Morgenausgabe Nr. 239 A 121 46.Iahrgang WöchevtNch SSPf� monaMch R/0 M. tm voraus zahlbar. Postbezug von 1 800 Millionen Mark versteht und sie dabei nicht einmal anrechnet. Die anderen Delegationen, die nur aus Veranlaflung der Franzosen und Belgier dieses Zahlungskuust- stück dem neuen Bericht einzuverleiben sich verstanden. werden hoffentlich zu einer besseren Einsicht zu bewegen sein, selbst wenn auch diesmal die übliche moralische Ve- gründnug in der Presse nicht fehlt. Sie besteht darin, daß der Donng-Plan erst von allen Regierungen und Parlamente» angenommen und ratifiziert sein müßte, bevor die Rheinlande geräumt werden könnten. Von Besatzungskosten aber sei im Boung-Plan keine Rede. Daher müßten die Rheinlande auch vor dem Inkrafttreten des Boung-Plans geräumt werden. Diese Begründung wäre ernster zu nehmen, wenn die Vorleistungen auf die späteren Abmachungen angerech- net wurden und für Deutschland zu ihrer Aufbringung die Möglichkeit einer neuen Anleihe gegeben wäre. Aber der Sinn und das ganze System besteht ja gerade darin, daß sie nicht angerechnet werden. Snowdens Kritik an Englands Reparationspolitik London. 24. Mai. S n o w d« n, der frühere Slhotzkonzler im Kabinett Mac- donald, erklärte heute auf" einer Wahlversammlung der Arbeiterpartei in Hull u. a.: Wenn ich zur Teilnahme an einer internationalen Konferenz über die Regelung der Reparat ions- oder der Kriegsschuldenfrage berufen würde, würde ich nicht die Znlereffeu meines eigenen Volkes zugunsten der Bevölkerung anderer Länder preisgeben, die reicher sind als wir. Es geht nicht an, daß eine Regierung zwangsläufig an die Handlungen der Regierung, die sie ablöst, gebunden ist. Verlängerung des�epublikschuhgesehes Das Reichskabineti beschließt sie für die Dauer vdn3 Jahren Amttich wird mitgeteilt: Das Reichskabinett beschloß in feiner am Freitag unter dem Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Sitzung die Verlängerung des Gesetzes zum Schutze der Republik auf die Dauer von drei Iahren. Die ent- sprechende Vorlag« wird dem Reichsrat sofort zugehen. » Das Berlängerimgsgesetz vom Jahre 1927 zum Republikschutzgesetz tragt die Unterschriften der Herren v. K e u d« l l und Hergt. Am 17. Mai 1927 stimmten die Deutschnatio- nalen dem Republitschutzgesetz samt dem Kaiserparagraphen zu, nachdem Graf Westarp im Reichstag einen schlecht geschriebenen Entschuldigungszettel für die Deutschnationalen verlesen hatte. 3S Proz. der deutschnationalen Fraktion stimmte nicht mit. Das Verlängerungsgesetz lebt in den Akten fort als Symbol 35prozentiger deutschnationaler Kaisertreue, denaturiert mit 65 Proz. Republitschutz. Heute entrüstet sich die„Kreuzzeitung" wieder über „dieses Ausnahmegesetz, das im krassen Gegensatz zu den Bestimmungen der Reichsverfassung steht", und entschuldigt di« deutschnationale Reichstagsfraktion von 1927 mit der Ausrede, man habe ihr vorgegaukelt, daß es sich nur um eine Uebergangsmaßnahme handele... Natürlich, auch die Verlängerung um drei Jahre ist nur eine Uebergangsmaßnahme. Es war auch nur ein Uebergang, daß di« Verdammung des Dawes-Plans im Jahre 1924 bei den Deutschnationalen noch 50prozentig war, die Kaiser- treue im Jahre 1927 aber nur noch 35prozentig. und daß heute wieder lOOprozentige Kaisertreue markiert werden soll. Ilm die Arbeitslosenversicherung. Das Reichskabinett beschloß ferner, den Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Vereinsgesetzes, der den vorigen Reichstag bereits beschäftigt hatte, aber nicht verabschiedet worden war, unverändert wieder einzubringen. Des weiteren stand der Entwurf eines Gesetzes über Aende- rnngen in der Arbeitslosenversicherung ans der Tagesordnung. Veschlüff« wurden nicht gefaßt. Zeitungsmeldungen, die von einer Beitragserhöhung sprechen, sind daher unrichtig. Ferner wurde di« Frage eines Ministerversorgungs- gefetzes»ingehend erörtert. Auf der Grundlage dieser Be- rotungen werden di« erforderlichen gesetzgeberischen Maßnahmen in die Wege geleitet. Die vom Reichsarbeitsministerium fertiggestellte Ro- oelle zum A r b e i t s l o s e n o e r s i ch e r u n g s g« s e tz, die das sogenannte Sosortprogramm verwirklichen soll, liegt zurzeit dem Kabinett zur Beratung vor. Eine Entschei- dung ist noch nicht gefallen. Wesentliche gesetzliche Aenderun- gen dürft« die Novelle kaum bringen, da der Ausschuß zur Prüfung der Lage der Arbeitslosenver- s i ch e r u n g zunächst einmal sein Arbeitsprogramm erledigen muß, bevor die Reformfrage aufgerollt werden kann. Die Untersuchungen des Ausschusses können aber erst dann vor sich gehen, wenn die neue Erhebung der Reichs- anstatt über die Arbeitslosenunterstützung fertiggestellt ist. Das Ergebnis dieser Erhebung schafft erst eine Grundlage für die Arbeit des Ausschusses. Der KaN Zorns. Ermittlungsverfahren eingestellt.— Zorns fällt unter die Amnestie. Di« Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen den Reichsanwalt Jörns eingestellt, da nach den angestellten Ermittlungen das Vorgehen von Jörns auf politischen Be- weggründen beruhe, und also die Amnestie vom Juli vorigen Jahres Anwendung zu finden habe. Unter diesen Umständen sei ein Eingehen auf die Schuldfrage und auf die Frage der Der- jährung nicht mehr in Betracht gekommen. » Wenn das Vorgehen von Jörns auf politische Mo- tive zurückzuführen ist, so hat er also die Voruntersuchung gegen die Edenhotelmörder nicht aus rechtlichen Gesichts- punkten geführt. In dieser Feststellung liegt seine Verur- teilung. Man darf wohl annehmen, daß Jörns nach dieser Feststellung erledigt ist. Schiedsspruch für»i« Reichsbahn Lohnerhöhungen von 4 resp. 3 Pfennig. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist es heute im Reichsarbeitsministerium zu einem Schieds- s P r n ch für den Reichsbahnbetrieb gekommen. Er sieht eine Erhöhung des Lohnes für das Wirt- schaftsgebiet 1 von 4 Pf.» für die Wirtschaftsgebiete 2 und 3 3 Pf. für alle über 24 Jahre alten Arbeiter pro Stunde vor. Der Schiedsspruch tritt mit dem 1. April dieses Jahres in Kraft und läuft bis zum 31. März 1031. Für die noch nicht 24 Jahre alten, sowie für die weiblichen Arbeiter wird für die Uebertragung der Er- höhung der bisher angewandte Schlüssel verwendet. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" hat sich am Donners- tag bemüht, den Rücktritt Voglers als einen völlig unbeein- flußten Schritt hinzustellen. Diese Version ließ sich nicht mehr halten, nachdem die unter Hugenbergs Diktatur stehende Deutschnationale Volkspartei und ihre Presse den Schritt Voglers zu einer so maßlosen wie infamen Hetz« gegen die Reichsregierung benutzt. Die deutschnationale Reichstagsfraktion veröffentlicht die folgende Entschließung, in der sie den Abbruch der Poriser Verhandlungen fordert und von vornherein die Behauptung aufstellt, daß ein positives Ergebnis nur ein falsches deutsches Ja sein würde. „Der Rücktritt Vöglers hat die Lage blitzartig beleuchtet. War das deutsche Memorandum vom 17. April, durch welches die Zahlung von 1650 Millionen auf 37 Jahre unter ganz bestimmten Voraus- setzungen als möglich erklärt wurde, wenn auch di« Leistungsfähigkeit Deutschlands weit überschreitend, so doch noch ein s a ch v e r st ü n- diges Gutachten, so hat man mit dem Plan des Vorsitzenden Owen Poung, mit der deutschen Zustimmung und mit allen weiteren Verhandlungen den Rahmen einer sachverständigen Begutachtung verlassen und sich unter starkem Druck politischer Stellen aus das Gebiet politischen Aushandelns, für Deutschland aber auf die s ch i e s e Eben« begeben. Das kann auch die verantwortungslose dema- gogische Hetze nicht verschleiern, die von der Linkspresse wegen des Rücktritt Vöglers gegen ihn und die Schwerindustrie entfacht worden ist. Die Fraktion fordert Schluß dieser Ver- Handlungen. Wie sie sich jetzt gestaltet haben, muß ihr Ergeb- nis für Deutschland ein falsches„Ja" sein anstatt des ehrlichen deutschen„Rein", das allein die Möglichkeit bietet, der hereinbrechen- den Katastrophe Herr zu werden. Die Fraktion wird der Verhängnis- vollen Entwicklung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln W i d« r st a n d leisten." Von den Verhandlungen davonlaufen— das ist immer noch die höchste Weisheit deutschnationaler Außenpolitik, die Geste mit nachfolgender Pleite. Die Deutschnationalen wollen also, daß Deutschland 2,5 Milliarden, die volle Dawes- Annuität, zahlen soll. Das ist das einzige, was bei ihrem „ehrlichen deutschen Rein" herauskommt. Di«„Deutsche Zeitung" und die„Kreuz- z e i t u n g" veröffentlichen Aufsätze, die offensichtlich aus der gleichen Quelle stammen und eine ungeheuerliche Anschuldi- gung gegen die Reichsregierung enthalten. In der„Deut- schen Zeitung" heißt es: „Und dann erzählt man in Paris eine höchst merkwürdige Geschichte, di« wohl alles in den Schatten stellt, was man sich von Berlin aus bisher leistete, dem Reichsbankpräsidenten, mit dessen Posten Herr Georg Bernhard liebäugeln soll, Schwierigkeiten zu machen. Als nämlich Schacht in Paris sein 1,65- Milliarden-An- gebot machte, da habe man— so sagt unser Gewährsmann— auf dunklen Wegen in Paris die Mitteilung gemacht, daß die Zahlen des Herrn Schacht auch nach der Auffassung der Ber- litter Regierung unter der deutschen Leistungsfähig- k e i t blieben. Das Reichskabinett, da» sich natürlich in dieser Frage auch sein Bild gemach« habe, sei zu höhern Ziffern gelang« als Schacht! Dieser ganz infame Vorfall bedarf der Aufklärung, und zwar schnellster Aufklärung! Denn die Fäden, di« danach aus dem Kreise der Mitglieder des R e i ch s k a b> n e t t s über die Rebenregisnmg Bernhard-Breitscheid dieses Mal zur U m- gehung Schachts nach Paris geradenwegs zu Poincarö und in den Quai d'Orsay zu laufen scheinen, dürften vieles erklären, was uns an dem Verhalten der Alliierten unfaßbar erscheint. Solche Wege werden also gegongen, um den Eklat der Stresemann-Hilfer- ding-Politik zum Schaden der Ration immer weiter hinauszu- schleppen?" Die„Kreuzzeitung" behauptet ferner, daß der„dunkle Weg" die deutsche Botschaft in Paris sei. Zu diesen verleumderischen Behauptungen erklärt die Reichsregierung amtlich: „Die„Deutsche Zeitung" läßt sich von einem Gewährsmann dahin informieren, daß„auf dunklen Wegen in Paris die Mittellung gemacht sei, daß die Zahlen des Herrn Schacht(Jahresrate von 1656 Millionen Mark) auch nach der Auffasiung der Berliner Regie- ning unter der deutschen Leistungsfähigkeit blieben. Das Reichs- kabinett, das sich natürlich in dieser Frage auch sein Bild gemacht habe, sei zu höheren Aisfern gelangt, als Schacht." Di«„Deutsche Zeitung" fordert Aufklärung über diesen von ihr als infam be- zeichneten Dorfall. Dazu kann erklärt werden, daß dieser„infame Vorfall" eine infame Lüge ist. Ebenso unwahr ist die Behauptung der„Kreuz- Zeitung", wonach obengenannt« Mitteilungen durch die deutsche Botschaft in Paris erfolgt sein sollen. Nach diesen verlogenen Angriffen der deutschnationalen Presse wird niemand mehr glauben, daß der Rücktritt Vöglers nicht ein Teil eines innerpslitischen Feldzugsplans ist, daß Herr Hugenberg und die Schwerindustrie nicht den Rücktritt Hilfe trotz Käuferstreik und Boykott? Die unerhörte« Landbunddrohuugen in Ostpreußen. Durch ei» Reichsgesetz hat die deutsch« Vollovertretung Ost» preujje» schnelle und gründlich« Hilfe versprochen. Reich und Preußen bringen große Opfer, um den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten in dem abgeschnittenen Ostpreußen zu begegnen. Es ist ein besonderer Reichstonnnissar für Ostpreußen ernannt worden und die Durchführung der Maßnahmen steht bevor. Me ab« fleht» heule noch in Ostpreußen au»? D« Londbuad und ondere von ihm geführte Organisationen hoben mit kaum verhüllter erpresserischer Absicht gegen Reich und Preußen zur schnelleren Durchsetzung der Hilfsaktion mit einem organisierten Käuferstreik unb brutalen Boykottmaßnahmen gegen alle diesen! gen gedroht, die sich dem Ostpreußischen Landwirtschafts. oerband, d. h. dem Landbund, bei der Durchführung seiner terroristischen Maßnahmen nicht anschließen. Die ent- sprechenden, Anfang Mai gefaßten Beschlüsi« der vertreterversamm- lung de» Landwirtschaftsverbande» sind heut« noch in Kraft. Ansang Juni ist in Königsberg eine große Kundgebung geplant, wo der Käuferstreik und die Durchführung des Boykotts ins Werk gesetzt werden sollen. Im Preußischen Landtag hat die preußisch« Stoat-regierung mitteilen lassen, um welch tolle» Pläne c* sich dabei handelt. Um die Disziplin der ostpreußischen Bevölkerung, so wie der Land- lnntt» sie fordert, zu erzwingen, soll an jede» Haufe du hausfchtld angebracht werdeu. da» die Soffdarttät de, Besitzer» mit den Landbundabsichterl deutlich kennzeichnet. Der Landwirtschaftsverband wolle au dem Haus». schilde sehen, wer mit ihm sei und wer gegen ihn ist. Wa» der brutale Boykott will, zeigt ein Rundschreiben des Zweig- Vereins Insterburg des Landwirtschaftsoerbandes vom A. April, in dem zur Mobilmachung für die Iunikundgebung aufgefordert wird. Es heißt da, daß die Anbringung des Hausschildes an sichtbare,: Stelle als treues Bekenntnis der Zugehörigkeit zum Landwirtschafts. verband angesehen werde. Mchtmitgsiedern gegenüber sei so zu verfahren, daß jeder Verkehr und jede Gemeinschaft mit ihnen zu oermeiden sei. Di« Name» sollen im Der- banbsblatt veröffentlicht und bei Beranstaltungen öffentlich ausgerufen werden. Mtt NichtMitgliedern dürfen keine Geschäfte gemacht werden und all« wirtschaftllchen Hilfen feie» ihnen zu versagen. Im Falle von Bränden solle nur da» Feuer gelöscht werden, all« übrigen sonstigen Nachbarhilfe« seien zu unterlassen. Diese Beschlüsse sind noch heute w Kraft. Anfang Juni sollen sse zur Durchführung kommen. Da» goschieht, während durch ein Reichsgesetz Reich und Preußen sich z» schweren Opfern für Ostpreußen beretterklärt haben. Wir sind der Meinung, daß diese unerhörten Landbundpläne auf die Durchführung der Hilfsaktion«cht ohne nachteiligen Ein» fluh bleiben können. E» dürfte deshalb zweckmäßig fein, daß die Reichs- und die Prcußenregierung gegenüber den La ndbundkr eisen Ostpreußens Sorg« dafür tragen, daß die zur wirksamen und gerechten Durchführung der Aktion erforderlichen Garantien geschaffen werde». Herminens„illegitimer Sohn". Kurier zwischen Wilhelm von Ooorn, Hugenberg und Westarp. Köln. 24. fltai.(Eigenbericht.) Kaufmann Kort Härtung, 29 Jahr« alt, stellungslos, iliegi- trmer Sohn, wie er sagt, der Exkaiserin Hermine, hatte sich gestern vor dem Schöffengericht wegen Betrügereien zu verantworten. Die Sache fängt hormlo» an. Ein Freiherr v. Solemacher will um ganze 10 Mark geprellt sein. Aber die Wendung kommt, als der Sekretär der Frau Hermine Hohenzollern-Doorn ver- nonnnen wird. Dieser,«in Herr Wunderlich, mutz aussagen, daß er im Namen der sogenannten Kaiserin an Härtung einen Brief geschrieben habe mit dem Bersprechen, ihm«in größeres Darlehen zu gewähren und zu seinem weiteren Fortkommen beizutragen. Härtung hat wiederholt von Frau Hermine Geld bekommen, auch die Kosten für seine Verpflegung im Krarckenhaus und«ine Opera- tion bezahlte Haus Doorn. Auf Schloß Saarow hat er eine grünt»- liche Aussprache mtt Frau Hermine. Härtung war wiederholt in Doorn und wurde dort gastlich aufgenommen. Nun kommt zur Sprache, daß Härtung an Frau Hermme ein Telegramm richtete mit der Drohung, wenn man ihm nicht helfen würde, käme e» zu Prozessen mtt unabsehbaren Folgen. We größte. die politische Sensation ober fffc der Kaufmann Karl Härtung hat im besonder» Sustrqgr de» ehemaligen Kaiser hause» den Kurier zwischen Doorn. Herrn Hugenberg. dem Grafen Westarp und dem frühereu Generalmajor Gras Scholenborg gespielt. Der Vorsitzende bestätigt dies: dte Akte» raneifen, daß wiederholt geschlossen« Brief« von Doorn au» derrch Hortung an Hugenberg und Graf Westarp, die beiden Führer der Deutschnatio- nolen Dolkspartei, übermittelt wurden. Unter de» Betrogenen befinden sich weiter neben Hausauge. stellten. Kausleuten und Handwerkern ein Polizeioberst und ein Rechtsanwalt. Da» Gericht verurteilte Harttrug wegen Betruges. Unterschlagung und verbotenen Waffenbesitze» zu insgesamt einem Jahr einem Monat Gefängnis und drei Hahr» Ehr- oerkust. Es ist sonderbar: Sobald die Hohenzoller» ihre Rase wieder m die Politik stecken, geraten fi« an Schwindler und Betrüger. Leider aber ist kaum zu hoffen, daß sie endlich zu dem Entschluß kommen. vor einer Beschäftigung Abstand zu nehmen, mm der sie doch nichts verstehen. Llm die soziale Gerichtshilfe. Tagung der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung. II. R. Breslau, 24. Mai.(Eigenbericht) Im Sitzungssaal des Prooinziallandtage, begann heute morgen die auf zwei Tage berechnet« Tagung der deutschen Landesgrnppe der Internationalen Kriminalistischen Bereini- g u n g. Die Bormittags, und Nachmiitagssitzung des ersten Tages waren dem Problem der sozialen Gerichtshilfe gewidmet. Professor Grünhut als erster Referent konstatierte, daß der Straf- richter einer Erweiterung der Erkenntnis yuellen bedürfe, um die soziale Diagnose und soziale Prognose stellen zu können. Er lehnt« die Angliederung der sozialen Gerichtshilfe an das Gericht ab. verlangte andererseits die grundsätzliche Trennung der sozialen Fürsorge von der sozialpädagogischcn Begutachtung. Die Vornahm« der erforderlichen Ermittlung für das Strafverfahren soll Aufgabe des gerichtlichen Sozialpädagogen sein. Gegen diesen Gesichtspunkt wandte sich der Berliner Stadtrat M a t h u s i o s. Er forderte mtt aller Entschiedenhett die Heber- tragung der Funktionen der sozialen Gerichtshilfe auf die Wohlfahrtsämter. Er gab zu, daß die Auswahl und Schickung der Ermittlungspersonen mit besonderer Sorgfalt geschehen müsse, eine Forderung, die, wie er meinte, für den Richter in nach höherem Maße zutreffe. Boraus- setzung für«ine ersprießliche Tätigkett der sozialen Gerichtshilfe fei die enge Arbeitsgemeinschaft zwischen Wohlfahrt und Rechtspflege. Das fei um so leichter zu bewerkstelligen, als Wohl- fahrtspflege und sozialpädagogische Rechtspflege nach Inhalt, Hal- hing und Ziel identisch seien. Beide erstreben«ine Eingliederung des asozialen Menschen in die Gemeinschaft. Beiden Referenten widersprach der Landgerichtsdirek- tvr Trom p-p und verlangt« die Eingliederung der sozialen Ge- richtechllse in die Strafrechtspflege. Noch schärfer gl» dieser betont« in der Diskussion im Namen der Deutschen Nicht« rvereimgung und der Eoritasvereinigungen und der Bereinigung fSx sozial« Gericht» pflege diesen Standpunkt der S««at»präftde»lt Rötzel. Er erklärte, daß die soziale Gertchtspflege eine richterliche Angelegenheit sei und daß die Richter pch diese nicht«chmrir ließen. Der größte Tal der Dtstnfponsredner wie Professor Freudenthal, Dr. Löwenstei«. Landgerichtsdirektor Renmann« Berlin, Direktor Krebs, Stadtrat Friedländer» BerNn be, fürworteten di« Angliederung der sozialen Gerichtshof« an die Wohlfahrtsämter. Auch Professor R a d b r u ch madfte sich diesen Standpunkt zu eigen. Er erklärte, es komme nicht darauf an. daß die Fürsorgeiätigkeit und die Ermittlungstätigkett von«in und denselben Personen vorgenommen werde. Es handle sich darum, daß dick Crmitttmig in der sozial« Atmosphäre der Fürsorge geschehe. Im übrig» meint« er. sei» die Probt»« der sozialen Eerichtshilfe fo mannigfaltig und zn feste» Formulierungen noch nicht reff, daß EntschNeßungen ans dieser Tagung getroffen werden könnten. Demenffprechend beschloß die Tagung die Einsetzung einer Kam« Mission, in die Professor Kohlranfch, Professor Grünhut, Stadttat M a t h u s i n s, Frl. n. L i f z t. Stadtrat Fried. l ä n d e r, Direktor Krebs, Rechtsanwalt Dr. Löwenstein und Landgerichtsdirektor N e n m a n n gewählt wurden. Einem Antrag« des Genossen Professor Dr. Radbruch gemäß soll dies« Kommission auch einen Gesetzentwurf über dieEinordnnugdersozialen Gerichtshilfe in die S tra fp ro ze ß o rdv v n g aus, arbeiten. Am Abend fand im Gewerkschaftshan» ein« gutbesuchte Per- sammlung statt, in der Genosse Dr. Kurt Rosenfeld zum Thema „Proletariat und Strafrechtsreform"' sprach. Böglers veranlaßt haöen, damit nicht einer der ihren mit der Verantwortung belastet ist, wenn sie einen wüsten Feld- zug gegen«ine endgültige Regelung beginnen, nach dem Muster des Feldzugs, den die Hugenberg und Bang gegen den Dawes-Plan betrieben haben. Die„nationale" Demagogie" soll wieder aufleben, damit dahinter der Versuch Hugenbergs und seiner Leute in der Schwerindustrie verschwinden kann, sich von den Lasten der künftigen endgültigen Reparafionsregelung zu drücken— aus Patriotismus, versteht sich. Das ist der ganze Zweck der Uebung! Das Maß der Ver- logenheit, das diese neubelebte„nationale Opposition" aus- zeichnen soll, läßt sich heute schon erkennen! Das Wehrprogramm abgeänderi. Time Beschlüsse der programmkommisston. Magdeburg, 24. Mai. Die vom Vorstartd der Soziatdemokvatischeu Part« eingesetzt« Wehrprogrammkommission trat am Freitag, dem 24. Mai, in Magdeburg nochmals zusammen und nahm unter Be- rücksichtignng von Vorschlägen Otto Bauer»(Wien) und unter An- lehnung an Anträge von Hamburg und Berlin an dem seinerzett veröffentlichten Entwurf eimge Aenderungen vor. Der viel umkämpfte Abschnitt 3 der Richtllmen hat in seinem enffcheidend» Teil folgende Fassung erhalten: „Der wirklsamste Schutz der deitschen Republik beruht auf ein« deutschen Außenpoltttk, die auf die Verltöndissung der Völker und die Erhaltung des Friedens gerichtet ist. Noch droht aber die Machtpolitik imperialistischer und faschistischer Staaten mit konter- revolutionären Interventtonen mrd neuen lkttegen. Deutschland kann als Aufmarschgebiet mißbraucht und wider Willen in bluttg« Verwicklungen hin eingerissen werden. Solange diese Gefahr» besteh» braucht die den sich« Republik eine Wehrmacht zum Schuhe ihrer Neuiralltät und der palitlschen. wlrlschafllich» und sozial» Erruog»schostm der Arbeiterklasse. Die Wehrmacht kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn fi« in ihrem Denken und Fühl» mit dem Volke verbünd» ist und stch — im Gegensatz zu all» militaristischen Tendenzen, die auf die Beherrschung des Staates durch das Militär hinauslaufm— als dienendes Glied in die deutsche Republik einordnet." Im Abschnitt 2, der von der Abrüstung handelt, hat der letzte Absatz eine Ergänzung erhalt», so daß dieser Absatz lautet: „Eine Verpflichtung der deuffchen Republik, die ihr auferleg- ton Rüstimgsbestlmmung» ohne Rücksicht auf ihre politische und militärische Zweckmäßigkeit auszuschöpfen, erkmnt die Sozialdemo- kratische Partei Deutschlands nicht an. Sie fordert den planmäßigen Abbau der militärisch» Rüstungen Deuffchlands aus eigenem Willen unter Berücksichtigung der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und finanziellen Verhältnisse." Unter den praktischen Forderung» hat lediglich der Satz üb« das Kontrollrecht des Reichstags eine Abänderung erfuhr». Er heißt jetzt: „Kontrolle des Reichstags über alle Angelegenheit» der Reichswehr und über alle Verträge und A b m a ch u n- gen der Heeresverwaltung." Die Abänderungsbeschlüsse wurden nach eingehender Debatte mtt großer Mehrheit gefaßt. Di« Kommission beschloß, d» Abänderungsentwurf dem Parteitag vorzulegen mit dem Antrag, da- mit olle Anttäge zu den Richtlinien für die Wehrpolittk als erledigt zu erklären. Das polizeikostengeseh. Oos preußische Staatsministerium hält au seiner Vorlage fest Dem Preußisch» Landtag ist jetzt der Entwurf eine» P o l t z et» kostengesetzes zugegangen. Der Entwurf will die llmständllch- ketten und ungerechten Auswirkungen des jetzigen Verfahrens da- durch beseitigen, daß sämtliche Gemeinden mit verstaatlichter Polizei zu den Kosten der gesamt» staatlichen Polizei zu einem dem bis- herigen Aufkomm» an Gemeindebeittägen entsprechenden Gesamt» beitrage herangezogen werden, der auf die einzeln» Gemeinden nach einem einheitlichen Schlüssel unterverteilt wird. Der Staatsrat hat diesen Gesetzentwurf abgelehnt nnd darauf hingewiesen, daß eine Neuregelung der staatlichen Polizei- kosten nicht ohne gleichzeitige Erleichterung der Polizeikost» für Ge- ineinden mit kommunaler Polizeiverwaltung erfolgen könne. Das Staatsmini st erium ist diesem Gutachten nicht beigetreten und hält nach wie vor an der Vorlage fest. Mit. der anderweitigen Veranlagung des Polizeikostenbeittages der Gemeinden mit stoat- licher Polizei hab.e der vielfach oerlangte Polizeilastenausgleich zu- gunsten der Gemeinden mtt kommunaler Polizki an sich grundsätzlich nicht das geringste zu tun. Dieser Ausgleich werde zwar vom Staats- Ministerium ebenfalls als notwendig anerkannt. Man habe ihn jedoch in das vorliegende Gesetz nicht hineinarbeiten wollen, zumal infolge des Rückganges der Wirtschaftslage jede N»belastung sich für die betroffenen Gemeinden besonders schwer auswirke. Hakenkreuz-Waffen. so Gewehre bei Nationalsozialisten beschlagnahmt. Braunschweig. 24. Mai.(Eigenbericht.) In dem Dorf« Lesse bei Braunschweig wurd» durch die Polizei 5 0 guterholten« I n fa n t e r i e g« w« h r e Modell 98, 1000 Stück Infanteriemunitivn und zwei gebrauchsfähige Maschinen- gewehre beschlagnahmt. Di« Waffen und Munitton befand» sich im Besitz von Nationalsozialisten, die damit bereits im Herbst Nachtdiensttibung» abgchalt» hatten. Völkisch! Wie sie verleumden. „Die Deutsche Woche", eines der völkischen Papiere, erzahlt in Nr. 19 ihren bedauernswerten Lese» eine Schwindelgeschichte. die selbstverständlich in allen völlischen Versammlungen kolportiert wird. Also: die Frau des Abg. Scheid«mann sei vor einigen Tag» in ein Geschäft ihrer Vaterstadt gekommen, um ein Stück fron- zö fische Seife zu kauf», weil ihr deutsche nicht gut genug sei. Der betreffende Kaufmann sei aber ein deutscher Mann ge- wesen und habe der„Frau des Proletorierführers" gesagt:„Sie iolll» sich schämen!" Die blöde Notiz schließt mit der noch blöder» Bemerkung:„Also geschehen im Iahze 1929 der Dawes�Herrschast." Der volkisch« Schwindel kann in diesem Fall sehr schnell und gründlich nachgewiesen werden: die Frau des Abg. Scheidemann ist feit 1928 tot. Die„Bereinigung der sozialdemokratischen Zurislen" hält am Sonntao, dem 26. Mai, vorwttiags 11 Uhr, in Magdeburg ihre 6. Konferenz ab. Aus der Tagesordnung steht:„Die soziale Ge- nchtshiffe". Referent ist Stadtra�Dr. Friedländer-Berlin. Mucht aus der KpO. Ende einer kommunistischen StadtverordnetewKraktion. Mainz, 24. Mai.(Eigenbericht.) Der Mainzer Stadtverordnete Beim» hat dem Oberbürger. meffter brieflich mitgeteilt, daß er au» der Kommunistischen Partei ausgetreten sei, da er di« kommunistische Politik nicht mehr mitmachen könne. Bisher habe er st« infolge des Frak- ttonszwanges decken müssen. Der als Kommunist gewählt« Stadt- verordnete Sommer hat inzwischen sein Mandat niedergelegt. Sommer gehörte der Kommunistischen Partei schon seit Monat» nicht mehr an, bezeichnet« sich aber trotzdem als Kommunist. Bon der vier Mann starken kommunistischen Stadtverordneten- sraktton in Mainz bleibt nach diesen Deränd«»ng«n nunmehr nur! noch einer übrig, der, wie er selbst einmal im Nadtparlament erklärt«, nur desHall» noch der KPD. angehört, weil er„noch nicht ausgeschlossen worden ist". Don seinen Aemtern in der Partei- arganisatton ist er bereits befreit. Sein Stadwerordnetenmandat läßt aber die Kommunistisch« Partei gelten, weil man keinen „fähigeren" Nachfolger auf der Lffte hat. weitere Strafanträge im Husumer Bauernprozeß. Im Hiw sumer Bauernprozeß weg» der Demonstration vor dem Gerichts. gebäude am 3. Januar stehen am Sonnabend noch einmal 21 Land- leute vor dem Richter, unter ihnen die Redner an dem kritisch» Tage Bisher sind gegen 35 Angeklagte Gefängnis- strafen von ein bzw. zwei Wach» und für einen Angeklagten Freispruch beantragt worden. Da» IMeress« an den Derchandlung» erlahmt sichtlich. Am Freitag war kein Zuhörer im Saale an- wesettd.__ Sankt Langkopp von Itzehoe. »In diesem Zeichen werbet Ihr siegen!" Wahlmanöver der Tones vereitelt. Stimmenfang der katholischen Wahler mit Hilfe einer gefälschten Kardinalsrede. Beinert wieder vor Gericht. Moralisch verurteilt.— Er schimpft schon wieder t Halberstadt, 24. Noi.(Eigenbericht) Der deutfchiAltio-nale Zlmtsgerichtsrat o. D. Beinert, mit dem sich der..Vorwärts' schon wiederholt beschästigen nmßte, hat sich heute von dem Holberstädter Landgericht bescheinigen lasten, dah seine Schmähschrist„Bon der politischen Freiheit in der deutschen Republik' inhaltlich auch vom Gericht so bewertet werden muh, wie es im Juni v. I. bereits vom„Vorwärts" geschehen ist. Aus der Schrift war nämlich im Anschluß an die Schmähungen des völkischen Lanötagsabgeovdneten Kube im Preuhischen Landtag über die ..Verlumpung des deutschen Richterstandes", die vom Minister. Präsidenten Braun scharf zurückgewiesen wurde, vom„Vorwärts" ein Abschnitt zitiert, aus dem zu entnehmen war, dah auch.Herr Beinett einem Teil des Richterstandes Derlumpung und Verjudung vorwarf, nämlich jenem Teil der Beamten, der sich zum neuen Staate umgestellt hott«. Der tapfere Amtsgerichtsrat könnt« sich seine Strafversetzung, die ihm neben einer Geldstraf« vom Diszipli- narsenat des Kammergerichts zudiktiert worden war, weil er in einer seiner berichwten Brocken.Bismarck-Reden den ermordeten Reichsministsr Erzberger als Lump und Schuft bezeichnet hatte, als nichtswürdigen Verräter und größten Halunken, den je die Sonne beschienen hätte, gor nicht anders erklären, als dah die höchsten preuhischen Richler ihr Urteil unter dem Einfluß des Zudenlum» gefällt hatten. Auch sonst strotzt die Schrift des Herr« Beinert von grimmigen Angriffen gegen Republik, Sozialismus und Judentum. Der.'.Vor- märts" fragte nun, wieso der preußische Richtervcrein Herrn Deinert noch als erwünschtes Mitglied betrachten könne, wenn er«inen Teil seiner eigenen Berufsgenosten als Lumpen bezeichnete, weil sie einer anderen politischen Ansicht seien als er. Darauf verklagte Herr Beinert den„vorwärts", was ober zwecklos war. weil er einen Redakteur mit der Klag« beehrte, der gar nicht verantwortlich war. Aber Herr Beinert ließ nicht locker. Unser Halberstädtcr Parteiorgan, dos„Halberstädter Tageblatt", hatte die„Vorwärts"«Notiz, die sich mit dem Buche des Herrn Beinert beschäftigte, abgedruckt, und so verklagte er den vcrantwort- lichen politischen Redakteur, Genossen Molkenbuhr, mit dem Erfolge, daß unser Halberstädter Genost« vom Amtsgericht zu 200 Mark Geldstraf« verurteist wurde und zwar wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beleidigung. Die merkwürdige Urteilsbegründung hoben wir seinerzeit mitgeteilt. Die heutige Berufungsoerhandlung, in der Rechts- anwast Dr. Otto Landsberg. Berlin, die Verteidigung führt«. und das unhaltbar« Urteil der ersten Instanz mit logischer Klarheit durchleuchtete, zeitigt« ein Resultat, wie es der deutschnationale Amtsgerichtsrat wohl nicht erwartet hat. Das Gericht, in dem neben einem politisch rechtsgerichteten Landgerichtsrat zwei Land- wirte als Schöffen, fungierten, konnte sich der messerscharfen Logik des Verteidigers Landsberg nicht entziehen. Eine Verleum- dung, hieß es in der Urteilsbegründung, liege nicht vor. weil der Beklagte nicht der Urheber der Zeitungsnotiz gewesen sei. Uebl« Nachrede komme nicht in Frag«, weil aus dem Buche de» Herrn Beinert zu entnehmen fei, daß er mit den Lumpen auch «inen Teil des deutschen Richterstande» treffen wollte. Lediglich wegen formaler Beleidigung und zwar wegen des Aus- drucks„Pöbele i". mit dem der Beklagte die oben zitierte De- leidigung gegen Erzberger charakterisiert habe, sei eine Geld- straf« von 50 Mark am Platze. j. Der Wahrheitsbeweis wurde vom Gericht als geführt angesehen. ' Wird nu» der Preußisch« Richtern erem Herr» Dr. Beinert uuvahiu ab erwünschte» MttgLed betrachten? Eharkterlsttsch für die Art der DerteSligung Bewert« ist es, daß er auf die sachlichen Ausführungen Londsbergs mit«wer grob- schichtigen Stahlhelmrede antwortete und sich ohne jeden Grund eine starke Beleidigung des Laichtagsabgeordneten St ui tritt lefftete, den er als„berufsmäßigen Ehrabschneider" bezeichnete, was auf Antrag Londsbergs sofort vom Gericht protokolliert wurde. Justiz für Riitergutsbeflher. Sie haben niemals böse Absichten. kössin. 24. Mai.(Eigenbericht.) Vor dem erwesterten Schöffengericht Köslin standen die Ritter- qutsbesitzer Wolf von der Sahl- Wisbuhr und von K a m e ck e- 'Parnuw,, sowie die Landwirte Vuttke, Kath- Wisbuhr und P r i e b e- Parnow unter der Anklage des Hmisfriedensbruches. Sie hatten am Verfastungstagc des letzten Jahres in Abwesenheit der Lehrer die Reichsfahnen von den Schuigebäuden heruntergeholt. Das Gericht sprach die Angeklagten frei. Begründet wurde dieses merkwürdige Urteil mit der Behaup- tung. die Angeklagten hätten sich als Mitglieder des Schulverbandcs auf Grund der erst kurz zuvor bekanntgewordenen Aufhebung der Flaggennotverordmii�g zu ihrer Handlung berechtigt fühlen können. Jedenfalls sei ihnen böswillige Absicht nicht nachzuweisen.(!) Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Hofberichi des Chemietrusts. Ohne Kommentar! WTB.-Handelsdienft meldet aus Frankfurt a. M.: .Wie wir hören, ist Geheimer Regierungsrot Prof. Dr. Duis- hsrg von seiner Weltreise nach Leverkusen zurückgekehrt. Seine Reste führte ihn über Vorder- und Hinterindien nach Java, China, Japan und den Dereinigten Staaten. Er nahm Veranlassung, vor allem in Indien, Java, China und Japan, die wirtschaftlichen Ver- hättniste dieser Länder eingehend zu studieren, deren ge- naue Kenntnis bei der Bedeutung des Ostens für die deutsche Wirt- schaff besonders wertvoll ist. Er versäumte nicht, überoll mit den Vertretern des Deutschtumsin Fühlung zu treten, um ihre Erfahrungen und Wünsche kennen zu lernen. Gleichzeitig vervollständigte er durch ein« Reihe von Neuerwerbungen seine � b c- kannte o st a s i a t i s ch« Kunstsammlung. Er Hot die An- strengungen der sechsmonatigen Reise sehr gut überstanden und in voller Frisch« sein« Arbeiten als Vor. sitzender des Aufsichtsrat- der I. G. Farbenrndustri« A.-G. und des Reichsverbandes der deutschen Industrie wieder aufgenommen." Veschlenwgnng der Zlvilprozeste. In einer allgemeinen Der- sügung spricht der preußische Justizminister die Erwar- tung aus daß di" Gerichte den Wünschen der Parteien auf B«. schl-unigung der Ztvilprozess« entgegenloinmen. Auch während der Gerichtsferien sollen die Rechtsoersohren so schnell wie möglich durchgeführt werde». London. 24. Mai.(Eigenbericht.) Der Versuch der Konservativen, einen ent st eilten Auszug aus einer Red« des römisch-katholischen Kardi- nals Bourn« an die katholische Bevölkerung zu verteilen, stt durch die vorzeitig« Aufdeckung durch den„Daily Herald" völlig gescheitert. Die Führer der Konservtaiven Partei in Schottland, wo die Stimmen der Katholiken eine bedeutende Roll« spielen, haben am Freitag beschlossen, die Flugblätter nicht zu verteilen und das ganze Material, das inzwischen in Glasgow eingetroffen war. wieder einstampfen zu lasten. Sir Shadde, der Führer der schottischen Konservativen, hat inzwischen zugegeben, daß«in Zirkular, das die konfcrvatien Wahlogenten über die Verteilung der Flug- blättcr und der gleichlautenden Plakate instruieren sollt«,„anonym und ohne jede Vollmacht" in seinem Bureau fertiggestellt worden sei. Der Chefredakteur des„Daily Herald" hat an den Bor- Zwei Stimmen Mehrheit für poincare Sozialistische Vorstöße in der Kammer. Part» 24. Mai.(Eigenbericht.) Die Kammer begann am Freitag mit der Diskussion zweier wichtiger Interpellationen. Der sozialistisch« Abg. M o ch forderte eine klare Erklärung über die geplante Erhöhung der E i s« n b a h n> a r b e i t e r l ö h n e. Die Regierung gab bereits am Donnerstag bekannt, daß die für den l. Januar 1930 geplante Lohnerhöhung schon am 1. Juli in Kraft treten sollte. Demgegenüber legte Moch bar, daß die Löhne nach wie vor völlig unzureichend bleiben. Di« Debatte über diesen Gegenstand wurde mit der An- nahm« einer von der Rechten eingebrachten Tagesordnung ge- schlössen, die mit 274 gegen 272 Stimmen angenommen wurde, so daß die Regierung gerade zwei Stimmen Mehrheit erhielt. Eine weitere von dem Sozialisten F r o t gestellte Anfrage bc- faßte sich mit dem Skandal im Militärlazarett von C h a l o n s, in dem ein Militärarzt die Kranken auf Unmensch- l i ch e Weise mißhandelt hat. Die sozialistische Fraktion hat die Absicht, diesen Fall einer gründlichen Klärung zuzuführen und im Zusammenhang daniit die von der Regierung nach dein Skandal ergriffenen unzureichenden Sanktionen einer scharfen Kritik zn unterziehen. Ministerpräsident Poinrarä erklärte am Freitag, der Kriegsminister habe alles Interesse daran, so g r ü n d- liche Aufklärungen wie möglich zu geben. Kommunisten als Helfer der Reaktion. Pari». 24. Mai.(Eigenbericht.) Das schon häufig gebührend gekennzeichnet« Zusammen- spiel zwischen Kommunismus und Reaktion zum Schaden der Arbeiterklaffe hat am Freitag in der französischen Kammer wiederum eine so schlagende Beleuchtung erfahren, daß die Kommunisten selbst es unmöglich ableugnen können. War es doch einer der Ihren und nickst der letzte, der es offen gestand. E a ch i n rief bei der Rede des Innenministers Tardieu dazwischen, er bettage die Wassenverhaskungen am 1. Mal durchaus nicht. Cachin hat also die„Operationen großen Stils" der Kommunisten, auf die sich Tardieu berief, vorbereitet und so die Möglichkeit zum Vorgehen der Regierung gegeben. In Wirklichkeit hat nie auch nur die geringst« Gefahr bestanden. Die französische Arbeiterklasse ist, woraus der sozialistische, früher kommunistische Abg. L a s o n t hinwies, gegenwärtig zu einer einheitlichen Aktion nicht in der Lage, da der Bolschewismus sie gespalten Hot. Seine Existenz gibt aber der Reaktion jeder. zeit die erwünschte Gelegenheit, auch gegen bereits erkämpfte Recht« der Arbeiterschaft von neuem vorzugehen. Die Regierung weiß dies genau. Sie weiß, daß der Kommunismus ungefährlich ist. Aber sie weiß seine unschätzbaren Dien st« zu würdigen. Mit der Hilfe Eachins und der Seinen läßt sich, dos hat man an diesem Fall gesehen, auch das schärfste Vorgehen rechtfertigen, läßt sich der reinste Faschismus begründen, läßt sich die Bewe- guug allmählich in ein Nichts auflösen. Es ist immer dasselbe Spiel. in Frankreich, in Deutschland, wie in allen europäischen Ländern. Amanullahs Flucht nach Europa. Wie au» Zimla gemeldet wird, hat die indische Regierung Amonullah und seinem Gefolge ein Durchreis evisum durch Indien erteilt. Amonullah beabsich- tigt sich von Bombay, wohin ihn»in S o n d« r z u g bringen wird, nach Europa einzuschiffen. sitzenden der Konservotiven Partei, Davidson, der die Der- öffentlichung des„Daily Herald" als Erfindung bezeichnet hatte, einen Brief gerichtet, in dem von dem konservativen Führer«ine Zurücknahme seiner Behauptung und volle Entschuldigung gefordert wird. lllster'Wahlergebnis. London. 24. Mai.(Eigenbericht.) Di« Wahlen zum nordirischen Parlament haben den Unionisten einen neuen Erfolg gesichert. Sic werden in Zukunft von.?2 Sitzen des Usster-Parlaments allein 38 besitzen und nersügen damit über eine Mehrheit von 24 Stimmen. Die Arbeiterpartei hat van ihren 3 Sitzen eiyen verloren,(lllster ist ein« rein agrarische Provinz im Norden Irlands und eine traditionelle Hochburg des extremsten Konservativismus. Red.) Oer Verständigungsgedanke marschiert Kundgebung in Poris s 3R«dt des Reichstagsobg. Roßmanu Pari». 24. Mai. Zu Ehren der 35 Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft, die auf einer Studienreise durch Frankreich gegenwärtig hier weilen, veranstaltet« die Gesellschaft Les Amitiäs(Inter- nationale Freundschaften) heute ein Frühstück, an dem unter dem Vorsitz des Senators de M o n z i e etwa 120 Personen teilnahmen. darunter zahlreiche bekannte Parlamentarier und Schriftsteller. Auch der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete R o ß m a n n, der Vorsitzende der Bereinigung der deutschen Kriegsoerletzten. war neben den führenden Persönlichkeiten der Deutsch-Französischen Ge- sellschaft anwesend. In den Tischreden, so der Deputierten C h a- b r u n und Ober st Picot, sowie des früheren englischen Unterhousmitgliedes Sir Thomas Barclay wurde überein- stimmend die Notwendigkeit einer deutsch-französischen Verständigung als Vorbcdivgung für den europäischen Frieden betont. Dr. G r a u t o f f, der Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft, dankt« für den freundlichen Empsanz und versprach, daß seine Gesellschaft und die van ihm herausgegebene Zeitschrift „Deutsch-Französische Rundschau"!!e notwendige Aus- tlärungsorbeit durchführen wollen, um namentlich ew Ber- ständigung zwischen den deutschen und den französischen Intellek- t u« l l e n herbeizuführen. Reichsiagsabgeordneter R o ß m a n n betont« in einer mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache die Bereitwilligkeit der ehemaligen deuischen Frontkämpfer zur Mitarbeit an dem europäischen Aufbau! er sagte, die Aufnahme des „Graf Zeppelin" in Frankreich habe!vn Beweis geliekert, dah im französischen und im deutschen Volke die Elemente vorhanden seien, durch die man zu einer Verständigung gelangen könne Gegen deutsche Minderheitsschullehrer. 300 Disziplinarverfahren wegen schwerer Beschuldigung. Sattowlß. 24. Mai. Auf Grund von Beschuldigungen der„Polska Zachodnia", wo- nach angeblich sämtliche Minderheitsschullehrer Zu- schüssc aus deutscher Quelle beziehen, sollen gegen fast 300 deutsche Minderheltsschullehrer Disziplinarverfahren eingeleitet worden sein. Gestern wurde nun der Rektor der deutschen Minherheitsschule in Kattawitz, llrbanik, gegen den ein gleiches Verfahren schwebte, ohne Pension seines Amtes enthoben. Schwere Studentenkrawalle in Mexiko. Mexiko. 24. Mai. Ein von den Studenten der juristischen Fakultät dar Universuät als Protest gegen die monatlichen Prüfungen eingeleiteter Streik hat zu einem schweren Zusammenstoß zwischen demon- strierenden Studenten und der Polizei geführt, der in«in« wahr« Straßcnschlacht ausartete und bei dem ein Student getötet und 32 verwundet wurden. Die Polizei mußte die Feuerwehr zu Hilfe rufen, die mit Schlauchleitungen gegen die Studenten vor. ging, während die Polizisten von ihren Schußwaffen und A« x t« n Gebrauch mochten Verkäufe gittDlena. SgiKat, galonieftiagc 9* Kettcnverlaul! Degen Geldmangel spottbillig! Reuelb,—! mradjhjollc 22,501 25,—! Äiuerndctten 29,-1 Reine Combo od war« I Leihhaus Brunnenltroße<7. Waldparzelleu, herrlich am See. lZOO,—, kleine Anzahlung, Wagner, Wandlitzsce, Stolzenhagenerstraße._ L-udpaezell-n. schön gelegen, 950,-: k'einc Anzahlung, Restaurant Hofmann. Oranienburg. Berliner Allee 21, Aue» kunft auch Bahnhof Lehnitz, Bootshaus. 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Norden 1141 u. 281 Täglich 8 Uhr Dreigrosdien- Oper Naher, Valeffl. TUmlg, Lvonkt. La Man, steckei Lessing-Theater Täglich S'/t Uhr „Die Frau des andern" Die Komödie 11 Blsmck. 2414/751 6 8l/2i Ende geg. lO�U. Oer«aan, der seinen Hamen änderte 3 Akte von Edgar Walace. Regie: HeinzHilpert Kammersplele D.I. Norden 12 310 8"iU. Endenach 10 autgang nurtor Herrschaften Kleine Komödie von Siegfried Geyer iamowsky-liBtinen Theater ia der Xäniggrätzer Streß» Täglich 8V. Uhr Rival en Komödienhaus Täglich 8i/4 Uhr Ctiärleys Tante mit Curt Bois. 1 6 Uftr ♦ Zntr. 2819• üantoen crlaabij FQrl Mark leinen bennemen. gepolsier-, ten Sessel In Knrzer Entler- nnng von der Blhne mit | Oester Sidit. Ein auserlesenes| ProgramiD. Viel Neues und Gutes. Sonnabends o. Sonnlads ie 2 Vorstellungen 3« und 8 Uhr— 3» ermäßigte Pr. MLETROPOLTIIEATER 8: Nur noch 7 Tage! Lustige Witwe Hesterberg: Heldemann, Jankutm, Elleot, Junker- siäDQ, Schaeffers. 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Jahrgang<��08*0? 05*�5� CoitnuSeni/ 25. 31« 1929 ffieim SmmelsirafricMer In Moabit sind bekanntlich die Strafabteilungen samt- ficher Berliner Gericht« bis auf wenige Zlusnachmen vereinigt, es ist dort also für die Strafjustiz bereits ziemlich das erreicht, was für die Zioiljustiz mit immer größerem Nachdruck angestrebt wird: Die Zusammenlegung aller Gerichte in einem Gebäudekomplex. Die Eigentümlichkeit des Strafver- f-chrens bringt es nun mit sich, daß man in Strafsachen mehr Zuhörern begegnet, die nicht zu den Organen der Rechtspflege ge- hören, als in streitigen Zivilsachen auf den Zivitgerichten. Das liegt einmal daran, daß in gewissen Zivilsachen Anwaltszwang be- steht und daß in Sachen, in denen er nicht besteht, die Parteien sich doch häufig der Anwälte bedienen und deshalb nicht selbst an GerichtssteCe erscheinen. Zeugen werden zu bestimmten Tagen, die für Beweisausnahmen reserviert sind, geladen. So kommt es, daß in Zivilsachen die Anwälte gegenüber dem sonstigen Publikum in größerer Zahl in Erscheinung treten und dem Gerichtsbild ein besonderes Gepräge geben. Anders in Moabit. Hier hat einmal der Angeklagt« fast ausnahmslos selbst zu erscheinen. Di« Zeugen- Vernehmungen finden stets im Anschluß an das Verhör des An- geklagten statt, und fast zu jeder Sache sind immer einig« Zeugen geladen, deren Zahl noch oft durch die vom Angeklagten gestellten verstärkt wird. Dazu kommt die nicht unerhebliche Zahl der Schau- und Hörlustigen, die sich aus Freunden. Bekannten und Feinden des Angeklagten zusammensetzen und sich für sein Schicksal inter- «fsieren, ferner die aus Senfattonslust Gekommenen, die interessante Geschichten hören wollen und schließlich diejenigen, die demnächst selbst vor dem Richter erscheinen müssen und sich den Betrieb vorher ansehen wollen. Alles das läßt in Moabit ein anderes Bild als auf den Zivilgerichten entstehen. In Berlin-Mitte sind die Strafob- teilungen zusammengeschrumpft, und auch bei den Landgerichten ist mit Ausnahme eines Landgerichts ein« Verringerung der Straf- kämme rn eingetreten. Sehr beliebt bei dem schaulustigen Publikum scheinen die Verhandlungen zu sein, die vor dem Einzelstrafrichter, dem Amtsrichter stattfinden. Offenbar, weil es sich hier meist um kleinere Sachen handelt, die sich verhältnismäßig schnell abwicketn und so Gelegenheit geben, in einer Stunde verschiedenartige Bilder zu sehen. Vor den Amtsrichter kommen einmal alle Uebertrewngen und ferner diejenigen Vergehen, bei denen kein« besonders hohe Strafe zu erwarten steht. Sie sind meistens in tatsächlicher Be- ziehung einfach gelagert, manchmal brauchen sogar keine Zeugen Alles Mriminalgericht £cfce AUmoahH—tRalhenowflrafle vernommen werden, da der Angeklagte geständig ist, und deshalb geht es ziemlich schnell vorwärts. Viele Sachen sind schon durch Strafbefehl, den der Amtsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassen hat, gewissermaßen zum Abschluß gekommen, und nur weil der Bestraste Einspruch eingelegt hat, findet ein« Haupt- Verhandlung statt. Da handelt es sich einmal um Paßoergehen: Ein Ausländer, meistens aus den östlichen Ländern, hat die Aufent- Haltszeit, die ihm in seinem Paß gesetzt war, überschritten und will absolut nicht abreisen. Das Fremdenamt teilt den Vorgang mit, es kommt schließlich zur Hauptverhandlung, aber im letzten Moment hat es der an Gerichtsstelle Vorgeladene vorgezogen zu verschwinden — wohin, läßt sich nicht feststellen, denn er bleibt einstweilen un- auffindbar. In anderen derartigen Fällen erscheint der Vorgeladene und wehrt sich eigentlich nur gegen eine zu hohe Geldstrafe. Wenn die Umstände es rechtfertigen, kommt er mit einer kleinen Geld- strafe davon. Geringfügige Körperverletzungen, manchmal auch schwere. Widerstand gegen die Staatsgewalt und Beleidigungen gehören zu den häufigsten Sttaf taten. Radaumacher haben in angetrunkenem Zustande Schlägereien gehabt oder sind kurz vor der Polizeistunde, trotz Protestes des Wirtes, noch in ein Tanzlokal eingedrungen: es entwickelt sich eine Schlägerei, deren Folge eine Körperverletzung ist, dazu stiegen Beleidigungen hin und her: beim Abtransport der Radaulustigen durch die Schutzpolizei leisten diese Widerstand, indem sie sich gegen den Boden stemmen oder an sonstwie erreichbaren Gegenständen festklammern und erst unter Anwendung von Gewalt durch die Polizei zur Wache zwecks Feststellung ihrer Personalien gebracht werden können. Gleich fft «in Kranz von Straftaten fertig. Anklage wegen Körperverletzung. Beleidigung, Hausfriedensbruch, Wider st and gegen die Staatsgewalt. Trotz dieser Häufung von Straftaten fällt die Strafe nicht so schlimm aus, wie man annehmen könnte. Ist der Angeklagte nicht vorbestraft, dann erfüllt eine Geldstrafe, die seinen Einkominensverhältnissen angepaßt ist, den Sttafzweck. Liegt der Fall schlimmer, dann kommt auch Gefängnisstrafe zur Anwendung. So ein Angeklagter, der zwölfmal vorbestraft ist, u. a. wegen räuberischer Erpressung, Zuhallevei und mehrfacher schwerer Körperverletzung. Er hat sich wiederum ein« schwere Körperverletzung zuschulden kommen lassen, indem er einen Zechkumpan nach beendeter Bierreise mit einem Schlagring bearbeitet hat. Der Verletzte wurde durch das Dazwischen- treten eines Polizisten aus seiner unangenehmen Situatton befreit. Hier wurde auf drei Monate Gefängnis erkannt. Offen- bar hatte der Angeklagt« es auf die gefüllte Brieftasche seines Zech- kumpans, den er erst im Laufe des Tages kennen gelernt hatte, abgefehen. Aber das war ihm nicht nachzuweisen. Dieses Moment mußte also auch bei der Strafbildung vollkommen ausschalten. Auch Diebstähle und Llnterschlagungen gehören zum täglichen Brot des Amtsrichters. Meistens liegen die Fälle leicht. Ein junges Mädchen geht mit ihrer verheirateten Schwester in ein Warenhaus, um für die oerheiratete Schwester ein Kleid zu kaufen. Sie kaufen auch-das Kleid. Da unterliegt das junge Mädchen der Versuchung, versteckt eins von den ausgestellten Kleidern und will es mitgehen heißen. Das Personal entdeckt das Verschwinden des Klebdes, das Mädchen wird untersucht. Leugnen ist zwecklos. Sie ist nicht vorbestraft, bereut ihre Tat, und so kommt sie mit einer geringen Geldstrafe davon. Auffallend sind die U n- ters ch la gu ng e n an unter E i g e n t u m s v o r b e h a l t gekauften Sachen. Die meisten Geschäft« verkaufen heut« auf Kredit. Die Entwicklung, die die Wirffchast genommen hat, hat dieses Krediffystem außerordenttich zur Blüte kommen lassen. Di« Abzahlungsgeschäfte florieren. Es ist auch zu verlockend, einen lang« ersehnten Gegenstand zu erwerben, ohne das nötige Bargeld gleich auf den Tisch des Haufes legen zu müssen. Man macht ein« Anzahlung, die sich in erschwinglichen Grenzen hält und bekommt den Gegenstand ausgehändigt. Dabei vergißt man in der Freude ganz, daß man den gekauften Gegenstand nicht gleich bei der lieber- gäbe zu Eigentum erhält, da sich die Verkäuferfirma stets ausdrück- lich das Eigentum an dem Gegenstande bis zur völligen Zahlung des Kaufpreises vorbehält. Man darf also nicht mit dem Gegenstände machen, was man will. Man. darf ihn also nicht verkaufen und auch nicht verpfänden. Das passiert aber manchen Leuten. Sie körnten aus irgendeinem Grunde die Raten nicht bezahlen, aber nicht genug damit, sie brauchen Geld, verfallen schließlich aus den Ausweg, den Gegenstand, der ihnen laut Abmachung mit der Ver- käuferfirma garnicht gehört, zu verlausen. Er verschwindet auf diese Weise, und selbst wenn er noch aufzufinden ist, kann sich meistens der Erwerber auf seinen guten Glauben berufen, und er ist Eigen- tümer geworden. Die Verkaufsfirma, die die Raten nicht erhall. verlangt ihr Eigentum zurück, erfährt den Vorfall, macht Anzeige und das Verfahren geht los. Kriegt sie ihr Geld rechtzeitig� siehi sie von einer Anzeige ab: kriegt sie es nicht, verfolgt sie mit Interesse das Verfahren. Gelingt es chr, vor der Verurteilung doch noch das Geld zu erhalten, so erklärt sie, daß sie kein Interesse an der Strafverfolgung habe, und dann wird das Verfahren häufig, das es sich uni geringfügige Sachen handelt, eingestellt. Ig der- artigen Fällen bedient sich cm« Firma des Strafverfahrens als Druckmittel, um ihre Forderungen beizutreiben, was Heues Siriminalgerichl in der Vurmflraße gesetzlich nicht unzulässig ist, und als in höchstem Maße unerwünscht bezeichnet werden muß. Man müßte hier einen Weg finden, um einem derartigen Mißbrauch der Strafverfolgungsbehörden einen Riegel vorzuschieben. * So stellt joder Verhandlungstag den Strafrichter vor neue Auf- gaben. Zwar wiederholen sich die Fälle in großen Umrissen. Aber Mer Fall bietet doch Abweichungen, läßt den Richter in ein anderes soziales Milieu schauen, das ihm die Erklärung für manche Straftat gibt und die Höhe der Strafe oft entscheidend beeinflußt. Vorspiel zum Gtinnes-Prozeß. Die Geheimhaltung der Anklageschrist. Räch den gesetzlichen Bestimmungen ist die Anklage. s ch r i s t in jedem Prozeß als Bestandteil des Akten- i n h a l t s zu betrachten, und dementsprechend dürfen vor der Erössnung der Hauptverhandlung Veröffentlichungen aus der Anklageschrift nicht erfolgen. Da» Gesetz hat sogar die Möglichkeit, die Presie, wenn eine llebertretung nach dieser Richtung hin erfolgt, strafrechtlich z« verfolgen. Diese im Gesetz verankert« Bestimmung hat jedoch in den letzten Jahrzehnten kein« praktische Anwendung mehr gefunden. Ini allgemeinen wurde vor jedem großen Prozeß der Inhalt der Anklageschrist veröffentlicht, wobei immer darauf Rücksicht genommen wurde, daß die Darstellung deutlich als die Auffassung des Staatsanwalts gekennzeichnet wurde, um einen Ange- schuldigten in den Augen der Oeffentlichkeit nicht von vornherein zu schädigen. Auch vor dem am kommenden Dienstag beginnenden Stinnes-Prozeß wollt« die Justizpressestelle Berlin dach Xondon: 88] (Berechtigte üebersetzung von Erwin Magnus). „Und noch eins, Herr ijarnish," sagte Guggenhammer. „Wenn der Betrag, über den Sie oerfügen oder den Sie in die Sache hineinstecken wollen, überschritten werden sollte, dann wenden Sie sich nur sofort an uns. Denken Sie immer daran, daß wir hinter Ihnen stehen." „Jawohl, daß wir hinter Ihnen stehen," wiederholte Dowsett. Nathaniel Letton nickte zustimmend. „Und was die doppelte Dividende betrifft, die am acht- zehnten erklärt wird—" John Dowsett zog ein Papier aus seinem Notizbuch hervor und setzte seinen Kneifer auf.„Ich will Ihnen die Zahlen zeigen. Sehen Sie hier--."— Und nun begann eine lange technische und historische Aus- einandersetzung über die Entwicklung von Ward Valley. Die ganze Besprechung dauerte nicht länger als eine Stunde, und in dieser Stunde fühlte Daylight sich dem Gipfel des Lebens näher als je. Diese Männer, das waren große Spieler. Sie waren Großmächte. Allerdings war er sich klar darüber, daß sie noch nicht zu den Allergrößten gehörten. Sie standen noch nicht in einer Reihe mit Morgans und Harrimans. Aber sie waren doch in Berührung mit ihnen und selbst schon Giganten. Auch die Haltung, die sie ihm gegenüber einnahmen, gefiel ihm sehr. Sie waren liebenswürdig, ohne herablassend zu sein. Es war die Liebens- Würdigkeit gegen ihresgleichen, und die feine Schmeichelei in diesem Auftreten verfehlte ihre Wirkung auf Daylight nicht: war er sich doch klar darüber, daß sie an Erfahrung wie an Reichtum weit über ihm standen.„Wir wollen diese Spekulantenbande mal ordentlich aufrütteln," erklärte Leon Guggenhammer triumphierend.„Und Sie sind der rechte Mann dazu, Herr Harnish. Alle Welt muß ja glauben, daß Sie auf eigene Faust handeln, und wenn es gilt, einen Neu- ling wie Sie zu stutzen, sind alle Scheren scharf geschliffen." '„Die werden sich wundern," fügte Letton hinzu, und seine unergründlichen Augen leuchteten aus den umfang- reichen Falten des wollenen Schals hervor, den er sich jetzt um Hals und Ohren wickelte.„Die Gedanken dieser Leute geben immer bestimmte Bahnen. Das Unerwartete wirft alle ihr« Berechnungen über den Haufen— sei es eine neue Kam- bination, irgendein fremder Faktor oder eine neue Variante. Und das alles werden Sie für die Leute sein, Herr Harnish. Ich wiederhole: Es sind Spieler, und sie verdienen ihr Ge- schick. Sie hemmen und stören jedes regelrechte Geschäft. Sie, Herr Harnish, haben ja keine Ahnung von dem Acrger, den diese Spekulanten Leuten wie uns verursachen, wenn sie — was vorkommt— mit ihrem Spiel die vernünftigsten Pläne durchkreuzen und die sichersten Geschäfte über den Haufen werfen." Dowsett und der junge Guggenhammer fuhren zusammen in einem Auto fort, Letton allein in einem anderen. Auf Daylight,-dessen Gedanken immer noch von den Ereignissen der letzten Stunde erfüllt waren, machte die Art ihre Abreise einen tiefen Eindruck. Wie seltsame Un- geheuer standen die drei Maschinen am Fuße der breiten Treppe unter der unbeleuchteten Einfahrt. Es war finstere Nacht, und die Scheinwerfer der Automobile durchschnitten wie Messer die feste Substanz des Dunkels. Der ehrerbietige Lakai, der automatische Hausgeist, der keinem der drei ge- hörte, stand, nachdem er ihnen beim Einsteigen geholfen, wie aus Stein gehauen da. Auf den Führersitzen saßen die pelz- gekleideten Chauffeure. Dicht hintereinander jagten die Wagen ins Dunkel hinaus und verschwanden um die Ecke. Daylights Wagen war der letzte, und als er hinaussah, erblickte er einen Schimmer des unbeleuchteten Hauses, das groß und mächtig wie ein Berg in der Finsternis dalag. Wem mochte es gehören? Wie kam es, daß sie es für ihre heimliche Besprechung benutzten? Ein Mysterium? Die ganze Geschichte war voller Mysterien. Aber Hand in Hand mit dem Mysterium schritt die Macht. Er lehnte sich zurück und atmete den Rauch seiner Zigarette ein. Großes war im Gange. Eben jetzt wurden die Karten zu einem mächtigen Spiel ausgeteilt, und er war dabei. Er erinnerte sich seines Pokerspiels mit Jack Kearns und lachte laut. Damals ging es um Tausende, jetzt um Millionen. Und wenn am achtzehnten die Dividende erklärt wurde—, er lachte laut bei dem Gedanken an die Scheren, die geschliffen wurden, um ihn zu stutzen—, ihn, Burning Daylight. * Es war fast zwei Uhr morgens, als er in sein Hotel zurückkehrte, aber noch warteten Reporter auf ihn, um ihn zu interviewen. Am nächsten Morgen kamen wieder welche. Und so wurde er mit schmetternden Zeitungsfanfaren in New Dork empfangen. Wieder einmal wanderte seine male- rische GestaU unter dem Lärm des Tamtams, unter wildem Spektakel durch die Druckspalten. Der König von Klondike, der Held des hohen Nordens, der dreißigfache Dollarmillionär aus Alaska war nach New Pork gekommen. Warum? Wollte er jetzt den New-Iorkern an den Kragen wie früher der To- mopah-Bande in Nevada? Wall Street mußte auf dem Posten sein: Der wilde Mann aus Alaska war da. Oder würde diesmal Wall Street ihm an den Kragen gehen? So war es schon vielen wilden Männern ergangen. Wie würde es ihm ergehen? Daylight grinste und sprach sich den Inter- viewern gegenüber in dunklen Wendungen aus. Man war darauf vorbereitet, daß er spielen würde, und als am selben Tage ein mächtiger Kauf von Ward Valley begann, gab es keinen Zweifel mehr, daß er dahintersteckte. Die Wogen der Börsengerüchte gingen hoch. Wieder hstte er es also auf die Gugsienhammers abgesehen. Die Geschichte von Ophir wurde wieder hervorgeholt und so sensationell � ausgeputzt, daß Daylight sie selbst kaum wiedererkannte. Aber das' war nur Wasser auf seine Mühle. Es war klar: die Spekulanten gingen auf den Leim. Von Tag zu Tag kaufte er mehr, aber das Angebot war so groß, daß Ward'-Valley- Aktien nur ganz langsam stiegen. Die Woche, die Donnerstag, dem achtzehnten, voraus- ging, war eine wilde, aufgeregte Zeit für Daylight. Ganz allmählich hatte das anhaltende Kaufen doch die Aktien in die Höhe getrieben, und je näher der Donnerstag kam. desto mehr spitzte die Lage sich zu. Irgendwie mußte die Bombe platzen. Wieviel Ward Valley wollte dieser Klondikespieler denn kaufen? Wieviel konnte er kaufen? Was taten die Ward-Valley-Leute unterdessen? Die Interviews mit ihnen. die in den Blättern erschienen— Interviews, die prachtvoll ruhig und beherrscht waren— belustigten Daylight sehr. Leon Guggenhammer äußerte sogar die Meinung, daß dieser Nordlandkrösus sich vielleicht doch verrechnet hätte. Aber das mache ihnen keine Sorge, erklärte John Dowsett. Sie hätten auch nichts dagegen. Sie hätten keine Ahnung von seinen Plänen, und nur eines sei sicher: Ward Valley lägen ü. lu hansse. Dagegen hätten sie auch nichts. Wie es ihm und seinen Operationen auch immer erginge, Ward Valley sei jedenfalls in schönster Ordnung, so fest wie der Felsen von Gibraltar und würde es bleiben. Nein, sie hätten keine Ward Valley zu verkaufen, besten Dank. Der ganze unnatürliche Stand des Marktes müsse sich bald ändern, und Ward Valley sei durch ein so wahnsinniges Börsenspiel nicht aus seinem ruhigen Gang zu bringen.„Es ist das reine Spiel von An- fang bis zu Ende," sagte Nathaniel Letton,„wir haben nicht das geringste damit zu tun und nehmen keine Notiz davon." (Fortsetzung folgt.» gestern den Vertretern der deutschen Presse Gelegenheit geben, sich über die Anklage eingehend zu informieren. An der Sitzung, der auch Staatsamvaltschaftsrat Berliner beiwohnte, nahmen fast all« Verteidiger der sieben Angeschuldigten teil. Als nun der Leiter der Pressestell«, Landgerichtsrat Becher, nach den ersten grundsätzlichen Aufklärungen über das Wesen des Anleiheablösungs gesetzes, aus die Beschuldigungen, die gegen die einzelnen Angeklagten erhoben werden, einging, erhoben die Verteidiger leb hosten Protest. Sie erklärten übereinstimmend, daß die Verlesung aus der Anklageschrift oder eine Darstellung, die sich auf die An klage stütze, ungcsctzmäßig sei und ihre Mandanten erheblich schädigen mühte. Press« und Publikum hätten im Laufe der .ihauptoerhandlung genügend Gelegenheit, sich darüber zu infor- mieren, ob die Beschuldigungen gegen Stinnes und Genossen zu Recht beständen, und einer der anwesenden Anwälte drohte sogar, den Konferenzsaal zu verlassen, da er einem„so ungesetzlichen Vorgehen"' nicht länger beiwohnen könne. Unter diesen Umständen sah der Leiter der Pressekonferenz, Landgerichtsrat Becher, davon ab, weitere Mitteilungen über dos �Zerfahren zu machen. Die Lehren von Cleveland. Keine Explosionsgefahr für Berlins Krankenhäuser? Der im„Abend" vom 18. Mai veröffentlicht« Artikel de» Reichstagsabgeordneten Dr. med. Julius Moses über„D i e Lehren von Cleveland" wies auf die Gefahr hin, die auch In Krankenhäusern Deutschlands durch die Lagerung der Röntgenfilme bei unvorsichtiger Behandlung entstehen kann. Erinnert wurde an«in vom Reichsminister des Innern bereits am 26. Januar 1929 den Landesregierungen zugesandte» Rundschreiben über„Feuersgefahr durch Röntgenfilme in Krankenanstalten" und an eine gleichzeitig den Landesregierungen übermittelte Denkschrift des Reichsgesundheitsamtes über dies« Gefahr. Schließlich wurde gefragt, was nach den Warnungen des Reichsgesundheitsamts und des Reichsinnenministeriums die Landes- regierungen getan haben. Nach der Veröffentlichung jenes Artikels im„Abend" bracht« dann auch ein bürgerliches Blatt«inen Hinweis auf die Gefährlichkeit der Röntgenfilme in Krankenhäusern und nannte besonders das Berliner Virchow-Kronkenhous. Hierzu äußert sich jetzt der M a g i st r a t in folgender Erwiderung, die das städtische Nachrichtenamt verbreitet: „Das Vrandunglück im Krankenhaus zu Tleoeland in den Bereinigten Staaten von Nordamerika hat verschiedentlich zu der Frag« geführt, ob sich ähnlich« Zustände auch in Berlin ereignen könnten. Nach menschlicher Voraussicht erscheint eine derartige Katastrophe in den Berliner städtischen Krankenhäusern vollkommen ausgesihlossen. Schon vor diesem entsetzlichen Ereignis in Amerika hatte der Polizeipräsident von Berlin unter Bezugnahme auf«in« Denkschrift des Reichsgesundhettsamtes den zustandigen städtischen Stellen«ine Verfügung zugehen lassen, nach der aufs genaueste geprüft werden soll, in welcher Entfernung vonden Röntgeninstituten feuergefährliche Flüssigkeiten, insbesondere in Apocheken, in den Berliner Krankenhäusern auf« bewahrt werden. Alle diese Einrichtungen stehen übrigens unter der ständigen Aufsicht der städtischen Feuer- Polizei. Jm Birchow-Krankenhaus.in dem angeblich feuergefährlich« Zustände herrschen sollen, befindet sich das Röntgenlaboratorium in einem völlig isoliert liegen- den Gebäude, das schon seit 2S Iahren besteht, ohne daß bisher dort«in Unglücksfall eingetreten ist. Es lagern in diesem Laboratorium zwar Filme, aber es bandelt sich hierbei um f ch w e r entflammbare und deshalb besonders kostbar« Filme, die zwar im äußersten Unglücksfall verbrennen, aber niemals explo- dieren können. Für sämtliche städtischen Röntgeninstttute besteht außerdem noch ein strenges Rauchverbot. Bei Neubauten von Krankenhäusern wird bewußt darauf geachtet, daß die Röntgen- institut« in besonderen Gebäuden in der erforderlichen Entfernung von der Krankenanstalt selbst untergebracht werden." „Nach menschlicher Voraussicht" gilt also ein ähnliche» Unglück in den Berliner städtischen Kronkenhäusern als„vollkommen aus» geschlossen". Hoffen wir, daß die„Doraussicht" nicht trügt. ttm die Mißhandlung der Zigeuner. Den Kannibalismus bestätigen die Gefängnisbeamten. K a s ch a«, 24. März. Zu Beginn der Sitzung nn Zigeunerprozeß in !1 a s ch a u stellte der Prästdent fest, daß es dem An» geklagten Paul Ribar gelungen sei, durch den Lokal- augenschei« im Krankenhaus ein einwandfreies Alibi zu erbringen. Hierauf erfolgte die Vernehmung des Gefängnisdirektors I a n i t s ch e k, der auf das bestimmteste erklärte, daß die Zigeuner im Laufe der Voruntersuchung nicht mißhandelt seien. Auf die Frage des Rechtsanwalts Dr. Friedländer, ob sie etwas von der Menschenfresserei erzählt hätten, antwortete der Gesängnisdirektor, daß Hüdak einmal erklärt habe, er habe Haupt- sächlich die Brüste von Frauen besonders schmackhaft gefunden, sie erinnerten ihn an den Genuß von Pferdefleisch. Sodann wurde der Inspektor Johann K r e c s i vernommen, der ebenfalls zu Protokoll gab, daß die Angeklagten nicht geschlagen seien. Er wies eine Reih« von Karten und Briefen Filtes vor, in denen dieser ihm verschiedene Wünsche ausgedrückt habe, aber nirgends auch nur ein Wort von Mißhandlungen erwähnte. Auch der Gefängnisinspektor M i ch a l f a l v y bestreitet entschieden jede Mißhandlung der Zigeuner. Auf eine weitere Frage, ob sie auch ihm gegenüber etwas von Menschenfresserei erwähnt hätten, gab er folgendes bekannt: Die Zigeuner haben bekundet, daß sie ihre Opfer zerteilt, gekocht und mit Kartoffeln garniert gegessen haben. War dos Opfer zerteilt, so habe jeder sein Teil genommen und weggetragen. Er wiederholte, daß auch diese Angaben der Zigeuner ohne Mißhandlungen erfolgt seien. Dazu ersuchte der Angeklagte Filke um das Wort und erklärt«, -daß er vom Gefängnisinspektor selbst zwar niemals geschlagen, wohl aber auf seinen Befehl mißhandelt worden sei. Die Aufbauklassen für besonders befähigte Kinder. Die Stadtverordnetenversammlung hat durch Beschluß vom 21. Februar grundsätzlich zugestimmt, daß an Groß-Berliner Volks- schulen versuchsweise zunächst 20 Aufbauklassen für be- sonders befähigte Kinder des achten Schuljahres -ingerichtet werden sollen. Diese Aufbauklassen sind der Anfang der für die Volksschulen geplanten Oberstufe, die man durch Zusammen- fassung des Schuljahres 8 mit den neu anzufügenden Schuljahren 9 und 19 schaffen will. Nachdem auch der Minister für Wissen- schaft, Kunst und Volksbildung zugestimmt hat, sind zu Beginn des Sommerhalbjahres an neunzehn Schulen solche Ausbauklassen er. öffnet werden. Die Kosten in Höhe von jährlich 128 000 M. waren für da« laufende Jahr, weil sie nicht mehr in den Haushalt einge- stellt werden konnten, aus Vorbehattsmitteln zu decken. Die Wahnsinnstat einer Mutter. Wie kam es zu der Tragödie in Wilmersdorf? Das vlolio zu der furchtbaren Tat der kaufmannsfrau V ö l s ch e< nicht Cötfche) in der Schlangenbader Str. S7 im Bezirk Wilmersdorf ist die geradezu verzweifelte wirt- schaftliche Notlage. In der sich die Familie bereits sei« vielen Monaten befand. Der Gerichtsvollzieher ging au» und ein, kaum ein Möbelstück stand in der Wohnung, das nicht versiegelt war. Der Mann weilte seit einigen Tagen irgendwo draußen in der Provinz, seine Abwesenheit benutzte die schwergeprüfte Frau, um ein Ende zu machen. Ihre drei Kinder nahm sie mit in den Tod. Bölsche hatte vor einiger Zeit mit seiner Familie in dem neu errichteten Gebäude eine ö-Zimmer. Wohnung bezogen. Di« Kosten des Haushalt» gingen ober über die wirtschaftliche Kräfte des Mannes hinaus, denn wiederholt wurde der Gericht» Vollzieher bei den Leuten gesehen. Schon am Donnerstag kamen weder Frau Bölsche noch die drei Kinder, die 1,6 Jahre alle Ursula, die 10 Jahr« alte Inge borg oder der 9 Jahre alte Sohn W o l f g a n g, zum Vorschein. Am Freitag vormittag machte sich dann im Haus« ein starker Gasgeruch bemerkbar. Mieter alarmierten Polizei und Feuerwehr. Die Beamten, die sich Zutritt verschafften, fanden alle Türen in der Wohnung g c- öffnet. Im Schlafzimmer lagen Frau Bölsche und die Kinder regungslos in den Betten. Wiederbelebungsversuche waren bei allen ohne Erfolg. Di« Frau hatte, weil in den Zimmern nur elektrisches Licht ist, die Gashähne in der Küche aufgedreht und die Tür aufgelassen. So strömte von dort her das Gas ungehindert ein und führte bei allen vier Personen den Tod herbei. Die Kriminalpolizei hat die Leichen beschlagnahmt. Ohne Zweifel hat wirtschaftliche Not die Frau in den Tod getrieben, das geht auch aus verschiedenen Abschiedsbriefen an Derwandte und Freunde hervor. Der Kaufmann Arnold Bölsche, ein Mann von 46 Iahren, ist Vertreter einer auswärtigen Firma und viel unter- wegs. Die Familie war früher in Görlitz ansässig, kam dann aber nach Berlin. Im November v. I. wurde die S-Zimmer-Wohnung bezogen. In den Räumen erkennt man deutlich die fortschreitende Not, die von der Familie ertrogen werden mußte. F a st alle Möbel sind verkauft oder verpfändet worden. sogar die Betten der drei Kinder, die nun mit den Eltern zusammenschlasen mußten. Die verödete Wohnung wurde. nachdem die vier Leichen dem Schauhauje zugeführt worden waren, polizeilich verssegelt.' Oer Trunkenbold als Gerichtsvollzieher Die Verhandlung wird verlagt. wir berichteten gestern abend über die Unter- schlagungen des Gerichtsvollziehers P r c l l e r. der jeden Tag zwei Flaschen Kognak und vierzig Gläser Bier trank. Gestern wurde die Verhandlung vertagt. Da in der Beweisausnahme verschiedene Zeugen bekundeten. daß der angeklagte Gerichtsvollzieher, der sich wegen Amtsunter« schlagung und Urkundenfälschung zu verantworten hatte, fast immer betrunken zum Dienst erschien, kam der Sachverständige Dr. Wiener in seinem Gutachten zu dem Ergebnis, es sei möglich, daß der Angeklagte seine Versehlungen in ständiger sinnloser Betrunkenheit begangen habe. Darauf beantragte der Staatsanwalt Vertagung der Verhandlung, damit der Angeklagt« durch einen Gerichtsarzt noch einmal beobachtet und auf seinen G e i st e s z u- stand untersucht werde. Nach längerer Beratung folgte das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts, vertagte die Derhandlung- und beauftragte Medizinalrat Dr. Dyrenfurth, den Geisteszustand des Angeklagten zu untersuchen. Achtung! Falschgeld! Bis zu 3000 Mark Belohnung ausgesehi. Seit längerer Zeit tauchen nicht nur in L e r l l o. sondern auch im R e l ch e verschiedene Fälschungen von 10- und 20-BIart. Reichsbanknoten mit dem Ausgaben. dakum vom 11. Oktober 1924 aus. Hersteller und Verbreiter dieser Fälschungen sind bisher noch nicht ermittelt. Die Fälschungen sind bei einiger Aufmerksamkeit durch Dergleichen mit den entsprechenden echten Noten zu er- kennen. Die eine Sorte der umlaufenden falschen 10-Markscheine ist an der mangelhaften Wiedergab« de» Männerkopfbild- n i s s e s auf der Vorderseite der Note leicht kenntlich. Der Gesichts- ausdruck ist starrer als bei der echten Note, Halskragen und Latz des Kopfbildnisses sind im Gegensatz zu der echten Note mit starken dunklen Strichen durchzogen, und der Kragen hebt sich gegen den Latz nicht ab. Die andere Art der umlaufenden 10. Markschein- Fälschung ist wesentlich besser. Die Wiedergabe des Kopfbild- nisses ist gut. Der Kragen hebt sich vom Latz besser ab, als bei der ersten Art, jedoch längst nicht so prägnant wie auf den echten Scheinen. Auffälliges Kennzeichen ist: Während dos auf dem rechten unbedruckten Rand der Note wellenartig oerlaufend« Rippen- mufter bis dicht an die rötliche Einrahmung des Kopfbildmsscs her- anreicht, befindet sich auf den Falschnoten neben der rötlichen Ein- rahmung des Kopfbildnisses ein von dem Rippenmuster nicht durchzogener glatter Rand. Di« Fälschung der 20-Markscheine ist ohne weiteres an der mangelhaften, unsauberen und harten Wiedergabe des Frauen- kopfbildnisses auf der Vorderseite der Not« zu erkennen. Der Gesichtsausdruck der Frau zeigt auf den Falschnoten ältere und härtere Züge als auf den echten. Das Publikum wird ersucht, Einzahler der Falschnoten der Polizei zu übergeben. Für Mitteilungen, die zur Aufdeckung einer Falschmünzerwerk statt führen, hat die Reichsbank eine Belohnung bis zu 3000 M. ausgesetzt. Es wird gebeten, sich an die Falschgeldzentral st elle des Polizeipräsidiums Berlin in der Alten Leipziger Straße 16 zu wenden. Erhöhung der Pflegegeldsahe. Der Magistrat hat beschlosien. die Pflegegeldsähe für die in der Familienpflege in Berlin untergebrachten städtischen Pflegekinder(Waisenkinder) zu erhöhen. Vom 1. Juli werden für Kinder im 1. bis 2. Lebensjahre 1,50 M. täglich wie bisher gezahlt, für Kinder im 3. bis 6. Lebensjahr sollen künftig durchweg 1,20 M. und für Kinder im 7. bis 14. Lebensjahr 1,10 M. täglich gezahlt werden. Für Kinder im schulpflichtigen Aller tritt also eine Erhöhung um 20 Pf. täglich ein. Durch die Erhöhung entstehen für die Stadt beträchtliche Mehrausgaben, da viele tausend Kinder in Frag« kommen. Wenngleich man bei der Unterbringung verwaister oder verlassener Kinder davon ausgehen muh, daß überwiegend ideelle Gesichtspunkt« für die Ktfusnahme der Kinder bestimmend sein sollten, so war das Mißverhältnis Mischen den Leistungen der Pflegeeltern für die Er- nährung und die Pflege der Kinder und dem Pslegegeldsatz all- Aus englischen Singspielen und Operetten bekam man am Abend zu �hören. Das war wirklich einmal eine hübsche Jde— zumal als Solisten die ausgezeichnet singend« Sopranistin Margret Pfahl und Karl Joken verpflichtet worden waren Die musikalische Qualität der Werke konnte sich mit der gleichartiger deutscher durchaus messen. Volkstümliche Orcheitermusit schloß sich diesen Darbietungen an; weniger bekannte, gefällige Werke. Den Abschluß der Abendveranstaltungen machte Beethovens E-lDloll» Streichquartett, Dp. 69, gespielt von dem prachtvoll musizie- renden Guarneri-Ouartett. Die Borträge dieses Tages waren leider nicht sehr volkstümlich gehalten. Auch Königswusterhausen brachte kaum Themen, die für eine größere Hörerschar Interesse hatten— wenn man van der sehr hübschen Schilderung der Tauberland- schaft am Spätnochmittag absah. Dieser Bortrag war allerdings «irklich dazu angetan, einer größeren Hörerjchar Freude zu bereiten und vielleicht manchen zu bestimmen, diesmal während der Ferien sich dieser prächtigen deutschen Landschaft zuzuwenden.?e s, mählich so groß geworden, daß die Gewinnung guter Pflege st ellen immer schwieriger wurde. Leider gaben auch viele Pflegeeltern die Mnder in späteren Lebensjahren wieder ab. Es wäre erwünscht, daß recht viel« Familien oder alleinstehende Frauen, deren räumliche und wirtschaftliche Verhältnisse die Aufnahm« eines Pflegekindes gestatten und die auch in gesundheitlicher und erzieherischer Hinsicht den Anforderungen entsprechen, sich bei ihrem Bezirksjugendamt melden. Neben dem erhöhten Pflegegeld wird nach wie vor Kleidung, Wäsche und Schuhwerk ge- währt. Ebenso haben alle städtischen Pflegekinder Anspruch aus freie ärztliche Behandlung und freie Heilmittel. Klugzeugabsturz in polen. Bei R a d o m verunglückt« bei einer Notlandung infolge Motov» defekte» ein polnisches Militärflugzeug aus Krakau. Di« beiden Insassen, zwei Fliegerofsizier«. wurden schwer ver- wundet i parteinachnchien fürGroß-Berlin Einsendungen für dies« Rniril find Beeil» SB 6», Lindenstratz« 3, stet,»» da»««tirl-setretarial 2. Hof, 2 Treppe» recht», z» richte». 7.«reis edarlottenlnirp und Sp»»dan. Juristisch« Sprechstunde heute. Sonn- abend, �2i. Mai. von 17—13 Uhr Im Jugendheim Rostnenstr.«. Selege». deit zum jiirchenau»teitt!> U. P»i» Schöncbcrg. Sanntog. 28. Mai, 9 Uhr, irefsen sich aste©enoffeit zur„SotBMi r(»".ilaita non im Siidselänte bei Steiner, stantine j» de, Nolonie Teutschland. Heute. Sonnabend. 25. Mai. 37.«dt. Um L Uhr auherrrdenMche ffunkiionSrfihons bei 3 erste, Sbert». strahe 7. Morgen, Sonnlag. 26. Mai. 40. und 41. Abt. Betrifft Besichtigung de« Sraftmertr» Nli»ge»derfl. Einstigst« Kahrnerbindung Ist mit der Straßenbahn«0 und 134 bi» zur Warschauer Site Boxhagener Straße, non dort mit der Linie 13 bi» zum Nrafttoert Alingenberg. Trcsizeiicn bleiben bestehen. Nachzügler iönncn a» einer anderc» mc im Auameis augeseßten Besichtig»»« nicht teil» nehmen. »3. Abt. Rculöst». Landagitation In, Storkom. Treifpuntt und Abfahrt ptinttlich Uhr zeitungsliosi Herßbergplaß. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlsahrt. 10. Seei» gehlcndars. Kreisausschuß-. Helfer, und Helferinnensißung am Montag. 27. Mai, um 19'Z Uhr, bei Schnorre, 3ehlendorf, Potsdamer Str. 3. Tagesordnung:.striegsbeschSdigten. und griegerhinierdliebenenfUrsorgk in cSroß.Bcrlin. Referent Genosse Schwarz.Bcrlm. Interessenten sind ein. geladen. Jungsozialisten. Gruppe lempelhos-Mariendort: Sonntag, 29. Mai, Iahet nach dem Oder- Spree.stanal. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Tempelhof. Feldflaschen mitdringen. Gruppe Neulölln: Heute, Sonnabend, 23. Mai, Landagitationsfahrt. Treffpunkt 17 Uhr Ringbahnhof Reukölln imit gahrriidern). Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. Peeuzlaner Berg. Gruppe Viktor Adler, RS.: Sonntag Gltcrnfahrt nach Meißners Hof. Treffpunkt 8 Uhr Greifswaldcr Ecke Danziger Straße iSas- anstalt). SozialistlscheArbeiterjugendGr.-Verlln ckinsendunaen für diese Ztvdrik nur an das Zogendsekreiaria« Sellin SW0S. Twdenstrat« 3 Unser Sanderzug nach Magdeburg fährt heute 18.43 Uhr«b Botedomcr Bahnhof. Fahnen mitbringen! Heute, Sonnabend. Treffpunkte für Magdeburgsohrer: Werbe bezirk Zlrrg-rten: 15', i Uhr flltlntr Tiergarten.— verbebczirk Rcu- lästu: I5?i Uhr tnicht irdi Uhr> Bhf. Neukölln. Rote Fahnen mitbringen! Fall, laß I: 15>h Uhr Hochdhf. Nordring. Morgen, Sonntag, Fahrt Srabomsee. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Schönhauser Allee. » Schönhauser«orstadt: Morgen. Sonnla«, Fahr». Treffpunkt 6 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. 40 Pf. Fahrgeld. IgZh Uhr Heimabend Schönfließcr Str. 7. Instrumente und Turnschuhe mitbringen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold". SeschSktsstelle: Berlin S. t«. Sebaftianstr. 37/38. Ho' 2 tt. Siegliß: Sonnabend, 25. Mai, 20 Vi Uhr, Lehrter Bahnhof, mit Musik und Fahnen. Mundvorrot mitbringen.— streuzberg- ugcnd 3: Sonnabend, 25. Mai, Fahrt nach dem Hölzernen See. Treffpunkt Sonnabend, 17 Uhr, Görlißcr Borortbahnhof.— Ortsverein Treptom: Sonn- abend, 25. Mai. Fahnennag-lung in Vetershagen. Beteiligung zmanglo«. Ab- fahrt 12.29 Uhr vom Schlesifchcn Bahnhof. Anschließend bei schönem Wctt-r Frllhtour nach dem Stienißsec.- Ruderriege: Sonntag. 2k. Mai, 8 Uhr, Bootshaus.__ Neich»karte0 Republik, vövenick: Sonntag. 7fi. Mai, ab 10 Uhr Uebungs. schießen im Wilhelmehof. am Bahnhof Hlrichgarten. Freireligiöf« Gemeinde. Sonntag. Ii Übt. Popv'lallre 18. Bortrag de» Herrn Dr. H- Haffe:„Die Revolution des Laicntums." Harmonium: Seit,. lcit lSchubcrtl. Gäste willkommen. Der Weg der Konzentration. Die Größengliederung der deutschen Industriebetriebe. Aus den bisherigen deutschen gewerblichen Betriebszählungcn wissen wir, daß die Konzentratjonsbewegung der Betriebe immer weitere Fortschritte macht. Die Betriebsstatistik scheidet ober leider die gewerblichen Unternehmungen nicht noch dem investierten Kopital, sondern legt der Gruppenscheidung nur die Zahl der im Betriebe beschästigten Personen zugrunde. Neues Material zu dem Thema gewinnen wir ober aus einem Umwege. Die Reparotions- verpflichtungen sehen bekanntlich unter anderem eine sogenannte lZndustriebelostung vor. Donach werden die größeren Unter- nehmungen zu den Reparationslasten jährlich mit einem Betrag von 300 Millionen Mark herangezogen, der auf die Betriebe um- gelegt wird. Di«„Bank für deutsche Jndustrieodligationen" hat die Verwaltung und Ausbringung dieser industriellen Reparationslost zu regeln. Bei den erforderlich werdenden Arbeiten ergeben sich viele wichtige Zahlen, die einen neuen Einblick in die deutsche Industrie und ihre Entwicklung vermitteln. So erhalten wir auch zum erstenmal ein« Scheidung der Unternehmungen nach der Größe der Betriebsvermögen, die im Geschäftsbericht für das vierte Geschäftsjahr mitgeteilt wird. Wir haben einen verkürzteni Auszug daraus gefertigt: Unberücksichtigt sind darin die Betriebsvermögen unter 20 000 Mari. Erstmalig erfolgte die Aufstellung für den Beginn des Jahres lS2S. Damals waren im ganzen rund 187 S00 Betriebe vorhanden, die mehr als 20 000 M. Betriebsvermögen hatten. Die Zahl der in den einzelnen Bcrmögensgruppen vorhandenen Betriebe nimmt naturgemäß mit der Größe des Vermögens stark ab. Bei weitem der größte Teil der Betrieb« gehört in die Gruppe von 20 000 bis SO 000 M.: st« verkörpern aber nur ein Vermögen von 3.23 Milliarden Mark. Es ist nun Interessant, daß die 17 größten industriellen Betriebe mit je mehr als 100 Millionen Mark Betriebsvermögen zusammen allein eine größere Kapitolmocht darstellen als die lOSOOO kleinen Betriebe. Die wichtigste Gruppe sind die Betriebe mit 1 bis 5 Million«, Mark Vermögen. Es find davon 4378 vorhanden mit einem Kopital von 8,75 Milliarden- Die Gruppe mit 1 bis 5 Millionen Mark Betriebsvermögen hat also dos Schwergewicht unter den deutschen Unternehmungen. An wirtschaftlichem und politischem Einfluß sind natürlich die ganz großen Unternehmen viel gewichtiger als die zahlreichen kleinen mit gleicher Besißgröße, weil die Einigkeit und Zusammen- arbeit Weniger leichter ist, als die großen Unternehmermafsen. Entwicklung fördert die SonzMtratioa. Di« beiden letzten Spalten der Uebersicht stellen einen Vergleich der Entwicklung 1025/27 dar. Aus der Gegenüberstellung läßt sich trotz der Kürze der Periode die Richtung der Entwicklung erkennen� sie führt unzweifelhaft zu weiterer Konzentration. In jedem Falle sind nur die Vermögen der größten Betrieb« ge- wachsen, und zwar am stärksten die der allergrößten. In fast allen anderen Gruppen haben sich die Vermögen verringert. E» ist übrigens interessant, daß unter den Betriebssormen nur die Aktiengesellschaften und die Gesellschaften mit beschränkter Haftung ihr Betriebsvermögen vergrößert haben. Die letztgenannten haben einen kleinen Zugang der Betriebszahl zu verzeichnen, die Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien dagegen sogar«inen Rückgang, trotz einer Zunahme des Betriebsvermögens um 1,3 Milliarden Mark. Besonders stark gehen die im Besitz von Alleinualer- nehmern befindlichen Betriebe zurück. Das ist verständlich, weil sich die Inhaber bei der Unsicherheit der Wirtschaftslage gern aus dem starken Risiko in ein beschränkteres zurückziehen(G. m. b. H.-Anteil bzw. Aktien), um jähre-, oder jahrzehntelang« Arbeit nicht plötzlich in ein Nicht, verrinnen zu sehen. An sich sind aber die meisten Betriebe noch immer im Besitz von Alleinunternehmern: fast 120 000. Die meisten kleinen Betriebe gehören in diese Gruppe, die im ganzen 8,52 Milliarden Betriebsvermögen besitzt. Di« 8700 Aktiengesellschaften da- gegen besitzen 10,32 Milliarden Mark, fast die Hälft« des Vermögens aller an der Aufbringung der Industriebelastung beteiligten Betriebe. Im Verlaufe der weiteren Arbeiten der Industrieobligatlonen- dank, deren Tätigkeit sich— gesetzlich, Paris kann dos ändern— bis zum Jahre 1964 erstrecken wird, dürfte sich dort sicher noch wertvolles statistische, und Erfahrungsmaterial ansammeln, das für die Beobachtung der Konzentration von Wert ist. F. L. Neuer Nekord der« Volksfürsorge. Manche private deutsche Lebensversicherungsgesellschaft könnte sroh sein, wenn sie in einem Jahre den Neuzugang hätte, den unser« Voltsfürsorge schon ineinemMötkat erreicht. Die Volks- fursorge hat im A p r I l d. 3. ein neues Höchstresultat erzielt, indem 5826S Versicherungsanträge mit 26 060 343 M. Ver- sicherungssumme im Hauptbureau in Hamburg eingingen. Diese hervorragende Entwicklung der Volkefürsorge ist ein Beweis dafür, daß auf allen Gebieten Großes geschaffen werden kann, wenn die Arbeitnehmerschaft den Weg der Selbsthilfe beschreitet, ihre Kräfte zusammensoßt und nicht zersplittert. An diesem Resultat ist die Rechnungsstclle Berlin mit 2818 Anträgen beteiligt. Wer kaust AEG.-Akiien? Ernste ausländische Interessenten?- Ein Börsenmanöver? Es ist für die deutsche Ocffentlichkeit nicht ganz gleichgültig, was mit einem der größten deutschen Industrieunternehmen geschieht. Seit etwa 10 Tagen wird an der Berliner Börse vermutet, daß sich ausländisches Kapital an der AEG. beteiligt. Die Aktien dieser Gesellschaft, die«in nominelles Kapital von 186,25 Millionen Mark hat und im vergangenen Jahr einen Umsatz von einer halben Milliarde mitteilte, zeigten in den letzten Tagen ein« auffällige Kurssteigerung. Ansang März notierten sie an der Berliner Börse mit etwa 165 Proz., einige Tage vor Pfingsten mit 173 bis 177 Proz. und am 21. Mai mit 187,5 Proz.: am 22. Mai trat ein leichter Rückschlag auf 183,2 Proz. ein. Diese Kursentwicklung geht über die Entwicklung anderer Elektrowerte erheblich hinaus. Di« Siemens u. Halske-Aktien standen z. B. An- fang März etwa 370 und am 22. Mai aus 376 Proz. die Aktien von Feite» u. Guilleaum« Anfang März auf 136 und am 22. Mai auf 138,5 Proz. Die Geschäftslage der AEG. ist zweisellos wie bei ollen anderen Elektrounternehmen sehr gut, keineswegs aber besser als bei Siemens. Hier liegt also kein Anlaß zu einer Bevorzugung gerade der AEG.- Aktien. Die Vermutung, daß ausländische Interessenten ihre Hand im Spiel« haben, mußte also für die Börse nahe liegen. Vor allem tauchte das Gerücht auf, die amerikanische General Elec- tric Company zeige die Absicht,«in größere» Aktienpaket der AEG. zu erwerben. Das ist zwar nicht ausgeschlossen, zumal ja die General Electric llo. schon seit Iahren an einer Reihe anderer europäischer Elettrotonzerne beteiligt ist, so an der Thomson-Houston in Frankreich, der Associated Electrical in England, Philips in Holland usw. Auch das inzwischen eingelaufene Dementi der General Electric braucht erfahrungsgemäß n i ch t« r n st genommen zu werden. Andererseits sind aber die Beziehungen zwischen AEG. und General Electric so eng. daß eigentlich eine besondere Kapital- beteiligung seitens der General Electric überflüssig erscheinen sollte. Der Jnteressengemeinschastsv-rtrog zwischen beiden Sesellschasten. der den gegenseitigen Potentaustausch und Aufteilung von Absatzinieressen regelt, läuft unsere» Wissens bis Ende 1041. Da ander« ausländische Kapitalgruppcn außer der General Electric ol» Interessenten für ACS.-Aktien kaum in Frag« kommen, bliebe als zweite Möglichkeit zur Erklärung der Kurssteigerung ein von der AEG. bzw. ihren Bankfreunden unterstütztes Börsen- manöver. Die AEG.-Verwaltunp' ist schon seit längerer Zeit bestrebt, da,.Kursniveau der AEG.-Aktien dem des Siemene-Kon- zerns etwas anzugleichen. Solange die AEG-Verwaltung es nicht für nötig hält, die Oeffentlichteit über die Börsenvorgänge zu infor- Mieren, wird man also zunächst mit der zweiten Möglichkeit, einem Kursmanöver, zu rechnen haben, was alles weniger als ein Lob für die AEG. wäre. Clekirotechnische Machiverschiebungen. Reves Auslandskapital in der deutschen Schwachstrom« . industrie. Es Ist erst einige Monate her. daß«in größeres Aktienpaket der E. Lorenz A.- G.- B e r l i n an den holländischen Philips-Glüh- lampen-Konzern überging. Jetzt hat sich ausländisches Kapital an einer anderen Schwachstromfirma beteiligt, nämlich an der F e r d. Schüchardt Berliner Fernsprcch- und Tele- graphenwerk Ä.-G. Die Schuchardt-Eesellschaft, die ein Aktienkapital von 1,75 Mill. Mark hat, kann in ihren Schwachstromfabriken etwa 2000 Arbeiter beschästigen. EiivTeil des Aktienkapitals wanderte schon im Januar »ach London, wo sich die englische Ludwig-Blattner- G r u p p e, die in der letzten Zeit starte Tonfilminteressen hat, für dies deutsche Unternehmen interessierte. E» ist nicht bekannt, ob diese Bindung an die Blgttner-Gruppe inzwischen wieder gelöst worden ist: jedenfalls ging in den letzten Tagen s4n erheblicher Akticnpostcn der Schuchardt-Gefellschaft in amerikanische Hände über. Bei den amerikanischen Interessenten handelt es sich um die International Standard Electric Co., eine Unter- gesellschoft d�r großen„International Telephone u. Telegraph Cor- poration". Während diese internationale Telephon- und Tele- graphengesellschast den Telephonbetrieb einer großen Anzahl ver- schieden« Länder, vor allem in Südamerika, in Händen hat, kon- trolliert die International Standard Electric Co. eine Reihe Tele- phonfabriken außerhalb der Vereinigien Staaten, so z. B. In Eng- land, Frankreich, Italien, /Belgien, in den Ländern des Fernen Ostens usw. Mit der Beteiligung an der Ferd. Schüchardt A.-G. tragen nunmehr die Amerikaner die Konkurrenz auf dem Schwachstromgebiet direkt auf den deutschen Markt. � Uebrigens hat vor einigen Wochen ein anderes Schwachstrom- unternehmen, die Telephonfobrik Berlin,«?, einen Der- trag mit einer französischen Gesellschaft, der Sociäte de T6l6- phones Grammont, abgeschlossen. Dieser Vertrag sieht vor, daß die Telephonsabrik Berliner mit der französischen Gesellschaft technisch eng zusammenarbeitet, vor allem in der Herstellung a uto- matischer Telephonanlagen und sich gemeinsam mit der Commerz- und Privatbank am Kapital der Grammont-Gesellschast beteiligt. Interessant ist nun, daß auch diese Grammont-Gesellschast von derselben International Standard Electric kontrolliert wird, die jetzt auf die Schüchardt A.-G. Einfluß genommen hat. Die stärker werdenden internationalen Verflechtungen der Schwachstromindustri« festigen die Stellung dieser kleineren und mittleren Firmen gegenüber elektrotechnischen Großkonzernen wie Siemen» und AEG., die sowohl Starkstrom- als auch Schwachstrom- erzeugnlss« herstellen.___ Größere Gewinne bei Conrad Tack. Der Jahresabschluß der Conrad Tack A.-G. in Berlin und. Burg für 1928 zeigt, daß die Lag« der deutschen Schuhindustrie in den einzelnen Betrieben durchaus verichieden ist. Während eine Anzahl mittel, und südwestdeutsch« Fabriten Dividendensenkungen vornahmen oder Verlustabschlüsse meldeten, tonn die Conrad Tack A..S. eine neu« Dioidendenerhöhung aus 8 Proz. vornehmen. Seit dem Jahre 1925, in dem zum crstemnol bei Conrad Tack wieder eine Dividende von 5 Proz. gezahlt wurde, konnte das Unternehmen die Aktionärsgcwinne in den solqeraden drei Iahren bei ständig erhöhten Umsätzen Jahr für Jahr um 1 Proz. bis auf 8 Proz. heraufsetzen. Der Rohgcwinn liegt mit 3,7 Millionen um fast 22 Proz. über dem des Borjahres, und trotz erhöhter Ab- schreib ungen verbleibt ein Reingewinn von rund 686 000 M.. der das Ergebnis von 1927 um rund 30 P r o z. übersteigt. Bemerkenswert ist, daß die im letzten Jahre aus 0,6 Millionen Mark stark angewachsenen Vorräte um 1.1 Million gesenkt werden konnten. Demmtsprechend haben sich auch die im letzten Jahre sehr angespannten Gcldvcrhältiüssc bei der Gesellschaft etwas gebessert. Allerdings sind die Schulden mit 7,2 Millionen noch sehr hoch, doch ist auf der Gegenseite ein Bankguthaben von l.0 Million neu entstände», zu dem noch etwa 2,5 Millionen weitere Forderungen treten. Auch der Umsatz Im laufenden Jahre wird unter Berücksichtigung der augenblicklichen schlechten Verhält- nisse in der Schuhindustrie von der Verwaltung als befriedigend bezsichnet. Die Lejstvngssähigkcit de? Unternehmens betrögt zurzeit 3 0000 bis 3 5 000 Paar Schuhe wöchentlich. Oer ostdeutsche Waggontrust. 53 Millionen Umsah— 40 Millionen Austräge. Die aus der Verschmelzung der drei Waggonunternehmungen Lmke-Hofmonn-Breslau, Busch-Bautzen und Sächsische Waggonfabrik Werdau hervorgegangene L i n k«- H o f m a n n- B u s ch A.-G., Breslau, auch der Ostdeutsche Waggontrust genannt, veröffentlicht jetzt ihren ersten Jahresabschluß, und zwar zum 30. Sep- tember 1028. Da die Verschmelzungsverträge erst im Juni v. I. durch die Generalversammlungen genehmigt wurden, das neue Unter- nehmen in seiner jetzigen Form bei Abschluß des Geschäftsjahres also erst einige Monate arbeitete, so trägt dieses erste Betncbsjahr noch den Stempel der Uebergangszeit. Dementsprechend sind auch die Gewinne dieses ersten Jahres durch die Umstellungskosten und durch hohe Sonderabschreibungen beeinflußt, so daß keine Dividende verteilt wird. Der Roh- gewinn nach Abzug der gesamten Handelsunkosten beträgt 6,7 Mill. gegen 6,1 Mill. bei den drei Gesellschaften im Vorjahr. Wie der Geschäftsbericht andeutet, ist aber dieser ausgewiesene Rohgewinn bereits durch erhebliche Absetzungen vorweg gekürzt worden, so daß er stch talsächlich weit höher stellen dürfte. Auch die ausgewiesenen Abschreibungen in Höhe von rund 2 Mill. Übertressen die Ab- schreibungen bei den früheren drei Gesellschaften um 620 000 Mk. Auf Grund dieser Gewinnkürzungen, die, wie gesagt, mit der Be- triebsumstellung des neuen Unternehmens zusammenhangen, ver- bleibt ein verhältnismäßig geringer Reingewinn von 230 300 M. D e r U m s a tz von 83 Mill., von dem 53 Mill. auf den Waggon- bau entfallen, zeigt, daß die Hauptbetriebe bei der Linke-Hofmann- Busch A.-G. gut beschäftigt waren. Auch der Auftrags- b e st a n d, der am End« de, Geschäftsjahres im September 1028 31,7 Mill. betrug und bis zum 1. April d. I. stch aus fast 40 Mill. er- höhte, ist ziemlich beträchtlich. Die Verwaltung weist im Geschästs- bericht darauf hin, daß die Deutsche Reichsbahn infolg« ihrer finan- ziellen Schwierigkeiten besonders die Aufträge für Güterwagen scharf drosselte, so daß diese im Gegensatz zum vorhergehenden Jahr nur eine geringfügige in wenigen Monaten auslausendc Beschäftigung gewährleisteten. Diese Ausfälle konnten zum Teil durch U e b c r- nähme von Prioataufträgen besonders für Straßenbahnen, Hoch- und Untergrundbahnen und auch durch Aus- landsaufträge ausgeglichen werden. Bem«kenswert ist die Feststellung, daß zwischen der Deutschen Wagenbau-Vereinigung Pnd der ausländischen Konkurrenz Berhand- lungen im Gange sind, die eine Beendigung der gegenseitigen Schleuderkonkurrenz zum Ziele haben. Wie in den früheren Jahren war auch im letzten Geschäftsjahr der Lokomotivbau in Breslau, dessen Leistungsfähigkeit nur zu 15 Proz. ausgenutzt werden konnte, das Sorgenkind der Gesellschaft. Während der Raupenschlepperbau seinen Umsatz oerdoppeln konnte und auch der Kesselbau gut beschäftigt war, war die Lage im Dieselmotorbau weniger günstig. Die gesamte Belegschaft der Linte-s)osmann- Busch A.-G. beträgt zurzeit etwa 9700 Mann. Der Abschluß dieses Uebergangsjahres läßt immerhin erkennen. daß d findet am Sonn- Hat, nachm. 8 Uhr, von der Leichenhalle de» SlLdtischen ffriedhofeo, Retnickendorl, Humboldt- strafie, aus statt. geworden Die Beerdiflun abend, dem W Am 22. Mai ftaeh unser Sollege, der Werkzeugmacher Karl Petzold geb. 25. Zuni 1884. Die Beerdigung findet am Monis«, dem 27. Mai, nachm«>/, Ufct von der Leichenhalle de, Martue-Airchhosee, Wilh-Imebcrg, au, statt. Ehre ihrem Andenken! Reg« Beteiligung erwartet vi« Oefsaceaaltang. spoim-» j» i» Himw. SMiw BeiuBfli.l villi Ha 1,1,0 IJo|n- w:!nn nnrinr ISUMOS»rilUMlgssielll norlör m isTncen sind sitwsrs rtllshtseinai worden. UnmuBilbim Bcllerlolge. Bestiiilgona und Beinrenzm, irztttch empfohlen. loTaiidonstraBe 106. sonottg 10— 12. i&cooy* Cantfagung ssiir dir vielen Beweise herzlicher Teilnahm« heim Heimaange meiner lieben Frau sage ich dem Porsland, der Belegschaft und dem Frauen. ausschufi der Äonsumgenossenschast «erlin und UlNgegend. der 19. Adlig. derS4>D.,«erwa»dlen. Freunden und Bekannten meine» herzlichsten Donk. HuOoII Seiftet nebst ftlnpern. Deutsche Lederwarenfabr. Zentrale Alt-Moabit 130 Kott!iusserOamm75 OreiftwaiderStr. 2 AndreasstraOe 40 8chbg., Herbertstr. 4 InvatidenstraBe 7 Chart., Bismarckatr. 78 Chausseestr.90-92 Spand., Bahnhof atr. 4 Schiedsspruch im Holzgewerbe. Kampf oder Verständigung? lieber die kritische Lage im Holzgewerbe haben wir am Dienstag abend berichtet. Die Lohnoerhandlnngen warben in den Tagen vom 22. bis 24. Mal so geführt, als ob über den Manteloertrag. der tatsächlich von den Unternehmern a b- gelehnt war. noch keine Entscheidung gefallen wäre. Am 22. Mai trat ein zentrales Schiedsgericht unter dem Vorsitz von Professor Dr. Drahn zusammen, um eine Regulierung der„Ecklohnsiädte" vor- zunehmen. Damit hat es folgende Bewandtnis: Das Vertragsgebiet, dem insgesamt etwa 120000 Arbeiter unterstehen, ist in 17 Bezirke gegliedert. Der H a u p t o r t jeden Bezirks ist die„Ecklohnsladt". von dem Tariflohn dieser Stadt werden die Löhne für die übrigen Städte, für die Berufs- und Ortsgruppen nach vertraglich vereinbarten Schlüsseln abgeleitet. Zn einer Anzahl dieser Ecklohnstädte lag bisher der Tariflohn zn niedrig, was auch daraus hervorgeht, datz die wirklichen Löhne sehr erheblich über den Tariflohn hinausgehe u. vom Deutschen Holzarbeilerverband war nuu beantragt worden, in den fraglichen Städten den Tariflohn zu erhöhen, ohne gleichzeitige Erhöhung der wirklichen Löhne, soweit sie den Tariflohn erreichen oder übersteigen. Das zentrale Schiedsgericht lst dem Antrage insoweit gefolgt, als es den Tariflohn für Hamburg von 121 auf 12Z Pf., für Dresden und Leipzig von 113 auf 116 JJf, für Stuttgart von 110 auf 113 Pf. und für Breslau oou 101 aus 103 Pf. erhöhte. Die Entscheidung besagt, datz die neuen Tariflöhne allge- mein am 1. September 1320 erreicht sein müssen. Rachdem so eine neue Grundlage geschasfeu war, trat das laris- llche Lohnamt unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Brahn zusammen, um über die eigentliche Lohnforderung zu entscheiden. Das Ergebnis der sehr schwierigen Verhandlungen war ein Schiedsspruch, der gestern abend gefällt wurde und nach welchem die Tariflöhne in allen Ecklohnstädten am 2. Zuai um 4 p f.. abl. Rovemberumweitere2pf. erhöhtwerdeu. Im gleichen Verhältnis werden die bestehenden Löhne und Akkordsähe erhöht. Das Lohnabkommen kann mit sechswöchiger Frist erstmalig zum 1. August 1330 gekündigt werden. Die Parteien haben sich bis zum 2. Zun! zu erklären. An diesem Tage wird die endgültige Entscheidung sowohl über den Manteloertrag als auch über den Lohnschiedsspruch fallen. Von dieser Entscheidung wird es abhängen, ob es zu einem Riesenkamps im Holzgewerbe oder zu einer Verständigung kommt. Nie Aussperrung in(Schlefien. Geschlossene Front der Textilarbeiter. Di« schlesischen Textilbarone haben em böses De- wissen. Mit den faulsten Ausreden suchen st« die Verantwortung für die von ihnen beschlossene Aussperrung von sich abzuwälzen. Sie erklären, 90 Proz. der Textilarbeiterschaft Schlesiens hätten von Lohnforderungen überhaupt nichts gewußt. In ihrer Aussperrung?- bekanntmachung stellen sie die kühne Behauptung auf, sie seien, um den Wirtschaftsfrieden aufrechtzuerhalten, bei den letzten Verhandlungen bereit gewesen, über ihren ursprünglichen Vorschlag der unveränderten Verlängerung des Tarifs hinaus ge- wisse Lohnzugeständnisie zu machen. Zu diesem Schwindelmanöver hat eine Konferenz der Vertrauensleute und Funktionäre der Textilarbeitetoerbände in Breslau Stellung genommen. Die Konferenz gelobte, den von den Textilbarone» der Arbeiterschaft aufgezwungenen Kampf ein- mütig und geschloffen und unter den Fahnen chrer Gewerkschaften zu führen und allen nicht von den Gewerkschaften herausgegebenen Parolen keine Folge zu leisten. Der Verhandlungskommission und der Führung der Gewerkschaften wurde volles Vertrauen ausgesprochen. Die berufsfremden Verbände erklärten den Aus- gesperrten ihre Sympathie: sie versprachen tatkräftige Unterstützung. Nie Reichsanstalt verhandelt. Die Massenkündigungen in den Berliner Arbeitsämtern. Auf Einladung des PräsidentendesLandesarbeits- a m t s fand gestern in der Hauptstelle det Reichsanstalt ein« Be- sprechung mit den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen statt wegen der Massenkünldigungen in den Berliner Arbeitsämtern. Von den Vertretern des Zentralverbandes der Angestellten wurde eingehend zu der Rechtslage Stellung genommen. Zunächst wurde sestgestellt, daß tatsächlich sämtliche Angestellte gekün- d i g t worden sind. Di« sich aus 8 49 des Reichstanfvertvags und aus§ 228 des MAVG. für die Berliner Angestellten ergebenden Rechte sind seit Oktober 1928 von der Reichsanstalt wiederholt nicht anerkannt worden, so daß erst auf dem Klageweg« die An- erkennung erzwungen werden mußte. Auch über die Beibehaltung der Arbeitszeit ist das arboitsgerichttiche Verfahren voitt Zen- tralverbond der Angestellten eingeleitet. Daher konnten die Ange- stellten auch die von der Reichsanstalt geforderte Erklärung der Einbeziehung in den Tarifvertrag nicht abgeben. Besonders wurde noch wusgeführt, daß auf die 50 Angestellten, die von 1299 Angestellten die Erklärung abgegeben haben, ein be- sonderer Druck durch den Vorsitzenden des Arbeitsamts Berlin-Süd ausgeübt worden ist. Gefordert wurde, daß die Reichsanstalt die als K a m p f ma ß n a h m e n zu betrachtenden Massenkün- di g u n g e n rückgängig macht. Dieser Streit Hütt« vermieden werden können, wenn vorher eine Aussprach« mit den Organisationen stattgefunden hätte. Ein eingehender Bericht' wird in der am Montag vom Zentraloerband einberufenen Versammlung(siehe Sonntagsausgabe) gegeben werden. Tariflosigkeit im Gteindruckgewerbe? Streit um den Arbeitsnachweis. Durch die Halsstarrigkeit der Unternehmer des deutschen Litho- graphie- und Steindruckgewerb«s scheint es nunmehr dahin zu kommen, daß in diesem Gewerbe ein t a r i f l o s e r Z u sta n d ein- tritt. Seit zehn Jahren besteht zwischen dem Verband der Litho- graphen und Steindrucker und dem Verband Deutscher Offset- und Steindruckereibesitzer ein R e i ch s t a r i f v e r t r a g, der die Arbeits- Verhältnisse der Gehilfen regelt. Der Unternehmerverband hatte diesen Tarif zum 31. Mai gekündigt und eine ganze Anzahl von Verschlechterungsanträgen gestellt. Die Unternehmer brachten ihre Abbauwünsche allerdings nicht so kraß zum Ausdruck, betonten ober in ihrem Kündigungsschreiben, daß sie zum Abschluß eines neuen Tarifes bereit seien, wenn ihren „berechtigten Forderungen" Rechnung getragen würde. Die Kündi- gung sowie die Verschlechterungsanträge der Unternehmer wurden von der Gehilfenschaft damit beantwortet, daß sie einen Ausbau des Tarifes oerlangten. In den Tarifverhandlung«», die vom 6. bis 9. Mai in Berlin stattfanden, konnte eine Ueberbrückung der gegensätzlichen Auffassungen beider Vertragsparteien nicht erzielt werden. Die Unternehmer erklärten sich schließlich zur Tarifver- längerungn auf«in Jahr bereit, wenn der tarifliche Arbeitsnach- weis beseitigt wird und die Arbeitsvermittlung in Zukunft durch den öffentlichen Arbeitsnachweis erfolgt. Die Unterhändler einigten sich weiter dahin, daß über die Frage, ob der Tarifvertrag ohne die bisherigen Arbeitsnachweisbestimmungen auf ein Jahr ver- längert werden soll, unter der Gehilfenschaft eine Urabstimmung durchgeführt wird, deren Ergebnis dem Arbeitgebervcrband bis zum 27. Mai unterbreitet werden soll. Die Entscheidung war für die Gehllfenschaft nicht sehr leicht, weil in einer Anzahl von Orten der tarifliche Arbeitsnachweis bereits nicht mehr besteht, die Ablehnung der Gehilfensorderungen durch die Unternehmer aber auch nicht ohne weiteres hingenommen werden konnte. Die Berliner Lithographen und Steindrucker haben am Donnerstag zu dem Verhandlungsergebnis Stellung genommen und sich in geheimer Abstimmung für dessen Annahme entschieden. Obwohl das Abstimmungsergebnis aus dem gesamten Reichs- gebiet noch nicht restlos vorliegt, hat es aber doch schon den Anschein, als ob sich die Gehilfenschaft in ihrer Mehrheit für die A b l c h n u n g des Verhandlungsergebnisscs ausgesprochen hat. So bedauerlich es ist, daß durch ein« Unternehmerinarotte der Reichstarifvertrag vor- aussichtlich zerschlagen wird, steht aber jedenfalls fest, daß die restlos organisierte Arbeiterschaft im deutschen Steindruck- und Litho- graphiegewerbe auch die tariflose Zeit meistem wird. Lohnbewegung in ben Karosseriebeirieben. Zweierlei Löhne. Di« Funktionäre der Arbeiter in den Berliner Äarosseriebetrieben haben am Donnerstag e i n st i m m i g beschlossen, den Lo h n t a r i f zum 39. Juni zu kündigen und eine Ausbesserung chrer Tarif- löhn« zu fordern. Der jetzig« Lohntarif ist im Februar des vorigen Jahres ab- geschlossen worden und sieht für die qualifizierten Facharbeiter einen Mindesteinstellungslohn von 1,20 M. pro Stunde vor. Obwohl dieser Lohn seit langem nicht mehr zeitgemäß ist, sahen di« Funk- tionäre von einer Tarifkündigung bisher ab, weil die Konjunktur- Verhältnisse den Erfolg einer Lohnbewegung sehr in Frage stellten. Inzwischen ist aber ein Konjunkturumschwung eingetreten, durch den die Voraussetzungen für ein« erfolgreiche Lohnbewegung wesentlich günstiger geworden sind. Zudem sind aber auch in den letzten Wochen mit den amerikanischen Firmen neue Tarife abgeschlossen worden, die die Mindeststundenlöhne der Facharbeiter auf 1,40 M. bis 1,80 M. festsetzen, so daß also die Löhne in den mchtamerikanifchen Betrieben ganz gewaltig gegenüber denen in den amerikanischen Bettieben zurückbleiben. Di« Funktionäre haben deshalb beschlossen, eine Erhöhung der Mindestlöhn« um 15 Pf. pro Stunde zu fordern, so datz der tarif- liche garantierte Stundenlohn eines qualifizierten Facharbeiters 1,35 M. betragen würde. Die restlose Erfüllung dieser Forderung würde die Karosseriearbeiter noch nicht an die Löhn« heranbringen, die chre Berufskollegen in den amerikanischen Betrieben haben. Wenn trotzdem die Funktionär« keine höhere Forderung aufgestellt haben, zeugt das davon, daß die Arbetter nicht planlos Fordsrungen ausstellen. Tarifkonflitt im Gsafergewerve. Die im Baugewerksbund organisierten Berliner Glaser hatten ihre Organisatio« beaufttagt, den Lohn- und Manteltarif zum 31. Mai zu kündigen, um ein« Erhöhung der Tariflöhne und di« Verbesserung des R a h m e n t a r i f s durchzusetzen. Reben einer Erhöhung der Stundenlöhne um 15 Proz. wurde u. a. die Verkürzung der Arbeitszeit von 47 auf 45 Stunden, die Erhöhung des Montagezuschlages für auswärtig« Arbeiten von 7 auf 8 M. und die tarifliche Regelung der Lehrlingsbezüge gefordert. Die Unternehmer hatten in den direkten Verhandlungen jedes Entgegenkommen abgelehnt, und den Schlichtun gsausfchuß angerufen. Dieser fällte am 18. Mai«inen Schiedsspruch, wonach der Rahmentarif mit Ausnahm« der Bestimmungen über die Löhne unverändert bis zum 31. Mai 1931 verlängert werden soll. Die Löhne sollen ab 1. Juni d. I. von 1,53 M. auf 1,62 M., also um 7 Pf., erhöht werden. Die Lohnvereinbarung sollte bis zum 31. Mai 1939 gelten. Die Fachgruppenversammluna der Glaser, die gestern abend im Gewertschaftshaus zu diesem Schiedsspruch Stellung nahm, lehnte ihn entsprechend dem Vorschlag der Tarifkommission und des Fach- gruppenvorstandes einstimmig ab. Urber die weiteren Schritte wird in einer neuen Fachgruppenversammlung entschieden werden, die am 31. Mai, also am Tage des Tarifablaufes, wiederum im Gewerkschaftshaus statssindet. Reuer Tarifvertrag für die Mitropa! Der neue Bertrag ist im Druck fertig gestellt und kann täglich während der Dienststunden von 9 bis 16 Uhr auf dem Bureau, Ellsasser Straße 86/88, Aus. gang A II in Empfang genommen werden. Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Eafä-Angestellten, Zweigverein Groß-Berän, R 4, Eksasser Straße 86/88. Der Streik bei der Firma?. Edelstein, Alexandrinenstr. 95/96 ist b e e n d e t. Die Bettiebsratswahlen bei der Deukjchen Reichspost finden am 25., 26. und 27. Mai statt..Der sreigewerkschoftlichen Vorschlagsliste zum Zentralbettiebsrat steht die Liste eines neuttalen Verbandes gegenüber. In Berlin und Leipzig find von den K o m m u- nisten für den örtlichen und für den Bezirksbetriebsrat Vorschlags- listen eingereicht worden. »Freie Gewertschasts-Jugend Groß-Verlin f Heute, Eonnabend. folgende Veranstaltungen: Süden, SLduxsten: Nachtwanderung Hangelsberg— Aienbauin—Marsee. Treffvunkt mn 20 Uhr Echlesischer Bahnhof fGIastuppcl).— Frankfurter Allee: Nacht» Wanderung Tiefenfce— Sauienfee— Blumenthal. Treffpunkt um 18 Uhr Echlesi. scher Bahnhof, Wriezencr Bahnsteig.— Nlorgc», Sonntag, folgende Veranstaltung: Lichtenberg-Neu-Lichtenberg: Wanderung Iugcndgcliindc Brieselang. Treffen um Uhr Bahnhof Stralau-Rummelsburg. Verantwortlich für Politik: JDr. Kurt Seglr: Wirtschaft: 6. lilingclhSser: I Lokale» Berlin. __.__________________-Buckdruckerrt und Berlagsanstalt Paul Singer u So., Berlin EW 68. Lindcnslrahe 3. Hierin 1 Beilage und.Unterhaltung und Wissen'. IliMelDWMil-WÄ utahlitöiw- Versammlung der arueltsiesen fflltgileder wahlkorper L Montag, den 27. Mai 1920, vormittags 11 Uhr, im Sitzungssaal de» Verband,- Hauses, Linienstraße 83—85: Hobler, Bohrer, Stoßer. Fräser. Dchuittarbeiter, Drahtarbeiter, Autogenschweißer, Eisen-, Metall-, Revolverdreher, Karussell- und Bohrwerkedreher, Rundschleifer. Dchrau- oendreher und Automaten-Eiurtchter. wahIkSrper II. Dienstag, den 28. Rai 1929. vormit- tag» 11 Uhr, im Sitzungssaal de» Per- bandshauses. Linieuftraße 83—85: Eisen- sorwer, Retallsormei, Kernmacher. Bau- und Werkstattklemvner, Rohrleger, Rohrlegerhelfer, Emailliere«, Wickler, Feilenhauer. wahlkSrper NI. Mittwoch, den 29. Mai 1929. mittag, 12 Uhr, im Sitzungssaal de, Verband»- bause». Liuienstraße 837-85: Iudustrie- schmiede, lkesselschmiede, Supserschmiede, Wagen, und Hufschmiede, Bau»»- schlüge«, Wal, werlarbeiter. Eisen-, Sou- struktion»., Auto-, Maschinen-, Bau-, Schwarzblech- und ltarosserieschlvsscr. wahlkörpar IV. Donnerstag, den 39. Mai 1929, vor- mittag» 11 Uhr, im Sitzungssaal de» Berbaudshause», Liuienstraße 83- 85: Werkzeugmacher, Scharfschleiser. Ein- richte«, Mechaniker. Uhrmacher, vptiker, Sold- und Silberarbeiter, Arbeiteriu- nen, Sicscrci- und Hilfsarbeiter, Schlei- fer, Ealoanifeure. Sürtler, Drücker. Sravenre, Ziseleure. Elektromonteure, .e-lssmonteure, Zigarettenmaschineu- führer und Setriebohaudwerker. Tagesordnung: Wahl der Delegierlea zur General- oerfammltmg am 10. Znai 1929. Zutritt haben nur diesemgen Mit- alieder. die im B-rbandsbuch die Be- rnisbezeichnung haben, für welche die Versammlungen aufgerufen stnd. Ohne Mitgliedsbuch und Arbeilslosc»- Itmc kci» Zutritt. Die OrÜTenraUung. Außenstände Bankbestand Z. Kassa-Konto. 4. Wechsel-Konto 5. Waren-Bestand 6. Gewinn- und Verlust- Konto Verlust in 1928 >. Maschinen-, Werkzeuge- u. Inventar-Konfo I2748ch3 ./. 10«/« Abschreibung.. 1274,87 11473.76 2. Debitoren-Konto Möbelffabrik„Birke" Eiaittnont lltnoneniata»».d.s. Btnia 0 54 Bilanz per 31. Dezember 1B28 12749,36 . 19606,71 3048,28 8 871,35 1 045,61 9916,96 697,82 300NH29 355,52 1. Anteile-Konto 18000,— 2. Kreditoren- Konto.. 3. Akzepte- Konto.. 4. Rückstellungs-Konto M. 53 404,35 M. 53404,35 Die Zahl der Genossen betrug am 1.1.28 10 ausgeschieden im Laufe dei Jahres.._ 1 bleiben am 31. 12. 28......... 9 Das Geschäftsguthaben der Genossen beträgt am 31. 12. 28 Mk. 18 000,— Die Haftsumme„« 31.12.28 Mk. 18 000,— Die Richtigkeit wird bescheinigt Berlin, 13. April Z929 Der Vorstand: D e r Au I s i c h tsrat: Hermann Weise Karl Gebhardt Heinrich Kutaner OuiUungs-,Raiiat(; u. Reklamemarken gegen Nachahmunf gesetzt, gesch. crdgtseit45 Jahr als Spezialität, Conrad Müller Leipzig- Scnkeudiiz fnfeente im vorwärts sichern Erfolg! Vertreter-Nachweis für ganz Deutschland durch das uierk Nürnöerg Vertreter kür Berlin: Wilhelm Bach, Berlin-Charlotienbarg. Leibnizitrahe 37 Alfred Bok£ Co., Berlin, Hermannplatz 7 Carpzow£ Co., G.m.b.H., Berlin. Potsdamer Slrahe III Motorradbaus„Gedü", Berlin SW11, KOnlggräizcr Straße 51 Schenncben£ Knrth, Berlin, Jebtcklersirahe 6 Fritz Schmidt, Bcrlin-Welhensee, Helncndorfer Strafte L. F. Scfaorl«, Berlin- Charlottenburg. Btsmarcksirahe Otto ThOnns. Berlin, Gneisen anstrafte 102 Georg Zuckntck, Berlin-Moabit, Bondesratsnicr 5 54 IS Sonnabend 25. 3K« 1929 Unterhaltung unö AAissen Beilage des Vorwärts Sdgar Mahnemald: yim 0flCt*bt*liClt Berlin entwickelte sich im Mittelalter in deutlicher Beziehung zum Oderbruch. Am Berliner Mühlendamm gabelten sich zwei wich- tige Heer- und Handelsstraßen. Di««in« führte über Alt-Lands- berg, Strausberg und Wriezcn nach Oderberg, die andere über Erkner, Fürstenwalde und Briefen nach Franksurt an der Oder. Oderberg, dessen nicht mehr vorhandene Burg 1215 angelegt wurde, und Frankfurt, das 1253 das Berliner Stadtrecht erhielt, be- herrschten die einzigen auf dieser Strecke gegebenen Oderübergänge. Dazwischen breitet« sich das Oderbruch als natürliche Ostgrenze der damaligen Mark Brandenburg aus. Zahllose Flußarme und Alt- wässer durchsponnen netzartig die sumpfig«, von den mäßig hohen Schwellen diluvialer Erhebungen umzogenen Niederungen, die sich in den Brüchen der Warthe und Netze— dieser Name scheint das Verflochtene der Wässer anzudeuten— bis nahe an die Weichsel fortsetzten. Wer nach Pommern und Preußen wollte, konnte nur über Oderberg dahin gelangen, nach Schlesien, Pose» und Polen führte der Weg nur über Frankfurt; zwischen beide Straßen- systeme legten Warthe- und Netzebruch ein« unüberschreitbare Schrank«, die das gesamte Gebiet zwischen Oder und Weichsel in zwei voneinander getrennte Zonen teilte, so daß Berlin als Brücken- köpf dieser beiden Straßen und damit der Oderübergänge das ganze natürliche Grenzsystem wie in einer Zange hielt. Das gab der Stadt an der Spree«ine wichtige strategisch« Bedeutung, die schon von vornherein Ihre spätere Entwicklung bestimmte und ihr«inen Vorsprung sichert«, der noch nachwirkt«, als die GrenzverhSltnisse im Osten längst andere geworden waren. Krebse auf den Räumen. Das Oderbruch, das zweimal im Jahr« von Ueberschwemmungen völlig unter Wasser gesetzt wurde, war auch dann noch jahrhunderte- lang ein Fisch- und Heuland. Die brandenburgischen Kavallerie- regimenter zogen mit ihren Pferden noch im 18. Jahrhundert in die Bruchdörfer auf„Gnrfung*, und das Wassernetz wimmelte der- inaßen von Fischen und Krebsen, daß sich in Wriezen und Freien- ivalde eigen« Zünfte der„Hechtreißer" bilden konnten und in man- chen Jahren, wenn sich im Mai das Ueberschwemmungswaster wie- der oerlief, di« Krebse wie Pflaumen von den Bäumen geschüttelt wurden. Man erinnert sich jenes Gesprächs beim Gastmahl des Profestors Schmidt in Fontanes„Frau Jenny Treidel": Die Krebs« waren wie eine Plage, natürlich ganz entwertet, und bei der dienen- den Bevölkerung, die damit geatzt werden sollte, so verhaßt und den Mägen der Leute so widerwärtig, daß es verboten war, dem Gesinde mehr als dreimal wöchentlich Krebse vorzusetzen. Ein Schock Krebs« kostete«inen Pfennig." Aber Krebse waren nicht die einzig« Plage. Ueber den Mastern schwärmten die Mücken in dicken Säulen und gaben, wie ein alter Schriftsteller berichtet,„ein solches Getöse von sich, daß es. wenn man nicht scharf darauf achtet«, klang, als würden in der Fern« Trommeln gerührt". Schon im 16. Jahrhundert wurden die ersten Versuche zur Ein- deichung der Oder unternommen. Friedrich Wilhelm I. beauftragte dann den Kriegsrat Haerlem, ein«n Holländer, ein Gutachten über die Trockenlegung des Oderbruchs auszuarbeiten, und nach besten Plänen wurde in den Jahren 1746— 1753 unter Friedrich II. der Oderlauf zwischen Güstebiese und Hohensaaten durch einen Durch- stich um'fast zwei Drittel seiner ursprünglichen Länge verkürzt, das Gebiet eingedeicht und das Binnenwaster abgesangen. Die„alte Oder", die. bei Güstebiese westlich nach Wriezen abbiegt, dann nord- westlich über Freienwalde durch das Niederoderbruch fließt und mit einer Wendung nach Osten über Oderberg in die heutige Oder bei Hohensaaten einmündet, umrahmt noch heute das damals in einem Umfang« von 840 Quadratkilometern gewonnene Land, auf dem in 43 neugegründeten Dörfern 130(1 Familien„angesetzt" wur- den, ein Kolonialvolk, das aus Pfälzern, Schwaben, Polen, Franken, Westfalen. Vogtländern. Mecklenburgern, Ostpreußen und Böhmen bunt genug gemischt war. Auf dem fetten schwarzen Erdreich wuchsen ungeahnt« Ernten' und in den reichgewordenen Kolonistendörfern blühte eine groteske Disharmonie von verschwenderischem Luxus und krassester Unkultur: eine Schilderung aus dem Jahre 1838, in der unter anderem berichtet wird, daß die Bauern b«i Kind- toufen und Hochzeiten den Hausflur mit Zucker bestreuten, um die Fliegcnschwärme von den prassenden und hasardierenden Tafel- gästcn fernzuhalten, gibt ein anschauliches Bild von dem Treiben, das alle Witze über Herrn und Frau Neureich in den Schatten stellt. Koniraste. Das Bild hat sich gewandelt. Ein dichtes Straßennetz, das auf der Kart« sich deutlich von den lockeren Strahenmaschen östlich der Oder abhebt, überzieht das Oderbruch. Zahllos über die völlig ebene Fläche verstreut liegen di« großen Gutshöse, im schwarzen Erdreich der Getreidefelder wühlen die Motorpslüge mit ihren gigantischen stahlblanken Kiefern, unabsehbar erstrecken sich die Zuckerrübenfelder und Viehweiden, in Wolken von stechendem Stroh- staub summen die Dreschmaschinen und in den großen Mastanstalten schnattern im Herbst zu Abertausenden di« Oderbruchmastgänse ahnungslos ihrer Aufbahrung in den Berliner Markthallen ent- gegen. In Abständen von vier, fiinf, sechs Kilometern ziehen sich die Dörfer langhin, Dörfer ohne Gärten, mit dem holprigen Stein- dämm der Dorfstraße und dem staubigen Sommerweg zur Seite, mit meist rohgemauerten unverputzten Häusern, die schmucklos nur dem nacktesten Wohn- und Wirtschaftsbedürfnis dienen. In den Gastibirtschaften, den„Krügen", deren Ausstattung meist nur aus einigen ungedeckten Tischen, einem Bierapparat und einigen Schnaps- flaschen im Wandschrank besteht, sitzen Sonntags Gäste aus dem Dorfe vor einem Glase Bier, das nicht vi«l Anteil an der Ernte verrät, mit der das fruchtbare Land Hie Gutshöf« segnet. Die wenigsten sitzen übrigens im Wirtshaus. Während wir an einem Sonntag auf Rädern von Dorf zu Dorf schwirrten, sahen wir überall vor den Türen der armseligen Häuser Männer und Frauen sitzen, die sichtlich nur ein Sonntagsbcdürfnis hatten: sich auszuruhen. Aus den Kolonistendörsern, in denen der reich« Bauer Sonntags gravitätisch mit weißen Handschuhen in die Kirche ging und nach- mittags hafardierend am Wirtshaustische saß. sind Landarbeiter- dörfer geworden, in denen das von Fliegentüpfeln gesprenkelte Hohenzollernbild und die Garnituren völkischer Zeitungen in den Wirtsstuben und das heraussordernde Rotfrontplokat an der Mauer seltsam kontrastieren. Da» trockengelegte Land erinnert übrigens noch immer daran, «s dem Master abgerungene, Bruchland ist. Nach längeren Trockenperioden geraten Gebäude, die wegen des Grundwassers kein« tiefen Grundmauern hoben, ins Sacken und erleiden Schäden; es muß wohl der Boden sich noch immer gleich einem Schwamm mit einer gewissen Menge Wasser sättigen können, um nicht zusammen- zusinken. Umgekehrt las man jetzt nach dem strengen Winter, daß di« Fundamente vieler Häuser infolge des langanhaltenden starken Frostes in di« Höhe getrieben und die Innenwände von unten bis oben aufgeristen, manchmal sogar von den Außenwänden getrennt wurden und das Tauwetter dann die Häuser mit Einsturz bedrohte. Die Landschaft des Oderbruchs ist von eigenartigem Reiz. In bunten Flächen erstreckt sM das völlig eben« Land weichin. Die Räume zwischen Dörfern und Gutshöfen sind von All««n, lockeren Baumgruppen, Wastergräben und Wind- mühlen mannigfaltig belebt. Hinter dem Gatter der Alleen, die manchmal wie die schattig« Kastanienalle«, zwischen Zechin und Letschin sich üb«r sechs Kilometer lang erstrecken, zieht jenseits von grünen, braunen und grauen Flächen, manchmal vom leuchtend- gelben Streif«» eines blichenisen Lupinenfeldes prachtvoll gehoben, der sattblaue Wall des Barmmer Hügelrandes. In dessen Wald- buchten, die als„Märkische Schweiz" ein wenig prahlerisch benannt sind, schmiegt sich das Badestädtchen Freienwald«, in dessen Park über buchsgefaßten Teppichrasen, grauen Steintreppen und flammen- den Phloxbüschen sich rosa und gelbgrau vor hohen Daumprospekten die klar« Front des von David Gilly erbauten Schlößchens erhebt, das ehemals ein königlicher Witwensitz war, 1909 von Rathenau erworben und noch feinem Tode als Rathenari-Stift dem Kreise Oberbarnim vermocht wurde, ein Denkmal für den politischen Mär- tyrer. Seltsam und sicher nicht im Sinn« Rathenaus ist es, daß man at» einzelner Besucher das Eintrittsgeld für fünf Personen entrichten muß, wenn man nicht warten will, bis fünf Besucher sich zusammengefunden haben. Vom Saum des Niederoderbruchs steigt man hinauf nach Hohen- finow. in dessen Schloßgruft der Reichskanzler Bethmann-Hollweg, der„Philosoph von Hohenfinow", bestattet liegt. Nach emmal überschaut man das flache, bunte, dem Wasser abgerungene Land, durch das hier noch immer sich die blauen Adern der alten Oder flechten. Jenseits, am Saume der waldigen Landschwelle entlang, zieht der Hohenzollern-Kanal zwischen hohen Dämmen seine glatte Wasser- bahn. Bunte Lastkähne ersteigen auf den hohen Wasserstufen der Schleusen das Land; eines der größten Schiffshebewerke Europas ist hier bei Liepe noch im Bau. Lange sitzt man am sandigen Hang, auf den die Sonne glüht, und sieht den steigenden und fallenden Strudeln in den Schleusenkammern, dem unaufhörlichen Hin und Her der� schwimmenden Lasten zu. Die schwarzen Kähne, immer noch urtümlich in ihrer Walsischgestalt mit dem ungefügen Steuer, nehmen hier geruhsam einen imponierenden Großbau moderner Technik in ihren Dienst; der Bootsmann mit dem zyklopischen Bund- staken an Bord und der blaublusige Maschinist aus der elektrischen Lokomotive, die den Kahn durchs Schleusentor zieht, grüßen sich über Jahrhunderte technischer Entwicklung hinweg als Kameraden am Werk. Und hier, an der hohen Wassertreppe des Großschiffahrtsweges Berlin— Stettin spürt man nach der Fahrt durch die länd- liche und auf große Strecken einsam« Landschaft des Oderbruchs wieder die Verbundenheit großer geographischer Räume, ehe man untertaucht in die sausenden Kiefernwälder, in denen wie ein« ro- mantische Vision Caspar David Friedrichs der edle Backsteingiebel des Klosters Chorin leuchtet.' Gerdtand: 5)ic A»«u ohne Schmerm . Das ist die Attraktion unserer heutigen Gala-Eröffnungs- Vorstellung, das ist die„Frau ohne Schmerz"! Sie alle, Damen und Herren, haben wohl schon einmal indische Fakire gesehen, Männer, die sich die Haut mit glühenden Nadeln durchstechen.... Aber was ist das gegen dieses herrliche, blühend« Weib, an besten Körper die grausamsten Folterungen des indischen Harems vor- genommen werden. Damen und Herren, das Blut wird m Ihren Adern zu Eis erstarren, wenn Sie das lächelnd« Gesicht der Frau sehen, mit dem sie geduldig die Folterungen erträgt. Hundert Mark demjenigen, der den Beweis bringt, daß der Körper der„Frau ohne Schmerz" auch nur mit dem kleinsten Stückchen Trikot bekleidet ist. Natürlich müssen laut Polizeivorschrist Jugendliche unter zwölf Jahren während dieser Attraktion das Theater oerlasten.... Nehmen Sie Anteil! Nehmen Sie Platz! Soeben ist Anfang und Beginn der Vorstellung,..1" Irgendwo heult eine Nachtschichtsirene. Die Stadtbahn rattert vorbei. Das Glücksrad schnarrt. Und der Abend ist ganz grau. Grau wie die Gesichter der Menschen, grau wie die unheimlich nackten, gespenstisch leeren Brandmauern der Mietkasernen, die diesen trostlosesten all«r Vergnügungsplätze kalt und schroff umstehen. Di« kleinen Mädchen und die jungen Burschen, die zergrämten Frauen und Männer des letzten Proletariats, di« wohl hierher gegangen sind, um noch eine saure Gurke oder einen Bratklops zu erwerben, denn die Geschäfte sind lange schon geschlossen, verstreuen sich nun.... Schon ist die Bretterplanke, auf der die Künstler gestanden haben, wieder leer, schon kreischt das Karussell wieder in grellen Dissonanzen, und die jungen Burschen singen dazu„Main Mäd- schen, main Mädschen, wü lüüp ich dusch", und das Glücksrad schnarrt, und in der Luftschaukel steht eine junge Nochnichtprosti- tuierte, begafft mit gierigen Blicken, von häßlichen, lüsternen Augen, da plötzlich— viel zu plötzlich für diese monotonen, in immer gleichen Abständen sich wiederholenden Kreischlaute, Sirenen� pfiffe— stürzt ein« Frau auf die Bretterplanke. Das ist die „Frau ohne Schmerz". Sie ist noch jung, nur ihre Augen sind uralt, wissend und liebemütig. Ganz allein steht sie da. Und mäh- lich strömen die Menschen wieder vor die Bude und bleiben davor stehen. „3ch tanze auch!" sagt die Frau, und ich spüre, daß irgendein quälender, peinigender Schmerz sie an der Kehle würgt.„Ich tanze auch, so wie mich der liebe Herrgott erschaffen hat, mit pen- kalische Beleuchtung. Ich tanze aus spitzen Dolchen und auf�Glas- scherben. Ich werde y»ich auf ein Nagelbrett legen. Ich..." Sie bricht jäh ab. Sie wird sehr blaß. Aus der Tür ist der Ausruser getreten. Cr sagt:„Nu kommst« aba runter. Da krichste heute doch keenen mehr rin. Komm man,.." Und sie ergreift seine Hand und geht hinein. Aber nun— wahrhaftig, dieser letzte Appell an die lüsterne, unlustige Lust hat sein« Wirkung nicht verfehlt— nun gehen auch einige zur Kasse, zahlen zwanzig Pfennig und treten ein. Ich bin auch dabei. Man sitzt da auf den rohen, ungehobelten Bänken, raucht Ziga- retten. Ein dürres Gelächter schwirrt durch den stickigen Raum. Der Vorhang teilt sich. Der Ausrufer tritt hervor. In der ersten Abteilung sieht man den starken Mann, den ehemaligen Athleten, dessen kleine Säuseraugen trübselig in den Zuschauerraum starren. So jagen sich die Abteilungen.... Und dann kommt der Clou des Abends.„Die Frau ohne Schmerz I Noch einmal tritt der Ausrufer hervor und gibt eine kurze, einleitende Erklärung. Natürlich sei di« Scham der Dame bedeckt. Dennoch sei sie eine Abnormität der Willensbeherrschung. Da steht sie auf der Bühne. Mit lustigen Zauselöckchen. mit einem lachend-gemalten Mund, mit einem kecken Näschen, schlanken, hohen Beinen, mit kleinen, wippenden Brüsten und uralten Augen. Ja. sie tanzt auf Glasscherben. Ja. sie entzündet eine Teer- fackel, einer von den jungen Burschen zündet sich eine Pfeife daran an, ja, sie fährt mit der brennenden Fackel lächelnd über Bauch und Beine,' über Rücken und Arme. Sie legt sich auf das Nagelbrett. Und sie mimt in Gemeinschaft mit dem säuseräugigen Athleten die ,. Todesstrafe von Bombay". Und dann ist's aus. Und man geht hinaus. Aber als man noch wenige Minuten vor der Bude stehen bleibt, ertönen aus chrem Innern kleine, schluchzende, trostlose Schreie. Das sst die„Frau ohne Schmerz", die da die Qual ihres Herzens und die Pein ihres Körpers hinausstöhnt. Hinaus in den grauen Abend, hinaus auf den armseligen Rummelplatz. Ich kenne nicht den Schmerz dieser grell plakatierten Frau. Ich habe Angst davor. Und gehe hinaus auf die Straße irgendwo an der Pe- ripherie Berlins,,,, SEur Sniftehung der Wlondkraler Schon in einem schwachen Fernrohr scheint die Oberfläche des Mondes mit vielen Tausenden von Gebilden bedeckt, die wegen ihrer äußeren Aehnlichkeit mit unseren irdischen vulkanischen Kratern trotz sehr wesentlicher Unterschiede auch als Krater be- zeichnet wenden. Es gibt solche von Bergketten umgeben« sogenannte Wallebenen mit einem Durchmesser von fast 1200 Kilometer, so daß das frühere Königreich Bayern bequem in ihnen untergebracht werden könnt«, neben andern,'deren Durchmesser noch nicht 1 Kilo- meter erreicht. Di« Vermutungen über die Entstehung dieser Gc- bilde sind sehr mannigfaltig, einerseits sollen sie wie unsere irdischen viel kleineren Krater vulkanischen Ursprungs sein, andererseits sollen sie dem Aufprall von Meteoren ihre Entstehung verdanken. Eine ganz neu« Beleuchtung der Frage ist, wie die„Umschau" be- richtet, einem amerikanischen Astronomen namens Epstein gelungen. Mit den verfeinerten Methoden der Temperaturmessung konnte er di« Abkühlung bestimmen, welche die Mvndoberfläche während einer Mondfinsternis erfuhr, also während ihr das Sonnenlicht durch den Erdschatten entzogen war. Dann prüfte er die Abkühlung, welche die verschiedensten Gesteine unter ähnlichen Umständen erfahren. und fand, daß Granit, Basalt und andere sich sehr viel langsamer abkühlen: nur der Bimsstein ergab einen dem Monde ent- sprechenden Wert, so daß der Schluß gerechtfertigt scheint, daß die Oberfläche des Mondes im wesentlichen aus Bimsstein besteht. Da nun Bimsstein auf der Erde vulkanischen Ursprungs ist, so folgert Epstein, daß auch mif dem Monde die Krater vulkanischen Ur- sprungs seien. Man muß ohne weiteres zugestehen, daß diese Beobachtungen und Versuche die Ansicht von der vulkanischen Entstehung der Mondkrater zu stützen geeignet sind; aber andererseits zeigen die Krater bei näherem Studium doch so wesentlich« Unterschiede nicht nur gegen unsere irdischen Krater, sondern auch untereinander, sowohl hinsichtlich ihrer Größe als in ihrem ganzen Aufbau, daß es kaum annehmbar erscheint, all« diese verschiedenartigen Gebilde auf dieselbe Weise erklären zu wollen. Es haben sicherlich die ver- schiedenartigsten Kräfte gewirkt, darunter auch vulkanische, um alle diese nur aus der großen Entfernung, aus der wir sie betrachten, so ähnlich erscheinenden Gebilde hervorzubringen. Lt. Wehl das Qlück der Gert all! Sozialismus ist dos neue Recht und die neue Pflicht. Die Pflicht zum Recht. Der Feind des Rechtes ab«r ist rohe Gewalt. Weil Sozialismus das Recht ist, kann er nicht die Gewalt sein. Ein Vater verbot seinem Sohne, Sozialist zu sein. Und er wollt« gewiß das Glück seines Kindes. Der Sohn aber sagte: Dein Zwang ist nicht das Recht. Wie sollte er mein Glück fein? Ich aber habe— das erste Erbe der Geburt— die Pflicht zum Rechte. Ich muß darum Sozialift sein. Nun bin ich eurer Schul« «ntwackisen, eurer Schule Zwang: uns gewaltsam zu beglücken. Weil ich aber gegen das Glück der Gewaltsamkeit bin, bin ich Sozialist. Und damit verließ er seinen Dater. Wir alle wollen nicht das Glück der Gewaltsamkeit, der Ver- gangenheit, sondern im Sozialismus die Freiheit des Glückes suchen und bringen. Wehe, wenn wir uns zu tyrannisierenden Schul- meistern oder Polizisten des Sozialismus auswerfen wollten! Dann sind wir kein« Sozialisten mehr und unsere Kinder müßten uns die Gefolgschaft versagen. Der Sozialismus ist nicht der Prügeloater, der da sagt: Du mußt! Der Sozialismus sagt: Wir werden, wir wollen! So ist er der wahre Voter der Zukunft. t Baclpru.KiiroHi> Bäder von einst. Die Orte mit den heihesten Quellen Mitteleuropas, die schon die Römer benutzten, waren: Aachen(A.quis Granum), Baden- Baden(Aquae Anreliae), Wiesbaden(Aquae Mattiaconnn), dann Ems und Badenweiler mit ihren warmen Quellen und Homburg mit seinen Kohlensäuerlingen am Fuß« der berühmten, aus ihren Trümmern wieder hergestellten Saallmrg. Auch in Trier waren prächtig« Badchäuser errichtet, deren Ruinen heut« noch im- posant wirken. Als Muster für die Bäder bauteu in Germanien dienten den Römern die großen öffentlichen Badeanstalten in Rom. Sie nannt-n sie„Thermen", auch wenn sie dazu, wie in Rom, kein von Natur heißes Wasser verwendeten. Die Badegebäude bestanden in der .Hauptsache aus meisterhaft durchdachten und ausgeführten Gesell- schastsbädern für die verschiedensten Amvendungsformen von Wasser und Luft. Geheizt wurde mit Holzkohlen durch ein« einzige große Feuerstätte— Praefumium— im Keller. Bon hier ging die heiße Luft durch ein« niedere Heizkammer, die sich unter dem ganzen Gebäude hinzog und auf gemauerten Säulchen den Boden der Baderäum« trug, dann stieg sie in Hohlziegeln in den Wänden hoch und durchwärmte so Boden und Wände. Auch das Badewasser wurde, wo keine heiße Quelle zur Verfügung stand, auf jener Feuerstätte in übereinanderstehenden, gemauerten Kesseln erhitzt. Solche Anlagen findet man in größerer oder kleinerer Ausdehnung in jedem Kastell, in jeder Siedlung der Römer. Das Hauptgewicht legten die Römer auf das Baden in warmem Wasser, Dampf und heißer Luft. Die Becken mit kaltem Wasier waren mehr zur Auf- srischung nach den warmen Bädern bestimmt. Am wertvollsten erschienen ihnen deshalb auch für Kuren zu Badezwecken die Orte mit heißen Quellen, und es ist nicht zu oerwundern, wenn sie in Baden-Baden, Wiesbaden und Aachen die ausgedehntesten Bad- anlagen errichteten. Die kalten Mineralquellen kamen für sie Haupt- sächlich für Trinkkuren in Betracht. Im übrigen legten sie aber auch namentlich solchen Quellen großen Wert bei, aus denen sie, wie besonders in Wiesbaden und Homburg, das geschätzte Kochsalz gewinnen konnten. Die heute noch b est e r ho lt e ne n Bäderreste sind in Baden-Baden und Badenweiler zu sehen. Caracalla legte in Baden zwei groß« Bäder an: das eine war luxuriös, das andere einfacher ausgestattet. In Bcüienweiler ist— wie die gut erhaltene Ruine deutlich zeigt— ein einziges großes Badegebäude, das jedoch zwei gesonderte Abteilung«n für Männer und Frauen enthielt. Großzügiger noch sind die Anlagen in Wiesbaden und Aachen gewesen, aber es ist davon, wie in den übrigen Badeorten, infolge Zerstörung und Ueberbauung wenig mehr zu sehen. Man fand in Wiesbaden zum Beispiel bei Ausgrabungen für Funda- mente große Schwimmbecken, die mit einem Kranz von Einzel- kabinen mit und ohne Duschevorrichtung versehen waren, auch«inen Raum für künstliche Kohlensäurebäder, die man durch Ueberleitung von Thermalwasser über den Kalkstein des Fußbodenbelages er- zeugte. Man nützt« sogar die räunlichen Ausscheidungen des Thermalwassers aus, um Farbkugeln herzustellen, die, bis nach Rom versandt, den Frauen zur Färbung ihrer Haare in das modern« Blond der Germaninnen dienten. Um die Baderäum« lagen zahlreiche Logierhäuser Säulenhollen, offene Höf«, Tempel und dergleichen, alles in der Art der Kafferthermen in Rom. Die Herrfchaft der Römer dauerte in Deutschland nur zwei bis drei Jahrhunderte, aber sie haben nicht umsonst in den Badeorten gelebt und Kur gebraucht: wir hoben beibehalten, was sich als bleibend gut erwies. So sind in Baden-Baden die neuen Bad- anstalten ngch dem Muster der römischen Ruinen als große Gesell- schaftsbäder errichtet, in ähnlicher Weis« die von Wiesbaden, Aachen und Badenweiler, wo man heute zum Beispiel in einem offenen und in einem geschlossenen Marmorthermalschwimmbad die warme Quelle auf den Körper einwirken läßt. Zwischen Weser und Main. Das Gebiet zwischen Weser und Main wurde bisher von dem Strom Berkehr vernachlässigt. Es liegt eine breite, ruhig« Insel zwiscGn der großen rheinischen Tiefebene, dem Maintal, dem Weserbergland und Thüringen, die im Norden von Kassel, im Osten von Fulda mit der Hohen Rhön, im Westen von Waldeck nnt der Edersee und dem Sauerland und im Süden vom Lahntal begrenzt wird. In der Mitte dieses wunderschönen Landes aber liegt Harburg, die hessen-nasfauische Landesuniversität, sozusagen der Kern dieser gewaltigen Enklave unbenutzten Reiselandes. Auf der dieser Tage in Dresden eröffneten.Lahresschau" wird eine Karte gezeigt, auf der drei Reiserouten durch Deutschland vor- geschlagen werden. Keiner dieser drei Reisewege berührt das oben umrissen« Gebiet. Es liegt ein öder, stummer, unbezeichneter Fleck Wüste im Herzen Deutschlands, wo zu reisen nicht lohnt! So ist es, so denkt die betrübende Mode in ihrer Ungerechtigkeit und Oberflächlichkeit und Unkenntnis der Schönheit einer Landschaft, die zu den herrlichsten ganz Deutschlands gehört! Im Norden Kassel mit der Wilhelmshöhe, deren Wasserkünste und Kunstschätze noch lange nicht genügend gewürdigt werden. Das Sauerlaud mit seinen herrlichen Wäldern und dem über 800 Meter hohen Kahlen Ast bei Winterberg. Die alte Bischofstadt Fulda mst der Rhön, deren Berge durch den Segelflugbetrieb aus der Wasserkuppe etwas bekannter geworden sind. Und schließlich Marburg an der Lahn, das durch feine energischen Bestre- düngen, großzügige Verkehrspolittk zu treiben, immer mehr zu einer Frcmdenstadt wird. So veranstaltet Marburg auch in diesem Sommer in seinem herrlichen Freilichttheater Fest- spiele, die sich aus allen Teilen Deutschlands eines guten Besuches erfreuen dürfen, wenn die glänzenden Erfahrungen des letzten Jahres sich wiederholen werden. An und für sich ist es bedauerlich, daß das schöne Hessenland besonderer Attraktionen bedarf, um den großen Strom Verkehr anzu- ziehen, denn es ist durch seine schöne Landschaft begnadet genug. Reist an die Mosel! Von dem größten Nebenfluß des Rheins sind bicher nur einzelne Punkte nahe oberhalb Koblenz mofelaufuxirts eingereiht worden zu den ersten Reisesehenswürdigkeiten des Rhein- landes. Dabei stellt aber die ganze Mosel eines der schönsten deutschen Flußtäler dar: in den trautichen alten Spitzweg dorsem lebt und schafft ein bodenständiger Winzerschlag: in den behaglichen. preiswerten Gaststätten gilt auch der fremd« Besucher noch als Hausgenosse. Ein sehr bedeutendes und gern besuchtes altes W« i n d o r f dieser Art cm der Mosel ist Reil, zu Füßen der Marienburg, in einer Schnellzugstunde von Koblenz über Bulla» bequem zu erreichen. Mit 180 Hektar Weinbergen hat Reil den drittgrößten Weinbau der ganzen Mosel und ebenfalls eine führende Stelle im Weinhcmdel. Ein prächtiges Tiefdruckwerbeheft des Bürgermeisters von Bausen darf(Mosel) macht uns bestens bekannt mit der Schönheit von Landschaft und Ortsbild Reils: die Drucksache wird kostenlos abgegeben und verdient ein« aufmerksame Berück- sichtigung. vadnerlaad— Schwarzwald. Wegweiser und holelfShrrr ISZS. In neuer Änflag« llegt der reichilluftrierte 128 Seiten fwrke vrallische Wegweiser des Badnerlande» für 1929 vor. Heber 200 Fremdenplätze, Bade» und Kurorte in den verschiedenen Höhenlagen bi» 1500 m fl. M. sind erschöpsend de- handelt, so daß die Auswahl eine» Erholungsaufenthaltes in den klimatisch und landschaftlich bevorzugten Gebieten im Schwarzwald und Odenwald, am Neckar, Oberrhein und Bodeniee wesentlich erleichtert wird. Die An- gäbe der genauen PensionSpreil« von über 1300 Gaststätten und der Nack- weis von guter und billiger Reiseliteratur erhöhen den Wert dieses Prot- listben Ratgebers, der zugleich ein unentbehrlicher Begleiter für die beliebten Höhenwanderungen und Rundsahrten bildet. DaS gut ausgestattete Nach- schlagewerk ist bei den Reise, und VerkehrSbureauS sowie gegen Einsenduna von 20 Pf. franko durch den Badiichen Verkehrsverband Karlsruhe(Post- scheckkonto Nr. 4422 Karlsruhe) erhältlich. Sport. Renne« zu hoppegariea am Freilag. dem 24. Mai. 1. Rennen. 1. SimonideS(O.Schmidt), 2. Sigmar, 3. Kang Tb!. Toio: 27: 10. Platz: 14,133,75:10. Ferner liefen: Mungo, Baiser, WinSta. Hllnseld. Leuchtturm, AnSkar, KönigSktnd, Parademarsch, Svengali, Leitstern. Etetnseld, Laute. 2. Rennen. 1. Fernländer(Trabsch), 2. Mantegna, 3. Westerwald. Toto: 33:10. Platz: 19, 36, 58:10. Ferner liesen: Kurmärter, ManliuS, Walhall, Alexander der Trotze, Tanit, Fahnenweihe, Persianer, Dietmar, Honoria, Offensive. Z. Rennen. I. Ausnahme(O. Schmidt), 2. Antonia, 3. Dido. Toto: 37:10. Platz: 11,10,12:10. Fernerllesen: Gesolel, Alexandria, Madonna d'Arezzo, Heid«rose, 4. Rennen, 1. Skalde iHuguenin), 2. Audax, 3. Avex Dieux. Toto: 146:10. Platz: 22,13,31:10. Ferner liesen: CsampaZ, Farn, Frriweg II, Virulin, vellac, Patrizier, Pergola. 5. Rennen. 1. Gras Jsolani(Grabsch), 2. Rebell, 3. Fides. Tolo: 15:10. Platz: 11, 16:10. Ferner liesen: Scipio, Tiber, Saland, 6. R e n n e n, 1. Holdrio(Böhlke), 2. Felsen, 3, Latina. Toto: 50: 10. Platz: 18, 13, 30:10. Ferner liesen: Marliita, Rottland, Easper, StriuS, Koralle, Grasnelke, Meffala, Alike, Norjana. 7. R e n n e n. 1. Orefte»(Klotz). 2. Heidjer, 3. Windspiel. Toto: 36: 10. Platz: 12, 12, 13:10. Ferner liese»: Augulimala, Frintrop, SiSISuser, Sonnenlicht._ Wetterbericht der öffeullichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. (Rachdr. verb.) Tells heiter, teUS wolkig, lokale Wärmegewitter, zunächst wenig Temperaturänd erung.— Afir Deutschland: Ueberall heiter bi» stark wolkig, örtliche Gewitter, im Westen allmählich Abkühlung. LINDAU RflllEllfiCE Reizende Inselstadt in unvergleicb- •»•»«'tnöCC« nci, SChßner Lage mit den aarten- stadtteilen Aeschach— Reutin— Hoyern mit Bad Schachen. Neue, elegante Strandbäder, Täglich Promenadenkonzerte. Seefeste. Bequeme Ausnüge mit Dampfer oder Aussichtswagen rund um den Bodensee, nach Vorarlberg und der Schweiz. Flugzeuge, Bergbahnen. Prospekte durch das itädf. Verkehrsbüro Bahnhof 1, Tel. 614 Bayrischer Hof Zinraer Pension 11.9-13.- Hofel Seegarten ZimnorH. 2.50-4.50; fiartmaf* Hotel Reutemann ZiinBerll.2.50-4.50: Pension i.7-9.- Lindauer Hof Zinraei H. 2,50-4.-; Terrass.-Rest. 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