Nr. 29. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Jnfertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonnund Fesitagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Lernsprecher: Amt 1, v. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Krin Anlaß zur Prüfung?! Ueber den Fall Brausewetter bringt der Reichs- Anzeiger" in seiner letzten Nummer, durch gesperrte Schrift besonders hervorgehoben, folgende allem Anscheine nach aus dem preußischen Justizministerium stammende Erklärung. Bei der Berathung des Etats des Reichsjustizamts ist in der Reichstagssigung vom 1. d. M. durch den Abgeordneten Singer die Behauptung aufgestellt worden, daß der am 18. v. M. in einer Nerven- Heilanstalt verstorbene LandgerichtsDirektor Brause wetter vom Landgericht 1 hierselbst sich schon während der Ausübung seines Amtes im Zustande Der Geisteskrankheit befunden habe, und es hat sich daran eine Erörterung der Frage geknüpft, in welcher Weise gegen die unter Mitwirkung des Direktors Brausewetter erlassenen Urtheile Remedur geschaffen werden könne. Dienstag, den 4. Februar 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. neben den " " Was die Erklärung der Mitglieder der Straffammer Gar so weit hat es der Justizminister doch nicht bis aulangt, so steht das von den Herren abgegebene Urtheil zu seinem Kollegen, dem Minister für Medizinalangelegenin grellem Widerspruch mit den Wahrnehmungen, welche heiten und die Erklärung im Reichs- Anzeiger" hätte schon mehrere völlig einwandsfreie Personen, die an Gerichtsstelle noch ein paar Tage Zeit gehabt. Mit der unseres Ermit dem Verstorbenen verkehrten, wiederholt zu machen achtens haltlosen Erklärung im Reichs- Anzeizer" ist die Gelegenheit hatten. Nach unserer Meinung war die ärzt- Angelegenheit für die Deffentlichkeit keineswegs erledigt. liche Untersuchung der Gehirumasse des Verstorbenen umumgänglich nöthig. Nach uns zugegangenen Nachrichten sollen die Politische Uebersicht. Versuche, eine Sektion herbeizuführen, zurückgewiesen worden Berlin, 3. Februar. sein. Uns scheint, daß auch für die Regierung das Urtheil medizinischer Sachverständigen darüber, ob bei Herrn Der Reichstag hatte heute programmmäßig einen Brausewetter bis zum Schluß seiner amtlichen Thätigkeit großen Tag". Aber mit den großen Tagen" geht's wie nicht die mindeste Spur einer geistigen Störung hervor- mit den Revolutionen, sie lassen sich nicht machen, sie getreten ist" mehr am Blaze und maßgebender gewesen sein werden. Und das neue bürgerliche Gesetzbuch, das man müßte, als die Angaben des zu amtlichem Bericht auf- gern zu einem großen Tag", sogar zu einer Reihe von geforderten Landgerichts- Präsidenten und der Mitglieder großen Tagen" benußt hätte, enthält nicht das Beng der Straftammer. Daß übrigens nicht nur wir der Mei- für einen großen Tag". Das Haus hat sein Alltagstroz bürgerlichem Gesetzbuch. Gähnende Leere nung sind, daß Herr Brausewetter seit längerer Zeit geistig gesicht erfranft war, geht aus nachstehender Notiz hervor, die durch auf den Bänken. Dagegen feierliche Ausstattung der Redie Presse geht: gierungs- und Bundesraths- Size- der Herr Reichskanzler Da eine Besprechung dieser zunächst die preußische JustizDie Aften über die Krankengeschichte des Landgerichts- ist da, was für sich allein schon ein szenisches Ereigniß; verwaltung berührenden Angelegenheiten im Reichstage nicht Direttors Brausewetter sind noch nicht geschlossen. Da Herr ferner Herr v. Schönstedt ist da, desgleichen Staatssekretär vorauszusehen war, so hat auch in der Sigung selbst eine Brausewetter unzweifelhaft in dem Schlußstadium der Geistes: Nieberding, Sprechminister und Staatssekretär für Alles: Erklärung durch einen Vertreter des preußischen Justiz- frankheit verstorben ist er litt vom ersten Tage seiner Ueber- Herr von Bötticher; ein Herr mit blauer Brille, der ministeriums nicht abgegeben werden können. Es wird daher hier führung nach Pankow in die Gnaud'sche Anstalt an Halluzina- Herr von Bötticher; ein Herr mit blauer Brille, der Justizminister geführt wird, ist der tionen, rief früh morgens:" Nehmt mir die Hunde aus dem Rath festgestellt, daß nach dem amtlichen Bericht des Landgerichts- Bett", riß sich nach dem Selbstmordversuch den Verband Geheime Bland, der Hauptverfechter des er ist blind. Ein anderer Präsidenten und der übereinstimmenden Erklärung der Mit- ab und dergleichen so ist eine amtliche Bernehmung vorliegenden Entwurfs glieder der Strafkammer, deren Vorsitzender Landgerichts- Direktor der behandelnden Aerzte erforderlich, welche unzweifel- Geheimrath, der sich mit ihm in die Vaterschaft theilt, ist Brausewetter war, bei diesem bis zum Schluß seiner haft erfolgen wird, sobald die ersten Anträge auf Revision der sehr schwerhörig, denn er hält, wenn ein anderer spricht, von Brausewetter gefällten Urtheile eingehen. Das Urtheil der stets die Hand muschelförmig hinter das Ohr. Taub und amtlichen Thätigkeit auch nicht die mindeste psychiatrisch geschulten Aerzte geht übereinstimmend blind das ist ein wenig versprechendes Omen. Spur einer geistigen Störung hervorgetreten ist und dahin, daß die Krantheit bereits ein bis zwei Begründet wird der Entwurf von Herrn v. Nieberbaß er insbesondere in der legten von ihm Jahre latent war; alle früher bei der ersten Nachricht von bing, der so viel Gutes von ihm sagt, als gejagt werden der Erkrankung Brausewetter's von interessirter. Seite aus: geleiteten Sigung( am 17. Dezember v. J.), wenngleich gegangenen Mittheilungen, es liege nur Hysterie vor, werden sich kann, und noch etliches mehr. Er ist ziemlich bescheiden, unter nervöser Abspannung leidend, in voller geistiger als unzutreffend erweisen müssen, sobald die Sachverständigen und meint, mit dem Code Napoleon halte der Entwurf Klarheit und fachlicher Beherrschung des amtlich vernommen sind. feinen Vergleich aus, das liege aber an der schwerfälligen" Stoffes die Verhandlungen geführt hat. In Che die Regierung eine so bestimmte Sprache im deutschen Sprache. Mit Verlaub, Herr v. Nieberding. der Aeußerung eines Rammermitgliedes wird ausdrücklich Reichs- Anzeiger" führte, hätte sie ein Gutachten des Statt deutscher Sprache hätten Sie sagen sollen: JuristenPsychiaters, in dessen Anstalt Brausewetter gestorben ist, deutsch, das in dem bürgerlichen Gesetzbuch wahre Orgien hervorgehoben, daß die erst in später Abendstunde erfolgte einfordern sollen, denn in welche Position bringt sich die feiert und das allerdings eine Satire ist auf unsere gute Publikation des Urtheils in der zuletzt verhandelten Sache eine Justizverwaltung, wenn nun doch durch ärztliche Sach- deutsche Sprache. Die Sprache, in der ein Lessing, ein ganz besonders klare und gewandte gewesen sei. Ebenso hat sich verständige festgestellt wird, daß dem Tode des Landgerichts- Goethe, ein Heine geschrieben, ist gewiß nicht unfähig, ergeben, daß alle von dem Landgerichts- Direktor Brausewetter Direktors eine mehrjährige geistige Krankheit vorhergegangen Gedanken auszudrücken, sie kann blos die Abwesen bis zum 17. Dezember v. J. schriftlich bearbeiteten Angelegen- sein muß. heit der Gedanken nicht so gut verhüllen, wie und Warum hat die Justizverwaltung nicht vor ihrem Ent- die französische Schwester der Unterschied heiten in peinlich sorgfältiger Art und nach augenscheinlich eingehendem Aftenstudium durchaus sachgemäß erledigt waren. schlusse, eine Prüfung der Angelegenheit nicht vorzunehmen, zwischen dem Code civil und dem bürgerlichen Gesetzbuch es ist der Unterschied Für die Justizverwaltung liegt daher kein Anlaß vor, ein Votum der Wissenschaftlichen Deputation für das ist kein bloßer Stil unterschied in eine Prüfung der Frage einzutreten, ob und wie gegen die Medizinalwesen eingeholt? Diese Deputation hat u. a. die zwischen der Blüthe der Bourgeoisie vor hundert Jahren Aufgabe, in gerichtlich- medizinischen Angelegenheiten thätig und ihrer Dekadenz heute. unter Mitwirkung des Landgerichts- Direktors Brausewetter zu zu sein und zählt die hervorragendsten Autoritäten, auch Der erste Redner aus dem Haufe war der Zentrums stande gekommenen Strafurtheile Abhilfe zu schaffen sei. Frrenärzte, zu ihren Mitgliedern. Neben dem Gutmann Rintelen. Er hielt von seinem Standpunkt ans Wir bedauern im Interesse der von der Brausewetter- achten der behandelnden Aerzte hätte ein Votum eine vortreffliche Rede und übte, soweit nicht seine religiösen Kammer in den letzten Jahren Verurtheilten, noch mehr aber der Wissenschaftlichen Deputation doch eine bessere Unter- und bürgerlichen Anschauungen eine unübersteigliche Schranke in Rücksicht auf das Rechtsbewußtsein des Volkes, daß die lage für die Entschließungen der Justizverwaltung gegeben, bildeten, scharfe und treffende Kritik. Nachdem er, im EinJustizverwaltung keinen Anlaß findet, sich mit der Nach- als die Berichte der Brausewetter'schen Amtskollegen, die klang mit dem Beschluß einer Konferenz von Vertrauensprüfung der unter Mitwirkung Brausewetter's zu stande sich ja selbst einer schweren Unterlassungssünde bezichtigen männern aller Fraktionen, den Vorschlag gemacht, die ganze gekommenen Strafurtheile zu befassen. würden, wenn sie anders berichtet hätten. Vorlage einer Kommission zu überweisen, die dann ja nach suchte ihr Doktor Langenberg oft zerstreuung zu bieten. Er führte sie öfter ins Konzert und Theater. 46 Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Noman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Aber etwas war ja schon erreicht, er war hier; nun galt es aufzupassen, er nahm sich vor, den gleichgiltigen, aber aufmerksamen Beobachter zu spielen. Sein angeborener guter Humor erwachte wieder, er begann über sich selbst zu spötteln. Er sah sich schon selbst umstrickt von der schönen Sirene; sah sie schon verführerisch eintreten. Mit freundlichen Blicken, holdem Lächeln, süßen Reden, würde das schöne Weib auch ihn überwältigen, so daß auch er, statt ihr den Hals als Rächer umzudrehen, bezwungen von ihr ein beruhigendes Tränkchen in den Hals gegossen bekam. Zur äußersten Vorsicht legte er daher seinen Revolver nicht allzu weit abseits. Die schönste Zeit des Lebens, der Brautstand, brachte für Clotilde, für Eugen glückliche Stunden und Tage. Der vielbeschäftigte Arzt fand noch Muße, sein Bräutchen durch allerhand Aufmerksamkeiten und Gaben zu erfreuen. Clotilde arbeitete an ihrer Ausstattung. Einige Freundinnen ließen es sich nicht nehmen, ihr zu helfen. Dabei wurde viel gelacht und genascht, denn der neue Hausbewohner Palavi schickte immer ausgesucht feine Süßigkeiten, um, wie er sagte, den Arbeitseifer der Damen anzuspornen. Er wußte seine Geschenfe in stets zarter Weise und mit freundlichen Worten darzubringen, sodaß man sie annehmen und dabei noch herzlich lachen mußte. Palavi war gefällig. Er errieth stille Wünsche und suchte sie, ohne daß man es ahnte zu erfüllen. Dabei sprach er sehr verständig, man erbat seinen guten Rath, er hatte sich bald unentbehrlich gemacht nnd war " Hans in allen Gassen" geworden. Besonders verstand er sich darauf, Besorgungen und Einkäufe auszuführen. Er brachte immer das Beste und doch so unbeschreiblich billig. Das Meublement zum neuen Hausstande der jungen Leute hatte er mit gutem Geschmack ausgewählt und so preiswerth angekauft, daß selbst Brambach darüber staunte, als er Palavi die ausgelegten Beträge hinzählte. Palavi strich das Geld ungezählt ein, aber er betrachtete, wenn er allein war, die Bankscheine genauer. Aber warum gerade die Bankscheine? Balavi ließ den Zweck, weshalb er hier war, nicht aus den Augen. Einmal hatten sie sich Shakespeare's" Hamlet" angesehen. Bei der Stelle, wo im Schauspiel dem König vom Bruder Gift in die Ohren geträufelt wird, war Clotilde wie ohnmächtig ihrem Eugen an die Brust gesunken, und als er sie darauf nach Hause gebracht, hatte sie ihn gebeten, er möge sie Ophelia nennen. Ihrem Verlobten gelang es indeß bald, ihre frohe Laune wieder herzustellen, und nach und nach wichen diese traumhaften Zufälle ganz einer steten glücklichen Zufriedenheit, die sich durch helles, fröhliches Lachen nur zu oft äußerte. Wenn er Brambach zu Geldausgaben verleitete, so ge= Balavi war im Stillen beschäftigt, einen Polterabends schah es, um die Vermögensbestände und Geldsorten Bram- scherz einzustudiren. Man sah ihn regelmäßig jeden Tag bach's zu erforschen. Aber auch dieser war schlau. Palavi in eine nahe gelegene Wohnung gehen, die er für seine tam zu feinem Anknüpfungspunkte, doch suchte er seinen Dienerschaft gemiethet hatte. Dort speiste er. Wirth Brambach immer sicherer zu machen. Georgine war, wie früher, auch jetzt nicht für kleine Geschenke unempfänglich. Sie war entzückt über die Hochzeits- Geschenke, die Palavi dem jungen Paare in wahrhaft fürstlicher Art zugedacht, als er sie ihr, im Vertrauen schon vorher zeigte. Clotilde war überglücklich. Wenn Eugen kam, flog sie ihm entgegen und hatte ihm immer so viel zu erzählen, daß Langenberg faum zu Worte kam. Doch er hörte sie so gern reden, sie sprach so wohltönend, kindlich und naiv, ihr Lachen klang so herzlich. Manchmal war sie jedoch plötzlich träumerisch ernst geworden, hatte Eugen umhalft und ihn an sich gezogen, als könne sie ihn verlieren und hatte geschluchzt, ohne sich im nächsten Augenblicke erklären zu können warnm. Wegen dieses Anflugs von traumhaftem Traurigwerden Doch warum nicht im Hause Branibach's? Palavi hielt sich seinen eigenen Koch, und hatte diesen nebst Familie von Italien mitgebracht. Die Familie seines Eßkünstlers bestand, aus zwei Zwillingspaaren. Ein Jüngling von Ein Jüngling von 19 Jahren, der uns als Ganymed vorgestellt ward, hatte wie seine Zwillingsschwester, uns als Hebe bekannt, wunderschöne Gesichtszüge und echt klassische Körperformen. Das andere Zwillingspaar waren zwei sechzehnjährige Mädchen, eben falls sehr wohlgebildet, in denen wir die beiden Pagen wieder erkennen. Die Mutter der Kinder, des Kochs Frau, war gestorben. Palavi ließ sie kaum vermissen, er sorgte für diese Familie in wahrhaft hochherziger Weise. V Diese fünf Personen sollten den Polterabend Scherz vorführen. ( Fortsetzung folgt.) - " richtet; während von den Geladenen und Gekommenen niemand ein Auf den Tribünen waren viele Juristen, wie das sich den unaushaltsamen Niedergang. Sie wird in dem mittelberg am 14. August v. J. besuchte Moltenbuhr in Begleitung erwarten ließ. " # Gutdünken Theile direkt ins Plenum bringen könne, und Maßregel bereitwillig die Hand geboten, war er nicht brauchbar nach Barmen gekommen war, um eine Stellung anzunehmen, nachdem er sich zu Anfang warm für das Zustandekommen als Agitator? Bimperlich sind die Konservativen nie gewesen. wurden verhaftet, peinlich durchsucht, dann aber wieder freides Gesetzbuches erklärt hatte, kam zum Schluß der Pferde- Nein, seinen persönlichen Verfehlungen hat Herr Stöcker gelaffen. Herr Kammhof zeigte sich von allem am besten unterfuß:" Wir halten fest an der christlichen Ghe. Die es nicht zuzuschreiben, daß er jetzt aus dem konservativen wußte, wer alles und zu welchem Zwecke sie geladen waren, 3ivilehe iſt ist das Produkt der fran- Nest herausgehoben wurde. Eine bittere Satire auf die sagte der Herr Kommissar während der Prozedur, ich bin etwas zösischen Revolution. Wir erkennen erkennen dem Volksfreundlichkeit der sogenannten" Konservativen ist es zu früh gekommen, die und die Personen( er nannte einige Staat nicht das Recht der Ehegesetzgebung zu und daß Stöcker's Sturz auf eine für ihren Geschmack Abonnenten des Sozialist") fehlen noch, die sind doch auch gewerden, wenn unseren Anschauungen nicht Rechnung ge- zu ernstliche Verfechtung sozialer Reformbestrebungen laden, um an der Versammlung theilzunehmen." tragen wird, gegen den ganzen Entwurf burch einige jüngere Echüler des christlich sozialen Ebenso charakteristisch ist eine Aeußerung von dem Kolporteur stimmen!" Es war nur wenig und nicht lebhafter Bei Hofpredigers a. D. zurückzuführen ist. Das Volk" des, Sozialist". Als Kammhof die beregte Wohnung betrat, rief fall auf den Zentrumsbänken. Die Kulturkampfstimmung wurde bei Hofe anrüchig und erregte Unbehagen in der Tilsner sofort:" Herr Polizeikommissar, ich bin Vorsitzender ist verflogen- zum Teufel ist der Spiritus, das Phlegma der konservativen Parteileitung. Herr Stöcker versuchte es aber dies hier ist keine Versammlung. Sie haben hier nichts zu des Vereins Frei- Wort" gewesen, das waren Bersammlungen, ist geblieben". Das war auch an dem armen von Cuny bis zum letzten Augenblick, durch eine Schaukelpolitik sich thun." Natürlich imponirte diese Aeußerung dem Kammhof zu merken, der Rintelen folgte und für sein national hof und parteifähig zu erhalten. Aber Stumm's Geist dermaßen, daß er sich garnicht daran störte; er fannte seine liberales Hurrah! kein Verständniß und keinen Widerhall war mächtig geworden unter seinen Widersachern. Man Leute! Dann bemerkte er noch: Dem Anarchistentongreß fand, so daß er bald zusammenklappte wie ein Taschen- hielt ihm eine Erklärung vor, mit deren Unterschrift er zu heut über 8 Tage steht polizeilicherseits nichts im Wege". messer. Ebenso kläglich wie das nationalliberale verpufft einen moralischen Eelbstmord vollzogen hätte. Es blieb ihm Die bei dieser eigenartigen Zusammenkunft Notirten er das konservative Hurrah des Herrn v. Buchka. Er hatte den nichts anderes übrig, als zu gehen. Herr Stöcker ging. hielten nachträglich polizeiliches Strafmandat von Erfolg, daß das Haus sich leerte und daß die zwei folgen- Es heißt jetzt, daß auch der Freiherr v. Durant 30 Mart, gegen welches sämmtliche davon Betroffenen den Redner: Schröder( frs. Vg.) und Leuschner( ft.) kein der bei der Abstimmung im Elser- Ausschuß sich auf auf richterliche Entscheidung Antrag gestellt haben. Bei dieser gerichtlichen Verhandlung dürfte es zu eigenthümlichen FestGehör mehr fanden, was übrigens tein Unglück. Um Stöder's Eeite gestellt hatte, nunmehr auch aus stellungen kommen. Zu dem von der Polizei in letzter Stunde 5 Uhr vertagte fich das Haus. Die Debatte wird morgen diesem Ausschuß austreten würde. Sicher ist indeß verbotenen„ Anarchistenkongreß" waren im ganzen fünf Personen fortgesetzt und mit Uebergehung des Schwerinstages, der nur, daß ein früheres Reichstagsmitglied Krug erschienen, unter denen ein Schreiner aus Düsseldorf, die alle zunachher stattfinden soll, in den folgenden Sigungen bis von Nidda seinen Austritt aus der konservativen Partei fammen von der Polizei gekannt waren. zu Ende geführt. Man rechnet auf vier Tage es fann erklärt hat mit der Begründung: Der Schuhmacher Zilsner steht schon seit jedoch länger dauern. Für unsere Fraktion werden Stadt-" Die Prozedur des Elfer- Ausschusses der Konservativen längerer Beit mit dem Polizeikommissar hagen und Frohme reden. Die Niedersetzung einer Kom gegen den Hofprediger Adolf Stöder widerspricht meinen Rammhof in Berbindung. Bei Gelegenheit der Anmission ist gewiß. tonservativen Traditionen." wesenheit des Reichstags- Abgeordneten Molkenbuhr in Elber Das Bolt" prophezeit der konservativen Partei feld, nach der Auflösung der Versammlung auf dem Johanniseiniger Parteifreunde ein dortiges Lokal, um ein Glas Bier zu parteilichen Bunde versumpfen. Im preußischen Abgeordnetenhause wurde auch am trinken. Bei dieser Gelegenheit machte sich Tilsner in der aufVon den Mittelparteien wollen indeß weder die fälligsten Weise bemerkbar. Er war sehr aufgeregt, erzählte Montag bei der fortgesetten Berathung des landwirth schaftlichen Gtats über die Nothlage der Landwirthschaft Kreuz- Beitung" noch der Reich 3 bote" etwas Wolfenbuhr und den anderen Parteifreunden, daß er ver in allen Tonarten geflagt. Das ewige Einerlei, das hierbei zu wissen. Beide Blätter wiffen sich vor Wehmuth folgt werde, er sei Anarchist gewesen, habe Tage gefördert wird, ist so langweilig, daß man sich nicht darüber nicht zu lassen und zu fassen, daß Adolf der Aalglatte sich mit der Polizei Verbindung gesucht und mit wundern darf, wenn der größte Theil der Abgeordneten es jetzt auf anderen Pfaden dahinschlängeln soll; beide indeß Rammhof verhandelt. Jest habe er sich seine Dorzog, heute durch Abwesenheit zu glänzen. Charakteristisch hoffen, daß er den bösen Buben vom Echlage Naumann's Berräthereien so zu Herzen genommen, daß für das Berhältniß zwischen Agrariern und Regierung, nicht folgen werde. Während aber die Kreuz Beitung" er teine Rube mehr finde, er müffe fich Kreuz- Zeitung" as Leben nehmen und zwar noch in dieser die beide auf die Dauer nicht Don einander lassen den ehemaligen Freund Hammerstein's ermuthigt, a cht; nach Hause gehe er nicht mehr. Ginige tönnen, ist der Wendepunkt, den das Benehmen der Agrarier mit ihr, er auch getrennt marschire, doch Parteifreunde suchten den Mann zu beruhigen und nach Hause zum Landwirthschafts Minister zeigt. Noch vor wenigen vereint zu schlagen, giebt ihm Paftor Engel im Reichs- zu begleiten, aber vergeblich, er lief in höchster Aufregung in die Tagen bezeichnete Frhr. v. Hammerstein bekanntlich bei der Berathung des Antrages Ranis im Reichstage die Agitation des boten" den brüderlichen Rath, sich nunmehr von dem vorgeschrittene Nacht hinein. Dieser selbe Zilsner drängte sich Bundes der Landwirthe als gemeingefährlich. Die Entrüstung Politischen Leben ganz zurückzuziehen und an feine von ihm verrathenen Gesinnungsfreunde wieder heran, der Junker über dieses Auftreten hielt nicht lange an; schon am ich auf das wirken in der inneren Mission übernahm die Verbreitung des Sozialist", lieferte die erften Tage der Debatte über den landwirthschaftlichen Etat zu beschränken. Abonnentenliste dem Polizeikommiffar Kammhof aus, arrangirte im Abgeordnetenhause war höchstens noch eine kleine Ver- Den Gefallen wird Bruder Stöcker dem Bruder Engel die Zusammenkunft vom 19. Januar, die von der Polizei dann stimmung bemerkbar, und heute ist die Aussöhnung voll- aber wohl schwerlich thun. so bequem aufgehoben werden konnte, und zuguterlegt, als ständig. Betonte doch Herr v. Putttamer Blauth ausder, Kongreß der Anarchisten" vom 26. Januar drücklich, daß seine Freunde troh der Meinungsverschiedenheit Faber und Gerok. Wie recht wir mit unserem verboten war, suchte er einen geheimen Kongreß betreffs des Antrages Kanit volles Vertrauen zu dem Minister Protest gegen den kläglichen Beschönigungsversuch für Hof- u organisiren. hätten, und sein Fraktionskollege, Herr v. Waldow, fügte hinzu, predigers Gladiatorengruß hatten, wird durch folgende alte bekannte Geschichte. Ein paar vertrauensselige Krakehler oder Soweit die Nachrichten aus Elberfeld. Sie bestätigen nur die daß auch die Währungsfrage, die beinahe so wichtig sei, wie Mittheilung der„ Kreuz- Zeitung" bestätigt: der Antrag Kanib, feinen Grund zu Zwiftigkeiten gebe. Der überspannte Köpfe verbinden sich mit irgend einem zweifelhaften Ueber den mißlungenen Versuch der Kirchlichen Kor- Burschen, dieser berichtet dann der Polizei eine graufige Geschichte, Minister möge bedenken, daß die Agrarier durch Noth zur respondenz", das Zitat: Ave Caesar, morituri te salutant" die im Werke ist und die Kammhof und Genossen, welche den Agitation getrieben würden, während andere Parteien aus poli- aus Gerot's Gedicht zu erläutern, schreibt uns ein Leser: Schwindel genau fennen, benügen die Gelegenheit, um billige tischen Motiven agitiren. Sehr arg wurde den Herren Rickert In Nr. 52 befindet sich eine entschuldigende Erklärung Lorbeeren einzuheimsen. und Gothein mitgespielt, die den Dank dafür eruteten. daß für das Predigtwort: Ave Caesar, So lange es naive Gemüther giebt, sie sich dem Minister als freiwillige Bundesgenossen an salutant!" welche Leuten, wie der Tilsuer einer zu sein scheint, auf den Dieser Versuch einer Erklärung läßt dieses Leim gehen, wird es an Vorgängen, wie vorstehend einer ge geboten hatten. Die Erwähnung der Getreidespekulationen Bitat an dieser Stelle nur um so ungeeigneter erder Firma Cohn u. Rosenberg feitens des Abgeordneten scheinen; denn in dem schönen Gerot'schen gieb über schildert ist, nicht fehlen. Wir können da nur den Rath geben: Ring veranlaßte den Minister zu der bereits im Reichstage die chriftlichen Märtyrer heißt es im Anfang: Heil Cäsar dir! abgegebenen Erklärung, daß derartigen Manipulationen durch das Dich grüßen, die da sterben! Go ruft der Gladiatoren Börsenreform Gefeß ein Ende gemacht werden solle. Von Interesse rauher Chor;" und B. 7: Sie grüßen ihren Gäsar, doch nicht ist noch der Zwist im Lager ber Sentrumspartei, der heut offen jenen, der in die Hand fein finfires Haupt dort flüßt Ausnahmen abgesehen, gegen das gegen den Vorwärts" ge in die Erscheinung trat. Graf Strach wiß, zugleich Mitglied Seil Christe bir! Dich grüßen, die da des Zentrums und des Bundes der Landwirthe, versuchte den sterben! „ Es wäre wohl besser gewesen, bemerft richtete Verfahren protestirt. Der Hofbericht meldet, daß Nachweis zu führen, daß auch Zentrums- Abgeordnete ohne bazu die„ Kreuz- Zeitung", das Gerok'sche Lied nicht zu solcher der Hauptmann der Reserve Dr. Töche, Chef der Firma Gewissensbiffe dem Bunde beitreten könnten, da dieser nicht Erklärung heranzuziehen." Mittler u. Sohn, die das Armee- Berordnungsblatt" verlegt, politisch sei. Unter lebhaftem Beifall des Zentrums bewies der Das meinen wir auch. Durch diesen verunglückten vom Kaiser in Audienz empfangen wurde. Man bringt Fraktionskollege Abg. Herold die unrichtigkeit der Ausführungen Rettungsversuch hat das kirchliche Blatt den schneidigen dies mit der Veröffentlichung des Vorwärts" in Zudes Grafen Strachwih. Schon die Thatsache, daß zur Zeit der fammenhang. Militärvorlage teine Versammlung des Bundes abgehalten wurde, Hofprediger erst recht in die Tinte gebracht. in der nicht auch dieses Thema erörtert wäre, sei ein Beweis Die fächsischen Reaktionäre sind durch die stürmidafür, daß der Bund der Landwirthe eine politische Partei sei, fchen Massenproteste gegen das geplante Wahlrechts mit der das Zentrum nichts zu thun habe. Es sei Zeit, daß die Attentat unzweifelhaft verblüfft worden, allein es wäre wenigen Mitglieder des Zentrums, die dem Bunde angehören, fich von diesem trennten. Herr v. Loe hat also das Vergnügen, nicht allein aus der Thür gewiesen zu werden. Die Klagen der Agrarier sind noch nicht beendet. Die weitere Berathung mußte deshalb auf Dienstag vertagt werden. Die Trennung Stöcker's von den Konservativen. Eine authentische Mittheilung über die Verhandlungen, die zum Austritt Stöcker's aus der konservativen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses geführt haben, veröffentlicht die Konservative Rorrespondenz": " In der am 1. Februar stattgehabten Sigung des geschäftsführenden( Elfer-) Ausschusses der fonservativen Partei erklärte Herr Hofprebiger Stöder sich bereit, die folgende Ertlärung zu veröffentlichen: " " " " morituri te vorschnell, wenn man hieraus den Schluß ziehen wollte, das Attentat sei aufgegeben. Die Umsturzbewegung, welche sich gegen das allgemeine Wahlrecht richtet und die Grundlage der Reichsverfassung, wenn es nicht anders geht, durch einen Staatsstreich beseitigen will, ist tief in den deutschen Verhältnissen begründet; das sächsische Attentat ist nur ein Theil dieser Bewegung faune, sondern es ist Plan und Methode darin und die - es war nicht eine Augenblicks Durchführung wird jebenfalls versucht werden. Drum tein Nachlassen! Trau, schau, wem? Vorwärts". Die Preffe hat, von einigen schmählichen Zur Veröffentlichung des Gnadenerlaffes im Der internationale Bergarbeiterkongreß wird dieses Jahr nicht, wie bedingungsweise beschlossen war, in Lüttich stattfinden, sondern in London, das für den Fall, daß die Ausweisung der französischen Delegirten amendin und Basly aus Belgien nicht rückgängig gemacht werde, in Aussicht genommen war. weisung der beiden Genannten besteht fort. " im Stich läßt. Die Aus Die allgemeine Lage ist fortwährend sehr ungewiß. und die russische, französische und englische Presse beschäftigt Die alarmirendsten Gerüchte und Rombinationen entstehen, sich auffallend viel mit einer Leußerung, die der König von Schweden neulich bei Eröffnung des Reichstags gehalten. Es ist eine Kraftprobe zwischen Volk und Regierung. Der Weltfriede", sagte er damals, sei zwar thatsächlich Das sächsische Volk muß beweisen, daß es der noch nicht gestört, er tönne es aber bald werden." Das stärkere Theil ist. war allerdings eine starke Sprache für eine Thron" In meiner Kirchenzeitung" vom 25. Oftober v. J. habe ich Uebrigens ist die sächsische Regierungsvorlage zur Ver- rede. Der König von Schweden ist nun frei erklärt, daß ich seit Jahr und Tag die Haltung des Bolt" schlechterung des Landtagswahlrechts bereits fertig und wird lich keine sehr wichtige Persönlichkeit, doch er sitzt gegenüber der konservativen Partei öfter scharf gemißbilligt habe; noch im Laufe dieser Woche nach einer Meldung schon im nordischen Wetterwinkel und kann merken, welcher Wind die Redaktion des Bolt" hat diese Thatsache ausdrücklich an- heute- dem Landtage zugehen. Wir werden die Grund- in Petersburg weht. Thatsache ist: in der Türkei sind erkannt. Zugleich habe ich die Linie bezeichnet, auf welcher die Dinge dermaßen verfahren, daß an eine andere Lösung das„ Volt" meines Erachtens sich halten muß. Nach den statt- züge ohne Verzug unseren Lesern mittheilen. gehabten Auseinandersetzungen ist es selbstverständlich, daß ich Am Sonntag wird die nationalliberale Partei Sachsens als durch die Waffen kaum mehr zu denken ist. Die Engdas„ Bolt" zu meinen Veröffentlichungen erst dann wieder be- auf ihrer Landesversammlung in Leipzig sich mit länder haben sich, wie aus der letzten Rede Salisbury's nußen werde, wenn es die von mir bezeichnete Linie innehält." der Vorlage beschäftigen; und wer diese Menschensorte erhellt, die armenische Frage vom Hals geschafft, und werden Der Elfer Ausschuß lehnte diese Form der fennt, wird sich nicht dem Wahn hingeben fönnen, daß von jedem Versuch anderer Mächte, militärisch in der Türkei zu Ertlärung mit neun gegen zwei Stimmen ab; ihnen ernstlicher Widerstand zu erwarten ist. Die Arbeiter interveniren, sich widersehen. Rußland aber, das die nahm dagegen mit derselben Stimmenmehrheit die nachstehende haben auch hier wieder den Kampf für die bürgerliche Armenier zum Aufstand getrieben hat, verliert die Früchte Faffung an: In anbetracht, daß die Haltung, welche das„ Volt" gegen. Freiheit zu führen. Und jetzt gilt es das Einsetzen aller zehnjähriger Umsturzarbeit, wenn es seine Schüßlinge jett Kraft! wärtig in wichtigen Fragen einnimmt, mit fonservativen Uebrigens wird auch in Ostasien die Lage wieder geGrundsägen unvereinbar ist und die konservative Partei, der Polizeilicher Anarchismus? Eine höchst sonderbare, ich angehöre, schädigt, erkläre ich, daß ich mit diesem Blatte, aber für Leute, deren Gedächtniß die Ihring- Mahlows und Ron: fährlich. Die Japanesen haben seit dem Abschluß des auf das ich schon lange einen maßgebenden Einfluß nicht mehr sorten noch nicht entfallen sind, doch nicht gerade verwunderliche Friedens mit China tolossal gerüstet, und, nach englischen befize, nichts mehr gemein habe und jede auch nur mittelbare Geschichte fann unser Elberfelder Bruderblatt, die Freie Presse" Beitungen, glauben die japanischen Militärs, im Frühjahr Berantwortlichkeit für dessen Inhalt ablehne." erzählen. Am 26. Januar sollte in Elberfeld ein Anarchisten- für einen neuen Krieg im größeren Stil fertig zu sein. Und Da Herr Hofprediger Stöcker fich außer stande sah, dieser tongreß" stattfinden, an dem Delegirte aus Schlesien, Baden und das Frühjahr ist vor der Thür. Faffung zuzustimmen, erklärte er feinen Austritt aus anderen Theilen Deutschlands theilnehmen sollten. Der Kongreß dem Elfer Ausschusse." wurde polizeilich verboten, und dieses Verbot hat eine geheimniß- Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Wie dasselbe Organ weiter berichtet, hat Herr Stöder volle Borgeschichte. Am Sonntag, 19. Januar erhielten nämlich Berlin, Wegen Majestätsbeleidigung verseinen Austritt aus der konservativen Fraktion die paar Abonnenten des Anarchisten organs Sozialist" in handelte gestern die II. Straftammer des Landgerichts Barmen und Elberfeld von dem des Abgeordnetenhauses angemeldet. Kolporteur desselben, Berlin II gegen den Maurermeister Hermann namens Tilsner, Bur richtigen Würdigung dieses Borganges muß man einem Schuhmacher die Aufforderung, Sellmig aus Charlottenburg. Die Verhandlung. am Nachmittag um 4 Uhr in die Wohnung eines wohl im Auge behalten, daß nicht etwa ein Reinlich Barteigängers in der Gesundheitsstraße in Elberfeld zu er- welche unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfand, ergab, Reinlich- Parteigängers teitsbedürfniß", von dem so viel gefabelt wurde, scheinen, ohne irgend eine genauere Angabe des Zweckes der daß der Angeklagte im Sommer v. J. sich eines Tages in die konservativen Parteiführer zur Abschüttelung des Herrn zusammenkunft. Der betreffende selbst, bei dem die Zusammen- angetrunkenem Zustande in dem Lokal des Restaurateurs Stöcker veranlaßt hat. Alle Zweideutigkeiten des aalglatten funft stattfinden sollte, erhielt die Mittheilung von derselben erst Schröder am Kurfürstendamm aufgehalten hatte. Da er in Hofpredigers hat die konservative Partei wenn nicht mit furz zuvor, als die anderen Geladenen schon auf dem Wege zu seiner Trunkenheit großen Lärm verursachte, ersuchte ihn der Wohlgefallen, so doch ohne Mißfallen angesehen. Der ibm waren, er wußte also offenbar gar nichts von dem ganzen Wirth, sich ruhig zu verhalten, indem er darauf aufmerksam Echeiterhaufen- Brief, in dem der Hofprediger fich als ge- Arrangements. Er war sehr überrascht, als er nach einem machte, daß hohe Herrschaften und wohl auch der Kaiser dort vorin Begleitung eines Freundes seine überfahren würden. Hellmig äußerte, das wäre ihm egal wandter Hintertreppen Stratege offenbarte, erregte an- turzen Spaziergange Wohnung betrat und diese von Polizisten fangs bei einigen zartbesaiteten Gemüthern der Partei die zwar jeden hinein, aber niemand wieder heraus ließ. besetzt fand, und bediente sich dabei mit bezug auf den Kaiser die zwar jeden hinein, aber niemand wieder heraus ließ. einer Aeußerung, die zu der Auflage Anlaß gab. farfes Unbehagen, indeß ihre sanften Proteste wurden Der in solchen Dingen erfahrene und bekannte Polizeibald übertönt durch den Korybantenlärm der jubelnden Kommissar Kammhof leitete die ganze Polizeiprozedur. Etwa Der Gerichtshof nahm zwar Rücksicht auf den Zustand Seerhausen im Lande, die ihren Stöcker nicht entbehren 7-8 Personen, darunter einige Frauen, wurden notirt. Herr des Angeklagten, erkannte aber in der Erwägung, daß der= wollten. Und hatte er nicht stets zu jeder reaktionären Ommerborn von Barmen und ein Herr Bertram von Köln, der selbe wegen Majestätsbeleidigung bereits vorbestraft ist, auf 〃 " " 9 Monate G e f ä n g n i ß. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre Gefängniß beantragt. Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob der Gastwirth, der durch den Hinweis auf vorübersahrende hohe Herr- schaften den Betrunkenen zu seinen inkriminirten Aeuße- ruugen reizte, den Denunzianten abgegeben hat, oder ob ein anderer diese Rolle gespielt hat. Hagen in Westphalen, 1. Februar. Vor der Strafkammer zu Hagen hatte sich heute der Bergmann Hermann Schmidt wegen Majestätsbeleidignng zu verantworten. Schmidt hatte am 19. Dezember v. I. auf der Herberge zu Hohen-Limburg in Gegenwart eines Gendarmen eine beleidigende Aeußerung über den Kaiser gemacht. Er wurde dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu drei Monaten Ge- s ä n g n i ß v e r u r t h e i l l. Es ist dies unter dem Sep- temberkurse der erste derartige Prozeß vor der hiesigen Straf- kammer. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Das englische Parlament tritt nächsten Dienstag, den 11. d. Mts., wieder zusammen. Die Adrcßdebatten werden, angesichts der kritischen Weltlage, von ungewöhn- lichem Interesse sein.— *» « Deutsches Reich. — In der heute stattgehabten Sitzung des Kolonialraths wurde, wie ösfiziös mitgetheilt wird. Bericht erstattet über den Entwurf eines Auswandern ngs- Gesetzes, sowie über de» Entwurf, betreffend die Ableistung der Wehrpflicht in den Schutzgebieten. Der Bericht ist abgefaßt auf grund der Berathung des hierzu eingesetzten siebengliedrigen ikomitees. Nach anderen Mitlheilungen will man über die Be- rathungen wegen des Auswanderungswesens nicht in die Oeffent- lichkeit gelangen lassen, weil dabei auch die Frage der Ab- l e i st u n g der Wehrpflicht in den deutschen Schutzgebieten und die Stellung der katholischen Missionare hierin zur BeHand- lung kommt. Es ist aber auch die höchste Zeit, daß die schwarzen, braunen und iveißen Menschenbrüder in den Kolonien sammt und sonders langsamen Schritt und Knöpfe putzen lernen. --Der Landesdirektor derProvinzBranden» bürg, Herr v. Levetzow, der frühere Reichstagspräsident, bat mit Rücksicht auf sein vorgeschrittenes Alter und häusliche Berhältniffe den Provinzialausschuß gebeten, seine Entlassung aus seiner Stellung beim Provinzial-Landtage zu befürworten. Zum Nachfolger ist angeblich der Führer der Deutschkonservativen, Frhr. v. Manteuffel, seit lS72 Landrath des Kreises Luckau, Rittergutsbesitzer auf Kroffen bei Drahnsdorf ausersehen.— •— Ein Soldatenmißhandlungs-Prozeß. Im Juli v. I. erschien in der demokratischen Düsseldorfer„Bürger- zeitung"ein Artikel, in dem eine Reihe von Soldatenmißhandlungen aufgedeckt wurden, die der Sergeant Selzer vom 39. Regiment direkt veranlaßt haben sollte. Auch dem Gefreiten Jakobeit war eine Re- krutenquälerei vorgeworfen worden. Infolge des Artikels war gegen Redakteur S t o f f e r s Anklage erhoben worden wegen Beleidigung des Sergeanten Selzer und des Gefreiten Jakobeit. Diese Anklage gelangte nach der „Franks. Ztg." am 30. Januar zu Verhandlung vor dem Düsseldorfer Landgericht. Drei Zeugen wurden vernommen. Füsilier Vinn be- kündete: Im Juli lag die Kompagnie in Oberbilk in Quartier. Eines! Sonntags hielt Sergeant Selzer Appell und befahl dabei mehreren Rekruren, auch den Zeugen, da ihre Röcke nicht in Ordnung seien, an der Front der Korporalschaft vorbeizugehen und den„alten Leuten" die Röcke zu zeigen. Dabei wurden sie von den alten Leuten getreten und gestoßen. Er habe die Miß- Handlung gemeldet, die u. a. auch den Rekruten Hohagen und Weckauf zu theil wurde. Der Hauptmann und der Feldwebel haben ihm dann den Verkehr mit seinem ver- heiratheten Bruder, der ihm durch Rath und That beistand, verboten. Der Gefreite Jakobeit hatte ihn andere» Tages zu sich bestellt und sich den sechsten Rock vor- zeigen lassen; er habe daran alle Futternähte auf- getrennt und befohlen, ihn bis zum andern Tag« fertig zu nähen. Auf seine Beschwerde beim Hauptmann habe Zeuge dann Straf-Flickstunden erhalten. Füsilier Hohagen bestätigt, daß auch er beim Appell in der geschilderten Weise mißhandelt worden sei; später sei er auch auf der Stube von„alten Leuten" mißhandelt worden, drei Mann hätten ihn im Bett überfallen und mit Stöcke» und Klopfpeitschen blutrünstig geschlagen. Wegen der vielen Mißhandlungen, die er auch dem Sergeanten Selzer gemeldet, habe er sich tödten wollen. Zeuge Weck auf, der jetzt Gefreiter ist, bestritt da- gegen, daß er oder ein anderer bei dem Appell miß« handelt worden sei. Sergeant Selzer habe keinen Rekruten die Front entlang geschickt. Weckauf blieb trotz eindringlichster Verwarnung bei dieser Aussage. A l s dann aber der Staatsanwalt wegen Verdachts eines Meineids Protokollirung der Aussagen der Zeugen Vinn und Weckauf beantragte, widerrief vieser seine Aussage und b e st ä t i g t e alles, was Binn und Hohagen gesagt hatten; in einem vor dem Militär- gcricht aufgenommene» Pr. okoll fand sich den» auch noch, daß Weckauf vor dem Militärgericht schon das Gegentheil beeidet hatte. Nach diesem Beweisergebniß erkannte das Gericht auf Freisprechung, weil in vollem Umfang der W a h r h e i t s- beweis erbracht worden sei. Der Bericht über diese Ver- Handlung reiht sich anderen Sensationsprozcffen neuerer Zeit würdig an, in denen gleichfalls nicht die Angeklagten, sondern andere Leute dem Urtheil der Oeffentlichkeit anheimfielen. Hannover, 3. Februar. Der Provinzial- Landtag der Provinz Hannover wurde heute Nachmittag durch den Ober- Präsidenten v. Bennigsen eröffnet. — Die Instruktion der Bundesraths-Bevoll- m ä ch t i g t e n im b a d i s cd e n Landtage. In der letzten Sitzung der Kommission zur Berathung der Verfassungsrevisio» gab die Regierung folgende schriftliche Erklärung auf den An- trag Muser und Genössen, die Instruktion der Bundesraths- Bevollmächtigten betreffend, ab: Der Antrag des Herrn Muscr und Genossen erscheint der großherzoglichen Regierung unannehmbar. Die großherzogliche Regierung anerkenin ihre verfassungsmäßige Verantwortlichkeil für die Jnstrnirung der Bundesraths-Bevollmächtigtcn, wie für alle Regierungshandlungen; sie ist daher jeder Zeit bereit, ihre Auf- fässung in denjenigen, die Landesintercssen berührenden Reichs- ongelegenheiten, die von den Ständen erörtert werden, auf Anfrage darzulegen, insoweit dies mit ihren bundesrechtlichen Verpflichtungen und den Staatsinteressen verträglich erscheint. Dagegen vermag die Regierung eine Verpflichtung zur nachträglichen Mittheilung aller ihrer Weisungen an die Bundcsraths> Bevollmächtigten nicht zu übernehmen. Eine ständige Mitwirkung bei diesen Regierungsaktcn läßt sich verfassungsmäßig nicht begründen und ein solches Versal, ren würde zudem thatsächlich zur Verletzung des im Reiche geltenden, in§ 26 der Geschäftsordnung niedergelegten Grundsatzes der Nichlöffentlichkeit der Verhandlungen des Bundesrathes durch die badische Regierung führen. � Auf grund dieser Erklärung der Regierung kam die Kom- Mission i» ihrer nationalliberale» und konservativen Mehr- beil unter Ablehnung des Muser'schen Antrages und zweier Eventualanträge des Zentrums, welche die Berichterstattung auf im Bundesrath bereit? erledigte Sachen beschränkt wissen wollten, zu folgendem Antrag: Nachdem die Regierung ihre Verantwortlichkeit für die In- firuirung der Bundesraths- Bevollmächtigten, ihre Pflicht zu Auskunstsertheilung über ihre Auffassung in die Landesinteressen berührenden Reichsangelegenheiten anerkannt habe, sei dem An- trag Muser und Genoffen keine weitere Folge zu geben. Oesterreich. Wien, 3. Februar. Im niederösterreichischen Landtage kündigte der Statthalter Graf Kielmannsegg namens der Regierung an. daß beim Wiederzusammentritt des Reichsrathes ein Gesetzentwurf vorgelegt werde betreffend die berussgenossenschaftliche Organisation der Landw irthe unter Berücksichtigung der Besonderheiten der einzelnen Kronländer; in dem Gesetzentwurf werde der autono- mistische Standpunkt eine stärkere Betonung erfahre».— Der Landtag nahm die Regierungsvorlage betreffend Abänderung des Programms für die finanzielle Cicherstellung der Aus- sührungen der Wiener Verkehrsanlagen einstimmig an. Ungarn. Budapest, 3. Februar. Nach Angaben von sozialistischer Seite plant die Regierung für die Dauer der Millenniumsfeier vollständige Unterdrückung der sozialistischen Organisation, die Auflösung zahlreicher Fachvereine, die Ausweisung ortsfremder Personen, besonders der Polen, die Jntcrnirung der ansässigen Arbeiterführer und die Stellung notorischer Sozialistensührer unter Polizei-Aussicht. Budapest, 3. Februar. Die rumänische Liga richtete an sämmtliche Filialen ein Zirkular, in welchem sie zur Neu- tralität gegenüber den politischen Vorgängen in Ungarn und Rumänien auffordert. — Das neue Patentgesetz tritt am 1. März dieses Jahres in krast.— Frankreich. Paris, 1. Februar. Die Deputirtenkammer ver- warf nach langer Debatte in Gemäßheit des Antrages der Re- gierung den Artikel 1 der Vorlage betreffend die Ver- sälschung der Butter. Dieser Artikel sollte eine Ver- niischung der Butter mit Margarine durchaus untersagen. Die Berathung über die Vorlage wird am Montag fortgesetzt werden. Julien(Radikal) stellte«ine Anfrage über die Aussage eines Zeugen vor dem Schwurgericht zu Moulins, in welcher der Regierung unterschoben wird, sie hätte an der Veröffentlichung der Liste der 104 theil gehabt und der„France" geheime Fonds gegeben. Ministerpräsident Bourgeois erklärte. die Aussage des Zeugen verdiene keinen Glauben; die Aussage sei lediglich ein Manöver gegen das Kabinet, welches demselben aber nicht schaden könne. Marineminister Lockroy und Ackerbauminister Viger protestirten mit Entrüstung gegen de» Zeugen, der ihre Name» erwähnt hatte. Der Zwischenfall ist damit beendet. Die Sitzung wurde sodann geschlossen.— — Der Duellunfug. Vor einigen Tagen züchtigte der Sozialist Mirman—„der Abgeordnete und gemeine Soldat"— in der Kammer eine Anzahl von Lumpen, darunter auch Herrn Arthur Meyer, einen Revolverjournaliste», der erwiesenermaßen Panamagelder bezogen hat. Der ehrenwerthe Arthur Meyer, der in Hammersteln'scher Weise seine„Ehre" mit der Pistole be- weisen wollte, forderte Mirman zum Duell. Dieser verweigerte die„Genugthuung", weil Meyer„nicht salisfaktionssähig"! sei; ein„Ehrenrath" trat zusammen, der die„Ehre" des Meyer durch die Panamngelder nicht befleckt fand— was wohl auch richtig, da an dem schmutzigen Burschen nichts mehr zu„beflecken" war— und Meyer für satlsfaktionssähig erklärte. Mirman glaubte den Herren„Ehrenräthen" jedoch nicht und erklärte seinerseits, ei» erwiesenermaßen mit Panamageld Bestochener sei in seinen Auge» ein Lump und mit einem Lump schlage er sich nicht. Das war recht. Besser wäre es freilich gewesen, unser Genosse hätte sich auf den Duellblödflnn überhaupt nicht eingelassen. Mit der Pistole kann man weder die Ehre noch die Ehrlosigkeit beweisen.— Holland. Amsterdam, 30. Januar.(Eig. Bericht.) Die Arbeiter und die Statistik. Wie lähmend der Umstand, daß die Rcaierung den Arbeitern noch immer das Wahlrecht vor- enthält, auf ihre eigene Thätigkeit wirkt, zeigen die Ersahrnnge», welche eine von ihr eingesetzte„Zentrale Kommission für Statistik" macht. Diese Kommission hat auch die Auf- gäbe, sich mit den gewerbliche» Fachvcreinen in Verbindung zu setzen, und diese um Auskunft zu ersuchen Über alles, was die Or- ganisation derArbeiter und ihreLage betrifft. Obgleich die Regierung einen bekannten sozialdemokralische» Agitator, das Provinzalraths- Mitglied v a n Z i n d e r e n B a k k e r in die Kommission gc- wählt hat, konnte diese Maßregel noch nicht den Arbeitern das nöthige Vertrauen in die Absichten der Regierung einflößen. Daß der wortbrüchige Renegal van Honten, dessen Wahlrechts- Gesetzentwurf sich bekanntlich als ein elendes Machwerk entpuppt hat. Minister des Innern ist, gereicht der Regierung auch nicht gerade zur Empfehlung. Unter diesen Umständen ist es nur zu erklärlich, daß zum Beispiel die Abtheilung Middelburg des Allgemeinen Niederländischen Tischlergesellen-Vereines, aus die Anfrage der Kommission. Auskunft über ihre Organisation zu ertheilen, mit der kategorische» Aufforderung, man möge den Arbeitern erst das Wahlrecht gewähren, eine abschlägige Antwort gab. Diesen oder einen ähnlichen Bescheid erhielt die Kom- »lission fast bei allen Fachvereinen, wobei in vielen Fällen allerdings die unüberlegte Abneigung gegen alles was nach „Politik" riecht, mit im Spiel ist. Nur sehr wenige Arbeiter- vereine, unter denen der bedeutendste niederländische Fachverein, der„Allgeineine Niederländische Diamantarbeiter- Bund", waren bereit, die Fragen der Regierung zu beantworten. Man kann es bedauern, daß durch diese Haltung der Ar- beiter das Zustandekommen einer offiziellen Statistik, was unseres Erachtens nur im Interesse der Arbeiter sein könnte, vereitelt wird, das Mißtrauen des Volkes in die Regierung hat trotzdem seine guten Gründe, und mit Recht schreibt das Organ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, das übrigens für eine ge- wissenhaste Beantivortung der Fragen eintritt:„Dies ist der Fluch, der sogar auf den: Guten, das die Regierung schaffen will, ruht, daß das Volk mit recht kein Zutrauen zu ihr hat. Dadurch wird sie, auch wenn sie Gutes w ill, mit Ohnmacht geschlagen. Will die regierende Klasse wirklich etwas für die Arbeiter zu stände bringen, dann muß sie mit dem Dringendsten beginnen und den Arbeiter« das Wahlrecht geben!"— Italien. Rom» 1. Februar.(Eigener Bericht.) Die Fraktion der äußersten L i n k e n des italienischen Abgeordnetenhauses hat eine Sitzung abgehalten, in welcher sie einen Protest gegen die dem Kriege in Abesiynien gegebene Ausdehnung, sowie gegen die verfassungswidrige Vertagung des Parlaments ausgesprochen und die sofortige Wiedereinberuflmg des letzteren verlangt hat. Die Erklärung kann nur von Wirksamkeit sein, wenn auch die anderen oppositionellen Fraktionen des Parlaments sich ihr anschließen. Bisher hat man nämlich voraussetzen können, daß alle Fraktionen der Opposition die Ausdehnung des Kriegs und die Parlamentsvertagung mißbilligen; wen» jetzt die Erklärung der äußersten Linken isolirt bliebe, so würde der Schein eriveckt werden, daß diese Voraussetzung irrig gewesen sei; die Lage würde also verschlechtert werden. Es wäre also vorzuziehen ge- wesen, daß die Fraktionen der Opposition, anstatt einzeln vorzugehen, sich über ein gemeiusames Auftreten verständigt hätten. Vor- läusig betont die Regierungspresse auch nach der Versammlung der äußersten Linke», daß der Krieg fortgesetzt und die Ver- tagung der Ka»»»crn ausrecht erhallen werden müsse. In Sizilien hat sich in den letzten Tagen deS Januar mittels einer in Palermo abgehaltenen Delegirtenversammlung die sozialistische Partei, welche durch den Belagerungs- zustand aufgelöst worden war. aufs neue konftituirt und den Anschluß an die sozialistische Organisation in Italien beschlossen. In Palermo, Messina und anderen Städten der Insel werden sozialistische Vereine gebildet und demnächst wird ein allgemeiner sozialistischer Kongreß für die Insel abgehalten werden. Die aus den letzten Monaten vor dem Belagerungszustand bekannte Benennung tasoio(Bündel) hat man für die neue Organisation aus Opportunitätsgründen fallen lassen und dafür den Namen „Sozialistische Föderation" angenommen.— Btilgarie». Sofia, 2. Februar. Wie die„Agence Balcanique" meldet, erklärte der Ministerpräsident Stoilow nach der Audienz bei dem Prinzen Ferdinand im Klub der Nationalpartei, die Krise sei beendigt, der Prinz stimme dem Nebertritt des Prinzen Boris zum orthodoxen Glauben bei, die hierauf beziiglche Bekannt- machung werde morgen veröffentlicht werden.— Türkei. — Wie„Volksbewegungen" gemacht werden. Der „Allgemeinen Zeitung" wird aus Sofia geschrieben: Interessant sind die Vorgänge im hiesigen m a k e d o n i> s ch e n K o m i t e e. Die Herren, die in diese»,; Sitz und Stimme haben, beschuldigten in den Zeitungen einander des Verraths von„Amtsgehelmnissen" und Beschlüssen des Aktionskomitees an den hiesige» türkischen Kommissar Nebil Bey. Um den Preis von 10 000 Fr. soll sich ein Verräther unter ihnen befunden haben. Das nachstehende Selbstbekenntniß des Komitee- Organs „Glas Makedonski" über die makedonischen Unternehmungen und deren Mißerfolge verdient auch verzeichnet zu werden.„Bisher wurden alle makedonische» Unternehmungen vereitelt, sei es infolge von Mißbräuchen oder infolge des Mangels an höheren moralischen Elementen. Daß keine Gruppirung von ehrliche» und patriotischen Leuten zu stände kommen kann. daran sind zum nicht geringen Theil die Parteiungen in Bul- garien schuld, die unter makedonischer Maske ihre eigenen Interessen fördern wollen, ohne zu bedenken, daß sie damit dem bulgarischen Ideal— der Befreiung Makedoniens und des Vilajets Adrianopel— empfindlichen Schaden zufügen. So- lange als die Kandidatenlisten für makedonische Komitees und Vereine von Seite einiger Parteiführer ausgehen, so lange wird keine solide Gruppirung und keine dauernde Einigkeit existiren." So spricht das Leiborgan der Makedonier. Die bulgarischen Parteien, die„unter der makedonischen Maske ihre eigenen Interessen fördern" sind die Agenten der russischen Regierung.— Amerika. Washington, l. Februar. Der Senat nahm mit 42 gegen 32 Stinnnen einen Gesetzentwurf betreffend die freie Silberprägung an. Diesen Gesetzentwurf hat die Finanz- kommission des Senats an die Stelle des Gesetzentwurfes über die Ausgabe von Bonds, welche» die Kammer angenommen hatte, gefetzt. Alle Amendements wurden verworfen.— New-Rork, 3. Februar. Zum Venezuela- Streit Die„New-Iork World" meldet aus Caracas, daß der Mi- nister der öffentliche» Arbeiten Maurique dem englischen Oberaufsichtsbeamten der Juanta-Barcelona-Eisen- bahn eine Geldstrafe von 100 D o l l a r s pro Tag ans- erlegte, weil dieser sich weigerte, den von ihm wegen Geschäfts- stille eingestellten Passagierdienst wieder aufzunehmen. Die Eisen- bahnverwaltung wird von der Presse aufs heftigste angegriffen. Ncwyork, 15. Jan. Kassendiebstahls-Statistik. Einem Answeise der„Chicago Tribüne" zufolge beliefeu sich die bekannt gewordenen Unterschlagungen und Kassendiebstähle im Jahre 1395 aus nur 1 423 205 Dollars, gegen 25 234 112 Dollars im Jahre 1394.„Bessern wir uns. oder werden wir nur wach- famer?" bemerkt dazu die„Illinois Staatsztg." Dem amerika» nischen Blatt läßt sich darauf erwidern, daß zwar niöglicher- weise solche„moralische" und äußerliche Einflüsse auf die Zahl der Veruntreuungen in einem Lande einwirken, daß aber das soziale Moment der größeren oder geringeren Roth in weit bestimmenderem Maße bei derartigen Erscheinungen zur Geltung kommt.— — DieVostbeamten scheinen die internationalen Ver- suchsthiere des Staatskapitalismus zu sein. Dieselben Klagen ertönen ans fast allen Ländern. So schreibt z. B. unser amerikanisches Bruderorgan, die„New-Iorker Volks- zeituug" unter der Ueberschrrft:„Die Klagen der Post- beamten" in einer ihrer letzten Nummern:„Die Postangestcllten behaupten, daß die Postbehörde in einer infamen Weise, die des rücksichtslosesten Privatausbeuters würdig gewesen wäre, eine Herabdrückung der Saläre durchgeführt habe. Maschinen sollen eingeführt worden sei», um besser salarirte Angestellte zu ver- drängen, und nachdem dies geschehen war, wurden an stelle der Maschinen bedeutend schlechter salarirte Leute ernannt. Die Unzufriedenheit über dieses abgefeimte Ausbeutermanöver ist sehr groß unter de» Postangestellten, und seil Monaten wird unter ihnen dafür agitirt, daß mit allen Mitteln für eine�Regelung der Saläre durch Kongreßakte gewirkt werde."— Kuba. — Vom Aufstands gebiete. Nach einer Draht- Meldung aus Havannah, die den Zeitungen über Madrid zugeht, hat bei Caumao ein Znsammenstoß zwischen den spani- scheu Truppen und den Aufständische» stattgefunden, bei welchem die letzteren 40 Tobte verloren, darunter den Führer Rojas.— Die Regierung der Aufständischen aus Euba hat sich nach Sierra-Maeslra zurückgezogen.— Afrika. Massanah, 2. Februar.(„Agenzia Stefani".) Nach Be- richten der Haussa hätten die Schoaner an de» Dankales, mit denen sie in friedliche» Beziehungen standen, Verrath geübt und dieselbe» überfallen. Die Schoaner sollen Hadele Gubo nieder- gebrannt, etwa 600 Dankales getödtet und eine große Anzahl derselben als Sklaven fortgeschleppt haben.— — Ueber den Fall von Makalle wird von italienische» Blättern noch berichtet: Als die Garnison Makalle verließ, war das Wasser vollständig verbraucht und die Atmosphäre durchaus verdorben infolge der von den ringsuniher seit mehreren Tagen liegenden Leichen der gefallenen Schoaner. Die Feinde haben mehrere Verwundete gransam verstümmelt.— — Vom italienisch-schoa nischen Kriegs- schauplatze. Entgegen der Nachricht, daß die Offiziere der Kolonne Galliano's von Menelik als Geiseln zurückbehalten seien. wird in Regicrungskreisen behauptet, daß diese Offiziere bereits in der Schlacht von Amba Rladsch gefangen genonnncn wurden. Im Publikum wird diese offizielle Darstellung für wenig glaubhaft ge- halten. Man istvielinehr der Ansicht, daß das Leben der betreffenden Offiziere durch Ablehnung der Friedeusbedingungen in Gefahr sei.— Die Oppositionsblätter suchen nachzuweisen, daß die ganze Expedition mit der größten Fahrlässigkeit zur Ausführung gc- bracht sei und daß man für den Feldzug keine Vorbereitungen getroffen habe. Dem„Corriere della Sera" wird aus AdahagamuS tele- graphirt. daß Galliano lediglich auf Befehl Baratieri's, den der Nuterhändler Felter überbrachte, Makalle übergeben habe. Makoune» habe darauf neun Offiziere als Geiseln zurückbehalten. weil dicS in dcm Vertrage zwischen Menelik und Felter aus- drucklich ausbedungen gewesen sei. Die Arbeifer und Arbeiterinnen gleichfalls ausgezeichnet und die Stimmung vorzüglich. Die gehörte zu den überzeugungstreuesten Stämpfern unserer Partei. der Konfektions- Induffrie angenommen. Paster's Gefellschaftshaus war ber Besuch fanden ihn erfroren auf. Pfauth, eine ideal angelegte Natur, Resolution wurde nach kurzer Debatte einstimmig angenommen. Seine Verdienste, die er sich während des 12jährigen Ausnahmewaren gestern Abend wiederum in 12 großen, meist polizeilich Im Märkischen Hof waren 6-700 Personen, meistens gesetzes erworben, bleiben ihm unvergessen. gesperrten Versammlungen, die alle gut besucht, ja zum theil Frauen anwesend. Schon um 1/28 Uhr war die Versammlung Polizeiliches, Gerichtliches ze. überfüllt waren, zusammengekommen, um das Ergebniß der Unter- polizeilich gesperrt. Hunderte mußten umkehren. Frau Reimann Redakteur auscher von der Schwäbischen Tags handlungen der Lohnkommission mit den Meistern und Unter- referirte zur vollsten Zufriedenheit der Versammlung, die wacht" in Stuttgart trat am 1. Februar eine dreimonatige wacht" in Stuttgart trat am 1. Februar eine dreimonatige nehmern entgegenzunehmen, und über die Schritte zu berathen, Stimmung war vortrefflich. Blos der Zwischenmeister Flügge Gefängnißstrafe im Landesgefängniß in Rottenburg an. Die die angesichts der Ablehnung der Arbeiterforderungen unternommen sprach gegen die Resolution, er wurde von einer Arbeiterin ge- Strafe wurde über ihn wegen Bergehens gegen die Religion werden sollen. Nachstehend geben wir einen kurzen Ueberblick über hörig abgetrumpft. Gegen eine Stimme wurde die Resolution verhängt. Möge der bejahrte Genosse die Pforten des Gefängden Verlauf der einzelnen Versammlungen. nisses gesund wieder verlassen. Im Konzerthause Sanssouci waren die Schneider Reller's Festfäle waren überfüllt und polizeilich geDem ehemaligen Vorfihenden der mit dent und Schneiderinnen des Südostens versammelt. Der Andrang sperrt. Die Anwesenden erklärten sich solidarisch, die Bewegung Berg- und Hüttenarbeiter- Berband aufgelösten Beerdigungszu dieser Versammlung war außerordentlich stark. Schon um zu 7 Uhr wurde der Saal, der von etwa 8000 Personen gefüllt unterſtüßen. Die Versammlung verlief in vollster Ordnung. tasse in 3 widau wurde von der Staatsanwaltschaft mitwar, polizeilich abgesperrt. Hunderte standen, Die Versammlung im Etablissement Rönigs getheilt, daß die Erörterungen gegen die Vorstandsmitglieder vergeblich Ginlaß suchend, auf der Straße und viele, die immer noch herbei- of, Bülow straße, war ebenfalls sehr gut besucht, obwohl wegen statutenwidriger Ausgabe von Geldern zc. eingestellt strömten, mußten, ohne der imposanten Versammlung beiwohnen der Westen Berlins wenig Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen worden sind; darauf ist auch die Freigabe der beschlagnahmten Der Denunziant war ein früheres zu können, vor gefchloffenen Thüren umkehren. Mit gespannter aufweist; besonders zahlreich hatten sich die Arbeiterinnen Geschäftsbücher erfolgt. Aufmerksamkeit folgte die Menge den Ausführungen des eingefunden. Viele Versammlungstheilnehmer mußten den Ge- Kontrollkommissions- Mitglied, welches alle Beschlüsse gutgeheißen; Genossen Timm, der die Schritte, die seitens der Lohn- noffen Witte, der hier das Referat hatte, stehend anhören. er ist jetzt unter die Frommen gegangen. Die Ausführungen desselben wurden mit großem Beifall auf-- Aus Sachsen wird uns gemeldet, daß von der Ainkommission bis jetzt in bezug auf die Bewegung gethan worden sind, genommen. An der äußerst lebhaften Debatte betheiligten neftie nur zwei Flugblattvertheiler der Grimmitschauer erläuterte. Nachdem die Händler und Meiſter durch ein Schreiben sich auch zwei Gegner, Schneidermeister Lamprecht und Gegend betroffen wurden; die in der Umgegend von 3 wick an mit den Forderungen der Arbeiter bekannt gemacht worden waren, Händler Barnewitz. Die Resolution fand einstimmige An- Angezeigten haben sämmtlich appellirt; es find bis heute wurden diese zwecks mündlicher Verhandlung mit der Kommission zu nahme. Mit einem stürmischen Hoch auf die Bewegung wurde zusammen neun Mann, welche, mit je 50 M. bestraft, alle InDer Versammlung in der Berliner Ressource eingeladen. Wie bereits die Versammlung gefchloffen. stanzen bis zum Oberlandesgericht anrufen wollen. durch die Preffe bekannt, verliefen diese Verhandlungen resultatDie gegen das Urtheil des Landgerichts zu 103. Unter höhnischem Gelächter und sonstigem unpassenden Im Berliner Brater waren ungefähr 2000 Personen, Bremen, welches den Genossen H. Gehr von der Anklage Gebahren lehnten die anwesenden Unternehmer und in der Mehrzahl Frauen, anwesend. Bereits vor Beginn der Meister in der Hauptsache die Forderungen ab und Versammlung wurde der Saal wegen Ueberfüllung polizei der Uebertretung des Vereinsgesetzes, weil er eine gewerkschaft= stimmten nur spöttisch einigen nebensächlichen Punkten lich abgesperrt, so daß Hnnderte gezwungen waren, um- liche Versammlung nicht angemeldet hatte, freisprach, von der bei. Der Redner schildert im einzelnen den Verlauf der sukehren. Die Ausführungen des Genossen Pfeiffer wurden Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung ist am Donnerstag von fraglichen Konferenz und betont, daß man von der Forderung mit stürmischem Beifall aufgenommen. Die Resolution wurde dem Oberlandesgericht zu Hamburg verworfen worden. bleibt also bei dem freisprechenden Erkenntniß. fester Tariffäße, über deren Einzelheiten sich noch reden ließe, einstimmig angenommen. In Breslau ist gegen den Vertrauensmann wegen nicht abstehen könne. Angesichts dieser Situation ist es nun Die Versammlung im Gründel'schen Saale, Bergehens gegen das Vereinsgesetz ein Verfahren eingeleitet, weil Sache der betheiligten Arbeiter, sich zu entschließen, welche Brunnenstraße, welcher polizeilich abgesperrt wurde, er die Genossen zu einem Schritte fie weiter zu thun gedenken. Die Kommission war von über 800 Personen besucht. Besonders zahlreich Besonders zahlreich geladen hatte. dränge nicht zum Streit, ist sich aber bewußt, daß sie waren wiederum die Schneiderinnen erfchienen. Schulz die öffentliche Meinung auf ihrer Seite habe. Redner von der Agitationskommission referirte. Derfelbe begründete schlägt vor, nochmals eine gütliche Einigung zu versuchen und, nochmals unter lebhafter Buftimmung der Versammelten die auf. Depeschen und lehte Nachrichten. da in jener Konferenz nicht die in der Konfektionsindustrie maß- gestellten Forderungen, kritisirte demgegenüber die ablehnende gebenden Personen gesprochen haben, mit den Großkonfektionären Haltung der Zwischenmeister und befürwortete einen nochmaligen innerhalb einer Stägigen Frist zu unterhandeln. Von diesen kann Bersuch zur friedlichen Einigung mit den Großkonfektionären und man verlangen, daß sie für die Zustände in der Industrie legte der Versammlung die entsprechende Resolution vor. Der verantwortlich seien, um die Regelung der Arbeiter- Hinweis des Referenten auf den Umstand, daß im Falle eines forderungen von ihren Meistern zu verlangen. Wenn es Lohnkampfes für die erste Woche teine Unterstützung gezahlt zu feinem Ausgleich kommt, dann bin ich der erste, werden könne, fand lebhafte Zustimmung, die vorgelegte Resolution der eine allgemeine Lohnbewegung befürwortet. Wenn die Unter- fand einstimmige Annahme. Mit Ausnahme eines Antisemiten nehmer auf die elende Lage der Arbeiterinnen spekuliren, dann sprachen sich in der Diskussion sämmtliche Redner im Sinne des werden diese, die oft genug wegen Mangel an Arbeit sich durch- Referenten und der Resolution aus. Auch verschiedene An hungern müssen, fo viel Muth besitzen, ein paar gehörige anderer Berufe nahmen das Wort, um die KonfektionsWochen freiwillig zu darben, um ihre gerechten Forde schneider und Schneiderinnen der Sympathie und der materiellen rungen durchzusetzen.( Großer Beifall.) Um nochmals dar- Unterstützung der Arbeiterschaft zu versichern. zuthun, wie gerecht und unabweisbar die Forderungen der Arbeiter sind, entrollt der Redner unter Zustimmung und lebhaftem Beifall der Versammlung ein anschauliches Bild von den elenden Arbeiterverhältnissen in der Konfektion, die selbst von einer bürgerlichen Dame Dda Olberg in gleicher Weise in einer Broschüre geschildert worden, und in den Berichten verschiedener Fabrifinspektoren( die Redner verlieft) anerkannt werden. Redner empfahl folgende Resolution: E3 geselligen Beisammensein einZur Konfektionsarbeiter- Bewegung. ( Privatdepeschen des„ Vorwärts"). Breslau, 4. Februar. Eine von 1200 Personen besuchte Versammlung beschloß den Streit. Stettin, 4. Februar. In der von 3000 Personen besuchten Versammlung wurde gegen 11 Stimmen der Generalstreik beschlossen. Bremen, B. Februar. Die heutige Versammlung erklärt, die Bewegung der Konfektionsarbeiter nach Kräften zu unterftüßen. Hörne, 3. Februar. Die hiesige Arbeiterschaft spricht volle Sympathie den Berliner Konfettionsarbeitern zu ihrem großen Kampfe aus. Im Swinemünder Gesellschaftshaus war die Versammlung ganz ausgezeichnet besucht. Danzig referirte zur Kaiserslautern, 3. Februar. Von 17 Händlern haben zwölf vollsten Zufriedenheit. Allgemeine Begeisterung herrschte. Die die Forderungen der Konfektionsschneider bewilligt. Resolution wurde einstimmig angenommen. Kaufbeuren, 8. Februar. Die Filiale Kaufbeuren ist mit der Haltung der Fünferkommission vollständig einverstanden. In Böhow's Brauerei waren gegen 2000 Perfonen, zur Hälfte Frauen und Mädchen anwesend. Die Unabhängigen erklärten sich vollständig solidarisch mit dem Vorgehen der Wien, 3. Februar.( B. H.) Die Stadt Hufiatyn steht nach Fünferkommission. Eine entsprechende Resolution wurde ein- Meldung der heutigen Abendblätter in Flammen. Die heute versammelten Schneider und Schneiderinnen erstimmig angenommen, obgleich die anwesenden Zwischenmeister Budapest, 3. Februar.( B. H.) Der Direktor der Nationalklären, daß die Verhältnisse in der Konfektions- Industrie für die die Versammlung fortwährend zu stören suchten. gallerie, Dr. Karl Pulszky, ist an einem Nervenleiden schwer Arbeiter und Arbeiterinnen unerträglich geworden sind und daß Die für Gesundbrunnen und Wedding nach dem erkrantt. Noch heute sollte er in eine Frrenanstalt übergeführt deshalb eine Aenderung derselben mit allen zulässigen Mitteln Rösliner of einberufene Versammlung war schon um werden. 1/29 Uhr so überfüllt, daß polizeiliche Absperrung er- Mostar, 3. Februar.( B. H.) Aus allen Theilen der erstrebt werden muß. Die vollkommene Abhängigkeit der Ar- folgen mußte. Tische und Stühle waren entfernt, so daß man Herzegowina werden viele schwere Ung Iüdsfälle gemeldet, beiter und Arbeiterinnen von den Zwischenmeistern, der Zwang zu die Zahl der Anwesenden auf 3000 Personen schäßen die durch die in den letzten Tagen wüthende Bora hervor unerträglich langer Arbeitszeit in den ungesundesten Räumen, die konnte, zu zwei Dritteln Frauen und Mädchen. Nach dem gerufen wurden. Auf dem Wege hierher wurde ein Postwagen gänzlich ungenügende Entlohnung zeitigt das tiefste geistige, sittliche Referat des Kollegen Bohn, wurde die Resolution verlesen. umgeworfen und ein Bauer aus Hodvina in den Abgrund ( Brausender Beifall.) Es folgte eine furze Debatte, in welcher gestürzt. und wirthschaftliche Elend. Die Gesetzgebung hat sich ihrer noch besonders trasse M. unde in der Konfektions- Induſtrie Lemberg, 3. Februar.( B. H.) Heute sind die hiesigen offenkundigen Verpflichtung, hier bessernd einzugreifen, entzogen beleuchtet wurden. Mit jedem Redner wuchs die Begeisterung Schriftfeßer in den Ausstand getreten. Die Morgenblätter er und somit die Arbeiter und Arbeiterinnen selbst gezwungen, blos für den Kampf. schienen noch vollzählig. Seitens der Militärbehörde auf ihre eigene Kraft zu vertrauen und gegen die Krebsübel der sind, nach Meldung der offiziellen Lemberger 3tg.", die zur Beit unter den Waffen befindlichen Schrifts Konfettion den Kampf aufzunehmen; deshalb beschließen die Anwesenden ihre Forderungen mit allen irgend zulässigen Mitteln waren über 800 Personen, größtentheils weiblichen Geschlechts, haftete neun Personen wegen Bantnotenfälschung. Im Saale der Ahrens'schen Brauerei( Moabit) feber zur Verfügung gestellt worden. Venedig, 3. Februar.( B. H.) Die Polizei in Udine verin musterhafter Ruhe folgten. An der Diskussion betheiligten Nähe von Angers, ereignete sich gestern ein ernster Unglücksfall.; zusammen gekommen, die den Ausführungen des Referenten 3ander Paris, 3. Februar.( W. Z. B.) In Maulévrier, in der fich im Sinne des Referats Buschat, Lüder, Späte, während der Messe stürzte ein Theil des Kirchengewölbes ein Busammenschluß fand die Resolution einstimmige Annahme. 4 Personen wurden getödtet, 60 verlegt, darunter 5 schwer. Schnorre und der Referent. Nach der Aufforderung zu festerem Paris, 3. Februar.( W. Z. B.) Deputirtenkammer. Der durchzusetzen. Wir wollen aber den Kampf nicht um des Kampfes willen, wir wollen, wenn es es irgend geht, in friedlicher Verhandlung die schwebenden Differenzen zum Austrag bringen und noch und noch einen letzten Versuch machen. uns mit den Groß Konfektionären über die aufgestellten Forderungen zu einigen. Die letzte Konferenz konnte nicht zum Ziele führen, da die Groß- Konfektionäre sich über unsere Forderungen noch nicht äußerten und die anwesenden Zwischenmeister nicht als die berufenen Vertreter der Berliner Konfektionsindustrie erscheinen konnten. Sollte über unsere Forderungen bis zum 9. Februar keine Einigung erzielt werden, so verpflichten sich alle Anwesenden, den ihnen aufgezwungenen Kampf dann sofort aufzunehmen und ihn auch mit aller Energie und Rücksichtslosigkeit zu einem glücklichen Ende zu führen. schilderte ชิ นะ Die Abstimmung ergab einstimmige Annahme der Resolution. " Die Versammlung in Rigdorf war von über 1000 Personen, Abgeordnete du Saussay richtet eine Anfrage an den Ackerbaumeist Frauen, besucht. Frau Greifenberg referirte in ein- minister Viger über die Einfuhr fremden Viehes und klagt dar gehender Weise über die menschenunwürdigen Verhältnisse in über, daß deutsche, ungarische und amerikanische Hammel den der Konfektion und über die Nothwendigkeit, den Forderungen französischen Markt überschwemmen; Viger führt in seiner zum Siege zu verhelfen. In der Diskussion einige Frauen, daß sie für 1 Dyd. Kragen 50 Pf. erhalten züglichen ministeriellen Verfügungen in rigoroser Weise zur Anerwähnen Antwort aus, er werde darüber wachen, daß die hierauf behätten; einige andere schildern die Hungerlöhne, die für Taillen, wendung fämen. Alsdann wird der Bericht über den Antrag Kindersachen und eine Anzahl auderen Artikel gezahlt werden. der sozialistischen Deputirten erörtert, nach welch' letterem der Die geringen Löhne bedingen ein Zusammendrängen in frühere Arbeitsminister Raynal, welcher die Eisenbahn- Ronventionen engen und dumpfigen Räumen, stitution sind die nothwendigen Folgen. Betrügereien der Zwischen- richt ftellt fest, daß mit den Konventionen ein nüßliches Werk Unfittlichkeit und Pro abgeschlossen hat, unter Anklage gestellt werden sollte. Dieser Bemeistern den Arbeitern und Großkonfektionären gegenüber find geschaffen ist, und weist die Erhebung der Anklage zurück. Der gang und gäbe, Lohnentziehungen desgleichen. Hierauf wird die Deputirte der Rechten Berry findet den Bericht unvollständig. Resolution ein stimmig angenommen, worauf Frau Greifen- Der sozialistische Deputirte Rouanet behauptet, die Kommission berg noch zum Anschluß an die Organisation und zur Ausdauer hätte von vornherein die Absicht gehabt, Raynal zu rechtfertigen, und greift in seinen weiteren Ausführungen die Konventionen lebhaft an. Partei- Nachrichten. " In der Diskussion empfahl Blödorn, sich nochmals im Kampfe auffordert. an das Publikum สิน wenden, eine Einigung erzielen. Demgegenüber traten Misch und Frau Hinz für die Bewegung ein... Frau Möser London, 3. Februar.( W. Z. B.) Dem ,, Reuter'schen Bureau" wird. in schlichten, aber eindrucksvollen Worten die elenden aus Johannesburg vom 30. v. Mts. gemeldet: In der heutigen Verhältnisse in den Arbeitsstuben und forderte vor allem die Parteiliteratur. Die zweierlei Handhabung unserer Jahresversammlung der Minenkammer erklärte der Vorsitzende, Frauen und Mädchen auf, sich der Bewegung mit allen Kräften deutschen Vereinsgefeßze, je nachdem Arbeiter oder Rapita es liege fein Grund für die Meldung vor, daß die Gesellschaften anzuschließen. Nachdem Frau Menz in demselben Sinne listen, Sozialdemokraten oder Reichstreue" in Frage kommen, beabsichtigten, die Arbeit in den Minen einzustellen. gesprochen, Den„ Times" wird aus die widerlegt Timm London, 3. Februar.( B. H.) Einwendungen Blö wurde bei der Berathung des sozialdemokratischen Antrags auf dorn's, indem er darauf hinwies, daß die Stimmung der Sicherstellung der Koalitions- und Vereins- Rom telegraphirt, daß von der italienischen Regierung eine neue Diese Versammlung beweise, wie groß die Begeisternng der Kollegen und freiheit, am letzten Mittwoch im Reichstage von Auer an Expedition gegen die Abessynier ausgerüstet werde. Kolleginnen für diese Bewegung sei, auch hob er hervor, daß einer Fülle von Thatsachen dargelegt. Diese schreienden Miß- Expedition soll von Assab ausgehen und die Abessynier in der alle Kreise der Berliner Arbeiter und auch die Gewertschafts- stände, die in Eachsen, Bayern seit Jahren und in Preußen durch die Flante angreifen. fommission ihre volle Sympathie Christiana, 8. Februar.( W. Z. B.) In der heute bei der mit der Schneider Köller'schen Auflösungen" jüngst eflatant in Erscheinung getreten bewegung erklärt und derselben derselben ihre Unterstützung sind und durch den Groben Unfugparagraphen" ihre weitere Eröffnung des Storthings verlesenen Thronrede spricht der gefagt hätten. Er empfahl nochmals die in der Re- Ergänzung gefunden haben, sind so allgemeiner Natur, daß die König die Hoffnung aus, daß wie die beiden Reiche sich solution vorgeschlagenen Maßregeln und betonte, daß man alles Buchhandlung des Vorwärts" sich veranlaßt sah, bisher volle Freiheit des Handelns wahrten, ohne irgendwie thum werde, um eine Einigung zu erzielen. Die Resolution den stenographischen Bericht über diese Verhandlung in fremde Mächte zu ersuchen, während eventueller Streitigkeiten wurde gegen einige Stimmen( von Meistern, wie es aus Broschürenform herauszugeben. Dieselbe erscheint zum und Verwickelungen Hilfe zu leisten, es den Vertretern des der Versammlung hieß) angenommen und darauf die Versamm Preise von 10 Pfennig am Freitag, den 7. Februar, unter dem Landes auch künftig vergönnt sein werde, solche völlig unab. Yung mit einem begeisterten Hoch auf die Schneiderbewegung ge- Titel ,, 3weierlei Recht". hängige Haltung einzunehmen. Er hoffe ferner, daß das Unionsschlossen. Die Parteiorganisation des nassauischen Wahlkreises fomitee, welches zusammengetreten sei, eine Uebereinkunft zum Die bei Nieft in der Weberstraße tagende usingen- Höchst Homburg hatte im vorigen Jahre bei dauernden Glück der beiden Völker anbahnen werde. Belgrad, 8. Februar.( B. H.) Wegen Meuchel= Versammlung war von über tausend Personen besucht und der Kolportage eine Einnahme von 2899,43 Mt.( einschließmordes wurde der orthodoxe Pope Minitsch in wurde um 8 Uhr polizeilich gesperrt. Das Referat lich 42,66 M., die für Ausstände aus dem Jahre 1894 einKruschevat verhaftet. des Fräulein Baader wurde mit größtem Beifall aufgingen). Nach Abzug der Ausgaben und der Verluste 2c. betrug genommen. Die Herren Cohn und Kaiser, Das Rubrum Allgemeines ebenso der Ueberschuß 182,94 M. Frau Frohmann sprachen für die Resolution. Gegner weift an Einnahme, eingerechnet 139,05 M. früheren Bestandes, vor dem Hause des Advokaten Moldovanu in der Strada meldeten sich trotz wiederholter Aufforderung nicht zum Wort. 1202,67 M. auf; nach Abzug der Ausgaben, worunter 100 M., Fortunei eine Dynamitbombe, wodurch die Thoreinfahrt und das Hierauf wird die Resolution einstimmig ange- die an den Parteivorstand eingesandt wurden, beträgt der Ueber- Vorhaus erheblich beschädigt, sowie die Fensterscheiben der Nachbarhäuser zertrümmert wurden. Personen sind nicht zit nommen, worauf der Vorsitzende die imposante Versammlung schuß 26,59 Mt. Schaden gekommen. Das Attentat dürfte keinen politischen, ins mit einem Hoch auf die Bewegung in der Konfektionsbranche Von der Agitation. Das Agitationskomitee des 12. badi- besondere keinen anarchistischen Charakter haben. Als Urheber fdyloß. dischen Reichstagswahlkreises hat auf Sonntag, den 9. Februar, wird von der Polizei ein belgischer Student vermuthet, der mit Jm Englischen Garten referirte vor dichtbesetztem Hause nach Leimen eine Bezirkskonferenz einberufen. einem Klienten Moldovanu's in einen Prozeß verwickelt war. unter größtem Beifall ver Versammlung Stubbe. Erschienen Todtenliste der Partei. In Crimmitschau fam der Philadelphia, 3. Februar.( W. T. B.) In der Chestnutwaren auch zahlreiche Zwischenmeister. Nach einem fräftigen Parteigenosse Richard Pfauth auf traurige Weise ums Street wurde ein siebenstöckiges Haus nebst anstoßenden Gebäuden Schlußwort des Kollegen Stubbe gelangte trotz aller Abmahnungen Leben. Bei einem Spaziergang wurde er plöglich von Krämpfen durch ein großes Feuer zerstört; der Schaden beträgt 2 Millionen der Unternehmer die Resolution zur einstimmigen Annahme. befallen und blieb so ohne Hilfe liegen. Ausgesandte Genossen Dollars. Bukarest, 1. Februar.( W. T. B.) Gestern Abend explodirte Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Injeratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Wing Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen i. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 39. Dienstag, den 4. Februar 1896. 13. Jahrg. HUtchskag. 80. Sitzung vom 3. Februar 1896. 1 U h r. ?lm Tische des Bundesraths: Nieberding« von B ö t t i ch e r und zahlreiche Kommissarien. Eingegangen ist der Entwurf eines Gesetzes betr. Abänderung des Zuckersteilergesetzes. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des oür gerlichen Gesetzbuches. Staatssekretär Nieberding: Der vorliegende Gesetzentwurf. der bestimmt ist, auf dem Gebiete des Vermögens- und Familien- rechts für unser Vaterland die so oft ersehnte und doch nie errungene RechlSeinheit herbeizuführen, ist die Frucht einer Arbeit von mehr als zwanzig Jahren. Der vor- liegende Entwurf ist, wenn er auch naturgemäß nicht alle Kreise des Volkes befriedigt, der Ausdruck der Auffassungen in den weit überwiegenden Kreisen des deutschen Volkes. Der Redner giebt eine historische Darstellung der Bestrebungen, in Deutschland einheitliches Recht zu schaffen und legt die Ver> breitung der verschiedenen bürgerlichen Rechte in Deutschland dar, er beweist die zahlreichen Mißstände aus dem Nebeneinander- bestehen verschiedener Rechte und fährt dann fort: Diesem Zu- stände mußte ein Ende gemacht werden. Aus diesen Trümmern waren die Bausteine für das neue Recht zu suchen. Das war eine schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe, weil sofort die Frage ausgeworfen wurde, aus welchem Rechtsgebiete sollen vornehmlich die Bausteine entnommen werden. Für die Kommission konnte schließlich kein Zweifel sein, daß weder die bestehenden Kodifikationen noch das römische Recht zur maßgebenden Grundlage genommen werden durften. Die Kommission hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß sie das Recht aufbauen müsse ohne Bruch mit der Vergangenheit, aber auch ohne Liebhaberei für sie. Sie war sehr bald der Ueberzcugung, daß trotz der U e b e r s p a n n u n g des nationalen Gedankens, trotz der Forderung, daß das Recht deutsch sein solle, das römische Recht nicht über- gangen werden konnte, denn es ist ein deutsch gewordenes Recht durch eine Arbeit von 400 Jahren. Es ist modernes Recht geworden, es hat seine wichtigsten Grundsätze für die Rechtsbildung aller modernen Staaten hergegeben. Wir waren gezwungen und berechtigt, den römisch- rechtlichen Anschauungen einen Platz in dem bürgerlichen Gesetz- buch zu geben. Die Kommission mußte das, was von deutsch- rechtlichen Anschauungen im Gemüthe des Volkes noch lebte, er- halten und weiter entwickeln. Denn soweit das deutsche alte Recht der Macht des modernen Lebens Widerstand geleistet hat, soweit hat dieses Recht auch Anspruch darauf, in unserem Gesetz- buch weiter zu leben. Germanistische Liebhabereien hat die Kom- Mission aber nicht treiben dürfen. Als Leitsterne waren vorhanden die Kodifikationen der neueren Zeit. Soweit im All- gemeinen Landrecht, im sächsischen Recht und im Code die Sätze übereinstimmend waren, konnte angenommen werden, daß sie dem modernen Rechtsleben entsprechen; soweit aber ver- schiedene Sätze herrschen, mußte das kleinere und schwächere Gesetzbuch zurücktreten; das in der Mehrheit herrschende wurde anerkannt auf dem Gebiet des Hypotheken-, des ehelichen Güter- und des Erbrechtes. Man hat gesagt, die Vorlage sei nur eine Kombination des bestehenden. Das ist eine Anerkennung da- für, daß die Kommission das richtige getroffen hat; denn das deutsche Volk will nur eine Einheit des Rechts. Die älteren Kodifikationen bestehen auch nur aus den bestehenden Rechts- sähen, so auch der Code, dieses Kind der Revolution, der das römische und fränkische Recht in sich verschmolz. Wenn Sie diese prinzipiellen Gesichtspunkte sich anzueignen im stände sind, werden wir nicht darüber in Zweifel sein können, daß der Ent- tvurs im allgemeinen gelungen ist, dann werden wir uns nur noch streiten können über Einzelheiten. Das wird später unsere Sorge sein. Ich nehme an, daß, was das Ganze betrifft, erheb- liche Bedenken hier im Hause nicht laut werden können. Nur Eines will ich hervorheben, es betrifft die Sprache. Dieser ist der Vorwurf gemacht worden, daß sie künstlich, nicht einfach, für die weiteren Kreise unverständlich, eigentlich nur Juristendeutsch sei. Auch nach meinem Gefühle ist das Gesetz- buch nicht frei von Mängeln, aber die erhobenen Vorwürfe sind nicht in ihrem ganzen umfange berechtigt. Ich glaube nicht, daß es einen Mann in Deutschland giebt, oder eine Kommission gebildet werden könnte, welche ein Gesetzbuch schafft, das in dieser Beziehung freier von Mängeln wäre, als die Vorlage. Aus der Sprache könne man dem Entwurf keinen Vorwurf macheu, er spricht wenigstens deutsch, während die unter dem römischen und französischen Recht stehenden Landesthcile ihre Rechtsquellen in fremden Sprachen suchen müssen. Unser deutsches Handelsgesetzbuch ist das Werk einer größeren Anzahl von bedeutenderen Juristen und Kaufleuten; im letzten Augen- blick erhob sich die gelehrte Opposition und forderte eine noch- malige Umarbeitung. Der politischen Klugheit der deutschen Regierung, die Einsicht der Stände in den einzelnen Staaten haben wir es zu verdanken, daß diese vermieden wurde. Denn wohin wäre es sonst gekommen? Die große politische Katastrophe, welche die politische Umgestaltung Deutschlands herbeiführte, stand vor der Thüre. Die ganze Ge- sctzgebung wäre in die politische Verwickelung hineingezogen worden. Wer weiß, wann wir dann ein Handelsgesetzbuch er- hallen hätten! Wer spricht jetzt noch von den damaligen Be- denken? Der Handelsftand hat niemals sich daran gekehrt. Ich glaube, auf eine solche Art der Diskussion wird sich der Reichstag nicht einlassen. Er wird sich auf den Stand- punkt stellen zu fragen, was bietet die Vorlage dem Volke; sind die Vorzüge so groß, daß den Landestheilen. welche ver- hälinißmäßig zufrieden mit ihrem Recht sind, angesonnen werden kann, mit ihrem Recht zu tauschen? Die verbündeten Regie- rungen sind einstimmig der Meinung gewesen, daß dieses Gesetz- buch trotz aller Mängel ein so bedeutender nationaler Fortschritt ist. daß alle Bedenken der Einzelstaaten dagegen zurückstehen müssen. So schwer es den Regierungen geworden ist. sie haben kein Bedenken getragen, die Bedenken wegen Aufgabe des Bestehen- den zurücktreten zu lassen und für die Vorlage zu stimmen.(Zustim- mung rechts.) Auch für jeden einzelneu im Lande kann, wenn man die Frage einfach stellt, die Antwort nicht zweifelhaft sein. denn die Vereinfachung der Rechtsverhältnisse, welche Beschleuni- gung bedeutet sie für das ganze Rechtsleben! Es wird auch in Zukunft Prozesse geben, aber der Zustand wird gegenüber dem jetzigen ein unvergleichlich viel besserer sein. Nicht nur für den einzelnen ist der Gewinn erheblich; ich möchte einen� anderen Vorlheil höher stellen: das ist die Autorität des Rechtes als solches. Was soll der e i n f a ch e Mensche n- ver st a n d, wenn er die rechtlichen Verschiedenheiten zum Bei- spiel auf dem Gebiet des Erbrechtes sieht, noch für Recht halten! Wie anders wird es werden, wenn das neue Recht geschlossen an seine Stelle tritt. Von allen diesen politischen Gesichts- punkten aus wird nian sagen dürfen, daß, wie immer das Werk beschaffen sein mag, in ihm eingeschlossen ist ein unermeß- licher, wirthschaft lich er und sittlicher Vorthe,l für die ganze Nation.(Zustimnmng.) Die Wirkungen des neuen einhettltchen Rechts werden viel weiter reichen, über die Grenzen des Reiches hinaus. Wer dem zweifelnd gegenüberstehen sollte, den brauche ich bloß an die Thatsache zu erinnern, welche Bedeutung es für Frankreich hatte, sobald es ein einheitliches Recht besaß!(Sehr richtig!) Wie hat das Recht beigetragen zur Vertretung französischer An- schauungen und zur Stärkung des Prestige der Nation. Die Völker stehen sich in geistigem Kampf gegenüber und dabei ist diese innere Macht des Geistes einer Nation nicht zu unterschätzen.(Sehr richtig.) Deutschland hatte so gut wie nichts einzusetzen auf diesem Ge- biete. Denn das Handelsgesetzbuch bewegte sich auf einem so beschränkten Gebiete, daß sein Einfluß nicht verglichen werden kann mit dem nationalen Rechte Frankreichs. Das wird alles anders werden, wenn das deutsche Rechtsgebiet einheitlich wird. Mit diesem Augenblick wird das deutsche Recht gleichfalls ein internationales Kulturelement. Mit steigendem Interesse sehen die Juristen des Auslandes dem Wachsen dieses Rechts entgegen. Tie politische Presse des Auslandes hat mit richligem Gefühl die große Bedeutung des gegenwärtigen Augenblickes erkannt. Gewähr dafür ist die Thatsache, wie bereits jetzt helle Köpfe jenseits der Grenze die Zeit gekommen glauben, wo sie die Frage sich vorlegen müssen, welchen Einfluß wird das eigentliche Recht ausüben auf das Recht, die Anschauungen des eigenen Heimathslandes. Die Erwägungen können bei der Entscheidung, die Sie zu fällen haben, nicht außer betracht bleiben. An Ihnen wird es sein, ob die Hoffnungen, welche das deutsche Volk an dieses Gesetzgebungswerk knüpft, in Erfüllung gehen sollen, ob die Erwartungen des Auslandes berechtigt sind. Die verbündeten Regierungen haben das Werk Vertrauens- voll in Ihre Hände gelegt, überzeugt, daß Sie erkennen werden, welcher Entschluß von politischer Tragweite Ihnen damit an- heimgestellt ist. An Ihnen ist es, das Werk zu glücklichem Ab. schluß zu bringen. Gelingt es, des Dankes der deutschen Nation sind Sie sicher nicht nur für jetzt, sondern bis in die fernsten Zeiten hinein.(Lebhafter Beifall.) Abg. Rintelcn(Z.): Meine Freunde erkennen das Werk als ein g r o ß e s. bedeutsames und nationales an. In den weitesten Kreisen hat sich das Verlangen nach einem einheitlichen Recht geltend gemacht. Es sind dabei nicht allein maßgebend gewesen die erleichterten Verkehrsverhältnisse, sondern man wollte ein einheitliches deutsches Recht haben. Es ist eine große und schwierige Aufgabe, die gelöst werden muß. Vielerlei Wünsche müssen unterdrückt werden und es handelt sich im wesentlichen darum, die großen materiellen Prinzipien, aus denen das Gesetz beruht, klar zu stellen und dar- über eine Verständigung herbeizuführen. Es kommt hinzu, daß die politischen Parteien und Juristen selbst nicht einig sind. (Sehr richtig!) Wenn wir bedenken, mit welcher Sorgfalt und Mühe 20 Jahre lang an diesem Entwurf gearbeitet ist, welche Summe von Fleiß daraus verwendet ist, so können wir sagen: Es ist etwas Großes g e sch a f f en worden. Der zweite Entwurs unterscheidet sich von dem ersten durch eine klarere deutlichere Sprache, er trägt den Forderungen des Lebens mehr Rechnung, da hervorragende Laien mit herangezogen sind. Diesen Mitarbeitern muß unser Dank ausgesprochen werden. (Beifall.) Auch wir sind bereit, mit allen Kräften mit- zuarbeiten an diesem großenWerk.(Zustimmung.) Wir erkennen die Gefahren, welche entstehen würden, wenn die Berathung sich mehrere Jahre hinziehen würde. Aber wir sind uns auch bewußt der Gefahr, welche daraus entsteht, daß die Grundsätze nicht genau geprüft werden. Es sind Anregungen laut geworden, den Entwurf ohne weiteres anzunehmen. Das ist eine ganz ungewöhnliche Zumuthung!(Sehr richtig!) Eine solche tief einschneidende Vorlage soll der Reichstag unbesehen annehmen? Ich freue mich, daß der Wunsch nach einer sq bloo- Annahme, wenn er je be- standen hat, in offiziellen Kreisen nicht mehr besteht. Die zweite Möglichkeit der Behandlung, abgesehen von einer Durchberathung nur ini Plenum, die doch wohl nicht mög- lich ist, würde die Verweisung des ganzen Ent- wurfes in eine Kommission sein. Das würde aber die Gefahr der Verzögerung mit sich bringen und könnte Aenderungen zur Folge haben, die Verwirrungen in das System hineintragen. Aber es giebt eine Reihe von Materien, welche von ganz besonderer Bedeutung für unser soziales und religiöses Leben sind, diese müssen in eine Kommission ver- wiesen werden, wozu LI Mitglieder genügen würden. Meine politischen Freunde haben eine ganze Reihe von Para- graphen aufgestellt, von denen sie wünschen, daß sie einer Kom- Mission überwiesen werden. Ich überreiche den Antrag dem Herrn Präsidenten. Die Kommission würde nach unserem Vor- schlage zugleich die Vollmacht erhalten, bei Aenderungen auch nicht überwiesene Paragraphen, welche davon be- troffen werden, in ihre Berathung hineinzuziehen. Man könnte im Plenum nach Erledigung der ganzen Arbeit der Kommission deginnen; aber ich meine persönlich, daß es zweck- mäßiger wäre, wenn einzelne Abschnitte von der Kommission fertig gestellt sind, dieselben an das Plenum zu bringen. Meine politischen Freunde wünschen, daß das Einführungsgesetz ganz an die Kommission verwiesen wird, namentlich um die Borbehalte bezüglich der Landesgesetzgebung zu prüfen; denn wenn man das Gesetz liest, bekommt man einen Schreck über das, was derLandesgesetzgebung vorbehalten bleibt. Manche Gesetzgebungsmaterien sind allerdings noch nicht reif. Es fehlt z. B. noch die Möglichkeit eines allgemeinen Wasserrechles, trotzdem aus diesem Gebiete eine Einheitlichkeit noth thäte. Ich bin der Entwicklung des modernen Rechts gefolgt. aber manches Moderne ist nicht besser als das Alte. Redner bemängelt, daß nicht für gewisse Dinge allgemeine Grundsätze aufgestellt sind, sondern aus andere Paragraphen ver- wiesen wird. Dieser Uebelstand wird nicht mehr beseitigt werden können, wie sich denn im großen und ganzen wenig ändern lassen wird. Es wird z. B. von der enlsprechcndeu An- wendung dieser oder jener Bestimmung gesprochen; dadurch wird das Publikum in Verwirrung gebracht, weil es nicht weiß, wie der eine oder der andere Richter die Sache auffassen wird. In dem F a m i l i e n r e ch t ist meiner Slnschauung nach eine zu weit gehende Einmischung des Staates in die Familien- Verhältnisse enthalten. Die Bestimmungen sind geeignet, in das Familienrecht tief einzugreisen und daS Familienleben zu stören. Da sollte der Staat seine Hand davonlasscn.(Sehr richtig im Zentrum.) � Aus erhabenem Munde haben wir die Worte ge- hört: Schützt die Religion, Sitte und Ordnung. Diese Worte lege ich auch als Maßstab an die Vorlage. Meine Freunde sind der Meinung, daß einzelne Thcile des Entwurfes geeignet sind, die Ordnung zu zerstören. Es handelt sich dabei um die soziale, die politische und religiöse Frage. Ich bin leider in der Lage, den Vorwurf, daß die soziale Frage nicht gen ügend berück- s i ch t i g t ist, daß der Schutz der w i r t h s ch a i t l i ch Schwachen nicht genügend zum Ausdruck g e- bracht ist, b e st ä t i g e n zu können. Die Kommission kann hier Besserung in den Entwurf hineinbringen. Es fehlt eine B e st i m m u n g über das Z i n s m a x i m u n>. Auch be- züglich derMiethsverhältnisse muß dafür gesorgt werden, daß der wirthschaftlich Schwache nicht erdrückt wird; diese Materie muß einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Verbessert werden müssen auch die Bestimmungen über die Alimentation unehelicher Kinder und ihrer Mütter. Verhindert werden muß eine zu weitgehende Mobilisirung des Gr un d- e i g e n t h u m s durch Einführung einer zu leichten Veräuße- rung. In großen Theilen des Vaterlandes müssen wir dafür sorgen, daß das Grundeigenthum möglichst in festen Händen liegt. Auch der Kredit sollte nicht zu sehr erleichtert werden. Bedenklich ist die Beseitigung der xatria potestas(väterliche Gewalt), die einfach durch eine bloße Vormundschaft ersetzt werden soll. Das wird die ganzen Familien- bände auflösen, welche die Grundlage für Gemeinde und Staat sind.(Zustimmung im Zentrum.) Dabei kommt man ja schließ. lich zu dem, was die Sozialdemokraten(!!) wollen, daß die Kinder den Eltern entzogen werden(!!). Man wird das im Volke nicht verstehen. Die Aufrechterhaltung der väterlichen Gewalt ist im Interesse des sozialen Friedens absolut noth- wendig. Einen solchen absoluten Eigenthumsbegriff, wie das römische Recht ihn kennt, kennen wir in Deutschland nicht. Der Wald ist durch das preußische Gesetz zum Eigenthum des einzelnen geworden; daß jemand b e st r a f t wird, wenn er eine Blume oder eine Beere pflückt, das versteht das Volk nicht. Man sollte den Eigenthumsbegriff etwas weiter fassen, der Eigenthümer darf nicht nach Belieben über sein Eigenthum verfügen, er muß dabei auf das öffentliche Interesse Rücksicht nehmen. Wozu ist die unbeschränkte Kreditfähigkeit und Wechselfreiheit noth- wendig? Nicht genügend sind die B e st i m m u n g e n über die juristische Person; die Beschränkung der Vereinsfreiheit ist nicht richtig, ist nicht politisch.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Hier sollte die Kommission eine Besserung versuchen. Redner bemängelt ferner die Bestimmungen über die Entmündigung, den Schadensersatz, die Bürgschaft u. f. w. Ich komme nun zu der Frage, ob der Entwurf die Re« l i g i o n schützt. Bei der Vormundschaft sollte die Religion des Pfleglings berücksichtigt werden; die religiöse Erziehung der Kinder aus Mischehen sollte reichsgesetzlich geordnet werden. Der Entwurf beschränkt sich lediglich aus die zivilrechtliche Wir- kung der Ehe. Das christliche Volk sieht in der Ehe etwas ganz anderes als ein bloßes bürgerliches Vertragsverhältniß.(Sehr richtig rechts und im Zentrum.) Wenn die christliche Ehe zerstört wird, dann zerstören Sie schließlich auch den Staat und die Monarchie. Die Zivilehe ist ein ureigenstes Produkt der französischen Revolution.(Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Hier sollte man einmüthig zusammenstehen und das Christenthum schützen gegenüber dem modernen Liberalismus. Wir müssen erklären, daß der Entwurf Vorschriften über die Eheschließung enthält, dir dem christlichen Glauben widersprechen. Wir erkennen den Eingriff des Staates in die Eheschließung überhaupt nicht an. Wenn diese Vorschriften an- genonimen werden, werden wir nicht allein gegen den betreffenden Abschnitt, sondern gegen den g a n z e n E n t w u r f st i m m e n.(Zustimmung im Zentrum; Lachen links.) Abg. v. C»ny(natl.): Ich stehe nicht an zu erklären, daß meine Freunde bereit gewesen wären, die ev bloo-Annahme zu empfehlen. Der Vorredner hat diese Zumuthung eine unerhörte genannt; aber zu großen Zwecken gehören auch große Mittel. In den Angriffen liegt unendlich viel Uebertreibung. Redner polemisirt gegen die Gegner des römischen Rechts und fährt dann fort: Es wird bemängelt, daß die sozialen Ideen nicht genügend berücksichtigt sind. Das ist für den jetzigen Entwurf in hohem Grade unberechtigt. Wenn man von einem solchen Entwurf eine soziale Reform erwartet, so verkennt man den Beruf eines solchen Gesetzbuches. Solche Re- formen hat auch der ooclo civil nicht geschaffen, er hat nur das Gesetz Gewordene festgelegt. Wir haben unsere soziale Gesetz- gebung noch nicht abgeschlossen, daß wir sie berücksichtigen könnten. Eine Festlegung der sozialen Gedanken wird einer späteren Zeit vorbehalten bleiben müssen. Der zweiten Kommission ist es gelungen, die schwer verständliche Sprache des ersten Entwurfs leicht verständlich zu machen. Auf grund meiner Erfahrungen als rheinischer Jurist möchte ich Sie bitten, dem deutschen Volke den Segen der Kodi- fikation nicht vorzuenthalten. Ich bitte Sie dringend, niachen Sie es so, daß der Entwurf noch in dieser Session Gesetz wird. (Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. v. Buchka(k.): Wer vor dreißig Jahre» die Be» rathung einer solchen Kodifikation vorausgesagt hätte, wäre als Schwärmer verlacht worden. Es ist jetzt aber gelungen, eine feste Grundlage für ein nationales Werk zu finden und wir sind berufen, unsere Zustimmung dazu zu geben und an der Vollendung des Werkes mitzuarbeiten. Ich besteite, daß die Vorlage einen kapita- l t st i s ch e n G e i st hat. Unsere Zeit ist außerordentlich schwierig, die Luft mit sozialen Ideen und Problemen ge- schwängert. Daraus folgt die doppelte und dreifache Roth- wendigkeit, uns die nationalen Güter zu wahren; darin sind wir alle einig mit Ausnahme der internationalen Sozialdemokratie. Wir Mecklenburger sind bereit, trotzdem manches besser bei uns ist als in der Vorlage, alle Besonderheiten preiszugeben und uns der Vorlage zu unterwerfeii.(Beifall rechts). Ein einheitliches bürgerliches Recht hat eine hohe Bedeutung für das politische Leben und für die Rechtswissenschaft. Die kleinen Patrikularrechte erforderten für ihre wissenschaftliche Bearbeitung eine ungeheure Menge von Kraft; diese ganze Kraft kann sich jetzt dem einen bürgerlichen Gesetzbuche widmen. Das einheit- liche Recht übt eine einigende Wirkung aus, die um so größer ist, je umfassender das Gesetz. Die Partikularrechte werden ja nicht ganz beseitigt, aber sie werden doch eingeschränkt und damit wird das nationale Bewußtsein gekräftigt werden und es wird dem stolzen Bau des Deutschen Reiches ein neuer Eckstein«ingefügt. Aus diesem Grunde begrüße ich die Vorlage als eine nationale That. Das Einsührungsgesetz schließt gewisse agrarische Sonder- rechte von der reichsgesetzlichen Regelung aus, so das Erbpacht- recht, das Anerbenrecht k. Es enthält allerdings keine Be- stinimungen über die Heimstätten. Wenn man die Landwirthe zu sehr beschränkt in ihrer Verfügung über das Grundeigenthum, so beschränkt man den Kredit der Leute, den sie doch nothwendig brauchen. Das Gesetz soll nicht sozial genug sein; der Schutz des Schwachen zieht sich aber wie ein rot her Faden durch das Gesetz hindurch. Im übrigen ist von dem Vorredner bemerkt worden, daß wir keine soziale Gesetzgebung machen wollen, sondern ein bürgerliches Gesetzbuch; da müssen wir uns vorsehen, daß wir nicht der Zeit vorauseilen. Es wird nachher schon die Zeit kommen, wo wir den Niederschlag der sozialen Gesetzgebung hineinarbeiten können. Herr Nintelen hat die Bor- läge als unannehmbar erklärt, wenn die Bestimmungen über die Eheschließung aufgenommen werden. Die Suppe wird wohl auch nicht so heiß gegessen werden. Ich halte es nicht für richtig an der Zivilehe zu rütteln. Es bestanden ganz erhebliche Bedenken damals dagegen; aber die Dinge haben sich seit dem Bestehen der Gesetzgebnug geändert. Die evangelische und katholische Kirche haben es verstanden, sich mit diesem Gesetze abzufinden und da soll der alte Streit in dieser ohnehin schwer belasteten Zeit wieder ausleben? Bezuglich der Ehescheidung wünschen auch wir manche Veränderung, I wiesen werde, weil wir fürchten, daß in dieser ein positiver Er- nicht obwaltet, an den Finanzminister mit Ankaufsanträge namentlich muß entfernt werden der Ghefolg schwer zu erzielen sein würde, sondern daß die zweite heranzutreten. Vielmehr werden dieselben sich auf Verhandlungen scheidungsgrund, der in der Geistestrantheit Lesung erst nach Ablauf eines längeren Beitraums vorgenommen wegen Ankaufs des Gartens erst dann einlassen, wenn sich der liegt.( Sehr richtig! rechts.) Man wird auch die Ehe- werde, um während dieses Zeitraumes in freien Verhandlungen Verkaufspreis übersehen läßt, da das Terrain nicht bebaut scheidung auf Zeit von Tisch und Bett wieder einführen müssen. über die weitere geschäftliche Behandlung zur Verständigung zu werden, vielmehr als part erhalten werden soll. Unannehmbar ist auch die vorgeschlagene Form der Chefcheidung gelangen. infolge böslicher Verlassung. Die Parlamentarisches. " in gebrochen werden. Nächste Sigung Mittwoch Vormittag. Wegen Beginn des Plenums mußte die Verhandlung ab Bürgerliches Gesetzbuch. Die Vertrauensmänner der Fraktionen waren heute Vormittag zusammen getreten behufs Beschlußfaffung über die geschäftliche Behandlung des Gesetzentwurfs betreffend das bürgerliche Gesetzbuch und haben sich dahin geeinigt, den Antrag zu stellen, daß die ganze Vorlage an die Kommission verwiesen werde. Lokales. " " " # Daß Mannesmuth und Tapferkeit nicht gerade die hervorragenden Eigenschaften unserer Radau- Antisemiten bilden, ist schon durch mehr als ein Beispiel dargelegt worden. Auch das hier zweimal wöchentlich erscheinende Blättchen„ Deutscher General- Anzeiger", das von zwei Männern mit den urgermanischen Namen Strzezek und Sedlazzeck unter dem Motto gegeben wird, leidet offenbar an diesem kleinen Schönheitsfehler. Deutschland, Deutschland über Alles" gedruckt und herausMit dem Bruftton ſittlicher Entrüstung schleuderte Redakteur Seblazed dem Borwärts" im November v. J. den Vorwurf entgegen, daß er in einer Lokalnotiz aus Furcht vor dem Judenthum den Kaufmann M. in der Frankfurter Allee nicht mit vergehens schuldig fei. Vor Gericht mußte Herr Sedlazeck am der Person des von ihm muthvoll der Deffentlichkeit preis Mittwoch voriger Woche die Erfahrung machen, daß er sich in gegebenen Attentäters geirrt hatte. Das ist ein Malheur, das in der allgemeinen menschlichen Unvollkommenheit seine Er klärung finden mag, wenn auch in diesem Falle der Vorwurf nicht von der Hand zu weisen ist, daß der verantwortliche Redakteur mit einer geradezu verblüffenden Leichtfertigkeit gehandelt hat. Aber bezeichnend für die antisemitische Tapferfeit ist der Umstand, daß, während die ganze Presse Notiz von der betreffenden Gerichtsverhandlung genommen hatte, der, GeneralAnzeiger" selber in seiner Sonntagsnummer mit keinem Wort der Sache erwähnt. Das Radaublättchen schweigt die leidige Affäre einfach todt. Kurz nach 5 Uhr wird die weitere Berathung auf Dienstag tritt gegenwärtig wieder einmal recht drastisch zu tage. Am Die Heuchelei und Verlogenheit der bürgerlichen Presse Es ist getadelt worden, daß das Einführungsgesetz fehr 1 Uhr vertagt. weitgehende Borbehalte enthalte. Das ist nicht ganz richtig. Ich Sonnabend ist die Frau des verschwundenen Dr. Friz Fried= glaube, wir müssen uns begnügen mit dem, was hier geboten mann im Reichshallen Theater als Sängerin aufwird, weil dasselbe ohnehin schon einen tiefen Eingriff in die getreten. Vor einem Publikum, das größtentheils des Jokus Rechte der Einzelstaaten enthält. Es kann unsere Aufgabe nicht und der Sensation wegen gekommen war, erschien die Dame fein, die Elite der deutschen Juristen, die diese Vorlage zu stande gestern zunächst der Stest des Abschnittes, welcher von der Fest- deren einziger Schmuck ein Myrthenstrauß(!) im Gürtel war", In der Börsengesetz Kommission des Reichstages wurde raffinirt einfach" gekleidet in schlichter weißer Seidenrobe, gebracht haben, zu verbessern. Wir müssen uns entscheiden, die stellung des Börsenpreises und dem Maklerwesen handelt(§§ 33, wie ein hiesiges Blatt sich in einer mit Bosheit durchpfefferten Vorlage nur in den Punkten einer Durchsicht au 34, 35), mit unwesentlichen Abänderungen nach der Regierungs- Reklamenotiz ausdrückt. Was Frau Friedmann sang, war nebenfäch unterziehen, wo religiöse, wirthschaftliche vorlage angenommen. Mit§ 86 beginnt der dritte Abschnitt lich, auch spielten ihre minimalen Leistungen eine belanglose Rolle; und politische Gefichtspuntte es erfordern. Im über die Zulassung von Werthpapieren zum Börsenhandel. die Hauptsache war die Spekulation, die die Frau einer nunmehr in übrigen müssen wir die Vorlage en bloc an 86 lautet in der Borlage:„ Die Zulassung von Werthpapieren der guten Gesellschaft" unmöglich gewordenen Berühmtheit mit dem nehmen. Das ift durchaus feine unerhörte Buzum Börsenhandel erfolgt an jeder Börse durch eine Kommission Namen ihres Gatten trieb. Frau Friedmann will Geld aus der muthung. Das Handelsgesetzbuch und das bürgerliche( Bulassungsstelle), von deren Mitgliedern mindestens der dritte Schande ihres Mannes ziehen; die Dame man verzeihe dies Gesetzbuch in Sachsen sind auch Dem Vorschlage des Herrn Rintelen möchte ich widersprechen, gewerbsmäßig am Börsenhandel mit Werthpapieren geistiger Prostitution vor dem Publikum. en bloc angenommen. Theil aus Personen bestehen muß, welche sich nicht harte, aber einzig zutreffende Wort- treibt hiermit eine Art daß nur einzelne Theile der Vorlage der Kommission überwiesen bethetligen. Im übrigen werden die Bestimmungen über die werden sollen. Damit sind auch die Freunde des Herrn Rintelen Zusammensetzung der Zulassungsstelle sowie über die Zulässigkeit Sittlichkeitsheuchelei machen kann und die namentlich der Sozial Man sollte meinen, daß die Presse, die nicht genug in wohl nicht alle einverstanden. Es wird nichts übrig bleiben, einer Beschwerde gegen deren Entscheidungen durch die Börsen demokratie gegenüber sich als naserümpfende Sittenrichterin als der Kommission das Ganze zu überweisen. Dafür spreche ordnungen getroffen. Die Zulassungsstelle ist befugt, zum Börsen geberdet, ob dieses Standals in laute Entrüstung aus ich mich im Namen meiner politischen Freunde aus. Die handel zugelassene Werthpapiere von demselben auszuschließen.) brechen werde. Rommission fann ja ermächtigt werden, einzelne Theile nach Die Zulassung deutscher Reichs- und Staatsanleihen darf im Weit gefehlt. Einige faule Wischen und ihrem Ermessen en bloc anzunehmen. Meine politischen nicht versagt werden." übrigen Devote Romplimente vor der neuesten Freunde sind nicht, wie es durch die Presse gegangen ist. Einrichtung einer Reichs- Zentralstelle für Emissionen aus Leistungen der Klaque im Theater relativ harmlos ausnehmen. -Gin Antrag Hahn- Graf Arnim, auf Attraktion, Komplimente, denen gegenüber sich die bezahlten Gegner der Vorlage. Sie wünschen dringend, daß die Vorlage ländischer Papiere wurde mit 9 gegen baldmöglichst und möglichst unverändert Gesetz werden möge, gelehnt.( Dafür waren drei Konservative, v. Liebermann, gückt und überbieten einander in dem Bestreben, der Frau Fried 8 Stimmen ab- Lotal- Anzeiger", Tageblatt", Börsen- Courier" 2c. thun entmöglichst noch im Laufe der gegenwärtigen Session. Wir Singer, Dr. Bachem und die beiden werden alles thun, um die Annahme dieses Werkes zu fördern, Angenommen wurde dagegen ein Antrag des Grafen Arnim diesmal eine Ausnahme, die Voff. 3tg.", die mit recht gegen Antragsteller. mann Blumen auf den Weg zu streuen. Nur ein Blatt macht und wir würden es auf das äußerste bedauern, wenn( p.), diefer Verfuch mißlingen follte, wir würden die Verantwortung ersetzen durch die Worte: die Hälfte aus Personen bestehen muß, die Gorge um ihre Kinder, Frau Friedmann gezwungen habe, in gesperrt gedruckten Worte § 36 auden groben Unfug" schreibt: Man wende nicht ein, daß Noth, für das Scheitern der Vorlage nicht auf uns nehmen, sondern welche nicht ins Börsenregister eingetragen find." Ferner wurde weißem Seidenkleide mit mächtigen Buffärmeln auf der Bühne sie denen zuschieben, welche sie herbeigeführt haben.( Beifall auf Antrag v. Strombeck( 3.) nach diesem Sage folgender Sah zu erscheinen. An Freunden hat es ihrem Gatten nicht gefehlt, und rechts.) eingeschoben: Von der Berathung und Beschlußfassung über unter den vielen, die sie vor Ausbruch der Katastrophe in ihrem Abg. Schröder( frf. Wg.) hält es für nothwendig, der Kombie Bulaffung eines Werthpapiers zum Börsenhandel sind die Sause gesehen, die an ihrem Zische gespeist haben, würden sich miffion direkt die Ermächtigung zu geben, einzelne Theile enjenigen Mitglieder ausgeschloffen, welche an der Einführung gewiß einige gefunden haben, die sie in guter Form der Noth bloc anzunehmen, damit jeder geschäftsordnungsmäßige Zweifel dieses Werthpapiers in den Börsenhandel unmittelbar oder wendigkeit enthoben hätten, Kapital aus der Schande des ausgeschlossen wird. Der Widerspruch des Herrn Nintelen wird mittelbar betheiligt sind."§ 37, der von dem Verhältniß ver- Mannes zu schlagen, dessen Namen sie führt. Das Auftreten nicht so verhängnißvoll wirken, wie es scheinen möchte. Es schiedener Zulassungsstellen zu einander handelt, blieb unver der Frau Friz Friedmann sett dem Skandal, der mit diesem handelt sich schließlich doch bezüglich der Eheschließung darum, ändert. bestehendes Recht aufrecht zu erhalten; es wird nicht möglich sein, das Namen verknüpft ist, die Krone auf; die Aufdringlichkeit, mit bürgerliche Gesetzbuch zurückzuschrauben, wie das Zentrum es wünscht. der die Klaque sich gestern für Frau Friedmann ins Zeug legte, Das Recht auf die Eheschließung einzuwirken, hat der Staat sich erhöhte den peinlichen Eindruck, den die ganze Schaustellung auf genommen und wird davon nicht zurücktreten. Daß der Reichsjeden Billigdenkenden gemacht hat." Der größte Theil der tag jetzt in die Lage kommt, die letzte Hand an das bürgerliche bürgerlichen Presse hat sich aber bei dem neuesten FriedmannRecht zu legen, darin liegt für mich ein versöhnendes und er Skandal gegeben, wie wir es von solchen Vertheidigern der götthebendes Moment, denn darin liegt der Beweis, daß der lichen Weltordnung im grunde auch nicht anders erwartet haben. Einheitsgedanke im Volke doch immer noch vorhanden ist trot aller trennenden Momente. Da sollten alle Parteien sich vereinigen zur Arbeit, zur Herstellung eines einheitlichen bürger lichen Rechtes. Darin liegt die beste Stärkung Des nationalen Gedankens. Wir müssen uns Der That fache beugen, daß uns eine Arbeit der besten juristischen Kräfte vorliegt. Da wäre es auch von den Juristen eine Zwei brave Kollegen sind in diesen Tagen aus Plößensee zu uns zurückgekehrt. Aumaßung, wenn fie glauben wollten, hier abgeordneter Way chippel aus zweimonatlicher Kerferhaft Am 29. v. M. wurde Reichstagsetwas befffern zu können. Der Reichstag hat den Ent- entlassen und am 2. Februar sah Hugo Bosch ebenfalls nach wurf wesentlich unter den großen politischen und sozialpolitischen einer Haft von zwei Monaten die Freiheit wieder. Wir begrüßen Gesichtspunkten zu betrachten. Die religiösen Gesichtspunkte die beiden Parteigenoffen in der Zuversicht, daß sie sich bald von den möchte ich ausscheiden, denn wenn man sich darin zu sehr ver- Schädigungen, welche das Gefängniß ihrer Gesundheit beigebracht tieft, möchte man eine Einigung nicht erzielen. Man hat ver- hat, erholen, als die braven unerschrockenen Kämpfer für die Namen als den Mann bezeichnet habe, der eines schweren Sittenlangt, daß der Entwurf spezifisch national sein solle. Die hervor- Rechte des Proletariats, die sie sind und bleiben werden! ragenden Männer, welche den Entwurf geschaffen haben, standen Auf die Volksversammlung, welche heute Abend 81/2 Uhr doch mitten im Leben der Nation. Ein Werk, wie das bürgerliche Gesetzbuch fann gegenüber in der Brauerei Friedrichshain am Königsthor stattfindet, sei den mannigfachen gährenden und noch nicht ausgereiften hiermit besonders hingewiesen. Als Referent spricht Reichstags fozialen Ideen sich nur der größten zurück- abgeordneter Dr. Lütgenau; eingeleitet wird die Versammlung haltung befleißigen. Es gilt festes dauerndes Recht zu mit einer Ansprache des parlamentarischen Vertreters vom fünften schaffen und nicht den vorübergehenden Zeitströmungen zu folgen. Reichstagswahlkreise, des Redakteurs Robert Schmidt. Es wird behauptet, daß die Rechtsstellung der Frau In Wilmersdorf befindet sich die Parteispedition fortan nicht die richtige ist. Die Frau hat eine viel beffere Stellung bei Frau Kübeler, Sigmaringerstr. 32. Neue Abonnementsbekommen als früher im Familienrecht, im ehelichen Güterrecht bestellungen wolle man dort aufgeben. Der Vertrauensmann. und im Erbrecht. Die Vorschriften entsprechen vollständig dem Stande der Rechtsanschauung, die jest in Deutschland herrscht. Die Gewerbedeputation hat, wie ein Bericht' meldet, einer Die weiteren Forderungen, welche noch bestehen, sind Minder- hiesigen größeren Druckerei aufgegeben, dafür Sorge zu tragen, heitsforderungen, auf welche das Gesetz keine Rücksicht nehmen daß erstens die bereits vorhandenen Waschgelegenheiten erheblich tann. Auch bezüglich der unehelichen Kinder ist eine wesentliche vermehrt und verbessert werden, und daß zweitens die Garderobe Heißt ein Geschäft! Aus dem Inferatentheil der„ Boss. Berbefferung eingetreten, ja vielleicht geht darin der Entwurf nicht frei, sondern in einem durch Brettervorschläge streng ab- 3tg." vom 2. Februar, zehnte Beilage: Offizier. Junger Mann, schon zu weit, daß er die unehelichen Kinder ganz in die geschlossenen Raume aufbewahrt werden muß. Es ist bezeichnend, der Fähnrichsexamen machen will, sucht beh. spät. Heirath Bes Familie der Mutter aufnehmen will. Eine Kommissionsberathung daß solche Aufforderungen überhaupt noch von amtlicher Stelle tanntschaft junger reicher Dame, deren Eltern ihm bis zum würden meine politischen Freunde nicht verlangen, weil sie der erlassen werden müssen. Offiz. Gramen 3ulage gewähren würden. Christliche Meinung sind, daß die Verbesserungen auch im Plenum Ueber das erste Brausebad in einer Berliner Geber Erped. d. 3tg." Auf zum Rampf für Ordnung, Religion Konfession. Vermittler erwünscht. Offert. unter B. S. 118 in geschaffen werden fönnen, namentlich bezüglich Des Körperschafts Rechts, der Polizeigeist meindeschule, das am 26. November 1894 auf dem Grundstück und Sitte! zu fehr vorgewaltet hat.( Sehr richtig! rechts.) richtet in der Zeitschrift für Schul- Gesundheitspflege"( 1896, verflossenen 18. Januar nicht in so begeisterten Ausbrüchen entder Schulen 168 und 182( Quibowftr. 115) eröffnet wurde, be- Der Patriotismus des Unternehmerthums hat sich am Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß an diesem Punkte die ver- Januarheft) der die Schule 168 leitende Rektor Brunzlow. Das verflossenen 18. Januar nicht in so begeisterten Ausbrüchen entbündeten Regierungen eine Aenderung zulassen werden. Wir Bad ist bestimmt für Knaben und Mädchen der Ober- und damals der Vorwärts" etwa zwei Wochen hindurch tagtäglich laden, wie am St. Sedanstage des vorigen Jahres. Während werden allen Verbesserungen zustimmen, über welche in der Mittelstufe. Die Unterstufe bleibt ausgeschlossen, weil hier die Kommission eine Vereinbarung zu stande kommt zwischen den Kinder meist noch nicht im stande sind, sich ohne Hilfe aus- und respettable Listen von Unternehmern veröffentlichen mußte, die Parteien und den verbündeten Regierungen. Die Gelegenheit, einen Fortschritt im Rechtsleben zu erreichen, darf der Reichstag anzutleiden. Die Benutzung des Bades ist unentgeltlich, doch haben zur Feier des Tages die Arbeiter um den Sohn gebracht hatten, nicht versäumen. Die Verantwortung einer Ablehnung kann er das Bad zu benußen, besteht nicht. Gebadet wird während der Unter- kurz. Auch eine von der hiesigen Filiale des Deutschen Metalldie Kinder ihre eigene Badewäsche mitzubringen. Eine Verpflichtung, ben sie ihnen für die aufgezwungenen Feierstunden schuldig waren, blieb die diesmal von uns veröffentlichte Liste ziemlich nicht übernehmen. Gerade in anbetracht der herrschenden Gegenfäße müßten wir zeigen, daß wir im stande sind, ein richtszeit; jede Klaffe hat ihre feftliegende Badestunde in der arbeiter= Verbandes aufgenommene Statistit hat als Reeinheitliches Wert zu schaffen. Ich schließe mit der Hoffnung, bezeichnet Brunzlom als gering, namentlich im Vergleich zu dem Woche. Die damit verbundene Beeinträchtigung des Unterrichts fultat ergeben, бар von 53 Fabriken der in daß der große Moment kein kleines Geschlecht finden möge. sonstigen Nugen des Bades. Der Weg zu den Zellen, das Aus- betracht kommenden Branchen 48 am Reichs Gründungs( Buftimmung lints.) Zum wesentlichen mag die fleiden, das Bad, das Ankleiden und der Rückweg zu den tage regulär arbeiten ließen. Abg. Leuschner( Rp.): Es ist nicht möglich, daß ein derartiger Klassenzimmern fostet zusammen 25 Minuten. Obwohl nur Furcht vor einer Brandmarkung im Vorwärts" die Patrioten Gesetzentwurf allen Menschen genügt; es handelt sich darum, 14 Badezellen vorhanden sind, kann doch eine ganze Klaffe in veranlaßt haben, am 18. Januar ehrlich an ihren Arbeitern zu ob er im großen und ganzen den nationalen Wünschen und einer Stunde fertig werden, da die Zahl der Zellen zum Aus- bandeln. Zu dem Opfer, die Arbeiter feiern zu lassen und ihnen den Bedürfnissen des deutschen Volkes genüge leistet. Ich glaube, und Ankleiden doppelt so groß ist, so daß der zweite Schub den schuldigen Lohn zu zahlen, haben sich diesmal nur ganz daß das in vollem Umfange der Fall ist. Eine spezielle Be rathung einer solchen Vorlage im Reichstage ist vollständig aus- bereits zum Austleiben nachgeschickt werden kann, bevor noch der vereinzelte Unternehmer aufgeschwungen. geschlossen, daran wird auch wohl niemand denken. Eine Ver- erfte die Badezellen verläßt. Gegen die Sperre der Treptower Chauffee während weisung an eine besondere Kommission ist nach meiner Auf- Eröffnung badeten von den Knaben der Ober- und Mittelstufe des Ausstellungsjahres, welche im Interesse der Ausstellung un76 pet. Doch ließ die Betheiligung, augenscheinlich in- umgänglich nothwendig erschien, hatten, wie s. 3. mitgetheilt, faffung eine Maßregel, die mehr oder weniger das Zustande fommen des Gesetzes in Frage stellt. Ich glaube nicht, daß wir folge der Kälte, schon in der zweiten Woche nach und fant in einige Treptower Gastwirthe Beschwerde beim Ministerium erin einer Kommission von 21 Mitgliedern zum Ziele kommen. Sieben Wochen bis auf 54 pet. So hielt sie sich auch, mit kleinen hoben. Der jetzt ergangene Bescheid des Ministers der öffentMit befferem Erfolge würde es möglich sein, das Gefeß zu flande Ostern stieg sie dann rasch wieder auf 64, 65, 67 pet. Ueber wenden haben müsse. Sie soll bereits am 1. April in kraft Schwankungen, bis Ostern 1895. In den ersten Wochen nach lichen Arbeiten, Thielen, erklärt, daß es bei der Sperre sein Bezu bringen, wenn eine freie Kommission gebildet wird und wenn den Sommer und Herbst 1895 bringt der Bericht noch teine treten. Bei diesem Bescheide hat sich der Gastwirth Ackermann wir für die zweite Lesung einen bestimmten Termin feststellen. Angaben. Von den Mädchen wird gesagt, daß sie sich, besonders in Treptow nicht beruhigt, vielmehr den Synditus des Verbandes Ich enthalte mich bei der vorgerückten Zeit Spezialien vor: Ich enthalte mich bei der vorgerückten Zeit Spezialien vor- im Winter, viel weniger betheiligten, doch werden keine Zahlen der Gast- und Schankwirthe für Berlin und Umgegend, Rechtszutragen. Die Meinungsverschiedenheiten sind sehr tiefgehende. Auch in der Reichspartei sind allerlei Auffassungen vertreten, die mitgetheilt.( Die 168. Schule ist für Knaben, für Mädchen die anwalt Dr. Schoeps, mit der Anstellung der Klage auf Aufschließlich dahin geführt haben, daß die Reichspartei sich ver- erkläre sich wohl daraus, daß diese mehr Badewäsche brauchen; 182.) Brunzlow meint, die geringere Betheiligung der Mädchen hebung der ministeriellen Verfügung beauftragt. Musterarbeiterinnen. Die Ausbeutung der weiblichen Die Deutsche Reichspartei verkennt nicht die große nationale vielleicht stehe es auch mit den Unterkleidern nicht bei allen jo, Arbeitskraft ist in der Konfektion bekanntermaßen im allgemeinen Bedeutung eines gemeinsamen bürgerlichen Gesetzbuches für das daß sie sich vor einander sehen lassen fönnten. Die Befürchtung, eine überaus große. Von den verschiedenen Konfektionszweigen Deutsche Reich und würde angesichts dieser Bedeutung gern ihre Bericht zu zerstreuen. Das Waffer hat im Anfang eine Temperatur von ist die Blousenbranche eine derjenigen, welche den Arbeiterinnen Bedenken gegen einzelne Punkte des Entwurfes zurückstellen und 30 Grad Celsius(= 24 Réaumur), die bis zur Beendigung des mit die ungünstigsten Erwerbsverhältnisse bietet. Am schlechtesten für seine Enbloc- Annahme eintreten, wenn für sie überhaupt Bades noch um einige Grade herabgedrückt wird. Der Weg von daran sind indessen die Musterarbeiterinnen, welche nur zu häufig eine Aussicht im Reichstage bestände. Nachdem aber große den Zellen zu den Klassenzimmern ist gegen Zug geschützt. um die Früchte ihres Schaffens gebracht werden. Zur fogen. Parteien des Hauses ihrerseits die Zustimmung zu dem Entwurf von der Einrichtung weiterer Schulbäder erwartet Brunzlow" Musterzeit" erscheinen Inserate in den Zeitungen des Jubalts: von der Abänderung einzelner Theile derfelben abhängig ge- reichen Segen, auch für die Schule selber. Wir meinen, die Be-" Blousenarbeiterinnen mit Mustervorlage oder Neuheiten vermacht haben, glauben wir unsererseits auch unsere Wünsche beziehentlich einer Umarbeitung nicht zurückhalten zu sollen. uzung und der davon zu erwartende Segen könnten noch geDiese Wünsche beziehen sich vorzugsweise auf die unseres Er- steigert werden, wenn man den Kindern nicht zumuthen wollte, artiges Inserat hin ihr letztes daran, kauft sich Stoff und Zuachtens nicht genügend berücksichtigten, aber mehr zu berüict- ich ihre eigene Badewäsche mitzubringen der Behance Bielleicht hat sie Glück damit und die Hoffnung auf Verdien fichtigenden der überall als nothwendiger, also mitzuliefernder Bestandtheil hängigkeit und Erweiterung ihrer Rechte auf dem vermögens. Bades gelten. Selbst die billigen Bolts- Badeanstalten liefern ein jo eilt sie damit zum Chef des Konfektionsgeschäftes, von rechtlichen Gebiete. Im Intereffe des Zustandekommens des Handtuch und obenein noch ein Stück Seife. Entwurfes beschränken wir unsere Wünsche auf ein Mindestmaß, glauben aber gleichzeitig beantragen zu sollen, daß der Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuches nicht in eine Kommission ver: In der ersten Woche nach der Langt So manche Musterarbeiterin wendet auf ein der= thaten und komponirt eine Neuheit oder eine Mustervorlage. fördert ihre schwierige Arbeit. Ist diese fertig gestellt, dem das Angebot ausgeht. Der Herr Chef prüft gewissenhaft Bom Botanischen Garten. In der in letzter Zeit vielfach die Arbeit und giebt sie zur Meinungsäußerung an die besprochenen Angelegenheit des Botanischen Gartens wird uns Direktrize. Von dieser wandert die Arbeit wieder an den Zu berichtet, daß bei den städtischen Behörden die Absicht durchaus schneider und hat das Muster Gnade gefunden vor den Augen aller, so wird der Name der Musterarbeiterin notirt. Dieselbe Schulen sind feit Wochen geschloffen und es ist noch garnicht gegen Mitternacht der 53jährige Oberkellner Gustav Wafer aus erhält eine oder zwei Bestellungen auf ihr Muster, dann ist die abzusehen, wann der Unterricht wieder beginnen kann. der Schüßenstr. 3 beim Martiren war, brach er plötzlich zu Herrlichkeit zu Ende. Sie wird vertröstet auf die Butunft. Wenn das Muster geht, soll sie mehr Arbeit erhalten. Wie oft Nene Maßnahmen des Polizeipräsidiums. Unter dieser sammen. Ein Arzt fuchte ihm Hilfe zu bringen, hatte aber feinen Erfolg. Nach zwei Minuten schon war der Mann eine Leiche, ist dies aber nicht der Fall, d. h. die Arbeit bleibt aus, obgleich Stichmarte berichtet die„ Bolts- Zeitung": Bekanntlich war be- ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Die die Vorlage Anklang findet. Die Arbeit wird von anderen bufs Agitation für den Austritt aus der Landeskirche in gemacht und die Musterarbeiterin hat das Nachsehen. In öffentlicher Boltsversammlung, die am 6. v. M. in Keller's Leiche wurde von der Polizei abgeholt. den Schaufenstern der Detailgeschäfte fieht sie ihre Blousen ausFestsälen stattfand, eine fünfgliedrige Kommission, be- Der alte Kanzleirath a. D. Schilling, der sich vor einigen gestellt, die Früchte ihres Könnens und Schaffens genießt laber stehend den Herren Buchhändler Adolf Hoffmann, Tagen in seiner Wohnung in der Gartenstraße 38 aus Eifersucht nicht fie. Die erhaltenen Bestellungen decken in den meisten Klempner Engler, Kaufmann Menzel, Jänsch und Linde in felbstmörderischer Abficht einen Revolverschuß beibrachte, ijt Fällen faum die gemachten Aufwendungen und die Muster- mann, gewählt worden. Vor einigen Tagen ist dem Mit- am Montag Morgen im Krankenhause an einer Herzlähmung, arbeiterin muß schließlich froh sein, wenn sie bei einem Zwischen- gliede der Kommission Buchhändler Adolf Hoffmann vom die eine Folge der Schußverlegung war, gestorben. Polizeipräsidium ein Schreiben zugegangen, worin verlangt wird, Daß die Wegen Sittlichkeitsverbrechens ist der verheirathete branchen von gewiffenlosen Unternehmern operirt werden. Zur Lohnbewegung der Adressenschreiber wird uns gefchrieben: In bürgerlichen Blättern war in den letzten Tagen von einem beabsichtigten Streit der Adressenschreiber, diesen grenzenlos ausgenutzten Lohnarbeitern, die Rede. Diese Nachricht ist unrichtig. Man denkt in den betheiligten Kreifen nicht an die Inszenirung eines Streifes, im Gegentheil ist man fest davon überzeugt, daß ein Ausstand zwecklos wäre. Aus dem einfachen Grunde, weil für die Ausständigen fofort Erfaß beschafft würde; rekrutiren sich doch die Adressenschreiber aus der zahllofen Menge arbeitsloser Raufleute und aus dem Heer Stellenloser vieler gebildeter" Berufe. So gering die Berdienstmöglichkeit bei größter Anstrengung auch ist( siehe unferen Artikel vom Sonntag), so wären doch die verlassenen Stellen in ganz kurzer Zeit von den Tausenden, die nichts zu brechen und zu beißen haben, befeht: Hunger thut weh. Man weiß übrigens ganz genau, daß die Arbeitslosen, mit aus " Kun und Wissenschaft. Weise soll, wie uns versichert wird, auch in anderen Konfektions- Rommission erklärte jedoch, daß sie keine Statuten habe und auch Tischler Hermann Jung aus der Karlsgartenstraße in Rixdorf Nachbarin verfeine brauche. Bisher wurden bei der Kommission 224 Personen beiderlei Geschlechts gemeldet, welche den Austritt aus der Kirche gewaltigt. erklärt haben. Für Unbemittelte will die Kommission das Ein schweres Sittlichkeitsvergehen hat gestern am hellnöthige unentgeltlich besorgen. lichten Tage im Hause Griebenowstraße 10 ein gutgekleideter, Zwei Mädchen, die aus Liebesgram einen Selbstmord. etwa 20 Jahre alter Mensch in Gegenwart mehrerer Frauen versuch machten, wurden fast gleichzeitig am Sonnabend Abend sich zu schulden kommen lassen. Der Mann ist aber nicht festin ein im Norden belegenes tranfenhaus gebracht. In dem gestellt worden. Nach der Sachlage liegt wahrscheinlich die That einen Falle handelte es sich um die 18jährige in einem Koneines Geistesgestörten vor, zumal da in der Gegend letthin fettionsgeschäft in der Friedrichstadt angestellte Berkäuferin mehrere ganz gleichartige Fälle beobachtet worden sind. Alma B., die vor Jahresfrist aus einer kleinen Stadt der Mart Durch einen Brand in der Eisengießerei von Karl nach der Reichshauptstadt gekommen war. Das junge Mädchen Schöning, Uferstr. 12/13 ist am Sonntag Nachmittag 4 Uhr ein lernte bald darauf einen Buchhalter kennen, mit welchem sie sich stohlenstaubschuppen zerstört worden. Eine größere Beschädigung verlobte; der Bräutigam, der nur ein geringes Gehalt bezog, machte des Nachbargrundstückes, auf dessen Dach der Brand bereits hingrößere Ausgaben, als seine Einnahmen es erlaubten, seine Berlobte übergegriffen hatte, wurde durch die Feuerwehr verhindert. im Unklaren über das verschwenderische Leben lassend, daß er in der legten Zeit führte. Bor wenigen Tagen wurden die Unterschlagungen Wetter- Prognose für Dienstag, den 4. Februar 1896. entdeckt und der Defraudant verhaftet. Die Angelegenheit blieb Etwas tälteres Wetter mit mäßigen nordwestlichen Winden denen man hier zu rechnen hat, fast durchweg des natürlich der B. nicht verborgen, vielmehr mußte sie sich eine und veränderlicher Bevölkung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. jenigen Solidaritätsgefühls ermangeln, das so manchen Haussuchung in ihrer Wohnung gefallen lassen, die aber erfolg bingernden, aber tlassenbewußten Handarbeiter in heroischer los war. Auch die Kolleginnen der Verkäuferin erhielten Gefühlsaufwallung davon abhält, das 2003 des Arbeits von dem Abschluß des Liebesdramas Mittheilung und die Verlofen mit dem des Streitbrechers zu vertauschen. Damit rechnen lassene mußte trübe Tage durchmachen infolge der Sticheleien die Adressenschreiber, welche jetzt eine Besserung ihrer Lage an ihrer Kameradinnen. Am Sonnabend fündigte Fräulein B. Das Schillertheater brachte am Sonnabend Shakespeare's streben. Wie diese zu beffern sei, darüber ist man sich aller ihre Stellung in dem Konfektionsgeschäft und begab sich Romeo und Julia in einer im ganzen ansprechenden Darstellung dings noch nicht ganz klar. In einem Flugblatt, in dem auch nach ihrer in der Chausseestraße belegenen Wohnung. auf die Bretter. Die Rolle des Romeo wurde natürlich von weitere Kreise für die Lage der Angestellten in den sogenannten Sier schickte sie die Wirthin unter einem Vorwande Herrn Ewald Bach gespielt; der Künstler suchte die UeberschwengAdressenbureaus zu interessiren gesucht werden, wird als nächstes fort und schnitt sich sodann die Pulsadern auf. Fast verblutet lichkeit, mit der er sonst zuweilen auch an unangebrachter Stelle Ziel in Aussicht geftellt, daß die Inhaber der Bureaus aufgefordert wurde die Lebensmüde von der zurückkehrenden Birthin auf leicht bei der Hand ist, ift, in weiser Beschränkung ab werden, das Adressenschreiben anständig zu bezahlen. Zugleich foll gefunden und nach Anlegung eines Nothverbandes in das er- qutönen, und so wurde denn der schwache Feuerkopf die Einführung einer Geschäftsweise und eine menschenwürdige wähnte Krankenhaus geschafft. im ganzen in menschlicher Natürlichkeit ohne sentimentalische Behandlung, wie sie der gebildete Kaufmannsstand" beanspruchen Nicht minder tragisch klingt der Abschluß eines Liebesdramas, Kraftäußerungen brav gegeben. Gleichwerthig schloß sich dem könne, verlangt werden. Kämen die Chefs der Aufforderung dem am vorgeftrigen Abend die 22jährige Anna P. zum Opfer genannten Künstler Fräulein Hedwig Pauly als Julia an; nicht nach, so müßten, meint der Verfasser, Mittel beschafft wer- gefallen ist. Das alleinstehende Mädchen, das zuletzt in einer dieser Dame wäre an den schönsten Stellen des Dramas nur den, um selbst ein Adressenschreibbureau für stellenlose Kauf- Fabrik in Rigdorf gearbeitet, hatte sich mit einem Metallarbeiter etwas mehr Leidenschaft und Herzensinnigkeit zu wünschen Leute zu begründen. Gelder und die Zuwendung von Arbeiten verlobt. Im März sollte bereits die Hochzeit der Verlobten gewesen. Weniger glücklich als in den Hauptrollen war im follen schon zugesagt sein. Auch wird in dem Blatt die Schaffung stattfinden, da erkrankte Mitte vorigen Monates der Bräu- übrigen die Beseßung. Die Väter fanden in den Herren einer Vereinigung verlangt. Dem Anschluß an die bestehende, tigam an einer schweren Blutvergiftung und erlag dieser Funk und Pauly paffende Bertreter; auch die braven auf dem Boden das Klassenkampfes fußende kaufmännische oder Krankheit wenige Tage darauf. Der Schmerz des jungen Männer Merkutio und Benvolio sowie der milde Tybalt waren an ähnliche Vereinigungen scheint man, nach gewissen Thatsachen Mädchens war grenzenlos, da ihrem vor wenigen Wochen ge- recht brav von den Herren Patry, Pahlau und Froböfe darzu schließen, abgeneigt zu sein. Neuerdings ist man sich dahin einig borenen Kinde der Bater gestorben war. Aber auch dieser lettere gestellt, desgleichen wurde der Prinz von Herrn Winterstein in geworden, daß vor allen Dingen die große Deffentlichkeit Trost sollte der Armen nicht bleiben; am geftrigen Tage ver- vornehmer Haltung gegeben. Recht nüchtern und hölzern erschien mit der elenden Lage der Berufsgenossen beschäftigt werden starb das Kind und aus Verzweiflung darüber verübte die Be- aber Herr Bategg als Lorenzo; widerwärtig ohne Komik stellte müsse; zu diesem Zwecke werden in der nächsten Zeit große dauernswerthe in ihrer in der Badstraße belegenen Schlafstelle die sonst so tüchtige Frau Wilte die Amme dar, ohne Seele gab öffentliche Versammlungen anberaumt werden, zu denen die einen Selbstmordversuch, indem sie sich am Thürhaken zu erhängen Fräulein Detschy die Gräfin Capulet. Doch das find Mängel, großen faufmännischen Firmen, welche Hauptkunden der Adressen versuchte. Sie wurde ins Krantenhaus gebracht. Gutherzige die im Schiller- Theater der gewaltigen Wirkung des herrlichen bureaus sind, eingeladen werden sollen. Man denkt so durch Nachbarn werden für die Beerdigung des Kindes sorgen. Dramas wenig Abbruch thun konnten. Ausübung eines moralischen Druckes indirekt Vortheile zu erzielen. Unterdessen wird man sich damit beschäftigen, welche Die Disziplinar- Abtheilung des Garde Korps ist im Im National- Theater wurde der arme Konradin von positive Borschläge in der Deffentlichkeit zu machen seien. Die Fort Hahneberg, eine Stunde von Spandau entfernt, unter- Hohenstaufen am Sonnabend dem vollbesetzten Hause vorgeführt. Lage der fraglichen Arbeiter ist in dem fonntäglichen gebracht. In diese Abtheilung werden alle diejenigen Unter- Der Dichter, der diesmal den vielverbrauchten Stoff bearbeitet Artikel des Vorwärts" treffend gefennzeichnet. Es offiziere und Mannschaften der Garde- Regimenter versetzt, die hat, heißt Moriz von Gutmann und ist, wenn wir recht Seine Jamben sind wäre hier betreffs derselben nur noch zu konstatiren, daß die mit Versetzung in die zweite Klaffe des Soldatenstandes bestraft unterrichtet sind, ein Desterreicher. Firma Schustermann für die überaus schlechte Besoldung der sind. Die Unteroffiziere werden mit dieser Bestrafung selbst nicht so schlecht, wie die Verse des seligen Raupach Adressenschreiber, wie sie zur Zeit in Berlin gang und gäbe ist, redend zum Gemeinen degradirt. Auf Versetzung in die zweite in dem gleichnamigen Drama; Stellen von dem Werthe Schlußakkordes Wir wußten wohl, allgemein feitens dieser Schreiber verantwortlich gemacht wird. Klaffe des Soldatenstandes wird nur dann erkannt, wenn des Raupach'schen Sie soll durch ihre scharfe" Ronkurrenz andere früher besser sich der betreffende einer ehrenrührigen Handlung( Diebstahl, so mußte es verlaufen, das Glück war niemals bei den zahlende Firmen zum stetigen Lohndruck gezwungen haben. Es Unterschlagung, Betrug, Fahnenflucht und Simulation, d. i. Vor- Hohenstaufen" sind uns wenigstens nicht aufgefallen, obgleich die feien, wird von eingemeihten Leuten behauptet, gewisse Arbeiten schüßen von Gebrechen) schuldig gemacht hat und entweder Mehrzahl der Künstler sich erfleckliche Mühe gab, so wässerig wie früher pro Tausend mit 5, 6 und 7 M. bezahlt worden, für die stand- oder kriegsgerichtlich zu Gefängniß oder Arreftstrafe ver- möglich zu sprechen. Leider kann dem neuen Konradin aber auch nicht es jest 2,50 M. gebe. Zu den Mißständen, welche man beseitigen urtheilt worden ist. In der Abtheilung heißt jeder Mann Ge- das Zeugniß gegeben werden, daß er eine irgendwie hervorragende will, gehört auch der vielfach geübte Zwang, 10 Stunden ohne meiner" und trägt blauen Waffenrock mit rothem Kragen und Erscheinung bilde; wir glauben, daß er selbst auf dem NationalMittagspause hintereinander durcharbeiten zu müssen. rothen Aufschlägen und außerdem eine Müze ohne Kokarde. theater sich nicht allzu lange halten wird. Auch ist es dem Gegenwärtig ist die Abtheilung 51 Mann start. In- Dichter nicht im Traum beigefallen, dem Stück einen mit den Zur Lage der Adreffenschreiber. Herr August Brode, fanteristen, Ravalleristen, Train alles ist dort zu Erscheinungen der Zeit im Zusammenhange stehenden Inhalt zu Alexanderstr. 20a, meldet sich in einer Zuschrift an uns als der finden und wird mit dem Infanterie- Gewehr ausgebildet. Exer- geben; es bildet ein Ritter- und Liebesschauspiel, wie sie vor Herr, dessen Geschäftsverhältnisse in unserem Artikel vom zieren findet nur des Freitags auf einige Stunden statt; die einem halben Jahrhundert im Schwange waren, nichts weiter. Sonntag aufgedeckt seien. Herr Brode theilt mit, daß er seit übrigen Tage werden mit Arbeitsdienst auf den Scheibenständen, Dem Werth des Trauerspiels entsprach die Darstellung, von der Oktober in dem genannten Hause wohne und nicht 25, sondern Grerzierplätzen, Bekleidungskammern 2c. verbracht. Zur Aufsicht nur zu sagen ist, daß die Kostüme hübsch bunt waren. 50 Leute beschäftige. Sprachkenntnisse verlange er von den find Unteroffiziere vom Regiment Augufta tommandirt, die alle Schreibern nicht, da er genügend fprachkundige Leute beschäftige; vier Wochen abgelöst werden. Die zweiklassigen Soldaten von seiner Preisliste besige jeder Schreiber mindestens ein fönnen durch den Kaiser wieder zur ersten Klaffe des Soldaten Exemplar, dieselbe ſei jedermann im Bureau zugänglich. Der standes rehabilitirt werden. Solche Zurückverfeßung darf jedoch Verdienst schwanke zwischen 1 Mart 50 Pf. und 3 Mart 50 Pf. nur nach mindestens einjähriger sehr guter Führung pro Tag; für Affordschreiber sei die Beschäftigung nur eine das Generalfommando beantragen. Nach erfolgter Rehabilis vorübergehende, bis sie eine passende Beschäftigung gefunden tirung fehren die Mannschaften wieder zu ihrem früheren haben, und bilde daher eine Wohlthat(!). Adressen, die schwer Truppentheil zurück, um dort die meist nur noch sehr furze Die Untersuchungen über die Röntgen'schen Strahlen beaufzufinden feien, würden im Tagelohn angefertigt; es sei unwahr, Dienstzeit abzumachen. Degradirte und wieder rebabilitirte wegen sich, so schreibt die Boss. Beitung", in zwei Richtungen. daß die Angestellten für ihn zu Hause arbeiten müßten, thäten fie es, so Unteroffiziere werden gewöhnlich einige Tage nach Rückkehr zum Einmal geht man darauf aus, die engeren Beziehungen der bekämen sie für diese Arbeit besonders bezahlt. Auch macht uns Regiment als Gemeiner entlassen. Bielfach wird in der Presse Röntgen'schen Strahlen und der Rathodenstrahlen genauer festzuHerr Brode zum Vorwurf, daß wir die selbstverständlichen Aus- berichtet: Grenadier N. N. ist in die Arbeiterabtheilung nach stellen. Daraufhin zielen ganz besonders die Forschungen im gaben für Miethe, Beleuchtung nicht in dem Artikel besonders Spandau versezt worden. Das ist grundfalsch. Damit ist die elektro- technischen Laboratorium der technischen Hochschule. Dort erwähnt haben. Eigenartig ist die Berichtigung des Herrn Brode Disziplinar- Abtheilung gemeint. Arbeiter- Abtheilungen stehen nur studirt man besonders die Einwirkungen, die die Rathodenstrahlen über die von ihm geforderten Preise für die verkauften Ge- in Magdeburg, Königsberg i. Pr., Ghrenbreitenstein und Mainz, auf photographische Platten auszuüben vermögen, Sodann aber tränke: Daß ich an meine Schreiber für 10 Pf. eine Flasche in welchen auch Mannschaften erster Klasse bei erfolgloser An. wird eifrig daran gearbeitet, das ursprünglich Röntgen'sche guten Bieres und für 5 Pf. eine große Tasse Kaffee verkaufe, wendung aller Strafmittel Aufnahme finden. Berfahren au vereinfachen und zu verfeinern. Gine von dem ich selbst auch trinke, und ich trinke teinen schlechten, Ein Epilog zum Jubelfeft. An der Schwelle des Grabes wesentliche Neuerung ist hierbei im Siemens u. Halste'schen ist richtig und geschieht nur, um das fortwährende Laufen der machte am Sonnabend der 77 Jahre alte Invalide Friedrich Laboratorium gelungen, in dem Dr. Elwein, Dr. Neuhauß Schreiber nach der Kneipe zu vermeiden, wobei viel unnüße Mirzlin aus der Frankfurter Allee 136 freiwillig seinem Leben ein. a. mit Untersuchungen dieser Art sich beschäftigen. Bisher Zeit verloren geht; außerdem kann ich so verhindern, daß ein Enbe. Man fand den Greis um 11 Uhr vormittags in feiner großen Funkeninduktorien, die Funken von 10-15 cm Länge oder der andere Schreiber mehr trintt, als ihm zusagt oder Wohnung erhängt auf. sein Verdienst erlaubt. Die Kaution habe ich nur auf erfolglos. Gebrechlichkeit und Entbehrungen scheinen dem alten geben. Elwein und seine Mitarbeiter haben aber nach der Wunsch meiner Schreiber eingeführt und empfinden sie diese Manne das Leben verleidet zu haben. Phot. Rundsch." eine Anordnung aufgefunden, die es ermöglicht, Einführung nur als Wohlthat. Von dem geringen Verdienst, schon mit kleinem Funkeninduktor, mit Funken von 4-5 cm, Noch ein Selbstmord and Noth. Sonntag Abend gegen Binge gute Röntgen'sche Aufnahmen zu erlangen. Der Borden mir die Kantine bringt, pflege ich bei festlichen An= 91/2 wurde der 52 jährige Arbeiter Albert Neumann aus der theil, Iässen wie Geburts, Tauf-, Geburtstags: 2c. Feiern Bier 2c. Rüdersdorferstr. 8 in seiner Wohnung als Leiche aufgefunden. Sittorf'schen Röhren viel weniger gefährdet sind als früher. der daraus erwächst, beruht darin, daß die die Schreiber gratis zu verabfolgen und absorbirt Er hatte sich durch einen Revolverschuß getödtet und war nach Ueberhaupt wird eine Geburtstagsfeier mit zirka 200 M. Koften den Nutzen dem Befunde der Leiche wohl schon einige Stunden vor dem Außerdem hat sich aber noch gezeigt, daß man erfolgreich die ganze Instrumentarium verbilligt. eines halben Jahres." Sodann berichtigt" Herr Brode noch: Auffinden gestorben. Fortwährende Krankheiten in der Familie, Sittorf'sche Röhre durch die Glasbirne einer gewöhnlichen elektriFalsch geschriebene Adressen lasse ich von den Schreibern deswegen die fein Fortkommen hinderten und ihm die Freude am Lebenschen Glühlampe ersehen konnte. Als Anode wurde hierbei die vergüten, weil es häufig vorgekommen ist, daß Schreiber vor threm Abgange 1-200 Adressen absichtlich falsch geschrieben verdarben, scheinen ihm die Waffe in die Hand gedrückt zu metallische Leitung zu dem Kohlenfaden benutzt, als Kathode eine haben, um mich zu schädigen, was nicht immer rechtzeitig konaußerhalb der Glasbirne befindliche Metallplatte. Die Vertrollirt werden kann. Ein Sport Wettvermittelungs- Bureau Auf der Bahn ist Sonntag Abend der bei seiner Mutter billigung der Röntgen'schen Anlage steigert wesentlich die Aushabe ich blos im Sommer 1894 betrieben und dasselbe dann in der Koppenſtr. 55 wohnende 38 Jahre alte Tischler Gustav ficht, daß man das Röntgen'sche Verfahren für die Technik und sofort wieder aufgegeben. Rugler fchwer verunglückt. Der Mann fam gegen zehn Uhr die ärztliche Praxis werde ausnüßen tönnen. Von Interesse ist Was Herr Brode hier richtig stellt, ist einschließlich der abends nach Berlin zurück. Als der Zug in die Halle des noch eine Nachricht aus Prag. Dort hat Professor Puluj, der Stellen, die sich gegen Darstellungen in unserem Artifel wenden, Stettiner Bahnhofes einlief, sprang er vorzeitig aus dem Wagen, fich schon lange mit dem Studium der Kathodenstrahlen beschäftigt, die auf frühere Verhältnisse bezug nahmen, so unwesentlich, fiel hin, wurde vom Trittbrett gefaßt und erlitt eine so starke festgestellt, daß das tuberkulöse Lungengewebe für Röntgen'sche daß der unbefangene Leser auch jetzt kaum ein anderes Bild von Quetschung der Brust, daß man ihn mit einem Krantenwagen Strahlen weniger durchgängig ist als das normale. der traurigen Lage der Adressenschreiber gewonnen haben wird, in die Charitee bringen mußte. eine Lage, für die selbstverständlich der einzelne Unternehmer Vor jenen Schuften, die davon leben, daß sie junge, unnicht verantwortlich zu machen ist. Bei Herrn B. z. B. erkannten erfahrene Mädchen nach außerhalb verkuppeln, fann nicht genug wir ausdrücklich an, daß es bei ihm noch verhältnißmäßig gewarnt werden. Kürzlich wurde durch einen Agenten aus der Die Zustände in der Velvetfabrik von Mengert n. Söhne günstig stehe und doch dieses Bild des Elends! Friedrichstraße der zwanzigjährigen Margarethe K. aus der in der Köpnickerstraße bildeten die Grundlage einer Auflage gegen Streligerstraße, die sich bislang burch Näharbeit ernährt hatte, unfern Parteigenossen Jahn, der wegen öffentlicher Be Eine Petition der Saalbesitzer an den Polizeipräsidenten eine Stellung als Buffetmamfell in Stettin vermittelt. Dort leidigung am Montag vor das Schöffengericht in Moabit ge um Berlängerung der Polizeistunde während der Ausstellungs- angekommen, tonnte sie noch zur rechten Zeit die Bemerkung laden war. Im vorigen Jahre hatten mehrere vom Vertrauensdauer ist aus allgemeinen ordnungs- und fittenpolizeilichen machen, was mit ihr beabsichtigt war, und mit Hilfe genügender mann der Arbeiter und Arbeiterinnen Ostar Schüler Gründen" abgelehnt worden. Der Saalbefizerverein will sich Geldmittel sich in Sicherheit bringen. Dem Agenten selbst ließ einberufene Versammlungen stattgefunden, in denen Jahn nunmehr beschwerdeführend an den Minister wenden. fich nicht nachweisen, daß er um die Unlauterkeit seiner Auftrag referirte und auf grund mündlicher und schriftlicher Mittheilungen auch die Mißstände in geber gewußt habe. oben genannter Eine aufregende Szene spielte sich in der Nacht vom Fabrik geschildert hatte; dasselbe war auch von mehreren Sonntag zum Montag im Café Bauer Unter den Linden ab. Als Arbeitern und Arbeiterinnen geschehen. Der Anklage gemäß an " In Strausberg wüthen seit einiger Zeit allen Bemühungen der Aerzte zum Troß unter den Kindern Diphtheritis, Scharlach und Masern in außerordentlich bedeutendem Umfange. Die haben. blieben Ein Orgel Konzert des Herrn Otto Dien el findet am Mittwoch von 12-1 Uhr in der Marienkirche statt. Es werden vorgetragen Bach's G- moll- Fantafie, eine Fuge von Rheinberger, Thiele's Chromatische Fantasie u. a. Als Mitwirkende werden nannt Frl. Martha Kröning und Herr Tschierson. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei. Gerichts- Beifung. waren. Die Bewegung in der Konfektions- Industrie. Blättern, " 2. v. G. follte Jahn behauptet haben, daß in der Fabrik geradezu haar| Von der seit 20. Januar 1895 verbüßten Untersuchungshaft wird sie mit einer gewissen Naivität hofft, daß die Unternehmer sträubende Zustände herrschten, ein Arbeiterausschuß existire 1 Jahr auf die Strafe angerechnet. Den Maklern F. und P. fie aus„ Einsicht und Menschenliebe" annehmen werden. nicht und über die den Arbeitern abgenommenen Strafgelder werden auch die Kosten für die Vertheidigung aus der Staats- Sie appellirt zu gleicher Zeit an alle Besitzenden und Ge den berechtigten Kampf der Arbeiter auf jede werde keine Rechenschaft abgelegt; die Ankleideräume und kaffe ersetzt, während Fürth, der über 12 000 m. an den bildeten, Reinlichkeitsverhältnisse entsprächen nicht den gesetzlichen Be- Spekulationen des Haupt Angeklagten verdient hat, die Ver- Weise zu unterstützen. Ihre fleine Schrift ist hauptsächlich an ftimmungen; bei über 40 Grad Hize hätten Arbeiter theidigung selbst bezahlen soll. Zur Verkündigung des Urtheils die Kreise derer gerichtet, die so viel von ihren sozialen und Arbeiterinnen bis 14 Stunden arbeiten müssen, dabei hatten sich eine Unzahl Börsenjobber eingefunden. Interessen" sprechen und ihre Liebe zum Proletariat nicht genug betonen können, bisher aber sich noch immer zurückfei nicht einmal Trinkwasser vorhanden gewesen, auch Dem hätten Arbeiter und zogen, wenn es darauf ankam, sie zu bethätigen. Arbeiterinnen während der EssensArbeiter sagt sie nichts neues, vielleicht aber gelingt paufen gearbeitet, um 6 bis 9 Mart verdienen zu können. ein anonymer Brief gerichtet An das Polizeipräsidium war es ihrer ruhigen, sachlichen und dabei von innerer Wärme durchworden, der die Bitte enthielt, die Zustände in jener Berlin. In den letzten Tagen sind mehrfach in hiesigen glühten Darstellung, die Aufmerksamkeit auf die Lage der KonFabrit einer strengen Untersuchung zu unterziehen, was auch gevor allem in Der Deutschen Warte" feftionsarbeiter zu lenken und dazu beizutragen, daß die Gesetzschah, aber zu keinem Ergebniß geführt hatte; als Absender dieses( Intelligenzblatt) und im" Deutschen Blatte", gebung sich diesem auf das schnödeste vernachlässigten Gebiet Briefes wurde ebenfalls Jahn vermuthet. Wegen diefer Jahn unter- thatsächlich unrichtige Meldungen über die Bewegung in der endlich zuwendet. schobenen Behauptungen hatte der angebl. Inhaber der Fabrit Dr. Konfektions- Industrie verbreitet worden. Allen Interessenten ist Mengert bei der Staatsanwaltschaft Klageantrag gestellt. anzuempfehlen, die Berichte und Veröffentlichungen anderer Soziale Nebersicht. Jahn erklärte sich bereit, den Wahrheitsbeweis anzutreten und Blätter nur mit Mißtrauen zu benußen. Unternehmer Organisationen. Das Wolff'sche Telehatte zu diesem Zweck 11 Zeugen geladen, von denen 10 erschienen Hamburg, 3. Februar.( Privat Telegramm des Vor Eintritt in die Verhandlungen stellte der Ver- Vorwärts".) Die Schneider in der Herren- Konfektion haben graphenbureau theilt mit, daß am Sonntag, den 2. d. M., in Altona eine Versammlung von Vertretern fast aller deutschen theidiger Dr. Herzfeld den Antrag auf Einstellung des Ver- Das Eintreten in die Lohnbewegung beschlossen. fahrens, da niemals von einer Person, sondern stets nur Breslau, 3. Februar.( Privat- Telegramm des Rüftenschiffer- Vereinigungen des Nordsee- und Ostseegebiets tagte, an welcher die Reichstags- Abgeordneten Dr. Diederich Hahn und über die Zustände in der betr. Fabrik gesprochen sei, mit Borwärts".) Der Schneiderverband am hiesigen Orte hat Liebermann von Sonnenberg theilnahmen. Auf grund eines von hin der Thatbestand einer Beleidigung einer Person gegenüber, fich für das Eintreten in die Lohnbewegung entschieden. wenn auch der Dr. Mengert wirklich für die Firma Prokura Magdeburg. Am Donnerstag, den 30. Januar, hatte der den Einberufern Bröhan- Cranz und Wölber- Osten und dem zeichne und die angeblichen Behauptungen auf unwahrheiten be- Vertrauensmann der Schneider Magdeburgs unter Hinzu- Amitsrichter Hottendorff- Testedt entworfenen Statuts wurde ein Verband deutscher Küstenschiffer" zur Vertretung der gemeinruhten, garnicht vorhanden sei. Denn es sei nicht Klageantrag wegen ziehung einiger Kollegen eine Sigung mit den Konfektionären samen Interessen der gesammten deutschen Küstenschifffahrt be= Beleidigung der Fabritleiter, sondern nur wegen Beanberaumt um mit denselben über die Forderung der leidigung der Person des Dr. Mengert gestellt! Da der Staats Konfektionsschneider zu verhandeln. Obgleich fämmtliche gründet. Demfelben traten sofort einige 20 Schiffervereinigungen bei. Der neubegründete Verband beschloß unter anderm, eine anwalt sich gegen den Antrag erklärte, zogen sich Richter und Geschäftsinhaber Einladungen erhalten hatten, war nur Schöffen zurück und erkannten nach etwa 1/ 4stündiger Berathung einer, Herr Schlesinger, erschienen. Herr Schlesinger er- Deputation nach Berlin zu entfenden, um wegen der Schädigung dem Antrag des Vertheidigers entsprechend auf Einstellung flärte, in seinem Geschäft würden schon jetzt die Löhne, der heimischen Rüftenschifffahrt durch die Konkurrenz der des Verfahrens. Die bisher entstandenen Kosten wurden wie sie der aufgestellte Zarif aufweise, bezahlt, theil- Solländer und Dänen vorstellig zu werden. der Staatstaffe auferlegt. Herr Dr. Mengert machte über weise sogar noch mehr, so u. a. für Artikel, die in Zur Bekämpfung der Prostitution ziehen in den Bordellen den Ausgang diefer Verhandlung ein äußerst verdutztes Gesicht. Berlin bei Konfektionsschneidern angefertigt werden. Da letzteres der amerikanischen Stadt Baltimore einige philanthropische Eine äußerst wichtige Entscheidung für die Zeitungs- bezweifelt wurde, bat Herr Schlesinger, daß eins der Kommissions Damen der tonangebenden Gesellschaft herum und suchen die händler fällte heute das Kammergericht. Seit einiger Zeit geht mitglieder zu ihm fomme, um durch Einsichtnahme in seine Prostituirten durch Ueberredung und Gebet zu dem Verzicht auf die Polizei gegen die zahlreichen Zeitungshändler, welche ihr Geschäftsbücher sich von der Wahrheit der gemachten Angaben ihr Gewerbe zu veranlassen. Ueber einen dieser Streifzüge gegen Gewerbe in Hausnischen, Thorwegen, Eingängen zu Schantzu überzeugen. Eine bestimmte Busage betreffs Einführung von die Un fittlichkeit berichtet ein amerikanisches Blatt das folgende: Frau Edholm fniete neben einem sehr schönen, aber sündigen wirthschaften u. dgl. betreiben, wegen des Verkaufs an Betriebswerkstätten fonnte nicht erzielt werden. Sonn- und Festtagen in den für den Zeitungshandel Mädchen nieder und betete für es, daß es den moralischen Muth freigegebenen Stunden von 7-10 Uhr morgens vor. So erhielt erlange, feiner Umgebung zu entfliehen. In Thränen aus der Zeitungshändler G. wegen solchen Verkaufs im Juli v. J. brechend erwiderte das Mädchen schluchzend: Ich weiß, Sie meinen es gut, indem Sie hierher kommen, aber ich weiß einen Strafbefehl. Es wurde ihm Verlegung des§ 55 a der Gewerbe- Ordnung zur Last gelegt, welcher an Sonn- und Fests nicht, ob es viel nüßt. Anstatt hierher zu kommen, thäten Sie tagen das Feilbieten von Waaren an öffentlichen Orten verbesser daran, wenn Sie zu den Inhabern einer bietet, soweit nicht die Polizeibehörde, was für den Zeitungsjener Fabriken und Wertstätten gingen, welche handel nicht geschehen ist, Ausnahmen zuläßt. G. betreibt seit einem armen Mädchen einen Hungerlohn geben, Jahren den Zeitungshandel gewerbsmäßig in der Nische des und suchten, daß diese bessere Löhne erhalten. Ein Mädchen Hauses Dresdenerstraße 54, welche nach der Straße zu vor tann nicht von dem leben, was es in der Fabrik der Hausthüre, aber noch unter dem Thürbogen belegen, und von bekommt. Hierauf sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit richten." In dieser Antwort der Prostituirten liegt mehr Berstand der Straße in teiner Weise geschieden ist. Die Erlaubniß als in sämmtlichen Reden und Handlungen derer, die gegen die zur Benutzung dieses Playzes für seinen Gewerbebetrieb hat er von dem Eigenthümer des Hauses gegen Zahlung eines Unfittlichkeit antämpfen, ohne sich um deren ökonomische Ursache zu kümmern. fleinen Entgelts erhalten. Bremen. Die Bewegung in der Konfektionsindustrie nimmt in Bremen einen guten Fortgang. Das in mehr als zehntausend Exemplaren verbreitete Flugblatt hat eine sehr günstige Aufnahme gefunden. In Elberfeld wurde am 30. Januar eine große Verfammlung der Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen abgehalten, in der Haberland aus Barmen referirte. Eine Einladung zu Verhandlungen war an 35 der größten Ronfektionäre und Händler versandt worden, mit dem Ergebniß, daß in der Konferenz nur ein einziger erschien und sich zum theil mit den Forderungen der Arbeiter einverstanden erklärte, während ein anderer in einem Schreiben mittheilte, daß wegen Abreise des Chess noch 14 Tage zu warten fei. " Gewerkschaftliches. Die Versammlung nahm schließlich folgende Resolution ein stimmig an: Das Schöffengericht und die Straffammer bestätigten den Die heute im Lokale Obbelobe tagende öffentliche VersammStrafbefehl. Die Thürnische, welche nach der Straße zu teine ung der Schneider und Schneiderinnen, vernimmt mit Entrüstung Einfriedigung und von dieser in feiner Weise geschieden werde, aus dem Bericht der von derselben in voriger Versammlung einAchtung, Zimmerer! In dem Baugeschäft von Bu nicht zur ausschließlichen Benutzung durch die Hausbewohner gesetzten Kommission zum Zwecke der Unterbreitung ihrer aufgestellten bestimmt und eingerichtet, sondern jedermann zugänglich sei, Forderungen an die Unternehmer, daß lettere troy mehrfacher schrift sow sti in Schöneberg bei Berlin haben sämmtliche dort urüsse als„ öffentlicher Ort" angesehn werden. In der licher Einladung es nicht der Mühe werth finden, sich gegen- beschäftigten Zimmerer am Montag die Arbeit niedergelegt. Der diesen gerechten Forderungen zu äußern. Die genannte Unternehmer läßt seine Arbeiten auf dem Holzplatz von gegen diefe Urtheile eingelegten Revision, welche heute vor dem über Rammergericht verhandelt wurde, machte Rechtsanwalt Dr. Herz- Versammlung erkennt in diesem stillschweigenden Verhalten der George u. Nikolai, Frankfurter Allee, anfertigen. Gleichzeitig feld u a. geltend, daß es nicht darauf ankomme, ob die Thür Unternehmer eine völlige Nichtachtung ihrer Arbeiter und ver- machen wir die Zimmerer Berlins und Umgegend auf den Be nische ein öffentlicher Ort sei, sondern darauf, ob der Angeklagte spricht mit aller Macht für ihre Forderungen einzutreten schluß der letzten öffentlichen Versammlung aufmerkſam: daß an diesem angeblich öffentlichen Orte eine offene feste Ber- und fein Mittel unversucht zu lassen, denselben Geltung überall da, wo länger als 9 Stunden gearbeitet werden soll, die taufsstelle im Sinne des§ 41a der Gewerbe- Ordnung inne- zu verschaffen. Des weiteren verpflichtet sich die Ver- Arbeit niederzulegen ist. gehabt habe. Eine solche offene feste Verkaufsstelle an einem fammlung ganz besonders, auf das fonsumirende Publikum Die Lohntommission der Berliner Zimmerer, J. A.: Theodor Fischer, Danzigerstr. 88. öffentlichen Ort sei nicht nur denkbar, sondern spiele im Zeitungs- dahingehend einzuwirken, daß dasselbe nur da seinen Bedarf an Achtung, Holzarbeiter! Für die verschiedenen Spezial handel eine große Rolle, wie namentlich durch den Zeitungs- Kleidungsstücken deckt, wo geregelte, den Forderungen der Arbeiter handel in den Bahnhöfen, sicherlich öffentlichen Orten, oder in entsprechende Betriebswerkstätten vorhanden sind." branchen finden Mittwoch, Donnerstag und Freitag Ber Der Kommission wird das Recht zugesprochen, zweds plan- trauensmänner Versammlungen ftatt.( Siehe den Trinkhallen, auf den öffentlichen Straßen, augenfällig werde. Sie liege jedesmal dann vor, wenn jemand sein Ge- mäßiger Arbeit noch nach Bedarf mehrere Kollegen und Annonce.) Dieselben werden die Forderung auf prozentuale werbe an einer für jedermann offenen feften Stelle Kolleginnen zu ihren Arbeiten zuzuziehen. Des weiteren wird 2ohnerhöhung besprechen und, soweit eine Verständigung betreibe, auf deren Benutzung er ein ausschließliches Recht habe. noch darauf hingewiesen, daß in nächster Zeit wieder ein Flug- erzielt wird, festsetzen. Ferner werden den Vertrauensmännern Das Rammergericht schloß sich diesen Ausführungen an, hob die blatt herausgegeben wird, worauf alle Unternehmer und Kon- Fragebogen mit Fragen über die Verhältnisse in den WerkVorentscheidungen auf und sprach G. frei. Die Kosten fektionäre vermerkt sind, welche sich unseren Forderungen gegenfämmtlicher Instanzen hat die Staatstaffe zu tragen. Gleich über ablehnend oder nichtachtend verhalten. Der Erfolg der Ber. giltig sei, so führte das Gericht aus, ob die Verkaufsstelle in sammlung war, daß 20 Kollegen und Kolleginnen sich zur Auf irgend welcher Weise äußerlich abgeschlossen oder sonstige Einnahme in den Schneiderverband meldeten, richtungen zum Zweck des Gewerbebetriebes getroffen seien. Eine solche offene feste Verkaufsstelle sei daher wohl denkbar auf einer offenen Straße, auf einem öffentlichen Platze; die offene Verkaufsstelle werde aber dadurch, daß sie sich auf einem Weitere Nachrichten siebe im Depeschentheil. * * ftellen und über Betheiligung an dem Streit übergeben werden. Diese Fragebogen müssen am Sonnabend ausgefüllt auf den Zahlstellen des Verbandes abgeliefert werden, da durch die Zusammenstellung der Fragen eine Uebersicht über die zu erwartende Betheiligung am Streit gewonnen werden soll. Die Wichtigkeit der Versammlungen erfordert deshalb die regste Be theiligung. Die Kollegen in denjenigen Werkstellen, die bisher noch keinen Vertrauensmann entsandt haben, werden ersucht, öffentlichen Plaze, an einem öffentlichen Orte befinde, noch nicht as Elend in der Hausindustrie der Konfettion. dies zu thun. Legitimationstarten werden in den Bersammlungen felbst zu öffentlichen vor der offenen Verkaufsstelle befindlicher freier Raum an öffentlicher Straße zu dem Geschäftsbetriebe mitbenutzt werde. " " ausgestellt. Die Ortsverwaltung Literatur zur Frage der Konfektion. Dda Dlberg, Leipzig, Fr. Wilh. Grunow. 1896. Preis 1 M. Mitten hinein in die Kämpfe der Arbeiter der Konfektionsindustrie um die des deutschen Holzarbeiter: Berbandes. Verbefferung ihrer Existenzbedingungen ist zu sehr gelegener Zeit Wegen Nachdrucke hatten sich gestern der Verleger der die vorliegende kleine Broschüre erschienen. Die Verfasserin hat Die Verfilberer der Firma D. Scholz in Berlin, Lichtstrahlen", Friedrich Harnisch, sowie der Redakteur nicht nur die vorhandene Literatur, so weit sie die Konfektion Lottumstr., haben sämmtlich die Arbeit niedergelegt. Alles des Blattes, August Teistler, vor der ersten Strafkammer berührt, in geschickter Weise benugt, um ein möglichst flares nähere in der öffentlichen Versammlung. Die Agitation3des Landgerichts I zu verantworten. Im Jahre 1890 wurde Bild von der traurigen Lage diefer Heimarbeiter zu geben, fie fommission der im Vergildergewerbe be= zwischen dem Angeklagten Teistler, dem Kaufmann Dtto hat sich auch in Leipzig an privaten Untersuchungen betheiligt, fchäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Bera Harnisch, dem Bruder des Angeklagten und dem Schrift- die zwar noch zu feinem Abschluß gekommen find, aber von denen lins. steller Sommer Gesellschaftsvertrag zwecks Heraus- sie doch schon einige bemerkenswerthe Resultate mittheilt. Gegen 100 Korbmacher und Korbmacherinnen haben gabe der„ Lichtstrahlen" geschlossen. Otto Harnisch hatte So erzählt sie von einer Näherin, die bei ununterbrochener in Hamburg die Arbeit eingestellt und ersuchen die aus die geschäftliche Leitung zu übernehmen, Teistler und vierzehnstündiger Arbeitszeit in einem Raum von 3,87 Meter Höhe, wärtigen Berufsgenossen um Bethätigung der Solidarität. Näherer Sommer hatten mit den Redaktionsarbeiten zu thun. Der 2,90 Meter Breite und 3,70 Meter Länge, wo gefocht, Bericht folgt morgen. lettere hatte sich verpflichtet, für das Blatt zwei von ihm zu geschlafen und gearbeitet wird, 1,30 Mart täglich verdient. In Die Maurer Zwickaus beschloffen am Sonntag in öffentverfassende Broschüren betitelt Die Bibel, oder die sogenannten einer anderen Schneiderwerkstatt, die 2,80 Meter hoch, licher Versammlung, bei den Meistern um 33 Pfennig- Stundenheiligen Schriften der Juden und Christen" und" Das 2,97 Meter breit und 6,12 Meter lang ist, standen drei Betten, lohn vorstellig zu werden; wenn die Meister nicht darauf einneue Teftament" zu liefern. Sommer sollte dafür, um in denen fünf Personen schliefen; außerdem wurde der Raum gehen, soll bei Beginn des Frühjahrs in den Streit eingetreten feine nothwendigsten Bedürfnisse befriedigen zu können, gleichfalls als Küche benutzt. Von besonderem Interesse ist die werden. dem Verleger Otto Harnisch wöchentlich 25 M. Busammenstellung der Einnahmen und Ausgaben zweier In Zwickau beschloß eine von ca. 60 Mann besuchte Das Unternehmen ging nicht. Vorschuß erhalten. Im Schneider, von denen der eine ein außerordentlich Februar 1892 hatte Sommer wegen Preßvergehen eine brei gefchickter, selbständiger Arbeiter ist, der für eine bedeutende rauerversammlung einstimmig den Anschluß an den Berband deutscher Brauer, Siß Hannover. monatige Gefängnißstrafe zu verbüßen. Er erhielt während Firma die feinste Arbeit liefert und verhältnißmäßig dieser Zeit die Anzeige von Teiftler, daß der Gesellschaftsvertrag gut bezahlt wird. Ju Nürnberg streiken die Buchdrucker des Gutenberg Er erzielte bei einer vierzehnstündigen Sie verlangen tarifmäßige Bezahlung aufgehoben und ein neuer abgeschlossen worden sei, mit der Arbeitszeit an Wochentagen und einer fiebenstündigen an Sonn- Tempels von Knoll. Aenderung, daß an stelle des Otto Harnisch, dessen Bruder Friedr. tagen in zehn Monaten einen Verdienst von 1139,90 M. Bisher mußten sie die in dieser Buchdruckerei erscheinende Zeitung Harnisch getreten sei, welcher sich an die früher getroffene Ber- Bon Ende April bis Anfang Oktober leistete seine Frau Eüddeutsche Landpost" bei einem Wochenverdienft von 20 bis nicht eine an Sommer Buarbeit von sechs einbarung in betreff des Vorschusses und Stunden, 22 Mart herstellen, während die dafür verlangte Arbeitsgebunden erachte. Sommer erhob gegen dies eigenmächtige legten Oktoberwoche an beschäftigte er noch drei Silfeleistung nach den Bestimmungen des Tarifs über 30 Mart aus. Vorgehen vom Gefängnisse aus Einspruch, aber ohne mädchen. Die Nebenausgaben, Buthaten, Lohn, Werkstattmiethe 2c. macht. Erfolg. Die Lichtstrahlen" erschienen wie früher, es betragen 291,36 M., sodaß ihm in 10 Monaten ein Monats= In Lemberg ist ein Segerstreit ausgebrochen. Die aber auch die gelangten von die Fortsetzungen Sommer's Einkommen von 84,85 m. bleibt. er Davon muß seine Blätter erscheinen in verkleinertem Format. Es handelt sich um Arbeiten darin zum Abdruck und wurden außerdem noch Separat- Familie er hat fünf Kinder ernähren und kleiden. die Einführung des zwischen den Buchdruckereibesizern und Buchabdrücke davon hergestellt. Sommer erstattete Anzeige wegen Nach der genauen Berechnung gab die Familie 2 M. brudergehilfen Desterreichs vereinbarten Normaltarifs; Nachdrucks, welches Bergehen Staatsanwalt Dr. Oppermann auf 50 Bf. täglich für ihre Beföstigung aus. Der zweite weniger was die anarchische Tendenz des Unternehmerthums wieder grund der Beweisaufnahme für erwiesen erachtete. Der in geschickte Arbeiter hat einen Jahresverdienst von nur 611,10 M. recht ins Helle rückt. zwischen verstorbene Otto Harnisch habe sich zweifellos nur um feine aus vier Köpfen bestehende Familie zu kleiden und zu Aus Lausanne wird telegraphirt, daß eine im Freien adCommer der Verpflichtung gegen befreien wollen, ernähren, bleiben ihm jährlich 401 M. Dabei arbeitet er fünf gehaltene, von 700 Personen besuchte Protestversammlung der und deshalb die Schiebung vorgenommen, seinen Bruder an seine zehn Stunden täglich und gönnt sich keinerlei Zerstreuung. Stelle treten zu lassen. Er beantragte gegen die Angeklagten, Neben diesen Mittheilungen aus ihren persönlichen Unter- Angestellten der Jura Simplonbahn einstimmig beschloß, die nicht mehr berechtigt gewesen seien, aus der geistigen Arbeit suchungen erörtert die Verfasserin auch die Lebenslage der allein- die von dem Verwaltungsrath der Bahn in der Lohnfrage bedes Sommer Kapital zu schlagen, eine Geldstrafe von je 150 M. stehenden Arbeiterin und verurtheilt mit berechtigter Schärfe nicht willigten Zugeständnisse abzulehnen, alle früheren Forderungen Der Gerichtshof erkannte auf je 100 M. Geldstrafe. nur das Verhalten der besser fituirten Frauen, welche, weil es aufrecht zu erhalten, mit der Führung der weiteren VerhandMaterial für das Börsengeset. Unter dieser Stichmarte fich für sie nur um eine Nebenbeschäftigung handelt, die Löhne ungen mit der Gesellschaft das Zentralfomitee der Angehellten der schweizerischen Transportanstalten zu beauftragen und sich ist in Nr. 23 des„ Vorwärts" berichtet über einen großen Prozeß der Arbeiterinnen durch billige Arbeit drücken, sondern auch die mit den Werkstättenarbeitern der Gesellschaft in Biel und Yverdon gegen den früheren Prokuristen der Hamburger Dynamit- Attien- Buchthausarbeit, unter deren Konkurrenz die Wäschekonfettion Gesellschaft 3 ander wegen Untreue u. f. w. und die Ham- besonders zu leiden hat. Sie verurtheilt eine Gesellschaft, welche solidarisch zu erklären. burger Fondsmakler Jacobsohn, Fürth und Petrusch die Moral stets im Munde führt oder Zustände duldet, durch wegen Beihülfe zum einfachen Bankrott. Das am Schlusse der die zahllose Frauen der Prostitution in die Arme getrieben zweitägigen Verhandlung ausgefette Urtheil wurde am werden, und sich angstvoll gegen alles auflehnt, was zur BeAbend des 1. Februar verkündet. Daffelbe spricht die anseitigung dieser Zustände beitragen fönnte, Zum Schluß führt sie die bekannten Forderungen der getlagten Fondsmakler frei und verurtheilt den Hauptan, von denen geklagten zu 8 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Konfektionsschneider und Schneiderinnen Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. von vont der Briefkasten der Redaktion. Strasburg i. U. 1. Auf Verlangen ja. 2. Antrag auf Herausgabe ist an das Amtsgericht zu stellen. W., Elbing. Abgelehnt, da wir Sie nicht kennen und Ihre Mittheilung nicht vom Vertrauensmann beglaubigt ist. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 29. Abgeordnetenhaus. 11. Sigung vom 3. Februar, 11 Uhr. Dienstag, den 4. Februar 1896. 13. Jahrg. Es war heiter anzuhören, wie der nationalliberale Ab- der Preise für das fertige Fabrikat nicht weiter durchgeführt geordnete Dr. Schill und der sozialdemokratische Abgeordnete werden kann, wenn Waare auf reelle Weise mit reellem Material Goldstein mit beißendem Spott die Lexikon Weisheit gearbeitet werden soll." 9 Mehnert's, sowie überhaupt das Unsinnige der Forderung kritisirten. Als weiteren Gegenstand der Verhandlungen würden wir Am Ministertische Landwirthschafts- Minister v. Hammer- Um ihren Mehnert nicht gar zu sehr auffißen zu lassen, stimmten den Herren die Verbesserung der Lohnbedingungen ftein und Kommissarien. mit ihm noch ein Viertelhundert Konservative, so daß die der in der Schuh, Schäfte und Lederbranche Petition mit 40 gegen 29 Stimmen auf sich beruhen" gelaffen beschäftigten Arbeiter vorschlagen. wurde. Die zweite Statsberathung wird bei der Poſition Ministergehalt" des Spezialetats der landwirthschaft lichen Verwaltung fortgesetzt. Abg. Tasbach( 3.): Das 3entrum vertritt die Interessen der Landwirthschaft, ohne sich auf bestimmte Forderungen fest zulegen. Meinungsverschiedenheiten bestehen bei uns über die Durchführbarkeit des Antrages Ranih. Wir bedürfen im Westen der Unterstützung des Bundes der Landwirthe nicht. Auf eine dahingehende Anfrage des Redners bemerkt der Regierungs- Kommissar Geh. Rath Hermes, daß allerdings die Liquidation der Gesellschaft Germania" im Oktober v. J. beschlossen wurde, und daß Nachschußprämien von 300 und 500 Prozent gefordert worden sind. Näheres könne noch nicht mitgetheilt werden, da ein erschöpfender Bericht der Polizeibehörde noch nicht vorliege. Mit gleichem Eifer suchten die Konservativen die Antisemiten in der Heze gegen die Konsumvereine zu übertrumphen. Sie brachten deshalb folgenden Antrag in der zweiten Kammer ein; der am 30. Januar berathen wurde: Die Kammer wolle beschließen: • Versammlungen. Im Samariter- Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen hielt Dr. med. Blaschio am 26. d. M. einen Vortrag über Hautpflege im Kindes alter. Der Saal war überfüllt die königliche Staatsregierung zu ersuchen, noch diesem Land- und wurde dem Vortragenden für die gemeinverständlichen Austage einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach welchem selbständige führungen reicher Beifall gezollt. Besonders kritisirte Redner Personen, welche außerhalb des Gemeindebezirts ihren den in Berlin so überaus großen Mangel an genügender Badewesentlichen Wohnsiz haben, sowie juristische Personen, Gelegenheit für die Schuljugend, dabei betonend, daß gerade die Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Attien, Er- fogenannte Stadt der Intelligenz in den die Erhaltung der werbs- und Wirthschaftsgenossenschaften, einschließlich der im Gesundheit der Schuljugend fördernden Einrichtungen vielen Genossenschaftsregister nicht eingetragenen Konsumvereine, in- fleinen Städten nachstehe. Man schreibt uns hierzu noch: soweit dieselben nicht lediglich die Vermittelung des Be Besonders im Jnteresse der Arbeiterschaft wäre es wünschenswerth, zugs von ihrer Natur nach ausschließlich für den Gewerbe- daß alle die, welche au Maschinen, auf Bauten u. s. w. beschäftigt Abg. v. Puttkamer- Plauth( f.): Ich bin in meiner neulichen betrieb des Abnehmers bestimmter Waaren besorgen, eine für und fast täglich Verlegungen und Verstümmelungen ausgeset Rede vielfach mißverstanden. Ich habe nicht gesagt, daß diese Gemeinde und von derselben zu erhebende, nach dem Brutto- sind, sich in dem Samariter- Kursus soviel Kenntnisse und Fertigwir auf den Antrag Kanig vollständig und für Umfaße des am Orte mit nicht selbstproduzirten Gegenständen feiten erwerben, um eine zweckmäßige erste Hilfe leisten zu können. immer verzichteten. Ich selbst halte ihn für durch= betriebenen Detailhandels festgesetzte umsagsteuer bis zu Was nützt z. B. in einem Betriebe ein noch so schöner Verbands= führbar. Zu dem Minister haben wir das Zutrauen, 3 pet. neben den sonstigen Gemeinde Anlagen zu entrichten fasten, wenn niemand in der Lage ist, eine Blutstillung herbeidaß er, als genauer und wohlwollender Kenner der Landwirthhaben. schaft derselben zu helfen willens ist. Wir hoffen, daß sich zuführen oder einen zweckmäßigen Verband anzulegen? Ein Der Begründer dieses unglaublich plump stilisirten und un- solch trauriger Fall, wie vor furzer Zeit vom Vorwärts" gedadurch ein Berhältniß gegenseitigen Butrauens fertigen Antrags, Abg. Nüder, Bürgermeister von Roßwein, meldet, wo ein in seinem Berufe verunglückter Arbeiter verherausbilden wird.( Sehr richtig!) Abg. v. Waldow( t.): Herr Rickert hat für die Land- machte den Versuch, ihn zu verbessern und wollte an ſtelle des bluten und dadurch sein Leben laffen mußte, weil die Arbeitswirthschaft bisher nichts gehabt, als leere Redensarten. Herr was auf der linken Seite ironisches Gelächter hervorrief. Die Abgg. zu erreichen war und Hilfe in der Sanitätswache der GewerbeGothein scheint nicht zu wissen, daß das ganze Ausland Dr. Schil!, sowie unser Genosse Stolle Gesau übten Ausstellung durch den Portier derfelben vereitelt wurde, könnte verseucht ist.( Heiterkeit.) Ich kann den Minister nur eine vernichtende Kritik an der formellen Seite des Antrages, dann nicht vorkommen. dringend bitten, im Interesse unserer Viehzucht die Grenz wie sie auch dessen Undurchführbarkeit klarlegten. Abg. Stolle sperren fireng aufrecht zu erhalten.( Bravo! rechts.) Eine öffentliche Versammlung der Möbelpoliver, bie meinte, ehe die Herren Konservativen die Uebersehung des maßregeln gegen Rußland und Galizien. Auch der Milch- Anträge in gemeinverständlichem Deutsch schreiben lernen. Abg. Ring( t.) wünscht strengere Absperrungs- Schulchan aruch forberten, sollten sie erst ihre eigenen von etwa 700 Personen besucht war, nahm am Sonntag Vormittag Stellung zur fünftigen Lohnbewegung. verkehr an der Grenze muß geregelt werden. Bei uns wird die Im Auftrage der Lohn- oder Siebener- Kommission berichtete Milch Franker Kühe abgefocht, also entwerthet, an der Grenze Konsumvereine hielt aber unter allgemeiner Aufmerksamkeit mehr wesentlich umgeänderten 2ohntarif. Derselbe umfaßt Die beste und grundlegende Nede über die Bedeutung der Inge über den bereits im Jahre 1890 aufgestellten, aber nungeschieht das nicht. Mit jeder Verseuchung unserer Märkte und unser Genosse Postelt, der die demagogischen Absichten, vier Hauptgruppen der verschiedenen Berufsarbeiten und zwar Schlachthöfe ist jedesmal ein Preisdruck verbunden, der die Land- die Unmöglichkeit, mit dergleichen Belästigungen der von Arbeitern Raftenarbeit, geschweifte Arbeit, Spiegelarbeit und Nähmaschinenwirthe schädigt. Man sperre die Grenzen strenger, aber be- gegründeten Konsumvereine denn diese sind ein Haupt: Arbeit. Abgesehen von den zahlreichen Theilarbeiten, für die angriffspunkt für die Wortes Wohnsiz " Rammergericht ist festgestellt, daß durch Börsenspekulationen die den Niedergang des Kleingewerbes aufzuhalten, die Untenntniß besondere Berechnungen aufgestellt waren, die nach wenigen Abänderungen auch von Fleisch- und Getreidepreise in ungeheuerlicher Weise beeinflußt der ökonomischen Verhältnisse, die sich in dem Antrage offenbart, wurden, bestehen der Versammlung angenommen wurden; namentlich wurde im vorigen Sommer ein wahrer weiblich geißelte. Auch der Abg. Seifert( Soz.) wandte sich im allgemeinen neun Stunden Arbeitszeit, Montag und bestehen die Hauptforderungen in folgendem: Raubzug von der Börse durch Herunterdrücken der Preise gegen den Antrag, der gegen die wohlfundirten Ausführungen Sonnabend 8 Stunden, also pro Woche 52 Stunden gegen 54 gegen die Landwirthschaft unternommen. Es zeigte sich da der oppositionellen Redner äußerst kläglich vertheidigt wurde. mals, daß wir zur Zeit der höchsten Getreidepreise die niedrigsten Zu der bereits erlittenen Blamage fügten die Konservativen darüber, aber niemals darunter; bei dunklen Mahagonimöbeln im vorigen Tarif; Mindestlohn 27 M., bei Affordarbeit wohl Brotpreise und umgekehrt zur Zeit der niedrigsten Getreidepreise eine neue hinzu, als sie sich auf die von nationalliberaler Seite( fogenannten englischen) nicht unter 30 M.; bei Nähmaschinen die höchsten Brotpreise hatten. Die Umwandelungskosten für gemachte Anregung entschlossen, diesen Wechselbalg von Antrag follen dieselben Forderungen wie etwa bei Frister n. Roßmann eine Tonne Getreide in Brot betragen auf dem Lande 15 M., in an die Petitionsdeputation, statt an die Gesezgebungsdeputation gestellt werden. Die genaue Ausarbeitung des Tarifs wird in den Städten 90,60 m.( hört! hört!) abzugeben. Selbstverständlich stimmten die sozialdemokratischen der Sigung der Kommission Mittwoch, den 5. Februar, Minister Frhr. v. Hammerstein: Die Börsenmanöver Abgeordneten auch hiergegen, da dieser Antrag formell und dem abend 3 8 1hr, bei Wiedemann, Blumenstr. 38, erhaben umfassende Maßnahmen zur Folge gehabt, die auch beim Sinne nach lächerlich, ja mehr als das, schon eine Blamage für folgen, wohin sich nach der Aufforderung Kluge's alle dieneuen Börsengesetz Beachtung gefunden haben. Auch die Berliner das Parlament ist, das ihn in kommissarische Berathung nimmt. jenigen wenden sollen, die noch etwaige Henderungen wünschen; Speicherverhältnisse werden zu bessern sein, damit vermieden Man wird diesem Unifum nun in der Petitionskommission ein die endgültige Beschlußfassung über den Tarif erfolgt in der wird, daß nicht ein Unternehmer feine Hand auf sämmtliche Begräbniß 2. Klasse bereiten wollen; sowie er aber in der öffentlichen Bersammlung, die am Sonntag, den Speicher legt. In den Quarantänefachen ist der Landwirthschafts- Schlußberathung, wenn auch in veränderter Form wieder er 9. Februar bei Hente, Naunyn str. 27, abgehalten wird. minister nicht allein maßgebend. Der Preisdruck auf Schweine scheint, wird er die Blamage der Konservativen nur vermehren. Hierauf schilderte Reuter die auch in der Möbelpolirerei fleisch mag daher rühren, daß für die Versorgung der Industriebezirke Schlesiens die Einfuhr russischer Schweine nöthig war, die ärztlichen Bezirksvereine in Schlußberathung ge- die einzelnen Unternehmern aber noch nicht genüge; man steigere In derselben Sitzung wurde auch der Gefeßzentwurf über betriebene schamlose Ausbeutung der Frauenarbeit, vielleicht ist diese Einfuhr zu umfangreich bemessen; dann soll nommen. Genosse Geyer betonte, daß durch die DeputationsAbhilfe geschaffen werden, ebenso betreffs Einführung von Milch, berathung im Prinzip nichts an dem Entwurf geändert sei, der den Unternehmerprofit noch dadurch, daß mit den wenn der Nachweis gelingt, daß dadurch die Maul- und Klauen- einen Triumph der Zunftmichelei darstelle, die aber sicher durch schwarzen, sog." echten" Möbeln dem Publikum feuche eingeschleppt wird. gegenüber der größte Betrug verübt werde; es Abg. Möller( natl.): Der Ton der Rechten hat er so meinte Redner, sei es, daß die Aerzte selbst sich nicht lebhafter diesen schamlosen Betrug offen darzulegen, zu Praxis und Forschung baldigft überwunden werde. Bedauerlich, fei eines jeden ehrlichen Arbeiters Pflicht, freulicherweise an seiner agitatorischen Heftigkeit gegen das Gesetz gewehrt hätten, dessen Nachtheile sich bald be mal er gerade von den sogenannten Stüßen der sehr verloren; geht die Landwirthschaft fachlich vor, so merkbar für sie machen würden. Ordnung" wird auch Regierung und Parlament für sie zugänglicher sein. am schlimmsten betrieben werde! Industrie und Landwirthschaft stehen in innigem Busammen die Borlegung der im Gesezentwurf eine Rolle trotz aller Auftrengung nicht mehr als 4-5 Mart wöchent Bemerkenswerth bei dieser Debatte ist, daß, als Geyer Frl. Menzler theilte dann mit, daß bei manchen Arbeiten hange. Hüten wir uns vor chikan ösen Einfuhrbestim spielenden Standes refp. Ehrengerichtslich zu verdienen sei; sie forderte daher alle Arbeiterinnen in der mungen( Sehr richtig!) Wenden wir folche gegen Ordnung forderte, der Minister des Junern erklärte, Möbelpolirerei auf, fich nicht nur der Organisation anzufchließen, Amerika an, so ist die sichere Folge eine Erschwerung unserer was bis jetzt davon fertig sei, habe der Deputation vor sondern auch in der Agitation für die Lohnbewegung thätig zu Zuckerausfuhr. Die Millionen, welche unsere Ausfuhr uns ein- gelegen. Geyer forderte aber, daß sie zur Einsicht der Kammer sein. An die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen bringt, vertheilen sich gleichmäßig über das ganze Land, denn vorgelegt werde, denn sonst sei seine Fraktion, die man von dieser beiden Redner knüpfte Richter die Aufforderung, die auch der Arbeitsverdienst der Industrie Arbeiter fließt haupt den Deputationen ausgeschlossen habe, außer Arbeiter und Arbeiterinnen in der Konfektionsbranche sächlich der Landwirthschaft zu. In dem Zusammenwirken aller stande, darüber zu urtheilen. Er stelle vor dem Lande fest, daß fräftigst zu unterstützen, namentlich dadurch, daß die Frauen Stände beruht die Wohlfahrt des Staates.( Bravo!) die sozialdemokratischen Abgeordneten auf während des Lohnkampfes einfach keine Arbeiten ausführen. Auf eine Anregung des Abg. Damink( f.) bemerkt der diese Weise verhindert würden, voll und ganz Minister, daß ein erheblicher Biehschmuggel an der holländischen ihre Pflicht zu thun. Eine öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins Grenze nicht bestehe. Der Minister des Innern verwahrte sich zwar dagegen, und der Vororte, die von etwa 8-900 Mann besucht war, verNach kurzen Bemerkungen der Abgg. Dr. Schnaubert( t.) daß die Regierung diese Absicht habe, und der Abgeordnete handelte am Sonntag im Feenpalast über die Frage: Sind wir und v. Glebocki( Pole) erörtern die Vertreter des Zentrums Opis( fons.) unternahm es, der Welt glauben zu machen, daß gewillt, eine Verkürzung der Arbeitszeit und eine Erhöhung des Graf Strackwik, Herold und Humann die unterschiedliche durch den Ausschluß aus den Deputationen die sozialdemokrati Lohnes zu fordern? Fischer leitete die Verhandlungen ein, Stellung der Zentrumsmitglieder zum Bunde der Landwirthe schen Abgeordneten gar nicht benachtheiligt feien, aber es wurde dem indem er die schlechten Lohn- und Arbeitsverhältnisse im und zum Antrage Kanig. Abg. Gothein( frf. Wg.) hält die Behauptung aufrecht, daß Herrn von unseren Genoffen Geyer, Goldstein und Stolle Bimmerergewerbe schilderte und die Nothwendigkeit darlegte, daß mit kräftigen Worten diese Spiegelfechterei verwiesen. Der Schritte zu deren Aufbesserung gethan werden müssen. Er empfahl mit den Absperrmaßregeln auf die Fleischpreise einzuwirken be: Schwerpunkt liegt boch bei Deputationsarbeiten darin, daß die den Vorschlag der Playdeputirten, welcher besagt: in betreff der Lohnzweckt wird; das habe der Minister auch zugegeben in seiner Mitglieder derselben das Stimmrecht haben, eigene An- und Arbeitsbedingungen treten die Forderungen, die die Berliner Darstellung über die Einfuhr aus Rußland nach Oberschlesien. träge stellen können und so ein Minoritätsvotum 3immerer im Jahre 1889 gestellt haben, in trait. Diese FordeAbg. Dr. Gerlich( ft.): Die Herren links trösten die Land: herbeiführen können, dessen Motive dem Deputations- ungen sind: 9- stündige Arbeitszeit, 60 Pf. wirthschaft schon seit langem damit, daß sie höhere Roggenpreise bericht angefügt werden dürfen. Stundenlohn und Sonnabends ist eine Stunde prophezeihen. Der Bund der Landwirthe wird so lange bestehen, Es war den Gegnern höchst unangenehm, daß an einem so früher Feierabend zu machen. Der Tag, wann diese als die Noth der Landwirthschaft dauert; mit ihr wird auch der drastischen Beispiel einmal nachgewiesen werden konnte, daß Forderungen in fraft treten, wird von der Versammlung bestimmt; Bund aufhören. Wir wünschen, daß das bald geschehe. man den sozialdemokratischen Abgeordneten erforderlichenfalls sollen fie mittelst partiellen Streits durcheingehende parlamentarische Mitarbeit un- gesetzt werden. Den Ausführungen Fischer's folgte eine sehr möglich machen und alles hübsch unter sich eingehende Debatte, woran sich u. a. Obst, Leonhard, Rickert, allein abmachen will. Petereit, Flieger, Lehmann und Hinge betheiligten, Wie dabei die gesetzgeberische Arbeit leidet, das zeigt sich die alle für die Nothwendigkeit einer Lohnbewegung, insbesondere gerade an dem besprochenen Gefeßentwurf, der, in einseitigfter Weise hergestellt, ein Beweis schlechter Gesehmacherei ift. Mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wurde dieser Gefeßentwurf, ein Ausfluß der Zünftlerei und des Raftengeistes, F Hierauf wird der Titel" Ministergehalt" bewilligt. Das ganze Kapitel„ Generalfommiffionen" wird nach kurzer Debatte bewilligt, worauf das Haus die weitere Berathung auf morgen 11 Uhr vertagt. Schluß 44 Uhr. Sächsischer Landtag. Dresden, 2. Februar. angenommen. Soziale Meberlicht. = für die Verkürzung der Arbeitszeit einiraten. Von mehreren Rednern wurde über den unter den Zimmerern leider noch herrschenden Indifferentismus geklagt und an deren Solidaritätsgefühl appellirt, damit man unter Ausnutzung der durch die Gewerbe Ausstellung geschaffenen güuftigen Situation die Die Konservativen der zweiten Rammer bemühen sich trampsForderungen durchsetzen könne. In etwas anderem Sinne haupt, den Antisemiten das Wasser abzugraben, sie fühlen, daß äußerte sich Knüpfer. Er verglich die gegenwärtige ihre Position mehr und mehr wankt. Und sie haben alle UrBewegung mit derjenigen von 1889 und meinte, damals fache, einen Umschlag der Stimmung in Philisterkreisen zu habe eine wahre Begeisterung unter den Kameraden gegunsten der Antisemiten zu fürchten. Mit ihrem ultra. Die Schuh, Schäfte- und Lederfabrikanten Deutschlands herrscht und der Andrang zu den Bersammlungen fei weit größer reaktionären Vorstoße gegen das Wahlrecht treten am 6. Februar. vormittags 11 Uhr, im Frankfurter Hof gewesen als jetzt. Der zur Durchführung einer Lohnbewegung haben sie die Situation für ihre Partei und für die Re- in Frankfurt a. M. zu einer öffentlichen Besprechung zu erforderliche gute Geist sei nicht vorhanden, das beweise das ge= gierung, die fie für ihre Pläne geneigt zu machen ver- sammen. Zweck der Versammlung ist wie es in der Ein- ringe Interesse, welches diese Versammlung den Ausführungen standen, unendlich verschlechtert. Der Minister des Innern ladung beißt, den Interessenten, welche durch die im Sommer der Redner entgegenbringe. Unter diesen Umständen fönne ein ließ hinsichtlich der Absicht, das Wahlrecht 311 ver 1895 stattgehabte Hausse und der darauf folgenden Baissebewe- Etreit leicht ein Schlag ins Wasser sein. Die Versammlung schlechtern, zu zeitig und zu ungeschickt die Maske fallen. gung der Lederpreise in hohem Grade beunruhigt sind, zu möge sich ihren Beschluß deshalb reiflich überlegen. Nachdem Darauf mußte die Wahlrechts- Bewegung kommen, die den zeigen, daß die rückläufige Konjunktur doch nicht so weit vor noch einige Redner für die Bewegung eingetreten waren, wurde Reaktionären bereits so unbequem geworden ist und die doch geschritten ist, daß die vor der Hausse notirten niedrigen Preise nach 23/ 4stündiger Dauer die Debatte über diesen Puntt noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. wieder Plaz greifen tönnten. Es zeigt im Gegentheil der geschlossen und zur Abstimmung geschritten. Verschiedene AuM Von dieser Bewegung profitiren die Parteien, die gegen gegenwärtige Rohhautmarkt eine Festigkeit der Preise nach oben, träge waren eingegangen, die in Beziehung auf die Lohnhöhe von die Wahlrechts Bertrümmerung Front machen, also auch die es vor der Hand unmöglich erscheinen läßt: weder fertiges dem Antrage der Playdeputirten abwichen und statt 60 Pf. nur die Antisemiten, die nebenbei bemerkt die Situation Leder, noch fertige Schuhwaaren zu den früheren Preisen her- 55 Pf. Stundenlohn zu fordern verlangten. Neberstunden sollten nicht gehörig auszunüßen verstehen. Aus diesem Grunde zustellen. Durch den Austausch der Meinungen der Produzenten nach einem Antrage mit 65, nach einem andern mit 75 Pf. betaten die Konservativen in der zweiten Kammer am 28. Januar soll versucht werden, eine Klärung der Eituation innerhalb der zahlt werden. Auch über den Zeitpunkt des Inkrafttretens der für die Petition eines Polizeiregistrators ein, der die Ueber Branche berbeizuführen, außerdem aber den Schuhhändlern und Forderungen waren die Ansichten verschieden. Einerseits wurde sehung des Schulch an aruch aus ethischen Gründen wünschte. Schuhkonsumenten nahe zu legen, daß ein weiteres Heradbrücken der 17. Februar, andererseits der 15. März beantragt. Andere סין bie = = " uhr, Annenstraße 16: Versammlung. Holz- und Steinbildhauer- AngelegenAnträge bezogen fich auf die Forderungen: Sonnabend3 von 3 Mitgliedern zu überweisen. Ueber die Thätigkeit der Dele- stätten, wo der geforderte Bohn nicht erreicht wird, veluniär und eine Stunde und an den Tagen vor den großen Festen zwei girten zur Gewertschaftskommission berichtete Gärtner. moralisch einzutreten. Ferner verpflichteten sich die Anwesenden Stunden früher Feierabend zu machen. Es wurde festgestellt, Da er drei Jahre Mitglied der Kommission war, lehnte er eine zum Anschluß an den Holzarbeiter Verband, soweit sie diesem das diese Punkte mit in den Forderungen von 1889 enthalten und Wiederwahl ab. Schneider ermahnte die Hilfsarbeiter, mehr für noch nicht angehörten. Weiter wurde die Einführung von Streifalso in dem Antrage der Playdeputirten mit inbegriffen ihre Organisation zu thun und vor allem den Zusammenhalt in farten beschlossen, in die allwöchentlich Marken im Betrage von 25 Pf. feien. Der Antrag der Play deputirten wurde den einzelnen Brauereien besser zu pflegen. Es wäre sehr einzufleben sind. Daneben werden die Sammellisten beibehalten. Zum darauf mit großer Mehrheit angenommen, wo- bedauerlich, daß von 3000 Brauerei Hilfsarbeitern Schluß bestimmte man, daß die Werkstätten- Vertrauensmänner durch, wie der Vorsitzende feststellte, alle anderen Anträge ge- nur 150 organisirt feien. Er müsse es ablehnen, ein am Donnerstag in den Viktoria Sälen über die Angelegenheit fallen waren. Ferner wurde beschlossen, daß die Forderungen Amt anzunehmen, so lange nicht der Fall Bogel erledigt sei. weiter berathen sollen. In Rigdorf steht es um die Lage der am Montag, den 10. Februar in frost trafen Bei der nun vorgenommenen Neuwahl ver Defegirten wurde polzarbeiter besonders schlecht. Bie Mittarg in seinem Borfollen. Gin Antrag Lehmann's: auf allen Baustellen, von Den Brauern Wiedemann, von den Hilfs trage mittheilte, beträgt dort der Wochenverdienst im Durchschnitt wo gegenwärtig 9 Stunden gearbeitet wird, feine Ueber arbeitern chappach gewählt. Auf Schüler'3 An 13,50-15 M.; im günstigsten Falle verdiene ein besonders Stunden mehr zu machen, und nöthigenfalls dort die trag wurde an stelle des Kollegen Rolz, dem man fräftiger Arbeiter 2-3 m. mehr. Ein weiterer Mißstand in Arbeit sogleich niederzulegen, wurde angenommen. Rap 3. Echuld giebt, seinen Pflichten in der letzten Zeit in keiner Weise Rixdorf ist die Sonntagsarbeit und die Feierabendarbeit, be dorf, Klamann, Paul Schulz und Kantow wurden nachgekommen zu sein, der Kollege Diet ba ch gewählt. Es sonders bei der lungenschädlichen Petroleumbeleuchtung. gewählt, um mit dem Vertrauensmann und dem Kassirer zu tamen nun die Vorkommnisse auf der Vittoriabrauerei fammen als Lohnfommission zu fungiren. Damit war der erste zur Verhandlung. Kollege Hod app schilderte den Vorfall, der dungs- Vereins, die am 20. d. M. tagte, hörte eine VorSchöneberg. Die Versammlung des Arbeiter Bil. Punkt der Tagesordnung erledigt. Die inzwischen start ge- zu seiner Entlassung geführt hat, wie folgt: In lichtete Versammlung überwies beim Punft Verschiedenes" der Nacht Tesung über„ Die Gründung des Deutschen Reichs". Der Dise vom 18. zum 19. Januar feien mehrere fussion hierüber folgte eine eingehende Erläuterung der bevorfolgende Anträge den Platzdeputirten zur Entscheidung: Künftig Kollegen, die von einem Vergnügen heimkehrten, zu nur auf Marken und nicht mehr auf Liſten zu sammeln; den ihm auf das gemeinsame Wohnzimmer gekommen und hätten stehenden Gemeinderathswahl. Nach Erledigung verschiedener Vertrauensmann für feine Thätigkeit in der Lohn dort noch mehrere Glas Bier getrunken. Bei dieser Gelegenheit Fragen beschloß man, das Thema„ Das Recht auf Arbeit" auf die Tagesordnung der näc, ften Bersammlung zu setzen. Fünf bewegung zu entschädigen; ein Lokal 811 beflimmen, habe er eine Sammelliste für inhaftirte Kollegen herumgehen Genossen traten dem Verein als Mitglieder bei. Kameraden, die infolge des angenommenen faffen. Der hinzugekommene Kellermeister, der die anwesenden Antrages Lehmann schon am Montag die Arbeit niederlegen, fich Brauer entfernt wissen wollte, habe ihm sofort und zwar in In Schöneberg war zu Sonnabend Abend eine Ges zu melden haben. Weiter wurde beschloffen, in öffentlichen Vere grobem Tone die Fortsetzung der Sammlung verboten, worauf mein de wähler Versammlung nach der Schloßfammlungen von jetzt an tein Protokoll mehr zu führen und zur er, Hodapp, in bestimmter, aber ruhiger Weise erwidert brauerei einberufen, aber am Sonnabend Mittag von der nächsten Sigung der Plazdeputirten den Innungsgesellen Aus- habe, daß er das gemeinsame Wohnzimmer für einen Polizei verboten worden, da zur Abhaltung von Versammlungen schuß einzuladen. Lehmann berichtete darauf über die letzten neutralen Boden halte, wo die Macht des Kellermeisters daselbst die Erlaubniß noch nicht ertheilt sei. Die sehr zahlreich und forderte die entschieden versage. Der Kellermeister habe sich sofort beim erschienenen Versammlungsbesucher wurden daher in letzter Kameraden, deren Frauen und Töchter in der Kon Braumeister beschwert und dieser habe ihm, Hodapp, erklärt, Stunde nach dem Lokal des Genossen Obst in der Grunewaldfettionsindustrie arbeiten, auf, diese zur Theil daß er den Kellermeister gröblich beschimpft und beleidigt hätte. straße 110 beordert. An Stelle des hierdurch am Erscheinen vernahme an der Lohnbewegung der Schneider Wer aber den Kellermeister beleidige, der verletze zugleich die hinderten Referenten mener erläuterte Genosse Köster und Schneiderinnen zu veranlassen. Der Vor- Autorität des Braumeisters und ein derartiges Vergehen könne die vom Wahlfomitee als Programm für die Gemeindefitzende Fischer gab noch bekannt, daß am nächsten Sonntag nur durch sofortige Entlassung gefühnt werden. Giermann rathswahl aufgestellten Forderungen, betreffend die allgemeinen wieder eine öffentliche Bimmererversammlung abgehalten wird, berichtete nun, was die Agitationsfommission in dieser Sache sanitären Zustände( maison de santé), Errichtung einer Sanitätsund schloß mit einem Hoch auf die Bimmererbewegung die Ver- unternommen hat. Zunächst wäre sie bei dem Direktor Kaskel vor wache, einer öffentlichen Badeanstalt und öffentlicher BedürfnißSammlung. stellig geworden, um die Gründe der Entlassung und die Art der Be- anstalten auch für Frauen; genügende Desinfektion; Regelung Die Hausdiener, Packer und Weinkellerei- Arbeiter schimpfung zu erfahren. Der Direktor habe eine ausweichende des Feuerlöschwesens; öffentliche Anschlagfäulen; unentgeltliche hörten am Freitag in einer öffentlichen Versammlung einen Vor- Antwort gegeben, weil er nicht informirt fei, und schriftlichen Lehrmittel für arme Schultinder; Regelung des Submission3trag Litfin's beifällig an und nahmen dann den Bericht Bescheid in Aussicht gestellt. Dieser Bescheid habe in einem wesens bei Gemeindebauten dahingehend, daß an die Arbeiter Schumann's über die Thätigkeit der Gewerkschaftskommission Schreiben bestanden, worin nur gesagt war, daß der pp. Hodapp die von ihnen geforderten Löhne gezahlt werden; Vornahme der entgegen. Nach kurzer Diskussion bierüber wurde Streitner auf grund des§ 4 der Arbeitsordnung wegen Beleidigung des Wahl an einem Sonntage. An den mit Beifall aufgenommenen zum Vertreter der Hausdiener, Packer 2c. in die Gewerkschafts- Stellermeisters entlassen sei. Auf eine nochmalige Anmeldung der Vortrag Köster's schloß sich die Wahl von nur zwei Kandidaten, fommission gewählt. Den Echluß bildete die Besprechung des Kommission habe Direktor Kastel per Rohrpoft erwidert, daß er da man für einen dritten, der Grundbesitzer sein muß, feine genächsten Gewerkschaftstongresses und dessen provisorischer Tages- die Kommission nicht mehr vorlaffen würde und nur noch schriftlich eignete Person finden konnte; gewählt wurden köst er und ordnung. Nach lebhafter Debatte entschloß man sich, diese Frage verhandeln könne. Eiermann beantragte nun folgende Bäumeler. Nachdem noch zu genauer Kontrolle der Wählernoch in einer auf den 17. März einzuberufenden Bersammlung Resolution:" Die Entlassung des Brauers Hodapp von der liste aufgefordert und von Frau Klauke auf die Bewegung in zu erörtern. Als Lokal ist das von Boly, Alte Jakobstr. 75, in Vittoria- Brauerei ist ungerechtfertigt und wird als Maßregelung der Konfektionsbranche hingewiefen worden war, erläuterte zum Aussicht genommen. betrachtet. Die Versammlung beschließt ferner, die Angelegenheit Schluß der inzwischen erschienene Referent Meyner in furzen zur Regelung nochmals der Agitationsfommission zu überweisen." und fräftigen Worten die Aufgaben der Gemeindevertretung, Im Verband der Damen Konfektionsarbeiter und Steiner betonte, daß es sich hier weniger um die Person worauf, wegen der Polizeistunde, wie üblich die Versammlung Arbeiterinnen Berlins und Umgegend theilte in der General handle, sondern daß hier in dem Vorsitzenden des Fachvereins aufgelöst wurde. versammlung am 20. Januar Spotter mit, daß in den Ar- wieder einmal der Organisation eins ausgewischt werden sollte. beitsnachweisen 296 Bügler, Buschneider und Stepper Beschäfti- Nach ähnlichen Bemerkungen Richter's und Sartner's in seiner ersten diesjährigen Generalversammlung folgende AbDer Arbeiter- Bildungsverein in Strasburg i. 11. nahm gung gefunden hätten; die Nachfrage der Meister nach Mäntel wurde die Resolution einstimmig angenommen. Beim Punkt rechnung des Kassirers Peter entgegen: Einnahme im vierten näherinnen sei groß gewesen, man habe ihr aber wegen Verschiedenes" wurden die Verhältnisse auf dem Münchener Quartal 14 M., Ausgabe 6,25 M., Ueberschuß 7,75 M., dazu Nichtbetheiligung der weiblichen Mitglieder nicht entsprechen Brauhaus von den dort arbeitenden Kollegen zur Sprache ge gerechnet 7,10 m. Kaffenbestand vom dritten Quartal, beträgt tönnen. Spötter forderte daher besonders die weiblichen Mit- bracht, obwohl Direktor Arendt erklärt haben soll, daß der Kassenbestand 14,85 M. Der Kassirer erhielt einstimmig glieder zur befferen Benutzung des Arbeitsnachweises auf, damit er jeden, der in der Versammlung etwas ungünstiges Decharge. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: das Annoncenwesen nach und nach beseitigt werde. Sodann über das Münchener Brauhaus vorbringe, sofort enttheilte er mit, daß der Verband in seinem ersten Geschäftsjahr lassen werde. vorbringe, sofort ent- tower und Hauptmann, Vorsigende; Peter und Die von Diepes und anderen Rednern eine Mitgliederzahl von 563 erreicht habe, und forderte auf, die über diese Brauerei gemachten Angaben wurden auf Antrag des öhn, Kassirer; arsow und Werdau, Schriftführer; Agitation auf sachlichem Gebiete weiter zu betreiben, dann ersteren der Agitationskemission zur Erledigung überwiesen. Engels, Beisiger; Vick, Ried und Klabunde, ewerde der Verband den Zweck erfüllen, zu dem er gegründet Schüler behauptet dann, daß in der Borsdorfer Brauerei in visoren. fei. Hierauf gab der Rendant Ruhle den Kassenbericht, der Neuen Königstraße einem entlassenen Arbeiter auf die Bitte, find zur Benugung der Bibliothet und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag fein Unterricht. Die Schulräume worauf ihm Decharge ertheilt wurde. Die Vorstandswahl man möge die Entlassung aus Rücksicht auf seine große Familie fchon von 8 Uhr an geöffnet. hatte folgendes Ergebniß: 1. Vorsitzender Heuser, 2. Vor- wieder aufheben, die Antwort gegeben worden sei, er solle fich Zentralverrin der Bildhauer. Dienstag, den 4. Februar, abends sigender Frau Megel, Rendant Rutle, Raffirer Beder, doch aufhängen(???). Die Versammlung drückte hierüber ein1. Schriftführer& assadelli, 2. Schriftführer Sommer, Bei- müthig ihre Entrüstung aus. Ein Antrag, der den Arbeits- Pankower Arbeiter- Verein. Jeden Dienstag nach dem 1. und 15. fizer Frl. Jaute, Fri. Fischer, Frl. Hinz. Beyer und Spötter nachweis der Ringbrauereien betraf, wurde bis zur nächsten wurden wiederholt in Vorschlag gebracht, lehnten aber sämmt Versammlung vertagt. Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Dienstag: Gut: liche Vorschläge ab. Der vorgerückten Zeit halber konnten die gefinnte Freunde, Georgenfirchstr. 65 bet Spät. Angler: letzten Punkte der Tagesordnung nicht erledigt werden und sollen nahm in seiner letzten Sizung den Kassenbericht entgegen, der 8½ Uhr bei Steppin, Dibahnhof Der Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend auch tlub I, Stallschreiberstr. 10 bei Benz. Rauchflub Eldorado, Rauchtlub Grüne Gidhe, Brigernun in der Verbands- Versammlung ihre Erledigung finden. einen Baarbestand von 194,60 m. ergab, was vom Revisor bei Lutas. firaße 19 bei fügler. Rauchtlub Deutsche Flagge, Wrangeljtr. 32 Zum Schluß wurde aufgefordert, den am 14. März bei Nieft, a bicht bestätigt wurde. Rauchtlub Am balema, Grünauerstr. 3 bei Bolz. Beberstraße, stattfindenden Maskenball zahlreich zu besuchen. Dann berichtete Schulz I im Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender: Ad. NeuNamen des Komitee's über das Gründungsfest; bei einer Ein- mann, Pafewalterfir. 8. Alle Menberungen im Bereinstalender find zu richten Verband der Möbelpolirer. In der ordentlichen General- nahme von 448,05 m. und einer Ausgabe von 302,30 M. ist nebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Stein ei che an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: versammlung gab Schulz den Vorstandsbericht. Hervorzuheben ein Ueberschuß von 145,75 M. erreicht worden. Der Vorsitzende( Böttcher), Neue Friedrichstr. 20 bei Keller. Senefelder, Rosenthalerist daraus, daß ein franter Kollege mit 25 M. unterstützt wurde dankte dem Vergnügungskomitee für seine Mühewaltung. Der Fall faße 57 bei Mernau, Gerechtigteit Westen, Bülowstraße 59 bet Echo II,& intenstraße 19 bei Neumann. Schildhorn, und daß der definitive Ueberschuß vom Stiftungsfest 126 m. be- Congo Il verursachte eine lebhafte Diskussion. Der Vorsigende verlas usedomstraße 33. Freiheit II, Adlershof, Wölftein's Luftgarten. trug. Die Abrechnung des Kaffirers ergab: Einnahme im letzten einen Brief Bartel's, worin dieser zugiebt, den Bund geschädigt zu hn'scher Sumor, Blumenstraße 32 bei Reich. Männer Gefangverein Unver= Quartal( einschließlich des früheren Bestands) 1731 M., Aus- haben und weiter erklärt, daß er die gezahlten 60 M. Sterbe- orbeertrang II( 79), Oranienstraße Nr. 190 bet Schaye. sagt II, Moabiter Klubhaus, Beusselstr. 9. Sängerchor der Töpfer, gabe 459 M., bleibt Bestand 1272 M. Der Bericht über den unterstützung als ein Darlehen betrachte, das er nach Kräften Neue Friedrichstr. 44 bei Róllig. Freies Lied, Friedrichsberg, Arbeitsnachweis vom Jahre 1895 wies folgende Zahlen auf: zurückzuzahlen verspreche. Die Delegirten erklärten sich damit Friedrich- Karlstraße 11 bet Beir ece. Männerchor Nord- Ost, Eingeschriebene Kollegen 992, abgegebene Adressen Gefangverein Rothe Nelte II, von einverstanden. Die 60 M. wurden auf drei Monate gestundet. Landsberger Allee 152 bet Göbel. Ruppiner und Schönholzerstraßen- Ece. Arbeiter Gefangverein offenen Stellen 1062, besetzte Stellen 698, nicht er. Im weiteren theilte der Vorsitzende einen Beschluß des Vor- vorwärts III, Rathenow, Restaurant Bur Erholung" bei Friesecke. ledigte 364. Die Bibliothek wurde im vergangenen standes mit, wonach eine Krauztasse eingeführt werden soll, zu Alpengloce, Große Frankfurterstraße Nr. 83 bet Gold. Jahr 219 mal benutzt, was gegen das Jahr 1894 einen ent- der jeder Klub 6 Monate lang 20 Pf. beizusteuern hat und aus tett II, Weinstraße Nr. 11 bei Feind. Gich entrans, Prenzlau, Stettinerstraße Raifergarten". Weddinger Harmonie schiedenen Rückgang bedeutet, wobei noch zu berücksichtigen ist, der jeder Sterbefall im Vorwärts" zu annonciren ist. Dieser Reinickendorferstr za bei Echulz. Vorwärts VIII, Marwig i. d. Mark, daß eine verstärkte Anschaffung von Büchern stattgefunden hat. Beschluß wurde mit dem Zusatz einstimmig angenommen, daß bei W. Nölte. Wach auf, Bantow, Bollantstr. 122 bei Klemens. Frete Sänger III, beeдer= Die Bibliothek enthält 235 Bände, ihr Ankaufswerth beträgt jeder Kranz 5 M. kosten soll. Ferner bestimmte man, daß in Concordia, Simeonstr. 28 bet A. Flick. mühle bei Eberswalde. Gefangverein Acacte( gemischter Chor), Naunyn250 M. Es wurde dann das vom Vorstand revidirte Statut Bukunft der Vorsitzende nicht nöthig hat, bei Unterstützung in firaße 37 bei Jablonski. Wilmersdorfer Liedertafel, Deutschvorgelesen und genehmigt; als wichtige Neuerungen sind zu be- Sterbefällen seine Unterschrift zu geben. Der Kassirer Wilmersdorf, Bad. Gesangverein Arion, Wittenberge, Thurmstraße 23, merfen, daß es jetzt nicht mehr heißt: 10 Pf. Weitrag und wurde beauftragt, Wacht auf I, Wörther und Nytestraßen Edejeden Sterbefall per Reichs Post Bentralhalle. Sarmonie III, Rigdorf, Bergftr. 142 bet Schimtäse. Gangesluit, 10 Pf. Extraftener, sondern 20 Pf. Beitrag, ferner zahlen die farte zu melden. Die Klubs, Morgenroth" und" Sumatra S.-D." Butouferstr. 30 bei Reimann.- Alpenglühen, Manteuffelftr. 9 bei Nowac. weiblichen Mitglieder kein Einschreibegeld, sondern nur 10 Pf beantragten, zu gunsten der Bundeskasse am 1. Osterfeiertag eine Beitrag. Zum Schluß der Versammlung wurde auf den Masten- Matinee zu veranstalten. Dieser Antrag wurde angenommen Fürſtenſtr. 18 bet Hering.- Gefango. Myrthe, Alte Jakobstr. 68 bei Dieffens bach. Gesangverein Kreuzberg, Schönleinstr. 6 bei Kraaß.- Gefangverein ball des Verbandes aufmerksam gemacht. und die Sache einer früheren Kommission überwiesen. Um den Der Gnterbten, Swinemünderftr. 120, bet Otto Bachgänger.- GefangFall Schaum contra Rosenhain betreffs der Raucher Zeitung" verein Deutsche Liedertafel, Blumenstr. 38 bei Wiedentann. Die Brauerei: Arbeiter hatten sich am Sonntag Nach aufzuklären, wurde eine Fünfer- Kommission gewählt. Auch soll Gesangverein Frobfinn 1, Rummelsburg, Göthestraße, Gede Kantpraße mittag in beträchtlicher Zahl in Cohn's Festfälen versammelt. bei Mertens. Arbeiter Gefangverein Olympia, Adalbertitr. 8 bet Cauermann.- Gefangverein Abendroth, Deutsch Wilmersdorf, BerZunächst hielt Genoffe Jahn einen Vortrag über die 25 jährige ofenhain zur nächsten Delegirtenfigung geladen werden. Deutscher Männerfang, Belforter: Arbeiterbeglückung im Deutschen Reiche", der mit großem Beifall Die Freie Vereinigung der Bau- und gewerblichen linerstraße 40 Voltsgarten". straße 15 bei Schneider. Handschuhmacher Gesango. Arion III, Branden aufgenommen wurde. Dann gab Eiermann den Kaffenbericht Silfsarbeiter von Rigdorf und Umgegend hielt burg a. 5., Hauptstraße, Winkel's Salon. Gefangverein Rütlt= der Agitatione kommission. An Einnahmen sind zu verzeichnen 19. Januar ihre Generalversammlung ab. Der Kaffenbericht Friedenau, Sandjery- und Rönnebergerstraße- Ecke im Restaurant Weinert. 3535,27 M., denen an Ausgaben 3510,22 m. gegenüberstehen. ergab solgendes: Bestand vom 3. Quartal 22,57 M., Einnahme Gesangverein Alven veilchen, gem. Chor, Reinickendorferstr. 7a bei Erdmann. Gesangverein Sängerhorst, Mariannenstr. 48 bei Liebe Unter letzteren befinden sich 2884,35. Unterfügungen für im 4. Quartal 22,40 M., Ausgabe vom 4. Quartal 17,22 m., Henschel. Gesangverein Bruderbund, fedomftr. 22 bei Fidinger. Gesango rein Gemaßregelte. Es ist somit ein Bestand von 25,05 Wt. vor- somit bleibt ein Raffenbestand von 27,75 M. Außerdem sind Gefangverein Süd- Ost, Cuvryfir. 25 bet Wilhelm Erbe. handen. Gefangverein Der Freie Feldlume, Wienerstraße 31 bei D. Klein. Dem Kassirer wurde einstimmig Decharge ertheilt. dem Kassirer 30 M. aus der Kranzbüchse überwiesen. Liberte, Wrangelfiraße 84 bet G. Rebanz. Gesangverein Freiz Dieser bemerkte, daß noch 12 Listen seit dem 17. April 1894 Kassirer wurde entlastet. Hierauf traten drei Kollegen der heit III in Weißenfee, König- Chauffee 38 bei Pfeifenmüller. Freier Dann wurde an ftelle eängerchor Alt Glienice, Köpenickerstraße bet Start Witte. Gefang ausstehen, um deren umgehende Abrechnung er erfuche. Hierauf Vereinigung als Mitglieder bei. Dertel's Kollege berichtete Neumann über die im letzten Jahre sehr umfangSchönberg Gesangverein Hand zum Revisor gewählt. verein Wiederball, Admiralsir. 21 bei Schnteber. in Hand I, Mariannenstr. 41 bet Richter. Gefangverein Georginia, reich gewesene Thätigkeit der Agitationskommiffion. Die Kom- Im weiteren gab der Vorsitzende bekannt, daß die Sache des Görligerstr. 52 bei Bogel. mission hat sich in 25 Sigungen mit 80 Fällen zu beschäftigen Sartelldelegirten Rolof noch nicht erledigt werden könne, da er Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend gehabt. 52 mal ist sie bei verschiedenen Brauereien vorstellig geworden. den Kartellvorsitzenden Schulz trotz mehrmaligen Besuchs noch Alle Zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an P. Gent, 2 Arbeitseinstellungen, in dem Münchener Brauhaus und auf der nicht angetroffen habe. Beschlossen wurde dann, einen Stempel Dresdenerfir. 107/108. Dienstag. Mufitverein 5offnung, Görligerstr. 63 bei Brauerei Pichelsdorf, wurden durch die Thätigkeit der Kommission für den Vorstand aufertigen zu lassen, und der Vorstand erhielt Theatergesellschaft Liberté, Reichenbergerfir. 64 bei Schafter.- Berbeigelegt. Die Kommission ist genöthigt, an die Kollegen den Auftrag Komitee- Schleifen zu beschaffen. Nach diesem tam enügungsverein Norbwa ht, Berlebergerstr. 28 bet Sermerschmidt. Verein für die Aufforderung zu richten, ihr nur wirklich die schon seit einem halben Jahre schwebende Anschuldigung, voitsthümliche kunst, Blumenftr. 82 bei Reich. Theaterverein Theaterverein wahre Mittheilungen zu machen, damit das An die gegen das Mitglied Schnee gaß von dem unorganisirten reter Wille, Admiralstr. 18c, Märkischer Hof. Geselliger Verein sehen der Kommission den Brauereien gegen Kollegen Künzel erhoben worden ist, nochmals zur Verhandlung. untere Geifier, Brunnenstr. 62 bei Raichte. Unter uns, Beuffelstr. 66 bet Fischer. Geselliger Verein 2iegniger über nicht herabgemindert wird. Zur Zeit schweben Da Künzel trob sechemaliger Aufforderung niemals in einer& chweis. Forsterftr. 9 im Reſtaurant, Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Dien Bag. Männer- Gefangnur zwei unerledigte Fälle; der eine betrifft den Kollegen Ho Bersammlung erschienen ist, sprach die Versammlung den Kollegen dapp, der zweite das Münchener Brauhaus, Schneegaß frei und erklärte die von Künzel erhobene Be- verein Gangestreue, abends von 8%-10% Uhr bei Broz, Annenstr. 9. Musikverein Frisch auf", Reichenbergerstr. 24 bei Tauschte. Gefang Arbeits: schuldigung für eine Berleumdung. Die Angelegenheit ist für die verein una freon, abends von 9-11 Uhr im Loutfenstädtischen Klubhaus, Direttor Arendt die Benugung Des nachweises zum 1. April gekündigt bat, 1. April gekündigt hat, dafern nicht Bereinigung damit erledigt. Beschlossen wurde noch, zu der am Auneustraße 16 bei Bergner, früh. Ehrenberg. Theaterverein Tata- Loto, Theaterverein ein Kuratorium gebildet werde, in welchem er wie die 16. Februar stattfindenden Versammlung wieder einen Referenten Sigung abends 9 Uhr, bet Schlesinger, S., Jofinstraße. Freter Wille, abends 8 Uhr im Märkischen Sof, Armiralfir. 18 c.Brauer meinen anscheinend ein Wörtchen mitzureden haben zu nehmen. Vor Schluß der Versammlung forderte Kollege Arbeiter- 3itherverein Ginigteit, bet Streit, Naunynftr. 86, Uebungsstunde. Arbeiter Bitherklub Freiheitstlänge, abends von 8 bis 11 1hr möchte. Neumann forderte noch die Kollegen auf, fich immer öpner die Anwesenden auf, des Sonntags. Vormittags im bei W. Richter, Bülowstr. 65 am Dennewig- Play. Bitherflub pen= fester und fester zu organisiren, die Kommission reichlicher denn Vereinslokal die sogenannte Morgensprache nicht zu vergessen. gruß, abends 9% Uhr in den Orantenhallen, Drantenir. Gl.- Theater je zu unterstützen und nicht erst dann zu ihr zu kommen, wenn Die Holzarbeiter Rigdorfs erflärten sich am Sonntag in verein Freundeskreis um 9 11hr bei Raporte, Solmsstraße 1. Vergnügungsverein Gemüthlichteit, Sigung man entlassen worden ist. In der Debatte wurde von Schüler einer gut besuchten öffentlichen Versammlung, wo millarg Säfe wiltommen. 6 beim Gastwirth Boucher. Berliner Dilettantenbühne der Fall Vogel kontra Schneider zur Sprache gebracht, nach das Referat hatte, mit dem Vorgeben der Ber- Rheingold II, abends 10 Uhr Aderstraße 145 bet Wigel. Geselliger einer Erwiderung Neumann's und Bauer'3 jedoch liner Kameraden in betreff der Lohn- Beverein Brüderschaft Berlin Nord West, Perlebergerstraße 9, ein Antrag Richter's angenommen, von dieser Angelegenheit wegung einverstanden und verpflichteten sich, für die Restaurant Dittmann, abends 9 Uhr, darauf Fidelitas. Tambourverein heute Abstand zu nehmen, fie auf die Tagesordnung einer nächsten aufgestellten Forderungen: 9 stündige Arbeitszett, 21 M. Minimal- reiweg, gegründet 1890. Uebungsstunde bet Oberschmidt, Weinbergeweg 11D. Staitiub Schlechte Kartc", abends von 9-11 Uhr Bersammlung zu setzen und die Untersuchung einer Kommission Abschlagszahlung und prozentuale Lohnerhöhung in den Werk- bet Bogel, Görligerstr. 62. dessen W = 1 am heiten. des Monats Lefeabend und Distuffion. Werner. 1 1 Ginig Edelweiß I, Melchiorftr. 15 bei Stehmann. Waldkapelle. Meier. Musitverein Münstermann, Hochstr. 82a bei Schmidt, Theatergesellschaft 8ielbewußt, Frankfurterstr. 133 bei Gold. 1 1 Briefkasten der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. H. B. Seit Anfang November. Zinnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von S- 20% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10.Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter Turnerbundes. Jeden Dienstag und Freitag abends von 8-10 Uhr: 2. Männerabtheilung Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Babl) Efaliberfiraße 55/ 56.4. Männerabtheilung Stephanstr. 3. 5. Männercbtheilung Adei ftr. 67.1. Lehrlingsabthei ung Friebenstr. 37. 3. Lehrlingsabtheilung Boechstraße 27.- Tamenabtheilung Mariannenufer 1a. Turn verein Norden, jeden Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle, Prinzen Allee 8. Berliner Athletenverein Felfenfest, jeden Dienstag und Freitag, abends 7 Uhr, im Restaurant Sum dicen Albert", Kottbuserstr. 6. Rauchklub Sorgenfret, abends 9 1hr ret Bartel, Pallisadenstr. 22. Rauchklub Deutsche Flagge, bei Behrend, Gräfestraße 6: Sigung. Vergnügungsverein Im Brand, bei Stavicki, Barnimstraße 22. Neuer Berliner Rauchtlub, Ricgnize str. 30 bei Rasemann. arbeiter- Stenographenverein Eintracht, Unterricht und Nerungssunde abends 8% Uhr bei Wählisch, Adalbertstr. 4.Rauchklub Messalina, bei Gorn, Frankfurter Allee 119.- Rauchtlub Waldesgrün, eigung Mittwochs, abends s½ Uhr bei Tilgner, Forster Rauchtlub Portorico, abends 9 Uhr Manteuffelsir. 20 bet abends 8 1hr Wrangelstr. 32. Rauchtlub Ruhiga, abends 8% ühr, Straße 22. Schröter. entrichtende Miethe. Das Zurückbehaltungsrecht des Vermiethers besteht auch dann, wenn er es ausdrücklich nicht geltend gemacht hat. Sein Zurückbehaltungsrecht erstreckt sich auf alle Sachen, die nicht durch Gesetz von der Pfändung ausgeschlossen sind. Ausgeschlossen find von der Pfändung durch Gefeß: 1. Die Kleidungsftücke, die Betten, das Haus- und Küchengeräth, soweit diese Gegens stände für den Miether und sein Gesinde unentbehrlich sind; 2. die für den Schuldner, seine Familie und sein Gefinde auf Winterfeld, P. M. Nein. Löderburg W. W. Ist 2 Wochen erforderlichen Nahrungs- und Feuerungsmittel; 3. bei nichts anderes vereinbart, so steht der Frau das Recht zu, ihren Künstlern, Handwerkern, Hand= und Fabriks Niesbrauchsrecht einem anderen abzutreten. O. B. 31. Iftarbeitern, sowie bei Hebeammen, die zur persönlichen Ausals Kündigungsfrist 3 Monate und 3 Tage vereinbart, so müßte übung des Berufs unentbehrlichen Gegenstände; 4. die Bücher, das Kündigungsschreiben, um rechtzeitig zu sein, spätestens am welche zum Gebrauch des Schuldners und seiner Familie in der 28. Dezember in den Händen des Wirthes sein. uneheliche Kind erhält den Namen der Mutter. Den Namen der Wahl des Schuldners statt einer solchen 2 Biegen oder zwei Koch. 1. Das Kirche oder Schule bestimmt sind; 5. eine Milchkuh oder nach des Vaters kann es nur durch Heirath mit der Mutter und An- Schafe nebst dem zum Unterhalt und zur Streu erforderlichen erkennung der Vaterschaft erhalten. 2. Die Mutter. 3. Nein. Futter und Stroh, sofern diese Thiere für die Ernährung des 4. Das Kind erhält die Nationalität seiner Mutter, wird also Schuldners, seiner Familie und seines Gesindes unentbehrlich Eingelaufene Druckschriften. militärpflichtig, auch wenn es im Ausland geboren wird. find; 6. bei Personen, welche Landwirthschaft betreiben, das Von der Benen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Dies' Berlag) ist soeben das Oberberg. Der Unfallzuschuß steht Ihnen nicht zu, weil das zum Wirthschaftsbetriebe unentbehrliche Geräth, Vieh- und 18. Heft des 14. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Krankengeld 2/3 des„ ortsüblichen Tagelohnes" erreicht. Krone und Junterthum. Margarine und Butter. Von Dr. N. Meyer. Feldinventar nebst dem nöthigen Dünger, sowie die land. Der Weltmarkt und die Agrarfrifis. Bon Parvus.( Fortsetzung.) 5. R. 45. 1. und 2. ist ohne Rücksprache nicht zu beant wirthschaftlichen Erzeugnisse, welche zur Fortsetzung der Bur Stellenvermittlung für weibliche Dienstboten. Mit besonderer Be- worten. 3. Das richtet sich nach dem Alter. 4. Nein. 1. Ja. Wirthschaft bis zur nächsten Ernte unentbehrlich sind, 7. bei ziehung auf Frankfurt untersucht von G. et. Mar Halbe's Lebenswende". Von F. Mehring.- Notizen: Ueber die Widerstandsfähigkeit von D. Sch. 1. Ja. 2. Ja. 3. Der unterliegende Theil. 4. Ver- Offizieren, Beamten, Geistlichen, Lehrern an öffentlichen UnterNaturvölkern. Feuilleton: Au Kindesstatt angenommen. Novelle von fuchen Sie eine Einigung. 5. Ja. 6. Soweit beide Gegenstände richtsanstalten, Rechtsanwälten und Aerzten die zur Verwaltung Emile Pouvillon. Autorisirte Uebersehung aus dem Französischen von unentbehrlich sind das ist die Regel find fie unpfändbar. des Dienstes oder Ausübung des Berufes erforderlichen GegenAlfred Göße.( Schluß.) J. 100. Der Thäter und Sie. K. Die Einsicht in die stände sowie anständige Kleidung, 8. die zum Betriebe einer Poziale prasie, Bentralblatt für Sozialpolitif, enthält in ihrer renesten Nr. 18 folgenden leitenden Aufiaß: Der neueste Entwurf eines betreffenden Monatsnummern steht Ihnen auf der Expedition frei. Apotheke unentbehrlichen Geräthe, Gefäße und Waaren. Was 2 ürgerlichen Gesetzbuches. Von Amtsgerichtsrath H. Jastrow. Freie C. N. Polizeiftrafen fallen nach dem Wortlaut des unentbehrlich" ist, ist im Gesetz nicht bestimmt. Hierüber Fatultät für seziale Wissenschaften in Paris. Katholisches Arbeiter: Gnadenerlaffes, der nur von Bivil gericht en spricht, nicht hat im Streitfall das Amtsgericht zu befinden. Gin verschließ Programm in Desterreich. Sozialpolitisches aus der deutschen Postverwaltung. Etädtische Milchfontrolle in Osnabrüd. Städtische unter den Bereich desselben. Jochen. Auch Sonntags hat bares Spinde, Kommode oder dergleichen, einen Tisch und je Stranfenunterflügung an ausgesteuerte Kaffenmitglieber. Berarbeitung der Wirth ein Kündigungsschreiben anzunehmen. Unterläßt er einen Stuhl für jedes Familienmitglied rechnet man im allder Gewerbezählung im städtischen statistischen Amt in Mannheim. Arbeiter und Arbeitslöhne in Deutsch- Ostafrika. es, so hat er die Folgen der Unterlassung zu tragen. Steht in gemeinen zu dem unentbehrlichen Hausgeräth. Was dem Miether Die neue Dienstboten: Crenung für Wien. Von Privatdozent Dr. 2. M. Hartmann. Bau Ihrem Vertrag aber, 3 Monat und 3 Tage vor Ablauf des nicht gehört, z. B. Abzahlungsmöbel, unterliegt nicht dem arbeiterschuß in Bayern. Schutzvorschriften für Kellnerinnen. Quartals ist zu fündigen, so mußte spätestens am 28. Dezember, Pfandrecht. Eine zum Erwerb benußte Nähmaschine wird als Preußische Vermögenssteuer- Statistit. Unterschägungen und SteuerErtlärungszwang in Ohligs. Lofalfperre gegen fäumige Steuerzahler in also am Sonnabend, Ihre Kündigung dem Wirth zugegangen unpfändbar erachtet. Eachsen. Betriebsunfälle durch Menschenhand. Von D. Meldner. sein. Ihre Kündigung war also verspätet. Gedde. Lediglich Aerztliche Untersuchung bet der Invaliden- Bersicherungsanstalt in Oft das Gesetz über Zeugengebühren ist maßgebend. Vorauszahlung " Berufsgenossenschaften. preußen.- Einfluß der Berliner Unfauftationen auf das Sellverfahren der Neue Revue". Die Wochenschrift für Politit, Wissenschaft, Kunst und offentliches Leben Neue Revue" veröffentlicht in Heft Nr. 6( 7. Jabrgang) Dem 29. Januar 1896 folgende Auffäße: Dr. R. Schüller: Das Boltsschulwesen in Desterreich; S. Lippau: Die Studentenschaft und die sosiale Frage; Das hohe Haus, parlamentarische Köpfe( Prof. Josef Schlesinger, Hofrath Dr. Wilhelm Grner, Dr. Stanislaus R. v. Madeyšti); Die Reform der medizinischen Studienordnung 2. Szczepanskt: Der polnische Roman; A. Roos: Der weiße Thurm zu Bothara; Literatur; Miniaturbilder aus der Bett. 1: 1 Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 4. Februar. Opernhaus. Der Waffenschmied. der Gebühren ist im Gesetz nicht vorgesehen. Sie tönnen einen dahingehenden Antrag, sowie einen solchen jedoch stellen, die von Ihnen berechneten Gebühren Ihnen zu zahlen. Sonntags F. S. 2. 13. 1. Nein. 2. 40 Pf. bis ruhe 14. Nein. 1 M. pro Stunde. C. A., Moabit. 1. und 2. Mein. F. B. 00, A. D. Das Retentionsrecht und Pfandrecht des Vermiethers bezieht sich nicht nur auf rückständige, sondern auf die gesammte, während der Dauer des Miethsvertrages zu Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. N Vaudeville Poffe in 3 Akten von Sylvane und Ordonneau, bearbeitet von Ed. Jacobson u. J. Kren. Musik von Edmond Audran. Urania Briefkasten der Expedition. " W. S., Hamburg. Meinen Sie Die geheimen Dokumente der russischen Orientpolitit"? Aus denselben waren seinerzeit Auszüge darüber, wie die Lockspitzelei bis zum Meuchelmorde getrieben wurde, im Vorwärts" ver öffentlicht und einige Exemplare sind noch vorräthig und kostet das Exemplar 2 M. Neuer Circus. Unbemittelten Kindern Musikunter Anstalt für volksthümliche Circus Busch( Bahnhof richt. Off.„ Mufit" Bostamt Dresdenerfir. Am Naturkunde. Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Börse). Dienstag, den 4. Februar: Abends 71/2 Uhr: Gr. ausserordentl. Vorstellung Wer liefert billig und mittleren Genre in Stoff Knabenanzügen selbständig? Offerten an F. Nahrstedt, rangelstraße 45. 1524b In Szene geſeht von Adolph Ernst. Täglich Vorstellung im wissenschaft scheus, das Waldmädchen. Eleg. Damen- Mask- Kostüme verl. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Phantaflen im Bremer Rathsteller Alexanderplatz- Theater. Das Schauspielhaus. Die Quizons. Deutsches Theater. Der zerbrochene Krug. Liebelei. Heute 8 Uhr: Zum 6. Male: Pitts. Lessing- Theater. Untreu. Fräulein Operette in 1 Aft. Text von Fritz Otto. Wittwe. Berliner Theater. König Heinrich. Nenes Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hals über Kopf Musit von Hans Loewenfeld. Hierauf: Zum 103. Male: Die kleinen Lämmer. Vorher: In doppelter Bekehrung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Von der gesammten biesigen Presse Baudeville in 2 Akten von 2. Varney. Der Hungerleider. Theater Unter den Linden. Der als die beste Novität der Saison Bettelstudent. Schiller Theater. Bittoria. Onkel anerkannt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. 3dolph Craft- Cheater. Madame Central- Theater. Suzette. Cenival- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Alexanderplatz Theater. Pitts. Hierauf: Die kleinen Lämmer. National- Theater. Konradin, der legte Hohenstaufe. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Borftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Tienstag, abends 8 Uhr: Victoria. Onkel Bräßig. Mittwoch, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Herrn Hans Preger vom Stadttheater zu Mainz. Kouradin, der letzte Hohenstaufe. Tragödie in 5 Aften von Moritz Gutmann. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: KinderVorstellung: Hänsel und Gretel. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Opern aufführung: Der Freischüiz. Alte Jakobftr. 30. Zum 151. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Hente, sowie jeden Dienstag: Stettiner Sänger Anf. präz. 8 Uhr. ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Bf.( siehe Blafate.) Urkomisches Programm! Unter anderem: Neu! Neu! Artisten- Kniffe Morgen, Mittwoch: Boirre im Moabiter Stadttheater. Walhalla- Theater Apollo- Theater Oranienstr 52( dicht am Morigplay). Eine Stunde im Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Zukunftsstaat. Die tolle Nacht. Vorher: Kneipp in Berlin. Lebte Aufführung im Walhalla Theater am 9. Februar, Die aus gegebenen Vorzugsbillets haben nur noch bis zu diesem Tage Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. Sonntags 71/2 Uhr. Entree 30 Bf. Romische Pantomime, dargestellt von der berühmten hoites- Troupe. Auftreten von Eugenie Fougère und 30 Kunstkräften I. Ranges. Raffeueröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Löwen- Weib. Allerseelen. !! Der Eden- Garten!! Marionetten Castan's Panopticum. Passage- Panopticum. 2 Täglich um 512 und 8 Uhr: Affentheater und Circus. 30 Affen, 30 Hunde, 12 Pferde, Esel, Ziegen, Schweine, Hasen Kaiser- Panorama ( Passage). Diese Woche: Zum ersten Male: Frankreich. Reise von Havre bis Treport. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Tausende Abonnenten. Der geheimnisvolle Fremde! Der Riesenbrustkastenmensch hat Aufsehen gemacht! Kaufmann's Variété- Theater Königkraße, Colonaden. Geradezu Sensation hat der beste aller Humoristen Gentes gemacht!! Theowin's Schönheits- Gallerie. Das neue lustige Progamm Im Zoologischen Garten eine Pantomime wie sie sein soll. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/58, Annenstr. 42/48 ( City- Passage). Täglich. Grosse Vorstellung. Vollständig neues Programm. Signorina Cali. Alfredo Rese. Lotte Siger. Käthehen Möller. Elektrisches Ballet. Außerdem: 3 Texaner, ausgef. von Texas- George, Herrn Althoff u. Mr. Lloyd. Eine Damen- Schulquadrille, ger. v. 6 Damen. Alligator, oftpr. Hengst, dreff. u. ger. v. Hrn. Foottit- Burghardt. Gin hippol. Potpourri von 14 Rapphengsten, breff. u. vorgef. v. Dir. Busch. Mr. Cooke als Jongleur zu Pferde. Die beliebtesten Clowns mit neuen Wizen und Späßen. Mittwoch: Zscheus. Elektr. Ballet. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Das kolossale Februar- Programm! Für Berlin durchweg neue Spezialitäten! Mss. Martha. Mr. Frankloff. Mr. Arve. Gebr. Franes. Familie Schenk. Lotti Romanowitsch. Harlow Trio. Rembrand u. Cläri. Marvelli- Truppe. Robin u. Berat. Kolter Talaschuss, 5 Personen auf dem Thurmseil. Gin 3 und 6 jähriges Mädchen als Thurmseilläufer. we Die tolle Jugend. Urtomische Pantomime von der Gesellschaft Theo. Sonntags 6 Uhr. Anfang Wochentags 71/2 Uhr. { Entree 30 Pf. NardinenG प्र. Reste von 2 bis 4 Fenstern, crême und weiß, Spottbillig, empfiehlt J. Adler bill. Köhler, Mendelssohnstr. 10, D. II. Putbuserstraße 26 * gesunde, kleine Wohnungen per sofort, auch zum 1. April 1896 bill. zu verm. Mühlenstr. Nr. 8 nahe Oberbaum, sind von sofort oder später billige Wohnungen von 1 1. 2 Stuben nebst Küche und Zubehör zu vermiethen. 43259* Frbl., faub. Zimm. a. 2 Herr. a. Schlafstelle z. verm. Solmisstr. 9, H. 1. 1. 2510b E. frdl. Schlafft. f. Hrn. bei Voigt, Rottbuserdamm 5, Agb. part.[ 2586b Staligerstr. 8, vorn 2 Treppen Ite., möbl. Schlafftelle f. Herrn. Arbeitsmarkt. Besucht Hausdiener, 1522b d. längere Zeit tüchtiger in e. 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Februar, abends 8 Uhr, im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a: Groke öffentliche 215/11 Volksversammlung Tages Ordnung: Ein firammer Junge zugereift. C. Ehling nebft Frau, geb. Ueckermann. Berlin, 3. Febr. 1896. 1523b Bildhauer Berlins! Das große Interesse, welches wir an der Holzarbeiterbewegung haben, Zentral- Kranken- u.Sterbekasse da wir event. in Mitleidenschaft gezogen werden, erfordert es, daß wir Stellung der Tischler. ( Verwaltung Berlin H.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Tischler Franz Eiferbed am 1. Februar im Alter von 47 Jahren dazu nehmen. Erscheint also alle in der Versammlung am 12. Februar bei Joël, Andreasftr. 21. Näheres siehe Inserat in nächster Woche. 22/1 J. A.: Otto Meyer, Streligerstr. 28. Sattler! an der Proletarierkrankheit verstorben Mittwoch, den 5. Februar, abends 8 Uhr, in Brochnow's Salon, Aus der lekten Beit. Referent: Reichstags- ist. Die Beerdigung findet Dienstag, Abgeordneter Richard Fischer. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Achtung! Achtung! Volks- Versammlung am Mitwoch, abends 8 Uhr, in Moabit, Thurmstr. 26 in der Ahrens'schen Brauerei. Tages Ordnung: 1/16 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Molkenbuhr über: Der Arbeiterlchuk in Theorie und Praxis. 2. Diskussion. Zur Deckung der Kosten Tellersammlung. Um zahlreiches Erscheinen, namentlich der Frauen und Mädchen, ersucht Die Einberuferin: Frau Bauschke. Maler und Berufsgenossen! Mittwoch, den 5. Februar, abends 734 Uhr, den 4. Februar, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Wrangelstr. 91, aus, nach dem Emmauskirchhofe statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 184/13 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Johanna Engel, geb. Dalke, nach schweren Leiden am 2. Februar, vormittags 93/, Uhr, ihren Schmerzen erlegen ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Febr., nachm. Uhr, von der Leichenhalle des Emmaustirchhofes aus statt. Um rege Betheiligung bittet Der hinterbliebene Gatte Heinrich Engel nebst Kindern. Sonnabend, den 1. Februar, nachm. 1 Uhr, entschlief nach kurzem Krankenlager unser innigft geliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Gürtler Julius Scherwitz im 32. Lebensjahre. Um stilles Beileid bittet Familie Scherwih. . Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. Febr., nachm. 31/2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobikirchhofes in Cohn's Festsälen( gesammte Räume), Beuthstraße 20, in Brig aus statt. Eingang in der Durchfahrt: Deffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: Bericht der Lohnkommission über die Verhandlungen mit der Lohukommission der Berliner Maler- Junnug. Alles Nähere siehe Säulenanschlag hente. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 126/10 Die Lohnkommission. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! ( Zahlstelle Berlin.) Tischler. Achtung! Vertrauensmänner- Versammlungen. Danksagung. 1531b Für die liebevolle Theilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer Tochter sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank; insbesondere den Sängern vom Gesangverein ,, Sanges- Echo" und seinem Dirigenten Ostar Apelt, für den schönen Gesang am Grabe. 2535b Carl Petermann und Frau. Rixdorf. [ 43082*] Rixdorf. Viktoria- Säle. Großer Saal für Vereine Tischmacher( inkl. Damenschreibtische und Nähtische) Sonntags noch zu vergeben. am Mittwoch, den 5. Februar, abends 8 Uhr, Sebastiankraße Nr. 39: Oeffentl. Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die gegenwärtigen Zustände in den Militäreffekten- Fabriken, die Praktiken der Fabrikanten und die zunehmende Hausindustrie. 2. Verschiedenes. 158/9 Die Agitations- Kommission. Belle- Alliance- Theater. Belle- Alliancestraße 7/8. Sonntag, den 9. Februar 1896, nachmittags 3 Uhr: Volks- Vorstellung unter Regie von Julius Türk. Ein Volkskeind. Dr. Stockmann. Bürgermeister Von Henrik Ibsen. Julius Türk.| Haustadt Wilhelm Ruff. Thomsen Rudolf Hock. Ernst Peterson. 235/8 Beginn der Verloosung 2 Uhr. 1 Sonntag, den 16. Februar: Zum ersten Male: Wilhelm Tell. Ein Geheilter schreibt, dass er alles, Lithion-, Salol-, Salicyl-, IchthyolSalbe, Baden mit Spiritus, Bäder à la Kneipp, Heublumenbäder probirt nichts half. Die Citronenkur beseitigte die Schmerzen in 5 Tagen. habe, Eine Mark per Post- Anweisung zu senden an den Verleger A. H. Payne in Leipzig. Hinter Leipzig bemerken: A 29. Ich Gicht and Gallensteine. Einsendung von 1 Mark zu beziehen. Buchhandl. oder vom Verleger gegen „ Die Citronenkur" ist durch jede Dame kann nur sagen, dass es kein besseres Mittel giebt." Eine beseitigte damit die äusserst schmerzhaften Gallensteine, an denen sie schon seit Jahren litt. Ein anderer kurirte seinen schlechten Magen. Spezialität: Porträts B. 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Februar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Buske( fr. Seefeld), Grenadierstr. 33. Hierzu sind besonders die auf Bimmerplätzen beschäftigten Tischler eingeladen. Branche für gute Bauarbeit und gute Möbel nach Zeichnung am Mittwoch, den 5. Februar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Brochnow, Sebastianstraße 39. Branche für Küchenmöbel und Särge am Donnerstag, den 6. Februar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Neue Friedrichstraße Nr. 44. Tagesordnung für alle Versammlungen: Besprechung unserer Forderungen, insbesondere der auf prozentuale Lohnerhöhung. Die Kollegen werden ersucht, aus allen Werkſtellen Vertraten männer zu entsenden. Legitimationstarten werden in den Versammlungen ausgestellt. Auch werden daselbst Fragebogen über Betheiligung am Streit 2c. ausgegeben. Diese Fragebogen sind möglichst schnell auszufüllen und auf den Berbandszahlstellen am Sonnabend wieder abzuliefern, damit die Zusammenstellung der beantworteten Fragen sofort vor sich gehen kann. Die Ortsverwaltung. Achtung! Charlottenburg. Achtung Mittwoch, den 5. Februar, abends 8½ Uhr: Deffentliche Tischler- Versammlung im Lokale Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Zages Ordnung: Während des Monat Februar: 4320L* Grosser Reste- Ausverkauf zu auffallend billigen Preisen. Jophastoff Reste in Rips, Damast, Crêpe, Phantasie, Gabelin und Plüsch spottbillig! Proben franko! in allen Qualitäten zu Fabrikpreisen. S., Läuferstoffe Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. Möbel- Ausverkauf des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Wegen ganz bedeutender Bergrößerung meiner Räumlichkeiten vertaufe ich mein Waaren lager zu noch nie dagewesenen Breisen vollständig aus. Rumt Untzuge und für Brautleute ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Ausstattungen, sowie einzelne Stücke gediegen und billigst einzukaufen. 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