Morgenausgabe Nr. 251 A 127 46.Iahrgang ffiödjentTtd) SSM. monatlich ZfiOVL tm voraus zahlbar. Postbezug 4.38 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitunas- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»- abonnement S.— M. pro Monat. Per„Dorwürts� erscheint wochentSg« lich zweimal« Conntag» und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und lm Handel mit dem Titel„Per Abend". Illustrierte Beilagen„Volt und Zeit" und„Äinderfreund". Ferner „Unterhaltung ufld Wissen".„Frauen» stimme".„Technik".„Blich in die Bücherwelt" und„Iugend.Dorwärts" Verttner Vvttsblatt Eonnobend ».Zuni W29 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pt- Bte ein fpatttge RonparellleAeNe 80 Pfennig. Retlame'eile S.— Reich». wart.„Kleine Anzeigen' das.ettge. druckte Wort 25 Pfennig(zuläfssg zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 18 Pfennig. Stellengesuche da» erfte Wort 15 Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile SO Pfennig. Familienonzeigen Zeil, 40 Pfennig. Anzeigenannahme im�aupt. gefchäft Lindenstraße 3. wochentäglich von LV, bis 17 Uhr. Jlentvaloegan der SoziatdemskrattsGen Vavtei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhost 292— LSI lelegramm-Adr.: Sozialdemokrat verll» Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Voftscheckkonto: verri»Z75ZS.— vankkonto: Bank der Arbeiter,«ngestellrea und Beamten Wallftr. KS. DiKkonto-Gelellschaft, Depositenkalle Ltndenstr Z Bilanz von Magdeburg. Krast zur Selbstkritik.— Wille zur Macht. Einer der schönsten und fruchtbarsten Parteitage der deutschen Sozialdemokratie ist gestern in Magdeburg zu Ende gegangen. Ein Parteitag der Sammlung, der Konsoli- dierung und der festlichen Erhebung. Mit dem unerschütter- lichen Willen, auf betretenen Wegen der M a ch t g e- w i n n u n g vorwärtszuschreiten, das Werk des Aufbaues weiter fortzusetzen und es gegen alle Angriffe von außen zu verteidigen, geht die Partei von dieser Tagung zu neuer Arbeit. Dabei ist dieser Parteitag alles eher als ein Kongreß von Ja- und Amensagern gewesen. Er war vielmehr ein Kongreß von Unzufriedenen, und in der Aufrichtigkeit der Kritik an allem, was kritikbedürftiq ist. gab es keinen Unterschied der Richtung. Schon darum scheinen uns alle Bc- urtellungen fehl zu gehen, die von einer Mehrheit auf der einen Seite und von einer Opposition aus der anderen Seite sprechen. Auch diejenigen Redner, die sich selbst als zur Opposition gehörend bezeichnen, stellten fest, daß es grund- sätzliche Gegner jeder Koalitionspolitil.in der Partei nicht mehr gibt. Einig war man darüber, daß die bis- herigen Ergebnisse der Koalitionspositik im Reiche wellig befriedigend sind. Wenn eine nicht sehr große Minderheit geglaubt hat, daß man deswegen Hals über Kopf die Re- gierung verlassen müsse, oder wenn sich eine größere Gruppe von der Schaffung neuer Richtlinien und Voraussetzungen eine Besserung erwartete, so handelte es sich um t a k t i s ch e Meinungsverl chiedenheiten, die das feste Ge- füge der Partei in keiner Weise berühren. Die Ziffern der Abstimmungen, durch die diese Differenzen zur Entscheidung gebracht werden, bedeuten keineswegs feste Größen. Mit der ..Opposition" hat in diesen Fällen so mancher gestimmt, der sich aufs entsebiedenste dagegen verwahren würde, einer kon- stanten Opposition zugezählt zu werden. Es li�gf ja auch in der Natur der Sache, daß jeder De- legierte von Fall zu Fall nach bestem Wissen und Gewissen stimmt, ohne sich irgendeiner Fraktionsdisziplin zu unter- werfen. Die Mehrheit war der Meinung, daß die Koalitions- Politik im Reich« zunächst noch weiter geführt werden muß. weil sie von ihr für die Zukunft bessere Früchte erwartet. Sie hat sich damit der Auffassung Hi.lferdings ange- schlössen, daß es nach Ueberwindung des ersten schweren Jahres leichter sein würde, positive Erfolge zu erringen. Einstweilen ist man freilich noch in der Defensive: es gilt, den sozialreaklionären Ansturm auf die Arbeits- losenverficherung abzuwehren. Was die Partei in diesem Punkte ganz einmütig und geschlossen will, darüber kann nach dem Verlauf der Debatte über den Bericht der Reichstagsfraktion kein Zweifel bestehen. Mißbräuche abzu- stellen, die gegen den Sinn dieses Gesetzes verstoßen, bleibt die Fraktion selbstverständlich bereit, nicht aber an dem Sinn des Gesetzes und seinen Grundsätzen etwas zu ändern. Nach dem Verlauf des Magdeburger Parteitags sollte jeder wissen, daß die Hege gegen die Arbeitslosenversicherung gleichbedeutend ist mit politischer Krisenhetze. Ge- wisse demokratische Blätter sollten sich ernstlich überlegen, ob sie die Folgen verantworten wollen, die aus einer solchen Hetz? für die deutsche Republik entstehen könnten. Wenn sich auch der Parteitag bereit gezeigt hat, der ferneren Tätigkeit unserer Genossen in der Regierung die Steine aus dem Weg zu räumen, und wenn er darum über alle Koalitions- und Panzerkreuzeranträge zur Tagesordnung übergegangen ist, so hat er auf der anderen Seite klar aus- gesprochen, daß es Dinge gibt, die ihm über alle Koalitions- rücksichten gehen: das sind die sozialen Errungen- schaften der Arbeiterklasse. Eine andere Hallung hat man von einer Arbeiterpartei nicht erwarten können. Die Debatte über die W e h r p o l i t i k der Partei ist durch die Annahme des Kommiffioneentwurfs bis auf weiteres zum Abschluß gebracht worden. Die Partei hat sich zu der Ueberzeugung bekannt, daß die Republik unter den gegebenen Verhältnissen eine Wehrmacht nicht«nt- behren kann. Sie hat die Einordnung dieser Wehrmacht in die Republik gefordert, die. wie jeder Vernünftige erkennen muß, im Interesse der Wehrmacht selber liegt. Denn ein Heer, das von breiten Volksmassen, von den Trägern der bestehenden Staatsform als«in Fremdkörper empfunden würde, wäre niemals imstande, sein« Aufgab« zu erfüllen. Durch den Beschluß des Parteitags ist di« Möglichkeit«iner positiven Zusammenarbeit der größten Re- gierungspartei mit den verantwortlichen Stellen der Reichs- wehr gegeben: ob d�est Möglichkeit ausgenutzt wird, hängt von dem Maß? der Einsicht und der Entschlossenheit ab. das auf der anderen Seite vorhanden ist. Damit ist eine' Entwick- lung angebahnt, auf derem Wege bedeutende Entscheidungen für die Zukunft liegen. Gegen den Vorwurf, durch ihren Beschluß irgend eine Spur von„Kriegsgeneigtheit" bekundet zu haben, wird sich Fast AOOLabour-Mandaie! Vorläufiges Wahlresuliat aus England. Stand um 11 Llhr abends. Ergebnisse aus 597 von 615 Wahlkreisen: Mandate Gewinne Verluste Arbeiierpartei.. 2S9 129 4 Konservative.. 252 3 139 Liberale.... 51 29 19 Unabhängige.. 5 3 2 Bon den 5„Unabhängigen"(parteilosen) dürsten 4 mit der Arbeiterpartei zusammengehen. Die Tücken des Wahlsystems. E.W. London. Zt. Mai. iCigenbericht.) Um 9 llhr abends stellten sich die für die Parteien abgegebenen Stimmen wie folgt dar? konservative....... 8 449 426 Arbeiterpartei... 8 265 183 Liberale........ 5 155 353 Kommunisten...... 50614 Unabhängige...... 220 369 3n diese Aufstellur.z siad die noch ausstehenden Sitze selbst- verständlich nicht elnberechaet. wie aus diesen Ziffern hervorgeht, haben dle konservativen ihre Niederlage erlitten, trotzdem sie beinahe 200 000 Stimmen mehr erhielten als die Arbeiterpartei. Die Liberalen haben rund ein viertel der Stimmen, jedoch lediglich ein Zwölftel der Sitze erhalten! Englands historischer Tag. Nervenanspannender Wettlauf. E.W. London, ZI. Mai.(Eigenbericht.) 7 Uhr abends. Ganz Landau stand am Freitag im Banne der Dahlen, deren Ergebnisse durch immer neue Sonderausgaben der Abendblätter der Oeffentlichteit bekannt gegeben wurden. Die großen Geschäftshäuser hatten an ihren Gebäuden Vorrichtungen angebracht an denen der vergleichsweise Fortschritt der drei Parteien weithin sichtbar oer- lnsschaulicht wurde, die den ganzen Tag über von dichten Menschen- mengen umlagert waren. Die Parteien wurden in einem Falle durch die Köpf« der drei Parteiführer Mocdonald, Bald- w i n und Lloyd George symbolisiert, die sich auf Strickleitern je nach den eintretenden Ziffern auf und ab bewegten. Die Morgen- blötter hatten bereits die Parole„Erdrutsch zugunsten der Ar- beiterpartei" ausgegeben und damit jene erregte politische Stim- mung geschaffen, die gegen Abend an Spannung und Erregung so zunahm. daß alle Erinnerungen an die erregten Sinowjctwahlen von 1924 in den Schotten gestellt wurden. Die wachsende Anzahl der Sitze der Arbeiterpartei, die fortschreitenden Verlustziffern der Konser- vativen und später dos Vorstoßen der Konservativen in die Näh« der Arbeiterpartei, das ganze nerven aufpeitschende Aus und Ab des D a h l g l ü ck s appellierte insbesondere an die Weit, und Spietinstinkte der britischen Nation und ließ sie. sc weiter der Tag fortschriit und je mehr Resultate bekannt wicrden, die Wohlresultote mehr und mehr im Bilde eines W e t t l a u f s zwischen Arbeiterpartei und den beiden übrigen Parteien erblicken. Der Tag hatte mit einer Majorität der Arbeiterpartei über olle anderen Parteien und Gruppen von 25 Sitzen begonnen. Dann schien der Vormarsch der Arbeiterpartei nachzulassen und die Konservativen unaufhaltsam fortzuschreiten. Das war der Fall, als die Ergebnisse der englischen Grafschaften einliefen. Um 2.30 Uhr standen Sozialisten und bürgerlich« Parteien auf gleich und gleich mit je 176 Sitzen. Um 3 Uhr nachmittags schien sich die Möglichkeit einer Arbeitermehrheit zu verflüchtigen. Liberale. Konservative und Unabhängige besaßen 202 Sitze gegen 19Z Sitze der Arbeiterpartei. Als die schottischen Wahlergebnisse und die Resultate der Bergbaudistrikte von Wales bekannt wur- den, hptt« Labour wieder für einige Zeit die Führung. Am Spat- nachmittag setzte der Aufstieg der Liberalen ein, die nachmittags über 14 Sitze im neuen Unterhaus nicht Ist n auszukommen schienen. Um ö Uhr nachmittags l?aticn die Liberale» 46 Sitze und damit wenigstens den im letzten Parlcnnent erreichten Punkt überschritten. Um 6 Uhr abends schienen die Aussichten der Arbeiterpartei ans eine unabhängige Mehrheit z» entschwinden: da- für wurde immer deutlicher, daß die Labour pacly als grSßl« Emzclparlei in das Unterhaus einziehen würde. Um 6.30 Uhr besaß sie schon einen der�tigep Vorsprung, daß beim ungünstigsten Ausfall aller verbleibenden 40 Wahlresuitate die Einkehr der Arbeiterpartei als größter Partei ins Unterhaus gesichert war. Stärkste Einzelpartei. 9 Uhr abexds. Obwohl noch immer 2? Wahlergebnisse fehlen, ist es mit dem Bekanntwerden der Resultate von 590 Wahlkreisen möglich, die Lage mit einiger Klarheit zu überblicken. Die Labonr Party hat einen überwältigenden, in diesem Ausmaß zwar von vielen erhofften, aber von wenigen erwarteten Sieg errungen und wird nach dem bisherigen Stande mit 280 Sitzen ins neue Unter- Haus einkehren. Selbst wenn sämtliche außenstehenden Wahlkreise einen bürgerlichen Kandidaten gewählt haben sollten, ist diese Macht- Position als größte Partei im Paria in ent nicht mehr zu brechen. Den 286 Sitzen der Arbeiterpartei stehen 249 konservative Sitze, 30 liberale und 5 sogenannte.unabhängige(parteilose) Sitze gegenüber. Von diesen 5„Unabhängigen" können vier als Unterstützung der Arbeiterpartei im Parlament betrachtet werden. Don den ausstehenden Ergebnissen werden 8 noch im Lauf« der Frcitagnacht bekanntgegeben werden, 5 schottische Wahlergebnisse am Sonnabend und 11 Unioersttäte-Parlamentssitzc am Dienstag. Wie aus den obigen Ziffern hervorgeht, ist theoretisch noch immer die Eroberung einer unabhängigen parlamentarischen Mehr- heit durch di« Arbeiterpartei möglich, falls die Arbeiterpartei zwei Drittel aller verbleibenden Sitze erobert haben sollt«. Dies ist jedoch nach übereinstimmender Auffassung aller Sachkenner praktisch unmöglich. da sowohl die ausstehenden Sitze in Nordirland(Ulster) als»uch die Partei ernstlich nicht verwahren müssen. Der ganze Wort- laut der angenommenen Richtlinien zur Wehrpolitik widerlegt diese unsinnige Annahme. Die Debatte über diesen Gegenstand hat gezeigt, daß Meinungsverschiedenheiten grundsätzlicher Natur innerhalb der Partei vorhanden sind. Die Scheidungslinie verläuft jedoch nicht in der Linie der Abstimmung. Das hätte sich sofort gezeigt, wenn nicht über den Kommissionsentwurf abgestimmt worden wäre, sondern über den Entwurf Levi-Seydewitz.der nach der Bekundung eines seiner Worfführer von ungefähr 80 Delegierten unterstützt wurde. Die Auseinandersetzung mit der theoretischen Auffassung, die hinter diesem Entwurf steht, ist mit dem Abschluß der Wehr- debatte nicht beendet, denn seine Auffassung geht weit über dag Wehrproblem hinaus. Es ist nur zu wünschen, daß die künftige Diskussion mit derselben Kamerad» s ch a f t l i ch t e i t und mit derselben Ruhe geführt wird, die oie Kennzeichen der Debatte auf dem Parteitag waren. Im ganzen hat der Parteitag gezeigt, daß sich die Partei in Selbstkritik übt und daß sie von jeder dogmatischen Engherzigkeit frei ist. In welcher anderen Partei wäre es möglich, daß auch über die schwachen Stellen ihrer Politik öffentlich und mit der Offenheit geredet würde? Welche andere Partei wäre imstande, Meinungsverschiedenheiten so auf- richtig darzulegen und sie zur Disziplin und Gemeinschaft der Aktion so vollkommen zu überbrücken? Mehrheit oder Minderheit— ein jeder hatte allen Grund, diesen Parteitag zu verlassen voll Stolz, Sozialdemokrat zu sein. Denn diese Partei ist nicht nur zusammengehasten durch die Gemeinsamkeit höchster Ziele, sondern auch durch den un- geheuren Druck gleichgeformter und gleichgerichteter Massen. Was zur Eröffnung des Parteitags hie? als ein Wunsch- ziel ausgesprochen wurde, die Sozialdemokratie möge die wahre All-Arbeiterpartei Deutschlands werden, in Magdeburg schien es erfüllt! Es war, als ob die Herzen aller, die In deil Fabriken an den Maschinen stehen oder an den Schreibtischen der Kontor« sitzen, in der Stadthalle von Magdeburg zusammenschlügen. Diese Partei ist unzerstörbar und in ihrem Fortschritt unhemmbar, weil sie mehr ist als bloß«ine Partei, weil sie di« Ausdrucksform einer w e l t- geschichtlichen Bewegung ist, die nicht zur Ruhe kommen kann, ohne ihre Ziele erreicht zu haben. Es war symbolisch, daß der Schluß dieses Parteitags zeitlich zu- sammenfiel mit dein gewaltgen Sieg der Arbeiter- partei in England. So folgt jedem Ausklang und jedem Abschluß neuer Vorstoß und neuer Antrieb, es g'bt keine Ruhe und kein Zurück! Grundsätzlich« Einigung in Paris. Vis auf die Belgien-Mark alles einverständlich vereinbart. die Unioerfitä�esitze unter keinen Umständen eine Mehrheit flrr die Arbeiterpartei au'iveistn werden. Damit kann schon setzt die Möglichkeit einer unabhängigen parlamentarischen Mehrheit ausgeschaltet und mit einem Unterhaus gerechnet werden, in dem die Arbeiterpartei die größte Einzelpartei ist. Sie steht sedoch im Falle eines Zusammengehens von Liberalen und Konservativen einer antisozialistischen Mehrheit gegenüber, vielleicht in Form einer Koalition, die von Fall zu Fall gebildet werden kann, wenn die« auch noch Lage der Dinge keine stark« Mehrheit sein würde. Der Sieg der Arbeiterpartei ist in erster Linie auf die Fort- schritt« der Partei im industriellen Norden, in den Mid- lands und den neuen südengUschen Industriestädten, insbesondere aber auf dos Gewicht zurützuführen, das Schottland und Wales in die Wagfchol« geworfen haben. Auch in London hat die Arbeiterpartei unerwartet große Fortschritte gemacht. Daß die Bergbaudistrikte die sozialistischen Kandidaten mit ungeheuren Mehrheiten ins Parlament schicken würden, ist auf alle» Sellen erwartet worden. Die entscheidend« neue Tatsach» dieser Wahl ist jedoch, daß sich sämtlich« industriellen und proletarischen Zentren Großbritanniens den Bergarbeitern angeschlossen haben. Ueber die parlamenkarisch-politische Auswirkung der Slkuokio» ist zur Stund« noch nicht« zu sagen, da naturgemäß vor Einlauf sämtlicher Wahlergebnisse«in« letzt« Klärung unmöglich ist. Aeuße- rungen der Parteiführer zur parlamentarischen Lag« liegen noch nicht vor. Die zwei naheliegendster: Möglichkeiten«« der Situation lauten: Erstens: Baldwin betrachtet da» Wahlergebnis als et» Mißtrauensvotum der Nation, das ihm dt« Fortführung der Regierung unmöglich macht, und reicht dem König fein Rück- t r i t t s g e f u ch ein. Der König hat in der Berufung des Nach- folgers verfassungsmäßig freie Hand, in der Praxis ist er jedoch durch den Brauch verpflichtet, nach dem Führer der Opposition zu senden. Macdonald würde in diesem Falle «in« Regierung bilden und sich mll ihr dem Unterhaus stellen. Da« welter« Schicksal dieser Regierung würde vou der Haltung der Liberalen abhängen. Der zweite Fall lautet: Baldwin entschließt sich wie im Jahre 192?, die Regierung fortzuführen und sich dem Unterhaus zu st e ll e n. Sein weitere« Derbleiben im Amte würde wie im ersten Fall von der Haltung der liberalen Gruppe des Unterhauses, die ganz offenkundig die Schlüsselstellung zur Situation besitzt, abhängen. Außer diesen beiden Fällen ist noch die Mögstchkell von festen Koalitionen gegeben, die sedoch zur Stunde in London für unwahrscheinlich gehalten werden. Alle LaSour-Führer gewählt. London. 81. Mai.(Eigenbericht.) Sämtliche Führer der Arbeiterpartei sind mll großen, gegen- über 1924 erheblich gesteigerten Mehrheiten gewählt worden. Der parlamentarlsch« Führer der Partei, Ramsoy Macdonald, hat in seinem Wahlkreis Seaham einen all« Erwartungen über- steigenden Sieg errungen. Seine Majorität beträgt 28 794. Der kommunistische Führer P o l l I t, der in Macdonalde Wahlkreis von der Kommunistischen Partei aus Propagandagründen aufgestellt worden war, konnte lediglich 14?l Stimmen erzielen und verliert dadurch seinen Wahleinsatz von 3999 Mark. Unter den neuge- wählten Abgeordneten der Arbeiterpartei befindet sich außer den bereit« gemeldeten Persönlichkeiten auch Norman A n g e ll, der weltberühmt« Pazifist und Schriftsteller. Unter den neu gewählten meiblichen Abgeordneten ist Frau Mary Hamilton, die Bio- graphin Macdonalds, und«in« bekannt« Romanschriftstellerin, al» Vertreterin der Arbeiter ins Unterhaus entsandt worden. Einer der sensationellsten Sieg«, den die Arbeiterpartei erzielt hat, ist der des zur Arbeiterpartei übergetretenen ehemaligen liberalen Gesund- heitsministers Dr. Addison über Sir R. Mitchel Banks, den hervorragendsten konservativen Rechtsanwalt und ein« der großen Hoffnungen der Konservativen Partei. Außer den vier konservativen Regierungsmitgliedern, denen Wahlniederlage bereits früher gemeldet werden konnte, wurde am Freitag noch die Niederloge des jungkonservativen Staatssekretär« des Kriegsministermms, D u f f E o o p e r, eines der begabteste» Männer der Konservativen Partei, gemeldet. Drei junge konser- oclliv« Aristokraten, die in jugendlicher Begeisterung in den Elends- quartieren des Londoner Ostens als Vertreter der Konservativen Partei kandidierten, erlebten schwer« Niederlagen. Fair Play. London. ZI. Mai.(Eigenbericht.) Nach Feststellung des Resultats in S« a h a m, dem neuen Wahlkreis Ramsoy Macdonalds, spielte sich im Wohllokol ein« typisch englische Szene zwischen dem Sieger und dem ge- fchlagenen konservativen Kandidaten ab. Nachdem Macdonald fest- gestellt hatte, daß der Kampf in seinem Wahlkreis mit reinen Waffen geführt worden sei, hielt der unterlegene konserva- tioe Kandidat«ine Ansprache, in der er detont«, er halt« es für seine patriotische Pflicht, Macdonald Glück und gutesGelingenzu wünschen, falls er Ministerpräsident werden würde. Sie seien beide— so verschieden auch ihre politisch« Auffassung sei— durch ihre gemeinsam« Liebe zu ihrem Vaterland verbunden. Ganze Familien ziehen ein... Loadon, ZI. Mai.(Eigenbaricht.) Di« Wahlen hoben zu einer echt britischen Ansammung ganzer Familien im Unterhaus geführt. Außer Ramsay Machonalt» ist auch sein Sohn Malcolm gewählt worden. Art»? Henderson wird seine beiden Söhn« Artur und Williams ins Unterhou» ein- führen. Der?lbg«ardnete Sir Oswald Mosley, dos jugend- liche Mitglied des Parteivorstandes der Arbeiterpartei, wird neben seiner Frau, einer Tochter des verstorbenen konservativen Außen- minister» und Pizetönig» von Indien. Lord Eurzon, Platz nehmen. Der Loh» des konservativen Minister» Baldwin wird seinem Vater als Gegner im Parlament gegenübersitzen. LloydCeorg« wird aus den liberalen Bänken die Unterstützung seines Sohnes und seiner Tochter haben. Katastrophaler Reinfall der Kommunisten. Loadoa, 31. Mai.(Eigenbericht.) Di» Kommunisten haben im Durchschnitt überaus un> günstig abgeschnitten und zum größten Teil ihre Wahleinsätz« (.8999 Mark pro Kandidat! Red.) verloren, da sie nicht einmal ein Achtel der in den petresienden Wahlkreisen abgegebenen Stimmen zu erzielen vermochten. Lediglich vier Kommunisten vermochten vier- stellige Zissern zu erreichen: der von einem Soziasisten geschlagene PauiS. 31. Mai.(Eigeubericlst.) Die Sachverstäudigenkonferrnz hat dir endgültig- Einigung über alle noch schwebende« Fragen wenigstens im Prinzip hergestellt. Dabei hat sie sich in den meiste» Punkten de» deutsche» Standpunkt ,« eigen gemacht. So wird der tranSfersreie Teil der delttscheil Zahlungen ans jährlich 660 Millionen Mark einschließlich der Zinse» für die DaweS-Anleih« festgesetzt. Auf ein« spätere Erhöhung dieses Teils habe« die Alliierten berzichtet. Die Deckung der letzte» 21 Jahresrate« wird in folgender Weise geregelt: Aus dem Stammkapital der Reparativ nsbank.»u de« die Alliierte» 200 Millionen Mark a»S ihrem bisher aufgelaufenen Guthabe» in die Kasse Parker Gilberts und Deutschlands 100 Millionen Mark anS dem beim Treuhänder für die verpfändete» deutschen Budget- einnähme» hinterlegte« Garantlebetrag beisteuern. werden 2S Proz. einer Speziaireserve zugewiesen, vom jährlichen Reingewinn der ReParationSbank werde« SV Proz. der ordentliche» und 40 Proz. aber- mals der Spezialreferve überwiese«. Außerdem erhält die Spezialreferve noch 8l? Proz. ans etwaiger Reduktion der alliierten Amerikaschulden. Alle diese Beiträge zur Spezialreferve dienen als Kapital zur Abtragung der 21 letzte» Rate«. Weiter find die deutsche« Sachlieferuuge« geregelt worden. Sie betragen im erste« Jahr 730 Millionen Mark, sinken jedes Jahr um 30 Millionen bis auf 300 Millionen im 10. Jahr und hören im 11. Jahr überhaupt auf. Die Abfindnuge« für die Reco- very Act, die mit dem Bouug-Plau hinfällig werde«, be» tragen 20 Proz. der Sachliefernngen. Die einzige Schwie- rigkeit, die noch zu regeln ist, ist die M a r k e n t s ch ä d i- gnng für Belgien. Die belgische» Unterhändler haben formell erklärt, sie würden den Schlußbericht der Sachverständige« nur dann unterzeichnen, wenn in den direkten Verhandlungen Berlin-Brüfsel ein« be- frledigende Lösung gefunden sei. Die Franzosen scheine« sich dem anschließe« zu wollen. Damit wäre die Sachverständigenkonferenz am Ende angelangt. Es wird sicherlich leicht sei«, die neue Formulierung für die heute im Prinzip beschlosseneu Einigungsformelu zu finde«. Es muß dan» aber noch der Bericht in drei Sprachen(deutsch, französisch, englisch) angefertigt wer- den. Diese Arbeit dürfte& bis 14 Tage dauern. Offizielle Bestätigung. pari». 81. M«.(MTB.) Die B« Handlungen von Delegation zu Delgation über die Formulierung der noch offen stehenden Vorbehalte und Bedingungen find heute nachmittag so gefördert worden, daß man von einer grundsätzlichen Einigung aller Delegationen sprechen kann. Es kann daher bereits an die Fertigstellung des endgültigen Berichts für die Regierungen gegangen werden. Oer Inhalt der Einigung. Paris, 31. Mai. Ueber die Einigung in der Frag« der Vorbehalte werden fol- gende weitere Einzelheiten mitgeteilt: Das Kapital der Reparationsbank soll 499 Millionen Mark betragen. Es sollen einzahlen die alliierten Länder: 1. zinsenlos 299 Millionen, stammend aus den in der Kasse des Generalagenten für die Reparationszahlungen liegenden Summen: 2. einmalig den ungeschützten Teil einer Jahreszahlung, also etwa 969 Millionen, und zwar zinsentragend und ohne Eigentumsänderung. Deutschland soll entsprechende Einschüsse leisten, und zwar zinsenlos 199 Mill. Mark, stammend au» den beim Reparaüonskommissar durchgehenden Summen; jedoch hat dieser frühere kommunistisch« Abgeordnet« des Unterhause, Saklatvala in Bott«rsea. der Kommunist Gedds in Greenwich, Dr. D u n st a n in Dechnal Green und der Führer der britischen Kommunisten P o l l i t. In Greenwich und Bethnal Green sind durch Absplüteryng von Arbeiterstimmen infolg« de» Dazwischentreten» der tommunisti- schen Kandidaten sicher« Siege der Arbetterpartei verloren ge- gangen und die betreffenden Sitz« den Konservativen bzw. Liberalen zugefallen. pariser ktnbehageo. Paris, 31. Moi.(Eizenbericht.) vi« gesamte französische Ocffentlichkeit hat bereits feit Wochen mit lebhafter Spannung den Ausgang der englischen Wahlen erwartet. Sieht doch der größte Teil de» Bürgertums in«inem Sieg« der Arbeiterpartei«in« Gefahr für die Weitersührung der bisher vom konservativen Kabinett Frankreich gegenüber befolgten Ente nt«- Politik. Der sichtlich große Erfolg der Arbeiter- partci wird daher in der hiesigen Presse, sogar in einem TqU d«r Linksblätt«r, mit Zurückhaltung ausgenommen. Man hofft zur Stunde noch, daß die Arbeiterpartei die Macht wenigstens nicht allein in die Hand bekommt und«vsittuell ein« Koalitionsregierung von Konservativen und Liberalen zustand« kommt. Auf jaden Fall weisen die Blätter bereit« jetzt gegenüber der vom früheren Schatzkanzlar Snowden erhobenen Farderung auf Er- höhung d«r französisch«» Schuldenzahlungen auf die vor«iftig« Z«it von Baldwin gegebene Erklärung hin. daß England unter allen Um- ständen sein Wärt halten werdg, welche Regierung auch am Ruder sei.• Dia englische Regierung werde, so tröstet die groß« Jnforma- lionepress« ihr Publikum, in jed«m Fall,« n g l i s ch i Politik machen müssen, wenn auch der Internationalismus der Arbesterpartei England von Frankreich etwa» entfernen werde. Plan noch kein« bestimmte Gestast angenommen. Etwa 899—499 Mill. Mark als zinsentragende Anlage, ohne Eigenttnnsändenmg. vielleicht in Raten ä 39 Mill. Mark. Die Notenbanken sollen gegen einen geringe« Zinssatz bei de« Reparationsbank einen Devisenbetrag hintorlegsu, desseq Höhe noch nicht bestimmt ist. Die geplante Regelung sieht Abschaffung aller Kontrollen von, Die Eisenbahn- und JndustrieoMigatio»«» werden verschwinden. Die Reich sbahn-Gesellschafl zahlt ans Grund besonderer Ab- machungen mit dem Reich 645 Millionen Mark jährlich in Form einer Steuer's unmittelbar auf das Konto der Reparationsbank bei der Reichs- dank; der Betrag, der nahezu den ungeschützte» Teil der Jahresrate deckt, läuft also nur durch den Etat durch. verückstchtigt wird das Recht Deutschland», sich je nach Lage der Umstände den Rücktauf von ousgeg-beue« Anleihe» oder konvertierten Anleihen vorzubehasten. Ueber die Heranziehung der Nachfolgestaaten zur Aus- bringung der Leistungen wird das Gutachten der Sachverständigen dahingehen, die Gläubigermächte aufzufordern, inner- hall« einem Jahr zu bestimmen, was damit geschehen soll. Die Liqnidakionsmaßnahmen hären innerhalb eines Zehre» auf(ebenso die Schiedsgerichts- und Ausgleichvoerfahreu). Die in Deutschland angesammelten Beträge bedürfen nicht, wie die Gläubiger anfänglich gefordert hatten, einer besonderen Sicher- stellung, sondern die Reichsbank soll hinsichtlich ihrer Anlegung frei« Hand behalten. Der Bereich der Verwendung dieser Summen soll sich nicht nur auf die Gewährung von zius- bringenden Anleihen beschränken, sonder» auch zur Finon- zierung von Spezial-Sachlleferungen dienen, d. h. solch« Sach- lieferungen, die nicht zu Losten des kommerziellen Export, gehen, sondern als zusätzlicher Export anzusehen sind. Dem Bericht werden mehrere Anhänge beigegeben über Eachlieferungen, da. Etatut der Lank für inte?» nationale Zahlungen und den Verteilungsschlüssel der Zahlungen unter die Gläubiger. Beschluß des Reichskabinetts. Gtrefemann geht nach Madrid. Nach dem Beschluß der �reitags-Sitzung des Reichs» kabinetts wird Reichsaußenminlster Dr. Gt res« mann an der Tagung de» Völkerbundsrates in Madrid teil- nehmen.' Die Reise Stresemanns wird bis nach der Sitzung des auswärtigen. Ausschusses des Reichstaas am Dienstag, dem 4. Juni verschoben werden. Staatssekretär Dr. v. Schubert verläßt mit den Mitgliedern der deutschen Delegation bereits am Sonnabend Berlin. Die Deutschnationalen haben ein« Jnter» p e l l a t i o n«ingebracht, in der sie an die Reichsregierung die Frage richten, ob sie gewillt sei. die in Paris getroffenen Vereinbarungen abzulehnen und den Außenminister zu ver- pflichten, bei seiner Anwesenheit in Madrid kelnerlei die Per- Handlungen in Pari» betreffenden Abmachungen und Bin- düngen«inzugehen. Die Begründung dieser Jnterpeyotion läßt erkennen, daß die deutschnationale Reichstagsfrattion den von Hugenberg eingeschlagenen Kurs der nationalen De- magogie siegenüber der Pariser Reparationsregelung durch- führen wird. Die Reichsregierung wird die Interpellation erst nach dem Abschluß der Pariser Verhandlungen beantworten. Vertagung der Minderheitenfrage? Gens. 31. Mai.(Eigenbericht.) Der Ausgang der englischen Dahlen«rregt in Genf höchstes Iistsresse. Bekanntlich ist Chamberlain Gutachter für hie wichtigst» politische Frage der bevorstehenden Ratstagung in Ma- drid, der Minderheitenfrage. Da« Dreiergutachten stellt in hohem Maße Chamberlains persönlich« Arbest dar. In Kreisen der englischen Delegation zur Arbeitekonferenz zweifest man aber daran, daß die Frage der Regierungsbildung bis zum 6. Juni, dem Beginn der Madrider Verhandlungen, gelöst werden kann. Man spricht in Genf dopon, daß unter diesen Umständen die Minder- heitenfrag« vielleicht auf einer späteren Ratstagung zur Verhandlung kommt. poincare wird verordnen. Schuldenratifizierung ohne Parlament. Paris. 31. Mai.(Eigenbericht.) Nachdem die stärkste Gruppe ssiner Mehrheit dem Minister- Präsidenten Poincarä den Krieg erklärt hat in den Fragen der Rheinlandröumung, d«r R«poration»regelung und der Ratifizierung der interalliierten Schulden, hat sich Poincarä augenscheinlich«nt- schlössen, ist« Schwierigtest seiner Mahrhcst auf Schleichwege« zu umgehen. Obwohl er sich mehrfach in seinen öffentlichen Kundgebungen verpflichtet hatte, in ayen diesen Fragen das Paria- m«nt anzuhören, scheint«r nun nach Mitteilung der gesamten Pariser Press« gewillt zu sein, vor allem die R a t i f i z i e r u n g der Schuldenabkommen mst London und Washington aus dem Wege der Verordnung vorzunehmen. Er würde allerdings, um den Schein zu wahren, vorher noch einen Vortrag vor der Kommission der ay»> wältigen Angelegenheiten und der Finanzkainmijston dar Kammer halten und er würde nachher, wenn die Ratifizierung vollzogen sein wird, ein« Jnterpellotionsdcdatte zulassen. pilsudiki saal nicht au». In dem Verfahren gegen den Ex- finanzminister szechowiez wegen Etatsüderfchreitung fallt« der damalige Regierungschef Pilsudsti vernommen werhen. Gr lahm» den Empfang des Untersuchungsrichter», eine« Adaeordnetqn der Linken, ab. und erklärt« schriftlich dem beamteten Richter, daß er dl. Aussage verweigere. Dann unterhielt er sich stundenlang mst ihm. Die Auffindung eines Teils der hababurgischen Kronjuwelen. die 1021, kurz vor dem Restaurationsputsch des Extaifer» Kork. ae. stöhlen morde» waren, wich au, Easqblanca(Marokko) be> stätigt. Der sranzösische Polizeiinspettor, der die Verhaftung de, „Besitzer,", ein«, Italiener», vornahm, hat Anspruch auf 26ÖÖÖ0 Franken Belohnung. Kabine« und Arbeiislosenverficherung. Wissel! beantragt, Sofort-Programm auszuarbeiten. Das wolffbureau meldet: Das Reich skablnett beschSfklgi« sich in seiner gestrigen Sihung mit der Zlrbellslosettversiche- r nag. tlnf Grund dieser Verhandlunge« wird das Reichsarbeits. Ministerium in den nächste« Zage« eins Vorlage ausarbeiten (Sosorl-Vrogramms. Zum Zweck d« parlamentarischen Behandlung dieser Vorlage wird alsdann mit den Vertretern der Regierungsparteien Fühlung genommen«erden. Ferner bestimmte das SaÜuett die Grundsatz« iiber die Zusammensetzung der bereits früher In vussichl genommenen Sachverständige«. kommtsston und die dieser vorzulegenden Frage«. Die Asm- misflon soll ihren Bericht so rasch erstalten, daß im September ein endgültiges Programm vorgelegt«erde» kann. Volkspartei und Republik. Klares und ehrliches Relenntnls zur Republik? Auf der Neichzbeamtentogung der Deutschen Volks. Partei führte der offizielle Redner, Landrat Schmidt« Stendal, aus: ,.5ch kann mich bei aller Web« und Verehrung zu unserer großen Vergangenheit nicht zu dem Glauben bekennen, daß der Beamte, der am Tage acht Stunden den Staat repräsentiert, be- rechtigt ist. ihn IS Stunden zu verneinen. Unser Zimt und unser Treueid verlangen von uns ein klares und ehrliche» Ve» k e n n t i s zu den verfassungsmäßigen Einrichtungen und damit zur Republik." Die Einsicht kommt b«i der Volkspartei, die einst sich als Befreier von roten Ketten empfahl, reichlich spät. Aber wenn sie wirklich im elften Jahre her Republik endlich das vom Landrat Schmidt geforderte Bekenntnis ehrlich ob- legen will, so wird auch auf Erden über diesen büßenden Sünder Freude herrschen! Klammende Zeit. Festspiel in Magdeburg. Di« Magdeburger Arbeiterschaft gibt dem Parteitag ein Fest. Nicht lm Saal,«ingeengt durch ragende Wände. Die Ufer de» Adolf-Mittag Sees, de? See felbst find Schauplatz eines packenden Fest, !piels. Die Magdeburger haben ihren Ehrgeiz darein gesetzt, alle bisherigen Parteifeste zu überbieten. Und es gelingt ihnen. Drei Leuchtraketen künden kurz vor 10 Uhr den Beginn des Spiels. Die Sitzplätze am See find dicht besetzt von den Parteitags- delegierten. Di« Magdeburger sind zu Tausenden gekommen, da» nächtlich« Spiel am S« zu schauen Au» dem Dunkel klingen Ge. sangschäre, dann belebt sich der See. Üautlo» gleiten die Arbeiter» Wassersportler in chren Paddelbooten über b« still« Wasserflöche. Die Boote sind mit Fackeln geschmückt, bilden eine» Reigen Am jenseitigen Ufer Spiel« der Kinderfreund«. Ahr« Lampion« leuchten in die Nacht. Die Paddler löschen ihre Fackeln, gleiten fort. Maschinengeräusch zerreißt die Still«. Ein Sprechchor kündet von schwerer Arbeit gedrückter Schaffender. Kurz«, knappe Sätze. E» wird still. Scheinwerfer flammt auf, und durch den See vom Zu- schauer getrennt, beginnt am jenseitigen Ufer, geführt von Martin (i>l«i«ner, der B«w«gung»chor sein Spiel. Zwechundert Mit- wirkende stellen in rhythmischer Bewegung hart« Fron dar. Maschine, laufendes Band. Schwere Kolbenschläg« geben den Takt. Da» Bild bricht zusammen, sinkt ins Dunkel. Sprechchor kündet Lob der Arbeit. Und Wieds? im Echem- werferlicht erscheinen gastraffte Körper, diesmal ausrecht« stolze Ge- stalten, chammerjchwinger. Bemußt« Lrb«it. Usber den See schallt»:.Laßt di« Arbeit Freute sein!" Musik setzt ein. Männer, Frauen, Burschen, Mädchen stoßen zu den chammerschwingarn. die Bewegungen werden leichter, froher, beschwingter, gleiten hinüber in Tanz. Di« Marseillaise schickt ihr« befeuernd«» Klänge über den See. Der Bewegungechor tanzt in gebundenen Rhythmen zum Kampflied der Arbeiterschaft. Nackt« Männerletder mischen sich im Wirbel unter Mädchen in bunten Kleidern. Da hebt etner aus der Masse eine wallend« rote Fahne, chinter Bäumen und Büschen kommen andere heroor, ihr» Fahnen schwingend, di« glühend auf- leuchten im Scheinwerferlicht. Mass« bastt sich um den Fahnenwald. Im Hintergrund werden Fackelträger sichtbar. Ein festliches Bild bietet sich dem Beschauer am Seeufer. Der Spzialistenmarsch klingt auf. Die Fahne», di« Fackeln, di« Tänzer setzen sich m Bewegung. Recht« und link? marschieren sie um das Ufer herum. Bom Spiel- fsld aus tragen die Paddler auf ihren Booten da» Licht ihrer Fackeln den Zuschauern entgegen. Au» ihren Booten steigen sie am Ufer hsrau» mit roten Fahnen, stellen sich unter dl« Delegierten. Der Fackelzug mit den Fahnen kommt näher, von beiden Usern her mitten in die Mass« der Zuschauer hinein. Vassengesang der Anternotionale. Ein packende«, mitreißende» Schauspiel ist den Magdeburgern da gelungen. Wer Bedenken hatte, daß die mangelnde Ausdrucks- fähigkett des Bawegungschor» den Sifln de« Spiele nicht deutlich werhen lasse, ist eines Besseren belehrt. Di« wenigen Satz« des Sprechchors haben d«n Bewegungschor glücklich unterstützt und er. oänzt. Gewallig war die Wirkung der Maschin« und de» lausanden Bande«. Man spürt« au» den Bewegungen beim Uedergang zu den Rhythmen der Freud« den Jubel heraus und am Schluß ziehen Darstellung von Kampf und Sieg i»d«n Beschauer In ihren mit, reißenden Bann. Kampfdurchwogtes Fest flammender Zeit.?. L. Mexiko wird trocken. Mexiko. Ks. Mqi. Dex Präsident Porte» Sil hat die Pläne für di. Trocken- legunq Merikos ausosarbe'tet. Ein Aiüialkohslousschuß wird mit der Regierung di« Maßnahmen für die Beschränkung der Her- stellung und des Barkaufs van Whisky und hochprozentigen ..Likören" festlegen, ihre Einfuhr noch Meriko soll unter- b u n d e n werden. Auch ein Ausschank- und Verkaufsverbot von Alkohol an Frauen und Minderjährige ist geplant. verlängSrunq der Anleihe zelchvuna«srist. Da» R«ich»finonz< Ministerium hat die Frist für di» Zeichnungen auf die Vnlondsonleih« bis zum 8. Auw einschließlich oerlängerj. Der Zahlungstermin für di« erst« Rat« pon 10 Proz. deren Fälji«. keit nach den bisherigen Bestimmungen auf den«. Juni d. J. fest. geletzt war. ist»us den 12. Sunt verlegt warben D» übrigen Z-ch'luno?t«rmin» bleiben unverändert, Amnestie in vulaari«. Der Ministerrat«anehmtste den Ppr- schlag de» Jichi, ministar», nahezu sämtliche während d-r Bürger- k-iea« isiV/iö Verurteilten zu amnestieren. Der in Berlin lebend« ehemalige Ministerpräsident Rodoslawoff und sein V rnster Tanh Ich«, die wegen Verletzung der Verfassung. Vot«rlandsoarrchtg. Schodiquna de» Botsriande» zur Erlangung pemrtlchsr Vorteile im »aus, de» Weltkrieg«» verurteilt wovden waren, soll»» auch unter di, Amnestie fallen. Labours Wahlsieg ... gefährdet die unsichere Lage Englands! Die Michsfinanzen. Darlegung im Reichshaushalisaussthuß. Der Haushaltsausschuß des Reichstag« nahm am Freitag. vormittag mit der Beratung des Finanzetat» fest« Arbeiten noch den Pfingftferien wieder auf. Ms erster ergriff Reichsfinanzminister Dr. htlferdlag das Wort, um mitzuteilen, daß die Bücher der R«ich»haupttasse für das Rechnungsjahr 1928 soeben abgeschlossen worden seien. Er nehm« die erste Gelegenheit wahr, dem Hau»holt»ausschuß die Ergebnisse mitzuteilen: Die Rechnung 1928 schließt im ordentlichen Hauehalt mit einem Fehlbetrag von 15 4,-1 Millionen Mark ab. Die Einnahmen haben betragen: Bestaich zur Deckung der Voriohrs- reste.520,1 Millionen, aus Steuern. Zöllen und Abgaben 9024.4 Millionen, aus dem Ileberschuß au» den Posten 1927 und 1928 150 Millionen. Zichen au» den ün Reichsbesitz befindlichen Vorzugs- aktien der Reichsbahn öl.2 Millionen, aus dem Ileberschuß des Jahres 1027 127 Millionen, sonstig« Derwaltungseinnahmen 404,9 Millionen, zusammen lO 277,0 Millionen. Di« Ausgaben haben betragen bei den fortdauernden Ausgaben 9430,4 Million«», bei den einmaligen Ausgaben 801,3 Millionen, zusonunen 10 221,7 Millionen. Di« Einnahmen übersteigen also die Ausgaben um 45,9 Mil- lwnen Mark. An R« st« n stechen noch offen: bei den fortdauernden Aus- gaben 111,4 Millionen. b«i den einmaligen Ausgaben 238.4 Mil- lionen, zusammen bei den Ausgab«, 349,8 Millionen, bei den Ein- nahmen 149,5 Millionen. Zur Deckung von Resten«erden mithin noch benötigt 200,3 Millionen. Da zur Deckung dieser Rest« nur Mehreinnohnien in Höhe von 45,9 Millionen zur Verfügung stehen, fehlen beim ordentlichen Haushalt noch 154,4 Millionen. An Mehrausgaben sind folgende bemertenzwerte Posten zu erivähnrn: * MUl ZK. Kosten des Bolksbsgehronv über da» Panzerkreuzerverdot 5,3 Unterstützende Erwerbslosenfürsorg«.... 10,3 Sonder Unterstützung bei berufsüblicher Ardeitsloiigteit............ 28,0 Unterstützungsaktion für die Ruhrausgisperrten 11.0 Für den Wosserstraßendau........... 9,0 Ruhegehälter............... 4,2 Hinterbliebenendezüg«............. 1,4 Kriegsbeschädigtenrente............. 58,6 Hinterdliebenenbezüge............. 5,8 Heilbehandlung............... Berziniung der Reichsschuld und der Betriebsmittel.. 4,7 Sanierung der Schichauwerft.......... 7,1 Ungedeckte Beiatzungstosten bis End« 1928..... 82,2 Polizeikosten im bsistztsn Gebist......... 1,6 Zuzahlungen für Reparationskohlenliefsrungen.... 10,7 Abwicklung de« Krieges......'...... 5,5 Zahlung an Rumänien............ 11,3 Sonstige Mehrausgaben der einzelnen Verwaltungszweige 10.7 Inggefamt Mehrausgaben 248,9 Der aub«rord-ntlich« Haushalt Meßt für 1928 ad � SB-tt a» in Einnahm« mit...... 216.8 in Ausgab« mit............... 856,0 E» sind mithin Mehr ausgegeben...... 439,2 Hierzu txitt der Fehlbetrag au« den Fahre» 1926 und 1927 mit............... 465,3 Die G«samtv«rschukduna de» außerordentlichen Hau». byst« betruq somit am Ende de» Rechnungsjahre« 1928: 9048 Vit- lionen Mark. Räch dem Minister gab dar Berichterstatter Dr. Hertz sGoz.) den BeriM, der. wie er ausführt«, sich nicht auf allgemeine stnanz- politische Fragen, sondern nur aus einig« Speziolsragen erstrecken sollt«. Er begrüßte es, daß die Veranlagung d e r Steuern zeitlich schneller und materiell g r ü n p k> ch« r o«word«n sei. Weim dos Steuerauskommen von 1925 bi? 1928 sich Monders in der Einkommensteuer so«rdeblich aasteigert habe, so sei da« nicht aus erhöhten Steuerdruck, sondern auf die verbessert« Veranlagung zurückzufuhren.?luch der Buch- und Betriebeprüfimgediens». der über sein« Aufwendungen«in Mehr von 125 Millionen erbracht . trag« zu diesem Ergabni» bei, ganz qbgesehen von da» vor. Pnden W'kkungen. die mit ihm v«rvuNd«N seien. Die St e u a r- l st ä n d«. dt« zwischen 400 und 500 Millionen schwanken, seien ding» noch immer groß, aber sie nehmen doch taufend und sind von früher 18 auf setz, 11 Proz. gesallen. Immerhin sind speziell bei dir dblwotionansteuer mit 27 Mill.. b»i der Sesellschoftpstsu« mit 20 Mill- d«i der Erbschaft»st«U«r«st 25 Will- dies« Rückstände doch»och sehr hoch und teilweis« ungerechtfertigt. Sehr wichtig erscheine ihm für di« größtmöglich« Wirkung unserar Steuergesetzgebung«in« Der??«'!-- hing der Steuerftatiskik. Die bisherig« Statistik kenne nur«ine Aufgliederung nach formalen Gesichtspunkten, während dringenb erwünscht«ine Statistik nach materiellen Gesichtspunkten al» Grund» lag« für di« Finanz, und Steuerpolitik sei. Es wäre eine drinäend« Ausgabe des Reichssinanzministeriums, eine besser« laufende Aus- wertung der Statistik als bisher, auch der Finanzstatistik durchzu» führen. Ein neues und sehr wichtiges Problem sei bi« Feststellung über die Kapitalflucht und die"Kapitalbildung. Zluch über die Steueroerhält Nisse der Landwirtschaft müsse größere Klarheit herbeigeführt werden. Er bitte um Mitteilung der dem Reichsfinonzministerium bekannt»« Talsachen und wie e» mit der Kommission stehe, die zur Prüfung der Einheitssteuer der Land- Wirtschaft eingesetzt fei. In der Debatte schloß sich der Abg. Dr. Brüning(ZO in fast allen Punkten den Ausführungen des sozialdemokrolischon Red» ner» an und hob in Ergänzung noch hervor, daß die Kapital- flucht so groß sei. daß Maßnahmen dagegen gstrofson werden müßten. In einigen Deutschland benachbarten Ländern und auch im Fürstentum Liechtenstein beständen ordentlich« Steuerdosen. E» herrsch« im Publikum der— sicherlich unberechtigt«— Eindruck. als ob gegen die Kapitalssucht vom R«ichsfinanzmintsterium Nicht mehr in der bisherigen scharfen Weise vorgegangen werde. Gr bitte um«ine entsprechend« Zleußerung des Ministeriums. Abg Leicht lBayer. PpO erklär!«, ein« Rückkehr de« Steuer- kapital» würde sehr erwünscht sein, aber gegen ein« Amnestie Hab« er doch schwere Vepenken. Im Volt herrsch« eine de- rechtigte Erstittorung über di«Kapitalflucht. Etwaig« Reparationserlsichterunaen dürsten nur zur Sanierung der Reichs- finonzen dienen. Die Frage der materiellen Forderungen der Länder an das Reich bedürfe einer endlichen Klärung. Abg.«eil(Soz.) führt« aus: Di« Sozialdemokratie sei s««t« bereit, die Fi n a n z b e o m t e n gegen die von manchen Kreisen gegen sie gerichteio Hetze in Schutz zu nehmen. Sie oerlanaa andererseits aber völlige parteipolitische Neutralität. Alan glaube sich in vor. gavgene Zabrzehnle zurückverseht, wenn mau höre, daß ein Finanz- amksvorstand einem Beamten die Bearbeitung einer Sache entzogen Hobe mit der Begründung:„Sie sind Sozialdemokrat-. H«r... wünscht nun einmal nicht mit Zhnen zu verhandeln." Sollt« der« ortige« Schul» machen so müßten die Steuerpflichtigennach ihrer Partei stellung gruppiert und jeder Gruppe Be. amte der betreffenden Partei zugewiesen werden. Er ersuch« um Prüfung de» Falles und um Veranlassung he» Notwendigen. Die Steuerrück stände von etwa 600 Millionen Mark seien nicht in der steuerlichen Uaberlastung, sondern därin begründet» daß Steuerschulden viel dilliger seien als andere Schul- den. Aon einkm Steu«rmöratorium für die Landwirtschaft, von dem der Abg. Dr. Brüning unter gewissen Voraussetzungen sprach, könne so lange kein» Rode s«in, al» nicht eine klare ilebersicht über die Steuerleistung der Landwirtschaft vorliege. Gegen«in« Steueramnesti«, die Herr Abg. Dr Brüning als Grundlage für schärfere Maßnahmen gegen di« Kapitalflucht in Erwägung ziehen wolle, sprechen seines Erachtens noch viel schwerere Gründe als diejenigen, di« gegen eine Strofrechtsamnestte geltend gemacht werden. Zede Steueramnestie geht auf Rosten der Steyvrmaral. Nun fei allerdings in Verbindung mit der stniurfreien Anlaa««in« Teilamnestie gewährt worden durch di« Bekanntmachung, daß nach der Herkunft der gezeichneten Beträge nicht geforscht werden würde. Dieses Verfahren erscheine ihm moralisch das allorbetmnklichst«! es laufe daraus hinau«, daß Steuerhinterziehungen, die bei dieser Gr- legenheit ans Licht kommen, nicht metter nerfolgt werden sollen. Eine klare Gesetzeevorjchrikt de» Inhalt«, daß Steuerhinterziehungen, die durch Zeichnung von Reichsanleih» bekannt werden, straffrei bleiben, erschiene ihm vom Standpunkt der Steuermorol leichter zu trogen. Keil bot schließlich noch um Prüfung der Frag« pb an d«r Besteuerung de« Zinses von 4,5 Proz. für Äblösungsanleihe soft- gehatten werden könne. Dieser Zrna«erde von einer auf«in Achiei reduzierten Kapitalsorderung berechnet, sei v>«t niedriger al» per landesüblich« Zin», ward« nicht jährlich au»b»zahlt und trog« keinen Zinswzin». E» war« ein Geiwt der steuerlichen Gerechtigkeit, dies« kleinen Beträge steuerfrei zu lassen. Dtaatsseirciär Dr. Popih gibt zu. daß da» Berhäitni» de» Reicht» zu den �Zündern und umgekehrt Nock» ungeklärt sei, Man werde nach genauer Prüswng zu einer gesetzlichen Regelung kommen müssen. Die Hofinung, durch stärkere Heranziehung her Steuer« rückstäiid« da» Kassendofizit zu beseitigen, sei utopisch. Diese Rück- stände beruhton auf den schwierigen Wirtschafisverhälttzissen. Die Londwirtschafl zahl« heule nur 69 ZNilllonen Einkammcnstcyer het 100 Millionen Vermögenssteuer und 500 di» 600 Millionen Grund- und Gsbäudestsiiern. Mit dew Gtuhium. ob da» jetzig» Steuersvstem für die Landwirtschaft geeignet sei,«erde sich eine Kommission befassen. Bezüglich der K a o i t a l k t u ch t genau« Unterlagen zu geben, sei schwierig. Da« Relchsfinanzministerium forsche aber aus alle» Wegen dieser Kapitalflucht nach. Man müsse an international« Vereinbarungen denken, trotzdem die tnieresssorten Länder dabo- woht kaum helfen«erden. Bei der Behandlung der Zinsen der Anleiheablösung«erde genau nach den bestehenbeN Se- setzen gehandelt. Wünsch« man eine ander« Behandlung, so«erde ein besondere« Geietz gemacht werden müssen. Damit war di« allgemein« Aussprache«rtedigt. Di« Beratung wird auf Sonnabend vormittag vertagt, Einheit in Magdeburg. Partei und Arbeitslosenversicherung. Die Gegner der Arbeitslosenversicherung haben wieder einmal ch o f f n u n g geschöpft. Warum? Weil der Magdc- burger Parteitag die sozialdemokratischen Minister ohne P i n d u n g in der Frage der Arbeitslosenversicherung nach Berlin zurückkehren ließ. Die ausdrückliche Erklärung Wels', des Partei- Vorsitzenden, die Partei lasse an der Arbeitslosenversicherung nicht rütteln— diese Erklärung wurde auf dem Parteitag wiederholt unterstrichen—, genügt also den Gegnern der Arbeitslosenversiche. rung noch nicht. Sie vergessen, daß ein Beschluß überflüssig ist, wenn « l l e e i n i g s i n d. Sie vergessen, daß die Arbeitslosenversicherung sür Partei und Gewerkschaften sozusagen eine moralische Ange- I e g e n h e U darstellt, weil beide sich für die Erhaltung des Ar- beitslosenschutzes verantwortlich fühlen. Das Moralische ver- steht sich von selbst und was selbstverständlich ist, braucht nicht erst noch besonders beschlossen zu werden. Während der Magdeburger Tagung haben die Gegner der Arbeitslosenversicherung wiederholt davon getuschelt, daß eine ge- bundene Marschrichtung für die sozialdemokratischen Mi- ntfter in der Frage der Arbeitslosenversicherung di« Sprengung des Kabinetts bedeute. Eine schreckliche Drohung, vor der sich aber die, die sie aussprechen, am allermeisten fürchten. Oder hat etwa die Sozialdemokratie Wahlen zu fürchten, di« im Zeichen des Kampfes um die Arbeitslosenversicherung stehen? Die Sozialreoktion könnt« der Sozialdemokratie keinen größeren Gefallen er- weisen, als solche Wahlen heraufzubeschwören. Sie würde dann ähnlich wi« soeben die Konservativen in England ihr blaues Wunder erleben. Der Wahlsieg der Arbeilerpartei in England ist, wie Wels in Magdeburg treffend hervorgehoben Hot, auch ein Sieg der deutschen Arbeiter. Große politische Ereigniff« haben ihre Fernwirkung, und der Sieg Labours ist nicht nur ein britisches, sondern ein Weltereignis. Der Erfolg Labours hat nicht nur außenpolitisch«, sondern, was die Arbeiter- schaff besonders stark interessiert, auch bedeutsam« sozio- politische Folgen. Nicht umsonst haben die freien Gewerk- schaffen bereits vor Monaten betont, daß sie an einer Durch- peitschung des Arbeitsschutzgesetzes im Reichstag kein Interesse haben und die englischen Wahlen erst abge- wartet werden sollen. Labours Sieg bedeutet günstigere Aus- sichten für Ratifizierung des Washingtoner Ab- k o m in e n s und darüber hinaus einen Antrieb fürdie inter- nationale Sozialpolitik überhaupt. Sollen nun ausge- rechnet in diesem Augenblick die deutsch« Sozialdemokratie ihre chand zu einer Bertrüppelung der Arbeitslosenversicherung geben? Das wäre doch wirtlich etwas zu viel verlangt. Di« Sozialdemokratie hat jetzt erst recht keine Veranlassung, in der Frage der Arbeitslosenversicherung klein beizugeben. Abwarten ist gesünder; denn allmählich scheint bei der Beurteilung des Arbeitslosenproblems auch im Lager der Kritiker die Vernunft wieder zur Geltung zu kommen. So brachte dieser Tage die „Frankfurter Zeitung" einen Artikel, der von den chemmungslosig- feiten und Sinnlosigkeiten gewisser demokratischer Blätter wohltuend absticht. Das Blatt betont, daß es sich in vielen Fällen von Miß- bräuchen, vor allem bei den Scheinarbeitsverträgen um Dinge handelt, deren Beseitigung durch rein« Derwaltungsmaßnahmen mög- lich sei. Selbstverständlich müßten die tatsächlichen Mißbräuche durch scharfe Kontrolle und auch durch einige Aenderungen des Gesetzes- textes verhütet werden. Darüber hinaus sei am dringlichsten die Aenderung in. der Dersicherung der Saisonarbeitslosig- k e i t. Vielleicht ließe sich eine Form finden, olle Saisonarbeiter mit Einschluß der Landarbeiter, nicht, wie es der Borschlag der Arbeit« geberverbände wolle, gänzlich von der Dersicherung auszuschließen, sondern bei zum Teil niedrigeren Unterstützungssätzen und je nach Risiko gestaffelten Beiträgen sür eine genau begrenzte Zeit der Ar- beitslostgkeit unter Versicherungsschutz zu stellen Auch die„Frankfurter Zeitung" übersieht, daß in einem n o r- malen Winter mit einer Arbeitslosigkeit etwa von dem Umfang des Winters 1927/28 die jetzt schon bestehende Sonderegelung sür die Saisonarbeiter im großen und ganzen ausreichen würde. Schon jetzt haben die Saisonarbeiter infolge der Sonderregelung ge- ringere Unterstützung. Mit einer Beitragserhöhung lediglich für die Saisonarbeiter ist dos Finanzproblem auch nicht zu meistern. Wer den von den freien Gewerkschaften gezeigten Weg nicht gehen will, muß einen besseren vorschlagen. Niederlage der Gozialreaktion. Das Urteil des englischen Volkes. Nicht nur wir Sozialdemokvaten empfinden eine tiefe G e- nugtuung über die Niederloge der englischen Konservativen. Denn diese Niederlage erscheint wie die gerechte Strafe für den Wortbruch, den die englisch« konservative Regierung in der Frage des Achtstundenabkommens von Washington begangen Hot Freilich nicht nur in dieser Frage. Denn um diesen Wort- bruch zu„beschönigen", hat die englische Regierung innerhalb der Internationalen Arbeitsorganisation eine Art Obstruttions- Politik getrieben und oersucht, das Abkommen in di« Lust zu sprengen. Das englische Bolk Hai jetzt Gericht gehalten. Es wird noch in aller Erinnerung fein, daß die englische Regie- rung, angeblich um zwischen den Regierungen der hauptsächlichsten Industrieländer eine Uebereinstinnrning herzustellen, über die Aus- legung des Abkommens von �Washington,«ine Konferenz der Ar- beitsininister Englands, Deutschlands, Frankreichs und Belgiens nach London einberief. Diese Konferenz endete mit der Feststellung, daß über die Auslegung des Abkommens Uebcreinstimmung erzielt worden ist. Die englische Regierung hat aber das Abkommen nicht ratifiziert, sondern im Gegenteil versucht, das Abkommen zu Fall zu bringen. Es verging seitdem fast keine Sitzung des Derwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamts, keine Arbeits- konferenz, wo die englische Regierung nicht versucht hat, die inter- natiotrale Sozialpolitik zu sabotieren. Dabei ist zu beachten, daß der Achtstundentag in England prak- tisch besteht, daß die englische Regierung also nur aus einer ver- bohrten sozialreattionären Einstellung heraus und schließ'ich zum Schaden der eigenen Industrie den Feinden des Achtstundentages auf dem Festland chelferdienste geleistet hat. Uebcr diese Politik hat das englische Volk jetzt den Stab gebrochen. Mit den englischen Konservativen ist die Sozialreaktion der ganzen Welt besiegt. Montag Verhandlung für die �eichsarbeiter. Stockung im Verkehrsminifferium. Die Lohnverhandlungen für di« Reichsarbeiter sind vom Reich-finanzministerium auf Montag, den 3. Juni, nachmittags 3 Uhr, angesetzt worden. Offen bleibt jetzt noch immer di« Frage, was eigentlich das Reichsoertehrsminifterium zu tun gedenkt; denn auch hier ist der Lohntarifvertrag bereits feit Zk>. April gekündigt, ohne daß bis jetzt Verhandlungen angesetzt worden sind., Verbandsiag der Zimmerer. Einführung der Jnvalidenunterstühung. kiel, 31. Mai.(Eigenbericht.) Im Rohmen der Satzungsänderungen wurde die E i n f ü h- rung der Invaliden Unterstützung in namentlicher Ab- stimmung mit 132 gegen 41 Stimmen beschlossen. Ungefähr in dem gleichen Verhältnis wurde die Gesamtvorlage der Satzungen und «tatuten zum Beschluß erhoben. Nur die Komumnisien hatten da- gegen gestimmt. Somit stimmten sie auch gegen die Erhöhung der Streikunter st üguna und der Sterbeunterstützung. Die kommunistischen Anträge auf Ausschluß des früheren Vorsitzenden und jetzigen Hamburger Polizeipräsidenten Schön- f e l d e r wurden von der Generaloersammlung mit großer Mehrheil abgelehnt. Ein Hamburger Zimmermann wies überzeugend nach, daß Schönfelder in allen Teilen� als Gewerkschafter gehandelt habe. Damit waren die gegen die Amtsführung Schön- felders erhobenen Beschwerden erledigt. Sowohl die Kommission als auch der Verbandstag erkannten an, daß der Hamburger Polizei- Präsident durch seine Anordnungen in keiner Weife gegen die gewerkschaftlichen Grundsätze verstoßen habe. Eine Neuregelung der Gehälter der Verbandsangestellten und eine Abänderung der Diätensätze lehnte der Verbandstag mit 97 gegen 96 Stimmen ab. Als Delegierte zum nächsten Gewerkschaftskongreß wurden nur Vertreter der A m st e r d a m e r Richtung gewählt. Die Wiederwahl des alten Vorstandes erfolgte gegen wenige Stimmen. Als Sekretär neu hinzugewählt wurde M a ck> Köln. Ebenso wurde der Ausschuß wiedergewählt. Borsitzender ist seit 1993 Hermann Kube-Verlin. Wolgast dankt den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Schönfelder und Ecke. Beide hatten lange Jahre hindurch in vollstem Maße ihre Pflicht erfüllt. Im Schlußworte dankte Wolgast für die Wiederwahl und der Kieler Zahlstelle für freundliche Aufnahme. Der Verbandsiag hat eine große Arbeit geleistet. Der Zusammenschluß der Unternehmer im Baugewerbe wird immer enger, also müssen auch die Bauarbeiter- Gewerkschaften an innerer Geschlossenheit zunehmen. Der Zimmerer- verband wird olles tun, um seine alte Geschlossenheit zu wahren und 'zu verstärken. Mit einem Hoch auf den Verband und die internatio« nale Arbeiterbewegung wurde der Verbandstag geschlossen Gaboiage am Baumarkt. Folgen der sZiegeleistillegung in Westfalen. Sabotage am Vmimarkt treiben zurzeit die Z i e g e l e i u n t e r- nehmer Westfalens, vor allem ihr Verband. Er weigert sich hartnäckig, die Lohnerhöhung zu zahlen, die in verschiedenen Nachbarbezirken bereits von den Unternehmern gezahlt wird, näm- lich 4 Pi. Verbesserung pro. Stunde. Er will nicht einmal 3 Pf. Erhöhung zahlen, wie sie der Schiedsspruch, der vom Schlichter nicht für verbindlich erklärt worden ist, vorgesehen hat, obwohl bereits eine ganze Reihe von Unternehmern sich mit diesem Satz abgefun- den hat. Der Arbeitgeberverband will mir 2 Pf. geben und verlangt dafür ein« Vertragsdouer bis zum 39. September 1939, also prak- tisch für zwei Jahre: denn im Herbst ist in der Zigeleiindu- strie eine Lohnbewegung unmöglich. Die Hartnäckigkeit des Arbeitgeberverbandes hat bereits in acht Betrieben zum Streik geführt. Statt nun endlich einzulenken, will der Verband die westfälische Ziegeleiindustrie stillegen. Ein ernster Konflikt droht, besten Auswirkungen für die Baustoffindustrie und damit für den B a u m a r t t nur unheilvoll fein können. Was die Scharfmacher in der westfälischen Ziegeleiindustrie. treiben, ist unverantwortlich, denn noch herrscht unter den Bauarbeitern große Arbeitslosigkeit und alle Well sehnt sich danach, daß endlich das Baugewerbe restlos in Gong kommt, weil damit eine weitere Entlastung des Arbeitsmarttes verbunden ist. liche Produtte und Kolonialwaren vertreibt, Lohnzulagen gewähren lann, ohne sie auf die„rousumenten abwälzen zu müssen. Der Verkehrsbund hat daher die Verbiadlichkeits-Erklärunx des Schiedsspruches beantragt. Verbandsiag der Gastwirisgehilfen. Die Frage des I u g e n d l i ch e n s ch u tz e s, für die der Arbeits- fchutzgefetzeMwurf nur eine recht unzulängliche Regelung vorsieht, , spielte bei den Berhandlungen des zurzeit in Hamburg tagenden Per- ! bandstages der Gastwirtsgehilfen eine große Rolle. Auf der Tagung l wurde sehr energisch die Forderung vertreten, daß jugendliche Arbeit- nehmer im Gastwirtsgewerbe von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens nicht beschäftigt werden dürfen. Gegenüber der Ausred« der Unter- nehmer, daß die Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter beiderlei Ge- schlechts in der Zeit bis 8 Uhr abends nicht genügend ausgebildet werden könnten, wurde hervorgehoben, daß Jugendliche bis zum Aller von 18 Jahren nichl in Betriebe gehören, deren Gefchäft erst abends beginne. Was sie da in Nachtcafäs, Varietes und Hotels zu sehen bekämen, könnten sie noch zeitig genug erfahren, wenn sie älter seien. Aus die Sonntagsruhe verzichten die Gastwirtsgehilfen, wie voni Referenten P ö tz f ch hervorgehoben wurde, im Interesse der Bevölkerung gerne, aber sie verlangen einen Ersatzruhetag von 3K Stunden pro Woche. Der Ersatzruhetag fällt bei den Gastwirtsgehilfen nie auf ein und denselben Tag, und das bedeutet für die Gewerkschaftsarbeit große Schwierigkeiten. Daraus, sowie aus dem Umstand, daß im Gastwirtsgewerbe kein« Großbetriebe existieren, erklären sich die ver- hältnismäßig hohen Verwaltungsausgaben des Verbandes, die bei einem Vergleich mit anderen Gewerkschaften auffallen. Die Organi- sationsschwierigkeiten bedingen einen größeren Beamtenstab Die Arbeitskonferenz berat. Genf, 31. Mai.(Eigenbericht.) Die Internationale Arbellskonicrenz nahm am zweiten Tag die Verteilung und Zurechtlcgung der Arbeit vor. Es wurde beschlossen. eine vorhergehende allgemeine Debatte nur für die Arbeitszeit der A n g e st e 5l t e n zu veranstalten, während die Zwangsarbeit der Eingeborenen sofort in Kommissionsbehandlung geht. Für die verschiedenen Tagesordnungspunkt« und Anträge wurden sieben Kommissionen zusammengesetzt, die entsprechend dem kanadischen Antrag zur Hälfte aus Regierungsdelegierten und zu je einem Viertel aus Arbeitnehmer- bzw. Arbellgebervertretern ge- bildet werden. Die Wahl der Kommissionsteilnehmer erfolgt am Sonnabend. Jubilar im Dienste der Arbsii. Am 1. Juni sieht der 1. Kassierer des Fabrikarbeiterverbandes, Karl R ö ß l e r, auf ein« 25jährige Tätigkeit als Angestellter feiner Organisation zurück. Damals war der Verband noch jung, aber auch Karl Rößler war mit seinen 27 Iahren noch jung. Die gewerk- schaftliche Arbeit war damals hart, sehr oft mit großen persönlichen Opfern verbunden. 1997 kehrte er nach erfolgreichem Wirken in «Frankfurt a. M. nach Thüringen als Geschäftsführer der Zahlstelle Altenburg zurück. Der Verbandsiag 1929 wählle ihn in den Ver- bandsvorftand als Sekretär. Seit 1922 leitet er als 1. Kassierer die Verbandssinanzen. Gerade diese Periode seiner Tätigkeit für den Verband war nicht leicht, denn sie fiel in die Inflationszeit, m der die Leichenfinger der Geldentwertung das Verbandsvermögen wegstahlen. Wenn heute der Fabritorbeiterverbond auch in finanzieller Beziehung mit Vertrauen in die Zukunft blicken kann, dann ist dies— soweit Einzelpersonen überhaupt in Frage kommen— auch das Verdienst Karl Rößlers. In feiner engeren Thüringer Heimat gehört« er von 1919 bis 191.8 dein Landtage von Sachfen-Ülltenbnrg an. Bon 1919 bi? l9?9 war er Präsident der Landesoersammliing im Freistaat Sachsen- Menburg und Mitglied des Voltsrats für Thüringen. Der Jubilar gehört zu jenen Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung, die stets mehr tun, als ihre P'kicht. Seine große Arbeitstraft, diszipliniert durch die Erfahrung in den verschiedensten Arbeitsgebieten mackit ibni dies leicht. Sein Eifer, für die Arbeiterbewegung zu wirken, ist heute noch ebenso stark wie damals, als ihn jugendliche W- neifterung in die sozialistischen Reihen führte. Wir wünschen dem Jubilar, daß er noch recht lange im Dienste seiner Organisation und der Arbeiterbewegung wirken möge. Bimmel-Botle und feine Arbeiter. Streit um Sie Löhne. Der Bertehrsbund hatte der Meierei-Bolle den Lohntaris zum 31. März gekündigt und für alle Arbeiter und Arbeiterinnen eine Lohnausbesserung um 5 Mk. pro Woche gefordert. Die Firma er- suchte die Organisation, di« Verhandlungen noch vier Wochen hinaus- zuschieben, um abzuwarten, welches Resultat die Lohnoerhandlungen in den anderen Berliner Meiereibetrieben haben würden. Sie er« klärte sich aber schriftlich bereit, falls eine Verständigung über die Lohnforderungen erzielt werden würde, die Zulage ab 1. April nachzuzahlen. Ende April wurden dann die Lohnverhandlungen aufgenommen, die gber zu keinem Ergebnis führten, weil die Firma jedes Zuge- ständnis ablehnte. Die Firma empfahl den Organifationsoertretern die Anrufung des Schlichlungsausschusses, was von diesen jedoch ab- gelehnt wurde. Darauf rief die Firma den Schlichtungsausschuß selbst an, der am 16. Mai einen Schiedsspruch fällte, wonach di« Löhne der Handwerker ab 1. April von 52,19 Mt. auf 54,59 Mk., di« der Kutscher und Schwerarbeiter von 48,38 Mk. auf 59,59 Mk., der Leichtarbeiter von 45,18 Mt. auf 47 Mt., der Schwerarbeite- rinnen von 33,95 Mk. auf 36,59 Mk. und die der Leichtarbeiterinnen von 39,18 Mt. auf 31,59 Mt. erhöht werden sollen. Die Löhne der männlichen Jugendlichen sollen je nach der Allerstlasse um vier bis fünf Mt. pro Woche und die der weiblichen Jugendlichen um vier bis sieben Mark aufgebessert werden. Das Lohnabkommen soll bis zun, 31. Mai 1930 gelte». Die Funktionäre der Meierei Bolle haben diesem Schiedsspruch � zugestimmt. Die Firma hat dem Schlichtungsausschuß in einem! Schreiben mllgeteilt, daß sie den Schiedsspruch ablehnen müsse, j weil nach ihrer Auffassung einmal nach dem Lebenshaltungsindex,! aber auch die jetzige Wirtschaftslage ein« Lohnerhöhung nicht recht-- fertige, und die von ihr gezahlten Löhne die in vielen ähnlichen Branchen gezahlten Löhne bereits übersteigen, zum anderen aber, weil sie nicht wie die Reichsbahn(!) die Lohnerhöhung durch Preis- erhöhung auf die Konsumenten abwälzen könne. Die Organisationsvertreter haben diese„Argumente" bereits in den direkten und in den Schlichtungsoerhandlungen widerlegt und einwandfrei nachgewiesen, daß die Meierei Bolle, die ja nicht nur Milch, sondern in ihren Filialen auch andere landwirtschaft- Proteststreik der pariser Briefträger. Pari». 3l. Mai.(Eigenberich!.) Die Pariser Briefträger traten am Frellagmorgen plötzlich in einen sünislündigen Proteststreik ein. weil ihnen die Summe von 24 Franken von ihrem Gehalt abgezogen worden war, angeblich weil sie vor vier Iahren zuviel erhallen hätten. Der Briefträger bemächtigte sich über«in« derartige Bc- Handlung ein« ungeheure Entrüstung. Am Freitagabend fand eine allgemeine Protestversammlung der Postgewerkschaft statt. Falls die Postbehörde nicht die Zusicherung gibt, daß sich derartige Vorfälle nicht wiederholen, ist ein Generalstreik nicht au-Aeschlossen. Oas französische Versicherungsgeseh. Paris, 31. Mai.(Eigenbericht.) Der Arbeitsminister Loucheur hat sich genötigt gesehen, um die berechtigte' Erregung der Arbeiter wegen der Quertreibereien gegen das neue Sozialversicherungsgesetz zu beruhigen, in der ani Donners- tag stattgefundenen Kammersitzung eine formelle Erklärung ab- zugeben.' Das neu« Gefetz, das bekanntlich in der Frühjahrstogung angenommen worden ist. foll bestimmungsgemäß am 5. Februar 1930 in Kraft gefetzt werden, allerdings wünscht der Arbeitsmimster noch vorher gewisse Abänderungen vorzunehmen, über die er vorläufig noch keine näheren Angaben gemocht hat. Er hat erklärt, daß er die Beilragsleistung für die fronzösiiche Landwirtschaft für zu hoch ansehe, aber auch, wenn die Abänderungsonträge nicht angenommen werden sollten, würde, so schloß Loucheur, das Gesetz doch in Kraft gesetzt werden. Di«»»tag,<. 3»»l, 19 Uhr, i» de» Sophtrnsälea, Ssphirnstr. tr—IS, - votlorrsammlung«Lei SPD.»Nrt»llardcit«r. Tagciordr� u I. Ncscrat g de- eriulfcK Ar«»» Sntschmidt über ,R»tznu»g«wittIil>a!t im Raqiiie» ä drr ttdwmuüc Brrti»". Z. St«ll»ilg>i»l>m» zur Sc»-ral»»mlur.s. 5 Dolzätligr« CrfrfKincn-Sei«.-»»ss,»»-»»»d S-ndffrn czxoattct ig Ict Arattioi>»»»:ga»d. ftreie Gewertf»asts-Luaenv Groß-Berltn Heut«, Sannadrnd. ist fotgeut« Seranstaltung: Sprech- und Beweg»»«-- chpri Treiipunit für Eblrsvxildc um ISM- Uhr Stettin«? Bahnhof, Normaluhr.— Morgen. Sonntag: Siide«, Slidweste»! liahr!»ach dem gahrlandor St«. Trcftcn um 7 Uhr SSiltstschcr Lahnhof. Giasluppel. Perantwortlick für Lolitik: 7r. a»rt Teye»! Dirlfchoft: S. stlingethSfer: Glwerktchaftsbewegung! I. Steiner: sseuillrton: ZI. fl. Eölchet; LolaUo und Sonstiges: Zeig Ztarstodt: Anzeigen: Th. Stock«: sämtlich in Berlin. Bering: Borwärts-Verlag®. m. b.§., Berlin. Sruck: Borwärts-Buchdrucktrel und Perlazsanstatt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 5«, Linbrnstrahe 3. Li«»» i Beilagen,.Ttadtbeilagc'»od.Unterhaltung»nd Wiste»'. Nr. 25�» 46. Jahrgang Sonnabend, Ium 4 929 Sie widersprechen einander. Der vierte Tag im Nogens-Prozeß. I�. R. Zleustrelih, 31. Mai.(Eiganbericht.) Die Vemehnmng der Angeklagten ist abgeschlossen: die Zeugen marschieren auf. Versucht man den Extrakt der 3�tägigen Ver- Handlung herauszuschälen, so gelangt man zu einem wichtigen Er- gebnis. Die Rolle, die Paul Kreuzfeld, der Mitbewohner der chei-dekat«, in dem Trauerfall Jakubowski-Nogens gespielt Hot, ist im Augenblick noch äußerst unklar. In seinem Auftrage wollte Fritz, wie er Blöcker sagt«, August zur Beteiligung an der Beseiti- gung Ewalds bestellen. Den Namen Kreuzseld Hobe er nur im Scherze genannt, behauptete er später. Bei Erwähnung dieses Namens bricht aber Frau Nogens-Kähler immer wieder in Tränen aus. Me Angeklagten erklären, Paul Kreuzfeld gefürchtet zu haben. Kreuzfeld und Blöcker bezeichnete Iakubowfki als die Mörder seines Jungen in seinem ersten Wiederaufnahmegesuch. Kreuzfeld soll gedroht haben, einem jeden das Genick zu brechen, der ihn verraten würde. Tage sind auf die Vernehmung der Angeklagten Hingegongen. Natürlich mußten sie ausführlich gehört werden. Sind sie doch die Hauptbelastungszeugen gegen Jakubowski. Selbst der alles ableugnende August— fein Bestreiten dürft« ihm, wenn nicht olle Zeichen trügen, wenig nützen— hat gegen ihn gezeugt. Trotzdem konnte man in diesem Prozeß, wie auch sonst in großen Prozessen, nicht die Frag« unterdrücken: Ist es denn wirklich notwendig, den Angeklagten die Aussag« sämtlicher Zeugen vorzuhalten? Nun ist es auch an der Zeit, daß die Angeklagten sich zu diesen Aussagen äußern. Nachmittags tonnte endlich mit der Vernehmung begonnen werden. Und wieder zeigte es sich sofort: es geht weniger um die Angeklagten— sie sind ja in der Hauptsache, mit Ausnahme von August, geständig— um ihretwillen wäre dag Aufgebot von Zeugen nicht erforderlich: es handelt sich um Jatubowstis Mit- schuld oder Unschuld. Der Nogens-Prozeh ist nichts anderes als ein Vor- bereitungsstadium für da« Mederaufnahmeverfahren Iakubowfki— das hott« ja in verkappter Form auch der Vorsttzerche in seiner Aussprache zu Pressevertretern vor der Eröffnung der Gerichtsver- Handlung gesagt. Der Pastor Buhr«, der Vormund des kleinen Ewald, Dunker, der Knecht Schade, der Polizeiwachtmeister Hoff- mann, ja, selbst die kleine Gertrud Rogens— sie alle wurden fast ausschließlich über Iakubowski befragt. Und als«in Herr von Buhre au» Estland, der allein schon wegen seiner Kenntnis der ruf- fischen Sprache dem Iakubowski am nächsten stand, sich über besten Unschuldsbeteuernngen ausließ, als er schilderte, wie dieser Rüste erklärt habe, man müst«« nur«ine Zeitlang abwarten, dann würde alle« klar werden, da begriff man. daß dieser phantastische Mensch, einerlei ob schuldig oder unschuldig, mit seinem radebrechenden Deutsch einer menschenfeindlichen Justiz seinen Kopf darbingen müßt«. D«r Staatsminister Hustoedt, der auf Antrag des Neben- klage?« Brandt W Montag geladen wurde, wird zu erzählen haben. aüj»'welchen staats- und kriminalpolitischen Gründen der Henker seine» Amte« zw« ersten Male seit Bestehen des Staates Mecklen- birrg-Strelitz hatte walten müssen— trotz der Fürsprache von drei geistlichen Herrenk Äerhondlungsbericht. Bei der Zeugenvernehmung nach der Mittagspause schildert« Pastor Buhre. der in seiner Eigenschaft als Geistlicher die Famiii« Rogens gut kannte, deren Verhältnisse als reichlich verwahr- l o st. Die Glaubwürdigkeit der Frau Köhler verw. Rogens sei Zweifel- hast, auch sei sie in sittlicher Beziehung nicht gerade hoch. stehend. Etwas näher äußerte sich der Zeuge über Iakubowfki selbst. Nach dem Verschwinden de» kleinen Ewald habe Iakubowski ihn in sehr ernster Form erklärt, er sei nicht schuld daran und habe aus russisch ungefähr gesagt:„Wenn wir eine Zeit long warten, wird es wohl klarer werden". Noch dem Eindruck des Zeugen schien Iakubowski sich persönlich nicht an dem Mord beteiligt zu haben. Im übrigen habe sich Iakubowski geweigert, näheres über das Verschwinden Ewalds zu sagen. Der Zeug« stellte fest, daß die Unschuldsbeteuerung Iakubowskis nur teilweise den Eindruck der Wahrheit auf ihn gemacht hätte. Er Hab« jedoch dem Russen den Mord nie recht zugetraut. Der Gegensatz zwischen den Aussagen der Brüder Rogens tritt dann wieder einmal be- sonders kraß hervor bei der Untersuchung einer Besprechung zwischen Fritz und August in Lübeck, die August verabredete. Er hatte gelesen, ein Kreusfeld, Blöcker und«in Rogens würden verhaftet werden, weil nach bestimmten Angaben des Fritz zwischen beiden verabredet worden fei, sich gegenseitig zu schonen. Außerdem habe August zu ihm gesagt, Iakubowski sei ja tot. man könne ihn ruhig belasten. Es gelingt nicht, einwandfrei festzustellen, ob sich etwa die Ge° brüder Rogens und deren Mutter untereinander auf bestimmte Aus- sagen verabredet haben. Nunmehr wird der Komplex der Meineid« erörtert. Die Angeklagten sind geständig, daß sie im Schwurgerichtsverfahren gegen Iakubowfki Meineid« ge» leistet haben. Dabei fragt Rechtsanwalt Dr. Brandt die An- geklagte Frau Köhler: Haben Sie vorher zu Zeugen gesagt, Sie würden Ihre Aussagen so einrichten, daß der Russe hingerichtet wird? Frau Köhler: Nein, ich wollte sie so einrichten, daß er nicht wieder rauskommt. Mir als Groß- mutter wird mehr geglaubt werden als dem Russen. R.-A. Brandt: Und das haben Ei« gesagt trotz Ihrer großen Angst vor dem Russen? Frau Kahler: Deswegen gerade. Der Iustizinspektor Müller vom Donmmdschastsgericht Schönberg bekundet, Iakubowski hätte sich auf Dorlodung am Mon- tag nach dem Moide bereit erklärt, mehr Alimente zu zahlen, aber nur. wenn Frau Rogens die Kinder besser halte. Der nächste Zeuge, Verwaltungsinspektor Schmidt vom Landratsamt Schönberg hiett den Hannes Rogens für völlig ver- b l ö d e t. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß Frau Rogens a n den Kindern hing. Hierbei kommt die Frage zur Erörterung, ob Frau Rogens mit ihrem Sohne August Geschlechtsverkehr hatte. Frau Köhler bittet, ein Schluchzen unterdrückend, ihre Kinder zu fragen, ab das wahr sei. Beide Söhn« verneinen es. Der Zimmermann D u n k« r aus Palingen war der Vormund der Kinder Iakubowski», er bekundet, Iakubowski habe das Gerücht, er sei gar nicht der Vater des kleinen Ewald, energisch be- st r i t t e n. Der Zeug« hat nicht den Eindruck gehabt, als wollte sich Iakubowski vor der Alimentenzahlung drucken. Oer Idiot Hannes. Auf eine Frage des Vorsitzenden erklärt der Zeug« mit aller Bestimmtheit: Hannes war ine einzige glaubwürdige Person, die in der ganzen Gesellschaft dazwischen war. Auf weiter« Fragen bekundet der Zeuge: Ich habe Hannes nach dem Verschwinden des Kindes gefragt. Darauf sagte Hannes saus dem Plattdeutschen in» Hochdeutsche ungefähr übersetzt):„Eh. ein großer Kerl— Rock hoch(hier folgt die Geste des Rockkragenhochschlagens) mit schwarzem Hut— vor dem Fenster entlang, an das Fenster angeklopft— dann Kerl weg— Hannes sehr bange. Dann den Ewald gerufen. Ewald nicht geantwortet, Ewald weg, weit weg." Auf eine weitere Frage sagte mir Hannes:.Loses bier ge- wesen, mich hmgefchickt, Milch holen. Der Zeuge fügt hinzu: Ich bin der Meinung, daß, wenn Hannes dabei gewesen wäre, es einen Kampf gegeben hätte. Der Zeuge war dann fast täglich in der Heidekate, schon am nächsten Tage wieder, um nach dem Kinde Ausschau zu halten. Da traf er de« Paul Kreuzseld. Dieser erwiderte ihm auf seine Frage (wiederum ins Hochdeutsch« übersetzt): Da sieh man in den Töpfen noch, die haben ihn wohl sauer gekochi. Der Zeuge fügt hinzu. Kreuzseld hätte so eigenartige Ausdrücke an sich. Vors.: Haben Sie deshalb einen Verdacht gehabt, daß Kreuzseld auch dabei stecke? Zeuge: Nein. Es folgen mühsame Versuche des Vorsitzenden, durch Ver- nehmung von Ortsbewohnern sritzustellen, zu welcher Zeit, wo und mit wem sich die einzelnen Beteiligten ausbielien. Der Gemeindeoorsteher von Palingen bestättgt jetzt im Gegensatz zu früher, daß die Gemeinde allerdings aus finanziellen Gründen es hätte ablehnen müssen, Frau Rogens die Kinder abzunehmen. Iakubowski habe der Gemeinde niemals Geld zur Unterstützung seiner Kinder gegeben, was Iokubowsti behauptet hatte mit der Be- oründung, er hätte der Frau Rogen» Bargeld nicht gern anvertraut. Der Armenvfleger in Palingen hat zwar in der I n f l a t i o n s z e i t verschiedentlich Mimentenzahlungen von Iakubowski für die Kinder erhalten, später aber nicht mehr. Iakubowski sei Im allgemeinen gut zu den Kindern gewesen. Schließlich schildert noch Polizei- meister Hoffmonn aus Schlutup Iakubowski al» netten anstän- digenMenschen, der öfter nach Schlutup gekommen sei. Eines Tages fei ober dort ein Hut gestohlen worden. Mit diesem sei Iakubowski dann später wieder nach Schlutup gekommen. Hierauf wird die Zeugenvernehmung auf Sonnabend vor- mittag vertagt. Das Schicksal eines Kriegsbeschädigten Oie Nerven gehen mit ihm dvrch. Eine Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Berlin, typisch für die vielen iägiich zur Verhandlung anstehenden klagen kriegsbeschädigier. Ein Beispiel für dte Unzulänglichkeit unseres Schwerbeschädigteagejehes. Der Kläger war durch Vermittlung der Hauptfllrsorgestelle als Mitfahrer bei einer Großwäscherei eingestellt worden. Er gilt als Schwerbeschädigter, denn ihm fehlt der rechte Arm. Weiterhin hat er einen Beinschuß, einen Leistenbruch und ein« Kopfverletzung aus dem Krieg zurückbehalten. Obendrein befindet er sich noch in Behandlung wegen seiner Nerven, die sehr oft mit ihm durchgehen. Der Kläger ist aber— wie er selbst zugibt— trotz seines Nervenleidens für seine Taten voll verantwortlich zu machen. Aus diesem Grund« wird er auch von der Fürsorgestell« immer wieder ver- mittell. Und hier tritt besonders deutlich hervor, welche Mängel das Schwerbeschädigtengesetz aufweist. Der Kläger hatte, wie aus den vom Arbeitsgericht herbeigezogenen Akten der Fürsorgestelle hervorgeht, in der letzten Zeit mcht'weniger als etwa zwei Dutzend verschieden« Stellungen. Alle seine Arbeits- � vertrage sind fristlos gelöst worden, man hat ihn überall wegen UNgebühr hinausgeworfen. Er ist aus diesem Grunde denn auch schon einmal drei Monate von der Fürsorgestelle von jeder Arbeitsvermittlung ausgeschlossen worden. Offenbar nahm die Fürsorgestell«, als sie diese„Strafe" verhängte, an, daß der Kläger absichtlich sich rüpelhaft betrage, um feine Stelle ,zu ver- lieren. Recht einbuchtend ist das nicht, denn der Kläger ist Familienvater, der trotz seiner vielen Verletzungen und Verstümmelungen nur eine Rente von monallich 80 M. bekommt. Auf seiner letzten Stellung hatte er wegen einer geringfügigen Differenz bei Bezahlung der Ueberstunden wieder einen Wortwechsel dock Xondon: (BtrtdüigU üehersetzimg von Erwin Magma). m „Mag sein," meinte er mit einem Unterton männlicher Duldsamkeit.„Solange man Freude daran hat. Das ist meiner Ansicht nach das Wesentliche: aber über den Geschmack läßt sich nicht streiten." Trotz seiner Ueberlegenheit hatte er«ine Ahnung, daß sie eine Menge wußte, und zugleich das Gefühl, daß er ein Barbar war, der hier den Zeugnissen einer mächtigen Kultur gegenüberstand. Ihm war Kultur etwas Wertloses, aber er hatte dennoch immer wieder«ine unbestimmte Vorstellung, daß sie mehr bedeutet«, als er sich denken konnte. Einige Tage später bemerkte er wieder ein Buch auf ihrem Schreibtisch. Diesmal blieb er nicht stehen, denn er hatte den Einband erkannt. Es war das Buch eines Zeitungs- korrespondenten über Klondike, und er wußte, daß von ihm darin die Red« war. und zwar in einem sensationellen Ka- pitel. das vom Selbstmord einer Frau handelte, an dem er die Schuld tragen sollte. � Seitdem sprach er nicht wieder mit ihr über Bucher. Der Gedanke, daß sie irrige Schlüsse aus dem betreffenden Kapitel gezogen haben mußte, ärgert« ihn um so mehr, je unver- dienter es war. Das war denn doch der Gipfel: er— Bur- ning Daylight—«in Herzensbrecher, und«ine Frau sollte sich aus Liebe zu ihm das Leben genommen haben! Er kam sich selbst wie der unglücklichste Mensch vor. Es war ja aber auch schreckliches Pech, daß gerade dieses Buch von all den taufenden, die es auf der Welt gab, seiner Sekretärin in die Hände fällen mußte. Einige Tage hatte er jedesmal, wenn er mit Fräulein Mason zusammen war, ein unangenehmes Gefühl von Schuldbewußtsein, und einmal bemerkte er. wie sie ihn merkwürdig forschend betrachtete, als wollte sie er- Mitteln, was für eine Art von Mann er wäre. Er erkundigt« sich bei Morrison, dem Kontoristen, der erst feiner persönlichen Antipathie gegen Fräulein Mason Lust machen mußte, ehe er das wenige, was er wußte, be- richtete. „Sie stammt aus Siskiyou. Es läßt sich gut mit ihr zu- sammen arbeiten, gewiß, aber sie ist sehr von sich eingenom- men— exklusiv, verstehen Sie." „Wie äußert sich das?" fragte Danlight. „Ja, sie fühlt sich zu gut, um mit ihren Kollegen zu ver- kehren. Ich hob' sie ein paarmal eingeladen, ins Theater und so. Aber es ist nichts zu machen. Sie sagt, daß sie viel Schlaf braucht und nicht spät aufbleiben kann und einen weiten Weg bis Berkeley— da wohnt sie— hat." Dieser Teil des Berichts gefiel Daylight ausnehmend. Sie war etwas Besonderes, daran war nicht zu zweifeln. Aber Morrisons nächste Worte schlugen ihm eine bös« Wunde. „Das ist aber alles Unsinn. Sie läuft immer mit Studenten herum. Ins Theater gehen, das kann sie nicht, well sie zuviel Schlaf braucht: aber mit denen tanzen, das kann sie immer. Ich finde, das ist ein bißchen zu vornehm für eine Bureaudame. Und dann hält sie sich noch ein Pferd. Sie reitet und treibt sich immer in den Bergen drüben herum. Ich habe sie selbst eines Sonntags gesehen. Oh, sie will hoch hinaus, und ich mächt« bloß wissen, wie sie das macht. Mit fünfundsechzig Dollar im Monat kommt man nicht weit. Und dabei hat sie noch einen kranken Brudet." „Wohnt sie bei ihrer Familie?" fragte Daylight. „Rein, sie hat keine. Die Leute sollen übrigens mal wohl- habend gewesen sein, wie ich gehört habe. Sie müssen«s ge- wesen sein, sonst hätte der Bruder nicht die Kalifornien- Universität besuchen können. Ihr Bater hat ein« große Bieh- farm gehabt, ließ sich aber in dumme Minenspetulationen ein und ging pleite, ehe er starb. Ihre Mutter war schon lange tot. Ihr Bruder muß ein schönes Stück Geld tosten. Er war ein tüchtiger Kerl, spielte Fußball, war ein guter Jäger, kletterte in den Bergen herum und ähnliches. Er kam zu Schaden, als er Pferde zuritt, und dazu bekam er noch Rheumatismus. Das eine Bein ist kürzer als das andere und etwas eingeschrumpft. Er ging an Krücken. Ich Hab' sie mal zusammen gesehen—- sie wollten mit der Fähre über- setzen. Die Aerzt« haben jahrelang an ihm berumgedoktert, und jetzt ist er, glaube ich. im französischen Hospital." Alle diese Streiflichter erhöhten Daylights Jnteresse für Dede Mason. Aber so sehr er es auch wünschte, gelang es ihm doch nicht, näher mit ihr bekannt zu werden. Er dachte daran, sie zum Frühstück einzuladen, befaß aber die angeborene Ritterlichkeit des Hinterwäldlers, und so blieb es bei der Ab- sicht. Er wußte, daß«in Mann von Selbstachtung kaum feine Sekretärin zum Frühstück«inladen konnte. Hinter allen Gründen Daylights aber lag eine gewisse Furcht. Das einzig«, was er je gefürchtet hatte, waren Frauen, aber vor denen hatte er auch sein ganzes Leben lang Angst gehabt. Und jetzt, da er den ersten aufglimmen- den Drang und das erste Verlangen nach dem Weibe spürte, war diese Furcht auch nicht leicht zu verjagen. Die Angst vor den Schürzenbändern war immer noch da und ließ ihn Entschuldigungen dafür finden, daß er mit Dede Mason nicht weiter kam. O Da Daylight keine Gelegenheit fand, Dede Masons nähere Bekanntschaft zu machen, schlief sein Jnteresse für sie allmählich ein. Das war nur natürlich, denn«r steckte tief in Spekulationen. Ein erbitterter Kampf mit der Coastwise Steam Nävi- gation Company, der Hawaiian, der Nicaraguan und der Pacific-Mexican Steamship Company war in vollem Gange. Di« Aufgabe, die er sich gestellt hatte, drohte ihm über den Kopf zu wachsen, und er erschrak über die weiten Ber- zweiaungen und die vielen einander anscheinend wider- sprechenden Interessen, die hineingezogen wurden. Alle Zei- tungen San Franziskas wandten sich gegen ihn. Anfangs hatte zwar eine oder die andere erkennen lassen, daß sie nicht abgeneigt wäre, Subsidien von ihm anzunehmen, aber Day- light war der Ansicht gewesen, daß die Situation solche Aus- gaben nicht erforderte. War die Presse ihm gegenüber bis- her scherzhast tolerant und gutmütig sensationell gewesen, so sollte er jetzt erfahren, welcher giftigen Bosheit und Ver- leumdung sie fähig war. Jede Episode seines Lebens wurde ausgegraben und entstellt. Daylight amüsiert« sich köstlich über die neue Art, wie seine Erfolge und Taten ausgelegt wurden. Aus dem großen AlaskahelÄen wurde er zum Alaskaschurken,-lügner,-räuber, schlechthin zum„gemeinen Kerl". Er antwortete nie auf ihre Anwürfe, wenn er auch einmal einem halben Dutzend Reportern die Wahrheit sagte. „Macht, was ihr wollt," sagte er zu ihnen,„Burning Daylight ist schon mit anderen Dingen fertig geworden als mit euren dreckigen verlogenen Zeitungen, und ich tadle euch gar nicht, Jungens— das heißt nicht allzusehr. Ihr habt keine Schuld daran. Ihr müßt ja leben. Es gibt eine Meng« Weiber auf der Welt, die ihr Brot auf dieselbe Weise verdienen wie ihr, weil sie nichts Besseres können. Irgend- einer muß ja schließlich die schmutzige Arbeit tun. Ihr werdet dafür bezahlt, und euch fehlt das Rückgrat, reinlichere Arbeit zu verrichten."(Fortsetzung folgt.) mit bem GeschSstsführer der Firma. Dieser Worikwschset artet« beim Kläger in eine wüste Schimpferei aus. Das Ende war, wie üblich, die fristlose Entlassung. Vor Gericht bestritt der Kläger auf das entschiedenste, die ihm zur Last gelegten Schimpfworte gebraucht zu haben. Und man darf dem Kläger sogar glauben, dag er wissentlich kaum die Schimpfwort« gebraucht hat und selbst nicht daran glaubt, sich in der von der Beklagten vor Gericht geschilderten Weise betragen zu liaben. Alle Zeugen bestä- tigen jedoch, daß der Kläger«inen Grund zur fristlosen Entlassung gegeben hat. Das Urteil könnt«, daher nicht zweiselhast sein. Die fristlose Entlassung wurde als zu Recht anerkannt. Nun wird nach kurzer Zeit die Fürsorgestelle dem Manu erneut eine Stellung ver- Mitteln und er wird sie wieder verlassen und wird wieder vor Gericht stellen. Sollte die Unbeherrschtheit seiner Nerven nicht doch tiefere Ursachen haben? Es muß doch eine Möglichkeit bestehen, diesem Schwerkriegsbeschädigten eine Existenz zu gewähren, ohne ihn fortgefetzt dem Lebenskampf auszuliefern. Haltet die Straßen rein! Ein Werbetag für- Sauberkeit. Bruder und Schwester prügeln sich. Sie waren wegen Münzverbrechens angeklagt. wegen Münzverbrechens hatten sich vor dem Großen Schöffengericht Berlin-Mitte die Galvaniseurin Antonie Stamm und ihr Bruder Robert Stamm zu ver- antworten. Beide Geschwister sind schon mehrfach vorbestraft. Robert Stamm wurde am 1. Februar abgefaßt, als er ein g e- f ä l f ch t c s F ü n f m a r k st ü ck in Zahlung gegeben hatte. Im Handschuh � versteckt fand man noch fünf weitere Falsch- st ü ck e. Er war auch im Besitz eines größeren Betrages von nahe, zu ZOO M. Zunächst hatte er behauptet, das Falschgeld von einem Unbekannten in der Münzstraße bekommen zu haben. Bei einer Haussuchung in der Wohnung seiner Schwester sand man Werkzeuge und 240 halbfertige Fünfzigpfennigstücke, sowie das Material zum Vernickeln vor. Antonie Stamm gestand heute ein, daß sie dem Bruder zuliebe die Fälschungen vorgenommen habe. Als die ersten Versuche mißlangen, sei sie in die Staats- bibliothek gegangen und habe die entsprechenden Bücher ein- gesehen, um die richtige Versilberung fertig zu bekommen. Robert Stamm b e st r i t t, von den Fälschungen etwas gewußt zu haben. Die Geschwister bezichtigten sich gegenseitig der Lüge. Unter hysterischen Schreikrämpfen beschwor Antonie ihren Bruder fortdauernd, die Wahrheit einzugestehen. Zlls dieser ober dabei blieb, fuhr sie plötzlich auf ihren Bruder los, packte und schüttelte ihn und wollte auf ihn einschlagen. Durch das schnelle Ein- greifen der Justizwachtmeister wurde eine größere Prügelei zwischen den Geschwistern auf der Anklagebank verhindert. Der Staatsanwalt beantragte gegen Robert Stamm wegen Münzoerbrechens zwei Jahre Zuchthaus, Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, gegen Antonie Stamm wegen ihres reumütigen Geständnisses unter Zubilligung mildernder Umstände ein Jahr Gefängnis. Entsprechend dem Straf- « n t r a g fällte das Gericht das Urteil. Oer flüchtige Beirügernoiar. �mmer neue Anzeigen gegen Rechtsanwalt Or. m völlig überflutet. Die Wassermassen nahmen ihren Weg über den Bürgersteig und drangen in die Keller der an der Unfallstelle liegenden Wohn- Häuser ein. Der Bürger st eig wurde an mehreren Stellen unterspült: es sind fünf große Senkungen von einem halben Meter Tiefe entstanden. Die gefährdete Stelle wurde polizeilich ge- sperrt. Die Wasserwerke waren von dem Unfall in Kenntnis gesetzt worden, und alsbald erschienen Arbeiter, die durch Ein- j chatten der Sicherheitsschieber ein weiteres Aus- strömen des Wassers verhinderten. Mehrere Häuser waren durch den Rohrbruch längere Zeit' ohne Wasserzufuhren. Die Auswechselung des schadhaften Rohres wurde sofort in Angriff genommen. Reichsbahnoberrat Tchulze wieder freigesprochen. Roichsbahnoberrat Erich Schulze wurde auch in zweiter 2n- stanz von der Anklage der Bestechung freigesprochen. Das von Landgerichtsrat Böttcher gestern nachmittag verkündete Urteil der Kleinen Strafkammer des Landgerichts I lautete dahin:„Die Berufung der Staatsanwaltschaft wird aus Kosten der Staatskasse verworfen." In der kurzen Urteilsbegründung wurde gesagt, daß die Zuwendungen und Geschenke zusammengefaßt so erheblich gewesen seien, daß der Standpunkt der Anklage gerechtfertigt erscheinen konnte. Das wäre es aber nur dann gewesen, wenn der Nachweis zu erbringen gewesen wäre, daß der einheitliche Wille des Gebers darauf gerichtet war, ein bestimmtes Ziel zu er- wichot. Dissen Beweis hat das Berufungsgericht jedoch nicht für erbracht angesehen. Staatsanwaltschastsrat Dr. Hermanns wird gegen da» Urteil nunmehr Revision b«im Reichsgericht ein- legen. Muß man einem einigermaßen zivilisierten Menschen erst sagen, daß er seine Wohnung reinhclte« soll? Gewiß nicht! Aber in den Straßen der Stadt, die doch sozusagen die Wohnung für die gesamt« Bevölkerung ist, scheint die Pflicht zur Sauberkeit und Ord- nung nicht gelten zu sollen. So ist es wenigstens in den Groß- städtcn, und in diesem Punkt stehen die Großstadtbewohncr wirklich hinter Kleinstadtbcwohner zurück. Was wird nicht in Berlin a u f die Straße geworfen, ohne danach zu fragen, ob es ihr zur Zier dient oder nicht! Fahrscheine, Reklamezettel, Stullenpapier, leere Zigarettenschachteln, gelesene Zeitungen, sogar Schalen von Apfelsinen und Bananen, alles wirft so ein Mitbürger unter sich und hinter sich. Sicht ein« mit Abfällen bedeckte Straße vielleicht schön aus? Das räumen ja nachher die Straßenreiniger weg, denkt mancher. Jawohl, ober in der Großstadt häuft sich so etwas rasch zu Bergen, und die Wcgräumung tostet«in reichliches Stück Geld. Seit langer Zeit schon ist in Berlin, was wahrscheinlich die meisten nicht wissen, diese Straßenoer jchmutzung poli- zeilich verboten und mit Strafe bedroht. Das stand in der alten Stroßenordnung und auch di« jetzt geltende neue Straßen- ordnung hält daran fest. Aber wer kümmert sich darum? Wieviel Schutzleute soll man auch hinstellen, die Befolgung der Vorschrift zu überwachen! Da kann nur Erziehung helfen, Erziehung der Jugend und der leider oft auch noch sehr erziehungsbedürftigen Erwachsenen. Die Stadtverwaltungen wollen das jetzt mit dem in neuerer Zeit beliebt gewordenen Mittel eines Werbetages versuchen. Am heutigen l. Juni veranstaltet eine Reihe deutscher Städte«inen Werbetag, der die Stadtbevölkerung auf die Pflicht hin- weisen soll, die Straßen rein zu halten. Auch Berlin betelligt sich daran. Plakate a» den Anschlagsäulen werden die Bevölkerung mahnen, daß es so nicht weiter gehen kann. Um mehr Aufmerksamkeit zu erregen, wird die Straßenreiirigungsverwaltung am heutigen Sonnabend in den Nachmittagsstunden zwischen 1 und 3 Uhr auch Umzüge von Straßen reinig ungsfuhr- werk veranstalten, von Sprengwagen, Kehrmaschinen usw. Vier Umzüge werden sich durch die älteren Bezirke bewegen, durch die Stadtteile hauptsächlich des Nordens, Nordostcns, Ostens, Süd- ostcns, Südens. Außerdem werden in den Borortbezirken besonder« Umzug« veranstaltet. In einer Besprechung mit Vertretern der Presse berichtet« Stadt- baurat Adler und Straßxnreinigungsdirektor E r d m a n n über diese Veranstaltung. Sie forderten, daß die Bevölkerung mehr S e l b st z u ch t übt und die Straßen ihrer Stadt von unnötiger Verschmutzung frei hält. Man kann nur wünschen, daß diese Mah. nung nicht unerhört verhallt und daß der Werbewg für Sauberkeit der Straßen den gchofsten Erfolg hat. Die„Gtralauer perle". Errichtung eines Rentnerheims im Bezirk Friedrichshain. Das Bezirksamt Frtedrichshain beabsichtigt den Ankauf des Villengrundstücks, das unter der Bezeichnung„Slralauer perle" bekannt ist, um dort ein Erholungs- oder Rentnerheim einzurichten. Das Grundstück ist sowohl dem Magistrat, als auch dem Bezirks» amt wiederholt zum Kauf angeboten worden, indessen wurde der An- kauf bisher abgelehnt, weil der verwahrloste Zustand des Grund st ücks und der geforderte Kaufpreis keinen Anreiz zum Erwerbe bieten konnten. Nachdem aber der Eigentümer seine Forderungen jetzt wesentlich herabgesetzt hat, ist er zur Abgabe eines urkundlichen Angebots veranlaßt worden. Der Kaufpreis soll 133 300 M. betragen. Das Grundstück hat eine Straßen- und Wasser- front nach der Spree und ist mit einer zweigeschossigen Villa mit Anbau und mehreren zwei bzw. eineinhalbgeschossigen Nebengebäuden bebaut. Die Villa stammt aus dem Jahr« 1886. Di« Neuvermessung des Grundstücks hat eine Größe von 3087 Quadrat- meter oder rund 218 Quadratruten ergeben. Der Preis des Quadrat- Meters einschließlich der Bauten beläuft sich somit auf rund 50 M. Das Grundstück ist seit den Kriegsjahren, in den es als Kriegs- lazarelt Verwendung fand, nicht mehr benutzt worden. Das Bor. handensein geeigneter Räume, eines Gartens nebst Terrasse, einer Gemeinschaftsküche, sowie von Zentralheizung und Angestellten- wohnungen lasten es für die Errichtung eines Rentnerheimes für den Bezirk Friedrichshain besonders geeignet erscheinen. Da für die Rentner hier sozialhygienisch« Wohngelegenhciten geschaffen werden könnten und andererseits das Wohnungsamt in der Lage wäre, die freiwerdenden Wohnungen der Rentner— es handelt sich hier oft um Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen— wohnungs» berechtigten Familien zuzuweisen, würde dadurch wiederum in dem stark übervölkerten Bezirk Friedrichshain die Wohnungsnot etwa» gemildert werden. Die Finanz- und Wohlfahrtsdeputation, sowie auch das Gesund- heitsamt haben den Antauf des Grundstückes besonders empfohlen. Das Waffer gibt die Toten wieder. Gestern nachmtttag sind drei Leichen gelandet. Gestern nachmillag wurden aus der h a v e l die Leichen zweier Männer und aus dem hnndekehlensee im Grunewald die Leiche einer unbekannten Frau geborgen. In allen drei Fällen Hondell es sich um Lebensmüde. die bereits vor längerer Zeit in den Tod gegangen sind und bisher als vermißt gemeldet waren. In der Havel bei S a k r o w sahen Fischer dicht am Schilf die Leiche eines Mannes ir-«ib«n.. Die bereits stark in Verwesung übergegangene Leiche würde geborgen, und aus vorgefundenen Pa- pieren, die allerdings schwer leserlich waren, konnte festgestellt werden, daß der Tote ein Architekt Hermann B r e h ine r aus der Klei st- st r a ß e 16 war. Wegen Arbeitslosigkeit soll Brehmer den Tod gesucht haben.' Einige Stunden darauf wurde abermals von Fischern zwischen S a k r o w und E l a d o w inmitten der Fahrt- rinne eine männliche Leiche aus dem Wasser gezogen. Die Polizgi stellte den Toten, der mehrere Wochen im Wasser gelegen haben muß, als den 63jährigen Hauptlehrer Lemme fest, der seit längerer Zeit im Ruhestand lebte. Offenbar ist ein Nervenleiden das Motiv zu dem Verzweiflungsschritt des alten Mannes. Im Hundekchlcnsee, dicht am Restaurant Hundekehle, fanden Ruderer die Leiche einer Frau. Die P e r s o- ii a l i e n der Toten, die etwa 4 bis 6 Wochen im Wasser gelegen Hot, konnten nach nicht ermittelt werden. Eisenbahnunglück in Sachsen. Fünf Arbeiter in einem Bauzug verletzt. Ein auf der Strecke Edle Krone und Klingenberg- Colmnitz haltender Bauzug, dessen Maschine zum Wassev. nehmen nach Edle Krone gefahren war, geriet am Freitag vor» mittag durch Versagen der Bremsen beim Vorrücken ins Rollen und stieß auf die im Bahnhos Edle Krone hallende Lokomotive aus. Durch den Stoß wurden der zunächst fahrende Packmeisterwage» teilweise und der dahinterherlausende Bauwagen vollständig zer. trümmert. Die weiteren im Zuge laufenden mit Schienen beladeneu Wägen entgleisten. Bei dem Unfall wurden leider verletzt die Ar- beiter der Unternchmerfirma Pfau und Bielke-Berlin, Johan u Scheuer, Paul Wawrock und Franz Knschok sowie der Zugführer B e l l m a n n vom Bahnhof Freiberg, die sich aus dem Zug befanden. Leicht verletzt wurde auch der Bahnhofsvorsteher vom Bahnhof Edle Krone, der der Lokomotive ein Zeichen geben wollte. Beide Gleise waren zunächst gesperrt. Das Gleis Werdau-Dresden konnte jedoch von 1 Uhr mittags wieder befahren werden. Die um diese Zeit fälligen Schnell- und Personenzüge erlitten einige Bev» spätung. Ergänzend wird gemeldet, daß die auf dem Packwagen stehenden drei Arbeiter der Berliner Firma sämtlich schwere Bciu-, Arm- und Gesichlsverletzungen erlitten. Der Vorstand des Bahnhofs. Weber, der im letzten Augenblick die haltende Lokomotive warnen wollte, wurde bei dem Zusammenstoß durch umherfliegende Splitter am Kops verletzt. Ungeklärter Tod einer Greisin. Gestern abend wurde die 70jährige Rentenempfängerin Helene Onischeidt im Korridor ihrer Wohnung, Fennstraße 9, auf dem Wcdding, tot aufgefunden. Verletzungen am rechten Auge und an der Hand ließen den Verdacht auskommen, daß die Greisin einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Die Mord- kom Mission wurde daraufhin alarmiert, di« alsbald unter Leitung der Kommissare Dr. Wächter und Rebe erschien. Bis- her konnte noch nicht festgestellt werden, ob aus der Wohnung, die einen sehr unordentlichen Eindruck machte xtwas geraubt worden ist, Obgleich die Ermittelungen der Mordkommission noch nicht abge- schlössen sind, ist es sehr wahrscheinlich, daß die Greisin eines natürlichen Todes gestorben ist. Man nimmt an, daß die alte Fran im Vegrisf, die Wohnungstür zu öffnen, plötzlich einen Herzschlag oder Schlag an fall erlitten hat und sich dabei im Stürzen die Verletzungen zugezogen hat. Ein grausiger Fund. MM lun/cwin „Emigranten". sunt uraufgeführt. funk umgearbeitet, Schauspiel von Leo L a n i a,' wurde im Rund- Es ist ftir die Bühne geschrieben, für den Rund- Soll man das Werk urteilen? Vielleicht wird man ihm nicht gerecht, da ursprünglich mit ganz anderen Ausdrucks- und Wirkungsmögllchkeiten gorrchnet worden war. Das Send«spiel jedenfalls war ein« sehr konstruierte Angelegenheit, ohne Farbe, selbst ohne klare Linienführung. Die Heldin des Dramas redet, redet unentwegt Menschenliebe, Kameradschaftlichkeit— aber sie beweist sie durch keine Handlung, lind der harte Tatmensch Reiner lebt ebenso wie der romantische Revolutionär Semlin, in Worten, mit denen man beim besten Willen keine Begriffe verbinden kann. Die übrigen Gestalten bleiben völlig Schatten. Lania weiß von den Men- scheu und ihren kleinen Eitelkeiten, deen zuliebe sie große Ideen zer- stören, er weiß, wie d'e kleine Sehnsucht des einzelnen neben der- großen Sehnsucht der Massen herläuft, und eine wie die andere Lebensinhalt werden kann. Lania weiß diese Dinge— dramatisch gestalten kann er sie nicht, wenigstens nicht in diesem Sciidespicl. Die Ausführung brachte sehr gute Kräfte, und gab dadurch dem Schau- spiel einiges Format, wenn auch ein bißchen zuviel und zu ob- wcchslungsrdich geweint wurde. Maria Fein. Günter Hardank, Leo Reuß. und Irene Ambrus verdienen für ihr«" 1 Darstellung Dank. Des. Gestern In den spülen Abendstunden wurde In der vehm. st r a h c. am Lahnhos Gesundbrunnen, von einem polizeibeamlea, der sich mit seinem Diensthund aus einem Patrouillengang befand, ein Paket in braunem Umschlag gesunden, das Menschen. k n o ch e n— darunter den Teil einer Schädeldecke— enthielt» Die Knochen wiesen starke Brondspuren auf. Die Mord- Inspektion hat die Ermittelungen über die Herkunft des grausige» Fundes ausgenommen. Im Rohmen de».Arbeiteriuek-'Prichl heule Sonnabend. 18 Uhr. Inder Dculichcu iSelle der BmideSoeichäilsiühice des AibciterradiobundeS Menosse Segall über das Tbema»Der Arbeiter bört zu'. Der Vortrag beschäsligt sich mit der Cinstellmig des Ardeiterhörers zu dem heutigen Nundsunkprogramm. Vorirage, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". L t t» ft e l l»: Berlin 14. Sebastianstr. 37/38. Kot J It. Wilmersdorf! Sonntag, 2. Funi. Teilnahme an der Bannerweih« in Brunne bei Tchrdellin. Zlbfahrl 6 Vi Uhr Fchrbcllüier Plag. Pflichtverarflallung.— Rcutöllr. Britz: Sonntag, 2. Juni, Pflichtanircien de» gesamten Orlsoercins Uhr Phf. Hermannstraßc. tznr Fahnenweihe nach Seilt ow. fZahrpreis Hin. und Ril-tsahrt«A Pf. Angchijrige tonnen milgcbracht werden.— Ortsorreia Treptow: HanddaUCpieirr am Sonnabend, 1. Juni, bei Winticr. Bdholen der Gäste oom Bhf. Sticderschdnrwcidc. Sanntag, 2. Juni, 13 Uhr, Aair.ien bei Winkirr zum Handbalispirl gegen Forst. Spielzeit 13 bis 17 Uhr. yamerodschait Treptow: Benammlung bei Tdhling, Eiscnstr. IVO, 20 Uhr. Beserrnt kam. Slricger. Thema:„kommunalvrrwaltung".— Lichtrn- derg: Sonnabend, 1. Irrni,»ameradschost Sinmmcisburg und karishorst, ge» ineinsam? Biondschcinsahrt nach Jiegendals mit Moiorboot„Zukunft". Äo tun gen, dir er in dem Gefängnis Pliitzcnfce gemacht hat. Bei der Strafvollzugsreform darf die Fürsorge für Rechtsbrecher keine untergeordnete Rolle spielen. Man sollte erwarten, daß überall da, wo solche Fürsorgearbeit zu erstreben ist, auch Ansage hierzu schon vorhanden wären. Wenn sie heute noch nicht in d'en Gefängnissen anzutreffen sind oder nur erst Versuche gemacht werden, so zeigt das, datz die hierfür in Frage kommenden Behörden sich bisher viel zu wenig um diese so wichtigen Fürsorgeprobleme gekümmert haben. Man darf sich also nicht wundern, wenn aus den Gefängnissen ein Notschrei nach dem ande> ren kommt, weil an den vollständig veralteten Zuständen noch nichts geändert worden ist. Gin solcher Notschrei kommt auckz aus einer Anstalt, die innerhalb Griß-Berlins liegt. Das Gefängnis Plötzensee, im Dolksmunde kurz„Plötze* genannt, macht schon außerhalb der etwa 8 Meter hohen Mauer den Eindruck einer Zwingburg. Wer aber gezwungen ist, in einer ihrer Zellen eine Strafe zu oerbüßen, betritt sie mit dem Gefühl. daß«r zum Tode verurteilt ist. Kein Wunder, daß der Besucher von den Häftlingen mit diesem GesühlsauSdruck empfangen wird. Schon im Wartezimmer begrüßt uns das Schild mit der Aufschrift: „Die Annahme von Lebensmitteln und Tabak ist oerboten.* An den Türen der Zellen wird bekanntgegeben, unter welchem kon- fessionellen Zwangs der Häftling aufgewachsen ist. An Erziehung?- Methoden gibt's für jung und alt nur eine. Sie heißt: arbeiten — oder richtiger gesagt: schuften! Mit dem üblichen Tagespensum ist die Tagesarbeit noch nicht erledigt. Wer mehr schafft, wird belobt, und wer viel mehr schafft, wird in eine höhere Stufe versetzt, um hierdurch die weniger Leistungsfähigen anzutreiben. Dafür hat aber auch jeder das Recht, einen Teil seines Verdienstes in Genußmittel umzusetzen, die als Ergänzung der nicht sättigenden Kost dienen müssen. Die Grenze der Leistungsfähigkeit spielt nur für den eine Rolle, der sein Tagespensum nicht schafft. Er hat dos Glück, mit einer Arbeit beschäftigt zu werden, bei der es weniger auf ein Tagespensnm als auf Anspannung der körperlichen Kräfte ankommt. Die Leistungsfähigkeit eines Häftlings durch ärztliche Untersuchung fest- stellen zu lassen, hält die Gefängnisverwaltung nicht für nötig. Ist es nicht geradezu als ein Skandal zu bezeichnen, daß in einer Zelle ein junger lebenslustiger Mensch sich an einer Fuß- stanze mit dento Stanzen von R ei ß nä g e l n betätigt? Solche ' Beschäftigung im Zeitalter maschineller Massenproduktion wirkt fast lächerlich. Er muß sich dauernd so beschäftigen, weil er nur eine kurze Strafe zu verbüßen hat und es sich nicht lohnt, ihn für andere Arbeiten anzulernen. In einer anderen Zelle sehen wir einen Häftling bei der Herstellung von Schaftstiefeln. Cr schafft weit über sein Pensum, ist bereits höher gruppiert und hofft, noch vor Beendigung der Strafzeit entlassen Zu werden, weil Pensumüber- schreitung und Höhergruppierung«ine Frühentlassung begünstigen. In jeder Zelle kann festgestellt worden, daß unter höchster Anspannung der Körpairkräfte das Arbeitspen- sum überschritten wird, um Vergünstigungen zu erzielen. Im allgemeinen bezeichnet man die Zellen ihres weih-graucn Anstriches wegen als„Graues Elen d". Die Verwendung von Bildern und sonstigen kleinen Ausstattungsgegenständcn ist mit Zu- stimmung des Direktors gestattet, allerdings nur, wenn sie von den Häftlingen selbst beschafft werden. In einigen Fällen wurde auch Gebrauch davon gemacht. Aber den Häftlingen fehlt meist das Verständnis hierfür und sie besitzen auch keine Mittel, sich wirkliche Kunstwerke beschoffen zu können. Von Wohnlichleit der Zellen kann keine Rck>e sein, well sie meist als Arbeits- und Schlaf- räumezugleich benutzt werden. Auch wird durch Ueberheizung »nd durch Zlusdünstungcn der zur Arbeit notwendigen Nohstofse ein« üble Luft erzeugt, die geradezu gesundheitsschädlich ist. Daher gilt jede Minute, die die Häftlinge außerhalb der Zelle verdingen dürf«n, als besondere Erholung. Den Häftlingen steht in den Arbeitspausen eine veraltete Bibliothek mit Schmökern schlimmster Sorte zur Ver- fügung. Für die höher Gestuften gibt es einen Leseraum mit Aus- stattung von Bildern, die den Geist einer reaktionären Gefängnis» Verwaltung verraten. Auch Zeitungen dürfen gelesen werden. Aber die Zensur ist so streng, daß erbarmungslos alles beseitigt wird, was dem Zensor nicht paßt. Die gemeinsamen Arbeitsränme, wie Kiftenmache- rei, Marmorwarenfabrik, Kleidevausbesferoi usw., spotten jeder Be- schreibung. Die Arbeitsmethoden sind veraltet, die Räume sind hygienisch nicht einwandfrei, der Unfallschutz ist mangel- Haft. Zur Verarbeitung wiiid durchschnittlich schlechtes Materiol verwendet. Fast alle Häftling« erklärten, daß sie diesen Arbeits- ftättcn zum Teil ihr« Gesundheit opfern müssen. Leider sind sie aber gezwungen, diese Arbeit zu verrichten, wenn sie nicht auf ihre Vergünstigungen verzichten wollen. Zu dem vor kurzer Zeit neu angestellten Direktor hat man recht wenig Vertrauen, weil ihm, wie vielfach besonders betont wurde, das soziale Verständnis auf fürsorgerischem Gebiete fehlt. Die Verbindung der Häftlinge mit der von der Ehefrau des amtierenden evangelischen Geistlichen ehrenamtlich ausgeführten Fomilienfürsorge ist so gut wie beselligt. Ein leicht erreichbares Sprechzimmer war im Gefängnisgebäulde zur fürsorge- rischen Betreuung der Häftlinge und ihrer Familien eingerichtet. Es ist nach dem Verwaltungsgebäude verlegt worden, so daß es von den Gefangenen kaum noch benutzt werden kann. Die Be- sorgnis der Häftlinge, besonders der Familienväter, daß hierdurch die persönliche Verbindung mit den Bezirks-Gefangenenfürsorge- stellen gestört würde, ist sehr groß und anscheinend auch berechtigt. Vieles, was die Häftlinge in ihrer verärgerten, burschikosen Art vorbrachten, ist hier nicht wiederzugeben. Aber dem kritischen Auge und Ohr eines für ein« vernünftig« Gefängnis, und Rechts- brecherfürsorge kämpfenden Beobachters«ntgeht der Jammer gequälter Menschen nicht. Man kann es durchaus ver- stehen, daß jemand der in einem solchen Hause Wochen oder Monate eingesperrt ist und jede persönliche Fürsorge für sich und auch für seine Familie entbehren muß, seine Strafe doppelt und dreifach empfindet. Verstehen kann man es auch, daß so em Häftling seelisch .zermürbt wird, schließlich in eine Gefängnispsychose ver- sällt und nicht selten wieder zum Rechtsbrecher wird. Soll das so weitergehen? Es ist höchste Zeit, daß dieser Zustand beseitigt wird! Die Gefangenen sind Menschen, bei denen man jedes Mittel anwenden muß, sie wieder der mensch- lichen Gesellschaft als nützliche Mieder zuzuführen. Das ist aber nur möglich, wenn eine durchgreifende Gefängnis» reform mit Einschluß einer zweckmäßigen Ge- fangenen- und Familien fürsorge durchgeführt wird. Zunächst müssen aber folgende, von den Gefangenen selbst aufge- stellte Forderungen erfüllt werden: a) Einführung der fürsorge- rischen Betreuung unter besonderer Berücksichtigung der Familien- fürsorge und Ausführung durch Personen, die auf dem Gebiete der sozialen Arbeit erfahren sind, b) Beseitigung der Beschäftigung in den Zellen»nd Schassung gemeinsamer und hygienisch einwand- freier Arbeitsräume. Umgestaltung der Zellen zu mcnschenwürdi- gen Schlaf- und Aufenthallsräumen. Beseitigung der gemeinschaft- lichen Schlafräume aus sittlichen Gründen, c) Beschaffung von Erholungs- und Leseräumen mit gutem Lehr- und Lesemateriol so- wie von Sport- und Spielplätzen und Wasch- und Baderäumen. ä) Auswahl der Beschäftigung nach der körperlichen Beschaffenheft des Häftlings, für Jugendliche möglichst noch eigener Wahl resp. Berufswahl. Beseitigung des Stufensystems, e) Verbesserung des Besuchswesens unter starker Einschränkung der Bewachung. Von den Gefangenen, die das jetzige barbarische Strafsystem am eigenen Leibe erleben, wird das Justizministerium zur Tat aufgerufen. Diese Forderungen köimen keinen Aufschub erleiden. Schon jetzt kann die praktische Vorarbeit zu der in Aussicht stehenden Gesängnisreform geleistet werden. Eugen Rosemann. Die kommunistische Blutschuld. ll4. Bezirk— Neukölln. Die B e zirk s v e r sa m m lu n g Neukölln erledigte in rascher Folge einige wichtige Vorlagen, so«ine Nachtragsordnung für das Städtische Leihamt, Verlängerung der Verkaufszeit für den Markt des Großhandels am Maybachufer und unseren Antrag auf Erhaltung des Landschulheims Zossen. Zwei kommunistische Anträge gegen das Arbeitsamt Südost wurden durch Ucberganq zur Tagesordnung resp. Vertagung aus die nächste Sitzung erledigt. Die Schwarzweißroten„glänzten" mit zwei Anfragen über„Ver- pewaltigung* christlicher Eltern und Kinder bei der Einrichtung der Lerniinfänff.'rklasse in der Schule am Dammweg und der Wer- dung ftir die weltliche Schule durch Flugblätter vor einer christ- lichen Elternversammlunq. Zur ersten Anfrag« teilte Stadtrat Gen. L Live nst ein mit. daß niemand vergenwltigt würde, denn jedes Kind erhält den Religionsunterricht, den die Eltern wünschen. Dag war dem deutschnationalen Mitglied der Schuldeputalion L a n- g u l e zwar bekannt, aber vor den Wahlen muß wenigstens etwas für die christliche Elternsrnaft getan werden. Die zweite Anfrage war so kindlich, daß selbst die Deutschnationalen lange Gesichter machten. Denn daß sich eine christliche Elternvcffammlung durch einen vierzehnjährigen Flugblattvertcilcr ins Boxhorn jagen läßt. war doch-u starker Tobak. Di« Kommunisten aingen auch diesmal w'eder mit den Schwarzweißroten, was den Ge». Fritz Schulz veranlaßte, ihnen gründlich den Spiegel vorzuhalten. Zu den Maivorgängen sprach der Kommunist Farwig, der eine geschlagene Stunde brauchte, um die Sch'.lld auf unsere Partei abzuwälzen. Marx Enoels und viele andere Sozialisten mußte., herhalten, um ihm den Weg aus der Sackgasse zu zeigen. Dabei entschlüpfte ihm «in Geständnis, dos für immer festgehalten werden muß. Er sagte nämlich wörtlich:„Die kommunistische Partei mußte mit allen Mitteln versuchen, dieses Verbot zu durch, brechen.* In wuchtigen Sätzen entgcgn�e Gen. �?rniick, daß den Kommunisten unter der Parole:„Haltet den Dieb! jetzt, nachdem selbst in ihren eigenen Reihen schwere Auseinandersetzungen darüber geführt werden und gute Parteimitglieder, wie Bezirks- verordneter Linke, austraten, vor der Schuld graut. Sie haben die Arbeiter auf die Straße getrieben: auf sie kommt das Blut d e r E r s ch o s s e n e n. Ja, sie haben sogar die Kinder aufgefordert, vor den Schulen.zu demonstrieren. Sie verweigern grundsätzlich all denen das Recht auf die Straße, die nicht mit ihnen sind. Sie würden auch unserer Partei hier in Neukölln dieses Recht auf die Straße streitig machen, wenn sie nur die Macht da.zu hätten, denn o,'t genug haben sie versucht, unsere Versammlungen zu sprengen Wir sprechen ihnen das Mandat ab. im Namen der Bevölkerung zu sprechen. Diesen Antrag der KPD. auf Aushebung des Demon- strations- und des Noten-Frontkärnpser-Derbotes abzulehnen, wäre zu viel Ehre, nein, im Namen der Fraktion'benntrage er Uebergang zur Tagesordnuna. Di« Kommunisten beulten vor Wut. es n»tzte nichts, unter lautloser Stille der Tribünen wurde so beschlossen. Nur am Anfana der Rede des Gen. Harnisch versuchten die Tribünen- bestichcr zu stören, besonder? ein junger Mann machte sich stark bemerkbar, der trotz Aufforderung des Vorstehers nicht Ruhe hallen wollte. Cr wurde van der Tribüne gewiesen. Im Bewußtsein seiner „Macht" schrie er, er gehe nicht! Doch nach einer kurzen Vertagung der Versammlung verschwand der„Revolutionär" ganz heinilich. Die Kommunisten haben mit ihrer großsprecherisch begonnenen Aition ein« Niederlage erlitten, die ihnen noch reckst lange in den Ohoen klingen wird._ Das Garagenproblem Der Kraftwagen braucht Straßen und Garagen. Die neuen Aufgaben, die damft an die Bauwirtschaft gestellt werden, erläuterte Privatdozent Dr.-Ing. Georg Müller in einem Licht- bildervortrag im Haus« des Vereins Deutscher Ingenieur«. Der Redner führte aizs. daß die Lösung der Garagenfrage durch Bau- ordnungen und mehr noch durch ihre Handhabung beschränkt werde, doch sollten die behördlichen Anforderungen sich vom Staatsinteresse leften lassen und von der wirtschaftlichen Lag« Deutschlands. Di. Garagenbautechnik habe bereits einen Stand erreicht, der technisch und wirtschaftlich einwandfrei sei. Nach dem bisherigen Tempo der Motorisierung fei mft einer Verdoppelung de» Kraftwagenbeftondes innerhalb drei bis fünf Jahren zu rechnen. Das erfordere für die Städte den Bau von Großgaragen. Di« neuer« Entwicklung verlegt die Grohgaragen nicht ollein in die unteren Geschosse von Neubauten, sondern in Kombinotionsbauten. in denen Garagen geschoßweise anderen Räumen zugeordnet oder stockwerksweise gekuppelt werden. Der Redner zeigte eine solche von ihm entworfene Ausführung in Prag, die mit einem Hotel verbunden ist. In einem Bureauhaus in Frankfurt a. M. ist vorgesehen, daß der Dureauinhaber über eine Loggia durch zwei Türen zu seinem Wagen gelangen kam» Der Wagen braucht dann nicht mehr auf der Straße zu warten, ebenso der Ehoufseur, d«r gleichzeftig als Buremidien er tätig ist. Der Redner nannte die Verbindung von Garage und Theater, Großmarkthall« und Der- kehrsbauten wie Bahnhöfe. Für Großstädte mit teurem Baugrund hat die Zusammenfassung größerer Automengen in einem Bauwerk große betriebswirtschaftliche Vorteile. Die Städte sollten billigen Grund und Boden zur Versügung stellen und die Garagenfrage auch in ihrer Grundstllckspolitik berückstch- tigen. Die Eingliederung der Garagen in das Städtebild zeigt« neue architektonische Aufgaben, die für Geschohgaragen leichter zu lösen wären als für Flächengarogen. Der Redner verwies dann auf die Schwierigkeiten bei dem Genehmigungsverfahren. In einem Fall zeitigte ein solches Verfahren ein Aktenstück von stssstss Seiten Umfang und es entstanden dem Privatmann Kosten in Höhe von ZZ ststst M. Der Gegensatz zwischen der konservativen Verwaltung und der aktiven Wirtschaft wirke sich im Garagenwesen des- halb so kraß ans, weil dessen Entwicklung so schnell vorwärts schrecket. Die Prüfung der Feuerschutz-, Verkehrs- und der bau- polizeilichen Fragen mußten in einer Hand vereinigt wer- den. Der heutige Zustand schaffe ein« Unsicherheit, die sich wirt- schafttich zum Schaden Deutschlands auswirke. Auch die billig arbeitende Industrie im Kraftverkehr findet keine Absatz- Möglichkeiten, wenn die Frage des Garagenbaues nicht be- friedigend gelöst wird. Was ist mii der Straßenbahn? Nicht Abschaffung, sondern Ausbau und Modernisierung. Von Zeck zu Zeit wird das Ende der Straßenbahn prophezeit. Es gibt sogar Leute, die behaupten, daß auch in Berlin bald das letzte Stündlsin diefss�sehr wichtigen Massenoerkehrsmittcls ge- schlagen Haben wird. So sehr der Fortschritt, d. h. die Ersetzung >des Ueberlebten durch etwas Besseres zu begrüßen ist. so wenig Sachkenntnis verraten dennoch diejenigen Propheten, die das das- dige Ende der Straßenbahn voraussagen. Wenn eine Stadt wie Wiesbaden die Straßenbahn ab» schafft, so ist dabei zu bedenken, daß der Verkehr dieser Großstadt sich in keiner Weise mit dem Berlits messen kann. Wir haben es hier mit einem Kurort zu tun, der einfach die psyckjologische Einstellung seiner Kurgäste berücksichtigt und im Interesse seines be- sonders gearteten Fremdenverkehrs den viel weniger rentablen Be» trieb des Autobus durchführt. Besäße Berlin ein so ausgedehntes SchneWahnnetz, wie es z. B. London hat, so ließe sich vielleicht über eine Einschränkung der Straßenbahn im Stadtinnevn sprechen. Aber dieses Schnell- bahnnetz soll erst geschaffen werden. Dazu bedarf es ungeheurer Mittel und vor allem Zeck. Wenn man bedenkt, daß im Jahre 19"8 die Berliner Straßenbahn allein Sl)l) Millionen Fohrgäste befördert«, also die Hälfte des gesamten Berliner Verkehrs bewältigte, so wird man begrsifen, daß man in Berlin die Straßenbahn noch auf lange Zeit hinaus nicht entbehren kann. Selbstverständlich wird die Berliner Verkehrs-AG.. bestrebt lein müssen, so schnell als möglich einen den modernen Anford?run''en entsprechenden Wagentyp zu schaffen. H'erzu sind bereits um. fangreicbe Vorarbeiten im Gange. Die Straßenbahn hat zwess-'l- los den Fehler begangen, ihren Wagenpark in konstruktiver Hinsscht den modernen Anfordevungen nicht reck'tzeiüg anzupossen Das aber kann und wird geändert werden. Heute lieaen die Be-�ält» nisse ja eben so, daß die Straßenbahn das Rückgrad des gesamten Berliner Verkehrs ist. Und sie w rd es auch noch auf lange Zeit hinaus bleiben müssen. Dieses Massenbeförde- rungsmittel besitzt sehr viele Vorzüge, die leider v'el zu wenig bekannt sind. Der Straßenbahnwagen bck eine viel qrößereLebensdauerals derAutobus. Ein Straßen» bahnwagen braucht erst noch 100 000 Wagenkilometern überholt zu werden. Der Autobus muß bereits noch 50000 Wagenkilometern gründlich aufgearbeitet werden. Ein Straßenbahnwagen wird normalerweise innerhalb 8 0 Jahren erneuert, der Autobus muh schon im sechsten Teil dieser Zeck seine Anschaffungskosten wie- der eingebracht Kaden. Bezöge man also allein auf die Amortis«- tionsdauer den Fahrpreis, so müßte der Autobus sechsmal so teuer sein wie die Straßenbahn. Gegenüber der Untergrundbahn hat die Straßenbahn den ungeheuren Vorzug wesentlich geringerer Anlage- kosten. Welchen Umfang der Straßenbahnverkehr h�ute in Deutschland besslft. beweist die Tatsache, daß die Reichsbahn im Jahre 1028'bei der Beschäftigung von 704 000 Menschen 19 Milliarden Fahvaäste beförderte, während die im Verband Deutscher Derkehrsvsrw'lt"N. gen zusammengefaßten 229 Straßenbohng-'sellschaiten mit»ng�'ä''r dem fünften Teil des Personals 4.S Milliarden Fahrgäste beförderten. � D'efe Zahlen allein beweisen schon, daß t: verfrüht, ist vor dem Ende der Straßenbahn zu sprechen. Die Biermillionenstadt Berlin muß dafür sorgen, daß ihre Einwohner innerhalb des Stadt- gebiets möglichst reibungslos befördert werden. Bei der heutigen Finanzlage der Stadt ist an einen noch schnelleren Ausbau des Schnellbahn nctzes nicht zu denken. Daß aber auch der Omnibus in einer Weltstadt nicht in der Lage ist, die Straßenbahn wirklich zu ersetzen, das zeigen die Verkchrs- verhällnisse, wie sie sich in London entwickelt baden, wo der Auto- bus bereits ebenfalls als ein starkes Verkehrshindernis emosun'-en wird. Man kann daher nicht die Abschaffung der Straßenbahn fordern oder gar durchsetzen wollen, ohne eine Verkehrskatastroph« herbeizuführen. Nicht die Abschaffung, sondern die Mo- dernisierung der Straßenbahn ist die Ausgabe der nächsten Zukunft._ Vetterberlch' der Sffenwchen wetterdicnNNelle verltn und Umnegevd, CNachdr verb i?!och verbZItniSmähici kübt. zeitweis« bester.— tfür veossch- lavd: Ueberau kitbl, im Warben vielfach Aufheiterung, im Süven vielfach bewWt, nirgend» nennenswerte Niederschläge. SadpruKurorfr Bergifches Land. Wer jetzt an den flachen Ufern des Niederrheins wandert und die Natur belauscht, der wird des großen Liedes inne werden, das die weiten Wasser murmeln. Hier gluckst«ine Well« an Land und dort plätschert ein Wasser an den Stein— doch nie wird einer wissen, ob dies Wässerlein oben hoch aus Schweizer Wildbach, aus Nahe und Mosel, Lahn. Sieg, Main. Ahr, Lippe oder Wupper kommt.— So innig vereint ist alles im Fluß! Und so wie alles Wasser d«s großen Stromlands in der stillen schweren Zauberwelle des Niederrheins, so innig verbunden ist auch das Wesen Rheinischer Landschaft, der ja das Wort„Rhein Herz. Blut und Leben bedeutet. Denn das Wasser verbindet in« Menschen! Verbindet Hunsrück, Eisel, Taunus und„Das Bergische' mUeinonder. Deshalb hinein ins Wupperland! Den vielen Bächen nach durch Berg und Wald und Tgl und Wiesen hinauf ins Gebiet der Küchen-, Tafel- und Taschenmesser, ins Land der Schleifkotten, wo noch die Wasserräder rauschen, die die Hämmer treiben.„Und suchst du die Schmiede im Walde, die findest du im Bergischen Land!' Scheckiges Vieh grast hier auf den Weiden und fröhlich« Fohl«n toll«n da- zwischen. Hier ist der helmschaffende Kleinhandwerker noch zu Hause, der zäh festhält am alten Wasserrad, trotz aller Elektromotor«. Und nirgendwo anders in der Welt sind diese schieferplattengepanzerten Bergisäien„schwarz-weiß-grünen" Barockhäuschen zu finden als hier. Bald recken sie sich hoch und frei auf einer Bergkuppe auf, bald lugen sie vorwitzig aus einer lauschigen Tolecke. Der aufrechte selbstbewußte Heimatstolz der Landeskinder der allen Herzöge zu Berg wohnt noch in diesen Giebelhäusern und sangessr«udige Brust bekennt hier:„Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt.... da ist meine Heimat, mein Bergisches Land!' Der Komfort der Großstadt ist hier noch unbekannt und die soviel gepriesene Industrie hat noch nicht den Weg gefunden in die Einsamkeit und Schönheit unserer hohen Bergischen Buchenwälder.„O— diese herrlichen Bergischen Buchenwälder!' Wer den wundervollen Akkord ihres Rau« schens gehört, der weiß, wo die Urkrast des naturgefesselten Ber- gischen Volkes herstammt.(Alle Wege durch dieses Land, an alten Burgen und Schlössern vorbei, führen hinauf„aus» Scheid'. Mittel- punkt dieses Landes ist diese Höhe und aus den Höfen und Gärten da oben ward im Laufe der Zeiten das heutige Remscheid. Eine „Seestadt" ist es, denn was Cewerbefleiß und Handelstüchtigkeit der alten Bergischen Bürgerschaft sich hier an Wellhandelsbeziehungen schuf; kann sich mit denen einer Seestadt messen. Was di« Welt an „eisernen Kleinigkeiten' nötig hat, kommt heute noch zu einem Großteil aus den Schmieden von Remscheid. Di« Zunft der jhmst schmiedemeister verschrieb sich hier in alter Zeit die besten Krä aus Schweden und Niederland. Im Jahre 1770 brachten TIro Sensenschmiede die Geheimnisse ihrer Kunst in die Täler um Rem- scheid und so kommt es, daß man nicht selten aus den Kehlen ihrer Nachfahren heut« noch im Bergischen den Jodler hört. Das einst hier blühende Zunftwesen strenger Brüderschaft ist nicht mehr. Die Messerschmiede kennen nicht mehr den alten„Berbleibungseid": ihr Hand wert nirgend anderswo zu leisten, denn im Herzogtum B«r! und keinen anderen, als nur einen vom Bergischen Handwert«helb Geborenen zu lehren.— Aber der Geist dieser Allen wirkt noch im Land; sjat sich der Zeit angepatzt und schmiedet und schmiedet im Walde Die groß« Talsperre schuf er und das Wunderwerk der Müngstener Brück«. Die Viadukt« schweizerischer Bergbahnen wirken nickt kühner,, als dieser gigantische Brückenbogen. Nach SÄingen führt sie- und qn den Rhsia. Schloß Burg an der Wupper ist von hier zu. erreichen und all ha? andere, was sich in diesem großen Winkel Rheinlands dem suchenden Wanderer erschließt. Neckarland. Das ober« Neckarland mtt dem schönen und tiefsinge- rissenen oberen Neckartal bis herab gegen Horb aber Tübingen ge» hört zum Schwarzwaldvorland. Das mittler« und untere Neckar- land zeigt große Mannigfaltigkeit. Da ist di« Bischossstadt Rottenburg mit der poesi Wurmlinger Kapelle, die feine und fröhlich« Universilatsstadi Tübingen zwischen und auf ihren Höhenzügen, das nahe Lustnau und gegen sie vorstoßend der wald- und höhenreiche einstige Reichs- forst S ch ö n b u s ch mit der Idvlle des Klosters Bebenhausen und d«n alten Städtchen Waldenbuch, Herrenberg und Böblingen an seinen Flanken. Weiter abwärts im Neckartal angesichts der Alb liegen Nürtingen und Plochingen, wo der Neckar auf den Fuß des Schurwallies stößt, dessen westliches Ende durch den vielbesuchten Aussichtsbcrg Kernen und dessen östliches durch das alte Kloster A d e l b e r g gekennzeichnet ist, dann die «instige Reichsstadt Eßlingen mit der allen Krone ihrer Burg und den vielen Sehenswürinakeiten, Cannstatt mit seinen Mineral- quellen und Stuttgart, die schönstgelegene deutsche Großstadt im Reben, und Gartenkranz ihrer Berge, an denen sie hinaufsteigt bis zum Schopf der unermeßlichen Wälder, in denen hoch Schloß Soliwde liegt. Südlich von Stuttgart und Eßlingen erhebt sich die Hochfläche der Filder bis zum Rande des Schonbuchs mit dem Blick auf di« Schwäbische Alb, besonders vom Uhlberg bei Platten- ' a r d t, dem Höhenluftturort Degerloch, Rohr, Musberg, chterdingen, Vaihingen und dem Schloß Hohenheim mit der Landwirtschaftlichen Hochschule. Weiter unten folgt Lud- wigsburg mtt seinen berühmten Schlössern und dem Bad Hohen- eck. das Schiller-Städtchen Marbach a. N.. das malerische Mark- gröningen. der aus der herrlichsten Fruchtebens raoende Asberg, Vaihingen an der Enz, als Perle alter Baukunst das Kloster Maul- bronn, das besterhaltene und berühmteste mittelalterliche Kloster Deutschlands. Weiter drunten dos schön gelegene Bietigheim, oas malerische, wunderbare Besigheim, der Traum aller deutschen Maler, die Felsengärten, Schloß Liebenstein bei Ottmarshenn, das einzig- artig« Lauffen, das lebhafte, weinreiche Heilbronn, die erste würt- tembergisch« Hasenstadt am Neckar, zu der die Löwensteiner Berge vorstoßen, Weinsberg mit seiner Wcibertreu, Neckarsulm, Kochendorf mit den Salzbergwerken, die Solbäder Iagstfeld und Wimpfen, dieses noch mit der Städteromantik des Mittelallers und Gundelsheim mit Schloß Hornegg. Wie groß baut sich der Stromberg auf zwischen Bönnigheim. Cleebronn, Sternenfels und dem Kleinod Maulbronn und wie lieblich ist die Aussicht vom Michaclsberg oder dem Aus- sichtsturm auf dem Eselsberg bei Ensingen- wie fein ist das Zabertal zwisiben ihm und dem Höhenzug des Hsuwelbergs, Brackenheim und Güglmgen diesseits, Schwaigern jenseits o«es«lben. Und die vielen anderen wie das schöne Bottwartal mit Beilstein, die einstige Stausen- si-ibt Waiblingen, Leonberg oder das Remstal mit seinen reizvollen Seitentälchen, wo zur Frühlingszeit des Blühens kein End« ist. Man kanN sie hier gar nicht alle nennen. Das württembergische Neckarland ist das Frühlingsland, es trägt die verhältnismäßig größte Zahl Obstbäume im Reich und seine Blütenpracht wird van keiner anderen deutschen G«gend und auch nicht vom Ualienischen Frühling übertroffen. »feiern i« Harz habe» den Sommer eingeleitet. In allen 't der Sonnenstrahlen neues Leben erstehen. Di« ge- .... i-"—-—-'ßet Orte» läßt d« samte Oci wie hie. {die menschen zu deirirteN.' Wer. will da fern bleiben? vi« Alark in Vor««ad Slld. Die Märkischen verkehr»«« r« bände, Edarlstlenslraße U, haben eine hundert Seiten starke Propaganda. schrist»Die Mark in Wort und BUd' herausgegeben, die nicht nur die einzelnen Vochenend- und sterienort« enthält, sondern auch genaue Angaben über die landschafUIchen Schönheiten ihrer Umgebung, Fahroerbindungen und Unterku»ft»«zglichkeIIen. In besonderen Artrleln sind beispielsweise wiss«n»loert« Einzelheiten über die Neumark, di« Ostmark, über dj� märkischen Seen und über historische Stätten in der Mark besprochen. vad Mergentheim. Unter dem Vorsitz de» Präsidenten des Reichs- aefundheitsamts, Geheimrat Dr. Hamel fand vom 26. bis 2S. Mai in Bad Mergentheim die Tagung des RcichSausschusscs für hygienische Volksbelehrung statt. Nanrens der württernbergischen Regierung begrüßte etwa 50 au» allen Teilen Deutschlands erschienene Teilnehmer Ober- medizinalrat Dr. Gnant vom Innenministerium Stuttgart. Am 27. abend» gaben Kurverwaltung und Stadt im Kursaal«in Festesien, zu dem die städtischen und Kreisbehörben geladen waren und nachdem das TuberkuloseaufklärungSflück„Blaue Jungen' vorgeführt wurde. Ein ge- meinsamer AuSslug nach Rothenburg beschloß die Tagung.— Gleichzeitig stattet« da» Pharmakologische Institut der Universi- t ä t Bonn unter Führung von UniversitätSprofessor Bachem, Bad Mergemheim einen«ingehenden Besuch ab. S« die Nordsee! Ei kann«in moderne» Jnstlbad,.«» kann auch ein im Meer« vergessener Dünenstrich sein, wohin der Suchend« ie nach Geschmack und Reisemitteln, seinen Kurs bestimmt. Cr kann aus vielen guten Gründen auch an der Küste bleiben, wo di« See da» Gestade umschmeichelt und in Sturmtaaen zornsprühenden Gischt gegen Teiche und Dämm« schmettert. Ans lolch einem Vorposten, deich- und dammbewehrt gleich einem Borzeit-Recken im Titanen kämpfe, liegt C u r h a v e n, Nordseebad aus hamburgischen Gebiet. Bon den Großstädten Hamburg und Bremen flankiert, die ihre Hunderttausende aus Kontor und Fabrik mit der Bahn und zu Schifs an vi« heilend« Küste entsenden, ist das Norbscebad Cuxhaven längst da» Ziel der Bielen gewordeltz, die Seeluft und erhabene Meereseinsachheit vor der verwirrenden Vielheit- und tosenden Geschäftigkeit de» Alltags suchen. Reist in» schön« Schlesien. Wie immer im Frühjahr veranstaltet der che Perkehrsverband ein« Werbeausstellung für Schlesien im Schau- F. Danneberg G. m. b. Jb., tinter den Linden ö Schlesisch« VerkehrSverband fenster de» Berkehrsbureau lHotck Bristol) und zwar arbenprächtigen, naturgetreuen Bildern der Woche vom 2. bi».9. Juni 1929. In WWWWWW irstehen dort die Tckünbeucn Schlesien» aü» dem Riesen., Jser-, Eulen-, Wawenburger, Glatzer und Altvatergebirge, serner aus den bekannten schlesischen Bädern und alten Städten, da» Alpine des Riesengebirges, der romantische Waldcharakter der anderen Gebirg«, di« immer noch wenig bekannt sind, obwohl sie in ihrer Art und Hohe Thüringen und dem Schwarzwald Süddeutschlands gleichen. Nordseebad Borkum. Man begegnet so oft der Anschauung, daß Bad und Bad jedesmal zwei gleich« Dinge seien, obwohl davon noch kein« Rede sein kann. Denn jeder wird es an sich selbst erfahren haben, daß z. B. ein Vad in einer Wann« nicht dem Bad in einem Schwimmbassin«nt- spricht, und wiederum«In Bad in einem Fluß nicht dem Bad« in der See — und noch Viel weniger dem Bade in der Nordsee, wo dies« bereits ozeanisch« Eigenschaften besitzt, wie z. B. Helgoland oder Borkum. Es ist wichtig, sich das einmal klarzumachen, denn nur so können wir die eigen- tümlich« Wirkung der Hochseebäder verstehen, die wie eine starke Medizin «iiu> Umstellung des gesamten inneren Stoffwechsels zur Folge haben, und dadurch die bekannten Veränderungen in Schlaf, Appetit, Körpergewicht und anderen Körperfunktionen hervorrufen., So«rllärt sich auch. daß«in„Zuviel' dieser heilkräftigen Medizin eher schadet als nützt, und. nur zu leicht statt der erwünschten Erholung und Stärkung eine sehr unerwünscht« Abspannung zur Folge hat. An diesen ernsten Erwägungen kann«in Bat. da» fem« Aufgab«« richtig erkennt, nicht vorüber, und so hat Borkum auch in dieser wichtig«» Frage ein« Entscheidung getroffen,- gesundheitlichen Interessen- fetn-r Hiossiß auf» beste währ» durch, die pie gesundheitlichen, genommen' meiden. M Dr.»:■ NACH NORWEGEN? JA! NU DR. ADRIAN HOHRI IP-fagg-Reis. I, Orupp. d. 30 Per». 356 RM- autw. Aust Prospekte nor!. Arntt, Reisebureau f. Norw., Berlin W8, Linden 32. Kuron Darggn Mecklb. Schweiz Jeder 1000. Kurgast der Saison erhält eine goldene Armbanduhr von der Kurverwaltung. Pension Scblofiberg Inti. Genosse Orieb 650 Meter Höhe In TlttiKken OterRtoU Volle Pension pro Tag 4.— Ideale Lage.waldr.Oegend. Bekannt gute Verpflegung. Prosp.frei I liF-r M-ir Harz und Kyffhäusei* > J Bad Lauterherg i. Harr Lutt' und Wasaerhellbad— Vom Kneippbunde anerk. Kneipp-Kurort für Mittel- und Norddeutschland Weosel« H. Kurpark, 5 50-7 T.l 55, Oar. Oaitb„Zur Linde" P. 5 M an T. 145 Pensloarh.„Hubcnus" P. 5.50 M. an „Park-Villa" L. IJ», P. v. 450 M. an Benneckanstein (600 m N N.) im sonnigen Südhoch- harr, der Kurort für Ueberarbeitete BiankenDurg. Harz (254 m mittlere Höh«) Luftkurort, milde» Gebirgsklima Kurverwaltung A.-G. Telepbon 625 Besucht Braunlage! Clansthal-Zellerfelil 1 Oberharz(600 m> Prospekt u.Woh- I nungsnachw-durch Kurkommission Elbingerode. Harz Ruhiger Kurort für Ueberarbeitete (Herz. Nerven. Afmungsorgane), Freibad und Tennisplatz. Sdiülzrnhaa*. Tel. 60. Pension 5.— M. Direkt, am Walde� Haiberstadt Besuchen Sie die alte, berühmte Bischofsstadt wenn Sie im Harz sind. Hervorragende Kirchenbauten. Fachwerkhiuser, Museen. Günstiger Standort für Harztouren. Hasseitoido<*» die ruhige Sommerfrische. Herr- Freibad, liebes 10 000 qm«roB. ' 300 m. Unm!Helt*rt*htrTfd gesetzt. Dabei gelangt das Institut zu dem überraschenden Ergebnis, daß feit Jahresbeginn die freien Preis« dauernd ge- fallen, die gebundene» hingegen dauernd ge. stiegen s i n iK Die beireffenden Ziffern lauten: freie Preise gebundene Preis« Januar...... 101,9 104,6 April...... 99,7 104,8 SS. Mai..... 97,1 104,9 Daß hier nicht der Zufall einer verschiedenen Preisentwirt lung bei verschiedenen Warengruppen waltet, kann nicht bezweifelt werden. Es zeigt sich vielmehr sehr deutlich, wie hemmend die starre» Preis» bindungen des Monopolkapitalismus auf die Kräfte, die zur Ueber» mindung der Wirtschoftsdepression drängen, einwirken Ei« bremsen den Fall der Preis« ab, ohne den sich der Mechanismus der Kon» junkturanturbelung nicht oder nur sehr schwer durchsetzen kann. Weiter weist die vorliegende Nummer der Bierteljahrshefte sehr überzeugend den Zusammenhang zwischen Arbeitseinkommen und Konjukwr nach. Das Institut berechnet, daß das gesamte Arbeitseinkommen in Deutschland im ersten Dierteljahr 1929 um ZOO Millionen Mark niedriger war als in der gleichen Zeit de» Vorjahres, und e» weist weiter nach, daß die Aus- Wirkungen diese« Ausfalls an Kaufkraft auf die Konsumgüterindustrie weit schwerwiegender waren, ol»«» dies« Ziffer vermuten läßt. Und in der Tat ist ja auch, wie das Institut nachweist, dl« B e» schäftigung in den Verbrauchsgiiterindustrien gegenwärtig niedriger als in den Produktion»- mittelindustrien. Solche ungünstige Wirkungen auf die G«samtwirtschast strahlten also von der Lohnseite au» trotz der Arbeitslosenversicherung und trotz der weiteren, wenn auch nicht sehr beträchtlichen Lohnerhöhun» gen. Nun mSge» sich daraus die Kreis«, die heut« gegen die Arbeit»- losenverstchernng Sturm laufen und über die ewigen Lohnerhähun- gen jammern, einmal«in Bild machen, wie katastrophal der Kon- junkturoerlauf für die Konsumgüterindustrie», aber rückwirkend doch auch für die Produktionsmittelindustrien geworden wäre, wenn ihm nicht die Stütz« der Arbeitslosenversicherung und der Lohn- «rhohungen zu chilfe gekommen wäre. Abschluß der Autowerke Hansa-Lloyd. Gut beschäftigt, aber angespannte Mnonzen. Der Abschluß der chansa-Lloyd-Automobilwerte in Bremen für 1928 untetfcheidet sich kaum von den meisten anderdn deutschen Autoabschlüssen de« letzten Jahre». Wie bei Daimler, Aldler und anderen Werten, können auch die chansa-Lloyd» Werte ein» ziemlich beträchtlich« Umsatz st eigerung um rund lS Proz. feststellen, mit der jedoch die Gewinnentwicklung nicht Schritt gehalten hat. So war auch chansa-Lloyd infolge großer Kosten für Betriebs- unrstellung gszwwngen, für 1928 die Dividendenzahlung einzustellen, während im Vorjahr 4 Proz. gezahlt wurden. Bei fast gleichem Rohgewinn von 1,8 Millionen ist der Rein- gewinn infolge erhöhter Unkosten und höherer Abschreibungen von 0,28 auf 0,18 Mill. fast auf die Hälfte gesunken. Di« Bilanz zeigt, daß allein an Maschinen im latzten Jahr Käufe im Wert von 650 000 M. stattgefunden habe». Infolge der Umsatz. steigerung sind auch die Vorrät« ziemlich stark, von 6,3 auf 8,6 Mill.. gestiagen, wobei sich die Halb- und Fertigfabrikate besonder» stark von 4,9 auf über 7 Mill. erhöhten. Di« Anspannung der Geld- Verhältnisse bei dem Unternehmen kommt in der sprunghaften Steigerung der Schulden von 2,8 auf 6,2 Mill. z>un Ausdruck. während d'« Fordenungen sich nur unwesentlich auf 2,1 Mill. erhöhten. Da dir Verwaltung betont/ daß da? Eigenkapital zur Finan- zierung de» erhöhten Umsatzes nicht langt«, so wird imter den so stark angswachfenen Schulden ein erheblicher Posten r e ch t teurer Bankkredite sich besinben� Wenn auch da» Unter- nehmen zurzeit recht girt beschäftigt ist und in da» neue Geschäft?- Iflhf mit einem Auftragsbestand van 5 Mill. ging, so sind die zinsenfressenden hohen Schulden für eine schnell« Wiedergewin- nung dar Rentabilität nicht sehr aussichtsreich. Wie bei anderen Automobilwerken, muß man sich auch bei der Hanfa-Lloyd-A.-G. iragen. ab das Unternehmen auf der Jagd nach Aufträgen sich nicht allzusehr in Unkosten gestürzt hat. Storker Aufschwung der Metallwalzwerke. Lieber A50 Millionen produttiooswert. Au» dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht des Zentral- Verbandes der Deutschen M« t a 1 l w a 1 z« e r k s- und Hüttenindustrie wird der ununterbrochene Aufschwung dieser Industrie in d«n letzten Jahren ersichtlich. Besonders bemerkens- wert ist, daß die Entwicklung in den beiden letzten Jahren nicht mrr die Leistungen der Borfqhre, sondern zugleich der Vor- k r i« g s z« i t weit hinter sich läßt. Setzt man den arbeitstäglichen Durchschnitt der ProSuktionsleistungen für 1928/26 mit 100 ein, so ergibt sich für 1913«in Produktionsindex von 92,4, dagegen für 1923 sin Index von 136/. Die arbeitstäglichen Durchschnittsleistungen sind otjo im letzten Jahr gegenüber 1913 uat fast 50 Proz, gewachsen. In fast gleichem Maß stieg der S u pf e r v« r b r auch der Metallwalzwerke und Hütten in der entsprechenden Zeit von 231 öOO auf?S6 200 Tonnen im Jahr, olfa um rund 40 Proz. In noch rascherem Tempo erhöhte sich die Halbzeug-Produktion au» Aluminium und seinen Legierungen, die in den letzten beiden Jahren die Vorkriegspröduktion um das Dreifache über- traf. In, Jahre 1927 betrug nach amtlichen Untersuchung«: die Pro- duktion in der NE-Metawndustrie sNicht-Eifenmetalle) rund SSO 000 Tonnen gegenüber 18/ Mill. Tonnen in den deutschen Eisenwalz- werken. Der Wert dieser Produttion stellte sich bei den Eisenwalzwerken aus 2,4 Milliarden und bei der NE-Metallindustrie auf 8S0 Millionen Mark. Die Zahl der Betriebe betrug bei den Eisenwalzwerken 194 und bei der RE-Metallindiistrie 186. Die Eisenwolzwerke beschäftigten eine Gesamtbelegschaft von 113 880 Mann, während die Metallwalzwerte und Metallhütten rund 46 000 Mann Belegschaft hatten. Diese Ziffern zeigen deutlich den außerordentlich starken Ausschwung der NE-Metallindustri«, der auch bei dem ständig wachsenden Bedarf an Richteisenmetallen der verschiedensten Art längst noch nicht zum Abschluß ge- kommen sein dürfte. � Oeuisch-OberschlesiensMontanindustrie Günstige Entwicklung der Kohlenzechen. Der Jahresbericht de» Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins für 1928 weist darauf hin. daß die Kohlengewinnung in Deutsch-Oberschlesien sich im letzten Jahr im Gegensatz zu anderen deutschen Bezirken und zur interna- tionalen Kohlenwirtschast günstig entwickelt Hot. So tonnte die G e- samtförderung 1928 gegenüber dem sehr guten Kohlcnjahr 1927 noch von 19,4 auf 19,7 Mill. Tonnen g e st e i g e r t werden. Der Bericht befaßt sich sodann«ingehend mit den ungünstigen Konkurrenzverhältnissen für Deutsch-Oberschlesien, obwohl der Haupt- konkurrent, das polnisch-oberschlesische Revier, infolge des Andauern? de» deutsch-polnischen Zollkrieges noch nicht in Erscheinung getreten ist. Mit der Ruhrkohle kämpfte die oberschlesische Kohle nach wie vor auf dem Groß- Berliner Markt und in Süddeutsck�ond. Der süddeutsche Absatzmarkt war im letzten Iahre�ein besonders heiß umstrittener Kampfplatz der deutschen Kohlenreviere untereinander. sowie der holländischen und englischen Kohle, geworden. Bemerkens- wert ist die Tatsache, daß in Ostoberschlesien die Schichtlei st ung je Mann im letzten Jahre aus durchschnittlich 1,36 Tonnen gegen 1/4 Tonnen in Deutsch-Oberschlesien stieg. Wenn auch die günstigeren Abbauverhältniss« in den Polen zugesprochenen Gruben dabei»ine Rolle spielen, so beweist dies« Tatsach« doch, daß auch im polnischen Bergbau die Rationalisierung erhebliche Erfolge aufzuweisen hat. Die Entwicklung der Förderung in den beiden schlesischen Nachbor- revieren zeigt, daß der Anteil der deutsch-oberschlesi- s ch e n G r u b e n an der Gesamtförderung im oberschlesischen Zechen- reoier von 28,7 Proz. im Jahre 1913 auf 41,1 Proz. im Jahre 1927 stieg, und im Berichtsjahr eine leicht« Senkung auf 39/ Proz. er- fahren Hot. Nicht so günstig war die Lage der E i s e n- u n d S t a h l i n d u- st r i e. Abgesehen von verschiedenen Stillegungen, wie der Hochofen- anlage beim Borsigwerk und der oberschlesischen Bamog Meguin weift die Gesamtproduttion«inen erheblichen Rückgang aus. So er- fuhr die Roheisenerzeugung der Hochöfen«ine Verringerung gegenüber 1927 um rund 20 Proz. auf etwa 247 700 Tonnen, wäh- renft die Rohstohlproduttion um etwa 9 Proz. auf 810 000 Tonnen sank. Auch bei den Walzwerkerzeugnissen ist annähernd der gleiche Rückgang um etwa 9 Proz. festzustellen. n blühende» Alolor und Fahrradwerk. Die Triumph- e in Nürnberg haben sich in den letzten Jahren zu einem rogreichsten Unternehmen!n der Motor- und Fahrradindustrie Börsen Ein r k WWWWWWW der Ertragreichsten Unternehmen entwickstt. Wie in dem jetzt veröffentlichten lenprospekt mit- geteilt wird, stiegen die Ilmsäge von 8,9 Millionen Mark ün Betriebsjahr 1925 26 auf 9,2 Millionen im folgenden Jahre und erreichten im letzten B« rieb«fahr 1927/28 fast 12 Millionen. Das Aktienkapital von 3 Millionen konnte damit also im letzten Jahr rund vtermal umgeschlagen werden: ein recht günstige- Verhältnis. Die Dividende, di« in den erstm beiden Jahren nach der Stabilisierung der Währung in Höhe von 5 Proz. verteilt wurde, erhöhte sich 1926/27 auf 10 Pro», und wurde für 1927/28 melterhin auf 18 Proz. heraufgesetzt. Der bisherige Ver- lauf des neuen GefchöstsMr«, 1928/29 war so günstig, daß die Gefellschaff mit einem gleich hohen Ertrag« wie im letzten Jahr rechnet. Zurzeit werden bei den Triumphwerken rund 16 09 Ar- beiter und A n g« st« l l t e beschäftigt. Lebenshaltung»index sasl unverändert. Die Reichsinder- ziffer für die Lebenshaltungskosten fErnährung, Wohnung. Heizung, Beleuchtung und..Sonstiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reich-anü» für den Durchschnitt des Monats Mai mit 183/ gegen 183,6 im Vormonat nahezu unverändert geblieben. Die Jnderziffer für die einzelnen Gruppen betragen(1913/14— 100 festgesetzt), für Ernährung 184.1, für Wohnung 126, für Heizung und"Beleuchtung 149, für Be- kle i du n g 172/, für den„Sonstigen Bedarf" einschließlich Ver- kehr 191,7. i i fürGroß-Verlirr stet»«« da»®«iiif»ketretastat t. Hof, 8 Treppe» recht«, zu richte». Partemachrichten Niuseudungea für dies« RubrU fiud D-rUn SA M. Lind-nstr-ß« 3. 7. Streit«harl-tte-km-s uu» Sp«nd- Iurlstifch- Sprrchwuche �utr. Sonn- abeut. i Juni, von 17—18 Uhr, tut Zug-ndh-wl 3iof.ner.ftt.«. Oel«««»- 13 J�ii�EenSSttof. Heuit- Souuadeud, 1- Zuui. B- Mitglieder, soweit al, möglich daran teilzunchmen. m 1#. st dt. Kahn-n-xihe fci Borr,«irchstr. l»...bAskwi«: Ott» g Meier. M d. L.»uschliehend Konzert-n» Tanz. Eintritt stet. VB' Ö und Gr Nossen, auch der Ztochd-rnStcilnngrn. find dazu 43.«dt. Die Morg.nspeache des IM. Bezirk» fällt an«..,.. »1.«dt. Rentöiiu. Bannerwcihe in Selchow. Die Abteilung beteiligi»w recht zahlreich daran. Treffpunkt 12'-, Uhr«le.nbahnhos Setnuimtftrahc Fahrkarten werden gemeinsam wegen der Fahrpretsermatzzgung g�ost. IM. Abt. Sei der«esschtigung de; Wo ff--werke- am S-nn tag find»«ei Schlüssel gefunden worden. Abzuholen bei G. Danehl/ Aöpenlcker Str. W. Zungsozialisien. Treffpunkt 7 Uhr Tcmpcihof.«a!scrin.Augllfla.Slraße. Srnpu« Renlelln! i-onntag. 2. Juni. Fahrt nach Michendorf- Llencwitzic». Treffpunkt 81» Uhr Ziingbahnhof Neukölln. Arbeiksgememschafk der Kinderfrennde. Nrei» Witte,»rnppe Arlonaplatz: Sonntag, 2. Juni. 7 Uhr. Arkonaplutz. Wir fahr«n zum Stintgraben. �... Gruppe Süden und KaUesches Tdr machen Sonn.ag,.3uni, etne Fabrr nach Strausberg. Treffpunkt 7 Uhr, Gruppe Süden Diefsenbach. Gac lvr.mm. ftraße, Gruppe Hallesci)cs Tor Wassertorstr. 9. Fahrpreis 60 Pf. x... Gruppe Landsberger Platz: Heute. Eonnabend, 1. Juni, Nachtwanderung der Roten Falken Ticfenfee— Etrausdcrg. Treffen 20� Uhr Wriezener Bahn» steig. Kosten 1 M. Ende der Fahrt Sonntag 20' s Uhr. Sonntag, 8. Zun:. Küken fahrt nach Klingenberg(Leitung: Martha Gesche). Treffpunkt 7 Uir Landsberger Platz. Kosten 80 Pf.(fnde M- Uhr. Eltern willkommen. Päd:. zeug ist mitzubringen. Geburlslage. Jubiläen usw. Ehefron Sl.«dt. Eharlottcninrg. Unsirrm Senossen»«»rg Hnnff nnd feiner «ron di« herzlichsten«lückwilnsche zur«ilberhochzeit...... 102. Adt.»aiimlchnlcnweg. Am heutigen Tage mustern mir über drei Indilor«! ff, i»« n d« t steht fest 4» Zahrei. in der Parte.beweg-.-»ei, Alten mohlbclaunt. hat er bereit» In fchwcrrn»ergniig-nen Togen stch o!« ptliihitrencr ci d nderzeugter Genosse erwiesen,«ein Alte» hält ihn hro.e»Nch nicht ob. sein Aisse» in den Dienst der Partei»n stellen. Z» voller»e>st>ger und körperlich«, isrif»- ist er ol» WohIIohrtipsleaer i» Bezirk krept»« t-tia »Nd ist al» hltixbereiter Cenossc in weilen Srcisen bekannt und beliebt.-- EleichMjtW feiern uns«!« Genossen Georg M«i-r und S» r l B» rnd t ihr« 2Zjäbrig«?ngebi>iigk«it st ei» idr Beste» stir die Parte viel« Kohr« bester Gesnvdhest bcnosscn Georg Meier uu»»erl»ernvr t zur Porte!. Auch biete Heiden Genossen hoben rtei getan. Wir mirttfien allen drei Genossen»och st und damst weitere. Wirken iw Parstitreis,. Sterbetafel der Groß- berliner Partei> Organisation � zz. Abi. Unser aller NitkSMpfcr Genosse Kitnrsch Nve»k'. Gritnauer Str. 2i. seit UM Parteimitglied, ist nach längerem Leiden n-rs!orb-r Einer unserer Alten und d-nnoch immer jung in seiner Mitarbeit. Sor- seinem ZindenkrnI Einäscherung am Montag, z. Juni, 14 Uhr, im Srema- lorium Scrichtstrab«. 7». Abt. Schänebevo. .ZV. Lcbcnvlabre nerstorden. Unser Genosse Leopold Merkel ist'm Ehe« seinem Andenken! Di« Einäscherung bat bereit» stattgefunden. Di» Beisegung der Asch« findet heute. Sonnaberd. 1. riuni, I» Uhr, auf dem Sainisonfriedhos Hasenheide statt.. iWÄoziaMcheArbeitefjugendGr.-Verlm ikinien düngen sllr diese Andels nur»v»es Zugendsekreieeiet G-rlin SIL SS. rtndenslroße i., heule. Sonnabend. 1. Juni: x-klplad N; Fahrt. Treffpunkt sllr NochKgser l» Uhr Bds. Schänhgu-e, Allee.— Sit'onhanser Barstadt: Morgen, Sonntag. Spaziergange Trestpunki z Uhr Arnimvlati.— Tempclhas! Funktionärversammlung im Haim German!»- strahe 4-«. Anschließend Fahrt: WithlenheS. Nachzügler morgen« Uhr Bhf. Temvelhos.— Dahlem, Zt. F. und zehlendars: Tressen zur Feiar von Schöne. der» IV S. a lli'l Uhr Schloßplatz Stegliß--»enkölln I und Vlsk: Trefs. Punkt ZUM Wochen«- dkursuo 17'., Uhr Reuterplad.— Zienlälln VI: Zrestpunit der Dadsahrer zum Wochenendkiirlu» IS'H Uhr Saiser-Friedrich. Eck« Saalestraße. AGG. Prevzlaner Berg: 20 Uhr, Danziger Str. 62, B. 8: Bericht von der Ferienschi,!e in Brandenburg a. d. H. Auvfprach«. Werbcdezirk Prenzlauer Berg: lll Uhr im Heim Danziger Str. 82: ZA..?.» Fiinktionärkonferenz..Arbeiterjugend und Sommunalwahlen."' Referent Stadt- tat ssriedländer. Di« Funktionäre aller Abteilungen miisscn restlp» erscheinen. Interessierte Genossinnen und Genossen können teilnehmen. Ein« geschlossen« Beteiligung der Abteilungen morgsn, Sonntag, an der Aerbeneranstaltung dt» Sportkärtells ist nicht notwendig._".' N Schäneberg IV IN. F.l: Aula der Chamisse. Schule. Barbarnna- lZ platz. Bnnter Abend. Gesang. Manif-st. Lieder zur Kaute, Bot«. Falken.Kcihe, Zugendspiel, Pollstänze. Beginn 20. Uhr. Unkosten. beitrag 2S Pf.' Werbebcziri Neukölln: Treffpunkt aller Nachzügler zum Wochenendkursu» M'h Uhr Dorlißer Bahnho-. Verkäufe . btozlznm. Szillat. Sotoniest-aße» Beitenperlans! Wegen Seldmangel srgstdillig! Neue Ib.—! �rniitvolft SlJiOI 2b.— I Pauernbetten 28.— 1 Sein« Lora. darb mar«! Seihhau» Brunnenstraß- 47. Laadparztll.v gzo,-. schSn gelegen. J/«'"»»«zahlunz. H. Paul. Bahnhos Lehnitz. Pootshaiz«.» ldparzellen. herrlich am See. JjnOrr-f klein« Anzahlung. Wagner, Wgndlitzs»«. Stolzenhagenerftraß«. Skii>MuBift51.iiCjik. Villi tz'e lillA Wenig getragen««avaliergarderob, von Missionären. Aerzten, Anwälte». Fadelba« billige Preis«. Emv'ehl« Taillenmäntel. Paletot». Frack». Smo- king». Gehrockanzuge, Solen, Sport-. Gebvelz,. Selegenheitokäut» in neuer Garderode. Weitester Weg lohnend. kolhringerstraße 56, 1 Trepp«. Ngsen. t Haler Plah.• nend billig Geteglnheitekäul« in neuer grd> Leihhau» Ngsenthaler >r, Llnienstraße AS— 204. Eck» Noi-n Herrengarderobe Tri, Linie o''—' tbolerstraße »au» .WWWM WW »ein, Lombardware Wenig getragen«, teil» aus Seid« ge- »rdeiiete. ersiklasstg, Iacketianzuz«. Fr ach anzüg«. SmakinganM«, Sehrockanzllge. Nauchgnzgge. st)r sed, Figur passend. ______ gnzgae. st)- sed, Figur p«! aetivgen» Sammerpaletot» in allen o,or. wen: gijßtrdkv, hochelegant« neu« Gar. detade. von trsikiaisi«»« Schneidern g.-. arbeitet, zu staunend bissigen Preistn. >: elegenheitakäuse in Herren. und Damtnpelzen. Leihhau« Lowicks, Pri». »enstraß- 10».«ine Treppe. Seine Lombard wäre.• An alle Lungen- und Asthmaleidende! .. 0~t l-id« ich an Qmgeu-nveüeruvq. durch den strengen Winter hat sich noch da, scheußlich««sihmalelden dazu- gesellt. All« Versuch« durch ärztl. Bchandlg. konnte» mir nicht Helsen. Vor S Tage» las ich nun in der.Düren er Ztg." von Ihn« hochgeschätzten Nymphosan, saßt« Vertrsv» und ließ mir sosori«In« Flasche mitbringen. Noch dem Gebrauch der«rften Flasche verspürt« ich sofort Linderung, der Husten hat schon»edeuiend nachgelassen und hoffe Im Alter von 66 Jahren d«menispi«che»d gesund zu werhe». Ich habe«och eine Doppelllasch«,»iScht« aber nicht gern« ohne die gut« Arznei sein. Im übrigen danke ich Ihne» herzlichst sür die unübertroffen« Arznei und werde da» vorzügliche Mittel Olfen weinen Bekannte» und Lelkenagenosscn aus» wärmste empfehlen. In einem Falle kann ich Ihnen mitt»il.n. daß eine Frau. die durch mein« Empfchluug Nymphosan anwendet, sehr zufrieden ist. Nochmal, herzlichen Dank sllr Ihr sehr bewährte» Mittel, Brei« der Flasche Nqmphosan ZK». 8.60. Perubonbon« DN.- SO. Erhältlich in ollen Apoiheken. Bestimmt Belle-Alliance-Apotheke zum weißen Hirsch Hirsch(Lindenstraße)— Apotheke Voltastraße 26)— Nadlauer« Kronen-ApotHekc Alleinhersteller: Nymphosan Starnberg am So« bei MUnchen tte zum weiße» Hirsch— Witte« Apotheke(Pottzdamer Straße)— Apotheke zum<30 Ib. eke zum König Salomon(Charlottenstraffe)— Prinzeff-Viktoria-Apotheke(Berlin N ZI, ?61— Radlauer« Kronen-Apotheke(Berlin W, Friedrichstraße 160). Naoalleronzllg«. Sportanzüge. Gesell- schaftoanzllgc tauch leihweise) nerkauit spottdillig Alexanderstraße 28», hoch- parterre. Sein Laden.__* Bon»avalleren wenig getragene und neu» Iackettanzllg«. Lmokinganzllge, Abendanzllg«. Soinmtrpalelol», lardig und marengo. Bauchnnzilg« u. Paletot», lllr ieh, Figur passend. Pelzwaren.G». iegenheitokäuie enorm dillig»eine Lombardwore. Lelddai:» Friedrichstr 2. Payesche» Tor._____- Wenig«i ringqnzllae. anzllge. Gummi! »ckanzllge. Smo. " Zacken- nigwananzlla». »atpaletoto. tue « Figite vassenb. Sp-Zialitbt: Bauch. anzllze knottbiZig. Slfellschgftea--.,!),- we-d'n oerliehen. Lo?v«:n. Zlose» thaler. strgße 4. I tltcs«- Dap-enmäntrl Frsiblahrkneu- heeten, verrenstossmäntel 12.—. Frauen- Mäntel mit leinen Fehlern 10,—, Uobergangomintel. eh-rlotte». dnrz, Bidmarckstrab« Z»ll. Perleih docheleganter Gesesslchgit». Anzüge Leibhau» Lowick!. Prinzen. straße 1«. Patontmatratzen..Primissima'. Metall- betten. Auilegemateatzen. Chaiselongue». Walter. StGrggrderstraß« achtzehn,«ein Laden__________- Feldtettstrssen. Pank,,,. Schmidt, strgße 1, P-ppelallee 12.__• Bochen endbetten 12.—. Pgppelallee 12. Pankow. Schmidfstrgße__• 94leld, Badstraß»«, achten, oeickaufl frottiltT. mit g-oßem Ank.'cideschr____ tailetie, Bettstelleii. ztachitisch». ätijli:, .'»»ummer .„ Jafsiawwi rank, äRarniat. grj,—. 49«.—. tSfh— ufa> gpeelezlm. wer. wund-roolles Bittinenbiisekt.»re, den,, schwerer Au»z:-btisch.-cht, Seder. stuhl« 375,--, 4h5., 678,— usw. Serien. z'mm-r. Bibliothek, Diplomat m>» eng. ljiche.i Zügen, runder Tisch. Ledersessel. ZebÄtühlr 2S6,—, 373,—, 495,— usw.» Rehscld. Sadstraß, 84, Sauenummer achten, verkauft spoitbillig Ankleide. schränke mit Zpiegei 98.—, IN,—, 19?.— uiw., moderne Btitstelltn 88.—. 48,—. 88.—. Pateuunatrotze» 18.—. Ii.—.Auf. legematraße» 19,50. J5,—. 38,—. Mar. mrr.Waschtoiletten mit Spiegel SS.-. 128.-. Rachttische IS-SO. 29.-._______ «abseid. Badflrgß« 84. Kauvnummer «chten, nerkauit nift reelle Tischlerarbeit. such gegen Teilzahlung bei mäßiger .slilgberechnung. Frei« Autaliekerung auch nach außerhalb.______* Zichseld. Badstraße 54. Säusnummer achten, verkauit spattbillig gutlachicrt- Anrichteküchen 125.-. l«8.-. 19!�-, Lg. siee!« Sücheu 198,—, 278.— lllw. Bücher, 48.—. 18,'"•T- fchränke.. Schreibtische 19. usm Diplamaten, 98.-.« Aehleld. Ladstraße k<. rauenumme: »chten. verkauft sr-ottd!g:g Pkllschsosa« 98.—. 121.—. 118,—, Ztuh«..»Iten. prima Arbeit. 89.—. 15.—. Suaziehtisch« 89.—. 4«.-. Od.-, NaHrstllVe«.95. 7.80. 9�0, Flurgarderoben 3940, klordsessel 7,90, 9,75, 14.-.* Mäbelkänler merke»ecdit nnd bar RSbelbaza'. große Auswahl, Heine Preis«! «»iWiele: Schlafzimmer 454, »er»45 tm,. aveiiezim« I SetrenMmnwt.MO. Spieaelsgwänt« 118 sil-iderschränke Aiirichteküchcn ÄolzbeUstellen ?!. 48. Chaiselangue» 38 u-UNli-inugues« Uctalluetlstell.'N Ib. Aullcgcmatrgnen 18 sonstige Model emsgrechend« Preis« Teilzahlung auikchlaairet. Locheuraien Manatsrai.'n. Siein» Anzahlungen. Aa-ia.Siabakte bis zehn Prozent. Kredite de» zwei Jahre. Mäßig« Zinsen. Aeu -ölln, Hermannplaß T; Steglitz. Schloß fttoße 107: Belle, Ab'gnee.Zkrgß«" Üntergrund-Lahnhoi. Husifcinstriftifeiit(>£ 95 Piano» Iii,- V— 275,—. 435.—, ge, braucht, groß« Auswahl in neue»: laug, labrig« Garantie. Screr. Brunnen. K�e.ISl. t Treppe. Ai' Roser. thaler Piatz� LintPlene». Oberau» pr«i»wert. Piano- 'abrik Link. Lrunnenftraß« 85' keilzohlnng. kulante Bedingungen. Fabrikpreis«, nur Üualitäleräder. Fqhr. radbau.Lima'. Ackerstraß« dreißig__ Teilzablüng. Diamanträder. Gärickc. räder BrexUaborräder. Opelighrräd.-r. Trigmphräder, Wittlerräder. Waslcn» räder. Kgssaräder 37.—. Schlgw«. Wein. lne sterstraß« vier._________ Bchkendmgreis«! z-lororrädcr. Biesen. auowähs. Weist, Große Frankfurter- straß«' t.. Würde nicht eher alle unerfüllte Sehnsucht in ihr erwachen... all« erloschenen Träume neu zu brennen beginnen, all«, Verbitterung in steiler Flamme emporzüngeln... wenn der Flieder wieder blüht. Man sollte ggr nichts wissen von Blüten, Sternen und Sommer- wind... man sollte nur Arbeit kennen und Pflicht... Wer sogt« das:„Sind denn die Blüten etwa die Hauptsache oder die Lieb«?.. Nee,.. der Klimbim darum... der Rummel.., und dos Geld... Wer aber verstand, daß man sich als ein« Königin fühlte, da man bitten durfte, und ärmer als der elendeste Bettler, da man er- kannte, daß nur fein Geld einem Erfüllung brachte.., ZÄ. Was iß ein Zuerst muß man sich klar sein, daß wir in Begriffen schwelgen, die wir uns selbst vorgemacht hoben. Nirgends im Kosmos wallet ein Geist, der uns sogt: nimm Kraft und Stoff, Geschwindigkeit und Raum, Zeit und Moment als die Elemente eipes Systems deines Denkens an, schaffe dir die Reihe der natürlichen Zahlen 1— 2— 3— 4— 5— 6— 7— 8— 9— 10—und baue damit eine Natur- lehre auf.... lind weil solch ein gütiger Geist fehlt, müssen wir uns im Schweiße unseres Angesichts plagen, erstens um anständige, brauchbare, zweckmäßige, gut verständliche Begrifje zu erfinden, zweitens um mit Hilfe dieser Vorstellungen Regelmäßigkeiten, die wir in der Natur suchen, auch zu finden und zum Ausdruck zu bringen. Damit haben wir das Gesetz als eine Regelmäßigkeit bezeichnet, womit sicher die Philosophen nicht zufrieden sein werden. Das ist ihnen zu wenig. Ein Naturgesetz! Unser Begriffssystem geht bis auf Urzeitdenken zurück. Die Sprache bewahrt die Erinnerung an logisch« Errungenschaften ver- gangener Iahrzehntausende, und wenn auch immer wieder neuer Wein in alle Schläuche gegossen wird, so bleiben die Fäden doch erhallen, die Blitz und Donner aus Göttern in Spannung und Schall wandelten. Mit dem Sluffinden von Zusammenhängen gleichartiger Dinge, der Wiederkehr derselben Form im Wechsel der Umgebung beginnt sicherlich schon das Tier seinen Eintritt in die Sphäre der Erkenntnisse irdischer Zusammenhänge. Wir wissen heute, dajj man Fische aus verschiedene Schallreizc dressieren kann, derart, daß sie bei bestimmter Tonhöhe beispielsweise Futter be- kommen. Dann werden sie bei anderen Tönen fliehen oder passiv bleiben, beim kritischen Freßton oder zum Fressen heranschwimmen. Sie holten dos für ein Naturgesetz... Nun wollen wir aber nicht zu sehr eingebildet sein. Wir haben da den Metonzyklus. Alle 19 Jahre kehrt die Sonn« in die gleiche Stellung zum Monde wieder, und daher wiederholen sich die gleichen Mnstsraiss». Man kann sie, nach Meton, voraussagen. Da? haben schon lang« vor den Griechen die allen Chinesen gewußt. Aber die Sache hat einen HNen: einst kam eine Finsternis, die nicht voraus. gesagl war. und das tostet- einem chinesischen Hosastronsmen den Kopf Eh-n well e» kein„Gesetz", sondern nur Regel war. So wi« ««nn wir bei den Fischen einmal beim Freßton nichts zu fressen hinwerfen. Di» Fisch« w«rd«n enttäuscht sein. Einig« werden vielleicht zu philosophieren beginn«»: gibt es Naturgesetze? Natürlich gibt es. Seh«» wir lft-S als 2X2 an. so haben w>r den ersten Teil um 1 vermehrt, den zweiten permindert, erholte» also das richiige Ergebnls. Ebenso 1-4-3+5— 3-49 4-3 D�r 9X3 und 1+8+5+7— 4X4. und es wird daher zum Beispiel 1+8+5 fei» gg gleich 50X99. Wobei man noch die Regel erkennen muß. erste- und letzte» Glied der Reih« zu summieren und halbieren, also IflatmrgefeiSE? 1+99— 100, was halbiert 50 gab. Ist das nun ein Naturgesetz, daß die Summe der aufeinanderfolgenden ungeraden Zahlen eine Quadratzahl gibt, nämlich die Anzahl der ungeraden Zahlen mit sich selbst vervielfacht? Und sind wir sicher, daß l+I+5+7 bis 09 000 wirklich genau 50 000 mal 99 999 gibt? Wie nehmen mathematische Gesetze ohne weiteres als richtig an. Die gelten, so denken wir, immer und überall. Diese Annahme ist für unser wissenschaftliches Ueberlegen geradeso Grundlag« wie etwa die Zahlenreihe es für alle rechnerischen Betrachtungen ist. Aber da kommt uns ein böser Verdacht: sind dies« mathematischen Sätze nicht vielleicht einfache Leerheiten? Dos heißt, sagt ein solcher Satz etwas Wesentliches oder ist er nur eine getarnte Selbstverständlichkeit? Wenn ich behaupte,„jedes Ding ist sich selbst gleich", also A— A, so wird dies«inersetts wohl von jedermann zugegeben werden, aber andererseits: wer will aus einer solchen Behauptung einen brauchbaren Schluß ziehen, will irgend etwas daraus aufbauen? Sind nicht die Naturgesetz« solche Aussagen, die wir keineswegs von vornherein erwarten können. eben keine Selbstverständlichkeiten? Daß z. B. alle Körper gleich schnell fallen, ist mir nicht selbstverständlich. Im Gegenteil, e» ist mir erstaunlich. Das scheint mir ein echtes Naturgesetz zu s«in: eine Wahrhett, die ich durchaus nicht zwischen meinen vier Wänden durch Nachsinnen herausfinden kann, sondern nur aus der lebendigen Be- trachtung der Natur. Mathematische Wahrheiten aber kann ich mir aus dem Finger saugen, soviel ich will. Ich kann rechnerische und geometrische Lehr- sätze erfinden— oder entdecken, wenn man lieber will...— und ich kann die blendendsten Gesetze dieser Art erzählen, ohne schließ- lich etwas anderes zu sagen als A— A! Weil das menschliche Gehirn nicht genüg scharf und durchschlagend denkt, scheint etwas oft wunder- bar und kompliziert, was nichts anderes als eine getarnte Selbst- Verständlichkeit ist. Jedes Ding ist das Doppelte seiner Hälft«— Weisheit für Kinder und Narxen!~ Sg stehen die Ststurgesetze für uns in einem begrifflichen Di. lemmo: ciüPedor erscheinen st« uns als Selbstverständlichkeiten, dqnn sind sie keine Naturgesetze, yder sie erscheinen uns als Nichtjelbst- Verständlichkeiten— dann wundern wir uns unh oerlang«, daß wir sie als notwendig verstehen lernen. Da» hat Einstein als erster erkannt. Nämlich, daß wir zuletzt dahin gelangen müssen, daß all« Natur als Geomettic und Mathematik verstanden wird. Daher sein«. man möchte sagen: verzwetsellen Versuche, die Schwerkraft zu bä»- dige»! Sie ivss a!» erne geometrische Tatsache unserer Welt entlarvt werden. Damit man sich nicht über sie wündcrn muß. Aber unser« Systeme sind natürlich stets Idealisierungen. Nur Illusionen, wie die Zahlen, können etwas ganz Genaues wiedergeben. Schon die Geometrie steht w Widerspruch mit den wirklichen Dingen: Beilage des Vorwärts es gibt kein« Geraden, keine Dreiecke, und daher hoben die wirklichen Dreiecke nie die Winkelsumm« von 180 Grad. Nicht anders er- scheinen uns die Naturgesetze heute: sie sind nicht restlos genau gültig. sind nicht überall und nicht immer gleichartig, weil das gleiche nie wiederkehrt. Die Gesetze sind als statistische Regeln erkannt worden, die alt« Kausalität hat ihre Rolle ausgespielt, wie so manches andere Denkmal vergangener Anschauungen. Die erhabenen Naturgesetze erweisen sich als verdächtig, Banalitäten zu sein. Nur daß wir noch nicht genügend' weit vom primitiven natürlichen Denken entfernt sind, macht die Erhabenheit ihres Scheines aus. Aber der begründete Verdacht besteht also, daß die Naturgesetze soweit sie da» Einzel- geschehen betreffen, Tautologien(selbstverständliche Wiederholungen) wie A— A sind, im übrigen aber statistische Regeln vorstellen. ffiefuch beim Quidiborndichier Am 1. Juni sind es dreißig Jahr« her, seit der Quickhorn- dichter Klaus G r o t h als Professor in Kiel seine Augen für immer schloß und man ihn durch die Gartenpforte hinaustrug, wie er es dem wehmütigen Gedicht„Min Port" sich ausgemalt hatte. Aber es ist nicht Kiel, das die Erinnerungen an ihn und an seinen un- oerwelklichen„Ouickborn" so ausbewahrt hat, daß er uns lebendig vor Augen zu stehen scheint. Will man Klans Groth besuchen, so muß man in seine Heimat gehen, das klein« holsteinische Srädtchen Heid«, an dem man wohl sonst im D-Zug nach Westerland vorübereilt, ohne zu ahnen, daß es ein altes, schönes Dichterheim birgt. Frellich, bescheiden ist das Städtchen nüt feinen kleinen, sauberen Giebelhäusern in den stillen Straßen, und in dem allerbeschcidensten Stadtteil, der„Lüttenheid", steht das Geburtshaus Groths. Freundes- Hände haben hier all« Andenken gesammelt, die ein Bild des Quick- borndichters zu gaben vermögen, die vielen, vielen Bilder seiner Freunde und seiner Familie, die Erstdrucke und Sluegaben, die Bibliothek de» alten Groth aus Kiel und dazu die bescheidene Bücherei, aus der der Junge sich das Wissen anzueignen bemühte, das ihm die Kleinstadtschule nicht zu geben vermochte. Vor allem ober sind die Zimmer mit all dem hübschen„Urväterhausrat" auf- bewahrt wordey, wie sie zu seiner'Kinderzeit waren, als Vater und Mutter in bunten Betten im Alkoven schliefen und die kleine Schwester in einem Miniatur-Alkövchen daneben, als Vater Groth seinem Miillerhandwerk nachging, die Mutter spann oder in der Küche mit dem blanken Zinngeschirr herumhantierte, während der kleine Klaus in der Klippschule der Mamsell Meinung Geschmack am Lesen und Schreiben bekam. Nach der Seminarzeit in Tandern kehrte er noch einmal ins elterliche Haus zurück und war ein paar Jahre Mädchsnschullehrer in der Heimatstadt. Damals hat er die Enge der Kleinstadt recht bitter empfunden und Tag und Nacht über seinen Büchern gesessen, um sich einen Weg in die große Weil hinaus zu bahnen, aber söjließlich war es dach die Heimat und ihre erdhafte Kraft, die ihm dazu verhalf, ein Eigener und Großer zu werden. Ein weißhaariger Alter hütet die Heiligtümer des Dichterhauscs mil Emsigkeit und wahrer Ehrfurcht; er Host den„Quickborn" aus dem Glaskasten und liest in seinem echten plattdeutschen Dialekt „Min Iehann"� Min Annamedder", das Kinderlied„Lütt Mztten de.Has" und ander«. Und wenn man dann wieder im Zuge sitzt und durch das„Jungpparadies" Klaus Groths fährt, die holsteinisch« Geest mit ihren frischen Wäldern, hellen Bächen und heidcbewachseuen Lichtungen, so ist einem, als fei man wirklich bei dem Ouickborn- dichter mit seinen gütigen blauen Augen und dem Verständnis für olles Menschlich« zu Gaste gewesen, Sein Erbe kann nicht besser gehütet«Verden, als«» in dem schlichten Giebelhaus seiner Kindheit geschieht; und man möchte vielen dort«ine Stunde der Erquickung vom Lärm des Leben» wünschen. E. D. Mann der 3ifcJi riechen? Gewiß ein« einfach« Frag«! Und doch wird man um«ine befriedigende Antwort, die das Scherzhaft« vermeidet, verlegen sein. Schon die Schulweisheit charakterisiert Geruchs- und Geschmackssinn dadurch, daß„Riechen" die Wahryehmung gasförmiger,„Schmecken" die Wahrnehmung irgendwie flüssiger Reizstoffe ist. Stimmt diese Einteilung, dann kann bei F>Ich«n und anderen Wassertieren überhaupt nur von einem„Schmecken" die Red« sein, da ja nur flüssige Reizstoff« in Betrocht kommen.. Dieser Auffassung will aber der bekannt« Experimentalbiolooe v. Frisch nicht beipflichten, und zwar mit der Begründung, daß die im Munde, bzw. bei den Fischen auch außerhalb des Mundes entlang der Seitenlinie gelegenen„Gefchmackszellen" von einem ganz anderen Nerv versorgt«Verden als die Sinneszellen der Nasen- schleimhäute. Diese verschiedenen Nerven leiten die Sinneseindrücke auch zu verschiedenen Gehirnteilen, der Riechnerv übermittelt seine Eindrück« besonderen Teilen des Borde rhirnz, der Geschmocksncrv gibt sie an die Zentren im verlängerten Mark«oeiter. Durch Experi- ment««rweist es sich, daß auch bei Wassertieren(Fischen und Molchen) dies« versls�edenen Sinneszellen verschiedene Funktionen haben. Haifische, in großen Behältern gehalten, beginiren darin sofort zu suche»», wenn«ine Sordine oder arideres Futter eventuell durch Einschluß in einem Beutel unsichtbar gemacht, ins Wasser gebracht wird. Schneidet man ihnen aber die Riechnerven durch (wen« dies als zu grausam gilt, dem sei gesagt, daß es auch genügt. den Haifischen die Nasenlöcher einfach zu verstopfe»!), so unterbleibt das Futtersuchen. Aus der Entfermmg kann also das Tier die Nahrung mit alleiniger Hilf« der Geschmacksnervcn i»icht«vahr- nehmen. S t r i« ck ging noch weiter und dressierte seine Pfleg- ling« auf bestimmle Riechstosse. Er konnte damit«rrsichci«, daß der Fisch sosort lebhaft zu schnappen begann,«oenn ein« geringfügige Meng« des Riechstoffes in den Behälter gebracht wurde. Slehnliche Versuche rourden auch an Molchen angestellt und zeitigten entsprechende Resultate. Interessant ist aber hier, daß der Molch mit demselben Organ beim Landaufenthalt vergraben« Regenwürmer und beim Wass»raus«>»thalt irgendwelche verborgene Nahrung wahrnehmen kann. Das gleiche Organ kann also hinter- einander entweder gasförmige oder flüssige Reizstosf« wahrnehmen. Damst ist aber nachgewiesen, daß ein Geruchsorgan nicht nur allein als Empfaugsstation gasförmiger Reize charakterisiert iverden tonn. denn«pir müssen nun auch bei den Wassertieren von„Riechen" sprechen, und zwar in all jenen Fällen, wo inst Hilfe eigenartiger. von den Geschmackszellci' verschiedener Vinnes-ellen von ihnen flüssig« Reizstajfe, oft in unglaublicher Verdünnung, ermittelt werden können. Daß Fisch« und Molch« wirklich riechen können, ist also demnach doppelt und dreifach gesichert. Ewald Schild. | Xkenler, Li Jil spiele usw. y**« f jijwl-.»HL luijxar | Sonnabend, 1. 6. Slaats-Sper | Unter d. Linden A.-V. 146 19 Ufcr Rosen- kavaiier Staats-Oper Am Pl.d.Republ. R.-5. 125 19% Uhr Don Giovanni Sonnabend. 1.6. Staut. Oper Bismarcltstr. Turnus IV 19% Uhr Iis». Zenit. ISIS* RaiHien erlaubt r Oaegin Staat!. Schaosph. am liendarmanmarkt| A.-V. 129 28 Uhr Weh' dem der IQgt tStaatl.S(!hiller-Theater.C!iarltI]. 2» Ubr Gespenster ■ 8 Vfar B 9. Barbtrom 92M [ Ab h«ntei| Das sensationelle Juni-Programm I Zibra! Bin borühmtar nauartlgar Musical- CxcantrlH Die»altbahannta O'Hanlon& ZambunlTruppe sowie weit. Attraktionen. Sonnabend und S e n a tagr Je 2 Vorntellnniqren 3» u. 8 Ohr 3»•rmfißloU Pr«!»«. Heilte I Premlere des Juni-Programms Bob Fisher Neger- Imitator Im Stllo AI Jelsons Bon lohn Jazz-Girls Dirigentin: Florencs Myerj Nyron, Pearl& Co. lÄntonet&Beliy Seattle! Die berDhmton Der Clowns Taschendieb| I and weitere yarietd-Neuheitenl •*• } H«u8«b a. Sonndaä I Je 9 Verstellungen 3" und 8 Uhr. V kleine Preise. Von 1 Mark an bequema gepolsterte Sessel mit bester Sicht. An» V-eetrlmer AI»«. IBM-« TSgüch 5, B'5 Sonntag 2,9 8>! INTERNAT. VARIETE jlbhSDtendstimPragraninl |-Vorverka«( Mets für die laufend« Woche ink'. Sonntag w tASDiß TÜEArKii»' v-' Letkrlagar atrsie 97. „raOMesr er«»es» tse-utf« und«in trsiklaralger baater Teil. Ptr amerr Lmer Sa(sehe in fSr 1—4 Perannen Pauteoll mrr 1.1»«t, Sessel 1.53 M. Scnsttg« Preise: Pnrketi u. Ran» 9A9 M. Kleines Ttei Täglich 9h Uhr KaSooertroiken? «idi dem Aeetkninie von Frank Oreen. Musikalische Plust. Fr. Holländer. Begie: Fr.flledCian«- FreOsrldL Lnstspleihans TBgl. F'i Uhr ßrm ans eine Kirenenmaus Skldeisky, Flink. Berisch u. a. Rundfunkhörer feVfH Pretao. VOlKSDIÜUie f Heiter inBaiewjlati 8 Uhr Dooanmont Tüalia-Theater 8% Uhr Pfarrhaus- komodie ItaatUdiiller-Th. 8 Uhr Gespenster äiooisooer an Plan der Beuabllk T% Uhr Don Giovanni Oeüiidisi moaier D.I. Norden 12318 8Us Ende geg. 10v« oie Gefangene Schauspiel von Edouard Bourdet. Regie: Max Reinhardt Die Komödie 11 Bismck.2414/7316 PX Ende geg. I0%U- ßtr Maas, der seir.en daieti änderte 3 Akte von Edgar Waiact Regie: HelntHilpert TheatVif am Sdilffbauerdamm. Norden 1141 n. 281 Täglich 8 Uhr Dreigrosdten- Oper *c»n. Vaimi, Tbliolj. ivevsftv. __ Leiden. Sieek»i_ fheaier»ra Bollendorfptad Täglich 8V« Uhr oie mannerder ntanon Operette in 3 Akten v. Weiter W. Doelre K&mmerspfeie D.I. Norden 12 310 8%U. Ende nach 10 Aufgang mirfor Kerrsciianen Kleine Komödie von Siegfried Oeyer PfoBefarlnan — am Zoo— Ar Ju.Miadtale ifrrtt B.& Barbarossa KI78 IF/i Uhr Sterabnaer de» Sommers 18', Uhr Der OlutbSh der Dosne 2I>>', ü.*•» Pel«u Pet am Stsrnenhlmmel TägtauBer Montags u. Mittw. Erwachs. Mk,. Kinder SO Pf. Mithv.: Erwachsene SO Pf., Kinder« Pf. lEr WMJ DirektHeln« Herald Charlottenstraße 90 A. 7. Dönhoff 170 »Vs, Ende 10V« Uhr. Täglich Diü fDDi Franlifiiitar von Carl Rössler Regte: Eoceu«oben. Trianon-rti. Täglich m Uhr Sonntag 8% u. 8% Hoiisplei der leite:» scer BaoernbOmis Die 8 Dortnemgen Ein toller Schwank Preise: 2,3, 4,3 Mk. usw. RondfunkhSrtr bolbe Preise. TfetropoPriT Heute 7% Uhr Fostsoloi- rpemiore Blanbarf Oper. v. Offenbach RtihB Dorsch Leo Slezak Tßeat. fl.v/esiens TSglich 8% Uhr Sonntag 3% u. 8''« Fnai Leftare»eller fOlfll Friederike Ctrol« Toells Kinns Vllhe�m Lessing-Tlieater' Täglich SV« Uhr „Die Frau des Andern" mitPauWrau/OloaBaclanova Regie: Maurltz Stiller* Pornmount Pllm dar Parufamet QLfK Wochentags: 715 9" SonnugtS"?'5»" um- PALAST AM ZOO Vorvark. M-t Im Ufapnlaal(B. S. Bard.eni) u.Wartheim �k$ri WM 'r;: :.*v '/H'M ■•-.». ■.V —'/ DM MM "1 -M§ '.-ÄK? ■'''&'*■*; !ffii KWi s M -• ■.fc.. ■.m %m ZW HM! MrW .".V£ ... M M ÄgM Wr« ■•yilQSt.f'. MOZ MW V"*'■".Vf1 K-gm, 4 MM ■ l»nvr»s ÄMÄb MM WM ",, jji. -.V'-V-ÄHN .-'•. tf.Ti, tzWD WM St- v-"' MZS ■-.>>.'; Damen-Strümpfe oder Mako.................. Paar PL Künstliche Seide fehlerfreie Ware.... Pier � �95 245 Reine Seide Harke z..b.o. moderne Btrassenlarben............................... .MM)- WGv- -<>-V«lV-... AM W?? BW V�Lschseide tkaaatuck« aciac» feinmascUg, In vielen Modefarben..................... Paar Bemberg(künstliche seid«) oder Kunstseide mit Flor verstärkt......................Paar Unser Spezial-Seidenflorstrumpf lst � und fTCrlV 1'Er Ausfahrung welter verbessert worden........ Preis pro Paar i; ■Vw-'r-,-. ■■■> r c,X- HW«.?-. U. v »! MK WWF HM.! DM MUT! � Msz ..V. '>kz3ii- Herren- Socken Baumwolle KA glatt oder gemustert.......... Paar käwPL Jacquardsocken moderne Master............... Paar m mwPL Seidenflor QS gemustert..................... Paar sär kcwPl Fantasiesocken 145495 in guter Aasführung...... Paar I Sportshiizen 195 für Herren......................... Paar I UNSERE klNDEßWOCHE' BEGINNT M0NTAG/3.JUNI Meute foNNÄBEND, VbßVEßkAUF u--.�-rVAA-xW r&VXrr MA :;F«i�-VST Mj-M MK. .MM y?•; iy.-.- leipziger StrM Alexanderpialz, Frankfurter fiilse, Oelle-fllliarice-Str, Srunnenslr., RottLuser Oamm, Wifmersdorter Strn ßndreae str. Sammky- Sühnen Theater in det K8nii|gtit>«r Straße Täglich SV« Uhr Riva I en Komödienhaus Täglich Wu Uhr CöarleysTanie mit Curt Bols. Thaila-lheaier Dresdenor Str. T2-T3. 8% Uhr PMosWiiie ienalssänce-Theater I RaTdeflüBi�str 8. 71.: S'fTüjl. 901 u. 2583/84 *Vi Uhr TBoIld!«Va Uhr jPle heilige Flamme Regie: Gustav Härtung. H:ute Sennabend FILM-FEST ab S L'hr: Toller Betrieb 5-7 T7.t Autogramm. Stunde. Foto- Wettbewerb 500 Mb. in bar. „Film-Epfsoden mit dem Publikum" Regie: MAX KACB. Fest. Feuerwerk. ui. trooktuner Straße 132 Tel.. Alex. 3437 Reedepef«.Tsk K i e c H FaldcensielBstr. 49~if;f-g«'-�e�«%?.T»i Meritrpi 8197 Extra killlgc ErC&UBfsfaiirlca iSgllch•>/, Uhr früh Nur ah Ciiaiieheuhard, Tegeler Weg (nahe Landgericht 01,»nschen Staatbahnhol Juiigfernheide osd dsr SchlaBbrQeke) nach einem der«cbBnHin» nd Idylltschsien Orte der Mark, dam Forsfhas» Templln am Templiner See Hin und zarBdc M. 1,50— Sonniagl M. 2,50 Kinder die Hallte and wodrenläglldi V. Uhr früh Ferch am Schwielowsee Hin trad«arfick M. 2,00— Freitag o. Sonnabend M. 1,50 Kinder die Hdfie Rose-Iitatsi Täglich 8.15 Uhr: Spiel ImSchfoss. aartenbOhne: Täglich 3,30(Sonntag 5 Uhr) i Konzert und BunterTel!. Täglich 8,15 Uhr Ein Walxerdraun» | Gr, Operette in 3 Akten V. Mcor Slraas. B> Rai chshallen-Theater Anaiin855, am 30. Mai ge» Norden ist. Sie(Einafcßerunq findel am Mon- laq. dem 3. Juni. 13 Uhr. im Rrctua- larium Vnumschulenweg, Rieshoiz. straße. stall. Rege Leleligung wird erwarlef. klaebpuk. Am Il.Mat starb an Nervenschwache unser Kollege, der Mechaniker Erich Schermer geb. 29. Januar 1903. Sie Beerdigung hat bereit» stall- gesunden. Ehre ihrem«ndenten Sie Octsaecrocllung. I pwüÄZ iiiin (lalt(gngs-.Ra!iß(l- a.Reklameiuarkec ?eqen Nachahmung gesetzl. gcsch. ertigt seit 45 Jahi• i als Spezialität. Conrad Zf aller Leipxic beukeudiu Bekannlmactiung! Die in der Zeit vom I. Juli bisJO.Sep ember 192� versetzten Pfänder sind versteigert worden. Ueberschüsse sind bis zum 31. Alal 1930 abzuheben- Staatlldies Leihamt. Danksagung. �üt die herzliche Teilnahme beim Heimgang meine» iiebeu Manne» tage Ich allen Berwandten(omie den Rollegen, Genosten und Ge» nollinnen der 8 AdieUung. ferner den Herren Ziednern für ihre irostreichen Worte meinen herzlichsten Sani. Wro«. Shtistlane Stoffe fttnbec und ffnfel. Deirtsdie Lederwarenfabr Zentrale Alt-Moabit 130 Kottdus er Damm 75 Greif twaider Str. v Andreas« ra6a 40 Se bj.. Heitsrt.'tf',« InvalidcntiraB» 7 Charl.. B.amsrckatr. 71 Chauasaastr.U-92 Spind., Bahnhol«lr.4 Unaere Warenhani-ErOffnnng Roscnthaicr Straße 38 demnächst Olsen. Künstlar-Tn. 8"« Uhr Prosit Qipsv Operctie v.Qilbert Agnes Esierhazy Fritz Scholz Rundfunkhörer ralhc Preise iliesi. am Kölln.. or Kottb.Str.6 Tägl, 8 Uhr Eiüe- canger Das neue Mal- Prour. Omialie'a. HBdwti'-ibnw 1 Ihre Blumen, warum pflegen Sie nicht aucli Ihre Füße?„Lebewohl4"1 hilft Ihnen dabei. •) Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Aenfee mpfohiene Hühneraugen. Lebewohl und Lebewohl. «ailensch. Iben, Blechdose(8 Pflaster 75 Pfg., Lebewohl. PiiBbad cegen emplindliche büße und Fußschweiß, Schachtel(2 Bäder) 50 pfy., eihälllich in Apotheken und Drogerie«. Wenn Sie keine Entiäuschungen erleben wollen, verlange« Sie ausdrücklich das echte Lebewohl In Blechdosen u«g weisen andere, angeblich„ebenso gute" Mittel lurück.