Morgenausgab« Oienstog — äAyfa AvAv...\/ 11. 3um' 1929 1 I Jl®ro«.3erIto 10 Pf. :':««äuxs:s■ LI M W■ r■■■ Auswäa- r- Pf. ?2Pfg PosrbesteUgebühren. Ausland»» j�gB■ H H � H H H H gS H r~Y' -d-nn.mem S.- M. pro M-m°l. W W W H �W W W W W) W W Die«Inlpalllg. VW» W W W WWW WW W W W.l�M�.« Pf-nn,,. �WW �W W �W �KV �W �W W»» Der„Sonsirts* erschein, wnchenli». WW �W! druckt« Won 25 Pfennig tzuläfstg zwe, lich zweimal, Sonntag» und Montag» � �W ▼/ settgedrucki« Worte), iede» weitere Won einmal, die Adendnusgnben für Berlin �W/***' // 12 Pfennig. Stellengesuch, da, erst» und im Handel mit dem Titel„Der � X/ Wort IS Pfennig, f-de, weitere Wori Ad-nd". Jllustriene Beilagen„Solf � Xfa��HWV 10 Pfennig. Worte über 15 Buchslade, i und Zeit" und.Kinderfreund', gerner ▼X zählen für zwei Worte. Zlrdeit-maiti „Unterhaltung und Wiff-n".„Frauen. � � � I# X � � � � /r\%M-*M_»» Zeil««0«fennig. Familienanzeigen Zeil« sam�gass Ienteawvsan der sozialdemokratischen Partei Neutschlands Redaktion und Verlag: Berlin EW 68. Lindenstratze 3 sternfprecher: Tönhoff 292— LS? Telegramm-Sdi.: Sozialdemokrat Yerli» Madrid, 10. Juni.(Eigenbericht.) Das Gespräch des Tages ist die chaoas-Note, die Briand im Augenblick der Ankunft Stresemanns in Madrid am Sonn- obendabend veranlaßt hat, sie behauptet, wegen der Abwesenheit eines Vertreters Großbritanniens sei die Besprechung von Problemen, die nicht zur eigentlichen Ratstagung gehören, u n- m ö glich. Diese offiziöse Note bezeichnen sogar französische Linkspolitiker als wenig freundlich und durchaus überflüssig. Man be- trachtet diese Note mehr als«inen Ausfluß der übertriebenen innerpolitischen AeNgstlichkeit Briands. Briand hat die für Montognachmittag, ö Uhr, geplante Unterredung mit Strcfemann zur allgemeinen Ueberraschung im letzten Augenblick abgesagt. Es wäre jedoch verfehlt, daraus zu schließen, daß Briand die Aussprach« mit Stresemann überhaupt meidet. Begründet wurde die Absage mit anderen Unter- rcdungen Briands gerade am Montagmittag und-abend, durch die ihm nur wenig Zeit zu einem Besuch bei Stresemann übrig bliebe, während er den Wunsch habe, ausführlich mit Stresemann zu sprechen. Offenbar ist Briand wieder einmal von der Furcht beseelt, man könnte ihn in Paris desavouieren, wenn er sich in Madrid auf allzu weitgehende Vereinbarungen mit Stresemann über die Tagesordnung der von Deutschland erwarteten Rcparalions. und Räumungskonferenz einlassen würde. Aus dieser Aengstlichkeit ist auch die offiziöse 5)avas-Note. zu er- Nären, die mehr als innenpolitische Beruhigungspille gedacht war. Die Taktik, die Briand seit mehr als drei Jahren anwendet, jedes- mal. wenn er bestimmte' Beschlüsse fassen soll, wirkt nicht gerade erhebend. Bei allem Verständnis für innerpolitische Rücksichten, die übrigens nicht nur Briand zu nehmen hat, muß man jedoch sagen, dgß es auf die Dauer ein wenig kläglich erscheinen muß, wenn er immer wieder unterderhand mit dem Argumens operiert, daß die Nationalisten auf ihn lauern, um ihn zu stürzen, währxnd er öfsent- lich kein« Gelegenheit versäumt, sein volles Einverständnis mit Ppincare zu beteuern. Die wichtigste Tatsache des Tages war Stresemanu» Dringlichkeitsanlrag in der Ratssitzung, daß die neuen Liquidationen von Grundeigentum in Polen aus die heutige Tagesordnung geseht wird. Labour an der Arbeit. Oer erste osfizielle Ministerrat. London, 10. Juni. Eigenbericht.) Der erste offizielle Ministerrat der Arbeiterregie- rung beschäftigte sich mit dem Regierungsprogramm, wie es in der ersten Dhronrede enthalten sein wird. Dem Ministerrat ging eine Sprechfilmanfnahme des Kabinetts im Garten voran. Dieser Sprechfilm» der in den nächsten Tagen in den Kinos gezeigt werden soll, be- steht in einer Vorstellung der Kabinettsmitglieder durch den Ministerpräsidenten. Ramsay Macdonald wird sich am Dienstag auf kurzen Urlaub nach seiner schottischen Heimat begeben. Vertrag mit Rußland.— Kür Räumung. Loudon, 10. Juni.(Eigenbericht.) Der neu« Außenminister chenderson betont im„Daily Herald", daß sowohl Macdonald als er selbst die britischen Beziehungen zum Völkerbund als einen der wichtigsten Punkte der Regierungs- Politik betrachten würden.< Die Arbeiterregierung werde das Problem nicht vom Standpunkt der nationalen Strategie. sondern vom Standpunkt internationaler Zusammenarbeit beurteilen. Die gleiche Stellungnahme werde auch die englische Politik gegenüber Amerika und Rußland bestimmen. England werde in Zukunft jede Gelegenheit ergreifen, uin mit Vertretern der amerikanischen Regierung in persönlichen Kontakt zu gelangen. Außerdem werde auf schnellstem Wege versucht werden, die bekannte Politik der Arbeiterpartei gegenüber Rußland zu verwirklichen. Henderson befaßte sich auch mit der R h e i n l a n d r ä u m u n g. Dazu heißt es in seiner Erklärung wörtlich:„Wir haben den dringenden Wunsch, alle ausländischen Truppen schnellstens aus deuischem Gebiet zurückzuziehen. Wir müssen hierzu jedoch sorgfältig die besten Mittel und Wege erwägen." Das neue Unterhaus. London, 10. Juni. Das jetzt vorliegende endgültige Wahlergebnis zeigt folgende Kräfteverteilung im Unterhaus: Arbeiterpartei 288- Konservative Vorwärts-Berlag G.m.b.H. Es handelt sich um etwa 1000 ehemalig« deutsch« Staatsangehörige, denen Polen ganz willkürlich die polnische Staatsangehörigkeit ob- gesprochen hat, lediglich um ihr Eigentum zu liquidieren. Die Polen erklären den Antrag als unfreundlich und auch die Franzosen sollen verschnupft sein. Viel mehr Grund dazu hätten die Deutschen, nicht nur wegen der polnischen Politik den Deutschen gegenüber, sondern auch wegen der Haltung Zaleskis in Madrid. Er hat in mehreren Interviews an hiesige Blätter nicht nur Propaganda für sein Land, sondern auch Stimmung gegen Deutschland zu machen versucht und dabei auf die bedauerlichen Zwischenfäll« in Oppeln hingewiesen. Die deutsche Vertretung lehnt eine Gegen- äußerung entschieden ab, weil man es als«inen Mißbrauch der Gastfreundschaft Spaniens ansieht, rckdnn man die spanische Presse als Tummelplatz für deutsch-polnifche Polemiken ver- wendet. Für die Minderheitenfrage dürfte die Dienstagsitzung des Ratskomitees entscheidend sein. Stresemann Ist entschlosien, die grundsätzliche Seite des Minder- heitenproblems aufzurollen. was vor seiner Ankunft nur in sehr ungenügendem Maße und ohne jeden Erfolg geschehen ist. Die Aussichten für eine Einigung sind sehr gering, daher wird Stresemann darauf hinarbeiten, daß die Lösung bis zum Herbst vertagt wird, wo die neue britische Regierung Stellung zum Minderheitenpröblem nehmen kann. * Das größte Regierungsblatt Madrids„La Nacion", das spät nachmittags erscheint, berichtet nicht nur von der Besprechung Briand-Stresemann, sondern auch ausführlich über den Inhalt dieser Unterredung, die gar nicht geführt worden ist! Antrag Stresemanns zugelassen! Madrid, 10. Zuni. Dem Antrag Dr. Stresemanns, die Beschwerde der deutschen Abgeordneten im polnischen Sejm über die neue Enteignung deutschen Grundbesitzes als besonders dringenden Fall auf die Tagesordnung zu setzen, ist entsprochen worden: sie wird Ende dieser Woche vom Rat verhandelt werden.. 259; Liberale 58; Unabhängige 9. Das einzige Resultat, das noch nicht bekannt ist, ist dos des Wahlkreises Rugby, wo die Wahl wegen des Todes des Arbciterkandidaten auf den 13. Juni ver- schoben wurde._ Die Hölle von Cura�ao. Sklaverei selbst europäischer Arbeiter. Amsterdam, 10. Juni.(Eigenbericht.) Das sozialistische„Hei Volk" verössentlicht eine Zuschrift über die Hölle von Eurazao(Niederländisch- IDesiindien). wonach für die niederländischen Arbeiter der vataassche Petroleum-Maatschappij so gut wie nicht gesorgt wird. 3e s ü n s Mann werden in dem s n r ch 1- bar heißen Klima in gemeinsamen Schlasräumen zusammengepfercht; die Werkmeister üben den größten Terror aus. Jede Auflehnung gegen einen ungerechtfertigten Befehl wird Poll- zeilich bestraft. Da die Menschen in ihrer Verzweiflung in die vielen Bordelle lausen, sind sastgoProzentallererkrank. len Arbeiter geschlcchtskrank. Der Lleberfall aus Venezuela. Amsterdam, 10. Juni.(Eigenbericht.) Das Kolonialministcrium meldet zu dem Ueberfall auf Nieder- ländisch-Curayao, daß in der Nacht zum 9. Juni schätzungsweise 500 Venezuelaner mit augenscheinlich gegen ihr« Regierung ge- richteten Absichten die Polizei in W i l l e m st a d überfielen. Ver- schieden« niederländische Soldaten wurden getötet odervcrwundet. Die Bande plünderte das Munitionsmagazin und wußte den Kapitän eines im Hafen liegenden Dampfers zu zwingen, sie nach Venezuela zu fahren. Es glückte ihnen, den Gou- verneur und den Polizeikommandanten gefangenzunehmen und an Bord zu bringen. Beide sind inzwischen nach Willemstad zurück- gekehrt. Die Curayao-Petroleumgefellschast arbeitet weiter. Am Montag wurden die Kriegsschiffe„Horthner" und „Herzog Heinri ch", zwei Unterseeboot« und zwei Torpedoboote in die westindischen Gewässer entsandt. Der Außenminister läßt er- klären, daß keine Veranlassung zu einem Konflikt mit Venezuela bestände. Es handele sich um einen Putsch venezuelanischer Aufständischer. Der nordamerikanische Konsul in Willemstad hat nach Washington lim Entsendung von Kriegsschiffen gedrahtet; solche liegen in der Panamakanalzone. Postscheckkonto: Berlin Z7 536.— Bankkonto: Bant der Brdetter, vngestellien «nd Beamten Wallstt. 65. Tiikonto.Eelellschofl, Depositenkaste Ltndenstr. i England und Aegypten. Ein ungelöstes Problem. Von Dr. Artaaches Abeghian. England sitzt seit 1882 in Aegypten. Mit Ausnahme des Quellgebietes vom Blauen Nil, das in Abeffinien liegt, untersteht somit das g a n z e N i 1 1 a n b der Oberhoheit Britanniens. Seit England in Aegypten ist, hat es dort nie an Konflikten gefehlt. Die ersten Tage der Festsetzung Englands an den Nilufern waren schon mit dem Aufstand Arabi Paschas verbunden. Darauf brachen im Sudan Unruhen aus, die Kitchener erst 1898 zu unterdrücken ver- mochte. Der Konflikt zwischen England und Frankreich, der in der Geschichte mit dem Namen Faschoda, am Weißen Nil, verbunden ist, wurde nur unter den größten Schwierigkeiten beigelegt. Das Abkommen zwischen den beiden Landern vom Jahre 1994, das Frankreich in Marokko freie Hand ließ, übergab Aegypten gänzlich der Macht Englands. Der im- perialiftische Wettbewerb um das Nilland wurde zwar aus- geschaltet, aber der Kampf des ägyptischen Volkes um seine Freiheit hörte damit nicht auf. Die alte Parole der Bewe- gung:„Aegypten den Aegyptern" blieb in voller Kraft. Die Kriegsjahre bedeuteten nur eine Ruhepause. England hat 1914 den Aegyptern ein unabhängiges Dasein zugesagt. Es wurde unmittelbar nach dem Waffenstillstand «in„Wafd", eine Delegation gebildet, die in London und in Versailles die Unabhängigkeit Aegyptens Völkerrecht- lich durchsetzen sollte. An der Spitze des„Wafd" stand Z a g h l u l Pascha, der alte Vorkämpfer aus der Zeit Arabi Paschas. Seither ist die ägyptische Unabhängigkeits- bewegung vorwiegend im Wafd oder d�r Zaghlulisten- Partei konzentriert. Die ägyptische Delegation wurde in London und Versailles nicht empfangen, sondern nach Malta verbannt(März 1919). Es folgten in Aegypten Un- ruhen. Eine Sonderkommission Millners sollte nun deren Ursachen studieren und Heilmittel empfehlen. Diese folgte bald, wurde aber erst bedeutend verspätet— und erfolglos— ausgeführt. Am 28. Februar 1922 deklarierte Lloyd George «inseitig das Ende des britischen Protektorats über Aegypten und seine„Unabhängigkeit". Gleichzeitig wurde Fuad der Titel des K ö n i g s verliehen. Die englische Deklaration war mit derartigen Einschrän- kungen verbunden, daß die Unabhängigkeit Aegyptens nur scheinbar ist: 1. Der Suezkanal sollte weiter unter dem ausschließlichen Schutz Englands bleiben. 2. Der Sudan blieb nach wie vor englisch-ägyptisches Kondominium. 3. Englische Garnisonen sollten in Aegypten bleiben. 4. Der Schutz der Fremden und der nationalen Minderheiten Aegyptens blieb ein Vorrecht Englands. 5. Englische Ratgeber in Finanz- und Gerichtsangelegenheiten sollten ihr Amt bei der ägyptischen Regierung weiter ausüben. Außerdem hatte die englische Regierung eine Note an die Mächte gerichtet, worin jede fremde Einmischung in die inneren ägyptischen Angelegenheiten als england- feindlich erklärt wurde. Aegypten durfte keinen Vertrag mit irgendeinem Staate schließen, der als gegen englische Inter- essen gerichtet betrachtet werden könne. Zugleich hatte Eng- land„freiwillig" die Verpflichtung übernommen, Aegypten gegen alle Angriffe von außen zu schützen. Aegypten kam naturgemäß nicht zur Ruhe. Die in- zwischen freigelassenen Wafdisten setzten ihren Kamps fort, wurden von neuem verhaftet und zuerst nach den Seishel- inseln, später nach Gibraltar verbannt. Im April 1923 veröffentlichte König Fuad eine neue Verfassung, Zughlul wurde wieder freigelassen und mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Der innere Frieden blieb dennoch aus. Die Gewalthaber lösten das junge ägyptische Parlament dreimal nacheinander auf, eine Re- gierung folgte der anderen, bis schließlich, im Juli 1928, auf Veranlassung des Mini/terpräsidenten Mahmut Pascha— eines ehemaligen Mitkämpfers von Zaghlul!— der Aegypterkönig das D i k t a t u r r e g i m« einführte. Ob der britische Oberkommissar Lord Lloyd die Vaterschaft dieser genialen Lösung beanspruchen kann, mag dahingestellt bleiben. Die Besatzungsmacht und ägyptische Hoch- f i n a n z waren geeint für die Unterdrückung der ägyptischen Freiheit. Das vor kurzem unterzeichnete britisch-ägyptische Nil- abkommen ist als ein Produkt dieses Zusammengehens zu betrachten. Die ägyptischen Volksmassen verlangen aber weiterhin die Anerkennung der vollen Unabhängigkeit ihres Landes. Sie hatten die Einführung der Diktatur mit zahl- reichen Protesten und Kundgebungen beantwortet. Das ausgelöste Parlament mit Nahas Pascha, dem Nach- folger Zaghlüls, an der Spitze, veranstaltete mehrmals Sitzungen und richtete Protestschreiben an Voltsvertretungen europäischer Länder, darunter auch an den Reichstag. Nun scheinen auch die fremden und die einheimischen Machthaber zur Einsicht gekommen zu sein, daß man nicht allzu lange das Land auf diese Weise regieren kann. Der erste L o n- doner Besuch König Fuads(Ende 1927) hatte zwar ein neues Abkommen mit England zur Folge, es enthielt aber nichts Neues und wurde auch deshalb vom ägyptischen Volke Intrigen statt Völkerbundsarbeit. Briand meidet Stresemann aus Angst vor Lteberchauvinisten. jgcleljnh Es muß nun zum zweiten Male versucht werden, weitere Zugeständnisse in London zu erzielen. Die Bildung der neuen Arbeiterpartei in England wird dazu beitragen können. Im übrigen ist der Besuch des Königs, den der Außenminister Hafih Bey Afifi begleitet, in den europäischen Hauptstädten augenscheinlich mit der Frage der Aufhebung oder wenigstens Linderung der Kapitulationen der Vorrechte der Ausländer verbunden. Das Verhältnis Aegyptens und Englands kann nur auf dem Wege freier Vereinbarungen geregelt werden. Dabei müssen notwendigerweise beiderseits Zugeständnisse gemacht werden. Wenn Aegypten im Rechte ist, indem es seine Hn- abhängigfeit erstrebt, so kann England nicht über Nacht seine Position am Suezkanal aufgeben, die mit den Lebensinter- essen des Britischen Reiches eng verbunden sind. Es ist durchaus möglich, daß England die Kontrolle über den Suez- kanal ausübt, indem es Aegypten militärisch räumt und die britischen Garnisonen auf das asiatische Ufer des Kanals ver legt. In diesem Falle müßte die Sinai-Halbinsel von Aegyp ten abgetreten und Palästina angegliedert werden. Die ägyptischen Nationalisten möchten dagegen die Kontrolle über den Kanal dem Völkerbund übergeben. Eine weitere Schwierigkeit stellt der Sudan dar. Die Aegypter bestehen auf ihrem historischen Recht und wollen den Sudan als Teil ihres Landes anerkannt sehen. Dies« Forderung hat wichtige wirtschaftliche Gründe. Ende 1926 ist der Makwardamm eröffnet, ein weiterer Staudamm ist geplant. Große Ländereien sind heute mit Baumwoll kulturen bedeckt. Sie sollen in den nächsten Iahren bedeutend erweitert sein. England will seiner Lancashire-Industri« eine eigene Grundlage schaffen und sie vom amerikanischen Rohmaterial unabhängig machen. Die ägyptischen Ratio nalisten sehen nun in allen diesen Unternehmungen eine große Gefahr für ihr eigenes Land. Denn wer den Sudan besitzt, beherrscht Aegypten: nicht nur politisch, sondern auch wirt schaftlich. Eine ägyptenfeindliche Macht im Sudan vermag Aegypten stets in Schach zu halten, da sie das Schicksal der Nilwasser in ihrer Hand hat. Aegypten lebt ia vom Nil. 85 Proz. seiner jährlichen Ausfuhr— rund VA Milliarden Mark— entfallen auf Baumwolle Ihre Kultur ist aber un möglich ohne k ü n st l i ch e Bewässerung. Die Aegypter sind also im vollen Rechte, wenn sie ihr Land frei von jeder Gefährdung des Nilwassers sehen wollen. In allen übrigen Fragen ist es verhältnismäßig nicht schwer, eine Verständigung herbeizuführen. Vor allem kann und muß auch die veraltete Institution der K a p i t u l a t i a neu beseitigt werden. Es genügt, auszuführen, daß die Fremden in Aegypten so gut wie gar keine Steuer zahlen. Macdonald hatte im September 1924. als er zum erstenmal im Ruder war, Zaghlul Pascha ein Abkommen auf freierer Basis vorgeschlagen. Zaghlul schlug es aber ab. Die extrem sten Nationalisten scheinen jedoch zu der Einsicht gekommen zu sein, daß es keinen anderen Ausweg als Kompromisse gibt, wenn man überhaupt in Aegypten Ruh« stiften will. Einer ihrer Führer, Prof. Makram E b e i d, ehemaliger Verkehrs- minister und Generalsekretär des Wasd, schrieb kürzlich: „Aegypten erstrebt ein« wahre Unabhängigkeit: die britischen Verkehrs- und Handelsinteressen können durch ein Bündnis mit einem wirklich unabhängigen Aegypten s i ch e r g e- stellt werden." Als die erste Voraussetzung für'«ine englisch-ägyptische Vereinbarung muß di« Beendigung der Diktatur und die Wiederaufnahme des parlamentarischen Systems betrachtet werden. Zum zweiten muß der Ein» tritt Aegyptens'n den Völkerbund garantiert werden. Damit ist allerdings noch nicht gesagt, daß der Be� sreiuna-ckampf des ägyptischen Volkes gewonnen ist. Er wird dann aber schon auf di« innere und die sozial- und wirt- schaftliche Politik konzentriert werden. 76 Proz. der Land- bevölkerung Aegyptens sind völlig landlos, 41 Proz. des Grund und Bodens gehört einer kleinen Anzahl von Groß- grundbesitzern. Die breiten Bolksmassen fristen nach wie vor ein elendes Dasein, das auch an den Nilufern nicht ver- cwigt werden darf. Knapp 180 MM. Dsteichsanleihe. Das vorläufige Ergebnis.— Warum nicht mehr gezeichnet wurde. Das vorläufige Ergebnis der Zeichnung auf die vom Reich aufgelegte Anleihe ist amtlich bekanntgegeben wor- den. Gezeichnet wurde»«ach de« bisherige« Ermitt- lunge« 177.7 Millionen Mark. Das ist zwar noch nicht das Endergebnis. Aber es scheint unwahrscheinlich. daß die Summe von 200 Millionen Mark erreicht werde» wird., « Die Zeichner waren von dem Bantenkonsortium eingeladen worden, auf ein« Reichsanleihe„bis zu 300 Millionen Mark" zu zeichnen. Es muß ausgesprochen werden, daß auch ein Ergebnis von 200 Millionen Mark nicht als befriedigend angesehen werden könnte, und zwar um so weniger, als schon die Begrenzung „bis zu 300 Millionen" offenbar ein Akt der Vorsicht war, der die schwierige Lage des Kapitalmarkt«, berücksichtige» und da» Ansehen des Reichskredits schützen wollte. Es wird«ine wichtig« Aufgabe der Zukunft sein, die 11 r- fachen genau zu untersuchen, die die Anleche notwendig machten und dann zu einem so wenig befriedigenden Ergebnis geführt haben. Der Kredit und das Ansehen des Reiches als Gläubiger im Inland und im Ausland machen das erforderlich. Im Augenblick inter» esfieren allerdings mehr di« Umstände, die»am Zeichner aus das Ergebnis der Anleihe beeinflußt haben. Die Anleih« ist zweifellos in einem höchst ungünstigen Augenblick aufgelegt worden. Rur wenige Tage trennten uns von dem Angriff auf die Stabil i t ä t d e r M a r k, der nur mit außerordentlichen Maßnahmen der Reichs- dank abgewiesen wurde. Die Auflegung erfolgt« in einer Zeit, in der in Paris die allerschwerwiegendsten Finanzverhandlungen geführt worden sind und in der lstit Monaten der deutsch« Kapitalmarkt nicht nur von öffentlichen Stellen, sondern auch von der Wirtschaft des- halb stärker in Anspruch genommen worden war, weil der Zufluß langfristiger Auslandskapitalien fehlte. Hinsichtlich der Zeichner und der Zeichnungen selbst scheint-» festzustehen, daß im wesentlichen nur kleine Leute ge> zeichnet l>aben. Die großen Kapitalisten, die Millionäre, auf die bei der Auslegung gerechnet worden ist und für die auch die weitgehenden Steuerbefreiungen berechnet waren, haben zum aller- größten Teil nicht gezeichnet. Das ist grotesk angesichts der moralischen Belastung, die man dem Reichskredit und dem Ansehen des Reiches als Gläubiger durch die Gewährung der abnormen Steuerbefreiungen glaubte zuschreiben zu müssen. Aber ee ist de» g r« i f l i ch, wenn man bedenkt, daß der Millionär grundsätzlich vux auf di« Sicherung größter Gewinne aus ist und daß dem Millionär Baterland und deutsch« Finonznot gleichgültig sind, wem» seine Rech» mrng auf den größten Profit nicht richtig aufgeht. Das Reich hat mit Recht, nachdem einmal der Beschluß für die Auflegung einer Anleihe gefaßt war. um die Anleihe nicht ewig«ine zu teure Anleihe sein zu lassen, ein« Kündigung nach fünf Jahren vargesehen. Hier liegt der Grund, weshalb die großen Zeichner ausgeblieben sind. Sie haben gefürchtet, daß nach fünf Iahren, wenn das Geld wieder billiger sein wird und das Reich seinen Kapitalbedarf wieder günstiger finanzleren kann, die Herrlichkeit der weitgehenden Steuerbefreiung vielleicht dadurch ein Ende haben könnte, daß das Reich seine Schulden zurückbezahlt. Das hat den großen Kapitalisten in Deutschland nicht gepaßt. Rur nebenbei mag als Ursach« des Ausbleibens der großen Zeichner noch mitgewirkt haben, daß die Kreditrestriktion der Reichs» dank und die nach dem erfolgreichen Abschluß der Pariser Berhand» lungen eintretende Besserung auf der Börse die Zeichnungsmöglich- leiten und die Zeichnungslust verkleinert hoben. Entscheidend aber war wieder— und da» wird man«As die p o l i t.i s ch e L e h r e des Falles fest im Auge beHallen müssen—, daß der deutsche Kapitalist lieber mit seinem Kapital in» Ausland flüchtet, weil er dort vielleicht etwas weniger Steuern zu bezahlen hat. als daß er dem Vaterland und der heule noch fori dauernden finanziellen Sriegsnot jenes materielle Opfer brächte. Selbstverständlich wird dos Ergebnis der Anleihe auch den Reichskassenbedorf nicht allzu erheblich entlasten, und das Problem, wie die Reichsiasse wieder auf den erforderlichen Stand angefüllt wird, bleibt bestehen. Die schnellste und zugleich billig st e Lösung wird die beste sein. Die Möglichkeit, durch Auslandsgeld vorübergehend den Kassenbedarf des Reichs zu befriedigen, braucht nicht von der Hand gewiesen zu werden, und zwar um so weniger, als die deutschen Banken, die sich nicht sonder- lich um die Unterbringung der Anleihe bemüht zu haben scheinen, ohnehin vom Reich nie weniger oerlangen, als sie vom Reich unter Ausnutzung der Notlage der Reichskasse bekommen können. Nachdem aber Reichskassenmittel an Stelle von Steuern zu ordentlichen Aus- gaben verwendet worden sind, wäre es durchaus logisch und gerecht- fertigt, die erforderliche einmalige Auffüllung der Reichskasse, die dann zinslos erfolgen könnt«, aus jenen Steuererleicht«» rungen zu sichern, die der Sachverständigenbericht von Paris gegenüber dem bisher vorgesehenen Steueraufkommen ermöglicht. Die Schwerimäuler. Opr �oung-plan ist ungültig— sagen die Vaterländischen Verbände. Zur Unterstützung der Hugenbergschen Intrigen ist jetzt auch die „Bereinigung Vaterländischer Verbände' auf dem Plan erschienen Das kann nicht verwundern. Denn dieser Verband mit dem groß- ipurigen Namen ist. wie Arthur Möhra un. der Führer d-s Iungdeutschen Ordens, in seiner Schrift„Getarnte Gewalten' aus eigener Erfahrung festgestellt hat. nichts als ein- der vielen Kulissen, die sich das uin Hugenberg geschart« Trustkapital zur Erreichung seiner materiellen Ziele gebaut hat. Mit der Unterschrift des Grafen von der Goltz verkünden die BVV. folgende Entschließung: Der Poung-Plan ist der durchsichtige Versuch, die deutsche Re- gierung zur freiwilligen Unterschrift unter einen Wechsel zu verleiten, den auch Herr Dr. Schacht für uneinlösbar hall! Da- durch soll das deutsche Volk auf Generationen hinaus zum u n« ehrlichen Schuldner gestempelt werden, den man berechtigt ist, jedesmal zu bestrafen, wenn er den Wechsel nicht einlöst. Keine Regierung hat das Recht, ihr Volk unehrlich und vogel- frei zu machen. Für uns ist daher der Poung.Plan und jede etwaige Regierungsunterschrist unter diesen Wechsel un- gültig Kollegen zu Dienstag, den 11. Juni, eine„Mitgliederversammlung" nach den Sophiensälen ein. Von Wichtigkeit ist, darauf aufmerksam zu machen, daß jene Kolleginnen und Kollegen kein Recht haben, Mitgliederversamm- lungen einzuberufen und cs daher Pflicht einer jeden Kollegin und jedes Kollegen ist, sawcit sie auf dem Boden unserer Verbandstags- beschlüsse und der Gewerkschaftskongresse stehen, dieser Der- sammlung sern zu bleiben. Unwahr ist, daß in der Dcrwaltungssitzung am 7. Juni der Gauleiter Fischer ertlärt hat, wenn die Mitglieder der Ortsvcr- waltung sich seinen Anweisungen nicht sügen, er sie aus der Ortsver- waltung entfernen werde. Wahr ist vielmehr, daß der Gauleiter Fischer erklärt hat, daß er nicht mehr zulassen werde, daß in Zukunft das Büro der Ortsver- walmng Berlin des Deutschen Tabakarbeiter-Verbande?, eine F i- l i a l e d e r K o in m u ii i st i s ch e» Partei wird. Kolleginnen und Kollegen! S ch w c r e r S ch a d e n ist Euch von den abgesetzten bisherigen Bevollmächtigten der Zahlstelle Berlin zugefügt worden, wodurch noch so viele Kolleginnen und Kollegen zu leiden haben. Man will Eure Organisation zer- schlagen und damit Eure bisherige Stoßkraft bei zukünftigen Lohnbewegungen verringern. Gebt diesen Spaltern die richtige Antwort und laßt diejenigen unter sich allein, die das Heiligste der Arbeiterbewegung, Eure ge- werkschostlich« Organisation, antasten wollen. Arbeitet weiter für die Einigkeit und Ge- s ch l o s s e n h e i t Eurer Organisation, wie Ihr getan habt, seitdem die bisherigen drei Bevollmächtigten in Eurem Interesse von ihren Aemtern entfernt werden mußten. Hoch die Einigkeit und die Solidarität zur Siär- kung und weiteren Ausbau unserer Organisation unter Ausschluß einer schädigenden kommunistischen Parteidiktatur! Di« Ortsoerwaltung. Georg Fischer. Die Pharus-£ich>spiele, Müllerstraße 142, senden uns zu der Sperrnotiz des Deutschen Musikerverbandcs vom 6. Juni folgende Berichtigung:„1. Es ist unrichtig, daß dem Orchester gekündigt worden ist. Von den sechs Musikern ist lediglich einer gekündigt. 2. Es ist unrichtig, daß soziale Errungcnschasien und Lohn abgebaut werden sollen. Die QHchäftsleitung ist vielmehr an die zwischen dem Deutschen Musikcrvcrband und dem Reichsvcrband der Licht- spieltheaterbesitzer getroffenen Abmachungen gebunden. 3. Unwahr ist,.daß die Gcschästsleitung erklärt habe, sie denke nicht daran, organisiertes Personal zu beschäftigen." Wie uns der Deutsche Musikcroerbond dazu mitteilt, entspricht die Berichtigung nicht den Tatsachen. Der Musikerverband hält seine Behauptungen im vollen Umfange aufrecht. Die Sperr« besteht nach wie vor weiter. »�reie Gewerksckasts-Jugend Groß-Verlin Diciistag. tS'- Uhr, lagen die Gruppen: Spandan: Gruppen. ' heim. Stadl. Jugendheim. Lindenufer I. Vortrag:„Jugend und Mode".— Lichtenberg: Gruppenhein: Dossester. 22. veimbesprerhung. Verdandsbuchtontrolle.— Treptow: Gruppenhcim. Schule Wildcnbruchslr. 53 54 lHortzimmer). Der Gruppenabend sällt aus.— Kumboldt: Gruppenheim, Jugendheim. Graun. Ecke Lorhingstrasjc. Vortrag:«Der Mampf der Gcwcrt- schaftcn sllr den Uniallschuh und gegen die Berusokransheiten".— Landsberger Plag: Kruppenheim, Jugendheim. Dicstclmcnerstr. 5. Vortrag:„Grfte Hilfe bei Unglücksfällen".-- Zrantsurter Vllee: Gruppenhcim. Stadt. Jugendheim. Litauer Str. l«. Lichtbildervorlrag.— Neu-Lichtenberg: Gruppcnheim, Jugendheim. Guntcrstr. 43. Vortrag:„Die Vedcutung der Betriebsräte"."" darf: Eruppenheim. Jugendheim. Dorsstr. Marien» Vortrag:„Der Aufbau der SGI."— Leute spielen ab 18 Uhr: Süden, ELdwesten: Sportplatz Katzbach- stratze.— Moabit: Spielwiese im Voltspart Vchbcrge.— Eharloltenbnrg: Sportplatz Charlottenburg, Sophie-Charloltc-Stratzc.— Zcppelinplatz-Wrdding: Wir baden im Plotz:nscc. §)uaendnruvpe des?entralvertank>e6 der Anoeftellten Leute, Dienstag, sind solgcndc Veranstaltungen: Roidwest: Jugendheim Lehrter Str. 18?-. Ist. Vortrag:„Besuch Im Strafgefängnis". 9'cfc. rcnt: Wilhelm Lewinski.— Ucbungoabend des Sprech, und Bewcgungochor« um 20 Uhr in der Turnhalle der Schule Varuther Str. 20. Turntlcidung und Lallsnschuhe mitbringen. Verantwortlich für Polikit: Dr. ttntt Geyer: Wirtschaft: G. Klingelhäfer: Gewerlichaflobewegung: I. Steiner: Feuilleton: K. L. Döscheri Lotalcs und Sonstiges: Fritz Karstädt! Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärls-Verlag®..rn. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buebdruckerei und Vcrlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW 08. Lind'nstratze Z Hierzu I Beilage und.Unterhaltung und Wisicn". 1 Minuten! 1 Konzen /mm 15 Minuten «ochzeit 25 Minuten Kochzeit 2 Tito I verschieden ist die JCcchzeit 6ei MAGG!5 tfuppen-Würfi beachten Jie deshalb genau, die JCo chanweisung, die übrigens ganz einfach ist. Nr. 267» 46. Jahrgang*1+ �00 Dienstag. 44. Juni �929 Geschäste der Knegsanleiheschieber v. Waldows Debüt in Paris. Zn der Monlagsoerhandlung im Siinnes-Prozeh schildert v. lvaldow die Versuche, im Mai 1gZ7 das französische Geschäft zur Abwicklung zu bringen. 3in Februar 1927 war Schrandt aus Paris nach Berlin ge- kommen und hatte sich von mir unter irgendeinem Vorwond die Necuz-Unterlagen für den Empfang über die in Frankreich ge- lieferten Kriegsanleiheslücke geben lassen, die der Abgeordnete Calmon haben sollte. Calmon verweigerte ober die verausgabe und verlangte von mir die schriftliche Zusicherung von 2 5 Prozent B e r d i e nst an dem Geschäft. Mein Versuch, dag diese 2S Proz. Schrandt aus seinem großen Gewinn bezahlen sollte, scheiterte. Es kam schließlich zu folgender Einigung: Die Franzosen bekamen einen angemessenen Vorschuß und die Recus wurden bei einer großen französischen Bank hinterlegt. Dann setzte ich mich mit Hamburg in Verbindung und erbat die Ueberweisung von 120 000 Frank(15 000 M.) zur Abgeltung der Franzosen. Ich erhielt das Geld überwiesen und sagte mir: Bei der Psyche der Franzosen spielt ein Stoß Banknoten eine wichtige Rolle. Diese Ileberlegung stimmte. Ich händigte den Franzosen 104 000 Franken aus, und Calmon hinterlegte die Recus bei einer Pariser Bank auf meinen Namen. Im Juli erhielt ich von Stinnes den Austrag, nach Paris zu. fahren und dort so lange zu bleiben, bis das Geschäft in irgendeiner ZBeise erledigt sei, mit oder ohne Gewinn. In Paris äußerte der Abgeordnete Ealnrvn schließlich Bedenken über die Zulässigkeit der Transaktion, und im August eröffnete er Herrn v. Waldow, daß der Reichs- kommissar ihm geschrieben und zu der Anmeldung Bedenken geäußert habe. v. Waldow wurde bereits vom nächsten Tage an durch die französische Polizei beobachtet. Calmon gab ihm, v. Waldow� den Inhalt eines Gespräches mit Kommissar Heinzmann wieder, in dem dieser geäußert haben soll: Ich will dem Herrn Stinnes den Geschmack an solchen Geschäften ein für allemal verderben. Es bestehen bekantlich Unterschiede zwischen den früheren und jetzigen Bekundungen v. Waldows. Befragt von dem Vorsitzenden sagt« v. Waldow: Bon einem bestimmten Zeitpunkt an habe ich meine Aussagen denen des Herrn Schrandt anzupassen gesucht, denn ich hatte den Eindruck, man werde mich nicht früher aus der Untersuchungshaft entlassen, als bis Stinnes genügend belastet ist. Vors.: Ihre Angaben gegen Stinnes führten zu dessen Vcr- Haftung, v Waldow: Ich muß gegen die Behauptung protestieren. Kriminalkommissar Rassow ist wiederholt zu mir in die Unter- suchungshaft gekommen und hat gesagt: Wissen Sie nicht noch etwas gegen Stinnes, es reicht noch nicht zu seiner Verhaftung. Man gab mir zu verstehen, daß dieser Prozeß nicht gegen mich, sondern gegen Stinnes geführt werden soll. Auf die Frag« des Vorsitzenden, ob er noch etwas zu erklären habe, betonte v. Waldow: Ich fühle mich im Sinne der Anklage nicht schuldig. Ich müßte eigentlich hier als Zeuge stehen und der als Zeuge geladene Herr Schrandt müßte auf der Anklagebank sitzen. Di« Verhandlung wurde dann auf Dienstag vormittag, 9(4 Uhr, vertagt. Der Mann, der auf seine Geliebte schießt Wegen doppelten Totschlages angeklagt. vor dem Landgericht III stand der SSjährlge Bauarbeiter Belli«, lieber dem rechten Auge trägt er eine Binde: ein in selbstmörderischer Absicht abgegebener Schläsenschuh hat den Sehnerv verletzt und die Sehkraft zerstört. B. holte seine Wirtschafterin, die auch seine Gelieble war. und deren Tante erschossen. Daraus schoß er sich eine Kugel in den Mund: das Geschoß blieb im Knochen der rechten Stirnseite flecke«: er selbst kam mit dem Leben davon. Run halte er sich wege« doppellen Totschlags zu verantworten. Der jetzt Achtundfünfzigjährige hat ein langes Strofregister. Als feine Frau wegen des frühen Todes eii� Kindes in Trübsinn verfiel und in«ine Siechenanstalt kam, zog �llln mit seinen beiden erwachsenen Kindern zu der Witwe Luise Sch.» die ihm die Wirt- schast führte. Anfangs ging alles gut: dann kam es zu Streitig- keilen. Eifersucht spielte dabei eine große Rolle. Er glaubt«, die Frau verbrauche das Geld für ihren Mieter und fühlte sich vernachlässigt. Das aufgewärmt« Essen wollte ihm nicht munden: die Streitigkeiten arteten in Tätlichkeiten aus. Als B. seine Geliebte eines Tages an die Kelste packte und würgte, kündigte sie ihm zum 1. September die Wohnung. Von nun an nahm sie von ihm kein Wirtschaftsgeld und kochte ihm auch kein Ess«n. Der Sohn zog bereits im August aus, Vater und Tochter blieben noch da. Bald versprach B. zu ziehen, bald wiedet wollte er nichts davon wissen: wo sollte er bleiben, meinte er. Am 30. August um tfiß Uhr morgens geschah das Unglück. Zwischen B. und der früheren Geliebten entstand ein Wortwechsel.„Mensch, mach sofort, daß du rauskommst," schrie die Frau. Im nächsten Augen- blick knallten schon Schüsse: sie zertrümmerten der Frau S. den Schädel und oerletzten ihr« Tante, die zufällig anwesend war, tödlich. Dann richtete er die Masse gegen sich selber. Die Tochter der Frau S. stürzte herbei und sah vor sich in Blutlachen drei Mcnschenkörper. B's Hand umklammerte den Revolver, seine Finger zuckten am Lzahn, als wollte er gegen sich noch einen zweiten Schuß abfeuern. Der Angeklagte bestreitet den Selbstmord und behauptet, daß Frau Sch. zuerst geschossen habe, und daß er die Schüsse auf die beiden Frauen dann in der Notwehr mit dem ent- rissenen Revolver abgefeuert habe. D!« Beweisaufnahme ergab, daß Belli»«in s e h r g e w a l t t ä t! g e r M e n s ch ist. Er hat bereits früher einmal auf die Schwester seiner Frau, ebenfalls aus Eifersucht, ein Revolverattentat verübt und sich dann selbst ebenfalls durch einen Schuß am Auge verletzt. Die psychiatrischen Sachverständigen verneinten eine krankhafte Störung des Bewußtseins. Der Staatsanwalt beantragt« 10 Jahre Zuchthaus. Das Urteil dürfte jedoch erst im Laufe des heutigen Tages gefällt werden. Lm Brunnenschacht verschüttet. Acht Stunden zwischen Leben und Tod. Einen furchtbaren Anfall erlitt gestern der ZSjährige Erdarbeiter Aellx Golembowski au» der kleinen Andreasstraße 7. Der Arbeiter wurde in einer vier Meter tiefen Grube verschüttet und er mußte a ch t v o lle Stunden in seiner qualvollen Lage ausharren, bis es der unermüdlichen Arbeit der Feuerwehr gelang, den Unglücklichen zu retten. Auf dem Hof der Ä i n�dl- K pg u e re i- in der Jäger- st r a ße 16/40 in N e u t p l l n wurde gestern eiy etwa vier Meter tiefer Schacht ausgehoben und mehrere Zuleitungsrohre erneuert. Beim Zuschütten des Schachtes brach dieVersteifung aus ungeklärter Ursache plötzlich zusammen, und Golembowski wurde mit in die Tiefe gerissen. Der Verunglückte war zunächst völlig verschüttet, doch konnte sein Kopf bald freigelegt werden. G. gab noch Lebenszeichen von sich, und die sofort alar- mierte Feuerwehr machte sich an die Bergung des Verschütteten, dem mehrmals Erfrischungen eingeflößt werden mußten. Die Arbeiten in dem engen Schacht gestalteten sich äußerst schwierig, da jeder Spatenstich nur mit größter Vorsicht ausgeführt werden durfte. Um 10 Uhr hatte sich der Unfall ereignet, uiü) erst um 16,25, also in acht qualvollen Stunden, in denen dem Mann immer der Tod vor Augen stand, konnte der verunglückte Arbeiter her- ausgezogen werden. Sein Zustand gab zu Bedenken Anlaß, so daß er sofort ins Tempelhofer St.-Iosephs-Krankenhaus gebracht werden mußte. Wie von der Polizei ermittelt wurde, hat an der gelungenen Rettungsaktion ein Polier Klebba großen. Anteil, dessen fach- männischen Anordnungen es zum größten Teil zu vor- danken ist, daß der Verschüttete lebend geborgen wcrd«n konnte. Tragischer Ausgang eines Ausflugs. Eine Krankenschwester in der großen Krampe ertrunken. Am Montag nachmillag ereignete sich in der Großen krampe unweit des Restaurants krampenburg ein schwerer Vadeunfall. Zwei Krankenschwester« des Krankenhauses am Friedrichshain, die 30jährige Luise G ö b l e r und die gleichaltrige Luise Demandt, halten an ihrem gestrigen freien Tage einen Ausslug unternommen. Zn den frühen Rachmittagsstunden badeten die beiden Mädchen in der Großen Krampe, gerieten plötzlich an eine tiefe Stelle und gingen unter. Der Borsall war sogleich vom Ufer aus bemerkt worden. und nach einigen Minuten gelang es. die Schwester Demandt. die inzwischen das Bewußtsein verloren halte, zu bergen, von dem anderen Mädchen, das vermutlich In die Strömung geraten war, war nichts mehr zu entdecken. Die Gerettete wurde sofort von Samaritern der Müggelheim- wehr behandelt, und erst nach einstündigen angestrengten Vemühun- gen konnte sie ins Leben zurückgerufen werden. Der alarmierte Reichswasserschuh suchte die llnsallstelle nach der vermißten ab, deren Leiche gegen 17 Uhr geborgen werden konnte. Booisunfätte im Reich. Todesopfer bei Meißen und Brandenburg. Montag mittag überrannte das Motorboot„P i r n a" unterhalb der Meißener Eisenbahnbrücke das Fährboot ,. F o- relle". Soweit bis jetzt festgestellt werden tonnte, wurden sechs Personen ge rettet: noch Aussagen einer der Geretteten sollen sich in dem verunglückten Fährboot acht Personen befunden haben. Die genaue Zahl der verunglückten steht noch nicht fest. Die Schuldsrage bedarf noch der Aufklärung. In der Südostecke des in der Umgebung Brandenburgs liegen- den Planer Sees kam gestern infolg« des stürmischen Wetters ein mit drei Brandenburgern besetztes Paddelboot zum Kentern. Zwei von den Paddlern, ein 40 Jahre alter Maler und ein 14 Jahre alter Malcrlehrling, fanden den T o d in den Wellen, während der dritte Insasse, ein 17 Jahr« alter Arbeiter, sich an das treibende Boot anklammerte und einig« Zeit später an Land getrieben wurde.» Auch aus ander«» Städten d«s Reiches werden Boots- Unfälle gemeldet, bei denen aber keine Toten zu beklagen waren. Sommerkönigin Der traditionell gewordene Krönlingsrummel im Luna- Park ist am Sonnabend gestiegen. Dasselbe Bild wie stets: viel Neugierige: ein Häuflein„Mäzene" um die 25„Ausgesuchten", oas Ergebnis einer dreitägigen Schiedsrichterarbeit.(Gott, müssen die Herren Zeit haben!) Diesmal war die vorgelegte„Musterkollektion' etwas vielseitiger: Blond, schwarz, Bubikopf, Hängezops, schlank, vollschlank. Gewählt wurde, wie immer, ein Außenseiter: Eriki Kramer, 18jährige Stenotypistin, züchtig in Rock und Bläschen mit schlichtem Langhaar— 1000 Mark Apanage, Photos, Tages- rühm... Hoffentlich vertauscht sie nicht die solid« Schreibmaschine mit dem unsoliden Königsthron... (Berechtigte üebersctzung von Erwin Magnus). Daylight überwachte die Vorbereitungen, legte selbst die Kandare an, stellte die Steigbügelriemen und schnallte den Gurt fest. Zu dem Sprungriemen schüttelte er den Kopf, hörte aber auf den Rat des Händlers und ließ ihn anlegen. Und Bob war außer einer gewissen feurigen Unruhe und ein paar scherzhaften Versuchen, sich auf die Hinterbeine zu stellen, sehr brav. Auch auf dem nun folgenden Ritt betrug er sich sehr manierlich bis auf einige unzulässige Seitensprünge und Tanzschritte. Daylight war entzückt: der Handel wurde ab- geschlossen und Bob sofort mit allem Zubehör nach der an- deren Seite der Bucht in die Ställe der Oakland-Reitschule geschickt. Am nächsten Tage, einem Sonntag, war Daylight früh auf und setzte mit der Fähre über. Er hatte Wolf bei sich, seinen alten Leithund, den einzigen von seinem Gespann, den er aus Alaska mitgebracht hatte. Aber wieviel er auch in den Pindmont-Bergen und auf dem Wege mit den vielen Gattern in Berkeley spähte, sah er doch keinen Schimmer von Dede Mason und ihrem kastanienbraunen Pferd. Ihm blieb jedoch nicht viel Zeit für seine Enttäuschung, denn er hatte genug mit seinem eigenen Kastanienbraunen zu tun. Bob versuchte allerhand Neckereien und Widersetzlichkeiten und er- müdete seinen Reiter ebenso wie der Reiter ihn. Daylight mußte seine ganze Kenntnis von Pferden auf- wenden, während Bob wiederum alles versuchte, was fein Pferdeverstand hergab. Als er fühlte, daß der Sprung- riemen sich gelockert hatte, begann er zu zeigen, was er an Steigen leisten konnte. Nach zehn Minuten vergeblicher Mühe mußte Daylight absteigen und den Sprungriemen an- ziehen worauf Bob sich als ein Muster engelhafter Güte er- wies. Es glückte ihm, Daylight völlig hinters Licht zu fuhren. Eine halbe Stunde oerging. Daylight ritt, nichts Böses ahnend, im Schritt und drehte sich eine Zigarette, wahrend er mit schlaffen Knien im Sattel saß und die Zügel lose über den Hals des Tieres hängen ließ. Plötzlich wirbelte Bob mit blitzartiger Schnelligkeit herum und drehte sich, die Vor- derfüße in der Luft, auf den Hinterbeinen, wie auf einer Achse. Als Daylight zur Besinnung kam, war sein rechter Fuß aus dem Steigbügel, während seine Arme den Hals des Tieres umklammerten: und Bob benutzte die Gelegenheit und rannte den Weg hinunter. Daylights einzige Hoffnung war, daß er in diesem Augenblick nicht Dede Mason be- gegnete. Dann gelang es ihm, sich wieder zurechtzusetzen und die Herrschaft über das Pferd zu gewinnen. „Na, Bob," sagte er zu dem Tiere, während er sich den Schweiß aus den Augen wischte,„ich muß schon gestehen, daß du das verfluchteste, schnellste und halsstarrigste Biest bist, das ich je gesehen habe. Ich glaube, man muß dich die ganze Zeit die Sporen fühlen lassen." Doch im selben Augenblick, wo die Sporen ihn berühr- ten, hob Bob den Fuß und gab dem Steigbügel einen ge- hörigen Tritt. Aus Neugier versuchte Daylight noch mehrere Male die Sporen, und jedesmal traf Bobs Huf den Steig- bügel. Da folgte Daylight Bobs Beispiel, jagte ihm ebenso unerwartet beide Sporen in die Seite und versetzte ihm gleich- zeitig einen Peitschenhieb von unten. „Du scheinst noch nie eine ordentliche Tracht Prügel be- kommen zu haben," murmelte er, während Bob, der so rauh aus dem Kreislauf seiner neckischen Gedanken gerissen war, in vollem Galopp dahinschoß. Ein halb Dutzend Male wurde Bob von Sporen und Peitsche getroffen, und dann fand Daylight Muße, sich an dem prachtvollen Galopp zu erfreuen. Als Bob merkte, daß er nicht mehr bestraft werden sollte, fiel er in einem gleich- mäßigen Trab: Wolf, der zurückgeblieben war, holte sie jetzt ein, und alles ging herrlich.. „Ich will dich lehren, so herumzuwirbeln. mein Junge, sagte Daylight, als Bob es wieder tat. In vollem Galopp machte er plötzlich halt und stemmte beide Borderfüße gegen den Boden. Daylight umklammert« mit den Armen den Hals des Tieres. Im selben Augenblick erhob Bob sich auf den Hinterbeinen und wirbelte herum. Nur ein ausgezeichneter Reiter konnte sich oben halten, und Daylight war nahe daran, abgeworfen zu werden. Als er sich wieder zurechtgesetzt hatte, jagte Bob in voller Karriere denselben Weg. den sie gekommen waren, zurück, so daß Wolf seitwärts durch die Büsche springen mußte. „Schön, Freundchen!" grunzte Daylight, indem er immer wieder Sporen und Peitsche gebrauchte.„Du willst rückwärts gehen, und das sollst du, bis du die Lust dazu verlierst." Als Bob nach einiger Zeit versuchte, die wahnsinnige Fahrt etwas zu verringern, wurden Peitsche und Sporen wieder mit unverminderter Kraft gebraucht und er dadurch zu neuer Anstrengung angestachelt. Und als Daylight schließ- lich meinte, daß das Pferd genug bekommen hätte, wandte er es plötzlich und ließ es in etwas ruhigerem Galopp weiter- laufen. Nach einiger Zeit hielt er an, um zu sehen, ob das Tier außer Atem war. Da wandte Bob den Kopf und rieb ungeduldig mit schelmischem Ausdruck das Maul am Steig- bügel seines Reiters, wie um anzudeuten, daß es Zeit wäre, weiterzukommen. „Na, so was Hab ich doch noch nicht gesehen," meinte Daylight.„Kein Unwille, kein Aerger, gar nichts— und das nach all den Prügeln! Du bist wirtlich ein Pracht- kerl, Bob." So verging der Tag. Daylight hatte das Tier lieb- gewonnen und bereute den Kauf nicht. Er verstand, daß Bob weder boshaft, noch gemein war, und daß alles nur von dem überschäumenden Lebensmut und seinem für ein Pferd un- gewöhnlichen Verstand kam. Zu dem Feuer und der In- telligenz gesellte sich noch eine unbezahlbare Schelmerei. Um ihn zu beherrschen, bedurste es einer festen Hand, einer ge- wissen Strenge und eines scharfen Kommandotones. „Entweder du oder ich, Bob." lagte Daylight ihm mehr als einmal an diesem Tage. * Die ganze Woche dachte Daylight fast ebensoviel an Bob wie an Dede: und da er gerade nicht von großen Unter- nehmungen in Anspruch genommen war. dachte er vielleicht mehr an die beiden als an sein geschäftliches Spiel. Bobs Trick mit dem Herumwirbeln beschäftigt« ihn ganz besonders. Wie es ihm abgewöhnen— das war die Frage. Wenn er nun Dede in den Bergen traf und vielleicht gar durch ein glückliches Spiel des Schicksals neben ihr reiten durfte, dann konnten Bobs Angewohnheiten sehr unangenehm und ärgerlich werden. Es war ihm gerade daran gelegen, daß sie ihn sehen sollte, wie er Bobs Hals mit den Armen um- klammerte. Andererseits konnte er sie auch nicht stehen lassen, und. Peitsche und Sporen gebrauchend, denselben Weg, den er gekommen, wieder zurückjagen.(Fortsetzung folgt.) Eine Krauen-Oberschule in Lankwitz. Am Vorbildung der technischen Lehrerinnen. Die Errichtung einer Frauen-Oberschule am Lyzeum in Lankwitz ist geplant. Eine solche Frauen-Oberschute wurde bereits Ostern d. I. an der Staatlichen Augusta-Sclnrle sowie an der Sophte-Eharl ott sn-Schule in Charlottenburg erösfnet, nachdem schon seit mehreren Jahren in Hall«, Hildesheim und Münster i. W. ähnliche Versuchsschulen eingerichtet worden waren. Dies« Schulen sollen die Vorbildung der technischen Lehrerinnen und Gewerbelehrerinnen nor Eintritt in die Fachausbildung übernehmen und keine Unioersttätsreise verleihen. Sie werden nebe» den wisseirschastlichen Fächern. Religion, Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Mathematik, Naturwissenschaften und einer Fremdsprache im Unterschied zu den bestehenden Schulen Hauswirtschast, Gartenbau, Musik, Zeichnen, Nadel- und Kinder- gartenarbeit sowie Leibesübungen besonders pflegen und sollen so die erwünschte Entlastung der Oberlyztcn bringen. Di« beiden zu Ostern bereits eröffneten Frauen-Oberschulen haben sich als nicht ausreichend erwiesen, und so vertritt auch die Berliner Schulver- waltung den Standpunkt, daß noch weitere errichtet werden müssen. Cr stahl in Baubuden. llnd stellte sich tot. Die Garderobenräume der auf Neu- und Umbauten beschäftigten Arbeiter sind von scher ei« belieble, Tätigt eilsseld gemeiner Splhbuben gewesen. ZNchnnal» morden solche Burschen auch schon gefaßt und der Jloflzei übergeben. Gestern ereilte einem Spitzbuben am Kurfür st endamm sein Geschick. Er hatte sich in den Raum eingeschlichen und hielt gerade Umschau unter den dort hängenden Kleidungsstücken, als ihn einer der Arbeiter überraschte. Dem Dieb wurde schwül zu Mute, er wußte keinen anderen Ausweg, als plötzlich„ohnmächtig" zu werden. Auch als die Arbeiter einen Polizeibeamten her- beiholten, hielt der Erwischte an seiner Ohnmacht fest. Es blieb nichrs weiter übrig, als ihn nach dem Krankenhaus zu bringen, seine Furcht vor der wohlverdienten„A b r« i b u n g" war zu groß, als daß er die Augen aufgetan hätte. Im Krankenhaus wurde er natürlich so- fort als Simulant entlarvt und zur Wache zurücktransportiert. Er hatte ein Paket bei sich gehobt, in dem Handwertszeug sein sollte. Es ergab sich aber, daß das Päckchen einen vollständigen blauen Jackettanzug, eine Seglermütze, ein Oberhemd und ein Paar Lackschuhe enthielt. Ohne Zweisel ist das die Ausbeute eines an- deren Diebstahls, den er irgendwo verübt hat. Es scheint sich vm die Sonntagskleidung eines Arbeiters zu handeln. Me Kleidungsstücke wurden sichergestellt. Der Pestohlene kann sie bei Kriminalkommissar Stiller, Dienststelle C. 6 im Polizeipräsidium, in Empsang nehmen. Der Festgenommene, ein 22 Jahre alter Walter H., wird dem Unter» suchungsrichter vorgeführt werden. Lastauto fährt gegen Hochbahnpfeiler. Durch einen eigenartigen Vtachmtttog, der Hochbahn- empsindlich gestört. Gegen X-2 Uhr fuhr ein Straßenkreuzung S k a l i tz e r- Unfall wuvde gestern, am frühen und Straßenbahnverkehr L a st a u t o mit Anhänger aus der und Mariannen st raße gegen einen N o t p f e i l« r des zurzeit im Umbau befindlichen Hoch- bahnhofes Kottbusfer Tor. Der Anprall war so heftig, daß der Pfeiler stark beschädigt wuvde. Der Hochbahnbetrieb mußte deshalb aus Sicherheitsgründen zwischen den Stationen Halle- sches Tor und Warschauer Brücke sofort gesperrt werden. Die Feuerwehr errichtet« im Verein mit Arbeitern der Hochbahn starke Versteifungen, so daß der Verkehr noch halbstündiger Unterbrechung wieder ausgenomnren werden konnte. Das zertrümmerte Lastauto wurde einige Zeit später ab- geschleppt. Der Führer mußte mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.— Auch der Straßenbahnverkehr erlitt durch den Vorfall eine längere Verkehrsstörung. König Kuad in Berlin. Der König von Aegypten stattete gestern dem Reichs- Präsidenten seinen Gegenbesuch ab. Dami besuchte der Reichs» kai, zler im Namen der Reichsregierung den König im Prinz- Albr«cht»Palais. Hieran schloß sich ein Empfang des d i p l o- malischen Korps. Am Abend fand«in Esse» beim Reichs« Präsidenten statt, bei dem Reichspräsident von Hindenbnrg und König Fuad Trinksprüche austauschten. Am Abend fand im Hos« des Palais des Reichspräsidenten ein Zapsenstreich der Reichswehrkapellen statt. Unter Begleitung von Fackelträgern marschierten die Kapellen um 10,20 Uhr in den Hos des Palais und spielte dort neben dem Zapsenstreich und einigen Militärmärschen die ägyptische und deutsche Nationalhymne. Der Reichspräsident härte mit seinem Gast von dem hell erleuchteten Balkon dem Konzert zu. Sein Bekenntnis. Die Verfassung der Deutschen Republik bestimmt, daß niemand sein Religionsbekenntnis zu offen- baren b r a u ch t, es sei denn, daß davon Rechte oder Pflichten abhängen. Daraus folgt, daß auch in Schulabgangszeug- nissen keine Angabe mehr über das Religionsbekenntnis des ins Leben hinaustretenden Schulkindes gemacht werden darf. In Berücksichtigung dieser Rechtslage Hot die Schulverwaltung der Stadt Berlin schon vor längerer Zeit für Schlllabgangszeugnisse neue Vordrucke anfertigen lassen, auf denen kein« Angabe des Religionsbekenntnisses vorgesehen ist. Trotzdem ist einem Schüler der 68. Gemeindeschule in der Reichenberger Straße noch Ostern lS29 ein Abgangszeugnis ausgehändigt worden, das den Z u s a tz„« v. B k s."(soll doch wohl heißen: evangelisches Bekenntnis") trägt. Mit diesem verfassungswidrigen Zusatz hat der Pädagoge, der ihn gemacht hat, sein Bekenntnis tundgetan, das Bekenntnis, daß er unentwegt an den Bräuchen der allen Zell festhält. Ist der uns gemeldete Fall der einzige in Berlin— oder sind hier»och mehr Fälle dieser Art vorgekommen? Eltern sollten ein solches Zeugnis für ihr Kind zurückweisen und Ausferti- g u n g eines anderen Zeugnisses fordern. Wenn etwa die Schul« sich weigert, wäre Beschwerde an die städtische Schul- Verwaltung zu richten. Da» Keichspostmusciim wird nach Beendigung der bauliche» Instand- setzungcn, Umaidnung der Sammlungen und Aufbau der neue» Funk- teilung abvom IL Juni ab wieder geüssneL Die Vereinigung der Freunde von Religion und VSNerfrieden veranstaltet am Sonntag, dem 16. Juni, eine Dampsersabrt nach Ferch.— Die Absabrt erfolgt 8 Uhr vorm. vom Tegeler Weg lNShe Bahnhof Jungsern- Heide). Der Fahrpreis betrögt M. 2 50. Zu diefcr Fahrt sind alle Frauen und Männer eingeladen, die der hohen Idee des VölkerlriedenS dienen wollen.— Alle näheren Auskünfte über oben benannte Vereinigung erteilt der 1. Vorsitzende Willy Schönberr. Berlin- Steglitz. Schönhauser Str. 14. Tel. Steglitz 8173. Auch sind dort die neueingesührten VereinSnadcln zu Sahen._ Sport. Rennen zn Ruhleben am ZNoatag. dem lv.)unl. 1. Rennen 1. Fechtmeister fJausi st.). 2. Jokafte. 3. Fat» Morgana. Toto: 15:10. Platz: 11, IS, 26:10. Ferner liefen: Farina, Dr. Wagner, Sppi. Pallenbcrg, Whianka. Boston. 2. R c n n e n. 1. Passer lH. Krumnack). 2. Gteinnelke. 3. PiruS. Toto: 102:10. Platz: 36. 61. 27: 10. Ferner liefen: Hella Timoko, Meister» stück. Erich S., Lindowgold. Primel, Harfenmädchen. Dahlie, Flaggenlied, Ludzina. 3. Rennen. 1. Halma(H. Marker), 2. Long Albert. 3. Lombarde!. Toto: 24:10. Platz: 14,15.15:10. Ferner liefen: Dilles, Agilator, Valencia T, Erst. Seehofer. Wintermärchen. 4. Rennen. 1. Eillv Dillon lTh. Retzki). 2. Mephisto. 3. Frieda Edel- stein, 4. Lord Arco. Toto: 80:10. Platz: 21. 59. 13. 14: 10. Feruer liefen: Einsiedler. Esfi, Goudster st.. Eriiu,©eini Duffy, Ida PaloS, Regenbogen, Kood Loh, Jngelinde, Edzard, Edelstrin Sohn, Dicar, Eharade, Hellina, Morgentau, Quitte B. 5. Rennen. 1. Freund Edelstein4 Uhr im Hackeschen Hof, Rosenthaler Str. 40— 41. Vortrag: „Haushalt 1929 der Stadt Berlin". Referent: Etadwerordneter Si-gbert Loew». 2. Abt. 20 Uhr bei Ohngemach. Aommandaniniffrrtztz. Bortrag:„Der Wider. fall de» sozialdemokratischen Parteitage» in der bürgerlichen Presse". Referent: Alfred Flaiau. 3. Abt. ISf» Uhr im Saas''l des Gewerkkchaitshause», Engelufer 24—25. Vortrag:„Interessante Fragen der Krankenverficherung". Referent: Richard Nürnberg. 4. Abt. 19f« Uhr bei St-mm-l, Reue Fricdeichfir. I. Vortrag:.Das Repa. rationsprvblcm". Referent: Ernst Neumann. 5. Abt. 19>:. Uhr im Rosenthaler Sos, Rosenthaler Str. 11—12. Vortrag: „Der Berliner Etat". Referent: Stadtverordneter Willi Riefe. «. Abt. 19'h Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Vortrag:.Di- politische Lage". Referent: Dr. Paul Levi, M. d. R. 7. Abt. 1S>4 Uhr bei Döll, Bergstr. 70. Raus«, Bonenftr. 19. Ernst« und heitere Rezitationen. Referent: Heinz Läwi. Jknbe, Strelitzer Sir. 53. veirau. Pflugstr. 1. Bärwalde. Schlegelstr. 3. Bortrag:„Notwendigkeit der stärperpflkge". Nesercnt: Adolf Buck. 3. Abt. D«.Zah labend bei Reumann, Blumeshos. fällt aus. Die übrigen Zablabcirde in den bekannte» Lokale». Bei Mcncr. Lützowfir. 7. Rete, renk: Eenosse Strathmann. Seil«. Sieinmctzstr. 20. Vortrag:„Arbeitersport". Referent: Genosse Heinz Wagner. Rickert, Steinmetzstr. 36a. Bor. trag:„Die Todesstrafe". Referent: Wilhelm Lewinfki. Leüschn«, El»holz» straßc 3. Bor trag:„Die politisch- Lage". Referent: Michael Hirschberg. I. Abt. 1914 Uhr im Artushof, Perleberger Str. 29, Vortrag:„Der Magde- burger Parteitag". Referent: Genosse Biedermann. M. d. R. Auch Gäste sind eingeladen. 1,. Abt. 19>4 Uhr bei Sandow, Flensburger Str. 3, Funktionärsttzung.— Achtung! Mitgliederversammlung fällt wegen der am 19. Juni stattsin. denden streismitgliederoersammlung ou». Thema: Bericht vom Parteitag. ll. Abt. 1914 Übe bei Berger. Leoetzowstr. St. Ecke Iagowstraße. Vortrag: „Die Reparationsfrage". Referent: Dr. Friedrich Hertneck. 13. Abt. 19>4 Uhr im blauen Saal des Patzenhofcr. Turmstr. 2Z. Bortrag: „stommunalpolitifche Tagesfragen". Referent: Stadtrat Rudolf Schlichting. 14. Abt. 20 Uhr bei Goitschalk, Putbuss« Sir. 24. Start. Putbusser Str. 14. Schulz, Graunftr. 41. 15. Abt. l9!4 Uhr bei Dahm, Binetaplatz 7. Bortrag:.�kommunale Tätig. keit im Bezirk Wedding". Reierent: Genosse Sennicke. Aurkowski, Fei». str. 3. Vortrag:„Reichs, und Berwaltungsreform". Referent: Genosse Eckel. 17. Abt. 1�4 Uhr bei LSffzi, Tegeler Slr. 50. Schwiderowfki, Triststr. 48 unb Schreiber. Triflstr. Ki. 18. Abt. 1914 Uhr bei Schade. Aösliner Str. 9. Schmidt. Aolberger Str. 24. Lokal Panlstraße Ecke Bäligerstraße und Svrgatz, Uferstr. 12. Sachse, Lindow« Str. 26. 19. Abt. 1914 Uhr. Bezirk« 805, 806:(Brünett, Pankstr. 59, Bezirke 809, 810: Schrepel. Grünt Haler Str. 13. Vortrag:„Die politische Lage". Re'erent: Georg Stieglitz. Bezirk 811: Brodzinski, Grünthaler Str. 6. Bezirk 812: Schulz, Stettiner Str. 52. Bezirke 813 und 8l9: Gottschalk, Grünthaler Straße 14. Bezirke 814. 817, 818: Schuchardt, Ehristianiaftr. 116. Bezirke 815, 816: Haß, Grünthaler Str. 6g. Bezirk 820: Grünberg. Prinzenollee 57. 20. Abt. 1914 Uhr bei Bontke, Schnlzstr. 58. Vortrag de» Genossen Alüsner. Tillgner, stoloniestraße Ecke Iechliner Straße. Bortrag:„Die wirtschaftlichen Unternehmungen der Arbeiterschaft". Lokal Machalett. Dront. heimer Str. 4. Vortrag:„Aktuelle Fragen der Sozialverstchernng". Zie- serent: Franz Lepinski. 2t. Abt. 1914 Uhr Fahlabend« in den ll-konnlen Lokale». 22. Abt. 1914 Uhr Fahlabende bei Bartsch, Fehmarnstr. I— Loschke, Antwerpe- »er Str. 9— Borkowski, Brüsseler Str. 43— Senkel, Utrechter Str. 10— Herms, Mtillerstr. 26a. 23. Abt. 19' 4 Uhr Fahlabende mit Borträge» bei Lewandowsti, Seeftr. 104. Genosse Lorenz— Grunewald, Aameruner Str. 19. Geiwsse Läsche— Gut- schow. Transvaalstr. 25, Genosse Arause— Tietze. Bariusstr. 9, Genosse Hensel— Mollnau, Müllerftr. 62», Genosse Blaschzik— Aönig. Otavistr. 37, Genosse Hantb. 24. Abt. 1914 Uhr: I. Gruppe bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25.— 1a-Grumt' bei Ahlichläger, Winsstraße, Eck- Ehristburger Straße— 2. Gruppe bei Bogel, Iablonfkissr. 9(Bartrag:„Die Bolksfüriorg« in der Arbeiter. bewegung." Ref.: Genosse Iessath)— 3. Gruppe, bei Schulz, Earmen-Snlno- Straße, Ecke Hoiemannstraße(Vortrag:„Sowlet-Rußland," Ref.: Eugen Saale». 2S. Abt. Die Fahlabende fallen in diesem Monat au». 20. Abt. 1914 Uhr bei Beinlich, Weißrnburger Str. 1, Bortrog:„Dir und die Landwirtschaft." Ref.: Felix Fligg. 27. Abt. 1914 Uhr Sei Feug«. Milastr. 5— Mehlberg. Gaudnstr. 6(Bortrag)— Beetz. Sonnenburger Str. 1—. Fischotter. Aorsdrer Str. 1— Glanz, Aope». hasener Str. 37. 28.«t. 19V4 Uhr, Maaß. Prenzlauer Allee 232-»arlelt.»orther Str. 19.- Iänecke. Hogenauer Str. 5(Bortrag:„Reifen in Schweden und Finnland," Ref.: Willy Rtldors)— Rechenberg,.Eboriner Str. 4g— Fundel, Aastanien. alle« 29/30(Bortrag:„Bälkerbund— Arbeiterschaft," Ref.: Gensssc Holzl— Meyer, Oderberger Str.. 39. 29. Abt. 1914 Uhr im Altersheim. Danziaer Sit. 62, Dort rag: kommunale WohlfahrtipNege." Ref.: Dr. Fritz Schloß. 30. Abt. I9>4 Uhr. Bezirke'90. 91: Pohst. Lychenar Str. 103— 92 bis 94; Schroter. Pappelallee 34— 97: Schmidt, Pappclallee 80— 98/99; Hoff» mann. Lychener Str. 8— 114 hl, 120; Mahickopf. E-rm-n.Sylva.Str. 128 sBortrag:.Politischer Rücksslick," Ref.: Willy Schneider)— 121 bis 123: Lotal Bichertitr. öS— 124/lSt»: Riede rg all. Earnlen-Solva-Etr. 22. l st. Abt. 1V4 Uhr bei G-ldfchmidf. Si-lpifch- Str. 3«— Meißner.«chr»a. beiner Straße— Schwarz, Bornholmer Str. 9(Ref.: Edith Bauwann, Billy .streßmann und Erich Schmidt). 32. Abt. Fahladendc mit Referaten in allen Lokalen um 1914 Uhr. Gruppe Fiedtkau bei stromphardt, Paui-Singer-Str. 49— Gruppe Bartmann ber Schmidt, Frnchtftr. 36— Gruppe Buchmann bei Drescher, Stralauer Platz 5 — Gruppe Meyer bei strämer, Markusstr. 16— Gruppe Tröder bei Aleinitz. Breslauer Etr. 25— Gruppe stluge am Donnerstag bei Valentin, strout» stroße 36(Thema:„Volksbildungsks-ftrebungen der Aommune," Ret.: Genosse Adolf Lau). Da von den Gruppen die von mir gewünschten Adressen noch nicht eingegangen find, bitte ich die Gruppenführer, die Adressen in den Fahlabenden zu erfragen und mir dieselben umgehend zuzustellen. 33. Alst. 1916 Uhr Gruppenversammlung bei Abraham. Wertalla und Homnann (Thema:'„Der Reichshauslmli." Bei Wertalla spricht außerdcm Genosse Gärner über:.Lnnstgemeinde Friedrichshoin")— Um 31(9) Uhr: Bor- ftandssttzuna bei Abraham, Simon-Dach-Str. 24. 34. Abt. 191� Uhr Fahlabende in den„Eom-niusfälen". Memeler Str. 67(Bor- trag:„Soziole Gerichtshilfe und Gefangenenfürlorge." Ref.: Bruno Gold- stein)— Lokal Eadiner Str. 10(Ref.: Genosse Richter)— Lokal Rvmintener Str. 7(Bortrag des Genossen Bruno Theek)— Lokal Memeler Str. 63 (Bortrag:„Aufbau und Auslläu der Berliner Gesundheitsfürsorge," Ref.: Irma Fechenbach). �,. 38. Abt. 19' a Uhr Foh labende mit Vorträgen unb Debatten IN allen belannten Fahlabendlokalen der 19 Bezirke.— Achtung! Bezirk 159 tagt diesmal Palifadenstr. 77 im Lokal Groß(Bortrog:„Der Parteitag in Magdeburg. Ref.: Adolf Abter).— Bezirk 155 tagt diesmal im Lokal Palifadenstr. 71. — Bezirk l»Sa: Lokal Langendeckftr. 1(Vortrog:„Der Parteitag in Magde. bürg." Ref.: Gerhard stramer).— Dezirl 188: Lokal Georgtnkuchftr. 05 I Bortrog:„Wirtschaft und Politik." Ref.: Paul stoske).— Bezirke 183, 186, 187 bei Jäkel. Höchste Sir. 14(Bortrag:.Jugendfürsorge," Ref.: Stadt- amtmann Westvhal). 39. Abt. Früh 5 Uhr im Lokal„Fnm Mohren", Zerusalemer Str. 9, Berfamm. lung. Vortrag:„Der Parteitag in Magdeburg." Referent: Rektor Eduard Hahn.— 20 Uhr im Baugewerkshau», Bergmannstr. 96, Porlrag:„Der Parteitag in Magdeburg." Ref.: Felix Fechenbach. 41. Abt. I. Gruppe im Lokal Göbel. Temvelhofer Ufer 6— Z. Gruppe>m Lokal Erdmann. Bellc.Alliance.Str. 73»(Bortrag:„Humor im Alossen. kämpf," Ref.: Genosse Hann, Aamm)— 3. Gruppe im Lokal Fechncr, Fidieinstr. 4— 4. Gruppe im Lokal Schuster, Ehamissoplatz 4— 5. und 6. Grupoe im Lokol Lutze, Bergmannstr. 93— 7. und 8. Gruppe im Lokal Schult, Mariendorfer Str. 5..„„ 42. Abt. 1914 Uhr bei Hoeblie. Bergmannstr. 69- Duhr, Dlüchcrstr. 3,— Seebaai, Willibald.Aleris.Str. 5— Boaler. Mittenwalder Str. 16— Braun, Bärwaldstr. 1— Wiersdorfs, Ilrbanstr. 6.— Die Bezirke III. 113. 114 tagen fetzt bei Thiel. Fossener Str. 1. 43. Abt. 1914 Uhr die Bezirke 123, 134; Albrecht. Urbanstr. 29— 125: Ehristen, Fichtestr. 23— 126. 127: Brüse. Gräfestr. 41.— Alht»-«! Der Fahlakkcnd kür die Bezirke 128/129' findet eiste Woche später statt!— Bezirke 130: Albrech«. Urbanstr. 29— l3l: Wolter, Boeckhstr. 49— 132: Arepp. Plan- Ufer 75/76— 133: Mendler. Di-ffenbachstr. 54— 134: Wolff. Gräfestr. 26 (Bortraa des Stadtverordneten Otto Araatz)— 135, 136: Bogt, Boppftr. 8 — 137, 138: stlofe. Boeckhstr. 34. 44. Abt 19)6 Uhr in der Schuwula. Mariannenstr. 47, Dortrag:„Das ston> kordot." Ref.: Fritz Schmidt. 45.«bt. 19H Uhr bei Minnig. Lausttzer Str. 45(Ref.: Genosse Walter)— Wienzicrs, Reichenberger Str. 104(Ref.: Genosse Heß)— Bartich. Wiener Str. 38(Ref.: Genosse Allmer)— Matschen,. Forster Str. 9(Ref.: Genosse Grün).— In allen Gruppen: Stellungnahme zu den Ferien: außerdem Materialausgabe.. 47.«bt. 20 Uhr die Bezirke 82. 83: Bader. Naunynstraße. Ecke«dalbertstraße (Ref.: Genosse Stoppelich:„Die politische Lage)— 97: Lier, Raunynstr 9 (Bortrag:„Hie Wirtschaftssührer— hie Arbeitnehmer," Ref.: Rektor Waller Fischer)— 98 bis 100: eied'ntopf, Mnskauer Str..35(Bortrag:„Aranken- Versicherungswesen," Ref.: Rober: Gerller)— Bezirke llll bis 166: Lehmann, Muskauer Str. 1(Bortrag:„Berlehrsfragen," Ref.: Reinhold Sichberg). 48. Abt. 20 Uhr in„SlieNng, Festsälen". Wosserwrstr. 68. Vortrag:„Stadt. Planung und Wohnungsbau Berlins." Ref.: Friedrich Arüger. Eharlottenbnrg. 5t. Abt. 20 Uhr Fahlobendc und Arbeitsgemeinschaften. 1. Gruppe: Schell ha». stönigin.ElisabethiStr. 6(Bortrag:..Unser« Arbeit im Bezirksamt." Ref.: Eiabtrai Alfred fflilO— 2. Gruppe: Jamin. Sophie. Eharlotte-Str. 88(Vortrag:„Die wissenschaftlichen Grundlagen der Sozialis» MUS." Ref.: Rechtsonwalt Rudolf Abraham)— 3. Gruppe: Dörr«. Danckel- mannstr. 18(Bortrag:„Di- Aindersreundellewegung." Ref.: Genosse störte). — 52.«bt. 20 Uhr bei Araffehl. stoiscrin-Augusta-Allee 81. Ecke Sömniernig. straße. Bortrag:..Kommunalpolitik." Ref.: Stadtrat Rosemann.— 53. Abt. Fahladende. 20 Uhr. J. unb 2. Bezirk bei Schweikert. Erasmnsstr. 2(Bor- trog:„Arbeitsnachweise und-Vermittlung," Ref.: Genosse Bartuschek)— 3. und 4. vezirk belllljur, Huttenstr. 26(Bortrag:„Arb-itslosenoersich-rung. Ref.: Genosse Wya»«— 5. und 6. Bezirk bei Homer. Sickingenftr. 54 sBortrag über:„Ärbeitsgericht," Ref.: Genosse Kohlschmidt').—- 55. Abt. CO Uhr bei Reimer. Wilmersdorfer Str. 21. Mitalicderverkymmlung. Bortrag:„Die Entwicklung Berlins."(Referent wird in� der Versammlung ssekanntgegeben.)— 5«. Abt. 20 Uhr. 1. bis 3. Gruppe: Lierfch. Kantssr. 6.' ( Dortrag: �Soziale Duswirkung der Dohnungsordnung." Ref.: Wohnungs- inspektor Noe�et)— 2. Gruppe: Iuskowiak. Holhendorffssr. 20(Diskussion über die Parteitagsverhandlungen).— 57. Abt. 20 Uhr, 1. Gruppe: Arndt. Kantftr. 51(Bortrag:»Die Lebensverhältnisse in Amerika," Ref.: Herbert Stein)—2. Gruvpe: Thunack. Wielandssr. 4 lVortrag:„Kultur- und Klassen. kämpf." Ref.: Ellen Beidler).— 58. Abt. 20 Uhr im Ranke-Hau», Ranke- srrasie 4. v. 4 Tr., Vortrag:..Sozialismus und Jugendbewegung." Ref.: Ma? Westphal.— Stellungnahme den Stadt, und Bezirksverordneten. wählen.. � �. 63. Abt.«tnnkrn A» Ah» Pokal Soffmann. Bahnbosstraßc(hinter der Nauener Bahn), Bortrag:„Die B-d-uwng der Sozialdemokratie und ihre Arbeit in den Stadt- und Dezirksparlamenten." Ref.: Stadtverordneter Gustav Sädicke.'_, 07 Abt. Grunewald. 20 Uhr bei Wurzbacher Abt-ilungsoerfammlung. 08. Abt. Halens--. 20 Uhr Sei Sandmann. W-stf-lischc Str. 42, Bortrag:„Die Reparationsfrooe." Ref.: Dr. Fritz Schönherr.,... Wilmersdorf. 70. Abt. 20 Uhr bei sttoiß. H-lft-iiufche Str. 60. Bortrag:.Di- Bedeutung der englischen Wohl." Ref.: Mar Pottlitzer.— 71. Abt. 20 Uhr bei Lau. Hildegardstr. 14. Vortrag:„Der Erziel, ungsgedanke im Sozial,»- mus." Ref.: Aurt Lücke.— 72. Abt. 20 Uhr bei Rosenau. Barziner Straße, Ecke Laubacher Straße. Vortrag:„Aommunalpolitik Berlin«." Ref.: Stadl- verordnet« Minna Todcnhagen.— Achtnng! Di« Funktionäre erscheinen eine dalbe Stunde frllber._._. 78. Abt. Schmargendorf. 20 Uhr im„Deutschen S-us", Breite Str. 34. Bortrag des Genossen Süisner.__ 74. Abt. Fehlendorf. 20 Uhr bei Schneider, Potsdamer Str. 25. Funktionär. sihung. 70. Abt. Dahlem. 20 Uhr bei Schillinq Mitglledcroerfammlung und F-bl-bend. Vortrag:„Fememordprozcsse." Ref.: Dr. ü-rrmann. »chäneber«. 77. Abt. 19-e Uhr. l. Bezirk: Milde. Nollendorfstr. 16(Bortrag: „Aommunalpolikifche Tagesfragen." Ref.: Otto Most)— 2. Bezirk: Jürgens, Borbarossastre. 5a(Bortrag:„Gibt es in Deutschland einen Faschismus?, Ref.: Genosse Friedländer)— 3 Bezirk: Frugner, Grunewaldstr. 36 /Bor- troa:„Die Bedeutunq der englischen Wahlen." Ref.: Paul Bernstrin)— 4. Bezirk: Will, M-rtii,..Luther.Str. 69(Bortrag:„Die Aonsumgcnossenschaft als Wirtschoftsfaktor," Ref.: Emit Buchholz).— 78. Abt. Di- Fahlab-nd- fallen aus. Dafür beteiligen sich alle Mitglieder an der Areismitglieder- Versammlung am Freitag. 14. Juni.— 79. Abt. 1916 Uhr Fahlabende. I. Bezirk: Arndt, Bautzen«« Str. 10(Bortraa des Genossen Dr. Aleronder Schönberg)— 2. Bezirk: Grunom, Geßlerstr. 13(Vortrag:„Äommiinalpoliti- Mies," Ref.: Stadtrat Willy stilhne)— 3. Bezirk: Lokal Salk. Siegfri-dslr. 9 (Bortrag:„Der Strafvollzug in Preußen." Ref.: Otto Strobell— 4. bi» 6. Bezirl: Lokal Groß. Sedanstr. 17(Bortrag!„AommunalvoUtik und Bezirksamt Schöneberg,� Ref.: Stadtrat Herzberg)— 7. Bezirk: Podfzus. Sachsendamm 4t(Vortrag:„stommunaloolitik und Bezirksamt Schänebera," Ref.: Genosse R-thmann)—«. Bezirk(Siedlung): Siedlung Lindenhof. im Ledigenheim. Eythstraße(Portrag:„Republikanische Schulpolitik," Ref.: Aisred Domdey).— 89. Abt. 20 Uhr im Helmholtz-Gymnastum. Rubens- ftraße, Bortrag:„Sozialistisch- Wirtschaftspolitik." Ref.: Willy Rogge. 8t. Abt. Frieden»». 20 Uhr im Ratskeller des Rathaufes. Am Lauterpia». Im Gefellschaftszimmer. Bortrag:„stommuniftische oder sozialdemokratische Tak- tik?" Ref.: Stadtrat Earl Mermuth. 82. Abt. Steglitz. 20 Uhr. 1. und 2. Bezirk: Referat:„SPD. und Volks- fürforae." Ref.: Geiiosse Ri-rnann.— 9. Bezirk: Referat:„Die Reporatipns- frage." Ref.: Genosse Wogner. 83. Abt. Lichterselb». 20 Uhr-bei Schmidt, Kindenburgdomm, Ecke Roonstroße, gemeinsamer Fahlabend für alle Bezirke. Bortrag:„Der Parteitag in Magde. bürg." Ref.: Dr. Mischler. 84. Abt. Lankwitz. 20 Uhr kkei Lehmann. Aaiser-Wilhelm-Str. 29—31, Bortrag: „Die weltliche Schule." Ref.: Hans Bauer. 80.«bt. Mapiendorf. 20 Uhr, I., 2., 7. Bezirk: Reumeyer. Schöneberge« Straße; 3. bi» 6. Bezirk: Niendorf, Eh-usseestr. 19; 8. bi» 10. Bezirk: Schräder, ffrledenstr. 6. I. Aussprache über den Parteitag. 2. Wünsch« der Mariendorfer Genossen für den Berliner Etat 1930. tz«. Abt. Lichtenrade. Zll Uhr Fahlabend in der Schul«, Roonstroße. Genosse» Hille. Bericht über den Parteitag in Magdeburg. Kculilla. 89. Abt. 191« Uhr in der Aottbusser Alause, Bürknerstr. 14. Ecke Aottbusser Damm. Lichtbildervortrag Uber:„Wirtschaftliche Selbsthilfe ber Arbeit-rschaft" Ref. Robert Altmann. Diskussion. Berschiedene,.— 90. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlungen in folg. Lokalen: 13. Bezirk bei Rüdiger, Lohmühlenstr. 36; 15. und 26. Bezirk bei Jahn, Fuldaslr. 45; Ref. Gen. Dr. Braunthal: 16. und 25. Bezirk bei Schönfisch. Weichsel- ftraße 15; 17. unb 24. Bezirk bei Lehmann, Tellstr. 8, Ref. Gen. Decker; 1)br frnWumyivdWtl ed nftV /6aQ£n: � aafc a&ptUvrt- u/nd, out cüßt man. dam JCivtcL FlBgMaflvcrftrcilBiig! Abteilungsleiicrinnen für Agitation! Die Flugblfitter für die Kundgebung für Arbeiterinnenschutz am Dienstag, dem 15. Juni, im Lehrervereinshaus, Alcxandcrplatz, liegen ab Mittwochabend an den von uns angegebenen Stellen zur Verteilung bereit. Das Frauensckreiariat. 22. 3?csirf bei fllcmt, Strlinct Str. 100: 23. u. 36. Bezirk bei Schabciko, Weichselftr. b, Ref. ffitn. Dr. Menbelsohn: 34. und 43. Bezirk bei fliemR, Flughafeustr. 7; 33. Bezirk im Idealkafino, Wcichselstr. S.— 91. Abt. 19Uz llhr, 20.. 21. und 39. Bezirk: Rdster, Zkarlsgartenstr. 4, Vortrog: .Politische Tagttfrogen". Ref. Rechtoanwolt Günther Joachim. 40. Bezirk: Üübdecke. Äarlegortenstr. 12. 36., 41. und 49. Bezirk: Palm. Mainzer StraKe, Gcke Biebrichstraße. 46. Bezirk: Balewski. Boddinftraße, Ecke Isar» ftraße. Vortrag:„Politische und wirtschaftliche Iolgen des Friedensoer» träges�. Ref. Hans Daldmann. 37. und 42. Bezirk: Stahmann. Flug- hafenftraße. Ecke Reuterstraße, Bortrag:„Politische Umschau". Ref. Hans Rickel. 30. Bezirk: Lokal Fum Flughafen, Mahiower Str. 10, Vortrag: .Schulpolitisches". Ref. Dr. Sturm.— 92. Abt. 1914 Uhr. 14., 29.. 30. Be. zirk: Lokal Gauter, Harzer Str. 86. Vortrag. 27., 26. Bezirk: Schikorra, Schondauer Straße, Ecke Elbestraße. Vortrag:„Wirtschaftspolitik". Ref. Genosse Groger. 32.. 33. Bezirk: König. Wildenbruchftroße, Ecke Weser. ftraße. Bortrag:.Reparationssragen". Ref. Genosse Lausen. 31., 44., 43., 53. Bezirk: Lokal Wolsf. Kaiser. Friedrich-Straße 173, Vortrag:„Das Ar, aT« 4» � oa« Ta � a v»4• 4 c t*? t n-"n„ �« f. ttto h hmungen der ____________.„.. 73. Bezirk: Schneidet, Rosenstr. 7, Vortrag:„Invalidenversscherung". Ref. Genosse Backhaus.— 93. Abt. 194 Uhr Zahlabende wie folgt: 56., 56., 61. Bezirk bej Zimmermann, Treptower Str. 10: 57. Bezirk bei Schauer, Treptower Straße 90, Vortrag:„Die Arbeit im Preußenparlament". Ref. Gen. Georg Klausner. M. d. L.: 63., 64., 85. Bezirk bei König. Böhmische Straße 43/44, Vortrag:„Die politische Lage in Preußen". Referent Gen, gachert, M. d. L.: 95. und 100. Bezirk bei Prißkow. Rlchartstr. 53: 96. und 99 Bezirk bei König, Konnerstrahe, Ecke Elsterstraße! 62., 87. Bezirk: Zahl. abend fällt aus: 96. Bezirk Siedlung im Bärwinkel, Vortrag:„Der Kampf um die Arbeitslosenversicherung". Ref. Bernhard Krüger.— 94. Abt. 194 Uhr, 51. Bezirk: Lokal Münker, Schillerpromenade 39. 52. Bezirk: Lokal Schröder, Selchower Str. 6. 64., 65., 66.. 67, 77., 78. Bezirkt Lokal Sell, Schillerpromenade 11. 68., 76. Bezirk: Lokal Schröder, Stein, meßstraße 52.— 95. Abt. 194 Uhr, 53., 54., 60., 61., 70., 71. Bezirk bei Grieger, Lesssngstr. 9, Ref. Friß Waldheü»: 62., 63, 69, 74, 75. Bezirk: Klein, Prinz. Hondjerp-Straße 34, Vortrag des Genossen Earl Schneider. Mitgliedsbuch legitimiert.— 96. Abt. 20 Uhr bei Zillmer, Rogatstr. 57, Vortrag:„Reichshaushalt und Regierungsbildung". Referentin Elvira Krüger.— 97. Abt. 194 Uhr, 79, 64. und 92. Bezirk: Kußki, Leineflraße, Ecke Hermanustraße, Vortrag:„Die Lehren der Berliner Maischlacht". Ref. Polizeioberst a. D. Dr. Hermann Schüßinger. 9l. Bezirk: Lokal Sturm» ecke, Wortheplaß, Dortrag des Genossen Schröder. 104, 106. Bezirk: Lokal Krüger, Emser Straße, Vortrog des Genossen Hugo Albrecht.— 98. Abt. 20 Uhr bei Teich, Knesebeckftr. 135, Vorirag:„Die englische Ar- beiterbewegung". Ref. Wilhelm Floerle. 99. Abt. Briß.Buckow. 20 Uhr im Lokal Becker. Ehausseestr. 97, Vorirag: „Der Parteitag in Magdeburg". Ref. Siegfried Aufhäufet, M, d, R. 161. Abt. Teeptow. 20 Uhr, 1. Bezirk: Lokal Graeßftr. 1. 2. Bezirk: Krüllsstr. 13. 3. Bezirk: Lokal Elseueck, Elsenstraße, Ecke Kiesholzstroße, Vortrag:„So. ziale Eerichtshilfe". Ref. Ott» Fenfelau. 4. Bezirk: Veermannstr, 10. 5. Bezirl: Folkenl>agcn, Reue Krugallee, 192. Abt. Boumschulenweg. 194 Uhr, außerordentlich wichtige Mitgliederoer. sammliing im Lokal von Borgmann, Baumschulen-, Ecke Kiefholzstroße. Tagesordnung:„Der sozialdemokratische Parteitag in Magdeburg". Rose. remin Reichstagsabgeordnele Mathilde Wurm. Die Genossinnen und Ge. Nossen werden um pünktliches und vollzähliges Erscheinen ersucht. Die Bezirisführer laden ein. 193. Abt. Obeeschöaeweide. 194 Uhr. 1, 2. Bezirk: Knappe, Westeitdstr. 17, Vortrag:„Demokrntie oder Diktatur?" Res. Richard Meier. 3, 4. Bezirk: Winller, Wishelmiuenhosstr. 62b, Vortrag:„Gesanaenenfürsorge", Ref. Genosse Mar Lehmann. 5, 6. Bezirk: Emmerich, Wilhelminenhofstr. 64, Borlraa:„Arbeitsloseiioersicheruiig". Ref. Paul Icker:. 194. Abt. Züeberschöneweibe. 194 Uhr Brückentlause. Brückeustr. 15, Vortrag: „Müssen wir eine neue Inflation befürchten?" Ref. Dr. Ernst Falck. 195. Abt. Ablersbos. 194 Uhr bei Lehngut, Sedonstr,' 4, Vortrag:„Religion und Sozialismus". Ref. Georg Müller, 196. Abt. Iehannisthal. 20 Uhr bei Botho, Eluhenranchstraße, Borteag:„Die Bedeul: ng her englischen Wahlen für dir europäische Politik". Ref. Mop Hendemann, 197. Abt. Folkenberg Alt-Gliexicke. 20 Uhr im Gemeinschaftshous der Garten. stadt ssallenderg. Vertrag:„Wehrprogramm und Reparationsregelung". Ret, Redakleur Wolfgang Sihwarz. 198. Abt. Kepenick, Achtung! Zal, labende finden»icht statt. Dafür Mit. gliedervrrfammlung im Stadttheater, Friedrichflr. 6. kleiner Saal. Bericht vom Magdeburger Parteitag. Ref. Genosse tolksborf. 199. Ab». Feiedrichshagev. Wie bitte» zu beachten, daß wir dieawal Vicht Mittwoch, fondeea eeft am So»»ee«i-g, 13. Juni, piinktlich 29 Uhe,»nfer« Mitgliederversammlung habe». Lakal: Stadttheater, Am Marktplatz. Tage». ordnung:„Bericht vom Parteitag i» Magdeburg". Ref. Matz Talkadoes. 119. Abt. Grünau. 20 Uhr bei Werner, Köpenicker Sir, 125, Vorirag:„Der Magdeburger Parieitag". Res, Albert Falkenberg, M, b. R. III. Abt.»ohnsboes. 20 Uhr bei Heimo»», Dallersdorier Sir. 160., Voritza�: „Die Sozialbemokratie im repiiblikanilchen Eiaai. Res, Johannes Stelling, Rl, d, R. Bericht vom Parteitag. Achtung! VorstandckstßUng«ine Stunde Lichtenberg. 114. Abt. 194 Uhr im LogeNkassno, Knorrproinenabe 2, Vortrog des Genossen Kurt Heinig, M. b. R.— 115. Abt. 19>,> Uhr, 1. Gruppe: Heinrich Stober, Iungftr. 27, Vortrag: �.Gewerkschaften unb Sozialpolitik". Ref. Georg Reiiter, 2. Gruppe: Lohann Rfl,, Oberstroße, Ecke Iungstraße. 3. Bezirk: Rablke, Müggelstraße, Ecke Scharnweberstraße. 4. Bezirk: Seipke, Äronprinzenstr, 47.— l>7. Abt. 194 Uhr, in her Schule, Lllck» ftraße 63, Vortrag:„Dle wisseuschastlicheii Grundlagen des Sozialismus". Ref. Georg Raible.— 118. Abt. 194 Uhr gemeinsamer.Zahlabend bei Tempel, Gubrunstr, 7, Vortrog:„Kommunale Fragen". Ref. Sladtver. ordneter Ernst Arndt.— ll9. Abt. 194 Uhr im Gesangssaal des Eäeillen-Lnzeums, Rathausstraße, Bortrag:„Politische Lage, unter be. fonderer Berücksichtigung des Reichshaushaltes". Ref. Dr. Walter Kroto. schiner,___. 129. Abt, Friedvichsfelde. 19'f, Uhr in Wiehes Geselllchasishaus, Wilhelm- ftraße 36. Bortrag:„Die Grundlagen der Berliner Kommunalpolitik". Ret. Stodlvcrordneter Ricliard Krille, 122. Abt. Biesdorf. 20 Uhr bei Poraih, Marzahner Str. 81, Vorirag:„Der Parteiiog in Magdeburg", Ref. Emil Barth, 123. Abi. Kaulsborf. 20 Uhr in der Schüßcnklause, Hönower Str. 5, Bortrag: „Der Parteitag in'Magdeburg". Referentin Kälhe Stern. 124. Abt. Rahlsdorf 20 Uhr bei Anders, Bahnhofstr 37 und„Nordstern", Hönower Sir. 49. 125. Abt.«eißensee. 194 Uhr im Wirtshaus Zum Pferdemarit, Schonstraße, Bericht vom Parteilag in Magdeburg. Ref. Friß Schmidchen. Erscheinen sämtlicher Mitglieder dringend erforderlich. 127. Abt. Koheirfcheuhavie». Die Mitgliederversammlung am 12. I-llt ans»ad findet dafür am 26. Juni statt, 128. bis 130. Abt. Panko«. 194 Uhr, 1. Bezirk: Roack, Kaiser-Friedrich- Straße 53, Vortrag:„Fürsorgerische Fragen". Ref. Wilhelm Mielhke, 2 Bezirl: Schwei, erhütte, Matzimilionstraße, Vortrag:„Der Mensch der Zukunft", Ref. Gottlieb Reese, 2,r Bezirk: Mühleneck, Mühlenstraße, Ecke Vrennerftraße, Vorirag:„Politischer Rückblick", Ref. Mar Sillmeister. z Bezirk: Drrner, Kisstngeiistr, 4, Borirag:„Wirtschaftliche Tagesfragen", Ref Hans Kegler. 4,, S. Bezirk: Klemm» Bierballen. Berliner Sir. 16, Bortrag:„Mielmechl". Ref. Max Krüger. 6. Bezirk: Neumann, Damerow- ftraße, Vortrag:„Aktuelle Rechlsfragon". Ref. Kurt Kießmann, 7., 8., 9. Bezirk: Lokal Florastr. 93, Vortrag:„Der Berliner 1. Mai". Ref. Dr. von Ungern-Slernberg. «-Inerabarf, 204 Uhr im Lokal Zimmermann, Tiniusstr. 60. Borirag: „Religion und Schule", Ret, Adolf Hoffinann, M. d, L. 131 Abt Niedeeschinhaiifen. 20 Uhr Zohlabend und Mitaliederversammlung ' im Lokal Savssouri, Nordend, Boetrag:„Der Magdeburger Parteitag", Ref. Dr. Siegfried Kawerau. 132. Abt Blankenburg. 20 Uhr hei Klug, Dorfftr. 2, Vortrag:„Die kommen. den Kommunolwahlen". Ref. Genosse Kubig. >33. Abt. Buchholz. 20 Uhr bei Rossack, Zauptste. 71, Zohlabend. 134. Abt. Buch. 20 Uhr bei Göpsert, Am Dahlihof, Borträg:„Soziale Kam. munalpolitik". Res, Dr. Bollbrecht 136. Abi. Reinickendorf. Ost. 194 Uhr Zahlabende: 1. Bezirk: Kemnitz. Graf- Rödern-Aller. 2. bis 6, und 10. und 11. Bezirk: Rochhaus, Residenz- stroße 152. 7, bis 9. Bezirk: Sieinboch, Schillerpromenabe 49. 12. bis 14. Bezirk: Rockel, Honsostr. 3. 15, und 16, Bezirk: Neumann, Provinz. ftraße Ecke Pankower Allee, 17. bi» 21. Bezirk: Brückner. Prvvinzstraße. 137. Abt. Reinickenbors-West. Der Zahlabenb findet diesmal au» befandere» Gründen»icht am 12. Juni, sondern acht Tage später statt. 138. Abt. Keemsdarf. 20 Uhr bei Okreni, Berliner Ecke Bahnhofstraße. Bor» trag:„Die Bedeutung der gemeinwirtschaftlichen Betriebe für den städi. Etat. Referent: Siodtverordneier Heinrich Schäfer, 139. Abt. Tegel. 20 Uhr im Alien Krug, Hauptftr. 14, Vortrag:„Der Magdeburger Parteitag". Referent: Adolf Wuschick. M, d, L, 149. Abi. Boefiqwalde. 20 Uhr im Lokal Woitschoch, Ernststr. 1. Borirag: „Wohnungsbaufragen". Referent: Stadtverordnelenvorfteher Johannes Haß, Parieiangelrgenheiicn, 149», Abt. Wittenau, A> Uhr im Lokal Schulz, Am Nardbahnhof. Borirag: „Staat, Kirche und Sozialismus", Referent: Ernst Oberüber, 141. Abt. Rosratbal unb Riederschönhausrn-Wefi. 20 Uhr hri Hoffmann, Edelweißstraße, Zahlabend, 143. Abt. Waidmannsluft. 20 Uhr bei Schmifchke, Waibmannstr. 4, Borirag: Kommunalpolitik im 20. Verwaltungsbezirk". Referent: Bezirksverord- neter Awert Knuth. Hohennenendorf. Mitglieberverfammlung im Lokal Ifssng, Bohnhokohotel. Tagesordnung: 1. Bortrag, 2. Partei, unb Grmeindeangelegenheiteck. 8. Verschiedenes. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht, Freunde unb Anhänger sind eingeladen. Der Borstand. Frauenveranstallunge«. 136. Abt. Reinickendors-Vst. Donnerstag, 13, Juni, 20 Uhr, Funktionärinnen. sitzung, Lindauer Etraßc. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg. Heute, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim Gunter- ftraßc 44. Bortroa:„Die Rolle der Kommunistischen Partei in der deutschen Aebeiierdewegung. Referent: Ha», Eeigewasser. Borher findet eine Mi. gliederversammlung statt um 194 Uhr. Gruppe Tempewoi-Marienborf. Heute, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim Germaniastr. 4—6, Bor trag:„Psychologie". Referentin: Genossin Paulsen. Geburtstage. Jubiläen usw. 19. Abt. Zu biese» Tagen kennte unser alter Stampf- unb«eaaenosse Gmtl Kersiu, Paukstr. 99, aus eine 49s ährige Parteizugehörigkeit zurückblicken. Er Ft. wa» Parteizugehöriglett anbetrifft, ber älteste Genosse nnlerer Ab. teilung. Verschiedene Ehrenämter hatte ihm die Partei übertragen, i« gehörte et der 35e,iei»veriammlnng be« 3. Kreise» Webdioq an unb versteht seit langen Jahren den Posten eine»«ablfahrtanorfteher». Wir gratulieren ihm recht herzlich zu seiarm Parteijnbilänm»nb seinem 63. Geburtstage und baffen ihn»och recht lange in geistiger unb körperlicher Frische für b!e Partei tätig «u sehen. 36. Abt. Unsere« Genasse» August Brebdi», Barnimftr. 14,>n(einem 25iahrigen Parteijnbilänm herzlichste Glückwünsche. Nbt. Mahlsbors. Am 5. Juni beging unser Abieilnngsleiiee, Genasse ?. Looh«- seinen 59. Geburtstag. Wie geatulieeen ihm nachträglich auf» beetzlichste unb wünschen ihm nach niele Jahre bester««snnbheit. j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei> Organisation| »1. Abt. Rcnköll». Unsere alte Genossin Schmidt, Wissmannstr. K. ist wen Sdymetaen erlkgen. Shre ihrem Andenken. Die Einäscherung ersslgte am Montag, 10. Juni, in Daumschulenweg. Am Sonntagabend sang der Bariton �ans R e i m a r, Mitglied de? Homburger Stodttheatcrs und der Städtischen Oper, Arien von Tschaikowski und Verdi, außerdem das Lied an den Abendstern, Man kennt Reimar als interessante Sängerpersvnlichkeit, die vor allem durch ihre individuelle Gestoltungsgabe.besticht. Der Rund- funt ist schonungsloser al� Bühne und Koniertpodiiim, er kon- Zentriert die Aufnierfsamkcnt allein auf die Stimme, und diese er- scheint bei Reimar im Radio unpersönlicher als aus der Bühne, und für die große Arie des Renato aus dem„Mastenball" fehlt ihr plötzlich die gutooll durchströmte Kantilene. Es geht Reimar wie Michael Bohnen, die beide ausgesprochene Sänger-Schauspieler sind. Sonst ein gllles populäres Programm mit Ouvertüren, Opernjrag- menten und wuiten unter Leitung Dr. Heinz Ungers, der manche Tempi zu schnell nimmt. Merkwürdigerweise bessern sich jetzt ini Sommer die Programme des Sonntags. Man läßt die Finger von sonderbaren Experimenten und nimmt Rücksicht auf die Wünsche der großen Publikumskreise,— Am Montag in den frühen Nach- Mittagsstunde n ein Schallplattenkonzert, das mit bedeutenden Nomen aus der italienischen Sängerwelt aufwartet, gewissermaßen als ein Abklang der Mailänder Gastspiele. Ganz ausgezeichnet« Platten und herrliche Stimmen. Und trotzdem merkt man, daß selbst ein Gigli keinen Ersatz für den uiwergeßlichen Caruso bedeutet und daß vielleicht auch deutsch« Prominente, die bei besserer Engagements- regelung dauernd in Berlin zu hören wären, einen Vergleich ntit den Italienern aushalten können, Der Zauber der Ferne, der Reiz des Fremden spielt eine ausschlaggebende Rolle,— Das Abendkonzert mit Werken von Mozart, Beethoven, Haydn, Marschner und Wagner, übertragen auf Wien, Budapest, Warschau und Prag, ist von großem Format. Frida Leider und Emanuel Feuermann sind die Solisten, und schon die Namen bürgen für die Leistungen. Immer wieder bietet Seidler-Winkler Ueberraschunge». Er rangiert heute in jener Serie der Dirigenten, die nicht nur durch die Bedeutung des Or- chesters, das sie leiten, getragen werden, sondern auch durch ihre durchaus tüchtigen Leistungen sich Ruf erworben hoben,— Adele Schreiber spricht über das„W e l t p a r l a m e n t der Frauen in Berlin" als Erinnerung an jene Tag«, da die Frau im öffenttichen Leben nach als notwendiges Uebel behandelt wurde, Historischer Ueberblick über die Emanzipation, dann die Berdienste, die die SPD. für dies« Emanzipation Deutschlands er- rang, stehen im Mittelpunkt einer instruktiven Betrachtung, F. S. �»SozialistischeArbetterLugendGr.-Verlin �«nfevbimstn für blefe Rnbttk nur an ba« Zogen bsekretaita» 1 35erlm 6®68,£mbtn(hele S Bewqrnnaachor: Neuaufnahmen an allen Uebunllsabendey, Zeben Dsnyee». tag 194 Uhr Uebungsstunhe für Anfänger unb Fortgeschrittene, 204 Uhr üben für Wien. Schule Donziaer Str. 23, Sammellisten für Wien müssen abgerechnet»erden. Heule. Dienstag. 11. Zuai. 19% Uhr: Källnifcher Park: Heim Walfenstr. 18. Bartrag:„Die Folgen be» 1. Mai". — Zentrnm: Heim Landsberger Str. 50. Tagespolttische Rundschau,— Westen Jl: Heim Bülowslr. 88. Bortrag:„Seruellc Fragen".— Kenuneuplaß: Weltliche Schule, Pank- Ecke Wiesenfteaße, Vortrag:„Arbeiten und Wirken der SAI, in anderen Ländern".— Gesuadbennne» Ii Schule Gotenburoer Strafte 2. Vortrag:„Wir und unsrre Eltern".— Schillerpark: Schule Schö» ningstvoße. Vortrag:„Freie Körperkultur".— Wedding R.-F.: Schule Lütticher Sir. 4. Vortrag:„Ardeileedichiungen".— Bedding-Rord! Heim See- Ecke Turiner Straße. Löns-Adend.— Arnswalder Platz: Heim Raste» burger Ecke Wehlauer Straße. Hosemann-Abend.— Hohenschönhausen: Schuir Dlnzelstedter Straße, lO-Minulen-Referote,— Rerdast: Heim Danziger Straße. Dortrag:„Für oder gegen die Todesstrafe?"—«tether Platz: Schule Kastanienallee 62.„Alte Volkslieder,"— Schöneberg 1: Heim Hauptstr. 15. Bortrag:.Arbeiterschott und Schussv".— SchSneberg IV: Heim Hauptstr, 15. Kurzreierate.— Lichteefelde: Heim Lichierfelde-West, Awrechistr. 14». Bor. trag:„Unser Wandern".— Steglitz: Heim Aweechtstr, 47a. Miiglirderver. sommlung.—»riß l! Heim Rathaus, Ehausseestr. 46. Vortragsabend.— Ren- käll» I: Heim Sander- Ecke Sobrechtstraße. Ausspracheabend.— Renkäll» M: Heim Flughafenstt. 66, Lichtbilder:„Quer durch die Mark Brandenburg".— Renkäll» IV: Heim Treptower etc. 95—96. Bortrag:„Sud und Rädel", 1. T. — Renkäll» V: Heim Böhmische Str. 1— 4, Zimmer 2. Vortrag:„Was brach:? nn, der Parteitag?"— Reuköll» VkN: Schule Rütlissraße. Bortrag:„Frei. körpläkuliur".— Rein icke» darf. Oft: Heim Lindauer Sir, 1, Vortrag:„Buh und Mädel".— Pankow N: Heim Görschftr. 14. Tagespolitische Fragen,— Zehlendorf: Nordschule, 20 Uhr Mitgliederversammlung, SS». Renkäll»: Morgen, 19 Uhr, Heim Sergstr. 29, Vortrag:„Partei, Gewerkschaft. Genossenschaft", Werbebetziel Prenzlauer Berg: Alle Genossen, die nach Wien auf Ferien- fahrt gehen, kommen morgen,»weck» Besprechung, im Heim Svnnenburger Straße 20, Zimmer 2, zusammen. Vorträge, Dereine undVersammlungen. G Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S, 14, Sebastianstr. 37/33. Hof 2 Tr. Kebdina. Mittwoch. 12. Juni, Treffpunkt aller Iunghanner» kamrraden um 19 Uhr auf dem Sportplatz Humdoldthain. Berliner Berel» fü» Einheitsknrtzfcheist«. B. Uebungen jeden Dienstag, 194—314 Uhr, im Friedeich-Wilhelm�Gymnossu«. Kochste. 13, Beeeinsheim: „Wilhelmshof". Anhallstr, l2. Nähere Auskunst erteilt die Geschäftsstelle Ber- lin-Holens«, Bornimer Str, 8. Uhland 5203, Sozialistifch« Schülergemeinschaft Westen. Kundgebung:„Krieg, Faschismus. Schulkampf", Referent: Sendewitz. Zwickau. Freie Aussprache. Donners- tag, 13. Juni, 194 Uhr. Fllrstin-Biswaick-Schule. Sybelstr. 2—4. Wetterbericht der ösfevttichev wetterdienfitzellr verlin und Umgegend. sNackdr. vrrb,) Teils heiter, leUS wolkig, ohne wesentliche Ziiederichläge, am Tage bei schwacher Lustbewegung mäßig warm,— Jfir veulfchlond: Auch im Süden Wetterbesserung, im übrigen Reiche mit Ausnahme der Wittagsstunden heiler, schwache veränderliche Luftbewegung, allgemein an- steigende Temperaturen, Trintturen fern vom Kurort. Schon seit Iahrhunberten ist dem Menschen der heilende Einfluß der M i n e r a l w a s s« r, die an vielen Stellen dem Erdinnern ent- strömen, bekannt. Diese Wasser läsen in ihrem unterirdischen Lauf die Salz« in sich ans, die beim Ausbau unser« Zellgewebe eine äußerst wichtige fstplle spielen und deren Fehlen mannigfaltige Krankheiten hervorrufen können. Durch den Genuß des geeigneten Brunnenwassers hat man nun diese Krankheiten beheben oder zu- mindest doch mildern können. Leider ist aber nicht jedem die kost- spielige Reise zum Brunnenort möglich. Um nun auch diesen Minderbemittelten den heilenden Einfluß des Mineralwassers zu verschasfen, ist man auf die verschiedensten Auswege versallen. Der primitivste ist, das Wasser einfach in Flaschen zu füllen und so zu verschicken. Man hat aber erkannt, daß dieser Flaschenbrunnen doch nicht die starke Wirkung des an Ort und Stelle genossenen Hot. Das läßt sich daraus zurückführen, daß das völlig keimfreie Mineralwasier durch das llmsüllen in Gesäße, auch wenn man dabei noch so vor- sichtig verfährt, bakteriologisch verunreinigt wird und daß sich beim Iransport die Mengen der gelösten Sahze umgruppieren. Auch die veränderte Temperatur spielt eine Rolle. Man ist dann später darauf gekommen, die Salze in Substanz zu verschicken, das heißt, man verdampft den Brunnen und oersendet den Rückstand, der später wieder in Wasser gelöst wird. Die dabei notwendigen hohen Temperaturen haben jedoch chemische Umsetzungen einzelner Salze zur Folge, und so ist die Endwirkung wieder nicht so, wie gewünscht wird. Neuerdings wendet man nun eine ganz andere Methode an: Man kennt die chemische Analyse des Mineralwasiers und macht sich diese insofern zunutze, als man die einzelnen wirksamen Salze des Brunnens rein herstellt und dann miteinander vermischt, Bestand- teile, die man als unwichtig, ja schädlich erkannt hat, läßt man ein- fach fort. Man hat es nun ferner in der Hand, die Dosierungen am wirksamsten abzumessen und von den Salzen, die am notwendig- sten sind, stärkere Mengen zu verabreichen. Die ferttge Mischung löst man nachher in keimsreies Wasser, dos man aus die geeignetste Temperatur bringt. Durch Hinzusetze» von Kohlensäure, die be- sonders auf Magen- und Dannschleimhäute günstig wirkt, wird der heilende Einfluß noch erhöht. Man ist mit der therapeutischen Wirkung des so hergestellten, Mineralwassers in Fachkreisen äußerst zufrieden und scheint somit eine glückliche Lösung des Probleiys der Brunnenkuren Minderbemittelter gesunden zu hab«n. Wie freuen sich die Kinder über Pfannkuchen! Welch ein Vergnügen, die Freude der Kinder z;u beobachten, wenn sie Pfannkuchen bekommen, die mit Libby's Milch angerührt sind. Man verwendet Libby's Milch auch zu Puddings, Salaten, Suppen, Kuchen etc. Libby's evaporierte Milch kann verwandt werden, wo immer man sonst frische Milch oder Rahm nehmen würde. Sie ist fettreich, sehr'ergiebig und hält sich in der ungeöffneten Dose stets frisch. Machen Sie einen Versuch mit Libby's Milch und Sie werden höchst zufrieden-m"' Nur«cht in dieser Aufmachung! Evaporierte Milch Dautavt»» Libto C— eiiinhaft aubJi. WirischastlicheVorteile des �oung-planes Wird unsere Zukunft entlastet oder noch stärker belastet? wir setzen heute die am Sonntag, dem,z Grad über dem Horizcnt. In Hammerfest steh» sie die ganze zweite Junihälfte um Mitternacht so hoch wie bei uns am 21. Juni um W Uhr abends. Es leuchtet ohne weiteres ein, daß an dieser Mitternachtssonne nichts Besondere- zu sehen sein kann. Sie steht so hoch, daß auch um Mitternacht nicht die leiseste Licht- schwächung zu spüren ist: Mittag und Mitternacht unterscheiden sich zu diesen Zeiten und in jenen Gegenden in nichts voneinander! Daran ist durchaus nichts Schönes, eher etwas Ouälendcs, denn die ewige Helligkeit, die durch alle Ritzen dringt, bekommt der mensch- lichen Natur durchaus nicht: sie beeinträchtigt den Schlaf! Den ständigen Bewohnern der Arktis ist dies unverkennbar: wer Ge> legenheit hat. sie im 5)erbst zu beobachten, wird feststellen, daß sie körperlich wie geistig ausgepumpt sind, daß starkes Schlafbedürfnis sie beherrscht und daß sie das Nahen der Polarnacht fast begrüßen. Schön, sehr schön kann Mitternachtssonne dort sein, wo ihre glühende Scheibe zur halben Nacht dem Gesichtskreis wirtlich nahe- kämmt. Dies ist am Polarkreis um den 21. Juni herum der Fall. am Nordtap End« Juli(und Mille Mai). Da Nordkapfahrten deutscherseits erst im Juli unternommen'werden, werden ihre Teil- nehmer meist diese Mitternachtssonne sehen. Dos Bild, dos sich dann ihrem Auge bietet, ist das einer Sonne kurz vor dem Unter- gang— nur daß diese Sonne eben nicht untergeht, sondern stunden- lang am Gesichtstreis entlangschleicht und den Beschauer stundenlang Sonnenuntergangsstimmung genießen läßt— eine Farbensinsonic also, die wir in Deutschland zwar nicht weniger schön hoben, die bei uns aber immer nur Viertelstunden währt. Was bei uns ein kurzer Farbenrausch ist, das ist dem entzückten Auge im Lande der Mitternachtssonne fester Besitz aus Stunden. Dies ist der wahr« „Zauber der Mitternachtssonne". Andererseits darf nicht verschwie- gen werden, daß die arktische Sonnenuntergangsstimmung die unsrige nur in der Dauer übertrifft, ihr aber a» Kraft wie Mannig- saltigk«!t der Farben kaum je gleichkommt. Jenes flammende, bren- nende, beängstigende, überwältigende Rot, das in d»,tschen Sonnen- Untergängen lodert, kennt die Arktis nicht. Jenes Rot hat zur Ur- jache seiner Entstehung die großen Staubmengen, die unserer Luft beigemengt sind(berühmt durch ihre Pracht sind Sonnenuntergänge im Ruhrgebiet!). Staub aber, vor allem Kohlenstaub, der die prächtigsten Rotfärbu'ngen bei tiefstehender Sonne hervorruft, ist in der reinen Atmosphäre der Arktis nur in winzige» Menge» vor- Händen. So gigantisches himmlische- Feuerwerk, wie ti uns zu Zeiten(freilich immer nur auf Minuten) bei Sonnenuntergang ab- gebrannt wird, mag von der Mitternachtssonn« niemand erwarten. Ihr fehlt das Aufregende, Aufpeitschende. Aber doch kann die Welt schön, wunderschön in ihrem sanften Glänze aussehen, wenn eine Welt so schön ist wie das Märchenland Norwegen. Die tzrünc(sarbe aller kalten Meere(Nordsee usw.) rührt von den Kieselalgen, winzigen, einzelligen Pflanzen her. In unaus- denkboren Mengen bewohnen sie die oberste Schicht dieser Meere. Ihre goldgelbe Farbe tönt nach dem beknmnlle Gesetz das tiefblaue Meere grün. 3)er erjjle„Strich" in der Teilung Mit der Teilung ihres Inhaltes durch einen Strich hat die Zeitung wohl einen ihrer folgenschwersten Schritte getan: denn seitdem entwickelte sich„unter dem Strich" erst recht«igcntlich das Feuilleton, das immer mehr zum Rückgrat des modernen Zeitungs- wesens geworden ist. Man spricht heute von einer„Feuilleto- nisierung" der Presse, denn in dem unterhaltenden und belehrenden Teil tritt die Zeitung mit ihrem Publikum in eine persönliche Ver- bindung: durch ihn vollbringt sie ihre große Kulturaufgabe als Bildnerin und Erzieherin der großen Massen. Wegen dieser tultu- rellkn Bedeutung wendet man jetzt auch der Geschichte des Feuille- tons sein« besondere Aufmerksamkeit zu, und der„Zeitungsverlag" hat eine Rundfrage unter den deutschen Blättern veranstaltet, um aus der Geschichte der einzelnen Zeitungen genauere Einzelheiten über dieses noch so vielfach dunkle Kapitel zu erfahren. Einige Angäben, die jetzt über die Ergebnisse dieser Rundfrage gemacht werden, werfen bereits ganz neue Lichter aus die Entwicklung de- Feuilletons. Der„gelehrte Artikel", der sich bereits in Blättern des 17. Jahrhunderts sindet, kann noch nicht für ein eigentliches Feuilleton gelten, denn es waren mehr zufällige Beiträge und die gelehrte Nachricht ist noch kein Feuilleton: dazu wurde erst, als er als wich- tiger und wesentlicher Bestandteil der Zeitung auftrat. Soviel bisher bekannt ist, war der„Hamburgische Eorrespondent" die erste Zeitung, die im Jahre 17 31 den„gelehrten Artikel" als. ständige Mubrik «inführte. Das Feuilleton wird also demnächst sein 2.!>i« erst« Theaterkritik, eine Besprechung von Lessings Lustspiel„Die alte Jungfer". Die. erste Musik- k r i t i k ist wenige Jahre später'nachzuweisen, währeniz sich die Kritik der bildenden Kunst erst viel späNlr, nach 1800, entwickelte. Wann aber ist nun der„Strich" in die Zeitung gekommen, der erst die beiden Welten des Inhaltes gegeneinander abgrenzte? Diese Tot geschah im Jahr« 17 0 3 durch den Abbe G c o f s r o y, der den e r st e n„Strich" in der Zeitung machte und zwar in dem Journal des Debats, der bald darauf auch den Namen „Feuilleton", der bis dahin den Anzeigenteil bezeichnet hotte, auf die neue Rubrik übertrug und diesen Teil„unter dem Strich" am 22. Januar 1800 zum erstenmal mit der Ueberschrift Feuilleton versah. Unter dem Druck der napoleonischen Preßgesetze mußten die Zeitungen das Politische und Aktuelle immer mehr zurücktreten lassen, und so entwickelten sie nun den Untcrhaltungsteil zu einer reichen Blüte. In Deutschland ist man diesem Vorbild erst vcr- hältnismäßig spät gefolgt. Im 18. Jahrhundert war es nur die „Konstanzer Zeitung", die vorübergehend einen solchen Strich machte. Das eigentliche Feuilleton unter dem Strich entwickelte sich bei unq erst seit 1835, als August Lewaid im„Nürnbergischen Correspon- denten" diese Neuerung durchsetzte. Dann schloß sich die..Kölstssche Zeitung" an, und ihr Beispiel wirkte schnell weiter, so daß in den 40er Jahren bereits viele deutsch« Zeitungen ein Feuilleton unter dem Strich besaßen. Unterdessen aber hatte die französische Presse einen bedeutenden Schritt weiter getan mit der Einführung des Zeitungsromans. Wir können jetzt den 100. Geb urstag des Zeitungsromans feiern, denn er kam 1 8 2 9 in Paris auf urch hatte einen ungeheuren Erfolg. Die Sensationsromane von Eugene Sue und dem älteren Dumas, dann auch Werke von Balzac und George Saich, die in kleinen Abschnitten im täglichen Feuilleton erschienen, steigerten die Spannung der Zeitüngsleser zu einem Siedegrad, und man riß sich die Nummern mit der neuesten Fortsetzung geradezu aus der Hand. Zeitungen wie das„Siede". das„Journal des Debats" und der„Constitutionel" erlebten dadurch einen ungeheuren Aufschwung. In den deutschen Blättern lassen sich Romane vereinzelt in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts fest- stellen, und in den 40er Jahren ivaren sie auch bei uns eingeführt, trugen viel zu der nun einsetzenden Blüte des Feuilletons bei neue Forschungen über das Seeklima Die Heilwirkung des Nordseeklimas ist in den letzten Iahren vielfach untersucht worden, und zwar hauptsächlich auf der Insel Fähr. Um nun diese Forschungen an einer Stelle fortzusetzen, die gegen das Meer noch freier liegt, führte der Hamburger Physiologe Prof. Otto Kestncr Untersuchungen an der holländischen Küste in Nordwyk aan Zee aus, über die er in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet. Beim Meeresklima denkt man heute zunächst an die Wirkung jener kurzwelligsten Sonnenstrahlung, die die Hautbräunung hervorruft, sowie den Stoffwechsel und die Blut- bildung günstig beeinflußt. Kestner fand, daß her Wert dieser Ustraviolettstrohlen sehr schnell abnimmt, sobald die Sonne tiefer steht als 30 Grad, da die Strahlen von der Atmosphäre besonders stark absorbiert werden. Diese Beobachtung ist auch richtig für die Anwendung der jetzt in den Handel gebrachten Gläser, die fast zwei Drittel der Ullraviolettstrahlung durchlassen. Ihre Verwendung hat nur dann Wert, wenn die Strahlen der hochstehenden Sonn« durch solche Glasscheiben einfallen, wie dies bei Bedachungen von Liegehallen und Treibhäusern der Fall ist. Keinesfalls aber kann durch den Aufenthalt in Räumen mit solchen Glassenstern der Aufenthalt im Freien ersetzt werde», schon weil die übrigen wichtigen Wirkungen des Klimas wie'Wind und Temperatur wegfallen. Ueberhaupt scheint die groß« Rolle, die man der Ultraviolett- strahlung bei der Heilwirkung des Seeklinias zuschiebt, überschätzt zu sein, denn sonst könnten ja Herbst- und Winterkuren an der See nicht ebenso wirksam sein wie Sommerkuren. Schwierig ist h, festzustellen, welche Temperatur auf den menschlichen Körper einwirkt, und besonders zu berücksichtigen ist die kühlende und zugleich erregende und reizende Wirkung des Windes, die zunimmt, je mehr man sich dem Meere nähert. Die Luft- temperatur am Strand kann aber bei Sonne und Windschutz mitunter geradezu tropisch sein. Neben diejln Faktoren, die das Seeklima zu einem starken Reizklima gestalten müssen aber auch die Einwirkungen aus die Seele des Menschen berücksichtigt werden, die wir nicht messen können. Von entscheidender Bedeutung für die heilende Kraft, die vom Seeklima ausgeht, ist der Grad der Intensität, mit der der Mensch das herrlich« Landschaftsbild in sich aufnimmt, und je größer feine Freude an der schönen Natur ist, desto besser wird ihm ein Aufenchalt am Meer bekommen. # ft Sptttelmarkt Ecke Wallstraße Aloxanderplatz Neue Kdnigstroße is hl Frladneh-Str. 193a * Ecke Leipziger Straße Unk» Sir. 1 Ecke Potsdamer Straße M Schön haus. Allem 81 §** am Bahnhof Nordring frlednch-Str. 106 Ecke Ziegelstraße Invahden-Str. 184 Ecke Brannenstroße Invaliden-Sir. 117 am Stettiner Bahnhof Chaussee-Sir. 78 nahe Mallentr. Frankfurter Allee 14 nahe Tiets Oranlen-Str. 44 zw. Moritz- u. 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