Morgenausgabe Nr. 299 A 151 46.Iahrgang Wöchentlich SLPf, monatlich SF0M. »m voraus zahlbar. Postbezug-l.ZZ M. einschließlich 6l)Psg.Postzeitungs» und 72 Pfg Postbestellgebühreu. Ausland»» abonnement 6.— M. pro Monat. Der„Vorwärts* erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Ollustriene Beilagen„Volt und Zeit" und.Kindersreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen".„Frauen» stimme"..Technik"„Blick in die Bücherwelt" und„Lugend-VorwSrts" Berliner Voltsblatt Sonnabend 29. Juni 2929 Groß-Lerlin Ii) Pf. Auswärts i5 pf. Die einspaltige NonporelklezeN, tO Pfennig. Retlame'�eile 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen� das iettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche dos erste Wort 1ö Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Fomilienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupi- gefchäft Lindenstraße 3. wochentäglich von S'/, bis 17 Uhr. Jenteawesan der sozialdemokratischen Kartei Deuttchtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrobe 3 ßernsprechn: Dönhofs 232—232. Telegremm-Ldru Kozialdemokrat V«N» Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: verlin 37 SM.— Bankkonto: Bank bei Arbeiter, eingestellten und Beamten Dallstr. KS. Ditkonto-Vesellschaft. Depositenkaste Ltndenstr. 2 Eine Antwort an Schacht. Breitscheid weist seine Angriffe zurück. Reichstagsabgeordneter Dr. B r e i t s ch e i d schreibt uns: Der Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat vor dem Reichsausschuß des Deutschen Industrie- und i)andelstages. der am Freitag in München tagte, einen Rechenschaftsbericht über seine Sachoerständigentätigkeit in Paris abgelegt und die Gelegenheit benutzt, Angriffe gegen die Sozial- d e m o k r a t i e und insbesondere auch gegen mich persönlich zu richten. Herr Schacht entrüstete sich darüber, daß deutsche Zei- tungen die Sachverständigen wegen ihres angeblichen tatti- schc» Ungeschicks und der angeblichen Heranziehung politischer Momente getadelt hätten. Der Fraktionsführer der größten deutschen Regierungspartei habe sich an dieser öffentlichen Kritik beteiligt. Diese Art von Kritik habe die Arbeit der Vertreter in Paris schwer beeinträchtigt. Herr Schacht drückt dann des weiteren sein Bedauern darüber aus, daß die leitenden Staatsmänner anscheinend nicht über die Möglichkeit verfügt hätten, diese Angriffe einer ihnen politisch nahestehenden Presse bis nach Beendigung der Konferenz zu ver- tagen. Dazu muß zunächst gesagt werden, daß die„leitenden Staatsmänner" wohl in keinem Fall in der Lage gerp�sen wären, eine sachliche Kritik an dem Auftreten von Sachoer- ständige.,, die doch aus ihre Unabhängigkeit von diesen Staais- männern entscheidendes Gewicht.legten,.zu unterbinden. Dar- über hinaus aber möchte ich der Ansicht Ausdruck geben, daß der Herr Reichsbankpräsident in München vielleicht etwas zurückhaltender aufgetreten wäre, wenn er ineinen am 20. April im„Sozialdemokratischen Pressedienst" veröffent- lichten Artikel wirklich gelesen hätte. Der Artikel beschäftigte sich mit der von zahlreichen ausländischen Blättern verbreiteten und von der deutschen Rechtspresse lebhaft begrüßten Nach- richt, daß Herr Schacht mit klaren und unmißverständlichen Worten als Voraussetzung einer Abänderung seines Zah- lungsangebots die Rückgabe von deutschen Kalo- n i e n und die AenderungderO st grenzen bezeichnet habe. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob sich der erste deutsche Delegierte wirklich so geäußert habe oder ob seine Worte mißverstanden worden seien. Ich fügte hinzu, daß der deutsche Delegierte seine Zuständigkeit weit überschritten haben würde, wenn er die politischen Probleme der Kolonien und der Grenzrevision in der Weise in die Diskussion ge- warfen hätte, daß er von ihrer für Deutschland günstigen Be- antwortung weitere Zugeständnisse abhängig machte. Mit keinem Wort war in dem Artikel vonderHöhedervon Deutschland geforderten Zahlungen und von der Möglichkeit oder Unmöglichkeit ihrer Aufbringung die Rede. Ich habe mich durchaus darauf beschränkt, die Un- Zweckmäßigkeit und Gefährlichkeit einer etwaigen Hinein- Ziehung rein politischer Forderungen in die Debatte über das Reparationsproblem zu kritisieren. Wenn der Herr Reichsbankpräsident jetzt den Eindruck zu erwecken sucht, als ob die Schuld daran, daß in Paris keine günstigeren Bedingungen für Deutschland herausgeholt war- den seien, wenigsten� zum Teil bei mir und der von den sozialdemokratischen Ministern nicht genügend gezügelten sozialdemokratischen Presse liege, so mag er damit vielleicht bei den Deutschnationalen einen gewissen Erfolg erzielen. Es kann sein, daß es ihm so gelingt, bei ihnen wenigstens einen Teil des Ansehens wiederzugewinnen, das ihm während der letzten Wochen der Sachverständigen- konferenz mehr und mehr verloren gegangen war. Aber diese Mechode, durch Angriffe auf die Sozialdemokraten die von der sogenannten nationalen Opposition geübte Kritik ab- schwächen zu wollen, ist außerordentlich billig und, gelinde gesagt, nicht sehr würdig. Der Streit um den Konferenzort. poincare besteht aus neutralem Boden. Paris. 28. Juni. haoas bestreilei. daß das französische Außenministerium die Aatwork de? französischen Regierung aus den englischen Schrill wegen der Aesisehung von Zeilpunkt und den Ort der Regierungs- konferenz heule in London hat überreichen lassen.„Tempo" zufolge wird in der Antwort erklärt, daß die französische Regierung, ohne aus den Gründen zu bestehen, die man für eine Tagung in pari» geltend machen könnte, sich für den Zusammentritt der Konferenz in einer Stadt eines neutralen Lande» ausspreche. Aeue Geeabrüstungskonferenz? Anregung Amerikas in London. Rem park, 28. 3nnL wie.herald Tribüne" meldet, hat der amerikanische Botschafter in London. D a w e». die Anweisung erhallen. Minister- Präsident Macdonatd mitzuteilen, daß die vereinigten Staaten bereit sind, sich an einer Seeabrüstungskonferenz zu beteiligen. Diese Konserenz könne entweder für sich oder im Rah- inen der schon bestehenden Organisationen de» Völkerbundes statt- finden. Die Entscheidung darüber soll Macdonald«ressen. Oer aussichislose Schritt. pari», 28. Juni.(Eigenbericht.) Im weiteren Verlauf seiner Erklärungen vor den Kommisiio. ncn der Finanzen und des Aeußeren sprach Ministerpräsident P o i n c a r ö über den Young-Plan und betonte die Bereit- Willigkeit Frankreichs, die zu einer allgemeinen Einigung nötigen Opfer zu bringen, wenn auch die anderen Regierungen den Foung-Plan annehmen würden. Die Entrüstung der französischen Oeffentlichkeii über die Hartnäckigkeit des amerikanischen Gläubigers hat in der Sitzung der Kammer in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag zu einer Gefühlsexplosion geführt, wie sie in ihrer Maßlosigkeit nur in Frankreich möglich ist. Plötzlich und unvermittelt sieht sich die Regierung von einer überhitzten Volksvertretung ersucht, die Ver- einigten Staaten um Hinauoschiebung des Versolltermins der Han- delsschuld von 400 Millionen Dollar zu ersuchen. Poincarö hat bereits am Freitagmorgen Briand gebeten, dem französischen Botschafter»n Washington die nötigen Instruktionen zu kabeln. Das Ergebnis ist von vornherein sicher: man wird in Washington auf einen so stürmischen Appell nicht reagieren, in Frankreich wird das als Dem ü t i g» n g empfunden werden und schließlich die beiderseitige Gereiztheit verschärfen. Die französische Regierung muß sich alsdann erst recht in die Zwangslage versetzt sehen zu ratifizieren— mit oder ohne Naung-Plau! Diese ein- fachen Erwägungen sind in der Kammer bisher allein von der sozialistischen Fraktion vertreten worden. Giaaisrai nimmt Konkordat an. Mit 44 gegen 36 Stimmen. Der Preußische Staatsrat hat mit 44 Stimmen der Sozial- demokraten. Demotraten und des Zentrums gegen 86 Stimmen der Arbeitsgemeinschaft und Kommunisten bei einer Stlmmentholiung den Staatsvertrag zwischen der preußischen Staatsrcgierung und der Kurie angenommen. Bürgerblock in Mecklenburg. Don der Deutschen Volkspartei bis zu den Nationalsozialisten Schwerin. 28. Juni.(MTB.) Wie aus bcstunterrichteten parlamentarischen Kreisen verlautet, sind gestern Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer bürgerlichen Koalitionsregierung in Mecklenburg zwischen allen rechts- gerichteten Fraktionen: der Nationalen E i n h e i t s l i st e, der N a t i o r a l s o z i a l i st e n und dem Bauernbund, aus- genommen worden. Es besteht berechtigter Grund zu der Annahme, daß sich bei diesen Fraktionsgruppen kaum Disserenzen grundsätzlicher A r t im Verlauf der Unterhandlungen ergeben werden. Daher kann mit einem erfolgreichen Ergebnis der Koa- litionsbestrebungen gerechnet werden. Einem aus diesen drei Fraktionen der Rechten gebildeten R«> gierungsblock, welcher 26 Landtogsabgeordnete hinter sich hatte, würde ein« Opposition von 25 Abgeordneten der Mitte und der Linkm gegenüberstehen. Durchbrechung der Zollfront.) Was die Rechtsparteien forderten und was der Reichstag bewilligte. Seit Monaten wird wieder über die Not der Land- Wirtschaft geklagt. Die Beschwerden der Agrarier beziehen sich auf olle Gebiete der landwirtschaftlichen Erzeugnisse: im Vordergrunde steht die ungünstige Lage der Getreide- Wirtschaft. Seit Anfang Mai vorigen Jahres ist der Weizenpreis nach der Berliner Notierung von 265 M. die Tonne auf etwa 206 M. zu Ende Mai zurückgegangen. Die Getreidepreise liegen zurzeit auf etwa 16 bis 15 Proz. ober- halb her Preise der Vorkriegszeit. Dieser Preisrückgang ist vor allem durch die reiche Welternte des vorigen Jahres verursacht worden, er wurdi durch große Restbestände aus alter deutscher Ernte noch oerschärft. ,Da die Aussichten für die neue Ernte günstig sind, so rechnet man damit, daß die Getreidepreise noch weiter zurückgehen werden. Die Korderungen der Agrarier. Bereits im November 1928 lagen dem Reichstag An- träge der bürgerlichen Parteien vor. die eine beträchtliche Erhöhung der Zollsätze für Getreide, Vieh, Butter, Kartoffeln. Gemüse und Obst forderten. Das zollfreie Ge- frierfleischkontingent sollte aufgehoben, das Einfuhrschein- system auf alle exportfähigen landwirtschaftlichen Erzeug- nisse ausgedehnt, der Zuckerpreis wesentlich erhöht werden. Dazu kam noch eine Anzahl anderer Forderungen, die alle darin gipfelten, den ausländischen Wettbewerb für Agrar- erzeugnisse vom deutschen Markt fernzuhalten und die Mag- lichkeit zu schassen, die Preise außerordentlich zu erhöhen. Diese parlamentarischen Forderungen wurden noch er- wettert durch das Einheitsprogramm, das der deutsche Landwirtschaftsrat, der Landbund, die Bauern- vereine und die deutsche Bauernschaft Mitte März 1929 auf- gestellt hatten. Es enthielt einen lückenlosen Zoll- plan, der Erhöhungen für alle Arten landwirtschaftlicher Erzeugnisse umfaßte. Zur Stabilisierung der Getreidepreise sollte ein Monopol geschaffen werden mit einem Reichs- getreiderat an der Spitze, dem auch einige Verbraucher an- gehören sollten. Die Stabilisierung des Getreidepreises wollte man auf der Grundlage des erhöhten Lsbenshaltungs- index durchführen, also ohne Rücksicht auf Gestehungskosten und Ernteergebnisse.. Die Reratungen des Sachverständigenausschusses. Der Reichsernährungsminister hatte zur Klärung der Fragen der Getreidewirtschaft einen Sachverständigen- a u s s ch u ß eingesetzt, dem auch drei Vertreter der Sozial- demokratie angehörten. Ueber die grundsätzliche Frage, ob Zollerhöhungen ein zweckmäßiges Mittel feien, um aus- reichende und für die deutsche Volkswirtschaft erträgliche Ge- treidepreise herbeizuführen, waren die Ansichten der Aus- schußmitglieder geteilt. Dagegen war die Mehrheit des Aus- fchusses, zu der auch die Sozialdemokraten zählten, der Mei- nung, daß eine Zentralisierung des Handels mit Ge- treibe- und Mühlenvrodukten durchgeführt werden müsse, um den inländischen Getreidepreis gegen alle unerwünschten Schwankungstendenzen des Weltmarktes abzuriegeln und einen für Erzeuger und Verbraucher erträglichen und nur noch in� mäßigen Grenzen schwankenden Getreidepreis zu sichern. Der Ausschuß hat auch einen Gesetzentwurf über das Getreidemonopol ausgearbeitet. Jedoch konnte über die Preisfrage keine Einigung erzielt werden, da die drei Vertreter der Sozialdemokratie erklärten, daß der von der Landwirtschaft geforderte Preis für die Verbraucher nicht tragbar sei. Die Zolttämpfe im Reichstag. Wochenlang ist dann in den Ausschüssen und im Plenum des Reichstags heftig darum gekämpft worden, in welchem Umfange den agrarischen Zollforderungen Rechnung ge- tragen werden solle. Die Lösung dieser Frage wurde noch dadurch erichwert, daß zollpolitische Maßnahmen nicht nur innerwirtschaftliche Bedeutung haben, sondern auch in das Gebiet der Handelspolitik hinübergreifen. Die Sozialdemokratie war in einer äußerst schwierigen Situation, denn bei den Verhandlungen stand ihr zu Anfang eine ge- schlossene Front von Vertretern einseitiger Agrarinteressen gegenüber, die sich von den Deutschnationalen bis zu den Demokraten erstreckte. Dagegen sind bei den bürgerlichen Parteien die Vertreter allgemein volkswirtschaftlicher und politischer Interessen sehr svärlich vertreten. Die Kommu- nisten haben, wie gewöhnlich, völlig versagt. Um so höher ist es deshalb einzuschätzen, daß es der Sozialdemokratie gelungen ist, die agrarische Zoll- front zu durchbrechen und damit die sonst drohende Verteuerung der Lebenshaltung der breiten Massen zu ver- hindern. Die Sozialdemokratie hat einen zähen Kampf gegen jede einzelne dieser Forderungen geführt. Nicht umsonst beschuldigt jetzt die Rechtspresse den Reichstag, er habe unter dem Druck der Sozialdemokratie gestanden, und die bürger- lichen Regierungsparteien, sie hätten sich sozialdemokratischem Terror gebeugt. Soweit Erhöhungen der Zölle trotzdem be- schlössen worden sind, wurden sie gegen die Sozialdemokratie durchgesetzt. Die Stellungnahme der Sozialdemokratie. Sämtliche Beschlüsse auf Zollerhöhungen sind von der bürgerlichen Reichstagsmehrheit gegen die Sozial» demotratie gefaßt worden. Es fragt sich nun, ob daraus eine so schwere politische Belastung entstanden ist, daß Konse- quenzen hätten gezogen werden müssen. Die sozialdemokra- tische Reichstagsfraktion hat diese Frage verneint. Sic ließ sich dabei von folgenden Gesichtspunkten leiten: 1. Eine Reihe von Zollerhöhungen ist überhaupt ab gewehrt worden(Vieh, Fleisch, Schmalz, Speck, Futter mittel). 2. Andere Zollerhöhungen stehen vorläufig nur au dem Papier. 3. Wo Erhöhungen der Zölle beschlosien wurden, bleiben sie weit hinter den agrarischen Forderungen zurück(z. B. Zucker). 4. Das bisherige Kontingent in zollfreiem Gefrier- fleisch ist auch künftig gesichert. 5. Das von der Sozialdemokratie in Kiel beschlossene Agrarprogramm hat die Wege zur Rationalisierung der landwirtschaftlichen Produktion gewiesen Di« Forderungen dieses Programms werden in zunehmen dem Maße auch außerhalb der Sozialdemokratie als berech tigt anerkannt. 6. Das zeigt sich vor allem beim Getreidemono- pol, das grundsätzlich vom Sachverständigenausschuß akzep- tiert worden ist. Die Frage des Getreidemonopols soll in der Sommerpause von den Sachverständigen weiter erörtert und beschlußreif gemacht werden. So hat die Sozialdemokratie auch diesmal gezeigt, daß sie die Interessen der Verbraucher zu schützen ver- steht. Sie konnte zugleich nachweisen, daß ihre angebliche .Bauernfeindschaft" in das Reich der Legende gehört. Die jetzigen Verhandlungen haben außerdem gelehrt, daß die deutsche Agrarpolitik neue Wege gehen muß. Höhere Zölle sind nutzlos. Größeren Nutzen wird die Landwirtschaft haben bei Erfüllung der Forderungen der Sozialdemokratie: Ratio nalisierung der landwirtschaftlichen Erzeugung, Steigerung des Absatzes durch Hebung der Lebenshaltung der breiten Massen, Zusammenarbeit des arbeitenden Volkes in Stadt und Land! Killinger befiehlt. Bänger gibt nationalsozialistischen Korderungen nach. Crst Zölle, dann Sozialpolitik. Die Entschließung des Zentrums. Als im Jahre 1902 das Zentrum die agrarischen Parteien bei den Zollerhöhungen auf Lebensmittel unterstützte, hatte es mit einem lebhaften Widerstand seiner Arbeiterwähler zu rechnen. Es beschwich ngte sie durch die Bestimmung, dag ein Teil der Einnahmen aus den erhöhten Zöllen für sozialpolitische Zwecke verwendet werde. Genau so verhielt sich das Zentrum tm Jahre 1 9 25, wo auf seine Jnitia nve dem Zolltarifgesetz die Bestimmung angefügt wurde, zehn Jahre lang je 40 Millionen für Zwecke der Invalidenversicherung zu ver- wenden. Auch bei den l« tz t e n Z o l l e r h ö h u n g e n vom Reichs lag hat das Zentrum im ersten Stadium der Bcrhandlungen den Versuch gemacht, die Sozialdemokratie zur Zustimmung zu den Zoll crhöhungen zu veranlassen mit der Zusicherung, daß die Mehrerträge iiir sozialpolitische Zwecke verwendet werden. Das aber hat die Sozialdemokratie abgelehnt. Es war und ist falsch, die Folgen einer verfehlten Wirtschaftspolitik durch sozialpolitische Pflästcrchen heilen zu wollen. Viel besser ist es. durch«ine richtige Wirtschaftspolitik, die keine künstliche Verteuerung der Lebensmittel hervorruft und den Volksmassen ausreichende Beschäftigung verschafft, sozialpolitische Eingriffe auf ein Mindestmaß zu beschränken. Da das Zentrum aber entschlossen war, einen Teil der agrari- lchcn Wünsche auf Zollerhöhungen für Lebensmittel zu unterstützen, so hat es trotz alledem auf seinen alten Lieblingsgedanken zurück- >«griffen und«ine Entschließung eingebracht, die die Reichs- legierung ersucht, unverzüglich einen Gesctzevtwurf vorzulegen, wo» noch die aus der Beseitigung der Zwischenzölle sowie der Zoll- erhöhungcn auf Lebensmittel fließenden Mehreinnahmen»er. wendet werden zur Förderung oder zur Durchführung sozia- I e r M a ß n a.h me n für minderbemittelte Voltstreise, insbesondere linderreiche Familien. Diese Entschließung wurde in namentlicher Abstimmung mit 255 gegen 159 Stimmen bei 25 Enthaltungen angenommen. Auch die Sozialdemokratie stimmte ihr zu, nachdem sie alle An- tiägc auf Zollerhöhungen abgelehnt und daniit zum Ausdruck ge- bracht hatte, daß sie keinerlei Berantworwng trägt für die Erhöhung der Lebenshaltungskosten, die damit verbunden ist. Es ist gewiß sehr zweifelhaft, ob durch dies« Entschließung, die keinerlei festen Betrag »orsieht. und die außerordentlich unbestimmt gehalten ist, ncnneirs. werter Nutzen geschaffen werden kann. Ihr Wert besteht einzig -» der Anerkennung, daß durch die Zölle«ine Mehrbelastung der Verbraucherschichtcn erfolgt und daß die sozialpolitische Fürsorge der Allgemeinheit für schwache Volkskreise dringend notwendig ist. Um das zu unterstreichen, hat die Sozialdemokratie der Entschließung zugestimmt. Aus dem �eichsinnenministen'um. Auflösung des �eichskommissariats für öffentliche Ordnung. Reichsmimster des Innern hat angeordnet, daß gemäß den Beschlüssen des Reichstags das Reichskonnnissariat für öffentliche Drdnung aufgelöst wird. Das Reichskommissariat war dem Reichs- »ünisterium des Innern angegliedert. Die politischen Beamten»es Kommissariats sind zur Disposition gestellt worden. ★ Der Ministerialrat im Reichsinnenministerium, Dr. Kurt H ä n tz s ch e l, ist zum Dirigenten der politischen Abteilung des Mi- uisteriums ernannt worden. Reichskanzler Müller auf Erholungsurlaub. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, wird Reichskanzler Müller, dessen Gestindheits. 'Ustand in den letzten Wochen einiges zu wünschen übrig ließ, sich Anfang nächster Woche zu einem etwa einmonatigen Erholungs- urlaub nach Bad Mergentheim begeben. Eine Ebert-Büsie in Königsberg. Am Verfassungstoge, dem 11. August, wird in Königsberg eine Friedrich-Ebert-Büste enthüllt worden. Zu dieser Veranstaltung wird der preußische Ministerpräsi- dent Braun erscheinen, der auch an den sonstigen Veranstaltungen aus Anlaß der Verfassungsfeicr in Königsberg teilnehmen wird. hohe persische Offiziere verhaftet. Im unruhebedrohten Pörsten sind Angehörige des Generalstabs, des Kriegsministeriums und der Vkche des Schahs oerhaftet worden, darunter ein General, der voriges Jahr im Auftrage der Regierung den Aufstand in der Pro- vinz Fars bekämpft hat. Dresden. 28. Juni.(Eigenbericht.) Der Versuch des neugewählten Ministerpräsidenten Dr. Bünger,«in Kabinett zustandezubringen, stößt auf erheblich« Schwierigkeiten. Die Nationalsozialisten haben ihre Be- teiligung an«iner Regierung und ihre Unterstützung davon abhängig gemacht, daß kein Demokrat das Innenministerium leiten dürfe. Dieser Forderung hat Bünger nachgegeben. Er hat den Dem» traten mitgeteilt, daß er die Forderung der Nationalsozialisten zugestanden habe. Zum Ausgleich hat er den Demokraten«in anderes Ministerium angeboten. Die demokratische Landtagsfraktion hat eine solche Regelung abgelehnt. Herr Bünger hat zwar wohl zunächst die weitere Unterstützung der Nationalsozialisten erkauft, dafür aber die Demokraten, die zu einer Mehrheitsbildung notwendig sind, vor den Kopf gestoßen. Politisch wichtiger noch wäre e» zu erfahren, ob Bünger auch die politischen Forderungen der Nationassozialisten zugestanden hat, so vor allem die Forderung, daß seine Regierung im Reichsrok gegen den Poung-Plan auftreten müsse. Indessen war darüber bisher keine Klarheit zu erlangen. ErNärung des früheren Ministerpräsidenten Heidt. Dresden. 28. Juni. Der früher« MimsUrpräsident Heidt veröffentlicht in der Presse eine Erklärung über die Gründe seiner Stellungnahme gegen Dr. Bünger. in der er dabei bleibt, daß die Wahl des Minister- Präsidenten durch den Landtag nicht rechtsgültig zustande- gekommen sei und daher gegen die Verfassung ver st oh e. Da ober in Sachsen kein Organ bestehe, daß diese Versassungsstreit- frage sofort entscheiden könne, wolle er davon absehen, die Konsc- quenzen aus der Rechtslage zu ziehen, um das Land nicht in monate- lange Unruh« zu versetzen. Er müss« ober die Berantwortung jür den nicht verfassungsmäßigen Zustand denen überlassen, die diese Zwangslage herbeigeführt hätten. Gündenbockjagd der Tones. Revolte gegen Baldwin und Davidson. London. 23. Juni.(Eigenbericht.) Seit der Märzwahl sind in konservativen Blättern Angrisfe gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Baldwin und den Chef der konservativen Parteiorganisation Davidson erschienen, Ver- suchsballons, um den Grad der U n z u s r i e d e n h e i t der konser- vativen Wählerschaft mit der Fühning der Partei festzustellen. Die Urheber planen jetzt einen Generalangriff aus Baldwin und Davidson. Dieser Tage traten im Hause des Obersten G retton, der im Borjahr Vorsitzender des konservativen Parteitages war. alle Unzufriedenen zusammen, wobei der Schlachtplan entworfen wurde. Der Kampf dürfte am Dienstag auf der Landeskonferenz der Partei losgehen. Davidson wird u. a. vorgeworfen, die Stimmung völlig ver- könnt und deshalb Baldwin und sein« Regierung darüber falsch unterrichtet zu haben. Der Angriff gegen Baldwin kommt von zwei Seiten: die einen wünschen einen interessanteren Führer und schlagen Churchill vor. Die zweite Gruppe wendet sich gegen Baldwins Zögern in der Schutzzoll Politik und fordert ein volles protsktionistisches Programm. Wenn di« Zeichen nicht trügen, wird jedoch der Angriff auf Baldwin an der Loyalität der Parteiorganisation gegen ihren Führer abprallen: di« Stellung Davidsons kann jedoch als schwer erschüttert bezeichnet werden. Pflaster für Ioynson-Hicks. Die Liste der Standeserhebungen anläßlich der Parlaments- auflösung, der letzte Regierungsakt der Konservativen, enthält u. a. die Ernennung des ehemaligen Innenministers Sir William Ioynson- Hicks zum Discount, etwa„Reichsgras". Diese Er- ncnnung bedeutet die Uebersiedlung ins Oberhaus und erfordert eine Nachwahl in Twickenham. Kanaltunnelbau und Arbeitslosigkeit. London, 28. Juni. In einer Rede der Stadtverordnetenversammlung in Hull bestätigte Commander Kcnworthy, daß die Frag« des Tunnel- toues unter dem Acrmelnwer in der Thronrede am Dienstag bc- rührt werde. Es fei die Einsetzimg eines Ausschusses unter dein Vorsitz Ministers Thomas vorgesehen, dem die Ergebnisse der Prüfung des Planes unterbreitet wurden, um so ein Gegen- uno Nebeneinander verschiedener Regierungsabtcilungen zu verhindern. Der Kanalbau werdc besonders vom Gesichtspunkt der B e r r i n- K«rung der Arbeitslosigkeit geprüft werden. Keine Siaaisvereinfachung in Bayern. Ein Mißerfolg des Ministerpräsidenten Held. München. 28. Juni.(Eigenbericht) Der bayerische Ministerpräsident verpfändet« nach seiner Wieder- wähl im vorigen Sommer dem Landtag und der Oeffentlichkeit gegenüber sein Wort, daß er die Staotsvereinfachung im Winter, spätestens ober im Frühjahr 1929 durchführen werde. Aber dieses Versprechen komnc er nicht«inlösen und so versucht« er, den Landtag nach Slbschluß der Session in einer Sondertagung mit der Vereinsachungsvorlage der Regierung zu befassen. Um eine rasche Einigung der Koaliftonsparteien zu erzielen, ließ er das Kernstück des früheren Entwurss. den Abbau und die Zusammen- legung der gänzlich veralteten Kreisregierungen vollständig fallen und schränkte auch die Zahl der zur Aufhebung bestimmten Außen- ämter erheblich ein. Mit dieser geänderten Vorlag«, di/! für spätere Jahr« lediglich «ne Einsparung von ewa 1,5 Millionen Mark pro Jahr bringt und infolgedessen niemals die unbedingt notwendig« Basis für«in« Sanierung der zerrütteten bayerischen Staatsfinanzen bilden kann, beschäftigten sich in den letzten Tagen die Regierungsparteien. Die Verhandlungen endeten jedoch mit einem Total- Mißerfolg, da vor allem die Dcutschiiotionalen und der Bauernbund sich wei- gerten, vorbehaltlos auf den Boden des Regierungseutwurfes zu treten. Insolgedesscn wurde beschlossen, die ganze Frage der Staats- Vereinfachung neuerdings auf den Herbst zu vertagen. Da aber im Dezember in ganz Bayern die Gemcindewahlen statt- inden, steht heute schon fest, daß die Regierungsparteien, deren Stärke ja aus dcni Lande liegt, es nickst wagen können, di« Be- völkerung der Landstält« und Gemeinden durch die Wegnahm« von Aerntern und Behörden gegen sich aufzubringen. Es ist also damit zu rechnen, daß di« Staatsoercinsachung in Wirtlichkeit aus«inen unabsehbaren Zeitpunkt oerschoben ist. Dieser kläglich« Mißerfolg der bayerischen Regiernngspolitck geht in erster Linie auf das Konto des Ministerpräsidenten Dr. Held, der damit den Rest seines politischen Prestiges verspielt hat. Anzeichen sprechen dafür, daß es in Bayern zu einer schweren politischen Krise kommt, deren Ausgang für die gegen- wärtige Regierimg nicht zweifelhaft sein kann. Kann Deutschland lernen? Englische und deutsche Selbstverwaltung. Der Leiter der Kommunalobtcilung im preußischen Innen- Ministerium, Ministerialdirektor Dr. von Leyden, hielt im Fest- aal des Landtages einen Dortrag über di«„englische S e l b st- Verwaltung", dem angesichts der Reformpläne auf dem Gebiet der Kommunalverwaltung und der Umgemeindungsvorlagen erhöhte Bedeutung zukommt. Inwieweit tonn England uns bei diesen Auf- gaben als Vorbild dienen? Der wesentlichste fonnelle Unterschied im Derwaltungswesen beider Länder liegt darin, daß in England provinzielle und lokale Staatsbehörden fehlen. Grafschaft(in der Größe zwischen Provinz und Kreis), Städte und Landgemeinden sind ausschließlich Gebiets- körperschaften mit Selbstverwaltung. Obwohl die Zuständigkeit der Kommunen für jede Angelegenheit gesetzlich festgelegt sein muß. ist ihr Aufgabentreis viel weiter als bei uns: Polizei(nur London hat staatliche Polizei). Schule, Straßen usw. sind Angelegen- heiten der Grafschaften und Städte. Die fehlende staatliche Aufsicht wird allerdings durch weitgehende Finanzton troll« ersetzt. Die Vertretung nach außen erfolgt immer noch durch Ehren- beamte: aber das Anwachsen der Aufgaben gibt den Berufsbeamten immer mehr Bedeutung. Nirgends in der Welt hat di« Tradition«in« so große Macht wie in England. Und doch hat die histörisch« Entmicklimq die letzte(konservative!) Regierung gezwungen, die seit'Jahrhunderten einschneidendste Rcsorm in Angriff zu nehmen. Dos Lokal-Verwaltungsgesetz(Doeal Qovermneut Bei), dos am l. April 1930 in Kraft treten wird, hat sowohl die Aufgaben- Verteilung neu geregelt wie da» Finanzwesen grundlegend geändert. Die wichtigsten Aufgaben, wie Armenpflege und Straßenwcsen, werdcn den leistungsfähigsten Körperschaften, den Stadt- und Landkreisen, übertragen. Im Stnaßenwesen ist uns England weit vor- aus; überall gibt es staubfrei« Autostraßen(hätten wir si: wenigstens in Ausflugsgegendcn in der Nähe der Großstädte!); die Mittel dafür liefert zum Teil die Kraftfahrzeug st euer, die viel höher, auch für Lastwogen, als bei uns ist. Die Finanzreform nimmt den Kommiznen die finanzielle Selbständigkeit. Seit der Königin Elisabeth. seit 1591, war di« Grundsteuer(Festsetzung noch dem M i e t w« r t) die Haupteinnohmcquelle. Infolge des starken Steuerdrucks muß setzt auch das reiche England auf eine gleichmäßige Bc- laflung und damit auf eine zentrale Regelung des Steuersystems Wert legen. Fortan bleibt die Landwirtschalt ganz und die Industrie zu drei Viertein von der lokalen Grundsteuer frei. Da zugleich die speziellen Dotationen(Zahlungen des Staates für bestimmte Zwecke) in Fortfall kommen, muh der Staat nahezu die Hälfte des kommunalen Finanzdedarfs durch lieber» weisungs st euern decken. Die Ueberweisungen werden wie bei uns möglichst der Belastung durch die Aufgaben und der Steuer- kraft angepaßt. Das Problem der Dekonzentration der Großstadt besteht in England, wie der Vortragende ausführte, nur für London. Groß-Landon wird gebildet von der alten City und 28 Städten, deren Finanzhoheit bestehen geblieben ist. Eine gleichmäßige Der- sorgung der Bevölkerung und eine gleichmäßige finanziell« Belastung der Stadtteile ist nicht erreicht worden. Für dos Verwaltunos- problein Groß- Berlins kann in London kein geeig- netes Vorbild gefunden werden. Eingemeindungen können auch in England gegen den Willen der Bevölkerung erfolgen, wenn ein höheres Interesse, wie gute Ver- wallung, gleichmäßige Besteuerung, es verlangt.„Aus- kr« i sun g" einer Stadt kann nur du«Ä Gesetz bei einer Ein- wohnerzahl von 75 000 und mehr«rfolgei». Wenn also auch die formellen Unterschiede zwischen englischer und preußischer Kommunalverwoltung sehr groß sind, dos praktifcha Ergebnis ist ähnlich. Ueberno.hme einzelner Formen ist wegen der Wesensverschiedenheit der System« unmöglich. Der Arbeitsausschuß Deutscher Derbänd« veranstaltete gestern im Reichstag sgcbäu de eine Kundgebung zur zehnjährigen Wieder- des Tages der Unterzeichnung des Bersailler Vertrages. Es kehr sprachen Redner aller bürgerlichen Parteien. Die Versammlung nahm eine Entschließung an. in der die Räuniuna von Rhrtn und Saar, die Rückgabe von Kolonien und die Berufung eines inter- nationalen Ausschusses zur Nachprüfung der Kriegsschuldfrag« ge- fordert wurde. Die Kundgebung der Rechtsoerbände im Stadion, die stark bc- sucht war, verlief in voller Ruhe. Der Redner, Rechtsanwalt Boß, hielt sich parteipolitisch stark zurück. Die Flaggenparole der Deutsch- nationalen: Flaggt schwarzweißrot-halbmost, hat kläglich versagt. Finnland und der Krlegsverzicht. Die Sowjetunion hat Finn- land vorgeschlagen, sich dem Litwinow-Protololl anzuschließen. Das ist der viert« Versuck der Sowjetrogierung, di« politischen Be- Ziehungen zwischen decken Ländern zu klären. puischanregung eines pilsuöstimannes. Die Sozialisten sollen losgehen.' Warschau, 28. Juni. Im Prozeß gegen den früheren Finanzininister Czechowkz führte der Verteidiger P a st a) a l st k i aus, die Angelegenheit Czechowicz könne nicht den Ausgang eines Streites zmifchen dem Sejm und dem Marschall Pilsudski bilden. Das würde ein un. gleicher Streit fein, denn es gebe hier niemand, der würdig fei. den größten Mann Polens zu vertreten. Auch er könne diese schwere Ausgabe nicht übernehmen. Im übrigen entspringe die An- klage nicht rein politischen Beweggründen, die Einbringung der D e r f a s s u n g s r e s o r m im Sejm habe den Anstoß gegeben. Di« polnische sozialistische Partei sei vordem für Pilsudski gewesen. Nad) Einbringung des Verfasjungsprojektcs durä) den Rezierungsblock I abe sie aber alle Hoffnungen aufgegeben, sich wieder die Ö u n st des Marschalls zu erwerben. Sie wolle nun den Staats- gerichtshof zum Kampf gegen den Marscholl benutzen, den sie weder im Sejm noch auf der Straße zu führen wage. Sie hätte über- Haupt nicht gewagt, die Hand gegen die Regierung zu erheben, wäre nicht die schwere Krankheit Pilsudskis gewesen. Die Ankläger aber wüßten sehr gut, daß weder der Finanzminister noch irgend jemand gegen den Willen Pilsudskis auftreten könne. In Erinne- rung an den Appell Lieber manns an den Staatsgerichtshof, sich zu fragen, ob nicht auch der größte Mann Polens sich Gesetz und G e r e ch t i g-k e i t unterwerfen müsie, erklärte der Verteidiger schließlich: Es gibt in Polen«inen Mann, der nicht vor den Staats- oerichtshof gestelll werden kann, vor kein menschliches Gericht, es sei denn das Gericht der Geschichte. Friedenskundgebung in Warschau. Warschau, 28. Juni. Der großen sozialistischen Friedenskundgebung mit E r a m p- London. L ö b«- Berlin und Dandervelde- Brüssel als aus- landischcn Rednern ist eine deutsch-französisch-polnische Maniscsta- tion gefolgt. Den Delegierten der deutschen und der französischen Landesgruppe des Verbandes„Les Amities Internationales" wurde von der neugegründeten polnischen Landesgruppe ein festlicher Empfang bereitet. An einem Ehrenbankett beteiligten sich zahl- reiche Politiker sowie Vertreter von Kunst und Wissenschaft. Die Deutsche Gesandtschaft war durch Gesandischastsrat v. Rintclcn vertreten. Die offiziöse„Epoka* hebt in ihrem Bericht l?srvor, daß Delegierte Deutschlands, Frankreichs und Polens sich zusammenfanden, was„em sichtbares Symbol der Verbrüde- rung und Freundschaj't der Völker sei. Die deutsche Gruppe des Verbandes war durch Reichstagsabg. Dr. Ludwig Haas vertreten. * Die polnische Regierung setzt, ungeachtet ihrer Madrider Er- klärungen, die Enteignung deutscher Grundbesitzer fort. Verhinderte Filmfälschung. Danzig. 28. Juni. Polnische Photographen versuchten vor der Marienkirche einen Film aufzunehmen, in dem vorLanzigerBaudcnkmälern polnische Filmschauspieler in polnischen Nni- formen oustraten. Die Menge, die sich dabei ansammelte und hierin mit Recht eine beabsichtigte Fälschung des deutschen Eharaktcrs der Stadt sah, nahm eine drohende Haltung ein. Die Polizei mußte, um die Ruhe aufrechtzuerhalten, die Fortsührung der Aufnahmen verbieten und nahm Photographen und Schau- jpieler in polizeilichen Schutz. Die polnischen Photographen haben beantragt, ihnen ein Polizeiaufgebot zu stellen, um die Film- cufnahme zu Ende führen zu können. Diesen Antrag hat die Polizeinerwaltung selbstverständlich abgelehnt und zur Nc- gründung auch auf die Gefahr einer Steigerung der Erregung hingewiesen. * Der polnische Gencralkommissar Straßburger Hot geglaubt. wegen Danziger Zeilungsortikel zum Versaillcr Zehnjahrestag den Senat erinnern zu sollen, daß solche Kundgebungen Danzizs Situation gegen Polen erschweren. Danzig ist verpflichtet, die internationalen Bedingungen und Verträge zu achten uird t u t das auch. Es ist aber in seiner inneren Verwaltung vollkommen frei und unabhängig. Es ist ein sehr übler Mißbrauch der Vormachtstellung Polens, wenn es sie mißbraucht,»m Danzig Nachteile für die Ausübung seiner Preßfreiheit anzudrohen! Hängegesetz in Litauen. Gegen die Flüchtlingsottion. s o w n o, zs. Zuni. Zm„SfaafsanzdB«" wird das Sondergeseh«rässevtlichl. das Todesstrase solchen Personen androhst die einer im..besetzten Teil e> l a u c n s" swilaagebiel) oder einer in einem fremden Staat bestehenden Organisation angehören, die den litauischen Staat oder einen Teil davon an einen anderen Staat angliedern oder die bc. stehende Negierung zu stürzen oder im litauischen Staat Unruhe zu slisten strebt. Schon der versuch eines Attentat» gegen wimfter wie gegen Staatsbeamte überhaupt ist mit Todesstrafe bedrohst serner den ÄUthelsern. sei es auch nur. daß sie Drucksachen einer der oben aekennzeichnelen Organisationen au» dem Ausland einführen. Zm letzteren Fall kann bei mildernden Umständen auf Zuchthaus erkannt werden. Die Aburteilung erfolgt durch ein Aeld. oder ?N i l i t ä r gericht. Das Gesetz ist mit dem Tage seiner vcrkündimg in Kraft getreten. Sozialistischer Oichier gestorben. London, 28. Juni.(Eigenbericht.) In Guilsord starb im 8?. Lebensjahre der von der britischen Arbeiterbewegung hochverehrte sozialistisch« Dichter, Philosoph und Redner Edward C a r p« n t e r. Die Text« zahlreicher sozialistischer Lieder haben Carpenter zum Verfasser. %- Das Ebcrt Denkmal in Rinteln beschädigt. Das hier, zu Pfing- sten eingeweiht« Ebert-Dcnkmal ist von einem unbekannten Täter beschädigt worden. Von der Jnschrist:„Des Volkes Wohl war meiner Arbeit Ziel' sind viele Buchstaben vernichtet. Ferner wurde das Wort„Reichspräsident" zerstört, so daß es nicht mehr zu ent- Ziffern ifst Zofeph Waulers im Slerben. Der Gesundheitszustand des belgischen Sozialistensührers und ehemaligen Arbeitsministers Joseph Wo utc rs. der seit Monaten schwer lrank war und dessen Befinden sich in de» letzten Tagen stark verschlimmerte. Hot sich weiter verschlechtert. Sein« Kraft« nehmen zusehends ab. Die sozialistische„Peuple" stellt am Freitag abend fest, daß olle Hoffnung. Wwuters am Leben zu erhalten, nunmehr aus- gegeben werden müsse. Kein Republikschutz mehr! WIw-. � naturJ. � UND fHPEN HERRLICHEN URSZOFFENt Es ist eine Lust, zu leben Oer Reichsetat für �929. Oer Reichsrai nimmi ohne Einspruch Kenntnis von den Reichstagsbeschlüsseu. Der Reichsrat beschäftigte sich in seiner Vollsitzung am Freitag mittag mit den Bsschlüssen des Reichstags zum Etat. Der Generalberichterstatter, Ministerialdirektor Dr. Brecht. führte aus: Der Reichstag ha: die Einnahmen aus neuen Deckungs- Mitteln wesentlich herabgesetzt, und zwar durch Streichung der Bierstcuererhöhung um 163 Mil- lionen, durch Streichung der Erbschaftssteuer» erhöhung um Lv Millionen, durch Verringerung des Zuschlags zur Vermögenssteuer um 64 Millionen, durch Verringerung der Erhöhung der Branntwein- abgab« um 2l) Millionen, zusammen um 269 Millionen. Bei- behalten Hot der Reichstag außer dem auf Z Proz. gesenkten Zuschlag zur Vennögensstcucr und außer der Branntweinabgabe den Vorobziig des Reiches von den Usberwetsungen an die Länder in Höhe von 129 Millionen Der Reichstag hat den Borabzug aber um Z<) Millionen weiter nach hinten gerückt, d. h. es sollen die ersten 4339(statt 4500) Millionen der Einkommen, und Umsatzsteuer vor- mal verteilt wenden. Den gestrichenen Deckungsbetrog von 269 Mil- lionen hat der Reichstag zu ersetzen gesucht durch folgende Mittel: Verminderung der?lusgabsn um Insgesamt.. 132 Millionen Erhöhung des Beitrags der Reichspost um.. 35 Häherschötzung der Tabaksteuer um..... 45 ,. „ Biersteuer(ohn«Aenderung)um 26„ „„ Zuckersteuer um..... 10 „ ,. Versicherungssteuer um,. 4„ », Zündwarensteuer um.., 1 ,. .,„ Leuchtmittelsteuer um... 2„ V„ Zölle um....... 4 „ van verschiedenen Verwaltnngz- einnahmen um...... 10„ 269 Millionen Di« erwähnte Gesamloer�knderung der Ausgaben um lZ? Millionen fehl sich zusammen au» Streichungen von............ 182 Millionen und Zusätzen von...........■ 30„ bleiben............... 132 Millionen Unter den Streichungen bilden folgende Streichungen den hauptteil: Heer und Marin«........, 38,0 Millionen Luftfahrt.............. 27,3„ Kapitalabsindungen bei der KriegsversorMing. 23,0„ Produktive Erweibslosensursorge...... 20,0 Knnalbauten(Streckung des Programm»).. 14,3„ Andere Ausgaben für Wasserstraßen.... 3,8 Neubauten usw. der Finanzämter.«... 6.0„ Landwirtschaftliche Betriebsumstellung.... 3.0, Notfonds für die Beamten........ 5,0 Prozentual« Streichung der sachlichen Berwol- waltungskosten..........■ 11,0„ 152 Millionen Der Rest verteilt sich auf Einzelposten, z. B. Herabsetzung des Geheimfonds beim Auswärtigen Zlint um 1,5 Millionen, der Nachrichtens o>»ds um 0,5 Millionen, der Notgemeinschast der Wissen- schaften um 1 Million, der kulturellen Fürsorge im besetzten Ge- biet um 1 Million, der Dotation der Ausstellungen und Messen um 1,85 Millionen, der Beiträge für Flüchtlingsgelder um 2,2 Mit- lionen usw. Bon den zugesetzten 50 Millionen entfallen die Haupt- betröge aus: Zinsen für Kassenkredite......... 30 Millionen Unterstützung der Deutschen Werke in Kiel.. 6„ Erhöhung der Arbeiterlähnc m der Reichsoer. waltung.............. 4,5„ Förderung der Getreideernte und landwirt» schaftlicher Mustergeräle........ 5,0„ Oed- und Neulandsiedlung........ 20 47,5 Millionen Der Rest von 2,5 Millionen verteilt sich aus kleiner Beträge. Die Reichsratsausschüsse haben den Erhöhungen der Ausgaben und den Neuansätzen zugestimmt. Im übrigen Hot der Reichsrat nicht das Recht, eine einzelne Aenderung zu beanstanden, sondern er kann nur wählen, ob er gegen den gesamten Haushalt-Ein- spruch erheben will oder nicht. Die Ausschüsse sind mit der Tendenz de» Reichstags, eine Er- höhung der Steuerlast zu vermeiden, im Prinzip vollkommen ein- verstanden. Der Reichsrat hat im Februar dieses Jahres noch einen strengeren Maßstab anlegen müssen, weil der Ausgang der Pariser Verhandlungen noch nicht zu übersehen war und der Reichsrat sich daher auf mehrere Jahre mit voller Dawes-Belastung einstellen mußte. Die Ausschüsse haben nichts dagegen einzuwenden, daß der Reichstag sich jetzt hierin etwas freier bewegt hat. was die Abstriche angeht, so ist klar, daß sie. was auch der Reichstag nicht bestreitet, zu einem großen Teil nicht als endgültige Ersparnisse, sondern nur als Verschiebung ans spätere Zahre zu beurteilen sind. Auch solche Verschiebungen können eine Entlastung bedeuten: di« Ausschüsse haben nach Lage der Sache dagegen kein« grundsätz- lichen Bedenken. Bei einzelnen Zlbstrichen und Steuerschätzungen muh man allerdings nach Ansicht der 2lu»schüsse zweifeln, ob sie sich verwirklichen werden. Beim Nochtragsetat wird man hierauf zurückkommen müssen. Eine Ablehnung des ge- samten Haushalts aus diesem Grunde konnte aber nicht in Frage kommen. Namens der Zlusschüss« beantrage ich, den vom Reichstage be-- schlossenen Erhöhungen und Reuansätzen von Ausgaben zuzustimmen, und im übrigen von dm Beschlüssen de» Reichstag» über dm haushall und dos hauslzollsgeseh für 1979 Kenntnis zu nehmen, okmc Einspruch zu erheben. Dos Wort wurde von keiner Seite verlangt.— Der Reichs» rat schloß sich dem Antrage des'Rerichterstarters an. » Die nächste Vollsitzung findet am Dienstag nachmittag statt, in der zu den weiteren Reichstagsbeschlüssen, insbesondere zu den Agrargesetzen und Steucrnooc llen, Stellung ge- nommcn wcrden soll. Landvolkberufung verworfen. Das Urteil gegen die Aufruhrer von Hohenwefiedt bestätigt. Kiel, 28. Juni.(Eigenbericht.) Die große Strafkammer in Kiel verwarf die Berufung von zehn Zlnhängern der Landvolkbcwegung, die an dem völkischen Sturm auf das Gefängnis in Hohcnwestcdt beteiligt gewefen waren und dafür Gefängnisstrafen von ein bis vier Monaten er» halten hatten. Fast alle Angeklagte sind Mitglieder der National- sozialistischen Partei. Sie hatten den Sturm auf das Gefängnis unternommen, weil in ihm ein Nationalsozialist wegen Steuerver» Weigerung festgehalten wurde und sie der Meinung waren, daß jeder oerhaftete Nationalsozi, list„wieder herausgehauen" werden müßte. Jetzt baten sie u. a. auch um Vewährungsfrist, die allerdings eben- falls abgelehnt wurde. Schon wieder deutsche Spionage? Llnd schon wieder in Belgien! Brüssel. 28. Juni.(Eigenbericht.) Eine neue Militärspionagcasfärc erregt in Brüssel beträchtliches Aufsehen. Am Donnerstag abend wurde ein Beamter des Kriegsministeriums, ein ehemaliger Leutnant, in seiner Wohnung verhaftet. Gleichzeitig veranstaltete die Staatsanwalt- schaft eine Haussuchung in der Kaserne eines Grenadierregimems. Die belgische militärische Gegenspionage hatte vor kurzem in Erfahrung gebracht, daß eine deutsche Spionageorganisotion in den Besitz eines Geheimdokuments über die Organisation der belgi- scheu Artillerie gelangt war. Nach längeren Bemühungen gelang es festzustellen, daß ein an die deutsche Spionageorgonisation ge- richtcter Brief auf einer in den Diensträumen des Brüsseler Kriegsministeriums in Gebrauch befindlichen Schreib- Maschine hergestellt worden war. Bald darauf wurde auch der U r- Heber des Briefes i» dem jetzt verhafteten Beamten festgestellt. In seiner Wohnung sond man außerdem ein Geheimdokument über d:e belgische Mili'ärlustschijsahrt. Der Verhaftete bestreitet indessen jede Schuld ab. Welche Bewandtnis es mit der Hausdurchsuchung in der Grenadierkaserne hat, war bisher nicht zu erfahren. Allem Anschein nach wehren sich die Militärbehörden mit allen Kräften dagegen, daß die Untersuchung von der Staatsanwaltschaft geleitet wird, um so die Angelegenheit der bürgerlichen Gerichtsbarkeit und damit der Oeffentlichkeit zu entziehen. Was die deutsche Spionageorganisation anbetrifft, so scheint festzustehen, daß cs sich nicht eiwa um etne amtliche deutsche Dienststelle, sondern, wie bei der Utrecht:« Fälschungsaffäre, um«ine deutschnationale oder v7 tische Geheim stelle handelt. Soziales Elend im fernen Osten. Oie Lage des asiatischen Proletariats. In seinen Ausführungen zum Bericht des Direktors des Inter- nationaten Arbeitsomtes(3912t.) tnm der indische Arbeitordele- gierte I o s h i auf der Internationalen Ardeitskanserenz auch auf die Eesamtlage des Proletariats des fernen Ostens sowie die großen Gefahren zu sprechen, die das langsame Tempo des so- zialen Fortschritts speziell in diesen Ländern mit sich bringt. I o j h i führte in diesem Zusammenhang u. a. aus: „In Indien, das zugegebenermaßen vom Einfluß Genfs nicht unberührt ist, bleiben die Lebens� uich 9lrbeitsl'edillgungen des Pro- letariats Im allgemeine» die gleichen, was schon aus den Sterblich- keitsziffern, den Wohnverhältnifsen. der Lage auf dem Gebiete der Erziehung, dem Stand der Fürsorge für Krankheit, Arbeitslosigkeit und Alter crmessen werden kann. Selbst in Japan haben sich die Verhältnisse nicht merklich gebessert. In China, Slam und Persien ist mit dem sozialen Werk kaum ein Anfang gemacht worden. Afghani st an und einige andere Gebiete Asiens find vom sozialen Fortschritt noch voll, ig unberührt. Die Staaten, weiche Über eine große Zahl von— zum Tqil sehr großen— Kolonien verfügen� hoben nicht viel getan, um ihren Verantwortlichkeiten gegen- über den in diesen Gebieten lebenden Arbeitern gerecht zu werden, was übrigens aus dem Bericht des Direktors ersehen werden kann. Die Vertreter der französischen Regierung möchte ich darauf ausmcrksam machen, daß es in Pondlcherry und andere» französischen Be- stßungen in Indien nahezu keine Fabrikgesetze gibt. Ich hosse, daß bald Schritte unternommen werden, kamit die Verhält- nisse in den französischen Bcsißungen in Indien wenig«. steus jenen von Britisch-Indicn angeglichen werden... Rur eine kleine Gruppe von Arbeitern van Asien und Afrika ist auf dieser Konterenz vertreten. Der fortschrittliche Geist, der in Verbandstag der Buchdrucker. Graßmann über die Politik des AOGV. Im weiteren Verlauf des zweiten Vcrhandlungstages des Ver- bandstages schilderte Pietsch-Bcrlin die Schwierigkeiten, die mitunter den Unfallverletzten von den staatlichen Institutionen gemacht werden. T h i e m e- Jena wehrt sich gegen die Tendenzen, die darauf hinwirken, das Selbstoerwaltungsrecht der Krankenkassen ein- zuengsn. O c rt e l t- Chemnitz setzt sich dafür ein, daß man die Bildungsstälte» der Arbeiter weiter ausbaut und var allem den besonders befähigten Schülern, die von der 9lkodemie der Arbeit oder von dcr Wirtschaftsschule in Düsseldorf abgehen, eine weitere Schulung ermöglicht. May- Düsseldorf fordert Herabsetzung der Jnvalidilälsgrenze auf 50 Prozent. wch eine erleichterte Gewährung dcr Witwenrente. Er ver- langt ferner eine rationellere Zusammenfassung des In- stanzenwegs innerhalb dcr Sozialversicherung und fetzt sich für den Ausbau des Rechtsschutzes und der Arbeiterfekre- tariate ein. Rieb« nst a h l- Halle und G r ö f ch- Nürnberg geißeln Härten dcr Sozialversicherung. Immer noch werden i n- volidc Menschen aus Grund ärztlichen Attests als c r w c r b s- fähig bezeichnet, die dann iin Arbeitsprozeß versagen oder über- Haupt keine Stellung finden. G r u n n e r l- Leipzig weist auf Fälle hin, in denen Arbeit- geber die Versicherunoemarken nicht kleben und dann die 9lrb«it- nehmer aufgefordert werden, die Marken selbst zu kleben, hier nuiß darauf gedrungen werden, daß die Sozialvcrsicherungsämter gegen die 9lrbeitgebcr rücksichtslos vorgehen. R e i ch a r t- Altenburg verlangt, daß man einen Mobilmachungsplan für die Gewerkschaften schafft, um im Falle der Kriegsgefahr neues Völkermorden unmöglich zu machen. Ueber Bildungsfragen sprach dann Schäfer- Wiesbaden und Weber- Marburg kritisierte Härten dcr Sozialversicherung. Die Mittwochsitzung begann mit einem Referat des 2. Vor- sitzenden des ADGB. Genossen Graßmann über ..Die Politik des ADGB.-. Graßmann teilt« zunächst einige Einzelheiten über die S ch n l e n des ADGB. mit. Die Schule in Bernau wird ungefähr 800 000 Mark Kosten verursachen. Für die sehr wichtig« Schule, die im Industriegebiet geplant ist, wurde noch kein geeigneter Platz gesunden. In Bernau sollen die jungen Leute mit de» größeren Zusammen- hängen dcr Berufs- und Jnduftriearganifationen zum ADGB. und zur Internationale vertraut gemacht werden, später schließlich die Wirtschaftsschule besuchen, dann ehrenamtlich oder besoldet im Dienste der Organisation tätig sein und schließlich di« 9lrademie in Franksur! absolvieren. Unbedingt notwendig ist es, daß die Gcwcrkfchasiszeitung mehr als bisher gelesen und gesammelt wird, und daß auch die anderen Publikationen des ADGB. Interesse finden, denn nur so kann jeder in allen-Dingen orientiert sein. Der Ausbau der statisti- schen Abteilung und der übrigen Sondcrresiorts wird mit Macht betrieben, damit man bei Gesetzentwürfen den notwendigen Einfluß nehmen kann. Dcr Regierungsentwurf des Arbeitsschutz- g e s« tz c s ist Gegenstand schärfster Kritik des ADGB. Der Grundsah unerschütterlicher Verteidigung von Arbeiter- rechten gibt die Gewähr, daß mit unserer Zustimmung der Arbeitsschuhgesehentwurs nicht Gesetz wird. Die S o z i a l p o l i t i k ist das hauptarbcitsgebiet des ADGB. Der Umfang des Gebietes läßt sich ermessen, wenn man bedenkt, daß der Gesamtetat dcr deutschen Sozialpolitik 5 Milliarden über- schreitet, also doppelt so hoch ist wie dcr gesamte Reichshaushalt vor dem Kriegs. Der Löwenanteil dieses Ekats geht aus direkten Beiträgen der Beteiligten, besonders der Arbeitnehmer hervor. Bei der Invalidenversicherung ist von älteren Arbeitern öfters auf die Berhöltniffe in Dänemark hingewiesen worden, vor allem auf die 9lltersgrenze von 60 Iahren. Bei uns fehlen jedoch die Mittel, die Altersgrenze herabzusetzen, außerdem wehrt sich ein Washington herrschte, scheint fast völlig verschwunden zu sein... Genf selber hat in den herzen der Arbeiter der Welt hoff- nungen erweckt, die teilweise erst noch erfüllt werden müssen. Ueber- dies ist der Einfluß Genfs nicht dcr einzige, dcr auf die Einbildungs- kraft der Arbeiter dcr Welt, und besonders jener des fernen Ostens, einwirlt. Es ist der Einfluß Moskau» vorhanden, der von den Genfer Idealen und Methoden abweicht und infolge seiner großen Versprechungen aus das Vor- ftellungsvermögen der Böller des Ostens eine starke Anziehnngs- traft ausübt. Wir müssen uns deshalb ernsthaft fragen, ob die von der internationalen Ilrbeiterorganisation erzielien Resultate hin- reichend sind, um die Arbeiter zufriedenzustellen und die Sache einer friedlichen und evolutionären Entwicklung zu stärken... Die Arbeiter Asieus und Afrika» «ollen nicht viele Jahrzehnte warten, mn das zu erringen, was die europäische!» Arbeiter vielleicht in einem Jahrhundert erreicht haben. Im Interesie der eigenen Sicherheit muß deshalb die Entwicklung schnell und entscheidend genug sein. Wenn sich die Arbeiter des fernen Ostens nur mit Genfer Idealen zufrieden zu geben haben, mit denen man vor ihnen paradiert, so kann man es ihnen nicht übelnehmen, wenn-sie der Anziehungskrast der großen, wenn auch imersüllboren, Versprechungen Moskaus nicht widerstehen können. Die Folgen einer solchen Entwicklung würden katastrophal sein und Gens würde sich dabei von Schuld nicht ganz frei suhlen können. Derschiedene.Regierungen, die für die Verwaltung dieser Gebiete verantwortlich sind, so z. B. meine eigene Regierung, versuchen den Einfluß Moskaus mit'.lnterdrückungs Methoden zu beseitigen, deren Mißerfolg leicht vorauszusehen ist.- yroßer Teil der Arbeiterschaft energisch dagegen, m-t 60 Jahren bereits als abbaureif zu gelten. Da die älteren Arbeiter zumeist in Beschäftigungsarten stehen, für die jüngere Kräfte gar nicht in Frag« kommen, ist auch ein bei der Herabsetzung der Altersgrenze eventuell möglicher Ausgleich zwischen Arbeitslosen- und Invaliden. koste illusorisch. Graßmann berührt« noch kurz«ine sehr übl« Begleit- erscheinung der bekonnten Lex Brüning. Die Lex Brüning hat nämlich dazu geführt, daß au» dcr Lohnsteuer, die sämtliche Arbeit- nehmer ausbringen, Geld herausgenommen wurde, um ein« Gruppe von Arbeitnehmern— es handelt sich um d-e Knoppschastsversiche- rung— zu.unterstützen, damit die Arbeitgeber geschont würden. Eine solche Entlastung und Subventionierung der Bergherren aus dcr Lohnsteuer ist ein unwürdiger Zustand. Ein wichtiges Arbeits- gebiet sei die Beseitigung und BekämpfungderWohnungs- not. Allerdings halte kein Gewerbe so zäh am Altercrbten fest wie der Bauberuf. Der ADGB. habe als erster die Sachlieferung an- geregt. Trotz vorheriger Erfolge der deutschen Arbeiterschaft habe die Reichsregierung ihr. jedoch nicht die Möglichkeit gegeben, bei den Pariser Berhondlungen die Stimme zu erheben. Die großen Gefahren de« Poung-Plancs für den deutschen Arbeiter sind nicht zu unterschähen. Rur, weil an die Stelle des ehrgeizigen Politikers und des Soldaten der Wirtschaftler getreten sei. wehren wir uns heute nicht gegen den Poung-Plan. Gerode dies« Fragen zeigen die internalio- nale Verflechtung der Wirtschaft. Man müsse aus allen diesen Gründen auch ein wachsames Auge auf die R e i ch s b a h n g e s e l l- s ch a s t werfen, die nun der Arsgab« enthoben sei, Zinsgarant für de» Dowes-Plon zu. sein. Die Interessen der 700 000 dort beschäl- tigten Arbeitnehmer erforderten eine scharfe Kontrolle, daß aus der Reichsbahngesellschaft kein gemischtwirtschaftliches oder gar privatkapitalistisches Wesen werde. Einigung mit der Schuhfabrik Blasbalg Oie Sperre aufgehoben. Bereits im Dezember 1928 hatte die Firma Moritz D l a s b a l g in Berlin, Köpenicker Straße 109», durch Drohung mit Still- l e g u n g eine Herabsetzung der Löhne um 5 Proz. auf die Dauer van acht Wochen erreicht. Ende Mai dieses Jahres wurde der Bs- trieb stillgelegt. Zum 22. Juni wurden einige Zuschneider wieder bestellt, um den Betrieb mit herabgesetzten 9tkkordsötz«n wieder auszunehmen. Die Arbeiterschaft weh-'t« sich dagegen und sperrte den Betrieb. Durch Berhandlungen am 27. Juni kam es zu einer Verständi- gung, indem die. Firma sich verpslichtet«, den Zuschneidern einen etwaigen Lohnausfoll auf Gnind dcr geänderten Akkordsätze zu ersetzen und im übrigen die vor der Stillegung geltenden Löhne zu zahlen. Di« Maßregelung eines Futterzuschneiders wurde zurück- genommen. Die Stepporbeiten sollen infolge baupolizeilicher 9ln- nrdmmgen zunächst in Heimarbeit verrichtet werden. Sollte die Stepperei später wieder im Betrieb geführt werden, gelten auch für sie die vor der Stillegung gültigen Löhne. �Was gehen mich die Gesetze an." Maßregelung des Betriebsrates von Leyser. Sonderbore Zustände herrschen im Kaufhaus Gebr. Leyfer. Di« Lehrlinge wurden entgegen den gesetzlichen Bestimmungen häufig zu niederen Arbeiten herangezogen. Daß Lehrling« auf- wischen und Zettel, verteilen mußten, war keine Seltenheit. Da der Betriebsrat sich gegen eine derartige Beschäftigung der Lehr- linge energisch zur Wehr setzt«, suchte man nach Gründen, ihn los- zuwerden. Man glaubte in diesen Tagen, einen Grund gefunden zu haben. Der Dekorateur wollte durchaus einen Lehrling mit der Reinigung des Schaufensters beschäftigen. Da dieser Lehrling den» Letriebsratsvorsitzendcn als Lageristen zugeteilt war, verbat dieser sich die Beschäftigung des Lehrlings, nicht nur in fetner Eigenschaft&h Vetriebsratsvorfitzem der, sondern auch als Lagerist. Es fehlt« ihm, wie nachgewiesen war, der Lehrling als Arbeitskraft am Lager. In der erregten Verhandlung im Priootkontor erklärte der In- haber des Hauses:„Was gehen mich di« Gesetze an!- und forderte den Betriebsratsvorsitzenden auf. das Haus sofort zu oerlassen. Das Arbeitsgericht wird zu entscheiden haben, ob ein derartiger Anlaß Grund zur fristlosen Entlassung ist. Di« Entscheidung ist unserer Meinung nach nicht zweiselhast. Der Inhaber der Firma Lcyser sollte sich jedoch überlegen, ob er in seinem Betrieb, in dem er freigewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer als Käufer doch ganz gern sieht, es sich leisten kann, gegen die Betriebsvenretung derart vorzugehen und die Lehrlinge zu Arbeiten heranzuziehen, die mit ihrer kaufmännischen Ausbildung nichts zu tun haben. Verbandstag der Kupferschmiede. Einführung der Invalidennniersiühung beschlossen. Hannover, 28. Juni.(Eigenbericht.) Die Generalversammlung dcr Kupferschmiede in Hannover ent- schied sich für Einführung der Inoalidenunterstützung. Jung- Hans, der 2. Vorsitzende des Verbandes, wies darauf hin, daß die Invalidsnunterstützung bei vielen Gewerkschaften bereits eingeführt sei und sich ebenso bei den Kupferschmieden als notwendig erwiesen habe. Auch die Berich nrelzunq mit dem Deutschen Metallorbcitervcrband zwinge zu ihrer Einführung. Räch dem Antrag« des Zentralvorstandes sollten die Erwerbsfähigen nach lOjähriger Mitgliedschaft 20 M. pro Monat, noch 20jähriger 30 M. imd nach lOjähriger den Höchstbetrag von lO M. pro Monat er- hallen. Dafür hallen die Mitglieder wöchentlich 50 Pf. Beitrag zu zahlen. Der Beitrag solle vom 1. Oktober 1929 und die Unter- stützung vom 1. Oktober 1930 an gezahll werden. In der Aussprache wurde allgemein die Notwendigkeit der Inoalidenunterstützung durch den Verband anerkannt. Die Anträge- des Hauptvor- stände? wurden mit der Aenderung angenommen, daß nach 600 Beitraaswachen monollich 20 M., nach 1040 30 M. und nach 2000 Beiträgen 40 M. gezahlt werden. „�iefengehälier" im Wolff-Bureau. In Frankfurt am Main stehen di« Angefüllten des MTB. feit Februar in Bewegung um Schonung eines Gehaltstarifs. Der peiter des Frankfurter Bureaus, Dr. Alb recht, ist ein geschware- ner Feind des Tarifs. Kein Wunder, wenn sich bisher alle Ber- l>andlungen zerschlugen. Dieser Tage standen nun die Parteien ober- mals vor dem Schlichtungsausschuß. Wie dringend notwendig ein Tarif ist, zeigen die geradezu erbärmlichen Gehalts- s ä tz c verschiedener Angestellter. So erhiell der 25 Jahre alt« ver- heiratete Tclephonstenograph B u r k h o r d t, Vater zweier Kinder, ein Angestellter mit abgeschlossener Gymnasialbildung, ein GeHall von monatlich 125 Mark(!). Er bekam erst nach längerer Dienstzeit und nach seiner Bersetzung nach Mainz 180 Mark. Dcr gleichaltrig« Telephonstenogroph Schmidt erhielt 145 Mark im Monat.— Am 29. Juni soll ein Schiedsspruch gefällt werden. Eine eigenariige Stiftung. Der onrerikanischc Industrielle Edward F i l c n e überwies dem Internationalen Arbeitsamt die Summe van 25 000 Dollar für die Kosten einer Untersuchung dcr Löhne in ihrem Verhältnis zu den Lebenskosten in allen Ländern. Llnberechtigier Bezug von Arbeiisloseuunterstutzung Die Reichsonstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslofenver- fichcrung teilt mit: Es dürste iricht genügend bekannt sein, daß der unberechtigte Bezug van Arbeitslosenunterstützung nicht nur einen Anspruch auf Rückzahlung der unrechimäßig bezogenen Beträge zur Folge hat, sonder» außerdem auch strafbar sein kann. In letz c- Zeit sind in verschiedenen Fällen gerichtliche Verurteilungen wegen b-- trügerischer Inanspruchnahme der Arbeitslosenunterstützung erfolg:. Dabei handelt es sich auch um Fälle, in denen ein Arbeitsloser Sc- legenheitsarbeit verrichtete, ohne hiervon dem Arbeitsamt Mitteilung zu machen. Die Benirteilung erfolgt in solchen Fällen zu empfindlichen Geld- bzw. Freiheitsstrafen. Sozialversicherung Oeuffcher im Ausland. Eine neue Verordnung des Reichsarbeitsministers regelt die soziale Versicherung der bei Reporotionsarbeiten im Ans- land beschäftigten deutschen Arbeitnehmer. Sie sichert ihnen die Borteile der deutschen Sozialversicherung auch für die Zeit ihrer Be- schäftigung im Ausland. Vergleichsvorschlag im Verficherungsgewerbe. Wie uns der Zcniralvcrband der Angestellten mitteilt, hat Landgerichtsrat Dr. Heuer am Freitag bei den Vorverhandlungen über den 9lntrag auf Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches für das Verficherungsgewerbe. dcr eine dreipro.zentige Gehalts- crhöhung vorsieht, einen Vergleichsvorschlag gemacht, wonach den 9lngcstellten zum Geschäftsabschluß ein Biertel ihres Monatsein- kommens und zu Weihnachten ein halbes Monatsgehalt extra gezahlt werden soll. Die Parteien wurden ausgefordert, sich zu diesem Borschlog bis zum 9. Juli zu erklären. ver Relchsarbeitsminlster Hot den Lohnschiedsspruch für den obersch lesischen Steinkohlenbergbau und den Schiedsspruch über den Manteltarif und das Mehrarbeit?- abkommen des Ruhrbergbaues für verbindlich erklärt. Achtung! Bavanfchlöger! Die Sperre über die Firnis Donar- Türen G. m. b. H., Derlin-Tempeihof. ist ausgehoben, da die Firma die Tariflöhne jetzt anerkennt. Deutscher Meiallarbeitcroerband, Ortsverwaltung Berlin. «cht»»«. Sprech. ,»b»ew«g-i,k»ch»el Sprechch°:pr»be heute. IS lllir. im Iunendtieim des Deutschen Vcrlehrsbundes, Engeluscr 2t— A Aufaan« u. par. terre lint». Zimmer t. L-rantwortlich«Ilr Politik: Dr.«ort»ryer: Wirtschaft: S.«»-»«lhölc:! cSewerkichoitsbewcftuvx: tzr.«Star»: tzeuillelon:«. S. Doicher: Cotaier und TonNiees: ffri*»«rftädt:«n, eigen: T» Glocke: fiiml'.ich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. rn. b. H.. Berlin. Druck: BorwärtS'Bu6:druckrrri und Lerl-gsanNnIt Po.! Singer u. Co.. Berlin SW 6». Lintunilrohe 3 Lierzu 1 Beilage und.Uuterdoltun« und Wille»-. Billige Anzug-uiochei. Herrenanzüge....... 49.- 59.- 69.- 79.» 99.» 99.» H, Regenmäntel........ 19" 19" 21.- 27.» 29.» 99.»„ �1. Schulmeister i Kotibuser Tor Nr. 299» 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 29. Juni 1929 6 Lahre Gefängnis für Kriedländer Lieber den Antrag des Staatsanwalts hinaus! Gegen 4 Uhr verkündete der Vorsitzende im A r I e d- länder-Prozeh nach dreistündiger Beratung des Gerichts das Urteil: Manasse Ariedländer wird wegen Totschlags in zwei Lallen und unerlaubten Erwerbs und Besitze» von Massen, unter Anrechnung der Untersuchung»- hast, zu einer Gesamlslrase von sechs Jahren G e- f ä n g n i s verurteilt. Durch den Raum geht ein Erstaunen: der Staatsanwalt hatte nur süns Jahre einen Blonat G e s ä n g n i s beantragt. In der Urteilsbegründung sührte der Vorsitzende u. a. aus: Das Gericht hat seinem Urteil die Aussage des A n g e- klagten zugrunde gelegt. Dieser hat zuerst seinen Bruder und dann Földes durch Kopsschüsse getötet. Das Gericht ist nicht den Ausführungen des Verteidigers gefolgt, der auf Notwehr plü- diert Halle. An und für sich erscheint es bedenklich, bei Streitig- keiten von Brüdern untereinander einen rechtswidrigen Angriff anzunehmen. In diesem besonderen Fall ist das Gericht davon ausgegangen, daß ein rechtswidriger Angriff im Sinne des Gesetzes wohl vorgelegen habe: dagegen konnte das Gericht nicht anerkennen, daß ein Grund vorgelegen habe, den Bruder zu e r- schießen. Manasse hätte sich auf andere Weise Schutz suchen können. Allein schon die Drohung mit dem Revolver oder Schreck- schüsse hätten genügt, Waldemar zur Besinnung zu bringen. Auch von Bestürzung und Schrecken kann hier keine Rede sein. Der Angeklagte hat schon beim Saus der Masse mit dem Gedanken gespielt, sie einmal gegen den Bruder zu verwenden, er war also seil langem bereit, sich gegen ihn mit'der Masse zu verteidigen. Unter keinen Umständen lag ober Notwehr vor bei Földes. Daß Per Angeklagte sich in hochgradiger Erregung befunden lzabe, ist ohne weiteres zuzugeben. Nach der übereinstimmenden Ansicht der Sachverständigen kommt jedoch§ 51 für ihn nicht in Betracht. Bei der Strafzumessung war zu erwägen, ob ihm mil dernde Umstände zuzubilligen seien. Hier wies die eingehende psychologische Untersuchung den Weg. Die körperliche und seelische Lage des Angeklagten, seine übergroße Empsindlich- kell sind sein überstarkes Geltungsbedürsni», das ihn daran hindert«, sich mll der Umgebung abzufinden, alles dos ist zu berücksichtigen. Keine Rede kann davon sein, daß per Bruder ihn st ä n d i g prii- gelle. Auch war er gar nicht so ein Duckmäuser, wie es hätte scheinen können: er konnte auch sehr rechthaberisch sein. Allerding» haben die Eltern ihn nicht verstanden. Sein Bruder hat ihn im höchsten Maß« erbittert. So stellt sich seine Tat al» eine Affekthandlung dar. die mildernde Umstände ver- dient. E» handelt sich aber um eine sehr schwere Tat. Kein Grund lag für Manasse vor. auch den Freund zu erschießen. Bier Jahre Gefängnis für jeden einzelnen Fall des Totschlags schienen eine angemessene Sühne zu sein. Wegen unerlaubten Er- werbs und den Besitz der Waffe erschienen zwei Monate angemessen. Aus den drei Strafen Hot das Gericht ein« Gesamtstrafe von « Iahren bestimmt. Der Vorsitzende macht dann den Angeklagten darauf aufmerksam, daß ihm das Recht der Revision zustehe. Aerteipiger und Angeklagter erklären, daß st« sich noch über- legen wollen, ob die Strafe angenommen werden soll. Der Der- teidiger regt gleichzeitig die Frage der Jubilligung einer Bewäh- rungsfrist an. ver Staatsanwall widerspricht einer Entscheidung über die Bewährungsfrist im gegebenen Augenblick. Er ist der Ansicht, daß Friedländer durch gute Führung im Gefängnis sich erst die Bewährungsfrist verdienen soll. Er berust sich dabei auf den Sachverständigen Dr. L e p p m a n n, der nicht in der Lage gewesen sei zu sagen, ob das Gefängnis auf den An- geklagten läuternd wirken könne. Der Berteidiger R,-A. Brandt erklärt demgegenüber, daß da» Gericht nicht eines Sachverstän- d i g e n bedürfe, um schon jetzt eine Bewährungsfrist in Aussicht zu stellen. Auf die Frage des Vorsitzenden meint Friedländer, daß ihm eine Bewährungsfrist„angenehm" sein würde. Das Gericht zieht sich zu einer kurzen Beratung zurück, worauf der Vorsitzende den Beschluß des Gerichts verkündet, daß es eine Stellungnahme zur Frage der Bewährungsfrist im Augenblick für verfrüht erachte. Manasse Friedländer wird abgeführt; der Saal leert sich. >» Das Gericht ist über den Antrag des Staatsanwalts hin- ausgegangen. Weshalb sechs Jahre, nicht aber fünf ein« cm- gemessen« Sühn« oder em« ausreichende Prüfungszeit bis zur Rück- kehr des Manaffe Friedländer zu feiner Familie fein sollen, bleibt da? Geheimnis des Beratungszimmers. Das Gericht wußte auf Grund des formalen Rechts zu einer Verurteilung gelangen, konnte nicht dem Verteidiger folgen. Daß es aber dem jungen Menschen ein« Bewährungsfrist für irgendeinen Rest der Strafe versagt Hot, ist aus pädagogischen Gründen zu bedauern. Gerade in diesem Fall« wäre es angebracht gewesen, ihm schon jetzt gewissermaßen einen Ansporn zur inneren Wand- lung mit auf den Weg zu geben. Der Staatsanwalt be- rief sich auf den Sachverständigen, der vorsichtig genug gewesen war, die Frage unbeantwortet zu lassen, ob das Gefängnis imstande sein würde, den Angeklagten zu läutern. Der Staat»- anmalt hatte aber den anderen Ausspruch des Sachverständigen vergessen, daß alles davon abhängen würde, ob er im Gefängnis die Führung finden würde, deren er bedürfe. Hier be- rührt man den wundesten Punkt unserer Iugondstrafanstalten. Der erst vor wenigen Tagen wegen des Uebersalles auf die Lichtspiele in der Kantstraße zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt« jugendliche B., der vor einigen Monaten verurteill« Großmutter- mörder, der Bruder- und Frs�ndesmörder Manasse Friedländer— sie und all« ihresgleichen sinden schwerlich im Iugendgefängnis die individuelle Erziehung, deren sie benötigen. Auch Manasse Fried- länder kommt in das Iugendgefängnis Plötzenfeo. Daß dieses lange nicht aus der Höhe ist, verkemrt auch das Strafvollzugsamt nicht. Eben deshalb ist es bemüht, in Spandau ein neues Jugend- gefängni» zu schaffen; die Pläne dazu sind bereits seit langem fertig gestellt, der Umbau könnte beginnen, das Geld fehlt aber dazu. Da nützen die besten Absichten des Gerichts, die schönsten Läuterungsphantasien des Staatsanwalts nichts. Die Kirche flaggi nichi schwarzroigold! Stadt Berlin im Flaggenstreit unterlegen. In. dem Streit der Stadt Berlin gegen den„Propst zu St. Nicolai", der es abgelehnt hatte, die Beflaggung des Propsteigebäudes in den republikanischen Farben S ch wa rz r otg o ld zuzulassen, hat jetzt das Landgericht zuungunsten der Stadt entschieden. Abgewiesen wurde die Stadt mit ihrem Antrag, den Propst sowie die Nicolai- und Marien-Kirchengemeinden zu verurteilen, daß sie die Hissung der Reichsfarben auf dem Propfteigebäude zu dulden haben. Ab- gewissen wurde auch dos Verlangen der Stadt, daß sie an dem ihr gehörenden Gebäude äußerliche Veränderungen vornehmen dürfe. Sie darf nach dem jetzt ergangenen Landgerichtsurteil kein« Ornament« anbringen und auch das Haus nicht bei festlichen Gelegenheiten noch den für städtische Gebäude geltenden Vorschriften schmücken, i'.-ber alles das hat, meint das Gericht, nur der Propst selber zu bestimmen. Diese» Urteil wird in weitesten Kreisen der Bevölkerung nicht verstanden werden. Aber wir haben freilich von deutschen Ge- richten schon Schlimmeres erlebt. Das Ergebnis des Streites ist also, daß auf dem der Stadt gehörenden Gebäude nicht fchwarzrotgold geflaggt zu werden braucht und nicht fchwarzrotgold geflaggt werden wird, weil der darin woh- nende kirchliche Beamte das ablehnen zu fallen glaubt! 29 Schiffe vermißt. Sturm wütet bei Japan. Tokio, ZS. Juni. An der Rordküfie Japans herrscht so starker Sturm, daß die Verbindungen zwischen dem japanijchen Hasen h a k a d o t e und Samlfchalkaunterbrochen sind. Die japanischen und russl- jchen Zunkstalionen fangen S O 8-Ru s e auf von verschiedenen russischen, chinesischen nnd japanijchen Schissen. Zg japanische See- sischersahrzeuge, die am 26. Zuni hakodake verlassen haben. werden v e r m i ßt. Man nimmt an, daß sie bei dem Taifun u m- gekommen sind. Oie Schüsse im Konsulat. Gefängnisstrafen für die Täter. Die Eheleute M a k a r o w, die vor drei Tagen im französischen Konsulat die große Ausregung verursacht haben, sind gestern vom Schnellrichter abgeurteilt worden. wegen Bedrohung und unerlaubtem Massenbesih hat jeder der Eheleute je zwei Monate Gesängnis erholten. Der Tatbestand ist noch in Erinnerung: Das Ehepaar Makarow war ins französische Konsulat gekommen, um hier eine Reiseunter- stützung nach Lettland zu erbitten. Die Frau hatte in Poris einen Unfall erlitten und glaubte ein Anrecht auf Entschädigung zu haben. Als es abschlägig beschieden wurde, feuerte Frau Makarow drei Schüsse gegen die Decke des Zimmers ab. Der Ehemann Mala- row stand nebenan mit dem Säugling, der erst 35 Tage alt ist, aus dem Arm. Die Frau soll Erklärungen abgeben.„Ich bin immer ganz ruhig," sagt sie und erzählt den Vorfall. Sie habe den Revol- ver mitgenommen, um eine Demonstration zu veranstalten: die Aufmerksamkeit Europas, ja der ganzen Welt, sollte daraus ge- lenkt werden, wie Ausländer in Frankreich behandelt werden. Nachdem der Staatsanwalt zwei Monate beantragt hatte, sprachen noch beide Angeklagten verschieden wirres Zeug durcheinander. Sic wollten anfangs einen Skandal in Frankreich inszenieren, aber da gäbe es keine ehrlich« Presse, keine Justiz und keine Gcrechtig- keit. Seitdem eine Engländerin in Frankreich ermordet worden sei. wäre kein Ausländer mehr seines Lebens sicher. Der Präsident hatte erklärt, daß die Ausländer erschossen werden sollen. Da» sagte der Mann, der sonst einen ganz ruhigen Eindruck wachte. Das Gericht fällte dann das vorerwähnte Urteil. Der Dal- metscher riet den Angeklagten, die Strafe anzunehmen, wa« sie auch taten. Zwei Studenten suchten den Freitod. Im Jagen 23 des Grunewaldforstes cntdeckien gestern Spaziergänger die Leiche eines jüngeren Mannes, der sich durch einen Schuß in die Schläse getötet hatte. Wie aus vorgefundenen Papieren hervorging, handelte es sich um den 24jährig«n Studenten Ruprecht Schröder aus Charlottenburg, Königsweg 29. Der Grund zu der Verzweiflungstat ist noch unbekannt.— Der 19 Jahre alte Student Heinz Krone wurde gestern mittag in seinem Zimmer im Hause A u g u st st r a ß« 51 durch Gas vergiftet leblos aufgesunden. Die alarmierte Feuerwehr versuchte ver- geblich, den Unglücklichen ins Leben zurückzurufen. Ein herbeige- rufener Arzt der nächsten Rettungsstelle konnte nur noch den Tod feststellen. Nach hinterlassenen Auszeichnungen hat«ine seelische Zer- rüttung den jungen Mann in den Tod getrieben. Sack Xondon: (Berechtigte üebersetzung von Erwin Magnus). „Ich habe keine übertrieben hohe Meinung von mir selber, und ich weiß daher, daß ich nicht prahle, wenn ich sage, daß ich einen sehr guten Ehemann abgeben würde. Ich kann mich so gut Hineinoersetzen, was es für eine Frau wie Sie heißt, unabhängig zu fein. Aber Sie würden auch als meine Frau unabhängig fein. Ich würde Ihre Freiheit nicht beschränken. Sie könnten Ihrem eigenen Willen folgen, nichts würde zu gut für sie fein. Ich würde Ihnen alles geben, was Ihr Herz begehrte—" „Nur nicht sich selbst," warf sie plötzlich— beinahe scharf «in. Einen Augenblick war Daylight starr. „Das weiß ich nicht. Ich würde ehrlich und ordentlich und treu sein. Ich sehne mich nicht nach anderen." „Das meine ich nicht." sagte sie.„Statt für Ihr« Frau würden Sie für dreihunderttaufend Menschen in Oakland, für Ihre Eisenbahnen und Fähren, für die zwei Millionen Bäume rings auf den Bergen, kurz für alles leben, was Geschäft heißt und damit zu tun hat." „Das würde ich� nicht," erklärte er schnell.„Ich würde Ihnen ganz gehören.".„ Das meinen Sie. aber es wurde anders gehen. Sle wurde plötzlich nervös.„Wir müssen die» Gespräch abbrechen es ist ja fast, als schacherten wir miteinander.„Wieviel wollen Sie geben?"„Soundsoviel."„Ich verlang- mehr." und so weiter. Ich mag Sie leiden, aber nicht genug, um Sie zu heiraten, und ich werde Sie nie so gern haben, daß ich Sie heiraten könnte." „Wie können Sie das wissen? fragte er.� Weil Sie mir immer weniger gefallen. Daylight saß wie vom Donner gerührt da. Di« Kränkung stand auf seinem Gesicht geschrieben. «Ach. Sie verstehen mich aar nicht.' rief sie heftig aus. tan, j«tzt begann sie ihr« Selbsweherrfchung zu verlieren. >„So meine ich es nicht. Ich mag Sie schon leiden, je mehr ich Sie kennenlerne, desto lieber habe ich Sie. Und gleichzeitig muß ich doch sagen, daß ich Sie, je mehr ich Sie kennen- lerne, desto weniger heiraten möchte." Diese rätselhafte Aeußerung machte Daylight» Ver- blüffung vollständig. «Sehen Sie denn nicht?" drängte sie.„Ich hätte mich viel eher mit dem Elam Harnish verheiraten können, der frisch von Klondike kam, als mit dem, der jetzt vor mir sitzt." Er schüttelte langsam den Kopf. „Nein, das ist mir zu hoch. Je mehr Sie einen Mann kennenlernen, desto lieber haben Sie ihn und desto weniger Lust haben Sie, ihn zu heiraten. Umgang erzeugt Verach- tung— das meinen Sie wohl?" „Nein, nein," rief sie, aber ehe sie fortfahren konnte, wurde wieder an die Tür geklopft. „Die zehn Minuten sind um," sagte Daylight. Während sie draußen war, flogen seine Augen scharf und schnell, wie die eines Indianers, durch den Raum. Der Eindruck von Wärme, Behaglichkeit und Schönheit war vor» herrschend, obwohl Daylight nicht imstande war. ihn zu ana- lysieren; die Einfachheit entzückt« ihn— eine Einfachheit, die dennoch kostbar war, wie er bei sich sagt«. Es war ihm nie in den Sinn gekommen, daß«in Fußboden schön sein konnte, wenn nur«in paar Wolfsfelle darauf lagen: aber sicher waren sie schöner als alle Teppiche der Welt. Er starrt« fast feierlich «in Bücherregal an, das ein paar hundert Bände enthielt. Das war ein Mysterium. Er begriff nicht, daß es soviel gab, worüber die Menschen schreiben konnten. Schreiben und Lesen war nicht dasselbe wie etwas tun, und für ihn, den Mann der Tat, war etwas tun das einzig Verständliche. Sie trat wieder ein, und als sie zu ihrem Stuhl schritt, bewunderte er ihren Gang, ganz oernarrt in ihr« Bronzeschuh«. „Ich möchte gern ein paar Fragen an Sie richten," be- gann er.„Denken Sie daran, sich mlt einem anderen zu ver- heiraten?" Sie lachte lustig und schüttelte den Kopf. „Haben Sie einen anderen lieber als mich?— Zum Beispiel den Mann, der Sie eben anrief?" „Nein. Ich kenne niemand, den ich so gern hätte, daß ich ihn heiraten möchte. Ich glaube eigentlich, ich gehöre gar nicht zu den Frauen, die sich verheiraten. Kontorarbeit scheint einen untauglich für die Ehe zu machen. Daylight ließ seinen Blick von ihrem Antlitz bis zur Spitze ihres Bronzesthuhes schweifen, daß ihr das Blut in die Wangen stieg. Dann schüttelte er ungläubig den Kopf. .Mir scheint, daß Sie sich mehr zur Ehe eignen, al» irgendein« von den Frauen, denen die Männer sonst nach- laufen. Und nun ein« letzte Frage, denn sie verstehen ja wohl. daß ich wissen muß, wie der Hase läuft. Gibt es jemand, der Ihnen ebenso gut gefällt wie ich?" Aber jetzt hatte Dede ihre Selbstbeherrschung wieder- gefunden. „Das ist kein ehrliches Spiel," sagte sie.„Und wenn Sie ein bißchen nachdenken, dann werden Sie sich selbst sagen, daß sie gerade das tun, was Sie, wie Sie sagten, nie täten. Ich beantworte Ihnen jetzt keine Frage mehr. Wir wollen von etwas anderem sprechen. Was macht Bob?" Als Daylight eine halbe Stunde später durch den Regen nach Oakland saust«, rauchte er eine seiner braunen Zigaretten und dachte über das Geschehene nach. Er kam zu dem Er- gebnis, daß es nicht allzu schlecht stände, wenn es auch manches gab. woraus er nicht klug werden konnte. „Got bewahre!" murmelte er.„Wenn ich nun an den Grundstücken noch hundert Millionen verdiene, dann will sie vielleicht gar nichts mehr von mir wisien." Aber er konnte es nicht mit einem Scherz abtun. Er fuhr fort, ihn zu quälen, ihr rätselhafter Ausspruch, daß sie sich eher mit dem frisch aus Klondike gekommenen Elam Harnifh, als mit dem jetzigen hätte verheiraten können. Schön, sagte er bei sich, dann muß ich sehen, wieder etwas mehr der alte Daylight zu werden. Aber das war unmöglich. Er konnte die Zeit in ihrer Flucht nicht aufhalten. Wünsche halfen nichts, und«inen anderen Ausweg gab es nicht. Ebensogut hätte er sich wünschen können, wieder ein Knabe zu fem. Aber schließlich hatte sie, nachdem die Sache ins rechte Licht gerückt war, keine Einwände mehr dagegen erhoben, daß er ihren Bruder nach Deutschland schickte. * An einem anderen Regentage, mehrere Wochen später, hielt Daylight wieder um Dede Mason an. Wie das erstemal beherrscht« er sich, bis das Verlangen nach ihr die Oberhand gewann und ihn in seinem roten Automobil nach Berkeley sausen ließ. Aber Dede war ausgegangen, wie die Tochter der Wirtin ihm erzählte; nach kurzem Bedenken fügte sie hinzu, daß sie«inen Spaziergang in die Berge mache. Ferner unterrichtet« die junge Dam« ihn, welchen Weg Dede aller Wahrfcheinlichkett nach eingeschlagen hätte,(Forts, folgt.) Oer gestrige Siudentenradau. Seltsames Verhalten des Rektors His. Nach Mitteilungen des Polizeipräsidiums sind gestern bei den Ausschreitungen eines Teiles der S l u d e n l e n s ch a f l vor dem Ministerium sür Kunst. ZDlssenschast und Volksbildung elf Ran- datierende zwangsgestellt worden. Zwei von ihnen trugen Mühen und(Loleurband. Sie werden sich wegen Verletzung der Bannmeile, wegen tätlichen Angriffes und Widerstandes zu ver- antworten haben. Zu den beschämenden Vorgängen erfahren wir zuverlässig: Nach- dem die Leute unter Gebrüll auf dem chof der Universität Aufstellung genommen hatten, kletterte ein S l a h l h e l m m a n n auf das chelmholtz-Denkmal und hielt«ine Rede, die nahezu 20 Minuten dauert«. Er sprach von der Versklavung des deutschen Volkes durch „jämmerliche angebliche Volksvertreter" und sagte: „Man kann aus unsere Zugend stolz sein, solange sie den Mut hat. die Bannmeile zu durchbrechen." Plötzlich erschien nun der Rektor, Geheimrat His, mit Pfuirufen begrüßt, weil man annahm, daß der Redner zur Rechenschast gezogen werden sollte. Das„P f u i wandelte sich in Jubel, als der Rektor der Berliner Universität dem Redner die chand drückte und ihm auf die Schulter klopfte. Der Minister wird hoffentlich Gelegenheit nehmen, auf den Vorfall zurückzukommen. Vor dem Ministerium Unter den Linden 4 führt« man sich wüst auf. Es wurde gejohlt, gepfiffen und geschrien. Das Verhalten der Polizei war durchaus korrekt. Erst als die Burschen durch ihr Verhalten bewiesen, daß ihnen jede innere Diszi p l i n fehlt, griffen die Beamten mit maßvoller Energie«in und Zeigten, daß in der R e p u b l i k auch die A k a d e m i t e r an Gesetz und Ordnung gebunden sind. Oie„Gruga" in Essen. Eine vielversprechende Ausstellung. Für die große deutsche Gartenbauausstellung in Essen, die„Gruga", die am 2g. Juni eröffnet wird, hatten sich Vertreter der Stadt Esten nach der Relchshaupt- stadt Berlin begeben, um hier für einen regen Besuch zu werben. Diesem Ersuchen an die Presse wird man um so mehr Gehör schenken, als die Stadt Esten«in durchaus soziales städte- bauliches Programm entwickelt, dem auch die Gartenbauausstellung dienen soll. Der rührige Oberbürgermeister Bracht, der als Per- waltungsfachmann und geborener Berliner lange Jahre in Berlin tätig war, gab der Presse«ine ll e b e rs i ch t von der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der westdeutschen Industriestadt seit den Kriegsjahren. Neben dem Kohlensyndikat, dem Roh» eisenoerbond hat der Verein für die bergbaulichen Interessen in Essen seinen Sitz. Der Essener Verkehr ist der größte in Westdeutschland. Im Eisenbahnverkehr wurden 12 336 000 Tonnen umgeschlagen. Als Kulturzentrum des Ruhr- bezirks haben Estens Oper und Schauspiel sowie die Folkwang-Schulen für Musik, Tanz und Gesang bedeutenden Ruf: das Folkwag-Mufeum mit seiner berühmten Sammlung Ost- Haus würde allein eine Reise nach Esten lohnen. Um der Be- völkerung reichlich« Erholungsmöglichkeit zu bieten, hat die Stadt- Verwaltung große Grünflächen in das Stadtgebiet einbezogen: eine zweistöckige Bebauungsweis« trägt ebenfalls zur Auf- I ockerung der Industriegroßstadt bei. Durch die kommende Ein« gemekdung wird Essen noch in diesem Jahr auf 630 000 Ein- w o h n e r steigen. Die Gartenbauausstellung soll, wie Garten- Direktor Körte ausführte, der Grünflächenge staltung dienen. Das 150 Hektar große Gebiet, das den neuen botanstchen Garten, öffentliche Waldungen und Kleingärten enthält, wird als Grünfläche mit seinen Anlagen erhalten bleiben. Das Ziel und die Ausgabe der Ausstellung ist, das tägliche Leben eines jeden Großstadtmenschen irgendwie mit der Natur zu verbinden. So wird die Ausstellung«inen produktiven Erwerbsgartenbau zeigen, der dem einseitigen Industrieland neu« wirtschaftliche Wege öffnen soll. Kleingartenbau und Treibgemüsebau werden in An- lagen gezeigt, deren Vorbereitung schon auf das Jahr 1927 zurück- greift.___ Aus dem Gefängnis wird ein Lugendheim. Jugendfürsorge gab es vor dem Krieg« kaum. Als endlich im neuen Berlin diesem Zweige der Kommunalpolitik stärkeres Inter- esse entgegengebracht wurde, fehlte es an Räumen, um die Arbeit ernergisch aufzunehmen. Immer wieder mußte versucht werden, alle Gebäude in Jugend- und Kinderheime umzuwandeln. Geld für R e u b a u t e n freizumachen, ist leider bei der Not der Zeit noch unmöglich. Der Bezirk Pankow, der seit Jahren in seiner Jugendpflege- arbeit durch diesen Geldmangel behindert ist, versucht setzt, eine größere Anlage durch den Umbau des GerichtsgefSngnisses in Pankow zu schaffen. Das Gerichtsgesängnis wird von den Justiz- bshörden nicht mehr benutzt. Der Bezirk Pankow will die Gebäude übernehmen und sie umbauen zu einer Tageskrippe für Säug- tinge und für Kleinkinder und zu einem Tage», und Kinder- heim, damit die erwerbstätigen Frauen Gelegenhest haben, ihre Kinder während ihrer Berufsarbeit in gute Pflege zu geben. In den Gebäuden soll weiter einLehrlings-undLedigenheim Platz finden. Begabte städtische Pflegekinder sollen, so heißt es, eine gute Ausbildung erhalten. Das läßt sich aber nur dann durchführen, wenn für die Lehrling« Heime zur Verfügung stehen, in denen sie gute Anleitung für eine außerberufliche Weiterbildung haben. Auch die Küche für die Schulkinderspeisung kann nach der Meinung der Baufachleute in das ehemalige Gefängnis verlegt werden. Sie versorgt sämtliche Schustpeisestellen und ist zurzest— modern ausgestattet— in der Grunowstraße untergebracht. Der ilmbau des Gerichtsgebäudes wird insgesamt 170 000 M. Kosten erfordern. Es ist zu wünschen, daß recht bald alle Instanzen diesem Projekt z u st i in m c n. Gerade in den proletarischen Bezirken sind derartige Jugend- und Kinderpflegeeinrichtungen von allergrößtem Wert. Die Gefährdung der Jugend kann am besten verhindert werden, wenn man sie in gutgelcitctcn Heimen sammelt. Wer sind die Toten? Am Dienstag vormittag wurde auf dem Wege nach Hohen- n c u e n d o r f, wie wir berichteten, ein junger Mann tot auf- gefunden. Aus einem Trommelrevolver hatte er sich einen Schuß in den Kopf beigebracht. Der Selbstmörder muß bei seiner Auf- sindung bereits sechs Tage im Walde gelegen haben. Bisher war es trotz aller polizeilichen Ermittelungen nicht möglich, die Personallen de« Toten zu ermitteln. Die fortgeschrittene Zerstörung des Gesichtes ließ nur eine Schätzung seines Alters zu. Bei dem Toten fand man ein Fahrrad, Marke Görick«, T I. Die Kleidung des Selbst- mörders bestand aus einem bräunlichen weichen glasten FUzhut, einem blauen Anzug und einem röUichbrauneu buntgemusterten Lichienrade— 99— 28— Tegelori. Die Straßenbahnlinie 99 nach Lichtenrade, die noch nicht lange besteht, legt eine erste Bresche in den Teuerungspanzer, den die Aufrechterhaltung des Vororttarifs der Ersenbahn, der sich heute nicht mehr sozial auswirkt, um den Südwesten Berlins ge- legt hat. Wenn auch Lichtenrade in seiner Mischung von ländlicher Siedlung und großstädtischer Bauweise nichts Berückendes aufweist und die Straßenbahn ab Mariendorf etwas Wüstencharakter hat, so ist doch Lichtenrade beachtenswert als Ausgangspunkt von Wanderungen in der Richtung auf Rangsdorf, wobei Mahlow, Glasow, Dahlewitz, Blankenfelde und Jühnsdorf in Betracht kommen. Nach Westen gibt Großbeeren den Anschluß an die Berlin— A n- h a l te r Bahn. Für die aufftrebenden Teile von Mariendorf und Tempelhof sind aber die Linien 99 und die ihr angegliederte 199 (von Marienfelde ausgehend) und Querverbindungen 97(von Steglitz) und 96(von Lichterfelde-Ost ausgehend) wichtige Linien, die auch dem aus der Stadt kommenden Ausflügler, der nicht über Lichtenrade hinausstrebt, reiche Auswahl an Spaziergängen und Ausflügen bieten. Von Tegelort hat der wvsterliebende Berliner Besitz ge- nommen: was Wannsee für den Grunewald ist, bedeutet der Tegeler See für die Waldflächen, die sich im Nordwesten Berlins hinziehen. Mit Recht hat das Reichsbanner in Tegel sich einen Bootshafen geschaffen. Wasserfahrten, Baden. Promenaden längs des Sees und der Havel, Spaziergänge in den prächtigen Wald, ein kleiner Sprung auf das ander« Havelufer nach Nieder-Neuendorf oder einer auf die Inseln, die sich bei Tegelort ein Rendezvous geben, oder über sie hinweg noch S a a t w i n k e l: nach allen Himmelsrichtungen bieten sich hier die schönsten Ausflüge, die an Zahl und Gestaltung auch beim Massenbetrieb den vollen Genuß der schönen Natur ge- währleisten. Wer zur Fahrt von einem Endpunkt zum anderen„verurteilt" (so würde der moderne Schnelligkestsfanatiker sagen) sein sollte, würde einen Durchschnitt vom alten und neuen Berlin erleben— er würde an sich vorbeiziehen sehen: Ackerbau und Vieh- zucht, kleine Behausungen und Hochhäuser, Rennbahn und Volks- sportplätze, Technik und Handel und Schiffahrt, Häsen und Speicher, die enge City und die weiten Promenadenstraßen der Neuzeit— und wer eine Erinnerung aus alter Zeit besitzt, hätte Gelegenheit zu Reminiszenzen: war es nicht vor 40 Jahren, daß eben das heute noch existierende„S t e u e r h ä u s ch e n" am Kreuzberg Endpunkt jener feudalen Tierschinderei war, die deutsche und österreichisch- ungarisch« Offiziere als„Distanzrist Wien— Berlin" arrangiert hatten? Eine Karte(Nr. 6 resp. 7) des 30-Pfenmg-Führers der BVG. zeigt in ausgezeichneter Weife das Terrain des Tegeler Sees und seiner Umgebung. Schlips. Er hatte ein vernickeltes Zigarettenetui und ein dunkel- braunes Lederportemonnaie bei sich.— Noch weit größer sind die Schwierigkeiten, die sich bei der Feststellung der Ermordeten von Schildhorn zeigen. Trotz oller Bemühungen fft es immer noch nicht möglich gewesen, einen Anhaltspunkt zur Ermittelung zu finden. In diesem Falle kommt hinzu, daß nicht ein ein- ziges Kleidungsstück vorhanden ist, mit dessen Hilfe die Rekognition ins Werk zu setzen wäre. Wegelagerer in Siebenbürgen. Sie überfallen und berauben die Autos. Bukarest, 2S. Juni. Gestern abend sind auf der Landstraße zwischen kroufiadt und Schaeßburg nacheinander vier Personenautos von Wegelagerern überfallen worden. Die Insassen sind gefesselt und ausgeplündert worden. Als sich einer der Insasse»� der rumänische Admiral P a n t a z z i. zur wehr sehte, wurde er durch wesserstiche schwer verletzt. Den Räubern sollen große Geldbeträge in die haad gefallen sein._ Lm Klugzeug verbranni. New Park. 28. Juni. Aus dem Flugplatz Rooseveltsield bei New Park ereig- nele sich am Mittwoch ein schwere» Flugzeugunglück. Ein Flugzeug. das von dem Sohn des Industriellen Philip», dessen Name vor einiger Zelt in einem großen Bestechongsskandal eine Rolle spielte, gesteuert wurde, stürzte ab und ging infolge Explosion de» Benzin- behäller» in Flammen aus. Philip» verbrannte bei lebendigem Leibe. Sein Begleiter wurde au» dem Flugzeug geschleudert und so schwer verletzt, daß er bald daraus starb. Tragödie vor dem Gerichtsvottzieher. Die Frau getötet, sich selbst schwer verletzt. Nordhausen. 2S. Juni. Als heute vormittag in einem Sporlarlikelgeschäft ein Gerichtsvollzieher iu Begleitung eine, Polizeibeamlen erschien, um schon gepsändete Sachen abzuholen, gab der Geschäfts- inhaber, Heinrich Jacob, auf seine Ehefrau zwei Schösse ab, die fle schwer verletzten, uod brachte sich einen Schuß in den Kops bei. Schwer verletzt wurden die Eheleute ins Krankenhaus gebracht, wo die Frau kurze Zelt nach der Ein- liefernng starb. Der Zustand des Ehemannes ist sehr ernst. Oer größte Hafenspeicher Europas. Der neue Stettiner Hafenspeicher, der größte Speicher Europa», fft jetzt dem Verkehr übergeben worden. Der Speicher hat 40 000 Quadratmeter Lagerfläche und kann 65 000 Tonnen sassen. Für den Ladeverkehr dienen acht Kaikräne, drei versahrbar« Doch- träne mit je 2)4 Tonnen Tragfähigkeit, im Innern vier Lastauszüge von 2 Tonnen Trogfähigkeit und zwei Sackrutschen. Der Speicher fft also mit Hebewerkzeugen allermodernster Art ausgerüstet. Schuh dem Publikum! Die Sozialdemokratische Frak- tion des Preußischen Landtages ersucht des Staatsminffterium in einem U r a n t r a g, in die Bau- und Betriebsvorschriften für Straßenbahnen vom 26. September 1906 folgenden Zusatz zum§ 42 aufzunehmen:„Am Vorderteil des Triebwagens ist eine mechanische oder optische Abwinkvorrichtung anzubringen, die von dem Wagenführer zur Abgab« von Signalen für die übri- gen Straßenbenutzer beim Einbiegen in eine andere Fahrt- richtung rechtzeitig getätigt werden muß." Portler Gehalt 100,—, 2-Zitnm.-Whng, gesucht durch Tempo, Neue Winterteldtstr. 17. Dauerstellung! Zur Beaufsichtigung und Leitung einer Altpapier- Sortleranstalt weibliche Kraft gesucht Nur latelllgente Frauen, gesund, nicht Ober*0 Jahre, welche bereits In Fabrikbetrieben tätig waren und keine Arbeit scheuen, werden um Offerte nebst Bild und Zeugnisabschriften gebeten.) Oft. u. N. Ii an die Expedition des„Vorwärts", Berlin SW«a, Lindenstrabe 3, IlMMMW-WW Die CerttaaensmänBfrftmfetem des 13. Bezirks fSQf im Monat Juli ans. Die Ortsrerwaltang. r Feier Freachen: � Der Eshimo Ein Roman von der Hudson-Bai Ganzleinen Mk, SJSO Keine Inhaltsangabe kann den ganzen Reichtum dieses Buches ausschöpfen, dem man nur die besten Südsee- Geschichten|ack Londons zur Seite stellen kann, Kein Buch hat In den letzten Jahren die Schande unsere!„Zivili- sationsmethoden" so angeprangert. wie das Buch von Mala, dem Eskimo Oer„Vorwärts". satarl-veriag Berlin Zu beziehen durch ZlwülllW U.W. Pietz MIm Wochenend- u. Landhausparzellen Herrliche Hochwald- und Parzellen am Wasser im Seebad Lehnitz an der Oberhavel Beachten Sie diese verzöge Mehr als 30 000 qm Kurpark ond Sportplatz Sofortige Baneriaubnis, aber kein Banzwang 20 Minot Schnellbahnverkehr. Fahrpreis 23 Pf. Seebaderecht für neues Seebad. Havcikorso. Fertige StraBen im Villenviertel Bahnhof am Gelände. Fahrzeit 30 Minuten. für 20 RM monatliche Ratenzahlung, ohne Anzahlung— etwas höhere Raten im ersten Halbjahr—.werden Sie sofortiger Besitzer einer dieser schönen Parzellen in diesem idyllisch gelegenen Vorort Berlins, Sicher una gewinnbringend können Sie Ihr Geld hier anlegen, denn alles weist auf schnelle Wertsteigerung hin. Berufsund alle höheren Schulen in Oranienburg, welches in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen ist verkauf Sonnabend u. Sonntag am Bahnhof, auf dem Gelände Kaiser- Wilhelm-Straße, Ecke Bismarckstraße. Auskunft auch: Passauer Straße 3, am„Kadewe". Bavaria 9511—13. naüü �J-nregizruf undt f Rauft frühseMg ein! Ein alter Abonnent schreibt uns:«Bringen Sie doch i m I n. toresse der Lodenange st«Ilten diese Notiz: Mit dem Eintritt der schöneren Jahreszeit und der längeren Tageshelle ist das kausende Publikum leider allzu sehr geneigt, seine Einkäufe abends, unmittelbar vor Geschäftsschluß, vorzunehmen. Der Kunde ist sich meist gar nicht bewußt, daß infolge des Andranges erst nach GoschSftsschluß mit den Aufräumungsarbeiten be- gönnen werden kann. So kommt es, daß nun das Verkaufspsrso- nal bis in die M. Stunde beschäftigt ist und erst bei Anbruch der Dunkelheit endlich fem Heim aufsuchen kann. Do bleibt dann kaum noch Zell zur Erholung. Müde und abgekämpft, mit unverdautem Abendbrot, begibt man sich zur Ruhe Das ist dos Los des Der- käufcrs, denn dieser kennt kein« durchgehende Arbeitszeit oder gar ein früheres Wochenende, wie es jeder Arbeiter oder Vureauange- stellte mit Recht beansprucht. Nach langem Stehen im Halbdunkel schlechtgelüftetcr Geschäftsraums, nach dem lästigen Hin- und Her- fahren auf der Straßenbahn ersehnt jeder Ladenangestellte etwas Licht, Luft und Bewegung im Freien! Alle Hausfrauen werdsn deshalb gebeten, ihre Einkäufe so rechtzeitig zu erledigen, daß für das Verkaufspersonal ein pünktlicher Arbeitsschluß ermöglicht wer- den kann." Ter kehr sordnung und Radfahrer. Ein Zeitungsfahrer schreibt uns:„Wir Radfahrer sind doch auch steuerzahlend« Bürger. Die neue D e r ke h r s o r dnu n g aber schreibt uns Saßungen vor, die dazu angebrocht scheinen, uns arbeitslos zu machen. 8 43 Abs. 8 sagt z. B-, daß der Radio hrer Fahrzeuge, die nicht in Schrittgeschwindigkeit fahren, nicht überholen darf. Man tnust doch auch bei den maßgebenden Stellen im Polizeipräsidium wissen, daß es in Berlin Taufende von Rod- iahrern gibt, die sich mit ihrem Stahlroß ihr ehrliches täglich«, Brot vsrdienen. Wenn aber die neue Verkehrsordnung auch diese Be» stimmung bestehen läßt, dann wird dem Radfahrer bald von seinem Arbeitgeber gekütidigt werden. Der Radfahrer fährt mit einer Durchschnittsgefchindiqkeit von 20 Kilometern. Ich glaube kaum, daß sich kein Arbeitgeber damit begnügt, wenn er nur noch in Schrittgeschwindigkeit fahren darf. Ein Laufbursche arbeitet ja schließlich billiger, und wir gelernten Fahrer können dann stempeln gehen. Wir sollen doch unsere Auftraggeber so schnell wie möglich bedienen, dafür sind wir Radfahrer. Dem Schicksal der Arbeitslosigkeit können wir, bleibt die Bestimmung, nur entgehen, wenn wir uns ein Motorrod kaufen. Woher nehmen wir aber das Geld?" Wir geben dieser Zuschrift gern Raum und erwarten, daß man man im Polizeipräsidium die Ver- kshrsordnung auch einmal vom Standpunkt des beruflichen Radfahrers aus prüft. "Der SEufammen&iehungsfimmeL Aufstrebende Städte veranstalten zweckentsprechend« Aus- st e l l u n g e n, ein sicheres Zeichen, daß die Industrie, die am liebsten Regierungsunterstützung nimmt, auch die kleinen Mittel nicht verschmäht, um ihren Absatz zu steigern. Sie glaubt, ihren Dar- bietungcn eine besondere Popularität zu oerschasjen, wenn sie einen Namen wählt, der sich in das Ohr des Hörers„einschmeichelt". Wenn man nun Namen wie„Wuwa" oder„Grugo" hört, so scheint uns ihr„einschmeichelndes" Wesen sehr fragwürdig. Gewiß hat es schon nette und leicht zu behauende Ausstellungsnamen gegeben, wie ,L l a"— Internationale Luftfahrtausstellung. und„P r e s s a" = Presseausstellung, aber die Mehrzahl erinnert doch an jene vor Jahrzehnten wenig rühmenswert�„D a m u k a"— Deutsche Armee-, Marine- und Koloniolausstellung). Man kann als Berliner und Weltstadtbewohner unseren letzten Ausstellungen nachrühmen, daß sie ohne solche Wortungeheuer Anziehungskraft bewiesen:„Wochen- endansstellung"—„Ernährung" waren Schlagworte, die sich in der Tat„einschmeichelten". Neue Ausstellungen stehen be- vor, man wird, falls kurze Bezeichnungen notwendig sein sollten, vor allem darauf sehen müssen, daß sie nicht unschön ausfallen. Eine nur in Abkürzungen denkende Well mag praktische Dorzüge haben, aber sie wird selten von jenem poetischen Zauber umweht sein, den ein schöner und doch das innere Wesen enthüllender oder wenigstens andeutender Name ausstrahlt. Tflehr-Luft in den Sladibahnsügen. Ein Leser schreibt uns: Jedesmal, wenn ich in den neuen elek- irischen Zügen sitze, habe ich die Empfindung: die Wagen sind B r u t ö f e n, ober keine bequeme Transportgelegenheit. Die manchmal mitfahrenden Eierhändler dürfen sich nicht wundern, wenn sie zu Hause plötzlich Kücken anstatt„frischer" Trinkeier un Korbe finden. Nur die Fensterplätze sind luftiger, wenn die Fenster offen sind. Geburislage. Jubiläen usw. «l. Sit. Unserem Sber 40 Jahr« der Partei aanehSreadea»ad bewährten Seaaffea ftarl Schüler entbieten wir zu leisem 80. Sebartataa« die her,- lichften Glückwünsche. partemachrichien Siaseaduagea kür diese Rubrik find « e r l i a SS es, Sindeastraß« 3, fürGroß-Verlin stet» an da» P«,trk»sekr«tariat 2. Hof, 2 Treppe» recht», zu richten. Heute, Sonnabend, 29. Juni, 18 Uhr, Sitzung des er» wetterte« Bezirksvorstandes im Konferenzzimmer der „Borwärts"-Redaktion, Liudeustr. 3. Alle Kreise müssen vertreten selu. 7. ltrei» aharlatteuburq und Spandau. abend, 2S. Juni, 17—13 Uhr, im heit»um Kirchen anstritt. Zaristische Sprechswub« heut«, Sau». Zusenbheim Rofiuenstr. 4. Selegea. W 14. Krei, ReukiA». Uchtuug! ffahrt am Sonntaa, SO. Zurn, nach S Markow zum dortigen Tommeriest. Abfahrt 10,12 Uhr vom Gbeliker Fl Bahnhof oder 1047 Uhr vom Bahnhof Baumschulenweg. Regr Be- trfligung der Genossinnen und Tcnolsen dringend erwünscht. 16. Nreis Köpenick. Kommnualer Kurs»». Pente, Sonnabend, 20. Juni. Besichtigung de« Ctragenbahnhofs Müllerstrahe, der Untergruntbahnwerk. stätten Seestrahe und der Aboag Treptow. Tresspunkt 1Z Uhr See- Ecke Müllerstraße.— Vildnng»an«schuß. Sitzung am Dienstag, 2. Zuli, lSli Uhr. im Bidliothekszimmer, Schloßstr. 27, I. 10. Streif Pankow. Montag, 1. Juli, 19% Uhr, im Sitzungssaal de» Rat- Hause» in Pankow. Sitzung der Fraktion mit den Kreisdellgierten. 20. Strei» Reinickendors. Montag, 1. Juli, 10 Uhr. im kleinen Sitzungssaal de» Rathauses in Wittenau, Sitzung de« Kreisoorsiandes mit allen Abteilungsleitern. Der Obmann de, Elternbeirats ist ebenfalls dazu ein- geladen. heute. Sonnabend. 2g. Juni. 32. Abt. Achtung! 20 Uhr bei Stromnbarbt, Vaul�Zinger-Str. 40, Funktionär» fitzung. An dieser Sitzung müssen sämtliche ehrenamtlich tätigen De- nosfinnen nnb Genossen tellnehmen. 83. Abt. Die VUcherkreisbände find heute nachmittag bzw. Sonntag vor- mittag vom Kassierer, Genossen Paul Ben, Goßlerstr. 1, bestimmt ab- zuholen. 77. Abt. Schöneberg. Di« Abrechnung der Starten nom Waldiest i» Dahlem muß spStesten, bis Montag, 1. Jnlt, beim Genossen Bahr, Knffhäuser- straße 12, erfolgen. Nicht abgerechnete Karten müssen bezahlt werden. Morgen, Sonntag. 30. Juni. 27. Abt. AnsNng nach Schulzenbors. Lokal Sommerlust. Teefspuukt 7% Uhr am 32. Abt. Gruppe Traebtt. Kur Wanderung Eichwalde�Zchmöckwitz-Wernsdorf treffen ssch die Genossinnen und Genossen 8% Uhr am Schlesischen Bahn- Hof, Eingang Koppen. Ecke Madaistraße. Nachzügler 9% Uhr vor dem Bahnhof Eichwalde-Schmöckwitz. 40. Abt. Achtung! Sämtlich« Genossen, welche sich zur Teilnahm« an dir Besichtigung der Wasserwerke Müggelsee gemeldet haben, müssen schon pünktlich 8 Uhr an der Dorckstraße Ecke Belle-Allianee-Straße lKirche) seilt. Ab dort Fahrt mit der Linie 9ö. Nachzügler müssen Eisenbahn benutzen. da sie mit der Straßenbahn das Ziel nicht rechtzeitig erreichen. Jungsozialisten. Werbe de, irl Westen! Achtung! Wir beteiligen uns geschlossen am Wald- fest der Partei»Fest der Jugend" im Volkspark Iungfernheide am Sonn. tag. 30. Juni. Treffpunkt Ii Uhr im Jugendheim Rostnenstraße. Abmarsch 12 Uhr Wilhelmplatz fU-Bahn). Der Werbebezirksleiter. Gruppe Neukölln. Wir betilige» uns am Wochenenhkursu» der SAZ. in Zossen. Tresspnnkt heute, Eonnabend, 29. Juni. Radfahrer 17 Uhr Ring. bahnhof Neukölln. Fußgänger ebendort 17 Uhr. Arbeitsgemeinschaft der hinderfreunde. Aerztliche Untersuchung der Zeltlagerteilnehmer! Wir erinnern nochmal» an die im 3. Probezeltlager gemachte Mitteilung, daß dt« Besargnng der Aerzte nnb die Durchführung der Untersuchung der geltlaqerteilnehmer durch die Kreise zu ersolgen hat. Kreise, die keine Aerzte sindcn, wenden sich an den Genossen Fritz Ander», Ambulatorium, Belle-Allianee-Straße. Tiergarten. Heut«, Sonnadeild, 29. Juni, treffen sich um 1Z% Uhr all« Zeltlagerteilnehmer und Harzfahrer bei Anna Paersch, Essener Str. 4, zweck« ärztlicher Untersuchung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 4. Abt. Unser langsähriger Genosse, der Stockmacher Willi Jahn. Stro- lauer Str. 41, ist am Mittwoch im Alter von 48 Jahren infolge Herzschlag:» plötzlich verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Montag, 1. Juli. 19% Uhr, im Krematorium Derichtstratze. 8. Abt. Am Donnerstag, 20. Juni,»erstarb unser langsähriger alluer. «hrter Genosse Dr. Georg Kerzfeld im 71. Lebensjahre. Wir werben sein Andenken in Ehren halten. Die Einäscherung findet am Sonnabend, 29. Juni, 14% Uhr, im Kremasorium Gcrichtstraße statt. Um rege Beteili» gung bittet die Abteilungsleitung. Ol. Abt. Neukölln. Unter Genosse Danzmann, Erlanger Str. 7, ist seine« Leiden erlegen. Ebre seinem Andenken. Einäscherung am Sonnabend. 29. Juni, 13% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. aSozialistischeArbeiterjugendGr.-Verlm Einsendungen für diese Ziubrtt nur an da« Zugendfetretariat Serlln GW 08. Tindenftrate 3 Vorsitzenden. Slonfetenz Montag, 1. Juli. 19% Uhr, im großen Sitzungssaal des Bezirksamtes Kreuzberg. Porckstr. 11. Vortrag:„Der Wiener Jugend. tag". Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein Zutritt. Jede Abteilung muß unbedingt«ertreten fein. Arbettogenieinschäft Abraham: Morgen, Sonntag, 9 Uhr, Heim Linden. straße 4(nicht Zlowawes). Heule. Sonnabend. 29. Zuni: Falkplatz II! Funktionärsitzung beim Genossen Schellenberg, Gleimstr. 59. — Schönhauser Vorstadt: Funktionärversammluug 19 Uhr Sozialisten�! äe.— Wilmersdorf: Heim Wilhelmsaue 123. Mitgliederriersammlung und Vortrag: „Entstehung der Familie". 19% Uhr. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Tambourkorps. Hebung im Altersheim. Danziger Str. 02, 10% Uhr. Erscheinen ist Pflicht. Morgen Treffpunkt 10 Uhr Danziger Straße. Ecke Schönhauser Allee, Normaluhr. Werbebezirk Osten: Die Teilnehmer an der Veranstaltung in Drewitz treffen sich spätestens um 18 Uhr in den Comeniussälen, Memeler Str. 67. Fahnen nicht veraessen. Werbebezirk Neukölln: Treffpunkt zum Wochenendkursus In Zossen 17% Uhr und 20% Uhr Bahnhof Neukölln. Nadkahrer 17 Uhr ebendort. SSG. Preuzlaner Berg: 20 Uhr Heim Danziger Str. 62, v III. Vortrag: „Republikanischer Schülerbund und SSG." Referent: Genosse Direktor Senningsen. Morgea. Sonnlag. 30. Juni: Farkplntz U: Elternfahrt nach Brieselang. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee.— Schönhauser Borstadt: Fahrt. Treffpunkt 0% Uhr Bahn. hos Gesundbrunnen, Eingang Millionenbrücke. Instrumente mitbringen. 19% Uhr Heimabend mit Musik. Schönfließer Str. 7.— Steglitz: Waldfest der Partei im Grunewald. Treffpunkt 10 Uhr Rathauspsatz. Werbebezirk Wedding: Di« Gruppen beteiligen sich am Sommersrst der Partei im Moabiter Schützenhaus. Treffpunkt 14 Uhr See. Ecke MMerstraße. Werbebezirk Strenzberg: Film. Matinee zugunsten des Wiener W Jugendtage«, 11 Uhr im„Ftlm.-tf", Skalitzer Ecke Zeughofstraße. Aus S m dem Programm: Rezitationen, Musik. Uraufführung de, Films W Genossen d. R. � Pf- � Werbebezirk Westen: Woldfest der SPD. Eharlaitenburg,„Fest der Jugend", im Bolkspark Iungfernheide. Treffpunkt für olle Teilnehmer 11 Uhr Leun Rosinenstr. 4. Nachzügler 12 Uhr Wilhelmplatz. Vorträge, Vereine undVerfammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E 14. Sedastianstr. 07/Z0. Kok Z Tr. Sonntag, 30. Inn!. Spandan. Dampferfahrt nach Ferch. Fahrpreis 1.75 M. Abfahrt Spandau, Lindenufec, 8 Uhr. Kameraden an» derer vrtsvereine als Gäste willkommen. Pankow. 0 Uhr Antreten der Rad. fahrer in Dundeskleidung auf dem Marktplatz zur Fahrt nach außerhalb. Rückkehr zwischen 11 und 12 Uhr.— Montag. 1. Juli. Mitte. Jungbanner. 20 Uhr im Jugendheim Tieckstraße Schachspielobend. Kreuzberg. Jugend I. 20 Uhr im Heim Dorckstraße. Vortrag:.Fahrtenerlebnisse". Treptow(Ort». verein). Jungdanner und Handballspieler, und wer an der gemischten Stafette am Sonntag, 14. Juli, am Strausiee sich beteiligen will, um 18 Uhr zum Trainin» auf dem Sportplatz Baumschulenweg(Plänlerwald). Pankow. 20 Uhr Lorstandssstzung bei Hertaeck, Niederschönhausen. Hertaplatz, Ecke Waldowftraße. — Mittwoch. 3. Juli. Kreuzberg. Zug 3. 20 Uhr bei Braunsdorf, Großbeeren. straße 23, Vartrog. Zug 7. 20 Uhr im Reichenberger Hos. Reiche Ii berger Straße 147. Bortrog.— Tiergarte». Sonnabend. 29. Juni. 21 Uhr, Jung» bannet. Antreten Bahnhos Bensselstraße zum Busmarsch. Rückkehr nacht». Montag. 1. Juli, 20 Uhr. Iungbanner, Jugendheim Blllowstr. 88, Vortrag: »Jugend und Verfassnngsfeier".— Sanitätoabteililng. Sonntag, 30. Juni, 7% Uhr, Antreten der Sanitätskameraden Bahnhof Heerstraße. Erscheinen Pflicht. Autofahriarten für Ganübung am 7. Juli bei allen Eanitätsfiihrern erhältlich._ Berliner Esperanto. Dereinignng. Dienstag. 2. Juli, 20 Uhr, Eafö Jost», Potsdamer Platz. Obergeschoß, Klubraum. Gäste willkommen. Ehar der Inngen, vberschöneweid«(Mitgl. d. D. A. S. B). Wir beteiligen uns geschlossen am Falkenberger Volksfest. Treffpunkt morgen. Sonn» tag. 14 Uhr,, am Bahnhof Grünan. Am Montag. L Juli, gehen wir zur B«. zirksübungsstunde nach Falkenberg, Gemeinschaftshans, Richterstraße. Treff. Punkt 19% Uhr Dahnhof Grünau. Efperauto- Gesellichast Eharlottenbnra. Montag. 1. Juli, 20 Uhr, Kontito. rei Wolter, Charlottenburg, Bismarckstr. 114(Knie), Klubzimmer. Vortrag von Fräulein E. Sznmanowfki:„Antoni Grabowski und sein Parnaß". Reichsbuud der Kriegsbeschädigten, Kriegs teilnehmee nnb Kriegerhinterbliebenen. Ortsgruppe Oberspree. Referat:„Streifzüge durch die Persorgung»- gerickte". Referent: Kam. Mende. Versammlung Dienstag, 2. Zuli. 20 Uhr, im „Einsiedler", Johannisthal. Sterndamm. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 80. Juni, 11 Uhr. Pappelallee 15, Vortrag des Herrn E. Witthauer über„Das preußische Konkordat". Harmonium: Ezarenlied(Lortzing). Während der Ferien keine Vorträg«. Gäste willkommen. E*MESTOIlSTK.*Aa«&5'PFALZBllfi.C SS BS-3565 M NEUEN HEIM Der ständig sieh vergröbernde Kundenkreis und das Bestreben, den Kundendienst noch stärker als bisher den* Erfordernissen einer modernen grobzügigenVerkaufsorganisation anzupassen, veranlabte uns, unsere Betriebe in Berlin-Halensee, Nestor* strebe 23-2 5/ zusammenzufassen. VERKAUFS-UND AUSSTELLUNCS» RÄUME B UDAFB STE R8TR*I< BARE 70E1+OP W-Ml-N ESTOR5TR*»3 55 . Märkische Kiefern. Di« h«mat«chte märkische Kiefer, texev. charaktervoll« Sichouett«, die im Sommer und Winter gleich bleibt, man schon in nächster Nähe Berlins sieht, wird in einem Merkblatt der Landwirt- schaftskommer für die Provinz Brandenburg behandelt. Nach diesem fähren sich aber die zahlreichen krüppelhasten Bestände, wie man sie ebenfalls zahlreich in den Berliner Wäldern antrtfst, auf fremdes, cii«gefuhrt«» Saatgut zurück. Ursprünglich hat Jahrtausende hindurch die Kieser selbst für Nachzucht gesorgt. Ihr geflügelter Same fand im Heimatboden immer wieder di« beste Aufnahme. Der Handel mit Saatgut unserer Woldbäume wollte es nun den Waldbesitzern recht bequem machen. Man bezog den Kiefernsamen von dort, wo er am billigsten war. So sind vielfach Sämereien aus Ungarn, aus Südfrantreich, aus Finnland usw. eingesühn worden. Auch süd- und w e st d e u t s ch e Kiefer kam in großen Mengen nach Norddeutschland. An den neuen Kiefernkulturen erkannte man, daß sie sich für m ä r t i s ch e n Boden nicht eignen. Selbst di« süddeutsche Kiefer zeigt bedenkliche Mißgestaltungen aus, indem sich starke, weitausladende Aesie entwickelten und der Stamm, der Hauptwindrichtung nochgebend, vom Fuß« an ausweichend krumm wurde. Die Ahnen dieser südwestdeutschen Kieser waren eben feit Jahrtausenden stärkerer Wind- und Schneeeimvirkung entwöhnt. Bei den Ausländern zeigt sich ebenfalls Verkümmern und Krüppelwuchs. Man erhebt darum mit Recht in Fachkreisen mamend die Stimme, die heimatechte märkische Kieser nicht durch fremden Bestand untergehen zu lassen. Es entsteht die Notwendig- keit, Mittel und Wege zu finden, innerhalb Deutschlands di« Stand- ortrassen nicht durcheinander zu würfeln. Dieses Ziel zu erreichen, hat sich der.Fzauptausschuß für forstlich« Saatgutanerkennung" mit seinen Ortsausschüssen in den verschiedenen Provinzen vorgenommen. Jeder märkische Forstwirt hat die Pflicht, daran mitzuarbeiten, daß di- alte, gute, märkische Kieser in der Mark erhalten bleibt. Am Niederrhein. Staub, Rauch und Ruß! So malt sich in der Barstellung des draußen Lebenden, der die Gegend um den Rhein, die Ruhr und Wupper nur vom flüchtigen Durchreisen mit der Eisenbahn kennt, die Landschast zwischen Bonn-Siegburg und Wesel, zwischen Aachen und Hagen. Allerdings hat die Industrie der natürlichen Schönheit dieses meist flachen oder doch nur leicht welligen Landes hart zu- gesetzt. Und man hätte die Stimme, der Natursreundo viel stärker beachten sollen in diesen letzten Jahrzchnten, da Werk um Werk, Schlot um Schlot hier erstand. Wenn auch manches an und um den Niederrhein durch allzu unbedenkliche, große Bauleute verschandelt worden ist. so gibt es doch noch manche Perle in dem Kranz der Kohlenessen. die das Land an und um den Niederrhein wie ein glühender Gürtel umslatnm«« und umrauchen. Von dem ganz im Grünen ruhenden Cleve an, gefangen, dem schönsten Schlüssel zu Deutschland, wie die Holländer dies stille, zu Unrecht etwas aus der Mode gekommen« Vadestädtchen nennen. Mit seiner berühmten Schwan« nburg. von der man. al« die französisch« Besatzung Cleve verließ, zur Feier des Tages Richard Wagners.Lohengrin" als an seiner geschichtlichen Stätte aufführte, und�'mit seinem nahen Reichswald und den traulichen alten Part- anlagen, die seine Stahlquelle einrahmen. Aber auch die Ruhr bietet noch manchen Erhowngspunkt. Blankenstein, auf dessen alter Burg hoch über dem Fluß zuweilen Wittekind geweilt haben soll. kann als guter Luftkurort gelten. Ja selbst Werden, dessen grün getürmte Münsterkirche zu den besten Bauten dieser Grenzgegend zwischen Rheinland und Westfalen gehört, und noch das von der Industrie kaum entstellte Kettwig an der lieblichen durch die Wiesen cinherströmenden Ruhr, dürfen sich wegen ihrer friedlichen Stiin- mung und ihrer guten Luft als Ruhestätten für nervenschwache oder überreizte Menschen empsehlen. Machte doch vor hundert Iahren noch das heut« von der Gewerbstätigkeit ganz eroberte Duisburg, als es sich um die Wiederherstellung seiner unter Napoleon aufge- hoben«« alten Universität bewarb, für sich geltend, daß es dank seiner Wälder, die es umgäben, der gesundeste Platz für alle deut- schen Musensöhne sein würde. Jetzt wird man allerdings höchstens noch dem Soplbad Rafselsberg und dem in seiner Nähe gelegenen Rheinstädtchen Kaiserswerth, dem Stammsitz der bekannten Dia- konissen, den Ehrennamen eines Luftkurortes verleihen dürfen. Für die Stadt Aachen als Badeplatz hat Kaiser Karl am s meisten geworben, der bis zu seinem Tod« bie warmen Ouellen dieses seines Lieblingsaufenthalts vor allen anderen deutschen Bädern gepriesen hat.„In dem Boden, aus dem solch ein heilbringendes Wasser hervorsprudelt, mächt ich dermaleinst auch bestattet sein!" hatte er sich oftmals gewünscht, also daß man denn auch seine Gs- deine unter dem einheitlichen Oktogon des Münsters zu Aachen bei- gesetzt hat. Erst sitzend auf einem Marmorthron, dann unter Barba, rossa liegend, in einem römischen Sarkophag. Neuerdings haben von allen mittel- und niederrheinischen Badeorten die an der Ahr am meisten von sich reden gemacht. Neuenahr insbesondere, das beste Bad für Nierenkranke, wie es seit der Erbohrung seiner sehr ergiebigen Ouellen um di« Mitte des vorigen Jahrhunderts schon genannt worden ist. Die köstlichen Ausflüge, die man von diesem Badeort ins Ahrtal nach dem waldigen Altenahr oder nach dem durch seinen süffigen Rotwein berühmten Walporzheim unternehmen kann, locken auch inanchen nur Erholungsbedürftigen in dieses Bad mit dem besten Natronwosser. Wer es ganz still und einsam haben will, mag sich auch nach Bad Tönnisstein. unfern des abgelegenen frommen Laacher Sees, zurückziehen. Man sieht, überall sprudelt und rauscht es und braust es heilspendend aus der Erde in diesem Land, über das bei Tag und Nacht die Arbeit aus tausend Esten ihr schwarzes Banner schwingt. Die Wunden und Leiden, die eine allzu starke Ueberanstrengung der Kräfte in den Menschen angerichtet hat. oder auch die allmächtige zerstörerische Zeit, alle diese Schäden, diese Mlnuskoeffizienten, wie sie der Statistiker nennt, können durch die Bäder dieses Landes wieder ausgeglichen werden. Und darum kann man auch in der Gegenwart nur vom Niederrhein und seinen Nebenflüssen urteilen, wie es in der Biedermeierzeit der Dichter Wolfgang Müller von Königswinter getan hat, als er schrieb: Der Rhein läßt sich in seiner Romantik nie ganz umbringen. Und sollten auch noch mehr Schiffe mit schwarzwehenden Rauch- sahnen ihn befahren. Sollten auch noch mehr Fabriken ihre trüben Wässer in ihn einlaufen lassen, wie diplomatische Dunkelmänner einem Großen ihre unsauberen Gerüchte zutragen. Der Rhein läßt seiner nicht spotten. Er heilt die Wunden, die er beigebracht hat, auch wieder und läßt Heilquellen hervorkommen für alle, die ihrer be> dürfen, oder er läßt sein« frische, humorige Lust wehen, die seit alters her den größten Vorzug hat, den ein Klima haben kann, nämlich den: heiter zu machen.__ Harzzauber. Es ist etwas Seltsames um den Harz. W«r einmal durch sein grüne» Rauschen wanderte, ist ihm versallen für immer. Ein seiner, blauer Dust strömt von den Bergen, silberne Ouellen klingen aus geheimnisvollen Waidtiefen. heilige Wälder rauichen Seligkeit. Auf engen moosüberwucherten Pfaden tanzen goldene Sonnen- funken, der Bergwind läuft über blumige Wiesen und weite Blößen, aus denen sich die rote Atlasseide blühender Fingerhüte wiegt. Dunkelrote und blau« Beeren lachen aus schimmerndem Grün, und braune Pilze tupfen bald dort bald hier den Waldboden. Und wenn du dann auf einem Berge stehst und hineinschaust in die grünen Waldmeere unter dir. in die blauen Himmel über dir, und die ganze Glückseligkeit in dir spürst, dann wird ein« goldene Well« in dir aufrauschen, die dich die Arme ausbreiten läßt:„Wie bist du doch so schön, o du weite, wette Well!' Studinrat Dr. N ä gl« r gab«inen besonder» anschaulichen Vor- trag über Wochenendfahrten in die Gegend um das Kloster Chörin. Er schilderte die Wandermöglichkeiten für den entdeckungslustigen Wochenendler, der in dem Naturschutzgebiet am Plagesee seine Erwartungen sicher nicht enttäuscht findet. Kultur- und kunschlstorisch interessant ist das Kloster Chorin, prächtig gelegen das reizvolle Städtchen Oderberg.— Oberregierungsrat Dr. O. Kausch brachte «inen Vortrag über die„Schätze des Meeres' einen Begriff, den er allzu wörtlich und infolgedessen sehr eng faßtes denn er verstand nur Perlen und Korallen darunter. Sein« Ausführungen waren zu- dem sehr trock«n.— Der Deutschlandsender bracht« am Abend«in abwechselungsreiches musikalisches Programm, das von der Pianisttn Alice Ja c o b-L ö we n s oh n, dem Tenoristen Alexander Kirchner und dem Wemanquartett bestritten wurde. Des. Ab 29. Juni Seebäder-Lustverkehr. Die Deutsch« Luft-Honsa nimmt am 29. Juni den Lustver- kehr nach den deutschen Seebädern an der Ost- und Nordsee wieder auf. Im Bäderlustverkehr, der im vergangenen Jahre mit di« besten Frequenzziffern des deutschen Luftverkehrs überhaupt verzeichnen konnte, werden in diesem Jahre folgende Strecken beslogen: An die Ostsee: Berlin— Stettin— Swinemünde— Sellin auf Rügen, — Stralsund— Kloster auf Hiddensee. An die Nordsee: Kiel— Flensburg— Wyk aus Föhr— Westerland aus Sylt(Berlängerung der bereits beflogenen Strecke Hamburg— Kiel) inkl. Anschluß nach und von Berlin: Bremerhaven— Wesermünde— Wangerooge— Langeoog— Norderney(Berlängerung der bereits bestehenden Strecke Hamburg— Bremerhaven— Wesermünde): Bremen— Wangerooge: Bremen— Norderney— Borkum sowie die Strecken Nuhrgebiet— Nordsee: Osnabrück— Norderney(Verlängerung der bereits bestehenden Strecke Dortmund— Münster— Osnabrück): Dortmund— Borkum— Norderney und Esten— Mülheim— Norderney. Ein neue» Rheinstrandbad bei Bonn. Die Bonn gegenüber- liegende Gemeinde Beuel hat ein großes Strandbad am Rhein errichtet, das jetzt eröffnet wurde. Die Anlage, di« allen modernen Erfordernissen Rechnung trägt, besitzt einen mit großer Sorgfalt her- jjerichteten 430 Metex langen Strand. Von Bonn aus be- teht mit dem neuen Strandbad sin« Motorbootverbindung. Starker Reifeverkehr zum Ferienbeginn. Der Sommcrreisever t«hr scheint in diesem Jahre— wie uns aus dem Reijebureau mitgeteilt wird, die schon seit Tagen ein«n gewaltigen Ansturm zu be- wältigen haben einen noch größeren Umsang als im vergangenen Jahr« anzunehmen. Für den bevorstehenden stärkeren Reiseverkehr in den ersten Tagen des Juli hat die Reichs- bahndirektivn Berlin di« nötigen Vorkehrungen getroffen. Hqgiem-AuSftellueg„Robert Koch". Der Kreisausschufc(Krciswohl fahrt»- und Jugendamt) Zellerfeld veranstaltet unter Mithilfe der Claus thaler Aerztefchaft und der Berwoltungen und Behörden in der Zeil Pom ID. Juli bis J5. August 1929 eine Hygiene-Ausstellung, die nach�den, übernommen. Da« Sol. u»d Moorbad Lüneburg, eines der bedeutendsten Solbäder Nordweftdeutschlands. verdient durch seine günstige Lage iawi« durch-die möglich gemaäit wird. Auskünfte erteilt kostenlos die Kurverwaltung: Prölpefte durch jedes Verkehrsamt. Kudotva, da» Herz-«od Rerveuheilbad. Auf dem Kurplech, in den Anlagen, im Kurtheatck, bei den Reunions. bei den Tanztees im Fürsten hofpork kurz überall eine froh gestimmt« Menge: fast jedem sieht man es an, wie verjüngend oder kraftigenk die Kur auf tbn wirkt und d-e Stimmung hebt. In der nächsten Dache gastieren im Kurtheater Maria Fein und K- V, Zedlitz Pom Deutschen Theater in Bcrlin.Fri? Spiro bringt mit seinem Berliner Operettenensembl« die„6er Operette" zur Aufführung Hugo Hirsch, der populär« Komponist, stärkt sich hier zu neuem künstlerischen Schaffen und Anfang Juli wird Kammerjängor Büttner-DreSden Wer im Rahmen«dies populären Konzertes singen. 8port. Leonen zu Strausberg am Areitag. dem 28, Juni t. Rennen. 1. Frithjof II(Br. Surft), 2. Dollar Wabuse, 3. Heiliger Starr. Toto: 1?! IC Platz: IS. 21! 10. Ferner lies: F-chlerw. 2. Rennen. 1. Guenolc tSchreier). Toto: 21:10. Platz: SS: 10. nter lielen: Estlos. Bandensnst ges, Bea, Feldblume, Kermak, Bubi. uenole kam allein über die richtige Bahn, alle anderen wurden disqualifiziert. S. Rennen. 1. Sraphit(Müschen), g. Ottogebe. S. Spitzbub. Toto 22:10. Platz: 11, 11. 17,10. Ferner liesen: Fauh, Automedon, Patacca Balaton. ». Rennen. 1. Morgenrot(Sehrke). 2. Morlitta, S. Heimatliebe. Toto: i;02:i0. Platz: 36, 21. 16:10, Ferner liefen: Rosenherzog, Aller Schlag, Teja. Immortelle. Fuge. Bulgarin. Ella», Liliensee. d. Rinnen. 1. Turnei(Willi Heuer), 2. Astrid, 3. Die Treue. Toto: 29:10. Platz: 14. 12, 27:10. Ferner liesen: Treuherz, Kind der Liebe. Theano. Allegon«. Gebhard ges. 6. R e n n e n. j. Leichte Isabell(Gratzkopl), 2. Mitirn, 3. Grasnelle. Toto: Will). Platz: 2h, 21:10. Ferner liefen: Monist, Rinaldo, Oesana. 7. R e n n« n. 1. Walkaslen(Stoudinger). 2. Alslerblümchen, 3. Pharisäer. Toto: 13: 10 Platz: 12. 17; 10. gerner lieseni Sirug, Ausllärung, Coriolan. Wellerbericht der össentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. (Nachdr. verb.) Teils heiler, teils wollig, am Tage weitere Erwäunung. später wieder etwas Gewitterneigung—• Für Veutschland: Im Nordwesten wieder BewöliungSzunabme, strichweise leidste(Seroitter, im Osten weitere Beruhigung de» Wetter», im Süden heiler und warm. man SCHLBS/SN hatH- Her2- N&ver)-. //c/// Frauenleiden. Sicht Qheumo. Jschias. Profcekfe Hl Radium- LuchenwaideiÄsÄ II. Kl«se ISO, Sonnt m RücKf. 2,S0 u. 3,8" M. Stadt v.herrl. Waldgürtel umg, La ub-u. Nadelwald. Ausflug z-H. Golm, 178 m. Günstig. Jtugverbind. m. Berlin. Auskunft im Verkehrsbureau Karl Grisehkat, Breite Str. 30, Femruf 800. ruft" tuveet «Haßenbeeg (Thäringtn), Kreis Weimsu Herrliche weitgedehnie Weidungen. Eins der schönsten Weldschwimmbäder Mittelm deuUdtUnds(SOQO qm). Gute Unten kunff, preiswerte Verpflegung. Prospekt durch oie Städtische Karverwaltimg. (' WIR l ADEN SIE EIN NACH zt FRAUEN GICHT RHEUMA KINDER Kurverwaltijng. Prospekte dirinfe BewährtesVerjüngungsbad. Wanderheim Oberkietzmühle Bad Freienwalde, Oder i mittenlmWaldeamleufolssee gelogen, empfiehlt für die Ferien, Zimmer mit u. ohneVerpflegung. Angenehmer Aufenthalt, gute Verpflegung. Pension 5 Mark. ■■■■■■SBBBSni Fritz Schuckar Insel Rasen, €aslhaus Nausen, uartnilarf b.MIddel- M|H. Sädren. Juni 4,33 M-, Juli 5,00 M. Pensionspreis- WoMcm ✓ nur Preisw. Sommer, frische. GroBe Waldungen, herrlicher Waldsee m. Strandbad. Prospekte grab durch Verkehrsbureau. Pension Schlofiberg Inh. Genosse Grieb 650 Meter Höhe in TtuesbemStienilali Volle Pension pro Tag 4.--. Ideale Lage.waldr.Gegend. Bekannt gute Verpflegung. Prosp. frei DEM HERZ DER SACHS. SfCHWEIZ Auskunft durch dl« Kupver.wtgltung Fernruf?0 NordseeHad BUsbid".WN empf. horrl. gel. Zimmer. Secaussicht. Pension Vor- u. Nachs. 6 M, Haupts. 7 M. Jschgi Gasmol � Bes�jeftjhptea i.Haznaun, 1400 m Höhenkurort Sola. Adler Haue, Pension von — Proepekt frat. - SOL-undMO�MD Hellt Rheumatismus, Sicht, Ischias, SHrofulose, Rachitis, Frauenleiden usw. CiiuM- Ii. eeteiisciiBtta■ Inhalatorium eramenwork— erc'e- Park Tagitca Konzerte esnzjavirige Kurzott Prospekte durch die Badeverwaltung Lunehuri?. Lindenstr. 145; Tel.? 142 > .sr. Unterhaltung unö Missen jxz*. Johannes CC. flenfen: S)ßi9 Olaf Manson, unter feinen Kameraden„der Monfun' genannt, stammte aus Wesigotlond und war Cowboy in Texas, ein Cowboy, wie Cowboys zu fein pflegen, gewandt, die Kehle stets zum Schreien bereit, blitzschnell, gewaltsam: dos abhärtende Leben auf den Herdenstrecken hatte feine physischen Kräfte und seine Sinne zu den höchsten Fähigkeiten entwickelt. Er glich einem Skelett, das an allen Gliedern mck Muskeltauen umschnürt war, und seine inwendi- gen Teile hielten einer jeden Prüfung stand, er wog leine zwei- hundert Pfund und konnte einen Ochsen zu Fall bringen. Er war jeden Tag auf Reisen, wollte nach Schweden zurückkehren, wie er sagte, sobald er das Vermögen gewonnen habe, das in der Luft lag. „Der Monsun'' spielte. Er war in allen Wirtshäusern von Galoeston bis Kansas City bekannt und geschätzt, denn er verlor ebenso regelmäßig, wie eine Sanduhr abläuft. Er verdiente viel und dabei verbrauchte„der Monsun' keinen Cent, solange er mit dem Vieh draußen auf den Prärien lag, was sich meistens von Wochen bis zu einem Vierteljahr hinziehen konnte. Kam er aber dann zu einem bewohnten Ort, wo sich auch nur die leiseste Andeutung von einem„Saloon" befand, wo vier Leute grade um ein Faß sitzen und die Ellenbogen zu Poker bewegen konnten, ja, dann wurde „der Monsun' zu einem Orkan. Zuerst zechte er kalten Blutes unter lautem Gebrüll, streute barsch mit Geld und Gastfreiheit um sich: wenn er aber dann genügend erhitzt worden war, befiel ihn das Heimweh wie eine verzweifelte Inspiration— jetzt, jetzt sollte es fein, Schweden und der Grund, weshalb er lebte, waren wie mit großen Flügelschlägen über seinem Haupt zu spüren, und her mit den Karten, dämm your eyes! Einige Stunden später war der Schwede blank und konnte hinausreiten und sich wieder einige Monate lang zwischen seinen Kühen abkühlen. Im Grunde machte sein Schicksal ihn nickst sonderlich bemerkbar zwischen den anderen Cowboys und Schweden, deren Leben meistens sinnlos und malerisch zu verlaufen pflegt: einmal aber ereignete sich doch etwas Besonderes, das ihn über das gewöhnliche Niveau emporhob und auf häßlichste Weise blohlegte, was die Natur mit ihm vor hatte: dos war damals, als er den Bisonstier fing. Einige Hirten, die Streiszüge nach fortgelaufenem Vieh gemacht hatten, kamen aus einer entlegenen und wilden Berggegend hoch oben bei den Rocky Mountains zurück und berichteten, daß sie einen mächtigen, alten Bisonstier gesehen hätten, der ganz allein oben in den Bergen wandere. Nun ist der Büffel, mit Ausnahme einer kleinen Schar im Yellowstone-Park, in ganz Amerika ausgerottet, deshalb erweckte es nicht wenig Aufsehen, daß ein alter Stier, wahr- scheinlich der letzte einer versprengten, vergessenen Schar, noch wie in den alten, großen Indianerzeiten frei umherging. Die Cowboys sprachen davon an den Stationen, und dadurch kam das Gerücht in die Zeitungen, und bald verlautete, daß ein reicher Mann in Kansas City demjenigen sünstausend Dollar geboten hätte, der das Tier lebend zur Stadt bringen würde. Das war viel Geld. Kuhhirten, Jäger, Leute, die sich auch nur des ollergewöhnlichsten Verstandes rühmen konnten, lachten höhnisch, wenn sie am Schanktisch standen und das Gespräch auf den Stier kam— wollte der Millionär in Kansas City sich Über sie lustig machen? Den Stier aussuchen und niederschießen, das war an sich ein Stück Arbeit, den Körper zu frachten, war eine Unmöglichkeit. Aber den Stier lebend zu holen— Blödsinn eines Stadtmenschen. „Der Monsun' holte ihn! Sobald der Schwede von dem Angebot des Millionärs gehört hatte, war es ihm klar, daß das eine Chance für ihn fei. Bares Geld mit einem Schlage, das war der gerade Weg nach Schweden! Und nachdem er sich volle Gewißheit von der Echtheit des Angebots verschafft hatte, nahm„der Monsun' sich Urlaub und begab sich allein in die Berge hinauf. Man hatte ihn und den Stier fast vergessen, als er eines Tages auf einer Station in der Nähe von Fort Worth erschien, mager wie eine Egg« und fast von Verstand vor Strapazen und Mangel an Schlaf. Er mietete einen Wagen und Mannschaft und holte den Stier, der einige Meilen von der Station gebunden lag. Wie in aller Welt war die Sache nur zugegangen? „Ich Hab ihn gekriegt.' Das war seine ganze Beschreibung. Die anderen Hirten aber, Kenner, die das Resultat sahen, starrten den Schweden kopfschüttelnd an Trotzdem aber dars man wohl den Versuch machen, sich in die Einzelheiten der herkulischen Tat des Schweden hineinzudenken. Zu- erst hatte er den Stier aufgesucht was kein Ferienausflug war. Selbst nach der genaueste» Beschreibung der Hirten, die de» Stier gesehen hatten, war das Auffinden desselben noch genau so schwierig wie das Suchen nach einem Toscheiunesser in einem Heuschober. Nachdem er den Stier gesunden, hatte er ihn ge„roped', ihm den Lasso um die Hörner geworfen, und nun stand er vor der uimwglichen Aufgabe, das gigantische, wilde Tier viele Tagereisen von den Bergen zur nächsten Station zu leiten. Der Schwede hatte mit ihm eine ge- wisse spannende Verbindung etabliert, indem er ein unzerreißbares Tau zwischen dem toallelknopf des Pferdes und dem Horn des Stieres befestigte. Der Schwede ritt ein zähes Pferd, einen un«r- müdlichen Gaul, aus Sehnen und Feuerstein gemacht, und diese beiden, die sich zu einem vielgliedrigen Springwesen vereinigten, von dem verstrickende Fangleinen ausgingen, begannen also den großen Einsamen zu ärgern. Man konnte sehen, wie der behaarte König Buffalo, der König der Ochsen, sich drohend vor dem Reiter zum Sprung« duckte und mit dem Maul auf dem Erdboden dem schuß- ähnlichen Schitauben Luft macht, das besagen soll: jetzt komme ich! Und nun beginnt das Duell. Bald ist es König Buffalo. der in sehr gekränkter Majestät in donnerndem Galopp und mtt Gebrüll wie Bombeukrachen hinter Pferd und Mann herjagt, bald ist es der sprühend« Mustang, der die Erde mit den Hufen zerreißt, und der stumme Reiter, die zusammen den Stier verfolgen und jagen oder an dem schneidenden Tau zerren— auf keiner Seite wird Pordon gegeben—, aber wie es auch zugeht, der unermüdliche Teufel auf dem Pjerderücken versteht es. den Büffel stets in diejenige Richtung zu narmn, in die er ihn haben will. Es vergehen Tage und Gott weiß wie viele Mellen, wo König Buffalo in mörderischer Einfalt aus feinem Reich hinauszujagen meint, immer hinter ihm her, und statt dessen ist der Reiter auf dem Pferde nur darauf bedacht, so schnell zu retten, daß der Lasso einigermaßen gestreckt bleibt, währeich sie sich m gerade Linie den bewohnten Gegenden nähern, wohin er den Stier locken will. Zu anderen Zellen, wenn es dem Stier be» hagt, seine königliche Unoerletzlichkeit beiselle zu setzen und nur wie «n geplagtes und verzweifeltes Tier durch Flucht einen Abstand ffiüffelfiier zwischen sich und seinen Plagegeist zu legen und versucht, richtet der Reiter es auch so ein, daß die Flucht den Büffel geradewegs zu Zivllisation und Gefangenschaft, statt in das Versteck der Urnatur, fährt. Des Nachts gibt er dem Büffel die Freiheit, Notabene mit einem schweren Stein an der Leine, die um die Vorderbeine ver- wickelt ist, und er selbst schläft auf der Erde in einer Decke am Feuer, wo er den ewigen Speck mit Bohnen geröstet hat, während der Mustang mit bösem Grinsen in der Dunkelheit Domenbüsche kaut. < Tags darauf weiter. Neue Scheingefechte. Neue majestätische Mordversuch« von feiten des Büffels und neuer Rückzug des Reiters über Hals und Kopf, was abermals einige Meilen näher zum Ziele führt. Da reißt der Lasso, und der Stier geht feines Weges, duckt sich in einem getrosten Galopp heimwärts, und der Reiter muß hinter ihm her. tagelang, bis er von neuem den Zauberring ge- brachen hat, den Kraft und Schnelligkeit um den Stier legt, und er ihn von neuem an der Leine hat. Und dann das Verlorene wieder eingewinnen. Und weller. Und die Nahrungsmittel werden knapp, und er muß sich auf kurze Ration setzen, hat kein Trink- wasser, und des Nachts friert es, und die Kraft des Pferdes geht zu Ende, obgleich man meinen sollte, daß er das unsterbliche Höllen- pferd reifet, mit einer Flamme aus dem Halse und mit Gelenken. die Funken sprühen— ja. und dann kommt der Tag, wirklich der Tag, an dem er die Station sehen kann! Ihm ist, als feien Jahr- Wolie Erbe „Wir sagen unser C o u r t e l i n e, wie wir unser Moliere, unser La Fontaine sagen:«r ist bei Lebzeiten ein Klassiker geworden'.' Dieses Wort eines französischen Kritikers kennzeichnet die außer- ordentliche Stellung, die der soeben dahingeschiedene große Humorist im französischen Schrifttum besaß. Man hat in ihm den Erben und Nachfahren Molieres gefeiert, und wirklich ist kein anderer diesem Gipselpunkt des gallische» Humors so nahe gekommen wie der Schöpfer des„Boubouroche', der van feinem Meister die Kunst übernahm, den kleinen Schwächen und großen Fehlern des Alltags- menschen einen Ewigkeitszug zu oerleihen und Typen von höchster Lebendigkeit zu gestalten. Auch er wollte die Menschen über die Menschen lachen lassen, wi« sein Vorbild, aber auch er verband damit den lieferen, den eigentlich künstlerischen Zweck, lachend die Wahrheit zu sagen und im komischen Lichte den tieferen Urgrund alles Menschenwesens aufleuchten zu lassen. Wie jeder große Ko- miker war auch er ein nachdenklicher Weltbetrachter, aber wie Moliere war er nicht bitter und nicht gehässig, sondern von einer tiefen Güte und Menschenliebe erfüllt, und so haben auch seine Ge- stalten alle jene Ehrlichkeit, Herzlichkeit und tpahre Ntenschlichkech die ihr Schöpfer ihnen mitgab. Sein letztes Buch„Meine Philo- sophie', gleichsam fein Vermächtnis,- läßt das Wunder dieses reichen und reifen Gemüts auf dem dunklen Hintergrund einer entsagenden Trauer um so reiner erglänzen. Courteline reicht in der Größe seines Talents an den Dichter des„Tartuffe' nicht heran, und wo er ganz in seinen Spuren wandelte, wie etwa in seinem Versstück „Die Bekehrung Aleestes', die eine Art Fortsetzung von Molieres „Menschenfeind' ist, da verliert er an Urspriinglichkeit. Aber im Eigensten war er dem Meister verwandt: er besaß dieselbe scharfe Beobachtungsgabe für die Schwächen des Menschen, dasselbe unter Tränen lächelnde Verstehen ihrer Menschlichkeiten und die Gabe des schärfsten und knappsten Ausdrucks. Nur war er ein„Moliere des Kabaretts',«in Künstler der kleinen Formen, dem am voll- endetsten eine kurze Geschichte, ein Einakter gelang. I>> diesen Gattungen aber hat«r wirklich Klassisches geschaffen, dem eigen- tümlichen französischen Humor«ine bleibende Prägung verliehen, und die allgemeine Trauer, die den populären Dichter ins Grab begleite!, rührt an das Wesen der gallischen Se.le. Er nannte sich selbst bescheiden„einen kleinen Schnitzer von Schirmknöpsen", und er hat damit gut die liebevolle Modellierkunst angedeutet, mit der er aus Kleinigkeiten ein rundes und reiches Kunstwerk zu formen wußte. Courteline hieß eigentlich Georges Moinaux und war der Sohn eines Journalisten, der besonders das Gebiet der humoristischen Gerichtsplauderei pflegte und in seinen„Komischen Gerichtsverhand- lungen' Musterstücke humorvoller Ausschnitte aus dem Gerichtsfool gegeben hat. Der Sohn hotte dieses Talent van ihm geerbt, und auch er hat oft die Lächerlichkeiten bei der Slnwendung von Gesetzesparagraphen auf die Wirklichkeit dargestellt, freilich mehr mit dem monumentalen Stift eines Doumier als in den Miniaturzügen des väterlichen Stils. Aus dem Leben wuchs er ins Dichten hinein. Wie er in feinem Schicksal mit den einzelnen Schichten in Berührung kam, so entstanden organisch seine Werke. Auch Courteline hat gedient, und wie er ein schlechter Schüler war, so war er«in schlechter Soldat. Er kannte ja keine andere Arbeit leisten als die. die ihm die Natur vorgeschrieben hotte. Al» Soldat befand«r sich meistens auf Urlaub, und da er auch schauspielerisch« Begabung hatte, so kam es ihm gar nicht darauf an, vor seinen Hauptmann in einer viel zu weiten Uniform zu treten, sich mit schlotternden Gliedmaßen als Schwerkranken vorzustellen und so weitere Befreiung vom Dienst zu erlangen. Aus diesen Erlebnissen entstanden die ersten Skizzen und Szenen, durch die er bekannt wurde. Sie waren dem Ka- sernenleben entnommen und kritisierten gutmütig, ober darum nicht minder scharf, die Soldatenspielerei im Frieden. Dan» brachte ihn sein Vater als Beamten im Kultusministerium an. Auch in dieser fünfzehnjährigen Tätigkeit hat er kaum etwas getan: er wußte sich auf echt Courtelinsche Art zu drücken. Im Bureau hatte er Haupt- sächlich Dokumente und Briefe abzufchreiben, und da er eine schreckliche Klau« hatte, so fühlte er sich dazu wenig geeignet. Er fand aber einen Kollegen, der eine herrlich« Handschrift besaß, und dieser fand sich bereit, für die Abtretung der Hälfte des Gehalts seine Arbeit zu übernehmen. So verzichtet« Courteline auf 1400 Franken jährlich und begnügte sich mit derselben Suinm«. um seine Freizeit zu haben. Der Ersatzmann ahmte seine Handschrift so trefflich nach, daß er sogar seine Unterschrift leisten konnte. So wurde der junge Schriftsteller wenig im Bureau gesehen aber seine Vorgesetzten waren mit ihm sehr zufrieden, und er wäre wohl noch lange ein stets abwesender.Musterbeamter' geblieben, wenn nicht sein Ver- treter auch einmal— in die Ferien gegangen wäre. Da trat das schreckliche Gespenst der Arbeit ihm plötzlich so nahe, daß er sein Entlassungsgesuch«»reichte. Es wurde 1hm Ungern bewilligt, und hunderte vergangen, feit er auszog, um die Jagd zu beginnen, und so ist es auch, denn er hat den ganzen Weg zurückgelegt, auf den der Mensch in seinem siegreichen Kamps gegen das Tier und die Natur zurückblicken kann! Der Büffelstier konnte die Station aber auch sehen! Und damit sagte er: Stopp!— Keinen Schritt weiter— nein, er dankt« vielmals. „Der Monsun' quälte sich einen Tag mit ihm ab, aber er wollte sich weder narren noch vorwärts treiben lassen. Da band der Schwede ihn. ritt in einem letzten teutonischen Rasen um ihn herum, haß- erfüllt wegen all der Mühe, die seine Wildheit und Stupidität ihn gekostet hatte, und er spann ihn so vollständig in seine Lederriemen ein, daß er umfiel und sich nicht von der Stelle zu rühren vermochte. Und dann fort nach einem Wagen und Menschen zum Helfen. Sie mußten an Ott und Stelle«inen Kran bauen, um das gebundene, gewaltig« Tier auf den Blockwagen zu hebern Und als sie spät abends mit dem Stier zur Station kamen, wo er mit der Eisenbahn weitergeschafft werden sollte, kam ein Mann mit einer Blendlaterne heraus, um den Stter zu betrachten, und in dem Augenblick, als das Licht ihm in die Augen fiel, streckte er sich mtt einer ungeheuren, krampfartigen Anspannung, sprengte die Verschnürungen und war tat. War das nicht seltsam? Da aber lachte der Schwede. Es war das erstemal, daß jemand ihn lochen sah. Es kleidete ihn nicht. Und jedesmal, wenn er später die Geschichte erzählte, die in seinem Munde sehr kurz wurde:„Ich hob' ihn gekriegt und dann starb er'— lachte er reichlich und etwas wie dos Zittern eines alten Mannes überfiel seine Glieder. West- gotland hat er nie wiedergesehen. der Minister erklärte ihm beim Abschied, er sei mit ihm so zufrieden gewesen, daß er ihm die Stelle offen halten wolle, damit er zurück- kehren könne, wenn es ihm in der Literatur nicht glücke. Es glückt« ihm aber, und zwar besonders mit jenen köstlichen Dialogen, in denen er die Spießerwelt der Beamten und Bureaukraten schilderte. Courteline war selbst ein merkwürdiges Gemisch aus Spießbürger und Kunstzigeuner. Er schrieb gern sein« kurzen Skizzen in einem Cafe des Montmartre, in dem um ihn herum die Droschkenkutscher lärmten, und erschien hier jeden Tag mtt größter Regelmäßigkeit. Die Kleinkunst der Kabaretts, die damals blühte, schuf seinen Dialogen den rechten Rahmen, aber bald stieg er empor, wurde der Hauptdramntiker der„Freien Bühne' Antoines und zag dann auch in die klassische„Camedie Franyaise' ein. Auch aus der deutschen Buhn« hat er Erfolge gehabt. Als der Verwalter des Erbes Molieres, das er mit dem Geist feiner Zeit erfüllte, wird er fort- leben Olaret Capek: fJtViltUV Es ist nicht allein ganz klar, was eigentlich„Kultur' bedeutet und was-alles Kultur" ist.. Es ist zweifellos wahr, daß die Lehr-. laiizel für Jndogerinanismus an der Universität eine kulturelle Angelegenheit ist; aber ein Sträußchen auf dem gedeckten Tisch ist in seiner Art auch eine kulturelle Angelegenheit. Der Konsum eines guten Buches ist ein kultureller Maßstab, ober der Konsum von Obst oder der Konsum von Seife ist auch ein kultureller Maßstab. Zur Kultur gehört die Universität und die Küche, Poesie und Fuß- ball, die Volksschule und das Badezimmer. Es liegt nur daran, w i e man alles benutzt. Kurz gesagt: sobald wir uns entschließen. den Menschen als Kulturgeschöpf zu betrachten, ist alles, was ans seinen Händen kommt, alles, was er besitzt, um gut zu leben, ein Kulturfaktor Bedenken wir, der Mensch muß in einem Loch oder unter einem Dach wohnen. Aus diesem sehr einfachen physischen Bedürfnis hat er schließlich eine Menge von Dingen geschossen, wie die Architektur, die Bilder an der Wand, das Muster auf dem Teppich, die Vase auf dem Tisch, Ziermöbelstücke und Blumen am Fenster. Die Natur hat dem Menschen das Bedürfnis des Essens, der Liebe, des Spieles und die Fähigkeit zu Erkenntnissen gegeben. Aus dieser Handvoll Bedürfnissen und aus dem Hunger heraus hat der Mensch die Gemeinde, die Gesellschaft, das Handwerk, Kunst und Wissen» sthaft und Religion geschaffen, dos, was wir Niveau des Lebens nennen. Und dos, worin wir seine wunderbaren Gipfel erkennen. Die Kultur ist olles, was dieses Merkmal von Vollkommenheit, von Bereicherung, von Qualität und von Rang hat. Kultur ist überall, wo menschliche Tätigkeit von der Vorliebe für ein höheres Niveau geleitet wird. Kultur ist gleichzeitig Luxus und Tugend, sie ist höherer Genuß und höher? Disziplin des Lebens. Die Menschen mühen sich makichmal. den Unterschied zwischen Zivilisation und Kultur zu bestimmen. Ein Matorpflug ist an und für sich gewiß kein Stück kulturellen Lebens; aber eine kulturelle Tat ist die Befreiung des Menschen von grober und drückender Arbeit Asphaltierte Straßen zeugen für keine höhere Kultur als ein Pflaster von Katzenköpsen. Aber das Bedürfnis nach glatter und stiller Frequenz, nach Schnelligkeit und Sauberkeit ist eins der kulturellen Ergebnisse unserer Zeit. Der Lohnkampf ist an und für sich nicht kulturell: aber der Kamps um Erhöhung des Lebens- Niveaus ist unser aller Kulturangelegenheit. Alle menschliche Tätigkeit, die das Ziel hat, unser Leben zu vervollkommnen, zu er- leichtern und zu ordnen ist kulturell. Es gibt keinen gähnenden Riß zwischen Kultur und allem anderen. Ich würde nicht be- Haupte», daß das Brüllen der Motore die Musik der Gegenwart ist. Aber das Gebrüll der Motore ist eine der Stimmen der Poly- phoni« des kulturellen Lebens, so wie der himmlische Klang einer Geige, oder die Worte eines Redners, oder das Geschrei auf dem Sportplatz Sttmmen dieser Polyphonie sind. Die Ku'tur ist kein Abschnitt oder Bruchteil des gegenwärtigen Lebens, sie ist seine Summe und sein Mittelpunkt. (Deutsch von Anna Aurednicek.) Der Bambus gehört zu den ichnellwacksenden Pflanzen. Banihijs aruncjienaoca zum Beispiel wird bis 40 Meter hech. bei einem Durchmesser von nur 30 bis 40 Zentimeter. Sind die Halme erst einmal einen Meter hoch, dann schießen sie mit großer Ge- schwmdigkeit in die Höhe, das tägliche Wachstum beträgt bis zu lO Zentimeter, so daß der Baum schon nach wenigen Wocken seine volle Höhe erreicht hat und von da an sich nur noch innerlich aus- wächst und langsam reif wird, was etwa vier bis fünf Jahr« in Anspruch nimmt. Der rasende Tod. Die letzte Statistik der amerikanischen Automobilistenvereiniaung berichtet, daß im Jahre 1088 nicht weniger als Z7?88 Personen von Automobilisten getötet wurden. Die Gesamtverluste in den letzten zehn Iahren betrugen 184 S?4 Personen. Kehraus der Hochbahngesellschast. WipifchastsSemokratischer Markstein in der Vertehrspolliik.- Ein Werk der Sozialdemokratie Di« Gesellschaft für e.'ettrische Hoch- und Untergruirdbahnen in Berlin hat der Oeffentlichkcit ihren Geschäftsbericht für das Jahr ZliZS vorgelegt. Das ist der letzte Geschäftsbericht dieser Gesellschaft. Sie hat am 31. Dezember des vergangenen Jahres aufgehört, als selbständige Unteniehumng zu existieren. Sie ist seit 1. Januar 1SZ9 in der Berliner Dertehrsgesellschaftaufgegangen, die für die ganze Welt das einzig dastehend« Beispiel ist. daß in einer Dier-Millionen-Weltstadt der gesamte Massenverkehr nicht nur öffentlich organisiert ist, sondern auch einheitlich alz ein einziges, durch Torifeinheit verbundenes Verkehrsinstrument funktioniert. Noch viel zu wenig hat das Volt von Berlin gelernt, auf dieses einzigartige Beispiel weit- städtischer öffentlicher Verkehrspolitit stolz sein sein, und noch viel zu wenig ist der Berliner und der deutsche« Arbeiterschaft zum Bewußtsein gekommen. welch großes Wert in der Berliner Verkehrsgesellschaft unter Füh- rung der Sozialdemokratischen Partei zustande gekommen ist. Das Aufhören der eigenen rechtlichen Existenz der Gesellschaft für elek» irische Hoch- und Untergrundbahnen in Berlin, die seit ihrer Grün- dung unter starkem privatkapitalistischem Einfluß stand und deren Kommunalisierung als Teil zielbewußter sozialdemokratischer Ver- lchrspolink ist. ist ein Markstein in der wirtschaftsdemokratischen Entwicklung der deutschen städtischen Berkehrspolitit. Selbstverständlich gehören die in dem Geschäftsbericht der ver- flosienen Gesellschaft mitgeteilten Totsachen und Daten schon der G e s ch i ch t e a n. Sie sind ober bemerkenswert genug, um so mehr, als schon im ganzen Jahr 1S28 die Gesellschaft von der Stadt geleitet worden ist, um festgehalten zu werden. Das Jahr 1928 hat das in starker Ausdehnung befindliche, für den Wellstadtverkehr entschei- dende Schnelllmhnnetz weiter erheblich erweitert. Di« für die Ar- beiterschaft so wichtig« neu« Nordsüdstrecke Gesundbrunnen— Neukölln wurde teilweise am 12. Februar 1928(Strecke Schönlein- straße— Kottbuser Tot) und zu einem anderen Teil(Strecke Kott- buser Tor— Moritzplatz— Neanderstraße) am 6. April 1928 dem Ver. kehr übergeben. Die Dahlemer Bahn, die in städtisches Eigentum übergegangen ist, wurde ii'n Jahre 1928 von der Hochbahngesellschaft auf eigene Rechnung betrieben: sie wird um 3 Kilometer vom Thiel- platz bis zur Alsenstrahe verlängert. Rund 2SS 200 000 Fahrgäste wurden 1928 befördert gegen 222 500 000 im Jahre 1927. Davon waren aber 149 Millionen oder fast 33 Proz. Ueber- steigesahrten, die durch die Vereinheitlichung des Gefaintoerkehrs ermöglicht wurden, jene Vereinheitlichung, die das große Charak- teristitum der neuen Verkehrspolitik Groß-Berlins darstellt. Di« von 828 auf 997 Wagen vermehrten Verkehrsmittel haben 33,37 Will. Wagenkilometer im Jahr« 1928 gefahren. Der durchschmttliche Tagezverkehr der Hoch- und Untergrundbahn betrug 724 971 Fahrgäste, so daß jeder fünfte bis sechste Ber- liner einmal täglich die Untergrundbahn benutzte. Beschäftigt waren bei der Hochbohngesellschaft Ende 1928 insgesamt 7929 Personen, davon im Betrieb der Schnellbahnen 9289 Ang«, stellte und Arbeiter, darunter wieder 733.Frauen. Auch die Bilanz und die Gewinnrechnnng der Der. liner Schnellbohnen gehört der Geschichte an. In der Ankunft wird die Berliner Verkehrsgesellschaft Bilanzen und Gewinnrechmingsn mir noch für das Einheitsunternehmen von U-Dahn, Straßenbahn uno Omnibus veröffentlichen. Die Gewinnrechnung zeigt sofort, daß die Verkehrsvorteile,, die die Fahrgäste aus der Vereinigung des Verkehrs und der Tarif« hatten, sich in den Ein- nahmen der U-Bahn nicht ausgewirkt haben. Gegenüber dem Jahre 1927 ist trotz Erweiterung der Netze und Vermehrung der Fohrgäste von 223 auf 263 Millionen die G e f a m t e i n n a h m e der U-Bahn nur von 45,49 auf 46,19 Millionen Mark gestiegen, wovon auf eigene Betriebseinnahmen nur 35,82 Mill. entfallen und 9,44 Mill. schon als Ausglcichsbetrag aus der Tarifgemeinfchoft von Straßen- bahn und Omnibus verrechnet werden mußten. Die Betriebs- kosten einschließlich Steuern sind leicht von 29,69 auf 27,59 Mill. gestiegen. Die Rücklage für den Erneuerungsfonds wurde von 2.79 im Vorjahr auf 3,9 Mill. erhöht und der ausgewiesene Ueberschuß von 7,21 Mill. ist wesentlich auf d«n von Straßenbahn und Omntbu? gezahlten Ausgleichsbetrag zurückzuführen. Die Bilanz macht in den Vermögens- und Schuldenziffern die starke Ausdehnung des Vorjahres und d:: Größe der neuen Bauaufweuduagea erkennbar. Der Wert der betriebenen Bahnanlagen hat sich van 191,9 auf 193,5 Mill., der Bau- und Gnmderwerb für Erweitcrungs. linien von 19,39 auf 38,55 Mill.. der Wert der Kraftwerke und Be- triebsstätten von 31,20 auf 33,30 Mill. und der Wert der Betriebs- mittel von 25,51 auf 38,58 Mill. erhöht. Entsprechend sind die neuen Verpflichtungen gestiegen. Neu erscheinen in den Passiven rund 36 Mill. M. als Schulden an die Stadt Berlin(An- teile aus Berliner Ausländsanleihen) und als kurzfristige Kredit«. Die Verpflichtungen der Banken haben sich netto von 25,4 auf 47,8 Mill. erhöht. Die Reserven wurden aus den Einnahmen des Jahres vennehrt: der Bahnanlagenfilgungsfonds von 8,97 auf 19,32 und der Erneuerungsfonds von 6,99 auf 8,58 Mill. M. Die Bilanz- summe ist von 338 auf 493 Mill. M. gestiegen. Die selbsländipe rechtliche Existenz der hochbahngesellsckiask Hai aufgehört. Die U-Bahn lebt jehk seil genau sechs Monaten als wich- lige» Stück der neuen Berliner Bcrkchrs-A.-G. Zeder Berliner sieht, hört und benutzt täglich die großen öffentlichen Verkehrsmittel Ber- lins, die die Stadt Berlin für das Volt von Berlin durch da» Volt verwaltet. Es muß erreicht werden, daß jeder Berliner Straßen- bahn, U-Bahn und Omnibus als sein Verkehrsmittel und sein Eigen- tum täglich bewußt erlebt und daß die pflegliche und kritische Anteil- nähme jedes Berliners an der Berliner Verkehrspolitit den Nutzen guter öffentlicher Verkehrsmittel für alle mit jedem Tage weiter erhöht. Reichsktiraion'um für Mrtschastkchkeii. Oie Arbeit des Jahres 1925. Das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit(RKW.) legt seinen Geschäftsbericht für da» Jahr 1928 vor. In der Zeit vom 1. April 1928 bis 31. März 1929 sind vom Reich 1 685 999 Mark gewährt worden, die für die Ingangsetzung und Organisation der Gemein« schaftsarb«it von Hersteller, Handel, Derbraucher, Bonken. Verkehrs- gesellfchasten, Behörden, Wissenschaft usw. auf den verschiedensten Gebieten der Wirtschaft Verwendung gefunden haben. Auch im verflossenen Jahre hat das Kuratorium zum Teil recht gute Arbeit geleistet. Als Mittel der Vereinfachung innerbetrieb- lichcr Verwoltungsaufgaben bei behördlichen und privaten Vermal- tungsstellen wurde das Ortsnumniernverzeichnis des Deutschen Reiches herausgegeben. Die Vereinheitlichung und Vereinfachung des Zahlungsverkehrs ist abgeschlossen und die Einführung des E i n h e i t s we ch i e l s, des Einheits- ordrefchecks und der Einh«ilsschluhnot« van den Banken in Angriff genommen worden. Die E f f e k t e n n u m e- ricrung zur Erleichterung des Effektenverkehrs konnte bereits durchgeführt werden. 2luf dem Gebiet der wirtschaftlich«» Fertigung gelang«s, die Aufgaben im Verpackungs-, Fordet- und Getriebe- w e f« n weiter zu fördern. Die Gemeinschaftsarbeit begann auch im Laufe des verflossenen Jahres damit, sich mit den Fragen einer rationellen Reparatur zu beschäftigen. In diesem Zu- sammenhang führte man aus der Internationalen Automobiloua- stellung in Berlin 1928 und auf der Kölner Frühjahrsmesse eine Mustenverkstatt für Automobilreparatur vor. Besonders wertvoll sind die Arbeiten des RKW. auf dem Gebiete der Landwirt- f ch a f t, wo man sich vor allem mit einer planmäßigen Absatz- gestaltung beschäftigte. Zur Rationalisierung der Hauswirt- schaft wurden die Untersuchungen üb«r Wärm-verbrauch in Klein- Wohnungen fortgesetzt, arbeitstechnische Untersuchungen und Zeit- studien über täglich wiederkehrend« hauswirtschaftliche Arbeiten ein- geleitet und teilweise durchgeführt. Um eine sachgemäße und einheitlich« Ausbildung des Nachwuchses und Fortbildung der Berufstätigen in Industrie, Handwerk, Handel und Landwirtschaft zu erzielen. wurden größere Mittel für die Bearbeitung und Herausgab« von Lehrgängen, Lehrtafeln, Lichtbildern. Merkblättern usw. ausgeworfen und im Rahmen der Ausschußarbe'ten Aufgaben der rationellen Arbeitsgestaltung und der Bcrussausles« vorge- nommen. Die Fülle der geleisteten Arbeit inuß anerkannt werden. Zu bemängeln ist jedoch die Totsache, daß das RKW. sein Arbeitsfeld zu eng gesteckt hat. Die Arbeiten des RKW. drängen zu Unter- suchungen über die Auswirkungen der Rationalisierung z. B. auf die Ware, den Warenpreis, Lohnhöhe, Lohnformen. Lebenshaltung, Arbeitszeit usw. Diese Probleme sind vom RKW. bis jetzt noch nicht berücksichtigt worden. Ohne Zwcisel ist das ein großer Mangel. Großverdiener in der Schuhindustrie. Solamander-Gewinne mehr als 25 Prozent des Kapitals. Der größte deutsche Schuhkonzern, die I. Sigl« u. Eo. Schuhfabriken A.-G. bei Stuttgart(Salamander), kann trotz der ungünstigen Verhältnisse in der deutschen Schuhindustrie wieder einen Glanzabschluß für 1928 vorlegen. In der sehr hohen Dividende von 14 Proz., die gegenüber dem Vorjahr also unverändert bleibt, ist nur ein Teil des ausgewiesenen Reingewinn» enthalten, denn mit 3,6 Millionen Mark entspricht der Reingewinn bei einem Kapital von 14 Millionen mehr als 23 Proz. des Kapitals. Die Verwaltung erklärt im Geschäftsbericht, daß nach der Ab- satzftockung in den Wintermonaten der Bedarf jetzt durchgebrochen sei, so daß in den Betrieben des Konzerns gegenwärtig voll g«° arbeitet werde.— Auch der Abschluß dieses Großunternehmen» beweist wiederum, daß die Krise in der deutschen Schuhindustrie in der Hauptsache die kleinen und mittleren Gesellschaf- t«n umfaßt, die entweder keine eigene Absstzorxcinisaüon besitzen oder in der Umstellung ihrer Betriebe zurückgeblieben sind. 8 Vhr B 5 Barbarossa 9756 Q'Hanion& zamDunl und die weUereujuiraKdoneu Sennaband und Sonntag Ja 3 Verstaltungan da und• Uhr.— d« ermäBlgte Pr. nAzA Am PI,,, 8 Odi> Znu. 8819» Baabes«rtiam Bon-John lazs.QirU Scamp& Scamp, dl« luslisan Boriinor and vettere Verlct«-Kasstkrltte Sonnabend and Sonnlad Ic 2 Torslellnnden 3" und 6 Uhr. kleine Preis«. •»««oooe—t—»mo««i 1 Sommer-Qarten-Theater* Berliner Prater N S8, Kast-Allec 7-9. Tel. Hb. 214« fiaitiplsl Gastcl Dear. Cietai lOlao in der Operette •rsten UaM tSWTit Mir .......... dltwirk.) W ,, NM". Burleske in I Akt mit Gustcl Beer. Operette in i Akten(30 Mitwitk.) fen" ferner;„Er Iti üofli Dar 1 grabe Grete! Lilien. Dazu der neue Tarlattiell. Anfang Konzert 4.30. Burleske u. Variet« 0 Uli. OparkUa 0.00. lesen Cacemlag grolcr Vclknui. �«eeaee— edBeeeeteee Ustsplelbius TägLSV« Uhr Arm wie eine Klrcltcnmasis Skidelsky, Flink Berisch u. a. Rundfunkhörer MU» Preise. Otil XOsstler-IL Tiglich 8V» Uhr: Polnische Wirtschaft VoiKsMUine thetter anlüloijltti 8 Uhr Bemn. wie es weint u. lachi Stutüdullsr-Tb. 8 Uhr Der Friseur von Rosiagen Staatispcr am Platt «arBcpakUk Ts Uhr Hofönaniis Deotsd!» Theater D.I. Norden 12310 8Us kinde gegen II Die Fiederoans Musik y.Joh.StrauS. Regie: Max Reinhardt. Musik- Einrichtung E- W. Korngold. Ausstattg L. Kainer Die Komödie 11 Bismck. 2414/7516 8V|, Ende geg. lO'bU. 18018 UtUBknugaal Der 15m. der seinen Himen änderte 3 Akte von Edgar Walace. Regle: HeinzHilpert Rose- 1 Tbeaier, Curoke Frankfarler Str. 192. TlgUdi 8.14 Uhr i„!»leise9«enM Gar;eBi>91uie fl�Uchi 1 5,30 Uhr; Konzert ond bonier Teil 8,18 Uhr: Die gkseMeOsne Frau iHfUTEt WfeWNA PARK >? QfrW' 19 JUNI 2(?- BEGINN 4 UHR S. Xriol00ll cfas aa0ergev8bBUi u. 8V, Frans Lchars Welterfolg I Friederike Lotte Carola Telephon Steinplatz 0431 u.»121 Metropol-Th. TägL 8'.'« Uhr Sonntags 3"» u- Vit Blaobarl Operette von Oflenbaeh Kammersänger Iis Sleiäk Hloinss Theater Täglich Vit Uhr Mar uaken in NafixiHtrodtsB? Trlanon-Th. Täglich SV, Uhr Sonntag 3>t u. SV« Bistsgltl der Tegem- tur Baaernaaena Nur noch bis 30. 6. Der Ehestreik Rundfunkhörer kalke Preise. Plane tarlmn — am Zoe Will- kaAiasttalo Ilnh B. i Barbarossa 8878. 16V, Uhr StaraklMar sas Saai mar« lghoff- Bre't-t Montag. 1. 7. Cioße Fest- Vorstellung rur Feier des [Hft jährigen Bestehens des Dönhoff-Brettl. Weites Feld für Rationalisierung. Milliarden Läger zu ersparen.— Oder jährlich 1150 Mitt. M. Zinsen. Es ist gewiß eins groß« Aufgabe, den Staatzurationali- s i e r en, das heißt, feine Leismngen bei gleichen Kosten zu steigern oder eine gleiche Leistung bei geringeren Kosten zu erzielen. Wo die deutschen Unlernehmer dos wollen, haben sie recht, wenn die Forde- runz auch nicht neu ist. Aber mit der Rationalisierung in der Wirtschaft haben es die deutschen Unternehmer noch nicht allzu weit gebracht. Das zeigt eine sehr verdienstliche Untersuchung, die Dr. Melchior P a l y i als wissenschaftlicher Beirat der Direk- tion der Deutschen Bank im letzten Monatsbericht dieser Bank ver- ösfentlicht. Di« deutschen Unternehmer werden diese Kritik um so mehr beachten müssen, als sie nicht vom verhaßten Staat, sondern von der bedeutendsten privaten deutschen Großbank ausgeht. Es Handell sich um die in den letzten Jahren vielfach behandelte, für die Rationalisierung in Industrie und Handel sehr wichtige Frage, inwiewiet durch Verringerung der Lagerhallung die festen Kosten in den Betrieben gesenkt, damit in der gesamten Volkswirt- schaft Kapital für andere Zwecke freigemacht, der Kapitalbedarf verringert und damit die falschen, eventuell dem Ausland zu zahlenden Zinslasten vermieden werden können. Dr. Pol.gi hat für die Deutsche Bank eine Enquete mit 890 Erhebungen gemacht, die?ZiZ0 bis 3000 Betrieb« erfassen mit einem Eigenkapital(Kapital plus Reserven) von rund 4 Milliarden Mark. Die meisten Industrie- und Handelszweige, mit größten bis zu kleineren Unternehmungen unter einer halben Million Eigen- tnpi'al, find erfaßt. Nicht berücksichtigt sind wegen der Eigengefetz- lichkeit der Lagerhaltung dabei landwirtschastliche und bergbaulich« Betriebe, Brauereien. Konsignationsläger und ähnliche, bei denen das Verhältnis«on Lagergröße und Umsatz von äußeren Faktoren und nicht entscheidend von der kaufmännischen Vernunft abhängt. Die Entwicklung von l92S bis 1928, also gerade die Zeit der großen Rationalisierungsbemühungen, gleichzeitig aber auch die Zeit großer Konjunkturschwankungen wird untersucht: der Lagerbestand bzw. das Verhältnis Umsatz zu Lager wird für 192S je mit der Ausgangs; rhl 100 zugrunde gelegt, und demgegenüber werden zwei Reihen für die Jahre 1928—1928 für Lagerbestände und das Verhältnis Umsatz zu Lager berechnet, in denen sich der Erfolg der Rationalisierung, das heißt der Verkleinerung der Läger im Verhältnis zum Umsatz, aus- prägen müßte. Dr. Palyi kommt zur F e st st e l l u n g folgender Hauptziffern: 1923 Index der Lagerentwicklung 100 Index des Derhältirfse» von Lager zu Umsatz... 100 tttrife)» M> l l> o r d« n M a r k, und wenn man berücksichtigt, daß bei den heutigen Geldmarktverhällnissen dafür jährlich 130 Millionen Mark Zinsen gezahlt werden/ so tonn man ermessen, welch« groß« Rationalisierungsarbeit hier noch geleistet werden könnte. Mit Recht übt dann die Deutsche Bank an dem Heer jener Der- b a n d s s y n d i ,, i Kritik, die im ollgemeinen bekanntlich lieber den Unternehmern gcsäilige..große Politik* treiben ol« an. strengende Kleinarbeit:„Es ist bedauerlich,* sagt Dr. Palyi, „daß unser so üppig entwickeltes Fachverbandswesen in dieser Rich. wng noch nicht allzuviel getan hat. Ein- Lücke, die aber leicht au» gefüllt werden könnte. Es bedürfe dazu nur des Entschlusses, für jede wichtigere Branche einen geeigneien Mann, der sicherlich zu finden ist, einzusetzen, um die der Lagerhaltung zugrunde liegende Situation zu studieren und Vorschläge zur Behebung der Mißstände zu machen Es liegt auch nahe, auf dieKa-telle hinzuweisen, die hier «twas wirklich Ersprießliches leisten könnten: freilich zeigt sich dabei wiederum die Ueberlegenheit der trustähnlichen Gebilde den loseren Kartellen gegenüber.* Dabei wird auf die Erfolge des Stahlvereins verwiesen. Trotz reichlicher Bemühungen um die Frage der Lagerhaltung wußte man bisher über deren Entwicklung im Rahmen der Ratio- nalisierung recht wenig. Dr. Palyi Hot bestimmte Tatsachen sest- gestellt und eine bestimmte Entwicklung innerhalb des Kon- junkturablaufs. Fraglich, ob die vorliegende und sestgestellte Entwicklung eine gesetzmäßige ist. Das scheint sie aber nicht zu sein, wie die Beispiele der Maschinenindustrie, der Elektrotechnik, der Optik, des Großhandels und' der Kaufhäuser beweisen. Daraus ist der Schluß zu ziehen, daß insgesamt die Rationalisierung in der Lagerhaltung bisher versagt Hot und daß die Feststellung des Optimismus der Lagerhaltung im Ablauf der Kon- junkwren noch eine schwierige, in der Zukunft zu lösende Ausgabe ist. Es ist dankenswert, daß die Deutsche Bank den Anfang mit der Lösung dieser Aufgabe ernsthaft gemacht hat und daß sie, sicher in diesem Fall ein einwandfreier Zeuge, auch den deutschen Unter- nehmern klargemacht hat, daß sie durch Selb st- Hilfe noch viel in der deutschen Wirtschaft bessern können, ohne sich hierzu auf unerträgliche Be- lastungen aller Art berufen zu dürfen. Maybach-Mokoren für amerikanische Luslschifse. Für die Liese- rung der Motoren für ein neues amerikanisches Luftschiff vcranstal- tet« die Goodyear-Zeppelin-Gesellschast eine internationale Aus- schreibung. an der sich alle maßgebenden Motorfabriken der Welt beteiligten. Die Wahl fiel auf die Maybackz-Motoren G. m. b. H.. Friedrickshasen, die einen Austrag zur Lieferung von 8 Motoren von je«00 P5. erhielt. Dänemark kommentiert. Die Fo'gen der agrarischen Zollpolitik. Wir haben gestern eine dänische Auffassung zu den deutschen Zollbeschküssen wiedergegeben, die sehr pessimistisch war. Es be- steht aber auch eine ruhigere Beurteilung, wie folgende Mcldwig Zeigt. Nach dänischen Sachverständigenäußcrungen und Pressekom- mentaren sieht man in Kopenhagen die praktischen Folgen der deui- sehen Reichstagsdebatt« über die landwirtschaftlichen Zollerhölpmgen und Einfuhrbeschränkungen nicht so pessimistisch an, wie man es hätte erwarten können. Bezüglich einer Einstellung der Vieh- einfuhr nach Deutschland in den Spätsommermonaten meinen dänische Sachverständige, daß eine natürliche Regelung stattfinden werde, da sich der dänische Export nach dem deutschen Markt richte. Daß ein B e r b o t gegen die Einfuhr dänischen Viehs erlassen wird, hält man aus dem Grunde für ausgeschlossen, da dieses mit den Bestimmungen und Abmachungen des B ö l k e r- bundes über Ein- und Ausfuhr in Konflikt gerote. Was die Erhöhung des Butterzolles betrifft, so glaubt man in den betreffenden Kreisen, daß sich erst nach einem halben Jahr die ersten Anzeichen einer Aenderung der Zollsätze bemerkbar machen werden. da zunächst der deutsche Vertrag mit Finnland gekündigt werden muß: und selbst eine Erhöhung glaubt man hier ertragen zu können, da nach der letzten Butterzollerhöhung vor drei Jahren der Buttevexport nach Deutschland immer weiier gestiegen ist. Das Aussuhrkartell der deutschen Lokomolivindustrie ist e n d- gültig aufgeflogen. Die vereinigten Firmen Henschcl u. Maffei hatten seinerzeit ihr« Mitgliedschaft mit der Begründung gekündigt, daß Borsig und Schwartzkopss bei einem serbischen Repa- rationsauftrag die Verbandspreise unterboten hätten. Der Loko- motivausfuhrverband hat seine Klage vor dem Kartellgerichi auf Ungültigerklärung dieser Kündigung, bevor dieses eine Eni- fcheidung fällen tonnte, zurückgenommen, ohne die erhobenen Bor- würfe zu widerlegen. Der Austritt von Henschel u. Masfei ist damit rechtskräftig geworden: das Kartell ist gesprengt. Lüdenscheider TNelallindusirle hat gut zu tun. Wie die West- fälische Kupfer- und Messingwerke A.-G. in Lüden- scheid In ihrem Geschäftsbericht für 1928 mitteilt, konnte sie im letzten Jahre die Gesamtproduktion aus der Höhe des guten Vor- jahres halten. sagt öer Bär? ,1: L XOM /, LINON/ '""'j l "/;///'y M./ "/'///'/"n i'-i, ',, h/iiluOL."iu� Sui, mhüS///!. Cvej wn Mr Jeder einmal in Berlin der Stadt, die durchpulst von brausendem Leben mit ihren Kunstschätzen und Bauten alle Besucher in ihren Bann zwingt, Bleibenden Eindruck behält aber der Rauchender eis wirklich greifbare Erinnerung eine ihrer besten Gaben mit sich nimmt: •XmetöiiMksMml Berlins m eistgera uchte Cigarette ••■V■: I'p ■ h:..' ;':J! Ä�1 '<. �.v-yi. ;■■ V- ;;�-.V'■-''-i -■''i'. •■■;.• v;>7•>>'>. /.■• � \v->.v*3«V:*;■.;;5 ''t Kz;•' 5V fiv& /MOp#1# :'■■' t ■ M �-syp» HTT-j�r. WMD�• MMWA.?■ BWM' W BM redsftr Belle-Allidnceftr Frankfurter Allee. Leipziger Str. Alexanderpiafz, Wilmersdorfer Verkauf soweit Vorrat.— Mengenabgabe vorbehalten.— Verkauf nicht an Wiederverkäufen. Nur einige Beispiele; Crepe marocain Baumwolle, apart gemustert, Mtc. 'PL Bastseide neue Drackmaster.......'.....Meter Ueloutlne V 'Wolle mit Seide, in Terscbiedeneii Farben....................... Meter Vollvoile Kleid hübsche kleidsame Form, mod. Muster, Ortf sse 42-S2..Stück Elegantes CrBpe de Mne- Kleid bedruckt, fesche StQionn, mit Rüschenvolant............ Stück Mädchen- Waschkleid hübsch r erarbeitet, Lg. 50-80 cm, Stück ml Leipziger Strasse• Alemerptatz• Frankfurter Allee• Bene Alttunte-Strasse> Brannenstrasse» Kotuiisei Dumm• Uilmersiloifer Strasse• Amtreusstrasse Verkäufe Sisolcsm. Ezillat. RolonirfttaSt 9.• SBodicnenbbette«, tomplftt 21,—. Bappelall» nur 12; Pankow. Schmidt. ÜroR« 1. ganbratjcBcs mit Bauqenehmiaunp, Aniaftluna 50 an., monatliche Abza!,. Inn« 25 M. 5 Minuten vom Balinbof. Kodrpreis 20 Pf. Selten preiswert, ver. kauit an. Sein, Berlin, BStzowstr. M, dei Gcrlach, prrsönliche Auskunft »beiibs 7—9. Walbparzcllen 1200,-. herrlich» Mi. Unten vom Wandlitifee, klein« An, ah. luna. Wagner, Wandligsee, Stolzen. hogenerstraßc.' 2anbvar,ellen 950,—, schön gelegen, Neinc Anzahlung. Kicwitt. Lrantcn, hnrq. Berliner Allee 35 fBerlaufsbürv). kanVarzeZen 050.—, schön gelegen, kleine A>lahluw bürg. Berliner Riewiit. vranien. 35 lBeriauKhilrv). «ckl?>itunz5aiucll9. Waache uz« Wenig getrages» Kavaliergarberod, von Millionären, Aerztcn, Anwälten ffadelhaft billig« Preise. Smpfehle Taillenmäntel, Paletots, Kracks, Sm». kings, Gehrockanziige, Holen. Sport. Gehpelze. Gelegenheitsräulr in neuer Garderobe. Weilctler Weg lohnenb. eothringerstrabe 5«, 1 Treppe. Bosen» tdaler Plag.' Frockanzüg«. Emo> ckanzllge, Jackett Wenig getragene tinganzilge. Gehroc �. anziige, Gummimäntel, Sutawapanzllg«. Gadardinemäntel. Sooerlcoatpaleloto, nlr leb« ffigur paffenb. Sp zialität: Bauch. anzllge spoilbillig. Dclcllschaftsanzilge werden verliehen. Hglpern. Ziofenthaler. strake i. L Staue* Benig g« tragen«, teils auf Seih« ge- «rdeitete. erltriasllge Iackettanzllg«. ffrack. anziige, Emokinganzüge. Gehtockanzitge. Bauchanzllg«. für sei» ffigur pallend, getragene Eommerpalrtots in allen ffor- men; außerdem hochelegante neue Gar. derobe, vou erstklasfigen Schneidern ge. arbeitet, zu Nauncnb billigen Preisen. Gelegenheitskäuse in Herren, und Damenpelzen. Leihhau» Lowick!« Prin- zenftraße lOS. eine Trepp«. Kein« Lombarbware.' Po» Kavaliere» wenig getragene und neu- Iackettgnzilge. Smokinganzllge. Adenbanzllg«, Sommerpaletots. larbig und marenga. Bauchanzüge u. Paletots. litr jede ffigur passend. Pelzwaren-Ge. legenheiiskäuse enorm billig Kein- Lombarbware. Leihhaus Fricdrichstr. 2, Hallesche, Top.• Wenig getragene Iackettanzllge, teil« ioe, 18,—, Smokinganzllge. Bauch. auk Seil anzllge. Taillenmäntel. Pafet'ot». llau- nenb billig Gelegenheitskäufe in neuer Herrenaatderob« Leihhaus Ziofenthaler Tor. Linienstraße 200—20«. Ecke Zioien. «balerNrab» Kein, Lombarbware. Lerleth hocheleganter Gelellschaft»- Anzllge Leihhau» Lowick!. Prinzen. Rrafte 105 Patrutmntrage».Primisllma". Metall. betten. Auslegematratzen. Shaiselongue». Walter, Stargarderstraß« achtzehn, kein Loben.» StöbrOanlR werke Kredit anb dar Möbclbazo«, große Auswahl, »eine Prell, I Peilpiele- Schlafzimmer«55. Speisezimmer 3«S Hertenzimmer 200. Zpiegelschränke 118. Anrichteillchen 75, Kleiberschränke«8. Halzdeltstcllcn«8. Shaiselongue» 28. Melollbetlftellrn 15, Aufiegemalratzen 13 Sonstige Möbel entsprechend« Preis« Teiizadlung ausschlagsrel. Wochenraten. Monatsraten Kleine Anzahlungen. Ka�a-Ziabatt« di» zehn Prozent Kredite bis zwei Jahr«. Mäßige Zinsen. Neu- kölln. Lermannolatz 7; Steglitz. Schloß. straße IM; Belle.A" ce-Sttaß« 95. Untergrunb-Bahnhok_• Bochenenb-Chaiselongne» 2«,—. 30,—. 35,—. Papp» lalle« nur 12; Pankow. SchmibtNraße 1• Möbel.Knmetling. Kastanienallee 56. ZlußbailM.Waschlommoden, englische Bett. stellen. Nachttische Ztiesenauswahl Plüfchsofas. Spottpreise. Zahlung» Musikinstrumente Lintpinno». fibetaus»rriswert. Piano. labtil Link. Prunnenstraß» 55' Piano« 175,—, 275,—,«23,—, gebraucht. große Auswahl in neuen: lang. tährlge Garantie. Serer. Brunnen. strafte lSl, 1 Trepp«, slpfenthaler Platz Teilzahlung.' pithrrüeter StilzahlHna, kulante Bedingungen ffabrikpieis«. nur Qualitätsräder, ffahr radbau.Wima' Ackerstrafte dreiftia Gebraucht« ffahrräder, größte Au» wähl. l5,—. 20.-. 25.-. 30.-. 35.- Machnow. Weinmeisterstraße 1«.• Kaufgesuche z-h»g«bitf«. Plaiinabkäll«, Lötzinn Blei, Queckstlber. Silberschmelz». Gold- schmelzerei Shristionat. Köpenickcr. straße 3»< Hallestell, Adalbert straße).» Verschieclenes Gesucht. Protokolle ober die VerHand- lungen der sozialdemokratischen Partei. tag« 1920, 1927. Preisangebote an Buch- Handlung Karl Sch-ller, ffranksurt a. M., Schillerstraß« 12.____ Detektioburean Staschel, SHaustee- strafte 77 ffetiisprechet Norden 7886. Beobachtungen,. Srmitteluuger Aus» kllnfte allerorts.* Vermietungen Wohnungen £., ZW»,»•. i Wsti mmer. Neubau wo h. nunge» in Hirlchgarten. Nummelsburg, Karlsborst pnd Zieinickendorl. Zlllckzadl- barer Bauzufchuft 500 M pro ßunmrr. Beziehbar ffrilhiahr l92» Wohnraum, Belle-Allianre-Str 79 Vera mann ozz«. Timmer möblierte Zimmer, NeulAllt, Richard straße 13. Mertur.