Morgenausgabe Nr.?Z5 �, Ait9 �6- Jahrgang «Sch.nlNch 85 W. jinnafflH SM SL >m ooraui jlafjlbar. Poftbezuz t32 M. »>nlchlt»k>l>ch 80 Vostzeiw»«»- und 72 Pfg. Postbe�ellgebühn». LllSlaod». »donnkm«!� s,— 3t pro JRpn««. J«t■Sormirtf* erldjrlnl wochentäg. "ch JSximat Sonntagt und SRantag« «KJnat die Vbendausgaden für Berlin »nd im Bändel mit dem Ittel.Der übend*. Illustrierte Beilagen.Boll und Aeit* und.Sinderfreund*. Fem er »Unierbaltung und Willen*,.grauen» stimme*..Technik*..Blick st, die Büchertpest* und.gugend-Baewirld* p- Berliner VoltSblatt Oonnsrsiag 23. Mai 1929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die einspaltige Nonpareillezeil? 80 Pfennig. Retlame�eile S.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen' dos ettge- druckte Wort 25 Pfennig lsuläfsig zwei fettaedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche dos erste Wort 1b Pfennig, jede» weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstabe', zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHa�pt- geschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8'/, bis 17 Uhr. Äentralorgan der Sozialdemokrattscheu.Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstratze 3 Fernlprech«,: Tönhaff 292— Wl lelesrinnm-Sdr.: Suzlaldemoka» verlw Vonväris-Verlag G.m.b.H. PvstlchecktaU»: B«Ite 87686.— vanNonto: va»k btt Eibrtlti, Angistelllen mtb Bdnjtte» vallftr.66. Dieioato-Selellschaft. Devosttenkafi« Andenstr. L Neue Forderungen in Paris. Das Memorandum der Alliierten. Paris. 22. Mai.(Eigenbericht.) Das neue Memorandum der alliierten Delegierten, in dem deren Auffassungen über den Stamp-Schochffchen Bericht und die deutschen Vorbehalte niedergelegt sind, ist der deutschen Delegation übergeben morden. Seine Fertigstellung ist in den legten Stunden noch e r- heblichen Schwierigkeiten begegnet, da in ihm plötzlich die Annahme der Aoungschen Ziffern mit einem Vorschlag begleitet wird, dessen Fragwürdigkeit besonders die amerikanisch« Delegation den Gläubigern gegenüber bereits hervorgehoben hat. Es handelt sich um ein ganzes System von Rückstellungen und Kompensationen, dessen Endeffekt darin bestehen soll, daß die Alliierten mehr erhalten, die Deutschen aber deswegen nicht mehr zahlen sollen. Der Dorschlag, den die französische' Presse als ein wahres Zaubcrwerk preist, bedeutet in Wahrheit die Forderung einer Sapitalvorauszahlung Deutschlands von 600 bis 700 Millionen Mark. chierfür ist folgendes Verfahren vorgesehen: Der Poungsche Zahlungsplan soll laut dem Bericht mit 1. April 1929 in Kraft treten. Deutschland soll aber bis Ende des Jahres die vorgesehen« Dawes-Annuität weiter zahlen. Di? Differenz wird unter die Gläubiger verteilt. Deuffchland soll demgegenüber die Vergünstigung erhalten, daß die am 1. Januar beginnende Laus- zeit de» Poung-Plans von 37 auf 36 Jahre herabgesetzt wird, wobei die fehlende Annuität teils durch hie Differenz zwischen Tawcs- und Uoung-Plan in diesem Jahre als gezahlt angesehen und teils auf die weiteren 36 Jahreszahwngey umgelegt �oerden soll. Der Schwerpunkt der neuen Forderung, durch die die Sonder an spräche England», Frankreichs und Belgien» befriedigt werden solle», liegt darin, daß Deutschland gerade in der setzigen. für die Wirt. schofi kritischen Zeit die voll« Dawes-Zahlung zu leisten hätte. Wenn auch die Gesamtsumme nominal nicht erhöht wird, so bedeutet die Kapitalvorauszahlung u. a. auch einen Zinsverlust von 40 bis 59 Millionen Mark. Di« Alliierten verlangen in ihrem Memorandum ferner auf zehn Jahre eine Zusatzzahlnng von 25 Millionen Mark zur Befriedigung der belgischen Markentschädigungsan- f p r ü ch e und verändern schließlich die Höh« der einzelnen Jahres- Zahlungen, um jeweils dem nicht gleichmäßigen Bedürfnis ihrer Schuldenzahlung an Amerika gerecht werden und darüber hinaus stets den nicht transfergefchützten Test von 750 Millionen Mark voll erhalten zu können. Auf diese Weis« entstehen Jahres- Zahlungen in wechselnder Höhe. So Negen z. B. die erst«, die dritte und die letzten siebzehn unter den Poungschen Ziffern, die anderen darüber. Der ganze Zahlungsplan ist denmdch von den Bedürfnisien der deutschen Wirtschaft auf die der alliier- ten umgestellt. Die deutsche Delegation sieht sich durch dies« neuen Forderungen in«in« sehr schwierige Lage versetzt, zumal bisher schon Meinungsverschiedenheiten in ihrem Loger aufge- taucht sind. Generaldirektor B ö g l e r. der unter schwerindustriellem Druck bereit» entschieden seinen Rücktritt angekündigt hat, falls die deutschen Vorbehalte nicht restlos angenommen würden, Hot es an- gesichts der neugeschaffenen Lage nicht schwer, sein« Drohung wahr zu machen. Deutsche Rückfragen. / pari», 22. Mai.(Eigenbericht.) Di« deuffch« Delegation hat zu dem Alliierten-Memorandui» ein« Anzahl Rückfragen gestellt. Inzwischen verlautet, daß in dem Alliierten-Memorandum die Annuitäten de» sgoung-Planes nur um 25 Millionen erhöht wurden, die zum Ersatz für die belgischen Markansprüch« bestimmt sind. Allerdings soll Deutschland bis zum 1. Januar 1939 den Dawes-Plan weiter durchführen. Hierzu wird es auf den Weg einer internationalen Anleihe verwiesen, damit die Lasten für das Budget nicht allzu groß werden. In diesen drei Bierteljahren würde Deuffchland also eine Reparations voraus Zahlung von. etwa 700 Millionen leisten. Es ist nicht crsichllich, ob die Zinsen für diese Lorauszahlungen auf die übrigen Annuitäten angerechnet werden. Im übrigen sind>.«• nur zwei der deutfchen vorbehalte abgelehnt worden, und zwar dl« Forderung nach einem Moratoristm und die verlangt« Freigabe der dcuffchen Eisenbahnen. Di« Alliierten wollen die zweite Hypochek auf die Reichsbahn behalten. Di« Transfer, und die Revisionsklausel haben einige Veränderungen erfahren. Die Alliierten verlangen, daß der ungeschützte Teil der deutschen Leistungen vom ersten Jahr« ab 660 anstatt 630 Millionen betragen soll. Er soll dann jedes Jahr um 25 Millionen st e i g e» bis zu einem Maximum von 960 Millionen im Jahr. Vier der deuffchen Vorbehalte sind für die später« Diskussion zurück- gestellt worden, und zwar 1. die Heranziehung der Reinge- winn« der Reparationsbank für die letzten 21 Annuitäten, 2. die Heranziehung der österreichischen Nachfolgestaaten zur Reparationszahlung, 3. die Verrechnung der Liquidations- schaden und 4. Kapitalsleistüngen Deutschlands zum Kapital deb internationalen Reparationsbank. Die anderen deuffchen Vorbehalte wurden unverändert ange- nommen. Generaldirektor Vogler in Berlin. Generaldirektor Dr. vögter ist am Mittwoch abend in Berlin eingetroffen. * v Wie die Telegraphen-Union erfährt, wird Dr. Bögler sofort Gelegenheit nehmen, die Frag« seines Ausscheidens aus der Sachver- ständigendelegation mit den in Betracht kommenden Stellen der Reichsregierung zu klären. polnisch-russischer Zwischenfall. Steinwürfe gegen den Vertreter Polens in Charkow. Moskau, 22. Mai. Bei einer Fahrt im offenen Auto durch Charkow wurde der dortige polnische Generalkonsul S t e b l o w s k i mit Steinen b«. warfen. Ein Stein traf den neben ihm sitzenden konsulotssekretär S ch o st a k. der eine v e r l e h u n g an der Schläfe erlitt. Der Vor- fall dürste ein diplomatisches Rachspiel haben. Die russisch-polnischen Beziehungen sind ohnehin wieder gespannt, wie die sich in Bykows Rede aus dem Rälekongreß und dem demoastrativeu weg. gehen de» polnischen Gesandten oller Welt gezeigt hat. Zn Warschau beschwert sich die presse über fowjetrussische Heranssorderungen. in Moskau erwidert man. daß die Herausforderungen vielmehr von Polen ausgehen und bezieht sich dabei besonders auf die überraschende Slrafmilderuug für den Altentäler gegen den Sowjethandet». Vertreter in Warschau, sowie mif die neuerding» sehr sowjetfeindliche Sprache polnischer Blätter. Treue über parieigegnerschast. Erklärung pouletS im belgischen Wahlkampf. Brüssel. 22. Mai.(Eigenbericht.) Der wahlkampf ist aus seinem Höhepunkt angelangt. Die Au». sichten der Arbeiterpartei besiern sich von Tag zu lag. Die Fraukenfiabilisterung steht mit im Vordergrund der Aus- einandersetzungen und wird von den bürgerlichen Parteien seit Wochen zu Angrissen gegen die Sozialisten benutzt. Zeh, ist es auch mit diesem Trumps aus.«m Mittwoch erklärte poulel, früherer Ministerpräsident und der bedeutendste Führer der talhollschen Partei, in Löwen: „Die Angrisse, die bezüglich der Fronkenentwertung gegen die Sozialisten gerichtet werden, richte» sich zugleich gegen mich und in. solgedefsen gegen die ganze katholische Partei. Zch erkläre wich mit den angegrisseueu sozialistischen Miuistern solidarisch: ich mißbillig« energisch die Verleumdung»Plakate gegen die Sozialisten. Ich habe im Tlameu der katholischen vereint. gung von Löwen bei der Zentrale der katholischen Partei in Brüssel gegen die Plakate pro lest eingelegt. zZn meiner Eigenschaft al, Ministerpräsident wurde ich in schändlicher und illoyaler weise ange- griffen. Die sozialistischen Minister haben mir im Kamps« gegen die Frankenentwertung bi, zum letzten Augenblick loyalnudehrlich beigestanden." Diese Erklärung dürfte am Wahltage ihre Wirkung nicht»er. fehlen._ Heeresmanöver in Ungarn. „Einladung" der alten Reserveoffiziere! w i e n. 22. Mai.(Eigenbericht.) Die wiener.Arbeiter-Zeitung" meldet au» Budapest, daß tu Ungarn seil Mitte Mai große Manöver sind, die bis Mitte Augvst dauern sollen. Diese Manöver seien auch dadurch bemerkenswert. daß die Reserveofsiziere der alten uugari- sehen Armee dazu geladen seien. Alle zuverlässigen Reserveoffiziere bi, zum ZK. Lebensjahre hatten vor den Manövern eine s christlich« Aufforderung erhalten, sich zu Besprechungen in den Kasernen einzusinden, wo ihnen nahegelegt worden sei. zu den großen Manövern zu erscheinen. Außerdem hätten die großen ZNdustrieunlernehmung'en und die Großbanken Aufforderungen erhatten. Ihre Angestellten zum Zwecke der Teilnahme an diesen Manövern zu beurlauben, soweit sie Reserveoffiziere sind. Unternehmer, die sich dazu nicht sofort bereit erklärt hätten, seien von den Steuerämlern entsprechend bearbeitet worden, bi» der Widerstand ausgegeben war. Abrechnung mit Lloyd George. Englands Abkehr von den Liberalen. Van R&rnsay U&odonald. Lloyd Georg« ist offensichtlich bestürzt über die kühle Aufnahm«, die feine so groß angekündigten Reden gefunden haben. Es ging ihm wie einem jener Schauspieler, die in einem kleinen Provinzstädtchen vor einer Bude auftreten, um eine Menge Menschen in ihr Zelt zu locken. Die Riesendame, oder was immer die Attraktion im Zelt bildet, ist hinter ihm auf einem Plakat aufgemalt, die Blechkapelle mit ihren Haupt- instrumenten, der Posaune und der großen Trommel, hat die Vorstellung angekündigt, und stolpernd und dröhnend tritt der Schauspieler ins Zelt. Die Frau an der Kasse lächelt, die untergeordneten Mitglieder der Truppe sind drinnen bereit, zu beginnen, aber nicht ein Zuschauer kam die Treppe herauf und bezahlte den Eintritt. Die Menge ging weiter, um andere Attraktionen anzustaunen. Vor der verlassenen Bude flackern die Pechfackeln. Die gemieteten Enthusiasten der Propaganda- abteilung der Truppe rufen mit nachlassendem Eifer:„Herein! Hereinspaziert! Die Vorstellung fängt gleich an!" Schlimme Zeiten ringen den Herzen der Menschen Worte schmerzlichen Verdrusses ab. Die Menge hat in der Tat einen alten Schauspieler an seinen vertrauten Tricks erkannt und wünscht ihn nicht mehr zu sehen. Sie hat sein Geplapper schon vorher gehört und kennt es auswendig. Es gab eine Zeit, in der die Blechmusik ihre Töne über eine Nation von „Helden" blies, in der der Hauvtdarsteller die Leute einlud, ihre Pfennige zu zahlen, um den Kaiser gehängt und die Taschen Deutichlands geleert zu sehen, eine Zeit, in der diese Musik Beifall und Geld brachte und die Bude füllte. Heute aber haben sich die Zuschauer�uf Nimmerwiedersehen verflücki- ligt. Die Menschen von heute haben keinen Sinn mehr für Blechmusik, für die große Trommel, für Trikots, für Dorf- jahrmarkt und Petroleumlampen. Die Bühne wurde zum Tribunal, der alte Schauspieler muß auf der Anklage- dank Plaß nehmen. Frren ist menschlich. Rur diejenigen, die für ihre Taten die Verantwortung tragen mußten, wissen, welche aroße Nack- sicht ein Urteil enthalten muß. Eines aber kann nicht entschul- digt werden: die kleinlich« Gaukelei. Und das ist das Veinlicbe, das Churchills letztes Buch uns bei der Beurteilung der Haltung Lloyd Georges in großen Augen- blicken vor Auaen führt. So beispielsweise gelegentlieb der ÄLahlen von 1918� und in der Frage der Beziehungen Lloyd Georges zu keinem früheren Cbef A s q u i t h. Unmenschlich schwer war die Last, die der damalige Premierminister zu tragen hatte. Lloyd Georaes Verhalten seinem früheren Premier gegenüber, sein Mangel an natürlicher Aufrichtigkeit, der in der Schilderung Churchills über den Anteil Lloyd Georges an der Geschichte des Landes klar zutaae tritt, mußte feine ernste Wirkung auf das Vertrauen des Landes und seiner Parlamentskollegen haben. Die liberale Presse sucht nach Heilmitteln für ein totes Pferd. Sie bewegt seine Beine und bebauptet froh- lockend, es lebe. Sie schirrt es für eine Schaustellung in der Albert Hall an. In Leitartikeln mit Schlagzeilen wird vet- kündet, daß die Borftelluna ein Triumph war und in die Pro- vinz gebracht werden müsie. Die Wahlurnen werden vorbereitet, die Listen wurden den Wählern vorgelegt. Don den Wahlen hängt viel ab. Auf der einen Seite ist die Reaktion mit Geld und Macht- Mitteln wohl versehen, auf der anderen Seite marschiert der Fortschritt Mit der Zeit, er begrüßt die neuen Ideen, die aus der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft qeboren werden, er übernimmt die Verantwortung für wirtschatsliche Taten und politische Gerechtigkeit gegenüber dem Volk. Unsere Ber- bündeten sind nicht der Reichtum, noch die egoistische Zu- friedenheit, die der Reichtum mit sich bringt. ...„Du hast große Verbündete. Dein« Freunde sind Frohlocken, Todeskampf, Liebe und der Menschen unbesiegbarer Geist." Die Geschichte des Aufstiegs der Arbeiter« partei ist die Geschichte der wachsenden Bedeutung des Arbeitslosenproblems. Obgleich wir keine Aemter bekleideten, haben wir den Anstoß für die gesamte Gesetz- gebung der letzten Zeit zum Wohl der Arbeitslosen gegeben. Die Beziehung der Arbeitslosigkeit zur nationalen Entwicklung bleibt das hauptsächlche und unmittelbare Problem, mit dem sich die Arbeiterpartei beschäftigt. Als wir igt Jahre 1924 an die Regierung kamen, begannen wir, dieses Problem in Angriff zu nehmen. Trotz der täglichen, aus der Unsicherheit der Lage erwachsenden Hindernisie, trotz der Pläne und Pro- jekte, die ausgebrütet worden waren, um uns zu vernichten. nahmen unsere Borsätze schnell greifbare Gestalt an. Wir be- arbeiteten in einer besonderen Kabinettstommission die Fragen des Verkehrs, des Straßenwefens. der Elektrifizie- rung, der Trockenlegung und der Meliorationen Wir veran- stalteten eine Enquete über die Möglichkeit, die Ebbe und Flut für die Erzeugung elektrischer Kraft auszunutzen. Wir be- schäftigten uns intensiver als irgendeine Regierung vor uns mit den wisienschaftlichen Methoden der Kohlevcrwertung. Entwürfe über die Milderung der Arbeitslosigkeit wurden vorgelegt. Philipp Snowden arbeitete nach den Nicht- Urnen des Kabinetts an dem Werk, das wir im Herbst 1924 dem Parlament bekannt geben wollten. Nichts paßte den Liberalen weniger, als daß diese Politik betrieben wurde. Seit der Herbstsessian 1924 benutzten sie jede Gelegenheit, um uns lahmzulegen. Die unverschämte Unredlichkeit des Campbell-Falles— die uns schlagen sollte— gab ihnen endlich ihre Chance. Wenn die Reden Lloyd Georges tatsächlich die ehrlichen Bestrebungen der Liberalen Partei ausdrücken, dann sind die Liberalen ve r a n t w o r t l i ch für die Entwicklung seit dem Jahre 1924. Sie gaben den Toms die Majorität, sie brachten eine Partei an die Macht, die ihrer Natur nach reak lionär ist und die die soziale Not vom Gesichtspunkt der Klasse bekämpft, die selbst reich ist und unter den Bedingun- gen, die die Not verursachten, Geld verdient. Die letzten vier Jahre zeigen, daß die Liberalen nichts dazu beigetragen haben, um die Lage zu erleichtern, oder die Regierung im Zaume zu halten, die sie selbst eingesetzt haben. Wenn die Liberalen jetzt die Politik und die Arbeit der Labour Party übernehmen, und sie ihre eigene nennen, ja sie als Stock be- nutzen, um damit gegen die Regierung oder selbst die Ar- beiterpartei loszuschlagen, nachdem sie diese Regierung zur Macht gebracht und die Arbeiterpartei an der Durchführung dieser Politik gehindert haben, so beweisen sie, daß ihr P e r- stand um so manchen Grad z u r ü ck g e b l i e b e n ist. Die große Iericho-Offensive der Liberalen endet« mit Klagen und Jammern. Das Land hat keine Luft, zuzulassen, daß die Not der Arbeitslosen benutzt wird, um eine Partei, die durch ihr Verhalten zur Bedeutungslosigkeit verurteilt ist, wieder zum Leben zu erwecken. �_ Oer Lautsprecher im Wahlkampf— ein Vorteil der Kapitalparteien! Conbon, 22. Mai.(Eigenbericht.) Rarnsa y Macdonalb, der in dieser Woche bisher vor nicht weniger als 100 900 Wählern gesprochen hat. erklärte in einer Rede in Birmingham, daß die Wahlmethoden der Konservativen und Lide- ralen eine ernste Bedrohungde« Prinzips der Demo- krati« darstellen. Die Uebertragung der Reden konservativer und liberaler Führer nach einer großen Auswahl von Städten stelle ein ausgesprochen plutokratisches Moment dar. Jede Uebe» tragung koste mehr als seine(Macdonalds) Gesamtredetouren in England und Wales. Das setze die Arbeiterpartei in einen schweren Nachteil und gestalte die Wahlkampagne für die Führer der Labour Party so anstrengend, daß der Wahl- kämpf einem physischen Selbstmord gleichkomme. Der zweite Lakubowski-Prozeß. Die Verhandlung gegen Rogens und Genoffen in Reustrelid. Reuer Londoner Polizeiskandal. Schmiergelder von Nachtklubs. London.». JUal. Nach einer Erklärung der Deiekklvadtellung von Scoklaud gard steht ein neuer feusationeller Befiechnugspro zeß gegen vier Londoner pollzeibeamle bevor, die mit sofortig« Wirkung vom Dienst fnspenfiert wurden. Dl« Beamten waren mit der Ueberwachoug des London« Vergnügnagsvlertel» So ho. de» Sitzes zahlreich« Nachtklubs, beauftragt Zu frifch« Erianernng steht noch der Prozeß gegen de» Sergeanten Goddnrd. der ebenfalls bei der Ueberwachnng von Ztachttlob« in größerem Umfange Schmiergelder angenommen hatte. Zustiztarif. Neichsminister, Lumpen und Zuchthäusler.— Kostet in Bayern SV Mark. manche», 22. Mai.(Eigenbericht.) Anfang dieses Jahres stellte in einer Feuerwehrversammlung in Blaibach, einem Ort im bayerischen Wald, ein sozialdemokratisches Mitglied den durchaus vernünftigen Antrag, daß die Feuerwehr sich in Zukunft nicht mehr an kirchlichen und an vaterländischen Der- onstalwngen beteiligen soll«. Dieser Antrag ging den anwesenden vaterländischen Feuerwehrmännern derart auf die Nerven, daß sie den sozialdemokratischen KakN«raden mit wüsten Schimpf- warten bedeckten. Am lautesten führte sich der sehr robuste Pechfabrikant Aschenbr«nn«r aus, der sich dabei zu einer wüsten Be- schimpsung der Reichsregierung verstieg, indem er schrie:„In dies« r Regierung sitzen ja so wie so nur Lumpen uud Zuchthäusler/ Als sich Aschenbrenner numnehr vor dem Straubing« Amts- Gericht verantworten sollte, konnte er sich plötzlich an gar nichts mehr «rinnern. Er sei wohl sehr aufgeregt gewesen, aber„gegen die eigene Regierung schimpfen, falle ihm gar nicht ein. weil ja die eigenen Leute auch darin sitzen". Die Zeugen halfen dein Ge- döchtnis des Schreiers allerdings noch und so erhielt der Schimpf. bald an Stelle einer Gefängnisstrafe pon acht Tagen ganz« 80 Mark Geldstraf« zudiktiert. Bezeichnend für da»»er- kündend« bayerische Gericht ist die Tatsache, daß der Verteidiger un- gehindert sagen durfte, daß in dein inkriminierten Ausspruch de« Angeklagten„immerhin ein Körnchen Wahrheit«nt» halten fei". Reuer Vauernprozeß. 57 Bauern unter Anklage. Husum, 22. Mal Vor dem Amtsgericht Husum hat heut« vormittag«in neuer schleswig-holsteinischer Bauernprozeß begonnen. Es handelt sich um die Demonstrationen vor dem Husumer Gerichts. g« b ä u d e am 3. Januar d. I-, durch welch« die Gerichtsverhandlung gegen den Ländoolkführer hamkens gestört wurde. Wegen Aus» lauf» haben stch S7 Landleute au« verschiedenen Orten der Westküste zu oerantworten. Nach eingehender Beweisaufnahme, in der die Aussagen der Angeklagten und der Polizeibeamten in den Hauptpunkten nicht in Einklang zu bringen waren, erklärte der Staatsanwalt, daß die Demonstranten zwar nicht die Absicht gehabt zu haben scheinen, die Gerichtsverhandlung zu stören, doch sei ihr« Straftat keineswegs als harmlos anzusehen, auch wenn dl« ganz« Angelegenheit keine plan- mäßige Vorbereitung verrat«. Er beantragte gegen Thomson. Ostenseld und gegen Hennings-St. Annen je zwei Wochen, gegen dv> übrigen heute vernommenen Angeklagten je«in« Woche Gefängnis. Da« Urteil soll heut« in acht Tagen ver» kündet werde». Am 28. Juni beginnt vor dem Landgericht Neustrelitz der Prozeß Nogen» und Genossen. Di« Mutter Rogens— nach der Wiederverheiratung Frau Köhler— und deren Söhne August und Fritz, hauptbelastungszeügen gegen Jakubowski, werden sich zu verantworten haben, die erstere wegen Beihilfe zum Morde, letztere wegen Mittäterschaft. Ihre belasten. den Aussagen bleiben; deren Bewertung wird eine andere sein. Ihr Eid in der ersten Verhandlung war ein Meineid— s o lautet auch die Anklage. Außer ihnen hoben sich der Arbeiter Dlöcker wegen Meineides und Frau Lübcke geb. Kreuzfeld wegen Begünst!- gung zu verantworten. Der von ihnen Belastete kann sich nicht mehr verteidigen. Für immer hat ihm das Henkerbeil den Mund ver- schlössen. Der Fall Jakubowski hat Aufsehen erregt wie selten einer. E r wurde zum Kampfruf gegen die Todesstrafe, hier in aller Kürze der Sachoerhalt des Iatubowski-Falles. Dreiviertel Stunden von Lübeck liegt das Dorf Balingen, das zu Mecklenburg- Strelitz gehörl hier lebte und arbeitete feit dem Kriege der früher kricgsgefangene rufflsch-polnifche Bauer IakubovKskl Am Rande des Dorfes steht eine Heidekate, in der außer der Familie Kreuz» feld die Familie Rogens wohnte. Mit der ältesten Tochter Ida unter- hielt Jakubowski ein Liebesverhältnis: er trug sich mit heirats- absichten, übernahm die Paterschaft ihres nicht von ihm gezeugten unehelichen Knaben-Ewald und zeugte mit ihr im Jahre 1923 das Töchterlein Anni. Die Familie Rogens galt als äußerst verwahrlost: in der Woh- nung herrschte unbeschreiblicher Schmutz. Di« Mutter Rogens bracht« von' anderen Männern gezeugte Kinder ins Haus—«in Grund mit dazu, daß ihr Mann sich das Leben nahm. Der älteste Sohn Wilhelm erhielt mehrere Gefängnisstrafen wegen D l e b st a h l z., der zweit« Sohn August«in« solche von neun Monaten wegen Litt- lichkeitsvergehens an seiner eigenen Schwester Gertrud, der dritte(Johannes) war ein Idiot, und der vierte(Fritz) kam In Fürsorgeerziehung. Nach dem Tode der Tochter Ida im Jahr« 1923 mußte die Mutter Rogens bei ganz geringem Einkommen für die ganze Familie sorgen, darunter für vier kleine Kinder im Alter von 1Z4 bis 3 Jahren. Jakubowski hatte sich ver- pflichtet, zum Unterhalt Ewald« und Annis IS Mark monatlich bei- zutragen, kam ober seinen Verpflichtungen nicht'pünktlich nach. Er beklagte sich sowohl beim Vormund als auch sonst überall, daß seine Kinder sich bei der Großmutter in verschmutztem und verwahrlostem Zustand« befänden und gab sich die größte Mühe, sie anderweit unterzubringen. Auch die Mutter Rogens wollte die Kinder los werden. Später behauptete man. Jakubowski habe Aeußerungen gemacht, die darauf schließen ließen, daß er die Kinder habe b e- s e i t i g e n wollen. Die Mutter Rogens wollte wieder heiraten, aber die vielen kleinen Kinder waren ihr im Wege. Auch Jakubowski wollt« hei» roten, aber seine beiden unehelichen Kinder erschwerten sein« Ab- sichten. Am 8. November 1924 erhielt Jakubowski«in« Vorladung zum Dormundschastsgericht auf den 11. November, weil er statt 18 M. nur 10 M im Monat für seine Kinder gezahlt hatte. Er erhielt als Knecht einen Barlohn von 30 M. im Minat. Am 9. No- vember verreiste die Mutter Rogens, am Sonntag, fiem 10. N n» v e m b e r. abends, v erschwand der klein« Zjähr'-ge Ewald. am 11. November nahm Jakubowski seinen Termin wahr und er- klärte sich zur Zahlung von 15 M. im Monat bereit. Am 22. No vember wurde der kleine Ewald erwürgt in einem Kanin�enloch aufgefunden. Jakubowski wurde am anderen Tag verhaftet, mit ihm Fritz Rogens. Fritz wurde wieder freigelassen, gegen Jakubowski die Voruntersuchung wegen Mord eröffnet. Frau Rogens, die den Verdacht auf Jakubowski gelenkt hatte, belastete ihn auf das schwerste. Cr wurde am 26. März 1925 zum Tode verurteilt und am IS. Februar 1926 hingerichtet. Sowohl dos Urteil als auch die Hinrichtung hatten in Palingen selbst größte Unruhe hervorgerufen: konnte man sich doch nicht denken, daß Jakubowski seinen kleinen Jungen, zu dem er ipimer gut war, getötet haben könne. Doch erst als am 4. Januar 1928 im Lübecker Generalanzeiger"«ine unrichtige Meldung von einem Sterbebettgeständnis der Frau Rogens erschien, aus dem Iakubowskis Unschuld hervorgehen sollte, kam der Fall Jakubowski wiederlnFluß. Auf Veranlassung des Ministerpräsidenten Reibnitz erhielt der Leiter der Reustrelitzer Kriminalpolizei, Rcgierungsrat Steuding, gemeinsam mit dem Münchener Kriminalpsychologcn h e n t i g den Auftrag, neue Ermittlungen im Fall Jakubowski on- zustellen. Das Ergebnis war die Verhaftung Kreuzfelds. Blöckers und August Rogens', wie ein Steckbrief gegen Fritz Rogens. Oberstaatsanwalt Müller, der An- klagevertreter im Jakubowski-Prozeß, durchkreuzte aber die Absichten des Staatsminifterium». Er sührte Ermittlungen aus eigene Faust und entließ sowohl August Rogens, Blöcker und Kreuz- f e l d aus der Haft, als auch den später verhafteten FritzRogens. Run holte das Mecklenburg-Strelitzer Staatsministerium beim frühe- ren sächsischen Iustizminister Bünger ein neues Gutachten ein. Der Sachverständige gelangte zu dem Schluß, daß neue Ermitt- lungen anzustellen seien. Den Auftrag hierfür erhielten der Berliner KriminalratGennat und der Kriminalkommissar D r a e g e r. Das Ergebnis war: Anklageerhebung gegen die Mutter und Brüder Rogens. Die Gutachter gelangten zu der Ansicht, daß Jakubowski den Mord gemeinsam mit August und Fritz Rogens verabredet habe, daß Frau Rogens in Kenntnis des Mordplans abgereist sei. Jakubowski der Anstifter, August der eigent- liche Mörder, Fritz Mittäter, der die Leiche versteckt hat— das ist jetzt die Konstruktion der Anklage. Trisst sie den Tatbestand? Wird das Gericht so lange Zeit noch der Tat die Zusammenhänge aufhellen können, die seinerzeit ein? völlig unzulängliche Voruntersuchung und eine merkwürdig« Haupt- Verhandlung völlig außer acht gelassen hat? Die Dauer der Gerichtsverhandlung ist auf zwölf Tag« berechnet. es sind 130 Zeugen geladen. Wie die Verhandlung aber auch endet —«ins ist auf Grund des Materials der neuen Untersuchungen heute schon klar: die Kleinstaaterei hat verhindert, daß erfahren« Krimi- nalisten unmittelbar nach dem Mord Klarheit in diesen Fall gebracht haben. Leo Roscnthak. Das sächsische Regierungsproblem Stimmen für Verhandlungen mit den bürgerlichen Parteien. Dresden. 22. Mai.(Eigenbericht.) In der„Dresdener Boltszeitung" schreibt der bis- herige sächsische Landtagspräsident Albert Schwarz zu dem f 2 ch- fischen Regierungsproblem: „Sitzen erst die Hitlerleute am Steuer, dann ist e» mit jedem Zugeständnis an die vorwärtsdrängende marxistisch geschulte Ar- beiterfchaft vorbei. Ich müßte eben Kommunist sein, um einen solchen Zustand herbeizuwünschen, der Arbeiterschaft diente ich nicht. Sind wir allein nicht stark genug, ein« Regierung zu übernehmen, dann haben wir uns um Partner umzusehen. Wir sagen, was wir wollen, die anderen nennen ihre Bedingungen. Wir werden verhandeln und handeln. Kommt eine Einigung nicht zustande, ist es auch gut, denn einer Koalition um jeden Preis möchte ich keines- wegs das Wort reden. Wir vergeben uns nicht das allergeringste. wenn wir Verhandlungen anzuknüpfen suchen. Wir stellen ein Drittel aller Abgeordneten, vertreten jedoch die Interessen de» g«- samten werktätigen Volkes. Wollen wir warten, bis die Mehrheit des Volkes uns zur Vertretung ihrer politischen Anschauungen in die Parlamente schickt, dann dürste inzwischen ein« rein bür» gerliche Gesetzgebung so viel Hindernisse aufge. richtet haben, daß es uns unendlich schwer werden würde, unser Programm in die Tat umzusetzen. Also, ran an den Feind, und wenn es mit einer Koalition sein soll." Der sozialdemotratisch« Landtagsabgeordnete Lobbert bot sich in der Meißener sozialdemokratischen„Volkszeiwng" ebenfalls für die Anbahnimg von Verhandlungen zur Bildung einer Koalition ausgesprochen. Stimmen gegen eine Koalition. Zwickau. 22. Mal(Eigenbericht.) Im„Sächsischen Volksblatt" schreibt Fritz Bieligk:„Auch im Reiche sollte durch die große Koalition die Krisis des Parlamentaris- mus bezwungen, dem Vormarsch des Faschismus Schranken gesetzt werden. Aber ebensowenig wie im Reiche ist die« in Sachsen iu die Macht der Sozialdemokratie gegeben. Di« wirtschaftliche und politisch« Situation ist in Sachsen für ein« Koalition nicht günstiger als im Reiche. Würde in Sachsen das KvalUionsexperiment gemacht, ohne daß die Sozialdemokratie auf ihren sehr genau formulierten Forderungen besteht, dann würden sich hier wohl die gleichen Fol- gerungen ergeben wie im Reiche. Die Machtposition der Sozial- demokratie, die in Sachsen erst recht die Massen der industriellen Ar« beiterfchaft vertritt, wäre untergraben. Daß nicht durch eine ver- kennung der wirklichen Klassenträfte und durch«ine falsche Ein- schätzung der einzelnen bürgerlichen Parteien die sächsische Sozialdemokratie sich von der geraden Linie ihrer proletarischen Politik ab- drängen lasse, das wird der Inhalt der Entscheidung sein, die unsere Genossen in Sachsen zu treffen haben." Oeuische Lehrerversammlung-1929. Leitsähe zum Thema.Wirtschast und Volksschule. Dresden, 22. Mai.(Eigenbericht.) Am Mittwoch wurde in Dresden die„D e u t f ch e Lehrer» Versammlung 192 9" eröffnet, zu der rund 9000 Lehrer und Lehrerinnen aus allen Teilen Deutschlands erschienen sind. Der Vorsitzend« des Deutschen Lehrervereins, Georg Wolff, schildert« in einer Eröffnungsrede die gegenwärtige kulturpolitisch« Situation, wobei er u. o. auch auf den Versuch der Kirch«, auf allen Gebieten» vorzudringen, einging und demgegenüber als Losung des Deutschen Lehrervereins die Verteidigung de» Schulherrentum« des Staate» gegen jeden Angriff und gegen jeden Feind ausgab. Außerdem hob der Vorsitzende unter Zustimmung der Versammlung hervor, daß der Lehrerverein mit dem neuen Reichsinnenmimster Severins auf« beste zusammenarbeiten könne. Der voltspartei. liche Dresdener Oberbürgermeister Dr. Blüh er fordert« in seiner Begrüßungsansprache Erziehung der Jugend zu körperlicher Kampf» fähigkeit. Als er sich dann in lächerlichen Redewendungen zu der Frag« der Erziehung zur Dölkerversöhnung äußert«, fand er leb» hasten Widerspruch. Der Borsitzend« betont« demgegenüber, daß der Deutsch« Lehrerverein die Jugend nur zum Kampf« mit g« i st i» gen Waffen ertüchtigen wolle. Anschließend sprach Mogistratsschulrot Titte l, Dortmund. über da, Thema„Wirtschaft und Dolksschule". Seine Ausführungen gipfelten in folgenden vier Forderungen, die von der. Versammlung zum Beschluß erhoben wurden: 1. Der Staat als gesetzlicher Ausdruck der Dolksgesamiheil muh Führung und letzte Entfchcidungsgewalt in der Erziehung des Nach» wüchse« auch den Trägern der Wirtschaft gegenüber behaupten und darum Versuche von Wirtschaftsführern, die Erziehung in ihrem Sinne zu beeinflussen, mit Entschiedenheit zurückweisen. 2. In lleberemstimmung mit der Reichsverfassung ist di« deutsche Jugend zu sittlicher Bildung, staatsbürgerlicher Gesinnung, persön- licher und beruflicher Tüchtigkeit, nicht ober«inseitig nur für die Wirtschast oder sogar für eine bestimmt« Wirtschaflsauffassung zu erziehen. 3. Pflicht der Wirtschaft ist es, die notwendigen Mittel zur Pflege der geistigen Kultur, insbesondere auch für einen zweckmäßigen Ausbau der Volksschule und eine der Reichsversassung entsprechende Lehrerbildung zu schaffen. 4. Für di« innere Ausgestaltung des llnterrichtsbetriebes muß die Erziehungswissenschaft maßgebend« Grundsätze aufstellen. Es wird dabei nicht übersehen werden, daß im Gesamtbildungsverlavi der Nachwuchs auch für die im Dienste der Wirtschost zu erfüllenden Aufgaben erzogen werden muß. Di« Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Lehrer benutzt« die Gelegenheit einer besonderen Tagung, in deren Verlauf Dr. Löwenstein, Berlin, über di« Aufgaben der Arbeitsgemein- schaft sozialistischer Lehrer im Rahmen der Kulturarbeit der Partei sprach. Außerdem veranstaltate die Arbeitsgemeinschaft zusammen mit der Sozialdemokratischen Partei Groß-Dresden eine öffentliche Lulturkundgebung. Oie Ookumenienfalscheraffare Orloff. Aetrug am Zteichstommissariat für die öffentliche Ordnung? ??i dem Haftprüfwigstermin in der Dokuweirtenfilllcherofföre Orloif-Pawlonowski wurden de» Angeschuldigten, deren Hastent» lassung abgelehnt wurde, eine neue Zusotzankloge zugestellt, die wiederum aus Urkundenfälschung und V e> trug lautet. Wie ibir hierzu erfahren, soll es sich um Betrugereien handeln, die die Dokumentenfölschsr gegenüber dem Neichskom- mifsariat für'die öffentlich« Ordnung begangen hoben fallen. Im Jahre 1926 fand man bei einem oerhasteten Russen, der der Spionage zugunsten Sowsetrußlands verdächtlg war, ein aus dem Reichs- Ministerium des Innern stammendes Schriftstück, von dem man an- nahm, daß es nur durch die Unredlichkeit eines Beamten dieser Be- Horde in die Hände des Sowjetagenten gelangt war. Es wurde eine strenge Unterfuchung eingeleitet, und von dieser Tatsache muß Pawlmiowski irgendwie Wind bekommen haben, denn er erbot sich gegenüber dem Reichskommissariot, bei der Ausdeckung dieses Spia- nagefalls mitzuhelfen und sich so die ausgesetzte Belohnung zu ver- dienen. Im Verfolg dieser Tätigkeit als Privatdetektw soll er nun gegenüber der genannten Behörde mit Dokumenten gearbeitet haben, von denen man jetzt annimmt, daß ihre Fälschung durch Orloff und seine Freund« erfolgt sei. Bei der End« Juni stattfindenden Derhand» lung gegen Orloff und Genossen dürft« auch dieser Fall zur Sprach« kommen. Vorher und nachher. Oer hereingefallene Dölterverheher. Aus Stuttgart wird dem„Soz. Pressedienst" geschrieben: Als das Luftschiff„Gros Zeppelin" zu seiner durch unglückliche Um- stände vorzeitig beendeten Amerikofahrt aufftieg, schrieb der württem- bergische deutschnationale Abg. Dr. Hölscher, einer der Intimen des Kreises um Bazille, im„Ulmer Tagblatt": „Da die Franzosen ein Funken aus ihren Locarnoiüften nicht yestatten werden, können wir nur annehmen, daß ihnen die Zeppelingäste mit besonderer Liebenswürdigkeit den s ch w ä b i- s ch e N Gruß entboten haben werden." Der Inhalt des„schwäbischen Grußes" ist durch Goethes„Götz von Berlichingen" auch außerhalb des Schwabenvolkes bekanntge- worden. Di« in dem zitierten Satz zur? Ausdruck gelangten Gefühle für dos französische Volk brauchen deshalb nicht näi>er angedeutet zu werden. Wie schmutzig muß diesem deuffchnationalen Skribifax ledoch schon am Tage danach seine eigen« Gesinnung vorgekommen sein, als er seinen Lesern berichten mußt«, daß dos Luftschiff, sein« Mannschaft und seine Gäste lediglich Angehörigen dieses so verächtlich behandelten französischen Volkes ihre Errettung zu verdanken hatten! Das Vagabundeuireffen. Die Kunst der Landstraße. ' Skullgart. 22. Mai(Eigenbericht.) Das Stuttgarter Lagabundentreffen begann mit der Eröffnung einer Vagabunden-Äunstausstellung. Die dort gezeigten Bilder und Zeichnungen find vor ollem stofflich dem Vagabunden- oder auch allgemein dem Proletarierleben entnommen, aber man sieht, daß nicht nur artistische Spielerei, sondern ehrliche sozial« Gesinnung dahinter steckt. Bemerkenswert find die Bilder von Ackermann» der ein« stark« Wefensoerwandtschoft mit Beckmann aufweist. Hans Tom- brack nennt stch selbst einen Malervagabunden. Er begann im Ruhrbergwerk als Arbeiter, wurde alles mögliche, u. a. auch kam- >nun istischer Barrikadenkämpfer und ist setzt Vagabund aus Neigung. Seine Darstellungen des Elend» der Kunden sind von persönlichem Reiz, wenn auch bei weitem nicht von der Eindruckstraft, die den Arbeiten von Kät« Kollwitz aneignet. Am künstlerisch reifsten sind die Oelbildcr von Theodor Walz sowie die Zeichnungen und Bilder von Artur Streiter. Daneben sind noch Gerhart Aettermann. Hans Bönnighausen, Kh. Boden- sieck und I. Mihaly zu e-wähnen. In der Eröffnungssitzung sprach zunächst Gregor Gog und der Dichter Heinrich Lersch. die heftige Anklagen gegen die Gesellschaft wegen der von ihr an den Opfern der Landstraße ver. übten Begehung s- und Unterlassungssünden richten. An der Ver- onstaltung nahinen etwa 299— 309 Leute teil. Bürgermeisterwahl in(Sirastburg. Kommunist Hueber Nachfolger des Sozialisten peirotrS. Straßburg. 22. Mai. Am Mittwoch vormittag trat der neugewählte Gemeinderat der Stadt Stroßburg zusammen, um au» seiner Mitte den neuen Bürgermeister zu wählen. Der heimatrechtliche Führer der unter- elsässer Kommunisten, ehemaliger Deputierter H u« b e r. schlug den im Gefängnis siyenden Zlutonomisten Dr. Roos, dessen Prozeß wegen„Gesährdung der Sicherheit de» Staates" am 19. Juni in Vesancon anfängt, zum Bürgermeister vor. Diesem Antrag schlössen sich W a l i h e r für die katholisch« Loltspartei. D a h l« t für die Fortschrittspartei und Hauß für die Landespartei an. Es kam aber nicht zur Wahl, weil Hauß erklärt«, daß«r von Dr. Raas ein Schreiben habe, worin dieses"Interesse der Verwaltung Straßburgs von seiner Wahl zum Bürgermeister abzusehen bittet. Nunmehr wurde der Kommunist H u« b« r mit allen Stimmen d«r heimotrechtlichen Parteien zum Bürgermeister gewählt. Zum ersten Beigeordneten wird Walther gewählt, zu weiteren Beigeord- net,n der Antonomist Heil, der Fortschrittler Klein, der hatholisch« Bolksparteiler Köhler und die Kommunisten Heysch und Haas. Der bisherige sozialistisch« Bürgermeister P« i r o t« s. bis 1918 deutscher Reichstagsabgeordneter, erhielt nur drei Stimmen. Uiegen kostet Geld. Sonderbeitrag für MassenhinauSwurf. Moskau. 22. Mai.(Ost.Expreß.) Di« große„Generalsäuberung" des Sowietopparates und der Kommunistischen Partei, di« jetzt ihren Anfang nimmt, wird ganz erhebliche Kosten bereiten. Um diese zu deck«». Hot da» Zentralkomitee der Partei angeordnet, daß im Lauf des nächsten Halbjahre» von jedem Parteimitylled« außer dem Mitgliedsbeitrag« noch«in« Nachzahlung von 29 Proz. der Beitrags- summ« zu erheben ist. � Der parkeitag der Kommunistischen Partei ist nunmehr«nd- gültig für die Zeit vom S. bl» 1». Öwti nqch Dresden einberufen. Calle» ist nach Niederschlagen de« Aufstände» a!» Kriegsminister zurückgetreten und will»ine Reise nach USA. und Europa machen. Vergebliches Bemühen. 2n Berlin wurde ein«Rationaler Beamienschvtzbund" gegründet. Die vielen Stützen nützen dem nationalen Stämmchen nichts. Oas Gewächs ist an der Wurzel faul. Zersplittertes Proletariat. Wahlniederlage in Bulgarien. Sofia, 22. Mai.(Eigenbericht.) Die Gemeindewahlen in Sofia hatten nach den amtlichen Mit- teilungen folgendes Ergebnis: Insgesamt wurden 39 784 Stimmen abgegeben. Davon entfielen 13199(17 Mandate) auf den regieren- den Sgowor, II 8SI(16 Mandate) auf di« koalierten Liberalen und oppositionellen Demokraten. 4369(1 Mandat) aus den Eisernen Block der Sozialisten, Bauernparteiler um Markoff. Radikalen und Handwerkler und 8936(2 Mandate) auf den sogenannten Arbeit»- block der Einheitsfront(Kommunisten und lintsradital« Bauern). Der einzige Gemeinderatssitz des Eisernen Blocks kommt den Bauern- porteilern zu. deren Kandidaten an erster Stelle der Listen standen. Das Gesamtbild hat sich gegenüber den letzten Dahlen im Februar 1926 nicht wesentlich verschoben. Damals erhielt der Sgowor von 29 981 Stimmen 19 439(39 v. H.). Die Opposition erreicht« 19881 Stimmen(79 v. H.)- Am besten haben die Liberalen und Demokraten abgeschnitten, deren Hochburg noch immer die Haupt- städtisch« �Intelligenz" ist. Durch die Zersplitterung der Linksparteien— allein die Bausrnparteiler traten mit vier verschiedenen Listen auf— konnten die Gruppen der werktätigen Be- völkerung gerode noch ihre bisherige Position halten. Gegen 1926, wo die einzelnen Parteien selbständig austraten, kann auf beide Linkslisten mir ein Gewinn von 1999 Stimmen verbucht werden. Der Sgowor hatte noch im letzten Augenblick ein f a s ch i st i- l ch c s Wahlgesetz für die Hauptstadt in der Sobranje durch- gepeitscht, das die Wahlbezirkc zerstückelte und die Mandat« van 69 auf 86 herabsetzte. Trotz dieser Machinatlon und trotz Wohlterror hätte die Regierungspartei eine schmähliche Niederlage erlitten, wenn unter der proletarischen Opposition eine gleiche Einigung wie unter der bürgerlichen Opposition erzielt worden wäre. Wie gewöhnlich hatte der Sgowor wieder den gesamten Polizeiapparat In seinen Dienst gestellt. Viel« Agitatoren der Linken wurden ver» haftet und geschlagen, ihr« Wahlplakate wurden abgerissen und die Versämmlungen gesprengt. Di« städtische« Ln» gestellten und Arbeiter, wie Feuerwehrleut«, Straßenfeger U- tr, wurden gezwungen, jür die Regierungslist« zu stimmen. Im Zigeuner viertel führte man die wohlberechtigten Männer i n Reih und Glied zur Wahlurne, nachdem man einig«„Wider- spenstige" f« st genommen hatte. Reuer Krieg in China. Kantou in Panik. Peking. 22. Mai.(Ag. Indopacisigue.) Da die Militärtonferenz von Nanking den Beschluß gefaßt hat. Fengjuhsiang anzugreifen, läßt dieser weiterhin di« Eisenbahn- schienen aufreißen und die Brücken sprengen. Feng- juhsiang sammelt etwa 299 999 Mann bei Lojang. Sein Haupt- quartier ist in Tong-Kwang: das Hauptquartier der Nankingtruppen in Hsu-Tscho-Fo. Außenminister Dr. Scheng-Ting-Wang soll dem- nächst nach Europa reisen, angeblich in wirtschaftlicher Mission nach Genf, in Wirklichkeit jedoch wegen der heiklen Lage der Regierung. Die Lage in Kanton jcheint sich zu verschlechtern. Die Kuangsi-Truppen rücken weiter vor und die Bevölkerung flüchtet. Die Zentralbank hat ihre Goldreserven aus ein Kanonenboot in Sicherheit gebracht: man rechnet mit einer entscheidenden Schlacht. In Richtung Swatau stehen die Fokien-Truppen und haben bereits mehrere Städte«In- genommen. Die Lage ist außerordentlich verworren. Würdiger Ersatz für Oberst Bauer. München. 22. Mcü.(Eigenbericht) Anscheinend ist zum Nachfolger des als militärischen Sach- verständigen bei der Nankingregierung tätig gewesenen Kapp- Putschisten Oberst Bauer der aus dem Hitler- Puffch bekannte Oberstleutnant K r i e b e l ausersehen. Er hat sich bereits in Genua nach Ostasien eingeschifft. Kriebel war der Organisator und Führer der Hitler-Truppen 1923 und seit«inigen Jahren bei den öfter- reichischen Heimweh ren in Kärnten. 1999 hat er an dem deutschen Expeditionskorps zur Niederschlagung des Boxeraufftandes teilgenommen. Gin Sieg der �egiemnystruppeu. London. 22. Mai.(Eigenbericht.) Die Nankingtruppen haben am nördlichen Arm des Vangffc- Flusses denKwangsi-Truppen«in« schwere Niederlage beigebracht und 8999 Mann gefangen genommen. Außerdem soll umfangreiches Kriegsmaterial erbeutet worden sein. „Falstaff" in der Lindenoper. 1. Gastspiel der Mailänder Skala., Die Aufführung von Berdis„F a l st a f f" im Rahmen der Berliner gestspiele erfüllte olle Erwartungen, hie geweckt waren,, und gestaltet stch zu einem Äunstereigni« höchsten Grade» Im Zusammenwirken aller musikalischen und szenischen Kräfte unter der Leitung T o s c a n> n i» ergibt sich in der Tot ein Bild absoluter Vollkommenheit. Dos Berliner Publikum ist voll Bewunderung und Begeisterung für diese beispiellos« Gesamtleistung. ». P. Pufferstaat Afghanistan. Don England und Rußland vereint ruiniert. Teheran, im Mai.(Eigenbericht.) Mit der Abreise der türkischen Milstärmisston, die das Rückgrat der militärischen Organisation König Slmanullahs gebildet hat, ist der Kampf um die Macht in Afghanistan in ein« neue Phase gelangt. Die Auseinandersetzung zwischen Amanullah und Bacha-i-Sokoo (Habibullah) hat sich in einen Wettbewerb oller gegen alle zersplittert. bei dem jeder Bandenchef seine Ansprüche als Thronprätendent an- meldet.» Die gegenwärtige Lage ist die Folge der r u s s I s ch- e n g l t- s ch e n Rivalität um den Einfluß auf Afghaniston. Beide Staaten suchen, da es keinem gelungen ist. sich den entscheidenden Einfluß zu sichern, die Konsolidierung Afghanistans für di« nächst« Zelt völlig unmöglich zu machen. Russische wie englisch« Agenten sind eifrig bemüht, die A t o m i s i« r u n g des Landes in eine Menge kleiner, sich dauernd bekämpfender Zwergstaaten herbeizuführen. Außerdem geht das Interesse beider Teil« dahin, aus dem afgha- nischen Zusammenbruch die fettesten Bissen für sich zu retten. Ruß- lond hat die Barbestände der afghanischen Staatsbank in Kabul unter der Begründung mit Beschlag belegen lassen, daß die Sowjet- regierung aus der Herrschaftszctt Amonullahs nach größere Summen für Waren und Kriegsmaterial zu erholten habe. Die Vertreter Englands im Süden Asghaniston« gebärden sich bereits wie in einer unterworfenen Provinz. Sie treten als die Drahtzieher der streitenden Parteien auf, die sie je nach ihrer Stellung zu England unterstützen oder bekämpfen. Kranzösifches Ourchreiseverbot. Gegen General a. O. Montgelas. In Frankreich besteht immer noch eine Bestimmung, wonach Personen, die auf der K r i e g s b e s ch u l d i g t« n l i st e stehen. nicht gestattet ist, französischen Boden zu betreten. Wie sich dieses Verbot auswirtt, das hat G-sterol o. D. Graf Max Montgelos erfahren müssen, dem vom französischen Konsulat unter Hinweis, auf diese Bestimmung das Durchreisevisum verweigert worden ist. Er wollte sich zur Tagung der Völkerbundsligo noch Madrid begeben. Auf der Madrider Tagung Hot der französische Delegiert« De Iouvenel über dieses Vorkommnis sein lebhafte» Bedauern ausgesprochen. Der alte To eno-Arico. Streit, wischen Chile und Peru ist bei. gelegt. Chile behält Arica. Taena kommt an Peru. D>« Grenzlinie verlaust nördlich der Eisenbahn Ariea— La Paz. Chile behält den Hafen von Area, wird jedoch Peru an dieser Bucht einen Anlegekoi.«in Zollhau»,«in» Station an der Eisenbahn Tacna— Arica gewähren Außerdem wird Chile an Peru 6 Millionen Dollar zahlen Die Probe aufs Exempel. Wie der Maiputsch in Aeutölln wirkte. Am 3. und 4. Mai fand die Neuwahl der Betriebsräte im Bezirksamt Neukölln statt, wo der Einfluß der Kommu- nisten bisher ein ansehnlicher war und wo der sozusagen lokale Einfluß des Maiputsches zu erproben war. Denn' noch gab es Dachschützen und Barrikadenbouer. chier die Wirkung: 1. Hauptverwaltung: Wahlberechtigt waren 668 Arbeiter und 183 Angestellte, davon haben gewählt 547 Arbeiter= etwa 82 Proz.. und 169 Angestellte— 92 Proz. Bei den Zlrbeitern erhielt die List« Amsterdam 268 Stimmen— etwa 40 Proz, und vier Betrisbsratssitze(im Vorjahr zwei Sitz«), Liste 2(KPD.) 272 Stim- men— etwa 41 Proz. und vier Detriebsratssitz«(im Vorjahr sechs). Bei den Angestellten: Von 169 abgegebenen Stimmen erhielt die Lifte 1(Amsterdam) 142 Stimmen— 84 Proz. und zwei Betriebsratssitze. Die kommunistische List« erhielt 27 Stimmen— etwa 16 Proz. Das Verhältnis im vorigen Jahr« war: Liste 1 148 Stimmen(Amsterdam), List« 2(KPD.) 52 Stimmen, und Liste 3(GdA.) 25 Stimmen. Durch Abgang von 84 Angestellten zum Arbeitsamt Südost, die fast ausschließlich der Richtung Amster- dam angehören, stellt sich das Ergebnis als einen vollen Erfolg gegen die kommunistische' Gewerkschaftspolitik dar. 2. Straße nreinigung: 5ii«r ist es trotz ftdrker Be- mühung der Kommunisten nicht gelungen,«in« 2. Liste überhaupt aufzustellen. Die sieben Mandate befinden sich in Händen der Amsterdamer Richtung. 3. Krankenanstalten: Die KPD. hatte im vorigen Jahr« ohne Wahl«inen Sitz erhalten. Die übrigen neun gehörten zur Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung und waren sämtlich Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei. In diesem Jahre erhielt die Amsterdamer Richtung 388 Stimmen— etwa 71 Proz. der abgegebenen Stimmen und 6 Sitze. Di« Liste 2(Opposition) 155 Stimmen— etwa 28,5 Proz. und 2 Sitze. Bei den Angestellten fand keine Wahl statt, weil die „Opposition" eine ungültige Liste eingereicht hatte. Zwei Betriebs- rotsmitglieder gehören der Amsterdamer Richtung an und sind Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei. Der Betriebsrat ist zu- sammengesetzt au» acht Amsterdamern und zwei Kommunisten. Die Wahlen zu den Betriebsräten bei dem Bezirksamt Neu- kölln haben gezeigt, daß trotz—»der vielleicht wegen— des Maiputsches der„revolutionäre Sieg" nicht erwirkt wurde, sondern im Gegenteil eine Niederlage die Folge war. Der Arbeits- a u s s ch u ß war bisher paritätisch von je einem Sozialdemokraten und einem Kommunisten besetzt. Diese Stell« ist jetzt von unseren Genossen besetzt worden, so daß die KPD. innerhalb der Betriebe und Dienststellen des Bezirksamtes Neukölln ausgeschaltet wird. Dieses Ergebnis dient als Ansporn für weitere zielbewußte Ausklärungsarbeit und vor allen Dingen für ein« energisch« Politik im Sinne der sreigewerkschoftlichen Arbeiterbewegung. Es zeigt aber auch deutlich, wie die Arbeiterschaft unter dem u n m i t t e l- baren Einfluß der von der KPD. angeordneten Kämpfe auf diese reagierte: in ihrer großen Mehrheit hat die Arbeiterschaft der Kom- munistischen Partei den Rücken gekehrt. Verdiente Abfuhr. Ehristeo und Arbeitslosenversicherung. Die vcrwegcnsten Interpretationen der Auslassungen chrisllichcr Gewerkschatfsorgane werden unternommen, um der Oeffentlichkeit einzureden, daß die Arbeiterschaft in der Arbeitslosenfrage n i ch l einig sei. Dos tollste Manöver in dieser Richtung hat sich das „Berliner Tageblatt" geleistet. Das Blatt brachte es fertig, über die Stellungnahme der Ehristen in der Frage der Arbeitslosen- Versicherung einen regelrechten Schwindel zu fabrizieren. Zunächst brachte es in seiner Nr. 230(vom letzten Freitag) eine längere Notiz, wonach der„politisch-gewerkschaftliche Zeitungsdienst" eine Entschließung der christlichen Gewerkschaften zur Frage der Arbeitslosenversicherung veröffentlicht habe, lieber diese„Entschließung" wurden allerlei Mitteilungen gemacht, die den Nachweis erbringen sollten, daß die christlichen Gewerkschaften sich den Befürwortern einer grundlegenden Reform der Versicherung genähert haben. In de letzten Sonntagsausgabe des„B. T." wurde dann in noch stärkerer Aufmachung über die Stellungnahme der chrisllichen Gewerkschaften gefabelt. Der„Deutsche" nimmt zu dieser Stimmungsmache mit folgenden Ausführungen Stellung: „Gewiß, die christlichen Gewerkschaften haben dsa Gebot der Stund« erkannt, aber eben deshalb werden sie den Gegnern der Arbeitslosenversicherung nicht zu Willen sein können. Da«„B. T." stijtzt seins Ausführungen auf eine Entschließung, die es aus einer den christlichen Gewerkschaften nahestehenden Korrespondenz enl- nommen haben will. Die christlichen Gewerkschaften haben keine Entschließung angenommen. Auch in der fraglichen Korrespondenz, dem„Politisch-gewerkschaftlichen Zeitungsdienst", ist von einer Ent- schließung gar nicht die Rede. Es heißt dort sogar ausdrücklich, daß die christlichen Gewerkschaften ihre Auffassung zur Arbeitslosenver- sicherung bislang noch nicht in bestimmten Vorschlägen niedergelegt haben. Damit verlieren diL Betrachtungen des„B, T." ihren Boden. Wendungen, wie:„Das Gefühl ist allgemein", oder„man darf wohl annehmen",„damit ist offenbar gemeint",„dies ist wohl so gedacht" zeugen offensichtlich nicht von einer großen Sicherheit. Wenn man aber so wenig konkrete Anhallspunkte hat, dann soll man keine„Stellungnahme der christlichen Gewerkschaften zur Ar- bcitslosenoersicherung" künstlich k o n st'r u i e r e n. Die christ- lichen Gewerkschaften sind mit uns der Ansicht, daß das Problem der Arbeitslosenversicherung so ungeheuer vielseitig und kompliziert ist, daß es nicht durch.einig« mehr oder weniger saloppe Zeitungs- artikel gelöst werden kann. Es ist auch nicht durch Lersammlungs- entschließungen zu lösen." „Die verschiedenen Gewerkschaftsrichtungen", so schließt der „Deutj�hc",„haben unlängst in einer gemeinsamen Sitzung beschlossen, sich nach der Bekanntmachung der Regierungsvorschläge zu e:ner gemeinsamen Beratung zusammenzufinden, von Sonder- okllonen der einzelnen Richtungen kann keine Rede sein." Das ist eine verdiente Abfuhr der Leute, die ihren Abmarsch in das Lager der Vereinigung der deutschen Arbeitgcberverbände durch Angriffe auf die Polizei zu„beschönigen" versuchen. Im übrigen werden die Demokraten im„Berliner Tageblatt" auch von dem ihnen parteipolitisch nahestehenden Gewerkschaitsring desavouiert werden. Ein Kronzeuge, der sich belastet. Sie Mißbräuche in der Arbeitslosenversicherung. Auf feiten der Gegner der Arbeitslosenversichc- r u n g Hot sich nun auch«in Arbeitsamtsvorsitzender z u m W o r t g e m e l d c t. So veröffentlicht in der Zeitschrift„Ar- Veit und Berus" derVorsitzendedcsArbeitsaintsStolp einen Aufsatz, der der Rechtspresse so gut gefällt, daß er von ihr fast wortwörtlich abgedruckt wird. Der Stolper Arbettsanttsvorsitzendc tutet in das Horn der Arbeitgebervereinigung. Auch er spricht davon, daß die Weitmaschigkeit des Arbeitslostnversicherungsgesetzes dem Mißbrauch der Unterstützung Tür und Tor geöffnet habe. Er behauptet z. B., es sei kein Ausnahmefall, wenn in den Ort- fchaften diejenigen Maurer, die die E r n t e a r b e i t(I) abge- lehnt hätten, heute eine erheblich größere Unterstützung bezögen als die, die sie geleistet hätten. Man könne es deshalb dem arbetts- willigen Teil nicht verdenken, wenn er schon jetzt im Arbeitsamt er- klär«, daß ihm dies im nächsten Jahr nicht wieder passieren werde. Kleine Bauunternehmer auf dem Lande meldeten heute viel- fach ihr Gewerbe ab und auf den Namen ihrer Frau an. bei der sie als Arbettnehmer sich beschäftigen ließen, während sie in Wirk- lichkeit nach wie vor Leiter des Geschäftes seien. Die resttose De- seittgung der Bedürftigkeitsprüfung habe zu eigenartigen Blüten g«- führt. Söhne und Töchter der wohlhabendsten Kreise einer Stadt bezögen Arbeitslosenunterstützung. Die kleinen Bauern wendete» alle Mittel an, um ihre Söhne in den Genuß der Unterstützung zu bringen. Die Bauernsöhn« quartierten sich bei den Nachbarn ein. um dorzuwn, daß sie nicht mehr in der Wirt- schaft ihres Vaters wohnen, usw. Erfreulich, daß sich endlich einmal einer gemeldet hat. der zum T«il mit positiven Angaben aufwartet. Der Vorstand der Reichs- anstatt hat die Pflicht, die Behauptung des Stolper Arbettsamtsvor- figenden sofort und schärfst ens nachzuprüfen; denn, wie sein Hinweis auf die Verschlechterung der Unterstützung durch vorübergehende Erntearbeit von Arbeitslosen zeigt, liegen die Irr- tümer nicht in der Arbeitslosenversicherung, sondern aus der Seite des Arbeitsamtsleiters. Allem Anschein nach hatte er nicht die Fähigkeit oder nicht die Kraft, das Gesetz richtig anzuwenden und durchzuführen. Es spricht lqng und breit über Schein- arbeitsverttii g e'. Der Erlaß des Präsidenten der- Reichs- onstalt, der vor kurzem herausgekommen ist, betont ausdrücklich, daß Scheinarbeitsverhältnisse niemals ein« Anwart- s ch a f t s z e i t erfüllen. Irrtümlich bewilligte Unterstützung ist so- fort zu entziehen und der gezahlte Betrag ist z u r ü ck z u- fordern, w«nn nachträglich eine Scheinbeschäftigung festgestellt wird. Verdacht, daß es sich nur uäi Scheinorbeit handelt, kann ins- besonder« bestehen, wenn Arbeitsverhältnisse zwischen Der- wandten eingegangen werden und wenn bisher selbständige .Kleinunternehmer als Arbeitnehm«? bei anderen KleinuMernehmcrn beobachtet werden. Ein tüchtiger Arbeitsamtsvorsitzender hatte also schon bisher die Möglichkeit, zuzupacken. In Stolp scheint ein Bock Gärtner gewesen zu sein. Korischritie bei den Gastwirtsgehilfen. Erfolgreiche Arbeit auf steinigem Soden. Wie bisher all« freien gewerkfchafttichn Organisationen, kann auch der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Ange st«Ilten in seinem Geschäftsbericht für das Jahr 1928 über«ine ansehnliche Aufwärtsentwicklung berichten. Während die Organisation das Berichtsjahr mit 25 083 Mitgliedern begann, schloß sie es mit 29618 Mitgliedern ab. Der Mitgliederbestand erhöhte sich mithin um 4535 oder 18 Proz. Aller- dings ist die Fluktuation in der Mitgliederbewegung infolge der Eigenart des gastwirtschaftlichen Berufes r«cht erheblich. 16946 Neuaufnahmen im Vorjahre stehen 12 411 Austritt« bzw. Streichungen wegen»stierender Beiträge gegenüber. Trotzdem ist der Aufschwung in der Mitglied« rb«w«gung nicht gering zu bewerten, zumal wenn man berücksichtigt, daß die Ar- bei.tslosigke.it im deutschen Gastwirtsgewerb« im vorigen Jahre, besonders aber zum Jahresschluß hin außerordentlich groß war. In der Iahresmitte lxtrug die Zahl der auf den Arbeitsnachweisen ein- getragenen Arbeitslosen rund 24 000. Im November dagegen waren es bereits 4 3 00 0 gegenüber 36 600 im gleichen Monat des Jahres lsi27. Dies« Zahl ging bis zum Jahresschluß 1928 nur ganz unbeträchtlich zurück und zwar aus 40500. Die Mitglicderzunahme wirkte sich natürlich auch auf die Kossenverhältnijse der Organisation günstig aus. Die Beitragseinnahmen stiegen um fast 200 000 Mark gegenüber 1927 und beliefen sich im Berichtsjahr auf fast 1 Million Mark. Der Bestand der H a u p t k a s s e hat sich im Rechnungsjahre 1928 von 154 920,65 Mark auf 253 V5,35 Mark und der der L o k a l k a s s« n von 51 362,40 Mark auf 87 070,15 Mark erhöht. Bon den 113 Lohnbewegungen waren nur drei ohn« Erfolg. Für 2050 Personen mußte eine Lohnkürzung von 12 522 Mark pro Woche in Kauf genommen nxrden. Für 8322 Per- sonen wurde ein« Lohnkürzung von 21 332 Mark pro Woche ab- gewehrt w»d für 146 836 Personen«in« Lohnerhöhung von 469 266 Mark pro Woche erzielt, das sind pro Person und Woche durchschntttlich 3,22 Mark. Daneben wurden noch erhebliche Ar» beitszeitoerkurzungen durchgesetzt und beabsichtigte Ar- beitszeitverlängerungen abgewehrt. Interessant sind auch die Angaben in d«m Geschäftsbericht über die Art d«r Erledigung der T a r i f st r« i t i g k e i t e n. Von den 113 Lohnbewegungen wurden 52 mit 53 693 Beteiligten durch direkte Verhandlungen beigelegt. Bei 61 Bewegungen mit 117 357 Betelligten wurden die behördlichen E ch 1 l ch t u n g s- in stanzen in Anspruch genommen, die in 54 Streitfällen mit 113 973 Beteiligten einen Schiedsspruch fällten. Von diesen 64 Schiedssprüchen wurden 14 für verbindlich erklärt und zwar in neun Fällen mit 47 604 Beteiligten aus Antrag der Gewerkschaften und in fünf Fällen mit 26 955 Beteiligten auf Antrag der Unternehmer. Dieser kurz« Streifzug durch den Geschäftsbericht zeigt jeden- falls, daß die Organisation die Rechte ihrer Mitglieder auch im vorigen Jahre mit ollem Nochdruck wahrgenommen und ganz an- sehnliche Erfolge erzielt hat. Bestimmt hätte die Organisation noch größere Erfolge erzielt, wenn nicht noch das Heer der Beitrags- scheuen im Gastwirtsgewerb« so überaus groß wäre. Nach der Berusszählung vom Jahre 1926 gibt es im deutschen Gastwirts» gewerbe mehr als 400 000 gewerblich« Arbeiter und Arbeiterinnen, von denen erst«in kleiner Teil sreigewerkschaftlich, viel« fälsch— die meist«» jedoch noch unorganisiert sind. Wenn auch die Werbearbeit gerade im Gastwirtsgewerb« sehr schwierig ist, muß sie ober doch von den Funktionären und Mitgliedern weiterhin mit voller Hingabe geleistet werden. Denn je schwieriger die Agitation, desto größer die Freude über Erfolge. Otte der Nachfolger Stegerwalös. Esten. 22. Mai. Der Ausschuß des Gesamtverbandes der christlichen Gewcrk- fchaften befaßte sich am Mittwoch mtt der Führerfrage im Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften und dem deutschen Gewerkschaftsbund und betraute mit dem L o r s i tz im Gesamtverband der christtichen Gewerkschaften den bisherigen Generat- sokretär des Verbandes Ott� Di« Neuregelung der Führung im deutschen Gcwerkschaftsbund wird erst später erfolgen. Der Ausschuß hes Gesamtverbandes nahm Veranlassung, Steger- wald, der 28 Jahre hindurch an.der Spitze der christlichen Gewerk- fchaften gestanden hat, für die großen Verdienste, die er sich um die christlich« Gewerkschaftsbewegung und darüber hinaus für die Gesamtheit erworben hat, zu danken. Allgemein wurde begrüßt und gewünscht, daß Stegerwalds Rücktritt vom Vorsitz keine Los- lösung von der Bewegung bedeute und daß sein Rat und seine Erfahrung auch weiterhin der Bewegung erhallen bleiben. Der Ausschuß faßte weiterhin den Beschluß, die diesjährige Tagung der christlichen Gewerkschaften am 15. September und den folgenden Tagen in Frankfurt am Main abzuhalten. Oer Kampf um die Arbeitslosenversicherung. Die Vorstände der Bezirkskörperschaften des ADGB. und des AfA-Bundes für Berlin, Brandenburg und die Grenzmark ver- anstalten am Sonnabend vormittag 11 Uhr im Gewcrkschaftshaus, Engehuser 24/25, eine Kundgebung, die sich mit dem Kampf Um die Arbeitslosenversicherung befassen wird. Das Referat wird Genosse Franz Splieds hqllcn. Achtung. Elektromonteur«! Wegen Streik sst der Zuzug nach Hamburg-Altona nicht gestattet. In der Lohnbewegung der Kölner Gemeindearbeiter und Straßenbahner hat der Vertreter der Stadtoerwaltung in letzter Mimrte einen Vermittlungsvorschlag gemacht, wonach ab 1. April vier und ab 1. Oktober zwei Pfennig Zuschlag pro Stunde gezahlt und der neue Torts bis zum 30. September 1930 laufen soll. Die Verwaltung hofft, daß ihr Vorschlag am' Donnerstag nn Aeltestenausschuß der'Stadtverordnetenversammlung angenommen wird. Das Personal der Niederländischen Dampsschissroederei ist in den Streik getreten, so daß aus dem Rhein sowohl der Personen- wie der Frachtverkehr der Gesellschaft ruht. Es kommen insgesamt 120 Mann auf 10 Schiffen in Betracht, die zurzeit in Köln, Rotter- dam und Mannheim liegen. Achtung. Magisu«« Jkttin! Freitag, 19 � Uhr, in Ha»crlant>s Frstsitttn. Ärue Frirdrichslr. 35, Eingang Rochftraßr. Bersammlung aller sozia'idrmokratischen Arbeit«. Angestellten und Beamten der Zentralvermaltung. Rcscrat des Kcnosten Stadtvirordnetcneorstel>crs Hah Uber„Tie Bedeutung des Stadthaushaltsplanes ftir ISA." An- Ichlickend freie Aussprache. Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. Düste auch au» den Bezirken willkommen. Der ssraltionsoorstand. tftfeie GewertfchastS'Iugend Groß-Verlin Heute, Donnerstag. I9li Uhr. tagen die Gruppen: Moabit: Stadt. Jugendheim Lehrter Str. 15— 19. Satirischer Abend:„Die Kirche in der Karikatur."— Scdding: Städt. Jugendheim Orths«.£0. Bortrag: »Rechtsfragen des täglichen Lebens."— Rcu-Lichtenberg: Jugendheim Hauff» strafte, an der L-fstngstrafte. Dorirag:»Die Bildungsarbeiten der Semerl. fchoftcn."—.Tempelhof! Eriwpcnheim Lnzeum Sermaniastr.<— S. Bortrag: »Unsere Berliner F-uerwebr."— Südaftfti: Sruppenheim Reichenbergcr Strafte S« sFeuerwehrhaus). Vortrag:»Das Wesen der Demokratie."— Köpenick: Jugendheim Grllnauer Etr. 5. 2. Rcihenvortrag:»Was müssen mir rom Arbeitsrecht wissen?"— Gefunddru»»«»: Jugendhrim Rote Schule, Sotendurgcr Strafte, Diskutierobent. 0�uaendaruppe des Zentralverbandes der Anaestellten Heute, Donnerstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Treptow: Jugendheim Wildenbruchstr. 53(iZngang von der Groeftftrafte in Trep. towl. ,.Wa» wir in Reustrelift erlebten!"— Schöneberg: Jugendheim Kaüpt. straft« 15 sZhjlringenzimmer). Vortrog:„Fllr und wider die Todesstrafe." Referent Wikhelm Lcwinfki. Berantworllich Nlr Politik: Dr. Enrt Geyer: Wirtschaft: G. Kliugelhöfe«: Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: K. K. Diiicher: Lokale» and Sonstige»: Fritz Korstädt: Anzeigen: ld Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Lorwarts-Berlag D m d H.. Berlin. Druck: Vorwärts.Buchdruckcret und Verlag«0i,stalt Paul Einger u Eo. Berlin ES 68 Lindenftrgfte» Hierzu I Beilage und»Unterhaltung»nd Wissen". PETERS UNION FAHRRAD-REIFEN OFT NACHGEAHMT- NIE ERREICHT! Nr. 235* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag. 23. Mai it929 ;i iH flau] 1,1 .•nyäUili �/fnrexyizngr usid? Tledieii auf der Schönheil! Berlin wird noch einmal die schönste Stadt— begeisterte Lokaltroubadoure haben schon vor Jahren dieses Urteil verbreitet und mancher von ihnen singt vielleicht heute: ist schon die schönste Stadt. Wie dem auch sei— sicher gibt es in Berlin eine Anzahl von Punkten, in denen Straßen- und Platzanlage, Architektonik uno Ausschmückung harmonische Bilder geschaffen haben, die unser, von dem Wirrwarr des Straßenlebens geblendetes Auge gern in sich aufnimmt. Und wenn dann dies oder jenes— oft eine Kleinigkeit die spezielle Schönheit verunstaltet, so mag an dieser Stelle da. auf hingewiesen werden, nicht aus Sensation, sondern um ent- weder Abhilfe zu schaffen oder um an dem Beispiel zu zeigen, wie es in Zukunft nicht mehr gemacht werden soll. Ein Fall, in dem Abhilfe leicht wäre, ist folgender: Wilhelmplatz, Ecke Boß- st r a ß e— Blick in die verhältnismäßig ruhige Wilhelmstraße nach„Unter den Linden" hinunter— es ist ein Punkt, den der Fremde sicher aufsucht, da er in dem Hauptkarree seines Flanierens liegt. Kommt er von der Leipziger Straße, überschreitet er die Voßstraße, so fällt sein Auge auf die R e k l a m e t a f e l e i ne s Bankinstituts, das in dem sogen. Borsighaus, im Stil der italienischen Renaissance erbaut und mit figürlichem Sklupturen- schmuck versehen, sein Heim aufgeschlagen hat. Der Eingang zu dem Hause befindet sich in der Voßstraße und auch hier ist ein Firmenschild in Form einer das spezielle Wesen dieses Instituts aufzeigenden Tafel angebracht. Diese Tafel stimmt zu dem Charakter des Baues: sie orientiert in einer gut lesbaren Schrift, ohne auf- dringlich zu wirken. Aber sie enthält auch bedeutend weniger Text als jene, vielleicht wohl nachträglich hinzugefügte Tafel an der Ecke des Platzes. So erfreulich der durch die Mehrzahl der Zeilen offen- barte Aufschwung des Instituts ist, so wenig angenehm ist der Eindruck, den„man" von der Geschäftstunst Berlins erhall. Und ist dieser„man" ein Fremder, so wird er, falls er nicht zu den „nur-Busincsi(Geschäfts)-Leuten" zählt, mit Recht ausrufen: Wie kann man eine solche stattliche Ecke so verunzieren! SEu hohe Greife! Am 19. Mai beginnt die heiß umstrittene„Berliner S e a s on", ihr Glanz- und Höhepunkt wird sicherlich das Gastspiel der Mailänder©calci bilden. Gastspiele bedeutender aus- ländischer Bühnenensembles sind zu begrüßen, schon wegen der För- derung der internationalen geistigen Zusammenarbeit. Gerade des- halb sollte man aber derartige Gastspiele den breiten Massen zugänglich machen. Aber hier hapert es bei der Mailänder Scala! Man werf« nur einen Blick auf die Preistaseln der�Berliner Opern und man wird sehen, daß sich der Minderbemittelte den Besuch' des Gastspiels unter keinen Umständen leisten kann. Die Lindenoper soxdert am ersten Gastspielabcnd für den besten Platz 100 Mark, für den schlechtesten 6 Mark. Der zweitschlechteste kommt schon 12 Mark. An den folgenden Abenden sind zwar die Preise schon etwas niedriger, nämlich 60 Mark bis S Mark. In ebensolchen Regionen bewegen sich die Preise der Städtischen Oper, wo der zweitschlechteste Platz aber schon 20 Mark kostet. Gegen solche Preise müßte energisch eingeschritten werden. Nicht nur den Minderbemittelten wird der Besuch der Scala unmöglich gemacht, sondern auch den Bessergc- stellten. Denn wer kann es sich leisten, für einen einzigen nur halb- wegs anständigen Platz 30 bis 40 Mark zu bezahlen? Doch wohl nur die besitzenden Klaffen. Warum sollen diese Leute aber immer und immer wieder ein Vorrecht auf erlesene Kunstgenüffe haben? Warum muß der Richtbesttzende stets auf die paar Brocken warten, die für ihn abfallen? Soll man in Prioatcheatern Luxuspreise nehmen, damit diejenigen Reichen, die mit dem„gemeinen Volk" nicht zusammen sein wollen, schneller ihr Geld loswerden. Die Staatstheater gehören der Allgemeinheit, und nur ihr haben sie zu dienen. Man wird einwenden, daß das Gastspiel mit besonderen K o st e n verbunden sei. Das ist schon richtig, und auch eine gewiffe Preiserhöhung hat auch ihre Berechtigung. Aber alles muß feine Grenzen haben! Die dunklen Sladlbahnhöfe. Wir Berliner sind mft Recht stolz auf unsere neue elektrische Stadtbahn. Wenn man jetzt als verwöhnter Stadtbahnfahrer einmal di« Ringbahn benutzt, bei der bekanntlich vorläufig nur einige elektrische Züge verkehren, so mutet uns das früher so bewunderte, schwerfällige„Dampfroß" beinahe komisch an. So anspruchsvoll find wir in den zwei Monaten schon geworden. Nun möchten wir aber die Aufmerksamkeit auf ein« Mißhell ig keit lenken, über die sich schon verschiedene Leser durch Zuschriften sehr beklagten. Des Abends und Nachts sind die Stadtbahnwagen in gewisser Be- ziehung nämlich besser beleuchtet, als am Tag«. Fahren Sie einmal mit der Stadtbahn von Bahnhof Charlottenburg bis zum Alexander- platz in den Vormittags- und Nachmittagsstunden. Sie werden er- staunt sein, wie oft Sie'ärgerlich Ihre Zeitung oder Ihr Buch aus der Hand legen müffen, weil es plötzlich stockfinster um Sie geworden ist. Dank der Schnelligkeit unserer Stadtbahn hält nämlich der Zug alle 2 bis 2K Minuten in einem Bahnhof, der so finster ist, daß Sie Ihr Gegenüber nur noch als Schemen sehen. Einige modernisierte und„erhellte" Bahnhöfe machen sicherlich ein« rühmliche Ausnahme, doch bleiben noch genügend, die Grabesdunkel in den Wagen werfen. Auch auf der Hochbahn gibt es Bahnhöfe, die nicht hell genug sind, um den Aeiturrgsleser in seiner Lektüre nicht zu stören. Beim Einfahren des Zuges in den Bahnhof schattet jedoch jedesmal sofort der Zugführer das elektrische Licht ein. Sollte das nicht auch bei den Stadtbahnzügen möglich sein? Man sollte diesen Gedanken doch einmal ernstlich erwägen. Das wäre ein wertvoller„Dienst am Kunden", den die Stadtbahn ohne viel Unkosten leisten könnte. S)iensl am Wlmenschen. „Wir haben für unsere Kinider Spielplätze, Sandspielkästen und Planschbecken, für unsere Jugend Sportplätze und für di« Er- wachsenen gutgepflegt« Anlagen mit Promenade mvegen und Bänken. Wie aber können die vorhandenen Grünflächen den gehfähig'en Srajilcn, Rek o.y oalcsz ente n und Schwachen in er- höhtem Maße nutzbar gemacht werden? Vielleicht fände sich ein Weg, wenn wir diesen unseren Mitmenschen dadurch Helsen, daß Liegehallen in unseren größeren Anlagen errichtet würden. Vom hygienischen und gartenkünstlerischen Standpunkt aus ließe sich das gewiß leicht durchführen. In unseren größeren Anlagen haben wir undurchkreuzte Rasenflächen von 2 bis 4 Morgen. Da könnte man, mit der offenen Seite möglichst nach Süden oder Südosten, gewiß bequem Liegehallen einrichten. Die Holzrückwand und die Seitenwände wären mit Decksträuchern leicht zu verkleiden. Der Zugang zu der Halle dürfte natürlich nur von den„Mietern" be- nutzt werden, und ein« Tafel mit dieser Bestimmung müßte an- gebracht werden. Ein weiterer Anschlag müßte darauf hinweisen, daß lautes Sprechen und Randalieren im Interesse der Ruhenden verboten ist. Man könnte für Benutzung der Liegestühle 5 oder 10 Pf. für di« Stunde verlangen und die ganze Halle an einen Pächter vergeben, der auch sür Sauberkeit und Ruhe sorgt." Der Vorschlag ist zu begrüßen, und wir empfehlen ihn den zuständigen Behörden zur wetteren Erwägung 39a* W mil der dlrone. Man schreibt uns: Bei den Konzerten der Reichs- wehrkapellen fällt es dem Republikaner immer wieder unangenehm auf, daß an zahlreichen Instrumenten, z. B. den Fansaren der Kavallerie, Tücher hängen, die ein e i n g e st i ck t e s VV mit der kaiserlichen Krone tragen oder mit anderen man- archischen Emblemen versehen sind. Wir wissen wohl, daß es sich hierbei zum allergrößten Teil um Geschenke der früheren sürstlichen Regimentschefs der alten Armee handelt. Diese Instrumente sind dann von den Traditionsformationen der Reichswehr übernommen worden. Wir glauben nicht, daß die Republik durch diese bestickten Tücher irgendwie gefährdet wird. Aber sie stören, und auf den Republikaner, der über ihre Herkunft nicht unterrichtet ist, machen sie einen peinlichen, für die Reichswehr abträglichen Eindruck. Gewiß geht es nicht an, jetzt von diesen geschenkten Instrumenten die Inittalen des Stifters herunterzureißen und sie dann weiter zu benutzen. Vielleicht aber ließe es sich im Interesse der Reichswehr einrichten, daß die Republik diese Instrumente durch andere ersetzt. Soweit dann di« alten Instrumente künstlerischen oder historischen Wert haben, können sie ja dem Zeughaus oder einem anderen Museum zugeleitet werden. Zeppelin erst Kreitog startfertig? Eckener will das Schiff zurückführen. < Nach den gestern Abend aus Toulon vorliegenden Meldungen sollte das Lufffchiff„Graf Zeppelm" bereits heute früh seinen Rllckflug nach Friedrichshafen antreten. Kapitän Lehmann sollte die Führung übernehmen, während Dr. Eckener das Schiff in Friedrichshafen erwarten wollte. Im Widerspruch dazu meldet ein Telegramm aus Marseille folgendes: „Angesichts der Tatsache, daß Dr. Eckener, der Mittwoch- abend Friedrichshafen verläßt, erst Donnerstagnachmittag in Marseille eintrifft, wird die Abfahrt des Zeppelinluskschisscs frühestens am Freilagvormittag erfolgen. * Der Luftschiffbau Zeppelin erhielt heute vormittag von der Hapag die Mitteilung, daß bei ihrer amerikanischen Niederlassung in New Park bisher keine einzige Buchung zur Teilnahme an einer Fahrt des Lustschisses rückgängig gemacht worden sei, daß aber gestern nachmittag zwei weitere amerikanische Reisende in New Jork Plätze im Luftschiss gebucht hätten. Vor- läufig werden sich die Passagiere aber noch ein wenig gedulden müssen, denn der Lufffchiffbau Zeppelin wird das Schiff nicht eher fahren laffen, als er nicht selbst wieder volles Vertrauen zu seinen Motoren hat. Da die Untersuchungen methodisch durchgeführt und eventuelle Abänderungen an den Maschinen vorgenommen werden müssen, ist es möglich, daß bis zur Ausnahme des Fahrtbetriebcs eine längere Zeit oergehen kann. Fort mit dem Bölkerhaß? Bei Eröffnung der Session des Generalrats des Depar- tements Var in Frankreich erinnerte der Vorsitzende Senator F o u r m e n t an die glückliche Landung des„Graf Zeppelin" uiüer französischer Mitarbeit udn gab d«r Hoffnung Ausdruck, daß die Völker aufhören werden,«inander zu hassen, und daß sie eines Tages die Freud en der W eltbrllderlich- keit genießen werden. In einer Entschlußfassung wünscht der Generalrat, der Völkerbund möge sobald wie möglich seine Arbeiten zur Abrüstung und zur Organisierung des wirklichen Friedens voll- enden. dach Xondon: (Berechtigte Oebersetzung von Erwin Magnus), Seine Erscheinung bürgte Daylight für alles, was er über ihn gehört hatte. Trotz seiner sechzig Jahre und seines schneeweißen Haares war sein Händedruck fest und herzlich: er zeigte keine Spur von Hinfälligkeit, wenn er rasch und leicht dahinschritt und sich sicher und entschieden bewegte. Seine Gesichtsfarbe war rot und gesund, und sein feingezeich- neter Mund schien immer bereit, über einen guten Witz zu lächeln. Er hatte ehrliche Augen von hellstem Blau, die scharf und freimütig unter den buschigen grauen Brauen hervor- blickten. Sein Verstand war geschult und ruhig und arbeitete mit der Sicherheit einer stählernen Falle. Er war ein Mann, der Wissen besaß, es aber nie mit Gefühl oder Centimen- talität aufputzte. Jedes Wort, jede Bewegung war von Kraft getragen: die Gewohnheit, zu herrschen, konnte er nicht verleugnen. Dabei war er taktvoll und sympathisch, und Daylight erkannte schnell, daß er einen Mann vor sich hatte, der sich in jeder Beziehung von kleinen Leuten wie Holds- worthy unterschied. Er kannte auch Dowsetts Geschichte, wußte, daß er einer der ersten amerikanischen Familien«nt- stammtx. wußte, daß er sich im Kriege ausgezeichnet hatte. Daylight hatte von John Dowsett gehört, der sich um die Union verdient gemacht hatte, von General Dowsett, desien Ruhm aus der Zeit der Revolution stammte, und von jenem Dowsett. der schon in den ersten Tagen Neuenglands ein wohlhabender Mann gewesen war. „Das ist ein Mann," erzählte er später seinen Klub- genossen im Rauchzimmer des Alta-Pacific.„Ich sage Ihnen, Gallon er war eine Ueberraschung für mich. Ich wußte es ja. die Großen mußten so sein, aber ich mußte ihn erst ge- sehen haben, um es wirklich zu glauben. Er geHort zu den Menschen, die wirklich schaffen. Das sieht man ihm an. Er ist einer unter Tausenden, das ist sicher, und ein Mann, auf den man sich verlassen kann. Die Spiele, die er spielt, sind unbegrenzt, aber ehrlich, darauf können Sie schwören. Ich wette, er kann ein halbes Dutzend Millionen gewinnen oder verlieren, ohne auch nur mft der Wimper zu zucken." Gallon paffte seine Zigarre, und als der andere mit seiner Lobrede fertig war, betrachtete er ihn verwundert, aber Daylight, der sich gerade einen Cocktail bestellte, bemerkte den Blick nicht. „Dann wollen Sie wohl ein Geschäft nnt ihm machen?" bemerkte Gallon. „Ach, keine Rede davon.— Prosit! Ich wollte Ihnen nur erklären, daß ich jetzt verstehe, wie große Männer Helden- hafte Taten vollbringen. Wissen Sie, er machte auf mich den Eindruck, als wäre er allwissend, so daß ich mich ganz beschämt fühlte. Bei einem Wettrennen mit einem Hundegespann könnt« ich ihm, glaube ich, einen großen Vorsprung lassen und doch noch gewinnen," bemerkte Daylight nach einer kurzen Pause. „Und ich könnte ihm wohl auch noch ein paar Tips beim Poker oder beim Goldwaschen und beim Paddeln in einem Birkenkanu geben. Ja, vielleicht könnte ich doch noch eher sein Spiel lernen, als er das, welches ich dort oben im Norden gespielt habe." Nicht lange darauf kam Daylight nach New Uork. Ein Brief von John Dowsett war die Beranlasiung— ein paar auf der Maschine geschriebene Zeilen. Aber als Daylight sie empfing, gab er einen Ruck in ihm. Er erinnerte sich, den gleichen Ruck gespürt zu haben, als der Spieler Tom Galsworthy in Tempos Butte in. Ermangelung eines vierten Mannes zu ihm, dem damals Fünfzehnjährigen, gesagt hatte: „Komm her, Bengel, spiel' mit!" Die dürftigen Maschinen- geschriebenen Zeilen schienen mit Mystik geladen.„Unser Herr Howison wird Sie in Ihrem Hotel aufsuchen. Sie können sich auf ihn verlassen. Man darf uns nicht zusammen sehen. Wenn wir miteinander gesprochen haben, werden Sie verstehen, warum." Daylight las die Worte immer wieder. Jetzt schien es, als sei das große Spiel gekommen und er zum Mitspielen aufgefordert. Sicherlich, denn kein anderer Grund konnte einen Mann bewegen, einen andern zu einer Reis« quer über den Kontinent aufzufordern. Sie trafen sich— dank„unserm" Herrn Howison— auf einem prachtvollen Landsitz am oberen Hudson. Infolge der erhaltenen Instruktionen hatte Daylight ein ihm zur Berfü- gung gestelltes Prioatauto vorgefunden. Den Eigentümer des Wagens kannte er ebensowenig wie den des Hauses, das von riesigen, mit Baumgruppen bestandenen Rasenflächen umgeben war. Dowsett war schon da und ebenso ein anderer Mann, den Daylight erkannte, noch ehe sie einander vorge- stellt waren. Es war Nathaniel Letton und kein anderer. Daylight hatte sein Gesicht unzählige Male in Blättern und Zeitschriften gesehen und über seine Stellung in der Finanz- welt, wie über die von ihm gestiftete Universität in Daratona gelesen. Auch er wirkte auf Daylight als ein starker Mann, wenn ihn auch wunderte, daß er gar keine Aehnlichkeit mit Dowsett hatte. Mit Ausnahme seiner Sauberkeit— einer Sauberkeit, die sich bis in feine innersten Fibern zu erstrecken schien— war er in jeder Beziehung von dem andern ver- schieden. Er war mager wie ein Schwindsüchtiger und sah aus wie ein Mann, in dessem Innern eine mysteriöse kalte chemische Flamme mit der Hitze von tausend Sonnen unter einem gletscherhaften Aeußern brannte. Besonders seine großen grauen Augen verursachten dies Gefühl. Sie flacker- ten fieberhaft in einem Antlitz, das fast einem Totenkopfe glich: so mager war es und so unheimlich matt und leichen- ähnlich seine Haut. Er war nicht älter als fünfzig, wirkte aber mit seinem schütteren grauen Haar doppelt so alt wie Dowsett. Dennoch war Nathaniel Letton der geborene Herrscher— das konnte Daylight deutlich sehen. Er war ein Asket mit einem mageren Gesicht, der in einem Zustand überirdischer Ruhe lebte— ein feuerslüfsiger Planet unter einer Eisdecke, die sich von Festland zu Festland erstreckte. Aber den größten Eindruck von allem machte auf Daylight die entsetzliche, beinahe unheimliche Sauberkeit des Mannes. Er war schlackenlos. Er schien wie im Feuer geläutert. Daylight hatte das Gefühl, daß ein guter, gesunder Fluch eine tödliche Beleidigung, eine Entheiligung,'eine Gottes- lästerung für ihn sein mußte. Sie tranken— das heißt, Nathaniel Letton trank Mineralwasser, das von dem lautlos wirkenden Automaten von Lakaien, der das Haus bewohnte, serviert wurde, während Dowsett einen Whisky-Soda und Daylight einen Cocktail nahm. Keiner schien etwas Ungewöhnliches an einem„Martini" um Mitternacht zu finden, obwohl Daylight scharf beobachtete: denn er hatte längst gelernt, daß ein „Martini" seine bestimmte Zeit und Stelle hatte. Aber er liebte„Martini" und wollte als Naturmensch die Freiheit haben, zu trinken, wann und wo es ihm paßte. Andere hätten vielleicht diese eigentümliche Gewohnheit beachtet. nicht so Dowsett und Letton. und Daylights geheimer Ge- danke war:„Die würden auch nicht mit der Wimper zucken, wenn ich ein Glas ätzendes Sublimat verlangte." (Fortsetzung folgt.) Erpreßte Mordgeständniffe. Ein Angeklagter weist sein Alibi nach.- Geständnisse aus Furcht vor Prügel. Der Safchauer Mordprozetz gegen die angeblich menschensreffenden Zigenner scheint sich zu einem Polizei- und Zufiizskaudal zu entwickeln. Der Angeklagte Barnabos Gruna will von der Ennorvung I m l i n g s nichts wissen. Der Präsident stellte fest, daß er während der Untersuchung gegenteilig ausgesagt und ein Geständnis abgelegt habe. Gruna behauptet jedoch, wie die anderen An- geklagten, das Geständnis nur infolge der von der Gendarmerie erhaltenen Prügel gemacht zu haben. Als nächster wurde der An- geklagt« Paul R i b a r gehört, da er ums Wort gebeten hatte. Paul Ribar erklärte mit sicherer Stimme:„Zch kann jetzt den Beweis erbringen, daß ich am Mord nicht beteiligt war. denn ich war zur Zeit der Tat im Saschauer Krankenhaus zur pslege." Der Vorsitzende ordnete sofort an, beim Zkrankenhaus anzufragen. Der Angeklagte Rudolf Ribar behauptet ebenfalls, beim Mord nicht anwesend gewesen zu sein und von der Tat überhaupt nicht die geringste Ahnung zu haben. Der Zigeuner Julius Jana sei sein Feind und wolle ihn aus persönlichen Rachegelüsten unschuldig in die Mordangelegenheit oeiwickeln. Jano bleibt aber bei seiner Be- hauptung. Unterdessen traf die Antwort vom Kaischauer Kranken- Haus ein. Der Vorsitzende nahm das Schreiben entgegen, öffnete f«. sprang dann erregt aus und schrie auf Jano ein:.Wie wagst Du es, solche Lügen zu behaupten, daß Ribar am Morde beteiligt war? Das Krankenhaus stellt ihm das Zeugnis aus, daß er während der betreffenden Zeit krank war und dort behandelt wurde." Nach der Verlesung des Bestätigungsschreibens fragt der Vor- sitzende den Angeklagten Paul Ribar, warum er nicht sofort aus- gesagt habe, daß er zur Zeit des Mordes im Krankenhaus gelegen habe. Der Angeklagte erwiderte, er sei sehr nervös ge- wesen und könne sich auf viele Ding« nur sehr schwach besinnen. Sodann wurden die Angeklagten Josef und Erich C s i g a aufgerufen. Beide leugneten, an dem Mord teilgenommen zu haben und am Tatort anwefeitd gewesen zu sein. Bei der Gegenüberstellung blieb Barnabo» Gntno zuerst bei seinen Ursprung- lichen Anschuldigungen, gab jedoch später zu. dies« seien unrichtig gewesen. Er habe sie nur gemocht, um überhaupt ein Geständnis ab- zulegen und sich aus diese Meise vor Schlägen zu schützen. Dann erfolgte die Vernehmung der beiden taubstummen Zigeuner Josef und B e l a Ribar, von denen der eine schreiben und lesen kann. Mit dem schreibumkundigen Ribar mußte der Taubstummen- dolmetscher verhandeln. Beide stritten ab, am Mord« be- teiligt gewesen zu sein. Sodann wurde das Verhör der Angeklagten im Falle Jmling beendet, und die Verhandlung auf Donnerstag oertagt. Ich werbe für Gas! Häuser, in die noch kein Gas gelegt ist. sind Sellen- Helten in Verlin. Es müssen schon besondere Gründe vor- liegen, sonst hätte der Besitzer den wert seine» Hauses längst durch Gasanlage gesteigert. Eine große Erleichterung gewährt es, daß die Städtischen Gaswerk« die Gosgerät«, die aus Zugampeln, Wandarm, modernem 2-Loch-Koche>r mit Sparslanunen und zwei Plätteisen und Erhitzer bestehen, leihweise überlassen, serner«inen 10-Pf.- Gasautomaten mietefrei aufstellen und die Jnnenanlage für Gas- anschluh in den Wohnungen kostenfrei herstellen. Der Äorrfument hat lediglich das Gas zu zahlen, das er verbraucht, und zwar losten 500 Liter Gas 10 Pf. Unterschriften zur Aufstellung eines 500-Liter-Gasautomoten mit Gegenständen werden nun bei den einzelnen Mieter» gesammelt. Wir lassen jetzt ein« Werbedame der Gaswerk« zu Wort kommen. Jemand ist nicht für das, Neumodische''. Sie erzählt:.Ich konmie in ein Haus im Norden Berlins, in dem nur in der untersten Etage G.'Z liegt. Aus der Treppe treffe ich einen alten Wann, der mir darüber Auskunft gibt.„Wie denken Sie denn über Gasanlage, die Bequenllichkeit ist doch nicht von der Hand zu weisen?" ,Lch bin n i ch t s ü x d a? N e u m o d s ch e, ist es solange gegangen, wird's auch weiter st> gehen!" antwortet er mürrisch.„Sie können sich doch den Neuerungen nicht verschließen, mein lieber Mann, sonst dürften Sie doch auch keine Streich- Hölzer benutzen und müßten mühsam den Stein schlagen und mit Zunder die Funken auffangen." Wollte mich der Alle los sein oder war er schon gewonnen? Er wies mich an seine Foau. Mit dieser hott« ich leichteres Spiel. Sie sah ein, wie viel be- guemer es ist, das Brennmaterial immer bereit im Hause zu haben, statt Kohlen zu taufen, sie mühsam zu stapeln und Feuer in dem oft rauchenden Herd zu entzünden. Die erste Stimme war gewonnen. Bei einer blinden Frau. Nun kam ich zu einer blinden Frau, hier wagte ich kaum mein Anliegen vorzubringen. Kann ich dieser Frau, die nicht sieht, zureden, sich Gas legen zu lassen? Wer s i e s e l b st ift sehr dafür. „Wir Blinden sind nicht so unbeholfen, wie Sie denken. Durch Aufmerksamkeit habe ich manches dem Sehenden voraus. Ich weiß z. B. gang genau, wo sich alle meine Habseligkeiten befinden. Ich muh es nur fetbst sein, die in meiner Wohnung jedes Stück beiseite räumt." Die Ordnung und Sauberkelt, die ich bei der blinden Frau vorfand, wäre für manche Frau, die sehen kann, ein Beispiel gewesen.„Werden Sie nicht fürchten, einmal oerfehentlich an den Gashahn zu kommen und ihn dadurch zu öffen?" fragte ich noch immer besorgt.„Ich werde niemals unvorsichtig mit den Gashähnen umgehen und genau auf Verschluß der Hähne achten. Die geringste Undichtigkeit würde meiner feinen Nase nicht ent- gehen."„Lassen Sie sich doch einmal zu unseren Koch- und Back- vortragen führen! Die Vorträge finden jeden Mittwoch in der Stralauer Straße statt."„Ich werde gern einmal kommen; aber Sie sagen„führen lassen"? Nach der Stralauer Straße, da finde ich gang allein hin. Ich brauche nur»»einen Hund mit» zunehmen. Ich kann auch dahin fahren; ich zähle die halte» stellen." Mein Bedenken, aus die Unterschrift der Blinden zu ver- zichten, war fast gang verschwunden.„Wie wird sich I h r M a n n zur Gasanloge in der Wohnung verhalten, der Mann muß innner die Unterschrift geben?"„Ich bin nicht f# unglücklich, wie Ei« erwarten und so unselbständig, wie Sie denken." unterbrach mein Gegenüber meine Gedanken.„3dj habe einen Strohenhandel und trage zum Lebensunterhalt oft gang allein bei: denn mein Mann ist häufig arbeitslos. Solange mir mein Führer, mein treuer Hund bleibt, bin ich nicht unglücklich!" Im Heim eines Morphinisten. Run kam ich zu einer hübschen jungen Frau. Sie macht einen vergrämten Eindruck. Das Zimmer, das sie bewohnt, zeigt ein« einfache, aber geschmackvolle Einrichtung: nur ist es teilwerss aus- geräumt. Die junge Frau ist anfangs sehr verfchloffen und will von Gasanschluß durchaus nichts wissen. Allmählich erst gewinnt sie Zutrauen. Sie zeigt mir ein Dutzend Pfandscheine und erzählt mir, daß ihr Mann, während sie ein paar Tage bei ihren Ellern zum Besuch war, die Hälfte ihrer Sachen verpfändet habe. „Er ist Morphinist! Es würde mir schwer fallen, die paar Mark für die monatliche Gasrechnung zu sparen. Er würde mir da» Geld abschmeicheln, und ich würde es ihm geben, bevor ich mein letztes Hab und Gut verpfänden lasie!"„Wenn Sie Münzga» nehmen, so können Sie jeden Groschen, den Sie übrig haben, in den Automaten stecken: und den werden Sie rfjer übrig haben, als ein paar Mark für Petroleum!" Die arme junge Frau ivar schon viel zutraulicher geworden. Sie zeigte mir die Photographie ihre» Mannes. Ich sah, was für ein hübscher junger Mann er war, der sich selbst durch das Laster zugrunde richtete. Es war ein K ü n st l e r e h e p a a r. Sie sangen Lieder und begleiteten sich dazu. „Mein Mann ist augenblicklich in der Anstalt. Die Unterschrift werde ich wohl geben können." Vertrauen gewinnen! Sobald man erst einige Stimmen gewonnen hat. ist das Werben leichter: dann haben die anderen Mitbewohner schon mehr Vertrauen, wenn sie sehen, daß dieser oder jener Nachbar auch„dabei" ist. Sie reden sich dann gegenseitig zu, mitzumachen, und der Eni- fchluf} ist leichter gefaßt. Bei manchen ist nichts zu erreichen. „Ich werde dach für d« n Hauswirt nicht Gas in meine Wohnung legen lassen!" Lieber iiei>men sie selbst alle Unbequemlichkeiten weiter in den Kauf, als daß sie dem Hauswirt gefällig sein möchten. Manchmal vertraut mir«ine alte Frau an:„Ich bin l e b e n s- müde, auch sehr vergeßlich, es könnte ein Unglück passieren." » Ich werbe in der Ueberzeugung, den Leuten gutes zu erweisen. Man muß das Vertrauen der Leute zu gewinnen suchen, bevor man die Unterschriften erhält, und man darf nicht ungsduldig sein, wenn einem zuvor manchmal alle Sorgen und aller Kummer an» oertraut werden." Ein Haus will einstürzen. Wohnungsamt und Beichsbund helfen den Mietern. Di« Mieter des Hauses Belziger Straße 4?. die bekannt- lich das Haus wegen Einsturzgefahr bis zum 25. Mai räumen müssen, hatten sich am 21. dieses Monats zu einer vom Bezirk Schöneberg im Aeichsbund Deutscher Mieter im Lokal Minameyer, Pelziger Straße 17, einberufenen Hausversammlung ein- gesunden, zu der auch das zuständig« Vaupolizeiamt und das Bezirkswohnungsamt etngeladen waren. Ersteres hat In einem be» sonderen Schreiben die Gründe dargelegt, die zur Herausgabe de» Räumungsbefehls geführt haben und deshalb einen Beamten zur Versammlung nicht entsandt. Das Bezirkswohnungsamt war durch die Herren Ober- magistratsrat Starke und Stodtoberinfpektor Lenz vertreten. Erstem gab eine ausführliche Schilderung darüber, in welcher Weise di« Mietsparteien untergebracht werden sollen, und wies darauf hin, daß für diese Zwecke 25 Neubauwohnungen in Lichtenberg und 3 0 Neubauwohnungen in Steglitz zur Verfügung ständen und vom Wohnungsamt Wilmersdon 4 Dierzimmorwohnungen. di« am 1. Juni frei werden, bsreitsestelh würden. Selbstverständlich iverde man versuchen, die jetzigen Inhaber größerer Wohnungen auch wieder in solchen unter, zubringen, doch seien Härten leider nicht zu vermeiden; sie müssen in Kauf genommen werden, da ja doch die Hoffnung bestehe, daß e» sich nur um«inen vorübergehenden Zustand handle. Der Redner wie» noch darauf hin. daß die Stadt Berlin bereit sei. die entstehenden Härten in jeder Hinsicht zu mildern und vor allen Dingen einen größeren Geldbetrag zur Verfügung gestellt habe, damit der plötzliche Umzug reibungslos vor sich gehen könne, Auch die für Neubauwohnungen zu zahlenden Baukostenvorschüsse würden von der Stadt getragen werben. Die Klärung und Durchführung einer Anzahl weiterer Fragen wird die Hauptgeschäftsstelle des Verbandes Berlin«. B. im Reichsbund Deutscher Mieter in die Hand nehmen. Wenn man allseitig auch der Auffassung war, daß die Bau- Polizei die statischen Gutachten schon eher hätte eiicholen müssen und dadurch die plötzliche Räumung hätte vermieden werden können, so hat das Bezirksamt Schöneberp in diesem Falle erfreu- licherweise trotz der Feiertag« seine Aufgabe soweit wie nur irgend möglich gelöst,' und es wurde dem Vertreter de« Wohnungsamt«» von der Versammlung besonderer Dank dafür ausgesprochen. Di« Notwendigkeit der Erhaltung der Wohnungs» ämter hat sich hier deutlich erwiesen: denn wo wären ohne da» Wohnungsamt bei dem heutigen Äohnungsmangel die 32 Miets« Parteien geblieben?__> Ein SS jähriger vermißt. Seit dem 19. Mai wird der 82 Jahre alle Rentner Ferdinand Ackermann vermißt, der bei seinen Angehörigen in der Bismarckstraße 4 zu Eichwalde wohnte. Der alte Herr wollle an jenem Tage mit der Eisenbahn nach halb« fahren und hatte etwa 80 Wennig bei sich. Er ist aber weder dort angekommen, noch in seine Wohnung zurückgekehrt. Er soll nach Zeugenaussagen in der Schorfheide gesehen worden sein. We Nachforschun- gen sind aber bisher erfolglos geblieben. Der Vermißte ist 1,68 Meter groß, hat zahnlosen, eingesunkenen Mund. lange Rase und eine Operationsnarbe an einem Oberschenkel. Cr trug schwor- zen Schlapphut, braunen Jackettanzvg und Wäsche, die F. A. ge- zeichnet ist. Außer dem Gelde hatte er ein« silberne Uhr mit Kette bei sich. Mitteilungen über den Verbleib nimmt di« Vermißten» zentraw im Polizeipräsidium entgegen Wer hat den Gmaragdn'ng gestohlen? Man kann der Angeklagten nicht«! beweisen. Als Ladcndiebin hatte sich eine Frau v. K. vor dem Schöffen» gericht Verlin-Mitte zu verantworten. Sie war beschuldigt, in einem kleinen Juweliergeschäft in der Maucrstroße einen wertvollen Smaragdring gestohlen zu haben. Mehrmals war Frau v. K. im Geschäst gewesen, um einen. Saphirring im Werte von 4 50 M. zu besichtigen. Am 17. August des vorigen Jahres kam sie wieder und steckte den be- gohrten Ring aus den Finger. Inzwischen kam ein Ehepaar in den Laden, das auch bedient wurde. Frau v. St. gab den Ring zurück und wollte sich den Kauf erst noch einmal überlegen. Sie kam aber nicht, wie versprochen, wieder. Nachher entdeckte die Inhaberin, daß ein kostbarer Smaragdring fehlte. Einige Wochen später sah die Tochter der Juwelierin die Angeklagte in einem Autobus und ließ sie unter der Beschuldigung des Dieb- stahls feststellen. Auch damals trug sie, wie jetzt in der Verhandlung. einen Smaragdring mit Brillanten am Finger, der ober mit dem gestohlenen nicht identisch ist. Den Ring will sie vor zehn Jahren mit einer bekannten Dame getauscht haben. Sie bestritt die ihr vorgeworfene Tat und behauptete, daß nach dem Ehepaar noch ein Herr in den Laden gekommen sei, der eine repariert« Kette abgeholt hätte. Dies« Tatsache wieder wurde von der Inhaberin des Geschäfts bestritten. Außerdem standen noch zwei andere Fälle zur Verhandlung an. Einmal war Frau v. K. festgestellt worden, als sie in einem Warenhause mit«in Paar Handschuhen in der Hand fortgehen wollte. Sie hatte zwar behauptet, daß sie die Auffichtsdame suchen wollte, da feine Bedienung dagewesen wäre. Dann aber unterschrieb sie doch den bekannten Schein, daß sie bei einem Diebstahl ertappt sei und das Haus nicht mehr betreten werde. Später taufte sie in demselben Warenhaus einmal Tassen für 1,50 M- Als der Zettel ausgeschrieben war. erklärte sie, daß sie eine andere Ware für 6 M. zurückgebe. Die Berkäuferin erinnerte sich aber genau, daß die Ware in einem Regal vor der Kundin gelegen hatte, von dem die Angeklagte sie weggenommen haben mußte. Auch da machte sie ein« Ausrede, daß sie das Paket verlegt und au» Versehen nach der falschen Ware gegrisfen hätte. Di« Angeklagte, die trotz ihres nicht unerheblichen Alters noch sehr gut aussieht, berief sich darauf, daß sie in guten Verhältnissen lebe und es nicht nötig habe zu stehlen. Aus Freundeskreisen bekomme sie monatlich etwa 800 M. Als Deweis legte der Verteidiger dem Gericht den Geld- brief einer Großbank vor. Der Staatsanwalt beantragte wegen Diebstahls in drei Fällen sechs Monate Gefängnis Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu vier Monaten und einer Woche Ge- sängnis. In zwei Fällen wurde Diebstahl, in einem Falle Betrug angenommen. Nach dem Ausgong des Prozesses kann man in der Tat fragen: Wer hat den Smaragdring gestohlen? Das Gericht nimmt zwar an, daß es die Angeklagte gewesen ist und man könnte sagen, daß der Verdacht besteht, daß sie den Ring gestohlen hat und ihn dann hat umarbeiten lassen. Aber man kann der Frau doch offenbar nichts beweisen. Genügt der Verdacht zur Verurteilung? Schweres Flugzeugunglück in Algier. Vier Passagiere ertrunken. Paris. 22. Mal. Z« Algier verunglückte heule früh ein wosserslngzeug der Handelsluflllule Algier— Marseille. Das Flugzeug überschlug sich kurz nach dem Slarl, anscheinend, weil es mil elnem verborgenen wrack zusammengestoßen war. vier 3 n- fassen, nämlich ein französischer Offizier mil seiner Gattin, der Funkentelegraphist und der Mechaniker ertranken. Rur der Pilot konnte sich durch Kchwimmen retten. Ver ertrunkene Offizier ist der Hauptmann homarl, der sich auf dem Wege nach Budapest befand, um dort als Vertreter des französischen Heeres an dem Wett- bewerb um die europäische Metsterschofl im Degenfechten tellzu- nehmen.__ Feuer im �-Vahniunnel. Starke Verqualmung erschwert die Löfcharbeiten. Im Tunnel der im Bau befindlichen!l-Bahn st recke Alexanderplatz--- Lichtenberg— Friedrichsjeld« brach gestern am frühen Nachmittag Feuer aus, das in kurzer Zeit große Ausdehnung gewann. In dem zum großen Teil bereits fertiggestellten Tunnel, der durch die Frankfurter Allee führt, lagern aroße Bohlen und Teervorräte. Außerdem sind in einzelnen Streckenabschnitten lange Holzgerüste ausgestellt. Vor dem Hause Frankfurter Allee 230 war der Hauptherd des Feuers, das sich nach beiden Selten schnell ausdehnte. Aus bisher noch nicht einwandfrei ge- klarier Ursache geriet an dieser Stelle plötzlich der Bohlenbelag der Glesse in Brand. In wonigen Minuten war der Tunnel völlig verqualmt; die dort beschäftigten Arbeiter hatten rechtzeitig die Ausgänge erreichen und ins Frei« flüchten können. Als die Feuerwehr mit mehreren Löschzügen anrückte, stand der Tunnel in erheblichem Umfange in Flammen. Erst nach drei- stündiger, angestrengter Arbeit war die Gefahr endlich beseitigt. Der Strahenbahnverkehr mußte einige Zeit umgeleitet werden.__ Oer falsche Gasmann geht um. Sr entlockt Kindern den Wohnungsschlüssel und stiehlt. Jener Schwindler und Dieb, der sich Kindern gegenüber als Gaskontrolleur ausgibt, ist beim Einsetzen des wärmeren Wetters wieder aufgetaucht. Er beobachtet die Spielplätze und dort die Kinder, denen die Mutter den Wohnungsschlüssel an einem Bande um den Hals gehängt hat. Durch geschicktes Ausfragen sicherer Spielgefährten erfährt er den Namen, redet den Kleinen dann ein, daß er der Gasmann sei und die Mutter nicht angetroffen habe. Die ahnungslosen Kinder öffnen ihm die Wohnung und zeigen ihm den Gasmesser. Der Gauner versteht es, ihr« Aufmerksamkeit ab- zulenken, und stiehlt dann, was ihm gerade in die Finger kämmt. Wenn dl« Beute in den einzelnen Fällen auch nicht groß ist, so be- deutet der Verlust für die Betroffenen doch viel. Mütter werden gut tun, ihre Kinder vor diesem Dieb« zu tvarnen. Gestern hätte ihn fast sein Geschick ereilt. Er hatte einen kleinen Jungen aus dem Haufe Gleimstraße 22 in der gewohnten Weise angesprochen und war mit ihm in die Wohnung hinaufgegangen Zufällig kam die Mutter dazu. Als der Dieb sie die Tür aufschließen hörte, und Ent- deckung befürchtete, stieß«r die erschrockene Frau beiseite und lief aus dem Haufe. Der Entkommene ist etwa 24 bis 30 Jahre alt und trug dunklen Anzug und blaue Sportmütze. Mitteilungen, die geeignet sind, ihm da» Handwerk zu legen, nimmt die Dienststelle C6 im Polizeipräsidium entgegen. Di« Firma Carl Stiller ersucht uns mitzuteilen, daß die Firma Sttllers Schuhwarenhaus G. m. b. H., welch« von der tschechischen Schuhwarenfabrik Bata, Zlin, erworben ist. mit der bestens bekannten Berliner Firma, Schuhwarenhaus Earl Stiller, die seit 1867 nur in Berlin ihr« Geschäfte vettetbt, nichts zu hm hat, Gn ungemein schäbiger Betrüger. Notar Cohn veruntreute Gpargelder seiner Hausangestettten. Di« schon kürzlich geäußerte Vermutung, daß der Notar Dr. Carl Cohn keinesweg, infolge eines plötzlichen finanziellen Zu- sammenbruches geflüchtet fei, sondern fein« Flucht seit langem systematisch vorbereitet habe, wird setzt durch die im Verlaufe der Untersuchung angestellten Ermittlungen bestätigt. Man nimmt an, daß Cohn mit WX) OOO M. bar ins Ausland geflüchtet ist. Dr. Cohn hat nicht nur ihn: anvertraute Mandanten- gelber in chöhe von etwa einer Viertel Million unter- schlagen und Schulden von etwa ZOO 000 bis 400 000 Mark gemacht, sondern er hat seit Monaten selbst kleinste Beträge, die aus seiner Notoriatstätigkeit durch seine Hände gingen, veruntreut, um sich auf diese Weise eine stattliche„finanzielle Beihilfe" für sein Verschwinden aus Berlin zu beschaffen. Ganz besonders häßlich und abstoßend erscheint die Handlungsweise des flüchtigen Ehepaares gegenüber der eigenen Hausangestellten, die ihm sechs Jahre treu und brav gedient hatte. Das Mädchen hatte seine Spargroschen in Höhe von 300 M. bei der Sparkasse angelegt. Dr. Cohn wußte das Mädchen zu bestimmen, ihm als Rechtsanwalt das Sparkassenbuch zur größeren Sicherheit zu treuen Händen anzuvertrauen. Das Ehepaar Cohn hat sich dann nicht gescheut, das Sparkassenbuch der armen sparsamen Hausangestellten zu ver- silbern und den Betrag auf die Flucht mitzunehmen. Charakteristisch ist z. B., daß er seit langer Zeit H a f t k o st c n- Vorschüsse für Gerichtsvollzieher in Höhe von je 00 M. zwar von seinen Mandanten eingezogen, aber immer s ll r sich behalten hat, ohne dem Gerichtsvollzieher die verlangten Aufträge zu erteilen. Bei seiner umfangreichen Praxis handelt es sich um eine Unzahl solcher und ähnlicher Fälle, so daß man die Gesamtsumme dieser seit vielleicht mehr als einem halben Jahr „ersparten" Gelder aus über 100 000 M. peranschlagt. Von der» Großgläubigern trauert einer dem Dr. Cohn mit einer Forderung von ÄS 000 M. nach, eine Dame hat einen Verlust von SS 000 M. zu verzeichnen. Neben diesen Schulden und Veruntreuungen lasten auf Cohn auch Regreßansprüche in Höhe von etwa 3 00000 M. aus mehreren Fällen unsachgemäßer Ausübung seiner Anwaltstätigkeit. Di« Zahl der Anzeigen gegen den Flüchtigen, von dem übrigens nach wie vor jede Spur fehlt, Hot sich inzwischen weiter vermehrt und dürste auch fernerhin noch anwachsen. Rechtsanwalt Dr. Heinrich Werthauer, NW 7, Unter den Linden 06, der als Abwcsenheitsvertretcr für Dr. Carl Cohn bestellt ist, bittet auf diesem Wege olle Interessierten und Geschädigten in der Affäre Cohn, sich möglichst umgehend an ihn zu wenden, damit eine baldige Klärung des angerichtete» t-chadens herbeigeführt werden kann. Bekanntlich werden'die Nachforschungen in vielen Fällen durch das Fehlen der wichtigsten Akten erschwert. Ein Wochenendschiff für jedermann. Grüne Heimat! Eine merkwürdige Bezeichnung. So nennt sich ein Berliner gemeinnütziger Verein, der vor einigen Jahren gegründet wurde, und sich mit Geldern, die ihm von der deutschen Girozentral« zur Verfügung gestellt wurden, ein für Berlin und Deutschland ganz neuartiges Schiff erbaute, das den Namen„Baldur" bekam. Ein Kabinenschiff nämlich mit Kabinen zum Uebernachten für zwei, vier, acht und zwölf Personen. Die Oefsentlichkeit wußte zunächst gar nicht, was sie mit diesem merkwürdigen Schiff ansangen sollte. Aber bald wurde bekannt, daß sich Schulen und Vereine den„Baldur" mieteten und ihre Ausflüge mit ihm machten. Und jedesmal kam jung und alt voller Entzücken heim. So ging das ein paar Jahre, bis in diesen Tagen der „Baldur" auch einmal, und zwar auf Veranlassung des Berliner Wochenendausschusses, die Berliner Presse ausnahm. Die Fahrt ging an dem köstlichsten oller Tage diese» Jahres, am dritten Pfingstfeiertag über die Havelseen und Paretz bis nach Ketzin und zurück und man halte hinreichend Gelegenheit, sich das merkwürdige Schiff, das den Ölamen Wochenendschiff wie kein anderes verdient, anzuschauen. Die kleinen und großen Kabinen sind zwar schlicht aber sauber und wenn man sich auf dein ruhig, fast sanft dahingleitenden Schiff frei bewegen kann, so bekommt man ein« Ahnung von dem großen Glück, das in die Seelen unserer Jugend einzieht, wenn sie für ein paar Tage und Nächte sich auf„ihrem „Baldur" einquartieren darf. Und da hat es sich dann ergeben, daß manch armes Jungchen oder Mädchen aus Berlin O und N zum erstenmal in ihrem L�ben ganz allein für sich in einem Bett liegen durfte. Uns Großen erschienen diese Betten sehr schlicht. Für die Kinder der Armen waren sie ein großes Ereignis. Direktor W e r r e s, der Leiter des„Baldur", sprach über seine erfolgreiche Tätigkeit. Bisher sind in vier Jahren mit dem„Baldur" über 100000 KinderundIugcndlichebefördertworden! In den Ferien finden größere Fährten statt und zwar zweinM nikch der Sächsilchen Schweiz, einmal»ach•Ü ub e-ck...»inmal iiuci) L a n d s b e r g a. d. W„ außerdem fährt der„Baldur" zweimal nach Stettin»nd dreimal nach Frankfurt a. d.£>., während im Vorjahre drei Fahrren nach Hamburg, zehn nach P a» g e r- in ü n d e, 4 nach Stettin unternommen wurden, die. all« voll besetzt, ebeniolls reichen Beifall fanden, ltleber ein« Fahrt nach Hamburg hat der„A o r w ä r t s" ausfichrlich berichtet. D. Red.) Karl Vetter vom Wochenendousschuß dankte im Namen der Presse. Und in der Tot. es war etwas Wunderschönes. N»r eines versteht man nicht: Wie Ist es möglich, daß es nurdiescs eine S ch i f f g i b t. Sind in dieser großen«tadt wirklich keine Menschen-, Volks- und Jugendfreunde, die sich kräftig dasur ein- segen, daß noch mehr derartige famole W o ch e n e n d- K a b i n e n s ch i f s e gebaut und die Mittel dafür beschafft werden? Hier ist ein gutes Beispiel, das zu baldiger Nachahmung anspornen s-lltc.__ Nevoluiionäre Aktion. Drei Kommunisten schlagen„Borwärts�-Händler nieder. Die in den Ekkibriesen aufgestellten Moskauer Heilsthesen werden.wenigstens soweit von den deutschen Parteikommunisten be- folgt als sie vorschreiben, daß der Kampf gegen die Sozialdemokratie mit allen technischen Hilfsmitteln zu führen ist. Die Kam- »nmisten haben bekanntlich Erfahrungen, wie man eine» politischen Gegner vernichten muß. Sie versiichen immer wieder, sich vor allem an Funktionäre der Partei heranzumachen und sie hinter- rücks zu überjallen. So wurde in der Nacht zum Sonntag in der Linienstraße«jn„Vorlvärts"-Händler von drei Rad» sohrern zu Boden geschlagen und mit Gummiknüppeln bearbeitet. Der Genosse L. ging hinter der Volksbühne über den Straßendamm der Linienstraße, als er plötzlich von einem Rad» fahrer umgefahren wurde. L. schlug mit dem Gesicht auf die Bord. schwelle und zog sich erheblich« Gestchtsverletzungen zu. Damit nicht genug, sprangen der RoWahrer und zwei weitere, die herbei- «Uten, von ihren Rädern und schlugen auf den am Boden Liegen- den mit Gummiknüppeln ein. Leider war es dem Verletzten nicht möglich, so rasch Hilfe herbeizurufen, daß man diese Strahenräuber hätte festnehmen können. Die Kommunisten haben wiederholt dem Händler angedroht, ihn zu verprügeln. In der Soemtagnacht haben sie also ihre Drohung wahrgemacht. Fort mit den Vorgärten! Auf dem Kurfürstendamm sollen sie verschwinden. Der Magistrat hat tu seiner gestrigen Sitzung die Aufhebung der Vorgärten auf dem Sursürstendamm zwischen Auguste-Viktoria. und Hennellenplah in den Bezirken Charlotten- bürg und Wilmersdorf beschlossen. Zu dieser Entscheidung wurde der Magistrat durch die Erwägung geführt, die bisher bestehenden Fluchtlinien allen neuzeitlichen Erfordernissen anzupassen. Der Sur- sürstendamm kann auf diese weise zu gegebener Zeit so weit ver- breilert werden, daß er auch einem gesteigerten verkehrsbedürfni» zu entsprechen vermag. Kleinbahnzug entgleist. Emmerich. 22. Mai. In der Rahe von Harenberg-ntgleisten Lokomotive,«in Personenwagen sowie zwei Güterwagen eines Zuge» der Emmericher Kleinbahn und schlugen um. Der Kleinbahnzug befand sich in voller Fahrt. Durch ausströmenden Dampf wurde der L o l o in o t i v f ü h r c r s ch w e r verbrüht. Drei Reisende erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. „Wovon man spricht?" Also von Emil Jannings. Zu- gestanden: das ist beinahe aktuell. Jannings redete sogar sehr nett von seinen Amerikaeindrücken, wenn er auch nicht gerade Ueber- wältigcndes mitzuteilen hatte. Es soll ja noch aktuellere Dinge als die Deutschlandheimkehr eines prominente» Filmschauspieler» geben. Dach so rasch spricht sich das wohl nicht herum: und deshalb krlegen wir immer reckst gut Abgelagertes lu diesen„aktuellen" Stunden vorgesetzt. Aber schließlich— dieser Wein war wenigstens nickst sauer.— Sympathische Musik, zum großen Teil weniger Bekanntes au» klassischen Werken, brachte in recht sauberer Ausführung das Abendkonzcrt. Glücklicherweise bliebest wir diesmal während der ganzen Abendveranstaltung mit dem Unfug dos Bildfunks verschont. Doch wurde angekündigt, daß er dafür in den Pausen während der Tanzveranstaltung gesandt werden sollte. Weshalb werden solch« Versuche— wenn sie schon aus unerfindlichen Gründen regelmäßig gemacht werden, obschon sie sür die Hörer nichts als eine peinliche Störung darstellen-- nicht wenigstens nur auf das Königswuster- bausener Programm gelegt?-- Gartenbaudircktor Ludwig Lesser ist man immer wieder dankbar für seine anmutigen Plaudereien sur Blumen- und Gartenfreunde. Er weiß seine Ratschläge so einprägsam zu geben und so unterhaltend zu gestalten, daß selbst Hörer, die kaum mehr al» ein winziges Blumenbrett besitzen, ihm begeistert zuhören." Te». Mailand grüßt Berlin. Der Bürgermeister der Stadt Mailand Marchese Aov. Giuseppe t>� C o p i ta n i b' Ar'z a g o, der aus Anlaß des Gastspiels der Mailänder Scala in Berlin weilt, hat gestern dem Berliner Oberbürgermeister einen Besuch im Rothaus abgestattet. Hierbei überreichte der Mailänder Bürgermeister als Geschenk der Stadt M a I l a n d an die Stadt Berlin eine kunstvolle silbern« Schal«. Eine Widmung in dieser Schal« weist aus die ge- m einsamen künstlerischen Beziehungen der beiden Städte Mailand und Berlin auf dem Gebiete der Musik hin. Im Namen der Stadt Berlin übergab Oberbürgermeister Böß dem Podest» der Stadt Mailand ein Werk des Berliner Malers Ernst Neuschul„An der Staatsoper Unter den Linden". Umgestaltung der Fürsorgeerziehung. Das neueste Heft der A r b e i t« r w o h l f a h r t Nr. 10/1920 vom 13. Mai 4929 bringt die Richtlinien des Hauptaus- fchusscs für Arbeitcrwohlfahrt zur Umgestaltung der Fürsorgeerziehung. Die Mängel der Fürsorgeerziehung haben sich in der letzten Zeit besonders deutlich bemexkbar gemacht. Sic hat im Volk keine» Boden. Die Richtlinien kennzeichven alle Mängel der Fürsorgeerziehung und fordern Ausgehen der Fürsorge- erziehung in der allgemeinen Jugendwohlfahrtspflege. Der Eingrisf in die elterliche Gewalt soll bestehen bleiben, für das Verfahren und die Durchführung der heutigen Fürsorgeerziehung ober di« allge- meinen Mittel der Jugendfürsorge oerwendet werden. Die zu dieser Umgestaltung erforderlichen Aendenmgen der Reichsgesetzgetmng werden vorgeschlagen. Es wird auch eingehend dargestellt, auf welche Weise di« Länder schon vorher dem Ziel entgegenkommen können. Außerdem werden Richtlinie» für Unterbringung, Erziehung, Berufs- ausbildung der Fürsorgezöglinge von heute, der Zögling« der Jugendämter von später gemacht. Den Richtlinien sind ausführliche Erlouterungen beigegeben. Genosse Stadtrot Walter Friedländcr erläutert die Zielsetzung, Genosse Ministerialrat.Hans Maier die Forderungen an die Reichsgesetzgebung. Bestellungen auf das Sonderheft an den Hauptousschutz für Arbeiterwohlsahrt, Berlin SW 61. �DSoztalistischeArbetterjugendGr.-Verlin alnsendungen für»lese TtuMt nur an da« gugendfttretarlat Serlin S3D68, Xfudcnftrale S Die Bien.iistan müssen umgehend abaeeechnet werden. B.'B. Sitzuna heute, pünktlich t»>» Uhr, im Vortragssaal, Lindeuftr. D«Z..Wimpel mit Speer gcsuiiden, abzuholen vom Selretoriat. Bewegnngochoe! Heute letzte Probe für Magde' Danziaer Str. 33. Sitte Teilnehmer müssen plln ausgäbe. heule, Donnerstag. tQX Uhr. um IVn Uhr Schule erscheinen,«ostüm- nossen, die am Dolkstanzkursus teilnehmen, Platz.— Fallplotz I: Schule Sonnenburger — Schönhauser Borstadt: Schule SongsN. Rosenthaler Borstadt: Alle Genossen, treffen sich Uhe Vosenthaler Platz. Straße...SAO. und Elternhaus."— Schönhauser Borstadt: Schule Song« Ii. buraer Str. 30..Landtag— Preußische- Aonlordat."— Aottbusser Sit: Heim Britzer Str. SO. Heiterer Abend.— Friedenau: Heim Offanbacher Str. b». Bunter Abend.— Wilmersdorf: Heim Wllhelmsaue 123. Satirischer Abend.— üanlwitz: Semeindeschule Schulstraße.„Bom Wollen der Arbeiteriugend." Referent Gustav Weber.— Zehlendorf: Heim Bahnhofstr. 3. M-Igliederver. sammlung.— Tegel: Heim Bahnhofstr. IS.„Auf der Walze."— Wittenau: Heim Rosenlhaler Str. 13.„Ursprung de- Christentum-." Werbe bezirk Ritte: Volkztanzkurfus, Schule göpenicker Straße. Unkosten, beitrag tv Pf. WerbebeztrI Wedding: W..B.,Mitgliedernersain«lung im Uedh Schönstedtstr. t. Bortrag:„Die Vorlommnisse am X. Mai." Da« buch dient als Ausweis. Serbebe, Irl«eukölls: Bildungsausschußsitzung im Seim Bergstr. gg. Alle Gruppen müssen verteeten sein._. Ledigenheim Mitglieds. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Dienstag edeschrift-Sehr, sturzichriftoerei« Chaelsttenbnrg, e. B. lEinheitekurzschrifts und Freitag. IS Ii bis 211j Uhr, Anfänger-, ffortgeschrittene,, Red giluge, Steniens-SberreaUmilr. Schlnßst ratze 27. Berliner»eselllchast für öffentliche Gesundheitspflege, e. 9. Sitzung am Dienstag, 33. Mai, 20 Uhr, im Hygienischen Institut der Univetzstät, Berlin, Dorotheenftr. 38o. Herr Eeheimrat Prof. Dr. Hermann Strauß:„Da, Roh. kosiprodlrm im Rahmen der Voilzernährung." Wetlerberichf der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend' sNachdr. veri.) Meist heiter und warm, nur geringe Gewitterneigung.— Für pentschland! U eberall ziemlich heiter und warm, auch im Westen wenig Gewitlerneigung. Nachruf. Am 22. Mai ä.7. entschlief nach kurzer Krankheit Herr GerrerksohsJtssekretär August Balke In Bochum Der Vcrstorhene wor seit Bestehen des Keichs- kalirats dessen Mitglied. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen erfahrenen nnd kenntnisreichen Mitarbeiter, dem wir ein ehrenvolles Andenken bewahren werden. Berlin, den 32. Mai 1029. Im Namen des gesamten Reichskalirais Der Vorsitzende: Dr. Zirkler. für grosse Welten. Eine Riesenserie bildschöner Herren- Oberhemden ans vorzttgllehen Stoffen von 36— 43 zum Ein- beitsprei» von nur Eine enorme Menge reinseidener und kunstseidener Herren- Krawaflen In hervorragend eobönen Mustern zu dem staunenerreg. Preise von mar Was Gadiel lelsiel ersehen Sie aus den untenstehenden erstaunlichen Angeboten Hocheleganter Regenmanfel ans relnseideDem Crepe de ffitne vorzüglicher Qualität, mit feiner Gummierung. Der Mantel ist • nicht nur äußerst praktisch, sondern auch ein Schmuckstück von erlesener Schönheit. In modernen Farben und«llea Weiten vorrätig zu dem_-rrT>_ nie wieder- XEm. kehrendes|B ~ iU: Reizendes Volle-Kleid in hochmodernen Mustern, kurzärmelig, mit eleganter Weste, mit Kragen- und Aermelauflago aus weißem V olle mit Spitzen umrandet, Faltenrock, Gürtel und Schnalle. Dieses schöne Kleid iat In vielen neuzei- tigen Mustern und such ig den ürötziei Wellen vorrätig und kostet nur 10: Kunstseidene SlricR- Pnllover mit langes Acrmcla, in vielen reizenden Mnst., ohne Aermel in weiß nnd farbig Von der Affäre zum Skandal? Ltm die hessische Gaswirischast/ Gaarvolt als Aschenbrödel/ Klare Entscheidung! Am 6. Juni soll di« Generaloersammlung der Hessischen Äom- niunalen Gasversorgungs A.-G.(Hekoga) über den Vorschlag des Hetoga-Vorftandes entscheiden, mit der Ruhrgas-A.-G.-Esien in End' Verhandlungen einzutreten. Das Bild der Umstände, unter denen dieser Vorschlag des von Bürgermeister Hiemenz-Mainz geführten Vorstands zustande gekommen ist, wird immer düsterer und besorgnis- erregender: die von den hessischen Gemeinden, Provinzen und vom hessischen Staat vorzunehmende Instruktion der Generalversamm- lungsvertreter wird immer verantwortungsschwerer. Neue Anklagen. Schon in der vorigen Woche haben wir von den schweren An« t lagen berichtet, die gegen den Derfasier des Vorstandsberichts der .Hekoga über den Stand der hessischen Ferngasfrage, Herrn Bürger« meister HieMenz-Mainz, erhoben worden find. Universitäts« Professor Dr. Heidebroek-Darmstadt protestiert« gegen die tendenziös« Entstellung seines Gutachtens, die die Oeffentlichkeit ein ganz falsches Bild von den tatsächlichen Schlußfolgerungen des Gutachtens gewinnen lasse. Di« südwe st deutsche Gasgesell- f ch a f t mußte in di« Oeffentlichkeit flüchten, um festzustellen, daß der Preisunterschied ihres Angebots an die Hekoga gegenüber dem« jenigen der Ruhrgas A.-G. im Bericht des Herrn Bürgermeisters Hiemenz um das Dreisache auf 1,5 Pf. je Kubikmeter hinaufgerechnet war. Selbst der hessische Innenmini st er Leuschner sah sich gezwungen, von dem durch Herrn Hiemenz so entscheidend be- einflußten Bericht als einer Tendenzarbeit abzurücken und klar das kommunale Interesse gegenüber dem privaten Monopolinter- «sie in Schutz zu nehmen. Aber die Oeffentlichkeit weiß noch nicht genug. Was eine durch ein« Nachuntersuchung eventuell zu korrigierende „Affäre" schien, scheint sich zum Skandal auszuwachsen. Die Proteste haben sich noch vermehrt. Der Ring der gegen die Hiemer�sche Tendenzarbeit gerichteten Protest« hat sich vollends geschloffen, und nur eine einzige an dem hessischen Gosgeschäft interessiert« Stelle hat bisher nicht p r o t e st i e r t: das ist die von Herrn Bürgermeister Hiemenz, dem Berichterstatter, als Vertragspartner ' und ausschließlicher 3l)jShriger Gaslieserant empfohlene Ruhrgas A.-G. in Essen. Wie wir erst nachträglich sehen, hat der Darmstädter Gas« werksdirektor Nuß, Gutachter für das Projekt der hessischen Eigenerzeugung, am 3. Mm im„Mainzer Anzeiger" ausführlich ckßchgewiesen, daß der Dorstandsbericht durch meist willkürliche Preis- zuschlage(wer hat dabei die Feder geführt?) das Eigenerzeugungs- Projekt gegenüber dem Ruhrangebot so verteuert hat. daß für die übrigen Vorstandsmitglieder(kein einziger Techniker ist darunter) das Projekt unier den Tisch fallen mußte. Einen Gegenbeweis gegen di« Nußsche Rechnung, die die Eigenerzeugung um einen halben Pfennig billiger als das Ruhrangebot erscheinen läßt, hat Herr Hiemenz bis heute aber nicht geführt. 5ast unqualifizierbar ist da« verhallen gegenüber dem wegen der spSlerea Rückgliederung so wichkigea Angebot der Saar. von dem man jetzt erst, ebenfalls durch eine Flucht der Fern« g a» g« s.e l l s ch a f t S a a r m. b. H. in die Oeffentlichkeit, erfährt. AUS ein»), Schreiben dieser Gesellschaft vom 17. Mai, da, un» mit d einigten Westdeutschen Waggonfabriken haben van der holländischen Eisenbahnverwallung einen Auftrag zur Liefe- r u ng von 1000 Eisenbahnwaggons im Werte von 5 bis 0 Millionen erhalten. Dos Gaskok«- Syndikat über das Zahr 1928. Das Gaskoks- Syndikat teilt mit. daß der Jahresumsatz 1928 imr um% Proz. hinter dem von 1927 zurückblieb. Der Durchschnittserlös konnte pro Tonne Koks um 1 M. erhöht werden. Für das Auslandsgeschäft standen nicht genügende Mengen zur Verfügung. Donnerstag 23. Mai 1929 Unterhaltung unö AAissen Beilage des Vorwärts 9tanns&£, Diamm: 1111(2 dt6 JlpUCtlCtl Eiqcntlich hieß er ja Joachim Schliephacke. Doch als alter Fahrensmann hörte«r lieber auf den einst gewohnten Bordnamen Jimmy Wenn ich ihn aber wegen dieser Schwäche zum„Mister Skleiphcikie" verengländerte, wurde er ungemütlich. Und durfte sich solchen Ulk mit Recht oerbitten. Schon wegen der schönen Ge- ichirbten, die er mir erzählte, wenn ich ihn mit einer Flasche Whisky besuchte. Unten in seinem ochsenblutrot gestrichenen Schiffer- Häuschen am Strand von Blankenese, wo er seine alten Tage still- vergnügt verdöste. Wenn er dann so eine halbe Flasche sich einoer- leibt hatte, begann er ein Garn zu spinnen, das heißt irgendso eine unglaubliche Geschichte zu erzählen von den Riggeramozonen in Dahvmey, von mnlayischen Seeräubern der Sundasee.— Immer aber sang er— nicht schön, aber laut— erst einmal das ellenlange Lied von John Brow, dem Sklavenbefrcier, mit dem ewigen Re- srain: Glori, glori, glori, gloriak Tschön sünd die Mötjens von Batavia. Gloria, hallelujal Tschöne Mätjens gübt das da... Doch einmal unterbrach'er seinen Kantus, als er kaum zu singen angefangen hatte. Nebenan hotte eine Sommerfrischlerfamilie ein Grammophon losgelassen. Und eine Caruso-Arie perlte in den Juliabend Jimmy wurde ganz andächtig. Doch nicht Carusos wegen. „Hätte ja lieber den sjankee-doodle gehört," brummte er in seinen rostigen Bart.„Aber Boy, ist doch'ne glorreiche Erfindung so'ne Maschine! Inäeeci. Hat mir mal das Leben gerettet, als man davon bloß erst Militärmärsche und son deftiges Zeug runternudeln tonnte.— Na, lang mir mal die Buddel rüber. Und höre zu. Du hajt natürlich keine Ahnung von Arizona. Na, kannst froh sein, daß du dich in der Gegend von Auma und Tucson nicht hast herumtreiben muffen, so Ansang der achtziger Jahre. In Auma ist mal das Gespenst von einem Soldaten umgegangen. Wie einer den Geist gefragt Hot, was denn seine Spukerei sollte, da hat er um ein paar wollen» Decken gebeten, weil er in der Hölle so sricren mußte. Der arme Kerl war da zu lange in Garnison gewesen. Tja. heiß ist die Gegend. Und auch sonst nicht schön. Alles hat da Stacheln und Gift. Die Kaktusse, hoch wie Schiffsmaste, Tausend- süßer, lang wie ein Aal, Klapperschlangen, Dogelspinnen und Skorpione. Aber das Schlimmste waren die Apachen. Na, ich war also da, saß mitten dazwischen. In Toronto. Half da so einem- gottverdammten Jndianeragenten in seinem Store. War ein kompletter Schuft, der Don Geronimo. Beschiß die armen Jndsmen, wo er konnte. Weim er ihnen den Kram, den sie von der Regierung zu kriegen hatten, nur halb oder verdorben geliefert, da" gingen die Apachen denn aus Wut und Not wohl son büßchen auf den Kriegspfad. War nicht schön, wenn sie dann wen er- ' wischten. Trieben greulichen Sport mit den Skalpierten, solange sie noch lebten. Dafür wurden sie weggeschossen wie die Koyoten, ivenn die Weißen es konnten. Ja, mein Junge, fo'n blutfrischer Apachenskalp brachte drüben bei den Mexikanern in Chihuahua da- mals seine runden Regierungsdollars. Is o kact. Nun hatten wir da in unserem Nest so'ne Art Zeitung. Hieß mächttg gebildet„The Epitaph", die Grabschrift. Na. hat auch meist von Mord und Totschlag geschrieben. Aber eines Tages steht da was von Edisons neuer Sprechmaschine drin. Und das liest nun die Tochter von meinem Don. Du, das war'ne Deern! Also, ich sag dir: schön sind die Mädchen von Batavia. Hab da selbst mal so'n Halbblut als Liebste gehabt. Aber die war rein gar nix gegen die Ines. Kannst dir denken, wie ich die angeglubscht Hab. Hat das aber nicht übelgenommen. Hat bloß noch mehr mit den schwarzen Augen geblinkekt. Und hat die blanken Zähne so ge- zeigt beim Lachen, daß ich mir hätte von ihr glatt'n Finger ab- beißen lasten. Wollt sie aber gar nicht. Nee, wollt ganz was an- deres!— Denn nicht lange danach sogt mein Don zu mir, ich sollte zur Bahn und für Ines'ne Kiste abholen. Eine Sprechmaschine von Edison wäre da drin. Ich wäre so schon mal als Maschinist auf 'n Mississippidampfcr gefahren. Da könnte ich auf der Station gleich nachsehen, ob das Ding auch ginge. Und denn sollte ich recht vorsichtig sein auf der Rückfahrt. Na, nach der Bahn, die zwei Tage Wagenfahrt, waren ja nicht so schlimm. Aber, caramba!... ich kratzte mir doch den Kopf. Denn die Apachen hatten gerade mal wieder das Kriegsbeil ausgegraben, weil ihnen mein Chef nicht das Vieh geliefert hatte, das ihnen zustand. Und die letzte Postkutsche hatte am Wege einen Pedlar(Wanderhändler) gefunden neben seinem verbrannten Wagen. Eigentlich war es gar nicht mehr der Trödler gewesen. Was man fand war fast zu wenig, um den Rest noch zu beerdigen. So gräßlich waren die erbosten Rothäute mit dem unschuldigen Kerl umgegangen. Wie ich deshalb dem Don so meine Bedenken äußere, beruhigt er mich, daß ich doch den In- dianern als sein Angestellter bekannt sei. Schöne Empfehlung, denke ich. da kommt Ines dazu und blinkert mich an:„Wenn Sie zurück- kommen, Mister Jimmy, dann dürfen Sie mir den Apparat er- klären." Na, da war ich verratzt und fuhr los. Nun, ich bin auch unbehelligt nach der Station gekommen. Und die Kiste mit der Maschine war da. Damit bin ich natürlich erst mal in die„Giftschachtel" gezogen, was dos feinste Hotel war im Ort. Der Becher Whiski kostete da'n Dollar. Schmeckte dabei wie Cssig mit'n Schuß Bitriol. Gesoffen wurde er ober doch von den Miners, Cowboys und anderen leinen Leuten, die da verkehrten. Denn Ladies waren auch da. Hießen Daisy, Maggi, Dolores, Ro- sita and so on. Junge, so"n modernes Gemälde ist nix dagegen, wie die Deerns aussahen. Angetuscht waren sie wie die Indianer auf dem Kriegspfad. Na, dos waren sie ja auch. Die standen nun alle dabei, als ich stolz die Maschine ausprobierte. Wie ich die erste Walze loslasse, kommt ein mächtiger Skandal aus dem Trichter, Schafsgeblöke, Schweinegequiek und Ochsengebrüll. War die Walz« nämlich aufgenommen in Swift- und Armours-Schlachtchof. Da hat die Bande gelacht. Na, denke ich, der edle Don wird nicht lachen, wenn er so an dos Bieh erinnert wird, das er den Apachen schuldig geblieben. Mit der zweiten Walz« hatte ich mehr Glück. Wie gerade zum Staunen der Ladies und Gentlemcn die„Stars und Strippes" ertönen, als ob Sousa selbst dirigiert, kommt noch der Curley Bill mit seiner Horde in den Salon. War ein Road- Agent, der Bill, ein Posträuber, und hatte schon manche Schandtat auf dem Gewissen. Kommt aber ganz höslich zu mir und läßt sich die Siche erklären. Ob er sie verstanden hat. weih ich nicht. Doch wie ich„Columbias Wohlergehen" spielen laste, ruft er:„Boys, zu Ehren des Mr. Edison— los!" Da ging irun ein richtiger Stög- dance los. Die Kerle schuhplattellen wie die Verrückten. Wie sie im besten Hopsen sind, zieht Bill den Colt und kommandiert: „Jungs, zeigt, was ihr könnt!" Da hättest du was erleben können! Denn die Kerle suchten sich gegenseitig die Stiebelhacken wegzu- schießen. Vor Geballer war von meiner Musik nichts mehr zu hören. Mein Bill rief also:„Ruhe im Lager!" Und nun wurde es still. Billy sah die Sttefeln nach und stellte befriedigt fest, daß zu Ehren Edisons sieben Absätze tödlich getroffen.— Dann stürmte er mit seiner Bande in die nächste Bar.(Schluß folgt.) w. Elbertzhägen: llleui fjang sum tBureau Es gibt Menschen, die empfinden dos nie, und es gibt Menschen, die empfinden das täglich. Zu den letzteren gehöre ich. Nämlich: die unerbittliche Notwendigkeit, ins Bureau gehen zu müsten. Tag- ein, tagaus, zur selben Zeit denselben Weg. Es hängt einem wirk- lich zum Halse heraus! Wenn das einmal aufhören könnte! Wenn man eines Tages, Alltages natürlich, beim Kaffeetisch sitzen bleiben könnte und bei so ein klein wenig schadenfrohem Händereiben dächte: nun rennt, hetzt, fahrt ihr man! Ich hab's nicht mehr nötig. Doch— da rebelliert etwas in mir. Ich müßte meine Freunde im Stich lasten. Und dieser Stich tut mir im Herzen weh. Zwar habe ich mit diesen meinen„Untcrwegsfreunden" so gut wie gar nicht oder doch nur mit dem einen oder anderen gesprochen. Aber. sie sind mir doch Freunde mit der Zeit geworden, habe alltäglich nach ihnen ausgeschaut und mich an ihnen gefreut. Mein erster 'Blick, wenn ich axis dem Hause trat, siel auf die Blumenfrau. Sic sitzt seit einem Vierteljahrhundert an derselben Stelle in der Brückennische, Sommer und Winter ein Knäuel von Tüchern, Schals >:rd Mänteln, aus dem ein winziges, verschrumpeltes Gesicht schaut, die Haut ist wetterhartes, braunes Pergament. Kauft man bei �r, so darf man im Höchstfall« sagen, welch« Blumensort« man aben will. Aber Aussuchen, das gibt es nicht. Tut es einer aus Unkenntnis, so nimmt sie ihm schweigend die Blumen aus der Hand, bindet flink einen Ärauß, wickelt ihn ein und reicht ihn unter Nennung eines gar nicht niäßigen Preises dem Käufer. Kategorischer Imperativ! Wer sie aber kennt und ihr das Arrangement über- läßt, der kann sicher sein, daß ihm zu dein Strauß ein« besonders schöne Blume hinzugelegt wird. Noch nie aber habe ich wahr- genommen, daß sie mit einem ihrer Kunden irgendein Wort ge- wechselt hat. Auch mit mir nicht. Kaum habe ich die Brücke überschritten, so empfangen mich die sieben Schwaben mit einem wahren Jndianergeheul, das zwar nicht meiner Person, sondern• ihrer mit Neuigkeiten bedruckten Papierwar« gilt. Warum eigentlich Zeitungen lesen? Man bekommt alles laut wenn auch ein bißchen schwer verständlich oft. entgegen- geschrien Aber' Respekt habe ich vor meinen sieben Schwaben. die sich in einer graben Reihe postiert haben. Bei ihrem Anblick durchsährt mich jedesmal derselbe Gedanke: unser« deutschen Parla- mente sollten bei diesen sieben Schwaben in die Lehr« gehen! Jeder vertritt seine Politik und müht sich für den Gewinn seines Brot- Herrn und damst seines-' eigenen. Aber sonst— der Sozialdemokrat reicht dem Alldeutschen seine flache„Buddel, der Demokrat gießt dem Deutschnattonalen die henkellose Halblitertaste voll Kaffee, und der Zentrumsmann läßt den KomnumifteN mal von feinem„Stift abbeißen. Ist das nicht nachahmenswert? Zweihundert Meter weiter begegne ich dem Mimen. Auch er preist Gedrucktes an: drei Journale zum herabgesetzten Preis von fünfzig Pfennigen. Seine Ware will an das Gebiet der Kunst grenzen, kommt aber über nackte Menschen nicht hinaus. Und ich glaub«, daß dieser engbrüstige, ausgemergelte Mann mit dem zer- furchten, bartlosen Gesicht, gar nicht weiß, was auf den Glanz- papierblättcrn seiner Hefte steht. Seine Gedanken schweifen, während er die Hefte anpreist, sicher in grau gewordenen Erinne- rungen seines bewegten Lebens herum.„Drei dick« Albums nur sufzig Pfennige!" Unter diesem Rus verröchelt Desdemona ihr Nachtgebet, schlingt sich Franz Moor die Kordel des Vorhangs um den verbrecherischen Schlund oder schmettert Dunois sein„Auf zu den Waffen, auf, schlagt Lärm" in das schlafende Heerlager der Franzosen. Tell schlägt mit rollenden Augen dem Landvogt vor, nun endlich dem Himmel seine Rechnung zu bezahlen, oder den Windhund Faust packt nun doch der Menschheit ganzer Jammer an. Herr Professor Max Reinhardt! Änen großen Tragöden lassen sie auf bin Straß« herumlaufen. Was mein Freund, der Mime, an Lungenkraft verschwendet, das spart mein Freund, der Mörder, mit schierem Geiz. Er steht an der Peripherie eines verkehrstollen Platzes. Als ich ihn das erstenmal sah, erschrak ich, daß mir das Herz fast stehen blieb. Ein mächtiger, massiger Körper, in einen kriegszeitlichen Militärmantel gehüllt, ruht aus zwei in Kanonenstiefeln stehenden Beinsäulen. Auf einem kurzen, fleischigen Hals sitzt ein klobiger, massiger Schädel, wie ein Kürbis. Der Unterkiefer ist von beängstigendem Ausmaß. Ich glaube, der kann Kieselsteine zu Pulver mahlen. Das Gesicht--- sei nicht bös«, lieber Freund Mörder--- so stellte ich mir als Junge einen Mensthenschlächter vor. Aber das ist mein Freund sicher nicht. Nein, er hat gar keinen Sinn für etwas Schweres, Großes. Ganz im Gegenteil! Auf seiner mächtigen Brust baumelt an einem Bindfaden eine klein« niedliche Zigarrenkiste mst-- Streichhölzern. Mit keiner Miene, mit keinem Wort bietet er seine Ware zum Kauf an. Er denkt sich wohl: Wer Mut hat und ohne Furcht und Tadel ist, der wag's! Und-- wahrhaftig, an einem Morgen, da die lachende Sonn« mir Mut «inflöfte. Hab ich's gewagt. Zu sprechen freilich getraute- ich mich nicht. Die mächtigen roten Tatzen hielten das Kistchen umklammert und waren dadurch in allzugefährlicher Nähe meiner im Vorgefühl schon brennenden Wangen. So warf ich nur einen scheuen, begehr. lichen Blick auf die Zstndhölzer und dann auf meine erloschen« Zigarre. Und— o Wunder— die mächtigen Kinnladen mahlten sich langsam auseinander wie Schleusentor« und aus der Brust, von der ich vermeint«, daß ihre Lungenkrast einer Orgel belebenden Odem einfauchen könne, kam es fast mit Fistelstimme:„Na. Männeken, een Zündholz for Ihren Lutschstengel?" Und auf seiner Riesenpranke streckte er mir eine Schachtel entgegen,«in gott- vergessenes Schisflein auf den Wellen eines roten Fleischmeeres tanzend. Mit Sekundengrisf holte ich mir das Schächtelchen, warf meinen Sechser in die Zigarrenkiste und-- türmte. Ach ja! Auf den allmorgentlichen Gang zum Bureau könnte ich schon verzichten, aber meine Freund« würde ich doch gar manchesmal vermisten. 3)an SSergman: Meine erste Zigarre rauchte ich im Alter von sieben Jahren. Das heißt, die Zigarre gehört« eigenllich nicht mir, sie gehört« meinem Onkel,— außerdem war es auch kein« ganze Zigarre, son- dern nur ein Stummel— Gott sei Dank!— und dann raucht« ich sie nicht allein, sondern mit unserem minderjährigen Kindermädchen zusammen, nämlich so, daß wir abwechselnd daran zogen, erst ich und dann sie und dann wieder ich Der Stummel war allmählich etwas zerkaut. Wie lange wir uns damit beschäftigten, kann ich nicht genau sagen, aber ich glaub«, daß sie länger aushiett als ich, vielleicht hatte sie auch mehr Uebung, genug, sie hielt sich glänzend, während ich.... Ich versprach meinen Ellern, mein Lebelang den entsetzlichen Tabak zu fliehen. Nie ist ein Versprechen mit ehrlicherer Heber- zeugung und festerem Vertrauen gegeben worden. Und am nächsten Tage lernte ich ein langes Moralgedicht aus- wendig, das so ansing: .Tabakrauchen ist ein Laster, das uns Qjrdien beschert,— häufig wird man trank vom Knaster...." Und in brennendem Bekehrungseifer lief ich zu meinem Vater hinein, der trotz seiner starken Proteste gegen mein Rauchen eben in seinem Zimmer saß und eine große, schwarze Zigarre passte, und trug ihm mit starkem Pathos die denkwürdigen Worte vor. Mein Vater hörte bis zum Schluß geduldig zu und sagte dann gleichmütig: „Sehr gute Verse— für klein« Jungens!" Und dann umgab er sich mit einer Wolke von Qualm, und ich schlich mich enttäuscht hinaus und verzichtet« auf weitere Bekehrungs- versuche. Ein paar Jahre später kauft« ich meine erste Schachtel Zigaretten. Ich schwankte lang« zwischen ihr und einem Marzipanschwein, aber dann siegt« der Jüngling über das Kind. Im übrigen war der Jüngling oerliebt, zum erstenmal, und wollte der Königin seines Herzens, der kleinen Schulratt«, durch seine Männlichkeit imponierem Ich begegnete ihr, eine Zigarette elegant im Mundwinkel, und macht« anscheinend außerordentlichen Eindruck. Aber schon beim ersten eindrucksvollen Seufzer zog ich den Rauch allzu heftig ein, so daß er mir in die falsche Kehle kam, und dann hustete ich zehn Minuten lang wie«in Irrsinniger. Als ich mich endlich wieder erholt hatte, hatte mich meine Ge- liebt« verlassen und stand on der nächsten Straßenecke mit meinem verhaßtesten Rivalen und aß Schokoladenpralinees aus seiner Tüte und wies mit dem Finger auf mich und nannte mich„Blaues Hähnchen"— ein damals fast unglaublicher Schimpf. In meiner grenzenlosen Verzweiflung rauchte ich eine Ziga- rette nach der anderen— die ganze Schachtel. Für einen uner- fahrenen Räucher ist unmäßiges Rauchen ein unfehlbares Mittel gegen unglückliche Lieb«. Ich kann versichern, daß nach der achten Zigarette kein« Spur von Eifersucht mehr in meinem jungen Busen war,— und auch sonst nichts. Und als ich schließlich zu mir kam, genoß ich Gesundheit und Leben in vollen Zügen. In demselben Sommer trieb ich mich in der weiteren Um. gebung meines elterlichen Hauses umher und raucht« und spuckte unverdrosten. Und so lernt« ich diese Kunst allmählich. Und heute kann ich sie. Ich rauche fünfzehn Zigaretten am Tage. Meine Frau behauptet, daß ich das ganze Haus verpeste. Alles riecht nach Tabak bei uns, sagte sie, Möbel, Gardinen, Tep- piche, ich und sie. Die Leute auf der Straße müsten niesen, wenn sie ihr begegnen, versichert sie. Gestern abend sagt« sie zu tttir: „Wie man so ein Sklave seiner Passion sein kann! Daß du nie mit deinem Rauchen aufhören kannst!" „Natürlich kann ich!" Wenn ich nur will!" erwiderte ich. Aber ich will nicht!" „Du würdest es ja gar nicht können, wenn du auch wolltest!" Selbstverständlich reizte sie mich derart mit ihren Zweifeln, daß sie mich schließlich dazu bracht«, mit ihr zu wetten, daß ich einen ganzen Monat nicht einen Zug tun würde. Wir wetteten um einen Pelzmantel. Das heißt, sie sollte den Pelzmantel bekommen, wenn ich verlöre. Wenn ich gewönne, dann sollte ich gar nichts bekommen. So ist es, wenn man mit Frauen wettet. Also, das war gestern abend. Und nach dem Abendbrot kaut« ich Lakritzen und Jngwerbonbons, bis mir übel wurde und ich an einer leeren Pfeife saugen mußte, um nicht krank zu werden Und die Zukunft lag öfce und freudlos vor mir..... Jetzt ist es morgens. Ich habe eben meinen Kaffee getrunken und sitz« an meinem Schreibtisch und schreibe dies hier und paffe mit Wohlbehagen«ine ausgesuchte Havanna. Und mein« Frau sitzt neben mir mit einem Scheck' über 4M Kronen für den Mantel in der Hand. Glücklicherweise ist auf der Bank keine Deckung vorhanden..... Püus dem schwedischen von Agr Avenslru? und Slisadetb TreitrI.) Slahlstraßen in England. In Colnbrook, einem Vorort von London, ist eine neue Autostraße dem Verkehr übergeben worden, die nach ganz neuen Gesichtspunkten gebaut worden ist. Die Ränder der Straßen sind von Stahlbändern eingefaßt, die durch weitere kreuzweise übereinander geführte Stahlstreifen miteinander ver- Hunden sind. Die Zwischenräume des so entstandenen Netzwerks sind mit einer Asphaltmasse ausgegossen. Der yeue Straßentyp ist den Anforderungen des stärksten Lastkraftwagenverkehrs gewachsen und zeigt eine außerordentlich große Widerstandskraft. Die kleinste Republik. Die kleinste Republik ist Tavalora, eine Insel im Mittelländischen Meer, 7fS Meilen von Sardinien geleaen. Die Länge von Tavalora beträgt nur l6M Meter, und es wohnen nur 55 Einwohner dort. Die Souveränität über die Insel wurde im Jahre 1836 d«m„Hause Barteleoni" übertragen, und die fried- same Regierung unter Paul l. dauerte bis 1882. Als er starb, hat da» Volk dl« Republik ausgerufen. Räch der Staatsverfassung wird der Präsident immer für zehn Jahr« gewählt. Männ«r wie auch Frau«» sind in Tavalora wahlberechtigt. Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SW 68, Lindenstraße 3, Parieinachn'chien für Groß-Rerlin stet» an da» Bezirkisekretariat 2. H»s, 2 Treppen recht», z« richte». ZZ Kassierer, deren Abteilungen sämtlich über 100 bis 800 Mitglieder zählen, haben im laufenden Quartal noch keine Abschlags- Zahlung geleistet, trotzdem wir uns bereits am Ende des zweiten Monats im Quartal befinden.— Sie werden hierdurch nochmals aufgefordert, dem diesbezüglichen Beschlüsse unverzüglich nach- zukommen. I. A.: Alex Pagets. * L Sieis Mitte. Die Arbeitsgemeinschaft in den Räumen der Thema:.Deutschland________.......--------------_. 3. Treis Wedding. Freitag. 2t. Mai, 1? Uhr, Treiskonserenz bei Wende, No!an!«str. lt7. lt. Lreis ZIculcllu. Die Ziassierer werden gebeten, die Maifeierkartcn sofort im Eclretariat abzurechnen. l6. Treis tiöpenick. Donnerstag, 23. Mai, ISfh Uhr, in TBpenirf. an bekannter Stelle, Treisvorstandssißung. Morgen, Freitag, 24. Mai. 30. Abt. lOVi Uhr bei Mahnkops, Carmen. Sploa-Etr. 123, Funktionärsißung. Jeder Funktionär muß erscheinen. 33. Abt. Charlottenburg. I9V£ Uhr bei Lux, Huttcnstr. 26, Sitzung aller Funktionäre. Z». Abt. gchinedqst.» Uhr bei vr-ß.«edanstr. N,«t�llederversamor. lung. Bortrag: �tommunalpolitik.' Referent Stadtverordneter Hermann Lempert. 3b. Abt. Tempelhos. 20 Uhr bei Pommerening, Berliner Str. 100, Funktionär. fitzung. 101. Abt. Treptow. 20 Uhr im Lokal Clseneik, Siefholz. Ecke Elsensttaße, Zu- sammcnkunft der jüngeren Parteigenossen. Vortrag:.Sulturausgaben des Proletariats." Referent Georg Mcndelsohn. * 93. Abt. Renkölln. Am Sonntag. 26. Mai, Landagitation in Storkow. Treff. punkt pünktlich 6>,h Uhr am Zeitungskiosk Hertzbcrgplatz. Die Bezirks- führer werden gebeten, dazu noch einzuladen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groh-verlin. Wir erinnern an die Sroß.Berliner Tafsiererzusammeulunst heute um 20 Uhr in der Geschäftsstelle. Treis Treuzberg, Gruppe Südwest: Freitag, 24. Wai, 0 Uhr, treffen wir uns Jorck» Ecke Belle-Alliance-Etraße zur Fahrt nach dem Stadion. 20 Ps. Fahrgeld, Trinkbecher mitbringen. Gruppe Landsberger Platz: Bon Sonnabend, 26. Mai, bis Montag, 27. Mai, Fahrt aller Falken nach Brieselang. Fahrtkosten einschließlich Mittagessen und Schlafen 2,30 M. Meldungen zur Mitfahrt bis spätesten, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim. Treffpunkt ist Sonnabend Osh Uhr Landsberger Platz lpünkt. lich). Ende der Fahrt Montag, 201» Uhr.- Am Sonntag, 26. Mai, treffen 7 70............ nach Brieselang kommen. Ende der Fahrt 201b Uhr. Trei» Reukölln. Gruppe Boddin: Heute, Donnerstag, ITA Uhr, Zeltlager. besprechung im Heim Flughofcnstr. 68.— Krupp, Falk«: Morgen, Freilag. von 13— 191b Uhr, wichtige Elternsprechstunde im Heim Treptower Str. 96—96 lZeltlager). jQttgiOJKIttltCB. Gruppe Süd«»: Frritag. 34. Mai. 20 Uhr. im Jugendheim Dorckstr. tu Bortrag:.Agrarfragen". Referent Genosse Wilbrandt. Geburlstage. Jubiläen ufw. 35. Abt. Charlottenburg. Tarl« e in»« r g zu sei» 69. Abt. Wilmersdorf. Unser« die Zran»nsere, Freund und Tampsaen-ssca -rzlichsten»läckwüasch«. issi» Theres- Fritz, Unsere» bewährte» Freund »em Geburtstag« die her»!' lieb« Genosst_. »erdieuten Atteilnugslassterer», begeht GebnÄtag.«ir'gratulier-» herzlichst uud'wSuschen, sie u> recht»tele Jahr«»l» tapser« 5t-mpsgesährt>- in»usere» R-lhe»»» sehe». Sterbetafel der Groß. Berliner Partei» Organisation 10. Abt. Am. Schüler, Altonaer fhre seinem Andenken. rcmatorium Gerichtstraße........ 57.«bt. Charlottenburg. Am Sonnabend. 13. Mar.»erschied nach kurzem schweren Leiden im 61. Lebensjahr« unser langjähriger treuer Genosse Hubert WUller. Tantstr. 13t». Wir w«rd«n seiner stet, in Ehren ge. d-nk-n. Einäscherung-m Donnerstag. 23. Mai, 161b Uhr, im«rematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101.... 88. Abt. kichteneabe. Unser alter Genosse Hauck ist verstorben. Die Ein. äscherung findet am Freitag, 2t. Mai, um 13 Uhr im Trrmatorium Baum. schulcnwcg statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. «. Abt.«eukill». 32. Bezirk- Freitag. 17. Mai,-«rstarb plötzlich unser Grnosse Otto Bayer, Lelchower Str. 30. Ehre feinem Andenken! Ein- äscherung am Donnerstag, 23. Mai, 13 Uhr, im»rematorium Baumschulenweg. 137. Abt. Reinickrabars.Beft. Unser langjährigrr Genosse Paul Mai ist am 19. Mai verstorben. Die Beerdigung sindet heule, Donnerstag, um 161b Uhr, auf dem Städtischen Friedhos in der Sumboldtftraß«, Reinickendorf. West, statt. Ehre seinem Andeni-nl Um rege Beteiligung wird gebeten. Theater, Lichtspiele usw. <) üonn t.. J. 23.5 Staats-Ouer Unier d. Linden A.-V. 13t 20 U.ir SlaaSs-flßer Arn Pl.d.Rcpubl. R.-S. 113 20 Uhr MM Staat!. Schiller-' üonnst., d.?3. 5. Staut. Oper Bi irnarcKS�r. AuBer Turn. 19 Uhr 2 Gaslsplol der IdollURder Scola ßiäoleito Staatl. Sdisüsph. am Gendarmenmarkl A.-V. 121 20 Uhr Walieasteins Tofl 'heater.ChapIth. 20 Uhr Gespenster 8 Lii r d 5 Barbarossa 9356 The Jevers and weitere TarteiC-aeu leiten CÄ»trlw, AI». 0005— 08 Tägl.Su.B15; Intern.Varietfi Vorverkaui 8'eis für dip laulende Woche inkl. Sonntag CASINO-THEATER Lolhrintfer dtratze 57. „radldder von laewdae** und ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Lesen Gutschein III r 1—4 Personen. Fauteuil nur 1.15 M, Sessel 1.55 M. Sonstige Preise Parkelt u. Rang 0.80 Mk Voiksbüfine fii sater aniHBIoviili)! 8 Uhr Trojaner Thalia-Tboater SV, Uhr Pfarrhaus- HomOdie StaafUdiillar-Th. Heule ond morgen R Uhr Gespenster Theater am Sdiiffbauerdamm. Norden IUI u. 281 Täglich S Uhr DreigrosUien- Oper Heber. Talcm, Tblmlo, iTonfer, leidell. siockd Lessing-Theater T ä q t ic h «V« Uhr „Die Frau das Andern" Oeotsdies Iheatei 0. 1. Norden 12 310 SU« Ende geg. IOVj Die fietangene Schauspiel von Edouard Bouidet Regie: Max Reinhardt. Die Komödie 1 1 Bisnick. 2414/7516 aVj, Ende geg.lOli U Der Ifami, der seinen Hamen änderte 3 Akte von Edgar Wallace Regie: heiniHilpert Kammersplele J. 1. Norden 12 31C 8l's U� Ende nach IC Autgang nurfltr Kerrschatten Kleine Komödie von Siegfried Geyer Kleines Theater Täglich SV» Uhr: ModokttlMU? evtl im inrihniidm von Frank Green. Musikalische lllust Fr. Holländer. Regle: Fr.FrledioanO' FretiorKb. Thalia-Theater Oresfloner Sir. 72-73. 8'/i Uhr Pfarrhaosltomöilie Kostproben gratis! Ausschank vom Faß Feinste Malbowle..... Liter O.M Erstkiasslger Dessert-Apfelwein, süß. 0.75 Hochwert Oessert-Johannisbeerwein, süß, 0.05 HocharomaUsch. Oessert-Klrschweln, süß. 1.25 Hocharomat Dessert-Erdbeerwein, süß. 1.45 Echter Tarrasona, süß......, 1,35 Echter Haiaga, dunkel, süß.,». 1.00 Eihter Griechenwein, süß...»», 1.40 Echter insel-Samos, hell, süß.»>, 1.00 Echter Wermuth-Weln, süß,. 1.05 Echter Douro-Portwein, süß...». 2.00 Echter Pepsinwein für Kranke,,. 2.00 Echter Tafelaquavtt 3S°/o...<». 2.05 Echter Weinbrand-vancoaitt 38 0/o•»» 3.20 Echter Getreidekorn ca. 400/o.... 3.00 Echter Weinbrand, ganz rein*"5tem m 4.20 Hochwertige Edel-LikBre bis 38%..„ 4.45 | Hditengl 1 Liter enthält'Ao mein all eine Vi Flasda] Feinste Rot- und Weißweine.... von Fl. 8.18 10000 Fl. 25. weißer sOBer Bordeaux... a 1.48 15 OOO Fl. Liebfraumilch u. Niersteiner.>». 133 Eduard Süßkind GrBBtes Spezialgeschäft seiner Art bi Deutschland HauptgeschSft: Berlin N 31, Brunnenstr. 42 Filialen und Berlin, HQIIerstr. 144 Berlin, Chausseestr. 76 Berlin, Petersburger Str. 68 Berlin, Koppenstr. II Bertin, Grilnauer Str. 16 KOpenlcker Straße 121 Wiimersdorfer Straße 187 Verkaufsatellen: Steglitz, Schloßstraße 121 SpandauJ>otsdamerSU3 Pankow, Wollankstr. 98 NeukSlln, Berliner Str. 18 HoabitWlsnackcrStr. 28 Prenzlauer AUee 58 HaiHn-Luther-Straße 66 Dberschßnewelde, Wilhelmlnenhofstraßc 46 SchOneberg, Kolonnenstraße 9. Ecke Feurigstraße Berlin» Wismarplatz 1, Ecke Boxhagen. Str. ■ Kruken, Flaaohen uaw. Warden gatiaban• Barnowsky Thuter in d»« XOniggrätisr Str.Be Täglich 8Vi Uhi Riva l en Komödienhaus Täglich 8Vi Uhr CharleysTanh! mit Curt Bols. Beriioer Idealer DlrekLHeinz Herald CharlouenstraBe% A. 7. Dönhoff 170 8 V«, Ende KP/, Uhr Täglich Die fmf frankfurter von Carl Rössler Regie: lag« Beben. Dt»eh, KQnttler-Th. 8«/, Uhr Prosit aipsy Operette v.Gilbert tmmr Sturm Fritz SdmU Rundfunkhörer bbibe Preise Theat. d.Vesfeos Täglich SV« Uhr Frais Laban Vellor- lolgi Friederike Carola reelle Hanns VIHtelm. Lnslsplelhans W/4 Uhr Veekend im Paradies Trianon-Th. Täglich 8'/, Uhr Zimmer zu vermieten Für unsere Leser; Preise V. 2.-, 3.- M ThooLim Koltbror Kottb.Str.6 Täüi.SUhr Eiite- sanger Das nene mai-Progr. FitjthWMIjjtljirte�l Mferate im A Vorwärts sichern lkrfolgl >W0I«»Ot0lmau> stvia.hMtst? >0« r awoo-e«e«i0 METROPOI/THEATKR 8: Nur noch 9 Tage! Lustige Witwe Hestcrberc Heidemann, Jankahn, Elleot, Janker- mann, Schaeffers. GR» SCH AESPIEfiH Aü8 8 Nur noch 9 Tag«! Der liebe Augustin Christians Karl weis, Lleske» Arno. Morgan. Westenneier. Künstlerische Leitung: Erik Clmrell. Nach dem triumphalen Erfolg des ersten SCflfS-iMs finden in der StädtiSGhen Oper-CharloHenbiirg unter persönlicher Leitung von Toscanini statt: Heute 23. Mai JUcfoietta mit von Verdi Toü dal Monte» Giacomo Lauri- Volpi und Carlo Galeffi Sonnabend»s.Hai £ucia di £ammmmoc von Donizetti mit Tot! dal Monte, flureliano Pertiie und Benvenuto Franc! Kartenverkauf an allen bekannten Tbeaterkaaaen. Reichshallen-Theater Aiiobendiim ffi enr sieuincr sanier Unter anderm:„glne'llachl Im Slaisneinkeller". Somrnerprels«: 60 Pf. bU I M. Dönhoff- Brattl: (Saal und Gartenl Variete/ Adoll-lledior-gBaserl � Tans iRose ir. FranUirut i-Uieater s,ra681" I Tal.: Hex. 3422. 8.15 Uhr: | Spiel imSchloss. Gartenbfihne: 5.30 Uhr! Xonaerl und ißunler Zell | 8.15 Ubri ein TTalacrlraum. Theater am lollendorfplatz Täglich 8>s« uhr Die mannerder Manon Operette in 3 Akten v. Walter W. Ooeize Dr.HFrledeperg (früher Berlin) praktiziert wieder[ Bad Kndowa Planetartnm —< am Zoo aas. kerilez. lack: Nittels Unit Noll. 1578 IbV« Uhr Sternbilder de, Frühjahr, IS1/« Uhr Wunder de, •OdlichM Himmel» 201,'« Uh r Sternhimmel und Weltbau Tägl.auSer Montags u. Mittw. Erwachs. I Mk, Kinder SO Pf. Mlttw.; Erwachsene 50 Pf,- Kinder 25 PL Renaissance-Theater IHardenäergstr 0. Tl.: Slelegl. 901 u. 2583/84 1 •V, Uhr TlOlia 8'/« Uhr 1 Die neiiigR F»amme| Regie; Gustav Härtung. Unserem verehrlen Genossen Borstond der TGB. r«F/, Uhr. nach schwerem Leiden verstorben ist. Diese» zeige» w unermeßlichem Schmer, an Ww. Kandheftky, geb. Mallv, nebst Sohn, Schwiegertochter u cknkeisohn. , Berlin, Tottdusser Ufer 37. Einäscherung am Freitag, 34. Mai, 101/, Uhr, im«remat B-um«chuIenw»g. Am 20. Mai v erstarb unerwartet in BerIW-Tarlsharst Herr Max Gees der Borfitzend« des Betriebsrates unserer Firma Er war tratz seiner W gewesen i bildlich«, Verhalten allgemeinste Aw erkennung errungen. Wir werden sein Andente» stet» in Ehren halten. Leopold GadieL HeMesMIIilMn-fMi! Verwaltungsstelle Berlin TOdASaBIIGlgGII Den Mitgliedern zur Nachricht daß unier Tollege, der«ertznrgbreher Wldelm Udler am lS. Mai g, starben ist. Die Beerdigung sind«! Donnerstag. den 33. Mai. 16 Übt, von der Leichen. Halle de,«irchhofeO in Friedriche seid» au» statt Am 1». Mai starb an Arterienver. failung Unser»»llege. der Farmer ' Panl Mal geb. Ii Stteber 1870. Di« Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Mai. 15>.b Uhr. von der Leichenhalle de« Stadt. Tirchhofes tn Reinickendorf» West, Humboldtstraß», au« statt.____ Am 30. Rai starb unser Tolle,«, der Einrichter Rndolf Karscbefsky ged. 18. Januar 1883. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 24. Mat ID/, Uhr, im Tremolo. rium Baumschulenweg. Tiesholzstroße, statt_ Am 19. Rat starb unser Kollege, der Wllbelm Wendt ged. 6. Sevtember 1888. Di« Einäscherung findet am Frei» tag. dem 24 Mai, IVI, Uhr. im»rematorium Gerichtstraß« statt EhreihremAnbenken! Rege Beteiligung erwartet vi« O(too«no«lfaag. Schmer«Ii dies Gedenken! Zum zweiten Todestag meine« un» vergeßlich guten Manne» und Bater« Richard Nirbold Du starbst im Frühling deines Lebens. Gestrebt hast du mit Treu und Fleiß: Doch all dein Hassen war vergebens, Du gingst zu früh zur Ewigkeit Veto« ttektraoevNcke Gottto aehat lohn Waller Berlin, den 28. Rai ISN Driefener Straße 38. Verkäufe tzinelenm. Szillat. Toloniestraße» Sebfehler. Tepp ich«. »leine Wedfehler 3X8 19,— Mark. «leine Webfehler 3X8 24,»» Mark «lein« Webiebler 31bX«b 88.- Mark «leine Webfehler 3x4 59,- Mark. 1». Qualität 3 X 8 88.- Mark u. Qualität 214X114 55,- Merk. la Qualität Tärner, Ber»,>, Hausnummer bea Petsd, lchten. lickieidunaisiuTkr. tzfai.The usw Wenig getragen« Tavaliergorderod« >n Millionären. AerzteN. Anwälten ....... Empfehle > Swa. . S»»rt.. tn neu» . lohnend. Thtppd, Raken. Fabelhalt billige TaillenmänteL P« ting», Welt Lothringerstraße 54, t Haler Platz. anzllg« spattbillig.»efellschaft-anzüg- werden verNehen. Haipern, Rastnthaler» strotze 4. Z.«Me.» Getragene Lerrengarderode. Lpeziali- tät Bauchfiguren, fpottbillia. Naß. Gar. mannftraße 36/28. krüher Mulackstrahe' Möbel Mßbelkänle» werte Trebit nad bar Röbelbazar, «roße Ack» wähl, lleiae Preist! »eilpiele: Schlafzimmer 466. Speisezimmer 846. Herrenzimmer 360. Spieaelfchrank« 118. Anrichteküchcn 76. Tleiderfchranie 48. Holzbitlsiellen 48, Ebaistlongurs 28. Metallbcliftellen 16, Auflegematratzen 13. ichende Pr' Ta�a. Rabatt« bi« zehn Prozent. Tredite bi» zwei Jahre. Maßige Zinsen. Reu- Patentmatrotze».Primisfima-, Retall. betten, Auflegematratzen. Ebaiselongucs. Walter. Stargarderstraß« achtzehn,»ein Laden» Ankleidefchranke aller Größen. Soso», Rvhrbetten. Kulante fiahlungsweike. Roedei-BoedeL Roritzplatz. Fabrik. gediiub«. Mtziel-Tawerlii K-stani-nalle- 68. Schlafzlwiner, Küchen, Ankleide. schränke, Metallbettrn, TorbmSbel, klein« Wochenraten. AnteL Groß- ssrankfunerstraße»4, Stronsderger Musikinstrumcnie Linkpia»»w überaus preiswert. Piano- kobrik Link. Brnnnenstraße 86. 0H»« Anzahlnng. Piano, in großer AuswahL neu« und gebrauchte, mit Herr- sicher Tonfülle. Langjähriger Sarantte» schein, klein« Ratenzahlung. Herer. Brunnrnstraß« ist, 1 Treppe, em Rosen. thalerplatz. Fahrräder ..._ kulante Bedingungen, Fabrikpreise, nur Qualitätsräder. Fahr- radbau.Wima". Ackerstraß« dreißig. Kaufgesuche zatzngrtziff«, Platinabfall-. Rinn- Metalle, Quecksilber. Stlberschmelze Galdschmelzerei Ehrisiionat, TSventcker. straße 39 lSaltestrlle«dalbertstraßel Münze». Briestnorten kauft Groß- mann. Iohannisftroß« 4.» Verschiectenes Sommerwohn eng.»iel Wald, Wiesen, Wasser, elektrische» Licht 6 Mahl. teiten, pra Tag 4 Mark. Bahnstrecke Fürstrnwalde— Frankfurt. Q. Schulz, Gasthaus Tersdorf bei Briest» sMarkf. Gostwirtfchast Bentseldt. Dabei in Meckienburg, herrlich an Wald und Wasser gelegen, nimmt sofort Sommer. Säst« auf. Penfipn pro Tag 4�0 Mark. Malerarbeite»! Stube 26 Mark, Küch- 16 Mark. E. R. Wegnrr, Echöneberg. Helmstraße 1. Vermietungen UFohetungen 3-, 31b-, 8-, 81b-!limmer.R«nbonw,h. »»»gen in Hirschgarten. Rummelsburg. Tarishorst und Reinickendorf. Rückzahl- barer Bauzuschuß 600 M pro stimmer Beziehbar Frühjahr 1929. Wohnraum, Belle-Alliance-Str. 79 Beraman» 6394 IüIT-IU�'U.1- Herr sucht ab 1. einfach müblierte» Zimmer(Gegend Gärlitzer Bahnhof bis Hallesche» Torj. Offerten mit Preis an P. Schlegel. Qraniendurg, Markgrafen. straße 32 I. Arbeitsmarkt Stellenangebote »in Ludwig Labifchin. s. m. d. H., Abteilui schinenbau, Beriin-Lichtenderg, Her,. berg straße 50. Schlefferlehrliag« stellt m. d. H., Abteilung Mo- Gesucht zum sokortigen Eintritt mehrere IMedianihcrl Nur tüchtige und wirklich erfahrene Kräfte wollen sich meid. Frans Kuhlmann Vtrintittn für Prbiiimnidiiiiik Röstringen-Wilhelmshaven Ttdiilte[ Moforenschlosser «r Benzinmotoren sofort gesucht Angebote amerChiftreN. 10 an diese Zeitung.