BERLIN Sonnerstag S.Zmii 1929 10 PI. Nr. 260 B129 46. Lahrgang grf(fteiBttajno einsach vonstatten, es erscheint zweifelhaft, ob die Beweisaufnahme morgen bereits abgeschlossen werden kann. Für wenige Minuten beschäftigt sich das Gericht erneut mit der Persönlichkeit des Oberstaatsanwalt« Müller. Als Jaku- bowski nicht schnell genug auf der Richtstätte erschien, wo der Henker mit dem Beil bereit stand, um ihn zu»mpsangen. weil der Geistliche dem Todeskandidaten noch die letzt« Oslung gab, meint« dieser ver- knöcherte Jurist: „wir können nicht dataus warten!" Der sozialdemokratische Landrat F o t h, der heute in weltlicher Form seinen Eid leistete, war Uber ein« derartige Mißachtung der religiösen Gefühl« Iakubowskis aufs höchst« empört. Der zweifelsohne gläubige Christ Oberstaatsanwalt Müller hat hier unter Anrufung Gottes eidlich erNärt, daß er etwas Aehnliches nicht gesagt Hab«. So steht wieder einmal EidgegenEid.wieim Falle des Rechtsanwalts Koch und des Herrn Müller. Es gab auch sonst noch Widersprüche in den eidlichen Aussagen der Juristen. Eine tiefe Beklemmung herrscht im Gerichtssaal, als der katholi- sch, Pfarrer Bracke über die letzten Minuten des zum Tode Ver- urteilten berichtet. Man erfährt, wie gelassen Iakubowski sich dem Henker ausliesern ließ. Auch über die verschiedenen Schritte, die der Pfarrer unternommen hat, um seine Begnadigung herbei- zuführen, hört man. Eigentümlich erscheint die Rolle des Ministerial- rats Dr. P a g« l in dem Begnadigungsperfahren. Glaubt man den eidlichen Aussagen, des Rechtsonwalt» Koch und des Pfarrers Bracke, so hat dieser ihm gesagt, daß die Gerichtsverhandlung, der er persönlich beigewohnt hat, ihn nicht von der Schuld Iakubowskis überzeugt habe und daß es unter diesen Umständen nicht zu einer Hinrichtung kommen würde. Der Staatsminister a. D. Hustaedt hat aber unter seinem Eid erklärt, daß Dr. Pagel dem Staatsministerium gegenüber die Ueberzeugung van der Schuld des Iakubowski ausgesprochen hat. Rechtsanwalt Dr. Brandt hält unter solchen Umständen«ine kommisiarisch« Vernehmung Dr. Pagel» für nicht ausreichend und beantragt sein persönliche» Erscheinen vor Gericht. Bei R..A. Dr. Brandt hat sich ein neuer Zeuge ge- meldet,»in Landjägermeister, der im Gefängnis kurz vor der Hinnchtung mit Iakubowski gesprochen hat. Iakubowski soll ihm wörtlich gesagt haben: War sich Monteur in Palingen. Sagt« mir: Iakubowski sollst sich Kind totgemacht haben Ich sagt«: Nicht ge- tan. worauf er mir sagt«: Rücke aus. Wäre für mich Kleinigkest gewesen. Wäre Lübeck auf Dampf«r nach Rußland, faljche Papiere und dann verschwunden. Da ich nicht getan, bin Ich blieben. Soll sich mir Sopf abhaue«, ich unschuldig, ich nicht macht. Dadurch würde die Wendung von dem„Kopfabhauen ganz egal" eine vollkommen andere Deutung bekommen. Der Zeug« soll geladen werden Dann folgte die Vernehmung de» früheren tommunistifchen Landtagsabgeordneten H a r t m a n n, der im Mecklenburg-Strelitzschen Landtag bald nach der Hinrichmng Jaku- bowskis einen Antrag seiner Fraktion begründete, in welchem den Ministern Mißbilligung ausgesprochen werden sollte, weil sie die Hinrichtung Iakubowskis bestätigt hatten. Hartman« selber hat in Palingen Nachforschungen angestellt. Der M ß- billigungsantrag wurde nach seiner Aussage abgelehnt, obwoh'. die Vertreter verschiedener Parteien ihm sachlich zugestimmt hatten.* Die Vernehmung des Zeugen Hartnunn dauert bei Redakttons- schluß an. Keine Minderheiien in Madrid. Debatte wird auf September vertagt. Madrid, 6. 3unL(Eigenbericht.) Die vorgesehenen Verhandlungen des Völkerbundsrales über da» Minderheilenproblem werden voraussichtlich aus September ver» tagt. Die Vertagung erweist sich mit Rücksicht aus den Abgang der konservativen Regierung in England als notwendig. Arbeiisbeschaffung durch Thomas. Kabinettskomitee als wirtschaftlicher Generalstab. London. 6. Juni. Für den Posten des Ministers, dem die Behandlung des Arbeitslosenproblems in die Hände gelegt werden soll, ist endgültig I. H. Thomas ausersehen worden. Diese Ernennung werde das Vertrauen der Arbeiter und des Landes zu der neuen Regierung stärken. Nach der„Daily Mail" hat Miß B o n f I e ld den Posten des Gesundheitsministers und Greeywood den Posten als Arbeits- minister übernommen, während für Kennworthy ein untergeord- neter Mnisterposten vorgesehen sei. Eine weitere Neuerung der Arbeiterregierung wird darin be- stshen, daß«in Kabinettskomitee unter Vorsitz Macdonalds gebildet wird als eine Art wirtschaftlicher Generalstab, etwa nach dem Vorbild des Reichsverteidigungskomitees, das sich besonders der industriellen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen annehmen und aus diese Weise die Zusammenarbeit der einzelnen zuständigen Ministerien sicherstellen soll. Die bürgerliche Presie, darunter besonders die„Times", wieder- holen, daß man einer Arbeiterregierung die Gelegenheit nicht nehmen dürfe, ihr Können zu zeigen, sosern sie sich auf 3rau JCucie Siejardin, «ine Vortämpferin des Frauenwahlrechts in Belgien, wurde als erster weiblicher Abgeordneter ins belgische Parlament ge- wählt. Sie ist Mitglied der Sozialistischen Partei. breiter den, akratischer Grundlage bewege und nicht vergesse, daß nicht die Partei, sondern da» Parlament das Land regiere.„Daly Chronicle" schreibt, wir betrachten die neue Regierung ohne irgendwelche Vorurteile und werden ihr Kredit geben, wo Kredit angebracht ist. Andererseits werden wir uns aber auch das Recht zur Kritik und zur Opposition vorbehalten, sobald unsere Grund- sätze verletzt werden sollten. Gieuermilderung gegen Provision. Sparbücher prager Kinanzbeamier. Prag. S. Juni. Das Finanzministerium veröffentlicht eine amtliche Darstellung der vor einigen Tagen aufgedeckten Kovruptionsaffäre bei der Prager Londesfinanzdirektion. wo eine Anzahl Be- amte ihre Stellung dazu mißbraucht hat. von Personen, die um Nachlaß von Steuern nochsuchten, eine Vermittlungsproviston von — 15 Prozent der nachgelassenen Summe zu verlangen. Im ganzen sind, wie der Mitteilung zu entnehmen ist, neun Per- sonen in dieser Angelegenheit verhaftet worden, von denen drei inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden sind. Von dem einzuleitenden Strafverfahren wird jedoch ein sehr viel größerer Personenkreis erfaßt werden. Besonders belastet ist ein Z2jShriger Kanzleibeamter Wenzel Schneider, in dessm Wohnung drei Sparkassenbücher über zusammen 225 000 Kronen, der Schlüssel zu einem Banksafe und verschiedene verdächtige Aufzeichnungen be- schlognahmt wurden Bei einem anderen Bankunternehmen hotte Schneider ein« Einlage von 100 000 Kronen zur Deckung von Verlusten bei Börsengeschäften gemacht. Sein Debetkonto war mit einer Million Kronen belastet. Das Finanzministeriuni bestreitet, daß Schneider und die übrigen schuldigen Beamten mit ihrer Tätig- keit Miionen verdient hätten._ Nicht recht zu machen!- Kommunistische Beschwerde über Aufhebung des Demonfirationsverbokes. „Was ist die heute angekündigte Aufhebung des Demonstra- tionsverbots in Berlin?"— so fragt die tominunistische Erfurter „Tribüne", und erteilt sich selbst die Antwort:„Nichts anderes als ein neues elendes Manöver, um die Empörung über das Zörgiebel-. Blutbad zu beschwichtigen und die Vorbereitung der„demokra- tischen' Diktatur, d.h. der sozialfaschistischen Diktatur, durch Er- weckung von neuen demokratischen Illusionen zu maskieren.„Gleich- zeitig soll die„demokratische" Aufhebung des Demonstrationsver- botes zu neuen verbrecherischen Provokationen ausgenützt werden. um nach solchen bewußt provozierten Zusammenstößen die KPD. verbieten zu können." Woraus man sieht, daß es den armen Kommunisten nicht rechtzumachen ist. Dieweil sie sich— mit oder ohne Verbot— stets zu blutigen Zusammenstößen„provoziert" fühlen! Hl« hilft nur der Psychiater! Die englische Botschaft ohne Alkohol. Der englische Botschafter in Washington, Howard, teilte denr Auswärtigen Amt in Lonoon mit, daß die Botschaft in Zukunft keine alkoholischen Getränke mehr be- ziehen werde. Die anderen auswärtigen Diplomaten in Washington lehnen dieses Vorgehen des englischen Botschafters ab, da sie mit der Trockenlegung der Gesandtschaften in Washington nicht einver- stand«« find. „Er schleifte mein Kind durch den Kot". Oer Vater der ermordeten Aeaypterin sagt aus. Wien. 6. 3uni.(Eigenberichl.) 3n dem Mordprozeß Garlner wurden am Mittwoch z«hl- reiche Zeugen vernommen, die während der Erschießung der Prinzessin Dschidschi in dem Konzertsaal anwesend waren. Die Der- nehmungen ergaben, daß Gärtner die Eisersucht-tat bei voller Ueberlegung ausgeführt hat. was der Angeklagte bestrettet. Der Dater der ermordeten Prinzessin, der ägyptisch« Exminister und Senator Mouheb-Pascha erklärte nur!n Abwesenheit des Mörders aussagen zu können. Gärtner wurde daraufhin abge- führt. Mouheb-Pascha schildert« dann, wie Gärtner in mehreren Briefen an ihn um die Hand seiner Tochter geworben habe. Seine Behauptung, daß er sich von einer steinreichen Frau scheiden lassen werde, nur um seine Tochter zu heiraten, habe aus ihn ab- stoßend gewirkt, und die später eingezogenen Auskünfte über Gärtner hätten seinen ersten Eindruck über diesen Menschen bestätigt. Am Schluß seiner Aussage rief der Vater der Ermordeten dem Ge- richtshof zu:„Ich will es dem bohen Gerichtshof anheimstellen, das wahnsinnige Verbrechen zu rächen, das an einer mir heiligen Person begong«« wurde. Ich erheb« aber auch hier flammenden Protest gegen all die A b s ch e u l i ch t e i t en, die über meine Tochter verbreitet werden. Der Mörder hat mein Kind mit seiner Aussag« durch den Kot geschleift." Schluchzend verließ der Vater der Toten den Gerichtssaal. Seine Ausführungen hinterließen einen tiefen Eindruck. Trübe Wetterauesichien. Vorläufig keine sommerlichen Temperaturen. Der größte Teil des Kontinents mit Ausnahme des Lüdens wird noch immer von den aus dem Nordwesten vorgedrungenen Kaltluftmassen stark beeinflußt. Die Temperaturen sind d«r Jahreszeit entsprechend sehr niedrig. In Berlin wurden vergangene Nacht in d«r Inn,«- badt nur 8 Grad Wärme gemessen: ia den Außen- bezirken zeigte da, Thermometer sogar nur 5 Grad aw Die Gesamtwetterlage sieht nach den Mitteilungen de» Amtlichen Wetterdienstes wenig vertrauenerweckend aus. Von Frankreich nähert sich ein wärmerer L u f t st r o m, der in etwa 3000 Meter über die Kaltluftschicht hinweggleitet. Di« Folgen sind starke Eintrübung und zunehmende Le- w ö l k u n g. Es ist daher mit einein nur unerheblichen Anstieg d«r Temperaturen und leichten Regensällen zu rechnen. Wird der Vesuv sich beruhigen? Er spuckt noch immer große Schlackenstücke aus. Neapel. S. Juni. Wenn auch gegenüber den letzten Tage« der Lava- erguftdesBesuvim Abnehmen begriffen ist, so bleibt doch die Eruptionstätigkeit des kleinen Kraters nach wie vor sehr lebhaft. Immer noch werde» große Schlacken st ilrke emporgeschleudert, die auf die Seiten» wände des großen Kraters niederfallen. Indessen ist der Lavasee in dem Abgrund am kleinen Krater verschwun» den. Aus der Tatsache, daß die große« Schlackenstllcke beim Aufprall aus den Erdboden zersplittern, läßt sich schließen, daß die Temperatur der herausgeschleu- derten Massen sinkt und die Eruptionstätigkeit zurück» geht. Der Halbkreis, den der östliche Lavastrom um Terzigno ge- zogen hat und der über SM) Meter breit ist, schließt sich immer enger um Terzigno. während die vorgelagerten Siedlungen langsam von Lava bedeckl werden. Den Bewohnern droht keine Lebens- g« f a h r, da der Räumungsbefehl rechtzeitig durchgeführt wird. Knisternd und zischend wälzt sich die Lava durch Gärten und Wein- berge vor. umzingelt Häuser und hebt sie aus dem Grund. krachen und Staubwolken zeigen an. wo vor wenigen Minuten noch Mauern standen. Wo Lava Brunnen zudeckt, erfolgen Ex- p l o s i o n e n, durch die Lavablöcke bis 100 Meter weit geschleudert werden. Bei den größten Einbruchestellen hoben Filmopera- teure Ausstellung genommen. Auch Klangfilmaufnohmen werden versucht, die das Grollen des Desuvs und die Begleitmusik des Zerstörungswerkes festhalten sollen. Aus den Zugangsstraßen begegnet man beladenen Fuhrwerken, die geräumte Hab«, hier Kirchengerät, dort Hausgegenständ«, in Sicherheit bringen. Dumpf schlagen Kochkessel und Kirchenglocken zusammen. Nachts leuchtet der Vesuv und der Lavasee im Ball« dell'inferno weit über das Tal. Wie«ine verlassene Himmelsleiter wirken die«lektri- schen Lampen der Drahtseilbahn aus der Westseite des Kraters. Waffenlofes Heldentum. Die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit hat eine dankenswerte Ausgab« übernommen, der Lugend die Erkenntnis zu nehmen, daß er nur«in kriegerisches Heldentum geben könne. Mit Genehmigung des preußischen Mini- steriume für Wissenschaft, Kunst und Bolksbildung hat die Liga in allen Schulen Preußens die Schüler aufgefordert, sich au einem Preisausschreiben zu beteiligen. Di« Schüler sollen über das Thema „Waffenloses Heldentum� einen Aufsatz schreiben. Die fünf besten Aussätze sollten prämiiert werden mit dreiwöchigen Reisen ins Ausland. Di« deutsche Jugend hat durch ihre zahlreiche Be- telligung an diesem Preisausschreiben gezeigt, daß sie gewillt ist. sich mit der Arbeit und den Zielen des Aölkerbunde» vertraut zu machen, und daß sie selbst im Geiste der Dölkerverföhnung erzogen werden will. So wurde die Feier, bei' der die Preise verteilt wurden, zu einer wahren eindrucksvollen Friedenskundgebung. Am Dienstag nachmittag versammelten sich mehrere hundert Schüler und Schülerinnen in der Hochschulbrauerei in der Seestraße. Nach einer Ansprache von Frau Lang« und der Vorführung eines Märchen» spiels wurden die fünf besten Aufsätze verlesen, die außerordentlich gute Gedanken sür eine aktive Mitarbeit in der Friedensbewegung zeigten. Wilhelm H i r s ch f e l d von der Goethe-Schule in Berlin erhielt den ersten: Eva Seligmann von der Dorotheenjchule in Köpenick den zweiten und Heinz S t ö v e von der S. Volksschule in Berlin den dritten Preis. Di« Schülerin Anneliese Linke von der Westend-Schule in Berlin und G. S'pra fke von der 5. Dolks» schule in Berlin erhielten weitere Preise. Di« Internationale Frauen» liga will dies« Arbeit an der deutschen Jugend sortsetzen und auch versuchen, aus den Kreisen der Schüler und Schülerinnen«ine Jugendbewegung zu schassen, die sich bereitwilligst an der Arbett für den Frieden beteiligen will. Ob es notwendig ist, zu den übrigen Friedensbewegungen, zu der auch die Arbeiterjugend zu rechnen ist,«ine neu« Bewegung zu schaffen, sei dahingestellt, denn die Zersplitterung der»röste wird sicher nicht dazu beitragen, die Arbeiten, di, Jugend pazifistisch zu erziehen, erfolgreich zu machen „Achtung-ein Ftlm vom deutschen Mndfunk" Ein im Austrag der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft von der Eommerz-Film hergestellter Film„Achtung, Achtung—«in Film vom deutschen Rundfunk" wurde erstmalig in der Kamera Unter den Linden der Presse vorgeführt. Telegraphendirektor W e i ch a r t sandte dem ersten Teil des Films, der die technischen und physikalischen Vorgänge beim Rund- funk behandelt, einige erklärend« Worte voraus. In diesem hoch- interessanten Teil wird' in geradezu vorbildlicher Weise die schwierige Rtaterie des Zustandekommens einer Sendung verdeutlicht, wobei er auch die technischen Begriff«, wie elektrische Wellen, Gleich- und S�echselstrom. die Umformung des Klangs oder gesprochenen Worte» in elektrische Schwingungen, den Begriff Wellenlinie und andererseits die Apparaturen des Empfänger», teilweise durch Trickaufnahmen zum Verständnis bringt. Der ganze Borgang der Rundfunktelephonie. vom Mikrophon beginnend, über die Hochantennen der Großmasten ausstrahlend, bis zum Ohr des Empfängers, wird in vorzüglichen Bildern vorgeführt. Daher wird sich dieser Filmteil gonz besonder» al» Lehrfilm für Schulen eignen. Der zweite Teil des neuen Films behandelt die L r« l f e i t> g» keit der Darbietungen des Rundfunk» und zeigt w geradezu raffinierten Bildkompofitionen den ungeheuren Bildungs- und Der- kchrschorakter des Rundfunks auf ollen Interessengebieten und für alle Schichten der Bevölkerung. Man kann verstehen,, daß der propagandistifche Gedanke der Regie eine dankbare und groß- zügige Arbelt zuerteilt hat. um so mehr aber muß man auch be- dauern, daß einige geschmacklose Entgleisungen darin entHallen sind. Schulz-Aeukölln-Feier im Rundfunk.' Ein Rundfunkhörer schreibt uns: Di» Mittwochnachmittagveranftaltun, der Berliner Funkstunde war offensichtlich°l» Ehrenveranstaltuns für die Randfunkentführer gedacht Man hatte eine halb- Stunde K a r l» M a y- Unterhaltung für die Jugend angesetzt: aber» wurden ausgewachsene anderthalb Stunden, während derer die Kämpf« um den „Schatz Im Silberfee' tobten. Unterhaltungsmufik, wissenschaftliche Vorträge di« aus dem Programm'd«s Nachmittag- standen— sie all. wurden von den Fluten des Silbersees verschlungen. Ringsum Karl May! Sollte die Leitung der Funkstunde nicht wissen, daß von ihrer halben Million Berliner Hörer doch ein Teil schon über didse olberne und verlogene Abenteurerromaittik hinaus ist? Arbeitertheater in Paris. Von Eugen Gerber-Paris. Wer noch nie einer Aufführung des Pariser„Arbeitertheaters" in Belle Bille, in St. Denis, in Malakofs oder sonstwo im„Roten Gürtel" der französischen Hauptstadt beigewohnt hat, der hat über- Haupt noch kein Theater gesehen. Ich finde im ganzen„Duden" keine Worte, um die Atmosphäre. die Begeisterung, den Jubel in diesen kleinen übelriechenden, meist improvisierten Theatersälen zu beschreiben. Die Schauspieler, meist Arbeiter, das Stück, di« Musik— dos alles sind Nebensachen. Die Zuschauer spielen. Eng zusammengepsercht, die Mütze aus dem Kopf, das Hemd weit gsöfsnet, auf der Jacke, aus den Sammethosen, auf den schweren Schuhen noch den Staub der Straße, den Kalk irgendeines Neubaues, so hocken sie da mit ungewaschenen Ge- sichtern. auf der Stirne perlt der Schweiß, der Tabakrauch qualmt, mancher hält noch das Handwerkszeug, Hammer, Säge, Schrauben- schlüssel, krampfhaft umklammert. Aber aus den rot unterlaufenen Augen sprüht die Flamme der Begeisterung, der Spannung, heller al- die halb blinden Lampen an der in alle Himmelsrichtungen aus- gesprungenen Decke. Die Flamme sprüht feuriger van Sekunde zu Sekunde. Ich zittere. Wenn nicht im nächsten Augenblick dos Stück beginnt, steht der Saal in Flammen. Es kstngell. Gott sei Dank! Totenstille. Man spielt ein Stück von Marcel Thoreux:„Volk, du schläfst!" Oscar— Ludovic Frizord ist ein Verräter an dem Arbeiter- syndikat. in dem er groß geworden. Ein Journalist reicht Ludomc die Hand zum Berrat. Die Tochter Frizards, ganz erfüllt vom Ideal der Befreiung des Proletariats, verflucht den Bater, entlarvt ihn und heiratet seinen Gegner. Frizard kann keinen Satz» zu Ende sprechen. Der ganze Zu. schauerraum bäumt sich gegen ihn aus. Verräter, Spion. Lump. elende Kreatur und hundert andere Schimpfworte zerhacken seine Sätze. Der Journalist wird mit noch laurerem Schreien und ohren- betäubendem Pfeifen am Sprechen oerhindert. Man droht, beide von der Szene herabzuholen und zu lynchen. Der Tochter, die sich gegen Ihren Dater auflehnt, werden Brotstllcke, Blumen, Mützen zu- geworfen, und wenn sie am Schluß dem ehrlichen Arbeiter, dem Feinde ihres Daters, die Hand reicht, erhebt sich der Saal, und wer nicht zujubell, wischt sich mit dem Aermel eine aufrichtige Träne aus verweinten Augen. Nein, das war kein Theater. Das war mehr, viel rie»�. Und als ich um Mitternacht gegenüber dem Theaterfaal iv St De�. an der Zinktheke einen Kaffee trank und um mich her eia Dutzend Arbeiter das Stück noch einmal spielten, den Ludonic r|, der Gurgel erfaßten, dem Journalisten einen Fufitritt narfafctt» und auf das Eheglück der tapferen Tochter einige Runde» Weißwein � tranken, hatte ich diese Männer vor Freude umarmen mögen. Morgen früh, in fünf Stunden schon, besteigen sie die Untergrundbahn, um pünktlich in der Fabrik oder am Neubau anzutreten. Ich schlich mich wie ein Dieb in die Nacht, an der Kirche von St. Denis vorbei zur nächsten Autohaltestelle, genau gegenüber der allen Kirche, in deren Grüften die Könige fvii Frankreich begraben sind. Der Dichter Marcel Thoreux ist Maschinenschlosser. Cr organisiert die Tourneen, er übt mit den Arbeitern seine Stücke selbst ein. „Dem Leben ins Auge schauen!" heißt ein anderes Stück.„Die Auserstehung von Paris" ein drittes. In diesem zeigt der Dichter den Konstitt der Brüder Girbaud. Der jüngere häll den älteren Bruder für tot und beutet ein der Witwe gestohlenes Patent aus: aber der Totgeglaubte kehrt unter unbeschreiblichem Jubel der Zu- schauer zurück und straft den Dieb, der von der Szene schleunigst verschwinden muß, um nicht vom Publikum heruntergeprügell zu werden. Gewiß, die Werke Thoreux' sind keine Kunstwerke und sie würden das Rampenlicht der Comöd'e Franxaise nicht vertragen. Aber sie find von einer erschütternden Naivität und Aufrichtigkeit. Seit einigen Monaten versuchen die Kommunisten, dieses Prole- tarisrtheater als hervorragendes Propagandamittol ins Schlepptau zu nehmen. Der kommunistische Abgeordnete Vaillant-Couturier hat selbst ein Stück verfaßt, eine Art Gespenstergeschichte, aus der man nicht klug wird und die für den kommunistischen Autor gegen gute Bezahlung eine bekannte Schauspielerin der Com-die Franxaise inszenierte. Aber weil es nicht vom Herzen kam, ging es nicht zmn Herzen.„Das Gespenst" wurde nur viermal ausgeführt. Thoreux aber feiert im„Roten Gürtel" jeden Abend Triumphe. „Oer Kriseur von Voßlagen". Kleinstadttypen im Schillertheaier. Im allgemeinen haben wir für die Geschäftsaussichten eines neugegründeten Frisiersalons in einer wildfremden Kleinstadt wenig Interesse. Es ist uns Wurst, ob der Laden des uns völlig unbe- kannten Herrn Putmonn floriert oder nicht, und wie sich die Ein. wohner von Roßlagen zu der Neugründung stellen. Dennoch be- schreibt Brung Wellenkamp tu seiner Komödie„Der Friseur von Roßlagen" das wechfeloolle Schicksal des Geschäfts ckttd seines Grün- dcrs mit der Gewissenhaftigkeit eines Chronisten. Wieso es Karl Putmann trotz seiner Neigung zum' Alkohol gelingt, aus ferner verschlammten Barbierstube einen hvchnoblen Frisiersalon mit ge- trennten Abteilungen sür Damen und Herren zu machen und die Damenwell von Roßlagen in die letzten Geheimnisse der Kosmetik einzuführen, das zu schildern hat hier wenig Wert. Aber im Theater nehmen die Zuschauer an der Gründung so regen Anteil, als ob sie alle Roßlagener wären. Bruno Wellenkamp hat nämlich ausgesprochenen Sinn zum Ulk um des Ulkes willen, bunte Phantasie und. gesunden Mutterwitz, eine kindliche Freude am Aushecken von grotesken Situationen. Wem dos Hauptverdienst an den Lachstürmen zukommt, die durch das Theater brausen, dem Autor oder Regisseur Jürgen Fehling, das Ist nicht leicht zu sagen. Fehling zieht die Ko- mödie als großartigen Bierult auf. Da erscheinen z. B. die Stadt- Oberhäupter im Friseurladen. Es geht um di« nackte Büste im Schaufenster. Kuisst hm. Kirnst her, sie muß verhängt und erst Zentimeter um Zentimeter enthüllt werden. Der Bürgermeister sieht aus wie ein asthmatischer Rinaldo Rinaldini, wütend, schreckenerregend, und seine explosiv hervorgestoßenen Sätze werden von HustenstSßen abgewürgt. Oder«ine Gasthausszene, wo der Herr Ober auf einer uralten Drahtkommode sein« Gäste zu unter- halten sucht. Cr kommt über den«Inen hohen Ton nicht hinweg, sucht ihn unsicher und fängt immer wieder von vorn an. Ulkig« Regieeinfälle überkugeln sich. Zum Schluß wird der Friseur Ehrenbürger der Stadt mit Musik und festtichen Umzügen � und Rrmdsunkan sprachen, bis ein plötzlicher Regenguß allem ein Ende bereitet. Alle Schauspieler überbieten sich in grotesker, bewußt über- spitzter karikaturhaster Darstelluitg. Zum Schreien komisch ist Franz Weber als Friseur. Er befindet sich ständig im Tran. und torkell halbschlafwandlerisch über die Bühne. Walter Werner als Bürgermeister. Artur Menzel. Albert F l o r a t h. Margarete Schön und Arribert Wäscher haben an dem frene- tischen Lncherfolg regen Anteil. Die Psifse, die zum Schluß er- tönten, konnten an dem endgültigen Erfolg nicht rütteln. D�r. Bibesco:„Welche war's?" Theater in der Behrenstraße Hat Julia, halb Iüngferlein und Zofe, hat Gertrud, die ge» schieden ist und ihre Tugend gern aus Eis legt, hat Adrienne, dem zärttichsten Gatten anvertraut, doch momentan Strohwitwe, in der Billa, in der Juligewitternacht im Zimmer des Gastes, des Herrn Miralesku, Taschentuch und Pyjamagürtel vergessen? Hundstagsfrage, die von dem amüsanten Verfasser, einem in der Diplomatenschule des Balkans gereiften Herzens- und Boudoir- Politiker, dahin geschlichtet wird, daß der Damenfreund selbst nicht weiß, ob alle drei oder ob keine von den drei Damen— sie müßten e« doch wissen, aber sie wollen es nicht wissen Schließlich wollen sie alle drei zur Türe des Herrn Miralesku hineingeschlüpft sein. Es herrscht bi, zum Ende der Komödie ein erfreuliches Halb- dunkel über der Wahrheit. Man geht nach Haufe und ist noch ein« Stunde mit dem Rätsel beschäftigt. Kaum mit Erfolg. Diese Erfolglosigkeit bringt den Erfolg der Komödie. Käthe Ha a>ck. Martha Mario New es und Lucie Englisch werden wohl einige Wochen lang di« Phantasien der indfskreten Börfenleute beschäftigen. Auch Nalph Arthur Roberts jongliert mtt großer Ueberlegung, einem nie versagenden Exotend.ialekt und her- vorragenden Lebemannsmanieren di« Pointen. dt. H. vühneachronlk. Im„Deutschen Künstlertheater' er- lebte gestern die Operette„Prosit G i p s y" die 50., im„R«° naissancetheater" Maughams spann»ndes Kriminalstück „D i e h e i l t g e F l a m m e", das zum Unterschied von den anderen «in ernsthaftes Problem behandelt, die 25. Aufführung. Tonfilm und kein Ende. Endlich habe ist den ersten großen amerikanischen Tonfilm, d« setzt im„Gloriapalast" läuft, hören und sehen können. E» fall drüben inzwischen schon Besseres geben als„den singenden Narren". Aber es ist gut, wenn wir die Entwicklung Schritt für Schritt nach- holen. Für den großen Erfolg in Amerika war neben der Senfatton des Neuen der Glücksfall maßgebend, daß der bereits im rctnen Film erpropte volkstümlich« Sänger A. I o l f o n die Houptroll« spielte. Ein ganzer Kerl, ein sympathischer Kerl und eine wohl- lautende Stimme. In Deutschland ist man vielfach der Meinung, daß die englische Sprache unschön fei. Nichts falscher als dos. Be- sonders gesungen kann Englisch geradezu wundervoll wirken. Es »hat neben dem Plattdeutschen den größten Reichtum und die größte Mannigfaltigkeit an Vokaley. Freilich die beiden Frauen, die un Film mitwirken, haben nichtssagende und kreischende Stimmen, und es ist unbegreiflich wie man solche Fehlbesetzung vornehmen konnte. Man merkt schon, daß der Tonfilni» ganz anderf Kräfte braucht al» sein älterer Bruder und daß die Stimme wichtiger ist als di« glatte Hübschheit. Dieser erste Tonfilm zeigt noch die Verbindungslinien mtt dem bisherigen Film. Die ganz« tonlose Einleitung ist nicht, als alter Film. Erst wenn Iolfon richtig ins Spiel kommt, setzt die Stimm«. ein. Und es ist gut so, denn der triviale Alllagsfilm würde kaum di« Vertonung vertragen: der Riß zwischen der naturwahr wieder« gegebenen Stimme und dem konventionellen, unwirklichen, siächen- hasten, farblosen Filmbild wäre zu stark. In der gefühlsmäßig«« Steigerung besonders des Gesanges wird diese Disserenz nicht so empfunden. Für Opernübertragung wird der Tonfilm vorläufig am geeignetsten sein(falls die volle Orchesterwirkung erreicht wird und das langsame und unfilmische Spiel der Opernsänger nicht stört). Im übrigen sind alle Fragen des Stil» noch offen. Als Reproduktionstechnik, besonders auch für die' M'.sit trachtungen.) I.; Wertung und Umwertung. 17.00 BJindenkonzert. Mitw.: Margarethe von Wlnterfeldt, Sopran; Herbert Spohn, Tenor; H. Jahn-Schulze, Klavier; Gemischter Chor der Staatlichen Blindenanstalt, Steglitz. Dirigent: Georg Ismer. Am fTdgel: Ben GeyscI. 18.00 Franz Käffca.(Zum 5. Todestag.) Vortrag und Leseproben; Willy Haas. Anschließend: Mitteilungen des Arbeitsamtes Berlin Mitte. 18.40 Winterfeldt-Mcnkin: Das Hilfswerk des Roten Kreuzes. 19.00 Paul Wdstheinr„Kunst. Geschmack und Mode". 19.30 J, Qicsbcrts: Zur Rettung des Kölner Doms. 20.00 Berliner Festspiele 4. Uebertragung(Philharmonie):„Der deutsche Männerchor", Berliner Lehrer-Gesangverein und Berliner Liedertafel. I. Teil. Berliner Liedertafel. Dirigent: Wiedemann. II. Teil. Berliner Lehrer-Gesangverein. Dirigent: Riidel. III. Teil. Gemeinsame Chöre. Nach den Abendmeldungen bis 0.30 Tanzmusik(Fred-Bird-Tanz-Orchcster). Während der Pause: Bildfunk. Königswusterhausen. 16.00 Frau Dr. Sun�m und Jugendleiterin Fürth: Erziehungsberatun-g:„Arbeit des Kleinkindes". 16.30 Hans Tcssmer: Siegfried Wagner zum 60. Geburtstag. 18.00 Dr. B'.uno Geißler: Die Muttersprache in der Pädagogik. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. : 18.58 H. Födisch: Drainagen. 19.20 J. Mollath, M. d. R.: Der deutsche Kaufmann hn Ausland. sozialistische.Narod' meldete, daß die Polizei und mwerantwori. liche Faktoren alle Hebel in Bewegung setzen, um die Streikenden niederzuknüppeln. Besonders malträtiert die Polizei in Philippopel, wo über 12 000 Arbeiter im Ausstand stehen, im Bunde mit faschistischem Gesindel die Streikenden. Die bulgarischen Stahl- hclmer, von verschiedenen Firmen mit dem Namen der Tabak- arbciter versehen, gehen von Haus zu Haus, um die Ausständigen mit Gewalt zur Arbeit zu treiben. In Haskowo hat der Bezirkspräfekt verboten, daß mehr als zwei Streikende auf der Straße zusammengehen. Jeder Verstoß gegen dieses Verbot wird mit 2000 Lewa, also einem Arbeitereinkommen von l'/h Monaten, bestraft._ Oer Sowi'eistaai alsJirkusunternehmer Warnunq an Artisten vor Engagements. Vor dem Weltkriege bot Rußland bekanntlich ein reiches Ar- beitsfeld für Artisten. Nach der bolschewistischen Revolution trat der Staat als Zirkusunternehmer in Tätigkeit. In den ersten Jahren kamen Dompteure, Athleten und Clowns, die nicht übertriebene Ansprüche stellten, zusriedengestellt und sogar des Lobes voll aus Rußland zurück In letzter Zeit jedoch bekommen die Artisten ihr in Rußland verdientes und dort erspartes Geld nicht aus Rußland heraus. Ebenso sind die Dollarüberweisungen an die Familien der Ausländer, zu denen die Sowjetmacht sich verpflichtet hatte, nicht ausgeführt worden. So kommt es. daß aus Rußland zurückoekeh te Artisten insgesamt Ausstände von über 100000 Mark haben, die trotz aller Bemühungen der Internationalen Artisten löge nicht einzutreiben sind. Hinzu kommt, daß, allen Abmachungen entgegen, den Artisten die Reisetage nicht mehr bezahlt werden und die R e g u i s i t en und Apparate der Aus- länder mit Wisien und Unterstützung der Leitung der Staaiszirhr'e kopiert sein sollen. Da ferner verlautet, daß die schlecht bemhltm russischen Artisten über Gagcnrückstände klagen, sieht sich die Internationale Artistenloge genötigt, ganz energisch vor An- nähme von Engagements nach S o w j e t- R u h l a n d zu warnen._ 400 Veiriebsraie besuchen Verlin. Anläßlich der Zusammenkunft von über 400 Betriebsröten der Gas- und Wasserwerk« in Berlin veranstaltet« die Berliner Orts- Verwaltung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter am Montag im„Saalbau Friedrichshain" einen Empfangsabend für die Delegierten. Den Teilnehmern wurde«in reichhaltiges und künstlerisches Programm geboten. In bunter Reihenfolge wechselten das Berliner Orchester 1925 des Deutschen Musikerverbandes unter Leitung de? Kapellmeisters Artur Jander, der Gemischte Chor Groh-Berlin, die Mandolinenvirtuosin Ella The de- ran, die Terpinos von der Städtischen Oper, die Ikaros vom Apollo-Theater, eine Gruppe der Freien Turnerschaft von Groß-Berlin und der Humorist Paul Henkel einander ab. Der stürmische Applaus, der den ihr bestes hergebenden Künstlern gezollt wurde, bewies, daß die Veranstaltung von den Gästen aus dem Reich auch entsprechend gewürdigt wurde. Verantwortlich Ntr l»ie Nedaktion: Fra»,»lLd». Berlin: Anzeigen: Th.«locke. Berlin Verlag: Vorwärts Verlag G. n, b S.. Berlin. Druck: Vorwärt» Buch. druckerei und Verlagsanitalt Paul Siagen«e'S». Berlin SW es. Linden strafe». Hierzu l Beilage. < Thealet. Lidtlspiele usw' -».p-- L_' 1JJI.-' Donnerstag. 6. 6. StaatsOper Unter d. Linden A.-V. 145 20 Uhr Inten Staats-Oper Am Pl.d.Republ. R.-S. 133 19'/a Uhr MmanDs MMm Donnerstag, 6. 6. Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus I 19V: Uhr StaatLSdiansph. am Gemtarmenmarkt A.-V. 133 20 Uhr Staatl.Sehliler-Tlieater.Cliarltli. 20 Uhr Der Friseur von RoBlagen scAta 8 Uhr BS Barbarossa 9256 O'Hanlon& Zambuni und die weiteren AUrakttonea PLAZA Alex. l lagl.Su.S"; Intern. Varietß Vorverkauf stets für die laafende Woche Inkl. Sonntag CASINO-THEATEH»'/.vi.. Lothringer Strafe 37. Dnwiderran. nur noch bis 16. Jan! „Pldtckd««- von■avrua«** Für unsere Leser: Gutschein für 1—4 Personen Fauteull nur 1.15 Vl„ Sessel 1/5 5L, Sonstige Preise: Parkett u. Rang OVO M. 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Rundfunkhörer hämo Preise. Theater im lellendarfplid Täglich 8V« Uhr Die manner der Klanen Operette in 3 Akten v. Walter W. Goetze Tiialia-Theater Sresdcoer Str. 72-73. 8V1 Uhr SsniDer-SutM-Tliiitsi Berliner Prater N 58, Kast-Allee 7-9. Ab 4. Vi Uhr KONZERT Ab 6 Uhr OR. VARIITt 18 gew. Attrakttum. 2 Possen. TkeaLam uotn.Ter Kottb.Str.6 Tägl. 8Uhr Eiite- sanger Die Iiuti- SenuUon; .Bert« 8«rs oroBe Los r Bemoet Tneaier Direkt-Heinz Herald Charloitenstraße 90 A.7. Dönhoff 170 8V«, Ende I0V« Uhr. Täglich Die(Bnl Frankfurter von Carl Rössler Regie: engen Robea Tbeat. o. Westens Täglich 8V. Uhr Sonntag 3'h u. 8V« Frau Lehars weller- lolgi Friederike TeL Steinplatz 5121 Volksbühne r seiter inNlovoliti 8 Uhr Trojaner Thalia-Theater 8«/» Uhr Ptarrhaus- komOdie Staat). Sätiller-Ib. 8 Uhr Der Friseur von RoBlagen Theater am Sthiilhauerdamin. Norden 1141 u. 281 Täglich 8 Uhr Drelgrosdien- Oper ~ Neuer. Valetti, Ungefl. Lmskr, Stecket D.I. Norden 12 310 Donnerst, u. Freitag wegenVorbereitung Zill Premlere geschlossen. $eaiia8eail. 8. 8. loal 7V« Uhr Zum ersten Male Die FledermaDS Komische Operette in 3 Akten. Neubearbeitet von Carl Rössler und Marcellus Schiffer. Musik v.Joh.StrauB. Regie: Max Reinhardt. Musik. Ltg. und Ein- stud. Erich Wolfg. Korngold. Bühnenbilder und Kostüme: Ludwig Kainer.— Tänze: Grete Wiesenthal. Kammerspiele D.I. Norden 12310 8V1U. Ende nach 10 Aufgang nur(dr Herrschanen Kleine Kbmödie von Siegfried Gey« r Planetanam ■v um Zoo«■—— tirilM.'uMmttieier.Int B.5 Barbarossa 5578 16V« Uhr ttarnailder du Sommer« 18'/« Uhr Der Bluttall der Sanne 20", U. Von Psl zu Pol am Sternenhimmel Tägl. außer Montags u. Mlttw. Erwachs. I Mk, Kinder SO Pf. Mittw.: Erwachsene 50 PL, Kinder 25 PL Die Komödie II Bisnick.2414/7516 8�/z. Ende geg. K�/aU. Der Mann, der seilen 3 Akte von Edgar Walace, Regie; HeinzHilpert meines Theater Täglich 8V« Uhr NaBodsrtrotken? ext den AnciUiiaduii von Frank Green. Musikalische lllust Fr. Holländer. Regie: Fr.Frledniaaii Predgrim. Metropol-Tli. Festspiele 1929 Tägl. 8'« Uhr Blanbarf Operette von Offenbach litbe Dorsch Leo Slezak Barnowsky-BOImen fbutor in der KBniggritior StraS« Täglich 8V> Uhr Riva I en Kemödionhaus Täglich 8V. Uhr CharlevsTanio mit Curt Bein. TREFF Ernst Heiles, Prenzlauer Allee 239 iq.f 164 Bierhaus Gudraiistr. 7: Am Zentralfriedbof Verkehrslokal der Partei u. des Reichsbanners Wilhelm Burg Prenzlauer Allee 189 c. F.iai Gebr. Löff ler Berlin Ol 7, Ostbahnhof Kartoffefgroßhandlung kaufen und verkaufen alle Sorten Speisekartoffeln waggonweise ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ I Konzeri-caiu Herbst; ♦ Schönhauser Allee sa ♦ X■ FrüMlueiitgedeek 1.- M.---------- ♦ ♦ spez.: KaneegedecHbi87Uhro.5om. ♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦» Lessing- Theater Täglich 8V« Uhr idmetrUo'Did] nur ans Liebe Ein Stück mitMu- sik nach Verneuil. Dttch. 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Moses Die Uusführuugen des Genossen Moses über die Miß- stände in der Notgemeinschoft der deutschen Wissenschaft haben in wissenschaftlichen und parlamentarischen Kreisen eine lebhafte Diskussion hervorgerufen, die über das be- grenzte Thema zum Kernproblem vorgeschritten ist: die Problematik des deutschen Wissenschaftsbetriebes als solchen: Wenn sich die Notgemeinschaft gegen die Folgen der Kritik, gegen die Streichung von einer Million aus ihrem Etat, leidenschaftlich Zvehrt, so ist das verständlich. Das kann aber nicht über die Berechtigung und Notwendigkeit der Kritik, das kann nicht über eine gewisse Ueberalterung unseres jzochschulbetri'ebes hinwegtäuschen. In einer Zell, in der die Reformer mit wachsendem Erfolg am Werk sind, das gesamte Schulwesen dem Pulsschlag des modernen Lebens anzupassen, auf die Refornibedürftigkeit auch des Hochschulwesens hingewiesen zu haben, bleibt das Verdienst des Genossen Moses. Wir geben ihm Raum für ein Schlußwart, das zugleich ein Vorwort für die Hochschul- reformer sein sollte. Meine Ausführungen über die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft sind erfreulicherweise stark beachtet worden. Sie haben mir manche Zustimmung und manche Entgegnung gebracht, ein Be- weis, daß ich ein Thema berührt habe, dem mit Recht größte Auf- merksamkeit geschenkt wird. Ich habe an Hand der Jahresbericht« der Notgemein- schast der deutschen Wissenschaft den Beweis geführt, daß bei der Verteilung der Unterstützungen nicht nach dem Grundsatz vor- gegangen wird, der die Notgemeinschaft in- Leben gerufen hat und ste zum Träger des wissenschaftlichen Lebens machen sollte. Ich habe nachgewiesen, daß ein übergroßer Teil des von der öffent- lichen Hand der Notgemeinschaft zur Verfügung gestellten Geldes zur Unterstützung von Arbeiten verwendet wurde, die— so interessant und wichtig sie auch für einen beschränkten Kreis wissen- schaftlicher Interessenten sein mögen— für das Volksganze b e- deutungslos bleiben: ich habe nächgewicsen. daß wissenschaftliche Zweige, die gerade wegen ihres zukunftsweisenden Charakters für Staat und Volk von größter Wichtigkeit sind, von der Not- gemeinschaft vernachlässigt wurden und zugunsten jener Abarten ins Hintertreffen gerieten, die oft nur einen spielerischen mittel- alterlichen und außerordentlich spezialisierten Anstrich haben. Ich habe ferner kritisiert, daß der junge Nachwuchs, der in erster Linie gefördert und unterstützt werden soll. Verhältnis- mäßig wenig von der Notgemeinschaft erfahren hat, während große Gruppen von ordentlichen Professoren, deren materielle Lage ihnen eine ausreichende Hilfe bei ihren Arbeiten gewährleistet, von der Notgemeinschaft zum R'achtSN des N a ch Mu ch f e s mehr als ausgiebige Förderung jAuhtP. verlaitgt. daß das Parla- meklk est« strengere Kontrolle der Bewilligungspolitik der Notgemeinschoft durchführt, ein Verlangen, das um so berechtigter ist, als die Notgemeinschaft fast ausschließlich durch Unterstützung des Reiches lebensfähig erhalten wird. Oer Zweck des Abstrichs. Wenn ich den Abstrich am Etat der Notgemeinschaft unterstützt und befürwortet habe, so geschah dies aus der Auffassung heraus, daß ein großer Teil des Geldes der Notgemeinschaft voll- kommen überflüssig verton wurde, daß eine Ein- schränkung des Etats in keiner Beziehung die tatsächlich förderns- werten wissenschaftlichen Zweige zu schädigen geeignet ist, sondern daß nur jene Bewilligungen in Zukunft wegfallen werden, die von mir und vielen anderen als ein unnützer, die Wissenschaft in keiner Weise fördernder Ballast empfunden worden sind. Ganz im Gegen- teil glaube ich, daß die Notgemeinschoft der deutschen Wissenschaft durch die Erziehung zur Sparsamkeit gezwungen werden wird, ihre Bewilligungen mit äußerster Sorgfalt zu sieben und daß davon �ene wissenschaftlichen Zweige Nutzen ziehen werden, die bis- her zu Unrecht zu kurz gekommen sind. Das Streben, in Berücksichtigung der Knappheit der staatlichen Mittel eine vernünftige und im Interesse der Volksgemeinschaft dienliche Förderung der Wissenschast zu erzwingen, l)at manch« Gegner dazu verleitet, von meiner Feindschaft gegen die Wissenschaft zu sprechen. Dieses Mißverständnis hängt wolss mit der V e r- wirrung bei der Unterscheidung zwischen Wissenschaft als Ele- ment des sozialen und kulturellen Fortschritts des Volksganzen und Wissenschaft als in sich selbst befriedigte spielerische, im Vergangenen basierte und In die Vergangenheit gewandte individuell« theoretisch- literarische Beschäftigung zusammen. Auch der Gegner sollte� Ber- ständnis dafür haben, daß eine Körperschaft, deren Bewilligung-- Politik sich nach den Grundsätzen des Allgemeinlnter- e s s« S zu richten hat, die Bedeutung eines entfernten Spezialge- biets der Wissenschast anders beurteilt als jener Gelehrte, der dieses Spezialgebiet zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat. Ich kann mir nickst recht vorstellen, daß mir ein objektiv denkender Mensch nicht recht gibt, wenn Ich behaupte. daß es ein Unrecht der OeffenklichkeU gegenüber ist, wenn z. B. von der Rotoemeinschatt die Soziologie und die sozialwissenschaft- licben Brobleme. die die Lesfentlichteit heute aus das brennendste beschäftigen, zugunsten philolonischer. historiickier und ideologischer Splitlersragen fast gänzlich' vernachlässigt werden. Nein, es geht»irklich nicht, daß die Noigemeinschaft die vom Staat bewilligten Gmier zum Nachteil wissenschaftlicher Zweige, deren Förderung Lebensnotwendigkeit ist, unnütz vertut! Aber hier kommt jene Animosität der Hochschulkreise zum Vorschein, die man allgemein beobachten kann, wenn es sich um einen jungen Zweig der Wissenschaft wie Soziologie und Ar- beits recht handelt. Man ist zu sehr in die Vergangenheit und die„gute alte", noch nicht so weit zurückliegende Zeit ver'iebt, um sich mit jenem brennenden Interesse den Problemen der Gegenwart und der nahen Zukunft, die uns alle angeht, zuzuwenden, das eines Wissenschaftlers und Forschers würdig wäre Jene Art von Philo- logentum, das in der Erforschung der Bedeutung des Wörtchens „men" im Griechischen seine Lebensaufgabe erblickt, macht sich auch in anderen Fakultäten breit. Jene Art von Gelehrtentum beherrscht das Feld, gegen das Professor Wilhelm Ostwald, ein Gelehrter, der über den Anwurf der WissenschaftsfeindNchkeit erhaben ist, zu Felde zog. als er am 19. Mai in der Wiener.Neuen Freien Presse" seinen Aufsatz:„Die Technik als Grundlage der Kultur, die soziale Aufgabe der Wissenschaft" veröffentlichte. Da heißt es: „Die meisten Wissenschaftler von heute befinden sich mit Pla- ton auf der metaphysischen Stufe und geben dies auf das deut- lichste dadurch zu erkennen, daß sie behaupten, die Wissenschaft müsse um ihrer selbst willen getrieben werden.... Wie immer, wird auch für dieses metaphysische Phantasma die höchste Ehrfurcht verlangt, und alle Arbeitsgenossen, welche diesen Unsinn überwunden und sich zur dritten, positiven Stufe empor- gearbeitet haben, werden als Banausen der öffentlichen Verach- tung empfohlen." „Tatsächlich wird die Wissenschaft nurum der Menschen willen betrieben, deren Glück sie mehren und deren Unglück sie mindern soll. Alles, was nicht diesem Zwecke entspricht, mag es sich sonst noch so wissenschaftlich gebärden,, ist nicht Wissen- schaft im reinsten und höchsten Sinne, sondern persönliche Liebhaberel, d. h. Spiel oder Scholastik." „Mit anderen Worten: die Wissenschaft ist ein soziales G e- bilde, und ihr Recht beruht ganz und gar auf dieser Eigenschaft. Und weil sie von allen sozialen Gebilden das höchste und dauer- hafteste ist, besteht eine dringende Notwendigkeit, ihr Feld von Zeit zu Zeit von dem Unkraut der Scholastik zu reinigen." „... Ebenso besteht in der Wissenschaft stets die Neigung,, Dinge zu überschätzen, die an sich nicht oder noch nickt besonders wissenswert sind, die man aber(oft unbewußt und mit Unrecht) als Mittel zur Gewinnung wirklicher Wissenswerte ansieht. So sind namentlich die so ,z i a l e n Wissenschaften in beständ- diger Gefahr, unter der Anhäufung historischen Materials zu ersticken, dessen Beibringung allein, ohne den Versuch einer wirklichen Verwertung, der Fluch der heutigen Historie ist...." „Ich werde nicht müde, immer wieder zu betonen, daß der einzige Zweck aller Wissenschaft ist, die Zukunft vorauszusagen. So hat die Kenntnis der Vergangenheit für uns nur dann eine Bedeutung, wenn wir sie zur Erkenntnis der Zukunft verwerden können...." Noch ein Kronzeuge. Hier wird das Problem der Krise der deutschen Wissenschaft mit aller Schärfe beleuchtet. Es ist dieselbe Krise, die auch Dr. Erwin Lieck- Danzig auf das medizinische Gebiet abgewandelt in seinem aussehenerregenden Buch„Der Arzt und seine Sendung" be- handelt. Er sagt: „An sich könnte ja diese ungeheure wissenschaftliche Produk- tion als«in recht gutes Zeichen geistigen Aufschwunges und eines hohen Kulturftandes gellen und so lesen wir es ja auch oft in Festschriften und Iubilämnsreden. In Wirklichkeit liegen die Dinge aber doch ganz anders. Um es kurz zu sagen: die Mehrzahl dieser Arbeiten ist überflüssig, allzu viele sind völlig wertlos....." ..Nicht Bausteine tragen heute die Kärrner zusammen, Bau- steine würdig des kommenden Meisters, sondern unübersehbare Schutthausen." „Gewiß trägt zu diesen Verhältnissen die Uebervölkerung bei, das Massenangebot tüchtiger Leute. Aber daneben stoßen wir doch immer auf die Ueberschätzung wissenschaftlicher Arbeit, aus die Verdrängung des Arztes durch den Mediziner.... All« von uns kennen solche Kliniken, die geradezu als Fabriken wissenschaftlichen Schrifttums bezeichnet werden müssen. Bändeweise fliegen Arbeiten heraus.... Sieht man sich die Arbeiten genauer an, so ist man geradezu erschüttert über die Gedankenarmut. Längst Bekanntes wird immer wieder vorgetragen." „Häufig höre ich von Praktikern die Klage, daß ihre wissenschafUiche Tätigkeit seitens der Univerfitätsprofessoren nicht die genügende Beachtung findet. Ich halte aus vielen Erfahrungen heraus diese Klag« zum Teil für berechtigt. E- gibt in der Tat Bonzen, die auf jede wissenschaftliche Tätigkeit außer- halb der Kaste verächtlich herabsehen. Die wissenschaftliche Erzeugung ist heute so gewaltig, daß auch der fleißigste und ge- rechteste akademische Lehrer sie nicht piehr ganz übersehen kann." Die Schlußfolgerung. An ernsten Stimmen, die sich gegen die Ueberalterungserschei» nungen im heutigen Wissenschaftsbetrieb wenden, fehlt es also nicht. Und man horche einmal in Hochschultreisen herum, wie überraschend groß die Zahl jener ist, die derselben Ansicht sind. Nur der Mut fehlt, diese Geständnisse auch in. der Oeffentlichkeit zu wieder- holen. Einmal muß aber der Anfang gemacht werden. Deshalb ist es sehr nützlich, wenn die ernste Wissenschaft das„Attentat" auf die Notgemeinschaft als ein Signal zur Selbstbesinnung empfindet und deshalb wäre es gut, wenn mit dem jetzigen Bewilli- gungsverfahre« innerhalb der Notgemeinschaft, wie ich das schon forderte, gebrochen würde. Bei'der überragenden Stellung der Fakultäten ist es so gut wie ausgeschlossen, daß unter den jetzigen Bedingungen junge Leute, die mit der Professorenkratie keine Verbindung haben,«ine Förderung erfahren. Eine parlamentarisch« Kontrolle alz ausgleichendes Element tut not! Tut not, um den von Ostwald und Lieck gekennzeichneten Mißstünden wenigstens innerhalb der Notgemeinschaft zu steuern. Darüber hinaus erhebt sich allerdings die dringende.Forderung ngch einer Rctgrm des gesamten Höchschülbefricbes!..... L. Fritz warfen: FachÄlafle« unö Heimklaffe« Durch eine Anzahl Berliner Zeitungen ging die Meldung, daß die Stadt Berlin an einigen Stellen den Versuch einer neuen Auf- teilung der Schulgebäud« machen werde, durch die erhebliche Raum- ersparnisse ermöglicht würden. Es sollten an di« Stelle der bisher gebräuchlichen Heimklassen für jede einzelne Klasse Und der noch dazu- kommenden Fachklassen, namentlich für die naturwissenschaftlichen Fächer, nur noch Fachklasjen treten. Da dann die Heini- klaffen fortfielen, die Schüler sich von Unterrichtseinheit zu Unter- richtseinheit in die für die verschiedenen Fächer zweckmäßig ausge- statteten Arbeitsräume bewegten, würden wenig oder gar keine Räume leerstehsn. Ein Leerlauf, der bis zu 50 Proz. ansteigen könnte, würde dadurch ausgeschaltet. Anders gesprochen: Ein Ge- bäude, das bisher 12 Klaffen aufnehmen konnte, würde nach der ent- sprechenden Umorganisation 29, ja 24 Klassen fassen können. Störungen im Unterrichtsbetriebe ließen sich sehr leicht durch Zu- sammenlegung von je 2 Stunden zu einer Doppelstunde— Blockstunde genannt— beseitigen: denn dann braucht« der Raum ja nur zweimal am Vormittage gewechselt zu werden. Die Sache klingt überaus verlockend, namentlich für Stadt- kämmerer angesichts der vielen Forderungen auf Schulneubauten. Vielleicht ließe sich mit dem Rechenstab auch ausrechnen, daß unter den Umständen dieser Patentlösung Schulneubauten eigentlich ganz überflüssig seien, noch mehr, daß es möglich sei, einige jetzt ge- brauchte Häuser für wichtigere Zwecke zu kassieren. Interessant und sehr auflchlußreich Ist die Entstehung dieses Ge- dankenganges: Als der Bezirk Neukölln vor etwa Z Jahren die Ausarbeitung des Neubauplans des von mir geleiteten Kaiser» Friedrich-Realgymnasiums begann, machte ich den Vor- schlag, auf. der Mittel- und namentlich auf der Oberstuf« der zu errichtenden Schule am Dammweg auf Heimklassen zu verzichten. und nur Fachklassen, besser nur Arbeitsräume zu errichten. Der Grund für diese von dem Genossen Löwenstein unterstützten Anregung war nicht finanzieller, sondern pädagogischer Natur. Der Arbeit-unterricht, wie wir ihn an unserer Aufbauschul« durchführten, verlangte für olle Fächer Bereitstellung von Räumen, die etwa>» der Art einer wirklich guten Merkstatt mit allem Arbeitsmaterial und allen Arbeitsmitteln ausgestattet wären. So sollte der Unter. richtszweck unter Ersparnis von unproduktiv angewandter Kraft und Zeit erreicht werden. Man muh sich klar darüber sein, daß dieser pädagogische Zweck zunächst einmal S e l d k o st e t. Denn die mustergültige Einrichtung einer solchen Werkstatt ist nickst mit d«r Aufschrift:„Fachraum" an- statt:„Klasse 17 II" usw. beendet, sondern bedeutet eine Unmgsse von ausgesuchten technischen Einzelheiten, damit der gewollte Effekt erreicht wird. Ferner: Eine Klasse dient nicht nur dem Unterricht. Gerade der H e i m k l a s s e schreibt man eine erziehende Funktion zu. Wenn heute von vielen Seiten Bedenken gegen die Fachklassen erhoben werden, so liegen sie nach dieser Richtung: Das Gefühl des Zu- hause, das Gefühl der Zusammengehörigkeit würde durch Auf- Hebung der Heimklassen vernichtet. Diese Bedenken können nicht durch Ableugnung überwunden werden. Nötig ist, daß die ge- schilderten Funktionen durch andere Räume im Gesamtbau über- nommen werden. Man braucht also ausreichende und wieder sehr i differenziert eingerichtete Gemeinschaftsräume für die ein- zelnen Altersgruppen: man braucht Leseräume, Speiseräume und ganz andere Zurüstungen für die körperlich« Entspannung der Schüler als bisher. Folgerichtig schlug ich alle diese Räume für die geplante Schule vor. Auch hier wurde wieder mit Recht auf di« Erhöhung der Kosten hingewiesen, wenn auch die Bedürfnisse anerkannt wurden. Demgegenüber habe ich ebenso wie das Bezirksamt und�der Zlrchitekt Bruno Taut betont, daß ja auf der anderen Seite durch die fortgelassenen Heimklassen erhebliche Ersparnisse gemacht würden, daß also trotz der Differenzierung des Baues und der gar nicht zu, berechnenden Erhöhung des pädagogischen Effekts kaum nennenswerte Verteuerungen eintreten. Diese Argumentation schlug bei dem Stadtbaurat, unserem Ge- nassen Wagner, durch. Es war klar, daß diese Rationalisierung des Schulbaues geradezu«ine Forderung der Stunde war. Wenn Wagner auf Grund unserer Argumentation dann der Schuldeputation die Anregung gab, nun mit dem System der Fach. klaffen Ersparnisse zu erzielen, so muß ich offen erklären, daß hier ein Mißverständnis vorliegt. Die bloße Ersparnis von Räumen ohne anderweitige Ilebernahme der Funktionen des Heim- raumes drückt die Leistungsfähigkeit der Schule herab, die obendrein im höchsten Grade überfüllt wird und jede Ruhe der Arbeit verliert. Ohne gleichzeitigen Aufbau der genannten differenzierten Räum« ist di« geschilderte Maßnahme einseitig, nur scheinbar billiger und päd«- gogisch nicht zu halten. Ich darf für mich in Anspruch nehmen, daß ich aus Erfahrung spreche. Wegen unerträglicher Raumnot, zugleich als Vorbereitung auf den Neubau, gleichsam als Experiment, ist das System der Fach- klassen für die 45 Klassen meiner Schule durchgeführt. Wir wissen genau, was an Ausstattung, was an differenzierten Gemeinschafts- räumen, was- an Ansbreitungsmöglichkeit für die anoehäuften Schülermassen notwendig wäre, um den pädagogischen Sinn der getroffenen Maßnahmen zu erfüllen. Wir kennen die unerhörten, wenn auch überwindbaren Stundenplanschwierigkeiten, die man mit dem Wort„Blockstunde" für Doppelstunde wirklich nicht beseitigt hat. Die ganze Neuerung wird wie eine Art glänzender Erfindung behandelt. Demgegenüber muß betont werden, daß die Anregung schon von Ellen Key gegeben, die Maßnahme auf Grund dieser Anregung schon seit 29 Iahren in der Odenwaldschule durch- geführt wurde, daß die Fachklasse nach den Anregungen der Maria Montessöri jglm Prinzip des Dalton-Planes ihrer Schülerin, der Amerikanerin Helen Parkhurst, wurde und heut« in den großen amerikanifchen Systemen fast eine Selbstver- ständlichkeit darstellt. Aber überall entstand ste aus pädagogischen Gründen als eine Folgerung aus den differenzierten Bildungsbedürk- nissen einer differenzierter gewordenen Gefellschaft. Die Idee, mit kfiilfe dieses Tricks Geld zu sparen und doch mindestens gleiche Erfolge der Schularbeit zu erzielen, ist in d«m ökonomischen und uns organisatorisch turmhoch überlegenen amerita- nischen Schulsystem niemandem gekommen. Aus einem sehr einfachen Grunde: Sie enthält, wie oben beschrieben, einen bedenklichen Rechen. fehler! \ Copyright BOcherkrels aus„ViermSnnerbuch (5. Fortsetzung) Hinter den Schullindern kamen die Turner mit ihren beiden rauschenden, im Wind sich blähenden Fahnen, und hinter den Turnern die Herren Dom Flobertklub, alle feierlich in hohen Zylinderhütt�n, wie es sich für die Vornehmen schickt, und hinter den Herren vom Flobertklub der Gesangverein mit seinen vierzig Mann, und hinter diesen die Feuerwehrleute in ihren Uniformen und den glänzenden Helmen, und sie machten da am Tage eine bessere Figur, als nachts bei einem Brande, wenn sie löschen sollten und vor Auf» rcgung meistens die Hydranten nicht fanden, und hinter den Feuer- wehrleuten folgte die Musik in großer Gala und spielt««inen traurigen, langsamen Marsch, so traurig, so langsam, daß man kaum die Füße heben konnte bei dem schwermütigen Takt, und hinter der Musik kam der Jünglingsverein und hinter diesem der Männer- verein und dann folgten die Abordnungen der Fabriken und der Gewerkschaften, immer zwei Mann, die einen mächtigen, schwarz- umflorten Kranz trugen, und hinter diesen Gruppen folgte die große Schar derjenigen, die keinem Verein und keiner Organisation an- gehörten, und da gingen die Manner für sich und die Frauen für sich, olle in tiefem, feierlichem Schwarz, wie es sich bei einer ondent- lichen Leiche auch gehört, und das Auf und Ab der Füße zog sich über tint halbe Stunde lang hin, klapp und klapp, tapp und tapp, auf und ab, regelmäßig wie das Getriebe einer ungeheuren, atmenden. fortschreitenden Maschine. Der Friedhof, auf den Zustrom solcher Massen nicht eingerichtet, faßte die Wogen der Menschen nicht! sie brachen sich an den niederen Mauern und überfluteten ringsum die Aecker und die Felder, und das Aneinander der vielen Gesichter glich nun einem erstarrten, fleischernen Meer. Als die'Totengesänge, die schauerlichen, ausge- lungen waren und der Sorg hinabgefeilt in die Tiefe des Grabes und das erste Weihwasser segnend darüber gesprengt, hob der Aelteste der Geistlichen Schweigen gebietend die Hand. Trotzdem schon vorher alles in der Trauergemeinde ruhig und ordentlich ge- wesen war, fiel doch jetzt auf die gebietende Geste hin«ine solche Stille ein. daß jeder sein eigenes Herz konnte schlagen hören. Der Pfarrherr sagte, es sei sonst gemeiniglich nicht üblich, daß ein katholischer Geistlicher an einem offenen Grabe spreche, aber dieses außergewöhnlich« Begräbnis entschuldige ein Abweichen von der Regel. lind nach dieser Einleitung hielt er eine solche Rede voll Feuer und Lobspruch, daß sich i�iemond In der Welt eine besser« Grabrede hätte wünschen können und mochte er der größte König gewesen sein, geschweig« denn«in Sammler der Lumpen und Knochen und rostigen Nägel, wie der Martischong einer gewesen war. Er handelt« ab nach dem Spruche aus dem Buche der Bücher: „Die Letzten werden die Ersten sein!" und die Worte des Pfarr- Herrn hatten einen solchen Ernst, eine solch« Eindringlichkeit und eine solche Gewalt, daß sich während der ganzen Viertelstunde kein einziges Unruhmüskelein regte. Nur die Tränen rannen. Zuerst vereinzelt, aber zum Schluß chorweife und zuletzt schämt« sich keiner mehr, zu weinen. Nachher ging olles auseinander, in einer heiligen Stille. Aber keine Arbeit wurde getan. Alle hielten den Tag, als ob er ein Feiertag wäre. Zwer. Um Zizzer und sein Schicksal zu begreifen, muß man Zizzers Familie kennen: seinen Herrn Vater, den Erzeuger, sein« hochwohl- geborene, äußerst hochwohlgeborene Frau Mutter, die Gestolterin. seine sieben stolzbockigen, hochnäsigen, rundköpfigen. strohhaorichten Brüder und Schwestern. Um mit dem Wichtigsten anzufangen, Zizzers Bater war ein oornehmer, vornehmer Herr. So vornehm war er, daß er nie in bloßen Händen auf die Straße kam. immer hatte er sie in gelben ledernen Handschuhen stecken, in Handschuhen aus dem feinsten schwedischen Lsder, das mit Hundekeigelein gegerbt ist, in Hand- schuhen, von denen einer ollein mehr als einen Tagelöhnerwochen- lohn kostet. Wenn er majestätisch daherschritt, so baumelten seine behandschuhten Hände wie zwei gelbe Flecke an der Seite seines mächtigen Stammes einher. So vornehm war Zizzers Bater, daß alle Leute im Ort den Hut vor ihm zogen, wenn sie ihn nur von weitem sahen, und sogar Haßler, der brandrote Anarchist, scharrte mit dem Hinterfuß, wenn der Gewaltige in die Nähe kam,' nahm die Hände aus dem Sack, die Gipspfeife aus der Zahnlücke und traute sich nicht zu mucksen, trotzdem er sonst den Bfcchwagen seines Gesprächs ganz mutig durch die Gasten bollern ließ. Zizzers Boter hatte es gut. Er braucht« nicht in einer engen, verräucherten Bude zu sitzen, wie meiner, und Leder klopfen und die allerältesten Schlurpen flicken, die schon den Durchgang durchs Rote Meer mitgemocht hatten, nein, das brauchte er nicht. Cr brauchte auch nicht zu schinnakeln und zu bärzen, bis ihm trotz der Glaskugel, die vor die Lampe gehängt war. die Augen brannten und bis ihm vom Pechdrahthalten die Finger krurmn und steif wurden, nein, dos alle» brauchte er nicht. Er faß in einem großen weilläufigen Bureau, das vier mächtige Ledersessel und»in noch mächtigeres Kanapee hatte, auf das man sich lang hinlegen konnte, ohne daß man die Knie krumm zu machen und die Bein« anzuziehen brauchte! Bei seiner Arbett stand keiner hinter ihm, der ihn trieb, nicht einmal der Hunger, und es lag ganz in seinem Belieben, aus jedem Tag«inen Sonntag zu machen oder nicht. Denn er war ja ein vor- nehmer, vornehmer Herr, und der deutsch« Staat, der wohlgeordnete und fettgemordene,.zahlt« ihm jeden Monatsersten sein Geld, mochte er min etwas getan haben oder nicht. Zizzers Dater hatte, wie es zu ihm paßte, eine vornehme, ach. s» vornehme Frau. Die trug den Kopf womöglich noch ein-loch daher, wie'» sonst die Aufführung der Knirpsschaft Ist nein, die gingen ernsthaft, würdig und gravilätisch daher, wie st.' hren Allen abaelpickt hatten, bei jedem Schritte vornehm mit sem Kopfe nickend, genau wie die Störche in der Hardtlach« aer auf der Stvenau«? Sumpfwiesen. wenn die auf Frosch? spitzten oder sonst etwa» Lebendiges. Wenn da, die Leute sahen, sagten s«;.Schaut nur, ganz der Vater! Schaut mir, ganz die Mutter! Und je älter die Kinder wurden und je zizzerianischer, desto mehr freuten sich Vater und Mutter des Fleisches von ihrem Fleisch« und des Beines von ihrem Gebein, und die Zukunft lag vor ihnen lockend da, wie der Bienen- stock dem witternden Bären, der mir den Honig riecht und besten Süßigkeit, der aber nicht den Stachel kennt, den wütig eingehauenen, der Bienenschar. Zizzers Bater und Zizzers Mutter freuten sich über alles in der Welt, nur über Zizzer selber freuten sie sich nicht..Den hat ein falsck)er Wind in unser Geblüt geweht!" sagten sie manchmal abends, wenn sie unter dem glitzernden Kronleuchter saßen und bekümmert von ihrem Jüngsten sprachen.„Gar keinen Stolz hat er, gar keine Einbildung auf sein vornehmes, weitgeachtetes Geschlecht. Er fühlt aar nicht, daß er etwas Besseres' ist, als diese flegelhaften, un- polierten Sundgaustimmel. Wo soll das enden? Ja, wo soll das enden? Und mit Dummheit hat ihn Alwoter Wotan gesegnet, es ilt eine Schande!" Und die sieben Zornesadern schwollen auf der Stirne von Zizzers Bater. wenn er a» seines Sohnes Unbegabthett dachte, und Im Gesicht der Mutter kutschierte der Aerger mit solcher Wucht um- her, daß es gelber wurde, als eine frische Dezemberzitrone. Uns aber mar Zizzer der liebste von der ganzen Zizzerei. Man konnte Tintenfässer mit ihm ausleeren, ohne schwarz zu werden. Seinetwegen mag uns der ganze verwandtschaftliche Anhang ge- stöhlen werden Wir wenden nicht„cinmal den Kopf danach. Wenn er auch in der Klasse auf der letzten Bank und auf dieser letzten Bank aus dem allerletzten Platz saß, so war dos in unseren Augen für ihn kein Makel. Er war ein guter Kerl, ein Bursche, auf den man stch in jeder Loge verlosten konnte. Der verpetzte keinen, wenn der Kessel unseres Iungenllbermutes mal an irgendeinem Randstück übergesiedet war. Dadurch unterschied er sich sehr von seinen hoch- näsigen Brüdern, die wir in den Pausen verdroschen, daß sie aus den gelben und grünen Flecken gar nicht mehr herauskamen und froh waren, wenn sie auf die höhere Schule durften und somit unseren Klauen und unseren Fäusten entrannen. Freilich, im Unterricht, da kam Zizzer nur schwer mit, trotz oller Mühe, die er sich gab. In den oberen Klassen gar blieb er mehr als einmal stecken, was doch viel heißen will, da er der Sohn eines vornehmen Herrn und einer vornehmen Frau war, auf welch« Tat- fache dos hohe Kollegium der Prüferfchoft gebührend« Rücksicht zu nehmen pflegte. Für dieses Sitzenbleiben bekam er zu Haufe mehr Schläge als eben recht. Aber diese väterlichen Prügel, so eindring- lich und oft sie auch gegeben wurden, schlugen doch kein Loch zu den Dämmerkammern seines Gehirns. Vor ollem konnte er nicht rechnen. Die Ziffern sind oft eine tückische Bande, und gegen den lleine», verprügelten, hundsverschüchterten Zizzer hatten sie sich auf ewig verschworen. Da nützte alles Spicken und Abschreiben nichts. Diese Grube des Nichtkönnens war so groß, daß sich kein Brett darüber decken lieh, auch mit dem besten Willen nicht. Eines Tages, nachdem der Häuptling über uns angehende fünfzig Präparanden einen schweren Seelenkampf ausgefochten hatte, zog er seinen altmodischen schwarzen Schwenker an, dessen zwei hintere Lappen im Gehen hin und her schlenkerten und ihn bei ledem Schritt in die Kniekehle stießen, wie zwei schwarze, schnüsselnde Pudel. In diesem Schwenker also machte er Zizzers Bater nach dem Kaffee einen Besuch. Aber erst, nachdem er sich eine Viertclstunoe lang geräuspert und dabei sicher ein Kilo Specke verschluckt hatte, konnte er frei heraussagen, das beste würde wohl fein, wenn man Zizzer in der Schule nicht weiter plage, sondern ihn zu Ostern herausnähme, damit er irgendein Handwerk lerne. O, Gott, was da, auf den Vorschlag des unglücklichen Rektors hin, für ein Gewitter anrollte! So laut wie Zizzers Vater in diesem Augenblick tonnt« sonst nur noch der Pfarrer Pietz in der Sonntags- predigt schreien, wenn er gegen den zu tiefen Halsausschnitt der Jungfrauen loszog und selben als Fongwert des leibhaftigen Satans hinstellt«. Erst als der Rektor den sich wie rasend Gebärdenden in aller Bescheidenheit darauf hinwies, daß durch den Lärm, den er vollführe, sich ja unten auf der Straße Leute ausstellten und nach den Fenstern hinaufschauten, um zu sehen, was los sein, wurde er stiller, rmd zum Schluß gab er dem Rektor die Hand mit einem solchen Druck, daß der meinte, sämtliche Fipgerknochen würden, ihm zu Kiezgrieß zergrällen. Auf dieses Begebnis hin wurde Zizzer zu Ostern aus der Schule genommen und in ein kleines, staatliches Bureau gesteckt, wo er den ganzen Tag, geschlagene neun Stunden lang, hinter einem schrecklich dicken Buch sitzen und Zahlen, schreckliche Zahlen zusammenrechnen mußte. Rechnen ohne Unterlaß! Ob draußen die Sonne schien oder ob die grauen Pegenwolken über den Rhein nach dem Tüllinger Berg hiizüberzogen, das merkte er alles nicht. Er sah nichts als die gestaffekten Marschtolonnen der ihm feindlichen Zahlen, die ihn von allen Buchseiten heraus ansprangen und ihm keine ruhige, auf- schnauffreie Minute ließen. Die 1 fuhr auf ihn los wie ein spitzes Enterheil. Di« 2 hott« schon die Schlinge gerüstet, um ihn zu sangen. Die Z zog das Genick ein und zeigte sich voller Widersetzlichkeit. Di« i saß auf ihrem Stuhl und fauchte Gift. Die 5 war unterfchjächtig, wie ein geöffnetes Maul, das zu- schnappen wollte.» Die(5, hahahaha, die machte einen runden Buckel und lachte ihn aus.'(Fortsetzung folgt.) FÜR DEN KLEINGÄRTNER. Nochmals Reihensaat. Die Dorteile der Reihensaat gegenüber der Breitsaat sind so mannigfaltig, daß nur der sein« Kulturen stets vor Augen habend« Berufsgärtner wegen Raumersparnis von letzterer Gebrauch machen wird, zumal wenn es sich um Heranziehen von Sämlingen handelt, die bald durch versetzen zur kräftigeren Entwicklung kommen. Die Nachteile der Breitsaat ungleiche» Ausstreuen, vergeilen oder Ver- kümmern der zu dicht stehenden Sämlinge, Berunkrautung des Saat- beetes, teilweises Vertrocknen, falls das Saatbeet nicht ganz eben war— fallen entweder ganz fort oder lassen sich leicht beseitigen, wenn man zur Reihensaat übergeht. Die einzelnen Reihen können bequem genau beobachtet werden, die Zwischenräume— evtl. sogar mit Hacken— sauber und locker gehalten werden, die Pslänzchen können bei Platzmangel oder wegen Ungunst der Witterung länger im Saatbeet stehen bleiben, ohne zu leiden, ja man kann sie durch schwach« Dunggüste noch stärken, ehe sie zur Derpjlanzung kommen. Sie werden auch ohne diese Rachhilfe kräftiger sein als die Sämlinge der Breissoat, da der Boden nicht zu dicht beschattet wird, die Sonne daher besseren Zutritt hat. Der- suche, die zum Vergleich angestellt wurden, ergaben zugunsten der Reihensaat früheres Keimen des Samens und gleich- mäßigere Entwicklung der Pflanzen. Besonders vorteilhaft ist die Anlage der Beete in der Richtung von Norden nach Süden, nur bei Herbstsaaten empfiehlt sich die Reihen von Osten nach Westen zu richten, um der Gefahr der Ausfrieren» zu begegnen. Ob die für die Aufnahme des Samens gezogenen Furchen mit der Länge des Beetes oder quer über die Breit« des Beetes laufen sollen, entscheidet sich im allgemeinen nach der Menge der Saat. Ist z. B. ein Der- setzen der Sämlinge nicht erforderlich, also etwa bei Möhren, Peter- silie usw., so sind lange Reihen vorteilhafter: für die Heranzucht von Sämlingen aber, namentlich in kleinerer Anzahl je einer Gemüse- oder Blumenart, wie dies beim Kleingärtner doch meist der Fall ist, empfiehlt sich die Saat in Querreihen. Man kann die verschiedensten Gemüsearten auf ein Beet dringen und von den Vorteilen der Reihen- saat namentlich den des Längerstehenbleibens der Sämling« im Falle der Unmöglichkeit ihrer schnellen Verwendung für sich buchen. Kultur der Schwarzwurzel. Ein viel zu wenig angebautes Gemüse ist die Schwarz» würzet. Man kann sie ein- und zweijährig ziehen, doch muß man im ersteren Falle schon im Ferbuar oder März säen, was in unserem Klima nicht immer möglich oder vorteilhaft ist. Man verwende— und forder« daher— stet» einjährigen Samen, da der Samen schnell sein« Keimkraft verliert. Die zweijährige Anzucht ist nicht buchstäblich zu nehmen, man macht die Aussaat im August und erntet fcinn ab Oktober nächsten Jahre». Da die Schwarzwurzel keinenfrischen Dung liebt, so muß man in guter Dungkraft stehenden Boden wählen, also etwa da» Land, auf dem Frühkohl gestanden hat. Noch wichttger als die Nährkraft des Bodens ist seine Lockerung. Die Wurzel soll möglichst lang sein, man muß daher. den Baden auf 50 Zentimeter lockern. Bei der einjährigen Kultur rechnet man wohl 8 Reihen auf da» Rormalbeet(1,20 Meter): bei der zwei, jährigen ist es bester, die Reihen In 40 Zentimeter Abstand zu nehmen. Man macht 4 Zentimeter tief« Rillen und legt den Samen in 8 bis 10 Zentimeter Abstand, deckt die Rillen wieder zu und gießt ordentlich«in. Die Schwarzwurzel bedarf mehr Feuchtigkeit als Sonn«. Als Borteil der vugvstjaat gilt noch, daß die Pflanzen nicht so viel Samenstengel treiben al» bei der Frühjahrsaussaat, wa» für Geschmack und Güte wichtig Ist. Die Samenstengel müssen abgeschnitten«erden. Boden lockern und vom Unkraut freihalten ist notwendig. Wenn Meltau im Sommer austritt, bestäubt man mit gemahlenem Schwefel. Belm Herausnehmen der glatten langen Wurzeln muß vorsichtig verfahren werden,«in« Beschädigung der Wurzel rächt sich durch Minderung des Geschmacks und bewirkt Faulen. Je frischer da» Gemüse, desto wohlschmeckender ist es, man erntet daher immer so viel, als man gerade gebraucht zum eigenen Verbrauch oder zum Verkauf. Erst wenn stärkerer Frost eintritt, hebt man mehr aus, bündelt die Stangen und bringt sie, in feuchten Sand eingelegt, in einer Erd- grübe unter. Um die Wurzel unbeschädigt herausnehmen zu können, ist folgendes verfahren geboten: man hebt vor der ersten Reihe einen Graben so tief aus, daß man tiefer als die Wurzeln kommt. Sticht man nun mit einem Spaten hinter die erste Reihe, so fallen die Wurzeln mit der Erde unbeschädigt in den Graben und so fort. Hin- sichtlich der S a m e n g e w i n n u n g ist der Samen von gut ent- wickelten einjährigen Pflanzen ebenso verwendbar, wie der der zwei- jährigen Kultur. Man erntet den Samen, wen» die langen Früchte sich ausbreiten. Für ein« Fläche von 10 Ouadrotmetern genügen S0 Gramm Samen, ein Gramm enthält 80 Korn. Ueber allzu viel« Sorten hat man sich nicht- zu beklagen: für de» privaten Gebrauch ist die„gewöhnliche Schwarzwurzel" als die woh!- schmeckendste zu empfehlen: der Handel bevorzugt„russische Riesen" oder„Vulkan", bei deren Anbau auf sehr tiefen Boden gesehen werden muß. Auch ist Zusatzdüngung mit Kainit notwendig. Als «in für die gemüsearm« Zeit(Ausgang Winter) sehr gut in Frage kommendes Gemüse sei die SchwarHourzel zum Anbau empfohlen. Die Päonien.* Ihren Namen Pfingstrosen tragen st« bei uns meist mit Unrecht und in diesem Jahr« sind fle begrelslicherweise erst recht spät aus den Winterschlaf erwacht. Aber jetzt stehen fle in Blüte und namentlich die all« Bauernpäonie mit ihren massigen tiefroten, weithin leuchtenden Blüte» zaubert auch in die kleinsten Garten ein Stück Blumen- poesie hinein. Einfach ist ihr« Kultur, doch verlangen sie zur vollen Entwicklung tiefgründigen und nahrhaften Boden, dem man durch Unterbringung von verrottetem Mist dann und wann die entzogenen Nährstoffe ersetzt. Auch sonnige Lage ist erwünscht. Dann sei noch zweier Erfordernisse gedacht, dt« oft außer acht ge- lasten werden: man pflanz« n I ch t z u t i e f(sonst blühen sie schlecht) und man laste sie eine ganze Reihe von Jahren am selben Platz. Man vermehrt sie durch Stockt?ilung im Frühjahr oder, was vorzu- ziehen stt, im Spätsommer. Auch kann man durch Anhäufeln Ableger machen, indem man die im Frühjahr sich zeigenden Triebe durch die Erde hindurchwachsen läßt, bis sie im Spätsommer, mit eigenen Wurzeln versehen, abgeschnitten werden können. Ein böser Schädling: der Kohlweißling! Wenn die Raupen des Kohlweißlings mastenhast auftreten, weiden sie von den Kohlpslanzen die Blätter bis auf die Rippen ab, so daß ein Ertrag ausgeschlossen ist. Di« Bekämpfung durch Ablesen der Raupen ist mühsam und führt meist wegen der großen Zahl der Schädlinge nicht zum Ziel. Am besten ist daher: VGbeugen, indem man im Juli, August die Kohlpslanzen untersucht und die vom Kohl- weißling i» dieser Zell auf die Unterseite der Kohlblätter gelegten gelblichenEier(Eine st er) zerdrückt. An durchgreifenden raupentötenden Flüssigkeiten ist wenig bekannt: empfohlen wird eine Ouassiabrühe— 1 Kilo Quassiaspän« in 10 Liter Wasser gekocht ebenso 2H Kilo Seif« in 10 Liter Wasser gelöst. Auf 8 Liter Wasser nimntt man da»» 1 Liter Brühe und 1 Liter Seisenlösu»,. Aber die An«endu»g dürft« zu mühselig sein. Man hat daher au» der Praxi» einige Mittel vorgeschlagen, die wohl helfen mögen. Do solle» Tomatenpflanzen. die in dem Kohlfeld« stehen, die Kohl- weißling« von einem Ei-yniederlasten abhalten. Oder man pflanz« einige Rittersporn stauben an den Rändern des Feldes; die Blüten werden von den Kohlweißlingen so begehrt, daß sie sich am Abend„geradezu an ihnen festsaugen" und nun leicht abgestreift «erden können, um den Hühnern als Nochttnahlzeit zu dienen. Wie man sieht, sind es unschuldig« Mittel, dl« zu erproben nicht schwer sollen sollten. Uh&rfvrtolofizLel „Solidarität" wirbt! Am Sonntag Straßenrennen. Am Sonntag, 9. Juni, läuft b«i den bundestreuen Rennfahrern des Arbeiter-Rad> und Kraftfahrerbundes„Solidarität" das 5. Straßenrennen dieser Saison. Das Rennen geht über Waßmannsdorf, Klein-Ziethen, Glasow, Dahlewitz, Klein-Kienitz. Brusendorf, Tollkrug, Selchow, Waßmannsdorf. Start und Ziel befindet sich bei Waßmannsdorf auf der Mittenwaldcr Chaussee am Kilometerstein 13,2. Es kommen drei Rennen zum Austrag über 50, 25 und 5 Kilometer. Im Jugendlauf dürfte Arnold Schuster Sieger werden, doch Hot auch Hildebrandt sehr gute Aussichten, da se'me Form sich von Rennen zu Rennen verbessert hat: Kirchherr ist zu beachten. Im 25-Kilometer-Lauf wird es zwischen Herbert Ritschke, Reich, Rückert und Erwin Uhlemann einen scharfen Kampf um den Ersten geben, doch dürfte Ritschke hier etwas im Vorteil fein. Völlig offen ist dos Sl>-Kilometer-Rennen, hier ist die Rundstrecke zweimal zu um» fahren. Es wird ein interessantes Matsch zwischen Berlin, Steglitz, Lichterfelde und Wilmersdorf werden, denn alle Bezirk« haben erprobte Fahrer im Felde, so daß der Sieger nicht vorausgesagt werden kann. Seitz, Erwin Uhlemann. Gebrüder Reichenbach, Schwarz, Reinholz, Werner werden bestimmt das Ende unter sich ausmachen, doch sind auch die weiteren Fahrer gefährliche Koiv kurrenten. Das Renirrn beginnt um 6L0 Uhr früh. Alle Teilnehmer müssen im Umkleidelokal in Waßmannsdorf, Restaurant Stippekohl, früh 5)4 Uhr zur Stell« sein. Sammelstart früh 5 Uhr am Hermannplatz, Ecke Kaiser-Friedrich-Straße. Rennfahrer, die sich der Rennfahrerabteilung als Mitglieder anschließen wollen, sind gleichfalls willkommen. In Waßmannsdorf anwesend müsien auch alle die Bundesmitglieder fein, die für die Besetzung der Strecke zu den Bundesmeisterschaften ausgewählt sind: die Strecke wird ab- gefahren und die Funktionen verteilt. Rad- und Motorfahrer der umliegenden Ortsgruppen sind zur Streckenbesetzung willkommen. * Der Vorstand des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbundes „Solidarität" hat den Juni als Werbemonot erklärt. Reue Mitglieder brauchen in diesem Monat kein Eintrittsgeld zu bezahlen. Die Eintrittsgelder und Beiträge in den bürgerlichen Radsport» vereinen sind im allgemeinen für die Arbeiterschaft zu hoch und s» will der Bund durch seinen Beschluß allen Radsportlern in diesem Monat die Möglichkeit geben, sich den Arbeiter-Rad- und Remr fahren, anzuschließen.„Solidarität" ist die Organisation aller Rad- und Rennfahrer aus dem Arbeiter-, Angestellten- und Beamten» stände, ist auch die größte Radsportorganrsation der Welt, hat außerdem die heften Unter st ützungseinrichtungen bei Rad- oder Motorradunfällen, Hinteroliebenen-, Haftpflicht- und Raddiebstahlversicherung, bietet Rechtsschutz und vieles andere mehr und dies alles bei einem vierteljährlichen Beitrag von nur 2,29 M., Jugendliche 55 Pf. Selbstverständlich gelten diese Unterstützungs- sähe und Beiträg« auch für die Rennfahrer. Viele Bahn- und Straßenrennen sind angesetzt, außerdem bietet sich auch Start- gelegenheit in den übrigen Gauen des Bundes, Meldungen zu den nächsten Straßenrennen werden noch in der nächsten Sitzung an- genommen, die Donnerstag, 6. Juni, 29 Uhr, Stallschreiberstr. 29, Restaurant Schultheiß, stattfindet. Diese Sitzungen sind regelmäßig in diesem Lokal jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat. Außer Rennfahrern und Anfängern sind der Abteilung auch Radsport- freunde angenehm- die sich als Ordner, Schiedsrichter und Helfer dem Rennsport zur Verfügung stellen wollen. Außer dieser Renn- sahrerobteitung besteht in Berlin keine weitere Rennfahrerorgam- sation von„Solidarität". Bczirksfcsi in Klausdorf-Rehagen. Das Bezirtsfest des 4. Kreis-Bezirkes im Arbetter-Turn- und Sportbund wird bereits Sonnabend. 8. Juni, mit einem Jugendtreffen am Mellens« eingelestet. Di« Jugendlichen der FTGB.» Bezirke: Süden. Westen. Neukölln- Britz, Friedenau, Lankwitz, Tempelhof- Mariendorf, FTGB.-Schwimmbezirk Kreuzberg benutzen — soweit nicht abteilungsweise gesammelt wird, den günstigsten Zug ab 17.35 Uhr Potsdamer Ringbahnhof(7 Min. später Bahnhof Papestraß«) nach Zossen, dort umsteigen. Gemeinsamer Abmarsch vom Lokal Franke Mausdorf-Rchagen) um 29.39 Uhr zum Mellen- see. Am Strand: Rezitationen, Musik, Ansprachen, Iugendtänze. Sonntag, 9. Juni, Bezirkstrefjen, festlich« und sportliche Veranstaltung uMer Teilnahme des gesamten 4. Kreis-Bezirkes.— Die Jugendlichen Neuköllns treffen sich zur gemeinsamen Abfahrt: Sonnabend, 8. Juni, 17 Uhr, Bahnhof Neukölln. -Abendrennen bei Ruit. Am Freitag, 7. Juni, eröffnet R ü tt die Serie seiner Abend- rennen, die beim Publikum großen Anklang gefunden haben. Das Programm� bringt zum ersten Male In diesem Jahr«»inen internationalen Fliegerkampf, bei dem Rütt gleich fünf„Kanonen" auffahren läßt. Den drei schnellen Deutschen Schamberg(Kre- seid), der erst in letzter Zeit viele Erfolge in Westdeutschland er- rang, F r i ck e(Hannover), dem Deutschen Meister des Jayres 1927, und Oskar Rütt, dem Gewinner des letzten Großen Preise» von Berlin, stehen die beiden letzten Ex°Amot«urweltm«ister gegenüber: der Italiener Avanto Martinettii, der Weltmeister des Jahres 1927. und Willi Falck-Hansen. der Weltmeister des Vorjahres. Die fünf«rstklaffigen Sprinter treffen sich in fünf Dreierläusen. Das groß« Programm enthält noch einen Herausforderungskampf zwischen dem Belgier D e w o l s und Oskar T i e tz in einem Rennen in Tandemführung über 29 Kilometer, bei dem jedem der beiden Matchgegner vier Führungstandempaar« zur Verfügung stehen, ein Runden-Rekordfahren, ein Ausscheidungsrennen, ein Vorgaberennen mit fünf Borläufen, bei dem die Teilnehmer des Großen Preises der Rütt-Arena am Mal stehen, die Deutsch« Melle der Bundes» Amateure, und den Beschluß bildet das Rennen„Die Hundert", ein EInzel-Punktefahren über 199 Runden, an dem viele bekannte Foheer teilnehmen werden. Endebnng zum Sport in Japan. In richtiger Erkenntnis des Wertes der täglichen Leibesübungen für die heranwachsende Jugend haben die japanischen Lehr- a»stalten eine einheitliche Regelung de» Unterrichtsplanes vor- genommen. Von den 21 Lehrstunden an den Schulen erster Klais« find im ersten und zwellen Jahr vier, im dritten bis sechsten Jahr drei Stunden wöchentlich für Turnen und Sport vorgesehen. An den zweitklassigen Knabenschulen gibt es bei 31 Unterrichtsstunden fünf Stunden Iiu Jitsu und Fechten pro Woche sowie fakullativ noch drei weitere Unterrichtsstunden für Leibesübungen. Die Normalschulen für Knaben haben fünf, die für Mädchen drei Stunden Leibes- Übungen im Wochenplan vorgesehen. Ist angeln grausam? Der Angelfport hat sich in den letzten Jahren so stark entwickelt, daß es nicht Wunder nehmen kann, wenn neben den Gönnern und Befürwortern auch die Gegner das Wort und die Feder gegen den Angelsport führen. Ein sehr bestechendes Argument gegen den Angelsport ist, den Angelsport als grausam, als Tierquälerei zu bezeichnen. Wie weit hier Wahrheit und Dichtung in Frage kommt zu untersuchen, soll Aufgabe dieses Aufsatzes sein, Eines ist sicher, so wenig es etwas vollkommenes gibt, so wenig „Angeln?" O wie goldig lacht die Sonne, Und so leise weht der wind. Angellage. welche Wonne, wie sie leider selten sind! Und du nimmst die Angelrute, Stolperst nach dem Wasser hin. Stullen packt die liebe, gute Moller in den Rucksack rin: Würmer aus den kompofthausen, Teig, Kartoffeln und Anis... Draußen jiebt et nifcht zu kaufen Und wenn schon,-- denn Is et mies. Sonne strahlt vom Himmel runter, Brennt aus deinen Paletot: Deine haut wird immer bunter, Und der Durst kommt sowieso. Endlich bist du an der Panke Oder an ecn andern Fluß, Da steigt aus dir«en Gedanke, Sa'n bestimmter Animu«: hat denn ooch die Angelkarte Mutti heute ringesteckf? Schaudernd, siehst im Geist die Harle Schupohand du ausgestreckt: „wo ham' Sie die Angelkarten Und den Fischereiauswei»? Ra, wie lange soll ick warten?" Puh. dem Angler wird es heiß.--- Endlich ist auch die gesunden. Za, woran doch Mutti denkt! Und es wird nun ein paar Stunden Wurm und haken ringesenkt weil die Nerven dran jesunden!--- ... Mit Naturgenuß getränkt. laperst du denn abends späte heimwärt», stolz und srohbeweg», Nuckelst an der Assenflöle, Quietschvergnügt und angeregt. hei, wie glühen deine Wangen! Doch die Freude ist gemischt: Denn, mein Angelsreund, gefangen hastdu nämlichleider— nischt! stimmten auch in allen Zeiten die Ansichten llber Theorie und Praxi» in puncto Grausamkeit überein. Dieselben Menschen, die ihr ganze» Mitleid einem Ziehhund zuwenden, der vor einen schweren Aarren gespannt ist. nehmen gar keinen Anstand, einen bleichsüchtigen, schwächlichen Lehrbuben nach beendeter Tagestätigkeit vor den gleichen Karren zu spannen. Ihre Ansicht über Grausamkell verbot ihnen auch nicht, einen Goldfisch in den bekannten runden Gold- fischbehälter, ohne Sauerstoff spendende Pflanzen, ohne genügend Wasserdestand, zu sperren, obschon sie wußten, daß die unnatür- liche Verengung des Goldsischglases dem Tier die notwendige Lust- zufuhr abschneidet. Gute Bürgerfsauen, die beim„?ive o'clock" sich über irgend welche Roheiten an irgendeinem Droschkengaul de- gangen entrüsten, beschaffen sich Vorzugstarten, um einer Hinrich» tung beiwohnen zu können: spanische Stierkämpfe und deren Beschreibung boten den zartestbesaiteten Gemütern Unterhaltungs- stoff. Die Römische Kirch« war so human, ihre Gegner unter den Bleidächern von Venedig verschmachten zu lassen. Kurz, zu allen Zeiten konnte man diesen grundsätzlichen Widerspruch zwischen Theorie und Praxis feststellen. Heute steht der Boxsport sogar als Jugendertüchtigung obenan, die Rücksichtslosigkeit gegen den Schwächaren wird als Triumph gefeiert. Fischer, Jäger und Fleischer lehnen den Vorwurf der Grausam- kell ab, weil der Endzweck ihres Handelns der Sicherstellung der menschlichen Ernährung dient. Im Hundesport und Pferdesport werden Verstümmelungen an Ohren und Schwänzen der Tiere aus Liebhaberei vorgenommen, sie bereiten sicher dem Tier kein wohl- tuendes Gefühl. Die tatsächlich im Angelsport vortommendest Grausamkeiten sollen weder abgeleugnet noch beschönigt werden, sie halten aber Maß mit den anderen vorher erwähnten sportlichen Grausamkeiten, ganz abgesehen davon, daß im Sportgesühl des Anglers ein so hohes Maß von Naturachtung vorhanden ist, daß In seiner Weiterbildung von Generation zu Generation die Der- feinerung des Angelgerätes eine Verfeinerung der Sportmethoden im Gefolge hat. Der natürliche Köder wie Frosch und Fisch ist schon heute mit Erfolg durch künstliche Köder ersetzt. Statt Wurm und lebende Infekten nehmen heute schon viele Angler Kartoffel, Kuchenteich, so daß von Jahr zu Jahr die„grausamen" Methoden im Angelsport verschwinden, während bei vielen anderen Sport- arten sie sich mehren.___ Sport im Walde. Am Mittwoch fand der von der Turnvereinigung Berliner Lehrer veranstaltete Waldlauf der Knaben-Volksschulen statt. Fast 1999 Schüler hatten sich im Tegeler Forst versammelt. Di« Deranstoltung ging schnell und reibungslos vonstatten. Au»- gezeichnet wurden die fünf besten Mannschaften. Erste wurde die 295. Schule(Berlin): sie durchlief die etwa 2!4-Kilomet«r-Str«cke in 9,3 Minuten. Zweite war die 9. Schul«(Reinickendorf) mit 9,6.4, 3. die 241. Schule(Berlin) mit 9.9. 4. die 73. Schul«(Berlin) mit 9,25 und 5. die 4. Schule(Schöneberg) mit 9,32 Minuten. •ARBEJTEH TUSSEALL Serienspiele am 9. Juni Am kommenden Sonntag ist in Berlin wieder Ho/Hbetrieb in der I. Klosie. In der Wuhlheide erhalten die Oberspreer freien Fuß- baller den Besuch von Hoppegarten. Die Oberspreer müssen sich sehr anstrengen, um gegen die sehr hart spielenden Hoppegartener die Punkte in Sicherheit zu bringen. Gilt es doch-für Oberjpree, den Anschluß in der Spitzengruppe zu sichern. Auch Lichtenberg l muß alles hergeben, um den Anschluß nicht zu verpassen. Eiche-Köpenirl wird bestimmt nur noch hartem Kamps die Punkte hergeben. Das Spiel findet auf dem Sportplatz Knnaststraße, Stralau-Rummelsburg, statt. Germania-Pankow spielt in Pankow, Andreas-Hoser-Plaiz, gegen Woltersdors-Luckenwald«. Hier dürften die Pankower den Sieg und damit auch die Punkt« kassieren. Karow und Rowawes treffen sich in Karow. Der Spitzenreiter Brandenburg(Havel) dürfte seinen hohen Sieg gegen Rathenow wiederholen. Weitere Spiele: Jüterbog gegen Lichtenberg II. Kloster Zinna gegen Potsdam� Herzfelde gegen Kladow. Saxonia gegen Spandau 25. II. M a n n s ch a f t e n: Rathenow 2 gegen Knoblauch 1 Rathenow 3 gegen Werder 2. Oberspree gegen Neukölln. Brandenburg gegen Potsdam. Tempelhos gegen Nowawes. Lichtenberg I 2 gegen Oderberg 1. Herzfelde gegen Vorwärts. Karow i gegen Neukölln 3. Germania gegen Weißensee.— Jugend: Brandenburg 1 gegen Weißense«. Saxonia gegen Brandenburg 2. Eiche- Köpenick gegen Caputh. Kladow gegen Spandau 25. BeginkiderSpiele: I. Mannschaften 17 Uhr. II. Mann- schasten 15,15 Uhr. Jugend 19.39 Uhr. Resultatbekanntgabcn Lichtenberg(E 5) 9866. Berliner Turn- und Sportwodie. Eine Uebersicht zu den Veranstaltungen. Di« 7. Berliner Turn- und Sport wache, die voni 8. bis 16. Juni swttsindet, gilt in erster Lim«, wie der Veranstalter Oberbürgermeister Böß in seinem Geleitwort im amtlichen Pro- grammh«st sagt, der Leibesübung der Frau. Die 7. Berliner Turn- und Sportwoche ist darum auch mit einer besonderen Frauentagung oerbunden, zu der eine Reihe von Vorträgen, praktischen Vor- führungen und Wettspielen vorgesehen sind. Das P r o g r a m m der Sportwoche bringt wieder eine Fülle von großen und kleineren Veranstaltungen, von denen wir nachfolgend die wichtigsten bekannt geben: Am Sonnabend, 8. Juni: starten um 21,29 Uhr zahlreiche Fahr zeuge des Preußischen Motorfahr«r-Klubs(Ortsgruppe Neukölln) vcm Schloßplatz.mit dem Ziel Spreegarten in Treptow zu einer Licht- Korso fahrt. Aus den Plätzen des Lawn-Tennis-Turnier-Klubs veranstaltet der Deutsche Tennisbund einen Damenländer- kämpf Amerika— Deutschland, an dem hervorragende Spielerinnen, wie Helen Wills, Edith Craß, Marjorie Morill teil- iehmen. Im Parrreswurant Südende eröfsner der Frei« Kegler- Bund«in acht Tage dauerndes Turnier. Der 9. Juni bringt als HauptoeranstoUung die I n d ust r i« st a s s e l, zu der etwa 69 Mannschasten von Berliner Behörden und Firmen ihre Meldunger: abgegeben haben. Der Hauptstart ist um 9 Uhr früh am Berliner Rathaus. Außerdem ist am Sonntag ein« Reihe von r a d s p o r t- lichen Veranstaltungen z» nennen. So die Zuverlässigkeitsfahrl des Berliner Mvtorrad-Klubs Preußen(DMV.), der Groß« Stephan- Preis des Postsportverein Berlin und ein 39-KtIonieter-Jugend-Zclt- fahren des Bundes deutscher Radsahrer.?lus dem Templiner See beginnt um 8 Uhr früh die ADAC.- Frühjahrsregatta und auf dem Langen See bei Grünau um 14,39 Uhr die Berliner Frühjahrsregatta des Berliner Regattaoereins. Im Stadion Grnnc wald wickelt der Verband Brandenburgischer''Alhletikoereine an- läßlich seines 2.5jährigen Bestehens ein I u b i l ä u in s s p a r t i e st ob. Der Dienstag bringt au! der Olnmpiabahn ein 73-Kilo- metcr-Mannjchaftsrennen noch Sechstageatt, Fliegerrennen und Jugendrennen. Beginn 19»Hr. Am Diensiag und Mittwoch sind aus dem Sportplatz Tiergarten Jiu-Jitsuoorsührungen geplant. An- Mittwoch Beginn der Frauen- Turn- und Sporttagung. zu der ein Begrüßungsabend im Zoo den Auftakt bildet. Am Frellag findet im Saalbau Friedrichshain um 29 Uhr eine Sieges- feier und Preisverteilung für die Jndustriestaffel statt. Am Sonntag, 16. Juni, vormittags 11.39 Uhr, wird sich vi« jugendlich-' Weltmeisterin H e l e n e M a y c r bei Kroll einem größeren Publikum im Florett- und Schau fechten präsentieren. Der Eintritts- preis ist sehr volkstümlich gehalten, Erwachsen« zahlen 59 Pf.. Schüler 39 Pf. * Vcm den weiteren größeren Sonntagsveranstaltungen sind nach zu nennen: Gouspielfest aus dem Städtischen Sportplatz Reinickendorf- West, Schornweberstraße, etwa 1599 Teilnehmer, die 2. Internatio nale Autvmobil-Schönheitstanturrenz auf der Rennbahn Grunewald, die Segelflugoeranstaltung der Gruppe Brandenburg und Grenz- mark des DLB. und des Reichsoerballdss der Lehrer zur Förderur..: des motorlosen Fluges in Gatow, die Wasiersporweranstaltungen auf dem Tegeler See, eine Iudiläumsregatta in Grünau des dem- scheu Damen-Ruder-Derbandes, die Motorsportveranstaltung des Automobilklubs von Deutschland im Stadion Grunewald und das' Turn- uild Sportfest anläßlich der Einweihung aus dem Zentral- spiel- und Sportplatz Lichterseid«, Berliner Ecke Krahmerstraße, für das als Veranstalter das Bezirksamt Steglitz verantwortlich zeichnet. Bei dieser Gelegenheit sei auch gleichzeitig auf den Groß- F l u g t a g der Berimer Turn- und Sportwoch« am 23. Juni in Tempelhof hingewiesen, der in seinem Programm u. a. folgende- verspricht: Massenstart von 19909 Brieftauben, Vallonwettsahrt von 9 Freiballons. 12 Fallschirmabsprünge, Kunstslüge, sowie Fahrte. des Halbstarren Spart- und Reklameluskschisses RK. 27 von Raab, sowie des neuen Kleinlustschiffes der Luftfahrzeug GmbH. voxkompslag in der Bockbrauerei. Am Freitag, 7. Jum. abends veranstaltet der„Borring" unter Leitung Joseph Burdas seinen ersten Kampftag in der Bockbrauerei in der Fldicinstraße. Der Garten, der reichlich 3999 Personen saßt, bietet durch seine Ueberdachung gegen jedes Wetter Schutz. Die Preise sind sehr oolkstüinlich ge- hallen, jeder einzeln« Platz gestattet die beste Sicht auf den Ring. Das Eröfsnungsvragramm in der Bockbi'auerei wird voraussichtlich ungemein harte Kämpse bringen: Egon S t i e s gegen Hans Schon- r a th, Helmut Schulz— Enge» Kündig, Will, Balze— Rudolf Bornasevic. Das. Programm, das pünktlich 29 Uhr 1.5 beginnt, wird durch den Qualisikationskampf der Bantamaewichtlcr Hermann Heise-Hannover und Werner Hermannsonn-Frairksnrl ein- geleitet.__ Athletik.Sport.alub. ftccitafl. T. Juni, in Uhr, Monats» ersammlung bü Lchnigk. Mllhlenstrahe Ecke Brommnbrllcke. Sportärztlicher Vortrag: Dr. Maser — Dienstag, II, Juni, erster Trainingtag aus tcm neuen Sportplatz Rrhbergr. ZZSB. ArcikolpertuIIursparte, Sonntag. S. Juni, 14 Uhr, Mitgl'.'d'r. »crsammlung auf dem Seliludc in stallinche». Vorher, in Uhr. ffunkitanar. fitzung.— Gruppe I veranstaltet Dienstag, tl. Juni, tg.gn Uhr, Schule Moabit. Waldcnfer Str. 2l. Vortragsabend. Dr. Schiemann von der Veralungsstetle ilriedrlchshain spricht übet„Sexualleben in der Ehe". Gtiste willtommc». Rnderverein Souegia. Mttaliederversammluug Frellag. 7. Juni, Ä? Uhr, bei Thunack, Charlottenburg, Wiclandstr. 4. �'Jtnsefger � (Qeziwk Jtorden-Csten. 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Mm Bulter Oderberger'Str.53, Eckhans der Kastanienallee; Schivelbeiner Straße 17, Ecke der Driesener Straße; Bornholmer Str. 80, B.|9| an der Driesener Straße. „Nordsee,. Dutsdit lodiKtliidieiii Bremen- Cuxhaven A.-a. Brunneßslr. 62 d. III, ReiDickendorferStr. 17 Charlottenbnrg, Reichsstr. 99 Schmargrndort, Berkaer Str. 4 Rüuöierwaren n. Fisdtkonserven Vereinshaus Vineta** vv Vinetaplatz 7 Vcrkehrslokal der SPD. und Gewerkschaften.:: Inhaber Max Dahns. Großdestiilation Hadiepeier Eigene Thür. Wunifabrikallon Adolf Schrepel[c.f.ioz Grünthaler Str. 13 Ecke Bellermann 2r iTrütnpers Bierstuben Flensburger Str. 3 | Vcrkehrslokal derPanei, des Reichs- . danners und der Gewerkscbaficr. TREFFO aller Werktätigen ig.f.162 Zur Allen Mühle Prenzlauer AIIeej£dJs£. —— FamilteRtieim PAUL KROLL! N. 65, Utrechter Strafe 21 Verkehralokal der IG.F.154 organisierten Arbe terschaii Verkehrs!okal der organisierten Arbeiterschaft Albert maao Prenzlauer Allee 232% Verolnsalmmer frei. Konhnrrcnzios! 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