Morgenausgabe Nr. 259 A 131 46. Jahrgang «Sch-aM» 85 nuasUI« SÄ) R. tmrnrau« jaöffior, Postdezuz<8ZM. ewschlleßllch 50Psz.D M a r t und für die Zeit vom 11. September bis 14. Februar der-höhere Zollsatz von 2 Mark je Doppelzentner gelten soll. Noch unbescheidener ist der zweite Antrag. Ein Doppelzentner Butter soll nach dem Dorschlag der landwirtschaftlichen Organisationen und Parteien durch Reichsgesetz in Zukunft mit 80 Mark bei der Einfuhr verzollt werden, so daß jedes Pfund Auslandsbutter einen Zoll von 40 Pf. tragen würde. Die Anträge sind unsinnig und, was die Butter anbelangt, reine Demonstrationsanträge. Mit Zöllen kann man niedrigen Kartosfelpreifen und den Schwankungen der Kartoffel- preise nicht beikommen. Die inländischen Kartoffelpreise find aus- schließlich von der Größe der Kartoffelernte und vom Wetter ab- hängig. Und soweit man diese Faktoren ausschallen könnt«, wäre es im wesentlichen nur durch Kartoffellrocknung für Fullerzwecke mög- lich. Der heute geltende Zollsatz für Butter ist durch den f i n n- ländischen Handelsvertrag gebunden. Er beträgt 27,50 M- und kann vom Reichstag nicht ohne weiteres verändert werden. Es ist selbstverständlich, daß auch diesen Demonstration?- antragen die Mehrheit des Reichstages nur ablehnend gegenüber- stehen kann. Curtius(Deutsche Volkspartei). Sine Frattionsrede de« Zieichswirischastsminifier«. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius hiell gestern im Reichstag eine Rede, in der er sich scharf mit der deutsch- nationalen Opposition, dann aber auch mit dem sozialdemo- kratischen Koalitionspartner auseinandersetzte. Soweit sich diese Auseinandersetzung' auf die grundsätzliche Stellung zur kapitalistischen Wirtschaftsordnung bezog, ist kaum etwas zu ihr zu bemerken. Jedermann weiß, daß ein Volksparteiler kein Sozialist ist, und daß die letzjen Fragen der Wirtschaftsordnung von einer Koalition nicht gelöst werden können. Weit bedenklicher ist es, daß der Minister zu brennenden Tages- Problemen in einer Weise Stellung nahm, von der man nur sagen kann, daß der Parteimann mit dem Minister durch- gegangen ist. Das gilt besonders von seinen Ausführungen über die Arbeitslosenversicherung. Grundsätzlich hat auch Dr. Curtius die Arbeitslofenver- ficherung als einen großen sozialen und wirtschaftlichen Fort- schritt anerkannt. Er hat aber gleichzeitig erklärt, daß dabei Gesetzgebung, Verwaltung und Finanzen überspannt worden und schwere Schäden der Arbeitsmoral eingetreten find. Aus dieser Feststellung folgerte er, daß eine „grundlegende Re f o r m" der Arbeitslosenversicherung durchgeführt werden müsse und der Kreis der Persiche- rungspflichtigen nicht unangetastet bleiben könne. Roch weniger aber könne man diese Reform mit Beitrags- erhöhungen beginnen. Es ist durchaus ungewöhnlich, daß ein Minister in einer Frage, die im Kabinett noch nicht entschieden ist, im Reichs- tag seine Parteistellung vertritt und der Kabinettsentscheidung damit vorgreift. Das Kabinett hat Durch fein Sofortprogramm lediglich die Beseitigung einiger Mißstände angeregt. Die Frage der Saisonarbeiter und des übrigen Kreises der Ber- sicherungspflichtigen ist bisher ebenso wenig entschieden wie die Frage der-Beitragserhöhung. Die Regierungsparteien wollen erst heute mit einer interfraktionellen Erörterung dieser Probleme beginnen. Die Sozialdemokratie wird dabei keinen Zweifel daran lassen, daß sie nicht bereit ist, den Ab- bau der Erwerbslosenversicherung mitzumachen oder zu dulden. Das hat die sozialdemokratische Fraktion bereits vor Wochen in einer Erklärung festgelegt. Der Magdeburger Parteitag hat diese Haltung in der deutlichsten Weise unter- strichen und daran wird festgehalten werden. Wenn daher die bürgerlichen Parteien die von der Sozial- demokratie und den Gewerkschaften zugestandene befristete Beitragserhöhung bekämpfen und danzit verhindern, daß die Erwerbslosenoersicherung rechtzeitig die Mittel ansammelt, die zur Aufrechterhaltung ihrer Leistungen erforderlich sind, so wird ihnen nur zweierlei übrig bleiben: ent- weder die nach Beseitigung der Mißstände zur Aufrechterhal- tung der Leistungen der Erwerbslosenversicherung notwendi- gen Ausgaben, soweit sie nicht durch die laufenden Beiträge gedeckt werden können, aus allgemeinen Reichs- Mitteln zu bezahlen, oder im schärfsten Kampf gegen die Sozialdemokratie einen Abbau der Leistungen zu erzwingen. Die Rede des Reichswirtschaftsministers hat in der sozial- demokratischen Fraktion starkes Befremden hervorgerufen, und ihr Vorsitzender, Genosse Dr. B r e i t s ch e i d, hat Herrn Dr. Curtius sofort von dieser Wirkung unterrichtet. Vom kommunistischen Karussell Teddy Thälmann wieder obenauf.— Es wird abgesägt. Der kommunsstische Parteitag wird nunmehr endgültig vom 9. bis 14. Juni in Berlin stattfinden. Ueber die per- sonellen Auswirkungen der Mainiederlage erzählt der links- kommunistische„Volkswille": „Es steht fest, daß dem guten Teddy einmal wieder seine gute Fratticmsnase geholfen hat. Er hat erneut den Segen Stalins von seiner Rechtfertigungsreis« nach Moskau mitgebracht. Es stand schlecht u-m den guten Mann. Di« Neumann, Heckert, Pfeifer, Florin, Remmele usw., die schon so viele verraten haben, hatten schon die Säg« angesetzt, um die Teddy-Eich« zu fällen. Man hatte einige Bezirksparteitage zu diesem edlen Zweck« ausgenutzt. Heckert hatte sich dabei reichlich weit vorgewagt und Pfeifer erzähtle seine bekannten Geschichten. Zehi aber ist Teddy neugestärkl ins Karl- Liebknecht-haus zurückgekehrt und hat wieder einmal die Aermel aufgekrempelt, um auszuräumen. 35 Kündigungen allein im Karl-Liebknecht- H a u s sind die erst« Folge gewesen. Aber das ist nur der A n f a n g. Auf dem Parteitag geht das Aufräumen erst recht los. Thälmann hat Vollmacht, sich«in Pol.-Bureau aus seinen Getreuen zusammenzusetzen. Di« nachfolgenden Mit- teilungen sind mit allem Vorbehall wiedergegeben, denn man kann nicht wissen, ob nicht bis zum Parteitag oder während desselben noch wieder ein anderer Wind wehen kann. Wir sind vorsichtig, denn bei Gott und den Komintern ist kein Ding unmöglich. Teddy hat also bis heut« noch den Auftrag, ein Pol.-Bureau einzusetzen— pardon, wählen zu lassen—, das sich aus einem ganz engen Kreis zusammensetzen soll. Heinz Neumann und Heckert werden ihm nicht. mehr angehören. Rem- mele ist noch als Konzsssionsfchulze wi«der hineingekommen. Merker wird an Stelle von Heckert die Gewertschafts» arbeit leiten, Ulbricht, Dahlem werden dabei fein dürfen, und schließlich wird bei dieser Neuumstellung Wilhelm Pieck einmal wieder erben. Er war von den Neumann-Peifer usw. schon so gut wie kaltgestellt, da rettet ihn zu guter Letzt noch das Mai- wunder. Wenn dieser neue Thälmann-Sieg nicht gewesen wäre, dann hätte dem guten Pieck nicht einmal der Nervenzusammenbruch geHolsen, der damals den Beschluß seiner Ersetzung durch em Kalle- gium von fünf Mann verhinderte. Aber dem Verdienst« wird seine Krone: Wilhelm Pieck ist wieder ganz oben. Zum Schluß hat es noch ein ganz neuer Mann geschafft: Walter S t o« ck e r ist auch wieder da. Er spricht Engirsch und. kommt deshalb als Berater Teddys in Auskmdssragen ms Pol.-Bureau. An semer Stelle wird Wilh. Koenen die Leitung der Reichstagsstaktion übernehmen. Wer von jetzt ab die Thesen schreiben darf, steht noch nicht fest. Jedenfalls darf es Neumann nicht mehr. Kein Wunder, daß deshalb die in der Peuvag-Druckerei schon fertig gesetzten Thesen für den Parteitag zurückgezogen und durch neue ersetzt wurden. Bei der Gelegenheit sei auch vermerkt, daß in den neuen Thesen die G« w e r k[ cha f ts Ii ni e wieder einmal verbogen wurde. Di« wievielte gilt nun?" Danach wird also Heinz Neumann als Sünden- bock für die Mainiederlage in die Wüste geschickt uyd unter Thälmann? Leitung ein Zentralkomitee der unbeschränkten Willfährigkeit gebildet. Bis zur nächsten Drehung des Karussells._ Oer„Ausschuß". Namensmißbrauch eines bekannten Dichters. Ein nebelhafter„Ausschuß zur öffentlichen Untersuchung der Maivorgänge" ladet zu einer Kundgebung ein, in der er öffentlich Zeugen vernehmen will. Als Mitglied dieses Ausschusses wird auch Dr. Alfred Döblin, der bekannte Dichter, genannt. Dr. Döblin teilt uns nun brieflich mit, daß«r zwar die ab- jettive, amtliche und parlamentarisch« Untersuchung für notwendig halte, dem besagten Ausschuß jedoch nicht angehöre! Sein Name ist also zu R« t la m« z w e cke n mißbraucht worden. Uebrig bleibt eine rein kommunistische Propaganda Vorstellung. Das fall vorher festgestellt werden. Oie Pazifistenspaltung. Zwei Gruppen der FriedenSgeseNfchast in Berlin. Am Dienstag ist unter Führung des gegenwärtigen Präsidiums der Friedensgesellschaft in Berlin eine neue Orts- g r u p p e dieser Organisation gegründet worden. Dem vorläufigen Atbeitsausschuß gehören Oberst Lange und der frühere General- sekretär der Liga für Menschenrechte Berger an. Man will mit der weiteren Besetzung des Vorstandes vorläufig warten, weil der Arbeitsausschuß mit dem Vorstand der aufgelösten Gruppe oer- handeln soll. Es fft nach unseren Informationen jedoch nicht damit zu rechnen, daß der Borstand der bisherigen Gruppe irgendwelchc Konzessionen macht. Wahrscheinlich wird demnächst m Berlin«in« zweite Gruppe der Friedensgesellschaft unter einem anderen Namen entstehen. Keine Entschädigung für Phosgen. Klage gegen den Hamburger Staat abgewiesen. Hamburg, 5. Juni.(Eigenbericht.) � Die sechste Hamburger Zivjlkammer wies die Klage des Fabrikbesitzers Stolzenberg gegen den Hamburger Staat auf Entschädigung für dreihundert versenkte Phosgen enthaltene Stahlflaschen kostenpflichtig ab. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, die Lagerung des Phosgens habe, wie die seinerzeilige Katastrophe gezeigt habe, die Oefsentlichkeit in hohem Maße gefährdet. Um die der Allgemeinheit weiter drohende Gefahr abzuwenden, habe das Gas vernichtet werden müssen. Daher habe der Kläger sämtliche Kosten zu tragen, die durch die Beseitigung des Phosgen enfftan- den seien. Wie wilde Tiere! Ein Gerichtsurteil über Nationalsozialisten. Köln, 5. Juni. Bor dem Schöffengericht hatten sich sieben Nationalsozialisten wegen Landfriedensbruches zu verantworten. Sie hatten anläßlich des Gautages des niederrheinischen Reichsbanners am 18. März einen Ueberfall auf R e i ch s b a n n« rl eu t e verübt und dabei ein beispiellos rohes Verhalten an den Tag gelegt. So hatten sie u. a. ein junges Mädchen, das ahnungslos mit seinem Bräutigam spazieren ging, niedergeschlagen und einen 60jährigen Reichsbanner- mann, Vater von sechs Kindern, durch Fußtritte so mißhandelt, daß er in schwerverletztem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Das Gericht verurteilte die drei Angeklagten H i 1 g e r s. Kellermann und Bök« zu einer Gefängnisstrafe von achtzehn Monaten und zur Zahlung einer Buße von 100 bis 700 Mark an die Verletzten. In dem Urteil wurde zum Auedruck gebracht, daß bei der Strafzumessung strafoerschärfend in Betracht gezogen werden müsse, daß die Angeklagten in ihrem Parteihaß„in geradezu tierischer Roheit über unschuldige ahnungslose Leute hergefallen seien, wie wild« Tiere, dienachOpfern gesucht hätten." Oeutfchnaiionale proiesiakiion. Graf Westarp:«.Haben alle Herren der Fraktion Filzpantoffel und Samt- Handschuhe an?- Dann herein in den Sitzungssaal und Lärm geschlagen!� Der Papst gegen Mussolini. Oer Ouce ist ihm zu wenig Nerikal. Oie KPO. und die„Welt am Abend". Münzenberg vor dem Arbeitsgericht. Coro, ein junger Intellektueller, ist zwar nicht Mitglied der Kommunistischen Partei, er hat aber als Redakteur der„Welt am Abend' die kommunistische Politik dieses Blattes 2� Jahr« mitgemacht. Als nach dem Verbot der„Roten Fahne" anfangs Mai der Ton der„Welt am Abend' auf Verlangen der Zentral« der Kommunistischen Partei verschärft werden sollte, trat er aus der Redaktion aus, weil er, nach seiner Angabe, aus Gewissens» bedenken die verbrecherische Politik der Kommunistischen Partei nicht mitmachen wollte. Beim Arbeitsgericht klagte' er gegen den Äosmosverlag(Münzenberg) auf Zahlung dss Gehalts für die Kündigungszeit. Er hält sich zur fristlosen Aufgabe des Arbeitsver- hältnisses berechtigt, weil sich die Haltung des Blattes auf V e r- langen der KPD.-Zentrale vom 4. Mai ab geändert habe. Daß diese Behauptung zutrifft, sollte Coro im zweiten Termin vor dem Arbeitsgericht beweisen, wo ihm Münzenberg in eigener Person als Vertreter des Verlages gegenüberstand. Das Gericht prüfte den Inhalt der kurz vor und noch dem l. Mai erschienenen Nummern der„Welt am Abend", konnte ober eine wesentliche Aenderung in Ton und Haltung des Blattes nicht feststellen. Was den Eingriff der Parteizentrale in die Redaktion betrifft, so stritt der leitende Redakteur Dr. Fried- l ä n d c r ab, daß ein derartiger Versuch gemacht worden sei. Nach der Zeugenaussage des Redakteurs R a b o l d haben drei Mitglieder der Zentrale: Münzenberg, Dengel(Chefredakteur der „Roten Fahne') und Dahlem einen st a r k e n Druck auf die Re- daktion ausgeübt. Wie Rabold angab, hat eine Redaktionskonferenz am 3. Mai beschlossen, den Ton der„Welt am Abend" zu ändern, damit sich das Blatt nicht der Gefahr eines Verbots aussetze. Jeder Versuch der Beeinflussung von außen durch Münzenberg oder andere Stellen sollte zurückgewiesen werden. Danach erschienen am 4. Mai die drei Mitglieder der Zentrale, verlangten, daß an der bereits fertigen Nummer des Blattes die Ueberschristen wirkungsvoller ge- macht werden und daß von der nächsten Nummer ob ein schärferer Ton angeschlagen werden müsse. Es sollten auch Artikel von der Zentrale und von führenden Parteimitgliedern aufgenommen werden. Dr. Friedländer, der sich diesem Verlangen widersetzte und eine scharfe Auseinandersetzung mit den Mitgliedern der Zentrale hatte, wurde mit Entlassung bedroht,„weil er zu schlapp sei'.— Wegen dieser Vorgänge wollte auch Rabold aus der Redaktion austreten, er hat sich aber bewegen lassen, zu bleiben. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme kam das Gericht zu der Ansicht, daß eine Aenderung in der Haltung des Blattes nicht eingetreten sei, daß aber Eingriffe der Parteizentrale in die Tätig- leit der Redaktion zu befürchten gewesen seien. Ob das den Kläger zur fristlosen Ausgabe seiner Stellung berechtige, sei zweifelhaft. Deshalb riet das Gericht zu einem Vergleich, der denn auch dahin abgeschlossen wurde, daß Ccrro mit 1600 M. abgefunden wird. Zukunft der Getreidewirischast. Oer(Sachverständigenausschuß an der Arbeit. Das Reichskabinett hat anfangs dieses Monats«inen bejon- deren Sachoer st ändigenousschuß bestellt, der dem Reichskabinett über die Behandlung des Brotgetreides bei der Aus- aestgltung. der deutschen Zoll- und Agrarpolitik Vorschläge machen soll. Der.SachoerstäNdigenausschuß ist bereits zu einer ersten Sitzung zusammengetreten. Er tagt unter dem Vorsitz des Präsidenten Brandes vom Deutschen Landwirtschastsrat. Dem Ausschuß gehören an: Dr. Hermes und der frühere Reichsernäh- rungsminister Schiele, Dr. Fehr von der Deutschen Bauernschaft, Senator Eoerling-Hamburg, sowie die Mitglieder des Reichstages Toni Send er, Schmidt-Köpenick, Graf zu Stolberg- Wernigerode. Schlack und Oskar Meyer. Berichterstotter mit bs- ratender Stimme ist Dr. Baad«. lfm die Volksschuttasten. (Städtetag und Lastenausgleich. Vom Städtetag wird mitgeteilt: Im Zusammenhang mit der Reichsfinanzreform des Jahres 1920 hat Preußen'die Verpflichtung übernommen, für einen Lastenausgleich auf dem Gebiete des Volk». fchulwesens zu sorgen. Nach nunmehr neun Iahren steht fest, daß die Gemeinden bei dieser Neuverteilung finanziell sehr schlecht ab- schneiden. Der Landtag wollte bei der Beratung des Staatshaus- Halts einen großen Fonds zum Ausgleich dieser Schäden bereitstellen, die kategorische Erklärung des Finanzministsrs, der Staat sei dazu nicht imstande, verhinderte eine solche, an sich zunächst notwendige Zwischenläsung. Die Staatsregierung schlägt nun vor, die Gemeinden selbst für die am schlechtesten stehenden Gemeinden zahlen zu lassen und hat dem Landtag den Entwurf einer Aenderung des Dolksschullehrer- Besoldungsgesetzes zugehen lassen. Mit Rückwirkung vom 1. April 1929 ab soll das Beschulungsgeld, das der Staat den Gemenr- den zahlte, erheblich gekürzt, dafür sollen die„Ergänzungszuschüsse' entsprechend verstärkt werden. Die Städte empfinden den Gesetzentwurf als einen ungerech- ten und willkürlichen Eingriff und haben durch den Städtetag den Preußischen Landtag gebeten, dem Entwurf die Zu- ftimmung zu versagen._ Lndustrie-Gpionage in Saarbrücken. Geheime Zeichnungen und Pläne verlaust. Saarbrücken, 4. Juni.(Eigenbericht.) Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung einer großen Epio- nageaffäre beschäftigt, durch die ein bekanntes Saarbrücker Werk ge- schädigt worden ist. Das Werk fabriziert hauptsächlich Kühlschränke und Kühlanlagen nach einem neuen Verfahren. Das Fabritations- qshsimnis wurde von Fmem Angestellten an«ine Konkurrenz. firma in Straßburg verraten. Eine Untersuchung in Straß- bürg hat mehrere dorthin oerkaufte Originalzeichnungen u n d K o p i e n wichtiger Pläne zutage gefördert. Der verräterische Angestellte der Saarbrücker Fabrik, ein aus F r a n k r e i ch stammen- der Ingenieur, ist ebenso wie sein Straßburger Helfer verhastet worden. Nach Dresden. Chemnitz. Stuttgart und Oslo sind ebenfalls Pläne verkauft worden. m...«, ,,.. Die Kriminalpolizei hat inzwischen Vertreter nach Oslo entsandt, die dort weitere Feststellungen treffen sollen. In C h- m n i tz wurde bereits eine Verhaftung vorgenommen. In Belgrad wird jetzt der Pro.zeß gegen den serbischen Abg. Punischa Ratsch'tsch und zwei s-in-r Kollegen wegen der mdr- derischen Schießerei in der Skupschtinq geführt. Der Verteidiger PawlowirsÄ ersuchte den Vorsitzenden um die Erlaubnis, ein« Lob- rede auf den erschossenen Abg. Bassa r.tschek halten zu dürfen, dessen Witwe der Verhandlung beiwohnt«. Di« Erlaubnis purde erteilt, und die Versammlung hörte die Rede stehend an. Rom. S. Juni. .�sjervatore Romano' verössentlicht einen langen Brief des Papstes an den Kardinalstaatssekretär Gosparri. Der Papst schreibt über die beiden Reden Mussolinis in der Kammer und im Senat sowie die anschließende Erörterung, daß es seine Pflicht sei, zu reden. Zunächst spricht der Papst sein Bedauern über die harten Ausdrücke Mussolinisaus. Es sei für ihn ein« bittere Enttäuschung, über da» Wesen des Chrlsteotum» und dessen göttlichen Ursprung Aus- sassongen hören zn müssen, die häretisch(ketzerisch) und noch mehr al» häretisch seien. Diese Auffassungen seien in der.zweiten Rede Mussolinis nicht vollkommen zurückgenommen worden. Der Papst wendet sich so- dann gegen dies« Anschauung, die er auf p r o t e st a n t i s ch e und modernistische Ansichten zurückführt. Der Papst bemängelt in den Reden Mussolinis den Hinweis auf die geringen wissenschaftlichen Arbeitsergebnisse der italienischen Geistlichkeit und erklärte, daß die Aufzählung und Schilderung der Kämpfe gegen die weltliche Herrschaft der Papste nicht gerade Oer Spion Kaloui. Neue Mitteilungen. Prag, 8. Juni.(Eigenbericht.) Di« Spionageafsäre des im Bureau des Generalstabs beschäftigten Kapitäns F a l o u t hat der Verteidigungsminister im Parlament abzuschwächen versucht.„N a r o d n i L.i st y" berichtet in sensationeller Aufmachung, daß Falout inzwischen angegeben habe, wie er zu den Geheimdokumenten gekommen sei und warum er sie zum Photographieren über die deutsche Grenze geschafft habe. Angeblich hat er die Dokumente von einem höheren Offizier der tschechoslowakischen Armee erhalten, der direkt Zutritt zu diesen Dokumenten hatte. Den Namen des Mitschuldigen soll Falout jedoch noch nicht preisgegeben haben. Ein« ander« Mel- dung besagt, daß einem Prager Advokaten nach telephonischer An- kimdigung aus Dresden am Sonntag früh von einem unbekannten Fremden, der im Auto aus Deutschland gekommen und dann nach Venedig weitergefahren sein soll, für den Fall, daß er die Verteidigung Falouts übernehm«, 60 000 M. angeboten worden find. Der Advokat habe jedoch abgelehnt, worauf der Fremde schleunigst im Auto davongefahren sein soll. Falout war Berufsunterosfizier der altöstereichi» schen Arme« und hat es im neuen Tschechenheer.zum Hauptmann höheren Grades gebracht. Die Meldung von einer Angabe Falouts über den„höheren Offizier' wird kategorisch dementiert. Hetze in Gisleben. inbequemer Oberbürgermeister. Eisleben. S. Juni.(Eigenbericht.) In der Stadtverordnetenversammlung in Eisleben regiert ein« rechtsbürgerlich« Mehrheit, die ihr Uebergewicht von einer Stimme rücksichtslos ausnutzt. Gegen den Oberbürgermeister C l a u ß, der der Sozialdemokratischen Partei angehört, betreibt dies« Mehrheit seit 1924 das Abbauversahren. Das Abbauoerlongen ist sachlich nicht zu begründen, sondern stellt eine rein politische Maß- nähme dar. Da es nicht zweijelhaft ist, daß die rechtsbürgerliche Mehrheit die Neuwahlen nicht überleben wird, bemüht sie sich krampfhaft, noch vor Toresschluß zu einem Resultat zu kommen. Jüngst berichtet« die Rechtspresse in allen Teilen des Reiches über«inen.Vorfall in Eisleben, der angeblich den Oberbürgermeister unmöglich gemacht haben sollte. Eine Biertischunterhaltung wurde zum Gegenstand einer großen politischen Aktion gemacht. Clauß hat sich während seiner siebenjährigen Amtstätigkeit in Eisleben das Vertrauen und die Achtung aller republikanischen Kreis« der Stadt erworben. Er hat dos Verdienst, die Ab- hängigkeit Eislebens von der Mansfeld-A.-G., Uraufführung im Gchilleriheaier Wellenkomp:»Oer Frisör von Noßlagen." Groteske Kleinstadtidylle. Das absonderliche Schicksal eines versoffenen Frisörs und seines neugegründeten Damensalons. Von Jürgen Fehling als fideler Bierulk aufgezogen. Am Schluß schrille Pfiffe und ostentativer Beifall. Dgr. rücksichtsvoll gewesen sei. Besonders ober erklärt es der Papst als eine falsche Auffassung, daß der Staat in Italien die Souveränität über die katholische Kirche habe. Mit großer Energie bewnt Pius Xl., daß der Papst allein über die Kirche souverän sei und allein die großen Entschlüsse zu fassen habe. Der Papst bedauert die wiederholten Ausdrücke, daß der Staat sich eine Ko n t r o l l« vorbehalten habe, gleichsam als ob die Kirche bestrebt sei, den Staat zu schädigen. Mit großer Eni- schiedenheit erklärt er sich gegen die gewährte Er-. örterungsfreiheit. Der Papst nimmt weiter gegen die gewährte Ge- wijsensfreiheit Stellung und vertritt die Meinung, in einem kacholifchen Staat müsse sich die Gewissensfreiheit nach den Grundsätzen der kacholifchen Kirche richten. Das Recht der Kirche bei der Erziehung wird besonders betont und gesagt, daß die Erziehung der Kirch« nicht auf den Religionsunterricht beschränkt und nicht vom Staat gehindert werden dürfe. für welche die Stadt vor dem Kriege nur ein Teil ihres Unter- nehmens gewesen ist, ausgeschaltet zuhaben. Er hat außer- dem allen Versuchen der rechtsradikalen Parteien und der reaktiv nären Wehrverbänd«, Eisleben und die Mansfelder Land« nach dem 1921er Kommunistenausstand zu ihren Domänen zu machen, er- folgreichen Widerstand entgegengesetzt. Um die Entwicklung der Stadt und besonders um dos Wohl ihrer ärmeren Bevölkerung ha: sich Clauß sehr verdient gemacht. Die Direktion der Mansf«ld-A.-G. kann nicht vergessen, daß«in Stadtoberhaupt gewagt hat, ihr zu sagen, st« solle ihre Arbeiter besser entlohnen, damit die Mansfelder Arbeiter nicht den kommunalen Wohlfahrtsstellen zur Last fallen müssen. Durch dies« offene Sprach« hat sich Clauß den Haß der Mansseld-A.-G. und der von ihr mehr oder weniger abhängigen bürgerlichen Schichten zugezogen. Alle republikanischen Parteien werden nach der Neuwohl für die Rückberufung des Oberbürgermeisters eintreten Di« Hetze gegen Clauß, die nichts anderes ist als ein Versuch, einen republikanischen und der Man«f«ld-A..G. unbequemen Oberbürgermeister zur Strecke zu bringen, war nur geeignet, diesen Willen der republikanischen Kreise Eislebens zu stärken. Nachdem die Rechtspresse überall gegen Clauß ihr« übertriebenen und teilweise absolut falschen Ve- hauptungen verbreitet hat, ist es notwendig geworden, den Sach- verhalt in das rechte Licht zu rücken. Schandtaten der Heimwehr. Gchober-Polizei gegen den Landeshauptmann. Die Belagerung der Wiener Arbeiterkrankenheimstätte Zeillern im westlichen Niederösterreich durch die Heimwehr- sasch/sten scheint aufgegeben zu sein. Die Kranken hotten schon V e r- teidigungsmaßnahmen getroffen. Infolge der Aufregun- gen ist die Echolistig dieser meist Nerven- und Herzkranken weg und sie verlassen dos Heim sämtlich mit Gewichtsverlust. Als sie In einem Autobus nach Hause befördert wurden, überfielen in einem Dorf Heimwehrler mit Knüppeln den Wagen, der nur durch Vollgasgebung seine Insassen retten konnte: die Faschisten folgten in einem Auto. Es gab ein Wettfahren, bis kurz vor der Stadt Zl m st e t t e n die Faschisten kehrt machten, da sie deri Republikanischen Schutzbund fürchteten. Bauern von Zeillern, die nachts Lebensmittel in« Heim' geliefert haben, werden jetzt auf das schwerste bedroht. Während der Belagerung wurde einem Heimbewohner eine Kanne mit 20 Litern Milch von den Banditen weggenommen. Die von der Landesregierung hinbeorderten Gen- darmen kneipten mit den Faschisten und wurden alsbald wieder abgeschoben! Am Sonntag bedrängten einige„akademisch gebildete" Heimwehrler in Mödling«inen Kinderfreundezug und mußten von Schutzbündlern abgewehrt loerden. Dafür werden jetzt die Schutzbündler verhaftet! Am Sonnabend zogen in Wien Heimwehrler geschlossen und mit Bellen und anderen sichtbaren Waffen zum Westbahnhof. Die Bundespolizei des Herrn Schober sah umtätig dieser Verletzung des Aufmarschverbots des Landeshauptmanns und Bürgermeisters von Wien zu!_____ Zufatzstrafe für Oel- Sinclair. Der amerikanische Petroleum- könig Sinclair wurde zu weiteren 6 Monaten oerurteilt, weil er versucht hatte, Richter zu bestechen. Die Invaliden der Arbeit. Erfolgreicher Schuh durch den Zeniralverband. Der Vorstand desZentroloerbandes der Arbeits- i n o a l i.d e n hat seinen Geschäftsbericht für 1927% der dem vom k>. bis 13.?uni in Kiel stattfindenden Verbau dstag vorgelegt wird, soeben abgeschlossen. Mit Genugtuung kann der Vorstand feststellen, dost die Bewegung der Arbcitsinvalidcn einen großartigen Aufschwung genommen hat. Die M i t g l i e d c r z a h l, die sich mit den abgerechneten Bei- trägen deckt, betrug am 1. Januar 1924 rund 43000, am 1. Januar 1926 156 000, 1928 233 000 und zu Beginn 1929 295 000. Im gleichen Mäste hoben sich auch die Kassenoerhältnissc ver- bessert. Der Verband steht heute noch außen wie nach innen fest gefügt da. In ollen Fragen der Sozialversicherung und der sozialen Fürsorge hat die Organisation der Arbeitsinvaliden eifrig gearbeitet. Die Verbesserungen, die in dem für die Arbeitsinvo- liden vor ollem in Frage kommenden Teil der sozialen Gesetzgebung erzielt wurden, sind nicht zuletzt der Arbeit des Verbandes zu danken. Infolge seines unermüdlichen Drängens gelang es, die Invalidenrenten, die Anfang 1924 im Durchschnitt nur 14 M. betrugen, auf etwa 39 M. pro Monat im Durchschnitt zu steigern, was freilich auch noch uirzurcichend ist. Der Kampf um die Beteiligung des Verbandes an der Ausführung der Fürsorgegesetzbestimmungen hat zu dem Fort- schritt geführt, daß auf Grund eines Reichsgesetzes in allen Bezirks- fürsorgevcrbänden Vertreter der Sozialhilfsbcdürstigen in den Kam- Missionen zur Mitarbeit herangezogen werden müssen. Wie ganz anders sah es auf diesen! Gebiet früher aus! Damals stempelten die Bestimmungen über die Armenpflege den hilfsbedürftigen zum gesellschaftlich minderwertigen Menschen, ja, sie ent- zogen ihm sogar das Wahlrecht. Besonderes Interesse beanspruchen in dem Bericht auch die An- gaben über die R e ch t s s ch u tz t ä t i g k e i t des Verbandes. Die hierfür erst feit zwei Jahren geführte Statistik zeigt, daß im Jahre 1927 die Zahl der Auskünfte 154324 und 1928 bereits 230118 betrug. Die Vertretungen, die 1917 im ganzen 19 727 betrugen, .stiegen 1928 auf 26 431. Die rein geldlichen Erfolge für die Rentner sind nicht festzustellen. Es konnte lediglich berechnet werden, wie hoch sich die Summe beläuft, die nach erfolgreicher Prozeßführung für die zurückliegende Zeit nachgezahlt werden mußte. Sie beträgt für die letzten zwei Jahre 1 954 063 M., ein Betrag, der die gesamten Beitragseinnahmen des Verbandes weit überschreitet. Seit zwei Jahren ist dem Verband auch eine Beerdigung?- k a s s c angegliedert. Gegen Zahlung eines besonderen Beitrags von 30 Pf. pro Monat wird eine Unterstützung von 40 bis 100 M. gc- währt. In der Berichtszeit sind nicht weniger als 263 980 M. Unter- stützung ausgezahlt worden. Die Kieler Tagung wird sich eingehend mit der s o z i a l p o l i- tischen Lage beschäftigen. Der Berbandsvorsitzendc Reichs- togsobgeordnete Karsten wird über die Stellung der Arbeilsinvaliden in Staat und Gesellschaft sprechen. Mit diesem Vortrag soll vor allem über die Stellung des Verbandes zur S t a a t s f o r m Klarheit geschaffen werden. Das ist um so notwendiger, als der Verband heute von allen Seiten be- rannt wird Das Zentrum Hot eine eigene Jnvalidenorganisation aufgezogen, weil es befürchtet, daß der Zentraloerband durch seine Arbeit die Invaliden in sozialistisches Fahrwasser hinüberwechseln läßt. Um sich die eigene Agitation zu erleichtern, nennt es den Ver- band mit Vorliebe sozialistisch und kommunistisch. Auf der anderen Seite stehen die K o m m u n i st e n mit ihrem Internationalen Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit. Auch diese Organi- fation versucht, den Verband in seiner aufopfernden Arbeit für die Invaliden mit allen Mitteln zu hindern. Im Zentralverband sind die Kommunisten nur noch sehr schwach vertreten. Die hier zu leistende praktische Arbeit bietet zu wenig Raum für kommunistische Phrasenpolitik. Der Verbandstag wird den Gegnern und der breiten Oefsent- lichkeit zeigen, was« leistet und w i e er arbeitet. Die Tagung wird am kommenden Sonntag eröffnet werden. Der Verlauf der Er- öffnungsversammlung wird von d« Norddeutschen Radiosende- gesellschoft übertragen. Verbandstag der Gattler. Die Gewerkschaften in der Wirtschaft. Dresden, 4. Juni.(Eigenbericht.) Auf dem Derbondstog stand am Dienstag im Mittelpunkt der Verhandlungen ein großangelegtes Referat Großmanns, der über„Die Bedeutung und die Aufgaben der Gewerk- sch ästen in der Wirtschaft" sprach. Der Redner ging von den, Gedanken aus, daß die Arbeiter- schaft heut« noch viel mehr als früher von allen wirtschaftlichen Entscheidungen«auf das empsindlichste getroffen werde. Dorum müßten die Gewerkschaften über ihr ursprüngliches Arbeitsgebiet hinausgehen und sich eingehend mit allen Wirtschaftsproblemer» der Gegenwart beschäftigen. Gestützt auf diesen Grundgedanken, gab Graßmarm ein umfassendes Bild von der gewerkschaftlichen und wirtschaftlichen Ent- wicklung der Nachkriegszeit, wobei er besonders auf die sinnlose Zerstückelung Europos und auf die wachsende Gefahr hinwies, die von der Industrialisierung des Fernen Ostens drohe. Er zeigte, wie die wirtschaftliche Entwicklung in ollen Ländern Europas die Ar- beiterfchaft bedrückt und wie dieser Druck besonders in den letzten 10 Jahren vor allem in der anhaltenden Arbeitslosigkert fast oller Länder erschreckend deutlich zum Ausdruck kam. Die Slrbeiterschast kann sich nicht von der heutigen Wirtschaft durch irgendein Wunder loslösen. Sie kann sich auch der Rationali- sierung nicht widersetzen. Sie kann nur die Fehler der Ratio- nalssierung ausweisen und bekämpfen, die hauptsächlich darin be- stehen,- daß die Unternehmer es oersäumt haben, die Rationolisic- rung zu einer Verbilligung der Produktion und damit zu einer Erhöhung des Umsatzes zu benutzen, woraus auch für die Privatwirtschaft große Nachteil« entstanden. In der gegenwärtigen Situation inuß die Arbeiterschaft ihr Hauptinteresse den bevor- stehenden sozialpolitischen Kämpfen zuwenden. Wir müssen versuchen, den vorgelegten Arbeitsschutzentwurf erheblich zu verbessern. Wir hoffen, daß infolge des englischen Wahlergebnisses die Aussichten der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag sich oerbessert haben und daß sich dieser internationale Fortschritt beson- der? auch für Deutschland auswirkt. Bor ollem aber müssen wir den Anstur'm gegen die Sozialeinrichtungen, besonders gegen die Arbeitslosenversicherung, parieren. In den nächsten Wochen und Monaten gilt es, alle Kräfte zu- sammenzufassen und gegen die reaktionären Pläne ein« ge« schlössen« Abwehrfront der Arbeiter zu bilden. In der Aussprache über den Vorstandsbericht wurden vor allem die Fragen der Frauen-, Lehrlings- und Heim» arbeit, sowie die Schäden der Rationalisierung gründlich erörtert. Die kommunistische Kritik an der Politik des ADGB. wies Graß- mann mit sachlicher Schärfe zurück. Die zum Vorstandsbericht ge- stellten Anträge wurden im wesentlichen entweder einstimmig od« gegen nur wenige Stimmen im Sinne der Vorstandsoor- schlage entschieden. Dem Vorstand wurde durch eine gegen fünf Stimmen angenommene Entschließung vom Berbandstog Dank und Vertrauen ausgesprochen. Dresden, 5. Juni.(Eigenbericht.) I Der Vc-bandstag t*r Sattler, Tapezier« und Portefcuill« nahm am Mittwoch vormittag einen Bortrag über die E r g e b« nissc der L ed c r s o rf chu n g entgegen. Im Anschluß daran besichtigten die Delegierten das Dresdner Lcdcrforschungsinstitut. Am Nachmittag fand ein Ausflug noch dem tausendjährigen Meißen statt. Di« Verhandlungen nehmen am Donnerstag ihren Fortgang, wobei vor allem über die Frage d« Einführung der In» validenoersicherung die Entscheidung fallen wird. Lohnbewegung im Gaarbergbau. Die Tariforganisationen des Saaroergbaues haben, nachdem m Frankreich, an der Ruhr und an der Wurm überall Lohnerhöhungen gewährt wurden, an der Saar ebenfalls«ine Lohnerhöhung ge» fordert. Sic begründeten sie mit der fortwährenden Steigerung der Lebenshaltungskosten und mit der Steigerung der Förderleistung. Es leiben bereits Aussprachen zwischen den Vertretern der Berg» werke und den Bergarbeiterorganisationen stattgesunden. Di« Der» trctcr der französischen Bergwerksdirektion erklärten die Steigerung der Teuerung nicht als genügend sür eine Lohnerhöhung, ebenso wenig wie die Steigerung der Leistung. Außerdem sei der Saar- bergbau augenblicklich unrentabel, da nach der Bilanz sür 1929 die, Bergwerksdirettion mit einem Minus von 13 Millionen Franken abgeschlossen habe. Die Bertreter der Belegschaften bestanden ab« auf einer Erhöhung der Löhne. Der Berwoltungsrat der Saar- gruben wird sich in seiner nächsten Sitzung mit der Anlegenheit zu beschäftigen hoben. Genosse Tmil Mohr, einer der Pioniere der freigewerkschaft- lichen Angestelltenbewcguvg. deren«ste Anfänge er aktiv mfterlebt l>at, feiert heute sein 40. Ärbeitsjubiläum. Seit Jahren ist er Be- lricb-ratsvorsitzendcr der DanobBank und Vorsitzender des All- gemeinen Verbandes der Deutschen Bankangestellten. Seine kon- sequente Gesinnung, sein kluger Rat und seine nie versagende Hilf»- bercitschaft haben ihm weit üb« seinen engeren Wirkungskreis hin- aus, allgemeines Vertrauen und Wertschätzung verschont. Wir wünschen dem Genossen Mohr noch lange Jahre weiter erfolgreiche Wirksamkeit an der Spitz« der freigewerkschaftlichen Bankangestellten- bewegung. fftrn'e Gewerkschafis-Zugend Groß-Verlin Heut». Donncr�wg. I»'; Uhr, tavn dir cSrupprn: M-abit- Grupprn» heim Stiidl. Jugendheim Lehrter Str. 1«— 1». Heimbesprechung und ssortsehnnn de« Schachlchr-hend«. Ohne Berdon»,buch und Hejmau«. ! mei« kein Zutritt.— Wcddinft!(hruppenheim Stöbt. Jugendheim Srthstr. 10. Hcimdcsvrechung..Der Ictite Schliff Mr den drnvten Abend in der S>ruv?e «elundbrunnen." Beriutüd-buchfontrolle.—«öpeuick: Sruppenheim Jugend. heim csriin-ucr Str. 5. Seimbcsprechung. Zutritt nur mit Vcrbandsbuch und Heimauswcis.— Sefundbrunnen: Grupvenheim Jugendheim Rute Schul«, csotenhurger Strufie. Heimbesprcchung. Brettspielabend. Berbandsbilcher und Heimausweise.nicht vergessen.— Lichtenberg! Jugendheim Dosleftr. 22. Pro. grauinlbei'prechting.— Dlldosten! Sruppenheim Jugendheim Reichenherger Strohe SS Dr. August Oetker, Bielefeld. Im Itrliiur Kmtfrtiun- Vrr/iit Icmml ma Dr. Orthr't Bidpulvtr.Btiix' xur Yirmt)Uu*f, ß-M-» Eine Seemannsschule in Verlin. Jeder Freund der Schiffahrt in Berlin wird sich gefreut haben, wenn er Zeuge der Bootsmanöver der Seemanns-Schule A r c o n a auf dem Müggelsee hätte sein können, wo am Sonntag bei diesigem Wetter— Sturmball und Fahne waren gezogen— die Rettung getenterter Boote gezeigt wurde. Schön ist es, zu- zusehen, wie die von Liebe zur Sache erfüllten Jungcns sich allen gestellten Anforderungen unterziehen. Vier„alte Seemänner" mit Chargen, Captain und Arzt, leiten den Unterricht, dem sich un- gefahr 50 Iungens widmen. Das Wichtigste an der Schule ahnt aber kein Laie, sobald ein Junge— es sind ausschließlich Arbeiter- kinder— von der Schule angenommen ist, hat er auch schon seine erst« Heuer in der Tasche! Die Schule befreit als Fachschule ihre Zöglinge vom Besuch anderer gewerblicher Fortbildungsschulen. Sie gibt außerdem auch Gelegenheit zu Abendkursen, so daß die Jungen am Tage einem Verdienst nachgehen können.— Also die Arbeit, die geleistet wird, verpufft nicht, sondern ist schon Beruf. Keine Schul« im Binnenland hat so eng« Fühlung mit den größeren Reedereien, die sofort nach Absoloierung der Schule die Jungen übernehmen. Ost überspringen sie sofort die untersten Stufen als „Moies" oder„Jungmann". Von 300 Jungens im letzten Jahr ist jeder zu einer Heuer gekommen. Der Schulbesuch dauert sechs Monate und umfaßt schon zum Steuermannsexomen gehörende Fragen. Jnternatsfchüler, übrigens auch zwei Abiturienten darunter, sind schon eher fertig. Während der umfangreichen Uebungstätigkeit mit dem Boots- Material hat die Schul« im letzten Jahr auf dem Müggelsee 50 Menschenleben aus Seenot befreit! Daß die Schul- auch erzieherisch Gutes leistet, inerkt man an dem guten Benehmen der Zöglinge, nach der Herkunft der Schüler steht auch der G e i st der Anstalt im Gegensatz zur„Seefahrtschule Deutschlands", die lediglich ein völtisch-nationales Demonstrationswertzeug Hu gen- b e r g s ist. Auch der Seemannsschule Arcona wurde vom„Stahl- Helm" eine Subvention in Höhe von 10 000 Mark unter offen- kindlichem Zweck angeboten, aber nicht angenommen. Dem Seemannsberuf ist durch diese Schule ein weiteres Tor für den Nachwuchs geöffnet War kochte am besten? Großkampftag im„C l o u". Die einzelnen Siegerinnen der in Berlin und im Reich von der Berliner Städtischen Gas- werke A.-G. veranstalteten Wettkochen trafen sich gestern nach- mittag zum großen Ausscheidungswettkampf. Von Altona bis Würzburg— darunter 9 Berlinerinnen— gruppierten sich insgesamt 45 Kandidatinnen zur Bereitung der Siegesmahlzeit um 45 Kochmaschinen. Unter der Assifteiu eines zahlreichen Preisrichterkollegiums und einer ganz ungeheuren Zuschauermeng« wurde ins letzte Examen gestiegen, das als ersten Preis 3000 Mr., zweiten Preis 15Ö0 Mk. ufw. bis 250 Mk. für die sechs Ersten brachte. Das Thema war wieder dasselbe: Kaffeewosler, eine voll- ständige Mittagsmahlzeit, Nachmittagskaffee und Teewasier in kürzester Zeit bei sparsamstem Gasverbrauch herzustellen. Militär- musik, Magneswmblitze, Kurbeltästen an allen Ecken und Endf», gezückte Zeichenstiste und Augen, Augen, nichts als Augen. Start- schütz und los geht's, das Brodeln und Zischen: das Brutzeln und Schmoren. Di« zwei ersten Preise fielen nach Berlin(Frau Geisler und Frau Jakobitz) der dritte nach Frankfurt o. M., der viert« nach Hildesheim, der 5. nach Marienwerder und der sechste nach Jnsterburg. Das Handwerkszeug wurde den Teilnehmerinnen eben- falls überlasten und an der würzigen Mahlzeit konnten sich 45 hungrige Magen gütlich tun. Sommerfeft des Arbeiter-Radiobundes. In der N«uen Welt, Hasenheide, feierten die Mitglieder des Arbeiter-Radiobundes ihr Sommerfest, das eine Wiederholung derselben Veranstaltung vom 1. Mai in Carlshof war. Ein Riefen- Programm verschiedenster Darbietungen war aufgeboten worden, das von 4 Uhr nachmittags bis in die späten Abendstunden abrollte. Das Symphonisch« Blasorchester Groß-Berlin sorgt« für reichhaltige gute Musik, der Gemischte Chor Groß�Berlin und das Bevghorn- Quartett brachten hübsche Volkslieder und stimmungsvolle, ein- drucksftarke Arbcitergesänge, Meinhart Maur sprach Dichtungen von Heine, Herwegh, Wedekind, Jack London, Toller usw. Dann traten noch verschiedene Rundfunkkünstler auf, die Ernstes und Heiteres zum Vortrag brachten. Alfred Braun, der fein« Mitwirkung eben» falls zugesagt hatte, ließ sich krankheitshalber entschuldigen. In seiner Begrüßungsansprache betont« der Vorsitzende in eindringlicher Weise, wie wenig der Rundfunk heute noch der Arbeiterschaft bietet. Ein Unterhaltungsabend ist aber vielleicht nicht die richtige Gelegenheit, derartige prinzipielle Fragen zu erörtern. Debatten an solchem Ort geführt, entbehren meist jeder Wirkungsmöglichkelt. Alkoholfreie Gaststätte des AAG. Dem Arbeiter-Abstinentenbund, Gruppe Kreuz- berg, ist es nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten gelungen, ein« eigene alkoholfreie Gaststätte zu eröffnen. Das Heim befindet sich am Marheineckeplatz Z/4(�'Bahnhof Gneifenaustr) und ist ständig geöffnet. Die Einweihungsseier findet am Sonn- abend, dem 8. Juni 1929, um 5 Uhr nachmittags, im Gesundheits- Haus, Am Urban 10/11 statt. Die Festred« Hot Reichsmimster a. D. S o l l m a n n übernommen. Weiterhin spricht Bürgermeister Dr. Herz vom Bezirksamt Kreuzberg. «In ttoazer« ffir Sfra'gefngrae. Da» Mandolwcnorchefter»Ton Brio� vfieuslaltet unler Leitung seme» Dirigenten Paul Bossen am S. Juni 14 Ubr, in der Stra'aniialt Tegel für die Besangen, n«In Konzert. Die Unterhaltung von, Dr. Erich Marcus„Mit einem, der Entdeckungen liebt", war eine Plauderei, die vielen Sommerreisenden nützliche Winke geben konnte. Wer wußte etwa vorher, daß>n Deutschland Zitronenbäume wachsen, daß hier— in Liegmtz— die Königin der Wasserrosen, die Victoria regia, unter freiem Himmel ihre wunderbar« Blüte entfallet, daß— auf der Insel Mainau im Bodensee— Palmen und Bananen gedeihen? Oder wer kennt die Wüste am Meer auf der Kurischen Nehrung, wer die Schönheit des Südharzes,>ver die verträumten mittelalterlichen Städte des Frankenlandes? Sicher nicht viele. Für künftig« Portroge fei nur noch um eine etwas zweckmäßigere Bericksterstatmng gebeten, vor allem wenigstens für die wesentlichste» Reiseziele um Angaben von Zusohrtswegen und Fahrtdauer von einem Eisenbahnknotenpunkt ab.— Ein Vortrag, für dessen Verbreitung die Funkstund« lebhaften Dank verdient, wurde im Rahmen der Berliner Veranstaltungen zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten gehalten. Es war aller- Vings mehr ein Werbevortrag: um das eigeMliche Thema redet« man fast ein wenig zu zaghaft herum. Aber auf jeden Fall wurde die Arbest der Beratungs- und BeHand lungs st eilen für Geschlechtskrankheiten dargelegt, und das Vertrauen zu chr in weit« Kreis« getragen. Leider war der Vorttag im Programm nicht angezeigt, so daß wahrscheinlich viele Hörer ihn zu ihrem Bedauern versäumt haben.— Die grausige K a r l- M a y- Angelegen- heit„Der Schatz im Silbers««" wäre möglicherweise ein wirkungs- volles Sendespiel für di« Jugend gewesen, w«nn wir noch im Zeit- alter der wilden Romantik mit Muscheloertikow und Mackartbukett lebten. Sehr angenehm war die Johann-Strauh-Stunde am Abend, di« von Bruno Seidler-Winkler und dem Funkorchester, unterstützt von der Sopranistin Käte Mann, gebracht wurde. Tes. Sport. DRennen zu Karlshorst am Mittwoch, dem 5. Juni. 1. Rennen. 1. Helmbulck(JB. TarraS) Toto: 28: 10, Platz: 15; 10, 1. Micacla(Klotz) Toto: 16: 10. Platz: 14: 10, 2. Till Eulenlpiegcl, Z.Talma. Platz: 13:10. Ferner llesen: SUrfia. Galgenhumor, Koritza. 2. R e n n e n. 1. Gerwin �Hr. C.RupPrechtl. 2. Eulalia. Z. Atout König. Toto: 26:10. Platz: 13, 23:10. Ferner lies: Monte Codello. 3. Nennen. 1. Trutzig(Franzke>, 2. Krautjunker, 3. Quelle. Toto: 132:10. Platz: 33, 22, 54: 10. Ferner liefen: Ecrtosina, Gladiator, Oper, Wien, Vigor, Karwendel. 4. Rennen. 1. Flnal(Hauser)/?. Taunus, 3. Duo vadi». Toto: 47:10. Platz: 15, 12, 15:10. Ferner liefen: Pommer, Pilatus, Mac Adam, Manitou. 5. Rennen 1. Marlza(G. Moritzl. 2. Lobredner, 3. Filigran. Toto: 15:10. Platz: 12,32,15:10. Ferner llesen: Mulatte, Dietmar, Klli, Fritbjos II, Randglosse, Orlamünde, Mucker. 6. R« n n e n. 1. Oberjäger iv. Horn), 2. Ozema, 3. Stummer Teufel. Toto: 20:10. Platz: 12, 13:10. Ferner liefen: Karola, Ralte, MiSdroy. 7. Rennen. 1. Rotenllein(KutulieSl, 2. Spala, 3. Neuland. Toto: 72:10. Platz: 21, 81, 18:10. Ferner liefen: Doktor, Laokon, Balaton, Rapier, EiSbrant, Lag sein. Burgfink, Rotbart, Jliade. ckiusendn-aen für diese Stubril sind Berlin®ffl 68, Ltndenftratze 3. parteinachnchten ff&k für Groß-Nerttn stet» an da» Bezlrkesekretarlat 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. 3. fteel» Wedding, beut«, Z>osner»tag, 6. Znni, ItH Uhr, Int Patzeah«I«r Au»scha»k, Ehansseestr. 64, Kreiinritgliel-ernerfamml»»». Tag«»»rd»ung!««eicht»»« Mngdeburaer Parteitag. Sief. Mar Urich. 7. fteei» Iharlotteoburg. Beate, Donner-tag, 6. Znni, llVi Uhr, in«hlert» Zesiiäle», Berliner Str. 88,«reinmitgliedernersammlnng. W Tagesordnung: Der Parlritag in Magdeburg. Rcfcrrnt Dr.«iegsrieh Kawrran. Mitgliedsbuch leakl»i«rt. 9.«reis Wilmersdorf. Freitag, 7. Znni. 20 Uhr, Peamtenoerfamm- lung im«iktariagartrn, Wilmersdorf, wilhelmsan««4—116, Rste« «aflnofa-l. Eingang zur Kegelbahn, 1. Tr. link»,»efprechnng wichtig»! «eamtenangrlrgrnheiten. Senssi««dslf Kali»»» Peamtrnfelretariat ist«nwefend. 14. ttrel» AenkSIn. Heute, Donnerstag, 19V.. Uhr. engere Vorstandssitzung mit Abteilungsleitern und Beziri Samtsmitgliedern. Idealpassagr, Auf. gang 5, parterre, im(Sekretariat. Morgen, Jrdtag, 7. Juni. 3. Abt. 19V4 Uhr im Eaal lll de» Sewerkschaftshauses, Engeluser 24—25, wichtige FunltionSrsitzung. 38. Abt. ZV Uhr bei Bartusch, ssriedenstr. 88, FunktionLrsttzung. 63. Abt. ckharlottenbnrg. 20 Uhr punktlich hei Lux, Kuttenstr. 2«, Sitzung de» Abteilung»vorstantze«. 67. Abt. chrnnewald. 20 Uhr erweitert« Vorstandssitzung hei Wurzbacher. Schöneberg. 77. Abt. 20 Uhr bei Jürgens, Barbara slasir: 5a, siunktlonSr- sitzung,— 7». Abt. 20 Uhr wichtige Funktionärsitzung bc> Podszus, Sachsendamm 41. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr bei«labe, Kandjerystr. 60—61, Funktionär- sitzung. Ausgabe des Mitteilungsblattes. Nenkälln.«9. Abt. 19V, Uhr Vorstands- und Funitionärsttzung bri Srommeck, Sanderstr. 10.— 92. Abt. 20 Uhr bei Wolff. JlaU«r.Fnedrich»Ltr. 173, Funkttonärsitzung.— 93. Abt. ISHi Uhr bei König, Böhmische Str. 43—44. Ecke Schudomastratz«, Funkttonärsitzung.— 96. Abt., 74. Beztrk. All- De- nossinnen und Genossen müssen unbedingt zu der um 20 Uhr bei ttutzki, Hermann. Ecke Leinestraß« stattfindenden Mltgllederversammlung er- scheinen. Wichtig« Tagesordnung.— 96. Abt. 2V Uhr bei Lohonn, Wippcrstr. 18, wichtige Funktionärsitzung.—-67. Abt. 19% Uhr bei Rohr, Siegsricdstr. 28, Funktlonärsstzung. 99. Abt. Britz-Bucka«. Der Kommunale Kursus am Freltag fällt aus. 191. Abt. Teepta«. 1944 Uhr in der Borwärtsspeditian, Sraetzstr. 60, Bor. standssttzung. 162. Abt. Banmlchnlenwea. 19>4 Uhr bei Seipolb(früher Späthscher Kindergarten), Kielhol, stratz», außerordentlich wichtig« Funktionärsttzung. Er- scheinen dringend erforderlich, wegen Organisationsfrogen. 113. Abt. Lichtenberg. tionärsttzung. 128. bi» 13». Abt. Pankow. 1W4 Uhr dei Lubewig, Prinzenallee 17,»ichttge Funk- 20 Uhr in Klemme Bierhallen, Berliner Str. 118. Funitionärsttzung. 139. Abt. Tegel. 1SV, Uhr Funkttonärsitzung Im Lokal Schade, Berliner Str. 17. AMandsterg. Monatsversammlung Eonnabend, 8, Juni, 20 Uhr, l» Alt- landsberg-Süd beim Sonnenwirt. Wichtige Tagesordnung. SPD.-Fraktion des Bezirksamts Schöneberg. Bersammlnng aller W partcigcnösstichen Arbeiter, Angestellten und Beamtcn de« B-zirtsamt, lp Schöne berg heute, Donnerstag, 6. Znni, 20 Uhr, bei Will, Schöneberg, W Martin-Luthcr-Str. 69. Bortrag:„Der Kampf um die Verwaltung Berlins'. Referent Stadtnerordnetcr Kau» Woywod. Erscheinen aller US t-- dringend ersorbcrlich. Sympathisierende find willkommen. 37. Abt. sangowerder. 4., 6., 6. Bezirk: Sonntag, 9. Znni, Familienansfluq«ach Rauch. Tresfpunlt pünktlich 7 Uhr bei Rafchk«, M-ttcrnstr. 14. änzng mitbringen. Unterhaltung für groß und klein. Nossen find mit ihre» Familien sowie di« benachbarten Abteilung«» herzlichst katseeiochen. Bad-- Di« che dazu eingeladen. Zungsozialislen. Heute, Donnerstag, pünktlich 1914 Uhr,«rnppenkonserenz im Jugendheim Seenzberg, Porchstr. 11. Tagesordnung: 1. Bericht von der Reichslonferen,. 2.«Sanfrag«. 3. Verschiedenes. Jede Srnvpe muß zwei Vertreter entsenden. Di, Mitglieder de» Arbcltsausichusse, und die Weriebrzirkslelte« kommen an der gleiche» Stelle um 1814 Uhr zusammen. Kruppe Süden: Der Diskussionsabend über den Parteitag ist auf 16. Znni,'~.._ ...______ verlegt worden.— Am FreitoiMl. Juni, 20 Uhr. spricht im ßugen�. heim Porckstr. 11 Genosse Fechner über„Personalpolitik der SPD/' Gäste sind willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. ReuISll». Die Teilnehmer am Probezeltlager in Birkenwerder treffen sich am Sonnabend, 8. Juni, 16 Uhr, am Ringbahnhos Neukölln, Kreis Kreuzbcrg, Tcmpelhoi und Zossen. Unser Kursus fällt nmsiäntrhawcr aus. Wiederbeginn wird rechtzeitig bekanntgegeben. j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 29. Abt. Am 2. Juni verstarb unser langjähriger Genosse Adolf Schmiljun, Danziger Str. 7. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Freitag, 7. Juni, 18 Uhr, im Krematorium Gcrichtstraßc. 34. Abt. Unser Genosse Richard Teich. Eadiner Str. 16, ist im 49 Lebensjahre nach kurzem Leiden am 3. Juni verstorben. Ehre seinem An- denken! Einäscherung om Freitag, 7. Juni, 14 Uhr, im Krematorium Baum- schulenweg. IlgSozialiflischeArbeiterjugendGr.-Verlin Einsendungen für diese Rnbetk nur an das Zugendieiretaria« Seelln«W63. ltndenssraie 3 Bewegnngschor. Ncuauinahmcn an allen Uebungsabende». Jeden Donners- tag, 1914 Uhr, Uebungsstunde für Anfänger und Fortgeschrittene. 2014 Uhr: Ucben für Wien, Schule Danziger Str. 23. Donnerstag, 1Si4 Ahr. Ableilungsmitgliederverfammlungen: Norden: Seim Lortzing. Ecke Sraunstroße.— Köpenick«« Viertel: Schult Wrangelstr. 128.— Kottbusser Tor: Heim Britzer Str. 30.— Lankwitz: De- meindeschule Schulstraße.— Tegel: Heim Bahnhosstr. 16, Fallplatz 1: Schule Eonncnburger Str. 20..Birr Jahre Falkplatz I."— Friedenau: Heim Ofsenbacher Str.»a.„Unser Wandern.'— Dahle«, R. F. und gehlendors: Heim Nordichule, Potsdamer Str. 6—7..Wien.'— Steglitz! Spaziergang. Treffpunkt 1914 Uhr vor dem Heim. » ' Werbe bezirk Wedbing: Morgen, Freitag, Zusammenkunft aller Wienfahrer im Ledigenheim Echönstedtstr. 1. Sämtlich« Anmeldungen und Unterstützung». antrage müssen bis morgen zur Stelle sein. Lichtenberg. Nord: Morgen, 1314 Uhr, Treffpunkt zur VoUsbühne„Rot« Eck«'. Vorträge, Vereine undVersammlungen. W Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". SeschSitoNelle: Berlin S 14. Sedastianstr. 87/88. Lot Z Tr. Kreis vsteni Sonntag, 9. Juni, Autofahrt zur Einweihung des Friedrlch-Ebert-Brunnens nach Zehdemck. Sammelpunkt der Orts» vereine 9 Uhr Mühlenbeck.— Donnerstag, 6. Znni. Renkölln-Br'tz-"0 Uhr Funkttonärsitzung bei Wille Nachf., Reuterstr. 47. Referat des K�.lcradcn Schultz. Bintersportabteilung: Monatszusammenkunft ob 1814 Uhr im Flug- Haien Tempclhof.— Freitag, 7. Znni. Prenzlauer Berg: 20 Uhr erweiterte Borstandssitzung bei Burg, Prenzlauer Allee. Krenzbera: Zug 1 bei Eeehak. Willibalb-AIexisoStr. 5. kam. Linder berichtet über die Wienfahrt, Zug 6: Monatsversammlung bei Löschner, Diesfenbachstr. 64. Eharlottenbnra, Kameradschaft Rathaus: Versammlung bei Gerlach. Epreestr. 12. Tempelhat! Spiel- mannszug im Birkenwäldch-n. Uetungsabend unter neuer Leitung. ReukZIn- Britz, 2. Kameradschaft, Gruppe Rudow: 20 Uhr Versammlung bei Krüger, Bendastr. 71. Beteiligung der Kameraden von der 2. Kameradschaft erwünscht. Relnickenbars-West:«ameradschastssitzung im Restaurant„Zum Sportplatz', Scharnweber- Ecke Eichdornstraße. Borstand eine Stunde früher. Kamerad. l iba st Kermsbars: 20 Uhr kameradichaftsveriammlung bei Okrent, Berliner Ecke Bahnhofftraße. Vortrag Dr. Körting. Marineabteilung: 19 Uhr Echwim- men und Rudern._ Deutscher Ssperanta-Bund, Ortsgruppe Berlin. Freitag, 20 Uhr, Kondi- torei Dodrin, Hackcsckcr Markt. Arbeitsgemeiuschast für Fsrstschntz und Raturlund«, e. B. 91. Arfo-Wande. rung: Sonnabend, 8. Juni, Rockimittagswanderung durch den Bolkspark Wühl- Heid», unter Führung des Bezirksgaitcnomles Treptow, Treifpunkt 1614 Uhr am Bhf. Karlshorst: 16 Uhr: Rodelderg. Straße an der Wuhlheide, Ecke Frischcnstraß» zu Oberschöneweide. Mitglieder frei, Gäste 20 Pf. Anschließend 2014 Uhr in der Friedrich-Schule in Berlin-Friedrichshagen. Sckulstroße, Bor- Iragsabend. Biologischer Vortrog von Herr» Studienrat Dr. Werner Stacho- witz:„Die lebende Kleintierwelt auf der Leinwand'(Proiektionen der leb-n. den Kleintierwelt auf die Leinwand). Eintritt: Mitglieder 40 Pf., Gäste 60 Pst, Zugendlich« bis zu 18 Jahren 20 Pst Arbeitee-Abstinenten.Bnnd, Gruppe Krenzberg. Einweihungsfeier der alkoholfreien Gaststätte am Sonnabend, 8. Juni, 17 Uhr, im Gesundheitshau«, Am Urban 10—11. Festredner: Reichsminister a. D. Sollmann. weUerberichl der öffenilichen Wetterdienststelle Berlin nod Umgegend. (Nachdr. verb.) Wieder langlame Eintrübung, später Neigung zu neuen Regensällen! Temperaturen im ganzen etwa« höher.— Für veutschtand: In Nordost zeitweise heiter, im übrigen Reiche wrstoftwätt« fortschreitende Eintrübung und Ucbergang zu regnerijchem Welter. Temperaturen im assgemeinen etwa« höher. ——s—b in i sss-s—a rir unkMlln«!«* WUtenrng: Oer balUMc karierte fiammlmanlcl In besonder» guter Ouall* genibt und geklebt, la sielsn rarbe« und aUea Welte* -29.- Rein voll- laapelgnlerte Lodeiunfinlcl m moderner Vererbei- tang. In•ilen GrO$ca _29. Trend»• Cm!• Hantel der Terlrelfl. 8ebut« tror Sturm a. Reg, gani n. Tu«» .25.' Aus unserem Rl—« u i Irlclc waren lag er Jumper in ferbenpriebtfgen rötnl- •chen Streifen. Ein be- gebrenewertei Cleldungs- »iübk für junge Damen _9. 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Im Reichstag sprach am Mittwoch zum Etat des Reichs- wirtschaftsministenums zunächst Abg. Koeaeu(Komm.): Die antikapitalistische Rede des Abgeordneten Krätzig war nur«in Ablenkungsmanöver zur Einsangung der Arbeiterschaft für die Große Koalition. Mit den Riesengewinnen des Chemiekonzerns könnten die Stundenlöhne verdoppelt werden. Der„Vorwärts" berichtet täglich von gewaltigen Ueberschüfsen und Gewinnen der Industrie trotz Krise und schlechtem Geschäfts- gang. Reemtsma und Neuerburg beherrschen 75 Proz. der deutschen Zigarettenindustrie, Kleinbetriebe fallen wie die Fliegen. Dieselbe Konzentration auch in allen anderen Industrien. Abg. Beythien(D. Vp.): Die Ausführungen des sozioldemo- t kratischen Redners haben gezeigt, daß Koalitionsbeziehungen keine Gesinnungsgemeinschast darstellen. Die aus der Pariser Konferenz etwa zu erwartende Lastencrleichterung müsse nicht zuletzt dem Mittelstand zugute kommen. Die steuerliche Bevorzugung der öffentlichen Betriebe:st unerträglich. Mit großer Sorge sieht der Mittelstand der Aus- breitung der international finanzierten Warenhäuser entgegen. Abg. Drewitz(Wirtsch.-P.) äußert Skepsis an den Lersprechun- gen der Regierung für den Mittelstand und stellt steuerliche und Kreditfordcrungen zugunsten des Gewerbes. Abg. Meyer-Berlin(Dem.) erwidert dem Vorredner, daß dem Sachoer st ändigenousschuß für Getreidewirtschaft keineswegs nur Freunde des Monopole angehören: die Hinzuziehung von Vertretern des Getrcidehandels und der Müllerei wäre angebracht. Von dem„Fanotismus des Freihandels", den Abge- ordneter L«ieune-Iung behauptet Hot, sehen wir nichts, wohl aber von einem Vordringen des Schutzzolls, ausgehend vom Ausland. Selbst Handelsverträge nützen nichts mehr dagegen, weil man Verwaltungsprotektionismus treibt, besonders auch in den Vereinigten Staaten, wodurch man die europäische Wirtschaft auf das schwerste bedroht. Sie brauchte das nicht ohne Gegenwehr zu dulden, man sollte mit solchen, autonome Schutzzollpolitik treibenden Ländern nicht mehr Meistbegünstigungsyerträge schließen. Kartcllreform ist notwendig, aber die staatliche Kartellpolitik bei der Kohle hat auch keinen Erfolg gehabt. Wie tann Herr Krätzig der ganzen Industrie Prositsucht vorwerfen, da 46 Proz. der Indu- strieakticn unter pari stehen? Die Mißbräuche in der Arbeitslosen- Versicherung sind doch unleugbar: sie smd vielfach entstanden durch Zusammenwirken von Unternehmern und Arbeitern. Die Sozialdemokratie als größte Partei sollte da nicht grollend beiseite stehen, sondern die Führung in der Abhilfe übernehmen. Dos , fortschreiten der Kommunolisierung bedroht den gewerblichen Mittelstand. Di« öffentliche Hand ist zum Verwalten da, nicht zum Fabrizieren und Produzieren-, ein derartiges Reichsgesetz wird zu erwägen sein.(Zustimmung der Dem.) Zieichswirtschafisminister Or. Curtius:, Herr Dr. Lejeune-Iung hat mich aufgefordert, di« Wirtschasts- knterefsen gegenüber den Pariser Vereinbarungen auszubieten-, ich habe der Wirtschast gedient, indem ich der Abhaltung der Pariser Konferenz zustimmte, und ich werde die Wirtschaslsintercsscn wahren bei der Uebersührung der Pariser Ergebnisse in die Praxis. Ich begreife nicht, welches Bedürfnis dafür vorgelegen hat, daß Abgeordneter Krätzig die Heils lechre des So-' z i a l i s m u s wiederum und so entschieden vertreten mußte. A» mir wird er keien Prosclyten machen. Seine Vorschläge einer allgemeinen Zwangswirtschaft würden ein ungeheures Durch- einander herbeiführen. Im Gegensatz dazu ist die früher schon verwirklichte Kooperation zwischen den großen Gruppen der Unternehmer und der Arbeiter unter staatlicher Führung anzu- streben. Hoffentlich haben wir bald die Hände frei und die not- wendigen Mittel, um ganz anders als bisher führen zu können, und jene Pflicht für die Allgemeinheit zu erfüllen, die am besten mit dem Wort Bismarcks bezeichnet wird: Hilfe zur Selbsthilfe! Her Krätzig hat als Heilmittel für unsere Wirtschaftsnot Lohn- erhöhu.ng empfohlen. Diese ist zu Zeiten gewiß gut, kann ober. in zu starken Dosen, zu schweren Lähmungen führen. Jetzt haben wir jedenfalls dringender« Aufgaben. Man wird mir den Einwand machen, daß durch«ine Parteienkoalition nicht auch die Weltanschauungen gebunden werden. Dos ist auch richtig, und darum war die Sozialdemokratie zu diesen Ausführungen verechtigt. Aber ist es notwendig, jetzt das Trennende voranzustellen, soll nicht viel- mehr das Einigende in den Vordergrund gestellt werden? Herr Wels hak in Magdeburg, wenn ich richtig gelesen habe, ausgeführk, daß die bürgerlichen Parteien Erfolge dieser Re- gierung gar nicht wünschten, weil sie von der Sozialdemokratie geführt wird. Ich protestiere für mich und meine Freunde aus das entschiedenste gegen eine derartige Auffassung. Es kommt nicht darauf an, daß wir uns gegenseitig hindern, aber wir dürfen nicht nur negativ, sondern müssen auch gemeinsam positiv eingestellt sein. Ich glaube auch für die sozialdemokratischen Mit- glieder des Kabinetts feststellen zu können, daß wir bis heute ohne Rücksichten auf da� Prestige unserer Parteien nur versucht haben, dem Staat und der Wirtschaft zu dienen. In diesem Sinn« haben wir am 3. Juli v. I. ein Resormprogramm vorgelegt, und wir werden mit dem evtl. Ergebnis der Pariser Konferenz ein neues Reform- Programm vorzulegen haben. Di« vier entscheidenden Fragen dabei werden sein: Revision des Dawes-Planes und Räumung unserer Westgebiete, Reichsreform, durchgreisend« Agrarreform und Er- lcichterung der Wirtschaft auf allen Gebieten. Wir sind gemein- jchafrlich ein gutes Stück oorwärtsgckominen, und bis heute sehe ich keinen Anlaß, waruin die verantwortungsvolle Gemeinschaft, in der wir uns befinden, nicht fortgeführt werden könnte. Gerade m diesem Sinne wären aber feierliche Festlegungen, besonders nega- t i o e r Natur, wie Herr Krätzig sic gemacht hat, zu unterlassen. Cr hat— ich überspitze das vielleicht etwas— im großen und ganzen erklärt, daß keine Reform der Arbeitslojenversiche- rung und keinerlei Zollerhöhuna eintreten dürfe. Die Arbeits- losenversichorung erkläre ich, ebenso wie mein demokratischer Vor- redner, für einen großen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt, ober heut« steht schon fest, daß dabei Gesetzgebung, Verwaltung und Finanzen überspannt worden sind. Wir wisien auch, daß schwere Schäden der Arbeitsmoral eingetreten sind. (Lebh. Zustimmung rechts.) wir müssen eine grundlegende Reform der Arbeitslosen Versicherung durchführen und dabei kann auch der kreis der Dersiche- rungspjlichtigcn nicht unangetastet gelassen werden. Roch weniger aber können wir diese Reform mit Beitragserhöhungen beginnen. (Lebh. Zustimmung rechts, Unruhe bei den Soz., Hochrufe der Kommunisten.) Was die Z v l l f r a g e anbelangt, so ist die schutzzöllnerisch« Bewegung im Begriff, sich zu überschlagen und den gesunden Grund- gedanken zu erschüttern. Es geht nicht an. für diese Industrie den dcutsch-sranzöstschen Handelsvertrag, für jene Industrie den deutsch- Italienischen zu kündigen und darüber hinaus für agrarische Wünsche auch noch mit anderen, Staaten Zollkriege anzufangen. Eine solche Isolierung hinter hohen Zollmauern würde nicht zur Gesundung, fondern zur völligen Auspowerung der deutschen Wirtschaft sichren. Wenn wir die Rotts ize rung der Genfer Empiehlun- gen verlangen, so sind wir keineswegs blind sür die Realitäten und für die deutschen Interessen. Wir haben doch auch trotz der Weltwirtschaftskonferenz eine ganze Reihe von Zöllen erhöht. Wenn in anderen Ländern Hochschutzzöll« gemacht werden so müssen wir nicht das gleiche tun.(Gelächter rechts.) Wie falsch es wäre, die Erhöhung der Selbstkosten.zum Anlaß einer Zollerhöhung zu nehmen, zeigt sehr deutlich das Beispiel Australiens. Der Ausgleich muß vielmehr durch stärkste Herabdrückung der Selbstkosten, vor allem auf den Gebieten der Steuern und Zinsen gesucht werden. Herrn Krätzig aber muß ich sagen, daß die schwere und gefährlich weiter wirkende Krise der Landwirt- schaft unmöglich mit grundsätzlicher Verneinung gegenüber jeder Zollbewegnng gelöst werden kann. Gewiß ist der Zollschutz kein Allheilmittel und nicht einmal das Hauptmittel, aber die Notwendigkeit der Bekämpfung der Landwirtschastskrise ist so dringend, wir haben sür Jahre Ver- säumte? nachzuholen und dafür Schutz zu gewähren, daß ich glaube, mit einer einfachen Ablehnung aller Zollsorderungen der Landwirt- schaft kommen wir nicht durch. Aus weiten Gebieten bin ich mit dem Ernährungsminister über eine Erhöhung von Zöllen einoer- standen. Der Minister polemisiert dann noch gegen den deutschnatiornuen Redner in der Frage der Handelsverträge und schließt: Wenn Herr Lejeune.Iung di« Befürchtung geäußert hat, die jetzt an die Regie- rung gelangende britische Labour-Party könnte zur Milderung der Arbcitslosig. keil Einfuhrverbote gegen deutsche Industrieerzeugnisse verfügen. so schein! uns gerade die Ratisizienmg der Genfer Gmvfchkungen vurch Deutschland ein Mittel dagegen zu sein.(Beifall bei oer D. Vp.) Abg. Loibl(Bayer. Bp.): Die Arbeitslosenversicherung muß reformiert werden, Beitragserhöhung lehnen wir ab. � In der Zollfrage scheint die Reichsregierung nickst einmütig zu sein. Den Aus- wüchsen des Hausierhandels sollte energischer entgegengetreten wer- den. Das Reich müßte mit seinen Aufträgen die bayerische Wirt- schaft mehr berücksichtigen. Wir sind gegen Zentralisierung der Kreditinstitute in Berlin. Abg. Torgler(Komm.) verlangt zur Geschäftsordnung die Herbeirufung des Reichskanzlers, damit er sich über die Rede des Reichswirtschaftsministers äußere. Dieser Antrag wird gegen die Stimmen der Kommunisten, Deutschnationalen' und Hakenkreuzler abgelehnt, die Debatte geht weiter. Abg. Graf Revenllow(Natsoz.): Eine Wirtschaftsdebattc vor dem Vorliegen des Berichts der Pariser Konferenz ist zwecklos. Mit den schönen Reden von Bauernfreundschast stehen die Taten der regierenden Parteien- in krassem Widerspruch. Der Bauer kennt leider seine Macht noch nicht überall. Der in den Bauern ange- sammelte Haß gegen den Usurpator Staat wird einmal diesem neuen Staat ein End« machen,— natürlich mit legalen Mitteln.(Heiterkeit.) Abg. v. Sybel(Chr. Not. Baucrnp.): Der Wirtschastsminister trägt durch seine Zollseindlichkeit ein gerütteltes Maß von Schuld an der Katastrophe der Landwirtschaft. Ist der Minister berect, den schwedischen und den französischen Handelsvertrog zu kündigen. um die Hemmungen für eine Erhöhung der Agrarzölle zu beseitigen? Abtz. Dr. Best(Balksrechtsp.) erinnert au die schweren Schäden. die der Mittelstand durch hie Inflation erlitten habe und bezeichnet es als grobes Unrecht, daß das Gesetz di« Entschädigungs- anspräche der Inflationsverköuser abweise. Nach 8 Uhr wird die Wciterberatung auf heut«, Donnerstag, 3 Uhr, vertagt. Oer Heeresetat im Ausschuß. Kritik im Hauptausschuß.- Groener antwortet. In der Debatte über den Etat der Hceresabteilung des Reichs- wehrministcriums kamen in der Mittwochsitzung neben zahlreichen bürgerlichen Abgeordneten auch noch die sozialdemokratischen Abge- ordneten Kllnstler.Schöpflin.Kuhnt und Biedermann zu Worte. Letzterer gab an Hand von Zitaten aus Instruktions- büchern und militärischen Aufsätzen ein Bild der rcpublikfeindlichen Gesinnung, die immer noch in weiten Kreisen des Offizierskorps vor- handen ist. Abg. K u h n t(Soz.) spricht über das Militärverbot, das angeblich nicht mehr oerhängt werden soll, im geheimen aber noch besteht. So sei über das Gewerkschaftshaus in Stendal der Boykott verhängt worden, während in einem Restaurant im Landbundhaus die Reichswehroffiziere verkehrten. Die Sozialdemokratie sei grundsätzlich gegen jedes Militärverbot, weil ein solcher Boykott sich stets gegen gänzlich Unschuldige richte, ganz abge- sehen davon, daß die Anwendung des Militärverbots bisher stets einseitig gewesen ist. Abg. S ch ö p f l i n(Soz.) wandte sich gegen die Auslegung, di« dos vom Abg. Leber gebrauchte Wort: die Sozialdemokratie führe den Kampf um die Reichswehr von bürgerlichen Abgeordneten wiederum erfahren Hobe. Dieses Wort sei seit Iahren in Reden und in der Presse der Sozioldenwkratie gebrauckst worden. und sei nicht so zu verstehen, daß die Reichswehr eine Porteiwehr werden soll. Die Sozialdemokratie verlangt nur, daß sie zu einem zuverlässigen Machtinstrument der Republik werde. Genosse Künstler bespricht die Tatsache, daß die Reichswehr immer noch Beziehungen zu illegalen Organi- s ei t i o n c n unterhalte. Seit Jahren werde vom Ministerium diese Totsach« teils abgestritten, teils werden Versprechungen gemacht. Jetzt scheine di« Reichswehr selber illegale Organisationen zu schaffen. Das sogenannte Fcldjägerkorps, das nichts mit Grenzschutz zu tun habe, sei ein« solche illegale Organisation. Di« Einrichtung sühre den Namen Weser bzw. Weserdienst. Wiederholt haben an den Uebungen dieses Korps Reichswehroffiziere, wenn auch in Zivil, teilgenommen, u. o. ein Major Hederich. Auch mit d«r Deutschnatio- nalen Volkspart«! stehe dies« Organisation in engen Beziehungen. Die Einrichtung sei möglichst geheimgehalten worden, aber das Ministerium sollte doch nun endlich wissen, daß solche Dinge nicht geheim bleiben und bleiben können. An der Hand eines Fragebogens konnte Genosse Künstler des weiteren darauf hinweisen, daß noch immer Stammrollen geführt werden. So sei selbst ein Mann, der wegen Verweigerung des Fahneneides entlassen worden"sei, um Ausfüllung des Fragebogens ersucht worden. Auf die zahlreichen an ihn gestellten Fragen und die geübte Kritik erwiderte der Reichswehrminister Groener in der Abendsitzung. In der Abendsitzung nahm der Reichswehrminister das Wort: Reichswehrminister Groener: Ich habe in der Presse jetzt sehr viel von Wehrprogrammen gelesen und mich darüber gefreut. Es ist mir ein Beweis, daß die Idee von der Notwendigkeit der Wehrfähigkeit des Volkes in immer breitere Kreise dringt. Ueber die besten Wege wird man sich schon verständigen. Was die Politik im Reichswehrininisteriuni betreffe, so stehe ich nach wie vor zu dem Wort, daß die Reichswehr aus der politischen Drecklinie heraus muß. Mein Ziel ist, daß kein« Partei Anlaß haben darf, über eine parteipolitische Einstellung der Reichswehr zu klagen. Die Reichswehr muß vielmehr ein über- parteiliches Instrument der Republik sein. Auf den mehrfach geäußerten Tadel wegen der politischen Instruktionsvorträge für Offiziere habe ich zu er- widern, daß di< Offiziere den lebhaften Wunsch hoben, politisch auf. geklärt zu lverden. Zeitungen genügen ihnen für diesen Zweck nicht, auch sind alle Zeitungen naturgemäß polstisch eingestellt. Ich habe daher angeordnet, daß von Zeit zu Zeit Vorträge über politische Themen für Offiziere gehalten werden. Die Instrukteurossiziere sind die begabtesten Offiziere des Heeres. Ihre Reden sind sorgfältig vorbereitet und schriftlich niedergelegt, damit keine Entgleisungen vorkommen. Durch solche Borträge ist bereits viel Gutes gestiftet. Der besonders getadelte Vortrag des Obersten o. B ö t t i ch e r ist kein Instruktionsoortrag gewesen. Die Pressemeldungen über ihn haben ein ganz falsches Bild gegeben und auch der Reichs- außenminister hatte keine Einwendungen gegen diesen Dortrag zu erheben gehabt. Für die Politik im Reichswehrministerium bin ich allein ver- antwortlich, ich glaube auf gutem Wege zu sein, ein immer besseres Einvernehmen zwischen Wehr und weiten Kreisen des Volkes he» zustellen. Für dieses Ziel sind die Fragen des Ersatzes der Offiziere und der Mannschaften besonder» wichtig. Di« Offiziere müiseiz auf einem hohen Bildungsniveau stehen, nicht etwa ans gesellschaftlichen Gründen, sondern weil die Kriegskunst heute Köpfe erfordert, und weit.höhere Anforderungen als früher stellt. Die Zlnforderungen, die gestellt werden müssen, sind in der Tot enorm. Die frühere Trennung zwischen Kavollerw». Infanterie- und Artillerieoffizier verwischt sich immer mehr. Es gibt nur noch den Offizier. Trotzdem verjähre ich nicht engherzig. Grundsätzlich muß das Abitur verlangt werden. Aber man trachtet auch nach Aus- wegen. So habe ich z. B. die Anordnung getrosfe», daß für be- sonders hochbegabte Soldaten in Berlin besondere Kurse als Ersatz für das Abitur gehalten werbe«. Uin die Rekrutierung der Mannschaften kümmere ich mich besonders. Sell'stoerständlich kommen noch Fehler und Irrtümer vor, die gutgemacht werden müssen, iftur die Tüchtigkeit und die Eignung entscheiden, nicht aber politisch« Gesichtspunkte. Aus der früheren Aera, in der in der Tat politische Gesichts- pimkte maßgebend gewesen sind, ist man heraus. Kommen einem Abgeordneten entgegenstehende Tatsachen zu Gehör, so bitte ich dringend um sofortige Weitergabe an mich, ich werde sofort Remedur schössen. Die Reichswehr setzt.stch heute zusammen aus 45 Proz. Angehörigen von Industrie und Handwerk, 23 Proz. Angehörigen der Landwirtschaft, ll Proz. Handel und Verkehr, Ist Proz. freie Bc- rufe, 1l Proz. ohne Beruf., Was die viclgctadelle Traditionspflege betrifft, so haben auch für mich die Aeüßerlichkeiten der Tradition keine Berechti- gung, aber der geistige Inhalt einer Entwicklung, die durch Jahr- hunderte gegangen sei, behält großen Wert. Persönsichkcitsbildung, Kameradschaft, Liebe zu Idolen ist auch heute noch viel, wenn nicht alles für jede Wehrmacht. Die Kürzung des Etats ist ein Leidensweg für mein Ministerium. Sparen kann man nur bei den sächlichen Aus- gaben und den Ausgaben für die Ausbildung. Es werden daher in diesem Jahre keine großen Manöver stattfinden. Unter den Abgeordneten scheint aber noch nicht volle Kenntnis über die jetzige Ausbildung zu herrschen. Wir stehen an einem entschei- denden Wendepunkt in der Ausbildung. In solcher Zeit muß weit vorausschauend gearbeitet werden, sonst wird der Anschluß an die Zukunft versäumt. Die Ausbildung ist heute auch beim Grenadier eine fast wissenschaftliche geworden. Auch der letzte Soldat ist Kämpfer und Führer. Jede Ausbildung fetzt sich nun iir Geld um, daher ist für die Dauer eine Drosselung der Aus- gaben für die Ausbildung nicht möglich. Ebenso- wenig können bei einem Herr mit so langer Dienstzeit die Ausgaben für die Fürsorge und die Unterbringung herobgedrllckt werden. Sie sind im Gegenteil für den Geist der Truppe von aus- schlaggcbender Wichtigkeit. Wenn der Abg. Leber bezweifelt hat, ob meine Befehle auck durchdringe», so kann ich ihn versichern. daß dies nach jeder Richtung der Fall ist. Rur erledige ich solche Dinge in aller Stille und nicht in breiter Oeffentlichkeit. Nach dem Minister hielt der Chef der Heeresleitung einen als vertraulich erklärten Vortrag über die geplanten Umlegun- gen der Garnisonen._ Die Renten der Gtandesherren. Schleppende Veralungen im Nechtsausschuß. Der Rechisausschuß des Reichstags setzte die Beratungen über den(Gesetzentwurf zur Regelung älterer staatlicher Renten fort. Vorsitzender Abg. Landsberg(Soz.) teilte zunächst mit, daß der Reichsjustizminisler ihm in Abschrift verschiedene Urteile habe zugehen lassen, die Aufwertungsansprüche älterer staatlicher Renten betreffen. Es wurde dann 8 2 des Gesetzentwurfs behandelt. Dieser be- stimmt, nachdem 8 t tKn Kreis der dem Gesetz unrerstellten Renten umschrieben hat, daß, soweit eine der in 8 1 bezeichneten Renten für die Aufgabe oder den Verlust von landesherrlichen oder standesherrlichen Rechten, sonstigen Hoheitsrechten oder Standes- Vorrechten jeder Art begründet ist, sie entschädigungslos forifälll. Dies soll auch dann gelten, wenn es sich um solaend« Rechte ban- delt: 1. Leibherrliche, lehnsherrliche, grundherrliche, gutsherrliche, schutzherrliche, gerichtsherrliche oder ähnliche Renten: 2. Berechtigung zur Erhebung von Steuern, Zöllen, Pflaster-, Wege-, Brücken- und Torgeldern sowie sostnigen Abgaben und Gebühren jeder Art oder ähnlichen Berechtigungen: 3. gewerbliche Zwangs- und Baurechte oder ähnliche Rechte. Trotz ausgedehnter Diskussion konnte sich jedoch im Ausschuß «ine einheitliche Meinung über den 8 2 nicht bilden. Die weiter« Beratung und die Abstimmung wurde daher vertagt. Rlcklin und Rossö wiedergewählt. In den Wahlkressen Dammer- kirch und Colmar wurden Ricklin und Rossö zu Generalräten des De- partements Oberrhein gewählt. Die beiden waren schon am 14. Oktober vorigen Jahres- anläßlich der französischen Generalratswahlen gewählt worden. Ihre Wahl wurde dann vom Staatsrat für ungültig erklärt. Die Wahl.am Sonntag hat diejenige vom 14. Oktober bestätigt. Ricklin erhielt in Dammerkirch 12st3 gegen 1067 für einen nationalistischen Gegcnkairdidaten, Rossä in Colmar 3385 Stimmen. 3lr. 239* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag. 6. Juni 1929 Können höhere Gchuhzötte helfen? Nationalisierung leistet bessere Dienste. .?n verschiedenen deutschen Inüustriegruppen macht sich seit einiger Zeit ein« verschärfte schutzzöllnerische Aktivität bemerkbar. Nach den Baumwollindustriellen ist seit einigen Monaten auch die deutsche Schuhindustrie bei der Arbeit, die Regierung und die Oeffentlichkeit im Sinne einer cheraufschraubung der Schutz- zölle zu bearbeiten. Das vereinte Vorgehen der Schuhindustrie und des Schuh- Handels hat sich auch bereits politisch ausgewirkt. So hat besonders infolge des Vorgehens der P i t in a f e n s e r Schuhfabrikanten der handelspolitische Ausschuß des Reichstages Ende April gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten eine Entschließung angenommen, in der die Reichsregierung ersucht wird, „schleunigst auf eine Beseitigung der auf dem Schuhgebiet bestehenden internationalen Bindungen hinzuarbeiten". Di« Reichs- regierung soll beschleunigt einen Gesetzentwurf vorlegen,„der einen wirksamen zeitlichen Schutzzoll für die deutsche Schuhindustrie ge- währt und damit der deutschen Schuhindustrie die Möglichkeit gibt, durch Rationalisierung und verstärkte Ausnutzung der Betriebe eine bessere Beschäftigung der jetzt zum größten Teil arbeitslosen und kurzfristig arbestenden Schuharbeiter herbeizusührcn." Es wird von keiner Seite bestritten. daß die Verhältnisse in der deutschen Schuhindustrie, von der kurzen Konstinktur 1927 abgesehen, in den letzten Iahren durchaus un- g ü n st i g gewesen sind. In den letzten vier Iahren hat sich die Arbeitslosigkeit bei den Schuharbeitern durchweg schärfer aus- gewirkt als in sämtlichen anderen Industrien. In der Krise von 1926 waren rund 28,6 Proz. der organisierten Schuharbeiter arbeitslos gegenüber einem Gesamtdurchschnitt von 18,2 Proz. bei sämtlichen Fachverbänden des ADGB. Im Jahre 1928 übertraf die Vollarbeitslosigkeit im Schuhgewerbe den Durchschnitt der Arbeitslosichkeit in den Fachverbänden des ADGB. fast um das Dreifache, während fast sechsmal soviel Kurzarbeiter in der Schuhindustrie gegenüber dem Gesamtdurchschnitt der übrigen Gewerkschaften vorhanden waren. Auch die wachsende Zahl der Konkurse, die im letzten Jahr gegenüber 1927 um mehr als »0 Proz. zugenommen hatte, zeigte eine deutliche Zuspitzung der Lage ini deutschen Schuhgewerbe. Von den Fabrikanten wird nun in erster Linie auf die dauernde Einfuhrsteigerung ausländischer Schuhe hingewiesen, deren Beseitigung mit chilfe erhöhter Zölle eine Ge- sundung der Industrie herbeiführen soll. Vergleicht man die Außen- Handelsziffern von 1913 mit den letzten drei Iahren, so läßt sich allerdings eine starke Verschiebung zuungunsten des deutschen Schuh-Außen Handels nicht verkennen. So betrug die 1913 1928 1926 1927 in tausend Paar 1560 2990 4257 2100 2280 2064 Einfuhr. i b e* p* 1194 Ausfuhr...... 4217 yfpr-■ Der Hauptanteil dieser Einfuhrmengen entfällt auf leichtes Damenschuhwerk bis zu 600 Gramm Gewicht je Paar. Bon der Einfuhr des letzten Jahres entfielen 3,1 Millionen Paar, alio fast 80 Proz., auf tschechische Schuhwaren, und zwar größten- teils auf Bat'a-Erzeugnisse. In dem ersten Quartal des laufenden Jahres ging die Einfuhr erheblich zurück, denn gegen- über einer Einfuhnnenge von 1,15 Millionen Paar im ersten Pierteljahr 1928 wurden von Januar bis März 1929 nur 0,85 Mil- lionen Paar eingeführt. Der Wert der eingeführten Schrchmengcn sank in der entsprecheirden Zeit von 11,3 auf 7,9 Mill. Mk., also um rund 30 Proz. Der Hinweis der Untcrirehmer, daß die katastrophale Arbeitslosigkeit unter den Schul)arbeitern hauptsächlich durch die Einfuhrsteigerung in den letzten Iahren bedingt sei, ist jedoch falsch. Man kann die gesamte deutsche Schuhproduktion im Jahre 1927 auf etwa 90 Millionen und im vergangenen Jahre infolge des Konjunkturrückganges auf etwa 70 Millionen schätzen. Die Einfuhr würde also demnach sin Jahre 1927 nur 3,4 Proz. und im letzten Jahre rund 6 Proz. der deutschen Schuh- Produktion ausgemacht haben. Von den etwa 103 000— 110 000' Facharbeitern in der Schuhindustrie waren jedoch im April etwa 35 000 arbeitslos. Also auch bei restloser Drosselung der ausländischen Schuheinfuhr mit Hilfe unübersteigbarer Zollmauern würden höchstens etwa 4000 Schuharbeiter mehr Arbeit finden, während die Situation für die große Masse der beschäs- tigungslosen Schuharbeiter sich mcht gebessert hätte. Außerdem müssen sich auch die Unternehmer selbst sagen, daß ihre Forderung auf eine öOprozentige Erhöhung der jetzt geltenden Schuhzölle die Schuheinfuhr aus der Tschechoslowakei, dem gefährlichsten Konkurrenzlande, so gut wie gar nicht berühren würde. Nach dem gelte irden Zolltarif wird ein Doppelzentner Schuhe mit 180 Mark verzollt, so daß die Belastung bei dem leichten Schuhwerk je Paar etwa 70 Pfennig beträgt. Die Mehr- belastung bei einer weiteren Heraussetzung der Schuhzölle um 50 Proz. würde also 35 Pfennig je Paar ausmachen, und es ist mit ziemlicher Bestimmtheit damit zu rechnen, daß das Ausland bei einem gegenwärtigen Einfuhrwert von 8,59 Mark je Paar auch diesen Zoll ohne besondere Schwierigkeiten überspringen kann. Die Forderung nach wirksamen Zöllen würde also die Heraufschraubung der gegenwärtigen Zölle um das Doppelte und Dreifache bedingen. Die handelspolitischen Folgen einer derartigen Maßnahme wären aber, besonders bei den gegenwärtig schevebenden deutsch-tschechischen Handelsvertragsverhandlungen, nicht abzusehen. Da sich der Außenhandel zwischen den beiden Nachbarländern in den letzten Jahren sehr kräftig entwickelt und sich die Außenhandelsbilanz stark zugunsten Deutsch- lands verschoben hat— die deutsche Einfuhr nach der Tscheche! stieg im letzten Jahr von 0,52 auf 0,65 Milliarden Mark, während die tschechische Einfuhr nach Deutschland sich von 0,56 auf 0,54 Mark senkte—, steht für Deutschland in der Schuhzollfrage sehr viel auf dem Spiel. von der Zollseike kann also eine wirkungsvolle Beseiki- gung der Schuhkrise nicht erfolgen. Dagegen sollten die Unternehmer, anstatt unmögliche Zollpläne auszuarbeiten, an eine gründliche Rationalisierung der Pro» duktion und des Absatzes herangehen. Die Absatzmöglichketten auf dem innerdeutschen Markt sind für die einheimische Schuhindustrie noch läng st nicht ausgeschöpft. Während der A m e r i- k a n c r jährlich etwa drei bis vier Paar Schuhe verbraucht und der amerikanische Inlandsmarkt damit die Gesamtproduktion der ameri- kanischen Schuhindustrie, die in den letzten beiden Jahren zwischen 300 und 330 Millionen Paaren lag, konsumiert, auch in England je Kopf der Bevölkerung jährlich etwa zwei bis drei Paar Schuhe verbraucht werden, entfallen auf den Kopf der d e u t s ch e n Bcvölke- rung jährlich etwa nur l'S Paar Schuhe. Eine Steigerung des Ver. brauches je Kopf in Deutschland um nur ein halbes Paar jährlich würde einem Mehrkonsum von 30 Millionen Paar entsprechen, also dem Siebenfachen der Schuheinfuhr vom Jahre 1928. Wenn die anhaltende Schuhkrise in Deutschland aber auch zum Teil auf die� chwochcKaufkraftder Vcrbrauchermassen zurückzuführen ist, so liegt die Wurzel des Uebels doch in der gegenwärtigen liebersetzung und der Zersplitterung der deutschen Schuhindustrie in zahllose kleine und kleinste Betriebe. Es ist bezeichnend, daß trotz der Absatzschwierigkeiten im letzten Jahre die größeren, gut durch- organisierten Unternehmungen, die zudem noch über ein eigenes Absatznetz verfügen, durchaus rentabel gearbeitet haben. So konnte die Siegle Schuhfabriken A.-G. bei Stutt- gart(Salamander) in den letzten beiden Iahren die sehr hohe D i- vidende von 14 Proz. zahlen, und noch den bisherigen Mit- tcilungen besteht kein Grund zur Annahm« einer Dividendensenkung in diesem Jahre. K o n r a d Tack hat seit 1925 Jahr für Jahr seine Dividende von 5 Proz. um 1 Proz. heraufsetzen können und zahlte für 1928 bei weiterhin erhöhten Umsätzen 8 Proz. Auch der kürzlich erfolgte Abschluß der Vereinigten Schuhfabriken Bcr- neis-Wessels in Bamberg wies ein« Dividende in Höhe von 6 Proz. wie im Vorjahre aus. In der Erfurter Industrie gelang es trotz allgemein schlechterer Beschäftigung der E r s u r t e r M e ch a- nischen Schuhfabrik A.°G., einem der führenden Unter. nehmen im dortigen Bezirk, seine Verluste vom Vorjahr durch die im letzten Geschäftsjahr erzielten Gewinne abzudecken. Die Be» triebseinschränkungen wurden Anfang des Jahres wieder aufgehoben, und seit Februar arbeitet dieses Unternehmen wieder voll. Diese Beispiele beweisen, dast von einem allgemeinen Niedergang der deutschen Schuhindustrie keineswegs gesprochen werden kann. und daß ein großer Teil der führenden Unternehmen auch bei den gegenwärtigen Zöllen rentabel arbeiten kann. Greift die Schuhindustrie zur Selbsthllfe und nimmt«inen gründlich«» Ausleseprozeß in ihren eigenen Reihen vor, vereinfacht sie zugleich ihr noch vielfach unwirtschajtliches Fabritationsprogramm, und sorgt sie sür eine durchgreifendeReinigungdes Schuh- Handels, so schafft sie freie Bahn für wirksame Preissenkungen und entsprechend« Absatzsteigerung. Nur von dieser Seite aus wird die Schuhindustrie der Krise zu Leib« gehen und wird bei diesen Maß- nahmen auch der Zustimmung der Gewerkschaften ge- wiß sein können, die den Zollottacken der Unternehmer ablehnend gegenüber stehen müssen. R. B. Die Beschäftigung fteigt noch immer. Noch 800000 Arbeisslose. Die Aufwärtsbewegung des Arbeitsmarktes Hot sich nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Woche zum 1. Juni noch in allen Bezirken fortgesetzt: es ist bemerkenswert, daß in der entsprechenden Vorjahrswoche d«r Aufstieg nur noch von den landwirtschaftlichen Bezirken getragen wurde. Immerhin hat sich auch diesmal der Aufschwung weit«r verlangsamt. Gegenwärtig dürfte, nach dem Stand vom 3. Juni, die Zahl der Arbeitslosen nach der Schätzung der Landesarbeitsämter nahe an 800000 liegen. Mithin ist sie noch um 170 000 höher als zur gleichen Vorjahrszeit: nur Niedersachsen hat den Vorjahrsstand erreicht. Kon- junktureinflüsse und Saisonbewegungen lassen sich bisher nur schwer voneinander unterscheiden. Die Beschäftigung im Baugewerbe ist im Vergleich zu 1928 noch sehr unbefriedigend: teilweis« überwiegen schon wieder die Zugänge von Arbeitslosen(Geldmangel). In der Metall- Wirtschaft ging die Arbeitslosigkeit in den meisten Bezirken etwas stärker zurück. Die gute Beschäftigung in der Metallindustrie, die offenbar wegen Kapitalmangel nicht«ntfernt ausgeschöpften Beschäftigungs- Möglichkeiten im Baugewerbe sind als g ü n st i g e Zeichen für weitere Entlastung anzusehen. Deuischland im Russenhandel. Deutschlands Ausfuhr nach Nußland um 30 proz. aetunken. Don Oktober 1928 bis März 1929 hat die russische Ausfuhr über die europäischen Grenzen rund 341 Millionen Rubel betragen gegen rund 301 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die russische Einfuhr ist mit 311 gegen 352 Millionen nicht unerheblich zurückgegangen. Deutschlands Anteil am russischen Außen» Handel' steht auch heute noch an e r st e r Stelle. Die russische Ausfuhr nach Deutschland ist von 84,4 auf 89,3 Millionen Rubel gestiegen, dagegen ist die deutsche Einfuhr nach Rußland von 12 4, 3 auf 8 9,3 Millionen zurückgegangen. Der russische Einsuhrrllckgang entfällt damit zum größten Teil auf die Minderung der deutschen Einfuhr. Auf der anderen Seite ist die russische Ausfuhr noch Eng» land, den Vereinigten Staaten und Frankreich stör» ker gestiegen als diejenige nach Deutschland. Und die Einfuhr der drei Länder nach Rußland ist in erheblich geringerem Maße zurück- gegangen als diejenige Deutschlands. Diese Entwicklung zeigt beut- lich, daß sich gegenüber dem Vorjahre die geschäftlichen Verbindungen Rußlands mit England und den Vereinigten Staaten sowie Frankreich erheblich erweitert haben. Dabei ist allerdings zu be- rücksichtigen, daß die Lieferungen auf den deutschen 300-Mill!onen- Kredit in der Berichtszeit eine immer geringere Rolle gespiest haben. Etil OPEL billigt ftets mehr dn als er kostet! Die Opel]/£und2ToSchndIr Lajbvagen find weltbewährt! S ie find ein c Ein gewichtiger Faktor im deulfchen Export. JJie Opelwagren fimi Gddyer- dieiier! Unermüdlich, bei der Arbeit! Anfprudislos in der Wirtimg! 5par|ain im Qcbmiidil D ies ist das Geheimnis derOpd- Erfolge_und der Erfolge unfrer Kunden. PEL Ada® QpCA�Rüjfd�zmoLM. 67-A S2m Are- matorium Sertchtstraße statt. Rege Bete ligung erwartet vi« Otfaoatroaltaiig. Deotirfierlextiiarbeiter-KersaDil Verwaltung Berlin Am Dienstag, dem i. schied unser Kollege, der r Suni, ver- ieder Wilhelm Wegner Dt« Einäscherung findet am Frei- tag dem 7. Juni, abends?>/, Uhr, im Krematorium Berlin, Derichtstraße (Drohe Halle), statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsoerwoltung. I Danksagung I Fllr die herzliche Teilnahme beim Heimgange meine» lieben Manne» tage ich allen Verwandten und Be> kannten sowie den Mietern des Hauses. den Genossen der 91. Abteilung. 6«. Bezirk, serner den Herren Rednern titr ihr« trostreichen Worte meinen herzlichsten Dank. Ww.Leulsa Kesaniraler nebst Kindern, Dr. med. löffle Fadiarzi iflr Hanl- ond Harnleiden ?rtedrW>(tr.>58(Nähe Hedemannstr. Sprechstunde: 12— Z und 4—7 Femsprecher: Bergmann 3722 Nach meiner Rllckkehr aus China habe ich meine Praxis wieder übernommen, Achtung I Achtung I uerwaitungsmltgilederi Am gteUag, brta 7. Znnl. abends Ligung der Mittleren Orts- >. 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Oonnersiag 6. 3uni 1929 Unterhaltung unö ANissen Beilage des Vorwärts 9tatfeS>eUerflröm: Einer der Herren sagte eine Bosheit über die Intelligenz der Filmschauspieler, und eine hübsche, junge Frau erwiderte: „Es ist möglich, daß sie nicht so geistreich sind wie Sie, aber sie haben doch gute Umganssormen." „Das heißt," amoortete der boshafte Herr,„daß sie eine elegante Verbeugung vor den Damen machen können, die sie jedoch nur als nette Spielerei betrachten." „Das ist gleichgültig," erwiderte die hübsche Frau.„Ihre Ge- danken bedeuten weniger als ihr Auftreten." „In der Regel," sagte ein Vorsichtiger,„sind Herren höflicher als Damen. Vor ein paar Tagen war ich im Theater, wo ich eine moderne Operette abschlief. Ich halle«inen Außenplatz im Parkett und blieb während der Pausen sitzen. Als der erste Akt vorbei war, kamen verschiedene Nachzügler. Zuerst süns Herren, die alle„Per- zsihung" oder„Pardon" sagten, als sie vorbeigingen. Ich setzte mich, als die Herren vorüber waren, und dann kamen die Damen. Sie blieben an meinem Platz stehen, und ich merkte, daß sie ver- langten, daß ich mich sofort erheben und sie vorbeilassen sollte. Ich blieb sitzen. Da wurde der Zuschauerraum verdunkelt, und der Vor- hang ging in die Höhe. „Wir wollen hier hinein," sagte die erste der Damen. Keine Antwort.. „Stoße ihn an," sagte die andere.„Er ist taub." Keine Antwort. Ich fühlte einen harten Finger an meiner Schulter. Ich drehte mich um und fragte mit leiser Stimme, um das Spiel nicht zu stören: „Sie wünschen?" „Wir wollen hier hinein,— so hören Sie doch!" sagte die Dam« mit dem Finger. „Bitte sehr." sagte ich und blieb sitzen. „Na, dann stehen Sie doch gefälligst auf!" sagte die zweite Dame. „Sehr gern," flüsterte ich zurück,„wenn Sie höflichst bitten. Ich bin nämlich nicht verpflichtet aufzustehen. Davon steht nichts im Programm, und es ist doch nicht meine Schuld� daß die Stuhlreihen so dicht stehen. Vielleicht ist in den Rängen mehr Platz." „Schschscht!" machte ein älterer Herr, der dahinter saß und der lieber die Schauspieler hören wollte. Es wurde still. Die Damen standen noch da und ich saß. Schließlich zischte die eine: „Wenn Sie jetzt nicht ausstehen, hole ich den Logenschließer!" „Gut," sagte ich,„tun Sie das bitte." Ich hörte eine Tür zuschlagen und es wurde wieder still. Der Vorsichtige machte eine Pause, und die Damen fragten eifrig: „Na, und was wurde aus der Sache?" Der Logenschließer kam, und die Damen kamen, und ich stand auf, nachdem die erste mit Falschheit im Ton gesagt hatte: „Vielleicht sind Sie so liebenswürdig und lassen uns durch." Sie hatten weiter keine Freude am Stück. Das hörte ich an ihrem Atemholen. „Es gibt eine hübsche, alte Geschichte von der Höflichkeit der Damen," sagte der Boshafte.„Sie werden sie kennen. Ein Herr erhob sich und überließ einer Dame seinen Platz im Autobus. Sie setzte sich, ohne einen Ton zu sagen. Der freundliche Herr beugte sich zu ihr herab und fragte interessiert: „Bitte, haben Sie etwas gesagt?" „Nein!"(sehr bestimmt). „Mir war nämlich, als ob Sie Danke gesagt hätten!" „Nicht alle Damen sind unhöflich und undankbar," sagte ein Schweigsamer.„Ich bin einer begegnet, die höflich war." „Sooooo?" sagten wir alle. „Ja, es war vor zwei Iahren. Eines Vormittags begegneten wir uns, und sie ließ eine elegante, kleine Handtasche fallen. Ich bückte mich und hob die Tasche aus. Da sah ich, daß die junge Dame elegant und ungewöhnlich hübsch war. Ich reichte ihr die Tasche und, statt sie mit beleidigter Miene an sich zu reißen, wie andere es getan haben würden, sagte sie einfach und natürlich:„Danke sehr, sehr liebenswürdig!" Ich behielt die Tasche, und dann sagte ich: „Sie überraschen mich." „Wieso?" „Sie sind nicht böse geworden, weil ich Ihnen die Tasche auf» gehoben habe, Sie sind nicht weggelaufen..." „Du bist natürlich mit ihr bekannt geworden," sagte der Boshafte. „Ja, das kann man wohl sagen. Wir haben uns später verlobt." „Aha, und sie ist immer gleich dankbar und freundlich geblieben?" „Jawohl, bis sie einen Filmschauspieler kennenlernte, der noch höflicher war als ich. Da hat sie mich betrogen." Die hübsche, junge Frau, die das Gespräch mit der Höflichkeit und den guten Manieren der Filmschauspieler angefangen hatte. errötete plötzlich ohne sichtbaren Grund, und wir fingen an. von etwas anderem zu reden. tAus btm Schwedischen von Age Avenstrup und Elisabeth Trritel.) ZeVx &echenbach: 3)er Ichleliiche Weberaufftand 5? ▼- Di« Jahre vor der deutschen Märzrevolution des Jahres 184S sind gekennzeichnet durch eine gewallig« ökonomische Umwälzung, die immer größere Teil« des Handwerts und des Kleinbürgertums ins Proletariat schleuderte. Der Siegeszug der Maschine brachte eine tiefgreifende Umgestaltung der Produktionsmclhoden, der Bau .�Düsenb ahnen die Derkehrsverhältnisfe grundlegend um. dieVoraussetzungen für die Entwicklung des modernen Indu- strialismus waren gegeben. Die Arbeller der großen Industrie litten unter den erdrücken- sie» Ucbelständen. Noch schlimmer ober stand e: um die haus- indiistriellen Arbeiter, namentlich in der Textilindustrie. Sie be- gründeten den Ruhm der aufkommenden deutschen Industrie, sich durch die entsetzlichsten Hungerlöhne auf den, Weltmarkt zu be- haupten. Da setzte von England aus eine gewaltige Konkurrenz ein durch die Maschinenspinnerei und durch den mechanischen Web- stuhl. Der englische Spinner und Weber liefert« mit seinen Ma- schinen ein Vielfaches der Produktion des deutschen hausindustriellen Spinners und Webers für weniger Geld. Der Hausweber mußte oit dem eisernen Kollegen konkurrieren, den Tag verlängern uni» ' den Hungerriemen enger schnallen, um seine jämmerliche Existenz weiter fristen zu können. Aus zeitgenössischen Berichten wissen wir, daß der Weber frühmorgens mit dem Hahnenruf ausstehen und bi Millernacht und darüber arbetten mußte. Seine Kräfte wurden schnell oerbrcniä/t, sein« Sinne abgestumpft. Di« Brust kann dem ununterbrochenen Zusammenhocken nicht widerstehen, die Lungen werden trank, Blutspeien stellt sich ein, auch seine Glieder erschloffen und erlahmen.„So wird"— wie es damals in der„Barmer Zeitung" hieß—„seine physische Person eine frühe Kirchhofs- ..'ume." Am schlimmsten war es in Schlesien. Di« großen nvq schinen- n'äßig betriebenen Spinnereien und Webereien, die von der S«2- Handlung dort errichtet wurden, setzten«ine groß« Menge Arbeits- fräste frei. Durch die Gewerbefreiheit entwickelten sich die indu- st Sellen Betriebe rasch. Di« kleinen Kaufleute verschwanden, an ihn« Stelle traten große Kapitalisten. Wo die Leinwand versagte, qriff man zur Baumwolle und damit brachte man den Hausweber vom Regen in die Traufe. Die maschinenmäßige Produktion drückte d« c Lohn des Handwebers immer tiefer herab und bracht« namen- loles Elend über die schlesischen Weberdörfer. Auf den Straßen spielten keine Kinder, sie mußten, wie Alfred Zimmermann in seinem Wert über das schlesische Webergewerbe berichtet, mit ihren schwachen Kräften den Ellern bei der Arbett helfen.„Selbst das Gebell der Hunde, das sonst in keinem Dorf fehll, ertönte hier nicht. Man besaß kein Futter für sie und hatte die treuen Wächter als willkommen« Nahrung verzehrt. Die Häuser waren nicht selten halb verfallen, oft fehlte ihnen selbst der Schornstein, und der Rauch suchte durch ein Luftloch einen Sluswcg. In ihren Lumnen scheuten sich die Leute zur Kirch« zu geh«n. Fleisch sahen die meisten Fanülien nie. Bei einzelnen kam ein halbes Pfund an den drei hohen Festtagen auf den Tisch. Es war ein frohes Ereignis wenn ein Bauer der Familie etwas Lullermilch oder Kartoffel'scbalen schenkte. Ein aller Weber«rzählte mll Freuden- tränen daß zu seinem Glücke in der Nähe zwei Pferde krepiert seien, di» ihm und den Seinen eine Zeittang Nahrung boten." Das Elend der armen Weber und das Drängen der unbe- schäftigten Hände nach Arbett wurde von einzelnen Fabrikanten dazu mißbraucht, die Weblöhne noch tiefer herabzudrucken. Am schlimmsten trieben es die Gebrüder Zwanziger in Peters- waldou gegen die sich dann auch beim Weberaufftand die erste Erbitterung der Weber richtet«. Wilhelm Wolfs, der Freund von Marx und Engels, hat im Jahre 1545 in Püttmanns„Deutschem Bürgerbuchc" darüber berichtet, daß für«ine Webe Kattun von 140 Ellen, das sind neun Arbeitstage, in der Regel 32 Silber- groschen bezahlt wurden. Die Brüder Zwanziger gaben aber nur 15 Silbergroschen. Für 160 Ellen Barchent, wozu acht volle, an- gestrengte Arbeitstage nötig sind, bezahllen sie 12� und 12 Silbergroschen Lohn. Ja, sie erklärten sich berett, noch 300 Weber in Arbeit zu nehmen, wenn sie ebensoviel für 10 Silbergroschen ar- beiten wollten. Das anfangs nicht allzu große Vermögen der Zwanziger war in ganz kurzer Zeit zp großem Reichtum ange- wachsen. Bei der letzten Lohnverkürzung soll«,, die Zwanziger den Webern auf ihre Vorstellung, daß sie sich jetzt nicht einmal mehr Kartoffeln kaufen � könnten, geantwortet haben: sie würden noch für eine Quartschnitte arbeiten müssen, oder, wie andere berichten: die Weber möchten nur, wenn sie nichts anderes hätten. Gras fressen, dos sei Heuer reichlich gewachsen. Reben zeitgenössischen. Berichten erzählen Lied und Dichtung noch heute von„dem Webcrsmann, des Unglücks schwer heim- gesuchten Sohn", und oft kennt niemand den Verfasser. Da singt ein Weber schlicht und erschütternd von seinem Elend: Am Webstuhl fliegen die Schifslein geschwind, Wüst durch die Winternacht heull der Wind, Du frierst, mein Weib, beim hungernden Kind: Die Stunden, sie schleichen, sie schleichen... Düster malt Ludwig Pfau in seinem„Leineweber" die ver- bitterte Stimmung des schlesischen Webers: Die Lampe brennt so düster rot. Gott wb, mein Weib, nun bist du tot! Das ist der Trost in unserm Leben, Daß wir das Bahrtuch selber weben. O könnt ich weben, Fluch um Fluch, Der ganzen Welt ein Leichentuch! Und wer kennt nicht das bekannteste aller Weberlieder, das von Heinrich Heine?„Im düstren Auge keine Trän«, Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne." All die Lieder der unbe- kannten Verfasser und die Verse der bekonnten Dichter Hein«, Freiligrath. Geibel, Pfau, Weerth, übermitteln uns. ebenso wie das Hauptmannsche Weberdrama, ein erschütterndes Bild vom schlesisch-n Weberelcnd der vierziger Jahre. Aus ihrer Dual schufen die Weber sich selbst ein Lied.„D a s B l u t g e r i cht". das in seinen 20 Strophen ergreifend widevspiegell, wie den Webern aus ihrem endlosen Jammer wilder Trotz wuchs. Leidenschaftliche Anklage gellt aus diesem Lied, da« die Masse selbst schuf: Ihr Schurken all, ihr Satansbrut! Ihr höllischen Kujott«! Ihr freßt der Armen Hab und Gut Und Fluch wird euch zum Lohne! Bor dem Hause der Brüder Zwanziger wurde das Lied wiederholt gesungen. Einer der Sänger wurde ergriffen, ins Haus gezerrt, verprügelt und der Ortspolizei überliefen. Da brach der Sturm los. Es war die Raserei der Not, die die halbverhungerten Weber antrieb, am 4. Juni 1844 das prächtige Wohnhaus und dl« Warenvorräte ihres Quälers zu zerstören. Zwanziger flüchtete mft seiner Familie aus Peterswaldau nach Breslau. Der Fabrikant Fellmann rettete seinen Besitz dadurch, daß er Geld, Brot, Butter und Speck unter die Weber verteilen ließ. Den Bor- schlag einzelner, Zwanzigers Gebäude in Brand zu stecken, lehnten die Weber ab, damit der Fabrikant kein« Brandgelder bekomme. Am 8. Juni zog die inzwischen auf 3000 Köpfe angewachsene Masse der Weber nach Langenbielau. Hier wurde die Nieder- lassung der verhaßten Gebrüder Diertg angegriffen. Die Kommis und Fabrikknechte schlugen aber die Weber nach einem heftigen Knllttelgefecht zurück. Die Masse rückte nun gegen ein anderes Ge- bäude der Brüder Dierig vor. Die von der Firma ausgebeuteten Weber schloffen sich an. Da versprach Dierig jedem Weber, der des Fabrikanten Eigentum schützen wolle, süns Groschen, und die Weber ließen sich durch dieses Almosen beschwichtigen. Aber schon rückte aus Schweidnitz Militär an, den bohrenden Hunger der Weber mit„Blauen Bohnen" zu stillen. Der Erfolg war entsetzlich. Elf Tote und 24.tödlich Verwundete wälzten sich in ihrem Blut«. Der Anblick ihrer erschossenen Kameraden trieb die entsetzten Weber zu einem Verzweifkungstampf an. Mit Aexten, Knütteln und Steinen drangen sie auf die Soldaten ein und oertrieben sie aus dem Dorf. Dann zerstörten sie das Haus der Gebrüder Dierig. Aber nicht lange sollten sie sich ihres Sieges freuen. Am Morgen des 6. Juni rückten drei Kompagnien Infanterie und eine Batterie Artillerie mit vier Geschützen in Langenbielau ein. Später kam auch noch Kavallerie. Jeder Widerstand war jetzt aussichtslos. Di« Weber zogen sich zurück. Aber um so grausamer wütete nun die Justiz. Dreiundachtztg Weber wurden vor Gericht gestellt und zu schweren Strafen verurteilt, bis zu zwei Dutzend Peitschen- hieben und zehnjähriger Schanzarbeit. Aber gegen die Webernot wurde nichts unternommen. Um die Oesfentlichkeit zu täuschen, erließ der preußische König einen Befahl, der den schlesischen Blättern den Mund schloß üder die Zustände in den Weberdistrikten. Vier Jahre nach diesem Geschehen fegt« die Märzreoolution durch Deutschland. Di« wirtschaftlich« und soziale Entwicklung ging unaufhaltsam vorwärts. Maschine und kapitalistische Methoden be- herrschen die Produttton. Aber diese Entwicklung schuf zugleich die Kräfte, die den Kapitalismus überwinden werden, das moderne Proletariat. Nicht mehr in wilden Verzweiflungsausbrüchen not- gepeitschter Masien ringt heute die Arbeiterschaft gegen ihre Aus- beuter. Das moderne, zum Klasienbewußtsein erwacht« Proletariat kämpft, gestützt auf seine machtvollen politischen und wirtschaftlichen Organisationen, mit gesetzlichen Mitteln gegen Ausbeutung und Unfreiheit für«ine solidarische Gesellschaft der Menschen. 3)as Fundament des Mets Georg« Sand, die berühmte Romandichterin Frankreichs aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, durch ihre Exaltation«» und Leidenschaften ebenso gefürchtet w« geliebt, hat in einem ihrer besten Romane ,Lie Gräfin von Rudolstadt" der Demokratie ein Denkmal gesetzt. Wir bringen im nachfolgenden«ine Stell« aus diesem Wert, die sich mll der Macht de» Adels auseinandersetzt und in ihrer temperamentvollen Sprach« blitzartig das wahre Gesicht des Feudalismus beleuchtet. Wenn man einwenden wollte, daß diese Schreckgespenste ja bereits überwunden sind, so muß man dagegen sagen, daß ein« Demokratie Immer in Abwehr gegen dieselben oder ähnliche Gefahren berett sein muß, die neu im Enfftehen begriffen sein können, wie es der Faschismus deutlich zeigt. Die geschichtliche Kenntnis der früheren Zustände kann dabei als Waffe dienen. „Betrachte die Schöriheit dieser auf Felsen gegründeten, vierund- zwanzig Fuß dicken Mauern, welche seit tausend Jahren stehen, ohne daß weder der Sturm des Krieges, noch die Wirkung der Zeit, noch die Bemühungen der Arbeiter ihnen etwas anhaben formten. Ist dieses architektonische Meisterstück von der Hand von Sklaven errichtet worden, um etwa die Schätze ihres reichen Ge- bicters aufzubewahren? Ja, um in die Eingeweide des Felsens, in die Tiefen der Erde Schätze des Hasses und der Rache zu versenken. Hier sind zwanzig Geschlechter von Menschen, meistens unschuldig, einige heldenmülig, alle ober als Opfer oder Märtyrer zugrunde gegangen. Hier haben gelitte», geseuszt, gerast, gelästert: Kriegsgefangene, Leibeigene, die sich gegen ihr Joch empörten oder von Steuern zu sehr ausgesogen waren, um neuc bezahlen zu können, Reformatoren, erlauchte Ketzer. Unglückliche aller Art, Besiegt«, Fanattter, Heilige, auch Verbrecher, Menschen, in der Brutalität des Lagers großgezogen, dem Gesetze des Raubes und des Mordes unterworfen und einem furchtbaren Bergeltungsrecht anheim- gegeben. Das sind die Katatomben der Feudalillät, des kriegerischen oder religiösen Bespotismus. Das sind die Mauern, welche mächtige Menschen errichten ließen, um das Schreien ihrer geknechteten Brüder zu ersticken und ihre Leichnam« zu verbergen. Hierher drang keine frische Luft, kein Togesstrahl, hier war kein Stein, das Haupt darauf zu stütze», nur eiserne, in die Mauer geschmiedete Ringe, um die Ketten der Gefangenen durchzuziehen, und diese so zu ver- hindern, sich auf den feuchten, kalten Boden einen Platz zum Aus- ruhen zu suchen. Hierher drang nur dann Lust, Tageslicht und Nahrung, wenn es den in dem oberen Saal postierten Wächtern beliebte, für einen Augenblick den Stein abzuheben und den am Tage nach einer Schlacht zu Hunderten hier Zusammengesperrten— zuweilen nur einem einzigen Unglücklichen ein Stück Brot herunter- zuwerfen. Sieh da, Neophyt, die Quellen menschlicher Größe, welche die Zeitgenossen der Machthaber vielleicht mit Bewunderung und Neid betrachteten! An benagten Totenschädeln, an gebrochenen und vertrockneten Menschengebeinen, an Tränen- und Blutspuren, siehe, was die Sinnbilder deiner Waffen bedeuten, wenn deine Bäter dir die Schmach des Adels hinterlassen haben, siehe, was die Wappenschilder der Fürsten bedeuten, denen du gedient hast oder dienen möchtest, so du aus dem Volte stammst. Ja, hier stehst du aus dem Fundament des Adels, hier ist die Quelle des erblichen Ruhmes und Reichtums der Welt: hier sieht man, wie sich ein« Kaste erhoben und im Besitz erhalten hat, ein« Kaste, die von den anderen noch immer gefürchtet, geschmeichett und geliebkost wird. Hier, hier siehst du, wie die Menschen es angefangen, um sich von: Dater auf den Sohn über die übrigen Menschen zu erheben!" 3000 Hektar Tulpen. Daß Blumen nicht immer Luxus sind, sondern einem Land ganz beträchtliche Vorteil« verschaffen können, lehrt die Volkswirtschaft der Niederlande. Großbritannien ist der stärkste Verbraucher holländischer Tulpenzwiebeln, deren Ausfuhr einen der zwölf wichtigsten Posten in der niederländischen Außen- Handelsbilanz bilden. Wie die eben veröffentlichte amtliche Statistik angibt, betrug der Export im Jahre 1028 fast 9S Millionen Pfund Zwiebeln, die einen Wert von rund 71 Millionen Mark darstellen. Von diesen zahlten etwa 26 Millionen Mark Großbritannien und seine Kolonialbesitzungen, rund 18 Millionen Mark entfielen auf die Vereinigten Staaten. 13,2 Millionen Mark auf Deurschland und ungefähr 10 Millionen Mark auf Schweden. Die gesamte Anbau- fläche der Tulpentulturen wird für das letzte Jahr mit rund 5000 Hektar angegeben. *jp �, fömU*>%ieU!i>ivHyi Schlupf er echtMiko, fiö viele Farben..... 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Linden A.-V. 145 20 Uhr IckMM Slaats-Oper Am PI.(LRepubI. R.-S. 133 19": Uhr Erzalilongen Donnerstag, 6.A Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus I 19'.'a Uhr Staat). Sdiaasph. am üendarmenmarkt A.-V. 133 20 Uhr Stsatl.Schiiler-Tbeater.Ctiarllli. 20 Uhr Der Friseur von Roßlagen OUch. Kümtler-Th. 8*/s Uhr Prosit Qipsy Operette v.Gilbert Agnes Eslerhazy Frllz Scholz Rundfunkhörer rafbß Preise Kleines Theater Täglich SV* Uhr ftlaBodertroiken? naik tm AmerikaB.nhw von Frank Green. Musikalische lllust Fr. Holländer. Regie; Pr.FrieOniMn- freiltrlH. Thalia-Ttieater Grcsdensr Str. 72-73. 81/» Uhr Pfarrhansiromöilie Theater am Hollendorrplatz Täglich SV. Uhr Die manner der manon Operette in 3 Akten v. Walter W. Goetze auch Anmut und Liebreiz entscheidet beiderWahl! Sommerkönigin 1929 wird gewShlt Y.rw.hl.n; Donnerstag, 6. Juni. 8— 9 Uhr Freitag, 7. Juni, 8—0 Uhr Sonnabend, 8. Juni. 6-7 Uhr Gndwahl u. Krönung: Sonnabend, den 8. Juni Preis 1000 Mark in bar um PARK» VolKsbUhne riiMter amBOIcwpUti 8 Uhr Trojaner Thalia-Theater 8'ij Uhr Pfarrnaus- komodie Staat). SdiillBr-Th. 8 Uhr Der Friseur uon RoBlagen Theater am Sdülfbauerdamm. Norden 1141 u. 281 Täglich 8 Uhr Dreigrosdien- Oper Naher, Valetti, Llnoen. Lvovsky, Meckel Lustspieihaus Tägl. S'/i Uhr Arm wie eine Kirchenmaus Skidelsky, Flink, Berisch u. a. Rundfunkhörer haloe Preise. Trianon-Th. Täglich 8'/. Uhr Sonntag 39- u. 8>/i Gastspiel der Teoero- seer flaucrnaiinne me 3 Dorihetngen Ein toller Schwank Pretse: 2,S.4.6Mk. usw. Rund fun khöre r halbe Preise. Samowsky-öDlinen Theater in der (öniggrätzer Straße Täglich 8Va Uhr Riva I en Komödienhaus Täglich 8»;* Uhr Charleys Tante mit Curt Bois. Deofsdiüs Tbealet D.I. Norden 12 310 Donnerst u. Freitag wegenVorbereitung zut Premiere geschlossen. Sonnahend, d. 8. Iaht 7'ih Uhr Zum ersten Male Die Fledermaus Komische Operette in 3 Akten. Neubcarbeitet von Carl Rössler und Marcellus Schiffer. Musik v.Joh. StrauS. Regie: Max Reinhardt Musik. Ltg. und Ein- stud. Erich Wolfg. Korngold. Bühnenbilder und Kostüme: Ludwig Kainer.— Tänze; Grete Wiesenthal. Kammerspiele D.i. Norden 12 310 8O1U. Ende nach 10 Autgang nurtür Herrschaften Kleine Komödie von Siegfried Geyer Die Komödie I Bismck.24!4A7516 's, Endegeg-lOV-U. Der IPann. der sehen Kamen änderte 3 Akte von Edgar Walace. Regie; HeinzHilpert Lessing-Tlieater Täglich 89. Uhr im betrüg' Didi nnr ans Liebe Ein Stück mitMu- slk nach Vemeuil. Planeiarinm — am Zoo—— Vitlian HdtimstbilR InL B. 5 Barbarossa 3578 I6V< Uhr SUm-Mdet au» Sommers IS1/, Uhr Der Glutball der Sonne 20V, U. Von Pol zu Pol sra Sternonhimmol Tägl. außer Montags u. Mi nw. Erwachs. I Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.; Erwachsene öO Pt, Kinder 25 Pf. Rose-Theater Große Frankfurter Str. 132. Täglich 8.15 Uhr: Spiel imSchloss. Garten bühne: Täglich 5,30(Sonntag 5 Uhr) Konzert und Bunter Teil. Täglich 8.15 Uhr Ein Walzertfraeann Gr. Operette in 3 Akten v. Oscor Slrans. SV. Uhr CASINO-TBEATER«V.Uhr Lothringer Strebe 57. Unwiderrnfl. nur noch bis 16. Jaoi ..Witftftftfer von Imeutfe Für unsere Leser: Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.15 M, Sessel 1.65 Sonstige Preise- Parkett u. Rang 0.80 M. Renaissance-Theater Hardenbergstr. 6. Toi.■ Stein»,. C 1, C901 und 2583/84. SV, Uhr raglWl. UbrI Die nellige Flamme! Regie: Gustav Härtung. Reichshallen-Theater Aliaheniniih[T] Uhr Slemner Sänger u. a.; �t.lne ffariti Im ätalnreinkeller". Sommerpreisa 60 PL bU 2 M. LOörvhoft- Brettl: (Saal und Garten) Varlet*— Konzert— Tanz. ThuLam Kotih.ror v Kottb.Str.6 Tägl. 8Ubr Ellte- sanger |*f Dlelanl- n Sensation: „Berl n bars groBe Los I" Theat. d. Westens Täglich 89, Uhr Sonntag 39k u. 89. Franz lehars Weliei- lolg Friederike TeL Steinplatz 5121 'IVoiuefs: man' «DtlLbUlUf? Nur GroB-Beriin Ssrliner Tbealer DirekLHeinz Herald Charlottenstraße 90 A. 7. Dönhoff 170 81.'<. Ende 109', Uhr. Täglich Die fDüf Frankfurter von Carl Rössler Regie: Emen Rohen. Metropol-Tli. Fesuplela 1928 Tägl. 8'', Uhr Blaubart Operette von Offenbach Klthe Dorsch Lea Slezak Sonnitr- Garten-Thtatei flerllne Prater N 58, KasL-AMee 7-9. Ab 4.1/1 Uhr KONZERT Ah 6 Uhr GR. VARIsTE 18 se«. Attrakiionen. 2 Passen. Kostproben gratis! Ausschank vom Faß Feinst« Maibowle..... Liter Erstklassiger Dessert-Apteiweln, süB m Hochwert Dnsert-Johannlsbeerweln.sOB. Hocharomatisch. Dessert-Klrschwein, süB. HocharomaL Dessert-Erdbeerwein, süB m Echter Tarragona, sQB...» t>■ Echter Halaga, dunkel, süB, Eihter Griechenwein, sQB., Echter insei-Samos, hell. süB. Echter Wermuth-Wein, süß., Echter Oouro-Portweln, süß., Echter Pepsinwein für Kranke Echter Tateiaquavtt 35*/,... 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Ecke FeurigstraBe Berlin, Wismarplatz 1. Ecke Boxhagen. Str. Kruken, Flaschen usw. werden geliehen,