Morgenausgabe J?r. 291 A 147 46.Iahrgang «vchenMch«SPf. monatlich S.S0 TL tm voraus zahlbar. Postbezug<32 M. etnfchtteblich 6V Pfg. Postzeitung»- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»« adonnemem 6.— M. pro Monat. Per.vorwLrt»� erscheint wochentLg« lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaden für Berlin und tm chande! mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte' Beilagen„Doit und Zeit" und.Kinderfreund'. Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen- stimme'..Technik'.»Blick in die Bucherioelt' und»Iugend-Dorwätts* p> Berliner Volköblatt Dienstag 25. 2uni 1929 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts iS pf. Die elnspalttge NonparetllezeNe 30 Pfennig. ReName�etle S— Reich». mark.„Kleine Anzeigen� das'ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), sedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» das erste Wort 15 Pfennig, jedes wettere Won 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchaupr- gefchäst Lindenstrahe 3. wochentäglich von S»/, bis 17 Uhr. Jentraloegan der Sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Nedaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrahe 2 RftnlmtfKi: Tönboft 292—297 lelegramm-Ldr.: Soztalbemokra« verlt» Vorwarts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: B-rlin Z75ZS— vankkonto: Bank dn Srdetter.»ngeftell«n und veamten Dallstr. SS. Dtikonto-Gelelllchast. Depositentolle Ltndenstr. L Zweite Stresemann-Mde im Reichstag. Weitere Abrechnung mit den Oeuischnntionalen. Ein großer Tag im Reichstag— und ein langer Tag zugleich! Um 19 Uhr vormittags sind alle Tribünen und Bünte überfüllt. Vor dem Rednerpult sowie vor dem Platz des Reichsaußsnministers an der Regierungsbank sind Mikrophone der Funkstunde angebracht, die jedoch nicht in Tätigkeit treten werden, weil sich der Aeltestenrat in leüter Stunde nicht dazu hat entschließen können, lediglich die Mi- nisterrede den Hunderttausenden von Radiohörern des In- und Auslandes zu vermitteln. Ach! hätte man doch dem deutlchnationalen Hauptredner, dem Grafen Westarp, der die Sitzung m't einer Attacke auf die deutsche Außenpolitik einleitete, zu Rundfunkehren verholfen! Das wäre ja so ge'und gewesen, es hätte io viele Mitbürger über die Hohl- best der deutschnationalen Demagogie aufgeklärt! Selten war Westarp so s ch w a ck> wie gestern: aber diele Schwäche lag nicht etwa daran, daß der deutschnationale Fraktionsführer «.inen wenig glücklichen Tag hatte, sie war vielmehr darin begründet, daß die Kampfstellung seiner Partei gegen den Pöung-Plan überhauvt u n h a.l t b a r ist. Das Rezept, mit dem er das beharrlickie Festhalten an den zweieinhalb Mil- liarden des Dawes-Planss rn verteidigen versucht, ist ebenso einfach wie dürftig: man hätte es eben auf die Transfer- Krise ankommen lassen lallen! Im übrigen weiß Herr Westarp nur noch die alte Grammophonvlatte der Forderung nach einem �amtlichen-Widerruf-der Kriegsschuldlüge auf, u- drehen, und er schließt mit einer ebenso pathetischen wie hah- len Warnung vor der..Versklavung" Deutschlands Die ge'stig anüiruchslosen d»utschnationalen Scharen klatschen zu diesen aufgewärmten Klischees hinterpommerscher Wäbler- versammlunaen begeistert Beifall. Ihr Jubel wird nur von kurzer Dauer sein. Schon erscheint Stresemann am Rednerpult. Die äußere Blässe zeugt wohl von den Strapa'-n der lebten Wochen, aber täuscht über seine wirkliche Verfassung. Schon nach den ersten Sätzen zeigt es lich, daß der Reichsaußenminister in besserer redne- rilcher Form ist als je. und sehr bald werden die Deutsch- nationalen se'ne Kamvseslust ,u spür-n bekommen. Zunächst kriegt Graf Westarp fem Teil ob. Dem unentwegten Rein- sager von heute hält er d'« Tatsache entgegen, dab die Deutsch- nationalen einst bei dem Dawes-Plan durch das Ja der Hälfte ihrer Fraktion den Ausschlag für dessen Annahme ge- gebe" hätten. Graf Weltarv me'ß- auf diese Feststelluna nur mit einer o-lanawseilten Handbewegung zu antworten, die etwa besagt: Olle Kaknellen! Aber es kann nicht oft aenug daran erinnert werden, um die Unehrlichkeit der dcutschnationalen Agitation gerade bei außenpolitischen Entscheidunaen zu kennzeichnen. Und die Deutscknationalen konnten von Glück reden, daß das Mikrophon nicht eingeschaltet war. weil man sonst in allen deutschen Gauen Ohreineuge der b r a u l e n d" n c i t e r- k e i t gewesen wäre, mit der die erdrückende Mehrheit der deutschen Volksvertretung diese und ähnliche Reminiszenzen über das devtschnationale Doppelspiel quitt'.erte. Dann aber rechnet Strelemann mit dem heuHaen Diktator der„nationalen Onvosition", mit dem Gcheimrat H u g e n b e r g, ab. Die Hälse recken sich, die Slnqen suchen aper vergebens. Wieder c'nmal hat der Herr Reichstags- abgeordnete Hugenberq die Sitzung geschwänzt. Offen- bar hielt er sie für nicht wichtig genug: es bgndelte lich jg nur um d->n angekündigten großen Vorstoß seiner Partei gegen den Poung-Vlan und gegen die deutle Außenpplitik überhaupt. S o schätzt also der Führer der Deutschnationalen d-e großen Aktionen seiner eigenen Partei ein. Oder ging ihm etwa eine der vielen Aufsichtsratssitzungen vor. in denen er sich darauf trainiert, Proletarier zu werden? Dieses kürz- lich' Wort Hilgenbergs vor Marburger Studenten erfährt durch Stresemann eine vernichtende Kritik. Bei der von 5)ugenberg. Thnstm und sonstigen Schwerindustriellen er- sehnten großen Krise nach dem Muster von 1923 würden gewiß nicht jene mächtigen Jndustriekonzerne proletarisiert werden, wohl aber würden dabei die kleineren und mittleren V-iriebe die der Sobn vom Vater geerbt hat. unter die Räder geraten. Herr Dr. Stresemann hätte dabei hinzufügen können und dann hätten die großen Konzernkapita- listen, mit Hugenberg an der Spitze, diese in einer neuen Inflätion zusammengebrochenen kleineren und mittleren Unternehmungen für einige Papierfetzen aufgekauft, so wie sie es ja schon in der Vergangenheit getan haben, als sie in der Kriegs- und Nachkriegszeit ihr Vermögen und ihre Macht auf Kosten verarmter Mitbürger zusammenrafften. Unbarmherzig schleift Stresemann den Geist Hugenberg? weiter durch den Saal. Er erinnert daran, daß vor drei Iahren Hugenbergs..Lokal-Anzeiqer" jene Artikelserie von der Aufzehrung Deutschlands veröffentlichte, die in der Forde- rung einer Revision des Dawes-Plancs gipfelte. Jetzt aber, wo wir die erste mögliche Gelegenheit ergriffen und diese Revision, verbunden mit einer erheblichen Milde- rung, erre-cht haben, wünschen dieselben Herren die Ableh- nung des Aoung-Planes, wodurch der Dawes-Plan in Kraft bliebe. Ganz oben, auf der letzten Reihe der deutfchnationalen Bänke, macht sich ein kleiner tanzender Derwisch bemerkbar, der aufgeregte Zwischenrufe schmettert und schließlich unter allgemeiner Verblüffung plötzlich mit den Worten:„Es lobnt nicht", seine Aktentasche ergreift und durch die nahe Aus- gangstür verschwindet. Stürmische Heiterkeit und heiteres Händeklatschen des übrigen Hauses unterstreichen diesen Ab- gang des Dr. O u a a tz. wobei Genosse Landsbcrg den treffen- den Zuruf macht:..Solch einen Beifall hat Quaatz im Reichs- tag noch nicht gehabt." Sehr mutig und sympathisch war in Streiemanns Rede das freimütige Geständnis, daß er und die meisten Deutschen von reckts und links sich im Ruhrkamvf über die Wirtschaft- lichen W'derstandsmöal'chkeiten Deutschlands getäuscht hätten. Weniger glückl'ch war in dieser übrigens völlig im- vrooisierten Rede die in ihrer Schrokfheit vielfach mißver- ftandene Zurückweisung der von den Franzosen beantragten Vergleichskommission. Denn die Pzreitflhaft zu Verhandlungen über eine solche Kommission btzdet ja nun einmal einep Bestandteil des van Hermann Müller mit ver- e-nbarten und vom Gesamtkabinett gebilligten Genfer Sevtember-Programms von 1 926 Das Schwer- gewicht dieser Zuröckweisimg lag aber offenbar in dem Wirt „st ä n d i a". und darin ist sich mit dem Außenminister der ganze Reichstag einig. Das brachte gerade der fola-nde R°dner, Genoste Dr. B r e i t s ch e i d. emdeutig zum Ausdruck, der iede Sonder- kontrolls für das Rheinland unter Hinweis auf die durchaus nusre-chenben Verträge von Locarno entschieden ablehnte. Mit alle»- Eindeutigkeit forderte der sozialdemokratische Red- ner die Räumung des Rbsinlandes. sowie die Rückgabe des Saargebietes als logische Folge einer Endregeluna der R-eoo- rationsfraqe. Er konnte sich dabei auf das einträchtige Zu- fammenwirken aller großen Partsien der S o z i a l i st i- scheu Internationale berufen. Auch Breiticheid ging m't Hugenberg erbarmungslos ins Ger'cht. Und es war übrigens interesiant. zu beobachten, wie sich verschiedene füh- rende deutschnationale Abgeordnete während dieser geist- roichen moralischen Stäupung ihres Parte'chefs verhielten. Schon während Stresemanns Rede hatten st' nicht den ge- ringsten Versuch getan, ihren abwesenden Vorsitzenden zu decken. Als jetzt auch Breitscheid mit überlegenem Humor Hugenbergs Widersprüche und geistige Leere enthüllte, da grinst en sie zunächst und lachten' schließlich herzlich mit. die Dryander, Hergt, Lindeiner-Wildau, ja sogar Graf Westarp. Sie versuchten jetzt gar nicht mehr zu verhehlen, wie sehr sie sich über die komische Rolle freu- t e n, die der von ihnen allen im tiefsten Herzen gehaßte und verachtete„politische Parvenü" Hugenberg iv contumaciam zu spielen verurteilt war. Volle sieben Stunden dauerte die weitere De- batte, wobei ein Fraktionsredner nach dem anderen vor meist schlecht besetzten Bänken und immer leerer werdenen Tri- bllnen zur Außenpolitk sprach. Doch jene Besucher, die bis zur neunten Abendstunde aushielten, sollten für ihre Aus- dauer belohnt werden. Als nämlich als zweiter deutschnatio- naler Redner, der Abg. v. Frcytagh-Loringhoven, ein alter persönlicher Hasser Stresemanns, den Außenminister scharf angegriffen und ihm vorgeworfen hatte, er führe Deutschland„von Katastrophe zu Katastrophe" und„verbaue Deutschlands Zukunft", da ergriff Strefe- mann noch einmal das Wort zu einer längeren Rede. Zu- nächst ging er auf verschiedene rein etatsmäßige Fragen seines Amtes ein, die mehrere Redner, insbesondere Genösse Breit- scheid, aufgeworfen hatten. Dann aber sprach er nochmals mit der gleichen Frische wie am Vormittag über die«igent- lichen außenpolitischen Probleme, die von verschiedenen Red- nern, namentlich von Freytagh-Lorinqhoven erörtert worden waren. Er lftß die Einzelheiten derMadriderMinder- h e i te n d o b a tte n wieder aufleben, er rechtfertigte seine Stimmabgabe für Polens Ratssitz vor drei Iahren und ging noch auf.verschiedene andere Vorwürfe ein, die der zweite deutschnationale Redner auf Grund einer zweifellos fleißigen Zusammenstellung von Materiol zu-iammenqetragen halte. Es war 9 Uhr abends, als Stresemann seine zweite Rede, wiederum unter lebhaftem Beifall der Mehrheit, beendet hatte. Doch die N a ch t s i tz u n g ging weiter. Noch sprachen vier weitere Redner, ehe die Abstimmungen zu den Etats der be- setzten Gebiete und des Auswärtigen Amtes vorgenommen werden konnten. Erst um um 10� Uhr. also nach mehr als zwölf st ündiger Sitzung, durften die Abgeordneten heim- gehen. Der deutschnationale Mißtrauensantrag gegen Stresemann wird erst bei der dritten Lesung des Etats vorgenommen werden, dainit nicht durcki die unvermeidlichen Lücken in später Abendstunde ein irreführendes Bild von der z i f f e r n- mäßigen Bedeutungslosigkeit der„nationalen Opposition" entstehe. Ihre geistige Bedeutungslosigkeit war freilich in dieser langen Sitzung zur Genüge bewiesen worden. Die Dauersitzung des Reichstags. In der Fortsetzung der Debatte über den Etat des Auswärtigen Amts sprach im Reichstag nach den: Abg. Dr. Breitscheid Abg. Ulihta(Ztr.): Die Deutschnationalen haben den Poung- Plan schon abgelehnt, ehe sie ihn überhaupt kannten. Zluch für uns kann seine Annahme angesichts der schweren Belastungen, die er uns bringt, nur eine bedingte Zusage sein. Wenn der 71öung-Plan den Anfang darstellt zu einer wirklich vertrauensvollen Zusammenarbeit'' zwischen Deutschland und seinen srllheren Kriegsgitssnern, dann können wir zu ihn, eine andere Stellung einnehmen, als wenn es sich um eine Aenderung der deu schen Zahlungsbedingungen Handel:. Wir hoben einen juristisch begründeien Anspruch auf Räumung, dieser muß jetzt durcb die Besatzungsmochte formell anerkannt werden. Bei der Liquidierung der politischen Kriegs- solgen darf eine beschleunigte Rückgabe des Saar- g e b i e t s nicht vergessen werden. Das Recht der Minderheiten muß besser als bisher im Völkerbund gewahrt werden. Diese Frage darf nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden. von der deutschnationalen Fraktion Ist inzwischen ein Miß- traoensantrag gegen den Reichsaußenminister Dr. Stresemann eingegangen. Abg. Stoecker(Komm.) behauptet, daß zwischen den bürgerlichen Parteien und den Sozialdemokraten außenpolitisch volle Einigkeit bestehe in der gemeinsamen Front gegen Sowjctruß. l a n d. Das habe sich erst kürzlich bei der Fahrt mit dem Kreuzer Königsberg gezeigt. Abg. Dr. Schnee(D. Vp.) behält sich die Stellungnahme seiner Partei zum Poung-Plan vor. Die Borausse tz.» Vi g für die Zustimmung sei die bedingungslose Räumung des Rheinlandes. Auch das Unrecht müsie gutgemacht werden, das durch die Beschlagnahm« deutschen Privateigentums im Ausland und länger das Recht auf eigene Kolonien verweigern. ' 2lbg. Dr. vredt(Wp.) wünscht eine bessere Kontrolle der Roten- presse, damit uns eine neue Inflationsgesahr erspart werde. Eine Dauerlösung des Reparationsproblems sei nur möglich, wenn Amerika seinen Schuldnern einen Nachlaß gewähre. Als Hochschul- lehrer beNagt es der Redner, wie Herr Hugenberg in Marburg zu der deutschen Studentenschast gesprochen habe. Die Kricgsschuldsragc solle man nicht mit der Reparatiemssrage verknüpfen, vor allem dann nicht, wenn man es so hinstellt, als brauchten wir bei Freisprechung von der Kriegsschuld keine Reparationen mehr zu zahlen Abg. Dr. Haas(Dem.) wendet sich gegen die niederträchtige Hetze. die im Zusammenhang mit dem Boung-Ptan von den Deutsch- irationalen getrieben werde. Für die Rede Hugenbergs an die Mar- burger Studenten fehle ein parlamentarischer Ausdruck der Kritik. Mit wahrem konservativem Geist sei es nicht vereinbar, das An- sehen des Parlaments in so demagogischer Weise herabzusetzen, wie es in Marburg geschehen sei. Das Rheinland und das Saargebiet müßten ohne jede Kontrollinstanz der deutschen Staatshoheit zurückkommen. Die Erkenntnis wac�'e, daß nur eine grundsätzliche Abkehr von alten Methoden für Sieger ebenso wie für Besiegte eine erträgliche Zukunft schassen könne. Wichtiger als der Kampf gegen die Kriegsschuldlüge sei die Aufklärung darüber, daß es heute außer- halb Deutschlands Schuldige gibt, die die wirkliche Liquidation des Friedens nicht zulassen wollen. Niemand habe bis heute einen anderen Weq zur deutschen Freiheit gezeigt, als den Wog der Berständigung, den Rathenau gewiesen hatte, dessen Todestag sich heute wieder jähre. Abg. Emminger(Bayer. Vp.) sieht den Poung-Plan gleichfalls nur als eine geeignete Grundlage für die weiteren Verhandlungen an. Die Pariser Sachverständigen hätten selbst anerkannt, daß die deutsche Leistungssähigkeit mit den Zahlen des Planes überschritten sei. Nach den Erfahrungen mit den ausgebliebenen Rückwirkungen von Locarno dürfe yian sich aus bloße Versprechungen über die Rheinlandräumung nicht mehr einlassen. Dos deutsche Volk sei nicht so gesund, daß es nach dem deulschnotionalen Rezept„Durch Krise zur Freiheit" ein neues Znflationssicber überstehen könnte. Abg. Graf zu Revcntlow(Nat.-Soz.) wünscht ein deutsch- italienisches DertrauensverkMni?, dadurch würde sich auch das Lchi-kfal der deutschen Südtiroler verbessern. Dr. Stresernonn s ei ein freiwilliger Exponent jüdischen Geistes. Der Aoung-Plan sei eine Revision des Dawes-Plans zuungunsten Deutschlands. Abg. Hepp(CKriftl. Bauernp.) meint, daß die Landwirtschast unter der Außenpolitik der letzten Jahre am meisten gelitten Hobe. Aus wirtschaftlichen Untersuchungen sei zuletzt in Paris ein rein politisches>schachergeschäft geworden. Seine Partei werde sich ihre agrarischen Lebensrechte nicht durch Zugeständnisse an die Gegner Deutschlands erkaufen. Abg. Areylagh-Lorinqhoven(Dnat.) wundert sich darüber, daß der Minister nicht van Paris, fondern hauptsächlich von Marburg gesprochen habe. Er brauche Herrn Hugenberg nicht zu verteidigen. -für ihn spreche sein Werk, die Schaffung einer nationalen Presse iZwischenrufe links). Die Politik des Außenministers habe Bankrott erlitten, nichts von den vielen Per- sprechungen sei erfüllt worden. veulschland habe sich nach einem Worte Mussoliais als der einzige treue Bundesgenosse Frankreichs im Völkerbunde erwiesen. Die Deutschnationolen hätten zu Strosemann nicht das Zutrauen. daß er die Räumung von Rhein und Saar erreichen werde, es sei denn gegen neue untragbare Opfer. Stresemann werde in der Ge schichte fortleben als ein Politiker, der ohne jede Selbstkritik einem Phantom nachsagte, der die Eingliederung Deutschlands in dos Versailler Mächtosystem vollzog und uns den Weg. zum Wiederaus- stieg verbaute. Die Deutschnationalen hätten zu Dr. Stresemann nicht das Vertrauen, daß er seine heutige Zusage, die Verhandlungen lieber scheitern zu lassen, als einer Schlichtungskommission zuzu- stimmen, halten werde. Wenn er es aber täte, so sei das nur ein Verdienst der nationalen Opposition(Lachen bei der Mehrheit und Rufe: Wie ers auch macht ists also verkehrt). Abg. Dr. Bell(Z.) erörterte zunächst Kolon ralfragen, zu denen noch keineswegs das letzte Wort gesprochen sei. Sowohl von England wie von Frankreich sei Artikel 22 der Völkerbunds- satzunaen verletzt worden. Es müsse Wiedergutmachung für das Deutschland zugefügte koloniale Unrecht erfolgen. Um die deutschen Absatzmärkte zurückzuerobern, müsse eine weltausschauende Propa- ganda betrieben und der Auslandsnachrichtendienst wirksam aus- gestaltet werden. Bisher sei die Liquidierung des Welt- kr reg es und die Verständigung der Kulturnationen nur un- befriedigend gefördert worden. Es diene nicht der Friedensbewegung, daß das vollständig cntwaifnete Deutschland rings umgeben fei von rüstungsstarrenden Staaten. Im In. und 'Ausland jnüffc die Usberzeugung Gemeingut werden, daß euro- päisches Solidaritötsgesiihl der nationalen Idee nur förderlich sein könne. Abg. Dr. Dernburg(Dem.) bestreitet, daß Deutschland nach dem Dowes-Plan in dreißig Jahren seine Schulden tilgen sollte. Es werde vielmehr dort bestimmt, daß, wenn Deutschland in 32 Iahren die Schuld nicht abzahlen könne, die Reparotionskommission dos Recht habe, weitere Zahlungen.zu fordern. Die aus Amerika ge- liehencn Gelder seien in die deuh'che Wirtschast geflossen. Es sei daher falsch, zu behaupten, daß die Reparationszahlungen aus den Schulden geleistet wurden Der Redner erklärt, feine Partei sei überzeugt, daß auch der Zst'ung-Plan nur durchgeführt werden könne, wenn in der ganzen Welt Befriedigung eintrete. Den Sach- verständigen gebühre Dank, auch Dr. Vogler. Die Demokraten würden die Entscheidung über den Poung-Plan im positiven Sinne fällen. Wenn allerdings das Rheinland nicht geräumt werde, sei jede Summe, die gezahlt werde, zu hoch. Stresemann rechnet ab. �eichsaußenminister Dr. Stresemann: In der Debatte haben verschiedene Redner auf das Memoran- dum von 1924 hingewiesen, in den« betont wird, daß Deutschland auf den Anspruch auf eigene Kolonien nicht verzichten kann. An Lein Anspruch auf Rohstoffquellen in Kolonialgebieten unter eigener Verwaltung hält Deutschland fest. In diesem Zllsammenhang ist auf die englischen Pläne in Ostafrita verwiesen worden, die mit dem Mandatscharakter nicht vereinbar sind. Wir werden gegen solche Pläne die uns verfügbaren Mittel anwenden und hoffen dabei die Unterstützung derjenigen Staaten zu finden, die an dem Mandats- silstenl festhalten wollen.(Beifall.) Abg. v. Frcitagh-Loringhooen hat nach dem Bericht, der mir schon vor seiner Rede vorlag(Heiterkeit), Kritik daran geübt, daß wir trotzdem den Auslieferungsvertrag für gewisse Mandatsgebiete mit England abgeschlossen haben. In diesem Vertrag wird aber gesagt, die Bewohner der Mandatsgebiete sollten behandelt werden, „als wenn sie britische Staatsangehörige wären". Daraus geht doch klar hervor, daß sie eben nicht britische Staatsangehörige sind. Die Beschwerden über zu kostspielige Repräsent a- tion unseres Auslandsdienstes gehen an der Tatsache vorbei, daß vielfach der Zwang zur Repräsentation aus dem Pflichtgefühl entsteht und aus dem Bedürfnis, gesellschaftliche Be- .Ziehungen zu denjenigen Schichten zu gewinnen, die in dem be- ircssenden Lande die politische Macht repräsentieren. Die Reprä- ientaiionskosten werden auch erhöht durch die vielen Besucher aus der Heimat, die am Frühstückstisch des Botschafters sitzen wollen. In einer Botschaft betrug die Zahl der Einzelbesucher in zwei Mötiaten zweihundert. Der enge Zusammenhang zwischen Politik und Wirtschaft muß auch bei der Vertretung Deutschlands im Ausland zur Geltung kommen. Wir wollen bei der Vorbereitung von Handelsverträgen im Ausland Vertreter haben, die selbst Ver- sländnis für die wirtschaftlichen Fragen haben. Der deutschnationale Abg. Wallras hat die Richtigkeit dieser Politik beim Abschluß des deutsch-fronzöfischen.Handelsvertrages anerkannt. Wenn alles im neuen Deutschland abfällig kritisiert wird, so sollte doch anerkannt werden, was es bedeutet, wenn Deutschlgrid nach verlorenem Krieg, nach verlorenem Ruhrkricg und, nach der Inflation einen solchen Export wieder erlangt hat, wie wir ihn jetzt sehen. Deutschland, das fetzt nicht mehr über die Macht von früher verfügt, kann heute fein Ansehen nur örlialten durch die Erhaltung testen, was an deiüschcn Kulturgütern im Ausland besteht. Aus- gaben für solche Kulturzwecke sind eine gute Kopitalsanlage. Frankreich hat sich durch seine Schulen seinen Einfluß aus den Orient erobert. Es stände besser um uns, wenn wir vor dem Kriege statt der blöden Witze über Balkonvölker lieber engere kuktu- rellc Fühlung mit diesen Völkern gesucht hätten. Ich be- obochtc mit Schrecken den Rückgang der Zahl ausländischer Stu- Lcnten an deutschen Hochschulen. Wir können unseren deutschen Kultureinfluß nur erweitern, wenn Ausländer an unseren llniversi- täten den Geist der deutschen Kultur in sich aufnelimen. Di« Saorfrage gehört zur Liquidierung der Krsegsfolgen ebenso wie die Rheinlandräumung. kein Franzose wird sich unklar sein über den Ausgang einer Volksabstimmung im Saar gebiet. Die Bevölkerung dort war deutsch, ist deutsch und wird deutsch bleiben. Es wird bald die Zeit kommen, wo die deutsche, die französische und andere Wirtsäzasten einen Weg suchen müssen, um sich zu er- balten gegenüber einer Konkurrenz, der wir olle unterlegen find. Gerade darum müssen Dinge beseitigt werden, die das Verhältnis der Völker zu einander vergiften. Zu den Angriffen des Abg. v. Freytogh-Loringhoven kann ich nur sage»: Herr v. Freytogh-Loringhouen, in das Sabine« eiue» Außen- milnisters. der Deutschland von Katastrophe zu Sotaftroph« führt. ilätte ich meinen Fraktionskollegen nicht entsondt. Sie hätten doch olles tun müssen, das Kabinett von solchem Außenminister zu befreien! Ich kann mich aber nicht entsinnen, daß ein nennenswerter Widerspruch gegen diesen Außenminister erfolgt ist.(Hört! Hört!) Wo sind dcni, die positiven Unterlagen für eine Aenderung dieser bier kritisierten Politik? Herr v. Freytogh-Loringhoven hat mir vor« geworfen, daß ich für die Aufnahme Polens in den Völker- b>cndsrat gestimmt habe. Wenn 36 von 49 Stimmen für Polen ab- gegeben wurden, so hätte eine Enthaltung der deutschen Delegation an diesem Ergebnis nichts geändert. Deutschland hat aber für die Ausnahme Polens in den Völkerbundsrat gestimmt, weil ich der Ueberzeuguvg bin, daß ein Volk van 39 Millionen das Recht hat, im Völkerbundsrat oerirelen zu sein.(Zustimmung bei den Re- gierungsparteien.) Der zweite Vorwurf ist der, daß ich auch für den Eintritt Belgiens in den Völkerbundsrat gestimmt habe. Ich kann nur sagen, daß während der ganzen Zeit unserer Zusammen- arbeit im Völkerbundsrat der Vertreter Belgiens sich Deutschland gegenüber ganz lopol verhalten hat. so daß keine Veranlassung vor- lag, nicht für die Wiederwahl des belgischen Vertreters zu stimmen. Daß alles dies nichts geändert hat an unserer soirstigcn grund- säglichen.Stelluilg zu Polen, das lzaben die Verhandlungen gezeigt. Ich selbst setze jetzt, wie ich es tue, wenn ich überhaupt wieder eine neue Hoffnung ouftauchsn sehe, meine Hoffnung auf das neue englische Kabinett. Ich lege Wert daraus. taß ich kein Wort über das neue englische Kabinett gesagt habe und daß ich es für vollkommen verkehrt holten würde, wenn in der deutschen öffentlichen Meinung die Idee austräte, daß ein anders msammengesetztes englisches Kabinett begrüßt werden müßte. Dann müßte ja eine Aenderung de? englischen Kabinetts mit einer voll- lommenen Aenderung der englischen Außenpolitik identisch sein. Ich habe mich außerordentlich gefreut über die Tatsache und wünschte, daß sie in Deutschland Nachahmung fände, daß, als der neue Bot- schafter aus Amerika nach London kam, Herr D a w e s, und von der englischen Regierung empfangen w»rde, ihm zur einen«eite Herr H e n d e r s o n, der Außenminister der Labour Party, saß und zur anderen Seit« Herr C h a m b e r l a i n, der bisherige Außenminister. So empfangen die in England regierende Partei und die große Oppositionspartei ausländische Vertreter gemeinsam, weil beide einig sind in dem englischen Gedanken.(Hört�hört! bei den Kommunisten.) Sie sagen sich: unsere Pläne sind nicht die gleichen, wir sind ver- schiedener Meinung darüber, welcher Weg zum richtigen Ziele führt. aber schließlich einigt uns alle die Liebe zum Vaterland und das Bestreben, unserem Vaterland zu dienen.(Lebhafter Beifall der Mehrheit.) Als Minister Dr. Stresemann seine Rede beendet hat, ist es bereits 9 Uhr abends geworden. Präsident Löbc macht unter großer Unruhe darauf aufmerksam, daß unter allen Umständen noch die drei Etats mit samt den Abstimmungen erledigt werden müssen. (Beifall bei den Regierungsparteien.) Abg. Dr. v. Dryander(Dnat.) dankt den Rheinländern aller Parteien, die in zehnjähriger Fremdherrschaft unerhörte Opfer ge- bracht hätten. Dos Ziel Frankreichs bleibe die militärische Beherrschung Westdeutschlands. Man müsse verhindern, daß unsere Grenz- bezirke das Gefühl bekommen, es jenseits der neuen Grenzen besser zu haben. Kontrolleinrichtungen bis 1935 wären allenfalls tragbar, obwohl die unsichtbare Besatzung ge- sährlicher sei als die sichtbare. Abg. Dr. Best(Volksrechtsp.) bemängelt die Aufwertungsbe- stimmungen gegenüber Sparguthaben Im abgetretenen Gebiet, ins- besondere in Danzig. Abg. Stoecker(Komm.) behauptet, der deutsch« Großindustrielle Rechbcrg Hobe mit Wissen des deutschen Botschafters v. Hoesch dem französischen Ministerpräsidenten Poincare detaillierte Bor- schlage über ein gemeinsames Vorgehen der Weftmächtc gegen Sowjctrußland gemocht. In einer persönlichen Bemerkung erklärt Abg. Hergl (Dnat.), die deutschnationalen Regierungsmitglieder hätten seinerzeit die Memorandum- und Locarno-Politit als unangenehmes Erb« übernommen, hätten aber den Grundlinien dieser Politik keines- wegs zugestimmt, sondern sich nur dagegen mit Erfolg gewehrt, daß zum West-Locarno»och ein Ost-Locarno komme. In der nun folgenden Abstimmung werden die Etats des Auswärtigen Amtes, dbr besetzten Gebiete und der Kriegslasten m der Ausschußfassung angenommen. Die Abstimmung über die ZNißkrauensaaträge wird bis zur dritten Lesung zurückgestellt. Ilm 19 VL Uhr vertagt sich das Haus auf Dienstag 2(14) Uhr. Auf der Tagesordnung stehen neben kleineren Vorlagen die dritte Lesung der Revubiikschutzaesetz-Verlängerung und die 2. Lesung de» Spcrrgesetzes für Streitigkeiten über Standesherren-Renten. Freitag Reichstagsschluß? Im A« l t e st c n r a t des Reichstags einigte man sich am Montag nochmitog dahin, daß nach der zweiten Lesung des Etats auch die Anträge landwirtschaftlicher Art in zweiter Lesung erledigt werden sollen. In der dritten Lesung sollen die Ab- stimmungen über den Etat gemeinsam mit denen über diese land- wirtschaftlichen Anträge und über die Verlängerung des Republik fchutzgefetzes vorgenommen werden. Der Aeltestenrat hofft, daß dieses Programm sich bis zum Freitag abend erfüllen läßt. Die Wahrheit. Der Deutschen DolkSpartei gewidmet. Wir lesen im„Hannoverschen Kurier' eine von sozkolem Empfinden getragene Schilderung über das Arbeitsamt in Hannover, Ueberschrift: Jeder will wieder an die Arbeit heran: „Das Arbeitsamt hat von der Kämgs-Ulanen-Kaserne dasselbe geerbt wie die 14 999, die tagcm und tagaus hier stehen und warten: die Erinnerung an bessere Zeiten. Und hineingehen und wieder herauskommen und abermals warten. Man stellt sich an das Ge- länder, steckt die Hönde in die Hosentaschen, und die Borübergehendcn sogen: Nicht arbeiten— Unterstützung bekommen—, dem kann's gar nicht besser gehenl Vollkommen meine Meinung. Früher, als ich noch Arbeit hatte, verdiente ich 69 Mark in der Woche, das macht heute 19 Mark wöchentliche Unterstützung. Also ein Minus von 169 Mark im Monat. Und mein Freund, der sonst 39 Mark in der Wache verdiente, bekommt heute 19 Mark 69 Pf. Und mein jüngster Bruder, der früher am wenigsten verdiente, nämlich nur 19 Mark in der Woche, kommt heute als Arbeitsloser Verhältnis- mäßig am besten weg, denn er erhält 6 Mark: erleidet also nur einen MonatsverlustvonläMark.' Wie gesagt: uns geht's gut.... Nur gut, daß einer der leitenden Beamten des Arbeitsamtes ganz energisch zwischen diesen Quark von unüberlegtem Daher- reden fährt: llnsinu. a l l e 1 4 0 0 0. von wenigen, ganz wenigen Nichtstuern abgesehen, möchten wieder Arbeit haben. Unfug, zu behaupten, sie ständen sich, saulenzeud. ebenso gut. Ich wollte, wer das immer behauptet, hätte d.ie Tränen gesehen. die in meinem Zimmer hier, besonders von den älteren Arbeitern und Angestellten, schon alle geweint sind. Was wir gegen die Notlage tun? Wir versuchen mit unseren 152 Angestellten— einschließlich des Berufsamtes, der Arbeitslosen- Versicherung und der Nebenstelle in Burgdarf— Arbeit zu vermitteln. Klingt so einfach! aber Sie kennen die Lage der Wirtschaft ja Augenblicklich haben wir 13 976 Arbeitslose; im Landbezirk noch 855; barunter 4597 Frauen. Im Mai haben wir 4499 Männern und 2955 Frauen Arbeit verschafft. Im vorigen Jahre vermittelten wir 49 999 feste und 29 999 Aushilfsstellen. Von den 14 000 Arbeitslosen werden augenblicklich S200 von uns unterftüh«: das machte die letzte Woche 200 000 Mark. Warum sich die 8999 Unterstützungsempfänger seden Tag hier einfindeu müssen? Damit wir— sie müssen immer zu verschiedenen Zeilen kommen— kontrollieren können, ob sie auch keine Neben- arbeit ausüben, die wir ihnen zu 59 Proz. auf die Unterstützung an- rechnen müßten. Betrügereien? Nein, kommen kaum vor. Di« Lenke wollen viel zu ehrlich wieder an die Arbeit heran. Und für die. die infolge langer Arbeitslosigkeit vielleicht in efnen testen Schlendrian hineingerieten, richten wir zur Wiedergewöhnung Notstandsarbeiten ein." Der„Hannoversche Kurier' ist Organ der Deut» schen Volkspartei. Hier ist die Wahrheit über die Stempelfabrik, Herr v. R a u m e r! Jeder will wieder an die Arbeit heran! Aber Sie, Herr v. Räumer, und mit Ihnen Ihre Kollegen, die von der Faulheit der Arbeiter reden und die Arbeitslosenversicherung abbauen wollen, Sie haben die Tränen nicht gesehen, die in der„Stempelfabrik" fallen. Also sprach Hugenberg. Es gibt Beamte erster und zweiter Klasse. Am Sonntag hat Hugenberg vor dem engeren Reichsausschuß der deutschnationalen Beamten geredet. Also sprach er: „Es ist schon so weit gekommen, daß wir in Deutschland ein einheitliches Beamtentum im alten Sinne n i ch t m e h r haben, sondern wir haben zwei Gruppen von Beamten: die eine tut nach den allen Traditionen ans der Grundlage wissen- schoftlichor Fachbildung ihre Pflicht gegenüber dem Staate, die andere ist aus den Parteien heroorgewachien und hat das Gefühl, eigentlich nicht Staatsbeamte im alten Sinne des Wortes zu iein. sondern Parteibeamtc mit staatlichem Charakter, mit staatlichen Befugnissen und mit staatlichen Einkünften. Das führt schließlich zu einer Zersetzung des Beamtentums in dem Sinne, wie wir früher diesen Berus aufgefaßt haben! Das Beamtentum wird Instrument einer wirtschaftlichen Klasse, des sogenannten Proletariat?." Wie Herr Beinert aus Wernigerode, nur daß der die Be schimpfung republikanisch gesinnter Beamten in kräftigeren Tönen besorgt. Im übrigen: warum der Abscheu vor dem„sogenannten Proletariat"? Wo Hugenberg selber— wenn auch nur vorüber- gehend— Proletarier werden will! Bürgerblock in Sachsen? Von den Oemokraien bis zu den Aaiionalsozialisten/ Bünger Ministerprasideni. Dresden, 24. Juni.(Eigenbericht.) Di« demokratstch« Fraktion des Sächsischen Landtages beschloh am Montag, bei der am Dienstag auf der Tagesordnung des Land- tages stehenden WahldesMinisterpräsidenten dem volks- parteilichen Kandidaten und gegenwärtigen Kultusminister Bünger die Stimme zu geben. Voraussetzung ist allerdings, daß die Demo- traten das Innenministerium behalten. Eine Einigung über diese Frage ist bisher nicht erzielt. Immerhin ist damit zu rechnen, b.�b B2ng«r am Dienstag zum Ministerpräsidenten gewählt wird. Die Stellung der sächsischen Gewerkschasten. Dresden. 2i. Ouni.(Eigenbericht.) Eine Junktionarkonsercnz der sächsischen G e- w c r k s ch a s l e n. an der 107 Vertreter der Ortsausschüsse, 223 SewerkschastssekretSre. einschließlich 25 Gauleitern, und 4 AfA- Vertretern teilnahmen, faßte nach einen, Referat des Landtags- abgeordneten Arndt über die politische Lage gegen 13 Stim- wen eine Entschließung, in der es heißt, daß die Konferenz es für dringend notwendig halte, die Bildung einer rein bürgerlichen und unter soschistischein Einfluß stehenden R e- g i e r u n g zu verhindern. Sie fei überzeugt, daß die sozial- politischen und gewerkschaftlichen Interessen der Arbeiterschost in der gegenwärtigen Situation am besten gewahrt werden könnten, wen« sich die Sozialdemokratisch« Vartei mit maßgebendem Ein- sluß an der Regierung beteiligt. Aus dieser auf praktischer Erfahrung begründeten Erkenntnis ersuche die Konferenz die zu- ständigen Instanzen der Sozialdemokratischen Vartei, zu gegebener Zelt den ernsthaften versuch zur Beteiligung an der Regierung zu unternehmen, um durch Anteilnahme an der Staats- macht und durch positive Mitarbeit im Parlameat. Regierung und Verwaltung die Interessen der arbeitenden Bevölkerung ersolgrrich wahrnehmen zu können. Die Konferenz wandte sich außerdem tn einer Entschließung gegen den Abbau der Arbeitslosenversicherung und erklärte sich für eine vorübergehende Erhöhung der höchst- b e i l r ö g e unker der Voraussetzung, daß das Reich auf eine Rück- crstatlung der in einer außergewöhnlichen Notloge gewährten Dar- lehen verzich�t. Die Wahlen in Mecklenburg. Schwerin, 24. Juni.(Eigenbericht.) Do? vorläufige Ergebnis der Landlagswahl ist: Sozial- demokraten 119 555, Einheitsliste l3S 597, Kommunisten lbZiZ. Volkswohlsahrt 7499. Demokraken SSS5. Notionassoziollstea 12 705, Bauernpartei 7S5S Stimmen. / Gnadenürbeii im preußischen Landtag. Eine siatisttsche Feststellung. In der Sitzung de» Rechtsausschusses am Montag gab der Vor- sitzende folgende interessante Auslunft über die im ersten Jahr der lausenden Landtagstagung bearbeiteten Gesuchs. Es sind bisher dem Rechtsausschvß 1SZ3 Eingaben überwiesen worden. Von diesen wurden zurückgezogen 21, nach nicht erledigt sind 41a, so daß die erledigten Eingaben im Verlaus eines Jahre 1097 beträgt. Von diesen Eingaben wurden der Regierung zur Berücksichtigung über- miesen 46, zur Erwägung 56, als Material 3. Zurückgewiesen wurden dagegen 698 Eingaben, für erledigt erklärt 6 Eingaben, für ungeeignet erklärt 288 Eingaben. Es find also noch nicht S Prozent der erledigten Eingaben zur Berücksichtigung, noch nicht 19 Pro- zent zur Berücksichtigung und Erwägung über- miesen worden. Man darf auch nicht annehmen, doh alle zur Berücksichtigung und zur Erwägung überwiesenen Eingaben Be- pnadizungen. d. h. den ganzen oder teilweisen Erlaß von Strafen betreffen, sondern bei einer Anzahl der berücksichtigten Eingaben bgndelt es sich um Vergünstigungen im Strafvollzug, um die ge- wünschte Verlegung in eine ander« Strafanstalt, die Erlaubnis von Besuchsempfong usw. Die Statistik erweist klar, daß die von einem Teil der Rechten, zulegt von den ehemaligen Senatspräsidcnten Baumbach erhobenen Vorwürfe, daß die parlamentarischen Ausschüsse wahllos und un- gehemmt begnadigten, vollkommen hinfällig sind. Wie die c bigen Zahlen zeigen, ist die Zahl der vom Parlament befürworteten Gnadenerweise außerordentlich klein. Man darf allerdings auch nicht hieraus umgekehrt auf groß« Härte oder mangelnides soziales Verständnis des Parlaments schließen. Denn alle vor den Rechtsausschuß des Landtages gelangenden Gnodensachen sind bereits im preußischen Justizministerium vorgeprüst und werden vom Rechtsnusschuß nur insoweit behandelt, als das Justiz- Ministerium einen Gnadenerweis abgelehnt hat. Bei der bekannten verständigen Gnadenpraxis des preußischen Justizministers bleibt naturgemäß nur«ine kleine Anzahl von Fällen übrig, in denen die Meinung des Landtags von der Entscheidung des Justizministers abweicht. Zusammentritt des Landtags. Erste Sitzung nach den pfingstferien. Der Preußische Landtag tritt an> Dienstag u nr 1 Uhr mittags nach einer mehr als sünfwöchigen Paus« wieder zusammen. Die umfangreiche Tagesordnung dieser ersten Vollsitzung nach den Psingstkerieiz sieht u, a. die Berast-ng des Polizeikosten- gefeges, des Volksschullehrerbesoldungsgesetzes und des Gesetz- entwurfes über die Bereitstellung weiterer Staatsmittel für die Wiederinstandsetzung und Verbeiserung staatlicher Hafenanlagen vor. Im übrigen stehen nur kleiner« Vorlagen zur Erledigung. Reichstagsreden und Rundfunk. Die verhinderte Llebertragung der Stresemann«?iede. Dom Dorstand der sozialdemokratischen Reichstagskroktion wird anläßlich der Vorgänge vor der Strejemann-Redc im Reichstag mugemu:.; '' Der Aeltcstenrot des Reichstags hat sich zuletzt vor Mehr als Jahresfrist, noch im vorigen Reichstag, mit der Frage befaßt, Beichstagsreden durch Rundfunk wiederzugeben. Damals hat sich der Präsident Lobe dafür ausgesprochen, ebenso traten im Nomen der sozialdemokratischen Fraktion die Abgeordneten Crispien und Dittmann dafür ein. Außer ihnen waren nur noch die kommu- nistischen Vertreter dafür. Die Vertreter oller anderen Fraktionen erklärten sich dagegen. So ist auch heute noch die Situation. Eine neuerliche Stellungnahme des Aeltestenrates ist jedoch nach nicht crfokgt._ Westarp ziiieri. Aber dael Zitat ist falsch. In seiner gestrigen Rede im Reichstag gegen Dr. Stresemann berief sich Graf Westarp auf«ine angebliche Aeüßerung des preußischen Ministerialdirektors Dr. Brecht, der gesagt haben soll. daß man nicht glauben dürfe, durch den Ioung-Plan sei an der katastropbalen Sage der Winschoft„irgend etwas geändert". Wie der Amtliche Preußilche Pressedienst feststellt, ist dieses Zitat unrichtig. Kein verniiniliger Mensch kann leugnen, daß eine Ersparnis von rund 700 Millionen Steuern die Wirtschaft entlastet. Dr. Brecht hat nur gesagt, daß dadurch dieRcichsrcsorm nicht überflüssig wäre. Nur der„Berliner Lokal-Anzeiger" bat diese vor der gesamten Presse gejallene Aeußerung mißverstanden und damit dem Abgeordneten Grafen Westarp Anlaß zu einem falschen Zitat gegeben._ Klassenloiien'e teurer. Em ganzcs Los künstig IVO Mark. xtaatenausschuß und Beirat der Preußisch-Süddeutschen .�assenlotterie haben den Preis des ganzen Staatslotterielosss von 129 auf 299 Mark heraufzufetzen beschlosien, mos den Erlös der— in der Zahl unveränderten— 899 909 Lose von 96 auf 169 Millionen, hauptsächlich zugunsten der beteiligten Staaten erhöht. Di« lausende und die nächste—.33.— Lotterie bleiben von der Verteuerung zunächst unberührt. Heber den in der Oesfemlichkeit so lebhast diskutierten Wölling. Reform- plan ist in Regensburg, wo die Sitzung stattfond,.noch keine Entscheidung gefallen. Oer deutsch-estnische Handelsvertrag. Annahme im?ieich6rat. Der Reichs rat verabschiedete an» Montag nnttag durch Mehrheitsbeschluß den deulsch-estnischen Handels- und Schrffahrts- vertrag in erster und zweiter Lesung. Wc der Ausschuß-Berichterstatter, der Hamburg ische Gesandte Dr. Strandes, mitteilt«, beseitigt der Vertrag die bisher gegen- über den Deutschen in Estland im Handelsverkehr bestehenden Aus- uahmsbeftimmungen und führt zumeist die Meistbegünstigung ein. Unbefriedigend seien bisher aber noch die Zusicherungen der est. nischen Regierung bezüglich der Entschädigung der in Estland enl- eigneten deutschen Zlgraranspriiche. Die Regierung hob« sich bereit erklärt, unablstingig.von der Ratisikation des vorliegenden Handels- vertrage» diese Cnischödizurrgsfragc weiter zu verfolgen. Der Rechteausjchuß des Reichstages beschloß, den Gesetzentwurf über Vereinigung der Grundbücher in dieser Tagung vor den Sommerfersen nicht mehr zu erledigen,_.___ �..._____ Grund genug! Nie KPD. stellte in Moskau einen Ausfchlußaniras gegen Klara Zeck in. Sie muß raus- sie hat ganz andres Format als wir! England und Sowjstrußland. Oie Labourregierung bereitet die Wiederaufnahme der Beziehungen vor. weiteres ausfallen zu lasten und einem beratenden Komitee aus der Mitte der Fraktion die Verbindung zwischen Fraktion und Regierung zu übertrogen. London, 24. Juni.(Eigenbericht.) Die Arbeilerreaierung hat ain Montag den ersten vorbereiten- den Schritr zur Wiederaufnahme der Beziehungen zu Sowjetrußland unternommen. Sic hat die verschiedenen Regierungen der Dominien mittels Kabel dahin verstäudigt, daß eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Sowjet. rußlond geplant sei. Eventuell« Einwand« und Feststellungen der Dominien sollen Gegenstand sorgsüüigster Prüfung bilden. Es handelt sich hierbei jedoch mehr um ein« Formalität, als um einen Akt. der die Wiederaufnahm« der Beziehungen ernsthaft in Frage stellen könne. Diese Formalitöt»ar zu einer moralischen Notwendigkeit geworden, nachdem die Regierung Baldwin den Dominien anläßlich des Abbruches der onglo russischen Beziehungen das Versprechen gegeben hat, die Wiederaufnahme nicht ohne ooran- gehende Beratung mit den Dominien vorzunehmen. Um die Zusammenarbeit zwischen der Fraktion der Arbeiter- parte! und der Regierung zu erleichtern ist geplant, die regelmäßigen wöchentlichen Sitzungen der Fraktion der Arbeiterpartei bis auf poincare wünscht baldigste Konferenz. Und Laosanne als Konferenzori. Paris, 24. Juni.(Eigenbericht.) Die sranzöjischc Regierung arbeitet darauf hin. daß die im Au- sammenhang mit dem Jaung-Plan notwendig gewordene diplo. malische Konferenz möglichst am 15. Zuli zusammentritt. damit die Gefamlregetung des Rcparatiansprobtem» in kürze. st c r Frist präzisiert werden kann, p o i n c a r e beabsichtigt. persönlich an der Tagung teilzunehmen: er wünscht jedoch nicht London als Tagungsort. Es verlautet hier, daß die Konferenz voraussichtlich in Lausanne oder Ouchy statt- finden wird. Oie Zollfragen. Zucker- und Kartoffelzoll im Handelspolitischen Ausschuß Der Handelspolitische Ausschuß des Reichstags berier gestern die Frage der Butterzölle. Reichsernährungsminister Dietrich erklärte, daß die Reichs- regierung ein Produltionsforderungs und Betriebsumstellungs- Programm auf fünf Jahre aufgestellt habe. Zu diesen fünf Jahren könne eine Umstellung der Milchwirtschost, Koje und Buttcrpro- duktion stattfinden. In dieser Uebergangszest müsse der Landwirt- schaft ein erhöhter Schutz gewäbrt werden. Die Deutschnationalen verlangten einen autonomen Butterzoll von 80 M. und einen Der tragsiatz von 60 M. Der Minister hielt einen Erziehungszoll, der für die nächsten vier Jahre festgelegt werden soll, für zweck- müßiger. Vom fünften Jahre ab sei dieser Sag allmählich abzu- bauen, bis er nach sechs Jahren wieder auf dem heutigen Satz an- gelangt sei. Fron Abg. Wurm(Soz.) hielt es für zwecklos, über die Frage zu debattieren, solange man noch nichts über die Erhöhung der Ge- treidezölle wisse. Die Zollerhöhungen mißten»veder dem Produ- zenten noch dem Konsumenten. Von den Abgg. Hermes(Z.), Tantzen(Dem.), Homkes(D. Vp.). 5)aog(Dnat.), Frcybe(WP.). Gerauer(Bayer. Vp.), Meyer-.H.rn- nover(Dt. Hannoo.) und«tuttendorf(Dnat.) wurde gemäß der An- regung des Ministers beantragt, den Zollsatz für Butter, irisch, ge- salzen oder eingeschmolzen, bis zum 31. Dezember 1933 nicht unter 50 M., bis zum 31. Dezember 1935 nicht unter 40 W. und ab I. Januar 1936 nicht unter 30 M. je Doppelzentner festzusetzen. Auf Anregung des Reichsernährungsministers Dietrich wurde die Abstinnnung über diese Frage vertagt. Dann ging der Ausschuß zur Frage des Kartoffelzolls über. Zlngenommcn vmrde mit 13 Stimmen gegen 11 Stimmen der Sozioldenlokraten und Kommunisten ein Antrag, den Zollsatz für frrschc Kartojseln in�der Zeit vom 15. Februar bis 31. August auf vier, und vom 1. September bis 14. Februar auf zwei Mark je Doppclzentner festzusetzen. Banken zum 8oung-plan. Sachlicher und vorsichtiger als der Ikeichsverband. Der Zentral verbarch des deutschen Bank- und Bankiergewerbes ließ sich von Dr. Melchior, dem dritten Pariser Delegierten Deutschlands, Bericht erstatten und veröffentlicht dazu«ine Entschließung, die sachlicher und vorsichtiger ist als die des Reichs- Verbandes der deutsch«,» Industrie. Daß der Poimg-Plan nach der Slufsassung der Delegierten nur „möglicherweise" die deutsche Leistvngssöhigkeit übersteigt und daß die Delegierten nur die„unbedingte Verantwortung" für di« Erfüllbarkeit abgel«hi»t � haben, wird Im Gegensatz zur Reich-verbands- entschließung richtig zitiert. Ausländsanleihen auch zur Finanzierung der Young-Zahlungen scheinen den Banken für „die ersten Uebergangsjahre" natürlich: diese Feststellung ist»nichtig. In dem Wegfall der Kontrolle im deutschen Geld-, Finanz- und Verkehrswesen«riolgt nach der Auffassung der Banken der Wegsall der„wesentlichsten Bedenken, welche dos deutsche Bankwesen vor fünf Jahren gegen die Annahme de» Dowes- Plans geltend gemacht hat". Ueberflüssigerweise, Dr. Schacht aber wahrscheinlich zur Freud«, wird für di« Aendmmg des Reichsbankgesetzes Aufrechtechaltung der Garantien verlangt, die die Unabhängigkeit der Reichs- dank gegenüber den politischen Gcivalten sichert. Dsß nur dadurch. wie behauptet,„das unbedingte Dei'trauen zur Sicherheit der deutschen Währung erhalten bleiben" kann, ist«in« kurzsichtige, das Ansehen des Staates schädigende Floskel. Natürlich fehlt auch der Hinweis nicht, daß die Empfehlungen des Sach- verständigenberichts auch in den, Sinne„ein untrennbares Ganzes" bilden sollen, als sie Empfehlungen für die inner« Politik Deutschlands sind. Dieser Hinweis— Jndustriebclastung— liegt im Interesse der'Unternehmer. Kuhflaben-Giadler bleibt verurteilt. Seine Revision vom Reichsgericht verworfen. Leipzig, 24. Juni. Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts verwarf in seiner Montagssiftiing die Revision, die der Schriftsteller Eduard Stadler, Mitglied de» Bundesnorstandes des„Stahlhelm", gegen das Urteil der Große» Strafkammer beim Landgericht in Stargard nom 28. März 1929 eingelegt hatte, durch das er. an Stelle einer an sich nerwirrten Gefängnisstrafe von zwei Monaten zu 3 00 M. Geld- strafe verurteilt worden war. Stadler hatte � in einer Stahlhelmversanimlung in Mossow (Pommern) die Republik mit einem Kuhfladen ver- glichen, der außen verknistet und verhörtet, innen aber noch weich sei. Mi» ihm verurteilt wurde der Redakteur des„Mafsower Anzeigers" Schlüter an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnis- strase von einem Monat zu 109 M, Geldstrafe. Auch seine Revision ist. verworfen worden. Der zivcite Stroisenat des Reichsgerichts stellte sich durchaus auf den Standpunkt, den die Große Strafkammer in Stargard ein- genommen hotte. Maslow kehrt zurück. Seins Gruppe unierwirfi sich löblich. Die Maslow-Gruppe. die sich jahrelang'n h-stigster Ltzipositlon gegen die offiziell« KPD. stand, hat auf Anweisung Sinowjews kapituliert und erklärt, sich in den letzten Jahren„aus einem falschen Weg befunden" zu haben. Auf Grund dieser Er- klärung sind zunächst mehrere aus der KPD. ousgeschsosi«� Funk- ttanäre. die hinter Maslow standen, wieder in die KPD. auf- genommen worden. Sitzung des Reichskabinells. Das Reichskabinctt trat am Montag nachmittag zu einer Sitzung zusammen, un» sich mit den gspla»«tkn landwirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen zu beschäjtigeiv Ein sranzösisch- türkischer verkrag wurde unterzeichnet, durch den die bisherige türkisch-syrsschc Gren ze südlich verschoben wird. Die Türkei wird durch diese Grenzverändermig strategiich wesent ich besser gestellt. Sie hat außer mehreren syrische» Dörsern auch di: bisher von Frankreich verwottete chemo'» deutsche Bahn Mlase'« Adana erhallen. Der Vertrag gilt als Vorläufer eine? bald abzi.'- schließenden türkisch- franzosischen Freiindschaste-, Schied?- und Handelsvertrages. i EXTRA-PREISE Verkauf nicht an Wiederverkäufer.— Verkauf soweit Vorrat.— tVasSWosfc Wäschebatist 75 einfarbig, fflr(eine Ldbtrlcehe, ca. 80 cm breit, Meter Dff Faconne 78 Kanstselde mit Baumwolle, belle Modefarben...Meter DU Trikolett______ S8 ca. 80 em breit, gestreift und kariert...........Meter ?f. Pf. Sieidenftotse Kunstseide 3" mit Schappd-Selde, moderne Muster..................Meter��� Konan 4 original-asiatische QualitSt, satnrfarMg............ Meter■ Toile de soie ray£ 4 reine Seide, elegante Glanastrelfen................. Meter 90 Mengenabgabe vorbehalten. U2 Kleiderstoffe Wollmusseline 1 siele aparte Muster.................................Vater Mantelstoffe O herrenstoffartig, ca. 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Dr. P i n k u s, der in der F r e i s i n g e r Straße 15 in Schöneberg wohnte, befand sich feit mehreren Wochen auf einer längeren G e s ch ä s t s r e i s e, die ihn u. a. auch nach Polen führte. Wie es heißt, hatte Dr. Pinkus mit mehreren Banken Bcrhandlungen über einen Kredit von Iii Millionen Zloty, der einer polnischen Stod.t gegeben werden sollte, eingeleitet. Wahr- scheinlich aus diesem Grunde hielt sich der Kaufmann, der in der polnischen Hauptstadt zudem noch nahe Verwandte zu wohnen hat, längere Zeit in Warschau aus. Vor einigen Tagen reiste Dr. Pinkus aus Warschau mit dem Ziel Berlin wieder ab. Die Rückreise fand in mehreren Etappen stat, da Dr. Pinkus in mehreren Städten, u. a. auch in Bromberg, noch geschästlich zu tun hatte. In der vergangenen Pacht wurde er von seinen Angehörigen in Berlin z u r ü ck e r w a,r t e t. Die Frau wartete aber vergebens auf die Rückkehr ihres Gatten. Gestern im Laufe dg-s vormittag» wurde ihr die Botschaft über- mittelt, daß Dr. Pinkus tödlich verunglückt fei. Frau Dr. Pinkus reiste daraufhin mit ihrer Tochter sofort noch Guben an die Bahre ihres Mannes. Bisher hat sich noch nicht ein- wandfrei feststellen lassen, ob der Tote einem Unglücksfall oder einem Verbrechen.zum Opfer gefallen ist. Für die letzte An- nähme sprechen mchrere verdächtige Umstände, und es ist nicht ausgeschlossen, daß Dr. Pinkus im Abteil überfalleu, beraubt und dann aus dem Zuge geworfen ist. Die Fundstelle liegt kurz hinter Guben. Der Lokomotivführer des Personenzuges 237 sah bei der Vorüberfahrt die Leiche des Kaufmannes liegen und setzt« auf der nächsten Station sofort den Bohnhofsvorstand von seiner Wahrnehmung in Kenntnis. Die Strecke wurde daraufhin abgesucht, und am Kilometerstein 138,4 fanden die Beamten die Leiche. Der Schädel war zertrümmert, an der linken Seite waren tiefe Verletzungen zu erkennen, die allem Anschein nach von Slichen herrühren. Die Hände und die Kleider des Toten waren stark mit Oel beschmutzt. Dies alles gab den Beamten Veranlasiung, sofort die Gubener Polizei zu alarmieren. Nach kurzer Zeit trafen die Vertreter der Gubener Kriminalpolizei und der Staatsanwalt am Tatort ein. Die Personalien des Toten konnten auf Grund der in den Taschen vorgefundenen Papiere sogleich ermittelt werden. Der Hut. die Aktentasche und eine Ahr. die der Tote ständig in der Westentasche bei sich trug, fehlten. An barem Gelde wurden nur 4 Mark vorgesunden. Der hinzugezogene Arzt konnte die Todes- Ursache nicht genau ermitteln. Es ist möglich, daß die vermeint- lichen Stichverletzungen vielleicht durch den Sturz auf die spitzen Steine des Bahndammes verursacht worden sind. Die Leiche wurde beschlagnahmt und soll heute vormittag im Krankenhaus in Guben obduziert werden. Erst die Obduktion wird die genaue Todesursache ergeben. Anfänglich dachte man daran, daß Dr. Pinkus Selbstmord verübt und sich aus dem fahrenden Zug gestürzt habe. Nach Ansicht der Angehörigen des Toten ist ein Selbstmord jedoch völlig aus- geschlossen, da hierfür nicht die geringsten Gründe vor- Händen sind. Wie wir weiter zu dem rätselhasten Tod erfahren, haben die Angehörigen bekundet, daß sie Dr. P. schon seit einigen Tagen aus Polen zurückerwartet haben. Der Einreifeverincrk an der deutschen Grenzstelle für den Grenzübertritt aus Palen stammt, wie aus dem vorgefundenen Paß hervorgeht, vom 22. Juni, aber diese Grenzstelle mar eigenartigerweise Schneide mllhl, das an einer ganz anderen Bahnstrecke liegt. Bisher wurde an- Wir berichteten ausführlich über die schöne Feier, durch die am 8. Juni die erste alkoholfreie Gaststätte des Arbeiter-Abstinenten- bundes am Marheineke- Platz 3/4 eingeweiht wurde. Unser Bild zeigt, daß sich unsere Partei- freunde hier wirklich wohl fühlen werden. So gemütlich, wie die Gast- statte von draußen aussieht, ist es auch drinnen. An erfrischenden oder wärmenden alkoholsrcien Getränken von guter Qualität wird es nicht fehlen/und auch für einen bekömm- lichen Happen ist gesorgt. Der Ar- beiter-Abstinentenbund hat sich durch die Schaffung dieser alkoholfreien Gastwirtschaft wirklich ein Verdienst erwarben, und wir wünschen unseren Freunden vom Arbeiter-Abstinenten- bimd vollen Erfolg im Ausbau ihres Planes, dieser ersten Gaststätte zahlreich« Schwesterinstitutc folgen zu lasten. Es ist Arbeit an der Volksgesundheit, die hier geleistet wird, und, mag der einzelne Abstinent sein oder nicht, jeder Einsichtige inuß wünschen, daß zum Wohle der Arbeiterschaft eine Generation heranwächst, die ohne Fanatismus .......... ..... Ate erfte alkoholfreie QaflflSHe de» Arbeiter Jtbftinenienbundes. über die Gefahren des Alkoholismus deshalb van sich aus verwirft. aufgeklärt ist und ihn genommen, daß Dr. Pinkus über Breslau und Guben nach Berlin zurückkehren wollte. Es müßt« zunächst geklärt werden, wo sich Pinkus an den beiden Tagen nach seinem Grenzübertritt in Deutsch- land aufgehalten hat. Besonders merkwürdig ist die erst jetzt bekannt gewordene Tatsach«, daß man die Leiche an der Böschung des Berlin— Breslau er, nicht des Breslau- Berliner Gleises gefunden hat. Es erscheint beinahe ausgeschlossen, daß der Täter bei einem etwaigen Raubübersall im Abteil den Körper des Mannes aus dem fahrenden Zug gleich über das Nachbargleis geschleudert hoben soll. Es bleibt daher nur der Schluß übrig, daß Pinkus aus einem van Berlin nach Breslau fahrenden Aug gestürzt ist. Die Nach- forschungen der Reichsbahn nach dem Gepäck des Toten haben bisher zu keinem Resultat geführt. Nicht einmal eine Fahrkarte, aus der man irgendwelche Schlüsse hätte ziehen können, wurde bei dem Toten vorgefunden. * Der Vorfall ruft die Erinnerung wach an das schreckliche Ende des Direktors Nordmann von den Delmenhorst er Mar- g a r i n e w e r k e n. N. wurde bekanntlich zwischen Bremen und Hamburg mit zerschmettertem Schädel an der Bahnböschung tot ausgefunden. Auch in diesem Falle konnte erst durch die Obduktion ermittelt werden, daß der Reisende im Abteil überfallen und eines gewaltsamen Todes gestorben war. Der Täter Hopp wurde, wie bekannt, bald von der Polizei ermittelt und wenige Tage darauf verhaftet. Dampfer„Bremen" geht in See. Am 16. Juli Jungfernfahrt nach New �ork. Bremen, 24. Juni. Der gestrige Montag bedeutet einen Markstein in der Nachkriegsentwicklung der deutschen Handelsschiss- fahrt: Oer Riesendampser„v r e m e n" des Norddeutschen Lloyd hat gestern mittag den Ausrüstungskai im Bremer Hasen verlassen, um weserabwärts die Reise nach Bremer- Hoven und darüber hinaus ein Stück in See anzutreten. Die Nachricht von dem bevorstehenden Ereignis hatte sich wie ein Lauffeuer in Bremen und in den Städten an den Usern der Weser verbreitet. Zehntausende hielten die Umgebung des Frei- Hafens II in Bremen besetzt. Hundert« von Motorbooten und kleinen Seglern lagen auf dem Wasser hinter der von der Hasenpolizei vor- genommenen Absperrungslinie, und überall an den Usern bis nach Bremerhaven standen die Bewohner in dichten Reihen, um das stolzeste Erzeugnis deutscher Schiffsbaukunst zu begrüßen. Um 12.15 Uhr sielen die Trossen und Leinen, eine Anzahl von Schleppern zog den 46 lXXl-Tonnen-Dampfer lang- sam in die Mitte des Freihafens, kurz nach 12.30 Uhr setzten die Maschinen des Schiffes ein, und unter dem Jubel der Zehntausende ging es mit der tmrch die Schisfslänge von 282 Metern gebotenen Langsamkeit und Vorsicht zunächst auf den S t r o m hinaus, jn dem die„Bremen" kurz vor 13 Uhr in der für den sonstigen Verkehr abgesperrten Fahrrinn« lag. Unter dem Heulen der Sirenen und Dampfpferfen und den Signalen der Schleppdampfer wurde Mit eigener Maschinenkraft und gleichzeitiger Assistenz der Schlepper die Reise stromabwärts angetreten. Sie glich einer wahren Triumphfahrl. Die Strecke Bremen— Vegesack bis zum Weserknick war in Anbetracht des großen Tiefganges besonders schwierig. Nach einer Mitteilung der Schiffsleitung soll die„Bremen" am heutigen Dienstagmorgen nach Bremerhaven zurück- kehren. Bon hier aus erfolgt dann demnächst die Uebersührung nach S o u t h a m p t o n, wo der Dampfer ins Dock gehen wird. um seinen Bodenanstrich zu erhalten. Nach Beendigung dieser Ar- beiten wird eine um Groß-Britannien herumführend? Probesahrt unternommen, und am 16. Juli soll dann die Jungfernfahrt nachNewPcrk angetreten werden. dach Xondon: (Berechtigte üeberseizung von Ermin Magnus). Bei seinen Unternehmungen zu Wasser wurde das- selbe großzügige System angewandt. Nur das Beste war gut genug, wenn seine riesigen Landaufkäufe vom Glück be- günstigt sein sollten. Oakland sollte zu einer Weltstadt ge- macht werden. Außer seinen großen Hotels baute er Ver- gnügungsetablistements für das Volk, Kunstgalerien und Klubhäuser für die Verwöhnteren. Und früher als die Ein- wohnerschaft selbst war schon der Verkehr auf den Eisen- und Straßenbahnen der Stadt gestiegen. Seine Pläne waren keine Launen. Sie waren gesunde Unternehmungen. „Was Oakland noch fehlt, ist ein erstklassiges Theater," sagte er, und nachdem er vergebens versucht hatte, die lokalen Finanzgrößen dafür zu interessieren, begann er selbst den Bau. Er allein sah die zweihunderttausend Menschen, die zur Stadt kommen mußten. Aber so schwer die- Last auch war, die auf Daylights Schultern ruhte, die Sonntage hielt er sich frei, um in die Berge zu reiten. Selbst der regnerische Winter machte seinen Ritten mit Dede kein Ende. Eines Sonnabends nachmittags aber sagte sie chm ganz unerwartet ab, und als er auf eine Erklärung drang, berichtete sie: „Ich habe Mab verkauft." Daylight war sprachlos. Ihre Handlungsweise konnte so ernste Folgen haben, daß sie fast nach Verrat schmeckte. Sie konnte große pekuniäre Verluste erlitten haben. Sie konnte ihm auf diese Weise mitteilen wollen, daß sie seiner über- drüssig war. Oder...„Was ist los?" brachte er schließlich hervor.„., „Ich konnte sie nicht mehr halten, wo das Heu ,etzt fünf- undoierzig Dollar die Tonne kostet." antwortete Dede. „Ist das der einzige Grund?" forschte er und sah ihr ge- rade in die Augen, denn er erinnerte sich, von ihr gehört zu haben, daß sie das Pferd einen ganzen Winter behalten hatte, obgleich das Heu sechzig Dollar kostete. „Nein, die Ausgaben für meinen Bruder haben sich ge- steigert, so daß ich sie nicht mehr beide duxchbringen könnte, und so trennte ich mich lieber vom Pferde und behielt den Bruder." Daylight wurde van unsagbarer Traurigkeit erfaßt. Er gewahrte plötzlich eine große Leere in seinem Innern. Was war ein Sonntag ohne Dede? Und Sonntag über Sonntag ohne sie? Verstört trommelte er mit den Fingern auf dem Schreibtisch. „Wer hat das Pferd gekauft?" fragte er. Dedes Augen funkelten ihn durchaus nicht freundlich an, gerade so, wie er sie kannte, wenn sie böse war. „Wagen Sie nicht, sie mir zurückzukaufen," rief sie.„Und leugnen Sie nicht, daß Sie das im Sinne hatten." „Nein, ich leugne es nicht. Es war meine Absicht. Aber ich hätte es nicht getan,'ohne Sie erst gefragt zu haben, und da ich nun weiß, wie sie drüber denken, frage ich Sie nicht einmal. Aber Sie hingen so an dem Tier, und es ist hart für Sie. daß Sie es verlieren müssen. Es tut mir wirklich leid. Und es tut mir auch leid, daß Sie morgen nicht mit mir reiten können. Ich bin ganz verzweifelt. Ich weiß nicht, was ich anstellen soll." „Das weiß ich auch nicht," räumte Dede traurig ein,„es wäre denn, daß ich etwas nähte." „Aber ich Hab' ja nichts zu nähen." Daylights Ton war halb scherzend, halb klagend, aber im geheimen war er entzückt über ihr Geständnis, daß auch sie sich einsam fühlte. Sie das sagen zu hören, wog fast den Verlust des Pferdes auf. So bedeutete er also doch etwas für sie. Er war ihr nicht ganz gleichgültig. „Ich möchte, daß Sie es sich noch einmal überlegten, Fräu- lein Mason," sagte er weich.„Nicht allein des Pferdes, son- dern meinetwegen. Das Geld spielt doch wirklich keine Rolle. Wenn ich das Pferd kaufe, so bedeutet das für mich nicht mehr als für die meisten Männer, wenn sie einer jungen Dame einen Blumenstrauß oder eine Schachtel Konfekt schicken. Und ich habe Ihnen nie Blumen oder Konfekt geschickt." Er be- merkte den warnenden Schimmer in ihren Augen und be- eilte sich, ihre Ablehnung zu parieren.„Ich will Ihnen sagen, was wir tun werden. Was meinen Sie, wenn ich das Pferd kaufe und Ihnen leihe, wenn wir ausreiten wollen? Dabei ist doch nichts. Ein Pferd kann man doch von jedem leihen, nicht wahr?" Wieder las er die Ablehnung in ihren Augen und kam ihr zuvor „Es gibt doch massenhaft Männer, die Frauen im Buggy mitnehmen. Dabei ist doch nichts. Und der Mann liefert stets Pferd und Wagen. Schön, was für ein Unterschied ist es dann, ob ich mit Ihnen ausfahre und Pferd und Wagen liefere oder mit ihnen ausreite und das Pferd stelle?" Sie schüttelte den Kopf, ohne zu antworten, und sah gleichzeitig zur Tür, als wäre es Zeit, das Gespräch zu be- enden. Er machte noch eine Anstrengung. „Wissen Sie, Fräulein Mason, daß ich nicht einen Freund auf der Welt habe außer Ihnen.? Ich meine, einen wirklichen Freund, Mann oder Frau, einen guten Käme- raden, mit dem zusammen zu sein eine Freude, getrennt zu sein ein Kummer ist. Vielleicht käme noch Hegan in Betracht, aber es liegen Millionen Meilen zwischen ihm und mir. Außerhalb der Geschäfte passen wir nicht zusammen. Er hat eine riesige Bibliothek und eine verschrobene Art von Kultur. Ich habe keinen Kameraden außer Ihnen, und Sie wissen ja selbst, wie selten wir zusammen waren— einmal wöchentlich, und nur, wenn es nicht regnete. Ich bin ganz abhängig von Ihnen geworden. Sie sind mir eine Art von— von— von—" „Eine Art von Gewohnheit," sagte sie lächelnd. „Ja, so was Aehnliches. Und das Pferd und Sie daraus, wie Sie unter den Bäumen oder im Sonnenschein daherge- ritten kommen— ja, wenn ich das entbehren soll, dann habe ich nichts mehr, um mich die ganze Woche darauf zu freuen. Wenn Sie mir doch erlauben wollten— es Ihnen zurückzukaufen—." „Nein. nein, ich sage nein!" Dede erhob sich ungeduldig, aber ihre Augen waren feucht bei dem Gedanken an ihr ge- liebtes Pferd.„Bitte erinnern Sie mich nicht mehr an Mab. Wenn Sie denken, daß es mir leicht geworden ist, mich van ihr zu trennen, so irren Sie sich. Aber ich habe sie zum letztenmal gesehen und will sie vergessen." Daylight erwiderte nichts, und die Tür schloß sich hinter ihr. Eine halbe Stunde später konferierte er mit Jones, einem früheren Liftboy und wütenden Proletarier, den Daylight ein Jahr lang unterhalten hatte, damit er sich der Literatur widmen konnte.(Fortsetzung folgt.) Oer Gaiower Auiosahrer frei! Aus der Hast entlassen... Zur Klärung des Autounglücks auf der Ga- tower Chaussee fand heute abend gegen S Uhr ein Lokalterntin statt. Der Kaufmann Riesle war ebenfalls zur Stelle. Mehrere Sachverständige fuhren den UnglLckswa,gen. Es wurden Messungen vorge» nommen. Als man zu einem abschließenden Urteil ge- kommen war. Witt de der Kaufmann, da keine V e r- dunlelungsgefahr mehr bestehe, aus der Haft ent- lassen. Wieder ein wilder Fahrer. Schon wieder wird ein wilder Automobilist von der Kriminalpolizei gesucht. Am Sonntag gegen 4X Uhr nach. mittags wurde vor dem Lokal von Wagener in Glindow ein Mann von einem Kraftwagen überfahren. Der Autolenker ent- zog sich seiner Feststellung durch schleunige Flucht. Awomzig Minuten später rammte derselbe Wagen mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern bei Geltow ein anderes Auto an, das durch den Anprall in den Chausseegraben geschleudert wurde. Auch hier gelang es leider nicht, den Raser anzuhalten. Die recht« Seit« des Wagens muh aber Beschädigungen ausweisen. Es soll sich nach Aeugenaussagen um einen Berliner Privat- mögen mit blaugrauer Lockierung handeln. Mitterlungen zur Feststellung sind an die Kriminalpolizei in Potsdam zu richten.__ Oie„Mmancia" verloren? Sin englisches Schiff sichtete Flugzeugtrümmer. Madrid. 24. Juni. Die militärische Funkstation empfing von dem fpani- schen Dampfer ,.M a g a l l a n e s" einen Fnnkspruch. wo- nach das vermutlich englische Schiff ,.G r e l d e n" mitteilt. daß es etwa 220 Kilometer von den Azoren entfernt die Ueberreste eines Flugzeuges ohne Mann- s ch a f t angetroffen habe. Es scheint flch um die Trümmer des spanischen Qzranflugzeugs..N u m a n c i a" Francas zu handeln. Spanische, englische, portugiesische, italienische und französische Kriegsschiffe und Flieger sind auf der Suche nach den Vermißten. Eine Eisenbahnbrücke brennt. Oer Ringbahnverkehr empfindlich geflört. Durch Kurzschluß gerieten gestern abend der Bodenbelag und die Kabel der Bahnüberführung am Bahnhof w i l. Wersdorf— Friedenau an der varziner Straße iu Brand. Drei Züge der Feuerwehr mußten herangezogen werden, um das Feuer zu löschen. Der Riagbahnoer. kehr war nahezu zwei Stunden lang gestört. Um 19,36 Uhr züngelten auf der Bahnüberführung plohlich meterhohe Flammen auf. Die Feuerwehr wurde� alarmiert, die jedoch nicht sofort eiygreifen konnte, da alle Metallteile der U�ber- sührung auf zunächst noch unerklärliche Weise unker Strom geraten waren. Inzwischen hatten die Flammen den Bodenbelag und die hölzerne Bruckenverkleidung sowie mehrere Kabel ergriffen. Mehrere Gasleitungen waren infolge der Hitze geplatzt, und siarke Flammengarben schassen nach allen Seiten. Erst nachdem die Strecke völlig stromlos gemacht worden war, konnten sich die Lösch- Mannschaften gefahrlos dem Brandherd nähern. Durch Wasiergeben aus vier Schlauchleitungen war das Feuer bald gelöscht. Die Entstehungsursache ist nach den bisherigen Feststellungen Kurzschluß. Dabei sind die Metallteile der Brück« unter Strom gekommen. Die Gasrohre platzten» die ausströmenden Gase entzündeten sich.— Auch die Straßenbahnen, die im Zuge der Kaiscrallee unter der Brücke hinwegführen, mußten um gel ei- tet werden. Gegen 21,39 Uhr konnte der Ringbahn- und Straßenbahnverkchr wieder ausgenommen werden. Die Brückenkonstruktion hat keinen Schaden erlitten. Ouderstadts Tausendjahrfeier. Eine Rede des Oberpräsidenten Roske. Duderstadk, 2i. 3uni. Eigenbericht.) Aus Anlaß seiner 1000- Jahr- Feier prangte Duderstadl am gestrigen Sonntag in reichem Flaggenschmuck in den deutschen, preußischen, hannoverschen und den Stadtfarben. Der preußische Minister Dr. Steiger übermittelt« die Glück» wünsche der Regierung und wies auf die landwirtschaftliche Bedeu- tung des Untereichs selbes hin. Er erinnerte an die Krieg« und Brände, die Duderstadt in den verflossenen Jahrhunderten so schwer geschädigt haben. Nach dem Minister sprach Oberpräsident Genosse N o s k«. Welcher Anerkennung und Wertschätzung Duder- statt sich erfreue, sagte er. beweise die Anwesenheit zahlreicher ve. Hördenvertreter. Heute gehörten auch die höheren Beamten in die Mitie der Bürgerschaft bei fesllichen Anlässen, und kein Trennung? st rich bestehe zwischen den Regierenden und Re- gierten. Wer am Vaterlande arbeite, leiste E h re n d i e n st für das Volk. Das Hauptinteresse wandte sich dem hi st arischen Festzug zu, der Duderstadts wechselvoll« Geschichte zeigte. Sport Im Reichsbanner. Die Ruderriege der Reichsbanner-Waffe'.' sport-Abtcilung ist durch das neue Bootsbaus und Vermehrung des Boots- Materials imstande, neue Kameraden aufzunehmen und auszubilden. Der AnsängerkursuS beginnt ani Dienstag, dem 25. Juni er., im Bootshaus, Wendenschloßstraßc 122. Nebungsabende sind jeden DicnStag und Donners- tag ab 18 Uhr. «wsendungen für dies« Rubrik find Berlin TW 68, Lindenstraß« 3, parieinachnchten�M� fürGroß-Berlin stet, an da» Bezirk-sekretariot 2. Hof, 2 Treppen recht,, z» richten. l. ftrei, Friedrich-Hain. Heute, Dienstag. 25. Juni, I» Uhr, iu de»„A»drea»-ffcstsül«»',»ndreasstr. 21, ttreismitgliederoersamm. lang. Berichterstattung vom Magdeburger Parteitag. Bericht- erstatter: Georg Bochmann.— Di-tusflon.— Mittwoch, 28. Juni. 18H llhr, außerordentlich« Bezirisnersamminng im Rathaus, Stadt- vcrvrdneten-Eißungssaal. 7. Jieei, Sharlotteuburg. Donnerstag, 27. Juni, 19% Uhr, in »Ahlert, Festsäle»', Berliner Str. 88, Ecke Brnnhoistraß«, fteei,- mitglirdrrocrsammlung. Bortrag:»Da, iionkordnt.' Ref.: Ernst Seilmann, M. d. E. ttorrcf.: Mar Sicocr«. Gcschästsführer de» Frei- deukeruerbandc«. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung I Waldtest am Sonntag, 39. Juni, im Bol? spart Jung» sernheid«(Epiclwiese). Abmarsch: Wilhelmplaß, 12 Uhr. U. ftrei, Schöneberg-Friedenan. Seit»tele« Jahren unterhält de» Schöne- berge« Frauen, und Mädcheabildung-oerei» ein« Ferienkolonie. Ja diesem Jahre beginnt die Ferienkolonie am 8. Juli in Dahlem, Endstation der Eiaie 13. Meldungen werden an solaendea Stelle» entgegengenommen: Jürgen-, Barbaroffastr. 5: W. Bahr, ftgsshäuserfir. 12 I: Frau B. Schul»«, Martin-Euther-Str. 69, Stil. IV; Frau«. Krone. Tempelhoser Str. 16, oorn II: Göttlich Groß. Scdanstr. 17; Fra» Eichtenbera, Fre,cftr. 77,»or» pari.: ftramm, Cranachstr. 18, Grih,.; Frau Eackert, Friedenau, Mainaner Straße 8, Seiteneingana 1 Tr. Abfahrt 9 Uhr Straßenbahnhoi Belziger Straße. Rückkehr 19 Uhr Straßenbahnhoi Belziger Straße. Bei«oller Berpflcqnnq beträgt der Fahrtkoftenbeitraq für da» erst« und»weit« ftind ans einer Familie je Kind 1,— M. pro Woche, weitere ftinder frei. 13. ftreis Tempclhof. Mittwoch. 2«. Juni, 18% Uhr, Bezirksoersammlung im Ln»eum in Tcmpelhof, Germamastraße., 19. fteei» Pankow. Die ftreisvorstandssißung findet am Mittwoch. 28. Juni. 20 Uhr, nicht bei Meyer, sondern im Ealal Klemm, Berliner Str. 118, in Pankow statt. heute, Dienstag. 25. Zun): 14. Abt. 19% Uhr bei Krllgcr. Luslitenstr. 34 Ecke Scheringstraße, Mitglieder. oersammlung. Vortrag:»Das Seznalproblem'(nicht, wie irrtümlich angegeben.„Gesundheitsfürsorge"). Ref.: Sladtärztin und Stadtverordnete Dr. ftäthe Frankenthal. 17. Ait. Die Bezirksfiihrcr müssen bi«»um 38. Juni die Markenheständ« heim Genossen Höhne aSgercchnet haben. Die Maimarken find restlos ab»uliefern. 29. Abt. Abrechnung der Bezirksführer bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Auch die Maimarken find ab»urechnen. Ab 18)) llhr. 91. Alt. Neukölln. Die Sammellisten für die ftindernerschickung.müssen bi» spätesten« Donnerstag, 27. Juni, beim Genossen fturt Gärtner. Wißmann. straße 14, abgerechnet werden.— Am Freitag, 28. Juni, findet die Au». zahlung an die Kinderfreund« im Lakai Lüddeckt, Karlsgartenstr. 12, um 18 Uhr statt. Nachträgliche Nennungen«an Kindern können dann nicht mehr beriickstchtigt werden.— Die Genossinnen und Genossen beteiligen sich an der Deransialtun« der Kinderfreundc am Donnerstag. 27. Juni, in der Aula des ftaifer-Friedrich-Realgymnasium», ftaiser.Friedrich.Sir. 207. Roier- Falken-Film, Sprechchor, Musik und Gesang. Eintritt 25 Pf. Morgen, Mittwoch, 26. 3uni: Mitgliederversammlungen und Zahlabende i 7. Abt. 19% Uhr Im„Vereinshou, de»-Nordens". Gartenstr. 8, Mitglieder. Versammlung. Bortrag:.Gesundheitsfürsorge der Stadt Berlin." Ref.: Stadtärzlin und Stadtverordnete Dr. Käthe Frankenthal. 3. Abt. 19% Uhr im„Nationalhof", Bülowstr. 37, Mitgliederversammluug. Bortrag:„Der Magdekkurger Parteitag." Ref.: Mathilde Wurm, M. d. R. Dclegiertenwahl. 9. Abt. 19% Uhr bei Faber, Stcvhanstr. 11, Jahlabcnd und Diskussionsabend. Bortrag:„SPD. und Arbeitersport." Ref.: fturt Iaeck. Bibliotheksbücher werden umgetauscht. 13. Abt. 19% Uhr hei Nachtigall, Beusselsir. 32, Mitgliederversammlung. Vortrag:„Die Rcporatiousfrage." Ref.: Ernst Neumann. 14. Abt. 19% Uhr in der Schule. Putbusser Sir. 3, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Adteilungsangclegenhetten und Aufstellung der ftandidaten für die Stadt» und Bezirksverordnetenwahl. 15. Abt. 19% Uhr bei Dahin, Binciaplaß 7, Mitgliederversammlung. Portrag: „Die kommunalvolttischcn Erfolge der Sozialdemokratie." Ref.: Stadtverordnete Minna Todenhagcn. 18. Abt. 19% Uhr in der.Eöwcnbraucrei", Kochstr. 24, Mitgliederversammlung. Lichtbildervortrag über die Voiksfllrsorgc. 1». Abt. Die Abteilungsversammlung fällt au«. S». Abt. 19% Uhr bei Wendel, ftoloniestr. 147, Vortrag:„Die innerpolitische Lage". Referent: Dr. fturt Löwenstein, M. d. R. 21. Abt. 19% Uhr im„Echraderhaus", Malplaguetstr. 14—16, Vortrag:„Die Rechte der ftrankenkassenmitalieder." Ref.: Genosse Schwalkowfki. 22. Abt. 19% Uhr in der„Sochschulbranerei", See» Ecke Amrumer Straße sgel» der Saal), Vortrag:„Die politische Lage." R»f.: Polizeioberst a. D. Dr. Sermann Echiißinger. 23. Abt. 19% Uhr im„Stelnackcr", Scesir. 45, Porrtag:„Unser Kampf um die Eozialpoiltik." Ref.: Dr. Bröckcr vom ADGB. 24. Abt. 19% Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62, Vortrag:„Unser ftampf um die Sozialpolitil." Ref.: Paul Zippcl. 25. Abt. lg% Uhr im kleinen Saal des„Saalbau Friedrichshain", Am Fried- richshai». Portrag:„Die volttische Lage." Ref.: Johannes Stelling. M.d. R. 28. Abt. 19% Uhr in den..Bcrolina-Fcstsälen", Schönhauser Allee 29, Vortrag mit Lichtbildern:„Erfolge der Partei auf dem Gebiete des Schul, und Bildunaswefens." Ref.: Friß ftriiger. Es wird sehr pünktlich begonnen. Mitgliedsbücher sind zur ftonirolle mitzubringen. 36. Abt. 19% Uhr IN der Schulaula Greifenhagcner Str. 52, Vortrag:„Das Reparationsproblem. Referent: Dr. Friß Säiönherr. 31. Abt. 19% Uhr in der Schulaula, Schönfließer Str. 7, Vortrag:„Sozialistische Politik im Rathaus— Hemmnisse und Erfolge." Ref.: Stadt. verordneter Mar ftreuziaer. 33. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt mit Rücksicht auf die heute sDien«- lag) stattfindende ftreismitglicderversammlung aus. sSiche 5. ftreis, Fried- richshain.) 35. Abt. Die Abteilungsversammlung fällt im Juni au». All« Genossen beteiligen sich an der heutigen ftreismitgliedervcrsommlung um 19% Uhr in den Andreas-Festsälen, Andreasstr. 21, 38. Abi. Die MiLgllebevoersatMudtN« sSV in dick» Monas«w. Di« Ge» Iwssinnen und Genossen beteiligen sich heut« an der ftreismitgttedcr» Versammlung.... 38. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Die Genossen hetelllgen sig, dafür recht zahlreich an der heutigen ftrcismitgliedcroeri'ammlung. Siehe unter 5. ftreis Friedrichshain. Die Ouarticrliften für den 11. Au- gust, sowie die Listen der selbständigen Gewerbetreibenden der SPD. sind am Freitag. 28. Juni, zur Quartalsabrechnung mitzubringen. 43. Abt. 19% Uhr bei Rabe. Fichtcstr. 29, Bortrag:„Aktuelle W:rtscha,ts. fragen". Referent: Willy Roggc.. � 46. Abt. 19% Uhr in der Echulaula, R-ichenbergcr Ecke Farster Straße. Bor- trog:„Das ftonkordat", Referent: Rektor Gustav Hädicke. 46. Abt. 19% Uhr bei Burgl>ardt, Eörlißer Str. 52, Vortrag:.D,e Todrs. strafe". Referent: Dr. Mar Schütte. 47. Abt. 19% Uhr bei Rowack. Mantcuffclstr. 9. Vortrag:„Da» Reparatwns. Problem". Referent: Redakteur Wolfgang Schwarz.... Eharlottcnbiirg. 51. Abt. 19% Uhr bei Ech-llbach, ftönigm.EIuabcth.a-tr. 6. Vortrag:„Die Last des Friedensvertrages und die Arbeiterschat". Ret:- rent: Dr. Ernst Falck. Bericht. Verschiedenes.— 53. Abt. 28 Uhr im Lokal Last, Plößenfee, Straße 12. neben Sau, Sichar. Lichtbildervor. trag über die Volksfürforge. Eingeführt« Gäste haben freien Juiritt.— 54. Abt. 19% Uhr im Jugendheim Zlosinenstr. 4, Vortrag: �Eiedlungs- Probleme". Referent: Bczirfgverordneter Wilhelm Mickler. Stellungnahme zur ftandidatrnfrage zur Stadt- und Bezirlsvcrordnctrnwahl. D:« Be- zirksführcr laden ein.— 55. Abt. 28 Uhr bei Reimer, Wilmersdoricr Straße 21. Stellungnahme zu den Stadt- und Bezirksvcrordnetenwahlcn. Mitgliedsbuch legitimiert.— 56. Abt. 28 llhr bei Iuskowiack, Lolßen. dorffstr. 28. Aufstellung der ftandidaten zur Bezirks, und Stadtverörd- netenwahl.— 57. Abt. 2(1 Uhr hei Ttmnack, Wiclandstr. 4, Vortrag:„Der Sturm auf die Sozialversicherung". Referent: ftarl Lilke, M. d. R. Gäste willkommen..._ 88. Abt. Halensee. Unser« Diskussionsabende fallen m den Sommer. monaten aus. 78. Abt. Schöneberg. 28 llhr bei Rofenchaf. Ebersstr. 68, Vortrag:„Grundlagen der Berliner ftommunalpolitik". Referent: Stadtverordneter Richard ftrillc. Außerdem Aufstellung der ftandidaten zur Stadtverordnctenwahi. 81. Abt. Friedenau. 28 Uhr Jahladend« bei ftlabc. Sandjerystr. 69—61. Bor. trag:„Der ftlassenkampf um den Menschen". Referent: Otto Faust. Bei Baginski, Studcnrauch. Ecke Taunusstraße. Vortrag:„Die Bedeutung der englischen Wahlen". Referent: Paul Bernstein. 83. Abt. Lichterselde. 28 Uhr bei ftattum. Bäkestr. 7, Vortrag:„Die well- liche Schule". Referent: Direktor Jensen. Aussprache, Parteiangelegen- N6. Abt. Lichtenberg. 19% Uhr bei Albrecht, Voxhagener Str. 62. Vortrag: „Die Bedeutung der englischen Wahlen". Referent: Mar Heydeman». 131. Abt. Riedcrfchönhauscn. Die Genossinnen und Genossen beteiligen sich an der Abteilungsversammlung in Dlankenfelde, im Lokal Müller, Schildower Str. 3. Treffpunkt zum Abmorsch 19 Uhr Stroßenbahnhof Nordend. Eventuell Autobus nach Blankenfelde. 131. Abt. Bezirk Blankenfelde. 28 Uhr im Lokal Müller, Schildower Str. 3, Mitgliederversammlung. Bortrag:„Der Parteitag in Magdeburg". Refc, rent: Georg Maderholz, M. d. L....„ 136. Abt. Reinickcndors.Ost. 26 Uhr im Schnßenbau». Rcsidenzstr� 1, Mit- glicderverfammlung. Berichterstattung vom Parteiag in Magdeburg. Referent: Mar Urich. Abtcilunqsanqclegenhette». Die Bezirksführer haben zu diese, Dersammlung bestimmt einzuladen. 187. Abt. Reinickendorf, West. 28 Uhr Jahfabende. 2. und». Bezirk: Lokal Matter. Eichbornftr« 94. Vortrag:„Sozialistische Gcsinnung»pftege". Reff. rrntin: Senny Rcpald. 1.. 3.. 4., 7. Bezirk: Bolkshaus. Scharnwcbcr. straße 114, Vortrag:„Etalsgestaltung im Reich". Rcfekent: Rcktar Walier Fischer. 8. Bezirk: Heese. Berliner Str. 73. Vortrag:„Menschenökonomie und BcvLIkcrungsvolittk". Referent: Wilhelm Miethke. 139. Abt. Tegel. 28 Uhr im Alten ftrug, Hauptstr. 14, Fahlabend. Oerlllche Poitciangclegcnheitcn. �..,», 139. Abt. Schulzcndors, Rcn-Aeiligensee, Siedlung am Bahnbol SeiNgensec. 28 Uhr im Lokal Sühnert. am Bahnhof Schufzendorf, Mitgliederver. fammlung. Bortrag des Genossen ftallies. Frauenveranstaltungea. 4. ftrei» Prenzlauer Berg. Die Funktionärinncn treffen sich zur Fahrt nach Spandau am Mittwoch, dem 28. Juni, 12 Uhr, an der Endhaltestelle der Linie 54. Danziger Ecke Weißcnburaer Straße...__... 13. ftnis Tempel hol. Marieudorf, Marienfelde. Lichtenrade. Alle Funktio. närinncn treffen sich am Mittwoch. 26. Juni. 14% Uhr, Borck. Ecke. Gneifenausiraßc, um mit der Linie 154 nach Spandau zu fahren. Noch- zügler treffen sich im Lokal Loebell. ftarlslust._ 14. ftrei» Reulölln. Genossinnen, die nicht im Desiß.einer Dampferkarte sind. können iroßdem am geselligen Beisammensein im Lokal„Ncu-Ahlbeck". Friedrichshagc», teilnehmen. Falirvcrbindung mit der Linie 187 bis Rüggeltunnel oder mit der Stadtbahn bi» Fricdrichshagen. 28. ftrei» Reinickendorf. Die ffunltionärinncn treffen sich zum Ausflug noch Spandau am Mittwoch, dem 26. Juni, 14% Uhr, an der Dampferhalte. stelle Tegel. Der Dampfer fährt bereit» um 14% Uhr ab. Nachzügler treffen sich im Lokal Loebell, ftarlslust, direkt. Dt« Ge: 26. Abt. Die Genossinnen treffen sich üm 13 Uhr am Prenzlauer»or zur Fahrt noch ftarlshorst. Nachzügler fahren mit den Linien 87, 187, 95 bis Haltestelle..Strandfchloß". Gösie willkommen. 18. Abt. Ehorlottenbneg. Der Frouenadend fällt i» diesem Monat au». Die Genolsinnen beteiligen sich dafllr am Waldfeft im Volksvark Iungfernhcide am Sonntäh, dsni'-M.-?«««. Trekspunkt 12 Uhr Witt helmplaß. 69. nnd 72. Abt. Wilmersdorf. Seüie. Dienstag. 25. Juni. 19% Uhr. he, Lau. Hildegard. Ecke Echrammstraßc,„ftörverpflege" mit gymnastischen Uebungen. Vortragende Genossin Lotte Pactow. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg. Heute, Dienstag. 29 Uhr, im Jugendheim Funler- straße 44. Bortrag:„Faschismus". Referent: Paul Bernstein. Gruppe lempelhai.Raricndorf. Heut«, Dienstag. 28 Uhr, im Jugendheim Tempelhof, Scrmaniaftr. 4—6, Vortrag:„Psychologie". Rescrentin: Genossin Pauls«». Vereinigung sozialdemokratischer Juristen: Vortragsabend Donnerstag, 27. Juni, 19% Uhr, t» Rheingold,-F Potsdamer S4r. 3U Gespräche drehten sich um bemerkenswerte Unglücksfälle und um bemerkenswert« Wunder, um Dürre»nd Rinderpest� und Walaria-Gpidemien, um die ganze südamerikanische Revolutions- gefchichte von Venezuela bn Norden bis zur pittoresken Revolution ungefähr einmal im Monat in Paraguay. Das waren ausgiebige Themen, man hätte stundenlang darüber reden können und wäre zu keinem Ende gekommen. Unser Viehzüchter gab eine Runde aus, er bat mich, ihm meinen Coctail zu nennen, und fügte mit lauter Stimme hinzu:„Trinken Sie, Jovcn! Wer weiß, ob Sie jemals wieder— nicht mangels Geld, sondern mangels Gelegenheit!" Das hörten sie alle. Alle lächelten krampfhaft und unsicher. Die Stim- mung schwebte zwischen einer würdevollen Heiterkeit und dem traumhaften Vorgefühl der möglicherweise kommenden Dinge. Der Maschinist Miguelito trat an das Fenster des Speis«. wagens heran.„Auf die Plätze, Senhores! Es kann losgehen." Auch ihm wurden Drinks angeboten und er machte keine Umstände. „Um Whisky-Soda— com muitas grazias!" Er trank auf unser aller und auf sein eigenes Wohl. Man hielt ihm noch Gläser hin. „Nein einen einzigen— nicht mehr! Aber wenn Sie ein Cigarilho entbehren können--* Ein Dutzend Zigarettendosen klappten vor ihm auf. „Und wie denkst du über unsere Aussichten?" fragte einer. „Heute? Heut« geschieht nichts. Ich kenn« diese Brücke— ach, wie genau ich sie kenne! E rneu meikor inimigo(sie ist mein bester Feind). Aber freilich, Herrschaften, wenn Gott will, so kommen wir"— er sprach es zögernd aus—„auch nicht hinüber." Se deus quizerl Eigentlich: wenn Gott wollen werden. Ein seltsamer Infinitiv der Zukunft, den das Portugiesische als einzig europäische Sprache von den Mauren übernommen hat. Und es ist das Wort, das man in Brasilien am allerhäufigsten hört. Es ist als Abschluß einer Debatte besonders geschätzt, weil es alle Möglich- leiten offenhält und die bindendste Verabredung wieder auflöst. Und mit diesem Wort ging auch der Maschinist Miguelito. Auch unter uns Fahrgästen gab es etwas, was einem letzten Scheidegruß verzweifelt ähnlich sah. In der Eile wurden noch ein paar der früher abgsschlossenen Wetten auf Glück oder Unglück als ehrfurchts- widrig und blasphemisch rückgängig gemacht. Doch in Wahrheit konnte es sich bei dem so leidenschaftlich wettlustigen Volk in diesem Fall nur um die erkannte Unmöglichkeit handeln, die Gewinne bei negativer Entscheidung zu realisieren. Denn wenn einer Pessimist ivar und mit seinem Pessimismus verlor, so hatte er doch unbe- streitbar verloren und mußte bezahlen. Wenn er aber gewann, ging es ihm noch viel schlechter. Immerhin gab es einige wenige Prinzipienmenschen, die trotz dieser ungünstigen Aussichten an der einmal eingegangenen Wette festhielten. Und jetzt ließ Miguelito unseren Zug langsam, leise, wie auf Filzpantoffeln auf die Brücke hinausschleichen. Wir zählten ein. zwei Eisenträger, mit einem endlosen Abstand van je fünfzehn Metern dazwischen, und von der Sorte gab es im ganzen zwölf Stück. Plötzlich war ich heftig und entschieden gegen all- Romantik, gegen das farbige Leben, gegen Lokalkolorit— für die grmis Theorie der Ingenieurschulen, für langweilige, aber richtige Berech- nung und für öde, seelenmordende Technik. Nun waren wir erst beim sechsten Träger und mir siel ein. daß„Zug" vermutlich von „sich ziehen" komme, gleich einem langen, dünnen Faden Syn- detikon, der bekanntlich alles klebt, leimt, kittet— nur nicht Eisen- bahnbrücken, und das war jammerschade. Nein, jetzt zählte ich nicht mehr mit, es war sinnlos, zu wissen, daß man eben den elften Träger erreicht hatte, als--- Ich hielt die Augen zugedrückt. doch als ich ein wenig durch die Lieder blinzelte, sah ich, daß alle anderen Passagiere ebenfalls mit geschlossenen Augen dort saßen. Dal Da war es. Ein Schrei aus allen Kehlen. Ich schrie mit, ohne zu begreifen, warum ich und warum die anderen schrien. Dann erst ging mir auf, daß es Freude und Jubel war. Man schrie und man lachte. Her Zug war drüben. Der Zug hielt. Aufregend so eine Fahrt über die Ponte Terzeira! Nach- träglich erst fragte ich mich und die andern, warum wir nicht aus- gestiegen und hinübergegangen seien, das wäre doch weniger riskant gewesen. Doch da las mir mein Nachbar eine der Tafeln vor, die am Eingang und am Ausgang der Brücke aufgestellt waren: „E prohibido de passar a pii!"(Das Passieren der Brücke zu Fuß ist verboten!) Ja, dann natürlich— das sah ich ein, das war etwas anderes. Jlnnie Ä«r 3)er ffiomsm einer mittle Wenn man es sich aussud)en könnte, wo man zur Welt kommt! Aber da steht man plötzlich auf einem Küchenbalkon in der Rauch- straße und weiß nicht einmal, was ein Balkon ist. Man weiß auch nicht, daß dos kleine, grüngestrichene Holzkistd)cn nur einen recht fraglichen Teil des mütterlichen Erdbodens darstellt. Und als die Köchin sagt:„Nu, der erste Kapuziner is ooch schon da!" da hat man natürlich ebensowenig Ahnung, daß das gewissermaßen die Tauf- rede ist. Jedenfalls dehnt man sich behaglich in der Berliner Morgen- sonne. Und hat es vergessen, daß sich die Europäer die Kapuziner- kresse vor annähernd IM Jahren aus Tropisch-Amerika, von den Ufern des Amazonas holten. Mit dem fetten Riesenwuchs Ist es schon lange nichts mehr, seitdem die feuchte, heiß« Wasserlust fehlt. Die eben erschlossene Kapuzinerblüte hat aber gan,; besonders kleine Blätt-hen, denn die Köchin trug im letzten Monat Liebeskummer, und das Holzkistchen mit den Kapuzinerkeimlingen bezahlte die Zeche. Wie innner die Un- schuldigen, die nichts dafür können. Die melancholische Dame ver- goß nämlich, sie zu begießen. Und hat es damit unfreiwillig erreicht, daß die Pjlänjchen gerade so mager und kümmerlich wurden wie andere Grohstadtkinder auch. Im Hof qualmen Benzinwolten auf, well man ein Auto aus der Garage fährt. Di« Minna vom ersten Stock hält sich entrüstet die Nase zu. Die Kapuzinerblüte täte es auch gerne, wenn sie nur die nötigen Organe dazu hätte! Aber ihr wird ganz schlecht von der vergifteten Lust.„Gleich falle ich um!" fühlt sie, und der Stengel ist schon ganz schlaff.„Was für ein furchtbarer Gastod!" Aber da ist das Auto endlich draußen, und der Chauffeur hupt ungeduldig vor der Haustür«, weil der Herr Doktor so lange nicht kommt. Im Hof zerstieben die letzten stinkenden Wolken. Vom Tiergarten herüber streicht«in Schwall reiner Lust(was in einer Kroßstadt„reine Lust" heißt). Di« Blüte erholt sich. Jetzt be- schäftigt sie sich angelegentlichst mit dem einzigen, was Blumen interessiert: mit der Heirat. Die Köchin, etwas zerstreut, begießt, nein, überschwemmt die grüne Kiste mit einem ganzen Krug Wasser. Die kleine Blume wird dabei vollgegossen wie ein Topf und ist recht unglücklich darüber. Gerade wollte sie ihre Narbe ausmachen und Versuchs- weise einen der Staubbeutel. Jetzt ist alles triefend naß. Wenn da die Sonne nicht hilft, kann man gleich j«de Hoffnung aufgeben. Ein Glück, daß wenigstens der Honig im Sporn hinten nichts ab- bekommen hat. Denn das ist die Mitgift, ohne die eine Blume nicht heiroten kann. Aber auch di« Sonne über Berlin ist ein freundliches Wesen, das sich der geplagten Geschöpfe annimmt. Die Wassertropsen trocknen und verschwinden. Die ganze Blüte streckt sich. Auf porzellandünnen Stielchen strafft sich di« Narbe. Für sie und ihr« Besucher muß Platz geschassen werden. Die Frau ist das aller- wichtigste, das es in einer Blume gibt. Um ihretwillen ist die ganze Kapuzinerblüte überhaupt da. Es wird Mittag und nichts ereignet sich. Pflanzen brauchen Geduld. Di« Narbe hat ihren Stiel noch länger gedehnt. Sie sieht nicht und hört nicht, aber sie empfindet die leiseste Veränderung der Luftströmung. Sie wartet. Flügelschlag. Dumpfes Brummen. Es krefft und nähert sich. Die Blüte steht ganz offen, leuchtend ratgelb geflammt.. Der Sporn glänzt prall von Honig. Der Hochzeitsbote wird«in« reichliche Be- lohnung finden. Lautlos öffnen sich drei, vier Staubkapseln. Maha- gonibrauner Blütenstaub quillt hervor, locker wie ein Bürstchen obendran. Man braucht ihn nur abzustreifen. Aber die Hummel kümmert sich nicht im mindesten um all diese Vorbereitungen d«r Blum«. Was soll sie da mühevoll von vorne hineinkriechen, sich den Pelz staubig machen, um dann zu finden, daß ihre Zunge nicht ausreicht, um zum Honig zu gelangen. Das ist doch wieder eine dieser nicht Herzugehörigen, so ein sremder Ein- dringling, der ein« brave und fleißig« Hummelfrau nur zum Narren hält. Er mag in sein« Heimat zurückkehren, wo seinesgleichen so ver- rucht sein soll, sich durch langschnäbelige Vögel statt durch Insekten verheiraten zu lassen. Nein, man hat Erfahrungen gesammelt und weiß, was zu tun ist. Und die Hummel krabbelt richtig auf di« Unterseite der Blume, sucht den Honigsporn, findet ihn und'beißt mit scharfen Kiefern ein Loch hinein. Daraus trinkt sie, soviel auf diese Weise zu erhalten ist(«in paar Tropfen ganz oben bleiben allein übrig), putzt sich dann ungenügend den Zuckersast aus dem Gesicht und geht brummend und ohne Dank davon. Ja, es ist Straßenraub, ganz gemeiner Straßenraub, und es bricht den uralten Pakt, den längst die Pflanzen mit den Insekten gefchlossen haben. Aber was soll man machen? Es gibt keine Polizei gegen Hummelstrauchdiebe. die ihre Pflicht oerletzten und sich schlecht benehmen. Wie soll«ine Blüte sich dagegen wehren? Die arme, beraubte Blume hat ein gutes Teil ihrer Hoffnungen «ingebüßt. Was soll sie ohne Honigmitgift? In ihrer Welt heißt es(ganz(vi« anderswo): Wenn ich dir den Gefalle» tun soll, dir einen Gatten mitzubringen, oder deinen Blütenstaub mitzunehmen, mußt du mich dafür bezahlen. Ja, sie kennt das. Sie möchte sich aber doch so gerne«erheiraten, Kinder haben, in ihnen weiterleben. Wer weiß, was morgen sein wird? Morgen kann es regnen, kann vielleicht kein Besucher kommen. Es gibt ja ohnedies so kläglich wenig Insekten in dieser von Steinen, Staub und hähliihen Gasen erfüllten Luft. Di« Sonne verläßt den Hof, Stimmen schwirren, die Köchin sitzt auf dem Balkon und blättert im Telephonbuch, ob sie di« Nummern findet, die er ihr zuletzt gesagt und die sie leider vergessen hat. Zu der Blüte kommt niemand. Die Köchin geht verdrießlich hinein(gleich wird das Auto in die Garage zurückkehren, und die Nummer hat sie auch nicht gefunden), sthon sinkt der Balkon in abendliche Schatten. Ein Tag voll Hoffnungen ist aus. Da braust im letzten Augenblick ein prächtiger Flieger heran, ein Taubenschwanzschwärmer, der von jenseits des Tiergartens stammt. Seine großen, griingläsernen Kugelaugen hoben die einzige Ka- puzinerblüte des Hofes erspäht, jung und frisch scheint sie ihm zu sein. Sicher wartet sie mit einem vollen Honigsporn. Soeben traf er draußen andere ihrer Gesellschaft, aber sie waren ausgeraubt und vertrocknet und gaben ihm nur ein bißchen Blütenstaub mit. Und so hängt er das lange, schneeweiße Elefantenrüsselchen nach abwärts, sucht, findet. Es Ist nicht viel, auch hier scheint schon ein Dieb gewesen zu sein! Er beugt den Kopf, noch mehr, während«r als schwirrendes graues Rad die Blüte umtanzt. Di« Narbe streckt sich ihm erwartungsvoll entgegen, da fallen fremde Staubkörner aus seinem Brustpelz, rollen über sie, eines bleibt an dem kleinen, goldenen Mund kleben, und der hält es fest. Der Schwärmer braust weiter, ganz satt ist er nicht, vielleicht entdeckt er anderswo noch ein paar volle Sporen. Das Staubkorn auf der Narbe aber platzt auf und wächst minutenschnell in den hohlen Schlauch des Porzellanstielch«ns hinunter. Die ganze Blume ist in glühender Erregung, ihre Temperatur steigt an, sie atmet rascher, das Staubfadenvolk, dessen man nun nickst mehr bedarf(ein halbes Hundert Körnchen ist an den Schwärmerbeinen mit davongeflogen) senkt sich bescheiden. Dunkelheit. Der Tag eines Pflanzengeschöpfes ist aus, der kleinwinzig« Lebensroman einer Kapuzinerblüte auf dem Küchen- balkon in der Rauchstraße hat sich erfüllt. Ein Museum im tzrrenhause. Man schreibt uns: Zu dem Artikel von N. Aranyosi,„Ein Museum im I r r e n h a u s e", in der Nummer vom 12. Juni, wäre zu bemerken, daß man nicht bis nach Ungarn zu gehen braucht, um derartige Museen zu finden. Wahr- scheinlich befitzt jede deutsche Heilanstalt solche Sammlungen: eine der größten dieser Art befindet sich in der Hamburger Staatskranken- onstält und psychiatrischen Universitätsklinik Friedrichsberg, wajn jedem der beiden Flügel des alten Hauptgebäudes des Dachgeschosses eine ganze Flucht von Räumen solche Sammlungen enthält, ganz in der gleichen Art, wie sie sich in den„drei Zimmerchen" in Budapest befinden. Während der letzten Naturforscher- und Aerzteoersainmlung im Sommer 1928 waren diese Lehrmittelsammlungen das Ziel zahl- reicher Besucher, und sie stehen ernsthaften Interessenten jederzeit zur Besichtigung»nd zum Studium zur Versügung. Am Grabe Walther Raihenaus. Oer Aufmarsch des Reichsbanners. wie alljährlich, so zog auch zum 24. 3uni 1929 das Reichsbanner am Todeslage Wallher Ralheoaus zu seinem Grabe. Am Bahnhof Niederschöneweide versammelten sich gestern abend die Reichsbannerkameradcn, und im geschlossenen Aug« unter Vorantragen von Kränzen und Reichsbannersahnen marschierte der Aug zum stillen Friedhof. Dort war die Grab- statte Walther Rathenaus reich mit Kränzen geschmückt. Seit den frühen Morgenstunden stand eine Ehrenwache vor der Gruft. Als der Aug am Friedhof eintraf, defilierten die F a h n e n a b o r d n u n g e n an der Ruhestätte Walcher Rache- naus vorbei, die Kameraden selbst und die nach Tausenden zählende Menschenmenge nahmen vor dem Friedhos Ausstellung. Nach Musik- und Gesangsvorträgen sprach Kamerad Nowack. der in kurzen Abrissen das Lebensbild Walcher Rachenaus zeichnete. Walcher Rachenau war der erste Reichsausienminister m der Republik, der auch den ehemaligen Feindstaaten durch sein Auftreten in der Kon- ferenz zu Genua Achtung abgewann. Seine große Aufgabe, am Wiederaufbau weiter mitzuschaffen, konnte er nicht mehr erfüllen. Die Kugeln völkischer Verhetzter entrissen ihn seinen po- liüschen Freunden, entrissen ihn der Aufbauarbeit an der jungen deutschen Republik. Ein Trommelwirbel klagt durch den stillen Hain, das Lied vom braven Kameraden wird gespielt, die Fahnen senken sich, ent- bläßten Hauptes gedenkt die Menge des Toten... Zwei tödliche Unfälle. Gestern stürzte der 41jährig« Fensterputzer Bruno Skribeck aus der Kommandantenstraße 2S beim Fensterputzen in einem Geschäftslokal in der Kommandantenstraße von der Leiter und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. S. wurde zur nächsten Rettung?- stell« gebracht, wo er gleich nach seiner Einlieferung gestorben ist.— Auf der Charlottenburger Chaussee in unmittel- barer Nähe der großen Qitxrallee wurde gestern nachmittag der 20jährige Radfahrer Hans D i« m le r aus der B o ch u m e r Straß« 2S von einem Autobus der Linie 9 überfahren und auf der Stelle getötet. Das neue Heft der„Arbclterwohlfahrl' bringt eine ausführliche Darstellung der„Schnitterfrage" von Genossin Dr. Halene S i- m o n. Im Abschnitt ,. Lande sgesegc und Einrichtungen" berichtet Genossin Hennc-Laufer über die„Entwicklung der weiblichen Kriminalbeamten in Preußen". Die„Umschau" bringt einen aus- führlichen Bericht des Genossen Stadtmedizinalrat Rodewald über die Denkschrift des Reichsministeriums des Innern„Die ge- fundheitlichen Verhältnisse des deutschen Volkes im Jahre 1927". Genossin Lotte Lemke berichtet im Abschnitt„Aus der Arbeiter- wohlfahrt" über den Verlauf des„Pfingsttreffens der sozialistischen Fürsorger und Fürsorgerinnen in Hellerau bei Dresden". 50 Zahre Reichsdruckerei. Die Reichsdruckerei begeht am Don- nerstag, dem 4. Juli, die Feier ihres 50jährigen Bestehens. Aus Anlaß dieser Tatsache ist eine Festsitzung im ehemaligen Herren- haus geplant. Hermann Sudermanns„I o h a n n i s f e u c r" wurde am Sonntagabend gesendet. Die Funkstunde verbrämte die Aufführung literarisch. Sie kalkulierte: wenn man Hermann Kasak vorher einige Minuten lang darüber reden läßt, daß das Drama zwar nicht viel tauge, aber daß es trotzdem vor einigen Jahrzehnten mal ein Zugstück war, so ist die ganze Veranstaltung eine Sache der sogenannten literarischen Bildung, und keiner darf was dagegen sagen. Doch— wir wollen dagegen protestieren! Unter keinem noch so gefälligen Mäntclchen wollen wir uns solchen Gefühls- kitfch einschmuggeln lassen. Schade um die gute Besetzung des Stückes, schade um Brauns flotte Regie!— Sehr willkommen war das populäre Schallplattenkonzert. Der'„Internationale Programmaustausch" bot am Montagabend ein Orchesterkonzert aus Wien. Obwohl die Uebertragung unter empfindlichen Störungen litt, blieb es ein großer Genuß, die Wiener Philharmoniker unter Rudolf N i l i u s zu hören. Wien hatte seinen Musikdarbietungen diesmal noch besonderen Glanz verliehen durch die Mitwirkung von Piccaver und Berta K l u r i n a bei diesem Konzert. Das von„Künsller- nachwuchs" bestrittene Programm am Nachmittag machte mit einer Anzahl verheißungsvoller junger Musiker bekannt. Besonders vielversprechend erschien die Sopranistin Rose H a e u b c r durch ihre schön« Stimme und den echten Ausdruck, mit dem sie einige Lieder von Richard Strauß sang. T e s. .Zchreberjugendpflege lrn Slelugarken» will der SezirkSverband der Kleingärtner von Lichtenberg am 80. Juni d. I. aus dem Städtiichen Sportplatz Lichtenberg, Normannenstr., Ecke Nuscheilr., aus einem Bezirls- Kinderfest zeigen, zu welchem alle Kinder des Ortsteils Lichtenberg freien Eintritt haben. Voriräge/ Vereine undVersammlungen. # Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". Geschäfts stelle: Berlin S. 14, Sebastianstr. 37/38, Hol T Jr. Mittwoch, 26. Znni. gehlendors. 20 Uhr Bollversammlung bei Schnorre. Referat des Kam. Neidbardt über„Sechnil im Reich- banner". Grscheinen jedes Kameraden ist Pflicht. � Donnerstag, 27. Sunt. Schöaeberg.Zriedenai» 19' 7 Uhr Antreten des gesamten Ortsvcreins Rudoii Wilde-Platz jum Hinmarsch mit Musik und Eviclmannschor. Wedding. 19>l Uhr Antreten sämtlicher Kameraden Bahnhof Gesundbrunnen zur llahrt nach Hohenneuendorf. Wilmersdorf. 19!» Uhr Antreten Rudolf-Wilde. Platz. Reucs Rothaus Schöneberg, zum Ausmarsch mit dem Ortsvercin Schönebcrq. Musik und Zahne» zur Stelle. Reinickendorf. Demonstrationsumzug in Hohenneuen- darf. Antreten 20 Uhr Bahnhof Sohenneuendorf. Kameradschaft Hermsdarf Abfahrt 19,42 Uhr ad Dermsdorf. Schöacberg. Friedenau. Kameradschort. Gott. fricb Groß, 59 Jahre alt, ist verstorben. Trauerfeier Mittwoch, 23. Juni. Krematorium Berliner Straße, um 16 Uhr. Gharlattcnburg. Kundgebung in Schöneberg. Rudalf-Wilde-Platz. Antreten des gesamten Ortsvcreins um 19!b Uhr mit Zahnen und Musik._ Bcreiniguug sozialdemokratischer Juristen. Donnerstag. 27. Zun!, 19'.- Ubr, im Rheingold. Potsdamer Str. 3 iRoter Saal), wird Ministerialrat Genosse Wittelshöfer über„Strofrecht und Bcwahrungsgcsctz" svrcchen. Rcichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhintcr. bliebenen, Ortsgrnppe ckharlottcnburg. Mitgliederversammlung Dicnslag. 25. Juni. 20 Uhr pünktlich, in Eckmanns Zestsälen, Berlin-CI>arlottcnburg l, Scharrenstr. 34. Tagesordnung:„Kommunalvolitik und Staatsbllrgersinn im Zusammenhang mit den bevorstehenden Etadtverordnetenwahlen". Referent Bezirksverordncter Siegfried Czarlinfki. Berliuer Gesellschaft für Psychologie und Charakterologie. Am Donners- tag, dem 27. Juni, 20 Uhr. spricht Zerr Dr. Kauder über„Die Grapha- logie, eine wisienschaftliche Methode der Charakcriunde". Anmeldung von Gästen an Herrn Geh. Eanitätsrat Dr. A. Moll, Berlin W. 1.3, Kur. fürsten damin 45, erbeten. Lontzfellow Entzllsli Debatlng Club. Mittwoch 20 Uhr, Zahnärztehaus. Outtmannsaal, BOlowstraße 104: Mr. James Bulman Smith, M. A: „Square Pegs in Round Holes." Wetterbericht der öfievMchea Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. lNachdr. verb.) Unbeständig und kühl, noch einzelne Regenschauer, geringe Windabnabme.— Für Deutschland: U eberall unbeständiges/kühles Weiler mit einzelnen Schauern, im Norden und an den Küsten etwas Windabnahmr. Verantwortlich für Politik: Dr. Gurt Geyer: Wirtschaft: G. Kliagelhöser: Gewerkschaftsbewegung: Ar. Etzkorn: Feuilleton: A. K. Döscher; Lokales und Sonstiges: Fritz«arstädt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts-Berlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerri und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraßc 3 Hierzu 2 Beilagen und„Unterhaltung und Wissen*. Am Donnerstag, dem 20. Juni 1929, nachm. 4 Uhr, I verschied nach langem, schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, unser herzensguter Vater, Schwieger- 1 vater, Großvater und Bruder, der Arbeitsvermittler JFritz Prculj | im 56. Lebensjahre. In tiefster Trauer Frau Anna Prcuij nebst Kinder Berlin-Wilmersdorf, Holsteinische Str. 60. Die Einäscherung findet heute, Dienstag, den 25. 1 Juni 1929, nachm 5 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, | Beriiijer Straße 101-103, statt Ein Geheimnis? Männer! Neue Krafll Kail kennt heute nur noch uOkasa'*(nach Geheimrat Dr. med. Lahmen). Daß einzig dastehende hochwertige Sexual- Kräftigungsmittel(aexaeQe Nenraathenie.) ''' id taosen de Dankschreiben noch Hotarlell beglaubigte Anerkennungen von zahlreichen Aerzten und tausende Dankschreiben dankbarer Verbraucher beweisen die einzig dastehende Wirkung! Trotzdem gibt Zweifler! Wir versenden daher nochmals, ohne jede Absenderangabe, 30 000 Probepackungen umsonsL Soeben ist neue Broschüre erschienen. In neuer, gediegenster Ausstattung! MK nenem, bedeutend erweiterten, hochinteressanten und belehrenden Text! wir legen diese Broschüre jeder Probepackung kostenlos bei. Es sind lediglich 40 Pf. für Doppelbrief-Porto beizufügen(unverlangte Nachnahmen kennen wir principicll nicht). Zusendung discret verschlossen durch das Qeneraldepot u. Alleinversand für Deutschland: Rndlaners Kronen- Apotheke, Berlin W..61, Friedrichstrafle 16Q, Roarhfon Qio nononV Okasa(Silber) für den Mann, Originalpackung 9,50 M. OCotliiCU OlC yoiiaUn Oka8a(Gold) für die Frau, Originalpackung 10,50 M. Zu haben in allen Apotheken I Sommer-Garten-Theater Berliner Prater N 58, Kast.- Allee 7-9. Tel. Hb. 2246 Gssbplei BosibI B«er. Bist«) Ulla in der Operette „Der«rsun Uebe goid'ne Zatt" Operette in 3 Akten(30 Mitwirk.) Ferner:„Er t« Hoch der Paw". Burleske in 1 Akt mit Gustel Beer, Gretel Lilien. Dazu der große neue TarlBtetell. Anfang Konzert 4.S0. Burleske u. Varietd 6 Ulli. Operette 8.30. leden Doimentag groBer Volksiag. Kleine! Tüeater Täglich 8Vi Uhr Uaz AdalUert in Nafiooertrodttil? TBeal.am Koitfi.Tor Kottb.Str.6 Tägl.SUhr Ellte- SSnger Die Inal- Seosalion; „Berlin Bars grate loir Deetidier Metallarbeiter- Verbanii Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Rohriegerhelser Wilhelm Höhne geb. 6. November 1860 am 21. Juni an Magenleiden gestorben ist. Die Einäscherung findet am Mens- tag, dem 25. Zum, 15l, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Am 22. Juni starb unser Kollege, der Dreher Gustav Hannemann geb. 24. April 1868 an Lungenleiden. Die Einäscherung findet am Diens- tag, dem 25 Juni, 17>/z Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet vi« Orfsoectoalfnng. OeiilsdieiMllailiellei-lltfbasd Oonnerstag. den 27. Znoi, abds. 6 Ahr. in den Sophien-SSIen, Sophienfiraste 17,18 Sesnehen-voi'ssinminng nse sau- nun seidschrank- schiosser Tagesordnung: Fortsetzung der Versammlung vom 27. Mai>929. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Oonnetsfag, den 27. 3nni, abds. 7 Ahr, in Boetera Aestscklen, Inhaber will«, weberstr. 17 Seanehen-Vai'samminng der 8 dun ie de so, den Caro$~ß Mittel-, Fahrwerks-, Brauerei-, Innnngs-, Schrauben- and Nicicnbctricbcn sowie s&mtlidhe dpr Sdia&icdebranche angeschlossenen Karosserlearbeiler Tagesordnung: 1. Der Tarif in den VBMI.-Betrieden. 2. Branchenangelegenheiten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Die Orisvcrwalioag. m.i« BCapitän- Kautabak scbmeckt mir doeb am besten! vauu� Gesundheif-spfeife Schont Herz und Lunge llnbedenklRaucheniSiztlichemprohlenJ Theater, Lichtspiele usw. Dienstag. 25. 6. Staats-Oper Unter d. Linden R.-S. 9 20 Uhr Einmal. Gastspiel Gigii-stam.e Tosca Dienstag, 25. 6. Stadl Oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Sly Staals-Oper Am Pl.d.Republ. R.-S. 146 20 Uhr Holländer Staat!. Sdiaosph. »m Gendarmenmarkt R.-S. 147 20 Uhr Staatl.Sebiiler-Tbeater.Cbarltb. 20 Uhr Haß für Haß Rose- Thealer, Gro$e Frankfurter Sir. 152. TSglich 8.15 Uhr; GartcnhOhne ISgiich: 5,30 Uhr: Konxcrt und hanter Teil 8,is uhr: vis gsssvivliens Frau 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 O'Hanlon 8 zambuni und die weiteren dtiruftionen Reichshallen-Theater AliabBoditffl[H] Uhr Sfelliner Sänger u. a.:„fine Tlachl im Xal sweinkeller". soinmerprelse! Biiiett- bestellung Zentrum 11263 Dönhoff- Brotti: (Saal und Garten) Hariaie— Tanz— Becker-Konzen VolhsMlme Fliealer amBälowpial: 8 Uhr Berlin, wie es weint u, lacht Staat!. Sdiillei-Di- 8 Uhr MaSfürlHaß Siaaisoper am Platz der Bepadllk 8 Uhr Der HiegeDde Holniler Trianon-Th. Täglich 8V. Uhr Sonntag 3>i- u. 8>/. Gastspiel der Teaern- seer BaoernaUhne Moral unterm Himmelbett Für Jugendliche nicht geeignet Rundfunkhörer hame Preise. $4* DIE REVUE DIE STARS DIE GIRLS DIE TERRASSE AM RHEIN Q R I N Z I N G BEI WIEN DAS ECHTE LÖWENBRAU DIE CZARDA AUS UNGARN DAS KAFFEE OER TORKEN DIE BODEGA AUS SPANIEN DER SCHONE PALMENSAAL DIE BAR IN WILD-WEST 1T»-4 SCHNELL FRÜ HSTÜCK SOF. SERVIERT üa Dentsdiu Theater D.I. Norden 12310 8U„ Ende gegen 11 Die Fledermaos Musik v. Job. Strauß. Regie: Max Reinhardt. Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer. Die Komödie Jl Bismck. 2414/7516 S1�, Ende geg. IOVsU. Der Mann, der seinen Namen änderte 3 Akte von Edgar Walace. Regie:HeinzHilperi Bamowsky-Eühnen Theater in der XSniggrätzer Straße Täglich SVe Uhr Rival en Komödienhaus Täglich SVi Uhr Gharieys Tante mit Curt Bois. Seriiflet Tneater DirektHeinz Herald Charlottenstraße 90 A. 7. Dönhoff 170 8.15 U. Ende lOVj U. 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Hoffmann HacM., Kastanienallee 79.. Nr. 291* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 25. Juni 1929 Rekordgewinne der Kaliindustrie. Aber es wird unentwegt gettagt. ..Di« dauernde» Lohnerhöhungenund Arbeitszeit- vertürzungeu haben den Unternehmungen neue Lasten auserlegt, die das Ertragsergebnis stark beeinträchtigen." Diesen Satz findet man in allen Geschäftsberichten, die in den letzten Wochen veröffentlicht wurden. Löhne und Arbeitszeit der Arbeiter, das find die Steckenpferde, auf denen unsere Industrieführer bei ollen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten herumreiten. Daß dies nicht notwendig und in der Wirtschaftlichkeit der Unterneh. inungen begründet liegt, tritt ganz offen fichtlich bei der Kaliindustrie hervor. Die Arbeiterschaft empfindet darum diese fortwährenden Klagen über nicht vorhandene Notlagen als eine Verhöhnung. Rekorderfolge der Raliotmlifiening. Gerade die Kaliindustrie hätte alle Ursache zu einer größeren Reserve. Di« durchgreifenden Rationalisterungsmaßnahmen kommen innner mehr zur Auswirkung. Von den 229 mit Beteiligungen aus- gestatteten Werken haben die S0 noch heut« in Betrieb befindlichen Werte rund 16,91 Millionen Doppelzentner gefördert. Gegenüber 1913 ist die durchschnittliche Förderleistung um das Drei- fach« gestiegen. Die Gesamterzeugung je Schacht stieg von 213 IIS Doppelzentner 1927 auf 236 897 Doppelzentner Kall 1928. Die Jahresproduktion je Kopf der Belegschaft erhöht« sich von 344 Doppelzentner 1913 auf 588 Doppelzentner im Jahre 1927 und 651 Doppelzentner Kali 19281 Dabei ging die Belegschaftszahl gegen- über der Bortriegszeit um 30 Proz. zurück! Der Absatz der Kaliindustrie ist gleichzeitig stark gestiegen, von 11 Millionen Doppelzentner 1926 auf 14.21 Millionen gegen 11,10 Millionen 1913. Sehr interesiant ist dabei, daß der Absatz der hochprozentigen und auch teurerenSalzebedeutend stärtergestiegen ist als der der geringeren Sorten. Enorme Mehrgewinne. Selbstverständlich find der Kaliindustrie ans dieser günstigen Produktions- und Absatzlag« ganz enorme Gewinne zugeflossen. In der Höh« der Dividenden treten aber die Mehrgewinne durchweg nicht in Erscheinung. Nur bei Burbach ist eine Erhöhung der Di- vidend« von 10 auf 12 Proz. erfolgt. Di« Bilanzen der drei größten Konzern« lassen aber erkennen, daß das Jahr 1928 ein Glanzjahr für die ftallindustri« war. Don dem Gesamtabsatz des deutschen Kalisyndikats entfallen 78 Proz. auf die großen Konzerne Wintershall-Salzdetfurth und Burbach. Neben diesen großen Konzernen, die die Kallindustrie beherrschen, spielen die vielen kleinen Gesell- schasten und Konzerne nur eine unbedeutend« Rolle. Ausschlaggebend für die Beurteilung der KaMndustrie ist die Lage dieser drei großen Konzerne. Die Zahlen aus den Geschäftsberichten für das Jahr 1928 Segen jetzt vor. Daraus ergibt sich folgend« Sewinnaufstellung: Mdetosnobra»ewaewinn Nbschreibnugc» Sioüenbt m Millionen Start «28 19» 1S2« 1927 1928 1927 1928 1927 MHstwSrfe 9L».. 88,84 S1J8 25,89 1451 215 18,15 12»/, 12«/. «aUbrtfurtt)«.».. 2258 17.12 8,85<15 3,48 357 lO/W, 10/15*/, Burbach 9L9.... 22,21— 18,14- 1,58- 12»/» 10-/» Au» der vorstehenden T4ibelle ist erstchtllch, daß tue Ueberschüsse der Gesellschaften diejenigen von 1927ganz bedeutendüber- steigen. Letder ist et» vergleich bei Bürbach nicht mögllch, da die Fusion erst im letzten Geschäftsjahr erfolgt ist. Wenn in der Höhe der Dividende kein Unterschied zu dem Geschäftsjahr 1927 besteht, so liegt dos im wesentlichen daran, daß die Kallindustri« A.>G. ihr Kapital von 120 auf 200 Millionen und die Burbach A.-G. von 34 aus 125 Millionen Mark im vergangenen Jahr erhöht haben, von dem Gesamtuiysah der kaliindustrie von rund 240 Millionen beträgk der Reingewina zirka ein Fünftel. Legt man die 50,48 Millionen Mark Reingewinn auf die 373,57 Millionen Mark Aktienkapital der drei Konzerne um, so ergibt sich eine Derzinsung von ungefähr , 13 Proz. Dabei sind nicht berücksichtigt die zum Teil stark ge- steigerten Abschreibungen sowie die beträchtlichen Summen, die an die Neservefonds überwiesen worden sind. Die Relordgewinn« des Jahres 1928 lassen erkennen, daß die Forderungen der Arbeiter auf Verbesserung ihrer Berhältniss« von der Kaliindustrie durchaus er» füllt werden können und daß die Klagen der Kaliherren eine Der- höhnung der Tatsachen bedeuten. Wie es bei Winiershall aussieht. Dieser unter Führung des Kalimognaten Rosterg stehende Konzern, der bisher schon 38,7 Proz. des gesamten deutschen Kali» berghaues kontrollierte, hat erst ganz kürzllch durch Beteillgung Rostergs an der Saucrgruppe seine Anteile am deutschen Kakisyndikot auf mehr als 41 Proz. ausdehnen können. Im letzten Jahre, in dem der Kaliabsotz eine Rekordhöh« erreichte, konnte der Konzern seine Betriebsgc winne weiterhin von 51,2 auf 68,8 Millionen Mark st e i g e r n, so daß in den letzten beiden Jahren die Betriebsgewinne um 80 Proz. angewachsen sind. Die A b- schrei Hungen, die schon im Borjahr von 8 auf 18 Millionen Mark gesteigert, also mehr als oerdoppest waren, wurden weiterhin auf 21 Millionen Mark hinaufgeschraubt. Trotzdem liegt noch der ausgewiesene Reingewinn mit 25,6 Millionen Mark um 80 Proz. über den Ergebnissen de, guten Jahre» 192 7. So kann das Unternehmen auch auf das von 120 auf 200 Millionen Mark heraufgefetzte Kapital die gleich hn h e Dividende von 12 Proz. wie im letzten Jahr«-zahlen. Sehr merkwürdig ist, daß der Wintershall-Konzern die aus der Kapitalerhöhung geflossenen Mittel noch gor nicht beansprucht, son- dern diese Millionenbeträge vorläufig teilweise auf der Bank liegen hat, teilweis« auch unter seinen Forderungen ausweist. So sind die Bankguthaben von 32,5 auf 78,5 Millionen Mark und die anderen Forderungen von 55.6 auf 125,2 Millionen Mark angewachsen. Dem stehen mir rund 39 Millionen Mark lausende Schulden gegenüber. Es liegt also auf der Hand, daß von dem neuen Kapital noch nichts investiert warben ist, und daß diese Mil- lionen Herrn Rosterg offenbar weniger zum Ausbau seiner Kali- chemiepläne als vielmehr zur weiteren Ausdehnung seiner Kaliherr schaft dienen sollen. Unter diesen Umständen sind aber die ausgewiesenen Gewinn- Ziffern besonder» interessant, denn sse zeigen, daß die heraus- gewirtschaftete Rente in Wirklichkeit weit höher ist, al» sie in der zwöifprozentigen Dividende zum Ausdruck kommt. Da im letzten Jahr nur 120 Mllionen Mark Kapital gearbeitet hoben, so entspricht der ausgewiesene Reingewinn von 25,5 Millionen Mark praktisch einer Dividende von rund 21 Proz. Korrigierte Dummheit. Banlen gehen mit den Zinssähen wieder herunter. Die Berliner Großdanken hoben den Dankenoereinigungen im übrigen Reich« vorgeschlagen, ab 1. Juli die zum 1. Juni oorge- nommene Erhöhung der Zinssätze wieder zu beseitigen. Es ist zu erwarten, daß damit ab 1. Juli die normalen Kreditkosten wieder nur 1 Prozent über dem Diskontsatz der Reichsbant liegen— dazu kommen die Provisionen— und nicht 2 Prozent, wie in dem Aus- nahmemonat Juni. Die privaten Banken korrigieren damit eine Dummheit, die in den letzten Wochen des Mai gemacht worden ist, als die Banken angesichts der ungeklärten Lage in Paris und einer vorübergehenden Spannung in New Fork die Nerven verloren haben, eine Dumm- heit, die zusammen mit der Kreditrestriktion der Reichsbank in der Wirtschaft ziemlich viel Unheil angerichtet und sehr viel Unruhe gestiftet hat. Die Kreditoerteuerung durch die Banken war um so weniger mehr aufrechtzuerhalten, als nicht nur an eine Diskont- «rhöhung der Reichsbank nicht ibehr zu denken ist. sondern eher so- gar in absehbarer Zeit«ine Derbilligung der Kredite durch die Reichsbank erfolgen kann. Zweifellos wird sich die Lage der Reiche- dank, die in den drei Iuni-Wochen schon erheblich günstiger ge- worden ist, sich in der nächsten Zeit noch sehr verbessern. Spätestens ab 1. Juli, wo der bisherige Zinsvorteil für Bankwechsel bei der Reichsbank wieder wegfüllt, wird die Kreditnachfrage der Banken verhältnismäßig sinken. Vom Ausland kommt wieder reichlich und auch billigeres Geld. Reichsanleihe und Auslandskredit haben die Reichskosse entlastet. Die Frage der Notendeckung braucht der Reichs- dank kein« Sorge mehr zu machen. So scheint in der Tat der Augenblick gekommen, wo die Reichs dank wieder daran denken kann, eine Diskontpolitik zu machen, sobald nur die geldmarktmäßigen Voraussetzungen dafür erfüllt sind—, die auch die wirtsi�aftliche Tätigkeit an- regt. Die deutsche Wirtschaft braucht«ine Anregung nach den Hefligen Erschütterungen der letzten Monate, und schon jetzt sollt« die Reichsbank das Ziel ins Aug« fassen, sobald die Möglichkeit ge- geben ist, ihre Diskontpolitik auch anregend für die Konjunktur wirken zu lassen. Paris hat auch hierfür wieder viel bessere Mög- lichtciten geschaffen. Wieder besserer Arbeitsmarki. Brandenburg Mitte Juni 4000 Houptunterstühte weniger. Die in der Dorwoche eingetretene leicht« Schwächung des Arbeitsmarkts im Bereiche des Landesarbeitsamtcs Brandenburg setzt« sich in der Woche zum 15. Juni erfreulicherweise nicht fort. Der Rückgang ind der Zahl der Hmiptunterstützungsempfänger mit rund 4000 Personen erreichte diesmal wieder annähernd die Besserung der Vorwochen. Dos war möglich, weil die in der Forstwirtschaft, in den Gartenbaubetrieben, in der Zigarren- industrie und auch noch in anderen Brussgruppen freigewordenen Kräfte zur Arbeit in der beginnenden Heuernte teilweis« sofort untergebracht werden konnten. Gut beschäftigt blieben der Braunkohlenbergbau und die In- dustrie der Stein« und Erden. Sehr verschieden wie bisher blieben die Beschäftigungsverhältnisse in der Metallindustrie. Besser ats in den Vorwochen war der Arbcitsmarkt im Spinnnstoffgewerbe, das trotz der Stillegung einer Tuchfabrik in Spremberg im ganzen einen recht befriedigenden Beschäftigungsgrad auswies. Geringe Belebung zeigte das Holz, und Schnitzstoffgewerbe: wenig günstig lagen die Arbeitsverhältnisse im Bekleidungsgewerbe. Unoer- ändert dagegen war die Arbeitsmarktloge im Baugewerbe sowie im Bcrkchrsgcwerb«. In der Berichtswoch« stieg zwar die Zahl der Arbeit- suchenden um 1244 auf 233 317, d. h. um 0,54 Prozent, gegenüber einer Zunahme von 3425 gleich 1,50 Prozent in der Vor. woche. Davon kamen aus Berlin 198 258 Arbeitsuchende. Die Zahl der H o u p t u n t e r st ü tz u n g s« m p f ä n g e r in der verstehe- rungsmäßigen Arbeitslosenunlerstützung ging auf 116 862 zurück, in der Krisenunterstützung betrug sie 27 125, zusammen 143 987 Per- sonen. Von den Hauptunterstützungsempfängern in der Arbeits- losenverstcherung entfielen auf Berlin 93 467. Die Verluste der NAG. Der 7,7-Millionen-Verlust bei dem NAG.- Automobil- konzern in Berlin-Oberschöneweid« hat auf der Generalversammlung zu heftigen Angriffen gegen die Verwaltung geführt. Zunächst teilte der Dorsitzend« de» Aufsichtsrats, Dr. Mamroch, mit, daß der Umsatz in den ersten fünf Monaten dieses Jahres fast den Gesamtumsatz de» letzten Jahres in Höhe von 5 0 Millionen erreicht habe, ohne daß der Verlustvortrog von 5,4 Millionen Mark gestiegen sei. Die Verwaltung sei bemüht. Schulden und Vorräte zu verkleinern, und es sei gelungen, die Bor- räte seit Anfang Januar um fast IL Millionen Mark und die Liefe- rantenschulden von 8,7 auf 5,7 Millionen Mark zu verringern. Dies konnte aber nur mit Hilfe neuer Banktredjte geschehen, so daß die Dankschulden jetzt 10 Millionen bereits überschreiten. Die Angriffe verschiedener Aktionäre gipfelten in der Fest» stellung, daß die Derwaltung es bis jetzt noch nicht für nötig ge- halten habe,«in Sanierungsprogramm vorzulegen, und es wurde die Einsetzung einer Revisionskommission gefordert, die auch die Regreßpflicht von Direktion und Aufsichtsrat prüfen soll«. Diese Forderung wurde jedoch von den Großaktionären unter Führung des AEG.-Konzerns abgelehnt. Warum die RAG.-Derwallung die finanzielle Sanir« rung des Unternehmens so lange hinausschiebt, ist allerdings un. verständlich. Durch den Derlustabschluß des letzten Jahres ist die ge- samte Reserve der Gesellschaft aufgezehrt und außerdem ein Verlust von 5,4 Millionen Mark oerblieben, so daß rund ein Drittel de» 17- Millionen- Kapitals verloren ist. Die Börse bietet für RAK.-Aktlen zurzeit sogar nur noch etwas mehr als ein Bier el ihre» Nennwertes. Llmsatzsteigerung bei Büssing. Achtfacher Umschlag'des Kapitals. Die Automobilwerke H. Büssing A.-G. in Braun» schweig, die als reines Familienunternehmen die Oeffentüchkeit bis» her wenig über ihre Entwicklung unterrichtete, gibt diesmal einen ausführlichen Geschäftsbericht für das letzt Betriebsjahr 1928 heraus. Das Unternehmen, das im Gegensatz zu vielen anöeren Automobilwerken seit Jahren eine vorsichtige Finanzpolitik getrieben hat, konnte 1928 seine Umsätze weiterhin von 25,3 auf 32,8 Millionen Mark steigern. Die Umsatzerhöhung beträgt also im letzten Jahr rund 30 Proz. Da von dem Büssing-Kopital von 5 Millionen nur 4 Millionen Mark arbeiten, da eine Million Aktien noch als Vorratsaktien geHollen werden, konnte das Kopital der Ge. sellfchaft achtmal im letzten Betricbsjahrc umge- schlagen wer de n. Diese Leistung ist um so beachtenswerter, als das rMtabelste deutsche AutomobiluMernehmen, die Z w i cka u e r H o r ch< W e r k e, ihr Kapital im letzten Jahre trotz bedeutender Umsotzstcigerung nur 5% mal umgeschlagen haben. Bei einem Roh- gewinn von 0,79 gegen 0,76 Millionen Mark wird noch Abzug etwas erhöhter Abschreibungen von rund 570 000 M. wieder eine Di- vSzende von 5 Proz. gezahlt. Im Geschäftsbericht nimmt die Verwaltung eingehend zu den Verständigungsbcstrcbungen im Automobilbau Stellung. Sie be- kennt sich grundsätzlich zur Gemeinschaftsarbeit mit finanziell g'- sunden Werken, wodurch neben anderen Borteilen eine Typen. beschräntung und damit eine weitgehende Unkostensenkung eintreten würde. Eine Erneuerung der früheren Preiskonoention im Last» wagenbau lehnt die Gesellschaft dagegen ab, da sie mit der Verbands- treue der finanziell schwächeren Konkurrenzunternehmen keine gute Erfahrung gemocht hat. Nach der Abschwächung der Beschäftigung in den kosten Mo* naten hat in letzter Zeit Hochbetrieb eingesetzt. Es wird in zwei, teilweise sogar in drei Schichten gearbeitet. Der Export tonnte weitet ausgebaut werden. Oer Margarinetrust in Berlin. Die neue Verkaufszentrale von Zurgens-van ven Bergh. Der holländisch-englische Margarinetrust Jürgens-van den Bergh, der bereits 75 bis 80 Proz. des gesamten deutschen Mgrzarinekonsums beherrscht, hat jetzt eine neue Berkaufszentrale in Berlin gegründet. Das neue Unternehmen, das ein Kapital von 5 Mill. Mk. erhalt, soll den gesamten Verkauf des Konzerns in Deutschland und den angrenzenden Ländern, besonders den s ü d ö st l i ch e n Nachbarländern, zusannnensassen. Das hohe Kapital der zunächst nur als Verkaufs» g e s e l l s ch a f t gedachten Margarine-Vexkaufsunion G. m. b. H» läßt darauf schließen, daß dieser Gesellschaft in Zukunft noch wester- greifend« Aufgaben gestellt werden. Vermutlich ist sie als Spitzen» gesellschast sonstlicher deutschen Unternehmungen des Margarine- trusts gedacht, besonders auch der jetzt noch getrennt arbei. tenden deutschen Werke von Jürgens und nan den Bergh» Im Zusammenhang mit dieser Gründung steht auch die vor wenigen Monaten erfolgte Festsetzung des Margarinekonzerns bei der, tschechoslowakischen Schichtgruppc in Aussig, deren Absatzorgonisation jetzt offenbar auch der Zentralleiwng in Berlin unterstellt werden soll. Rüstung de, Kugellagertrust». Der schwedische Kug«l» lagert ruft, der' vor einigen Wochen durch seine deutsche Tochtergesellschaft LBC?. Normo die deutschen Kugellager- fabrikeu Freies u. Höpflinger A.-G. und Fichtel u. Sachs A-G. in Schweinfurt aufgesaugt hat, erhöht jetzt sein Kapstal von 106 aus 130 Millionen Kronen. Dieses neue Kapital dient zur Be» Zahlung der Aussaugeaktion in Deutschland. Auslandsersolge der deutschen Lokomolivinduslrie. Di« Hanomag, Hannoversche Majchinenbau-A.-G., hat, wie wir hören, von der siamesischen Regierung einen neuen Aus, trag auf acht schwere Lokomotiven erhalten. Schon im letzten. Jahre war es diesem Unternehmen gelungen, vor de? internatio- nalen Konkurrenz einen Serie nauftrag von 13 Lokomo- tioen für die stamesisch« Staatsbahn zu erhalten. Auch die Ber- liner Schwartztopff-Werke sind gegenwärtig durch drei größere ausländische Serienaufträge von insgesamt etwa 100 Loko- Motiven gut beschäftigt. -G. ..man reist immer gut mit SALAMANDER Dazu die passenden färbigen Strumpfe Schiedsspruch für den Ruhrbergbau Nachverhandlungen am Oonnersiag. Nachdem die Bergarbeiterverbände den Schiedsspruch abgelehnt hatten, erklärten die Unternehmer, daß sie ihn angenommen haben und sein« Verbindlichkeitserklärung beantragen. Die Verhandlungen hierüber gehen am Donnerstag im Reichsarbeitsmimsterium vor sich. Aus der Ruhrrevierkonferenz des Verbandes der Bergbauindustriearbeiter wurde nach den Darlegungen des Bezirks- leiters Meier in der Aussprache » das fehlen jeglichen Entgegenkommen» in der Arbeitszeitfrag« und in der Festsetzung des M i n d e st l o h n e s als Hauptgrund für die Ablehnung hervorge- hoben. Die Erfolge beim Manteltarif wurden anerkannt. Von den verantwortlichen Instanzen ist auf der Konferenz mit be- fonderem Nachdruck hervorgehoben worden, daß alles getan werde, um eine Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches zu oerhindern. Im Anschluß an die Aussprach« über den Schiedsspruch sprach M a r t m ö l l e r vom Hauptvorstand über den Entwurf eines Vergarbeilsschuhgrsches. Die Konferenz nahm im Sinn« der Ausführungen Martmöllers eine Entschließung an. Darin wird vor allem eine Sonderregelung der Schutzbestimmungen für die Bergarbeiterschaft grundsätzlich abgelehnt und an der vorliegenden Fasiung des Entwurfs be- anstandet, daß sie n u r e i n e n T e i l der Bergarbeiterschaft, nämlich die Untertogebelegschaften, erfaßt. Bei dem Ruhrschiedsspruch liegen die Verbesserungen des Manteltarifs im wesentlichen in der Urlaubsfrage. Jeder Arbeiter hat künftighin einer Reichsarbeitsgerichtsentscheidung zufolge auch nach Abkehr einen Anspruch auf die Urlaubsentschädigung in Geld. Die Vierzehnjährigen erhalten vier Tag« Urlaub, während ste bisher leer ausgingen. Di« Fünfzehn- und Sechzehnjährigen erhalten einen Urlaubstag mehr. Die Bergarbeiter, die acht und neun Jahre Berg» arbeit verrichtet haben, erhalten zehn Tage Urlaub(bisher acht), und die Untertagearbeiter nach ISjähriger Tätigkeit zwölf Tage(bisher elf). Die Betriebsleitung ist künftighin oerpflichtet, jedem Betriebs- rat mindestens einmal im Jahr eine Abschrift der Urlaubslist« aus- zuhändigen. Die Voraussetzung für Urlaubsgewährung ist jetzt be- reits bei einer Beschäftigung von drei Monaten(bisher sechs) auf einem Wert gegeben. > Auch für die H a n d w e r t e r ist ein gewisser Fortschritt erzielt worden. Sie kommen in den Genuß der kürzeren Untertagearbeits« zeit, wenn sie in einer Schicht überwiegend mit Untertagearbeit beschäftigt werden. Bisher kam die kürzere Arbeitszeit für ste nur dann in Frage, wenn ste während der ganzen Schicht im Schacht oder untertags arbeiteten. Zu den Feiertagen, an denen die Lohnzuschläge zu zahlen stnd, ist neu der Karfreitag hinzu- gekommen. Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter faßte die Gründe der Ablehnung dahin zusammen» daß keine ver- türzung der Arbeitszeit eingetreten fei, daß für die Stunde Mehr- arbeit k«m Lohnzuschlag vorgesehen sei, daß eine Verbesserung der tariflichen Bestimmungen über den Mindest lohn nicht er- folgt sei und daß auch die Tagesarbeiter keine Schichtverkürzung erholten hätten. Die Dertreter des Gewerkverems werden in der Entschließung ersucht, bei den Nachoerhandlungen in Berlin insbesondere für eine Erhöhung der Löhne der Gedingearbeiter und für eine wesentliche Verkürzung der Arbeitszeit einzutreten. Vom Reichsarbeitsminister wird erwartet, daß er seinen ganzen Ein- fluß aufbietet, um eine den Forderungen der Bergarbeiter ent- sprechende Lösung zu finden und daß er im Falle eines Scheitems der Nachverhandlungen den Schiedsspruch nicht für verbindlich erklärt. Die Torkontrolle bei Siemens gesprengt. Sie kann den Arbeitern nicht allgemein zugemutet werden Das Reichsarbeitsgericht als Revisionsinstanz beschäftigte sich am 22. Juni mit einer Klage des Bauarbeiters K. gegen die Beton- und Monierbau A-G. in Berlin W. 9, auf Wiedereinstellung und Nachzahlung voit Lohn., Der Kläger, Baudelegierter, war bei der Beklagten als Beton- arbeiter bis zum lb. August 1928 aus der Baustell« Deutsche Werke Haselhorst tätig. Die Baustelle liegt auf dem Gelände der Bauherrin, der Siemens, und Schuckert werke. Letztere unterhallen ein« Torkontrolle, die der für ihren Betrieb geltenden Arbeitsordnung entspricht. Sie haben zugleich Borschriften für die auf ihre Grundstücke beschäftigten Arbeitnehmer fremder Firmen erlassen, in denen sie anordnen, daß auch diese sich der Tortontrolle zu unterwerfen haben, und bei Der- Weigerung der Kontrolle auf dem Werksgelände der Siemens- und Schuckertwerke nicht mehr beschäftigt werden dürfen. Der Kläger wurde am IS. August 1928 bei Beendigung der Arbeitszeit von dem Kontrollbeamten der Siemens- und Schuckert- werke am Ausgang angehalten und aufgefordert, sich zwecks Kontrolle in den Untersuchungsraum zu begeben.. Der Kläger verweigerte die Untersuchung. Er erklärte auch am nächsten Morgen, daß er sich nicht durch die Konlcollbeomten der Siemens, und Schuckertwerke untersuchen lasten«erde. Die Siemens- und Schuckertwerke teilten darauf der Beklagten mit, daß sie den Kläger nicht weiter auf ihrem Gelände dulden würden. Die Beklagte suchte den Kläger dazu zu oeranlassm, die Arbeit ans einer ihrer anderen Baustellen fortzuführen. Dies ver- weig«te der Kläger mit Rücksicht auf seine Baudelegierten- e i g e n s ch a f t. Die Beklagte entließ den Kläger darauf wegen Der- stohes gegen die Ordnungsvorschriften der Siemens, und Schuckert- werke. Mit Rücksicht auf seine Eigenschaft als Baudelegierter hält der Kläger seine Entlassung für unzulässig. Er hätte niemals, still- schweigend das Kontrollrecht der Bauherrin anerkannt. Auch habe er sich ständig geweigert, seine Aktentasch« durch- suchen zu lassen. Derartige Kontrollen seien auch im Bau- g e w e r b e keineswegs üblich. Er klagt daher auf Wiedereinstellung und Lohnnachzahlung. Das Arbeitsgericht erkannt« aus Wiederelastellung und Nachzahlung des Lohnes. Gegen dieses Urteil legte die Beklagte Berufung ein. Das Landesarbettsgericht bestätigte die Wiederein st ellung, lehnte aber den Zahlungs. anspruch ab. Der Kläger legte deshalb Revision gegen das Urteil ein. Das Reichsarbeitsgericht entschied zu seinen Gunsten. Ein« solche Tor- kvntrolle könne allgemein dem Arbeitnehmer nicht zugemutet werden. Es bedarf dazu einer besonderen Vereinbarung, sei es im Einzclarfreitsvertvag, oder in der Gesamtvereinbarung. Eine der- artig« Vereinbarung liegt nicht vor. Daraus ergibt sich, daß der Arbeitnehmer im vorliegenden Falle sich der Torkontrolle nicht zu unterwerfen brauchte. Weil er es nicht tat, tonnt« er nicht ent- lasten werden. Dem Grund nach ist der L o h n a n f p r u ch des Klägers als berechtigt anzusehen. Da jedoch die Zeit für die Entlohnung nicht genau feststeht, mußte die Sache an die Vorinstanz zurückverwiesen werden. Oelegiertenwahl der Schuh- und Lederarbeiter Zum Internationalen Kongreß. Morgen Mittwoch nachmlltag werden in mehreren Lokalen Delegierte zum Internationalen Kongreß der Schuh- und Leder- arbeiter gewählt. Die Bezirke Sachsen und Brandenburg wählen einen Delegierten. Vorgeschlagen sind die Kollegen W« is e- Dresden, H a ma ch er. Berlin und Zoller-Berlin. Die letzte Mitgliederversammlung der Berliner Schuhmacher stellte den gleichen Zoller als Kandidaten auf, der sich am 1. Mai, nachdem er seine Kollegen zur Demonstration aufgefordert hatte, in einem Lokal aushielt und seine gesinnungsoerwandten Verbands- Mitglieder allein auf der Straß« demonstrieren ließ. Derselbe Zoller, der den Berliner Ortsausschußdelegierten gegenüber die tarifwidrige Himmelfahrtstagarbeit in einigen Berliner Betrieben zu rechtfertigen suchte. Kein Berliner Schuhmacher kann deshalb seine Stimme für den Kapedisten Zoller abgebeu. Wer Zoller wählt, wählt gewerk- schoftsfeindlich Wir fordern auf, alle Stimmen für den Kollegen Weise, Dresden. abzugeben, um eine etwa notwendig werdende Stichwahl zwischen Kollegen Hamacher und Weise zu oerhindern. All« Schuhmacher am Mittwoch zur wählt Alle Gewerkschaftsfreunde stimmen für Weiset Werbeausschuß der SPD.-Schuhmacher. Verbandsiag der Kupferschmiede. Kommt es zur Verschmelzung? Der Verband der Kupferschmiede, der seit über vier Jahrzehnten besteht, hält seine 12. Generalversammlung in Hannover ab. Reichel vom Hauptvorstand des Metallarbeiteroerbandes oertritt den ADGB. auf dem Kongreß und Brandes den Deutschen Metallarbeiterverband. Brandes brachte in seiner Begrüßungs- ansprach« d«n Wunsch d«r Metallarbeiter nach Der- s ch m e l z u n g zum Ausdruck. Als Leiter des Kongresses wurden der Derbandsvorsttzende Jahrmarkt- Berlin und Kunze- Dresden bestimmt. Im Mittel- puntt der Beratungen stehen die Frage der Berschmelzung mit dem Metallarbeiterverband und die Frage der Einführung der Invalidenunter st ützung. Diese würde durch die Der- schmelzung überflüssig, da der Metallarbeiterverband die Invaliden- Unterstützung eingeführt hat. R. e alloKn e rn de.xi"wl clit lösten. Ländern PKilad q � a � 85 Kopertlxa�enT- v u VL.in London S t o.cVKolm Amsterda-m B e r 1 in B F w\ 4 n Wa.r.sx-K a-u EL o m niiniiiimiiiini 19�7 ■ l9 28 99/ Versicherungsangesieltte zum Schiedsspruch. In einer außerordentlich zahlreich besuchten Mitgliederversamni lung befaßten sich die in der Fachgruppe Prioatoersichc- rung im Zentralverband der Angestellten vereinigten Mitglieder mit dem im Gehaltsstreit gefällten Schiedsspruch. der ein« Erhöhung der geldlichen Leistungen um 3 Proz. vorstehl. Genosse B r i l l k e schildert« noch einmal ausführlich die vorauf- gegangenen Verhandlungen und übte an dem unzulänglichen Schiede spruch Kritik. Die Unzufriedenheit mit dem Ausgang des Derfahrenc- wurde auch von vielen Diskussionsrednern zum Ausdruck gebracht. Trotzdem nahm die Versammlung gegen eine starke Minorität den Schiedsspruch an, wobei zum Ausdruck gebracht wurde. daß der ZdA. als die führende freigewertschastlich« Organisation der Bersicherungsongestellten alles wn wird, um durch Aufklärungsarbeit und Aktivität dafür zu sorgen, daß sobald wie möglich eine weisere Erhöhung der wriflichen Gehälter durchgesetzt wird. Tagung der Beamten des NAM. Ansprache des Reichsarbeitsministers Wissell. Am 21. und 22. Juni wurde der Bundestag der Beamten im Bereich des RAM. abgehalten, der den größten Teil der Beamten der Berforgungsbehörden umfaßt. Ministerialamtmann Fische, begrüßte die Vertreter des RAM. und die Gäste, worunter der Reichsarbeitsminister, Staatssekretär Dr. Geib und Reichstags abgeordneter Stein topf. Der Reichsarbeitsminister Dr. Wisse!! stellte fest, daß zwischen dem Ministerium und der Organisation ein auf gegenseitigem Vertrauen beruhendes Zusammenarbeiten be- stehe. Die vom Ministerium gewünschte Verbesserung der Aus- stiegsmöglichkeiten der Beamten sei bisher an der Finanzlage des Reichs gescheitert, das Ministerium würde sich aber auch fernerhi.-i dafür einsetzen, was dienstlich und zur Erhaltung eines beruf«- freudigen Beamtentums notwendig sei. Zur Betreuung der Kriegs opfer habe er in den Beamten des Bersorgungswesens wohlgesinnte und hilfsbereite Helfer für das wirtschaftliche Wohl und für die seelische Heilung der Kriegsopfer gefunden. Indem er die Beamten bat, wie bisher mit dem Herzen ihre Arbeit im Dienst dieser Volks genossen fortzuführen, verband er damit auch den Dank an die Beamtenschast für die seither geleistete Arbeit-, Insbesondere gelte dieser Dank den Beamten im besetzten Gebiet und dem Saargebiet, die auch jetzt noch unter besonderen Schwierigkeiten arbeiteten. Der Bundesvorsitzende Fischer � gab den Geschäftsbericht. in dem er die allgemeinen Beamtensragcn und beson- deren Berufsfragen behandelte. In der Aussprache nahmen dazu die Abgeordneten S ch u l d t- Steglitz und S t e i n k o p f das Wort, die die allgemeinen Beamtenprobleme, Erhaltung des Be- rufsbsamtcnwms usw. behandelten, und In den speziell die Beamten im Bereich des RAM. betreffenden Fragen auch fernerhin� ihre Hilfsbereitschaft zusagten. Sie betonten die ernste Wirtschaft-' (ich« Loge, aus der sich häufig eine gewisse Zurückhaltung gegen über Veamtenwünschen zwangsläufig ergebe. Die oberfchlesifchen Grubenherren lehnen ab. Um die Derbindlichkeitserklörung des Schiedsspruches. Der Schiedsspruch für den weswberschlestschen Stelnkohlenberg- bau sieht eine Lohnerhöhung um 1 Proz. vor. Die Unternehme, lehnten den Spruch deswegen ab, die Bergarbeiter beantragten die Derbindlichkeitssrklärung. Bei den gestrigen Vorverhanttungen im Reichsarbeitsministerwm behorrten die Unternehmer auf chren, Standpunkt, so daß die Verhandlungen ergebnislos verliefen. Dem Arbeitgeberverband wurde nahegelegt, seine Stellungnahme einer Nachprüfung.zu unterziehen. Die Unternehmer haben daraufhin erneut beschlossen, den Schiedsspruch abzulehnen. Ende des bulgarischen Tabakarvetterstreits. Sofia, 24. Juni.(Eigenbericht.) Der Tabakardeiterstreik In Philtppopel, von dem mchr als 29090 Menschen betroffen waren, Ist beendet. Die Be- Hörden übermittelten den im Kampf stehenden Pattelen einen Einigungsvorschlag, der von beiden Seiten angenommen wurde, ver Vorschlag sieht eine Erhöhung derLöhne vor. Aufgehobene Sperre. Di« Differenzen mit dem Gastwirt Sab«aast, Restaurant.Zum Spreegarten". Treptow, Alt-Trep- tow 19/12, stnd beigelegt, die Sperr« ist ausgehoben. Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten. ver TUederlSadische vergarbetterverband fordert In einer Denk- schrift an die Regierung für die Arbeiter in den Gruben die 'Stebenstundenschicht, für alle anderen Arbeitergruppen di' Achtstundenschicht und die 4Sstündige Arbeitswoche. Ebenso verlang, er Bestimmungen über das Entlohnungssystem, für eine Geschäftsordnung des parltätstchen Ausschusse, und über das Schiedsgench, bei Arbeitsstrettigketten. »Freie Gewerkschasts-Luaend Groß-Berlin #>>_ Heute, Dknstas, I8M Uhr. tagen die Gruppen: Spandau: Gruppen- t.'im. Stiidt. Jugendheim, Lindenufer l.«nrtrag:„Bi»kswirt!chafl. .. Uche Plauderei-.— Irept-w: Eruppenheim, Schul« Wildcubruch. Kraß, fHoryimmer).«artrag:..Pom»unftgefellen ,um frelen ilr- Truppenheim. Jugendheim,«raun- Cck« Lorhing. —--------—- lpp-nheim. Jugend- Zranlfurter Allee: 4 r- Drategken.- L-»d-d«ra«r Gruppenheim. Jugend. heim. Dtestelmeperstr. S. Vortrag:..Loyales Wandern".- Franlfurter Allee: Gruppe nheim, Stadt. jZugeudh-im, Litauer Sit. 18. Lichtbildervortrag:»Tas rote Wien".— V. Uraa:-fflaru« «im Gossestr. itdetgi Sruppenheim, Jugendheim, Gunter«!. 48. — �>e»«rllchattl!- Zugendarbeit".— Lichtenberg: Jugend- M. Vortrag:.Bürgerlich« und proletarische Zrauenpolitik".— , Gruppenheim D-rfstr. 7«Alte Schule). Humor und ssrohlinn. i«: Wir spielen aus dem Sportplah Nahbachstrahe.- Moabit: , aus her Spielwtese he» Vvllspork« Rehberge.— Sharlotteiidurs: auf dem Sportplatz Saphte.Gharlotte.Etraße. Iuaendqruppe Ves Zentralverbandes Ver Angestellten teut«, Dienotag. finden folgende Veranstaltungen statt: Rordwcst: ugendheim Lehrter Str. 18— 19.«ortrag: �-tusche» und Rimela". Referent: Arthur Rachow.— Uedungsabend de» Sprech- und Dewegungochor» um SO Uhr in der Turnhalle der Schul- Baruther Str. Ä>. TurnNetdung und Hallenschuhe mitbringen. G 1 fordern Sie etusdriiehlich MAGGPFIeischbriihwürfel Achten Sie auf den Namen MAGGI und die gelb-rote Packung-