BERLIN Freitag ?. Zum 1929 lOPf. Nr. 262 B130 46. Jahrgang. Erscheinttiglich aateeEesataz«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwirt«'. Bezugsxrei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche. S.mM. pro Monat. vledaktiou und Expedition; Berlin SWSS.LindenKr.S nV)fU>wf4& l «»eige»prei«!Die einspaltige Nonpareille»«!!« so Pf., gleNamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. vstscheckkont»: DvrwärtS-Verlag G. m. b.H.. Berlin Nr.»7SZS. Zernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Erstes Kreuzverhör in Moabit. Staatsanwalt und Verteidiger vernehmen selbst die Zeugen. Die Marine im Zieichshaushatt. Das alle Srlmlnalgerichlsgebäude In Moabit Halle heule «ine grohe Sensation. Der Slrafsall an sich ist ein allläglichcr, da» interessante aber lag aus prozessualem Gebiet. Zum ersten Male im deutschen Strasprozeh wurde von der Bestimmung des Z 239 der Strasprozehordnung Gebrauch gemacht, wonach bei der Vernehmung der Zeugen da» sogenannte Kreuzverhör einseht. Nach englischem Vorbild werden die Zeugen nicht vom Vor- sitzenden vernommen, sondern der Staatsanwalt läßt seine Zeugen aufrufen und vernimmt sie. Anschließend daran kommt der Verteidiger mit seiner Fragestellung an die Reihe. Darauf läßt der Verteidiger die von ihin geladenen und bestellten Zeugen aufrufen, um an diese seinerseits die notwendigen Fragen zu stellen. Der Vorsitzende bleibt während dieses ganzen Kreuz- verhörs passiv. Nach der Deutschen Strafprozeßordnung fehlen auch die Bestimmungen des englischen Vorbildes, wonach der Vor- sitzende Fragen ablehnen kann. Erst hinterher kann er nach � 240 weitere Fragen, die ihm zur Klärung und Richtigstellung für das Urteil notwendig erscheinen, stellen. Bei diese» ersten Versuchen müssen erst Erfahrungen sich herausschälen, die später für eine Aenderung der Gesetzgebung verwendet werden können, damit bei uns ebenso wie in England, wo das Kreuzverhör allgemein üblich ist, feste Regeln aufgestellt werden können. Schon im voraus kann aber nach diesem erstem Versuch das eine gesogt werden, daß die Prozeßführung zwar eine gründlichere ist, dafür aber auch u m- ständlicher und zeitraubender. Vor dem Großen Schöffengericht Berlin-Mitte, unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Bergmann, hatte sich wegen Wechselfälschung und Betrug der Kaufmann Karl Iunghenn zu verantworten. Er ist beschuldigt, Wechsel auf den Namen seines Vaters, eines vermögenden FabrikaMen in Kastel, ausgegeben zu haben. Er hat die Wechsel akzeptiert mit C. Junghenn. Kastel, Opernstraße 3. und soll dadurch den Anschein erweckt haben, als ob sein vermögender Vater der Akzeptant war. Der Vater hat die Zahlung ver» weigert. Der Angeklagte selbst aber ist vermögenslos. Er de» findet sich jetzt in Strafhaft in Tegel, denn er ist mehrfach vor- bestraft Der Angeklagte bestritt, den Namen seines Vaters vorge- täuscht zu haben und behauptete, daß er die Kasseler Adresse an- gegeben habe, weil er die Absicht gehabt Hab«, wieder dorthin zu ziehen. Uebrigens war Junghenn vorgestern wegen eines gleichen Falles, in dem er auch in derselben Weise einen Wechsel akzeptiert Halle, vor dem Schöffengerichl Schöneberg angeklagt gewesen, und wurde wegen Betruges zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Heute lautet die Anklage neben Betrug auch auf schwere Ur. kundenfälschung. Beides bestrill der Angeklagte entschieden. Nachdem der Vorsitzende die Vernehmung des Angeklagten beendet hatte und das Protokoll der in Kastel erfolgten kommistarischen Der- nehmung des Vaters verlesen worden war, der sein« Aussage ver- weigert hatte, erhob sich Staatsanwaltschastsrat Friedersdorf: „3ch beantrage in Uebereinstimmung mit dem Verteidiger, nun- mehr gemäß 8 239 die weitere Vernehmung der Zeugen und des geladenen Sachverständigen uns zu übertragen, und zwar in der Weise, daß ich beabsichtige, die Zeugen der Anklage zu befragen und daß ich es dem Verteidiger überlaste, feine Zügen zu ver- nehmen.' Rechtsanwalt Dr. Max Mayer schloß sich diesem Antrage an. Gemäß vorhergegangener Vereinbarung wurde dem gemeinsame� Antrage ohne besonderen Gerichtsbeschluß stallgegeben und das Kreuzverhör nahm seinen Gang. Nach Feststellung der Personalien durch den Vorsitzenden begann der Staatsanwalt das verhör des Zeugen. m hat der Angeklagt« Wechsel in Höh« von etwa 2000 Mark zur Diskontierung übergeben. Im Gegensatz zu der Behauptung des Angeklagten, daß er keine Valuta von dem Zeugen erhalten habe, erklärte dieser, daß er 500 Mark Borschuh auf Wechsel gezahlt habe. Es seien ihm bei Beginn des Geschäfts Auskünfte über Junghenn in Kastel, die sehr günstig lauteten, vorgelegt worden. Nachdem die Wechsel weggegeben waren, habe eine Firma in Soest bei Junghenn in Kassel Rückfrage gehalten und den Bescheid erhalten, daß der Vater Junghenn mit den Wechseln nichts zu tun Hab« Der Zeuge hat die Wechsel dann einlösen müssen. Der Angeklagte habe ihm auch gesagt, daß er mit seinem Vater zusammenarbeite und für diesen eine Filiale in Berlin einrichten solle. Als der Angeklagte zu den Aussagen des Zeugen längere Ausführungen machen wollte unterbrach ihn Amtsgerichtsrat Bergmann mit dem Hinweis daß er in diesem Augenblick an den Zeugen nur Fragen stellen dürse. Diese Fragestellung übernahm dann der Verteidiger. In umgekehrter Weise vollzog sich im weiteren Verlaus der Beweis- aufnähme das Kreuzverhör auch bei den Zeugen der Verteidigung. Ein Angriff Westarps.— Zweite Rate angenommen. In der gestrigen Abendsitzung des Reichstagsausschusses für den Reichshaushalt erklärte Reichswehrminister Groener: D«l Chef der Marineleiwng habe mitgeteill, daß die republikanische Gesinnung Gemeingut der gesamten Marine sei. General Hasse habe in einer Red« ausgeführt, daß auch Soldaten die z u v e r- lässigsten Diener der Republik seien. Immer wieder, be- sonders aber im Versolg der Kämpf« um das Panzerschiff„Ersatz Preußen', wird die Frage erörtert, ob wir überhaupt ein« M a- r i n e nötig haben bzw., ob sie nicht falsch organisiert und auf- gebaut ist und ob nicht eine rein auf Küstenschutz zugeschnittene Flotte von kleinen Kreuzern, U-Booten, Torpedobooten mit entsprechender Flugzeugau». stattung viel zweckmäßiger für das heutig« Deutschland wäre. Alle dies« Erörterungen sind doch letzten End«? rein theoretischer Natur, solang« wir unter den militärischen Fesseln des Vertrages von Versailles stehen. Und deshalb kann ich nur immer wieder betonen, daß die Erhaltung der Marine im Rahmen des Versailler Vertrages eine unbedingt« SisenbahngetverkfdiaHsführer Thomas wurde zum„Großsiegelbewahrer' ernannt und übernimmt den Vorsitz in einem besonders zu schaffend«»„wirtschaftlichen Generalsllck' mit der Spezialaufgab«, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Notwendigkeit ist, weil sie einen sehr erheblichen Kräfte- Zuwachs für die Landesverteidigung bedeutet, der auf kein« andere Weise zu ersetzen ist. Der Minister erinnert daran, daß er beim Heeresetat ein« Aufstellung verlesen habe, in der die Zusammensetzung der im Heer vertretenen zivilen Berufe vor dem Di«nsteintritt ausgedrückt m-ir. Für di« Marine ergebe dies folgendes Bild: Von den Rekruten waren etwa 43 Prozent aus der Technik, etwa 18 Prozent aus dem Handwerk, etwa 8 Prozent aus kaufmännischen Berufen, etwa 5 Prozent Seeleute, etwa 3 Prozent Land- wirte und etwa 22 Prozent aus sonstigen Berufen. Das Kriegs- schiff mit seinen komplizierten Apparaten und Einrichtungen aller Art modernster Technik stellt die höchsten Anforderungen an sein« Besatzung. Infolgedessen erfordert der Dienst an Bord der Schisse in verstärktem Maße, daß jeder einzelne Mann an sein«r Stelle bis ins kleinste ausgebildet ist. Die vielen abgetrennten und in sich abgeschlossenen Räume lassen ein allgemeines U«b«r- sehen nicht zu, so daß der einzelne viel auf sich selbst angewiesen ist. Ein falscher Griff kann nicht nur für ihn, sondern für di« ganze Besatzung, das ganze Schiff von den schwersten Folgen sein. Zur vollen Beherrschung des Materials müssen die Leute auf Lehr» gängen in Spezialfächern gründlich ausgebildet werden. Das er- fordert Geldmittel. Streicht man sie, so muß der Ausbildungsstand der gesamten Marine in schnellem Tempo abwärts gehen. Admiral Dr. h. c. Raeder, der Chef der Marineleitung, erklärte, daß di« 15 000 Mann, di« der Versailler Vertrag zulasse, zur Be, setzung der Schiffe nicht ausreichten. Durch neue Einrich- tungen, z. B. bei der Feuerung der Schiffe, würden Mannschaften gespart. Auch in der Verwaltung werde nach Möglichkeit jeder Soldat durch eine Zivilperson ersetzt. Die Schiffe müßten neu konstruiert, gebaut, gepflegt und erhalten werden. Da- zu sei eine Konstruktions-, Werft- und Waffenabteilung notwenirig. Hierzu sei ein großer Verwallungsapparat erforderlich. Für die Konftruktionsabieilung brauche man fast ebensoviel Personal bei «iner kleinen wie bei einer großen Marin«, denn es sei voll- ständig gleichgültig, wieviel Schiffe von«inem bestimmten Typ gebaut würd«n. Trotz dieser Ausdehnung der Vermaltungsgebiete sei die Zahl der Beamten nur halb so groß wie 1914. Ich habe selbst, so be- tont der Redner, seit meiner Amtsübernahme durch Dezentralisation 33 köpfe in der Marineleitung gespart. In Auswirkung der Nachprüfung durch den Sparkommissar im letzten Winter haben sich weiter« Ersparnisse ergeben. Die persönlichen Ausgaben der Marine sind zwangsläufig und von 17,7 im Jahre 1927 auf 25 Prozent im Jahre 1929 gestiegen. Di« gemachten Ab- striche betreffen di« Ausbildung, Waffenausbildung und Material. Di« Abschaffung der D e ck o f f i z i e r e sei vom Reichswehrminister Noske angeregt worden, da sie bei langdienen- dem Personal überflüssig seien. Ihre Abschaffung könne aber noch nicht durchgeführt werden, weil es noch nicht genügend Oberfeld- webel gibt. Es wäre erwünscht, wenn diese Leute auch länger als zwölf Jahr« dien«n könnten. Abg. Eggerstedt(Soz.) wendet sich dagegen, daß nur Offiziere und höhere Beamte im M a r i ne r e g a t ta v« r e i n Aufnahme fänden. Die Tätigkeit der Beamten müsse genügend gewürdigt werden. Er vermisse das Einfühlen in das Denken der Arbeiter- schaft. Für die Häuser von Angestellten und Arbeitern seien die Zuschüss« abgel«hnt worden. Der Redner bezweifelt die politisch« Unparteilichkeit bei Vorträgen, die durch Offiziere ver, anstaltet werden. Abg. Gras v. Westarp(Dnat.) gibt folgende Erklärung nbt Die Absicht der größten Regierungspartei, gegen die zweite Rat« des von diesem Kabinett vergebenen Kr«uzerbau«s zu stimmen. nötigt zu einer allgemeinen Bemerkung über das Verhältnis der Sozialdemokratie zur Reichswehr. Es wird durch die Forderung der Sozialdemokratie gekennzeichnet, die Reichswehr zu„r e p u b l i- kanisier«»'. Nach den Reden auf dem Magdeburger Partei- tag bedeutet das nicht mehr und nicht weniger, als daß die Reichs- wehr mit sozialdemokratischem Einfluß durchsetzt, politisiert und zu einem Machtinstrument in der Hand der Sozialdemokratie gemacht werden soll. Der Sinn des� vom Parteitag mit zwei Drittel Mehrheit angenommenen Wehrprogramms ist also, die Reichswehr und da» Ministerium an Haupt und Gliedern unter sozialdemokratischen Parteieinsluß zu bringen. Außerdem will man sie wesentlich abbauen. Man rühmte sich in Magdeburg, die Herabs«tzung des Wehretats von 737 auf 666 Millionen erreicht zu haben und bezichnete das als eine Etappe für die im Wahlkampf verheiß«»« Herabsetzung des Wehretats auf 500 Millionen. Ich brauche kaum hinzuzufügen, daß der Herr Wehrminister Groener unser Vertrauen nur insoweit hat, als er sich diesen Bestrebungen unbeugsam und wirkungsvoll wider- setzt. Es ist klar, daß die Sozialdemokratie und die Mittelparteien daraus rechnen, daß die Rate mit unserer Hilse angenommen wird. Uns steht die W« h r h a f t ig k e i t, die Ausnutzung der dafür durch das Versailler Zwangsdiktat belassenen Möglichkeiten, der Schutz unserer ganzen Küste der Verbindung mit Ost- preußen viel z u. h o ch, als daß wir die für diese Zwecke zu be- willigenden Ausgaben zum Gegenstande parlamentarischer Kampf- mittel machen könnten, di« lediglich dazu dienen sollen, die parla- mentarischeu Gegner zu entlarven. Von Erziehungs- versuchen an der Sozialdemokratie versprchen wir uns unserer- seits keinen Erfolg. Deshalb stimmen wir für die Etatsposition. Abg. Schöpslin(Soz.) betonte, daß die Minister in einem Koalitionskabinett sich nicht aus ihre parteipolitisch« Einstellung cn steifen könnten, sondern im Interesse der Koalitionzpolitik Kom- p r o m i s s e n zustimmen müßten. Ein Mann, wie Graf Westarp, der aus der Konservativen Partei hervorgegangen sei, habe am aller- wenigsten das Recht zu Vorwürfen. Er brauche den Grafen ja nur daran zu erinnern, daß die angeblich nationale Gesinnung die Konservativen ja nicht daran gehindert habe, einen erpresserischen Druck für höhere Zölle auszuüben, als sie seinerzeit erklärten: „Ohne Könitz keine Kähne."' Die Sozialdemokratie bliebe deshalb dabei, die zweite Rate des Panzerkreuzers, der gegen ihren Willen gebaut werde, abzulehnen. Abg. Sachsenberg(Wp.) verlangte noch einmal einen Gesetz- entwurf, der ein Bauprogramm für längere Jahre aufzustellen gestattet. Di« heutig« Debatte Zeige besonders die Rot- wendigkeit eines solchen Antrags. In der Abstimmung wurde der gesamte Marineetat ohne Aenderung angenommen. Ein Antrag der Kommunisten auf Streichung der zweiten Rate des Panzerkreuzers A wurde mit 15 zu 13 Stimmen abgelehnt. Die Liquidierung des Oawesplanes. Vor einer Konferenz der Negierungen. Part», 7. Inns.(Eigenbericht.) 3m Anschluß an die Sachverständigen-Konferenz sollen, wie die französische Presse anzukündigen weiß, eine Reihe internationaler Konferenzen flaltsinden. Die erste dieser Konserenzen würde wahrscheinlich schon Ende 3uli entweder in London oder Vrtissel tagen und soll sich mit der Inkraftsetzung des Poung- Pwnes befassen. Die Sachverständigen haben sich am Donnerstag noch- dahin geeinigt, daß zur technischen Liquidation des Dawes- Planes ein besonderer Ausschuß unter der Führung Parker Gilberts eingesetzt werden soll, der seinerseits wieder drei Unter- kommissionen für die Relchsbank, die deutschen Eisenbahnen und di« Sachlieserungen bilden würde. Eine zweite Internationale Konferenz, an der sich lediglich die Finanzminisler beteiligen sollen, würde nach Angabe des„Journals" im h e r b st im Haag statt- finden. Sie soll die Beziehungen zwischen der internationalen Reparationsbank und den interessierten Regierungen regeln. Den Kopf fürZakubowskis Llnfchuld Was August Rogens erzahlte. Frankreich für Schnellräumung. Einigung über die Schlichtungskommission? Paris, 7. Juni.(Eigenbericht.) Die diplomatischen Verhandlungen über die Bildung der Schlichtung»- und Kontrollkommission im Rheinland sind, wie Sauerwein im„Matin" mitzuteilen weiß, schon so weit gediehen, daß man eine absolute Einigung als sicher und nahe bevor- stehend ankündigen kann. Die Rheinlandräunnmg selbst, meint Sauerwein, würde von der französischen Regierung mit größter Beschleunigung ins Werk gesetzt werden, da sich Frankreich nicht unnützerweis« einer Mahnung durch die englische Arbeiter- regierung aussetzen wolle. England bereitet Näumung vor. London. 7. Juni. wie„Daily Expreß" berichtet, wird da» Lager von E a t t e r i ck vom englischen Kriegsministerium hergerichtet, um im Oktober i>ie Truppen der englischen Rheinlandarmee aufzunehmen. Die in Eatterick zurzeit stationierten Truppenteile hätten bereits in Heber- einstimmung mit dem jährlichen Plan der Trooping Season. also der Zeit, in der gewöhnlich der Austausch der heimattruppeu und der im Rheinland stationierten verbände stattfindet, Anweisung er- halten, sich zum Abmarsch vorzubereiten. Das Lager ist während der letzten zwei Jahre mit einem Kostenaufwand von IM Millionen Pfund modernisiert und neu hergerichtet worden. Oer Asquiih-Liberale alsReichsanwali. Die englische Kabinettsbildung. London. 7. Juni.(Eigenbericht.) Es kann als feststehend gelten, daß der zur Arbeiterpartei über- getretene Heroorragende Rechtsanwalt und libertile Abgeordnete Jowitt den Posten eines Attorney- General mit Kabinetts- rang bekleiden wird. Jowitt gehörte zu der Lloyd George gegnerischen Asquith-Gruppe der Liberalen im Unterhaus. Die erste Annäherung Iowitts zur Arbeiterpartei erfolgte im Jahre 1324 während der ersten Macdonald-Regierung, als er im Gegensatz zur Mehrheit der liberalen Fraktion für die Rati- s i z i e r u n g des von der Labour Party eingebrachten anglo- russischen Vertrags eintrat. Sir chenry Slesser, welcher im ersten Kabinett Macdonald Attorney-General war, wird zum Peer erhoben und Richter am obersten Apellationsgericht werden. Finanzkapiial für Kirchenversöhnung. Morgans Rotschaster in Mexiko bringt Staat und Kirchs zusammen. London. 7. Juni. Den gegenwärtigen Au«gteichsbestrebnngen zwischen der mexi- konischen Regierung und der römisch-katholischen Kirche wird in einem Washingtoner Bericht der„Times" sehr große Bedeutung auch vom Standpunkt der amerikanisch-mexikanischen Beziehungen au» beigemessen. Der amerikanische Botschafter in Mexiko Morrow sei an der Schaffung einer günstigeren Lage für diese Ausgleichsverhandlungen hervorragend beteiligt und habe bei seinem kürzliehen Besuch In Washington nicht nur eine persön- liche Mitteilung des mexikanischen Präsidenten an den R u n t i u» in den vereinigten Staaten überbracht, sondern auch auf die Washingtoner Regierung in ausgleichendem Sinne eingewirkt. Die Schwierigkeiten, die einer Regelung entgegenständen, seien allerdings erheblich, wobei die Frage der persönlichen Stellung der katholischen Geistlichkeit vielleicht die geringste Sorge bereite. Der religiöse Unterricht in den Schulen und die Begrenzung der Zahl der Geistlichen aus Grund der Verfassung bieten ernste hlnder niste, vom Standpunkt der amerikanisch-mexikanischen Beziehun gen Äus sei ein Auegleich zwischen Kirche und Staat in Mexiko dringend erwünscht, da nur dann die amerikanische Regiernng In der Lage sei, die Politik der Zusammenarbeit mit Mexiko ohne jede EiuschränVng durchzuführen. Die Bedeutung der Zu- nmcnarbelt habe s�ch während des fehlen Aufstandes deutlich ge- -f. als die l.—'lu/.'Z-'Amerrkas und die soforlige Entscheidung aus lorgung der Regücungslruppen mit wasseu und Unterbindung L.R. Reustrellh. 7. Zuni.(Eigenbericht.) Am zehnten verhandlungskage im Rogens- Prozeß beantragte zunächst Rechtsauwalt Dr. Brandt die Ladung noch eines Zeugen der Hinrichtung 3aku- b o w s k i», eines Oberwachlmeifters. der in der Rächt vor der Hinrichtung bei Zakubowski wache hatte. Der Vertreter der Nebenkläger nimmt dann die Angeklagten August Rögens und Frau Kähler-Nogens nochmals in ein scharfes Kreuzverhör, das aber wenig Ergebnisse hat. Schließ- lich gibt August Rogens zu, er habe wohl die Vermutung aus- gesprochen, daß er nicht nach Palingen zurück dürfe, weil die Mutter darüber böse sei, daß er Zakubowski nicht genug belastet habe. Rechtsanwall Dr. Brandt: haben Sie dann nicht gesagt, ich gehe doch nach Palingen, und wenn wir auch beide ins Zucht- Haus kommen?— August Rogens: Das kann möglich sein.— Frau Kähler-Nogens bestreitet jedoch alles. Nach der zeitraubenden Vernehmung eines Berufszeugen. der bald in diesem, bald in jenem Prozeß seine Dienste anbietet und speziell aus Trier herbeigeeilt ist, um in Neustrelitz seine phantastischen Bekundungen zum besten zu geben, die er sich anschei- nend aus Gerichtsberichten zusammengezimmert hat— um ihm das Wiedererkennen der Angeklagten zu erschweren, nahmen für kurze Zeit, anstatt Fritz utzd August Rogens, Bericht- erstatter die Plätze auf der Anklagebank ein— wird die Vernehmung der Zeugen zur Sache fortgesetzt. Merkwürdig, wie stark das Schuldbewußtsein der Frau Rogens und ihres Sohnes August sein mußte, daß ihr Mitteilungsbedürfnis immer wieder mit ihr durchging und sie, selbst auf die Gefahr hin, sich zu verraten. die Unschuld Iakubowstis beteuerte. Tatsächlich schienen ihre Zlussprüche mehr als einem Zeugen verdächtig. So hat August Rogens seinem Arbeitgeber, dem Landwirt Fahrenblut, in einemfort wiederholt, daß Jokubowski ein guter Mensch gewesen sei. von seinen Kindern viel gehalten habe und daß er seineu Kopf darauf geben würde, daß er unschuldig hingerichtet worden sei. Er wüßte auch, wer es gewesen sei. Ein anderer Zeuge, mit dem Frau Rogens zärtliche Beziehungen unterhiell, schildert, wie eines Tages Frau Rogens bei der Wieder- gäbe eines Gespräches, das August mll seinem Freunde gehabt hatte, bitterlich zu weine» anfing. August soll dem Freunde gesagt haben: Jokubowski habe vor seiner Hinrichtung erklärt: Ich bin unschuldig, meine Schwiegermutter hat es getan. Frau Rogens sagte unter Tränen: Was soll ich tun? Schreibe ich ihm oder fahre ich hin? Sie meinte den Freund, der etwas Derartiges erzählt hat. Der Zeuge meinte aber zu Frau Rogens: Wenn Sie ein reines Gewissen haben, was geht sie der Leute Klatsch an? Als Rechtsanwalt Brandt August fragt«, ob er etwas Derartiges erzählt habe, sagte dieser: Es ist möglich. Er kann keine Erklärung dafür geben, wieso er Frau Rogens erwähnt hat. während Jokubowski n i e. Frau Rogens gemeint hat. Eine weitere Zeugin bestätigt, wie Frau Rogens ihr gesagt hat: Iakubowski sei unschuldig hingerichtet, die Wahrheit würde noch an den Tag' kommen, und noch eine Zeugin gibt die Worte von Frau Rogens wieder, daß Jokubowski ein guter Mensch gewesen sei, sie glaube nicht, daß er die Tat begangen habe, es seien ganz andere Menschen gewesen. l Wird v. Waldow enthüllen? Interessante Aufklärung im Stinnesprozeß bevorstehend. Als zu Beginn der heutigen Verhandlung im Stinnes-Prozeß in die Vernehmung des An geklagten o. Waldow eingetreten werden sollte, erklärte dessen Verteidiger. Rechtsanwalt Ehlers, daß sich bei v. Waldow während seiner zweimonatigen Untersuchungshast unzweifelhaft psychische Störungen ergeben hätten, deren Bewertung bei der Beurteilung seiner Aussage zu berück- sichtigen sei. Er beantrage daher die Hinzuziehung des Sanllätsrats Dr. Leppmann und des Medizinalrats Dr. Störmer als psychiatrische Sachverständige. Staatsanwaltschastsrat Berliner äußerte Bedenken gegen Ladung dieser Sachverständigen: er meinte, der Verteidigung komme es augenscheinlich darauf an, das umfassende Geständnis o. Waldows in der Voruntersuchung als unglaubwürdig hinzustellen und nachzuweisen, daß dieser Angeklagte an einem sadistischen Selbst- belastungstriebie leide. Die Verteidigung protestiert« gegen diese Aus- fassung des Staatsanwalts und kündigte an, daß man den Nachweis führen werde, daß gegen v. Waldow mit absolut unzulässigen Mitteln während der Haft gearbeitet worden sei. Nach sehr langer Beratung gab das Gericht dem Antrag der Verteidigung auf Ladung der medizinischen Sachverständigen statt. Auch die Gefängnisärzte, die v Waldow behandelt hätten, sowie der Untersuchungsrichter sollen geladen werden, um über den Eindruck auszusagen, den v. Waldow bei seiner Vernehmung in der Voruntersuchung auf sie gemacht habe. Dann wurde in die wichtigste Phase des Angeklagkenverhörs, in die Vernehmung des Angeklagken v. waldow, eingetreten. In seinem Lebenslauf schildert der Angeklagte, der einer preußischen Offiziersfamilie entstammt, seine Offizierslaufbahn. Nicht aus Passion, sondern durch den Zwang der Verhältnisse sei er Kaufmann geworden und sei am 1. August 1322 von Hugo Stinnes jun. als persönlicher Sekretär engagiert worden. Am 31. Dezember 1327 sei er auf eigenen Wunsch ausgeschieden, weil ihn die Erlebnifle aus dem französischen Geschäft stark erschüttert hätten und ihm an seiner Befähigung zum Kaufmann Zweifel auf- stießen. Er habe sich dann im österreichischen Hochgebirge einen Bauernhof zur eigenen Bewirtschaftung gekauft Von Stinnes sei er mit einer gewissen Verbitterung geschieden, weil er statt der er- hofften S0 0lX> Mark noch langem Handeln nur 30 OVO Mark bei seinem Ausscheiden von ihm erhalten habe. Jetzt set er durch die Folge seiner plötzlichen, unter so. eigentümlichen Umständen erfolgten Verhaftung wirtschaftlich rlliniert. Zu dem Pariser Kriegs- anleihegeschäft betonte v. Waldow zunächst, daß er noch bis gestern die Absicht gehabt habe, jede Aussage darüber zu verweigern, weil er, wenn er die Wahrheit sogen würde, von seinen bisherigen Angaben in der Voruntersuchung abweichen müsse und sie nicht aufrecht erhalten könne. Er ljobe besürchtet, daß ihm diese Auslegung seiner Aussage nicht geglaubt werden würde und habe deshalb lieber ganz schweigen wollen. Er sei heute bereit, sich wenigstens über die wichtigsten Dinge zu äußern. Oer Spion in der Hand einer Frau. Wie Falout verführt wurde. Prag. 7. Juni. Die Untersuchung nach Mitschuldigen des Kapitäns Iaroslaw F a l o u t hat gestern zu einem teilweisen Ergebnis geführt. Es wurde festgestellt, daß Kapitän Falout die entwendeten Schriftstücke in Dresden einer Frau, die eine bekannte Spionin fein soll, über- geben hat. Diese Frau hat Falout auch die Anweisungen der Spionagezentrole übermittelt. Es verlautet, daß der Deckname dieser FrauCharlotteWolff lautet. Als Treffpunkt werden einige Bars in Dresden genannt. Charlotte Wolfs trat sehr elegant auf. Soweit bekannt, besteht ihr Dienst in der Spionagezentrale hauptsächlich darin, durch persönlichenElnflußOffizierc zu gewinnen, die zu geheimen militärischen Schriftstücken Zutritt haben. der Wassenznsuhr cm die Aufständischen das Schicksal des Aufstandes entschieden habe. Srzbischof Nuiz zum Unterhändler ernannt. wexiko-Eity, 7. Juni.(Eigenbericht.) Der mexikanische Erzbischof Leopoldo Ruiz, der augenblicklich in Washington im Exil lebt, wurde vom Vatikan zum päpstlichen Delegierten und besonderen Derhandlungs. beauftragten In dem mexikanischen Religionskonflikt ernannt. Man erwartet, daß er in wenigen Tagen nach Mexiko abreisen wird. Eine Reihe von Kirchenfürsten, die seinerzeit Mexiko wegen des Religion«- konsliktes oerlassen hatten, haben ihre Rückkehr angekündigt. Bis- her hat die Regierung dagegen keine Bedenken geltend gemacht. Danach kann mit einer baldigen Beendigung des Kirchenkonfliktes gerechnet werden. Reue kommunistische Revue. Da» neueste kommunistische Spektakelstück, genannt„Das Theatergericht" oder„Die Szene wird zum Tribunal" ist gestern in Uraufführung über die Bretter des„Großen Schauspielhaus" ge- gangen. Wiederholungen in allen Staltteilen Berlins sollen sich an- schließen, da der Klamauk einem entsprechenden Publikum wohl. gefallen hat. A's Leiter de? Ganzen fungiert der bewährte Ko- mödiant Stephan Großmänn, der zwei Stunden lang die Seligkeit schlürft, sich„Herr Präsident" titulieren zu lassen und in der Maske eines Gerichtsoorsitzenben Zeugen zu vernehmen. Unter diesen ragt hervor der olle ehrliche Pilhelm Pieck, dem die Vrnehmung durch den würdigen Stephan Stries« pardon, Stephan Großmänn. große, Vergnügen bereitet. Denn er s�wört mit M"h> rm unterdrücktem Grinsen zum Himmel daß die K?D am 1 M i emal, blutige Zusammenstöße mit der Votizei'-eabsi:' ti�t Höfe' - Ein animiertes Publikum stre tet derweil durch Zwischenrllie. ob man zu derart moskaiigesälligen Aussagen..Bravo" rufen und Bei- fall klatschen dürfe. Die Ansichten sind getei't.„Hier ist doch kein Theater!" protestieren schüchtern einige der Veranstalter.„Hier ist doch Theater!" schallt es urkräftig von der Galerie zurück. Derweil giftet sich an dem leer gewordenen Honoratiorentisch— die meisten, mit deren Namen man Reklame trieb, haben sich längst verflüchtigt, nur die bewußten Aepsel sind beim Stamm liegen- geblieben—. giftet sich, wie gesagt, Karl v. Osiietzkl von der„Well- bühne". daß sein Tagebuchkonkurrent als„Herr Präsident" hier erste Geige spielen darf, während er stillschweigend dabeisitzen muß. Der„Herr Präsident" aber fühlle hier seine Befähigung zum Intendanten der Staatstheater reifen, als welchen— o edle Bescheidenheit!— einstweilen nur er selber sich in Bor- schlag gebracht hat... Ein widerliches, heuchlerische», verlogenes Theater, das mit den Toten vom 1. Mai gespiell wird! Gespielt wird von den Anstiftern und intellektuellen Ur- hebern der Krawalle, die die schwere Verantwortung an dem Blutvergießen tragen! Gespiell wird mit Hilft von ein paar„in- tellektuellen" Strohpuppen, die von der brennenden Sucht getrieben werden, hier öffentlich eine Rolle zu spielen, die man sie sonst nicht spielen lasten würde. Komödie mit Leichen, inszeniert von Moskau! Auf deutsch: ekelhaste Leichenschändungl Konkordat und Fraktionssührer. Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun empfing Freitag vormittag um 11 Uhr die F r aj ti o n» o o r st ä n d e der Parleicn der preußischen Rcgierungstoalition zu einer informatorischen Aussprache über den materiellen Inholt des mit der römischen Kurie geplanten Staatsoertrages. Das preußische Staatsministerium war in der Sitzung außer durch den vorsitzsührenden Ministerpräsidenten durch den Wissenschastsminister Pros. Id. Dr. Becker und den Finanz- minister Dr. Höpker-Aschoss vertreten. Außerdem waren die Staatssekre äre Dr. Weismann und Dr. La mm er anwesend. Ministerpräsident Dr B r a u n gab eingangs der Sitzung eine Darstellung der politischen Motive, aus denen heraus die Staats- regierung den vorliegenden Vertrag als Erneuerung der dur� die früheren päpstlichen Bullen bereits gegebenen Rech»Verhältnis'» vorliegen. Ucber den materiellen Inhalt des Vertrages gab sodann der Wisienschastsminister ausführliche Erklärungen, die nunmehr von den anwesenden Parlamentariein zur Grundlage der Unter- richtung ihrer Fraktionen gemacht werden sollen. An die Sitzung schloß sich um 1 Uhr ein Empfang der Fraktionssührer der in der ersten Sitzung nicht vertretenen Fraktionen des�Land- tage» an, die in der gleichen Weise unterrichtet wurden. Der kommunistische Parteitag. Rechtskommunistischer Vorspruch. Morgen beginnt der kommunistische Parteitag in Berlin. Iu seiner Begrüßung schreibt die rechtskommunistische Zeitschrift„Gegen den Strom": ..Der Parteitqg... wird als eine konsequente Fortsetzung des 5. Weltkongresses und des 10. Parteitags erscheinen. Wenn es semand geben könnte, der nur diese Tagungen kennt, so würde er glauben, die Partei sei in dieser Zeit von 1924 bis 1929 geradlinig vorwärts gegangen und habe in ihr nur die Konsequenzen ihrer grundlegenden Ausfassungen entwickelt. Die Tatsachen stehen dazu in einem schreienden Gegensatz. Wie jeder weiß, ist diese Periode eine ununterbrochene fünfjährige Krise gewesen mit jähen Wendungen, deren jede chren Charakter dadurch bekam, daß sie für die Mitgliedschaft jedesmal überraschend kamen, und daß keine einzige dieser Wendungen von der Mitgliedschaft durch Selbstoerständigung, durch eine gründliche Abrechnung mit der Vergangenheit erarbeitet, sondern immer gläubig hingenommen wurde. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's gs- nommen, der Name des Herrn sei gelobt! Das war das schale fatale Gefühl, das nach jedem neuen Umschwung die Mitglieder beherrschte. Und wenn sich jetzt der Kreis schließt, zu dem der Zirkel 1924 aus dem Frankfurter Parteitag angesetzt wurde, so bleibt als einziges Ergebnis, daß die Initiatoren, die M a s l o w, Fischer, Scholem, Katz usw., auf der Strecke geblieben sind, verdonnert und verdammt, während ihre Politik triumphiert und die Partei so gründlich von den Gegnern jener Abenteurer„gereinigt" worden ist. wie diese selbst nie zu hoffen wagten.". ' Die Schwerindustrie „Ich brauche seist die Krise" Kriq Thyssen »Sehen Sie: mit Hilfe der F r a n z o s e n das internatio- nale Arbeiterpack niederringen, das heiße ich mir eine wahr- hast nationale Politik*. Oer ausgepolsterte Max Hölz. Ein Help aus den Maitagen. Max Hölz hat kürzlich in einer seiner berühmten Reden den sächsischen Proletariern den Rat gegeben, sich recht feste mit dem Gummiknüppel über den Schädel hauen zu lassen, weil dies zur „Gehirnoerflüssigung" und zu„revolutionärem Denken" anrege. Später wurde in Sachsen die Nachricht verbreitet, Hölz habe in den Maitagen in Verlin dieses Rezept aus sich selber ange- wendet und bei dieser Gelegenheit Verwundungen davongetragen. Das veranlaßt den rechtstommunistischen Arzt Dr. Leo K l a u b e r in der ihm nahestehenden Presse zu erklären, er habe dem Hölz am 30. April einen Hautriß verpflastert, der also un- möglich von den„Barrikadenkämpfen" der folgenden Tage herrühren konnte. Hölz soll damals den lobenswerten Vorsatz geäußert haben, die erregten Gemüter zu besänftigen und Zusammenstöße mit der Polizei zu verhindern. Dr. Klauber fährt fort: „Sehr lobenswert fand ich damals die Vorsichtsmaßnahme von Hölz, der feine öockeymühc gegen Knüppelhiebe halle fingerdick auspolstern lassen, so daß sie nur mit Müh« über seinen„Feuer- köpf" zu ziehen war. Um so erstaunter war ich später, in der Presse Hölzens Originaltheorie von der wohllätig-revoluticmierenden Macht der Knüppelhiebe auf den Hirnschädel zu lesen, die ständig. auch selbsttätig zu erproben, er seinen Hörern in Sachsen so ein- dringlich empfahl." Max Hölz hat eben diese Kur nicht mehr nötig. Sein Gehirn ist schon„flüssig" genug._ Die Gläubiger von Rotfroni. 100000 Mark Schulden, die nicht bezahlt werden. Das Verbot des Roten Frontkämpfer-Vundes hat diese Organisation vor dem Bekenntnis des finanziellen Vankerotls gerettet: Einer Schuldenlast von rund 100000 Mark stehen kaum 12 000 Mark an Aktiven gegenüber. Kommu- nistische Wirtschaft in Reinkultur! Die Frag« ist jetzt, wer soll die Schulden bezahlen. wer die Gläubiger befriedigen? Einen Rechtsnachfolger des Rotem F-ontkämpser-Bundes gibt es nicht! Die Gläubiger haben sich deshalb zu Hunderten an das Reich gewandt und um Zahlung der an den Rgten Frontkämpfer-Bund gelieferten Waren gebeten. Die Reichsregicrung hat dieses Ansinnen mit Recht abgelehnt. Da- Gegenteil hätte vielleicht bewirkt, daß zahlreich« bankerotte Ver. «ine in Zukunft ähnlich wie der Rote Frontkämpfer-Bund gegen Recht und Gesetz verstoßen hätten, um verboten und damit ihr« Schuldenlast los zu werden. Wae lehrt dieser Dorfall? Er lehrt den Geschäftsmann, gegen- üb,- allen O'ganlsatlonen. die mit Illegalen Mitteln gegen die repu- blikanische Staateform ankämpfen, vorsichtig zu sein. Achsuno INononrommvrSg«''Innent Bei der Firma C e l l a r o, Luxuskartenfabrik, Köpenicker Straß« 46— 49, ist ein von uns sanktionierter Streik ausgebrochen. Wir ersuchen die Arbeits- annähme nach dirsem Betrieb abzulehnen. Verband der Buchbinder und Papierverarbetter, Ortsoerroaltung Berlin. Ausstellung Film und Photo in Stuttgart. Von Alfons paquet. Das Filmische laust ab Mitte Juni. Die Photos sind da. Fast tausend Nummern, in richtiger Höhe verteilt über die Wände und Zwischenwände von dreizehn Sälen mitten in Kastanien und Tulpen des Stuttgarter Schloßgartens. Im Katalog gibt Gustav S t o tz, der auf dem Boden der Werkbundidee dies« Uebersicht versuchte und dic Mitarbeit ausgezeichneter Künstler fand, die Absicht zu, möglichst lückenlos Arbeiten derjenigen Persönlichkeiten zu bekommen, die als erste die Kamera als unser zeitgemäßestes Gestaltungsmittel erkannt und mit ihr gearbeitet haben. Es sind keine nationalen Grenzen gezogen, nur Grenzen der Auffassung-und der Leistung. Dadurch wirkt diese internationale Ausstellung sehr einheitlich, sehr diszipliniert. Aus einer sehr engen Technik ist eine erstaunliche Schöpfersreiheit geworden, alle Wege sind offen. Eine Menge von Experimenten ist möglich, und man geht in verschiedenen Ländern den Weg der Experimente mit der gleichen Kühnheit, der gleichen Bedachtsamkeit. Der Kalifornier Edward West schreibt gegen das „malerische" Photographieren, das Bauhaus photographiert kon- struktioiftijch, die Kulijchowschule, zu der Eisenstein, Pudowkin ge- hören, hat den Weg der'photographischen Epik beschritten. In dieser Ausstellung findet man nicht, was man noch gewohnt ist, auf Ansichtskarten und in den Schaukästen der Prooinzphotographen zu finden, diese treuherzigen Landschaften, diese für eine ewige Kon- firmation zurechtgemachten Spießer. Photographie wird immer zu Realismus zurückkehren: freilich bedarf es der Meister, um zu zeigen, was da ist. Im Katalog haben die Sowjetrussen, I« m- tschuschnij, Kamenewa. Kaufmann, am meisten über neue Ausgaben, Methoden, Pläne zu erzählen. Aber nicht nur Rußland hat die aktioistische, enthüllende Natur der Photograhpie begriffen. Wo das Agitatorische in dos Dokumentarische hineinschiüpst, da muß es seinen Platz verteidigen wie das Malerische, das ja auch in diese Ausstellung, aus den Seitenkulissen sozusagen, wieder hineinichleicht. Es ist auch offenbar gar nicht möglich, eine Ausstellung nur von Ergebnissen aufzubringen. Das Atelierhaft«, das die nächsten Er- gebnisse vorbereitet, wird immer mit vorhanden sein. Man darf schon zufrieden sein, im Hauptsaal die gesicherten Ergebnisse der modernen Entwicklung unwiderleglich vor Augen zu haben. Dieser ist von Professor Mocholy-Nagi geordnet und mit kurzen theore« tischen Texten durchseht. Er zeigt, sicher nicht unabsichtlich, eine Wiederanknüpfung an die unbestechliche, saubere, haltbare Anfangs- arbeit aus der Kinderzest der photographischen Technik vor neunzig Iahren: die Doguerre-Type. Jene Aufnahmen waren unretuschiex- bar. Sie haben das Pionierhaste, Unbefangen«, das die besten Aufnahmen unserer Zeit wieder gewinnen. Dazwischen liegt der Weg durch die AZofe, die Psychologie, die Lügenschule. Die großen Archiv«, Verlage und wissenschafllichen Inststute von heute haben kein« Verwendung für subjektives Photographieren. Sie brauchen Zustände. Sie brauchen die ungeschminkten, präzisen Belege. Nur Dokumente haben Wert. Einzelne Momente sind, dank den Photo- grophen, nicht den Malern, nicht den Schriftstellern, auch aus der Vergangenhest erhasten. Da ist ein östliches Gruppenbild, eine englische Familie. Es kommt alles zum Ausdruck, was uns interessiert: das Rassige, das KstHsenhafte. das Ockonomifche. Man findet auch eine photographisch« Ausnahme von 1871, die Siegesfeier der Garde im Lustgarten zu Berlin. Man kann daraus die damalige Zeit, die damalige Armee rekonstruieren. Dann der Weltkrieg. Di« Photographie ging mit zur Front, und sie ist seitdem an der Front geblieben. Sie ist Aeußerungen, Lebensformen auf der Spur, die ohne die Kamera noch nicht bekannt wären. Man steht in diesem Saal der Photographie vor vielen Dingen, die es öffenllich gar nicht gibt, das Wachsen der Pflanze, das transparente Gleiten eines Fisches, die Strangmale am Halse eines Erhängten, den Finger- abdruck, Szenen von der Front, Katastrophen. Am entschlossensten sind die Russen in der Auswertung dieses Entdeckens. Artistisch wirken gegen die groben, stürmisch hinreißen- den Massenbewegungen die unbefangenen, erlauschten Gebärden in den russischen Filmen die kleinen, technisch meisterhasten Photo« graphien aus den Ateliers von Paris, Berlin, New Port. Es ist eine Lyrik der Leckerbissen, Hoyningen- Paris zeigt Modeaufnahmen von äußerster Eleganz, von einer gänzlich geschmock- vollen, nichtstuerischen Komposition. H o i n k i s- Görlitz photographiert Glaskugel und Tropfen, Spiralen, Glasscheiben. Es gibt photographierte Muscheln, Getreidehalme, photographiert« Roll-' möpse, photographierte Eier, photographiert? Manschettenknöpfe oder hölzerne Zirkusserde oder Gewebe. Das ist gutes, oft sehr gute» Atelier, aber stagnierend. Ausgezeichnete Industrieaufnahmen sind da, photographische„Entdeckungen" der Maschine, des Motors, des Mechanismus, des Drahtgeflechts: dieses Daseins blinkender, spiegeln- der, lichtdurchlässiger Dinge im natürlichen oder künstlichen Licht. Sie stehen da und spielen Aesthetik. Und die Photomontage? Witzige, spielerische, gespenstische Dinge, ironische, höhnende Der- zerrungen, Herzfeldc, Molik-Vcrlag, der Neue Deutsche Verlag in Berlin haben dem Buchdeckel ein photographisches Gepräge gegeben. Endlose Varianten, neue Schlager sind möglich durch dieses Ueber- einanderphotographieren, dieses Zusammenkleben, diese Verbindung unzusammenhängender Uniformen, Köpfe, Schlagzeilen. Einen Weg zeigt die Photomontage„Berlin C" von George G r o s z, einen anderen zeigen die Plakate und Typophotographien von Albert Fuß. In der Hand des Photographen Dr. Peul W ol s f oder des Dichters Heinrich H a u s« r, der jetzt nach Westindien unterwegs ist. nachdem er eben im Industriegebiet photographiert hat, oder des Reporters P. E. H a h n, der mit seinem kleinen Apparat aus Dächer klestert oder hinter einer Ladentür Deckung nimmt, ist die Kamera wie ein Flobert in der Hand des Schützen, und die Klein- stadtstraßc, das Deck eines Bootes ein unerhörtes Iagdgelände. Don dieser Art der gleitenden, sammelnden Photoreportoge sieht man in Stuttgart noch zu wenig. „Pioniere." Theater in der Klosterstraße. Ein unternehmungslustiges mexanisches Eis�nbahnkonfortium baut in Ostasrika eine Eisenbahn. Unter der Vorspiegelung, Sied- lungsmöglichkeiten in Erythräa zu schaffen, läßt sie durch Agenten Arbeitskräfte anwerben. Einer dieser tüchstgen Männer ist ge- wesener Offizier und Putschhäuptling, und um den Herrn geht es in diesem Stück. Kurz vor der Ausreise empfindet er den bekannten Gewissensbiß und will nicht. Er zeigt sich selbst der Polizei an, aber man unternimmt nichts, weil der Staat selbst an diesem Eisenbahnbau interessiert ist. Schließlich droht«in öfsentlicher Skandal: mit Rücksicht auf dos gute Ende aber werden die Be- trogenen in der Heimat angesiedelt, und der reuevoll« Betrüger mit ethischen Anwandlungen schlingt sich sein Mädchen um den Hals. Ein Thema, das von verschiedenen Perspektwen au» gesehen werden kann. Eine rein soziale Behandlung ist möglich und auch eine individualistische,— nämlich die des alten Hamletproblems zwischen Handeln und Denken,— wäre angebracht. Der Wiener Friedrich Lichtnecker kann sich weder für noch gegen ent- scheiden. Das Ganze wirkt wie eine Skizze, mit der er nicht fertig wurde. Gut ist der zweite Akt mit seiner inneren Spannung und einem dramatisch pointierten Dialog, bei dem Georg Kayser Pate gestanden hat. Leider bleibt es bei diesem Auftakt. Die Handlung wird in folgendem verschwommen, die Sprache klingt hohl und bombastisch, die Bonmots erscheinen eogrifffen und die Menschen zeigen kein klares Profil. Die Ausführung unter Ernst Rodens Regie mit Bringolf. Karsten und Sondinger gehört zu den Besten, die dieses Theater herausgebracht hat. Die Ankündigung allerdings, daß Lichtnecker den Preis von 10000 M. für das beste moderne Gesellschastsstück erhalten hat. scheint nicht zu stimmen, da dieser Preis noch gar nicht zur Verteilung gelangt ist. i�. S. Asyl für obdachlose— Millionäre. In den Vereinigten Staaten gibt es ein Asyl für Millionäre, natürlich nicht für solche, die sich noch ihres Reichtums erfreuen. sondern für die nicht seltenen Pechvögel, die ihre Millionen in den Wechselfällen des modernen Lebens wieder verloren haben. Dieses merkwürdige Asyl ist die Stiftung eines reichen Amerikaners, der mitten in den glänzendsten Verhältnissen doch immer von der Furcht geplagt war. daß er einmal in die glücklich überwundene Armut zurücksinken könnte. Aus dieser Angst heraus wollte er denen, die dieses Schicksal durchmachen müssen, ihr Lo» wensgstens etwas er- leichtern und gründete dieses Asyl, zu dessen Errichtung er eine Summe von 5 Millionen Dollar aussetzte. Gegenwärtig sind in diesem elegant eingerichteten Asyl, das nur Personen offen steht, die nachweislich früher Millionäre gewesen sinV 30 gescheiterte Existenzen untergebracht. Der älteste dieser früheren Millionär«-st 86 Jahre, der jüngste 6S. Der A-rmlte unter diesen einstigen Krösusten besaß ein Vermögen von 12 Millionen Dollar. So ist in dieser besten der Welten für die Millionäre auch dann noch gesorgt. wenn sie chre errafften Millionen wieder verloren haben. Ein Neanderlal-Fund in Italien. Ein Menschenschädel vom Typus des Neandertaler» wurde im Alluvialgebiet im Anienetal unter fossilen Ueberresten verschiedener großer Säugetiere wie des Elefanten und des großen Nilpferdes gefunden. Die Biologen messen diesem Funde eine große Bedeutung bei, da aus unwiderleg- bare Weise bewiesen wird, daß das Leben des Menschen auf dem Boden Roms aus jene uralt« Epoche zurückreicht. Ein deuisch-ruffischer Expeditionsfilm. »Pamir* im Ufa-Pavilion. Ein seltsames Land, ein größtenteils noch unerforschtes Land war es, das ein« deutsch-russisch« Expedition fünf Monat« lang im vorigen Jahr im Zentrum Asiens«rsorscht«. Ausgerüstet von der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und der russischen Ata- demie der Wissenschaften ging unter Leitung des bekannten deutschen Forschungsreisenden W. R. Rikmers und des Russen Gorubunow die Expedition daran, mit einem großen Aufgebot von Pferden und Kamelen, in die 4000 Meter hohen Steppen und Wüsten und dos kolossale Bergmassiv des Pamir, in dem sich all« Gebirgsketten Asiens vereinen, vorzustoßen. Die früher begangenen Pässe, die nach China und Indien führen, wurden überstiegen und dann das Hochplateau erreicht, auf dem weltabgeschieden Kirgisen ihr Nomadenleben führen. Von hier ab ging die Fahrt in unbekanntes Land: in 4200 Meter Höhe wird an den ilfern des Salzsees Karakull ein Standquartier errichtet und dann der Vorstoß in die ungeheure Gletscherroelt begonnen. Der höchst« Gipfel der Sowjetunion, der 7150 Meter hohe Pik Lenin, wird von den drei besten deutschen Alpi- nisten zum erstenmal bezwungen und der ungeheure Gletscher, der größte außerhalb des Polargebietes, aufgenommen. Von all diesen Strapazen und Mühen berichtet der von den Russen vorbildlich ausgenommene Film, er gibt auch Einblicke in die wissenschaftlichen Arbeiten der Expedition, aber vor allem sesselt er durch die Land- schafts- und Dolksbilder. Das Leben der Kirgisen, die Sandstürme, die Gefahren der Gletscher mit ihren meterhohen Eisnadeln und tiefen Spalten interessieren nicht nur stofflich, sondern auch durch das Raffinement der photographischen Wiedergabe. Es gibt ganz Herr- lich« Stimmungsbilder von Kamelkarawanen vor dem hellen Hori- •zont, von nachtdüstcren Gebirgsansichten und wunderbaren Mond- beleuchtungen. r. „Oer Graf von Monte Ehristo." Terra-Lichttpiel«. Der zweite Teil dieses Films, der von der Rache des reich- gewordenen Dantäs an seinen schurkigen Feinden handett, beweist nahezu erschreckend deutlich, daß die ganze Neu-Verfilmung des Grafen von Monte Christo ein— Humbug war. Sie wäre nur berechtigt gewesen, wenn man ganz neue Ideen verwandt hätte. Der Regisseur Henri Fescourt aber verläßt sich auf Regle- Mätzchen von aimo tobak. Krampfhast will er durch Kostüm« und Ausstattung wirken. Dabei kann er nicht Notwendiges vom Ueber- flüssigen unterscheiden und erstickt im Prunk und in Massenszenen die Handlung sowohl wie die schauspielerischen Leistungen. In all der überladenen Pracht wirkt sein« hohle Dramatik wie ein schlecht angebrachter Witz. Trotzdem Lil D a g o v« r, Jean Angela, Pierre B a t ch e f f und Robert M e r i n sich redliche Mühe geben, bleibt das Spiel in der Kulisse stecken und erwacht nicht einen Augenblick zu blut- warmem Leben. Hoffentlich kommt jetzt nach der vertanen Liebesmühe die Serie der geistig und seelig leeren Kpstümfilm« zum endgültigen Abschluß._ Zweitausend Tonstlm-Kinoa In Amerika. Wie ame'ikonische Zeitungen mitteilen, waren bis vor kurzm bereits 2000 Lichtspiel- Häuser in den Vereinigten Staaten vollständig mit Tonfilmgerät.'n ausgerüstet. Man hat ausgerechnet, daß in Amerika im Lause jedes Monats durchschnittlich 250 Kinos neu für den Tonfilm geworben werden, so daß binnen Jahressrist etwa 5000 Tanfilmtheater Amerika eingerichtet sein sollen.— In Deutschland soll die I bereits 50 Tonfilm-Apparaturen in Lichtspielhäusern aufgeb haben, die demnächst in Betrieb genommen werden dürften. Was wollen die Lehrer? Ein Rückblick auf die Tagung in Dresden. In Dresden tagte der«Deutsche Lehrer- uerein" Genossin Dr. Else Hlldebrandl sendet uns diese Rückschau: 8000 Lehrer aus allen Teilen Deutschlands, versammelt im Zirkus Sarasani in Dresden. Eine große Zahl. Was haben sie uns zu sagen? Ihre Verbandsthemen„W irtschaft und Schule" und „Die Schule im Dien st e der Volksoersöhnung und Völkeroersöhnung" zeigen, daß die Volksschullehrer an den Problemen des gegenwärtigen Lebens nicht vorübergehen, sondern daß sie im Gegenteil sich mit ihnen auseinanderzulegen versuchen. Bis zum Letzten wollen die Lehrer gegen die geistliche Schulaufsicht kämpsen. Das bayerische Konkordat besteht. Noch immer droht seine Einführung in P r e u ß e n. Es ist daher gut, daß der Oeffentlichkeit wieder einmal die energische Wwehr der Lehrer gegen das Konkordat, soweit es sich auf die Schule be- zieht, bekannt geworden ist. Die Volksschule soll nicht Dienerin irgendeiner Partei oder Gruppe sein— nach Ansicht der großen Mehrzahl der Lehrer. Sie nimmt die Kinder ohne Rücksicht auf Besitz, Bekenntnis und Welt- anschauung auf. Di« Lehrerschaft tritt also ein für die S i m u l t a n- schule, die in Sachsen und im Westen des Reiches die Regel ist. Damit ist auch ihre Stellung gegenüber der weltlichen Schul« gekennzeichnet. Diese chaltung erklärt sich schon aus der Zusammen- setzung des deutschen Lehrervereins, dessen 150 000 Mitglieder Anhänger der verschiedensten Parteien und Weltanschauungen sind. Nur eine kleine Gruppe im deutschen Lehrerverein will die Schul- arbeit auf den politischen Grundsätzen der Arbeiterschaft aufbauen und sich auf den Boden des Klassenkampfes stellen. Di« Lehrer hoffen, daß die un- oder überparteiische Volks- schule die Volksgemeinschaft anbahnen kann. Sie sind sich bewußt, daß die Volksschule niemals olle Spannungen und Gegensätze ausgleichen oder überbrücken kann. Dies fordern hieße die Berufung der Volksschule völlig falsch einschätzen. Eine Volks- oder gar Völkergemeinschaft kann die Volksschule auch nach Ansicht der versammelten Lehrer nicht schaffen. Nur werben kann sie bei der Jugend für diese Gedanken und Vorkämpfer für diese Ideal« er« ziehen. Wie ist das Ziel zu erreichen? vor allem muß au» der Schule jede Gewalt verschwinden. Kein Kind wird schlechter oder besser behandelt als das andere. Alle haben die gleichen Rechte, einerlei welcher Nationalität oder Rasse sie angehören, genau so wie keinem Volke die Existenz geschmälert werden, wie keine Minder- heit unterdrückt werden darf. Der Unterricht soll dem Gedanken des Friedens und der Durchsetzung des Rechts zwischen den Völkern anstatt der Gewalt dienen. Haßfreier Geschichts- Unterricht! Die bisherige Kriegsgeschichte wird behandelt als eine Uebergangsentwicklung einer unfertigen Menschheit, die überwunden werden muß. Diese Gedanken werden den Schüler aber nur dann zum Handeln begeistern— darüber muß sich der deutsche Lehrerverein klar sein—, wenn er sie nicht nur in- teilet tu ell aufnimmt, sondern sie auch durch das Medium der Lehrer pe rsönlichkeit, mit der er verbunden ist, erlebt. Der Lehrer selbst muß also in erster Linie diese Ideale verlörpern. Aber auch sonst muß der Unterricht im Sinne der Anbahnung einer Volks- und Völkergemeinschaft umgestaltet werden. So wies der zweite Redner R a e p p e l mit Recht daraus hin, daß die Forde- rung, im Unterricht auf der Heimat aufzubauen, vielfach ganz falsch verstanden wird. Sie sollte in der Hauptsache nur als m e t h o- disches Prinzip verwendet werden: Ueber die enge Heimat- und Stammesverbindung, über Volk und Nation sind die Kinder zur Verbindung der Völker, zum Menschheitsgedonkcn zu führen. Wenn der deutsche Lehrerverein in seiner Gesamtheit auch ab- lehnt, die politischen Ziele der Arbeiterschaft mit denen der Volksschule zu identifizieren, so hat er jedoch dieselben p ä d a g o- g i s ch e n Ziele wie sie. Er kommt dazu nicht aus politischen Er- wägungen, sondern aus seiner Einstellung„Dom Kind« aus", d. h. daß die Schule ihre Ziele und Wege nicht von außen, sondern nur don der Natur des Kindes ableiten darf. So bejaht er die pädagogischen Forderungen des Hamburger Gewerkschaflskongresies. Er tritt ebenfalls dafür ein, daß die Arbeiterjugend nicht in einem Augenblick die Volksschule verläßt, in dem ihre Entwicklung noch nicht zu einem gewissen Abschluß gelangt ist. Deshalb wird die Ausdehnung der Volksschule auf ein neuntes und zehntes Jahr gefordert, wie es eben die Stadt Berlin plant. Vor allem setzt sich auch die deutsche Lehrerschaft energisch für den Abbau des Berechtigungswesens ein— im Augenblick«ine Vor- bedingung dafür, daß auch das Arbeiterkind seiner Begabung gemäß aufsteigen kann. Der Gedanke muß sich durchsetzen: Nicht aus die Bescheinigung der bestandenen Reifeprüfung kommt es an, son- dern auf die Leistung. Wie die Arbeiterschaft wünschen die Lehrer eine Ausdehnung des Iugendschutzes und der sozialen Leistun- gen der Schule, denn erst dann kann jedes Kind zu frohem Schaffen und zur Entwicklung seiner Kräfte in der Schule kommen. Im Einklang mit der Sozialdemokratie wenden sich die Lehrer gegen die Uebergriffe der Wirtschaft. Die Schule darf nicht als Werkzeug in den Dienst der kapitalistischen Wirtschaft gestellt werden. Wie stellt sich nun aber die Lehrerschaft zu den Anforderungen. die gegeben sind aus der immer mehr zunehmenden rationalisierten Wirtschaft, die gegeben sind dadurch, daß das Menschliche in seiner Ganzheit immer mehr bedroht, daß das Schaffen des Men- lchen durch die Automatisierung seiner Arbeit zerrissen wird und er keine Anschauung vom Ganzen gewinnt? Nur wenige Ro- mantiker unter den Lehrern glauben, daß dieser Entwicklung Einhalt geboten werden kann. Die Mehrzahl sieht, daß gegen diese Gesetz- Mäßigkeit jeder Widerstand vergebens ist. Soll nun die Schule aus der mechanisierten Wirtschaft ihre Bildungsziele ableiten? Die letzt« Entwicklung der Pädagogik verneint dies aufs entschiedenste. Denn gerade sie geht von der lebendigen Einstellung des Kindes aus und will überall seine Selbsttätigkeit und Initiative wachrufen. Und dies wagt sie zu tun, obgleich die' Wirtschaft den Menschen in seiner Ganzheit nicht verwerten kann? Wie kann sie das vor sich selbst rechtfertigen? Wird der Ar- bester nicht, hineingestellt in diese Gegensätze, an ihnen zer- brechen? Dies zu vermeiden, ist auch Sache der Volksschule. Sie muß Menschen erziehen, die ihre Stellung in der mechanisierten Wirtschaft klar erkennen, die ihren Intellekt besonders aus- bilden, damit sie fähig werden, die automatisierte Maschine zu überwachen, und die trotzdem ihr Mensche n tu m bewahren. Nur in der Freizeit können sich allerdings die Arbeiter— die geistigen Arbeiter eingeschlossen— in ihrer leib-seetischen Einheit auswirken.' Aber die Freizeit gewinnt auch ein« immer größere Bedeutung für sie— in diesen Stunden beginnt ihr eigentliches Leben. Nur wenn sie diese Freizeit als geistige Menschen ge» stalten können, werden sie nicht an dem Gegensatz zwischen der Forderung der Wirtschaft und der ihres Menschentums zugrunde gehen! Heute fehlt dem Arbeiter jedoch noch immer die wirt- schaftliche Sicherung, um seine Freiheit gemäß seinen geistigen FähigkeitefTürtd Wünschen für sich und vi« Gruppe ge- stalten zu können. Ritr dies zu erreichen, bedarf es zuerst einer 1! m w a n d l u n g der wirtschaftlichen Ordnung. Zu dieser Einsicht müßte sich auch die große Masse der Lehrer- schaft durchringen._ Nach dem Magdeburger parteiiag.. In einer am Dienstag abend im Städtischen Saalbau abge- hastenen Kreismitglieveroersammlung der Neuköllner Parteiorganisationen erstattete Genosse Harnisch den Bericht vom Parteitag. Einlestend schilderte er den Auftakt des Partei- tages, die Kundgebung der Magdeburger. Es war ein erhebendes Gefühl, aus allen Debatten, den kameradschaftlichen Ton herauszuhören. Die Partei ist f e st g e f ü g t. Dre Diskussion hat wertvolle Anregungen vermittelt. Es zeigte sich, daß es grundsatz» lich« Gegner der Koalition nicht gibt. Mit dem Ergebnis der ein- jährigen Regierungsarbeit war aber auch niemand recht zufrieden. Recht wertvoll war es, daß kurz vor dem Partestag die Wehr- programmkommission den Abänderungsanträgen folgte und den Wortlaut einzelner Paragraphen klarer und eindeutiger gestaltete. Wenn die Berliner trotzdem für Vertagung waren, so darum, weil wir eine noch tiefer gehende Diskussion, eine noch größer« Klärung dieser Fragen herbeiführen wollten. Der Magdeburger Parteitag war ein guter Auftakt für unsere kommend: Wahl- und Werbearbeit. In der Diskussion betonte Genosse L ö wen- stein, daß zwar alle Genossen für Koalition sind, er will aber, daß wir uns nicht immer mit Notbehelfen über Schwierigkeiten hinweg balancieren, sondern unsere Kraft und Stärke in der Re- gierung zeigen. * Vor den Mitgliedern des Kreises Wilmersdorf erstattete am Mittwoch im Viktoriagorten Genosse Hahn den Bericht vom Parteitag. Der Referent gab erschöpfend den Verhandlungsstoff des Parteitages wieder, wobei er es verstand, die Hauptgedanken der Referenten und Diskussionsredner herauszuarbeiten und von den Kundgebungen ein lebendiges Bild zu vermitteln. In der Dis- kusfion vertrat Genosse R o s e n f e l d den Standpunkt, daß die soziale Gesetzgebung von uns viel besser verteidigt werden könnte, wenn wir statt in der Regierung in der Opposition? st ellung wären. Genosse Hilden brand trat dieser Auffassung entgegen. Wenn die Sozialdemokratie immer in der Opposition bleiben will, gibt sie den anderen Parteien das moralische Recht, die 9 Millionen sozialdemokratischer Wähler auszuschalten und die Gesetzgebung nur nach ihren Wünschen einzurichten. Di« Sozialdemokratie hat 40 Jahre.die Arbeiter ausgesordrt, sich zu organisieren, um e i» Stück Macht zu ergreisen. Wenn wir sehen, daß wir keine Mehrheit haben, müssen wir uns eben, soweit es unser« Stärke gestattet, in den Staatsapparat einschalten. Genosse S t e i n h ö f« l schloß nach der sehr eingehenden Die- kussion mit einem Appell an die Genossen, alle Kraft daran zu setzen, daß die Reihen der Sozialdemokratie noch st ä r k e r werden. Englische Wahlplakate. Eine akwelle kleine Ausstellung veranstaltet die Hochschule für Politik. Wahlplakate der drei großen englischen Parteien— der Labour Party, der Liberalen und der Konservativen— sind ge- sammelt und ergeben eine gute Illustration des vor einigen Tagen abgeschlossenen Wahlkampses. Zwei Grundprobleme des Wahl» kampfes kommen in den Plakaten aller Parteien zum Ausdruck: Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und der Kampf um die Stimmen der neuen Wähler, der jungen Frauen von 21 bis 30 Jahren ldas Wahlolter der Frauen wurde erst vor kurzer Zest von 30 auf 21 herabgesetzt). Bemerkenswert für die englische Mentalität sind die Bilder und Beispiele aus der Sphäre des S v o r t s, bei der über- ragenden Bedeutung des Sports im englischen öffentlichen Leben kein Wunder, dos ist etwas, was jeden angeht. Aufsollend ist auch die starke Betonung und der Kampf um Persönlichkeiten, aus oie'cn Plakaten stehen Mocdonald, Lloyd George und Baldwin im werbenden Sinne oder als Angegriffene im Vordergrunde. Daß die Plakate der Konservativen sich besonders gegen die Sozialisten wenden. Armut und Elend als Folgen eines Arbeitersieges prophezeien und Macdonald als den Mann mit dem Revolver in der Fgust darstelle», ist ja nicht nur für englisch« Verhältnisse bc- zeichnend. Die Ausstellung bleibt noch bis Ende dieser Woche in den Räumen der Deutschen Hochschule sür Politik, Schinkelplatz 0, ge- öffnet._ Ein Siebzigjähriger. Am 7. Juni begeht unser Genosie Karl Henkel seinen 70. Geburtstag. In jungen Jahren kam er zur Partei. Bereits unter dem Sozialistengesetz sehen wir ihn in den vordersten Reihen kämpfen. Im zweiten Kreis und seit 1895 in Schöneberg stand er in den vordersten Reihen! In der Gewerkschaft der Maurer war er Schriftführer und später Obmann sür die Schönebeger Kollegen. H. war Gründer der Schöneberger G e w e r k s ch a f t s k o m m i s s i o n, der er bis vor kurzer Zeit noch angehört«. In der Partei war er Vorsitzender der 78 Abteilung. dem Vorstand der Ortskrankenkassc Schöneberg gehört Genosse Henkel heute noch an. Wir grüßen heute den allen Freund! dkrantwortlich wr die Redaktion: ffea»» itILh». Berlin:«Inzeiaen: ZI). Sloii«. Berlin Berlag: Vorwärts Verlag S. m b S.. Berlin Druck: Vorwärts Buck>. druckerei und Verlagsansialt Paul Singer& Co Berlin SW SS. Lindenstrabe 3. Sier»» 1 Beilage. tOGRAMM tOr die Zeit vorn 7. bis 10. Jan! K I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zelt vorn 7. bis 10. Juni OIOQ Potsdamer Strafe 35 Peter der Matroae mit Reinhold Scfafinxel Ein kleiner Vorschuß aal die Selig« keit mit Dina Gratia(6 Akte) Rheinstratje 14 KiilÄ) Kameradschaftsehe mit Ernst Verebes, Sybiil Peach, Olaf Fförd Dai Mädel aas der Provln» mit Anita Donis(6 Akte) OdeOI)# Potsdamer Sir. 75 Der lastige Witwer mit Harry Ltedtke Turmstrahe 12 er mit Betty Balfoor. revor(7 Akte) Was kostet die Liebe? mit Corry Bell(6 Akte) Champagne Jade Trcvo Alexanderstr. 39-40 (Passage) Die freudlose Gaue mit Greta Garbo Ein MUllonenangebot (6 spannende Akte) Q Sehöneberg"fc Alhambra Be*2Ä?5ü- Schöneberg, Hauptstr. 30 Pollzcipatroaille am Mitternacht S Mädels and ihre Freier B&hnenschaa Titania(uta �h»�ber«) HauptstraBe 49 Beginn ab 6.30 Uhr Die weisen Rosen von Ravensberg Gnies Belprogr Nordwesten Welt-Kino Alt-Moabit 99 Dordu Brandenburger Tor Die Dame in Sdiwars(L. Haid) W Scfalüter-Theaicr Schlüte rstr. 17 W. 7 n. 9.15 U, S. ab 4 U. Das nSirtsdie Glück mit Pandler, Kampers Kinder der Strafe(Arna) ■ St.allt«■ Titania-Palast Steglitz, SchioBstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Uraufführung: Kehre wieder Afrika Auf der Bühne: SylTester ScbSffcr W Uchterfelde-Wes«> i Wochentags 6-30, 9 Uhr -LI Stg.5,7,9lJ. Stg.3U.J.-V. Hindcnburgdamm 58 a Ein kleiner Vorschug auf die Seligkeit Die wunderbare tilge der Nina Peirowna Bühncnschan Freitag. Sonnabend 11.15 Uhr GroBe Nachtvorstellung: Menschwerdung V«Odwoston> Film-Palast Kammcrsäle Teltower Str. 1—4 Beginn 6 U. Die weichen Rosen von Ravensberg Mlkoscfa rückt ein (VI u T i Marlendorfcr ria-1*1 Lichtspiele Chausseestraße 305 Sfg. 3 Uhr Jug.-V. Die Kameradsdtaflsebe mit Verebes Die neue Heimai mit R. Scfaildkraui BübacBcasdun Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 6.15 Uhr, Stg. ab 4JQ Uhr Des groB. Erfolges wegen verlängert: Der Patriot mit Emil Jannings KoblbieseU Töchter mit H. Porten Südosten Filmeck Beginn:W-|Ä Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Port Moana, der Sohn der SOdsce Gute Bühncnschan Jugendliche Zutritt Urania-Theater Wrangeistr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Stg. 2.45, 5, 7, 9 Uhr Die Frau, die Jeder liebt, bist du mit H. Porten Wildwest mit H. Gib son Bühnen schau Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Küsse, die man nie vergichi m. Maria Pandler, Wem. Fütterer Hans junkermann Auf der Bühne: Etwas für Jeden m. Otto Stransky (persönlich) Wochentg. ab 7 U., Sonntag ab 5 U. Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Die Kosaken mit John Gilberl Rasch ein Baby mit Carl Dane Intemaiionaies Variete Neukölln H Primus-Palast Hermannplatz Was kostet Liebe? mit Corry Bell u. Helen Steele Auf der Bühne: Zwei Schwerarbeiter mit Leo Morgenstern Ausgewähltes Beiprogramm Elysium(FiiStemt) Hasselwerderstraße 17 Die Kameradschaftsehe Schatten der Nacht Bühne: Brodsky-Trio Gute Bühncnschan Schloßpark FUm- Bühne Berliner Allee 205—210 Aus�t-Revue: Lachgas über Berlin Die wunderbare Lüge mit Br. Helm Concordia-Palast Andreasstraße 64 De» lustige Witwer mit Harry Ltedtke Ist Eddie Polo schuldig? Bühncnschan Kosmos-Liditspielc Lichtenberg, Lückstraße 70 Anschlug um Mittemacht mit Alban! Die Seeteufel Beiprogramm— Bühncnschan Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 Harold, der Pechvogel mit H. Lloyd Hclratsfiebcr m. Kampers, Pandler «Elysium" Prenzlauer Allee 58— Film und Bühne Diane mit Olga Tscfaechowa Revue: Die verflixte Liebe Bü�BCDSdlAG Norden Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Die weisen Rosen ron Ra-_____ Fraucnraub in Marokkoder Drell. Das tot aber ihrer Schönheit gar keinen Abbruch, sondern hob sie nur noch viel heftiger heraus, so daß sich alle chälse wie aus Kommando drehten, wenn ich mit ihr irgendwo auf einen Tanzplatz kam oder in ein« Wirtschaft. Und wißt ihr, auf manchen Tanzplatz bin ich mit ihr gegangen! Damals, ja, da hatte ich noch Phosphor in den Knochen und Mangan un Blut, und tanzen konnte ich, unermüdlich, wie der Lump am Stecken. Besser tanzen aber tonnte ich nie, als wenn sie meine Partnerin war, und auf mehr als nur einem Kilbe- bKen hörten die anderen auf, wenn wir antraten, und schauten zu, wie's in den Wirbel ging. Ha, sie war nicht meine Meinige: ich hatte damals auch Zulauf von anderen Menschern. Versteht sich, wenn du einsachtzig groß bist und breit über die Achseln wie ein Tombourmajor, felht's dir am Gejungfere nicht. Meine Mutter Gottes aber fiedelte die Eifersuchts- geige, und ich hörte, wenn ich mal einen Tanz mit anderen gedreht hatte, als gerade mit ihr, nachher manch garstig Liedlein, das eigent- lich gar nicht zu ihrem Habitus paßte. Doch ich ließ sie ihr Gift verspritzen und dachte, immer weg damit, mit der üblen Laune, mit der Zeit wird's schon weniger! Falsch gedacht, das! Nicht weniger ward's, nein, immer mehr, mehr, und zuletzt vergoß sie ihren Un- mut gleich kübelweife. Eines Sonntagsnachmittogs, als sie mir's vor allen Leuten ganz besonders gründlich besorgte, da dachte ich. wort nur, du gespaltener Teufel, bi» es dunkel ist heute Nacht und wir auf dem Heimweg an einem Kornfeld vorbeikommen, du Zatz, da werde ich dicht Mores lehren, da sollst du unter meinen Schenkeln zittern und zahm werden und gefügig, wie ein Gaul in der Reit- schule. Daraufhin ließ ich sie stehen und wirbelte den vollen Nach- mittag mit anderen herum, es waren ja genug da, die sich das Zünglein leckten, wenn ich sie nur anlangte. Als es aber dunkel war, Zeit für noch Haufe, und mich umschaute nach ihr, da war weit und breit keine Marie zu finden. Und als ich schließlich un- ruhig wurde und ihr nachfragte, da schlugen die Bier am Musikanten- tisch ein bockmäßiges Gelächter an, daß es mir bis ins Mark hinein- fuhr, und einer sagte:„Du suchst's Honners Marie, Burtisen, aber die ist schon lang mit dem Turtill ins Feld, in den Weizen oder in die Wicken!" Zum ersten Male im Leben hob ich bei einer Unver- fchämtheit nicht sofort zugehauen, sondern bin nur bleich geworden und still und brachte die Lippen nicht mehr voneinander vor lauter Bitternis und Leim im Munde. Aber das Messer im Sack, das Hab ich doch aufgebracht, mit einer Hand allein, so weit langte es noch, und ein Glück für sie, das hernach alle still waren und keiner mehr eine Schadenfreude zeigte, sonst hätt' ich ihm die Klinge bis ans Heft in die Zkuttel gestoßen! Dann bin ich heimgegangen, so gut ich Hab können! Es war aber ein trauriger Spazierlgus. Du Mond lag rot über den Feldern, wie ausgegossener Berrat, und in meinem Gehirn gingen die Wolken hin und her: es schien, als ob mir der (6. Fortsetzung.) Die 7 war jungfcrnhaft dürr und stichelte. Die 8 stand dumm da, unzugänglich und unbekümmert. Die 9 hing wie der Schelm am Galgen. Wahrhaftig, sie roch schon nach Berwesung. Die 0 blies sich zu einem Ballon auf, der aufschwebte und aus den Buchseiten herausstieg und solchermaßen die ganzen Zahlen. reihen verwirrte und in Unordnung brachte. So war Zizzers Beschäftigung mit den Zahlen nichts anderes als Kampf. Erbitterter, wutooller, tödlicher Kampf, in welchem er unbedingt unterliegen mußte, weil er geheimes Grauen hatte vor dem Unbegreiflichen, das in diesen spinnesüßigen Wesen in Form gebannt war. Die Leute sagten, die Stadtluft im statistischen Bureau bekommt Zizzer nicht: denn er wurde merkbar von Tag zu Tag bleicher und noch viel scheuer und stiller als zuvor. Zizzers Doter aber freute sich: denn jetzt würde sein Jüngster jeden Monat selbstverdientes Geld heimbringen, und wenn's zunächst auch nur recht wenig war, so ließ es doch hoffen, daß Zizzer sich eines Tages selber würde durchs Leben finden können. Brachte er's auch nicht zur Berufs- Vornehmheit seines Vaters, fo konnte er doch existieren, ohne sich je mit groben oder gar schmutzigen Zlrbeiten abgeben zu müssen, Ar- beiten, die ohne Zweifel die Familie der Zizzer, die fest Jahrhunderten nur Diener des Staates waren, geschändet haben würden bis ins dritte oder gar viert« Glied. Als Anerkennung durfte Zizzer sein erstes selbstverdientes Monatsgeld behalten. Was er damit anfing, erfuhr niemand. Auch nicht, was er mit dem Borschuß anfing, den er kurz darauf unter Berufung auf seinen Dater von der Kasie abhob. Das war ein Geheimnis, das niemand ahnte, das sich aber gar bald erschrecklich lösen sollt«. Eines Abends kam Zizzer nicht zur gewohnten Zeit heim. So- gar zwei Stunden später war er noch nicht da. Das gab Aufruhr im Haufe, und Zizzers Bater schwur, er würde den infamen Bengel schon Räson lehren! Was fiele denn diesem schäbigen Unkraut ein, diesem nichtsleistenden, nun aus einmal eigene Wege gehen und die Ueberlieferung des Hauses sprengen zu wollen! Wart nur, Bürsch- chen, ollerschlankstes, wenn du diesmal kommst, sollst du bestimmt nichts zu lachen hoben! An den Küchentisch wirst du dich setzen müssen, zum Gesinde hinaus! Zu essen kriegst du nichts! Magst du hungrig in dein verfluchtes Bett gehen! Aber du sollst so tun, als ob du essen würdest! Berstchst du! Vor deinem leeren Teller sollst du sitzen müssen und den leeren Löffel zum Munde führen, als sei e» die von dir so heißgeliebt« Sagosuppe! Wehe dir, Bürschchen, wenn auch mir eine Miene in deinem Gesicht zucken wird! Wir werden dir beibringen, zur Zeit heimzukommen, du Sotonsborste. du Gesst der Unordnung! Während Zizzers Dater sich gegen seinen Jüngsten derart er- eiferte, daß ihm der weiß« Speichel in den gesenkten Mundwinkeln hängen blieb, wie bei einem alten sabbernden Mami, nickte die Dame des Hauses bei jedem Drohsatz gewichtig mit ihrem grauen Haupte und sagte, bedächtig ihr Oel ins Feuer gießend:„Jawohl, es ist Zeit! Du mußt, wenn du nicht vor dir selber lächerlich werden willst, endlich einmal ein Exempel statuieren." Derjenige aber, an dem das Exempel statuiert werden sollte, '.rieb inzwischen unter den ersten Sternen dahin in dem dunklen Wasser des Rheins. Seinen Kampf hatte er ausgekämpft. Frieden der Welt spielle in seinem starren geöffneten Auge. Die Arme.well- hin ausgestreckt, wie die Flügel eines schwebenden Bogels, schwamm er dahin, Fahrzeug am Rand der Unendlichkeit. Bei Kembs wurde er im Rechen gefunden. Der Harter war dabei, als man ihn herauszog. Er sagte, Zizzer sei ganz sonntäglich gekleidet gewesen. Alles, was er anhotte, war neu: Hemd, Strümpfe, Anzug, sogar die Lackschuhe. Von dem ersten Geld, das ihn, in die Finger kam, hatte er sich dies alles gekauft. Er wollte geschmückt und neu hinausgehen auf die ewige Wanderschaft. Die Leiche war schön über alle Maßen. Der ganze Gau dabei und Weihrauch soviel, wie sonst nur in den Totenämtern, wo es einem gestorbenen Bürgermeister gilt. Zizzers Vater stand uickewegt da. als die Seile um den schmächtigen Sarg gelegt wurden. Es zuckte keine Faser in seinem betonierten Amtsgesicht. Auch Zizzers Mutter stand da und Zizzers Geschwisterschar. Als der Sarg hinab mußte in den gelben Letten, fuhr am Gottesacker der Basler Schnellzug vorbei. Bater, Mutter und den Geschwistern wurde der Kopf herumgerissen von dem Geräusch des ausströmenden Dampfes. Sie hatten nicht mehr acht auf den Sarg. Sie sahen der enteilenden Rauchfahne des Zuges nach. Wir Jungen aber heulten wie Schloßhunde. Auriisenö Mädchenpredigt Damals, als Burtisen, der Säugolzer, noch lebte und Samstags seinen Zahltag in der Tasche hatte, so ließ sich, wenn er beim Wein war und seinen dritten oder vierten Liter runter schwenkte, seine burtisische Seele nicht lumpen. Gleich tot er sich auf als Fabrik- Herr. Das heißt, er feuerte sein« Spinnerei an, die In seinem Schädel die Spulen schnurren ließ, daß alle Achsen rauchten. Dabei spann er, äußerlich unbewegt, in aller Seelenruhe einen Faden, der, obwohl er gar nicht fein, sondern grob und dick war und viel Material verbrauchte, ihm doch niemals ausging. Sein Hirn schien ein Behältnis zu sein, das nie leer wurde. Immer war es neu ge- füllt, von unbekannten Quellen gespeist. Es war eine Lust und manchmal auch ein Grausen, dabei zu sein, wenn sein« Aufschnitt- Maschine so recht in Gang und Schwang war, und nie lief sie besser, die burtisensche Fabrik, als wenn das Gespräch auf die Weibs- bilder kam. „5a," sagte er einmal,„du kannst's machen, wie du willst, ange- schmiert bist du immer. Lieber einen Sack Flöhe, hüten, als auf ein Weibsbild aufpassen. Es gibt da nur eine Rettung für unser- eins, man muh allem Langhärigen stracks aus dem Weg gehen!" „Oho." brüllte der Ehor,„oho. Burtisen! Beweisen! Beweisen!" «Das sollt ihr haben, ihr Lecker! Beweisstücke, so viel ihr nur wollt und zwar alle aus der eigenen Erfahrung. 5ch brauch da bloß den Koffer aufzutun, in den ich die Sachen verstaut habe. Seht, als ich noch so«in junger Schnösel war. wie ihr jetzt seid, die ihr augglotzig um mich herumsitzt, kaum ausgetrocknet hinter den Wockelohren und mtt einem Pflanzenwuchs unter dem Nasloch, der selber im Zweifel war, was er eigentlich vorstellen sollte, ob Flaum oder Feder, und der darum die meiste Zeit mit sich selber im Streit war, seht ihr, um diese Zeit schaffte ich mir meine erste Mutter Gottes an. Ich sage Mutter Gottes, weil sie Marie hieß J8S5 0sIur v. Werthelroer; Historische Belletristik. und so unschuldig m die Welt blicken konnte, als ob sie gar Nicht uao Oberrtg-Rit M. Koch; Die fihrt des„Zeppelin" nach Tonion. Schmerz dos Schädeldach abgedeckt hätte, und alle ekementischenl Mächte stürzten sich hinein!" „5a, und die Marie, eure Mutter Gottes?" Er hielt einen Augenblick die Luft an, der Burtisen, fuhr sich über die zernarbte Stirne, als wolle er sich da etwas wegstreichen, und sagte dann: „Die wurde am anderen Tage beim Meder hinten in der Sandgrube gesunden. Tot. Ausgeschlitzt wie ein Tier im Schlacht- Haus. In geronnenem Blut. Und der Turtill daneben, den Hals ab bis auf den Wirbeltnochen. Eine schöner Schnitt, schätzungsweise!" „Und wer hat sie umgebracht?" „Wer sie umgebrocht hat?" wiederholte der Burtisen die Frage, wie um Zeit zu gewinnen und hielt die Luft von neuem an— es gab eine Paus«, bis die Wirtsuhr ihre zwölf Schläge ausgeschlagen hatte— dann nahm der Burtisen seine Hand vom Kragen herunter, wo sie unruhig genestelt hatte, ergriff sein volles Glas, stürzte es auf einen Zug hinunter und jagte: „Die Herren Alleswisser vom Gericht und die Schweine in meinem Ort, die Gott gleichermaßen verdammen möge, die haben geglaubt, ich! Und ich bin der Affäre wegen auch vierzehn Monate in Untersuchung gesessen. Dann haben sie mich laufen lassen müssen. Mein Messer war sauber. Sie haben es mehr als hurck»ertmal vor ihrem Vergrößerungsglas gehabt, um Blutspuren daran zu ent- decken. Und als sie nichts fanden, haben sie vor Wut die dicken, dummen Köpfe geschüttelt!" .5a, zum Teufel, wer war's dann? 5st's nie herausgekommen?" „5hr müßt nicht so viel auf einmal fragen, ihr jungen Lecker! Das vertrag ich nicht. Hab ich's nicht schon vorhin gesagt, fett jener Zeit tut mir manchmal mein armer Schädel so weh. 5st's mir doch, als ob ich mit dem Vorschlaghammer eines Schmiedes eine drauf bekommen hätte. Laßt mich aus damit, wer's war. Bei der letzten Auferstehung allen Fleisches, die euer Pfarrer am letzten Sonntag so schön gepredigt hat, da wird's wohl so was wie eine Registratur geben. Da könnt ihr euch ja die Finger naß machen und die Blätter im Hauptbuch umwenden und nach dem Fall„Honner Marie und Turtill" forschen, vorausgesetzt, daß ihr an jenem Tage noch neu- gierig sein solltet. Sicherlich werdet ihr dann herausbekommen. wer's gewesen ist!" Da stand schon ein neuer Doppelltter da, unvermerkt hinge- schoben, und als der verschenkt war, strich sich Burtisen an seinem röllichschimmernden Schnauzer entlang, als ob er da seine zweite Geschichte herausziehen mühte. „5a," sagte der dann,„zur Abwechslung ein harmloserer Fall. 5n Säckmgen, wo ich den dortigem Seidenfärbern in der Beschwinde- lung der putzsüchtigen Menschheit mithalf, da lernte ich beim St. Fridolinssest eine Nachkommin Evas kennen, die ebenfalls aus- sah, als hätte sie noch nie im Leben ein Liter Kuhmilch verwässert. Groß war sie gebaut und über die Hüften breit! Das war eine, wie ein Bär, und es war ein rechter Staat, mit ihr unter die Leute zu geh«»: die verrenkten sich beinahe die Hälse nach einem und sagte» beifällig:„5a, die zwei! Das ist doch noch mal ein richtiges Paar! Das gibt eine Zucht von Athleten!" So glatt das Gesicht dieser Paula war, rosig und flaumig wie ein reifender Pfirsich, so hatte sie doch ihre Mucken im Sack, regimejitsweis, kann ich euch sagen! Aber ich war damals noch immer übermütig und verwogen und dachte, wart nur, Mamfellchen, die überzwerchen Winde treiben dir von allein aus. War aber falsch gedacht. War aber nichts mit dem Wiickaustreiben! Denn eh ich dazu hätte kommen können, den Windaustrieb von Grund aus verzunehmen, kriegte ich selber de» Abschied. Knall und Fall, mein« Herren, und alles das nur wegen xmes schmierige», dreckigen, jlöhbehafteten 5gels!" „Macht keine Witze, Burtisen! Wegen eines 5gels?" .(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Amerikanische Schutzzonen für Singvögel. Der amerikanische Senat hat«in Gesetz angenommen, das einen Beitrag von 7 859 OVO Dollar für die Einrichtung orntthologischcr Reservationen vorsieht: insbesondere sollen diese Schutzzonen ein- gerichtet werden in Sumpf- und Seegebieten, wo die Enten und Stelzfüßler überwintern. Zu diesem Zweck sollen diese Gebiete vor der Drainierung und Benutzung als Kulturboden geschützt werden. Weiter wurde ein jährlicher Kredit von einer Million Dollar für den Unterhalt und die Bewachung der Reservationen ausgesetzt. Neue Luftfahrtlinien in Sibirien. Eine Luftfahrtlime, die von Muskau über Sibirien nach Wla- diwostok und von dort nach 5apan und weiter nach der Mongolei und nach China führen soll, ist jetzt im Entstehen: sie soll innerhalb von fünf 5ahren ausgebaut werden. Vorläufig hat man, wie in dann in eine Linie nach Bodaibo und eine nach 5atutsk. Auf diesem ganzen Wege, der 3390 Kilometer beträgt, wurden zwölf Flug- Höfen mit Betriebsstofflagern eingerichtet. Durch diese Luftlinie wird die Briefpost von Moskau nach 5atutsk, die bisher 39 bis 49 Tage ging, in drei bis fünf Tagen befördert. Amerika... 5n der Universität Des Maines(5owa wurde von den«tu- deuten ein erbitterter Kampf um die Freiheit der Wissenschaft geführt, in dem Waffen aller Art verwendet wurden. Die Universität Des Maines besteht seit dem 5ahre 1863 und ist vor einigen 5ahren unter die Kontrolle der baptischen Bibelunion geraten. Diese Kon- trolle wurde von dem Vorsitzenden der Union, einem Dr. Shields, rücksichtslos ausgeübt, um jede Regung freier wissenschafllicher For- schung zu ersticken. Die Geologen sollten sogar auf die Vortragung der Zeitschrift„Osteuropa" mitgeteilt wird, die Linie Moskau— ihrer Wissenschaft zugunsten der Thesen in der Genesis zurücktreten. 5rkutsk, die 4563 Kilometer lang ist, erprobt und unter überaus schwierigen Verhältnissen glücklich eingerichtet. Dann er- öffnete man im Anschluß daran die Lustlinie 5 r k u t.s k— 5a ku t sk mit einer Abzweigung nach Bodaibo, um das riesige Gebiet der 5akuten-Republik und die dortigen goldhaltigen Gebiete mit dem Zentrum zu verbinden. Diese Luftlinie begiimt vom User des Flusses Angara bei 5rkutsk, führt zunächst zum Flusse Lena nach der Niederlassung Ustj-Kut, von dort nach Witim an der Mündung des gleichnamigen Flusses in die Lena und gabelt sich S>2%- Freitag, 7. Juni. Berlin. 16.00 Prof. Dr. Igel: Die Technik du Eisenbahnwajens. 16.30 Wulf Bley: Deutschland» Stallune in der Weltluftfahrt 17.00 Mai Kretzer. Leseproben.(Zum 75. Geburtstag.)(Gelesen vom Autor.) AnscblieSend: Teemnslk Hotel Kaiserhof. Kapelle Odza Komor. Anschließend; Mitteilungen des Arbeitsamtes Berlin-Mitte. 18.40 Oberbürgermeister B8B: Die 7. Berliner Tnrn- and Sport-Woche. 1S.Q5 F. F. Schwarzenstein; Lyehcn— Kloster Himraelpfort. 20.00 Berliner Festspiele. 5. Uebertragung(Stidt. Oper, Charlottenbnrg). Unter persönlicher Leitung des Komponisten;.Jlelrtra". Von Bichard Strauß. Nach den Abendmeldnngea: Bildfunk. Königsarueterhausen. 16.00 Walter Kiftman«; Der lindliche Schulgarten. 16.30 Mersmann: CinfOhrung In Sonate und Sinfonie. 17.00 Nachmittagskonzert von Leipzig. 18.00 Prof. Dr. Kühl: Die nirtschalts-geographischen Grundlagen des Außenhandels. 18.30 Englisch für Fortgeschrittene. Dr. SHields verteitte in der ganzen Universität Spione, die Über jede Verletzung seiner Erlasse zu berichten hatten. Die 499 Studenten der Universität veranstalteten dennoch Sympathiekundgebungen für ihre Professoren und den Rektor Waymann. 5m Anschluß an eine solch« Sympathiekundgebung wurde der Vorsitzende des Kuratoriums. der Baptist Shields und die übrigen Mitglieder des Kuratoriums mit faulen Eiern beworfen. Die Polizei brauchte«ine voll« Stunde, um die Ordnung wiederherzustellen. Dr. Shields antwortete auf dieses Eierbomdardement mit der Ankündigung, daß Prof. Wayman und die übrigen Mitglieder des Lehrkörpers entlassen seien. Sie könnten jedoch sich um ihre Wiederanstellung bewerben, wenn sie versprächen, in Zukunft auf die Entwicklung evolutionistischer Hypo- thesen und anderer moderner Lehren zu verzichten. Am nächsten Tage drangen die 499 Studenten in die Universität ein und be- antworteten diese Herausforderung, indem sie die Mitglieder des Kuratoriums wieber mit Eiern bewarjen. Polizei wurde herbei- gerufen und es kam zu stürmischen Szenen in den Straßen von Des Moines, die eine Stunde dauerten. Diesmal blieb es nicht bei faulen Eiern, denn die Studenten setzten sich gegen die Polizei mit Steinen zur Wehr. Acht Studenten wurden bei diesen Zusammen- stöhen verletzt: sechs wurden verhaftet. Der Dekan der Universität und verschiedene andere Mitglieder des Lehrkörpers haben als Protest gegen die Haltung des Kuratoriums chren Abschied genommen. Die Taschenlampe des Selbstmörders. Ein Pariser 26j ähriger Erwerbsloser, namens Mialou, der sich unter dem Bozen einer der Seinebrücken, des Pom du Earrousel, erhängen wollt«, verdankt die Erhaltung seines Lebens einem eigen- artigen Umstand. Mialou, der sein Vorhaben b«! Nacht aussührte, hatte unter dem Brückenbogen mit seiner Taschenlampe Licht ge- macht, um die Schnur, mtt der er sich töten wollt«, an der Brücke anzubringen. Die Taschenlampe hatte er brennen lassen und an seiner Weste befestigt. Vorüberkommende Passanten sahen dann in der Dunkelhett das Licht unter dem Brückenbogen hin- und her- schwanken, wodurch sie aufmerksam wurden. Es gelang, Mialou noch rechtzeitig abzuschneiden und am Leben zu erhalten. Was der Wassersportler wissen mu$. 210 Seiten Polizeiver Ordnung, Spierentonnen, Positionslichter, Hecklaternen Ein guter Wassersportler muß das Wasser recht beherrschen, um den Verkehr, der nie geahnte Ausmaße angenommen hat, nicht zu behindern und vielleicht durch falsches Manövrieren auch noch Dritte in Gefahr zu bringen. Was die Wassersportorganisationen anbetrifft— und für uns kommen in erster Linie die Verbände der Arbeiter Wassersportler in Frage—, so geben diese sich die redlichste Müh«, ihren Mitgliedern in Wort und Schrift das zu ver- mittel», was jeder Wassersportler wissen nmß. Es ist nun nicht jedermanns Sache, die„Wafferpolizeiverordnung für die märkischen Wasserstraßen" zu studieren: sie holten den niedlichen Umfang von IM Sellen nebst einem Anhang der„Schissahrtzeichen-Ordnung", der auch— mit Illustrationen versehen— 50 Seiten umfaßt. Aber nötig ist es, dos Wichtigste daraus sich zu eigen zu machen, um als vollwertiger Wasserfahrer gelten zu können, dem man nicht sagen kann, daß er besser„Sprengwogenkutscher" geworden wäre. Dom„Freien Segler-Verband" sind für die Mit- glieder der ihm angeschlossenen Vereine Fragebogen herausgegeben worden, die 37 Fragen umfassen, deren richtige Beantwortung dem freien Segler zur Pflicht gemacht wird, der seinen Führerschein erwerben will und dann berechtigt ist. ein Boot init dem choheite- abzelchcn des FSV. zu führen. Außer der Beantwortung dieser Fragen Ist nakiirlich auch eine praktische Prüfung notwendig dl« so vonstatten geht, daß ein erfahrener Segler mit ins Boot geht und sich nun von dem Prüfling etwas Vorsegeln läßt, ihn ferner prüft, ob er die seglerischen Manöver, wie An- und Ablegen bei auf- und ablandigem Wind, Segelsetzen und Segelbergen, Ver- hasten bei plötzlich auftretendem Sturm, Mann über Bord usw., vollkommen beherrscht. Daß dabei mit großer Gewissenhaftigkeit vorgegangen wird, gebietet der überhandnehmende Verkehr auf dem Wasser an den Feiertagen, der unbedingt geschulte Steuerleute ver- langt. Außer den allgemeinen Fragen, die jeder Wassersportler kennen soll, nmß der Segler im besonderen auch genau wissen, wie er sich einem anderen seinen Weg kreuzenden Seglerboote gegen- über verhält. Nach Z 6 Abf. K der Wasserpolizeiverordnung müssen alle dem Sport dienenden Fahrzeuge die Anschrift des Eigners inncnbords führen, und zwar in deutlicher, unverwischbarer Schrisi und leicht sichtbor. Besonders ist dabei zu bemerken, daß neben dem Eigner des Bootes sich auch der Führer desselben im Falle des Fehlens straftbar macht. Boote, die Eigentum eines Vereins sind, haben den Standort des Vereins anzugeben und müssen sortlaufend numeriert sein.— Dieser Paragraph wird sehr wenig beachtet, ist auch zum Teil von einigen Zeitungen und Zeitschriften falsch ausgelegt worden. Um Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, ist dieser Vorschrift zu entsprechen. Wie viele Wassersportler sind schon unzählige Mole an den bunten Tonnen oder Spieren im Wasser vorbeigefahren, ohne zu wissen, was sie bedeuten. Da liegen z. B. rote Tonnen oder Tonnenspieren auf der linken Seit« der Fohrstroß«, während die schwarzen immer rechts ihren Platz haben.(Links und rechts versteht sich naturgemäß immer in der Stromrichtung.) Die Tonnen bezeichnen die Fahrstraße, die besonders tiefgehende Fahrzeuge genau einhalten niüssen, um nicht aufzulaufen. Die gelben Tonnen fristen ihr Dasein hauptsächlich an flachen, tief in Land gehenden Buchten, Wossersäcken, an Freibädern, Laichgebieten usw., zeigen also«in für den freien Verkehr gesperrtes Gebiet an. Wenn so eine Tonne schön giftgrün angestrichen ist, so weiß der Wasserfahrer, daß sich da ein Schissahrtshindcrnis, ein Pfahl, ein gesunkenes Fahrzeug, unterhalb des Wasserspiegels be- findet, das besonders für die leichtgebauten Sportboote gefährlich werden kann. Schön weiß angestrichene Tonnen innerhalb der Fahrstraße zeigen Deginn und Ende der Untiefen an, sind also auch besonders vorsichtig zu umfahren. Weihe Spitztonnen, Bobcr oder Schwimmbalkcn, die vielfach oberhalb enger Brückendurch- sahrten agzutrefsen sind, können als harmlos gelten: sie bieten Gelegenheit zum Festmachen von Fahrzeugen. Die Brückendurch- sahrten sind meist gekennzeichnet durch Schilder mit entsprechender Aufschrist:„Durchfahrt" oder„Gesperrt". Zlls Zeichen werden auf der Spitze stehende Vierecke(Rauten) an weißen Stangen oder am Mauerwerk befestigt: die rechte Raute ist schwarzweiß, die linke rotweiß halbiert, die weißen chälften beider Rauten sind der Durch- fahrtöffnung zugekehrt. Nachts wird links rotes, rechts grünes Licht gesetzt. Diese Beleuchtung: links Backbord rot und rechts Steuerbord grün, kehrt auch auf allen Wasserfahrzeugen iinmer wieder. Für Ruder- und Paddelboote genügt eine dreifarbige sogenannte Positionslampe, außerdem muß ober ein weißes Helles checklicht vorhanden sein. Im anderen Falle kann man auch ein Helles, weißes Licht fahren, da- aber mindestens einen Meter über dem Wasserspiegel angebracht sein muß Segelboot« setzen entweder rote und grüne Positionslichter und«in mattes weißes checklicht oder ein Helles weißes Topplicht und ein Vereitschaftslicht zum Zeichengeben. Bei Motorbooten ist das Stevenlicht hellweiß, an den Seiten sind rote und grüne Positionslichter, ferner hinten ein Helles weißes checklicht.' Dasselbe gilt für Dampser, nur muß hier das Vorderlicht einen Meter über der Basis der roten und grünen Positionslichter liegen. Wnn einem Dampser ein Schleppzug angehängt ist, sc fehlt ibm da- checklicht: zum Zeichen seiner„schleppenden Würde" be- kommt er aber ein zweites Helles weißes Topplicht in mindestens einem halben Meter Abstand über dem eigentlichen Topplicht. Die von ihm geschleppten Fahrzeuge trogen jedes ein mattes weißes Topplich. i>as letzt« Fahrzeug jedoch ein Helles weißes checklicht. Auf Grund dieser Beleuchtung der Fohrzeuge kann man auch während der Dunkelheit feststellen, welcher Art ein Fahrzeug ist und wie seine Fahrtrichtung ist. Nacht ist nach der Polizeiverordnung«ine halbe Stunde nach Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang. Während dieser Zeit also müssen alle Fahrzeuge vorschriftsmäßig beleuchtet sein. Das weiße Licht muß mindestens 1000 Meter weit zu sehen sein, das rot«, grüne und matte weiße je 500 Meter. Das sind einige wenig« Auszüge aus dem Reiastui» an Ver- ordnungen, ohne die nun einmal eine Ordnung auch auf dem Wasser nicht denkbar ist. In etz.em folgenden Aussatz werden wir uns mit den weiteren wichtigen Verordnungen beschäftigen, die uns In Fleisch und Blut übergehen müssen. Willy Rothkamm. üAwUocüUb Städte» gegen NGrnberg-Monnschatt. Die Arbeiterhandballer haben die'Mannschaft zusainmengestellt, die den 1. Kreis in Nürnberg vertreten soll. Urlaubssragen ge- statteten es leider nicht, die Mannschaft so auszuwählen, wie es gern gewünscht wurde. Aber trotzdem gehen die Ausgewählten mit Freuden an die Arbeit und werden nun morgen, Sonnabend, ihr erstes Probespiel haben. Der ausersehen« Gegner, die Städte- mannschast, ist auch in vielen Posten neu besetzt worden. Die Auf- stellung der Mannschaften ist folgende: Städtemannschast: Kleidung: weiß« Hose. Nielsen(Wcddingi Geist(Süden) Kahlau(Velten) Hoffmann(Läufer von FTGB.-Wedding) Schmiedick« Hoppe Bulter Nadrgong Enzenb-ch (Schöneberg)(Wedding)(Süden)(Süden)(Schönebeig) Ersatz:� Süden 1 Läufer, Schöneberg und Wedding je l Stürmer Nürnbergmannschast: schwarze Hose, weiße» Hemd Zillmann(Wildau) F. Krüger(Schöneberg) Braun(Neukölln) Gallinger(Süden) Graumann(Schöneberg) Müller(Süden) Tautz Lorenz Pa'chte Kubriug?l. Kaiin» (Süden)(Köpenick)(Wedding)(Köpenick)(Neukölln) Erlaß: Wildau l Stürmer, Süden I Verteidiger,«edding 1 Läufer. Das Spiel findet um 1815 Uhr auf dem Urbanplotz statt. Bei dem billigen Eintrittspreis von 20 Pf. wird die Berliner Arbeiterschaft gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Sport sm Abend. Das Abendsportfest der Arbeitersportler auf dem Cxer litt sehr unter dem kalten Wetter, das sich besonders auch bei den erzielten Resultaten auswirkte. Das Fest wurde durch den allgemeinen Laus und mit Gymnastik aller Teilnehmer eröffnet. Es folgten an- schließend die Kinderstafetten und die»XlOO-Meter-Stafseln der einzelnen Klassen, bet denen gute Kampfmoment« zu sehen waren. Hieran reihten sich dann die 800 Meter der Jugend, die 3x1000- Meter-Stafette der Männer und die Kämpfe im Speerwersen, Kugelstoßen. Mit der 10 x 200-Meter-Stafette fand die Veran- staltung ihren Abschluß, die ihren guten Zweck nicht verfehlt haben dürste. »ewltale. M-Iiner. 4 X im Mein: 1. vstring 47L! z. Roedring: 7 M-abit Mannschösiespeerweesen: I. Oslring t7Z,w Meier: i.»orbnnfl; l iKL'f, f x inoo Meier: 1. Oftring 0,13: 2. SOboft; 8. Roebring. in v>n» Meier- 1. Ostring 4,12,4;?. Monb'i. 8. Norbrlng.— �enue». «n Meter- 1 BIcul. Ztorbcn I unb Wicht, Silben 0 Sek.: 2. Reich«. Sübtn. 4 V IM ffl'eht: 1 Wrvdinq 88,1; 2. Silber; 3. Sübo(;. Mannschafl-tugrl. ftoften- 1 SBebbirq 19,74 Meter- 2. Südost: 3. Sorten I,- Zugenb. 4 V IM Meter- 1 Moabit 49,2 Sef.; 2. Ostring: 3. Silbofl. ÜM-Mettr.Einzel. louh 1. Müll-r. Rortrwg 2,18.?: 2. SuM«. Ostring: 3. Tübb-cke. Rortring. Bei einem nächsten Sportfest müßte ob«r die FTGB. etwa» mehr propagandistisch hervortreten, einige Transparente hätten die kundestreuen Arbeitersportoerein« sehr zu ihrem Vorteil bekannt- gemacht. Flugblätter allein tun es nicht. ver neue Bräsident der inkernatlonalen Naturfreund«. Auf d«r am 1 Juni in Nürnberg stattgefundenen chauptousschutzsttzung des internationalen Vereins„D i« Na tu r f r e u n d. wurde als Nach- folaer für den verstorbenen verdienstvollen Nationalrat Dr. Nolkert- Wien der Nationalrai Nicht er- Wien, als Präsident gewählt. Richter ist bereits 25 Jahre in der Naturfreundebewegung tatig und ist Lorsitzender der Sozialdemokratischen Parteiorganisation w Wien. Berufs-Radmeisterschaften 1929. Unter Leitung des Bundes im Stadion. Die diesjährigen Meisterschaften im B« r u f s r a d- spart werden am 12. und 14. Juli im Grunewald-Stadion zum Ausirag gebracht. Im Gegensatz zu den früheren Meisterschaften wird hier nicht irgendein Unternehmer, sondern der Bund als Ver- anstalter in Erscheinung treten. Zu der S t e h e r m e i st e r s ch a s t sind 20 Fahrer zugelassen. Zwei Vorläufe sollen die l0 Teilnehmer des Endlaufs über lOO Kilometer aussieben. Die Zahl der F l i e g« r, die am 14. Juli um die Meisterschafispalme streiten werden, steht noch nicht fest. Daneben werde» jetzt weitere wichtige Radsporttermine be- tonnt. So trefen sich am 8. und 9. Juni auf der Bahn in Stettin die Amateure zum Kampf um die Bohnmeisterschaften über «inen und 25 Kilometer und um die Meisterschaft im Vereins- Mannschastssahren. Die Meister des Saalsports— Reigensahren, Radballspiel»nd Soalfahren— wenden ani 25. August in der„Reuen Welt" festgestellt. Am gleichen Tage soll auch die deutsche Straßensahrer.Meisterschait aus der Sirecke„Rund um Berlin" ausgefahren werden. « Der Republikanische Motorradklub Deutsch- l a n d s E. V., Ortsgruppe Berlin, gibt das Sportprogramm für den Monat Juni wie folgt bekonnt: Sonntag, 9. Juni: Fahrt noch Zehdenick zur Einweihung des Friedrich-Cberi-Denkmals. Start 8 Uhr früh vom Kkublokol Gärtner, Schlsswiger Ufer. Pflichtvcr- anstalwng. Sonntag, 18. Juni: Klubsahrl nach dem Werbellinsee, Kofserverpstegung. Start 7 Uhr früh von» Klublokal Gärtner. Sonntag, 23. Juni: Fahrt nach dem Teupitzsee. Start 8 Uhr früh vom Klliblokal Gärtner. Kofserverpslegung. Sonntag, 30. Juni: Klubfahrt nach Lübbenau. Start 8 Uhr früh vom Klublokal Gärtner. Nachfahrer können den Weg aller Veranstaltungen Im Klublokal erfahren._ Man boxt in Amerika! In drei Wochen wird der erwartete Schwergewlchlsboxkampf zwischen Max S ch m e l i n g und dem Spanier P a o! i n o im Bankee-Stadion zu New Park die große amerikanisch« Boxsportge- ineinde versammeln. Am 27. Juni, also an dem gleichen Tage, an dem der Kölner Hein Müller in Turin im Kampf um die Europa- Meisterschaft gegen den Italiener Bonaglia antritt, soll das große Ereignis vor sich gehen. Die allgewaltige Hearst-Presse, die die Propaganda sür diesen„Wohltätigkeitskampf" übernommen hat, rührt inzwischen eifrig die Werbetrommel. In spaltenlangen Artikeln wird täglich auf die Begegnung hingewiesen, alle noch so unbedeutenden Einzelheiten werden den Wißbegierigen in großer Aufmachung vorgesetzt. Und wenn der Tag der Entscheidung da ist, dürfte die Riesenarena wohl völlig ausverkauft sein, trotz der selbst für amerikanische Verhältnisse nicht billigen Plätze. Es wer- den ausgegeben: 7000 Plätze zu je 50 Dollar. 13 972 Plätze zu je 25 Dollar. 4708 zu je 20 Dollar, 26 442 zu je 15 Dollar. 1823« zu je 10 Dollar. 8248 zu je 7 Dollar und 21 394 zu je 5 Dollar. Wenn alle 100 000 Karten abgefetzt werden— woran nicht zu zweifeln ist—, beträgt die Gesamteinnohme IM Millionen Dollar oder rund 5 Millionen Mark. Die Nachfrage nach Ein- trittskarten ist schon außerordentlich groß. So legte ein Billett- Händler der New Park Boxkommission einen Scheck über 350 000 Dollar vor, um sämtliche der teuersten Plätze aufzukaufen. Vom polnischen Arheitersport. Die Zusammensetzung der Bevölkerung des durch den Weltkrieg entstandenen Polenreichs ist von erheblichem Einfluß auf die Entwicklung und Gestaltung der Arbeitersportbewegung in diesem Land geblieben. So ist es auch bei näherem Betrachten nicht weiter erstaunlich, wenn in Polen gleich vier Arbeitersport- oerbände bestehe», nämlich ein polnischer, ukrainischer, deutscher und ein jüdischer. Alle gehören jedoch der sozialistischen Arbeitersport- internationale an. Diese Zersplitterung ist erklärlich, wenn man bedenkt, daß der' Arbeitersport in Polen noch am Anfang der Entwicklung steht. Weil- sichtige Führer aus allen vier Lagern sind seit einigen Monaten dabei, einen Zusanimenschluß herbeizuführen, jedoch darf man dabei nicht vergessen, daß der zu beackernde Boden ungemein schwer ist. Einen kleinen Einblick in die Lage der Bewegung gab der i» War- schau vor einigen Tagen abgehaltene erst« Verbandstag des j ü d i- s ch e n Arbeitersportverbandes(„Jutrznia"). Dieser Verband hat es, weil er eben ein jüdischer ist, ungemein schwerer als alle anderen. In.80 Ortsgruppen mustert dieser Verband augenblicklich über 4000 Mitgileder. Alle Fragen, insbesondere technische, die die polnische Arbeitersportbewegung allgemein angehen, waren Gegen- stand einer sachlichen und ernsten Beratung von 58 Delegierten. Ein wichtiger Beschluß, der�die Schafsensfreudigkeit unserer polnischen Genossen treffend beleuchtet, war der, einen Verlag einzurichten, der hauptsächlich die Fachliteratur sür Sport und Gymnastik heraus- zugeben hat. Ab Juni erscheint das erste, eigene Verbandsorgan unter dem Namen„A r b e i t e r s p o r t l e r". Einmütig beschloß man, mit höchster Energie die Vereinigung der Arbeitersportverbände Polens zur Tat werden zu lassen. Als ersten erfolgreichen Schritt hierzu soll ein„O l y m p i a- A u s s ch u ß fü r Pole n" gegründet werden, dem alle Arbeitersportverbände als gleichberechtigte Mit- glieder angehören sollen. Sein Zweck sei die Vorbereitung für die zweite Arbeiterolympiade 1931 in Wien. Schärfsten Protest drückt eine Resolution gegen die Ausnutzung der Sportrdee zu militärischen Zwecken aus. In der Aussprache über diesen Punkt erfuhr man, daß all den Verbänden, die in ihren Satzungen Sport nicht als Vorbereitung für das Militär ansehen, keinerlei geldliche Unterstützung zugestanden wurde, obwohl im Staatshaushalt erhebliche Summen für„die nicht- militärischen Sportverbände" angesetzt sind. Kkinkalidcrschtehcn beim ASB. Bereits ein Jahr nach der Konstitution ist es den b u n d e s- treuen Arbeiterschützen möglich, einen geregellen Klein- taliberschießbetrieb auszunehmen. Das nächst« Schießen findet Freitag, 7. Juni, 18?� Uhr. und Sonntag, 16. Juni, 9 Uhr, auf dem Sportplatz in Friedrichsfelde am Uppftallweg statt. Interessierte Genossen können auch als Gäste teilnehmen. Uebungslokale: Johann. Brüderstr. 1«, Jürgens, Schöneberg, Barbarossastr. 5 a, Dienstags ab 20 Uhr. Jede Auskunft in der Geschäftsstelle: Stephan Brnmirski, Kommandanten- straß« 77, Merkur 7752. Freizeil und Wochenende im„Lichtgelände!" Aus Grund viel- facher Anfragen wegen des Geländebesuchs teilt die Freikörperkultur- spart« der FTGB. mit: Das Gelände der Sparte liegt am Motzener See bei Kallinchen und ist erreichbar von Zossen(Postauto oder Fuß- weg etwa 2 Stunden) und von Königowusterhausen(Töpchiner Kleinbahn bis Motzen-Mühle, Sonntaasrückfahrkarte!). Auf dem Gelände ist ein« Schutzhütte, Küche, Trinkwasserbrminen, Sport- gerate vorhanden. Billige Unterkunsi und Lebensmittel sind im nahen Dorfe zu haben. Wer das Gelände besuchen�will, muß sich vorher eine Geländekarte in der Sprechstund« der Spartenleitung, Freitags 18— 19 Uhr, in der Geschäftsstelle, NO. 18, Lichtenberger Strohe 3. beschasfcn. Ohne Geländekarte kann kein Zutritt gewährt werden. Große Keglersportschau in Südende. Der Gau Berlin des Freien Kegler- Bundes Deutschlands veranstaltel in Gemeinschaft mit dem Berliner Sportkegler-Bund und dem Kegler- verband Oberspree Sonntag, 9. Juni, in der Keglersporthalie ün Parkrestaurant Südende große« p o r i k ä in p j e. Ab 9 Uhr vor- mittags sinden sie auf allen Lahnarien, wie Bohle, Schere und Asphält siaii. Der Hauptkamps des Tages, der um 1« Uhr beginnt, geht um einen wertvollen Pokal. Es treten hier die Meifterriegen der genannten Verbände zum Kampf an. Jede der aus zehn Mit- gliedern bestehenden Riegen hat 2000 Kugel», also jeder Kegler 200 Kugeln, zu schieben. Zu den Käinpfen hat der Oberbürgermeister Böß drei Plaketten und namhafte Berliner Korporationen und Sportfreunde gediegene Ehrenpreise gestiftet. Der Freie Kegler- Bund verbindet mit dieser Veranstaltung gleichzeitig sei» diesjähriges Sommcrfest.__ Ratten füt«tbeltfrspart unb RStpetplle««. lietRaiUn. M-niae. w. Juni. 20 Uhr. bei üiebfd), Wilheli»»have»cr Slv. 48j klnrirllsibu»».«effreunbete Ot- aanifattinen, roie TAI.,(bcwrrlschnflsiusrnb, Riub"ftcunbc,«tzrolctotif Jet Polkstanzireis sind ebenfalls eingeladen. Auskunft in allen Fragen: C. Richter, NA. 21. Wiclefstr. 20. w �. Ratten fit«tbeitertpott«ab RStpetpfleo«, Lichten bet«. Monlao->0- Im». 20 Uhr, Rnrtrllbeleqicri-iivrrs-lMinIun« bei Wrantr, tztanNurter Alle- 28i, Touristenoereia«i-«alnrlrennb-, Zeattale Wie«. Abt.«batloUenbntfl: Ikr-Ilag. 7. Juni. 30 Uhr. Spiceftr. 30; S-schöstliche».-«M. Sübait: Fr-�taa. 7. Juni. 20 Uhr. Brihrr Sir. 2t; Z!alutl°GciischasiI>ch-r«orirap.-«bt. Step»«»: Stcilaa, 7. Juni, 20 Uhr. Eisens, r. 3: Geicheiitliches.-«M.«enlolln: tzreitaa, 7. Juni, 20 Uhr. filiiflljafenflt. 68:»tschllftliche»- Zugenbgruppe Osten:(icciloa, 7. Juni, Splelrn Wiese 4, Treptow.— Monlaq. 10.?»»(. Echarnweber Sir. 29: Dlskussionsadrnb.— Saltbaa-t-bteiluag: Freiing, 7. Juni. 20 Uhr. Sohnnnissir. 14/15; Bunter Abrnb.— Maltnaftgemeinschast: Moniaz. 10»uni. 20 Uhr, Wnsseriorstr. 9: Perspektioe unb«noioime.— Pboioacmctn. schaft: Mvnlag, 10. Juni, 20 Uhr, Gr. Frnnksurter Str. 1«:»och«ebirgspl,a«a. graphie— Natntwiffenschastlichr Abteilung: Sonnia«, 0. Juni: Turch das Tinowtal. Veodachiung drr Snlstehung unserer Seen unb Flüsse unb ihre «erlnnbung Abf. 8.50, Eleitiner Ferndhf. nach Melchow.— Abt.»«>»: Man. tag, 10 Juni, 20 Uhr, ühnusseesrr. 4«:(Seschllstliches. jcteie Turnrrschast Wilmcrsbors unb«arten«ilmeredors. Die Spart. genossen, die Sonnlaq am Ort beiden, treffen sich 18 Uhr bei ftoift zu einer Besichligung: 19 Uhr bei Rwiß: Anoiprache übet bei«(Sesehene. Der Sport. bewegung sernsiehende Oienossen, die sich an ber Fahrt zu bem Bunde»fest in Ziiirnbera belciligcn wallen, sind e bensall» dazu eingelabe». FZchB.. Bezitt Aeuloll». Zum Bc, irisfest in RIans-Nehagen am 8.»nd 9. Juni, Teess der Sonnabenbsahrer: 17 Uhr Bahnhof Neukölln: S«nu- iaasahrer: 0,43 Uhr Bahnhof Neukölln. Arbeiter. Stab- und Rrastfahrerbnnb„eoliboittät", Sau 9, Bez. 1, 3 unb 21, Ortsgruppe(Seoh-Berlin,ilsstelle: Nodtet Staihbarlh, Beelin S®. 11, Schonedeeger Straße IIa. Wie mache» am Sonntag, dem 9. Juni, folgende Fahrien, an denen(Söste stets willkommen stn«: ,. Ab«. 5 Uhr: Teupißsee.*13 Uhr: Kroßes Fenster(Haoti). Start: Blilowstraße 53.— 2. Ab«. 8. Juni, 16 Uhr: Machnow. 9. Juni, 5 Uhr: äKatse». Start: Dirsfenbachstr. 36.— 5. Abt. 8. Zuni. 17 Übe: Werbellinsee. 9 Juni, 0 und 12 Tlhr: Miiggelhoet. Start: Landsberger Blaß.— 8. Abt. 6 Uhr: Falkenhagrnrr See, Start: Stolpische Str. 36.— 9. Abt. Tour stehe Startlokal. Trifistr. 03.-• 10. Abt. 8 Uhr: Hölzerner See. Siari; Witschuß, Petersburger Str. 5.— Abt. Tharlsttenbutg. 6 Uhr: Summi. Stari: Sanai, Site Wilmersborfcr Straße.— Abt. Schöneberg. Siehe Etartiokal. Migge, Etubenrauchstr. 3h.— Abt. Aenlölln. 6 Uhr: Bernau, Plößeniee. Start: Höhen- zollernplag.-- Abt. Tteptaw-Baumschulenweg. 8. Juni. 17 Uhr: Sireifzstge durch den Blumental. Start: Bahnhof Baumschulenweg. Abt.«Spentck. Siehe Startlokal. Raiser-Wilhetm-Str. 3.— Abt. Lichtenbera. 3 Uhr: Rrilpel- fee. Start: Alt.Fiiebrichsfelbe 98.— Abt. Btihensce-Stinetsbsrf. 6 Uhr: Gorinsee. Start; Weißensee, Lanabansstr. 112.— Abt.«etniekenborf. 6 Uhr: Hellfee. Start; Bere.inslokal.— Motorfahrer, Abt. Rteuzbetg. 9 Uhr; tlrofstn fee. Start; Schlestfches Tor.- Abt. Frtedtichshain. 6 Uhr; Belzia-Wiefenburg. Start; Landsberger Platz.- Abt. Reniölln. W, Uhr: Dabetour Pötzer Vorder- fe«. Start; Hohenzollernplatz.— Achtung, Jugenbiahrer de, 1. Bez. Sonn- abend, 13. Juni. 18 Uhr; Bezirlsjugenbsahrt nach RIein Rbtis. Necht zahlreiche Beteiiigung wirb erwartet. Bringt Freunde unb Bekannte m:t. An alle Bunbeggenosten! Der Monat Juni ist Werdemonat und für Reuein- tretende eintritlssrei. Nützt die wetegenheit aus unb agitier» für bei: Bund. Fiele i-tasteefahree Köpenick. Fahrten im Juni: 8.: Alte Ü ö ckp ttz! 19.: Meint Rrampe: 22.: Alte Spree— Freienbrink— Vorstand»sttzung 20. onnt,.0 Uhf, Bootshaus. Mitgliederversammlung 28. Juni, Gartenstr. 23a. Bovlsilanbe noch frei. Anschrift;». Rrüger, Eöpenick,»ahnhofttr. 18, Dienstag« und Fee;- tags: Training. Wie Wilhelm geneppt wurde. ßr gab dem Schwindler Schappeller 600 VOV Mark. wir berichteten kürzlich über den Schlofcherrn von Zturolzmünster in Vberösterreich. Schappeller, der eine Atomenergie erfunden haben wollte und hierfür hauptfächlich rechtsradikale Kreise zu interessieren wußte, die ihm für den Ausbau des Schwindels reichliche Mittel zur Verfügung stellten. Der Skandal nimmt größeren Umfang an: Wilhelm der Zweite hat dem„Erfinder" nicht weniger als b00 0 0 0 Mark gepumpt! Die Entlassung des Generalbevollmächtigten Wilhelms, des Präsidenten Ritz, ist nicht zum wenigften auf die V« r l u st e zurückzuführen, die Wilhelm l. K. durch die Investierung einer so großen Slimin« bei dem Schwindler Schappeller erlitt. Schappeller sollte der Retter der deutschen Pation sein, der Deutschland durch seine Erfindungen in das reichste und glücklichste Land der Welt verwandeln würde. Er wollt« die Exmajestät auf den Thron zurückführen und errichtete mit Geldern aus Doorn Vertrauenszellen in Deutschland«in. So bezog nach der ,.O b e r ö st c r r e i ch i s ch e n Tageszeitung" der Leiter eines Bureaus in Weimar, ein ehemaliger Adniiral, Monatsbezllge von 2000 Mark. Herr Schappeller, der ohne Zweifel ein kluger. gerissener Man» ist— deshalb suchte er ja auch das Weit«, als der Schwindel ans Licht kam—, hat sich eben gesagt: Ich wende mich an einem der reichsten und törichsten Menschen der deutsch« Nation, an W i l h e lm II. Daneben aber stand er in Beziehung mit dem früheren bayerischen Königshaus, Wittelsbach, durch einen Baron Geyer, der früher in Tirol für die katholisch- monarchistische Reaktion tätig war. Die sogenannte Erfindung Schappeller? erweist sich als vollkommener Unfug. Seine Hinweise auf eine Atomenergie beruhen auf einer Weissagung des Paracelsus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, der„an einem geheimen Orte zwischen Schwaben und Bayern— und dies sollte eben Aurolzmünster sein—, eine„höchst g e- Heime Kunst als die rechte Transmutatio Metallorum Um- Wandlung der Metalle)" verkündete. Schappeller hatte es über- Haupt sehr viel mit mystischen Andeutungen und götl- lichen Prophezeiungen zu tun. Er schrieb Briefe an seine Gönner, wo er von dem Leben sprach, das„Gott in Aurolzmünster geschaffen habe". Er schrieb weiter von der Stimme Moses und der— dies ist wörtlich einem Briefe entnommen—„anderen großen Marksteine des Lebens". Er operierte mit nrathematischen und chemischen Begriisen, er machte in Antisemitismus, er verfaßte folgenden schönen Satz:„Wir wissen aber von Baldur, und der war«in Bruder des in den Himmel eingegangenen Propheten und Religionsstifters Jesus, der nun seine Energie im Himmel freigibt, um uns als Germane zu helfen." Kurzum: Die Schappelleriaden waren so eingestellt, daß sie allen Regungen, allen Hoffnung« rmfij all« Sardelle« rfwe# Herzens entsprachen. Es ist feltsaml Ludendorff fiel auf dm Schwindfar Tavsmd herein, Wilhelm und Hermine krochen auf den Leim Schappeller». Man weiß nicht, was man sagen soll. Es handelt sich da eben u» eine ganz sonderbare» geradezu unergrüudlich« Geistesverfassung._, Mieze als Kaninchenmutier. Unser deutschböhmischer Korrespondent schreibt uns dieses amüsante Erlebnis: Ein Londmann eines kleinen Dorfes bei Koniggrätz ackerte bei der Feldbestellung dieser Tage drei junge wilde Kaninchen aus, die ohne Mutter nicht fort» kommen konnten. Er nahm sie mit heim und legte sie der Ka ß« in den Korb, deren Junge man eben ertränkt hatte. Die Katze freundete sich mit den Kaninchen an, diese saugen an der merkwürdigen Stief- mutter, und die Milch schlägt den Tieren sichtlich gut an, denn die Kaninchen gedeihen von Tag zu Tag.� Die Kotze kümmert sich um die Jungen, wie wenn es ihre eignen wären. Wetter jür Berlin. Wieder kühler mit frischen westlichen Winden, zeitweise heiter aber noch Neigung zu einzelnen Regen- schauern. Jür Deutschland. Ueberall kühler, an der Ostseekllste stünnisch, in Süddeutschland regnerisch, im übrigen Reiche leichte Besserung aber noch etwas veränderlich Nach laiifliühngem schwerem Leiden «itcde meine liebe, guie Frau .Agiles Reichert geb. Steumatm durch einen saniten Tod erlöst. In tiefer Trauer Rani Neilherl nebst Kindern. Martha Mrfermatm. Berlin 6.. Urdanstraste 68. Die Beerdigung findet a»t Sonn- abend, dem 8 Juni, nachm 12Vi Uhr. von der Halle des Friedhofes in Baum» lchnlenwea aus statt. Am<. Juni starb»ach langer Krank- heit unsere liebe Mutter, die Blumen- geschäits-Inhabertn, Witwe �Iderllae Zcdritösr im 59. Lebensjahr. In tiefer Trauer Seschwister Schröder Tilsiter SlraKe 78 Die Einäscherung findet am Sonn- abend, dem 8. Iunt, mittag« IZ>., Uhr, im Krematorium Gerichisir. 37 statt | IU Tltanlec, LiJilspiele usw. Freitag. 7. 6. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 146 >«>.- Uhr Gütter- dämmerung Staais-Oper Am Pl.d.Republ. R.-S. 129 20 Uhr Koliäßder Freitag, 7. 6. Staut. Oper Bismarckstr. Turnus l 20 Uhr kIW StaatLSdiausph. am 6eiidarineiiniarlit A.-V. 134 20 Uhr Staat!. Seiiiller-Tbeater.Charltli. 20 Uhr Der Frisenr von RoBlagen SCAlÄ 8 Uhr B 5 Barbarossa 9256 O'Hanion& zambuni and die weiteren AllroKtlonen Sennabend und Senntas Je a Verstellungen 3*1 und 8 Uhr.— 330 ermäßigte Pr. PLAZA Am J»!,, AI«. 8066— 63 Täqlich5,8>5 Sonntag 2,! INTERNAT. VARIETE Vorverkauf stets laufende Woche inkl. Sonntag CASINfl-THEATEH Lothringer Sirahe 37. Unwiderrnfl. nnr noch bis Itf.Jani ■* vom In«tu See" Für unsere Leser: Gutschein für 1—4 Personen Ftuteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Reichshallen-Theater Aliabniine[ff] Dbr Sfelflner sanger u. a.:„Mite ilariU jlrn XaUtrelnkeller". Sommerpreise: 00 Pf. bU 2 M. �Dönrioff- Brettl: (Saal und Garten) Varleto— Konaert— Tan». Renaissance- Theater Hardenbergstr. 6. Tal Storno.. C 1.6601 und 2883 64, 8'. Uhr railtlb»Vi Uhrl Sie heilige Flamme! Regie: Gustav Hartune. Neueröffnung Braustübl, Belle-Alliance-Platz 6a Ausschank vcTlincTXinltlülZu!'�"""'� Beste Speisen und Getränke, zivile Preise Allen Parteigenossen, Gewerkschaftlern und Republikanern se der Besuch dieser Gaststätte bestens empfohlen Hugo Koch Tanksteile für das Buchdruckgewerbe vouudMme kleitir tnllloviiliti 8 Uhr Trojaner Thalia- Theater SVt Uhr Ptarrnaus- komodle StaaH.Sdiiller-Hi. 8 Uhr Der Friseur von RoBlagen 1 Kammerspiele D.I. Norden 12 310 S'bU. Endenach 10 Aulgang nur für Herrschanen Kleine Komödie von Siegfried Geyer Die Komödie 1 Blsmck.2414/7516 V», Ende geg. IO'uU. Oer taM, der seinen Namen änderte 3 Akte von Edgar Walace. Regie: HeinzHilpert Ottch. KUniUer-Th. SV» Uhr Prosit Olpsy Operette v.Qilbert Agnes Estcrhazy Fritz Sdmlx Rundfunkhörer billig Preise Theal. 0. Westens Täglich 8V. Uhr Sonntag 3>o u. 8V» Frau Letars weiier- lalgi Friederike StaalMpar an Plati ler Rnrabilk 8 Uhr, Hegeode Bolländer Theater am Sihlilhauerdamm. Norden 1141 u.281 Täglich 8 Uhr Dreigrosdien- Oper Rener. Valein. Llngen, Lvovskv. siacaai_ Deotsöies Theater D.I. Norden 12 310 Reale wegenVorbereilung zur Premiere geschlossen. Morgen 7>/> Uhr Zum ersten Male Die Fledermaas Komische Operette in 3 Akten. Neubearbeitet von Carl Rössler und Marcellus Schiffer. Musik v. loh. StrauS. Regie: Max Reinhardt Musik. Ltg. und Ein- stud. Erich Wolfg. Korngold. Bühnenbilder und Kostüme: Ludwig Kainer.— Tänze: Grete Wiesenthal. Gesf,"« Frankfurter Allee 313 L Der große Erfolg: Der bekannte Berliner Schlagerkomponist Otfo Sfranshv persönildi mit seinem hervorragenden Ensemble in d, bunten Spiel Etwas für Jeden" IL Der große Filmschlager: Küsse, die man nie vergiül mit Maria Paudler, Hans Janker mann, Curt Vespermann u. a. >9 44 öbel-Nolti ScMafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Einzel-Möbel, Küchen, Sofas, Ruhebetten ncii gegen 24 Monatsraten Schönhauser Allee 141 a (Hocbbahn Danzlter(trabe) Verlangen Sie Vertreterbesuch. Rose-Theater Groß« Frankfurter Str. 132. Tiglicfa S.15 Uhn Spiel imSchloss. Gartenbühne; Täglich 5,30(Sonntag 5 Uhr) Konzert und Bunter Teil Täglich 8,15 Uhr Ebn(WanlKerbrenum Gr. Operette in 3 Akten v. Oscar Slraus Wiifer ★ Qarren* 8 Uhr* Ztnlr. 2810« Baodien eriaubll Bob Fisher singt: „Sonnw>»««' Bon John Jazz-Girls Antonet A Beby und weitere Varietd-Neuhaitenl Sonnabends u. Sonntags fe 2 Torstellungen 3"° und 8 L'hr. S* kleine Preise Trianon-Th. Täglich 8V4 Uhr Sonntag ZV? u. 8V4 fiastsplel dar Teocrn- seer BancrnDöhne Die 3 Dortheillgen Ein toller Schwank Preise: 2,3,4,5 Mk. usw. Rundfunkhörer halh« Preise. Klein» TDeater Täglich 8l/i Uhr Nafiontrtrodieo? »«ti in»rrilie iltie, von Frank Green. Musikalische lllust. Fr. Holländer. Regie: Fr.FrledBwn- FrcflorKn. Metropol-Tö. Festtoiei« 1929 Tägl.8"« Uhr Blaubart Operette von Offenbach Kitbe Dorsch Leo Slezak Sonnier-Girtii-Tliuter Berliner Prater N 58, Kast-Allee 7-9 Ab 4.V» Uhr KONZERT Ab 6 Uhr GR. VARIETE 19 96V. Anraktlonm. i Posse« Saniowsky-EOtiiier. Th.ater m d.r KOniggrätz. r Straße Täglich 8V« Uhr Riva I en Komödienhaus Täglich 81/« Uhr CharieysTante mit Curt Bois. Theater am loilendorrplatz Täglich 8', Uhr Die mnnnerder Olanon _.. Operette in 3 Akten Tel Steinplatz SUl v. Walter W. Coeue fiininimiiiiHiiiiiuiiimiiiiniiHiiiHiiiHniiiiimniiiiiiii!iiiiHnimuiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinHiniiiHiuiiiiiiiiiiniiiiHHiiiiiiiiMiiMiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiim I F.W.WOOLWORTH CO. G.m.b.H. BERLIN N SO, BBDSTRASSE 16 tVarenhaus Eröffnung Freitag, 7. Juni 1929 nachmittags 2 Uhr Wir Beehren uns, die Einwohner von Berlin und Umgebung zu einer Besichtigung von 2— 6 V» Uhr einzuladen QflusiC Während der Besichtigung am Freitag nachmittag kein Verkauf Der Verkauf beginnt am Sonnabend, 8. Juni 1929, 9 Uhr morgens BERLIN N 20. BADSTRASSE 16 P.W.WOOLWORTHCe.«.m.l>.H. j iruiiiiiiiiiiiiiiimiiiniiiuuiiuiuiiiiiiniiiiinuuuiiMiuiuniiiuiniuiiiuiiniuuiiiiuiuiiiiiiiiiuiiiiuuiuiiiiimiiMiiniummiiiiiuiuiunuiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiiiiMiiiiiiiniiiiiiiiiiif Lnstspieitaans Tägl. 8V« Uhr arm wie eine Kirchenmaus Skidelsky, Flink, Berisch u. a. Rundfunkhörer halko Preise. ThaliaTheaier Dresdeotr Str. 72-73. 8** Uhr BHlioer löeam Direkt-HeinzHerald Charlottenstraßt 90 A. 7. Dönhoff 170 g>/». Ende 10V« Uhr. Ulzlo TorstslIoDotnf Die fSof FraBktirter von Carl Rössler Regie: Eageo Ro9«n. Dlsoslao.oen 11. IudI Zum ersten Male Reporler (Te Front Page) j Regie: Hei nzHilpertl Lessing- Theater Täglich 8V. Uhr Khbetrfig'Didi aar ans Liebe Ein Stück mit Musik nach Verneuil. nni.am Rotth.Tor Kottb.Str.6 Tägl. 8 Uhr Eiite- sanger 9)8 IUI- ßiBSaliOB; .Btrl a iiari grantlasr Für Sommer und Reise bringe ich ein aiu�ergcw Ähnlich preiswertes Angebot in fertiger Herren- Knaben- L E I und Sportin nur anerkannten Qualitätswaren und eleganter Paßlorm. Ganz besonders empfehle meine NaOabtellung die das geschmackvollste unter Leitung bewährter Zuschneider hervorbringt.____ Neu. n f g e n o m m e n s ä m 1 1 i cfa e H e r re a- Ar U kel. 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