unterstützung zahlt. In gleicher Weise werde der Zentral- straße 102; Gustav Buchholz, Wörtherstr. 51 und nachträglich Wolfenbruch, durch welchen auf einem zur Bahn abfallenden Wege verband den Mitgliedern der Berliner Organisation gegenüber zur Wiederaufnahme Luhm, Brandenburgstr. 11. Die Kollegen eine Sandmasse etwa 10 Centimeter über die oberste Schienenverfahren. Es bedürfe dazu gar keines Vertrages, weil ein Sodtke und Hilfert waren persönlich nicht erschienen und fonnten tante in das Geleise geworfen wurde. folches, auf Gegenseitigkeit beruhendes Verhältniß sich ganz von deshalb nicht aufgenommen werden; die Aufnahme der anderen selbst ergebe. Von Wichtigkeit sei aber die Bestimmung im wurde vollzogen. Hierauf wurde für die nicht beim StiftungsVerbandsstatut, wonach in Zukunft nur diejenigen Kollegen fest erschienenen Mitglieder die Liste zum Maifonds nochmals in Reife- Unterstützung erhalten, welche einer Organisation 6 Monate Umlauf gesetzt; das Erträgniß belief sich auf 14,50 M. Nachangehört haben, während die Karenzzeit bisher allgemein nur dem einige interne Vereinsangelegenheiten und der Fragekasten 3 Monate betrug. Noch einschneidender sei die obligatorische erledigt, ferner noch bekannt gemacht worden war, daß mehrere Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht ertheilt. Einführung der Metallarbeiter Zeitung". Wenn man auch Mitglieder für Dienstag den 7. Juli eine kleine Herrenpartie nach zugeben müsse, daß eine Reihe gewichtiger Gründe für Mariendorf beschlossen hätten, zu welcher sich Theilnehmer aus Schriftführer Scholz, hier. Blieb nur wegen Playdas Obligatorinm sprächen, so würde diese Bestimmung Often bei Spiedermann, aus Süd- Ost bei Ziemer und aus dem mangels fort. doch den Kollegen in den Großstädten eine harte Nuß zu knacken Norden bei Hermerschmidt melden möchten, wurde die Versamm- P. Heitmann, hier. Die Angelegenheit ist unter der Hand geben. Eine weitere Konsequenz der Beschlüsse des letzten Kon- lung geschloffen. geregelt worden. greffes sei die Aufhebung des Vertrauensmänner- Systems für R. 2. S. Das Mädchen muß in solchem Fall bei der Deutschland. Für Berlin werde es sich jedoch empfehlen, dasFreie Vereinigung der Berliner Maurer. Eine ordent Polizei die Vornahme eines Sühneverfuches beantragen. Ist dies felbe neben der Organisation bis auf Weiteres noch beizubehalten, liche Mitgliederversammlung tagte am 18. d. Mts. in Orschel's versäumt, so kann es die Herrschaft auf Zahlung der rückum einen Fonds zu schaffen, zu dem auch die Kollegen, die nun Lokal, Sebastianstraße 39. Als erster Punkt der Tagesordnung ständigen Lohnes und Herausgabe der Sachen beim Amtsgericht einmal noch nicht zu bewegen sind, einer Organisation beizu- war ein Vortrag des Genossen Wildberger angesagt; der verklagen. treten, mit beisteuern, und über den sie auch mit zu bestimmen Genannte war jedoch bei Beginn der Versammlung nicht an- A. H., Wilsnackerstr. 1. Wenn Ihre Einigung mit dem haben. Die bisherige Zweitheilung der Marken in solche mesend und die Versammlung ging deshalb zunächst zum Ver- Hauswirth dahin ging, daß Sie vom 15. ab aus dem Kontratt für Unterſtüüung und in solche für Agitation, tönne schiebenen über. Kollege Jänsch tadelte die Maurer, weil die- entlassen worden sind, so können Sie die vorausbezahlte Miethe fortfallen, indem eine eine Mart völlig genüge, und man felben heute nicht den Muth befäßen, für ihre Intereffen einzu für die zweite Monatshälfte zurückverlangen. Allerdings müssen durch einen Beschluß bestimmte Prozentsäge für Agitation treten. Wenn der eine oder andere Kollege der Lohndrückerei Sie den Inhalt der Vereinbarung beweisen. 2. Natürlich müssen und für Unterstützung festseßen könne. Die Gelder dieses Fonds der Unternehmer sich widerseze, so stehen die anderen Sie die Steuern zahlen und können nur verlangen, daß der unBau arbeitenden Kollegen nicht hinter ihm. richtige Vorname auf der Steuerquittung durch den richtigen ermüßten in erster Linie mit dazu verwendet werden, die Agitation auf dem seht in die Provinzen zu tragen. Es sei eine Ehrenpflicht der Ber- Die Versammlung wurde hierauf auf 10 Minuten M. R. 1801. Das Kind kann nur mit Bewilligung des liner Metallarbeiter, die Provinzen Brandenburg und Pommern tagt. Da bei Wiederaufnahme der Verhandlungen der Referent ſetzt wird. 3. Die Rieſelfelder sind städtisch. zu organisiren, um der Zentralorganisation die Arbeit zu er noch nicht anwesend war, trat Kollege Fritz Wilke an deffen Polizeipräsidiums Ihren Namen erhalten. Versuchen Sie es mit leichtern. Wirte man in dieser Weise, dann werde auch in Zu- Stelle. Derselbe sprach über die Arbeitslosigkeit und deren Ur- einer Eingabe, in welcher Sie um Gestattung der Namenskunft das Verhältniß der Berliner Metallarbeiter zu ihren Kollegen fache im Maurergewerbe, und beantragte, die Tagesordnung der änderung bitten und die Gründe aufführen, aus welchen solche in ganz Deutschland das beste und kameradschaftlichste sein. Bersammlung so zu gestalten, daß gewerkschaftliche Angelegen- im Interesse des Kindes wünschenswerth ist. ( Großer Beifall.) heiten vor den Vorträgen verhandelt werden. Er begründet dies In der Diskussion stellte Kollege Petzold ein unter den damit, daß bei dem jetzigen Modus den Kollegen viel von dem Kollegen kursirendes Gerücht dahin richtig, daß die Vertrauens- gehörten Vortrag verloren gehe. Die Versammlung nahm den leute der einzelnen Branchen eine Entschädigung nicht für ihre Antrag an. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Mühewaltung, sondern einfach als Ersatz für die beim Ein- Schraubendreher. In der am 18. b. M. stattgehabten, Spandau. Wir müssen Ihre Hoffnungen leider zerstören, Sie und Ihre Schwägerinnen erben nichts. Ihr Bruder wurde beerbt von Frau und Kind. Als Letzteres starb, war seine Mutter die alleinige Erbin. Bei deren Tode kommt es aber für die Frage des Erbrechts nicht darauf an, woher ihr Vermögen stammt. Sie wird beerbt von ihren Blutsverwandten event. bis zum fiebenten ihnen infolge von Zeitverlust, Auslagen u. f. w. ent- gut besucht geweſenen Versammlung des Verbandes aller in der Grad, und wenn solche nicht vorhanden sind, von der Gemeinde. standen waren. Manche der Vertrauensleute hätten 10, 20, 30, ja bis zu 60 Werkstatt- Vertrauensleute unter um rege Agitation zum Beitritt in die Organisation, damit die Sie, der Sie nicht verwandt, sondern nur verschwägert sind, sich, mit denen sie in brieflichem Verkehr ständen u. f. w. Nach Riegel vorschieben könne. Darauf wurden die Kollegen Koll und Strafe ist unserm Strafgesetzbuch unbekannt und kann daher in Kollegenschaft dem Uebermuth der Unternehmer endlich einen haben kein Erbrecht. O. W. Es giebt keine Aberkennung des Adels mehr. Diese Rücksprache habe man sich dahin geeinigt, den Vertrauensleuten Richard Thate zu Beisitzern und die Kollegen Brödeler und Roß- Strafe ist unserm Strafgesetzbuch unbekannt und kann daher in als Ersatz für die gehabten Unkosten der sicherlich geringe Be deutscher als Mitglieder der Fachkommission einstimmig gewählt, den letzten zwanzig Jahren nicht mehr in Anwendung getrag von 5 pet. der aufgebrachten Gelder zu gewähren, wobei mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Verband langt sein. der Hauptvertrauensmann 1 pet. und die übrigen 4 pt. bekommen hätten. Kollege Unger war der einzige, der gegen den wurde die Versammlung geschlossen. Berliner Verband sprach und einen Anschluß an die Zentralunion der Metallarbeiter anrieth. Roll. Stabernack widerlegte ihn; ebenfalls Roll. Körsten. Koll. Unger replizirte, worauf Koll. Gerisch erwiderte, es sei unnöthig, sich über die Form der Organisation zu streiten; man arbeite und stelle sich in den Dienst der Sache, und das sei der Kernpunkt der ganzen Arbeiterbewegung. Hierauf wurde eine Resolution, welche die augenblickliche Form der Dr ganisation als die für Berlin beste erklärte, angenommen. Eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen wurde am Sonntag, den 21. Juni cr., Nachmittags 4 Uhr, in Knebel's Salon unter dem Vorsiz des Genossen Heitmann abgehalten, in welcher Herr Pinn über die sozialen Zustände im Alterthum referirte. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Beim Verschiedenen wurde bekannt gemacht, daß am Sonntag, den 5. Juli, Nachmittags bei Knebel's, Badstr. 58, wieder eine Versammlung stattfindet, in welcher Herr Keßler über Christenthum und Sozialdemokratie" sprechen wird. " Viele Theilnehmer blieben noch gemüthlich beisammen. Der Ueberschuß im Betrage von 6,30 W. wurde dem Vertrauens mann übergeben. " E. E. Es giebt keine gesetzliche Bestimmung, ob und wie lange ein Handlungsgehilfe, dem bereits gekündigt ist, während der Geschäftsstunden fortbleiben darf, um andere Stellung zu suchen. Er würde, falls ihm der Urlaub nicht auf Anfrage bewilligt wird, in jedem einzelnen Fall des Wegbleibens nachweiſen müssen, daß es ein nothwendiger, außerhalb der Geschäftsstunden nicht zu erledigender Gang gewesen ist, der ihn zum Wegbleiben veranlaßt hat. Zwei Wettende, Oranienstraße. Ein über 24 Jahre altes Mädchen bedarf zur Verheirathung nicht der väterlichen Zu Punkt 2 der Tagesordnung bemerkte Kollege Petzold, er Einwilligung. fei auf der Provinzial- Bersammlung im vorigen Jahre zum VerA. G., Bernau. Auch Ausländer, welche im Inlande trauensmann der Provinz Brandenburg erwählt worden, durch arbeiten, müssen zur Altersversicherung Beiträge zahlen, wie Indie Beschlüsse des Frankfurter Metallarbeiter- Rongreffes aber sei länder. nunmehr sein Amt erlöschen, da indessen die Berliner Kollegen R. K. 4. Wenn Sie für Ihre Fabrikfollegen Bier an mit der Union aber in einem engen Zusammenhange stehen schaffen und mit Nutzen weiterverkaufen, so liegt hierin ein Bewollten und müßten, so sei die Wahl eines Vertrauensmannes Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. S. trieb des Schankgewerbes. Sie machen sich strafbar, wenn für Berlin vorzunehmen, welcher sämmtliche Angelegenheiten mit tebricity. A bet with unerstag, den 25. Junt, Abends 9 Uhr, Neue Sie dasselbe betreiben, ohne im Besitz der Schanktonzession den Vertretern der Union zu ordnen habe. Rollege Sumpf Friedrichstr. 44 Nöllich: Bersammlung der Ortsbeamten. Lese- und Diskutirklubs. Donnerstag. Berein Bolts zu fein. sprach hierauf sein Befremden darüber aus, daß den Verbildung"( Männer und Frauen) Abends 9 Uhr tin Restaurant Münster 7. Diese Erlaubniß, als Einjährig- Freiwilliger zu Nürnberg, Schönhauser Allee Nr. 28. trauensmännern eine Entschädigung in der Höhe von 5 pet. Auf nachmittags 3 Uhr, in der Große Frankfurterfir. 99, Frankfurter Bier dienen, wird nur ganz ausnahmsweise ertheilt. Sie müßten zuerkannt worden sei, ohne daß die übrigen Kollegen dieses gut- hallen". Wahrheit", Markusstraße 31. Seine" in Rigdorf, durch Zeugnisse den Nachweis führen, daß Sie sich in der That geheißen hätten. Die Kollegen Stubfact, Unger, Stabernack und Gate Knesebeck und Sermannstraße, Restaurant" Beyler. Gäfte will in Ihrem Kunstgewerbe besonders hervorgethan haben. Eine Behold entgegneten ihm; letztere beiden hoben hervor, die Ent tommen. Neue Beit", 8% Uhr, Boyenstr. 40. Gäste haben Zutritt. schädigung würde bedeutend höher ausfallen, wenn die Vertrauens- eingeführt, haben Butritt. " Süd- Ost", 8% Uhr bei Tolksdorf, Görligerstr. 58. Gäste, durch Witglieder Beschwerde gegen den vorliegenden ablehnenden Bescheid wäre Lese- und Diskutirklub Teute eine Liquidation einreichten. Kollege Gerisch meinte, wenn Abends 8% Uhr, bet Schulz, Gartenstr. 70. Gäste durch Mitglieder eingeführt Fester Bille", aussichtslos. sich Kollegen fänden, welche die betr. Arbeit nmsonst verrichten haben sufritt. G. F. Wenn Sie noch vor Ihrer Entlassung frant ge wollten, so wäre es gut; wenn nicht müsse unbedingt eine Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Arbeiter- gängerbund Berlins und Umgegend, Donnerstag Abends worden sind, so haben Sie für die ganze Dauer der Krankheit Entschädigung gewährt werden. Kollege Körsten sprach die An- Gefangverein", Blumenstraße 46 bei Wend. Uebungsstunde von 9 bis Erkrankung, nicht die der Krankmeldung an. Seeger'icher Krankengeld zu beanspruchen. Es kommt dabei auf die Zeit der ficht aus, daß bei einer Liquiditation einer, der 10 M. lee 3-4 bet trufe. 11 Uhr. Gesangverein Einigkeit"( Hutmacher), Pappel gefammelt habe, unter Umständen einen höheren Betrag bei Stehmann. Gesangverein Edelweiß", Melchiorstraße 15 R. S. 34. 1. Eine Mutter haftet nicht für die von ihrem Gefangverein liquidiren könnte als jemand, der 100 M. zusammengebracht Nr. 42 bet Reimann. Echo 2" Alte Schönhauserstraße minderjährigen Sohne gemachten Schulden. 2. Der Arbeiter fann Gefangverein Frühlingslut", Flottwell ein Zeugniß verlangen über Dauer und Art seiner Beschäftigung. habe; er stelle den Antrag, in Zukunft für die Sammlung der straße 5 bei Bartels. Männerchor St. Urban", Annenstraße 9 bei Daher muß hier das Zeugniß dahin lauten, daß der Betreffende Marken dem Hauptvertrauensmann 2 pet. und den Bezirks- Ver- Gefangverein, ornblume", Blumenfir. 54 bei Wuttke. Broz. Männergesangverein Borar", Admiralstr. 38 bei Bülow. trauensleuten 3 pet. als Ersatz für die Unkosten zu bewilligen. Gefangverein zwei Jahre als Arbeiter und ein Vierteljahr als Heizer thätig ,, Hand in Hand", Staligerstr. 142 bet Greifer. Hierzu sprachen noch die Kollegen Unger, Petzold, Roger, Selchow, glödlein" Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgischestr. 106 bei Gräß. Gefangverein gewesen ist. unverzagt" bei Küfter, Köpenickerstraße 127a.- Gesangverein, Dorf Lohse, Trage und Tauschel. Der Antrag Körsten wurde hierauf fangverein des Tischlerverbandes" in Steglip, Restaurant Hildebrand. A. P., Dalldorferstraße. Mündlich erledigt. gegen 8 Stimmen angenommen und dann Kollege Pezold zum Stephaustr. 33, W. Sachen, welche die Frau in die Ehe Arbeiter- Gefangverein, armonie", Tempelhof, Dorfstr. 10 bet Gerth. Bertrauensmann für Berlin gewählt. Ferner gelangte ein An- Gefangverein, Beiße Die teinidendorf, she or genroth, Deumatets fosten oder anderen Schulden des Mannes. Werden die Sachen gebracht hat, unterliegen nicht der Pfändung wegen Gerichtsbet Arbeiter Gesangverein Rummels trag zur Annahme, wonach in Zukunft nur Marken in Höhe von burg, Göthestraße 9 bet Konrath. Gefangverein 10 und 20 Pf. ausgegeben werden sollen. Brezel doch gepfändet, so kann die Frau interveniren. schluß" in Sahm's Klubhaus, Annenstrauße Nr. 16. Musits und Gefangverein" Firmitas", Abalbertstr. 8 bet Schneider. Besangverein amicitta", Adlershof Bismarckstraße bet Albrecht. Kreuzberger Harmonie", Lindenstr. 106, bet Poppe. " Euphonia", Restaurant Weid, köpnickersir. 68. Berlins, Brunnenstr. 38 bet Gnadt. Zur Ueberwachung der Thätigkeit der Vertrauensmänner wurde eine aus den Kollegen Sumpf, Selchow, Grange, Unger und Rechner bestehende fünfgliedrige Kommission niedergesetzt. gener. Punkt 3 der Tagesordnung, Unsere fernere hä tigkeit in der Berliner Streit Kontroll- Rommission", wurde auf Antrag Körsten wegen vorgerückter Zeit Der nächsten öffentlichen Metallarbeiter- Versammlung als erster Verhandlungspunkt überwiesen. Unter Verschiedenem" theilte Kollege Rörsten mit, die Angelegenheit Warnete kontra Kirmes sei durch ein Schiedsgericht dahin erledigt, daß sowohl der Kollege Warneke wie der Kollege Kirmes als ehrenhafte Männer zu betrachten sind. Beide versöhnten sich. Eine Anfrage des Kollegen Unger, ob diejenigen Kollegen, welche mit einem ganzen Verein dem neuen Verbande beiträten, die betreffenden Mitgliedsbücher u. s. w. zu " Ge= Nr. 32. Sie können, da ein schriftlicher Lehrkontrakt nicht Gesangverein geschlossen ist, Ihren Sohn ohne Weiteres aus der Lehre nehmen Gefangverein und beim Magistrat auf Herausgabe des Arbeitsbuches flagen, Sängerchor der Topfer besonders auf Grund des Nachweises, daß Ihr Sohn in einer der Steuern keine Gebühren verlangen. Erst wenn beim ersten F. Sch. Der Steuererheber fann für die bloße Abholung Besuch Zahlung nicht erfolgt, z. B. wenn er Niemand an getroffen hat, ist die Ansehung einer Mahngebühr gestattet. D. L., Stettin Grünhof. Eine Braut braucht den Ber nach dem Empfang herauszugeben. B geschickt erhielten, wurde vom Kollegen Gerisch dahin beantwortet, hen", 9% Uhr, Sigung mit Damen bei Sülow, Admiralstraße 38. Gäste will lobungsring und sonstige Geschenke nur binnen sechs Monaten tommen. tommten. Privattheater Gäste will Weiter mußte eine Neuwahl für den Vertrauensmann des Südens vorgenommen werden; gewählt wurde Kollege We- lub Rudwärts", Abends 8½ Uhr, im Restaurant Boderte, Ballisaden Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung über jugendliche Arbeiter Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat. seine Gesundheit gefährdenden Weise überanstrengt wird. Die ftraße 47. Statklub Revolution". Jeden Donnerstag und Sonnabend Gäste, burch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. von 8 Uhr Abends ab Sigung im Restaurant Langeftraße 70 bei Bogasch. gelten nur für Fabriken nicht auch für Handwerker. übe scher Turnverein, Männer- Abtheilung, Abends 8-10 br, 15. zum nächsten 1. nicht aber vom 1. zum 15. Auch der SchlafO. R. Für Schlafleute gilt 14 tägige Ründigung vom lings Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Blumenstr. 63a. Elifabethfir. 57-58, Königstädt. Gymnasium. Turnverein D fte n", Lehr- wirth ist an diese Kündigungsfrist gebunden. urngen offenschaft, 1. Lehrlings- Abtheilung, Abends 8-10% uhr, Berliner W. J., Lankwitz. 1. Rann ohne genauere Angabe, welche im Leffing- Theater, Pantsir. 9-10. Männer- Gesangverein Crescendo", Abends Uhr, bei Rörting, fann sich überall in Deutschland niederlassen und selbständig Raffe Sie meinen, nicht beantwortet werden. 2. Ein Preuße Gneisenaustraße 88. Offenbacher Sangertran3", Uebungsstunde von 9-11 im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Gäste willkommen. Beretn Bid 8ad", Sigung mit Damen 9 Uhr in Krösches Gesellschafts- in die er zuzieht, den Aufenthalt verweigern. machen. Nur in gewissen Ausnahmefällen kann die Gemeinde, abends 8% Uhr, in den Luisenstädt. Bierhallen, Alte Jatobstraße Nr. 89. haus, Fichteftr. 29. Geselliger Verein, Regina", Sigung mit Damen, Gefangverein" Dorfglödlein" Wilmersdorf, Brandenburgischeftr. 106 uhnert.-$ fropfenverein„ e o bing", abends 8% br br 11 bei „ Wedding", Uhr bei K. Helterhoff, Antonstr. 5. Bergnügungsverein, Caprice", Ab. 9 Uhr, Sigung mit Damen im Marienbad", Badftr. 35-36, Saal 1 Tr. Vergnügungsverein BeilBerein ehemaliger Schüler der 98. Gemeindeschule, Abends Daß feinem das Mitgliedsbuch übersandt werde; vielmehr jeder Uhr, im Gesellschaftshause„ Ostend", Rüdersdorferstr. 46. Kollege, welcher Mitglied des Berliner Metallarbeiter- Verbandes Gesellschaft" offrung", Abends 8 Uhr, im Klubhaus, Ohmgaffe 2. werben wolle, sich selbst bei einer der Zahlstellen zu melden habe.schule. Sigung, Abends 9 Uhr, bet Saeger, Grüner Weg 29. willkommen. Berein ehemaliger Schüler der 23. Gemeinde Unvorsichtigkeit der Herrschaft zerschlagenen Sachen ersetzen resp. A. Schm., Weidenweg. Ein Dienstmädchen muß die durch Nachdem noch bemerkt worden, daß die Bestimmung der Branchen, Berein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule bei sich einen entsprechenden Abzug vom Lohn gefallen laffen. zu welchen die einzelnen Kollegen zu rechnen sind, durch Rück- Schröder, Stegligerstr. 18, Gäfte willkommen.- Tambourverein„ Jungfern: sprache mit den einzelnen Vertrauensleuten geordnet wird, wurde trans", Weibenweg 12. Jeden Donnerstag von 9-11 Uhr Abends in der Fischerstraße 41 bei Stockfisch wollen, daß deren eingebrachte Sachen wegen Ihrer Schulden Ostpreußischer Männer Gesangverein. Wenn Sie bei Ihrer Berheirathung Ihre Braut dagegen sichern S. G. 8. Eine ausgeklagte Schuld verjährt in 30 Jahren. Die Versammlung geschlossen. Gesangsstunde. Mitglieder sind willkommen. Rauchtlub„ Dezimal Waage", Abends 9 Uhr bei Infinger, Krauts- gepfändet werden, so schließen Sie einen gerichtlichen Ehevertrag. Der Verein zur Wahrung der Juteressen der Gaststraße 48. Rauchtlub ernipige", abends 8 Uhr bei A. Bohl, Rüders in welchem die Ihrer Braut gehörigen Gegenstände einzeln aufRauchtlub Collegia", Abends 9 Uhr, in Spengler's Wirths geführt werden. und Schankwirthe Berlins und Umgegend hielt am Frei- Dorferstr. 8. haus, Staligerstr. 41. Rauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Tempel, tag, den 19. Juni 1891 beim Kollegen Stuhlmey, Schönhauser Breslauerstr. 27. Allee 28, seine Mitglieder- Versammlung ab. Nachdem mitgetheilt Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. lässig, welche aber nur selten Aussicht auf Erfolg bietet. 2. Ein . 3. 100. 1. Gegen das Urtheil wäre nur Revision zus Dr. Schöps wegen Verhinderung des Genannten ausfallen müsse Birt, Straußbergerstr. 3. und einiges Geschäftliche bekannt gegeben war, ersuchte der Vor- bei Gaillard, Brinzenftr. 87.fizzende die Kollegen, bei Bedarf an Krufen diefelben nur von Wrangelfir. 141. den gemaßregelten Krinitzer Töpfern zu entnehmen. Die Kollegen heaterveren.elmerding", Köthenerftr. 11. Fruchtstr. 62.Den 14 Tage bet Wohllebe, Alexandrinenstr. 114. Gnadt und Ziemer haben sämmtliche Artikel auf Lager. Bericht der 15er- Kommission über den Flaschenbier- Handel erstattete Rollege Gründet. Nach den Erkundigungen, welche bei den Brauereien eingezogen wurden, haben dieselben den Gewerbebetrieb für den Flaschenbier- Handel; die Kutscher erhalten einen festen Lohn von 75-90 Mart monatlich und einige Prozente. Eine Statistik über den Umfang des Flaschenbier- Handels würde Genaues nicht ergeben, denn die Brauereien würden sich schwerSchreiberstraße 60. worden war, daß der angekündigte Vortrag des Vereinssyndikus Donnerstag: Gefelliger Klub Blau Beilchen", 9 Uhr bet Förtsch, Stall- uneheliches Kind hat gegen den Vater nur dann Erbanspruch, Als neue Bergnügungsverein Schneeglodchen", 9 Uhr bei Brivat- Theater- Gesellschaft Fidelio", 9% uhr wenn er dasselbe als sein Kind in einer öffentlichen Urkunde ans Mufitdilettantenverein Animo" bei Schmidt, erkannt hat oder zur Vaterschaft verurtheilt ist und er ferner Bergnügungsverein Grüne ich e", Solmsstr. 1. Bergnügungsverein Privat- Theater- Gesellschaft umor alle trägt der Erbtheil ein Sechstel des Nachlasses. weder eheliche Kinder noch ein Testament hinterläßt; dann be Vermischtes. Wieder eine Entgleisung. Aus Bromberg wird telegraphirt: P. G., Koppenstraße. Wenn Ihr Kollege Sie im Auftrage oder auch nur im stillschweigenden Einverständnisse mit seineut Arbeitgeber zur Arbeit angenommen hat, so sind Sie bei den letzteren in Stellung und dieser muß auch für InvaliditätsQuittungsmarken Sorge tragen. N. N. Sie gehen Ihrer Altersrente durch Auswanderung nicht verlustig. J. R., Köln. 1. Unbekannt. 2. Wegen städtischer und lich in die Bücher sehen lassen. Aus diesen Gründen bat Heute früh 122 Uhr entgleiste der Thorn- Berliner Schnellzug 62 Staatssteuern ist Lohnarrest zulässig. Ist ein solcher ausgebracht, Berichterstatter, die ganze Angelegenheit zu begraben. zwischen den Stationen Natel und Walden in Km. 57,6. Beide so kann und muß der Arbeitgeber den Steuerbetrag vom Lohn Mit Geleise sind gesperrt; Niemand ist verletzt. Der Personenverkehr einbehalten. Die Versammlung beschloß demgemäß. Berantwortlicher Redakteur: N. Cronheim in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 145. Die Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, den 25. Juni 1891. 8. Jahrg. Naturwissenschaften und Geschichte mit 304, 217 respektive der Verhältnisse von Grund aus.( Stürmischer Beifall.) Referent 193 Schülern. bespricht dann noch die Brandenburger Polizeiverordnung, Bei dieser Statistik ist nicht zu vergessen, daß sie keineswegs wonach fein Gastwirth seinen Saal mit rothen Fahnen Die Arbeiter- Bildungsschule verdankt ihr Entstehen dem leb- einen Gradmesser für das in der Berliner Arbeiterbevölkerung vorausschmücken darf, und empfiehlt der Polizei, die rothe haften Drange der arbeitenden Klassen nach geistiger Ausbildung. handene Verlangen nach einer Theilnahme an den Lehrkursen der Farbe abzuschaffen, das rothe Blut abzuziehen, dem Regenbogen Da dieses immer reger werdende Bedürfniß durch das klassen- Arbeiter- Bildungsschule darstellt. Ginmal ist schon darauf hin: zu befehlen nur noch 6 Farben zu zeigen, den Damen die Schamstaatliche, in jedem Sinne unzulängliche Schulwesen keine Befriedigung findet, hat die Arbeiterschaft der Kulturvölker wieder gewiesen worden, daß die Mittel vorerst nicht ausreichen, für röthe zu untersagen, in Bürger's Lenore" anstatt Lenore fuhr alle 4000 Mitglieder Schullokale und Lehrer in ausreichender ums Morgenroth empor aus schweren Träumen, zu segen: Lenore holt Versuche gemacht, aus eigener Kraft Abhilfe zu schaffen. Bahl zu beschaffen; weiter ist der Zudrang zur Schule gerade fuhr um die Frühstückszeit u. s. w., u. f. w. Wir aber wollen Ueberall, wo eine politische Arbeiterbewegung sich entfaltete, ging durch den öffentlichen Hinweis auf diese leidige Thatsache ge- uns durch solche Maßnahmen nicht einschüchtern lassen.( Sangmit ihr die Entwickelung eines Arbeiterbildungswesens Hand in Hand. Hemmt worden, sodann ist seit Eröffnung der Schule noch nicht anhaltender Beifall.) Eine Diskussion fand nicht statt. Die In Deutschland hat das Sozialistengeses die bis zum Jahre 1878 einmal ein Quartal vergangen und endlich befinden wir uns im hierauf gelegte Abrechnung des Staffirers ergab 482,95 M. Einreich emporgeblühten Schöpfungen dieser Art, darunter beispiels- Sommerhalbjahr, das im allgemeinen auf den Besuch der nahmen, 429,85 M. Ansgaben, somit 53,10 M. Ueberschuß. Bei weise so verdienstvolle wie den mustergiftigen Leipziger Arbeiter Schulen nicht günstig wirkt. Faßt man diese Thatsachen ge- der Matinee ist ein Ueberschuß von 241 M. erzielt worden; der Bildungsverein, rücksichtslos zerstört, und während der zwölf- bührend ins Auge, dann stellt sich die Zahl von 4000 Mit- selbe wird durch Beschluß der Versammlung dem Vertrauensmann jährigen Dauer seiner Geltung das Bestreben zur Gründung gliedern und 2745 Schülern in den Spezialfurfen als ein alle überwiesen. Unterm 4. Punkte: Vorstandswahl, wurde der gesammte neuer Bildungsvereine auf das Empfindlichste gehemmt. alte Vorstand per Attlamation wiedergewählt. Erwartungen übertreffendes, glänzendes Ergebniß dar. Die finanziellen Verhältnisse der Arbeiter- Bildungsschule er- Nachdem noch beschlossen worden war, in der nächsten Zeit eine Versammlung abzuhalten, und das Versenden von gelesenen Arbeiterblättern einzustellen, wofür die Genossen Regerau, Jacob und Ecke eintraten, wurde beschlossen, eine Fußpartie nach Mariendorf zu veranstalten und dem Vorstande das Arrangement zu überlassen. Darauf machte der Vorsitzende auf das am 6. Juli stattfindende Sommerfest des Vereins aufmerksam. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie ging die Versammlung auseinander. di Monatsbeiträge • Einnahme: Freiwillige Beiträge Als endlich das Ausnahmegesetz beseitigt war, machte sich der lange zurückgehaltene Drang nach der Schaffung von Bildungsgeben mitteln in der arbeitenden Klasse doppelt lebhaft geltend, und in geben sich aus den folgenden Ziffern: Berlin ging man, sobald freie Bahn geschaffen war, unmittelbar ans Werk. Dem erweiterten Bedürfniß genügte aber die Form der früheren Bildungsvereine nicht mehr. Man bemühte sich vielmehr um ein Institut, das systematisch geleitet eine möglichst gründliche und spezialisirte Schulung und Ausbildung in den wichtigsten und den Interessen der Arbeiter nächstliegenden Fächern darbieten follte. So wuchs der Plan, eine eigentliche Schule zu begründen, die den Bedürfnissen der Arbeiter angepaßt, ebensowohl elementare Kenntnisse, wie praktische und technische Fächer lehren, endlich auch den Unterricht in höheren Disziplinen nach streng wissenschaftlicher Methode ertheilen sollte. Das Unternehmen, zu dem die Anregung auf Wilhelm Liebknecht zurückzuführen ist, wurde ins Leben gerufen durch die Volksversammlung vom 12. Januar 1891 in der Lips'schen Brauerei. Diese Versammlung wird immer ein Ruhmestitel der Berliner Arbeiterbevölkerung bleiben. In dem von mehr als 5000 Arbeitern männlichen und weiblichen Geschlechts überfüllten Saal viele Tausende hatten keinen Platz gefunden und mußten vor der Thüre umkehren erörterte Liebknecht die Bedeutung der zu gründenden Schule. Mit Begeisterung erhob die Versammlung den Vorschlag der Begründung zum Beschluß, und bereits in dieser Versammlung zeichneten sich mehr als 1000 Arbeiter in die Mitgliederlisten der Schule ein. • für 5 Monate 2127,-. 1490, " " " Ueberschuß von Versammlungen 481,95 Unterrichtskarten Statuten Aquarium- Billets Schulmaterial Für Lehrerhonorar Drucksachen Schulmaterial 1 222,30 285, 110,45" 453,45 0 Ausgabe: • .1356,- M. 382,50 577,75 1970,70 200, " " " " O 3988, 800, " " " Einrichtung. 的 Aquarium- Billets " " jährliche Miethe. Laufende Ausgaben 683 ( 1994 M. " halbjährl.) " Zwei Schneiderversammlungen fanden Montag Abend statt. Die eine, von der allein mit der Einberufung beauftragten Agitationstommission veranlaßt, tagte im Norden, die andere war von dem Kollegen Wiesemann ohne Rücksicht auf die mehrmaligen Beschlüsse der gesammten Berliner Schneider und Schneiderinnen und ungeachtet der vorher gegangenen lebhaften Proteste für die Tagschneider einberufen. Daher kam es, daß wieder einmal zwei Versammlungen zu gleicher Zeit stattfanden, was man seiner Zeit zu verhindern suchte, indem man zur Regelung der gesammten Bewegung eine einzige Kommission, die Agitationskommission, wählte. Diese Ziffern sind nur vorläufige, zum Theil auf die Neueinrichtung zurückzuführende! Die Existenz der Schule ist jetzt als eine gesicherte zu betrachten, nachdem, zum Theil der eigenen lang hatte sich eines recht guten Besuches zu erfreuen, die Anregung der Mitglieder folgend, das monatliche Schulgeld auf 50 Pfg., für alle Fächer zugleich, erhöht worden ist. Der Mitgliedsbeitrag bleibt 25 Pfg. monatlich. Seine Die allgemeine Schneider- und Schneiderinnenversamm Zeitung wurde dem Kollegen Pfeiffer übertragen. Zunächst sprach daselbst Frau E. Ihrer aus Velten in einem längeren Vortrage unter lebhaftem Beifall über„ Die Ursachen der Ain 21. Januar fand die konstituirende Versammlung und bie Wahl des Vorstandes in der im Böhmischen Brauhause ab- Bieles zwar ist noch zu thun, vieles von den ursprünglichen heutigen Krife". Hierauf legte Genoffe D3tar Wölfel gehaltenen Versammlung statt. Der zunächst provisorisch gewählte Einrichtungen auf Grund der gewonnenen Erfahrungen umzu-( Sutmacher) den Werth des RontrollmartenSystem 3 dar. Vorstand ging sogleich an seine schwierige, mit unverdroffener gestalten, um dies segensreiche Institut der Arbeiter- BildungsDie Diskussion über die beiden Referate nahm insofern einen Mühe geleistete Arbeit, und am 3. April erstattete Vogtherr in schule seiner hohen Aufgabe entsprechend zu entwickeln. dessen Namen im Feen- Palast Bericht über die Ergebnisse der Lebensfähigkeit aber hat es erwiesen; aus eigenen Mitteln wird interessanten Verlauf, als sich an ihr einige Gegner betheiligten. Der erste derselben, Herr Schmidt, bezeichnete sich als auch selben. In derselben Versammlung erfolgte die definitive Wahl es fünftig seine laufenden Ausgaben bestreiten können. Border Arbeiter" und meinte, von unserer Seite werde soviel über den hand allerdings haben die bedeutenden Geldaufwendungen, welche bes Vorstandes. Der Plan, wie er nun für die Arbeiter- Bildungsschule fest- durch die Gründungskosten und die ersten Anschaffungen ver- Druck der Getreidezölle lamentirt, damit sei es aber gar nicht so verschlimm fraud, war der: da es nicht möglich war, den bereits auf nahe ursacht wurden, die Kasse des Instituts übermäßig in Anspruch schlimm bestellt, wir versuchten die 3ölle lediglich als Agitations Freunde desselben tönnen sich deshalb ein Ver- feit" theurer geworden sei, aber das wäre nicht so schlimm, daß in mittel auszumugen. Er gebe zu, daß das Brot jetzt„ eine Kleinig auf 4000 angewachsenen Mitgliedern sogleich einen schulmäßig genommen. systematischen Unterricht zu ertheilen, gliederte man die Aufgabe dienst um die Sache der Volksbildung erwerben, wenn sie durch könne man schon ertragen, man müsse doch bedenken, daß die der Schule in zwei wesentlich verschiedene Richtungen; einmal reichliche Geldbeiträge der Arbeiter- Bildungsschule über die ersten Bölle für den Staat den Staat eine Einnahmequelle wären, und follte der großen und unbegrenzten Masse der Mitglieder Bil- Schwierigkeiten hinweghelfen und durch die Neberweisung von bestritten werden. bungsmittel dargeboten werden in der Form von Einzelvorträgen passenden Büchern zu einer kräftigen und zweckdienlichen Ent- wenn diese Quelle versiege, so müßten die nothwendigen(!) und Vortragszyklen, die in großen Versammlungen abgehalten wickelung der einer jeden Schule angegliederten Bibliotheken bei Ausgaben auf eine andere Weise wurden. Sodann aber sollte in systematischem Unterricht, in der tragen. Wird doch ein Jeder, dem die Volkssache am Herzen Form geschlossener Kurse, deren Ausdehnung über eine fürzere liegt, gern mithelfen an der Bollendung des Baues, über dessen oder längere Lehrperiode fich ausschließlich nach den Erforder Pforte geschrieben steht: Wissen ist Macht." nissen der betreffenden Disziplin zu richten hätte, der andere Theil der Aufgabe erfüllt werden. 01 Versammlungen. Er gebe gerne zu, daß es dem Volt schlecht gehe, doch vermisse er die Angabe, wie man dem Uebel abhelfen wolle. Schuld an der ganzen Misère sei lediglich der Umstand, daß dem Volk die Religion abhanden gekommen sei und daß es verjudet wäre. Man müsse Jedem das Seine geben, aber nicht das Gleiche, di Ueberbrüdung zwischen Arm und Reich werde schon die christ liche Religion besorgen.( Nicht endenwollende Heiterkeit.) Die öffentlichen Einzelvorträge behandelten die mannig faltigsten Gegenstände. Es wurden unter ihnen bisher drei Auch Herr cand. med. Peters suchte wieder einmal mit historische Vorträge( 1. die Geschichte als Lehrmeisterin, 2. das seinen national- ökonomischen Kenntnissen zu glänzen; daß die letzte Viertel des 16. Jahrhunderts, 3. Robespierre), ein naturDer sozialdemokratische Wahlverein für den zweiten selben sehr groß wären, glaubte er unwiderlegbar insofern be wissenschaftlicher Vortrag über die Luft als Nahrungsmittel, ein Vortrag über die Verhältnisse im Schifffahrtsgewerbe und einer Brauerei, Bergmannstraße, seine Generalversammlung ab. Reichs- zwei Jahre Nationalökonomie studirt". Seine Ausführungen 2ahlkreis hielt am Mittwoch, den 17. d3. Mts., in Habel's wiesen zu haben, als er der Versammlung entgegenrief, er habe über Verbrechen und Strafe abgehalten. Ferner wird gegen- tags- Abgeordneter Stadthagen referirte über das Thema:" Haben brehten sich gleichfalls um die Getreidezölle und waren von derwärtig ein Zyllus von öffentlichen Vorträgen über Rassenkunde die Arbeiter Ansprüche auf Liebesgaben seitens des Staates?" felben Qualität, wie in der Protestversammlung im Feenpalafte, und Ürgeschichte abgehalten. Die systematischen Kurse wurden in sechs auf verschiedene Redner legte Gingangs feines Vortrages erft llar, was man wo ihm vom Genossen Auer heimgeleuchtet wurde. Die Widerlegung der beiden Gegner besorgten die Genossen Stadtbezirle vertheilte Schulen, von denen jede ihr eigenes Lokal gaben alle Einrichtungen des Staates bezeichnend, welche nur Thimm, Ihrer und Heitmann. Die Versammlung nahm nach unter Arbeiter und Liebesgaben zu verstehen habe, als Liebeshat, von ständig angestellten Lehrern über folgende Fächer abge- gaben halten: Deutsche Sprache, Naturwissenschaft, Geschichte, National- einer Klasse zu Gute kommen. Dazu gehörten besonders alle Zölle. längerer Debatte eine Resolution an, welche es zunächst allen Eine solche Liebesgabe sei auch das Branntweinsteuer- Kollegen und Kolleginnen zur Pflicht macht, sich an der Agitation ökonomie, Buchführung, Rechtschreiben, Rechnen, Zeichnen und Stenographie. Ueber die jedem Gegenstand zugewiesene wöchent- Gesetz, durch welches die großen Brennereien ungeheuren zur Erringung befferer Existenzbedingungen zu betheiligen und die kleinen Gewinnst, Brennereien aber gar feinen dann, wie folgt, fortfährt: liche Stundenzahl und die an jeder Schule an den einzelnen Nutzen hätten. So erhält eine Brennerei in Baden 180 000 m.," Die Versammlung bedauert das Verhalten der Hamburger Kursen theilnehmenden Schüler giebt die folgende Tabelle eine andere große Brennereien bekamen bis 160 000 m., während auf und Braunschweiger Kollegen, sowie der Redaktion der Fach die kleinen Brennereien Summen von 20 M. entfallen. Hieraus zeitung in Sachen der Konferenz der Konfektionsarbeiter und ist ersichtlich, daß, während wir Sozialdemokraten den Brannt erwartet, daß dieselben nach ergangenem Aufruf dennoch für eintreten werden. der Konferenz Ins weingenuß einschränken möchten, weil wir ihn für verderblich die Beschickung der der Rebation halten, gerade jene Herren einen Nuhen davon haben, wenn recht besondere erwartet die Versammlung von daß sich dieselbe der Ansicht richt viel getrunken wird. Weil der Branntweingenuß infolge der der Fachzeitung, hohen Steuer in der Abnahme begriffen ist, so muß der Staat verschließt, daß nur durch eine einheitliche Agitation etwas Erden Branntweinbrennern den Säufer ersetzen. Ebenso giebt der sprießliches in unserem Gewerbe zu erreichen ist; da überdies Staat den Zuckerproduzenten ungeheure Summen als Liebesgaben. Das Blatt sich das Organ sämmtlicher Schneider Deutschlands zusammen Redner geht nun näher auf die Getreidezölle ein und kritisirt nennt, so hat es auch die Pflicht, für die Interessen der Kon scharf die Haltung der Regierung, welche 1887 durch den feitionsarbeiter einzutreten und die eigenen, persönlichen InterMinister v. Lucius erklären ließ, wenn der Preis des Getreides an essen in den Hintergrund zu stellen. detaillirte Auskunft: wöchentlich Stunden in jeder Schule. Deutsch Fanpag wissenschaft Geschichte National Defonomie 2 2 4 2 Buchführung Zeichnen Stenographie Rechnen Rechtschreiben 2 1 1 J. Nord- 43 schule. II. Bahl der Schüler und Schülerinnen 88 89 40 24 40 90 47 56 35 40 62 58 27 18 49 34 99 18 36 24 36 55 55 42 74 40 40 15 75 16 Summa I. 58 437 Nordschule. II. 40 276 Nordschule. 75 558 Oft49 26 26 290 eſt wöchentlich der Börse sich 60 Tage lang auf 180 M. halten würde, werde In Rücksicht darauf, daß die Streits in legter Zeit für die sie die Hölle aufheben. Nun stehen die Preise schon länger als Arbeiter ungünstig verlaufen sind, erklärt die Versammlung, daß 60 Tage auf über 180 M., und zwar jest auf 215 M., troßdem die Streits soviel wie möglich vermieden werden müssen. Um löse die Regierung ihr Wort nicht ein, diefelbe Regierung, nun aber dem Unternehmerthum nicht wehrlos gegenüber welche den kontrattbrüchigen Arbeiter bestraft wissen will. Die zu stehen, sieht die Bersammlung in der Kontrollmarte ein Mittel, Regierung fagt, fie trage die Verantwortung, das ist aber nicht mit welchem ein Druck auf dieselben auszuüben möglich ist. Das wahr, denn es giebt keinen Staatsanwalt, der es wagt, einen her verpflichten sich alle Versammelten, nur Waaren mit KontrollMinister anzuklagen. Man solle nur einmal jenem Minister den marten zu kaufen, soweit dieselben bis jetzt eingeführt sind." Lohn eines schlesischen Webers geben, dann würde er sehen, wie Die Tagschneiderversammlung des Kollegen Wiesemann er zurecht kommt und ob er allein schon seiner Familie gegen- tagte bei Norbert. Schon bei der Bureauwahl gab es eine kleine über die Verantwortung tragen fann.( Stürmischer Beifall.) Scene, indem Herr Wiesemann gegen die Wahl des Genossen Die Getreidezölle sind keine Liebesgabe für die Arbeiter, Gerwin zum Vorsitzenden Einspruch erhob. Derselbe sei fein schule. sondern für die Großgrundbesitzer. Die Regierung, welche beständig Tagschneider und Gegner der( von Wiesemann inscenirten!) Bedas Wohl der Arbeiter im Munde führt, scheint nach dem Grund- wegung. Kollegen Faforte wurde das Amt übertragen, da fate:" en man liebt, ben süchtigt man zu handeln. Im Gerwin um des lieben Friedens willen zurücktrat, Kollege Wiesemann begann hierauf seinen mehrfach von Reichstage jammern die Herren selber über das kleine Brot, leugnen aber den Nothstand, gerade so wie Bürgermeister von Zwischenrufen unterbrochenen Vortrag. Er schilderte die VerForckenbeck. Redner fritisirt nun das Verhalten der Freisinnigen hältnisse in der Tagschneiderei und meinte, die heutige Versaminim Rothen Hause während des letzten Winters und geht dann lung bezwecke einen Vergleich zwischen Arbeitern und Arbeit zur Rolonialpolitik über. Hier giebt der Staat den Kolonial- gebern herbeizuführen, da schon zu große Mißstände eingerissen Südoft- fanatikern auch Liebesgaben, damit sie ihren Schnaps los werden. feien. Es gelte die Geschäfte in drei Klassen einzutheilen und Dazu wäre Gaboft 83 40 Schule. giebt durch seine Beamte die Stempel dem Betriebe zur Auf- es angebracht, eine Kommission zur Regelung der Mißstände einGa. 404 217 193 304| 351| 192| 410| 337| 837| 2745 Schüler bewahrung, gerade so, wie wenn man Jemandem, der an den zusehen. Die Tagschneider seien nicht gewillt, sich von den Juliusthurm gestellt wird, damit er aufpasse, daß Niemand" Gegnern" ihr Recht verkümmern zu lassen; sie würden dann und brauchten nicht Alles in die Deffentlichkeit zu tragen, das Aus dieser Tabelle ergiebt sich die außerordentlich erfreuliche etwas wegnehme, alle Schlüssel und Nachschlüssel aushändigen auch ohne die Stückschneider die geeigneten Wege zu finden wissen Thatsache, daß in den systematischen Lehrkursen der Arbeiter wolle. Die einzigen Liebesgaben, welche die Arbeiter bekommen tönne man sehr leicht im Wege einer Konferenz erledigen. Bildungsschule, obwohl wir uns noch im 1. Quartal befinden, bereits 2745 Schiller Unterricht erhalten. Unter den Behr haben, sind das Sozialistengesetz und die Altersversicherung, bei( Fronischer Beifall und Zwischenrufe.) Kollege Thimm antgegenständen findet der Unterricht in der deutschen Sprache, an letzterer bekommt der Arbeiter höchstens 40 Pf. täglich, während wortete hierauf: In letzter Zeit sei es 40 40 10 Nordschule. Of. 99 schule. West56 26 26 31 schule. Sfit: schule. 83 40 34 54 60 88 81 63 63 516 Südschule. 83 40 34 90 125 38 103 73 75 608 bem 404 00 10 33 schule. in Berlin Schüler theilnehmen, den meisten Zuspruch; für jeden im Gefängniß Befindlichen 80 Pf. verwendet werden. gelungen, in die Schneiderbewegung etwas mehr Leben unter ben technischen Disziplinen findes Buchführung Man sieht heran, baz die Arbeiter, die ein Recht haben, und gleichzeitig mehr Stabilität zu bringen und zwar dadurch, ( mit 351 Schülern) und Stenographie( mit 410 Schülern); Nichts, und die Unternehmer, die kein Recht haben, alles be- daß man jene vielen Kommissionen auflöste und nur eine Agidie höheren, eigentlich wissenschaftlichen Fächer reihen nach der kommen. Auf solche Liebesgaben verzichten wir aber und vertationskommission zur einheitlichen Leitung einsetzte. Er frage Schülerzahl fich folgendermaßen aneinander: Nationalökonomie, langen unfer Recht; teine Liebesgaben, sondern die Umgestaltung nun, wohin das Borgehen( des Kollegen Wiesemann führen solle. " = Es müsse dringend davor gewarnt werden, ohne Weiteres, ohne Mit einem Hoch auf den Bildungsklub wurde die Versammlung| Redner eingehend die zur Verhandlung gelangten Vorlagen, die sich vorher über die Konsequenzen flar geworden zu sein, etwas gegen 2 Uhr geschlossen. zu unternehmen. Unmöglich könne jede Branche einzeln vorgehen, Stellung der Sozialdemokraten zu jeder einzelnen derselben motidann könnten auch die Militärschneider, die Hosen, die Westen- Der Fachverein der Bürsten- und Pinselmacher von fammelten mit den Ausführungen des Referenten. Zwei Reso virend. Großer Beifall bezeugte das Einverständniß der VerSchneider u. s. w. mit selbständigen Versammlungen kommen. Berlin und Umgegend hielt am 21. d. M. eine Mitglieder- Ver- lutionen, von denen die eine ihr Einverständniß mit der Thätige Um eine derartige Berfahrenheit zu vermeiden, sei die Agitations- sammlung ab, in welcher Herr Türk über Sibirien sprach. Der feit Stadthagens ausdrückte, die andere ihre Anerkennung über tommission eingefeßt und ihr laut Versammlungsbeschluß Alles Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. In der Dis die Haltung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion aussprach, vorzulegen. Habe Wiesemann über die Verhältnisse in der Tag- tusfion sprach Kollege Kayser im Sinne des Referenten. Bei wurden angenommen. Des weiteren wurde Genoffe Stadthagen schneiderei Material gesammelt, so hätte er es der Kommission Verschiedenem" entspann sich eine Debatte über die Angelegen- als Delegirter zu dem in Brüssel stattfindenden internationalen überweisen sollen. Redner unterzieht dann auch die Kampfes heit Siegmund; indessen betonte Kollege Soyka, daß diese Ange- Kongreß gewählt und den Genossen des Regierungsbezirts Pots weise Wiesemann's einer scharfen Kritit. Derselbe erlaube sich legenheit nicht hierher gehöre, da dieselbe eine öffentliche sei. Ein dam empfohlen, falls fie feinen eigenen Delegirten entfenden, Ge immer von Gegnern zu sprechen, während konstatirt werden Antrag, 10 M. für den franten Kollegen Baumann aus der Kaffe nossen Stadthagen mit ihrem Mandat zu betrauen. müsse, daß von einer gegnerischen Rundgebung nichts, wohl aber zu bewilligen, wurde abgelehnt, weil augenblicklich kein Geld in von einer prinzipiell andertheiligen Meinung etwas zu bemerken der Kasse vorhanden ist. Vom Vorsitzenden wurde noch der Vergewesen. Falsch sei auch die Ausführung, daß die Agitations fammlung mitgetheilt, daß bis auf Weiteres kein Geschenk an Kommission den Tagschneidern gegenüber unthätig gewesen sei. Durchreifende Kollegen bezahlt wird. Erst türzlich habe für dieselben eine Versammlung in der Johannisstraße stattgefunden, in der die Schäden und Mängel in den Maßgeschäften behandelt wurden. Auch in nächster Zeit plane man wieder eine Versammlung, die fich u. A. mit den Neugründungen( Volkmann, Kaiserbazar) beschäftigen werde. Man müsse also dringend verlangen, daß wenn Jemand etwas unternehmen wolle, er es im Einverständniß mit der Gesammtheit thue, und sollte er auf dem Wege durch die Agitationstommission nicht sein Recht sinden, dann könne er schließlich den Weg beschreiten, den Wiesemann heute unternommen habe. ( Großer Beifall.) Ein Antrag, die Versammlung zu schließen und den Fall Wiesemann der Agitations= tommission zur Untersuchung und Regelung au überweisen, wurde, nachdem er von Kollegen Gerwin und Schulz befürwortet worden war Kollege Pleise sprach dagegen einstimmig angenommen und daraufhin Die Versammlung geschlossen. Im Verein der Berliner Militär und Lieferungsschneider hielt am 20. d. M. bei gut besuchter Versammlung Herr Jdler einen mit reichem Beifall belohnten Vortrag über Der Kampf zwischen Sozialismus und Anarchismus". In der Diskussion sprachen die Kollegen Täterow und Feiser im Sinne des Referenten. Aus einer Ersatzwahl zur Fachschul- Kommission ging Kollege Goldberg als gewählt hervor. Unter Verschiedenem machte der Vorsitzende bekannt, daß der Arbeitsnachweis vom 1. Juli in der Markgrafenstr. 88 bei Leopold sich befindet und die Herberge in der Ritterstr. 123 bei Stramm domizilirt. Der Vorsitzende machte noch bekannt, daß am Sonntag, den 5. Juli, ein Familienausflug nach Mariendorf und zwar nach dem Lokale des Herrn Schensch( Treffpunkt Habel's Brauerei, Bergmannstraße 5-7) stattfindet. Abmarsch von da um 1 Uhr Mittags. Kartonbranche. In der letzten am 10. Juni stattgefundenen Versammlung der Vereinigung der in der Kartonbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen sprach Genosse Feldmann über:" Gewinnbetheiligung"( worüber bereits in diesem Blatte mehrfach berichtet). Unter„ Verschiedenem" wurde von Kollegen Schwarzburger die Organisationsfrage angeregt und im Laufe der Diskussion darauf hingewiesen, daß die der Vereinigung angehörigen Mitglieder vom Eintrittsgeld in dem Lokalverband befreit sind und auch die Gründung des Verbandes in Bälde bevorstände. Da der Vertrauensmann der Kartonarbeiter anwesend war, so wurde er befragt, ob schon diejenigen Kollegen, welche die frühere Vereinigung so in Anspruch nahmen, ihren Verpflichtungen nachgekommen seien. Kollege Schwarzburger erklärte hierzu, daß die Betreffenden zum Theil absolut nicht daran dachten, jemals einen Pfennig von ihrer Schuld abzuzahlen, und zwar träfe dies bei Herrn Probst zu, der sich seiner Zeit 50 M. geben ließ, ebenso bei Hagener und Reimann, die außer geliehenem baarem Gelde auch noch Billetgelder in Händen hätten. Die Versammlung be gnügte sich einstweilen, von diesen Kollegen Notiz zu nehmen. Nach Erledigung des Fragekastens wurde die ziemlich rege befuchte Versammlung geschlossen. ersuchen, mehr als bisher auf die Lokalliste zu achten. Speziell Die Genossen von Pankow, Friedrichsfelde und Woltersdorf in Friedrichsfelde, wo gar kein Saal zu haben ist, sind es gerade Berliner Genossen, welche den dortigen Genossen die Arbeit Kreis Niederbarnim. Am Sonntag, den 21. Juni, fand sehr erschweren. Nach einem Schlußwort Stadthagens schloß der in Friedrichsberg bei Spitzig eine öffentliche Volksver- Vorsitzende die imposante, von Genossen des ganzen Kreiſes be fammlung für den Kreis Niederbarnim statt, in welcher der Ab- suchte Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf die inter geordnete des Kreises, Stadthagen, Bericht über seine Thätignationale Sozialdemokratie. feit im Reichstage erstattete. In 11/ 4stündiger Rede behandelte 8. Ziehung der 4. Klasse 184. Königl. Preuß. Lotterie. 155 88027 80 108( 500] 293 600 710[ 1500] 52 97 806 72 Biehung vom 24. Juni 1891, Vormittags. Nur die Gewinne über 210 Mark find den betreffenden Nummeru in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 173 90[ 300] 256 362 76 553 606 38 742 53 942 1018 201 43 70 802 4 44 45 94 2035 114 24 27 58 80 251 54 69 418 513 32 662 79 82 703 61 3066 4011 55 58 70 105 27 321 483 13001 621 737 828 64 68 946 48 57 66 96 5214 352 58 61 516 603 756 826 31 32 58 61 970 G129 76 264 96 347 71 457 71 86 554 57 683 708 822 1500] 48 7057 62 70 99 259 339 403 651 87 778 8027 86 160 312 66 407 23 52 503 19 21 758 835 923 9148 64 226 57[ 300] 344 639 730 899 960 Die Berliner Straßen- und Lokal- Blumenhändler und Händlerinnen traten am 22. D. M. zu einer zweiten Versammlung zusammen, nachdem in einer vorhergegangenen Zufammenkunft die Gründung eines Interessenvereins beschlossen worden war. Die Versammlung, welche unter Leitung des Herrn Rößler tagte, war wiederum von Händlern und Händlerinnen start besucht. In seinem einleitenden Vortrage schilderte der Borsitzende nochmals die pretäre Lage, in welcher sich die kleinen Händler sowohl infolge der Konkurrenz der Geschäftsinhaber, welche die Blumenhändler mit den schmutzigen Waffen der Verläumdung bekämpften, als auch wegen der Animosität des Publikums befinden, welches den Verläumdungen Glauben schenke und die Bluinenhändler mit mißfälligen Augen betrachte. Wenn auch nicht geleugnet werden solle, daß sich in die Kreise der Blumenhändler ebenfalls unlautere Elemente einschleichen, so müsse doch mit Entschiedenheit die Unterschiebung zurückgewiesen werden, daß die Unterhändler nur gestohlene und minderwerthige Waare verkaufen. Dem Publikum müsse bewiesen werden, daß die ambulanten Händler der gleichen Achtung würdig seien, wie jeder andere ehrliche Geschäftsmann oder Arbeiter. Zu diesem Zwecke sei die Gründung eines Vereins beschlossen worben. Die Mitglieder dieses Vereins haben sich, wie der Vorfizzende besonders hervorhob, auf der Straße und in den Lokalen eines musterhaften Betragens zu befleißigen, um sich durch das Vereinsabzeichen mit Recht als durchaus anständige und ehrenhafte Menschen legitimiren zu können. Der Verein habe aber nicht nur den Zweck, die ambulanten Blumenhändler in der Achtung des Publikums zu heben, sondern er wolle den Mitgliedern auch geschäftliche Vortheile gewähren. Ferner sei die Errichtung einer Kranken- und Sterbekasse in Aussicht genommen. Die Vereinsabzeichen müßten in Ehren getragen und dadurch die Standalpresse Lügen gestraft werden. Die Ausführungen des Referenten wurden mit großem Beifall aufgenommen. In der Diskussion, an der viele Interessenten und auch Redakteur Ebert sich betheiligten, wurden die Mißstände im Blumenhandel des Weiteren beleuchtet und den Verläumdungen der bürgerlichen Presse energisch entgegengetreten. Herr Ebert legte unter dem lebhaften Beifall der Anwesenden klar, daß auch die Blumenhändler nur Proletarier seien, die sich der allgemeinen Arbeiterbewegung anzuschließen haben. Er beantragte eine entsprechende Resolution, die indessen nicht zur Abstimmung gebracht wurde. Darauf erfolgte die Vorlage der ausgearbeiteten Statuten. Danach führt der Verein den Namen ,, Berein ambulanter Straßen- und LokalBlumenhändler", seht sich aus Männern und Frauen zusammen und bezweckt, die Mitglieder in der Achtung des Publikums, ebenso auch den Handel zu heben und die geistige Bildung der Mitglieder zu fördern. Politik in dem Verein ist ausgeschlossen. Personen, welche dem Vorstande als Prostituirte oder Zuhälter bekannt sind, werden nicht aufgenommen. Die Sagungen gelangten nach lebhaftesten Debatten zur Annahme. Im Allgemeinen war ersichtlich, daß die Mehrzahl der ambulanten Blumenhändler über ihre Klassenlage noch ununterrichtet ist. Möge die gefchaffene Organisation die nothwendige Aufklärung bringen! " 10251 393 441 579( 500] 606 810 916 63 11145 242[ 300] 463 689 115001 765 939 12144 80 1500] 234 302 94 437 510 64[ 1500] 708 934 15001 51 66 13353 400 527 87 96 613 94 717 92 850 930 45 51 14218 62 93 96 445 720 866 925[ 3000] 15026 32 188 205 32 302 45 94 423 44 59 541 632 806 9 22 916 90 16021 53 57 63 103 226 37 53 68 80 410[ 500) 69 610 66 69 848 17075[ 500] 137 347 847 66 98[ 3000] 18052146 54 290 649 19027 38 106 222 28 607[ 3000) 87 799 893 20149 333 591 93 603 30 64 727[ 1500] 21034 35 349 559 653 769 97 905 28 63 87 22000 12 13 32 69 94 115 239 83 363 82 430 37 15001 573 97 629 66 715 900 40 6523095 137 83 235 444 510 19 630 745 827 57 922 24102 22 451 81 568 691 763 25128 292 305 33 404 22 590 724 92 26060 105 46 258 310[ 1500] 94 416 85[ 300] 571 99 [ 1500] 717[ 300] 27006 218[ 1500] 364 414 696 789 28091 131 205 73 422 43 524 39 614 700 14 43 15001 49 967 29007 55 59 100 63 74 251 331 67 453 88 94 560 93[ 300] 680 711[ 1500] 13[ 300] 913 78 30018 108 94 368[ 500] 74 788 825 31[ 1500] 31007 79,147 96 336 93 402 9[ 300] 549 645 762 804 66 944[ 3000] 32270 329 437[ 1500] 629 51 767 92-939 56 33290 368 409 41 53 96 758 806 7 28 13001 36 50 94 34035[ 1500] 89 162 77 226[ 300] 42 96 303 403[ 3000] 20 91 695 725 51 72 818 958[ 1500] 99[ 500] 33066 94 154 317 35 39 404 525 53 608 730 75 858 912 85[ 300] 36036 272 455 522 631 68 787 898 977 37022 183 225 64 93 338[ 3000] 464 604 71 731 826 38061 102 299 819 970[ 300] 39041 215 24 342 85 433 511 938 46 40118 213[ 300] 20 21 451 74 732 812 30 41026 144 325 60 683 737 818 57 997 42036 107 14 18 40 229 88 502 725 15001 98 946 78 43078 89 91 115 26 238 312 473 723 86 991 44000 80 84 124 25 42 235 56 58 75 326 27 401 96 600 47 722 72 812 29 973 45040 209 366 458 532 87 646 731 71 46049 350 448 621 45 768 805 33 68 947 47147 63 222 1500) 457 618( 500] 782[ 1500] 813( 1500) 936 75 88 48081 109 26[ 3000] 216 340 564 741 67 841 54 901 81 49084 344 54 425 500 619 25 78 725 28 55 856 913 50069 76 248 85 303 95 451 82 564 619 748 92 1014 161 452 539 88( 500) 922 52011 114[ 500] 64 93 322 99 450 58 586 721 76 78 886 907 15000] 53002 277 384 471 893 54049 326 65 430 519 676 704 21 48 92 828 945 55004 40 106 235 485 556 763 891 56447 583 95 642 87 90 727 831 73 904 44 80 57010[ 500] 13 166 212 83 483 557 73 626 723 960 58145[ 3000] 269 93 320 407 78 515 90 684 971 59154 210 Der Bildungsklub der Hausdiener hielt am 17. Juni eine Mitglieder- Bersammlung ab. In derselben rügte Kollege Wiemer die fortwährenden Standalscenen, durch welche sich die öffentlichen Hausdiener- Versammlungen unliebsam auszeichnen. Mehrere Kollegen sprachen für und wider den Referenten, schließlich wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: Die Mitglieder des Bildungsklubs verpflichten sich, in jeder öffentlichen Hausdiener- Bersammlung dahin zu wirken, daß persönliche Angelegenheiten oder Angriffe auf die einzelnen Vereinigungen in öffentlichen Versammlungen nicht mehr verhandelt werden." Bother waren die Kollegen Rein zum Vorsitzenden, Goldbach zum Schriftführer und Scharn zum Kassirer gewählt worden. 19 52( 1500) 97 437 88 816 60104 13000 289 517 81 89 639 759 98 908 55 78[ 300] 61048 [ 3000) 168 90 96 237 328 424 41 599 708 865 952 68 62087 102 19 455 512 670 702 6 903 63173 283 418 41 59 564 92 620 796[ 500] 843 44 63 911 35[ 3000] 64009 33 79 148 301 35[ 3000] 39 420 41 547 77 [ 3000] 658 69 80 828 54[ 50001 95 11500] 65066 299[ 300] 373 474 629 30 749 937 66142 68 15001 230 32 367 412 38 545 672 910 60 76 90 67002 24 581 700 7 904 17 19 68007 121 391 706 826 89 916 69027 83 393( 500) 435 57 699 793 842 903 28 13001 89063 248 375 583 678 95 718 90219 57 304 457 515 33[ 1500] 78 793 806 927 01004 128 49 220 49 87 374 477 577 697 719 42 927 67 92157 75 407 35 99 502 98 683 734 937 93040 104[ 1500] 228 464 67 592 636 770 953 94201 329 444 529 60 76 719 816 70 73 95293 301 27 418 27 60 522 53 667 76 759 [ 1500] 919 96067 282 97 338 86 482 516 616 841 97037 134 54 85 87 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715 902 105493 504 78[ 300] 731 813 917 166216 81 335 451 553[ 500] 666 700[ 3000] 830 914 55 107200 301 505 98 616 70 74 168386 655 58 73 720 807 981 109154 71 334 52 75 488 689 97 757( 5001 80 910 170051 102 21 60 433 546[ 1500] 633 62[ 3000] 66 723 807 171127 70 206 305 442 541 98 622 789 885 89 172270 491 545 618 73 728 64 77[ 3000] 930 173089 424 75 687 91 780 802 19 44 88 930 174172 266 351 574 604 737 844 985 175030 413 63 64 88 838 934 76 176117 65 255 81 389 441 47 98 627 88 743 96 177145 612 25 726 33 955 178004[ 300] 29 73 339 683 703 998 179560 626 721[ 3000] 84 54 65 845 80 973[ 300] 445 835 80 99 979 182126 299 436 506 31 76 608 89 779 813 40 932 180156 200 323 409 21 27 880[ 500] 922 30 79 181017 132 50 78 96 183105 18 280 301 488 624 764 829 184057 148 13000] 281 344 425 71 529 65 601$ 12 185099 163 287 426 539 78 656 855 56 971 186025 89 144 202 40 414 778 91 901 6 187092 156 80 301 71 91 [ 300] 428 595[ 300] 699 722 833 843 998 189301 54 785[ 300] 188127 369 86 452 57 574 612 719 8. Ziehung der 4. Klasse 184. Königl. Preuß. Lotterie. 52 94 610 782 824 51 93 1300] 921 52 93 92132 484 593 613 97 904 Ziehung vom 24. Juni 1891, Nachmittags. Nur die Gewinne über 210 Mark find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 39 71 79 117 346 452 625 48 79 707 34 38 48 880 939 40 53 62[ 3000) 66 67 1230 86 312 678 91 787 806 941 51 80 2071 162[ 3000] 250 351 432 658 759 92 3117 98 235 386 130001 506 53 91 763 931 72 4019 36 95 313 440 555 64 69 661 86 874 927 38 45 5119 211 34 368 608 34 748 96 897 958 6332 1300) 849 76 957 7088 89[ 3000] 171 78 239 524 690 731 98 805 6 904 6 9 86 91 8097 289 115001 322 412 633 794 851 926 67 9035 522 38 645 10052[ 500) 56 449 65 560 626 80[ 1500] 83 712 21 63 826 11110 49 591 715 57 62 895 991 12002 16 78 90 147 231 330 52 417 507 618 82 740 13039 61 106 533 1500] 65 883 84 14105 39( 300) 298 371 97 432 561 66 664 897 15003 5 312 89 517 70 691 713 43 925 47 16066 185 86 324 38 414 98 506 36 602 SSS 89 927 38 17082 186 90 219 525 70 701 826 18492 622 52 61 64 736 895 961 68 83 19041 96 357 443 525 663 84 1500] 720 886 972 20060 115[ 300] 213 22 344 401 58 556[ 15 000] 647 791 827 912 20 85 21075 78 109 236 96 310 88 471 82 521 48 58 73 88 676 775 888 949 70 89 1300) 22059 60 113 52 216 587 677 1500] S63 981 93 23162 322 72 91 894 923 24045 382 489 540 79 617 38 753 74 889 25112 218 373 490 520 619 737 96 875 975 26063 13001 92 220 70 350 433 65 569 733 861 987 27181 286 440 55 56 578 87 681( 500) 97 720 130001 49 893 915 28007 163 288 660 803 23 30 978 29018 30 358 62 557 92 606 744 30118 130001 56 303 461 599 755 87 817 972 31103 243 77 421 80 506 98 698 807 130001 27 43 48 980 32041 73 262 91 316 426 551 721 55 33043 171 216 306 433 38 956 34206 31 347 406 551 55 75 794 898 963 130001 68 96[ 1500] 35120 229 357 462 64 513 733 57 88 824 52 81 902 36017 18 149 236 94 1300) 423 69 98 586 95 636 83 833 911 37006 380 471 609 61 759 76 874 98 38016 88 97 221 417 59 555 81 803 4 59 936 39000 11s 416 782 838 916 62 40063 87 165 247 66 69 90 13001 327 32 S3 416 72 523 658 730 835 923 41080 112 227 71 74 1[ 1500] S4 342 463 649 50 74 790 952 79 42056 13001 97 141 227 323 29 40 57 97 449 537 99 637 99 743 894 13000] 907 16 43157 227 95 365 93 413 511 12 30 53 601 69 44062 192 97 246 15001 87 93 307 31 37 75 83 85 639 40 46 97 928 97 45028 126 286 325 447 60 80 13000; 789 818 26 46112 52 314 36 51 73 576 625 78 721 71 93 925 47000 250 338 53 68 1300) 69 90 516 33[ 1500] 39 45 67 763 821 982 97 48010 58 68 99 181 203 358 405 53S 90[ 3000] 662 717 888 49259 326 15001 401 5004 370 436 559( 500] 707 51469 567 832 928 34 56 75 52015 143 46 1500 328 63 506 26 62 712 849 969 53148 382 115001 418 700 54 988 6017 13001 21 189 94 379 94 429 561 624 741 926 55000 30 37 67 415 63 74 13001 748 862 13000] 88 99 56018 182 221 514 23 628 756 827 916 57077 131 208 328 56 401 39 79 552 58 77 770 870 966 55002( 5000) 133 99[ 300] 221 52 80 312 35 56 409 27 519 613( 1500) 773 829 52 80 950 59133 312 407 41 60 635 53 794 60001 15 31 50 266 422 89 504 GO 85 650 931 61130 79 238 57 339 535 636 46 58 709 961 62065 221 63 333 467 650 870 73 88 63023 341 68 115001 78 463 503 93 617 864 975 64036 149 297 15001 315 434 527 130001 72 803 79$ 02 72 65221 22 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Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.