Morgenausgabe Nr. 301 A 152 46. Jahrgang SLochentNch 86�1, monatlich 8.60 5R. Im voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. «inschliehlich 60 Pfg. Postzeitungs- und 72 Pfg Postbestellgebühren. Ausland»« abonnemem 6.— M. pro Monat. Der.Vorwärts� erscheint wochentSg» lich zweimal. Sonntags und Montao« einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilogen„Bolf vnd Zeit" und„Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen".„Frauen. stimme".„Technik"...Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Vorwärts" P' WG Berliner Voltsbla« Sonntag 30. Juni �929 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. 1 1 n t p« 1 1 1 g• NonparelllezeN, nfa. ÄeflomfSdle S.— Slkich». „Stleinc Vnitigen' da« ftttgo »« 60 Pfennig murt druck!» Morl 2ö Pfennig �zulässig zw»! seltgedruckl» WortrX Irdr« wriler» Won 12 Pfennig. Slcllenge.uch, da,»rfl» War! IS Pfennig, fede» weilere War, 10 Pfennig. Wone uder IS Buchs, aden ählen für zwei Wone. Ardeilsmarti "eile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeil» ZPsennig. Anzeigenannahme imHaup,. »efchäft Lindenslrohe ft. wocheiilägiich von 6'h bi, 17 Uhr. Jentraloegan der SoziatdemokratisGen Vavtei Deutschlands Nedaktion und Verlag: Berlin SW 68. Uindenstrotze 2 Fnnlmichn: Tönhost 292—297 Telegramin-Adr.: Soztaldeinokrai verlt» Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: BerN» S7KZS.— Vankkonio: Bank der«rbelter.«ngestelllen und Beamten Walls». KS. Ditkonto-Eesellschast. Deposttenkasse Lindens». S Dreiteilung der Konferenz? Ein Vorschlag des britischen Schatzamtes.- London wieder fraglich? London. 23. 3unL(Eigenbericht.) 3n britischen amtlichen, insbesondere in den mit dem S ch o h a m t (Snomden� in Verbindung stehenden Kreisen scheint man angesichts der immer deutlicher werdenden Schwierigkeiten, aus die eine glatte und schnelle Abwicklung der kommenden Reparationstonserenz stohea dZrste, mit großem vachdruck aus eine Dreiteilung der Kon- serenz einzutreten. Zloch dieser Aussassung wurde man es sür richtig halten, als e r st e s Stadium der Sonserenz eine Besprechung der Äußenminlslcr und Experten abzuhalten. Zweck dieses Vorstadlums wäre es. die ausgeworfenen fragen politischer. finanzieller und wirtschastlicher vatur a b, u g r e n z e n und bis zu einem gewissen Grade auch auszuwählen. Als zweite Etappe würde sich eine Expertenkonserenz anzuschließen haben. b-i der eventuell die 5 i n a n; m i n i st c r anwesend zu sein hätten. Die Experten, die naturgemäß' im wesentlichen mit den Aachleuten der porlser Konseren, identisch zu sein hätten, würden jedoch bei diesen Diskussionen nicht als unabhängige Fachleute, sondern alz V e r) r« t e r der Regierungen sungicrcn. Dos dritte Stadium mit der formellen Unterzeichnung des Ahkommens durch die Ministerpräsidenten mühte sich nicht unbedingt unmittelbar an diese zweite Etappe anschließen. E» kann im gegenwärtigen Augenblick jedoch noch nicht gesagt Vierden, inwiefern diese, au» autoritativer Quelle stammende Aussassung auch die Aussassung des Außenamtes widerspiegelt. Vach dcn leisten Informationen unseres Londoner Korrespondenten ist das anscheinend bereits als feststehend beirachletc Vachgeben der sriinzöstscheu Regierung bezüglich London als Tagungsort der Kbnscrenz neuer ding» ernstlich in Frage gestellt. Amerikas Absage an Krankreich. In der französischen Kammer milgeielii. Paris. 29. Juni.(Eigenbericht.) Tie neuen Ichuldenverhandlungen mit Amerika, zu denen Ministerpräsident Poincare von der.siamwer in patriotischer Aufwallung gezwungen war. haben, wie nicht anders zu erwarten war und wie der sozialistische Parteiführer Leon P l u m gleich voraus- ncsagt hatte, zu einem glatten Mißerfolg für rankreich geführt. Noch einer amtlichen Mitteilung, die der Innenminister Tor- d i e u am Sonnabend mittag in der Kammer verlas, hat der französische Botschafter in Washington. Claudel, dem amerikanischen Staatssekretär S t i m s o n„mit aller Dringlichkeit� die Gründe des französischen Verlangens um Schuldenaufschub auseinandergesetzt. S t i m s o n ist ihm zwar an lzöslichkeit nichts schuldig geblieben. Er hat„mit sichtlicher Bewegung" zunächst daran erinnert, daß er selbst französisches Blut in den Adern habe, daß er drei Jahre lang f ü r den Eintritt Amerikas in den Krieg gekämpft, und daß er schließlich den ganzen Feldzug selb st mitgemacht habe. Er hat dann aber doch, wenn auch„mit Trauer", dem sranzösischen Botschafter eine Absage erleilen müssen. Ein Schuldcnaus- s ch u b könne vom Präsidenten choovcr nicht gewährt werden, da er dazu nicht berechtigt sei. Der Kongreß aber könne nicht ein- berufen werden, da seine Mitglieder alle verreist seien und sich zum Teil sogar außer Landes befinden. Im übrigen aber habe Amerika seine Freundschast gegenüber Frankreich deutlich genug gezeigt, in- dem es ihm schon im Schuldenäbkommcn vom Jahre 1926 einen öOprozcntigen Nachlaß gewährt Hab«. Die französische Regierung hat sosort die Kammerausschiissc für die Finanzen und auswärtigen Zkngelegcnheilcn einberufen, um«nich ihnen die schlechte Nachricht zu übermitteln. Am Sonnabendabend soll die Kammer zu einer kurzen Vollsitzung zusammen- treten, um ihrerseits von dem negativen Ergebnis ihrer patriotischen ?luswallung unterrichtet zu werden. Eine Diskussion soll unter allen Umständen vermieden werden, damit die Blamage nicht Noch größer wird. In der Sitzung der Ausschüsse verlangte Poincare, daß die Kommer bis zur Unterbreitung des Berichtes der beiden Ausjchüsi« über die Ratisizierung, also bis zum 7. Juli, in keine Debatte über die Ratisizierung eintrete. Er unterstrich ferner, welche B o r t e i l e man erzielen könne, wenn man in die Rotifiziernng keine Vorbehalte einschließe und dies erst nach Unterzeich- nung des Dekrets der Ratifizierung durch den Präsidenten der Re- publik tue. poincar6 erttäri: Nicht vor dem IS. August. • Paris, 29. Juni. Ueb«r das voraussichtliche Datum des Zusammentritts der Regierungskonferenz macht« Ministerpräsident Poincorä der außenpolitischen Kommission einige interessante Mitteilungen. Aus bie Frage des sozialistischen Abgeordneten Grumbach, wann die Regierungskonierenz zusammentreten werde, antwortete er. daß dies nicht vor dem 15. August möglich sei, nich: nur weil die Aorbcratungen der anderen Regierungen kaum vor diesem Datum abgeschlossen seien, sondern auch, weil die technische K o m- m i s s i o n Zur Ausarbeitung des Statuts der internationalen Re- parationsbank ihre Arbeiten nicht vorher beendet haben würde. Flugzeugkaiastrophe bei Lindau. Künf Personen ertrunken. Lindau,'29. Juni. Ein Flugzeug des Bodeusee-Aero-Llohd mit fünf Passagieren, dem Flugleiter und dem Piloten an Bord, wollte heute abend bei Lindau auf dem Boden- see niedergehen. Es überschlug sich wenige Meter über dem Wasser nach einem scharfen Anall, der wahrscheinlich von einer Explosion herrührte, und versank im See. Zwei Passagiere konnten schwerverlebt gerettet werden, die übrigen fünf Insassen find ertrunken. » Ein überaus schweres Flugzeugunglück ereignete sich heute abend zwischen 5 und 6 Uhr unweit von Lindau aus dem Bodcnsee. Das Flugzeug V 1620, eine neue M o s ch i n e. die erst vor kurzem in den Dienst des Bodensee-Slero-Lloyd gestellt worden war. wollte eben nach einem Flug, mit fünf Passagieren, dem Flngleiter und dem Piloten an Bord, ans das Wasicr niedergehen. als es sich nur wenige Meter über dem Wasser nach einem scharfe« Knall, wahrscheinlich infolge einer Explosion, überschlug und dann nach wenigen Mi- unten im See versank. Boote, die rasch zur Unglücksstelle eillen. konnten zwei Per- s o n e n. den Apotheker Johann Firles aus Friedberg in Hessen und den Kousmann Hermann Wüster aus Barmen, schwer verletzt mit Hand- und Rippenbrüchen bergen. Erst später konnte der Rumpf des Flugzeuges an die Oberfläche des Sees gehoben und aufge- schlagen werden, die Leichen des Flugleiters des Bodenfee-Aero- Lloyd in Lindau, Eduard Hagge. des Oberbaurats Haag aus Friedberg, in Hessen und der Frauen der zwei Schwervcr- letzten geborgen werden. Ter Vorderteil des Flugzeuges mit dem Motor liegt noch auf dem Grund des Sees, vermutlich befindet sich in ihm auch die Leiche des Piloten Zinsmeister. Alle Bemühungen, das Flugzeug an Land zu ziehen, mißlangen, so daß der Rumpf des Flugzeuges mit einem Trajektkahn unter Wasser in den Hafen von Lindau geschleppt werdcn mußte, wo man ihn mit einem Kran hochziehen wird. Die Ursache des Unglücks ist noch unbekannt. Oer Kaiser kommt! Kommunisten schreien nach dem Nepublikschußgeseh. Ein kommunistisches Abendblatt bricht in den Entsctzensruf aus: der Kaiser kommt! Es weiß zu berichten, daß in Homburg bereits Zimmer für Wilhelm gerichtet werden. .Das Entsetzen des kommunistischen Abendblattes bei dem Gedanken, daß Wilhelm wiederkehren könnte, ihre Ueberschätzung Wilhelms ist nur so zu erklären, daß die Kommunisten noch völlig in der Vergangenheit leben und die Gegenwart nicht begreifen. Daher dos Entsetzen und die daraus plötzlich geborene Sorge um die Republik. Es ist dem kommunistischen Abendblatt nur eins entfallen: daß die Kommunisten im Reichstag für die Zlushebung des Republikschutzgesetzes gestimmt haben. Warum also das Entsetzen? Schuh der Republik! Oie Sozialdemokratie bleibt auf dem Posten. Der 28. Juni ist von nationalistischen Verbänden mit lärmenden„Trauerkundaebungen" begangen worden. Die Massen des arbeitenden Volkes, zumal' die bewußten Sozial- demokraten unter ihnen, find ferngeblieben, nicht etwa, weil ihnen der Tag gleichgültig wäre, sondern eher im Gegenteil. weil i h r Empfinden ihm gegenüber echter und stärker ist. Der Tag, an dem der Vertrag von Versailles unterschrieben werden mußte, war ein Tag der Niederlage nicht nur für das deutsche Volk, sondern auch für den Gedanken der internationalen Gleichberechtigung, wie die sozialistische Arbeiterbewegung ihn vertritt. Mit seinem Wiederaufstieg ist seitdem auch der Wiederaufstieg des deut- schen Volkes unlösbar verbunden, und was diesem Gedanken entgegengesetzt ist— wie der besinnungslose Phrascnlärm unserer Nationalisten—. nützt dem deutschen Volke nicht, sondern es schadet ihm. Kein Sozialist wird ohne tiefe Erschütterung die Bilder aus dem Jahre 1919 betrachten, die Victor Schiff in seinem Buche„So war es in Versailles.. Wiederaufleben läßt. Es ist aber der besondere Wert dieser Schrift, daß sie den Leser nicht in eine Stimmung stumpfer Verzweiflung versetzt. sondern daß sie ihm den Glauben gibt an die unzerstörbare Kraft des internationalen Gedankens und an die unzerstör- bare Kraft unseres Volkes. Von Versailles geht der Weg zurück nach Weimar. Dem 28. Juni folgte der 11. August. Wenige Wochen, nach- dem Hermann Müller die erzwungene Unterschrift unter den Friedensvertrag geleistet hatte, unterschrieb Friedrich E b e r t aus freiem Willen die neue Verfassung der deutschen Republik. Sie war die Bekundung des Willens zu leben und auf neuen Wegen einer helleren Zukunft entgegenzugehen. -e Man hat diese Verfassung„die freie st e der Welt' genannt. Ihre Gegner haben darüber gespottet. Aber diese Verfassung hat sich jetzt eben wieder zu ihren Gunsten aus- gewirkt, und sie haben diesen Erfolg mit lärmenden Kund- gedungen der Freude begrüßt. Das Gesetz z u m S ch u tz der Republik ist gefallen, weil sich im Reichstag die zu seiner Verlängerung notwendige Zweidrittelmehrheit nicht mehr fand. Die Feinde der Republik werden also vom 22. Juli ab dank der Verfassung eine nahezu unbe- schränkte Freiheit genießen in der Bekämpfung dieser Ver- sossung auch mit den Mitteln der niedrigsten Beschimpfung und der gefährlichsten Verletzung. Wenn etwas imstande ist, sie vom äußersten zurückzuhalten, so ist es nicht ein Gefühl für Recht und Billigkeit, das ihnen leider vollständig fehlt, son- dern es ist nur die Furcht vor den Folgen einer allzu weit- getriebenen Dreistigkeit. Das gilt für alle, die jetzt durch die Verfassung von Weimar lästige Bindungen losgeworden sind: sowohl für die Anhänger des Herrn auf D o o r n wie auch für die Partisanen Adolf Hitlers und die Nachläufer Teddy Thälmanns. Das Gesetz zum Schutze der Republik war die Folge der politischen Unreife, von der manche Schichten des Volkes noch nicht losgekommen sind. Die Verfassung von Wei- mar gibt allen die gleichen Chancen zur Gewinnung der politischen Macht. Sie gibt auch Herrn Hitler oder Herrn Thälmann die Möglichkeit zu regieren, sie knüpft daran nur die Voraussetzung, daß dies mit Billigung einer Mehrheit des Volkes geschieht. Hätten sich alle dieser gerechten und vernünftigen Regel unterworfen, so wäre niemals notwendig geworden, das Gesetz zum Schutze der Republik zu schassen und es anzuwenden. Weil aber kleine Minderheiten es sich in den Kopf gesetzt hatten, durch politische Meuchelmorde und Putsche die Regierungsgewalt zu erstreben, sind bc- sondere gesetzliche Maßnahmen notwendig geworden, um die Vorbereitung solcher Unternehmungen zu verhindern. Sollten sie sich in Zukunft als entbehrlich erweisen, um so besser! Dies wäre der schönste Triumph der Verfassung von Weimar und der Republik. Ziehen aber neue Gefahren heraus, so wird die Republik ihnen zu begegnen wissen. S e v e r i n g hat es versprochen, und er ist ein Mann, der sein Wort hält. * Man stelle sich einmal vor, die Verteidiger der Republik würden ihre Bemühungen aufgeben, die Sozialdemokratie würde sich auf Passivität und Neutralität zurückziehen. Was wäre die Folge? Die Feinde der Republik von rechts und links, die sich jetzt so schön miteinander vertragen, würden sofort in zwei Heerlagern einander gegenüberstehen, die gc- waltsame Auseinandersetzung zwischen Faschisten und Kom- munisten würde beginnen. Im Straßenkamps würde entschieden werden, wer in Deutschland regieren soll, und den Sieg würde der Teil davontragen, der den größeren Teil der disziplinierten und geübten Waffen- träger auf seine Seite zu bringen vermöchte. Daß dies die Kommunistische Partei wäre, wird auch den meisten Kommunisten recht zweifelhaft sein, aber auch ein vorübergehender Straßensieg dieser Partei müßte angesichts ihrer allgemein anerkannten Unfähigkeit binnen wenigen Tagen mit dem Warnung an die Feinde der Republik Oer preußische Innenminister spricht zum Reichsbanner. Irankfurl a. ZS. Juni.(Eigenbericht.) Eine imposante republikanische Kundgebung veranstaltete dos Reichsbanner zusammen mit den Arbeitersportlern und den P a r t e i ge n o s s e n vor dem Frankfurter Römer anläß- lich der Anwesenheit des preußischen Innenministers Erze- s i n s t i. Vier- bis fünftausend Personen versammelten sich auf dem freien Platz und hörten die Rede des Ministers, die durch den Fall des Republikschutzgesetzes einen besonders aktuellen Anlaß hatte. Der Minister führte aus: „Am diesmaligen 1l. August werden wir in Preußen und Deutschland festlich das 10. Jahresfest der Weimarer Verfassung begehen können. Dom August ISlS hat uns dies« Verfassung den mühsamen Weg zum Aufstieg durch schwere Wirren politischer und wirtschaftlicher Art ermöglicht. Alit Freude und Genugtuung können wir festsiellen. daß die republikanische Staalssorm, die zunächst bedroht erschien, heule eingewurzelt und sefi gegründet ist. Heute ist die Weimarer Verfassung kein nur beschriebenes Aatt Papier mehr, sondern ihre Grundsätze sind in Flei schund Blut von Millionen Staatsbürgern übergegangen, lind diese sind nicht gewillt, an dieser Verfassung, an dieser Staatsform rütteln zu lasien. Im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold ist dazu«ine Millionenorganisation entstanden, die in den letzten fünf Jahren wiederholt ihre Stärk« bewiesen hat und die in Not und Freud« unerschüttert zur Republik stehtl Am letzten Donnerstag ist im Deutschen Reichstag für die un- veränderte Verlängerung des Republikschutzgesetzes die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht erreicht worden und das Gesetz ist gefallen. Die Radikalen aller Richtungen glauben nunmehr ihre Zeit ge- kommen, die Zeit, in der sie ohne Furcht vor Verstößen gegen gesetz- liche Bestimmungen diesen Voltsstaat und sein« Verfassung, seine Farben, seine Führer herabsetzen, schmähen und beschimpfen können. Ach, diese Armen im Geiste! Aber auch welche Zämmerlichkelt der Gesinnung kommt in einer solchen Einstellung zum Ausbruck, die sich darüber freut, baß nunmehr niedrige Herabsetzung der Siaalssorm und die Farben, die für Millionen und aber Millionen Deutsche Symbol sind, straffrei ist! Ueber solche Gegner werden wir mit einem Achselzucken hinwegsehen. Und in diesem Zusammenhang auch ein Wort zur Dik- ! a t u r. Die Diktatur ist die Regierungssorm der Gewalt, die sich «in Volk, ganz gleich welches, heute nur gefallen läßt, so lange es sie sich gefallen lassen muß. Für das deutsche Volk wäre die Diktatur das Eingeständnis der Unreife und der inneren Schwäche—«ine Beleidigung für das hochaufgeklärte deutsche Volk. Der Schrei nach einem Diktator ist im Grunde nichts anderes als das Eingeständnis der selbstgefühlten eigenen Unzulänglichkeit. Nun gut, mögen Deutschnationale. Nationalsozialisten. KPD. und wie dos reaktionäre Parteigewimmel noch heißt, glauben, daß sie einen Diktator nötig haben. Aber mögen sie sich in allem Ernst gesagt sein lassen: Die deutsche Arbeiterschaft, die in ihren politischen und gewerk- schofllichen Organisationen in langen Jahrzehnten eine mühselige Erziehungsarbeit zur Mitarbeit und Mitverantwortung im Staate geleistet hat. denkt gor nicht daran, sich eine andere als demokratische Verfassung gesallen zu lassen. Die deutsche Arbeiterschft läßt sich nicht mehr wie vor 1918 gegen ihren Willen lenken. Jeder derartige Versuch würde kläglich scheitern an dem einmütigen und geschlossenen Widerstand der Arbeitnehmer- schaft und der demokratischen Organisation der Republik, des Reichs- banners. Die unendliche und bewundernswerte Langmut, die im Jahr« 1918 die Arbeiterschaft an ihren Drangsalierern geübt hat und die sie damals noch Lage der besonderen Verhältnisse üben mußte, diese Langnmt wird nicht mehr geübt werden Es ist im Reichstag neulich von rechts der Zuruf„An der Laterne aufhängen" gefallen. Man sollte mit solchen Bemerkungen vorsichtig sein. Die deutsche Arbeiterschaft würde diejenigen, die frevelhast auch nur den Versuch machte», ihre politischen Rechte mit Gewalt anzutasten und auf Kosten des Volkes ein« Vorherrschaft auszurichten, diesmal wirklich an die Laternenpfähle aufknüpfen und sich von niemanden, dabei in den Arm sollen lassen! Und auch das sollen sich die Befürworter und Lobredner einer Vorherrschaft gesagt sein lassen: Wir lassen uns die politische Selbstoeraniwortung und das po- litische Selbstbestimmungsrecht nicht rauben, wenn es aber vor- übergehend nicht anders gehen sollte, dann kommt allein nur die Diktatur der organisierten Massen des Volkes in Frage, die in den Gewerkschaften und im Reichsbanner zusammengeballt sind. Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Rede veranstalteten das Reichsbanner mid die beteiligten Organisationen einen Fackelzug durch die Stadt. Frankreichs Regierung gespalten. Wehen der Soforiräumung.- Nriands Giunde. Paris, 29. Juni..(Eigenbericht.) . In Paris laufen über die Einstellung der einzelnen Minister zu der Frage der Rheinlandräumung die verschiedensten Gerücht« um. Bon Briand heißt es, daß er die„totale Liquidierung aller Kriegsschulden" und damit die möglichst rasche Räumung oller besetzten Gebiete wünscht, während der Kolonialminister M a g i n o t eine Aufrechterhaltung der Besetzung des Rheinland«? fordert. Der Handelsminister Bonnefour und der Uiüerstoots- sekretär im Arbeitsministerium O b e r t i r ch sollen Magniot unter- stützen. Auch Kriegsminister P a i n l e v e, der einst mit Herriot zu den Führern der bürgerlichen Linken zählte, ist nach Berlaul- barungen aus zuverlässiger Quelle einer baldigen Räumung nicht zugetan. Anders der Minister für öffentliche Arbeiten F o r g c o f und der Ackerbauminister H e n n« s s y. Sie sollen die Räum- mung wünschen, während Poincar« wiederum für eine „etappenweise" Räumung ist. Ihr Tempo soll abhängig sein von dem Rhythmus der Mobilisierung der Reparation. Boraus- gesetzt, daß diese Gerüchte richtig sind— und sie treffen zu einem bestimmten Teil sicher zu— würde eine Krise innerhalb der Regierung und ihrer Mehrheit aus die Dauer unvermeidlich sein. Die von der sozialistischen Fraktion in der Kammer eingebrachte Entschließung mit der Forderung einer bedingungs- losen Räumung der besetzten Gebiete dürfte schon in allernächster Zeit zur Debatte gestellt werden und infolgedessen zu der erforder« lichen Klarheit beitragen. Scharfe Zusammenstöße zwischen der in der Regierung vertretenen Rechten und den in der Opposition be- findlichen Linksparteien sind unvermeidlich. Der Ton, der bereits jetzt von führenden Blättern der Regierungskoalltspn angeschlagen wird, läßt schwere politische Gewitter ahnen. Auch der„Temps", dos größte Blatt Frankreichs, in dessen Spalten oft immer noch die leitenden Köpfe des Quai d'Orsay ihre Meinung zum Ausdruck bringen lassen, befleißigt sich in bezug auf die Rheinlandräumung in der letzten Zeit einer geradezu hysterischen Sprache. Dieser Tage veröfsenilichte er einen Beitrag aus der Provinz, in dem die französischen Sozialisten die„Soldaten Berlins" genannt werden, weil sie die Rhcinlandräumung fordern. An sich würden wir der- artige Haßepisteln nicht erwähnen. Sie bedürfen aber der Registrie- rnng, da sie als Dorboten für die Tendenz der kommenden Dis- kussion zu bewerten sind. Vor allem ober wird diese Diskussion so oder so das Schicksal eines Mannes besiegeln, dem von rechts in den letzten Jahren ebensoviel Mißtrauen entgegengebracht wurde. wie ihm die Link« auf außenpolitischem Gebiet Bertrouen schenkte; Das Schicksal des französischen Außenministers vriaad. Dieser wird zu zeigen haben, ob er e? mit der Friedenspolitik, mit der fronzösifch-deutschen Aussöhnung, mit der Zusammenarbeit zwischen der französischen und der deutschen Demokratie wirklich sa ehrlich meint, wie es seine Freund« von ihm bis heute immer noch glauben. Keiner weiß besser als er, daß die Totalräumung des Rheinlondes In dem Llquidationsplon mit an erster Stell« steht. Andererseits hat Briand feit Jahr und Tag immer wieder erklärt. daß zwischen ihm und Poincarö über die Art der Führung der auswärtigen Politik volles Einvernehmen besteht. Ist dos richtig, so würde die Stellungnahme Maginots, des Führers der größten Regierungspartei, eine rasche Lösung der Rheinlandfroge nicht oerhindern können. Sollte jedoch Poincari wieder in seine alte nationalistische Haut zurückflüchten und unter Berufung auf ge» wisse„Ratschläge" von Parker Gilbert die Totalräumung des Rhein- landes hinauszuschieben versuchen, dann müßt« die große Friedensstunde Briands geschlagen haben. An ihm löge es dann, der polikik des Mißtrauens, die letzten Endes in der Weigerung, das Rheinland zu räumeu, ihre» Ausdruck sindel, die Politik des vertrauen» entgegenzusehen. Aber wird Briand? Das ist die große Frage der Gegenwart. Kein Zweifel: schärfer, als das bei den Debatten des französischen Parlaments über die Frag« des interalliierten Schuldenabkommens der Fall sein wird, werden sich in der Kammer die Geister bei der Diskussion über dos Problem der Rheinlandräumung scheiden. Noch einmal werden die Er- innerungen an den Krieg, an die Ereignisse von 1914 aus- tauchen, noch einmal werden sich in Frankreich die nationalistischen Leidenschaften aufbäumen gegen die Bernunst, wenn es gilt, mit den im Jahre 1919 getroffenen Maßnahmen endgültig Schluß zu machen und einen im Interesse aller beteiligten Partner liegenden N o r ma l- zustand herbeizuführen. In unvergeßlichen Reden hat Briand früher seinen Haß gegen den Krieg zum Ausdruck gebracht und stets betont, daß ein« der sichersten Garantien gegen die Kriegs- gefahr in der deutsch- französischen Aussöhnung besteht. Möge er jetzt danach handeln! totalen Zusammenbruch enden. Dann wäre für die Dik» ratur von rechts freie Bahn. Können wir Sozialdemokraten einer solchen Entwicklung mit den Händen in den Hosentaschen zusehen? Wir wären wirkliche„Arbeiterverräter", wenn wir das täten! Darum müssen wir für die Verteidigung der Republik unsere ganze Kraft einsetzen und dürfen auch nicht vor auherordent- lichen Maßnahmen zurückschrecken, wenn sich heraus- stellt, daß es ohne sie nicht geht. Die Feinde der Republik sprechen sich selber das Recht zu, Gewalt jeglicher Art auszuüben. Von der Republik aber meinen sie, sie müsse sich kraft ihrer Prinzipien mit Lammes- geduld den Hals umdrehen lassen. Da sind sie auf dem Holzweg. » Das Bekenntnis zu solchen Selbstverständlichkeiten hat uns bei den unermüdlichen Parolenschmieden der KPD. den Spitznamen„S o z i a l f a s ch i st c n" eingetragen. Diese Er- sindung ist selbst für kommunistische Verhältnisse von außer- gewöhnlicher Sllbcrnheit. Wir Sozialdemokraten sind b e- mußte und konsequente Antifaschisten, denn nur der Faschismus ist eine wirkliche Gefahr für die Republik. der Kommunismus ist es nur in übertragenem Sinne, weil er dem Faschismus bewußt oder unbewußt Vorschub leistet. Wir sind auch keineswegs„des Parlamentarismus und der Demokratie müde", wie neulich ein Berliner Unternehmerblatt behauptete. Wir sind vielmehr wie nur je überzeugt, daß das System der parlamentarischen Demokratie für den Fortschritt des Sozialismus und der Arbeiterklasse den günstigsten Kampfboden abgibt. Wenn wir bereit sind, unter außerordentlichen Umständen auch zu außerordentlichen Mitteln zu greifen, so deshalb, weil wir die Demokratie schützen oder— im alleräußersten Falle— sie nach einer vorübergehenden Störung wiederher- stellen wollen. Ganz in diesem Sinne hat auch Genosse Otto Wels in seiner Eröffnungsrede auf dem Magdeburger Parteitag ausgeführt: Es ist unsere Ausgabe, die Demokratie zu sichern, die Republik zu schützen. Gelänge es aber den Feinden der Republik, der Demo- iratie in Deutschland so schweren Schaden zuzufügen, daß kein anderer Ausweg bliebe als die Diktatur, dann sollen Stahlhelm, Nationalsozialisten und ihre kommunistischen Brüder von Moskau wissen: die Sozialdemokratie und die Gewerk- i ch a s t c n, als die Vertreterin der großen Masse des deutschen Volkes, fcstgejügt in ihren Organisationen, in verantwortungsbe- wüßtem Handeln und unzerbrechlicher Disziplin, würden auch sie zu handhaben wissen. Das Recht der Diktatur fiele ihnen zu und niemand anderen. Bei Ihnen wäre allein auch die Garantie für eine Rückkehr zur Demo- iratie nach Ueberwindung von Schwierigkeiten, die wir nicht wünschen. Allen Desperados aber, wo sie auch sitzen mögen, sei das mit aller Deutlichkeit gesagt! Wir Sozialdemokraten wollen die Demokratie und würden sie wieder wollen in dem Augenblick, in dem sie verloren ginge. Kämen wir aber wider Willen in die Zwangslage. entscheiden zu müssen, ob wir Subjekt oder Objekt einer Diktatur, Hammer oder Amboß sein wollen, so würden wir die Rolle des Hammers wählen— zur Wiederherstellung der Demokratie. Niemals werden wir beiseite treten, damit in Handgranatenkämpfen zwischen Faschisten und Kommunisten über das Schicksal des deutschen Volkes und seiner Arbeiterklasse entschieden wird! Nur das G e s e tz zum Schutz der Republik ist gefallen— die Partei zum Schutz der Republik bleibt auf dem Posten! Ltniernehmer zum �oung-plan. Nach der Rede Schachts. Nach dem Reichsverband der deutschen Industrie und dem Bankenzentralocrband hat auch derIndusirce- undHandels- i ag— Schacht hat auf der Hauptausschußsitzung in München gc- sprochen— zum Noung-Plan sein Sprüchlein gesagt. Die Spitzenorganisation der Industrie- und Handelskammer meint, daß die Deutschland„zu allen bisherigen Leistungen hinzu" auferlegten Summen erheblich das Maß dessen überschreitet, was die deutsche Volkswirtschaft„unbedingt" aus eigener Kraft leisten kann. Das in diesem ziemlich resolut formulierten Satz vorsichtig eingeschaltete„unbedingt" soll wohl eine Desavouiernng von Schachts Unterschrift verhindern. Eine neue Note in der A u s- legung der Sicherungen ist— interessant und neu, leider vielleicht auch für die Sachverständigen—, daß diese Sicherungen ..jeweils als Mittel vorbeugender(!) Abhilfe gegenüber volkswirtschaftlichen Kreisen angesehen und(von Deutschland natür- lich. Die Red.) angewendet werden". Der Reichsregierung wird für die Außenverhandlungen ein Ratschlag erteilt: Wenn mit dem Plan eine abschließende Ge- samtliquidierung des Krieges verbunden und erreicht werden solle, ja sei das Rheinland sofort ohne Borbehalte zu räumen und im Saargebiet die deutsche Staatshoheit uneinge- schränkt wiederherzustellen. Innenpolitisch soll die staatliche Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik der Kapitalbildung und der Heranziehung„produktiver" Kredite dienen. Man weiß, was das für die Sozialpolitik und auch für die Beratung»- stelle heißen soll. Folgen dann die Wünsche nach Entlastung von ösfentlichem und sozialem Aufwand und eine entsprechende grund- jätzliche Reform des Steuersystems. Der Industrie- und Handelstag macht erfahrungsgemäß nicht Bolkswirtschafts-, sondern Unternehmerpolitit. Reformen sollen auch hier immer die anderen etwas kosten. Die Oefsentlichkeit muß auf die Willenskundgebungen der Unternehmerorganisationen zum ?)oung-Plan achten, weil in ihnen der Unternehmerplan der Poung- Lasten Verteilung enthalten ist, die für die arbeitenden Masten eine Lebensfrage ist. Was ist Wahrheit? Max Hölz sprach in Breslau über seine Erlebnisse mit dem Strafvollzug. Nach ihm sprochen Traute Hölz und M. d. L. Woll- weder, Traute Hölz erzählte, in den Berliner Maitagen habe es keine Barrikadenkämpfer gegeben, die Polizei habe die Barritaden erfunden. W o l l w e b e r feierte die Barritadenkämpfer von Berlin, die so tapfer gegen die Polizei gekämpft hätten. Daß verschiedene kommunistische Zeitungen verschiedene Lesarten verbreiten, weiß man. Der Leser der einen Zeitung weiß nichts ripm Leser der anderen. Daß aber zwei aufeinanderfolgende Redner in einer Versammlung sich so vollkommen widersprechen — das ist eben nur bei Kommunisten möglich. Oer Gtaatsgerichishos gegen pilsudski. Verurteilung der Statsüberschreitung. Warschau, 29. Juni.(Eigenbericht.) Das Slaatstribunal hak noch fast zehnstündiger Beratung sol- g enden Spruch gefällt: Das Staalstribunal erklärt, daß die durch den Finanzminister Ezechawicz ohne Einholung einer Ermächtigung des Parlamenis erfolgten Ausgaben unstatthaft gewesen sind, stellt jedoch das gerichtliche Verfohrea gegen ihn bis zu dem Zeltpunkt ein. in dem der Sejm sich grundsätzlich über dl« Zweckmäßigkell der ohne seine Einwilligung erfolgten Ausgaben äußert. Diese» Urteil ist-ine polltische S-usallou ersten Grade», da infolge der Drohungen Pilsudski, allgemein eine Freisprechung erwartet wurde. E» ist das verdienst des Ankläger», Abg. Dr. Liebermann(Soz.). der ln vorbildlich mutiger weise die Rechte de» Parlaments gegen die diktatorischen llebergrisfe Pilsudskis vor dem Tribunal verteidigte, so daß die Richter zu ihrem Spruch gekommen sind, der eine Verurteilung de» Ministers und zugleich Pilsudski», der die Verantwortung übernommen hat. enthält. Leber die„Zweckmäßigkeit" eine» Teiles der erfolgten Ausgaben Hot Liebermonn bereits gesprochen: Unter diesen Be- trägen sind z. B. die acht Millionen für die wahlmoche der Regierungspartei. weiter Mittel für die Einrichtung eines Zimmers im Gebäude des Ministerrats für den Führer des Reglerungsblocks, Oberst S l o w e k, zum Ankauf vou Automobileu für einzelne Re- gierungsleute usw. Der Spruch des Staalstribunals bedeutet eine trotzige Betonung de» parlamentarischen Gedankens. Die blutige Wiluagrenze. Ko w o o, 29. Juni. Zum Protest gegen dieErschießuuglitauischerFloß. führet aus der Merkt), durch polnische Grenzsoldaten wurde tu Perlosus, hart an der polnlscheu Grenze, eine Volkskundgebung vou de» litauischen Schühenvereinen organisiert. Die toten Floß- sührer wurden mit militärischen Ehren beigesetzt und am ossenen Grabe schworen die Führer der Schützenoereine, blutige Rache an den Polen zu nehmen. Zum Abschluß der Kundgebung Zog die Menge zur polnischen Grenze, um in H ö r w e i l e der polnischen Greuzpofieu diesen Schwur zu wiederholen. Doktor Eisenbart. Oer Aerztetag und die Sozialversicherung. In Essen ist zurzeit der Deutsche Aerztetag versammelt. ">cht etnxi zur Klärung strittiger medizinischer Fragen, sondern hiuptsächlid), um die Stellung des Arztes in der deutschen Sozial. Versicherung zu besprechen. Wie das leider schon zur Gewohnheit geworden ist, wurde auch i'tzt wieder des langen und bresten über die Bureaukratisierung der �ersicherungeeinrichtungen und über die— Begehrlichkeit ?er Versicherten ge.edet. Den Vogel sckM diesmal der de- nokrotische Kandidat für die Reichspräsident- > ch a f t, Dr. Willy H e l l p a ch. ab, der ein Referat über„die tntartungstrise der Sozialversicherung" erstattete. ftellpach wird von der demokratischen Presse meist als ein Ausbund Klugheit, als ein hervorragendes Exemplar des Typs der .Geistigen" hingestellt. Er sucht durch schillernde Wortbildungen md Eedankensormulierungen zu blenden. So faßt« er auch in Essen seine Aufgabe an. Durch die soziale Versicherung seien die Massen„gleichzeitig staatsfeindlich und a a t s g i c r i g" gemacht worden. Das fei ein« psychologische Ver- assung, die heute noch eine ständige Gefahr für Demo- iratie und Republik darstelle! Um diese„Gefahr" abzu- .'-enden, will Hellpach„reformieren". Einmal will er von dem Krankenschein die Krankheitsbezeichnung entfernen. Der Arzt solle ir noch angeben, ob der Kossenpatient arbeitsfähig sei oder nicht. ?um anderen will er die Krankenoersicherung nur auf die wirklich Lrnien, d. h. auf solche beschränken, die eine Einnahm« von jährlich eis zu 3(>Q0 Mark haben. Bis zu 6000 Mark will er noch eine frei- rillige Versicherung gestatten. Diese sollen jedoch für ärztliche Hand- nngen besonders bezahlen und kein Krankengeld beziehen. Aber l'der. der darüber hinaus verdient, soll rücksichtslos aus jeder So- jialverficherung verschwind. n. Schließlich und endlich kommt Hell- oachs Perle: Serade zur Bekämpfung der zweifellos psychischen Verseuchung durch das sozusagen entstandene Anrecht aus Krankheit gelte e» wieder, das Verantwortungsgefühl und den Gedanken der Selbsthilfe zu stärken. Diesem demokratischen Wortemacher mußte erst von anderer Seite gesagt werden, daß man die immer wieder betonte ,.B e- zchrlichkeit der Versicherten" nicht nur bei den gering ezahlten Schichten der Bevölkerung finde, sondern daß Privat- oersicherte und Bessergestellt« geradezu noch„begehr- icher" in diesen Dingen seien! Es ist charakteristisch, daß die tiefgehendste Gegnerschaft gegen üe in der Sozialversicherung ausgedrückte Solidaritätsverpflichtung ich immer am stärksten äußert bei den individualistischen Kreisen, v? den Persönlichkeitskult treiben und die schaffenden Massen im ''runde ihres Herzen verachtet. Wenn der„Demokrat" Hellpach 'is besonders deutlich ausspricht, so folgt er nur den Spuren der ruberen„Fortschrittler" und„Freisinnigen", die in gleich klein- leistiger, wenn auch nicht mit so schillernden Wortspielen, die Sozialversicherung bekämpften. Um des ärztlichen Berussinteresses rällen wandelt Hellpach nur in den Spuren M u g d a n s, des frei- innigen Vernichters aller Krankenkassen und ähnlicher Gebilde. Die Oepressionisten. Neue OppositionSgrvppe in der KPD. Teddy Thälmann und sein Anhang haben die Versöhnler t-tgeschlagen. Um die so entstanden« Lücke auszufüllen, hat sich in der KPD. eine neue oppositionelle Richtung aufgeton. die heftige Kritik an der Putschtaktik der KPD.-Zentral« während der Berliner Maitoge'übt. Das Auftreten dieser Opposition hat die Zentraleleute m helle Wut versetzt. Auf der großen Berliner Parteiarbeiter- tonserenz vom 26. Juni zerriß Pieck wütend eine oppositionelle Rc- o'ution, Oppositionellen, die sich zum Wort meldeten, wurden gewalt- sam die Parteibücher und die Funktionärausweise abgenommen. Indessen zieht die neue Opposition namentlich in Berlin sehr weite Kreise, wie dos Organ der Brandleristen behauptet. Um die neue Opposition von Versöhnlern, Liquidatoren, Brandl«- eisten, Maslowiten, Urbahnisten, Zentristen zu unterscheiden, hat die kommunistische Zentrale sie getauft: sie heißt in der offiziellen Parteisprache der Kommunisten: die Depressionisten. Oos Schicksal der Versöhnler. Nach dem Parteitag der KPD. haben sich die Versöhnler in Gruppen aufgelöst. E w e r t hat sich mit seinen Anhängern auf Gnade und Ungnade unterworfen. Ernst Meyer schwankt noch unentschieden mit den Seinen, ob er ebenfalls kapitulieren soll oder zur Opposition stoßen. Eine drstt« Gruppe, darunter der Rundfunk- attcntäte.r Karl Frank, hat sich zur Brandleristischen Opposition bekannt und ist infolgedessen ausgeschlossen worden. DieNeuregelungderKrisensürsorge Von Rudolf Wissels. Der Arbcitsminister hat durch Erlaß vom 29. Juni die Bestimmungen über die Srisensürsorge neu geregell. Nach Z 101 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat der Reichsarbeitsminister„in Zeiten andauernd besonders ungünstiger Arbeitsmarktlage nach Anhörung des Verwaltungsrats der Reichsanstalt die Gewährung der Krisenunterstützung zuzulassen. Die Zu- lassung kann auf bestimmte Berufe oder Bezirke beschränkt werden. Die Höhe der Unterstützung und die Dauer ihrer Gewährung können beschränkt werden". O b und inwieweit eine andauernd besonders un- günstige Arbeitsmarktlage vorliegt, muh der Reichs- arbeitsmini st er nach pflichtmäßigem Ermessen e n t- scheiden. Diese Entscheidung ist eine ebenso schwierige wie verantwortungsvolle und undankbare Aufgabe, wenn man bedenkt, daß der Minister sich bei seiner Entscheidung auch im Rahmen des nach den Haushaltsgesetzen geldlich Möglichen halten soll. Denn die Mittel, die zur Durchführung der Krisenfürsorge erforderlich sind, werden nicht wie bei der Arbeitslosenversicherung durch Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebracht, sondern müssen den a l l g e m e i- neu Steuermitteln entnommen werden. Die Kosten werden zu vier Fünfteln vom Reich und zu einem Fünftel von den Gemeinden gemeinsam getragen. Welche finanzielle Bedeutung die Krisenfürsorge hat, erhellt aus der Tatsache, daß bis zum 1. April 19-28. in Deutschland für Zwecke der Krisenfürsorge insgesamt über 210 Millionen Mark, im Haushaltsjahr 1928 über 115 Millionen Mark verausgabt wurden und daß im laufenden Rechnungsjahr allein für den Reichsanteil 120 Millionen Mark eingesetzt sind. Die Krisenfürsorge besteht nicht nur in der Zahlung von Barunterstützungen, vielmehr kommen auch die Maß- nahmen der Verhütung und Beendigung der Arbeitslosigkeit dem Krisenunterstützten zugute. Insbesondere werden sie auch zu Notstandsarbeiten zugelassen, wodurch sie neue An- wartschaften auf Krisenunterstützung, unter Umständen auch auf versicherungsmäßige Unterstützung erwerben können. Eine Besonderheit der Krisenunterstützung ist, wie er- wähnt, daß die Gewährung von der Bedürf- tigkeit des Empfängers abhängig ist, und daß die Höhe, die Dauer und der Personenkreis nicht im Ge- setz ein für allemal festgelegt sind. Die Frage, wann Be- dürftigkeir(nicht identisch mit Hilfsbedürftigkeit im Sinne der öffentlichen Fürsorge) anzunehmen ist, ferner die Frage, in welcher Höhe Unterstützung zu leisten ist, überhaupt alles das, was für alle Empfänger gleichmäßig zu beachten ist, wenn einmal die Krifenfürforge zugelassen ist, ist durch eine besondere Verordnung über Krisen unter- st ü tz u n g geregelt. Die Entscheidung aber, für welche Per- sonenkreise und Berufsgruppen die Fürsorge jeweils gewährt werden kann, sowie neuerdings auch die Bestimmung der Unterstützungsdauer, müssen sich der jeweiligen Lage des Ar- beitsmarktes anpassen. Daher wird die Feststellung, ob und in welchem Umfang„eine andauernd besonders ungünstige Arbeitslage" gegeben ist, nur von Fall zu Fall getroffen wer- den können, und erfolgt auch nicht in der Form des Gesetzes oder der Verordnung, sondern vielmehr in der beweglicheren Form der ministeriellen Anordnung oder des Erlasses. Die ungeheure Verschlechterung der Lage des deutschen Arbeitsmarktes, die der letzte ungewöhnlich lange und harte Winter gebracht hatte, und bei der die Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung auf 2,46 Millionen anstieg, verlangte anfangs 1929 gebieterisch eine Erweiterung der bisherigen Fürsorgemaßnahmen. Im Gegensatz zu der früheren Regelung wurden durch Erlaß vom 22. Februar 1929 grundsätzlich alle Berufs- gruppen entweder unmittelbar vom Reichsarbeitsminister oder auf dem Wege über die Präsidenten der Landesarbeits- ämter zur Krisenfürsorge zugelassen, und nur d i e wenigen Berufe ausdrücklich bezeichnet, deren Arbeitsmarkt auch damals noch nicht so andauernd besonders ungünstig war, daß eine. Einbeziehung in die Krisenfürsorge gerecht- fertigt gewesen wäre. Auch bezüglich der Dauer der Unterstützung sah sich die Regierung zu einer unge- wöhnlichen Maßnahme genötigt. Der Erlaß vom 22. Fe- bruar 1929 bestimmte nämlich, daß Arbeitslose, die die nor- male Bezugsdauer von 39 bzw. bei über 40 Jahre alten von 52 Wochen erreicht hatten, deswegen bis zum 4. Mai nicht aus der Unterstützung ausgeschlossen werden dürften. Diese Regelung gilt noch bis zum 6. Juli 1929. Seit dem Februar 1929 hat aber der Arbeitsmarkt in Deutschland wieder eine erhebliche Entlastung er- fahren. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen ist von 2,41 Millionen am 28. Februar auf 746 000 am 13. Juni 1929 gesunken und nimmt zurzeit noch ab. Die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden sank in der gleichen Zest von über 3 Millionen auf 1,4 Millionen, die Prozentzahl der arbeitslosen Gewerkschaftsmitglieder, die im Februar 1929 noch 22,3 betrug, war im Mai' auf 9,1 gesunken. Wenn der deutsche Arbeitsmarkt auch heute noch sicher nicht allge- mein als günstig bezeichnet werden kann und die Lage mancher Wirtschaftszweige und mancher Berufsgruppen nach wie vor zweifellos gedrückt ist, so konnte doch der Reichs- arbeitsminister die tatsächliche Erleichterung, die der Arbeitsmarkt nach dem oben angeführten fest Anfang des Jahres erfahren hat, bei der Frage, was auf dem Ge- biet der Krisenfürsorge weiterhin zu geschehen hat, nicht unbeachtet lassen. Dazu zwang auch die Rücksicht auf die allgemeine schwierige Finanzlage des Reichs und die harte Notwendigkeit, wenn irgend möglich, die Ausgaben im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel zu halten. Es war daher nicht möglich, die Krisenunterstützung auch über den 6. Juli hinaus etwa unverändert in dem bis- herigen Umfang fortzusetzen. Einschränkungen mußten wohl oder übel gemacht werden. Dies galt zunächst bezüglich der Dauer der Unterstützung. Der neue Erlaß vom 29. Juni bestimmt daher, daß in Zukunft die Unterstützung wieder wie früher grundsätzlich nur bis zur Dauer von 3 9 Wochen gewährt werden darf. Die Möglichkeit, über 40 Jahre alte Arbeitslose bis zur Dauer eines Jahres in der Fürsorge zu belassen, ist natürlich auch weiterhin auf- rechterhalten worden. In dieser Beziehung ist sogar gegen- über dem damaligen Zustand insofern eine Erleichterung zu- gunsten der Arbeitslosen eingetreten, als die Weitergewäh- rung der Unterstützung an über 40 Jahre alte Arbeitslose nicht mehr wie früher nur beim Vorliegen einer besonderen Härte zulässig ist. Es wird lediglich verlangt, daß die Lage des Arbeitsmarktcs im Einzelfall die Weitergewährung recht- fertigt. Bei der Neuregelung konnte sich der Reichsarbeits- minister aber nicht darauf beschränken, lediglich die früheren Bestimmungen über die Dauer der Unterstützung wieder ein- zuführen, es mußte auch eine Einschränkung des Kreises der Person en eintreten, die zur Krssenfür- sorge zugelassen werden können. Von der Erwägung aus- gehend, daß die Entziehung der Unterstützung den Arbeits- losen in alleren Jahren schwerer treffen muß als den noch jugendlichen Arbeitnehmer, der in den meisten Fällen noch nicht für eine Familie zu sorgen hat, unter Berücksichtigung ferner des Umstandes, daß es den noch jüngeren, meist ledi- gen Arbeitslosen, insbesondere in den Sommermonaten leichter wird,«ine Beschäftigung zu finden als ältere Per- fönen, bestimmt der Erlaß vom 29. Juni 1929. daß Ar- beitslofe unter 21 Iahren von der Krisenunter- stützung ausgeschlossen sein sollen. Es soll nicht verkannt werden, daß diese Regelung, in manchen Fällen Härten mit sich bringen kann.— Sie ließ sich aber bei billiger Abwägung der Interessen auch der übrigen Arbeitslosen unter Berücksichtigung der allgemeinen Arbeitsmarktlage nicht vermeiden. Die Zähl der Personen. die von dieser Einschränkung erfaßt wird, dürfte übrigens verhältnismäßig gering sein. Nach der letzten Zählung (vom 25. April 1929) befanden sich unter den damals in der Krisenfürsorge unterstützten 198 260 Personen insgesamt 16 562 Personen im Alter bis einschließlich 21 Jahre. Die Zahl ist inzwischen auf rund 11 000 gesunken. Was im übrigen den P e r f o n e n k r e i s der zur Krisenfürsorge zukünftig zugelassenen anbetrifft, so lehnt sich der Erlaß vom 29. Juni 1929 formal wieder an die frühere, vor dem 25.. Februar 1929 übliche Gliederung an, indem er die Berufsgruppen, deren Angehörige ohne besondere Zulassung die Krisenunterstützung erhalten können oder denen sie durch die Präsidenten der Landesarbeitsämter ge- währt werden kann, einzeln aufzählt. Die Berufe, deren An- gehörige ohne besondere Zulassung die Krisenunterstützung erhalten können, sind: 1. die Glasindustrie; 2. die Metollverarbeitung und die Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparar«; 3. die Lederindustrie und die Industrie lederartigcr Stoffe; 4. das Holz- und Schnitzstoff- gewcrbe; 5. das Bekleidungsgewerbe; 6. ferner die Bühncnmitglieder, Wie der nationale Mann am 28. Juni Zeitung las! eurschließlich der Chorsänger und des de! Lichispieloufnohmen ver- wondlen darstellerischen Personals; 7. die Angestellten� Durch die Vorsitzenden der Landesarbeitsämter können folgende Berufe in die Krisenunterstützung einbezogen werden: l. Industrie der Steine und Erden; 2. das Spinnstossgewcrbe; 3. die Buchbinder- und Kartonagenarbeiter und einschlägige Berstf«; 4. das Nohrungs- und Genußmittelgewerbe(mit geringen Ausnahmen); 5, das Vervielfältigungsgcwerbe; 6. die kunstgewerblichen Berufe; 7. Theater. Musik und Schulistellungen aller Art, sowie endlich 8. ungelernte und angelernte Fabrikarbeiter, die seit min! bestens einem Jahr in solchen Betrieben tätig gewesen sind, in denen vorwiegend Angehörig« der zur Krisenunterstützung zugelassenen Berus« beschästigt worden sind. Der Erlaß vom 29. Juni 1929 ermächtigt weiterhin, wie dies auch früher der Fall war, die Vorsitzenden der Landes- oxbeitsämter für ihren Bezirk zur Vermeidung von Ungleich- heiten, die sich aus arbeitsmarktstatistischen Gründen ergeben können. Abrundungen des Personenkreises der zu Unterstützenden vorzunehmen. Auch dürfen die Präfi- denken der Landesarbeitsämter in Gemeinden unter 59 999 Einwohnern weitere Berufsgruppen als die oben genannten zur Unterstützung zulassen, wenn infolge ungewöhn- sicher Ereignisse oder Umstände ein lang anhaltender Not st and auf dem Arbeits- markt besteht. Unter dieser Voraussetzung können also auch wie bisher Angehörige solcher Berufsarten, die vorstehend nicht einzeln aufgeführt sind, zur Krisenfürsorge zugelassen werden, so zum Beispiel Angehörige der chemischen Industrie, de« Bergbaues, des Verkehrsgewerbes usw. Auf der an- deren Seite sind die Landesarbeitsämter auch in Zukunft ge- halten, darüber zu wachen, ob und in welchem Umfang die Krisenunterstützung innerhalb der zugelassenen Berufs- gruppen nach Lage des örtlichen Arbeitsmarktes entbehrt werden kann.— Sie sind ermächtigt, die Unterstützung einzuschränken oder auszuschließen, soweit die Voraussetzungen für eine Zulassung nicht mehr gegeben sind. Die besonderen Zulassungen durch den Reichsarbeits- minister auf Gnmd der früheren Regelung bleiben vorläufig in Kraft. Das Gleiche gilt für die Zulassung, die die Prä- sidenten der Landesarbeitsämter ausgesprochen haben, soweit sich diese Zulassungen im Rahmen der neuen Vorschriften halten. Um den Üebergang von der bisherigen zur Neu- regelung möglichst reibungslos zu gestalten, bestimmt der Erlaß, daß die Neuregelung in wöchentlichen Etappen, be- ginnend am 13. Juli, in Wirksamkeit treten soll. Personen unter 21 Jahren, die bisher die Unterstützung bezogen haben, sollen hiernach erst mit dem Ablauf des 28. Juli 1929 aus der Fürsorge ausscheiden. Wie schon ausgeführt, muß die Entscheidung darüber, ob und in welchem Umfange die Krisenunterstützung zuge- lassen werden kann, den jeweiligen wirtschaftlichen Verhält- nissen angepaßt werden. Wenn daher auch der Erlaß vom 29. Juni 1929 nicht ausdrücklich befristet ist, sondern b i s auf weiteres gilt, so schließt das nicht aus, daß in eine neue Prüfung eingetreten werden muß. wenn eine grund- legende Aenherung auf dem deutschen Arbeitsmarkt dies er- fordert.__ Hilfe für Lnvalidenrentner. Aas dem Mehraufkommen der Lohnsteuer. Der Reichstag hat kurz vor seiner Bertagung noch das Gesetz über Invalidenversicherung oerabschiedet. Die Finanzierung dieser Mehrleistungen erfolgt aus jenem Teil des Aufkommens aus der Lohnsteuer, der den Betrag von MOO Mill. Mark im Rech- nungsjahr übersteigt. Damit ist, dank dem energischen Eintreten der sozialdemokratische» Reichstagsfraktion, wenigstens ein beschei- dener Anfang mit dem Ausbau der Leistungen der Invaliden- verfichcrung gemacht. Aus dein vorerwähnten Teil des Aufkommens aus der Lohn- stsuer stehen der Invalidenversicherung in diesem Haushaltsjahr voraussichtlich 43 Mill M a r k zur Verfügung. Das Ge- fetz über Leistungen in der Invalidenversicherung sieht nun eine Erhöhung der Renten in folgender Form vor: Für jede ordnungsmäßig verwendete Beitragsmarke der bis zum 39. September 1921 gültigen Lohnklast'cn wird eine E r- höhung de? Steigerungsbetrages in der Lohnklasse I von 3 aus 4 Ps.. in der Lohnklasie II von 6 aus 8 Pf., in der Lohntlasse III von 12 auf 14 PI., in der Lohnklasie IV von 18 auf 29 Pi. und in der Lohnkloss« V von 27 auf 39 Ps. gewährt. Bei den vor dem 1. Oktober 1929 festgestellten und an diesem Tage noch lausenden Renten der Invalidenversicherung, die einen Steigerungsbetrag iür Beitragszeiten vor dem 1. Oktober 1921 cnt- halten, wird der Gesamtsteigerungsbetrag für diese Bcitragszeiten mit Wirkung vom 1. Oktober 1929 ab um IS Proz. erhöht, jedoch um mindestens 12 M., bei Waisenrenten um mindestens j 6 M. für das Jahr. Die Höhe der neuen Rente ist den Berechtigten mitzuteilen. Das neue Gesetz beseitigt außerdem jenes alte Unrecht gegen die Hinterbliebenen(Witwen) eines Berfichertcn, der schon vor dem 1. Januar 1912 Invalide wurde oder gestorben war. Run- mehr haben vom 1. Oktober ab Anspruch aus Fürsorge auch die Hinterbliebenen solcher Dersicherten, die am 1. Januar 1912 bereits verstorben oder die an diesem Tage dauernd erwerbsunfähig waren und dann verstorben sind, ohne inzwischen die Erwerbsfähigkeit wiedererlangt zu haben. Das Gesetz tritt am 1. Oktober 1929 in Kraft Der hier vorgesehene Ausbau der Leistungen ist sicherlich sehr bescheiden: seine Kosten werden für das Rechnungshalbjahr vom 1. Oktober 1929 bis 31. März 1930 auf 23 Mill/ Mark geichätzt. der Rest von 29 Mill. Mark soll dem Reservescnds der In- vaiidenoersicherung überwiesen werden. Auch nach diesen Matz- nahmen bleibt es nach wie vor eine vordringliche Aufgabe des Reichstags, eine grundlegende Reform der Invalidenversicherung vorzunehmen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird sich, wie bisher, tatkräftig dafür einsetzen. Oeuisch-französischer Schüleraustausch. Erfreulicher Fortschritt. Paris, 29. Juni.(Eigenbericht.) Der Schüleraustausch zwischen Frankreich und Deutsch- land nimmt immer größeren Umfang an. Die Zahl der von französischen Familien für den Schülerau-tausch in den Sommer- serien angemeldeten Schüler ist von 69 im Jahre 1926 aus 296 im Jahre 1929 gestiegen, ohne daß die Liste für dicies Jahr abac- schlosten wäre. In Deutschland haben sich bisher 99 9 F a in i l i e» zum'Austausch in diesem Jahre bcreilerklärt. (Gewerkschaftliches stehe 4. Beilage.) Aerantworilich kür Politik:?r. Curt Ececr: Wirtschaft: S. ftllngclftitct; chrwkrktchaktsdcwcaunv: Zr. SfcloTn: lZtuitklon: ft. K. Dötchcr: Lokale, und Sonstiges: Fug ltarstädt: Änzeiecn: Th. E lacke: sämtlich in Berlin. Bcrlaa: Barmäris-Berlag 0. m. 6. H., Berlin. Druck: LorwLrts.Buckdruckcrri und Berlapsanstalt Paul Singer u. So., Berlin SW. KZ. 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Auch der Reisende hotte vorschriftsmäßig von einer Herberge zur anderen zu wallfahrten, und wenn ihn die Wanzen, Flöhe und Läuse der„Pennen" noch so plagten.„Platte reißen"— dos tat doch nur ein richtiger Stromer, ein Mensch, an dem Hopfen und Malz verloren war. In Berlin besonders konnte man den nächtlichen Gast der Park- bänke, der öffentlichen Plätze fast gar nicht. Einfach schon darum nicht, weil sich ein obdachloses Proletariat, wie wir es heute haben, kaum in Berlin fand. Handwerker hotten ihre Zunftherberge, und es war Ehrensache, wenn man auch das Schlafgeld zusammenfechten mußte, abends da anzutreten. Dann kam die Herberge zur Heimat — und dann kam das Asyl. Heute ist das olles anders. In warmen Sommernächten sind die Bänke unserer Parks Stammquartier vieler Obdachlosen. Für jeden Geschmack ist sozusagen gesorgt: Selbst in dem so lichten Friedrichshoin finden sich doch noch einige dunkle Bänke für den, der gleich schlafen will, und dem armen Teufel, der da ruhig schläft, tut der gewöhnliche Schupoposten nichts— wenn nicht etwa die große Streife kommt. Paradox: Dunklere Gestalten find es. die die helleren Bänke lieben: das sind die Herren mit der ».fliegenden S p i c l b a n k". die mit ihrem Kartenspiel M- A 3)er.Unterstand' airifchen Abfällen. und ihrer beachtenswerten Fingerfertigkeit den Obdachlosen die müh- sam für den nächsten Morgenkaffee zurückgehaltenen Groschen ab- nehmen. In den warmen Sommernächten erfreut sich auch der Wald rund um Berlin der größten Beliebtheit: Ilnd man geht entschieden sicherer durch die meilenweiten Wälder Pommerns oder Mecklenburgs, als in einer Sommernacht durch den Grunewald, dessen Schonungen, Gebüsche, Bahnunterführungen sozusagen alle numeriert und für den Kunden mit einer Hausnummer versehen sind. Mag aber das Wetter noch so verlockend sein: Der ordent- liche Kunde wird noch immer Wert darauf legen, alle zwei Wochen mindestens ein richtiges Quartier, möglichst in einem städtischen Asyl mit ausreichender Bade- und Waschgelegenheit auszusuchen, denn das Leben„bei Mutter Grün" verschleißt fürchterlich Sachen und Gesundheit. Die Sommernächte, die nicht so kurz vor Soimen- oufgang so kalt werden, daß einem armen Teufel ohne Zeltbahn und Decken die Haut schaudert, sind zu zählen, und es herrscht große Nachfrage nach passend gelegenen Feldscheunen und ähnlichen Bau- lichkeiten. In der Großstadt aber hat die Not der Nachkriegsjahre einen neuen Typ geschaffen: den Höhlenbewohner, der sich mit den Abfällen der Großstadt, invaliden Sofas, einem zerbräche- nen Stuhl, einem lahmen Tisch irgendwo an der Peripherie einen „Unterstand" baut. Selbst in den„besten" Gegenden Berlins hausen diese armen Menschen, die schon lange keine wirkliche Wohnung mehr kennen, und die Kunde von der Auffindung eines neuen „Höhlenbewohners" kehrt in den Zeitungen ständig wieder— selbst in diesem bitterharten Winter wurde einer erstarrt in seinem Wohn- loch aufgefunden. An der Heerstraße aber, dicht neben einem«le- ganten Cafe, steht das„P e n n e r s ch l o ß", eine feudale Villa, die frellich nur im Rohbau fertig geworden ist: damr ging dem Bauherrn das Geld aus. Nun. ist sie Zuflucht und Freud« oller „Chausseegrobentopezierer" aus den Pichelsberg«» und umliegenden Gegenden, wenn die Nächte mal zu naß werden... Wanderküken und Wandervögel. ZZor Jahren wurde es schon als«ine Extravaganz empfunden, wenn man in der Sommerfrische auf Strohsäcken statt auf Sprung- fedennatratzen schlief. Wie anders ist das jetzt! Anerkannt soll es werden: Der Wandervogel, damals noch eine revolutionäre Be- wegung, legte die erste Bresche. Die Jugend forderte ihr Recht; statt brav den Sonntagnachmittagsspaziergang mitzumachen, ging sie allein auf Fahrt. Und bald lernten auch die Kinder Wandern und Wandertechnik. Longe noch war freilich ein Scheu nenquar- tier der Gip selber Romantik, und nur in den Sonnen- wendnächten steckte man die Küken in ein großes, aus einigen Zelt-, bahnen zusammengeknüpftes„Äükenfteckkissen". Erst die proletarische Jugendbewegung fand für die oftmals unterernährten Kinder der Arbeiterschaft die rechte Form, die ihnen wochcnlanges Leben in Luft und Freiheit, ohne den Zwang des„Kinderheims", ohne „Klotzleistungen" bei langen Wanderungen gestattete: die Kind er- republik, das Zelkager. Freilich, auch das Zelten will gelernt sein, und darum wird immer vor der großen Reise ein Probezeltlager ab» gehalten. Was ist das Ausstellen der Zelte schon für ein Ereignis! Und wenn endlich an den großen Rundzeltcn alle Zeltfchnürc ge- spannt sind, wenn das Abendbrot gegessen ist, dann kommt erst noch die große Prob« auf die Fahrtreife der Küken. Denn immer wollen die, ganz erfüllt von der Freiheit des Zeitlebens, noch nicht daran glauben, daß eine streng« Schlafdisziplin notwendig ist, wenn die kurze Nachtruhe auch wirklich ausgenutzt werden soll. Aber die Zelt- vbleute sorgen bald für Ruhe, und so log das„Kindcrlond" nach der Sonnenwende um 12 Uhr schon im tiessten Schlaf. Mondlos war die Nacht, und als mich ein nahewohnender„Eingeborener" zum Tor des Drahtzaunes brachte, tauchte der junge Reichsbannermann, der nächtlicherweil« die Torwache übernommen hotte, wie ein Gespenst vor uns auf. Plötzlich taucht aus dem Dunkel eine Gruppe von Heinzelmännchen auf. Mein Verlangen nach dem mir verspräche- nen Schlafplatz droht eine Beratung notwendig zu machen. Schließ- lich entscheidet der Führer:„Bleibt mal hier— ich bringe sie einfach ins Saiatätslozorett!" Leise schleichen wir über den Platz. Mein Führer macht einen Spalt zum Sanitätslazarett auf:„.Habt chr noch Platz?"—„Platz schon— ober kein Stroh!" Drinnen leuchten zwei Taschenlaternen auf. In ihrem Schein seh« ich zwei Genossinnen, die sich in einer dicken Schütte Stroh mit ihren Kin- dern ganz richtig zeltfertig eingerichtet haben. Nahe dem Eingang liegen zwei junge Arbeitersamariter, die sicher noch nicht oft ge- zeltet haben: In allen Sachen, unausgezogcn liegen sie da, haben sich nicht mal die Jacke über Kops und Schulter gelegt und die Füße eingewühlt, das erste, was jeder Tippelbruder lernen muß. Sie frieren wie die Schneider. Ich lande über der halbgeöffneten Tür mit einem Kopfsprung iin Stroh. Kaum liege ich, so prasselt der Regen aufs Zelt nieder. Morgens sind beide Ufer der Briese dicht besetzt: Man wäscht sich, badet..., und vorurteilsfrei wie die Büßer am Ganges benutzt man dasselbe Wasser zum Zähne- putzen, und wenn man es zehn Meter flußab holen soll. Es scheint unbändiges Vertrauen zur selbstreinigenden Kraft des Wassers zu bestehen. Aber ein kleiner Aufklärungsfilm wäre hier doch vielleicht ganz nützlich. Zelte an allen Wassern. Mit den ersten warmen Frühlingstagen entstehen an allen Be- wässern rund um Berlin die Zelldörfer. Ganz gleich, was sie für Namen tragen, ob„Zudiauerwäldchen", ob„Kuhle Wampe" oder „Gute Stube"— eines ist ihnen allen gemeinsam: Ueberall hier suchen die Menschen Ferien vom Ich, von dem Berufs- und Bureau- menschen, den sie ständig sonst mit sich herumschleppen. Aber sonst ist es schon ein großer lluterschied, ob so ein Zelldorf an der Havel oder am Müggelsee liegt— ungefähr so ein Unterschied, wie zwischen den Mietskasernen Berlins und den Dillenstraßen des Westens. Zelt bei Zelt stehen sie dicht gedrängt am Müggelsee, enger, viel enger als die Lauben im Schrebergarten. Gewiß haben sie alle eine wundervolle Selbstdisziplin und Selbstverwaltung: Aber erst, wenn man diese Zeltdörser sieht, wo ein Part dem anderen fast„auf der Nase sitzt", bekommt man eine Ahnung davon, wie wohl die anderen Wohnverhältnisse dieser Menschen sein müssen, wenn sie diese Ge- drängtheit schon als Befreiung fühlen. Kleine Görtchen vor den Zelten, die den ganzen Sommer hindurch hier stehen und den ganzen Sommer hindurch bewohnt werden: Und im Westen wie im Osten ist der Junggeselle, der im Sommer seine möblierte Bude auf-, seinen Handkoffer bei einem Freunde in Pension gibt und selbst ins Zelt zieht, schon eine ständige Erscheinung. Im Herbst zieht er wider- willig in seine möblierte Bude— die anderen kriechen wieder in ihre übervölkerten Wohnungen. Im Westen sieht es anders aus: Reichlich Raum ist um jedes der Zelte, die an den Orten liegen, die nur dem Paddler oder Segler bequem zu erreichen sind. Bielleicht sind die Zelte im Innern sogar etwas primitiver«in- gerichtet als die Zelte im Osten: Man ist ja des Komforts etwas Qeftörte tlacMruhe im Park. müde, und hier wird viel eher auf Stroh geschlafen wie aus dem „Faltbett", das bei den anderen oftmals auch ini Winter als Schlaf- stält« dient. Natürlich fehlt auch hier nicht das Zelt mit Radio und allem Komfort der Neuzeit, aber die Pest des Koffergrammo- phons herrscht hier noch nicht. Hier spielt man mit Wonne In- dianer, natürlich Indianerleben mit Komfort, in dem nicht mal die täglich dreimal zu liefernden Tagesneuigkeiten zu vergessen sind. Der Trainingsanzug ist zum Nationalkostüm erklär»— bei ganz sonnigen Tagen trltk der Badeanzug in seine Rechte. Auch hier gibt es Zeltbesitzer, die vom ersten bis zum letzten Frost draußen leben und die getreulich auf die sorgsam zugeknöpften Zelte der anderen Einwohner aufpassen, bis die am Wochenende wieder- kommen. * Aber im Westen wir im Osten: Kein Gewittersturm wird den überzeugten Zeltbewohner wieder in die Stadt zurllckscheuchcn. Und wer die braunen, gesunden Gestalten dieser Großstadtindianer b«. wundert— gleich, ob es„Der große Kartofselpuffer des Ostens" oder die„Gänfegriebc des Westens" ist— der sieht, was für uns und die Volksgesundhcit diese Nächte bei Mutter Grün zu bedeuten haben. R. E. Ausstattungs- Fertiges Oberben Ueberlaken Handtücher Steppdecken Bankbettstelle graurot Inlett, mit grauen*935 Federn.......... M cuter Wischestoff, mit Imlt. C95 Wickel ä jour, ca. 150x250 9 Sommer-Daunen« Bett-Decke leleht— praktisch, echt«r- k sch-rct, lila, blau, fraise Inlett. indanthrenfa; big. mit Monopoldaunen gefüllt. ca. 130x200..-_ Bettlaken ungebL Nessel, ea, 140X210.... 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Dieser Berkehrsunter« richt in praktischer Form bezweckt neben der Erziehung zum sicheren ungefährdeten Fußgänger auch noch die Vorbereitung der Jugend für die Vorkommnisse des täglichen Lebens. Diese heimatliche Verkehrskunde soll sie mit allen wichtigen Oertlichkeiten ihres Bezirkes oertraut machen: sie sollen wissen, wo die nächste Unfall- stelle und wo die Post ist, sie sollen die Handhabung des Telephons, des Feuermelders, der Notbrems« lernen, olles Ding«, die ihnen bei ihrem Eintritt ins Leben von großer Nützlichkeit fein werden. Es wäre zu wünschen, daß diesen beiden praktischen Verkehrs- studio? auch in den anderen Bezirken solche folgen würden. Das Wissen um die Gefahr und ihre Abhilfe ist ja die beste G«° währ für die persönliche Sicherheit des Menschen. Oer Finanzskandal von Waldenburg. Wie es zu dem Millionenverlust kam. In dem Vetrugsprozeß vor dem Schössengericht Berlin- Mille gegen den Berliner Bankier Theodor Ralhk e, bei dem es sich nm die Maldeoburger Anleihe, durch die Molden- bürg einen Berlnst von nngefähr% Millionen Halle, Handell, lral der Oberbürgermeister Dr. W l e s n e r als Zeuge auf. der wegen seines Geschäftes mit dem Angeklagten im Disziplinaroersahren mit einer Geldstrafe in höhe eines Monatsgehaltes bestraft und zur Dispofi- tion gestellt worden ist. Der Zeuge wehrte sich gegen den Vorwurf, daß Nathke mit seiner Einwilligung aus die 2,8 Millionen Frankfurter K o m> munalobligationen, die er der Stadt Waldenburg mit IB Millionen Mark lombardiert hatte, einen Ueberwmbarb von 200 WX> M. für e i g e n e Geschäfte aufgenommen hätte. Erst, als die Stadt beim ersten Termin ihre Zinsen nicht zahlen konnte ünd auf die hinterlegten Wertpapiere noch einmal Geld ausnehmen wollte, erfuhr sie, daß Rathk« bereits den größtmöglichen Ueber- lombard für sich aufgenommen hatte. Als der Finanzausschuß der Stadt Rathke den Auftrag gab, die Papiere zu verkaufen, da die Nachschüsse sür den gesünkenen Kurs der Obligationen Nicht mehr gezahlt werden konnten, wußte der Oberbürgermeister nicht, daß Nachke die Papiere schon längst verkauft und das Geld in seine eigenen Geschäfte gesteckt hatte. Als er dies erfuhr, schloß er mit dem Bankier einen Vertrag, wonach dieser der Stadt 700 5, Sis Sowrtto 2,5.8» Heute letzter Tag CMlNappÄÄ. Morgen Premlerel Antonef& Beby die wel berflhmteh Clowns und die Ubrigeo Variete- ScBMttonea t Vorverkauf stets(Er die laufende Woche Inkl. Sonnue Rose- I Theater, GrofrePranh fürtet Ut.ISZ. TagfVd» 4.1 5 Uhr» Lmeftseken 5J0 Uhr: Komaert and Kanter Teil 5.» uhr: DM saschietMne Frau d trat» Itatr. 2810» wiah#MilM*t Ben-John Jssz-QirU Scamp& 8 camp, die festigen Berliner and weitere Varlett-Kumtlu ttte fiente 2 Vorsteiiuugen und Uhr..»> kleine Preise. te———*»———* Sommer-Qarten-Thester Berliner Prater N S8, Kast.-Allee 7-4 Tel. Hb. 2244 sastsfiei Batni Bmi. fiietti Ulla >n det Operene „Dar ersten ucm poisri» zar* Qretel Lilien. Dazu der große neu• VulMAen. Anfang Konzen 1.311 Burleske u Värietd 8 Ulli. Opnttt« ILIO. feilen Oonaenteg irsSer Tolkste Iß«. oooooo ZOOLOG. GARTEN TAglkfc ab 4 Uhr na dun. Gr. Konzert Jeden Donners- ßerUltr tag abend; SlBtMit-«r«tfin Dir. Clemens Sch malsticiv ifiPEu timmsvssieiiHB Frankfurter Allee 313 :::: Wieder ein ausgezeichnetes Programm 11 Bühne: 1. J*lano A Tonlno das hei vr ragende tnßera. Theapeat 2. Wcnewm A Oard Colcmi der1 masikaBscbe Main« Film: Anna May Wong in dem grossen Dupont-Film: .Naclitfweltf" « I r k••■ sind Sit KLEINEN ANZEIGEN (h der Gcuataaf läge des»Vor* ins-«ad ii! Rcichshailon'THoator ßUMmdli« HJ um SlfitiRer sanier Das wunde, volles" nur noch bis ,1b 1. t«U smu "önHoft• Brnti«' Montag, I. 7. Große Fest- vorsieuung zur Peler des rnJl jährigen Bestehens des DflnhoM-Bretfi. Rennen zu Strausberg Neiilag, den 1. lall nachmlttaos 3 Dhr. 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Cft, ft«r( Tefch. Brich, v. Lewaadowflt, Lichte». berg,«Milte Stolge, Lankwtch. Paa»«üben»,«anisborf, charl HwsiÄ wtiim vc#'Zw« iMQiOttu, y&m* »arg l», Mario Sieistweber,«Nrn. »erg,»raa choemSe,«charlottea. Selm« Dogler.«arlshorft,«tl. bdl»>dM«lsd«gf, Braabeadara a. d. 8., Wznezters, Berlin SS 36, 3. Berit« 31, Pank Bach-Bra! �..�«»-dee, Horai Bri�,«.«. Blafchrt,«anlddorf. �8 e. d. K., jetzt sueb Seblsszimmsr MM AM auf dieser sehenswertester Sowwerschou de» Jahre» 1890 »«rtgf, WfaawwmananaUWwWnnaWWWWW bei dieser»«»aeräteoeriw» lang füg den H««»h»lt Ällft! bei Fl£ � L I N Ä PoM®rt' Schleiflack ■parte Modelle, Elche, poliert, Schleif leck KommandentenstreSe 87 MMst! ZWEITE BEKANNTMACHUNG. Eine neue Epoche im Musikleben Deutschlands hat begonnen! Im Laufe der nächsten Woche bekommen die Radiohändler die Apparate, die wir Ihnen in der vorigen Woche an dieser Stelle ankündigten. 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Das Werk will nicht dem«cheilweien neue Wege weiscit, sondern nur dos Bestehende beschreiben. Nydahl sagt im Vorwort, Zweck ieincs Buches sei die Beantwortung der Frage:„Wie weit haben Forderungen der modernen Pädagogik, der Ingcndwohlsahrt und der sozialen Fürsorge in dem Berliner Schulwesen erfüllt werden können?" Das Werk kann wegen seiner umfassenden Fülle als «ine glänzende Leistung bezeichnet werden. In den ersten Kapiteln werden besprochen die Volksschulen unter besonderer Berücksichtigung der Sannnelschulcn, der Lcbenegcmeinschoftsschulen, des Werkunter- richts und des'chauswirtschaftlichen Unterrichts, sowie die höheren Schulen unter beionderer Berücksichtigung der Schulen, deren Lehr- plan van dem amtliche« abweicht tz. B. Schulsorm aus der Insel Schortcnlicrgh Die wetteren Kapitel sind gewidmet den Beniss- schulen und den Fachschulen, den Sonderschulen für die körperlich und geistig schlvach neranlagten Kinder, sür die schwerhörigen, für die sehschwachen, jiir die an Sprachstörungen leidenden und sür die schwer erziehbaren Kinder. Besondere Schulen für tuberkulöse Kinder gibt es wahi in keiner anderen deutschen Stadt. In anderen Kapiteln werden die Waldschulen und die Landschulheime, die Schul> gärten, die Leibesübungen, die Pflege der Kunst(Zeichenunterricht, Musikunterricht, Besuch von Museen und Kunstausstellungen, Kon- zerle und Theatervorstellungen sür Schüler) behandelt. Aus dem Kapitel„Lehrerfortbildung" erfahren wir, doh die Stadt die hierzu bestimmte Diesterweg-chochichule unterstützt, ein Seminar zur Ausbildung von Werklehrern errichtet Hot, Vorträge über die ver- ichiedensten Schul'ächer halten läßt, gelegentlich eine Studienreise «ür Lehrer der Erdkunde und der Naturwissenschaften veranlaßt, Lehrern der neueren Sprachen Beihilfen zu Reisen nach Frankreich und England gewährt. Welche Eltern, welche Lehrer, weld;« öchulpol t titer können nicht aus dem Werk reiche Belehrung ichöpfen! Welche Mütter wissen z. B., dah an zwei Berliner Mittel- schulen hausmütterliche Klassen errichtet worden sind, in denen die Mädchen unter Verringerung des wissenschaftlichen Unterrichts mit den Grundlehren der chauswirischast. der Säuglingspflege und der Kinderpflege bekannt gemacht werden und dah an diese Schulen chausfrauenklaisen angegliedert worden sind, in deneiz sich die Schülerinnen nach erfolgreichem Besuch der 1. Klasse in den gc- nannten Fächern noch ein Jahr lang vervollkommnen können? Ein vesonderer Vorzug des Buches ist, dah auch die g c s e g l i che n B e- st i m m u n g e n, an die die Stadt gebunden ist, und witlstige Bs- jchlüsic des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung über die Schulen hineingearbeitet warten sind. Eine glänzende Leistung ist die Herausgabe dieses Buches, eine glänzende Leistung ist ober auch die Errichtung und Unterhaltung dieser Schulen und Schuleinrichtiingen durch die Stadt Berlin. Dabei darf ein Umstand nicht unberücksichtigt bleiben. Der Stadt sind dadurch Schranken gesetzt, daß sie bei allen Neurichtungen an die Zustimmung des Provinzialschulkollegiums oder des M i n> st« r i u m s gebunden ist. Daher hat schon der bürgerliche Magistrat von Alt-Berlin im Jahre 1920 und später wiederholt die Stadtverordnetenoersammlnng von Groh-Berlin die direkte Unter- siellung der städtischen Schulen unter das Unterrichtsministerium gesordert. Bedauern im:h ich, doh nur bei zwei Kapiteln des Buches die Verfasser genannt sind: Direktor Dr. Schweers über Schulgesund- heitspslege und Stadtbaurat a. D. Bruno Taut über die am Neu- köllner Dammweg geplante große Schulanlage. In dem Artikel über die Berliner Realschulen wird ein« Ansicht entwickelt, die Ge- nosse Nydahl, der Herausgeber des Buches, nicht sür richtig halten kann. Verteidigt wird darin die von seinem Borgänger, dem volks- parteilichen Stadtrat Benecke beantragte, von der sozialdematro- tischen Fraktion bekämpste Verlegung des fremdsprachlichen Anfangs- Unterrichts der Alt-Berliner Realschulen von der Quarta in die Sexta. Di« Folge dieses verfehlten Beschlusses der städtischen Körperschaften ist ein katastrophaler Rückgang der Schülerzahl dieser Schulen gewesen. Stadtverordneter Dr. Erich Witte. Gemeinsame Jugendweihen. Während bisher die Jugendweihen von den verschiedensten Or- ganisationen durchgeführt wurden, ist es nunmehr ersreulicheripesse gelungen, zu einer Vereinbarung zu kommen, die«ine Verein. heitlichung der Jugendweihen bezweckt. Alle größeren Organisationen, die bisher jede für sich Jugendweihen veranstalteten, haben sich jetzt zusammengeschlossen, um unter dem Namen„Jugendweihen der Sozialisten und Freidenker" einheitliche Iuqend.veihen durchzuführen. Der„Ortsausschuh Berlin des ADGB.", der„Be- zirksoerbond Berlin der SPD.", der„Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung", der„Bezirksverband Berlin im Bund der freien Schulgeiellschaften Deutschlands" und die„Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer" sind die Träger dieier gemeinsamen Jugendweihen und wenden sich in einem Flugblatt, das der heutigen Auslage des„Vorwärts" beiliegt, an alle Eltern nt«t der Aufforderung, ihre Kinder diesen qemeinsa.nen Jugendweihen zuzuführen.— Die Anmeldungen sür die Herbstjugendwethen, die am 22. und 29. September in allen Stadtteilen Gross-Berlins stattfinden, müssen bis zum 13. Juli erfolgen. Die An- Meldestellen sind aus dem der heutigen Auslage des„Vor- wärts" beigelegten Flugblatt vermerkt. Wir bitten alle Eltern, ihre Kinder recht bald in den verzeichneten Amneldestcllen vormerken zu lassen. Für Neukölln koinmen außer den bereits im Flugblatt aüi- geführten Anmeldestellen nach hinzu. ,.VarVärts"-Spedition, Neu- kölln, Neckarstr. 2(geöffnet 14—18 Uhr);„Borwärts"-Spedition. Neukölln. Siegsnedstr. 25/26(geöffnet 14— 18 Uhr): Porteibureon der SPD., Neukölln, Fuldastrahe(Ideal-Passage), Aufgang V(geöffnet von 17— 19 Uhr). Arbeiterbildungsschule. Zerienlurse in Klein-Köris. Die Genossinnen und Genossen, die über eine oder zwei Wochen Fericnsrcizcit verfügen trnd diese Zeit benutzen wollen, unt sich, frei von aller Tagesiron, weiterzubilden— nicht in Elctyentarsächerit, sondern in den Wissensgebieten, die jeder be- herrschen muh, der ein Mitkämpfer im proletarischen Besreiungs-- kämpfe sein will—, können dies tun in den Ferienkursen, die die Arbciterbildungsschule veranstaltet. Hier kann in idealer Weis« beides verbünden werden. Unsere Lehrstätte, das Ferienheim„Reiher- Horst" in Klein-Köris, liegt an der märkischen ScenkeUe, große Wälder beginnen nur wenioe Schritte vom Hanse. Fern von allem Grohstadtlärm ist es nach tTirzer Eisenbahnsahrt vom Bahn- hos-Teup.itz-Groh-Kört» zu erreichen. Wie die freundliche Umgebung. so trägt auch dos hübsch eingerichtete Heim und die gute Verpflegung zur Erholung bei/ Bor Beginn der Kurse wird die Einteilung der Tageszeit in Arholung und Arbeitszeit mit allen Teilnehmern ge- mejnfam festgelegt. Mit körperpflegerischen Uebüngeit vor dem ersten Frühstück beginnt die Tagesarbei:, es folgen 4 bis 5 Stunden ernster Arbeit unter Leitung der Lehrer bis zur Hauptmahlzeit. Die übrige Zeit wird, benutzt zu gemeinsamen Spaziergängen in Feld, Wiese und Wald. Abendunlcrhältungen, doch ist auch Gelegenheit gegeben, einen Teil der Zeit nach eigenem Ermessen zu verwenden. Da vor dem Hause der Sc« liegt, ist auch Gelegenheit zum Baden gegeben. Der e.r Ü r L u r t u s be�int um ZS. August und liiult Iii-- zum 31, Au» gust. ffltnollc Dr. Hermann Brill aus Weimar ist der Leiter diele» sturiti». Das Thema helft: Die Eatwicktung der Staateanschauungeu in der Aach- lr(eg«,-it. Der zmeite ftursüs beginnt am I. September und dauert bis ztM 7. September. Leiter dieses Kursus ist der Redakteur der Leipziger Lolts, zeitung, Scnollc Georg«Zuch». Das Thema heißt: Tee Aapitalismn» ,a bei Eegenrnaei. Die Losten kllr jeden Kursus bolragen ZZ.ZS M. einschließlich ssohrgeld. Berpflegung und Quartier. Wer übet zwei Wochen gerien uerfUgt, kann auch beide Kurse belegen. Zn diesem galle verringert sich der Preis um da» einmalige Fahrgeld. Anmeldungen erbeten an das Bureau der Arbciterbildungsfchul», Linden- straß« Z, 2. Hof, II. Schluß des Mcldetcrmins 1. August. Sechs Soldaten für eine Flagge. Di« aus dem Fort Astersteitt bei Ehrenbreitstein gelegene kleine Truppe des Ausbitdungskom- mandos für tran.;ösischc Ossiziere ist abtransportiert worden. In der Stadt Ehrenbreitstein selbst befinden sich nur noch sechs Be- satzungssoldaten, die morgens die Trikolore auf der Festung zu hissen und abends wieder einzuholen haben. Ei»s»ndu»zeu fit diese Rubrik find Berlin£ü) AS, Lindenstrib« 3. parieinachrichisn�MfürGroß-Verlin stet» an da» Bitirlesekretariat !. Hos, 2 Treppen recht», zu richten. Die Zohtabeudc, 5cauenabcnde und Abicilunkssversammlungen am 10. Iuli sollen aus. Dafür finden in allen Srcifen Kreismii- glicderversamm!ungcn slaii. Der Dcsirksvorstand. t. Stet» Rritc. Tisiunii des erweiterien Sreisvorstandes am Montag, dem s. Aull, 13� lllir. bei robroblair. iSwinemllndcr Str. lt. 3. Ämi» Scdding. SUnotog. 2.?uli, 19 Uhr. Kreiskonferenz bei Wende, flolomcslr. II". 4. Brei» Prenzlauer Berg. Dicneiag, Z. Juli. 19 Ubr, bei Klug, Danziger Strohe 71, Sihung de? erweiterten Kreionorstandss. t.' i 7. Brei» ilbarlattenburg. Heute, Sanuag, Waldsest und.Fest der M Zuaeub" im Volkapark Zungferuheide. Sasscekachen, gemeinsame Spiele, M Spiele der Irgend,«»luhtuudgebung. Gemeinsamer Abmarsch Punkt, s W l:ch 12 Uhr vom Wilhclmpla». Fahrgelegenheit: Omuibn» nach Barl»- W hos bi» Bollspark, Tegeler Weg. Q 7. Brei» Sharlottenbnrg. Am Dienstag. 19'n Uhr, erweiterte Breisvorstands- fihitng im Aimmer I lZlatbausl. ii. Brei» Wilmeredors. Dienstag. 2. Juli. 20 Uhr, bei Ihlenfeld. Ilhland- strahe Ecke Gtinhelstrahe. Sitzung des engeren Breisvorstandez mit den Abteilungsleitern und der Fraktion. 1«. Brei« Böpcuick. Sitzung des Bildungsausschuss es am Dienstag, 2. InN, 19� Uhr. im Bibliothekszimmer, Schlotzstr. 27, I. 17. Breis Li-stenberg. Mittwoch, Z. Juli, 19',? Uhr, bei Tempel, Gudrunstr. 7, Breisvorftandentzung. 18. Brei» Deihensee. Heute, Sonntag, 30. Juni, 15 Uhr, große»? 1 K3 Dolk-fest im Schloßpark Weihense«. Orchester. SHBre, Turner, fü H SS-wimmer, Artisten, Film im Freie», große» Feuerwerk. Da» Fest g t? steht unter der Parole.Ganz Berlin der SPD." UN» gilt al« Aus.§3 e? takt ffit die kommenden Bommunalwahlen. Festredner: Stadtverordneter g Hermann Lempcrt. rä tl I I I i I I I■! I I U. Brei« Pankow. Montag. 1. Juli, 191h. Uhr. Sitzung der Fraktion mit den Brcicdclegierten im Sitzungssaal des Rathauses in Pankow. Dienstag, 2. Juli, 20 Uhr. im Ttirlischen Feit, Breite Straße, Sitzung aller Bil- dunqsausschußmitglieder. 20. Brei» ReintSeudors. Montag, 1. Juli, 19 Uhr, im Neinen Sitzungssaal des Rathauses zu Wittenau, Sitzung des Breisvorstandes mit den Ab- tcilungslcitern. Der Obmann des Elternbeirates ist ebenfalls eingclad'n. Morgen. Monlag, 1. Juli: I. Abt. 29 Uhr bei Lllbner, Wilsnacker Str. 34, Funltioniirsttzung. Achtung! Um 19 Uhr ebcndort Vorstandssitzung, Dclegiertcnwahlcn. 11. Abt. 19Vj Uhr bei Bcrgcr, Lcvetzowstr. 21, kurze, aber sehr wichtige Funktionärsitzuug. 53. Abt. Eharlottenburg. 18 Uhr bei?ux, Suiicnstr. 2S. Flugblatwerbreitung in den Laubenkolonien. Um 29 Uhr ebenfalls bei Lux, Sitzung der Ab- teilunoskeitnng mit den F�iabendlcitcrn. 89. Abt. Britz-Buikow. 20 Uhr in der Siedlung, Halle am Hufeisen, Sitzung des Arhcitsaussckzustez, Fest der Arbeit. tag. Z. Juli. 20 Uhr, in der iLeschäftsstellch Fusammcnkunst der Hclsor. die nach Buch fahren. Br«i» Mitte. Montag. 1, Juli, 23 Uhr Hclferadend. Jugendheim Fehde, nicker Str. 22—24. Die Äbschiedsseier der Feltlagerteilnchmei fallt au». Dien». tag. 2. Juli. Binder aller Gruppen des Breises. die in das RbcinlandzAtlager fairen, treffen sich um 18 Uhr in der Schule Böpenicker Str. 125. Brei» Prenzlauer Berg. Gruppe Freiheit. Montag. I. Juli. 17—19 Uhr. Jugendheim Schule Sanncnburger Str. 20, Aussprache für alle Falken. Do:, trag:„Unsere nächste» Aufgaben". Die Gruppenvcranstaltungen fallen dis einschließlich 5. August aus. Anfragen wichtiger Art sind wahrend dieser Fei: an Bult Lücke. Berlin<£. 25. Landsberger Str. 50. zu richten. Dir vädagogi. sche Sprechstunde findet daselbst jeden Donnerstag, no» 15— 17 Uhr, statu Alle Roten Falken beteiligen sich ferner an dem gemeinschaftlichen Abend oer SAI. am Dienslag. 2. Juli, 19 Uhr. im Jugendheim Sonnenburger Str. 20. Gruppe Viktor Adler. Binder, die zur Ostsee fahren, müssen am Dienstag, 2. Juli, zur Aussprache kommen. Achtung! Sonnabend, 0. Juli. 20 Uhr. treffen wir uns Lehrter Bahnhof, Borhgll« Brei» Tiergarten. Dienstag. 2. Juli,'16 Uhr, treffen wir uns im Barls- Hof zum Baffcekochen der Bonfum-Genossrnschaft. Gruppe August Bebel. Mittwoch. 3. Juli. Treffpunkt 17'.? Uhr Wald- Sie Wicleffstraßc zum Baden. Tonnerstag. 4. Juli. Für olle Fcltlogerteilnehmer Rucksackbestchtigung auf dem Bremer Spielplatz. Sekretäre Für die Betriebsagitation im Bez rk Berlin werden Z Sekret&re elogeiteUt. Geeignete Bewerber, die dem Berliner Bezirksverband angehören, weiden gebeten, bU»nrn ts. Jult ihre Bewerbung an den Genossen Franz Künstler, Berlin SW68, Lindens'r. 3, einzusenden. Oer Bezlrktvortland. Sitzung sämtlicher Dienstag, 2. Juli: 100. Abt. Johannisthal. 20 Uhr bei Eobin, Roonstr. 2, Funktionäre. Frauenveranstaltungen. 5. Brei» Fr!cdr!ch»ha!n. Dienslag, 2. Juli, 15 Uhr, Bakfcekochcn in der »Alten Taverne", Alt-Slralau 25—27. Ernste und heitere Vorträge lnaues Programm). Genosse Mudrack, Schauspieler.(Bei schlechtem Wetter im Saale.) Genossinnen der Ableilungen 32 bis 88 erscheint zahlreich. Gäste und Genossen willkommen. Berufstätige können nockkommen. 20. Brei» Reinicker darf. Dienstag, 2. Juli. 20 Uhr, Sitzung der Funktio- närinnen— Agitation und Arbeiierwohlfohrt— in Tegel, Schöneberger Straße 3 lZugendheim). Jede Abteilung muß nerlreten sein. 25. Abt. Montag. 1. Juli. 191? Uhr. im Werneudiener Sckioß, Elbinger Straße 87. Vortrag:.Börperpslege" und gvmnastischc Vorführungen mit Musikbegleitung. Rcferntin: Genossin Lotte Paetow. 38. Abt. Dienstag, 2. Juli, fällt der Frauenabenb aus. Dafür beteiligen sich die Genossinnen recht zahlreich am Brcis-Baffeekochen ob 15 Uhr in der »Alten Taverne". Ali. Stralau 25—27. 30. Abt. Mittwoch, 8. Juli, sitz« Uhr, Fahrt noch Freibad Orankefee. Treff, vunkt Ierufalemer Straße fan der Birche, gegenüber Bochstraße). Mit der Linie 80 nach Hohenschönhausen His Orankcftraße fahren, von dort zum Treibad Orankefee. Für Nachzügler um 141? Uhr im Terrasscnrestancant . Oranielee, Baffeetrinken um 17 Uhr. Besichtigung der Parkanlagen Ober» see, um 19 Uhr Abendessen im Terrassenrcstaurant.. Gäste und Genossen berzlickss willkommen. Badeanzug mitbringen. 138. Abt. Reiuickend->rs-vst„ Dienstag. 2. Juli, beteiligen sich die Genossinnen zahlreich am Bonsum-Basscekochen in Plötzensee, Barlshof. Treffpunkt 14 Uhr Schlltzenhaus und Seebad. Arbeikerwohlfahrl. 7. Brei» oharlottonbnrg. Am Dienstag. 2. Juli. Besichtigung de» Oskar. Sslene-Keims in Dahlem. Treffvunkt Wilhelmplatz vor der U-Bahn vünkll-ch um 13 Uhr. Intcressierie Eenossrnfinnen) sind willkommen. Zungsozialisten. Grupven SchZnebeeg n. Eharlottenburg treffen sich heute Sonntag. 12 Uhr. Wilhelmplatz in Eharlottenburg. zur Teilnahme am Waldfest im Boikspart Iunasernhcid«. Montag. 1. Juli, im Jugendheim Eharlottenburg, Rosinen- straßc t. 20 Uhr, Portrag, ll. Teil:„Die Frau und der Sozialismus". Refe- rentin: Anna Larioch. Geuvpe Licktevbcro. Dienstag. 2. Juli, 20 Uhr. Im Zugendheim Gunter. straß« 44. Bortrag:„Die neue Regelung de» Revartisnsproblem,". syovng» Plan.) Referent: Rudolf Kornick. Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Brei» Breuzberg. Montag, 1. Juli, ärztliche Untersuchung aller Ramedn-, Brodten- und Dubrowsahrer(Binder und Keifen im Gcsunbhcitshaus am Ur- ban, ll. Stock, Auoltellungsraum. Mädchen 10 Uhr. Jungen» 101? Uhr. Dienstag. 2. Juli. 17—19 Uhr Abrechnung aller Sammellisten bei Lotte Bnauer, Hagelbcrger Str. 8.— Achtung! Für gleichen Feit gehen alle Helfer, die keinen roten Ausweis haben, ihre Mitgliedskarten ali. Breis Renköll». Am Montag. 1. Juli, 17—19 Uhr, außerordentliche Sprech, stunde im Jugendheim Bcrgstr. 29. Die Abrechnungen zum Zeltlager und zu den Bükenfahrten müssen unbedingt vou jeder Gruppe vorgenommen werden. Dt« ärztlichen Untersuchungen werdcn am Dienstag. 2. Juli, im Schularzt- zimmcr Nr. 189 im 1. Stockwerk des Rathauses vorgenommen, und zwar um lllh Uhr Gruppen Hcrmannplatz. Lichtkämpfer, Ouellc und um 13 Uhr Gruppen Birke, Eibestroße, Falke, Jungvolk. Gruppe stichttämpfer. Alle Feltlagerteilnehmer treffen sich zur Besprechung am Dienstag, 9. Juli. 17 Uhr. im Jugendheim Böhmische Ecke Banner Straße. Um 19 Uhr findet eine Elternzusammenkunft der Feltlagerlcilnchmer im Vortragssoal Böhmische Ecke Banner Straße statt. Achtung! Am Mittwoch, 3. Juli, ist die Geschästssielle von 18 Uhr ab ge- öffnet, doch bitten wir die Breite, srühzeitg zu lammen. Es müssen die Sammellisten abgerechnet werden, cbnso die Gelder für das Zeltlager. Diens- Gruppe Tiergarten-Süd. Freitag, 5. Juli, Spielen im Großen Ticrgart:» fRofengairen). 18—20 Uhr. Treffpunkt 17'.? Uhr vor dem Keim Blllowstr. 88. Brei» Schöneberg-Friebenau. Dienstag. 2. Juli, Helferntz- ng->?: o'tn. Scdanftr. 73. 4 Trp.— Rote Falte». Montag, I. Juli, 17—19 Uhr, wichtige Zrltlagerbesprcchung. Jeder Rote Falke muß erscheinen. Mittwoch. Donners- rag, Freitag, 8K.— 10', j Uhr, Uebungsstunde dcr Trommler»nd Pfeifer auf dem Südgcländc bei Trojaner. Donnerstag Spielen. Ab 17>.> Uhr Musiker. Freitag, 19—201? Uhr. lieben die Musiker auf dem Slldgeländc.— Jung- tollen Schöneberg. Mittwoch, 3. Juli, Freitag, 5. Juli, Spiel und Tanz.— Iungfallen Friedenau. Dienstag, 17— 19 Uhr, Jugendheim Offenbacher Str. 5u. Brei» Wcißensee. Gruppe Gemeinschaft Hohenschönhausen. Wir treffen uns am Sonntag, 13'? Uhr, Witzcnhaufenci Ecke Dingelftcdter Straße, und gellen gemeinsam„im Volksfest Schloß Weißeniee. Restzahlungen für das Zeltlager und Sammeliisten müssen bis zum 1. Juli abgerechnet fein.—»Neftfaliea." Spielnachmittag.—»Rote und Inngfalkeu." Donnerstag Lelcabend:»Sternen- linder". Achtung, in den große» Ferien fallen unser« Zusammcnkünsle au». Die Gruppe, die im letzten Probczeltlagcr einen Speer mit Falteiiwimpei in Berwahrung erhalien hat, möchte ihn Gciiosseu S. Baiser, Hohrnschöuhaufc», Ollendorfcr Sir. 74k, zustell:». Die Uniersuchungslistc» sind von den Breisen sofort an Mar Schmidtbaucr, Neutöll», Laubesir. 10, einzusenden, da wir fonft den Fahrschein nicht bekommen. Brei» Eharlottenburg. Wir treffen uns heute. Conutag. N'H Uhr, am Wilhelmplotz zum Waldfest. Alle Nordfecfahrer müssen dabei fein, da lurze Besprechung. Achtung. Zrltlagerteilnehmer! Wir treffen uns zur letzten Besprechung fvor Abfahrt»ach Böln) am Mittwoch, 3. Juli, 171? Uhr, in Neukölln.>» der Aula des Realgnmnastums, Baiser-Friedrich-Str. 208(Untergrundbahn Rat. Haus Neukölln). Alle kommen. Acrztlichc Bescheinigung der Erholungs- bedürftigkrit(Gesundheitsscheine) mllssen unbedingt am Mittwoch abgegeben werden. Wer sie nicht hat, gefährdet sein Mitkommen.— Fettlagerhelfer haben anschließend an die Zeltteilnehmerversammlung eine Besprechung im gleichen Räume. Der Zrltlagrrausschnß. Geburtstage. Jubiläen usw. 22. Abt. Unser verrhrter Genosse und Brei»leiter Otto Frank, Brüsseler Straße 38, feiert am 1. Juli sein 25jäHrigu Parteijubilänm. Wir gratulieren idm herzlichst und wünschen ihm»och viele Iahe« der Mitarbeit in UN- sercr Mitte. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation 4. Abt. Achtung! Die Einäscherung unseres verstorbenen Genossen Will! Jahn findet am Montag, 1. Juli, bereits um 181? Uhr, im Brcmatorium Ge- richtstraße statt.(Nicht>91? Uhr.) 58. Abt. Unser longjähriger Genosse, dcr Schriftsetzer Linus Arnold. verstarb am Donnerstag, 27. Juni, im 70. Lebenssahr nach kurzem Branle». iagee. Die Einäscherung findet am Montag, 1. Juli. 19'? Uhr, im Beema- torium Gerlchtstraße statt. Um rege Beteiligung bittet der Abteilungsleiter. 78. Abt. SAGneberg. Unser Genosse Paul Bunge ist nach langer(chwerer Brankheit am Donnerstag, 27. Juni, im 67, Lebcnsjahre verstorben. Wir bedauern den Heimgang des alten Kämpfers und werdcn seiner stets in Ehrnr gedenken. Einäscherung am Montag, 1. Juli. 17 Uhr, im Brcmatorium Wil> mer-dors. Die Genossen treffen sich um Istz. Uhr vor dem Brrmalorium. !�SozjalistischeArbetterjllgendGr..Verlin \ ctln'cndung-v für dlese Rubrik nur an da» Zugendsekrriarta» I Derlin GIB 68. hMdcnstraße 3 Po, sitzer den. Bvnicrcn, morgen, pünktlich 191? Uhr. im großen Sitzungs- saal de» Bezirteamtee Breuzberg.?>orckstr. 11. Tagesordnung:„Dcr W' Iugendtag". Ohne Mitgliedsbuch und Ausweis kein Fuiritt. Gruppen müssen vertreten sein. Singkrel«: Die Ukbungsstunden fallen bis auf weiteres aus. lener Sämtliche heute. Sonntag. 30. Juni: Schönhauser Porstadt: Heimabend 191? Uhr Schönfließer Str. litz: Waldfest der Partei im Grunewald. Treffpuntt 18 Uhr 8.— Steg- �WWWWWWMWW WWW.. Zempelhos: Bei lchönrm Weiter Treffpunkt Dorf- Ecke Berliner Straßc um 15 Uhr, bei Regenwetter 18 Uhr Heimabend. vcrbebezirl Wedbing: Die Gruppen beteiligen sich am Sommerfest der Partei im Moabiter Schlltzenhaus. Treffpunkt Ii Uhr See- Ecke Müllerstraße. Wcrbebezirt Prenzlauer Berg: Zambourkapclle. Treffpunkt 10 Uhr Normal- vhr Schönhauser Alle« Eck- Danziger Straßc. Morgen Uebeu in der Turnhalle Danzig? Str. 23. Erscheinen oller Genossen ist notwendig. 8. und 7. Juli Ausmarsch. Wcrbcbczirk Westen: Waldfest der Partei„Fest der Jugend" im Volkspark Iimgfcrnheidc. Treffpunkt für alle Teilnehmer 11 Uhr Heim Rosinenstr. 4. Nachzügler 12 Uhr Wilhelmplatz. Werbebezirk Breuzberg:„Filmcck". Ekalitzcr Ecke Feughofstraße, f-t kj Film. Matinee zugunsten des Wiener Iugcndiages. Rezitationen, Mnsil,!= N Uraufführung des Films„Brüder", Ansprache des Genossen Lille, t;, W M. d. R. Beginn 11 Uhr. Eintritt 50 Pf. E3— Morgen, Monlag. 1. Juli, 19 K Uhr: Hansa: Heim Bochumcr Sir. 8K. Heiterer Abend.— Faltplatz I: Schale Sonncnburger Str. 20. Bortrag:„Wie lese ich eine Wanderkaric r"— Schön- hauser Vorstadt: Schule Sonnenburger Str. 20. Bortrag:„Jugend und Sexualität".— Reichevberger Biertel: Helm Britzer Str. 20. Funktionärs, tzung. — Friedenau: Tolkstanzkursus in dcr Rubensstraße, an der Kirche. Abteilungsmitglicderversammlungen: Montag. 1. Juli. �alkplatz II: Schule conjunhiirscr Str. 2A.— Suowcnplaft: Heim Sche- rcnbctxftr, 7.— Nordost[J; Heim Str. 62.— Feavkfurter Viertel: Helm Litauer Str. 18. iKrmtrolke dcr Verbands- und M'Lgliedsbilcher.)— Westend: Heim Rosinenstr. i.— Paalow III Heim Horschstr. Ii. Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner �Schwarz- Rot-Gold". Gefchättsstelle: Berlin S 14. Sedastianstr. 37 38 6o' 2 2 t. Sonntag. 30. Juni. Weißensee. 15 Uhr Schloß Treptow. Spiel- monnszug mit Znstrumenien, Bundeskiridung. Beteiligung am Bolksfest der SPD. Wc:ßensec. Alle übrigen Kameraden zur Ouartierwerdunq ebenda. Hondballmannschokt 9 Uhr Stadion am Faulen See, Handball'pici gegen Landsbarg o. d. Warthe. Friedrichrhi». 17 Ubr großer republikanischer Tag bei Schonert, Bnnaststraßc. am Rummelsburger See. Festrede Bamerob Künstler. M. d. R. Eintrittspreis 80 Pf.— Sanitätsabteilung. Autofahrten-ür Govübung am 7. Juli bei ollen San:tä»»fiibrern erhältlich.— Montag, t. Juli. Tieegaeien. 20 Uhr Jugendheim Blllowtlr 88. Z'octrog:„Fugend und Per. fassungsfeier. Wcdding. Iungbanner. Fufommcnlunft im Jugendheim. Schule Pank. Ecke Wiefcnstraße. 191? Uhr.— Dienslag, 2. In'i. Brcuzbcro. 20 Uhr. Fug 5. Monatsverfammlung bei Thiel, M-ßpolast. Alle Fatob. Ecke Ritter. stroße. Prenzlauer Berg. 20 Uhr enger« und erweiterte Dorstandssitzung bei Burg. Ritte. Bamcradfchaitsversammlung. Tagesordnung:. Berfossunge'sicr. k Kameradschaft: Lackclcher Hof. R.osenthalcr Str. 40— 41. 3. Kamerodtchatt: Schilling, Runaestr. 30. 5. Bamcradschaft: Rosenthalcr Hof. 6. Kameradschaft: Gartenstr 8. Panlow. Nord. Bameradschostsvcrkammlung bei Meier. Türkisches Zelt. 20 Uhr.— Mittwoch, 3, Zuli. Mitte. 4. Baneeradschaft: Versammlung bei Brandis. Etralouer Sir. 10. Tagesordnung: Verkassungsfeiir. Breuzberg. Zug 3. 20 Uhr bei Braunsdorf, Großdecrcnftr. 23. Bortrag. Fug 7. 20 Ubr. Rcichcnbergcr Hof, Rcichenbergcr Str. 147. Bortrag. Reichskartell Republik. Sonnfag, 14 Uhr, Sportschießen sämtlicher Berliner Ortsvereine in Fricdrichsfelde. Eine neue Epoche im Musikleben Deutschlands hat begonnen. Im Lause dcr nächsten Woche bekommen die deutschen Radiohändler die Paladin-Apparar» die durch die drursche Philipps-Gesellschast, Berlin, angckllndigi wurden. Wer noch leinen Radioapparat besitzt, muß sich diesen Paiadin 20 bei seinem Radiohälldlcr vorführen lassen: ferner auch alle, die mit ihrem alten Empfänger Acrger haben. Die Bedienung dieses Paladin-Apparates ist(o einfach und die Wiedergabe so rolltonimcn. �aß ohne Uebertr.ibung gesagt werden kann: Jetzt ist Rad'o ein ungetrübter Genuß. Alle» Nähere erfahren Sie von Ihrem Radiohändler oder dirctt von der Deutschen Philipps-Gc- sellschas: in Berlin W. 35, Am Karlsbad 18. Die Firma Teppich-Bursch, das große Tpez'a!ha»s wr Teppiche, Gar- binen und Möbeisioffe. findet mit ihren Veranstaltungen in allen Schichten der Bevölkerung weiicüe Beachtung. Ein SpezialHaus, dessen Bestreben daran! gerichtet ist, Oualilätswaren zu billigste» Preisen z» bringen, kann mit Recht darauf Anspruch erbebeu, daß idre Verkaufsvcranstaltungcn besondcrcr Art Beachtung finden. Ein Angebot dieser Firma, das für die Zeit vom l. bis 8. Juli Geltung hat. ist wiederum e'ne solche besondere Be-kaufsveranitaliung. 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Selbstaufstellen IHflllTP, Sdliudit«tri. Krüger £ Latnao Fantniitrik Kau FririiWr ihr«! 108/101 lIU-T-UUniinihMdi In der Privat kiagesache des Reichsministers a. D G u st a v B auer in Berlin W, Regensbur gerstr.Sa. Privat klüger, gegen den Redakteur Alfred Hurtig in Berlin CW, Wilhelmstr 20, Beschuldigten, wegen Beleidi gung sAmtsge richtBerlin-Mitte — 14«. D 216 2Ü) ist folgender Vergleich geschlossen: Der Beschul- dijjte, der seinerzeit oerantwort licher Redatleur der.Welt am Abend" war, nimmt die in den Artitelnder.Welt am Abend" vom 19. 1., 11 2. und 16.2.1929 cnthal- tenen Beleidigun- gen des Privat- klägers mit dem Ausdruck des Bc> dauerns zurück und erklärt, daß er die tatsächlichen Behauptungen dieserArtikelnicht ausrecht erhält Die Kosten des Privatklageoer- sahrens hat der Beschuldigte übernommen. Sörnmerö«« Linkstr. 11/ Wilmersdorfer Str. 117/ Turmstr. 45/ Spandau, Breite Str. 22 -5- egg -~'m:y. '4M-'..&> ipw*-y■;.- 2 rss t- vi•>. t:■!&: �vä--> •?>;■->*''•'w.T&i&i'ff*:rt£[£*-.;•;: --ty:.; .... A'.c'S* y*':'■ .-•■,.•;•'.•f." �lStW• �"''" m%�yh■•: v.? �'. MMjUM -"•••-:• v>' �>• Ä.■' yfv. Äs?., �.v-/'�fy*-'.•,'.r.-"5 V" v-f>-.V:.v-: v':� v M-■'■.■?:* -&*"' 5.- .'. �Zs, W» fy& fr jj*.".V; >'.-»v'l;v'.X'•''■•■'-■•..•«•' ,A' ■�■..'-•r'■ •>•.-■' ''s£-■«'•«•'•••*4,'■;- v-'--'v" X■■'ÄVÄ.i i-A-»• r.Hf-s FM.A. ,.• T•■ �.�V;'v -■!■> � j'pZf-;■''. � 1�7 j öeile�IIiäncestn MnUWWMH WWMMW» �lexsncZe�pls�. V�iimepzcjo�epZtl'/XoN'dusel'oamm.Smnnenft Verkauf soweit Voi'pTtl— Mengenabgabe vorbehalten!— Verkauf nicht an Wiederverkäuferl NameU-Mewe« 90 1 Kleid*3" I W aus VoUvoile, schöne> Form.............. aus gestreiftem Trico- lette, kleidsame Form aiamütAaimum» Kleid 1 aus Waschstoffen..... H Fsrauen-KleidO75 ans bedrucktem Foulardln, dunkeleedeckle Muster, Voilegamiernng, vorrätig bis Brösie 50 hb M Toüe de soie<1475 DMÄttiS? 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Gerade weil wir wissen, daß die angeblich geheimnisvollen Ge- setze der Wirtschaft, die zum Beispiel die Arbeitslosigkeit brachten. nichts Gottgewolltes sind, gerade deswegen wissen wir, daß es kein« Wirtschaftsdiktatur geben kann, und deshalb fordern wir die Wirt- slHaftsdemokratic. Wir können uns nicht außerhalb der Wirtschaft stellen, wir müssen uns international betätigen. Nach den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Genossen Graßmann wandte sich der Berbandstag der Beratung innerer organisatorischer Angelegenheiten zu. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Frage, inwieweit den Verbondsmitgliedern die Zugehörigkeit zu rechts- und links- radikalgerichteten Verbänden gestattet werden kann. Während für den Vorstand der Berichterstatter Höhne eine gewiss« Weitherzig- keit empfahl, trat der erst« Diskusstonsredner Schulze(Berlin) für schärfere Bestimmungen ein. Man dürfe keine Kollegen in den eigenen Reihen dulden, die auf der anderen Seite Mitglieder von Parteien seien, die gewerkschastszersplitternde Teardenzen verfolgten. Brand müller(Nürnberg) bedauert, daß immer noch Arbeiter ihr sportliches Können in den Dienst der bürgerlich«» Sportbewegung stellen. O e r t e l t(Chemnitz) fordert für Ausschlußverfahren in der Regel die Mitbestimmung der Mitgliedschaft: er gesteht aber'd«m Gauvorstand das Recht des Ausschlusses eines Mitgliedes ohne vor- hörige Befragung der Mitgliedschaft zu, wenn«s sich um Nicht- einhält ii ng tariflicher Nereiubarunge» handelt. In seinem Referat befaßte sich Höhne auch mit der aufgeworfenen Verschmelzungssrage. Auf den Tagungen der graphischen Bruderverbände habe die Frage des Jndustrieverbandcs fast gor kein« Rolle mehr gespielt..Der Gedanke sei zu einer äußerst ungeeigneten Zeit aufgeworfen worden. Die Berussverbänd« hätten ihre Wirkungskraft nicht eingebüßt und beachtliche Erfolge auszuweisen. Haupthindernis einer Zusammen- sassung der graphischen Verbände sei die dadurch notwendige Um- formung der lßerbäitde. Von einer Abschaffung ihres attbewährten Föderotivsystems wollten selbst die wärmsten Befürworter des Indnstrisverbandes nichts wissen. Die Anregung, mit dem Verbände der Lithographen und Steindrucker in Verhandlungen einzutreten, fei verfehlt. Im Derbandsvorstande bestehe keine grundsätzliche Ab- neigung gegen einen Zusammenschluß der vier graphischen Verbände. Für die nächste Zeit aber sehe man darin kein« Vorteile. Dos zwischen den vier Verbänden im Graphischen Bund be- stehende Verhältnis sei überaus gut. Genosse Haß, Vorsitzender des Verbandes der Lithographen und Steindrucker führte hierzu aus, sein Verband sei zu einem engeren Zusammenschluß bereit und habe das Einheitsstatut für seine Verbandssotzung bereits angenommen. Ein Haupthindernis der Verschmelzung liege in dem Ergebnis der diesbezüglichen Vor- abstimmung der Buchdrucker. Inzwischen ist jeder der vier Ver- bände für sich stärker geworden. Der Hilssschrei schwächerer Drganisstionen fehlt, desKalb fei auch der Ruf nach dem Industrie- verband in den graphischen Gewerben schwächer. Der Verband der Lithographen hat erst dieser Tage sein«igenes Haus bezogen, weil wahrscheinlich noch aus Jahrzehnte hinaus(?) an das Zustondekomnicn eines Industrieverbandes nicht zu denken sei. Vielleicht zwingt uns die technische Entwicklung rascher dazu als es heute aussieht. Jedenfalls würden sich bei den Lithographen und Stcindruckern keine Hindernisse ergeben. Glaser(Berlin) erstattete dos Referat des Vorstandes über .das Unterstützungswefen des Verbandes. Die Invalidenversicherung., die dauernd weiterläuft, ist für«ine Umlage ein undankbarer Boden. Man muß vom Umlage- verfahren freikommen. Ein füchdie Iiwalidcnkasse zu schaffender Grundfonds soll dazu dienen, einmal Klarheit darüber zu bringen, welche Entwicklung der Jnvaliden-Versicherungszwang nimmt. Ver- gleiche mit anderen Organisationen können nicht angestellt r»erd«n, da der Buchdrffifcrvcrbaiid der einzige ist, der eine solche Einrichtung seit rund 50 Jahren besitzt. In kleineren Verbänden kann di« Ja- nalidenkassenfragc zur Katastrophe führen. Die Gründe, die zur Steigerung des Jnvalidenstandes führten, sind nicht allein die In- flation und die Rationalisierung der Betriebe, sondern nach der Meinung des Vorstandes hat mit dem Ausbau der Unterstützung auch eine Erhöhung des Jnvalidenstandes eingesetzt. Außerdem ist das Durchschnittsalter der Mitglieder wesentlich gestiegen, ein Mo- mcnt, das Schritt hält, mit der Vcrallerung der Bevölkerung. Die Zufuhr neuer Mitglieder steht nicht mehr in einem gesunden Ver- hältnis zur Invalidität. Aus nicht ganz zehn Mitglieder kommt heute bereits ete Invalide. Durch allzu große Inanspruchnahme des Unterstützungswefens leidet die Kampfkraft des Verbandes. In der Diskussion erklärt Schleffler(Berlin): Man darf in d«r Frag« der Invalidenversicherung keine Hoffnungen wecken, die spät«r nicht erfüllt werden können. Gerade bei der Erhöhung der Beiträge ist Vorsicht geboten. Gauzuschüss« und Ortszuschüsse können nur bei größeren Verhältnissen geleistet werden. Der Antrag des Vorstandes bezüglich der Beitrags- erhöhung um 3l> Pf. wird angenommen. Moskauer Gewerkfchastspraktiken. Sprengung der Baufchlosserversammlung. Di« Branchenversammlung der Berliner Bau- und Geld- schrankschlosser am Donnerstag in den Sophiensälen sollte auf Befehl der KPD. ein großes Ereignis werden, und zwar insofern, als mit allen Mitteln versucht werden sollte, die bisher etwa paritättsch aus Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen- gesetzte Branchenkommission gänzlich in die Hände der„Opposition" zu bringen. Die Betriebe hatten, wie es seit Iahren in dieser Branche üblich ist und wie auch in der vorletzten Branchenversamm- lung beschlossen wurde, eine Kandidatenliste aufgestellt, auf der wiederum beide politische Richtungen vertreten waren. Bei der Aufstellung der Kandidaten in den Betrieben hatten die Branchenangehörigen völlig frei« Hand: sie wurden weder von der Ortsverwaltung noch von der bisherigen Branchenleiwng nicht im geringsten beeinflußt. Die Belegschaften ließen sich bei der Auf- stellung der Kandidaten nicht von parteipolitischen Erwägungen leiten, sondern berücksichtigten lediglich die gewerkschaftlichen Fähigkeiten der Kandidaten. Die Wahl dieser, durch den Mehrheitswillen in den Betrieben aufgestellten Kandidaten sollte nun von der„Dppo- sition" verhindert werden, einmal, weil ihr die Kandidaten nicht gefielen, zum anderen auch, weil die Kommunisten darüber erbost waren, daß das in der vorigen Branchenversammlung zum zweiten Branchenleiter wiedergewählte Verbandsmitglied B e u st e r im vorigen Jahr aus der KPD. ausgetreten ist, und zwar aus folgendem Grunde: Man hatte Beuster, nachdem mjt Zustimmung sämtlicher Ver- handlungskommissionsmitglieder, auch der kommunistsschcn, der Lohn- und Mantcltarifstrcit durch einen beide Parteien bindenden Schiedsspruch b e i g e l e g t. worden war, zu«iner von der KPD.-Gewerkschaftszentrale einberufenen«ngeren F r a k tionssitzung geladen. Hier verlangte man von den kommunistischen Branchenleitungsmitgliedern. daß sie für di« Ablehnung des verbindlichen Schiedsspruches eintret«n sollten, dem sie vor seiner Verkündung zugestimmt hotten. Man forderte wettcr, daß sie die Ortsverwoltung vor die Frage stellen sollten, ob sie die trotz der Verbindlichkeits- ertlärung weiter Streikenden finanziell unterstützen wolle. Di« Vertreter der KPD. gaben offen zu, daß s i e dies auch nicht tun dürften und würden, wenn ihnen die Leitung der Organisation anvertraut wäre. Man müsse aber die Ortsverwaltung in die Enge treiben, um sie dann bei den Verbandsmitgliedern in Mißkredit bringen zu können. Da Beuster dieses An- sinnen abgelehnt hotte, war er bei der KPD. und seinen kommunistischen Branchen kollegcn in Ungnade gefallen. Trotz der künstlichen Erregung in der Branchenvcrsammlung gelang es dem Versammlungsleiter, eine ordnungsmäßige Wahl durchzuführen, an der sich nur Mitglieder beteiligten, die nach dem Statut wahlberechtigt sind. Die Wohl ergab eine einwandfreie Mehrheit für die in den Betrieben ausgestellten Kandidaten. Run entfesselten die Kommunisten einen Skandal. Der Versammlungsleitung gelang es nicht mehr, die Ruhe wieder herzustellen. Es war daher nicht mehr möglich, den wichtigen Be- richt über das Ergebnis der Lohn- und Manteltarifvcrhandlunge.n mit dem Schutzverband Berliner Schlossereien zu geben. Die Ver- sammlungsleitung war gezwungen, die Versammlung zu schließen. Ueber die anderen widerlichen Vorgänge, die sich kurz vor und nach Schluß der Versammlung abgespielt haben, wollen wir im Interesse des Ansehens der Branche nicht berichten. Es ist jedenfalls bezeichnend für die Anhänger d e r„O p p o- sition", daß sie sich dazu hergeben, auf«inen Parteibesehl hin eine Gewerkschaftsversammlung derart zu terrorisieren, daß nicht ein- mach wichtige Existenzfragen, die Neuregelung der Löhne und der Arbeitsbedingungen besprochen werden können. Man sieht daraus wieder einmal, daß es der„Opposition" in den Gewerkschaften n i ch t um die Vertretung der Interessen der Gewerkschaftsmitglieder geht, sondern lediglich um die Durchsetzung parteipolitischer und g c we r k s cha s ts sch äd i g e ndc r Parolen. Tarifkündlgung der Putzer. Die Berliner Fachgruppe der Putzer im Baugewerksbund be- schäftigte sich in ihrer letzten Versammlung mit der Kündigung des Tarifvertrags. Der Fachgruppcnleitcr, Genosse L e h- n i g, gab zunächst einen kurzen Rückblick aus die Vorgeschichte des jetzigen Vertrags. Die Putzer wurden im Jahre 1927 durch' die teilweise sehr niedrigen und ganz unterschiedlichen Akkord- preis« veranlaßt, die Forderung aufzustellen, die Akkordpreis« tariflich zu vereinbarem Durch die Halsstarrigkeit der Unternehmer, die daran festhalten zu müssen glaubten, was seit 60 Jahren be- standen hat. kam es zum Streik. Der Kampf der Putzer mußte aber nach der Verbindlichkcitserklärung eines Schiedsspruches, der wir sehr wenige Wünsche erfüllt, abgebrochen werden. Die zwei Jahre seit Bestehen des Tarifvertrages haben gezeigt, daß er in dieser Form nicht wetter Geltung behalten kann. Wenn auch den Unternehmcrm die früher am Wochenschluß ihre Putzer oftmals ohne Geld nach Haufe schickten, das Handwerk dadurch gelegt worden ist, daß im Tarifvertrag Mind« st löhne vereinbart sind, so sind aber dies« Löhne mit den heutigen Ver- häktnissen nicht mehr im Einklang zu bringen. Wich die juristische Fassung des Tarifs ist so verzwickt, daß schon wegen der vielen Klagen vor dem Arbeitsgericht über die Auslegung des Tarifvertrages eine Aenderung herbeigeführt werden muß. Nach einer eingehenden Aussprache wurde van der Versonun- lung in geheimer Abstimmung beschlossen, den Tarif am 30. Juni zum 30. September.zu kündigen und die Fachgruppenleitung bc- austrogt, den Unternehmern die von ihr ausgearbeiteten Abändc- rungsanträge einzureichen._ Weshalb keine Verbindlichkeitserklärung? Oes schlesischen Textilschiedsspruchs. Der Reichsarbeitsminister hat die Ablehnung der Verbindlich- kertserklärung wie folgt begründet: „Wie die wiederholten Nachverhmidlungen ergeben lzaben, be- stehen zwischen den Parteien wichtige Meinungsverschiedenheiten über die rechtliche Bedeutung der im Schiedsspruch vorgeschlagenen Bestimnmng über die Akkordfroge. Der Schiedsspruch ist wegen dieser Zweifelssroge nicht geeignet, ein« endgültige Befriedung in der schlesischen Textilindustrie herbeizuführen. Aus diesem Grunde mußte die Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches abgelehnt werden, ohne daß es der Stellungnahme zu seinem übrigen Inhalt bedurfte." Schmerzen der Nordwestlichen. Sie trauern um verlorene Arbeilstoge. Der Arbeitgeberoerband für den Bezirk der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl in du- st r i e l l e r gibt in seinem Geschäftsbericht für dos Jahr 1928 einen Ueberblick über die Lohn- und Sozialpolitik seit 1919. Der Bericht befaßt sich eingehend mit der R i e s e na u s s p e rr u n g der Herren der Nordwestlichen im vorigen Jahre und berechnet, daß im Jahre 1928 allein in der deutsch!« Eisenindustrie insgesamt 5,7 Mil- lionen Arbeitstage durch Streiks und 9,3 Millionen Arbeitstage durch Aussperrungen verloren gingen, gegen 0,56 Millionen bzw. 0,79 Millionen Arbeitstage im Jahre 1927 und 0,22 Millionen bzw. 0,24 Millionen im Jahre 1926. Die Herrschaften wollen mit dieser Gegenüberstellung offenbar dokumentieren, daß sie es in der Hand haben, den Forderungen der Arbeiter durch Massenaussperrungcn zu begegnen, selbst dann, wenn durch verbindlich erklärten Schiedsspruch, diese Forde- rungen einige Berücksichtigung finden. In ihren Leitsätzen fordern die 11 starken Männer der Norb- westlichen nach wie vor die Abschaffung der Verbindlich- keitserklärung. An ihre Stelle soll eine lediglich g u t a ch t- liche Entscheidung einer Rcchtsstelle treten, die angerufen werden kann, wenn die Siaotssicherhcit durch bevorstehende Arbeits- kämpfe gefährdet ist, wie dies z. B. bei der Aussperrung der Nord- westlichen der Fall war. Die Entscheidung dieser Schiedsstelle dürfe sich nur für oder gegen einen Schiedsspruch in unveränderter Forin aussprechen, und nur empfehlend aber nicht bindend sein. Wer schon auf einen verbindlich erklärten Schiedsspruch pfeift, gibt erst recht nichts aus eine ihnen etwa unbequeme „Empfehlung". Doch wir wollen mit den Nordwestlichen nicht streiten. Worauf es ankommt, das ist eine geschlossene gcwert- jchaftliche Organisation. So lange sie fehlt, können die Unternehmer gleich den Kommunisten auf die Trägheit der Un. organisierten spekulieren, um ihr Geschäft zu mächen. Gehaltszulage in der Getränkeindustrie. Am 28. Juni wurde über die Erhöhung der Angestelltengehälter in der Groß-Bersiner Getränkeindustrie verhandelt. In den VerHand- lungen ist es gelungen, eine allgemeine Erhöhung der Angestellten- gehälter, besonders auch in den Gruppen 2 und 3, durchzusetzen. Die neuen Tarifverträge sind im Bureau des Zentraloerbandes der Angestellten, ZSellc-Alliance-Straße 7/10, jederzeit erhält sich. Gesperrte Gastwirtsbekriebe. Wegen Tarisbnich und Nichtbenutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises für das Gostwirtsgewerbe sind für die Mitglieder des Verbandes der Hotel-, Restaurant- und Eafcangestellten folgende Gostwirtsbetriebe gesperrt: Norden- Tegel: Ease Seerose, Inh. Müller, Müllerstraßc Ecke Seestrage: Strandgarten, Inh. Pieper, Tegel. Pichelsberge: Kaisergarten, Inh. Pirwitz. Erkner: Bürgergarten, Iich. Schröder: iedlers Restaurant, Inh. Fiedler. WoltersdorserSchleuse: um Kranichsberg, Inh. Günther. Neukölln-Treptow: Restaurant auf dem Schießstandgelände, Hasenheide, Inh. Georg Kenn. Osten: Restaurant Schulz, Königsbergcr Straße Ecke Memeler Straße. # Freie Gewerkfchasts-Jugend Groß-Verlin Morgen, Montag, folgende Veranstaltung: Gruppe Süden. Luinrcsteu: 20 Udr tm Jugendheim Borckstr. U, Probe für unscrcn Weit- streitabrnd. @ Zügen dgruppe deS ZentralverbandeS der Angestellten Morgen, Montag, finden folgend« Veranstaltungen statt: Tegel. StciuKZendors: Jugendheim Reinickendorf-Ost, Lindau er Straße, Barocke. Wir besuchen die Beranstoltun« des Vezirlo Wedding.— Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Secstraßc. Seimdesprechung, anschließend„Bunter Abend".— Rordeu: Jugendheim Kastanienallec 31. Heimbesprechung, an- schließend lesen wir aus dem Buch:..Im Westen nichts Neues".— Lichtenbeeg: Jugendheim Eunterftraße, Gruppenbefprcchung.— Urban: Jugendheim Hobrecht- Ecke Sanderstraße, Aussprache:„Der internationale Jugendtag in Wien".— Tampclhos: Jugendheim Germoniastr. 1—«, Druppenbrsprechun«.— Eharlottenburg: Jugendheim Äostnenstr. 4. Wir besuchen dir Werbebezirto- Versammlung. Bekleidüngs- Jndus+rie G. m. WM Ißrunnenstraße 188-190, am Rosenthaler Platz Sommer-Änzüge in bester Ansfübning Irenchcoais-, Loden- n. Gommi-iiiianiel Sportbekleidung für Damen Biw BlSwiä® und Herren Lüster- und Leinen-Bekleidung in großer Auswahl [Elegante M a ß a n§ e rtlg ung\ Lederbekleidung Neue Bekleidung für Auto-Chauffeure HSITßOSrliHSl'®'lcr'ieln<�en' ünferwfische, Strümpfe usw. gut und billig rhemden. 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X Butterhandlung Zu den drei Sternen B.«] »*» Filialen in allen Stadtteilen xtäAeh,-biofsM tfehfeUet-Hfoh. j&t jelxi ■und kCa\i — das netic Spul* und Reini» gungsmittcf der Hcnkelwerke zum Spülen, Aufwaschen und Reinigenl Eimer, Kannen, Spülbecken Wannen, Mops, Aufspul-, Putz- und Bofinertühcr, überhaupt alle stark angeschmutzten, verfetteten oder verschmierten Gegenstände und Küchengeräte, auch Stein- und Fliesenböden reinigt©grundlich und rasch. 1 Eßlöffel©auf 10 Liter- 1 Eimer Wasser— das ist das richtige Maß. Das ganze Paket© kostet nur 25 Pfennig Und ist überall erhältlich. © Isl zugleich ein Ideales ßeinlgungsmlnet für alle srarh beschmutzten und verschmierten Gegenstände aus Glas, Porzellan, MetaD, Stein, Fliesen, Marmor. Hot usw. 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Um rege Beteiligung bittet Dte OrtsvcrwaltiiDg. Die Einäscherung findet am Mon» tag, dem 1. Juli, 181;« Uhr, im Krematorium Gerichtstraßc statt. Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen. De» Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Metallarbeiter Otto htehmer geb. 19. Mai 1874, am 23. Juni ge- starben ist. Die Einäscherung hat bereits statt» gefunden. Am 28. Juni starb mrscr Kollege, der Kransührer Alkred Speer Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 2. Juli, t7 Uhr, im Krematorium Baumschuienweg statt. Ehre ihrem Andenlen! Rege Beteiligung erwartet vi« Orlsoctivaltang. CR. 9 Tapeten Linoleum HcrmaDn Hossach Inh. W. Hussack NOeWOrmerSir.so 6 Schlafzimmertage ohne Anzahlung lumtiniiiniiiniHiPiiiniiHiiinmitiinminnmiiiHminiHHiiinimiiiiiiimiiiinimniiiiHiiimiimiuiimiiimiiiimmsnmniiraiiiBiTOiiHiiniiiuiniimHiiiiiHiimiimiinHimimiinii Niedrigste Kassapreise I 2 Jahre Kredit vom f.— 6. Juli ,+ 1'lt pro Monat auf den Restkaufpreia tzV)! K\o* & SC Töo to Hob. 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Gesundheitlich fehlte Eduard Svensson nicht das geringste, er kam nur,»m sich 100 Kronen zu pumpen. Als ihn aber Doktor Lundberg fragte, wie es ihm ginge, murmelte er etwas von einer bösen Erlälwng. Es macht nie einen guten Eindruck auf«inen jungen'Arzt, zu hören, daß es einem gut geht. Unb Eduard Svensson wünschte, einen guten Eindruck, auf Doktor Lundberg zu inachen.., „Ausgezeichnet, ausgezeichnet!" sagte Doktor Lundberg.„Dann mußt du ein elektrisches Lichtbad nehmen. Ich Hab« gerade heule den Badeschrank bekommen. Da in der Ecke steht er. Zieh dich aus!" Eduard Svensson schielte nach dem großen, massiven Bade- schrank, der beinahe wie ein Geldschrank aussah, und dachte an den Hundertkronensck>eiii. „Danke sehr," sagte er,„heute nicht... Ich bm eigentlich nur zu dir gekommen, um.. „Ach was, ziere dich nicht, zieh dich aus!" Und Doktor Lund- berg riß die Badeschronktür auf und zeigte ihm das Innere, mit dem Stuhl auf dem Boden und den Wänden, die mit einer Unzahl von Glühlampen tapeziert waren. Eduard Svcnffo» verspürte keine Lust. „Nein, ich habe keine Zeit," sagt« er.„würdest du vielleicht..." „Es dauert nur zehn Minuten. Du wirst sehen, wie gut es gegen deine Brustschmerzen ist. Siehst du!" Und Doktor Lundberg knöpfte Eduard Svensson die West« auf und riß ihm die Stiefel und den Kragen vom Leibe. Was sollte Eduard Svensson tun? Cr mußte herhalten, des blauen Lappens wegen. Einen Augenblick später stand er fasernackt in seiner ganzen männlichen Schönheit da. mit der behaglichen Rundung des kleinen Bäuchleins, die die sonst etwas eckigen Konturen in angenehmer Art unterbrach. Doktor Lundberg schob ihn mit sanfter Gewalt in den Badeschrnnk, mochte d'e Tür zu und legte den Deckel drauf, d. h. sein Kopf ragte durch ein passende- Halsloch heraus. Und dann drehte er an einem Griff und gab dem Strom freien Lauf. „Ist es nicht wunderbar?"' sagte et salbungsvoll. „Ja, es war wirklich ganz schön. Eine angenehm« Wärme von i5 Grad rieselte durch Eduard Svenssons Körper.' Und dann fing dos Schwitzen an. Wenn man nackt ist, ist das Schwitzen gar nicht so unangenehm. Und als der Schweiß ihm auch über das Gesicht zu laufen anfing, wischte ihn Doktor Lundberg mit seinem eigenen Taschen- tuch a&_"-.iU!.chÄj!r. konnte nicht heranreichen— und behandelte ihn n�it so rührender und wohlwollender Sorgsanikeit, daß er ohne Zögern mit dem eigentlichen Zweck seines Besuches herausrückte. „Aber bitte sehr, mit dem größten Vergnügen, wenn ich dir mit so wenig dienen kann!" sagte Doktor Lundberg, blätterte in seiner Brieftasche und zog den großen Schein heraus. „Aber allerdings," fügte er ein bißchen zögernd hinzu,„das Bad kostet 20 Kronen, also kannst du nur 80 5kronen bar bekommen Einen Augenblick, ich muß erst wechseln gehen!" Und Doktor Lundberg stürmte die Treppen hinunter und raste über die Straß« und kollidierte mit einer Elektrischen und wurde (im Krankenwagen) ins Krankenhaus gebracht. Und Eduard Svensson wartete. Er wartete eine Viertelstunde/ er wartete eine' Stunde, er wartete zwei. Und die ganze Zeit schwitzte er. Aber warum in aller Welt stieg er nicht'heraus? Der' Badeschrank war von außen zugeschlossen. Gott, wie er klopfte und rief und spektakelte und fluchte! Aber er wagte nicht,, mit den Füßen zu stoßen� er hatte Angst, an die Glühl�npen zu kommen., Und die ganze Zeit schwitzte er. Der Schweiß tropfte förmlich von ihm berab. Cr freute sich nur über sein Skelett: das war immerhin etwas Festes, auf dos man sich verlassen tonnte. Alles andere hielt er für verloren. Das behagliche kleine Bäuchlein war schon weiter nichts als eine Kute. Endlich, spät abends, kam Doktor Lundbergs Aufwartefrau. Da war Eduard Svensson so matt, daß sein Kopf mit dem Kinn auf dem Rand des Deckelloches lag. Aber die Anwesenheit der Aus- wartefrau belebte ihn, und er förderte sie leidenschaftlich auf, die Schranktür aufzumachen. Aber die Aermste! Sie hatte ja keinen Schlüssel, der paßte. Der einzige Schlüssel, der paßte, war an Doktor Lundbergs Schlüsselring befestigt, und der Schlüsselring war in Dottor Lundbergs Hosentasche, und Doktor Lundbergs Hosen befanden sich im Krankenhaus. Und kein- Mensch ahnte es, daß sie sich da befanden! Da bat sie Eduard Svensson weinend, wenigstens den Strom auezuschalten. Das tat sie, so gut sie konnte, und dreht« natürlich den falschen Knopf und öffnete, die Schleift« eines Stromes, der bedeutend schlimmer war als der erste. Die Hitze iin Schrank stieg auf 80 Grad, und Eduard Svensson schrie laut auf und sing an, brenzlich zu riechen. Aber wie die Auswartesrau auch experimentierte, es gelang ihr schließlich wirklich, sämtliche Ströme auszuschalten, und Etmard Svensian fühlte sich fast glücklich. Daß man in Situationen geraten kann, in denen man sich glücklich fühlt, obwohl man in einem Badeschrank eingeschlosien ist! Aber die Nacht senkte sich über Eduard Svensson, und die Auf- wartefrau verließ ihn, nachdem sie ihn mit Dottor Lundbergs auf- gewärmtem Kohl gefüttert hotte, und das Dasein wurde dem armen Mann wieder bitter, als er in den, jetzt ganz dunklen Badeschrank saß, der Immer mehr den Charakter eines Eisschrankes annahm, und immer noch auf Doktor Lundberg wartete. Mitten in der Nacht hörte er schleichend« Schritt« im Entree, und dann wurde die Tür zu Doktor Lmchbergs Opevottanszimmer geöffnet. Eduard Svensson wollte gerode mit einer Mischung von Freude und Wut rufen:„So/endlich kommst du, du Spitzbube!", als er bei dem plötzlichen Schein einer Blendlaterne entdeckte, daß er einen �.wirklichen Spitzbuben vor'• sich hatte, einen Berufs- einbrecher. Gräßlich, wie unrasiert der war! Der Spitzbube näherte sich dem Badeschrank. Er hielt ihn ver- .zeihlicherweise ickr einen Geldschrank. Eduard Svensson war gc- spannt, was der Spitzbube wohl tun würde, wenn er seinen Kopf auf dem Schrank entdeckte. Aber der Spitzbube nahm' weiter' keine Notiz von ihm. Er hielt ihn wahrscheinlich für eine Äroncesigur. Einen Zlugenblick sah es allerdings so aus, als wenn der Spitz- bube die Absicht hätte, die Büste herunterzunehmen, aber dann hielt er es glücklichenveise für unnötig und fing an, den Badeschrank energisch mit seinen Dietrichen und Brecheisen zu bearbeiten; aber der Schrank war absolut' einbruchssicher. Der Spitzbub« kam nicht vom Fleck. Eduard Svension überwachte die Arbeit mit größtem Interesse. Der Spitzbube bog und brach und stöhnte, ober alles war vergebens. Schließlich hatte er die ganze Geschichte satt und setzt» sich auf die Linoleummatte und mochte sich seine Fingernägel mit dem Brecheisen. rein. Do. wurde Eduard Svensson aber böse. Er könnt« sich nicht länger beherrschen. Er rief: „Was Ist das für eine verdammte Schlappheit! Machen Sie doch die Sache ordentlich!" Der Spitzbube wurde sofort zu einem Kriminalirren und stürzt« laut brüllend in die Nacht hinaus. Das Gerücht, von Doktor Lundbergs Kollision mtt der Elektrischen und dem Einbruch in seiner Wohnung und Eduaxd Svenssons Einsperrung in dem elektrischen Badeschrank verbreitet« sich in der Hauptstadt schnell. Schon am nächsten Vormittag stand ein Berichterstotter mit Feder und Notizblock vor dem Badeschrank und schrieb im Schweiße seine». Angesichts und interviewte Eduard Svensson. Er mußt« ihn jedoch vorher durch Einschaltung des milderen Stromes auftauen: er war nämlich ganz steif gefroren. Eduard Svensson mußte alle Umstände genau erzählen, seine Eindrück« im Badeschrank«ingehend schildern und«in paar bio- graphische Angaben über sich selber und seine Familie machen. Darauf stellte der Berichterstatter seine Kamera ein und ersuchte Eduard Svensson, recht unglücklich auszusehen und eine möglichst unangenehme Stellung im Badeschrank einzunehmen, lind dann knipste er ihn trotz seines lebhaften Protestes. Dann holte der Berichterstotter einen Schlüssel aus der Tasche— den Bodcschronkschlüssel. Er war natürlich schon im Krankenhaus gewesen und hatte Doktor Lundberg interviewt, obgleich das Re- snltat ziemlich kläglich ausgefallen war, weil der Doktor noch immer bewußtlos war. Und jetzt wollte er in die Irrenanstalt und den Kriminolirren . iirterviewen.' (Aus bern Schwedischen von Aae Avenstriw und Slisabetb IteiM.) »m,'///: 3)olomHen cnotisEen Ein altdeutsches, ein gotisches Land. Die Senkrechte herrscht wie in einem Dom. Die Wälder, der strafse Wuchs der Tannen neben dem zartwehcnden Schleierbehang der Lärchen— beide in ihrer Strukttir so verschieden und so verwandt wie Mann und Weib— sind Ausdruck des gleiche» Willens: des steilsten Auswärts. Eben deshalb sind auch die Seen in diesem Gebirge so überraschend, wirken so als Seltenheit und Kleinod: weil sie wagerechte Fläche sind. Nicht anders jenseits der Baumgrenze die Felsenwelt. Dieser vollendet unglaubhafte Aufbau des rosaweißlich grauen Gesteins, diese wie durch unerbittlich senkrecht geführte Schnitte zerspaltenen Kolosse, dies ganze steile, zerzackte Werk, es steht wie maßlos über- triebone Türme und Fialen gotischer Phantasien da. » Wem sich mit dem Worte„Berg" der Begriff episch breiter Lagerung, weit ansschwingenden Umrisse? verknüpft, der muß in den Dolomiten umlernen. Da? stürmische, herrische, rebellische Auf- wärts dieser Landschaft ist dos Dramatischste, das sich denken läßt. Unheimlich lebendig, aktiv, erregend sind diese Gipfel, tn manchen Augenblicken überraschend menschlich sogar: im Rcgendunst drängen sie sich eng aneinander wie Gruppen von Bcrschwörern: in der Mit- togsglut wiederum geht ein fanatisches Glitzern von ihnen aus wie von Riesen in Panzerhemden. Wer sie besteigt, fühlt sich darum ' zum Kampf mit ihnen mehr genötigt als gelackt. * Auch die Menschen in den beengte» Tälern, ans den einsame» .Bergwieftn zeigen Gesichter des alten Deutschland, des ausgehen- den Mittelalters. Es stich noch Dürers Modelle mit dem derb einfältigen(für. den oberflächlichen Betrachtter: treuherzigen) Außen uifd dem dahinter verborgenen Feuer vollkommener Ünbcrechen- barkcit. Ein wenig davon läßt sich ahnen, wenn etwa Sonntags in einem Dorfwirt-Haus plötzlich wie Hagelwetter eine Schar Bur- schen und Mädchen hereinbricht: dann erhebt sich unter maßlajem Schenkelschlagen und Händeklatschen ein Tanz von unbändigster Wildheit, um so ausfälliger, als die Feiertagstracht der Mädchen. der überlange Rock, die bis an die Ohxläppchcn reichende lang- ärmelige schwarze Taille von betontester Keuschheit ist. Nun aber verdunkeln sich die niedrigen Fenster, wenn die Tänzerinnen bis zur Decke emporgehoben werden: Dutzende von Gläsern klirren im Takt: Flaschen blauroten Weins leeren sich in Sekunden. Und gleich daraus stapft die ganze Schar schon wieder hinaus, schwingt sich auf den tangen Leiterwagen, der sie gebracht, die Peitsche schwirrt, die Harmonika wimmert und die schweren Pustertaler Rosse ziehen ihn zum nächsten Wirtshaus. Auch diese Rosse mit stolz gebogener Nase, breiter Brust, kurzem gedrungenen Leib stnd die gleichen, die Dürer zeichnete: es sind die Turnierpserde Maximilians, dessen Gebetbuch er illustrierte: es ist das Tier, ans dem der Ritter zwischen Tod und Teufel mutig da- hinzieht. Man trifft. sie heuie, Mutterpferde unü Fohlen, ganz frei in den Wäldern umherstreifend: sie rupfen am Moos und Gras, schlürfen am heißen Tag aus den Brunnentrögen des ersten besten Bauernhofs und liegen nachts ruhig schlafend im Mondschein.... » Ans den Fremden, gewiß, wirft sich dies olles wie Vcrzaube- rnng, sofern er nicht gerade in einem der sechsstöckigen Globetrotter- Hotels fitzt, die ihre Gäste gegen dos Land absperren und gleichsam immunisieren.. Auf nicht wenig« Großstadtiungen allerdings wirkt die höchst verdünnte Luft beunruhigend, erregend, aushöhlend, krisenhaft. Es stellt sich dann unüberwindlich der Drang zum Steigen ein, zur Flucht in die Höhe. Wer ihm nicht nachgeben kann. trägt leicht eine wirkliche fieberische Störung davon. Mancher wird sie nie los und fährt in die trübe Lust der Ebene zurück, obschon sie ihm wie mit Wattebäus6)cn in die Kehle dringt. Wer aber steigt, genießt die ganze Erquicküng eines ständig zunehmenden Tüchtig- keitsgefühls..." Fremd stehen nur an manchen Berghängen die fahlen Holzkreuz- batailleae der Soldateiifriedhöse. Alle sind äußerlich gut erhalten: denn„Freund" und-iFeind", was vor kurzem nach„lieben� und „Tod" bedeuten konnte— es sind gcwichtlosc Begriffe geworden. Von ihnen allen hat maii dennoch(oder deshalb?) den Eindruck des Verbleichenden, Vermorschenden, längst nicht mehr Gegenwärtigen. Bis zum Gespenstischen sind sie Vergangenheit geworden. Von den Amettkanerautos, die vorübertofen, sehen kalte, gefühllose, besten- falls neugierige Augen darauf nieder, die trötzdem in> Recht sind; denn sie sehen Reliquien, ein Stück völlig abgeschlossener, erledigter Historie, genau wie das auch die Burgen a»n Rhein oder die Pyra- miden Aegyptens sind. Die Unsummen menschlichen Leidens freilich, deren stumme Zeugnisse hier gehäuft sind, sie ist ja noch keineswegs getilgt: auf beiden Seiten der Grenze weinen ja heute noch Witwen, kriechen Krüppel umher, suchen Waisen ihren Vater. Und ihr Leid wird nicht im mindesten dadurch gelindert, daß das Fahnentuch, das auf den Dächern der Hotels flattert, heute eine andere Farve hat als vor fiinfzehn Jahren. ,—(— i—>-.•■■i•>, Sin aUägypiifcher Arbeiter In Oxyrynchus in Mittelägypien, westlich, vom Nil, sind kürzlich wertvolle Papyrusdokumente gefuriden worden, die. einen Einblick in das mühevolle Leben eines pltägyptischen Arbeiters zur Zeit Christi gewähren. In diesen Dokumenten wixd Tryphon, ein Otrofr Weber, der im Jahre 8 unserer jetzigen Zeitrechnung gebore» würde, als Mann von mittlerer Größe, mit Hagerem, honiggelhcm Gesicht und auf einem Auge schielend geschildert. Die'Weberxi trug damals .nicht viel ein und war außerdem noch mit einer höhen Gewerbe- steuer belastet. Eo hatte Tryphon schon als ich'ähriger Arbeiter TA Drachmen(6 M.) Steuern zu zahlen, die sich, in späteren Jahren aus 36 Drachmen(30 Pl.) steigerten, eine ganz bedeutend« Summe, wenn man- sich die weit höhere' Kaufkraft des damaligen Geldes vergegenwärtigt. Daneben halte.er noch 1Z Drachmen ,(0,60 M.) Kopfsteuer zu zahlen,'2 Drachmen(1,60 TO.) für die paar Schweine, die er sich hielt, und 6 Drachmen(1.80 M.) Damtnstelier, um sich von den Arbeiten an den Nildämmen in der glühenden Hitze Aegyptens loszukaufen. Mit 29 Jahren ging er eine Probeehe mit einer Frau, Namens Sarraeus, ein, die ihm 40 Drachmen(32 M.) baares Geld in die Ehe brächte, dazit für''12 Drachmen(9,60 TO.) Kleider und ein Paar Ohrringe im Werte von 20 Drachmen(16 TO,). In dein Ehevertrag war au-geinacht, daß das'in die Che mit- gebrachte Geld zurückgezahlt werden solle, wenn die Ehe sich nicht bewährt«— sollte die Frau dann schwanger sein, so wördo Tryphon chr Alimente zahlen.>, Auf diese Ehe, die sich übrigens, recht glücklich gestaltete,.fiel ein Schatten durch die Eifersucht einer Frau Deinetruo, ijch den axmen Weber»ach einer unglücklichen Probeehe' verlassen und ihm noch einen Teil seines Hausrats mitgenommen hatte. Eines'Abends niachte sie, von ihrer Mutter begleitet, die nach den Prozeßakten das Muster einer giftigen Schwiegermutter gewesen sein muß, einen Mordversuch a»f Sarroeus, wegen dessen sie zwar verurteilt wurde, der sich aber trotzdem bald darauf wiederholt«. Seit jener Zeit wurde Tryphon Weiberfeind, und er vermied nicht mir jeglichen Be''- kehr mit anderen Frauen, sondern sogar de» mit seiner Mutter. Die finanziellen Verhältnisse Tryphons scheinen i» jener Zeit recht beschränkt gewesen zu sein. Die hohen Abgaben bei den gc- ringen Einnahmen zwangen ihn, als ihm ein Sohn Zlpion geboren wurde, noch ein Pflegekind ins Haus zu nehmen, für dessen Ver- pflegung ihm 16 Drachmen(12:80 TO.) gezahlt wurden. Das Pflege- kind starb aber bald und nun bemächtigten sich dessen Eltern einfach des Kindes Tryphons, das ihnen dann aber Sarraeus wieder mit Gewalt entriß. Run kam die Sache vor Gericht und wenn den Eltern Tryphon auch der kleine Apion wieder zugesprochen wurde,. so wurde ihnen doch die drückende Verpslichiung anserlegt, das Pflegegcld zurück;» zahlen. Im Alte? von 14 Jahren wurde Tryphon ein zweiter Sohn, Thoönis, geboren, uyd im.. gleichen Jahre würde er, der sich am Webstuhl lfalbblind gearbeitet hatte, pon den römischen Behörde» für militärfrei erklärt. Kurz daraus scheint er auf irgend- sine Weise, vielleicht durch den Tod der Mutter, zu einem' hx- scheidenen Besitz gelangt zu sein, der ihm den Kauf eines eigenen Webstuhls für 20 Drachmen(16 M), wodurch er endlich selbständig wurde, und ein«? kleinen Häuschen für etwa 200 Drachineu(lOOM.) ermöglichle.'Aber aus allem, was sich aus- den-Kaufakten des Hauses ergibt, scheint Tryphon trotzdem kein sorgenfreies Dasein geführt zu haben. In harter Arbeit' von Kiiidesbeincn aii hotlc er feine Gesundheit untergraben, aber a»«dn>cklich wird hervorgehoben, daß er ein Man» von strenger Ehrbar'keit omd Rechliichkest gewesen ski liitd nur für' seine Faiüilie gesorgt und gearbeitet habe. Noch einmal wird der Name Tryphons erwähnt, im Jahre 66 n. Chr.. als�der damals Achtundfünszigjahrige lim eiiieni Weber Ptolemäus, dem er seinen zweiten Sohn Thoonle in die Lehre gab, einen Vertrag schloß, durch den er sich'verpflichtet, für die Cr- nährung desselben monatlich a Drgchnieif(4 TO.) und für dessen Kleidung jährlich 12 Drachmen(9,60 TO.) zu zahlen, lieber die späteren Lebensjahre und den Tod Tryphons ist in den Akten nichts enthalt«». ä}ie tuhvk'klwifj der JUpenflratfen Für die Scharen, die in den kommende» Ferienwockfen über die Straßen und Pässe der Zllpen ziehen, ist es nur mir einem gewissen 'Aufwand von Phaiuofic vorstellbar, daß vor nicht viel mehr als einem Jahrhundert die Ukberqucrung der Alpen noch beschwerlich und aus wenige Pässe beschränkt war. Zwar sind die'Alpen' schon in vorrömischer Zeit aus., einigen Paßwegen überschritten worden; schon 388 v. Chr. gingen die Gallier unter BeLooejiis über den Bremer oder den Kleinen St. Bernhard, während Haniübal wahrscheinlich den Eol de la«eigne benutzt«. Unter de st römischen Kaisern waren nach und nach 17 Pässe gangbor geworden, von denen der Moni Genevrc, der Große St. Bernhard und der..Brenner die mich- tigsten waren. Nach der Zusammenstellung im Großen Brockhous beherrschten dennoch bis ins Mittelalter der Große St. Bernhard und der S«ptimerpaß, dessen einstiger Sainnweq heut« kaum noch zu erkennen ist, fast allein den Verkehr, und erst im 13. Jahrhundert wunde auch der Weg über den St. Gotthard erschlossen. Aus diesen Paßwegcn zogen die deuftchen Kaiser nach Italien, davon 66mal über den Brenner. Noch dem Verfall der alten Römcrstraßen' mar sogar die Straß« über den Septimer allein für Wagen befahrbar, und erst 1772 wurde roieder der Brenner, 1782 der Tal die Tendä und 1786 der Arlvcrg notdürftig für den> Wagenverkehr hergerichtet. Napoleon 1. ließ dann für feine Truppen die Straßen über den. Simplon, den Moni Genävre und den Moni Eenis erbaue» und gab dadurch den Anstoß zur Entwicklung des Netzes fahrbarer Alpen- straßen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. w. Appen: Sächfifche Skimsten Glühdreck. Sie warn wohl Hamstern? — Nee. warum dn? Nu bloß so. weil's hier nausgeht auf» Dorf. Ach ich weeß, Sie ham sich bisiel Dlum'erde geholt vom Feld, nowr(nicht wahr)? — Nee. r Tunfe nr ntch so gehebnnisvolll Was Hamms« denn da in den Babier? — Wenns«» gans genau wissen wolln: Ztuhdreck. Kuhdrerk? — Ja, wegen mein Deedohr sein Husten. Was machensein da drmit? — Das wiffense nich? Nee. — Da koch ich enn tichtgen Tobb Samillndee, recht schoen dick«, un dan rechent mr«ff een Liter De« ungefähr enn« Kaffedaffe voll Kuhdreck. Das is awr doch Schweinerei, hsernsemal! — Das is keene Schweinerei, mr derf bloß ke« Forurteil Hamm. Un das Hilst bestimmt gegen Husten, Kamillndee mit Kuhdreck? — Ja. Awr gans dicke misiensin kochen. Da hol ich mir ooch gleich welchen. Un dann mach ich das ooch mal. Ich kann ohmds ooch manchmal kaum einschlafen for Husten. Un Sie meen, da brauch ich kee Forurteil zu Hamm wegen denn Kehdreck? — Ae ja, der werd doch gekocht. v Da is das wohl nachher garnich mehr so eeklig? — Keene Schbur! Gott ja, eegentlich iss« ja wahr. S i» doch alles Nadur, un wemmer sich; richt'g ieberlegt, is doch dr Kuhdreck ä Deil br Schöpfung. Also da Hamms« nr scheen Dank. Das mach ich gleich heite. In Notfall muß'ch mr ahm de Nase zuhalten, bis'ch mich dran geweent habb. — Basiense mal off, da» i» gamich neet'g. Awr ganz heeß muß dähr Dee sinn, da» is de Haubtsache. Wennr kocht, duhnse denn Kuhdreck nein— nemmse liewr bisse! mehr als zu wenig.... Ja, ja, der kost doch nischt. Un ich ekel mich ooch schon garnich wehr. — Un dann lassense» wieder ofskochen, mm dann missenses nemm, wies is— gans heeß. Brodeln musses noch. Awr da vrbrennt mr sich doch de Gusche! — Wer redt denn von Gusche? Nu, wemmer denn De« drinkt... — Wer redt denn von Drinkcn? Nu. ich denk,., — Ach, Sie dummes Luhder— da macht mr doch Umschläge drmit! XiebesgefMfler. Kennst du das Lied... du weeßt schon? — Du hast's doch noch garnich gesagt. A«. du weeßt schon, von dem weißen Flieder...? — Unter einen Fliederbaum? Nee, das is alt! Ich meen das neimodfche. Wenn dr weiße Flieder wieder blicht. — Ach. wasse immer offn Schwoof schbieln? Ja. Weeßte da die eene Sehtelle? — Welche dn? Wo das Mädchen sogt: dann winsch« dir alles von mir!...? — Was issen da drmit? So is mirsch jetzt ooch zumute! — Was soll im das heeßn? Nu, was werdn das heeßn solln? —... Ach so. He, is das wahr? Sonst däht ich's doch nich sagen. — Da soll ich mr wohl mal was winschen? Nu, klar. — Awr nacher bist« vielleicht beese. N— nee. Ich habbs doch«rscht gesagt, du sollstr alles winschen. — DSrtlich. alles? Ja. — Dr!.,. Da kenntste mier enne große Freid« machen! Awr du derfst mrsch nich iewl nemm! N— nee! — Da kenntste dir mal e MIddel gegen Sommerschbroffen koofen. Gluckuck, Gluckuck! Fix, Kinder, dr Guggugg ruhst, da mißt? an eier Bortmonneh klobbenl — Warum dn, Babba? Klobbt nr, klobbt nr, ihr sehts doch, ich klobb« ooch! Das is ja großart'g, och du guhder Guggugg, um Hals falln kenntch dr. Warum biste bloß so schei, du butzger Fogel, daß de dich kee eenzgcs mal sehn läßt? Da kennte mr doch wenigstens Dankescheen sagen. — Fr was dn, Babba? Habbtr feste geklobbt? Ich gloowe, jetzt hatr offgeheert. — Ja. Denn duht vielleicht dr Schnawel weh. Das kann schonn sinn. Awr de Haubtsache i», daß mier olle ans Bortmonneh geklobbt Hamm. — Zu was hammern das gemacht? Ja. also das is so: wenn dr Guggugg ruhst, in Friehling,«n mr heerts, un mr klobbt fix ar sei Bortmonneh, da hat mr» ganse Jahr Geld. — Jssn das meeglich? Sonst däht ich»«ich doch nich sagen! — Wie kommt dn das?. Das vrschteht ihr noch nich so. Da seid ihr noch zu kleen drzu. — Awr du vrschteht's wohl? Nu allemal. — Da kenntsstes uns drwegen mal sagen. Bielleicht vrstehn miersch doch ooch ä bissel. Na meindwegen. Also dos is so: mei Foter, dähr hat da» ooch schonn immer gesagt, un dähr hat» von sein Großfater gewußt. Das i» iewrhaupt schonn gans alt. — Awr das muß doch Srgendwie komm? Nadierlich kommt da» ärgendwi«. — Nu ja, awr wie dn? Du wolltsts uns doch sogen! .-, Suckt. Kinder, hier dkiehn schon» de Block enblu?»� Wolltr nich S baor pflicken unn dr Mamma mit heemenemw? — Da» kemmer nachher ooch noch machen. Erfcht mußt du uns das mit denn Guggugg erklärn. Also he: missen duh ich iewrhaubt gar nischt, merkt eich das mall Un wennr nich bald offheert mit eiern Gefrage, mit eiern dämlichen, da kennt ich heechstens noch grob wer«. Das hängt een doch zum Halse raus. Ihr Kwölgeister ihr! Da kammer doch reeneweg vrrickt wern von eiern Gefrage, von eiern ewgen. — Awr du wolltst uns doch... Wennr jetzt nich schtill« seid.berster's nächstemol nich wieder mit, vrschtonden! Also wie isse». wolltr nu Glockenbluhm pflicken oder n-ch?... (Die Kinder, mit undefinierbaren Gesichtern, wortlos, pflücke« Glockenblumen.) giühnürmchen. Ach gucke, die scheen Gliehwärmchen! Als Sinder Hamm mier immer gesagt, die Hamm'ne Lambe umhäng', dasse dn Weg finden. Nee, die leichten gleich so aus der Haut raus. Das will drwegen gelernt sinn. Warum machen die d« dos eegentlich? Aus Liebe. Aus Liebe? Ja. Dasse gegenseitg wissen, woran se mitnander sin». He, das is awr braktisch! Nowr(nicht wahr)? Un wenn een er miede is oder er hat vielleicht noch genug von Tage vorher, da läßtr««fach finster, un da hatr seine Ruhe. Dul?... Was dn? Warum feixt dn du so? Ich denke bloß grade, wenn da» bein Menschen ooch so wär. Wie dn? Nu ähm, wie bei denn Gliehwärmchen. Was wär dn da? Da däht awr vielleicht jetzt mei Hintern leichten l I» wahr? Ooch so grien? Wahrscheinlich. Nu, warum isn das eegentlich bein Menschen nich so? Weil mir das nich neet'g Hamm. Warum dn nich? Weil miersch sagen kenn, wemmer was wolln. Da hast« recht. Awr... Was dn: awr? Awr— du sagst doch nischt! Ich habb» doch ähm gesagt. Ach so, vonwegen dein Hintern? Hm. Das war awr ziemlich durch de Blume gejchbrochen. Nu ja, in solchen zarten Sachen derf mr ooch nich so deitlich sinn. Das muß mr bissel boetsch ausdricken! heller als die Sonne. Der große Orionnebel von dem Fixstern Rigel(dem glänzenden hellen Fußstern de» reisigen Jägers) über. trifft in seiner absoluten Leuchtstärk« di« Sonn« rund 24000 mal. Aehnliches gilt vom Nebel des Eta Argus, dessen Leuchtkraft unser Tagesgestirn rund 100 000 mal übertreffen soll. Aber auch dieser riefenhafte Stern steht noch weit dem Fixstern S. Dorodus nach. dessen absolute Leuchtkraft 600 000 Sonnen ebenbürtig ist. SJbtdU I MbOdg., JfubelJ&hr, ExHos(Sumatro-DeckblaW � BL 1979—1929 fw U Ii"W* In Jeder Beziehung eine eußergewöhnlidie Leistung! Pf. Jbf H 1979-1929 jnraMerte PnbtWe koatente»! 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I2.Iä: Wettermeldunzen für den Landwirt. 15.30: Hausfrau und Hausangestellte. 16: Der Sternhimmel im Monat Juli. 16.30: D«e Taschenuhrenindustrie in Glashütte. 17; Könstlernachwuchs-Konzert. 18.30: Englisch für Anfänger. 19: Arbeiterschaft und geistiges Leben. 19.30: Wesen und Werden des Tonfilms. 20; Operettenabend. Danach Tanzmusik. Deutschandsender: 20: L'eder. 20.30: Ernste und heitere Rezitationen. 21; Kammermusik. Dienstag, 2. Juli: 6; Funkgymnastik. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Die Sprachkultur des Maschinenzeitalters. 16.30; Ein Tag beim Arbeiter- Wasserrettungsdienst. 17; Fritz Walter l est aus seinen Werken. 17.30 Unterhaltungsmusik. 18.40: Stunde mit Büchern. 19.10: Zur Ferienreise eine Bitte an die Jugend. 19.35: Einführung in die Naturphilosophie der Gegenwart. 20: Sende- spiele:„Amerikanische Tragödie der sechs Matrosen von U3. 4." Mittwoch, 3. Juli: 6: Funkgymnastik. 12.15; Wettcrmcldungei für den Landwirt. 15.30: Amerika und Deutschland. 16: Leuchtende Pflanzen. 16.30: D>e europäische Einheit— Träume von Dichtern und Denkern. 17; Jugend am Mikrophon. 17.30; Unterhaltungsmusik. 18.45; Wohin reisen wir? 19.10: Die Arbeitslosen- Versicherungsreform. 20: Wovon man spricht. 20.30: Konzert. Danach Tanzmus-.. Dentschlandscnder: 20.30: Volkstum Ii che Lieder und Duette aus alter Zeit. 21; Symphonischer Jazz. Donnerstag, i. Juli: 6; Funkgymnastik. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30 Qenuß- mittcl und Genußgifte. 16; Vom Angelsport>n den Märkischen Gewässern. 16.30: Kulturpsychologische Betrachtungen. 17: Konzert. 18: Eine Erzählung von Wolfgang Goetz. 18.40: Kann man schlafen lernen? 19.05: Rechtsfragen des Tages. 19.35: Der Rundfunk als Reisegefährte. 20;„Der blaue Vogel4'— Musikvorträge. 20.30: Unterhaltungsmusik- 21;„Streik im Elektrizitätsswerk44, eine groteske Suite fürs Ohr von Schamke. Danach Tanzmusik. Freitag, 5. Juli: 6; Funkgymnastik. 12.15; Wettermeldungen für den Landwirt 15.30: Moderne Großstadtlugend«m Elternhause. 16; Unsere Mutter Erde. 16.30: Wohlstand und Vermögen. 17; Unterhaltungsmusik. 18.40: Autostraßenbau in Deutschland. 19.05; Internationale geistige Zusammenarbeit. 19.30: Fahrt in die Uckermark. 20; Uebertragung Stuttgart:„Lübecker Totentanz", Rundfunkkompositionen. 20.30: Abendunterhaltung. Sonnabend, 6. Juli: 6: rnnkiymnastik. 12.16: Wettermeldonren für den Landwirt. 16: Denisahes nnd italienisches Opernideal. 16.36: 50 Jahre Reicbsdruckerei. 17: Nach- mittagsk�nzeit. 15.40: Deutsche Produktion und Auslandskonkurrenz. 19.05: Indiens Erwachen. 19.30: Aufgaben und Grenzen der Wettervorhersage. 20: Akustischer Film. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 30. Juni: 6; Uebertragung aus Berlin. 18.30; Dr. Paul Rolnbach zum, CO. Geburtstage. 18.50: Joachim Rmgelnatz liest aus eigenen Werken. 19.15: Die Jagd m der deutschen Literatur. 20: Uebertragung aus Hamburg. Abschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, I. Juli: 16: Englisch(kurturkundlich-Iiterarische Stunde). 16.30; Ludwig Bäte Fest aus eigenen Werken. 17; Uebertragung aus Berlin. 18; Meister der Plastik. 18.30: Reisen tnd Wandein. 18.55: Bericht dar amerikanischen Studien- Kommission über die deutsche V!eh- und Milchwirtschaft. 19.20: Staatliche Kunstpflege. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschland- sender: Lieder. 20.30; Deutschiandscnder: Ernste und heitere Rezitationen. 21; Deutschlandsender: Kammermusik. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 2. Juli: 16: Bemerkentwerte Eischeinnngen ans dem eniehungswisseoschaftiichen Sduifttum. 16.30: BDcherstnnde. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Musikverstehen, 18.30: EranzSsiseh für Fortgeschrittene. 18.55: Das Werden und Vergehen der Berge. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 3. Juli: 16: Schüleraustansch. 16.30: Dichterstnnde. 17: Uebertragung ans Hamburg. 18: Die Aufgaben der Reichsschuldenverwaltung. 18.30: Spanisch fOr Anfänger. 18.55: Der Balkon. 19.10: Uebertragung aus Berlin. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Uebertragung ans Berlin. 20.30: Deutschlandsender; Volkstümliche Lieder und Duette aus alter Zeit. 21: Deutschland- seuder: Symphonischer Jazz. Anschlieüend: Uebertragung ans Berlin. Donnerstag, 4. Juli: 16: Erziehungsberatung. 16.30 Deutsche Stammesdichtung. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Die Weltgeltung deutscher Tum- und Sportarbeit. „Plagiat" Hieß das Wochenendspiel. So nett, wie gestern vor dem Berliner Mikrophon, sind selten Plattheiten und Geist- reicheleien gemischt worden, wie an diesem Abend. Man lachte aus vollem Herzen. Di« Klassiker und was sonst noch dazu gehört, wurden furchtbar ausgeraubt, und ein« großartige, nie dagewesene Ausstattungsrevue wurde aufgebaut, die sich von ihren sichtbaren Schwestern eigentlich nur dadurch wesentlich unterschied, daß Der- fasser und Komponist mit den schlichten, ehrlichen und undurch- sichtigen Pseudonymen„Klaudius" und„Klemmerer" zeichneten. Daß manchmal ein witziger Einsall etwas zu Tod« gehetzt wurde — in der Tonsilmszene zum Beispiel hätten die Monologe aus „Kabale und Liebe" weniger breit ausgesponnen werden dürfen, auch der„Alt-Heidelb«rg"-Ansang war ein bißchen zu ausgeÄehnt — war ein kleiner Schönheitssehler dieses sehr amüsanten Abends. Freilich kam nur der voll auf sein« Kosten, der die— allevdings meist sehr offenbare— Klauerei wirklich immer sah Doch amü- stert haben wird sich selbst der harmloseste, naivste Hörer vom Ende der Welt. Denn das Hörspiel hatte das, was heute selbst an diesem Ende das Unentbehrlichste, das Mernotwendigste sein dürste: Tempo, Tempo. T«S. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.85: Der Schwarzwaid. 11.20: Indien, das längste Textilland. 19.55: Wetterbericht IDr die Landwirtschalt. Ab20; Uebertragung aus Berlin. Freitag, 3. Juli: 16: Die unterrichtliche Aulgabe der Oartenarbeitsschule. 16.30: Musik- vei stehen. 17: Uebertragung ans Leipzig. 18: Erobert Amerika mit seinen Fertigwaren den Weltmaikt? 18.30: Wanderungen durch den Harz. 18.55: Blumen nud Insekten. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag IBr Aeizte. 19.55: Wetterbericht lür die Landwirtschaft. 20: Uebertagung ans Stuttgart. Ab 20.30- Uebertragung aus Beilin. Sonnabend, 6. Juli: 16; Aus dem Zentralinstitut für Erziehung. 16.30: Was muB der Beamte vom Aufbau des deutschen Schulwesens wissen? 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Rationalisierungsbewegung nnd Oewerkschaitspolitk. 18-30: Französisch für Anfänger. 18.55: Werner v. Heidenstamm zum 70. Geburtstage. 19.20: Theatererir.nerungen eines alten Mannes. 19.55: Wetterbericht(flr die Landwirtschaft. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. K&mstelRatctaL vonsb Tbai&meJSmeKi der Sfervetkscßofient. Niederlagen mit Reparoturwerkstatte in Berlin; flr. Frankfurter Str. 83 Oranienstr. 137. � V# fCV \' efförslw**" I \\ ■'-\ '•\ V■''-v Ii M. In v» 1 s T% C � �-OJA* ---•"..».«.so«S*" w» UN________- �Zaittr i a C Q.t8*,,'e,i■**' -------- TU oaoaf®1 Ja«U KU"»1. VT5. VZ5' STRÜ�PF:.r* nuce« s'" äAcKCP«« S?Eros"-v— KJn-eÄ» J» �7. Kun»"-'.i.7S. ;;r::;.sBcKc«e� Königstrasse ecke 5 PAN D AU E R- ST RAS S Verkäufe Tapet»». 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