Morgenausgabe Nr. 277 A 140 46.Iahrgang «ich»««««. mtuHU, tjxn. Im oeroiu iaftlbat. Sotunjuj tS2 Ä «In schließlich«OPsz.$»siz»ltu»g».«nd 72 Psg Pnildest-llgedlchr-» Butlanb*. ifconnemeiu k.— M. pro Man«. S Pfennig. WoNe über l5 Buchskaden zählen für zwei Worte Ardeilsmaili .�«ile«0 Pfennig. Familienanzeigen Zell» «i> Pfennig. Anzeigenannahme imchaupt» aelchäft Lindenstrabe 2. wochentäglich »an?>/, di? 17 Uhr. Jentsawesan der Soziatdemokratischen Partei Neutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrabe Z Fernlvrechnt Tcnlzoff»2— LS? Ttlegrantm-Sdr.: Eozialdentokro» verll» Vorwärts-Verlag G. m. b. H. VostlSseRonto: 8«nn87B36.— vanNcmto:«an« der«rbctldr. Angestellten und veamken»allstt. SS. DiSkonto-Selellschaft. Depositenkafle Lindcnstt t Ausklana der Völkerbundstagung. Oeutsch-polnischer Friedensschluß. V. 5d,. Madrid. 15. Juni.(Eigenbericht.) Die Derinittlmtgsaktion des Japaners Sldatschi zwischen der deutschen und der polnischen Delegation über die Liquidationsfrage dauerte bis in den Sonnabend hinein. Mitten während eines Fest- empfange? der Delegationen beim spanischen König zogen sich Ver- treter Deutschlands und Polens in verschwiegene Räume des Schlosses zurück und verhandelten unter dem Vorsitz Adatschis und unter Zuhilfenahme spanischer Vermittler bis 3 Uhr mor- gens. So spät in der Nacht soll im Königsschlosi seit Philipp II. nicht mehr gearbeitet worden sein. Adatschi brachte heute vormittag sein« Dermittlungsoorschläge zu Papier. Um diesen Bericht wurde nun verhandelt. Die Zustimmung Slresemanns wurde vcrhällnlsmäbig schnell erzielt, da Adatschis Vorschläge fast restlos den deutschen Wünschen entsprechen. Viel schwerer hatte es Zldatfchi mit Zalesti. Infolgedessen verzögerte sich die Eröffnung der Ratssitzung von 11 Uhr bis l'K Uhr. Adatschi verlas nun seinen kurzen Bericht, der in folgende Vorschläge gipfelt: Deutschland und Polen sollen in direkten Verhandlungen die einzelnen Fälle— es sind hunderte!— prüfen, in denen ehemaligen Reichsdsutfchen die polnische Staatsangehörigkeit aber- kannt und ihr Eigentum liquidiert worden ist. Der derzeitige Rats- Präsident— Adatschi— werde als»n parteiischer Vorsitzender amtieren oder einen neutralen Vorsitzenden im Einvernehmen mit beiden Parteien bestimmen: sollte die Schiedskommission erkennen. das, in bestimmten Fällen die Aberkennung der polnischen Staats- angshörigkest und die Enteigming zu Unrecht erfolgt ist, so werde den Geschädigten dieses Eigenwm restlos zurückerstattet. In Fällen, in denen aus technischen Gründen eine Rückerstattung in natura nicht mehr möglich wäre, erfolge eine Barentschädigung. ; Damit war Strosemanns Vorschlag im wesenttichen angenvm- men. während noch am Tage vorher Zaleski die Zuständigkeit des Rates überhaupt bestritten hatte. Durch die s)inzuzi«hung eines neutralen Borsitzenden-ist die Möglichkeit einer Entscheidung in jedem einzelnen Falle geschaffen. Im September wird Adatschi über die Arbeiten dieser Schiedskommission berichten. Ist Deutsch- land von den Ergebnissen dieser Prozedur nickst besriedigt, so kann ti den Haager Schiedsgerichtshos anrufen. ' Es besteht die Hoffnung, daß bis dahin auch die dentsch-pol- Nischen Handelsvertrags Verhandlungen erfolgreich beendet fein werden, und dann dürste die Angelegenheit unter den Tisch fällen, da die �Zolxn mit diesen Enteignungen offenbar aus Deutsch- land bei den Wirtschaftsverhandlungen einen Druck ausüben wollen. Etresemann hielt sich noch für verpflichtet, die gestrigen Anspielungen Zaleskis— auf den Oppelner Zwischenfall— zu beantworten, um so mehr, als gerade heute morgen aus Warschau Nachrichten eingetroffen waren, wonach der im höchsten Grade bedauerliche Oppelner Skandal in Polen immer von den Nationalisten zum Anlaß einer großangelegten Agitation gegen Deutschland ge- nommen wird. Strssemann ergriff unter allgemeiner Spannung das Wort: er sprach zunächst sehr ruhig und verbindlich, um Adatschi für seine Bemühungen zu danken und seine Zustimmung zu dessen Dorschlägen auszudrücken. Dann steigert« sich sein« Stimme, al» er betonte, daß der Oppelner Zwischenfall mit der Enteignung nicht da, geringste zn tun hat. Er wandte sich heftig gegen gewisi« Interviews Zaleskis in der spanischen Presie. in denen von der Oppelner Sache die Rede war. Stresemann drückte sein Bedauern darüber aus, daß man von der Gastfreundschaft Spaniens«inen solchen Gebrauch mach«. Er selber hätte Gegenäußmmgcn abgelehnt, um nickst diesem Bei- spiel zu folgen. Weiter tadelte Stresemann. daß Zaleski durch seine gestrige Anspielung in ein schwebendes Berfa hren ein- gegriffen hätte, denn der Völkerbundsrat sei bereits im Besitz einer polnischen Beschwerde und würde bis September darüber Be- richt erhalten. Er Hab« als Außenminister ganz spontan im Aus- wärtigen Ausschuß des Reichstages sein Bedauern über die Oppelner Exzesse ausgesprochen. Dann zählt« er alle Maß- nahmen aus, die die zuständige prenßische Regierung sofort ergriffen hätte, und rief etwas erregt aus: »Ich frage den Herrn Vertreter Dolens: was konnte ein Staat mehr tan, ats die preußische Regierung in diesem Zockte getan hat?" Endlich wandte- sich Stresemann gegen die Ausnützung der Aifäre zu einer systematischen Kampagne, die in keinem Verhältnis zur Bedeutung des Borfalls stehe. Zum erstenmal hatten die Pressevertreter ihr« Senatorensitze ver- lassen und umlagerten den Ratetisch, mn kein Wort der Erwiderung Zaleskis z» verlieren. Aber diese Antwort war mir kurz, nihig und höflich. Zalestl versicherte, daß er die Anspielung aus Oppeln in den von Stresemann erwähnten Interviews in der spanischen Presse nicht veranlaßt hätte, daß er stets bemüht sein werde. Konflikte mit Deutschland zu vermeiden und, wenn solche entstanden seien, auf gütlichem Wege aus der Welt zu schassen. So fand die Madrider Tagung nach einem aufregenden Schlußakt einen harmonischen Aus klang. Adatschi hielt«ine pathetische, mit höflichen Wendungen geschmückte Schlußansprache des Dankes des Völkerbundes an Spanien. Um drei Uhr war die Madrider Tagung beendet. Giresemann wird pomcar6 besuchen. Madrid, 15. Juni.(Eigenbericht.) Der Gegenbesuch Briands an Stresemann wird in Madrid nicht mehr erfolgen: in der deutschen Delegation scheint man darüber keineswegs verschnupft zu sein. Man glaubt, daß Stresemann sich auf der Rückreise in Paris mit Vriand und auch mitPoincarä aussprechen wird. Sicher ist, daß Stresemann. der am Montag Madrid verläßt und über Barcelona zurückfährt, um die Ausstellung und die deutsche Abteilung zu besuchen, über Paris zurückreisen wird. Cr hat den Reich-tagspräsidenten L ö b e telegraphisch ge- beten, die Plenarberatung des Etats des Auswärtigen Amtes vom 20. auf den 22. Juni zu verschieben. Äolkspariei schafft Durcheinander. Verhinderung der Beitragserhöhung ist Verhinderung des Sofortprogramms. Nachdem die intersraktionellen Bechandlungen über die Er» werbslosenoerficherung an dem Gegensatz zwischen der Sozialdemokratie und der Deutschen Dolkspartei in der Frage Bei« tragsevhöliung oder Abbau der Leistungen gescheitert sind, taucht die Frag« aus, was nun gsschehen soll. In der Presse der Deutschen Dolkspartei wird per« langt, daß die Reichsregierung nunmehr das Sofortpro. gramm ohne Beitragserhöhung und ohne Saison» arbeiterunter st ützung sofort an den Reichsrat weiterleitet. Man hofft, der Reichsrat werde diese Dortog« in kurzer Zeit erledigen, so daß der Reichstag sie noch vor der Sommerpause erhatten und bei gutem Willen auch verabschieden könne. Man ver- bohlt sich dabei zwar nicht, daß große Schwierigkeiten zu über- winden seien. Da die Regierungsparteien uneinig sind, lo könnten die Oppositionsparteien einen weiten Spielraum zu Störungsver- suchen haben, weim von Fall zu Fall Entscheidungen mit wechselnden Mehrheiten getroffen werden sollen. Selbst das ober würde keine Garantie für einen Evderfolg darstellen, weil in der Schluß- Abstimmung schließlich doch noch aus den verschiedensten Er» wägungen ein« Mehrheit gegen das Gesetz zustande kommen könnte. Ganz anders scheint man im Zentrum die künftigen Maß- nahmen anzusehen. Z«or meint auch di«„Germania", daß der Reichsregierung jetzt die Aufgabe zufalle, den Parteien Dorfchläge zur Durchführung„eines" Sofortprogramms zu machen. Sie fügt aber hinzu:„Man darf annehmen, daß sich km Kabinett der ge- bieterische Zwangzu einerVerständigung über die ersten und dringlichsten Maßnahmen günstiger auswirken wird, als es bei einigen Fraktionen der Fall war". Das dürste doch wohl darauf hindeuten, daß auch das Zentrum nicht bereit ist. im Kabinett dafür einzutreten, daß das ursprünglich geplant« Sofort- Programm ohne Beitragserhöhung tmd Sassono rbeiterunter- stützung dem Reichsrat zugeleitet wird. Für die Sozialdemokratie sst jodensalls die Situation klar. Sie war und ist für eine Sanierung dar Erwerbslasenvcrstche» rung. Durch das Sofortprogramm, durch das lediglich einige Miß. stände beseitigt werden, ist sie ober nicht zu erreichen. Deshalb muß nach wie vor daran festgehalten werden, daß auch für die Reichs- regicrung nur ein« Borlage in Betracht kommen kann, die über das ursprüngliche Sofortprogramm durch Einbeziehung der Bei- iragserhöhung und Regelung der Saisonarbeiter- f r ag e hinausgeht. Scheitert das an dem Widerstand der Deutschen Dolkspartei. dann fällt ihr auch die Verantwortung für die Schwierigkeiten zu. die au» der Notlag« der Erwerbslosenversiche- rung entstehen. Ein Versprechen an die Javaner. Vom holländischen Generalgouverneur. Amsterdam, 15. Juni.(Eigenbericht.) Der Doltsratln Dotovia wurde vom Generalgouverneur Graeff mit der üblichen Thronrede eröffnet. Er begrüßte die jetzt auch von den niederländischen Kammern angenommene Ver- fassungsreform und gab der Erwartung Ausdruck, daß poli- tische und gesellschaftlich« Freiheit eine ausbauende Politik er- möglichen würden. Er stellte die teilweise Aushebung der Rechtsungleichheit zwischen den verschiedenen Bcvölke- rungsgruppen und namentlich die Gleichstellung der CHI- nesen mit den Europäer» in Aussicht. Frankreichs Stunde. Das pariser Kabinett vor entfcheidendenBeschlüssen. Am Dienstag berät das Kabinett der französischen Re- publik über die auswärtige Lage, die sich aus dem Ab- schluß der Sachverständigenkonferenz ergeben hat. Von den Regierungen der drei wichtigsten Staaten Europas ist heute die französische die einzige, der kein Sozialist präsidiert und der überhaupt kein Sozialist ange- hört. Ob es in absehbarer Zeit möglich sein wird, einen Gleichklang zwischen London, Berlin und Paris in dieser Beziehung herzustellen, steht dahin. Der Verlauf des Partei- tags unserer französischen Genossen in Nancy bietet zur Be- urteilung dieser Frage keine sicheren Anhaltspunkte. Grund- sätzliche Gegnerin positiver Machtausübung ist die französische Sozialistenpartei keineswegs.„Wir haben sie," schreibt Leon Blum im„Populaire",„niemals abgelehnt und werden sie niemals ablehnen, wenn es gilt, sie auf dem Boden unseres Programms zu handhaben. Wir werden mit Notwendigkeit zu ihr geführt werden, sei es, wenn mir im gewählten Parlament die Mehrheit erreicht haben, sei es, wenn wir uns ihr so genähert haben wie die englische Ar- beiterpartei, sei es, wenn wir, wie die deutsche Sozialdemokratie, das stärkste Element deallein möglichen Mehrheit geworden sein werden." Von den drei Fällen, die Leon Blum anführt, ist le- dritte der wahrscheinlichste. Ob und wann er eintreten wird. kann jedoch von Berlin aus nicht beurteilt werden. Auszu- sprechen, daß wir uns über eine solch? Entwicklung freuen würden, ist kaum notwendig. Es ist aber auch kaum u.:t- wendig, hinzuzufügen, daß es sich hier um ein? Angelegen- beit handelt, über die ,zn entscheiden allein den frznzZsischcn j Sozialisten zkstcht. * Obgleich wir in Deutschland ein Dutzend Parteien haben aibt es hier nur sehr wenige Leute, denen die Regieruno Poincarck-Vriand lieber ist als die Regierung M a c i donald-Henderson. Diese wenigen rekrutieren sick einmal aus den Schichten, die ihr international-kapitalistischer Instinkt überall nach der bürgerlichen Seite hinzieht, dann aber aus jenen ultranationalistischen Kreisen, die zur Regie- rung Poincar�-Briand das Vertrauen hegen, sie würde eine echte und vollkommene Aussöhnung der beiden Völker schon zu verhindern wissen. Im allgemeinen aber besteht hier- zulande bis in die sich„national" nennenden Kreiie hinein eine lebhafte Sympathie für die neue englische Arbeiter- regierung. Keinen, der die Geschichte der letzten zehn Jahre miterlebt hat. kann das wundern. Indes dürfen die Schicksalsfragen der Außenpolitik nickii nach Symnathien und Antipathien' entschieden werden. Selbst wenn in Frankreich die Herrschaften der„Action franoaiie" regierten, von deren Theorien die gegenwärtige.französische Regierung erfreulich weit entfernt bleibt, so würde das nichi das allermindeste an der Tatsache ändern, daß Franzosen und Deutsche gemeinsam die Mitte des europäischen Kon- tinents bewohnen und daß von ihrem Verhältnis zueinander Krieg oder Frieden für Jahrhunderte abhängt. Darum muß die Außenpolitik der deutschen Sozialdemokratie auf die Her- stellung eines ehrlichen und unzerstörbaren Freundschaftsverhältnisses zwischen Frank- reich und Deutschland gerichtet bleiben, ganz gleichgültig, wie die augenblickliche französische Regierung aussieht und ob sie uns besser oder schlechter gefällt als die eines anderen Landes. Es würde einen bedauerlichen Rückschlag in einer hoff- nungsreichen außenpolitischen Entwicklung bedeuten, wenn man sich in Deutschland durch die nur zu verständliche Sym- vathie für Macdonald verleiten ließe, Frankreich zugunsten Englands zu diskriminieren. * Von der englischen Arbeiterregierunq erwartet man. daß sie auf außenpolitischem Gebiet eine starke Aktivität entfalten wird. In der Innenpolitik stößt sie auf erhebliche Schmie- rigkeiten, aber wenn sie für Abrüstung. Räumung der besetzten Gebiete- und internationale Verständigung eintritt, weiß sie die ungeheure Mehr- heit des englischen Volkes hinter sich. Wenn sich in Frank- r:ich verhärtete Reste einer alten Kriegsgesinnung länger he- haupten konnten als ij, England, so hat auch dies seine durch- aus verständlichen Gründe, denn England hat die Sckrecken der Invasion nicht kennen gelernt, und es hat keine zerstörten Gebiete. Für England war der Waffenganq mit Deutsch- land sozusagen«in weltgesckichtlicher Zwischenfall, für Frank- reich war er eine akute Krise, hervorgegangen aus einem chronischen Zustand. Darum gibt es auch heute noch Fran- zosen. denen der Mut fehlt, zu glauben, daß die Serie der deutsch-französischen Krieae im Jahre 1918 für alle Zeit ab- geschlossen worden ist. Soll ihre Kleingläubigkeit, ihr durch nichts zu besiegendes Mißtrauen für die Gestaltung der euro- päischen Politik in der nächsten Zeit zum entscheidenden Faktor werden? Das ist die Frage, die jetzt vor der Eni- scheidung steht. Kritisches zum Uouug-Plan. Wem kommen die Erleichierungen zugute? Auch zu der Zeit, da m Paris die Derl>andlungen vor dem Bruch zu stehen schienen, hörte in Deutschland die Diskussion über die Verteilung der zu erwartenden Ersparnis nicht einen Tag auf. Am eifrigsten wurde dos Fell des Bären, der noch nicht«iwnal er- legt mar, vor denjenigen verteilt, die ein sogenanntes«teuer- erlcichterungsprogromm— Abbau der Besitzsteuern»zum Zwecke der inneren Kapitolbiidung'— seit dem Wahlausfall vom 20. Mai J928 in der Tasche Holum. Inzwischen ist der Houng-Plan nachsiebzehnwöchiger Beratung zustande gekoimnen. Es wird den beteiligten Regierungen empfohlen, den Plan als Ganzes anzunehmen. Dazu ist zu sagen, daß die Annahn«„als Ganzes� sich nicht auf olle Empfehlungen und Anregungen über die Verteilung der Lasten- ersparnis beziehen tonn. Die Aufteilung der Wenigerleistung gegenüber dem Dawes-Plan, die im Haushaltsjahre 1329/30 rund 5S8 Millionen Mark betvagen wird, ist eine rein inner- deutsche Angelegenheit. Der Zoung-plan empfiehlt im 8. Abschnitt unter anderem, die S Milliarden Wiedergukmachungsschuld der deulscheu Industrie zu streichen...! Bekanntlich ist auf Grund des Dawss-Planes ein Industrie- belastungsgefetz erlassen worden. Don der Dank für deutsche Jndustrieobligationen sind dem Treuhänder der Siegerländer S Milliarden Schuldverschreibungen zu Losten der deutschen In- dustrie ausgehändigt worden. Diese Schuldverschreibungen sind mit S Prozent jährlich zu verzinsen und mit 1 Prozent zu amorti- sieren. Dies« Belastung ergibt für die deutsche Industrie eine jähr- liche Leistungspflicht von 300 Millionen Mark. Dazu schreibt der Voung-Plan: Diese Sonderbelastung unterscheidet sich, abgesehen von den Umständlichkeiten, die sie in der Gesetzgebung mit sich bringt, und der Erhebungsart. in keiner Weise von der gewöhnlichen Be- steuerung. Wir empfehlen, datz sie beseitigt und daß bei der Verteilung der steuerlichen Erleichterungen zu deren Durchführung unser Plan die deutsche Regierring instand setzen wird, die Auf- Heining berücksichtigt wird. Wir danken für diese Empfehlung, die die Lage der Finanzen des Deutschen Reiches nicht berücksichtigt. Unser« Angelegenheit wird es fein, zu überlegen, wie der Reichshausholl mit Hilfe der Minderausgoben bej unserer jährlichen Leistungspflicht gefestigt werden kann. Die Stabilisierung des Reichshaushaltes und die Klärung der Kaflenschwierigkeiten des Reiches gehen vor jede Steuerleichterung.— Recht unklar sind die Vorschläge d«r Kommission über die Veränderung der Verhättnisse bei der Reichsbahn. Visher leistet« die Deutsche Reichsbahngesellschast aus den an den Teuhändcr der Siegerstooten überg ebenen 11 Milliarden Eisenbahn- schuld verschreibungen jährlich 5 Prozent Zinsen und 1 Prozent Amortisation, das stich insgesamt jährlich 660 Millionen Mark. Außerdem hat die Reichsregierung aus der von der Reichsbahn er. hobenm Lcrkchrssteuer jährlich 290 Millionen Mark an Wieder» gutmachung abzuliefern. Jetzt sollen die Eisenbahirschuldverschrei- bungen verschwinden. Die deutsche Regierung soll die 600 Mit» lionen Mark jährlich von der Reichsbahn auf steuerlichem Wege er- heben und absühren,„nach dem vorliegenden Plane umsaßt li« direkte Steuer der Reichsbahngesellschast nöligensalls die Be- förderungssteuer mit"— so heißt es im Aoung-Plan. Mas soll das„nötigenfalls" heißen? Meinte die sOoung-Kam- Mission etwa, daß das Deutsch« Reich der Reichsbahngesellschaft einen Teil oder gor die gesamten 290 Millionen Mark der Verkehrs- steuer zu erlassen vermag? Sollte das jemand meinen, so hieß« das. mit diesen 230 Millionen und den 300 Millionen, die der Industrie erlassen würden, mehr Ermäßigung aufzuteilen, als überhaupt aufkommt. Angesichts solcher Vorschläge mutet es einigermaßen merkwürdig cm, daß«s im Doung-Plan weiter heißt: In der Tat mach die beträchtliche Verringerung des Haus- Haltsbeitrogs im Vergleich mit dem Dawes-Plan eine I o f o r t i g o Wiederaufnahm« des seit 1924 in Angriii genommenen Steuererleichterungsprogramms möglich. Der Aus- schuh hofft, daß weiter« Steuererleichterungen und eine �endgültige Reparationsregelung sich als ein starker Anreiz zur Steigerrmq der Spartätigkeit erweisen und damit wesentlich die für Deutsch land notwendige innere Kapitalbildung fördern werden. Woher sollen Steuererleichtevungen kommen, wenn die Minder- leistungen schon vorher gewissermaßen„automatisch" aufgeteilt wer- den und dies ohne Rücksich auf Kossenlage und Haushalt des Deut- scheu Reiches? Wir find der Auffassung, daß die Treuhänder die 11 Milliarden Reichsbahnfchuldverfchrerbungcn und die 3 Milliarden Industrie- schuldverschreibungen dem Deutschen Reiche auszuhändigen haben. Diese Schuldverschreibungen sollen ab 1. September>929 freies Eigentum des Reiches werden. Der Reichstag und im besonderen die Regierungsparteien, die Haushalt und Kassenlage genau kennen, haben dann zu entlcheiden. Wir sind dafür, daß dies« beiden Schuldendicnste mindestens erst einmal bis zur vollen Gesundung der Rsichsfinanzen weiter laufen müssen! Die„Deutsche Bergwerkszeitung" behauptet, über die Erspar- niss« au? den, Poung-Plan sei bereits mehr oder weniger„nach sozialistischen Grundsätzen" oerfügt. Unter diesen Grundsätzen oer> steht sie, daß die Ersparnisse„in den Berkehr übergefülirt werden". Angesichts dieser Demagogie ist deutlichste und frühzeitig« Stellung. nähme notwendig. Die Ersparvisse ans dem Foung-Plan gehören dem Reich und dem Volke, nicht irgendwelchen Interessenten! Kcinig. Räumung der besetzten Gebiete und Er- iedigung der Saarfrage werden am Dienstag im Pariser Kabinett zur Diskussion stehen. Sobald die Re- parationen geregelt sind, hat nach der fast allgemeinen Welt- meinung die Fortdauer der Besatzung jeden Rest von Sinn und Berechtigung verloren. Wenn aber die zweite und die dritte Zone frei werden— hat es dann noch«inen Zweck. die Regelung der Saarfrage noch bis zum letzten Termin, dem Jahre 1935, zu verschieben und diesen letzten Differenz- nunkt unbereinigt zu lassen? Dürfen der Lösung dieser Probleme Schwierigkeiten entstehen aus dem Plan jener iagenhaften„Kommission zur F e st st e l l u n g und Versöhnung", deren Lebensdauer mit Notwendigkeit eng begrenzt sein würde und deren Funktionen höchst Zweifel- hafter Natur sind? Wird die französische Republik erst nach langem Verhandeln und lebhaftem Zureden Dritter, scheinbar nur widerwillig und geschoben, sich zu halben Zugeständnissen bequemen, oder wird sie, den geschichtlichen Augenblick er- fassend, ganze Arbeit machen? Das ist die große Frage, die jetzt zur Entscheidung steht! « Wenn wir diese Frage auswerfen und keinen Zweifel daran lassen, welche Antwort uns erwünscht ist, so wissen wir uns dabei in voller Uebereinstimmung mit den Auffassungen, die in der englischen Arbeiterpartei maßgebend sind. Ihr kommt es ganz gewiß nicht darauf an, die Eng- länder gegenüber den Franzosen als die„besseren Menschen" erscheinen zu lassen. Ihr Ziel wie das unsere ist die Siche- rung des Weltfriedens, und ihr ist ebensogut wie uns be- kannt, daß auf dem Wege zu diesem Ziel die Herstellung eines dauernd guten Verhältnisses zwischen Deutschland und Frank- reich die erste und wichtigste Etappe ist. Sie will ebenso- wenig wie wir eine deutsch-englische Front gegen Frankreich, von der in Deutschland manche kindische Politikaster aus dem Bürgertum schon leise zu träumen beginnen. Die Zeit des diplomatischen Intrigenspiels, in dem einer dem andern gegenüber einen dritten auszuspielen versucht, muß für Europa vorüber sein. Frankreich, England und Deutschland sind berufen, auf neuen Wegen der Außenpolitik voranzugehen. Frankreich, England und Deutschland, von dem gleichen Geist der Demokratie, des sozialen Fortschritts und des unerschütterlichen Friedens- willens beseelt, sind imstande, aus dieser alten Welt eine neue zu schaffen. Daß Frankreich die geschichtliche Stunde er- k?nnen möge, ist unser Wunsch. Sollte er nicht zugleich der Wunsch eines jeden Franzosen sein, der sein Vaterland aufrichtig liebt? Thyssen erklärt. llnd Bernhard klagt gegen poenSgen. Endlich liegt eine Erklärung Fritz Thyssens vor zu den Mitteilungen, die der demokratische Abgeordnet« Georg Bernhard über seine Unterhaltung mit Schacht veröffentlicht hak. Bekanntlich soll Thyssen aus die Zlndeutung Schachts, die Ablehnung der Pariser Abmachungen würde eine schwere Wirtschastskris« herauf- beschwören, geantwortet haben:„Diese Krise brauche ich letzt!" Denn mit ihrem Austreten würden Lohnerhöhungen und! soziale Lasten von selbst verschwinden.- Dies« Mitteilungen Bernhards sind von demideiltschnatwnalen Ab- geordneten Kloenne im Reichstag als unrichtig, von dem Schwer- mdustriellen Poensgcn sogar als„erfunden" bezeichnet worden. Thyssen selbst hat bisher geschwiegen. Jetzt endlich wird ein Brief von ihm bekannt, den er an eine Berliner Zeitschrift richtete, die— zufällig?— dem Reichsbankpräsidenten Schacht naheitchen soll. Darin bestreitet Thyssen gleichfalls, die für die schwerindustriell« Ge- mütsoerfassung so kennzeichnende Aeuhcrung getan zu haben. Der Abg. Bernhard, der sich noch wie vor auf die Güte seiner Informationsquellen beruft, teilt dazu mit. daß er Herrn Poensgen wegen Beleidigung verklagt habe, um so die Möglichkeit zu haben, durch eidliche Aussagen den wahren Hergang feststellen zu lassen. Man wird»ach etlichen Monalcn möglicherweise Näheres über die Gespräche der Schwerindustriellen in der Villa Hügel bei Essen erfahren. Sicher ist das nicht. Denn es gibt bekanntlich auch ge- nchtliche Bergleiche. Stefan Großmann. Zur Ergänzung einer Selbstbiographie. Herr Stefan Großmann schreibt in seinem„Tagebuch": „Seit meinem vierzehnten Jahr bewegen mich die Fragen des Sozialismus, auf der Realschule las ich Victor Adlers„Gleichheit" insgeheim unter der Schulbank, dann als Student saß ick in Brüssel zu Krapotkins und Roclus Füßen, für den Vulgärsozialismus schon verdorben, als junger Mann diente ick vierzehn Jahr« neben Victor Adler, der einer der weisesten, gütigsten und heitersten Geister und deshalb der toleranteste Führer gewesen ist. Nack Deutschland übersiedelt, fragte ick mich lange: Soll ich der Sozialdemokratischen Partei beitreten? Aber wie ich mir auch zuredete, sobald ich nur mit einem der Unteroffizier« sprach— und die deutsche Partei ist ja immer nur von Unteroffizieren ge- leitet gewesen— Hab« ich mir selbst sogleich den Eintritt verboten. Der„Vorwärts" hat mich dieser Tage ein«„Marionette" genannt. Ach, wenn ich Marionettentalent ge> babt hätte, wie bequem hätte ich mich dann vor und nach dem Kriege in der Nähe meiner Iugendkameraden Stampfer und Hilfer- ding niederlassen können, wäre heute längst M. d. R.(Mittelmäßig- teit in der Reserve), vielleicht, wenn ich Freund Hilferdings Arn- oistentrieb hätte. Minister gar oder, was fast dasselbe, ober doch noch schöner ist, Minister a. D. Ein" nicht zu besiegender Trieb zur Unabhängigkeit hiett mich Marionette ein Leben lang so ziemlich an derselben Stelle— als Einzelner neben dem sozio- 'listijchen Lagerleben, gleich weit entfernt vom bürgerlichen wie vom sozialdemokratisch e r. Philistertum. Dazu nur eine trockene Feststellung: Herr Stefan Großmann hat der Sozialdemokratischen Partei imd dem.Vorwärts" wieder- holt unaufgefordert, aber höchst eindringlich, seine Dienst« an- geboten. Zuletzt geschah dies erst vor einigen Monaten. Wenn sein�.„Niederlassung" in der Parte! nicht gelang, so log dos an dem Urteil über feine Persönlichkeit, das sich im Lgufe der Jahre Heraue- gebildet hatte. Ob er die Zlbsicht hatte, Minister zu werden, entzieht sich unserer Kenntnis— ebenso aus welchen Gründen er jetzt die Sozialdemokratie und den.Vorwärts" bescliimpft. Im übrigen lehnen H! l f« r d i n g und Stampfer jede ...Kameradschaft" mit Herrn Großmann ebenso entschieden ab, wie sich Viktor Adl«r die Berufung auf ihn verbitten würde, wenn er noch lobte. Die bulgarische Amncstievorlage wurde von der Kammer grund- satzlich dem Amnestiegesetzentwurs zustimmend einem Ausschuß über- wiesen. Ministerpräsident Liaptschefs betonte die Notwendigkeit, die Bergangenheitzu vergessen, um die Einigkeit des Landes zu jestigeu. Staatsgerichishof gegen pilsudfki. Zeugenladvng beschlossen. Warschau, 15. Juni. Der Slaategerichtshof hat zur Verhandlungsführung im(fall Ezechowicz beschlossen, den bereits veröfsentlichten Brief pilsudskis an den Gerichtspräsidenten nicht zu den Akten zu nehmen, vielmehr sollen PUsudski und die Minister Barkel. SNadkowski und Zurkie- wicz als Zeugen zur Hauptverhaadlung End« dieses Monats ge- laden werden. Mau sieht in diesem Beschluß eine Kampfansage an Msudski. Er betrachtet sich als Vorgesetzten oller Znstoazea, auch des Staal-gerichtshofes. weshalb er dessen Anordnungen nicht folgen brauche. Tschechisch-polnischer Gprachenkonflitt in Tesche». Marschau. 13. Juni. Wie der„Äurjer Ezerwony"(Roter Kurier) meldet, haben In dem tschechischen Teil von Tesche» die Behörden die polnischen Straßentafeln entfernt und nur die tschechisch und deutsch ge- schriebenen belassen. Oer Ltebersatl auf Willemstad. Anfrage des Völkerbundes. Amsterdam. 15. Juni.(Eigenbericht.) Das Sekretariat des Völkerbundes hat die niederländisch« Regie- rung um Auskunst wegen der Vorkommnisse in Curaqao gebeten. Der niederländische Gesandte in Madird hat auf Anweisung d-r Regierung dem dort anwesenden Generalsekretär des Völkerbundes diese Auskunft erteilt. Die Regierung beabsichtigt nicht, den Vorfall zum Gegenstand einer Besprechung im Völkerbundsrat zu machen. Der Notenwechsel zwischen den Niederlanden und Venezuela wird bestätigt. Die niederländische Regierung hat ihr Bedauern ausge- sprochen, da der A u f st a n d von ihrem Gebiet ausgegangen ist. In W i l l e m st a d wurden 10 Venezolaner verhaftet, die der Beteiligung an dem llcberfall auf die Stadt dringend verdächtig sind. Sperrgeseh gegen Feudalrenien. Vorlage des Reichsjustizministers. Der Reichsjustizminister hat dem Reichstag einen Gesetzentwurf betreffend Aussetzung von Rechts st reitigkeiten über ältere staatliche Renten zugelegt Es handelt sich um alle die Renten, die von dem gegenwärtig im Rechtsausschuß des Reichs- tags beratenen Entwurf über die Neuregelung älterer staatlicher Renten— das heißt der ,.S t a n d e s h e r r e n"- R e n t e n, die zum Teil noch auf die Leibeigenschaft zurückgehen— betroffen werden. Die Recktsstreiiigkeiten, die zwischen den Verpfiichieten und Berechtigten bei deutfchen Gerichten, AuftvertungsstellÄN oder Schiedsgerichten anhängig sind oder anhängig werden, sollen auf Antrag einer Partei bis zum Inkrafttreten der reichsgesetzlichen Regelung ausgesetzt werden. Disses Gesetz soll bis Zl. März 1930 Geltung haben. Zur Begründung wird darauf hingewiesen, daß nach Lag« der parlamentarischen Arbeiten eine Verabschiedung des vom Rechts- ausschuß beratenen Entwurfs vor der Vertagung nicht rühr zu erwarten ist. Es müsse daher damit gerechnet werden, daß vor Ver- abschiedung des Gesetzes Wer einzelne der neu zu regelnden Rentenverpflichtungen noch rechtskräftige gerichtliche Ent- scheidungen ergehen. Diese Entscheidungen würden dann von der in Aussicht genommenen Neuregelung ausgenommen fein, was schon wegen der sich daraus ergebenden Ilngleichtzeiten nn- erwünscht Oer linksbürgerliche Münzenberg. Eine turchsichtige Maskerode. Ein interessant«? Beispiel der Einschätzung kommunistischer Reichstagsabgeordneter liefert die parteikommunistische„Reue Zeitung" in München. In ihrer Nummer 117 druckt st« einen Artikel noch und bemerkt dazu in ihrer Einleitung: „Die linksbürgerliche Zeitung„Berlin am Morgen" oerötfentlicht folgende aufsehenerregeird« Enthüllungen:.. Es ist immerhin interessant, daß kanimunistische Zeitungen Herrn Münzenberg bescheinigen, er gebe linksbürgeriiche Zeitungen heraus. Der Zweck der llebung ist natürlich die Verschleierung des reinen Parteicharokters der Münzenberg-Presse. Wozu die Ver» schleierung? Weil die Leser der kommunistischen Presse bürger» liche Zeitungen für glaubhafter halten alz-ihre eigenen Parteizeitungen.' Coiy vor Gericht. Parfüm-' und Zeiiuugsfabrikaat. Paris, 13. Iun>.(Eigenbericht.) Der Parsit meriefabrikant und Zeitungsdiktator E o t y stand vor dem Polizeigericht wegen Vergehen gegen das Pressegesetz. Er wird von den drei großen französischen Zeitungsoereinigungen, die ihn wegen der Konkurrenz seines Blattes„Ami du Pcu.pl«" ver, folgen,. beschuldigt, von ihn, geäußerte Lügen und Beschuldigungen trotz eingesandter Berichriguirgen in seinen Blättern nicht berichtigt zu habe«. Di« Kläger suchten nicht ohne Erfolg zu beweisen, daß der Patriotismus E o t y s an feiner Gefchäftstiichtigkeit«in Ende findet, und legten zwei auch in Deutschland verbreitete Propaganda- schriften vor. In der einen. erklärt Coty, er sei stets für die Rück- gäbe der früheren deutschen Kolonien eingetreten, in der an- deren hebt«r zum Beweise seiner Deustchenfreundlichteft hervor, er Hab« verschiedentlich Propaganda für deutsch« Automobil- marken gemacht! Oesterreich wartet aus deutsche Ehereform. Im Justizausschuß de? Nationalrats wurde von sozialdemokratischer Seit« die Frage der Ehereform aufgeworfen. An den Justizminisier wurde die Frag« gestellt, was geschehen sei, um den Beschluß des National- rais durchzuführen,«in« Angleichung an das deutsch« Eherecht in di« Wege zu leiten. Der Iustizminister antwortete,«s seien bereits Vorarbeiten im Gange. Da jedoch in Deutschland«ine teilweis« Aenderung des Eherechts beabsichtigt[ei, wolle er zunächst die Re- form abwarten. Die Besteuerung der Landwirtschaft. Das Reichsfinanz- Ministerium teilt mil: Der Rcichsminister der Finanzen hat zur Prüfung der Frage einer verein ja cht« n Besteuerung der Landwirtschaft ein« Kommission eingesetzt, die aus Ver- tretern des Reichstags, der Landwirtschaft und der Wissenschaft be- steht und unter seinem Vorsitz tagen soll. Die Kommission soll insbesondere die Frage prüfen, ob es möglich sein wird, die gegen- wärtig auf der Landwirtschaft ruhenden Steuern durch eine einheit- liche Steuer zu ersetzen. Die erste Besprechung soll am 23. Juni stattfinden. Die südafrlkanifchen Wahlen. Die neuesten Berichte melden folgende Wahlergebnisse: Nationalisten 71, Südasrikanifche Partei 39. Creswell-Arbelterparte! 5. Sezefsionisten der Arbeiter- parte! 3 Mandate. Di« Ergebnisse von zehn Wahlkressen stehen noch au». Hugenvergs Sieg über Westarp. Der deotfchnatioaale Vorstand erklärt sich für souverän. Wie wir bereits mitteilten, hatte eine Sitzung des Vor» stand es de» Deutschnationalen Partei sich mit dem Kompetenzkonflikt zwischen der Reichstags- fraktion(Westarp) und dem Parteioorsitzenden Hugenberg zu befassen. Ueber diese Sitzung wird ein offiziöser Bericht ausgegeben, der über die entscheidende Frage sagt: Ueber die Anregung Dr. o. Winterfeld ts wurde mit allen gegen die Stimme des Reichstagsabgeordneten Hartwig nach eingehender Aussprach« folgender Antrag angenommen „Der Parteivorstand ist einmütig der Auffassung, daß es das Recht und die Pflicht des Parleivorflandes und seines vor- sitzenden ist. die Richtlinien der Politik der Peutschnalionalen Volks- parte! entscheidend festzulegen. Dazu gehört insbesondere die Ent- scheidung über die Frage einer Beteiligung au der R e gi e ru n g." Der Vorstand bescheinigt sich demnach selbst, daß er gegen- über der Reichstagsfraktion souveräne Gewalt hat. E r kann entscheidend" die Richtlinien der deutschnationalen Politik festlegen, die Fraktion hat zu kuschen, besonders wenn sie die Absicht haben sollte, wieder in die Regierung einzutreten. So weit ist es jedoch noch nicht. Und vor dieser Gefahr bleibt die Hugenberg-Partei hoffentlich noch recht lange bewahrt, damit die Feldherrnkunst ihres großen papiergewaltigen Führers sich voll auswirken kann. * Der deutschnationale Parteioorstand hat sich in der gleichen Sitzung aber auch noch sehr ausgiebig mit der Reparation«- frage beschöftigt. Wie nicht anders zu erwarten, wurde dos W- kommen von Paris in Grund und Boden verdammt. Darm wurde die„Taktik" auf folgenden Plan festgelegt: Die Deutschnationalen werden im Reichstag den Antrag stellen, die Verkündung eines kommenden Tenehmigungs- g e s e tz e s für den Sachverständigenplan auf Grund des Artikels 72 der Reichsverfassung auf zwei Monate auszusetzen Danach soll ein Volksbegehren(!) gegen dieses Genehmigungsgesetz ein- geleitet werden. Dieser Plan bedeutet, daß die Deutschnationalen sich aus der praktischen Politik völlig zurückziehen wollen, um der P o l i t i k d e r leeren Demonstrationen zu huldigen. Um die Aussetzung der Derkündung eines kommenden Genehmigungsgesetzcs zu erzielen, müssen die Deutschnationalen«in Drittel des Reichstages auf ihren Antrag vereinigen. Selbst wenn neben den Landbund- Vertretern, den Nationalsozialisten, und der Dolksrechtspartei noch sämtliche Kommuni st en mit Hugenberg gemeinsame Sache machen würden, so würde dieser Block immer noch nicht ein Drittel des Reichstage? ausmachen. Gesetzt den Fall aber, daß sich wirklich «in Drittel de» Reichstages bereitfinden würde, die Hugenbergschen Narrheiten mitzumachen, so wird es diesem Block niemals gelingen. einen Volksentscheid duhhzubringen, bei dem sich nach der Vorschrift des Artikels 7S der Reich«,erfassung dieMehrheitd«rStimm- berechtigten an der Abstimmung beteiligen muß. Und was märe dies für ein Volksentscheid! Ein Volksentscheid gegen die niedrigen Annuitäten des Voung-Planes für die höhere Summe des Dawes-Plan«sl Mit diesem Dorschlag hat die fjugenbergsche Narretei den G i p se l erreicht: die Deutschnationale Votkt- Partei als Einleitsrin eines Dalksbegehrens'für den DächeS-PlaNl Die Herrschaften zweifeln selbst daran, daß ihnen dieser Plan gelingen könnte. Sie kündigen deshalb an, daß sie ein weiteres VolksbegehrenfürdenWiderrufderKriegsschuld- lüge einbring«» werden. Zu der Aussicht auf das Stahlhelm- Volksbegehren— wann steigt es endlich?— erhalten wir die Aufsicht auf zwei weitere Volksbegehren von ähnlichem Kaliber. Da haben die Deutschnationalen in Ermangelung praktischer Politik wemgstens etwas, wovon sie in ihren Versammlungen reden können. Wie eine„Enihülwng" entsieht. Hilferding:„Hier, meine Herreu, überreiche ich die Oenkschrist, die ich über die Llnregelwäßigkeiten bei Aufwertung der Kriegsanleihe verfaßt habe." „Ei, ei, da stehen ja interessante Dinge drin. Davon Hab ich gar nichts gewußt!" „Na, das wollen wir mal gehörig ausschlachten!— Das muß e»ne Senfotton geben!" Wie die Auswertung sich gestaltete Löblich unterworfen... Teddy befiehlt— Gwert muß zu Kreuze kriechen. Oer Spionageprozeß Kaloui. presse-Information bei einem anderen Offiziersprozeß. Prag, 15. Juni. Nach fünftägiger Verhandlung verurteilte heute das Präger Divisionsgericht den wegen Betrugs mit Baulosen ange- klagten Rechnungs-Oberleutnant Hugo Sidek zudreiIahren schweren Kerkers, verschärft durch Einzelhaft m je sechs Monaten und einmaliges Fasten und hartes Lager in jedem Monat sowie zum Verlust des Wahlrechts. Gleichzeitig wurde ihm die mili- «arische Charge aberkannt und der Verlust seiner Auszeichnungen ausgesprochen. In der Pause vor der Urteilsverkündung informierte der Justiz- major Dr. Denacek dl« Journalisten über den Stand der Unter- suchung gegen den Kapitän F a l o u t: es sei bereits festgestellt, in welcher Zeit Falout Spionagedienste geleistet, was er verraten, für wen er Spionage getrieben habe und für welche Entlohnung, von wem er den Paß hatte, ob und wie oft er als Spion tätig gewesen sei. In ungefähr einer Woche würden die Sachverständigen des Gsneralstabs ihr Gutachten erstatten. Zur Perhandlung dürfte es in der ersten Hälfte des Juli kommen. Die Verhandlung wivd g e- heim sein. Berliner Festspiele. „Florian Geyer" im Staatstheater. Nach der Weber-Vorstellung folgte das Spiel von„Florian G e y e r", die Tragödie von der deutscheu Zwietracht. Es war die elte, wirklich großartige Inszenierung Leopold Zehners mit den wohlbewährten Kräften. Klopfer spielte den Florian Geyer mit seiner unendlichen Ausdauer, aber auch mit seiner großen Herzlich. keit und schlichten Natur. Dieser Abend bot wirtlich«in Festspiel. Gerhart Hauptmann wollt« erscheinen. Kvankhe'it hinderte ihn daran. Doch das volle-Haus bewies, wie sehr es mit diesem Werke verbunden, wie sehr es willens ist, dem Szenenmeister Jeßncr nach seinen wirklichen Verdiensten gegen alle parteiischen Anfein- düngen zu verteidigen. M. H. „Andr6 Eh6mer" in der Lindenoper. Im Rahmen der Berliner Festspiele gelangte gestern Umberto Giordanos musikalisches Drama„Andre Ehenier" zur Erstauf- führung. Das Werk des Puccini-Zeitgenossen vermag heute nur mehr in einzelnen Teilen stärker anzusprechen, findet aber Dank überaus glücklicher Besetzung der Hauptrollen und in wirkungsvoller Insze» nierung lebhaften Erfolg, der den anwesenden Komponisten mit den Mitwirkenden oft vor die Rampe ruft. 9. P. Der kommunistische Parteitag hat geendet, wie vorauszusehen war: die Versuche der„Versöhnler", irgendwie eine Anerkennung ihrer Absichten zu erreichen, wurden durch den großen Bannstrahl zerschmettert. Teddy Thälmann stellte in seinem Schlußwort das Verlangen nach völliger Unterwerfung. Und sie unter- warsenf uht�Der Antrag Thülmanns, der von den Versöhnlern entweder b e d i n g u n g s lo s e' U N t�r r fun g unter die Partcidisziplin oder ihren Ausschluß verlangte, wurde gegen ein« Stimme zum Beschluß erhoben. E w e r t gab darauf die Erklärung ob. daß er und seine Freunde sich der Parteidisziplin und den Be- schlüssen des Parteitages unterwerfen wollten. Das genügte aber noch nicht, und so ergänzte er seine Erklärung auf ein« weitere Aufforderung Thälmanns dahin, daß er auch feine dem Parteitag vorgelegte Denkschrift zurückziehe! Mehr Ueberzeugungstreue kann niemand verlangen. Aber trotz ihr bleibf die Situation für die„Versöhnler" auswegslos. Sic sind zur zweiten Klasse des Soldatenstandes degradiert, sie stehen auf der Liste derer, die demnächst hinausgeworfen werden. Der geringste Anlaß, die leiseste Kritik an den politischen Dumm- Helten, die die Kommunistische Partei unter der glorreichen Führung Thälmanns und seiner Hintermänner begeht, wird ihnen das Schicksal der Brandler und Thalheimer bringen. Lebendige politische Problematik ist nicht mehr in dieser Partei. Wo die feste, sichere politische Linie, wo der feste Blick für die Realität fehlt, da bleibt nur noch das gewissenlose Spiel politischer Ignoranten auf dem Rücken der Arbeiterschaft. Die Kommunisten von heute greifen nach dem Strohhalm der Un- organisierten. Das ist noch immer der Ausweg derer gewesen, die nicht warten können, weil sie innerlich rein putschistisch dachten, weil sie die große bewegende Kraft des Sozialismus niemals verstanden haben. Alles, das, was als Vertreter dieser sogenannten neuen Linie in der Gewerkschaststaktlk der Kommunist Paul Merker dem Partei- tag erzählte, haben wir schon lange vor dem Kriege gehört. Die Hoffnung, mit Hilfe der Unorganisierten die Gewerkschaften zer- schlagen zu können und den geordneten stetig vorwärts schreitenden Kampf der organisierten Arbeiterbewegung zu ersetzen durch ziel- lose, zwecklose und aussichtslos« Kämpfe— das ist genau das, was die Anarcho-Syndikalisten in der Vorkriegszeit vertreten haben. Aehnlich wie Merker auf diesem Parteitag hat bereits Wil- Helm Kosnen in der Zeit der Nationalversammlung über das Problem der Unorganisierten gesprochen. Trotzdem ist die Entwick- lung der organisierten Arbeiterbewegung von Erfolg zu Erfolg vor- vorwärts geschritten. Die neue Gewerkschaftstaktik der Kommunisten wird nicht zu einer Zerstörung der gewerkschaftlichen Arbeiter- bewegung führen, sie wird die Kommunistische Partei n o ch t i e f« r in den Bankerott hineinreiten. Schon wieder neue Opposition. Von kommunistischer Seite wird uns geschrieben: Wahrend Thälmann auf dem Parteitag als der Zerschmetterer der Versöhnler auftritt, hat sich bereits eine neue Oppositionsgruppe in der KPD. gebildet, die die Thälmami-Zentrale von links berennt. Diese Gruppe wird geführt von den Reichstagsabgeordneten B e r tz• Chemnitz, Reichstagsabgeordneten Dr. Neubauer(Polsekretär in Düsseldori) und dein, preußischen Landtagsabgeordnetcn Grub«, zurzeit Polfekretär in Magdeburg. Die Spitzengruppe der Versöhnler soll nach einem Ausspruch der Thälmann-Leute a t o m i s i e r t werden. Zunächst hat man das geistige Haupt dieser Gruppe Gerhard— ein Bruder Ruth Fischers— durch Stalin nach M. ostau zftieren lassen, wo Gerhard«ine Mission i n C h i n a erhielt. Eine ähnliche Kalistellung soll nunmehr. auch der. Reichstagsabgeordnete E w c rt erfahren, der noch vor einem Jahr in der KPD. der Allmächtige war und bereits anfing, Thälmann in den Schatten zu stellen. Ter Reichstagsabge- ordnete Dietrich wurde wegen seiner Zugehörigkeit zur Der- söhnlergruppe setner Funktion als Redakteur der.Roten Fahne" enthoben und nach Moskau befohlen, wo er wit dem Ressort der .Revolutionierung" Palästinas und Aegyptens betraut wurde...1 Verlorene Liebesmüh. Oer„Derein zur Bekämpfung der(Sozialdemokratie". Während der kommunistische Parteitag die Reste der ..Versöhnler" in Staub„analysierte", müssen kommunistische Sendboten bekannten Sozialdemokraten Flugblätter in den Briefkasten werfen, die sich mit dem— Magdeburger Partei« tag der Sozialdemokratie beschäftigen. Ein Parteigenosse, dem zum zweitenmal diese hektographierte Weisheit übermittelt wurde, sendet es uns zu, damit auch wir erfahren, in wie schwerer Gefahr die sozialdemokratischen Arbeiter sich be- finden, wenn sie sich nicht schleunigst unter die schützenden Fittiche Thälmann-Stalins begeben. Mit welchen Gefühlen unsere Genoffen diese sorgenden Zuschriften der Kommunisten aufnehmen, mag de/ Begleitbrief sagen, den der Empfänger der letzten Sendung an unsere Redaktion schrieb. Er lautet: „Werte Genossen! Beiliegender auf weißem Papier festgehaltener Blödsinn wurde mir heute morgen kurz noch Sonnenaufgang wahrscheinlich durch den Zeitungsboten der„Roten Fahne" zugestellt. Ohne darauf näher einzugehen, muß man sich doch wundern, daß sich diese Eunuch«» immer dann an die sozialdemokratische Arbeiterschaft wenden, wenn s i e aus eigener Kraft ihren Porteikarren nicht mehr flott bekommen. Schon vor einiger Zeit wurde mir ein ähnlicher Wisch zugestellt, welchen ich meinem Abtcilungs- leiter übergab. Aber nicht alle Parteigenossen werden mit solchem Dreck bedacht, sondern nur einzelne. Wenn der„Verein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" glaubt, aus unseren Genossen Gesinnungslumpen machen zu können, soll er sich arg getäuscht haben. Haben denn diese Volks- betrüger aus dem Panzerkreuzer-Volksbegehren und anderen Dingen noch nicht gelernt? Glauben sie denn, daß wir ihnen die Stiefel lecken, wenn sie uns mit„Arbeiterverräter",„Arbeitcr- mörder",„Sozialfaschisten" u. a. titulieren bzw. uns tällich angreifen. sogar vor Morden nicht zurückschrecken? Nur weiter so, und desto fester wird der Block, an dem olle Angriffe zerscheslcn. Für uns und große Arbeitermasse» ist die Sozialdemokratie die einzige Partei, welche die Interessen der werktätigen Masse konsequent vertritt, während wir diese servilen Partei» bonzen der KPD. als Parasiten und Betrüger betrachten. Deshalb: nun erst recht Mitglied der Sszialdemokralie!" Die Antwort ist zwar kurz, ober, wie uns scheint, von u n m i ß v e r st ä n d l i ch e r Deutlichkeit. Vielleicht wird sie ausnahmsweise auch bei Pieck und Thälmann verstanden, die sich ja etwas darauf zugute tun,„volkstümlich" zu werden. Gialm läßi säubern. Tomiki erledigf. Am 15. Juni begann in Moskau die große Säuberung der. Ortsorganisation der Kommunistischen Partei und der Moskauer S o w j e t b e h ö rhe n. An der Spitze der Unter- suchungstommission steht Ziwziwadse. ein Landsmann Stalins. Zu- nächst werden die Organe des Arbeitskommissoriats und des Finanz- kommissariats, vom l. Juli ob die Sowjetgcrichie, die Staatsanwalt- fchaft und die Poüze!„gesäubert". Das Exekutivkomitee der Gew.erks6)oftsinter- nationale in Moskau verurteilte dle Rechtsströmungen, die sich in der russichen Gewerkschaftsleitung gezeigt hatten, rmd billigte deren Beschluß, aus der Leitung der russischen Gewerkschaften Tomski und einige andere Mitglieder abzuberufen. Oer Gpitzelprozeß in Besan�on. Autonomist Roos vor Gericht. Besanxoa(über Paris). IS. Juni.(Eigenbericht.) Prozeß Roos trat als Hauptbelastungszeuge der aus dem Kolmarer Prozeß bekannte Pollzeikommissar Bauer auf, der die schon hundertmal wiederholte Geschichte der Autono- mistenbewegung zum besten gab, wie man sie in Paris zu schreiben pflegt: ein Kongreß ISA in Baden-Baden, einige Zitate aus der Locarno-Debatte im Reichstag, die berühmte Gesell- schaft„E r w i n I a" u. a. m. kam in langen Ausführungen zur Sprache, ohne daß bis jetzt recht ersichllich wäre, wie dadurch das Bestehen eines regelrechten Komplotts und die Teilnahme des An- geklagten daran bewiesen werden soll. Dann wurde ein Herr Schneider aus Straßburg oernom- men. der lange in der autonomislischen Bewegung gestanden und mit Baron Klaus Zorn von Bulach die elsässifche Partei ge- gründet haben soll. Er erklärt, daß Regierungspartei im Elsaß lediglich die Polizei sei und berichtet über ein Abenteuer, das er in Appenweier in Baden gehabt habe. Auf Grund einer Korrespondenz.mit einer unter dem Pseudonym„Erika Schulz* verborgenen Person- lichkeit habe er sich nach Appenweier begeben, sei jedoch auf einen deutschen Gendarmen gestoßen, der ihn über die Grenze zurück» weisen wollt«. Plötzlich seien zwei andere Personen auf ihn zugetreten, die der Gendarm anscheinend kannte. Sie hätten ihn um Auskünfte über die Brückenköpfe und Straßen, sowie um die Beschaffung von Militärausweisen gebeten, ihm 100 Mark und Zigarren gegeben. Er sei nach Straßburg zurück- gekehrt und habe oll das dem Polizeikommissar Bauer erzählt. E r st a u n t sei er darüber gewesen daß Bauer ihm vor Beginn des Berhörs S ü Francs in die Hand gedrückt habe. Die sran- zösischc Polizei scheint allerdings mit Schneider nicht sehr sanft um- gesprungen zu sein, denn er beklagt sich darüber, daß, als er über den angeblichen Spionagefall Baumann-Köhler hätte Auskunft geben sollen, die Polizei seine Auskunft für nicht ausreichend be- funden habe. Darauf habe man ihm mitsamt seinen fünf Kindern auf die Straße gesetzt. Ich hasse Frankreich nicht, so er- klärte der Zeuge, aber ich verabscheue diejenigen, die an dem elsässischen Mißbehagen wirklich schuld sind. Leute, wie Polizeikommisiar Bauer suchen überall zu stänkern und richten dadurch im Elsaß Unheil an. Auf eine Frage, welchen Eindruck er von seinem Appenweier Abenteuer habe, antwortet der Zeuge, ich habe gemeint, daß ich durch den französischen Gegenspionagedienst in«ine Falle gelockt worden bin. Der Borsitzende fragt:„Haben Sie dafür einen Beweis?* Der Zeuge antwortet: Ich habe niemals den Beweis des Gegen- teils gehabt. Nächster Zeug« ist der Bürgermeister von Hagenau, K c p p i, srüherer Generalsekretär des Heimatbundes. Keppi ist aus persönlichen Gründen vom Heimatbund geschieden, erklärt aber, er sei A u t o n o m i st geblieben und gibt u. a. an, Ministerpräsi- dcnt P o i n c a r 6 habe feierlich versprochen, daß man nicht an der konfessionellen Schule rütteln wolle. Man habe von der Regierung hierüber ein bindendes Versprechen haben wollen, sei jedoch niemals erhört worden. Nächster Zeuge ist der Senator des Departements Ober- rhein, General Bourgeois, der als den Ausgongspunkt der autonomistischen Bewegung die Gründung der„Zukunft* ansieht. Die„Zukunft habe schließlich auch den Gedanken einer Los- l ö s u n g des Elsaß von Frankreich verteidigt. Bourgeois bespricht dann das Programm des Heimatbundes und legt den Wunsch der Autonomifleu, daß ha«sässer im Elsaß Militär- dienst ton und von denlschsprechenden Offizieren befehligt werden solle. so aus, daß die Autonomisten im Elsaß ein kleines deutsches Heer schaffen wollten. Die Verteidiger legen gegen diese Aussage Protest«in. Der Generalstaatsanwalt läßt sich von dem Zeugen bestätigen, daß die autonomistische Bewegung das Vorspiel für eine neue Zerklüftung Frankreichs sein würde und diese wieder ein Casus belli wäre? Rechtsanwalt Fourrier: Sind Sie nicht selbst für ein« gewisse Autonomie? Bourgeois verneint und erklärt, er fei nur Regionalist, wie sehr viele Leute, darunter auch M i l l e r a n d. Der Anwalt behält sich darauf vor, den Zeugen noch einmal zitieren zu lasten, wenn zwei andere an der Verteidi- gung geladene Zeugen, nämlich Abbö Haegy und Senator Abbe Müller, gehört sein werden. Polizeikommissar Becker machte Aussagen, die verschiedentlich den Protest der Verteidigung und zum Schluß die Erklärung des Dr. Roos veranlaßten, daß die Behauptungen des Zeugen er- logen seien. Becker habe u. a. erNärt, daß in der Aulonomistenangelegenhell drei Verräter tätig seien- Pinck, Hirzei und Roos. Dr. Ricklin selbst habe ihm erklärt: Ich überlasse Ihnen diese Leute Decker behauptet«, Roos stehe im Dien st der deutschen Spionage. Auf die Frage des Rechtsanwalts Fourrier, worauf er diese Behauptung stütze. erwiderte der Zeuge, er wolle nicht die Namen derer nennen, die ihn unterrichtet hätten. Fourrier erwiderte, die Gewährsleute des Zeugen seien bekannt: es handle sich um eine in der Schweiz lebende Persönlichkeit, die bereits dreizehnmal vorbestraft sei. Wehrdebaiie des Reichstags. Militärbegeisterung rechts— Reichswehrhaß äußerst linls. In der gestrigen Reichstagssitzung sprach nach dem Abg. S ch ö p f l i n(Soz.), dessen Rede wir schon veröffentlicht haben, Abg. Brüninghaus(DVP.) Er erinnert daran, daß vor zehn Iahren Noske die Grundlagen für die jetzige Reichswehr geschaf'en habe. Das sozialdemokratische Wehrprogramm enthalte manche be- denkliche Stellen. Immerhin, so fährt der Redner fort, hat die Sozialdemokratie schon Fortschritt« gemacht gegenüber ihrer Haltung vor einigen Jahren, wo aus ihren Kreisen das österreichische System propagiert wurde. Wenn man die Republikanisierung der Reichs- wehr fordert, so muß erst wieder unterschieden werden zwischen der demokratischen und der sozialistischen Republik. Bei den hohen An- forderungen, die unsere Offiziere erfüllen müssen, wird auf«ine ab- geschlossene Schulbildung nicht verzichtet werden können. Die Der- sovgung der entlassenen Reichswehrangehörigen muß schleunigst ver- bessert werden. Das Wahlrecht wird man den Soldaten nicht geben können, wenn man sie nicht politisieren will. Abg. Dr. Külz(Dem.) äußert sich vermittelnd und ausgleichend über Traditionspflege und Republikanismus. Abg. Sachsenberg(Wp.) mißbilligt in großer Militärbegeiste- rung die öffentlich« Besprechung von Wehrfragen und lehnt den Begriff oerwerfticher„schwarzer* Rüstung ab. Abg. v. Epp(Ratsaz.): Wir erwarten, daß die gekürzten Po- sitionen im nächsten Jahr wieder hergestellt werden. Abg. Loibl(Bayer. Vp.): In der Reichswehr muß die Tra- dition der alten Annee gepflegt werden. Darin liegt keine Ge- fährdung der Treu« zum heutigen Staat. Eine Disziplin, die nur auf Furcht vor Strafe aufgebaut ist, wäre völlig unbrauchbar. Der Führer muß das Vertrauen der Mannschaft haben. Reichswehrminiffer&rotntr erwidert dem Abg. Schöpflin: Ich weiche heute ab von keinem Wort, das ich im Ausschuß gesprochen hob«. Ebenso bleibt die Reichswehr der Republik fest und ohne Schwanken treu. ZPenn Abg. o. Lettow befürchtet, daß ich ins Schlepptau des Innen- nnnisters geraten werde, so kann ich versichern, mein Motor ist so illtakt. daß ich kein Schlepptau brauche. ver Znuenminister, mit dem ich vorzüglich zusammenarbeite. will sicherlich auch kein Schlepptau nach mir auswerfen. Ich habe gar nichts dagegen, wenn bis in die tiefsten Tiefen des Etats hinein- geleuchtet wird. Ich gebe zu. daß die Sparsamkeit noch ge- steigert werden kann: es kommt mir daraus an, was man darunter versteht. Die Ausstellungen, die der Rechnungshof macht, bekomme ich alle persönlich vorgelegt: wir arbeiten mit dem Rechnungshof zusammen, um den größten Nutzen für die Allgemein- heit Herauszuholen. Ueber das Wahlrecht für die Soldaten empfehle ich den Sozialdemokraten, sich von ibrem Partei- genossen Julius Deutsch, dem ehemaligen österreichischen Wehrminister, seine Ersahrungen damit erzählen zu lassen. Vci der Schaffung einer neuen Tradition für die Reichswehr soll natürlich manches Unangenehme aus der alten Tradition weg- gelaffen werden. Die Reichswehr freut sich, wenn sie irgendwo der Bevölkerung Hilf« leisten kann: zur Hilfe bei der Crntearbcit müßten wir die Zustimmung des Arbeitsamtes haben. Wir wollen durch unsere Hilfeleistung nicht Erwerbstätig« ausschalten. Abg. Schneller(Komm.) sieht In der ersten Rede Groeners am heutigen Tage eine neue Bestätigung deutschimperialistischer Kriegs- absteht. Die zehnjährig« Geschichte der Reichswehr ist die Geschichte der Niederknüppelung der Arbeiterschaft, die mit Haß und Verachtung dieses Jubiläums gedenkt und diese Wehrmacht samt dieser Republik.zerstören und zerschlagen will. Die Begrüßung des französischen Wehrsystems und seines sozialistischen Vaters Vauk Boncour durch Grosner beweist, daß die Militaristen der ehemals feindlichen Länder eines Sinnes sind: gegen die Sowjetunion. Die Mission Seeckts in Rumänien in Gemeinschaft mit Vertretern von Krupp, SkotKi usw. war ebenso bezeichnend wie die Ostmanöver der Reichswehr und Flotte. Herr Groener sagt, daß jeder Reichswehrmann zum Führer gemacht werden muß— damit gibt er zu. daß sie ein kaderhecr ist. Wird eine Geheimformation aufgedeckt, wie das„Feldjägerkorps*. so wird sie aufgelöst. Aus Sympathie für die schwarze Reichswehr ist Groener auch für Begnadigung des Paul Schulz eingetreten. Schließlich polemisiert der Redner gegen die SPD. und kündigt an, daß die KPD. in der Reichswehr weiter agitieren werde. Abg. Dr. wendhausen(Christlichnat. Bauernp.): Aus ihrer alten Gesinnung hat vor.zehn.Jähren die Wehrniacht die Republik gerettet. Da wäre es nur Dankeepflicht, sich in dies« Tradition zu versenken und nicht den Obrigkeitsstaat ufw. zu schmähen. Nur durch Wehrhastigkest können sich die Völker erhalten. Vicht Frieden, sondern Kamps ist da» Wesen aller Dinge. Kein Völkerbund und kein Internationalismus wird verhindern, daß Deutschland wieder Kriegsschauplatz wird, deshalb für unsere Wehr- macht nur das Beste!(Beifall rechts.) Abg. Gras ,u Eulenburg(Dnat.): Die Abstriche an den Pferde- käusen für die Kavallerie schädigen die Warmblutzucht schwer. Der ostpreußische Bauernwall wird bedroht durch die schwer« Notlage der Landwirte. Rauhe Eingriffe in das Wirtschaftsleben des Ostens sind darum höchst gefährlich.(Beifall rechts.)'' Gegen 4 Uhr wird die Weiterberatung auf Montag 12 Uhr vertagt. » In dem„Abend*-Dericht über die erste Rede des Reichswehr- Ministers in der gestrigen Reichstagssitzung ist infolge Uebermitt:- lungsfehlers von einem Recht auf allgemeine„Rüstung* dje Red«: richtig ist natürlich A b rüstung. (Gewerkschaftliches stehe 2. Beilage.) Nerantwortlicki für Politik: Dr. Curt Seyrr; Wirtscheft: 9, ttlingrlhöpr Srwerkschoktsbrwcgung: Ar. chtzkor«: Aruillcton: 5t. i>. Dölchcr: Lokalc- und Sonstiges: Ar ig ftorfiädt; Anzeigen: Th. Stocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwarts.Perlag<8. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärto-Buchdrucker-i und Bcrlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW 68, Lindcnstraße 8 Hierzu< Beilagen and.Unterhaltung nah Bissen'. MUTTERI WXHieMO DES EINKAUFS lASST EUEE KINDEI IN DEE N.J.. KINDERSTUBE UNTEE AUFSICHT VON GEPEOFTEN KINDEEGXETNEEINNEN SPIElENl KINDERKLEIDUNG UND WÄSCHE 360 Mädchenkleid vorzüglicher Zephir, kariertes Söckchen(Steig. 0.30), Lg. 55 cm hell gemusterte Waschkunst- seide, hübsch verarbeitet, (Steigerung 0.50), Lönge 55 cm 5 Hemdhose mit Stickerei(je 5 cm größer W 0.20 mehr), Größe 45 cm I/O Bademantel aus gutem, gemustertem JW Frottierstoff, lönge 60 cm �V?0 Kieler Biuse blau-weiß gostr. 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Juni 4929 in der AlexanderUrafie. 41000 Schildkröten, 6000 Sidechfen und fflefenfchlangen, Im„Divarium". im Zentrum Berlins, fünf Treppen hoch, in der größten zoologischen Handlung Berlins, herrscht ein buntbewcgtes Leben und Treiben allen möglichen exotischen Getiers. Da tummeln sich flinke Echsen harmloser und giftiger Natur, groß und klein, hellgrün und erdfarben, zu Tausenden in ihren Käfigen, darunter schiebt sich eine ewig rotierende Masse bräunlicher Riesenwanzen: das Heer der nach Tausenden zählenden brasilianischen Schildkröten. Vielfach ver- schlungen und verknotet, wälzen sich Ringel- und Würfelnattern, daneben ist wieder ein Behälter, der eine Unmenge zierlich kleiner europäischer Wasierschildkröten beherbergt. In unmittelbarer Nachbarschaft thront stolz die A n a c o n d a, die größte aller Riesenschlangen, die eine Läng« bis zu neun Metern er- reicht, heute aber noch ein zierliches Schlänglein ist. Ein seltenes Exem- plar ist auch der Hundskopfschlinger aus der Familie der Riesenschlangen, der aber auch für Liebkosungen wenig Verständnis zeigt. Nachbarin ist die australische, blauzllngige Riesenblätterechse, dann kommen Dotnschwänze, Tejus, Krokodilbabys und noch eine ganze Menge verwandter Reptilienarten. Eben liegt ein ziemlich ausgewachsenes Sllligatorbaby von einigen Metern Länge mit zugebundenem Schnäuzchen versandbereit in einer Kiste: das Tier wurde vom Berliner Zoo angekauft. Auch eine riesenhafte Elefontenschildkröte, die größte aller Landschildkröten, ist hier zu sehen, ein« Seltenheit darum, weil diese Tiere unter dem Schutz ihres Landes(Holländisch- Indien) stehen und nicht gehandelt werden dürfen. Affen und Nasenbären, brasilionische Ibisse und Tukane(Pfefferfresser), ein niedlicher brasilianischer Wickelbär und ein Storch aus Brasilien vervollständigen das Heim der Reptilien. Dann geht's weiter ins Aquarium zu den Warm- und Kalt- wasserfischen, den Fröschen, Kröten, Salamandern und Molchen, den prächtig gezeichneten Zierschlldkröten, den roten Posthornschnecken, die ein äußerst nützliches Amt versehen, das Ab- fressen der Algen in den Aquarien. Der bissige Hornfrosch reißt wütend sperrangelweit sein Mäulchen auf, als gälte es, einen Ochsen zu verschlingen. Zierliche Goldfische, Orfe und Goldbarsche tummeln sich in Riesenbassins, auf deren Grund eine Meng« Muscheln schwimmen, die den Bitterlingen als Laich- platz dienen. Das Personal, das all dies Getier zu warten und zu betreuen hat, besteht aus einem R e p t i li e n wa r t mit drei Helfern und einem Fischmeister mit zwei Helfern. Alle sind mit Lust und Lieb« bei der Sache, gleichsam verwachsen mit ihren Schützlingen, kennen all ihre.Wünsche und Schmerzen. Da kommt auch kein Tier- arzt ins Haus, das wird alles selbst kuriert. Am empfind- lichsten sind die Riesenschlangen, die man vor Kälte ungemein schützen muß: sie haben auch mal eine Magenoerstimmung, di« sich durch Erbrechen äußert, oder Darmwllrmer. Da die Schlange, wenn sie krank ist, keinerlei Nahrung zu sich nimmt, so kuriert man derartige Leiden folgendermaßen: Ein Futtertier wird getötet, mit Rhizinusöl eingefettet und der kranken Schlang« durch kräftige Hilfsmassage in den Magen eingeführt. Verträgt sie die „Medizin', dann wird sie gesund, wenn nicht, dann ist sie meist verloren. Kleinere Reptilien leiden oft an Kiefernoereiterung, so wurde«in Waran, der ein« Ratte verspeiste, von dem Tier gebissen, di« Wunde vereiterte, mußte ausgeschnitten und ausgedrückt werden. Auch leistet man den Schlangen, hauptsächlich den älteren, die schon etwas spröde Haut besitzen, beim HäututigsprÜzeß Hilf«. Eidechsen, die zu feucht oder zu trocken liegen, bekommen manchmal feuchte oder trockene Pocken, die man durch starkes Sonnen oder durch erhöhte Feuchtigkeitszufuhr kuriert, allerdings nicht immer mit Erfolg. Fische, in der Hauptsache di« stark degenerierten Schleier» schwänze, leiden oft an Parasiten an den Kiemen, die durch Baden mit einem Heilsalz oerschwinden. Di« toten Tiere finden dann in einem gesonderten Raum DU Goldfischzüchterei anter dem Dach Aufnahme, von wo sie, unter Spiritus oder Formalin präpariert, an Studierend«, Schulen usw. zum Skelettieren oder anderen anatomischen Studien abgegeben werden. Das Präparieren wird von Präparatoren außer dem Hause besorgt und ist«ine ziemlich kostspielige Angelegenheit. Der gesamte Tierbestand umfaßt etwa 800 ver- schieden« Tiersorten und 50 000 bis 00 000 Fische. Gezüchtet werden nur exotische Fische, alles andere wird eingeführt, und zwar durch Vertreter oder eigene Expeditionen. Alligatorenbabys von 20 Zentimeter bis 4 Meter, Schildkröten, Schlangen und Echsen (mit Ausnahme der australischen Krötenechse) aus Nord- und Süd- amerita, aus Afrika Ehameleons, Schildkröten und Schlangen, aus Indien Riesenschlangen, Kobras. Neinere Schlangen und Eidechsen. Die Sendungen kommen wegen der Empfindlichkeit der Tier« nur in den Sommermonaten hier an und werden, der rascheren Be- förderung wegen, vom ersten europäischen Hafen(Marseille, Genua, Antwerpen usw.) abgeholt. Für die größeren Tiertransport«, die ja vom Schiffspersonal verpflegt werden müssen, erhält dieses vom Empfänger eine besondere Gratifikation für liebevolle Behandlung. Exportiert werden in der Hauptsache exotische, hier gezüchtete Fische. Aquarien und Futtermittel nach Amerika. Außerdem beliefert diese Großhandlung eine ganze Reihe in- und ausländischer Zoos und hat unter anderem den Budapester und den römsschen Zoo selbst eingerichtet. Die Beschaffung der Futtermittel bildet bei diesem großen Tier- bestand natürlich auch«in ziemlich umfangreiches Kapitel. Für die Fische werden täglich lebend« Wasserflöhe geliefert, di« von Teich- Pächtern in der Umgebung Berlins gezüchtet werden, Mehlwurm- züchtereien in und um Berlin liefern jährlich viele Zentner ihrer Produktion, Mäuse, Ratten und Meerschweinchen, ebenfalls in Züchtereien großgezogen, geben das Schlangenfutter(etwa 1000 Stück im Monat), und die Krokodile vertilgen bei ihrer acht- oder vierzehntäglich stattfindenden Mahlzeit insgesamt so 60— 70 Pfund. Pferdefleisch. Außer den zoologischen Gärten, zoologischen und anderen wissenschaftlichen Instituten, beliefert die Tierhandlung etwa 1000 Händler und hat mnerhalb ihrer Privatkundschast«inen Kunden- stamm von ungefähr 7400 Käufern. Auch gestohlen wird in diesem sonderbaren Laden so oller- Hand. Teils aus Liebhaberei, teils aber auch aus rein materiaNsti- schen Motiven. So wurde«ine mehrköpfig« Diebesbande, di« es auf die Aquarien abgesehen hatte und bereits sämtliche Fischkästen fein säuberlich geleert hatte, beim Besuch des elektrischen Fischbassins, durch elektrische Schläge der Tiere so empfindlich gestört, daß sie das ganze Diebesgut liegen ließ und eiligst Reißaus nahm. Ein andermal kam«in Jüngling mit seiner„Braut", die einen Regenschirm bei sich trug, in den der Bräutigam wie von un- gefähr zwei Krokodilbabys fallen ließ. Das Sonder- barst« aber war folgender Fall: Ein junger Mensch stahl einen Schleierschwanz, nahm ihn in den Mund, draußen vor der Türe stand die Helferin mit einem Wasserglas, in das der Dieb den Fisch hineinspuckt«, der trotz der eigenartigen Unterbrechung fröhlich weiter lebte. All diese Fäll« erfuhren die Geschäftsinhaber durch Gespräche in einem Lokal in der Nähe des Betriebes: hier unterhielten sich die Betreffenden lang und breit darüber, wie es gemacht wird und rühmten sich gegenseitig ihrer Heldentaten"! Eröffnung der ,Wuwo'' in Äreslau. Die Werkbund aus st ellung„Wohnung und Werkraum" Breslau 1929(Wuwa) wurde gestern eröffnet. Die Begrüßungsfeier fand in Anwesenheit der Ehrengäste in der Jahrhundert- hall« statt. Nach einleitenden Orgel- und Gesangsvorträgen de- grüßte Oberbürgermeister 2>r. Wagner die Minister und Ver- treter der Behörden und führte aus, daß die Ausstellung nicht etwa ins Leben gerufen wurde, weil man geglaubt habe, es anderen Städten gleichtun zu müssen. Die Ausstellung sei gewogt worden. weil man in Breslau von furchtbarer Wohnungsnot und entsetz- lichem Wohnungselend gepeinigt, die Verpflichtung fühle, durch die Tat mitzuhelfen, daß da» Problem des zweckmäßigsten und wirt- (Bereditigie üehersetzmg von Ermin Magnus). „Wenn ich nun aber wiederhole, daß die Gründe, die ich Ihnen genannt habe, die einzigen sind— daß nicht die Rede davon ist, daß ich Ihre Bekanntschaft nicht machen wollte?" „Dann werde ich Sie weiterquälen wie der Teufel," sagte er schnell.„Aber wenn Sie heimlich einen andern Grund haben, wenn Sie mich nicht kränken wollten, weil Sie eine gute Stellung bei mir haben.. Hier wich seine ruhige Betrachtung einer furchtbaren Angst, der Angst, daß es wirklich so wäre, und er verlor den Faden.„Na, einerlei, Sie brauchen nur ein Wort zu sagen, und ich geh meiner Wege. Ohne Bitterkeit: es wäre eben ein Unglück für mich. Seien Sie deshalb ehrlich gegen mich, Fräulein Mason, ich bitte Sie, und sagen Sie mir, ob das det Grund ist— ich bin beinahe überzeugt davon." Sie warf ihm einen schnellen Blick zu, ihre Augen waren plötzlich feucht geworden, halb aus Kränkung, halb aus � UC„Dh, das ist kein ehrliches Spiel." rief sie.„Sie stellen mich vor die Wahl, zu lügen und Sie zu kränken, um Sie auf diese Weise loszuwerden, oder Ihnen meine einzige Waffe auszuliefern und Ihnen die Wahrheit zu erzählen." Ihre Wangen waren gerötet, ihre Lippen zitterten, aber sie blickte ihm immer noch frei in die Augen. Daylight lächelte grimmig, aber doch mit einer gewissen Befriedigung. „Ich freue mich, Fräulein Mafon, freue mich wirklich über diese Worte." . Aber sie helfen Ihnen nichts." fuhr sie hastig fort. Sie können Ihnen nichts helfen. Ich will nicht mehr. Dies ist unser letzter Ritt, und— hier ist das Gatter." Sie lenkte das Pferd auf die Seite, beugte sich hinab, drückte die Klinke herunter und ritt durch das offene Tor. „Nein, bitte nicht." sagte sie. als Daylight sich anschickte, ihr zu folgen. Er fügte sich demütig ihrem Willen und zog Bob zurück, während das Tor sich zwischen ihnen schloß. Aber sie hatten sich noch mehr zu sagen, und sie ritt nicht gleich weiter. „Hören Sie, Fräulein Mason," sagte er mit leiser, vor Auftichtigkeit bebender Stimme.„Ich will Ihnen nur eines versichern. Ich will nicht oersuchen, Sie zum Narren zu halten. Ich Hab Sie gern, ich brauche Sie, und mir ist noch nie im Leben etwas so ernst gewesen wie dies. Ich habe nichts Böses im Sinne. Ich meine es ehrlich—" Aber ihr Ausdruck ließ ihn innehalten. Sie war ärger lich, lachte aber gleichzeitig. '„Das hätten Sie nun schon gar nicht sagen sollen," rief sie,„das ist ja das reine Heiratsbureau: Durchaus reelle Ab- sichten. Zweck Ehe. Aber ich Hab. es verdient." Daylights Gesichtsfarbe war blasser geworden, feit er sich in der' Stadt niedergelassen hatte, so daß das Blut unter der Haut leuchtete, als eine heftige Röte sich ihm jetzt über Gesicht unö Hals breitete. Und in seiner unsagbaren Ver- legenheit ließ er sich nicht träumen, daß sie ihn.in diesem Augenblick mit größerer Freundlichkeit betrachtete als je zu- vor an diesem Tage. Sie war nicht gewohnt, große er- wachsene Männer wie Schulknaben erröten zu schen, und sie bereute schon, daß sie sich zu einer so scharfen Bemerkung hatte hinreißen lassen. „Sehen Sie, Fräulein Mason," begann er, zuerst lang- sam, nach Worten suchend, dann aber immer schneller, so daß seine Rede schließlich fast zusammenhängend wurde. „Ich bin kein feiner Mann, und ich weiß nicht viel. Ich Hab nie etwas von diesen Dingen gelernt. Ich Hab noch nie jemand den Hof gemacht, und ich bin auch noch nie verliebt gewesen— und ich benehme mich wahrscheinlich wie«in furchtbarer Esel. Sie müssen versuchen, ein bißchen Fühlung mit dem Mannq.�u bekommen, der hinter diesen Worten steht. Ich meine es ehrlich, wenn ich auch nicht weiß, wie ich es ausdrücken soll." Dede Mason hatte«ine schnelle Art und Weis«, fast wie «in Vögelchen die Stimmung zu wechseln, und in diesem Augenblick war sie auch schon lauter Reue. „Seien Sie nicht bös«, daß ich gelacht habe," sagt« sie über das Gatter hinweg.„Ich Hab es nicht so gemeint. Ich war so. überrascht, daß ich nicht die richtigen Worte fand. Sie sehen. Herr Harnish, ich bin nicht..." Sie hielt inne, als wäre sie plötzlich ängstlich geworden, ihren Gedanken ganz auszusprechen, den ihre Schnelligtett ihr eingegeben hatte. „Sie meinen, daß Sie solche Anträge nicht gewöhnt sind," sagte Daylight, ,sso im Vorbeigehen: Guten Tag, mein Fräulein, freut mich, Ihre Bekanntschast zu machen: wollen Sie meine Frau sein?" Sie nickte und brach in ein Lachen aus, in das er ein- stimmte und das ihnen beiden über ihre Schüchternheit hin weghalf. Er wurde gleich beherzter und fuhr sicherer und mit kühlerem Kopf und beherrschterer Zunge fort:„Sehen Sie, das ist gerade meine Meinung. Sie haben Erfahrung in diesen Dingen. Ich bin überzeugt, daß Sie ein« Menge Anträge gehabt haben. Na ja, ich Hab die Erfahrung nicht. und ich komme mir vor wie ein Fisch auf dem Trockenen. Außerdem ist dies gar kein Antrag. Es ist nur eine eigen tümliche Situatton, und ich bin in die Ecke gedrängt. Ich besitze gesunden Menschenverstand genug, um mir selber sagen zu können, daß es keinen Sinn hat, wenn«in Mann einem Mädchen einen Heiratsanttag macht, nur um ihre weil die Leute darüber reden würden. Aber ich muß Ihnen doch etwas, sagen, damit Sie darüber nachdenken, und das habe ich gesagt. Und nun möchte ich, daß Sie wirklich dar- über nachdächten." Während sie ihm lauscht« und sich' über sein ernstes, be- unruhigtes Gesicht und die einfachen, schlichten Worte freute. die nur noch mehr seinen Ernst betonten, vergaß sie zuzuhören und verlor sich in ihren eigenen Gedanken. Die Liebe eines starken Mannes hat immer etwas Verführerisches für eine normale Frau, und nie hatte Dede den Reiz stärker gespürt als jetzt, da sie Burning Daylight über das Gatter hinweg betrachtete. Es fiel ihr nicht im Traume«in. sich mit ihm zu verheiraten— hundert Gründe sprachen dagegen: aber weshalb sollte sie ihn nicht häufiger sehen? Er gefiel ihr, hatte ihr vom ersten Tage an gefallen, da sie in sein hageres Indianergesicht und in feine funkelnden Jndianeraugen ge- sehen hatte. Er war ein Mann, und das nicht nur kraft seiner prachtvollen Muskeln. Außerdem hatte die Romantik ihn mit einem goldenen Schimmer Übergossen, ihn, diesen kühnen, roh zugehauenen Abenteurer aus dem Norden, diesen Mann von vielen Taten und vielen Millionen, der aus dem Lande des Eises gekommen war, um einen so meisterhaften Kampf mit den Männern des Südens zu führen. (Fortsetzung folgt.) schaftlichsten Wohnungsbaues durch praktische Versuche seiner Lösung cntgegcngeführt werde. Der Redner sprach am Schluß die Bitte aus, das Breslauer Unternehmen nicht als einen Luxus zu be- trachten, sondern es als eine Tat zu werten, die zeige, daß man gewillt sei, das harte Schicksal zu meistern.— Reichsminister Dr. von G u ö r a r d sprach dann als Vertreter des Reichspräsi- denten, und Dr. Hirtsiefer als Vertreter des preußischen Ministerpräsidenten. Nur die dringendsten Arbeiten. Oer Magistrat hat seine Wünsche eingeschränkt. Die Erörterungen und Beratungen über die höhe der Mittel, die von der Stadtverordnetenversammlung dem Magistrat für die nächste Zeit zur Ausführung der dringendsten Bauten usw. freigegeben werden sollen. nähern sich ihrem Ende. Der Magistrat hat seht den Stadt verordneten eine llebersichk derjenigen im Haushaltsplan für tg2g vorgesehenen Bauten zugehen lassen, deren Ausführung er nach der auf Wunsch der Stadtverordnetenversammlung vorgenommenen nochmaligen Prüfung für un aufschiebbar hält. Er beantragt, ihm die erforderlichen Mittel freizugeben. Danach sollen die folgenden Bauten sofort neu begonnen werden: 1. im Gebiet der B a u o e r w a l t u n g: die Eugen-Kleine- Brücke in Lichterselde-Süd, der Umbau der Potsdamer-Tor-Brückc in Spandau, die Brückenverbreiterung am Bahnhof Südende, das Zwischengelände der Bauausstellung; 2. im Gebiet des W oh nungsbaues: die Kriegsblindensiedlung: 3. im Gebiet des Schulwesens: die Neubauten in Lichtenberg, Weißense«, Buch und Wittenau sowie die Erweiterung auf Scharfenberg: 4. im Gebiet des W o hl fa h r t s w/se n s: das Obdach und die Krippe Neukölln, die Heizung des Arbeitshauses und das Iohanna-heim in Werftpfuhl: 5. im Gebiet des Gesundheitswesens: die Erweiterung des Krankenhauses Reinickendorf, die Quarantäne- station im Kinderkrankenhaus Reinickendorfer Straße, das Leichen- Haus und Dienstgebäude Hasenheide, der Umbau am Urban, das Röntgeninstitut Friedrichshain. Von den dringlichen, noch nicht begonnenen Straßenbauten mußten die meisten als sehr eilig anerkannt werden. Die zunächst freizugebenden Mittel wurden aber gleichwohl von 13 Millionen auf Ss4 Millionen herabgesetzt. Für den Fall, daß in absehbarer Zeit in der allgemeinen Geld Marktlage eine wesentliche Besserung eintritt, behält sich der Magistrat vor, die Freigabe weiterer Mittel oorzu- schlagen. Bis dahin soll die Beschlußfassung oertagt werden. Die Stadtverordnetenversammlung soll aber vorsorglich den haus- Haltsausschuß ermächtigen, auch während der Ferien auf Vor- schlag des Magistrats die Freigabe weiterer Mittel zu beschließen. Neictigsgeschäste mit Bildern. Vertauschte Gemälde im Bankdepot. rasflnierteu Schwindelgeschäft mit wertvollen Ge- die Berliner Kriminalpolizei ans die Spur ge- Einem mälden ist kommen. Seit einiger Zeit wohnt« in der Vismarckstraß« 6 in Steglitz ein 42 Jahre alter Juwelier han» Hesse, der sich auch»Direk- tor" nannte. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß«in ehemaliger russischer Rittmeister Andrejewski zwei wertvolle Gemälde in Kommission führte, für die er einen zahlungsfähigen Käufer suchte. Hesse machte den Rittmeister darauf aufmerksam, daß in einem Luxushotel Unter den Linden ein Amerikaner Fred Sterry wohne, der sich für Kunst interessiere.. Nach Verabredung wurden die beiden Gemälde, ein Gabriet Metsu und ein Jan Steen, am 28. Mai d. I. dem Amerikaner, einem Weswirginier, im Hotel vorgelegt. Er erklärte stch auch bereit, die Kaufstimm« in höhe von 47 000 Mark zu zahlen. Bis zum Eintreffen des Geldes wurden die Gemälde in das Depot einer Bant in der Jägerstraße gegeben. Als das Geld wider Erwarten nicht einging und der Amerikaner auch nichts von sich hören ließ, forschte Andrejewski bei der Bant nach und erfuhr, daß die Gemälde abgeholt und nach einer Bank in der Friedrichstratze gebracht worden waren. hier wurde ilM das groß« Paket ausgehändigt. Als er es öffnete, stellte sich heraus, daß die wertvollen Bilder gegen Kitschbilder vertauscht worden waren, die höchstens 10 Mark zusammen wert sind. Der Rittmeister wandte sich jetzt an die Kriminalpolizei. Der Verdacht, den Umtausch vollzogen und die Originalgemälde verschoben zu haben, richtete sich gegen Hesse. Er ist aus seiner Wohnung verschwunden. Di« Nachforschungen ergaben weiter, Jmsf er das Paket aus der Jägerstraße abgeholt und die Bilder schon am 28. Mai, also noch am Tage, da die Ve- sichtigung im Hotel stattgefunden hatte, einem Kunsthändler für zu- sammen 12 000 Mark verkauft hatte. Der Händler erwarb sie In gutem Glauben. Am nächsten Tag« wurden die Gemälde durch Flugzeug bereits nach Amsterdam geschafft, doch ist noch nicht bekannt, in wessen Hände sie inzwischen weitergegeben war- den sind. Nach dem flüchtigen Hesse wird noch gesucht. Das gestohlene Böckchcu. In der Nacht vom Freitag zum Somckibend ist die im Stadt- park Lichtenberg aufgestellte Bronze, ein auf den Hinterbeinen stehendes Böckchen darstellend, etwa 60 Zentimeter Handgranaten im Lanbengarten. Explosion aus uybekannten Ltrsachen. Aus einem Laubengrundstück der„Kolonie Vorn- hol m" am Andersenweg im Norden Berlins erfolgte am Freilag nachmittag plötzlich eine heftige Explosion. Ueber die umliegenden Lauben ging bis zu einer Entfernung von 2S0 Metern ein Hagel von Glos und Eisensplittern nieder. Bon einigen Laubenkolonisten wurde die Polizei benach- richtigt. Die Beamten sperrten die Explvsionsstelle sofort ab und nahmen ein« Durchsuchung des Grundstücks vor. Dabei entdeckten sie Teile von explodierten Sprengkörpern und in einem Erdloch, das einem Sprengtrichter glich, noch eine größers Anzahl von behelfsmäßigen Handgranaten, die von der Explosion nicht in Mitleidenschast gezogen waren, Der sonderbare Munitions- fund gab der politischen Polizei Veranlassung zu ein- gehenden Ermittelungen. Di« Sprengkörper bestanden aus 25 Zentimeter langen starkwandigen Gasrohren, an derem Ende sich große Fettbüchsen befanden. Di« ganze Herstellung ist fachmännisch vorgenommen. Die Sprengladungen waren von großer Wirkung. Die Ursache der Explosion ist noch nicht einwandfrei ermittelt, es wird aber vermutet, daß sie infolge Zersetzung der Pulver- Mischung erfolgt ist. Es ist als ein besonderer Glücksumstand an- zusprechen, daß von den zahlreichen Siedlern der umliegenden Laubengrundstücke niemand verletzt worden ist. Vom Polizeipräsidium wird zu dem Dorfall noch folgendes mitteilt:„Die von der politischen Polizei vorgenommenen Feststellungen führten zur Auffindung von 40 behelfsmäßigen Hand- granaten, die auf dem Grundstück vergraben waren. Granaten dieser Art sind im Jahre 1924 zum ersten Male aufgetaucht. Auch die auf dem Grundstück vorgefundenen Sprengkörper rühren aus jener Zeit her. Der Pächter des Grundstückes ist festgenommen und wegen Verbrechens gegen das Sprengstosfgesetz dem Richter zugeführt worden. Er hat das Grundstück seit 1919 in Benutzung und gehört seiner Angabe nach seit 1921 der Kommunistischen Partei an- Er behauptet, von dem Borhandensein der Sprengkörper auf seinein Grundstück nichts gewußt zu haben." Die Maiunruhen vor Gericht. Die Barrikadenkämpfe in Neukölln hatten gestern vor dem Schöffengericht wieder ein gerichtliches Nachspiel. Angeklagt waren der 18jährige Arbeiter Willi Schönknecht und der Ar- beiter Koch, iener wegen vorsätzlicher Eisenbahntransportgefährdung, dieser wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Am Nachmittag des 1. Mai hatte die Menge an der Ecke der Reuter- und Kaiser-Friedrich-Straße dos Straßen- pflaster aufgerissen, Barrikaden errichtet und Stangen über die Straßenbahngleise gelegt. Schönknecht schleuderte gegen einen Straßenbahnwagen einen P f l a st e r st c i n, der eine Scheibe des Triebwagens zerschmetterte. Er mußte wegen vorsätzlicher Eisen- bahntransportgefährdung zu einem Jahr Zuchthaus, der vom Gesetz festgesetzten Mindeststrafe, für dieses Vergehen verurteilt wer- den. Das Gericht betonte aber, daß es einen Antrag auf Umwand- lung der Zuchthausstrafe in eine Gefängnisstrafe unter st ützen werde. Koch erhielt 6 Monate Gefängnis, wegen zahlreicher Vor- strafen wurde ihm eine Bewährungsfrist verweigert. Hoffentlich wird die Begnadigungsinstanz dem Borschlag des Gerichts stattgeben. Ein durch kommunistische Hetzer verführter junger Arbeiter braucht wegen eines verhältnismäßig geringen Vergehens, das zudem ohne ernste Folgen blieb, nicht gleich für fein ganzes Leben mit dem Makel des Zucht- Hauses belastet werden. * Bor dem erweiterten Schöffengericht Wedding wurden wegen Beteiligung an den Maiunruhen zwei Angeklagte, bei denen Waffen gefunden worden waren, zu sechs Wochen Gesang-. n i s verurteilt.> hoch, von unbekannter Hand vom Sockel gebrochen und entwendet worden. Die Figur, ein Werk des Bildhauers Albert Wille, ist dem Bezirksamt Lichtenberg erst im Januar 1928 von der Kimstdeputation Berlin überwiesen worden. Angaben über den Verbleib der gestohlenen Bronze nehmen alle Dienststellen des Bezirksamts Lichtenberg und die Polizeireviere entgegen. Für die Ermittlung des Täters ist eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt worden. Vor Ankauf und Annahme der Figur wird gewarnt. -100 Morgen Schonung vernichtet. Waldbrand im Köpenicker Forst. Im köpenicker Stadtforst dich» bei Srampeuburg wütete gestern nachmittag ein größerer Waldbrand, durch den nahezu 100 ZNorgen Schonung vernichtet worden. Ausflügler sahen im Jagen 191, etwa 1000 Meter südlich der Bismarckwatte, eine starke Rauchsäule aufsteigen. Die Müggelheimer freiwillig« Feuerwehr wurde alarmiert, die aber bereits einen so umfangreichen Waldkomplex brennend vor- fand, daß sofort der Berufszug von Schöneweide und die Köpenicker sowie Schmöckwitzcr Feuerwehr zur Hilfe herbeigerufen werden mußte. Außerdem wurde die Schutzpolizei von dem Großfeuer in Kenntnis gefetzt, und eine Hundertschaft rückte auf Lastautos zur Unterstützung der Wehren an. Das Feuer griff mit rasender Schnelligkeit um sich, und bald brannten 100 Morgen Schonung lichterloh. Es mußten breite Lchuhgröben gezogen werden, um ein Weitergreisen des Feuers zu verhindern. Nach drei- stündiger angestrengter Tätigkeit war die Hauptgefahr beseitigt. Eine größere Brandwache blieb bis in die späten Abendstunden hinein an der Brandstätte zurück. Als Entstehungsursache wird U n- Vorsichtigkeit eines Spaziergängers vermutet, der einen glimmenden Zigarrenstummel achttos beifete geworfen hat. Ein Großfeuer beschäftigte mehrere Züge der Feuerwehr gestern abend in der Jsoliermaterialienfabrik von Bettmar in Adlershof, Rudower Chaussee. Größere Mengen Benzin sowie Oeloorräte fielen den Flammen zum Opfer. Die Wehren mußten aus sechs Schlauchleitungen größten Kalibers Wasser geben, um die angrenzenden Gebäude zu schützen. Die so- RiMebuilg iiir Arbeiterinnensdiotz! Dleniiag, den 1S� Juni, 10'/, Uhr, Im großen Saal de* Lehrervcretauhansct, Alexanderplatz. Redner innen: Gertrud Hanna, M. d. L.; Else Miviera Textilarbeiter-Verband; Frida Licht, Zentralverband der Angestellten; Frida Qladosch, Metallarbeiter-Verband; Anna Zam mert, Fabrikarbeiter-Verband.— Vom„Weltbund für Frauenstimmrecht und staatsbürgerliche Frauenarbeit" sind als Rednerinnen Frau Dr. Reh m, Stuttgart, und Miß Garrel, Vereinigte Staaten von Idet Amerika, angemeldet Eintritt frei! Da« Frauentekretarlal. genannte Jsolieranstalt ist schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Aufräumungsarbeiten dauerten mehrere Stunden. Oie Wechsel von Löwenverg& Co. Sind die Fälscher in Vio de Janeiro verhastet? Im Ansang dieses Jahres erregten die Wechselfälschun- gen, die dem Bankhaus Löwenberg n. Eo. zur Last gelegt wurden, großes Aufsehen. Als die beiden Hauptschuldigen wurden bald der 41 Jahre alte, aus Kiew gebürtige Bankier Dr. Isaak Lew in und der 33 Jahre alte Prokurist Leonhard Rappaport, der aus Moskau stammt, ermittelt. Ihrer Festnahme hatten sich beide durch Flucht entzogen. Jetzt ist dem Berliner Polizeipräsidium durch Funkspruch aus R i o de Janeiro mitgeteilt worden, daß man die beiden Derfolgteit- dort ergriffen hat. Sie hielten sich unter falschen Namen kn der- Stadt auf, wurden aber aus Grund der Au S s ch r e i b u ngeix. erkannt. Sie leugnen, die Gesuchten zu sein. Um die Persönlichkeiten einwandfrei sestzustellen, werden die Lichtbilder nach Südamerika hinübergefuntt werden. * Wegen schwerer Urkundenfälschung wurde von der Kriminalpolizei die 60 Jahre alte Margarete P a s s a r g e und ihr 30jähriger Sohne Wilhelm-festgenommen. Frau Passarge ist Witwe eines Oberlehrers und bezieht als solche eine Pension. Der Sohn hat nun die Quittungen dahin geändert, daß dieses Geld von jetzt an bei einer anderen Bgnkfiltale ausgezahlt werden würde, Frau P. wies dies« Fälschungen vor und erhielt darauf, da alles in Ord- nung zu sein schien, an mehreren Stellen 200 M. und darüber. Bis- her sind bei der Kriminalpolizei drei Anzeigen eingegangen, es schweben aber noch andere Fälle bei der Staatsanwaltschaft. * Ein schwer belastetes Konto hat ein 44 Jahr« alter Kaufmann Otto Reiff, der gestern von der Berliner Kriminalpolizei in der Esmarchstraße festgenommen wnrde. Reiff war früher in Suhl in Thüringen Vertreter einer Autofirma, machte sich dann aber selbständig. Am 30. Mai d. I. verschwand er plötzlich unter Hinterlassung einer Schuldenlast in höhe von etwa 500 000 M. Zu den Geschädigten gehören u. a. die Städtische Sparkasse in. Schleusingen, die Reiff um 40000 Mark betrogen hat. Ein Iuwelengeschäft in Koburg und ein Bäckermeister aus Wasungen wurden durch seine Machenschaften zum Konkurs getrieben. Ein Kaufmann aus Schmicdeberg, der sich auf einer Geschäftsreise in Mühlheim an der Ruhr aufhielt, las in der Zettung von der Flucht des Reiff und jagte sich in der Verzweiflung eine Kugel in den Kopf. Er liegt noch heute im Krankenhaus. Reiff war mit einem Auto zunächst nach Leipzig geflüchtet. Dort wurde der Wagen am 9. Juni beschlagnahmt. Der Flüchtige kam jetzt mit der Eisenbahn nach Berlin. Bei seiner Festnahme hatte er kein Bargeld mehr bei sich. Er wird nach Suhl transportiert werden. Qaumndetiten & Daunenperkal 34.- „Rosomarle" �_____________ bunte Blumen- mustcr, mit la Daunen..... f/Jnz' Daunensatin bunte Muster. Nahtdichtung, mit Bf O ia Daunen, 150x200...... Kunstteidener Damast Oberselte, mit Ferkel-Einlese,__ In diversen Farben, mit la Daunen, jS! K 190X200............ Reinseidene Levantine mit Perkai-Einlage, Rückseite allerbester Daunensetin, In ver- •eihiedenen Farben, mit la Dau-<3 � E •»en, 150X200..;..... Steppdecken Trikotstoff Satin doppaltaltlg diversen Farben doppalaaltlg. In 9.90 11.25 Kunstteidener Damast Rückaeit. einfarbiger Satin, In M A__ diversen Farben, 150X200...| 7.2t5 Satin doppelsaltig, k>. verschiedenen Farben. miMrunteraB__ Bordüre, 150x200....... 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Der Kriminalsekretär Wüschen, der in der Mondnacht die Leibesvisitation an Dr. Richter vorgenommen hat, behauptet, die Chloräthylflasche habe sich in der Rocktasche be- sunde». In dieser Rocklasche soll sich nach Angabe des Angeklagten ja das Gift Strophantin befunden haben. Der Angeklagte b e- st r e i t e t mit aller Entschiedenheit, Saß er die Flasche in der Rock- tasche gehabt habe. Der Zeuge bekundet weiter, daß er Haus- s u ch u n g im Hause Mertens vorgenommen habe. Er habe auf einem Kissen B l u t s l e ck e vorgefunden. Polizeikommissar Kuß be- kündet, daß Richter aus der Wache gesagt habe, Frau Mertens habe sich selbst getötet, um sich an ihm zu rächen. Die Zeugin Kranken- schwester Anni W o l s wiederholt nochmals ihre Aussagen, daß Frau Mertens z» ihr gesagt habe:„Dr. Richter muß mich heiraten, oder ich mache ihn und mich kaputt." Die Zeugin schildert Dr. Richter als mikn überaus gewissenhaften und gutmütigem Menschen. Der erst« Sachverständige, Professor Grünberg, der Leiter der Bonner Dhrenklinck, Hot in dienstlicher Beziehung Dr. Richter in jeder Weise für einwandfrei befunden. Als Arzt könne er ihm nur das beste Zeugnis ausstellen. Zur Sachverständigenfrage, ob Strophantin in der Ohrenklinik verwendet wurde, erklärte Profestor Grünberg, daß er es in seiner LSjährigen Praxis noch nicht verwendet habe. Der zweite Sachverständig«, Oberapotheker Schüller, hat die chemisch« Untersuchung der gefundenen Sachen an der Tatstelle und der Leichenteile vorgenommen. Er habe heute morgen ein Experiment nnt Straphantin gemacht und dabei etwas mehr als die Maximaldofis, und zwar 0,6 Milligramm, mit zwei Tropfen Master verbunden. Trotzdem Hobe sich aber bis jetzt, I Stun- den später, eine Lösung des Strophantin noch nicht bemerkbar gemacht. Der Vorsitzende fragt den Angeklagten, wa» er zu diesem aussehenerregenden Experiment zu sogen Hab«. Der Angeklagte habe doch das Strophantin benutzen wollen, um am 3. Dezember 1928 morgens ein« Patientin zu behandln. Er Hab« dann doch nicht so lange auf die Lösung des Strophantins warten können. Dr. Richter gibt an. er Hab« die Schale, in der er die Lösung vornahm, vorher mit Alkohol ausgeputzt. Ein anderer Sachver- ständiger, der Pharmakologe Professor F u h r y aus Würzburg, hat sich schon seit Jahren mst Strophantin beschäftigt. Er bestätigt, daß Strophantin in.Verbindung mit Alkohol, wie es der An- geklagte angebe, bedeutend schneller gelöst werde. Dieser Sach- verständige hält den Versuch, den Dr. Richter an Patienten mit Strophantin gemacht hat, zwar für gefährlich, aber jeder Arzt Hab« ja schließlich das Recht, ein neues Mittel auf eigene Ge- fahr auszuprobieren. Er hält es auch nicht für unzulästig, daß sich ein Arzt dieser Versuche bedient. Der Sachverständige Ober- apotheker Schüller hat bei seinen chemischen Untersuchungen keine Spuren von Strojchontin gesunden. Damit wurde die Verhandlung geschlosten. Die nächst« Gerichts- sttzung beginnt am Montag 16,39 Uhr. Auf den Spuren Oomelas. In der letzten Zeit ging verschiedentlich die Nachricht durch eine gewisse Presse, daß sich ein Erzherzog Franz Joseph von Oesterreich auf Wanderschaft an der Mosel besind«. Die Not hatte den Aermsten dazu getrieben! Nun meldete sich der„Erz- Herzog" auch in Trier bei der Polizeihauptwache ol» obdachlos. Hier traute man seinen Angaben nicht, sondern stellt« umfangreiche Ermittlungen an, die schließlich zu dem überraschenden Ergeb- nis führten, daß es sich bei dem sogenannten Erzherzog um«man schon mehrmals wegen Diebstahls bestraften Zuchthäusler handelt. Pech! llhrenmesse im Zoo. Ein« Fachmesse, die aus Anlaß einer Uhrmacher-Ver- bandstagung zurzeit im Zoo swtfindet, bietet eine inter, «ssante Uebersicht der Uhrenfabrikation aus den verschiedensten Epochen, angefangen von einer Reisr-Sonnenuhr aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. bis zur bestkonstruierten, wasserdichten Arinbanduhr, die, im Wasser liegend, ihren Gang weitergeht. Etwa 16 666 Uhren für die verschiedensten Zwecke sind es, die die reichbeschickt« Messe zeigt. Klein«, zierliche Armbanduhren für Damen, darunter eine ganz besonder« fein konstruiert«, reich mit Brillanten geschmückte, die freilich die Kleinigkeit von 66666 M. kostet: daneben ihre hundertjährige Schwester— schon zu dieser Zeit rrug man Armbanduhren—, ein«, riesenhaft«, antike Uhr, reich mit Smaragden geschmückt. Das Werk war mit einer eigenartigen W e ck e r- K o n str u kt i o n versehen: sollte die Trägerin geweckt werden, dann trat an der Innenseitc des Armbandes automatisch eine kleine Oefsnuug in Funktion, und eine stumpse, am Wecker- hcrmmer befindliche Nadel pochte sanft an die Haut der Schläferin: ein winziger Regulierzeiger ermöglichte sogar die Heftigkeit des Weckens der Hautempfindlichkeit anzupassen. Daneben sieht man Präzisionsuhren für Sport und wissenschaftliche Zwecke, darunter in erster Linie die Marine-Chronometer mit Cardanischer Aushängung, zwei Messingringen, in denen das ,Uhr- gehäuse beweglich gelagert ist und so von den Schwankungen des Schiffes unabhängig bleibt. Elektrische Uhren, die ohne Wartung 4 bis 5 Jahre in Gang bleiben, neuartig«-Sport- uhren, die in Verbindung mit der traditionellen Bronzesigur als Sportpreis gedacht sind. Ein Hannoveraner Uhrmacher, der eine wertvolle historische Uhrensammlung besitzt, zeigt unter vielen inter- essanten Stücken auch eine der ältesten deutschen Räderuhren (14. Jahrhundert), die noch heute in Gang ist. Die Ausstellung bietet in historischer, modischer und Handwerk- licher Beziehung einen interessanten Ueberblick über den Ent- wicklungsgong der Uhr._ Die Entlassungen im Gtatistifchen Landesamt. Zu der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht, über die wir in der Abendausgabe vom 11. Juni berichteten, wird uns von gutuntcrrichtetcr Seite mitgeteilt. Es handelt sich nicht um eine Sparmaßnahme im lausenden Betrieb, sondern um eine weitere Abwicklung»- maßnahm« aus Anlaß der Volks-, Berufs- und Betriebszählung des Jahres 1925 und der Wohnungszählung des Jahres 1926. Für diese Zählungen hat das Statistische Amt, das 1925 nur wenige Hundert Angestellte zählte, über 2066 Neueinstellungen vor- genommen. Dieses Zöhlpersonal mar nur für höchstens zwei Jahre eingestellt und mußte in dem Maße, wie die Arbeiten jortschritten, entlassen werden. Die sogenannten„Massen- entlassungen" am 31. März(es sind am 31. März etwa 96 Ange- stellte ausgeschieden, denen im Laufe des laufenden Vierteljahres noch�etwa 56 aus dem gleichen Anlaß folgen) betreffen ausschließlich derartiges Zählpersonal, für das weder Arbeit noch Geld vorhanden war. Als Ersatz für die nur noch in sehr beschränktem Umsange i» drei Abteilungen ausgegebene Hausarbeit an die An- gestellten und ihre Angehörigen kommen die entlassenen Angestellten nicht in Frage, weil diese Hausarbeit überhaupt nur noch in solchen Fällen zulässig ist, in denen längere Einarbeitung in die Materie Voraussetzung für einwandfreies Einarbeiten bietet und die vorüber« Veißo Zähne: Ghlorodont gehende Beschäftigung von Erjatzkrästen zu einer erheblichen Der- zpätung der Fertigstellung der Tabellen führen würde. Die Heim- arbeit'wird nicht, wie der Berichterstatter annahm, ebenfalls an Angehörige der Angestellten ausgegeben, sondern ausschließlich an bedürftige amtsfremde Personen, deren sonstige Be- züge regelmäßig nachgeprüft werden, so daß von Doppelverdienern hier nicht die Red« sein kann. Es handelte sich vor dem Arbeits- oericht lediglich um fünf Klagen, all« anderen haben sich mit dem von der Behörde gezahlten Abkehrgeld, das in den meisten Fällen die Höhe von eineinhalb Monatsgehältern erreichte, be- gnügt. Nebenbei sei noch bemerkt, daß da» Amt außer einem Akten- wogen keine„Autos" besitzt und infolgedesien aus diesem Gebiete keine Sparmaßnahmen ergreifen tonnte. Ein VerkehrSminifter als Verkehrshindernis. Einige Reichstagsabg«ori>n«te lernen zurzeit 2lutofahren und unternehmen ihre ersten Fahrversuche in den belebteren Verkehrs- straßen Berlins. Dabei passierte es einem von ihnen, der sich nicht ganz geschickt benommen haben soll, daß er von einem rsdege- wandten Taxichauffeur mit folgenden Worten apostrophiert wurde: „Du— leg dir in den Kinderwagen und laß dir von deiner Frau spazieren fahren! Aber faß teenen Wagen mehr an!" Der Abgeordnete blieb die Antwort schuldig und gab schleunigst Gas. Es war nämlich-- ein früherer V e r- k e h r s m i n i st e r der Deutschen Republik, der keinen Wert dar- aus legte, sich in dieser Situation, als solcher zu erkennen zu geben. Fund in kattbu» und Mustau. König Fuad von Aegypten traf gestern vormittag um 11 Uhr in Kottbus ein und wurde auf dem Bahnhof von Vertretern der städtischen Körperschaften begrüßt. Dann fuhr König Fuad nach Schloß M u s k a u. Eine fröhliche halbe Stund« schenkte den Hörern am Nachmittag Vi ex Kehr ig- Korn mit dem Vortrag von Humoresken, die Fritz Müller-Partenkirchen mit scharfgespitzter Feder geschrieben hat. Geradezu von der Knappheit und Rundung einer klassischen Anekdote war das Geschichtchen vom„A e t h e r", das— voll Verständnis für die Vollkommenheit— der Vortragende an den Schluß seiner Rezitationen gesetzt hatte. Um 26 Uhr ist es nur natürlich, daß «ui« Großstadt„ohne Schlaf" ist. Der Titel„Die Stadt ohne Schlaf" war für diese Berliner Abendreportage daher�ziemlich danebengegriffen. Leo L a n i a fand sich zudem in dem Stellwerk am Anhalter Bahnhos nicht ganz zurecht: Alfred Braun aus dem Potsdamer Platz schon besser! Sein« Reportagen bringen wenigstens immer kleine lebendige Farbflecke, die das Bild anschau- lich machen.— Eine wirkliche Freude war da» Kabarett der Jungen. Nicht alles, was es bot, war vollkommen. Aber alles in ollem oerriet sich doch hier viel ehrliches Wollen und eine ganze Menge recht verheißungsvolles Können. Es wäre gewiß nicht im Sinn dieser Jungen, wenn man einzeln« Namen aus dem Pro- gramm herausgriffe. Also nur: Aus Wiederhören!— Ein in weiten Kreisen erfreulich unbekannter Herr Emil Simson verkündet«, daß er„als Gerichtsberichterstatter in Moabit" tätig fei. Seine Ausführungen bewiesen, daß er da am falschen Plage steht.— Die Ausführungen von Dr. Albert Pariser über„Kreditgewährung als neuzeitliche Form des Kundendienstes" waren eine Reklatne für den kreditgebenden Einzelhandel und hätten als solch« gekenn- zeichnet werden müsien. Tee. ■—™——■■■i™————— Gmfiurzunglück in Llnterfranken. Vier Arbeiter getötet. Marktheidenfeld, 15. Juni. Bei Aanalisationsarbeite» am Stadtaus« gang nach Orlenbach stürzte das umliegende Erdreich ei« und b e g r u b mehrere Arbeiter. Trotzdem die Bergung«» arbeiten sofort aufgenommen wurde», konnten vier junge Arbeiter nur noch als Leiche» geborgen werden. Einer wurde schwerverletzt herausgezogen, man hofft, ihn am Leben zu erhalten. „Gelber Vogel" noch in Spanien. Start nach Paris erst heute früh. Die Radlostation von Bordeaux gibt, wie haoa» berichtet, be- kannl. daß nach einer Funkmeldung au» Santander da» Flugzeug „Gelber Vogel" nicht vor Sonntag früh 5 Ahr zum Flug nach pari» st arten werde. Ein neues Bottsstrandbad im Osten. Orantesee? Wo ist denn der? Der Gleichklang läßt an Oranienburg denken. Aber west gefehlt, er liegt im Osten. Der Osten kennt ihn, aber sonst kaum einer. Das ist ganz gut. Mit der L i n i e 6 6 fährt man nach Hohenschönhausen, geht di« entzückende Ulmen bestandene Orankestraße entlang, in die Oberseestraße hinein und steht dann vor dem Eingang zum Strandbad Orankesee. Dieser ganz entlegene und ganz unbekannt« See gehört nebst seinen Ufergestadcn, dank der vor- a u s s cha u e n d e n �B a de p o li t i k de» Bezirksamtes Weißensee, der Stadt Berlin. Da» ganze Seeufer ist frei. E» wird ein Badestrand von wunderbarem alten Baumbestand umrahmt. Da aber— leider— dem Bezirksamt fein« Mittel zur Verfügung standen, so wurde ein Unternehmer, Herr Heidenheinrich, der Oekonom der Weißenseer Stadthalle, ermutigt, den Seestrand auszubauen. Und nun ist da draußen ein prächtiger 2 66 Meter langcrSandstrand entstanden. Den Sand hat der Untergrund» bahnbau geliefert. Garderoben sind für 3666 Bade- g ä st e vorhanden. Hübsch« Strandläden vermitteln den Bedarf der Gäste. Das Seewosser ist prächtig und ganz einwandfrei. Eintritt 26 Pf., Garderobe kostet einschließlich Kleiderbügel 16 Pf. Und wer im Osten in seinem Urlaub nicht verreisen kann, der kann hier dennoch herrlich« Tag« verleben. In den prachtvollen drei Minuten entfernten Anlagen de» Obersee» hat er Kurparkersotz. Am Er« öffnungstage wurde die neu«, vom Etadtbauvat B i t t m a n n geschaffen«, dem Dolkswohl dienend« Anlage in Gegenwort de« Bürgermeisters des Bezirks Weißens««, Gen. P f a n n k u ch durch Stadtrot Gen. Müller mit einer liebenswürdigen Ansprache dem Verkehr übergeben.__ Ferienkursus der Arbeiterbildungsfchule. In der Zeit vom 25. August bi» zum 7. September d. 2. per» anstaltet die Arbeiterbildungsschule zwei Ferienkurs«. Der erst« Kursus beginnt am 25. August und dauert bis zum 31. August. Der Leiter dieses Kursus ist Dr. Hermann L. Brill, er behandelt da» Thema:„Die Entwicklung der Staatsanschauung nach 1918". Der .nveite Kursus geht vom 1. bis 7. September. Redakteur Georg Fuchs- Leipzig spricht über„Kapitalismus in der Gegenwart". Die Kosten für jeden Kursus betragen einschließlich Fahrgeld. Quartier, Berpslegung und Hörgeld 33,56 M. Di« Themen sind so gewählt, daß diejenigen, dle über zwei Wochen Ferienzeit vtrfü�en, beide Kurse belegen können.— Beide Kurs« finden statt im Ferien» heim der Naturfreunde.R e i h» r h o rst" in Rl etn-Kö r i». Anmeldungen werden recht bald erbeten an unser Bureau der Arbeiterbildungsschule, SW. 68, Lindenstroße 3, 2. Hof II. Betrugsverfahren gegen einen Bürgermeister. Im vergangenen Jahre wurde, wie wir seinerzeit berichteten, der Bürgermeister der Stadt Dahme(Mark), Wendland, durch die Regierung in Potsdam von seinem Amt suspendiert. Dem Bürgermeister wird bis zur Entscheidung der ge�en ihn auch von den städtischen Körperschaften erhobenen Vorwurfe die Hälfte des Gehalts weitergezahlt. Mit der Wahrnehmung der Amtsgeschäfte ist ein Regierungsvertreter beauftragt. Die Regierung sah sich zu diesem Einschreiten veranlaßt, weil aus Betreibe» des Bürger- mcisters durch die städtische Spartasse sämtliche Kriegs- anleihe stücke als Altbesitz verkauft worden waren. Der Beschuldigte hat sich öffentlich dagegen verwahrt, eine unrecht« mäßige Handlung begangen zu haben. Jetzt ist gegen den Bürger- meister da» Hauptoerfahren wegen Betrüge» eröffnet worden. Fran Neumann bleibt in Haft. Di« Wirtschafterin Neumann, die wegen der Mordoffärc R o s e tz erneut festgenommen wurde, bleibt weiter in Hast. In dem Hast- Prüfungstermin am Sonnabend wurde die Haftentlassung der Wirtschafterin abgelehnt, da«in dringender Tatver- dacht besteht und Fluchtverdacht begründet ist. Die Beratung dauerte 1% Stunden.' Nriefkasten derRedattion. i- J. 73. 1. Ja. 2. Di« kosten sind mit«inaeschlofsen.— W. S.>00. Wenn tt sich um»ine allgemeiue Erlaubnis bandelt, was wohl anzunehmen ist, so Ninnrn Sie ba« Berlanaen de« Sauswirts zurückweisen. Lirgt aber ein» jederzeit widerrufliche Erlaubnis vor, so empsiehlt e» sich, eine Verständiguna mit dem Sauowirt bcrbeizusÜHren.— 0. A. 100. Wie jede Geldschuld, so ist auch die Mietschuld eine Orin-zichuld, d. h. der Mieter musi aus sein- koste» dem Vermieter die Miete Überbringen«der Übersenden. Der Mieter ist als» nicht berechtigt, das Vorto abzuzieben. In einer Entscheidung des Land. gericht» I Verlin wird jedoch der Portoadzug für zulässig erklärt, wenn die Miete bisher vom Vermieter selbst oder von seinem Vertreter geholt wurde und der Vermieter später bi« Uebersentun» der Miete sordcrt.— Krida<0. E, kommt nur eine Zurücknahme de» gcmeinschastliche» Testament» in Frage. Ein solches Testament kann aber nur oo» beiden Ehegaüen zurückgenommen werden._-_'_ su ein Laster,~üv Kwiel Pilasler Jedoch achte dabei immer auf den Patentschutz„Schlimmer Finsier". Seit 80 Jahren käuflich in Apotheken ä 45 PI. Outachten über durch Hans Kwlef» Pflaster-Fabrik, Berlin SW6S, Alexandrinenttr. 2»a. bieten Ihnen besondere Kaufgelegenheiten � � � � � für Ihren Reise- und Ferienbedarf das haus der guten Qualitäten sSsSs CORDS IVÜR Cfatfcnbnngcit für dies« Rubrik sind « e r U o SS 68, Lindenstraße Z, parieinachnchien für Groß-Verlin stet»»u da» Be>irk»sekretartat 2. Hof, Z Treppen recht», zu richte a. i, sirei» Ritte. Montag, 17. Zuni, 19'� Uhr. Sreiimitgllederperfammluag im Kackeschen Hof, Siofentdaler Str.<6— it. Bericht vom Parteitag in Maadeburc,. Referent! Willi Riefe.— Achtung! De« erweitert« streinor- stand trifft sich bereit» um 18Vt> Uhr ebendort zu einer wichtigen Be- fprcchung. 2. klrri, Tiergarten. Mittwoch, II. Zuni, WAt Uhr, in den Arminiuohallen, Bremer Str. 7z, Sreiomitgliederverfammluag. Bericht vom Parteitag in Magdeburg. Rcscrentinneu! Mathilde Wurm, M. d. R. und Bezirk»»««- ordnete Ar.ua Jordan. Mitglicdobuch legitimiert. <. strei» Prenzlauer Berg. Dienstag, 18. Juni, 19 Uhr, in der Schulaula «Sleimfte. 46, 1trcism!tglieder»ersammluag. Berichterstattung vom Par- teitag im Magdeburg. Referent: Rag Rtmnifc. Um pünktlich«, Srfcheiaea wird dringend erfucht. 8. Krei»!?riedrich«hain. Dienstag, 18. Juni, ISih Uhr, im Lokal Tadiner- straße lv. Rrcisvorstaiidssitiung mit sämtlichen Abteilungsleitern. Iii, jirei» siehlendorf. Mittwoch, 19. Zuni, 2« Uhr, im Lokal Lindenparl, Rreismitgliederverfammluog. Bericht vom Parteitag in Magdeburg. Refe- rrnt! Richard Kill«, sierner Bortrag über Arbeiterlport. 12. Ikei» Steglid, Lankwih. Lichtcrfeldc. Persammlung der fsreien Schul- gesellschaft Stcglin, verbunden mit Zusammenkunft der Elternbeiräte, findet nicht am Montag. 17. Juni, sonder» erst am Montag, 24. Juni, 20 Uhr, im Lokal„Markus-Casino". Steglitz, Liliencronstr. 14 lnahe Markusplatz) statt. Sehr wichtige Tagesordnung. II. itrei» Tempelhos. Dienstag, 18. Juni, 20 Uhr, rn Tempelhof, Dorfstr. 42, pt., ssraktmnssitzung. 14. Rrei» Neukölln. Die Werbezeitschrift„Der Rämpser* ist vom Parteibureau, Jdcalpasiage b. abzuholen. Die lfraktionssitzung findet am Montag. 17. Juni. 19 Uhr, im Na'haus statt. Bildung»au»schutz. Sitzung am Dienstag. 18. Juni. 19)4 Uhr, im Parteibureou, Idealpaffage 8. 15. Krei» Treptow. Dienstag, 18. Juni, 20 Uhr, im Lokal„Zum Einsiedler", Johanisthal, Rreismitgliederoersammlung. Bericht vom Parteitag in Magdeburg. Referent: Paul Becker. 16. iirei» Köpenick. Montag, 17. Juni, 20 Uhr, Sitzung der Pezirksverord- netenfraktion mit dem Rreisrorstand im Rathau» Köpenick. Zimmer 52. 17. Krei» Lichtenberg. Montag. 17. Juni. 18 Uhr, Sitzung der Bezirkmerord- neten mit den Bllrgerdeputierten im Zimmer 36, Rathaus, Möllendorffstr. Mittwoch, 19. Juni, 18 Uhr, Bezirksversammlung. 18. ikrei» weitzense«. Morgen, Sonntag. 10 Uhr, im Lchloßgarten, Sitzung de» Bildungsausschusses. 1». Krei» Pankow. Montag, 17. Jnni, 18)4 Uhr. Im Rathau» Pankow, g. 17, !tzraktl»n»sitzu»g mit den Bürgerdeputierte». Mittwoch. 19. Juni, 19)4 Uhr, in Lindner,«onzerthau», Pankow, Breit« St. 32. Rreismitglieder- »erfammlung. Vortrag:.Da» Konkordat". Referent: Dr. Kurt Löwen- stein, M.». R. 20. Krei« Reinickendorf. Bildu»g«a»,s»utz. Sitzung am Dien»tag. 18. Jnni, 29 Uhr, im Bolkshau,. Reinickendorf. West, Scharaweberstr. 114. Sämtlich« Bildunasansschutzmitolieder de» Kreise» müsien anwelend sein. Ritt- woch, 19. Juni, 29 Uhr, im Lokal Bergschlotz. am Bahnhof Saidmann». lnst, Kreismitgliederverfammlung. Bericht vom Parteitag in Magdeburg. Referent: Kranz Künstler, R. d. R. Aussprache. Berfchiedene». Au« alle» »bteilnngcn wird zaMreicher Besuch erwartet. sireie Schnloemeinde Berlin Mitte-Rord. Montag. 17. Juni, 19)4 Uhr, im Lokal Arndt, Schröderstr. 2, Mitgliederversammlung. Morgen. Montag. 17. Zuni: 33. Abt. 19>4 Uhr bei Wertalla, Hohenlohestr. 3, Borstandssitzung. 46. Abt. 19U Uhr bei Wallentin, Eörlitzer Straße, Kunktionärsitzung. 77. Abt.«chöneberg. 19V. Uhr bei Schmidt. Grunewaldltr. 16, Borstandssitzung. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr bei Pinger, Dorfstr. 50. Mitgliederversammlung. Bericht vom Parteitag in Magdeburg. Referent: Richard Hille. Dienstag. IS. Jnni: 25. Abt. Achtung, Genossen! Alle Genossen besuchen die Kreismitgliederver. sammlung pünktlich um 19 Uhr in der Schulaula Dleimstr. 46. Bericht vom Magdeburger Parteitag. 102. Abt. Baumschulenweg. Alle Genossen beteiligen sich an der Kreismit- glieberverlammlung um 20 Uhr in Johannisthal, Lskal Einsiedler. Die Bezirkssührcr laden hierzu ein. > Zrauenveranstaltungea. 1. Kr. Mitte. Montag, 17. Juni, pünktlich 13)4 Uhr, treffen sich die Kunk. tionäre im Bvrraum des großen Saal« im Jäckelchen Hof". Jede Ab» teilung muß vertreten sein. 7. Kr. Eharlottenburg. Mittwoch, 19. Juni, Kosfeekochen in Kinkenkrug Im Restgurgnt„Waldheim". Treffpunkt 14 Uhr Bahnhof Zungfernheide. Abfahrt 14.16 Uhr.' Nachzügler fahren 14.53 Uhr. 8. Kr. Spondou. Dienstag, 18. Juni, 16 Uhr bei Liibell. KarlsIust.Haken. selbe, Vortrag:„Kampf um Mutterschutz". Referent wird am Dienstag- morgen bekanntgegeben. 5 12. Kr. Sieglitz, Lichtrrfelb«, Lankwitz. All« Senosstnnen beteMaeu sich am Montag, 17. Juni, 20 Uhr, an der Krrisveransialtung in Lankwitz, Lehmann» ssestsäl«, Kaiser-Wilhelm-Str. 29/31. 1..Kampf um Arbeite. rinnenschutz". Gen. Dr. Kausche. 2.„Ludwig van Beethoven als Mensch und Künstler"(mit Schallplattenmusik). Bortragender Genosse Dr. Wolf- gang Herbert. 13. kr. Tempelhof. Mariendors, Lichtenrode. Mittwoch, 19. Juni, W 20 Uhr, bei Schuster, Maricnfelde, Kirchsir. 68, Lichtbildervottrag:„Der Sozialismus und Kapitalismus in der Karikatur". Bortrogender Gen. l' Hanns H. flamm. Die Genossinnen werden von den Maricnfelder S Genossinnen um 19)4 Uhr am Bahnhof Maricnfelde erwartet. Nach. � zügler fahren mit dem Autobus 32 vom Bahnhof Marienfeld« bis Kaiser- W alle«. Es ist Pflicht aller Genossinnen, sich an diesem Bortrag zu W beteiligen. gl 1. Abt. Montag, 17. Juni, 19)4 Uhr, bei Spiegel, Ackerstr. 1(am Koppen- vkitz), �äZortrag:„Sozialistische Erziehung". Refcrrntin Marie Reese, 18. Abt. Unser Fravenadend am 18. Juni fällt au». Dafür beteiligen sich alle Genossinnen an der Kundgebung für Arbeiterinnenschutz im Lehrer- »ereinshau». l9./20. Abt. Der Frauenabend fällt am Dienstag, 18. Juni, au» und sinket am 25. Jnni statt. Alle Genossinnen beteiligen sich an der kund- gebung für Arheiterinnenschutz im Lehrervereinshaus. 29. Abt. Montag, 17. Juni, Danziger Str. 71, Bottrag:.Bebel« und Lassalle, Bedeutung für die Arbeiterklasse". Referent Dr. Mar Schütte. 39. Abt. Montag, 17. Juni, In der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag:„Warum strebt die lebensfroh« Frau zum Sozialismus?" Refe- rentin Käthe Fröhbrodt. Die Mitglieder der SAJ. sind besonder» ein- geladen. 51. Abt. Eharlottenburg. Der Frauenabend Im Juni fällt au». Dafllr de- teiligen sich alle Genosiinnen am Mittwoch, 19. Juni, am Aussiug nach ssmkenlrug. Kaffeekochen im Lokal»Waldheim". Ahfahtt vom Bahnhof Zungfernheide 14.16 Uhr. 57. Abt. Alle Genossinnen beteiligen sich am Aussiug nach Finkenkrug am Mittwoch, 19. Juni. Abfahtt 14.16 Uhr vom Bahnhof Iungsernheid«. 74. Abt. Zeblendorf. Am Dienstag, 18. Juni, treffen sich die Genossinnen zur gemeinsamen Fahtt zur Kundgebung im Llhrervereinshau» 18 Uhr Haupt», Ecke Berliner Straße.< 105. Abt. Adlershof. Montaa. 17. Juni, Aussiug her Frauen nach Reu« Mühle. Treffpunkt 13 Uhr Bahnhof Adlershof. Die Frauenabende im Juli und August fallen aus. 124. Abt. Mahlsdorf. Montag, 17. Juni, 20 Uhr, bei Ander», Bahnhofsiraß«, Bottrag:„Erziehung zum Friedenswillen". Referent Ad. Abter. 139. Abt. Tegel. Montag, 17. Juni, 20 Uhr, Funktionärinnensitzung im Jugendheim, Echöneberger Str. 3. Arauenveranstaltungen am Mittwoch, 19. Juni: 78. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei Ratho, Feurig-, Eck« Prinz-Georg.Etvaße, Bottrag be- Genossen Rathmann. Um rege Beteiligung wild gebeten. 79. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei Groß, Eedanstr. 17, Bottrag:„Soziale G«. ttchtshilfe, eine Aufgab« ber Kommune". Referent Landgerichtsbirektor Ernst Rüben. Außer dem Nottrage stehen noch wichtige Fragen auf der Tagesordnung. Erscheinen aller Genossinnen ist Psiicht. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr. bei Klabe, Kandiernstr. 60/61, Vortrag:„käme- radschaftsehc". Refcrentin: Margarete Lartig. III- Abt. Bobnsdors. 19)4 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100, Bor- trag:„Proletarische Testkultur", außerdem ernste und heitere Rezitationen de,' Genossen Oswald Mudrack(Schauspieler). Arauenveranstaltungen am Donnerskag. 20. Juni: 24. Abt. 20 Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62, Vortrag:„Das Witt- schaftzgeld der Hausfrau". Referentin Klara Bohm-Schuch, M. d. R. v 136. Abt. Reinickendorf-Dst. 19)4 Uhr in der Baracke Lindauer Htraße,.Lei- terer Abend". Bortragcndcr Genasse Hosemann. 146. Abt. Borsigwalde. Frauenveranstaltting in Hohenneuendorf bei der Ge. nossin Liebelt. Lustiger Nachmittag im Freien. Bottragender Genosse Henri) Reiff. Abfahrt von Wittenau-Nord 14.19 Uhr. Nachzügler treffen sich in Hohenneuendorf, Belforter Str. 22. Frauenveranstalkungea am Freitag, 21. Zuni: UV. Abt. Vrüuau. 2V Uhr bei Werner, Köpemcker Str. 125, Vortrag: �Sozisle Frauenfrage» in der Gemeinde". Referentin Gertrud Eisfelder. 138. Abt. Kermsdorf. Unser Frauenabend findet in diesem Monat nicht am Mittwoch, 19.. sondern am Freitag, 21. Juni, 20 Uhr, bei Dewald statt. Bortrag:„Heiteres aus der schönen Literatur". Vortragender Genosse Henry Reiff. Am Mittwoch, 19. Juni, beteiligen sich alle Genossinnen an der Kreismitgliederversammlung im„Bergschloß" in Waidmannslust. Zungsoziali skea. Gesamtveranstaltung morgen, Montag. 17. Jnni, im Gewettschafi». hau», Saal 3, Engeluser. Genosse Engelbett Gras spricht über„Im- perlalismu«, Kelloag-Pakt und Reparation«»". Beginn 19'4 Uhr. lln- lostenbeitrag 6.10 M. Interessiert« Senoffe» der SAJ. und BSG. sind herzlich riugrladen. Am Dienstag. 18. Jnni, findet ein« öffentlich« Studentcnveisommlong in der Aula de» Realgymnasium», kochstr. 13, statt. Genosse Professor Dr. Sirgfried Mar«, Bresla», spricht Sbrr „Sozialismus und Intellettnelle". Beginn 20 Uhr. Wir«inpfehle» den Besuch der Veranstaltung. S Gruppe Bohnsdorf. Dienstag, 18. Juni, 20 Uhr, im Jugendheim Wachtel. straße 1, Diskussion:„Die Konkordatsfragc". Einleitender Bartrag: Genosse Dornow." Gruppe Lichtenderg. Der Gruppenabend am Dienstag.-18. Juni, fäll! aus. Wir beteiligen uns an der Werbeveranstaltung der SAJ. in Fried- richsfelde, bei Tempel, Prinzenollee. Vereinigung sozialdemokrakischer Studierender. Montag, 17. Juni, Sozialwissenschaftlich« Fachschaft. Thema:.Russisch« Entwicklung nach Einführung der Nep".— Dienstag, 18. Juni, ösfentlich« Stndentenversammlung in der Aula des Realgymnasium» Kochstr. 13. Thema: ..Sozialismus und Intellektuelle". Pflichtveranlialtung für alle Mitglieder. Be, ginn 20 Uhr.— Freitag, 21. Juni, Medizinische Fachschaft. Thema:„Da» neue Serualstralunrecht". Referent: Gen. Dr. Theilh-ber.— Freitag. 21. Zu»!. Juristische Arbeitsgemeinschaft. Thema:„Probleme des Kartellrechts". Resc- rent: Genosse Dr. Neumann. Bei schönem Wetter findet diese Arbeitsgemein- schalt im Freien statt. Nähere» siehe Brett. Die anderen Arbeitsgemein- schatten finden im Bund. Albrechtstr. 11, statt.— Fübrnnge» des Sozialistischen Sochfchulansfchnsse,: Freitag. 21. Juni. Führung durch da- Asyl für Obdachlos«. Treffpunkt 12)4 Uhr Stodtbahnbogen. • Zlrbeiksgemeinschaft der Kinderfreunde. Groß-Berlin. Montag. 17. Juni, 17 Uhr. im Bortragssaal der Partei, Lindenstr. 3, kindervertretrrsitzung. Freitag, 21. Juni. 18 Uhr, in der Sc- schäftsstclle, Zusammenkunft der Kreise, die nach Buch gehen. Souneowend«. 23.»nd 24. Jnni 1929. Sonnabend lressen sich all« Falken in Birkenwerder. Di« Gruppen müssen ihre Treffpunkte so srüd legen, daß sie bi» spätesten» 18 Uhr in Birkenwerder sind. Krei» Mitte. Montag müssen alle Kindervertreter zur Groß-Berliner kindervertretersitzung gehen. Die Helfersitzung am Montag fällt aus. Wir beteiligen uns an der kreismitgliedcrvcrsammlung der Partei. Erscheinen unbedingt erforderlich, da wichtige Bekanntmachungen zum Zeltlager gemocht werden. Mittwoch, 19. Juni, 20 Uhr, im Heim Zchdenicker Str. 24—25, Elternversammlung der Gruppen Ernst Toller, Pavvelvlatz und Arionaplatz. Krei» Wedding. Donnerstag. 20. Juni, findet von 19—21 Uhr im Jugend- heim Brunnenplatz, Zimmer 22, eine Sprechstunde statt. Am selben Tage sind alle Sammellisten, Kattcn und Bausteine abzurechnen. Mittwoch, 19. Juni, 184» Uhr, Treffen zur ärztlichen Untersuchung für Zeltlager und Kükcnsahrt vor dem Jüdischen Krankenhaus, Eingang Ercrzierstraße. Am Eonnabend.. 22. Juni, beteiligen wir uns an der S«»»l»wend« im Bollspatt Rrhbergc. Näheres wird noch bekanntgegeben. Krei» Prenzlauer Berg. Mittwoch. 19. Juni, Krrishelfersitzung im Hort her kindcrfreunde. Danziger Str. 62, um 20 Uhr. Freitag, 21. Juni, 17)4 Uhr. Zusammenkunft aller Zeltlagetteilnehmer(Kinder und Helfer) im Hort der Kindersreunde. krei, Reutöll». Dienstag, 13. Juni, 19)4 Uhr. Helfersitzung, Baracke Gang. hofcrstraße. Die Zeltlagerhelfer müssen unbedingt erscheinen. Krei» Prenzlauer Berg. Gruppe Freiheit. Montag, 17. Juni. 17—19 Uhr. im Jugendheim Sonnenburger Str. 20, Aussprache:„Warum Sommersonn-U» wendfeicr?" Mittwoch, 19. Juni, ab 15 Uhr im Heim„Bunter Abend". Don- nerstag, 20. Juni, von 17—19 Uhr im Heim„Musikalischer Abend". Krei» Schöaeberg.Friedenau. Jungsalken Friedenau Dienstag. 17—19 Uhr. Jugendheim Offenbacher Str. 5o. Die Schöneberger Gruppen Hauvtftr. 15. Rote Falken I Montag. 17. Juni. Lichtbildervortrag:„Geschichte der Arbeiter- bewegung". Rote Falken n Montag. 17. Juni, Vorlesungen:„Herenprozcsse". Anschließend für beide Gemeinschaften Volkston, auf dem Silbgelände. Don- nerstag, 20. Juni. 17)4—19)4 Uhr. Turnfpicle und anschließend 19>4— 20 Uhr Trommeln und Flöten auf dem Slldgelände. Mittwoch, 19. Juni. Alle Eltern müssen zur Eltcrnversammlung der Roten Falken in der Schule am Wart- durgplatz erscheinen. Beginn pünktlich 20 Uhr. Am Dienstag kommen alle Helfer zur Diskussion bei Walter Eschbach. Torgauer Str. 10.— Iungfalkcn: Gruppe I und II. Mittwoch, 19. Juni. Spielen. Freitag, 21. Juni. Bunter Abend mit Tanzen und Singen. Die Falkenküken sind Gast bei den Jung- fallen. Freitag Ueben die Musiker von 19—20 Uhr, Slldgelände. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei- Organisation| 112.. Abt. Rahnsdorf. Unser Genosse Otto Pollei au» Wilhelmshagen ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Di« Einäscherung hat bereits statt. gefunden. ERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Fernsprecher; Zentrum 8640 Königstraße Kupfergrab. 0055 Rosenthaler Str. Norden 9830 Moritzplatz Moritzpl. 14721 tfCleiderstoffe Wasdl-Kunstseide Druckmuster..Meter 95 BllimGn~VollVOilC neue Muster.T7T. 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VoIIroile, reizende Form und Muster, nanger Länge 40-45 cm, Größe 40 jede weitere QrSSc 78 Pt mehr Iso 625 Kinderkleid �drucktVoUTOÜe'ßb„hgfäÄ'Qrö8e5o 725 Jede weitere OrDBe 78 Pt mehr Sportkleid«...m., weiß U pastelllarble, Länge 90.100 cm �3 SO Jugend). Kleid Mrackt Ä oSÄ« 16 75 Jugend). Kleid-°Ä�ie�.�5� 26 so Jugendliches Sliikleid bedr. Vollvoile, aparte Blumen-■ � muster, reich garniert. Kragen| 3 50 Sportkleid gestreift Toile de soie, 14% Größe 42-46|�f50 Stilkleid klein getupft. Vollvoile, Rock IM farbig abgetönt, Gr. 42 bis 48| 5Q Damenkleid reinseid. Bast, mit Stickerei u. farbig. Paspel, Größe 42-48 H Gummi-Mantel kaiierte Kunstseide, mod. a|4% Herrenform. Gtöße 42-46|�75 Bafist-Gummi-Manfei mod. Henenform, einfarbig, jgjm Größe 42-46 50 Herrensfoff-Mantel kleine Karos, aparte Form,-__ ganz auf kunstseid. Seige,•*�3 Größe 42-48«fc-* SV Damenmantel gute Kunstseide, gezogener Kragen, ganz auf Damassd, Größe 42 bis 46»»» SV - AK. Sstzd« X' ?lr. 27?- 46. Iahrgang 2» Sonntag.-16. Juni-t»29 Was Wen die Meilersekretariate? Jahresbericht für Berlin-Brandenburg. Der folget»« Jahresbericht umfaßt die acht Arbetterfetretariate im Bezirk Berlln-Brandenburg.Grenzmark(Pofen-Westpreußen). Er läßt die Fülle der geleisteten Arbeit klar genug erkennen. Zwar sind es nur trockene Zahlen, aber dennoch sprechen sie eine beredte Sprache. Da alle Gesetze und Verordnungen— ganz gleich aus welchem Gebiete— vom Gesetzgeber meistens so unklar gehalten sind, ist es dem Arbeiter unmöglich, sich darin zurecht zu finden. Hinzu kommt, daß die Ausführungsbestimmungen in vielen Fällen derartig verklausuliert sind, daß schon eine große Portion juristische Spitzfindigkeit dazu gehört, sich überhaupt in ihnen zurecht zu finden: ein Kunststück ist es oft, aus dem Wulst der ewigen Wenn und Aber einen Rechtsanspruch des Arbeiters herauszuschälen. Wie mancher Genosse trug früher seine letzten Spargroschen zum Rechts- anwalt oder Winkeladvokaten, und mutzte eines Tages doch erkennen, daß seine Interessen nicht mit dem nötigen Nachdruck vertreten wurden. Erst mit den Arbeitersekretariaten war die Stelle geschaffen, di« unbeeinflußt und unabhängig vom Unternehmertum ausschließlich für da» Recht de» Arbeitnehmer» eintritt. Welch« Bedeutung den Arbeitersekretariaten in steigendem Maße zukommt, erkennt man, wenn man die von ihnen für die Arbeiterschaft ausgeklagten Geldsummen betrachtet. Leider liegen diesmal noch nicht von allen Ortsausschüssen darüber genaue An- gaben vor, weil da» vorhandene Personal mit Arbeiten überlastet ist. Spremberg jedoch berichtet von S1778 M., Guben von 11325 Mark, die von den dortigen Arbeitersekretären für die von ihnen vertretenen Personen sichergestellt wurden. Dazu kommen die vielen tausend Mark Steuerrückerstattungen. Selbstverständlich erfordern die steigenden Anforderungen«inen Ausbau tchr Arbeitersekretariate, vor allem aber die Besetzung mit geschulten Kräften, die über entsprechende Kenntnisie und Erfahrun- gen verfügen. In einzelnen Orten werden deshalb auch ganz er- hebliche Mittel zur Erhaltung der Arbeitersekretariate aufgewandt. Aber auch die Staatsbehörden und die Kommunalbehörden erkennen immer mehr den Wert der von uns geleisteten Arbeit und gewähren zum Teil erhebliche Zuschüsse. Das würde wohl überall der Fall sein, wenn weniger politische Gegner als Beamte in den maßgeben- den Stellen säßen: doch di« Zeit wird auch hierin Wandel schaffen. Wo die Beiträge der Gewerkschaften und die Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln nicht zur Aufrechterhaltung des Betriebes aus- reichten, da bezuschußte der Bezirksausschuß die betreffenden Stellen, wie diese» bei den Bezirksarbeitersekretariaten Frankfurt a. d.O. und Brandenburg a. d.H. der Fall ist. Sie haben die Ver- pslichtung, die Vertretungen im ganzen Bereich der Oberversiche- rungsämter Frankfurt a.d. O. und Potsdam zu übernehmen. Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß, wo Stadt oder Kreis die Arbeitersekretoriate sistanziell unterstützten, damit stets die Derpflich- tung verknüpst ist. auch den unorganisierten Ratsuchenden beizustehen, wodurch wir schon manchen Außenseiter für unsere Sache gewonnen. Die Arbeitersekretoriate Berlin, Brandenburg, Luckenwalde, Frankfurt a. d. O., Spremberg und Forst wurden im Jahre 1928 mit insgesamt 17 900 Mark aus öffentlichen Mitteln unter- stützt: für Guben und Kottbus fehlen die Angaben hierüber. Vom Bezirk des ADGB. wurden die Seketariate in Brandenburg und Frankfurt mit 1000 bzw. 750 Mark unterstützt. Brandenburg Hot zwei angestellt« Sekretäre, die übrigen sieben Arbeitersekretoriate haben je einen Sekretär. Hilfskräfte wurden insgesamt acht beschäf- tigt, davon drei in Verlin. Mündliche Auskunft wurde in insgesamt 34 642 Fällen erteilt. Au der Spitze steht Berlin mit 9395 Auskünsten. Schriftliche Auskünfte wurden in 1261 Fällen gegeben. Schriftsätze waren 17 818 abzufassen, wovon allein 12 487 die Sozialversicherung und 6540 das bürgerliche Recht betrafen. Di« übrigen Schriftsätze entfielen mft 4968 auf den Arbeits- und Dienst- vertrag, 6540 aus Gemeinde- und Staatsangelegenheiten, 1814 be- trafen Zivilprozesse und 713 das Straftecht, während der Rest sich auf sonstig« Angelegenheiten verteilt. Persönliche Vertretungen erfolgten In 3205 Fällen, wovon 1487 in Berlin, für insgesamt 2628 Personen. Vertretungen vor den Oberversicherungsämtern hatte das Berliner Arbeitersekretariat in 1155 von insgesamt 1584 Fällen. Mit Der- tretungen vor den Arbeitsgerichten stehen die Sekretariate in Kottbus mit 170 und Spremberg mit 154 von insgesamt 722 Fällen an der Spitze, Guben folgt mit 150 Vertretungen, während in Berlin sich nur in 48 Fällen eine Vertretung vor dem Arbeitsgericht durch das Sekretariat notwendig machte. Vor den ordentlichen Gerichten machte sich eine Vertretung in 480 Fällen notwendig und zwar allein in 206 Fällen in Berlin und in 133 Fällen in Spremberg. In 93 Fällen machte sich«ine Vertretung vor den Spruchausschüssen not- wendig und in nur 12 Fällen eine solche vor Schlichtungsausschüssen. Wenn auch die vorliegenden Jahresberichte keinen Anspruch auf Vollständigkeit machen können und leider viele Angaben vermissen lassen, die uns nicht nur ein genaueres Bild von der geleisteten Arbeit geben würden, sondern auch Fingerzeige für Entwicklung?- Möglichkeiten, so ist das vorliegend« Material doch ein Beweis da- für, daß die Arbeitersekretariate seit ihrem Bestehen für die werk- tätige Bevölkerung viel Segen gestiftet haben. Manch« Sorgen wurden bei den Genossen verscheucht, mancher Streft zu ihren Gunsten entschieden, und wenn auch einer oder der andere der Ratsuchenden mit dem Erreichten nicht zufrieden war, so lag das eben daran: es gibt nichts Vollkommenes auf der Welt, doch das Bessere ist im Werden. Carl Vollmershaus. Die Lohn- und(Schlichtungsfrage. Wie die Kommunisten in der Metallbranche„siegten". Skuttgark, 15. Juni.(Eigenbericht.) Auf der Beiratstagung des Deutschen Metall- arbeiterverbandes macht« der Vorsitzende Brandes einige hochinteressante Mitteilungen über die„Siege" der Kommu- nisten bei den diesjährigen Betriebsrätewahlen in der Metallindustrie. Danach wurde nurinöö Betrieben von(im Jahre 1928 gezählten) 11 569 Betrieben die Parole der KPD. auf Einreichung von Sonderlisten befolgt. In den umstrittenen 55 Betrieben wurden zusammen 839 Betriebsräte gewählt und da- von nur 288 auf KPD.-Listen— also ganze 288 bei 35 600 Betriebsräten! Eine wahrhaft schmähliche Niederlage für die KPD.! Nur in 11 Betrieben, in denen die große Mehrheit der Beschäftigten leider unorganisiert ist, hat die KPD.«ine Mehrheit erzielt. Reichel sprach über die Stellung des Verbandes zur Lohn- und Schlichtungsfrage. Der Verband hat im Reichsdurch- schnitt für das Gebiet der Jndustrietarife von 1925 bis 1928 di« Löhne für Facharbeiter um 32,8, für Ungelernte um 38,7, für Frauen um 50,7 Proz. gesteigert. Ebenso hat er im Gebiet der Handwerkstaris« die Löhne für Bauschlosser um 55,2, für Elektro- Monteure um 49,1, für Heizungsmonteure um 56,4 und sür Klempner um 59 Proz. erhöht. Eine weitere Steigerung ist notwendig, dabei muß jedoch im Frühjahr die bei einigen Lohnabschlllssen erfolgt- Abstufung der Lohnzulagen wieder verschwinden Die rein« 48>Stunden. Woche kommt für immer mehr Arbeiter in Geltung. Von den im vergangenen Jahr durchgeführten 1451 Bewegungen mit 2,3 Millionen Beteiligten wurden 845 Fälle durch direkte Verhandlungen der Parteien erledigt. Nur in 443 Fällen griffen die Schlichtungsbehörden ein. Leider nicht immer im sozialen Sinne. Trotzdem kann die Verbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen nicht entbehrt werden. Mit dem durch Reichsarbeitsgerichtsurteil praktisch eingeführten Kollegialentscheid könne man sich abfinden, da er di« Ver. antwortlichkeit bis zu einem gewissen Grade steigere. Di« Unter- nehmersorderungen in der Schlichtungssrage müßten dagegen ab- gelehnt werden. Ernstlich zu prüfen sei, wie die Ungleichheit in der Rechtslage bei Verletzung der Friedenspslicht durch Aussperrung ent- gegen verbindlich erklärten Schiedssprüchen beseitigt werden kann. Die von Reichel vorgetragenen Richtlinien fanden die einmütige Billigung des Beirats. Arbeiislosigkeii der Holzarbeiier. In der Generalversammlung der Berliner Holzarbeiter am Donnerstag im„Klubhaus" in der Ohmstraße konnte der Bevoll- mächtigte Genosse Frei gang über die Arbeitsmarktlage im ersten Quartal keinen günstigen Bericht geben. Zu Beginn des 1. Quartals waren in Berlin 3979 Holzarbeiter und-arbeiterinnen arbeitslos. Diese Zahl stieg bis zum Quartalsschluß auf 12 656 Arbeits- los«. Im Quartalsdurchschnitt war die Zahl der Arbeitslosen um 4566 höher als im gleichen Quartal des Vorjahres. Unter den Be- zirken im Reiche hat Berlin fast die höchste Zahl von Arbeits- losen, jedenfalls aber die längste Arbeitslosigkeit pro Mitglied. Trotz- dem kommen noch viele Holzarbeiter aus dem Reiche nach Berlin, um hier Arbeit zu finden. Große Brauchenstreits wurden in der Be- richtsperiode nicht geführt, sondern lediglich einige Werkstattstreiks, die mit Ersolg beendet wurden. Bei Beginn der Berichtszeit liefen mehrere Lohnabkommen ab. so u. a. die der V e r g o l d« r und der K i st e n m a ch e r. Für die Vergolder wurde ein neuer Lohntarif abgeschlossen, der sie in der Entlohnung mit den Tischlern gleichstellt. Bei den Kistenmachern kam es zum Streik, der jedoch durch den Streikbruch der synditalisti- schcn Kistenmacher verloren ging. Trotz der langanhaltenden Wirt- schaftskrise und der damit verbundenen schlechten Beschäftigung sind sowohl di« Mitgliederzahlen als auch die Finanzen der Ortsver- waltung konstant geblieben. In der Diskussion bemühten sich einige kommunistische Redner, die Arbeit der Organisation herabzusetzen. Sie entledigten sich serner der ihnen sichtlich unangenehmen Parteipflicht, die kom- munistische Maiaktion zu rechtfertigen, fanden aber in der Bersamm- lung kein Echo. Genosse Freigang wies in seinem Schlußwort die Einwände der Kommunisten treffend zurück. Anschließend gab Genosse B o e s e noch einen«ingehenden Bericht über den Verlauf der zentralen Lohn- und Manteltarifbewegung im Reiche, dem kein« Debatte folgte. Das Parlament der Arbeitsinvaliden. Der vierte Verhandlungstag war lediglich der Beratung statutarischer Fragen gewidmet. Es wurde eine neue Beitragsklass« C zur Verbands st erbekasse eingeführt, und zwar für die Ehe- gatten von Mitgliedern, die der Sterbekass« angehören. Voraus- setzung sür den Beitritt ist, daß der mitzuversichern.de Ehegatte keine Rente oder Fürsorgeunterstützung- bezieht. Der Anschluß der»och bestehenden örtlichen Sterbekassen an die zentrale Sterbekasse soll beschleunigt erledigt werden. Ferner soll dahin gewirkt werden, daß in Zukunft ein einheitlicher Verbands beitrug im ge- samten Verbandsgebiet Gültigkeit hat. Der fünfte und letzte Verhandlungstag begann mit einem Refe- rat des Verbandsvorsitzenden Karsten über das Thema: „Die Stellung der Arbeiksinvaliden in Staat und Gesellschaft". Der Verband ist parteipolitisch neutral. Trotzdem erklären wir ganz konsequent: Wir stehen auf dem Boden der heutige» demokratischen und republikanischen Staats- form, die allein eine wirksame Vertretung unserer Interessen er- möglicht. Die Sozialpolitik der Vorkriegszeit wurde als Zuckerbrot zur Ruhighaltung der Arbeitermassen gewährt. Die vi-l umfassendere Sozialpolitik der Republik ist von den demokratischen Kräften des neuen Staates selbst geschaffen. Die Arbeiterschaft ist reis genug, sich nicht mehr von Diktatoren oder Philantropen bevormunden zu lassen: sie kann ihr Geschick mit eigener Hand leiten. Wir müssen uns vom Massenwillen tragen lassen. Wenn wir uns für den heutigen Staat einsetzen, so bedeutet das nicht gleichzeitig die Billigung der heutigen Wirtschaftsweise in Deutschland, die die Grundlage der sozialen Recktion bildet. Wir müssen aber verlangen, daß Reinheit im republikanischen Staats- betriebe herrscht, daß die Feind« der Republik von den Aemtern im Staat entfernt werden und daß sie nicht im Genuß republikanischer Pensionen stehen können. Bei Arbeitskämpfen hatte der Staat früher sehr oft nur blaue Bohnen, heute ist beim Ruhrkampf eine weitestgehende Unter- stlltzung der kämpfenden Arbeiterschaft durch den Staat zu verzeich- nen gewesen. Die Arbeitslosenversicherung ist geschaffen und ersolg- reich verteidigt worden. Die sozialen Ausgaben des Reiches betrugen 1923 1,5 Milliarden, 1928 dagegen 4,5 Milliarden Reichsmark. Ohne die republikanischen Kräfte im Staat wäre eine derartige Arbeiter- Politik nicht möglich gewesen. Die Arbeiter verlangen von der Republik aber auch eine gerechte Renlenpolitit. Es ist eine Schande, daß Hochverräter und Katastrophenpolitiker wie Ludendorfs und Genossen fürstliche Rentenbezüge erhalten, während der treu«ste Sohn des Staates, der alte ausgepumpte Arbeiter, mit Bettelpfennigen zufrieden sein muß. Der Zentralverband der Arbeitsinvaliden steht auf dem Bode» der Republik. Er fordert aber auch, daß ihr iozialer Inhalt gegeben wird. Eine Resolution im Sinne dieser Ausführungen wurde einstimmig angenommen Die Borftandswahlen batten folgendes Eraebnis: 1. Bor- sitzender August Karsten. 2. Lorsitzender Kurt Gabler, Kaf sierer Ma? Matth es. In den erweiterten Verbandsvorstand wurden S ch neider- Magdeburg, T h o m a s-Bu«r, Schröder- Kiel. Schneider- Mylau und H o f s m a n n- Peisterwitz gewählt. Zum Obmann des Derbandsauefchusscs wurde Fritz D o r b e ck- Oberhausen gewählt. Weitere Mitglieder des Ausschusses sind Rothe- Chemnitz, Göhl- Regensburg, K ö t t e r i tz f ch- Burg, Dreher- Freiburg und Frau H o f i a r t h- Kassel. Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig. In dem begeistert aufgenommenen Schlußwort soßtc der Der- bandstagsleiter Matthe? noch einmal die fruchtbaren Ergebnisse der Berbandstaasarbeit Zusammen und dankte der Kieler Arbeiterschaft und den Behörden für die außerordentlich liebenswürdige Aufnahme und Hilfeleistung. Mit einem Hoch auf den Zentraloerbapd der Ärbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands schloß der Verbandstag. Der Faschismus am Pranger. Protest gegen die Mussolini-Gewerkfchasten. Genf, 15. Juni(Eigenbericht.) Di« Sonnabendsitzung der A r b e i t s k o n f e r c n z beschäftigte sich in ihrein ersten Teil mit dem Einspruch der Arbeitergruppe gegen das Mandat des saschistischen Gewerkschaftsvertreters. I o u h a u x und der englische Arbeitervertreter P o u l t o n wandten sich in scharfen Worten gegen die Unterdrückung der Koalitionsfreiheit in Italien. Von vornherein war zu erwarten, daß die Mehrheit der Vollversammlung der Koni- missionsmehrcheit, die empfahl, das Mandat für gültig zu erklären, folgen würde. Davon ausgehend betonte I o u h a u x:„Der Protest der Arbeiter ist notwendig. Denn wie auch die Abstimmung der Konferenz ausfällt, so müssen wir der Welt oerkünden, daß wir das saschistische System verdammen, und wir sind sicher, daß der Tag kommen wird, wo auch in Italien wieder die Freiheit zu ihrem Recht gelangen wird". P o u l t o n sprach von dem Bericht, den die Studienkommission des ADGB., die Italien Ende des vorigen Jahres besucht hat, ver- faßt hat. Dieser Bericht zeige, daß die normale gesetzliche Tätigkeit, die die Gewerkschaften in den zivilisierten Ländern ausüben, unter dem faschistischen System vollkommen verboten sei. Die Italiener wchrten sich dagegen, wobei der faschistisch« Gewerkschaftsvertreter R a c ca in den Vordergrund seineb Ver- teiÄigung stellte, baß die foschistösche 5®« fn den SHllßenyrAde» geboren sei und es keine anderen Gewerkschaften in Jtatien gäbe als die soschistischcn. Mit 84 gegen 27 Stimmen wurde das Man- dat des Faschisten für gültig erklärt. Dafür stmmiten»eben den Arbeitgebern die meisten Re- gierungcn. Die Regierungsvertreter Deutschlands und Eng- lands, die im vorigen Jahr für das �Mandat gestimmt hatten. enthielten sich diesmal der Stimme. Eine längere Diskussion entspann sich über den Borschlag der Arbeitslosigkcits- kommission, eine umfassende Untersuchung über die Ursachen der Arbeitslosigkeit zu veranstalten. Während die Arbeiter diese Unter- fnchung beiürwortctcn, äußerten die Arbeitgeber durch den Mund des deutschen Arbeitgebervcrtreters Bogel Bedenken, Es wird am Montag abgestimmt werden. Am Sonnabcndnachmittag beschloß der D e r w a.l t u n g s r a l, seine nächste Tagung am 4. Oktober in Genf beginnen zu lassen. �fum Präsidenten des Berwaltungsrats wurde der französische Re- gierungsocrtreter Fontaine wiedergewählt, als Vizepräsident der Arbeitnehmergruppc wurde P o u l t o n- England gewählt. Ende des Tabakarbeiierstreiks in Bulgarien. Sofia, 15. Juni. Der Streik der Tabakarbeiter in Chaskowo wurde durch ein Abkommen beendet, das auf Anregung der zuständigen Behörde zwischen den Arbeitgebern und dem Streikkomitee abgeschlossen wurde. Der Zechenverband hat in den gestrigen Verhandlungen in Esten mit den technischen Angcstelltenvcrbändcn deren Forderungen auf achtprozentige Gehaltserhöhung abgelehnt. Achtung, Verlehr,.«.-s. Montaa. 17. Juni, tZ'/h Uhr, im tatal W Mliller, lljerftrahe Ecke Rartiu-Ovift-Strabc. Zraklionsslhuna der r?-uvtwcrkstatt Userstrahe. Zeder(denosse muh brstlmmt erscheine». Mittmoch, 19. Inni, 1» Uhr, in der Schnlaula Grünthaler Strohe, M BetririKrersammIuna der Kauvtwerlstatt Userstrahe. Vortra«:.Die D Zuliinst der Vcrlehr-betriebe". Zieserent: Direktor?rih Brolat. Der Zraktionsvorstand. «rb«it«mt Süd. Montan, 17. Zuui, 29 Uhr, bei Kriiaer, Grimm. x? strahc 1, Versamnituan aller SPD.. Genossen. Vortran:.Da, Berlehn. || Wesen Berlins". Aeserent: Stadtverordneter Rcinhold Eichbcrq. Ig Lithoaraphen, Stcindrncker und v. B. Dersammluna aller SPD.. � Genossen am Dienstaa, 18. Zuni, 17 Uhr, im Rnsensaal. Deutscher W* Kos. Lucka„er Strohe. Vortroq: Methode de» Slassenkamvse«". Rese- W rent: Dr. Panl Leol, R. d. ZI. Anschlichend sreie Aussprach«. Die SPD.-srraktioa. SPD.>Kol,art«itcr. Die Werbezeitschrilt.Der Sämpfer" ist ein» ß- netroffen und sosort abzuholen»o» Schilina. Runszestr. Z9. sZacharuppe der Glaser de, Deutschen Bouaewertsbunde». Vauaewerkschast Berlin. Moraen, Mdntaa. 19 Uhr, Mitaliederoersaunnlunn im Gewerkschasts. hau,. Saal i. Tanezordnunri: Etellunanahme zum Schiedsspruch. Zu An- drlracht der Wichtipkeit der Daqeeordnuna werden die Aollcacn ersucht, reft. so, zu erscheinen, Mitaliedsbuch ist am Saalcinannji vorzuzeigen: ohne Buch lein Zutritt Tie ssachgruppcnlcituug. Souueuwendfeier der ssrcicn Gewerlschaftsjugcnd nm Sonnabend, 22. Juni, 21 Uhr, ssreilicht-Theater Votksvark Zungfernheide. Mitwirkende: Alsred Beierle,„Der Junge llhor", Dirigent Leinz Dhiessdn, Sprech, und Bewcgungs- ch.ot der ZGZ, Brrlin. sSprcchchorwerl„Erlösung" von Bruno Schdnlanl.) Schüler der Kochschnlr sür Musik. Unkostenbeitraq äst Ps. lsahrorrbindnngcn: Ringbahn bis Bahnhof Iungfcrnhcidc. Etrahcnbahn: Linien Z. 12, SS, 64. .�uaendaruvve des?epiralverbandes der Angestellten Morgen. Montag, sind folgende Pcranstaltnngcn: Zeqel-ZIeiusckendorf: Jugendheim Rcinickendorf-Ost. Lindauer Etrahe, Baracke. Bortcag: , Alt.Berlincr Humor". Referent: Georg Seilbrunn.— Äedding: Jugendheim Turinrr Elke Scestrahc. Bussprack'e über..Dhcatcr einst und schl".— Norden: Zugendhcim slastanienallee 81. Bortraa.Uder»Jugend und Sport", Rrfrt$n1i Mrrner Becker.— Lichtenberg: Jugendheim Gunlerstr. 44. Llrder» und Tanz. abend.— Urban: Zugrndheim Sodrrchtstrahe' Ecke Sanderstrahe. Bortrag: ..Brdrutcr die Soiialvcrstchcrung eine grohe Belastung Dentlchlands?" Rrfc. rent: Erwin Bunzel.— Tcmpclhos: Iuoendhcim Grrmaniostr. 4—6. Wir lesen. - Ehorlottendnrg: Iugcndhcim Noünenstr. 4. Bortrag:''„Dichtcr und Dichtung unserer Zeit". Reterent: Wilhelm Lrwinski. Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, dem 15. Zuni. 1. Rennen. 1. Robilita» ltzerzogsi. 2. Hochdruck, 8. Nil. Tolo: 52:10. Platz: 20, 2S, SS: 10. Ferner liefen: Erinnerung, HoratiuZ, Der Muck, Gunst, Fleiß, Bunte Dell. 2. Ren n e n. 1. Waldmeister s.H. Blume), 2. Goldoni, 3. Antesignano. Toto: 418:10. Platz: 02, 30. 17:1«:. Ferner liesen: AvililS, TarquinluS SupcrbuZ, Wcndclin, Alicia, Lichtblick, Tanit. 3. Rennen. 1. Pergola sPisek, 2. Barbar, Z. Tarnschlid. Toto: ?!): 10. Piah: Ist, 18, 23:10. Ferner liesen: Orestes, Earo Bube, Gral, Botakogo, Irrlicht. 4. R c n n e it. 1. Mangrove(D. Schmidt), 2. Trunkenbold. 3. scnora. Tolo: 10:10. Platz: 13, 15: 10. ltzerncr lief; Amalsi. 5. Rennen. 1. Fockenbach sM. Tchmid). 2. Rcbell, 3. Alkart. Toto: 37:10. Plah: SO. 13: 10. Ferner liefen; Metrodorul. Feli? efto, Audar, ti. R c n ii c n. I. Bellana iPincenzs, 2. Rorana, 3. Obacht. Toto: 30:10. Platz: 15, 27, 19:10. Ferner liefen: Nicgmedia, Micaela, Lslsee, Lambert, Polana. 7. Rennen. 1. Stilicho.(Huguenin), 2. Sankt Hubertus. 3. oiallina. To!o: 38:10. Platz: 13, 13. 15:10. Ferner liesen: Don Jose, Shalimar, Sllstcrstern, Neuer Ulster, Conoja. 5chwimmsest der Freien Schwimmer Groß-Berlin. Aus dem Badeplatz an der Grenzalleebrückc findet beute, Tonnlqg, I5Ubr, ein großes bundes. ofienes I ii g e n d s ch w i m m i e st stall. Tort wird der Nachwuchs der .Freien Schwimmer Groß-Berlin" seine Kräfte mit den anderen Bundes- vereinen messen. fWSozialWscheArhetterjugendGr.-Verlin | Einsendungen fär diese Rubrik nur an da< Zugendsekreiariat I Berlin(523 6S,£fn£>cnilro§e 3 Sinqkreis. Die Ilebunosabcnde fallen bis auf weiteres aus. Achtung! Abteilungsletter: Eorqt dafür, daft eure Fahnen vom Sekr«. tariat abgeholt werden. Gebt die WiensammeNisten ob. heute. Sonnlag. 1ö. Zuni: Schönhauser Borstodt: Bcfichtiquiig des Landtages. Tressv. 9ih Uhr Nard, ring. IIHH Uhr Keimabend mlt Mufik, Schiinflietzer Str. 7. Turnschuhe mitbringen.— Friodena«: Keim Osfenvacher Sir. 5», Fahnenweihe.— Steglili: Spiele im Grunewald. Treffp. 8 Ilhr Raihousplah.— Wannsee: Schule Ehar, lotionstrahe, Heimabend.— Reinickendors-Wcft: Heim Seidelsir. i. Heimobrnd. Wcrbcbezirk Mitte: Dampserfahrt nach Wrrnsdors. Abfahrt 71-, Ilhr Micharlkirchbrücke. Erwachsene 2 M., Kinder 1 M. Die Partcigenolslnnrn und -genossen sind herzlich eingeladen. Werbcbezirk Neukölln: Alle Ordner tresfen sich zum Kintersest des Zugend- amtes 14 Uhr Eingang Bolksxark Neulölln. Morgen. Montag. 17. Zum. ISVi Uhr: Zalkplah II: Schule Sonnenburger Straße 29, 19-Minirtcn. Referate.— Humannplatz: Heim Schercnbcroftr. 7,„Kommunale Fragen".— Nordoste» II: Heim Danziger Str. 62, s 8,„Wir lesen ans dem Jahrgang 1992".— Borstg. wald«: Echtilc Eonradstrahe:„Tagespolitischc Fragen".— Lichiendeeg-Rord: Zllngeren Gruppe, Heim Gunterstr, 44, Heiniabend, "cbcbezirk Prenzlauer Berg: Heben der Tambonrkapclle, 29 Uhr, Turn. halle Danziger Str. 23. Erscheinen ist Pflicht. Wcrbebczirk Krenzbcrg: W..B..Mitgliederotrsammlunq im Heim, Bei Str-ihe 29. Thema:„Der Magdeburger Paricitaq". Nefcrcntin Genossin An Britzer �_____|________ 1._________ Anna Sicmscn, M. d. R. Alle Genossen müssen erscheinen. Werdcbezirk Neukölln: Zusammenkunft der Wonderleiter und Vertrauens» leute für Wien im Helm. Flughasrnstr. 68. Jede Gruppe muh vertreten sein. Wcrbcbezirk Schöneberg: Dienstag, 18., 19 Uhr, im Seim. Hauptstr. 15. W.-B..Borstandssitzuna Da die Sitzung um 29 Uhr beendet sein muh, wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Werbcbezirk Prenzlauer Berg: Mittwoch, 19., 19', a Uhr, im Heim. Sonnen. Bürger Str. 29. W..B.,Dvrsttzendcnkenserenz. Thema:„Zugendtag Wien". Sämtliche Borfitzendcn und Zngrndbeiräte der Abteilungen müssen erscheinen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". GeschZItsstelle: Berlin S, 14, Scdaftianstr. 37/38, Hol 2 Tr Dienstag, 18. Zuni. Prenzlauer Berg. Kim.„Arnswolder Platz" ---- bei Baronfki. Pastentstr. 6. Kam.„Hnmannplatz bei Pohft. Star. paeder Str. 19. Bottraa des Kamrradtn Greste über„Eindrücke pon der Drutfchlandfllhrt' nnch Wien". Frkedrtck-sholn: Kam...Stralau". Berkammlung bei Brrtalla, Hahrnlohestr. 3. Borlrag. Rndcrricgc. Jeden Dirnstag und Donnerstag ab 18 Uhr Uebungsabrnd im Boatslhius Wendcnschloh Beginn eines neuen Anfängerkursus. Marineabteilnng. 19'» Uhr Bootshaus Nudern. -»irtwoch. I». Snnt. KnmwWt. BMfvetUttvt.«atz ,.»-ortpa-I Reuldlln. beginn 18 Uhr. Friedrichahain.»am.„Andreas". 18 Uhr Sport, platz Friedrichshain. Sonnenwende vom Sportkartell. Wäret» Sozialistischer«erzte. Ortsgruppe Sroh.Berltn.� Eltzvnz Mrttwoch, IS. Juni. 20 Uhr. im Cof« Zagenburg, Bülowsir. 158. Näh? Morip. platz, gewährt jetzt auch auf Wunsch Fahiungscrleichierung ohne jeglichen Aul- schlag. Etwas vom Schrubbe» und Reinigen. Wir im Haushalte tätigen Frauen leisten eine Arbeit, die wenig greifbare Werte zelligl, leine klingende Münz« aui den Tisch d-s Hanfes bringt und darum von oberflächlichen Menschen nicht entsprechend gewrrtct wird. Durch Schrubben. Wischen. Spülen und Walchen fuhren wja im Znteeeste unserer K-snndheit einen ewigen»reg gegen Kranrheitserkeger aller Art. Dir chemische Zndustr-c hat UNS nun zwar in den letzten Zabren manche Mittel in die Zand gegeben, die uns in diesem Kampfe unterstützen, die aber leider immer noch nicht �vielseitig genug ausgenutzt werden. Zch denke hier im Augenblick an das Spllten des Ge- lchirrs. der Teller und Bestecke. Tasten. Topfe. Eimer, Svülsteine. Fett und Schmutz haften an all diesen Gegenständen und sie zu?nt lernen erfordert viel Arbeit und nicht selten auch verdrühie Lände. Dem Kufall verdanke ich�nuit ein ganz vorzügliches Reinigungsmittel, man könnte es als besonderes Spül- mittel brzrichnev, das unter dem Namen iMi verkauft wird. Etwas iMi in, heiße Wasser getan. löst spielend leicht und ohne besonderes Reiben Fett und Schmutz. Die Berliner Sladtsiinod«»eröffentlicht in der heutigen Ausgab« die B?» kanntmochilng betreffend der Kirchensteuer für das lausend« Zahr.«Ein- Wendungen gegen die Höhe der Kirchensteuer, sowie Antrage aus'ptundunfl. Ermäßigung oder Erlaß der Kirchensteuer, stnd nicht beim Finanzamt, sondern mvndlich bei den zuständigen- Kirchenqemrinden, schriftlich bei dem geschästs» führenden Ausschuß der Berliner Siadtsiinode. Berlin-Eharlottenhurg 2. Marchstr. 4 5. anzudringen. Näheres ist auf den Küstereien zu erfahren. Da» Dönhoss-Brettl als Zubilari». Am kommwdrn 1. Juli kann da, volkstümliche Barietd am Dönhoffplaß auf»in lbjähr'ges Bestehen zurück- blicken. Kur Feier des Tages findet am l. Juli im Döndoff-Brettl ein» große Fcstvorstcllung statt, zu der nikle crftklasstgc Künstler des deutschen Barictes ihre Mitwirkung zugesagt haben. f-. «f U Ä Prima Boucle aus reinem Haorgarn Verkauf nur SpandauepSfeSZ fjttoii/ti m�wrmnWmmi fepsr?»« »m-m-feirrÄsK-« l-g?166- MM-ßW Ol franse, getreue Copien 12s v.Perser Teppichen Ausschneiden Xr Nalralzen S « Metall- und Holrheiten, Schlnfzimmer ». an Private. Ratenrahlung. Kihlcn 267 ftti. t Eisenmööerfaöpsij suhl(mar.) M.m Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! Wegen Tarifbruch und Nichtbenutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises für das Gastwirtsgewerbe werden hierdurch für die Mitglieder unseres Verbandes folgende Gasfwirtsbetriebe gesperrt: Westen: Schultheiß-Patzenhofer„Zum Onkel Ernst", Ansbacher Straße 49, Ecke Wittenbergplatz, Inh. Raschke Norden-Tegel: Caf� Seerose, Inh. Müller, Müllerstraße, Ecke Seestraße See-Pavillon, Inh. Spielberg, Tegel Strand-Garten, Inh. Pieper, Tegel Picheisberge: Kaisergarten, Inh. Pirwitz Hirschgarten: Wilhelmshof, Inh. Bülow Erkner: Bürgergarten, Inh. Schröder' Fiedlers Restaurant, Inh. Fiedler Woltersdorfer Schleuse: Zum Kranichsberg, Inh. Günther Neukölln-Treptow: Restaurant auf dem Schießstand- gelände, Hasenheide, Inh. Georg Kerm. Restaurant Spreegarten, Inh. Qadegast, Treptow. Alt-Treptow 10/14 Zentralverband der Hotel", Restaurant- und Cafö- Angestellten Zweigverein Berlin Berlin N 14, Elsasser Strafe 86-S8" Telephon: Norden 1813 und 804 I Aufbewahren Ausschneide DeotiiWelallatlieWetal ßditung! BauansdUSger! via»»tag, den 18. Zuni. abend» 7 Uhr. im verban»»ha«» Cinicaftr. 83 85 Brandtenversammlaiut der Baaansdiläder. Tagesordnung: I. Verband», und Bronchen angelegen Helten. 2. Diskusston 8 Versitiedene«. Die Kollegen werden ersucht, reft!», die Bersammiung zu besuchen. oewiedspStv ovl'Nsumsl'upov 6 Uniergrappen IS and 19 Versammlung vtenntag. den 18. Znnl, abends 7 Ahr, im Sthnngnsaal de» verbandnhaoseo. Ltnieastr, 83/85 Tagesordnung: 1. Der Entwurf drs Ardeit»schutzge!«tzes. Neierent: Kollege Franz Zante. 2. Nenwadl der Sruppenlettung. 3. Verschiedenes Affilnnö! Metalidrehert Die Bertrauensmännertonferenz unserer Branche findet in diesem Monat nicht am 20. 6. sondern am Donnerstag,'27. d. M.. in dem dekannten Lola! statt. Spielplan unserer»olknrabkeilang. Zn der Woche qpm 17. dt» 23. Zuni: 1. Das Dskument von Schanghai.� 2. Technischer Film. 3. Humoresle. Zn der Woche vom 24. bt» 39. Znni: l. Eisbrecher Krasfin. 2. Technischer Film. 3. Humoresle. Ja der Woche vom s. bis lt. Augnst: 1. Brand tn Kasan 2. Technischer Fitvu 3. Humoreske. Z» der Woche vom>2. dt» W. Augost: L Der lebend» Leichnam. jNach dem Roman von Tolftoil 2. Technischer Ftltn. 8 Humoreske. Antrage» wegen Uebertassung und Besuch der Adtellung sind lelephonisch oder schrift- .ich an die KultnradteUziqg(Bureau: Linienstr.«385, Zimmer 20)»u richten. In der gett vom 1. Zult dt» 4. Anruft ist unsere Kutturabtetlung geschlassen. Wiedereröffnong am 8. August. Wt. Oilivoi valtang. (Semlnnansjug 8.«lasi« 33. Preußllch-Süddeullch« Slasien-övtferie. 2. Ziehungstag 15. Fant 1929 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinm gefallen, und zwae je einer auf die Lose gleicher Nummer i» den beiden Abteilungen l und ll 1 Ohne Gewähr Nachdruck verboten In der Bormlttagsztehung wurden Gewinne über 120 M. gezogen z«ewi»», tu 3000 M. 177647 6 Gewinne M 1000 M. 90805 165940 191930 14«woi-ne in 800 IB. 46484 85806 141882 169830 213241 250182 311263 14»«Wim» in 600 m. 131114 167024 219100 300544 309109 381733 3861 09 98 Gewinne«» 400®. 17221 18257 22022 36211 54148 65171 74092 76303 92878 103332 116802 117094 128508 129603 136749 148315 153389 154026 157476 161604 165242 185422 188059 189501 199960 210584 216297 216433 221472 222616 230400 236302 238116 245310 247672 295630 257088 268070 270717 283103 280482 292301 298021 307082 318922 351022 352805 384933 397320 220 GeWn*. m 240 HL 4447 6943 8290 12112 12643 1262 t 18784 25184 26788 28110 29309 29772 31410 34220 41621 48679 53058 58073 8V559 67888 70986 71488 72971 77831 78856 97621 101769 106215 114306 119823 128375 138717 143582 132861 194817166248 156217 156560 167846 161249 166245 166324 166512 167270 174744 180534 190384 193364 194393 200030 200755 201340 206360 207837 212244 216169 217542 218728 221089 221962 224902 227285 228321 229790 233701 235643 246214 246237 247218-251108 264777 258530 263637 267690 272825 276460 279682 281709 285595 287729 296189 306201 308026 321369 321910 327181 328105 334305 340419 340741 342183 351176 351730 335114 361126 361348 364535 374494 375410 375734 378481 379273 365507 386188 387307 393002 395322 395432 398382 399229 3n der Nochmitlagsziehung wurden Gewinne übet 120 M. gezogen 2 Gewinne ,u 10000 HL 191272 2 Gewi>m« ,» 5000 M. 236617 4 Gewinn, zu 3000 SS. 53796 285588 2 Gewinn« zu 2000 M. 88169 2«ewiaue zu 1 000 92L 236830 � 6 Gewinn« zu 800 M. 65981 137679 181588 28 Gewinn« zu 500 M. 12131 34649 43305> 04975 129114 1 32035 145149 169659 186627 231361 279381 280370 360050 378832 92»ewinn« zu 400 W. 5445 7601 14330 21881 23242 33391 36420 48153 49460 76363 77688 89486 130111 131346 139491 140333 140612 168113 160094 175623 180989 185708 188835 190450 192772 199464 213700 219918 241667 247687 249083 255128 276725 265907 293864 317484 327030 333028 353963 361496 364182 366333 331669 334960 3Q0393 3337QO 292»ewtnn- ZU 240 M. 6411 8337 8596 10115 10982 11048 11070 13631 20416 21404 21785 23873 25481 29668 31075 34092 36672 39255 49666 56000 60724 66430 71066 77620 76309 76694 82764 83930 88661 88814 90565 94615 94773 95815 101477 104336 104732 109986 113727 120362 124149 127153 128955 129692 136817 142344 142629 145142 145919 145947 152034 152037 163437 156779162877 163609 165219 169373 173114 177576 178111 180419 181286 181931 183010 183437 188047 188195 190671 191198 198787 198072 201335 201391 201467 201638 208365 206965 211422 216250 222308 224050 224672 228650 230769 231098 235272 237764 240273 252052 252721 254862 256679 258267 259923 260424 262984 263083 263855 264502 271011 272375 273414 274568 281982 282978 284774 287754 2SS72S 294966 296973 301673 304527 316489 319183 320S8; 321522 334703 340499 342632 342653 345221 349777 351158 352108 356767 352402 363988 364031 366276 366367 373360 373827 374550 S74693 374953 376044 378887 379479 381110 384266 384426 393549 396278 396996 «97367 / (9 StKdW10 [Sonder Toile-Srreifen reine Seide- in den Farben die jetzt 50 modern u. begehrt sind: lind, bananeqrün bleu, weiß, rosa caSOcmbrh MWkMkbeW Der duftige Stoff, dersich für elegante Nachmittdqs-u.Abendkleider in der warmen Jahreszeit besonders eignet. 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März 1930— werden im Bereiche der Berliner Stabtsimode mit Genehmigung der kirchlichen und staatlichen Aufsichtsbehörden VON den kirchen. steuerpflichtigen Evangelischen als Kirchensteuer IV vom Hundert der Einkommensteuer 1929 erhoben, und zwar in der Form von Zuschlägen -) zu der lm Einkommensteuerbeschcid festgesetzten Einkommensteuer für da» Kalenderjahr 1928 oder für diejenigen vom Salenderjahre abweichenden Eteueradschnitte. die im Kalenderjahre 1928 geendet haben; entfallend« Einkommensteuer nicht per. uiuuis. uJitii, au wii(ui nutenuetfabc 1828 gemäß fi§ 70, 78, 74 de» Einkommansteuergesetze» einbehaltcnen und nach§ 77 vorschriftsmäßig b) soweit 01« aus ben Arbeitslohn...................._ anlagt wird, zu den Im«alenderiahr 1928 gemäß S§ 70, Einkommensteuergesetze» einbehaltcnen unb nach* abgeführten ober verwendeten Lohnsicuerdeträgen. Soweit bi« im Kalenderjahre 1928 entrichtete Lohnsteuer festgestellt worden ist. dient dies« al» Maßstab für die Umlegung der Kirchensteuer. Im übrigen müssen der Kirchensteuer-Beranlagung geschätzt« Lohnsteuer- betröge zugrunde gelegt werden. In diesen Fällen gilt die Veranlagung zu- nächst al» einstweilig«. Sollt« dl« tatsächlich entrichtete Lohnsteuer von dem geschätzten Betrage abweichen, kann innerhalb einer Frist von zwei Wochen noch Empsana der Beranlaaungsbenachrichtiguna unter Borlage von Beweis- Mitteln Berichtigung der Veranlagung nackgesu»! warben. Wird ain ant. sprechender Antrag nicht gestellt, sa ist nach Adlaus der zmeiwSchigen Frist h!» Veranlagung al» endgültige anzusehen: anschließend käust dl« gesetzliche Einspruchsfrist. Di» auf Grund der einstweiligen Veranlagung gezahlten Kirchensteuerbeträg« werden von der Finanzkasse auf die endgültig« Kirchen. steuer verrechnet. Die zu entrichtenden Kirchensteuerbeträg« sind in vier gleichen Raten fällig, und zavar sür dl- Nurlvhnsteuerpflichtlgen ff. oben unter v) am 18. Mai 1929, 18. August 1929. 13. November 1929, und 18. Februar 1980. für die übrigen Kirchensteuerpflichtiqen gleichzeitig mit den Vorauszahlungen auf dl« Einkommensteuer am 10. April 1929, 10. Juli 1929, 10. Oktober 1929 und 10. Januar 1930. Kirchensteii erdeträge bis zu 1 RM. einschließlich werde« nicht erhoben. Bei gemischten Ehen wird der evangelisch« Teil nur von der Sälst« der Einkommensteuer des Ehemannes zur Kirchensteuer herangezogen, sofern nicht beide Ehcseute selbständig Einlommensteuer entrichten. Die Erbebung der Kirchensteuer erfolgt durch die Reichssinanzverwaltung. Zahlungen sind an die zuständige Finanzkasse zu leisten. Eine Abholung der Kirchensteuer durch Steuererheber findet nicht statt. Rechtzeitig- Zahlung erspart Unkosten unb Aerger. Berlin- Ebarlottenburg 2. den 10. Juni 1929. Der geschäflssührende Ausschuh der Berliner Sladtsynad« v. Karow. Total» Ausverlauf. Vollständige Auflösung meines Möbcs.EngrvsIagers. Etwa 80 Speise.. Schlaf, und Serren. zimmer. 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Man lönme vielleicht glauben, daß damit die Ausgabe der Sachverständigen er- schöpft gewesen und daß man alles übrige, d. h. auf welche Weise die zu zahlenden Summen in Deutschland aufgebracht und an die Gläubiger übertragen werden müssen, der deutschen Regierung zu überlassen gewesen wäre. Die Sachverständigen haben aber nicht bloß den Abbau der auf Grund des Dawes-Planes geschassenen Organe beschlossen, sondern auch den Plan einer neuen Organisation zur Durchführung der neuen Reparationsordnung ausgearbeitet. Dies liegt grundsätzlich im Interesse sowohl der Gläubiger als auch Deutschlands selbst. Man darf sogar sagen, daß die Sachverständigen nur dank der glücklichen Idee der besonderen, nach ganz neuen Grund- fätzen aufzubauenden Organisation die ihnen gestellte Aufgabe er- füllen konnten. Sinn und Umfang der Kommerzialisierung. Den Sachverständigen wurde der Auftrag erteilt,„Vorschläge für eine vollständige und endgültige Regelung des Reparationsproblems auszuarbeiten". Nun ist der Begriff einer endgültigen Regelung alles andere als eindeutig. Letzten Endes kann keine Regelung auf längere Sicht als absolut endgültig gellen. Immer wäre es denkbar, daß in der Zukunft die Durchführung der ge- troffenen Regelung durch irgendwelche Umstände verhindert werden konnte. Eine gewisse Möglichkeit der Abänderung würde auch bei jeder Regelung bestehen, wie sie sür den Uoung-Plan besteht— z. B. für den Fall der Ermäßigung der interalliierten Schulden an Amerika. Unter der endgültigen Regelung des Reparation?- Problems verstand man jedoch eine solche Regelung, die möglichst vollständig jede politische Unsicherheit ausschließen würde, d. h. eine Regelung, die Deutschland die Sicherheit gewährt, daß keine neuen Forderungen gestellt werden, und andererseits Deutschland die Mäglichkest nimmt, sich der Erfüllung von ihm über- nommener Verpflichtungen zu entziehen. Deshalb bestand namentlich Frankreich darauf, daß die deutsche Reparationsschuld kommerzialisiert werden, d. h. die Form einer Schuld nicht an den Staat(politische Schuld), sondern an private Gläubiger annehmen muß. Wenn eine unzählige Menge private Gläubiger in allen Ländern der Well entsprechende Schu.d- verschreibungen des Deutschen Reiches besitzen, dann bedeutet die Nichtbezahlung der Reparationsschuld nichts anderes als den deut- schen Staatsbankerott. vollkommen», Vernichtung seines Kredits, also eine schlechthin unvorstellbare finanzielle und wirtschaftliche Kata- strophe. Um' die gesamte Reparationsschuld zu kommerzialisieren, müßte also Deutschland eine internationale Anleihe im Wert von mehr als 30 Milliarden aufnehmen, die Ansprüche der Gläubiger- staaten wären dann durch diese Anleihe befriedigt, und die neuen privaten Gläubiger— die Zeichner der Anleihe— wären gegen die Nichterfüllung der deutschen Verpflichtungen dadurch geschützt, daß die eventuelle Nichterfüllung die genannte Katastrophe für Deutschland bedeuten würde. Nun war die Forderung nach der vollständigen Kommerziasi- sierung der Reparationsschuld schon aus dem Grunde unerfüllbar, da«in« so ungeh«ur« große Anleihe weder jetzt noch in absehbarer Zukunft möglich ist. Man hat aber eine praktisch gleichwertige Lösung gefunden, indem man erstens durch die Befreiung eines Teiles der Zahlungen von dem Transferfchutz die Kommerzialisierung de» entsprechenden kleineren Teiles der Reparationsschuld möglich macht, wobei Frankreich etwa sieben Achtel der zu kommerzialisierenden Summe zugeteill sind, und zweitens durch die Organisation der Reparationsbank oder der ,Äank für internationale Zahlungen�. Die eventuelle weltwirtschaftliche Bedeutung der zu gründenden R�parationsbank lasten wir hier außer Betracht. Nicht deshalb, weil wir diese Frage nicht für sehr bedeutsam halten, sondern ledig- lich deshalb, weil wir uns jetzt mll der neuen Reparationsregelung als solcher beschäftigen. Uns interessieren vorläufig nur die Funk- tionen der Reparationsbank als des ausführenden Organs für die neue Regelung. Alles, was darüber hinaus geht, muß einer anderen, van anderen Gesichtspunkten geleiteten Betrachtung vor- behalten bleiben. Für uns lautet also die Frage: Was wird die neue Bank, als das Organ für die Ausführung des Poung-Planes, zu leisten haben? Dann werden wir auch sehen, weshalb die Errichtung dieser Bank eine so ausschlaggebende Bedeutung sür die endgültige Lösung des Reparationsproblems haben muß. Schon nach dem Dawes-Plan war Deutschland nur verpflichtet, die zu zahlenden Summen aufzubringen: mit der lieber- t r a g u n g an die Gläubiger waren der Reparationsagent und das Transferkomitee beauftragt. Die Aufbringung selbst wird nach dem Dawes-Plan von dem Reparationsagenten und verschiedenen aus- ländischen Kommissaren überwacht. Nach dem Poung-Plan würde als einziges Organ für seine Durchführung die neue Bank wirken: der Reparattonsagcnt, alle Kommissare und Treuhänder würden verschwinden, die Bank wird auch alle Beziehungen der Reparationskommission zu Deutschland übernehmen. Die neue Bank muß also vor allem die Uebertragung der deutschen Zahlungen besorgen. Man darf annehmen, daß durch die Errichlung dieser Bank eine reibungslose Abwicklung der Uebertragungen in der Tat am besten gesichert wird. Di« Bank wird ständig über große Devisenvorräte verfügen, aus welchen sie unter Umständen alle Zahlungen an die Gläubiger wird vollziehen können. Deshalb wird sie nicht auf den sofortigen Verkauf der deutschen Valuta— in der ja gezahlt wird— angewiesen und wird imstande sein, diesen Verkauf zu regulieren, d. h. die deutsche Valuta unter günstigen Bedingungen umzuwechseln, nicht dann, wenn das Angebot der deutschen Reichsmark stark und die Nachfrage nach ihr relativ schwach ist, sondern umgekehrt. Dadurch und auch durch die eventuelle Gewährung von Devisenkrediten an die Reichsbonk wird die Bank empfindliche Schwankungen der beut- schen Währung verhindern können. Der eventuelle Aufschub der Uebertragung, aus welchen Deutschland— für den geschützten Teil der Zahlungen— nach dem Joung-Plan das Recht bekommt, würde auf jeden Fall eine schwere Gefahr für den deutschen Kredit darstellen, diese Gefahr würde aber durch die Vermittlung der Bank gemildert sein, da die Bank dann die Auszahlung der deutschen Raten aus ihr zur Verfügung stehenden Mitteln würde vornehmen können. Das würde auch eine Art von Kredit für Deutschland sein, well Deutschland die von ihm aufgeschobenen Zahlungen(im Falle, wenn auch die Aufbringung ausgeschoben wird) nachzahlen und ver- Zinsen muß. Die Errichtung der neuen Bank würde also auch für Deuischland selbst große Vorzüge haben, indem sie die Gefährdung der deutschen Währung und des deutschen Kredits durch die lieber- tragung der Reparationszahlungen wesentlich mildem, wenn nicht ganz ausschalten würde. Den Gläubigem gegenüber wird aber die Zieparationsbank als Treuhänder für die deutschen Reparationen erscheinen. Die deutschen Repa- rationszahlungen werden ihren Weg zu den Gläubigern über eine Organisation gehen müssen, die mit allen großen Finanzmächten der Welt durch Zusammenarbeit verbunden ist. Droht nun nicht die Gefahr, daß Deutschland unter Umständen alle diese Mächte verbündet gegen sich sehen würde? Ja, wenn Deutschland den Versuch macht, sich der Erfüllung seiner Verpflichtungen zu entziehen. Darin liegt eine Sicherheit für die Gläubiger, die der Kommerzialisierung der Rc- parationsschuld gleichwertig ist. Wir, die die Er- fllllungspolitik seit Iahren vertreten und uns auch in Zukunst Immer gegen die vorsätzliche Nichterfüllung der deutschen Verpflichtungen wenden werden, haben keinen Grund, die genannte Gefahr zu be- fürchten. Wir wissen, daß Deutschland durch eine Katastrophen- Politik mit der dann nicht ausgeschlostenen Kriegsgefahr nichts erreichen und nur viel verlieren kann, und die Politik der vorsätzlichen Nichterfüllung seiner Verpslichtungen wäre für Deutschland nichts anderes, als eine Kataströphsnpolitik. Die Losten, die wir zu tragen hoben, sind sehr schwer. Eine— und zwar wie wir gesehen haben— nicht unwesentliche Ermäßigung dieser Lasten ist nur dann möglich, wenn unsere Gläubiger die nach ihrem Urteil ausreichenden Sicherungen bekommen. Nur um diesen Preis und nicht zulegt der politischen Entspannung wegen sind sie — namentlich in Frankreich— bereit, uns eiie Ermäßigung der Reparationslaften zuzugestehen. Eine Sicherung durch die Kam- merzialisierung der Reparatiostsschuld ist, wie oben ausgeführt, nur in einem begrenzten Umfange möglich, und dementsprechend ist sie im neuen Reparationsplan nur für einen Bruchteil unserer Zah- lungen vorgesehen. Die Sicherung, die den Gläubigern als aus» reichend erscheint, soll durch die O r g a n i sa t i o n der neuen Rege- lung, nämlich durch die Errichtung einer Reparationsbonk als eines einzigen Organs für die Durchführung dieser Regelung, geschaffen werden, und nur auf dieser Grundlage ist die Ver- ständigung in Paris möglich geworden. Nach dem Organisationsplan der neuen Bank sollen die Direk- toren(oder ihre Vertreter) der Zentralnotenbank von Amerika, Eng- land, Frankreich. Deutschlend, Italien, Japan und Belgien den Kern der Vankoerwaitung bilden. Dieser Gedanke läßt sich aber nicht in vollem Umfange ausführen, nachdem die amerikanische Regierung jede Beteiligung der amerikanischen Zentralnotenband an der neuen Bank abgelehnt hat. Amerika wird deslzolb in der neuen Bank nur durch private Bankiers vertreten werden, vor allem wohl durch I. P. Morgan oder jemand aus seinem Konsortium. Die Macht des amerikanischen Finanzkapitals wird in der Reparationsbank schon eine ihr gebührend« Vertretung haben! So wenig die künftige Tätigkeit der neuen Bank sich jetzt im einzelnen übersehen läßt— abgesehen von ihren direkten Funktionen, als des Organs der Rcparationiregelung—, daran kann kein Zweifel bestehen, daß mit dieser Bank eine mächtige internationale kapitalistische Organisation ins Leben gerufen wird. Die Sachverständigen haben damit ge- rechnet, daß die organisierte Arbeiterschaft, ihrer Ein- stellung zu den kapitalistischen Organisationen gemäß, für sich d>e Beteiligung a.n der Kontrolle der neuen Bank fordern wird. Um die Erfüllung dieser Forderung vor vornherein zu ver- hindern, haben sie ausdrücklich bestimmt, daß nur die Vertreter der Finanz, der I n d u st r i e und des Handels in das Direk- torium der Bank ernannt werden dürfen. Noch eine Bestimmung des Poung-Planes, die dem rein kapitalistischen Geiste seiner Ver- fasser entsprungen ist, und die man in Kauf nehmen muß. Es wird die Ausgabe der sozialistischen Parleien sein, ihren Einfluß aus die Politik der Zentralbanken in den einzelnen Ländern zu stärken, um aus diese Weise auch einen Einfluß aus die Politik der Reparationsbank zu gewinnen. Wir als Sozialisten werden an der Tätigkeik der Reparationsbank aus verschiedenen Gebieken keine reine Freude haben, und krohdcm müssen wir uns auch für die Gründung dieser Bank aussprechen, da sie einen großen Forlschritt sür die Regelung der Reparationssrage bedeuten und. Indem sie die von Frankreich gewünschte Sicherheit gewährleiste», auch den Weg zur endgültigen politischen Entspannung zwischen Deutschland und Frank- reich ebnen wird. Auch die Wollkonjunkiur belebS sich. Norddmlsche Wollkonzern bis zum Winter aueverkaust. In der kürzlich erfolgten Dilanzbesprechung des größten deut- schen Textilkonzerns, der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei A.-G. in Bremen, hatten wir bereits darauf hingewiesen, daß dieser Konzern trotz der allgemeinen Depression in der Textilindustrie im legten Jahr Rekardumsätze«r- zielt hat. So war dieses Unternehmen auch in der Lage, diesmal fast 7 Millionen gegen 6 Millionen Mark im vergangenen Jahr an seine Aktionäre als Dividende auszuschütten. Für die weitere Entwicklung in der deutschen Wall- industrie sind die Ausführungen des Vorsitzenden auf der Generalversammlung sehr bemerkenswert. Danach sind nach der durch die Kälte hervorgerufenen Depression im Winter die Verhältnisse seit dem Monat März erheblich besser geworden, so daß die auch im Gcschäjtsbericht erwähnten Bctriebseinschränkun- *NV>N\NV\NN.>�NNV\V.N\V\\\\v\,lxV»NVVV�VV.V. WOHNUNO WE R K RAUM AU S 6 TE LLU NG BRESLAU ISe IS. ü UNI-IS. 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Di« Eesellschast arbeitet jetzt ooU mit zwei Schichten und der gegenwärtige Auftragseingang fei so gut, daß für I92S mit einem bessere» Er- gebnis(!) gerechnet werden könne. Die Werke seien au] SU M o- nat« hinaus ausverkauft, was für den gegenwärtigen Zeit- punkt sehr viel bedeutet, und auch für das cherbstgefchäft könne man mit einem lveiteren Aufschwung rechnen. Entwicklung der Warenhausumsahe. Verschiebung des Bedarfes in den ersten vier Monaien 1929 Der strenge Winter hat auch in der Deckung des Massenbedarfs der Bevölkerung starke Verschiebungen zur Folge gehabt.■ Wie die Zeitschrift für Waren, und Kaufhäuser mit- teilt, war auch die gesamte Umsatzbcwegung der Warenhäuser vom Januar bis April dieses Jahres durch die abnorme Witterung be einslußt. So betrug die Steigerung des Gesamtumsatzes in diesen Monaten nur 1 Proz., während in der entsprechenden Zeit des Vorjahres die Umsätze um 14 Proz. stiegen und in den ersten vier Monaten 1927 eine Steigerung von 9 Proz. gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres festzustellen war. Berücksichtigt man aber den starken Kaufkraftausfall. der durch die riesige Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten entstan- den war, so kann die Umfatzentwicklung bei den Warenhäusern noch als verhältnismäßig befriedigend bezeichnet werden. Bemerkenswert ist, wie sich besonders in der Kälteperiod« das Schwergewicht des Massenbedarfes auf warme Klei- dungsstücke und auf Nahrungsmittel verlegt hat. Setzt man den Warenhausumsntz in den ersten vier Monaten 192S mit 100 ein, so betrug der Gesamtumsatz in den Vergleichsmonaten 1928 122,7 und in der entsprechenden Zeit dieses Jahres 123,7. Während die Umsätze in der Konfektion durchweg rückgängig waren, stieg der Umsatz in Trikotagen, Wolf- und Strickwaren iprunghaft von 141,4 auf 175,0. In noch stärkerem Verhältnis steigerten sich die Umsätze für Nährungs- und Genußmittel, nämlich von 201,7 aus 257,7. Im Vergleich zu 1925 beträgt die Umsatz- crhöhung bei Nahrungsmitteln 150 Proz. Verschmelzung derLandgenossenschasten preußenkasse zt»- Zusammenschlußbervegung. In diesen Tagen beginnen unter Leitung der Preuhenkasse, des zcmralen Kreditinstituts der landwirtschaftlichen Genossenschosten, die .Verhandlungen zum Zusammenschluß der führenden Genossenschaitsoerbändc. Zur Frage der Vereinheitlichung im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen nahm der Präsident der Preußenkasse Dr. Klepper in einer Pressebesprechung eingehend Stellung. Nach dem gegenwärtigen Stand« der Reorganisation befindet sich die ge- nossenschostliche Zentralkasse de s Reichslandbundes seit dem 1. April d. I. in Liquidation, während der Ge» nossenschastsverband des Reichslandbundes die Auf. lösuiig zum I. Oktober beschossen hat. Bemerkenswert ist, daß Dr. Klepper sich in seinen Ausfühnrn- gen g e g e n«ine übereilte Gründung des Einheits- Verbandes wandte uich betont«, daß zunächst eine grundlegende Rationalisierung des Unterbaues und des Mittelbaues im ländlichen Genossenschaftswesen, also der Dorsgenossenschaften, der provinziellen "Gtitössetischastsvevbände sowie der Zentralkasse durchgeführt werden müsie. An'dieser Ausgab« arbeitet dt« Preußenkafle mit, wobei an verschiedenen Stellen die Widerstände nur. mit Hilse eines kredit- volitischen Druckes überwunden werden konnten. Den Ausführungen über den Stand des von der Preußenkasie durch geführten wirtschaftlichen Rationalisierungsprozesies in den einzelnen Ländern und Provinzen war zu entnehmen, daß dieser Pro- zeh im allgemeinen schon recht weit vorgeschritten ist. Dr. Klepper rechnet damit, daß die Einheitsoerbände in den Pro- vinzcn durch Verschmelzung der jeweils vorhandenen Organisationen bis zum 1. Oktober d. I. errichtet sein werden. Der Leiter der Preußenkasse ist überzeugt, daß nach einer er- folgreichen Rationalisierung und Verschmelzung der einzelnen Pro- vinzialverbände sich die Frag« der Gründung eines Ein- heitsverbandes der landwirtschaftlichen Genosienschaiten organisch lösen lassen werde. Leicht erhöhter Großhandelsindex. Di« auf den Stichtag, dem 12. Juni, berechnete G r o ß h a nd« l s i nd exz i f f er des Statist!. schen Reicheamts hat gegenüber der Vorwoche von 134,5 auf 134,9 leicht angezogen. Deutschland ta lMSndlschen Außenhandels Auch im ersten Quartal des loufendew Jahres hat Deutschland seine führende Stellung im lettläudischen Außenho,ndel beibehalten. Bei einer G e s oun t e i" n f u h r Lettlands von/ 07,5 Millionen Lat (1 Lat— 60 Pfr) erhöhte sich der deutsche Anteil an der Einfuhr gegenüber dem ersten Quartal 1928 von 26,2? aus 28,2 Millionen Lat. Der deutsche Anteil an der Gesamteinfuhr Lettlands beträgt also rund 42 Proz, An zweiter Stelle, folgt erst in weitein Abstände Polen mit annähernd 10 Proz., während sich die bri° tische Einsuhr von 9 auf 6,2 Proz. verringerte. Bon dem leU- ländischen Export nahm Deutschland 24V Proz. aus, während England mit 25V Proz. der stärkst« Käufer Letllands ist. schast ist die Preußische Pfandbritsbank,� welche d«l Aktionären der Preußischen chnpochekenaktienbank die Aktien«n Der« Hypothekenbank den nk-.Fusion. Auf sitzungen der Preußischen Pfandbri.efbonk und der preußischen hypothektznaktienbank wurde die Verschmelzung der beiden Unternehmungen beschlossen. Die übernehmende Gesell- gef.xigen Aufsichtsrats» Pfandbri.efbanr hältnis 3 zu 4 umtauscht. Zur Durchführung der Verschmelzung erhöht die Pfondbriesbank ihr Kapital um 4 auf 25 Millionen. Da die Preußische Hypothekenaktienbank von dem Schwedischen Zündholztrust beherrscht wurde, wird Herr Kreuzer, de? schwedische Trustmognat, nunmehr Großaktionär bei der Preußische» Pfandbriefbank. Automobilwerke Büssing wieder 5 proz. Dividende. Di« Braunschweiger Automobilwerke Büssing können für das Geschäftsjahr 1928 wieder eine Dividende von S Proz. wie im Vorjahre verteilen. Trotz starken Preisdrucks im Lastwagen. ge'chäft, dem Hauptbetriebszweig der Büsiina-Werk«, tonnte infolg« einer beträchtlichen Ausdehnung des inländischen Ab- s a tz e s so wie des Exports dieses günstige Ergebnis erzielt werden. Die Büfsing-Werke haben erst kürzlich von der zusammengebrochenen Mannesmann-Mulag A.-G. Fabrikationsstätten übernommen. �VodieijproArsmm des Berliner Rundfunks. 70. Qebnrtstaxe Rnndschan für Unterhaltnngs- Schwnrccrichtc. 21.15: Kammer- Sonntag, 1«e Ab Montag, den 17. Juni cte gesctiienene Frau" isaBaKSBZHBBMaan» Volks bllbae fistttnnasiovglili 3 Uhr Trojaner 8 Uhr Berlin, wie es weint u. lacht Thalia-Thoaler 3 und 8'r* Uhr Ptarrnaus- homcgie Staat!. 5ciiillsr-Tli. 8 Uhr Oer Friseur von Rsfilagen ttsaisoperam Plan oer deimoiui 8 Uhr ilenes voni Tage Theater am Sdnilbauerdamm. Norden 1141 u. 281 Heute z.letzten Male 8 Uhr Der gr6£te Erfolg der Saison Dreigrosdien- Oper LMM MU D.I. Norden 12310 tUs Ende gegen 11 Die Fienßrinans Musik v.Joh. S trau 8. Regie: Max Reinhardt. Musik. Einstud. und Leitg. Erich WoKg. Korngoli). Die Komödie Ii Bisiiick.2414,TS16 8'ii, Ende geg. lö'iU- Bar ti'arsii. i-et saiiies llaman änöeite 3 Akte von Edgar Wa'ace. Regie; HeiniHilpen Ofst. KBnstlsr-Th. Täglich Fit Uhr; Polnisclie Wirtscliaft Ingenieurschule Bad Snlza|Thür. Höhere Techn. Lehranstalt, Maschinenbau. Elektrotechnik, Automobil- und Flugtechnik, O�s- und Wassertechnik, Chemie. Programm(rcl 52} Ol« Absolventen erkalten datZeagni« der mlttl. 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Telephon: E I, Berollna 3412 Radio-, Photo-, Spreöiapparate 3.— Mark monatlich Fflr unsere Leser: Gutschein für 1— 4 Personen Fauteuil nur 1-15 hL, Sessel 1�5 AU Sonstige Preise: Parkett u. RangC�O M. Renaissance-Tfiaaier* Id. 1 SV. Uhr Hardenbergs tr. 6. strnoi. C 1, 0901 und 2583'M, Tioiim Uhr« iDie heilige Flamme! Reeic: Gustav Hartune. Sommer-Garten-Theater Berliner Prater N 58, Kast.-Allee 7-9. Tel. Hb. 224« Gasttm«! Gaste! Beer. Gietei Llilon in der Operette ..per ersten uebe BOid'ne zeit" Operette in 3 Akten(30 Mitwirk.) Ferner:„lr Ist doffi Her Pape". Burleske in 1 AktmitQustel Beer, Grete! Lilien. Dazu der groSe neue Vorteieiell. Anfang Konzert 4.3D. Burleske u. Varietd 8 lüll. Pncrt-Ile 8.30. Ikdon Dnitnmiao grcBsr Teiksiag. ZOOLOG. GARTEN TägUcfa Ab 4 Uhr naebm. hhi- Sensitloo: „Herl i> käi'i oroSo Lo-.r Fabrik und Lager Schefllan EzzeüÜis!» Str. 56 Speise- von IIS.-* an Herren- von 275.— an Schlaf- Zimmer von 360.— an Am Donnerstag, dam 13. Juni, l1/« Uhr früh, entschlief aanft und unerwartet nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Werkführor August Beldner im 75. Lebensjahre. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen Johanna Beldner geb. GertienberB Die Trauerfeier findet am Montag, dem 17. Juni, 17'/, Uhr, im Krematorium Gerichtstr. 37/38 statt, Am 12. Juni starb plötzlich und unerwartet unser lieber, treuer Mitarbeiter, der Werkführer August Beldner Im 75. Lebensjahr nach nahezu vollendeter SOJährigej hingebungsvollster Tätigkeit. Fa. W. Göldensteln und seiue ArbeflskoIIegen, Berlin S 47, Brandenburgslraße Sä. dutttargs-.RacaU- u-ReklamBicarkcii gegen Nachahmung gesetzl. gesch. fertigt seit 4« Jahr als Spezlallilt. Conrad rillüer Leipzig- ächkeudift Spriizpurapen z. Selbst- aufstellen fli>>,»»,». idliridi rtri. Kröger 2t Lathaa hustBitatatk nm fritfrli- strah 106/107 l MIt». Ott. ü Bn-v trtrt ä( I4. vsmm Slnmeaspendstt jeder Art isfetlpttiaceti Paul Gtoliets vorm. Robert Meyer Marf annensirahn 5 Eck» Naunynstrosr 9!ml Mortopl 19800 pianeiarlvm >» am Z,oo 1 Virtlnj. JoaitiTOtha'cr Stnfi B. 5 Barbarossa 5578 IP'.'t Uhr Sternbildet See Sonne" 18''. Uhr Der flluttett der Sonne 20'/. U. Von Fei tu Pol am sternanbin, nni Tägl. außer Montags u, Mittw. Erwachs. 1 Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene SO PL Kinder 23 Pt ob Grünau, Bohuedorl bia SltrdjplaO übet 90 Parzrllm an der Sdjbnrftibft (Ehouffee. Bert b. 9irftoflr(e!len qm I ffl an. Bn» täuftr Sonntage anwrlrnb. C A. Winkler Zettle niortMttte Zeltomec Str. 8. �grhtmborf 2288.� Anserale im A Vorwärts sichern Erfolg! 8 lollVl'N! p««0»- hallung Praepakt frei Q. Näckel, Berlin-Wllm. Brandenburgitcba Str. II, Spr. 4—7. Erben gesucht! DI« am 2 April 1853 in Strclin r.r- dorrne Krieg«rtvitwr Cina Kol! r r.'grd Danilrwilfch. ist am 20. MM 192» in, lijtst Wohnttng. Brrltn, OOfluaftr, 6, grstorSrn Angrhörtqr flttb nttht brtannt Personrn. dir ale Verwandte ritt Erbrecht geltcnb machen ju tännen glauben oder bte lad)- b;rnlUt)f Angaben zur Ermittlung von Erden machen tünnen. wer den aufgeforbrn fld) möf,Ud)(t unter Beibringung der Nachweife oder fonflfger Unterlagen de, dem unterzelchnettn Nochlaßpfleger dals- mdgfichft»n melden. Dr. Herbert Fiegel Nechtdanwali verlin w S. Hotehomee Sic. 134 b Telephon: Kurstirfl 4007-4008 Für ble vielen Vemelfe herzlicher Tetinabm« bei« Boarüdni» meine» lieben-erftordenen Gallen Heinrich Schiller lag« ich hiermit allen Peliiligten meinen herzlichsten Dank. Gffllle ZckMer Bln..Refnickendarf Antonienstr. 10 a veutlltier Verdsül!! Verwaliungsstelle Berlin Todosvib-celgsn. Den Mitgliedern zttr Nachricht dast i unier Kollege, der Mafchinetifchiosser{ Herbert Weinang geb. 15 Januar luos, out la. Juni an tung.nl tilin geilordcn ttr. Die Beerdigung Ündet am Montag. dem 1? Juni. I5>5 Uhr. von der; Leichenhalle de» Ltttfenktrchhoie» tn Eharloitetidnrg nu» stau. Am 10. Juni starb nnfrr Kollege der Dreher Hermaan Krüger Die Beerdtanng findet am Dien», lag. dem 18 stnnt, 15 Uhr. von der Leichenhalle de» zenlraijrtebhole» in Frtedrichofelde oup starr Eher ihrem Anbenlen! Rege-ZeteiUgung eewuriet vis Ocfavecmuitung. Danksagung Für blc liebevolle Teilnahme an derTrauerfeter und �cisezung unsexer neben Tochter KIsbstti �Lilrmarkit lagen wir alle» Verwandten und Bekannten sowie den Genossen der SPD. und den Perdandsiolleorn unseren innigsten Dant. Off« labnnarkt and Frau ■7/776/-., lm§n>öbcl*��' Teppiche. GardinaiLäL�er 5 feppd ecken■ Bettvorlego Fertige Federbetten PradifadbJoggratUu franko i löbel lixrto*.' Exira- iU� Rabalt |Gr.Fmiikfuiter5tr.?S_ tetr4?48Tu rmstr.?3KoWw66#r Pag«»«, ORZELLhK WIRTSCHflFTSRRTIKEL trafen zur Ergänzung unterer reichfortierten Lägerwiederein Verkauf soweit Vorrat ■'-i• Y/:.:.- V �aKeegeschivv Kaffeeservice stoui,...... 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Teebecher et�iO« Bierbecher gc-cdu»«»....... stick 10« Likörschalen...........«ick 38« Likörflaschen 4®° Dardinieren ca. It'l, em....... Stick 6* Keuevfeftes-KoKgeschirv 1 Satz Milchtöpfestciugsat. 95« Auflaufformen suck 50, 95« Milchkocher............. suck 95« Kochtöpfemit v-ck........«ick 95« BS iÄM50r75 25 einfach............. 8 Ick llg.' Pt Limonadensläser.....«ick 25« Milchsatten.................. 6� 15« >/, Liter *1, Liter 1 Liter !>', Liter 2 Liter ■ t/. Liter'/» Liter Liter 1 Liter 1'/, Liter E.�oi 79 Brotkasten ügSSutC"»., 7 I Mannen............ 95 I inestetKe Mülleimer mit D«kei....stia I90 24 Schüsseln 79.«a. 99. 90, 45«. Kaffeelöffel uartiutau...... stick 5pl ESSiÖffei Hartinatahl......... Stick 10«. Salatbestecke paar».»«. 25« Eiersöffel....................... suck 2«. mit Zellhorngrllf......... Paar 1" Ebenholz-BesteeKe . Paai 95 w. inkochoppornte�S 50 MevtvNthe fkamven Speisezimmerkronen«hQso Meaalng.SI�mod. Form.rn gedlg. 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Beilage des Vorwärts Das preußische Konkordat Annehmen oder ablehnen? Vod Kurt Löwenstein. Das Geheimnis, das die ganzen Jahre hindurch die Der- Handlungen Preußens mit der Kurie umgab und die öffent- liche Debatte über diesen Gegenstand unerträglich belastete, ist endlich aufgehoben. Der Vertrag zwischen Preußen und dem päpstlichen Stuhl ist nach der Unterzeichnung durch die preußische Staatsregierung veröffentlicht. Er steht nunmehr zur Diskussion. Geändert wird an ihm nichts mehr werden, es handelt sich nur noch darum, ob er so, wie er ist, vom Preußischen Landtag angenommen oder abgelehnt wird. Diese Methode der geheimen Verhandlung mit ultima- tivem Abschluß scheint mir weder grundsätzlich zweckmäßig noch bei dem Partner der Kurie praktisch. Doch das liegt hinter uns, wir haben uns nur noch mit dem Ergebnis zu be- schäftigen. Was vorliegt, ist in aller Form ein richtig- gehendes Konkordat, selbst wenn weder im deutschen Vertragstext noch in dem Schlußprotokoll, das ebenso ver- bindlich ist wie der Vertrag selbst, das Wort Konkordat vor- kommt. Im italienischen Text wird jedoch der Fachausdruck, den das kanonische Recht für Konkordat kennt, nämlich „solenns Convenzione" gebraucht. Der deutsche Text spricht davon, daß der Vertrag„die Rechtslage der katholischen Kirche in Preußen"...„in einem förmlichen Vertrag neu und dauernd ordne". Es sind also gegen das Konkordat die allgemeinen und grundsätzlichen Bedenken zu erheben. Der Abschluß des Kon- kordats bedeutet einen außerordentlichen Prestigegcwinn der politischen Macht des Papsttums und der katholischen Kirche. Wer in den letzten Iahren die steigende Angriffslust, vor allem der katholischen Aktion, verfolgt hat, der wird nicht leugnen können, daß es nicht gerade Aufgabe der Sozial- demokratischen Partei ist, den politischen Machtonsprüchen der Kirche die Steigbügel zu halten. Wer serner damit rechnet, daß das Zentrum noch längere Zeit hindurch bedeutenden politischen Einfluß auszuüben in der Lage ist, der wird nicht wünschen können, daß die preußische Rechtslage dauernd durch einen Vertrag belastet wird, dessen Lösung nach der grund- sätzlichen Auffassung des Papstes nur mit seiner Zu- st i m m u n g erfolgen kann. Es wird gern zugegeben, daß es der geschickten und energischen Verhandlung, die, soweit es bekannt geworden ist, besonders in dem letzten Stadium wesentlich durch Otto Braun geführt wurde, gelungen ist, dem Konkordat einen Inhalt zu geben, der manche"ernsthafte Befürchtungen nicht bestätigt hat. Bestimmungen über die Schule enthält das Konkordat nicht, aber es gibt doch den Bischöfen das entscheidende Recht über die Besetzung der Professuren der katholischen Fakultät. Run wird mancher sagen, was gehen uns die Theologieprofessoren an. Ich würde dem vollkommen zustimmen, wenn es sich um Professoren vor irgendwelchen privaten katholischen Hochschulen handeln würde. Es handelt sich aber um Lehrer an öffentlichen staatlichen Anstalten, die an sich den gleichen Anspruch auf Schutz ihrer wissenschaftlichen und sittlichen Freiheit wie jeder andere Staatsbürger haben. Wenn nach Artikel 12 und dem Schlußprotokoll den ent- sprechenden Bischöfen das Recht zugesprochen wird, daß nur Theologieprofessoren vom Staate ernannt werden, gegen deren Lebenswandel, wissenschaftliche und Lehrtätigkeit seitens der Bischöfe kein Einspruch erhoben wird und wenn der Staat sich sogar verpflichtet, Theologieprofessoren aus ihrem theologi- schen Lehramte zu entfernen, wenn sie in ihrer Wissenschaft- lichen und lehrenden Tätigkeit oder in ihrem Lebenswandel nicht den Ansprüchen des Bischofs genügen, dann lliegt in dieser Konzession e i n e dauernde Preisgabe des staatlichen ch o h e i t s r e ch t e s, die mit Rücksicht auf eine Reihe von anderen Ansprüchen der katholischen Kirche außerordentliche Gefahren für die Zukunft in sich birgt. Auch StuaevMwe» uns Sludenlen! Hl ftlfenU. Siudentenversammlung am Dienstag. Ig. Juni, 20 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums, Koch- " 13(Verbindung U-Bahnhof Kochstraße). Es spricht:~' tgtried Marek-Breslau Uber.SozlaUsmns and Intel Straße 13(Verbindung U-Bahnhof Kochstraße). Es spricht: Professor gfried Mari ereinignng SoziaUs&sdier Hodudialatiss«faa6 an der UnlTcrsilU Berlin Dr. Siegfried V, InleUeUueUe* g sozialdemokraltsdier Studierender die theologische Fakultät, solange sie besteht, und verfasiungs- mähig besteht, ist keine Filiale des Bischofs und des päpstlichen Stuhles. Wenn auch eine ähnliche Praxis, wie das Konkordat sie vorsieht, bereits früher in Bonn und Breslau geübt worden ist, so handelt es sich doch nur um eine aus der geschichtlichen Entwicklung heraus entstandene und übrig ge- bliebene Praxis, aber doch nicht um eine legale Verpflichtung. Wir wissen aus der Geschichte der katholischen Kirche, daß auch aus ihr gelegentlich Theologieprofessoren hervorgegangen sind, die liberalen Anschauungen huldigten und als Lehrer der Universität einen wohltuend fortschrittlichen Einfluß ausübten. Wenn dieser Vertrag Gesetz wird, hat es die Kirche in der Hand, jeden liberalen Ansatz im Keime zu er- st i ck e n. Und doch sind die Theologieprofessoren die Lehrer und Erzieher des Geistlichen- und Lehrernachwuchses. Es ist also diese Frage, abgesehen vom allgemeinen grundsätzlichen Standpunkt ans, auch realpolitisch bedeutsam. Dos chauptgewicht wird im Konkordat auf die Regelung der Besetzung der hohen geistlichen Aemter und der materi- ellen Verhältnisse zwischen Staat und Kirche gelegt. Der Staat hat hier erreicht, was in den Bullen im Anfang des 19. Jahrhunderts bereits festgesetzt war. Der Papst hat dieses Besetzungsrecht bislang auch ausgeübt, wenn es auch in letzter Zeit von der Kurie um der Konkordatsverhand- lungen willen bezweifelt worden ist. Ich kann diesem Einfluß auf die Besetzung nicht die große politische Bedeutung bei- messen, die ihm von feiten der preußischen Regierung bei- gemessen worden ist. Nach der materiellen Seite hin sind doch erhebliche Zu- geständnisse gemacht worden, bislang wird der katholischen Kirche etpia 20 Millionen jährlich durch den Etat gewährt und es werden für dauernde Dotationen, deren Rechts- Verpflichtung immerhin angezweifelt werden.. kann, jährlich 1,4 Millionen gewährt. Diese Dotation ist verdoppelt worden. In diesen Notjahren, in denen überall um soziale und kulturelle Dinge so verzweifelt gerungen werden muß. kann diese Erhöhung der Dotation gewiß keine Begeisterung bei uns hervorrufen. Ich freue mich jedoch, daß wenigstens durch die Erhöhung der Dotation nicht ein Rechtsanspruch bei Ablösung der Staatsleistung gemäß Artikel 138, Abs. 2 der Verfassung erworben wird, sondern diese Erhöhung für diesen Fall ausdrücklich im Artikel 4 Abs. 3 ausgenommen wird. Dagegen erscheint mir der Artikel 5 Abs. 2 außerordentlich bedenklich und in seiner Tragweite unübersehbar. Nach diesem Artikel werden sämtliche staatlichen Gebäude und Grund st ücke, die fürZwecke der Kirche gewidmet find, unbeschadet etwa bestehender Verträge, dauernd der Kirche überlassen. Ich habe mich vergeblich bemüht, zu erfahren, um welche Grund» stücke und Gebäude es sich handelt. Der Ausdruck„kirchliche Zwecke" ist außerordentlich dehnbar, gehören dazu nur Ge- bäude und Grundstücke, die direkten Kultushandlungen dienen, oder auch all das, was indirekt in den Rahmen der kirchlichen Tätigkeit hineinfällt, karitative Anstalten, private Schulen und ähnliches mehr? Es ist dringend nötig, daß in den Verhandlungen des Preußischen Landtages diese Frage noch einwandfrei geklärt wird. Die Begründung des Gesetzes macht allerdings die Ein- schränkung, daß der Artikel 5 Abs. 2 sich nur auf diejenigen Fälle beschränke,„in denen schon nach der heutigen Rechts- läge eine öffentlich-rechtliche Widmung zugunsten der Kirche vorliege". Aber die Begründung hat keinerlei Rechtsver- bindlichkeit für den Gesetzestext. Wir haben es oft genug erfahren, daß man solche Begründungen vergessen hat oder sie nicht mehr anerkannt hat. Auch im bayerischen Konkordat haben wir eine ganz unbestimmbare Angabe von Besitz- tümern, die in den Besitz der Kirche übergehen sollen. Es ist nicht ersichtlich, warum man, wenn man so viele Jahre sich um diesen Vertrag bemüht hat, nicht schon längst den Katalog, der die für diese dauernde Ueberlassung feststehenden Gebäude und Grundstücke aufzählt, aufgestellt hat und ihn zu einem verbindlichen Teil des Vertrages gemacht hat. Ferner ist bei diesem Artikel durchaus nicht gesagt worden, daß etwa bei einer Ablösung auf Grund des Artikels 138 der Reichsver- fasfung aus diesem Ueberlassungsrecht keine Folgerungen zu ziehen seien. Wir müssen daher auf alle Fälle verlangen, daß dieser Punkt so klar gestellt wird, daß über Umfang und Gültigkeit dieser Ueberlassung auch gegenüber einer Reu- regelung der staatlichen oder der Reichsgesetzgebung keinerlei Zweifel bestehen kann. Man wird diesen Ausführungen nicht den Vorwurf der Uebertreibung machen können. Eine objektive Würdigung des vorliegenden Konkordats wird zu dem Ergebnis kommen, daß die allgemeinen und grundsätzlichen Be- denken so schwerwiegend sind, daß das Kon- kordat abgelehnt werden muß, aber yuch die- jenigen, die aus politischen oder anderen Gründen zustimmen möchten, die unabweisbare Pflicht haben, die Unklarheiten dieses Konkordats so radikal auszumerzen, daß keine spätere Interpretation das Konkordat so mißbraucht wie die Artikel 120 und 146 der Reichsverfassung von der ganzen Kultur- reaktion mißbraucht werden. 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Das naturhistorische Museum zu Washington schätzt den Wert des einzigen R i e s c n a I k» E i e s, das es besitzt, auf gegen 4 9 999 Mark, und solche Eier sind in den letzten Jahren über- Haupt nicht mehr auf de» Markt gekommen. In einer englischen Zeitschrist werden einige Geschichten von den merkwürdigen Umständen erzählt, unter denen solche Riesenalk- eier ans Licht kamen. Saß da im Sommer des Jahres 1919 ein Mr. Shirlcy in seinem Garten zu Ettington und las in einer Zeitung einen Aussatz über den Riesenalk. Er erfuhr daraus, daß man dem Vogel in Frankreich häufig den Namen„Pinguin" bei- gelegt habe, und da fiel ihm plötzlich ein, daß sich in.dem kleinen Raritätenkabinett, das sein Großvater vor 199 Jahren in dem Garten angelegt hatte, ein Ei mit der Aufschrist„Plnguinen-Ei" befand. Er lies in das..Museum", und da das Ei eine ausfällige Größe besaß, sandte er es an den Naturforscher Sir William Flover, den Direktor des Londoner Naturhistorischcn Museums. Dieser erkannte sofort, daß es sich um ein Riesenalkei handelte und war srob, die Rarität für die Summe von 3259 Mark zu erhalten. Doch »ixt) merkwürdiger war die Art. auf die ein Schuljunge namens Hewett in den Besitz von zweie» dieser Eier gelangte. Sein be- sonderes Glück bestand darin, daß er sich bei einem MuseuMsbesuch zufällig das Gipsmodell eines Riesenalk-Eies, dos hier ausgestellt war, genau einprägte. Infolgedessen siel ihm einige Tage später auf einer Versteigerung eine„Nummer" aus, die aus„Seemuscheln, Fossilien und Dogeleiern" bestand. Di« Eier erinnerten ihn an die Form, die er im Museum gesehen hatte, und so kaufte er kurz ent- schlössen das Ganze für 39 M. Er entdeckte dabei zwei große Tier, die sich als Eier des Riesenalks herausstellten; er erhielt dafür 9299 Mark, machte also ein Geschäft, da? sich lohnte. B. Vera 3nber: Wdne Wtiel! Im Süden besteht der Sommer aus Blumen, Obst, Sternen und Fischen. Die Blumen beginnen im April zu sprießen und je später es wird, desto üppiger blühen sie allenthalben,. Am grellsten und prächtigsten jedoch sind sie im September. Erst gibt es Erb- beeren und Veilchen, dann kommen di« Pfirsiche und Levkojen an die Reihe und endlich beschließen die Weintrauben und Georginen die ganze Herrlichkeit. Die Fisch« schwimmen den Sommer hin- durch am Ufer vorbei und der Sterne gibt es soviel«, daß sie es müde werden, ewig am Himmel zu stehen und wie ein Regen- schauer zur Erde fallen. Zwei Kinder, der Junge Arlin und das Mädel Ninel(das Wort Lenin von rückwärts gelesen) kommen im Sommer nach den Norden. Vom Bahnhof werden sie, ganz verschlafen wie sie noch sind, in die Moskauer Sommerfrische geführt, wo die hölzernen Häuser mi�Moos verkalsatert und von Fichten umgeben sind. Der Ayblick dieses Hauses versetzt die Kinder am nächsten Morgen in große Bestürzung: so etwas hoben sie»och nie gesehen. �.Welch ein sonderbares Haus," sagt Ninel,„ganz au, Holz. wie eine Schachtel." Arlin untersucht die seltsamen Wände. „Das ist ein merkwürdiges Haus," meint er überzeugt.„Ein zweites wird es wohl kaum geben; es ist eigens für uns gemacht." Nach einer halben Stunde bemerkt er ab«r, daß«s noch sehr viele ähnliche Gebäude gibt. In Sandalen, mit nackter Brust und bloßen Händen betreten die Kinder di« Veranda. „Wo ist hier das Meer?" fragt Arlin eifrig.„Rechts, links?" Meer gibt es keines. Dafür aber eine andere Entdeckung: die Kälte. Ueber den Gipfeln der Fichten kriecht eine groß«, zottige Wolke, der Wind ist feucht und unheimlich. Und die Haut der Kinder, die an die südliche Sonne gewöhnt ist, zittert zum Erbarmen. Der nördliche Sommer ist diesmal sehr arm an Sonnenschein. Der Regen läßt nicht nach. Die Nächte sind kalt, Blumen und Sterne gibt es nur ganz wenig, und das Obst ist- sehr teuer. „Die Erdachse sollte verlegt werden, damit«s wärmer wird," sagten die Erwachsenen. Dieser seltsam« Satz, den Ninel und Arlin mitangehört haben, erfüllt ganz die Seele der Kinder. Sie sprechen sehr wenig und warten auf etwas. „Ruhe! Pst!.. lispelt Arlin.„jetzt geht'« los, hörst du?" ,La, mir scheint es auch so," pflichtet Ninel nicht ganz überzeugt bei.'Auf diese Art verfolgen die Kinder das Knarren der Erdachse, die an eine andere Stelle versetzt wird. » Und noch allerhand sonderbare Namen, die die Erwachsenen jetzt oft wiederholen, dringen ans Ohr der Kinder, di« unter d«m Lärchenbaum spielen. „Nobile",„Amundsen",„Nansen"...„Die künstige Ex- pedition... „Der Nordpol muß mit den vereinten Kräften aller Länder besiegt werden." „Ein abenteuerliches Wagnis wird kaum vom Erfolg be- gleitet sein..." Einmal, in der Nacht erwacht Arlin, weil Ninel nicht schläft und unruhig ist. Das Schwesterchen schläft wirklich nicht. Sie sitzt am Rande des Bettes und schreibt einen Brief an den Leiter der künftigen Polarexpedition Frithjof Nansen. „Genosse Frichjof," schreibt sie,„brauchen Si« nicht einen Menschen, der niemals weint und vor nichts Angst hat? Dieser Mensch bin ich. Ich glaube an Sie. Die Pole müssen mit vereinten Kräften aller Länder besiegt werden. Ich bin fest überzeugt, daß Ihnen alle» gelingen wird. Sobald Sie zum Start fertig sind, rechnen Sie aus mich." „Was schreibst du dort?" fragt plötzlich Arlin. Er nähert sich feiner Schwester und liest den Brief. sind, werde ich den Ansstellen der Zelte wie der Mann, sie „Du, du willst fliegen? Unmöglich. Erstens werden keine Frauen an Bord genommen; zweitens, was wirst du denn dort machen?". � „Wenn die Erdachse wandert," amwortet Ninel,„so muh man sie doch reparieren, sonst wird das schlimm enden. Und das läßt sich eben nur am Pol machen, dort, wo die Achse hervorsteht. Jetzt wirst du verstehen, warum dieser Nobile immer dorthin flog:< r hotte Angst, daß in Italien die Kälte einbrechen werde. Natürlich tonnte er allein nichts machen. Alle müssen die Erdachse aus- bessern!" „Nun, und was wirst du dort machen?" „Während all« mit der Achse beschäftigt Leuten ihre Sachen flicken. Ich werd« beim behilflich sein. Jetzt ist die Frau genau so versteht sich aus alles. Da, kannst es lesen, wie ich Nanjen- schreibe: „Rechnen Sie auf mich." Alle diese Ideen und auch der Brief sind aus die Einwirkung des Nordens zurückzuführen. Hier begreift man so recht, daß Gefahren vorhanden sind, daß es Menschen gibt, denen man Helsen muß und daß die Erdachse reparaturbedürftig ist. lind Ninel. einer kleinen rotlwarigen Brun- Hilde gleich, ist gerne bereit zu fliegen, um den Norden zu bc- kämpfen. „Mach' dir nichts daraus!" fügt Ninel nachsichtig hinzu. „Du liebes Brüderchen, wirst zu Hause ebenfalls die Hände voll zu tun haben. Du wirst die Milch aufkochen und den Staub abwischen. Du wirst auf mich warten.... genau so wie Onkel, wenn Tante im Amte ist." ★ An einem Sonntag wird Ninel in die Stadt geführt, um die Tiere im Zologischen Garten anzusehen. Der arme Arlin ist vor- läufig den Strapazen der Nordexpeditionen nicht gewachsen: wegen heftigen Schnupfens muß er leider zu Hause bleiben. „Wirst du mir vom Löwen erzählen?" jragt er, mannhaft die Tränen zurückhaltend. „Ich werde dir vom Löwen erzählen und das ist sogar besser. als ihn selbst anzuschauen. Im Tiergarten muß man doch viel herumgehen und dann tun einem die FUß« so weh, daß man nichts mehr sehen will." So spricht Ninel, doch sie glauÜt nicht an ihre eigenen Worte. Es ist eine Art Seelengröße, die ihr diese Wort« eingibt, die Groß- Herzigkeit und das Mitleid eines gesunden, impulsiven Weibes einem kranken, schlaffen Manne gegenüber. Sie fährt später weg voller Seelenruhe und Unerschütterlichkeit. Der kranke Arlin erwartet sie den ganzen Tag. Spät am Abend kehrt Ninel wieder zurück, doch ist si« jetzt sehr betrübt und schweigsam. Arlin bestürmt sie mit Fragen. „Also los," zupft sie Arlin am Aermel. „Nun wie war's? Erzähl doch! Weis hast du gesehen? Die Giraffe, den Tiger? Wi« groß ist der Elefant? Ist es wahr, daß das Känguruh seine Kinder in der Tasche trägt? Warum schweigst du denn? Und der Löwe? Host du den Löwen gesehen? Nun. wie ist er?" Ninel schweigt, dann antwortet sie ungern und kürz:„Hab' d«n Löwen gesehen. Schaut ganz anders aus. Er hat beinahe gar kein« Mähne!" Und nach diesen Worten beginnt sie bitter zu weinen, obzwar sie Frithjof Nansen versprochen hatte, nie dergleichen zu tun. Sie weint, weil ihr die erst« große Eiütäuschung ihres Lebens zuteil wurde. „Weine nicht. Ninel. Die Erdachse wird nicht sobald ihre Lage oerändern. Dein Leben beginnt ja erst. Weine nicht, Ninel! Zeutsch von S. 23 o r i f f 0 i f.) 3)er IMlarfch in den WaUen Nordseemarschen sind nicht nur schwer, auch verschlossen und spröde wie ihr« ureingesesienen friesischen Bewohner. Wer zuerst in diese fremde weite Landschaft kommt, ertrinkt in der grünen Eben«. Er fühlt sich hilflos, weil kein Knick und Wald und chügel den Blick begrenzen. Weil er eingesperrt ist in einem Wirr von Gräben, deren Parallelen in der Unendlichkeit zusammenlaufen an den fohlen Böschungen der Deiche, die den mattblauen flockigen Himmel im fernen Rund tragen. Narrenspiel scheint ihm dos Winken von Kirchturm und Miihlenflügel des Dorfes, das er mor- gens schon sah und abends knapp erreicht. Angriffslustig tönt ihm der herrisch« Kreisch der Kibitzeltern. Diese Landschaft, die unheimlich scheint, ist nicht öde, sondern seltsam reich. Ihre Fülle lernen nur diejenigen kennen, die den dankbaren Mut ausbringen, in ihren knappen Reisetagen auf stein- freien Sand und Kurkapelle zu verzichten, um in absoluter Ruhe Fragen an die grasige Ebene zu stellen. Wenige aber nur kennen die Marsch in den Watten. Di« Marschinseln.Pellworm und Nordstrand, die nicht nur durch die schwermütige Schönheit und beglückende'Weite ihrer Weidenkög« erquicken, sondern überdies lebendige Zeugen der Geschichte der Marsch sind, die untrennbar verbunden ist mit dem Ringen zwischen Mann und Meer. So lebendig wie kein Kog zwischen Hoyer und Medemsand, keine Chronik in Kiel oder der Kopenhagener Staats- bibliothek. Um gleich damit anzufangen, ein Flug durch ein kleines Jahr- tausend mit wenigen Stationen: Das alte Erdbuch König Walde« mars des Siegers— 1231 abgefaßt— nennt unter den„friesischen Utlanden" noch einen mächtigen Landkomplex zwischen Husum und dem freien Meer, der fünf Horden mit rund 80 Dörfern enthält. 1362 brach die Manndrenke herein, die größte Sturmflut, die die Westküste je erlebte. Lundenburg- und Wiedrichsharde verschwanden in der Flut._ Nur eine hufeisenförmige Insel blieb nach, deren Arme, heutiges Pellworm und Nordstrand, durch die nördlich bis Langeneß reichende Beltringharde miteinander verbunden waren. Drei Jahrhundert« kämpfte man, um diesen Landrumpf zu erhalten. Deichte neu ein und konnte verschiedentlich sogar Landgewinn ver- zeichnen. Bis 1634«ine neue riesenhafte Sturmflut, die an 44 Stellen die Deiche durchbrach, den Hufeiseninselkörper vollkommen zerfetzte. Nur ein kleiner Teil des heutigen Pellworms und die Landtrümmer der Halligen ragten hervor, als die See sich wieder beruhigt hatte. 20 Jahr lang lag der Landsockel deich- und schutzlos, bis Holländer und Brobanter, erfahren« Kogbouer, denen man günstige Steuerbedingungen bot, ins Land zogen, um neue Dofche zu ziehen. In knapp 100 Iahren haben diese Nordstrand in seiner heutigen Gestalt geschaffen. Sie begannen beim Fnedrichskog und legten an diesen heran in schneller Folge einen Kog nach dem anderen in vor- teilhafter Deichziehung. Nicht ganz in heutiger Form: denn seit fünf Iahren arbeiten die preußischen Wasserbauämter mit neuen, vorteilhafteren, wenn auch' kostspieligeren Methoden am Landgewinn. Ein mächtiger Kog— die Pohnshallig— konnte schon eingedeicht werden und weithin bis zur Festlandsküste und zur Hamburger Hallig bedecken Faschinengärten und Grüppen das Watt, mit Quelle rfcldern, die Schlick sangen sollen, auf das neue Köge wachsen auf den alten Fennen. Bauernhöfe liegen heute oerstreut über die Köge der fruchtbaren Insel. Auf breiten hohen Warften. Man weiß, dgß Deich» gegen die See nicht innner schützen. Auf dem breiten Mitteldeich hoben Handwerker und Tagelöhner ihre Wohnungen. Eine dorfartig« Sftdlung bildet nur Odenbüll, das um die alte turmlvfe Kirche— der einzige Bau, der die Flut von 1634 überdauerte— wieder erstand. Eine zweite katholische Kirch« ist von den Holländern an- gelegt worden. Ja, bis vor 70 Iahren gab es auf der Insel zwei verschiedene katholische Gemeinden, eine römisch-katholische und eine jansenistische. In beiden hielt man im Gottesdienst an dar hollän- dischen Muttersprache fest. 30 friesische Kirchen liegen rundher um Nordstrand im großen Grab. Kaum ein Stein ist mehr gefunden von Ballum, Buphever und Jlgruf, von Lith, Runghott, Ham, Amhusen und all den anderen reichen Kirchdörfern. Ihre Namen aber blieben durch Jahrhunderte lebendig: In den Namen von Wattbänken und Prielzügen, von Warsten, Halligen, Vorländern und Weiden sind sie noch heute ge- läusig. Wer die Augen aufmacht und gelernt hat zu schauen, der hört nicht nur den Klang der alten Namen, sondern findet auf weiten Wattenwanderungen noch knapp« Reste dieser Ort«. Nein, kein Widerspruch, keine Stein«, nur was der Schlick sofort bedeckte, was unmittelbar am Boden lag, blieb erholten und wurde in diesen Tagen von den Wellen wieder freigespült: Fenneneinteilungen, Pflugspuren. Wändestreifen sind im schweren alten Kleieboden zu erkennen. Die Humusberge der Warften und Deiche ließen Spuren. Ja, hin und wieder findet man Grundpfeiler, Drümpel alter Schleusen. Und weithin an den Küsten trieben Gefäßscherben, Grapenreft«, Knochen, ja, Schmuckstück« und Waffen aus alter Zeit an. Wer das Watt kennen lernt, wird bald die Holligeiland« Südfall und— auf schwierigen Wegen— Nordstrandischmoor aufsuchen. Cr wird ihre Bewohner kennen lernen. Nachkommen reicher Dauern, die sich in ihrer Halligeinsamkeit mit Schafzucht, Salzgewinnung aus Seetorf und Purrenfischerei ernähren mußten. Ja, viele fuhren zur See, und so entwickelten sich bei den gleichstämmigen, aber abyeschloffenen Halligbewohnern andere Gewohnheiten und Fähig- ketten, anderer Hausrat und anderes Gefühl. Nun laß alles andere fahren und sieh, wann zwischen zwei Ebbzeiten der nächste Wattendampfer nach Nordstrand fährt. Gleich, ob du Stunden oder Tag« weilst, du wirst ruhig von Deich zu Deich über Kornfelder und Weiden voll starken Rindviehs streifen. Wirst dich eintasten in die Welt des Wattes mit seinen salzstinkenden Tang- imd Algenwiesen, seinen Muschelbänken und der Tierwelt seiner Priele. Laß auf dem Borland die brütenden Möwen zufrieden, und wenn du Glück hast, ganz großes Glück, ein Stück Hausrat der friesischen Vorfahren zu finden, freu dich darüber, aber laß auch uns die Freude und gib es ab im Husumer Museum. » Walther Klahn. 3)€r verrielfäUigte Jtegenrturm Wenn der Onkel im Frühjahr die Blumenbeete im Garten hinter unserem Häuschen umgrub, dann ging ich Dreikäsehoch hinter dem Spaten her, wie die Saatkräh« hinter dem Pfluge. Denn mit diesem Schauspiel begann für mich der Frühling, und was sich unter den Spatenstichen offenbarte, war mir Wunder über Wunder. Wurzclwerk, braunes und mit grünen, noch blasien Schößen, die nach oben drängten, Knollen von Dahlien und Zwiebeln von Tulpen, das alles hübsch verwoben von Regenwürmern. Diese Regen- würmer waren annähernd fußlang und bis kleinfingerdick— es war wohl die größte deutsche Art, und ich habe nimmer ihresgleichen mehr gesehen. Bei jedem Regenwurm hob der Onkel bedächtig den Spaten und stach ihn gedankenvoll in ein bis mehrere Stücke, was zur Folge hatte, daß das Umgraben erheblich oerzögert wurde. Als ich, schon damals unheilbarer Pazifist, schüchtern g«gen dies« Barbarei aufbegehrt«, bekam ich verschiedene �>umme Jungen""an den Kopf geworfen.„Regenwürmer sind schädlich» die fressen ja sonst den ganzen Garten auf!" Nachdem sich dos einige Jahre wieder- holt hatte, fiel mir zweierlei immer mehr auf: die Regenwurm«? schienen mir immer zahlreicher zu werden und der Garten rmm«r üppiger. Und nicht lange darauf, als ich selbst ein Wurm, nämlich ein Bücherwurm, geworden war, lernte ich zweierlei. Darwin hotte die überaus nützlich« Rolle nachgewiesen, die der Regenwurm im Haushalt der fruchtbaren Erde spiett: sie wird von ihm regelrecht �erdaut und am anderen Ende in noch fruchtbarerem Zustande der Ackererde von neuem verabreicht. Und zweitens er- fuhr ich, daß Regenwürmer die uns verlorengegangene Fähigkeit konserviert haben, zu neuen Tieren aufzuwachsen, wenn sie halbiert werden. Di« gewöhnlichen Hinrichtungsmethoden versagen bei ihnen, kein Wunder also, daß sie im Garten bald kaum noch Platz hatten. Mein Onkel, der Henker, ahnte von alledem nichts, und ich hütete mich, ihn aufzuklären— weiß der Himmel, zu welchen Methoden er sonst gegriffen hätte! Ich bin«in Freund von Sprichwörtern, die ich aber zu modern!- sieren liebe. Geteilte Freude ist doppelt« Freud«! Geteilter Regen- wurm— doppelter Regenwurm! L. L. 28 977 Worte in sechs Stunden nach New gort getadelt. Eins der längsten Kabelgramme, das jemals über den Ozean gesandt worden ist, war der vollständige Text des neuen Repa- rationsvertrages, der in d«r Zeit' von Mitternacht bis zum Morgen von Paris nach New Park übermittelt wurde. Er enthielt, 28 977 Worte, die Interpunktionszeichen und sonstigen Richen nicht mitgezählt, und das alles wurde innerhalb von sechs Stunden tele- graphiert. Dabei ist nicht ein einziger Irrtum im Text vor- gekommen. Man benutzte dazu außer den beiden, gewöhnlichen Kabeln noch«ine dritte Linie, die von Paris über Boulogne»ach London und von dort nach New Dork führt; doch wurden mit diesem Kabel nur 4500 Wort« weitergegeben. Ludolf meißner: QYBhleQWdQ E» ist kein Zimmer. Es ist«in Wohnloch. Obwohl ein goll* gerahmter Spiegel über der Waschschüssel hängt. Sie macht ihm die Tür auf und grüßt nicht. Nicht weil sie auf ihn böse wäre. Aber das Grüßen ist wie der äußere Aufwand beim Diner. Die Zufriedenen tun es. „Mach mir etwas zu essen, Ellen!" Sie streicht Schmalz auf« In seiner Manteltasche findet sie ein Stück Wurst und Kuchen. �| Nach drei Minuten beginnt sie:„Klappt es denn jetzt?"—» „Was?"—„Das Stempelngehen."—„Nein." Sie sehen sich beim Essen nicht an. Er hat den Rock ausgezogen« Schmaler Junge, llebrigens aus„besserer" Familie. Abiturient, Merimdzwanzig Jahre alt. Aber dreckiges Hemd. „Ich habe doch kein« richtige Anstellung gehabt, weißt du. Meinq Schüler haben keine Erwerbslosenversicherung bezahlt für mich."—i „Komische Darstellung. Du und deine Schüler. Der Meister be- kommt von seinen Schülern ein paar gebrauchte Stiefel."—„Wenn ich dir so grotesk vorkomm«, warum gehst du dann nicht mit einem anderen. Es gibt doch so viel«, die die Welt für voll nimmt. Bitte, meinetwegen schon heute!"—„Damit ich die Miete zahlen kann für dich?«—„Habe ich schon."— Außerdem sind mir die mit den Achtzimmerwohnungen meistens zu dick." Sie lacht und fügt hinzu. „Wie viehisch ich geworden bin! Ich habe kein Gefühl mehr für den Anstand, Fritz." Er überhört. „Wovon hast du denn die Miete bezahlt, Fritz,"— Ich habe John Walkers Geige verkauft."—„Und wenn er sie holen kommt?" „Er weiß doch unser« Adresse nicht."—„Du bist also jetzt ein Dieb. Das ist der Anfang."—„Du ißt doch gern Kuchen, Ellen?"—„Mit diesem gestohlenen Kuchen hast du mir den Rückweg zur Mutter abgeschnttten."—„Bin ich gemein zu dir?"—„Ich werde dich wohl erst hassen können, wenn ich an dir versumpft bin."— „Zweifelst du noch, daß es geschehen wird?"— Er setzt sich wie«in Götzenbild vor sie hin. „In Mutter? Garten beginnen jetzt die Obstbäum« zu blühen," sagt sie,„die Studentinnen aus Bonn und Tübingen und Marburg fahren jetzt heim." „Wenn wir uns Pauls Musikgeschichte pumpen und verkaufen. bekommen wir vielleicht acht Mark. Das- reicht für die Reife."— 'Gibt es denn keinen ehrlichen Ausweg? Kann denn das Verbrechen Schicksal sein, Fritz?—„Ich glaube sogar, daß«s Aufgabe sein kann." Seine Worte fallen in sie wie Runen. Sie fürchtet sich jetzt vor ihm.' Er sagt:„Wir sind doch nicht Diebe, weil das schön ist. Wir sind doch nicht Diebe, um in der Zeitung zu stehen. Wir sind doch nicht Diebe, weil wir zu einem fetten Amt zu faul wären. Das Verbrechen geschieht mit uns. Der Haß geschieht mit uns. Wenn uns das Geld ausgeht, wittern wir die Gefängnisse. Wenn es da überhaupt ein Warum gibt, dann kann es nur dies sein: Dos Böse muh irgendwo abbrennen. Wir sind das Irgendwo. Es wird immerzu ausgewaschen. Irdeneiner muß das Opfer bringen, der notwendig« Auswurf zu sein. Ich bin der irgendein«. Es besteht da vielleicht ein Zusammenhang zwischen unserem Untergang und der nächsten Generation. Wir gehen in die Gefängnisse, damit die nächste Generation frei geht. Wir werden einander Gehässigkeiten an den Kops werfen, damit die nach uns sich lieben. Drum war« es feige und falsch von uns, uns gegen die Sünde zu wehren." „2>u denkst dir das nur so aus, Fritz, well du dich an einen Strohhalm klammern mußt." „Vielleicht denke ich mir dos nur so aus.-- Trösten wird uns da» aber nicht viel, Ellen. Das erst« Gefängnis wird unseve Fähigkeit, dies auszudenken, ersticktn." „Und wenn du recht hättest, wenn wir ms Grab müssen« damit ander« zur Geburt kommen, glaubst du, daß die Kommende« wirtlich gtücklich sein dürfen?" „Es wär« nur«ine Chance. Immerhin eine Chance, für die eq wert ist, die Sünden der Welt auf sich zu nehmen." Sein grünes Gesicht oerschließt sich streng. Sie schluchzt in sein schmutziges Hemd. Der heißeste Punkt der Erde ist dos sogenannte„Todestol" und liegt in der Wüste Mahore in Kalifornien. Diese» Tal ist rings von Bergketten umschlossen, liegt 50 Meter unter dem Meeresspiegel und hat eine durchschnittlich« Temperatur von 39 Grad Celsius im Schatten. Da» Wort„humbug" stammt aus der Zett Jakob» II. von England. Während eines Thronkampfes ließ dieser Monarch minderwertiges Geld prägen.„Ulm beg"(das heißt: wertloses Geld) nannten dies die Iren. Daraus entstand mtt der Zeit Umbug, dann Humbug.• 'Gausend reizvolle formen schenkt die heutige Mode der Damenwelt in prächtig gearbeiteten Kleidern und Mänteln. Mir halten eine unermeßliche Ausivahl dieser allerneUesten Gebilde vorrätig. Jeder Geschmack, auch der verwöhnteste. Jede Figur, auch die stärkste, jede Kaufkraft, auch die bescheidenste, findet bei uns Passendes zu überraschend billigen Preisen Tenniskieldcr aus gestreiftem Wasch- stoff, sportmäßig arbeitet, ab Größe isch* rv "se M m ab JL• Sctamurlce WanderKleidcr aus indanthrenfarbi- gen Stoffen, in vielen Mustern. arbi- » D.50 In dem Blesonleger für Morgenröcke unübersehbare Auswahl von einfachen bis xu elegantesten Exemplaren.— BUdh&fcache Wasch- Morgenröcke mit Schal ti. Tasche 5.- Clegan(es Volle- Klelta in prachtvoll bedruckten Blamen- mustern und moderner Verarbeitung, mit Kragen, Jabot ans weißem Voile, seitlichen üeber- würfen, neuxeitigem Glocken- firmel. Das entzückende Kleid ist in schönen Farben u. 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