Nr. 26. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Suferate für die nächite Muninter müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Soun und Festtagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. ,, Vorwärts" mit der illustrirten Sonntags- Beilage: Die Neue Welt". Den neuen Abonnenten wird der bereits gedruckte Anfang dieses höchst spannenden Romans gratis nachgeliefert. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Hans. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 2,20 M. für die Monate Februar und März entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungsliste für 1896 Freitag, den 31. Januar 1896. " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Gine folche Kolonialpolitik in allen Ozeanen ist natürlich nicht ohne Schiffe möglich. Wer in dem sogen. VölkerScehandel? Was aus unseren Kolonien? Die Uebermacht| kommen und wurde zum Tode durch die Kugel verurtheilt. Sei der Engländer zur See ist so groß, so erdrückend, daß vier es nun, daß das Urtheil ungefeßlich oder zu treng war, jeden Wochen nach Ausbruch des Krieges kein deutsches Schiff falls stellte sich der englische Konful mit seinem gange. Einfluß Mit dem 1. Februar eröffnen wir ein neues Abonne- auf dem Meer schwimmen, keine der jetzt deutschen Kolonien vor den Verurtheilten. Auf die Republikaner machte das keinen Eindruck. Ta telegraphirte er nach London. Die Republikaner ment auf den noch die Reichsflagge tragen würde. Oder glaubt man, daß beschleunigten als Antwort den Tag der Hinrichtung; der Tag irgend eine unserer Kolonien auch nur eine Woche lang erichien, die Soldaten waren ausmarschirt und harrten des den Streitkräften widerstehen kann, die England spielend Kommandos. Da erschien auch der englische Konful, warf dem heranschaffen könnte? Und was tönnen wir den Missetbäter die englische Flagge über Kopf und Brust und sief: Engländern zum Schaden thum? Nichts! So lange wir Kill him, but don't hurt the english flag.) Ich bin übernoch keine Luftflotte haben, die 300 000 deutsche Soldaten zeugt, wir haben auch solche Konsulu. Es ist die Pflicht eines jeden Parteigenossen, für die aus den Wolken auf die englische Erde herabfallen läßt, Wir brauchen ein Auswärtiges Amt, das nicht bles nach dem Weiterverbreitung des Zentralorgans der Partei nach sind wir unfähig, den Engländern ein Haar zu frümmen, doch in den Vogesen starrt und nach den russischen Wäldern, Kräften thätig zu sein. Daß unser Blatt in bezug auf ja ihnen auch nur zu Leibe zu gehen. sondern das an den Stüften aller Ozeane Aufgaben für die deutsche Politik sieht, das die deutschen Auswanderer dahin leitet, politische Dinge vortrefflich informirt und häufig in der Doch ein anderes Bild. Einen noch interessanteren wo sie Unternehmer mit deutschem Kapital finden, das auch die Lage ist, Nachrichten zu bringen, die keinem anderen Blatte Fall von Kolonialdelirium der schlimmsten aller deutschen Privatkolonien für seine Kinder ansicht, für deren Gezur Verfügung stehen, das ist allseitig anerkannt. Kolonial- und Tropeukrankheiten. deihen es zu sorgen hat, auf die Gefahr hin, daß sie eines Tages leber dem politischen und wirthschaftlichen Die„ Grenzboten", ein ein wirklich konservatives 3. B. in Südamerika den unfähigen Spaniern das RevolutionsTheil werden aber die lokalen Vorkommnisse Berlins Organ, nicht blos ein sogenanntes", das heißt ein Blatt, handwerk legen und abhängig oder unabhängig vom Reichkeineswegs vernachlässigt. Die Besprechungen unsrer kom das sich längerer Zeit" redlich bemüht, staatserhaltend", deutsche Ackerbaukolonien werden. Wie leicht das geschafft werden munalen Angelegenheiten sowie die ausführlichen Berichte also auch reformatorisch zu wirken denn wer Reformen, liegen Gruppen von deutschen Dörfern, die in den Bürger fann, mag eine zweite Geschichte zeigen. Im Süden Brasiliens über die Verhandlungen der Stadtverordneten- Versammlung durchgreifende Reformen bekämpft, ist fein Staatserhalter, friegen der spanischen Abkömmlinge leidlich verschont geblieben bringen den Leser in die Lage, die Erscheinungen auf diesem sondern ein Staats- und Gesellschafts- Umstürzler, und sind. Vor einigen Jahren geschah es doch einmal, daß Rewichtigen Gebiet des öffentlichen Lebens genau zu verfolgen. das sehr häufig über brennende Fragen sich in einer gierungstruppen in ihre Nähe tamen, nicht als Feinde, sondern Der lokale Theil des Vorwärts" verzeichnet alle Be- Weise ausgesprochen hat, der wir unsere Anerkennung zu geleckt von den guten Quartieren. Reitende Boten und Feuergebenheiten des Tages und giebt ein getreues Bild des zollen hatten die Grenzboten" haben in ihrer Januar fignale vom bedrohten Orte sorgten dafür, daß in den benach Vereins- und Bersammlungslebens, welches nummer unter der Ueberschrift: Weltpolitit" einen barten Dörfern die freiwilligen Feuerwehren, in Deutschland in Berlin besonders starke Wellen schlägt. Auffaz veröffentlicht, der es als Deutschlands Mission hinftellt, gediente Leute und ihre Rekruten, fchlennigft alarmirt wurden und Ebenso widmen wir dem Feuilleton die größte Auf ein Weltreich" zu werden, und zu diesem Behufe Welt- ich auf den Marsch nach dem Signalort begaben. Unterdessen war dort die militärische Macht angekommen merksamkeit. Jetzt veröffentlichen wir einen Original- politit" zu treiben, welche Weltpolitik" darin besteht, daß wir, Brigade, die wir aber etwa auf das Drittel einer deutschen fagen wir eine Roman aus der Gegenwart: ,, Clotilde", von sintemalen der Mann im Mond" vorläufig noch nicht zu schäßen dürfen, mit zerrissenem Schuhwert, gerlumpt und verhungert. H. W. M. von Walthausen, der in einer deutschen depossediren ist", auf diesem unserm harten Erdball hier ob verlangt ihr General vom Schulzen Lebensmittel, Residenzstadt spielt und tiefe Blicke in das Leben der guten unter dem wechselnden Mond" unser Zukunfts- Weltreich Kleidungsstücke und Quartier zunächst für eine Woche. Der Gesellschaft" thun läßt. einfach zusammenrauben. Ja zusammen rauben. Und Schulze macht ihn darauf aufmerksam, daß morgen mit dem ist das nicht einfach? Man höre nur: frühsten die Feuerwehren so und so vieler deutschen Dörfer hier Nachdem der Weltpolitiker" uns von Türkenloosen, sein würden, ausgediente deutsche Soldaten, gut beritten und gut Portugiesen und anderen ausländischen Werthpapieren Manneszucht zu empfehlen. Außerdem würde der Ort nur so Er thäte darum gut, seinen Truppen strengste unterhalten und die nicht ganz neue Klage ausgestoßen und so viel Lebensmittel liefern und wünsche die Regierungshat, daß binnen wenig Jahrzehnten Millionen aus truppen nicht länger als eine Nacht in seinen Fluren zu sehen. Deutschland ausgewandert sind, und daß diese Dies mit dem nöthigen Nachdruck vorgetragen, wirkte. Am Millionen, die, wie die ausgewanderten Engländer ein andern Morgen zogen die Soldaten ganz betrübt, aber friedlich größeres England, so ein größeres Deutschland hätten von dannen, ohne die Bekanntschaft mit der deutschen Feuerwehr errichten können, jeßt für das deutsche Vaterland politisch gesucht zu haben. und wirthschaftlich verloren sind( wogegen sich beiläufig manches einwenden ließe), begiebt er sich auf die Suche nach konzert gehört werden will, muß zuweilen mit dem Säbel dem deutschen Weltreich. Und wer sucht,- der findet. raffeln tönnen. Die deutsche Flagge über dem Hause des Unser Weltpolitiker entdeckt, daß wir, abgesehen von den Konsuls hat wenig Achtung, wenn sie nicht auch im Hasen über afrikanischen Kolonial Schattenbildern an der Wand, die einigen schwimmenden Kanonen weht. Haben wir denn aber er gebührend nichtachtet, thatsächlich schon sehr werthvolle Schiffe? Kolonien haben. Und jetzt lassen wir ihn selbst sprechen: Die Deutschen können sehr wohl den Engländern z. B. Giebt es denn nicht schon denische Kolonien, wo sich Arbeiter Hongkong nehmen. Angenommen, der deutsche Handel in Hongund Rapital gefunden haben? Dja, abgesehen von den Tropen, tong mache jetzt ein Zehntel des englischen aus, so tann er in einigen wo ein Unternehmer immer nur wenige europäische Kopfarbeiter Jahrzehnten sechs Zehntel ausmachen. Dann ist eben Hongkong Es ist etwas Berauschendes in dem Gedanken an beschäftigen kann, giebt es folche 3. B. in Südamerika. In deutsch mit oder ohne deutsche Flagge, und es ist eine Leichtig Kolonien, ja in dem bloßen Wort. Die Phantasie wird Brasilien deutsche Dörfer, deutsche Ackerbau- feit, die deutsche Flagge nicht nur aufzupflanzen, sondern auch entfesselt und sie baut wunderherrliche Luftschlösser und Colonien. Aber, sagen die Konsuln und das auswärtige Amt, zu halten. Unser Handel wächst schneller als der englische, der die ftud doch verloren! Es ist sehr traurig, daß Deutsche französische aber geht zurück. sind Fata Morgana- Landschaften. Der Duft, der Zauber, die dorthin gehen, um über kurz oder lang dort zu verwelschen, Ta es zunächst nur zwei Völker giebt, die zugleich Kapital. Romantik der Tropen, so wie wir von Jugend an sie uns Denn retten können wir sie doch nicht! Wir können und Menschenüberschuß haben, so giebt es auch nur zwei Völker, vorgestellt, nehmen unsere Sinne gefangen und über- nichts gegen das internationale Recht! Mit Berlaub: das sind die sich um die freie Erde und um die Herrschaft wältigen den Verstand. So erklärt sich der Tropenkoller, diplomatische Zwirnsfäden, noch leichter zu zerreißen als juristische. über die Meere streiten müssen: die Deutschen der nur eine, und zwar die roheste Form des Kolonialdeliriums So mag die russische Regierung reden, die an der Kolonisation und die Engländer. Die Deutschen scheinen oder Kolonialfiebers ist, von dem nur wenige, mit Kolonien des eignen Landes genug Arbeit hat, oder die französische, die das nicht zu wissen, sonst hätten sie doch praktisch oder auch blos theoretisch in Verbindung stehende froh sein muß, wenn keiner auswandert. Eine Regierung aber, eine größere Flotte. Also mehr Geld für will er nichts!" sagen Menschen verschont bleiben. Es ist, wie wenn der Gedanke wie die deutschel und englische, muß aggressive Kolonial: die Marine, weiter politit treiben. Die Russen und die Franzosen haben der Fortschrittsmann und der Sozialdemokrat. Jawohl! an Kolonien eine hypnotische Wirkung hervorbrächte, den große Flotten und treiben aggressive Kolonialpolitik. Warum? sage ich dem Fortschrittemann. Aber das wird sich bezahlt Geist einschläferte, die Einbildungskraft von allen Schranken vielleicht aus Uebermuth, denn nöthig haben sie es nicht. machen, zwar nicht gleich, aber später, und nicht nur für den der Ueberlegung befreite, die Urtheilskraft lähmte, die Die Deutschen haben keine große Flotte, und ihre Regierung Fistus, sondern auch für den Einzelnen. Das gehört zu den Größenmaße verschöbe, das Traumleben an die Stelle des treibt eine recht fchüchterne Rolonialpolitif. faux frais der heutigen Weltwirthschaft. Die Marine gehört zu wirklichen sette. Warum? Weil sie ihre Pflicht nicht kennt, oder vielmehr, weil den Mitteln, die jeder deutsche Produzent heutzutage gegen den An die Geschäfts- Rolonialfere denken wir hierbei gar- ihr vom Volte wunderlicherweise die Mittel zur Erfüllung ihrer nicht, denn bei ihnen weiß man nicht, wo die Grenze ist Pflicht vorenthalten werden. Denn es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der deutschen Re. zwischen ehrlichem Wahnsinn und profitgieriger Berechnung. gierung, aggreffive Solonialpolitik zu treiben. Wir denken an solche Opfer der Krankheit, die über den Stanen sich Wassermassen und gefährden bebaute Felder, so Verdacht persönlicher Jnteressenpolitik erhaben sind. Buni müssen sie von den Behörden im öffentlichen Interesse in Bahnen Beispiel an einen Mitarbeiter der sonst in diesem Punkt geleitet werden, wo sie Eegen bringen. Auch wo sich Volks sattelfesten Frankfurter Zeitung", der, unter Zustimmung maffen, die nach Land schreien, gefährlich anstauen, da müssen Den Arbeitern aber sage ich: tua res agitur, um eure Zuder Redaktion, jüngst allen Erustes ausführte, daß in die Staateleiter fie wegschaffen, aber nicht irgend wohin, sondern funft handelt es sich. Hier in dem überfüllten Deutschland mag einem Krieg zwischen England und dem Deutschen Reich dahin, wo sie der Gesammtheit nützen. das Kapital euer Feind sein. Rücksichtslos drückt es cuern Lohn alle Vortheile auf feiten Deutschlands seien, weil G3 ist nicht gleich Krieg nöthig und Eroberung, wenn man auf das niedrigste Maß, um seinen Mehrwerth zu haben, verdie solche Kolonien schaffen will. Man braucht zu den Raubſtaaten sucht euch zu Parias zu machen, mit denen der Gebildete nichts Deutsche den Engländern ungeheuren, nur so zu sagen: Wir sind hier und wollen hier bleiben. Uns mehr gemein hat( wogcgen wir ja Gott sei Dank zwei gute Engländer uns Deutschen gar keinen Schaden zufügen gehört die Erde so gut wie euch, und hier gilt Strieg auch im Schutzmittel haben: Volksschule und Heer). Das mag hier sa fönnten. Und ähnliches ist während der letzten Wochen in der Frieden. Wir wollen auch nicht euresgleichen werden und unter sein, aber draußen ist es anders. Dort ist der einfachste deutsche deutschen Presse tausendmal gesagt worden. Man greift euern Gesetzen leben, sondern nur bedingungsweise. Gure Re- Arbeiter mindestens ein gelernter Arbeiter. Arbeitsmittel und sich an den Kopf. Wie ist es möglich, so aberwiziges gierungen sind nicht ehrlich, eure Gerichte sind bestechlich. Wir Arbeiter sind dort keine Feinde, sondern dort sucht das Kapital Beug als politische Weisheit auf den Markt zu bringen. find das nicht gewohnt. Unser Mutterland verlangt, daß wir Arbeiter, lohnt reichlich und giebt Gewinnantheil. Aus dem Wir sollen England ungeheuer, die Engländer uns gar nach unseren Ansprüchen behandelt werden. Somit sind wir Dienenden wird dort leicht ein Herr. Nun, Herren wollen die deutschen Arbeiter nicht nicht schädigen können! Zugegeben, daß die Engländer nicht durchaus eure Mitbürger, sondern auch noch deutsche feine Armee an unferer Rüfte landen können; zugegeben Reichsbürger. Wenn dann ein Deutscher vor ein ausländisches werden, sie wollen freie Menschen sein Niemandes Herr Gericht kommt, so sagt der Konsul nicht: Warum gehst Du in und Niemandes Knecht. daß unsere Küstenvertheidigung und unsere Flotte dieses Land? sondern er handelt wie jener englische Konsul in Doch werfen wir nun im stande sind, eine Beschießung und Zerstörung Mittelamerika, von dem vor einigen Jahren folgende Geschichte einen flüchtigen Blick unserer Küsten- und Hafenstädte zu verhindern. Allein was durch die Beitungen ging: Ein Engländer war in einer mittelsoll aus unserer Handelsmarine werden? Was aus unserem amerikanischen Republit vor die Echranken des Gerichts ge= unter Nummer 7277.) Redaktion und Expedition des„ Vorwärts". mir Weltpolitik. giebt es auswärtigen Ronfurrenten nöthig hat; haben wir erst eine Flotte und treiben wir Kolonialpolitik, dann wird das deutsche Volk nicht mehr hunderte von Millionen an Portugiesen und Argentinier verlieren, sondern wird sein Geld deutschen Unter nehmern anvertrauen, und je mehr deutsche Unternehmungen es im Auslande giebt, um so weniger drückend wird die Weberproduktion im Inlande sein. *) Tödtet ihn, aber verlegt nicht die englische Flagge " : D Nr. 981. Präsidium Ansbach, 28. September 1891. der f. b. Regierung von Mittelfranken. Betreff: Anhänger und Förderer der sozialdemokratischen Partei, hier deren Eintritt in die Armee. ( Mit 1 Beilage.) # Unter Bezugnahme meiner Buschrift vom 17. Seps tember 1885, Nr. 1831, beehre ich mich ein Verzeichniß jener im Jahre 1891 im Reg. Bez. Mittelfranken ausgehobenen Mannschaften, welche als der Sozialdemokratie angehörig und bezw. der Theilnahme an sozialistischen Bestrebungen als verdächtig von der betreffenden Behörde bezeichnet wurden, zur geneigten Kenntnißnahme und weiter bemessenen zuständigen Verfügung ganz ergebenst zu übersenden. ( gez.) Benetti. auf die Weltpolitik unseres Grenzboten" Zukunfts- der„ Elbe" auf das amtliche Protokoll der Verhandlungen I mädchen Differenzen bekam, entIteß er dasselbe plötzlich, wor staatsmannes. Wir stehlen stehlen brasilianische Kolonien. des Sceamtes, und konstatirte hinsichtlich der Ausweisung auf ihn dieses wegen Majestätsbeleidigung zur An Schade nur, daß das nicht so leicht ist. Die brafi- Steiner's, daß er- Bebel- am 14. Februar vorigen eige brachte. Auch in der heutigen Verhandlung blieb tas Mädchen bei seiner Aussage unter Eid, während der Angeklagte lianische Republik läßt sich nicht gutwillig Provinzen ab- Jahres den Namen vertraulich dem Herrn Staatssekretär alles bestritt. Der als ärztlicher Gutachter vernommene Kreisarzt nehmen. Und die Bereinigten Staaten würden in einem der des Innern genannt habe, und daß schon am folgenden Dr med.Balser bezeichnete den Angeklagten für einen hochgradigen artigen Fall mit der Monroe- Doktrin blutigen Ernst machen. Tag der Name bekannt gewesen sei. In Zukunft altoholisten, der, weil er glaubte, daß ihm Ünrecht geUnd die übrigen Kolonien, die wir rauben sollen, werden wird man sich also vor vertraulichen" Mittheilungen an schehen, an jenem Tage in eine so heftige Aufregung gerathen ebenfalls vertheidigt werden, und sämmtlich von Mächten, Behörden zu hüten haben. Es wirft dieser lehrreiche Vor- sei, daß er seiner Sinne nicht Herr und nicht im stande gewesen, die uns zur See überlegen sind. Aber das ist's ja! Wir gang beiläufig ein seltsames Licht auf die Entrüstung die Tragweite seiner Worte zu erwägen. Das Gericht nahm die brauchen eine große Flotte, damit wir uns mit den Eng- gegen den Vorwärts", weil derselbe„ vertrauliche" Rund Schuld des Angeklagten als erwiesen an, trop des ländern um die Herrschaft über die Welt schlagen können. gebungen von Behörden Behörden nicht nicht unter den Scheffel schlechten Leumundes der Denunziantin, auf Leider kostet eine große Flotte ein großes Stück Geld. stellt. Nach einer staatsmännischen Rede des Windt beren alleinige Aussage sich die Anklage stützte, sprach ihn aber dennoch auf grund des ärztlichen Gutachtens frei und Dreihundert Millionen Mark her! schreien unsere Kolonial- horft Wachtmeisters Lieber, der als freiwilliger fere. Oh, Ihr seid zu bescheiden hängt eine Null Regierungskommissar und Lloyd- Anwalt Nr. 2. den Kollegen legte der Staatskaffe die Kosten zur Last. Die schwarze Lifte, die der Münchener Post" 31dran und eine genügt nicht einmal für die Flotte Lenzmann noch zu übertrumpfen sich abmühte, und nach nebst den nöthigen Baueinrichtungen dann einigen kurzen Bemerkungen Megger's an die Adresse der geweht ist, hat folgenden Wortlaut: tönnt Ihr in 20 Jahren ungefähr so weit sein, wie beiden freiwilligen Regierungskommissare und Lloyd- Anwälte die Engländer heute sind. Und werden die Engländer wurde die Debatte durch die Majorität geschlossen,- sie die zwanzig Jahre lang schlafen? hatte Grund, eine Fortsetzung zu scheuen. Genug und zu viel schon. Da ist nichts zu kritisiren, Morgen Rest der heutigen Tagesordnung. ba ist blos zu konstatiren. Und dieser Aberwiß, der vor den Das preußische Abgeordnetenhaus bot am Donnerstag Frrenarzt gehört, nennt sich Weltpolitit. Gewiß, es giebt bei der Berathung des sogenannten Lehrerdotations= eine Weltpolitik. Aber, wenn wir nicht ungesunde Aus- Gesetzes ein Bild holder Eintracht. Zwei Minister, die sich geburten der Kolonial- Fieberphantasie so bezeichnen wollen, in ihren Reden nicht nur nicht widersprachen, sondern sogar hat keine der alten politischen Parteien in Deutschland gegenseitig mit Lobreden überhäufen, sind ein so seltener Anblick, eine Weltpolitik und t'ann keine eine Weltpolitik haben. daß ein Angehöriger der staatserhaltenden Parteien sich nicht Denn für die Gründung eines großen, über die verschiedenen genug daran weiden kann. Herr Miquel, der am Mittwoch Erdtheile sich ausdehnenden Welt- und Raubreichs( oder bei Beginn der Berathung des landwirthschaftlichen Etats das Haus Haus verlassen hatte, wahrscheinlich um seinem Raubftaats", wie unser neuester Herr Reichskanzler in einem Anfluge von Selbstperfiflage es nannte) nach Art Kollegen Hammerstein mit etwaigen Angriffen der Agrarier hübsch allein fertig werden zu lassen, hielt heute bis des antiken Römerreichs und der beiden modernen Gegen zum Schluß der Sitzung an der Seite seines Kollegen vom Kultusfüßler: des britischen und des russischen Weltreichs, ist ministerium, Dr. Bosse, aus und griff gelegentlich zu deffen Unterheutzutage kein Platz mehr. Bei der Theilung der Erde stüßung selbst in die Debatte ein. Miquel wollte sich offenbar sind wir Deutsche, wie Schiller's Poet, der ein guter dem Kultusminister gegenüber dankbar erweisen, weil dieser in Deutscher war, zu spät gekommen und das war ein der Begründung der Vorlage die Freigebigkeit des Finanzministers Glück für uns. So brauchen wir die unvermeidliche Auf- lobend hervorgehoben hatte, der einmal in einer schwachen lösung und Berreißung der Weltreiche, die mit oder ohne Stunde seine Hand nicht fest genug auf den Geldbeutel gehalten hat und den wirklich bedürftigen Volksschullehrern blutigen Kladderadatsch eine sehr unangenehme Sache ist, ein wenig entgegengekommen ist. Daß das was den Lehrern nicht am eigenen Leibe durchzukosten. geboten wird, nicht ausreicht, ist bei der bekannten Thatsache, Freilich, es giebt auch ein Weltreich der Zukunft, aber daß der heutige Staat nur für Militär und ähnliche kultures erobert nicht mit Flinten und Kanonen, nicht mit der freundliche Zwecke Geld übrig hat, selbstverständlich. Die Schule, Windthorst'schen Bibel in der einen und der Wörmann'schen nach Herrn Bosse's Ausspruch das tostbarste Juwel in Schnapsflasche in der anderen Hand-es kämpft mit der preußischen Krone", wird heute trotz ihrer Kostgeiftigen Waffen und kennt die Gewalt nur zur Abwehr; barfeit so stiefmütterlich wie möglich behandelt. Die Debatte verstatt Retten zu schmieden, bricht es die Ketten, in denen lief äußerst ruhig. Das Zentrum, die Konservativen, Freifonservativen und Polen stimmten der Vorlage im allgemeinen zu Jahrhunderte, Jahrtausende lang die Völker geschmachtet und erhoben nur gegen einzelne Punkte Bedenken. Während die cs bringt nicht Kuechtschaft und Ausbeutung, sondern Reden der Konservativen und des Zentrums bei dieser Gelegens Freiheit und Schutz gegen Elend und Unrecht und Un- heit dem Wunsche nach einem allgemeinen Volksschulgesetz auf wiffenheit. christlicher Grundlage"( Bedliß'schen Angedenkens) Ausdruck gaben, warnte der freikonservative Abg. Tzichoppe davor, in der heutigen Zeit, wo die politischen, wirthschaftlichen und sozialen Gegenätze ihren Höhepunkt erreicht hätten, ein solches Gesetz einzubringen. Daffelbe würde nur derjenigen Partei zu gute fommen, „ die sich über den 3 wist der staatserhal Ueberschrift: tenden Parteien freut, u m selbst desto ungestörter ihre Maulwurfsarbeit vollenden zu können." Eine ablehnende Haltung gegen das Gesetz nahm der im Jahre 1891 im Regierungsbezirk Mittelfranken nun der nationalliberale Abg. Seyffardt ein, weil dadurch ausgehobenen Rekruten, welche der Theilnahme an sozial die großen Städte gegenüber dem platten Lande zu sehr benachdemokratischen Bestrebungen verdächtig sind. theiligt wurden. Tiefer Einwand gab Herrn Miquel Gelegen ( I. Armee- Korps.) heit, die agrarische Tendenz des Gesetzes zu bestreiten. Da die Aus dem Reichstage. Heute gab bei dem Etat des großen Städte beffer gestellt feien, als das platte Land, so Die Beilage enthält das Verzeichniß von 18 Verdäch Reichsamts des Junern der Posten:" Behörden für die Unter- müßten sie auch zu den Kosten in erhöhtem Maße heran- tigen" mit genauen Angaben von Heimath, Stand, zukünfsuchung von See- Unfällen- Ober- See- Amt", Anlaß zu leb- gezogen werden. Eine wie große Verwüstung der Nothstand tigen Truppentheil u. s. w. Sehr feinsinnig ist, wie schon in den Köpfen der armen Agrarier hervorgerufen hat, haften Debatten. Unser Genosse Metzger beleuchtete die beweist die Thatsache, daß die Junker den Worten Miquel's, in unserer Privatdepesche vom Mittwoch gemeldet war, die schon in früheren Sessionen von unseren Vertretern zur wenn es der Landwirthschaft gut ginge, ginge es auch der In Unterscheidung der Grade für die Verdächtigkeit der zu Sprache gebrachten Schäden und Mißstände im Schifffahrts- dustrie gut, lebhaften Beifall spendeten, aber die nöthige Schluß fünftigen Vaterlandsvertheidiger. Das vorliegende Liftenwesen. Es war eine wuchtige Anklagerede, die er hielt: folgerung, wenn es der Industrie gut ginge, hätte auch die Exemplar unterscheidet z. B.:„ Der sozialdemokra die unmenschliche Behandlung der Matrosen, namentlich der Landwirthschaft Vortheil davon, mit Widerspruch und Lachen tischen Gesinnung verdächtig";" Neigung Kohlenzieher und Heizer, die unzulängliche Bemannung aufnahmen. Nach dieser Kraftprobe zweifelt wohl niemand zur Sozialdemokratie"; Anhänger der vieler Schiffe, die mangelnde Kontrolle, die Beiseiteschiebung mehr an den Nothstand der Agrarier wenigftens in geistiger Sozialdemokratie" und endlich Notorischer Sozialdemokrat". der Matrosen und Arbeiter wenn es gilt, Untersuchungen anzu- Beziehung. Am Freitag wird die Bedeutung fortgesetzt. Dieses Weltreich, welches sich vorbereitet und die übrigen Reiche der Welt- fleine, große und sogenannte Weltreiche auffangen, angliedern, erobern wird, ist die internationale Gemeinschaft der Sozialdemokratie, und die einzige Partei in Deutschland, die wirkliche Weltpolitik treibt, ist die deutsche Sozialdemokratie. Politische Uebersicht. " M Berlin, 30. Januar. Dr. Staub: " Nr. 4273. I. ii München, 8. Dttober 1891. Gegenwärtiges zirkulirt( gegen Wiedervorlage) gemäß G. K- V. v. 1. ds., Nr. 10 621 und D.-K.-D. v. Heutigen, Nr. 3819, für Kenntnißnahme beim. Infanterie- LeitRegiment und bei den unterstellten Bezirksfommandos. Die 1. Infanterie- Brigade: ( gez.) v. Bomhard, Generalmajor. Nr. 4681. Gegen Wiedervorlage für vorläufige Kenntniß. München, 4. Oftober 1891. den Bataillons Rommandeuren Der Regiments- Rommandeur: J. V. ( gez.) Wolf, Oberstlieutenant. Die Beilage" bezw. das Verzeichniß" hat folgende Verzeichniß Eine neue Absage an die Chriftlich- Sozialen enthält die to fervative Korrespondenz"; es heißt da: " " Von gegnerischen Blättern werden einige Aufsätze in der Pommerschen Reichspost", die auch von der Beitung Das Bolt" zur Unterstützung ihrer gegen die konservative Bartei gerichteten Angriffe herangezogen worden sind, als im Busammenhange mit der Parteileitung der pommerschen Ron. fervativen stehend bezeichnet. Wir sind demgegenüber zu stellen: nichts wurde vergessen. Das Beweismaterial, welches Ministerkrisen- Gerüchte durchschwirren die Luft und Schon im Jahre 1893 hat übrigens der bayerische Megger dem Reichstage unterbreitete, war geradezu er- die Liberale Korresp." giebt sie wieder. Es wird an Kriegsminister v. Asch unserem Genossen v. Volimar drückend, und speziell schwer belastend für den Bremer Lloyd. geknüpft an den Artikel der Hamburger Nachrichten" zu gegenüber das Bestehen solcher schwarzen Listen freimüthig Die beiden Schifffahrts Interessenten" des Hauses: Jebsen, Raisersgeburtstage, in dem der Fürst Bismarck dem eingeräumt und dabei erklärt, daß, teine Veranlassung be Rheder und Mitglied der See Berufsgenossenschaft und Monarchen eine größere Freiheit in der Wahl seiner stehe, die Einforderung von Mittheilungen aufFrehse, Abgeordneter für Bremen und persönlicher Freund Berather wünschte, und die Welt der Ministerien wird flott zuheben. Ein besonderes Geheimniß werde daraus nicht des" Lloyd"( der Lloyd bin ich!" sagte einst stolz der getheilt zwischen Botho v. Eulenburg, der als preußischer gemacht und darum sei es auch nicht gegen das Lloyd Meier", weiland angestammter Vertreter Bremens Ministerpräsident ein neues Sozialistengesetz schaffen soll, Prinzip der Offenheit, die sonst in der im Reichstage) traten pflichtschuldigst unserem Genossen und dem in den weitesten Kreisen unbekannten Grafen Armee herrschen soll." In Preußen hat man über entgegen und suchten den Glauben zu erwecken, daß fein v. Wartensleben, der Kanzler werden soll; als seinen die Veröffentlichung militärischer Attenstücke allerdings anEngel so rein ist wie die deutsche Rhederei im allgemeinen Konkurrenten bezeichnet man auch den Fürsten Hatzfeld- scheinend andere Anschauungen. und der Bremer Lloyd im besonderen. Trachenberg. Auch von Rücktrittsplänen des Herrn HollBebel antwortete und kam bei dieser Gelegenheit mann, des Staatssekretärs im Reichs- Marine- Amt wird wieder auf den Fall der Elbe" zu sprechen. Er zeigte, gesprochen. Bedeutung hat diese Kannegießerei für uns daß allerdings manches faul gewesen sei an Bord des gar nicht, da es uns im grunde ziemlich gleich giltig sein Schiffes und daß keineswegs die ganze Schuld des Zusammen- fann, ob wir eines Tages unter Hohenlohe's oder eines stoßes auf seiten der englischen Kohlenbarke„ Crathie" ge- anderen Mannes Ministerium erwachen. wesen sei. Bu Waffer und zu Lande seien die Majestätsbeleidigungs- Prozesse. In der zweiten Interessen des Kapitals maßgebend, die Stimme Nummer der neugegründeten" Deutschen Juristen- Zeitung" der Erklärung ermächtigt, daß die pommersche. fonservative der Arbeiter würde nicht gehört. Und wo einer für die Interessen der Arbeiter eintrete, werde er gemaß- sagt der Verfasser der juristischen Rundschau, Rechtsanwalt Parteileitung den erwähnten Artikeln, insonderheit auch der Forderung, einen allgemeinen konservativen Parteitag einzu regelt. Redner erzählte hier die skandalöse Ausweisung In unserer Rechtsprechung nehmen die Majestäts. berufen, fernsteht, und daß sie die Tendenz jener Aeuße des Desterreichers Steiner aus Bremen, blos weil der beleidigungs- Prozesse in besorgnißerregender rungen auf das entschiedenste mißbilligt." Unb selbe ihm Material über Mißstände im Schiffswesen ge- Weise überhand. Selbst der preußische Justizminister hat worin bestand diese so entschieden gemißbilligte Tendenz Eigent. geben habe. Herr von Bötticher, der nach Bebel sprach, diese Thatsache zugegeben und besonders die Verfolgung so vieler lich nur in etwas mitleid mit dem allerärgften Elende des suchte die Ausweisung ins Lächerliche zu ziehen wir unüberlegter Majestätsbeleidigungen" bedauert. Ein solcher Zustand frohnenden Volkes und in einer leisen Mahnung an die Mäch tigen im Lande, sich auch der sozialen Pflichten zu erinnern, haben genug Agitatoren im Lande, und brauchten keinen giebt zu denken, und es erscheint durchaus erwägens Import dieser Waare, eher könnten wir einige ausführen"; werth, wenn von mancher Seite angeregt wird, die Ber- die ihnen ihr Besiz und ihre Stellung auferlegt. Aber folchen Ton verträgt eben das Ohr der sogenannten" Konservativen nicht. er erklärte aber, mit der Ausweisung habe er nichts zu thun folgung der Majestätsbeleidigung gehabt was an das Sprichwort erinnerte: qui s'excusermächtigung des Justizministers oder des Reichstanzlers abhängig zu machen. Warum soll dem Die Stellung der Privatdozenten an den deutschen wer sich entschuldigt, klagt sich an. Nach dem Träger der Krone versagt sein, was kein Privatmann missen Universitäten. Herr Prof. Hinschius hat die Hiebe, welche ihm Staatssekretär ein freiwilliger Regierungskommissar und möchte: die Freiheit, selbst zu erwägen, ob eine Aeußerung im fein berüchtigtes Gutachten über die Regelung des RechtsLloyd- Anwalt: der Fortschrittler Lenzmann, der seinem stande ist, seine Ehre zu verletzen, und selbst zu bestimmen, ob verhältnisses der Privatdozenten seitens einer Reihe von UniFreund Frehse auf grund eines einmaligen Besuchs in der Beleidiger verfolgt werden soll oder nicht? Dürfte es versitätslehrern eingetragen hat, nicht ohne den Versuch einer Bremen bezeugte, daß die Lloydschiffe prachtvoll eingerichtet auch der Würde des Staatsoberhauptes nicht entsprechen, ihm Erwiderung auf sich fizen laffen wollen. Seine Auslaffungen seien, daß alles wunderbar klappe, und daß die Sozial- persönliche Antragstellung zuzumuthen, so würde doch die Ein- finden sich im 16. Heft der Akademischen Revue". Wir beab demokraten stark übertrieben. Von Metzger wurde ihm holung einer Ermächtigung bei seinem ersten Berather ein fichtigen nicht, uns in den Streit der gelehrten Herren zu mischen, wollen vielmehr abwarten, bis die in Aussicht dafür tüchtig gedient. Unser Genosse hielt nicht nur alles empfehlenswerther Ausweg sein. Chronik der Majestätsbeleidigungen. Aus Mainz eine solche längst geplant wird, bestätigt auch Hinschius. Wir gestellte Vorlage der Regierung bekannt geworden ist, daß aufrecht, was er in seiner ersten Rede gesagt, sondern brachte noch eine Fülle neuen Materials schreibt unser Korrespondent unterm 27. d. M.: Vor den vor, über die unmenschliche Behandlung an Bord der Schranken der Strafkammer des hiesigen Landgerichts stand heute sind nach wie vor der Meinung, daß jede ministerielle Disziplinarvor, über die unmenschliche Behandlung an Bord der der aus Marienwerder gebürtige hier wohnhafte Bierwirth gewalt über die Privatdozenten geeignet ist, die fümmerlichen Schiffe, über die Straflosigkeit der Schiffstapitäne, selbst Rudolf Pauly, angeflagt der MajestätsbeleidiReste von Freiheit der Wissenschaft zu gefährden; die einzig zu wenn Anklagen aufs beste substantiirt sind, über die Ber- gung. Pauly und dessen Frau standen im Juli vorigen Jahres trägliche Art der Regelung des zur Zeit bei verschiedenen drängung von Einheimischen beim Heizerdienst u. s. w. vor dem Schöffengericht wegen Mißhandlung ihres Die: stmädchens Vertreter der Wissenschaft an den Universitäten ist die völlige durch Farbige. Herr Frehse machte den unglücklichen und wurden beide zu je 15 M. Geldbuße verurtheilt. Pauly Beseitigung aller ministeriellen Machtbefugnisse. für gerieth über das Urtheil in Born und schrieb an das Polizeiamt Versuch, letzteres als pure Humanität hinzustellen Ju dem Blaubuch über Armenien, dessen wir gestern Europäer sei die Beschäftigung gesundheitswidrig heiß, einen Brief, worin er den Schußmann Pfeil der falschen Zeugenaussage beschuldigte und verlangte, derselbe solle die Hälfte der schon erwähnten, ist ausdrücklich festgestellt, daß die Armenier was von Metzger schlagend durch den Hinweis auf die Gerichtstoften bezahlen. Dies führte ihn vor die Straitammer, der angreifende Theil waren und von dem„ Agitator" Hamparfum kaiserliche Marine widerlegt ward, in der keine Farbigen welche ihm wegen Beamtenbeleidigung und Erpressungsversuch Boyadpau zu offenen Feindseligkeiten aufgereizt wurden. Dieser acht Tage Gefängniß zudiktirte. Infolge dieses Urtheils gerieth Pauly Agitator" ist aber ein russischer Agent. Das Blaubuch s'accuse verwandt werden. der Bebel erwiderte dann in längerer Rede auf die Aus- auss neue aus Rand und Band und schimpfte weidlich auf die stellt ferner fest, daß die armenischen Greuel zum weitaus größten führungen des Herrn v. Bötticher. Er stützte sich in betreff Polizei und auf den Kaiser. Als er später mit seinem Dienst- Theil erfunden worden sind und daß die Zahl der wirtlid, cn Southampton eintreffen. Der Dampfer hat Ordre erhalten, die Reise nur mit halber Fahrgeschwindigkeit zu machen, da die Regierung nicht wünscht, daß die Gefangenen vor der Eröffnung des Par lamentes in England ankommen und erst nach dem Chamberlain Gelegenheit gehabt hat, im Hause der Gemeinen über die Lage auftlärende Mittheilungen zu machen. " Italien. Opfer dieses durch russische Bettelungen veranlaßten Bürger- geordneten Ha a 3 Offenbach, das in Hessen bestehende We in frieges winzig flein ist verglichen mit den Opfern europäischer euer Gefeß, welches seit 5 Jahren suspendirt ist, gänzlich Bürgerkriege, 8. B. dem französischen des Jahres 1871, abzuschaffen, wogegen der Finanzausschuß der zweiten der nicht nur hundert, sondern zehntausend„ Rebellen" das Leben Kammer in seiner nationalliberalen Mehrheit empfiehlt, das toftete. Gesetz beizubehalten und dessen voraussichtlichen Ertrag in der Gegen die Buren veröffentlichen die„ Time3" einen äußerst Höhe von 300 000 m. wieder in das Budget einzustellen. Gegen die Buren veröffentlichen die„ Times" einen äußerst Der Zentralvorstand des hessischen Wirtheverbandes hat eine rege heftigen Artikel, in dem sie dieselben beschuldigen, die Grenzen ihres Landes ausdehnen zu wollen, ihre äußeren Agitation dagegen eingeleitet und hält im ganzen Großherzogthum allgemeine Versammlungen ab. Begreiflich ist die gegen Rom, 30. Januar. Die oppositionellen Blätter polemisiren Angelegenheiten der Kontrolle Englands zu entziehen, gegen die Utländer nicht loyal gehandelt zu haben und gegen die diese ungerechte und speziell die Wirthe drückende Steuer ge- heftig gegen General Baratieri und protestiren gegen seine Pläne. richtete Agitation, wenn man erwägt, daß bei der letzten Ab- Durch den Schachzug Menelit's sei Baratieri zur Unthätigkeit Einwohner Grausamkeiten verübt zu haben. Die Anschuldigungen in dieser allgemeinen Form beweisen natürlich gar nichts und immung im April 1894 sich nur eine einzige Stimme Mehr verurtheilt. Wollte er die Schoaner angreifen, so würde Menelik haben nur den einen Zweck, die öffentliche Meinung zu gunsten ergab. Die Mehrheit von damals bestand aus 7 National- fürchtet, die Schoaner würden Adigrat hinterrücks angreifen. heit gegen die Einstellung des Steuerertrages in das Budget die Truppen Galliano's sofort niedermezeln lassen. Man bedes Freibeuters Jameson zu bearbeiten. Immer mehr und mehr liberalen, 5 Deutsch freisinnigen, 5 Ultra: Die„ G. N. of G." melden hierzu aus Rom: wird dieser Held" für das offizielle England reklamirt, das damit General Baratiere ist angewiesen worden, energisch gegen montanen, 3 Sozialdemokraten und 2 Antiaber selbstverständlich auch die Verantwortung für seine Thaten e miten, zusammen 22 Abgeordnete gegen eine Minorität von Menelit vorzurücken. Man ist entschlossen, der Empfindungsübernimmt. Die aber zu tragen, dürfte selbst für die rücksichtslosen 21 nationalliberalen Stimmen. Fünf Abgeordnete fehlten da Politik ein Ende zu machen. Crispi hat dem Obergeneral den englischen Diplomaten schwer werden. Die Burenregierung hat fonnten an der Abstimmung nicht theil nehmen, weil zur Zeit zustellen. ihrerseits eine Proklamation erlassen, die schwere Anschuldigungen mals, zwei Abgeordnete, unsere Genossen Cramer und Orbig, Befehl zugehen lassen, die Friedensunterhandlungen sofort eingegen die englische Reformpartei erhebt. Die Verbreitung des ihre Wahl beanstandet war. Die Konstellation steht für dieses Gerüchts: es set die Absicht der Regierung, die Mal derart, daß, wenn nicht wieder wie vor drei Jahren, einige Minen zu schließen und die Arbeiten in den Bergwerfen fistiren zu lassen, wird als ein politischer Kniff ungerechte Steuergesetz endgiltig begraben wird. Aber nationalliberale Mannesseelen„ um fallen", das lästige und bezeichnet, durch den die Unzufriedenheit unter den foll den Tag nicht vor dem Abend loben, bei Nationalliberalen Kapitalisten sowohl wie unter der Arbeiterbevölkerung genährt werden folle. Die Regierung versichert im Gegensaße ist eben alles möglich! hierzu es sei ihr ernstes Bestreben, der Minen- Industrie jeden ert entlichen Schutz angedeihen zu lassen und sie biete Garantien für die Beschaffung eingeborener Arbeitskräfte. Deutsches Reich. - Die neue 3udersteuer Vorlage ist dem Vernehmen nach bereits von dem Ausschuß für Handel und Gewerbe des Bundesrathes im Entwurf berathen und zu einem endgiltigen Abfaluß gebracht worden. Der Gerichtsstand der Presse. Gegen die zur Zeit von den deutschen Gerichten beliebte Auslegung des§ 7 der Strafprozeßordnung, daß zwar mit der Ausgabe einer Druck schrift ein eventuelles Bergehen vollendet sei, dasselbe aber überall da fortgeset werde, wo die Druckschrift zur Kenntniß des Publifums gelange, und Strafverfolgung daher auch im Bezirk jedes Gerichtes eintreten dürfe, in welchem eine derartige Fortsetzung des vollendeten Vergebens festgestellt werde, richtet sich eine Petition des Vereins Berliner Presse" an den Reichstag. Es heißt darin: " Wir können die Richtigkeit dieser juristischen Konstruktion, welche einen ambulanten Gerichtsstand der Presse fchafft, nicht anerkennen, wie sie denn auch in juristischen Fachtreifen von namhaften Rechtsverständigen, sowie von einzelnen Gerichtshöfen bestritten ist. Da fie fich aber auf rechtswissen schaitliche Grundsätze zu stützen vorgiebt und in der Praxis, wie eine Reihe von rechtskräftigen Entscheidungen verschiedener Ges richte darthut, in immer weiterem Umfange Geltung zu gewinnen droht, so macht sich gebieterisch die Nothwendigkeit geltend, durch einen Akt der Gesetzgebung die Presse in ihrem guten Recht zu schüßen. Daß namentlich der Zustand der. Tagespresse, welcher politischen Richtung sie auch angehören mág, ein unerträglicher, der Presse wie der Rechtsprechung gleich unwürdiger ist, wenn Beitungen nicht nur bei dem zuständigen Gericht des Aufgabe Drtes, an dem sich die verantwortliche Redaktion beft det, sondern im ganzen Bereich ihres Leserkreises nach dem Belieben einer jeden Anklagebehörde strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden tönnen, bedarf feiner weiteren Ausführung. Jede Partei hat bereits Gelegenheit gehabt, in ihren Organen sich über eine derartige, offenbar der Absicht des Gesetzes widersprechende Erweiterung des Gerichtsstandes zu entrüsten und an sprechenden Beispielen die Unvereinbarkeit der erfünftelten Doktrin mit den Anforde rungen an die praktische Leistungsfähigkeit der Presse und ihrer Vertreter nachzuweisen. Eine Wiederholung dieser bekannten Beschwerden halten wir hier nicht für erforderlich; sie dürften vernehmlich genug gewesen sein, um den Anspruch einer gefezlichen Sicherstellung zu begründen und zu rechtfertigen. Unsere dringende Bitte geht daher dahin: Der hohe Reichstag wolle dem Entwurf eines Gesetzes betreffend Aenderungen und Ergänzungen der Strafprozeßordnung zu§ 7 der letzteren eine Bestimmung des Juhalts einfügen, daß bei den durch die Preffe begangenen Strafthaten als Ort der That nur derjenige anzusehen sei, an dem die Druckschrift erscheint. man Mülhausen i. Elsaß, 30. Januar.( Privatdepesche des Vorwärts.) Der aus Lyon gebürtige französische Staatsangehörige Noack- Dolljus, der hier seinen Wohnsiz hatte, wurde wegen einer Revanche- Kundgebung auf einem Balle heute vom Bezirkspräsidium aus Elsaß- Lothringen ausgewiesen. Nun find aber wohl endlich die Reichslande endgiltig an Alt- Deutschland angegliedert. Ungarn. In Nom, 28. Januar.( Eig. Bericht.) Im Auslande wird man, wenn man es auch nicht überall zu erkennen gegeben hat, erstaunt gewesen sein, aus Italien über und gebungen des Jubels wegen der Uebergabe von Matalle bes richten zu hören. Der Hergang ist folgender gewesen. Schon einige Tage vor der Uebergabe hatte Crispi persönlich den ministeriellen Journalisten empfohlen, zu verhindern, daß die zu erwartende Uebergabe einen ungünstigen Eindruck mache; das Fort habe seinen Zweck erfüllt u. f. f. Am Tage des Eintreffens der Nach= richt von der Uebergabe ließ die offizielle Agenzia Stefani" an die sämmtlichen Präfetten des Königreichs folgendes Telegramm ergehen: " Wir bitten, uns schleunige Mittheilung über etwaige Kundgebungen des Jubels wegen der Befreiung von Matalle zu machen." Budapest, 30. Januar. Abgeordnetenhaus. Die Präfekten verstanden sehr gut, daß es sich um einen der fortgesetzten Debatte über den Titel Obergespane sagte der Befehl der Regierung handele, Jubel- KundBerichterstatter Gajary in den Schlußworten feiner Rede, die gebungen nicht sowohl zu melden, als solche zu veranstalten, liberale Parte bedürfe feiner Lektion, wie sie sich in diesem Falle und sie handelten danach. Erleichtert wurde ihnen ihr Bemühen zu verhalten habe, die Opposition mache aus jedem individuellen dadurch, daß die ersten Telegramme, welche aus der Hauptstadt Fehler ein Syftem. Auf allen Seiten des Hauses säßen Leute, nach den Provinzen gelor gten, mit abfichtlicher Zweideutigkeit denen beim Bau von Vizinalbahnen Konzessionen ertheilt wären, nur von der Befreiung Matalle's" sprachen, worunter man auch und bei der Opposition noch verhältnißmäßig mehr als bei der eine Befreiung durch italienische Waffen verstehen konnte. liberalen Partei. Graf Csafy protestirt gegen die Annahme, daß Wenn aber auch ein Theil der Kundgebungen echt ge. sein Antrag eine stigmatisirende Wirkung befize. Sein Antrag wesen und auf grund einer wirklichen Kenntniß von dem habe keine rückwirkende Kraft, er beziehe sich auch nicht auf die Vorfalls erfolgt wäre, so dürfte man die italienische BevölkeVergangenheit, sondern auf die Zukunft, um den Verdächtigungen rung deshalb faum tadeln. Ein unvernünftiger und zweckloser, ein Ende zu machen. Der Handelsminister Daniel giebt nicht wegen wirklicher Interessen des Staates, sondern nur wegen hierauf die Erklärung ab, sei bereit, jedem Ab- des Sensationsbedürfnisses der Regierung geführter Krieg tann geordneten sämmtliche Akten bezüglich der Vizinalbahn- An- in der Bevölkerung kaum einen anderen Wunsch übrig lassen, als gelegenheit zur Verfügung zu stellen. In der nunmehr folgenden den, daß die Zahl der Menschenopfer so gering als nur irgend Abnimmung über den Titel Obergespane wird der Antrag des Graien möglich sein möge. Efafy fast einstimmig angenommen. Damit fallen alle übrigen Anträge fort, mit Ausnahme des Ergänzungsantrages auf Guit Kommission, sendung einer parlamentarischen welcher bei namentlicher Abstimmung mit 182 gegen 135 Stimmen abgelehnt wird. Auch der Antrag des Abg. Pazmandy über die Ausdehnung des Antrages Csaty auf die Mitglieder des Oberhauses wird abgelehnt. er Man wird in Ungarn schon dafür sorgen, daß die parla mentarische Kommission vom Eisenbahnpanama den Schleier lüftet.Frankreich. -Für die endliche Einigung der verschiedenen sozialistischen Fraktionen und Organisationen Frank Genoffe G. Deville. Er schlägt vor, die allen Sozialisten gemein reich& plädirt in der Petite Republique" unser Freund und famen Prinzipien und Forderungen zu formuliren und auf grund des so festgestellten Programms eine gemeinsame Organisation zu schaffen. Wir können nur wünschen, daß die französischen So= zialisten aller Fraktionen die Worte Deville's, des Uebersetzers von Mary Kapital", beberzigen mögen. Der jetzige Zustand des Nebeneinanderhergehens, wobei es mitunter auch zu Reibungen kommt, hat wahrhaftig nun lange genug und zu lange gedauert. Wie nichtig die Gründe sind, welche bisher die Einigung der verschiedenen Fraktionen gehindert haben, erhellt schlagend aus der Thatsache, daß die bekanntesten und einflußreichsten Mit glieder der verschiedenen Fraktionen brüderlich in einer und der felben Zeitung zusammenarbeiten. Die drei letzten Leitartikel der Petite Republique" find gezeichnet: G. Deville, P. Lafargue, Ed. Vaillant, also sogenannte Margiften" und" Blanquiſten". Auch Paul Brousse und Allemane, die Führer der beiden Possi bilisten- Fraktionen, schreiben fleißig Leitartikel für die" Petite Republique". So gut wie ein gemeinsames Parteiorgan fann man doch gewiß auch eine gemeinsame Partei organisation haben. Der Bund der Industriellen, ein Gegenstück zum Bunde der Landwirthe, der durch seine, fagen wir eigenartige Organisation das Wort des Herrn v. Stumm von der Nothwendigkeit der Unternehmer- Koalitionsfreiheit zu schanden Der Ministerrath Beschäftigte sich heute mit dem macht, erläßt ein Rundschreiben Nummer 4, das große Thaten ver: Budget für 1897, das am Sonnabend in der Kammer eingebracht spricht: die Umgestaltung der Handelskammern, die Durchsicht und werden wird. In dem Budget ist die neue Einkommen Ausgestaltung der sozialen Gesezgebung, die Einrichtung industrieller it euer enthalten, die an die Stelle der Mobiliarsteuer und der Schiedsgerichte, die Einwirkung auf die Wirthschafts- und Thür- und Fenstersteuer treten soll. Die neue Einkommensteuer Steuerpolitit das ist das etwas reichhaltige, dafür aber auch foll 150 Millionen Frants ergeben und in Säßen von 1 pt. bis desto unbestimmtere Programm des Bundes. Die„ Köln. 3tg." 5 pet. je nach der Höhe des Einkommens erboben werden. die natürlich dem Konkurrenzunternehmen des von ihr verfretenen Bentralverbandes deutscher Industrieller nicht eben Steuerpflichtige, deren Einkommen unter 2500 Frants beträgt, bleiben von dieser Steuer befreit. freundlich gegenübersteht, spottet weiblich über die kleinen Gernegroße, die da meinen, sie feien sogar in der preußischen Thronrede erwähnt. Uns kann der häusliche Streit in den Reihen der Unternehmer schon recht sein. Paris, 80. Januar. Die Ladikale Linke und die äußerste Linke der Kammer gedenken beim Ministerpräsidenten Bourgeois Schritte zu thun, um die Durch musterung des administrativen Personals zu veranlassen. Rußland. Die armenischen Unruhen. Der die armenischen Distrikte bereisende Spezial- Berichterstatter der Köln. Zeitung" meldet aus Tiflis im taukasischen Rußland, daß die Stimmung der zahlreichen Armenier in Russisch- Transkaukasien eine recht unzufriedene und gereizte sei. Hierzu habe namentlich das Einschreiten der russischen Regierung gegen die armenischen Stirchenschulen beigetragen. In Tiflis war in den letzten Tagen eine armenische Erhebung geplant. Diese wurde indeß durch das besonnene Einschreiten der Priester und der Behörden vereitelt. Bahlreiche Armenier sind verhaftet worden. Auch eine Korrespondenz desselben Blattes aus Konstantinopel bestätigt, daß an verschiedenen Stellen der asiatischen Türkei, namentlich in Distrift befinden sich die wilden Bergstämme in offener Empörung. Kurdistan, der Ausstand weiter um sich greift. In legterem Dieselben sind gut bewaffnet mit zahlreichen Gewehren, die sie aus Rußland haben. Serbien. Belgrad, 30. Januar. Das Manifest des Zentral- Aus schusses der radikalen Partei betreffend die Aufgabe ihrer paffiven Haltung und den Eintritt der Partei in die politische Aftion in im Odjet" veröffentlicht. Dieser Schritt der Partei schließt die Anerkennung der Gefeglichkeit des bestehenden Zustandes in sich, weil in dem Manifeste im Widerspruch mit den bisherigen Behauptungen der radikalen Organe ausgesprochen wird, die raditale Partei sei überzeugt, man werde die gegenwärtig geltenden Gejeße und Verordnungen achten und gegenüber jedermann in gleicher Weise anwenden, sowie ferner, daß die radikale Partei nicht politische Nachegefühle nähre, sondern nach Eintracht firebe. Lettere werde dem Vaterlande in der Stunde der Gefahr helfen, das Land aus schweren und gefährlichen Lagen angesichts der äußeren Ereignisse zu retten, welche intensiv einen ernſteren Charakter annehmen im Hinblick auf das Schicksal Serbiens und des serbischen Stammes. Belgrad, 30. Januar. Die hiesige Raufmannschaft, unterflüßt durch einflußreiche Abgeordnete, stellte bei der Regierung das dringende Ansuchen, angesichts der seitens Ungarn verfügten Sperre für den serbischen Schweinehandel das Moratorium ausschließlich gegen Ungarn zu erlassen. Daß Desterreich Ungarn sich eine solche Maßregelung vom Kleinen Serbien gefallen lassen würde, ist natürlich ausgeschloffen, deshalb wird die serbische Regierung sich wohl hüten, den Bündstoff im Orient zu vermehren. Bulgarien. - Ferdinand's Mißerfolg. Der Neuen Freien Presse" in Wien zufolge melden Depeschen, die gestern aus Eofia - Zum Boykott der Christlich- Sozialen. Im hier eingetroffen sind, daß Prinz Ferdinand von Bulgarien im Evangelischen Vereinshause zu Breslau hat am Dienstag eine - Der Tonkinskandal. Auch in de: Wandelgängen Vatikan teine Erfolge erzielt, vielmehr die Ueberzeugung mit Vornandssig ng der Christlich- sozialen Vereinigung der Kammer erzählte man sich gestern, daß in dem Amtszimmer genommen habe, daß für den Uebertritt des Prinzen würde. E3 für Schlesien getagt. Große Bewegung rief die Mittheilung des Unterfuchungsrichters Topffer gelegentlich der Untersuchung Boris feine Indulgenz gewährt werden hervor, daß das Konsistorium der Provinz Schlesien an die dem über das Opium- Monopol in Indo- China auch der Name des scheine sogar, daß dem Prinzen die Gykommunikation geinlichen Stande angehörenden Vorstandsmitglieder die Auf- Präsidenten der Republik ausgesprochen worden sei, angedroht worden sei. Diese Erfahrungen hätten den in seinem Prinzen forderung gerichtet, resp. den Wunsch ausgesprochen babe, sie da im Jahre 1890 Herr Faure Unterstaatssekretär für die bisherigen Entschlusse erschüttert. möchten aus dem Vorstande der christlich sozialen Kolonien war und einem einflußreichen Journalisten diesbezüg- Sofern nicht eine Aenderung dieser neuen Sinnesänderung einVereinigung ausscheiden. Zwei derselben, von denen an- liche Mittheilungen gemacht haben sollte. Eine Anzahl un trete, würde ein Ministerium Grekow- Petkow gebildet werden, genommen wird, daß sie der Naumann'schen Richtung angehören, zufriedener Deputirten soll an der Hand dieses Umstandes da Stoilow den Wunsch des Volkes nach baldiger Konversion er= den Präsidenten der Republik au die Pastoren Sichers und Wittenberg, legten darauf hin freis die. Fehde gegen theile und hierfür engagirt sei, während Grekow der Ansicht sei, neuern beabüchtigen. Hierzu fommt, daß auch willig ihr Amt nieder. Tie Herrn wichen also muthig zurück. der daß der Ucbertritt des Prinzen Boris, welcher für Bulgarien frühere Redakteur bes Matin", Herr Edwards, im Aus Stettin meldet das Herold- Telegraphen- Bureau, daß Laufe seines Verhörs über" dieselbe' Angelegenheit dem Unter- nur ein sekundäres Juteresse babe, so lange Prinz Ferdinand infolge Streitigkeiten mit seinem Vorgesezten bei dem Kaifer- iuchungsrichter verschiedene Briese vorgelegt haben soll, die regiere, eventuell sich bis zur Großjährigkeit des Prinzen Boris verschieben lasse. Festmahls der Hauptmann v. Manteuffel einen Selbstmordversuch Herrn Faure kompromittiren und welche derselbe in seiner Eigengemacht hat und daß er schwerverletzt in ein Krankenhaus gefchaft als früherer Marineminifter schrieb. Herr Faure scheint bracht wurde. Hauptmann v. Manteuffel scheint danach das aber den Machenschaften fein großes Gewicht beizumeffen; er Opfer eines jener vielen tragischen Konflikte geworden zu sein, will den Beitungen nicht einmal Berichtigungen zugehen lassen. die ihren Ursprung in dem eigenthümlichen Ehrenkoder des man ist der festen Ueberzeugung, daß die neue Kampagne vollOffiziertorps haben und deren vei hängnißvolle Folgen von Zeit ständig refultallos verlaufen wird. zu Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenfen. Belgien. Weimar, 29. Januar.( Eigener Bericht.) Am 28. Januar Die sozialistische Propaganda im Heer wurde unser Landtag zu einer neuen Sigungsperiode einberufen. -Die bedeutsamste Vorlage bildet das neue Wahlgefet macht dem belgischen Kriegsminister sehr große Sorge; und in zum Landtage, welches bereits am 30. Januar zur 1. Lesung seiner Augft ist er auf den sonderbaren Gedanken verfallen, die gestellt ist. Gegenwärtig wird im ganzen Ländchen eine Petition fozialistische Gefahr würde verschwinden, wenn die allgemeine zur Einzeichnung verbreitet, in welcher das gleiche, direkte und Dienstpflicht nach deutschem Muster eingeführt würde. Von der allgeheime Wahlrecht, wie folches bereits von 1848-1852 im Groß- meinen Dienstpflicht will aber die klerikale Kammermehrheit nichts Herzogthum bestand, verlangt wird. Die Regierungsvorlage läßt wissen. Vielleicht ist es für den belgischen Kriegsminister ein für 21 Abgeordnete das Wahlmänner- System bei den Wählern, fleiner Trost, zu erfahren, daß seine deutschen Kollegen auch bei anstatt wie bisher bis zu 3000 jest bis 4000 m. Einkommen der allgemeinen Dienstpflicht die sozialistische Gefahr fürchten. fortbestehen. Also eine Verschlechterung. ostin Darmstadt, 29. Januar,( Eig. Bericht.) Der hessische Landtag tritt bereits am 4. Februar wieder hier zusammen. Einer seiner Hauptberathungspunkte bildet der Antrag des Ab-Die Frankfurter Zeitung" erfährt aus Sofia, daß die Situation aufs höchste gespannt ist. Die Regierungsfreise wie die Kammer bleiben dabei, obwohl sie sich in eine Verschiebung des Taufsaktes um wenige Tage fügten, daß heute oder morgen die Entscheidung fallen müsse. Des Fürsten Ferdinand Audienz beim Papst, die neuerdings blos in engerem Kreise bekannt, deprimirte start, jedoch wohl mit Unrecht. Es ist Thatsache, daß augenblicklich, bis 4 Uhr nachmittags, noch keine einzige Nachricht oder Instruktion des Fürsten für morgen eingetroffen ist. Partei- Nachrichten. Bum Solinger Streit. Unser Braunschweiger Organ will nicht zugeben, daß diefer Streit lokaler und persönlicher Natu fei. Wir haben keine Luft, jetzt weiter auf die unerquickliche Materie einzugehen, bei dem unvermeidlich gewordenen AusEngland. trag der Sache vor der Gesammtpartei wird sich die Richtigkeit -London, 30. Januar.( E. N. of G.) Das Transportschiff unseres Urtheils herausstellen, das übrigens das Urtheil fo Victoria", welches Dr. Jameson und dessen Difiziere nach ziemlich aller Nicht betheiligten ist, welche den Streit genauer England überführt, wird nicht vor dem 22. Februar in verfolgt haben. Zu den nächsten Gemeinderaths- Wahlen wird der Stadtv. Ralisch ist der Meinung, daß man, wenn das gewisser Matt brauche Fanatismus hindurchgeklungen. fozialdemokratische Wahlverein in Langenbiel au in jebige Verfahren beibehalten wird, einer ganz wilden Bau- allerdings nicht zu befürchten, daß die Stadt nunmehr Schlesien eigene Kandidaten aufstellen. spekulation entgegen gebe( Zustimmung), in Widerspruch die Fürsorge für ihre Lehrer färglicher bemessen werde. des trockenen Zone In Vegesack werden die Parteigeschäfte an stelle des aus zu der Absicht, die mit der Einführung der Steuer verfolgt Redner plaidirt dafür, daß der Partei ausgeschlossenen bisherigen Vertrauensmannes wurde; denn die große Mehrzahl der Betroffenen werde die Bau- endlich satt sein und der Landesvertretung etwas mehr die August Holz jetzt von dem Genossen W. Oberbeck stellplätze nicht halten tönnen, sondern um jeden Preis verkaufen Bähne zeigen, auch gewissen noblen Wünschen nicht mehr die bisherige, von der Bürgerschaft stark gemißbilligte Konnivenz veriretungsweise geführt. müssen. Redner tritt dem Antrag Mommsen bei. Stadtv. Hugo Sachs fordert den Magiftrat auf, das beweisen möchte, bis den gerechten Ansprüchen Berlins genüge Polizeiliches, Gerichtliches: c. Märchen von den 10 bis 11 Millionen auch offiziell gethan sei. Nach 1512 monatiger Gefangenschaft ist am zu zerstreuen. Die Steuerordnung müsse auch die Zweck- Stadtschulrath Bertram hofft von Vorstellungen an den Mittwoch Genosse Reinhold Schebs, Redakteur der bestimmung der betreffenden Höfe und Gärten in Landtag vor allem deshalb Erfolg, weil Berlin hier in Ge „ Volkswacht", aus dem Gefängniß in Breslau entlassen betracht ziehen, sonst dränge man, wie ein gang meinfamfeit siehe mit zahlreichen großen Städten; er bittet, die worden. Er bekam die harte Strafe auferlegt, weil er nach An- frappanter Fall beweise, der ein großes Gartengrundstück von der Versammlung beabsichtigten Schritte thunlichst zu beeilen. sicht der Justiz die deutschen Richter, den Klerus Oberschlesiens in den Belten betreffe, mit aller Gewalt auf die Bebauung der und die Gendarmerie( letztere durch einen Artikel über den vorhandenen Gärten und Höfe hin. Krawall in Antonienbütte) beleidigt, ferner zum Klaffenhaß auf gereizt haben soll. Die Breslauer Parteigenossen veranstalteten zu Ehren des zurückgekehrten erprobten Freundes am Donnerstag Abend eine kleine Festlichkeit. Möge er sich von den Strapazen des Gefängnißlebens recht bald und vollständig wieder erholen, um mit der alten Frische und Zuversicht weiter zu kämpfen für die Erlösung des Proletariats. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 30. Jan., nachmittags 5 Uhr. Die Zutheilung der Stadtbezirke an die Stadtverordneten behufs Ausführung von Recherchen ist im allgemeinen von dem besonderen Ausschuß für die Wahl der Ausschüsse u. s. w. besorgt worden. In 3 Fällen find Differenzen verblieben, über die heute durch Stimmzettel Beschluß gefaßt werden soll. In betreff des Stadtbezirks 315 war vom Ausschuß Stadtv. Wernau als recherchirender Stadtverordneter vor. geschlagen worden, außerdem ist Stadtv. Gleinert gemeldet. Leyterer wird heute sofort gewählt, nachdem Stadtv. Singer mitgetheilt hat, daß Stadtv. Wernau ebenfalls wünscht, daß die Wahl in diesem Sinne erfolge. Für den Bezirk 208 ist Stadtv. Langenbucher vom Ausschuß vorgeschlagen; gemeldet ist Stadtv. Wernau. Gewählt wird Langenbuch er mit 72 gegen 13 Stimmen. Im Stadtbezirk 20 rivalisiren die Stadt. Kyllmann und Lade: wig; gewählt wird Ladewig. Stadtrath Hirsetorn bestätigt die Zahlenangaben des Stadtv. Mommsen. Stadtv. Preuß bekämpft den Vorschlag des Stadtv. Sachs als eine ganz besonders fautschukartige Faffung. Stadtv. Spinola besorgt, daß man mit der Bauplatzsteuer doch vielleicht insofern auf eine schiefe Ebene gerathe, als man damit wider Willen auf die Beseitigung der vorhandenen Pläge u. f. w. hinwirke. Das würde im hygienischen Interesse sehr bedauerlich sein. Ein Schlußantrag wird angenommen. Stadiverordneter Stadthagen, der noch gemeldet war, protestirt gegen die Abstimmung über den Antrag Mommsen, der ganz anderen Inhalts sei und nicht auf der Tagesordnung gestanden habe; die Versammlung entscheidet aber gegen ihn und nimmt den Antrag Mommsen an. Auf Anregung des Bürgermeisters Kirschner wird die fpezielle Bezugnahme auf§ 25 aus dem Antrage entfernt und mit dieser Modifikation der Antrag einstimmig an genommen. Von den Stadtov. Kreitling u. Gen. ist beantragt, den Magistrat zu ersuchen: 1. mit dem Bau eines Feuerwehrdepots in ter Tempelhofer Vorstadt schleunigst vorzugehen und die Mittel dafür in den nächsten Etat einzustellen; 2. zur möglichsten Verhütung eines Unglücks, wie es bei dem Brande in der Bergmannstraße 24 am 20. Jannar cr. vorgekommen ist, sofort in jener Borstadt eine Filiale der Feuerwehr provisorisch zu errichten, resp. dort, um die Feuersicherheit einigermaßen zu gewährleisten, einen vollständigen Löschzug unterzubringen. Der zweite Antrag soll einem sofort zu ernennenden Ausschusse überwiesen werden. Der Antrag wird nach länger Debatte und nachdem Stadtrath Bail erklärt hat, daß der Antrag 1 schon in allernächster 3eit zur Verwirklichung gelangen wird, in allen Theilen angenommen. Dem Verein deutscher Eisenbahn- Verwal tungen will der Magistrat im Sommer 1896 anläßlich der 50jährigen Jubelfeier seines Bestehens ein Fest geben und beantragt, daß zu diesem Zwecke in den Etat 1896/97, Ertra Ordinarium, 15 000 M. eingestellt werden. Der Verein, dem nicht nur sämmtliche Eisenbahnen Deutschlands, sondern auch die der österreichisch ungarischen Monarchie, Rumäniens, Hollands, Belgiens, sowie die Warschau Wiener Bahn an gehören, ist 1846 in Berlin begründet worden. Generalversammlung hat beschlossen, letzte die nächste im Sommer 1896 stattfindende Generalversammlung in Berlin abzuhalten und mit dieser die Feier des 50 jährigen Bestehens des Vereins zu verbinden. Die Ein Antrag Cassel geht dahin, den Magistrat zu ersuchen, baldigst mit der Versammlung in gemischter Deputation über diejenigen Maßnahmen zu berathen, welche geeignet find, von der Stadtgemeinde die schweren Nachtheile abzuwenden, welche derselben durch§ 25 des dem Landtage vorgelegten Lehrer Besoldungsgefeges drohen. Stadtv. Cassel führt aus, daß das zitirte Gesetz die Finanzen Berlins mit einem Schlage bedrohe, wie er fobald nicht gegen die Stadt geführt worden sei. Schon jetzt erhielten die Städte über 10 000 Einwohner nichts von den gefeßlich garantirten staatlichen Alterszulagen- Zuschüssen; nach dem Gesetz folle Berlin auch die bisher vom Staate auf grund des VoltsSchullastengefeßes gezablten Zuschüsse zu den Lehrergehältern im Betrage von 980 000 m. verlieren. Es handle sich um eine ZuDie Vorlage wegen des Verkaufs der Restfläche von wendung für die Lehrerdotationen, die im wesentlichen dem platten 370 Quadratmetern von den Rest- Grundstücken Spittelmarkt 8/10 Lande zu gute kommen solle und wofür die großen Städte für 451 400 M., d. h. zum Preise von 1220 M. für den Quadrat bluten sollen. Auf die Verfassung könne man sich nicht be Stadtv. Singer tritt in längerer, vielfach beifällig aufmeter an den Raufmann Jaques Nathanson ist in der Ausschuß rufen; durch die Gesetzgebung von 1888 und 1889 habe genommener Ausführung für die Ablehnung des Magistrats berathung abgelehnt worden. Der Ausschuß schlägt jedoch vor, Berlin ein wohlerworbenes Recht auf diesen Zuschuß. Die vorschlages ein. Er erinnert an die wenig erquicklichen Folgen, den Magistrat zu ermächtigen, die fraglichen Grundstücke zu ver- Verfassung mache feinen Unterschied zwischen großen welche ein ähnliches, der Naturforscherversammlung gegebenes äußern, sobald ein Gebot von 550 000 m. erzielt wird und der und kleinen Städten, sondern spreche nur von nachgewiesenem städtisches Fest für viele Festtheilnehmer gehabt, hält es für richKäufer gleichzeitig auf etwaige Entschädigung für die Anrampung Unvermögen", in welchem Falle der Staat eintrete. Diese Vor- tiger, wenn die Staatsbehörden, statt diesem Verein ein Fest zu der Grundstücke Rurstr. 28/29, RI. Kurstr. 17 und Oberwasser- schrift bleibe unbeachtet, ebenso der Umstand, daß Berlin geben, den Eisenbahnschaffnern im Winter Belze lieferten, und straße 15 verzichtet resp. dieselbe erstattet. gar teine Verpflichtung habe, für das höhere Schulwesen zu weist schließlich auf die städtische Finanzlage hin. forgen, während thatsächlich hier sieben staatlichen Gymnafien zwanzig städtische Gymnasien und Ober Realschulen gegenüberstehen. Wollte der Staat die Kosten hierfür übernehmen, so ließe sich darüber reden, was aber vorgeschlagen werde, sei doch eine tomische Illustration zu dem starren Fest- Zur Fortsetzung der Versuche mit der Müllver. halten der Verfassung. Berlin habe nicht nur die vom Staate brennung fordert der Magistrat eine Nachbewilligung von erhaltenen Zuwendungen, sondern den dreifachen Betrag 30 000 M., da die früher bewilligten 100 000. Anfang Februar für Schulzwecke, namentlich für Besoldungsverbesserungen ver- erschöpft sein werden. In der Begründung wird ausgeführt, wendet; es lasse sich also vom Staate nichts schenken. Da mit daß die im Zeitraum von Februar bis April wenig günstig aus Berlin auch eine Reihe der anderen großen Städte betroffen gefallenen Versuche sich später bedeutend besser gestaltet haben. werden, so sei es nicht unmöglich, daß durch Petitionen an den Je weiter sich die Versuche in die warme Jahreszeit hinein Landtag oder durch Vorstellungen bei den Behörden etwas erreicht erfiredten, war eine auf die bessere Brennbarkeit werde. Die Aschenbrödel- Behandlung Berlins durch Regierung Mülles zurückführende Steigerung der verbrannten Mengen und Landtag dürfe nicht fortdauern; event. müsse Berlin auch und eine Abnahme des erforderlichen Busages zu bemerken. Bes den fog. Anstandsforderungen, die immerfort an die Stadt gestellt reits im Juni war ein Zusatz von Brennstoffen nur ganz aus werden, ein Nein entgegenfeßen. nahmsweise erforderlich. Von Mitte Juli bis in den November war ein Zusatz überhaupt nicht nöthig. Der Ausschußantrag wird ohne Debatte angenommen. In Sachen der Urania Uhren und Säulen hat der von der Versammlung eingesetzte Ausschuß nach zweimaliger Sigung beschlossen, dem Plenum folgende Vorschläge zu unterbreiten: A) den Magistrat zu ersuchen: 1. die vorhandenen Säulen nach den Bestimmungen des Vertrags mit der( fallirten) Urania Gesellschaft in das Eigenthum der Stadt zu übernehmen; 2. ihr eine Vorlage zugehen zu lassen a) wegen Fortbetriebes der vorhandenen Säulen und ihrer Einrichtungen, b) über weitere Aufstellung zentral regulirter Uhren in den verschiedenen Stadtgegenden; B) einstweilen die zum Betriebe und zur Beleuchtung der Uhren in den Säulen erforderliche, im vorläufigen Betrage von 4500 Mart an die Gesellschaft Normalzeit" zu zahlende Summe zu bewilligen. Stadtv. Mom msen referirt. Gine Debatte findet nicht statt; der Ausschußantrag gelangt einstimmig zur Annahme. Stadtv. Esma un und Mitglieder aller bürgerlichen Frak tionen haben beantragt, den Magistrat darüber um Auskunft zu ersuchen, ob bei der Einschätzung zur Bauplaysteuer darauf Rück sicht genommen ist, daß Höfe und anderes Zubehör zu bebauten Grundstücken von der Bauplatzsteuer befreit bleiben. Dazu wird vom Stadtv. Mommsen die Niedersehung eines Ausschusses von 15 Mitgliedern, betr. Grörterung der Bauplatzsteuer, vom Stadtv. Wallach die Ueberweisung der Sache an ben Etatsausschuß beantragt, während ein anderweitiger Vorschlag dahin geht, mit dem Magistrat in gemischter Deputation über die bei der Bauplatzsteuer hervorgetretenen Echäden und Mißstände zu verhandeln. Nachdem auch die Stadtvv. Hellriegel und Esmann namens ihrer Frattionen eine ablehnende Erklärung abgegeben haben, wird der Magistratsantrag unter großer Heiterkeit ein stimmig verworfen. Die Vorlage wird angenommen. Des Stadtv. Singer: Ich fann den Antrag nur unterstüßen; er muß in gemischter Deputation berathen werden, was gegenüber dem geplanten Attentat zu thun ist. Hoffentlich wird dann, Zur Errichtung einer öffentlichen Dampfer Anlege wenn wir etwa mit einer Vorstellung an den Landtag gehen stelle am linken Ufer der Spree oberhalb der Waisenbrücke wollen, nicht wieder der Oberpräsident unserm Vorsteher ertheilt die Versammlung die Zustimmung. bei 300. Geldstrafe die die Absendung des des Briefes Der Antrag Wohlgemuth betr. die Erhaltung des Botanie verbieten( Heiterkeit); unmöglich wäre es bei findiger Inter- sch en Gartens als öffentlicher Part wird von der Tages. pretation nicht, auch diese Angelegenheit als politische zu be- ordnung abgesezt. trachten. Auch wünsche ich, daß, falls diese Ungeheuerlichkeit Der Kostensatz für die volle Anstaltsverpflegung Gefeß wird, der Vorredner und seine Freunde mit ihrer Andeutung der Geistestranten in Dalldorf und Herzberge soll für die am Schlusse feiner Rede Wort halten werden. Zu großeHoffnungen auf drei Jahre vom 1. April 1896/99 von 2 M. auf 2,20 m. täglich Erfolg zu hegen, hieße aber doch mit offenkundigen Thatsachen erhöht werden. Versteck spielen. Das Lehrerbesoldungsgesetz ist das neueste Pro- Stadtv. Dr. 3 adet widerspricht dieser Erhöhung und duft des fo wandlungsfähigen Herrn Miquel, eines der weist namentlich die Bezugnahme auf die noch höheren Sähe kleinen Mittel, mit denen die Regierung die Agrarier der Charitee als unzutreffend zurück. Er bittet, es bei dem verföhnen will dafür, daß sie sie die großen Mittel, bisherigen Sage zu belassen. Doppelwährung und Antrag Kanis, verweigert; auf dem Wege des Staatszuschusses sollen die Junker beruhigt und für andere Etadtv. Esmann hält es für durchaus verfehlt und für Zwecke der Regierung gewonnen werden, und dafüa ein Unglück für Berlin, daß auch Höfe, die etwas größer find follen Berlin und die großen Städte bluten. Dem gegenüber als das von der Bau- Ordnung vorgeschriebene Minimalmaß, ist es Aufgabe der städtischen Behörden, der Regierung und Die Versammlung beschließt nach der Vorlage des Magiftrats. Schluß 9 Uhr. und Vorgärten zur Bauplah- Steuer herangezogen, die betreffenden dem Abgeordnetenhause das Verwerfliche dieses Vorschlages vor Depeschen und lehte Nachrichten. Grundstücke also um so schneller der Bebauung mit hohen Augen zu führen, ihnen zu sagen, daß wir unsere Mittel nicht Häusern entgegengeführt werden. Es sei auch bei den ver- hergeben wollen, um den Junkern für Schulzwecke mehr Straßburg i. E., 30. Januar.( B. H.) Heute Nachmittag schiedenen Einschäßungs- Kommissionen verschieden verfahren auzuwenden, als sie an Staatsstenern zahlen. Was die um 3 Uhr wurde der Landesausschuß durch den Statthalter worden, was bei der Neuheit der Sache nicht verwunderlich sei; Verfassungsfrage betrifft, so wäre allerdings Berlin Fürsten Hohenlohe- Langenburg eröffnet. In der Eröffnungsrede eigenthümlich aber berühre doch, daß ca. 90 pet. aller Veranlagten in der Lage gewesen, dem Staate seine Pflicht viel deutlicher zu zählte der Fürst die Vorlagen auf, welche der Landesausschus reklamirt haben und daß gerüchtweise verlautet, daß der machen, wenn es die Volksschule in Verbindung mit den zu erledigen haben wird, und wies dabei auf die günstige Ertrag der Steuer nicht 1 Million, sondern 10-11 Millionen Bürgerschulen auf ein Niveau gebracht hätte, daß für die Finanzlage des Landes hin. hoch sei.( Hört, hört!) Die Bestimmungen der Bauplatzsteuer- Kinder der Bürger die höheren Schulen überflüssig geworden Wien, 30. Januar.( B. H.) Die Gemeinderath ordnung seien unflar, wie überhaupt die Regelung dieser Seite wären. Von einer gesetzgebenden Versammlung, die eigentlich Neuwahlen beginnen am 24. Februar. der Steuerreform recht stiefmütterlich davongekommen sei. Zahl nur die Karrikatur einer solchen ist( Vorsteher Langer- Prag, 30. Januar.( B. H.) Die Mühlen auf der Insel Canila Der Brand tonnte erst reiche Grundstücke, die nur Fabrikgebäude oder Wohngebäude hans bittet, solche Ausdrücke zu vermeiden), ist nicht stehen seit heute früh in Flammen. mit einstöckigen Straßenfronten hätten, würden im Sinne dieser viel zu erwarten; die Zeiten, wo wo sie der Hort des mittags lokalisirt werden. Sämmtliche Mühlen find vernichtet. Steuerordnung als Baupläge angesehen. In diesem Sinne Liberalismus war, sind vorüber. Die Mehrheit haben Prag, 30. Januar.( W. T. B.) Seit Mitternacht stehen müßten dann auch die Kohlenpläße der Gisenbahnen und die Konservative und Nationalliberale; das Zentrum hat für die Sotoletischen Mühlen auf der Insel Campa in Flammen. Vorgärten der Kasernen herangezogen werden. Gehe es so weiter, Ausdehnung der Bildung und Erziehung nicht viel Es gelang den Brand auf seinen Heerd zu beschränken, doch so würden fast alle Fabrikbetriebe aus Berlin hinausgezwungen Sympathie. Im allgmeinen gilt für die Mehrheit Berlin als dürften demselben die sämmtlichen Mühlen zum Opfer fallen. werden. In solchem Sinne habe die Versammlung seinerzeit die der Wasserkopf, den man nach Möglichkeit schlecht behandeln Paris, 30. Januar.( B. H.) Die angeblich ausgebrochene Bauplatzsteuer, und noch dazu eine so hohe, nicht beschlossen. muß. Hier wird uns das Opfer einer Million zu Revolution in Khartum wird von den Blättern eifrigst Stadtrath Hirsetorn: Gine allgemeine Anweisung, solche gemuthet, während gleichzeitig die Regierung, wenn es besprochen. Man ist allgemein der Ansicht, daß die Meldung Grundstückstheile von der Steuer freizulassen, ist nicht ergangen, sich um Ueberlassung fistalischen Eigenthums handelt, von von den englischen Blättern erfunden sei, um die Okkupation denn sie würde mit der Steuerordnung in direktem Berlin wahre Wucherpreise verlangt, wie z. B. für den Egyptens durch England rechtfertigen zu fönnen. Widerspruch gestanden haben. Die Bestimmung, wie sie jetzt Botanischen Garten, sodaß es der Stadt gar nicht würdig er- London, 30. Januar.( B. H.) Nach einer Meldung des besteht, entstammit der von den betheiligten Ministerien erlassenen scheint, nach weiter zu verhandeln. Wie man die wissenschaft- Daily Graphic" hat Deutschland bei verschiedenen Schiffss Mustersteuer Ordnung.( Hört! hört!) Was ein felblichen Institute zurückdrängt, um mitten in der Stadt Kafernen werften zwanzig Torpedoboote bestellt. ständiger Grundstückstheil im Sinne der Steuerordnung ist, zu errichten, illustrirt sehr deutlich die gegen Berlin herrschende London, 30. Januar.( W. T. B.) Der Castle: Dampfer muß im fonkreten Fall nach Lage und Umfang deffelben ent- Stimmung. Dieses Schicksal ist auch nicht ganz unverdient. Dunottar Castle" ist am Dienstag auf der Ausreise in Kapstadt schieden werden. Der Steuerausschuß ist bemüht, in dieser Be- Hätte Berlin nicht immer nachgegeben, hätte es sich auf angekommen. ziehung zu einheitlichen Normen zu gelangen; definitive Klarheit einen der Selbstverwaltung angemessenen Standpunkt ge Rom, 30. Januar.( B. H.) Dem Vernehmen nach wird tann nur durch das Verwaltungs Streitverfahren herbeigeführt stellt, sich nicht als Prügelknaben gebrauchen und fich der Kriegsminister die ganze Altersklasse 1875 in den nächsten es aufdiktiren lassen, so stände jetzt besser Tagen einberufen zwecks weiterer Absendung von zehn Stadtv. Wallach hält dafür, daß schon die Steuer-( Widerspruch).. Wir haben bisher nicht etwa eine Unter- Bataillonen nach Afrika. Deputation Abhilfe schaffen wird, wenn Höfe und Vorgärten zu füßung bekommen, sondern der Staat hat feine Verpflichtung Rom, 30. Januar.( B. H.) Wie aus Afrika gemeldet Unrecht zur Bauplatzsteuer herangezogen werden. Seine früheren anerkannt, auch seinerseits zu diesen Schullasten beizutragen. wird, hat General Baratieri gestern die Offensive ergriffen. Zweifel über den Werth diefer Steuer seien aber durch die Er- Den Städten bisher nimmt geleisteten Beitrag Liffabon, 30. Januar.( W. Z. B.) Als der König gestern zurück, fahrungen mit der Ein- und Durchführung ihrer Veranlagung man vom während die Auswanderung platten Abend im offenen Wagen sich auf der Rückfahrt befand, nur noch verstärkt worden. in die Städte progressiv wächst und in diesen schleuderte ein, der anarchistischen Partei angehörender Arbeiter Stadtv. Mommsen betont, daß er mit seiner Gegner- nicht blos die Krankenpflege- und Armenlasten, sondern auch die Steine gegen den Wagen des Königs. Ein Stein traf den schaft gegen die Bauplatzsteuer nach dem Gange der Entwickelung Schullaften steigert. So werden die Städte mit doppelten Flügeladjutanten, welcher sofort aus dem Wagen sprang und Recht behalten habe. Aber die Bauplatz- Steuer bestehe und die Ruthen gepeitscht zur Aushilfe verkrachter oder angeblich noth- den Attentäter verhaften ließ, der alsdann Hochrufe auf die Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts sei erst nach 2 bis leidender Junker! Das ist Kanißerei im fleinen( Heiterkeit), soziale Republik ausbrachte. 3 Jahren zu erwarten. Die 10 bis 11 Millionen der Ver- wozu wir die Hand nicht bieten wollen. Hoffentlich wird auch Konstantinopel, 30. Januar.( B. H.) Die nunmehr bes anlagung seien ein Märchen; es würden höchstens 2 Millionen die geeignete Form der entschiedenen Abwehr gefunden werden. gonnenen. Verhandlungen der in Zeitun eingetroffenen engherauskommen. Um über die Echwierigkeiten schon jetzt thuns( Beifall.) lischen und italienischen Konsuln mit den Aufständischen bereiten lichst hinweg zu tommen, müsse man einen eigenen Ausschuß Stadtv. Perls steht durchaus auf dem Standpunkt des große Schwierigkeiten, denn die letteren lehnen es prinzipiell ab, einfegen. Antrages Caffel. Durch beide eben gehörte Reden sei ein ihre Führer und die Waffen auszuliefern. werden. = nichts den Lande " Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin, Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 26. Reichstag. 27. Sigung vom 30. Januar, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, Nieberding. Die Etats berathung wird fortgesezt bei Kapitel 9 des Ordinariums der Ausgaben im Reichsamt des Junern:" Behörden für die Untersuchung von See- Unfällen". : Freitag, den 31. Januar 1896. Abg Jebsen( natl.) tritt dafür ein, daß das Material der gefammten deutschen Rhedereien fast ohne Ausnahme feetüchtig und solide gebaut und ausgerüstet ist. Auch seien die Rheder wirklichen Verbesserungen, auch mit Kosten verknüpften, durchaus zugänglich. Wie solle die Reichs- Kontrollbehörde die deutschen Schiffe fontrolliren, welche an den amerikanischen und andern überseeischen Küsten Küstenschifffahrt treiben und oft zehn und mehr Jahre draußen bleiben? Ein Gesetz zu machen über die richtige Bemannung der Schiffe haben selbst die praktischen Engländer bisher nicht fertig bekommen. " " 13. Jahrg. den lichen Gerichte, Schöffengerichte u. s. w. empfehlen sich thue. Wenn wir Anklagen erhalten, so verlangen wir, daß die nach unseren Erfahrungen für die Aburtheilungen dieser Fälle Leute die Sache kennen und meine Mittheilungen stammen von nicht. Die Seeleute erhoffen und erwarten den Schutz der Leuten, welche das Seewesen aus dem ff kennen und zum theil Sozialreform, welchen die Landarbeiter schon lange haben. Sie selbst Schiffe geführt haben, die Sachverständige im eminenten wollen nicht in Noth und Gefahren ringen, um die Dividenden Sinne sind. der Rheder zu vermehren, sondern die Empfindung haben, daß Es ist ungemein auffallend, daß von den zehn Booten der sie im Staate der Sozialreform leben.( Beifall bei den Sozial-„ Elbe" nur bei dreien der Versuch gemacht wurde, sie flott zu demokraten.) bekommen und daß es nur bei zweien gelungen ist, und daß von Abg. Metzger( oz.): Ueber die im vorigen Jahre vom Staatssekretär v. Bötticher: Die Korrektur der diesen nur eins gerettet wurde, letzteres natürlich unabhängig von Staatssekretär v. Bötticher in Aussicht gestellte Novelle zur Seemannsordnung ist fortgesett Gegenstand den Einrichtungen auf der„ Elbe". Bis zum Untergang der Seemanns Ordnung, welche der technischen Kommission für die der Fürsorge der Reichsverwaltung. Eine Novelle Elbe" sollen mindestens 1/2 Stunde verflossen sein und doch Seeschifffahrt zur Begutachtung übergeben werden sollte, ist bis ist bereits der technischen Kommission für Seeschifffahrt unter- sollen nach den Angaben des Herrn Frese 4-5 Minuten genügen, heute etwas Weiteres nicht in die Deffentlichkeit gedrungen, ab- breitet, die auch praktische Seeleute und zwar nicht nur von den um die Boote zur See zu bringen! Redner verliest mehrere gesehen von einem in den letzten Tagen in Hamburger Seemanns- Rhedereien ausgesuchte gutachtlich vernehmen wird. Die Revision Zeugenaussagen zum Beweis für die mangelhafte Einrichtung treifen umlaufenden Gerücht, daß von verschiedenen Rhedern des Seeunfall- Gesetzes hat man bisher nicht ins Auge gefaßt. der Elbe". Die„ Crathie" soll nur 7 Mann Besayung gehabt auch einige Seeleute zur technischen Kommission nach Die Seeämter sind teine richterlichen Behörden, sie haben haben und die beiden auf Wache befindlichen Personen sollen Berlin gesendet worden seien. Wenn das richtig ist, so muß nur die Unfälle zu untersuchen und die Schuldfrage zu eruiren; unmittelbar vor dem Zusammenstoß in die Gambuse gegangen nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß diese alles übrige verbleibt den ordentlichen Gerichten. Diese Theilung sein, um sich dort Kaffee zu tochen. Diesen Leuten, die sich der Leute nicht einmal die Achtung, geschweige hat sich in der Pragis bewährt. Eine Reichs- Seebehörde zur dentbar größten Pflichtverletzung schuldig gemacht haben, das Vertrauen ihrer Berufsgenossen be Beaufsichtigung des gesammten See- Schiffsverkehrs erscheint wohl wird das Patent aberfannt, und das soll eine Strafe sein! sigen. Jedenfalls hat dies Gerücht eine große Miß nicht erforderlich; wir haben ja schon Reichsbehörden auf diesem Wenn die Crathie" auch die Hauptschuld trifft, so ist doch auch stimmung in den Kreisen der Seeleute hervorgerufen. Neben Gebiete genug. Für den Schiffsbau allerdings wünschen auch festgestellt, daß auch der wachthabende Offizier auf der„ Elbe" der Seemanns- Ordnung wäre auch das in den siebziger Jahren wir eine Kontrollbehörde; dieser Gedanke hat aber in den be- nicht seine Pflicht gethan hat. Von unserem See- Amt ist der erlassene Gesetz wegen Untersuchung der See. theiligten Kreisen feine Sympathie gefunden, und die inzwischen Crathie" das Zeugniß ausgestellt, daß ihr nach dem Zusammenunfälle einer Prüfung zu unterwerfen. Die Be- von uns gethanen Schritte zur Anbahnung einer passenden Privat- stoß kein Vorwurf daraus zu machen war, daß sie nach dem Zus fugnisse der Seeämter und des Oberseeamts als oberster Instanz Kontrolle sind nicht ohne Erfolg geblieben. Sollten sich die sammenstoß sich so schnell wie möglich davon gemacht hat. Das müßten erweitert und ergänzt werden nach der Richtung, daß die allerdings hervorgetretenen Meinungsverschiedenheiten nicht See- Amt hat als wünschenswerth bezeichnet, daß auf den großen Seeämter nicht nur berechtigt wären, die Seeunfälle darauf hin ausgleichen lassen, so würden wir auf die Reichskontrolle zurück- transatlantischen Schiffen Manöver abgehalten werden. Es ist zu untersuchen, ob dabei Menschenleben zu grunde gegangen oder fommen. Die sonst vem Vorredner gerügten Mißstände würden weiter die Frage angeregt, ob die Besatzung der Schiffe ausdas nöthige Material an Schiffe gesunken seien, sondern daß sie festzustellen haben, ob auch beim Vorhandensein einer Reichskontrolle nicht unmöglich reichend ist, an RettungsSchiffer oder Steuermann durch Handlungen oder Unterlassungen gemacht worden sein. Auf den Lloydschiffen habe ich auch bei mannschaften zu bieten. Die" Elbe" hatte 10 Rettungsboote den Unfall und dessen Folgen verschuldet haben und ob wegen anderen Gelegenheiten als bei der Kanalfeier, bei Besuchen, die und nur 73 Mann, aber keiner wußte im Moment der Gefahr. der Bauart und Beschaffenheit oder Bemannung des Schiffes der ich ihnen unerkannt abgestattet habe, alles in promptester was er zu thun hatte. Man hat gesagt, die Besatzung Unfall vorgekommen ist. Bisher tönnen die Seeämter höchstens Ordnung gefunden; Sie sollten auch selbst hingehen und prüfen, reiche aus, es tommt aber nicht so sehr auf die Zahl an, als dem Schiffer und dem Steuermann das Patent aberkennen, es statt Gewährsmännern zu vertrauen, die sehr brav und auf darauf, wieviel von den Leuten als wirklich seefähige Leute anmüßten ihnen nach Ansicht praktischer Seeleute weitere Straf- richtig sein mögen, aber eventuell nicht mit dem hinreichenden gesehen werden können. Ein neuer Dampfer, die" Patria", hat befugnisse eingeräumt werden. Ferner verlangen sie die Ein- Verständniß ausgerüstet sind. 92 Mann Besagung und 19 Rettungsboote, von den 92 Mann Segung einer Reichs Oberfeebehörde, welche die aber sind nur 8 wirklich seefähige Personen. Während in den Kontrolle über die auslaufenden Schiffe auszuüben hat. übrigen Gewerbebetrieben, und feien sie noch so tiein, es für Bei Gelegenheit der vorjährigen Interpellation Stummnothwendig erachtet wird, daß Inspektoren angestellt werden, ist Manteuffel versprach der Reichskanzler, der Sicherstellung es bei der Seeschifffahrt so gut wie gar nicht der Fall. Die und Seetüchtigkeit und der besseren Ausrüstung der Schiffe Unfallinspektoren genügen nicht, die werden um all die Dinge sein besonderes Augenmerk zu schenken. Abg. Jebsen erklärte herumgehen, wo für die Gesellschaften hohe Auslagen entstehen. die auch von den Herren v. Stumm und v. Manteuffel Herr Jebsen hat kein Recht zu betonen, was in befürwortete Schaffung einer Reichs- Seebehörde für überflüssig im letzten Jahrzehnten für die Ausrüstung der Schiffe geschehen Gegensatz zu den Gutachten hervorragender Sachverständigen und fei. Das thun die Direktoren schon deshalb, weil sie selbst Autoritäten, auch vieler Schiffsfapitäne. Herr Jebsen meinte, auf den Schiffen fahren. Wenn die Herren von der Regierung die Kontrolle der Vertrauensmänner der Berufsgenossenschaften, Abg. Frese- Bremen( frf. Vp.) theilt mit, daß er mit dem so häufig auf Seeschiffen fahren müßten, wie auf der Eisenbahn, jezt ersetzt durch die Kontrolle der Versicherungsbeamten des Nord- Abg. Lenzmann im vorigen Frühjahr in Bremerhaven die Schiffe so würden nach den verschiedensten Richtungen hin wohl mehr deutschen Lloyd, reiche vollkommen aus, um die Sicherheit des See- Gms" und" Havel" des Lloyd unerkannt besichtigt und genau Vorsichtsmaßregeln getroffen werden. Es ist unter den Seeleuten verkehrs außer allen Zweifel zu stellen. Wie steht dieser Wider das Vorhandensein und gute Funktioniren der Rettungseinrichtungen der verschiedensten Nationen eine allgemein gehörte Klage- id) daß insbesondere die spruch im Einklang mit der bestehenden Beaufsichtigung des untersucht habe. Sowohl in dieser Beziehung, als hinsichtlich habe mich darüber informirt Schiffsbaues bei der Binnenschifffahrt. Eine ganze Reihe von der Sauberkeit hätte sich alles in bester Ordnung befunden. großen Dampfer mit besonderer Rücksicht 3Bundesstaaten besitzt in dieser Beziehung strenge Vorschriften, so Die Klagen des Herrn Megger über zu geringe losigkeit auf dem Meere fahren; der Kapitän Sachsen bezüglich des Elbverkehrs. Herr v. Stumm hat im Bemannung der Schiffe träfen bei manchen muß alles daran segen, daß er 3eit erspart, weil vorigen Jahre Herrn Möller gegenüber trotz seiner Achtung vor Schiffen kleiner Rhedereien zu, die beim Mangel er sonst Gefahr läuft, seines Amtes verlustig zu werden. den Mannschaften der Gewissenhaftigkeit seiner Kollegen bezüglich der Kontroll- ausreichenden Verdienstes mit leider In dem Seeberuf hat sich ebenso gut wie in allen anderen Bevorschriften über die Dampfkessel das Bekenntniß gemacht, er sparen müssen. Für die Auswandererschiffe seien jeden- rufen eine Ueberproduktion herausgebildet; das Angebot möchte doch die Interessent des Geldsackes nicht allzuschroff mit falls Kontrollen genug vorhanden. Bahlreiche der ist ein sehr großes und für diejenigen Leute, die ristiren, irgend ihren Pflichten in Gegensatz bringen. Sind etwa die Rheder Anführungen des Abgeordneten Metzger ohne welche Ausrüstungen für ihre Schiffe zu verlangen, heißt es, wenn aus besserem Holze geschnigt, als das andere Unternehmerthum? Beweis da. Die Verbesserung der Sicherheitsvorrichtungen Euch das nicht paßt, dann fönnt Ihr gehen. ( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) sei von selbst auf den Schiffen eingetreten, ohne daß es dazu Die Zahl der Mißhandlungen, die namentlich mit Die Zahl der Schiffsmannschaften auf den Schiffen der Einwirkung einer öffentlichen Behörde bedurft häite. Zum den sogen. Kohlenziehern vorgenommen werden, ist immer des Norddeutschen Lloyd geht von Jahr zu Jahr zurück; Schluß bringt Redner eine Klage des Kapitäns des Prinz noch sehr groß; es vergeht fast kein Monat, wo nicht vor dem die Arbeitskräfte werden auf das äußerste von den Rhedern aus- Heinrich" über Mangel an Signalen des südlichen Theiles des See- Amt Fälle von Mißhandlungen dieser Menschen, die meist genutzt. Herr Jebsen behauptete, daß von seiten der Schiffs- Rothen Meeres zur Sprache. sehr arme Leute sind, die von Deutschland nach Amerika auswandern theder alles geschehe, um die Sicherheit des Seeverkehrs zu Abg. v. Stumm( p.) hält wie im vorigen Jahre die Eins wollen oder umgekehrt, und sich dann verdingen als Kohlenzieher, gewährleisten; er berief sich namentlich darauf, daß er alle führung einer Reichsaufsicht über den Schifffahrts- Verkehr für um umsonst die Fahrt machen zu können, zur Verhandlung kommen. Sicherheitsvorschriften auf seinen Schiffen beachtet habe. Daß ein nothwendiges Erforderniß. Es müßte Vorsorge getroffen werden, daß die Zahl der Heizer die Firma Jebsen das thut, wird auch von Seeleuten an- Abg. Bebel( Soz.): Est ist mir sehr natürlich und erklär- so ausfömmlich ist, daß sie sich häufig abwechseln können. Wenn erfaunt, aber es giebt auch noch eine ganze Menge anderer lich, daß der Herr Abg. Jebsen und der Vertreter von Bremen jemand 4 Stunden bei der größten Hize vollständig nackt Koblen Rheder, bei denen das nicht der Fall ist. Das be- dem Herrn Staatssekretär ihren Dank aussprachen für die große heranschleppen muß, so stellt das Ansprüche an die Körperkräfte, weisen die Feststellungen der Seewarte in bezug auf die Wärme, mit welcher er die großen Rhedereien vertheidigt hat. die die wenigsten leisten können. Die Leute, die hierzu heranPrüfung der nautischen Instrumente, der Laternen, des fo- Es wäre besser gewesen, die Unrichtigkeit der hier vorgebrachten gezogen werden, müssen auch fräftig und fähig sein, diese Art genannten Chronometer, eines sehr wichtigen Instruments u. s. w. Thatsachen zu beweisen. Das ist in feiner Weise geschehen und Dienste zu verrichten. Es wird in meinen Berichten hervor daß gewöhnliche Menschen für den Dienst Trotz der wiederholten Warnung des Vorstehers der Seewarte alles, was die Herren hier vorgebracht haben, hat in der Haupt- gehoben, brauchbar sind. Unter den seemännisch gebildeten find die Vorschriften in unverantwortlicher Weise vernachläffigt fache das nicht getroffen, was mein Parteigenosse vorgebracht nicht worden. Eine private Kontrolle genügt nicht. Redner weist hat. Herr Frese hat auseinandergesetzt, wie vortrefflich die Ein- Matrosen hat sich das Urtheil herausgebildet, daß das nach, daß auch die großen Seeschiffe ganz ungenügend bemannt richtungen im Bremer Lloyd seien, gehe daraus hervor, daß, als Fahren auf Dampfern eines wirklichen Seemanns unwürdig ist. find; das gelte namentlich für die Bemannung der Rettungsböte; er und Herr Lenzmann unangemeldet nach Bremerhaven ge- Dazu kommt der häufige Wechsel der Leute. Was ist das treibende auf einem großen Schiff täme auf jedes Rettungsboot nur ein fommen feien und dort mehrere Schiffe untersucht hatten, Motiv für das rücksichtslose Fahren der Kapitäne? Der Profit Mann Besagung. Was soll geschehen, wenn auf hoher See ein alles in schönster Ordnung gewesen sei, insbesondere habe das und die Hoffnung auf Auszeichnung. Der Staatssekretär Unglück passirt? Redner zitirt die Namen mehrerer solcher Schiffe, Herablaffen der Boote nur 4-5 Minuten und das Schließen der meinte, die Regierung wende sich an die Arbeiter u. a. der Augusta Bittoria" und des„ Fürst Bismarck", welche Schotten nur wenige Sekunden in Anspruch genommen. Diese durch die Vermittlung der Rheder. Diese nennen die vorschriftsmäßige Bemannung durchaus unterschreiten. Bei Ausführungen stehen aber in schroffem Widerspruch mit dem, natürlich nur solche Arbeiter, die ihnen passen. Diese stehen in den kleineren Schiffen ist es noch viel schlimmer, was amtlich festgestellt worden ist bei der Untersuchung des Un einem solchen Abhängigkeits Verhältniß, daß sie gar nicht frei das ist wiederholt auch von den See- Aemtern anerkannt und ge- falls der Elbe". Wenn die Herren unmittelbar nach dem reden können. Da feht man immer wieder den Vortheil ein, rügt worden. Die Beaufsichtigung in der Nacht ist Untergang der Elbe und nach der hier stattgefundenen sehr er der aus einer freien Organisation hervorgeht. Das eine durchaus unzureichende. Es giebt Mannschaften, regten Debatte nach Bremerhaven fuhren, dann hätte ich ihnen Recht, das die Unternehmer haben, müssen die Arbeiter auch welche nicht ruder- oder bootskundig sind. Man hat gelegentlich gleich sagen können, daß sie nunmehr alles in schönster Ordnung haben. Die Arbeiterinteressen werden auf das des Unfalles der Elbe", wobei hervorgehoben wurde, daß die finden würden. Ich habe schon im vorigen Jahr ein Telegramm schmählich ste verlegt. Dem muß ein Ende gemacht werden. Vorrichtungen zum Herunterlassen der Boote nicht genügend mitgetheilt, nach welchem der Lloyd, sobald das Unglück bekannt Wir werden mit diesen Beschwerden kommen, bis wir Anfeien, darauf hingewiesen, solche Sachen fämen überall vor und in wurde, alles dasjenige gethan habe, was er jahrelang unterlassen habe. erkennung für unserem Standpunkt bekommen.( Beifall bei den anderen Ländern sei es auch nicht besser. Ich bin heute in der Lage, Ich bin hier im vorigen Jahre von den verschiedensten Seiten Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Bötticher: Ich muß das Haus doch Ihnen auf grund eines Briefes eines Matrosen nachzuweisen, daß angegriffen worden, namentlich auch von dem Abg. Lieber, der der Lloyddampfer Stettin nicht die genügenden Maßregeln getroffen einmal über den atlantischen Ocean hinüber- und einmal herüber bitten, die Ausführungen des Borredners, dessen Objektivität ich hat. Der Dampfer Stettin hatte in Gegenwart des Reichskommiffars gefahren ist und sich daher großer Sachkenntniß rühmte. Das nicht bestreite, mit Vorsicht aufzunehmen. In dem Erkenntniß ein Bootsmanöver gemacht, wobei sich herausstellte, daß in den Telegramm, das ich damals verlas, lautete: Lloyd übt keine ist ausdrücklich gesagt, daß die Katastrophe nicht auf Mängel Booten weder Wasser noch Brot vorhanden war. Der Kommissar Bootsmanöver; Seeleute, die 11-18 Jahre im Dienst sind, haben in der Beschaffenheit, Ausrüstung, Beladung oder Bemannung, erhebliche Beschädigung zurückzuführen hat dies scharf gerügt und es wurde ihm versichert, daß das solche Manöver noch nicht mitgemacht; zahlreiche Proben von sondern auf die Bersäumte nachgeholt werden würde. Das ist aber nicht ge- Schottenfchließen; Sonnabend hat es 1/2 Stunde gedauert, bis sei, welche das Echiff bei dem Zusammenstoß erlitten Aus dem Bericht ergiebt sich auch, daß die schehen. Das Schiff ging fo in See.( Hört! Hört! bei den das Hauptschott geschlossen werden konnte. Uebungen im Aus- hat. Taue und Winden mit Delfarbe von ihm gegen die Offiziere und gegen die Mannschaft erSozialdemokraten.) Im Nothfalle wären die Boote unbrauchbar hängen der Boote gingen nicht. gewefen.( Hört! Hört!) Und das passirte im März, nachdem beschmiert." Ich habe zu fonstatiren, daß mit Ausnahme hobenen Vorwüfe nicht zutreffen. Es sind nur drei Böte von erit der Untergang der Elbe so viel Staub aufgewirbelt hatte. eines Falles, des Schottenschließens, worüber keine Unter- den vorhandenen 10 zu 2Basser gelassen worden, und daß es nicht Alus verschiedenen Hamburger Schiffen, die nach Ostafrika gehen, suchung stattfinden konnte, bei dem Unglücksfall der„ Elbe" mehr waren, liegt an dem außerordentlich unglücklichen Umwerden Chinesen und Malayen als Heizer verwendet, alles übrige, namentlich die Unmöglichkeit des Aushängens stande, daß das Schiff sich auf die Seite legte und die an der die später durch Weiße ersetzt werden müssen. der Boote in rechtzeitiger Weise und an der fehlerhaften Eins hochstehenden Seite des Schiffes befindlichen nicht zu erreichen " " = " ständen " Die Zustände hinsichtlich der Verproviantirung der richtung der Elbe" beziv. der Unfähigkeit der Mannschaft, den waren. Zwischen dem Zusammenstoß und dem Untergang der Schiffe find geradezu ungeheuerlich. In den Dienst zu verrichten, gescheitert ist. Ich habe damals nicht an Elbe" lagen nur 15-20 Minuten, in dieser Zeit waren Darans Seeamts- Entscheidungen wird der Proviant geradezu als schlecht gestanden, privatim dem Staatssetretär den Namen 7 Boote zum Ausschwingen freigemacht worden. und für die Menschen untauglich bezeichnet. Jufolge dieser des Vertrauensmannes zu nennen; er war der Vor- rechtfertigt sich nach dem Urtheil der Schluß, daß die Manuschlechten Nahrung entsteht häufig der Skorbut. Diese figende einer in Bremerhaven ihren Eig habenden Organisation schaft in anerkennenswerthester Weise gearbeitet hat.( Hört! Krankheitsfälle tommen wenig zur öffentlichen Kenntniß, weil der Feuerlente; der Mann ist 4 Jahre zur See gefahren, also hört! links.) Auch sind die Passagiere nach dem Wortlaut des Die Bemannung der das Seeamit sich nur mit den Todesfällen infolge von Sforbut ein Sachverständiger. Und was ist der Dank gewesen? Der Urtheils sämmtlich geweckt gewesen. beschäftigt. Ferner wäre auch auf die Wasch und Mann ist, weil er tein Reichsdeutscher war, aus größten Dampfer des Norddeutschen Lloyd ist derart, daß der Reinigungs- Anstalten an Bord ein wachfameres gewiesen worden.( hört! Hört! und Pfui! bei den erhobene Vorwurf über ungenügende Schiffsbesatzung in seiner Auge zu richten. Die Krankheiten der Heizer sind auf Sozialdemokraten.) Jezt, wo sein Name bekannt war, war er Allgemeinheit nicht zutrifft. Die„ Elbe" hatte unter ihrer BeSelbstverständlich ist diese ungenügenden Waschvorrichtungen zurückzuführen. Sie mit einem Mal eine sehr läftige Person und wurde ausgewiesen. m annung 38 durchgebildete Scelente. Ausweisung feines Gewährs mannes haben ja im vorigen Jahre bei der Kanalfahrt bei der Kanalfahrt Ges Angesichts einer solchen Thatsache haben wir allerdings allen Grund, die legenheit genug gehabt, sich die Wasch- und Reinigungs- Ihnen die Nainen unserer Gewährsmänner zu verschweigen. aus Bremen nicht auf mich zurückzuführen; mir ist diese Ausanstalten für die Heizer anzusehen. Auf vielen Schiffen ist nur Ich bin überzeugt, daß die Ausweisung nicht an der Schuld des weisung vollständig fremd geblieben bis zu ihrer ein einziges Faß, aus dem zwölf Leute und mehr Staatssekretärs lag, aber in Bremen sind die Interessen des Durchführung und ich habe auch nicht den leisesten Anstoß dazu sich reinigen sollen. In den heißen Zonen erkranken Bremer Lloyd im Senat so mächtig, daß was der Lloyd gegeben. Aber auch der Norddeutsche Lloyd ist an dann die Leute an aussagartigen Hautausschlägen. wünscht, im Senat geschieht. Wenn der Herr Staats- dieser Ausweisung ganz unschuldig.( Lachen bei In allen diesen Punkten muß Wandel geschaffen werden, und sekretär mir den Rath gegeben hat, ich sollte mich nicht auf die den Sozialdemokraten) Und die Ausweisung steht dieser Mittheilung an den Vorredner ich bitte die Regierung, mit den entsprechenden Ge- erste beste Mittheilung eines Anonymus hin zu Anklagen vermit Die segesvorschlägen recht bald hervorzutreten. ordent leiten lassen, so irrt er sich gewaltig, wenn er meint, daß ich das auch garnicht in 8usammenhang. In Bremer eine die In persönlicher Bemerkung protestirt Abg. 2enzmann dagegen, daß seine Einwendungen als reattionäre Redensart bes zeichnet sind. Abg. Bebel stellt fest, daß Herr Lieber die Ausführung, die heute gemacht hat, im vorigen Jahre nicht gemacht habe. Die Ausgaben werden genehmigt. er Nach 5 Uhr wird die weitere Berathung verlagt bis Freitag 1 Uhr. Außer dem Etat wird die erste Berathung der Gewerbe- Ordnungs- Novelle auf die Tagesordnung gesetzt. Parlamentarisches. für giltig erklärt. haven ist früber die Fremdenpolizei und die Tropen nur 8 Stunden Dienst, je 4 Stunden Dienst, hat sich eine Uebereinstimmung des Reichstages Vereinsgefeßgebung etwas lag gehandhabt und 8 Stunden frei. Die Rollision der Bahn" im Kanal herausgestellt, daß eine solche Fürsorge stattfinden worden; der neue Inhaber der Polizeigewalt zog die Bügel nament- mit einem italienischen Schiffe habe bei dichtem Nebel statt- müsse und auch die verbündeten Regierungen haben sich in lich bezüglich der Vereine und Versammlungen etwas straffer an gefunden, der Mannschaft sei feine Schuld beizumessen gewesen ganz demselben Sinne ausgesprochen. Auf das Zeugniß der und wies diejenigen, welche dagegen agitatorisch die Unzufrieden- Der Unfall der„ Havel" ist darauf zurückzuführen, daß der englischen Konkurrenten sollte man sich hier im Reichstage I eit schärfen, aus dem bremischen Gebiet aus.( Fronische Zurufe amerikanische Zwangslootse unrichtige Anordnungen traf, denen nicht berufen. Es wird von allen seebefahrenen Leuten festgestellt, tei den Sozialdemokraten: Sehr richtig!) Ja gewiß, wir sind der Kapitän vergeblich widersprach. Die Untersuchung führte daß die englischen Schnelldampfer am rücksichtsja so gestellt, daß wir unseren Bedarf an sozialdemokratischen ebenfalls zur Freisprechung. Dasselbe gilt von einem Unfalle, der lofesten fahren.( Sehr wahr! rechts.) Agitatoren im Julande decken tönnen.( Große Heiterfeit.) die" Trave" betroffen hat. Abg. Menger bestreitet, daß die Neger und Außerdem war noch etwas Liebe mit im Spiel; dieser Abg. Bebel: Unsubstantiirtes Material haben wir nicht Malaien jo leistungsfähig feien, wie Ausländer wollte nämlich Dafür könne er sich auf Aussagen von Wittwe vorgebracht, sondern ganz bestimmte Dinge, die der Staats- weißen Heizer. beirathen, welche im Besige einer Gastwirth- sekretär nicht widerlegt hat. Herr Lenzmann ist falsch unter- Sachverständigen berufen. Die Farbigen sind ein williges schaft war, in der sich die Genossen zu verrichtet, wenn er glaubt, daß die Deutschen mehr kritisirten als und billiges Menschenausbeutungs- Material. Aber natürlich, sammlungen zu vereinigen pflegten; das hat andere Nationen, was Seeschifffahrt betrifft. Er erinnert fich folche unbequemen Thatsachen werden immer in der bekannten Die Polizei verhindert und ich glaube, sie hat nicht, wie Jahre lang der englische Abg. Plimsoll gegen reaktionären Redensart als Uebertreibungen bezeichnet. recht daran gethan.( Heiterkeit und Zustimmung rechts.) die schrecklichen Zustände auf den Seeschiffen im englischen Darauf wird die Debatte geschlossen. Ob die Dampfer ihre Fahrten in beschleunigtem Unterhause angekämpft hat, schärfer und rücksichtsloser als es Tempo zurücklegen, ist schon Gegenstand internationaler je im deutschen Reichstage geschehen ist. Herr Lenzmann beruft Erwägung auf dem Kongreß zu Washington gewesen; Bor- sich auf sein Gerechtigkeitsgefühl. Gerade dieses ist ja schriften über die Fahrgeschwindigkeit auf See zu erlassen, hat auch für uns das treibende Motiv. Dieses Gerechtigkeitsman aber doch für bedenklich angesehen. Die Beobachtung dieser gefühl hätte ihn verhindern sollen, hier gegen uns Dinge aus Vorschriften würde sich sehr schwer tontrolliren lassen, wenn man zusprechen, welche haarscharf an eine Verdächtigung streifen. nicht jedem Schiff einen Kontrollbeamten mitgeben wollte; es Mein Gewährsmann Steiner ist ein Mann, der die Seelaffen fich aber auch garnicht einheitliche Vorschriften geben, fchifffahrt aus dem Fundamente fennt. Er ist nicht einmal als weil die Schiffe außerordentlich verschieden sind rücksichtlich ihrer Sohlenzieher über den Dzean gefahren, sondern war vier Jahre Fähigkeit schnell zu fahren und schließlich auch die Verschieden- als Heizer thätig, nachdem er sechs Jahre in Bremerhaven an heit der Fahrstraßen in betracht kommt. Was die Kohlen der Spize der dortigen Organisation der Heizer und Kohlenzieher Bieber betrifft, so scheinen die früheren recht gestanden, also in fieter Berührung mit den Leuten gewesen war häufigen Selbstmorde unter diesen in neuerer Zeit abzu und alles, was er sagt, beweisen kann; seine Ausführungen Die Wahlprüfungs- Kommission hat in ihrer Sigung am nehmen; auf den bremischen Schiffen sind sie von 26 im Jahre 1889 über die„ Elbe" sind durch nichts widerlegt worden. auf 3 im Jahre 95, auf den hamburgischen seit 1891 von 12 auf 5 zurück- Ich war davon überzeugt, daß Herr v. Bötticher an der Donnerstag die Wahl des Abg. Krupp( Effen) mit Mehrbeit und gegangen, Die Ursache liegt allerdings darin, daß ganz unge Ausweisung unschuldig war, aber die nonchalante die Wahl des Abg. Wiesicke( Brandenburg a. d. H.) einstimmig eignete Personen für diesen schweren Dienst der Kohlen- rt, wie er die Ausweisung zu rechtfertigen versucht hat, hat beschickung verwendet worden. Es sind das körperlich leistungs- einen sehr bösen Eindruck gemacht. Warum geht man übrigens In der Justiznovellen- Kommiffion wurde gestern mit 11 unfähige Leute, welche umsonst über die See zu gelangen hoffen. blos gegen unsere Agitatoren los, warum nicht gegen die anti- gegen 9 Stimmen der Verschlechterungsantrag der RegierungsDie großen Schifffahrtsgesellschaften gehen bereits gegen diesen semitischen und die des Bundes der Landwirthe, die auch aus vorlage,§ 399 Nr. 5 Str. Pr.-D. dahin zu ändern, daß ein Zustand vor; es sollen nur taugliche Personen und zwar nach dem Auslande, z. B. aus Desterreich kommen, um bei uns Wiederaufnahme- Verfahren nur dann zugelassen werden soll, ärztlicher Untersuchung eingestellt werden. Mißhandlungen Agitation zu treiben? Herr v. Bötticher hat die wirklich bei wenn die Unschuld durch neue Thatsachen oder Beweismittel tommen ja freilich vor, es wird aber auch sehr scharf einem so lange im Amt befindlichen Beamten überraschende bewiesen wird, so daß nicht ein nichtschuldig", sondern ein dagegen eingeschritten. Die Zahl der Ber- Naivetät, hier zu erklären, daß der Lloyd an der unschuldig" vom Gericht ausgesprochen wird, abgelehnt. Diese urtheilungen steht allerdings nicht im Ber- Ausweisung unschuldig sei, da es nicht in den Akten Rückwärtsrevidirung der schon jetzt völlig unzulänglichen hältniß zu der Unzahl von Denunziationen. stehe.( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Ja, das glaube Bestimmungen über die Wiederaufnahme eines zu unrecht Ber Bei uns wäre sicher der Steuermann der„ Crathie" auch vor ich; aber ich weiß auch, daß, nachdem ich am Sonnabend, urtheilten erklärten die Regierungsvertreter für durchaus noth den Strafrichter gekommen, wenn er in Deutschland überhaupt zu den 14. Februar, Den Namen dem Staatsfetretär wendig und veranlaßten durch den Versuch, ihren offensichtlich faffen war. Eine verschärfte Kontrolle der überseeischen Dampfer genannt hatte, schon am darauffolgenden Sonntag Herr zu ungunsten einer gerechten Rechtsprechung wirkenden Vorschlag vor ihrer Abfahrt ist eingeführt; alle in Frage kommenden Rhedereien Sartorius, der Vorsitzende des Nautischen Vereins, im durch alle möglichen Scheingründe plausibel zu machen, eine tagefind uns mit vollem Verständniß entgegengekommen. Der Norddeutsche Besize dieses Namens war.( Hört! hört! lints.) Nichts lange Debatte. In der nächsten Sigung( Freitag) beginnt die Lloyd hat für jedes seiner Schiffe eine Bootsrolle vorgeschrieben, ist natürlicher, als daß nun Herr Sartorius an die Berathung über den Theil der Vorlage, der die Entschädigung welche ergiebt, was jeder einzelne Mann der Besatzung im Falle Direktion des Lloyd und dann auf privatem Wege an die unschuldig Verurtheilter betrifft. der Gefahr zu thun und zu lassen hat. Im Ausgangs- und Senatoren die Nachricht gelangen ließ: hört mal, der Kerl Endhafen werden mit den Mannschaften Uebungen angestellt in fängt an, unbequem zu werden. Der Staatssekretär brauchte Wucherprojek Pariser der Bedienung der Boote, der Schließung der Schotten, der fich also nicht auf die Akten berufen, die für solche Dinge natürHandhabung der Apparate zur Bekämpfung von Feuersgefahr; lich nicht vorhanden sind. Es ist eben die alte Sache, was und Genoffen. und da kann man doch etwas hoffnungsreicher in die Zukunft allen andern recht ist, ist den Arbeitern nicht sehen als die Herren Sozialdemokraten es thun. Das Unglück billig. Und hat man es gar mit einem Ausländer zu thun, Landgerichts- Direktor Rösler theilt nach Eröffnung der der„ Elbe" ist nun genug breitgetreten; lassen Sie den Unfall mag derselbe auch viele, viele Jahre in Deutschland leben und Sigung mit, daß wiederum ein Beuge sein Nichterscheinen durch ruhen! für Angehörige des Deutschen Reiches seine gefunden Knochen Krankheit entschuldigt habe und dadurch noch einer der zur Ein Fall, Abg. Lenzmann( frs. Vp.): Herr Bebel bezeichnet die zu Markte getragen haben, wie dies bei Steiner der Fall Anklage stehenden Fälle ausgeschieden werden müsse. Herren Jebsen und Frese als Seefahrts- Interessenten; ich zähle gewesen ist, so ist ganz gleich; je edler und bei welchem die Angeklagten Pariser, Herrmann und Meyer be nicht zu dieser Kategorie und bestätige Herrn Frese, daß besser die Motive sind, desto mehr muß er bestraft theiligt sind, betrifft den früheren Kaufmann, jeßigen Rentier S., beide Echiffe, die wir in Bremerhaven inspizirten, von werden, das ist die Moral im heutigen Staate. den früheren Mitinhaber einer sehr bedeutenden und bestens oben bis unten sich in ordnungsmäßigem Zustande befanden. Meine Gewährsmänner find alte, erfahrene, zuverlässige See fundirten Firma. Der Beuge hatte vor Jahren zur Begleichung der Die„ Elbe" ist von einem Schiffsunglück überrumpelt worden; leute, wie ich Herrn Lenzmann nochmals erkläre. Giner von Ehrenfchuld eines verstorbenen Bruders schnell einige tausend Markt die hervorgetretenen Uebelstände sind in der Hauptsache auf die ihnen ist 18 Jahre auf See gefahren und war in höheren nöthig. Um sich seinem tranken Vater und seinen Sozien nicht Plöglichkeit des Falles zurückzuführen. Der Stewart hat eidlich Stellungen thätig; der erklärt u. a., daß die Schotten in den anvertrauen zu brauchen, lieh er durch Vermittelung des Anerhärtet, daß alle Passagiere geweckt worden sind, ich schenke meisten Fällen nicht gebrauchsfähig sind. geklagten Herrmann in mehreren Fällen auf Dreimonats Afzepte diesem eidlichen Zeugniß Glauben, was die Sozialdemokraten Die Fahrt des Herrn Lenzmann mit Herrn Frese ist erfolgt, 2000 bis 6000 M. Herrmann gab die Wechsel an Parifer und nicht zu thun scheinen. Unter den Gewährsmännern der Sozial- nachdem der Unfall der„ Elbe" schon 4-5 Wochen alt war; in Meyer weiter. Nach der Behauptung der Auflage sollen sich demokraten befindet sich auch nach meinen Erkundigungen ein diesem Zeitraume hat man Hals über Kopf mit äußerster Ausdauer diese etwa 15-20 pt. auf das Bierteljahr abgezogen haben, sie Mann, der zwar seemännische Erfahrungen befigt, eben alle die Vorrichtungen getroffen, welche vorher nicht in bestreiten dies aber ganz entschieden und behaupten, daß nur aber blog einmal als Kohlenschlepper nach Amerifa ge- ausreichendem Maße vorhanden gewesen sind und deren Mangel die 5-6 pet. in Abzug gebracht worden seien. Pariser erklärt, daß fahren ist und später wegen Trunksucht vom Lloyd Katastrophe der Elbe" mit verschuldet hat. Von dem Kapitän ihm der Geldnehmer als der Mitinhaber einer Weltfirma bekannt entlassen worden ist.( Große Unruhe bei den Sozialdemokraten, der Elbe" habe ich nichts gefagt; ich habe lediglich den amt- gewesen sei und er sich deshalb gar nicht darum bekümmert Buruf: Freiwilliger Regierungskommissar! Glocke des Prä lichen Bericht angeführt und mich auf das unverdächtige habe, zu welchem Zweck das Geld gebraucht wurde. sidenten.) Es ist jedenfalls besser, wenn sich die Reichstags Beugniß einer der geretteten Kaufleute bezogen. Demfelben Angefl. Meyer giebt an, daß er nichts weiter gethan, als dem Abgeordneten selbst an Ort und Stelle um Informationen be- Bericht ist zu entnehmen( Redner zitirt die betr. Stellen), daß ihm bekannten Herrmann einige Wechsel zu diskontiren. hat fich 2-22 pet. Provision in Abzug mühen, als wenn sie sich auf die Zuschriften von Gewährs- von seiten der Elbe" nichts geschehen ist, um dem Zusammen- Herrmann Bis zu dem im Januar 1893 erfolgten Tode männern stützen, die sie nicht kontrolliren können. Das vorzüg. stoß aus dem Wege zu gehen und daß es nicht geschehen ist, gebracht. liche Material der Dampfergesellschaften an Kapitänen darf nicht macht die„ Glbe", wenn auch in geringem Umfange, an dem feines Vaters löste der Geldnehmer seine Berbindlichkeiten verunglimpft oder angegriffen werden. Disziplin muß sein; Zusammenstoße mit schuldig. Diese Ausführung richtet ein, dann ließ er sich in einigen Fällen von Pariser aber kein Lloydkapitän wird sich der hohen Verantwort fich der„ Elbe", der den ersten Offizier der mit verklagen. Mit der Beitreibung wurde der Angeklagte Riederich lichkeit für die ihm anvertrauten Mannschaften ent untergegangen ist. Der Reichskommissar erklärte ausdrücklich, betraut. Angell. Pariser bestreitet, daß letteres geschehen schlagen. Unsere deutschen Schiffe können in jeder Beziehung daß dieser seiner Aufgabe nicht gewachsen gewesen ist. Man sei, um den event. Einwand des Wuchers abzuschneiden. Er den Wettkampf mit den englischen Schiffen aufnehmen. tann nicht sagen, daß dies blos die Ansicht des Antlägers ist; babe R. nur als Inkasso- Mandatar benutzt und auch in solchen Die Interessen der heder gehen mich gar nichts an; aber mein das Gericht hat entschieden, daß den wachthabenden Offizier der Fällen, in denen er nur 6 pt. berechnete, stets die Klagen durch Gerechtigkeitsgefühl fordert, daß auch die Sclagen der niederen Vorwurf trifft, daß er nicht durch Signal mit der Dampfpfeife dritte Personen führen lassen, weil er seit 15 Jahren sehr nervös lange Zeit in einer Kaltwasser Heilanstalt zuStände begründet und berechtigt sind. In Uebertreibungen versucht hat, der„ Grathie" aus dem Wege zu gehen. Der Mangel sei und Der Zeuge S. erklärt, daß er sich in stimmen wir nicht ein, wenn sie sich gegen Personen richten, die der Bootsmanöver wird ebenfalls in dem Urtheil hervorgehoben, gebracht habe. eine Berunglimpfung nicht verdient haben. und daß mit den Schotten auch nicht alles geklappt hat, daß sie feiner Weise als bewuchert betrachte. Es habe sich bei ihm Abg. Metzger Hamburg protestirt nochmals gegen die Unter- verfagt haben, betont das Urtheil in gleicher Weise. Was will man damals um diskrete Regelung einiger Geldangelegenheiten ftellung, als ob die Sozialdemokraten sich bei ihren Anklagen denn noch mehr? Daß es auf allen Schiffen des Lloyd gehandelt und er habe die ihm von dem Angeklagten gemachten auf die Mittheilungen eines dunklen Annonymus geftübt hätten. aleich mangelhaft bestelit sei, habe ich garnicht behauptet. bzüge als eine angemessene Diskretionsprämie betrachtet. Der Wenn die Regierung bei den Kapitänen eine Enquete veranstalten Wir haben den Fall" Elbe" nicht mit Vorliebe breitgetreten, der Beuge bestreitet, daß er in einer Nothlage sich befunden oder würde, dürfte sich das Bedürfniß einer Reichs- Seebehörde sehr Fall hat ein enormes Aussehen gemacht und zu weitläufigen leichtsinnig gehandelt habe. Er hätte jederzeit fofort aus dem schnell als ein sehr dringendes erweisen. Die vorhandenen Reichs- Erörterungen geführt, ehe wir dazu kamen, ihn hier vorzubringen. Geschäft oder von seinem Vater die nöthigen Gelder erhalten behörden hätten also nur eine sehr beschränkte Kompetenz. Es Daß wir es thaten, ist doch selbstverständlich, es handelt sich in fönnen, die er gebrauchte. Aus der Beweiserhebung über sei sehr zu bedauern, daß eine Durchsicht des erster Linie um das Leben zahlreicher Arbeiter. Ich habe mich diesen Fall, namentlich aus der Vernehmung des JustizSeeunfall. Gesezes nicht in Aussicht stehe. auf das Zeugniß des Herrn Wislicenus, eines nationalliberalen, raths Kleinholz geht jedoch hervor, daß der Beuge Nach dem Tode des Herr v. Bötticher müsse ja alles schön und vorzüglich feineswegs aber sozialdemokratischen Mannes berufen und aus sehr leichtlebig gewesen sein muß. finden auf den Schiffen des Lloyd, denn auch un feiner Schrift nachgewiesen, daß die einfachsten Vorschriften und Vaters hat sich herausgestellt, daß S. eine Schuldenlaft von über erkannt würde er nicht in die Lage kommen, dasjenige Schutzmaßregeln vernachlässigt wurden, woraus sich die Moth- 100 000 m. hatte und Pariser etwa 42 000 m. Wechsel auf ihn zu fehen, was er nicht sehen solle. Wenn darauf verwiesen werde, wendigkeit ergiebt, ebenso, wie für die Industrie Inspektoren besaß. Die Mutter des Zeugen, der behufs Begleichung feiner daß die Seemannsordnung den Kapitän mit Strafen bedrohe, der existiren, auch für die Seeschifffahrt besondere Seeschiffs Angelegenheiten aus der Firma austrat, betraute den Justizrath die Sicherheitsvorkehrungen außer Acht lasse, so übersehe man Inspektoren zu ernennen. Kleinholz damit, in Akkordverhandlungen mit den Gläu Bei dieser Gelegenheit doch, daß es in der Praxis mit der Ausführung dieser Vorschrift Redner weist dem Abgeordneten Frese nach, daß er ihn mehr- bigern des Zeugen einzutreten. sich Pariser zunächst bereit erklärt, bereit erklärt, mit einer bedenklich hapert. Machen die Seeleute Anzeigen, so werden fach mißverstanden habe. Ich habe nichts behauptet, was ich, hatte zeitraubende Erhebungen angestellt, welche die Seeleute nicht soweit man es überhaupt von einem Abgeordneten verlangen Bahlung von 40 pet. zufrieden zu sein, ist dann aber hiervon abwarten können; die Untersuchungen verlaufen fann, hier nicht zu beweisen im stande wäre, und alles, was ich wieder zurückgekommen. Der Staatsanwalt versucht wiederholt ergebnißlos und die schuldigen Kapitäne bleiben angeführt habe, stützt sich entweder auf die Aussagen durchaus Aufklärung darüber zu erhalten, aus welchem Grunde der Zeuge ruhig Schiffsführer. Dagegen werden Diejenigen, welche vertrauenswerther sachverständiger Männer, oder sogar auf sich nicht anderwärts Geld verschafft habe und wie eigentlich die vorschriftswidrigen Zustände zur Anzeige gebracht haben, offizielle Angaben, die hier niemand bestreiten kann. Solange feine finanzielle Lage gewefen. Die Aussagen des Zeugen sind auf alle Weise gemaßregelt( hört! hört. Auch fämen in nicht das Aussichtswesen über die Seeschifffahrt ein ganz aber unklar; soviel ergiebt sich aber, daß der Zeuge die diefer Beziehung sehr viele wunderbare Freisprechungen vor. anderes wird, wie es heute ist, werden Sie noch recht oft 30 000 Mark Spielschulden, die unter seinen Verbindlichkeiten Das Mißverhältniß zwischen den Denunziationen und den Ver Verhandlungen dieser Art hier im Hause haben.( Bustimmung bei figurirten, erst längere Zeit nach jenen Geschäften mit urtheilungen sei also garnicht auffallend. Redner führt einen den Sozialdemokraten.) Herrmann und Pariser gemacht hat. Aus den weiteren Bebesonderen Fall einer derartigen Freisprechung an, die erfolgt Abg. Lieber( 3.): Ju bezug auf die Glbe" hat die Reichs- fundungen des Zeugen ist zu erwähnen, daß er zu den Personen fei, trotzdem der aufs ärgste mißhandelte Kohlenzieher am Tage behörde vollauf ihre Schuldigkeit gethan, sodaß, der Vorredner gehörte, die in der Broschüre des inzwischen wegen Erpressung nach der Mißhandlung starb. Die ärztliche Untersuchung ergab, feinen besseren Zeugen für sich aufrufen konnte, als den Reichs zu drei Jahren Gefängniß verurtheilten sogenannten Amismanns daß der Todesfall mit den Mißbandlungen nicht im Zusammen- tommiffarius selbst. Es hat sich aber herausgestellt, daß die An- Krause Der Wucher und seine Geldleute" genannt werden sollten. hang stand( Natürlich! bei den Sozialdemokraten), sondern die nahmen des Vorredners zum theil nicht bestätigt sind, namentlich Er hat sich, um dieser Unannehmlichkeit zu entgehen, durch einige Folge eines Hißschlages fei.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) daß für die Rettung nicht das nöthige geschehen sei. hundert Mark losgekauft. Der Staatsanwalt habe die Fußtritte( Abgeordneter Es wurden noch einige Fälle der Anklage verhandelt, welche wenigstens Bebel: Habe nicht behauptet!) und die Behandlung mit dem Gummischlauch Sie haben getadelt, daß nur drei Boote in's Wasser gelassen sind, feinerlei besonders bemerkenswerthe Momente zu tage förderten. für strafbar gehalten, das Gericht habe aber den Uebelthäter während festgestellt ist, daß durch die Neigung des Schiffes zur Der Staatsanwalt beantragte die Vertagung der ganzen Vertoftenlos freigesprochen! Wie könne man da noch von Seite die fünf Boote der einen Seite garnicht zu gebrauchen handlung, weil er es für geboten erachtete, auch diejenigen Fälle Uebertreibungen reden? waren. Herr Bebel hat meine Sachverständigkeit bemängelt, zu dem Gesammtbilde heranzuziehen, über welche wegen Aus. Abg. Frese verwahrt die Bremer Behörden dagegen, daß weil ich nur einmal nach Amerika hin und zurück gefahren bleibens von Zeugen nicht verhandelt werden konnte. Der Gesie sich von dem Lloyd oder von irgend Jemand beeinflussen sei. Ich bin auf vier Schiffen gefahren, nicht zum Vergnügen, richtshof war derselben Meinung und vertagte die Verhandlung. laffen. Wenn die Offiziere der„ Elbe" schuld an der Katastrophe iondern zu meiner Information namentlich auch über die Ich habe hätten, fönnten es doch nicht die Leute der„ Crathie" gewesen Schicksale der Passagiere des Zwischendecks. fennen gelernt. Ich habe mich sein. Daß die Kapitäne wider besseres Wissen etwas thun diese Verhältnisse genau Die Charlottenburger Parteispedition macht darauf würden, nur um sich im Amte zu erhalten, sei eine Unterstellung, selbst überzeugt, daß beim Nebel die Schottenthüren halb die nicht scharf genug zurückgewiesen werden tönne. geschlossen werden, damit sie im Falle eines Zusammenstoßes aufmerksam, daß zum Monat Februar neue Abonnementsaufträge Vorwärts" und das Volksblatt" von dem ParteiChinesen und Malaien eigneten sich eigneten sich thatsächlich schneller ganz geschlossen werden könnten. Aber Beugnisse, die für den besser als Rohlenzieher als Leute weißer Rasse. Der Herrn Bebel nicht passen, schemen für ihn nicht zu gelten, auch spediteur Echarnberg, Kantstr. 111, Hof 3 Tr., sowie von den Lloyd habe die Maßregel schon längere Zeit längere Zeit durch wenn sie von Kollegen aus dem Reichstag abgelegt werden. Botenfrauen entgegengenommen werden. Desgleichen sind sämmtgeführt, daß nur ärztlich geprüfte Leute ein- um für die Passagiere und Mannschaften besser zu jorgen, be- liche Zahlungen bei dem Parteispediteur oder den Botenfreuen gestellt werden. Der Vertrauensman11. Kohlenzieher und Heizer hätten in den dunste es der Darlegungen des Vorredners nicht; auch ohne diese zu leisten. gegen " ich " " Tokales. = Berliner Hausagrarierthum. Die Agitation des Bundes nahmen von anatomischen und friegschirurgischen Präparaten ge- Halbnackt lief am Mittwoch Abend ein Mann im Norden Der Landwirthe und unserer brotvertheuernden Agrarier fann fast macht, in denen Geschosse und Geschoßtheile in den Weichtheilen der Stadt in den Straßen umher, bis ein Schuhmann ihn an als Kinderspiel gegenüber der Interessenvertretung bezeichnet und Knochen steckten. Die Photogramme geben ein deutliches hielt und mit einer Droschke in ein Krankenhaus brachte. G3 werden, die im rothen Hause von den„ liberalen" Hausagrariern Bild der stattgehabten Knochenverlegungen und ließen den Sitz des war der 22jährige Gürtler Paul Eisermann aus der Veteranengeübt wird. Die minimale Bauplatz- Steuer, die Berlin ein- fteckengebliebenen Projektils mit Sicherheit erkennen. Die Ver- straße 12, der augenscheinlich geistesgestört ist. geführt hat, und die schwerlich mehr als 1-2 Millionen jährlich suche werden in größerem Maßstabe fortgefeht, und wir hoffen, abwirft, Der 28 Jahre alte Steinbildhaner Franz Kindt, der ist den Vertretern der Grundstücksbesizer außer- bald darüber näheres berichten zu können. in der Bülowstraße Nr. 56 bei seiner Mutter wohnt, ist plöglich ordentlich verhaßt. Offen den Antrag auf Abschaffung der Bauplatz- Steuer zu stellen, dazu fehlt den Herren Im Zirkus Busch ist ein neues Ausstattungsstück: Die geistestrant geworden. Der Mann schwört ununterbrochen den der Muth. Der Bericht über die letzte Stadtverordneten- Jagd nach dem Glück" in Vorbereitung, das demnächst in Ab- Kaiser Treue. fizung zeigt, daß ihnen selbst der Muth fehlt, einen Gegner der wechselung mit der Pantomime" 3fcheus, das Waldmädchen" geHausagrarier in der Deffentlichkeit zu hören. Sie haben be- geben wird. Die Novität schildert das Leben eines modernen schlossen, einen Ausschuß einzusetzen, der hinter geschlossenen Glücksritters und schließt mit dem vor den Augen des Publikums Thüren über die Bauplassteuer, b. i. also darüber berathen soll, stattfindenden Brande und völligen Untergang eines vom Blizz wie die Laften der Grundstücksspekulanten herabzusetzen sind. Und getroffenen Schiffes. das nennt sich„ liberal!" Prespiratenthumt. Die Schäbigkeit, mit der die Deutsche Warte" ihre hiesigen Berichterstatter entlohnt, ist schon mehr fach von uns gegeißelt worden. Bisher war aber anzunehmen, daß dies mittelparteiliche Blatt das geistige Eigenthum anderer wenigstens der Form nach achtete, mochte das Honorar, welches den Proletariern der Presse geboten wurde, auch um das Doppelte geringer sein, als das von der Mehrzahl der übrigen Berliner Blätter gezahlte. " " war " " Auf solche Weise wirthschaftet ein Blatt, das sich ganz besonders berufen fühlt, das heilige Eigenthum vor den Angriffen der bösen Sozialdemokratie zu schützen! " " Das Postmuseum ist vom 30. Januar ab wieder geöffnet. Die Eingänge find verändert worden. Witterungsübersicht vom 30. Januar 1896. Vierter Klasse. Die„ Voff. 3tg." schreibt:„ Die Ausrüstung der Personenwagen vierter Klasse mit Sigbänken ist nunmehr auf den preußischen Staatsbahnen vollständig durchgeführt. Da Stationen. es im Interesse des reifenden Publikums erwünscht erscheint, daß die gleiche Einrichtung auch bei den preußischen Privatbahnen getroffen werde, hat der Minister der öffentlichen Arbeiten die Eisenbahn Kommissare veranlaßt, den Vorständen der ihnen unterstellten Privatbahnen ein gleiches Vorgehen zu empfehlen. Swinemünde Sie sollen ihm bis zum 1. Mai berichten, wie sich die Vorstände zu dieser Anregung gestellt haben." 6 " Hamburg Berlin Wiesbaden. Barometer stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke N121| 22N( Stala 1-12) Q WNW 774 • 780 779 28 785 W . 784 782 737 786 NND 779 3 . 785 NO etter bedeckt Nebel bedeckt bedeckt bedeckt Temperatur nach Celsius waaloptera( 50.409.)] wolfig bedeckt bedeckt wolkig 5. bedeckt 3 Wetter- Prognose für Freitag, 31. Jannar 1896. Vorherrschend woltiges Wetter mit geringen Niederschlägen, ziemlich frischen westlichen Winden und wenig veränderter Berliner Wetterbureau. Temperatur. Gerichts- Beitung. Beim Durchmustern sind wir gestern darauf gekommen, Die Untersuchung gegen die Wittive Auguste Scheidner München daß die„ Deutsche Warte" auch vom geistigen Diebstahl der allergröblichsten Form lebt. In Nummer 29b dieser Beitung aus Higdorf wegen Gattenmordes, Urkundenfälschung, Betrugs Wien. vom Donnerstag Morgen findet sich eine Korrespondenz aus in zahllosen Fällen 2c. wird von dem Rixdorfer Amtsgericht Haparanda. London mit der Ueberschrift„ Das Jubiläum eines Weltblattes". geführt, in dessen Gefängniß die Beschuldigte sich auch Petersburg Fast täglich melden sich neue Geschädigte, so Cort In gesperrter Schrift fügte die Deutsche Warte" der Ueberschrift befindet. bereits die Anmerkung hinzu einen stattlichen Umfang erreicht Aberdeen.. Von unserm eigenen Korre daß die Akten datirt spondenten"; London, haben. der Artifel Sehr gravirend für die Beschuldigte sind die nach Paris. 28 Januar." Gleich die Einleitung tam uns recht bekannt vor stehenden Feststellungen: Wie wir bereits mittheilten, hatte die und als wir einige zwanzig Beilen gelesen hatten, wurde uns Scheidner ihren ältesten Sohn bei einer Lebensversicherungs- Gesonnentlar, daß die Originalforrespondenz der Deutschen sellschaft mit 20 000 m. versichert. Vor einiger Zeit erhielt nun Warte" nichts war, als der wörtliche Abdruck eines der Gastwirth B. einen anonymen Brief mit 3 M Jubalt, in Artikels, den die Züricher Post" vor etwa sechs welchem er aufgefordert wurde, den bei ihm verkehrenden jungen Tagen aus der Feder eines bekannten, in London Scheidner betrunken zu machen, da es sich um eine Wette lebenden Sozialdemokraten gebracht hatte. handle. Unterzeichnet war der Brief mit Vier gute Freunde". Da B. in der That glaubte, es handle sich um einen Scherz, machte er am nächsten Tage mit Scheidner ein fleines Bechgelage, doch wurde Sch. keineswegs betrunken. Eine an Soldaten ergangene angebliche Aufforderung Bald darauf erhielt auch der Gastwirth W. einen ähnlichen zum Ungehorsam gegen militärische Befehle beschäftigte gestern Vergebliches Mühen. Die Deutsche Tageszeitung" schreibt: Brief mit 10 M. Einlage. Auch dieses Schreiben war mit der zum zweiten Wiale die IX. Straftammer Landgerichts I zu Berlin. " In der Strassa che wider Unbekannt" forscht die Be- unterschrift Vier gute Freunde" versehen und ersuchte den Angeklagt war der Arbeiter Karl Binne. Die Straffache hat hörde unausgesetzt nach dem Thäter. In der Druckerei von Wirth, den jungen Scheidner betrunken zu machen. Die größeres Aufsehen erregt und auch das Reichsgericht bereits beS. Mittler u. Sohn, wo der Amnestieerlaß des Kaisers Wettenden würden dann weitere Der Thatbestand ist folgender: Der Flugtauben50 M. in dem Lokal schäftigt. für das Militär gedruckt wurde, haben eingebende Unterverfueipen. Dem Gastwirth kam die Sache aber verdächtig vor ein Tanzvergnügen, verein" Wedding" veranstaltete am 22. September 1894 suchungen stattgefunden. Sämmtliche Angestellte mußten einen und er zeigte den Brief dem Scheidner, der oft bei ihm veran welchem die Theilnahme gegen vollständigen Lebenslauf auffeßen und der Firma einreichen. tehrte. Grbleichend erklärte dieser, daß es die Handschrift seiner Lösung einer Eintrittskarte auch Nichtmitgliedern gestattet Jusbesondere wurden die etwa vorbestraften Schriftsetzer und Wutter sei, und daß letztere ihm schon längere Zeit nach dem Leben war. Gegen Mitternacht ließ der Angeklagte diejenigen PerStereotypeure von der Polizei beobachtet, Verhöre fanden trachte. Der Wirth verwahrte den Brief und hat ihn nunmehr dem statt, kurzum, die Kriminalpolizei hat sich bisher die größte Mühe Untersuchungsrichter zur Verfügung gestellt. Es ist anzunehmen, gegeben, den Thäter, der dem Vorwärts" jenen Erlaß zugestellt daß die Person den jungen Mann während seiner Trunkenheit hat, zu ermitteln. Allgemein nimmt man an, daß der Schuldige hat vergiften wollen. Wie verlautet, wird die Scheidner in der nicht unter dem Druckereipersonal zu suchen sei, sondern daß Untersuchungshaft streng bewacht, da sie bereits wiederholte sich irgend ein Beamter einer Indiskretion schuldig gemacht Selbstmordversuche gemacht haben soll. habe. In der Redaktion des Vorwärts" soll niemand wissen, wer der Absender des betreffenden Schriftfayes gewesen ist." Die bei den Einbrüchen in einer Waffenfabrik in der Was an der Meldung der Deutschen Tageszeitung" richtig Brenzlauerstraße betheiligt gewefenen Knaben sind von der ist, wissen wir nicht; zweifelhaft ist jedenfalls, ob die Seher der Polizei wieder jämmtlich aus der Haft entlaffen worden, nach genannten Offizin sich eine Behandlung, wie sie vielleicht Zucht- dem sie ein volles Geständniß ihrer Schuld abgelegt. Die Kinder häuslern gegenüber angewendet wird, gefallen laffen. Komisch haben das in den letzten Jahren so beliebt gewordene Indianer flingt die Mittheilung des Blattes von der schärferen Beobachtung spiel betreiben wollen, wozu ihnen der nahe Friedrichshain mit der vorbestraften Angestellten. Von politischen Bergehen" feinen dichten Büschen und als Marterpfähle dienenden Bäumen die einen Menschen nur ehren können, abgesehen, ist doch die beste Gelegenheit bot. In diesem Park sind auch die notorisch, daß Vorstrafen den Menschen wahrlich nicht geneigt fehlenden Waffen aufgefunden worden. Die Schlagringe und machen, sich einer Partei zuzuwenden, die wie die sozial Taschenmesser haben die jugendlichen Abenteurer zum theil verdemokratische am allerwenigsten zweifelhafte Elemente in und schenkt, zum theil verloren, und es sind auch thatiächlich der um sich duldet. artige Gegenstände in der Prenzlauerstraße gefunden und dem Waffenhändler R. ausgehändigt worden. Die Polizei hat die Strafakten der Staatsanwaltschaft übergeben, wiewohl noch teiner der Knaben in straffälligem Alter steht. " " Menschenwürde. Die unter dieser Stichmarke von uns gebrachte Weldung über den empörenden Vorfall, der sich in einer Lederwaarenhandlung in der Potsdamerstraße abspielte, hat jetzt dem Inhaber des Geschäfts, Herrn J. Worthmann, Eine Banbude gerieth am Mittwoch Abend 7 Uhr an der Kur. Potsdamerstr. 14 Veranlassung gegeben, mit seiner Person fürstenbrücke in der Nähe des königlichen Marstalls in Brand. hervorzutreten und unsere Mittheilung, in einer berichtigenden" Die Feuerwehr rückte in einer Stärke von nicht weniger als vier Buschrift, die mit den zu erwartenden Abschwächungen versehen Kompagnien aus und die Polizei sperrte die Lange Brücke und ift, zu bestätigen. die Breitestraße ab. Nach solcher Anstrengung war das Feuer in wenigen Augenblicken gelöscht. Herr Worthmann schreibt also: " sonen, welche zum Herbst 1894 zum Eintritt in das Heer Hefruten vorgetreten waren, an diese eine Ansprache, welche bestimmt wären" vortreten und hielt, als etwa zwölf zukünftige etwa so lautete:" Ihr kommt nun aus der Freiheit in die nechtschaft und ich fordere Euch auf, daß Ihr auch bei Dem Militär Eure Schuldigkeit thut und die fozial den demokratischen Lehren auch unter Soldaten verbreitet. Die Sache tam zur Kenntniß der Kriminalpolizei, Kriminalkommiffarius Schöne vernahm die Zeugen und gegen Binne wurde die Anklage auf grund der§§ 111 und 110 des Strafgesetzbuchs erhoben, weil er zum Ungehorsam des Soldaten gegen einen Befehl in Dienstfachen(§§ 92 und 93 MilitärStrafgesetzbuch), jedoch ohne Erfolg, aufgefordert habe." Die 9. Strastammer hatte seiner Beit den Angeklagten freigesprochen. Der Gerichtshof hatte festgestellt, daß zufolge Ermächtigung des preußischen Kriegsministeriums sämmtliche von diesem Ministerium ressortirenden Generalfommandos, mit Aus nahme desjenigen des 16. Armeekorps, an alle ihnen unterstellten Unteroffiziere und Mannschaften im Januar und Februar 1894 einen Befehl erlassen haben, in welchem dieſen u. a. jede Dritten erkennbar gemachte Bethätigung revolutionärer oder sozialdemokratischer Gesinnung, insbesondere durch entSprechende Ausrufe, Gefänge oder ähnliche Kundgebungen" dienſtlich verboten worden ist. Die Straffammer war jedoch des Erachtens, daß dieser Befehl nicht einen„ Befehl in Dienst fachen" im Sinne des§ 92 des Mil- Str.- G.- B. darstelle und sei. Der Gerichtshof hielt auch die Behauptung des Andaß seine Nichtbefolgung deshalb nicht triminell strajbar getlagten nicht für widerlegt, daß er von den erwähnten Befehlen keine Kenntniß gehabt. Das Reichsgericht hat das erste Urtheil aufgehoben, weil es jene Befehle als Befehle in Dienstfachen" erachtete, auf den dolus eventualis hinwies und mehrere andere Gesichtspunkte hervorhob. Der An= geklagte behauptete auch diesmal, daß er in angeheitertem Zu ftande sich die Bedeutung seiner Worte garnicht klar gemacht habe und ihm das Bestehen jener Korpsbefehle unbekannt sei. Die vernommenen Rekruten wußten nicht mehr genau, was der Angeklagte gesagt habe, ein älterer Zuhörer. der seinerseits die Refruten ermahnt hatte, während ihrer Militärzeit sich jeder sozial: demokratischen Agitation zu enthalten, hat den Angeklagten wenn sie wieder ins dahin verstanden, daß die Leute, 3ivil zurückträten, die rothe Fahne wieder hoch halten sollten. Staatsanwalt Hagen führte aus, daß der Angeklagte zunächst durch seine Ansprache Mißvergnügen in bezug auf den Dienst unter den Kameraden, also Unzufriedenheit mit den dienstlichen Berhältnissen verbreiten wollte und dazu aufgefordert habe, dem im 102 Mil.-St.-G.-B. gegebenen Verbote zuwider zu handeln. Sicher fei ein Verstoß gegen die§§ 112, 111 oder 110 vorliegend. Der Angeklagte, der selbst Soldat gewesen und sich gut geführt habe, habe sollte bei seiner Kenntniß von den sozialdemokratischen Zielen und bei der Lektüre von Zeitungen mit der Möglichkeit rechnen müssen, daß derartige Befehle gegen sozialdemokratische Agitation im Heere bestehen. Schon die vielen übertriebenen Wittheilungen, die sozialdemokratischerseits über Soldatenmißhandlungen ergehen,( Wo denn, Red. d.„ Vorw."), zeigen wie von jener Seite darauf abgezielt wird, die Botmäßigkeit in der Armee zu untergraben. Wie alles hervorgesucht wird, um die Zufriedenheit der Soldaten zu stören und Mißtrauen gegen die Institutionen des Staates zu fäen, sei bekannt und es sei doch bezeichnend, daß in keinem der sozialdemokratischen Programme mit einem Worte des Monarchen ErEin Unfall am Fahrstuhl ereignete sich gestern, Donners- wähnung geschieht!! Schon daraus gehe hervor, daß tag, nachmittags um 122 Uhr, in dem Waarengeschäft von sich die sozialdemokratischen Tendenzen nicht vereinigen lassen Wertheim in der Oranienstraße. Der Verletzte soll mit einer mit der Treue, die der Soldat bei den Kriegsartikeln und Das neue mit Fahrrädern versehene Dienstmanns Quetschung der Hand davongekommen fein. Genaues ließ sich dem Fahneneide angelobt. Fordern doch die Sozialdemokraten Institut verlangt von seinen Angestellten, daß sie 1,50 M. täglich weder über die Art des Unfalles noch über seine Schwere feft- auch, daß die Entscheidung über Krieg und Frieden nicht dem an die Direktion abliefern. Nun ist die Beschäftigung der Leute stellen, da der Inhaber des Ramschbazars die Auskunft ver- Monarchen, sondern dem Volke zustehen folle. Das Vorgehen so gering, daß fie, wie sie in einer an die Direktion gerichteten weigerte. des Angeklagten fei ein ganz unerhörtes und er be Zuschrift mittheilen, durchschnittlich den Tag nur 2 M. einnehmen. Sie bitten daher die Direktion, vorab mit täglich ein Mädchen an der Ecke der Königgräger- und der MöckernJung im Elend. Völlig hilflos wurde Mittwoch Abend antrage deshalb gegen ihn 10 Monate Gefängniß. Rechtsanwalt Schöp 3 plädirte in längerer Rede 75 Pf. und Sonntags mit 50 Bf. vorlieb zu nehmen; andernfalls straße aufgefunden. Ein Schuhmann brachte die Bewußtlose in für die Freisprechung des Angeklagten. Er bestritt, daß feien sie gezwungen, die Beschäftigung aufzugeben. Die Antwort ber Angeklagte gefagt der Direktion steht noch aus. Bu rügen ist, daß das Institut ein Krankenhaus, wo sie aus mitgeführten Bapieren als das überhaupt genau fenstehe, was der Direktion steht noch aus. Bu rügen ist, daß das Institut 17jährige Dienstmädchen Hedwig Stüwe aus Filehne festgestellt fei. Der Angeklagte habe die in Frage stehenden Korpsbefehle habe und daß legterer bei flarem Verstande gewesen weder für die Krankenversicherung noch für die Alters- und wurde. Ob das Mädchen hier in Berlin eine Stellung hat und sei. Der Angeklagte habe die in Frage stehenden Korpsbefehle Invaliditätsversicherung der Angestellten sorgt. nicht gekannt und der dolus eventualis tönne auch nicht auf ihn Plaz greifen. Der Vertheidiger führte zahlEine Stufenbahn wird auf der Berliner Gewerbe- Aus- Das Verschwinden der Mäntelnäherin Martha Schmogel, reiche rechtliche Momente auf, die gegen die Anwendung stellung in Betrieb gefegt. Die Einrichtung ist zur Zeit noch in über das wir vor einiger Zeit berichteten, hat seine Aufklärung der§§ 112, 111 und 110 sprechen und berief sich auch auf eine Chicago, doch soll der Bahnbetrieb am 1. Mai eröffnet werden. gefunden. Das Mädchen hatte am 18. b. M. feine Wohnung Reihe von Aeußerungen sozialdemokratischer Führer, um zu be Die Röntgen'sche Entdeckung im Kriegsministerium. in der Prinzenstraße Nr. 53 bei seiner Tante Frau Schnelle verweisen, daß die Sozialdemokratie keineswegs ihre Anhänger dazu Der Reichs- Anzeiger" schreibt: Das Kriegsministerium hat Ver- lassen, war aber weder auf der Arbeitsstelle in der Kastanien- anhalte, Unzufriedenheit in die Reihen der Armee zu tragen. Er anlaffung genommen, in Verbindung mit der Physikalisch- Techni- Allee eingetroffen, noch nach Hause zurückgekehrt. Die Ver- beantragte Freisprechung eventuell Geldstrafe. schen Reichsanstalt Verfuche darüber anzustellen, ob die Röntgen'sche schwundene ist als geiftestrank von der Polizei auf der Straße Erfindung für friegschirurgische Zwecke dienstbar zu machen und angehalten und einer Heilanstalt überwiesen worden. Die Er zum Nußen franter und verwundeter Soldaten zu verwerthen frankung ist, wie es scheint, auf unglückliche Liebe zurückzufüßen. fein wird. Infolge dessen ist eine Reihe photographischer Auf- Konnten denn die Angehörigen nicht benachrichtigt werden? Am 20. Januar faufte in meinem Geschäft ein Herr, welcher Schwer verunglückt ist am Donnerstag, morgens gegen sich für einen Fürsten ausgab und in dessen Hutfutter ich eine 8 Uhr die 23jährige Franziska Woizat, die bei ihren Stiefeltern, Fürstenkrone wahrnahm, eine Anzahl Reitgerten und wandte sich den Eheleuten Türk in der Schulzendorferstr. 17a wohnt. Das an zwei gerade anwesende Austräger mit der scherzhaften Auf- Mädchen war in der Dachpappenfabrit von Wigankow in der forderung, ihm für ein gutes Trinkgeld zu sagen, welche der von Chauffeeftr. 70 beschäftigt und stand gestern Morgen im ersten ihm ausgewählten Gerten am besten ziehe. Die freundliche Stock mit einem Hafen in der Hand, um einen aufgewundenen Miene des Käufers überzeugte die Burschen, daß es sich um Sad mit Lumpen nach dem Boden zu ziehen. Als sie den Sack einen Scherz handelte, sie sagten zu und empfingen mit sehr ver- anhaken wollte, that sie einen Fehltritt und stürzte aus einer gnügten Gesichtern wahrhaft fürstliche Trinkgelder. Wie ich Höhe von 5 Metern in die Tiefe hinab. Innerlich schwer verletzt bie Fortsetzung des Scherzes verbot und die Burschen fortschickte mußte die Verunglückte in ein Krankenhaus gebracht werden. ( zu ihrem Bedauern, wie sie nachher erklärten), veranlaßte der Käufer den ihn fahrenden Droschkenkutscher zu der gewünschten Ein Fall entsetzlicher Rohheit wird, wie die N. A.- 3." Auskunft. Dieser war eben so schnell bereit, und der Käufer meldet, erst nachträglich bekannt. Im Nagel'schen Restaurant in zahlte wieder verschwenderisch, sodaß der Kutscher, wie ich jetzt der Schwedterstraße fand Sonntag ein Maskenball statt. Gegen energisch dem Spaß ein Ende machte, nur schwer zum Gehen Uhr drängte sich in die Versammlung ein Mann ein, der alszu bewegen war, und bat, es doch noch einmal zu gestatten. bald mit einigen der Anwesenden Streit aufing. Der Vorsitzende Hieraus ist ersichtlich, daß der Käufer niemandem webe gethan, des Vereins forderte daher den Eindringling auf, den Saal zu sondern sich nur einen Scherz erlaubt hat, der mir allerdings in verlassen. Da zog der Patron ein Meffer hervor und schligte dem meinem Laden nicht gefiel, sodaß ich ihn verbot."- Zugleich Berei svorsitzenden den Bauch auf.( Der entfeßliche Vorgang übersendet uns Herr Worthmann folgende Erklärungen: 1. Die hatte sich so schnell abgespielt, daß es feinem der vor Schrecken unterzeichneten, im Laden der J. Worthmann'schen Koffer:" und starren Zeugen der That möglich war, den Messerhelden zurückLederwaarenfabrik beschäftigten Angestellten, welche diesen Vorzuhalten. Dieser stürzte sich nun auf den ihm Zunächstehenden felbst wenn er die betr. Korpsbefehle nicht gefannt haben fall mit ansahen, erklärten, daß obige Beschreibung desselben und brachte ihm einen vier Zoll tiefen Stich im linten Unter wahrheitsgetreu ist.( gez.) M. Reuter. J. Simon. D. Jsrael." schenkel bei. Einen dritten machte er durch einen Fußtritt in 2. Wir Endesunterzeichnete erklären, daß vorstehend erwähnter den Unterleib kampfunfähig, und schließlich verwundete er noch Käufer uns mit seinen Reitgerten nicht im mindesten wehe gethan, einen vierten durch einen Stich in die Brust. Jetzt erst löite gefchweige denn solche auf uns zerschlagen hat. Wir protestiren sich der die Anwesenden lähmende Schreck, und es gelang, den dagegen, daß wir uns einer demüthigerden Handlung unterworfen Rafenden zu bändigen und zwei herbeigerufenen Schußleuten zu haben, denn die Art, wie uns der Käufer behandelte, überzeugte übergeben. Die Verletzten wurden nach der Unfallstation in der uns, daß er sich nur einen Scherz machte.( gez.) Georg Selchow. Schönhauser Allee gebracht. Der Vereinsvorsitzende liegt im Alfied Noack." Krankenhause am Friedrichshain hoffnungslos darnieder. Mit uns wird mancher Mann die Meinung hegen, daß Herr Worthmann beffer gethan hätte, sich über die beschämende Affäre auszuschweigen. Es ehrt ihn aber, daß er nachträglich erklärt, mit den Rohheiten des russischen Prügelhelden nicht einverstanden gewesen zu sein. Nach Veruutreuung von 20 000 m. ist, wie gemeldet wird, der Buchhalter einer größeren Schirmfabrik verschwunden. wo es wohnt, tonnte noch nicht festgestellt werden. Der Gerichtshof erblickte in dem Verhalten des Angeklagten einen Verstoß gegen die§§ 111 und 112 des Strafgesetzbuches ( Aufreizung zum Ungehorsam) und verurtheilte ihn dieserhalb zu einer Gefängnißstraße von sechs Monaten. Gewerkschaftliches. nur zwei Tage In dem Beleidigungsprozeß der Frau Lina Morgen- 1 in Höhe von 30 000 Mart gegen die Stadtverwaltung und den der Hessischen Ludwigsbahn wurde fteru gegen Schuldirektor Goerth hatten beide Parteien Be- damaligen Intendanten Prasch anstrengte, wurde von der Zivil- dem entscheidenden Schlage von dem voraufgegangenen Treiben rufung eingelegt. Am 23. Januar ist nun in Leipzig die kammer des Landgerichts tostenpflichtig abgewiesen. der Hamburger Geheimpolizisten in Renntniß gesetzt. WahrGoerth'sche Berufung vom Landgericht nach längerer Berhandscheinlich hätte die Verwaltungsbehörde, wenn sie in ihrer Gesammtheit früher unterrichtet worden wäre, die Untersuchung Yung verworfen, dagegen auf die Berufung der Frau Morgenstern das erste Schöffengerichts- Urtheil aufgehoben und Schulselber in die Hand genommen und das Vergehen auf dem direktor Goerth in Justerburg zu 150 M. Geldstrafe verurtheilt An sämmtliche Klempner Berlins! Da in fast allen Disziplinarwege gefühnt. Dadurch wäre manche Familie vor worden. Auch ist angeordnet worden, daß die beleidigenden Zweigen der Metallbranche eine bessere Geschäftskonjunktur zu großem Rummer bewahrt geblieben. Denn aus verschiedenen Stellen des Goerth'schen Werkes vernichtet werden und daß das verzeichnen ist, sind auch die Klempner Berlins entschlossen, bei Umständen geht hervor, daß bei dem jezigen Verlauf der AnUrtheil in der Leipziger Lehrerzeitung", im Leipziger Amts- gelegener Zeit in eine Lohnbewegung einzutreten. In der letzten gelegenheit auch Unschuldige mitgelitten haben. Wie man hört, blatt" und im Leipziger Tageblatt" auf Goerth's Rosten zu Vertrauensmänner- Versammlung wurde beschloffen, einen neuen sind bei den meisten Vergehen übrigens keine unmittelGeldvortheile für die Beamten herausgekommen, veröffentlichen sei. Lohntarif auszuarbeiten; dies ist aber nur möglich, wenn baren den Zechdie kostenfreie Theilnahme an In der Beleidigungsklage, die der Pastor Nauh gegen die Kollegen in sämmtlichen Werkstellen ihre Wünsche zur Sprache fondern den Redakteur der Konservativen Korrespondenz", Claar, gebracht haben. Es werden daher alle Kollegen aufgefordert, in gelagen. Hierfür aber liegt eine gewisse Entschuldigung, angestrengt hatte, stand heute Termin vor dem Schöffengericht allen Wertstellen, soweit es noch nicht geschehen, Vertrauensmänner abgesehen von sehr spärlichen Besoldungsverhältnissen, darin, des Amtsgerichts I an. Von den Parteien war nur der Kläger zu wählen und deren Adressen ungesäumt an den Unterzeichneten daß die Leute die Maske ihrer falschen Freunde" nicht durcherschienen. Claar hatte in einigen Artikeln der Konf. Korr." einzusenden. Kollegen! Ich glaube, es bedarf nur der wenigen schauten. Wenn man ferner bedenkt, daß Zechen in verhältnißdem Kläger wie andern Pastoren u. a. den Vorwurf gemacht, Worte und Ihr werdet Eure Pflicht thun! Nur durch Zusammen- mäßig hohem Betrage gemacht wurden, so verdient die Behaup daß diese um die Gunst der Arbeiter buhlen, um sich politische schluß aller ist es möglich, dem Rapitalismus Bugeständnisse tung Glauben, daß die Beamten größtentheils betrunken waren, Die Macht zu sichern. Sie könnten zur fonservativen Partei nicht gerechnet abzuringen; vereinzelt sind wir machtlos. Der Vertrauensmann als sie sich zu den Unregelmäßigkeiten verleiten ließen. werden. Ueber Wirkung und Richtung ihrer Thätigkeit müßten der Berliner Klempner: Franz Bimmermann, So. Geheimpolizisten sollen, was wir vorerst für ganz unglaublich die Herren sich aber klar sein, dies beweisen ihnen die Aeußerungen Pücklerstr. 55, Hof parterre. erachten müssen, ihren Auftrag so weitherzig aufgefaßt haben, sozialdemokratischer Blätter, und Bebel hätte alle Ursache, sich Die füddeutschen Drahtstiftfabrikanten wollen eine Er- daß sie einigen Schaffnern sogar den Antrag stellten, man möchte die Thätigkeit dieser Herren gefallen zu lassen. höhung der Preise ihrer Fabrikate vereinbaren, weshalb sie sich ihnen doch zur Beschaffung von Mädchen für ihr öffentliches Demnächst in Mannheim versammeln werden. Inwieweit die Haus behilflich sein. Ein solches Verhalten tönnte nicht scharf beabsichtigte Preiserhöhung auch den Arbeitern zu gute fommen genug gekennzeichnet werden. soll, darüber herrscht tiefes Schweigen. Auf den Vorschlag des Vorsitzenden, einen Bergleich einzugehen, erwidert der Vertheidiger des Privattlägers: Ginem Pastor unterzulegen, er habe sozialdemokratische Gesinnung, er wolle fich einen Anhang à la Bebel und Singer fichern, ist eines der schwersten Vorwürfe, die ihm gemacht werden können Das kann sich ein Pfarrer nicht gefallen lassen." Auf einen Vergleich einzugehen wäre der Kläger nur bereit, wenn diese Unterstellungen öffentlich zurückgenommen würden. Da die Vertreter der Parteien erklärten, daß es nicht ausgeschlossen sei, daß ein Vergleich zu stande komme, wird ein neuer Termin anberaumt, für welche das persönliche Erscheinen beider Parteien angeordnet wurde. eingetreten. Die Weißigerber Erlangens find in eine Lohnbewegung Der Feilenhauerstreik in Bielefeld ist, abgesehen von der Bimmermann'schen Fabrik, für beendet erklärt. Vermischkes. " " Beamten er= Ein Jurist schreibt der Frankf. 3tg.": Der Borgang, daß Hamburger Geheimpolizisten als Agents provocateurs Bahnbeamte zu strafbaren Handlungen veranlaßt hätten, würde nicht nur moralisch, sondern auch strafrechtlich zu verurtheilen sein. In betracht kommt wohl§ 332 R.-St.-G.-B. für die Bahnbeamten und damit ohne weiteres§ 333 für die Polizisten. Erstere sind strafbar, wenn sie sich durch„ Geschenke oder andere Vortheile" zu einer Verlegung einer Amts- oder Dienstpflicht" Hauptmann's ,, Weber" sind jetzt auch für Leipzig end verleiten lassen, lettere, wenn sie einem Beamten giltig verboten, nachdem die königliche Kreishauptmannschaft den Geschenke oder andere Vortheile...... gewährt" haben. Rekurs des Theaterdirektors Meßthaler gegen das von dem zu welchem Zwecke jene Bestechung von Wegen Eidesverweigerung wurde von der Strafkammer Polizei- Amte Leipzig verfügte Verbot der Aufführung von Ger- folgt, ist ganz gleichgiltig;§ 333 hat nur zur Vorausin Gleiwiz der Grubenarbeiter Joseph Gaida aus hart Hauptmann's Drama„ Die Weber" abschlägig beschieden. fezung, daß die Absicht bestand, den Beamten zur Pflicht3abrze zu 150 M. Geldstrafe, 3 Tagen sofort vollstreckbarer Zu der Massenuntersuchung gegen Bahnbeamte geht widrigkeiten zu verleiten, und daß dies hier zutrifft, geht aus Haft und in die Kosten des vertagten Termins verurtheilt. der" Frantf. 3tg." von eingeweihter Seite, wie das Blatt her- den Schilderungen über die Thätigkeit der Polizei, wenn sie sich Gaida sollte in einer Straffache gegen den Schlepper Kadut von vorhebt, eine Darstellung zu, der wir folgendes entnehmen: Die bewahrheiten soüte, insbesondere aus den freien Zechgelagen hervor. der Königin Luise- Grube als Zeuge vernommen werden. Als Veranlassung zu der Massenuntersuchung bot der bekannte Ham- Es tönnte unmöglich nur als eine Kontrolle der Bahnbeamten er den Gid leiſten ſollte, weigerte er sich und führte an, er habe burger Schaffner- und Bichhändler- Prozeß, bei dem seinerzeit angesehen werden, denn eine solche ist durch§ 357, Absatz 2, in der Voruntersuchung den Eid abgegeben und der Mensch ausgesagt wurde, daß im Frankfurter Eisenbahn- Direktionsbezirt scharf begrenzt, und dieser Paragraph stellt gerade seft, daß die dürfe nur einmal schwören. Die Verhandlung mußte vertagt folche Unregelmäßigkeiten auch vorfämen. Die Frankfurter Kontrolle nicht zur Anstiftung strafbarer Handlungen im Amt" Eisenbahn- Direktion veranlaßte darauf die dortige Polizei, ausarten darf. Die Funktionen der Polizisten waren aber eine Der Opernfänger Alvary, welcher vor anderthalb Jahren eine Untersuchung einzuleiten, die jedoch resultatlos ver Kontrolle in jenem Sinne, denn sie sollten als Beamten ermitteln, am Hostheater in Mannheim bei seinem Auftreten in Wagner's lief. Darauf wurde die Hamburger Polizei mit der ob und inwieweit die Bahnbeamten Pflichtwidrigkeiten begangen Siegfried" verunglückte und daraufhin eine Entschädigungsklage Untersuchung betraut. Der Vorsitzende der Spezialdirektion haben oder begehen. werden. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, 31. Januar." Opernhaus. VI. Symphonieabend der Königl. Kapelle." Schauspielhaus. Faust. Dentsches Theater. Der Kaufmann von Venedig. Lesing- Theater. Comtesse Guckerl. Berliner Theater. König Heinrich. Neues Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Vorher: In doppelter Befehrung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Theater Unter den Linden. König Chilperich. Schiller Theater. Victoria. Onkel Bräfig. Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Central- heater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Alexanderplat- Theater. Die kleinen Lämmer. Pitts. National- Theater. Preciosa. Zum Schluß: 3schens, das Waldmädchen. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshafen- Theater. SpezialitätenVory.ellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Victoria. Onkel Bräfig. Sonnabend, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Zum 147. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gefang und Tanz in 5 Bildern von Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. = Vaudeville Posse in 8 Aften von Sylvane und Ordonneau, bearbeitet von Ed. Jacobson u. J. Kren. Musik von Edmond Audran. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Große Doppel- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Preciosa. Schauspiel mit Gesang in 4 Atten von Aler. Wolf. Regie: Fritz Schäfer. Zum Schluß: 3schens, das Waldmädchen. Burleske von Hugo Busse. Regie: May Samst. Sonnabend: Zum 1. Male: Konradin, der lehte Hohenstaufe. Tragödie in 5 Aften von Moritz Ritter von Gutmann. Sonntag- Nachmittags 4 Ubr: Kinder- Vorstellung: Hänsel u. Gretel. Passage- Panopticum. Neuer Circus. Täglich um 5½ und 8 Uhr: Affentheater und Circus. 30 Affen, 30 Hunde, = Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Kolonnaden. Letzte Woche des zugkräftigen und lustigen Programms Blanck's Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Freitag: den 31. Januar: Gala- Abschieds- Benefiz für die Wunder der Salon- Athletiky Hirschfeld und Tochter Clarain. Grosse Fest Vorstellung. Lehtes Auftreten des gesammten Künstler- Personals. Sonntags 6 Uhr. Anfang Wochentags 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Morgen: Für Berlin durchweg neue Spezialitäten. Zum 1. Male: Kolter- Familie, 5 Personen auf dem Thurmfeil. Stadt- Klatsch Apollo- Theater Hawkins. Ballet- Ratte Nickel's Ausstellungsfreuden Die verrückten Jankies Die tolle Pantomime Hals über Kopf!!! Am Pro1. Februar neues gramm Der Riesenbrustfasten Mensch tommt!!! Kaiser- Panorama ( Passage). Nur diese Woche: Erste Reise 12 Pferde, Amerika, Kalifornien, Mond. Eine Esel, Ziegen, Reise 20 Pf., Kinder nur 10. Pf. Schweine, Hasen Taufende Abonnenten. Circus Busch. Freitag, den 31. Januar, abends 71/2 Uhr: Bahnhof Börse. Gr. humor. Vorstellung. ,, Zscheus, das Waldmädchen" Höchst komisches Programm. U. a.: Bär und Schildwache, tomische Episode. Mr. Veldeman als französ. Boxer. Die amerikanischen Freunde, fomische Szene von August, Mr. Busby und mehreren Herren. Broth. Dux, Die lustigen Chinesen. Dir. Busch mit seinen bestdressirten Freiheitspferden. Eine Damen- Schulquadrille, geritten von 6 Damen u. f. w. Sonnabend: Gala- VorstellungSonntag: Zwei Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr( ermässigte Preisee Julius Freund und Wilh. Mannstädt. und ein Kind unter 10 Jahren frei) und abends 71/2 Uhr. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Heute 8 Uhr: Zum 2. Male: Pitts. Operette in 1 Att. Text von Frit Otto. Musik von Hans Loewenfeld. Hierauf: Zum 103. Male: In Vorbereitung: Die Jagd nach dem Glück. Gr. phantastisches choreographisch- hydrologisches Pracht Ausstattungsstück in einem Borfpiel und 4 Atten vom Dir. Busch. Tänze und Aufzüge arrangirt vom fönigl. italienischen Hof- Balletmeister Tignani.- Vorspiel: Jim Boudoir der Mlle. de Bellemont. 1. Att: Jm Salon des Grafen de Lafort. 2. Aft: Jm Maison dorée( Spielhaus) in Paris. 3. Aft: Das Fest im Park des Grafen de Lafort. 4. Aft: Am Strande und in den Wogen. Aus den Scenen, Tänzen und Arrangements besonders hervorzuheben: Dämona's Zauber. Die lebenden Münzen. Satans Tanzkorps. Am Spieltisch. Ein Ende mit Schrecken( Cornelius Herz). Die 4 Jahreszeiten( Monstre- Pracht- Aufzug). Ein Schlittenkorso im Die kleinen Lämmer. Sommer.Strandleben.- Die hereinbrechende Fluth. Vaudeville in 2 Akten von 2. Varney. Von der gesammten hiesigen Presse als die beste Novität der Saison anerkannt. Morgen: Dieselbe Borstellung. Strickwoll- Reste, Zephyr, Rockwolle zu Partiepreisen jeht Holzmarktstr. 60, Hof links 1 Tr. Zum Schluß: Ein wirklicher Schiffs- Untergang. ( Bom Blitz getroffen und entzündet, sinft ein großer Dampfer in 20 Fuß Wasser.) ( Original- Jdee bd. Dir. Busch.) Obgleich das gegenwärtig auf dem Repertoire befindliche Pracht- Ausstattungsstück ,, Zscheus, das Waldmädchen" noch völlig unverminderten Erfolges sich erfreut, wird doch, um auch denjenigen, die dies Stück bereits gesehen, eine neue Anziehung zu bieten, die zweite grosse Pantomime des Cirkus Busch demnächst in Szene gehen und zwar in regelmäßigem Wechsel mit ,, Zscheus, das Waldmädchen". Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Letztes Auftreten b.erfolgreichen Januar- Spezialitäten. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 81/2 Uhr. Sonnabend, den 1. Februar: 10 Debuts Erstes Auftreten der unübertrefflichen französischen Excentrique Mlle. Eugenie Fougère zum ersten Male in Berlin. Victoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112. Heute, sowie jeden Freitag und Montag: Soiree der altbeliebten Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anf. präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Borverkauf 40 Pf.( f. Plakate). Wundervolles Programm! Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Täglich. Grosse Vorstellung. Vollständig neues Programm. Signorina Cati. Alfredo Rese. Lotte Siger. Käthchen Möller. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Res. 50 Bi R.Winkler. " 電話 Das Löwen- Weib. Allerseelen. !! Der Eden- Garten!! Marionetten Castan's Panopticum. Walhalla- Theater Oranienstr. 52( dicht am Morigplay). Gine Stunde im Zukunftsstaat. Vorher: Kneipp in Berlin. Lehte Aufführung im Walhalla Theater am 9. Februar. Die ause gegebenen Vorzugsbillets haben mur noch bis zu diesem Tage Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. Sonntags 71/2 Uhr. Entree 30 Pi. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich Sonnabend, den 1. Februar, mein Weiß und Bairisch- Bierlokal eröffue. 2467b Paul Gruß, Beusselstr. 44a. Vereinsversammlungen tönnen bis u 100 Bersonen abgehalten werden in der Gastwirthschaft von Jul. Wernau, Rosenthalerstr. 57. 43029* Glas Bier 10 Pf. Telephon- Amt III Nr. 1296. W. Noack's Konzert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag: Großes Konzert Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Sonntag, Dienstag und Donnerstag nach der Vorstellung: Groker Ball. Empfehle meine hocheleganten Säle für Vereine, Privatseitlichkeiten zu den tulantesten Bedingungen. W. Noack. Zwei verschiedene Baustellen an gepflasterter Antonien und Kliystraße in Reinickendorf sind zu vers taufen. Zahlungsfähige Käufer wollen sich beim Eigenthümer von 2-3 Uhr melden Potsdamerstr. 49, 3 Tr. links. Brockhaus', Meyer's Lexikon, Brehm's Thierleben, Weltgeschichten, Bücher, ganze Bibliotheken fauft Antiquariat Rochstr. 56, I.[ 26.9 Gebrauchte Hobelbänke tauft Beetz, Manteuffelstr. 69. 28/ Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobcy, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Verlag von Wing Bading in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 26. Abgeordnetenhaus. Freitag, den 31. Januar 1896. Abg. Schröder( Pole): Den prinzipiellen Standpunkt, welchen der Abg. Dittrich dargelegt hat, theilen wir; auch für uns ist die weitere Entwickelung des Schulwesens entscheidend. 13. Jahrg. Die Volks- Reichstagswahl in Schweden. 8. Sigung vom 30. Januar, 12 Uhr. Die stärkere Unterſtüßung der ländlichen Gemeinden ist eine und die Stimmrechts- Bewegung Min Ministertische: Dr. Bosse, Dr. Miquel und Kom Forderung der Billigkeit. Die Alterszulagen dürfen nicht von miffarien. der außeramtlichen Führung der Lehrer abhängig gemacht Stockholm, 26. Januar 1896. Gingegangen ist eine Vorlage, betr. den Bau und die Ein- werden. Die Wahl zum Bolts- Reichstag hat nun im ganzen Reiche richtung ländlicher Volksschulhäuser. Abg. v. Heydebrandt( t.): Es ist dem Herrn Minister Erste Berathung der Lehrerbesoldungs- Vorlage. bekannt, daß meine Freunde die einheitliche Regelung stattgefunden und man kann die Lage flarer als während des Minister Dr. Bosse: Es wäre mir sehr erwünscht, wenn des Schulwesens in einem besonderen Gesetze Wahlkampfes übersehen. Das Hauptinteresse in dem, was den ständigen inneren die Vorlage, das Kind meines Herzens, bei Ihnen, wenn wünschen, für dessen Zustandekommen auch heute noch alle Erauch in verbesserter Form, Annahme fände. Die Gründe für fordernisse gegeben sind. Wir halten auch heute noch an dem Kampf in dem Stimmrechts- Lager aubetrifft, ob die ganze Bolts. die Vorlage habe ich wiederholt dargelegt. Ich glaube nicht, christlich konfessionellen Charakter der Volksschule bewegung eine überwiegend sozialistische Färbung bekommen wird, daß ich in absehbarer Zeit in die Lage kommen werde, ein ab- fest. Aber wir halten es für nicht undurchführbar, einzelne fnüpft sich jetzt wie 1898 an die Stockholmer Wahl. Die schließendes Volksschulgesetz Ihnen vorzulegen; das ist das Er- Materien des Schulgesetzes zu ordnen. So hat meine Partei Sozialisten in der Hauptstadt forderten in Durchführung des gebniß der Berathungen des Volksschulgesetz- Entwurfes gewesen, die Regelung der Pensionsverhältnisse und die anderweite Regelung Beschlusses des Parteikongresses in Göteborg 1894, daß, nachdem die Ueberzeugung, daß die Zeit für ein solches Gesetz noch nicht der Staatsunterstügung zuerst angeregt. In bezug auf die Alters- sich alle milderen Zwangsmittel als unzureichend erwiesen gekommen ist. Die Nothwendigkeit der Abstellung dringender zulagen und die Gehaltsverbesserungen im allgemeinen nehmen wir haben, die Agitation und Organisation unter den Arbeitern Uebelstände im Lehrerbesoldungswesen hat sich mir gleich eine zustimmende Stellung ein. Dagegen wird die Vertheilung der für einen politischen Generalstreit nach belgischem beim Eintritt in mein Amt aufgedrängt. Auf die Staatsbeihilfen einer genaueren Prüfung in der Kommission be- Muster beginnen sollte. Das leitende Komitee des liberalen Stimmrechtsflügels hatte Abstellung der Uebelstände fam es mir an, der Weg dürfen. Der verfassungsmäßige Standpunkt wird durch die war mir gleichgiltig; er ist jetzt durch Entgegenkommen schematischen Bestimmungen der Vorlage nicht gewahrt. Auch bereits von den Seinen den Auftrag bekommen, überallhin Andes Finanzministers gegeben. Man sagt gewöhnlich, die Schuld an über die Höhe der Lehrergehälter werden wir einige Aenderungen fragen zu entsenden, wie man sich innerhalb des Stimmrechister bisherigen Verzögerung liege bei dem Finanzminister. Das versuchen. Ich hoffe, daß die Kommission eine annehmbare Vor- lagers zu Zwangsmitteln, wie der Generalstreit und freiwillige ist nicht wahr. Ich bin bei dieser Vorlage mit dem Finanz- lage zu stande bringen wird, aus der der Herr Kultusminister Bolls bewaffnung( die lettere hat bei den Reformen der sechziger minister solidarisch; wir treten beide für dieselbe ein. Die den Muth schöpfen mag, ein größeres auf christlich Jahre in Schweden eine sehr wichtige Rolle gespielt), stellte, und staatliche Finanzlage nöthigt uns, nur für eine bescheidene tonfessioneller Grundlage beruhendes Werk dem diese Anfragen gingen mit dem Anfang der Wahlbewegung hinaus. Aber da entstand ein Sturm. Die bürgerlich radikale Landpresse Lebenshaltung der Lehrer das gefeßliche Gehalt zu fordern. Aber Hause vorzulegen.( Bravo!) bei 63 000 Lehrern sind auch die hierzu erforderlichen Sammen Finanzminister Dr. Miquel: Für die Finanzverwaltung fürzte sich wüthend auf die Stockholmer Sozialisten, welche mit enorm. Wir haben das Hauptgewicht auf das Grundgehalt liegen verschiedene Hinderungsgründe für die Vorlage vor ihren wahnsinnigen" und" halbverbrecherischen" Vorschlägen die Die liberale Presse gelegt. Das Bedenken, bezüglich der Großstädte namentlich die Verwendung der Staatsmittel, deren Verkehrtheit ganze Stimmrechtsbewegung vernichteten. ist, wie wir in der Kommission darlegen werden, hente wohl schon in weiteren Kreisen anerkannt wird. Für die stimmte mit Entzücken ein und schonte auch die Komiteemitglieder nicht begründet; der Anschein, den die Vorlage in dieser großen Städte soll ein höherer Steuerdruck nicht erwachsen und nicht, die sich so weit von den Sozialisten hätten verlocken laffen Beziehung erweckt, täuscht. Wir erkennen gern die Ver- wenn z. B. der Abg. Richter immer darauf hinweist, daß die und die Freikirchlichen benusten die Gelegenheit, offen abzudienste der großen Städte um unser Schulwesen an; Städte die Einkommensteuer aufbringen, so ist darauf zu erwidern: fallen und der ganzen Stimmrechtsbewegung Lebewohl zu aber die großen Städte werden einsehen, daß ihnen Zuwendungen Seid glücklich, daß Ihr sie aufbringen könnt!( Sehr richtig u Heiterkeit.) fagen. Bedauerlicherweise entbehrten sie in diesem Sturm nicht völlig der Unterstützung einiger fchonenscher gemacht sind auf Kosten minder besteuerungsfähiger Gemeinden. Nur ein Unwissender könne einem Unwissenden erzählen, die auch welche leitenden Männer mehr oder ( Sehr richtig!) Die Verfassung verlangt Staatsunterstüßung nach Steuerreform habe einen agrarischen Charakter. In der Parteifreunde, Maßgabe der Leistungsfähigkeit: Nun beanspruchen die Schul- Kommunalbesteuerung zeigt sich überall eine stärkere Belastung minder ihre eigenen Aussprüche und Beschlüsse vom Göteborger Die organisirten Arbeiter ließen sich ausgaben in den Städten 89 pCt., auf dem Lande 320 pCt. der der ländlichen Gemeinde. Für den Staat tommt der Kongresse ableugneten. Einkommensteuer.( Hört, hört!) Besonders ungünstig gestaltet Gegensatz zwischen Stadt und Land wenig in jedoch durch den Zeitungssturm nicht abschrecken; sie hielten fast überall an ihrer instinktmäßig abgegebenen Meinung fest, daß sich das Verhältniß für das platte Land im Osten.( Sehr betracht, entscheidend ist die Leistungsfähigkeit. richtig! Es ist eine Härte, zu sagen, die Städte tragen die besitzenden Klassen nicht früher nachgeben werden, als bis fie ihre Schullast allein, mögen es die ländlichen Orte auch thun; durch einen Generalstreit sehen, daß es mit der Stimmrechtsein Echulgebäude kostet der Stadt wenige Prozente der Einforderung ernst ist. Dennoch ist an einer Menge von Orten tommensteuer, in einem ländlichen Orte tausende von Prozenten. auf dem Lande, wo die liberal- radikale Presse noch allein ( Bravo!) herrscht, Mißtrauen entstanden, besonders gegen die Stockholmer, und sind Aeußerungen gegen alle Streifgedanken gefallen. Es sind 15 Redner gegen und 11 Redner für die Vorlage zum Worte gemeldet. Wenn es der Landwirthschaft gut geht, hat auch die Industrie Vortheile( Sehr richtig!) und wenn es der Industrie gut geht, hat auch die Landwirthschaft Vortheile.( Sehr richtig! Rufe: Nein, nein! rechts. Heiterfeit.) Die Interessen beider lausen nebeneinander. Will man nur dem Stante neue Lasten auflegen? Den großen Städten wird die Unter solchen Verhältnissen wurde die Wahlkampagne in Aufbringung der Schullasien röglich sein, ohne daß der Steuer Abg. Dr. Dittrich( 3.): Die Vorlage stellt die Lehrer auf druck schwer empfunden wird. Mit der Schulunterstützung haben Stockholm eingeleitet. Die Sozialdemokraten beherrschen hier alle öffentlichen Vereinen gefeglichen Boden; Bedenken erregt§ 7 der Vorlage, wir uns von dem verfassungsmäßig festgelegten Grundsatz entfernt. welcher die Gewährung der Alterszulagen abhängig macht nicht Je größer die Staatsausgaben für die Schule anwachsen, desto sammlungen und ihre Tattit wurde von diesen auch gebilligt. blos von der dienstlichen Führung des Lehrers, sondern von mehr gestalten Sie die Schule zu einem Staatsinstitut. Die Die Liberalen mußten sich damit begnügen cine Parteiliste aufzustellen, die im voraus dazu verurtheilt war, geschlagen zu deffen Führung im allgemeinen. Es wird das beste sein, Borlage befriedigt eine Forderung der Gerechtigkeit.( Bravo!) ganz zu fireichen.( Sehr richtig!) großen Städte über 25 000 Ginwohner beliebie Dorheitlichen Schulgesett fast udh nicht verleen titanmehmbar flieben, als schlecht zu fechten. Unter dem Borwand eines GeldAbg. Dr. Glattfelter( 3): Die Nothwendigkeit eines ein- werden. Da zogen die lokalen liberalen Leiter es vor, lieber zu Jage 3 Millionen an Staatsunterstützung, die mittleren ist die Bestimmung, daß für die Alterszulagen auch die außer streites, der nicht schlimmer war, als daß er bereits vor der Wahl vollständig beigelegt war, zogen sie ihre Mit1 Million und das platte Land gewinnt 41/2 Millionen, man dienstliche Führung in betracht kommen soll. dem gemeinsamen Wahlkomitee zurück, hat daher mit Recht die Borlage als agrarisch Abg. Tzichoppe( ft.): Verfassungsbedenken liegen nicht vor, glieder bezeichnet. Man wird Bedacht nehmen müssen, daß die eine gesetzliche Regelung von Ginzelmaterien ist nicht aus flärten alle Zusammenarbeit mit den Sozialisten für unmöglich Schule Gemeinde Einrichtung bleibt und nicht eine gefchloffen. Wir halten die Festfehung eines Mindestgehaltes und forderten geradezu zur Wahlenthaltung auf. Die Bevölke Veranstaltung des Staates wird. Wir werden für richtig, die Verwaltung wird darauf Bedacht nehmen, in den rung gehorchte auch so sehr, daß die liberalen Bolts- Reichstags von der Regierung eine Erklärung darüber fordern, in leistungsfähigen Gemeinden eine angemessene Erhöhung durch Wahlstimmen in Stockholm von 9500 im Jahre 1893 auf 1500 welcher Richtung sie die Entwickelung des Schulwesens erstrebt; zusetzen. Die Versagung des Alterszulagen wegen außerdienst- fielen. Aus dem Wahlstreit wurde in Stockholm fast nichts, Führung ist jedenfalls 11 ur wenn diese Erklärung uns nicht befriedigt, können wir der Vor- licher felten; nachdem die eine Partei geflohen, aber die Sozialdemokraten erlage nicht zustimmen. Wir machen zur Bedingung, daß Staats- fie kann sich auch nicht auf die Zulagen beziehen, die schienen fast ebenso zahlreich auf dem Wahlplayze, wie bei der Lehrer bereits bezieht; es scheint Deshalb unterstützung nur den Gemeinden gewährt wird, die ihr Under die heißen Schlacht im Jahre 1898. der Bestimmung Vorlage unbedenklich. Dermögen nachgewiesen haben. Daß ein abschließendes Schul- bezügliche gefeß jetzt keine Aussicht auf Annahme habe, ist nicht zutreffend. Die nengeregelte Vertheilung der Staatsunterstützung erscheint Abg. Seyffardt( natl.): Die Vorlage will eine alte Forde uns gerechtfertigt; doch wünschen wir einen Ausgleichsmodus zu rung der Billigkeit und Gerechtigkeit erfüllen und Zuständen ein finden, der die Neuregelung nicht zu nachtheilig und empfindlich Ende machen, die des Schulstaates Preußen unwürdig sind. für einzelne Großstädte macht. Für ein neues Schulgesetz ist die Den Städten einfach die Millionen zu nehmen, Beit nicht günstig. Die Kämpfe, die daraus entdas wird nicht gehen. Die Städte haben ihre mangelnde stehen, tämen den Umsturs parteien zugute. Leistungsfähigkeit dargethan; wollte man das verneinen, dann Das Haus vertagt die Weiterberathung auf morgen, Freitag, läge ja ein Verfassungsbruch vor; der Herr Finanz- 11 Uhr. minister wird deshalb sein mildes Herz mitsprechen lassen müssen. Schluß 44 Uhr. ( Heiterkeit.) 48 Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Hier traten Brambach und Georgine ein, sie hatten die legten Worte gehört. Clotilde slog ihrem Vater entgegen und umhalste ihn. Danu tüßte sie ihre Mutter. Was ist Dir?" fragte Brambach. Clotilde stand freudeftrahlend, als wollte sie reden, doch sie zögerte horchte sie auf, weil eben die Hausglocke er tlang? oder war ihr Herz zu übervoll?- Doch nein sie flatschte in die Hände, rief jubelnd: ich heirathe den Doktor Langenberg," und rannte im tollen Jugendübermuthe zur Thüre hinaus. Doktorchen! Doktorchen! wie ich schon sagte, Sie machen unser Kind eitel. Was sagst Du, Heinrich?" Brambach erwiderte:„ Der Herr Doktor mahut uns nur daran, daß Clotilde kein Kind mehr ist. Wir lassen ihr zu viel Willen, wir müssen sie sirenger halten, sie ein sperren!" " " Eugen. " Willkommen!" rief Langenberg ihm zu, Sie kommen zur guten Stunde," und indem er Clotilden's Hand ergriff, fagte er feierlich:" Hier stelle ich Ihnen meine Braut vor." Braut!" riefen alle wie aus einem Munde. " Ja!" sagte Clotilde laut und umarmte stürmisch ihren " Da kommt die gute Stunde mit mir," begann nach dem allgemeinen Staunen Palavi. „ Ja, die Verlobungsstunde! Nicht wahr, liebe Echwiegereltern?" Er führte seine Braut zu deren Vater und Mutter, die abwechselud jedem die Hand reichten. Seid glücklich, Kinder," sagte Brambach weich, indem er seinen Liebling umarmte. " 1 Mit den Worten: Nicht eitel, aber glücklich machen, Herr Schwiegersohn," fügte Georgine die Hand Clotilden's in die des Dr. Langenberg. Georgine, die am Ziele ihrer Wünsche stand, hätte sich gern abgewendet und laut geweint, aber sie hielt sich, sie fürchtete die beobachtenden Blicke des Italieners. Ihre Liste, die sechs Parteifreunde, sowie zwei Mitglieder des leitenden Ausschusses der liberalen Stimmrechtsbewegung enthielt, siegte mit 11 000 Stimmen von 18 000. Wie in Stockholm zogen sich auch in Göteborg die Liberalen ganz zurück und in Malmö waren bereits 1893 unsere Parteifreunde bei der Reichstagswahl ganz verlassen. Die feige Flucht der Liberalen in den Großstädten vor der Bolte- Reichstagswahl hat ihre absoluten Stimmrechtsziffern int Vergleich gegen 1893 vermindert und der Abfall der Freikirch= lichen und anderer halbliberaler Elemente hat, seitdem begonnen wurde, von ernsten Zwangsmaßregeln zu reden, hie und wenn ich noch reinen Herzens dastünde! Das zu erleben! Zwei Beglückte!" ,, Und zwei Elende," lispelte Georgine. Wir mußten das erleben, damit unsere Gewissensqual gesteigert werde, von beständiger Angst gefoltert, ob wir die Tochter nicht im nächsten Augenblick schmachbedeckt verlassen müssen, um zwei Glückliche, unglücklich zu machen. Fände ich doch ein mal eine ruhige Nacht! wie beneide ich Hanne in ihrem elenden Kerker, sie kann wenigstens ruhig ohne Gewissensbisse schlafen. Still! Nur jetzt keine Schwäche- Clotilde tommt! " ** Und die Lebensfrohe, Ueberglückliche trat ein mit filberhellem Lachen, pries ihren Eugen, füßte und drückte ihre Eltern beim Gute Nacht" sagen, versprach morgen auch ernsthaft zu werden und hüpfte dann, ein Lied trällernd, in ihr Zimmer um süß zu schlummern, glückselig zu träumen. Ihre Eltern schlichen leise, als fürchte sich eines vor dem anderen, hinweg, Georgine faßte nach ihrem Amulet mit dem Giftfläschchen, Brambach nach seinem Etui mit dem 28. Dieser kam indeß sehr freudestrahlend zu ihr her getrippelt und begann äußerst äußerst redselig: Lassen Revolver. O dämmen Sie diese reinste Quelle der Anmuth nicht Sie mich Ihnen Glück wünschen 311 einem solchen Meine Giebt es noch Schöneres als den Schwiegersohne! in enge Fesselu. ich Genesung, daß hier Am anderen Tage ließ sich im Brambach'schen Hause Zauber des Jugendübermuthes in solcher schönen Hülle? bin, verdanke ich ihm. Den seligsten Augenblick, den ein die Gräfin Klary mit ihrer Tochter, Frau Legationsräthin Das reinste findliche Gemüth in so blühender Gestalt?" Männerherz erleben, den eine Mädchenseele empfinden kann, von Bergkuhn, zu einem kurzen Besuche anmelden. Sie schwelgen, Herr Doktor, in Verzückung", sagte habe ich hier mitempfunden. Wie bevorzugt ist dies Haus! Brambach befahl, alles sauber für so vornehme Gäfte Georgine, bedenken aber nicht das Gerede der Lente."- Wie begünstigt solche Eltern! Wie begnadigt ein so schönes herzurichten und rief stolz und neugierig einmal über das Dem lassen Sie mich heute begegnen. Lassen Sie uns Paar, dies zu erleben. Doch nun zu Ihnen, lieber Doktor, andere aus:" Was mögen die wohl hier suchen?" ein Doppelfest feiern, schenken Sie dem langerprobten liebes Fräulein! Gepriesen der Mann, der nach Mühen Georgine nahm als bestimmit an, daß der CäcilienFreunde Ihres Hauses, dem Verehrer Ihrer Clotilde, die und Kämpfen am Ziele ein solches Kleinod findet, be- Verein ihr aufe nene eine besondere Mission übertragen Hand Ihrer Tochter." neidenswerth die ungetrübte Frauenseele, die einem werde. geliebten Manne ihre ganze Liebe widmen kann! Zur bestimmten Stunde meldete Jean die hohen HerrD, wie freue ich mich, daß ich dies Verlobungs- schaften. fest verschönern fann. Schon ist meine Dienerschaft Georgine empfing die Gräfin auf der Treppe und bald in bester Arbeit, lafsen Gie mich eilen, um darauf rauschte die gestrenge Dame herein und nahm nachzusehen, daß alles zu Ihrer Freude hergerichtet wird." selbstbewußt Platz. Ihre Tochter war im Wagen verblieben. Balavi verschwand in der Thür. " Clotilde ist noch zu jung, Herr Doktor," sagte Branibad). Nicht doch. Zehn Jahre soll immer der Mann älter Wenn Clotilde nicht dagegen ist", bemerkte Georgine Lauernd. fein." " , gnädige Frau! Sie machen mich glücklich, Sie geben mir Hoffnung, dieses Engels bin ich gewiß! Clotilde!" rief Langenberg, indem er nach der Thüre eilte. Ghe er fie erreichte, wurde sie geöffnet und Clotilde rief im Eintreten: Signor Balavi." Da bin ich schon wieder," sprach dieser. Auch Dr. Langenberg verabschiedete sich bald darauf. Mit den Worten: Welche hohe Ehre! Wie erfreulich Clotilde gab ihm das Geleit noch mancher herz für mein Haus so angenehmer Besuch," begrüßte sie innige Kuß wurde ausgetauscht, wohl selten gab es zwei Brambach. Nichts Erfreuliches," entgeguete scharf die Gräfin,„ ich Glücklichere. Anders die beiden Zurückgebliebenent. Brambach flüsterte komme mich zu beklagen über eine Notiz in Ihrem Blatte, ( Forts. folgt.) seiner Frau in die Ohren: O was gäbe ich jetzt darum, die unsere Familie betrifft." " da auch in den Landorten lähmend gewirkt. Auf einem Geifle, wie er sich z. B. in dem Gefreiten Lück geltend| 155,95 M. und brachte 147,80 M. ein. Der Jahresbericht ergab der anderen Seite fann all vielen Stellen eine gemacht hat. Trotz der 5 Milliarden Kriegsentschädigung, die folgendes: Bestand am 1. Januar v. J. 154,19 M., Einnahme erfreuliche Zunahme des Interesses für die Stimmrechtsbewegung ja längst verpulvert sind, hat es das Deutsche Reich auf 850,20 M., Ausgabe 848,12 M. Die Mitgliederzahl beträgt 880. Bismarck, der Die Wahlen hatten folgendes Resultat: Solisch erster, Frau und den Volks- Reichstag fonstatirt werden. Große Industrie- 21/2 Milliarden Schulden gebracht gentren, wie Eskilstuna, haben bis 20 pCt. der Bevölkerung als Gewaltsmensch, erklärte alle, die nicht dieser Reichs- Schüler zweiter Vorsitzender, Bernau erster, Frau Flässig Theilnehmer aufgewiesen man muß sich erinnern, daß bei gründung zujubelten, in die Reichsacht. Zuerst bedachte zweiter Schriftführer, Arndt erster, Fischer zweiter Saffirer, dieser Wahl auch die Frauen Stimmrecht haben, obgleich sie er die Ultramontanen mit dem Kulturkampf", der Schüler, Haupt, Roitner, Revisoren; zu Bibliothekaren aber verfolgte Partei lim das davon bei weitem nicht in der Ausdehnung wie die Männer diese dreifache ver- wurden Karkosti, Eisner und Noack gewählt, als Gebrauch machen. Auf den großen Grubenfeldern im mittleren größerte und zur ausschlaggebenden im Reichstage machte, und Schiedsgericht die Kollegen Hahne, Sachmann, Frau Schweden, ja selbst nördlich um den Polarkreis bei Gellivara die 12 Jahre Sozialistengese, die Taufende ins Ver- Heinsmann, Frau No ad und Frau Körner. haben die gut organisirten Arbeiter in Massen an der Wahl derben brachten, haben bewirkt, daß die sozialdemokratische Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere nahm in theilgenommen und fast alle für die sozialistischen Kandidaten Partei die stärkste Partei Deutschlands wurde. Ferner wurden der Generalversammlung am 20. Januar den Vierteljahrsbericht und für den Generalfireit gestimmt. in der Aera Bismarck alle nur erdenklichen Lebensmittel be= stenert und während Bismarck auf der einen Seite Millionäre des Vorstandes entgegen. Abgehalten wurden drei Vereins- und züchtete, ging auf der anderen Seite die Auspoverung des eine öffentliche Versammlung, ferner drei Vorstandssitzungen. Schwarz, ausgetreten Groß und Hartmann, ausgeschlossen arbeitenden Boltes immer schneller und schneller vor sich. Der Eingetreten sind die Kollegen Bach, Borges, Kappe und fraffeste Egoismus macht sich seitdem im politischen und wirthschaft wurden Ball, Schulze, Stadelmann. Der Bericht des lichen Leben breit. Die Hurrahpatrioten geben den Ton an und der artigen Reichsgründung können wir nicht zujubeln und darum 6 Schriftstücke eingegangen und 124 abgesandt worden. Zum Prozent- oder Geschäftspatriotismus folgt hinterher. Einer der Kassirers lautete: Einnahme 87,70 M., Ausgabe 50,11 M., bleibt Bestand 37,59 M. Nach dem Bericht des Schriftführers sind haben wir zu arbeiten, damit das Reich zu einem solchen wird, 1. Vorsitzenden wurde Ha a se, zum Stellvertreter Gründel, dem auch wir vollständig zustimmen können, einem Reiche, wo zum 2. Kassirer Kappe gewählt. die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zur Herrschaft gelangt fein werden. Brausender Beifall folgt den Ausführungen des Die Sozialisten haben noch einmal durch die That bewiesen, Redners. Von der Diskussion wurde einstimmig Abstand gedaß sie die einzigen sind, die wirklich wagen, für ihre Worte nommen. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale einzustehen, und daß sie zuerst, und vor allem auf die Sache völferbefreiende Sozialdemokratie ging die Versammlung aus sehen und nicht, wie ihre sogenannten Bundesgenossen, die einander. Liberalen, nur auf ihre eigene Haut, sobald es sich um anderes als Worte handelt. Ob die Regierung dem gegenwärtig tagenden Reichstage einen Vorschlag zur Lösung der Stimmrechtsfrage vorlegen wird, ist ungewiß, ja nach dem Wortlaut der Thronrede wenig wahr scheinlich. Damit wird indessen die Möglichkeit einer Reform um ganze drei Jahre verzögert. Boltes zu ignoriren wagt, thut er das natürlich, aber der So lange Staatsminister Boström die Forderungen des Tag ist wohl nicht mehr fern, wo auch dem langmüthigen schwedischen Wolfe die Geduld reißt; das haben auch die Landbewohner an vielen Orten mit wünschenswerther Deutlichkeit zu ertennen gegeben. Gewerkschaftliches. Der Basler Eisenbahn- Arbeiterverein ist mit 400 Mit gliedern dem schweizerischen Arbeiterbund beigetreten. Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend. In der Generalversammlung am 19. Januar berichtete der Kassirer, daß im 4. Quartal die Einnahme 935,35 m, die Ausgabe 469,16 M. und das Gesammtvermögen einschließlich 1222,24 M. Bestand vom 3. Quartal 1688,43 M. betrug. Der Kassirer wurde entlastet. Ein Antrag, das alte Mitglied, den 70jährigen Kameraden Einert von der Bahlung der Beiträge zu entbinden und als Einert von der Zahlung der Beiträge zu entbinden und als An alle Schneider und Näherinnen der Konfektions- Ehrenmitglied zu betrachten, fand einstimmige Annahme. Industrie Berlins( Mäntelnäherinnen, Bügler, Zuschneider, Mielenz theilte mit, daß sich die Zahlstelle für den Osten Stepper, Stepperinnen, Kinderkonfektions- Näherinnen, Herren- von jekt an bei Jauer, Fruchtstraße 53, befindet. fonfektions- Schneider und Näherinnen u. s. w.). Montag, Die Ersatzwahl eines Kontrolleurs cines Kontrolleurs fiel auf Hermann den 3. Februar, abends 8 Uhr, werden zwölf öffent: Lehmann. Goede schlug vor, man solle für das von liche Versammlungen abgehalten und zwar in Nieft's einem Unfall betroffene Mitglied erzog eine freiwillige Festsälen, Weberstr. 17, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c, Sammlung vornehmen und diesem auch den Ertrag der TellerPaster's Gesellschaftshaus, Neue Königstr. 7( in der Nähe des sammlung überwiesen( was etwa 55 M. ausmachte.) Nach einer Königsthores); Sanssouci, Rottbuserstr. 4a und Märkischen Hof, Mittheilung des Kameraden Obst über die Lohnbewegung der Admiralstr. 18c; Königshof, Bülowstr. 37; Berliner Prater, bei den Firmen Seidel und Radicke beschäftigten Zimmerer Kaftanien Allee 7; Swinemünder Gesellschaftshaus, Swine bedauerte Lehmann sehr, daß noch viele Zimmerer trotz der münderstraße 35 und Gründel's Festsälen, Brunnenstr. 188( in ziemlich günstigen Konjunktur für 50 Pf. Stundenlohn arbeiten der Nähe des Rosenthaler Thores); Rösliner Hof, Kölinerstr. 8; und forderte diese auf, endlich das Versäumte nachzuholen. in der Arendt'schen Brauerei. Stromstraße 11-16; in den Grabsdorf geißelte das Ueberstunden- System und die NachtViktoria Sälen, Rixdorf, Hermannstraße 48-50. arbeit und erklärte, daß vor allen Dingen für die Verkürzung der Arbeitszeit propagirt werden müsse. Gräb schildert die Arbeitsverhältnisse der Firma Stiebig und Röppchen, wo meist Sonntags gearbeitet werde. Fischer betonte, daß bei eventuell eintretenden Lohndifferenzen ihm zuerst Nachricht gegeben werden muß, damit die erforderlichen Maßnahmen rechtzeitig getroffen werden können. Der Punkt: Was bedeutet für uns der nächste Gewerkschaftskongreß?" rief eine lebhafte Debatte hervor, in der von Obst, Fischer und Lehmann der Leiter der Generaltommission kritisirt wurde. Die sehr stark besuchte Versammlung wurde hierauf mit einem fräftigen Hoch auf das Gedeihen der Organisation geschlossen. A Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Die Ergebnisse der Verhandlungen mit den Konfektions- Unternehmern, Händlern und Meistern und unsere Stellungnahme dazu. 2. Diskussion und Beschlußfaffung darüber. Kollegen und Kolleginnen! Erscheint zahlreich und entscheidet, ob Ihr gewillt seid, auf Eure gestellten Forderungen zu beharren und dieselben zu erkämpfen. Arbeiter! Parteigenossen! Gure Frauen und Töchter sind gezwungen, unter den erbärmlichsten Berhältnissen in der Konfettion zu schaffen. Wir fordern Euch auf, mit in den Verfammlungen zu erscheinen. Es ist Pflicht aller Betheiligten, tarüber zu entscheiden, was geschehen soll. Die Agitationstommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. J. A.: J. Timm, Vertrauensmann. Versammlungen. " Die Lederarbeiter( Portefeuiller) hielten am 21. Januar eine gut besuchte Vereinsversammlung ab, wozu die Kollegen aus den Fabriken Simonson, Hofschneider und Lütges u. Ko. Nachf. eingeladen waren. Der Vorsitzende Schulz forderte die Kollegen auf, fich sammt und sonders zu organisiren, damit während der Herbstsaison die an die Fabrikanten gestellten Forderungen durchgesetzt werden fönnten. In der Diskussion traten Höhe und Heindke ebenfalls für den Anschluß an die Organisation ein. Chr. Schulz erörterte noch die Lehrlingsfrage und beantragte die Veröffentlichung eines Aufruis in der Zeitung, worin den Eltern gerathen werden soll, ihre Söhne nicht bei jedem beliebigen Meister in die Lehre zu geben, sondern sich an den Fachverein zu wenden, der ihnen solche Meister empfehlen werde, bei denen ihre Söhne auch etwas Tüchtiges lernen. Ein Mastenball, der vorgeschlagen war, Meister empfehlen werde, bei denen ihre Söhne auch etwas wird nicht abgehalten, dagegen im März das Stiftungsfest. Als Vergnügungskomitee hierfür sind gewählt: Frau Clara Schulz, und Schwalbach. ob. oigt, Wüst, Alb. Voigt, Herfurt, Gerlich Allgemeiner deutscher Tapezirer- Verein, Filiale Berlin. In der Generalversammlung am 22. Januar referirte Genosse 3ubeil über das Thema:" Unlauterer Wettbewerb". Dann gab der Kassirer seinen Bericht über das letzte Vierteljahr, wonach sich die Einnahmen auf 108,65 M. beliefen. Weiter wurde mitgetheilt, daß die Benußung der Bibliothek befriedigend war. Es folgte die Wahl der Ortsverwaltung, die folgendes Ergebniß hatte: Otto Pönite erster, Richter zweiter Bevollmächtigter, Au bert erster und Mostopf 2. Kasfirer( und Bibliothek verwalter), Vesper Schriftführer, Martin und Bechert Revisoren. Nachdem Kollege Aubert mitgetheilt hatte, daß er von der Generalfommission Flugblätter erhalten habe und um deren möglichste Verbreitung ersuchte, wurde auf Antrag Sander beschlossen, in diesem Jahre ein Stiftungsfest abzuhalten, und zu diesem Zweck eine Kommission gewählt. Der Verein Berliner Droschkeukutscher hielt am 24. d. im Keller'schen Lokale" in der Koppenstraße feine ordentliche Generalversammlung ab. Dem vom Vorsitzenden Knüttler gegebenen Jahresbericht ist zu entnehmen, daß im vergangenen Die Filiale Berlin des Verbandes der in der Kürschner: Jahre dem Verein 185 Kollegen neu beigetreten sind. Die Mitbrauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutsch- gliederzahl beträgt jet 860. Der Stellennachweis des Vereins lands nahm am 20. Januar die Abrechnung über das dritte konnte teine rege Thätigkeit entfalten; von 135 gemeldeten Stellen Quartal des 6. Jahrgangs entgegen, die eine Einnahme von sind noch nicht die Hälfte besetzt worden, was auf die ver 115 M. 20 Pf., eine Ausgabe von 118 m. 90 Bf., mithin einen schiedenen Stellenvermittelungen in den Schanklokalen zurückUeberschuß von 1 M. 30 Pf. feststellte. Der Kassirer wurde ent- geführt wird. Das Vereinsbureau ist seit dem 1. Juli vor. Js. lastet. Beim Bericht Schreitmüller's über die Thätigkeit nur noch mit einem Beamten und dem Vorsitzenden besetzt. Ju einer stark besuchten Versammlung des sechsten des Arbeitsnachweises im letzten Halbjahr ersuchte Peters die Dadurch wird dem Verein eine bedeutende Ausgabe erspart. Wahlkreises, die am Mittwoch im Colberger Salon tagte, Arbeiterinnen, den Nachweis mehr zu benutzen. Der Antrag des An Fundsachen sind im ganzen 1684 zur Einlieferung gelangt. Für den Verein ist, alle sprach Reichstagsabgeordneter Bock über„ Die Reichsgründung". Hauptvorstandes, den Verband aufzulösen, rief eine rege Debatte Davon wurden 788 reklamirt. Er führte etwa aus: Wenn wir zurückblicken auf die 1848 er hervor. Nachdem zunächst Peters und Wier für den Antrag ge- Auslagen abgerechnet, an den Fundsachen ein Gewinn von Bewegung, so finden wir, daß sich schon damals im Volte das sprochen hatten, theilte der Vorsitzende Regge die Gründe mit, wiefo 287,90. erzielt worden. Schriftstücke verschiedener Art gingen Bestreben nach der Einheit des Deutschen Reiches geltend machte. der Hauptvorstand zu diesem Antrage gekommen ist. Durch den 1729 Stüc ab. Das Vereinsvermögen beträgt 3063,15 M. Der Die Bourgeoisie hatte ein großes Interesse an einem einheitlichen vor drei Jahren erfolgten Austritt der Zurichter sei der Ver- Verein ist für das fahrende Publikum sowohl wie auch für Mits Wirthschaftsgebiet, um erstens auf dem Weitmarkt besser zu profperiren band sehr geschwächt worden. Auch die kleinen Filialen wären glieder und Nichtmitglieder fast unentbehrlich geworden. und zweitens um die Ausbeutung der Arbeiter noch vortheilhafter sehr zurückgegangen; nur in Berlin und Hamburg beständen Schütte erklärte namens der Revisoren Bücher und Belege betreiben zu können. Auch das Proletariat war dem Ein- noch nennenswerthe Filialen. Schon vor einem Jahre habe das für richtig, worauf der Vorstand einstimmig entlastet wurde. heitsgedanken geneigt, aber natürlich kann es sich nur ein einiges Verbandsorgan eingehen müssen, dadurch sei das Haupt- Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebniß: Rnütter erster und freies Deutschland denken. Selbst während des 1870 er bindeglied verloren. Da der Verband auf die geringe Bahl von Vorsitzender; Hanisch zweiter Vorsigender; A. Hentschel A. Becker zweiter Rendant; C. Kranz, Krieges war immer nur das Volk der Träger des Einheits- 220 Mitgliedern zusammengeschmolzen, sei eine Zentralverwaltung Rendant; Schriftführer; Lüdicke zweiter Schriftführer; gedankens; der Widerstand, den z. B. der Kaiser Wilhelm 1. einem nicht mehr zweckmäßig. Es wäre daher besser, wenn der Ver- erster einigen Deutschen Reiche entgegensetzten, ist ja allen aus dem Tage- band aufgelöst würde und die Filialen sich in Lofalorganisationen A. Schuly, G. Albrecht und Steffen Beisiger. Neviforen buch Kaiser Friedrichs bekannt. Was hat uns nun das einige umwandeln möchten. Sollten die Zurichter ihren alten Zopf wurden Bollensdorf, Neyen und A. Schulz. Vom Deutsche Reich gebracht? Das Mißtrauen, das die Sozial- abthun, so tönnte nach Jahren vielleicht der Verband Vereinsmitgliede Fuhrherrn Kulnig war beantragt, daß auch demokraten von Anfang an gegen die Reichsgründung hegte, hat wieder neu ins Leben gerufen werden. Bei der Abstimmung Fuhrherren, die dem Verein als Mitglieder angehören, in den Vorstand gewählt werden können. Dieser Antrag wurde nach fich als gerechtfertigt erwiesen. Die Zweifler haben wieder ein wurde der Antrag gegen 2 Stimmen angenommen. mal recht behalten. Alle Folgen, die Karl Mary dem deutsch- Der Allgemeine Arbeiter und Arbeiterinnen- Verein längerer Berathung mit Stimmenmehrheit abgelehnt, um der französischen Kriege vorhersagte, find bis auf das Tüpfelchen Berlins und Umgegend hielt am 20. d. M. eine ordentliche Möglichkeit vorzubeugen, daß der Verein etwa in die Hände der über dem i eingetroffen. Anstatt daß, wie es zuerst hieß, Generalversammlung ab, wo der Kassirer Arndt folgenden Fuhrherren gelangt.( Bu bemerken ist jedoch, daß Mitglieder, der Militarismus mehr eingeschränkt wurde, fam eine Kaffenbericht vom 4. Quartal gab: Bestand am 30. September die dem Verein als Kutscher beigetreten und erst später selbstMilitärvorlage nach der anderen; der militärische Charakter 134,55 M., Ginnahme im 4. Quartal 210,09 M., Ausgabe ständig wurden, in den Vorstand wählbar sind.) Kulnig hat sich immer mehr verschärft und zeigt sich jetzt in 188,70. Das Stiftungsfest verursachte eine Ausgabe von beantragte ferner eine Abänderung des§ 8 des RechtsschutzReglements dahingehend, daß der Rechtsschutz seitens eines stellte die ersten Photographien auf folgende Weise her: Er Mitgliedes nicht beansprucht werden dürfe, wenn durch Kunst und Wissenschaft. brachte den Induktions Apparat in ein erleuchtetes Bimmer Thatsachen die Schuld des Mitgliedes unzweifelhaft erwiesen hinter eine Thür, an deren anderer Seite im verdunkelten Zimmer ift. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Angenommen dagegen Röntgen über seine Entdeckung. Profeffor Röntgen hat die photographische Platte aufgestellt war. Auf der Photographie wurde ein Antrag Schreiber, die im§ 4 des Rechtsschutzin Würzburg über feine X- Strahlen in der medizinisch- phyfita- seigten sich nun dunkle Linien, die dem Gelehrten viel Stopf- Reglements vorgesehene Karenzzeit von 6 Monaten auf 1 Jahr Schließlich untersuchte er den Lack und zu erhöhen, sowie der Antrag Kranz, daß bei Stellung eines lischen Gesellschaft einen Vortrag gehalten, über den wir dem zerbrechen machten. Fränt. Kur." folgenden Bericht entnehmen: Wenn man einen den Farbstoff, mit dem die Thür gestrichen war, und da Antrages auf Gewährung von Rechtsschuß das betreffende Mitelektrischen Strom durch unsere atmosphärische Luft schickt, so zeigte es sich, daß als Grundirung Bleifarbe benutzt worden war. glied nicht länger als 3 Monate mit seinen Mitgliedsbeiträgen hat derselbe große Widerstände zu überwinden. Die Ueber- Da die Thür nicht glatt war, sondern Erhöhungen und Ver- rückständig sein darf. Tas Gehalt des Bureaubeamten wunde windung derselben zeigt sich durch die Funkenbildungen tiefungen in derfelben angebracht waren, zeigte sich nun folgende um 12 M. erhöht. Der Vorsitzende verzichtete zu gunsten des Sendet man dagegen den elektrischen Strom durch ver- Erscheinung: die Bleifarbe der Thür, die an den verschiebenen Vereins auf eine Gehaltserhöhung. Um Profillinien verschieden durchstrahlt wird, giebt Anlaß zu den er- Der Verein aller in Schriftgießereien beschäftigten dünnte Luft, so ist der Widerstand bedeutend kleiner. dies der Hörerschaft zu demonstriren, ließ Röntgen den wähnten Linien. Hieraus und aus weiteren Versuchen ergab sich Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend be elektrischen Strom zu gleicher Zeit durch die gewöhnliche Luft der wichtige Sot: Die Durchlässigkeit der Körper ist im wefent fchäftigte sich am Mittwoch mit der Frage, wie die im Ge und durch eine Geißler'sche Röhre schlagen. Der Strom nimmt lichen abhängig von ihrer Dichte. Nöntgen zeigte die Photo- werbe der Schriftgießer vorhandenen Miß= den Weg, auf welchem ihm am wenigsten Widerstand entgegen- graphien, die er angefertigt hatte, um diesen Satz zu bestände zu beseitigen feien und was der Verein gesetzt wird. Wirklich sah man auch, daß der Strom nicht mehr weisen. Von diesen sind besonders erwähnenswerth die einer gegenüber der ungenügenden Beschäftigung durch die Atmosphäre ging denn es sprang kein Funken über Holzrolle mit tief eingeschnittener Nute, in der ein Draht auf- feiner Mitglieder und der übermäßigen Einsondern durch die Geißler'sche Röhre, die sich von einem gewickelt ist. Man sieht hier den Schatten der hölzernen Rolle stellung von Lehrlingen zu thun gedenke. Ter Vorbläulichen Lichte erfüllt zeigte, das von den Elektroden ausging nur angedeutet, sehr deutlich dagegen den Draht, der dem Auge fitzende theilte zunächst mit, daß die Differenzen in der ReinholdDie Luft darf nicht ganz evacuirt werden, sondern es besteht eine durch die Rolle verborgen ist. Ferner wurden die in den Zeitungen fchen Difizin, nachdem der Betrieb kurze Zeit geruht hat, durch das Grenze des Leitungsvermögens bei einer bestimmten Ver- öfter genannten Photographien, die Magnetnadel in der Metall- Eintreten des Gesammtpersonals zu gunsten der Arbeiter bei dünnung. Die Richtigkeit dieses Sages zeigte Röntgen eben hülfe und die Hand mit den Ringen, vorgezeigt. Durch ver- gelegt worden sind, und führte dann weiter aus: Die im letzten falls und zwar diesmal an einer Hittorf'schen Röhre. Es ist schiedene angestellte Versuche zeigte es sich, daß die neuen Strahlen Jahre immer angenfälliger gewordenen gewerblichen Mißstände dies eine von den Röhren, die in den bisherigen Zeitungsberichten durchaus nicht gebrochen werden können. Weder ein Holz- noch ein bedürften dringlich der Abhilfe. So sei die Entlohnung für gewöhnlich Crooke'sche Röhren genannt wurden. In diesen Hartgummi Prisma, noch auch die oft benutten Schwefelfohlenstoff- gleiche Positionen in den Offizinen ganz verschieden, da ein einRöhren gehen von der Kathode Strahlen aus, die Lenard'schen und Glas- Prismen sind im Stande, die Strahlen zu brechen. Da- heitlicher Tarif nicht existire. Vor allem müsse eine gleichmäßige Rathodenstrahlen. Sie zeigen, wenn man in die Röhre das gegen wurde eine Reflexion wahrgenommen. Doch auch diese ist Arbeitszeit für alle Arbeiter geschaffen werden. Zur Zeit werde Mineral Strontianit bringt, blaue Fluorescenz. Außerdem be- keine regelmäßige, sondern nur eine diffuse. Nun ist es die Frage, ein Theil der Arbeiter nur 4 bis 5 Stunden pro Tag be= merkt man an den Wänden der Röhre sehr deutlich eine grünliche ob die Strahlen die bereits bekannten Rathoden Sirahlen oder ob schäftigt, während der gefügigere Theil dauernd volle ArbeitsFärbung. Das ist die Wirkung der Kathodenstrahlen. Man fie eine neue Art find. Dafür, daß es die Lenard'schen Kathoden zeit hätte. Die verschiedene Arbeitszeit könne nur durch gleichfann diese mittels eines Magnets auch ablenfen. Röntgen stellte strahlen nicht sind, ist beweisend, daß bei ihnen keine Ablenkung mäßige Arbeitsverkürzung, vielleicht auf acht Stunden regulirt sich nun nicht die Aufgabe, die Wirkung der Kathodenstrahlen zu wahrzunehmen ist, und außerdem, daß die Kathoden- Strahlen werden. Die technische Entwickelung habe die Produktion im untersuchen, sondern er versuchte, unter Benußung einer genügend die Gegenstände nur in dünnen Schichten durchdringen. Die Gewerbe völlig umgestaltet, dem müsse durch eine allgemeine evacuirten Röhre die Strahlen der Athmosphäre mitzutheilen. Bei Berechtigung, das Agens Strahlen zu nennen, liegt darin, daß Tarisrevision Rechnung getragen werden. Die gegenwärtige dem Versuch war die Röhre mit schwarzem Karton bedeckt. Plöglich regelmäßig von ihnen Schatten geworfen wird. Scharfe Bilder günstige Geschäftslage sei zu einem Vorgehen am geeignetsten. sah Röntgen, wie ein Buchstabe, der mit Baryum- Platin- Gyanür lassen sich nicht erkennen, denn man muß immer bedenken, daß In der Diskussion äußerten sich die meisten Redner in Sinne. An den Kompletmaschinen und bei auf Papier geschrieben war, lebhaft fluorescirte. Der Gelehrte man nicht einfache Photographien vor sich hat, sondern nur ähnlichem hielt die Sache anfangs für eine Täuschung, aber nachdem er Echattenbilder. Am Echlusse seiner Rede sprach der Forscher den Messinglinien Arbeiten wären die verschiedenen Tarife die Ursache zu Streitigkeiten. Nur die im die Versuche zu wiederholten Malen angestellt und ihre Ergebnisse die Ansicht aus, daß man mit Gewißheit nicht eine Verwendbar fiets außerdem durch die Photographie figirt hatte, mußte er wohl feit für die Medizin versprechen tönne, daß eine solche aber gewissen Gelde stehenden Arbeiter und Arbeiterinnen blieben überzeugt sein, daß jeder Irrthum ausgeschlossen sei. Röntgen höchst wahrscheinlich sei. davon verschont. Der Verdienst einzelner Arbeiter sei auf 12 0 " 8 Uhr an geöffnet. Adalbertfir. 21 bei Roll. Raifer'scher Männerchor, Schönhauser Neue Friedrichstraße 44, bei Röllig. bis 15 M. herabgefunken. Defteres Aussehen des Personals sei| Bahlstelle des deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verbandes| wir hier übergehen, den wirklichen Arbeitstag festzustellen durch in der Gronau'schen Offizin üblich, trotzdem erschienen bei jedem hingewiesen hatte, kritisirte Frau Frohmann die gerade in Feststellung der Entfernung von Arbeitsstätte und Wohnung; Aufschwung sofort Arbeitergesuche in der Volks- Zeitung". Ein Friedrichsberg florirende Knabenkonfektion und deren scheußliche ferner den wirklichen Durchschnittslohn zu bestimmen durch großer Theil der Schuld liege an der übermäßigen Einstellung Arbeitsverhältnisse und forderte die Konfektionsarbeiterinnen Einbeziehung des Verdienstminimums im Februar und des Vervon Lehrlingen. Die im Buchdrucker- Tarif vorgeschriebene Lehrlings zum Eintritt in den Schneiderverband auf, bei welcher Mahnung dienfimaximums im Juni, sowie durch Berücksichtigung der ArStala werde immer mehr überschritten, wodurch den Gehilfen sie von Pankow thatkräftig unterstützt wurde. Um Stellung beitslosigkeit und der Krankentage, wobei die noch zur Ausübung der eine empfindliche Konkurrenz erwachse. Beispielsweise feien in aur Gemeindewahl zu nehmen, soll deninächst eine öffentliche Arbeit nothwendigen Ausgaben, wie für Handwerkszeug und Transder Offizin Wöllmer bei 60 Gehilfen 11 Lehrlinge, bei Reimann Versammlung von Gemeindewählern abgehalten werden. Auch port zur Arbeitsstelle, auch abgerechnet werden müssen. Ganz beson bei 6 Gehilfen 5 Lehrlinge, bei Akmann 3 Gehilfen 3 Lehrlinge, wird sich der Arbeiter- Bildungsverein in seiner nächsten Sigung deres Gewicht ist aber auf die Ermittelung der eigentlichen Er bei Gronau 32 Gehilfen 6 Lehrlinge, bei Gursch 8 Gehilfen mit dieser Frage beschäftigen. nährung, getrennt sowohl des Arbeiters wie auch seiner Familie, 6 Lehrlinge. Die Ausbildung der Lehrlinge sei völlig un genügend, überhaupt würden die Schriftgießer immer mehr zu waldemarsir. 14: Rede- Uebung. Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht am Freitag. Südost- Schule, gelegt. Es ist dies eine wesentliche Vervollkommnung gegenüber Nord- Schule, Müllerfir, 179 a: Ge- den bisher aufgestellten Haushaltungsbudgets, aus denen man Bedienungsmannschaften der Maschine degradirt. Ein Antrag schichte. Beginn 9 Uhr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume sind zur Be- wohl allenfalls den Gesammt Jahresverbrauch einer ArbeiterLöhr's, die ganze Angelegenheit der Allgemeinheit der Berliner uzung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials schon von familie erkennen kann, aber nichts darüber erfährt, wo das verKollegen zu unterbreiten und mit den deutschen Kollegen gemeinArbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender ausgabte Geld hergekommen ist, wieviel Mitarbeit von Frau und sam schleunig Schritte zur Abstellung der Mißstände und zur Ad. Neumann, Pafewalferstraße 3. Alle Aenderungen im Bereins- Kindern darin steckt, und aus denen vor allem nicht ersichtlich Schaffung eines einheitlichen Tarifs zu vereinbaren, wurde talender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelſtr. 49, v. 2 Tr. Freitag. ist, was von den verzehrten Lebensmitteln der Familie, was dem darauf angenommen, die Angelegenheit infolgedessen bis zu einer ebungsunde herbs 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. To lauser Arbeiter persönlich zugekommen ist. Und doch ist es so unendlich neuen Versammlung vertagt und dem Vorstande die Initiative allee 28, bet elle. Arbeiter Gefangverein Nord, Beteranenftr. 18 bei wichtig, einmal zahlenmäßig nach den Gesezen der Ernährungsüberlassen. Zum Schluß werden noch Littmann, Voigt Echulz. Buchbinder Männerchor, Holzmarttitr. 3 bet Deter. und Mahlendorf in die Kommission zur Vorbereitung des Gefangver. Ma iglödchen 1,& indowerfir. 26 b. Eachs.- Gemüthlichkeit, lehre festzustellen, ob der Arbeiter im Verhältniß zu der von Stiftungsfestes gewählt. Typographia, Gefangverein ihm geleisteten Arbeit, die einer gewissen Zahl produzirter Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Cohn's Restaurant( großer Saal). Wärmeeinheiten entspricht, auch das genügende Nahrungs Beuthstr. 20.- Gefangverein Rheingold, Weinstr. 11 bei Feind. Gefargverein Melodia, Rirdorf, Bergfir. 162 bet Thomas. gris, äquivalent erhält, d. h. ob Ausgabe und Einnahme seines Naunynstraße 86 bet Friß Zubeil. Brandenburger Männer- Körpers fich im Gleichgewicht befinden. Nun, jeder Kenner der Bergstraße. Gesangverein in Brandenburg a. S., Mengerts Boltsgarten, Arbeiterverhältnisse weiß zu gut, daß, wie der Freie Liedertafel, Straußbergerstraße Nr. 3 Arbeiter dermalen gestellt ist, entweder seine Familie, bei Birt. Nordwacht, Chauffeestraße 72 bei Meißner. Frete Sänger, Edmargendorf, Warnemünderstraße bei M. Schulze. also die nächste Generation leidet, oder er selbst in Arbeiter Gefangverein Gängertreis( Weißensee), Weißenburger der Lebenshaltung zu faße und Gedanstraßen- Ecke bet tommen, sein furg sein nicht nicht geBrennert. Loreley, Grün nügend ernährter Organismus vor der Zeit Krankheiten thalerstraße 4 bei Hämmerling. Lustige Sänger, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16 bei Glafer. Bieber'fcher Männer- erliegen muß. Daß beide, Familie und Arbeiter, zu ihrem Geselligteit, Sennigsdorf, Rechte fommen können, glaubt, abgesehen von denen, die es or, Aderſtraße 123 bet Marten. Böhmert's Gasthaus. Drante, Weißensee, Langhansstr. 137 Bei w. Busch. Gesangverein Beréinte Gangesbrüber, Moabit, par ordre du mufti glauben müssen, wohl kein Einsichtiger Perlebergerfiraße 28 bet Hermerschmidt. Gängerverein Gorgen mehr. Märkischer Hof. frei, Admiralfmaße 18 c, Gangesfreund, Trogonerstr. 82 bei Kamlowsky. Aber es muß eben nicht geglaubt, sondern es muß gewußt fraße 19 bei Schmidt. Gefangverein Wacht auf 1, Wörther werden! Und wie das Wissen des Arbeiters wuchtigste Waffe Gefangverein Treu und Einigkeit, Robin Rummelsburg, Göthestraße, Ecke Kantstraße, bei Mertens. Indifferenten gegenüber, als die statistisch festgestellte, unerbittliche Rixdorf, Prinz Handjernstraße Nr. bei Reden. Gefangverein überhaupt, so giebt es fein wirksameres Agitationsmittel dem Gefangverein der Metallarbeiter( D), Blumenstr. 46. Logit der Zahlen, die dem Arbeiter den langsamen Hungertod Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarcftr. 74 bei Krause. Rosenthaler Borstadt, Bernauerstr. 47. Froh- Hoffnung schwarz auf weiß fündet! Kein gewaltigeres Kampfmittel den Jakobftraße Mr. 87- 88 bei Lamprecht. ( Berlin W.), Pallasstraße Nr. 16 bei Faller. Brüderschaft, alte hohlen Phrasen unserer Gegner gegenüber giebt es, als diese Rosalia, Blumenstraße 46 bei nicht wegzudentelnden und wegzudrehenden, auf dem Boden der Tomatscheck. Syrene, Rosenthalerstr. 57 bet Julius Wernau. Ein= tracht III, Eberswalde, Eisenbahnstr. 66 bet Hagewald. Fortschritt' Thatsachen erwachsenen Beweismittel. Liedes Echo, Reichenberg erstr. 118 bei Röpnickerstr. 38 bet Peufert. Rigdorf. In der Generalversammlung des deutschen Holzarbeiter Verbandes, die am 20. Januar in den Victoria- Sälen abgehalten wurde, berichtete der Vorstand über die bisherige Thätigkeit im vergangenen Jahre, worauf der Kassirer folgenden Kaffenbericht gab: Verbandstasse: Ginnahme 311,63 M., Ausgabe 278,26 M., Bestand 33,37 M. Lokaltaise: Gin nahme 133,01 M., Ausgabe 97,13 M., Bestand 35,88 M. Die Mitgliederzahl beträgt 168. Der Kassirer wurde entlastet. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Resultat: Kur how sfy, Bevollmächtigter; Bierling, Rassirer; Rilte, Schriftführer; Revisoren: Sy und Rosenbaum. In die Arbeitsvermitte. Iungs- Kommission wurden Drasdo, Esche, Hain, Schedlinski, H. Schneider, E. Schulz und Tichierske gewählt. Der dritte Punkt der Tagesordnung: Unsere gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse und die im Frühjahr geplante Lohnbewegung, fonnte nicht erledigt werden; der Vorstand erhielt den Auftrag, zur Erledigung dieser Frage in alleinächster Zeit eine außer ordentliche Generalversammlung einzuberufen. Nachdem der Bevollmächtigte den Bericht des Hauptvorstandes betreffs der Wahl eines Delegirten zum Gewertschafts- Kongreß verlesen hatte, beschloß die Versammlung, sich in diesem Punkt den Berliner Kollegen anzuschließen, sowie auch in nächster Zeit in Brig eine Versammlung abzuhalten betreffs Errichtung einer Filiale. Nach dem noch der Vertrauensmann an die Listen zum Streit fonds erinnert hatte, wurde die gut besuchte Versammlung ge schlossen. 1 Köppen. 1 Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buſchriften find zu senden an P. Gent, Dresdenerstr. 107-108, 1. Gift. IV. reitag: Musikverein Hoffnung, Große Frankfurterfir. 133 bet Gold. Lotterieklub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert. nur Die Enquete, zu der sich bereits mehr als 100 Bimmerer bereit erklärt haben, während immer neue hinzutreten, trägt allen diesen Verhältnissen in ausgiebigfter Weise Rechnung. Die Gewinnung eines unanfechtbaren und reichlichen Materials wird gewährleistet durch eine Kontrollkommission von 15 Zimmer Verein der Tanzmeister tagt jeden Freitag Abend An nenstr. 16. Arbeiter- Rancherbund Berlins und Umgegend. Freitag: Apfel- leuten Berlins, Charlottenburgs, Rigdorfs, Rummelsburgs und blüt he, Soch äbterfir. so bei Graminsky.- Bauchklub Südost, Wiener- Schönebergs, die sowohl die Beantwortung der einmaligen ftraße 63, bet Felste. Fragen, wie auch die Ausfüllung der für den ganzen Monat vorgedruckten Haushaltungsrubriken überwachen werden. Die Erklärung der Fragebücher und die Ausgabe derselben auch an alle noch neu hinzutretenden Zimmerer findet Freitag, den 31., abends, in Kohn's Festfälen, Beuthstr. 20/21, statt. Sprechlaal. Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprechjaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dent Inhalt desselben identifizirt zu werden. Die Zimmerleute Berlins und der Umgegend haben eine Lebenshaltungs- Enquete in Angriff ge nommen. Es ist übrig, über den Werth und die Nothwendigkeit solcher von der Arbeiterschaft, speziell den Gewerk- und Fachvereinen unternommener Statistiken auch nur ein Wort zu ver lieren. Gerade über die eigentliche Lebenshaltung des deutschen Schließe sich niemand aus, dem es ernst ist mit seinem Klassenbewußtsein! Bleibe keiner zurück, wo es gilt, mit ge= ringer persönlicher Mühe die Gesammtheit zu fördern! Die Steinsetzer Berlins und Umgegend haben sich zu der gleichen Enquete entschlossen und findet deren Versammlung am Sonnabend, abends 8 Uhr, bei Wernau, Rosenthalerstr. 57, statt. Für Friedrichsberg, Friedrichsfelde und Rummelsburg wurde am 28. d. im Saale von Epißig in Friedrichsberg eine fehr zahlreich besuchte Volksversammlung abgehalten, zu der sich die Frauen und Mädchen des arbeitenden Volkes besonders start eingefunden hatten. Galt doch hauptsächlich ihnen der Vortrag, den der Reichstags- Abgeordnete Vogtherr über das Erziehungs- und Arbeitswerk der Frauen" hielt, worin er in wirkungsvoller Weise die proletarische Frauenfrage behandelte und an alle proletarischen Frauen und Mädchen die dringende Mahnung richtete, zur Selbsterkenntniß ihrer unwürdigen Stellung im öffentlichen Leben und ihrer elenden wirthschaftlichen Lage zu tommen, was sie nothgedrungen dazu führen müsse, sich der siegreichen Sozialdemokratie anzuschließen. Dem mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Vortrag, der selbst bei den anwesenden Arbeiters existirt so wenig thatsächliches, fyftematisch Spießbürgern Anklang fand, fügte Caßler einige kernige Worte gewonnenes Material, denn weder die einschlägige sozia- Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre"( zwei Buchstaben oder eine Bayl hinzu. Es wurde hierauf beantragt, eine Frau zu wählen, die listische Literatur, geschweige denn die der bürgerlichen die Agitation unter den Frauen von Friedrichsberg und Um- Dekonomen oder Gewerbehygieniker bietet Brauchbares, daß gegend zu betreiben habe. Die Versammlung erkannte die Noth- den damit endlich beginnenden Gewerkschaften wahrhaft Dant wendigkeit dieser Maßnahme an und beauftragte Frau Swenn gebührt. Zweck der zur Zeit beginnenden Enquete ist es, außer mit der Agitation. Nachdem Engel auf die Friedrichsberger den Wohnungsverhältnissen und einigen andern Punkten, die Brauerei Stralau Dr. W. Frentzel. Der Ausstoss unseres diesjährigen vorzüglich gerathenen Bock- Bieres beginnt am Montag, den 3. Februar 1896, und nimmt der Versand in Gebinden und Flaschen an diesem Tage seinen Anfang. Gefällige Bestellungen erbitten direkt. Hochachtend Brauerei Stralau Dr. W. Frentzel. Amt Stralau No. 13. Briefkasten der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. 20. G. St. Die gezahlte Strafe ist nicht zurückzuerhalten. Chr. Sch., Schönebeck. Ziehen Sie die Berufung zwecks Rostenersparniß zurück; derartige Verurtheilungen wegen Hineingleiten in vereinsgefeßliche Bestimmungen find alltäglich. Um meinen ausgedehnten Kundenkreis wohl unterrichtet zu halten, werden allwöchentlich an dieser Stelle die neuesten Preise erscheinen. Empfehle heut! Türkische Pflaumen, I. Qual. große do. 80. do. Geschälte Edelbirnen Große böhmische Zapfenbirnen I. II. Backobt: 950 BOLD 5 2222= 1 Pfd. 40 Pf., 5 Pfd. 190 Pf. II. " Prima, 80-85stückig 1 30 5 " 17 " III. 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Verein der Bananschläger Allen Freunden die traurige Mittheilung, daß meine heißgeliebte Frau Rosa, geb. Schwarz, heute nach längerem Leiden fanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Leopold Liepmann und Tochter Mar arethe. Am 27. d. M. verschied unser Mits 63/9 Georg Fenner. Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr 1895 96. Südost- Schule, Waldemarstrasse No. 14. = Montag: Oeffentliche Gesund! citspflege. ( Boden, Trinkwasser Versorgung, Städtereinigung, Wohnungshygiene, Volksbäder, Nahrungsmittel 2c.) Die Beerdigung findet heute, Freitag, nachmittags 3/4 Uhr, von dem städt. Kein Unterricht. Barackenlazareth in der Birkenstraße Moabit) nach dem Johanneskirchhof Geefiaße) ftatt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand der Freien Vereinigung der ZivilBerufsmusiker Berlins. 2470b Danksagung. Allen denen, die meinem lieben Manne bei der Beerdigung die letzte Ehre erwiesen haben, sage ich meinen herzlichsten Dank. Die trauernde Wittwe Neuschel. Unbemittelten Kindern MusikunterHerr Dr. Heymann. Dienstag: Mittwoch: Nord- Schule, Müllerstrasse Ho. 179a Montag: Nationalökonomie( wie in der Südost Schule). Herr Dr. A. Bernstein. Dienstag: Rein Unterricht. Mittwoch: Herr Heinrich Schulz. Geschichte.( Mittelalter. Die alten Deutsch( wie in der Südost- Schule). Deutschen. Völkerwanderung. Kirche und Staat. Mohamedanisch- arabische Kulturperiode. Feudalismus und Bunstwesen.) Herr Dr. Pinn. Donnerstag: Deutsch.( Lektüre. Anfertigung von Aufsätzen.) Herr Heinrich Schulz. Freitag: Rede- Uebung. Donnerstag: Oeffentliche Gesundheitspflege( wie in der Südost- Schule). Herr Dr. Weyl. Freitag: Geschichte( wie in der Südost- Schule). Herr Dr. Pinn. Sonnabend: Sonntag, 2. Februar, vormittags 10% Uhr, bei Buske, richt. Off.„ Musik" Postamt Dresdenerstr. National- Oekonomie.( Die Mary Rede- Uebung. Berlins und Umgegend. Grenadierẞr. 33: = Tages Ordnung: General- Versammlung. Hiermit nehme ich die Beleidigung, welche ich gegen den Werkführer August Simon und dessen Ehefrau, wohnhaft 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Wahl eines ersten Vorsitzenden. Burgsdorferstr. 13, ausgestoßen habe, 3. Berwendung der Vereinsgelder. 4. Wahl neuer Krantenbesucher. 5. Ver- zurück und erkläre dieselben für Ehren schiedenes und Fragekaften. 83/7 leute. [ 24726] Der Vorstand. Zentralverband deutscher Maurer Zahlstelle Berlin I( Putzer). Völkel. Die gegen den Maurer Virgils, Antonstr. 18, gebrauchten beleidigenden Ausdrücke nehme ich zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. Mitglieder- Versammlung 2414 am Sonntag, den 2. Februar, vormittags 11 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20. Tages Ordnung: 1. Jahres- und Kassenbericht von 4. Quartal 1895 und Neuwahl der Revisoren. 2. Jahresbericht der Unterstützungskommission und Neuwahl der selben. 3. Wahl der Bücherfontrolleure und Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder bittet 34/13 Achtung! Der Bevollmächtigte. Achtung! Bimmerer Berlins und der Vororte! Sonntag, 2. Februar, vorm. 10 Uhr, im Feen- Palast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ede: Grosse öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Wilhelm Liebnitz. Die weltbekannte Bettfedern- Fabrik Gustav Lustig, Berlin S., Prinzenstr. 46, versendet gegen Nachnahme( nicht unter 10 m.) garant. n ue vorzügl. füllende Bettfebern, d. Bib 55 Bf. Halbdannend. Bid. l. 1,25 h. weiße Halbbaanen, d. sb. R. 1,75, vorzügliche Tauneu, b. fb. V. 2.85. Bon diefen Daunen genügen 3 Vfund zum größten Oberbett. Berradung wib nitt bred net. Täglich, aud Sonntags vorm. von 7-9 Uhr: 40412* Verkauf von gekochtem Rind- u. Schweinefleisch à 30-40 Pf. per Pid. Rückenfett à 45 Pf. per Pfd. 1. Sind wir gewillt eine Verkürzung der Arbeitszeit und eine Erhöhung Verwaltung der Kochanstalt des Lohnes zu fordern? 2. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und muß jeder Zimmerer( auch die der Vororte) in derselben erscheinen. 258/4 Achtung! Der Vertrauensmann der Berliner Zimmerleute. Theodor Fischer, Danzigerstr. 88. Banarbeiter! Achtung! Sonntag, den 2. Februar, nachmittags 5 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26: Oeffentliche Versammlung der Mitglieder d. Verbandes d. Bauarbeiter u. Berufsgen. Deutschl. mit Frauen. Tages Drdnung: 82/9 1. Muhamed und seine Lehre. Referent: Gen. Dr. Pinn. 2. Diskussion. Central- Viehhof. Alte Stiefeln, aus. Bestellung. u. Reparaturen reell u. billig Dresdenerstr. 49, Runge. * ophastoff- Reste SOU zu Bezügen ausreichend Herr Heinrich Schulz. Sonnabend: Engels'schen Lehren. Werth, Mehrwerth, Kapital.) Herr Dr. A. Bernstein. Herr Heinrich Schulz. Der Unterricht beginnt pünktlich um 9 Uhr abends und endet pünktlich hr. um 10% Die Schulräume sind täglich von 8 Uhr abends an geöffnet( Sonntags 10-12 Uhr), um den Mitgliedern Gelegenheit zur Benußung des Zeitunge, Zeitschriften- und Büchermaterials zu geben. Es liegen in beiden Schufen fast sämmtliche proletarischen, sowie die wichtigsten bürgerlichen Tageszeitungen, außerdem eine große Anzahl von wissenschaftlichen Revuen, Fachschriften, Gewerkschafts- und Wizblättern aus. In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen Ver fammlungen abgehalten, in denen wichtige Fragen allgemeinen Interesses in populär- wissenschaftlicher Weise erörtert werden. Unter sachkundiger Leitung werden ferner wissenschaftliche, künstlerische und gemeinnüßige Institute be sichtigt, um neben der speziellen Ausbildung unserer Mitglieder auch für ihre allgemeine Bildung zu sorgen. Der Mitgliedsbeitrag, sowie das Unterrichtsgeld für jedes Unterrichts fach beträgt monatlich je 25 Pf. Aufnahme neuer Mitglieder( am besten bei Beginn jedes Semesters) sowie die Zahlung der Beiträge erfolgt in beiden Schulen und in den nachstehend verzeichneten Zahlstellen: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29. SO. Südost- Schule, Waldemarsir. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 5. Windhorst, Junkerjir. 1. 0. Moritz, Langeftr. 65. N. Nord- Schule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Putbuserstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 67. NO. Reul, Barnimstr. 42. NW. Löffler, Stendalerstr. 12. W. Werner, Bülowstr. 59. Der Vorstand. NB. Alle Briefe, Anfragen und Zusendungen 2c. sind an den Borfizzenden, Schriftsteller Heinrich Schulz, Berlin SO. 16, Kaiser- Franz Grenadie rplatz 7, alle Geldsendungen an den Kassirer H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 30, zu richten. Köpenick. 57 in Phantafe, Rips, Damast, Sonntag, den 2. Februar, nachmittags 2 Uhr, im Saale des Herrn Crêpe, Gobelin, Moquette und Plüsch sowie Satteltaschen spottbillig. J. Adler Teppich- Fabrik, 902 Golecki( niserhof"), Grünstraße Nr. 35: Grosse öffentliche Gewerkschafts- Versammlung Zages Ordnung: 1. Vortrag über:" Die Beseitigung des Privateigenthums." Referent: Der Einberufer. Nach der Versammlung findet ein gemüthliches Beisammensein statt. Spandauerstraße 30 Bruno Pörsch. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 3. Verschiedenes. Gäste sehr willkommen. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung: Die Mitglieder der Bahlstelle können Monatsbeiträge dortfelbit an den Kassirer entrichten. Der Einberufer." Möbelpolirer! Sonntag, den 2. Februar 1896, vormittags 10 Uhr, bei Joël, Andreasstr. 21: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Bericht der Siebener- Kommission. Diskussion und Verschiedenes. Flugblätter sind noch in den Zahlstellen und in der Versammlung zu haben. 146/19 Die Siebener- Kommission. Schöneberg. Sonnabend, den 1. Februar, abends 72 Uhr, im großen Saale der Schlossbrauerei, Hauptstr. 110-114: gegenüber dem Rathhause. Strickmaschinen aus der Dresdener StrickmaschinenFabrik sind die besten und ein leichter Erwerbszweig für Männer, Frauen u. Posam. Geschäfte. Erlernen leicht und gratis. Arbeit wird nachgewiesen. Verkauf zu Fabrikpreisen. Lager bei dem Vertreter A. Homburger, Heiligegeiststr. 49, Berlin. 41502* Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise Sämmtliche Fabrikations- Utensilien. Heinrich Franck, Ur. 185, Brunnenstraße Nr. 185. Große öfentliche Volks- Berſammlung S 1. Vortrag des Genossen Theodor Metzner. 2. Aufstellung der Kandidaten zur Gemeindewahl. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das Wahlkomitee. 204/6 ophastoff Reste in Rips, Damast, Crêpe, Phantasie, Gobelin und Plüsch spottbillig! Proben franko! in allen Qualitäten zu Fabrikpreisen. Außerordentliche General- Versammlung Läuferstoffenen Daten u des Vereins der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend. Sonntag, d. 2. Februar, vormt. 11 Uhr, bei Röllig, Nene Friedrichstr. 44. Tagesordnung: 1. Vorstandsanträge§ Nr. 3, Abs. 6. 2. Ver schiedenes. 3. Fragekasten. 59/9 Meu Hippodrom 7 Rungestrasse 8 Der Vorstand. eröffnet! u. Reitbahn Rungestrasse 8 Berlin S., Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. E. Gröppler's Weiß- u. Bairisch: Bierlokal, Nanuyustr. 65. Empfehle den Freunden und Genoffen meine Lofalitäten. Großes Vereinsz. von 35-40 Personen ist in der Woche noch alle Tage fret. Arbeitsnachweis und Verkehrslokal des Zentralverb. der Maurer 2c. und Zahlstelle der ZentralKrantentaffe der Maurer befindet sich E. Gröppler. Pianino, 50 M. bis 9 Abb., sofort dort. 20215 Ballschuhe, Salon- und Promenadenschuhe in denkbar elegantester und solidefier Ausführung, durchweg mit Lederfutter und Lederfappe, müssen in der kurzen Zeit bis zu dem Ende Februar stattfindenden Umzuge bedingt geräumt werden. Mr. 3,50 Mt. 3,50 Gemsleder- Schuhe mit Seiden-| Dieselben mit LederSchleife, Holzabsay, absay. Mt. 4,25 ausgeschnitten Mt. 2,90 Weihe engl. Lederschuhe, Schleife, Dieselben mit LederHolzabfaz, ausge absay schnitten Mt. 4,00 Kalblachschuhe mit Spiztappe, Seidene Atlasschuhe in rosa, Seidenschleife, Holzweiß, hellblau mit Schleife Mt. 4,25 Fabrikant für Cigarren, Schulwaaren. Herrengarderobe, Liköre abjay Jacques Raphaeli Bweig geschäft: · Berlin, Nene Promenade 8.: Spandauer Brüde 2. 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Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.