Morgenausgabe Nr. 271 A 137 46.Iahrgang Wöchentlich 85$t<. monatlich 3.60 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 6V Pfg.Postzeitungs- und 72 Pfg. Postbestellgebuhren. Auslands» abonnemem 6.— M. pro Monat. Der..Vorwärts� erschein» wochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend-. Illustrierte Beilagen„Volk pnd Zeit- und„Kinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen-.„Frauen. stimme-.„Technik-„Blick in die Dücherwelr und„Iugend-Dorwärts- Vevlinev Vvttsblatt Donnersiag 13. Juni 1929 Groß-Äerlin 10 Pf Auswärts 15 pf. Nonparelllezett, einspaltige Retlamezeile 5.— Reichs. mark.„ZÜeine An�igl druckte Wortes Pfennig(zulässig Die W 60 Pfennig.' -' das settge» __ lässig zwei fettgedruckte Worte), sedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» das erst» Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmalk« Zeile 60 Pfennig. 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Der Reichswirt- schaftsminister sprach davon,„datz wir die Gesetzgebung, Der- waltung und die Finanzen überspannt haben, und daß schwere Schäden der Arbeitsmoral eingetreten sind": der Abgeordnete v. Raumer bezeichnete diesen Verfall der Ar- beitsmoral als„Wissenschaft vom Stempeln". Daß es sich dabei nicht um originelle Prägungen, son- dern um die Wiederbelebung unbewiesener Behauptungen der Unternehmer handelt, zeigt die Denkschrift der Bereinigung der deutschen Arbeitgeb eroer- bände. In dieser Denkschrift wird behauptet, daß die Ein- beziehung der S a i s o n e r w e r b s l o s i g k e i t in die Ar- beitslosenoersicherung nachweislich demoralisierende und allgemeinwirtschaftsschädigende Wirkungen habe. Roch der Meinung der Unternehmer sind das aber nicht die ein- zigen schweren Beschädigungen der Arbeitsmoral. Die gleichen Auswirkungen sehen sie in der Unterstützung der Arbeitslosen überhaupt. „Reben dieser finanziellen Wirkung ist aber vor allem die arbeltsmoralij ctye Auswirkung des gänzlichen Fortsalls der Bedürftigkeitsprüfung, ihre Einwirkung auf die Arbeitslust und Arbeitswilligkeit sowohl der Erwerbslosen, wie aber auch der übrigen beschäsligtcn Arbeitnehmer zu berücksichtigen." Aus diesen moralisierenden Unternehmerbetrachtungen ergibt sich mit all»r Deutlichkeit, wie man die furchtbaren Gefahren von der Arbeitsmoral abwenden kann: keine Unter- stützung für die Saisonarbeitslosen und Wiedereinführung der Bedürftigkeitsprüfung für alle übrigen Arbeitslosen. Die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände hat schon vor Iahren die Entdeckung gemacht,„daß es auch versicherungs- technisch sehr wohl denkbar wäre, eine Arbeitslosenversiche- rung mit Bedürfligkeitsprüfung einzurichten". In Fragen der Moral sind die Unternehmer immer erfinderisch gewesen, weniger erfinderisch, wenn es darum geht, fedem Deutschen die Möglichkeit zu geben, durch wirtschaftliche Arbeit seinen Unterhalt zu erwerben und sich mitverantwortlich dafür zu fühlen, daß die� Ordnung des Wirtichaftslebens den Grund- sätzen der Gerechtigkeit mit dem Ziele der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle entspricht. Was bedeuten den Unternehmern diese Grundsätze der Reichsver- fassung. obwohl nur von hier aus gelöst werden kann, was ernsthaft hinter dem Geschrei von der Gefährdung der Ar- beitsmoral steckt! Man schaffe genügend angemessene Arbeitsgelegenheit, und der Spuk von der angeblichen Gefährdung der Arbeits- morol zerrinnt. Was die Arbeitslosen fordern, ist Arbeit: die Unterstützung ist nur Notbehelf. Man braucht nur die Arbeitsämter aufzusuchen, um immer wieder an diesen Sachverhalt erinnert zu werden. Was wir brauchen, sind nicht Moralpredigten, sondern A-'beitsmarttpolitik. So erfreulich die starke Eni- lastunq des Arbeitsmarktes ist, der Rückgang ist nicht so groß daß wir aller Sorgen ledig wären. Die weitere Besse- rung hängt wesentlich von der Entwicklung des B a u- Marktes ab. Auch der Förderung der öffentlichen Wirt- schaft fällt hierbei eine große Aufgabe zu. Es mußte alarmie- rend wirken, daß vielfach Besorgnisse laut werden, die Bc- schästigjkngsdauer der sogenannten Saisonarbeiter, nament- lich im Baugewerbe, werde vielfach nicht lang genug sein, um neue Anwartschaften für den Bezug der Arbeitslosen- Unterstützung im kommenden Winter erwerben zu können. Angesichts solcher Möglichkeiten ist es geradezu grotesk, die Arbeitslosigkeit durch Abbau des Arbeitslosenschutzes be- kämpfen zu wollen, statt die Frage zu erörtern, wie durch vermehrte Arbeitsgelegenheit geholfen werden kann. Em wirksames Mittel in dieser R'chtunq ist die syste- matische und großzügige Förderung des W o h n un g s- b a u e s, hier liegt auch gleichzeitig die Möglichkeit, Umfang und Dauer der berufsüblichen Arbeitslosigkeit entscheidend im günstigen Sinne beeinflussen zu können. Rur von dieser Seite aus kann man ernsthaft, wie die Denkschrift des Deut- fchen Baugewerksbundes zeigt, dem Problem der berufs- lichen Arbeitslosigkeit zu Leibe rücken. Der Witterungsein- fluß ist nur ein Faktor von vielen, die Umfang und Dauer der Arbeitslosigkeit in diesem Gewerbezwrg bestimmen, er kann mehr als ausgeglichen werden durch rechtzeitig- und ausreichende Finanzierung des Wohnung?bop«s und andere arbeitsmarktpolitische Mahnahmen. Das würde auch ein? allgemeine konjunkturfördernde Wirkung haben. Damit wäre gleichzeitig der Widerspruch beseitigt der in der Tat- sache liegt, daß auf Grund einer schlechten Beschäftigu-aslage die Zeit der Beitragszahlung kurz und die Dauer der Unter- stützung relativ lang ist. Eine vorausschauende Arbeitsmarkt- polilik'könnte dieses Verhältnis umkehren. Oeffeniliche Ratssitzung. Funkstation des Völkerbundes.— Ostoberschlesisches Gchulunrecht. Madrid, 12. Juni.(Eigenbericht.) Am Mittwoch erledigte der Völkerbundsrat in öffentlicher Sitzung eine ziemlich umfangreiche Tagesordnung. Aus einem Be- richt über die Errichtung einer Funt-Sende- und Empfangsstation des Völkerbundes in Genf, um seine Aktionsfähigkeit und Unabhängigkeit auch in Krisenzeitc n au sichern, ergab sich, daß die Angelegenheit noch immer nicht spruchreif ist, d. h. daß die Schwierigkeiten noch nicht über- wunden sind. Es ist besonders die Schweiz, die sich gegen die Errichtung dieser Station sträubt und darin ein« Gefährdung ihrer Neutralität erblickt, in Wirklichkeit ober die nicht un- erheblichen Einnahmen für ihre Tclegraphenverwaltung nicht gern verlieren möchte. Für die Presse ist ein Bericht über die Ausführung der En, psel)lungen der Internationalen Pressekonferenz von 1927 vcrn Interesse. Der Rat beschloh, den Regierungen die Anerkennung eines internationalen Journal, st enouswelses zu empfehlen, ebenso die Herabsetzung der Gebühren für Pressetele- gramme und für Flugbefördcrung von Zeitungspaketen. Ein« Konferenz, von Regierungen und Sachverständigen über die Beför- derung von Zeitungen per Eisenbahn soll im Herbst tagen. Auf Anlaß der Sowjetregierung war aus der letzten Tagung der Vorbereitenden Abrüstungskommission eine Entschließung angenommen worden, wonach die Staaten, die dos Genfer Gistgasprotokoll noch nicht ratifiziert haben, vom Völker- bund ermahnt werden sollten, dies baldigst zu vollziehen. Der Rat machte sich diesen Wunsch zu eigen. Dabei erfuhr man, daß bisher nur 13 Staaten die Gistgaskonvention ralisizlerl haben und 11 weitere die Absicht dazu kundgelan haben. Es haben sich also mehr als 25 Staaten nicht ge- rührt! Die Frag« der Einschulung deutschsprachiger Schulkinder in die Minderheitsschulen Ostoberschlesiens haite wiederholt in den letzten Jahren den Rat beschäftigt. Deutsch-polnische Verhandlungen im Frühjahr in Paris unter dem Vorsitz des Ja- paners Adatschi haben einige Verbesserungen im Anmelde- »nd Beschwerdeverfahren erzielt. Diese Neuregelung bietet die Mag- lichkeit, die Beschwerde zunächst örtlich zu schlichten oder zu enl- scheiden, ohne daß man den Rat anzugehen braucht. Die Möglichkeit, ungelöste Slreltigkeiten in letzter Instanz vor den Rat zu bringen, bleibt vorbehalten. Das gilt natürlich sowohl für die deutschen Minderheitsschulen i» Polnisch-Oberschlesien wie für die polnischen Minderheitsschulen in Deutsch-Oberschlesien. Dagegen ist bei diesen deutsch-polnischen Wer- Handlungen über einen anderen Punkt eine Einigung nicht erzielt worden. Es handelt sich um den von den Polen angeordneten Zwang zum persönlichen Erscheinen jener Eltern, die ihre Kinder zur deutschen Minderheitsschule angemeldet haben, vor rein pol nischen Kommissionen. Diesen Zwang greift Deutsch- land als vertragswidrigen Pressionsversuch an. Die bisher ergebnis- losen Verhandlungen darüber fallen später wiederausgenomme', werden. Endlich wurde noch beschlossen, eine international« Konferenz für die Zusammensossung des Völkerrechts einz»- berufen, wahrscheinlich zum 13. März 1930 in dem Haag. Es sollen all« Staaten der Welt eingeladen werden, darunter auch die Ber- einigten Staaten, Sowjetunion, Danzig, Aegypten usw. Am Nachmittag waren die meisten Delegierten unter Führung Prlmo de Riveras in Toledo. Stresemann und Schubert bliebe» in Madrid, teils um die wichtige Donnerstogsitzung des Rats vorzu- bereiten, in der das Minderheitenproblem erörtert werden soll, teils auch um Besprechungen abzuhalten. So halte Stresemann eine mehrstündige Unterredung mit Professor Hesnard, dem Vertrauensmann Briands an der französischen Botschaft in Berlin. Hierbei wurden weitere Besprechungen Stresemanns mit Briand vorbereitet. Der Inhalt des Konkordats. FinanzieNe Belastung-1,4 Mill. Mark.— Keinerlei Bestimmung über die Schule. Der Inhalt des Staotsvertrages zwischen Preußen und der Kurie— dos Wort Konkordat ist in ihm nicht ent- halten— erstreckt sich auf folgende Punkt«: Es werden zunächst die Berhältniss« in der Organisation der Kirchenverwaltung geregelt, soweit eine Neuordnung durch Wachstum der Bevölkerung und ähnliche Umstände erforder- lich geworden ist: Die Bistümer Paderborn und Breslau werden zu Erzbistümern erweitert, neue Bischofssitze werden in Aachen und in Berlin, das bisher«inen Weihe- bischof hatte, errichtet. Dos Bistum wird damit� begründet, daß in Berlin jetzt über 309 000 Katholiken wohnen. Weiter geregelt wird die Ernennung der Bischöse. In Deutsch- land vollzieht sich die Bischofswahl unter Mitwirkung der Dom- kapitel, während sonst in der ganzen Welt die Bischöfe vom Papst ernannt werden. Gegenüber der Reichsverfassung, die ja die Kirchen in ihrer inneren Verwaltung völlig freistellt, sichert der Staatsvcrtrag dem preußischen Staat ein gewisses Aufsichtsrecht. Danach wird sich die Bischofpwahl in Zukunft folgendermaßen vollziehen: das Domkapitel reicht beim päp st lichen Stuhl eine Liste ein, aus der der Papst drei Bewerber auswählt. Von diesen dreien wählt das Domkapitel einen zum Bischof. Die päpstliche Bestätigung der Wahl erfolgt aber erst dann� nachdem die preußische Staatsregicrung erklärt hat, daß politische Bedenken gegen den Gewählten nicht bestehen. Andernfalls unter- bleibt die Bestätigung. Das gleiche gilt von der Wahl der Bischofs- stellvertreter. Weiter regelt der Dertrag die Voraussetzungen über die Vesicll- barkeil zum geistlichen Amk. Auch hier hat die Reichsoerfassung dern Staat die Möglichkeit eines Einflusses im Grunde entzogen. Durch den Vertrag ist jedoch festgestellt, daß Voraussetzungen zum geilt- lichen Amt sind: deutsche Staatsangehörigkeit, Reife- zeugnis und dreijähriges Ststdium an einer deutschen oder öfter- reichischen Universität oder einem gleichgestellten Seminar. Neu gegenüber dem bisherigen Austand ist. daß die päpstliche Hochschule in Rom als Bildungsstätte den genannten Anstalten gleichgestellt wird. Von besonderer Bedeutung ist die Regelung der Dolationcn. Nach dem Bertrag von 1821 hat die katholische Kirche innner noch einen sehr weitgehenden Rechtsanspruch auf sogenannte Real-' d o t a t i o n e n in der Form von Domänen, Grundstücken usw. Dieser Anspruch ist bis heute nicht erfüllt worden. Di« Kirche verzichtet jetzt endgültig auf ihn. Dafür»pird die bisherige G e l d d o t a t i o n, die ursprünglich 1,4 Millionen Mark, in den letzten Iahren 1,8 Millionen Mark jährlich betrug, auf Grund des gesunkenen Geldwertes auf 2,8 Millionen Mark er- höht. Für die in Art. 134 der Reichsoerfassung vorgesehene A n- l ö s u n g der Dotation kommt jedoch nur der frühere(niedrigere) Wert in Frage. Außer den genannten Bestimmungen sind irgendwelche vestim- Zu diesen auf wirtschaftlichem Gebiet liegenden Maß- nahmen kommen die� arbeitsmarktpolitischen Aufgaben im engeren S n n e des Wortes, die zum Arbeitsbzreich der Reichsanstalt gehören. Soziale Re- gulierung auf dem Arbeitsmarkt durch richtige Leitung der freien Arbeitskräfte setzt voraus eine zweckentsprechende Or- ganisation der Arbeitsvermittlung und Berufsberatung. Aus- Nutzung aller Möglichkeiten auf dem Gebiete der Berufs- Umschulung und Berufsfortbildung. Ein unentbehrliches Mittel zur Durchführung dieser Aufgaben ist die Melde- Pflicht aller offenen Stellen: das ist die übereinstimmende Auffassung der Praktiker im Arbeitsnachweiswesen. So stehen wir vor einer Fülle von Aufgaben, die ernst- Haft in Angriff genommen werden müssen, will man wirk- sam die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Wichtiger noch als«in Ausschuß zur Feststellung und Beseitigung von sogenannten Mißständen im Arbeitslosenschijtz ist ein Ausschuß, der in der Arbeitsmarktpolitik die zentrale Aufgabe unserer Zeit sieht. Arbeitsbeschaffung ist wichtiger als alles Gerede von der gefährdeten Arbeitsmoral. mutigen von Bedeutung in den Vertrag nicht aufgenommen. Zu». besondere enthält der Vertrag keinerlei Bestimmung Über die Schule. auch nicht in irgendwelcher indirekten Aorm. Das staatliche Hoheit». recht auf dem Gebiete de« Schulwesens wird also in keiner Weise angetastet. Ebenso enthält der Vertrag— entgegen gerüchtweisen Ve> hauptuugen— keinerlei Festlegung der pfarrerbesoldnng. Dieses ist wichtig, weil gegenüber der Dotation die Pfarrerbesoldung das weit höhere finanzielle Objekt ist. Wenn öffentlich behauptet worden ist, daß das Kon» kordat Preußen mit der Summe von 1,4 Milliarden Mark belaste» so schrumpft diese Zahl auf eine tatsäch» liche Mehrbelastung von 1,4 Millionen, das heißt auf de« tausendste« Teil, zusammen. Schließlich enthalt der Vertrag auch keinerlei Bestimmungen über die Ordensgeistlichteit. Was seine flnanzie0e Seile anbelangt, so ist wohl bei den Dotationen eine Mehrbelastung erkennbar. Sie sällt aber kaum in» Gewicht gegenüber der Totsache, daß sowieso bei jeder Etatsberatunz da« Zentrum im Bunde mit der evangelischen Orthodoxie eine Er- höhung der kirchlichen Etatslosten durchzudrücken wußte. Hinsichtlich de? Dotationen ist hier nun wenigstens ein vertraglicher Dauer. zustand festgelegt. Daß die finanziellen Auswirkungen des Der träges keineswegs tragisch zu nehmen stnd, erhellt auch daraus, daß der preußische Finanzminister Höpker-Aschoff j neuerdings wärm st en» für die Annahme de» Ve?» träges einsetzt. Zustimmung der GPO.-Landtagsfrattion. In der Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion des Preußischen Landtages wurde der Inhalt des Vertrages zwischen Preußen und der Kurie bekanntgegeben und in eingehender Au»« spräche erörtert. Es sprachen eine Anzahl Redner sowohl für als gegen den Vertragsabschluß. Auch von den Gegnern des Vertrags- abschlussss wurde mehrfach hervorgehoben, daß zwischen dem preußischen Vertragsentwurf und dem baye- tischen Konkordat ein gewaltiger Unterschied bestehe. und daß es erfreulicherweise gelungen sei. die Befürchtungen, die in der Oefentlichkeit über den Inhalt des Vertrages laut wurden, gegenstandslos zu machen. Nach mehrstündiger Debatte erfolgte die Abstimmung, dl« eine sehr große Mehrheit für die Vertragsannahme ergab. Es folgte dann noch eine ganz kurze Erörterung über die Frage der Regierungsumbildung, in der Ministerpräsident Broun die Erklärung abgab, daß er jede Verbindung der R e g i« r u n g s f r a g e mit der Konkordatefrag« bisher vermieden habe und sichauchinZukunft einer solchen Verbindung auf das Energischste widersetzen werde. Denn die Frage der Umbildung der Regierung einmal zur Erörterung käme, so werde sie jedenfalls mit der Frage der Zustimmung zum Ber» trag zwischen Preußen und der Kurie nicht» zu hin haben. Dank für die Preußenregierung. Und eine Ohrfeige für die drutschnationale Agitation. In der Sitzung des Kreistage» de» Landkreise« Fischhausen im Mai 1920 stellt« die SPD. den Antrag, der Reichs- und preußischen Regierung und dem Ministerpräsidenten Otto Braun für die Hilfsmaßnahmen und für hi« tatkräftige Unter« ftützuitg den Dank auszusprechen. Ilm diesen Antrag entspann sich ein edler Wettbewerb. Der Deutschnotionale Herr M edler brachte selbst folgende eigene Formulierung ein, die dann auch angenommen wurde: „Der Kreistag Fischhausen anerkennt die Hilfsmaßnahmen der Reichs- und preußischen Staotsregierung zur wirtschaftlichen Lage Ostpreußens, insbesondere unseres Kreises. Er spricht der Reichs- und preußischen Staatsregierung feinen wärmsten Dank aus." Es ist bezeichnend, daß deutschnotional« Landwirt« sich bemühen, derselben Regierung, auf die die deutschnationale Agitation nach Leibeskräften schimpft, für tatkräftige Unterstützung ihren wärmsten Dank auszusprechen' Blamable Bescheidenheit. Herr Or. Eurtluo wirbt um die.eiserne Seele*1 der DRob» eisenverbandler. Wir haben lange auf eine Aeußerung des Herrn Reichswirt- ichaftsmintster» auf di« Herausforderung gewartet, mit der die Rvheisenindustrie bei der türzlichen Preiserhöhung auf ihr Der- sprechen gegenüber der Regierung gepfiffen hat, vor Preisverände. rungen dem Reichswirtschaftsminister sämtliche Veschluste und den betreffenden Schriftwechsel mitzuteilen. Bei dem anläßlich der Tagung veranstalteten Bankett de» Derein» Deutscher Eisen. und Stahlindustrieller erfolgte nun diese Aeuße- rung und zwar als witzige Bemerkung in einer Tischrede. Der Wirt- ichaftsminister des Deutschen Reiches stellt« fest, daß die Vertreter des Roheisenoerbandes tatsächlich an den Vereinbarungen im Reichs- wirtfchaftsministerium teilgenommen Härten. Der Wirtschaftsminister des Reiches fügte aber hinzu, daß man die„eiserne Seele" dieser Vertreter noch gewinnen müsse. Recht so, Herr Relchswirtschostsmin'fter! Werben Sie um die Seele derer, die Ihnen auf die Stiefel spucken! Zafl Krieders. Die Rache der thüringischen Justiz ist noch nicht gestillt. Wien. 13. Juni. Die die Diener Verteidigung de» wegen fahrläsiigen Falsch- eides verurteilten früheren Weimarer Staatsanwaltes Dr. Frieder» mitteilt, hat das thüringische Staatsministerium am 8. Juni das erneut« dringende Gesuch der Frau Dr. Frieder» um Weiterzahlung der ihr anfänglich gewährten Unterstützung für sich und ihre drei unmündigen Kinder ohne Angabe von Gründen ob» gelehnt. Da» Gesuch stutzt sich auf die im Thüringischen Be» amtengeseg für diesen Fall vorgesehenen Bestimmungen. Ebenso hat die thüringische Regierung das erneut« Gnadengesuch sür Dr. Frieder» abschlägig beschieden, obwohl sich sür da« Gnadengeluch führende Juristen au» Deutlchland und Oesterreich eingesetzt haben, unter Berufung auf den bevorstehenden Fortfall des Deliktes des Falscheides'm neuen Strafgesetzbuch und di« Mäugel in der Begründung des Schwurgerichtsurteil». Die Arbeitslosigkeit sinkt. Tendenz noch uneinheitlich. Di« Zahl der Hauplunkerflühungsempfänger in der A r b e l t». lafenverfichernng ist, wie amllich mitgelelll wird, in der Zeil vom 15 bt» 51. Mai 1929 in allen Landesarbeilebezlrken welker gcfnnken. Gegenüber rund 927 000 am 15. Mal waren am 51. Mal noch 80? 750 vorhanden. Es ist also ein Rückgang um rund 120000 oder 12,9 JJroj. zu verzeichnen. Die Zahl der hauptunlersiühungsempsänger in der Srifenfnrsorge tsk etwas (um 2.1 Proz.) gestiegen, während In der Zeil vor der neuen Bs- richtsperlode ein gewisser Stillstand eingetreten war. Sie betrug am 51. Mai 205051 g�enüber 198 887 am 15. Mai. Au Rokstond«. arbeiteruausder Arbett-losenverficherung und an» der Krisen, fürforge wurden am 51. Mai rund 108 000 gegenüber 104000 am 15. Mai gezählt. Die Zahl der nnterstntzken Arbeitslosen dürfte nach den vor- läufigen Meldungen der Landesarbettsämler bis zum IL Juni etwa um weiter« 40 000 gesunken sein, also erstmalig in diesem Zahrc unter dem Stand von 800 000 liegen. Sie bekrägt am 15. Znnl wahrscheinlich in der Versicherung nur noch 750 000. • Der Rückgang der Arbeitolosigkeit ist in den verschiedenen Landestellen sehr uneinheitlich Wir haben Arbeiteamts- bezirke, wo es z. B. im Baugewerbe an Maurern fehlt, und wieder' andere Bezirke, wo die im Lorjahr begonnenen Hochbauten nunmehr fertiggestellt sind und Spezialarbeiter schon wieder zur Entlastung kommen. Im allgemeinen zeigt das Baugewerbe nicht die Be. lsbung, die man eigentlich hätte erwarten sollen. Der Tiefbau weist einen wesentlich höheren Beschäftigungsgrad auf als der Hoch- bau.' Die Besterung des Arbeits Marktes ist im großen und ganzen bis zur Stunde immer noch nur eine Folge der Belebung der Saisonberufe. Die industrielle Konjunktur ist noch sehr unübersicht- lich Die hier vorliegenden Zahlen sind nach viel zu schwach für eine Voraussoge. Erst in vier bis fünf Wochen wird man sich viel» leicht ein Urteil bilden können. Arbeiter als Hofminister. Ein früherer Schuhmann als Verbindungsoffizier. London, 12. Juni.(Eigenbericht.) Die drei traditionell von Parlamentariern der Regierung?- parte! besetzten Posten beim königlichen Haushalt sind von Maedonald dem Abg. Ha y e s, einem früheren Schutzmann, dem Abg. Ben Smith, einem früheren Autochauffeur und dem Abg. Thomas Henderfon, einem früheren Schiffszimmermann, über- trogen worden. Der erstgenannte wird als Verbindungsmann zwischen dem Hof und dem Parlament fungieren. Macdonalds Besuch in Washington. London, 12. Juni.(Eigenbericht.) General Domes, der neue Botschafter der Dereiniglen Staaten in London, überbringt«ine Überaus herzlich gehaltene Einladung de» Präsidenten Ho o v e r an Ramsay Maedonald, ihn in Washington zu besuchen. Dawes trifft am Freitag ein. Macdonalds Reife nach Washington wird im August oder September erfolgen: ihm wird Philipp Noel Ba t e r, der Bölkerrechtskenner der Arbeiterpartei, begleiten. Ramsay Maedonald war bei der Ankunft in feiner Hcimat Lossiemouth Gegenstand begeisterter Ovationen der ge- samten Bevölkerung. Anfechtung einer Wahl. London. 12. Juni.(Eigenbericht.) Der sozialistische Kandidat eines Liocrpooler Wahlkreises hat auf Ungültigkeitserklärung der Wahl feines konservativen Gegners mit der Begründung geklagt, da» Eingreifen eines römisch- katholischen Priester» im Wahltamps hätte einen E I n s ch ü ch t e- rungsversuch gegen die Wähler dargestellt und die Erfolgs-- aussichten der Arbeiterporlei vermindert. Der konservative Vor- sprung betrug in diesem Wahlkreis nur 209 Stimmen. Organifationskomitee einberufen. Ende Juni Vaden-Vaden. pari». 12. Juni.(Eigenbericht.) Di« Sitzung des Organisations-Komitees der R e« paratiansbonk dürft« End« Juni in Baden-Baden beginnen. Das Arbeitsprogramm umfaßt folgend« Punkte: 1. Ausarbeitung der Statuten der Reparationsbank: 2. Ueberwachung der S u b» fkription zum Gründungskapstal und Vorbereitung zur ersten 2lufsichtsratssttzung: 5. Anpassung d«r innerdiutschvn Gesetzgebung, die aus Grund des Dawes- Plane; erlosten worden ist(Reichsbonk, Reichsbahn, Länder usw.), an dl« neuen Ber- hältnist« unter dem Poung-Plan: 4. Uebergong der Befugnisse der Dawes-Orgonismen an di« Reparationsbank. Kinderschuh auf dem Lande. geben werden. Sie dürfen keine Aemter in der Partei bekleiden, und wenn sie sich nicht schleunigst und gründlich bessern, dann soll ihnen das gleiche Schicksal bereitet werden, wie den„Liquidatoren", den„Rechten" und den anderen Renegaten. Die Delegierten beklatschten diese Drohung aufs lebhafteste. In der vorausgegangenen Diskussion führte der preußische Landtagsabgeordnete B e n s ch« i d Beschwerde darüber, daß müer Führung Eberleins eine Mehrheit in der Fraktion nach den Neu- mahlen beschlosten hatte, nicht nur einen Präsidenten zu stellen, sondern ihm auch die Abgabe einer Erklärung zu gestatten, wonach er die Bestimmungen der Geschäftsordnung anerkennen und durch- führen wolle. Das sei ein neuer Beweis für den Reformismus, der sich in der Kommunistischen Partei breitmache. Er fragte die„Der- söhnler" Ewert, Meyer usw., ob sie ihre Mandate niederlegen wollen. Werden sie es tun? Es sei noch angemerkt, daß vor Beginn der Red« Semards vom Präsidium d« Befehl ausgegeben wurde:„J)i« Delegierten und Ordner an ihre Plätze! Die Türen sind ge- s ch l o s s e n z u h a l t e nl" In der Tat durste shindenlang niemand meder herein, noch hinaus. Warum diese„revolutlonär«" Angst? Anders als in Rußland ist doch in dem..sozialfaschistischen" Deutsch- land die Aeußerung anderer als der offiziell anerkannten Meinungen aestattet! Die Sowjetbureaukraiie. 1 130000Gowjetbeuflendhe.m. Orthstr. in. Wir sind in der Gruppe Gesundbrunnen.— Köpenick: Gruppenheim. Iug-nd- heim, Grünauer Str. 3. 8. Neihenvortrag:„Was- ich vom Arbeitsrecht wissen muh".— Gesundbrunnen: Gruppenheim. Jugendheim, Rote Schule, Go�en- burge'r Strahe. Die Künstlergruppe Wcdding unterhält uns.— Schonewcide: Iugendhe-m Laufener Str. 2. Unterhaltungsabend- Lichtenberg: Jugend- Heim Dossestr. 72. Heitere Dialektliteratur der deutschen Lande.— Südosten: Gruppenheim, Jugendheim, Reichendcrger Str. M sFeuerwehrhaus). Cic greif. spiel.— Gine Rcichstagssihunq im Plenar-Eitzungssaal der Gruppe Südosten. — Tempelbof: Grupvi'nhe m. Luteum Germanwstr. 4— 6. Vortrau:..Lohnarbeit. Akkordarbeit vnd Gewerkschaften".— Heute Spielen ab 18 Uhr: Rordring: Aus dem Sportplatz Kantianstrahe.— Reukollu und Hermannplah: Kleine Wiese im Vo.'kspart Hakenheide.—«reis Oberfprce: Auf der Wiese 8 im Treptower Dark. � Tsunenvorupve ve««?entralverbande«! der Anoessellien Sipiitc. Tonncrslflfl, t'inbcn folgend» Beranflaltungen statt: Znqead. lcitune.S:f»i-a. ZV Uhr, in der Wolinun« des KoSeaen Sfchbach.— Osten: Zuaendheim Litauer Str. 18. Z.'artraai.Tittiateit eines Ard-'tsrichters". STeferent: Dr. Konrad Strdr.— Treptow: Iuaendlieim Wildendruckftr. SS'Zu- aana von der rsraeststraste in Treptow). Wir d'skntieren.— S�ineberp: Iugenddeim Saupistr. lö, LotaebSude(Thstringenümmer). Bortrag:„Berliner Liuinor". Befcrent: Srora Keilbrunn. -Verantwortlich lilr Bolitil:?r. Snrt Geyer: Wirtschaft: G. jtliygelhefer: Kewcrkschaftsbcwkliuna: I. Cteincr:. zeuideion: Ä. K. Döscher: Lokales und Sonstines: ikrist Karstadt: iln, eigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwäris-Verlag cn. m. b. K., Berlin. Bruck: Vorwärts-Buchdruckerci und Verlagsanftalt Paul Singer u. Co., Verlin CW. 88, Lind'nstraße 8. Kjcrzu z Beilagen,„Unterhaltung und Bisten' nnd..Zrauenstimmc". Nr. 271- 46. Jahrgang Donnerstag. 43. Zum �929 SZtnumig Jahre tMermannplatse. Seitdem Männer aus dem Volke in die Berliner Kommunalverwal-. lung berufen wurden und die Sozial- demokratie führenden Einflub auf die Lösung der Verkehrsprobleme nahm, hat auch die Verkehrspolitik eine Wandlung erfahren. Vor dem Kriege wurden die meisten Mittel für den Ausbau der Verbindungen nach dem Westen aus- gegeben. In die reinen Wohnviertel der arbeitenden Volksschichten führten nur einige Straßenbahnverbindungen. Die damaligen Verkehrspolitiker haben nicht daran gedacht, daß die Arbeits- zeit des Arbeiters erheblich verlängert wird, wenn er den langen Weg zum Arbeitsplatz in einem langsamen Der- kehrsmittel zurücklegen muß. Erst nach dem Krieg kam endlich die Er- fchließung der Arbeiterviertel durch Schnellbahnen. Die Verkehrsbauten veränderten das Straßenbild vollkom- men. Und wer heut« etwa über den chcrmannpiatz geht, denkt sicher nicht mehr daran, daß dort noch vor knapp hundert Iahren der Weg nach Berlin durch Wies«» und Felder führte. Der chermannplatz bestand aus einer Wegkreuzung, an der ein Gasthaus»Der Rolltrug" stand. Erst im Jahre 1867 wurd« ein ständiger Postvcrkehr nach Berlin unter dem hochklingenden Namen.Dostexpedition Lerlin-Rixdorf" eingerichtet. Ungefähr zur gleichen Zeit fuhr dann auch die erste Passagierkutsche nach Verlin. Ein Nirdorfer hatte die Omnibuslinie eingerichtet. An dem alten Rollkrug erwartete auch der Landgendarm, der mit dem letzten Kaiser in demselben Regiment gedient hatte, alljährlich einmal seinen Kaiser, der zu cherrn chertzbera nach dem Rittergut Britz fuhr Dem Landgendarm schüttelte Wilhelm jedesmal die chand. Eifrige Byzantiner kauften dann dem Landgendarmen den Hand- schuh, den der Kaiser angefaßt hatte, ab, wie sie es denn auch fertig- bi achten, Zigarettenstummel, die Wilhelm wegwarf, aufzulesen und aufzuheben. Als die Nachfrage nach diesen„Reliquien" zu groß wurde, legte sich der Landgendarm ein Warenlager in weißen Handschuhen hin und verkaufte flott nicht nur rechie, sondern auch, wenn er mal kein« anderen hatte, linke Hand- schuhe. Es war für ihn eine recht nette Ncbeneinnahme, die eines Tages ihren Abschluß fand, als die Rixdorser feststellten, daß viel zu oft linke Handschuhe verkauft waren, die Wilhelm unmöglich berührt haben konnte. Am 2. Juli 1873 erhielt Rirdorf den ersten Anschluß an die vserdebahn. Aber auch dieses Verkehrsmittel fand noch nicht den Beifall der Riydorfer, denn bald darauf wurde die Bahn bespöttelt: „Wir fahren so gemütlich aus der Pferdebahn, das«ine Pferd das zieht nicht, das andere das geht lahm. Die Deichsel ist zerbrochen. der Kutscher vollgesoffen", so sangen die Rixdorser. Die Fahrt nach Berlin war teuer. Vom Hermannplatz bis zum Halleschen Tor mußte man St> Pf. bezahlen. Erst im Jahr« 1891 wurde die Bahn bis zum Ringbahnhof verlängert und im Jahre 1896.elektrifiziert. Kurz vor fcern Kriege wurde der Vau der«rstcu.Schnellbahn begonnen, der erst nach dem Kriege, fertiflgestelst werden konnte. Neukölln erhielt zuerst die Verbindung nach der Berg- und Berliner Straße mit der Innenstadt und später auch Anschluß an die Her- mannstraße durch die Bahn nach Gesundbrunnen Am Hermann- plag mußten die Wohnhäuser einer großzügigen Bahnhofsanlage weichen. Ein riesiger Bahnhof entstand, dem später auch noch eine dritte Schnellbahnverbindung, die von Neukölln nach dem An- Halter, dein Potsdamer, dem Lehrter Bahnhof und nach Moabit iiihren soll, angeschlosien wird. Die Anlagen am Hermannplatz sind vorbildlich für den Untergrundbahnbau in der ganzen Welt geworden. 3)er alle Stollhnig auf dem 9tennannplate im Jahre 1900. lieber den Untergrundbahnbauten wuchs das neue Warenhaus in die Höh«. Die angrenzenden Straßen Kottbusser Damm und Urbanstraße wurden verbreitert und für Massenverkehr eingerichtet. Die Hasenheide und Hermannstraße werden folgen, so daß der hermannplah in Kürze der Schnillpunkl von sieben Hauptverkehrsstraßen sein wird. Nachdem der Warenhausbau ausgeführt ist, wird der Hermannplatz seine endgültige Gestalt erhalten, die eine schnellere Abwicklung des Verkehrs ermöglichen wird. Am Her- mannplatz ist auch das Problem, den Massenverkehr von der Unter- gvundbahn ohne Benutzung der Straßen in bestimmte Gebäude überzuleiten, gelöst worden. Di« neuzeitliche Technik hat den Traum der Verkehrsfachleute. die Massen von der Straße wegzusaugen, restlos erfüllt. Am Her- mannplatz kann man ohne Benutzung der Straße von der Unter- grundbahn in das Warenhaus gelangen. Auch die vierlausend An- gestellle betreten die Straßen überhaupt nicht. In kürzester Zei! gelangen sie vom U-Bahnhof in das Haus. Im Hause selbst wird jeder durch Rolltreppen und Fahrstühle weitergebracht. Der Bahn- hos im Warenhaus ist ein Meisterwerk der Technik Di« Halle ist 23 Meter lang. 14 Meter breit und liegt im Schnittpunkl der beiden Untergrundbahnlinien. Von der einen führt eine Freitreppe in die Vorhalle, von der anderen ein Tunnel. Der Bau dieser Empfangs- halle war eine der schwierigsten Aufgaben bei dem Bau. Die Sohl« der Halle befindet sich ungefähr acht Meter unter der Straße. Während des Baues mußten Tag und Nacht die Pumpen arbeiten. Dann erst konnte die Baugrube ausgeschachtet werden. Der Verkehr ist in den letzten Iahren lawinenartig gewachsen. Allein der Ausbau der Schnellbahnen unter der Erde hatten es ermöglicht, trotzdem den Massenverkehr In kürzester Frist abzu- wickeln. Schnellbahnen kürzen dem Arbeiter immer den Weg zur und von der Arbeltsstelle und verlängern seine Freizeit. Es ist wichtig, daß nicht nur in der Innenstadt das Bahnnetz ausgebaut wird, sondern daß die Schnellbahnen weit in die Quartiere der Arbeiter, Angestellten und kleinen Beamten hineingeführt werden. ägJii 'M'U I I I Ii» wA Mim 3)er heutige Merniatutpluls mit dem neuen Warenhau». Jack JCondon: (Berediügte Uebenetzung von Erwin Magnus). So waren Sie, zu seiner großen Erleichterung, mitten in einem Gespräch, das sie beide interessierte. „Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich das erstemal zu Pferde saß," erzählte sie.„Ich bin apf einer Ranch geboren, wissen Sie, und man konnte mich nicht von den Pferden wegbringen. Die Liebe für sie muß mir ange- boren sein. Mit sechs Iahren hatte ich mein erstes eigenes Pony. Mit acht wußte ich, was es heißt, den ganzen Tag mit Vater zusammen auf einem Pferderücken zu verbringen. Ich war noch nicht elf Jahre alt,, als er mich schon mit auf die Hirschjagd nahm. Ohne Pferd bin ich verloren. Ich hasse das Leben in den vier Wänden, und ohne Mab wäre ich, glaube ich, längst krank oder tot." „Sie lieben das Landleben?" fragte er und sah im selben Augenblick in ihren Augen zum erstenmal einen hellen Schimmer. „Ebensosehr, wie ich die Stadt verabscheue, antwortete sie.„Aber«ine Frau kann sich aus dem Lande nicht ihr Brot verdienen. So richte ich es mir ein. so gut ich kann— zusammen mit Mab." Und dann erzählte sie mehr von ihrem Leben auf der Ranch, bevor ihr Vater starb. Daylight war sehr zufrieden mit sich. Sie waren dabei, miteinander bekannt zu werden. In der halben Stunde, die sie nun zusammen waren, hatte es nocb nicht eine Pause in der Unterhaltung gegeben. „Wir stammen ungefähr aus derselben Gegend." sagte er„Ich bin im östlichen Oregon aufgewachsen, und das ist nicht weit von Siskiyou." Im nächsten Augenblick hätte er sich die Zunge abbeißen können, denn sie fragte schnell:.„ „Woher wissen Sie, daß ich aus Siskiyou bm? Ich bin sicher, daß ich es nie erwähnt habe." „Ich weiß nicht." sagte er verlegen.„Irgendwo habe ich es gehört.". In diesem Augenblick schlich Wolf leicht und lautlos wie «in Schatten heran, ihr Pferd scheute erschrocken, und so kam er verhältnismäßig leicht über die peinlich« Situatwn hin- weg, indem er ihr eine Zeitlang von Alaskahunden erzählle, bis das Gespräch wieder auf Pferde kam. Und über Pferde unterhielten sie sich während des ganzen Aufstiegs und wäh- rend des Abstiegs auf der anderen Seite. Während sie sprach, hörte er ihr aufmerksam zu, folgte aber gleichzeitig seinen eigenen Gedanken und Empfindun- gen. Es war kühn von ihr, im Herrensitz zu reiten, und im Grunde war er sich doch nicht recht klar darüber, ob es ihm gefiel oder nicht. Seine Vorstellungen von Frauen waren etwas altmodisch: sie stammten aus seinen ersten Tagen in den Grenzgegenden, wo er nie eine Frau anders als im Damensitz hatte reiten sehen. Er war in der Anschauung aufgewachsen, daß Frauen zu Pferde keine Zweifüßler waren. Es hatte etwas Ueberraschendes für ihn, sie hier wie«inen Mann im Sattel zu sehen. Aber gleichzeitig mußte er ge- stehen, daß der Anblick ihm zusagte. Roch zweierlei überraschte ihn. Erstens die goldenen Punkte in ihren Augen. Seltsam, daß er sie noch nie be- merkt hatte. Waren sie in der Beleuchtung im Kontor nicht dagewesen, kamen und gingen sie? Nein, es waren Farben- funken— eine Art zerstreuten, goldenen Lichts. Es war auch eigentlich nicht golden, aber doch eher golden als sonst eine Farbe, die er kannte. Eine Schattierung von Gelb war es bestimmt nicht. Die Gedanken eines Liebenden sind immer bunt, und es ist zweifelhaft, ob sonst irgend jemand auf der Welt Dedes Augen golden genannt haben würde. Aber Dan- light befand sich in einer milden, weichen Stimmung, und da es ihm gefiel, sie sich golden zu denken, so waren sie eben golden. Und so natürlich war sie. Sie hatte so gar nichts Ge- ziertes oder Eingebildetes an sich— mit diesen Ausdrücken unterschied er die Dede zu Pferde von der Dede im Kontor, die er kannte. Aber während er sich darüber freute, daß alles so glatt ging, und daß sie sich soviel zu sagen hatten, hatte er doch em bedrückendes Gefühl. Er war ein Mann der Tat, und er wünschte sie, Dede Mason, zur Frau:«r wünschte, daß sie ihn liebte: und er wünschte, daß dies sofort strahlende Wirklichkeit werden sollte. Er war gewohnt. Entscheidungen schnell zu treffen, gewohnt, Menschen und Dinge nach seinem Willen zu beugen, und fühste nun, wie die alte Herrschsucht ihn anstachelte. Er wünschte, ihr zu erzählen, daß er sie liebte, daß sie ihn unbedingt heiraten müßte. Und doch widerstand er dem Antrieb. Frauen waren flatterhafte Geschöpfe, und hier war es vielleicht ein Fehler, sich die Macht anzueignen. Er erinnerte sich aller seiner alten Iägerschliche, wie er ge« duldig gewartet hatte, zum Schuß zu kommen, wenn Leben oder Tod davon abhing. Und wenn auch vielleicht nicht ganz soviel, so bedeutete dieses junge Mädchen doch recht viel für ihn— jetzt mehr den je, als er neben ihr ritt und sie, so oft er es wagte, ansah, wie sie in ihrem Reitkleide, keck, fast männlich und däch in jeder Linie Weib, zu Pferde saß. lächelte, lachte und sprach, Schimmer des sonnigen Tages und der warmen Glut des Sommerwindes auf den Wangen. -ß Am nächsten Sonntag, waren Reiter, Pferd und Hund wieder draußen in den Piedmond-Bergen. Und wieder ritten Daylight und Dede nebeneinander. Aber diesmal hatte sich in die Ueberraschung, ihn zu treffen, etwas wie Mißtrauen gemischt. Sie ließ Daylight fühlen, daß sie ihm nicht glaubte: er gab vor, in der Nähe von Blair Park einen großen Steinbruch gesehen zu haben, und erklärte ihr unverzüglich, daß er daran dächte, ihn zu kaufen. Die Ziegelei, in die er nun einmal Geld gesteckt, hatte ihn auf die Idee gebracht, und so schlug er vor, sie anzusehen. Er verbrachte mehrere Stunden in ihrer Gesellschaft, und sie war die ganze Zeit dieselbe wie früher, natürlich, un- gekünstelt, munter, lächelnd und lachend, ein guter Kamerad, der mit unverminderter Begeisterung von Pferden sprach und sich mit dem mürrischen Wolf zu befreunden suchte. Sie sprach den Wunsch aus, Bob reiten zu dürfen, in den sie, wie sie erklärt«, mehr verliebt sei, als sie es je sonst gewesen. Aber Daylight erhob Einwände. Bob hätte die gefährlichsten Einfälle, und er könnte keinen darauf reiten lassen, es sei denn seinen schlimmsten Feind. „Sie meinen, ich verstehe nichts von Pferden, weil ich ein Mädchen bin," ereifert« sie sich.„Aber ich bin so oft ab- Seworfen worden, daß ich mir etwas darauf einbilden kann. Hd ich bin nicht gerade auf den Kopf gefallen. Ich würde nie versuchen, ein Pferd zu reiten, das ausschlägt. Soviel habe ich doch gelernt. Aber sonst fürchte ich nichts. Und daß Bob nicht ausschlägt, sagen Sie ja selbst." „Aber Sie haben noch nicht gesehen, was er für Ge- sichten macht," beharrte Daylight. „Vergessen Sie nicht, daß er nicht der erste ist, mit deni ich zu tun habe. Ich habe Mab an die elektrische Bahn, an Lokomotiven und Automobile gewöhnt. Als ich sie bekam, war sie ein ganz rohes Füllen vom Land«. Sie hatte eben gelernt, den Sattel zu tragen, das war alles. Uebrigens werde ich Ihrem Pferd keinen Schaden zufügen." Halb wider Willen gab Daylight nach, und_a» einer oerkehrslosen Stelle des Weges tauschten sie Sättel und Zügel.(Fortsetzung folgt, „Eine stark spekulative Natur." Aus den Geständnissen des Herrn v. Waldow.— Giinnes jun. erzählt. Zu Bügiiw des gestrigen 10. verhcindlungsiagcs stellte Staatsanwalt Berliner den Antrag, die P r o t o k o l l e zu verlesen, in denen die Geständnisse und Aussagen des Angeschuldigten v. Waldow in der Voruntersuchung niedergelegt worden sind, um den medizinischen Sachverständigen Gelegenheit zu geben, sich ein Bild des Charakters v. Waldows zu machen. Bach fast einstündiger Beratung beschlosz das Gericht, die Vernehmung Waldows verlesen zu lassen, deren Erörterung mehrere Stunden ausfüllen dürfte. 3n dem Protokoll vom 7. August 1927 erklärt v. waldow. aus welchen Gründen Slinncs sich auf das Anlcihcgeschäst eingelassen hätte. S t i n n e g, der damals 2 vlillionen Schulden gehabt habe und eine stark spekulative Natur gewesen sei, Hobe den erwarteten Millionenreingewinn sehr gern mit- nehmen wollen. Auch er selbst, v. waldow, habe geglaubt, seine Lage durch diese Transaklion wesentlich verbessern zu lassen. In dem„Geständnis" vom 10. August 1927 schiebt dann v. Waldow die gesanite Berantwortung auf N o t h- n: a n n, den er als den„Leibjuden Stinnes'" bezeichnet. Noch- mann, der als„christlicher Jude" der kommende Mann im Hause Stinnes gewesen sei, habe dem Junior auseinandergesetzt, daß man mit einer Million Mark 430 000 M. verdienen könne. Diese Aus- ficht habe Slinncs geblendet, und so habe er in das Geschäft gs- willigt, von den, man vom ersten Tage an gewußt habe, daß es unrichtig sein werde. Er, Waldow, habe s6)on nach den beiden ersten Reisen nach Paris gewußt, daß das Geschäft unreell s e i und habe dem Junior das offen gesagt. Darauf habe Stinnes geantwortet:„Ich will davon nichts wissen. Das ist Ihr Geschäft." Bei diesen Worten habe Stinnes in einer Weise gelächelt, die er als Grinsen empfunden habe. Die Frage v. Waldows, ob Stinnes ihm helfen würde, wenn die Sache zum Kloppen käme, habe der Junior bejahend beantwortet. Waldow schilderte dann ausführlich seine Verhandlung mit Schrandt und Hendrix in Anisterdam. Weiter sagt er in dein Geständnis über eine Unterhaltung mit Stinnes aus, bei der inan sich über die Taktik unterhalten habe, wenn die Staatsanwaltschaft die Sache verfolge. Stinnes erklärte, er würde Nothmann gern entlassen. weil er ihn in die fatale Situation hineingeritten habe, doch brauche er Nothmann als Hauptzeugen. Er werde jedoch die Sache f o darzustellen per suchen, als ob er, Stinnes, von seinem eigenen Gelde keinen Pfennig in das Geschäft gegeben habe. Jin Protokoll vom 7. und 8. Septenibcr 1027 belastet v. Waldow Stinnes und Nothmann erneut sehr schwer und behauptet, daß Stinnes über alle Einzelheiten durch Nothmann unterrichtet ge- weseii sei. Waldow habe bei der Unterredung Ende Mai 1927 Stinnes ins Gesicht gesagt: „Herr Sllimes, tun Sie doch nicht so. Sie haben doch alle Einzel- heilen gewußt. 3eßt soll ich als Alleinschuldigex in der Sache sitzen bleiben." Daraus habe Stinnes ihni zugesagt, daß er Waldow schützen werde Dar f.:-Nachdem. Herr u. Waldoip, Ihnen die Protokoll« vor- gelesen Find, befrage ich'Sief ob Sie"' Ihre bisherigen Angaben m' der Hauptverhandlung ausrecht erhalten, v. Waldow: Jawohl, aber ich verweigere weitere Aussagen, wenn nicht meine Aktennotiz, die ich selbst angelegt habe, verlesen wird. Nach einer kleinen Pause nahm Hugö S5Uvmn.v. ohne daß ich aus technischen Gründen 'tzärTviffen■ tonn®—--------—--------------------- Vors.:„Erschien es Ihnen nicht bedenklich. Ausländern zu einer Auswertung zu verhelfen, die sie sonst nicht hätten durchführen können?" Stinnes:„Ich mußte mir mit Recht saaen: Wenn du es nickt tust, so tut£5 ein anderer, und das Reich wird dann ge- schädigt."- � Zum Schluß-schilderte Hugo Stinnes dann noch kurz das rumänische Geschäft und erklärte unier Zustimmung von Nothmann. daß dieser ihm Einze'heiten überhaupt nicht mitgeteilt habe. Nothmann habe im Gegenteil ihm versichert, daß man es in Rumänien im Gegensatz zu Frankreich mit höchst ehrenwerten Ge- schäftsfreundcn zu tu» habe. Eine Abrechnung aus diesem Geschäft habe er Anfana 1028 zum erstenmal zu sehen bekommen. Roth- mann habe geflissentlich verschwiegen, daß er anstatt Kriegsanleihe- Altbelitz Neubesitz aekaust habe.'— Damit war die Vernehmung von Stinnes zunächst abgeschlossen, und der Vorsitzende vertagte die Verhandlung auf Freitag morgen 9% Uhr. Paddelboot von einem Lastkahn gerammt. Gestern nachmittag ereignete sich auf der Spree Jiei A l t- Strala», zwischen der Abtei und dem sogenannten Schwanen- berq ein B o o t s u n g l n ck, das ein Menschenleben forderte. Der ZZjährige Kranführer Helmuth II h l m a n n aus der Fischer- strasze IS hatte gestern an seinem arbeitsfreien Tage mit seiner Frau ein« Paddelbootfahrt unternommen. Zwischen der Abtei und Schwanenberg versuchte II. noch vor einem heran- nahenden M-o torspreekahn das andere Ufer zu erreichen. Dabei hatte er die Entfernung unterschätzt und das Boot geriet unter den Kahn. Während die Frau gleich wiedcr�an die Oberfläche auftauchte und von der Schiffsbesatzung in Sicherheit gebracht werden konnte, war von dem Mann keine Spu? mehr zu entdecken. Alle Bergungsversuche blieben e r- { olglos. Die Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. Gasiod eines Sechzehnjährigen. Was trieb ihn in den Tod? Wieder hol el« Lehrling, knapp dem Knabe maller eni. wachsen, seinem Leben aus unbekannter Ursache freiwillig ein Ende gesetzt. Der IKjährige Georg Ludwig war in einem Bexliner Schlossereibetricb als Lehrling angestellt. Gestern blieb er seiner Arbeitsstätte fern. Als die. Mutter, selbst berufstätig, gegen 17 Uhru'n ihre in der Uhlandstraße 48 zu Niederschönhausen gelegene Wohnung heimkehrte, nahm sie im Korridor starken Gasgenich wahr: die Tür zum Schlafzimmer war von innen verriegest. Nichts Gutes ahnend, benachrichtigte sie den Hausoerwalter, der die Ii- lousie der im Parterre gelegenen Wohnung hochschob, das Fenster eindrückte und in das Zimmer, das völlig mit Gas erfüllt war, einstieg. Auf dem Sofa lag leblos der junge Mann, der 57ahn der Gaslampe stand weil offen. Ludwig G. hatte zweifellos seinem Leben gewaltsam ein Ende gesetzt. Der hinzugerusene Arzt mußte den Tod feststellen, der bereits mehrere Stunden vor der Entdeckung der Tot eingetreten sein mußte. Die Gründe, die L. in den Tod getrieben haben, sind noch unbekannt. Die Hinierbliebenen der Maiopfer. Wie gelogen wird. Schon während des kommunistischen Maiausstondes nahm die sogenannte„unabhängige" unb insbesondere die demokratische Ber- liner Presse gegen die Maßnahmen des preußischen Innenministers und des Berliner Polizeipräsidenten eine eigenartige Haltung ein. Jetzt wird auch das Wohlfahrtsamt Neukölln in den Kreis dieser polemischen Betrachtungen gezogen. Di«„Welt am Montag" und das„Berliner Tageblatt" veröffentlichen in großer Aufmachung zwei Fälle, wonach das Wohlfahrtsamt Neukölln die Hilfesuchenden„kaltschnäuzig" abgewiesen haben soll. Nach unseren Informationen stellt sich die Sachlage folgenderniaßen dar: Am 3. Mai fanden die Frauen Röpner und Köppen. als sie trotz der polizeilichen Warnung auf dem Balkon des Hauses Hermannstraße 117 erschienen, durch verirrte Kugeln den Tod. Am nächsten Tage schon erhielt der Sohn der Witwe Röpner vom Wohl- fohrtsamt Neukölln, ohne Prüfung des Notstandes, eine Geldsumme ausgehändigt, einen dunklen Anzug für sich selbst und für seine Schwester ein dunkles Kleid. Auf die Frage des abfertigenden Beamten, ob er Fahrgeld brauche, erklärte Röpner, daß er sein eigenes Motorrad habe und damit alles erledige. Als'hn der Beamte noch auf die�Bcerdigüiigskosten hinwies, sagte er, daß sein« Mutter im„Deutschen Herold" versichert sei, und daß diese Gesellschaft die Kosten übernehmen werde. Die beiden Zeitungen erzählen dann noch, daß Röpner sich in großer Not befindet, und seine Schwester, die die höher« Handelsschule besucht, ihr Studium nur unter großen Entbehrungen fortsetzen kann. Dazu ist zu sagen: R. verdient nach seinen eigenen Angaben, die nicht nachgeprüft wur- den, 00 Mark pro Woche, außerdem ist ein Zimmer für 4ö Mark pro Monat vermietet. Anträge auf Unterstützung sind weder beim Wohlfahrtsamt, noch für die Schwester beim Jugendamt gestellt worden.....................■ w.. Im Falle Koppen erhielt der Ehemann einen dunklen An- zug, ein paar Stiefel und sofort, ohne Prüfung, 2 0 Mark. An- trag auf Uebernahme der Beerdigungskosten wurde er st in diesen Tagen gestellt. Allein 1000 Mark zahlte«ine Versicherung und 100 Mark die Krankenkasse, so daß K. 1180 Mark zur Verfügung hatte. Doneben erhält er pro Woche 10,03 Mark Arbeitslosenunterstützung. Inzwischen hat K. eine Ab- rechnung eingereicht, wonach ihm der Tod seiner Frau etwa 18f») Mark Unkosten verursacht hat. Die Beerdigung allein habe über 600 Mark gekostet. Das Bezirksamt Neukölln hat gleich nach den Unruhen den Beschluß gefaßt, Beerdigungsbcihilfcn zu gewähren und von einer Einziehung der Kosten abzusehen. Wenn die �eichswehrmusik spielt. Man schreibt uns: 'Vielleicht ist es angebracht, in Hinsicht auf das letzte Reichs« wchrkonzert a m Sonnabend im Stadion die Er- Wartung auszusprechen, daß bei dem nächsten Konzert am 21. August der bestehenden Staatssorm und ihrer schwarz-rot-goldenen Fahnen gerade von der Reichswehr die schuldige Reverenz erwiesen wird: denn die leeren Fahnenmasten im Stadionrund wirkten wirklich nicht dekorativ in dem lebenden Ainphictheater. Nicht einmal die Fahnenstange der Eh'renloge, weithin sichtbar, trug unsere Volks- und Otationalstagge. Ob alle, die sie unsere jetzige Staatsform verneinen, gar kein Empfinden für die unwürdige Art haben, mit der man sich hier um eine Ehrenpflicht drückt? In keinem andern Lande kann man sich eine Veran- staltung der Landestruppen denken, ohne daß nicht ein Aüi ufiserem sohenk- werU'l» Strlckvarettlafier: Eleäanle Sfridütleider »us reiner edler Wolle, Ju apaneu-Mustern, teilweise Pill hBiidgestickten Moli ven a.Uurdijrcn, in vielen FarLen und allen GrAHea 29.- Belnwollen« iulilgc J a c Bc e doppelt grcatrickt. äußerst praktiseb und haltbar, in adieu Farben, tue-h weiß. 8.50 Reinwollenes Musselin- Kleid in ssdSnvn bedruckten �Mustern mit Kraben, Fichu und Manöchettcnauflüpe aus Georgette, m't zahlreichen Falten im Vorderteil des Roekes, Gürtel mit Schnalle. Dieses greschmackvolle Kleid ist in vielen Farben, und auch in den größten Frauen weiten vorrätig und kostet Reizendes Sommer- Kleid ans Honanseide mit Öäumchen-Garnierung des Westentcils u. aparter Knöpf eben verziernng.Ab- näbern auf Schulter und Rücken; moderne Faltenlage des Rockes, fesches Zierband und Gürtel. 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Die drei gemieteten Räume im Erdgeschoß wurden Mit allen Schüanen als„Eheikontor".„Schreibmaschinenzimmer" und ,�Kon- sercnzraum" hereerichter und aus den großartigen Briefbogen waren Bankverbindungen usw. oufgeiührt. Arcnstein setzte sich mit einer chamburgcr Graßiirma in Verbindung, die hauptsächlich Kakao importiert. Der erste Austrag, den er erteilte, wurde von ihm in bar reguliert. So erwarb er sich Vertrauen und bei späleren Bestellungen, die mehr und mehr anwuchsen, gewährte man ihm Kredit. Als die Hamburger wegen endlicher Zahlung drängten, mochre Arenstein Ausfluchte. Er behauptete, daß sein Guthaben bei einer Berliner Bank zum Ausgleich wohl hinreiche, daß aber die Bank zurzeit wegen der ungunstigen Konjunktur nicht zahlen wolle. Dies« eigenartige Entschuldigung veranlaßt« den chamburgcr Großkausmann, selbst nach Berlin zu kommen, um seinem Schuldner etwas auf die Finger zu sehen. Arcnstein empfing il n überaus freundlich und legte ihm bereitwillig die Bücher vor. •lus diesen ersah scheinbar der Hamburger, daß die Außenstände der Firma onsehniich« Summen ausmachten. Er ließ sich jedoch nicht ohne weiteres täuschen, machte sich«inen Auszug und kündigte an. daß er sich persönlich erkundigen werde. Jetzt wurde Arenstcin schwül zumute. Unter der Vorspiegelung, er werde eine Konferenz einberufen, verließ er das Geschäft und kam nicht wieder. Der Hamburger wandt« sich nun an die Kriminalpolizei, die aber seststellle, daß Arenstein, der feine feste Wohnung hotte, sondern bald hier bald da in Hotels logierte, spurlos verschwunden war. Ermittlungen bei der Bank ergaben, daß er m i ch t einen Pfennig Guthaben hat. Die in den Büchern ausgeführten Firmen existieren nicht, fast olle Konten sind Schcinkonten. Waren sind nicht mehr vorhanden. Alles, was er geliefert erhielt, hat der Flüchtige sofort verschleudert. Das Geschäft wurde von der Kriminalpolizei geschlossen, die auf dem Zollamt noch lagernden Waren wurden beschlagnahmt. Die Forderung des Hamburgers be- laust sich auf?8 00 0 Mark. Ohne Zweifel hat Arenstein aber nach mit anderen Firmen in Berlin und anderswo Beziehungen an- geknüpft. Wer mit ihm Geschäfte getätigt hat und wer über jcmeii Verbleib Auskunft geben kann, wird gebeten, sich bei Kriminal- bczirkssekretär Neumonn bei der Dienststell« V 3 im Polizeipräsidium in Verbindung zu setzen. Einer der Angestellten, der im Verdacht sieht, von den Macheiischastcn seines Chefs gewußt zu haben, wurde vorläufig festgenommen. Gründliche Rassenaufzucht. Eine arisch-rcinrassige Lebensgefährtin sucht ein Germane in der „Vegetarischen Warte" durch dieses Inserat:„Lebens- resormer. Ansang Dreißiger, gebildet, wünscht mit gebildetem deut- schen Mädel zwecks Heirat in Verbindung zu treten. Bcdingun- gen: After etwa!7 bis 22 Jahre, arisch-germanischer Rosse, blondes Wohin mit dem Zoo? Keine Vergrößerung auf Kosten des Berliner Tiergartens. Der Tiergarten soll abermals verkleinert werden. Jlachdem die Verwaltung des Zoologischen Gartens schon 1925 eine Vergrößerung ihres Besitzes um 12 000 Quadratmeter auf kosten des Tiergartens erreicht hatte, beansprucht sie jetzt das gesamte Areal Zwi- schen dem Zoo. dem L a n d w e h r t a na l und der S t a d l b a h n. was beinahe auf eine Verdoppelung ihres Grund- befitzes hinausläuft und einen der schönsten und meistbesuchten sweil sehr günstig gelegenen) Teile des Tiergartens der össenllichcn Be- Nutzung entzieht. Man denke nur an den reizenden Kinderspielplatz und die Ufer des Landwehrkanals von der Schleuse auswärts! Die Ncufordcrung ist nicht schlecht begründet. Direktor Heck will, nach dem Muster von Stellingen, einen A f f e n f e l s e n für Paviane, ein großes Becken für See lö wen und Robben und Gehege für Hirsch« und Gemsen anlegen. Ueberhoupt aber ist der gesamte Zoo schon so beengt, daß das Verlangen noch Luft und Raum vollkommen berechtigt erscheint. Aber ebenso berechtigt und nicht mehr zu überhören ist der Ruf nach einer Derbesse- rung der Verkehrsverhältniss« an der Gedacht- n i s k i r ch c. Hier besteht totsächlich die Notwendigkeit neuer Der- bindungen über Kreuz, die beide nur durch den Zoologischen Garten selber gehen können. Die Rord-Süd-Berbindung zwischen dem Knrsürstendomm und Moabft-Hansaviertel, und die Wcst-Ost- Strecke von der Lichtensteinbrücke zur Gedöchtmskirche, die die Budapester Straße entlasten soll. Dazu kommt noch eine Verlängerung der Kurfürstcnstraß« quer durch den Zoo zur Kurfürstenallee, die zum Knie führt. Beide Forderungen, denen man ihre dringende Berechtigung nicht absprechen kann, begegnen sich auf dem einzig möglichen Wege der Verlegung des Zop a« die Stadt« Peripherie. Anders ist es gar nicht mehr möglich.. Al« der Zoo 188 4 eröftner wurde, und noch bis in die> achtziger Jahre hinein, lag er weit draußen vor den Stadttoren: er war ein Aus- flugsziel. Heute umschließt ihn der immer stärker anschwellende Verkehr des zweiten Stadtmittelpunktcs: das ist sinnlos. Em Tier- park gehört an den Rand der Stadt, vollends, wenn er wie ein böser Klotz sich mitten in ihren stärksten Berkehr stellt. Wohin man den Zoo verlegen könnte, hat der um die Stadtplanung Berlins außerordentlich verdiente Architekt Martin Mächler vor dem Cfty-Au-schuß klargelegt. Im Norden der Heerstraße bei Pichelsbcrge erstreckt sich ein« große Niederung zu beiden Seiten des Faulen Sees, die sich nicht zur Bebauung eignet, mit ihren vielen Wasscrläufen, Wiesen und Gebüschen aber für einen Tierpark prädestiniert erscheint, und die zwei- bis dreimal so groß ist wie das heutige Terrain des Zoologischen Gartens. Di« Verbindungen nach Pichclswerder, heute schon gut, werden durch Ausbau der Untergrundbahn noch weit günstiger werden. Hier au den Rand der Großstadt, in eine wundervolle märkische Uferlond- schaft, gehört der künftige Zoo: es ist eine Lage, wie sie der des heutigen In der Zeit um 1870 entspricht. Und sie wird eine ober- molige Revision nicht mehr nötig haben. Warum geschieht nichts in dieser Richtung? Müssen wir uns ein« Beschneidung des Tiergartens zugunsten des Zoos gefallen lassen, die auf jeden Fall nur provisorisch sein kann? Dr. Paul F. Schmidt. Haar, längs chädelig, gezeugt und geboren von streng vegetarisch lebenden Eltern, an Mutter- b r u st gestillt, vegetarisch ernährt und i» lebensreformistischem Sinne erzogen. An hängerin von Nacktkultur und der Reformbcklerdung(Thalysio). Freundliche Zuschriften in obigem Sinn« erzogen. Anhängerin der Nacktkultur und der Gonzaktlichtbildern, Vorder-, Seiten- und Rücken- aufnähme, an die„Vegetarische Warte" erbeten." Der rassige Wiederaufbau Deutschlands geht also über den dreifachen Ganzokt — der blonde Langschädel allein, nicht einmal unter Beihilfe der Mutterbrust, kann es nicht schössen. Der geht aufs Ganze, dieser Germane! Es wird allerdings nicht leicht sein, den Stamm- bäum darüber zu erbringen, ob die longschödelige Teutonin, die ihre Vorder-, Seiten- und Rückenansichten einsenden soll, von streng vegetarisch lebenden Eltern gezeugt worden ist. Die worden, waltung willigen. rate von ?!eubau des Gewerbesaales. Stadtverordnetenversammlung ist vom Magistrat gebeten 4 453 000 M. aus Mitteln der außerordentlichen Ver- für den Neubau des G c w e r b e s a a l e s zu be- Für dos Rechnungsjahr 1929 wird mit einer Gesamtbau- 1 250 000 M. gerechnet. Der Neubau ist bereits durch Gemeindebeschluß vom Jahre 1927 grundsätzlich genehmigt worden. Er hat sich als notwendig erwiesen, da für den Gcwcrbesoal kein geschlossener Vau vorhanden ist. sondern die verschiedenen Kurse zum Teil im ge- werblichen Schulhause Straß mann st roße 6(Werkstätten, Laboratorium und Vortragssaat), zum Teil in dem Schulgebäude der Kunstgewerbe- und Hondwerksschule Andreasstraße 1/2 (Chemie und Physik), wie auch im Schulgebäud« Paul-Singer- Straße 16(Vortrags- und Zeichensäle) untergebracht werden mußten. Der Neubau ist auch deshalb notwendig, weil die � vorhandenen Klassen räumlich unzureichend sind, und auch die Werk- statten bei weitem nicht mehr den modernen Anforderungen en:- sprechen. Hinzukommt, daß das Bestreben älterer Facharbeiter, die Gehilse»- und Meisterprüfung nachzuholen, in den letzten drei Jahren einen Umfang angenommen hat, für den die vorhadenen Einrichtungen auch nicht im entferntesten genügen. Ein Achtzigjähriger. Zlm 13. Juni begeht Unser Genosse Paul Hundt, Am Schlesischen Bahnhos 1, und in der 32. Abteilunq organisiert, seinen 80. Geburtstag. Schon al? ganz junger Mensis» schloß er sich der Parteibewegung an. Während des Sozialisten- gefetzcs stand er al? unerschütterlicher Kämpfer in den vordersten Reihen. Er mußt« seine Treu« mit Gefängnis büßen. Schön als Dienrndzwonzigjähriger wurde Genosse Hundt durch das Vertrauen seiner Kollegen und Genossen auf den Posten des ersten Bevoll- mächtigten des Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Perbandes in Geß- nitz bei Dessau berufen, den er viel« Jahre inne hotte. Z ii: KOftTStme* GENOSSENSCHAFT BERLIN u, UMGEGEND E.G; M.B.H. Allerfeinste ausgesuchte große malles-Hering (Casliebay-Iarge) Stück 105 Pfennig Neue neisehartollein 'Pfund 25' Pfennig Oic Abgabe der Waren erfolgt in der Konsum- Genossenschaft Berlin und .mgegend nur an Mitglieder Die Milglicdschafi kann von jedermann erworben werden. Aufnahmegebühr 50 Ptennig Mitglieder« Autnahmen werden fn sämtlichen 780 Ab- gabesfellcn der Konsum-Ge nossenschaft vollzogen, Es wird wieder heiß! Der elefctristhe TisAfäcKer verbrau Al nur für r -etat Britzer Str. 30. Bortrag:..Die offeni ?iche Jugendpflege in Berganaenhett und Gegenwart.— Westend: Sein Sportplatz Westend. Vortrag:„Was haben wir tn der Kommune erreicht l Wllmersdorft Heim Wilhelmsaue 123, Zimmer 2.«artrag:-2AJ und Jung- banner".— Lankwitz: Gemeindeschule Schulstrotze. Bortrag:»Bericht vom Mitteldeutschen Iugendtag und Magdeburger Parteitag.— Zchlendor,. Rordschule. Potsdamer Str. 5—7. Vortrag:„Sozialismus und Steltgton. werblbezirk«edd,»«: Heim der 312. Gemetndeschule. Seestr. 84. Ueben der Tambourkayelle. Erscheinen aller Spiel�eute ist dringend notwendig. In» � � Werbeb«?irk ���lwck�lln: Par»!!el?etariai. Weichselstratze� sIdealpassage-. Sikuna de» engeren Werbebezirksvorstandes mit den AbteUungStettern. Morgen �unktionärschuwngeab-nd im Heim Sanner Straße, großer Saal. Alle Funktionäre und interessierten Mitglieder nehmen daran teil. Werbebezirt Lichtende««: Heim Gunterstr. 44. Festausschuysitzung. Morgen. Freitag, in der Aula des Reform-Realgymnasiums. Parkaue, n ei er.Rote Iuaenb". Musik, �ahneneinmarsch, Spiel, Sprechchor, ssilm. Unkoftenbeitraa Zo'Pfennlg._ Vorträgt/ Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Siichllkksstelle! Berlin G. 14. Sebastianstr. 37/38, Hol 2 Tr « Gauss rst»»d. Achtung, Lpielleute! Sannabend, 15. Juni, Illssi Uhr. P— P- Antreten sämtlicher SpieNeute auf dem Spb-lplatz A. sgegenüber Nathau» Treptow). Leitung: Bundesstabtührer Hedicke. Magdeburg. Endhallc stell« der Autobuslinie 13 und der Stratzenbahn bt, Tretuow Rathaus. Stratzenbahn 87.»1. 187.— Donnerstag. 13. Znni. Prenzlauer Vera. Kam.„Balkan" bei Bogel, Iablonfkistr. 9. Kam„König stor bei Rösner. ssmmonuelkirchftr. 2S. Kam.„stalie" bei Zeuge, Mtlastr. 5, Anfang aller Bei fammtungen um 20 Uhr.- Freitag, 14. Zuni. Friedrtchshatn. Kam.„MsUtel. lO'i, Uhr Kameradschaftsveriamwlung bei Hentfchel, Memeler Str. 13. Bor- traa tlbarlottesbnra. 20 Uhr technischer Abend für dl« Kaut. Stuttgart. And. Sl.menÄ S-reestr. 31.«einidenbarf. A> Ubr tat R-ftauran. von Müller. Stharnweberstr. 14. Bollversammlung, Mtttetlungen. Vortrag. ?te Vorstandsmitglieder werden gebeten, um 10 Uhr anwesenb zu sein. - Krens betg. Donnerstag. 18. Juni. Spielwiefe Treptow an der Sternwarte. von 18-20z-, Uhr Sport und Spiel.- Tiergarten snd Westen I. ssreltag. 14. Sunt, 20 Uhr.«ameradschaftsversammlung im Lokal Eckert. Kurfürsten. Eike Eteinmetzstratze. Vortrag de»»am. Hamburger über„Srotzdeutschlanb fahrt" itnd. Mitteilunzei� zum N. August.— Uhr, Antreten tm _____________________ Scharnweberstr. 14. Referent Major 0.®. Gasmann.—«am. S«eM«d-rs. streitag. 14. Juni. t9H Uhr. Treffe» der Kameraden-on H-rmsdorf am Bahnhos Watdmonnslust. Die Derlammlun» findet bei Müller. Teharnweberstr. 14, statt. « Kriegsbeschädigter und«riegerbintrrblirbcitcr. erfammlung ssreltag, 14. Juni. Ä Uhr. im Lolai glieterauswei». Reichsnerband dt Bezirk 1. Mitte. Mo..— Müsch,«runnenstr. 140.,..,.. Bund Berlin sttr«inh«»»tne,lchrift. Uebung in allen Geschwindigkeiten irden ssreiiag von 20-22 Uhr im Französischen Gpmuastum. Retchstagsufer 8. am Reichstagsgebäude, und jeden Dienstag von 20—22 Uhr im Schulhau, r Utr-chte- Str 30—31 kam Wedding). Anfängerkurse söwle Aufnahme neuet Mitglieder»u i-ber öeit.«nskunit erteilt Fritz P dorf, Waldemarstr. 3. Plauschinn, Berlin. ssehlen. Lfitlis», Conrersotlonnl Club tounäeä 1878. Meetings every Friday 8 p. m Cafe Josty, Potsdamer Piatr. Lecturer; Mr. Hoogon:„Philosophy." Cues's, Ladies S Oentlemen,«re welcome." The English Conversational Club 1878. wetterberich» der istenliichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend sNachdr. verb.) Vaim unh noch vielfach heiter, aber Gewitterneigung.— Jür Leutichlond: Ueberall warm, besonder« In der westlichen Hälfte, ab. gesehen von Ostweftdeutschland. berbreitete Gewitter. Na» langem, schwerem Leiben ent- schlief hente 12»/, Uhr sanft meine bebe Zrmt. Mutter, Schwester und Schwägerin IllÄ BcnZ geb. Meier im 44 Lebensjahre. Ihr Leben war selbstlose Liebe. Gut« und Sorg«. Berlin, den 10 Juni 1020. Seestratze IIS. In tlcser Trauer Willi v»n, ttetitz Ben) als Sohn 8ugo Weyer nnb frau Idee» Wegee und Frau. Die Beerdigung stndet am Freitag. dem 14 Juni, nachm. 4'., Uhr. von der Leichenhalle des Allen St. Paul- Friedhotes, Setftratze, ans statt. Allen Genossen, Genossinnen. Freun- den und Kollegen, die bei der Gin- äscherung meines Ueben Mannes. Bater» und Schwiegerpaters Otto(Zerntlt mit so grotzer Verehrung und Teit- nahm« seiner gedachten, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dant. Berlin, den 12 Iunl lO.'O. Biumenstratze 6. Ottilie Gerndt. Karl und Margarete Gerndl. Dr. med. ludte Fadiarzt lär Hanl' und Harnleiden Frledrldiilr. 230(Nähe Hedemannstr Sprechstunde: 12—2 und 4—7 Fernsprecher: Bergmann 3722 Nach meiner Rückkehr aus China habe ich meine Praxis wieder übernommen. Verkäufe Linoleum. Szillat,«oloniestratze 0 «ebsehlee- Teppiche. 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Vorstellung: Bare-nscheck. Sohenlohebrücke, Ecke Rudolistratz«.' MfA Wutltt-BRlllM Eisen-, Revolver-Dreher und -Dreherinnen sowie Rundschle fer Die Branchenkommission veranstaltet am Freitag, dem 14 Juni eine Branchenversommlung. Da diese Beranstaliung ohne Zustimmung der Verwaltung stattsindet und im Widerspruch zu unsiren statutarischen Grundsägen steht, ersuchen wir unsere Mitgiieder, diese Veranstoliung nicht zu besuchen. Die Orlsverwaliung. Verwaltungsmltgiieder! Freitag, den 14 Juni, findet keine Sigung der Mittleren Orteverwaltung statt. Die Orlsverwaiiung. ictandcn wirksam sind dl« KLEINEN ANZIEIÖENIb der Gm im t- »ud«««des ..Vorwlr»»- und ir»ttdem NdlllljtN Gesucht tüchtige Warenanfomalen Nonfeare dl« nachweislich schon in diesem Fach gearbeitet haben und mit den neuesten Konstruktionen vertraut sind,»ur Ausarbeitung von Neuerungen. Gutes Gehalt wird zugesichert Angebote unte- H. P. 03 S 2 beRSrd. Rodolt Motte, Hamburg I. j t tz 7lr. 221» 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag. 1Z. Juni 1929 Sozialdemokratie und Landesverrat. Eine Abrechnung im Reichstag. In der Reichstogssitzunfl am Mittwach sprach gegen die Aus- siihrungen des Abg. Berndt(Dnot.), der die Sozialdemokratie des Landesverrats beschuldigt hatte, Abg. Landsberg(Goz): *im Laufe der Jahre ist�Herr Berndt auf die äußerste Rechte gerückt. Früher war chm die Sozialdemokratie nicht so unsympathisch, als er sich um ihre Stimmen in der Berliner Stad.verordnetenver- sammlung bewarb, um zum Stadtrat gewählt werden zu können. Heute richtet er gegen meine Partei die g e h S s I i g st e n A n- griffe. Wenn es richtig ist, daß man immer wieder zu seiner alten Liebe zurückkehrt, so wäre es möglich, daß wir Herrn Berndt noch einmal als Vertreter des entschiedenen Liberalismus sehen lHciterkeit), wobei ich allerdings nicht weiß, ob der Liberalismus seine erste Liebe gewesen ist.(Lebh. Heiterkeit.) Ich bitte aber nicht zu glauben, daß ich eine solch« Entwicklung erwünschte oder ersehnte: Herr Verndt würde uns mit seiner Nachbarschaft viel unangenehmer sein, als auf der Seite unserer Gegner. sSxhr gut! bei den So.z.) Im einzelnen will ich gegen ihn nicht polemisieren. Ich glaube ihm aber einen Dienst zu erweisen, wenn ich folgende Mitteilung mache— Herr Berndt entrüstet sich gern trog des bekannten Bismorckwortes. daß Entrüstung kein politischer Faktor sei, vielleicht entrüstet er sich auch darüber—; Die Franzosen geben in Wiesbaden eine Zeitschrift„l.a Revue rhenan" heraus. och habe eine Nummer dieser Zeitschrist gesehen, in der nicht eine einzige deutsche Firma inserierte. Erst auf der legten Seite fand ich die deutsche und srai�ösische Ankündigung einer deutschen Firma, nämlich des Ufa-Palastes des Herrn Hugenberg! (Lcbh. Heiterkeit.) Herr Berndt hat nun die bekannte grüne Wehrbroschllrc als landesverräterisch bezeichnet und in seiner ersten Rede Zweifel an der Zuverlässigkeit der Sozialdemokratie m der Frag« der Landesverteidigung geäußert, ja sogar von einein programmatischen Bekenntnis der Sozialdemokratie zum Landes- verrat gesprochen. Wenn diese grüne Broschüre landesverräterisch ist, warum wn Sie dann nicht, was Sie in der Angelegenheit der Groener-Dcnkschrift getan haben. Damals erklärten Sie, Sie hätten gefürchtet, sich der B e g ü n st i g u n g schuldig zu machen, wenn Sie eine Strafanzeige nicht erstatteten. Mit dieser Begründung haben Sie die Strasanzeige gemacht— Sie haben Hebung in solchen Anzeigen(Heiterkeit links), warum erstaUen Sie jetzt keine? Statt dessen haben Sie etwas anderes getan. Das deutschnationale Mit- teilungsblatt„Auf der Wacht" enthält in seiner Nummer vom 1. März d. I. folgendes Inserat: Wer kennt die wahre Gesinnung der Sozialdemokratie? Nur wer das Sonderheft des.Klassenkamps"—„Sozialdemokratie und Wehrprogramm"— gelesen hat. Nach Mitteilung des Verlages ist die Schrift bis auf wenige Exemplare vergriffen. Wir liefern, soweit unser Vorrat reicht, dieselbe zum Preise von 6l< Pf. Deutschnationole Schristenoertriebsstelle G. m. b. H. (Stürmische Heiterkeit und lebhafte Zurufe links.) Eine merk- würdige Methode, londesverräterische Literatur zu bekämpfen, indem man sie propagiert. Dieses deutschnatianalc Blatt wird allerdings in derselben Druckerei hergestellt, die lange Zeit auch das berüchtigte kommunistische Witzblatt„Der Knüppel" und sogar das bekannte Hindenburggedicht gedruckt hat.(Große Heiterkeit links.) Herr Berndt sollte überhaupt eiwos vorsichtiger mit dem Vorwurf des Landesverrats sein. wenn wir z. B. zur Zeit der Büraerblockregierung nach Amerika geschrieben hätten„Gebt dieser Regierung keine Anleihe, denn sie verwendet da» Geld zur Sanierung verkrachter Raisseisen- danken und zur Rettung bankerotter Gutsbesitzer"— wie hätten Sie da über Landesverrat geschrien! (Sehr wahr! links.) Unterscheiden sich denn die Briese Hugenbergs noch Amerika von derartigen Behaupmngen? Obwohl ihm eine Anzahl deutsche Zeitungen zur Verfügung stehen, hat er selbst die Briese noch Amerika nicht abgedruckt, bevor sie von Amerika her bekannt geworden sind. Er hat die Warnung noch Amerika ge- schrieben, der deutschen Regierung kein Geld zur Verfügung zu stellen, weil sie es nur für marxistische Experimente verpulvern würde. Ich weiß nicht, was damit gemeint ist. Meines Wissens Hot die Reichsregierung nicht die Absicht, Herrn Hugenberg den „Lokal-Anzeiger" abzukaufen, um dessen Leser republikanisch zu bc- arbeiten, so wie die angeblich über den Parteien stehende Regierung des früheren Obrigkeitsstaotes Zeitungen gekauft hat.(Unruhe rechts.) Ob auf die Briese Hugenbergs der Begriff des Landesverrats angewendet werden kann—(Zuruf rechts: Probieren Sie es doch einmal!) Nein, das tun wir nicht, denn wir wünschen durch- aus, daß Herr Hugenberg an der Spitze Ihrer Partei bleibt.(Sehr gut links— Lärm rechts.) Wenn Sie ebenso geschlossen hinter Herrn Hugenberg stünden, wie wir sein Verbleibenan Ihrer Spitze wünschen, dann könnten Sie zufrieden sein.(Lebhaste Heiterkeit liyks.) Die Deuischnationalen haben mit einer ganzen Reihe ihrer prominenten Persönlichkeften entschieden Unglück gehabt. Beim Ab- stimmungskampf in Oberschlesien fiel uns in den Rücken ein sehr kluger und wortgewandter Mann, der die ganze Provinz bereiste, um die deutschen Wähler zur- Stimmabgabe sür Polen zu bewegen: dos war Grai Oppersdorf, ehemaliger Hospitant der deutsch- nationalen Fraktion des Reichstages.(Zuruf rechts: Aber wann?) Lei einem ehemaligen Hospitanten der sozialbeinorratischen Fraklion würden Sie sich auch noch nach Jahrhunderten nicht abhalten lassen, ihn uns an die Rocklchöße zu hängen. lHeiterkeit.) Im Memellande war es Herr G o i g a l a t, ehemaliges Mitglied der konservativen Fraktion oes Preußischen Lau�lages, der für die Vereinigung mit Litauen geworben hat. und sein Adjutant war Lerr B o n i n, ehe« mals Redakteur der konservativen Zeitung in Tilsit und jetzt Heraus- geaer eines litauischen Wochenblattes in deutscher Sprache. Als in Versailles über dos Schicksal Deutschlands entschieden werden sollt«, da reiste ein Mann aus Sachsen abwechselnd nach Prag und Paris, um zu erreichen, daß die Wendel zur tschechoslowakischen Republik komm«: es war der sächsische deutschnationale Landtagsabg Barth. Der pjälzische Separatistenführer Orbis war bayerischer Landtagskandidat der Rechten. Bismarck ist wegen der Veröfsent- lichung des RückVersicherungsvertrages zwischen Deutschland und Rußland Landesverräter gescholten worden, und der„Miesbacher Anzeiger" Hot den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held als Landesverräter an Bayern bezeichnet. Sie(nach rechts) tun uns mit dem Vorwurf des Landesverrats nicht weh. aber Sie sollten einsehen, daß Ihr agitatorischer Nutzen davon viel geringer ist, als der aukenvolitische Schaden, den Sie mit wichen Vorwürfen Deutsch- [and zufügen(Lebh. Zustimmung links, Unruhe rechts.) Wie können Sie nach dem Erlebnis dieses Krieges an der Bejahung der Landesverteidigung durch die Sozialdemokratie zweifeln? haben Sie einen Führer, der sein Blut hergegeben ha, für das Land, wie unser Ludwig Frank? Wir stehen treu zur Landesverteidigung. Wir sind Pazifisten, wir erwarten den Sieg des Pazifismus allerdings erst von einer poltti- scheu Konstellation, die nicht mehr Deutschland das Aschenbrodel sem läßt. Auch wenn eine Familie unter, sich, kämpft, so muß sie de, gemeinsamer Not zusammenhalten. Es gibt keinen in unseren Reihen, der sich yon diesem Bekenntnis ausschließt. Es besteht nur Meinungsverschiedenheit darüber, ob eine Landesverteidigung durch eine gerüstet« Armee oder durch ein Volksaufgebot auszuüben wäre. Diese Meinungsverschiedenheiten sind durch die bekannten Beschlüsse des Magdeburger Parteitages gelöst. Sie(nach rechts) behaupten, daß wir dem Reich militärische Notwendigkeiten verweigern und Sie verweisen auf den Panzer- kreuzer. Sind Sie zu wichen Vorwürfen berechtigt? Haben Sie immer das bewilligt, was militärische Sachverständige als notwendig forderten? Das bekannte Wort„Dem Militarismus keinen Mann und keinen Groschen" ist van den Konservativen in die Form gebracht worden „kein Könitz, keine Kähne!" (Sehr gut! links.) Den Mittellandkanal haben Sie abgelehnt, ob- wohl die militärischen Sachverständigen seine große militärische Be- deulung im Fall eines Weltkrieges betonten. Sie aber haben ab- gelehnt, weil Sie fürchteten, der Mittellandkanal würde eine Einsallspforte für billiges Getreide aus Holland fein. Also anti- militaristisch sind Sie auch, nur müssen dabei agrarisch« V or t e i l e herauskommen.(Sehr gut! links. Unruhe rechts.) Sie könnten mit dem Vorwurf des Landesverrats endlich aufhören. Ich habe mich etwas ausführlicher mit diesem Vorwurf des Landesverrats beschäftigt, dessen Unhaltbarteit feststeht, auch wenn er van einem politischen Nomaden erhoben wird.(Heitexkeit links.) Abg. Bernd,(Dnat. persönlich): Ich bin früher überhaupt nicht parteipolitisch organisiert gewesen, wie übrigens der größte Teil der Beamtenschaft. Den Errungenschaften der Revolution ist es vorbe- holten geblieben, in diese gute Tradition Bresche zu schlagen. Be- stimmt ober war ich nicht Sozialdemokrat oder Demokrat. Der beste Beweis dafür ist, daß mir die Notionalliberale Partei ein Land- tagsmandat angeboten hat. Zur Zeit meiner Wahl als Bürger- meister von Schöneberg war ich längst deutschnationaler Abgeord- neter. Also die Behauptung Landsbergs darüber ist eine gehässige, von niedrigstem Haß diktierte Verkeumdung.(Ordnungsruf: stürmische Entrüstungsrufe links.) Abg. Landsberg(Soz): Herr Berndt ist vollständig im Irrtum, daß ich von Haß gegen ihn erfüllt wäre. Meine Empfindungen für ihn sind wesentlich anderer Art.(Sehr gut! links.) Er hat berichtigt, was ich nicht behauptet habe. Ich habe nicht von seiner Bürgermeisterwahl in «schäneberg gesprochen, sondern daß er mit den sozialdemokratischen Sttmmen zum Stadtrot von Berlin gewählt worden ist und diese sozialdemokratische Unterstützung erbeten hat.(Hört, hört! links.) Im Auftrage Berndts hatte ein Mitglied der deutschnationalen Fraktion die sozialdemokratischen Fraktionsführer Singer und Stadthagen gebeten, die Wahl des Herrn Berndt zu unter- stützen.(Lebh. Hört, hört! links.) Wir werden dafür sorgen, daß diese Vorgänge in der Presse mit epischer Breite geschildert werden, und Sie, Herr Berndt, werden dann Gelegenheit haben, den Betyeis vor Gericht zu erhalten. Ich habe nicht behauptet, daß Sie polittsch organisiert gewesen sind. Es ist immer die Eigentümlichkeit gewisser sehr vorsichfiger Menschen gewesen, die Zugehörigkeit zu einer Organisation zu vermeiden, weil ihnen das einmal in der Karriere schaden könnte. (Sehr gut! links.) Aber Sie werden nicht bestreiten können, daß Sie sich als entschieden liberaler Mann mit stark demokratischen An- sichten ausgegeben haben, und das wird, wenn Sie klagen, auch be- wiesen werden.(Stürmischer Beifall links, Unruhe rechts.) Die Abstimmung. Unter Ablehnung aller Oppositionsanträge wird der Haushalt in der Ausschußfassung angenonimen. Eine Entschließung der Deutschnationalen, die gesetzgeberische Maßnahmen gegen Ent- artungen und Verwilderungen in Literatur und Theater fordert, ebenso eine zweite Entschließung auf Sicherstellung der politischen und religiösen Neutralität des Rundfunks werden gegen die Linke angenommen. In einem weiteren Beschluß wünscht der Reichstag Verbesserung der Fahrpreisermäßigungen für Jugend- fahrten und Nachprüfung des Impfgesetzes. Eine konnnunistische Entschließung auf völlige Trennung von Staat und Kirche wird in namentlicher Abstimmung mit 235 gegen lkl Stimmen bei einer Enthallung abgelehnt, ebenso eine komipunistische Entschließung auf Ungültigkeitserklärung des bayerischen Konkordats mit 199 gegen 57 Stimmen, bei 130 Stimmenthaltungen der Sozialdemokraten und der Demokraten. Mit ähnlichem Stimmenverhältnis wird auch ein kommunistischer Antrag aus Verbot des preußischen Konkordats abgelehnt. Angenommen wird eine deutschnationale Entschließung auf Vorlegung eines Reichshebammengesetzes. Mißtraucnsant räge der äußersten Rechten und Linken gegen Reichsinnenminister Severing werden gegen die Dcutschnatio- nalen, Nationalsozialisten und Kommunisten abgelehnt. Ein demokratischer Antrag auf Vorlegung eines neuen Wahlgesetzes wird gegen Demokraten und Zentrum abgelehnt. Angenommen wird ein demokratischer Antrag auf Aushebung der innerdeutschen Ländergesandtschaften. Ein deutschnationaler Reichsschulgesetzentwurf wird gegen die Stimmen der Linken dem Schulausschuß überwiesen. Angenommen werden Zentrumsanträg« auf Vorlegung eines Reichs- bühnengesetzes, Reichsberufsschulgesetzes, Lichtspielgesetzes und eines Gesetzes über den Schutz der Jugend bei Lustbarkeften. Das Abkommen über die Gründung eines Welthilfsverbandes wird in allen drei Lesungen angenommen. Die zweite Beratung des Reichspostetats leitet Reichspostmimfler Or. Schätze! ein: Betrieb und Einnahmen der Reichspost haben eine aufsteigende Linie gezeigt. Die Verkehrseinrichtungen werden mit aller Kraft ausgebaut. Zur Beseitigung der Konkurrenz im Kleingüteroerkehr zwischen Post und Eisenbahn schweben aussichtsreiche Verhandlungen. Die Versuche der„Verkrastung" des Landbestelldienstes verlausen erfolgreich. Neue Luftpostlinien haben wir nach London und Stock- Holm eingerichtet. 50 Proz. aller Hauptanschlüsse im Fernsprechwesen werden Mitte dieses Jahres automatisiert sein, bis 1SZS soll das ganze Telephon soweit fein. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer beträgt 2,8 Millionen. Im internationalen Post, und Telegrophenwesen hat Deutschland seine Vor- kriegsstellung wieder erhalten. Der Telegraphenverkehr wird ver- bessert und vereinheitlicht. Infolge der Rationalisierung"haben wir 7609 Beamte weniger, die Zahl der nichtbeamteten Kräfte ist um 8405 gestiegen. Abg. Steinkopf(Soz.): Von einer Aenderung des Reichspostfinonzgefeßes wird man in der jetzigen Zeit besser absehen. Wir wünschen für die Reichspost auch nicht ein System, dkts bei der Reichsbahn den Groß- industriellen o. Siemens zum Lorsitzenden des Verwal« lungsrares gemacht hat. Vollen Dank verdien: die Arbeitsleistung des gesamten Personals bis zum Minister und seinen Beratern, ohne die die geleistete Arbeit nicht bewältigt worden wäre. Noch mehr Geld ans Reich kann die Post nicht abliefern, sie muß im Gegenteil mehr Neuanschaffungen machen, schon auch im Interesse der Vollbeschäftigung der Industrie. Bei einer Ver- einheitlichling der Post und der Reichsbahn unter einer Leitung würde auch die Post einen private» Charakter annehmen, den wir nicht wünschen. Auch würde dapn die Verwaltung so umfang- reich, daß ein einzelner Mensch sie nicht leiten könnte. Die Post als Rcichsinstitut darf in der Frage der Staatsform nicht neutral sein. Jede Reichsverwalluna kann nur republikanisch sein, und muß republikanische Erziehungsarbeit ausüben, wo immer es möglich ist. Nach dieser Richtung haben wir noch verschieden« Klagen, wenn wir auch Fortschritte mit Befriedigung verzeichnen. So hat der Mi- nister alle» Postanstallen aufgetragen, an Feiertagen die Reichs- flagge aufzuziehen.(Zuruf links: Das tun aber nicht alle!) Auch die Poststellen, an denen die Kraftwagen halten, sollten so flaggen, nötigenfalls müßten ihnen Flaggeiistaiigen geliefert werden. Es ist vorgekommen, daß bei einem Begräbnis von einem Kranz der Rcichspost die schwarzrotgoldene Schleife abgerissen worden ist, daß ein Postamtsvorsteher öffentlich gegen die Aufstellung eines Denk- steins für den Reichspräsidenten Ebert agitiert, daß in Strausberg und anderswo in Diensträumen Stahlhelmagitation getrieben und Parteibureaus errichtet werden. Das ist nur möglich, wenn die Oberpostdirektionen ruhig zusehen: dazu hat man ihnen die größere Selbständigkeit nicht gegeben.(Sehr gut! links.) Auch in der Per- sonalpolitik geschieht nicht alles, woraus die Republik Anspruch hat. Das Recht zur AnHaltung von anstößigen Sendungen wird noch immer mißbraucht. So hat man die Empfehlungskartc einer durchaus seriösen Firma .zur Bestellung von Vorbeugunasmitteln gegen Empfängnis und Ge- schlechtskrankheiten nicht befördert, weil ei» durchaus nicht etwa olsszöner Vierzeiler von Joachim Ringelnatz daraus stand.(Heiterkeit.) Entsprechend einem Erlaß des Ministers sollte auf die Sauber- keit der Diensträume noch mehr Bedacht genommen werden. Die Beamtinnen der Berliner Fernsprechämter mit Handbetrieb sind furchtbar überlastet. s Die Nachtoerbindungen werden besonders gebucht, etwa um den wenigen Beamtinnen noch mehr Arbeit aufzuhalsen? Wenn wir demnächst 3 Millionen Rundsunkhörer haben, so sind das 7 2 M i l- l i o n e n Mark E i n n o'h m e im Jahr. Davon erhält die Reichs- rundfunkgesellschaft 36 Millionen. Wie steht es mit der Erneuerung der Verträge? Die Reichsrundsunkgesellschast soll alles haben, was sie braucht. aber niemand versteht, daß aus der" einen Seite aus dem vollen und drauflos gewirlschostet wird, während man.eine Herabsetzung der Teilnehmergebühr als unmöglich erklärt. Dabei würde sie sicherlich durch rasche Zunahme der Teilnehmerzahl den Ausfall sehr bald decken. Aus das Verlangen, Schwerkriegs- beschädigten sowie Vollinvaliden und Erwerbslosen die Rundfunk- gebühr zu erstatten, hat das Reichsarbettsministcrium, dem die Reichspost den Antrag übermittelte, geantwortet, dafür lzabe Man kein Geld. Das verlangt auch niemand: die Reichspost soll diese Einsicht zeigen.(Sehr richtig! links.) Die Personaloorschläge des Reichssparkommissars gehen doch zu weit. Wir wollen das Berussbeamtemum auf össentlich-recht- ltcher Baste erhallen. Wir schätzen und achten die Arbeiter und Angestellten, glauben aber nicht, daß sie ohne weiteres die Berufs- bea'mten ersetzen können. Wir wallen kein Privileg für das Berufs- beamtcntum, halten aber seine Beseitigung für nicht angängig. E.s ist anerkennenswert, daß der Achtstundentag wenigstens sür einige besonders schwere Betriebe wieder«ingeführt ist. Wir wünschen, daß auf diesem Weg weiter gegangen wird. Ungerecht ist es, Beamtinnen nicht fest anzustellen, wenn sie so unvorsichtig waren, ihre Heiratsobsicht zu verraten. Dann bekommen sie stämlich, wenn sie heiraten, nur den vierten Teil der Abfindungssumme. Hätten sie die Heiratsabsicht geheim gehalten, so wären sie fest angestellt worden und hätten die ganze Absindungs- summe erhalten. So darf man jedoch die Ehrlichkeit nicht bestrase». Man sollte die betreffenden Beamtinnen nachträglich pro forma fest anstellen und ihnen die drei Viertel der Summe nachzahlen. Noch immer tanzen Bayern und Württemberg aus der Reihe, führen besondere Betriebsformen«in usw. Auch die Post-Mainlinie sollte oerschwinden, damit wir«ine einheitliche Reichspost bekommen. Der Austausch des Personals zwischen Nord und«üd, West und Ost würde den Zusammenschluß noch stärken.(Beifall der Soz.) Abg. Dr. Köhler(Z.): Der Verwaltungsrat verhandelt wie aus offenem Markt. Die hohe Abgab« an das Reich ist nur annehmbar, well der Minister versichert hat, daß die Folge davon nicht etwa eine Gebührenerhöhung sein soll. Wegen der beunruhigenden Denkschrift des Sparkommissars verlangen wir Aufklärung der Oeffentlichkeit Abg. Torgler(Komm.): Die Mehrabgab« von 35 Millionen an das Reich ist ein Geschenk an die Besitzenden, denen dadurch Besitz- steuern erspart werden. Die Massen kommen dadurch um die Senkung-der Rundfunkgebühren. Abg. v. Raumer(D. Vp.): Der Prozentsatz der Ablieferung an das Reich müßte dauernd fZtgelegt werden, Die Zusammensetzung des Verwaltungsrats sollte geändert werhen. Abg. Rlollath(Wp.s: Die Erhöhung der Abgab« an das Reich sst geradezu eine indirekte Steuer: muß sie auch geleistet werden, wenn die Einnahmen der Post den Voranschlag nicht erreichen, so ist Tariferhöhung die notwendige Folge. Abo. Dr. Reinhold(Dem.) wünscht mehr Wirtschaftsoertreter in den Verwaltungsrat. Die Postgebühren sind zu hoch. Von 1924 bis 1928 hat die Reichspost Milliarden Vermögenszuwachs an- gesammelt, den sie freilich braucht. Wir sind grundsätzliche Anhänger des Achtstundenlage», aber gegen Schemakisterung, besonders im Postbetrieb, wo er nicht immer eingeführt werden kann. Abg. Leicht(Bayer. Vp.): Herr Torgler hat heute so erstaunlich sanft gesprochen: er scheint mir besonders talentiert zum Friseur- beruf zu sein, denn er kann so gut bei den Haaren herbeiziehen (Heiterkeit), z. B. die Gefahr einer Tariferhöhung. Reichspostminister Or. Schätze!: Größeren Einfluß sollt« der Reichstag haben, aber der Zeit- punkt scheint zu einer Aenderung nicht geeignet zu sein. Di« Reichs- post kann nicht wie die Reichsbahn nur mittelbar dem Reich unterstehen. Der Sparkommissar verlangk, daß wir die Rundfunkgebühr nicht ermäßigen, solange Funktelegraphie und Telephonie schwer notleidende Betriebe sind. Die Postarbeiter haben eine geringere Lohnerhöhung als die übrigen Reichsarbeiter bekommen, stehen aber darum nicht schlechter, denn sie waren vorher schon besser bezahlt als die anderen. Die Frei- gäbe der Kurzwellensendung bedarf noch der Zustimmung des Reichsinnenministeriums, die noch aussteht. Aus dem Berliner Fernsprechbuch werden die Reklameanzeigen nach Ablauf der Der- träge verschwinden. Nach weiterer unwesentlicher Debatte vertagt das Haus um Uhr die Weiterberatung auf heut«, Donnerstag, 11 Uhr. Von den Sicherungen des �oung-planes. Oer Transferschutz.- Privatkapitalistische„Sicherungen" hinten herum. wir setze« heute die Analyse des Aoung-Plaues la einem dritten Aussah fort(Siehe Jtt, 265 und 267.) Die in der neuen Regelung vorgesehene Erleichterung der Repa- rationslasten ist so beträchtlich, daß man sich unwillkürlich fragt: um welchen Preis muß die Erleichterung erkauft werden? Es ist in der Tat so, daß die Gläubiger diese Zugeständnisse nicht umsonst machen, sondern dafür gewiffe Borteile haben. Wenn man aber nach den Vorteilen für die Gläubiger fragt, so heißt das auch, nach den Nach- teilen für den Schuldner zu fragen. Es scheint auf der Hand zu liegen, daß, wenn jemand einen Vorteil hat, der ander« dadurch be- nachteiligt werden muß. Nun ist dies auf dem Gebiet der wiri- schaftlichen Beziehungen nicht immer der Fall und in der Politik auch nicht. Demgemäß enthält die vorgeschlagene Reparatioas- regelung nicht nur Bestimmungen, die für Deutschland allein vorteil- Haft(wie die Ermäßigung der Zahlungen) oder nachteilig sind(wie einige Punkte, von welchen heute die Rede sein wird), sondern auch solche Vestimnmngen, die für beide Seiten vorteilhast sind. Dies wird im Bericht selbst folgendermaßen ausgedrückt: „Wenn er(d. h. der neue Plan) auch eine fühlbare Herab- setzung der Zahlungen an die Gläubigerländer gegenüber dem bedingt, was bei weiterer Geltung des Dawes-Plone« vielleicht zu erwarten gewesen wäre, so schaltet er doch zu gleicher Zeit die dem Dawes-Plan innewohnenden Unsicherheiten aus, die den Interessen des Schuldners wie der Gläubiger abträglich waren. und setzt an deren Stell« eine endgültige Regelung, nach welcher der Schuldner den genauen Umfang seiner Verpflichtungen kennt." Oer Sinn des beschränkten Transferschutzes. Die Ausschaltung der Unsicherheiten hat für die Gläubiger auch einen sehr großen politischen Wert gehabt, und zwar namentlich für Frankreich. Diese Seite des Problems, die für die Verständigung in Paris ausschlaggebend war, muß aber einer politischen Betrach- lung der neuen Regelung vorbehalten bleiben. Hier interessiert uns vor allem die Frage, ob nicht die Sicherheit für die Gläu- b i g e r eine im Vergleich mit dem Dawes-Plan verschärfte G«- fahr für uns darstellt. Der Dawes-Plan sieht den söge- nannten„Transferschutz" vor. der sich auf die ganze Summ« der Iahreszahlungen mit Ausnahme der Zinsen für die Dawes-Anleihe erstrecken kann. Nach dem neuen Plan genießt«in Teil der Iahreszahlungen, nämlich 660 Millionen, worin die Zinsen für die Dawes-Anleihe(80 bis 90 Millionen jährlich) eingeschlossen sind, keinen solchen Transserschutz.(Hier sei noch bemerkt, daß entgegen einigen Formulierungen des Berichts, die sich als irreführend erwiesen haben, der Z i n s e n S i e n st der Dawes-Anleihe, der bis 1949 läuft, in den im Bericht angegebenen Jahresraten nicht enthalten ist, so daß die früher angegebenen Zahlen noch einer Korrektur nach oben bedürfen, die aber keine wesentliche Bedeutung für die wirtschaftlich« Beurteilung der neuen Regelung hat. Nach- dem der Bericht mit allen Anlagen veröffentlicht ist, werden wir eine genaue Zusonnncnstellung aller deutschen Verpflichtungen bringen.) Heute ist es für uns wichtig zu wissen, daß 660 Millionen Mark jährlich unter allen Umständen nicht nur von Deutschland selbst aufgebracht, sondern auch an die Gläubiger über- tragen, d. h. in ausländischen Valuten bezahlt werden müsien. Die Uebertragung des übrigen TeUes darf Deutschland nötigenfalls aus eigener Initiative für die Zeit von höchstens zwei Iahren aufschieben. Darüber hinaus darf Deutschland unter Umständen auch die Aufbringung, d. h. die Auszahlung in deutschem Geld, einer Hälfte seiner jährlichen Verpflichtungen für ein Jahr aufschieben. Worin besteht der S i n n dieser Vorschriften? Die Hauptsache ist die Möglichkeit des Transseraufschubes, da der Zahlungsaufschub nur dann erfolgen darf, wenn der Transferaufschub schon nicht weniger als ein Jahr in Kraft ist. Dos Fremdwort„Trans- f« r heißt auf deutsch„Uebertragung". Es ist damit die Ueber- tragung der Zahlungen eines Landes, in unserem Falle Deutsch- londs, in das Ausland gemeint. Die Uebertragung besteht darin, daß die Valuta eines Landes, also in unserem Falle die Reichsmark, in die betreffenden ausländischen Valuten umgewechselt wird. Die Uebertragung großer Summen aus einem Land« in ein anderes ist eine alltägliche Erscheinung und vollzieht sich normaler- weise ohne Schwierigkeiten. Es sind aber auch Fälle möglich, daß in einem Land« der Bedarf an ausländischem Geld sehr stark, während der Zufluß verhältnismäßig schwach ist. In solchen Fällen wird das ausländische Geld sehr stark gesucht, die„N a ch f r a g e" nach ihm wird sehr groß, und dann wird es, wie jede Ware, die stark nachgefragt wird, teurer. Das bedeutet mit anderen. Worten, daß dos einheimische Geld etwas an Wert, etwas an seinem„Surs" verliert. In gewissen Grenzen sind auch solche Schwankungen eine häufige Erscheinung, und sie werden ständig ausgeglichen, so daß kein„Transfer"- oder„Uebertragungsproblem" entsteht. Nun hat man schon bei der Ausarbeitung des Dawes-Planes damit gerechnet, daß Deuffchlands Bedarf an ausländischem Geld für die Uebertragung seiner Reparationsschulden nebst übrigen kommerziellen Zahlungen ein sehr großer sein muh. Damit dieser Bedarf gedeckt werden kann, muß ausländisches Geld in irgendeiner Form nach Deutschland fließen— als Bezahlung für deuffchc Waren. in Form von Anleihen oder durch den Ankauf deutscher Aktien durch Ausländer. Was müßte aber geschehen, wenn Deutschland mehr Geld für den Ankauf fremder Waren ausgibt, als es für den Vertauf der eigenen bezahlt bekommt, und wenn gleichzeitig im Ausland« keine starte Neigung besteht, Deutschland Anleihen zu geben oder deutsche Aktien zu kaufen? Dann würden die Uebertragungs- schanerigkeiten in der Form des Ueberangebots und deshalb der Entwertung der deutschen Valuta«nfftehen. Für diesen Kall der Gefährdung der deutschen Währung sieht der Dawes-Plan die Möglichkeit einer zeitweiligen Einstellung der Uebertragung vor. Nur der Zinsendienst der Dawes-Anleihe, die 1924 ausgenommen wurde, muß unter allen Umständen über- tragen werden. Nach dem Young-Plan müssen, wie gesagt, unter allen Umständen insgesamt 660 Millionen Mark übertragen werden: für diese Summe gibt es keinen Tronsserauffchub. Ans später zu erörternden Gründen legten einige Gläubiger sehr großen Wert darauf, daß ein möglichst großer Teil der Zahlungen als unter allen Umständen übertragbar anerkannt wird. Es ist aber erreicht worden. daß nur weniger als ein Drittel der Gesamtzahlungen ungeschützt bleibt. Dies« Regelung muh als befriedigend anerkannt werden, da es wirtlich schlechthin unmöglich ist. sich die Umstände vorzustellen, unter welchen die Uebertragung von 660 Millionen im Laus« eines Jahres auf ernsthafte Schwierigkeiten stoßen würde. Bedauerlich ist der Abbau der Sachlieferungen im Sachverständigenplon. Deutschland braucht für die Deckung seiner Zahlungsverpflichtungen eine bedeutsame Steigerung seiner Aussuhr. Durch die Sachli«f«rungen wird diese Aufgabe insofern erleichtert. als Deuffchland durch Sachlieferungen die Ausfuhr für bestimmte Summen gesichert uni» nicht zu befürchten hat, daß ihm diese Aus- fuhr durch die Konkurrenz genommen wird. Eine starke Gegnerschaft gegen die Sachlieferungen bestand vor allem bei der englischen In- dustri«. well die Sachlieferungen den englischen Konkurrenzkampf gegen die deutsch« Ausfuhr(namentlich gegen die Ausfuhr deuffcher Kohle noch Frankreich) erschweren. Aber es steht, wenigstens zum Teil, auch die französisch« Industrie den deutschen Sachlieferungen feindlich gegenüber, well sie manch« Austräge, die jetzt nach Deutsch- land gehen, selbst bekommen möchte. E» ist aber in Frankreich, das den größeren Tell der deuffchen Sachlieferungen aufnimmt, auch die Meinung stark vertreten, daß Frankreich von den deutschen Sach- lieferungen großen Nutzen hat, da manche wichtig« Arbeiten von allgemeiner wirffchaftlicher Bedeutung erst durch sie ermöglicht werden. Die Sachverständigen haben die Frag« unter dem starken Einfluß von prioatkapitaltstischen Ge- sichtspunkten entschieden und den Abbau der Sachlieferungen beschlosien. der sich Im Laufe von zehn Jahren vollziehen muß. Konzessionen an privatwirtschastliche Interessen. Eine rein kapitalistisch« Einstellung der Sachverständigen hat sich noch auf einem anderen Gebiet gellend gemacht, auf welchem wir ein« besonders schwer« Enttäuschung erleben. Nach dem neuen Plan müssen grundsätzlich all« auf Grund des Dawes-Planes geschaffenen Kontrollorgan« und alle besonderen Der- Pfändungen einzelner Einnahmen für die Reparationsverpflichtungen fortfallen. Es steht darüber eine schöne Erklärung Im Bericht der Sachverständigen,„daß die feierliche Uebernahm« der Verpflichtung durch die deutsche Regierung die Grundlage der Sicherheit für die Entrichtung der Annuitäten bildet, eine Sicherheit, die durch keine weitere Garantie noch irgendwie verstärkt werden kamt". Dies gilt aber nur„abgesehen von(früher im Bericht erwähnten) Einzel- fragen", und manche dieser Einzelfragen sind für uns von sehr großer Bedeutung. So muß die Reichsbahn immer noch mit 660 Millionen Mark jährlich für den ungeschützten Teil der Zahlungen haften. Diese 660 Millionen können nicht wie jetzt als Zinsendienst der Reichsbahn-Obligationen, sondern müssen in Form einer Steuer aufgebracht werden. Die Verbesserung im Vergleich mit dem Dawes- Plan besteht darin, daß das Reich jetzt das Recht erhält, tne Be- förderungssteuer auszuheben und auf diese Weise die Belastung der Reichsbahn bis zum Betrage von 290 Millionen jährlich zu er- mäßigen. An sich wäre die obligatorisch« Belastung der Reichsbahn mit 660 Millionen Mark jährlich zwar nach unserem Dafürhalten eine überflüssig«, aber keine abträgliche Maßnahme. Es unterliegt keinem Zweifes, daß die Reichsbahn imstande ist, eine solche Steuer zu tragen: vielleicht wird sic eine noch höhere Besteuerung tragen müssen— wie stark die Beförderungssteuer zu ermäßigen ist, läßt sich ohne Zusammenhang mit allen anderen finanziellen Mahnahmen nicht übÄMen. Sehr schlimm ist es aber, wenn die Sachver- ständigen dabei ihrem kapitalistischen Geiste Luft machen und be- schließen,„daß die Deutsche Reichsbahngesellschast während de? Geltungsdauer des Planes ihr« Eigenschaft als privates und unabhängiges Unternehmen mit selbständiger Geschäfts- führung in wirtschaftlichen, sinanziellen und Personalangelegenheiten ohne Einmischung der deutschen Regierung" bet- beHallen muß. Wie verträgt sich diese Bestimmung mit der oben zitierten feierlichen Erklärung? Es liegt kein Grund vor— und es wird kein Grund angegeben—, um auf diese Weis« der deutschen Regierung ein Mißtrauensvotum auszusprechen und ihr« Rechte der Reichsbahn gegenüber einzuschränken. Nur als eine Verbeugung vor dem kapitalistischen Geist kann diese Bestimmung verftanden werden. hängikeit der Reichsbank" bei der Anpassung des Reichs- kängigteit der Reichsbank" bei der Anpassung des Reichs- bankgefetzes an die neuen Bedingungen(Fortfall der ausländischen Kontroll«) zu berücksichtigen ist. Es mutet überhaupt ziemlich seit' sam an, daß man in den Anlagen einige und keine angenehmen Ueberraschungen im Vergleich mit dem Bericht findet. Der Bericht ähnell ein bißchen einem R e k l a m e p r o s p e k t, der sich etwas günstiger verstehen läßt, als es der Sachlage enffprich:. Wiederum einer rein kapitalistischen Einstellung der Sachverständigen entspricht die Empfehlung an die deuffche Regierung, 0>e Sonderbelastung der Industrie(Industrieobligationen) zu beseitigen. Nach dem Plan fällt diese Sonderbelastung, a I s ein« besondere Garantie für die Gläubiger fort: es ist deshalb eine ausschließlich innerpolitische Angelegenheit, ob sie in Deutschland bestehen bleibt oder aufgehoben oder umgestaltet wird. Für die Reichsregierung ist eine solch«„Empfehlung", die keine B e d i n gu n g ist, keineswegs bindend. Mit einer Ausnahme, nämlich dem Abbau der Sachlieferungen, wird die günstige materielle Auswirkung der neuen Regelung durch die bemängellen Bestimmungen überhaupt nicht beeinträchtigt. Der Abbau der Sachlieferungen erscheint dagegen als ein materieller Nachteil, dessen Gewicht ober ohne Zweifel viel geringer ist, als das der in den früheren Aussätzen geschilderten Entlastung gegenüber dem Dawes-Plan. Durch die Korrekturen, die auf Grund der neu veröffentlichten Anlagen vorzunehmen sind, wird der Umfang dieser Entlastung auch in keinem bedeutenden Ausmaß oermindert. Don der Seite der materiellen Belastung gesehen stellt der JJoung-plan einen großen Fortschritt Im vergleich ml» dem Dawcs- Plan dar. Die Sicherungen für Deutschland, die in dem neuen Plau enthalten sind, dürfen ebenfalls als ausreichend anerkannt«erden. Auch aus dem Gebiet« der Garantien für die Gläubiger und der Kontrollmaßnahmen ist eine wefenttiche Verbesserung im vergleich mit dem gellenden Zustand unverkennbar(Abbau der ausländischen Kontrollorgane!), was uns am tiefsten unbefriedigt läßt(die£«. flimmuag über die Reichsbahn), ist keine Neuerung, fondern da» Beibehalten de» gegenwärtigen, nach unserem Dafürhalten sehr wenig erfreulichen Zustande». Man muß bedauern, daß aus diesem Gebiete nicht alles, was wir gewünscht haben, erreicht worden ist: alc Grund gegen die Annahme der neuen Regelung kann da» aber nicht gelten. Zwei Llnternehmeriagungen. Hausabund und Stahlindustrielle.- Alter Geist, alte Worte. Gestern begannen in Berlin die Tagungen zweier großer Industrievereinigungen, des Vereins deutscher Eisen-undStahl- industrieller und des Hansabundes. Natürlich nahmen beide Gruppen Stellung zum.Pariser Kompromiß. Auf der Eisentagung betonte Generaldirektor Poensgen vom Ruhrtrust, daß der neue Zahlungsplan em„politischer und kein wirtschaftlicher Versuch der Lösung" sei und„erheblich über die deuffche Leistungsfähig. teit hinausgehe". Im übigen sprach Poensgen demonstrativ feinem Kollegen Vögter für die„in Paris geleistet« Arbeit" seinen Dank aus, nicht aber dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und Geheim- rat Kastl vom Reichsverband der deuffchen Industrie. Eine andere, zum Teil gröbere Beurteilung erfuhr der Voung-Plon beim Hansa- bund. Hier betonte Reichstagsabgeordneter Dr. Fischer, daß die un- geheuren Schwierigkeiten, mit denen die deuffche Wirtschaft zu ringen hat,.Durch Paris in asten wesentlichen Punkten nicht gemindert seien". Aber auch Industrielle müssen«nsehen, daß man sich mit einer Kritik, die tonseguent offensichtliche Erleichterungen negiert, nur lächerlich macht. Im übrigen zeigte die Tagung des Hansabundes die zu- nehmende Verkalkung der Vereinigung, die ehemals wirt- schaftlich und politisch große Bedeutung versprach. So sprach Fischer davon, daß mehr als je ein Bekenntnis zur Privatwirffchaft und eine eindeutig« Absage an den Sozialismus notwendig sei, daß man die öffentlich« Wirtschaft in engsten Schranken hallen wolle u. a. m. Zu diesem Zweck will Fischer das Bürgertum endlich„von feinem politischen Stumpfsinn befreien", wozu wir ihm mffriltjtig Glück und Erfolg wünschen. Auf der Effentagung führt« man wieder einmal— bis zur nächsten Eisen Preiserhöhung— eine Berbrüderungsfzen« zwischen der elseiffchasfenden und der eisenverarbeitenden Indifftrie auf. Man sprach viel vom persönlichen Unternehmer, anderersctts setzte sich der deutschnationale Reichstagsabgeordnete D r. N« i ch e für die Aufrecht- erhaltung der nationalen Syndikat« ein, die z. T. durch die Vor- gänge bei Mannesmann und Krupp in ein« Art Krffe geraten sind. Der Führer der deuffchen Eisen- und Stahlwarenindustrie, Funk«. verlangt« einen mäßigen Zoll für seine Industrie, um Schleuder- konturrenz von Deuffchland abzuhalten, aber auch ein« Industrie- polilik. die die inländischen Abnehmer nicht gegenüber den auslänidi. schen benachteiligt(was gerade die eifenfchaffend« Industrie durch ihre Preisdifferenzierung zur Genüge wt. Rod.), und ein« Stärkung de» deuffchen Wettbewerbs durch Erleichtenmg der inneren Lasten. d. h. durch sozialpolitischen Abbau. Kein Eisenwirischastsbund! Sagt Herr Or. Eortioff. Genosse Brandes hat im Reichstag für Partei und Gewerk- schaffen die Forderung ausgesprochen, daß der monopolistische Charakter der Schwerindustrie im gesamtwirtschaftlichen Interesse die Mitwirkung der Verbraucher und der Arbeiter sowie eine entsprechende Organisation der Eisenwirtfchasr notwendig macht. Der Reichswirtschostsmimster Dr. Curtius hat jetzt auf dem Tagung». bankell der Schwerindustrie prompt seine Meinung geäußert: an eine Neuauflage de» Eisenwirtschastsbnndes dürfe nicht gedacht werden Die Antwort hat den Schwerindustriellen sicher gefallen. Wir fürchten, daß das auch der Zweck der Ministcräußerung war. Ob nicht die Zeit bald da fein wird, wo man nach einem wenig berühmten deutschnationalen Vorbild Herrn Dr. Curtius den „Minister für die Schwerindustrie" nennen wird? Die Ernte der Kaliindustrie. llstekordgewinne im Winterhoil-Konzeni. Der Wi nterh all- Konzern, der im Jahr« 1927 seine 70 Konzernunternehmungen und Gewerkschaften in der Kali» Industrie A.-G. zusammengefaßt hat, veröffentlicht jetzt seinen Abschluß für 1928. Wie auch bei den anderen Kalikonzernen über- treffen die Gewinne des stärksten deutschen Kaliunternehmens die Ergebnisse des Konjunkturjahres 1927 bei weitem. So kann die Kali-Induftrie A.-G. nach Absetzung well höherer Abschreibungen von 21 gegen 18 Millionen Mark«inen Reingewinn von rund 2S,7 gegen 14,5 Millionen Mark im Vor- jähr aueweisen. Also allein die Steigerung des ausgewiesenen Reingewinns betragt ohne die In den erhöhten Abschreibungen er- scheinenden Mehrgewinne rund 80 Proz. Da dos Kapital im vergangenen Jahr von 120 auf 200 Millionen Mark heraufgesetzt wurde, bleibt die Dividend« für dos Gcfamtkapital mit 12 Proz. unverändert. Roch Bekanntgabe des Geschäftsberichtes kommen wir auf den Abschluß dieses Unternehmens noch zurück. Siemens in England. Wir hallen bereits vor wenigen Tagen über die Verhandlungen des Siemens-Konzerns mit der englischen Siemens- Brothers- Company berichtet. Danach sollten die noch dem Kriege wieder aufgenommenen Verbindungen in technischer Beziehung durch den Austausch von beiderseitigen Patenten, Lizenzen und Erfahrungen«nge� geknüpft werden. Wie jetzt von der Siemens-Berwaltung mitgeteill wird, be- schränken sich aber die Sonderabmachungen nicht aus das rein tech- nifche Gebiet, sondern sehe» durch Aktienaustausch auch«in« enge finanzielle Verflechtung vor. So wird Siemens u. Halsk« 450 000 Aktien im Nennwerte von je einem Pfund Sterling, also 9 Millionen von dem SO-Millionen-Kapital der englischen Siemens- Gesellschaft übernehmen. Als Gegenwert wird Siemens u..Halste 6557 Aktien abgeben, deren Nennwert nicht angegeben ist, der sich jedoch auf 1000 Mark je Aktie belaufen dürfte. Streckung der preußischen Zwischenkredite sür Siedluagszwecke. Di« Knappheit an Zwifchentreditmllteln macht es erforderlich, di« vorhondenen Mittel zu strecken, um den durch sie zu erreichenden Siedlungserfolg möglichst ergiebig zu gestalten. Dazu sollen die auf den Siedtungsgütern haftenden ooremgetragenen Hypotheken und sonstigen Betastungen nicht mehr wie bisher durch den staatlichen Zwffchentredit abgelöst werden, sondern bis.zur Uebernahm« auf die Landesventenbank stehen bleiben und demnächst aus dem Erl oft der aufkommenden Landesrentenbriefe abgedeckt werden. Do diese Hypo- theten in der Regel höher verzinslich fein werden als der Zwischen- lredit, so hat sich nach einer Mitteilung des Amtlichen Preußischen Pressedienste» der preußische Landwirtlchastsminister im Einver- nehmen mll dem Finanzminister damit einverstanden erklärt, daß der Unterschied zwischen den Hypothetenzinsen und den 5prozentigen Zwischenkrcditzinsen auf iih.rwrtt'BnfN I Donnerstag 43.3uni 1929 Unterhaltung unö Wissen Beilage � des Vorwärts John Oatsmorlhy: fDßf Im Frühling des Jahres 19Z0 sah«in Rechtsanwalt mit seinem s Freund bei einem Glase Wein und Nüssen. Der Rechtsanwalt sagte:„Ms ich unlängst in den Akten meines Daterg blättert«, fand ich diesen Zeitungsausschnitt. Er ist vom Dezember Ig— datierr. Ein merkwürdiges Dokument. Wen» du willst, lese ich es dir vor." „Nittel" sagte der Freund. Der Rechtsanwalt begann zu lesen. „Vor dem Londoner Polizeigericht erregte ein ärmlich gekleideter, sedoch anstgndig aussehender Mann einiges Aussehen, als er oen Richter um einen Rat bat. Wir geben das Gespräch wörtlich wieder. „Darf ich an Euer Gnaden ein« Frage richten?" „Wenn ich sie beantworten kann." „Ich mächt' nur wissen, ob ich lebe." „Machen Sie keine dummen Witze." „Es ist mir vollkommen ernst damit. Euer Gnaden. Alles hängt für mich davon ab, es zu wissen: ich bin von Beruf Ketten- schmied," „Sind Sie bei Sinnen?" „Ich bin ganz bei Sinnen, Euer Gnaden." „Wie kommen Sie dann dazu, eine derartige Frage an mich zu stellen?" „Ich bin arbeitslos. Euer Gnaden." „Was hat das damit zu tun?"" „Gestatten Euer Gnaden, dah ich es erkläre. Seit zwei Monaten bin ich ohne mein Verschulden arbeitslos.. Euer Gnaden haben be- stimmt gehört, daß es Hunderte und Tausende in meiner Lage gibt." „Gut, fahren Sie sort." „Ich gehöre keiner Gewerkschaft an, Euer Gnaden: Sie werden doch wissen, daß mein Gewerbe nicht organisiert ist." ..Ja. ja." „Euer Gnaden, seit drei Wochen bin ich gänzlich mittellos. Ich habe mein möglichstes getan, um Arbeit zu finden, aber es war alles umsonst." „Haben Sie sich an den Armenrat Ihres Bezirkes gewandt?" „Ja, Euer Gnaden, aber der kann keine weiteren Unterstützungen mehr geben." „Bei Ihrer Kirchspielbehörde sind Sie auch schon gewesen?" „Jawohl, Euer Gnaden, und auch beim Pfarrer." „Haben�Sie kein« Verwandten oder Freunde, die Ihnen helfen könnten?" „Die Holste von denen ist genau so übel dran wie ich. Euer Gnaden, und den anderen Hab' ich schon alles abgeknöpft." „Was haben Sie—?" „Ihnen alles abgeknöpft— ihnen alles Entbehrlich« abge- Nammen."* „Haben Sie Frau und Rinder?" „Nein, Euer Gnaden, das ist auch ein Hindernis, überall komm' ich deshalb zuletzt dran." „Freilich, freilich— aber es ist schließlich noch die Obdachlosen- sürsorge da: Sie haben das Recht zu—" „Euer Gnaden, ich bin in diesen zwei Heimen gewesen, aber gestern abend wurden Dutzende von un? wegen Raummangel ab- gewiesen. Euer Gnaden, ich habe Hunger: Hab' ich denn kein Recht zu arbeiten?" „Nur im Armenhaus." „Ich Hab' Ihnen schon gesagt, Sir, daß ich gestern abend nicht mehr hineingekommen bin. Kann ich denn niemanden zwingen, mir Arbeit zu geben?" „Schwerlich." „Euer Gnaden, ich habe argen Hunger. Können Sie mir erlauben, auf der Straße zu betteln?" „Nein, das kann ich nicht: Sie wissen sehr gut. daß es nicht geht." „Vielleicht darf ich dann stehlen, Euer Gnaden?" „Aber, aber! Sie halten das Gericht unnötig auf." „Aber, Euer Gnaden, es ist mir bitter ernst. Ich verhungere buchstäblich, aus Ehre und Gewissen! Können Sie mir nickst erlauben, daß ich meinen Rock oder mein« Hosen verkaufe--?" Der Eilt- steller knöpfte den Rock auf und enchüllte seine nackte Brust.„Ich habe sonst nichts zu—" „Sie dürfen in keinem unschicklichen Aufzug herumlaufen Gesetzesübertretungen kann ich nicht gestatten." „Bekomm' ich dann wenigstens die Erlaubnis, im Freien zu schlafen, ohne wegen Dagabondage verhastet zu werden?" „Ich erkläre Ihnen ein für allemal, daß ich Ihnen nichts der- gleichen erlauben kann." „Was soll ich also tun, Sir? Ich spreche die Wahrheit. Ich will das Gesetz nicht übertreten. Können Sie mir sagen, wie ich ohne Nahrung weiterleben soll?" „Ich wünschte, ich könnte das." „Dann, Sir muß ich Sie fragen: Bin ich nach der Ansicht des Gesetzes überhaupt am Leben?" „Das ist eine Frage, guter Mann, die ich nicht zu beantworten vermag. Für das G«setz, scheint es, existieren Sie nur dann, wenn Sie es verletzen: aber, das werden Sie hoffentlich nicht. Sie tun mir herzlich leid: Sie können einen Schilling aus der Sammelbüchse haben. Der nächste Fall." ... Der Rechtsanwalt hielt inne. „Jawohl," sagte sein Freund,„das ist ja sehr interessant. Wirk- llch höchst sonderbar. Merkwürdige Zustände waren das damals!" lAutorisierte Uebersejung»«Ii Leon EchaNI) 3>ie Eroberung der Xufthöhe Am 26. Mai 1929 hat der Iunkersflieger Neuenhöfer in Dessau eine Höh« von 12S00 Meter über der Erde im Flugzeug erreicht. Derartig« Höhenrekord« haben keineswegs nur sportliches, praktisch wertloses Interesse, sondern sind von«erheblicher Bedeutung im Hinblick auf die ganz systematisch verfolgten Pläne, den Schnellflug- verkehr der Zukunft in außerordentlich großen Höhen von 12 bis 15 Kilometern vor sich gehen zu lassen, wo der Lustwiderstand minimal ist. so daß man daselbst mit der Erreichung märchenhaft großer Geschwindigkeiten(1000 Kilometer und mehr In der Stunde) rechnen kann. Was«ine Verwirklichung derartiger durchaus ernst zu nehmender, wenn auch wohl erst in etwa zehn Jahren zu ver- wirklichender Pläne allein schon für die Postbesörderung zu be- deuten haben würde, bedarf nicht erst eines Nachweises. Insolge- dessen ist die allmähliche Bezwingung der großen Höhen der Atmo- sphäre durch den menschlichen Willen auch ein praktisches Verkehrs- Problem von nicht geringer Bedeutung, und es lohnt sich, den ein» zelnen Etappen nachzugehen, wie dies« Bezwingung bis zum heutigen Tage vor sich gegangen ist. Höhen von etwas mehr als 5000 Meter sind vom Menschen sicher schon im Altertum nicht ganz selten überwunden worden. Der stets außerordentlich wichtig gewesene Seidcnhandel zwischen Ehina und der Mittelmcerwelt spielt« sich lange Jahrhundert« über die Päsie des Pamirplateaus ab, die durchweg um LÜG) Meter Höhe aufweisen. Der für den Verkehr am wichtigsten gewesene»Terek- Dawan-Paß erhebt sich z. B. über 5000 Meter über das Meer. Da- gegen sah sich die Menschheit bis zum Ansang des vorigen Jahr- Hunderts nicht veranlaßt, jemals in größere Höhen hinaufzusteigen. Erst als das groß« physikalisch« Interesse und etwa gleichzeitig, seit Sausiures Montblancbesteigung(3. August 1787) die Freude an der hochalpinen Bcrgwelt erwacht«, drangen wagemutige Gelehrte in immer höhere Regionen hinauf. Alexander v. Humboldt erösfnete den glänzenden Reigen, als er am 23. Juni 1802 aus dem Chim- borasso zwar nicht bis zum höchsten Gipfel, aber doch bis 5810 Meter «mpordrang, einer Höhe, die nie zuvor«in Mensch erreicht hatte. Der Rekord blieb jedoch nicht lange bei ihm, den schon zwei Jahr« später wogt« sich der große französisch« Physiker Gaychussac im Freiballon bis auf etwa 7000 Meter Höhe hinauf, um physikalisch« Mesiungen anzustellen. Dies« Leistung blieb ein halbes Jahrhundert unübertrofien und wurde erst im Jahre 1852 von dem englischen Gelehrten Welsh in Kew wiederum erreicht. Bald darauf aber fanden die berühmten Ballonaussticge des Engländers Gloisher zu wissenschoftlichen Zwecken statt, die fünfmal die 700vers zu begrüßen, daß unser moderner Sport nicht zum wenigsten ein Hanptspart ist und auf die Ausbildung dieses Organs einen so hohen Wert legt. Dr. A. R y s z k i e w i c z. Ho blieben die 127 SEeppelin-Jßuflfetiitfe? Der„Graf Zeppelin" ist das 127. Zeppelin-Luftschiss, das seit der denkwürdigen Fahrt des ersten dieser Luftschiffe am?. Juli 1960 gebaut worden Ist. Unwillkürlich fragt man sich: Wo sind die 127 Zeppelin-Lustschifse geblieben? Sieht man die Listen durch und Zerfährt die Daten und Umstände, so werde» sich gewiß viete Menschen sogen: da« habe ich auch noch nicht gewußt. Nämlich daß beispielsweise 66 Zeppelin-Luftschiss« in den Kriegsjahren abgeschossen. zerstört und vernichtet wurden, daß sie in die Hän�e der Feind« fielen, vom Blitz getroffen, explodierten, als vermißt gemeldet worden sind usw. Eine ganz« Reih« der Zeppelin-Luftschiss« ist abgerüstet worden. Einig« wurden an Frankreich, England und Italien aus- geliefert. Das vorletzte ist vor viereinhalb Jahren an die Vereinigten Staaten gegangen und trägt seitdem den Namcn„Los Angele s". Die ersten Zeppelln-Luftschiffe sind vielfach Unfällen erlegen. 19'8 in C ch t e r d i n g« n ist das 4., 1910 in Baden-Oos das 6., 1912 in Düsseldorf die„Schwaben" verbrannt. Einige der Luftschiff« sind bei Manövern oeninglückt(z. B. 19lZ bei Helgoland): einige waren veraltet und muhten wegen geringer Tauglichkeit abgerüstet werden: einige strandeten oder explodierten durry die Gasmischung, die sich als ungeeignet erwies. Während der Kriegsjahre wurden auch viele Luftschisse, außer den 66 oben angeführten, abgetrieben oder beschädigt, verunglückte» bei der Landung oder stürzten aus unbekannten Ursachen ab. Seit 1919 sind nur noch wenige gebaut, einige überhaupt nicht fertig- gestellt worden. Man muß sich wundern, daß die Heeresberichte die Berlust« der Zeppelin-Luftschiffe selten oder doch gor nicht er- wähnten. Zwölf wurden allein über London und der Themse abgeschossen, zerstört und vernichtet, eins fiel in die Hände der Engländer. Demnach existieren heut« von 127 Zeppelin-Luftschissen nur noch die„Los Angeles" und der„Graf Zeppelin", Wenn'erst ein- mal die Luftschiff« ausschließlich ihrer wahren Bestimmung einer völkerverbindenden wirtschaftlichen Ausnützung dienen, dann werden auch die Verlustlisten kleiner und kleiner werden. G. S. Vl&nner halbnackt! Seltsam ist dies« Zwiespältigkeit des menschlichen Wesens, daß das weidliche Geschlecht im Winter ebensosehr zu übermäßig leichter Kleidung neigt, wie das männliche zu übermäßig scknverer im Sominex. Di« einzig ideale Sommerkleidung wäre auch für Männer der wejße Waschanzug mit freiem Hals und nackten Armen. Doch bis der Mann sich aus der Sklaverei des Herkommens bis dahin durchgekämpft haben wird, muß wohl noch viel Zeit vergehen. 'Allerlei sonstiges läßt sich aber schon jetzt leicht verwirklichen.' Den Ansang macht insoweit die steigende Verdrängung des männlichen Sommerhutes durch den nackten Kopf. Ferner sollte wenigstens bei sommerlichen Ausflügen und dergleichen für jedermani, Rock unö Weste geächtet sein. Das Hemd geht regelmäßig ohne weiteres auch als Bluse mit Gürtel, also fertig. Jede Draußenarbcit, insbesondere bei Bauten aller Art. auf dem Felde und im Aaric», wird durch nackten Oberkörper ganz wesentlich erleichtert. Weiterhin sollt« der nackte Oberkörper selbstverständlich sein bei allen Leibesübungen. insbesondere Turnen. Laufen. Fußballen. Rüden,, auch beim Wan der» in einsamer Gegend. Gar öeim Baden ist der Rumpftnkat statt der Badehose ein unglaublich kläglicher Mißgriss, der auch i» Familienbadern nicht einen Schimmer von Berechtigung hat. Denn wenn die berufenen Weisen des Volkes über die Vorzüge von Luit und Sonne sprechen, dann meinen sie deren günstige Wirkung für die nackte Haut und nicht für die Kleidung. Da» wird neuerdings mehr und mehr richtig erkannt. Und glücklicherweise wird in der Tot mehr und mehr der bescheidene Rest von vermeintlicher Zivilcourage zu einem entsprechenden Handeln aufgebracht. Nachteilige Folgen werden tn ollen diesen Fällen kaum je eintreten, wenn man sonst gesund ist, die Haut gut ölt und das Tempo der Gewöhnung nicht überstürzt..„_____ H. V. hertzt Einsen Lefcty er Str.* AleiMderplati» Frsnkfnrtir Allee* Belle illlance-Str.* Vilmenderler Str.«Bnmneiutr.» Kcttli. Dänin. Versandabteilung! Berlin SW19f Leipziger Strasse Postsdl.SÜ).; Bs] Sehriftl. Bestellungen werden prompt erledigt. Bei Aufträgen nach auswärts vergüten wir für je 20 M. 80 Pf., die nur für Porto bzw. Verpackung in Anrechnung gebracht werden. Versand nur gegen Nachnahme oder gegen vorherige Einsendung des Berus Hr. 2382 MiMBilAr Modernes Antiquarial t Restauflagen* Neuausgaben Die Deutschen Alpen— Der Rhein— Das Deutsche Meer, in HaibUinra»«- banden, mit Uber 100 Bildern und Text-ßC Jeder Band früher 3,80. 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AntVbsch, Badilseele. Balsae, Die Frau von SO Jahren- Beyerleln, Blmilde Hegewaidt. Boccaccio, Decameron. BSblan, Der echSn* Valentin. Brachvogel, Friedemsnn Baeh Breua, Au dem Goscbiecht der Buiwer, VI« lehrten T»g« ves Pompe]!., Casanova, Abentener. Diekens, Oliver Twist Dill, PleHerwegs.-Dfe Bekennt- n(«se der Baronin de Brionne. Dostojewski, Bin Werdender.- Sarkoinlkow.— Ans einem Totenhau«. Dtunas, Geliebte einer KSnigän. Ebers, Homo«am. Eulenberg. Wir ZngvbgeL Ewers, Indien nnd Ich. Flaubert, Madame Bovary. Fontane, Der Stcchlln.— Bit! Briest.— Jenny Treibe!. Frnnxoia, Die leinte Bechen- bargerin. Gangboter, Bas neae Wesen. Cerst&ckcr, Dis Flnstpiraten des Mississippi. Goethe, Kaust. Oerkl, Im Asyl für Obdachlos«. Gräbeln. Der Bai de« Lebens. Grlnunclsbanscn, Slinpll«issiiu.U8. Hauff, Lichtenstein. Hcimburg, Mamsell Dmüts. Hersog, Znm weissen Schwan. Hersag, Kur eine Schaaspielbrln. Hugo, 1793. Hugo, Der Sldckner von Kotre Dam«. Jacobsen, Frau Maria Grnbb«. Jacobson, Niels Lyhne. Kahlenberg,.Vbasvera. Keller, Die Züricher Novellen.— Dl» Leute von Seldwyla. Keller, Der grüne Heinrich. Kngclgen,.Togccderinnerungen eines alten Manne«. Maupaasant, Der schSne Georg. Norbert, Barberina. Po«, Seltsame Geschichtes. Presber, Ilasken.— Der Enbin der Herzogin. Prevost, Manen Leecant. o Auswahl Schctlel, Ekkehard. Slenklcwics, Quo Vadis. Smith, Porto Belle Gold. Abenteuerroman. Storm, Von Meer nnd Heide. Stratx, Die kleine Elten. Telmann, Unter den Dolomiten. — An der Engelsbncht.— Auf eigener Scholle.— Tod den Hüten.— Sirilianipcher Eoman. — Unter römischem Himmel.— Spbin«. Tolstoi, Auferstehung.— Die Krentzcrsonate. Vleblg, Elisabeth Eeinharz" Ehe. VOSS, Kölnisches Fieber. Wilde, Das Bildnis d Dorian Gray. Zola, Znm Paradies der Damen. Zola, Nana.. Die Berliner Rangs. Uotts Bschs Backfisch-, Brause- und Brautjahre. Von Ernet Georgy. Ein prächtiges Buch Berliner Hnmors. 10 Binde in 3 Ganzleinenbänden mit 1982 Seiten. OSO Znsammen früher 15, OO.......... jetzt w Wald/BUSCh. Boman von Ludwig Gang- bofer. 2 Bände in 1 eleganten Leinen- OS5 band. 516 Seiten. 1923. Früher 8, OO, jetzt w L. Mühlbach, Historische Komane. Hortense, Königin von Holland. Roman ans der Napoleonischen Zeit. 326 Seiten. Katharina Parr, Heinrichs VUL von England sechste Königin. 458 Seiten. OK, Früher 6,00....... jetzt jeder Band wvpr Der Graf von Monte Christo, von Alexander Damas. In neuer Uebertrsgung und mit Vorwort von Edm. Th. K�acr. Starber. eleganter Leinenband von 704 Seiten mit zeitgenössischen Abbildungen von 075 (V a � t n n Rion....... Regnlärer Preis Ardir.anello und die slückselisen Imetn. Von Wilb. Heinse. 308 Seiten. Hüb- 4 50 scher Pappband..... Früher 5,�0, jetzt � DdStOte Haus. Roman v. F. Dostojewski. Deutsch von Aug. Scholz. 398 Seiten-|50 Hübscher Pappband. Früher 4,00, jetzt* Unterhaltungs- Lektüre i In suten Ganzlelnanbandtn...................... Jeder Band I 90 Adlerefcld-BAlleetrcsii, HeiderösleU, Fontane, Unwiederbringlich. 346 Seite®. Ganghof.r, Der lanfende Berg. Grabein, Firnenrausch.— Die vom rauhen Grund. Graeecr, Lemkes sei Witwe.(Zur nnter- irdischen Tonte.— Die Sache macht«ich.— Edwin kriegt Nachhilfestunden.»— Lemkes sei. Witwe.»Das falsche Geh!««.— Der blaue Arafsriehter.— Berlin WW.)— Kehlanke.— Koblank« Kinder. Helberg, Apotheker Heinrieh. 336 Selten, Külpe, Kinder der Liebe. Lundsbcrger, Ln, die Kokette. 356 Seiten. Medede, Modeste. v. Om teda, Penise de Montmidi. Oasendowakl, Unter dem Gluthauch der Wüste.— Flammende« Afrika. Ostwald, Der lachende Koffer. Illastriert. Ostwald, Vergnügte Tiere. Illustriert— Von Lsusbuben und anderen Kleinen. Illustriert— Frisch, gesund nnd mesehugge(Schnarren nnd AnekdoteiD. Illustriert■ Ostwald, Der Utbcrliner in Wiiz, Humor und Anekdote. Illustriert von Zilie.! Binde. Presber, Heitere Geschichten aus dem Hexenkessel unserer Zeit P.oda-Soda, Der Schnaps, der Banehtabak nnd die verflueht« Liehe.$18 Seiten. Schaffner, Der Bote Gottes. Speekmann, Die Heidklause. 208 Seiten. Strato, Die t6richte Jungfrau.— Madlene.— Die ewige Burg.— Die lefete Wahl. Vleblg, Einer Mutter Sohn.— Dilettanten des Lebens. Voss, Der heilige Hass.— Jullana. Werder, Junker Jürgen. Woblbrack, Da sollst ein Mann sein. Pf. Romane gq Gebunden..... Jeder Band W7 Böbrer, Kilian. 263 Seiten. Capek, Das Absolntum. 205 Selten. Cares, An S trassenecken. 217 Seiten. Fr anklart er, David schlägt die Harfe. 379 Seiten. v. Rarbon, Adrian Drost. 879 Seiten. Heine, Gürtelkämpfer. 206 Selten Menzi, Hcjajtzo. 320 Seiten. Hoeelasteticr, Scheinwerter. 282 Selten. Pf. Romane Qq Gebunden..... Jeder Band SS' Qzr Fleischer, Der Hauptfrefler. Michl. 258 S. Hetfircnbricle, übersetzt r. K.W. Fischer. 197 Selten. Marlitt, Goldelse, 349 Selten.— Die zweite Ft�u. 355 gelten.— Das Geheimnis der alten Mamsell. 320 Seilen. Ring, Der Kreis. 366 Seilen. Frank, Der Bürger. 550 Seiten. Grube, Am Hole der Knnst. 365 Selten. Gute Literatur O81 In sedlesenen GanzlelnenbSnden....................... Jeder Band Galsworthy-, Jenseits. 817 Seiten. Bierbansn, Prinz Kncbuck. 627 Seiten. BnrcUimrd«, Die Kultur der Benaissance in Italien. Carlyle, Friedrich der Grosse. Mit 8 Bildern nach Originalen von A. von Menzel, ausgewählt von Karl Linnebach. 746 Seiten. Dante. Die Göttliche Komödie, Mit Bildern von Gustav Dore. 540 Seiten. Dostojewski, Die Brüder Karamasow. Boman. 2 Binde. 1092 Seiten. Doatojewakli Der Idiot. Roman.*76 Seiten.' Doatojewaki, Erniedrigte nnd Beleidigte. Roman. 568 Seiten. Dostojewski, Schuld und Sühne. Roman. 731 Seiten. Fontane, Vor dem Sturm. 639 Selten. Freytag, Soll und Haben. 784 Seiten. Frcyla�, Die verlorene Handschritt. Roman 704 Seiten. Gangkofer, Die Martinsklanse. 517 Seiten.— ßebioss Hubertus. 512 Seiten. Gobinean, Die Renaissance. Mit 8 Bildnissen. 401 Seiten. Hamsun, Knut, Das letzte Kapitel. Roman. 525 Seiten. Kant, Kritik der reinen Vernunft. 676 Seiten. Keiler, Gottfried, Der grüne Heinrich. Roman. 888 Seiten. Lewis, Die Hauptstrasse. 383 Seiten. Mann, Hcinr., Der Untertan. 754 Seiten.— Im Schlaraffenland, 512 Seiten. Mercscbkowski, Leonardo da Vinci Mit 8 Bildern nach Originalen des Meisters. 728 S. Meyer, Conr. Ferd., Sämtliche Werke. 2 Bände. 1566 Seiten. Woltf, Lndw., Kopf hoch. 235 Seiten. SCunstbücher Deutscher Landschaften Ev$s&e:ftohv£ Jeder Band mit ea. 60 bis 85 ganzseitigen Bildern und erläuterndem Text. Früher 3,00........ letzt 75 Gotische Plastik in den Rheinlanden. Herausgegeben von Eug. Lfithgen.— Romanische Baukunst am Rhein. Herausgegehen von P. O. Barz.— Rheinische Wasserburgen. Herausg. von Edm. Benard.— 109 Jahre Rheinischer Malerei. Heransg. v. Walter Cohen.- Bildwerke Westfalens. Herausg. v. Hermann I>eenken. Bildwerke des Bamberger Domes. Herausg. v. Hennann Boenken.— Nürnbcrj!- Fr&nkiscbe Bildnerkuuat. Herausg. v. Justus Bier.- Gotische Skulptar Mitteldeutschlands. Herausg. von Herbert Kunze.—Lübecker Plastik. Heraus- Ä 00 gegeben von Heise. Alle 9 Hefte zusammen, statt früher 27,00, jetzt V oder Berlin udnimci (2. Abt. von �Friedrich d. Gr. und sein Hoftf). Historischer Roman von L. Mühlbach. 4 Bände mit zusammen 600 Seiten mit 59 Illustrationen, in 1 eleganten Leinenband. 1912. Früher 7,50............................ jetzt Friedricb der Grosse und seine Freunde. >85 V* A 8 Uhr b 5 Barbarossa 9?56 O'Hanlon& ZamDunl and«He weneren JU.'raBttonen CASKO-THBATER Lothringer Sirene 37. Cnwiderrufl. nur noch bis Id. Jan) ..i*10••••<•€>•> WaCG»G»4 Sommer-Qarten-Theater Berliner Prater N 58, Kast-Allee 7-9. Tel. Hb. 2245 Gr. Ausstattungs-Revue-Operette Wie einst im Mai von Bernauer und Schanzer. Musik von Walter Kollo. Ausserdem: Er. Sttttsdl nnd VarlelO. AnfangKonzertA.SO. Sketsch und Varietä t Ohl. CpcrcIlB 8.30. G ieeoeeeeeeieeee— ♦— Renaissance-Theater Hardenbergsfr. 6. Id.- Stempi. C 1, 0901 und 2583/84. »>. Uhr Tflglldi S'i Uhrl IDie heilige Flammel Regie: Gustav Härtung. Reichshailen-Theater Allabcndlldi JT] unr SteWncr Sänger u. a.:„Cine llaritl im Ulalttvelnkeller". Sommerpreise; 60 Pf. bis 2 M. �Dönhoff- Brettl: (Saal und Garten) VarletA— Konzert— Tanz, Sprilzpumpen z. Selbst- aufstellen Filitnnqv. SslisA« nrL Krüger A Lathen Pszimfabnk Best Frisiidi- stnts 106/107 2 Die. t. üil. Ji««:r hb'tii Thalia-Theater Ortsdentr Sir. 72 73. 8"j Uhr ifleiDet Tbeaier Täglich 8". Uhr NaSoncrtrodtea? Lucie Mannheim, Max Adalbert, Herr mann-Schaufuß, Hermine Sterler, Fr. Holländer, Fr. FrlcdmBU- frederidt. Metropol-Th. Festspiel« 1929 Tägl.S1» Uhr Blaubarf Operette von Offenbach Kilbe Dorsch Leo Slezak Otseh. KOnstler-Th. SV« Uhr Prosit Olpsy Operette v.Oiibert Agnes Esierhaxy Flitz Sdinlz Rundfunkhörer talls Preise Trianon-Th. 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FVogpeisfiaari ün. n.buiir 7 Nur SroS-Berlin lA Aufwertung dir Ostpreußischen landfchasttichen Markpfandbriefe. Durch Befaniilmachung hom 14. November 1028, heröffenfltcht am gleichen Tage im Deutschen Reichi- anteiger und Pteutziichen SlaalSanzeiger. find die C'wteufiischen landschaitlichen Psanddrlese und 4prozenttgen Tckuldoerschre, billigen alter Währung ,um Umtausch in 5 pra, entige Qstprcufiische laitd. schastliche Galdpsandbriese(Abfindun.iSviandbriesei auigerusen. Der Abfindungälatz ist aus 2v,1 Prozent deä Galdmarftbetrageß sestgesctzL Daß Nähere ergibt sich aus der Befannfmachung. Der Umtausch wird durch salzende 71 n n a b m e- stellen detmittelt: I. Zeichnungsabtei. lung der ReichSdanl, Berlin SW III, Breite Strage 8/9 und alle mit Kassenein- richiung versehenen SUetchßbanfan- stallen. 2. Preußische«Staatäbaitf (SeebanMimg), Berlin©56 3. Deutsche Bant, Berlin S 8. und ihre sämtlichen Zweignie- derlassungen. 4. Bank der Ostpreußi. schen Landschast, Königsberg Pr.. Landbas» meistrtstlafie ISsl8 und ihre sämtlichen(i) e» s ch ö s t s st e l l c n. Bei der Ostdreuhischen General-LandschastS- Direflian ist eine Annahmestelle nicht eingerichtet. Lbgleich die in der Bekanntmachung gesetzte Sinreichungssrist bereits am 16. itzebruar d. I. ab- gelauien war. fann der Umtausch b:s aus weiteres noch durch die Annahmestellen oorgenammen werden. Diese stellen auch die ersarderllchen gonnutaic zur Versllgung. Königsberg Pr.,"den 6. Juni 1029. Ostpreußische General-Landschafis-Oirettion KoLfproden gratis! �usscksnlc vom Faß •» »> Feinste Malbowle..... Erstklassiger Oessert-Apfelweln, süB Hochwert Dessert- Johannisbeerwein, süB Hocharomatisch. Dessert-Kirschwein, süB Hccharcmat Dessert-Erdbeerweln, süß Echter Tarragona, süß.. Echter Haiaga, dunkel, süß t hier 6 riechenwein, süß. 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