Morgenausgabe Nr. 261 A 132 4ö.Zahrgang SLöchenlNch SS P� monatlich 3.S0 TL im voraus zahlbar. Postbezug 4.Z2 M. einschließlich 60 Pfg.Postzeitunzs- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»« abonnement 6.— M. pro Monat. Der �Vorwärts' erscheint wochentSg« lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel..Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen- stimme"..Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Vorwärts" Verttnev Vvttsbßatt Freitag 7. 3un( 1929 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pt. Die e t n f p a l l l g e NonpareillezeU» 80 Pfennig. ReName'eile 5.— Reich». mark.„Kleine An.-cigen' da» ieUge. druckte Wort 25 Pfennig(zulasstg zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das erst» Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte übet 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmalkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzetgen Ze le 40 Pfennig. 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Dennoch sind die Ausführungen des noch amtierenden, obwohl schon zur Hälfte kaltgestellten Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare, R y k o w, über die Grundsätze der sowjetistischen Außenpolitik von großer Bedeutung Der analytische Teil der großangelegten Rede bringt freilich nichts Neues. Das sind die bekannten Jdeengänge der Komintern üb-r die fortschreitende Verschärfung der Gegensätze der kapi- tolistischen Welt und über die Unvermeidlichkeit eines neuen Weltkrieges. Alle Konflikte seien dem Grundkonflikt zwischen England und den Vereinigten Staaten unter- geordnet. Sowjetrußland sei der einzige Staat in der Welt, der aufrichtig und folgerichtig für die Abrüstung und für den Frieden kämpft. Daher sei der Schutz des„ersten Arbeiter- staates" die Hauptpflicht des internationalen Proletariats. Es muß gleich darauf hingewiesen« werden, daß die Sowjetregierung sich diesmal in einer recht günstigen Lage befindet. Die imperialistischen Großmächte bieten leider durch. ihre Sabotagepolitik in der Abrüstungsfrage die gewünschten Argumente für die bolschewistische Propaganda. Rykow wußte gefäzickt, den abenteuerlichen Charakter der sowjetistischen Außenpolitik, insbesondere im Osten(in China und Afgha- nistan) zu vertuschen und die Sowjetregierung als die einzig» Friedensmacht inmitten der fieberhaft zu neuen Kraftproben rüstenden imperialistischen Staaten hinzustellen. Ristows Ausgangspunkt ist die Feststellung, daß unter den bürgerlichen Regierungen zwei Tendenzen bestehen und einander bekämpfen, und zwar eine aggressive, die sich „die Vernichtung der proletarischen Diktatur" zum Ziel setzt und eine friedliche, die das.Zusammenleben der beiden Wirtschaftssysteme", der„sowjetistischen" und der„kapitalisti- schen" für möglich hält. Das Vorhandensein zweier Ten- denzen— einer kriegerischen und einer friedlichen, im mo- dernen Kapitalismus— wurde auch vom- Brüsseler Sozialisten kongreß festgestellt. Aber kann man nicht mit > gleichem Recht behaupten, daß in der Außenpolitik der Sowjet macht gleichfalls zwei Tendenzen, eine aggressive und eine friedliche, vorhanden sind? Und in der Tat sind längst die Zeiten vorbei, da die bolschewistische Außenpolitik einen eindeutigen, geradlinigest Charakter trug und sich einzig und allein weltrevolutionäre putschistische Ziele stellte. Mit der innerpolitischen„Rep" kam im Frühling 1921 auch die außenpolitische. Als isolierter Staat konnte Rußland keinen Tag mehr aushalten. Die Sowjetmacht war gezwungen, die Fäden der internationalen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit den kapitali- stischen Staaten wieder anzuknüpfen und zu pflegen. Aber die weltreoolutionäre Grundeinstellung war damit nicht aufge- geben. So trägt seither die Außenpolitik des Bolschewismus olle Zeichen einer Zweideutigkeit. Die Bedürfnisse des wirtschaftlichen Aufbaues drängen immer mehr nach einer Friedenspolitik: die spezifischen Interessen der bolschewistischen Parteidiktatur führen zur weltrevolutionären Putschpolitik, die mit«incr folgerichtigen Friedenspolitik auf die Dauer unvereinbar ist. Indem die Bolschewisten mit der rechten Hand der Sowjetdiplomatie die normalen Beziehungen mit der kapitalistischen Umwelt anknüpfen und pflegen, greifen sie mit der linken Hand der Komintern wieder in das Gewebe der Friedensbeziehunqen zerstörend ein. So war auch diesmal Rykows Rede auf dem Räte- kongreß im großen Ganzen— trotz der offiziellen ideologischen Komintern-Ausrüstung— in recht friedlichem Ton gehalten.— abgesehen von einer Entgleisung in bezug auf Polen, die an das Säbelrasseln von einst bedenklich an- klang. Jede Kundgebung des Friedenswillens der Sowjet- regierung ist zu begrüßen. Aucb das russische Volk braucht vor allen Dingen.F r i e d e n. Aber die Begeisterung für die bolschewistische Friedfertigkeit verblaßt einigermaßen, wenn man die gleichzeitige Kundgebung des Bürgerkriegs- willens der von Moskau geleiteten Komintscn in Betracht 3 �Faft zu derselben Zeit, in der Rykow seine Friedensrede in Moskau hielt, hat in Brüssel(und nicht in Moskau?) eine Konferenz der 13 größten kommunistischen Parteien der kapitalistischen Länder"(also ohne Rußland?) stattgefunden. die durch das„Westeuropäische Bureau" der Komintern ein- berufen wuröe. Man muß die Ausführungen Rykows und die Entschließungen der Brüsseler Konferenz einander gegen- überstellen, um die Zweideutigkeit der bolschewistischen Außenpolitik festzustellen, die wahrhaftig dem römischen Gott Ianus ähnlich ist. der bekanntlich zwei Gesichter gehabt hat. Man kann nicht in einem Atemzuge Welt- frieden und„Weltrevolution" predigen, man kann nicht diplomatische und handelspolitische Beziehungen i London. K. Juni.(Eigenbericht.) Es kann nunmehr als sicher gelten, daß Artur H e n- d e r s o n. der Präsident der sozialistischen Arbeiterinter- nationale, Austenmini st er im zweiten Kabinett Mac- donald sein wird. Artur Greenwood wird das Ministerium sür Voltsgesundheit und Clynes, der Führer der Fabrikarbeiter, das Innenministerium er- halten. Thomas wird Minister für Arbeits- bcschasfung.«ein offizielles Amt wird der Posten des Lord Grost-Liegelbewahrcrs sein, das mit einem Portefeuille nicht verbunden ist. Die Ernennung Thomas hat in der Arbeiterpartei große Befriedigung hervorgerufen. Thomas erklärte heute, er habe die schwierige, mit seinem Amte verbundene Verantwortung über- nommen, weil Macdonald und er das Arbeitslosenprogramm als das eine große dringende Problem ansehen. Eine sür die internationale sozialistische Bewegung überaus interessante Berufung ist die Einbeziehung Georg Lansburys, des greisen Vorkämpfers der Aermsten� der Armen unter dem britischen Proletariat, in das Kabinett. Lansbury wird dis mit den anderen Staaten pflegen und gleichzeitig in ihnen den Bürgerkrieg schüren. Man wende nicht ein, daß die Sowjetregierung mit den Komintern nichts gemein habe. Die Sowjetdiplomatie und die Komintern sind zwar zwei ver- schieden? Hände, aber von einem Kopf geleitet, der auf den breiten Schultern Stalins sitzt... Die eigenartige„Arbeitsteilung" führt dazu, daß auf ein und dieselbe Frage zwei einander entgegengesetzte Anl- Worten gegeben werden. So stellt Rykow in seiner Rede fest, daß.�Englands Versuch, eine Einheitsfront gegen uns zu organisieren, für die gegebene Zeit mißlungen ist." Die Entschließung des Rätekongresfes fügt hinzu, daß es der Sowjetregierung gelungen sei, die außenpolitische Stellung der Sowjetunion zu verstärken und„die unmittelbare Kriegsgefahr zu verschiebe n". Die Brüsseler Kon- ferenz behauptet dagegen, daß„die Organisierung des impe- rialistischen Krieges gegen die Sowjetunion in eine a k t u- e l l e Phase eingetreetn ist". Rykow sagt:„In der letzten Zeit ßeugen viele Tatsachen dafür, daß die Tendenz zur Auf- rechterhaltung der friedlichen ökonomischen Beziehungen mit uns stärker geworden ist." Die Brüsseler Entschließung spricht von der Gefahr der gerade in der letzten Zeit zum Vor- schein getretenen Berstärkung der Verleumdungstampagne gegen die Sowjetunion". Rykow stellt fest, daß„acht Jahre 1 normale Beziehungen mit Deutschland die Richtigkeit und Ministerium für öffentliche Arbeiten übernehmen und in engster Verbindung mit Thomas arbeiten. Die Ernennung ist um so bemerkenswerter, als Lansbury 19S4 den ihm angebotenen Ministerposten a b g e l e h n t hat. Lansbury gehört zur Linken der Partei. Er hat in früherer Zeit aus seiner Sympathie sür die Kommunisten keinen Hehl gemacht. Seit dem Birminghomer Partei- bcschluh der Arbeiterpartei gegen die Kommunisten hat er die loyalste Haltung gegenüber der Partei und Macdonald eingenommen. Sein Eintritt in das Kabinett stellt die Erfüllung eines Wunsches der Mehrheit der Fraktion der Arbeiterpartei dar: für das Kabinett bedeutet er eine gewisse Belastung gegenüber den bürgerlichen Parteien. Der als Liberaler in Preston gewählte bekannte Rechtsanwalt W. A. Jowett ist zur Arbeiterpartei über- getreten. Jowett gilt als einer der fähigsten britischen Rechts- Praktiker. Er dürste den Posten eines obersten Staatsanwalts (Attorncy-Gencral) mit Kabinettsrang bekleiden. Mit dem Ilebertritt eines zweiten liberalen Abgeordnelc» zur Arbeiterpartei wird gerechnet. (Siehe auch 3. Seite.) gegenseitige Nützlichkeit der Grundlagen bewiesen haben, auf denen diese Beziehungen aufgebaut sind und auch zukünftig sich entwickeln werden". Die Brüsseler Konferenz spricht von „dem entschiedenen Uebergang Deutschlands unter der ideolo- gischen und organisatorischen Führung der Sozialdemokratie zur antisowjetistischen Front"... Genug damit. Zwei Seelen in einer Brust— zwei Zungen in einem Mund. Eine außenpolitische Konzeption für die bürgerliche Welt, für die Sowjetdiplomatie, die in Genf Friedenspolitik treibt, Handelsverträge abschließt, langfristige Kredite sucht, Anerkennungen verlangt und vor- bereitet. Eine andere für die proletarische Umwelt, der eine eigenartige„Zusammenbruchstheorie" vorgeführt wird, um sie im Interesse des Fraktionskampfes Stalins und seiner Ablenkungsmanöver in neue Straßenkämpfe und Bürger- kriege hineinzuhetzen. Die westeuropäische Arbeiterschaft tut gut daran, wenn sie nach wie vor die Friedenstendenzen der Sowjetmacht be- grüßt und unterstützt. Aber sie hat auch recht, wenn sie die „neue Taktik" der Komintern auf das Entschiedenste bekämpft. Denn diese Taktik gefährdet den Weltfrieden, indem sie seine stärkste Stütze, die internationale Sozialdemokratie, zu sprengen sucht, und durch die sinnlosen Putschversuche im Westen und im Osten die gefährliche Isolierung Sowjetruß- lands oerstärkt, Antwort an Curtius. Sozialdemokratische Erklärung zur Arbeitslosenverflcherung. Im Reichstag sprach am Donnerstag zum Wirtschaftsetat Abg. Brandes(Soz.): Der Reichswirtschaftsminister hat gestern in einer Polemik gegen meinen Freund Krätzig folgende Ausführungen über das Problem der Arbeitslosenversicherung gemacht: .„Die Arbeitslosenversicherung ist ein großer sozialer und wirtschaftlicher Fortschritt. Aber es stM schon heute fest, daß wir die Gesetzgebung, Perwqltung und die Finanzen überspannt bähen, und daß schwere Schäden der Arbeitsmoral eingetreten sind. Wir müssen«in« grundlegende Reform der Arbeitslosen- Versicherung durchführen, und dabei kann auch der bisher gesteckte Kreis der Versicherungspflichtigen nicht unangetastet bleiben. IIn- möglich können wir diese Reforin mit Beitrageerhöhungen be- ginnen." Durch diese Rede von der Ministerbank konnte der Eindruck erweckt werden, als sei dt« Materie vom Kabinett bereits ab- schließend geregelt. Daß das nickt der Fall ist, steht fest: Herr Curtius kann also nur seine persönliche Meinung und die der ihm nahestehenden Kreise ausgesprochen haben. Das nötigt die sozialdemokratische Fraktion, auch bei dieser Ge- lcgenhcit noch einmal ihren Standpunkt zu vertreten. Es ist der- selbe, den ihre Redner� bei den Rcichstagsberatungen über den Haushalt des Reichsarbeitsministeriums gemäß deni bekannten Be- sckstuß ihrer Fraktion festgelegt haben. Dieser Beschluß besagt, daß die sozialdemokratische Fraktion bereit ist, einer notwendigen und besri steten Beitrags- «rhöhung zu.zuftimmen. Sie ist auch zur Beseitigung nach- weislich bestehender Mißstände bereit. Sie oerlangt ober die Fortführung der Sondcrfürsorge bei bcrnfsüblicher Arbeitslosigkeit. Wir bedauern es, daß der Reichswirlschaftsminister trotz der Anerkennung, daß die Arbeitslosenversicherung einen großen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt darstellt, gemeint hat, Gesetzgebung, Verwaltung und Finanzen seien überspannt worden. Seine Behauptung, daß dadurch„schwere Schäden der Arbeitsmoral" eingetreten sind, weisen wir als bis- her völlig unbewiesen entschieden»uriirk. > (Lebh. Just. d. Soz.) Bedauerliche Einzelsälle sind keine Recht- sertigunq für einen so schweren Vorwurf qegen Millionen arbeit- samer Menschen, die jede Gelegenheit zur Wiederbeschäftigung mit Freuden ergriffen haben. Wenn 2Vi Millionen Erwerbslose trotz schwerster Notlage viele Monate hindurch geduldig alle damit ver- Buitbcncn Leiden ertragen haben, so sticht das Verhalten der Arbeits- losen sehr#1 ihrem Vorteil von jenen Gewaltakten ab, die von anderen Beoölkerungskreisen durch den Sturm auf Finanz- ä m t e r usw. verübt wurden.(Stürmische Zustimmung links.) Wenn die sozialdemokratische Fraktion eine befristete Er- höhnng der Beiträge angeregt Hot, so ist dos aus dem Verant- wortungsbewusttsein für die Erwerbslosenversicherung und die Reichssinanzen geschehen. Ein« übermäßige Belastung des Reiches kann ebenso wie ein Abbau der Leistungen oder eine Einschränkung des Personenkreises nur vermieden worden durch eine Erhöhung der Beitragseinnahmen. Sie wird die Reichsfinanzen um so stärker ent- lasten, je eher sie beschlossen und durchgeführt wird. Wer die Ent- lastung der Reichsfinanz cn wünscht, aber auch die Er- höhung der Beiträge ablehnt, kann sich nur den materiesien Abbau der Versicherungsleistungen als Ziel gestellt haben. Tresen Bestrebungen aber wird die Sozialdeinokra- tische Fraktion auf das entschiedenste Widerstand leisten. lLebh. Zustimmung der Soz.) Der Machtkampf der Schwerindustrie. Die nordwestliche Eisenindustrie hat im lestten Winter über 200 000 Arbeiter ausgesperrt, weil ein Schiedsspruch des Reichsarbeitsminiftere, der übrigens nur sehr bescheidene Ver- besserunqen brachte, den aber die Arbeiter angenommen hatten, für verbindlich erklärt wurde. Die erregte Oefsentlichkeit forderte' damals Maßnahmen, die die Wiederholung eines solchen Borgehens verhindern. Die Ruhrindustri« hatte das mächtig« Instrument, das ihr der Besitz der Produktionsmittel gibt, nicht nur zu einem schlag gegen die Staatsautorität mißbraucht, sondern zugleich MU» lionen Menschen das zum Lebensunterhost notwendige Einkommen entzogen, dem Geschästeleben in einem der bedeutendsten Gebiete schwersten Schoden zugefügt und die deutsche Gesamtwirtschoft außerordentlich benachteiligt. Schon damals hat meine Fraktion erklärt, daß sie beim Wirtschafteetat darauf zurückkommen werde. Solche Maßnahmen sind um so notwendiger, als die Schwerindustrie einen neuen INachlkampf vorbereilei. Auf der Tagung der Eisenhüttenleut« hat einer der führenden Männer ausg«sül?rt,«s wäre gut, jetzt schon zu betonen, daß ein« allgemeine Lohnerhöhung, wie auch die Wirtschaftslage sein werde, nicht erfolgen dürfe, bei einer verschlechterten Wirtschaftslage aber unbedingt ein Lohnabbau«intreten müsse.(Lebh. chört! hört! links.) Zur Durchführung dieser Politik soll durch Ouerverbindungen eine von der Schwerindustrie geleitete Einheitsfront gegen die Arbsilerschaft errichtet werden. Man kann über den Wert solcher Drohungen verschicdener Meinung sein— auf die Gewerkschaften werden sie keinen Eindruck machen—, aber sie zeigen doch einen Hochmut gegen die Arbeiterschaft und eine Alißachkung de» Staates, die man nicht ruhig hinnehmen kann. Auf dieser Tagung Ist auch gesagt worden, daß ein rechstich un- anfechtbarer Schiedsspruch im November lSS8 den Kampf nicht verhindert hätte, der vielmehr in noch schärferer Form geführt worden wäre,(hört! hört! links.) Das bestätigt, daß ein neuer Kamps vorbereitet wird, um die Forderung der Arbeiter, an den Erfolgen der Rationalisierung, wenn auch nur in bescheidener Weis« teilzunehmen, auf absehbare Zeit zu ersticken. Regelung der Eisenwirtschast. Die Jahre 1926 und 1927 zeigen eine außerordentlich günstige ..ntwicklung der deutschen Eisenindustrie und im letzten Jahre wird sie sich nicht verschlechtert, sondern Noch verbessert hoben. Trotz erhöhter Leistung sind die Löhne kaum höher als 1913! Die Rationalisierung ist gerode in der Schwereisenindustrie außer- ordentlich weit fortgeschritten. Es ist eine Täuschung, wenn be- bauptet wird, die Eisenindustrie wäre nicht in der Lage, bessere Arbeitsbedingungen.zu gewähren. Leider fehst es noch fühlbar an statistischem Material. Wir krauchen ein Organ, dos all dieses Material sammelt und zur Verfügung stellt. Der Roheisenpreis fft im vorigen Jahre zweimal erhübl worden. Die Wirtschaft war besonder, durch die Januar- erhöhung auf das äußerste überrascht. Damals war dem Reichs- wirtschastsminister zugesagt worden, daß ihm sämtliche Beschlüsse und der Schriftwechsel der Eisenindustrie rechtzeitig übermittelt werden würden, damit er dazu Stellung nehmen könne. Das ist aber nicht geschehen. Und trotzdem ist kürzlich wieder der Roheisenpreis erhöht worden. Auch ein Zeichen her Achtung dieser Herren vor dem Staat!(Sehr richtig! ltntfc) Die leßle Elsenpreiserhöhung Halle die sofortige Wirkung einer hinausschraubung der Gießereipreise, aber gleich um das vier- fache der Eisenpreiserhöhung. Für die weiterverarbcitenden Industrien, besonders den Großmaschinenbau, war das außerordentlich empfindlich. Und das in einer Zeit, wo immer noch viele Hundertwusende Arbeitslose auf der Straße liegen, so daß ein« Preissenkung und nicht eine Preis- erhöhung eintreten müßte, damit die Arbeitslosenzahl sinkt. Man bat dann gut über Immoralität reden und für die Arbeits- losen Worte der Verurteilung zu finden, während man das. was für sie geschehen könnte, unterläßt. Deutschland hat die teuer- sten Eisenoreis« für seine Industrie, während die englische Industrie sogar viel höhere Löhne zahlt als die deutsche. Die Cisenintmstriel- len können ein« solche Politik treiben, weil sie da, Monopol hoben und weil sie nicht nur gegen die Arbeiterschaft, sondern auch gegen die weilerverarbeilenden Industrien und gegen die gesamte Mrtschast zusammengeschloste« sind. Das wäre zu begrüßen, wenn damit«in Weg zur höherent- wicklung in gemeinwirtichastlichem Sinne gegeben und die Industrie- Produkte dadurch verbilligt würden. Davon ist aber kein« Rede, sondern die Konzentration sucht immer mehr politischen Einfluß auszuüben. Sie hat internationalen Ilmsang und hat erreicht, daß auch die Eiseneinfuhr über ine Eisenindustrie geht, so daß die deutschen Derbraucher keinen Vorteil davon haben. Das alles beweist, wie dringend notwendig ein Organ ist. dos in Wirtschaft. sicher und sozialer Beziehung dem Staat und der gesamten Wirt- schaft die Kontrolle aller Maßnahmen in dieser mächtigen Industrie ermöglicht. Der Artikel 156 der Reichsverfasiung gibt uns das Recht da-u und die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisie erzwingen es. Allerdincis belleht noch die Verordnung über den Eisenwirtschafts- i-'ind. Aber der ist nicht mebr tötig und hat sich durch seine Unzu- länglichkeit selbst ausgeschaltet. Wir brauchen ein Organ für die Regelung der Gesamtproduktion und de» Absahes der ElsenindU' fttie einschließlich des Erzbergbaues und de» Großeisenhandels sowie des Ein- und Verkaufs von Eisenerz und Schrott. Vereinbarungen darüber sollen von der Genehmiaunq dieser Stelle abhänaig gemacht werden. Da« Organ soll berechtigt sein, Vertreter der Arbeiter und Angestellten in den Aufsichtsrat der �isenwlrlschaftsverbünd« zu entsenden, für syndizierte Produkte die Preise seftzuschen und kür nichtsyndszierle Höchstpreise zu bestimmen. Es soll paritätisch au- Vertretern der Unternehmer und der Arbeiter zusammenoesetzt uitb durch das Reichswirtschaftsministerium die ge- iamtstaatlichen Interessen vertreten werden. Wir brauchen di�es Organ, damit Staat und Gesamtwirtschoft jederzeit klaren Einblick und das Reckt des Eingriiss gegen Maßnahmen haben, die die Ge- iamtwirtschaft oder den Staat in irgendeiner Form schädigen. Rur fo kann eine rücksichtslose Ausnutzung der Eisenverbraucher ver. hindert und nur so Sicherheit gegeben w«rt>en, daß Erzeugungs- treibung durch einen Arzt würde die Kur- pfuscherei nicht beseitigt werden, da sie stets billiger sei als die Aerzt«. Wenn auch nur ein geringer Teil der vorgenommenen Abtreibungen zur Bestrafung führ«, so liege es nicht anders als bei anderen Straf- vestiemnungen. Wegen der Schwierigkeit der Strafverfolgimg köim« man nicht davon absehen, ein« Handlung als strafbar zu bezeichnen. Di« Strofwürdigkeit der Abtreibung«gab sich aus der Rotwendig- keit, die m Frag« kommenden Rechtsgut« zu schützen: Die Leibes- flucht, die Schwang««, den Erzeuger, Staat und Sittlichkeit. Ems dieser Rechtsgut« werde stets in empfindstch« Weife gestört Durch die Abtreibung werde weidendes Menschenleben vernichtet. Außer- dem sei die Abtreibung in keinem Fall« gefahrlos. Sterilität d« Frau fei als Folge wiederhoster Eingrrfl« zu befürchten. Der Geburtenüberschuß sei Jetzt schon stark zurückgegangen. Bei Freigab« d« Abtreibung würde die Geburtenzahl sich noch mehr verringern. Ein« Verwilderung d« r S i t t e und eine weiter« Zerrüttung d« Ehe sei zu befürchten. Der Gesetzentwurf berücksichtige bereits milder liegende Fälle. Er gestatte auch d«-Abtreibung aus medizinischen Gründen, weiter dürfe man nicht gehen. Abg. Dr. Moses(Soz.) hob zur Begründung d« sozialdemokratischen Anträge hervor: Nicht dtiz-ch Strafbestimmungen, sondern lediglich durch Besserung der wirtschaftlichen.und sozialen Berhältnifs« sei es möglich, die Verchättnisse zu beseitigen, die zur Vornahme von Abtreibungen iührten. Nur steigende wirtschaftliche Not. ungünstige Ernährungs-, Lohn, und Wohnungsverhältnisse hätten zur Zunahme d« Abtreibungen in den letzten Monaten geführt. Es sei eine T S u s ch u n g, in d« Zunahme der Abtreiblmgen sinmorilisches hinuntergleiten des Volkes zu erblicken. Mlk Moral hätten diese Vorgänge überhaupt nicht» zu tun. Auß«dem gebe es keine absolute Moral, was heute«laubl fei, Ist früh« als unerlaubt angesehen worden. Auch in den v«- schledenen Schichten de» Volke» h«rschen verschiedene Auf- fastungen über Moral und Sittlichkeit. Auch die katholischen Bemühungen, durch Hirtenbriefe die Ab- treibungen einzudämmen, seien vergeblich gewesen. Die sozialen Nöte machten sich eben überall geltend. Di« Zunahmen der Ab- treibungen beweisen durchaus kein Zurückgehen der Sittlichkeit des Doltes. Wenn gerade'von Vertretern der besitzenden Klasse der Arbeiterschaft gepredigt werde, Abtreibungen zu unterlassen, so sei dies nichts anderes als Heuchelei, da besonders in den besitzenden Klassen Abtreibungen an der Tagesordnung seien. Man könne den Frauen der Arbeiterklasse nicht von einer Gebärpflicht sprechen, so» lange d« Staat nicht die Nährpflicht anerkenn« und erfüll«. Man soll auch endlich aufhören, van den verhe«enden Folgen des Ge- burtenrückgangs und von einem sterbenden Dolke zu sprechen. Das fei geradezu Unfug. Man solle Neb« gesunde und wirksame VevölknungspoliNk treiben. kosten und Pveisgeftaltuna, Löhne und Arbeitsbedingungen in ge» meinnütziger Weise festgesetzt werden. Rur so kann die Absicht «in« kleinen Zahl mächtiger Industriegewaltigen durchkreuzt wer- den, die nicht nur ein« Diktatur üb« die Arbeiter und Angestellten, sondern über die Gesamtwirtschaft und den Staat ausüben wollen. Ein Volt wie da» deutsche, das au der Spitze feines Staates einen Despoten nicht mehr duldet, wtrd Despoten auch nicht aus wirtschaftlichem Gebiet haben wollen. (Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Im Interesse Schlesiens, das seit dem Kriege befand«» schwer zu leiden hat, dürften Aufträge nicht ins Ausland gegeben werden, die von den hochstehenden schlessschen Werken mindestens ebensogut ausgeführt«erden könnten. Besonders darf das nicht geschehen. wo es fich um staatliche Aufträge handelt. Wir fordern Sie auf, für unsere Entschließung zu stimmen, die«in Eisenwirtschaftsorgon verlangt, wie ich soeben seine Aufgaben dargelegt habe.(Leb- hast« anhaltend« Beifall bei den Soz.) Verlängerung des Republikschuhgesetzes Im Relchsrat mit verfassungsändernder Mehrheit beschlossen D« Reichsrat hielt am Donnerstagnachmittag«ine öffentlich« Dollfitzung unt« dem Vorsitz des Staatssekretärs Zweigert ab und erledigte eine Reih« kleiner« Vorsagen. Der Reichsrat beschäftigte sich ferner mit ber Regierungsvorlage, wonach das Republikfchutzgesetz, dessen Gettungsdmrer dem- nächst abläuft, noch wettere drei Jahre in Geltung bleiben soll, da noch nicht abzusehen ist, wann das neu« Strafgesetzbuch in Kraft treten kann, das die wesentlichsten Bestimmungen des RepUblikschutz- gesetze» übernehmen soll. Ein Antrag Bayerns, die Geltungsdau« de» Gesetzes nur auf ein Jahr zu verlängern und den§ 23(Kaiser- Paragraph) zu streichen, fand nicht die genügend« Unterstützung. D« bayerisch« Gesandte v. Preger hotte zur Begründung des Antrages ausgeführt, daß die bayerische Regierung auch die Auflechterhaltung d« materiellen Bestimmungen des G«. setzes für notwendig und ihre möglichst baldige Einarbeitung in das ordentliche Strafrecht für erwünscht hatte. Letzteres könne ober sehr wohl auch im Weg« einer Gesetzesnovelle erfolgen. Die bayerische Regierung befürchte, daß die Verlängerung um drei Jahr« dazu beitragen könnte, die Einarbeitung in das ordentliche Strafrecht zu verzögern. Di« in 8 23 vorgesehene Auswessung verstoße gegen allgemein anerkannte Grundsätze d«5 Staats- und Völkerrechts. In namentlicher Abstimmung wurde die Regierungsvorlage mit 62 gegen 4 Stimmen angenommen, also mtt unzweifelhaft ver- fassmigsäpdernder Mehrheit. Gegen die Vorlage stimmten nur die Vertreter der preußischen Provinzen Ostpreußen, Brande vdervg, Pommern und Riederschiesien. * Die Ablehnung der Vorlage durch die deutschnatio- nalen Provinzialvertreter Preußens ist charak- teristisch. Sie zeigt— wie schon so oft—- wieder einmal, daß für die Stellungnahme dieser Herrschaften nicht die Be- lang« Preußens oder die ihrer Provinzen, sondern ausschließ- lich das deutschnational« Parteiinteress« maßgebend ist. Die preußischen Provinzialvertreter ge- hören dem Reichsrat nicht als Mitglieder ihrer Partei, son- dern als Vertreter preußischer Organe an. Die Logik spricht deshalb dafür, daß ihre Stimmen einheitlich im Sinn« der preußischen Politik abgegeben werden. Insofern bei H 218. 1 Strafgesehausschuß abgelehnt. Das fei bedeutungsvoller. Man übertreib« auch die Zahl d««ssolge von Abtreibungen eintretenden Todesfälle. Habe man doch sogar behauptet, daß jährlich 44 000 bis 48 000 Frauen an den Folgen der Abtreibung sterben, eine unmögliche Zahl, da die Zahl der Froren, die zwischen dem 18. und 4-Z. Lebensjahr sterben, überhaupt nur 39 000 betragen. Heut« gefchshe die Unterbrechung der Schwanger- schaft durch Aerzte m ungeahntem Maß«, und zwar nicht nur in den Großstädten, fordern auch in den kleineren Städten, in den evangelischen wie auch katholischen Gegenden.. Wenn der Abgeord- nete Bell gesagt habe, daß bei Aufhebung des Abtreibungs- paragraphen Deutschland zur Abtreidungszentco!« würde,(0(ei txes ganz unzutreffend, da auch die Frauen im Ausland genügend Mög- lichketten zur Vornohm« von Abtreibungen hätten. Gegen den jetzigen Abtreibungsparagraphen spreche auch seine Handhabung in d« praxi». Sei e» doch vorgekommen, daß man in Württemberg, um einen Arzt wegen Abtreibung verurteilen zu können, nicht weniger als 2000 fein« Patientinnen verhört habe. In sechs Fällen sei es dann zur Anklage gekommen, ab« auch in diesen Fällen Freisprechung erfolgt. Mindestens müsse die Abtreibung straflos sein, in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft od« wenn die Geburt eine» siechen od« geistig mlud« wertigen Kindes zu«warten sei, wenn schwerer wirtschaftlich« Notstand da» Klnd«wartet od« wenn die Schwängerung auf Notzucht od« Schändung ein- getreten sei. Di« heutig« Ab treibung ss euch« werde durch keinen Stnafparo- graphen beiettigt werden können. Eine Frau, die ihre Frucht be- seitigen wolle, werde immer Mittel und Wege finden. Wenn sie den Arzt nicht in Anspruch nehmen könne, würde sie sich in die Hände von unzuverlässigen Elementen begeben müssen, und sich der Lebensgefahr aussetzen. Rur die erlaubt« Hinzuziehung eines Arztes werde die wirklich schwere Schädi- gung der Volksgesundheit auf ein geringes Maß herunterdrücken. Es fei eine wichtig« Aufgabe, die Kenntnis von den Möglichkeiten eines vorbeugenden Geschlechts- Verkehrs zu»«breiten. Die Frag« der Geburt eines Kindes dürfe nicht vom Zufall, sondern von dem bewußten Willen der Estern abhängig sein. Man soll eichlich modernen Gedanken ine Bahn öffnen und den sozialdemokratischen Anträgen Folge geben. Abg. kahl(Dr. Bp.) wandte sich gegen die svzialdemokratnchcn Anträge. Er könne sich unter keinen Umständen für die Straflosigkeit der Abtreibung entscheiden. Ganz abgesehen von ethischen, soziot- und bevölkerungspolitischen Gründen sei es juristisch unmöglich, einer Frau die Verfügungsfähigkeit zu geben auch üb« eine im weiblichen Körper vorhanden« lebende Frucht. Es sei gewiß richtig, b e i milden Fällen S t ra f e rm ä ß i gu n g, unter Umständen Straffreiheit eintreten zu lassen. Aber an der Strafbar- keit d« Wtreibung müsse festgehalten werden. Abg. hölleln(Komm.) machte längere Ausführungen zur De- gründung des Standpunktes seiner Fraktion, die Strasbarkeit der Abtreibung zu beseitigen. Abg. Emmluger(B. Vp.) erhob gegen alle Einschränkungen der Strosbarkett von Abtreibungen Widerspruch. . Die sozlaldemoftaklschen Anträge wurden abgelehnt. Fortsetzung d« Beratung Freitag 10 Uhr. ist die einheitliche Zlbgabe preußischer Stimmen im Reichsrat ein staatspolitisches Erfordernis, das endlich auch von der Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags einae- sehen werden sollt«. Ohne ihre passive Resistenz gegen dieses Erfordernis hätte der Zustand, daß preußische Provinzial- Vertreter im Reichsrat deutschnationale Polrtik gegen die Preußisch« Regierung treiben, längst aufgehört._ Das preußische Konkordat. Vit presse wird unterrichtet. Die für Frettag angesetzte Sitzung im Preußischen Staatsminist«. rium, in der die Fraktionen des Preußischen Landtag» über den Inhall de» Konkordats unt«richtet werden sollen, wird am Freitag vormittag 11 Uhr beginnen. . Es wird zunächst ein« Besprechung mtt den Koalition«. Parteien(Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten) statt- finden. Am Nachmittag iverden die übrigen Parteien unterrichtet. Die Vorlage dürste am 17. Juni an den Staatsrat ge- langen. Der Statsrot, der für den 18. Juni auf etwa vier Tage einberufen ist, um neben kleinen Borlagen insbesondere das Städte- baugesetz zu beraten, wird sich voraussichtlich in diesem Sitzung;- abschnitt auch mtt der Konkordatsoorlage befassen. E» ist zu erwarten, daß die Dorlage sodann noch vor den Sommerferien auch das Plenum des Landtags, das bekannt- lich am 2S. Juni auf etwa drei Wochen zusammentritt, beschästigen wird. In ein« Besprechung, die einige Tag« vor dem 17. Juni stattfinden soll, wird die Regierung über den Inhalt de» Konkordat» der Press« Mitteilung machen. Gevosse Heinrich Ströbel begeht heute fei»«» 00. Geburtstag. Fast zugleich könnt« er auch sein 40jährig«» Jubiläum als sozial» demokratischer Publizist seiern. denn schon 1889 hatte der junge Student aus Hessen zu schreiben angefangen, und als Dreiuno» zwanzigjähriger bezog er die Redakteurstube de» JBotksblott' in Kassel. Es folgte ein« siebenjährig« Tätigkeit an d«„Dolkszettung" in Kiel, die ihm einen Ruf in die Redattion de» vorwärts" einbrachte. Hier wirkt« Genosse Sttöbel«in halbe» Menschenaster al» politischer Redatteür mit großer Sachkenntnis und nie ermüden» dem Fleiß. Bierundfechzig Quartalebändetau» der Zeit von 1900 bis 1916 tragen die Spuren seiner Arbeit und in vielen Spalten das Gepräge seines Geistes. An Kämpfen hat es in dies« Zeit und später nicht gefehlt: stets hat Ströbel dabei seinen Standpunkt aus jede Konsequenz hin vertreten, aber stets auch hat er sich bemüht, die kameradschasrlichen Formen zu wahren und den Weg zu mensch» lichem Sichoerstehen zurückzufirchen.— Als Parlamentorter hat Ströbel in der Vorkriegszeit im Dreillassenhau» seinen Mann go» standen, fest 1924 gehört er als Vertreter von Ehemmtz-Zwickau dem Reichstag an. Der Rooembersturm 1918 trug ihn mit an die Spitz« den preußischen Regierung, die er jedoch, infolge der b« konnten Konflikte, bald wieder oerließ. Erinnert man sich noch d« zahlreichen Bücher, die Genosse Ströbel geschrieben hat, fo rundet sich das Bild einer rastlosen und sympathischen Kampscrpeisönlichkeit, die i» d« Partei oft Gegner, nie einen Feind gefunden hat. Herzlichste Glück, wünsch« geleiten heute den Sechzigjährigen in da» tuut Lebens» johrzehnt! Die deutschnationale Reichstagsflaktion hat beschlossen, für bte zweite Rate des Panzerkreuzers.V zu stimmen. Da» milde Urteil in Oppeln gegen die Hakenkreuzler, die die polnischen Schauspieler überfallen und mißhandelt hoben, wird von der Staatsanwastschast durch Berufung „Diese Krise brauche ich jetzt." Die Katastrophenpolitit der Schwerindustrie. Die gestrige Reichstagsdebatte hat eine außerordentlich lehrreiche Enthüllung gezeitigt: der Demokrat Georg Bernhard, von dem Schwerindustriellen K l ö n n e über. aus scharf angegriffen, teilte in seiner Entgegnung Einzel- heiten aus de? Besprechung mit, die zwischen den deutschen Sachverständigen und den Vertretern der Schwerindustrie seinerzeit auf Villa Hügel stattge- funden haben. Donach hat der Führer des Stahltrustes . Thyssen, als Schacht ihn auf die katastrophalen Folgen eines Scheiterns der Pariser Verhandlungen für die deutsche Wirtschast hinwies, mit den frivolen Sätzen geantwortet: Diese Krise brauche ich jetzt. Dann ist die Lohnfrage und die R« p a r at i o n s f r a g e auf einmal beseitigt.� Diese Worte beleuchten den Zynismus einer Politik, die non der Schwerindustrie nicht erst seit heute und gestern ge- trieben wird. Immer wieder hat die Schwerindustrie auf Katastrophen hingearbeitet. Bernhard hat bereits auf die verhängnisvolle Rolle hingewiesen, die Hugo Stinnes in Spa zu spielen versuchte: man kann auch die Vorgeschichte des Ruhreinbruchs hierher rechnen. Bekanntermaßen hat die Schwerindustrie damals mit dem Gedanken gespielt, nach völligem Zusammenbruch der staatlichen Gewalt ein „wirtschaftliches Herzogtum" im Westen zu errichten, iir dem die Industriekapitäne, unbeengt von irgendwelchen staatlichen Behörden, nach Belieben schalten und walten könnten. Als das Ruhrabenteuer zusammenbrach, verstanden sie es, vor allen anderen mehr als 700 Millionen Goldmark Entschädi- gung aus der Reichskasie zu ergattern. Ihren Arbeitern aber, die sie während des Kampfes nicht genug als„treue Bundes» genossen" gepriesen hatten, legten die Schwerindustriellen so- fort die Lasten des Kampfes auf durch Beseitigung des Achtstundentages und Senkung der Löhn«! So hat die Schwerindustrie allerdings bewiesen, daß sie bei Katastrophen herrlich im trüben zu fischen versteht, daß ihr Geschäft auch dann noch blüht, wenn dem deutschen Volk der Atem ausgeht. Kein Wunder, daß die Herren auf neue Katastrophen Appetit haben. Die Absicht liegt ja auch klar auf der Hand:„Dann ist mit der Reparationsfrage auch die L o h n f r a g« auf einmal be- seitigt." Die Lohnfrage! Sie löst sich nicht nach dem Herzen der Ruhrindustriellen, solange eine republikanische Staats- gewalt mit ihrem Schlichtungswesen die Dergewalti- gung den' Arbeiter verhindert! Deshalb:„Ich brauche die Krise." Erst den Staat in die Katastrophe gejagt, das deutsche Volk mit Hilfe des„Feindbundes" zermürbt, und dann— heidi!— der Arbeiterschaft die Löhne diktiert! Dieses nennt sich: National« Politik. �1S2S mit ni .— Bezüglich der Rekrutierung seien seit Dezember nit den Ländern unter Führung des Reichsinnenministeriums ..eue Formulare vereinbart worden.— Was die vom Abg. Kuhnt lsaz.) zur Sprache gebrachten Lotalverbote betreffe, so dürsten solche Verbote nur erlassen werden, wenn ein« Gefährdung der Manneszucht(Schlägereien usw.) zu befürchten sei. In den beiden erwähnten Fällen Dresden und Stendal seien die Verbote auf- gehoben. Aus politischen Gründen dürften Lokalverbote n i i ch t erlassen werden. Bezüglich der Umgruppierung der Garnisonen wird eine Entschließung Stücklen angenommen, in der die Regierung ersucht wird, bei der Zusachmenlegung von Garnisonen daraus zu achten, daß die Gemeinden nhht zu Auswendungen veranlaßt werden. tie eine Belastung bedeuten. Gemeinden, die chr« Garnison ver- lieren, müßte eine Frist gegeben werden, die ihre Umstellung er. möglicht. Zu der Lohmann-Angelegenheit wird«in« Ent- schließung angenommen, in der da» Reichswehrministerium ersucht wird, lobald als möglich«ine neue Denkschrift über die Abwicklung der Lohmann-Unternehmungen vorzulegen. Abg. Dr. Leber(Soz.) ist von der Antwort des Ministers be- züasich der Abwehrspionage nicht befriedigt. Er fragt, weshalb man den Deutschen Musikerverband zu den politischen Organisationen rechne.— Abg Biederman(Soz.) kritisiert, daß bei einer land- wirtschaftlichen Ausstellung in Hamburg Truppen mitgewirkt hätten > nd fragt noch der Kostenausbringung. Es wird erwidert, daß Kosten sür das Reich bei solchen Fällen nicht entstehen. Abgeordneter E ch ö p s l i n(Soz.) vermißt eine genügende Tätigkeit des parlamentarischen Beirats für das m i l i t ä r t s ch e Fachschulwesen und fordert stärkere Heranziehung des Beirats.— Abg. Dr. M o s e s (So;ü spricht seine Anerkennung au» über die Heeresbücherei und erklärt, daß auch die Bücher für den staatsbürgerlichen Unter- richt bis aus eine Ausnahm« besser geworden seien. Es wird er- widert dob das getadelt« Lehrbuch neu ausgelegt werde. Des weite- ren wünscht Abg. Dr. Moses eine stärkere Bekämpfung des Alkohols beim Heer: ein Wunsch, den zu erfüllen der Reichswehrminister mit Nachdruck betont. Dr. Moses anerkennt auch. daß die Selbstmorde und die Geschlechtstrankheften in der Reichs- wehr erfreulicherweise zurückgegangen seien.— Aus«in« wiederholte Ansraoe vom Abg. Dr. Leber(Soz.) wird mitgeteilt, daß die Lohnerhöhung bei den Arbeitern der Reichswehr durchschnittlich 10 Proz. betragen Hab«. �- Beim Kapitel„Waffen. Munltion und Heeres- gerät" bringt Dr. L e b e r ein Angebot von Waffen zur Sprache. die zu lächerlich billigen Preisen angeboten würden und nur aus geheimen Waksenlagern stammen können. Ein Kommissar erwidert. daß zurzeit eine große Ebbe auf dem internationalen Waffen- shiebungomorkt herrsche und daß die mit der Verfolgung solcher Wasfenschiebungen betrauten Polizei, tcllen der festen Ueberzcugung seien, derartige Ankündigungen würden in die Zeitungen gebracht. nur zu dem Zweck, um den Markt zu beleben. Im Reichs- wehrministerium fei von solchen»affenlagern nicht da» mindeste bekannt. Teddys Thron... Die Beratung des Heeresetats. Sorgfältige sozialdemokratische Lleber wachung. In der Donnerstagsitzung des Ausschusses für den Reichshaus- halt erteilten zunächst Reichsvehrminister G r o« n e r und einige Kommissare noch Auskunft über bisher nicht beantwortete Fra- gen. Die Feldj ägerko rps-Organifation, über die aus- führlicher Abg. Künstler(SPD.) gesprochen hatte, sei im Dezember IflU aufgelöst worden.— Die im Sonnenburgprozeß aus- gedeckten �Unregelmaßigkeften seien auch noch der Bekundung des Ulstersuchungsrichters und Staatsanwalt» in den Zeitungsartikeln außerordentlich übertrieben worden. Die zum Verkauf gebrachten Sachen hätten fast ausnahmslos aus schlechten Crsaystoffen bestanden. — Mit den vom Abg. Biedermann(Soz.) zitierten Aufsätzen aus der Zeitschrift ,.W i s s«n und Wehr" verhalt« es sich derart, daß diese Zeitschrist vom Reichswehrministerium gänzlich unab- hängig sei. Ihr Herausgeber sei ein pensionierter Offizier, dem das Reichswehrministerium keine Vorschriften zu machen habe.— Der Prozentsatz der höheren Offizier« sei in England und Amerika, die ein« ähnliche Wehrversassung hoben, weit höher als bei uns.— Gegen dos llebermaß von S p i n'n a g«, das gegen Deutsch- land betrieben werde, mühten Abwchrmaßnohmen getroffen werden können. ... steht wieder einmal felsenfest Aufgabe der Labourregierung: Vor allem Kampf der Arbeitslosigkeit! London. 6. Juni.(Eigenbericht.) Premierminister Macdonald hatte am Donners- tag im Beisein von S« o w d e« und Thomas eine Unterredung mit zahlreichen höheren Beamte« der ver- schiedenen Ministerien. Maedonald erklärte später Pressevertretern, daß er seinen Aufenthalt in Downingstreet zur Schaffung der organisatorische« Grundlagen für die erste wirkliche Behandlung der Arbeitslosenfrage benutzt habe.„Das Wirkeu." stellte Maedouald wörtlich fest,„nud der Kampf ' gegen die Arbeitslosigkeit hat damit begönne«." Es ist aus der Art und Weise, i« der Maedoualds Besuch i« Downingstreet von der bürgerliche« Presse ge- meldet wird, ersichtlich, daß das schnelleEingreifen der neuen Männer, das in so ansgesprochenem Gegensatz zur Apathie der konservative« Regierung steht, ans die bürgerliche Leffentlichkeit große» Eindruck gemacht hat. Die neuen Minister bei Baldwin. London. 6. Juni. Macdonald, Snowden»nd Thomas haben heut« in der Downingstreet Nr. lü eine Unterredung mit Baldwln gehabt. Dabei ist auch die Frage besprochen worden, wann Baldwin die ofsiziclle Wohnung des Premierministers, Downingstreet Rr. lll, räumen werde. Die Frage wird einigermaßen kompliziert durch den Um- stand, das Baldwin das Haus in London, das er als Privatmann bewohnte, vor einiger Zeit verkauft hat. Macdonald erklärte, daß er n i ch t wünsche, in Downingstreet einzuziehen, bevor Baldwin ein« passend« Wohnung gestinden hat. Nach den derzeitigen Dispositionen wird das Kabinett Baldwin nach Schloß Windsor fahren und dem König die Amtssiegel über- geben. Das neue Kabinett wird voraussichtlich am Montag zum erstenmal zusammentreten. Bald danach wird sich Maedonald zu einem kurzen Urlaub nach Schottland begeben. Oer Aufbau des 8oung»Berichne Schachtel ca. t Pfd. br. u-''6 I 1«ls"er pwnd t ut u. I.io Blockkäse, ohne Rinde, halbfett: Tilsiter Art� Pfund 0.80 Schweizer Art Pfund 1.15 Harzerkäse 3 pimsd inhau 55 p<. Margarine Pfund 0.52 0.58 Tatelbutter...Pfund 1.86 Kokosfett i-Piund-Tafei 0.62 Dänische Butter Pfd. 1.93 Schweineschmalz Pfund 0.72 Konserven Vi Dose Senfgurken...... 0.87 Rflaumen°M.90�0.72 Apfelmus...... 0.78 Saure Kirschen...1.05 Mirabellen.... 1.15 Kaliforn. Pfirsiche 1.40 Kaliforn. Aprikosen 1.55 Oelsardlnen 45 Norweg. Sild 0.40 TafeIölFiasch.0.58 0.80 1.35 Olivenöl'/I Dose 1.60 3.20 Konfitüre �etwer Pflaumen 0.92 Orangen 1.05 Aprikosen 1.10 Erdbeer 1.30 Kirsch. Himbeer 1.35 Ananas 1.40 Vierfrucht-Marmelade v« Eimer 0.85 1/i Dose Rote Rüben...... 0.38 Spinat........ 0.48 Gemischt.GemüseV 0.72 Leipziger Allerlei 0.90 Gemischt Gemüse fein 1.50 Jung. Erbsen Dose 0.45 0.72 Junge Erbsen fein.. 1.25 Kaiserschoten.... 1.65 Karotten Junge, kleine. 0.75 Karotten geschnlllen.. 0.42 Jge. Brechbohnen I 0.95 u. Obst Kohlrabi lunge, Mandel 0.55 Möhren Junge, Bund 0.35 0.60 Kartoffeln- 5 Pfd. 0.65 Stachelbeeren up"nd' 0.28 Kalif. Aepfel Zitronen.... Grüne Bohnen Pfund 0.38 Spargel Pfand 0.07 0.35 0.48 0.72 Räucherwaren Bücklinge Bomh, Pfd. 0.13 Bücklinge norweg, Pid. 0.28 Schleibücklinge Pfd. 0.52 Flundern Pfund 0.38 0.52 Kolonialwaren Olympia-Mehl 2-p�fe-j 0.52 0.55 5-plund Bruchreis■...Pfund 0.18 Tafelreis Pfund 0.24 0.32 Haferflocken. Pfund 0,23 . Pfund 0.45 Duzend 0.48 Seelachs In Stücken, Pfd. 0.52 Rotbars fn stucken, Pfd. 0.52 Sprotten.... Pfund 0.52 Spickaale Bund 0.34 0.85 —-PBeUun,d.i I-IO 1-18 1.25 Weizengrieß Pfd. 0.21 0.25 Makkaroni Boich!'m'd. 0-38 Schnlttnud. mund 0.40 0.54 Konsum-Misch. Pfund 2.40 Haushalt-Misch. Pfd. 2.60 Sonder-Misch. Pfund 3.00 Kattee frisch gebrannt, eigene ßeslerel Olympia-Mlsch. Pfd. 3.40 Globus-Misch. Pfund 3.80 Residenz-Mlsch. Pfd. 4L0 Preise für V» Mdfcche, ohne Gias Wein Edel-Apfelwein»US Tafelobst, sehr mild..... Maitrank«US Fruchtwein....... lohannisbeerwein cstr�fein, aromaiis h...... 1928 Bergzaberner Letten kerniger Pfälzer San Antonio lieblicher spanischer ßolwein..... 1928 ObermOSefer tisch- und Bowlenmosel... 1928 Wöllsteiner saftiger Bhelnhesse....... 1927 Nitteler Gipfel Milder sUfUger Mosel.... 1927 Mandeler Rosengarten feindium. Kahew 1924 Chdt. Relgnac milder Bordeaux- Tischwein 1926 Oppen hefmer Saar voiibiomig, saftig 1926 Trittenheimer Laurentiusberg Deutscher Weinbrand jf und Halb& Halb.�"?, 2h marke 3.50 f s Fl. 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Pfund 0.85 0.95 1.10 0.82 0.85 1.00 1.29 0.75 1.06 1.10 1.10 1.18 1.30 0.4S Frische Rinderzungen Pfund i.it» Kalbsschnitzel......... ptund 2.10 Rinderkamm u. Brust o�oren ptund v.i8 Geflügel u. Fische Suppenhähne........... ptund««. 1.15 n Suppenhühner.........p-und 1.25.» Wolgahühner...... Pfund von 1.20« Bratschollen................ Pfund 0.20 Makre en.................. p und 0.22 Schellfische.................»und 0.24 Kabeljau Ohne Kopf, ganze Fische Pfund 0.28 0.38 Frischer Zander...........»und 0.75 Lebende Schleie....... ptund von i.00-n Konfitüren Bonbon-Misch. Pfd. 0.50 Eisbonbons»und 0.70 Gelee-Himbeeren Apfelsinen- und Zitronen-Schnitte Erfrischungs-Waffeln Messina-Drops Pfund 0.70 Gold-Bonbons Pfund 0.75 ...... Pfund 0.90 .. Pfund 0.90 », Pfund 0.90 Am 1. Juni, nachm. S',1. Uhr. verstarb infolge eines Unfalles mein lieber Mann, unser guterVater und Schwiegervater, der Krankenkontrolleur Otto Gerndt im vollendeten 65. Lebensjahre. In tiefer Trauer Ollille Gerndt, geb. Schulze. Kurt und Margarete Gerndt. Berlin, den 6. Juni 1929. Blumenstr. 6. Die Trauerfeier findet am Montag', dem 10. Juni, nachm. 5'/, Uhr, im Krematorium Gcrichtstr. 37-38 statt. Todesanzeige. Arft 1. Juni verstarb infolge eines Unfalles bei Ausübung seines Dienstes unser langjähriger Angestellter und lieber Kollege, Herr Otto Gerndt im vollendeten 55. Lebensjahre.— Er war uns in seiner 22jährigen Tätigkeit stets ein treuer und pllichteifriger Mitarbeiter und Freund, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Vorstand und Koliegenschatt dor OrtskranKenKasse der lYiechaniker. Optiker und ueriuandten Gewerbe zu Berlin. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 10. Juni, nachmittags SV, Uhr, im Krematorium Gerichtstr. 37-38 statt,[ Wenig qchagcrtf, feit« auf$ beroben. Erfatz für Mag. Saudiamjüge. Berieih von GesellfchattS' onsilgen, Pfattbfeibc Weingarten, Prinzen si rage 83. Piano, ohne Anzahfung, neu unb ge- brotiht, in groner bcaight, in gtoftet Auswahl ocetaufl teret, Brunttenfleaße 191, l Treppe. ofen thaier Piatz Langjährige Eaean. tie. fieinfle Ratenzahlung. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter Bln. 4 Tabesanzefge Unseren Mitgiiebern und Freunden zur Nachricht, baß unser langjähriges Milgtieb Otto Gerndt infolge eines Unfalles verstorben ist. Ehre feinem Anhenlen! Die Einäscheruug stnbet Montag. b. 10. Sunt, I7> Uhr, im Aremalorinm Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wünscht via Ortsvarivaltung Verkäufe Tapeten. Ezillat, srolonieslraße 9�_ SRortifcn, Feite, Blumenlästen, Leiterwagen. Teilzahlung gestattet. Stettuer. 1 Bernauerstraße 13. üsMük M8lallarliBitßr-¥Er!iaii Verwaltun, ssteile«tri in Nachruf Den Mitg.ieberrt zur Nachriä>t. oat, unter Kollege, der Former Ilermsllll vedme! Ablershos. am Z b. M. an Gasver- gistung gestorben ist. Stitt(einem Ltubenfen! Ufa Orfsaertaalluitg. 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Jahrgang Freitag. 7. Zum 1929 L�f Die Stadtverordnetenversammlung arbeitete gestern flott und erledigte einen beträchtlichen Teil des ihr vor- gelegten Pensums. Auf der reichlich bemessenen Tagesordnung standen auch mehrere Erziehungsangelegenheiten. Zu dem im „Vorwärts" schon besprochenen Vorgehen gegen die gemeinsame Erziehung der beiden Geschlechter in weltlichen Schulen konnte auf«ine vom Stadtverordneten Genossen Kreuziger begründet« Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion der Stadtschulrat Genosse N y d a h l erklären, daß die An- ordnüng des Provinzialschulkollegiums wahr- scheinlich zurückgenommen werden wird. Als Vorwand zu einer Attate gegen das Landesjugendamt benutzten die Kommunisten die bei Kinderverschickungen vorgekommenen Un- fälle. Stadträtin Genossin Weyl und Stadtverordnete Ge- nosstn To den ha gen stellten fest, daß für solche sehr be- dauerlichen Vorkommnisse nicht das Landesjugendamt verantwortlich zu machen ist. In einer Debatte über das Lehr- lingsheim in der Scharnhorst st rohe traten Stadträtin Genossin Weyl und Stadtverordneter Genosse John den hetzerischen Uebertreibungen der Kommunisten entgegen. « lieber die Ruß plage, verursacht durch die Kesselheizanlagen des Großkraftwerkes Klingenberg in Stralau-Rum- melsburg führten die Wirtschaftsparteiler Klage. Die Laubenkolonisten, die Anwohner und die Sommerlokal- befitzer von Treptow werden durch den herabfallenden Ruß belästigt und in ihrem Erwerb geschädigt. Stadtverordneter Kinscher fragte den Magistrat, was zur Abhilfe des Uebelstandes getan sei. Stadtrat Genosse Schlichting betonte, daß bereits in vier von sieben Schorn- steinen Rußverzehrungsapparate eingebaut seien und daß die rest- lichen Schornsteine in kürzester Zeit fertig wären. Auf jeden Fall ist festzustellen, daß die RuKploge wesentlich abgeschwächt i st und daß sie nach der Fertigstellung der gesamten Apparatur völlig aufhören wird— wenigstens soweit das Städtische Kraftwerk in Frag« kommt. Er gab aber den Beschwerdeführern zu bedenken, daß auch die vorüberfahrenden Dampfer und die an der Spree liegenden Fabriten viel Ruß entwickeln. Es dürste dem Magistrat schwer sein, hier abändernd einzu- greifen.— Diesozialdemotratische Stadtverordnetenfrattion forderte in einer Anfrage Auskunft darüber, warum die Slädlische Sparkasse den Zinssah für ausgeliehene Gelder auf 9 Prozent erhähl hat- Genosse Dr. Löwy betonte dazu, daß es zu verstehen ist, wenn die Spartasse das Vorgehen der Banken mitmacht. Wenn man aber die geringeren Verwaltungsunkosten der Städtischen Geldinstitute in Rechnung stellt, sollte sich ein Zinssatz von nicht mehr als 7 Prozent als genügend erweisen. Die Spanne zwischen den chyvothekenzinsen und den Zinsen, die die sparende Be- völkerung für ihre Einlagen erhält, habe früher 1 bis IVt Proz. betragen, während dieser Satz jetzt verdoppelt ist. Genosse Löwy machte besonders Bedenken geltend für die Ausleihung von städtischen Geldern zum Wohnungsbau. Die Erschwerung gerade bei kleinen Bauvorhaben sei außerordentlich stark. Der Kämmerer vr. Laug« gab zu. daß die Zinssätze erhöht wurden. meint«, aber, daß sie die Sparkasse nur im Rahmen der allgemeinen wirtschaftlichen Loge erhöhl habe. Dr. Lange gab serner zu be- denken, daß die Städtischen Geldinstitute viel Geld auszustehen haben, das in früherer Zeit zu einem sehr niedrigen Zinsfuß aus- geliehen wurde. Man könn« also nicht einseitig die Zinsen für Spar- guthaben erhöhen, ohne gleichzeitig auch die Zinsen für ausgeliehenes Geld höher zu setzen. Durch«ne Anordnung des Provinzialschulkollegiums, das sich auf einen Erlaß des Kultusministers stützte, war der Schule in der Diestelmeyerstraß« der gemeinsame llnlcrricht von Knaben und Mädchen untersagt worden. In einer Anfrage führte die sozialdemokratische Fraktion darüber Beschwerde und fragte den Magistrat, was er zur Abwendung dieser Anordnung des Provinzialschulkollegiums getan en im Rathaus. habe. Genosse Kreuhiger führte in der Begründung aus: Abgesehen davon, daß an den meisten Landschulen der gemeinsame Unterricht von Knaben und Mädchen aus organisatorischen Gründen seit Jahr- zehnten durchgeführt wird, ist der gemeinsame Unterricht auch in vielen Schule» Berlins, an denen sich die Lehrer und die Eltern einig waren, beobachtet worden. Es hat sich durchaus gezeigt, daß dieser Unterricht viel für sich hat und daß er z u keinerlei Benachteiligungen führt. Die Anordnung des Provinzialschulkollegiums verlangte nun gerade für eine Berliner Schule die Trennung der Geschlechter, ohne daß ersichtlich war, welche Gründe dafür vorlagen. Die Berliner Schuldeputation hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß der bisherige gemeinsame Unterricht ohne Bedenken fortzusetzen sei, und sie hat die Schulverwaltung beauftragt, für eine Aushobung der Anord- nung zu wirken. In seiner Antwort stellte Stadtschulrat Genosse Rydahl fest, daß durch die Verfügung des Provinzialschulkollegiums ein Zustand abgeändert wurde, der bisher zu keinerlei Beanstan- düngen führte. Von der Schulverwaltung ist Einspruch erhoben worden und man hofft, daß die Anordnung des Provinzialschul- kollegiums rückgängig gemacht und der ministerielle Erlaß auf» gehoben wird. Di« Kommunisten fragten den Magistrat nach seinen Maßnahmen zur Abwendung von Unglücksfällen bei de« Transporten von Berliner Kindern m Erholungsheime. Stadtverordnete Frau Rosenthal(Komm.) forderte Herabsetzung der Zahl der einer Aufsichtsperson anvertrauten Kinder, Stellung von V-Zugwagen und Auswerfung höherer Mittel für die Transporte. Stadlrätin Genossin Weyl sagte in ihrer Entgegnung, daß vom Landesjugendamt alles, was den Kindern und einem ordmmgs- mäßigen Transport zuträglich ist, getan wird. Mit der Reichs- bahn stehe man in dauerndes Verbindung wegen der Gestellung geeigneter Wagen und es sind auch schon über lüg Cxträzüge gestellt worden. Jetzt werden auf 20 Kinder ein Begleiter ge- stellt. Wer aber weiß, wie lustig Kinder auf solchen Transporten sind, wird die Schwierigkeiten solcher Transporte nicht verkennen. Die Bereitstellung größerer Mittel für den Transport bedeutet Be- schneidung der Gelder für den Erhvlunasaufenthalt. Gegenüber einer nochmaligen Rede der Frau Rosenthal bemerkte Genossin weyl, daß— zum Glück— erst ein einziges Kind bei den vielen Transporten der Stadt zu Schaden gekommen ist. Trotzdem wird natürlich weitergearbeitet. Stadtverordnete Genossin Toden- hagen: Der eine Todessall ist tief zu bedauern, aber man soll nicht, wie«s die Kommunisten tun, die Schuld den städtischen Beauftragten zuschieben. Auf die Notwendigkeit eines Ausbaues der Jugendpflege brauchen die Kommunisten durchaus nicht erst aufmerksam machen. Kindertransporte sind immer schwierig, neben den O-Zugwagen seien die alten 4. Klassewagen insofern die oeeignetsten, weil sie am übersichtlichsten sind.— In einem Antrag stellten die Kommunisten fest, daß städtisch« W o h n u n g s b a u ge s e l ls cha st e n ihre Mieter zum Zweck höherer Mietefestsetzung ge- kündigt haben und verlangten, die für die Erhöhung der Mieten nötigen Beträge in den Etat einzusetzen. Den Mieterausschüssen in den städtischen Wohnungen sollen nach dem Antrag die ihnen zu- stehenden Rechte gewährleistet werden. Der Vorberatende Ausschuß ersuchte in seinem Beschluß den Magistrat, den Mieterausschüssen die aus. dem.Gesetz herzuleitenden Rechte zuzugestehen und baldigst eine Vorlage über.«ine andere Organisation der städtischen Wohnunasbaugesellschasten vorzulegen, nach welcher die Stadt- verordnelen in den Aufsichtsräten der Gesellschaften angemessen ver- treten sind. Roch langer Debatte, in der Genosse Gutschmidt den Standpunkt der sozialdemokratischen Fraktion vertrat und dabei den Kommunisten manche Wahrheit sagt«, wurde im Sinne des Aus- schußbeschlufses beschlossen.— Bor genau zwei Jahren beantragten die Deutschnationalen den Magistrat zu ersuchen, eine Uebersicht aufzustellen darüber, welche kommunale« wirtschaslsbetriebe feil ISIS zusammen- gebrochen sind, oder liquidiert haben oder mit Unterbilanz arbeiten, weiter anzu- geben, welcher Schaden der Stadt daraus entstanden ist und in welchen Fällen die Schuldigen ersatzpflichtig gemacht oder straf- rechtlich verfolgt wurden? Die Z e n t r u m s l e u t e wollten wissen, dach JCondon: (Berechtigt» üeberselzung oon Ermin Magma). Der trockene Canjon machte bald einem anderen schmalen Bande rieselnden Wassers Platz. Der Weg lief in einen Waldsteig aus, und dieser führte über«ine kleine Ebene zu einem nur wenig benutzten Landweg. In unmittelbarer Nähe gab es weder Höfe noch Häuser. Der Boden war mager, das Gestein lag dicht darunter oder trat direkt zutage. Zu beiden Seiten war der Weg jedoch von Manzanitas und niedrigen Eichen eingerahmt, die so dicht wie Dschungel- gestrüpp standen. Und aus diesem Gestrüpp hervor huschte plötzlich ein Mann in einer Weis«, die Daylight an ein Ka- ninchen erinnerte. Es war ein kleiner Mann in geflickten Ueberzugs- kleldern, barhäuptig und mit einem Baumwollhemd, das Hals und Brust völlig frei ließ. Die Sonne verlieh seinem Gesicht einen rotbraunen Glanz und den Spitzen seines fand- gelben Haares einen Silberschimmer. Er winkte Daylight,' daß er anhalten sollte, und reichte ihm«inen Brief hinauf. „Wollen Sie zur Stadt, dann wäre ich Ihnen sehr dank- bar, wenn Sie mir diesen Brief besorgen wollten," sagte er. Gerne." Daylight steckte ihn in seine Rocktasche. „Wohnen Sie hier in der Gegend?" Aber der Kleine antwortete nicht. Er starrte Daylight überrascht und anhaltend an. Ich kenne Sie," sagte der Kleine schließlich.„Sie sind Elam Harnrsh— Burning Daylight. wie die Zeitungen Sie nennen. Hab ich recht? �Aber�was'i/aller Welt tun Sie hier im Ehaparral?" Daylight antwortete lächelnd:„Suche Kunden für un- entgeltliche Landpostoerbindung. Ja ich tfeuc mich, daß ich den Brief heute nachmittag geschrieben habe." fuhr der Kleine fort,„sonst hätte ich Sie ja nicht zu sehen gekriegt. Ich sah Ihr Bild oft in den Zeitungen, und ich habe ein gutes Gedächtnis für Gesiebter. Ich Hab Sie sofort erkannt. Wem Name lft Ferguson." „Wohnen Sie hier in der Gegend?" fragte Daylight nun seinerseits. „Jawohl. Ein bißchen weiter drinnen im Gebüsch Hab ich eine kleine Hütte, eine hübsche Quelle und ein paar Obst- bäume und Beerensträucher. Kommen Sie und sehen Sie sjch's an. Die Quelle ist prachtvoll. Solches Wasser haben Sie noch nicht geschmeckt. Versuchen Sie es!" Daylight stieg ab, folgte, sein Pferd am Zügel führend, dem schnell ausschreitenden kleinen Mann durch den grünen Tunnel und stand plötzlich auf der Lichtung. Es war«in kleiner Winkel in den Bergen, im Schutze der steilen Wände einer Canjonmünduntz. Mehrere große Eichen zeugten von reicherem Boden. Die Zeiten hatten den Hügel ausge- waschen und allmählich dies« Ablagerung fetter Erde gebildet. Fast unter den Eichen begraben stand eine roh gezimmert«, ungestrichene Hütte, deren breite, mit Stühlen und Hänge- matten versehene Veranda zeigte, daß die Bewohner im Freien schliefen. Daylights scharfem Blick entging nicht die geringste Einzelheit. Die Lichtung war unregelmäßig, sie reichte so weit wie der beste Boden, und jeder Obstbaum, jeder Busch, ja jede Gemüsepflanze hatte ihre eigene Wasser- Zuführung. Ueberall waren kleine Rieselkanäle. Ferguson suchte eifrig im Gesicht seines Gastes nach Zeichen der Anerkennung. „Was meinen Sie dazu, wie? .Leder einzelne Baum mit der Nagelschere gestutzt und manikürt." lacht« Daylight. aber die Freud« und das Ver- gnügen in seinen Augen befriedigten den Kleinen. „Ja, wissen Sie, ich kenn« jeden einzelnen Daum, als wäre er mein eigen Kind. Ich habe sie gepflanzt, aufge- päppelt und großgezogen. Jetzt sollen Sie aber die Quelle sehen." „Großartig," lautete Daylights Urteil, als sie die Quelle gründlich besichtigt und gekostet hatten und nun zum Hause zurückkehrten. Als sie eintraten, war Daylight überrascht. Gekocht wurde in der angebauten kleinen Hütte, und das Haus selbst war ein einziger großer Wohnraum. Ein großer Tisch in der Mitte war mst Büchern und Zeitschristen übersät, seder verfügbare Raum an den Wänden vom Boden bis zur Decke mit Bücherregalen verstellt. Es schien Daylight, daß er noch nie so viele Bücher auf einmal gesehen hätte. Felle von Wildkatzen. Waschbären und Hirschen lagen auf den Dielen des Fußbodens. �Selbst geschossen und gegerbt." erklärte Ferguson swlz. welche Wirtschoftsbetrieb« seit 1S19 gegründet wurden, wer die Leiter sind, welche Verluste und Gewinne erzielt und welche Steuer- ermäßigungen zugestanden wurden? Die Demokraten forderten eine ähnliche Aufstellung. Die Grundidee aller Anträge war, eine mehr oder minder starke Aktion gegen die städtischen Betriebe und Gcjellschaslen zu unternehmen. Gestern wurden die Anträge, soweit sie die Wohnungsgesellschaften und das Messeamt betreffen, durch einen kleinen Bericht des Genossen Bublih und die stillschweigende Zustimmung zu den Ausschußbeschliissen erledigt. Die anderen Sachen werden weiterberatcn. Im Laufe der weiteren Sitzung wurden— teilweise olm« Debatte — eine ganze Anzahl Vorlagen des Magistrats erledigt. Darunter waren 128 000 Mark für die Ausbauklassen an Volksschulen und die Kosten für den Umbau der 30. Volksschule in der Rüdersdoricr Straße. Di« Bilanzen und Jahresabschlüsse vieler städtischer Be- triebe wurden genehmigt.— Um das Lehrlingsheim in der Scharnhorst st raße entbrannte am Ende der VersanAnlung noch eine heftige Debatte. Die Kommunisten hatten allerlei Miß- stände entdeckt, hatten die Jungen veranlaßt, Artikel für die„Rote Fahne" zu schreiben und sie sonst auch in ihrem Austreten gegen Heimleiter und städtische Beamte bestärkt. Run erhoben die Kom- munisten Protest in der Stadtverordnetenversammlung und machten die Stadträtin Genossin Weyl verantwortlich. Was von unserem Standpunkt dazu zu sagen war, sagte Genosse John. Stadträtin Weyl zeigte, was wahr an der Sache war. Die kommunistisch« Stadtverordnete Frau Hosstnann-Gwinner sprach lange und heftig. Am Schluß gestand st« zu, daß die Stadt Berlin und Genossin Weyl den ehrlichen Willen haben, Jugendpflege zu treiben und Lehrlingsheime zu unterhalten. Aber man sträube sich gegen Kritik, wohingegen in Rußland die Freiheil der Kritik(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten) die Regierung ver- aulaßt, Abhilfen zu treffen.(Ironisches Hört, hört! bei den Sozial- demvkraten.) � Bei den aus der Sitzung vom 28. Mai aussiehenden Abstimmungen wurde der Ausweisung der Friedhöfe in der Gegend der Bergmannstraße als Freiflächen zugestimmt. Da- für war nur die Linke des Hauses.— Dein ersten Teil eines An- träges der Kommunisten, der mehr Zuwendungen aus Reichs- steuermitteln fordert, stimmten auch.unsere Genossen zu.— Di« Entschädigung an die Kleingärtner im Bezirk Prenzlauer Berg soll ausgezahlt werden, wenn die Rechts- läge für die Kleingärtner ist. Vier iniereffanie Kreisprüche. Sonnenburger Zuchthausprozeß in der Berufungsinstanz. Sonnenburg, 6. Inni. Die ciusiehenerregenden Borgänge im Zuchthaus Son- ncnburg, wo In dem Alkverwerkungsbelrieb der Firma Schwarzschild unhaltbare Zustände eingerissen waren, beschäs- tigten jetzt in mehrtägiger Verhandlung die Berufungsinstanz, da Rechtsanwalt Franz Themal für die im ersten Prozeh zu Geld- strafen verurteilten Beamten, und zwar den Inspektor Hinket, sowie die Wachtmeister Weber. Dobberke und 3 a b u s ch Berufung eingelegt halte. Der Prozeß vor der zuständigen Strafkammer des Landgerichts Frankfurt a. d. O. unter Vorsitz von Landgerichlsdirektor Sieberl fand wieder in der Kirche des Sonuenburger Zuchthauses statt. Entgegen der Auffassung der ersten Zustanz hielt das Gericht eine Schuld dieser nie ran- geklagten Beamten für nicht erwiesen und sprach ss« sprechend dem Antrage des Verteidigers frei. Llm die Vergnügungssteuer. Di« Finanz- und Steuerdeputation beschästigte sich am Donners- tag erneut mit den Anträgen auf Ermäßigung der Bergnügungs- steucr und beschloß die Einsetzung eines Unterausschusses, der die Möglichkeit einer Ermäßigung der Vergnügungssteuer, insbesondere für die kleinen und kleinsten Betriebe, und die Beseitigung der Härten bei der Raumpauschsteuer prüfen und ihre Auswirkung auf die städtischen Finanzen errechnen soll. Der Ausschuß soll der Deputation baldmöglichst Bericht erstatten. Di« Deputation wird dann auf Grund dieses Berichts ihre endgültige Entscheidung treffen. Das Hauptmerkmal der Stube war jedoch der mächtige Kamin aus größeren und kleineren unbehauenen Feldsteinen. „Selbst jjebaut," erklärt« Ferguson,„und, weiß Gott, der zieht. Nicht der geriimste Rauch außer im Schornstein. und das bei den schweren Südoststürmen I" Daylight fühlte sich von dem Kleinen angezogen und war neugierig. Warum versteckte er sich mit all seinen Büchern hier im Ehaparral? Er war durchaus kein Narr, das konnte jeder sehen. Aber warum? Die ganze Geschichte sah nach einem Abenteuer aus, und Daylight nahm eine Einladung zum Abendbrot an, halbwegs daraus vorbereitet, in seinem Wirt«inen Rohe-Früchte- und Nüsse-Fresser oder sonst einen Gesundheitsapostel zu finden. Bei Tisch, während sie Kaninchenfrikasse« mit Reis und Curry aßen, fand Day- lieght, daß der Kleine in dieser Beziehung kein Fanatiker war. Er aß, was ihm schmeckte, und soviel er mochte, und mied nur solche Speisen, die ihm, wie er aus Erfahrung wußte, unzuträglich waren. Als sie die Teller abgewaschen und es sich dann gemüt- lich gemacht hatten, fand Daylight Gelegenheit, ihn zu fragen:.Lören Sie, Ferguson. Seit wir uns getroffen, habe ich darüber nachgedacht, was für eine Schraube bei Ihnen los ist, aber ich will gehenkt werden, wenn ich es rausgekriegt habe. Was treiben Sie eigentlich hier? Womit haben Sie sich Ihr Brot verdient, bevor Sie herkamen?" Ferguson amüsierte sich ganz offen über die Fragen des andern. „Erstens." begann er,„war ich von den Aerzten auf- gegeben, obgleich ich alle möglichen Sanatorien besucht und eine Reise nach Europa und eine nach Hawai gemacht hatte. Sie versuchten Elektrizität, Mast- und Hungerkuren. Sie ruinierten mich mit ihren Rechnungen, und dabei ging es mir immer schlechter. Ich war ein Schwächling, und dann lebte ich unnatürlich— zuviel Arbeit, Verantwortung und Mühe. Ich war Hauptschriftleiter der„Times-Tribune"—" Daylight schnappte nach Luft, denn die„Times-Tribune" war von jeher die größte und einflußreichste Zeitung San Franziskos. und der Anstrengung nicht gewachsen. Mein Körper lehnte sich auf, und mein Geist natürlich auch. Ich lnußte mit Whisky nachhelfen, und das vertrug ich ebenso- wenig wie das Leben in den Klubs und Hotels." Er zuckte die Achseln und paffte seine Pfeife. (Fortsetzung folgt.) Nochmann gibt einen Neinfall zu. Er wird von Bela Groß im Giinnes-Prozeß weiter belastet. Zu Beginn der gestrigen Verhandlung im Stinnes-Pro- z t ß wurde zunächst die Vernehmung des Angeklagten Direktor Nochmann fortgesetzt. Noihmann betonte, daß er bei der Schilde- rung des Pariser Geschäftes Stinnes gegenüber auch erklärt habe, daß der eventuell« Ankauf von Anleihestücken nur im Ausland erfolgen könne. An die Darstellung des Angeklagten schlössen sich dauernd« Vorhalte des Staatsanwalts und des Borsitzenden, die wiederum zu längeren Erörterungen mit der Verteidigung Anlaß gaben. Nochmann erklärt« schließlich: Ich gebe zu. daß ich mich über die Zulässigkeit des Ankaufs von Anleihestücken nicht erkundigt habe und daß ich reingefallen bin auf die Mitteilung des Schrandt, ich könnte jederzeit mit ihm in Paris zum Reichskommissar gehen und mich über die Zulässigkeit des Geschäfts erkundigen. In Rumänien gab es überhaupt keinen deutschen Sonderkommissar. Staatsanwalt: Herr o. Waldow hat ausgesagt, Sie hätten ihm er- klärt, es würde ungefähr ein fünfzehnfacher Gewinn herauskommen und v. Waldow hat diesen Gewinn auch noch ganz genau berechnet. Nothinann: Ich hott« niemals von einem fünfzehn- fachen Verdienst gesprochen. Staatsanwalt: Konnten Sie denn«in Geschäft, daß Ihnen in wenigen Wochen tatsächlich einen viereinhalbfachen Gewinn brachte, überhaupt für anständig halten? Nothmann: Ich lege Wert auf die Feststellung, daß ich das Geschäft für durchaus anständig hielt. Im weiteren Verlauf der Verhandlung beantragte der Per- leidiger des Angeklagten Nothmann, R«chtsanwalt Dr. Davidsohn, die Sachverständigen als Zeugen darüber zu vernehmen, ob in ihren Verwaltungsbetriebcn Fäll« ähnlicher Anleihe geschäfte bekannt- geworden sind. Es soll dadurch der Nachweis für di« wiederholt aufgestellte Behauptung erbracht werden, daß auch andere Stellen solche Geschäfte gemacht haben. Der Vorsitzende steht auf dem Aandpunkt, daß ein« solche Vernehmung der Sach- verständigen über den Rahmen des Prozesses hinausgehen würde. Der Staatsanwalt sagte zu, die Genehmigung der Vehörden für entsprechende Aussagen der Sachverständigen nachzusuchen. Dann wurde Bela Groß Gelegenheit gegeben, sich zu den von Nothmann gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu äußern, wobei er in allen Punkten bei seinen Nothmann bela st enden Angaben blieb. Nothmann sei darüber im Bilde gewesen, daß die in Berlin«ingekauften Anleihen als angeblicher rumänischer Altbesitz von Rumänien aus präsentiert werden sollten. Nochmann sei auch über die Reise Blochs nach Berlin zum Einkauf der An- leihen sowie über die Roll« des Dr. Antal, der die Anmelder von angeblichem Altbesitz in Rumänien aussindig machen sollte, infor- miert gewesen. Der Angeklagte Nothmann blieb gegenüber den wider- sprechenden Angaben des Bela Groß in allen Punkten bei seiner Darstellung. Groß mußte sich dann noch über die Differenz von64 00c> M. äußern, die zwischen der zum Ankauf der Wert- papiere verwandten Summe und dem insgesamt ausgegebenen Be- trag besteht. Groß erklärte sich schließlich bereit, in der nächsten Sitzung an Hand der Kontoauszüge Auskunft über die Zusammen- setzung der fraglichen Summe zu geben. Zum Schluß der Sitzung kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Joseph Schneid und Bela Groß. Zu der schon vorher ausgeworfenen Frage, weshalb gerade die Wiener Bankier Bloch zum Einkauf der Kriegsanleihe in Berlin von Groß herangezogen worden sei, erklärte Schneid: Bloch war überhaupt kein Bankier, sondern«in kleiner Kommiffio- när mit einem Zimmer und einem Vorzimmer. Die Verhandlung wurde dann auf Freitag vormittag vertligt. Es soll der Angeklagt« v. Waldow vernommen werden. Riesenbrand in Hamburg. Das Möbellager von Karstadt vernichtet. Hamburg. S. Juni. Das karstadl-MSbellager auf der Veddel wurde gestern durch Feuer vernichtet. Es gelang der Feuerwehr nach mehrstündiger angestrengter Tätigkeit den Brand e i n z o- dämmen, von dem mehrstöckigen Gebäude ist das erste Stock- werk, welches in der Hauptsache das Lager der Einheitspreis- abteilung enthielt, völlig ausgebrannt, während das übrige Gebäude von dem Feuer stark beschädigt worden ist. Der Brand war kurz nach 3'A Uhr völlig gelöscht. Der durch das Feuer und Wasser angerichtet« Schaden läßt sich noch nicht ziffernmäßig angeben. Die Bewohner des Heidedorses. Zeugen für Zakubowfki. l.. k. Neu st r et iß. b. Juni. lEigenbericht.) > Sie heutige Nachmittagssihnng zeigte, welch parke Gemüts- .fchütterung die Beseitigung Ewald» und Zakubowski» hin- richtnug aus die Einwohnerschast palingeus und dsffen'Umgebung ausgelöst Hot. Unablässig beschäftigte man sich mit dem Kindesmord und mit den angeblich Schuldigen an der Tat. Die Zcug«naussag«n krachten die Bestätigung für die Behauptung des früheren kommunistischen Londtagsabgeordneten Hartmann, der schon im Februar 1326 im Landtag von dem Rattenne st Palingens in der Heidekate sprach. Hartmann erzählte, wie er in Palingen aus die geschloflen« Ansicht der Dorfbewohner gestoßen sei, daß Iakubowski unmöglich der allein Schuldige sein könne. Hätte man nur einem Wiedcrausnahn«gefuch Iakubowskis stattgegeben, so wäre es ein l«ich- tes gewesen, noch vor seiner Hinrichtung der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Auch noch, als nach Iahren Regierungsrat S t e u- ding und der München«? Kriminalpfychologe Heutig ihre ersten Untersuchungen vorg«nommen hatten, war die Ueberzeugung von der ungerechten Verurteilung Iakubowskis nicht ins Wanken ge- kommen. Es war ollen klar: der Alleintäter konnte er unter keinen Umständen fein. Heute hörte man die Zeugen sprechen, denen gegenüber Frau Rogens und insbesondere ihr Sohn August immer wieder die Unschuld Iakubowskis beteuert habe. Da war zum Beispiel ein früherer Kriegsgefangener, demgegen- über August sich als Iakubowskis Freund vorstellte: er sagte ihm, daß Iakubowski unschuldig hingerichtet sei. Das Gericht wäre nicht zu dem Todesurteil gekommen, wenn es nicht seinem blöden Bruder Hanne» geglaubt hätte. Er könnte noch mehr darüber erzählen, wolle das jedoch unterlassen im Interesse seiner Familie. Das war eine Zeugin aus Lübeck, die anläßlich eines Gesprächs über den Kindcsmord Frau Rogens fragte, weshalb sie eigentlich in der Eerichtsverhand- lung nicht gesagt habe, daß sie den Iakubowski für unschuldig halte. Frau Rogens bekam einen roten Kopf und begann zu weinen. Immer neue Zeugen traten heute auf und wußten zu erzählen, wie August Rogens selbst seine Hand ins Feuer für die Unschuld Iakubowskis zu legen bereit war. Das Gericht hofft, morgen mit der Beweisaufnahme fertig zu fein, um am Montag mit den Plädoyers beginnen zu können. Absatzorganisation für Elettroapparate. Unter Führung der Bewag haben sich die Verbände der E l« k t r o i n d» st r i e zu einer Arbeitsgemeinschaft zu- sainmengeschlofsen, die das Ziel hat, dafür zu sorgen, daß nur noch elektrische Geräte von guter Beschaffenheit an das Publikum oer- kauft werden. Die Geschäfte, di« sich der Arbeitsgemeinschaft gegen- über oerpflichten, elektrische Bedarfsartikel zuführen, die den Vorschriften des Verbandes deutscher Elektrotechniker ent- sprechen, werden von der Arbeitsgemeinschaft besonders kenntlich gemacht. Dadurch soll verhindert werden, daß dem Publikum Waren verkauft werden, deren Benutzung für den Laien gefährlich werden kann. Darüber hinaus will dief« Arbeitsgemeinschaft durch Kurs«, Mitteilungsblätter und Lehrfilme das Publikum aufklären, wie man elektrische Geräte benutzt und was bei Störungen zu erfolgen hat. Die Bestrebungen sind sicher zu begrüßen, denn mit der Vermehrung des Stromverbrauches und der gesteigerten Benutzung elektrischer Gerät« erhöht sich auch die Gefahr für den Benutzer. Schon heute gibt es auf dem Markt eine ganze Reihe elektrischer Apparate, die in der Hand des Laien eine Gefahr bc- deuten, lind«s zeigt sich auch, d«ß sich gerade in den letzten Jahre« Preade, die insolge von Kurzschluß entstanden sind, häufen. Das Zeichen der Arbeilsgemeinschoft trägt die Buchstaben AEB und einen Hinweis, daß in dem betieffenden Laden nur kontrollierte Gerät« verkauft werden. Bisher hoben sich schon über 363 Ge- schäfte gemeldet, die ihre Gerät« auf Sicherheit und Qualität ständig prüfen lassen und dos Zeichen führen wollen. Hai der Lavastrom aufgehört? Terzigno soll gerettet sein. Neapel, S. 3unL Durch den in der Nacht eingetretenen Stillstand de, Lava- slromes kurz vor der geräumten Stadl Terzigno gilt die Gefahr für die bedrohte Stadl im Augenblick als beseitigt, so daß die ge- flüchteten Einwohner in ihre Häuser zurückzukehren beginnen. Noch einem amtlichen Bericht beläuft sich der Schaden in Ter- zigno auf et Iva 50 zerstörte Häuser, wodurch 8 0 Familien obdachlos geworden sind. Außerdem vernichlele der Lavastrvm auf feinem Wege etwa 50 Hektar Land: davon find 4 0 Hektar Weingärten und der übrige Teil Wold. Der nngeheare wert der zerstörten Häuser und weinkulluren kann auch schähungsweise noch nicht angegeben werden. französischer Aristokrat als Schmuggler Alkoholsthmuggel-Sensation in New Öorf. New Zork, 6. Juni. Hier erregt die Verhaftung des Führers des Alkoholfchmuggler- ringes, des französischen Grafen Polignac, der Mit- glied der bekannten französischen Champagnerfirma ist. größtes Auf- sehen. Polignac wurde von 40 Beamten der amerikonischcn Prohibitionspolizei aus dem vornehmen Sovoy Placa-Hotel heraus- geholt. Außer ihm wurden noch verschiedene bekannt« französische Kaufleute und Pelzhändler oer- haftet, die sämtlich in den höchsten Gesellschaftskreisen verkehrten. Gleichzeitig konnten riesige Champagner-, Wein- und Likörbestände bejchlognahmt werden. Man oermutet, daß � noch weitere bekannte ameritanisch-fronzösische Namen hinter dem internationalen Alkoholschmugglerring stehen, der eigene Warcnspeicher, eigene Transportmittel, wie z. B. Lastkrastwagcn besitzt und auch über eine eigene bewaffnete Schutzgarde verfügte. Sommerfeft der Polizeibcamten. Der. Bezirk Groß-Berlin des Allgemeinen Preußischen Polizeibeamtenoerbandes veranstaltete in dem ge- räumigen Etablissement„Carlshas* am Spandauer Schisfohrts- kanal am 1. Juni d. I. sein S o m m e r f e st. Trotz des ungünstigen Wetters waren die Mitglieder mit ihren Angehörigen zahlreich er- schienen. Auch die Orlsvmine des Berliner Reichsbanners beteiligten sich an dieser Beranftalwng und marschierten unter Borontritt eines Tambour, zuges mit ihren schwarzrotgoldenen Fahnen ein. Es kann gesagt werden, daß diese Deranstaltunq des Poli.zeibeamtenoerbandes erneut da, zu beigetragen Hot, das gute Berhältnis zwischen Publikum und Polizei weiter zu vertiefen. Vor fünf Jahren starb, vierzigjährig, Franz K a s k a an der Schwindsucht. Er hat eine Reihe von Werken von genialem Schwung hinterlassen. Willy Haas war sür Kaska wie sür sich selber zu bescheiden, wenn er seine begeisterte Stellungnahme sür Kaskas Dichtungen als ganz suggestives Werturteil ausgesahl wissen wollte. Nur: volkstümlich wird Kaskas Werk nie werden. Die Spannung zwischen der äußeren Realistik und der inneren Meto- Physik der Kaskaschen Dichtungen ist zu groß, um dem Durchschnitts- leser nicht zu verwirren. Haas hätte gut getan, wenn er seinen sehr ledendigen Vortrag durch Leseproben ergänzt hätte— um dem Werk« Freunde zu werben, aber auch, um jene davor zu warnen, die in ihnen spannende Unterhnltungslektüre wittern.— Noch ein Bortrag zeichnet« sich an diesem Tag durch sympathische Frische aus: der dritte Teil von Paul Westheims Zyklus„Kunstgeschmack und Mode".— Eine gute musikalische Nachmittagsdarbietung wurde von blinden Künstlern gebracht. Die Sopranistin Margaret« von Winterseld, der Tenor Herbert Spahn, der Pianist Hermann Jahn-Schulze— der auch mit eigenen Kompositionen für Klavier und Gesang hervortrat, und der Chor der Staatlichen Blindenanstalt hatte sich für das Konzert oereinigt. Am Abend wurden aus der Philhcyrmvnie Männerchöre übertrogen, di« vom Berliner Lehreraesangverei, und der Berliner Liedertafel gesungen wurden. Die Uebertragnng klnng nicht übermäßig gut: technische Mängel, d!« heute bei einer Uebertregunz aus einem akustisch so güch'rigcn Raum, mindestens picht mchi fühlbor auftreten sossten, schicn'en ddr Tonil ästigen Äicdcrgabe iin Wege zu stehen. T c s. Oer Unfug der Weißenberger. Ein beachtlicher Freispruch. Joseph Weißenberg, der Führer der merkwürdigen Deißenbevg« Sekte, hatte den' verantwortlichen Redakteur des„Boten au, dem Riefengebirge" in Hirschberg wegen Beleidigung verklagt. Bei dem Bevufungsprozeß, der in Hirschberg stattfand. wies Iustizrat Dr. Ablaß, Hirschberg, der frühere demokratische Reichstagsabgeordnete, darauf hin, daß über die verderblich« Tätig- keit der Weißenberger ein Wahrheitsbeweis angetreten werden könne, der erschütternd sein würde. Wohlfahrtsminister H i r t s i e f e r hat sich oeranlaßt gesehen, in einem Runderlaß gegen die Sekte der Weißenberger vorzugehen. Er hat di« Der- einigung der Kurpsuscherei gefährlichster Art be- schuldigt und der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Oessenckich, keit bei jeder Gelegenheit dringend gewarnt werde. Die Beranstal- tungen der Weißenberger seien geeignet, auf Nervöse äußerst schöd» lich zu wirken. Dchalb hat der preußische Wohlsahrtsminister die Ortspolizeibehörden und die Kreisärzte ersucht, dieses gemein- gefährliche Treiben zu überwachen. Dos Gerichr in Hirfchberz hat die Berufung des Joseph Weißenberg verworfen und den verantwortlichen Redakteur des„Boten aus dem Riesengebirge" freigesprochen. Bemerkenswert ist bei diesem Freispruch, daß de« Redakteur der Schutz der Wahrung berechtigter Inter- essen zugesprochen wurde. Aus den Weißenberg-Um'ug nach den letzten Nummern sein», Blättchens, in dem Bismarck, Gustav Adolph, der Hohepriester Keiphos und andere Tote Briese, unter anderem auch an den„Bor. lnäris", schreiben,«inzugehen, erübrigt sich Nur Narren«erden aus den Schwindel hereinfallen. Rätsel um ,Oge Maru''. Bon verschiedenen Seiten lagen vorgestern und gestern Meldungen über«ine Katastrophe auf dem japanischen Dampfer„Dge M a ru" vor. Jetzt teilt die Telegraphenagentur der Sowjet« union au, Wladiwostok mit, daß der angeblich brennend gesunken« japanisch« Dampfer„Oge Maru" unbeschädigt seine Reise fortsetzt. Die Meldung von seinem Untergang sei völlig er« funden.„Exchange Telegraph" in London berichtet, daß der Dampfer unversehrt in seinem Bestimmungshafen auf Kamtschatka eingelaufen ist. Di« ersten Meldungen über die ge- fährliche Lage des von Wladiwostok abgefahrenen Schiffes und das ungewiss« Schicksal der an Bord befindlichen 733 Passagiere hatten große Beunruhigung hervorgerufen. Die japanischen Behörden haben ein« Untersuchung über den Ursprung der falschen Gerücht« eingeleitet. Sport. Rennen zu Rnhleben am voanerslag. dem 6. Zvnl. 1. Zi e n n e n. t AeschtssoS(Eh. Mll»). 2. Olympia. 3. Santo Dufiq. Toto; 20: 10. Platz: 15, 20, 33; 10. sterner liefen: Tomerlan, Selomlik, Holoserne», Beate, Lucie Wujis. Valencia I, Hella Timoka. Lunaria. Menode. 2. Rennen, t. Stechen: 1. David lP. stinn), 2. Omni. Stal Lancier, g. Edy. Toto- 34; 10. Platz: 12,17,11:10. sterner liesen: Antenne. Covol, Lord Area, Michael, Oussi ouaji.— 2. Stechen: 1. David(P. stinn). 2. Quint. Stal Lancier. 3. Michael. Toto: 12:10. Platz: 13. 27, 41:10. Ferner liesen: Sdy, Lord Areo. Sntenne. 3. R e n n« n. 1. Ooocordia«Sd. Mill«), 2. Cordula, 3. Natur. Istoi 16:10. Platz: 13, 22: 10. Ferner liefen:«laSama. steuerlllie. 4. Renn« n. 1. LcdetiSkanstler(Ch. MillS), 2. Kapellmeiiter, S. Lindow. kind. Toto: 13: tO. Platz: N, 22, 14: 10. Ferner liefen: Detvetzphw«, Naslerfall. Baron Silvester. Florian.-» 5. R c n n« n. I. Modena(A. Rückert). 2. Herzog Loui«, 3. Kakadu T, 4. Cilento. Toto: 121: 10. Platz: 31, 14. 13, 32: 10. Ferner tiefen: Lo:o Polo, Mephisto. Bicar, Natal, Regenbogen. Gondel, Cillh Dillon, Noblesse, Haga Burton, Slrano, Sssi, Heint Dussv(SOProz. Platz zurück). 6. Rennen. 1. Ilcx lg. MillS),'2. Prachlmädet Tochter. 3. Siegmund. Toto: 23:10. Platz: 13, 36,15:10. Ferner liefen: Heureka. Queen Aktor, Edelmeifter, Hutschachtel, Heldin, Costa Rica. Tullia, Feodora öudoxio. 7. R e n n e n. 1. Naturbursche lH. Schröder), 2. Clement ine. 3. Silva- plana, 4. Pompadour. Toto: 100:10. Platz: 24. 17, 13, 15:10. Ferner liefen: Long Albert, Sadana. NuShaga Loy, Fahrenheit, Dolman, Neid» Hammel, Iifenburg, Elvira, Wilkes. -«. Rennen. 1. Signal(P. Finn), 2: Frieda Tdelstem, 3. König Lear. Toto: 16:10. Platz: 11, 14. tl: 10. Ferner Uesen: Ada«, Kapstain Halle. Cinfiedler, Harsenmädchen, Cffi, Edzard. > SozialifiischeArbetterjugendGr..Verlin DD I»y(JinfenduMCT süe dies» Riidrtt aar« unbedingt erforderlichen Summen für den Neubau der War« ichauer Brücke, für Ausgestaltung und Neubauten in Volksbüchereien und Lesehallen, für die Errichtung eines Rentnerhouses. zweier Jugendheim«, zweier Speise- stellen für tbc°gefährdete Kinder, eines Jugendhauses, ei?mr Umbau Ausverkauf Auf alle Waren (nur dl« MaB-Abteilung, Beruftkleidung«B# w_ M- und einige Markenartikel autgenommen) Wer wirklich sparen will beim Einkauf guier Herren' und Knabenkleidung, der gehi zu: Kinderkrippe, einer Baracke für Krüppelbehandlung, eines Gesund- heitshouses, zweier Säuglings- und Kleinkinderfürsorgestellen, dreier unterirdischer Bedürfnisanstalten, serner der Mittel sür Um- und Ausbau des Krankenhauses(Röntgeninstitut. Operationssaal, Pavillon VL usw.), des Hospitals, des Stadtbads, des Sportplatzes Laskerstraße und der gärtnerischen Anlagen(Kinderspielplätze, Planschbecken usw.), sowie für die F e r t i g st e l l u n g des Krematoriums in der Diestelmeyerstraße. Erst jetzt dämmerte es bei den Kommunisten ob ihrer unsozialen Stellungnahme. Sie verlangten stürmisch die zweite Lesung einer durch Ablehnung nicht mehr vorhanden en Vorlage. Die Genossen K a y s e r und Siegle nagellen diese blamable Politik der Rechten und Linken sest. Ein M> ß t r a u e n s a n t r a g der Kommunisten gegen den B ez ir k s v e r or d n ete n o o r st e h e r Genossen Kays er ver- siel, nachdem Genosse Buchmann den Kommunisten gedient hatte, gegen die Stimmen der Kommunisten und Deutschnationalen der Ablehnung._ Siedlerbeschwerden. 12, Bezirk—(Steglitz. Ein Strauß bunter Verlegenheitsanträge der Fraktionen wird oem Bezirksamt präsentiert: die Anträge werden zum Teil zur Kenntnis genommen, zum Teil wegen Unzuständigkeit des Bezirks- amtes zurückgewiesen. Auch die Beschwerde des deutschnationalen Stadtv. Herzog und seiner Pgrteifreunde über Mißstände bei der Kuchhofsvcrwaltung wird aus der Bearbeitung in einer Kommission als unbegründet zurückgewiesen. Der Berichterstatter der Kommission konnte seststellen, daß die Bestimmungen über Höhe der Gebühren, Unisormierung der Leichenträger, Grab- und Denksteinanordnung einheitlich durch«ine Friedhofsordnung der Stadt Berlin geregelt worden sind und die einzelnen Bezirke nicht zuständig sind. Die Steglitzer Friedhofsverwaltung ist bemüht, die Friedhöfe gärtnerisch und künstlerisch zu heben. Es existiert eine Liste, die unkünstlerische und kitschige Grabmälcr ausschließt. Die Kommunisten spielen sich bei einer Reihe von Punkten, die die Festsetzung von Bausluchtlimen und Genehmigung von Bebauungsplänen betreffen, als die Vertreter von Siedlerinteresscn auf. Das Bauamt soll nachträglich die Bebauungspläne wieder geändert haben, so daß den Siedlern Schaden und viele Scherereien erwuchsen. Besonders heftige An- ? risse werden gegen Bürgermeister Sembritzki gerichtet, der gesagt aben soll, daß genügend Kleinwohnungen in Steglitz vorhanden wären und es Zeit sei, große Wohnungen zu bauen. Der Bürger- meister bestritt diesen Ausspruch, der zwei Jahre zurückliegt. Auch der Stadtbaumeister bestritt die Behauptung, daß nachträglich die Bebauungspläne geändert worden wären. Steglitz habe die größte Bautätigkeit von allen Bezirken, größtenteils wären es Neubauten, die von gemeinnützigen Gesell- schaften mit Hauszinssteuerzuschüsien errichtet würden, bis 5 5 P r o z. beständen nur aus Kleinwohnungen. Es stellte sick> schließlich heraus, daß die Siedler mittlerweil« auf die Bearbeitung der Rechtsparteien bin wieder umgefallen waren, nachdem das B«zirksamt ihren Beschwerden Rechnung getragen hat. Die sozialdemokratische Fraktion konnte erklären, daß man sie nicht ein- geladen und von den Beschwerden der Siedler nicht unterrichtet habe. Ein Antrag, eine Ungleichung der Tarife der Char- lottenburger Wasserwerke an die städtischen Wasserwerke seitens des Bezirksamts herbeizuführen, wurde nunmehr zum so und soviellen Male wieder angenommen.— Zur Verbesserung des Verkehrs zwischen dem Lichterfelder Ortsteil und bem Westen sind neue Autobuslinien geplant. Der Magistrat hat dementsprechend den Bezirksverordneten eine Vorlage gemgcht, die von allen Parteien nach den verschiedensten Richtungen hin kritisiert wird. Zuletzt gelangt die Vorlage des Magistrats durch die Zustimmung der SPD. zur Annahme. Die neue Zeit am Müggelsee. 60 Kilomeier Promenadenwege.— Verkehrsverbefferungen. Es ist k«ine Uebertreibung, wenn gesagt wird, daß erst mit dem Tinziehen der Sozialdemokraten in die Magistrate und Stadtverord- netenversammlungen die Bewegung zur Schaffung von Parks, Spiel- Plätzen. Grünstreifen, Volkserholungsstätten. Freibädern, Verkehrs- Verbindungen aus dem Stadium literarischer Wünsch«, Hoffnungen und Anregungen in die Praxis getreten ist. Einer der Berliner Verwaltungsbezirke, die stolz auf ihre d« m Gcsamtwohl geleistete Arbeit sein können, ist K ö p e- nick, an dessen Spitze bekanntlich ein sozialdemokratischer Bürgermeister, der Genosse Kohl, steht. Es ist geradezu überraschend, was in diesem riesigen Waldgebiet, das auch den Müggelsee einschließt, im Laus des Winters und des Frühlings >ffen worden ist. Die Gesamtlänge der zurz> «rpromenaden beträgt l3 Kilometer. Es sollen aber ins- geschaffen worden ist. Die Gesamtlänge der zurzcst vorhandenen gesamt 60 Kilometer Uferpromenäden geschaffen werden. Vorhandene Userpromenaden sind die an der Dahme bis Krampenburg, die aber noch bisMüggelheim ver- l ä n g e r t werden soll, die von Rübezahl am Müggelsee bis Müggelort und die an der Nordseite, der Friedrichshagener Seite am Freibad vorbei bis Rahnsdorf. Geplant sind Pro- menadei: von Schmöckwitz bis Gosen. Damit würde ein ganz neues Gebiet in oie bequemen Spazierwege einbezogen werden. Auf fiskalischem Gebiet, am Dämeritzsee, wird um einen Platz für Badezwecke gekämpft. Großartig ist auch das F r e i b a d w e s e n i m O st e n in diesem Bezirk ausgebaut worden. Das leider abgebrannte Freibad am Müggelsee ist mit einem Kostenaufwand von über IM Millionen Mark wieder ausgebaut worden. Das Freibad Grünau ist endlich in städtische Verwaltung übergegangen und hat einen ent- sprechenden Ausbau erfahren, der aber noch nicht beendet ist. Die Badeanstalt Wendenschloß ist erweitert worden, und es können sich jetzt dort auch Familien ihres gemeinsamen Badelebens erfreuen. Sind die Gelder für diese Badeanstalten nicht im wahrsten Sinn des Wortes dem WohlderMassen.derAllge mein- heit, der gesamten Bevölkerung zugewendet worden? Und das unter dem Einfluß einer stark sozialistischen Bezirksleitung und Bezirksversammlung. Uebrigens macht eine staatliche Behörde, das Preußische Wosserbauamt, mit Recht darauf auf- merksam, welche großen Gefahren das Baden außerhalb der genann- ten städtischen Bodeanstalten in sich birgt, da sast überall die Ufer der Spree �und der Dahme sehr schnell abfallen oder aber auch Mo- rast und Schlingpflanzen den Badenden gefährlich werden. Der lange vernachlässigte VerkehrimOsten geht gleichfalls einer dringend notwendigen Erweiterung und Verbesse- r u n g entgegen. Vom Friedrichshagener Bahnhos ist für Straßenbahn und Auto»ine geradezu ideale Straße mier durch en Wald auf das Freibad zugeführt worden. Welche Schwierig- keiten der BVG. aus derartigen Vorhabe» erwachsen, erhellt aus der Tatsache, daß die Aufsichtsbehörden diese Linie— es ist Linie 84—, die die beste Verbindung vom Bahnhof Friedrichshagen zum Freibad darstellen wird, nur dann genehmigten, wenn ein angeblich im Wege stehendes, der Post gehöriges Gebäude abgerisien wurde. Was blieb übrig. Die BVG. mußte das Gebäude ankaufen, riß es ab und machte so den Berlinern den Weg zum Freibad frei, der Mitte Juni zum erstenmal befahren werden wird. Weit größer sind die Schwierigkeiten bei der L i n i e 9 1, die jetzt bis Bahnhos Oberspree bei Spindlersfeld gehend nach dem Wunsch des Bezirksamtes Köpenick Und der BVG. bis Friedrichs Hagen weiter- geführt werden soll. Da die Weiterführung ein Gleis der Reichs- bahn kreuzen mutz, verlangt die Aufsichtsbehörde eins Unterführung der Straßenbahn, ein unmögliches Begehren, das die Wirtschaftlich- keit der Strecke zerstören würde. Es besteht aber Aussicht, die Schwierigkeiten zu beseitigen. Außerdem führt ein Autobus von BahnhofFriedrichshatzen Ms Hessenwint-l, und im August wird eine AutobuslinieSpindler-feld— K öp c- nick— Kaulsdorf aufgenommen werden. V-elen Berlinern wird der Sonntagsausflug durch die schlechten Verkehrsoerhältnisse ver- leidet. Hier im Bezirk Köpenick um den Müggelsee herum wird man bald von keiner Verkehrsnot mehr sprechen können. Die Tätigkeit der Wohnungsfürsorgegesellschast. Dem Stadtverordnetenausschuß zur Vorberatung mehrerer An- träge über die Vergebung der Mittel aus der Haus- z i n s st e u e r für W o h n u n g s b a u f« n ist von der Wohnungs- fürsorgegesellschast«in umfangreiches Material zur Beantwortung der gestellten Anfragen übermittelt worden. Der Ausschutz trat am Montag zu einer Besprechung zusammen. Es wurde zunächst über die bis jetzt zur Zwangsversteigerung gekommene», mit Hauszinssteuer beliehenen Wohnungsbauten verhandelt. Hierbei tonnte festgestellt werden, daß der Hergabe von rund'A Milliarde Hauszins st euerdarlehen bis Ende März 1929 für rund 90000 Wohnungen ein Äerlust von nur 282 000 Mark, also ein verhältnismäßig geringfügiger Betrag. gegenübersteht. Ferner wurde bezüglich der wiederholten Angrisfc gegen die Wohnungsfürsorgegeselljchaft wegen der unterschiedlichen Behandlung der privaten und der gemeinnützigen Gesellschasten dargelegt, daß das Verfahren der Wohnungs- fürsorgegesellschast im Einvernehmen mit dem preußischen Minister für Volkswohlsahrt ausgeübt wird. Der Ausschuß nahm hiervon Kenntnis und behielt sich vor. in einer späteren Sitzung die Ver- Handlung fortzusetzen. Zeichne die steuerfreie Reichsanleihe! 3n Stücken schon zu Ivo ZfcVl. Zeichnungsschluß am 6. Juni Verantwortlich wr Politik: Dr. Sixrt Sc,,--: Wlltschast:»lmg-lholcr. Gewrrkschaftobrwegung: I. Strinrr! g-llilct-il:«. v. DSIch»! Lokalcs und Sonstiges� Jfrijj«arstödt;-Anz«°-n: Th.«lock-! sämtlich In Berlin. Bettaa: Borwörto-Berlag®. m. d. H.. Berlin. Druck? BorwSrts.Buchdruck-rei und Perlagsanftalt Paul Sinaer u. Co.. Berlin£32. 68, SindentUefto 8 ------<»-"---„StaMlitilage* und �Unterhaltung und Wisie»'- Hierzu» au» Laumvollwusssliit, Qr. 42—54. 4.75 RliiOAn aus Trikot- Charmeuse, bedruckt u bestickt, DlUoCIl mit un(j ohne Aermei.. 18.75 15.50 Praktische Kleider« Backfischkleider MTÄÄ Jugendliche Kleider vA,.'ÄTS Jugendliche Kleider Ääf WÄ Jugendliche flotte Kleider"„'.St in den neuesten Farben...... 21.— 14.75 Qn/M-tLrl AirlAf aus gutem weißen Panamastoff, OpOriKieiaer be8te Verarbeitung.. 11.90 Elegante Kleider Prai lanUlaiHor aus Gedruckter Waachkunst- •• QUCiIM dUCi seide in vielen Mustern.. 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Enthüllungen über schwerindustrielle Gewiffenlofigkeit.- Sozialdemokratische Wirtschastskritik. Der Reichstag setzte gestern die Wirtschastsdebatte fort. Die Zlussprache wurde eröfsnet mit einer Antwort des Abg. Brandes (Soz.) an Minister Curtius, di« wir im Haupchlatt veröffentlichen. Sodann erhielt das Wort Abg. Dr. Klönne(Dnat-): Die Aussperrung war die Folge der Derbindlichkeitserklärung des Schiedsioruchs.(Lachen, links.) Der Minister ist in seiner Polemik gegen die Deutschnaiionalen über das Zulässige hinausgegangene seine vorjährigen Ausführungen über die Kapitalneubildung in Deutschland waren eine der Grund- lagen zu dem unverantwortlich günstigen Bericht Parker Gilberts. Warum hat der Minister den Pariser Verhandlungen zugestinunt, ehe die Frage der Rheinlandräumung geklärt war? Hat er kein Veto dagegen eingelegt, daß wir Bcrpflichtungen weit über das verfailler Diktat hinaus übernehmen? Wie kann er ruhig zusehen, daß die deutschen Borleistungen von über Ist Goldmilliarden nicht aufgerechnet werden? Der Rücktritt Voglers zeigt, daß die Grenzen deutschen Entgegenkommens überschritten waren. Georg Bernhard ist den deutschen Sachverständigen in den Rücken ge- fallen. Das Urteil darüber überlasse ich dem Batcrlands- und An- standsgefühl in der ganzen Welt.(Zustimnumg und Landesoerrats- ge schrei rechts, erregte Ruf« links.) Deutschland hat keinerlei Der- pslichtung, reicheren Völkern auf sechs Jahrzehnte die finanziellen Sorgen abzunehmen. Schluß mit den Folgerungen aus der un- sinnigen Kriegsschuldlüge!(Beifall rechts, erregter Widerspruch links.) Reichswirtfchastsminister Or. Curtius: Ich habe nur die absolut schiefe Darstellung des Abg. Dr. Lejeune- Jung über die handelsvertraglichen Verhältnisse zurückgewiesen. Aus die Reparotionsverhandlungen kann ich erst später eingehen. Niemals habe ich in der Oessentlichkeit bestimmte Zahlen über die Kapital- bildung in Deutschland genannt. Auf dem Kölner Bankiertag habe ich nur betont, welch großen Kapitalbedarf die deutsche Wirtschaft hat. Zch weiie es aus das entschiedenste zurück, irgendwelche Ge- legeaheit zur Schädigung deutscher Interessen geboten zu haben. In der Beurteilung der Zollfrage stimme ich mit dem Reichs- crnährungsminister überein. Bei den verschiedenen. Handelsverträgen habe ich für Erfüllung der Interessen der Lanowirtschaft gesorgt. Ich bin auch immer sür Heraufsetzung des Butterzolles eingetreten. Sie aber(nach rechts) erschweren uns die Arbeit und oerderben sich die öffentliche Meinung, wenn Sie gleich die Erhöhung von 27,50 Mark auf 80 Mark verlangen. Die Interessen des gewerblichen Mittelstandes bei Vergebung von öffentlichen Lieferungen werden sorgsam berücksichtigt. Abg. Bernhard(Dem.): Herr Klönne hat vor seiner Rede durch seinen Sekretär im Hause mitteilen lassen, daß er mich an- greisen werde.(Hört, hört! links.) Nach diesen Vorbereitungen hätte ich allerdings eine höhere geistige Ouylität des Angriffs erwartet. Der Wirtschaftsminister hat 5)errn Klönne falsche Zitierung seiner Rede nachgewiesen. Da ich nicht annehmen kann, haß ein MWied. dieses Hauses nicht imstande wäre, lichtia zu zitieren, so muß das falsche Zitieren zum System des Herrn klönne gehören.(Sehr gut! links.) So hat er auch aus meinen Artikeln teils Dinge zitiert, die überhaupt nicht drin gestanden haben, teils aus dem Zusammenhang gerissene Worte und Sätze. Nicht ich Hab« Herrn Vögler als von der Schwerindustrie bezahlt hingestellt, das ist vielmehr die Gewohnheit der Schwerindustrie ihren Angestellten gegenüber. So hat auch Stinnes von der General- direktorpsychologie gesprochen. Sie können nicht leugnen, daß Vogler und Schacht sich im Ruhrgebiet bemüht haben, den Flügel der Schwerindustrie, der gegen die Pariser Vorschläge war. umzustimmen. Aus dem Frühstück in der Villa Hügel ließ sich Thysten von Schacht erklären, welches die Folgen einer Transserkrise sein würden. Als Schach» den schwersten Zusammenbruch davon voraussagte, erNärte Thyssen:„Diese Krise brauche ich setzt. dann sind Lohnsroge und Reparationssrage aus einmal beseitigt." (Stürmische Entrüstungsrufe links, Unruhe rechts.) Meine Informationen in diesem Punkt sind ganz unbedingt gut! Die Schwerindustrie wollte aus der Not der deutschen Wirtschast Vorteil ziehen. Hat ja auch Stinnes seinerzeit in Spa geraten, man solle die Kohlen nicht liefern und lieber die Franzosen ins Ruhrgebiet einmarschieren lassen. Damals hat mein Freund Dcrn- bürg eine schwere Katastrophe verhindert. Solange Vögler De- legierter war, habe ich ihn nicht angegrissen. Vier Tag« hatte der Presselturm gegen mich getobt, und dann ist. unsere Forderung, auf den Poung-Plan zurückzugehen, erfüllt worden, lind nicht eine Schädigung, sondern das Gegenteil ist eingetreten. Bach dem Rücktritt Voglers mußte der Katze die Schelle umgehängt werden, denn es bestand die Gefahr, daß die übrigen Sachverständigen nach der Rückkehr aus Paris als Verräter verleumdet werden. Die Hugenberg-Presse hatte einen solchen Feldzug schon vorbereitet. Das habe ich durchkreuzt, und ich konnte dafür keine schönere Quittung bekommen, als die Angriffe der Hugenberg-Presse.(Beifall links) Abg. vesiauer(Z.): Unter keinen Umständen darf die wissen- schaftliche Foilchungsarbeit zurückblechen, auf die die deutsche Arbeit besonders angewiesen ist. Auch die Ergebnisse von Enqueten, wie der über dos Handwerk, müßten in volkstümlicher Weise verbreitet werden. Schon dem jugendlichen Menschen mutz gelehrt werden, was vernünftige Wirtschaft bedeutet. Für Tabak, Alkohol und andere Genußmiltel zahlt jede deutsche Familie im Zahre durchschnittlich 500 M.. für wissenschastlich« Forschung ober, auf der die wirts chastliche Zukunft unseres Landes beruht, nur l4 ZU. Hier wäre Sparsamkeit das Schädlichste.(Beifall.) Abg. v. Raumer(D. Vp.): Unseren Sachverständigen in Paris schulden wir Dank. Auch wir können die Entgleisungen Bernhards nicht verstehen: er hat schon vor dem Rücktritt Böglers die Sachverständigen kritisiert und große Beunruhigung hervorgerufen. Zollerhöhungen beeinftussen kaum den Kleinver- kmrsspreis. man darf die Interessen der Landwirtschaft nicht uicherllck- sichtigt lassen. Wir als verarbeitende Industrie sind unbedingt gegen eine Wiederkehr des bureoukratischen Eisenwirtsckzaftsbundes. Wozu mußte Abg. Krätzig uns gerode jetzt das Kommunistische M a n i f e st vortragen? Gewiß hat die Arbeiterschaft großen Anteil an der Wirtschaft, aber warum erkennt man nicht auch das Verdienst der Unternehmer an? Die Stillegungen waren die notwendige Folge der sprunghasten Lohnsteigerungen, die durch Protmktionsverbesserung nicht genügend ausgeglichen werden konnten. Unsere Zvirtschaslslage ist außerordentlich ernst: wenn sich das nicht ändert, können die sozialen Errungenschaften nicht gehalten werden. Sie(zu den Sozialdemokraten) müßten daher an der Besserung mit- arbeiten, vor allem gegen die„Wissenschast vom Stempeln", zu der sich die Arbeitslosenversicherung herausgebildet hat.(Ruf links: Nicht Märchen erzählen, Tatsachen bringen!) Steigender Zinsfuß heißt nicht werdendes Kapital. Die Einfuhr von Rohstoffen und Lebens- Mitteln können wir nur durch Export bezalften, den wir also fördern müssen. Die sozialistische Bedarfswirftchast gehört in das Kapitel der Religion, arbeilen müssen wir mit der vorhandenen und uns umgebenden kapitalistischen Wirtschaft!(Beifall bei der Volkspartei.) Abg. haindl(D. Vauernp.): macht längere Ausführungen und schließt folgendermaßen: Ich möchte nur noch an den Minister appellieren, daß Einkehr in der Wirt schast gehalten wird. (Schallende Heiterkeit.) Wenn sich gewiss« Leute darüber beklagen, daß die Wirtschaftspartei lda ist, so kann ich ihnen sagen, daß sie noch viel größer wird, w e n n d i e S ch w eft n e r e i n i ch t b e s s e r wird.(Große Heiterkeit.)) Abg. Büll(Dem.): Der Tadel an her Rede Krätzig? ist urtberech- tigt, es ist durchaus einwandfrei, daß Koalitionsparteien ösfentlich miteinander diskutieren. Gegen die Existenzen vernichtende Konzentration der Betriebe in immer weniger Händen muß im Interesse der Gerechtigkeit eine Gegenwehr entstehen. Abg. Koenen(Rom.) redet schseiend gegen die Sozialdemokratie, die interfraktionell vereinbart hätte, was Brandes hier sagen und daß Curtius �darauf nicht mehr antworten werden. Brandes' schreck- liche(!) Rede sei nur eine Gaukelei.(Heiterkeit.— Höllein: Die -A. m gegen Erwcrbstätigteit der öffentlichen Hand und fordert Steuersenkung. Abg. Peine(Goz.): Di« Mittelstandsredner haben fast sämtlich geglaubt, Seitenhiebe auf die Konsumvereine führen zu müssen. Dos Recht haben sie, aber die Genossenschafter haben das Recht, zu verlangen, daß das mit einwandfreien Mitteln geschieht. Dazu gehören aber grobe Unrichtigkeiten,»ich! wie sie hier vorgebracht worden sind. So z. B. hat der Wirtschastspolitikcr Freydel hier am lZ. Mai bchauptet, die Konsumgenossenschaften seien gegenüber offenen Handelsgssell- schaffen und Einzelgcschäften steuerlich bevorzugt. Nun sind die Ge- nossenschaften zwar noch theoretisch von der Körperfchastssteuer be- freit, aber dos wird durch die Exekutive zunichte gemocht. Die dem Zentralverband angeschlossenen Konsumgenossenschaften haben 1028 von rund 1,0-16 Milliarden Mark Iahresuinsatz 13,9 Millionen Mark, also 1,34 Proz. Steuern gezahlt. Das ist durchaus nicht weniger, als der Privathandel zu zahlen hat. Die Vernehmung der Großdetaillistcn im Euqueteausschuh — und nur diese können mit den Konfumgenosscirfchaften allenfalls auf«ine Linie gestellt werden— hat ergeben, daß diese, soweit eine Gegenüberstellung möglich ist nv e n i g e r Steuern zahlen, als die Genossenschaften.(Hört, hört! bei den Sozigldemokraten.) Außerhalb dieses Haufes bekämpft man die Konsumgenossenschaften in ge- m ei n st e r Weise. Es ist uns ein Fall bekannt, wo man einen An- gestelltes der Konsunrgenossenschaft zum Dokumentendiebstahl zu ver- leiten suchte, wobei man ihm einreden wollte, die Verfassung und die Gesetze erlaubten ihm das. In einem anderen Fall hat man öffentlickren Beamten mit Anzeige bei ihren Vorgesetzten bedroht wegen ves„Verbrechens", der Konsumgenossenschaft anzugehören! Abg. Gandorser(D. Vauernp., Bayern) führt in längerer Rede Klag« über die Wohmingszwangswirtschast und ruft dabei ver- zweifelt ans:„Und das ist das Ungeheuerliche, diese Gesetze sind so beschassen, daß man sie nicht einmal sabotieren kann!"(Große Heiterkeit.) Abg. Husemann(Goz.): Im vergangenen Jahr hat der Minister beim Etat ausgeführt, daß er alle an der Gasfernversorgung Interessierten baldigst an einem gemeinsamen Tisch zusammenbringen wollte. Zu den Interessenten gehören auch die A r b e i ter.(Sehr richtig! bei den Soz.) Deshalb habe ich damals gewünscht, daß sie ebenfalls den Verhandlungen betgezogen würden. Inzwischen ist mehr als ein Jahr vergangen, und ich habe noch nichts von solchen Beratungen gehört: jedenfalls sind die Bergarbeiterorganisationen bisher nicht hinzugezogen worden. Es ist höchste Zeit, daß der Minister jetzt eingleist, um eine Zersplitterung zu verhüten. Man arbeitet aus diesem Gebiete. gegeneinander, aber in absehbarer Zeit werden die Verhältnisse dazu zwingen, daß man zusammenkommt. Wenn das aber doch notwendig ist, dann sollte man es schon jetzt tun. Das Saar- gebiet kommt in nicht serner Zeit wieder zu Deutschland zurück: darum müßte man überlegen, wie man den Markt für die Saar- kohle öffnet. Das Kohlen- und das Kaliwirtschaftsgesetz ermög- liehen dem Reich, hier großen Einfluß zu üben. Daraus ergibt sich dte V« r a n t w o r t u n q des Ministers für guten Gang der Berg- bauwirtschast zu' sorgen und damit auch die andere Wirtschaft zu beleben.(Lebh. Zustimmung ver Soz.) Räch ollem, was wir bisher erlebt haben, sind wir nicht überzeugt, daß der Minister die gesamtwirlschastliche Verantwortung gegenüber Unternehmern und Arbeitern im Bergbau in gleicher Meise übernimmt. Wir glauben vielmehr, nicht zuletzt nach seiner gestrigen Rede, daß seine Sorge für die Untern« stmcr viel größer ist. als sein Bestreben, einen gerechten Ausgleich zwischen Unternehmern und Arbeitern herbeizuführen Wie es heißt, ist die Denkschrift über den Kohlenbergbau vom Minister oder seinem Beauftragten versaßt worden(Hört, hön! links), man kann ruhig sagen.daß sie durchaus nicht ein- w o n d f r e i war. Sie stellt Behauptungen aus, ohne Vorschläge zu machen. Die Angaben der Unternehmer über die Rentabilität im Pergbau haben wir und anders sehr stark angezweifelt. Es wäre richtig gewesen, wenn der Minister sein Nachprüfungsrecht gegen- über den Angaben der Unternehmer ausgeübt hätte. Er hätte unser Bestreben unterstützen müssen, durch einen Ausschuh, der durch Mit- glieder des Reichskohlenrates zu verstärken wäre, die Ding« richtigzustellen. Aus alle dem ergibt sich, daß die Einrichtung einer dauernden Prüsungsstelle unbedingte Rotwendigkeit ist(Sehr richtig! links) und ich bifte den Minister, hier endlich Maß- nahmen zu treffen, damit ein Ergebnis erzielt wird. Eins ist sicher: die ganze Slktion war von den Unternehmern nur eingeleitet, um die notwendigen Lohnerhöhungen zu v e r h i.n d e r n.(Lebh. Zustimmung der Soz.) Die Gewerkschaflerie im Bergbau vermuteten, daß die Behörden, auch das Reichswirt- schaftsministerium, den Unternehmern mehr Glauben geschenkt hat, als den sachlichen Angaben der Bergarbeiter. Dabei steht doch fest, daß die Kohlenförderung ständig gestiegen, während die Arbetterzahl zurückgegangen Di« arbeitstäglich« Förderung im Ruhrgebiet hat- sich steinend entwickelt. Wenn man sich die günstigen Zahlen vor Augen fuhrt, ist. dann kommt, man zu dem Ergebnis, daß man den Klagen der Unternehmer über die U n r e n t a b i l i t ä t des Ruhrbcrgboucs nicht Glauben schenken darf, daß man aber gerade deshalb Nachprüfungen vornehmen mutz! Gewiß hat unsere Kohlenwirtschaft unter der ausländischen Konkurrenz schwer zu leiden. Deshalb müssen wir zu einer internationalen Verständigung über die ZUarktvertellung kommen: ein internationales Kohlenabkommen ist notwendig. Die Vertreter der Kohlenproduktionsländer Europas müssen Vereinbarungen treffen, und Regierungen, Arbeiter und Unternehmer müssen an den Besprechungen teilnehme». Hierdurch wollen wir erreichen, daß nicht nur Deutschland allein geholfen wird, sondern auch die Solidarität aller Beteiligten öfsent- lich dokumentiert wird.(Lebh. Beifall der Soz.) Nachdem noch einige kommunistische Redner das ermüdete Haus mit dem üblichen Geschimpfe aus die Sozialdemokratie gelangwcilt hatten, wurde die Beratung geschlossen. Die Abstimmungen sind heute, Freitag, 31- Uhr: außerdem Etat des Reichsministeriums des Ii nern.— Schluß � Ist Uhr. Oer neue Sächsische Landtag. Negierung Heidt tritt zurück. Dresden, 6. Iunl. Der Sächsische Landtag trat am Donnerstag nachmittag zu seiner«rsteu Sitzung nach den Neuwahlen zusammen. Zum Präsi- deuten tvurde Abgeordneter Wecket(Sozialdemokrat) gegen die Stimmen der Kommunisten und dyr Nationalsozialisten, zu Vize- Präsidenten wurden die Abgeordneten Professor Dr. H i ck in a n n (D. Vp.) und Dr. Eckardt(Dnat.), beide gegen die Stimmen der Kommunisten gewählt. Sodann legte Ministerpräsident H« l d t sein Mandat sowie das der gesamten Regierung in die Hände des Land- tags zurück, erklärt« sich aber bereit, bis zur Bildung der neuen Regierung die Geschäfte weiterzuführen. Ohne Anxahlunq 1 KOMPLETTE ElNRiCHTUNCiEN l EINZELMÖBEL- K0RB-.6ÄRTEN- BALKON-MOBEL• KÜCHEN MetaUbcttrtclte «rbeltunt. � BIS ZU 2Mb WOHATSRATEM »chwarx pur I 4 Me8«lng« lichtest der politischen Lohnbestimmung verneinen werden. Wenn dem so ist, dann begreift man nicht, weshalb die deutschen Unter- nehmer gegen den polstischen Lohn kämpfen. Selbstverständlich, daß Herr Lange auch nicht merkt, daß der sogenannt« politisch« Lohn ebenso Ausdruck gesellschaftlicher Machttatsachen ist, die zu einer Deränderung der Wirtschaftsoerfassung drängen, wie da» Unternehmerstreben. zur Monopolherrschaft die bestehende Wirt- schastsoersassung in einsestigem Interesse stabilisieren will. Herr Lange kämpft auch gegen jede weitere Ausdehnung des Wirkung»- bereiches öffentlicher Betriebe. Daß die p r i v o t w i r t- lchoftliche Form öffentlicher Betrieb« einer g« m« I n w i r t- schaftlichen Widmung der öffentlichen Wii�schaft nicht zu widersprechen braucht, daß die privotwirtschastlich« Form öffentlicher Betriebe kein Argument für ein« privotkapitalisttschc Unter- nehmerwirffchaft ist, dürste Herr Lange nie begreisen. Den Eisenwirtschaftsbund lehnt Herr Lang« grund- sätzlich ab. Er will Klarhest der Geschäft« und Klarheit der Lerant- woriung, wie er sagt. Staat. Arbeiterschaft und Konsumenten sollen sich hier offenbar ebenso wenig in di« privat« Monopol- und Kartell. macht einmischen wie der Staat sich nach dem Willen der Unter- nehmer von der Neeinslussung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter- schast fernhalten soll. Unwürdig schließlich der Versuch Lange», die Forderung der Dernokratisierung der Wirtschaft durch Hinweis« auf Mißerfolg« in der bolschewistischen Planwirtschaft zu diskreditieren. Waren aber schon Herrn Lange» Argument« gegen di« Wirt- schastsdemokratie enttäuschend, sein positives Programm gegen die Wirtschastsdemokroti« war es noch mehr. Longe stellt« der Forderung der wirlschafisdemokralte di« Forderung der..organisierten wirtschastsfreiheit- gegenüber. Aus der Perspektive seines Derbandsbureaus heraus versuchte er, Prinzipien der Oekonomi« oder ökonomische Politik zu gestalten und das Schlimme ist, daß er die Engigkeit seines Standpunktes nicht einmal merkte. Die Maschinenindustri« hat kein« monopolistischen Trustbetriebe und zugleich ein« ungeheuer vielfältige Produktton. Sie hat in der Hauptsach« mittelgroße Betrieb« und davon einig« tausend. Natürlich muß der DDMA. so arbeiten, al» ob er ein« organisatorisch« Dachgesellschaft und ein zentrales Kaltu- lotionsbureou seiner Betrieb« wäre. Die Maschinenindustrie außer- dem hat in der Tat nur ganz wenig monopolistisch wirkende Kartelle. Die Folge ist, daß der DDMA. di« den Mitgliedern erwünschten Kartellwirkungen sicherzustellen versuchen muß. So uniersteht tot- sächlich die Maschinenindustrie mehr dem Prinzip der Wirtschaft»- ireiheit als andere Industrien, und diese Wirtichoftsfreiheit wird vom DDMA. auch organisiert. So k»nn in der Tat Herr Lang« für die Maschinen in du st rie von organisierter Wirtschastsfreiheit sprechen. Aber wo» für die Maschinenindustrie gilt, da» möchte Herr Lange al» Tatbestand für die heuttge Verfassung de» Kapi- t a l i» m u» festlegen, ein Verfahren, da» selbstverständlich den wirk- lichen Tatsachen de» Wirtschaftslebens, von denen di« Forderung zur Demokratisierung der Wirtschaft ausgegangen ist. nicht gerecht werden kann. Herr Lange entwickelt also nur die Weltanschauung einesSyndikus, wo er glaubt, einer säkularenMassen- forderung ein Paroli bieten zu können. E» ist denn auch äußerst mager, was Herr Lange positiv zu seinem Programm zu sogen hat. Er entwickelt die banale Weisheit, daß die Sozialpolitik durch Zusammenarbeit von Unternehmersäiaft und Arbeiterschaft einen optimalen Lohn und«ine optimale Arbeits- zeit finden müsse, er will sür öffentlich« Betriebe nur solche Gebiete reservieren, die unbedingt zu einer öffentlichen Bewirtschaftung zwingen. Mehr hott« Herr Lang« positiv nicht zu sogen. Herr Lange hat in der Tat Recht mit seiner Bemerkung, daß dos Programm der organisierten Wirtschastsfreiheit noch sehr des Ausbaues bedürfe, denn weder die Oesfentlichkeit noch die Unternehmer, geschweige denn die Arbeiterschost werden sich von diesem»Programm" imponieren lassen können.. . Dem Vortrag des Direktors Lange folgte der Fachvortrag der Tagung über die Schwierigkeiten der deutschen Maschinen- industri« und die daraus erwachsenen Ausgaben, den Fabrikbesitzer Vögele au» Mannheim, Mitglied de» Reichswirtschaftsrat», hielt. Die Folgen des Mißoerhältnssses zwischen Leistungsfähigkeit und Absatz in der Maschinenindustri« sei ein überscharser Konturrenz- kämpf, der di« Moschinenpreise auf ein Niveau drückt, bei dem die Rentabilität kaum möglich sei. Die in erster Linie gestellten Aufgaben der Maschinenindustrie seien Umsatzsteigerung, sorgfällige» Studium de» m- und ausländischen Marktes und Selbstkostenermäßigung durch Spezialisierung und durch Bildung von Arbeitsgemeinschaften zur Austeilung de» Arbeitsprogramm». Den abschließenden Exportvortrag über di« japanisch« Wirtschaft und deren Bedeutung sür di« deutsch« Ausfuhr hielt der ehemalig« Botschafter in Tokio, Dr. S o'l s. Nach seiner Meinung werden sich die Aussichten für di« Ausfuhr noch Japan immer weiter verbessern. Der Aufbau eigener Maschinenindustrie in dem Osten werde den Einfuhrbedorf vielleicht in der Richtung auf hochwertige Spezialkonstrutttonen verschieben, im ganzen ober«her vermindern al» vermehren.. Schweigsame Pinisch-Verwaliung. llmsah- und Oividendensteigerung im letzten Fahre. Di« wichtigsten Zahlen au» dem Abschluß der I u l! u» P i n't s ch A.-B. Berlin haben wir bereit» nntgeteill. Der Nohgewinn, der in dem Dorjahrsabschluß mn 28 Proz. auf 8,2 Millionen stieg, wuchs im letzten Jahr« in verstärktem Tempo um 3S Proz. aus 11,2 Millionen Mark. Nach Absetzung von weiterhin erhöhten Abschreibungen von lL2 Mill. M., di« fast 3 0 Proz. des Bilanzwertes von Grundstücken, Gebäuden und der gesamten Fobnkeinrichtungen ausmachen, bleibt ein Reingewinn von 0,95 gegen 0,75 Mill. M. im Vorjahr. Da außerdem noch die neu angeschafften Maschinen sofort abgeschrieben wurden, liegt der tat- sächlich« Ertrag natürlich weit höher, al» die» dieser frisiert« Gewinn- ausweis erkennen läßt. Di« im letzten Jahr von 5 auf 8 Proz. heraufgesetzte Dividende wird diesmal auf 10 Proz. erhöht. Da die Ver- «allung di« Bilanz so unübersichtlich wie möglich ausstellt und unter anderem Unkosten, Steuern und Tantiemen in einem Posten aus- weift, so läßt sich über da» Verhältnis der Fabrikationskosten zu der Gewinnentwicklung nicht» sagen. Auch wer den Posten„Wertpapiere und Beteiligungen-, der einen Zuwache von 2H Millionen erhallen hat, schweigt sich di« Derwoftung au». Der größte Teil de» Zu- wachse? dürste jedenfall» au» Aktien der Bamay-Meguin in Berlin-Moabit bestehen, aus die Julius Pinffch im vergoltenen Jahre Einfluß gewonnen hat. Der Beschäftigungsgrad in den Werten war diesen großen Gewmnen entsprechend gut. Besonders lebhaft hatte die Ab- teilung Seezeichen zu tun und auch der Basanstaltsbau tonnte seinen Austrogsbestand nicht unwesentlich erhöhen. Die Nach- frag« nach L u f t f ahrts« u e r n litt dagegen unter Geldschwierig. ketten. Im Lauf« de» neuen Geschäftsjahres 1929 Hot sich der Aus- trogseingang wieder gebessert. Wie schon bei den anderen großen Konzernen, zuletzt bei vrenstein u. Koppel, festzustellen war, kann sich die Berliner M« ta l l! n d u st r i e weder über einen Konjunkturrückschlog im letzten Jahre noch über schlechte Beschästt- gung in der Gegenwart betlagen. Konsumaufstieg im Mai. Ma-vmsah 6,12 Mikl. Mark.- Aast 180000 Mitglieder Wieder hoben im Mai 2098 Haushaltungen sich in di« Konsum- Genossenschaft Berlin aufnehmen lassen-, außerdem traten 2838 Mit- glieder de» ehemaligen Konsumverein» sür Strausberg und Um- gegend zur KGB. über. Dadurch erhöht« sich der Mitglieder- bestand Ende Mai auf 177 998! der Auwachs seit Beginn de» 30. Geschäftsjahres, dem 1. Juli 1928, betrögt 3189«. Im Umsatz brachte der Mai gegenüber dem gleichen Monat de» Borjahres ein« Steigerung um 1277 872,8« M aus 6 172 763,69 M Da» ist eine Steigerung um 26,1 Proz. Wieber marschiert die Gruppe der Fleischobgabeftellen mit 88,5 Proz.| llwsatzsteigerung an der Gp'tze. Ein« sehr günstig« Entwicklung zeigen die sieben Abgabestellen, die An-ang April bei der Ueber- nähme des Konsumoereins für Strausberg der Berliner Genossen- schast eingefügt wurden! während bei ihnen di« Umsotzsteigerung im April 30,6 Proz. betrug, erhöhte sie sich im Mai aus 48,5 Proz. Dieser weit über dem Durchschnitt liegende Fortschritt ist ein znnn- gcnder Beweis für die Zweckmäßigkeit des Zusammenschlusses. Die ronsumgenossenschaftlich« Sparkasse erreicht« bei einem Zugang von 380 462 M. einen Einlage nb«stand von 34 802758 M. Mitgliederzuwachs und Umsatzerhöhüng erfordern beschleunigren Ausbau der Warenvermittlung. Ungefähr ein Dutzend neue Lebens- m ittelabgab estellen und ebenso viele Fleischabgobestellen werden bald errichtet. Am 17. Mai wurde die 33. Fleischabgobestelle in Rahnsdorf, Fürstenwalder Straße 56/57, in einem von der Genossen- schast errichteten Gebäude eröffnet. Am Freitag, dem 7. Juni, hat in Fichtenau, Bismarckstrahe 15, die 239. Lebensmittelobga bestelle ihre Arbeit ausgenommen. Zentralverband deutscher Konsumvereine Die Entwicklung im ersten Vierteljahr ISIS Der Aentralverband deutscher Konsumverein« Hot seine Diertel- jahresstotistik für da» 1. Quartal dieses Jahres veröffentlicht. Bei den 602 berichtenden vereinen mit mehr al» 400 Mitgliedern ist die Mitgliederzahl gegenüber dem letzten Quartal 1928 um 55 291 auf 2 870 201 gestiegen. Di« Mtglieder zunahm« vermehrte sich um 14 Proz. Der Gesamtumsatz bei den berichtenden Bereinen lag mit 288,45 Millionen naturgemäß niedriger al» im vorhergehenden Weihnachtsquartal(313160 Millionen). Dementsprechend war auch je Mitglied der Vierteljahre sumsatz mit 100,50 M. gegen 111,41 M. niedriger als im Weihnachtsquartol, aber um fast 20 Proz. höher als im gleichen Vierteljahr des vorigen Jahres. Der Umsatz der Dereine bei der GEG. betrug 114,54 gegen 131,10 Millionen im Weihnachtsquartal und gegen 100,57 Millionen im entsprechenden Quartal des Vorjahre»: gegen da» Vorfahr ein« Zunahm« um 14 Proz. Die Geschäfte der vereine mit der GEG. stiegen trotz de» insgesamt stark erhöhten Umsatzes im ersten Vierteljahr 1929 gegen- über der gleichen Zeit des Vorjahres von 39,71 auf 40,87 Proz. Rekordmäßig war der Zuwachs an Spareinlogen. Diese wuchsen gegenüber dem Weihnachtsquartal um 27,89 Millionen von 295,94 auf 323,82 Millionen Mark. Konjuntturinstiiut gibt Rätsel auf. Deutscher Gesamtumsatz großer als im Vorjahr. Im letzten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung wird eine bemerkenswerte Feststellung gemacht. Da» Institut sagt, daß gegenwärtig die volkswirtschastlichen U m- sätze im ganzen etwa» über Vorjahrshöh« liegen dürften. Die eingetretene Steigerung sei aber geringer als das normale jährliche Wachstum. Uns scheint diese Feststellung außerordentlich bedeutsam. Da» Institut für Konsunktursorischung spricht seit 1V4 Iahren von einem im ganzen ununterbrochenen Rückgang der Konjunktur. Dennoch wird jetzt«in Wachsen der Umsätze gegenüber im vorigen Jahr« zugegeben. Wenn die Konjunktur zurückgeht, ist schlechter. ding» ein Wachstum der Umsätze, besonders, wenn das Preisniveau nicht steigt, noch dem Begriff der Konjunktur ausgeschlossen. Do» Institut für Konjunkturforschung gibt der Oesfentlichkeit also Rätsel .zu lösen auf. Da» ist zwar kein« Ueberroschung, aber«» wäre doch wünschenswert, wenn da» Institut für Konjunkturforschung von sich aus dieses Rätsel baldmöglich st lösen würde. Doppelte Moral in Sowjetrußlauö. Gut kapitalistisch mit den.Feinden"- Magensthläge für die.Freunde". Prof«ssor Lengiel, Ratsmitglied der Berliner Handelsvertretung. sprach kürzlich in«ner vom Auslandsamt der Deutschen Studenten- schast einberufenen öffentlichen Bevsammlung über Außenhandel der Sowjewnion. Wer eine wirtschafllich« Analyse der Wandlung und Problem« de» russischen Außenhandels erwartete, wurde enttäuscht. In seinem anderchalbstündigen Vortrag streiste Lengiel di« tatsäch- liche Lag« des Außenhandels der Sowjetunion mit einer knappen Bemerkung über die allgemoine Entwicklung der Außenhandelsumsätze und erwähnt« in seinem Bortrag mit keinem einzigen Dort« den fast völligen Aussall der Getreideausfuhr dieser für Sowjet- rußland heute so ungemein schwerwiegenden Tatsache. In der üblichen Ausdrucksweise der Sowjetpress« schildert« der Bortragende die grandiosen Ziel« de»„sozialistischen System» der Sowjetunion-, wobei er zugab, daß von Sozialismus dabei noch keine Rede sein könne:„Wir haben in der Oktoberrevo- lution versprochen, den Weg zum Sozialismus zu suchen und wir suchen diesen Weg in der Verflechtung mit der kapita- listischen Weltwirtschaft. Es wäre Dummheit und Utopie, wenn wir dabei die wirtschaftlichen Interessen der Auslandskapita- listen, mit denen wir die Verbindung suchen, nicht befriedigen würden. Wir zahlen daher recht hohe Zinsen für di« Auslandslrsdite.- Es fehlte nicht der Hinweis, daß di« ausländischen Kreditgeber, sofern sie sich weigern, die Kredit« der Sowjetunion zu erhöhen,«in recht einträgliche» Geschäft sich entgehen lassen. Den Vorwurf der Prin- zipienlosigkeit wegen der Respektierung„der wirtschaftlichen Interessen der Auslandskopltatisten- wies Professor Lengiel mit folgender Begründung zurück:„Es gehört zu unserem Prinzip, all« Mittel zur Erreichung unserer Ziele auszunutzen, es wäre daher Verrat an unserem Prinzip, wenn wir nicht mit den Kapitalisten zusammen- arbeiten würden.- Di« doppelt« Moral gegemiber den ausländischen Kapitalisten, dere» Prosttinteresse man respektiert, weil man nicht utopisch sein dürfe, und gegenüber den russischen Kapitalisten, denen man selbst in der reichNch bescheidenen Gestalt de» Großbauern, des „Kulaken- von Staats wegen den Garaus macht.— trat in den Ausführungen des Redners deutlich in Erscheinung. Christlicher Sonsumvereiokttw in München. Vom 20. bi» 22. Juli hält der Reichsverband Deutscher Konsumvereine lKölner Verband), der dem Zentrum nahesteht, sein« 20. Tagung ab. Zu dem Verband gehörten End« vergangenen Jahres 276 Genossen- schaften mit rund 787 000 Mitgliedern. 2212 Derteilungsstellen und einem Gesamtumsatz von 180,3 Millionen Mark, wovon rund 27 Millionen Mark auf die Eigenproduktion entfallen. �öURUi» GiCht» ISChiaS sowie bei Nerven. und Kopfschmerzen, Erkälmngstrantheiten- und Grippe haben sich Togal-Tabletten hervorragend bewährt. Ueber 5000 notariell be- glaubigle ärztlich« Gutachten! Davon mehrere hundert Berichte, in denen neben prompter Wirkung besonder» di« Unschädlichkeit de» Togal hervorgehoben wird. Togal scheidet di« Harnsäure au»! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In all. Apoth. Mk. 1.40. ».«« Chin. 12/ Uth. 74,1 AcR ecci ul. ad. I« Arnyl. Freitag 7.3mt»1929 Unterhaltung unö issen Beilage des Vorwärts Sludoll Jeremias Wreute:*3} dt Die Witwe Dar« Eberlein in Rammelhofen sah den Jagd- gehilfen Valentin Moser gern. Er war sehnig, schlank, trug eine herrlich patinierte Lederhose, d-io braun gebeizte Knie, von Muskel- strängen gekantet, freiließ. Und obendrein: Er„federte" beim Gehen, schwang über den Boden hin, lässig, anmutig in den Hüften sich wiegend. Die Wahrnehmung dieser Besonderheiten machte der Witwe ein melancholisches Vergnügen. Sie mußte dabei ihres seligen Gatten gedenken, der als Ballettmeister gleichfalls am aus- drucksfähigsten in seinen Gliedmaßen gewesen war. Sie hatte sich vor sünsunddreißig Jahren in seine Fußspitzentechnik verfchaut. Sollte ihr mit dem federten Jäger auf einem Umweg« ein spätes Glück beschieden sein? Sie dachte das Unwahrscheinliche kühn zu Ende, � zumal sie eine empfindsame Frau war, die sich jung fühlte. Um vieles jünger als ihr Taufschein. Was nun die anderen„besseren" Männer von Rammelhofen betraf, so waren sie von der in Gefühlsdingen heiklen Ballett- meisterswitwe allesamt längst verworfen worden. Der Schullehrcr: als Schulternschleuderer, der Krämer: als Schlurfer, Apotheker und Fleischhauer: als mostige Bodenstampfer. Von den verheirateten Honorationen zu schweigen, deren Wandel ästhetisch zu prüfen doch überhaupt nicht lohnt«. Darum lag Köstlichkeit in der ein wenig schwermütigen Feststellung, der Jäger Moser sei der einzige, der mit dem unvergeßlichen Gemahl oerglichen zu webden einigermaßen verdiente.. Der Jäger Valentin Mostr freilich ging arglos, die Pfeife im Mundwinkel, täglich am Eberleinschen Fenster vorbei ins Revier. Nicht bloß aus dienstlichem Pflichteifer, sondern jetzt im Frühherbst auch aus privatem Drang. Galt es doch, die Gemse„sicherzustellen", deren Abschuß und Nutznießung ihm vom Jagdherrn für gute Wildwege bewilligt worden war. Ein Gams: Da wäre weiter nichts dabei gewesen, in den Steilwänden des Traweng standen starke Rudel, der Jäger wußte über Standplätze und Wechsel selbst- verständlich Bescheid. Zum Schuß zu kommen war ein Leichtes. Daß er aber jetzt allmorgens an die zwölfhundert Meter hochstieg, ein Fernrohr im Rucksack, und vorläufig gar nichts anderes tat, als die Gamsen anschauen, statt sie anzupirschen, das hatte seinen be- sonderen Grund. Dem Moser ging es nämlich keineswegs um den bewilligten Bock schlechthin, sondern um dl« Erbeutung des schönsten „Bartgoms" im Revier. Dorum lag er täglich viele Stunden in die Latschen geduckt in Sonn«, Wind und Regen, dem Massiv de» Traweng gegenüber, und zielt« mit dem Fernrohr scharf nach den Halden und Graobändern im Geklüft. Hatte er ein ij�udel„angesprochen", dann kroch er gegen den Wind vorsichtig näher, so nahe, daß er die äsenden Tier« genau sah, und doch weit genug ab, um den Leitbvck nicht unvertraut zu machen. Dann kam das Schwierigst«: dos Gastieren der„Bärte". Das, was so heißt, hat jede männliche Gemse: Steif«, dunkel verfärbte Granenhaare auf dem Widerrist und die Rückenlinie entlang, aber den Ehrentitel Bartgam« erwirbt sie nur, wenn dieser Behang schön gleichmäßig samtschwarz ist und nach den Spitzen der Haare m gelblich-weiße„Bereifung" zeigt. Die solcherart beschaffenen Barte erzielen, in Büschel gebunden, als Zier alpenländischer„Joga- büte" hohe Preise. Di« Sicherstellung eines Dartgams aber er- fordert viel Müh«. Bei Windstille ist überhaupt wenig zu wollen. Da liegen die Decken den Tieren glatt an, die Mächtigkeit der Bärte, der Grad ihrer Schwärze und Bereifung kann selbst durch das beste Glas kaum untersucht werden. Bläst es, wie meist im Geklüft, so gilt es den Augenblick abzupassen, wo Böcke sich vom Winde abkehren, gleichsam achtern.zu ihm stehen. Dann kann die Prüfung erfolgen: die Rückenhaare sträuben sich auf im Luftzug wie Hahnenkämm«. Der Jäger Moser hatte nach zehntägiger Suche Erfolg. Ein ausnehmend schöner Bartgams war fixiert, ein kapitaler Bock. Roch dazu ein„Alleingeher". Cr stand— todsicher— unterhalb vom „Redenden Stein".„Maring g'hört er mir," dachte der Moser be- friedigt im gemächlichen Abstieg nach Rammelhofen. Er prüfte den Himmel. Weiße Federwölkchen schwammen im blassen Blau. Er zog die Lust ein. Sie schmeckte herbe.—„Föhnig wird's net bis moring. Ausgeschlossen!" Barhäuvtig. blitzende Reflexe im angegrauten Haar, trabt« Balentin Moser langsam talwärts. Auf dem Almweg zündete er die Pfeife an und sinnierte vergnüglich. Als er aus dem Wald« trat und in den Fußsteig zum Dorf einbiegen wollte, sah dort«uf der Bank unter dem Ehnswstreuz ein Weib. Es hatte einen giftgrünen Schal um die üppigen Schul- tern geworfen und blickte ihn durchdringend freundlich an. Der Moser zog die Brauen zusammen und äugte schief::„Verflucht, a Alte!" Sah schnell weg und kam ins Rennen:„ijöllsoaggra, fixeini, dö... wann s' ma mein' Bartgams verfchveckt!" Di« Ballettineisterewitw« Dora Eberlein starrte betroffen auf das Federn seiner Gelenke. Den Beginn einer persönlichen Bekannt- schaft mit dem einzigen Mann, der nach ihrem„Seligen" einiger- maßen in Bertacht kam. hatte sie sich ziemlich anders vorgestellt. Doch immerhin: Jetzt wußte er um sie. Männer handeln oft»m- begreiflich töricht in Ueberraschungsmomenten, und als Deuter von Symbolen sind sie betannflich Stümper. Des anderen Tages ballte graues Gewölk um den Traweng Als der Moser in die Laischen kam, war der Wind nach Süd um- gesprungen. Di« Luft war widerlich warm. Es roch nach Regen, die Felswände wuchteten bleiern im häßlichen, fahlen Licht. Der Jäger wischte den Schweiß von der Stirn, streifte mit dem Glas die Wände ab: von Gemsen keine Spur. Er visierte den„Redenden Stein" an: Nicht?. .Hundstelfi, Malefixhex' noamal eini! Hat dös Luder mein' Bartgams vertrieben! Und am Föhn is a schuld, dö alt« Scharteken, mit ihrem grean' Umhängtuch. Hundsteifi, Hundsteifi!" Er flucht« lang« noch, lästerlich und gründlich, häuft« gräuliche Drohungen gegen die ahnungslose Dora Eberlein. Aber der Wind wurde darum nicht besser, die Gemsen blieben verschwunden, ttntig verschmierte Dunstfetzen sagten von forden heran. Da schulterte er den Stutzen und stapft« ergrimmt nach Hau«. Am Waldrand unten„verhoffte" er zum Ehnswstreuz hinüber. Meiner Seel' und Gott! Dort hockte die Unholdin wieder— genau wie gestern— mit ihrem gistgrünen Vorhang! Verloren ist der Gams, durchzuckt« es den Valentin Moser, und er brach, um den bösen Zauber wenigstens. ZU beschwichtigen, seitwärt» durch da» Gebüsch- Da scholl e« ihm süß««gegen:„Weidmomtsheill" Er stockte, umklammerte den Kolbenhals, rote Lichter tanzten im Geäst. Ein gräßlicher Wunsch zerbarst im Moser, swmm und darum schmerzhaft. Dann aber flitzt« ein Gedanke durch sein Hirn: Ausschwefeln, dö Murmel, dö verdächtige, daß a Ruah gibt in Ewigkeit. Amen. Er trat rasch an die Bant heran und lüftete den Hut:„Meid- mannsdankl Darf i— bitt' schön— a wcngerl rasten," ,D jal Wenn wir zusammenrücken, ist Platz genug," sagte die Ballettmeisterswitwe. Der Jäger setzt« sich, stützte das Kinn schwer auf die Faust. „Herrlich muß es in den Bergen sein, in der freien, wilden Rawr." begann Dora Eberlein mit dem festen Vorsatz, aus dem Allgemeinen fa bald■ als möglich ins Besondere zu gelangen. Der Moser glotzte die Errötende innig an:„Mcrkwürdi', merk- würdt'... ma möcht's schier net glauben!" Die Witwe raschelte, wonnig vergruselt, näher. Ganz nahe. Run saß sie Schulter an Schulter mit ihm. Jetzt— misschwefeln! befahl sich der Jäger grausam, und fuhr versonnen fort:„Denken S' Jhna, gnä' Frau, was mir heut passiert is. I geh ins Revier, auf Gams pirschen. Hockt da oben im K'wänd, just am Wildwechsel a alt's Weib, hat an greanen Umhang, okkrat wie Sö, und st gleiche süaße G'jchau. Ra denk i ma, dös kunnt ma grad fehlen! Duck' rni und schnür vorbei wie der Fuchs am Eisen. Da kreischt die Alt« mit einer Stimm'— t kann ma net helfen, gnä' Frau, i sag's wie's is— Eahncrer Stimm kreischt st: Weidmannsheil!— I bin umg'fallen und hob mi' lang nimmer g'rührt. Dann bin i halt obi'teufelt, denn von an Anschuß is la Re' net, bald a grauslich's alt's Weib im Revier umanandgcistert. Wir haben amal den Glauben, wir Jager, da kann ma' nix machen. lind wie i daher kiinm, sitzen Sö da, gnä' Frau— da» reinste Spiegelbild von der andern! Es hat im g'risien—, Sö wer'n's g'mertt haben— i bitt um Verzeihung, i kenn mi net aus, i müaßt rein an Zauberei glauben!" Der Moser lugt« der Ballettmeisters- witwe treuherzig in das bloß gewordene Antlitz:„Und drum bin i so sr«, die gnä' Frau zu fragen, ob Sö vielleicht a Zwillings- sthwester auf der Tro wenger Alm haben?" Ein« Antwort erhielt der Jogdgehilf« nie. Er erwartete auch keine. Der Platz neben ihm war plötzlich frei. Di« Bank beim Wald ist nie mehr von der Ballettmeisterswitwe benützt worden, wenn der Moser vom Revier heimkehrt«. Sie widmete sich förder» hin reuig dem Andenken ihres seligen Manne?. 3>ie Ausbrüche des Tefuvs Der Vesuv hat sich wieder einmal mit einem heftigen Ausbruch eingestellt, und es kommt nicht überraschend, denn schon seit Jahren tauchen immer wieder Meldungen über stärkere Erregungen des ge- fährlichen Nachbars von Neapel auf, die sich nicht nur in verstärktem Rauch, sondern auch in kleineren Ausbrüchen und schweren Explo- sionen zeigten. Man kann diesem temperamentvollen Herrn, der zu den rührigsten Vulkanen der Erde gehört, nicht nachsagen, daß er die Menschen überrascht, sondern er befleißigt sich sogar einer höchst an- erkennenswerten Pünktlichkeit. Nun darf man freilich von einem Berge nicht verlangen, daß er sich mit seinen so unangenehmen»nd so heftigen Lebensäußerungen auf einen bestimmten Tag oder eine bestimmt« Stunde festlegt, aber bei einem solchen Berg, in dessen Geschichte ja ein Jahrhundert nur eine Minute darstellt, ist es schon viel, wenn«r regelmäßig nach einer ungefähren Reihe von Jahren zu einer Katastrophe führt. Beim Vesuv ist dies der Fall, wie sich aus dem genau erforschten Teil seiner Geschichte ergibt. Das erste, was wir vom Vesuv erfahren, ist der berühmte Bericht über jenen Ausbruch im Jahre 79 n. Chr., dem die Städte Pompeit, Herkulanum und Stablae zum Opfer sielen. Da der Berg ja mitten in der Sphäre regsten altrömischen Lebens lag, so hätten die Schriftsteller und Gelehrten sicher einen früheren Ausbruch der Nachwelt aufbe- wahrt. Da dies nicht der Fall ist, müssen wir annehmen, daß der Berg bis zu diesem ersten, in Gestalt gewaltiger Gasexplosionen plötzlich eintretenden Ausbruch in Ruhe war oder doch jedensalls nur in schwacher Tätigkett, die nicht beachtet wurde. Au» dem ersten Jahrtausend n. Chr. sind uns dann mehrere Ausbrüche überliefert, und auch nach dem Jahre 1990 hat der riesige Kegel die Menschen vielfach erschreckt, ohne daß wir aber Genaueres darüber erfahren. In« hell« Licht der Wissenschaft tritt der Vesuv erst mit dem ge- wattigen Ausbruch von 1631, der ebenso überraschend auf die Um- gebung herniederbrach wie der von 79 n. Chr. Seitdem läßt sich die Tätigkeit des Vulkans eingehender verfolgen, und er ist derjenige feuerspeiende Berg, über den wir am besten unterrichtet sind. Der italienische Vulkanologe Mercalli hat in Form eines Ka- lenders die Tätigkett'des Vesuv» in der Zeit von 1712 bis 1996 registriert und 12 geschlossene Perioden festgestellt, die mit einer gewissen Regelmäßigkeit austraten und olle den gleichen Verlaus zeigten. Man unterscheidet in diesen Perioden drei verschiedene Stufen der Entwicklung. Zunächst tritt ein Zustand der Ruh« auf, in dem man den Vulkan fast für erloschen halten könnte, wenn er nicht seine„Atmung" durch Rauch und Gaswolken anzeigte. Dieses Aufstoßen von Rauch und Taswotten Nimmt allmählich zu, und der Berg geht in einen zweiten Zustand über, der eine gesteigerte, aber doch noch mäßige Tätigkeit aufweist.„Schreckschüsse" in Gestalt von Gasexplosionen künden das Empordrängen feiner vulkanjichen Kraft: an: er schafft sich auf dem Kraterboden einen Ausgang und bildet so einen„Nebenkrater", der immer mehr anwächst und in dem Hauptkroter langsam emporsteigt, wobei man den dumpfen Lärm der Explosionen hört und nachts den Glutschein sieht, der das Haup: des Vesuvs verklärt. Ist der Hauptkroter durch den Nebcnkrater ganz ausgefüllt, dann ist mit dem Eintreten des Schlußaktes dieses Drama« zu rechnen, mtt einer Katastrophe, wie wir sie augenschein- lich jetzt wieder erleben, die durch Ausstoßen gewaltiger Lavamassen, durch Auswerfen ungeheurer Mengen von Gasbomben, Sand und Asche, durch heftige Bodenerschütterungen gekennzeichnet ist. Wir befinden uns heut« in der 13. Periode dieser Tätigkeit seit 171� Der letzte große Ausbruch erfolgte 1906, und dann kam eine»nge- wShNlich lange Ruhepause, die über sieben Jahre bi» zum Ju?I t913 dauerte. Von dieser Zeit an regt sich der Feuerberg wieder heftiger, ist aus seiner Ruhe erwacht und jetzt zum furchtbaren Wüterich g«° worden. Die Dauer der einzelnen Perioden schwankt natürlich. Die kürzeste Periode von 1879 bis 1872 dauerte nur 1K Jahre, die längste von 187S bis 1996 über 39 Jahre. Auch die jetzige Periode, die nun ihren Abschluß zu finden scheint, dauert bereits über 23 Jahre Wir müssen uns also damit abfinden: der Vesuv ist„fällig" und stellt sich pünktlich ein. 9muixer»�: 3)ev Sonnlag derlDevktäiigeit Kleine zarte Veilchen. Laub, in dem es raschelt. Von Käfern, Vögeln, Menschen und Wind. Himmel blau und weiße Wolken. Ein Gasthaus mit Stühlen im Freien, flinken Kellnerinnen, die hin und her laufen und Kaffee herbeischleppen. Ein See und Kinder, die Fische fllttepn und jubeln. Weil die Fische anbeißen und wieder verschwinden. Touristen mit bepackten Rucksäcken und ausgeknöpf- ten Kragen. Das lacht im Wald und unter den Gartenbäumen und verschlingt Kuchen, vierzig Pfennig das Stück. Zwei Menschen, die sich lieb haben und nicht aufbrechen wollen. Man möchte immer so bleiben. Das Mädchen hat sich halb aufge- richtet.„Wir müssen." Er will nicht und zieht sie wieder zu sich nieder. Nur jetzt nicht! Man imiß so viel Im Leben. Daß man ihm nicht entfliehen kann, diesem surchtbaren Müssen! Er greift das Mädchen um die Hüsten und schmiegt sich an seinen Körper. Dann wird es wieder still, und die Käfer rascheln und das Laub raschelt und die Vögel wiegen sich auf ihren Aesten.„Ach du," sagt sie. Und dan- fällt ein Kosewort und wieder ein Kosewort. Und schließlich ist es Nacht und Sterne hängen am Himmel und die Vögel schlafen und die Würmer schlafen und das Laub raschelt nicht mehr. E» ist schwer, jetzt einen Heimweg zu finden. Sie halten sich fest in den Armen. Kein Raum ist zwischen ihnen. So eng gehen st«. Fast fallen sie. Aber er hält sie noch. Sie lache» wie Kinder. Sie kommen am tleinen See vorüber. Die Kinder füttern keine Fische mehr. Der Kuchen ist aufgegessen und die Kellnerinnen haben die weißen Schürzen abgelegt und lassen sich vom Wirt ihr Geld aus- zahlen. Der Weg ist holprig. Die Bäum« stehen wie finstere Gesellen. Das Mädchen hat Angst. Z�ann nicht jemand dahinter lauern? Sie anfallen? Was kann in der Nacht nicht alles geschehen! Raschelt es in den Gebüschen, so ist es gewiß ein Untier, das ihnen Böses zufügen will. Bös« Tier« sind in der Welt. Menschen, die aus dem Zuchthaus ausgebrochen sind. Mörder, die ein Opfer suchen. Alles ist Angst. Die Elektrischen sind überfüllt. Man wird auseinander ge- drängt. Zuletzt stehen viele Menschen zwischen einem. Es ist furcht- borer Qualm im Kupee. Man muß Geld hervorholen. Andere dabei »istoßen. Dem Schaftner Platz machen. Um jeden freien Sitzplatz entspinnt sich ein Kampf. Man ist froh, wenn man endlich draußen ist. Man trinkt noch ein Bier. Leichtes, helles Bier, das nicht viel kostet. Rur ein kleines Glas. In der Ecke spielt ein Grammophon. Aufdringlich, ohrenbetäul'end. Es ist gar nicht wie draußen. An der Türe gibt man sich die Hand. Sagt noch etwas. Der- abredet sich stir das nächste Mal. Man will dann noch weiter hinaus- gehen, wo noch weniger Menschen sind. Die Stille noch stiller ist. Man wejß gar nicht, was man noch olles will. Müd sollt man ins Bett. Um sieben Uhr muß man ja schon wieder aufstchen. Der Dienst. Chef. Bureau...« ist alles so bitter, was jetzt kommt. Tom Elektron mum ZKosmon Die moderne Wissenschaft hat durch die Atomzertrümmerung noch winzigere Stoftteil« gefunden, al» sie von den Atomen dar- gestellt werden, die lang« Zeit für die kleinsten Einheiten galten. Andererseits aber hat die moderne Astronomie mit ihren Riesen- fernrohren im Weltraum so ungeheuere Weiten und Fernen icst gestellt, wie sie der Menschengeist vorher nicht geahnt hatte. Auf diese Weise war es möglich,«ine Stufenleiter der Gsgenstäitt»« des Universums zu gewinnen, die von den imendlich kleinen Dingen zu den unendlich großen Sternensystemen aufsteigen. Wie wir uns diese verschiedenen Größenstadien des Weltbildes zu denken haben, zeigen die neuesten Forschungen des berühmten amerikanischen Astronomen Shapley. Er hat vor etwa 19 Jahren durch Messungen die Größe der Milchstraß« berechnet und zwar mit einem Durchmesser von mehr al» 299 990 Lichtjahren, wobei ein Lichtjahr etwa eine Ouadrillion Kilometer umfaßt. Die Mitte der Milchstraße ist etwa 69 999 Lichtjahre entfernt im Sternenbild des Schützen, so daß wir auf der Erde gewissermaßen in einem kleinen Vorort dieser ungeheueren Wett leben, zu der unser Sonnensystem gehört. Außerdem gelang e», mit dem 199zöllig«n Fernrohr der Mmint-Wilson-Sternwarte sehr weit« Nebel als Sternhaufen zu erkennen, die infolge ihrer Entfernung außerhalb des Milchstraßensystems liegen müssen und daher besondere Welten für sich darstellen. Für diese neuen Milchstraßensysteme, die zu Tausenden im Weltraum vorhanden sind, schlug Shapley den Namen Galak- tone vor. in Anlehnung an den Namen der Elektronen, die die kleinsten bekannten Einheiten der Materie sind. Man darf aber annehmen, daß es wieder noch größere Systeme gibt, zu denen die Golaktone gehören, und diese größten Einheiten, die wir im Wettoll annehmen dürfen, werden K o s m o n e gcnnant. An die 69 verschiedenen Kosmone Hot man bei den photographischen Aus- nahmen der Harward-Sternvaarte beobachtet. Dojsenige Kosmon. das unserem Wettsystem am nächsten liegt, befindet sich im Stern- bild der Jungfrau, ist 11 Millionen Lichtjahr« von uns entfernt, zählt 269 getrennte Galaktone und mißt im Durchmesser etwa 2 Millionen Lichtjahre. Die Stufenleiter, in der sich das Universum aufbaut, würde also nach einer Aufstellung der Frankfurter Wochenschrift„Die Umschau", etwa folgendermaßen anzugeben sein: Vom Elektron zum Atom, vom Atom zum Element, vom Element zum Stern, vom Stern zum Galakton und vom Galakton zum Kosmon. Ein frischer Strohhalm hat eine Tragfähigkeit von 16 bis 29 Kilogramm, das ist nicht viel weniger als die Tragfähigkeit des deutschen Stahls. Di« Kraft de» Strohhalms liegt in feiner Rohrform. Ingenieure haben dies erkannt und man konstruiert daher seit langem in Stahlrohrsorm. «infettbangen füt dies« Rubrik sind S e c 1 i■ S« CS, Lindrnstraße 3, Parteinachrichten für Groß- Bertin strt»«n da» Brzirkisekrriariat Z. Hos, 2 Treppen recht», zu richten Bezirksvorstand. heule, Ireitag, den 7. 3um, IS Uhr. Sitzung des erweilerle« Sezirksvorskandes im Konferenzzimmer der„Üorwäris"-Rcdaklion, cindenstr. Z, 4. Hof, 4 Treppen. * Frei« Schulaemeind« i» Berlin. Mitte,-Rerb. Sonntag, 9. Juni, Anoflup»ach Schulilendors. Zresspnnlt 3U Uhr Stettinrr«orortbabnhof. 4. Nrei» Prenzlauer Derp. Montag, 10. Juni, lS Uhr, bei Alug, Ranziger Straße Tl, Sitzung des erweiterte» Ärcisvorsiandes. ü. tkrei» Friedrichoha!». Montag, ld. Sunt, 2# Uhr, in Schmidt» Z G«sevsch»ft«hMU». ffruchtstr.'.itz,.tzreiefunltionärrersammlung. Bar» trag:»Tee Seich»««!'. Reseeenti» lllara Bohm.Schwch, M. d. R. .S 13. Rrei« Tempelhof. Montag, 10.?un>. ISi� Uhr, hei Niendors, Marie». dorf. Shausseeilr. IC. Kreisnorftandsfitzung. Pünktlich erscheine». 14. Rrei» Reutöll». Die Sozialistische Arbeiterjugend Neukölln veranstaltet heute, lsreitag, 7. Juni. iSif, Uhr, in der Aula der Walter-Rathenau» Schul». Poddinslrahe, eine Mitgliederversammlung. Bartrag: fugend, Kirche»nd Lozialicmus". Referent Max Stumpf. Dir Parteigenosse» werden gebeten, sich daran zu beteiligen. 1«. Kret» Kiprni«. Die filr Konntag, g. Zuni, angesetzte Beffchtigung fällt au». Nähere Mitleiliingen erfolgen am ffreilag, 14. Zuni. 17. Krei» Lichtenberg. Montag, IC. Zani, IC Uhr, tlreiamitglieder. »erfammlung in der Schnlanl» Parkaue, An der Mällendorfstratz«. Berichterstattung vom Parteitag in Magdeburg. Referent Fritz Thurm,"i Mitgliedsbuch legitlmiert. lilrrontrollc: 119. Abteilung. IC. Abt. Pankow. Rantag, 10. Juni, 19>4 Uhr. bei Meyer, Tür- lz kifche» Zelt, Breit* Str. 14, Kreiodelegicrtenuerfammlung. Di««t- Z nofsinnen und Genossen, de» 19. Kreise» teteilige« sich an der Banner-' weih« de» Reich»b»nde» der Krleg»b«schädigten am Sonntag, 9. Zuni, p im Schloßpark RiederlchSnhausen. Di« Abteilungen mSsseu am Sann- W tag um 14 Uhr ihr« Banner stelen. heute. Freitag. 7. Juni. ICC. Abt. Köpenick. IClij Ubr bei Stippckobl, Echänerlindcr Str. S, Sitzung de» Barstanhes und sämtlicher Funktionäre. 124. Abt. Mahlobors. 20 Uhr im Lokal„Nordstern' Funktionärsttzung. Morgen, Sonnabend, 8. Juni. S2. Abt. ckharlottenburg. 20 Uhr tei Bade, Kaiferin-Augusta-Allee 32, Funk- tionärlitzung. 83. Abt. Lichterfelde. Alle Bezirk»fiihrrr und sonstigen tätigen Genosstnnen und(benoffen treffen stch zur erweiierken Borstandssitzung um IS Uhr beim Genossen Quandt, Moltkeftr. 3l, Ecke Kindenburgdamm. 113. Abt. Schmöckwitz, Kanolinenhos und Rauchfangswerber. 29 Uhr Mit. gliederverfammlung Im Eafo Landhau,. Schmöckwitz, au der Brücke. 117. Abt. Lichtenberg. IC Uhr bei Siewert, Kant- Eck« Schillerstratze, wichtige Funktionärsitzung. 131. Abt. Riedeeschönhanfe». Pünktlich 20 Uhr Fui'.ktioiliirsitzung bei Klindt, Am Friedensplatz. 132. Abt. Blankentnrg. All« Genossinnen und Genossen sowie Sympathisierende treffen sich' zur Besichtigung des Gesundheitsamtes Pankow um 16 Uhr vor dem Gesundheitsamt. Sonnkag. S. Juni. 131. Abt. Riederfcho-Haufen. Alle Mitglieder beteiligen sich vollzählig an der Bannerwcihe der Ortsgruppe Rirderschönhaufen des Reichsbunde» der Kriegsbeschädigten. Treffpunkt pünktlich l3Vt Uhr Bismarckplatz Ecke Lindenftratzc, 134. Abt. Buch. Abfahrt zur Bannerweihe des Rcichsbundes der Kriegs. beschädigten in Nirderschönhaufen um 12.Z7 Uhr. Erscheinen aller Sc- Nossen ist Pflicht. Jungsozialisten. Gruppe Charlottenburg. Heute, Freitag, 7. Zuni, 20 Uhr, beteiligen wir UNS an der Veranstaltung des Werbebezirks Westen, Schöneberg, Haupt. stratze 13, Echwabenlandzimmer. Bortrag:„Crzirhungsfragen'. Gruppe Schäneberg: Heute, Freitag, 7. Zuni, im Jugendheim Hauptstr, 13, Schwaben londimm er, Vortrag:„Erziehungsfragen', Referent Dr. Siegfried Bernfrlt. Genossen aus anderen Bezirken und Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. Zweite» Probezeltlager am SonnabendSoantag, 8./C. Juni, in Birkenwerder. Aufgabe: Borbereitung für Namedy und Sannenwead- seier. Jeder Teilnehmer bringt fich Verpflegung für Sonnabend nnd Sonntag selbst mit. Da» Lager liefrrt nur Getränk«. Koste« dafür 13 Pf. geitiaes Eintreffen der Gruppen und der verantwortlichen Leiter erforderlich. Perteilen der Zeltplätze in der Reihensolg«, wie die Gruppen eintreffen. Mufikinstrnmcnte ans jeden Fall mitbriage». Der Zcltlagcranslchutz. Krei» Mitte. Alle Gruppe«: Wir treffen UNS zur Fahrt ins Probelager am Sonnabend um 15% Uhr am Stettiner Borortbahnhof. Kreis Prenzlauer Perg. Zum Probezeltlager tresfen sich all« Gruppe« am Sonnabend, 3. Juni, i3!4 Uhr, Bahnhof Gesundbrunnen, Millioneilbrücke. Geburlstage. Jubiläen usw. 13. Abt. Unser Genosse Fritz Renendorf, Stralsunber Str. 67, blickt heute ans«ine 2SjShrig« Mitgliedschaft in der Partei zurück,«ir gratulieren und hoffen, ihn»och recht lange in unserrn Reihe»»» sehe».— Die«bteiluugeleitung. 37. Abt. Unser Scnasse vtta Coro, Ratteraste. 3, war am 1. Juni 26 Zahr« Mitglied der Partei. Seine Zieue zur sozialiftifcheu Idee« s»I alle« ei» Vorbild fei». 37. Abt. Charlottenbnrg. Seinen 50. Geburtstag koante vor wenigen Tagen unser lieber Genosse Oberstadtschul rat Dr. Karl Fischer, Grolmaa- stratze 23, begehen. Seit viele» Jahren steht er treu im Dieufte der Partei und bekleidet die verschiedensten Funktionen. Wir gratnlieren ihm Nachtrag. lich nnd wünschen, datz er uns noch lang« al» Mitkämpfer erhaltr» bleibe» möge. 73. Abt. Schöneberg. Heute wird unser Genasse Karl Henkel, Feurigst». 63, 60 Jahre alt. Urber»in Menfchcnalter steht et in der sozial!. stischen Bewegung. In nerschiedenen Funktionen hat er treue Arbeit kür die Partei geleistet. Wir gratulieren ihm herzlichst»nd wiinsche» ihm»och viele Jahre bester Gcsnndhrit._ Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". Geschäftsstelle: Berlin 6. 14. Eebastianstr. 87/38. Hof 2 Zr. Freitag, 7. Inui. Mitte: 20 Uhr Versammlung oller Sportler bei Arndt, Echroederstr. 2. Tiergarten, Kameradschaft Arminius: Per. fammlung 20 Uhr bei Schmidt, Wiclefstr. 17. Ouartierlisten mitbringen. Prenzlauer Berg: Kamerad Schmiljun ist verstorben. Einäscherung Freitag, 7. Juni, 1b Uhr, im Krematorium Gerichtstratze. Beteiligung aller Kamera» den ist Pflicht. Charlottenburg: Die Kameradschaften Wittenberg und Zoo 20 Uhr Speeesir. 31. technischer Dienst. Lichtenberg, Kameradschaft Gustav Tempel: Wichtige Sitzung bei Eichler, Wagner, Ecke Atzpodienstratze. Reiuicken- dorf Oft: 20 Uhr Kamcradschaftsversammlung bei«iebne, Restdenzstr. 9.— Sonnabend, 5. Inni. Charlottenburg: 5. Gründungsfeier im Tiergartenhof. Festredner: Kam. ScheBemann. vskar«evee. GindUksprel» 1«. fchnlenweg: 5. Gründungsfeier bei Borgmann. 20 Uhr, Konzert, Festrede. Tanz. — Sonntag. 9. Juni.' Ritte: Antreten O'i Uhr Neuer Marli. Fahrpreis 1.33 M. Prenzlauer Berg: Antreten zur Teilnahme an der Fahnenweihe der Krieosdeschädigtc» i» Pankow mit Fahne» und Munt. Abmarich 126, Uhr «ornho.mer Stratze Ecke Schönl>auser Allee,»edding: Ptlichtveranstolwng zur Fahnenweihe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigte» in Pantow. Antreten der 1. Kameradsckaft mit dem 4., 3., 7. Block 12� Ahr bel Sorgast, stratze 12. Die 3. Kameradschaft und der 8. Block 12 Uhr bei Hlvnann, NüM. ........■ w �-t■_.' sTfntr-rtzcn iiTTf Meldungen werden noch...------—------------ men. Steglitz, Iungbanner: Trefspunit zur Fagtl nach Birtenwerber' Uhr Rathaus. Köpenick, Ortsverein: Autofahrt»ach siehdenick. Fahrpreis. M. Abfahrt Friedrichshagen, Scharnweberftr. 129. um Uhr. flopenich Boons» dorf, Grünau vorn Kvllnifchen Park in Köpenick um 614 Üb». Lichtenberg: Pünktlich 7 Uhr Abfahrt vom Röderplatz mit Auto nach Zehdenick. Fahnen und Tambourkorps sind restlos zur Stelle. Die Kameradschotten sammeln sich dementsprechend früher in den Derkehrslokalen. Ortaverri» Reinickendarl: An. treten 13 Uhr in Pankow. Breite Strotze, Marktplatz, zur Fahnenweihe des Reichsbundes der»rieasbelchädigten. Pflichtveranstaltung. Sanitäter,«re,» Süden: Antreten 864 Uhr Görlitzer Bahnhof. Spreewaldplatz. MarineabteUnng: 7 Uhr Boot'1 und 2 nach Spandau.— Friedrichshain, Kameradschaft Frank. furt: Komeradschastsfitzung am 7. Juni, 20. Uhr, bei Bombe. Doigtftr. 25.— Köpenick: Kameradschaftsverfammluna Freitag, 7. Juni, 20 Uhr, Stadttheater. - Pankow: Freitag, 7. Juni. 20 Uhr, Derfanmilung der Iungkameraden>» Jugendheim Görfchstratze.— Lichtenberg: Sonnabend. 3. Juni, trifft sich der gesamte Radfahrer, ug um 19 Uhr auf dem Sportplatz Friedrichsfelde zu einer kurzen Uebungsfahrt. Biindeskleidling, Rad mit Wimpel und Lampe. Erscheinen Pflicht._ Reich»bn»d»er Kriegsbeschädigte»,»riegsteilnehwer nn»«rlegerhinter. bliebe»«»,«au«er, in. Bezirk 16 sSüdweft). Mitgliederversammlung am Frei. tag. 7. Juni, 20 Uhr, im Restaurant„Iägerheim". Arndt. Ecke Nostl, stratze. Referat des Kam. Broh:.Moderne Wirtschaftstheorien'.— Ortsgruppe Ried««- fchönhanfe« hat am Sonntag. 9. Zuni. Fahnenweihe im Restaurant Strauch. wiese. Riederschönhausen, Schlotzallce 1—2. Ab 13 Uhr gevtzes Platzkonzert lFriedensplatzj, von dort Umzug durch den Ort zum Festlokal. Ortsgruppe« Grotz-Berlins: Treffpunkt 13 Uhr mrt Bannern und Fahnen auf de» Friedensplatz. Jnteressenverband der durch Automobil» u»b ander« Perlehr»»«föll« G«. schädigten, e.«. Geschäftsstelle: Berlin NW. 40, Aathenower Str. 4(am alten Kriminalgericht). Sprechstunden uiid kostenlose Auskunft-erteilung täglich von 17—19 Uhr. Bund Entschiedener Schulreformer. Oeffentlich» Monatmiersammlung am 11. Juni, 19'.: Uhr. im Werner.Siemens-Realovmnastum, Hohenstaufen. stratze 47—4«.„Die Aufgaben der Jugendbewegung in der Gegenwart.' Redner: Karl Fischer. Berlin-Steglitz. Dr. Wiechberg(Kronacherl. Dr. Wendland(Jung. national). Dr. Luckow i Köngenerl, Dr. Lubinsk»(Jüdische Zngendverbande), Alfons Erb(Norddeutsche Bolksgemeinschoftl, Paul Oestreich. Freie Aussprache. Semischter Chor der Freie» Schwimmer«harlottenbueg. Uebungsabende seden Dienstag 20>4 Uhr Tegeler Weg 97 bei Huber. Ausnahmsweise findet die nächste Uebungsstunde am Montag. 10. Zuni, statt. Sanges» und spart» lustige Damen und Herren herzlich willkommen. Ln'IIsst Lonrersatianal Club foundcd 1378. Meetings every Friday 8 p.m. Cafö Josty, Potsdamer Platr. Lecturer: Mrs. Hahn-Zumpt on: ,Knowladge and wisdom," Ouests, Ladies& Gentlemen, are welcome. f Wellerbericht der issenllichen Wetterdienststelle SerNn uvb Umgegend. kNachdr. verb.) Wieder stärker bewölkt mU geringen Regenfqllen, watzige Winde aus südlichen Richtungen.— Jfir veulfchload: In Ostdeutschland zeitweise heiter und am Tage etwas wärmer, im übrigen Reiche stark de- wällt, besonders im Westen Regensälle, im ganzen etwaZ milder. Zu« Ritnah«« ans der Reis« oder zum Wochenende eignen fich ganz de- sonders Zigarillo,»on Loefer». Wölls. Di« Fabrikat« sind sparsam im Ge. brauch, zeichnen fich durch ihre milden, aber dennoch ganz hervorragenden Qua!,- täten, ihren zuverlässigen Brand und ihr« blütenweitze Asche besonder, a»» und stellen Erzeugnisse von aiitzerordcntliiher Preiswürdigkelt dar. Auf die Schaufrnsterauslagen der Firma sowie auf bat Inserat in der heutigen Au» gäbe fei hiermit hingewiesen. lelpclsar Strasse* Alcxanderplatx» Frank hirter Allee* Delle ' Preise nur Freit«; and Sannibcnd Me»g»nibg»be••rbehtltan Varkut»»Mit Tarrat tische und ASmbevwaven ...... Wand 24pf. Pomm.Bücklingepid.48p(. *Kabliau ,. r., i. i»«i.,f«. 30p(. Flundern........ Pfand 52i>r 'Seelachs», k.. izisi, ph. 32pf. StOcken|lundern pid.52p.. 'Rolbars......... p/und Z5pk. Seelachs......... piund 52p( 'Reizungen....Pland24pf. Rolbars.......... piund 52p. *Kabliau|llef....Pfniid48p(. Bund-Aale..... Bond 32p. *) Leipziger Sinne, iletaadtrplatz, Frankfurtar Allee, Paftbuxr Damm, Sella-Allianc-StniM, Wilm»r»dorf»r Straue. Alllance-Strasse» Wilmersdorf er Str.» Bf unnenstrasse* Kottbuser Damm* Andreasslraste Kinder-Woche! Um den Kindern eine besondere Freude zu bereifen, haben vir In allen unseren H Satern Vergnägangtplätze geschahen, aal denen sldi die Kleinen unter Aaf- eichl Erwachsener nach Herzenslust vergnügen hSmnen. Gemüse und Obst Rhabarber....» pkund Ivel, �ilronen...... Dunend 45pf. Radieschen...» Band20p(. Sfachelbeerenimroif.PiiL 28?/. Salat............... Kopf 5pf. Tomaten......... Piund 58p(. Kohlrabi....... Mandel 52pf. Kirschen......... Pkavd 58?,. Junge Möhren.. Bond 35pf. Feigen........... Pfund 28pi. Grüne Qurken9tv.22pk.a» Apfelsinen...spfund 95?/. Grüne Bohnen p/und 38?/. Spargel zu bHiifaLTtgtepnUei Frisches Slelsch EalbsIiaißD....................... Pk°vdö8pl. KälbSkäHini ohne Beilage......... Pfund 83p(. Kalbmken ohne Beilag«....... Pfund 95pf. Pfl, Schweiaebaadi oim« Beilage, p/und 1,06 P». SchweineulialtBräiall....... p/und 1,14 Pä. SetmeinesdunkBo........... p/und 1.18 Pfl. SdiWBiOBkfllDffi o.Schuft, o.3l(.>o.Scbe.�ld.l, 36 Pfl. RflCkBülBtt bratfert.,O.Scliwarte,Ptd. 84p/. Pfl. EisbBio mit Spitzbej| gepökelt, p/d. 38?.-. I Pfl. KflSlIer(Bollen).............. Pfund 1,30 Pfl. SUDD2BnSi!Ö.........Pfand von TÖPf.an ! Pfl. Feblrippe.................... Pfand 08?,. Pä-SClüHOrüSiSCil Xenl», o. Knochen, Pld. 1,20 Pfl. SOQlfldB....................... Pfnnd 1,40 ! Pfl. SchabBllBiscb................ Piund 1,26 i Pfl. DflCkBPBtBrgowftrrt........... Pfund 1,20 Pfl. GülflSCb gemischt............. Pfund 08 Pk Ps. BiDdBrlalil................... piund 30pf. Pb. KalbsroalfldB gerom........ Pk-ndl.48 Ps. KiibssGbDitzel.............. p/und 2.10 Pfl, ROflSlbßBl ohne Knochen... Pfand 1,68 Ps. RindBrlebBr................ p, nnd 1,24 defeiteflelftt Pfl. SdlfflOrDeiSd! ohne Knochen, Pfand 1,14' Pfl. RigdBlIfllOBfl krisch.......... Pfund 30p(. Pfl. ßOlflSth ohne Knochen...... Pfund 88 Pk Pfl, RlfldBlbBITBIl frisch......... Pfand 34 Pf Pfl. SOPPBOfiBiSüb........ Pfand von tiSpf. an Pfl. RllldBlbflldiBII frisch, o. Knochen, Pfd. 48 Pl. Pi. BanunelfordErilBisch Pk»nd vonOSp/ an Pfl. Eoler frisch................... pimd 20?, Pfl. SChVBlBBböPfB mit Backe............................. Pfund 48?/. Wlhreed 4,r lamn«rmo»»t«»Inf FI»I»eb, Ohit, lantM»»4 andere sticht vcrdcrhllehc Warn rem VtriMd aesgctchlottcn ut. tut------ fc. jRwic nno 9tttt Camembert Til$ilerKäseToinMt,PM. 1,05 7�...... Bayrisch. Schweizer, � AIIg.Romadourjst»ck25Pk. voiuett.................... 1,45 Blockkäse naehtu.iter„ Margarine... Ptm.d52pk Art, halbfett........ Pfand 80?, Allg. Stangenkäse Dan. Schweizer«°s°.................p/nnd 56?,. 3y°s................. p/nnd 82?, Qnebenschmalz Pfd. 82pf Edamer oder Holländer Fris(h.Grasbulferpfd.l,82 20'/» p/d. 65pk.,40'/»Pkd 88p,. Dan. Tafelbutter m 1,98 Eimer ca. 2 Pfand Eimer es. S Pfund Pllaufflcnmus...... BD?.-. Johannisbeer...... 1,1s Pflaumen.......... Mp,. Erdbaer........... 1,30 Aprikosen......... 1,15 Kirsch............. 1,55 Oranse..........1,15 Himbaar........... 1,35 Neoseelaoil'Hoiiii 1 Glas■ 10 Frisch gebrannter| Kafffee Z 135 Zweifruchtmarmeladen 82 Erdbeer Apfel, Hlmbeer/Apfal, Kirsch Apfel, Johannisbeer Apfel Bimer c%, 2 Pfd. GEFLÜGEL Fr. Suppenhühner p,nnd �° Wolgahühner von B an 120 an Enten gefroren............ p/nnd von 1 an Puffert gefroren........... Pfund von 1 an Jg.Erbsen»ehr tein... 1,50 ]g. Erbsen fein......... 1,25 ]g. Erbsen mittcifein.. 78?,. ]g. Erbsen............. 70?,. Qemüscerbsen...... 50? f. Jg. Erbsen mit Karotten 95?!. �onieeven Dose >>W.....!, Ds. Süsskirsthen«. st.1,40 75?,. Süsskirschenffl.st.1,10 Sauerkirschen mit Stein...........'*' � Mirabellen..... 1,10 Pflaumen p-Frorfite Jy. 1-1 LriCII Hill A«rOLl®n sJCl. pvi., Jg. ErbsenKarot'ön"'.?. 78Pf. halloFÄ....... 90p,. Gem. Gemüse mHbiM« 1.15 Reineclauden.. 1,25 70p,. Leipziger Allerlei....95?/ Preiselbeeren 1,30 Sellerie in Scheiben..... 1,10 Konsummischung berge- A rololm, i. 7Rt>,«tollt ans getr. Erheen, Morcheln, Apjeimus.............. /opi)(rischen Kew6rfel,„ Kl. Ananas................ 1 ,20 rotten und Spargel, �Dose 58Pf. 60rf. 65rf. 60pf. 40Pf. Sülzwurst........ P/nnd 85?/. Dampfwurst.... Phmd 95pt Hausm.-Leberw, pm. 98?/. Sp€ckwurstSehl»iid«rw.FM. 88pt Grob. Mel'wursl p/d. 1.05 Speck /ott........ P/nnd 1,05 Jagdwurst....... Nnnd 1,10 Fleischwurst....p/nnd 1,20 Knoblauchwurst p/d. 1.20 Schinkenpoln...p/nnd 1,30 Wuvfttvaven Speck magor...... P/nnd 1,30 Hildesheimer...p/nnd 1,40 Metlwursf Srmmch». HMd. 1,30 ff. Leberwurst... p/nnd 1 ,50 Schinkenwürst.p/nnd 1,65 ZervelaUd.SalamlPfd. 1,75 Teewurst......... Pfnnd 1,80 Schinkenspeck p/nnd 1,85 Grobe Teewurst, m 1,90 Mausschinken.p/nnd 2,00 KONFITÜREN Qalaelrilchtc|, p/und 35?/. Cremeschokolada Zanslbarwaffeln::Pw.55Pf.* T»(e,n 1 iu0f.........9Opf, Fruchtkissen's« Ptnnd 40P(. Eisbonbons..«/» P/nnd 35 Pt Kokosmakron.'i, Fti.SSPf. _r____ IflOc......... B 1 Vollmilch» oder Vollmilch- Nuss-Schoko:ade 3 Tafeln 4 100 g.......... 95?,. Vollm.-Nutibruch' VW-75P/. -ttolouialwave« Bruchreis........p/und 18p/. HartgrlessmakkaronlPM.38pt Palna-Reis..... p/nnd 28?/. Italien. Reis..... p/und 26p/. Bluerose-Reis. p/nnd 34pt Harlweiz�ngriesspid. 26pf. Weizengriess...p/nnd 24p/. Eierfadennudeln p/d. 40p f. Eierschleifdien. p/nnd 58p/. Schokoladenpul v.M495pf. Krümelschokoladep«. 1,10 Backobst......... p/nnd 48?,. Pflaumen...pfnnd 32, 38?,. Ringäpfel...... � p/nnd 90?,. Salmlak-Terpenila-Selfenpulver................ 3 Pakete 4 1 p/d. 50?,. >Hertle"»Selfenpulver lö"„ mit Seifensdmilrel...2 Pakete 4 I Pfd. 45Ff. „Hert e"-5elfenpul*er 30«;» mit SeilevBchmtrel....... 1-Pfd.-Paket 35rk. Prima Se lenllocken /Cr Wolle und Felde..................... I p/d. so?/ CZarakitlert reine Kernseife..» voppeiriegei 4 200 g Frischgewicht VSpi. 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Die Konkurrenz der Beamten- und Oilettantenmusiker. Wenn wir auch in einer A«it starker wirtschaftlicher Krisen leben, bie naturgemäß ein« allgemeine, große Berufsnot im Gefolge haben, so richten sich die nachfolgenden Ausführungen nicht weniger gegen die allgemein« Berufsnot im Musikergewerbe, als gegen jene Schwarzarbeiter, die als Doppelverdiener den Berussmusitern auch noch das spärliche Stückchen Brot streitig machen. Nach§ 16 des Reichsbeamtengesetzes darf kein Reichsbeamter ohne vorherige Genehmigung der obersten Reichsbehörde ein Neben- amt oder eine Nebenbeschäftigung, mit welcher eine fortlaufende Entschädigung verbunden ist, übernehmen oder ein Gewerbe be- treiben. Nun erhebt sich aber die immer wiederkehrende Streit- frag«: Was ist fortlaufende, was ist gelegentliche Nebenbeschästi- gung? In einer Verfügung des früheren Reichsinnenministers S o l l m a n n vom Jahre 1923 werden diese beiden Fälle wie folgt klargestellt: Gelegentliches Musizieren braucht nur bei der vor- gesetzten Dienstbehörde angemeldet zu werden, während beim ge- wcrbsmäßigen Musizieren die Bescheinigung des öffent- lichen Arbeitsnachweises beigebracht werden muß, daß kein Berufsmusiter mehr zur Verfügung steht. Die Forderung der Berufsmusiker, daß diese Bescheinigung für jeden Einzelfall des ent- geltlichen Musizierens beigebracht werden muh, ist von dem da- maligen Reichsinnenminister v. Keudell abgelehnt worden, cheute dürfen die Reichsbeamten ohne Kontrolle des öffentlichen Arbeits- Nachweises neunmal im Vierteljahr oder Z6mal im Jahr musizieren. Tatsächlich aber musizieren manche Beamte täglich in Kinos und Restaurants, während die Berussmusiker Arbeitslosen- oder Wahl- »ahrtsunterstützung beziehen. wir haben heule ungefähr 15 000 musizierende Reichs-, Skaats- und Kommunalbeamte. denen etwa 50 006 Berufsmusiker gegenüberstehen. Von den Be- rufsmusikern ist ein gutes Drittel unständig beschäftigt, d. h. ohne lausenden Verdienst. Im Falle der völligen Erwerbs- losigkett erhalten dies« unständig Beschäftigten meist keine Erwerbs- losenunterstützu.ig, well sie die in der Reichsversicherungsordnunz vorgeschriebene Wwöchize ununterbrochene Arbeitszeit niemals nach- weisen können. Aus diesem Grunde müssen die durch den unge- Heuren Wettbewerb der Nichtberussmusiker brotlos gewordenen B«- rufsmufiker zu einem erheblichen Teile die öffentliche Wohlfahrtspflege in Anspruch nehmen. Hinzu kommt noch, daß sortgesetzt ausländischen Musikern und Kapellen die Einreise und musikgewerbkiche Tätigkeit erlaubt wird, obwohl deutsche Musiker nur selten im Ausland Stellung und Arbeits- bewilligung erhalten und die Schmu tzkonkurrenz der Dilettantenmusiker. Aus allen möglichen Berufen fühlen sich Arbeiter und Angestellte berufen, das Heer der Musizierenden ständig zu vergrößern und den Derufsinustkern das Anrecht auf musitberufliche Arbeitsgelegenheiten streitig zu, machen. In der Hauptsache sind es junge Leute, Angestellte, Arbeiter, auch Studetitem und Schüler höherer Lehranstalten, die sich aufeinander einspielen, zu Jazzkapellen zusammenschließen und dann auf das Publikum losgelassen werden. Daß diese Schwarzarbeiter vor allem die Arbeitslöhne unterbieten, bedarf keiner besonderen Erörterung. Während die Berufsmusiker laut Tarif Wochentags 2 M. und Sonn- tags 2,50 M. Stundenlohn erhalten, sind dies«„wilden" Kapellen mit einem Stunde nlohn von IM. vollauf zufrieden. Durch die Entwicklung der mechanischen Musik (Schallplatte, Rundfunk, Tonfilm) droht dem Musikerberuf ohnedies ständig große Gefahr. So sollen in Amerika durch den Tonsilm lausende von Kinomusitern brotlos geworden fein. Die Kinomusik, die etwa 15 060 Berufsmusikern Brot gibt, bildet also im Musikergewerbe einen ganz bedeutenden Verdienst- fattor. Die Berufsaussichten für den Sommer sind mich wieder recht trübe. Die Ga st wirte der Ausflugslokale sind natürlich darauf bedacht, bei etwa eintretendem schlechten Wetter »«glichst wenig Unkosten zu haben und engagieren am liebsten Militär, und Beamtenkapellen mit„R e g e n v e r t r a g". Mittags gygen 1 Uhr fragt der Kapellmeister der Beamtenkopelle bei dem Mit an, ob gespiell werden soll, woraus sich dieser bei unbeständigem Wetter ein paar Stunden Bedenkzeit erbittet. Da der Kapellmeister seine Musiker bei sich im Amte hat, genügt es, wenn die Beamten vor ihrem Weggehen definitiven Bescheid erhalten. Auch in den Bädern und Kurorten hat sich vieles zu- Ungunsten der freistehenden Berufsmusiker geändert. Der Tarifver- trag mst dem Allgemeinen Deutschen Bäderverband besteht nicht mehr, da die KurverwÄtungen eine Erhöhung der Dienststunden von 35 aus 48 verlangten, dafür aber die Lohnsätze abbauen wollten Einzeltarifverträge bestehen vorläufig mit Altheide, Charlottenbrunn, ftudowa, Landeck, Wildungen. Saßnitz, Braun- lag« und Friedrichroda. Viel« Badeort« lassen auch st ä d t i s ch e und staatliche Orchester benachbarter Städte bei sich spielen, die sie durch Pauschalverträge mit den Staats- oder Stadt- Verwaltungen für wenig Geld erhalten, so daß beiden Arbeitgebern, leider zum Schaden der freistehenden Berufsmusiker, geholfen ist. Die notleidenden Berussmusiker fordern angesichts dieser Miß- stände mit Recht die baldige Einführung des gesetzlich zugelassenen Meldezwanges für freie Stellen im Musikerberuf, ein« Verhinderung des Usber- schreiten? des gesetzlichen Achtstundentages durch Schwarzarbeit anderer Berufsangehöriger, den Anspruch aller im festen Arbeitsver. hältnis stehenden Musiker auf einen vollen wöchentlichen Ruhetag und damit Arbeitsgelegenheit für arbeitslose Berufsmustker und schließlich die Ausdehnung der Sozialgesetzgebung einschließlich der Krifenfürsorge auf all« Musiker, im besonderen aus die Kategorie der nicht im festen Arbeitsverhöltnis stehenden so- genannten unständig BefchäMken. S.S. Gofori-programm und Reichsfinanzen. Interfraktionelle Besprechungen. Im Reichstag haben am Donnerstag die interfrattio- nellen Beratungen der Koaliftonsparteien über die Vor- schlage des Rei chsorbeitsmm ist erinms für ein Sofortprogramm zur Sanierung der Aibeitslosenversichemug begonnen. Sie werden erst am Freitag zu einem Abschluß kommen. Die Aus- sichten aus eine Verständigung sind, wie wir hören, nn Augenblick nicht ungünstig. Die Entscheidung über die Frage, ob und wie sofort etwas zur Sanierung der Reichsonstost geschieht, steht jedenfalls unmittelbar bevor. Der Standpunkt der freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie, die beide in der Frage der Arbeitslosenversicherung oiner Meinung sind, ist klar. Es gibt nur zwei Wege zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung: entweder sofortig« Beitragserhöhung oder allgemeiner Leistungsabbaii. Wer den allgemeinen Leistungsabbau nicht will— und die Gewerkschaften sowie die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wollen ihn nicht—, der muß für Beitragserhöhung eintreten: denn die Er- höhung muß bald erfolgen und nicht erst im Herbst, da nur während des Sommers die Möglichkeit besteht, finanzielle Reserven für den Winter anzusammeln. Wenn die Erhöhung nicht sofort erfolgt, dann muß die Reichsanstatt ohne Reserven in den kommenden Winter gehen und dann muß das Reich mit neuen Darlehen einspringen. Ein neues Geschrei icher den Bankrott der Arbeitslosen- Versicherung wird sich alsdann erheben. Abermals wird ein scharfer Kamps für und gegen die Arbeitslosenversicherung entbrennen, der die Durchführung wirklich notwendiger Verbesserungen nur erschwert. Wer jetzt die Deiftagserhähung verhindert, trögt die Berantwortung für die Schwierigkesten, die ohne rechtzeitig« Sanierung im Herbst für die Reichsfmanzen entstehen müssen. Man wird dos Gefühl nicht los. daß gewisse Kreise eben deshalb die Erhöhung der Beiträge zu hinterziehen versuchen, weil sie Schwierigkeiten im Herb st herbeiwünschen, um dann unter dem Druck einer neuen Psychose den Abbau der Versicherung und den Leistungsabbau zu erzwiirgen. Denn niemand im Lager der Gegner der Arbeitslosenversicherung ist so dumm, sich einzubilden, daß die Beseitigung der sogenannten Mißstände irgend etwas Wesentliches in der Finanzbelaftung ändert. Gewerkschaften und Partei werden sich einem Leistung-abbau mit allen ihnen zur Per- sügung stehenden Mitteln entgegenstemmen. Gewerkschaften und Partei verlangen, daß jetzt s o f o r t aus dem Wege der von ihnen gemachten Samerungsvorschläg« Hilf« geschassen wird. Lohnkonflikt im(Speditionsgewerbe. Die Spediteure lehnen jede Lohnverhandlung glatt ab. Im Berliner Speditionsgew« rbe ist durch die Halsstarrigkest der Speditionsunternehmer ein ernster Konflikt heraufbeschworen worden. Bon der Ortsverwalwng des Deutschen Berkehrsbundes war das im April o. I. abgeschlossene Lohnabkommen zum 30. Juni gekündigt und eine Lohnerhöhung von 20 P r o z. gefordert worden. Der.Lokalverband Berliner Spediteure" hat der Orga- nisation gestern in einem Schreiben mitgeteilt, daß er jede Ber- Handlung über die Lohnforderungen der Arbeiter ablehn«, da nach der Auffassung der Unternehmer die Entwickelung der allgemeinen wirtschaststchen Verhältnisse fest dem Tarifabschluß im vorigen Jahr« «ine Lohnerhöhung nicht rechtfertige, im übrigen aber auch jede Lohnaufbesserung infolge der ungünstigen Lag« im Epe- ditionsgewerbe untragbar sei. Bedeutet schon die Ablehnung jeder LohnverhaiMung überhaupt eine unerhört« Provokation der Arbeiter, so ist die Begründung der Ablehnung geradezu lächerlich. Viele Speditionsfirmen be« treiben nebenher noch das Möbestronsport« oder Schwerfuhrgewerbe und müssen den in diesen Zweigen ihres Unternehmens beschäftigten Arbeitern die höheren Löhne des Möbeltransport- bzw Lohnfuhr- tarifs zahlen, woran sie auch nicht zugrunde gehen. Für das Möbel- tronsport- und Schwerfuhrgewerbe sind die Löhne erst kürzlich erhöht worden, obwohl die Lag« in diesen Gewerben die gleich« ist wie im Speditionsgewerb«. Die Speditionsunteniehmer tonnen wohl, aber wollen eben nicht die Löhne ihrer Arbeiter aufbessern. Wenn es nicht in den S ch l i ch tu n g s v e r h a n d l u n g en,' die die Orgomfation jetzt beantragen wird, zu einer Verständigung kommt, ist jedenfalls mit einem offenen Konflikt im Berliner Speditionsgewerbe zu rechnen. Verbandstag der Sattler. Ausbau der Llnterstützungseinrichtungen beschlossen. Dresden. 6. Juni.(Eigenbericht,) Der Verbandstag der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller be- schäftigte sich am Donnerstag mit den Statutenänderungen und Anträgen. O st e n- Berlin gab den Bericht der Kommission, die zur Uebcrprüfung der eingereichten Aenderungsanträge eingesetzt worden war. Insgesamt kamen über 90 Anträge aus dem Land« zur Entscheidung. Die Debatte füllte den ganzen Tag aus. Es beteiligten sich an ihr nicht weniger als 26 Redner. Die Abstimmungen ent- sprachen meist den Anträgen der Kommission. An wichtigen Be- schlössen sind zu erwähnen, daß der Berbandstag den erweiterten Vorstand ermächtigte, im Lause der nächsten Geschäftsperiode eine neue Beitragsklasse mit einem Wochenbeitrag von 1,40 M. einzuführen und dementsprechend auch höhere Unter- st ü tz u n g s s ä tz e anzusetzen. Die Zuschüsse an Streikende oder Gemaßregelte sollen vom siebenten Tage des Streits bzw. der Matz- regelung an gezahlt und die Sätze der Streikunterstützung um 10 Proz. erhöht werden. Die Kinderzulage wird erhöht. Die Karenzzeit für den Erkrankungsfall wird um sechs Tage ver- kürzt und damit auf zwölf Arbeitstage festgesetzt. Weiter« Beschlüsse beziehen sich auf die Einrichtung der Urabstimmung im Verband und andere organisatorische Fragen. Vundestag der Reichssteuerbeamten. Steinkopf für den Zusammenschloß der Beamten. Auf dem Bundestag der Reichs st«uerbeam.ten in Königsberg hat der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnet« S t e i n t o p f die Bildung einer Einyeltssront der Be- a m t e n s ch a s t gefordert. Die von Tazj zu Tag stärker wevdend« Bedrohung des Berufsbeomtentums, so führte Steintopf aus, mach« eine solche Einheitsfront zum Gebot der Stunde. Der Zusammenschluß schasse auch all« unliebsamen Differenzen zwischen parte!- genössischen Beamten im Deutschen Beamtenbund und im All- gemeinen Deutschen Beomtenbund aus der Welt. Kein Koalittonsrecht für Eingeborene? Unternehmer und Beqiernngen dagegen. Genf, 6. Juni.(Eigenbericht.) Der zststäichige Ausschuß der. Arbeitskonserenz lMstg,.äm.,� Donnerstag nach lebhafter Debatte den'Antrag der Arbeitex'äps Gewährung der Koalitionsfreiheit d,.er ein�eb.orznen Arbeiter mit den Stimmen der Regierungsvertreter ühd Ärbcft»,, geber ab. Das Schicksal- des Antrags in der Vollsitzung ist dam« besiegelt. Land- undLndustriearbeiter gehören zusammen Der Verbandtag der freigewerkschaftlich organisierten Land- arbeiter in Kiel beendete am Donnerstag seine Verhandlungen. In der Aussprache über die Lohnpolitik kam aus der Tagung restlose Zustimmung zu den Auffassungen der Verbands lcitung zun: Ausdruck. Mit besonderem Nachdruck wurde von den Delegierten hervorgehoben, wie sehr die Rückständigkest her Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft den Arbeitsämtern die Ueberiührung groMädtijcher Arbeiter aufs Land erschwert. Von verschiedenen Seiten wurde in der Debatte die Forderung an die Regierungen erhoben, der Gewährung von Staatssubventionen an die Landwirtschaft nur dann zuzustimmen, wenn sich die Landwirte r Verbesserung der Lohn- und Aibeitsverhöltnisse verpflichten. An eispielen wurde wiederholt der Nachweis geführt, daß die Spanne zwischen Industriearbeiter- und Landarbeiterlohn nicht kleiner, sondern größer geworden ist. Auch die Lohnpolitik in den Staotssorsibetrieben wurde scharf kritisiert. Di« Antröge zur Lohnpolitik, soweit sie dem Ver- bandsvarstand als Material überwiesen wurden, fordern: allmähliche Beseitigung der Deputatentlohmmg, Neuregelung des Urlaubs für die Staatsforstarbeiter in Preußen, Prüfung der Frag« der Sozial- Zuschläge in den Staatssorsibetrioben, Betrauung der ordentlichen Arbeitsgerichte und nicht der bisherigen Schlichtungsstellen mit den Disserenzen aus dem Arbeitsverhältnis. Für die jugendlichen Landarbeiter verlangt ein Antrag Ersetzung des Lohnaussalls infolge des Besuchs der Fortbildungsschule. In einer Entschließung Srptestiert der Verbandstag scharf gegen die Absicht des preußischen i Nanzministeriums, kein« weiteren größeren Geldmittel zur Ver- besseruug der Wohnungen der Landarbeiter auf den Staatsdomänen bereitzustellen, und in einer zweiten gegen die Bestrebungen weiter Unternehmerkreise aus Verschlechte» rung der Arbeitslosenversicherung. Die zun, Statut vorliegenden Anträge wurden sämtlich nach den Vorschlägen der Statutenkommission erledigt. Von Bedeutung ZIGARILLOS QuctUiä fsenzeugnisse von ho in* on nagen dem+ Gesundes � und y billiges [flaueren/ LOESER&.WOLF ist der Antrag des Vorstandes, des Beirats und der Gaulnter,»er volle Mstührung der Grundbeiträge an die Berbandskasje verlangt. Der Verbandsoorstan'd wurde in seiner alten Ziistmnnen- setzung c in st im mig wiedergewählt. Er setzt sich solgcnder- mästen zusammen: Georg Schmidt, 1. Vorsitzender, Paul 2 o c h r k c, 2. Vorsitzender. W o l d t und ch a r t u n g, Kassierer, K w a h n i k, Schristleilcr, B c r n i c r, Schmaus und K r c o tz e r, Sekretäre. Auch die bisherigen Revisoren wurden wicderge« i ,It Der Verbandstag ist, wie K n o l l, der Vertreter des ADGB., aus der Tagung aussührte, ein neuer Markstein in der Geschichte der Landarbeiterbewegung! denn die Tagung hat deutlich gezeigt, daß das Landarbciterproletariat sähig und gewillt ist, seine Geschicke selbst in die Ha n d zu nehmen Das Land- Proletariat steht scst an der Seite der städtischen Arbeiterschaft. Oer pariser Vriefträgerstreik beenSei. Scharfe Kritik der Ziegierungsmaßnahmen in der Kammer. Paris,(5. Juni.(Eigenbericht.) Der Streit der Pariser Postangestclltcn ist bereits am M i l t- woch beendet worden. Trotzdem konnte bisher nur ein Bruchteil der in den Strciktagen in den Zentrolpoftömtern aufgelieferten Post erledigt werden, so daß der normale Betrieb erst in einigen Tagen wieder hergestellt sein wird. MSN jZZ nun 80 SN. wie MSN sussieN!, deshalb benutze man„ExlepSng". Gibt grauen Maaren die|ügend- farbe wieder. Färbt naen und nach, vollständig unschädlich. 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Beispiel der Postangestellten hat inzwischen bei den Lehrern des Seine-Departements Nachahmung. tze- fanden. Diese hatten bereits in einer Tagung am 16. Mai beschlossen, bei der Abhaltung der nächsten Examen in den Streit zu treten, falls ihre Gehaltsforderungen nicht bewilligt werden würden. Die Lehrerschaft ist nunmehr gewillt, diese Drohung wahr zu machen und hat durch ein Rundschreiben an ihre Anhänger genaue Anweisung über die Durchführung des Streiks erlassen. Die R e- g i e r u n g sucht der immer größer werdenden Mißstimmung unter den Beamten durch die Ankündigung weiterer Gehaltsauf- b c f s e r u n g e n zuvor zu kommen. So teilt das Kommunique über den Ministerrat am Donnerstag mit, daß inan beschlossen habe, eine Kreditforderung von 4M Millionen demnächst einzubringen, damit die für den 1. Januar 1930 bcabsichtiotc Gehaltserhöhung schon oni l. Juni eintreten kann. Konflikt im Wiener GastVirtSgewerbe. Die Organisation der Wiener Hotelangestellten beschlost am Mittwoch an die Arbeitgeber eine ultimative Forderung auf Erhöhung der Löhne ihrer Mitglieder zu stellen. Falls diesem Illtimatum nicht entsprochen werden sollte, wird ani Dienstag der Streik beginnen. Schlichtungsverhandkungen in Oberschlesien. Da über die Lohnsorderungen der Gewerkschaften im west- aberschlesischen Bergbau eine Einigung mit den Unternehmern nicht erzielt worden ist, hat der Schlichter, Professor Dr. B r a h n, die Parteien zu Verhandlungen sür den 7. Juni vormittags nach Gleiwitz geladen._ f Freie Gewerkschasts-Lugend Groß-Berlin Heute, lYrcitos. 19U Uhr, tortm die Gruppen: geppeli-pl-K- Jugend- heim des Bezirksamts Wedding. Turtner Ecke SccftraBc. Heon- befprechung. Kempfliederadend. Ohne Berbandsbuch und Seimauswers kein Zutritt... Shmlirttenbitrg: Gruppenheim Jugendheim Spreestr. zo. Heim, besprechring ZterbendsbuchksntrpIIe.— Nerbrinq: Jugendheim Schule Sonnen. bürget Str. 20. Vorlrag:„Freie Körperkultur".— Lermannplog: Srupp'U. heim Jugendheim Sonderstr. 11. Ecke Hobrechtstroge. Heimbesprechung. Zutritt nur mit Heimausmcis und Verbandsbuch. Lustige Gnchichtni.—©uacit, Söduresten: Gruppenheim Wossertorstr. 9. rrorn part. Leimbesprechung. Ver. londsbu-hkontrolle.— Ostlreis: Wir baden im Ffugbad Klingeuberg.�~ Deißensee: Wir spielen ab 19 llfjr im Stadion am Faulen See in Wergen, see. Heimausweis mitbringen.- Sudosten: Wir spielen ab 18 Uhr aus dem Sportplag„Tm Urban". �uaendcruppe des?entrolperbande6 der Anqesiellten L�ute. Freitag, sind solgx'nde?eranst <5� >—•» f-vL Konsum«Mwof im Gewicht von 1635 Gramm..@0 Pfennig je Kilogramm nur 36.7 Pfannig Konsum-Bauernörot Konsum-Schwarzbrot 65 nennig an nennig Konsum voiikorniirol 4g Ptennis Den heutigen Forderungen der Hygiene entsprechend wird das von der Konsum- Genossenschaft Berlin hergestellte Brot In Papier- Umhüllung geliefert Schrippen. 5 Stück lO Pfennig. glichet. Buttergebäck...... ßosinenhiatze, Buttergeb�ck.. Hörnchen. 4 Stück 10 Pfennig ......... Stück 5 Pfennig ........ Stück SO Rennlg Die Abgabe der Waren erfolgt in der Konsum- Oenossenschaft Berlin und jrngegend nur an Mitglieder Die Mitgliedschaft kann von iedermann erworben werden. Aufnahmegebühr 50 Pfennig MitgUcder-Autnahmcr) werde» i» dSDaflieu«» 280 Ah- gabesielle» der Konsum-Oe ■osseaschal« vollzogeo.