BERLIN Zreitag 31. Mi 1929 10 Pf. Nr. 250 B124 46. Jahrgang ErscheiottSslich aaterGonot-ss. Zugleich Abendausgab« de«.VorwSnz'. Bezugsprei« beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, s.ko M. pro Monat. Kedaktion und Expedition-, Berlin SWöS.Lindenstr.s a|(i«sen. Diese Not der Jugend hat immer bestanden, aber sie kann zetzt leichter als früher durch Turnen, Schwim- nien und Wandern gemildert werden. Die Kulwrwirtsamkeit der Arbeitersportler ist in der Partei viel zu wenig bekannt.(Sehr wahr!) Die Arbeitersportler haben sich aus eigener Kraft Einrichtungen ge- schaffen, die einen Wert von 50 Millionen repräsentieren. Der Arbeitersport hat allein 1800 eigene Anlagen, von der herrlichen Bundesschulc in Leipzig abgesehen. Dazu kommt der Arbeiter- radsahrerbund mit seinen roten Radlern, die Naturfreunde mit ihren 230 Wanderheimen und die Arbeiterflieger, die dem Arbeiter jetzt auch die Luft erobern. Kurse und Borträg« und eine ausgedehnte Bücherei sorgen für die geistige Schulung der Arbeitersportler. Vor allem aber hebt der Arbeitersport das Gefühl der Menschenwürde und den Arbeilerstolz. Dieser Stolz, zur Arbeiterklasse zu gehören, ist für uns ungeheuer wertvoll.(Sehr wahr!) Wir müssen alle Parteigenossen, auch die Führer dazu erziehen, ihre Kinder dem Arbeitersport ziizrisühren. Die große Leistung des Arbeitersports ruft jedem Parteigenossen zu: Auch deine Jugend gehört unter die roten Fahnen des Ar- beiterfports.(Lebhafter Beifall.) Den Bergsport lehnen wir selbstverständlich ab. der« Wehrsport betrachten wir als gefährliche Spielerei, die in kritischen Zeiten zurückgezogen werden muß. Wenn sich einmal Republik und Demokratie auf die körperlichen Kräfte der Massen werden stützen müssen, so wird sich die Solidarität von Arbeiterschaft und Arbeitersport in harten Faustschlägen mani- sestieren. Der Sport hat nach dem Kriege eine ganz andere Wert- schätzung erfahren als srüher. Wenn heute eine Bolksoersammluug keinen großen Besuch ausweist, so hat der Redner wenigstens das beruhigende Gefühl, daß die Arbeiter auf Turn- u n d S p a r t- p l ä tz en sind und nicht mehr wie früher in den dumpfen Kneipen. Während im alten Staat nur die bürgerliche Sportbewegung aus allen ösfentlichen Mitteln unterstützt wurde, ist das jetzt anders geworden. Die öffentlichen Körperschaften haben vor dem Sport eine Verbeugung machen müssen. In der Regel erreiche ich mehr bei bürgerlichen als bei sozialdemokratischen Spitzen der Behörden. Nach Zähl und Bedeutung ist der Arbeitersport berechtigt, wenigstens in der Relation die gleiche behördliche Förderung zu verlangen, wie die bürgerlichen Sportvereine. Ganz falsch i st die Annahme, daß der Arbeiter- spart eine Gefahr für die Führung des Klassen- k a m p f e s sei. Gerade in der Sportbewegung wird unsere Jugend sür das Freiheitsideal begeistert. Bon p a r t e i t a k t i s ch e n Dingen will die Jugend freilich nichts wissen. Diejenigen, die nichts anderes als stänkern können, haben wir aus unserer Be- wegung hinausgesetzt. Wenn diejenigen von uns. die im politischen Kamps stehen, gelegentlich auch einmal unsere Spiel- und Sport- Plätze besucht hätten, dann wäre die sozialdemokratische Führung der Arbeitersporibewegung wohl niemals in Geiahr gekommen! In unserer Sportbewegung iiegi mich im Geaeniatz zur bürgerlichen Sportbewegung eine große Erziehungsarbeit iur die großen Auf- gaben der sozialistischen Gemeinschaft. Man braucht sich nicht dar- über auzurege», wen» in unserer Parteipresse auch über de» bürger- lichen Sport berichtet wird(Zuruf: Aber der darf nicht im„Bm- wärts" stehen!). Das wird wohl keiner sozialdemokratischen Zeitung Nachgesagt werden können. Es ist eine Schmach, wen» nicht anerkannt wird, was die Republik zur Förderung des Arbeitersports getan hat. Wir Allen wissen, welche Opfer wir im alten Staat bringen mußten, um unsere Arbeitcrsportbewegung aus kleinen Anfange» in die Höhe zu bmigenL�...... Wir ö e a zr t r a g e n im Antra«, 186 den Abioy zu strei«i,-n.' der ans Sportplatzen den Alkoholausschant gesetzlich verbieten lassen will? Wir verbitten es uns, daß wir Sportler immer im Zusammenhang mit dem Alkohol von gehässigen Abstinenten genannt werden.(Bc>- sali.) Durch unsere Sportbewegung wird dem Alkoholismus viei leicht besser entgegenwirkt als durch gewisse Agitationsmethodeu der Abstinenten. W i r beantragen, daß der von uns bekümpste Absatz des Antrages 180 ersetzt wird durch die allgemeine Forderung eines verstärkten Jngendschutzes gegen den Alkoholismus. Die Leistungen von Staat, Provinz und Gemeinden für de» Arbeitersport sind nur möglich, durch eine starke Sozialdemokratie. Darum müssen bei den kommenden Kommunalwahl« i gerade die Arbeitersportler den letzten schlasmützigen Proletarier aufrütteln: wollt ihr mehr Spielplätze und bessere sportliche Einrich-' jungen, so stimmt ihr jungen wahlfähigen Jungen und Burschen f ü r die Sozialdemokratie.(Bravo!) Möge die arbeitend■ Jugend im Arbeitersport ihre körperlichen und kulturellen und in der Sozialdemokratie ihre ökonomischen und politischen Kräite schulen.(Stürmischer Beifall.) Der Parteitag verzichtet« auf eine Aussprache und, nimmt die folgenden Entschließungen an: Resolution Schreck: Sport und Körperpflege sind für die Ar- beiterklasse von besonderer sozialkultureller Bedeutung. Sie sind rn-r allem für die Jugend geeignet, die Gesundheit zu fördern und die Energie zu vermehren, die zur Führung des Lebenskampfes cii e Voraussetzung bildet. Die Widerstandskraft gegenüber jeglicher Be drückring wird durch sie ebenso gesteigert, wie das Wirten für größte menschliche Freiheit. Sie wird um so eher erreicht, wenn die Sm zialisten und Arbeitcrsportler noch mehr als bisher sich gegenseitig stützen und gemeinsam die Macht der Sozialdemokratie stärken. Der Parteitag erblickt eine wichtige Aufgabe in der Förderung und Unterstützung der Arbeirersponbewegung, für deren Gleichbereä, tigung in den Kommunen, Ländern und Reich es einzutreten gi't. Resolution Wurm-Sollmann. Der Verbrauch alkoholischer Ge- tränke ist in den letzten Jahren wieder im Zlnwachsen begriffen. Der Alkoholgenuß schädigt die Gesundheit der erwerbstätigen Bevöst'. rung, steigert ihre wirtschaftliche und soziale Not, hemmt den kul- turellen wie den politischen Aufstieg der Massen. Um die Alkohoi- aesahr wirksam bekämpsen z» können, muß insbesondere für d e Jugend jeglicher Anreiz zum Trinken beseitigt werden. Der Parteitags«rrvartet daher von der Beichstagssraktion. daß sie in das Reichsschankstättengesetz einen verstärkten Jugendschu gegen den Alkohalismus einzufügen oersucht. Gchlußberaiungen in Paris. lleber Moratorien und Mobilisierung. Paris, 31. Mai.(Eigenbericht.) Die Sachverständige» der Gläubigerdclegationen, die a-.i Donnerstag ein« Sondersitzung zur Durchberatung der deutschc» Vorbehalte abgehalten lzatten, haben schon gestern abend in einer zweistündigen Sitzung sie Fühlung mit der deutschen Delegation ausgenommen. Es wurde dabei beschlossen, z w e i U n t e r t o m Missionen zu bilden, von denen die erste sich mit der M o b i I i sie rung des ungeschützten Teiles der deutschen Zahlungen, der Organisation der künftigen Reparationsbank und der Hypothek ai die Reichseisenbahnen beschäftigt, die zweite mit dem Transfer- uns Aufbringungsmoratorium und der Deckung der Zahlun- gen für die 21 letzten Jayresraten. Hinsichtlich der Moratorien' scheint eine gewisse Annäherung insofern erzielt worden zu sein, ol/ die Gläubigcrdclegationsn auch das Auibringungsmoratorium jetzt zu lassen. Allerdings verlangen sie, um etwaigen Mißbrärn' n vo zubeugen, daß vor Eintritt eines Ausbringungsmoratoriums das Transsermoratorium bereits längere Zeit in Kraft gewesen sein muß. \ Die Wahlen in England. Macdonald ist zufrieden. London. 3l. Mai. Der Arbeiterführer Macdonald erklärte auf Befragen, die bisherigen Wahlergebnis!« seien für die Arbeiterpartei glänzend Die Regierung hat das Vertrauen des Landes verloren und die Arbeiterpartei habe es gewonnen. Dies gehe aus der außer' ordentlichen Zunahme der für die Kandidaten der Arbeiterpartei abgegebenen Stimmen hervor. Di« Ergebnisse in Orten wie Bir- mingham und Bradsord seien ausgezeichnet. Die Ergebnisse zeigten auch, wie schwach die Stellung der liberalen Partei bei den Wählern sei. Gtimmenzahlen. London, 31. Mai. Für die Arbeiterpartei wurden nach den um die Mittagsstunde vorliegenden Berichten bei den gestrigen Wahlen 3 2 9 417 3. für die konservativen 2893369. die Liberalen 16 2 3 3 4 2 Stimmen abgegeben. Glückwunsch des deutschen Parteitages. Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Otto Wels hat an H e n d e r s o n im Austrage des Parteitages folgendes Tele» gramm gerichtet: Hoch die Labour Party, euer Sieg ist auch unser Sieg! Oer Rebensachverständige. Herr Fritz Thyssen korrigiert Herrn Schacht. Schwerindustriellc und Scharfmacher haben in den letzten Tagen Phantasien über eine..Nebenregierung" verbreitet, die von der Die Schwerindustrie. Wes die Taschen voll sind, des geht der Mund über! Reichsregierung lräftig zurückgewiesen worden sind. Es gibt keine Nebenregierung, wohl aber gibt es Nebensachverständige. Den Beweis dafür liefert Herr Fritz Thyssen. Herr Fritz Thyssen gchört zu den Jungen in der nordwestlichen Truppe, die sich durch besonderes Scharfmachertum. besonderen Mangel an politischer Intelligenz auszeichnen. Er war einer der Hauptstreiier im großen Aussperrungstampf, ein Katastrophen- polüiker erster Ordnung. Thyssen veröffentlicht jetzt in Gestalt eines Interviews in der..Deutschen Bergwerkszeitung" sein Sachver- ständigengutachten: 1. Die Frage, ob er den D o u n g- P l a n für tragbar hielte, beantwortete Thyssen mit dem Hinweis auf die hohen �Zahlungsverpflichtungen Deutschlands in fremder Währung. Er �befürchte, daß es angesichts dieser Summen schon in kurzer Zeil zu einem Ausverkauf deutscher Werte käme. 2. Dr. Thyssen zieht daher dieFortsetzungdesDawes- Abkommens der Annahme des Doung-Planes vor. 3. Bei der Beantwortung der dritten Frage wies Dr. Thyssen darauf hin, daß durch da» Finanzgebaren der Ssf entlichen Stellen der widerstand unserer Sachverständigen gegen unberechtigte Forderungen unserer Gegner erschwert worden sei. Es ist ein Gutachten s Is Stinne», das lediglich beweist, daß diese Art von Industriellen sachliche Zusammenhänge eben nur unter dem Gesichtspunkt deutschnationalen Scharsmachertums zu beurteilen verstehen. Punkt 3 diese« Gutachtens ist ein niederträchtiger An- wurs gegen die Rcichsregierung— man weiß nun, wo man die Inspiratoren der von der„Deutschen Zeitung* und der „Kreuz-Zeitung*� verbreiteten Behauptungen zu suchen hat, die die Reichsregierung als„infame Lügen* bezeichnet hat! Schinkel-Rauch-Mfeum/ Aalionalgalerie Di« Nationalgalerie hat seit längerer Zeit auch die Verwaltung des Schinkel-Rauch-Museums übernommen das neben den Der- einigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin- Charlottenburg einen eigenen Bau erhalten hatte, nachdem das alte Haus, Rauchs frühere Merkstatt in der Klosterstraße, gefallen war. Der Neubau hat ein seltsames Schicksal gehabt: er ist niemals eröffnet worden. Das lag zum großen Teil an dem Bau selbst: er war in verschiedenen Baueiappen, unter verschiedenen Leitungen ausgeführt worden, und in seinem letzten Zustande war er technisch so mangelhaft, daß die Kunstverwoltung nicht die Verantwortung übernehmen konnte, die Kunstwerke dort einem größeren Publikum- zu zeigen. Dies mißratene Kind der Kriegs- und Inflationsjahr« hat nun zu leben aufgehört— die Technische Hochschule beanspruchte das Gebäude für ihre Erweiterungsbauten. So waren Schinkel und Rauch wieder obdachlos. Eine Lösung fand sich, als die Nationalgalerie für ihr neues Haus, das ehemalige Kronprinzenpalais, die Aussicht bekam, auch den Nachbarbau Unter den Linden, das mit dem Kronprlnzenpalais durch den Uebergang über die Oberwallstraße verbundene Prin- zessinnenpalais zu übernehmen. Dies Palais, das seinen Namen von den drei Töchtern Friedrich Wilhelm» III., den ersten Bewohnerinnen bewahrt, ist eine der wenigen erhaltenen Bau- schöpfungen von Heinrich Gentz, dem früh verstorbenen Architekten, der zu den besten Köpfen des Berliner Klassizismus zählt und im besonderen der Anreger Schinkels gewesen ist. Der schmal« Front- bau, der 1811 an Stelle umfassenderer Pläne zum Abschluß des Palais in der Oberwallstraße nach den Linden zu errichtet wurde, zeigt in seinen schweren antikisierenden Forme», mU den großen toskanischen Pilastern, dem dorischen Gebälk, den Kränzen und Adlern auf dem Metopen die echt« Haltung der„preußischen Antike*. So ist hier eine innerliche Anknüpfung vorhanden, um Gentzens Nachfolger Schinkel und Rauch, daneben einiges von dem großen Gottfried Schadow, der selbst mit Gentz künstlerisch zu- sammengearbeitet hat. vorzuführen, �hoffentlich wird«» sich auch ermöglichen lassen, für die Sammlungszwecke die Berfügung über den großen Garten zu erhalten, der hinter dem Palais, noch dem Strahenbahntunnel und dem Opernhaus zu. liegt und der gerade für Plastiken ein idealer Ausstellungsort ist. Die Räume in dem Kopfbau des Prinzejsinnenpalais sind aber zu beschränkt, um den ganzen Inhalt des Schinkel-Rmich-Museuins aufzunehmen. Ein Neubau ist bei der Finanzlage des Staares un- möglich. So mußt« es der Wunsch der Kunstverwaltung sein, sich für die Nationalgalerie auf eine museumswürdige Augwahl zu beschränken und die anderen Kunstwerke als Studiensammlung In einem anderen Rahmen zu zeigen. Dafür bot sich die von der staatlichen Verwaltung der Schlösser und Gärten übernommene Orangerie am Charlottenburger Schloß dar, ein glasgedeckter Raum. dessen Instandsetzung keine besonderen Kosten verursacht. An dieser Stelle werden die Besucher des schönen Schloßparkes von Charlotten- bürg Gelegenheit haben, die Bildwerke vor allem von Rauch zu sehen Leider ist der Kopfbau des Prinzeifinnenpalais zurzeit noch nicht in einem Zustande, der eine Eröffnung möglich macht. Di« Kunst- werke sind zum Teil schon eingeräumt: mit einer Schausammlung des Besten in dem oberen Stock, den man vom Uebergang aus der Nationalgalerie her betritt, und mit den kostbaren Studien und Eni- würfen Schinkels in den Schränken des Untergeschosses, das einen besonderen Eingang von der Oberwallstraße her hat. Bei der früheren Verwendung der Räume ist man aber jo sorglos gewesen, daß zum Beispiel Decken und Wandbespannungen schwere Schäden zeigen. Die Räume sind noch der Verheiratung der Prinzissinnen von der Fürstin Liegnitz, der morganatischen Gemahlin Friedrich Wilhelms III., oben, von dem Prinzen Albrecht unten bewohnt worden. Kunstfreunde haben sie seitdem kaum je betreten. Um so mehr werden sie überrascht sein, daß hier auch in der Innen- dekoration noch mancher schön« Teil erhallen geblieben ist. Um so mehr muß man aber auch wünschen, daß die geringen Mlltel zur Instandsetzung und zur Eröffnung der neuen Schinkel-Rauch- Sammlungen beschafft werden. Kein Museum Berlins, vom Zeughaus« gegenüber abgesehen, hat wohl ein« so günstige Lage, keines kann besser an die schöne künstlerische Bergangenheit der Stadt, an die großen Meister der allen preußischen Kunst erinnern. Die unrühmliche Angelegenhest des Notbaues in der Hardenberg- straße ist zu Ende, die gefunden« Lösung ist in jedem Sinne eine Verbesserung. Hoffentlich kann nun Berlins Besitz an Schadow, Schinkel und Rauch bald so gezeigt werden, wie er es verdient. Rührende Geschichte. Wie stahl ins Aug' des Richter» sich So glitzernd blank ein Tropf'? Warum senkt, schluchzend bitterlich. Der Staatsanwalt den Kopf? Von wilder Rührung übermannt, Krampst dort sich in der Eck' Der alle Polizeisergeant: Di« Spuck« blieb ihm weg! Selbst der gestrenge Kriminal, Dem kein Erlebnis fremd, Hall unbeherrscht sein Riechfutteral Ins Taschenwch geklemmt. Kulturvolke vorenthalten, well die Patentinhaber sich nicht einigen können. Oder glauben die deutschen Tonfilmfabrikanten uns mit ihren Zukunstsversicherungen dauernd vertrösten zu können, wobei sie gleichzeittg die ausländische Konkurrenz, auf ihre Patentrechte pochend, von jedem Wettbewerb ausschalten? Dem Schließer nnnt ein Tränenbach In seinen Bart ergraut! Es hat— nicht auszudenken— ach! Komteßchen hat geklaut! .Jonathan. Oer Gras von Monte Christo. Mozart-Saal. Die Spannung und die Schauer, mit denen der ältere Dumas vor bald 100 Iahren seine auf jeden neuen Band oder auch jede neue Fortsetzung fieberhaft wartenden Leser beglückt«, haben für un» heut« den größten Tell ihrer Wirkungskrast verloren. Ihre Effekt« sind verblaßt im Film, der den ganzen Kolportageapparat nur allz deutlich zeigt, noch mehr als im Roman selbst.„3)«r Graf von Monte Christo*, einst das gefeierte Bravourstück losgelassener Phantastik, läßt uns in der deutsch-französifchen FUmbearbellung, für die Henri Fescourt verantwortlich zeichnet, kall. Wir haben kein Talent mehr. Gruseln zu lernen durch die Schrecken der unter» irdischen Kerker auf dem einsamen Felseneiland. Der Gefangene, der als Leiche verkleidet ins Meer geworfen wird, läßt uns nicht mehr erbeben.(Die Phantasie mall sich alle solch« Szenen viel besser aus als wenn wir si« in ostur» zu sehen bekommen.) Die Schätze, di« auf der unbewohnten Insel Monte Christo unter Ratten und Schlangen gefunden werden blenden uns nicht. Wir merken auf den«rsten Blick, daß sie aus dem Theotermagazin stammen. So bleibt nur di« politische und die Eiferfuchtsintrige, die uns noch ge- wisses Interesse ablocken. Aber allzu ergiebig ist di«s« Quelle auch nicht, da weder Darsteller, unier denen IeanAngelo als Dantes, Lil Dagover als feine Braut. G o« tz k e als Kerkergreis ge- nannt feien, noch Reg!« die Reize bieten wie etwa in den drei Musletieren. Im ganzen verpuffen Sensationen wie Sentimen- lalitäten, und man denkt mit reiner Freude nur an die schönen Landschaften und Seebilder zurück. r. Cin Mausoleum für 20 MiNionen. Für den Vorkämpfer der Freiheit Chinas. Nanking, 30. Mai. Das Mausoleum, in dem Sunjatsen endgültig beigesetzt werden soll, ist fertig. Die Arbeiten wurden von zwei deutschen Architekten beaufsichtigt. Sie kosteten ungefähr 20 Millionen Mark. Das Zimmer, in dem der Sarg Ausstellung finden soll, ist aus M a l a ch i t erbaut. Der französisch« kommunistische Abgeordnet« Marly. bekannt als Führer der Meuterei von Sebaftopol. war neuerdings wegen Auf- reizung von Soldaten zum Ungehorsam zu vier Iahren Gesängms> und 3000 Franken Geldstrafe»«rurteilt. Die Berufungsinstanz ging aufzweiJahre und 2000 Franken herunter. Dagegen ist di« Bc- rufung des kommunistifchen Abgeordneten Doriot gegen«in auf drei Jahre Gefängnis und 3000 Franken Geldstrafe lautendes Urteil verworfen worden. Wo bleibt der Tonfilm? Diese neckische Frage sängt an allmählich bedrohlich zu werden. Das Publikum, das feit Jahr und Tag mll spannenden Notizen und Ankündigungen unterhalten wird, beginnt ungeduldig zu werden, da es von den vielgerühmten Dingen nichts zu sehen kriegt. Die deutsche Produktion ist noch nicht so weit, um einen richtigen Ion- film fertigzustellen, und gibt uns nur Versuche und Anfangsstadien zu sehen und zu hören. Die Amerikaner, die feit Jahr und Tag richtige Tonfilme herstellen, können diese nicht nach Deutschland bringen, weil die Patente der deutschen Gesellschaften die Benutzung der. amertkanifchen Vorführungsapparate unmöglich machen. Zwar war in einem Prozeß von Siemens u. Halsk« gegen die Western Electric Gesellschaft die einstweilige Verfügung ausgehoben und der Prozeß der Amerikaner in erster Instanz entschieden worden. Man konnte also hoffen, den„Singenden Narren*,»inen der«poche- machenden amerikanischen Tonfilme, endlich vorgesetzt zu bekommen. Gestern war im Gloria-Palast eine Presseoorführung anbe- räumt. Aber nachdem man eine halbe Stunde vergeblich gewartet hatte, wurde mitgeteilt, daß Telefunken eine einstweilige Verfügung gegen die Aufführung erwirkt habe. Es scheint, daß auch hier Patent« verletzt sind. Jedenfalls ist die Affäre dabei, lächerlich zu werden. Man kann doch nicht Monate und Jahre lang große tech- nifche Fortschritte, wie sie der Tonsilm zweifellos darstellt, einem Romain Rolland:„Oie Leoniden". (Uraufführung am Magdeburger Stadttheater.) Romain Rolland ist fett dem großen Erfolge seines„Jean Christof* für Deutschland der große Epiker. Mit Recht. Mit Un- recht aber wird daneben der Dramatiker Rolland vergessen, dessen „Danton", trotz des Büchnerfchen Vorblldes, ein aufrüttelndes, revo- lutionäres Werk, dessen„Der Tag wird kommen* von starker dra- matischer Wirkung ist. Trotz dleser Vorzüge des Dramatikers Rolland erobert er sich die deutsche Bühne nur langsam. Nach Magdeburg muß man fahren, um eines der sprachlich schönsten, menschlichsten und edelsten Werke der zeitgenössischen Dramatik zu sehen. v Rostands„Leoniden", die jetzt im Magdeburger Stadttheater herauskamen, spielen nach der französischen Revo- lution. In dem Schweizer Städtchen Solothurn treffen sich die Gegenspieler der Revolution. Der Adlige, Prinz von Courte-nay. trifft mit dem Bürger, dem ehemaligen Mitglied des Konvents Regnautt zusammen. Beide sind sie des Landes verwiesen, beide sind glühende und halsstarrige Vertreter ihrer Ideen. Ueber die töd- liche Erbitterung und Entzweiung hinweg gelangen sie angesichts eines neuen gemeinsamen Feindes, des jungen Bonaporte, zu einer neuen Gemeinschaft, deren menschliches Symbol der Lebensbund ihrer Kinder ist. Die wuchtigen und zarten Gestalten und die mit inniger Hingebung gezeichnet« schweizerische UmwÄt hat Rolland aus einer Füll« von heroischen und zarten, von bitterernsten und humoristischen Motiven gebildet. Das Magdeburger Stadttheater bemühte sich nach besten Kräften um eine würdige Aufführung. Freilich verlangt das Werk, das mit viel Beifall aufgenommen wurde, eine erste deutsche Bühne. ZVoIkxsvx Bcnning:. Oie Bedeutung der deutschen Geewarte Gelegenilich der diesjährigen Hauptversammlung der Gesell- schaft der Freund« und Förderer der Harnbur- zischen Schiffbau-Versuchsanstalt hielt der stello«r- tretende Vorsitzende der Vereinigung, Dr. F o e r st« r- Hamburg, einen Vortrag über die Bedeutung der Deutschen Seewarte, in dem er u.»a. ausführte, es sei klar, daß das Weitflugwesen— gleichviel, wie stark seine Entwicklung sein werde— immer in hohem Maße durch zutreffende und gleichsam weitsichtige Wettervorhersage ge- fördert würde. Die Seewarte erfülle mit allen ihren Abteilungen wahrhast weltumfassende Aufgaben. Es sei das einzige Institut dieser Art auf der Erde, hochangesehen bei allen Schiffahrt und Luftfahrt treibenden Nationen und bekannt für sein« vorbildlich sorgfältige statistssche und praktisch auswertende Arbeit im Gebiete aller Meere. Dieses internationale Wirken trag« nachweislich so viel zun, Ansehen Deutschlands in d«n Haupt-Kulturländern bei, daß die deutsche Na- tion mit größter Aufmerksamkeit und aktivem Interesse darauf b«° dacht sein müsse, diese Seewarte nach Größe, Einrichtungen und Personal auf der Höhe der Zeit und der künftigen Aufgaben zu halten, zu welch letzteren gerade die Weitflugtechnik von Deutschland aus noch fernen Ländern g«höre. Der Redner«rklärte, daß die Seewarte infolge der Vorenthaltung der nötigsten Mittel um die Hälfte zu eng geworden ist, und daß Zehntausend« von Bänden mit wichtigsten Wetter-Statistiken von den Wellreisen vieler Hunderte von Schiffen wegen Personalmangels unausgewertet liegen bleiben, deren Bearbeitung möglicherweise zur Ausfindung von gesetz- mäßigen und wiederkehrenden Perioden führen könne, welche die Wettervorhersage auf eine noch viel sicherere Basis stellen würde. Dr Foerster forderte auf. für den Gedanken einer leistungsstarken, von der Nation mit viel größerem Interesse zu umgebenden See- wart« zu wirken.___ Zu Ehren br» lichter» Zohanne» Schlas, der aus einer Fabrt nach Süd- Ichweden. Berlin ouf einige Tiste besucht, veranstaltet die Deutsche Ora- toriengemelnichaft tn der Neuen Kirche am Mendarmenmartt. Sonntag, den 2. Juni, 20 Uhr. eine copoli» arriurn(Run'lflrdje). Im Mittelpunkt steht der Bortrag von JobanueS SiblasS.Gottlied" durch Elle Slerpst-Weimar. Karten zu 2 und 1 Mark(für Iustendtlche und studierende die Hätjte) bei Zl. LSertheim und am Abend selbst. Oer große„Butscher". Widersprüche in den Aussagen der Krau Käh'er. Zleustrelih. Zl. Mai. Zu Beginn des heutigen Verhandlungslages beantragt Rechtsanwalt Dr. Brandt, der Vertreter der Nebenkläger, am 3. Zuni den Minister a. D. Hustedt als Zeugen zu vernehmen über die Vorgänge vor der Hinrichtung Zaku- b o w s k i s und über die besonderen Gründe, die den Minister bewogen haben, die Hinrichtung anzuordnen. Dann wird Frau Kähler-Nogons nochmals in Kreuzverhör genommen, um die Widersprüche in ihren Aussagen aufzuklären. Das gelingt aber nur zum kleinen Teil. Der Vorsitzende fragt z. B.: War Hannes vollkommen verblödet? Frau Kahler: Wer ihn kannte, der konnte ihn auch verstehen. Vors.: Wenn er etwas erzählte, konnte man sich dann darauf verlassen? Frau Kühler: Ja. dann war es immer wahr. Vors.: Was hat er denn erzählt? Frau Kühler: Daß ein Butscher vor dem Fenster war und nach Ewald fragte. Vors.: Was verstand er unter einem Butscher? Frau Kühler: Einen Mann, den man nicht kennt.— E s soll ein großer„Butscher" im grauen Mantel und großem Hut gewesen sein. Ich fragte: War es August? Hannes antwortete: Das weiß ich nicht. Ich fragte weiter: War er denn so groß wie August? Darauf sagte er: Ja, so groß war er. Später will Hannes draußen zwei stehen gesehen haben. Ich habe auch Gertrud und Fritz gefragt, ob August dagewesen wäre, sie haben es aber alle verneint. Vors.: Und soll Iakubowski vor oder nach dem Butscher dagewesen sein? Frau Kühler: Wenn ich mich nichl irre, soll Iakubowski etwas später gekommen sein und gefragt haben., wo Gertrud wäre. Hannes antwortete, sie wäre mich holen. Da sagte Iakubowski: Hole Gertrud her. Dann ist Hannes auch ge- gangen. Frau Kühler wird dann weiter gefragt, bei welcher Gelegen- hcit Iakubowski ihr in den ersten Tagen den Mord einge- st a n d e n hat. Sie gibt an, aus diese Frage habe Iakubowski schließlich gesagt. daß August und Friß auch dabei gewesen seien. Sie habe ihn gefragt, was haben die denn gemocht? Die Antwort fei ge- wesen: Tlix gemacht, ich gemacht. Ewald verschwunden und kommt nicht wieder zum Vorschein, wenn du was sagst, dann dir was anderes passieren. Frau Kahler bekundet, sie habe Iakubowski ermahnt, doch die Wahr- heit zu sagen, Iakubowski habe aber geantwortet: Nein. Wenn etwas herauskommt, würde ich alles bestreiten. Frau Kühler will dann Fritz daraufhin zu Rede gestellt haben. Er sagte ihr. er sei bei Möller gewesen. August habe ihr gesagt, er sei in Lankow ge- wesen. Oberstaatsanwalt Weber: Ich habe Sie beinahe monate- lang gequält und gesagt, aber das haben Sie mir niemals gesagt, daß Iakubowski Ihnen erklärt habe: Nix gemacht, ich gemacht.— Wie kommt das? Frau Kühler: Mir ist so, als ob ich das auch schon gesagt habe. R.-A. Dr. Brandt: Sie wußten doch also, daß Iakubowski der Mörder war. Dann verstehe ich erst recht nicht, wie Sie sagen konnten, er sei unschuldig hingerichtet worden. K ä hl e r: Nachher habe ich erst an seiner Schuld wieder gezweifelt, weil er immer gesagt hat, es wäre nicht wahr. Ober- staatsanwalt Dr. Weber: Ich habe den Eindruck, daß Sie. Ihr letztes früheres Geständnis jetzt etwas abschwächen wollen In Ihrem letzten Geständnis haben Sie gesogt: Ich glaubte schließlich, August sei der Täter.— Gestern beim Lokaltermin sagten Sie uns, Sie glaubten, alle vier seien dabei gewesen. Heute wieder beschuldigen Sie im Gegensatz dazu Iakubowski. Es folgt die Verlesung eines Protokolls über die l e tz-t e Vernehmung der Frau Kühler, das inholtegemäß den vorhergehenden Geständnissen entsprach. Auch darin betont sie, sie habe trotz der erzwlingenen Abreise nach ihrer Rückkehr immer noch chie Hoffnung gehabt, die Tat würde nicht ausgeführt worden sein. Iakubowski habe ihr gestanden, er habe den Mord ausgeführt. Fritz und August seien mit dabei gewesen. Ferner habe ihr Iakubowski gedroht, wenn sie etwas davon verriete, er würde schon mit allen fertig werden.— In einem anderen Ge- st ä n d n i s hat Frau Kühler die Vermutung ausgesprochen, daß ihr Sohn August kolsächlich die Hand mit im Spiele gehabl haben müsse. Dies habe fi« aus den Unschuldsbeteuerungen Iakubowskis und auch aus den Angaben des August einige Tage vor der Tat gefolgert. R.-A. Dr. Brand: Trifft es zu, daß di-- Mutter Sie beide, Fritz und August, tatsächlich zur Rede gestellt hat? Der Angeklagte August Rogens verneint die Frage, mährend sich Fritz Rogens darauf nicht mehr besinnen kann. Beide harten auch früher schon bestritten, von der Mutter zur Red« gestellt worden zu sein. Angekl. Blöcker hat einige Tage nach dem Verschwinden des Ewald mit Fritz über die Mordtat gesprochen, und zwar soll ihm Fritz aus Befragen erklärt haben, August sei da gewesen und hätte Ewald die Luft abgedrückt. Taifun, Erdbeben, ttnwetier. Neue schwere Naturkatastrophen. Manila, 3l. Mai. Auf den Philippinen wütete ein Taifun. Mehr als IVO Menschen kamen ums Leben. Der Sachschaden ist ungeheuer. Wie„Associated Preß" meldet, beträgt die Zahl der bei dem Taifun auf der Philippinen-Insel Leyte ums Leben Getom- menen 1l9. Der Soch- und Ernteschaden wird auf eine halbe Million Dollar geschätzt. Dutzende von Ortschaften wurden verheert und zahlreiche Häuser weggespült. Die Zahl der Obdachlosen geht in die Tausende. Die Philippinen sind die nördlichste Gruppe des Malaiischen Archipels und setzen sich aus mehr als 1000 Inseln zusammen. Sie unterstehen seit dem Frieden von Paris, der 1898 den spanisch- amerikanischen Krieg beendete, der Oberhoheit von Washington. Erdbeben in Argentinien. Aus der argentinischen Provinz M e n d o z a wird gemeldet, daß durch ein Erdbeben in Villa Atuelo mehrere Hänser zum Einsturz gebracht worden sind. Nach den erste», Meldungen sind etwa 4« Personen ge- tötet und eine große Anzahl verletzt worden. 31 Todesfälle sind gestern und vorgestern in den Dereinigt«» Staaten durch Hitze, Sturm und Ueberschwemmungen verursacht worden. In New Port wurden 4 Personen durch die Hitze getötet, in Texas ertranken sieben Menschen und in Hartford (Connecticut) fielen gleichfalls vier Personen der Hitze zum Opfer. Maffenklagen gegen Lames Klein. Er erscheint nicht vor Gericht unv läßt sich verurteilen. Di« nächsten Tage steht das Arbeltsgericht. Berlin im Zeichen der Europäischen Reisetheater-Gesellschast und von James(zu deutsch August) Klein. Bei den zahlreichen Geschädigten Hot sich ein neues Frage- und Antwortspiel gebildet: Kommt Klein oder kommt er nicht? Bei den ersten, am heutigen Freitagvormittag unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrats Dr Pierau verhandelten Klagen war James Klein nicht erschienen, so daß in allen Fällen Versäumnisurteile gegen ihn ergingen. Es handelte sich um Klagen der geschädigten Dekorationsmaler und Portiers. Für morgen, Sonnabend, hat Klein sein persönliches Erscheinen „angekündigt". Ob er sein Versprechen halten wird, bleibt jedoch abzuwarten. Jedenfalls ist für morgen, wo die geschädigten Musiker auftreten werden, eine ganz« Togessitzung in dem größten verfügbaren Saal anberaumt. Man bereitet sich auf langwieriges Verhandeln vor.— Für Montag sind weiter« Termine gegen James Klein anberaumt. Reue Klagen dürften folgen. Wie wir erfahren, versucht die Internationale Ar» t i st e n l o g e gegenwärtig mit Klein einen außergerichtlichen Ver- gleich im Interesse chrer geschädigten Mitglieder abzuschließen. So- fern sich diese Vergleichsperhandlungen zerschlagen sollten, werden weitere Klagen gegen Klein und sein„Theater der Fünftausend", das sich für die Angestellten ass«in„Theater der fünftausend Eni- täuschungen" entpuppt hat, beim Arbeitsgericht eingereicht werden müssen._ Johann, der Tulpenfreund. In der letzten Zeit wurden wiederholt die Blumenanlagen auf den össentlichen Plätzen empfindlich geplündert. So vermißte man von dem Beet am Askanischen Plötz ein« ganze Anzahl Tulpen, die gleichen Blumen wurden am Leipziger Platz gestohlen und ebenso die Anlagen auf dem Pariser Platz zerstört. Gestern erwischte man endlich den Blumendieb. Er hatte auf dem Gcndarmenmarkt in aller Morgenfrühe 106 Tulpen abgeschnitten und wollte damit verschwinden. Er wurde fest- gestellt als ein Johann W.. der seit einiger Zeit lediglich davon lebt, daß er di« gestohlenen Blumen in den Markthallen und auf der Straße oerkaust. 13. kreis Tempelhof. Morgen, Sonnabend, 1. Juni, Besichti- gung des Großkraftwerkes Klingenberg. Eintritt frei. Treffpunkt 6 Uhr abends vor dem Bahnhof Tempelhof. Erkennungszeichen: Parteinadel. Führung hat Genosse Valentin Hartig. lveller für Berlin. Bewölkungsobnahme noch ziemlich kühl mit nordwestlichen Winden.— Jur Deutschland: Im Süden weiterhin heiter und am Tage mäßig warm, im Norden langsame Auf- heiterung, aber ziemlich kühl._ »Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. ZZcranlwortlich kllr die Redaktion: grau, Klüt)». Berlin: Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag®. m b H.. BerNn......M drucke rei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW KS. Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. einzeigen: Td.«locke. Druck: Vorwärt, Buch- Der CARI/CH-KAFFEE für den Trühsfüeksfi'seh IM NÄCHSTEN C/XRHCH-L/XDEN ERHÄLTLICH I ZOO GR. PACKG. Mk. 11 m PROGRAMM für die Zeit vom 31. Mai bis 3. Juni KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zeit vom 31. Mal bis 3. Juni ©lOia Potsdamer Strahc 38 Vererbte Triebe(Der Kamp' ums neue Geschlecht) mit Waller Rill«, Mari« Solveg, Fritz Albert! Der rasende Tenlel mit W, Falrbanks(5 Akte) RhcinstraJhe 14 Diane mit Olga Tsdiediowa Die ncne Heimat m. R. Schlldkraoi (7 Akte) Odeon, Potsdamer Sh*. 75 Der Patriot mit Emil Jennin�s Turmstrahe 12 Adalbert Hingabe(Weib am Kreuz) m. Marcella Albayl, H. i v. Scfalettow Küsse, die man nie vergibt mit Maria Paodlcr, W, Fucttcrcr Alexanderstr. 39-40 (Fassade) Diane mir Olga Tscheche wa Mensch ohne Gewissen(7 Akte) mit Vivlan Gibson, Oskar Marion � Schöneberg M Alhambra Be�-Ä,5U Schöneberg, hauptstr. 30 Zweite Woche verlängert! Der Patrio. mit Emil Janningo So ist Pari».' Uhnencha» Titama(Uf. s'Äberg) laupistraBe 49 Beginn ab 6J0 Uhr Die grobe Lcldensdhaft m. Dag Over Das Findelkind von Singaporc c Nordwesten Welt-Kino Alt-Moabit 99 Peter, der Mairose mit R. Scfafinzel Ein Vorschob«oi die Scllgkcli W Charlotten bürg> Schlüter-Theater SchlOterstr. 17 W. 7 u. 9.1S U, S. ab 4 U. Die Ehe(van de Velde)' Dr. DoUlile und seine Tiere a««eaiit» j Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Qutsmuthsstr. Uraufführung: Die Dame in Schwarz Auf der Bühne: Bernhard und Rieh U Uc»iterfeide-We«t"b Hilde, Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 6.15 Uhr, Stg. ab 4.30 Uhr Ihr dunkler Punkt mit Ltlian Harvcy Abcnleurer-G. m. b. K» mit Carlo Aidini Südosten Filmcck B£f!inn:W-|Ä Skatitzer Straße, am Oörlltzer Bahnhof Der lästige Witwer mit Harry Liedike Gate BOhnenschaCi Wochentags 6.30, 9 Uhr Stg. 5, 7.9 U. Stg. 3U.J,-V. Hi-Li Hindcnburgdamm 58a Die Siebzehnjährigen mit G. Mosheim Priczillos Fahrt ins Glück Bühnenscfaaa Ergebnis der Schönheitskonkurrenz (j Südwesten Film-Paiast Kammersäle Teltower Str. I Die wunderbare... Nina Peirovna mit Grohe» Beiprogr Beginn 6 U. der Helm Mariandorr Vf w_| i Marlendorier L lä- LI Utäbisptele Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr Jug.-V, Der Leain anl Ihrer MafcstSi mit Iwan Peirowich Varicl6aicme Urania-Theater Wrangelstr. II, Köpenicker Brücke Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Stg. 2.45, 5. 7. 9 Uhr Karneval de* Leben»(7 Akte) Ramona, S gr. Varleie-Nammern » Neukailn j Primus-Palast Herrtiannplatr Da» nSrriscbe Glück! in. Maria Pendler u. Friiz Kamper» Auf der Bühne: Vorspiegelungen(Ein lustiges Spiel der Schwarzkompagniel Ma* Ebrlicb von der Haller-Revue �J*iederschäncnwcldeJ| Elysium(wSSpS�) Hasselwerderetraße 17 Die Carmen von$L Pauli mit J, Ingo EUenbabnrSnber von Texas Gate Bühnen» diso G Weinemee> Schloßpark Film- BQhne Berliner Allee 205—210 Quartier Latin mit L Pdrovidi Beiprogramm Ausstatb-Revne; Kon und Madig Ost an Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Hoppla, Vater slehPs Ja nicht I mit Lanra la Plante Auf der Bühne: Ludwig Manfred Lommel(persönl.) Jugendliche haben Zutritt Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentg. ab 7 U„ Sonntag ab 5 U. Kasseneroffnung>/, Std. vorher Luna-Filmpalast Qr. Frankfurter Str. 121 Somnambul(Die Hellseherin) Die Zwilling» ichweiter mit C. Talmadgc Bühne: GnsPI Beert 35 Minuten Lachen! Concordia-Palast Andreasstraße M Grobstadtschmetterlln� mit Anna May-Won£ Glück bei Frauen Bühnenscfaaa Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Der Held aller Mfidcfacntr&aiae mit Harry Liedtke Eva im Paradies Bühnenscfaaa Kino Busch �Ä8"45 Alt-Friedrichsfelde 3 Anastasia(Lebensroman d. Zaren- fochter) mit L. Parry D. Unüberwindlidae mit Albertini ■ Nordesten> „Elysium" Prenzlauer Allee 58— Film und Bühne Vererbte Triebe mit Waller RiUa Revue; Im Finge tun die Welt Bflhneindian Nord m Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Variete mit Emil Jannings Böhne: Meistcr-Gladiatorcz Bühnenscfaaa Alhambra Müllerstraße, Ecke SeestraSe Der lustige Witwer mit H. Lltdike Revue: jetzt geht« los 1 Fortuna-T ageskino Müllerstraße 12c Beg. 10 U. vorm. Da» fahrende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Well Produktion Metro-Palast Chausseestraße 30 Pat and Patadhon als Möller Peter, der Matrose m. R. Scfaünze! Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Täglich 5. 7,9 Uhr Stg. 3 U. Jugendv. Grobstadtfugendl m. Harry Liedike Der Wörter des GIficfas Pharus-Lichtspiele Müllerstraße 142 i Tage Karneval, mit Qcsangseinl. des Kammersängers Karl Kemper Kameraden Beiprogramm »Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Die eiserne Maske m- D. Falrbanks Matrose wider Willen Bühnenscfaaa � Ceauwdbrunnnn p „Alhambra* Bad Straße 58 Die neue Heimal Da» Opfer der Stella Dallas Bühne: Gastspiel der berühmten Ncgcr-)azzband-K«pclle Balls ehmieder- Licfatsp. Badstraße 16 Zwei bSUlsdie Tage m. C. AI«Uni Ein Vorschng auf die Seligkeit Grobe Bühnensdiaa Humboldt-Theater Bad Straße 16 Was kostet Liebe 7 Die Panzerpost mit Tom Mix Bühnenscfaaa Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Port, der große Afrika-Film Dr. Doliilfe und seine Tiere Varl. Pankow Palast-Theater Breite StraBe 21 a Verlängert? Die Praa, die Jeder liebt, bist da mit Hcnny Porten Grobes Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Variete mit Emil Jannings Beiprogramm Bfibnensebau Film-Palast Blankenburger Straße 4 Wjigsl Der gioße Fliegerfilm Ein», zwei, drei- los I m. G. Ederle 11.15 Uhr: Nachtvorstellung: Der FoU Sonja Pclrowna d R'einlckeBrtorf-Ost~b Bürgergarfen-Lichtsp. Hauptstraße 51 Aspkalt mit Gustav FrSbllch Port, der große Afrika-Film Dakaenschan �Beilage Freitag 31. Mai 1929 OprMntiÖ SficuLittkga&a-dn Iburd+A Der Kumpel streikt! Aus der Arbeiterkantate„Das Bergwerk"/ Von Bruno Schönlank Bruno Schönlank hat für den veutschen Srbeiter- fängerbund eine Brbeiterkantate„vas Bergwerk" gefchrieben. wir entnehmen der Dichtung mit der freundlichen Genehmigung des Deutschen Arbeitersängerbundes die folgenden Abschnitte: Beugt euch, bückt euch, wrackt und hackt. Straff und nackt Zugepackt, Scharrt die schwarzen Bohlen. Boch nickt voll Unser Soll: � Füllt die Grubenhunte. n Rascher, rascher! Schneller, schneller! Doch nicht voll Unser Soll! Schlecht Gestein Darf nicht-rein.. Geufel her Ummer mehr? wrackt und hackt. Bohrt und scharrt. Sprengt und schlagt. Rascher, rascher! Schneller, schneller Faules Kas, was mit dem Fäustel! wer nicht mitkann, Bleibe oben. Immer mehr Bohlen her! lloch nicht voll Unser Soll. Und wir müssen drüber. Beugt euch, bückt euch, wrackt und hackt, Spart nicht eure Bnochen. Lungen müssen kochen: Treibt der Bankherr doch den Bergherrn. Treibt der Bergherr doch-den Steiger, Treibt der Steiger doch den Hauer, Treibt der Hauer doch den Fahrer, Und der Teufel treibt das Ganze. wrackt und hackt Schneller, schneller, Immer schneller! Unser Soll ~ lloch nicht oolll?»!■■— Schlecht Ceftetit;•* ,: Darf nicht rein. Doch wir müssen hauen. Zwackt der Bankherr doch den Bergherrn. Zwackt der Bergherr doch den Steiger, Zwackt der Steiger doch den Hauer, Zwackt der Hauer doch den Fahrer, Und der Teufel zwackt das Ganze. Tanzmusik im Palasthotel. Beste Saxophonkapelle. Eben langsam, wieder schnell wogt die bunte Menschenmenge. wie der straffe lleger hackt Auf dem Brett dazu den Takt! „I love you, girl!" Schenkt der Bank Herr einer Schönen Eine reiche Perlenkette. Trinkt der Bankherr mit dem Bergherrn Kuf der Grube Wohl. Lächelnd mit trinkt die Kokotte Auf der Grube Wohl! Stehen Sutos in Garagen, Flinke Kutos, Rasieautos, Bringen schnell zur Stadt. Ratterzug, Vonnerzug Trägt den Ingenieur. Ginmal muh er ins Theater In der großen Stadt. will das Bergwerk mal vergesien, Ginmal andre Menschen sehn. Sitzt der Steiger In der Schenke. Trinkt der Steiger Mit dem Steiger. Spult den Kohlenstaub hinunter. Trinkt der Kumpel mit dem Kumpel, Spült den Kohlenstaub hinunter, videldumt das Grammophon: heut ist heute. Kumpel trink! Darfst den Himmel wieder sehn, Kannst dich einmal ganz vergesien? Lockres Mädchen in der Kneipe In der Kneipe mit Girlanden, Rosaroten Blumenketten, Lockt das Geld ihm aus der Tasche. Singt das Mädchen in der Schenke: Trinke, Kumpel, heut ist heute, weiht du denn. was morgen ist? «• • Kumpel will sein gutes Recht. Kumpel war zu lange Knecht. Kumpel kämpfet im verband. Kumpel schreit durchs ganze Land: Streik! Streik? Der Kumpel streikt. * * Kumpel litt zu lange Not. Kumpel kämpft um besires Brot. Kumpel kämpst um kürz're Schicht. Kumpel will mehr Sonnenlicht. Streik! Streik! Der Kumpel streikt. * Maschinen. Maschinen, Sie hungern nach Kohlen. Die weihe Kohle schafft es nicht. Hochöfen dürsten Nach Heiher Glut. Nach Kohle schreien die Lokomotiven! Nach Kohle schreien die finsteren Städte. Nach Kohle schreit die ganze Welt.» Der Kumpel schnallt enger den Hungerriemen. Der Kumpel reckt sich über Zechen und Städte, Sein Riesenantlitz trägt Kohlensprenkel, Zum Schwüre ballt sich seine Faust, Gs stockt der Herzschlag der Welt. -i-* » Ihr glatten Herren, nun fahret ihr ein! Ihr glatten Herren, nun schlagt das Gestein Und dürstet bei magerem Brot Und habt zum Gevatter den Tod. Ihr glatten Herren, wir trugen es lang. Ihr glatten Herren, nun hört den Gesang: wir stehen oben im Licht! Nun fahrt ihr selbst eure Schicht! Und fahrt ihr glatten Herren nicht ein, wer sollte von uns ein Verräter sein? wir hisien die Fahne rot! Und kämpfen um Freiheit und Brot! »• *■ Spricht der Bergherr zu dem Bankherrn: Geben diesmal besser nach. Kumpel steht zu fest im Streik, hungert lieber und verreckt, Läht die Gruben mit verrecken. Sitzung in dem großen Saale: wägen, rechnen und verhandeln. Bergherr. Bankherr und Fabrikherr Ringen mit dem Kumpel heih, Mit dem Kumpel vom verband. Ringen zäh um jeden Groschen, Ringen heih um jede Stunde, Zahlen schwirren, werden Leben. werden Brot und Sonnenlicht. werden endlich Sieg dem Kumpel. »• Aufhorcht die Welt, Takt, Takt. Weltherztakt! Der Kumpel fährt wieder ein. Der Kumpel fährt wieder ein. wie stolz er seinen Fäustel packt! Der Sieg war diesmal sein? Der Sieg war diesmal sein! Schritt! Schritt! Millionenschritt? Stürme, Grdball, wir stürmen mit! Schwungrad sause, Sirenen, gellt! pack zu, gewaltige Faust der Welt! Glück auf, wir fahren ins Morgenrot! Glück auf. du blühende Welt! Glück auf, ihr Aecker mit reifendem Brot! Glück auf, du himmlisches Zelt! Glück auf, ihr Dampfer im blauen Meer! Glück auf, du sausende Zeit! Glück auf, du fieberndes Arbeitsheer, Zum Kampf und zum Siege bereit! Glück auf! Glück auf! Negerhdlle Afrika Zwangsarbeit in Porfrgicsisch- Afrika Von einiger Zeit hat Herr E. Zl. R o h, Professor der Sozio- logie an der Universität Wisconsin, Forschungen über das System, das in Angola und P o r t u g i e s i s ch- O st a f r i k a für die von den Eingeborenen zu liefernde Zwangsarbeit verfolgt wird, angestellt. Das Resultat dieser Forschungen ist unter dem Titel „Rmployment of Nativc Labor in Portuguese Africa" veröffentlicht worden. Um ein möglichst wahrheitsgetreues und allgemeines Bild der tatsächlichen Zustände wiederzugeben, hat Prof. Roß eine beträcht- liche Anzahl, zum Teil weit voneinander entfernt liegender Dörfer besucht und durch Vermittlung vertrauenswürdiger Dolmetscher Fragen an die Eingeborenen gerichtet oder aber sich an solche Weiße gewandt, die auf dem laufenden der Tatsachen und frei von jedem Verdachte falscher Angaben sind. Auch Hot er nie verfehlt, da, wo ihm Günstiges mitgeteilt wurde, dies hervorzuheben. Die Vorfichts- maßregeln, verbunden mit der Kompetenz, die Prof. Roß in sozio- logischen Forschungen besitzt, dürsten genügend Gewähr für eine unparteiische und. sowAt dies überhaupt möglich ist, vollständig ein- wandfreie Darstellung leisten. Bei der Zwangsarbeit der Eingeborenen ist zu unterscheiden diejenige für die Regierung und die für P r i v a t u n t e r- nehmungen(z. B. Plantagen). Wenn einerseits in einer sich entwickelnden Kolonie die Ausführung gewisser Arbeiten von den Eingeborenen(übrigens auch zu deren eigenen Nutzen) für die Re- gierung unerläßlich ist, so müssen andererseits diese Dienste, wie jede andere Arbeit, bezahlt werden und unter menschenwürdigen Umständen vor sich gehen. Leider ist dies nicht immer der Fall. So scheint denn auch diese Arbeit in Portugiesisch-Asrika in den letzten Jahren zu einem wahren Frondienst auszuarten. Die von der Regierung Retrullerlen müssen monatelang ar- bellen: sie erhallen keinen Lohn, keine Nahrung oder eine völlig unzureichende, wenn der Arbeitsort so weit von ihrem Heim entfernt ist, daß sie sich nicht selbst verköstigen können. Der Dienst befreit nicht von der Kopssteuer. Die Arbeit, von zwei kurzen Pausen unterbrochen, dauert von Tagesanbruch bis in die Nacht: sie ist sehr hart und wird noch unnötigerweise erschwert. denn statt mit rationellen Wertzeugen, wie Picken, Schaufeln Spaten, Räderkarrcn usw., muh sie mit primitiven Gerät- schasten ausgeführt und die ausgeworfene Erde in Körben weggetragen werden. Dabei herrscht eine Uebertreibung in den S t r ach c n a n la g e n. So fuhr Pros. Roß stundenlang aus einer Autostraßc durch eine verlassene Gegsnd, in welcher dos Wild sich herdenweise herumtrieb, und die aus seiner Rückfahrt einzig sieht- bare Räderspur war diejenige seines hinfahrenden Wagens. Eine andere breit« Straße lief meilenweit geradeaus über mehrere Hügel, wenn eine llmgehung der steilen Anhöhen leicht und ohne irgend- welchen Nach'eil für ds« Verkehr hätte vermieden werden können. Ferner wurde Prof. Roß von einer breiten Straße erzählt, die lediglich zu einem Aussichtspunkt führt und nur nach Monaten ihrer Herstellung soll sie die erste Räderspur gezeigt haben. Solche übertriebenen Straßenbauten bilden eine Ungerechtigkeit, wenn man bedenkt, daß sie von unbezahlten, unverköstigten Eingeborenen— unter denen sich a u ch F r a u e n befinden— mit den primitivsten Werkzeugen hergestellt werden müssen. Was die Arbeit für Privatpflanzungen betrifft, so wendet sich der Pflanzer an die Regierung, die ihm das nötige Menschemnaterial zusammentreibt. Die Arbeit soll durchschnitt- sich drei Monate dauern. Der Eingeborene erhält eine ungenügende Nahrung, bestehend aus etwas Nllehl und Reis. Den Lohn soll der Pflgnzer am Ende der Arbeitszeit direkt an den Arbeiter be- zahlen oder aber er hinterlegt ihn im Verwaltungsbureau. Auch auf den Plantagen dauert die Arbeit von Tagesanbruch bis in die Nacht, auch hier ist sie äußerst hart: richtet sich ein Arbeiter einen Augenblick in die höhe, um seinen müden Rücken auszuruhen, gleich sausen Schläge aus ihn nieder. Dabei wird er in der Regel schmählich betrogen. Beim Arbeitsantritt erhält er eine sogenannte„Zeitkarte", aus welcher jeder von ihm gelieferte Arbeitstag eingetragen werden soll. Nicht selten muß er gleich vorweg acht Tage arbeiten, um die Kosten dieser Karte zu ersetzen: sodann werden prinzipiell trotz sechstägiger Ar- beit nur drei oder vier Tage als gearbeitet vorgemerkt. Der Sonn- tag, an dem die Arbeit bis Mittag dauert, zählt überhaupt nicht. Auf diese Weise werden aus den drei Rionoten fünf, sechs oder noch mehr. Ist die Dreimonatskarte endlich nach fünf oder sechs Mo- naten glücklich ausgefüllt, so kann der Arbeiter seinen Lohn ver- langen: meistens aber verlangt er ihn nicht aus Furcht, eine weitere Dienstzeit zu erhalten, denn es wird ihm alsdann eine Extra- arbeit angekündigt: verweigert er sie, so kann er riskieren, daß seine bereits ausgefüllte Dreimonatskarte zerrissen und ihm eine neue aufgezwungen wird, u»d die Sache beginnt von vorn. Es wurden Fälle berichtet, in welchen die vor Jahren Rekrutierten nicht wieder in ihr Heimatdorf zurückgekehrt sind. Klagen bei der Bc- Hörde scheinen nicht den geringsten Erfolg zu haben. Deponiert der Pflanzer den Lohn bei der Verwaltung und wendet sich der Eingeborene an das Bureau, kommt es häufig vor, daß ihm entweder kurz mitgeteilt wird, es sei nichts für ihn hinter- legt, oder er wird aufgefordert, nach einiger Zeit wieder vorzu- sprechen. Hat er den Mut, dies zu tun, so wird er mit der„cala- boose"(Nilpserdpeitsche) bedroht, und damit endet die Angelegenheit. Seinen Lohn erhält er aus keinen Fall. Diese Tatsache soll denn auch den auf solch unverständliche Art plöhlich erworbenen Reichtum mancher Beamten erklären. Mit der Rekrutierung sowohl für die Regierung wie für die Plantagen sind eingeborene Polizisten aus fremden Stämmen betraut, die völlig freie Hand haben, ihre Macht natür- sich mißbrauchen und auf die brutalste Art vorgehen. Auch hier ist jede Klage nutzlos. Ferner läßt die übertriebene Rekrutierung, die rücksichtslos selbst in der Saat- oder Ernteperiodc des betreffenden Dorfes vorgenommen wird, den Eingeborenen keine ZW zur genügenden Kultur ihres Landes, und in manchen Distrikten, in denen früher reichlich Manioc, Reis, Kartoffeln, Bohnen usw. geerntet wurden, liegt jetzt die Kultur danieder und statt des che- maligen Wohlstandes herrscht Armut und Hungers- not. Die ungenügende Ernährung hat eine weit höhere Sterblich- kcit zur Folge, und diese ist' neben der starken Rekrutierung in«nt- sernte Gegenden einer der Gründe der Entvölkerung, die in manchciz, Gegenden geradezu bedenklich wird. Dies sind im großen und ganzen die Zustände, die nach Prof, Roß in Angola und Porwgiesisch-Ostasrika herrschen Wie bereits erwähnt, steht es außer Zweifel, daß der amerikanische Forscher in loyaler Weise be! seiner Untersuchung vorging und daß, selbst wenn da und dort ein Irrtum unterlausen sein mag, die Verhältnisse tat- sächlich die beschriebenen sind. Uebrigens hat die offizielle p o r t u- giefifche Delegation des Völkerbundes in einer Gegenschrift die Wahrheit schwerwiegender Fälle zugegeben mit der Bemerkung, daß gegen mehrere Beamte strafrechtliche Maßnahme«' ergriffen wurden.' \0ug�nd�TV7nßnü7�eti vmOskaPWßkik Copyright Bflcherkreis aus„Viermännerbuch" 'S Hannsbattles Theres. Der älteste Mensch, an den ich zurückdenken kann, ist Hanns- daltles Theres. Noch heut', nach über dreißig Jahren, hängt ihr weißhaarig Antlitz in manchen Nachttraum hinein. Eigentlich hieß sie gar nicht Hannsbattle, sondern Raas. Aber sie stammt« aus dem hinteren Sundgau, aus Buschweiler, und da war Hannsbattle eben ihr Dorfname. Außer den Hannsbattle gibt es dort auch noch die Hannsbatten. Doch man muß scharf unterscheiden zwischen den beiden Geschlechtern, trotzdem sie ganz nah miteinander verwandt sind. Die Hannsbatten, das waren die Reichen. Die hatten Felder und Wälder, Matten und Aecker, Fischweiher und Weinberge. Scheuern für Korn und für Flachs und außerdem noch«inen schönen Batzen Geld. > Die Hannsbattle dagegen, das waren die armen Teufel. Di« hatten keine Felder und keine Wälder, keine Malten und keine Aecker, keine Fischweiher und keine Weinberge, keine Korn- und keine Flachsscheuern, nein, die hatten nichts als ihre sllnfzinkigen Gabeln, die ihnen die Mutter von kleinaus gegeben, und die brauchten sie unvergleichlich mehr zum Arbeiten als zum Essen. Zu diesen Hannsbattles nun gehörte die Theres, unserer Mutter Mutter. Von jeher, ich weiß es nicht anders, wohnte sie bei uns im Hause und wurde wie«in Eigenes gehalten. Nach Buschweiler wäre sie nie mehr zurück, selbst dann nicht, wenn man ihr den Weg dort- hin mit daumendicken Talern gepflastert hätte. Für uns fünf Kinder, und mochten wir noch so wild sein, hatte sie immer ein gutes, entschuldigend Wort, und nie schätzten wir sie mehr, als wenn wieder einmal Prügel fällig waren. Da nahm sie uns in Schutz und wehrte dem Vater. Ich kannte sie nie anders als ganz alt und weißhaarig. Ihre fünfundsiebenzig Jahre hatten ihr den geplagten Rücken zur Erde gezogen, fo daß ein richtiger Buckel daraus geworden war. Ihr Gesicht war zusammengeschrumpft und vom Alter ganz klein gemacht worden, fast so klein wie das Gesicht eines Kindes. Aber es war von den Sorgen eines geschundenen Lebens zerrissen, und die Falten und Runzeln in ihrer pergamentenen Haut waren so tief, daß sie ganz dunkel erschienen vom Schatten, der darin log. Solang sie noch laufen konnte(kriechen, sagte Lieni, der Schmied), nahm sie Sommers den Kratten, den Tragkorb, auf den Rücken und den Stecken in die Hand und streifte hinaus ins Feld, um Kräuter zu sammeln. Sie kannte alles, was Boden und Sonne wachsen ließ, der Pflanzen vielfältiges Heer: kein« Staude am Hange, keine Blume am Bahndamm war ihr fremd. Und von jedem wachsenden Wesen wußte sie einen Vers oder«in Sprüchlein. Riß sie eine Schafgarbe ab, so sagte sie gewöhnlich'„Wenn die Mannsleute wüßten, was du für ein seines Kräutlein bist, so würden sie dich heilig ausgeben und vor dir niederknien!" Beim Stiefmütterchen hieß es:„Stärkt's Genick, laxiert den Magen und macht da» Haar wachsen!" Beim Käslekraut:„Bei dir gebadet, hat noch keiner Jungfrau geschadet!" Ihr« vielen Kenntnisse hatte sie von ihrem Vater. Der war tief hinten im Sundgau, wo die Bauern so grob aus dem Halse heraus- reden, einen ehrlichen Katarrh nicht anders als Chudri und Schnudri benamsen und nie im Leben den Roll-Laut„r" anders sagen können, als daß sie zweimal mit dem Halszapfen wackeln, da war er«in Dorfdoktor gewesen, mit einem Zulauf, über den selbst die viel- besuchten wundertätigen vierzehn Rothelser von Niedermagstatt hätten neidisch werden können. Das schönst« an der Großmutter, das war aber nicht ihr« Kräutersammlerei und auch nicht das, daß sie bei Neutnond Warzen und Kröpfe besprechen konnte, nein, das schönste, das waren die Geschichten, die sie erzählen und die Lieder, die sie vorsingen konnte. Ihr Gedächtnis war erstaunlich. Stets«rzählle sie ihre Geschichten so, wie sie sie selber gehört hatte/ nie veränderte sie auch nur einen Satz oder eine Wendung. Wurde sie darüber gefragt, wieso sie alles so gut behatten könne, so sagte sie:„Ja, meinen.guten Kopf' Hab ich nur darum, weil ich nicht lesen und nicht schreiben kann." Mit ihren Geschichten konnte sie uns Kinder, selbst wenn wir ungebärdig waren wie der Hund ab der Kette, aus der grjlßten Wildheit herausholen und uns zahm machen, wie die Rehe Im Winter. Wenn sie ansing vom Hans Trapp, der im Herbst mit dem wilden Heer in der Lust umhersährt, oder von- der Hegenheimer Mühle, wo nachts die Sundgaugespenster ihre Bollmondversamm- lunzen abhalten, oder vom langen Tilltopp, der ihrem Vater erschien und doch dabei so hoch aufwuchs, daß er den Türstock sprengte und sogar von der Scheuer das Strohdach herunterwarf, oder von dem Hunds-Chaib von Bäcker, der fein« hochschwangere Frau an drei zigeunerssche Räuber oerkaufte, die sie in den Wald führten und ihr dort den Bauch aufschneiden wollten, und wie sie bat, drei Schreie tun zu dürfen, wenn sie diese Geschichten erzählte oder die Lieder sang:„Es waren mal drei Bauernföhn, die hatten Lust, in Krieg zu gehn, wohl ins Soldatenleben l" oder:«Ein preußischer Husar fiel in Franzosenhände!" so waren das keine gewöhnlichen Worte mehr, die uns zuhorchenden Kindern in die offenen, gierigen Ohren flössen, sondern es stieg aus der kleinen, verschrumpften, allen Frau heraus das pure, leibhaftige Leben. Aus ihrem Munde ritten die verwegenen Reiter heraus. Es hallte das Zimmer von Hufes- schlag, mit ihren hellen Säbeln spalteten sie, ritschi-raschi, die Wand und sprengten hinaus ins Blachfeld. Augennah standen sie einem: man sah das kleinste Härlein im Schnauzbart, und wär man ein Maler gewesen, so hätte man alles mühelos nachzeichnen können. Und dl« Mädchen, von denen sie einem erzählte, die waren so schön und so prinzeßlich, wie ich später in meinem Leben leine mehr gesehen habe, und ich sah doch so viele! Und es rauschte nur so von Seid« und Sammet. und es glänzte nur so von Damast und Brokat. und was erst das edle Gestein anbetraf, so tonnte es der geschickteste holländische Diamantenmann nicht glitzriger und nicht tuntliger schleifen, als.'s Hannsbattles Theres ihr Wort. Und wenn die Kinderschar hinter dem Rottensänger von Hameln hertrippelte, so mußten wir uns an der Bettkonte festhalten, um nicht selber mitten im Zuge zu sein, und wenn sich dann der dunk.« Berg hinter allen geschlossen hatte, knacks, stand einem schier der Atemzug still. Ewig hätten wir der Großmutter zuhören mögen. Freilich, wenn die Mutter oder der Vater dazukäm, mußte mit dem Erzählen aufgehört werden: denn sie hatten es nicht gern, daß die Großmutter uns„solche Flausen" ins Ohr setzte. Geschichten zu erzählen, wurde die alt« Frau nie müde. Sie wußte unzählig viele. Mehr, als ich später je In Büchern gelesen habe. Mit Geschichten schläfert« sie mich abends ein, wenn mir die Schienbeine wehtaten; mit Geschichten, Liedern und Sprüchen macht« sie mich am Morgen munter. Wenn der Vater uns in der Frühe weckte, da hieß«s einfach:„Steh auf, der Schinder will die Haut!" und schon war einem die Bettdecke weggezogen, daß man kälteschnatternd in die Meider schlüpfte. Kam die Großmutter, so hieß es: „Wach auf! Wach auf! Zum Bäcker lauf! Ein Wecklein kaustl Der Knecht ist schon im tiefen Bach, wit oben! wit oben!" Das liebst« in meinem Kindheitsleben waren mir die Sonntag- morgen. Da gab es den Kaffee und die Milch ans Bett, dazu einen Wasserwecken, einen großen, manchmal sogar zwei, und außerdem durfte ich eine Stunde länger liegenbleiben. Dann mußte die Großmutter«ine recht gruselige Geschichte er- zählen, so gruselig, daß ich vor lauter Angst mein eigenes Herz am Hals klopfen hörte. Wenn es allzu gruselig wurde, schlüpfte ich unter den rotgeblümten Bettüberzug, da verstand ich dann die ein- zelnen Worte und ihren Sinn nicht mehr, sondern hörte nur noch das Gefälle der Sprache, das herklang, als sei es außerhalb der Welt, im Unendlichen gesprochen. Schien dazu die Sonn« auf die Bettdecke, so kam ich mir unter dem geblümten Bezug wie ein Gefangener in einer Höhle vor, die inwendig rot wie das Blut der Kälber war, die der Metzger Friedrich hinten in seinem Hos jeden Schlachttag abstach. Oder ich studierte, um nicht das Schrecklich« ganz mit anhören zu müssen, die Muster der Wandtapete neben dem Bett und sah an Stelle der farbigen Tupfen eine Well von Gestalten, von Riesen und Drachentieren, von Uebersällen, Verfolgungen und blutigen Schlachten. Später wurde die Großmutter gelähmt. Das war für sie, die sonst immer in der Freiheit des Feldes lebt«, im Rauschen der Eichen der Hardt oder im Murmeln des Bachs, ein« schwierig« Zeit. Vom langjährigen Liegen wurde ihr Fleisch schier und wund. Sie hätte nach Basel ins Spital gesollt, dort hatten sie Liegesäcke, die mtt Luft oder mtt Wasser gefüllt werden tonnten, auf deiten die Kranken merNich Erleichterung hatten. Aber's Hannsbattles Theres wollte nicht zu den„Menschenmetzgern", wie sie die Aerzte nannte. Sie wollte„ehrlich" sterben, wie sie sagte, und von keinem Doktor ausgebeinelt werden, diesen wunderfitzigen„Siechen", für die jeder Kranke nur dazu da ist, daß sie an ihm studieren können. Sie wollte in einem Grabe liegen, wenn sie gestorben wäre, sagte sie, nick» nicht stückweis« zerschnitten in Spiritusgläsern in der Basler Anatomie. Durch ihr« Weigerung, sich ins Spital bringen zu lassen, liefert« sie sich den größten Schmerzen aus, die ein Mensch nur erdulden kann. Ihr Bett war wirklich eine Matratzengruft: ihr alter, wund- gelegener Körper nur noch Behälter der Qualen. Trotz ihrer Krankheit hatte sie immer noch«ine große Macht über Menschen und Tiere. Es kam niemand ins Haus, der nicht zuerst's Hannsbattles Theres aufgesucht hätte, und was die Vierbeinigen anging, so hatte die Großmutter soviel Besuch, als sie nur wollte. Am Fußende ihres Bettes machte Minelli, die vierfarbige Katze, mehr als einmal Junge, und wenn Zampa, der Hofhund, von seiner Kette loskonnte, so war sein erster Gang ans Zimmer hin: mit seinen breiten Bernhardinerpfoten stellte er sich ans Fenster- brett, schaute mit seinen runden Hundeaugen zu ihr hinein, und wenn die Theres seinen Nansen rief, schwenkte er vor Freude den Schwanz, rasend wi« einen angehenden Propeller. War das Frühjahr da und es ging in den Mai hinein, dann hiell's die Großmutter nicht mehr im Zimmer aus. Dann war ihr olles zu eng. Die Wände rückten auf sie zu, um sie zu erdrücken: die Deck« senkte sich ihr auf die Brust und verwehrte ihr das Atmen. Da ließ sie sich an warmen Tagen vom Vater und seinen Gesellen in den Garten hinaustragen unter den großen Judenkirschenbaum. Wenn sie dann in ihrem armseligen Bett im Garten zwischen all den Blumen drinlag und die Schwarzamseln mit zuckenden Würmern im Schnabel bis an die Bettkante flogen und des umher- stiebenden und lärmenden Spatzenoolks gar kein Ende mehr war, so sah sie in ihrem großmächtigen, rotgewürfelten Kissen so klein und verschrumpft aus wie«in Kind. Und ihr Gesicht mit dem einen hervorstehenden Biberzahn war so wächsern und weiß wie das eines Toten, und nichts an ihr lebte mehr, als nur die Augen. Die gingen ihren Weg runduni wie zwei gefangene Sonnen. Neun Jahre hindurch ertrug Hannsbatttes Theres das Leben einer lebendig Begrabenen. Was das aber heißt, wie hätten wir das als Kinder auch nur ahnen können. Eines Tages, als ihr die Mutter morgens, wie gewohnt, den Kaffee ans Bett bringen wollte, war's Hannsbatttes Theres tot. Noch kleiner war sie geworden im Tod, noch mehr zusammen- geschrumpft. Ausgelöscht war sie, verweht wie ein Licht. Oer Dater. Nächst der Großmutter erinnere ich mich an niemand so gut wie an den Vier. Was die Körpergröße angeht, da war er nur klein gewachsen, nicht einmal das Militärmaß, weshalb ihn auch die Preußen ver- schonten. Was aber die Stärk« angeht, da habe ich nie jemand gesehen, der ihn übertrofsen oder auch nur erreicht hätte. Einen Kopf und«inen Brustlasten hatte er, mächtig, ein Bär! Mit jedem würde er's ausgenommen haben, wenn«s Ernst gegolten hätte. Doch nie, auch bei den größten Händeln nicht, ist einer an ihn gegangen.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Paris an der Yonne und nicht an der Seine? Daß Paris an der Sein« liegt, haben wir alle in der Schule gelernt, und als„Seine-Stadt" ist es in der ganzen Welt berühmt. Mer nun kommen einige Geographen und erzählen uns, daß Paris gar nicht an der Seine liegt, sondern daß der Fluß, der die Stadt durchströmt und ihr so hohen Reiz verleiht, die Donne ist. Bisher galt dieser Fluh als ein ziemlich unbekannter Nebenfluß der Seine, ober neuer« Untersuchungen haben die Gelehrten zu der Erkenntnis gebracht, daß nicht die Dann« der Nebenfluß der Seine, sondern daß die Sein« der Nebenfluß der Ponn« ist. Die Quelle der Donne liegt' höher als die der Seine, und dieser Fluß nimmt, obwohl er länger ist als die Sein«,«inen geraderen Laus noch dem Meer. Die Wasser der Ponne sind sehr reißend. Ein Holzstück, das in die Quelle der Poime geworfen wird, schwimmt nach den neuesten Untersuchungen sehr viel schneller nach Pari» als ein Holzstück, da» seine Fahrt von der Quell« der Seine antritt. Man hat auch her- ausbekommen, daß die Lachse, wenn sie von Le Havre sich land- einwärts bewegen, die Jonn« hinausschwimmen, nachdem si« die Vereinigung der Sein« und der Ponne bei Montereau erreicht haben. Di« Seine ist hier nur etwa 70 Meter breit, während die Ponne bereits eine Breite von mehr als 100 Metern aufweist und viel tiefer ist. Jack der Auf schlitzer—Verbrecher aus Vaterliebe? Neues Licht über die Taten des berüchtigten englischen Frauen- Mörders verbreitet ein Buch aus der Feder von Leonard Matters, das unter dem Titel„Das Geheimnis Jack des Aufschlitzers" kürzlich in London erschienen ist. Danach war der Aufschlitzer, dessen sechs Frauenmorde im Jahre 1898 London in Furcht und Schrecken ver- setzten, ein berühmter Londoner Chirurg, der unter dem Namen eines Dr. Stanley bekannt war, doch ist anzunehmen, daß dieser Name nur ein Deckname war. Er wanderte, als ihm der Boden in London zu heiß geworden, nach Buenos Aires aus, wo er, bevor er am Krebs starb, ein Geständnis abgelegt haben soll. Danach tötete er die sechste Frau aus Rache und opferte die fünf vorangegangenen, die er zur Ausführung seines Racheplans benutzt hatte, um sich der gefährlichen Mitwisserinnen seines Geheimnisses zu entledigen. Der Beweggrund der Rache war die Tatsache, daß sein sechstes freitsg, 31. Mal. B e r I i a. 16.00 Nestriepke: Bühnenform und Bühnenbild. 16.30 Dr. S. Mauermann:„Westeuropa und der deutsche Geist". 17.00 Unterhaltimismusik der Kapelle Euren Sonntag. Anschließend Mitteilungen des Arbeitsamtes Berlin-Mitte. 19.00 Prof. Dr. Weidert:„Strelttßge durch die Opttk". 19.30 Kitzler:„Kottbns, Park von Branitz, Werboiunsee. 30.00„Emigranten", Schauspiel von Leo Lania, Regie; Allred Braun. Nach den Abendmeldungen: Bildfunk. Kanlgswesterhause«. 16.00 Dr. Grabert und Dr. Hurtig: Zur praktischen Durchführung der preußi. sehen Richtlinien an höheren Schulen. 16.30 R. w. Schulte: Psychologische Arbeitsgemeinschaft. 17.00 Nachmittagskonzert von Leipzig. 18.00 Prof. Dr. Briefs: Die Auswanderung. 18.30 Englisch für fortgeschrittene. 18.55 Dr. Pritz Dltthorn: Die Bakteriologie des täglichen Lebens. 19.20 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte, Opfer den Tod seines einzigen Sohnes verschuldet hatte. Dieser Sohn, dem sich eine glänzend« Lausbahn eröffnete, war sein Stolz, und man begreift den Schmerz des Vasers, a.s er erleben wußte, daß dieser Sohn von einer Dirne namens Marie Jeanette Kelly in ihre Netze gezogen worden war und infolg« der Ausschweifungen innerhalb Jahresfrist starb. Bei der Leiche des Sohnes hatte er geschworen, die Frau, die ihn unglücklich gemacht hatte, zu finden und sie zu ermorden. Als Bettler gekleidet hatte der Arzt, der das Messer mit Meisterschaft handhabte, die dunkelsten Winkel von Withechapel durchsucht, wo die Geliebt« des Sohnes als Straßen- mädchen ihrem Gewerbe nachging. Um sie zu finden, hatte er sich mit Straßenmädchen befreundet, die er dann, als er die Spur der Gesuchten gefunden hatte, ermordete, um die Mitwisser des Ge- heimnisses zu beseitigen. Di« langgesuchte Marie Jeanette fand er schließlich in einem anrüchigen Hause, wo er das sechste seiner Opfer abschlachtete. Nachdem sein Racheplan ausgeführt war, ging er noch Buenos Aires, wo er am Krebs starb, nachdem er seine Misse- taten einem Freunde bekannt hatte. Buchpropaganda auf der Schallplatte. Eine neue Art der Werbung hat der Pariser Verlag La Renais- sanee du Livr« angewandt. Vor Erscheinen des Romanes eines jungen Autors wurden an die voraussichtlichen Interessenten Schall- platten versandt, die zwei Kapitel des Werkes im gesprochenen Wort wiedergeben. Sollte der Versuch von Erfolg begleitet sein. so wird man künftighin im Buchladen Grammophone und Radio- apparate statt der Bücher vorfinden. Der Wunsch für das Jenseits. Ein eigenartiges Testament hinterließ ein in Metten im Schwä- bischen vor einigen Tagen verstorbener Landwirt. Er bestimmte darin, daß sein Sarg auf das allerweichste auszupolstern und mit blauem Tuch auszuschlagen sei. Er wolle im Grabe weicher liegen, als es ihm im Leben vergönnt gewesen sei. Außerdem bestimmte er für jeden Teilnehmer an der Leichenfeier«in paar Knackwürste und ein Maß Bier, so daß sich die Beerdigung einer regen Teil- nähme erfreuen konnte. Sie konnten zusammen nicht kommen... weniger in diesem Fall«, weil das Wasser zu tief, als die Züge zu schnell sind. Harry Dean ist Kellner de» Speisewagens des Zuges, der zwischen Holyhead und Euston verkehrt, und sein Wohnsitz wurde ihm von der Gesellschaft in Euston bestimmt. Sein Bruder William, der von der Gesellschaft in Holyhead angesiedelt ist. ist ebenfalls Kellner im Speisewagen des Parallelzuges. Die Züge begegnen sich jeden Tag in der Nähe von Colwyn Bay. Jahr um Jahr sind die Brüder aneinander vorbeigefahren, ohne sich jemals in den letzten Jahren gesehen zu haben. Behaarte Zungen. Als Gegenstück zu den sprichwörttichen.�haaren auf den Zähnen" gibt es eine seltene Erkrankung der hinteren Zungen- Hälfte, die Haarzunge oder Schwarzzupge. Ihre Oberfläch« bedeckt sich mit zwei bis sechs Millimeter langen Härchen, e>nein schwarzen oder grünlichen Belag, der sein« Ursache in einem gesteigerten Wachstum gewisser Papillen hat. Die Krankdeil kann in jedem Alter auftreten und verschieden lang« dauern Chirurgische Ein- griffe hatten bisher wenig Erfolg. N. Dohan beschreibt nun einen Fall, in dem es ihm gelang, durch zwei kurze Röntgenbestrahlungen, die halb so stark waren wie die sonst für die Haorentfernung üblichen, »inen vollen seither durch zehn Monat« andauernden Erfolg zu er- zielen, indem schon nach fünf Tagen die haarig« Partie als Belag leicht abzustreifen war. n kleines Präsent mitbringt. Nach dem Spielen geselliges Bei. sammensein._ Stanislaus. bei Lobann. Briidersti. 16-18, Ort-gruppcnversaminlung. T°uriste»»ereia„Sie Aatuesnundc". Tie Sintlswerung des»M Tonntag »erunolüctten(Benoffen Werner Reiste(Rbt. Wedding) findet Sonnabend, 1. Juni, lZX. Uhr, im Krematorium Kerichtstrage statt. Ort ag nippe Rohl-borf.„Solidarität". Somit»«. 2. Juni Summier See. Start 6 Uhr Nordstern. Nächste Sitzuna Diens � Taurifteaprrrii,„Die Naturfrei», de'. Zentrale Wien. Abt.«harlotteubuem Treitaa 81 Mai, 20 Uhr, Spreestr. 2U:„Wo»erbtiii«e ich meinen Urlaub Lichtbildervortrag).—«dt. Slibasti Freitag. 81. Mai. 20 Uhr, Sritzer Str. 27: „iSelneindepolitir".— Abt. Zreptow: Treila«. 81. Mai, 20 Uhr, ilifenstr. 8: Was uns der Sternenbimmel erzählt.— Abt. Reullilln! greitait, Zt. Mai, 20 Uhr, Zlnahafenstr. 08. � Z-genbaruppe Osten: ssreitag. 31. Mai, 20 Uhr, Scharnweberstr. 20: Eefchitftliches, Singfang.— Zaltbootab».: Freitag, P. Mal, 20 Uhr. Iohonnfsstr. 15:„Unsere Kerienfahrten".— Mal«»nstgemeii>!ch-ft: Montag. 2 Juni, 20 Uhr, Wafferlorstr. 0.— Phologemeinfcheif«: Montag. 2 Juni, 30 Uhr:„Die Lelstungsfähigteit moderner Pholooptil".— Abt.«ritz: Wontag. 2. Juni, 2« Uhr,(khauffeestr.<». � ÄII»»., Sport- bteilung Nord ring. Heilte, fsreitag. 21 Uhr, Mitglieder- virfammlung im«ezirtsloial. Schäl, fliefjer Strohe, nach dem Training. Cr. fchelnen aller Mitglieder, Sportler und Hockeyspieler, dringend notwendig. Am nächsten Mittwoch«artell-Abendsporlfest, alle Genossen mlifsen um 1» Uhr <,n' Arbeiter�»!».'' unb Nraftfahrer-Buud.Solidarität", Ortogruppe»roh- «eeli», Gau 9, Bez. 1, 2 und 21. Geschäftsstelle: Nodert Rothdarlh, SW. 11, Schöneberger Str. 17». Wir machen am Sonntag, 2. I»»i, folgende Fahrten. bei denen Gäste stets willkommen stnd. 1. Abt.: 0 Uhr Pätzer Vorderfeei 12 Übe Nongsdorf. Start Billowste..65.— 2. Abt.i 6 und 12 Uhr Werlfee. R,st Seeblick. Start Dieffenbachstr. S6.— 5. Abt.: 5 Uhr Zossen: 13 Uhr Grost.Ziethen. Start Landsberger Platz.—«. Abt.:« Uhr Stolzenhagener See Start Stolpifche Str. 38.— 9. Abt.: S Uhr dnrch den Nränier: 13 Uhr Heiligenfee(Havel). Start Trlftstr.«!-— l«. Abt.: 6 Uhr Störitzfee. Start Petersburger Str. Z. Wittfchuii.—«bt. Sharlottenburg:« Uhr Papenberge. Start»anal- Ecke Wllmersborfer Strohe.—«bt. Neulöll»: Am 1. Juni, IS Uhr. 2. Juni, 6 Uhr, Pätzer Porderfee. Start Hohen, ollernplatz.—«bt. Treptow. Baumfchvlenweg: 8 Uhr Dubrow, Hälzerner See. Start Bhf. Baum» fchulenweg. Jeden Miilwoch Spielabend 18-21'i Uhr Spielwiese 7. Gäste und Mitglieder anderer Abteilungen willkommen.—«bt. Lichtenberg: 1. Juni. 17 Uhr. Rauenfcho Berge. Stqrt All-fsriedrichsfelbe 98.—«bt. Weihenfee. Sefnersbotf; 7 Uhr L-Hnltzsee. Start Weihenfee. Langlmnsftr. 113.—«bt. NeinickenbMf:« Uhr MUHlanbecker See. Start Perefnslokal.— Bunbcotreue Motorfahre»: Abt. Areuzberg! Auskunft erteilt l i e ß u n- gen wurden einstimmig angenommen, wie überhaupt die Ber- Handlungen außerordentlich ruhig und sachlich geführt werden. Die Arbeit der gesamten Hauptverwaltung fand einstimmig die Villi- gungdesBerbandstages. Aussperrung in RhelnlanKWestfalen? Die Ziegeleibesitzer fühlen sich stark. In Rheinland-Westfolen wollen die Unternehmer von Freitag ab die Ziegeleibetriebe schließen, da die Verhandlungen der Parteien über die Lohnfrage abermals gescheitert sind. Die Unternehmer der westfälischen Ziegelindustrie sollten den Bogen nicht überspannen. Der Verlaus der Lohnbewegung in ver- schiedenen Bezirken Deutschlands hat deutlich gezeigt, daß dank der Organisotionsfortschritte des Keramischen Bundes in der Ziegel- industrie die Bäume des Unternehmertums nicht in den Himmel wachsen._ Tarifkündigung in der Süßwarenindustrie. Lohnabbauwünsche der Unternehmer. Der erst kürzlich für verbindlich erklärte Lohntarif für die Süß- und Teigwarenindustrie ist vom Unternehmerverband zum 30. Juni gekündigt worden. Der Verband erklärt, die tariflich vereinbarten Löhne seien nicht tragbor. Den Beweis dafür bleibt er schuldig. In der Süßwarenindustrie sind, wie die Geschäftsabschlüsse namhafter Firmen zeigen, gute Reingewinne erziell worden. Nicht von ungefähr konnten sich die Unternehmer im vorigen Jahr für ihre mit allem Raffinement aufgebaute Propaganda recht große Ausgaben erlauben. Die Gehälter der Direktoren und sonstigen leitenden Personen in den Großbetrieben sowie di« stark« Usbersetzung mit Aussichtspersonal sind ebenfalls kein Zeichen von Not. Die Arbeiterschaft wird sich gegen eine Verschlechterung ihrer Lebenshaltung energisch zur Wehr setzen: denn sie steht mit ihre« Löhnen heute schon stark unter dem Niveau vieler anderer Industrie- gruppen. Der Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbetter hat für die Abwehr des Vorstoßes der Süßwarenjabrikanten bereits die notwendigen Vorkehrungen getroffen. Gewerkfchastskongreß in Polen. Warschau, 31. Mai.(Eigenbericht.) Der vierte Kongreß der polnischen Gewerkschaf» t e n begann in Warschau unter Teilnahme zahlreicher ausländischer Delegierten. Im Namen der Amsterdamer Internationale begrüßte Genosse Teyerle den Kongreß. Für die deutschen Gewerkschaften sprach Genosse Eggert, der betonte, daß vier Millionen deutscher Arbeiter in einer Reihe mit den polnischen Arbettern ständen. Der Vertreter Danzigs, K l o s s o w s k i, erklärte, daß die Danziger Ge- werkschaften ihre Hauptaufgabe darin sehen, die Verständigung mit den polnischen Arbestern herbeizuführen und dadurch die Politik der Verständigung zwischen den beiden Staaten zu fördern. Außerdem sprachen ein Vertreter ukrainischer Arbeiter, sowie Dele- gierte der sozialistischen Minderheiten Polens. Bei der Eröffnungsfeier kam es zu Störungsversuchen der Kommuni st en, die gewaltsam in den Saal einzudringen versuchten. Sie wurden aber abgewehrt. Die eigentlichen Verhand- lungen des Kongresses beginnen heute. Gescheiterte Verhandlungen in der Nordwestlichen. Essen, 31. Mai. Die Verhandlungen über eine Heraufsctzung der Mindesttarif- einkommen der Angestellten in der nordwestlichen Gruppe der Eisen, und Stahlindustrie, die heute hier stattfanden, wurden nach mehrstündiger Dauer ergebnislos abgebrochen. Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 31. 5. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 139 »>/- Uhr Der singende Tente! Staats-Oper Am Pl.d.Republ. R.-S. 125 20 Uhr floliänder Freitag. 31. 5. Stadt Oper Bismarckstr. Turnus IV I9-„ Uhr Der WlldsdiOtz StaatLSdiaosph. am Gendannenmarkt A.-V. 128 19 Uhr Staat!. Sciiifler-Theater.Charltb. 20 Uhr �••penster 8,'Uh' CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. ..rattgtcsr von und ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser: Gutschein für 1—4 Personen Fautcuil nur 1.13 Sessel 1.65 M-, Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Rose Gr. FranMntter -ItolB,"-1« Tel.: tlei. 3422 T&glidi 8,13 Uhr: Spiel imSchloss. Gartenbühne: Täglich 5,36(Sonntag 5 Uhr) Konzert und BunterTeil. Täglich 8,15 Uhr Ein WenlacesrGraum Gr. 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Sommerpreise: 60 Pf. bU 1 M. sanier ic Wacfil �Dönhoff- Brettl� (Saal und Garten) Varlet6— Konzert— Tanz. VolKsbtlbne riieittr tnBiliivplili 8 Uhr Trojaner Thalia-Theater 8'/, Uhr Ptarrhaus- komodla Staat!. Sdiiller-Ib. 8 Uhr Slaatiopcr am Platt der Repnbllk 8 Uhr Holländer Kleines Tiieater Täglich 8>- Uhr Nafio«"lrod{en? »6 dm Imsikniidin von Frank Green. Musikalische IIlusL Fr. Holländer. Regie: Fr.Frledmanit- Freflerim. Theater am Sdiiflbauerdaimn. Norden 1141 u.281 Täglich 8 Uhr Drelgrosdien- Oper Neuer. Valttti. Thlraln. Lmtkr. Leiden, stecke) Laslspiemans 8'« Uhr Guido Ttiielscher Weekend Im Paradies Trianon-Th. Täglich 8/« Uhr ChnrieysTnnte mit Curt Sole. BerliDer IDeater DirektHeinz Herald Charlottenstraße 90 A. 7. Dönhoff 170 SV«, Ende 10"» Uhr. Täglich Die fünf Frankfurter von Carl Rössler Regie: EogeaBehan. Theal. fl.tfeslens Täglich 8"» Uhr Sonntag 3>k u. 8V« Fraai Uhan weller loloi Friederike Carola reelle Kammersänger Hanos Wilhelm DUch. Künstler. Th. 8"» Uhr Prosit aipsy Operette v.Gilbert Schul* Rundfunkhörer I>alh6 Preise Lessing- Theater Tägl ich 8"i Uhr „Die Frau des Andern" Thalia-Theater Dresdener Str. 12-70. S'/a Uhr Planetarlam — am Zoe firlim, jMdiatttals link: B. 5. Barbarossa 5578 16"« Uhr Sternbjld.r de« FrOh|ahr« 18". Uhr Wunddr dm «Odlichdn Himmel« 20"» Uhr Sternhimmel und Weltbau Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. 1 Mk, Kinder SO Pf. Mittw. r Erwachsene 50 Pf., Kinder 25 Pf. Renaissance-Theater IHardwibergstr. 6 Tl.: ttalnpL 901 o. 2563 94 1 «"» Uhr Tillllb 8"« Uhr Die heilige Flamme| Regie; Gustav Härtung. Sonnabend, den l.Joni nachmittags 3 Uhr MM Lesdau's JlorbmOtael hiluklt hrai« Aparte Muster Mäßige Preise Wilhftttn g. Tiriiaf Neukölln Agifainkntr. 29 ggf Hermannstr. 10 fimsr 12 Wfgk. 1759 K£TROPOI,THEATKR 8s Heute latstar Tagt Lustige Witwe Hesterberg Heldemann, Jankuhn, Blleot, Junker- mann, ßchaeffere. Künstlerisch® Leitung: 44 R. NCHAIl8PIEl,HAU8 8 Haut« latztar Tag! 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