Morgenausgabe Nr. 273 A 136 46.Iahrgang «LSch«»aich M5|, mosatvch S.60 SR. Im norous zahlbar. Pastdezug 4,32 SR. «inschliehllch S Z 259 lautet in der Vorlage: „Schwere Körperverletzung. Wird der Verletzte an seinem Körper oder seiner Gesundheit schwer geschädigt, wird er insbesondere erheblich verstümmelt, für immer auffallend entstellt, im Gebrauch seines Körpers, seiner Sinne oder seiner Geisteskräste für immer oder lang« Zeit erheblich beeinträchtigt oder verfällt er in eine schwere oder lang dauernd« Krankheit, so ist die Straf« Zuchtj�zus bis zu fünf Jahren. Stirbt der Verletzte, so ist die Strafe Zuchthaus bis zu zehn Iahren." Abg. Dr. wunderlich(D. Dp.) erklärte, daß er mit dem Schutze der Arbeitskrast « durchaus einverstanden sei und beantragt, statt der Worte„seiner Linne oder seiner Geisteskräfte" zu sagen„seiner Geisteskraft oder seiner Arbeitskraft". In der Abstimmung wurde mit großer Mehrheit, mit dreizehn Stimmen, der Antrag Wunderlich angenommen. Beim 8 261(gefährliche Körperverletzung) triit Abg. Dr. Ehlermaun(Dem), der den Paragraphen eigentlich für entbehrlich hält, dafür«in. dem Richter die Abmessung der Strafen in solchem Falle über den ß 260 hinaus zu überlassen. Mitberichterstotter Abg. taadsberg(Soz.) wendet sich gegen die Aufnahme der Strafbarkeit des Versuchs bei gefährlicher Körper- Verletzung, weil damit im Gegensatz zur bisherigen Rechtsprechung die Strafbarkeit jedes Versuchs in dieser Beziehung verewigt werde. Der Antrag Landsberg auf Nicht strafbarkeit des Ver. fuchs wird bei einer Stimmenthaltung mit 12 gegen 11 Stimmen angenommen, desgleichen mit 14 gegen 11 Stimmen eine weitere Aendcrung, so daß der Paragraph nunmehr lautet: „Wer«ine Körperverletzung in einer Weise begeht, die die unmiltelbare G-iahr begründet, eine der im 8 260 bezeichneten Folgen herbeizuführen, wird mit Gefängnis bestraft." Daraus wurden die Beratungen abgebrochen. Königsberg, 13. Juni.(Eigenbericht.) Heute fand die lange angekündigte„Notkundgebung" des oft- preußischen Landwirtschastsverbandes in Königsberg statt. Etwa 23 000 Teilnehmer waren mit Sonderzügen gekommen. Trotz der Mahnungen der Veranstalter, den Charakter der„Notkundgebung" nicht verschieben zu lassen, zeigte sich sehr deutlich, daß die Mehrzahl der Teilnehmer— meist landwirtschaftliche Arbeiter, die dazu ab- kommandiert worden waren— die Kundgebung als eine Art Kirmes behandelten. Die Gastwirtschaften waren trotz ausdrücklicher War- nung überfüllt, es wurde sehr viel getrunken, und die offiziellen Reden fanden sehr wenig Interesse. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden de» Reichslandbundes Schiele hielt der Vorsitzende des Landwirtschastsverbandes Strüvy eine Rede, die programmäßig die Proklamierung des Käuferstreiks, beginnend am heutigen Tage, entholten sollte. Die Warnung der preußischen Staatsregierung an den Land- wirtschoftsverl'and hat Herrn Strüvy veranlaßt, statt des Wortes „Käuferstreik" das Äort„K a u f« n t h a l t u n g" zu gebrauchen. Dos Wort deckt jedoch die gleich« Sache, und die Absicht ist Rück- kehr zur extensiven Wirtschast, Produktionscinschränkung Herr Strüvy erklärte: „Da heißt es immer. Kunstdünger steigert die Ernte. Jawohl, das«ist achh richtig. Aber steigert er den Rein-'rtrag? Nehmt doch die Preise für Roggen und Gerste und die de« künstlichen Dünger» der letzten Jahre— hat Euch die gesteigerte Ernte auch gesteigerte Reinerträge oder nur gesteigerte Schulden gebracht? Seht Euch doch einmal Eure eigene Wirtschast mit den Augen eines Kauj- monns an. Unsere Großväter kamen mit Pflug, Egge und Dreschflegel au». Sicher haben sie damals weniger erzeugt als wir— aber sie hatten ihr Aus- kommen. Und wir haben«inen Maschinenpaark und Schulden." Diese Erklärung der„Kaufenthaltung" liegt ganz in der Linie der Aufputschungstaktik des Landwirtschastsverbandes, der deutlich genug Käuferstreik und extensive Wirtschaft aus politischen Gründen anstrebt.! Amtliche Erklärung gegen den Agrarpuffchismus. Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt: Die sachliche Feststellung der preußischen Staatsregierung, daß diejenigen landwirtschaftlichen Kreise, welche hinter der Parole des Landwirtschastsverbandes stehen und sich mit seiner Aufforderung zum Käufer st rcik und mit der Derrufserklärung der hiermit nicht einverstandenen Berufsgenosscn solidarisch erklären, nicht auf die finanzielle Hilfe der preußischen Regierung rechnen können, gibt rechtsstehenden Zeitungen den Anlaß zu bestreiten, daß überhaupt eine Parole zum Käuferstreik ausgegeben worden sei. Es sei deshalb festgestellt, daß in einem Artikel der Zeitschrist.Land- wirtschaftsverband Ostpreußen", des offiziellen Organs des Landwirt- schaftsverbandes, am 13. April zuerst Herr von Rohr- Demmin die Forderung des Käuferstreiks klar formuliert hat. Er schrieb u. a.: Völlig unterlassen, und zwar ab sofort sollte die Land- Wirtschaft jede Vermehrung des Iiwsntars, jeden Neubau und jede persönliche Anschaffung(Kleider, Hausrat usw.). I c Vergünstigung für Auslandsanleihen. Genehmigung der Anleihe für die?lohr«GaS A. G. zurückgestellt. Im Steuerausschuß de» Reichstags wurden am Donnerstag die Steuervergünstigungen für Ausländsanleihen besprochen. Di« von der Reichsregierung vor- geschlagene Vergünstigung für Anleihen der Provinz Hannover, der Stadt Berlin, der Stadt Köln, der Stadt München, des Ruhrverbandes in Essen und der Ilseder Hütte wurden genehmigt. Dagegen wurde dem Antrag der Sozial- demokratie entsprechend die Genehmigung der Anleihe für die R u h r g a s A.. G. in Essen bis zum Herbst zurückgestellt. Ausschlaggebend für dieses Verlangen war die Erwägung, daß beim Andauern der Anleihesperr« für öffentliche Unternehmungen die Gewährung der Steuervergünstigung an die Ruhrgas A.-G. eine einseitige Parteinahme in dem großen Ringen zwischen der privaten und der öffentlichen Wirtschaft über die Ferngosver- sorgung sei. Der Ausschuß beschloß ferner, entsprechend der Vorlag« der Reichsregierung gegen die Stimmen der Kommunisten die Ver- mögenszuwachssteuer bis zu dem Zeitpunkt hinauszuschieben, wo die Bewertung der Vermögen noch dem Reichsbewertungsgesetz statt- schneller und rücksichtsloser hier haltgemacht wird, umsobesserfurdieLandwirtschaft... Wenn min fortan die Landwirtschaft sich der Käufe enthält und eine Win- schastsweise einführt, die die Ausgaben vermindert, und wenn als Folge davon die Arbeitslosigkeit weiter wächst und dieKrisiszurvollenReife kommt— so ist das besser, als wenn die Landwirtschaft weiter die mit Undank belohnte Stütze bleibt, eines Systems, das sterben muß, wenn Deutschland leben soll... Kaufenlhalwng ist ein Stück Selbsthilfe. Wird diese Selbsthilfe zugleich ein Schlag gegen ein verderbliches S y st e m, so wird der Dienst an der Landwirtschaft zugleich zu einem Dienst am Vaterland. In den folgenden Nummern der Zeitschrist wird ständig diese? Faden weitergcsponnen, und die von Herrn von Rohr-Demmin ge- gebene Parole weiter ausgebaut und erklärt. Sinngemäß hat nach diesem Auftakt die 10. V e r t r e t e r o e r s a m m l u n g des Land- wirtschaftsverbandes Ostpreußen Beschlüsse gefaßt, die die Pa- role der Kaufenthaltung scharf formuliert ausgaben und außerdem den Verruf oll derer androhten, die sich nicht in Reih und Glied stellen würden. Wenn in den neuesten Veröffentlichungen der rechtsstehenden agrarischen Press« der Staotsregierung unterstellt wird, daß sie di: ostpreußische Landwirtschaft auf die Knie zwingen wolle, so muß dieser neue Aufputschungsversuch scharf zurück- gewiesen werden. Di« preußische Staatsregierimg hat lediglich ihre Pflicht getan. wenn sie klar und deutlich erklärt, daß Staotsbürgr, die sich über das Wohl der Gesamtheit hinwegsetzen und die zu Aktionen aus« rufen, die weite Dolkskreise schädigen und in Gegnerschaft zur oft. preußischen Landwirtschast treiben müssen, � nicht das Recht haben, im gleichen Augenblick die Hand nach Millionenbeträgcn auszustrecken, die ans de« Ttenergeldern, der Gesamtheit deS Volkes stamme» und von der Staatsregierung daher«nr zu Nutz und Frommen des ganzen Volkes verwendet werde« dürfen. Die preußische Staatsrcgierung war um so mehr zu ihrem Vorgehen verpflichtet, als die ihr zur Verfügung stehenden Fonds ja dazu be- stimmt sind, die abgeschnürt liegende Provinz Ostpreußen durch weitere Intensivierung ihrer Landwirtschost und Hebung ihrer Pro- duktion wirtschaftlich zu stärken. Die verhängnisvolle Pa- role des Landwirtschastsverbandes aber und der Gedankengang des Herrn von Rohr-Demmin,„nach der Urväterwelse zu wirtschaften und verhältnismäßig wenig Lebensmittel zn liefern", sührt zur Cxtcnsivicrung der Wirtschaft und damit im strikten Gegensatz zur Zweckbestimmung der Geldmittel und lm schärfsten Gegensatz weiter zum Volksinteresse/ zur Schwächung der wirtschoit- lichen Lebenskraft Ostpreußens und zu einer Herabminderung seiner Produktion. Eine solche Entwicklung, die der Provinz zum Ver- hängnis werden müßte, mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern, ist die selbswcrständliche Pflicht einer verantwortungs- bewußten Regierung.» finde« kann. Auch der Entwurf eines Gesetzes zur Slenderung der Wechselsteuer, durch den kleine Veränderungen in der Besteuerung von auslöndsschen Wechseln eintreten, fand die Billigung des Ausschusses.__ Karl Veihke gestorben. Der Begründer der AGP. Dresden, 13. Juni.(Eigenbericht.) Der Hauptschriftleiter der..Staatszeitung" und longjährige Land- togsobgeordnete Karl B e t h k e ist am Donnerstag früh noch langem schweren Leiden g e st o r b e n. Bethke wurde 1878 in Westprcußän geboren, besuchte die Volksschule und erlernte in Graudenz das Bild- Hauerhandwerk. Er wurde 1911 Redakteur in Landsberg a. d. W. und Ende desselben Jahres Parteisekretär und Redakteur der Soziil- demokratischen Partei in Freiberg. Nach Ausbruch der Revolution wurde er Mitglied des Zentralrates der deutschen Republik sowie des Landesarbcitsrotes in Sachsen. 1919 trat er an Stell« des aus- scheidenden Ministerpräsidenten Dr. Gradnauer in die Nationaloer- sammlung ein und wurde bei der Landtagswahl 1920 in den Sächfi- schen Landtag gewählt, dem er bis zur letzten Landtagswahl angc- hörte. Bethke ist Mitbegründer der 1926 ins Leben gerufenen so- genannten Alten Sozialistischen Partei. Seit 1926 war er Haupt- schriftleitrr der sächsischen„Staatszeitung". Die Zustizdebatie des Reichstags. Minister Guerard gegen die Gutachtertätigkeii von Reichsgerichtsräten. In der Donnerstagsitzung des Reichstags sprach nach dem Abgeordneten Dr. Paul L e v i(Toz.) in der Beratung des Iusti,;etatZ! Abg. Dr. hanemann(Dnat.): Ueber den Krantz-Prozeß hatte die Presse sehr ausführlich geschrieben, ebenso über die Fälle Kölling und Düsterberg. Der Brudermord des Manasse Friedländer ist da- gegen totgeschwiegen(!) worden, ebenso die Millionen-Unterschlagung des Notars Dr. Cohn(!). Im Disziplinarverfahren gegen Kölling- Hoffmann hat das Naumburger Disziplinargericht in seinem Urteil schwere Pflichtverletzungen des Obcrpräsidenten H ö r s i n g fest- gestellt: von einem Einschreiten gegen ihn hat man nichts gehört. Das freisprechende Urteil im Saü Düsterberg hat der Preußische Richterverein mißbilligt: gehört das zu seinen Ausgaben? Der Redner begründet den Antrag seiner Fraktion, die von der letzten Amnestie ausgenommcnen Fememörder auch zu amnestieren. Den Oberleutnant Schulz, so erklärt der Redner, kann ich nicht als Mörder betrachten. Die sogenannten Fememörder haben unter Einsetzung ihres Lebens zur Zeit eines Notstandes des Vaterlandes Notwehr gegen Verräter geübt. Ich bestreite die innere Berechtigung einer Vertrauenskrise der Justiz. Di« Gerichte werden immer wieder im. Film und auf der Bühne ungerecht angegriffen. Der Reichsjustizministcr sollte gegen eine solche Untergrabung ir« s Vertrauens in die Justiz vorgehen. Strafsachen sollte man nicht dem Einzelrichter überlassen. Im Kölling-Prozeß ist das ver- hängnisvolle Wort gesprochen worden, daß die Staatsrarson der richterlichen Unabhängigkeit vorangehe. Im Jorns-Prozeß liegt bis- her nur ein erstinstanzliches Urteil vor. Wir werden die Angriffe auf die Unabhängigkeit der Rechtspflege und ihrer Organe mit größter Entschiedenheit zurückweisen.(Beifall rechts.) Reichsjustizministcr v. Guerard: Die Angriffe Dr. Levis auf das Reichsgericht halte ich nicht für gerechtfertigt. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß Reichsgerichtsrat Jörns sein Amt nicht ausüben kann, bis in seinem Prozeß ein rechtskräftiges Urteil vorliegt. Die Justizverwaltung muß bis dahin sich ihre Entscheidung vorbehalten. Ich begrüße die größere Anteilnahme der Oeffentlichkeit und der Presse an der Rechtspfleg«. Die Justiz muß sich den neuen Rechtsanschauungen anpassen, die fich gebildet haben. Die Vertrauenswürdigkeit unserer Rechtspflege dürfte nicht erschüttert sein. Das von Dr. Levi angeführte bayerische Urteil mit der Osten. barung der Abstimmung entspricht auch meinem Rechtsempfinden nicht. Die Richterschaft wünscht bessere Zusammenarbeit mit dem Laien- clement. Mit dem Reichsgerichtsprösidenten habe ich mich in Ver- bindung gesetzt, um eine Einschränkung der gutachtlichen Tätigkeit der Reichsgerichtsräte herbeizuführen: ihre schiedsrichterliche Tätig- keit werden wir erst mit dem neuen Beamtengesetz einschränken können. Die neue Amnestiesorderung der Dcutschnatioiralen hat der Reichstag bereits einmal mit großer Mehrheit abgelehnt; eine neue Amnestie kann ich ni ch t in Aussicht stellen. Staatssekretär Joel oerliest aus den Akten die Empfehlungs- schreiben, mit denen der Oberreichsanwalt 1920 die Berufung des Herrn Jörns-sum Hilfsarbeiter im Reichsgericht, 1923 die Er- ncnnung zum Oberstaatsanwalt und 1925 zum Reichsanwalt von den damaligen Reichsjustizminister» Heinze und Frenke« erreicht hat. Die Personalpolitik des Ministeriums hat damit nichts zu tun gehabt. Wgeordneter Vockius(Z.): Im Interesse der Rechtspflege liegt es, daß die Richter kein« Gutachter- und Schiedsrichtertätigkeit aus- üben. Ein« Vertrauenskrise der Justiz besteht nicht. Die Rot der Freigesprochenen erfordert, daß die Entschädigung für unschuldig erduldete Unter- suchungshaft nicht von der Uebcrzeugung des Gerichts abhängig ge- macht werde, daß überhaupt kein Verdacht gegen den Angeklagten bestehe. Man denke nur. an die vielen Verhaftungen und Anklagen wegen Brandstiftung auf bloße Anzeige von Versicherungsgesellschaften hin. Wir sind gegen Straflosigkeit der Abtreibung: wir er- kennen ihre sozialen Antriebe, aber gibt man etwas frei, was bisher bestraft wurde, so würde das Volk glauben, es nun erst recht tun zu sollen. Dagegen spricht aber die Rücksicht aus die Volksoermehrung: wir sind alier für Milderung und darum für Herabsetzung der Ver- jährungsfrist auf zwei Jahre. Wir im besetzten Gebiet bitten das Reichsjustizministerium, die Räumung auch als seine Sache zu be- treiben, denn wir wollen die deutsche Justizhoheit wiederhaben. Abgeordneter Dr. wunderlich(DVp.): Die Justiz müßte R e i ch s s a ch e werden. Dem Richter könnte mancher Kleinkram ab- genommen und dem mittleren Urkundsbeamtcn übertragen werden. Die Bestimmungen über die Bestellung von Rechtspslegcrn sollten reichsrechtlich vereinheitlicht werden. Die Reichsrichter kann man keineswegs als erzreaktionär bezeichnen. Staatssekretär Joel hat seine sehr schwere Ausgabe mit außerordentlichem Takt und bewundernswerter Pslichtlreue gelöst und sich dadurch unseren Dank verdient. (Beifall der Vp.). Di« Strafbestimmungen gegen Betriebs- f p i o n a g« in ausländischem Interesse müssen erweitert werden. Ein gut Stück Vertrauenskrise würde bei engerem Zusammen- arbeiten zwischen Justiz und Presse verschwinden. Von der Selbst- disziplin der großen Presse muß man erwarten, daß sie einen Wandel in der Berichterstattung über Sensationsprozesse eintreten läßt: die ist heute vielfach so irreführend, daß der Leser schließlich das Urteil nicht verstehen kann. Abg. Dr. Jörissen(Wp.): Ein Abbau der Verwaltung ist nicht möglich, ehe der Ballast unnützer, unhaltbarer und unwirtschaftlicher Gesetze und Verordnungen verschwunden ist. Solange das Volk sich in der Uferfülle der Gesetze nicht.zurechtfindet, solange hat'es kein Vertrauen zur Rechtspflege. Die Bevorzugung der Rechtsanwälte bei den Amtsgerichten vor den Parteien ohne Rechtsbeistand muß aushören. Die Gefangenen sollen beschästigt, ober die Gefängnisse und Zucht- Häuser dürfen nicht zu maschinellen Wettbewerbsbetrieben gegenüber dem Handwerk werden. Dos Republikschutzgesetz wird mißbraucht zu schikanösen Denunziationen. Wir wünschen eine Abänderung und würden höchstens mit einer Verlängerung bis 1939 einverstanden sein. Reichsjustizminister v. Guerard erwidert, die R e i ch s m i n i st e r stellen grundsätzlich Strasantrag aus dem Republikjchutzgesetz nicht. Abg. Hoch.'Weser(Dem.): Wer es mit der Justiz gut meint, will den Richter nicht zum unfehlbaren Iustizpapst machen. Dringend notwendig ist eine schleunige Sammlung und Sichtung unserer Ge- setze. Dazu kommen rund 3>10<1 Polizeiverordnungcn. Bald wird der Schrei erfüllt sein: Jedem Deutschen seine eigene Polizei Verordnung! (Heiterkeit!) Die Verreichlichung der Justiz würde auch die unerträg- liche Buntscheckigkeit des Strafvollzugs in Deutschland beseitigen. Professor Kahl, der in den nächsten Tage 89 Jahre alt wird, ist uns in der Ucberlegenheh und Unvoreingenommcnhcit, mit der er den Strafgejetzentwurf ausgearbeitel Hot und weiter daran mit- arbeitet, ein leuchtendes Borbild gesetzgeberischen Könnens.(Beifall.) Ueber dem Mitgefühl mit dem Verbrecher dürfen wir nicht die Rück- ficht auf den Verletzten vergessen. Wir müssen dahin arbeiten, daß das Ehescheidungsoerfahren nicht mehr zur Oual für die Beteiligten gemacht und die geschiedene Frau vor materieller Not bewahrt wird. Abg. Dr. Frick(Natsoz.): Ein verfassungswidriger Eingriff der Reichsregierung in einen Staatsgerichtsprozeß hat den a u s- gezeichneten Dr. S i m o n s veranlaßt, als Reichsgerichtsprä- sident zurückzutreten. Diese Republik ist bankrott und fristet nur dank Jakob Goldschmidt und Genossen ihr kümmerliches Dasein. Auch ihre Justiz ist bankrott, das haben die rechtswidrigen Ein- griffe Hörsings in den Magdeburger Mor�d prozeß zugunsten des Juden Haas bewiesen. An der Schuld des Schröder zweifelt ja kein Mensch, aber seine Hintermänner hat man nicht gepackt, und den Steuerdefraudanten Haas hat man 909 999 M. Schadenersatz von Preußen verlangen lassen Die Femeniordhetze war nur ein Ablenkungsmanöver vom Barmat- skandal. Die Schwarze Reichswehr war mit Wissen Geßlers und Scvcrings aufgestellt, aber weder sie noch Hergt sind gegen diese Hetze aufgetreten. Wir beantragen Freilassung der Feme r i ch t e r. Schulz wird im Gefängnis systematisch totgemacht. Man läßt ihn nicht schlafen, und auf den Spaziergang hat er verzichtet, weil ihm die anderen Gefangenen toll beschimpfen. Der Mordbrenner Hölz kann frei herumlaufen, der 64mal im Felde verwundete Schulz wird so behandelt. Das zeigt die ganze Heuchelei dieser Republik.(Ord- nungsruf.) Der Großbctrüger Barmat ist nur ganz gering verurteilt. die pflichtgetrcucn Staatsanwälte wurden bestraft. Bauer und Heil- mann werden noch immer nicht wegen Meineid verfolgt.(Zweiter Ordnungsruf wegen Beschimpfungen.) Der Redner beruft sich auf ein Zcugcnprotokoll des L y o n e l I s a a c zum Beweis für große Geschenke Barmats an Heilmann, die Heilmann als Zeuge bestritten hat.' Im kommenden dritten Reich(Große Heiterkeit!) werden wir Heilmann als ersten vor das Korruptionsgericht stellen. Abg. Dr. Schelter(Ztr.): Mit solchen Schimpfreden helfen Sie dem Herrn Schulz nicht! Der Verwaltungskostcnbeitrag an die Hypothekenbanken ist zu hoch. Abg. Dr. wendhausen(Ehr. Rat.) spricht gegen Ehescheidungs- reform und Aufhebung der Todesstrafe. Abg. Dr. Everling(Dnat.) befürwortet nochmals den Amnestie- antrag für die Fememörder. Machen Sie Schluß mit der Quälerei von Wehrlosen. Damit schließt die Aussprache. Der Justizetot wird mit einigen Aenderungen genehmigt, die Entschließung des Ausschusses auf Schaffung einer Rcichsrechtsanwaltstammer wird gegen die Link« abgelehnt. Angenommen wird ein sozialdemokratischer Antrag, die Mit- gliedcrzahl der Senate bei den Oberlandesgerichten wieder aus S und beim Reichsgericht aus 7 zu erhöhen. Abgelehnt werden die Amnestieanträge der äußersten Rechten für die Fememörder. Darauf werden die Etats der R e i ch s p o st und der Reichs- d r u ck e r e i genehmigt und dos Gesetz über den Bau eines Stau- � bcckcns bei Ottmachau in Schlesien verabschiedet. Um 6% Uhr oertagt sich das Haus auf heute, Freitag vormittag ll Uhr: Anträge, Ausschußberichte, Verkchrsctat. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Bcrontwortlich filt Politik: Dr. tutt(fcqct; Wirtschaft:®. 5tliag«lhösc?: lLcwcrkschakt'-bcweauna: Fr. fiftkotti; Feuilleton: X. A. Dölcher: Lokales und eonftifles: Frif,«arftädt: Änzeiqen: Zh. Sloik«! sämtlich in Berlin. Verla«: Vorwärts-Verla« S. m. l>. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Berlagsanllalt Paul Singer u. So., Berlin SW. SS, Lir.denstraßc Z Hierzu i Beilagen,.Stadtbeilage' und„Unterhaltung und Bissen'. WERIHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstr. Rosenthaier Str. Moritzplatz Verkauf« Drogen-Abteil. Ausschank: Fernsprecher: Zentrum 8649 Kupfergrab. 9955 Norden 9830 Moritzpl. H721 i„ den Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat Baumen0'" Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Dr. A. Oetker's Fabrikale 0 in Paketen Sortiment: 7 Pakete Puddings Im VanllUnzacker 5PI. Soßenpulver 5 PL Puderpadd. lOPf. Grießpudding 10 PL Galapndding IS PL Krokanipuddlng 30 PL Backpulver„Backtg* 10 PL Mandelkernpudd. 20 PL Makronenpudd. 30 PL Rote Grütze 12 PL Scfaok. SpebeHadu 25PL GAtterspeUe.. 33 PL DibonakLokoi g.Vallle 1SPL Geleepulver 23 PL Guttin... 37 PL Frisches Fleisch Schmorfleisch u. Roastbeef Kn°� 1.1 0 Schmorfleisch ohne Knochen....... Pfund 1.3) Rinderkamm u. Brust..•..... Pfund 0.85 Querrippe Pfund 0.76 Gulasch Pfund 0.90 Liesen Pfund o.70 Gehacktes p�nd 0.75 Kalbskamm u. Brust........ Pfund 0.86 Kalbsnierenbraten.......... Pfund 0.96 Kalbskeule gant und oetent........Pfund S.SO Schweinebauch u. Racken, mit Beilage, Pfund S.SO Schweinekamm und seiiag. ptund s.SS Schweineschinken.......... Pfu«" S.22 Ausgelassener Nierentalg... p'und 0.45 Frische Rindemingen. Pfund s.2s Kalbsschnitzel...... Pfund 2.10 Prima aefriertleisch* Rinderkamm u. Brust....... Pfund 0.78 HammeivorderfieisCh....... Pfund 0.95 Getlüget u, Fische Suppenhühner u.-Hähne Pfund. n s.15» Wolgahühner.......... Pfund s.20«> Junge Gänse.......... Pfunden s.45-» Dorsche Pfund o.s 2 Schellfische Pfund 0.S6 KabeijaU ohne Kopf, sente FUdie, Pfund 0.20 0.28 Goldbarse Ohne Knpt........... Pfund 0.22 Bratscft ollen........... Pfund 0.22 0.34 Filei von Kabeljau.............. 0.38 LaChS kleine Fische............... Pfund 0.65 Lebende starke Aale....... Pfund s.SS Räucherwaren Fiundern..Piund von 0.40 Seelachs � siuckcn, Pid. 0.45 Sprotten•• P'und 0.52 Schleibücklinge Pid. 0.58 Seehasen.. Pfurd 0.78 Räucheraale Burt 0.34 0.85 Rhabarber Salat.... Radieschen Gemüse . 5 Flund 0.10 . 4 Kopf 0.15 . 4 kund 0.10 Grüne Gurken von 0.20«n Grüne Bohnen P'und 0.30 Kohlrabi lunye, Mandel 0.45 Um Obst Zitronen Putzend 0.40 0.48 Stachelbeeren pufnd' 0.24 Kalif. Aepfel(Peppini 0.50 Ital. Tomaten Pfd. 0.48 0.65 Neue Kartoffeln P'd. 0.10 Spargel P'und 0.07 0.35 0.45 0.68 Konserven >> Pose Gemüseerbsen1'«0.32 0,50 Junge Erbsen'->». 1.25 mltlelleln 0.78»ehe fein 1.50 leipziger Allerlei..0.90 Gemischtes Gemüse 0.82 1.50 Wittel. 115 , i"•"'-Dose lein Erbsen 0.46 0.78 Karotten lange, exlra klein 1.00 Sellerie 1.10 Spinat 0.48 Senfgurken...... 0.87 Rote Rüben...... 0.38 Pflaumen�- 0.90,-„''„0.72 "t Dose >' i Stein Pflaumen»«L 0-90 Saure Kirschen m. st. 1.05 Mirabellen....... 1.10 Kalif. Birnen•■•-e Qn Kalif. Fruchtsalat J.OD Sardinen 0-52 Corned Beef', Dose 0.90 Delikat.-Würstchen f Paar, Dose 0.90 Konfitüre\ Vlcrfruchf-Marmelade0.85 Pflaumen 0.92 Orangen, Aprikosen 1.10 Kirsch, Himbeer 1.35 Ananas 1.40 Kolonialwaren Bruchreis..... P'und 0.18 Amerik. Reis.• P'und 0.30 Pflaumen ium,P.fd, 0.44 0.54 Aprikosen ni"-.'*. 0.92 1.25 Makkaronl Brüch,rlunschw. 1 ICUWUISI ArI)ipfund Jagdwurst.... P'und Schinkenpolnische Filetwurst.•. P'und 0.85 1,00 1.20 1.20 1.35 1.45 1.60 1.60 Zervelat u. Salami,_K holsteinische, Pfund l.'O Feine Leberwurst P'd. 1.80 Pökelfleisch*tk�d 1.80 Speck'e'LP'd. 1.20 mager 1.35 Schinkenspeck P'und 2.00 KdalgetraSs, RaseathaiarStr, lorttzpiats Berlin. Mettwurst Pfd. 1.20 Bierwurst..... P'und 1.60 Teewurst.... Pfund 1.70 Käse u. Fette KuhkÖ SC'n Stanniol, Stck. 0.08| Ramadou grolles SMck 0.19 Steinbuscher halblell..... Pfund 0.55. volUett, Pfund 0.95 Limburger Allglluer, halbleft.Plund 0.55 Holländer haldfett....... Pfunik 0.64 Edamer haldletl......... Pfund 0.65 Schweizer dllnlscher. drelvlertelL. Plund 0.84 Bierkäse voll fett, Pfund 0.95 Tifeitr-r ohne Rinde, j usucr ha|b|eII plu(ld 0.80 vollfett, Plund 0.82 vollieft, Plund 0.88 vollfett. Pfund 0.88 1 45 1.15 Schweizer 1 15 bayr, vollfen, Pfund von Tilsiter voll1l)«''-d 0.95 Margarine P'und 0.52 0.58 Kokosfett I-Plund-Talel 0.62 Tafelbutter P'und 1.78 1.86 Dänische Butter P'd 2.00 Preise für*/! Flasche, ohne Glas 1928er Wein Vorzüglich als Tisch- and Bowlenwein: 1928 Gleiszeller Klrchbeig Oberhaardler.kern. 1928 Jugenheimer milder Rh-Inhesse....... 1 928 Obermosel ansprechende Art......... 1928 Wöllsfeiner saftig, fordernd, Rheinhesse...( 1928 Nitteler Irische Moselarl............ j 1928 Siefersheimer Sandberg rar« und blumig| 1 928 Maikammerer sUMger Ptalzweln, vom Fall.. Liier Fruchtschaumwein mit Steuer und Flasche....... 1.30 1926 Clüsserather Königsberg stahiig. Mosel) M 1926 Nfersteiner Berg iruchtig. kernig..... f| 80 1926 Bernkastener Rosenberg ,elnbSiiende ah 2.25 1> Fl.» i FL Feiner Himbeersaft u. Orangeade• 0.95 1.60 Wein u, Spirituosen vom Faß zu Extra-Preisen Nr. 273» 46. Jahrgang'X�OrtOOft� SreUag/ 14. 3um 1929 �akubowskis Tod— eine Mahnung Oes Nebenklägers Appell an die Gerechtigkeit. L. R. Neustrelih, 13. Juni.(Eigenbericht.) Die vierstündige Rede des Nebenklägers Rechtsanwalt B r an d t bildet den Höhepunkt der bisherigen Verhandlung. Sein Plädoyer bedeutete inhaltlich und der Form nach eine Glanz- l e i st u n g. Es verfehlt« nicht seinen Eindruck auf das Gericht, das mit ungeheurer Aufmerksamkeit den Ausführungen folgte: es löst« bei den Angeklagten tiefe innere Bewegung aus. Fritz Rogens faß da mit verschränkten Armen, die Augen auf den Nebenkläger gerichtet. Frau Rogens, die anfangs an sich hielt, machte später immer wieder Kopfbewegungen, als wollte sie sagen: es ist so, um schließlich in Tränen auszubrechen, als Rechtsanwalt Brandt sie als die treibende Kraft kennzeichnete. Als dann der Borsitzende den Appell des Nebenklägers an die An- geklagten weitergab, kam es zu Dialogen, die selbst bei diesem an dramatischen Steigerungen so reichen Prozeß das stärkste darstellen, was man während der zwei Wochen im Gerichtsjaal erlebt hat. Nachdem Rechtsanwalt Brandt sein« Ansicht über die innere Berlogenheit der Geständnisse der Familie Rogens dargelegt hatte, ging er zu der Rolle Kreuzfelds über. Die Gespräche, die dieser vor der Tat geführt hat, seine Aeußerungen nach der Tat, daß er dumm sein müßte, wenn er sich fangen liehe, das Gespräch seiner Schwester, daß Paul dazwischen sein müsse, endlich die Persönlichkeit Kreuzfelds macht ihn als Anstifter zur Tat äußer st verdächtig, auch das Motiv dazu hat nicht gefehlt: er wolle das Kind beseitigen, um eine Stube in der Heidekate zu erhalten. Der Umstand, daß Frau Rogens ihn nicht belastet, spricht eher gegen ihn als für ihn. Unbegreiflich ist. wenn der Slaatsanwoll ihn, der in viel höherem Maße als. Zakubowsti belastet ist. als Anstifter ausschallet, wahrend er gewissermaßen für Zakubowski zum zweitenmal ein Todesurteil fordert. Ebenso falsch ist die Behauptung des Staatsanwalts, daß die Familie Rogens nicht als alleinige Täter in Betracht komme, daß Frap Rogens nicht die Ansnsterroll« gehabt haben kann. Falsch ist es, von ihrer Zärtlichkeit zu den Kindern zu sprechen. Sie hatte allen Grund, den Ewald los werden zu wollen. Jaku- bowski dagegen hatte keine positiven Motiv« dazu. Cr war bereit. die A l i m e n t e zu zahlen, und das uneheliche Kind konnte kein Hindernis für eine Heirat sein! Rechtsanwalt Brandt geht dann zur Würdigung der Indizien des ersten Urteils über und kommt zu dem Schluß, daß sich kein einziges Indiz als stichhaltig ergeben hat. Ebenso steht es um die neuen Indizien, die dieser Prozeß gegen Iakubowski ergeben haben soll: sie alle lassen sich mit Leichtigkeit widerlegen. Gegen Frau Rogens spricht aber am stärksten die Tatsache, daß August Rogens erklärt hat: die Muller muß vors Beil. Das stärkste Argument für Jaku- bowskis Unschuld ist aber der Umstand, daß er selbst angesichts seiner bevorstehenden Hinrichtung seine Komplicen geschont habe, und daß dies« den Mut aufbrachten, ihn, der sie verraten konnte, zu belosten. Allerdings ist eipe restlose Klärung in diesem Zeitpunkt selbst nichz mehr mqgUösu' So Hleibs/mchtS yMres übr!g,.�s.mit den mohammedanischen Richtern ouszurusenr„Allah weiß es. bester� Der letzte Appell des Nebenklägers an die Angeklagten und die Nichter. Der Nebenkläger sagte zum Schluß wörtlich:„Euch Angeklagten rufe ich ab«r in läßter Stunde zu: Erleichtert euer Ge- wissen, denkt an den tüten Iakubowski, der durch Eure Schuld sein Haupt auf den Richtblock legen mußte, und sogt nun endlich die Wahrheit. Keine Strafe der Welt, mag sie Euch noch so viele Qualen bereiten, wird Eurem schuldbeladenen Gewisien Ruhe gewähren. Laßt«ndlich den toten Iakubowski zur Ruhe kommeck! Von Ihnen aber, meine Herren Richter, erwane ich, daß Si« dem toten Iakubowski zu dem Rechte verhelfen, das ihm zu Lebzeiten versagt worden ist. Ich erwarte von Ihnen, daß Sie durch Ihren Urteilsspruch beweisen, daß die deutsche Rechts pfleg« keinen Vergleich mit anderen Kulturländern zu scheuen l)at, daß der Grundsatz: Kein Mensch darf verurteilt werden, ohne daß ihm die Schuld nachgewiesen ist! nicht nur auf dem Papier steht. Durch Ihr Urteil werden Sie den toten Jaku- bowski nicht mehr zum Lebeü erwecken, Sie werden aber den Lebenden den Glauben an die G e r e ch t i g k« i t wiedergeben, ohne die kein Boll der Erde leben kann! Dann hat Iakubowski nicht umsonst gelitten, dann ist er nicht umsonst gestorben!" Dramatische Dialoge. Der Appell des Nebenklägers an die Angeklagten sührt zum dramatischen Höhepunkt des Prozesses. Der Borsitzende greift den Appell auf und wendet sich in dringendem Tone an die Angeklagten:„Sie haben die Worte des Nebenklägers gehört: wollen Sie nicht noch in letzter Stunde die Wahrheit sagen? Es kann nicht so stimmen, wie Sie es uns erzählt haben. Wie ist es gewesen? Fritz, wollen Sie es uns sagen, ist es so richtig, wie Sie es uns geschildert haben?" Fritz Rogens: Es ist so richtig, wie ich es gesagt lzabe. Bor sitzender: Frau Kühler, was sagen Ei«? Die Angeklagte schweigt, dann sagt sie: Kann ich Fritz und August etwas fragen? Vors.: Fragen Sie. Fritz erhebt sich. Fritz, ist es wahr, was du Wilhelm und später einem Menschen im Gefängnis gesagt hast? Fritz: Was soll ich gesagt haben? Frau Rogens: Kann ich denn verraten? Vors.: Sagen Sie es nur. Frau Rogens: Du hast dem Pfarrer gesagt, daß du es gemacht hat. Fritz: Ich habe es nicht gesagt. Vors.: Wann soll er es gesagt haben? Frau Rogens zögernd: In der Beichte. August: Ich habe dem Pfarrer gebeichtet, er hat mich gefragt, ob ich wisse, wer es gewesen ist. Ich sagte: Ich weiß es nicht. Der Pfarrer aber sagte, Fritz habe gesagt, er habe es getan. Vors.: Fritz, haben Sie es gesagt? Fritz: Ich habe nur so erzählt, wie ich es hier erzählt habe. Vors.: Sie wollen auch an August eine Frage richten. Frau Rogens weinend: Ich wollte ihn nur fragen, ob er gesagt hat, daß ich vors Beil müsse und ins Zuchchaus. August: Vom Beil erinnere ich mich nicht, das Zuchthaus meinte ich wegen der Abtreibung.— Zwischen den Parteien entwickelt sich nun eine lange Diskussion wegen der Ladung des Pfarrers A h l e r s. Die Frage ist, ob er über Ding«, die ihm unter dem Siegel des Amts- geheimnisies anvertraut worden sind, aussagen darf. Fritz ent- bindet den Pfarrer der Schweigepslicht. Auf Antrag des Ver teidigers von August Rogens soll der Zeuge morgen früh gehört werden. Die Plädoyers der Verteidiger. In der Nachmittagssitzung folgten die Plädoyers der Verteidiger. Rechtsanwalt Alb recht sprach für Fritz und vertrat seine Ansicht über die Strafwürdigkeit des ihm zur Last gelegten Verbrechens. Seine Tat könne höchstens als M i t h i l f« gelten, jedenfalls soll« ihm eine Bewährungsfrist zugebilligt werden. Rechtsanwalt Müller plädierte für August. Er war der Ansicht, daß August nicht in Palingen gewesen sei und daß er höchstens wegen Mithilse bestraft werden könne. Rechtsanwalt Pieper, der Verteidiger Frau Rogens, will ihre Reis« nach Markwftz nicht als Indiz gegen sie gelten lassen. Die beantragte Strafe fand er zu hoch. Rechtsanwalt Stech-sprach für Bläcker. Morgen folgen die Replike.n und. das letzt« Wort der An*. geklagten.. Dos Urteil wird erst am Montag gegen Mittag verkündet werden._____ Eine Engländerin vermißt. Am Dienstag abend gegen lOVäi Uhr kam eine größere Reisegesellschaft englischer Damen über Rotterdam i n Berlin an. Es waren etwa 3 2 Damen, die an dem am kom> inenden Montag in Berlin beginnenden Internationalen Frauen kongrcß teilnehmen wollen. Zu der Gesellschaft ge- hört« auch die«il Jahre alte Frau An nie Buckingham aus H a n l e y. Als die Damen sich nach Derlasien des Zuges auf dem Bahnsteig sammelten, stellte man fest, daß M r s. Buckingham verschwunden war. Sie ist auch noch nicht wieder aufgetaucht. Ihr Gepäck und ihren Paß fand man noch im Zuge. Für ihr Ver- schwinden hat man absolut keine Erklärung. Es bleibt nur anzu- 3ack Xondon: (Bei tdUigte üebersetzung von Erwin Magnus). „Denken Sie daran, daß er läuft, wie ein geölter Blitz," warnte er, als er ihr in den Sattel half. Sie nickte, während Bob die Ohren spitzte in dem Be- wußtsein, einen fremden Reiter auf dem Rücken zu haben. Seine Späße begannen schnell genug— zu schnell für Dede, die sich mit den Armen um Bobs Hals klammern mußte, während er herumwirbelte und in entgegengesetzter Richtung davonstob. Daylight folgte ihr auf ihrem Pferde und sah zu Einen Augenblick später hielt sie das Pferd und schwang es mit auf dem Hals liegenden Zügel und unter Gebrauch des linken Sporns wieder in feine frühere Richtung herum. ..Halten Sie die Peitsche nur bereit, um ihm eins über die Rase zu geben." rief Daylight. Aber Bob kam ihr zuvor und wirbelte wieder herum. Mit einem kräftigen Ruck befreite sie sich aus ihrer unwürdi- gen Stellung. Seine Bewegung war diesmal noch schärfer, aber sie nötigte ihn durch den Zügel zu einer Art Tanzschritt und zwang ihn durch schonungslosen Gebrauch der Sporen, wieder umzuwenden. Es war nichts Weibliches in der Art, wie sie ihn behandelte: und diese einleitende kleine Kraft- probe zeigte ihm Dede«in wenig von der richtigen Seite. Wie sie mit zusammengepreßten Lippen und ein wenig un- zufrieden mit sich dasaß, genügt« ihm ein Blick in ihre grauen Auqen es zu erkennen. Daylight machte ihr keme weiteren Vorschläge, folgte ihr aber fast mit Freud« in den Augen und wartete darauf, wie es Bob nun ergehen wurde. Und es erging Bob schlecht. Als er das nächste Mal herumwirbelte oder es vielmehr versuchte, war er noch nicht halb herum, als die Pettschenschnur ihn schon mitten auf die Ra e traf Da ließ er die Vorderfüße, die er gerade erhoben hatte, in seiner Verblüffung, seiner Ueberraschung und seinem Schmerz wieder fallen.____ „Großartig!" applaudierte Daylight.„Roch ein paar- mal— bann tut er es nicht wieder." Bob versuchte es noch einmal. Aber diesmal hatte er noch keine Viertelwendung gemacht, als die zusammengelegte Peitschenschnur seine Füße schon wieder auf den Boden zwang. Und dann gehorchte er Dede ohne Zügel und Sporen, wenn sie ihm nur mit der Peitsche drohte. Dede sah Daylight triumphierend an. „Darf ich ihn einmal lausen lassen?" fragt« sie. Daylight nickte, und sie schoß den Weg entlang. Er sah ihr nach, bis sie hinter der Wegdiegung verschwand, und blickte hin. bis sie wieder zum Vorschein kam. Sicher: sie konnte reiten, und sie war ein Prachtkerl. Herrgott, das war«ine Frau für einen Mann! Und die mußte die ganze Woche auf der Schreibmaschine herumhämmern! Das war nicht der richtige Platz für sie. Sie mußte einen Mann haben. der sie in Samt und Seide kleidete und mit Diamanten be- hängte(so stellte er sich in seiner Hinterwäldlerart vor. was einer geliebten Frau gebührte), und ihr Hund« und Pferde und dergleichen mehr hielt—„Wir wollen sehen, Herr Bur- ning Daylight, was sich machen läßt," murmelte er. Und laut sagte er: „Großartig, Fräulein Mason, großartig. Für sie ist kein Pferd zu schade—«ine Frau, die reiten kann wie Sie. Nein: behalten Sie ihn. wir traben zum Steinbruch hinunter." Er lachte:„Wissen Sie, ich glaube, als Si« ihn zum erstenmal schlugen, stöhnte er. 5)aben Sie es gehört? Und wie er die Füße fallen ließ— gerade als wäre er geyen eine Stein- mauer geprallt. In Zukunft weiß er Bescheid." Als er sie am Nachmittag an dem Gattertor, das nach Berkeley führte, verließ, zog er sich in den Schatten einer Baumgruppe zurück, wo er ihr, ohne selbst gesehen zu wer- den, mit den Augen folgen konnte, bis sie außer Sicht war. Als er dann sein Pferd wandte, um nach Oakland zurück- zureiten, kam ihm ein Gedanke, bei dem er reuevoll lächeln mußte, und er murmelte„Jetzt ist. also nichts zu machen, ich muß den verdammten Steinbruch kaufen. Das ist der einzige Borwand, den ich habe, um mich in diesen Bergen herum- zutreiben." Aber er muhte seine Pläne mit dem Steinbruch für einige Zeit verschieben, denn am nächsten Sonntage ritt er alleln. Keine Dede kam auf einem kastanienbraunen Pferd den Weg von Berkeley geritten, weder an diesem Tage, noch eine Woche später. Daylight war außer sich vor Ungeduld und Aerger, obwohl er sich im. Kontor beherrschte. An ihr bemerkte er keine Veränderung und gab sich Mühe, sich selbst nehmen,- daß si« auf einer früheren Station irrtümlich den Zug verlasien hat. Frau Buckingham ist etwa 1,50 Meter groß und hat graues, kurzgeschnittenes Haar. Sie spricht nur Englisch, kein Deutsch. Nachforschungen in Heimen und Krankenhäusern sind bisher ohne Erfolg geblieben. Es ist auch möglich, daß die Vermißte hilflos in der Stadt umherirrt. Wer über ihren Verbleib irgend etwas weiß, wird gebeten, sich bei Kriminaikommissar Gahmig bei der Vermißtenzentrale des Polizeipräsidiums zu melden. Französische Flieger über dem Ailaniik, Amerikanischer Vomflug mißlungen. New Dort, 13. Zum. Wie aus OldOrchard gemeldet wird, ist das V z e a n s l u g- zeug„Gelber Bogel" mit den französischen Fliegern Lesevre, Assolanl und Coli an Bord um 10,08 Uhr amerikanischer Zeil zum Fluge nach Paris gestartet. Da« Flugzeug umkreiste zunächst den Flugplatz, um dann, von einem Militärslugzeug begleitet, in östlicher Richtung zu verschwinden.(Die Nachricht von einer Rückkehr des Flugzeuges bestätigt sich demnach nicht.) Die Flieger beabsichtigen, über Kap Sable und Nordspanien nach Paris zu fliegen. Nach ihrem Abflug verbreitete sich aus dem Flugplatz das Gerücht, daß sich ein blinder Passagier an Bord befinde. Die Sachverständigen bezweifeln dies jedoch. Ein Funkspruch von Bord besagt, daß alles wohl ist. Für den Fall einer Notlandung liegen bis aus 50 Seemeilen von der Küste entsernl Küslenwachschisse bereit. Das Vegleilslugzeug berichtete aus radio- lelephonischem Wege, daß der Flug gute Fortschrille mache. Der Verlauf des Fluges wird in Amerika durch Rundfunk verbreitet. Uebcr das Flugzeug selbst wird berichtet, daß es den Amphibienlyp darstellt, einen Motor von VOO pserdekräslen besitzt und al» Brennstoff 073 Gallonen einer Benzol-Gasolin-Mischung im Gewicht von 13 700 Pfund mit sich führ». Im Gegensah zum„Gelben Vogel" hatte der amerikansiche „Grüne Blitz" beim Start Pech. Infolge Ueberlaslung brach das Fahrgestell zusammen. Die Nase des Flugzeuges grub sich In die Erde ein, wobei der Apparat eine scharfe Linkswendung machte, die zu einer Beschädigung des Flügels führte. Die Flieger, die bekanntlich nach Rom starten wollten, sind unverletzt davongekommen. Prinz Kyritls faule Wechsel. Ein Paket betrug Ä,2 Millionen Reichsmark... Die Wechselgeschäste de» Prinzen Kyrill von Vul- garien, die dazu gesührt haben, daß in Berlin gegenwärtig das Kammergericht in einem Zivilprozeß sich mit der Angelegenheit beschüstlgt— daneben läuft eine Strafanzeige de» Kaufmanns klauß gegen die Generalbevollmächtigten Dr. Steiner und Rechtsanwalt Dr. Barth In Wien— beschästigen, wie wir erfahren, auch die Untersuchungsbehörden in Wien und Prag. Auch von dort find Anzeigen gegen die Vermögensverwaltung »des Prinjen'emgelätifkN,' weil man In den beiden Städte» Wechsel ist Höhe von Mehreren Millionen Mark in Umlaus gesetzt hat, für die kein« ausreichende Deckung vorhanden war. In Wien sind noch im Januar dieses Jahres Wechsel in Hohe von zwei Millionen Mark ausgegeben worden, die zum Te-l � als Bezahlung für Waren schulden dienen sollten. In Berlin ist von dem Generolbevollmächtigten des Prinzen Kyrill im Ro- vember 1927 an einem Tage ein Wechselpakel in höhe von Z.Z Itzil- lionen Mark ausgegeben worden. In letzter Zeit hat man auch bei zw«! Berliner Kaufleuten W. und Sp. Akzept« in Höhe von 4 9 0 0 0 0 Mark abgesetzt, die sich ebenfalls als wertlos erwiesen haben. Auch hier wird gegen die Vermögensverwaltung des Prinzen eine A n- zeige erstattet werden. Das Kammergericht Berlin wird sich vorerst mit der Frage zu beschäftigen hdben, ob dos Bergwerk in Iugoslavien, an dem Prinz Kyrill sich mit 700 000 Mark beteiligen wollte, einen entsprechenden Gegenwert gehabt hat oder nicht. auch nichts merken zu lassen. Es war dieselbe monotone Ar- beit, aber sie regte ihn jetzt auf und machte ihn beinahe verrückt. Daylight war erbittert über«ine Welt, die es ihm nicht erlaubte, mit seiner Sekretärin ebenso zu verkehren wie andere Männer mit anderen Frauen. Was nützen mir meine Millionen? fragte er eines Tages den Kalender auf seinem Schreibtisch, als sie nach dem Diktat hinausging. Als die dritte Woche sich ihrem Ende näherte und Day- light wieder einem traurigen Sonntag gegenüberstand, ent- schloß er sich trotz allem zu reden. Seiner Natur gemäß ging er ohne Umschweife auf die Sache los. Sie hatte gerade ihre Arbeit beendet und nahm ihr Stenogrammheft und ihre Blei- stifte, als- er sagte: „Noch eins, Fräulein Mason, und ich hoffe, Sie werden es mir' nicht übelnehmen, wenn ich gerade heraus rede: denn ich habe Sie immer für ein vernünftiges junges Mädchen gehalten. Sie wissen, wie lange Sie bei mir im Geschäft sind— mehrere Jahre schon: und ich bin immer ehrlich und offen gegen Sie gewesen. Ich habe mir Ihnen gegenüber nie etwas, wie man so sagt— herausgenommen. Eben weil Sie bei mir watzen, habe ich versucht, vorsichtiger zu sein, als wenn— wenn Sie nicht bei mir gewesen wären— Sie v?r- stehen. Aber deshalb bin ich doch auch nur ein Mensch. Ich bin ein einsamer Bursche— nein, glauben Sie nicht, daß ich um ein freundliches Wort bitten will. Ich möchte Ihnen nur sagen, wie wohl mir diese Ausritte mit Ihnen getan haben. Und nun hoffe ich, werden Sie es mir nicht verdenken, wenn ich Sie frage, warum Sie die beiden letzten Sonntage nicht ausgeritten sind?" Er hielt inne und wartete, aber es überkam ihn warm, und der Schweiß stand in kleinen Tropfen auf seiner Stirn. Sie sprach nicht gleich, und er schritt durch den Raum und schob das Fenster höher. „Ich bin ausgeritten," antwortete sie,„nur in einer anderen Richtung." „Aber warum denn..." Er konnte die Frage nicht be- enden.„Seien Sie nun ebenso ehrlich gegen mich, wie ich gegen Sie," bat er.„Warum sind Sie nicht in den Piedmont- Bergen geritten? Ich habe überall nach Ihnen gesucht." „Eben deswegen." Sie lächelte und sah ihm einen Augenblick gerade in die Augen, dann senkte sie den Blick. „Das müssen Sie doch verstehen, Herr Harnish." Er schüttelte verdrießlich den Zkvps.(Fortsetzung folg'> Wohnungsbauverbot mZehlenöorf Bezirksamt erzwingt Rauverhinderung unter Beistand der Polizei. Um die Linderung der Wohnungsnot bemühen sich in verlin gemeinnützige vaugesellschasten. Soll man für möglich halfen, daß eine sl ü d l i s ch e Behörde diese Bemühungen erschweren wird? 3m Derwallungsbezirt Zehlendorf wird das gegenüber der Gehag gemacht. Die Gehag will auf Zehlendorfer Gebiet in der Nähe des im Bau begriffenen Untergrundbahn Hofes„Oskar-He- lene-Heim" ihre dort angelegte Siedlung um einen neuen Bauteil mit 418 Wohnungen erweitern. Es handelt sich tim Einfamilienhäuser mit Gärten von durch- schnittlich 180 Quadratmeter Größe. In den Verhandlungen mit der Zentralverwaltung schlug das Städtebauamt vor, die Zugang- ftraße von der Rieineifterstraße her 12 Meter breit und die übrigen Straßen 10 Meter breit anzulegen. Im Gegensatz hierzu verlangle das Bezirksamt Zehlendorf für alle Straßen eine Breite von 12 Meter. Dann müßte die Gehag natürlich mehr Straßenland an die Stadt abtreten, annähernd 35000 Quadratmeter. Dadurch würde aber der Durchschnittswert des dann noch bleibenden Baulandes sich von 17 M. auf 17,39 M. pro Quadratmeter erhöhen. Da eine Einigung zwischen Bezirksamt und Gehag nicht zustande kam, be- schästigte die zentrale Siedlungsdeputation sich mit der Angelegen- hcit. Sie genehmigte den Bebauungsplan so, wie das Städtebau- amt ihn gebilligt hatte. Danach reichte die Gehag zunächst für einen Baubloik— für den, der errichtet werden konnte, ohne daß dabei die Streitfrage der Straßenbreite berührt wurde— alle Unterlagen bei der Baupolizei ein. Zugleich beantragte sie für diesen Block die Ausschachtgenehmigung. Diese wird in der Regel gegeben, bevor alle Formalien erledigt sind. In Zehlendors wurde aber die vorläusige Ausschachtgenehmigung verweigert mit der Begründung, das Bezirksamt habe inzwischen für das ganze Bauvorhaben das Bauverbot beschlossen und werde es so lange aufrecht erhalten, bis ein beantragter schul- neubau seine Erledigung gefunden habe. Am Mittowch beschäftigte sich dann auch der Magistrat mit der Angelegenheit. Er b e- schloß den Bebauungsplan so, wie das Städtebauamt und die Sicdlungsdeputation ihn genehmigt hatten. Verhandlungen, die von der Gehag mit dem Zehlendorfer Baurat Echter- meyer geführt wurden, blieben ergebnislos. Iferr Echtermeyer erklärte, er habe mit dem Bauverbot nichts zu tun. Der Zehlendorfer Bürgermeister Schumacher ließ sich nicht sprechen und verwies an den Berliner Stadtrat Benecke, der aber nicht er- reichbar war. Was sollte yun geschehen? Im Zehlendorfer Be- zirksamt wartete man nicht lange. Am Mittwoch hotte der Mo- gistrat im Gegensatz zum Bezirksamt den Bebauungsplan ge- billigt und beschlossen. Am Donnerstag wurden auf der Wohnungs- baustelle der Gehag die bereits begonnen«n vorläufi- gen Arbeiten durch die Baupolizei unter Hinzuziehung von Schupobeamten inhibiert? Hiermit ist einstweilen erreicht, was das Bezirksamt Jehlen dorf wünschte. Bis auf weiteres ist es der Gehag unmöglich ge macht, an der Erweiterung ihrer Zehlendorfer Siedlung zu ar- bciten. So sorgt man im schwarzweihrolen Zehlendors für die Linderung der Wohnungsnot. Durch dieses rücksichtslose Vorgehen verlieren auch 250 Personen Beschäftigung und Verdienst. Der Magi strat wird schleunigst dafür zu sorgen haben, daß das von einer deutfchnationalen Mehrheit beherrschte Bezirksamt Zahlenldorf in die gebührenden Schranken zurückgewiesen und diese Inhibierung der Wohnungsbauarbeiten rückgängig gemacht wird. Daß der Mogistrat das Bauverbot mißbilligt, hat er schon mit feinem am Mittwoch gefaßten Beschluß unzweideutig erklärt. Wie mm die Geheimbrennerei aushob. Oie Verhaftung des Bruders von Bela Groß. Zn der Nacht zum Donnerstag ist der Polizei, wie wir bereits in einem Teil des gestrigen„Abend" berichteten, ein guter Fang geglückt. In einer Privatvilla in der Linden- flrahe 27 in Schmöckwitz konnte eine große Geheim- brennerei von Beamten der Zollsahndungsstelle ausgehoben werden. 3m Zusammenhang hiermit ist der Kaufmann Robert Grosz, der Bruder des in dem Stlnnes-Prozeh verwickelten Beta Grosz, und ein junger Wensch, namens Willi Schulz, wegen Sprilschmuggels verHaftel worden. Außerdem wurde ein Ingenieur Willi Bauer, der in einer Villa in Teupitz unangemeldet wohnt« und im Verdacht steht, an dem Geheimbetrieb beteiligt zu sein, festgenommen. Wie hoch der Schaden ist, der dem Reich durch den Schmuggel entstanden ist, wird erst die nähere Untersuchung ergeben. Ingenieur Bauer hat bereits vor einiger Zeil von sich reden gemacht. Er ist einer der Helfershelfer des von Beamten der Zollbehörde zur Strecke ge- brachten Sprilschmugglers Lindcmann, dessen Motor-Schmuggel- schiff„Nijc", lvie wir berichteten, bei der„Arbeit" überrascht und beschlagnahmt worden ist. Zu der Aushebung des Schmugglernestes werden.noch folgend« Einzelheiten mitgeteilt: Robert Grosz hatte zu Ostern die Villa in der Linden st raße in Schmöckwitz von der Eigentümerin, einer Dame aus Schwerin, gemietet und hauste dort schon seit längerer Zeit mit Schulz. Grosz machte eines Tages die Bekannt- schaft des Ingenieurs Willi Bauer, gegen den noch ein Verfahren wegen Spritschmuggels schwebt, de» seinerzeit in Gemeinschaft mit dem Kommerzienrat Linde mann betrieben wurde. Bauer, der Fachmann auf diesem Gebiete ist, kam nun mit Grosz überein, im Keller der Villa eine Gcheimbrennerei einzurichten. Nach und nach schafft« man unausfällig die einzelnen Teile zu der Brennerei herbei, und vor einigen Wochen wurde mit der Fabri- kation begonnen. Wie von den Beamten festgestellt werden konnte, ist der Apparat keine Neuanschaffung, sondern er muß an irgendeiner anderen Stelle bereits in Betrieb gewesen sein. Die Geheimbrenner stellten aus Sirup wöchentlich rund 10S0 Liter 94prozenligen Sprit her. Ein Motorboot, das Bauer gehört, schassle die fertigen Mengen nachts nach Berlin zu den ..... Abnehmern. Der Transport war um so leichter zu bewerkstelligen, als das Grund- stück dicht am Wasser liegt und einen eigenen Bootssteg hat. In der Villa wurden auch wiederholt Gelage gefeiert, bei denen „Geschäftsfreunde" des Trios zur Nachtzeit bewirtet wurden. Als nach langen Beobachtungen die Beamten der Zollfahndungsstclle das Grundstück umzingelt hatten und in die Räume eindrangen, fanden sie zunächst nur Grosz vor. Schulz kam erst später mit sechs Gästen, lauter jungen Leuten, aus dem Westen der Stadt, die sich wieder einmal gütlich tun wollten. Die ganze Gesellschaft wurde festgenommen. Ob die„Gäste" von dem Spritschmuggel und der Geheimbrennerei Kenntizis hotten, steht noch nicht ein- wandfrei fest, es ist aber anzunehmen, daß sie nicht ganz ahnungslos waren. Die drei Verhafteten, Grosz, Schulz und Bauer, geben zu, Sprit hergestellt zu haben. Wer ihre Abnehmer waren, weiß man noch nicht. Es ist möglich, daß diese Leute im guten Glauben gekauft haben. In ihrem eigenen Interesse werden sie daher gut tun, sich möglichst bald bei der Zollfahndungs stell« in der Luisen- st raße zu melden. Bauer war noch an einigen Boots- werften beteiligt, so an einer in Weißensee und an eiüer in Nieder-Neucndorf. Die drei Spritbrenner werden heute dem Richter vorgeführt werden. Er quälie sein Pferd zu Tode. Aber die Hauptschuld hat der Arbeitgeber. von einem unglaublichen Roheilsakl eines Kutschers gegen das ihm anvertraute Pferd wird uns aus Neukölln berichtet: Am letzten Montag beobachteten Strahenpassanten, wie ein Kutscher Reichenbach in der Zicten- straße in der roheslen Weise auf sein Pferd einschlug. Der Kutscher war für den Eierhändler Spiegel aus Lichtenberg unterwegs. Dem Wagen vorgespannt war ein kleiner brauner Pony, der auf dem linken Auge blind war. Das Tier, das vor Ueberanstrengung am ganzen Körper zitterte, war nicht imstande, den Wagen weiterzuziehen. Der Kutscher nahm einen arnidicke» Stock und schlug auf das Tier ein, uin es zum Ziehen anzu- treiben. Einige Passanten, die den Kutscher wegen dieser Mißhandlung zur Rede stellte», brüllte er an. Als er dann wieder auf das Pferd einschlagen wollte, wurde er zurückgehalten, und das Pferd wurde einfach ausgespannt. Eine oberflächliche Untersuchung stellte sofort fest, daß der Pony am rechten Ober» schenk«! verletzt war. Das Tier war, wie später ermittelt wurde, bereits am 7. 3uni wegen dieser Verletzung in ärztlicher Behandlung, und der Tierarzt hotte eine achttägige Ruhe verlangt. Darum scheint sich aber der Besitzer nicht gekümmert zu haben. Außerdem war das Geschirr des Pferdes stellenweise mit Draht repariert, der gleichfalls Hautabschürfungen verursachte. Nachdem das Pferd ausgespannt war, schlug der Kutscher' nochmals auf das Tier ein»nd versuchte, es wieder hochzureißen. Die Straßenpassanten holten schließlich die Polizei, die dann wieder die Feuerwehr zum Abtransport des Pferdes alanniektc. Zum Schluß wurde der Abdecker gerufen, der für 30 Mark den K a- d a o e r des inzwischen vcrstorbeuen Pferdes erstand. Gewiß ist das rohe Verhalten des Kutschers auf das aller. schärfste zu verurteilen. Aber die Hauptschuld fällt auf den Arbeitgeber, den Besitzer des Pferdes, Er hat dem Kutscher die Anordnung gegeben, dos kranke, nach Ansicht des Tierarztes dringend erholungsbedürftige Pferd einzuspannen. Der Kutscher sollte die Ware rechtzeitig abliefern, deshalb schlug er auf das arme Tier ein, wie feine Aeußerungen gegenüber dem Publikum be» zeugen. Hoffentlich wird das Gericht, wenn es sich mit diesem Fall g e- meiner Tierquälerei beschäftigt, auch diesen Zusammenhang berücksichtigen. Ein vorbildliches Nachmittagskonzert mit Ouvertüren und Opernniärschen unter Leitung Seidler-Wintlers! Es ist ein Konzert von Niveau in der Zusammensetzung und Wiederausfllh- rung. Eine solide und künstlerische Veranstaltung. Starken Ein- druck hinterläßr in dieser Interpretation die Tannhäuser-Ouver- iure, während der ungarische Kriegsmarsch aus„Faust Verdamm- ms" etwas verschwommen herauskommt. Gut in der Auswahl ist die Vorlesung Leontine S a g o n s„Mütterbriefe". Es sind be- kannte Namen, die vorbeiziehen, und es sind Dokumente tiefer Menschlichkeit. Abends ein großes Ereignis: das Konzert des be- rühmten italienischen Tenors N o l p i wird aus der Philharmonie übertragen. Es ist hier anläßlich des Gastspiels der Mailänder Skala an anderer Stelle ausi Volpis herrlich glühende Stimme hin- gewiesen worden, und dieser kostbare weiche Tenor von feinster Gesangkultur wirkt auch im Rundfunk faszinierend. Leider ist der Anfang der Uebertragung nicht frei von Störungen. Dr. Friedrich Luther untersucht physiologisch und volkswirtschaftlich die Struk- tur des modernen Menschen als Mitglied des Wirtschaftslebens. Eine Fülle geistreich formulierter Bemerkungen, aus denen' sich ergibt, daß die Gegenwart keine Berusstnpen herauskristallisiert. Der Berui steht nicht im Mittelpunkt des Lebens und bildet van sich aus keine besondere Formen, die nur beim Menschen diese, sneüellen Berufs vorkommen. Der moderne Mensch ist wandlvngs- fähiger, sprunghafter und verfügt über«inen weiteren Horizont als der in Traditionen gebundene Mensch vergangener Zeiten. F.<5. Ltnweiier über Osteuropa! Viele Tote, ungeheurer Sachschaden. Bukarest, 13. Juni. Ein über ganz Rumänien und die westliche Ukraine hinweggegangener Zyklon hat in verschiede- neu Provinzen große Verheerungen angerichtet und zahlreiche Opfer an Menschenleben ge- fordert. In S o m e s(Siebenbürgen) wurden die Felder überschwemmt und die Ernte durch Hagelschlag teilweise vernichtet. Im Dorfe Ernac sind sechs Personen ertrunken, darunter eine Mut- ter mit zwei Kindern. In D i v a d e ist eine dreiköpfige Familie infolge der Ueberschwemmung umgekommen. Durch das heftige Gewitter stnd Hunderte von Telegraphenstangen in der Nähe von Bukarest umgelegt worden. Ebenso wurde eine Eisen- bahnbrücke beschädigt. Die Eisenbahnlinien wurden durch um- gestürzte Telegraphenstangen und Bäume gesperrt. Auch in B e s s a r a b i e n hat der Zyklon größere Verheerungen angerichtet. Sechs Tote auch in Altserbien. Belgrad, 13. Juni. In der Umgebung von Z a s e c a r(Altserbien) wütete am Dienstag ei« verheerender Lrkan mit Gewitter. Der Blitz schlug in einen Baum ein, unter dem mehrere Erntearbeiter Schutz gesucht hatten. S Bauern wurden vom Blitz auf der Stelle getötet. 5 andere erlitten schwere Brandwunden. Ltrieil im Toischlagsprozeß Rellin. Zehn Jahre Zuchthaus. TaS Schwurgericht III verurteilte den Bauarbeiter Karl Belli«, der die Witwe Luise Schneider und deren Tante Karoline Schneider erschossen hat, wegen vor- sätzlicher Tötung in Verbindung mit fahrlässiger Tötung zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehr- Verlust. yjk Clowus im Waiseuhuus. Clowns im Waisenhaus, das ist etwas Neues, noch nicht Da- gewesenes. Clowns im Waisenhaus werden eigentlich erst richtig« Clowns, denn sie bringen Freude und Lachen dorthin, wo ihre Spähe nicht am Billettschaltcr zu taufen sind. Geradewegs kamen die Clowns An tonet und Beby aus dem Wintergarten nach dem Waisenhaus in der Alten Jakobstraße und brachten dort die jungen Menschlein zum Lachen und Kreischen, bis manchen dos Wasser aus Augen und Nase tropfte. Das war ein Halloh, wie es das Waisenhaus wohl selten gehört hat! Herrlich, wenn Antonet nach einem Klappstuhl verlangt und sich mit diesem Möbel nicht zurechtfindet, oder wenn er mit seiner Posaune ein Zwiegespräch anhebt, davon ihm die Hosen platzen. Was mag es in der Nacht und der darauffolgenden für aufgeregte Träume gegeben haben, wie lange mögen in den kleinen Kinverhirnen die beiden sonderbaren Menschen in roter Perücke und weißgeschnünktcn Gesichtern noch geistern. Und einige hatten sogar das Glück, auf den Armen der Clowns zu sitzen und mit ihnen photographiert zu werden. Das werden sie nienwls vergessen.. Als di« Soiovvrstellung beendet war, blickten aus allen Fenstern des grauen Hausez Kinderaugen sehnsüchtig den beiden bunten Gestalten nach. Freibad Müggelsee noch nicht fertiggestellt. Unser am Freitag. 7. Juni, in der Stadtbeilage gebkachter Beitrag: Die neue Zeit am Müggelsee ist wie wir erfahren, dahin verstanden worden, daß die Neubauten des Müggclseefreibades bereits ausgeführt sind und fertig dastehen. Davon ist leider nicht die Rede. Es handelt sich zu- nächst nur um Pläne, deren Aussührung in allernächster Zeit er- folgen werden. König Fnad noch zwölf Tag« in Deulschland. Mit dem Esten, das König Fuad am Donnerstagabend in den Räumen der ägyp- tischen Gesandtschaft dem Reichspräsidenten und der Reichsregierung gab, hat der amtliche Teil des Besuches des ägyptischen Königs sein Ende gefunden. König Fuad wird aber noch zwölf Tage in Deutschland mit Reisen verbringen. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, dem lZ. Zrnri. 1. Rennen. 1. Logarithmus(Alswede), 2. Labora, 3. Rinaldo. Toto: 35:10. Platz: 16, 16, 24:10. Ferner liefen: Latz sein, Leander, Epala, Echar-Dagh. 2. Rennen. 1. Orlamünde(V. Metzsch), 2. Der Zukünftige, 3. Frith» jof II. Toto: 38:10. Platz: 16, 15, 23: 10. Ferner liesen: Spetulation, Quadriga, Dudelmann, Opium, Turnei, Dietmar, Marsh, Honoria. 3. R e n n e n. 1. Versöhnung(Böhlke), 2. Kämmerer, 3. Hauptmanns Schwester. Toto: 102:10. Platz: 3t, 45: 10. Ferner lies: Teutonia. 4. R e n n e n. I. Hudrian(Eperjessh), 2. Oper. 3. Ccrtosina. Toto» 53:10. Platz: 25, 2l.: 10. Ferner liefen: PerS, Lufilama, Lebensmut. S.Rennen. 1. Radio(Müfchenl. 2. Oitogebe, 3. Goldener Frieden. Toio: 34:10. Platz: 1.6, 21, 31:10. Ferner liefen: Bellac, EiSbraut, Al- iill-, Balaton, Lobredncr, Hazard. 6. R e n n e n. 1. Donnerschlag(H. Zachmann), 2. Vigor, 3. Graphit. Toto: 29: 10. Platz: 13, 11: 10. Ferner lies: Automcdon. 7. R e n n e n. 1. Kanzler(Zehmischt, 2. Heliodor, 3. Falstaff. Toto: 47:10. Platz: 2t, 84. 19: 10. gerner liefen: Midgard, Othello, Teja, SliaS. Lea. Faszist. Marlitta. Ist die schönste Zeit des Jahres. In der ganzen Familie freut man sich auf diese Tage der Ausspannung und Erholung. Oerade in unserer schnei lebigen Zeit müssen wir dem Körper eine Ruhepause gönnen. Sie werden in Ihrer Ferienzeit nicht auf eine Tasse guten Bohnenkaffee verzichten wollen; zugleich wollen Sie aber Herz und Nerven schonen. Wählen Sie daher Kaffee Hag, den einzigen cof feinfreien Bohnenkaffee, der Ihnen alle Kaffeefreuden vermittelt, dabei aber vollkommen unschädlich ist. Kaffee Hag erhalten Sie heute in allen Bädern und Kurorten. Verlangen Sie ihn» w VORWÜRTS Ulli«, "tilg Neue Gchröpfung Berlins? Gegen städtischen Zuschuß zu Gtaatstheaiern einmütiger Gtadwerordnetenprotest In«Zcr Vcrlincr Stadtverordnetenversammlung erlebte man gestern eine Uebereinstimmung, die mancher gewiß nicht erwartet hatte. Eine Ansrage der Demokraten mtf> ein A n- trag der Sozialdemokraten wandten sich gegen den im preußischen Landtag aus dem Zentrum gekommenen Gedanken, den Stadtsäckel Berlins um einen Beitrag für die »otlcid enden Staatstheater zu erleichtern. Alle Frak- tionen stimmten dem von der sozialdemokratischen Fraktion bean- tragicn Protest zu, auch das Zentrum, dessen Redner ver- legen eingestand, daß er gegenüber der Haltung seiner Parteisreunde im Landtag sich als Stadtverordneter in einer etwas eigentümlichen Lage befinde. Der deulschnattonale Redner konnte es sich nicht versagen, seiner Zustimmungserklärung einige Worte der Schaden- sreude anzusägen. Mit einer scharfen Erklärung wies Oberbürgcr- meister B ö ß auf die immer neuen Lasten hin, die der Stadt Berlin durch die Gesetzgebung des Staates auferlegt worden feien. * Beraten wird zunächst die Anfrage der Demokratischen Fraktion. Die Anfrage stellt fest, daß an maßgebender Stelle die Absicht besteht, die Stadt Berlin zur Deckung des Defizits der Staatsbühnen heranzuziehen. Es wird gefragt, ob dem Magistrat diese Bestrebun- gen bekannt sind und was er zu tun gedenke, um den ungeheuer- jichen Versuch abzuwehren. Stadtverordneter Merten(Dein.) sagte, daß Berlin zu.Iv Proz. des Defizits herangezogen werden s o l l, d. h. die Stadt soll jährlich etwa 3 M i l- l i o n e n M a rk dafür bezahlen, daß der Staat in Berlin Theater unterhält. Bei der gespannten städtischen Finanzlage sei es nicht zu rcchtjcrtigen, daß die Stadt dem Staat helfe, das Defizit der Staats- theater zu tragen. Gleichzeitig mit der Ansrage wird ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion beraten, der gegen die Heranziehung der Stadt protestiert. Der Antrag, der dem Land- tag vorliege, stehe im Widerspruch zu dem Ergebnis der Berhand- lungen, die anläßlich der Errichtung der Städtischen Oper mit dem Staat gepflogen wurden. Stadtverordneter Genosse Meinberg be- tonte in der Begründung des sozialdemokratischen Antrages, daß es unmöglich sei, Berlin zu der Tragung des Defizits der Staatstheater heranzuziehen, wo die Stadt sonst in jeder Beziehung, besonders aber in steuerlicher Hinsicht von S-taat und R.e tch.v e rn a ch- lässigt wird. Berlin erhalte aus dem Aufkommen an Einkdm- mensteuer 28 Millionen weniger, als die Berliner Bürger oufbrin- gen. Bei der Kraftsahrzeugsteuer fehlen lg Millionen und bei der Hauszinssteuer bringt die Stadt Berlin 88 Millionen Mark mehr auf als sie wiederbekommt. So wird Berlin zugunsten anderer Gemeinden geschädigt. Man sollte meinen, daß es endlich an der Zeit wäre, diese Ungc- rechttgkeit zu beseitigen. Statt dessen aber beabsichtigt man jetzt Berlin neue Lasten auszuerlegen. Die staatlichen Bühnen in Berlin dienen der staatlichen, nicht der städtischen Repräsentation, deshalb solle auch der Staat ein etwaiges Defizit selbst tragen. Genosse Weinberg protestierte auf das schärfste gegen die neue beab- sichtigte Belastung der Stadt Berlin. Oberbürgermeister Bäh: Ich kann mich Wort für Wort den Vorrednern anschließen. Wir haben in Berlin nicht nur eine Städtische Oper, die der Stadt erhebliches Geld kostet, sondern die Stadt hat auch das Schiller-Theatcr in Charlottenburg dem Staat überlassen, damit er seine Schauspieler beschäftigen kann. Allein schon aus diesem Ilmwege wird die Stadt am Defizit der Staätstheatcr beteiligt. Der weg, den die Stadt zur Befriedigung ihres Zinonzbedarfs bisher gegangen ist. läßt sich nicht weiter verfolgen, weil es un- möglich ist, so zu wirtschaften, wie es bis jetzt der(fall war! (Lebhaftes Sehr richtig im Hause!) Nur durch äußerste Anspannung der Steuerkrost der Bürger war Berlin in der Lage, sich die Mittel für die Ausgaben zu verschaffen, die Staat und Reich der Stadt auferlegen. Derselbe Staat, der beim Finanzausgleich Berlin wiederum unberücksichtigt ließ, will jetzt Berlin neue Lasten auserlegen. Dagegen können wir nicht scharf und oft genug protestieren. Der deutschnationale Seelmann-Egge- brecht ritt eine'Attacke gegen die Staatsbühnen, die, wie er meint, bei erprejsionistischen Bühnenexperimenten dos Geld der Steuer- zahlcr verpulverten. Stadtverordneter Lange(Ztr.) erklärte die Zustimmung seiner Fraktion zu den vorgebrachten Protesten, o b- wohl seine eigenen Parteisreunde im Landtag den bewußten Antrag eingebracht haben. Wenn in der Verwaltung der Staatstheater sich Mängel zeigten, so soll der Staat selbst Ordnung halten, ober nicht die Stadt Berlin heran- ziehen. Der Volksparteilcr Caspari gab der Erwartung Ausdruck, daß die Parteien, die hier in der Stadtverordnetenversammlung so heftig protestiert haben, auch injjer Rcgierungskoolition die nötige Energie aufbringen möchten. Stadtverordneter Gäbel(Kam.) erklärte sich für den sozialdemokratischen Antrag. Die sozialdemo- kratische Landtagsfraktion werdtrfich, fo sagt er, allerdings wenig um den Protest der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion kümmern. Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion wurde einstimmig angenommen.— Mit der Erwerbung des Geschäftsanteiles des preußischen Staates an der Wohnungsfürsorgegefellschast Berlin in Höhe von 1«« M. und der bei dieser Gelegenheit vorgenommenen Rcorgoni» satton des Aufsichtsrates erklärte sich die Versammlung cinvcrstan- den.— Die Explosion des Gasbehälters in der Scllerftraße im Februar löste noch einmal eine Debatte aus, als drei A n- fragen der sozialdemokratischen, der demokratischen und der kommunistischen Fraktion beraten wurden. Die Sozial- demokraten fragten, was der Magistrat zu tun gedenkt, um die Bevölkerung und die Werksangehörigen vor ähnlichen Katastrophen z» schützen. Di« Demokraten wollten auch die Schadenersatzsroge geklärt'wissen. Den Bericht aus dem vorberatenden Ausschuß gab Stadtverordneter Glaser(Dnat.), der erklärte, ein abschließendes Sachverständigenurteil liege noch nicht vor, es werde auch wahr- scheinlich die Ursachen nicht einwandfrei feststellen können. Aller- dings hänge die Entfchädiqungspflicht der Stadt davon ab. Sollte die Einwirkung höherer Gewalt vorliegen, so habe der Ausschuß empfohlen, eine Entschädigung nach der Billigkeit vorzunehmen. Nach dem kommunistischen Redner, der das Unglück auf die Rationalisierung im Betriebe der Gaswerke zurückführte, erklärte Stadt- rat Genosse Schlichting, daß selbswerständlich nur das Urteil der Sachverständigen, nicht die Behauptungen einer Zeitung, wie der Vorredner es tat, maßgebend sein müsse. Entgegen den Behaup- tungen der Kommunisten müsse er feststellen, daß alle An- wohner, die zweifelsfrei eine Schädigung nach- weifen konnten, bereits entschädigt seien. Er. Schlichting, hätte einer Kommission der Anwohner nicht„knnnnu- nistische Mache" vorgeworsen, vielmehif hätte er sowohl wie der kommumstischc Stadttat Gabel einen Herrn Dr. Tinde, der sich als Mitglied der Kommission sehr renitent benahm, zur Ordnung rufen müssen.— Der Ausschußbeschluß wurde einmütig angenommen. Eine größere Anzahl Dorlagen wurden ohne Debatte verab- schiedet.— Für die Absetzung eines Arztes im Arbeits- haus Rummels bürg setzte sich die Stadtverordnete Fron Rosenthal(Komm.) ein. Stadtmedizinalrat Prof. Dr. v. Drigalski erklärte, daß der Arzt wohl immer nach sehr diensteifrig sei, infolge seines Alters aber inzwischen dienstunfähig und zur Disposition gc- stellt wurde. Der Antrag der Kommunisten wurde daraufhin ab- gelehnt.— Das Verbot des Lampclschen Schaustückes „Giftgas über Berlin" gab dem Stadtverordneten Schwenk(Komm.) bei der Begründung eines entsprechenden Antrages Anlaß, von einem Verbot im Iitteresie des imperialistischen Großkapitalismus zu sprechen. Panzerkreuzer, Maiopfer, Konkordat, Reichsvereinsgesetz— alles mußte herhalten . bei der Begründung. Verbunden mit dem Antrag ist ein Antrag der f o z i a.) d e m o k r a t i sch e n Frpktion, der vom Magistrat ver- langt, der Iviedercinsührung der Zensur oder als solcher zu be- Verkäufe iMPtit*. itolonlestraie». SRarlifcn, Zelte, Blumenkästen. Leiter- nmäen. Teilzahlung gestattet, itettner, Bernauerstrahe lZ.____ Zeih-It-», GelegenheitakSufe. und an. fcere Markcnkomeras, Prismengläser suottbillig. aus Versteigerungen stam. mend. Photo. Täuber, An der Span- oauer Brstcte 88.—. Smofinganzllge. B-nch. anzitge. Taillenmäntel. Paletat», stau. »end billig. Gelegenheitskäufe in neuer Scrrengardcrobe. Leihhau« Rofenthaler Tor, Linienstraße 203— 304, Eck» Raten. tbglerflraß?«ein, Lomdardwa»._ Rafenthalerstroße 48, l Trepp. Räh. Sackcfcher Markt. Wenig geiragene «avalieranziige. Paletot», Smokings. Gelegenheitskäufe neuer Garderoden. olle Weiten, fabelhaft billig. Ech-nd-f. ' Getragene Serrengarderobe. Sveziali. tat Bauchfiguren. fv-ttbillig. Naß. Gor- maiii,strgß-�25/36. frllbrr Mufackstraß«• "«stiert hocheieganfer Gesellschaft» Anzüge Leihhaus Lowicki. Prinzeu. straße 105. D-brancht- Röbel. Speife, immer Schlaf-. Gerrenzimmer,«llchen, Einzel. miibel. Po/stermöbel. B-rkauf nur an Private. Vtrtvgrtüvgssttfr, Ornnreil. straße 123. M-belkäuier merke ftredit und bar Möd-lbazar, groß, Auswahl, «eine Preise! Beifpiele- Schlafzimmer 455. Speisezimmer 345. Serrevzimmer 360. Spicgelfchränie 118. Anrichtekllchen 75.«leiderschränke 48, Solzbettftcllen 48. Chailelongue» 28. Metallbettftcllen 18. Auilegematratzen 13 Sonstige Möbel entsprechende Preise. Teilzahlung auffchlagim. Wochenraten. Monatsrate».«lerne Anzahlungen. Na-Rabatte bis zehn Prozent,«redite bis zwei Jahre. Mäßige Zinfen. Ren- iölln. Sermannplatz 7: Steglitz, Schloß. fttaße 107; Belle- Allzgnce. Straße Sö. Uiitergrund-Bahnhof.» wie neu, 20 M., Ehoilelonques, Pappelalle« 12.________ Pateutmaäratzen, Polstelauflage,,. 9,—, Pappe lalle« 12. Pankow, Schmidlstr. I. Pia»»» ohne Anzahlung, neu und ge- braucht, in großer Auswahl vcrkauit Serer, Brunnenstraße 191. 1 Trepre, Rosenthaler Platz. Langjährige Daran. ti«. kleinste Ratenzahlung._ Lintpiano». überaus preiswert. Piano. tadrik Link. Briinnenstrgße 35.- Grammophone, Schallplatte». Teil- zahlung ohne Ausschlag. Aberbach. Friedrichstraße 183 1. Vertreter gesucht. Gebrauchte Fahrräder, größte Aus. mahl. 15,—, 20.—, 25.—. 30.—. 35.—. Machnow, Seinmeifterftraße 14.____* Freilaufräder 35,—, Damenräder, Saldrenner, Rennmaschinen. Tandems. «raus, Graß« Frankfurtcrstraße 52. Teilzahlung, kulante Bedingungen. Fabrikpreise, nur Oualitätsräder. Fahr. radbau.Wima". Ackerstraße dreißig. Kaufgesuche Zahagebiffe. Platiiiabfällc, Lötzinn. Blei. Oueckstlber. Silberschmelze, Gold. schmelzerei Ebristionat,«öpenicker- straße 39 lSoltcstelle Abolbertstraße).- «riefmarken. Münzen tauft Groß. mann, Iobannisstraß« 4.' Unterricht AntofaHrfchnle Gerber. gründliche Ausbildung auf ganz modernen Fahr. zeugen. Eintritt sederzeit. Urban. fea&t 10 inofc SaStichi» T-r), Verschiedenes EmaMe-Bereinsabzeichen, hochiein poliert— vergoldet, dreifarbig. Stück. prris bei 12 Stück 1 Mark, 25 Stück 85 Pfennig. 50 Stück 70 Pfennig, 100 Stück 55 Pfennig. Musterpreislifte gratis. Bereinsabzeichen», Stempel- fabrik Petfch, Riederschöneweide,«öll- nischestraße 58.' Erkolungssutentt,«!»\ Gastwirtschaft Beutfeldt, Dabei in Mecklenburg, herrlich an Wald und Wasser gelegen, nimmt sofort Sommcr. gäste auf. Penston pro Tag 4250 Mark Vermietungen 2». 2u... Z,. 3>'..Zimmer.Reudauwoh. aungen in Sirschgarten. Rummelsburg. «arlshorst und Reinickendorf, �tillckzahl. barer Bauzufchuß 500 M. pro Zimmer Beziehbar Frühjahr 1929. Wohnrauin. Belle-Allianee-Str. 79. Bergmann 5331 Geschäftsräume Garagen und Unterstellräume frei. Gerber, Urbanstraße 19. /�rdeitsmarkt Stellengesuche S«izung»Helser, Waller, sucht Beschäs. tigung. Angebote unter C. 21 an Bor- wärts-Spedition Lausttzerpiatz 14—15. ZteUensngehote 50 Altpapier-Sortiererinnen per sofort gesucht. Vorstellung: Bareinscheck, Sohenlohebrllcke, Ecke Rudolfstraße.* Räherinnrn, perfekte, flotte Ar. beiterinnen für Singer�vchnellnäher. Maschinen au» der Tapisserie.. Wäsche. oder Schürzenbranche verlangt Sprinz, Sapp u. Co., Ritterstraße 72. In eine altrenommierte wird HutformeniUdiler in den 30er J ah ren«U T ef Ihaber nesudi t mit oder ohne Einlage; Eignung auch für die Reise Bedingung. Offerten mit ersUd. Empfehlungen unter S. T. 4J37 an AI«. Haasciutem 21 Vogler, Stuttgart. — Italienische Fabrik sucht tüchtigen technischen Meister S mit Praxis in der Schreibfederfabrikation, sowie einen in der Federnspaltung Spezialisierten Arbeiter. Sehr gute Bedingungen. Zuschriften mit Referenzen unt. M. D' 572 befördert Rudolf blosse .Uüano.Corso Vitt. Em. 30. ���■LOPPENBURO Spezial-Haus für Kleidung besserer Art B B R L I M C 1» «netraiKAoatrafti OUSS1 LOORP f zeichnender Maßnahmen entgegenzuwirken. Genossin Hiibner-Rledger bezeichnete in« Red« Schwenks und den Antrag der Kommunisten als Heuchelei, die sich gerade bei diesem Antrage deswegen im besonderen Lichte zeige, weil die ursprünglich als Rednerin für den Antrag bestimmte Kommunistin Frau Hoffmann-Groinnet aus der parfei ausgetreten ist. (Allseitiges Erstaunen, da Frau Hosfmann-Gwinner zu den e�- panierten Mitgliedern der kommunistischen Fraktion gehörte.) Die Angriffe gegen sozialdemokratische Minister und Polizeipräsidenten sind wir gewöhnt, sie lassen uns kalt. Die Kritik am Lampelsch'en Machwerk war allgemein so ablehnend, daß es ohne das Verbot viel schneller vergessen worden wäre. Wir lehnen eine Zensur ganz allgemein ab und bedauern die Verbote der letzten Zeit. Die Freiheit der Kunst muß oberstes Gesetz bleiben!(Sehr richtig! bei den Saz.).— Die Debatte und die Sitzung wurde vertagt. Die Abstimmung über den kommunistischen Antrag wegen des Ausbaues der Lehrlingsheime fand— nach der Debatte vor acht Tagen und den Erklärungen der Stadträtin Genossin W e y l— nur die Stimmen der Antragsteller. Aus den Bezirken. Sommerliche Versorgung der Zugend. 2. Bezirk- Tiergarten. Die Bezirksversammlung beschloß, wie!M Vorjahre wieder 200 Schulkinder in den Ferien ins Freibad Wannsee zu entsenden und bewilligte hierzu die Mittel. Ein Zusatzantrag unserer Fraktion, für diesen Ferienaufenthalt keine Kosten wieder einzuziehen, wurde gegen den Widerspruch der Deutschnationalen angenommen. Ferner wurde die Entsendung von 20 Knaben nach dem Ländjugendheim Hcidehaus beschlossen. Es folgten dann die Rundreiseanträqe der Kommunisten betr. Aushebung des Verbotes der„Roten Fahne" und des Roten Frontkämpserbundes, sowie betr. die Vorgänge in den ersten Maitagen und die Eni- lassung zweier Betriebsratsmitglieder der Verkehrs-A.'G. Wir gaben die Erklärung ab, daß wir es grundsätzlich ablehnen, Anträge zu diskutieren, die ein« Beschimpfung von Mitgliedern unserer Partei enthalten und beantragten Uebergang zur Tagesordnung. Gegen den Uebergang zur Tagesordnung stimmten mit den Kom- munisten die Deutschnationalen. Der Antrag wurde aber zum ersten Punkt trotzdem angenommen. In den folgenden Punkten stellten wir nun keine Anträge mehr. Es ergab sich, daß die Freundschaft der Deutschnationalen doch nicht so weit geht, für die sinnlosen An- träge der Kommunisten zu stimmen. Es sprach niemand außer den Kommunisten, und nachdem diese ihre öden Tiraden erledigt hatten, wurden ihre sämtlichen Anträge vom ganzen Hause abgelehnt. Schließlich beantwortete das Bezirksamt eine An- frage der Fraktion der Mstte betr. Verkauf des Eharlotten-Lyzeums und der Nachbarhäuser an ein Warenhaustonsortium. Die Häuser bleiben städtisches Eigentum, die Schüler des Eharlotten-Lyzeums werden in Schul«« der Umgebung untergebracht. Der Kampf um die Siraßenbäume. 2. Bezirk— Eharlottenburg. Die Bezirksversammlung vom 5. Juni erwartet« einen„großen Tag": Endkampf um die Geburtenberatungsstelle. Sturm»m den 1. Mai. Doch es kam, wie so oft, wieder einmal ganz anders. Statt Eheberatung und Weltrevolution eine große Debatte über die Bäume i n'd er K a n t st r a ß-g. . 7 Zunächst ein leiser Auftakt. Genosse Seifert stellte das Be-. zirksamt in Sachen der E l i s a b e t h st r aß e.'Es handelt sich um die Beseitigung der Vorgärten und Aenderung des Fluchtlimenplans. Wir verlangten, daß auch die Frage des Untergrundbahnausgangcs zum Bürgersteig zu endlich geregelt würde. Es gab eine Plänkelei hin und her. Inzwischen gingen Verhandlungen von Fraktion zu Fraktion in Sachen der E h e b e r a t u n g s st e ll e. Und nachdem man die Frage der einmaligen Ausgabe für 1930 in einen Ausschuß geschickt hatte, erstattete der demokratische Senatspräsident Dr. Zimmermann Bericht über den Ausschußkampf über Geburten- Che- und Sexualberatung. Herr Prof. Oettinger hatte eine besondere Geburtenbcratung und eine besondere Sexualberatung gewollt. Der Ausschuß hatte sich auf den Stand- punkt gestellt, das Problem weiterzu fassen, eine Ehcberatungs- stelle zu schaffen und eine ärztliche Jugendberatung. Die Eheberatung umfaßt auch die Frage der Geburtcnberatung, und diese nicht nur in negativem Sinne, sondern im eugenischen Sinne: sie geht aber auch auf die wirtschostlichc und juristische Seite des Problems ein. Gerade hier ist eine öffentliche unentgeltliche Hilfe dringend nötig. Die Frauen sollen von einer Aerztin betreut werden. In diesem Sinne hatte der Ausschuß enffchieden. Vergeblich hatte sich Herr Prof. Oettinger gegen diese Umwandlung seiner Vorlage gewehrt. Die Kulturreaktion war unterlegen. So stand alles zum Kampfe bereit, als der Bürgermeister beschwörend eingriff und um nochmalige Ausschußberatung bat, damit das Bezirksamt genau wisse, was die Versammlung wünsche So ging das Projelt noch einmal an den Ausschuß zurück.— Ein Antrag unserer Genossen, vom Genossen Katzen st ein warm vertreten, der Frage der Kinderspielplätze noch größere Auf- merksamkeit zu schenken, fand rasch« Annahme. Und nun nahte die Stunde weltrevolutionärer Empörung. Die kommunistischen Ru n dr eis ea n t räg e kamen heran. Uich schon war Uebergang zur Tagesordnung beschlossen, und kein Kommunist war in die Bresche gesprungen. Sie hatten wieder einmal die Weltrevolution verschlasen. Dann kämpfte man um die Bäume in der Kant- st r a ß e. Die Zentrale schafft hier vorausschauend die große Ausfall- ftraße und muß Bäume opfern. Wir oertreten den Standpunkt. daß im Interesse der Sicherheit des Publikums Opfer gebracht werden müssen, sei es auch durch Be- schneidung von Anlagen(Erweiterung des Fahrdamms am Lietzen- seepark), sei es durch Opfern von Bäumen. Den bürgerlichen Par- teien lag mehr an schönen Bäumen und idyllischen Spaziergängen im Weltstadtoerkehr. Und so protestierten sie mit Erfolg.— Eine Anfrag« der Kommunisten in Sachen der Häuser Hebbel- straße 18/19 und Fritschestraße 17 gab dem Stadtrat Gen. H o r l i tz erwünschte Gelegenheit, in vollem Gegensatz zu den Behauptungen der Kommunisten die wirkungsvolle Hilfe des Wohnungsamtes Charlottenburg nachzuweisen. Rur mit dessen Unterstützung ist es möglich geworden, die Mieten für die der öffentlichen Bewirtschaftung unterliegenden Wohnungen in Hebbelstr. 17 so herunterzudrücken, daß kein Sonderprofit des Vermieters entsteht und die übrigen Mieter rasch und. zweckentsprechend untergebracht werden. Welche Querulanten dabei aber ScASne�es ofGuxr datch Schwarz Schaumpon-Exfra Trocken-Schaümpon mit Haarglanz-Pulver die Haarwäsche oßneWdsser ihr Wesen treiben, zeigt der Fall, daß ein Mieter 19 verschiedene Wohnungen, die ihm vom Amt angeboten wurden, immer mit neuen nörgelnden Gründen abgewiesen hat. Di« KPD. aber fühlte sich berufen, Anwalt solcher reaktionärer Querulanten zu spielen. Verfaffungsfeiern der Schulen. 12. Bezirk- Steglitz. Gegenstand der Beratung: die einmaligen Ausgaben des Haus- haltungsplans für 1930. Er ist in Höh« von 22 930 000 M. aufgestellt und neuerdings um einige Posten noch vermehrt worden. Die Wünsche des Bezirks find groß, aber die Erfüllung wird auf sich warten lassen. Es gelangen ferner Vorlagen zur Annahme, die den Ausbau des Lyzeums der Auguste-Biktoria- Schule zu einem Oberlyzeum und die Einrichtung einer Frauenoberschule am Lyzeum in Steglitz mit Frauenschule in Lankwitz vorsehen. Letztere beide Schulen sind als technische Seminare gedacht, die zwar die Unioersitätsreife nicht oerleihen werden, aber doch die Vorbildung der technischen und Gewerbe- lehrerinnen vor Eintritt in die Fachausbildung übernehmen. Den hierzu geforderten Mitteln wurde zugestimmt. Man muß hierzu bemerken, daß es die Rechtsmehrheit im Bezirk längst nicht so eilig hatte, als vor«inigen Wochen der Beschluß gefaßt werden sollte, Aufbauklassen an die hiesigen Volksschulen anzugliedern. Zu einer recht interesianten Auseinandersetzung kam es bei einem Dringlich» teitsantrag der Deutschnaffonalen, dem die Deutsche Volkspartei ihr« Unterstützung gegeben hatte, nämlich beim Provinzialfchul» kollegium dahin vorstellig zu werden, daß die Per» fassungsfeiern der Schulen nur in den geschlosse» n e n Schulräumen abgehalten werden dürfen. Den Herr- schasien hatte es nicht gefallen, daß die Schüler mancher Schulen gsmeinsam mit den Lehrern die Versassungsfeier zu einer öffent- lichen und mit einer festlichen Weihe verbundenen Ehrung der Republik gestalteten. Verlegt man diese Feiern in die Sckmlen. so kann man den Mißbrauch, den man mit ihnen treibt, nach außen hin verlegen. Die Deutsche Volkspartei war klug ge- n u g, von diesen unmöglichen Antrag vorher z u r ü ck z ut r e t e n, der dann auch wegen seiner Aussichtslosigkeit von den Deutsch- nationalen zur ückae. zogen wurde. Der Bürgermeister wies daraus hin. daß Schulfeiern als Schulunterricht zu gelten haben, und die Schüler verpflichtet sind, daran.teilzunehmen. Oeuifchnationale Heuchelei. IS. Bezirk- Treptow. Nach Erledigung einer Reihe von Wahlen stimmte die letzte Bezirksversammlung der Anstellung von mehreren Beamten zu. Gemäß einem Ausschußvorschlage wird beschlossen, di« Rudower Straße in„Am Bruchtand", die Rudower Chaussee in„Ikaros- straße", die Schönfelder Chaussee in„Glienicker Landstraße", den Alten Schönefelder Weg in„Altglienicker Weg" und die Kaiser- W i l h e l m- S t r a ß e in„F r e s e n i u s st r a ß e" umzubenennen. Um der voraussichtlichen baulichen Entwicklung der Ortsteile Riedcrlchöneweidc und Adlershos Rechnung zu tragen, erscheint der Erwerb entsprechender Grundstücke für Schulbedürfniss« notwendig. Die Versammlung stimmt deshalb dem Ankauf von Schulgrundstücken, Platz und Straßenland aus sorstsiskalischem Gelände in vorgenannten Ortsteilen zu, desgleichen wird der Rück- Übereignung des zum Bau eines Rathauses erworbenen, für städtische Zwecke nicht mehr verwendbaren Grundstücks in Berlin- Adlershos an die ehemalige Besitzerin zugestimmt. Diese hat sich verpflichtet, in kürzester Zeit auf dem Gelände Wohnhäuser zu errichten. Zur Erhaltung vorhandener Anpflanzungen und zum Ausbau unfertiger Wegeanlagen am Licht- und Luftbad im Volks- park Wuhlheide wird aus Poroehaltsmitteln«in Betrag zur Ver- fügung gestellt. Gen. L ü d k e erwartet vom Magistrat, daß er end- der vos Die einst dem Untergang geweihte Wuhlheide ist heute zu einem schönen Volkspark geworden, wenn auch noch verschiedene Verbesserungen notwendig sind. Vom„Block der Mitte" wurde beantragt, den Kleingärtnern der Genossenschast Wendenheide zü gestatten Kleinhäuser zu errichten und auch sonst all« möglichen Vergünstigungen zu gewähren. Da dieser Antrag von erheblicher finanzieller Auswirkung sür die Stadt ist, beantragte der Gen. Becker die Ucberweisung an die Bau- deputation. Ein deutschnationoter Redner bemächtigte sich der Wünsche der Kleingärtner, um sie sür seine Wahlpropaganda zu ge- brauchen. So forderten die Deutschnationalen, den Magistrat zu er- suchen, daß der Bau von Wohnlauben mit Dauerwohnrecht überall gestattet werden soll. Gen. Strieder wies auf die o r t s g« s e tz- lichen Bestimmungen hin, die es nicht ermöglichten, den Wünschen der Kleinsiedler in ollen Punkten zu entsprechen. Besonders zerpflückte er die Begründung der Deutfchnaiionolen und wies darauf hin, daß gerade diese Fraktion in der Borkriegszeit in einem Sinne Kommunalpolitik getrieben hat, wie es nur Kreise machen konnten, die einzig und allein Housbesitzerinter- essen vertreten. Wenn dem Vorschlage der Dcutschnationalen ent- sprachen würde, dann würde zwar wild gesiedelt, aber die Wohnungsnot auf keinen Fall behoben werden. Wie wenig weitsichtige Kommunalpolitik von den Rechtskreisen in der Vorkriegszeit geleistet worden ist, ersieht man an der Anlegung der viel zu schmalen Straßen. Die Anregung des deutsch- nationalen Redners, sür das Gebiet der Kleingartengenossenschast Wendenheide schmale, mit unzureichenden Mitteln hergestellte »traßen zu bauen,.zeigt, daß sie vergessen hoben, daß Berlin eine Großstadt und kein kleines Prooinzdorf ist. Mit Stimmenmehrheit wurde schließlich unserem Antrage entsprochen. parteinachrichien fürGroß-Berlin Oie Abschnürung des Siraßenhandels. Die neue Verkehrsordnung enthält eine Reihe einschneidender Bestimmungen, die den Straßenhandel überaus hart betreffen. Der Reichsverband ambulanter Gewerbetreibender hat durch Verhandlungen oersucht, Erleichterungen dieser Bestimmungen herbeizuführen. Da diese Verhandlungen bisher ergebms- los waren, veranstalteten die Straßcnhändler am Montag abend in Haverlands Festsälen eine Proiestoersammlung, in der der Ber- bandsoorsitzende Lehmann referierte. Die Etratzenhändler van Berlin verlangen von den zuständigen Stellen, dem Polizeipräsidium Berlin, dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung, daß die Straßenordnung in dem ß 69 so geändert w-rd. daß hierdurch Sie Ausübung des Etraßenhandcls nicht zur Unmöglichkeit gemacht wird. Unverständlich erscheinen Verbote des Handels lvv Meter von den Schuleingängen sowie die Bemessung einer starren Abstandsgrenze von 19 Meter an allen Straßenecken, obwohl nach dem Wortlaut der Verordnung eine flüssige Grenze bis zu 10 Meter der Baufluchtlinie vorgesehen ist. Die Straßenhändler sind vollberechtigt? Bürger von Berlin: sie verpflichten sich, die Abgaben in gleicher Weise zu ent- richten wie der seßhafte Gewerbetreibende, verlangen aber mit den seßhaften Gewerbetreibenden gle'chartig behandelt zu werden. Auch durch die Regierungsvorlage zur Abänderung der Reichsgewcrbe- ordnung wird speziell der Äroßenhandel am meisten in seiner Ent- wicklungsfähigkeit gehemmt. Die Reich-gewerbeordnung ist in ihrer augenblicklichen Fassung bereits ein Ausnahmegesetz gegen den ambulanten Gewerbebetrieb. Durchdrungen von der Notvxnd-gk-it' einer straffen Organisation beauftragen die oersammelten Händler den Reichsverband mit der Durchführung aller geeignet erscheinen- den Maßnahmen zur Erringung einer wirklichen Gewerbesreiheit auch im Straßenhandel. Br dies« Rubrik sind > 68, Audeustraß« 3, rte an dos Bezirkssekretoriot Kos, 2 Treppen recht», zu richten. 10.»reis gebleut»« rs. Mittwoch, 10. Juni, 20 Uhr, im Lokal Lindenpart, "-■'- Par- Sreismiwiiederpersommluno. Berichterstattnuj,»am Maqdeburger teitag. Resereut: Richard Kille,«ortraa über den Arbeitersport. ll. lieei, Schöneberg. Heute, greito». 1«. Znui, 20 Ahr, ilrcismitaliedcr. Versammlung in der Schnlanla, Fenrigsiraße, neben der äeuerwachc. ve- richterstattung vom Magdeburger Parteitag. Reserent: Searg Sendt. Türloutrvlle! 70. Abteilung. 13. greis Tempelhos. tzreitag. 14. Juni, W/s Ubr, Sitzung der geitungs- tommislum fiel Niendorf, Mariendorf. Ebausseestr. IS. 16. itrei» ltSpenick. liommunalrr liursus. Nächst- Besichtigung Dienstag. 18. Juni. Ss werden besichtigt: Lolksbad und Jugendheim in Lichten» b-rg. Treffpunkt 18 llbr vor dem Bolksbod Lichtenberg. Hubertusstraf)-. 19. grei« Pankow. Mittwoch. 19. Zuni. 10 Uhr, in Lindu-rs 5t»n,c>thau-. Breite Str. 32, ltreismitgliederverfammlnug. Vortrag!»Das Jionlortaf. Referent: Dr. gnet LSwenstein, M. d. R. heule. Freitag. 14. Zum: 90. Abt. Pritz.Bnckow. Die Lommunalpolitische Vortragsreihe wird im Sep- t-mber dieses Jahres fortgesetzt. Morgen. Sonnabend. 15. Zum: 75. Abt.«anusee. 20 Uhr im Lokal Reichsadler,»önigstratzc. Mitglieder-«,. sammluug. Vortrag:.Iugendsraq-u". Referent: Vruno Lösch«. 130-. Abt. Freie Schalle. 20 Uhr im Schallenkruq. Mitgliederversammlung. »artrag:.Reine Erlebnisse in Sowjetruhland". Referent: Eugen Kaasc. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Petershagen. ZV Uhr im Lokal„Zum alten Dcssauer", obere- Saal. Monats. Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Landgerichtsdirektors Genossen Ernst Rubin über„Das Gerichtsverfassungsqesrtz und die Aufgabe» der Schöffen und Geschworenen". Aussprache. Gäste willkommen. Zungsozialisten. Prupp« Schäueberg. Leute, Freitag, fällt der Gruppenabend aus wegen ber Kreismitgliederversammlung der Partei. Schulaula. Feurigstraße, neben der Feuerwache. Sonntag. lO. Juni. Fahrt und Zusammenkunft bei der Senvssin Silbe Mllll-r in Erkner, Sämnonenring 7. Treffpunkt Uhr Dahnhoi Schöneberg. Gruppe Südeu. Leute. Freitag. ZV Uhr. im Jugendheim Porckstr. ll, Diskussion über den Parteitag. Sonntag. 16. Juni, Fahrt nach Königs- Wusterhausen. Seidesee. Tresspunkt nach Besprechung auf dem Gruppenabend. Achtung! Ab Juli finden die Gruppenabende Donnerstag, statt. Arbeilsgemeinschast der hinderfreunde Groß-Verlin. Grvtz.Berlia. Achtung! Leute. ZV Uhr, Kreisleitersitzung. Jeder«reis muß vertreten sein. Die Nreisleiter sollen von der Arbeit in den Kreisen berichten. �____... Act!« Ritte. Wir fahren Sonnabend ins Flußbad- Llchtenberg. Treuen der Gruppen Ernst Toller. Arkonaplatz und Pappelplatz um 14'.. Uhr am Leim Zehdenicker Straße: der Gruppen Karl Liebknecht und Engelufer um l.> Udr am Andreasplatz. 2Z»f.. Badehosen und Stullen mitbringen. Besonders alle Ieltlagertcilnehmer mitkommen, da wir Wichtiges zu besprechen haben. Geburtslage. Zubiläen usw. 0. Abt. Unser Genass«. ber Sastwirt Rudols Snsenbach, Perleberge» Straß« 64. geHirt heute 25 Zahr« de« Partei an. Wir gratulieren ihm her,- lichst, und wünschen ihn»ach recht lang« al, Mitarbeiter in unseren Reihen ZY�Abt. Unserem lieben Frennb«. dem Tischler Ma, Walt«-. beglichst« Glückwünsche zum 60. Geburtstage.— Dem Genossen Friedrich Winlelmrner zum 25iährigen Pavteilubsläu« herzliidsten Glückwunsch. Wie hasse», beide Genaffeu»och recht lang« in uusercr Mitte zu finde». Sterbetafel der Groß-Berliner Partei- Organisation s 00. Abt. Renl-ll». Unser Genosse Fritz Merten ist verstorben. Ehr« seinem Andenken. Einäscherung heute. Freitag, 14. Juni, lZ Uhr. im Krematorium Baumschulenweg. V SozialifiischeArbetterjugendGr.-Verlin IEtnsendm »etlta 1 für diese Ztvbrst nur an da« Zugendselrrtoriat I, Ondenstraß«» Abteilungsleiter,.sorgt.dafür, daß eure Fahnen vom Sekretariat abgeholt werben Rechnet, soweit noch nicht geschehen, di« Karten, vom Mai-Iugindtag ab. AZireSinung der Beiträge und Ausgabe des Juni„Zugslid Borau" und. .Arbeiterjugend heut« Hwifchen 17 und 19 Uhr. heute. Areilag. 14. Zuni. 1SX Uhr: Kansa: Heim Bochumer Str. 8b. Tagespalitische Fragen.— Moabit I: Schple Baldenser Str. 20. Tagespolitischc Fragen.— Moabit ll: Heim Lehrter Str. 19. Bortrag:»Bursche und Mädel in der Gemeinschaft".— Arn». watder Platz: Heim Rastrndurger Ecke Wehlauer Straße. Bortrag:„Reuzill. licher Wohnungsbau".— Falkplatz I: Funktioiiärsitzung beim Genossen Strauß. Tresckowftr. 44.— Falkplatz ll: Schule Sonnenburgcr Str. 20. Politisch. —.---■ �. c..: 1, T-.: 7 x»,..7:4» C OioMrnft' satirischer Abend.— Koheuschövhaute»: Leim Freienwalbcr Str. 0. Bottrag: »Ansteckende Krankheiten und ihre Verhütung".— Nordost: Heim Danjiger Straße 62. Bartrag:„Aus der Geschichte Wiens."—«eißense«: Leim Park. straße 30. Bortrog:»Russische Seqenwartsdichtung".— Wörthcr Platz: Schule Kastonienallcc 82. Bortrag:.LLcltliche Schule".—»ndreaspla»: Seim Brommnstr. l.. Vortrag:»Geschichte der SAZ."— Strolancr Viertel: Leim Goßlerstr. 61. Vortrag:»Die Aufgaben der Schutzpolizei im Volksstaat".— «arfchaner Viertel R..F.: Heim Litauer Str. 18. Vortrag:.Wir und dir KI."— Südwest: Heim Borckstr. 11 tEssenausgabel. Vortrag:»Marc und Engel», ihr Wirten für die internationale Arbeitersäiaft".— Schänederg 1: Heim Haupt str. 15. Heiterer Abend.— Schvncberg IV R.-F.: Heim Haupt. straße 15. Lichtbilder:„Das rate Wien".— Eharlattenburg: Heim Rosinen. straße 4. Vortrag:„Sport".— Mariendars: Alte Schule, Dorfstr. 7. Vor, trag:.Freikärperlultur".— Neukölln IV: Heim Treptower Str. 95. Tages- voluik.— Britz ll: Wichtige Mitgliederversammlung. Heim Ehausscest« 48.—' Vavmlchvlenwcq: Heim Ernstsir. 10. Bortrag:„Sexuelle Fragen". II. T.— Zodannisthal: Rathaus. Bortrag:»Der Wert des Manderns'.— Rieder- schiineweid«: Schule Berliner Str. 31. Vortrag:»Moderne Eheproblcwe. Kamerodschaktsche".— Treptow: Heim Elsenstr. 3. Lichtbilder:.Da» alte und da» neue Wien".— Lichtenberg-Rord: Treffpunkt zur Werbebezirkoveran- staltung um lOlj Uhr in der Schulaula Parkaue.- Borsigwalde: Schul« Eonradftraße, Borirog:»Pflichten und Recht« der Betriebsräte". Werbebezirk Mitte: Bortragssaal der Bolksbückerci. Brunnenstr. 181. Vor. trag:»Der Magdeburger Parteitag". Sanutag. 16. hiuni. Dampferfahrt nach Wernsdors. Abfahrt T-i Uhr M'.chaelkirchbrilcke. Erwachsene 2 M., Kinder 1 M. Di« Parteigenossinnen und»genossen de, 1. Kreises sind hierzu eingeladen. «crbebazirl Renkölln: Funktionärfchulungsadend im Seim Kanner Straße, großer Saal. All« Funktionäre und Interessierten Mitglieder nrhmen daran teil. Werbebezirk Lichtenbcra: Aula des Reform-Realgomnasium, Park.(H aue.„Rate Jugend." Musik. Fahnencinmarfch, Svrechchor, Spiel, PI Film. Beginn ISlh Uhr. Unkosten ZV Pfennig. Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". KefchSktsNelle: Berlin s 14. Sebaitianstr. 37««. Ho' 2 Zr Achtung, Spielleute! Sonnabend. 15. Funi, lSV, Uhr, Antreten sämtlicher Spielleute aus dem Spielplatz A.(gegenüber Ratbans Treptow. Leitung: Bundesstabillbrer Hedicke, Magdeburg. Enddalteftrle der Autobuslinie 13 und Straßenbahn 93. Ferner Straßenbahn 87. 91, 187 bis Rathaus Treptow.— Sannabeud,>5. Zuni. Köniaswusterbansca. Feier de» Sjährigen Beslehen». 19Zß Uhr vom Bahnhof ans Umzug durch den Ort. Eintritt 50 Pf. Kameraden 30 Pf.— Sonntag. t6. Zuni. Keeuzberg. 7,05 Uhr Gärlitzer Bahnhof. Spreewoldlahrt. Sonntagsrückfahrkarte 4.80 M. SanUZter Keei» Westen. Antreten 7.45 Uhr Bahnhof Seersiraße.— Lichtenberg. Kam. Traveplatz. Freitag, 14. llunt, 20 Uhr, wichtigr Sitzung bei Srirke, Sckarn» weder- Ecke Kronprinzensiraße.— Rarkow. Freitag, 14. Juni. 20 Uhr. Boll- Versammlung im Türkischen Feit, Breite Straße. Lrbeltee-Abstinentenbnad. Gruppe Friebrichshaln. Es ist uns gelungen.>llr unseren Bezirk ein Seim zu mieten. Di- Fu�ammenkünste finden setzt Frei. tag» von 20—22 Uhr in der weltlichen Schule Diestelmeyerstraße statt. Nächste Veranstaltung heute. Freilog, 14. Juni. Wellerbe rlchl der ästen tischen wctlerdicnstsleve Berlin und Umgegend 'Nachdr. derb) Noch vortnieaend wolkig, nur vorübergebcnd nusheilenideS Wetter ohne wesenlliche Niederschläge.— Ziir Deutschland: Im Nordosten Nblühlung unter gewtllerarligcn Regenlällen, im übrigen Reiche nur noch ssrichlvesie Niederschläge, noch ziemlich warm. üdergidt man nur dem Nachweis oe* Deutschen Musiterverdande». Berlin. Kom- mandantrnftr 03.04 Dönhoff 3277—78 Geschäftszeit 9-5, Sonntag» 10— j Udr. Nr. 273» 46. Jahrgang 2» S �rcifog, 14. 3util 1929 Abgewiesene Schadenersahklage. Empfindliche Schlappe der Texiilbarone. Leipzig. 12. Juni. Nachdem die deutschen Tcxtilnnternchmer sich einen Kampf- send? zugelegt und ihre Scharsmacherei auf olle Unternehmerver- Hände der Textilindustrie ausgedehnt hatten, suchten sie nicht nur durch Drohungen mit Massenaussperrungen und Verwirklichung dieser Drohungen die Lebenshaltung des Textilarbeiterproletariats noch tiefer herabzudriicken, sondern gleichzeitig auf dem Wege einst- w eiliger Verfügungen und durch Drohungen mit Schaden- ersatzklagen die Textilarbeiter zu verhindern, sich gegen die Ausbeutung durch ihre cherren zur Wehr zu setzen. Die folgende Entscheidung des Reichsgerichts bedeutet einen bemer- kenswerten Abschnitt aus diesem Kamps«. Am 11. April 1S27 war zwischen dem Textilarbeiter-Verband, Filiale Brandenburg a. d. H. und drei Firmen in Brandenburg, darunter die Deutsche Icin-Zule-Garnspinnerei AG. in Brandenburg«in Vertrag abgeschlossen worden. Schon im Mai 1927 wollte die Jutespinnerei Mehrarbeit in An- spruch nehmen, erhielt ober nicht die nach dem Vergleich erforderliche Zustimmung der Betriebsvertretung oder der beteiligten Organi- sationen. Es trat«ine Schiedskommission zusammen und diese fällte am 31. Mai 1927 ein Urteil, daß die Arbeitszeit vom 1. Juni 1927 an für die Jutelpinnerei AG. auf 5 4 Stunden zu erhöhen sei. Am 1. Juni 1927 legten 274 Arbeitnehmer der Klägerin die Arbeit eine Stunde vor Ablauf der nach dem Urteil vom 31. Mai 1 927 festgesetzten Arbeitszeit nieder und weigerten sich, Mehr- arbeit zu leisten. Die Jutespinnerei AG. erließ am nächsten Tage eine Bekanntmachung, in der sie bei erneuter Verweigerung der Mehrarbeit den Arbeitnehmern fristlose Entlassung an- droht«. Am 2. Juni 1927 verweigerten die Arbeitnehmer erneut die Mehrarbeit. Die Jutespinnerei AG. entließ hierauf die Arbeiter. Vor dem Ausbruch des Arbeitsstreites hat die Klägerin dem Textilarbeiter- Verband keine Mitteilung gemacht. Ii« Klägerin ist der Ansicht, daß die Beklagten(Textilarbeiter-Verband und Gauleitung des Verban- des) die durch den Vertrag vom 11. April 1927 tarifgebunden seien, durch ihr Verholten gegen die ihnen obliegende Friedenspflicht ver- stoßen hätten. Sie hätten die Arbeitsverweigerung der Arbeitnehmer nicht nur stillschweigend geduldet, sondern auch durch(Zeitungs- artikeln und Zahlung von Unterstützung) unterstützt. Es sei ihr durch die Arbeitsverweigerung und-niederlegung ein Schaden von 31 000 Mark entstanden. Die Klägerin verlangt, daß der Deutsche Textil- arbeiter-Derband und seine Gauleitung für den entstandenen Schaden zu hasten hat. Das Arbeitsgericht in Brandenburg hat dieKlage abgewiesen. Die gegen dieses Urteil von der Klägerin eingelegte Berufung wurde vom Landesarbcitsgericht Berlin verworfen. Es handelt sich bei dem am 11. April 1927 vor dem Schlichter abgeschlossenen Vergleich um einen selbständigen Tarifvoxtrag im Sinne des Z 1 der Verordnung vom 23. Dezember 1918, der die in der Natur und dem innersten Wesen eines Tarifvertrages begründete Friedenspflicht den Vertragsparteien auferlegt. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß von den Beklagten durch die Ablehnung der Mehrarbeit die Friedenspflicht nicht ver- letzt sei. Sic konnte deshalb für den entstandenen Schaden der durch Arbeitsverweigerung der Klägerin entstanden ist, nicht verantwortlich gemacht werden. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision der Klägerin und des Verbandes der Texstlindustriellen. Der Unternehmersyndikus Dr. Meissinger, Berlin, versuchte nachzuweisen, daß nur allein der Textilarbeiter- Verband für den Schaden, den die Klägerin durch die Arbeitsoer- Weigerung erlitten hat, verantwortlich ist. Denn die Ortsverwaltung habe Zeitungsartikel, die zum Kampf anfeuerten, veröffentlicht. Auch habe der Verband die Arbeitnehmer während des Ausstandes unter. stützt!! Rechtsanwalt Genosse Dr. Weinberg, Berlin, verlangt die Zurückweisung der Revision und die Abweisung der völlig unbegründeten Klage der Unternehmer, die nur eine Machtprobe sei. Der Verband habe die Arbeiter während des Ausstandes unterstützt, da sie sonst hätten verhungern müssen, weil sie von keiner Seite Zuwendungen erhalten hätten. Es sei das gute Recht der Gewerkschaften, daß sie ihre Mitglieder bei Ausständen und anderen wirtschaftlichen Kämpfen unterstützte. Aus diesem Vorgehen des Tcxtilarbeiter-Delbandes einen Tarisbruch herzuleiten, sei irrig und eine vollständig« Verkcnnung der Bestrebungen der Gewerkschaften. Bereits vier Instanzen hätten zugunsten des Textilarbeiter-Verbandes entschieden und das Reichsarbeitsgericht könne sich den Entscheidungen der Vor-- instonzen nur anschließen. Nach mehrstündiger Verhandlung verkündete das Reichsarbeits- gericht folgende Entscheidung: „Die Revision der Klägerin wird als unbegründet zurück- gewiesen. Der Klägerin werden die nicht unerheblichen Kosleu des Rechtsstreits auserlegt." Die Schaden'ersatzansprüch« der Klägerin seien unbegründet, da die Beklagte weder direkt noch indirekt die Friedenspflicht ver- letzt habe. Sie spalten weiter! Nach den Rohrlegern die Sisendreher. Nachdem der KPD. der Versuch vorbeigelungen ist, die Berliner Rohrlegerbranche vom Deutschen Metallarbeiterverband geschlossen in eine„revolutionäre" Gegenorganisation überzuführen, soll das Experi- ment nunmehr an der Branche der Eisend reher und R u n ds ch l e i f e r wieverholt werden. Dem von Niedcrkirchner ausgemachten eigenen Läden muß Kundschaft zugeführt werden. Deshalb hat die kommunistische Branchen- leitung der Dreher den Parteibefehl erhalten, mit der Ortsverwaltung einen Konflikt heraufzubeschwören, damit bei den Mitgliedern der Branche die nötige Stimmung geschossen wird, in die Nidberkirchner- Front einzuschwenken. Die Branchenleitung der Dreher hat den Be- fehl ausgeführt und zu heute, Freitag, abend nach den„Sophien- Sälen" eine Branchenversammlung einberufen, um, wie es in einem von ihr herausgegebenen Flugblatt heißt,„zu dem provokatorischen Vorgehen der Ortsverwaltung und ihren Spaltungsnmßnahmen Stellung zu nehmen". Als Referenten Hot die Branchenleitung den aus dem Verbände ausgeschlossenen früheren Branchenleiter der Rohrleger, den sowjet- nussischen Angestellten Niederkirchner bestellt. Die.Branchen- kommission der Dreher ist sich von vornherein darüber klar gewesen, daß sie mit einem solchen Vorgehen einen offenen Konflikt mit der Ortsverwaltung heraufbeschwört. Denn daß es sich keine Organisation gefallen läßt, daß ein von ihr wegen Verbands- schädigenden Verhaltens ausgeschiossenes Mitglied in einer Mitglieder- Versammlung als Redner gegen sie auftreten soll, dürfte jedem klar sein, der nur einige Wochen Verbandsmitglied ist. Die Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes hat so- fort, als sie von dem Vorgehen der Branchenleitung Kenntnis erhielt, an alle Branchenkommiffionsmitglieder ein Schrei- b-n gerichtet mit der Aussorderung, sich umgehend dahin zu erklären, ob sie mit dieser Handlung einverstanden sind oder ob sie dagegen schärfsten Protest erheben und Maßnahmen ergreisen wollen, diese wild einberufene Versammlung zu verhindern. Das haben die Mitglieder der Branchenkommiffion abgelehnt: sie mußten es ablehnen, weil ihnen als Kommunisten der Befehl der KPD. höher steht als die Wahrnehmung der Interessen der Dreher. Die„revolutionären" Mitglieder der Branchmkommifsion der Berliner Essendreher und Rundfchleiser wollen asso einen weiteren Teil der Berliner Metallarbeiter auf einen Weg bringen, ds� zur gewerkschaftlichen Ohnmacht führt. Das Gerede von Klassenkampf und Einheitsfront dient den Moskauanbetern nur als Maskierung ihres verbrecherischen Vorgehens. Die heutige Branchenoerfammlung soll der Auftakt sein für die Loslösung der Branche von der Mutterorganifation, dem Deutschen Metallarbciterverband' Zeder Eisendreher und Rundschleiser. der seine in der Organisation erworbenen Rechte nicht leichtfertig preisgeben will durch Beteiligung an dem verbandsschädigenden Treiben der ZNoskauer, jeder Dreher und Rundfchleiser. der wirklich klassenbewußt ist, geht heule abend nicht zur Versammlung in die„Sophien- Säle", in der der Ansang zur Zerschlagung der Dreherbranche gemacht werden soll. Lohnerfolg auf dem Berliner Schlachthof. Der Tarifkampf der Darmorbeiter aus dem Berliner Schlachthof ist beendet. Am 11. Juni wurde die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem der Tarifvertrag von den Unternehmern anerkannt worden war. Der L o h n für erwachsene Arbeiter ist auf 62 bzw. 6SMark pro Woche festgelegt. Die Arbeitszeit beträgt täglich acht Stunden. Urlaub und soziale Vergünstigungen sind tariflich geregelt. Streikbrecher haben sich nicht gefunden. Alle Streikenden sind wieder eingestellt worden. Der Kampf endete also mit einem vollen Erfolg der Arbeiter. Internationale Arbeitskonferenz. Die alte gegen die neue Zeit. Genf, 13. Juni.(Eigenbericht.) Auf der Arbeitskonferenz wandte sich der englische Ar- beitgebervertretcr am Donnerstag scharf gegen die Ratifika- tionsabjichten der neuen englischen Regierung. Der Vertreter der schwedischen Regierung verteidigte die Sonderberatungen der nordischen Staaten über sozialpolitische Fragen, die Thomas in seinem Bericht bemängelt hatte. Der spa» nische Arbeitervertreter wandte sich gegen die bedingte Ratifikation, die nur dazu führe, daß ein Abkommen nicht in Kraft träte. Sehr scharf griff der Sekretär der bulgarischen Gewerkschaften, Dan off, die bulgarische Regierung an. Danoff, der deutsch sprach, teilte mit, daß die soziale Gesetzgebung Bulgariens zum großen Teil nur auf de m Papier stünde. Die wirklichen Nöte der bulgarischen Arbeiter- schaft kämen eben erst wieder in dem Kampf der 25 999 Ta- bakarbeiter zum Ausdruck. Die Koalitionssreiheit werde immer noch durch polizeiliche Maßnahmen eingeschränkt. Danoff forderte den anwesenden bulgarischen Arbeitsminister auf, eine Vermittlungs- aktion der Regierung im Tabakkonflikt anzubahnen. Er wandte sich schließlich gegen die Reparationslasten seines Landes, die dazu bei- trügen, die Lebensbedingungen der bulgarischen Zlrbeiter herabzu- drücken. „Klaffenbewußte"Krastdroschkenfahrer. Die„eigene Kampfleitung" macht schlapp. Hamburg, 13. Juni.(Eigenbericht.) Im Streik der Kraftdroschkcnfahrcr ist die Bil- dung eigener Kampfleitungen von der kommunistischen„Hamburger Volkszeitung" gefordert worden mit der Begründung, daß die reformistischen Gewerkschaften bereit seien, bei den Verhandlungen mit den Unternchmerorganisationen einen faulen Vergleich zu schließen. Am Donnerstag morgen konnte das bürgerlich«„Hamburger Fremdenblatt" unter der Ueberschrift:„Die freigewerkjchaftlich nicht Organisierten brechen den Streik ab" melden, daß sich„ein Aktionsausschuß, der nicht im Deutschen Ver- kchrsbund organisierten Kraftfahrer gebildet Hot, der eine Ver- sammlung einberief, worin einmütig zum Ausdruck kam, daß man sich nicht dem Terror der Gewerkschaften beugen, sondern die Ar- beit am Donnerstag wieder ausnehmen sollte.— Die unorganisierten Kraftdroschkenfahrer, die dauernd von der kommunistischen Presse und auch von den Arbeitgebern umschmeichelt wurden, haben sich„selbständig" gemacht. Sie haben aber das getan, was die Bolschewisten— hoffentlich nicht wollten: nämlich den Streik„abgewürgt". Sie haben damit zu erkennen gegeben, daß trotz allen Liebeswerbens der Kommunisten der Unternehmereinfluß bei den Unorganisierten doch noch größer ist. Wenn etwas den wahren Sinn der kommunistischen Mechoden kennzeichnen kann, dann dieser Beschluß der Unorganisierten.. Sie fallen aus kommunistisches Geheiß den Organisierten in den Rücken. Verhandlungen im niederschlesischen Meiallkonflikt. Breslau, 13. Juni. Di« Lohnverhandlungen in der niederschlesischen Metallindustrie werden am 18. Juni vor dem Schlichter wieder ausgenommen werden. Falls es wiederum zu keiner Einigung kommt, ist die Bil- dung einer Schlichterkammer in Aussicht genommen, deren Spruch maßgebend sein soll. �_ «ttiont» b»t Maler. Stufe, 1914 Uhr. im Berliner GewerkCchosishau«. Engeluker 24—25, Saal 4, Mifgliederuersammlun«. Tagesordnuiift! 1. Der Ab. schlug des Lohnverfraqes, Sfellungnahme ,um Leistun-isfaris.-Hefercnt; SloD. Otto Schiemann. 2. Aussprache. 8. verschiedenes. Berbandsbuch legitimiert. Ohne Berbandsbuch kein Zutrift. Jedem Kollegen wird es ,ur Pflicht gemacht, in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung, an dieser Versammlung teil- zunehmen._ »Krele Gewerkschasts-Jugend Groß-Berlin Heute, IZreitag. 19Vi Uhr, tagen die Truppen: Zeppelinplal»! Jugend. heim des Bezirksamts Wedding, Turiner Ecke Eeestrahe. Vortrag: „Theorie der Körperschulung".— Shariottenburg: Kruppenheim, Jugend- Heim, Epreestr. Z0. Lustiger Abend.— Rordring: Jugendheim. Schule Son. nenburger Str. 20. Diskussionsabent:»Die Ausgestaltung unseres Sommer- testes und Wanderungen".— Hermannplah: Kruppenheim, Jugendheim. San- derstr. Il, Ecke Hobrechtstrahe, Bortrag:„Warum Arbeiterunternehme»?"— Süden, Düdwesten: Jugendheim Porckstr. 11. Lichtbildervortrag:»Berlin als Lieferant von Gas, Walser und Elektrizitiit".— Treptow: Jugendheim Wilden- druchstr. 53—54. Brettspielabend.— Wedding: Stadt. Jugendheim Orthstr. 10. Löns-Abend im Volkspark Rehberge.— Weihentee: Wir spielen ab 18 Uhr im Stadion am Faulen See in Weihensee.— Südosten: Wir spielen auf dem Sportplah am Urban.— Ostfrtts; Wir baden im Fluhbad Klingenberg. Zuaendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Wutl Heute. Freitag, finden folgende Beranstaltungen stall: Pankow-Rleder. Ichönha nseu: Jugendheim Kdrschstr. 14 lgrohes Zimmer). Abendspazier. gang— Oberspree: Jugendheim Laufener Str. 2. Epielabend im Freien.— Köpenick: Jugendheim Grünauer Sir. 5.„Fri�Reirier.Abend". Referent: Arthur Rachow.— Südwest: Jugendheim Belle-Allianec-Str. 7—10. Wir de. sprechen und lesen die«riegsbücher.—«entöUn»nd Urb«»: Ab 20 Uhr Spielen auf der Spielwiese im Neuköllner Bolkspark. ZIGARILLOS Qual'dä tsengeu g n isse Von Ae/ttfoit/'acyeno/em* � and* Sl billiges lKa.uch.cn/ LOESER&.WOLF Festgefahrene Kartellpolitik. Außenseiter gegen Waggonkartell.- Oer Vorstoß der Kommunen. Der in der deutschen Wcrggonindustrie schon lange vorhandene Sprengstoff ist jetzt an zwei Stellen zugleich explodiert. Zunächst hat die Gründung eines allgemeinen Waggonkartells neben dem schon bestehenden Kartell für Reichsbahnlieferungen (Wagenbauvereinigung) gleich in seinen Anfängen Schiffbruch erlitten. Zum Verständnis der neuen Kartellbestrebungen ist ein kurzer chinweis auf die Kunden der Waggonindustrie notwendig. Der deutsche Waggonbau schöpft seine Aufträge aus drei Quellen. Reben der Reichsbahn als Hauptkunden sind die deutschen Kam» m u n e n bzw. die öffentlichen Verkehrsunternehmungen in den Städten als Auftraggeber für Strahenbahn-, Hoch- und Unter- grundbahnwagen mehr und mehr in den Vordergrund getreten. Hierzu kommen noch die deutschen Privat- und Kleinbahnen. Der dritte Auftraggeber ist das Ausland, dessen staatliche und private Bestellungen aber von der internationalen Konkurrenz heitz � umkämpft sind. Während die Deutsche Reichsbahn schon im Jahre ! 1926 die Sarkellierung des Reichsbahn-Waggongefchästes , durchsetzte und bei der Gründung der Deutschen Wagen bau- i Vereinigung maßgebend beteiligt war, blieben da« Straßen- bahn-, Hochbahn- und Kieinbahngeschäft sowie die Gewinnung der ausländischen Aufträge dem freien Wettbewerb überlassen. Mit der kürzlich erfolgten Gründung eines neuen Waggonkartells, . der„D e u w i'(Deutsche Waggonindustri«), sollte aber das g e- � famte freie Geschäft gleichfall» kartelliert und . durch Quoten auf die einzelnen Werke verteilt werden. Die deutschen Kommunen bzw. ihre Verkehrsunternehmungen haben der Kartellierung des Strahenbahn- und Hochbahngefchäftes stets mit Mißtrauen gegenübergestanden. Sie fürchteten mit i Recht, bei Ausschalten des freien Wettbewerbes«ine Preis- � d i k ta t u r des Kartells und auch einen lähmenden Einfluß ! auf die Qualitätsverbesserung. Dieses Mißtrauen wurde noch durch � grundlegende Konstruktionsfehler bei der Gründung I der Deuwi verstärkt. Schon bei der Tätigkeit der Deutschen Wagen- i bauvereinigung hat sich die große Zahl der Kartellmitglieder als j äußerst hinderlich für die Rationalisierung der Werke erwiesen. I Während die drei stärksten Mitglieder, der Ostdeutsche Waggon- Trust(Linke-Hofmann-Busch A.-G. in Breslau), der Westdeutsch« Waggon-Trust in Düsseldorf sowie die Görlitzer Waggon-Fabrik A.-G., zusammen fast 49 Prozent der gesamten Quoten auf sich vereinigten, zersplitterten sich die übrigen 69 Prozent der Quoien auf fast 39 weitere Mitgliedswerke. Unter diesen Umständen konnte natürlich von einer durchgreifenden Rationalisierung, fa wie sie van der Reichsbahn beabsichtigt war, nicht die Rede sein. Ob die Reichsbahn im übrigen ihre Kontrollgewalt in der Preisfrage, die sie zum Ausschalten zu teurer Werke berechtigte, entsprechend aus- genutzt hat, losten wir dahingestellt fein. Jedenfalls ist der Oeffent- lichkeit kein einziger Fall von einem Durchgreifen der Reichsbahn in der Wagenbau-Dcreinigung bekannt geworden. Trotz der ungesunden Uebersetzung im Waggonbau scheint die Industrie aus ihren bisherigen Erfahrungen noch nichts gelernt zu haben. Andernfalls ist es imbegreiflich, daß die Mitgliederzohl bei der Gründung det� neuen Kartells der Deuwi nicht etwa ver- ringert, sondern im Gegenteil noch erhöht wurde, s» daß die Zahl der Mitgliedswerke etwa 35 Werke umfasten soll. Zu welcher fast grotesken Zersplitterung diese Kartellpolitik führt, wird daraus ersichtlich, daß die kleinsten Quoten mit 9,3 Prozent festgesetzt wurden. Wenn die deutschen Kommunen und ihre Derkehrsunterneh- mungcn von diesem Kartell alles andere erwarteten, als eine Fort- setzung der Rationalisierung mit folgender Preissenkung, so sahen sie die Situation durchaus richtig. Die ablehnende Hastung der Kommunen gegen da» neue Waggonkartell wurde noch dadurch verstärkt, daß sich in dem Vertrag« der Deuwi ein« Klausel befindet. die für Preisdiktatur durchaus typisch ist. Danach sollen alle diejenigen Werke des Kartells, welche Aufträgt über ihre festgesetzt« Quote hinaus erhalten, 5 Prozent des Wertes zur Entschädigung der schlechter beschäftigten Werke an die Kartellkaste abführen. Auf Kosten der Derbraucher sollen also nach dem Kartellvertrage die schlechten Werke künstlich am Leben gehalten werden. Die Kommunen, die sich dem neuen Kartell keinesfalls auf Gnade und Ungnade ausliefern wollten, schritten daher zu einer Gegenaktion. Soweit bisher bekannt geworden ist, haben die Städte Berlin, Frankfurt a. M., Halle, Oberhausen und Leipzig zusammen mit drei dem neuen Kartell ferngebliebenen Waggonfabriken einen großen Liefervertrag bis zum Jahre 1934 abgefchlosten. Die drei Werke, die Hannoversche Waggon- f a b r i k, die Christoph u. U n m a ck A- G. in Riesky und die Waggonfabrik Ilerdingen erhalten nach dem vertrage min- destens 59 Prozent der gesamten Wagenaufträge dieser vereinigten Kommunen, deren Kreis sich in Kürz« noch er- weitern dürft«. Bei vorsichtiger Schätzung der jährlichen Aufträge bei den Verkehrsunternehmen dieser Städte können die drei Werke mst einem festen Auftragsbestand von jährlich 12 bis 15 Millionen rechnen, so daß ihnen eine fortlaufende Beschäftigung allein auf diesem Gebiete des Wagenbaues gesichert ist. Auch die Städte kommen bei diesem Vertrag gut auf ihre Rechnung, da sie in jede der drei Waggonfabriken zwei Aufsichtsräte mil umfastendem Kontrollrecht entsenden. Die Kontrolle dieser städtstchen AufsichtsratsmitgNeder wird sich in erster Linie auf die Preiskalkulationen und die tech- nifche Durchführung der Aufträge erstrecken. Außer diesem Außenseiterblock sind aber noch eine Reihe anderer Waggonfabriken dem neuen Deuwi- Kartell fernge- blieben. Bei der Gründung waren nur 16 Werke, die etwa 52 Prozent der deutschen Waggonindustrie darstellen, zugegen. Durch einige spätere Beitrittserklärungen dürften jetzt etwa 69 Prozent der Waggonindustrie dem Kartell beigetreten fein. Be- merkenswert ist, daß auch der Westlich« Waggon-Trust. die Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken A.-G. in Düsseldorf, Außenseiter geblieben ist. Diese Tatsache hängt mit dem zweiten Konfliktsherd in der Woggonindustrie zusammen, der seit kurzem zu einem offenen Kampf geführt hat. Der Westdeutsche Trust hat in den letzten Wochen alle Minen springen lassen, um beherrschenden Einfluß bei der Düsseldorfer Waggonfabrik Gebr. Schöndorf zu gewinnen. Dies ist ihm jedoch nur unvollständig gelungen, so daß er die Verschmelzungsaktion zwischen Schöndorf und den Waggonfabriken F u ch s w Heidelberg und der Rorddeutschen Waggonfabrik in Bremen nicht hintertreiben tonnte. Da die Schöndorf-Gruppe jetzt auch von der Linke-Hofmann-Busch-A.-G. gestützt wird, haben sich die Gegensätze auch zwischen den beiden stärksten Woggongruppen, dem ostdeutschen und dem westdeutschen Trust, fühlbar verschärft. Es zeigt sich also, daß im Waggonbau die Dinge zur Zeit noch voll im Fluh sind, und die Neuordnung der Verhältnisse noch eine Zeit auf sich warten lassen wird. Unter diesen Umständen wird auch das neue Kartell nur sehr kümmerlich vegetieren, wenn ihm nicht schon durch die tatkräftige Aktion der beut- scheuStädte der Lebensnerv durchschnitten ist. * R.B, Volkseinkommen und Einkommensteuer. 34 Milliarden Löhne und Gehälter der Lohnsteuerpflichtigen.- 36 Milliarden Gesamteinkommen. Im Statistischen Jahrbuch für 1928 hat dos Statistische Reichs- omt die vorläufigen Ergebnisse der Lohnsteuerstatistik für 1926 ver- öfsentlicht. Ihnen sind jetzt die vorläufigen Ergebnisse der Statistik der Eiutommensfeststellung bei den veranlagten Einkommensteuer- Pflichtigen für das gleiche Jahr gefolgt.(Vgl. Wirtschaft und Statistik Heft 19, Seite 422 ff.) An Hand dieser Statistiken ist es möglich, sich ein Bild von der Größe und der Verteilung des deutschen Volkseinkommens zu machen, wenngleich infolge des Fehlens zahlreicher Einzelheiten dies Bild nur unvollkommen fein kann. Bon über 23 Millionen Lohn- und Gehaltsempfängern hatten 1926 19,4 Millionen kein steuerpflichtiges Einkommen(über 1299M. jährlich). Rund 9,4 Millionen unterlagen mit Rücksicht auf die Familienobzüge nicht dem Lohnsteucrabzug. Ihr Gesamteinkommen betrug rund 9,7 Milliarden Mark. Di« rund 12,5 Millionen Steuer. belasteten hatten ein Gesamteinkommen von rund 25,1 Milliarden Mark. Danach wird man das Gesamteinkommen der Lohn- und Gehaltsempfänger aus Löhnen und Gehältern auf rund 36 TRil- liarden Mark für 1926 schätzen können. Von diesem Betrage entfielen beinahe 1,9 Milliarden Mark auf rund 179 999 Lohnsteuerzahler, die nachträglich veranlagt wurden, weil ihr Einkommen 8999 M. überstieg. Die 23,1 Millionen Lohn- und Gehaltsempfänger, die weniger als 8999 Mark Jahres- cinkommen hatten, verfügten also 1926 zusammen über ein Ein- kommen von etwa 34 Milliarden Mark. Ihr Durchschnittseinkommen betrug demnach weniger als 1599 M.. ihre SIeuerleistung rund 899 Millionen Mark. Im übrigen zeigt die Veranlagung der nichk Lohnfleuerpflichtigen für 1926 die folgende Verteilung der Einkünfte(also vor Abzug der abzugefähigen Werbungskosten und dergleichen): aus Land- und Forstwirtschaft.... rund 1,9 Milliarden „ Gewerbebetrieb........ ,7,7 „ sonstiger sclbüändigcr Berufstätigkeit„ 1,0 „ Äopitaloermögen......„ 9,6 „ Vermietung und Verpachtung..... 0,6 andere.............. 0,2 lasgesamt rund 12,0 Milliarden SelbstverstänI�ich zeigt dies« Tabelle nicht das nicht veranlagte Einkommen, fei es, daß es unter der Freigrenze blieb, fei es, daß feine Bezieher nicht einkommensteuerpflichtig waren, sei es. daß das Einkommen hinterzogen wurde, sowie dasjenige Einkommen von Gesellschaften nicht, deren Einkommen durch die Körpcrfchosts- steuer erfaßt wird, soweit es nicht durch Dividendenausschüttung an die Aktionär« gelangte und bei diesen besteuert wurde. Soweit Gewinne der Aktionäre besteuert sind, handelt es sich hier um Gewinne des Jahres 1925. Was alles nicht erfaßt ist. Di« Uebersicht ist also«rgänzungsbedürftig. Eine derartige Ergänzung kann jedoch nur durch Schätzung gefunden werden. Rund 899 999 Landwirte wurden von der Steuer nicht erfaßt. Außerdem ist allgemein gerade bei der Landwirtschaft ein Zurückbleiben der Steuerveranlagungen hinter dem tatsächlichen Einkommen anzunehmen. Man wird daher das landwirtschaftliche Einkommen um rund 2 Milliarden Mark höher schätzen dürfen. Bon den rund 3 Millionen Selbständigen in Handel und Gewerbe wurden etwa 699 999 nicht von der Steuer erfaßt. Auch hier ist außerdem in gewissem Umfange mit zu niedrigen Veranlagungen zu rechnen, wenngleich prozentuale die Unter- deklaration weniger ausmachen dürfte als bei der Landwirtschaft. Danach wird man auch hier einen Zuschlag von rund 2 Milliarden Mark machen dürfen. Das Einkommen der freien Berufe(sonstige selbständige Berufstätigkeit) ist auffallend niedrig veranlogt. Bei der zum Teil schwierigen Faßbarkeit dieser Einkommen erscheint es gerechtfertigt, es um rund 29 Proz. höher anzunehmen, als es der Steuer angegeben wurde. Dem deklarierten Emkrnnmen von 0,6 Millionen Mart aus Kapitalvermögen steht gegenüber, daß allein nach deni Auf- kommen des Steuerabzugs vom Kapitalertrag rund 999 Millionen Mark Kap i t a l e r t r o g 1926 versteuert wurden. Hinzu kommen die vom Slcucrabzug nicht erfaßten Kapitalerträge, wie Zinsen auf Hypotheken, Sparkassen- und Bankguihaben, privaten Darlehen usw. Man wird dies Einkommen also wohl auf rund 1,2 Milliarden Mark schätzen dürfen. _ Zu einem großen Teil nicht erfaßt sind ferner die Einkommen an Eozialrenten, Pensionen usw., die man insgesamt wohl auf mindestens 3 bis 4 Milliarden Mark schätzen muß. Di« nicht aus- geschütteten Gewinne der törperschastssteuerpflichtigen Gesellschaften schätzen wir auf rund 1 Milliarde Mark, die Einkommen bei Unter. nehmungen der öffentlichen Hand, die steuerfrei sind, ebenso hoch. Mit diesen Annahmen ergibt sich die folgende Zusammensetzung des Volkseinkommea» für tN2L: Lohn und Gehalt unter 8999 M. jährlich.. 34 Milliarden ,,, über 8000„».. 1.9» Land- und Forstwirtschaft 3,9. Gewerbebetrieb.........•» 9,7» sonstige selbständige Berufstätigkeit.... 1.2» Kapitalvermögen.........•» 0,6» Vermietung und Verpachtung 9,6, andere....... ,,«»»»» 0-2• Renten. Pensionen usw. 3,5» Körperschaftssteuerpflichtige 1,9» öffentliche Hand........... 1.° insgesamt 57.6 Milliarden Da«» sich hier um da» Roheinkommen handelt, wird man gewisse Doppelrechnungen absetzen müssen. Dos Gesamt- einkommen wird sich demnach auf etwa 55 bis 56 Milliarden Mart stellen. Die Sinkommeusteuer nach Steuerzahlergruppen. Der Einkommensteuer unterliegt hiervon nur das Einkommen der natürlichen Personen. Die Verteilung dieses Einkommens aui die verschiedenen Wirtfchastsgruppen und Einkommensorten ist bisher noch nicht mitgeteilt worden. Wohl aber ist die Höh« dcs Aufkommens nach der Höh« des Einkommen, der Steuer- zohler angegeben.- � Da ergibt sich das folgende Bild: �, Es zahlen Einkommensteuer:'- i' Lohn und Geholt unter 8999 M. jährlich.. 800 Mill. Mark Lohn und Gehalt über 8990 M. jährlich mind. 299 Mill. Mark Es zahlten alle Lohnsteuerpflichtigen rund 1 Milliarde. Davon entfielen rund 899 Millionen Mark auf die Einkommen unter, rund 299 Millionen Mark auf die Einkommen über 8990 M. jährlich. Diese 200 Mill. Mark sind in der folgenden Uebersicht über die Einkommensleistung der veranlagten Steuerpflichtigen enthalten: Es zahlten Steuerpflichtige die Einkommen bis 1599.. rund 35 Mill. M. 972 999 von 1500— 3900 M..., 113., 1 033 000 . 3000— 5000.... 198,. 431 000 „ 5000- 8000.. 92.. 204 000 . 8000—16000.,., 292.. 211999 . 16090— 59900., �„ 399.. 84 000 . 50000—100000.,.„ 160,, 9 400 über 190 090 M...... 267.. 3 800 Demnach ist also das Rückgrat der Einkommensteuer in fis- talischer Beziehung nicht nur die Steuerleistung der niedrigen, sondern in erheblichem Maßstab auch die der hohen Einkommen. Die Einkommen über 8000 M. jährlich bringen rund S5S Millionen Mark, die Einkommen unter 8000 M. jährlich bringen rund 1150 Millionen Mart auf. Seit 1926 ist die St-uerleistung der hohen Einkommen weiter gewachsen, die der niedrigen Einkommen dank der Lohnsteuerreformen von 1927 und 1928 um schätzungsweija etwa 159 Millionen Mark gesunken. Dagegen verursacht die Besteuerung der niedrigen Einkommen eine unverhältnismäßig hohe Bcrwaltungsarbeit. Bon den knapp 3 Millionen veranlagten Einkommens fteuerpflich- t i g c n haben mehr als fünf Sechstel ein Einkommen von weniger als 3000 M. jährlich. Ihre Steucrleistung ist«Iwa nur«in Drittel der Gesamtleistung der veranlagten Steuerpflichtigen. Die Unwirt- schaftlichteit des Apparats unserer Finanzoerwaltung hat hier zum Teil ihre Ursache. Denn die Bearbeitung derart zahlreicher Steuer. Veranlagungen mit einem verhältnismäßig sehr geringen Ertrag (bei rund 1 Million Steuerpflichtigen nur etwa 35 M. je Steuer- erkläflrng) bedingt«ine Ausweitung des Verwaltungsapparats, der bei erheblichem Ausfall an Steuerpflichtigen, etwa durch Herauf» setzung der Freigrenze,«ine nicht unerheblich« Erfparnismöglichkeit gegenüberstände._ �., Aiedergeboxie Außensetter. OaS westdeutsche Zementsyndikat als Siege?. In dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht für 1928 kann der Westdeutsche Zementoerband triumphierend feststellen, daß in seinem Absatzgebiet zwei Außenjeiterunternehmungen Kon- klirs anmelden und zwei weitere Werte Vergleichsverfahren bcan- tragen mußten. Mit welchen Mitteln das Kartell diesen„Sieg" über die lästigen Störenfriede erfocht, wird leider nicht hinzugefügt. Jedenfalls sind die westdeuffchen Zementmagnatcn durch die Erledi- gung der Außenseiter bereits wieder so übermütig geworden, daß sie neu e Preiserhöhungen beabsichtigen. So sei be- reits in Verbandskreisen erwogen worden, die zu Kampfzwecken durchgeführten Preisermäßigungen vom Dezember 1927 wieder aufzuheben. Begründet wird diese Erwägung mit dem bis- herigen Absatzausfall im laufenden Jahr. Dem wirtschaftlichen Weitblick der Zementindustriellen all« Achtung. Absatzverluste mit Hilfe von höheren Preisen weit- zumachen, kann nur ein mit Kartellbrettern oernagel- t e s Hirn sich ausfinnen. Jedenfalls ist es wirtschaftlich unver- antwortlich, sich jetzt mit Preiserhöhungen füx einen wichtigen Bau- stoff zu trogen, wo der B a u m a r i t durch die allgemeine Geld- knappheit noch schwer zu kämpfen hat. Im übrigen haben die Zementwerke im vergangenen Jahre bei den alten Preisen die höchsten Durchschnittsprofite in der ganzen Industrie erzielt. Reichssorschungsstcllc für landwirlfchafttichcs Marktwefen. Zur planmäßigen wissenschaftlichen Erforschung der mit der Absatz- und Preisbildung landwirlfchaftlicher Erzeugnisse zusammenhängenden Fragen hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschast eine dem Ministerium unterstellte„R e i ch s s o r s ch u n g s st e l l e für landwirtschaftli�tjes Marktwefen" errichtet. Zum Leiter der Stelle, die ihren Sitz in Berlin hat, ist Genosse Dr. Fritz Baad« ernannt worden. „Von den Sicherungen de« Voung-Plan»." Im gestrigen Reparationsauffatz war in der dritten Spalte, zweiter Absatz, der Einleitungssatz verstümmelt. Er lautet richlig«„Au? der Anlage 5 erfährt man' weiter, daß auch die„Unabhängigkeit der Rcichsbank" bei der Anpassung des Reichsbankgcsetzes an die neuen Bedingungen(Fortsoll der ausländischen Kontrolle) zu berück- sichtigen ist." undGlie- BeiSchrnerzenindenGeienken dei n, bei Kopf- und Nervenschmerzen, sowie bei Erkältungskrankheiien haben sich Togal-Iablctten hervorragend bewährt. Bon über 5909 notariell beglaubigten ärztlichen Gutächten betonen mehrere hundert ! neben prompter Wirkung besonders die Unschädlichkeit des Togal! Ein ! Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apoth. Mt. 1.40 1 0,46 Chln. 124 Uth. 744 Add. tcet Ml. ad 100 Axnfi, w *5 Freitag 14. Zum 1929 Unterhaltung unö issen Beilage des Vorwärts Aus 9lönig&uads ffieich Sie leben w i e die Tier«! Der Staudamm von Assuan ist 2 Kilometer lang, 47 Meter hoch, die obere Sohle 11 Meter breit. Man braucht eine halbe Stunde, um darüber hinweg zu gehen. Durch 18l> Wassertore schießt der Nil in großen Wasserfällen. Man wird den Staudamm noch um 7 Meter erhöhen, um noch mehr Wasser aufzuspeichern. 20 Meter wird das Nilwasser jetzt aufgestaut, über 3<)l> Kilometer nilaufwärts. Die Arbeiter, die die Erhöhung bauen werden, erhalten 5 Piaster, d. i. 1 Mark den Tag. Sie schlafen unter freiem Gimmel und leben von Bohnen und Gurken, die dort das ganze Jahr wachsen. Fleisch wird nur an hohen Festtagen gegessen. Ihre Familien haben sie irgendwo fern im Lande. Die Aegypter bauen hauptsächlich Zucker und Baumwolle. Es ist di« beste in der Welt. Durch den Staudamm hat sich der Nationalwohlstand um jährlich 50 Millionen Mark erhöht. Mehr als eine halbe Million Feddan, d. i. mehr als eine Million Morgen neues Land ist fruchtbar gemacht worden. Statt einer oft unsicheren Ernte gibt es jetzt drei sichere Ernten im Jahr. Der Reichtum für das Land ist unermeßlich. Di« das Land bebauen, das sind die Fellachen. Ich fragt« den Direktor der Handwerkerschule in Asiuan: Sind die Fellachen durch den Staudamm denn nun reicher geworden, hat«r sich wohltätig für die Landbevölkerung ausgewirkt? „ITiez� live like animals," antwortete er mir. Sie leben wie di« Tiere. Die reichen Aegypter aber sind noch reicher geworden. Sie verbringen den Winter in Paris. Ihre Frauen sind mit Perlen und Diamanten über und über behängt. Nirgends sieht man so viel davon als auf den großen Festen in den elegantesten Hotels der Welt in Kairo. Wenn König Fuad nach Europa kommt, dann bringt er seine eigene Leibwache mit, ausgesuchte Sudanesen. Denn in Aegypten hat er sie nötig, wenn die„aniinah" einmal erwachen. Da« laufende Band Mensch! Reiche Amerikaner und Europäer fahren im Winter nach Aegypten. Dort ist ewige Sonne, Pyramiden, Königsgräber. Tempel und der Nil. Es regnet nie. Sie Sonne scheint nniner. Wenn man am Morgen aufsteht, weiß man, es wird schön Wetter und warm sein. Die Pyramiden, die König-gräber und die Tempel sind vor über 7000 Iahren gebaut. Die Pyramiden sind dos größte Bau- werk der Welt. Sie sind größer als der Petersdom in Rom und die Wolkenkratzer in New Port sind Maulwurfshügel dagegen. 55 000 der größten Schiffe der Welt würden nicht ausreichen, um die Stein« der größten Pyramide mit einem Male zu verladen. Sie ist 145 Meter hoch, sie war noch höher. Die Spitze ist abgebrochen. König Theops hat sein Leben lang daran gebaut— damit er würdig und für alle Ewigkeit den bösen Geistern und Menschen unauffindbar bestattet sei. Diese haben die Pyramide ober doch aufgebrochen und ihn gestohlen. Man sieht, niemand kann für alle Ewigkeit Vorsorgen. C» ist noch heut««in ungeklärtes Rätsel, wie die Pyramiden mit den geringen technischen Mitteln ihrer Zeit denn nun wirNich gebaut worden sind. Dick« gelehrte Bücher und Romane sind darüber geschrieben worden. Wir wisien nur so viel sicher, daß Sklaven daran gearbeitet und aber Tausend« von Menlchen dabei den Tod gefunden haben. Denn der SNave ist ja nichts wert. Und wenn feine Kraft nicht mehr ausreichte, holt« die Nilpferdpeitsche des Aufsehers die letzte Kraft aus ihm heraus, bis er verreckte. Josef war ein Großunternehmer in Sklaven. Die Pyramiden sind mit Menschenfleisch gebaut. Zu ihren Füßen sitzt die Sphinx. Sie lächelt ewig durch die Jahrtausende. Auch ihr Rätsel Ist nicht gesöst. Der trockene Sand, den die ewige Sonne schafft, hat die Pyra- miden, die Sphinx zu ihren Füßen, Tempel und Königsgräber«in- gehüllt in sein weiches Bett und der Neugierde und den Zerstörun- gen der Menschen über 7000 Jahre lang entzogen. Amerikaner, Engländer und Deutsche. Neugierige, Gelehrte und Reiche, haben den Sand beiseitegeschafft, um der Sphinx und den 7000 Jahren ihr Geheimnis abzulauschen. Lächelt die Sphinx darüber? Jetzt können es nur noch die Amerikaner. Sie allein haben die Dollars. Di« sind im Weltkrieg aus Menschenblut ge- heckt. Die den Sand beiseiteschaffen, das sind dw ägyptischen Fel- lachen, sie erhalten nur Piaster. Kinder von 8 bis 12 Jahren. Ihr Lohn beträgt 1 Piaster, d. i. 20 Pf. den Tag. 12 Stunden müssen sie dafür arbeiten. Die Klügeren betteln, denn der Fremde gibt mindestens einen halben Piaster, meistens einen ganzen. Zu zweit nebeneinander arbeiten die Kinder, in einer langen Kette. Unten in der Grube nehmen sie den aus Binsen geflochtenen Korb auf ihre schmalen und schwachen Schultern. Oben werfen sie seinen Inhalt ab. In der Mitte steht der Aufseher— er erhält 5 Piaster. Er singt vor, si« antworten ihm im Refrain, ganz wie die Bibel es uns beschreibt. Im ewig gleichen Kreise bewegen sich di« Kinder um ihn: das laufende Band Mensch. Die Nilpferd- peitsche fährt dazwischen, wenn das Band erschlafft. Bor 7000 Iahren?' � Das Dorf ohne Männer.' Das Dorf liegt abseits vom ftuchtbaren Niltal, schon m der Wüste. Die Frauen holen jeden Morgen Wasser aus dem Nil. Sie tragen es auf ihren Köpfen. Früher waren es wohlgeformte Ton- krüge, jetzt sind es alte, verbeulte und verrostete Oel- und Benzin- können..Shell" und„Ford" steht draus. Jle Frauen haben einen leichten, schwebenden Gang, ein« unendliche Grazie der Bewegun- gen. Das kommt davon, daß sie das Wasser auf dem Kopf tragen. Bis zu Z0 Liter fassen die Krüge. Es ist recht warm, 30 Grad im Schatten. Alle haben sie aber lange, schwarze Gewänder an. Die wehen im Winde, das gibt ein anmutiges Bild. So tragen sie jeden Morgen und Abend das Wasser in ihr Dorf. Um die andern Dörfer liegen die fruchtbaren Aecker, hier aber gibt es keine, kein Baum, kein Strauch. Nur Sand und ekelhafte Hunde. Wovon leben die Menschen? Als ich ins Dorf kam war gerade eine Frau gestorben. Die Klageweiber saßen in ihrem Gehöft. Sie sind alle alt und häßlich. Ihr eigenartiges Klagegeschrei schrillt weit durch die Wüste. Dafür werden sie bezahlt, wie das schon aus der Bibel berichtet wird. Wenn«in besseres Geschäft winkt, hören sie mit dem Klagen auf. Als ich sie photographierte, hofften sie auf«in besseres Geschäft. Meine Piaster aber saßen nicht locker. Der Erfolg war, daß ich mehrere Hände Sand ins Gesicht bekam. Die Gehöfte in diesem Dorf waren reicher und besser gebaut als in den Dörfern im fruchtbaren Niltal. Di« Frauen flechten Binsenarbeiten, Teller, Platten, Körbe und dergleichen. Diese sind sehr hübsch, aber sie verkaufen sie nicht. Der Wohnraum— sie hoben nur einen— ist ohne Fenster, er hat nur eine Tür. Sie brauchen auch keine Fenster, da sie den Tag über draußen sind und die Tür ausstehen lassen können. Es regnet ja nie. Der Wohn- räum ist geschmückt mit den Flechtarbeiten. E» war nicht so leicht, ihn zu besichtigen. Ich bot viel Piaster. Schkleßlich erhandelte mein junger Dolmetscher au» dem Dorf, der auf der Handwerkerschule englisch lernt, die Erlaubnis zur Be- sichtigung, ober nur unter einer Bedingung. Ich durfte das Hau» nicht allein mit der Hausfrau, sondern nur gemeinsam mit mehreren Frauen betteten. Die Frau war um ihren Ruf besorgt. Das Dorf hat nämlich kein« Männer. Nur«inen Monat im Jahr sind die Männer da. Die übrige Zeit find sie in Kairo in den großen Hotels und bedienen dort die reichen Amerikaner und Engländer. Die großen Hoteliers sagen, sie seien die angenehmsten, besten und zuverlässigsten Bediensteten der Welt. Sie haben zu Hause die besten Häuser, und ihre Frauen brauchen als einzige in Aegypten keine schwere Feldarbeit zu machen. Einmal im Jahr kommt der Mann einen Monat ins Dorf. Wenn die Knaben 12 Jahre sind, nimmt sie der Bater mit nach Kairo. Dort werden sie Liftboy. Die Mädchen aber bleiben im Dorf ohne Männer. Dr. F o t h. Stich grifar: �VifCUVluldU „Soll ich scharf ausrasieren,' fragte Friseur Schnutenfeger den Kunden, der schon ungeduldig wurde. „Bitte," brummte der. „Dann ist es gut," meinte Schnutenfeger gleichmütig,„ich sehe nämlich grade, daß die Zähne schon durch die Backe kommen". Ehe der Kunde Zeit hatte, sich aufzuregen, fuhr Schnutenfeger fort:„Mit dem Rasieren, das ist die reine Lotterie. Manchmal kommt einer mit einem Bart, den man am besten mit dem nassen Handtuch fortreibt oder gar mit einem Stück Radiergummi, und manchmal kommt wieder einer, der hat einen Bart, so hart, daß sich das Messer biegt, wenn man ihn abkratzt." „Was will das schon besagen," meinte Schaumschläger, der seit einer halben Stunde dabei war, sein Messer abzuziehen.„Ich habe mal einen Kunden gehabt, der hatte einen Bart, so stark, daß man ihn mit der Säge wegnehmen mutzte." „Wenn's darauf ankommt, da habe ich mal einen rasiert, dem feine Stoppeln konnte man glatt als Grammophonstifte verwenden," antwortete Schnutenfeger. „Ob ein Bart hart ist oder weich, daraus kommt es nicht an," meldete sich nun Nackenschnitt, der Damenfriseur, zum Wort,„die Hauptsache ist, daß man mit dem Messer umzugehen weiß. Ich habe früher, als ich noch rasierte, einen Kunden gehabt, der hatte es meist so eilig, daß er nur eben mit seinem Motorrad vor dem Loden hielt, dann mußte ich mich hinter ihn setzen und. ihm die Haare schneiden. Aber mit Hundert-Kilometer-Geschwindigkeit." „Ist da» nun auch schon was?" fragte Schnutenfeger. „Nein," gab Nackenschnitt zurück,„das Schönste kommt noch. Wir hatten nämlich auch noch den damaligen Meister im Tausend. meterlauf als Kunden. Der hatte nun wieder das. was man einen schnellen Bart nennt. Und zwar wuchs ihm der Bart so schnell, daß er, wenn er beim Tausendmeterlauf frischrasiert startete, er mit einem Vollbart durchs Ziel ging. Er hatte verschiedene Male Schwierigkeiten mit den Zielrichtern, weil ihn aber der Vollbart beim Lauten hinderte, mußte ich be. jedem Start de, Meisters neben- herlaufen und ihm den Bart, so wie er lang wurde, wegrasieren." „Wenn du so tüchtig bist, da wäre ich aber lieber Herren- frsseur geblieben, als daß ich den Weibern die Läuse aus der Putz. wolle' kämmte." „Das hast du gut sagen, aber einen Tag habe ich einem Kunden, dem die Haare nach innen wuchsen, anstatt eines Haarwuchsmittels Farnkrautsamen auf die Glatze geschmiert. Ihr könnt euch denken, was das für ein Hallo war, als der plötzlich wie ein wandelnder Urwald durch die Gegend lief." „So, dos hast du gemacht," trumpfte nun Schnutenfeger auf. „Den Kerl kenne ich, dem habe ich nämlich mit der Axt den Kopf kahl schlagen müssen. Nachher fragte er mich noch, ob ich kein Mittel für den Schnurrbart wüßt«. Er hätte nämlich gerne einen, ober die Haare wollten und wollten bei ihm nicht kommen." „Jhätte er doch Honig nehmen sollen, der treibt," meint« Schaumschläger. „Oder Hühnerdreck, der zieht," sagte Nackenschnitt und ging in seine Kabine zurück. „Sa, das ist ein gutes Mittel," meinte Schaumschläger.„Ich hatte mal einen Kunden, der mußte, ehe ich es bei ihm anwandte, jedesmal, wenn er zu uns kam, Geld fürs Suchen bezahlen, und nachher kamen wir kaum mit der Grasmähmaschine durch." „Dann hättet ihr's doch machen sollen, wie die Franzosen es 1812 in Rußland machten," sagte Nackenschnitt und sah noch einmal durch den Vorhang, der ihn von den anderen trennte. „Wie haben die's denn gemacht?" „Die rieben sich den Bart mit Petroleum ein und brannten den ganzen Salat ab." „Das sollte man heute auch noch manchmal machen, da könnte man Messer sparen und Seife." „Na, die spart ihr doch sowieso," meldete sieb nun der Kunde zum Wort, der die ganze Zeit gewartet hatte, ob wohl jemand sich über seinen eingeseiften Bart erbarmen würde,„denn Schaum schlagt ihr doch auch ohne Seift genug",, i_ SinSMick infflamSuns&ichterwerkStoU Zu den wenigen Dichtern unserer Tage, die bereits jetzt der Weltliteratur angehören, zählt der große norwegijche Erzähler Knut Hamsun, dessen Romane auch bei uns einen immer wachsenden Leser- krei» finden und dessen Stil die deutsche Dichtung bedeutsam beeüi- flAßt hat. Die erste wissenschaftliche Biographie hat diesem Meister jetzt Walter A. Berendsohn in einem Werke gewidmet, das dem- nächst bei Albert Langen in München erscheint. Obgleich Hamsun nicht gern von seinem Leben und seinem Schaffen redet, gelang es dem Verfasser doch, eine große Anzahl unbekannter Wellen in mehr als 100 noch nicht beachteten Beiträgen in Zeitungen, Zeil- fchriften usw. aufzufinden. So bringt er uns die eigentümlich dämo-<' nifch« Persönlichkeit dieses Genies, die sich allmählich von dem ihm innewohnenden Landstreichertum zur Seßhaftigkeit auf eigener Scholle läuterte, menschlich nahe und läßt uns auch einen Blick in feine seltsame Dichterwerkstatt tun, aus der diese wundervollen Dichtungen hervorwachsen. Der jung« Hamsun hat in der Zeit, da er durch seinen ersten Roman„Hunger" berühmt wurde, wie in einem Rausch geschaffen. Wie ihn damals seine Visionen über- fielen, ähnlich wie Goethe in der Zeit, da er den„Ewigen Juden" dichtete, erzählt Hamsun einmal mit den Worten:„Plötzlich fallen mir«in paar gute Sätze ein zu einer Skizze, einem Feuilleton, feine sprachliche Glückstreffer, wie ich noch nie ihresgleichen gefunden hatte. Ich liege da und wiederhole diese Wort« vor mich hin und find«, daß sie ausgezeichnet sind. Bald fügen sich mehr hinzu. Ich werde mit einem Male vollkommen wach und greife nach Papier und Bleistift, die auf dem Tisch hinter meinem Bette liegen. Es ist, als sei eine Ader in mir aufgesprungen, ein Wort folgt dein anderen, die Handlungen und Gespräche quellen in meinem Hirn auf, und ein wundervolles Behagen ersaßt mich. Ich schreibe wie ein Besessener und fülle eine Seite nach der anderen, ohne einen Augenblick Pause. Gedanken kommen so plötzlich über mich und strömen so reichlich, daß Ich eine Menge Nebensachen verliere, weil ich sie nicht schnell genug niederschreiben kann, obwohl ich aus alle« Kräften arbeite." So schuf der Dichter, nachdem einmal die während eines oben- teuerreichen Iugendlebens aufgespeicherte und zurückgehaltene Quelle plötzlich losgebrochen war. Als er dann nach der langen Wnnder- zeit in die Heipwt zurückkehrte, sich hier ansiedelte und«in Bauer wurde, da verlangsamte sich mit dem ganzen Rhythmus seines Wesens auch der Vorgang der dichterischen Schöpfung, aber dies« Rückkehr zu den Stätten der Kindheit brachte ihm neue Blüte und neue Reife, und von ollen Werken, die«r seit dieser Zeit, seit!8W, geschaffen, gilt, wa» er von seinen Gedichten sagt:„Ich versuche, von dqn Menschen und von allen Erinnerungen an das moderne L«ben weit wegzukommen: ich versetze mich in die Tage meiner Kindheit, als ich noch die Tiere daheim hütete. Damals erwachic mein Naturgefühl: ich lebte jedenfalls von meiner ersten Kindheit an auf Wiesen, im Walde und in den Bergen, und ich lernte alle Tiere und Vögel kennen, die seitdem meine guten Bekannten fürs ganze Leben geblieben sind. Das Meer gehört auch mit in die Naturumgebung, in der ich feit meinem vierten Jahre aufgewachsen bin." Hamsun schafft jetzt nicht mehr im Rausch, sondern in reg.'l- mäßiger Arbeit, so wie es uns von feinem Schassen an einen: seiner schönsten Werke„Segen der Erde" berichtet wird: Tagtäglich kam er in seinen Arbeitsraum, pünktlich wie ein Angestellter, von 9 bis 1 und von 8 bis 7 Uhr. Er hatte alle verfügbaren Tische in das Zimmer genommen, dazu Bretter, die von Tisch z» Tisch logen. Auf diesen Flächen waren bald Hunderte von Zetteln und Zettelchen ausgebreitet, beschrieben mit zierlicher, deutlicher Schrifi, in Gruppen geordnet. Das war das werdende Buch. So find unendlich viele Vorarbeiten für jede einzelne Stelle nötig, bevor di« endgültige Formung entsteh.. SCeufchreckenplagen in 3)eulfchland Furchtbare Verheerungen haben die Wanderheuschrecken in neuester Zeit besondere in Marokko und in Palästina angerichtet, mit Flammenwerfern und Drahtverhauen ist man ihnen zu Leibe gegangen. Jetzt wird von einem ungeheuren Einfall dieser gc- fräßigen Insekten in Bulgarien berichtet, und damit erscheint diese biblische Landplage wieder in Europa. Unser Vaterland ist ja glück- licherweise in den letzten Jahrzehnten von solchen Verwüstungen verschont geblieben, und überhaupt war im 19. Jahrhundert Ire Heuschreckenplage gering. Bis ins 18. Jahrhundert aber hat sie auch bei un» gewütet, wie Earl W. Neumann in seiner Neuausgabe des Inftktenbandes von„Brehms Tterleben" in der bei Reclam erscheinenden Jubiläumsausgabe mitteilt. Die europäischen Wanderheuschrecken haben bis ins 18. Jahr. hundert hinein die deutschen Gaue immer wieder heimgesucht. Die ältesten Nachrtchttn reichen bis ins Jahr 873 zurück, aus dem die Chroniken des Klosters von Fulda und die Tantener Jahrbücher von entsetzlichen Verheerungen durch die Insekten berichten. Besonders furchtbar war die Plage im 14. Jahrhundert. Damals drangen die zahllosen Schwärme von Syrien aus nach Ungarn vor, verbreiteten sich von dort nach Polen, Böhmen und Oesterreich und teilten sich dann in zwei Hausen, von denen der eine Italien, der andere Frankreich, Bayern, Schwaben, Franken und Sachsen überfiel. Im Jahre 1543 wurde die ganze Gegend um Halle und Leipzig von Heuschreckenschwärmen zu einer Wüste gemacht. 1693 zogen sie aus Böhmen nach Thüringen und verheerten die Gebiete von Jena, Erfurt und Weimar. Ein Augenzeuge berichtet darüber folgendes:„Die Heuschrecken waren am 3. August aus Ungarn nach Oesterreich gekommen und streiften von da noch Böhmen und weiter ins Bogtland und ins Altenburgische. Nun flogen sie über die Saale nnd langten zwischen dem 18. und 20. August in Thüringm an. Es waren ihrer jo viele Millionen, daß sie wie schwarze Wolken daherzogen. Bei Tage, wenn es anfing, heiß zu werden, erhoben sie sich vom Erdboden und suchten neue Weide, bei Nacht aber saßen sie auf der Erde und fraßen alles weg, was grün war. Ein Teil von ihnen machte sim an die Bäume, und zwar in solcher Menge, daß sich die Zweige zur Erde beugten. Der am 20. August an Jena vorbeiziehende Hauptschwarm bestand aus drei Haufen, die deutlich getrennl voneinander flogen, und zwar mit einem Geräusch, das den. Brausen eines Wasserfalls gleichkam. Ein SIdwind hob sie auf und trieb sie nach Norden auf die nächstgelegenen Berge, wo sie alles Gras verzehrten. Um die Sfadt Weimar traf man sie zwei.Hand hoch. Alle Heuschrecken waren gelblich, die Männchen kleiner und heller als di« Weibchen. Schwan«, Enten und Hühner, auch Schw-ine mästeten sich an ihnen. Da Regen und Kälte eintraten, konnten die Insekten nicht weiter kommen: sie starben um Naumburg und in anderen Saolegegenden ab, nachdem sie vier Wochen lang dort . gewütet Kotten."_____.-- j.>„ Lelpzlser Strasse« Alexanderplatz* Frankfurter Allee* Belle-Ainsnce-Strasse* Wilmersdorf er Str.» Brunnenstrasse* Kottbuser Damm«Andreasstrasse Die Vefgimgungsplgfac die wir während der Kinder-Woche In alten unseren Häusern geschalien hoben and aal denen sieh die Kleinen In Begleilang Erwachsener belästigen können, bleiben bl» Freilag, den 14. und Sonnabend, den 15. d.M., noch bestehen PrtiM dir frsiUj ind SenMbnid MHgenibgtb« vorbihtlltn Vtrfcuf»«»»II T«rra( Gemüse und Sbft kliadai-tzer....apkii»s lOkt. Qrüne kolrnen kaciiezclien... 4 Band 1 Or/. Zlfronen...... Bamand 45pf. Salat............... Kopf 4pf. Sfadielbeerennr»ii�ii 24pf Kohlrabi....... Mandel 45?f. Algler-Tomalen.Pfd. 65pf. Fr. Wirsingkohl.Pfd. 30pf. Kirschen......... Pfand 58?». Grüne GurkenstY.23Fr.nn Spargel n bi»ig,tr»g„pr»!„i, Sttebe und RSmbevwaveu 'Körungen.... Pfand 28pf. Schellsisch...... Pfand 42pt 'Schellfisch...... Pfand 16pt Stückenflundern Pfd. 45?». 'Kabliaun«, w. 23pi. Seelachs......... Pfand 42?». Seelachs», t.>. g«?.. Hd. 24p». R0fbars......... pinnd 50?». 'Goldbars..... Pfand 22?».|(riib«li«er 'Kabliaufilet.... Pfand 36?». Bücklinge...... Pfand 34p». 'öralschollen..Pfand 24pi Bund-Aale ,..., Band 34?». 'j leipziger Straee«, llnanderplatx, Freektarter lllee, Kettbaier Oimm, Belle-Allienee-Slrssee. Wllmersderfer Streue. Zweifruchtmarmeladen 78 Erdbeer, Apfel, Hlmbeer/ Apfel, I Kirsch/Apfel, 3ohannlsbcer Apfel( Eimer e*. 2 Pfd. Kottsevve« Doee'/i Po«« Kaiserschoten........ 1,65 Apfelmus.............. 78?». ]g.Erbsen»ein......... 1.25 Kalif. Pfirsiche...... 1,35 Jg. Erbsen mit»«i»ein.. 78pt Mirabellen........... 1,10 Qemüseerbsen...... 50p». Kürbis...;............. 78?». Jg. Erbsen»«in.«. K»r. 1,25 Süsskirschenodnostoin 1,40 Jg. Erbsen-nittHi.w.Kaz. 95?». Stachelbeeren........ 1 ,05 Gem. Gemüse ni»di,i»-1,I2 Ananas in Seheiben.... 1,20 Leipziger Allerlei.... 95pt Konstimmischung her«*- Sellerie in Bchelben..... 1,10•««"♦«»«'>>«->. Morcheln, c,., Atz. frwedsa RwrArfeltea Ka- ä �auerKirSChen m.stela l J 1 5 rotten nnd Spargel, vose 58Pf. Kvßiches Fleiich .................... Pfand 68?». KOlbSkSHUn ob»« BeUag*,........ Pfand 86?». KalbirfiClieD»«»» Beunz*....... Pfand 96?». ■»>ik.i,nnUab,s 9 P'i»Chwer, ginn oder 4 ,n KaiDSkenleil geteilt............... Pfand 1,10 Pb. Scbweinebaoiii ehe» Beilage, Pfand 1,10 Ps. 8i!b«sitie»bMMN....... Pfand 1,15 Pa. Roulade....................... Pfand l.ii Po. SchobeOeisch................ Pfand 1,30 Po. Hackepeter gestirnt........... pomd 1,20 Pl. OOiaSCb gemischt............. Pfand 98?» PO. SBPPenIl6iSdb......... Pfand van 84pf.in Po. Fehlrippe.................... Pfand 98?». PlSchlDOrfleiSCh Keale, c.Kn-chen, Pfd. 1,30> Po. Rladertolü roh............... Pfand 30?». Pfl. Rflckenfetl bratfertig, ohne Schwarte......................................... Pfand 84?». Pa. Kolbuchsltiel.............. pmad 2.10 Pa. Kalbsroaiade g.rout........ Pfand 1,48 Pl. ROSStbOel ohne Knochen... Pfand 1.6S Pailsbeia mit Spitzbeia gepokeicpfd 68?» GefrßerßCeCsch Pl, Scbmorfleisdl ohne Knochen, Pfand 1,20 Pl. Oolasch ohne Knochen...... Pfand 88?». PB. Soppenfleilth........ Pfand von 68?». an Pa. HaffloielTorderflebcb Pfand von 98?». an Pa. RioderbaAeo fri»ch.e.Knochen,p»d. 54?». Pa. Rladerleber»riech............ Pfand 1.30 Pa. Rladetlonfleg»riech.......... ptond 34?». Pa. Riiderherzei»riech......... Pfand 58?». Pa. Haler»riech................... Pfand 20?! Pa. Scbvelaekople m. Backe»riach.PId. 48p». �r.Zuppenkllkner Woteahühner -25 ■ an 120 an Pfand' von Enten gefroren..«......... Pfand von 1 Tauben.................. s«ck SS? BVt2 Angebote unserer Wetn-Mettung S«« o n c »cnt« II h a 1921er WiHInger Mosel.... 1921er Obermeseler....... 1929er Erfenkobener...... 1927er Himbecber Feuer.. 1927er OQrkbelmer Fcuerberg.......| Meetagne-Retweie Vileecie, roter, süsser Dessertwein{ Vorzüglicher Erdbeerwein. >/, Flasche 125 10 Fl. 12,00 1g2ter Rüdeebelmer.. 1927er Schless Bückelhelmer... 1928er Tribe.er Würzgsrten____ 1B28er Bnees. sliter, weisser Bord. 1927er Sratchsr Hlmaelrclcb... 1929er Zeltinger Scbleiebirg 1927er Winkeler Knien sprang... 1927er Hallgsrlner Mehrhölzchen • e ohne Flasche 60 10 n 15,00 75 io n 25,00 bl 2 Rhelnpfälzer-Welsswetn rat Bowle a. kleiner TieelrweiB....ltT. 1 ,25 S Ltr. 6,00 Wlhrend der Soatnertnonnte eind Fleisch, Oh st, Bsatüss Md ander« Mehl rirderbliche Waren*om Versand losgeiehloitea kVuvftwaven Rol-odLeberwurstpid.70p». Schinkenpoln... Pfund 1,30 Sülzwurst........ Pfnnd 85?». MeflWUrsl8rsiinsohw.»ft.Hd.l,30 Dampfwurst.... p»and95pf. Hildesheimer... Pfand 1,40 Hausm.Leberw. Pfd. 98?». H-Leberwurst... Pfnnd 1,50 Berlin. Mellwurslpfd. 1,10 ZervelaUSalamiPfd. 1,75 Jagdwurst....... Pfund 1,10 Schinkenspeck Pfand 1,90 Qutsleberwurst Pfand 1,20 Mausschinken.. Pfand 2, 10 Speck fett, PH. 1, 1 0ntsg.ptd. 1 ,35 Schweinefleisch Hissen 78?» Für Reite und Sport Fleischkonserven In orosser Auswahll Bimer ca. 2 Pfnnd«ÄOlt Eimer es. 2 Pfand Pflaumenmus...... 85?». 3ohannlsbeir...... 1,15 Pflaumen.......... M?» Erdbeer........... 1 ,30 Aprikosen 1,15 Kirsch..,...,»«.«»»1 ,35 Orange...1,05 Hlmbeer...1,35 Ananas...1,45 10 ttttd Sette Saganer Schlosskäse.. Blockkäse n»ch?iieit«z reine« Qaark produkt, S Lt. �)Pf. Art, halbfett........Pfand OxPf. Soldiner Käsdien stlO?». lilsilerKäsewoiifett,?»d. 1.05 Steinbuscher vopf� 95?». Bayrisch. Schweizer j.oo-, vollfett..............?fundl,48 �damer v„u»ett,?»and 88?». Ma arjne..... Pfmnd 5ZP, Hollander You»et,?»d. 88?». ßratenschmalz?»and78?,. 'or,n'...C...�e."pfnnd 84?» Frisch. Qrasbullerp»d.l, 84 Edamerod.Holl.2(Ä,PM.68pf. Dän, Tajelbutler?»d. 1,98 KONFITÜREN i QelcaffOchte'l, Pfand 38?». Cremtschokolade ; r.nUbr.».«;,»S5r..«jaU.~&ÄaÄ i Pruchiklssen i. Pfand 40?». �ss-Zchokolade Eisbonbons..'/> Pfand 35Pf. z Tafeln k 100 g.......... 88?». Kokosmafcron.>1, Pfd. 35?». VoHm.-Nunbrueh i/M.TSPi i&olottlfttamtttti Bruchreis..'...... Pfand 18?». Eiermakkaroni pfnnd48pt Burma-Reis..... Pfund 22?». Moulmain-Reis Pfand 28?». Karolinen-Reis Pfand 38?». Harfweizengriessptd. 24?». Weizengriess...?fund 23?». Eierschnittnudelnpfd. 36?». Eier- Fa�onnudeln..Pfand 48?». Haferflocken... Pfand 25?». Frukl. Malzkaffee...... Pfand 38?». Gebr. Gerste. Pfand 23?» Gebr. Roggen Pfand 23?». ifs«?» 2"»nBili)f?-Mii« 95Pl ffvCla ICC von Mm an 1 Pfand Paket...... ,�«..» w w UfiiMrt MMfltn-Betlnl Eisen-, Revolver-Dreher und -Dreherinnen sowie Rundschleifer Die Branchenkommisston veranstaltet am Freitag, dem 14. Juni, eine Branchenversammlung. Da diese Veranstaliung ohne Zustim- mung der Verwaltung stattfindet und im Widerspruch zu unseren statutarischen Grundsätzen steht, ersuchen wir unsere Mitglieder, diese Veranstaltung nicht zu besuchen. Somusben», 15. Juni,»bd». IIb Ufer, im Cotal Dan 5od)t«, Clnbotafr Sltahc 26(S(66lng): Branchen-uersammiung der Kesselschmiede and der dazu gehörenden Berufe Tcgcsorbtiung! 1. Die Auowirtungen hc< Tarif*. 2. Braiilb-nattq«!eg«nhelten. 3. Scrfdiieoettc». tzahlrciche« Wie einst Im Mal i von Bernauer und Schanzer. i Musik von Walter Kollo. , Ausserdem: Sr. Skütich BÜÜ Vbrlltt. i Anlang Konzert 4.30. Sketsch und , Varietd st III». OpBrBttB 1.30. 888888888l888888888i Fernkurse in Sprachen kostenlos Es handelt sich hier um einen Unterricht, der nach neuem Verfahren zu Werbe- und Versuchszwecken erteilt wird. Kosten entstehen nicht, auch sind mit dem Fernkurs» keinerlei Kauf- oder sonstige Der> pstichtungen verbunden. Die Uebersendung der gleichfalls ohne Berechnung im Original zur Ver- fiigung gestellten Unterrichtsmittel erfolgt portofrei Nach unserem snvTgotlsekon Verfahren, das das Auswendiglernen von Vokabeln und grammatischen Regeln erübrigt, gelangen selbst Personen von mittelmäßiger Intelligenz oder solche mit schlechtem Gedächtnis schnell, mühelos und sicher klns Ziel. Man kann binnen 2 Stunden unseren fremdsprachigen Stoff, der aus Zeitungs- artikeln, Erzählungen, Komödien usw. besteht, lesen und verstehen und dabei die Wörter richtig aus- sprechen. Es genügt Angabe(mittels Postkarte) von Adresse und der Sprache, für die man sich in erster Linie interessiert. Institut kilr experimentelle Methodenforschung MOnchen 12, Bavariaring 10 ToUuhtltine ltiitii inBiliwiiliti 8 Uhr Berlin, wie es weint u. lacht Thalia- Theater 8-5 Uhr Ptarmaus- Komodia Staatl.Sdiiller-Ui. 8 Uhr Gespenster SiaatioBBranNaix ütr IBPOBIIR 8 Uhr Die helolide Ehe Theater am SAtllhauerdamm. Norden 1141 u. 281 Täglich 8 Uhr Nur noch blsl6.d. M. Der 0r6|le Erlolg der Saison Dreigrosdien- Oper Thälia-ltieaier BresUBner Sir. 72-73. 8 Vi Uhr PtarrbaBdoniidie Dntsdies TDeater D.I. Norden 12310 8U, Ende gegen II Die FlelernaRS Musik v.Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt. Musik. Einstud. und Leitg. Erich Wolfg. Korngold. Kammersplele D.I. Norden 12310 8-5 U. Endenach H) lbuib ännokriBaBn i Autgang nnrtdr Herrschaften Kleine Komödie von Siegfried Geyer Die Komödie J1 Bismck. 24147516 8 Vi, Ende geg. IO'/iU. Der Man, der seinen (lainei] änderte 3 Akte von Edgar Walace. Regie: HeinzHilpert Wim Tleatßf Direkthteinz Herald Charloizehstraae 90 XI. Dönhoff 170 8.13 U. Ende 10V: U. Reporler (The Front Page) Ein Stück In 3 Akten von Ben Hecht und Charles Mac Arthur Regie: HeinzHilpert Lessing- Theater Täglich 8',. Uhr Khhetrfio'Didi naraosLiebe Ein Stück mitMu- sik nach Verneuil. Baracwskj- Bühnen Theater ia dar Künlggritzcr StraB* Täglich Pk Uhr Riva I en Komödienhaus Täglich Ph Uhr CbarleTsTaBfe mit Curt Bols. Trianon-Th. Täglich SV* Uhr Sonntag 3>5 u.SVi BostiDlel ütr TooBrn ittr BBMrabUi« DI6 3 oorthelligen Ein toller Schwank Preise: 2,3,4,5Mk. usw. Rund funkhöre r halkt Preise. KlBiDes Ttieater Täglich 8V* Uhr NaB»««rtrod{eii? Locie Mannheim, Max Adalbert, Herr- mann-Schaufuß, Hezmine Sterler, Fr. Holländer, Fr. Frltdisaia- Fredstiiti. Planet arlum ■— am Zoo»»w» 16", Uhr Staml d*e Sommer« dar Sanne am Sternenhlmmal Tägl.außerMontags u. Mittw. Erwachs. 1 Mk.. Kinder Mlttw.: Erwac 50 P»� Kinder Tirknd der InttiBiv I Pipimfirteiler OrtSTervallung Berlla. Todesanzeige. #»» Mitgltchern gut Ziachricht, daß anfet RoDcge»rr Buchbindrr Otto Sobwarzbach wohnhaft Sch wehtet Straße 79, aet- stothen Ist. Ehre seinem Zlndenlen. Me Einäscherung findet«m Sonn- abend, dem 15, Juni, 15 Uhr, int Rtt- matoiium Serlchtstr statt. Rege Beteiligung erwartet vt» Srtsoermaltoog. KvNSi33SNvS-7tIS»t8P Hardenbcrgstr. 6. Tel.: Stelnpi. C 1. 0901 and 2583/84. 1 SV, Uhr TällHk SV, Uhrl [Die hBllige Flamme| Regie: Gustav Härtung. AUsiindiltk E mr Sfctfiner Sänger u. a.:„fjne'ffacfil im Xulstre.lnkeller". Sontmerprslstl Billettbebestellung. Zentrum II 263 Dönhoff- Brotti: (Saal und Garten) - Tanz- secsw-sosiart — Grobe Traurind-Fabrik verkault fugenlose Trauringe direkt an Private ——- 1 Ring 333 gestempelt nur 8 bis 8 Mk 1, 585_ /eicht 8. SU. 1. 585. miuel 12.-, I„ 585, schwer 14.80.. 1 900 leicht 16.50„ (iti'og gratis 1 900 900 900 leicht 16.50 mittel 21.50 schwer 28.— Hermann Wiese, Berlin Ges geschützt„ �nueriesfr. 30 V. Passaner Sir. 1 2 Garant'csch ein. Gravieren tfraHs sofort■ um Mitnehm