Morgenausgabe Hr. 313_« t Ä 156 �.Iahrgang «SchenMch 83 Tf« ma»«ach 8J09L tm voraus zahlbar, Postbezug fo rasch als möglich durch dos Bundcsheer bzw. die Polizei b c f e ft t werden. ck) die Hauptleitung der dt.(Deutschen) Verkehrsgewerk- fchaft hat sehr bestimmte und eingehende Weisung für die Durchführung des Eisenbahnverkehrs am 7. Oktober und für den Fall eines Bahn- oder Generalstreiks an ihre Betriebs- leitungen herausgehen lassen. Die Landesleitungen werden ersucht, in diese Einblick zu nehmen. e) für Salzburg: Der Schutz des Dahnhofs Schworzach-St. Deit soll, wenn irgend möglich, mit HW.-Kräften(Heimwehrkräftens durchgeführt werde»! der D. f. H.(Bundesminister für Heerwesen) ersucht nötigenfalls in dieser Angelegenheit um eine mündliche Rücksprache. Es wird ersucht, im Hinblick aus die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit, die Angelegenheit direkt mit dem B. f. H. zu regeln (General Schiebel) und das Ergebnis der Regelung hierher zu melden. > Vf„.„ Der 1. Bundesführer: Dr. S t e i d l e. � Der 2. Bundesführer: Dr. P f r i m e r. Der militärische Führer: Pichl er. General S ch i e b c l ist der Leiter der Personal- abteilung im Heeresministerium. Vaugoinö und seiner Lente Zusammengehe» mit den Faschisten ist erwiesen. Sie betrachte« die Heimwehr offenbar als Schwarze R/.chswehr, bestimmt zum Bürgerkrieg gegen die stärkste Partei im Staat? pariser Kampf um Friedenspolitik. Nächste Woche Entscheidung in offener(Schlacht. Bari». 5. ZuN(Elg. Drahlber.). Die französisch« Regierung befähle sich in einem am Sonn- abend morgen abgehallenen Ministerrat eingehend mit der durch die lelzlen Beschlüsse der Auswärligen und der Finanz. kommisjion in der Frage der Ratisikalion der Schuldenabkommen geschossenen Lage. Eine Enlschlicßung wurde nicht gefaßt, doch wtrd erklärt, alle Mitglieder des Kabinetts seien sich darin einig. daß die Forderung der Kommission, die vorbehalte der Schuldenabkommen in das Ermächtigung-geseh selbst auszu- nehmen, föc die Regierung im Hinblick aus Amerika untragbar sei. Das Sabine»« wird nunmehr seine hallung vor dem Plenum selbst verleidigen und so gewissermaßen in offener Schlacht die Entscheidung suchen Das Dalum dieser großen Debatte, das erst sür den 9. 3uU vorgesehen war. wird jedenfalls abermals hinausgeschoben werden, damit den Derichlersialtern der Kommission genügend Zelt zur Ausarbeitung Ihrer Berichte bleibt. Inzwischen bezieht die Oposilioa um so sester ihre Stellungen. Die Sozialisten haben in der Finanzkommissioa beantragt, daß noch vor der Schulden- debatle eine Debatte über die auswärtige Politik in der Kammer angesetzt wird. Damit soll Herrn poincorö Gelegenheil gegeben werden, klar die Aussossung der Regirrung über die An- nähme des Joung-Planes und die Rheinlandräumung darzulegen. Zeicht minder soll sich die Regierung dabei über ihre Pläne zur Internationalen Schiedsgerichtsbarkeit, zur Entwassnnng und zur wirtschaftlichen Organisatlon Europas äußern. wie der..lemps" mitteilt, steh« man in den dem Minister. Präsidenten nahestehenden Kreisen diesem Versahren nicht ohne weiteres ablehnend gegenüber, da dadurch die nötige K l a r h e i l geschaffen würde. Die Finanztommissloa wird über den sozio- listischen Antrag am Dienstag Beschluß fassen. Segenstoß der ZtäutmingSfeinde. Der Abgeordnete Palenotre-Desnoyers(Loncher-Grnppe) be- o d sichtigt im Finanzausschuß folgenden Gegenantrag gegen den Antrag Dincent-Auriol einzubringen: Der Finanzausschuß sor- dert nach Prüfung des Joung-Planes die Regierung auf. diejenige Außenpolitik zu betreiben, die seine Durchführung ermöglicht und dabei die Rechte und Interessen Frankreichs in der weit wahrt. » Mit dieser Formulierung soll jede klare Festlegung aus eine Politik der Räumung, der Abrüstung und der Schiedsgerichtsbarkeit vermieden werden, vielmehr wird dabei der Gedanke an die national! st ischen Eigenintercsscn Frankreich? in den Vordergrund gestellt. Wenn die Regierung ihr« Zustimmung � zu diesem Antrag gibt, so wird damit klar ausgesprochen sein, daß! st« sich um die notwendigen politischen Konsequenzen aus der Re-! gelung der Reporationsfrage zu drücken versucht. Hier werden Poincare und vor allem V r i a n d zu beweisen hoben, ob sie die deutsch-französische Verständigung ehrlich wollen oder nicht. Englische Regierung beharrt auf London. London, 6. Juli. Wie Reuter erfährt, wird die englische Regierung Frank- reich in der Frage des Tagungsortes der politischen Reparations- konferenz eine Antwort zugehen lassen, in der sie in freund- schaftlicher Fom dabei be harrt, daß London der geeig- netste Konferenz ort sei, und zugleich der Hoffnung Ausdruck gibt, daß die Konserenz so rasch wie irgeni�möglich zu- sammentreten wird. Die Vesahungslast besteht weiter. Stadt Zweibrücken soll zehn Wohnungen stellen. Zweibrücken. 6. Juli. Unter der Angabe, baß das Garnisonlazarett zu klein sei, vor- langt die französische V e s a ft u n g, daß die Stadt zehn Wohnungen zu je zwei bis drei Zimmer bereitstellen. soll. Diese Wohnungen sollen für Unterossiziere bestimmt sein, die bisher in der Kaserne gewohnt haben; das Gebäude müsse zur Erweiterung des Lazaretts in Anspruch genommen werden. Die Ve- reitstellung der Wohnungen wird in kurzer F r i st verlangt, ob- wohl die Wohnungsnot in Zwcibrucken groß ist. Straßenschlacht in New Orleans Maschinengewehre und Tränengas gegen Streilunruhen. Rem Port, 6. Juli.(Eigenbericht.) Bevor die Anordnung der Stadlbehörde der großen Hasenstadt New Orleans, daß bei der Straßenbahn neue Streikbrecher nicht anzustellen feien, wirksam werden konnte, brannten die Streitenden in der Rocht drei weitere Straßen- bahnwagen nieder, hielten dir Feuerwehr mit Gewalt zu- rück und verhinderten sonstige Löschbemühungen. Die Polizei griff in der schärfsten Meise mit Maschinengewehren. Tränengas und waffersprihen ein. Es gab dabei Hunderle Berichte. 200 Personen wurden verhastet. Beobachter schildern die Zustände im Stadlzentrum al» eine Hölle. Die Streitenden gössen geschmolzenes Blei in die Schienen, errichteten Steinborrikaden und versuchte« die Depots zu erstürmen. Elektrizitälsarbeiter und Bauarbeiter drohen mit Sympathie» streiks sür die Straßenbahner. Die Stodtbehördc bemüht sich um eine Einigung zwischen den Streitenden und der Straßenbahn- gesellschafl. Macdonalds Programm der Gelbstbescheidung und der politischen Reife. E. TV. London. 3. Juli. Nicht? könnte den unterirdischen Wandel, der sich— uns selbst beinahe unbewußt— vollzogen hatte, deutlicher veranschaulichen, als die Selbstverständlichkeit, mit der die Welt die Verkündigung des Regierungsprogramms einer sozialistischen Regierung im Rahmen einer Thronrede hin- genommen hat; nichts die Unterschiede zwischen Großbritan- nien und dem übrigen Europa klarer ausdrücken als die Tat- fache, daß das Aktionsprogramm eines rein sozialisti- s ch e n Kabinetts die Unterschrift eines erblichen Monarchen trägt und mit der beinahe mittelalterlichen Formel schließt:„Ihre, des Parlaments. Arbeiten empfehle ich voll Demut dem Segen des Allmächtigen." Die Eigenart der britischen Nation, alte Formen zu bewahren und das Neue als etwas Selbstverständliches, vom Vergangenen nicht Abweichendes zu präsentieren, hat hier wieder einen ihrer bezeichnendsten Triumphe gefeiert. Möglich ist dies nur dadurch, daß die politischen Gegner entschlossen sind, das po- litische Spiel, selbst um einen hohen Preis, nach den über- kommenen Regeln weiterzuspielen: daß die Arbeiterpartei selbst, um der Sache willen, bereit ist, in allen Form- und äuße«n Fragen bis an die Grenze des Erträglichen und vielleicht sogar darüber hinaus zu gehen. Die Unterwerfung unter die.Hofetikette z. V. stellt zweifellos ein Entgegen- kommen dar, das für Parteimitglieder nur noch gerade trag- bar ist. Der Widerspruch in den Rechen der Arbeiterpartei ist jedoch unverkennbar diesmal schwächer als anläßlich des Regierungsantritts des ersten Kabinetts Macdonald. Grundsätzlich gesprochen ist dies für die übrigen Mitglieder der Internationale zweifellos befremdliche Verhalten, nur da- durch möglich, daß aus geschichtlichen Gründen die K l a s s e n- gegen sätze in Großbritannien stark ver- schleiert sind, und daß die herrschende und proletarische Klasse innerlich und geistig wesensgleicher sind, als dies im Zeitalter des Kampfes zwischen Kapital und Arbeit heute in irgendeinem anderen Lande Europas möglich ist. * Die Thronrede selbst ist in ihrem Inhalt, dessen große Züge bereits bekannt sind, durch das Schwergewicht der Parteiforderungen einerseits und durch die parlamentarische Lage andererseits bestimmt. Das Land hat zwar eine sozio- listische Partei mit der Regierungsführung betraut, ibr jedoch nicht die parlamentarische Möglichkeit gegeben, die Re- gierungsgeschäste auf der Grundlage ihrer sozialistischen For- derungen und Wünsche zu führen. Damit scheidet der rein sozialistische Teil ihres Programms von allen praktischen Er- wägungen aus und die Aufgabe, der sich die neue Regierung gegenübersieht, gleicht der Sache, wenn auch nicht der Form nach, derjenigen einerKoalitionsregierung. Die Labour-Regierung ist allerdings in mancherlei Be- ziehung in einer glücklicheren Lage: sie kann in einem höheren Maße als eine Koalitionsregierung die Rangordnung der von ihr zu behandelnden Fragen bestimmen, kann die Interessen ihrer Wähler stärker berücksichtigen und ist, all- gemein gesprochen, innerlich geschlossener und einheitlicher. Boraussetzung für die fruchtbare Wirk- samkeit einer solchen Regierung ist allerdings, außer einer ungewöhnlichen Selbstbescheidung und Reife der eigenen Anhänger, das Vorhandensein einer großen Anzahl von Aufgaben, für deren Lösung die Partei- cinstellung von sekundärer Bedeutung ist. und vor allem die Existenz einer bis zu einem gewissen Grade unabhängigen öffentlichen Meinung. Beide Voraussetzungen sind in der heutigen Lage Großbritanniens zum Teil gegeben. Die Re- gierungsoerhältnisse seit Kriegsende, insbesondere aber die letzten fünf Jahre konservativer Herrschaft, haben es mit sich gebracht, daß eine ganze Reihe von Problemen ihrer Lösung harren, denen gegenüber die Arbeiterpartei und die Liberalen einig und die Konservativen zumindest gespalten sind. Diese Fragen liegen insbeiondere auf außenpoliti- s ch e m Gebiete, wo die W a h l p r o g r a m m e der Soziali st en und Liberalen eine beinahe wörtliche Uebereinstimmung zeigten. Eine aktive Bersöhnungspolitik gegenüber Amerika, die Räumung des Rheinlandes, die Unterzeichnung der Fakultativklausel über die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit, dies alles sind For- derungen, denen sich auch die Konservativen nicht ablehnend gegenüber verhalten können: dies um so weniger, als die meisten konservativen Abgeordneten im jüngsten Wahlkampf auf seilen ihrer Wähler die tiefe Verstimmung über die letzte Etappe der Aera-Baldwin-Chamberlain zu spüren be- kommen haben. Aber auch die Gegnerschaft gegen die Wieder- aufnähme der Beziehungen zu Sowjetrußland ist im Laufe der jüngsten Jahre sichtlich schwächer geworden und hat sogar bei einem Teil der konservativen Presse energische Ableh- nung gefunden. » Innerpolitifch können Fragen, wie die Ratifi- zierung der Washingtoner Konvention, die Verbesserung des Fabrikgesetzes, Ilntersuchungen über den Stand der Stahl», Eisen- und Paumwollindustrie, trotz aller konservativen Gegnerschaft im einzelnen als überparteilich betrachtet wer» dem Bei der wichtigsten Fnage, der unmittelbaren Be- kämpfung der Arbeitslosigkeit stehen die Dinge allerdings schon nicht ganz so einfach. Zwar sind sich die Parteien über die Ansatzpunkte mehr oder minder einig— über die Wege gehen die Auffassungen allerdings weit aus- einander. Das in der Thronrede vorgelegte Programm be- schränkt sich zunächst darauf, die Vorbereitung von Plänen zur Verbesserung des Transportwesens, zur Förderung des darniederliegenden Exporthandels, zur Entwicklung der über seeijchen Abhängigkeitsgebiete, zur Förderung von Land� Wirtschaft und Fischerei anzukündigen, ohne jedoch näheres über den Inhalt der geplanten Maßnahmen auszusagen. Aehnlich liegt es hinsichtlich der geplanten Maßnahmen zur Neubelastung der britischen K o h l e n i n d u st r i e, der dringlichsten und schwierigsten Frag«, der sich die Regierung gegenübersieht. Während auf außenpolitiischem Gebiet« die Verbindung Zwischen der Lösung der Probleme und den wirtschaftlichen Interessengegensätzen nur sehr indirekt ist und die Interessen von Arbeiterschaft und Kapital sich hier vielfach decken, ist die Ueberwindung der Arbeitslosigkeit ein Problem, bei dem eine sogenannte überparteiliche Lösung in der Mehrzahl der Fälle eine nichtsozialistische Lösung darstellt. Es kann sich daher unter den gegebenen parlamentarischen Ver- Hältnissen im wesentlichen nur um ein« dreifache Wirtsam- keit handeln, die sich durchaus auf dem Boden der bestehen- den Wirtschaftsordnung bewegt: Reaktioierung der kapitali- stischen Maschine durch Rationalisierung und Zu- sammenschluß, Förderung des inneren Marktes durch Er- höhung der Kaufkraft der großen Massen des Volkes, und Entlastung des Arbsitsmarkteg durch Erhöhung des schul- Pflichtigen Alters auf der einem, frühere Pensionierung der überalterten Arbeiter auf der anderen Seite. Wozu noch eine energische Politik der �Inangrlfsnahme von öffentlichen Ar- beiten(Straßenbau, Hausbau ufw.) tvitt, die von der konfer- vativen Regierung aus einem engstirnigen Ersparungsprinzip heraus systematisch eingeschränkt worden sind. Es kann jedoch unmöglich übersehen werden, chaß selbst«ine derartige Politik, die für eine sozialistische Regierung«in Programm äußer- st er Selbstbescheidung bedeutet, eine Erhöhung der dem Stadtsäckel zur Verfügung stehenden Mittel und damit einen Kampf um die Lastenverteilung mit sich bringt, der zwangsläufig die Interessengegensätze zwischen Besitzenden und Nichtbesitzenden aufrollt. » Die Arbeiterpartei hat bei ihren Bemühungen freilich in der öffentlichen Meinung Großbritanniens einen stärkeren Bundesgenossen als dies in einer ähnlichen Lage auf dem Kontinent der Fall wäre. Diefs erblickt heute in der Energie, mit der die Frage der Verminderung der Erwerbs- lysigkeit in Angriff genommen wird, den Prüfstein für die Beurteilung einer Regierung. Sie' dürfte daher Maedonald und die Seinen selbst dann bis zu einem gewissen Punkte unterstützen, wenn mächtige Einzel- und Kapitalinteressen an- gegriffen werden. Die konservative Partei hat bei den jüngsten Wahlen das ganz« Gewicht dieser öffentlichen Mei- nung zu spüren bekommen: sie ist geschlagen wordenj weil sie die tiefe Beunruhigung der Oeffentlichkeit über die Politik des Weiterwurstelns unterschätzt hat. Wenn nicht alle Zeichen trügen, dürfte sie sich das jüngste Erlebnis zur Warnung dienen lassen. Sie weiß, daß eine Sabotage der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit für sie bei den nächsten Wahlen zur Katastrophe führen müßte. Das ist. unter den gegebenen Verhältnissen, dieeinzigartigeChonceder Regierung Macdonald, und gibt ihr im Bewußtsein der Oeffentlichkeit jene verhältnismäßige Stärke und Handlungsfreiheit, die sie allein auf Grund ihrer Unterhaussitzc niemals für sich bean- spruchen könnte. Macdonald hofft Jahre am Ruder zu bleiben. London, 6. Juli. In einer Rede, die er in Durham hielt, erklärte Macdonald. die Regierung setze nicht alles auf ein« Karte und roerde ihr ganzes Programm nicht in einer Session herausbringen: sie rechne vielmehr mit f ü n f Sessionen und mit fünf wei- t e r e n danach.(Jede„Session" dauert«in Jahr und wird mit einer neuen Thronrede eingeleitet. Fünf Sessionen sind die Dauer einer normalen Legislaturperiode. Der Sinn dieser Worte Mac- donalds ist also der, daß er damit rechnet, im Jahr« 1934 abermals aus den Wahlen als Ministerpräsident für weitere fünf Jahre hervorzugehen. Red.) Das Mißtrauensvotum. Was ist Wahrheit? Die Deutschnationalen haben wegen der Berliner Stu- bentendemonstrationen ein Mißtrauensvotum gegen die preußische Staatsregierung«ingebracht. Di« Kommunisten auch. Die Deutschnativnolen, weil die Poliz« demonstrierende Studenten „unter Mißhandlungen auseinandergejagt" habe. Die Kommunisten, weil die Polizei die Swdcntendemonftration„u n- behelligt gelassen" habe. Jeder sagt das Gegenteil vom andern. Aber Mißtrauen haben sie natürlich alle beide._ Die Reichsreform. Beratung der Unterausschüsse der Länderkonferenz. Am 5. und 6. Juli 1929 berieten unier dem Vorsitz des Reichs- minister? de» Innern S e v e r i n g die beiden Unterausschüsse der Länderkonserenz über die Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen Reich und Ländern sowie die Organisation der Länder und den Gin- sluß der Länder auf das Reich. Zugrunde lagen der Behandlung der Organisationssrage da? Geineinschostsreferat von Brecht PreutzeH, Poetzsch-Hcsfter(Sachsen), Bolz(Württemberg), Petersen (Hamburg), und der Zustöndigkeilsabgrcnzung dos Geineinschafts- rcferat von Koch.Wescr(Reich). Brecht(Preußen), Remmele tVaden), Horion(Rheinprovinz): serner zu letzterem Fragenkreis die Referate von Held(Bayern) und Remmele(Baden). Uebrr beide Fragenkreise fand eine eintägig« Generaldebatte statt. Daran schloß sich eine Speziaidebatle.über die Zuständigkeitsnerteiliing. In ihr wurden verschieden? Abänderungsvorschläge mit wechselnden Mehr- hcitcn teil? angenommen, teil? abgelehnt. So war das Stimm- Verhältnis für einen Uedergang der Justizocrwal- t u n g auf dos Reich k zu 5. In der Gesamlabftimmung wurde da? Gcmeinschastsreserat mit 9 zu 2 Stimmen angenommen. Seine neue Fassung wird demnächst veröffentlicht. Wie die Volkspartei agitiert. Ein unehrliches Manöver und eine vernichiende Auiwori. Der deutschvolksparteilichs Landlqgsobgeordnete Regierungspräsident a. D. Johan ssen führt« in einer Kleinen An- frage Beschwerde darüber, daß der Druckerei der„Schleswtger Nachrichten" in Schleswig türzßch der Diprck des Kreis- blattes des Kreises Schleswig zum 1. Juli d. I. vom Kreis- ausschuß gekündigt worden sei. Das Staatsministerium wurde gefragt, ab dieses Druckverbot„mit Wissen und auf Beranlossung' der Staotsregierung erfolgt fei und ob diese bei der Kündigung auf den Kreisausschuß oder dessen Dorsttzenden in irgendeiner Form eingewirkt habe. Weiler wurde nach den Gründen der Kün- digung sowie danach gefragt, ob das Staatsinmisterium bereit sei, dem Kreisausschuß mitzuteilen, daß es an einer Durchführung der Kündigung nicht interessiert sei. Wie der Amtliche ver Fall des ßepuDlfkfdiulzdefdzes ist das Thema in alle» Kreismitgliederversaanmlnnsen. Die äußerst gespannte politische Lage verpflichtet alle Parteimitglieder, die Versammlungen zu besuchen. Dienstag, den 9. Juli: 3. kreis Wcdding. 19X Uhr im großen Saal der Pharussäle, Müllerstr. 142. 11. Kreis Schöneberg. 19% Uhr im Gesellschaftshaus des Westens, Hauptstr., neben der Post. 15. Kreis Treptow. 20 Uhr im Lokal„Zum Tinsiedler", Johannis- thal, Sterndamm. Mittwoch, den 10. Juli: 1. kreis mitte. 19% Uhr im Hockeschen Hof, Rosenchalcr Str. 40/41. 2. kreis Tiergarten. 20 Uhr in den Arminiushallen Bremer Str. 73. 4. kreis Prenzlauer Berg. 19 Uhr in den Kasino-Festsälen, Pappel- allee 15.. 5. kreis Friedrichshain. 19 Uhr in den Andreas-Festsälen, Andreas- straße 21. 6. kreis Sreuzberg. 19% Uhr bei Rabe, Fichtestr. 29. 7. kreis Eharlottenburg. 19% Uhr in Ahlerts Festsälen, Berliner Str. 88, Ecke Brauhosstr. 9. kreis Wilmersdorf. 19 H Uhr im Littoriagarten, Wilhelms- oue 114/115. lO. kreis Zehleadorf. 20 Uhr im Lokal Lindenpark, Zehlcndorf. Berliner Str. Ecke Gartenstr. 12. kreis Steglitz. 19% Uhr bei Lehmann, Lankwitz. Kaiser- Wilhelm-Straße 29/31. 13. Kreis Tempelhos. 19% Uhr, Mali, Mariendorf, Chousseestr. 14. Kreis Neukölln. 19% Uhr im Lokal Bergschloßhöh«, Karls- gartenstr. 6/11. 16. Kreis Köpenick. 19% Uhr im Stadttheater, Kleiner Saal, Friedrichstri 6, in Köpenick. 17. Kreis Lichtenberg. 19>- Uhr, Aula der Mittelschule m Lichten- berg, Marktstr. tS. kreis Weißensee. 19% Uhr, im Lokal.Zum Pferdemorkt", Schönstraße. t9. kreis Pankow. 19X Uhr, Lindners Konzerthaus, Pankow, Breite Str. 32. 20. kreis Reinickendorf. 19% Uhr im„Alten Krug", Tegel, Hauptstr. 14. Redner: Siegsried Aushöuser, Hans Bauer, Elora Bohm-Schuch, Artur Crispien, Max Fechner, Hermann Harnisch. Kurt Heinig, Max Heydemonn, Marie Kunert, Franz Künstler, Erich Kuttner, Carl Litkc, Otto Meier, Georg Maderholz, Gustav Tabach, Wolsgang Schwarz, Hans Vogel, Georg Mendt, Mathilde Wurm. Preußische Pressedienst mitteilt, beantwortet der preußische Minister des Innern die Ansrog« folgendermaßen: „Die Entziehung des Druckaustrager für das amtliche Kreis- blatt des Kreises Schleswig ist nicht auf Veranlassung des preuhi- schen Staatsministeriums erfolgt, sondern als S e lb st v e r wa l- lüngsangelegenheit von dem zuständigen Kreisausschuß in eigener Verantwortung einstimmig beschlossen worden. Allerdings hat bereits im Dezember 1927 der Fragesteller in feiner damaligen Eigenschaft als Regierungspräsident In Schleswig aus eigener Entschließung und ohne daß eine Weisung höheren Oris ergangen wäre, den Laadrat angewiesen, aas Lösung de» Druckvertrages hinzuwirken, ein« maßnahm«, die dann«ms meine Anregung hin noch einmal zugunsten einer letztmaligen Verwarnung unterblieb. Die Gründe für die Sündigung des vertrage» sind dem Frage. steller am besten bekannt. Das Vorgehen des Kreisausschussez in Schleswig findet meine volle Billigung." Zu der außerordentlich interessanten Vorgeschichte dieses Druck- verbot?, die zugleich ein merkwürdiges Licht auf die Entstehung?- geschichte der Kleinen Anfrage und ihre sachliche Berechtigung wirst, wird dem Amtlichen Preußischen Pressedienst aus dem preußischen Ministerium des Innern folgende aufschlußreich« Darstellung über- mittelt: Die„S ch l e s w i g« r Nachrichten" haben in völliger D-r- kennung der durch den Druckoertrag mit dem Kreise Schleswig ge- botenen, schon nach privatwirtschoftlichen Begriffen selbstoerständ- l'chen Rücksichten es sich in zunehmendem Maße angelegen sein lassen, die Staatsregierung und ihr« Repräsentanten in ironi» sierender und hämischer, ja gerade gehässiger und bewußt herabsetzender Art fortlausend anzugreisen und .zu bekämpfen. Die Zeitung hat dabei den Boden sachlicher Kritik. die ihr niemand, am allerwenigsten die Aaatsregcerung,»erwehrt oder verübelt hätte, schon seit Jahren in einem Ausmaße verlassen, da« unter privaten Vertragsparteien längst zur fristlosen Lösung de, Bertrogsvcrhältnissks gesührt hält«. Di« Staatsregierung hat sich indes zunächst darauf beschränkt, auf die Bedenken gegen die Fort- dauer eine» solchen Zustande» hinzuweisen Der zuständige damalige RegieruitgsprSsident Dr. Iohanssen hat dann im Ottober 1927 zunächst ein» Verwarnung des Ver- lages der Zeitung durch den Qondrat für ausreichend erachtet, zu- gleich aber es grundsätzlich und allgemein für notwendig bezeichnet. ans die Entziehung amtlicher Druckavsträg« dort bedacht zu sein. wo der wirtschasttich« Vorteil solcher Aufträge Zeit»,«gen zugute komme, die die Staatsregierung oder deren Politik bekämpfen. Nachdem weiter« Entgleisungen gefolgt waren, hat derselbe Regierungspräsident Anfang November 1927 den Er- wögungen zugunsten einer Lösung des Vertragsverhältnisse» er- höhte» Gewicht beigemessen und ein« nochmalige Ber, Warnung nur für den Fall als angängig erachtet, wenn diese in besonder» eindringlicher und ernster Form erfolge. Weitere Takt- lvfigkeiten der Zeitung veranloßten den Regierungspräsidenten Dr. Iohanssen schließlich am 2. Dezember 1927, ans eigener Entschließung und ohne daß«ine Weisung höheren Ortes ergangen wäre, dem Landrat in Schleswig aofzugcbev. nunmehr sofort auf schnellste Kündigung des Prvckvertrages hinzuwirken. Aus gewissen ollgemeinen politischen Erwägungen wurde diese Weisung de» Regierungspräsidenten zwar demnächst zugunsten einer nochmaligen Verwarnung zurückgenommen. Dieser Weg einer„Aussprache zwischen den Beteiligten", die der Abgeordnete Dr. Iohanssen in seinem Brief« an die„Schleswiger Nach- richten" vom 16. Juni 1929— abgedruckt in Nr. 144 der Zeitung vom 22. Juni 1929— mit besonderer Betonung erwähnt, und vor allem die vorangegangen« behördliche Entschließung, es noch einmal mit einer letzten Warnung bewenden zu lassen, ist aber nicht etwa der eigenen Anregung des Regierungspräsidenten Dr. Zohansscn entsprungen, sondern durch einen ministeriellen Erlaß vom 19. Dezember 1927 gewiesen worden. Ungeachtet dieser wiederholten Hinweis« auf die Unmöglichkeit weiterer Vertragsbeziehungen zu den„Schleswiger Nachrichten" bei Beibehaltung ihrer bisher beliebten unsachlichen und unfairen Kampfesweis« konnte auch in der Folgezeit eine Aenderung in der Haltung der Zeitung nicht beobachtet werden. Infolgedessen hat der Kreisausschuß des Kreises Schleswig unter Berücksichtigung der ununterbrochenen Kette von Entgleisungen der erörterten Art und der offenbaren Erfolglosigkeit weiterer vermahnender Hinweise, nicht zuletzt auch aus der Erwägung, daß der damalige Regierungspräsident Dr. Iohanssen bereits vor mehr als Iahresfrist die Lösung der Vertragsbeziehungen verlangt hatte, auf Antrag seines Vorsitzenden einstimmig bis Kündigung des Druckoertrages zum 1. Juli 1 929 in eigener Verantwortung beschlossen. Wegen der nunmehr verstärkt«insetzenden völlig maßlosen, gehässigen und unsachlichen Hetze der Zeitung hat der Kreisausschuß sich demnächst sogar veranlaßt gesehen, die den„Schleswiger Nach- richten" bis dahin eingeräumte Vorzugsstellung bei der Vergebung anderer Drucksachen gleichfalls zu entziehen. Diese klaren und eindeutigen Tatsachen sind gegenüber der Darstellung in der Kleinen Anfrage des Abgeordneten Dr. Iohanssen ein bezeichnendes Beispiel dafür, zu welcher Irreführung der ösfent- lichen Meinung der politische Kamps leider nicht selten mißbraucht wird. Di« hierdurch eingetretene Vergiftung der potiti- schen Atmosphäre, nach dazu im Grenzgebiet, ist außer. ordentlich bedauerlich. Es hätte allerdings gerade von dem Abge- ordneten Dr. I o h a n s s e n angesichts seiner früheren amtlichen und noch dazu so entscheidenden Befassung mit der Angelegenheit erwartet werden dürfen, daß er in Kenntnis der Sachlage«her dazu beigetragen hätte, haltlosen und unbegründeten Vorwürfen gegen die Haltung der Staatsregierung vorzubeugen! Kommunisten-LlmfaN. Ein Erfolg der Sozialdemokratie. Der Preußische Landtag verabschiedete gestern in zweitee und dritter Lesung ein Gesetz, das das staatliche Mn- nopol für die Gewinnung von Steinkohle und Erdöl auf die Provinz Brandenburg ausdehnt, wo die Geologische Landesanstalt an der sächsisch-brandenburgischen Grenze neuerdings abbauwürdi« ges Steinkohlenoorkommen festgestellt hat. Die Rechtspar- teien, die ursprunglich diese Bodenschätze der privaten Speku-- lation hatten ausliefern wollen, hatten sich schließlich unter dem Druck der sozialdemokratischen Agitation grundsätzlich mit dem Staatsmonopol abgefunden. Der Kampf drehte sich nur noch um die Entschädigung der Grundbesitzer� Sozialdemokraten und Kommunisten forderten«ntschädi- gungslosen Uebergang an den Staat, blieben aber damit natürlich in der Minderheit. Die Entschädigungspflicht des Staates wurde grundsätzlich beschlossen. Nunmehr stellte die Sozialdemokratie einen Antrag, der die Höh« der Entschädigung auf ein Minimum beschränkte. Dieser Antrag war im Ausschuß abgelehnt worden, weil die K o m m u- nisten dagegen gestimmt hatten. Im Plenum des Land-- tages hielt ihnen Genosse Kuttner die Torheit dieser Hand- lungsweise so nachdrücklich vor, daß sie— natürlich unter wüstem Schimpfen auf die Sozialdemokratie— umfielen und nunmehr für den sozialdemokratischen Antrag stimmten, der denn auch mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten und der Demokraten angenommen wurde. Und mit ihm wurde die ganze Vorlag« endgültig zum Gesetz erhoben. Ein schöner Erfolg. durch den für die Staatskasse mehrere Millionen gerettet werden!_ Vorbehalt beim Eid! Sine interessante Entscheidung des Reichsgerichts. Duisburg. 6. Juli.(Eigenbericht.) In«inem Scheidungsprozeß hotte der Lokomotivführer König in Duisburg darüber auszusagen, ob er mit einer im Prozeß stehenden Ehefrau«hewidrigen oder ehebrecherischen Verkehr ge. pflogen Hobe. König macht« unwahr« Angaben und bekräftigte seine Aussoge mit dem Eid, wobei er als Vorbehalt den Zusatz macht«:„Soweit ich nicht die Aussage oerweigern konnte." Das Schwurgericht in Duisburg sah angesichts der objektiven Unwahrheiten der Aussage des König«inen Mefneid für vorliegend und erkannte auf Zuchthaus und Ehrverlust. König legte Revision«in. Der dritte Strossenat des Reichsgericht, Hot dos Urteil aufgehoben und den Angeklagten freigesprochen. Der Senat«st. so heißt es in der Begründung, der Auffassung, daß die Kernfrage ist, was objektiv vom Angeklagten beschworen wurde. Sein Eid ging dahin, daß er seine Aussage beschwör« ml t Ausnahme der Teile, bezüglich derer er die Aussage ver- weigern könne. Do» Recht, die Aussag« zu verweigern stand ihn, zu, soweit er sich durch diese Aussage selbst al» strafbar bezeichnet hoben würde. Zu Siidbulgorien wurde«ine Autokolonne beschossen, in der auch d«r Minsst«rpräsid«nt Liaptschess war. Er ist unverlenj e« Polizeiagent getötet. Man spricht von«inem Attentat— leicht zur Einleitung neuen Terror». „Streik im Elektrizitätswerk." Eine Viertelmilliarde! Erfolg sozialdemokratischer Arbeit im Parlament. Seit der Einführung der Lohnsteuererstattungen smd nicht weniger als 250 Millionen Mark bereits gezahlter Lohn-steuer zurückerstattet worden. Die Sozialdemokratie forderte von jeher, daß eine Erstattung zu viel gezahlter Lohnsteuer wegen Verdien st aus- falls vorgenommen wird, um eine unsoziale Wirkung der Lohnsteuer zu beseitigen. Nach harten Kämpfen gelang es ihr, im Jahre 192S diese Forderung durchzusetzen. Der Er- folg ist. daß in kurzer Zeit den Steuerpflichtigen nicht wem- ger als eine Viertelmilliarde zurückgegeben werden konnte. Für die einzelnen Jahre verteist sich dieser Bs- trag mit 4S.6 Millionen Mark auf das Jahr 1925. mit ßl Millionen Mark auf dos Jahr 1927 und mit 64.4 Mil- Konen Mark auf das Jahr 1928. Im laufenden Jahre sind bereits bis Ende Mai 64,4 Millionen zurückgezahlt worden. Rechnet man dazu noch einen Restbetrag, der in den nächsten Monaten zur Auszahlung kommt, so kann der gesamte im Jahre 1l>29 erstattete Lohnsteuerbetrag mit 70 Millionen Mark angenommen werden. Somit ergeben sich Rückzahlungen, die weit höher sind, als man sie bei der Einführung der Lohnsteuererstattungsn schätzte. Dieser Erfolg der sozialdemokratischen Arbeit kommt einer sehr großen Zahl Lohnsteuervflichtiger zugute und zwar allen, die aus irgendeinem Grunde innerhalb eines Jahres einen Verdienstausfall erleiden. Für das Jahr 1928 sind von den Finanzämtern 3,5 Millionen Lohnsteuer- erstattungsfälle bearbeitet worden. Bei einer Ge- samtzahl von 15 Millionen Lohnsteuerpflichtigen hat also jeder fünfte einen Erstattungsanspruch ge- stellt und durchschnittlich von seiner im Vorjahre einbehalte- nen Lohnsteuer 20 Mark zurückerhalten. Auch in den frühe- ren Jahren dürfte die Zahl der Erstattungsfälle, wie aus der Höhe der Erstattungen hervorgeht, nicht sehr viel geringer gewesen sein. Insgesamt sind also in den Jahren 1925 bis 1928 etwa 10 bis 12 Millionen Fälle erledigt worden. Diese Erfolge der sozialdemokratischen Arbeit im Parla- ment wären aber nie so durchschlagend gewesen, wenn sich nicht Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre und B e t r i e bs r ä t e in den Dienst der Sache gestellt bütten. Durch ihre Mitarbeit ist die große Masse der Lohn- steuerzahler auf die Erstattungsmöglichkeiten hingewiesen worden und erst dadurch wurde erreicht, daß der Rechtsan- spruch auf Erstattung wirklich ausgenutzt wird. Aber auch künftig wird es sich darum handeln, die Arbeiter- Ichaft immer wieder auf die Erstattung s- m ö g l i ch k e i t en hinzuweisen. Erst wenn auch der letzte Erwerbslose einen Erstattungsanspruch geltend macht, wird der parlamentarische Erfolg der Sozialdemokratie ein tat- sächlicher sein. Die erste Diertelmilliarde zurückgezahlter Lohnsteuer, die bis jetzt den Erfolg der sozialdemokratischen Steuerpolitik darstellt, wird dann bald überschritten sein. Neichsfinanzen im Mai-1929. Die Lage dir Michskasse. Die G c f a m t e i nna hm« nJbts Reichs im ordentlichen Haus- holt stellen sich im Monat Mai auf 703,5 Millionen gegen 950 Mil- lionen Mark im April. Die Einnahmen in den ersten beiden Mo- naten des laufenden Rechnungsjahres stellen sich somit au» 1002,3 Millionen Mark. Der Rückgang gegen den Vormonat ist darauf zurückzuführen, daß Steuern, Zölle und Abgaben einen Minderertrog brachten', 657,1 gegen 039,4 Millionen Mark im April. ?m Mai wurden keine Vorauszahlungen geleistet. Die Gesamtausgaben betragen dagegen 773,1. gegen 706,4 Millionen Mark im April. Es ergibt sich somit ein Ausgabe- Überschuh oon 69,6 Millionen, der den Gesomteinnahmeüberschuß im bisherigen Etatjahr auf 123 Millionen Mark vermindert. Die Einnahmen im ouherordentlichen Haushalt stellen sich auf 43,4(3,6) Millignen Mark, die Ausgaben auf 22,1 (66,3) Millionen Mark, es ergibt sich hier eins Mehreinnohme von 23,3 Millionen Mark, dadurch wird der Ausgabenüberfchuh vom Vormonat in Höhe von 62,7 Millionen auf 39,4 Millionen herabgesetzt. Di« Ersparnisse in den Aurgaben wurden dadurch erzielt, dah dos Reich durch die Slrbeitslosenoersicherung im Mai weniger in Anspruch genommen wurde(13,4 gegen 63,6 Millionen Mark). Bei Zusammenfassung des ordentlichen und de, auherordent- lichen Haushalts ergibt sich ein Gesamtfehlbetrag von 975,3 Millionen Mark. In den Angaben über die Kassenlage des Reiches wird mitgeteilt, dah der Eollbestond in Höhe von 1583 Millionen Mark sich zusammensetzt aus 1166 Millionen Tchatzanweisungen, 4 Millionen Schatzwechseln und kurzfristigen Darlehen aus der In- airlpnichnahmc des Betriebskredits bei der Reichsbank, 50 Millionen aus Vorauszahlungen der Reichsbahn auf die Vorzugsdividende, 40 Millionen aus Vorauszahlungen der Post aus den Betriebsüber- Ichuh, 200 Millionen aus dem Sollbestond aus dem Jahre 1028 zur Deckung van Ausgaberesten, und 123 Millionen Mark aus den bis- berlgen CinnahmeüberschüIIen des ordentlichen Etats. 1552 Millionen wurden zur Deckung, der Fehlbeträge beider Etats am Ende 10Z8 nermendet, ferner zur Bestreitung des bisherigen Ausgobeüber, fchusies im auherordenllichen Etat, 50 Millionen Mark davon für den Vorschuß an die Preußenkasse und 405 Millionen für sonstige noch nicht verrechnete Auszahlungen. End« Mai betrug der Kasten- bestand 31 Millionen Mark. Zarenbriefe gefunden. Dem Sowjetzentrolarch v übergeben. Leningrad, 6. Juli. Im Pulchkin-Haus der Akademie der Wistersichaften wurde ein Kasten, der Brief« Nikolaus II., der Zarin Alexandra Feodorowna und der Zarentöchter enthiest, gefunden. Die Briefe stammen aus ker Zeit„ach der Februarrevolution. Aus den Brieten ist zu ersehen, daß Nikolaus 1l. sich mit dem(Gedanken trug, nach England zu gehen und verschiedene Pläne darüber erwog. Außerdem ver- Mitteln die Briese»ine Vorstellung der Lebensverhältnifl« Niko- >aus II. und feiner Familie in Zarskoje Eela und sind nach der Meinung der Spezialisten von hohem historischen Jntereste. Wie sich herausstellt, wurden dt« Briefe dem Pulchkin-Haus zur?lusdewahrung vom Vertreter de» Hosmarschalls o Benkendortf i bergeben mit der Bitte, daß der Kasten mit den Briefen nur aus Wunsch der Familienmitglieder oder aber erst 1946 geöffnet werden möge. Der Kasten mit der persönlichen Korrespondenz Nikolaus II. wurde dem Zentralarchtvamt in Moskau übergeben. sitzen im Stockfinster«/' »Kurzschluß! Kabeibrand! Feuer! Rette sich, wer lann'.* Oer polnisch-litauische Oauerkonfliki. Belagerungszustand in der Gren�one. ftonmo, 6. Juli.(Oft-Expreß.) Die Milltörkommandonien der litauischen Bezirke an der pol- Nischen Grenze hoben einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, mit der Aufforderung, die Behörden in ihrem Kamps gegen die Emigranten zu unterstützen, die in den polnischen Grenz- bezirken Zuflucht gesunden hoben. Es wird verboten, solchen Emi- granten Obdach zu gewähren und ihr Erscheinen ist den Polizei- bchörden sofort anzuzeigen. Zuwiderhandlungen, werden hoch de- straft. In einer 10-Ailometcr-Zane an der Grenze wird jeder Derkehr von 10 Uhr abends bis 3 Uhr morgens verbaten. Di« Regierung wird über diese Grenzzone den Belagerung,- zustand verhängen. Hottändische Regierungsbildung. Alles noch unNar. Amsterdam, 6. Juli.(Eigenbericht.) Die niederländische Preise erörtert in langen Artikeln die Mög- lichkeiten der Regierungsbildung. Der jaziatdemokrotische Rotter- damer„Paorwaarts" schreibt, daß eine Regierung, wie die des früheren Ministerpräsident Colijn, mit ausgesprochenen antisozialem und ontimisitoristischem Charakter, die aus die mch Freiheit strebende »O Gott, jetzt streikt auch unser elektrischer Kaffeekocher." Die Zuhöreri„Endlich mal ein guter Witz im RllNdsvNt:* I I n h s s ch e Bevölkerung nach schwerer drücken würde, setzt nicht mehr gebildet werden könne. Keine parlamentarisch« Regierung sei lebensmöglich, in der die o n t i r« v o l u t i o n äre Parte» die ihr von Colijn zugedachte Rolle spiele. Die katholische Presse triumphiert und da» römisch-katholische ,. Zentrum" erklärt, daß eine römisch-katholisch« Fraktion van dreißig Mann mit einer Mil- lion Wohlern hinter sich selbstverständlich einen breiten Raum ein- nehme. Mit ihr könne wohl eine Koalition gebildet werden, ohne sie sei die Bildung einer parlamentarischen Regierung ousge- schlössen. Der aniirevolutionäre„Standoard" läßt sich in einem wahrscheinlich von Colisn geschriebenen Artikel zu der Frag« der Regierungsbildung oarläuftg nicht aus. Der liberale„N. Rotterd. Courant" ist der Aulfassung, daß die Lösung der Krise in einem Geschästsministerium wie dem bisherigen zu suchen sei. Wo tagen dieWeltbanksachverständigen? Mit den Regierungsvertretern zusammen. Paris. 6. Juli. Nach dem..Mat-n" steht es nunmehr fest, daß dl« Sochoerstän» digen, die die Statuten der Internationalen Bank beroten sollen, nicht— wie man angekündigt hatte— in Baden-Baden zusammen- treten werden, sondern in der gleichen Stadt, in der die Regierungs- Vertreter tagen, so daß ihre Arbeiten mit denen der Diplomat«" parallel lausen würden. Der Aufstand in perfien. Wie einst die Erhebung der Kurden. Skambul, Anfang Juli.(Eigenbericht.) lieber die Erhebung der iüd- und südostpersischen Stämme gegen den Schah und die Zeheraner Regierung treffen hier jetzt genauere Nachrichten ein, die den Aufstoich viel gefährlicher erscheinen lassen als bisher. Das Zentrum der Erhebung sind die Provinzen F a r s und Kirman. Die dort bisher in rein feudalen Verhältnissen lebewden großen Stämme, die praktisch völlige Unabhängig- k e i t genosien und den Schah nur als nominellen Herrn an- erkannten, sind nicht geneigt, die zunehmende Einmischung der kaiserlichen Beamte« in ihre inneren Angelegenheiten zu dulden. Nach der Entthronung des Scheichs von Mohammerah begann der Schah vor einem Jahr mit der Entsendung ihm unbedingt ergebener Truppen noch Fars und Kirman, durch stetige Nachschübe unaufhörlich verstärkt. Di« durch die Junkers-Flugiiniei» geschaffene schnelle Derbindung zwischen Teheran und den südpersischen Provinzhouptstädten, besonders Schiros und Lar, steigert« den Einfluß des Schah. Bor einigen Monaten begonnen dann di« Beamten, ihren Admtnistrations- apparat in dos Gebiet der freien Stämme vorzutreiben und aller- Hand Funktionen in Berwaltimg, Justiz und Steuererhebung aus- zuüben, Sie bisher die Stammeshäuptlinge versehen hatten. Als die Stämme sich widersälzlich zeigte«, wurde ihr« Eni- wafsnung angeordnet und in den stadtnahen Gebieten Zwangs- weife durchgeführt. Wie anfangs bei den türkischen Reformen in den Kurden- gebieten, nahm die breit« Masse der Stämme die Entthronung ihrer Feudalherren, zu denen sie in einem strengen Hörigkeitsverhältnis standen, sympathisch aus. Ebenso ober wie Kemal Pascha später durch seine religiösen und Kopsbedeckungsreformen die bigotte, religiös-sonatische Masse der Kurden vor den Kopf stieß und sie so wider ihr eigenes Interesse zur Aussöhnung mit ihren Feudal- Herren brachte, so jetzt auch der Schah. Bor kurzem ist da» Gefetz über dle persische INützen reform in Kraft getreten, wonach nur noch die Jmamc(Geistlichen) Turban», all« anderen Perser aber den fesarttgen schwarzen„Peck�ewi" tragen sollen. Wie ein Mann haben sich di« Stämme im Süden und Südosten geweigert, diese Reform ruhig hinzunehmen. Die Unruhen begonnen bei dem mächtigen Stamme der K a f ch i a i, aber der Losbruch wurde noch dadurch hinausgeschoben, daß der gerade in Teheran weilend« Häuptling des Stammes ins. G c- f ä n g n i s geworfen wurde. Der Aufstand begann vor einigen Wochen mit der Erhebung der M e m e s e n» unter ihrem Jmam Kuli Chan, der vier- tausend Reiter ins Feld stellte und mehrer« Ersolge über die Regierungstmppen davontrug. Den Memeserii schlössen sich unter dem Sohn ihres verhafteten Häuptlings die K a s ch k a i, dann die Bujur Ahmedi, die Ar ab Peli, die Kosimi, die Hamse Eli und die Stämme am Südrand der großen Lustwüste an. Die Aufständischen verfügen zusammen über 40 000 bis 50 000 Reiter und werden"an Ali Chan, dem Sohn des Häuptlings der Kaschkoi, befehligt.- C'X Ausstand hat politischen und zugleich religiösen Eharaltcr, lf.'zin Kuli Chan wird von seinen Anhängern als neuer Mahdi, als zwälster Zmim verehrt, der das Reich Gölte» auf Erden aufrichten werde. Die politischen Forderungen der Aufständischen sind: Freilassung des Häuptlings, Verzicht auf die Eniwafsnung, Zurückziehung oller Regierungstruppen aus Südpersien und Ber- wevfung der Mützenresorm. Die Aufständischen werden von den Konservativen energisch unterstützt, uird die Geistlichkeit arbeitet unter Führung der Jmame der heiligen Stadt K u in mit allen Mtteln gegen den Schah. Die Verhaftung des F i n a n z m i n i st e r s, der mit den Aufständischen Verbindungen angeknüpft hatte, verhinderte einen Putsch in Teheran im letzten Moment. Der Schah sendet alle ver- fügbaren Truppen nach Schira, wohin er auch selbst gehen dürfte. Die Regierungstruppen in Schiros sind etwa 20 000 Mann stark unter dem Befehl des Feldmarschalls Ahmed Aga Chan: die Hälfte ist Reiterei, sie verfügen über sechs Kampfstugzeuge, zwei Panzer- automobile, zwei Tanks und zahlreiche Maschinengewehre. Die Kriegslage ist schwer zu übersehen. In Fars scheinen di« Regierungsirnppen nach einem siegreichen Gefecht bei Dschebrun Oberhand gewonnen zu haben; im nördlichen Kirman dagegen ist der Regienmgsgeneral Eb-ul-Hassen mit seiner Reiterei von den Kaschkoi schwer geschlagen worden. Die ungehobenen Bodenschätze. Die Sozialdemokratie verhindert ungehemmten Bodenwucher. In der»mnwbeiidsitziinfl des Preußischen LondtastS beantragten dl« Kommunisten �Ur Geschöftsordnimg, die Aufhebung des Demo». strättonsnerbotes für Altona auf die Tagesordnung.vi seßen. Der Antrag scheiterte am Widerspruch der Sovaldemokratie. Desgleichen «in Antrag der Kommunisten, der ein Eingreifen des Landtags in die gerichtliche Untersuchung der Zusammenstöße zwischen National- so.valisten und Kommunisten in Wöhrden in Schleswig-Holstein sorderte. Aus der Tagesordnung stand ein Geseßentwurf, der das Siaatsmonopol auf die Gewinnung von Steinkohle und Erdöl auf diesenigen Landesteile Preußens ausdehnt, in denen es bisher noch nicht galt. Als Bcrichterftalter des Ausschusses empfiehit Abg. Oflerroty(Soz.) die Annohme des Entwurfs. Während seines Referats begrüßen die Kommunisten die Rück- kehr der jurzeit bei der Besprechung der Vorgänge des 1. Mai aus. geschlossenen kommunistischen Aligeordneten mit Rot-Front-Rufen. Ilhg.'Frau Ludewig sKomm.) wird zur Ordnung gerufen. Abg. Dr. von Gersdorss(Dnat.l: Wir wollen troß aller Be- denken der Borlage zustimmen, wenn die Eigentümer von Grund und Boden angemessen entschädigt werden. 2lbg. Sobolkko(Komm): Der Rechtsausschuh lwt entgegen der R«gi»n>ngs vorläge den Grundbesißern, in deren Gebiet Steinkohle oder Erdöl gefunden wird, hohe Entschädigungen zugeschanzt. W i r lehnen deshalb den ganzen Entwurf ab. Abg. Kuttner(Soz.): Z)ie sozialdemokratische Fraktion sieht an sich keinen sachlichen Grund als gegeben an, den Grundeigentümern, in deren Befig Erd- schäßc gefunden werden, irgendeine Entschädigung zu. gewähren. Der Staatsgerichtshof Hot mit Recht in einer Entscheidung ousge- führt, daß der Wertzuwachs, der durch die Aufsindimg von Kphle entsteht, ohne jede Auswendung von Kapital oder Arbeit seitens des Eigentümers eintritt. Der einzige, der bei dieser Auffindung Kapital und Arbeit aufwendet, ist dix Geologische Landesanstalt, also der preußisch« Staat.(Sehr wahr! bei den Soz.) Leider hat sich im Ausschuß keine Me h r h c i t finden lassen, die bestimmt hätte, daß die Bodenschäßc entschädigungslos an den Staat übergehen. Nachdem daher der grundlegende Beschluß gefaßt worden ist. daß die Eigentümer de» Bodens eine Entschädigung erhallen sollen, haben wir den Antrag gestellt, daß wenigstens die mühe- los eingetretene Wertsteigernng nicht entschädigt werden dürfe. Durch Annahm« dieses Antrages wäre wenigstens die Boden- spekulation eingeschränkt, und der moralisch unbe- gründete Gewinn auf einen kleinen Bruchteil verringert worden. Es wäre übrig geblieben nur die Entschädigung für den Grund nnd Boden, wie er vor der Auffindung der Erdschoße war, und die Enrschadigung für etwaige Auswendungen und Aerluste, die bei deist Eigentümer im Zusammenhang mit der Entdeckung der Sohlen- schätze entstanden wären. Leider ist im Ausschuß dieser unser Antrag zu Fall gekommen, weil auch die kommunistischen Abgeordneten dagegen gestimmt hoben.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Soz.) Wir haben unseren Antrag im Plenum wiederholt und bitten um seine Annahme. Würde dieier Antrag nicht an- genommen, so wissen wir gar nicht, noch welchen Grundsätzen der Billigkeit der Förderzins bemessen werden soll, den der Eigentümer erhält. Wie hocki bezlkser,, Sie einen angeblichen Rechtsverlust? Wie hoch ist das Interesse des Eigentümers an Crdschätzen, von denen er aar keine Zlhnung hatte? Wenn die Theorie des Abge- ordneten Dr. Ponsick richtig ist, daß durch die Aussindung der Bodenschätze keine Wertsteigernng eintritt, sondern der Wert schon immer vorhanden war, kälten die Eigentümer für die unentdeckten Bodenschätze schon von jeher Vermögenssteuer zahfen müssen. (Helterkett.) Aber außer im zweiten Teil des„Faust" ist es wohl noch nicht vorgekommen, daß man eine Währung auf unbekannte Bodenschätze gründet. Ist aber dieser Wert unentdeckter Bodenschätze nicht vor- banden, dann erleidet der Eigentümer auch keinen Verlust, wenn diese Schatze entdeckt und vom Staat in Anspruch genommen wer- den. Wirtschaftspartei und Deutschnationale haben im Rechtsaus, schuh mit der Bauernpartei im Eigenwmssanatismus konkurriert. Wenn man die Herren reden hörte, hatte man den Eindruck, daß Bergbau überhaupt nur betrieben wird, um dem Grundeigentümer «inen Förderzins zu verschaffen. Siun der ganzen Wirtschaft erscheint den Herren die Erzieluug einer arbeitslosen Rente. Ob dabei lieberproduktion und Ueberspekulation den ganzen Berg. bau zugrunde richtet, erschien den Herren belanglos. Zu solchen Konsequenzen führt der Eigentumssimmel einer verbohrten Inter- esscntenpolitik, die überhaupt kein höheres wirtschaftliches Interesse mehr kennt, als die Selbstsucht kleiner Interessenten- gruppen.(Sehr gut! bei den Soz., llnrube rechts.) Gcrhart Hauptmann hat in seinem Erstlingsdrama„Bor Sonnenaufgang" die Verwüstung eines Bauerndorfes durch die Aufdeckung neuer Kohlenschätze geschildert. In der Tot bringt die Zuwendung großer Spekulationsgewinne an einzelne Grundbesitzer nichts zutage, was irgendwie sozial oder kulturell nützlich wäre. Em paar Leute gewinnen in der Lotterie der kapitalistischen Wirt- schast ein großes Los und wissen mit dem Reichtum noch nicht ein- mal etwas Vernünftiges anzufangen. Dabei ließen sich die Er- trägnisse neu- aufgefundener Bodenschätze ausgezeichnet im Interesse des Staatsgairzen verwenden oder im Intcresie derer, die diese Schätze zutage fördern, der Arbeiterschaft. Wir bitten Sie deshalb dringend, unseren Antrag anzunehmen und die künstliche Schaffung eines neuen parasitischen Reichtums zu verhindern.(Lebhafter Bei- fall l>ei den Soz.) Abg. Sobottka(Komm.): Wir haben im Ausschuß gegen den sozialdemokratischen Antrag gestimmt, weil er nur vertuschen und die Massen irreführen sollte über die Tatsach«, daß hier den Grundbesitzern eine ganz unberechtigte Entschädigung zuerkannt wird. Abg. Kuttner(Soz.): An der Tatsache, daß die bürgerlichen Parteien die Mehrheit im Hause haben und eine Enteignung nur gegen Entschädigung zulassen, können wir nichts ändern. Diese Entschädigung kann aber hoch oder niedrig sein. Niedrig ist sie nach unserem Antrag. Daß die Kommunisten dagegen gestimmt haben, habe ich in: Rechtsaus- schuh aus ihren Mangill an Wissen zurückgeführt. Sollten sie jetzt im Plenum wieder dagegen stimmen, so müssen wir feststellen, daß sie böswillig die Arbeiterinteressen jchädi- gen.(Bravo! bei den Soz. Unruhe bei den Komm.) Der sozioldemokralische Antrag auf Beschränkung der Enlschädi- guog wird mit den Stimmen der Soziatdemokraten, der Demokraten und der Kommunisten angenommen.(Heiterkeit bei den Soz.) Mit diesem Antrag wird der Gesetzentwurs in zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Die Neuregelung des Polizeikostengesetzes wird nach unwesenilicher Deboste in zweiter Lesung angenommen. Wie der Berichterstatter Abg. Heitmann(Soz.) ausführt, hm der Hauptausschuß den Entwurf von Grund auf umgearbeitet und einen Poll zeitostenausgleich nicht nur für die Städte mit staatlicher Polizei, sondern auch für die Städte mit städtischer Polizei vorgeschen, der ob l. April 1930 in drei Iahresetappcn durchgeführt werden soll. Es folgt die Beratung einer großen Anzahl van Ausschuß, berichten, die meist ohne Debatte erledigt werden. Dem Aus- schuh für Handel und Gewerbe hat ein Antrag der Deutschen Irak« tion und der Nationalsozialisten aus Schaffung einer Warenhaus- fteuer oorge-egen. Die itzolkspartei beantraat hierzu eine Ent- fchließung, die die Regieruna aufforder., den Entwurf einer solchen Steuer nach bestimmten Richtlinien auzuarbciten. Gesetzentwurf und Entschließung werden mit den Stimmen der Sozialdemokraten. der Kommunisten, der Demokraten und eines kleinen Teils des Zentrums abgelehnt.* Damit ist" die Tagesordming erledigt. Nächste Sitzung Montag 12 Uhr: Rheinisch-weftsäiische Umgemeindungsgesetze, zweite Lesung. Ausbau der Staalololterie. Die Preußisch-Sllddeutsche Klassen- sotterie soll bekanntlich ausgebaur werden. Für die übernächste Lotteyi« ist eine Erhöhung des Lospreises von 12» auf 2»» Mark vorgesehen. Wie die.�konjunkiur-Korrefpondenz" meldet, soll der Spielplan derart günstig ausgebaut werden, daß nach Einführung des 200-Mart-Loses jedes zweite Los gewinnt. Auf diesem Wege soll die Abwanderung der Spieler zu den Lotterien in Sachsen und Hamburg unterbunden werden. Nach Einführung des Lospreise» von 20» Mark soll im Laufe der Zeit auch eine Erhöhung der Lose- zahl von 800»»» auf 1 Million erfolgen, die eine abermalige Ber- besserung des Spielplanes ermöglicht. tGewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Verantwortlich tilr Politik: Dr.ckt.: Wdllmössefr»»# In schönen Farbstellun�on Sportkleid out reinseidenem Toile de soie» In hellen Farben 075 Kleid Öu» rein- t e I d e n» m bedruckten Jopon Kleid am b». druckte« reinseidenen Crdpe de Chine DAMENMÄNTEL 1Q50 OQ. 3Q. engl. mel. Stoffen, ganz auf Futter i■*'•• Schlüpfer( Damen, Kunstseide, UWahl Herren-Garnitur Baumwolle, einfarbig. Jacke und Beinkleid, zus. Badeanzug lür Damen, schwarz Trikot. mit farbiger Einfettung Gr. 42*4« WASCHSTOFFE SEIDENSTOFFE KLEIDERSTOFFE STRÜMPFE Hemdenzephir In bewährter Qualität 80 cm am Bedruckter Vollvoile �|85 tchöe» Muster, ca. Ivo cm-mdr wxm 3- Japon-Fculard in modernen Druckmustern ca. 90 cm Bedruckter reinseid. 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Wohlfahrtsamt und Jugendamt— das sind Begriffe, die uns allen einigermaßen vertraut sind— was ist aber nun ein Pflegeamts Wozu braucht man nun wieder solche Sache, bloß um noch irgend- wo«in paar Bureaus aufzumachen? Es herrscht ein erfreulicher Ton. Ganz ohne Bureaus geht die Sache ober wirtlich nicht. Doch in diesen Bureaus hier weht eine ganz eigen« Lust. Da» erst« Symptom: Da führt vom Melderaum aus eine kleine Tür ins Treppenhaus..Tür zu!* oder.Leise schließen!' steht gewöhnlich sonst in kategorischem Ton an solchen behördlichen Türen, flier ist ein blaustiftgeschriebener Zettel angezweckt:.Dies« Türläßt sich auch leise schließen!' Keines dieser Bureaus, die alle bunte, ölforbengestrichene Wände haben, ist ohne Bilder und Blumenschmuck. Man merkt diesem Hause an. daß es sozusagen ein Frauenslaol ist. Wirklich bekommt man während de» stundenlangen Besuches hier ikein männliches Lebewesen zu Gesicht. Gleich im Erdgeschoß liegt die Stelle für.jugendliche Selbst. melder', die, mit ihrem eigenen Warteraum, ganz von den übrigen Bureaus gesondert ist. Im ersten Stock liegen die Meldestellen für erwachsene Selbstmelder, daneben die Räume für die Neu- aufnahmen, die dem Pflegeamt durch die Polizei oder durch die Gerichte zugeführt werden— und darüber liegt das Pflegeheim— doch von dem soll später erzählt werden. Wer kommt nun ms Pflegeamt— und- warum kommen die Menschen? Schicksal und Hilfe. Da sind die jugendlichen Selbstmelder: junge Mädel, die, aus chaushaltsstellungen entlasten, ohne Mittel, ohne Familie in Berlin allein stehen: Früher mußten sie für ihre letzten Groschen in irgendein christliches Mädchenheim— und wenn die alle waren, dann blieb nur das Ajyl und später blieb dann oft genug nur die S t r o ß e, die traurige Straße. Der erschreckend hohe Prozentsatz der ehemaligen Hausangestellten in der P r o st i t u t i o n geht zum großen Teil auf die Derlassenheit und Hilflosigkeit dieser Mädel zurück, die von auswärts in die Großstadt kommen. Gerade fitzt wieder so ein kleines Unglückswurm vor der Beraterin, und man hört den Lebenslauf: Bei Pflegeeltern groß geworden: die Eltern kennt das Mädel nicht„und ich will sie gar nicht kennen lernen, wo st« sich nie um mich gekümmert haben', Kaum aus der Schule ent- wachsen, wird das Mädel in Haushaltsstellungen gegeben, zuletzt zu einem Bauern, bei dem sie sich durch zu schweres heben einen Gebärmutterschaden zuzieht. Sie kommt in das Provinzial- krankenhaus, dann, halbgeheilt, in ein« Försterei: auch dort ist die Arbeit zu schwer. Nun hat sie, nach Berlin zurückgekehrt, vorläufig Aufnahm« bei einer bekannten Familie gefunden. Mit dem Pflege- Batet scheint sie sich nicht gut zu stehen. Sie bittet im Pflegeamt nur,.daß man ihr ein bißchen nicht zu schwere Arbeit verschaffen soll', von nun an ist sie aber Schützling des Pslegeamls: Man wird versuchen, ihr Arbeit zu beschaffen: kau» sie diese nicht leisten, ver. Neri sie ihre jetzige Wohnung: hier findet sie Aufnahme, ärztliche Beratung und Behandlung. Dielleicht ist es auch möglich, ihr einen Erholungsanfenthalt zu verschaffen, um sie erst wieder richtig arbeitsfähig zu machen. Fraglich, ob man sie zu ihren Pflegeeltern zurückbringen kann. Manchmal muß das Pflegeamt auch eingreifen, um Kinder vor der Ausbeutung durch ihre Eltern zu schützen— es ist durchaus nicht immer rotsam, die dem Pflegeamt zugeführten Jugendlichen und Kinder einfach dem Eltern- Haus wieder zuzuführen. Mancher„Ausreißer' floh aus einer Umgebung, die für feine ganze Zukunft verhängnisvoll geworden wäre, und oft genug muß das Pflegeamt mit ollen Mitteln gegen die Erziehungsberechtigten vorgehen, ihnen schließlich das Sorge- und Erziehungsrecht entziehen lasten. Die größten Tragödien sind oft die, in denen das nicht gelingt und der junge Mensch dann doch wieder in ein Elternhaus zurückkehren muh, trotzdem es ihm kein ff« i m mehr ist. Bor kurzem erst kam«in junges Mädel zu Fuß von einem weit entfernten Borort nach dem Alexonderplatz, um im Pjlegeamt um Schutz und Hilfe vor den eigenen Eltern zu bitten — und um die Möglichkeit, irgendwo anders ihr Brot durch ihrer Hände Arbeit zu verdienen.— Ein anderer, ganz aktueller Fall: Vor kurzem wurde ein junges Mädel von seinem ehemaligen BräuN- gam und seinen zwei Freunden überfallen und verprügelt, weil sie die Beziehungen zu ihm gelöst hatte. Das Mädel, ein ehemaliger Schützling des Pflegeamts, war aus der Provinz wieder nach Berlin gekommen, hatte sich sofort bei dem Pflegeamt gemeldet, dann aber den jungen Menschen kennen gelernt und war zu seinem Freund gezogen: Arbeit hott« sie auch. In einer Eisdiele verdiente sie wöchentlich 35 Mark— bei vierzehnstündiger und längerer Arbeitszeit. Als sie aber ihr Verhältnis zu dem Bräutigam lösen wollte, überfiel er ste mit feinen Freunden: Nur dem Eingreifen eines S ch u p o b e a m t e n oerdankt« sie es, daß sie ohne schwere Verletzungen davonkam: mußte doch dieser selbst aus zwei der Angreifer in der Notwehr schießen. Nun hat sie Stellung und Wohnung verloren— im Pflegeheim wurde sie ausgenommen, man hilft ihr die Koffer auslösen, und bald wird ihr auch ein« neue Stellung besorgt werden. Wer sind sonst die Betreuten? Noch zwei andere Kategorien gehören zu den Schützlingen des Pflegeamts: Die Frauen und Mädchen, die durch die„Gefährde- t e n st r e i f e' aufgegriffen wurden und die, die durch die Gerichts- Hilfe vom Schnellrichter oder unter dem Verdacht, eine Ansteckungs- quelle für Geschlechtskrankheiten zu sein, zwangsweise vorgeführt werden und die ehemaligen„eingeschriebenen' Pro st i- tuierten. Diese zweite Stelle liegt völlig getrennt in einem Nebenhause. Soll oder will eine Frau oder ein junges Mädel im Pflegeheim bleiben, so kommt sie erst in die„Q u a r a n- tänestation' im dritten Stock und bleibt dort so lange, bis sie durch ärztliche Untersuchung als frei von an st eckenden Krankheiten bestätigt ist. Dann erst darf sie in das e i g« n t- liche Pflegeheim übersiedeln. Alle Jugendlichen werden zudem noch von einer Nervenärztin untersucht, die darüber entscheidet, ob nicht eine Unterbringung in einer Anstalt dem weiteren Verbleiben in der eigenen oder fremden Familie im Interesse des Jugendlichen vorzuziehen ist und ob es sich um hysterische, schwachsinnige, debile Menschen handelt. Bis zur Entscheidung verbleiben die Mädchen gleichfalls im Pflegeheim, in dem sie ja ständig unter Aufsicht stehen. Ein Beispiel: Da ist ein nettes Mädel, auch ein Pflegekind: brav und gut erzogen, macht es seinen Pflegeeltern nie Schwierig- kciten. Plötzlich, mit 14�- Iahren, brennt das Mädel durch, treib: sich mit halbwüchsigen Burschen herum, nächtigt auf Hausböden, wird von den Jungen geschlechtlich gebraucht, lebt von ihren Ge- schenken, vom Bettel und kleinen Diebstählen. Vorher ein ruhiges, gut erzogenes Kind, wird sie nach drei Monaten völlig verwahrlost aufgegriffen. Im Pflegeheim wandelt sich ihr Wesen wieder, nun Ist sie ganz Kind, handarbeilet mit Leidenschast und freut sich über den Geburtstagstisch, den man ihr vom heim au» doch festlich geschmückt hat— und über die Schokolade, die ihr die Pflegerin, und über die vier Marmeladenstullen, die ihr die Küchenleitung geschenkt hat.— Während der vierzehn Tage, die das Mädel hier in Sicherheit vor neuer Versuchung und auch vor den Schimpfereien und Vor- würfen Verwandter und Bekannter verlebt, wird darüber entschieden werden, ob sie in eine offene S)aushaltsschule, zur Familie zurück oder für die erste Zeit in eine geschlossene An st alt zu bringen ist. Dreißig Betten hat das Pflegeheim, aber fast immer sind noch einige„Notbetten' aufgestellt— bis z» fünfundvierzig Menschen können hier Herberge finden. Es verfügt über einen Baderaum mit vier Duschen, ein Sprechzimmer für die Aerztin, «inen Ausenthaltsraum und eine kleine Bibliothek, deren meist- gefragte Werke Backsischgeschichten und Märchen sind— viel anderes scheint sie leider auch nicht zu enthalten. Dies ist der einzige Winke!, der noch keinen Hauch modernen Geistes verspürt hat. Hell und behaglich sind die Räume, und man glaubt es gern, daß die„Selbst- melder' meist auf Empfehlung kommen: Besser als hier können sie 9ack JCondon: (Bereefiiigie Debet Setzung von Erwin Magnus). „Eben das. Ich wische die Tafel rem. Ich lasse die ganze Geschichte zum Teufel gehen. Als die dreißig Millionen Dollar sich gegen mich erhoben und sagten, daß ich heute nicht mit dir in die Berge reiten könnte, da wußte ich. daß die Zeit zum Handeln gekommen war. Und nun handle ich. Jetzt Hab ich dich und die Kraft, für dich und für die kleine Ranch in Sonoma zu arbeiten. Das ist alles, was ich brauche und was ich aus den Trümmern retten will, dazu noch Bob und Wolf, eine Reisetasche und hundertvierzig Roßhaar. zügel. Der Rest geht zum Teufel, und ich bin froh darüber. Aber Dede war hartnäckig. Dann ist dieser— dieser furchtbare Verlust nicht not- wendig?� fragte sie. „Ich sag dir ja. Er ist notwendig. Wenn das Geld sich einbildet, es könne sich mir in den Weg stellen und mir ver» bieten, mit dir auszureiten—* „Rein, nein, jetzt im Ernst," unterbrach ihn Dede.„Das mein« ich nicht, und das weißt du auch. Ich will wiffen, ob der Bankrott vom geschäftlichen Standpunkt aus not- wendig ist?" Er schüttelte den Kopf. „Nein, das ist er nicht. Das ist ja gerade der Witz dabei. Ich lasse nicht nach, weil die Panik mich gelähmt hat und mich dazu zwingt. Ich gehe jetzt, da ich die Panik bezwungen habe und vor dem Siege stehe. Das zeigt doch gerade, wie wenig mir daran liegt. An dir liegt mir, Liebling, und dem- entsprechend spiele ich." Doch sie entzog sich seiner schirmenden Umarmung. „Du bist ve�ückt, Elam!" „Sag das noch einmal," murmelte er entzückt.„Das ist wahrhaftig süßer als der Klang von Millionen." Aber sie beachtete es nicht. „Es ist Wahnsinn. Du weißt nicht, was du tust—* „O doch, versicherte«r.„Ich gewinne das, was meinem Herzen am teuersten ist. Dein kleiner Finger ist ja mehr wert „Sei doch nur einen Augenblick vernünftig." „Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so vernünftig gewesen. Ich weiß, was ich will, und ich tue es. Ich will dich haben und draußen mit dir leben. Ich will nicht mehr die Füße auf dem Pflaster und das Ohr den ganzen Tag am Telephon haben. Ich will eine kleine Ranch haben auf einem der schönsten Fleckchen Erde, die Gott geschaffen, und will selbst alles tun, was es da zu tun gibt— Kühe melken, Holz hacken, Pferde striegeln, den Boden pflügen und was sonst dazu gehört. Und ich bin sicher der glücklichste Mensch auf Erdep, denn ich habe etwas, das man nicht für dreißig Millionen, nicht für dreitausend Millionen und nicht für dreißig Cent Haufen könnte—" Ein Klopfen an der Tür unterbrach ihn: Dede ging zum Telephon hinaus. „Herr Hegan ist am Apparat," sagte' sie, als sie wieder- kam.„Er wartet. Er sagt, es sei wichtig." Daylight schüttelte den Kopf und lächett«. „Bitte, sage Hegan, er soll anhängen. Ich bin fertig mit dem Geschäft und will nichts mehr davon wissen." Nach einer Minute kam sie wieder. „Er sagt, er will nicht anhängen. Er läßt dir sagen, daß Unwin im Kontor wartet und dich durchaus sprechen will. Und Harrison auch. Hegan sagte, es stehe schlimm mit Grimshaw u. Hodgkins, und du müßtest sie stützen." Das war eine überraschende Nachricht. Sowohl Unwin wie Harrison repräsentierten Großbanken, und Daylight wußte, daß die Firma Grimshaw u. Hodgkins, wenn sie Konkurs macht«,«ine ganze Reihe anderer Häuser mit sich reißen würde. Aber er lächelte nur, schüttelt« den Kopf und sagt« mit dem Ton, den er im Geschäft anzuschlagen pflegte: „Fräulein Mason, wollen Sie so freundlich sein und Herrn Hegan sagen, daß nichts dabei zu machen ist. und daß er an- hängen soll.". „Aber das tonnst du nicht," drang sie in ihn. „Wetten das, sagte er kurz. „Elam!" „Sag das noch einmal!" rief er.„Sag das noch einmal, und dann kann meinetwegen ein ganzes Dutzend Grimshaw u. Hodgkins zum Teufel gehen!" Er ergriff ihre Hand und zog sie an sich. «Laß Hegan nur am Telephon warte», bis er schwarz wird. An einem Tag wie heute können wir nicht eine Minute an ihn verschwenden. Er ist nur in seine Bücher und sein Zeugs verliebt, aber ich halte«in wirkliches, leben- diges Weib in meinen Armen, das mich liebt, wenn es auch versucht, über die Stränge zu schlagen." « „Aber ich weiß doch auch etwas von dem Kampf, den du geführt hast," wandte Dede ein.„Wenn du jetzt aufhörst, so ist die ganze Arbeit umsonst gewesen. Du hast kein Recht, das zu tun. Du kannst es nicht tun." Daylight war unerbittlich. Er schüttelte den Kopf und lächelte neckisch. „Nichts wird zu nichts, Dede, nichts! Du verstehst nichts vom Geschäft. Es steht ja alles nur auf dem Papier. Alles. wofür ich kämpfe, ist Papier. Für tausend Morgen Land habe ich Papier bekommen. Schön. Verbrenne die Papiere und mich dazu. Das Land bleibt, nicht wahr? Der Regen darauf, die Saat keimt darin, Bäume wachsen, Häuser stehen darauf, die elektrischen Bahnen fahren darüber. Das ganze Geschäft ist Papier. Ob ich das Papier verliere oder mein Leben, das ist einerlei; das macht das Land nicht um ein Sandkorn geringer und beugt keinen Grashalm. Nichts ist verloren— nicht ein einziger Pfahl in der ganzen Dockanlage, nicht eine Speiche von all den Eisen- bahnen, nicht ein bißchen Dampf von den Fährbooten. Die Wagen laufen weiter, ob das Papier mir gehört oder einem andern. Die Hochflut in Oakland hat schon begonnen. Die Leute strömen herbei. Wir verkaufen wieder Grundstücke. Die Flut läßt sich nicht mehr eindämmen. Was mir und dem Papier auch geschieht, die dreihunderttausend Menschen kommen doch! Und es wird Straßenbahnen geben, Häuser, gutes Wasser, Elektrizität und alles, was sonst noch dazu gehört." Unterdessen war Hegan in einem Automobil gekommen. Das Fauchen klang durch das offene Fenster herein, und sie hörten, wie es neben dem roten Wagen hiett. Im Wagen befanden sich auch Uwin und Harrison, während Jones neben dem Clzauffeur saß. „Hegan will ich sprechen," sagte Daylight zu Dede.„Die andern kann ich nicht brauchen. Die können im Auto warten." „Ist er betrunken?" flüsterte 5)egan Dede zu, die ihn an der Tür empfing. Sie schüttelte den Kopf und wies ihn hinein. T__(Fortjetzvng folgt.) nirgends aufgehoben fein. Njrhi einmal den fogenanni«.Ibassen- fraß" der öffentlichen Küchen brauchen sie zu essen: Das Heim hat eine eigene Küche, und es gibt auch einmal Obst zum Nachtisch— und immer frisches Gemüse? Nur einen Nachteil hat das Heim: Nirgends steht ein Stückchen Garten zur Verfügung I Und die Zwangseingelieferten, die das Haus nicht jederzeit und ohne Bs- gleitung oerlassen dürfen(die anderen sind nach Erledigung der Morgenorbeit völlig frei), tun den Beamtinnen so leid, daß sie öfter mit„unseren Kindern", wie sie sagen, spazieren gehen. 6s wird praktische Arbeit geleistet. Keine aber verläßt dieses Heim und dieses Haus eher, als bis ihr Hilfe geworden ist: Bis ihr nämlich Arbeit und Woh- n u n g besorgt, bis ihre Verhältnisie geordnet sind. Ist es rat« sam, so wird vielleicht für die Rückkehr zu Verwandten ge- sorgt— ist ein Mädchen krank, so wird sie ins Krankenhaus übergeführt und kehrt dann meist zu einer E r h o l u n g s z e i t ins Heim zurück, wenn sie nicht in ein auswärtiges Genesungsheim übergeführt wird. Nur der kann all die Arbeit, all die Hilfe, die in diesem Haus geleistet wird, richtig beurteilen, der weiß, wie nock) vor fünf Jahren im Asyl die Sechzehnjährige, die von den Eltern herausgeworfen oder„ausgerückt" war. die stellungslose Hausangestellte und die Arbeiterin neben alkoholdunstenden, in stinkenden Lumpen gewickelten„kanalpennen" und Prosiitoierten niederster Sorte liegen mußte. Man weiß, wie sich da niemand um Schicksal und Hilfe kümmerte, während hier fast die gesamte.Kundschaft" mit den Pflegerinnen persönlich vcrbunden.ist— und es sich manchmal sogar ganz energisch verbittet, nicht als„z u r F a m i l i e gehörig" behandelt zu werden. Besonders Schwester Magaretes Sorgenkinder, die ehenmligen„Eingeschriebenen", legen viel Wert darauf,— und als eine ewig randalierende Kundin mal von ihr als»Fräulein S." energisch ermahnt wurde, kam sie in zwei Tagen reumütig wieder:».... und det hat mir mn meisten zur Besinnung jebracht, det Sie„Fräulein" jesacht haben! Det war doch zu viel— wo Sie sonst immer A j a h t e zu mir sagen!" Denn mehr noch als Obdach und Essenmarken suchen die ZNenschen hier ein wenig wärme, ein wenig menschliches Verslehen. Alle sind ja halb und ganz Entwurzelte, und es bedarf nur einer gewissen Liebe, Wärme und wahrhaftiger Pflege, mn sie wieder im Leben Wurzel fassen zu lasten. Nicht umsonst sind die Fenster im Pflegeheim im vierten Stock ohne Riegel und lassen sich nur mit einem Schlüssel öffnen: Manche wollte hier schon aus dem unbarmherzigen Leben desertieren... Menschen, die in Gefahr waren, asozial und antisozial zu wer« den, gliedert das Heim in die Gesellschaft wieder ein. Was aber hier geleistet wurde, ist in der Hauptsache Arbeit der sozial- demokratischen Bertretcr in der Kommunalverwaltung. Wenn wir im Herbst an die Urne treten, um Berlins Stadtverordnete zu wählen, werden wir uns auch dieser Leistung erinnern müssen, dl« von einem bürgerlichen Magistrat niemals vollbracht morden wäre. Es ist und bleibt die Parole: Wählt im Herbst sozial- demokratisch! R. E. Berliner, gebt Quartiere! Ausruf deö Reichsbanners für die Rundesverfossungsfeier. Der C h r e n a u s f ch u ß, der sich die Förderung der am 10. und lt. August in Berlin stattfindenden Bundesoerfas- sungsfeier des Reichsbanners zur Aufgabe gesetzt hat, wendet sich mit einem Aufruf an die republikanische Bevölkerung Berlins, in dem er an die Gastfreundschaft der Berliner appelliert. Der Aufruf trägt folgende Unterschriften: Preußischer Ministerpräsident Dr. Braun, Frau Louise Eb ert, die Führer der Gewerkschaften, Theodor L e i p a r t und Peter Graßmann, Vorsitzender des AfA-Bundes A u f h ä u f e r, Oberbürgermeister B ö h, Reichsminister W i r t h und Dietrich, Reichstagspräsident Höbe, preußischer Minister Höpker-A schaff und Dr. h. c. H i rtsi e f e r, Chefredakteur Friedrich Stampfer, M. d. R., Führer des GdA. Gustav Schneider, die Reichstagsabgeortmeren Prof. Georg Bernhard, Dr. Hermann Fischer, Dr. Heinrich Krone, Ernst Lemmer, Oskar Meyer, Polizeipräsident Zörgiebel. Der Aufruf hat folgenden Wortlaut; „Hundertfünfzigtausend Reichsbannertamcraden werden zum Berfastungstage die Reise nach Berlin antreten. Sie eilen herbei, um in der ReichsHauptstadt, inmitten einer Bevölkerung von vier Millionen, dem Volksstaat Treue zu schwören, dessen Fundament ISIS in Weimar gelegt wurde. Die vielen Zehntausende, die zu uns kommen, werden nach ihrer Rückkehr berichten und erzählen, was sie in Berlin sahen und wie sie von den Berlinern aufgenommen wurden. Darum rüstet euch, ihr Berliner Männer und Frauen, für den Einpsang der republitanischen Kriegsteilnehmer und der republika- nischen Zugend. Denkt an die herzlichen Empfänge und an die opferwillige Gastsreundschaft, die gerade den Berlinern bei den gewaltigen Kundgebungen des Reichsbanners in Magdeburg, Ham- bürg, Leipzig, Nürnberg, Frankfurt und Wien bereitet wurden. Jetzt hat die Berliner Bevölkerung Gelegenheit, es denen im Reich zu danken. Sie darf nicht dulden, daß die auswärtigen Gäste in unbequemen Mnstenquartieren untergebracht werden müssen. Auch im kleinen Haushalt wird Platz für einen auswärtigen Kameraden und Republikaner sein. Wenn Magdeburg, Hamburg und all die anderen Städte an die hunderttausend Mann unter- bringen konnten, muh es Berlins Ehrenpflicht sein, alle aus dem Reich kommenden Reichsbannerkameraden In Prloatqnartieren auf- zunehmen. Fest der Hunderttausend in Wien. Freunde aus Schweden und Dänemark sind Zuvor in Berlin. Wien wird vom 12. bis 14. Juli ein einzig- artiges Fest erleben: Das zweite Jutcr» nationale Sozialistische Jugendtref- f e n. Einzigartig ist dieses Treffen wegen der Zu- sammensetzung seiner Teilnehmer und wegen seiner Bcranstaltungen. Die arbeitende Jugend aus den meisten europäischen und aus einigen außereuropäischen Ländern kommt an diesen Tagen in Wien zusammen, um ein gewaltiges Zeugnis dafür abzulegen, daß die Jugend aller Länder zur sozialistischen Jnter- nationale steht. An der Spitze der ausländischen Delegationen auf dem Wiener Jugendtag marschiert Deutschland. 12 000 Mitglieder des Verbandes der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutsch- lands fahren nach Wien. 2500 tschechische, polnische und deutsche Jugendliche aus der tschechoslowakischen Republik werden in Wien anwesend sein. Am Sonntag, dem 7. Juli, fahren 520 Holländer mit einem Sonderzug von Utrecht ab. um am Wiener Jugendtreffen teilzunehmen. Am INitlwochmorgen um S Uhr trefsesn 330 Mitglieder des schwedischen sozialdemokratischen Jugendoerbomde» auf dem Stettiner Lahnhof zu kurzer Rast in der ReichsHauptstadt ein. um dann mittags weiterzufahren nach Wien. Die dänischen Teilnehmer am Wiener Jugendtreffen kommen am Mittwochabend in Verlin an. In der Mittwochnacht fährt die Berliner Sozialistische Arbeiterjugend mit zwei Sonderzügen nach Wien. Polen hat 800. B u l- garien 70, Rumänien, Jugoslawien, Ungarn haben je 50, P a l ä st i n a 30. die S ch w e i z 90, B e l g i e n 50 Teilnehmer gemeldet. England, Frankreich, Spanien, Lettland, Finnland und Nordamerika kommen mit kleineren Delegationen. Die italienischen und russischen Jungarbeiter werden ihre roten Sozialistenfahnen im roten Wien flattern lassen können, die sie in ihrer faschistischen oder bolschewistischen Heimat unter brutaler Gewalt einrollen und verstecken muhten. Auf dem Wiener Jugendtag wird als besondere Gruppe d i e Internationale Soziali st ische Studentenfödera- t! o n(Ulftreten. Hier stellen nicht nur die österreichischen Studenten und Mittelschüler, sondern auch Deutschland, Frankreich, England und Bulgarien starte Gruppen. Diese Teilnahme sozialistischer Studenten am internationalen Treffen der Arbeiterjugend zeigt, wie eng das Bündnis zwischen Hand- und Kopfarbeit in der jungen sozialistischen Generation geworden ist. Zu all diesen Grsppcn kommt die Wiener und die ö st e r r e i ch! s ch e Arbeiterjugend mit rund 20 000 Burschen und Mädchen, dann die öfter- reichische Gewerkschastsjugend und die Wiener Arbeiter- sportjugend. Weiler wird die wiener Arbeiterschaft zv Tausenden an dem Jugendtreffen teilnehmen. Sie wird ihre intcr- nationale Solidarität beweisen durch Bereitstellung von Quartieren, und sie wird überall dabei sein, wo während des Jugendtreffens Aufmärsche, Kundgebungen und Feiern stattfinden, um dazu bei- zutragen, daß Wien ein sozialistisches Fest der HnnderttausenZf feiern kann. Neben zahlreichen künftlerischen und politischen Einzelveranstal- tungen wird das internationale Jugendtreffen drei Massen-! Veranstaltungen bringen, die Erössnungsfeier auf dem Helden, platz am Freitaginorgen, die internationale Abendseier mit an» schließendem Fackelzug der Lugend am Sonnabendabend, eine große politische Kundgebung vor dem Rathaus am Sonntagmittag. Aus dieser Kundgebung werden Friedrich Adler, Sekretär der Sozia- listischen Arbeiter-Internationale, Walter Eitrinc, Vorsitzender des Internationalen Gewerkschaflsbundcs, Reden halten. Außer- dem werden sprechen Otto Bauer für die österreichische Sozial- demokratie und Karl Heinz für die Sozialistische Jugend-Jnter, nationale und für die österreichische Arbeiterjugend. Mit dem Massengesang der Internationale wird diese Kund- gebung ihren Abschluß finden, der sich ein gewaltiger F c st- zug der Jugendinternationale anschließt. An der Spitze dieses Festzuges werden drei Ehrenfahnen des internationalen Proletariats getragen werden! Die Fahne der Internationale, die der Wiener Arbeiterschaft im Jahre 1924 überreicht wurde. die Fahne der Iugend-Jnternationale, die im Jahre 1926 der Sozialistischen Iugend-Jnternationale in Amsterdam von der holländischen Arbeiterjugend gewidmet wurde, und eine neue Fahne, die dem Verband der Sozialistischen Arbeiterjugend Oe st erreich« auf dem Iugendtressen von der Iugend-Jnternationale feierlich überreicht werden wird. Alles in allem: das Fest der Hunderttausend in Wien wird nicht nur ein Fest der arbeiteichen Jugend, sondern auch ein Tag der gesamten internationalen Arbeiterschaft werden. Jugend und Zeit. Wien. 6. JuN.(Eigenbericht.) Als Auftakt zu dem internationalen Jugendtreffen wurde am Sonnabend die Ausstellung..Jugend und Zeit" von Bürger- meister Seih eröffnet. Sie umfaßt Oelgemälde, Aquarelle und Holzschnitte von Mosa, r e e l, die den Arbeiter bei der Arbeit und bei seinen Freuden dar- stellen. Ferner sind auch einige Darstellungen von George Groß sowie Nachbildungen von Fresken, die der Mater Diego Risera gemalt hat, ausgestellt. Ein« zweite Abteilung enthält st a t i st i- sches Material in bildhafter Form, das Darstellungen des Krieges bringt, aus denen man vor allem auch die Opfer des Krieges ersehen kann. Zahlreiche Tafeln stellen die sozialpolitischs Tätigkeit der Gemeinde Wien sowie den Ausstieg der sozia« l i st i s ch e n Organisationen, besonders der Jugendorganisationen dar. Am Montag früh trifft bereits der erste Sonderzug au» Hol, land ein, mit dem 520 holländische In g en d g en oss e» kommen. Männer und Frauen Berlins, bewerft eure anerkannte Gast- frcnndlichkeit. Teilt uns mit. wieviel Kameraden aus dem Reich ihr bei euch unterbringen könnt, Aber: Entschließt euch bald! Die Zeit eilt und die Kameraden im Reich müssen die Gewißheit haben, daß sie bei uns willkommene Aufnahme finden." Zuschriften sind an die Geschäftsstelle des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Berkin€>. 14, Sebaftianstr. 37/38, zu richten. 500 Mark Belohnung. Wieder ein Gittlichteitsottentat. Noch ist das schwere Silllichkeitsverbrcchcn an der t3jährigen Schülerin in der Jungfernheide nicht aufgeklärt, als schon wieder die Nachricht von einem ähnlichen Vorfall einläuft, der sich gestern nachmittag in Tegel ereignete. Eine l3jähnge Schülerin wurde dort auf dem Laubeuland ihrer Eltern von einem etwa 25jährigen Manne überfallen und mißbraucht. Der Unhold schwang sich dann auf sein Rad und entkam. Ob der Mann mit dem Täter ans der Iungfernheide identisch ist, erscheint nach der Personalbeschreibung ziemlich ausgeschlossen. Zu dem Verbrechen in der Iungfernheide wird noch mitgeteilt, daß sich im Laufe des Tages ein Mann gemeldet hat, der die beiden Kinder und den falschen Förster gesehen hat. Wie gut die Maske des Verbrechers war, geht auch daraus hervor, daß der Zeuge ihn ebenfalls für einen wirklichen Beamten hielt, urtd deshalb dem Vorfall keine besonder« Bedeutung beilegte. Der falsche Förster ist etwa 50 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß, hat ziemlich kahlen Kopf, das Haar war nur spärlich und schon e r- graut. Er trug ein« graugrünliche Litewka, vielleicht mit Achsel- stücken, und lange Hose. Außer für einen Förster konnte man ihn seiner Kleidung nach auch für einen Justizwachtmeister oder Ge- fängnisbeamten halten. Er führte ein unmodernes Fahrrad mit hohem schwarzen Rahmen mit sich. Für die Ermittlung und Er- greifung dieses Verbrechers hat die Kriminotpolizei ein« B e l o h- n u n g von 5 0 0 Mark ausgefetzt. Neuer Dauerflug-Weltrekord. 115(Stunden in der tust. Der von den Fliegern Roh Mitchell und Newcomb auf dem Flugzeug„City of Cleveland" aufgestellte neue Weltrekord bezieht sich auf Dauerflng mit «rennstoffübernahme in der Luft. Die Fliegep blieben 174 Stunden 5S Sekunden in der Luft» Ter bisherige Rekord betrug 172 Stunden 32 Minuten« Keine Mieieerhöhung in Berlin. Dos Nachrichtenamt de» Magistrats äußert sich zu Presse- meldungcu. nach denen damit zu rechnen ist, daß wegen der herauf- sehung bestimmter öffentlicher Abgaben in einzelnen preußischer, Gemeinden die gesetzliche Miete etwas erhöht wird. Für Berlin kommt dies, betont das Nachrichtcnamt, nicht in Arage. hier wird vielmehr infolge der herabsehung der Slroßenrcinigungs- beitrüge die gesetzliche Miete mit Wirkung vom 1. August ab um Prozent herabgesetzt, von diesem Zeitpunkt ab sind daher in Berlin 120� oder, wenn der Mieter die Schönheltsreparaluren übernommen hat. IIS'/- Prozent der„reinen Ariedensmiete" als gesetzliche Miete zu zahlen. Der Vermieter ist berechtigt, den Gemeindezuschlag zur staatlichen Grundvermögens- steuer in bisheriger höhe auf die Mieter umzulegen. Der köpenicker Schloßpark ist auf Veranlassung des Bezirksamis für die Bevölkerung geöffnet. Die bequem gelegene und schöne Schloßinsel ist ein« ideale Erholungsstätte, besonders für ältere, erholungsbedürftige Einwohner. Von dem Recht der Be- Nutzung sollte jeder den ausgiebigsten Gebrauch machen. Für Schaffung weiterer Sitzgelegenheit wird das Bezirksamt Sorge tragen. Der Part ist Montags, Dienstags, Donnerstags und Frei- tags von 8—20 Uhr bzw. bis zum Eintritt der Dunkelheit, und Mittwochs und Sonnabends von 8—1 Uhr geöffnet. Sonntags ist der Park geschlossen. vganzen"!ui erneuern usn Bettfetiern Graue Federn 95 p,. WeiSe Federn.. 230 Halbdaunen... 420 WeiBe Kalbdaunen 5S9 Schleiflfedern.. I9® Daunen...... 575 Penise Inlette Oberbau ».. 4" 1» rot oier in diesem wohlgepflegten Chor sprach ein Teil des Voltes zu dem Volke selbst und was er ihm sagte, riß es zu brausendem Beifall hin. Machtvoll emporreißend war auch das von Lendvai selbst vertonte„Ahoi!" von Cäsar Flaijchlen. Der erdenschwer«, aus der Tiefe und der Ferne kommende Vorspruch von FranzRothenfelder fand in Heinrich Witte einen wunderbar beseelten Sprecher. So bedeutet dieser von der Konsumgenossenschaft dargebotene Abend in feiner künstlerischen Geschlossenheit«in starkes, nachhaltig wirkendes Erlebnis. ———...................■ Sekt mit apaner Perforierung Braun Boxcalf prima Plantaben'Krepp- gummi«ohlen.OrlginalGoonhir Länffe 40-50. Länse 40 �0�0 farbig gemusterter Kräuselstoff Bademantel für Herren farbig gemusterter Kräuselstoff 13 75 Bade- u. Sport-Trikot für Damen, weißes Oberteil, schwarzes il Pumphöschen, Größe 42-48, Größe 42 ay|| Herren-Badetrikot 2 Oberteil färb, gestreift, Gr. 42-48, Gr. 42 75 Wasdiebatist. Zenhir ♦ör Pyj«"11« � IUI moderne Streifen, Flanell*ör Pyj'3"135 ■ 1 1 I■ mncfAPn» �troif ai moderne Streifen, Meter 78 98 98 Meter M O pf, Meter �9 Pf. Pf. Zephir, Länge 40-50, Länge 40 Jede vettere QrOBe(SPt mehr Mädchenkleid voÄ Länge SS bis 80, Länge SS Jede weitete QrOSe SO Pt mehr Backfischkleid � od. gestr. kunsts. Toile, Länge 90-100 Pf. •50 Sso Spiel hose einfarbig. Waschrips. 1 QO Länge 40 bis 55, Länge 40■ � w Kieler Anzug bigS 3 70 Kadettstoff, für M4 Jahre, für 2 Jahre Jede weitere Größe 50 Pf, ab 9 Jahre 75 Pt mehr Kieler Bluse weiß. Satin, mit marine Garnitur, für 2-10 Jahre, lür 2 Jahre Jed« vettert QiOfie 40 Pt mehr 150 Große Postern Damen-Sommerkleider verschiedene Wasdisfoffe Serie I Serie II Serie III 690 975 1275 darunter: Trikof-Charmeusej Tolle de sole und Vollvolle Serie I Serie II Serie III 1275 1450 2450 Seidene Nachmittagskleider darunter: Foulard, Crdpe Satin u. Cr4pe Georgette Serie I Serie II Serie III 39. 49. 59m Große Posten: Damen- Gummimäntel in verschiedenen Ausführungen, aparte Karos Serie I Seriell Serie III 875 1250 1950 Herrenstofff-Mäntel moderne Formen, teils auf Futter Serie! Serie II Serie III iSso 24so 32 m Fancy-Mäntel für Reise u. Sport, neue Dessins Serie I Serie II Serie III 1475 2150 2950 A!r. 513. 46. Jahrgang 2. Sonntag, 7. Juli �929 �oung-plan undZ�eform desBankgesehes Mit den Folgerunyen, die aus der Durchführung des Joung- Planes In bezug auf die Veränderung der gefetzlichen Grundlagen der Reichebant zu ziehen sind, beschäftigen sich die Dokument« de, Toung-Plane» an zwei Stellen. In der Anlag« 5 heißt es, daß ein Unterausschuß des Organifatlonstomitees für die Anpassung der nach dem Dawes-Plan erlassenen deutschen Gesetz« eingesetzt werden soll:„für dt« Anpassung des Bantgesetzes(Unabhängigteit der Reichsbontr: zweitens enthält die Anlog« Z einen Brief des Reichsbantpräsidenten, in dem er sich bereit erklärt, dafür zu sorgen, daß die Vorschriften des Z 31 des Bankgesetzes vom 30. August 1924, die sich auf die Verpflichtung der Reichsbant, ihre Roten in Gold tinzulösen, beziehen, in Wirksamkeit gesetzt werden sollen. Um den zweiten Punkt vorweg zu nehmen, sei klargestellt, daß sich durch dl« Beseitigung der Suspendierung der Einiösungspflicht in Wirklichkeit an dem bestehenden Justand nichts ändern wird. Denn auch bisher hat die Reichsbant jederzeit gegen'hreRoten Gold ober Devisen abgegeben. Dieser Erstand wird nun gesetzlich fixiert. Das bedeutet aber nicht, daß wir etwa m Deutschland uns den Luxus erlauben würden, zum Umlauf von Goldmünzen zurückzukehren. Denn nach dem Z 31 erfolgt die Ein- läsung der Noten nach Wahl der Bant in deutschen Gold- münzen, Goldbarren, Schecks oder Auszahlung in ausländischer Währung. Das bedeutet praktisch, da die Bant auch weiter Gold- anforderungen im wesentlichen in der Deoisensorm oder in der Form von Goldbarrenabgabe befriebigen wird, daß der Reichsmark als Goldwährung durch die Aufhebung des gesetzlichen Bor- beHalts der Einläsung der Form nach gefestigt wird, was wir nur begrüßen können. Degrenzte Kompetenz des Organitationskomittees. Wichtiger ist die Frag« nach den Aufgaben des Orga- n i s a t i o n s t o m i t e e s für die Anpassung des Bantgesetzes. Dieses Organtsationskomitee hat nach unserer Meinung nichts anderes zu tun, als entsprechend der ihm gestellten Aufgabe der Wieder- Herstellung der Unabhängigkeit der Reichsbant ein Uebereintommen darüber zu treffen, daß erstens aus dem Bankgesetz vom 30. August 1924 alle Bestimmungen b« s« i tig t w e rd e n, die sich auf die Teilnahm« von Ausländern an der Reichs» bantoerwaltung beziehen und auf die Bestellung eines ausländifchenKommifsarssürdie Notenausgabe. Zweitens hat es ausdrücklich festzustellen, daß im übrigen die Bankgesetz- gebung wieder«in« innerdeutsche Angelegenheit geworden ist imt der alleinigen Bedingung der Ausrechterholwng der Reichsmark als Goldwährung. Mit diesen Feststellungen der Unabhängigkeit sollte die Ausgab« des vrganijationskomitees erledigt fein und die Frage, welche Folge- rungen dann weiter im Verwaltung saufbau aus dem Ausscheiden der Ausländer aus dem Generolrot und aus dem Verschwinden des ausländischen Rotentommissars zu ziehen find, und die weitere Frage, ab sonstige Aenderungen am Bantgesetz vorzunehmen sind, müßte der deutschen Gesetzgebung in voller Freiheit zu lösen vorbehalten bleiben. Aber selbst wenn man, wie es von einigen Seiten geschieht, die Klammer:„Unabhängigkeit der Reichsbonk", nicht nur auf die Unabhängigkeit von ausländischen Einslüfsen, sondern auch auf die Unabhängigkeit der Reichsbant von der Reichsregierung, wie sie im ersten Paragraph des geltenden Dankgesetzes festgelegt ist, beziehen wollte, so könnte es stch höchsten» darum hckndeln, diese anerkannt«, schon vor den Dawes-Gesetzen durchgeführt« Autonomie in ihrem Fortbestand grundsätzlich zu garantieren. Denn auch wenn man diesen Punkt noch zum Gegenstand der internationalen Per- einbarungen machen will, so muß doch auf jeden Fall die Durch- sührung im einzelnen die Regelung der Beziehungen zwischen Reich und Reichsbank, soweit sie die grundsätzlich« Unabhängigkeit der Geschäftsführung von staatsfinanziellen Einflüssen unberührt lassen, eine innerdeutsche Angelegenheit bleiben. Wenn wir also im folgenden die Aenderungen de« Bantgesetzes besprechen wollen, die uns notwendig erscheinen nach der Wieder- gewinnung der Freiheit, so handelt es sich nach unserer Auffassung nicht um Dinge, die das Orgamsotionstonntee zu beraten hat, sondern um Gesetzesänderungen, die nach der Annahm« des Foung-Planes von den deutschen gesetzgebenden Körperschaften durchzuführen sein werden. Was soll der deutsche Gesehgeber ändern? Mir sind der Meinung, daß es falsch wäre, in diesem Augen- blick Aenderungen an den Grundbestimmungen des Bantgesetz«» über Rotenausgab« und Notendeckung vorzu- nehmen. Gewiß kann man sehr darüber im Zweifel sein, ob die 4yprozentig« Deckung in Gold oder Deinsen gerade das Richtige trifft. Man kann auch im Zweifel darüber fem, ob die Sonder- deckungsbestimmungen für täglich fällige Verbindlichkeiten nicht«ine unerwünscht« Einengung der Beweglichkeit der Reichsbant mit sich bringen. Aber trotz dieser Zweifel empfehlen wir nicht, in diesen Punkten gegenwärtig Aenderungen vorzunehmen. Wir stehen in Deutschland noch zu sehr unter den psychologischen Nachwirkungen der Inflation, als daß es nicht bedenklich wäre, irgend ein« Maß- nahm« zu treffen, die auch nur entfernt den Eindruck der Locke- rung der Sicherheitsbestimmungen für die Währung hervorruft. Von Kritz Aaphtali. Aus diesem Grunde glauben wir auch, daß in bezug auf die Kreditgewährung der Rrichsbant an da» Reich, in bezug auf die Diskontierung von Reichsfchatzwechfeln und ihre Ausschließung von der Notendeckung zweckmäßig nichts g e- ändert werden sollte. Da» schließt nicht au», daß man kleine Schönheitsfehler beseitigen könnte. Wenn zum Beispiel in bezug auf den chundertmillionen-Reichsmark-Betriebskredit, den die Reichs» dank dem Reich gewähren darf, die Bestimmung als lästig empfunden wird, daß am Ende des Geschäftsjahres keinerlei Ber» jchuldung des Reichs bei der Reichsbank vorhanden sein darf, so wäre ein« Verlegung des Abdeckungstermins auf einen weniger angespannten Zeitpunkt als das Jahresende nützlich und vollkommen unbedenklich. obligatorische Zustimmung des Reichspräsidenten. Wichtig sind allein«ine Reihe von organisatorischen Aenderungen. Auch hier sollte man, um keinerlei Mißtrauen-- quellen zu schaffen, nicht etwa die Grundstruttur der Reichsbaick- Verfassung ändern. Man sollte nur die praktisch« Verbindung zwischen Reich und Reichsbank etwas festigen. Die Kreditpolitik der Reichsbank in allen ihren vielfältigen Formen ist in der modernen Wirtschaft ein so wichtiger Faktor der Wirtschafts- Politik eines Landes, daß auch bei Anerkennung der Unabhängigkeit der Reichsbant in allen Fragen des Schutzes der Währung doch für ein möglichst hohes Maß an harmonischem Zusammenarbeiten zwischen der für die allgemein« Wirtschaftspolitik verantwortlichen Reichsregierung und der Reichsbankleitung gesorgt werden müßte. Deshalb sollte es unmöglich gemacht werden, daß«in Reichsbank- Präsident oder ein Mitglied de» Reichsbantdirektoriums gegen den Willen des Reiches gewählt werden kann. Um das zu erreichen, müßte man die schon heute erforderliche Unterschrist des Reichspräsi-denten unter die Ernennungsurkunde des Reichs- bankpräsidenten zu einer unerläßlichen Bedingung machen. Nach dem geltenden Bantgesetz kann nach zweimaliger Ab- lehnung durch den Reichspräsidenten die Neuwahl eines Reichsbank- Präsidenten in dritter Wahl durch den Generalrat auch ohne Unter- schrift des Reichspräsidenten zur rechtmäßigen Bestellung führen. Diese Bestimmung sollt« man beseitigen und dafür die Z u st i m- mung des Reichspräsidenten zur Bedingung machen s ü r die Ernennung» des Präsidenten und der Mit» glieder des Reichsbankdirektoriums. Ein Kommissar der Reichsreglenmg. Des weiteren sollt« man den Fortsall des ausländischen Roten» kommissars dazu benutzen, um an seine Stelle einen von der Reichsregierung best eilten Kommissar bei der Reichsbant zu setzen. Dieser Kommissar soll vor allen Dingen den Sitzungen des Generalrats und des Direktoriums der Reichs- dank beiwohnen und dort die Lustassung der Reichsregierung über alle Derhandlungsgegenständ« zur Kenntnis bringen. Er soll anderer- seit» die Möglichkeit haben, der Reichsregierung über seine Tätig- Schwacher Arbeitsmarkt. Zunahme der llnterfiühten.- Rückgang der Arbeitsuchenden in Brandenburg. Die leicht rückläufig« Bewegung des Arbeitsmarktes im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brandenburg hat sich in der Woche zum 29. Juni fortgesetzt und eine weitere Erhöhung der Zahl der chaupt- Unterstützungsempfänger von 117 600 auf 119 600 zur Folge gehabt. Di« Hauptursache bildete die nachlassende Konjunktur einzelner Gewerbezweige und die regnerische Wetterlage, die die Arbeitsmöglichkeiten in den Außenberufen behinderte. Gut beschäftigt waren der Braunkohlenbergbau und die Brikettindustrie. Ebenso blieben die guten Arbeitsverhältnisse in der Ziegel- und Zementindustrie sowie in der Hohlglasfabrikation bis auf wenige Ausnahmen bestehen. Befriedigende Bermitt- lungsergebnisse wiesen in der Metallindustrie die für die Bauindustrie arbeitenden Zweige, ferner der Lotomotiv-. Werkzeug- Maschinen- und allgemeine Maschinenbau, die landwirlschaftliche Moschinenindustri« und der Waggonbau aus, dagegen waren die Optik, die Fahrrod-, Automobil, und Elektro- industrie, die Gießereibetriebe sowie die Radio- und Batterien- branche unbefriedigend beschäftigt und neigten zu Entlassungen. Gut mit Arbeit versehen und noch teilweise aufnahmefähig blieb das Spinnstofsgewerb«, dagegen lag die Leinenindustrie darnieder. In der Berichtewoche fiel die Zahl der Arbeitsuchenden um 201 auf 233 532, d. h. um 0,09 Proz., gegenüber einer Zu- »ahme von 416 gleich 0,18 Proz. in der Vorwoche. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der verficherungs- mäßigen Arbeitslosenunterstützung betrug 119 667, in der Krisen- Unterstützung 27 371, zusammen 147 038 Personen. Von den Haupt- Unterstützungsempfängern in der Arbeitslosenversicherung entfielen auf Berlin 99 508. keit Bericht zu erstatten. Mit anderen Worten: dieser Reichskom- missar soll keine dem Reichsbankdirektorium irgendwie übergeordnete Instanz sein, sondern lediglich ein organisch«ingegliederter Ber- bindungsmann zwischen Reichsregierung und Reichsbankver- waltung, dessen Aufgab« es ist, noch Möglichkeit«Ine einheitliche wirtschaftspolitische Richtung zur Geltung zu bringen. Generalraksmltglieder auch au» der Arbeiterschaft. Des weiteren muß sich die Zusammensetzung des Generalrats der Reichsbant dadurch verändern, daß die sieben nichtdeutschen Mitglieder ausscheiden. Nach dem bestehenden Gesetz werden die sieben deutschen Mitglieder des Genevalrats, mit Ausnahme des Präsidenten, von den deutschen Anteilseignern gewählt. Das mag so bleiben, aber die Reichsbank als Instrument der Währungs- und Wirtschaftspolitik ist kein Institut, dessen Verwaltung nur ihre Anteilseigner angeht. An ihrer Derwaltung haben vielmehr alle Kreise des Wirts chastslebens entscheidendes Interesse. Deshalb scheint es uns angebracht, die jetzt durch das Aue- scheiden der Ausländer freiwerdenden sieben Eitze, im Generalrat durch Vertrauensleute der wesentlichsten Gruppen des deutschen Wirtschaftslebens zu besetzen. Reichsbankpolitik ist weder eine Epe- zialfrage der privaten Banken und Bankiers, die schon bisher de- sonders stark im Generalrat vertreten sind, noch eine Spezialsrage des Unternehmertums, sondern«in wichtiger Faktor für die gesamte Wirtschaft. Deshalb müssen auch alle Kreise der Wirtschaft, d. h. also selbstverständlich auch die groß« Masse der Arbeiter und Angestellten, im Generalrat vertreten sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wäre vielleicht der zweckmäßigste Weg für die Besetzung der sieben freiwerdenden Generalratssitze, den Abteilungen des Reichswirtschastsrats ei» Bor- schla gs recht einzuräumen, in der Weis«, daß drei Bertreter von der Abteilung I(Unternehmer), drei Vertreter von der Abteilung II (Arbeitnehmer) und ein Vertreter von der Abteilung III(Ber- braucher) zu benennen wären. Aus Grund dieser Vorschläge könnte auch hier ein Bestätigungsrecht des Reichspräsidenten eingeschaltet werden. Wenn man auf dies« Weise besser, als es bisher der Fall ist, die allgemeinen Jnteresien der deutschen Wirtschaft im Generalrat vertreten sähe, so könnte man erwägen, um eine Ueberorganisation zu oermeiden, den in seiner praktischen Wirkung ziemlich bedeutungs- losen Zenrralausschuß bei der Reichsbant oerschwinden zu lassen. Reform der Gewinnverteilung. Schließlich wäre eine sehr wichtig« Aenderung In bezug auf die Gewinnverteilung zu fordern. Di« Bestimmungen des Bank- gesetzes von 1924 haben dazu geführt, daß die Reichsbank in über- mäßigem Umfang« Reserven angesammelt hat, während das Reich in seinem Gewinnanteil gegenüber den Verhältnissen der Vorkriegs- zeit ganz unbillig beeinträchtigt worden ist. Der Gewinnanteil des Reiches betrug einschließbch der Notensteuer in den Jahren 1911 bi» 1913 1.7,6 Millionen�Mark, 26,4 Million«« Mark und 34,7 Mil- lionen Mark, hingegen in den Jahren 1926 bis 1928 nur 4,2 Millionen Mark, 5,5 Millionen Mark und 5,2 Millionen Mark. Wah» rend hier eine außerordentlich« Verkürzung«ingetreten sst, haben sich die Gewinnanteile der Anteilseigner ganz anders entwickelt. Sie betrugen: Gewinnanteil Dividende in Mill Mark in Proz 1911........... 10,5 5,9 1912........... 1?,5 7 1913........... 15.2 8,4 1926...........12,3 10 • 1927........... 14,7 12 1928........... 14,7 12 Es ist dabei zu beachten, daß da» Kapital der Reichsbank in den letzten«Vorkriegejahren 180 Millionen Mark betrug und seit 1924 122,8 Millionen Mark. Man würde die Anteilseigner keines- wegs unbillig schädigen, wenn man bei der Gewinnverteilung im wesentlichen zum Vorkriegszustand zurückkehren würde, wobei man den Anteilseignern eine Verdoppelung der Mindestdividend« als Entschädigung für die Zusammenlegung der Reichsbantanteile zu- bllligen könnte. Der wesentliche Effekt einer solchen Revision des Bantgesetzes wäre da» Vermeiden übermäßiger Gewinnanfamm- lungen bei der Reichsbant und die Wiederherstellungeines einigermaßen angemessenen Anteils de« Reiches an den Erträgnissen, die doch in erster Linie auf dem Privileg der Notenausgabe der Bant beruhen. Was hier vorgeschlagen wird als innere Folgerungen der äußeren Befreiung der Reichsbant, sind keine grundstürzenden Aen- derungen des Bantsysteme, die wir gegenwärtig ablehnen würden, wohl aber einige wichtige Reformen, die erstens geeignet sind, die Stellung des Reichs in der Bantpolitit angemessen zu stärken, ohne irgendeine Möglichkeit für fistolischen Mißbrauch zu bieten, und die zweitens durch die veränderte Zusammensetzung des Generalrats, im besonderen durch die Aufnahme von Vertretern der großen Wirt- schaftsinteressen der Arbeitnehmerschast, die bisher unberücksichtigt blieben, dxr gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Jentralnotenbant Rechnung tragen würden. <&}HMßcmoßL ■"■•» vx*\vxwvv wv.vvvwv-.v»*.V« Auch: «SVWMfMA> vnx.x,v\ vx.'.�WWVVVv'VVxVN.X . v\v\x>\ xVWOv V..\\VVCX. WVVVV- xd�\ 0CS.V\x�dN X»>\V PRIVAT'' X. XXXXXVVXXVXXVXX XX XXX XXXX.V XXXXXXXXVX XXXX XXXXXX XXXXXXXXXXXXX�XXXXXXXXXXx xxxxxxx...xWXXXXX.V V\XXXVXXXV»XXXXX>ÄXXVXXXVXX.XX\V«XNVxXX XXXX.X. edel-cigarette aus MACEDQN/SCHEN TABAKEN * ph'Anomen* 6* �v��V����\\VXXX���X�x.\\v�\XX\X\������x�xvx.���\\\x�\v\�>�Vx��\V�Ä�S�X���\X���VVxVv���«».\X�VX���.VXX��XX�X����\\�XVx,�Ä�NXX�\NX�V•AXX�.X��.\\VA\Vx�3Ä�i\XXX\XXVxX\\\�A\XX�X>��\XXX\XVX�NXXV\XVx.XXVX\XXXV�NX�\XXXX�XX,xXXXXX>��X\X�X>�X�.S\�XXXXXÄ��\\XXXvXXXxXX�\Xxxx»Äx*\xxxx\XNXX%.X\Xx.xx\XXXX\\\xv\V\X\XN>X»N\x>Ji>Vxv�N�XX,x\�\.Xxxx>.»d.xwr�*�.x x�x ■-�-xxv--:-..... M■......■ Ruhr baut Kölner Gaswerl. Stadtverwaltung empfiehlt den Vertrag mit Ruhrgas A-G. und ThysseN'GeseUschast. Die in eingeweihten Kreisen schon lange erwartet«, nur aus politischen Gründen verzögerte Uebergabe der Denkschrift der Kölner Stadtverwaltung über die Neuregelung der Kölner Gaswirtschaft an das Stadtparlainent ist jetzt erfolgt. In dieser Denkschrift empsiehlt die Stadtverwaltung, das ZZertragsangebot der Ruhrgas-A.-G. in Essen und der Thyssenschen Gas- und Wasserwerke auf Errichtung einer Kokerei im Kölner Jndustriegelände bei Niehl anzunehmen. Nach diesem Angebot sollen die beiden Ruhrgesellschaften und die Stadt Köln gemeinsam die„Kölner G a s g« s« l l s ch a f t in. b. ch." gründen, die mit einem Kapital von einer Million Mark ausgestattet werden soll. Die Gesellschaft soll eine Kokerei errichten mit einer sofortigen Leistungsfähigkeit von 6t> Mil- lionen, einer späteren Ausbaumöglichkcit von 200 Millionen Kubikmeter, aus der der Bedarf der Stadt Köln befriedigt werden soll. An de? Gesellschaft ist die Stadt Köln mit 49 Proz., der Ruhr- partncr— wegen der Einbringung der' Selbstverbraucherrechtc— mit 51 Proz.' beteiligt. Aufsichtsrat und Berwaltung der Gefellschaft werden paritätisch besetzt: den Vorsitz im Aufsichtsrat führt der Kölner Oberbürgermeister. Der Vertrag läuft zunächst auf zehn Jahre, zwei Jahre vor Ablauf des Vertrages kann er gekündigt werden, wenn die Stadt Köln die Absicht hat, die 51 Proz. Anteile des Ruhrpartners zu erwerben und die Kokerei zum Taxwert zu übernehmen. Andernfalls läuft der Vertrag jeweils auf zehn Jahre weiter. Die die Kokerei errichtenden Ruhrgesellschasten übernehmen gegenüber der Stadt Köln eine Preisgarantie für das zu liefernde Gas: bis 100 Millionen Kubikmeter gilt ein Preis von 2,9, über 100 Millionen Kubikmeter ein Preis von 2,8 Pf. je Kubikmeter. Die zu errichtende Gesellschaft ist reine Produktions- und Liefergesellschaft: die Gebietshoheit der Stadt Köln sowohl für den chaus- als auch für den In- dustricoerbrauch bleibt unberührt. Für den Ruhrpartner hat die Kokerei zunächst die Bedeutung eines Stützpunktes für seine rheinischen Ferngaspläne. Die Kölner Kokerei, soll durch eine Fernleitung sowohl mit dem Ruhr, als mit dem Aachener Gebiet verbunden werden. Für die Stadt Köln sowohl als auch für die Fernversorgung weiter rheinischer Gebiet« ergibt sich gaswirtschaftlich eine gemischtwirtschaftliche Unternehmung, bei der noch zu klären sein wird, inwieweit die Stadt Köln auch auf die Gasabgaben der neuen Kokerei außer- halb des Kölner Stadtgebiets Einfluß haben wird. Kohlen- politisch ist von besonderer Bedeutung, daß die von dem neuen Kölner Werk erzeugten Gaskoksmengen im Kölner> Stadtgebiet 'abgefetzt und von dem Gaskokssyndikat der Wirtschaftlichen Vereinigung deutscher Gaswerke bewirtschaftet werden sollen. Für den Eingeweihten kommt die Empfehlung der Kölner Stadt- Verwaltung alles weniger als überraschend. Spätestens seit Beginn dieses Jahres stand im Prinzip der Vertragsabschluß mit den beide» Ruhrgesellschasten fest. Nur der Zeitpunkt der Empfehlung war unbestimmt und hing von Zweckmäßigkeits- crwägungen der Kölner Stadtpolitik ab. Die Oeffentlichkeit irrt sich deshalb, wenn eine Niederlage der mit dem Ruhrangebot konkur- rierenden Frankfurter Gasgesellschaft angenommen würde. �Das Frankfurter Angebot konnte aus denselben Gründen nicht in Frage kommen, aus denen die Stadtverwaltung Kölns fetzt das Ruhrangebot empfiehlt. Die Kölner Gaswerke waren ver- altet und reichten für den Gasbedarf nicht mehr aus. Der Neubau kostete Geld, die Finanzierung konnte weder von der hochverschuldeten Stadt Köln noch von der Frankfurter Gasgesellschast bewerkstelligt werden. So kam es auch, daß das Kölner Projekt in der ganzen Fcrngasdebatte schon seit fast dreiviertel Jahren keine Rolle mehr gespielt hat. Es ist also vollkommen müßig, die Empfehlung der Kölner Stadtverwaltung als einen Sieg der Ruhrgas A.-G. zu be- zeichnen. Auf der anderen Seite hat sich für die Stadt Köln eine Trans- aktion in hohem Maße bezahlt gemacht, die seinerzeit von den Ruhr- zechen wütend bekänipft worden ist. Wir meinen den gemeinsamen Ankauf der noch unausgeschlossenen Rossenray-Kohlen- selber im linksrheinischen Kohlengebiet durch die Städte Frank- furt und Köln. Die Stadt Köln hat erklärt— und sie tut auch gut daran—, daß sie ihre Beteiligung an diesem Kauf, der eine seh? wichtige Zukunftsgarantie, auch für den Ruhrvertrag darstellt, nicht aufzugeben gedenke. Jedenfalls hat der Ankauf der Kohlenfelder allein jene Vorteile möglich gemacht, die der vom Kölner Stadt- Parlament mit den Ruhrgesellschasten abzuschließende Bertrag in sich birgt. Kein Zweifel natürlich, daß ein Vertragsabschluß der Stadt Köln mit den Ruhrgesellschaften diesen im Ferngaskampf, besonders in den Augen der Fernstehenden, einen Positionserfolg sichern würde. Kein Zweifel auf der anderen Seite, daß die Ruhrzechen selbst gerade durch den Vertrag mit Köln das Gruppenvcrsorgungs- Prinzip anerkannt haben und daß auf der anderen Seite durch den Vorbehalt des kommunalen Kotsverkaufes auch den Ge- fahren des Koksmonopols für dos Kölner Gebiet vorgebeugt worden ist. Kein Zweifel endlich auch über die Bedeutsamkeit des Zuge- ständniffcs der Ruhrgesellschaften, daß auch die Jndustriewerke im Gebiet der Stadt Köln von dieser und nicht von den Ruhrgosell- schosten beliefert werden. Stimmt man dem von uns immer gut- geheißenen Gedanken zu, das Kölner Gebiet unter dem Gesichtspunkt der Gruppenoerforgung dem Interessengebiet der Ruhr zuzurechnen, so bedeutet die Stellungnahme der Stadtverwaltung in Köln kein Ereignis, das der weiteren Durchführung der gebietlichen Gruppen- fernversorgung unter kommunaler Führung Abbruch tun kann. Völkerbund und Zementzölle. Vom Wirtschaftsaussdzuß des Völkerbundes sollen im Oktober Sachverständig« zusammengerufen werden, die Gutachten über die Möglichkeit einer. K o l l e k t i v- aktion zur Herabsetzung der Zementzölle abgeben sollen. CremeLeodor iimimniMwii i Vier wichtige Verwendungsmöglichkeiten: Bs! Sonnenbrand ist Crem- Leodor ein wundervoll kühlendes Mittel gegen schmerzhaftes Brennen der Haut. Bs! Insektenstichen verhindert Creme Leodor, dick ausgestrichen, schmerzhaftes Anschwellen und Juckreiz. ÄlS Pndenmterlage leistet Creme Leodor mit ihrem dezente» Blütengeruch vorzügliche Dienste. Bei FOten Händen und unschöner Hautfarbe verleiht die schneeig. weihe Crem« Leodor den Händen und dem Gesicht jenen matten Teint, wie er der vornehmen Dame erwünscht ist. Tube eo Pf- und 1.— sa, die dazugchörige Leodoo Seife»0 Pf. Sa all« Chlorsdom-Lalaufsltellda zu hod«». Der«roßhaadelalodex I« Monat Zmä ist twgrfani von 185,5 auf 135,1 gesunken. Bei den Agrarstoffen erfolgt« für den Durchschnitt de, Monat» Juni noch ei« Rückgang von 125,8 auf 124,7 Proz., bei den Kolonialwaren von 125 auf 123,5 Proz.. bei den industriellen Rohstoffen und Halbwaren ergab sich eine leicht« Steigerung von 131,3 auf 1315 Proz. Der Index der industriellen Fertigwaren blieb mit 157,5 Proz. unverändert.— In der Woche zum 3. Juli, also der letzten Berichtswoche für Juni, ergaben sich im Großhandelsindex beachtliche Veränderungen. Wöh- rend Rohstoffe und Fertigwaren im wesentliäien unverändert blieben, hat sich der Index der Agrarstoffe im Zusammenhang mit der allgemeinen Steigeung der Getreide-, Vieh-, Fleisch- und Futtermittelpreise von 126,7 aus 131,6 Proz. erhöht! Kolonialwaren sind von 123,9 auf 125,8 Proz. gestiegen. Wenn sich auch im Lause der letzten Woche, insbesondere auf dem Getreidemarkt, schon wieder Preissenkungen durchgesetzt haben, so dürfte doch der Großhandelsindex für den Monat Juli durch die Veränderungen auf den Lebensmittelmärkten, die wieder mit der psychologischen Wirkung der neuen Agrarzölle zusammen- hängen, nach oben geführt werden. Rheinische Braunkohlen weiler auswärt«. Aus dem Bericht des Rheinischen Braunkohlensyndikats für das Jahr 1928 ergibt sich eine weitere beträchtliche Steigerung des rheinischen Braunkohlengeschasts. Die Förderung stieg um 9,18 gegen 10,13 Prozent im Vorjahr auf 49,29 Millionen Tonnen. Di« Herstellung von Briketts vermehrte sich um 8,41 gegen 8,79 Proz. im Vorjahr auf 11,45 Millionen Tonnen. Der Verkauf an Rohbraunkohle an Kraftwerke stieg um 11,4 gegen 12,03 Proz. im Vorjahr auf 11,97 Millionen Tonnen. Der Absatz von Hausbrandbriketts war erheblich stärker als die Steigerung des Gefamtabfatzes. Bemerkenswert ist der Rückgang des Brikettsocrkaufs an die Industrie um 5,77 Prozent gegenüber dem Borjahr, den man auf die Verschlechterung der industriellen Beschäftigung zurückführt. SsKrsttir« Für die Betriebsagitation im Bezirk Berlin werden 5 Sekretäre etn�ci teilt. Geeignete Bewerber, die dem Berliner Bezirksverbapd angehören, werden gebeten, bu com IS. Juli ihre Bewerbung an den Genossen Franz Künstler, Berlin SW68, Lindenstr. 3, einzusenden. Der Bezirlavorttand. Stüfenbiragen für diese Subtil flu» Berti» SB SS, Lindenslrah« 3, par.>ilung am td. Juli. 19V4 Übt, im Kockeschen Hof, Rosentdalcr Str.<0—41. 2. strei» Tierparten� Die Bbteilunaen mcrdcn ersucht, zu der am Ritt. mach, IN. Juli, ftattfindrndcn Lr-ismitgliederversammluna einzuladen. 4. itrei» Prenzlauer Brra. Die Nundaebuna der Sozialistischen Arbeiter. juqend auf dem Hrlmboliiplaii am Mittwoch. 10. Juli, fällt au». 5. 5tr»i»?ticdrich«dain. Montau, 8. Juli. IS'/j Ulir. im Lokal, Cadincr» strabe 10, Krcisvorftandssituing mit allen AbteilullSSlritern. W 7. strei» lldarloUrnbnra. Dienstaa. ,. Juli. lH, Uhr, Ritalieder. =1 Versammlung i» Bhlert, ffrstfüleu. Berliner Str. 88, Stfe Brauboss. W strastc. Tapesordnunq:.Da» Konfordat". Sesereut: Ernst Heilmona. " R. d. L. ttorresereut! sHor Sievcr». Geschäft» fiihrrr de» Zretdenle». i-'i 11. ffrei» Sichönebera-Friedeito». Die sserieulvlvnl« de« vchäneberaer grauen- und Rädchen-Bildunasorrein» beginnt am Rnutaa. 8. Zuii. Die Schöne. berffer»Inder treffen sich 8'- Uhr vor de« Strafteubabnbos Beiziae» Straste. Die griedenatstr»inder treffen sich am Lanterplas,. Satban» Friedenau, um 8% Uhr. Abfahrt pünktlich 9 Uhr Belziger Straße. Eh- löffel ist mitzubrinaen. 1«.»rei,»öpenick. Achtun«, Abteiluna-leiter! Plakate Für da, Volksfest find Eonntaavormiita« vom Genossen Willam,»öpenick. Alte Dahlwitzer Strafte 73, abzuholen. »reiasest de» 14.»reis«» Neukölln iu Treptow. Heute Savvtaa. W 7. Juli, findet im Alten Eicrhäuvcheu da»»r«i»sek de,»reise» Neu. m f'iZ löllv statt,»ovzert de» Deutschen Musiterverbaude, Neulöllu, vorträa« ty de» Neuköllner Tän««rchore», gackelreipen der Ureieu Schwimmer m Groft.Berlin», Beziri Neukölln,»okperlc. Theater. Fackelzug, Spiel« � W usw. Anfau« 1« Uhr. Eintritt 5« Pf. für«rwachfeue, für«Uder 10 Pf. Zede«»ind erhält eine Stocklatern«. M 17t»rei» Lichtender». Montaa. 8. Juli, 10 Uhr. im Arteitsomt Schreiber. Hauer Strafte, guiiktionärlonferruz. l«.»rei»»eiftense». Monta», 8. Juli. 19 Uhr. bei Gallas. Lehderstrafte, Äreisrorstandssttzun». heule. Sonnlag. 7. Juli. 11. Abt. Die Bezirkskiibrer haben dir Gintrittskarten für da» Sammerfest am Ronta» und Diensta« vom Genossen Tschirur abzuholen. Morgen, Montag, 8. Juli, 5unktionärsihungcn in den nachstehend angegebenen Lokalen. 4. Abt. 19�2 lidr bei Branbis. Stralauer Str. 19. Am Mittwock, 19. Juli, füllt die Mikaliederverfammluna aus. DofUr beteiliaen sich alle Gr- nassen an d«r Äreismitalieberversammluna. 5. Abt. 194 Uhr bei Lehmann. Bartelstr. 7. Die BeZir7»führer laden nur Sr�ssmltgliedervcrsammlunfl am 10. Juli ein. 7. Ab4. 1914 Uhr bei?ävn>alde. Schleqelstr. 8. 10. Abt. 20 Uhr bei Sandow. Flensburger Str. Z. Arn Mittvoch, 10. Juli, beteiliaen sich alle(Genossen an der Kreismitaliederversammlunq. 13. Abt. 19H Uhr bri<5alle. Swinemünder Str. 102. Acht»»«! Di« �ahl' abende am 10. Juli fallen ans. Alle Genossinnen und Genossen beteiliaen sich dafür an der Areismitaliederversammlung cnn Dienstaa. 9. Juli, in den Pharuesölen. Müllerstr. 142. 16. Abt. 19'�. Uhr bei Kin�e/ Usedomstr. 22. Dienstaa, 9. Juli, b«t«il»aen sich alle Mitalieder an der flreismitaliederversammlunfl. 17. Abt. iftU Uhr bei Dose. Rardhasen 6. 18. Abt. 19�2 Uhr bei Sorga st. Uferstr. 12. Di« Zablabende am 10. Juli lallen ans. Dafür am Dienstaa, 9. Juli. Kreismitalie�erverfammlunq. 19. Abt. 1912 Ubr bei Schrepel, Grünthaler Str. 1.�. Die.�ahlabende am Mittwoch fallen wegen der Kreismitgliederversammluna am Dienstag, 9. Juli. ans. 20. Abt. 20 Uhr �unktionärsi�nna bei Pose. Aolaniestr. 13. 22. Abt. I9'4 Ubr bei Senkel, Utrechter Str. 10. Kontrolle. 23. Abt. lOH Uhr bei Gruncwaldt. Kameruner Str. 19..�ahlabenbe fallen aus. 39. Abt. �unktionLrsihuna am Montaa. fällt aus. Ebenso die MitqNeder» versammlunq am 10. Juli. Dafür Besuch der Kreismitqliedernersammluna am 10. 5tuli bei Rabe, �ichteftr. 29...Unser Weg" und..Mitteilunps. blätter" können vom Genossen Schwahn. Ritterstr. 20, abgeholt werden. 40. Abt. 20 Uhr bei lleufner. vaaelberger Str. 20a. 41. Abt. 20 Uhr �nnktionärsihuna mit der Abteilungsreituna bei Lipfert. Mariendorfer Str. 8. Die?ahlabend« am 10. Juli fallen aus. Dafür Besuch der Kreismitaliederversammluna bei Rabe, �ichtestr. A. 42. Abt. 19V; Uhr bei Wiersdorfs, Urbanstr. 5. 48. Abt. 19?� Uhr bei 5lrcpp. Planufer 78 75. 44. Abt. 19'4 Uhr bei Ewald. Skaliher Str. 125. Abteilunasversammlunq am Mittwoch fällt aus. Dafür Besuch der Kreismitaliederversammluna bei Rabe, �ichtcssr. 29. 46. Abt. 19;; Uhr bei Eichbol*. Cuvrnstr. 23. 47. Abt. 20 Ubr bei Tesche. Wranael» Elke Bütklerstrasie. 48. Abt. Die �nnktionärsibuna am Montaa källt aus. Die Funktionäre laben �u? Kreismitgliederversammluna am 10. Juli ein., 82. Abt. Gtealib. �unktionarsi�una, ovhlabend und Mitgliederversammlung fallen im Monat Juli aus. 88. Abt. Maricndorf. 20 Ubr b«i Niendorf. Ehousseestr. 19, ffunktionär- sibung. «eukölln. 90.Abt. 19� Uhr bei Schabeiko. Weichfelssr. 5, �unkttonärver- sammlunq.— 92. Abt. PünMich 20 Uhr bei Wolff, Aaiser.�ri«drich. Strasie 173, Dknktionärversammlung. Die- Zahlabende am Mittwoch fallen aus Dafür Besuch der Are» smitaliederversamm hing am 10. Juli im Lokal Berafchloßböhe- 94. Abt. 19� Uhr bei Schröder. Steinmet;. strafte 52.- 95. Abt. 20 Uhr bei Keusch. ASaerstr. 10, c?unktionärsikung mit den Ve!»irksfüHr«rn und allen in der Dohlsabrtspflege tatigen Ga- norsinnen und Genossen. Material in Emokana nehmen. 98. Abt. BrifteBuckaw. 19�? Ubr bei Becker. ElKZiisseestr*, � �ahlabtBde am 10. Juli fallen aus. Dafür wichtige Sreismirgliederversammlung cm Juli. 10, Dienstag, S. Juli. L tfi. 30 Uhr jsurcktivnärversaimuluns Bei Rickert. Steiirwetzstr.(8*. 27. Zit l»ü Uhr bei Reetz. Douneuburuer Str. 1, tzahladeud« am Iß. Aull ftillei» am, bafta StztimUaStietottfammima. Bartestz! M.«£ au'ttobMs; 2» Uhr iv der Schvlauhr«Mtttmta gtmäRlaaa Sahlabeni. Fprtsetzuna her letzten Mitglt edaw-rsainMuua. SbMip« 1«S.«St vblrs«m!�8�Die� MtßN �trvers Milkwoch. 10. Znli. Zu de» uachstehevd»ugegebeueu«dteilunaen su>«»«* Itow*. be» 1«. Zuli die Ritpli-derversamviluvueu uvd zohlate� de aas. Dasttr beteil'«« ssch all«»euosssvneu und Genossen au der Bersawmlaaa ihre«»reis»: 12. Abt. 14. Abt. Di« stuvttiouärversammlun« sällt auch au». 28. Abt. Die»uubtzebuu» der SAZ. am Mitw,«. Juli, iöllt-u». S-ute, Sovuta«. 7. Zuli,»m>. austaltet die SAZ., Gruppe Wörthcr Platz,-iu- Glk-ruwauderun� Trefft. »unkt 7 llhr Stcttiuer Borortdahuhof. Zahlabeude erst Msttmoch, 24. Zuli. zz. Abt. 34. Abi. 4t. Abt. 43. Abt. 181. Abt. Treptow. 122. Abt.«>e»dvri. 124. Abt. Mahlcdorf. 13«. Abt. Reiuickcndors.vft. Arauenveranslallungeu. 2.»rei» Tierqarteu. Dienstaa.!>. Juli. Damvscrfahrt nach RstderiiarMkalZ. bera«. Restaurant„Glltfk auf". AbfaHrt viinttlich 8 Uhr BärenbrSckL. »irchstr. I-l Der Dampfer letzt Grövenlifer noch einmal an.»arten ssnii zum Preise von l M. lstinder b:r Sälfte) bei den Abteiwngs. leiterinnrn und der Krcisleitcrin zu hadea..,.... � 4.»reis Prenzlauer Deetz. Montaq, 8. Zuli. A> Uhr, bei»lutz, Dantzltzi» Strafte 71, michtitzc ssiinttionärinnendefprechivitz. 1«.«rei»»öpevick. Dienstaa.». Zuli. Dampferfahrt nach»alkbertze-Rühers, dorf. Abiahrt 9 Uhr Luifenhoin.»arten sind noch ba den Abteiluna», leiteriuncn nnd der»reisleilerin zu haben.... 2. uvd- 3. Abt. Sonnabend. 13. Zuli. 14 Ubr, treffen sich die Genossinnen im Eihloft Treptow. Alt.Trevtow Nr. 8. zum«afseekochen. Abend» tzemiUIiches Zusammensein. Genossen Iclvnen nachkommen. 23. Abt. Donncrstaa, ll. Zuli Beteilitzuntz am Saffeeiocheu der Konsum. Genossenschoff in Teqcl ad In Uhr.»leitzer Seepamllon. Gabrielstr. 10. »uchenkorien ssnd in den Abtztzhestcllen zu haben.... � � 74. Abt. Donncrstaa. ll. Zuli. Ausfluq nach der Pfaneninfel. Treffpunlt lt Uhr am neun Rathaus. Rachziitzler tresfen ssch.in Nirol»oe. IVZ. Abt. Baumschulcnmetz. Montaq, 8. Zuli. 151? Uhr,»afteedochen int Alten Eierhäuschen des Scnosse» Biehler. Treffpunkt 15 Ubr am Bahnhof._ IM. Abt. Johannisthal. Monlaa Dampferfahrt zum Stl°nitzsee.»olkfee. Treff» Punkt 8,20 Uhr Bahnhof Zohonnisthal zur ssahrt nach Griwau. Gefell- schattsdaus. Bon dort Abfahrt SU5 Uhr na» Stienitzsce. Retze Beteib. ouna sehr ermilnfcht... � � ,24-. Abt. Rahl.dorf.Sild. Mittwoch. 10. Juli, treffen sich all«� Genosssunen mit ihren Gästen vilnktlich 8»i Uhr an der Haltestelle Winklerstrafte»um oemeinsamen Ausflua nach Schmöckwitz. Nochzsttzler werden am Nach» mritaa im Restaurant„Palme" in Schmöckwitz erwarte t.� � 125. Abt. Weiftenfe«. Dienstaa. 9. Zuli, ab 15 llhr Kafleekochen«m Resta»» ront Pferdemorkt. Schönstrofte. �......- 13fa. Abt.«»et« Scholl«. Dienstaa. S. Zuli. AusfluS«t» Lehnitzke«. Trefft, Punkt 8'r Uhr Hermsdorfer Ecke Agidistrafte. Zuagsozlalisten. Gruppe ssharlottenbueq. Monta«. 8. Zuli. 20 Uhr. im.Swsentchei» R»> stnenstr. 4. Diskussionsabend:„Maqdcburger Parteitass'.«Rercheitrene» �"«r�ppe Bohusdor'. Dienstaa. 0. Znli. Id'i Uhr. im Zussendhei««achieh. strafte 1, Bortrag: �Bon Barfailles bis Paris�. Referent: Hans Walomanu« Zlrbeiksgemeinschafl der kinderfreunde. Hrvpye August Treffpunkt all« CM Zllontaq. 8. Juli. 6% Uhr, im Kleinen Tiergarten. Pünktlrch fem. Vorträge, Vereine und Versammlungen. g\% Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold�. Gefckiäftsstelle: Berlin S. 14. Sebastianstr. S7M, Hsk Z Le. Moowg. 8. Znli. Mitte. Iunqbanner. 20 Uhr Iugendb«« strafte. Vortrag de? stameraden Thiem:...'oar�wan�ming�. Nren». berq. Tugend l. 20 Uhr Keimabend im Jugendheim Yorckstr. IL.Simmet 5. Dienstag. 9. Juli. Ruderricge. 19 Uhr Uebuna-abend. Beginn eines neuen An. fünaerkursus im Bootshaus Köpenick. Marineabteilung. 20 Uhr Rudern. Boots. baiks Teacl. Uferstr 1.— Sck»öucberg�Fricdenau. �on�tag. 14. Juli, nnd« unsere l. Aulotahrt stall. Mcidunqen bis fpäleft-ns Mittwoch. 10. Iull. ber den Funktionären erdeten.— Wasseriportabteilura Teael. Sonntaa. 7. Sultz. 9 Uhr Zodrt noch Heiliaenfee. Nachzilaler treffen sich ur �p�ndeva«.-- Köpenick lOrtsverein). Dienstaa, 9. Zuli. Uhr. enaer« Barstandssstzim» bei Braun. Zlcmminastr. 11. Kameradschaft. 20 Uhr. Grweitrrtr Borstand» sitzung bei Braun._ •*''' «er«.»» Berti« tSr Gruh�tskurztS�st«. B. U«him«w Moni«. Dienstaa. Mittwoch und Zreitoq. von llhr. ,m szr,edr,ch.WI!heIm. Gvmnasinm,»ochstr. ,3. Berewsheim- Wishelmsdof'. An�ltstr. 12. Sitzuna findet daselbst jeden Mittwoch stait. Rohere Ai'slunft«rtetlt dl« SeschSst» stelle Derlin-Halensee, Bornimer Str. 8. Uhland 5293. lonelello» s.nelisli vedatini: C'ud. Mittwoch,» Ustir. Zahnärrtehanm Cuttmannsaal, Bfliowstr. 104. Prot. Wcndlandt;„the Trinirph of Science 0>er Time and Space"._ Sport. Rennen;u Strausberg am Sonnabend, dem 6. Zull. I.Rennen. 1. Doktor Mabuse sEperjeßhs gwg allem über die Bahn. S. R« n n e n. 1. Burgwart fSpcrjessy), 2. Allegorie, it. Armbrufter. Toto: 21:10. Platz: 15, 70, 15:10. Ferner liefen: Seesturm, Kind der Liebe gel. Roscnmontag. Harraid.»„ m. 8. Renne n. 1. Irrgarten(Franzke,. 2. La Paloma, 3. Shmu Total 25-10. Platz: 18, 19:10. Ferner liefen. Prima. Lyra. Astenberg aqh. 4. Renne n. l. Slmadeus(Torkc). 2. Kanzler. 3. Grasenltebc. Tot« 24: 10. Platz: 15. 20: 10. Ferner liefen: Milbridalez, Kurzichluß. 5. Rennen. 1.«Saldener Frieden sSalü Heuer). 2. Opp-nent. 3. Falter. Tola: 20:t0. Platz: ll. 11:10. Ferner 1�: Staffel»«». «.Rennen. 1. Palladia fHuguenin), 2. Latma. 3. Marlltta. Toto: 34:10 Platz: 19. 33, 25:10. Ferner liefen: Irmmgard, Tarabach, Botz, Condja. Perlaudabilied, Rofssni, Die Saar, Lilienfee, siriuS, Aladm. ?! R e n n c n. 1. Goldalma lWinkler), 2. Alst-rblümchen. 3. Taugorlcht». Talo: 60:10. Platz: 15. 14, 13:10. Ferner liefen: Blaugelb, Sophrft, Can amore jun., Mirim. K&üastdRatazL vofta. &QßrTadivttätfäa»ii&'*£ich£eiaj'aclc. 1l*3ie*me/SnazKi tJer CjefvetrfcscßafiQQ, Nledorlaoen mit Reparoturworkstatte In Bardn; Or. frankfurter Str. SS Oranlanatr. 127. Nur noch zwei Wochen dauert die grosse, vlelgerOhmte Sommerschau GAS und WASSER am Kalserdamm/ Wollen Sie nicht dagewesen sein? Die(äratis- verteilung von Gas-Haushaltsgeräten durch Verlosung(S-15 Gewinne pro Tag) findal, wie an allan Tagen, auch heute ■tatt. 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Das Jahrbuch 1928, das d«r Vorstand des Deutschen Verkehrs- bundes herausgegeben hat, schildert im ersten Teil die pol i- tischen Ereignisse des verflossenen Jahres sowie dt« wir t- fchaftliche Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung des Organisationsgebietes Handel und Verkehr. Ein um- fangreicher Abschnitt, der kritisch zu den einschlägigen Fragen Stellung nimmt, ist der Sozialpolitik gewidmet. Der Text des Buches wird wirkungsvoll ergänzt durch die Beigabe einer An- zahl g r ophischer Darstellungen und eines reichen st a t i- stische« Tabellenmaterials. Ein ausführliches Sach- und Namensregister erleichtert das Nachschlagen, während eine Chronik des Jahres 1928 alle wichtigen Ereignisse registriert. Der zweit« Teil des Jahrbuches behandelt in umfassender Weise die Entwicklung und Tätigkeit der Organisation. Wir entnehmen daraus folgendes: Der Deutsch« Derkehrsdund Hot im verflossenen Jahr« 38 925 neue Alilglieder gewonnen. Damit stieg seine Mttgliederzahl am Ende des Jahres 1928 auf 39 9 3 69 Mitglieder. Die G e j o m t e i n n a h m« des Jahres im Betrage von 14 597 828 Mark legt von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Verdandes beredtes Zeugnis ab. Das Bar- vermögen der Organisation bezifferte sich am Jahresschluß auf 4 969 712 Mark. Rund 5'.4 Millionen Mark für llnlerstühungen wurden 1928 ausgezahst, davon ollein für Streik- und G-» maßregeltenuntcrstützung die respektable Summe von 2 429 525 Mark. Insgesamt wurden 18 67 Lohnbewegungen durch- geführt, von denen 45« Orte. 43 Tarifbezirke. 6 Stromgebiet« und das Gebiet der Nord- und Ostsee ersaßt wurden. Die Zahl der an den Lohnbewegungen beteiligtcn Personen bezifferte sich auf 539 l66. Neben vielen anderen Erfolgen, di« sich aus die Negelung� der?lr- deitszeit und der sonstigen Ärbeitsverhöltnissc beziehen, gelang es, durch'die Bewegungen eine r Lohnerhöhung von insgesamt 1 589 499 Mark pro Woche .für 498 999 Beteiligt« durchzusetzen Am Schlüsse des Jahres hatte der Deutsche Verkehrsbund 95 6 T o r i f v« r t r ä g e für 44 546 Betrieb« mit 535 694 Beschäftigten in Geltung. Auch auf den übrigen weitverzweigten Gebieten der Interessenvertretung seiner Mitglieder hat der Deutsche Verkchrsbund aktiv gewirkt und gute Arbeit geleistet. Der Gesamteindruck. den das Studium des Jahrbuches über die Entwicklung und Tätigkeit des Deutschen Nertehrsbundes vermittelt, ist der Aines stets wachsenden Erfolges und Fort� f ch r i t i s._ Gchritimacher der Neakiion. Die Ausschlachtung der KpV.-Hehe. Das wahre Wesen der kommunistischen Hetz« gegen die Bor- stondsmitgliedcr des Deutschen Textilarbeit«r-Verbandes läßt sich daraus erkennen, daß die deutschnationale Presse sich des koimnunistischen Materiols bemächtigt hat. Zlus der Tatsache, haß eii« Stenotypistin beim Textilarbeiter-Verband monatlich 215 Mark erhält, zieht di«„Ä reu z. Z« i t u n g" den Schluß, daß die Sozial- politik ihren Mann ernähre. Sie schreibt:„Zwei Seiten hat die Sozialpolitik, und zur perversen Schurkerei wird sie, wenn eine Gewerkschaftsbureaukratic mehr und mehr der Ansicht wird, daß Sozialpolitik in erster Linie dazu da ist, daß man mit ihr leicht und fett verdient." Das Niveau der kommunistischen Hetze entspricht durchaus der perversen Schurkerei der.Freuz-Zeitung" und der übrigen Schorsmacherpressc der Unternehmer gegen die Gewerkschaften und gegen die Sozialpolitik._ Die„Miiropa". Ihre Personal- und Preispolitik. Ein groß:r Test der Tegespresse brachte in den letzten Vagen eine Notiz der„Mitropa"(Mitteleuropäische Schlaf- und Speise- wogen-A.-G.s, worin angekündigt wurde, daß die Preise für lieber. nachtungen In den Schlafwagen ab 1. Juli erhöht werden, und zwar durch einen sogenannten Vedienungsgeldausschlag von 2 M. in der 1. Klasse, 1 M. in der 2. Klasse und 25 Pf. in der 3. Klasse. Begründet würde diese Preiserhöhung mit einem Hinweis auf die der Firma infolge Einführung dsr s e st e n Entlohnung für die Schlafwagenschaffner angeblich entstandenen„sehr erheblichen Mehrausgaben". Die durch die Bedienungsgeldaufschlage erfolgte Preiserhöhung der Bettkarten ist jedoch ijr keiner Weise gerechtfertigt- ?lllein durch die finanzielle Auswirkung der durch Schiedsspruch er- folgten Verlängerung der Arbeitszeit der Schaffner (Dienstbereitschast bzw. Pausen) wäre die„Mitropa" sehr wohl in der Lage gewesen, die infolge der Lohnerhöhung entstandene Belastung ohne Preiserhöhung zu tragen. Di« Schaffner erhielten bisher neben den Einkünften aus Trinkgeldern monatlich 120 M. Lohn. Ab 1. Juni erhalten sie noch Dienstjohren gestaffelt Löhne von 229 bis 279 M., was einer durch- schnittlichcn Lohnerhöhung von l29 M. gleichkommt. Bei 340 im Betriebe beschöftigten Schaffnern betrögt demnach die Mehrbelastung für die„Mitropa" 489999 M. pro Jahr. Die„Mitropa" aber holt durch ihre Bedienungsgeldzuschlöge nicht nur die höhere Lohnsumine.für die Schlafwagenschaffner her- ein, sondern sie erzielt darüber hinaus noch einen sehr erheb- lichen Gewinn. Das beweisen folgende Zahlen. Im Geschäfts- jähr 1928 hat di«„Mitropa" nach ihren Angaben insgesamt über 849 999 Schlaswagengöst'e gehabt. Ans die einzelnen Klassen entfallen: 59 Proz auf di- 2. Klasse-- 429 999: Zuschlag IM.--- 429 999 M. 25... 1..=210 000;-„ 2,— 420 900„ 25... 3.„=210 000;„ 25 Pf.-- 52 599. Die Preiserhöhung bringt demnach, die Zahl der Schlaf- wagengäste des Gefchästsjahrex 1928 zugrunde gelegt, insgesamt eine Einnahme von 892509 M. Nach Zahlung der- Lohnerhöhung für die Schaffner von 489 699 M verbleiben der„Mitropa" noch 492 599 M. Mehreinnahmen. Die in der Presse zum Ausdruck gebrachte Empörung des Publikums über die Preiserhöhung ist also durchaus be- recht igt. Die„Mitropa" hat es jedenfalls sehr gut verstanden, aus der Lohnerhöhung der Angestellten für sich ein p r o s i tn b l e s Geschäft zu machen. Die Plakatierung der Zuschläge in der er- folgten Form ist nicht nur, wie die„Bossische" vom 19. Juni u. a. bemerkte,„ungeschickt", sondern auch den Schaffnern gegenüber u n- gerecht. Die jetzigen Löhne der Schlafwagenschaffner können noch keineswegs als ausreichend bezeichnet werden, insbesondere wenn man die lange Arbeitszest van 12 Stunden töglich berück- sichtigt: ferner, daß hierbei nur Nachtdienst in Beracht kommt und daß die Schossner sich aus ihren meist langen Reisen s e l b st beköstigen, also einen doppelten Haushalt führen müssen. Wenn die Schlaswogenschaffner sich mit dem neuen Lohn zu- frieden gaben, so aus dem Grunde, weil die Direktion immer wie- der darauf hinwies, daß die Schaffner ia. da der Erlaß eines Trink geldverbots nicht beabsichtigt sei, noch Ernnoh- men aus Trinkgeldern haben würden. Wie die Schaffner von der„Mitropa" behandelt wurden, so sind auch die Köche behandelt wö.den. Diesen Angestellten, die in dem kleinen Raum, in dem sie sich kaum umdrehen können, einen harten und verantwortungsvollen Dienst leisten und oft für zwei bis drei arbeiten müssen, hat die Firma, weil ihr die letzte Lohnausbesse- rung von 7 M. pro Woche zu hoch war, die außertariflich seit Iahren gewährte Garantie für die Küchenprozente ent, Zogen. Diese Vorgänge zeigen recht deutlich, daß bei der„Mitropa" in den letzten Jahren dieselbe rücksichtslose Personal- und Preis- Politik betrieben wird wie bei der Reichsbahnverwaltung. Da 90 Proz. der ,Mitropa"-Aktien Im Besitz der Reichsbahnper, waltung sind, braucht man sich darüber nicht zu wundern. Was ober sagt der Reichsvertehrz minist er zu der ungerechtfertigten Preiserhöhung? Achtstundentag-Naiifikaiion. Wie die KpO.-Hehe ausgeschlachtet wird. Amsterdam, 6. Juli.(Eigenbericht,) Die Borstandssitzung des Internationalen Gewerk- fchoftsbundes am Freitag beschloß, die Lande s z e ntra l« n aufzufordern, von der jetzigen politischen Könstellatian Gebrauch, zu machen und aus die Ratifizierung des Washingtoner Acht- stundentag-Abkommens hinzuwirken. ' Nachdem die vom Internationalen Gewerkschaftsbund ein« berufenen Sachverständigen am Donnerstag das im Mai in Prag besprochene wirtschaftliche Pt uns: Bei der nfsentlichen Kritik der Reichsanistatt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslasenverjicheruog ist vielfach b«-> hauptet worden, daß die Unterstützung aus den Mittsln der Arbeitslosenversicherung sehr oft widerrechtlich in An- spruch genommen wird, und daß aus diese Welse die Reichsanstalt um sehr erheblich« Beträge geschädigt werden würde. Es wunden Zahlen in Umlauf gesetzt, die als sehr übertüiebcn und mit den wirtlich«ingetretenen Schädigungen in keinem Verhältnis stechend bezeichnet werden müssen. Die Arbeitsämter gehen natürlich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln gegen einen widerrecht. lichen Unterstützungsbezug vor. So hat auch das Arbeitsamt Verl in- Ost gegen«ine Reihe von Arbeitern, die unter Ver. schweigung von Gelcgenheitsoerdiensten oder«nt. lohnt«? Beschäftigung Arbeitslosenunterstützung bezogen haben. Strafanzeige erstattet, die io jedem Fall« zu einer V« r- u r t e i l u n g der in Frage kommeiOen Person geführt hat. Es wurden oerurteilt: Der Fensterputzer F. M. wegen ULtundensälschung, Betrug und Beleidigung am W. Juli 1f>2S zn vier Wochen Gefängnis. Der Mal«r A. K. wegen Betruges am 12. Januar 1923 zu «inem Monat Gefängnis mit drei Jahren Bewährungsfrist. Der Arbeit«? A. F. wegen Betruges am 27. April 1929 zu zwei Wochen Gefängnis mit drei Jahren Bewährungsfrist unter der Maßgabe der Wiedergutmachung des Schadens. Der Kutscher W. Sp. wegen Betruges am 1. Mai 1929 zu zwei Monaten Gefängnis mit drei Jahren Bewährungsfrist mit der Maß- gäbe der Wiedergutmachung des Schadens. Abgesehen von dem strafrechtlichen Berfahrei, wird sclbstver. ständlich die zwangsweise Wiedereinziehung der un- rechtmäßig bezogenen Unterstützung veranlaßt. Pharuslichtspiele und Musikerverband. Aus Anlaß feines Konflikts mit der Geschäftsleitung der Pharuslichtspiele läßt der Deutsche Musikerverband Handzettel verbreiten des Inhalts, die Phar uslicht- spiele seien für die Mitglieder des Deutschen Musikerverbandes gesperrt, soziale Errungenschaften und Löhne wolle die neue Geschäftsleitung abbauen, sie habe erklärt, sie denke gar nicht daran, organisiertes Personal zu beschäftigen. Als Gegenmaßnahm« verbreitet die G e s ch ä f t s l e i t u n g der Pharuslichtspiele Handzettel, die in der Größe und der Schristgattung den Zetteln des Deutschen Musikerverbandes ganz genau gleichen. Ja sogar die durch den Druck hervorgehobenen Textzeilen lauten ebenso und sind in derselben Schrist gesetzt, wie in den Zetteln des Musikerverbandes, aber der Text selbst ist«ine Empfehlung der Pharuslichtspiele. Er schließt:„Einen Borzugsprcis von SV Pfennig zahlen Sie bei Abgabe eines Flugblattes des Deutschen Akusiker-Verband i. Ortsverwaltung Berlin gez. A. Barto". Wer diesen Zettel der Geschäftsleitung nicht mit mehr Aufmerk- famkest liest, als man Drucksachen, die einem auf der Straße in die Hand gedrückt werden, zu lesen pflegt, der kann annehmen— und soll es auch wohl nach der Absteht der Geschäftsleitung—, daß der Deutsche Musikeroerband den Besuch der Pharuslichtspiele em-pfehle. Um eine solch« Irreführung des Publikums zu ver° hüten, hat der Deutsche Mustkerverband beim Arbeitsgericht beantragt, den Pharuslichtspielen die Verbreitung dieser Zettel zu untersagen. Bor Gericht behauptete nun der Geschäftsführer der Pharus- lichtfpiele, er habe die Beschäftigung organisierter Musiker nicht grundsätzlich abgelehnt, sandern er Hab« bei einer Verhandlung mit dem Ortsvarsitzenden des Musikerverbandes, B a r t a, erklärt, er denke nicht daran, nur arganisierte Musiker zu beschäftigen, wie es Barta verlangt habe. Drei Zeugen bestätigten diese Angabe de? Geschäftsführers, während Barta als Bertreter des klagenden Verbandes ganz be- stimmt versicherte, der Geschäftsführer habe die Beschäftigung organisierter Musiker Überhaupt abgelehnt. Das Gericht erkannt« auf Abweisung der Klage mit der Begründung, der Musikernerband habe durch die alz unwahr er- wiesen« Behauptung, die Geschäftsleitung denke nicht daran, organi- siertes Personal zu beschästigen, ein Kampfmittel angewandt, das der sittlichen Pflicht, den Kampf mit ehrlichen Mitteln zu führen, nicht entspreche. Deshalb könne man es der Gegenseite zugutehalten, wem, sie sich mit einer vom Standpunkt der guten Sitten ebenfalls nicht einwandfreien Gegenmaßnahme wehrte. Es liege hier der gleich« Fall vor, der im Strafprozeß bei gegenseitigen Beleidigungen Straffreiheit zulasse. Das Gericht nehme an, daß Barta in gutem Glauben gehandett Hab« und daß er die Acußerung des Geschäftsführers anders aufgefaßt habe als sie gc- meint war. Allgemeiner Melkerverband Deutschlands. Sine gewerksthastliche Umtaufe. Auf der Generalversammlung des Allgemeinen Schweizerbundes in Berlin waren 79 Delegiert« vertreten. Unter den Gästen waren Schmidt und Löhrke vom Deutfchen Landarbeiterverband und Knoll vom ADGB. Den Ge- schästsbericht gab der Verbandsoorsitzende Schwar. Der Schweizerbund arbeitet mit dem Deutschen Landarbeiterverband eng zusammen, da beide Verbände viele Fragen gemeinsam zu lösen haben, so den Kampf um das Berussausbildungsgesetz, die Beteiligung der landwirtschaftlichen Arbeiter an den Landwirtschafts- kammern, die Einbeziehung der Landarbeiter in das Arbeitsschutz- gesetz sowie die Beseitigung des Zwanges der Frauen- und Kinder- arbeit in der Landwirtschaft. Die Finanzen des Verbandes sind den Umständen entsprechend nicht ungünstig. Trotzdem mußte Schwar darüber klagen, daß viele Perbandskollegen in der Beitrags- leistung nachlässig sind. lieber das Schul- und Prüfungswcsen der Schweizer sprach der 2. Vorsitzende, Hengst. Der Bund hat mehrere Lehr- silme in den Dienst der Berufsausbildung gestellt. In den meisten Landesteilen bestehen bereits Melkerschulen. Di« Schweizer werden in der Forderung der Berufsausbildung nicht genügend von den Landwirtschaftskammern unterstützt. Bedauerlich ist vor ollem, daß die Landwirtschast nicht in das Berussausbildungsgesetz Auf- nahm« finden soll. In der Aussprach« wurde die Verufsausbildungsarbeit des Verbandes anerkannt, zugleich ober betont, daß der Kampf um besser« Lohn- und Arbeitsbedingungen die Hauptaufgabe dezl Verbandes sein müsse. Die Generalversammlung beschloß, daß der Namen der Organi- sation künftig„Allgemeiner Melkerverband Deutsch- 1 a n d s" lauten soll. Dem Verband ist nunmehr auch der Schweizer- Sennen-Lerband angeschlossen. Damit ist wieder ein Schritt vorwärts zur Konzentration der Kräfte in der freien Gc» irerkschaftsbewegung getan. Der enger« Vorstand setzt sich nach der Neuwahl wie folgt zusammen: Vorsitzender Schwar. 2. Vor- sitzender Hengst, Redakteur G r ü n e r t, Kassierer A-r a tz e r und Schriftführer Prasser. Oampferfahrien wahrend der Ferien. Aus den Kreisen der werktätigen Bevölkerung gehen uns wiederholt Anfragen zu, bei welchen Dampfschiffahrtsreedereien d i e Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Schiffs- besatzungen geregelt sind. Wir weifen daher nochmals darauf hin, daß bisher günstige Tarif- und Lohnverträge mit folgenden Reedereien abgeschlossen sind:. 1. Reederei Paul Bauer, Friedrichchagen, Hahns- Mühle 2; 2. Langwaldt u. Schmolle, Berlin C. 2, An der Stralauer Brücke 8; 3. K l e m p i n u. S e e l, Berlin E. 2, An der Stralauer Brücke 7. Bezüglich der Reederei K i« ck und der Stern- Aktiengesell- schaft bitten wir bei in Frage kommenden Abschlüssen und Einzel- fahrten sich vorher mit unserem Bureau in Verbindung zu setzen. Alle übrigen Reedereien bleiben auch wie bisher für unsere Mitglieder gesperrt. Dies trifft in erster Linie für sämtlich« Motorbootsreedereien zn. Wir empfehlen, sich diese Notiz auszuschneiden und alle dafür in Frage kommenden Kreise zu informieren. Deutscher Verkehrsbund, Abteilung Schisfahrt, Tel.:?. 7 Jannowitz 6191. Die Znstallaleure in Köln sind gestern in den Streik getreten. Bei einigen Firmen ist die Arbeit bereits eingestellt worden. Die Angesiellten-Znlernakionale, Sitz Amsterdam, die gegen- wärtig 738 999 Mitglieder in 29 Ländern umfaßt, hat beschlossen, ihr 2 S j ä h r i g e s B e st c he n am 27. September in Brüssel festlich zu begehen. Der hasenarbeilerflreik in Belfast ist beigelegt. Alle Arbeiter haben am Sonnabend die Arbeit wieder aufgenommen. t Freie GewerkfchastS'Lugend Groß-Berlm Seilte, Sonntag, ist folgende Deraiiftnltunq: SZoIjrt Nim Gewerkschaft». fest nach Luckenwald«. Treffen um 7% Udr auf dem Echuldos.«lein- beerenstrafe 2. Tie ssahrtgruppeuleiter trellen sich um IM Uhr an der gleichen Stelle. @Iuaendaruppe des Zeniralverkandes der Angestellten Morgen. Montag, stnd folgende Veranstaltungen: Tegel-Reinickendonf: Wir besuchen die Veranstaltung de» Iugenbbesirk» Wedding.— Weddi.q: Jugendheim Turiner Ecke Seeiteafe. Vortrag:»Vom Zunftgesellen»um ffrei. gewerkschafter". Referent: ffieocg Seilbrunn.— Schinhausrr D erltobt ffriiher Prerulauer Berg): Jugendheim tlostonienallee 81. Sons-ilbeeib unter Leitung von Kurt Echaeser.— Lichtenberg: Jugendheim Gunterstrahe. Vortrag:.Die internationale Jugendbewegung Referent: Otto Lamm.— Urban: Zugenb. heim Sobrecht. Ecke Sanderstrahe. Wir lesen au» den Miirchen von Andersen. O.-kar Wilde und Bruno Echönlan!.— Tewvelhoi: Jugendheim Germania» strahe 4—«. Brettspielobend.— Charlotten bürg: Jugendheim Rostnenstr. 4. Wir gehen baden in die Volk»badeanstalt Jungfernheide. LoZlalistischeArbeiterjugendGr.-Verlin �Insmdvnqni für bltf» Jtubrtf nu» ea M Zugmdlelretarlat Sellin€35568, tlnDcnftrafe 3 Morgen. Monte, IS'* Uhr,«btkilunMleiterl-olcnnri. Dorckftr. 11. ,ur Zlusaabe der Kollr. und Quartterkarten silr Wien...„..,. Dien-taz. 9. Zuli, 19'., Uhr. Horckstr. 11. Zusammenkunft aller Nicht durch die. bat eine neur Epoche im Musikleben Dentschlaich» begonnen� Man verbendet den StrScr de» Emvlänger» mit der Steekdose de» Wcchs? istsmi.£! cht itcfe?. dreht an den Einste llknovsea de»„Paladin AI" und hört eine Station nach der anderen in wundervollster natttrlichster Slacheit. nei v», Störungen de» Rege», in Phtlip» Lautsvrecher. Irßt erst ist Radio eiw»vlskowmencr Genrß, zumal man den„Paladin 20" in Rerdindung mit einian Sprechmaschinerwer! stir unilveitreffbare SchallvIatten.Wirdrrgabr bcinzße» kann. Bvba, Bode»,»»b Bougesellschass m. b. K. Ausgedehnten Vrundbsüß an verschiedenen Stellen im Norden und Osten Berlin», welcher varzelli'ert und varzellrnweis« zu sehr gllnstigen Bedingungen vrrkanit wird, besitzt lue i»da, Boden- und Baugesellschait. Die Gelände erstrechen sich im Norden aiik'? Ii ii. Werder. Borgsdors-Orauienburg und Drovienburg. im Listen in All-Glieniite bei Adlershos an zwei verschicdeiicn Stellen. Da» Terraii, Sirlenwerd.r iiegt nur etwa 1209 Meier vom Bahnhof entfernt. Es bat ane.qesvrochene Höhen, löge, dgber Rnndblirf Uber Lirkenwerdei und ndhere Ilmgebung. Bor-ikdert am Bobobok: Ein Gelände, welche» sich beibersert» der Babn rrstretkl und nur Zöl) Meier vom Bahnlios entsernt ist. Der westliche Teil liegt direki um Vach. wald: einige Parzellen sind mit Hochwald bestanden.»»egsbort.Orgn-enburg: Gelände am Wasser, an der alien Havel und Berliner Allee, errrichbar Ii etwa 12— lö Minuten vom Bahnhof Dorgodorf. Ivo Ul�o + y alten Wanzen Wanrenfluid„Martlat" tötet Jede Vanre aut der Stelle und zerstört die Brulnesfer restlos. Niehl fleckend, Oberall anwendbar. Flasche M. 0.85, 1.50, 2.40, 3 50, *U Uferflasche M. 6-, Zerstiuber M.—.50. In Drogerien erhfiliUch, sonst durch Otto Rcldiel, Berlin-Neukölln Elbestr. 26-29 �geee«ee6»«s-stssssSj» Unserem Genossen Zj Alired laenicke o. Frau% W entbieten wir znr I»-r«>ahlnng 9/ die herzlichsten Slüekn-Onsche." 41, AbieUnng. l/J »IW.«. ßliigilgr-iflm- v. Zponvuiiae! Zn der Macht vom 4. zum S. Juli ist unser lieber Dundesgenosse Kurt Koch an den erlittenen Verlegungen bei einer Berbeveranstaltung am 30. 3unl gestorben. Ehre seinem Andenken! Sle Beisetzung wird noch bekannt» gegeben. vre Vorstand. Van der Reise rnrOekl Dr. Erich Wossidlo Facharzt f. Nieren-, Blasen-, Harnleiden. Berlin W. 3S, Potsdamer Strafe lila Prtvatstraße Slutcenspendeu jeder Art ltesert preiswe r raml«ollvt» vorm. stoben lste>«r dlarfannessstrahe 3 Eck« lltaunqnftraß« Amt Moritzpt 103 08 r' Aitei| jpoi!alP2:öiä!l gotneiOaai' smiof- Beijr- Dedeo smßjflden öieyie Iilioicsen strfinipfen billigst Tagespr. Gebrflder PVSUML. 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Voß zu der Erklärung nicht bevollmächtigt war; dah dieser um Schutz überhaupt nicht gebeten und daß der Zwischenfall sich nicht vorgestern im Gerichtsgebäude, sondern bereits vor einer Woche in der Sowjetvertretung abgespielt hatte. Der Erste Staatsanwalt Köhler. in loyaler Weise bestrebt, der Sowjetvertretung die Möglichkeit zu geben, unmittelbar vom Gerichtssaal aus in der Oeffentlichkeit die Angelegenheit richtig zu stellen, regte die Abgabe einer Erklärung durch Herrn v. Voß und den anwesenden Pressechef an. Herr v. Voß sagte:„Dr. Fuchs war nicht von mir beaustragt, die Erklärung abzugeben. Ich wäre bei der Erstattung meines Gut- achtens in einem bestimmten Zusammenhange auf den Zwischenfall zurückgekommen. Es war am Freitag voriger Woche, als ich den Pressechef, Herrn Stern, in der Botschaft aussuchte und ihn um Material für mein Gutachten bat. Herr Stern erklärte mir, daß -«i« Sowjetbehörde— er sagte„mit"— mein Auftreten als Sach- verständiger in diesem Prozeß als feindseligen Akt de- trachten würde. Das hat auf mich einen starken Eindruck gemacht, weil mein Unternehmen auf informatorischer Z u- sammenarbeit mit den Sowjets ausgebaut ist und ich in Rußland viele Abonnenten meiner Korrespondenz habe. Ich wies dos an mir gestellte Ansinnen als mit meinem Gewissen und meiner Pflicht als Sachverständiger unvereinbar zurück. Trotzdem versmhle Herr Stern, mich noch einmal aus ein be- stimmtes Gutachten festzulegen. Ich gab«ine ausweichende Antwort, indem ich sagte, daß ich die Akten noch nicht kcnng. Ich konnte mich de? Eindrucks nicht er- wehren, daß hier ein Versuch unternommen wurde, mich in un- zulässiger Weise zu beeinflussen. Ich bin überzeugt, daß die Sowjetoertrewng ihren Ehes desavouieren und ihn als nicht ge- eignet halten wird, die Presse noch weiter zu informieren." Nun geschah das Unerwartete. Als der Vorsitzende an den im Gerichts- saal anwesenden Pressechef, Herrn Stern, die Frage richtete, ob er den Wunsch habe, sich auch seinerseits zu äußern, erklärte dieser: er sei zu irgendwelchen Erklärungen ohne Rücksprache mit seiner vorgesetzten Behörde nicht befugt. Man hätte annehmen können, daß vier Stunden genügen müßten, um mit der Sowjetbotschast Rücksprach« zu nehmen. Natürlich war es das gute Recht des Pressechefs, im Gerichtssaal jede Erklärung zu verweigern. Ob es klug gewesen ist, mag dahingestellt bleiben. Der peinliche Eindruck einer versuchten Beeinflussung bleibt vor- — läufig bestehen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß der Pressechef im Korridor im Privatgespräch Erklärungen gegeben hoben soll, die wenig überzeugend schienen. Im übrigen hielt die gestrige Verhandlung, was sie versprochen bot: Der Zeug« S i e v e r t brachte der Verteidigung ein« neue Enttäuschung. Der Bösewicht und Fälscher, als den die An- geklagten ihn hinstellen, ist er nicht. Die Pflichten eines privaten Nachrichtenbureaus nahm er ernst, und seine Austraggeber be- diente er ehrlich. Seine Leichtgläubigkeit grenzte aber fast an Fahrlässigkeit. Fälschungen, die selbst einem weniger Er- sahrenen augenfällig sein mußten, blieben ihm, dem Spezialisten, verborgen. Das Interessanteste der gestrigen Verhandlung waren aber seine Andeutungen über die möglichen Zu- sammenhänge zwischen der Tätigkeit Orlows in seinen Fälscher- kunststücken und der Tätigkeit der mutmaßlichen Desinformations- abteilung der GPU.— als einer Organisation, die zur Aufgabe hotte, wahre Nachrichten durch falsche zu durchkreuzen— unter der Leitung des Monarchisten Pawlow. Die gefälschten postlagernden Briefe. In der gestrigen Morgcnsitzung kamen noch die p o st l a g e r n- den Briefe zur Sprache, 60 an der Zahl, die Pawlonowski Sievcrt zur Persügung gestellt Hot. P. erschien eines Tages bei Sievert und sagte ihm, er kenne die Deckadressen, unter denen die Agenten der GPU. aus London, der Tschechoslowakei, Polen und Paris usw. aus den Postämtern ihre Berichte an die Berliner Zentrole einsenden. Die ersten Briefe schienen tatsächlich Hand und Fuß zu haben. Dann siel aber dem Zeugen der stereotype Stil aus: eigentümlich war es auch, daß die Schreiben aus ver- schiedenen Staaten stets die gleiche Schreibmaschine n- s ch r i f t auswiesen: noch verwunderlicher, daß einer der Briefe Orlows Handschrift zeigte! Als der Zeuge Pawlonowski zur Rede stellte, war er geständig, daß Orlow die Briese gefälscht habe. Orlow erklärte gestern, daß der Brief, der eine von seiner Hand geschriebene Adresse trug, in Wirklichkeit die Abschrist eines Kommunistenbriefes darstellte,' den Pawlonowski sich bei ihm an- geeignet hatte. Die Verteidigung wundert sich, daß Sievert auf derartige Briefe hineinfallen konnte. Sie will wissen, ob der Zeuge selbst nie irgendein Schriftstück verkauft habe, von dem er gewußt habe, daß es gefälscht sei.„N i e", sagt der Zeuge. Ob es nicht wahr fei, daß er beabsichtigt habe, einen Sowjetkurier unter Mitnahme der ihm anvertrauten Dokumente, falscher Tscherwonzen und Brillanten zur Flucht zu veranlassen, um dann die Beute mit ihm zu teilen. Nein, sagt der Zeug«, das war Pawlonowskis Plan. Ich sagte ihm zum Spaß,„machen Sic'ck doch". Das Gutachten des Sachverständigen Voß. 2�er Herausgeber der Korrespondenz Ost-Expreß, Herr v. Voß, erstattet sein Gutachten. Er sagt:„Die Sowjetpresse hat mich schon im voraus zum Ehrenretter der Verbrecher und ihrem Helsershelfer ernannt. Ich will mich in meiner Objektivität nicht beirren lassen und erkläre, daß das Interesse der Sowjet- regierung mit den deutschen Interessen in der Bekämpfung der Dokumentenfälscher als eines Krebsschadens des öffentlichen Lebens konform geht. Seit zehn Iahren tauchen in den verschiedensten Stellen unzählige gesälschtc Dokumente aus. Es besteht kein Zweifel, daß in den verschiedensten Ländern zahlreiche Fälfcherzentralen existieren, die im politischen Leben Ver- wirrung und bei den maßgebenden Stellen Verfälschung des Urteils verursachen. Größtenteils ist es schon aus der Form und dem Inhalt der Dokumente ersichtlich, daß sie gesäischk sind. Das gleiche gilt von den Informationen, denen der Stempel des Phontostischen ohne weiteres anhaftet. Welche Rolle derarlige Fälschungen unter Ilmständen In der europäischen Polifik spielen können, dafür biekek der Sawsetbries einen schlagenden Beweis. In Deutschland haben die Fälschungen nie besonders stark« Ein- griffe ausüben können, weil hier dos Verhältnis zu Sowjetrußland nicht in so. Hohem- Maße P a-rteä-s a-ch c gewesen ist, wie in anderen Ländern. Beklagt sich die Sonyetregierung mit Recht über die Fälschungen, so erhebt sie zu Unrecht gegen die deutsche Regierung den Vorwurf, daß sie die Fälscher dulde und ihre Fälschungen benutze. Zu berücksichtigen ist. daß dos System der Sowjetinformationen selbst zur Vergiftung des öffentlichen Lebens beiträgt und den Fälschern TürundToröffnet. Sie bedient sich bei ihrer Jnsormotions- Politik konspirativer Methoden, die der Vergangenheit angehören, verdächtigt einen jeden, der sich mit russischen Dingen besaßt, der Beeinflussung, bewirkt falsche Vorstellungen über russische Verhält- nisse, gestattet die Einreise noch Rußland nur ihr genehmen Kor- respondenten, weist mißliebig gewordene Berichterstatter aus und hindert selbst die Industrie an der Schosfung eines objektiven In- formationsbureous. So zwingt sie selbst maßgebende Stellen in Deutschland, sich wilder Organisationen zu informatorischen Zwecken zu bedienen. Die Bedeutung dieses Prozesses liegt eben darin, daß man den Glauben an die Geheimdokumente erschüttert hat. Der Kampf gegen die Fälscher kann aber erfolgreich nur in der Weise geführt werden, daß man sich ihrer nicht bedient. Der Sachverständige kommt dann auf die Persönlichkeiten Pawlonowskis und Orlows zu sprechen. Er findet es er- klärlich, daß gewisse Kreise sowohl von bolschewistischer als von der Gegenseite in der Leidenschast des Kampfes jedes Mittel jür er- laubt halten. Der Sachverständige glaubt nicht, daß die Sowjet- organisationen selbst gesälschte Dokumente in Umlauf bringen. Was Oberregierungsrat Mühleisen erzählt. Oberrcgierungsrat M ü h l e i s en vom R e i ch s k o m m i s- sariat für öjfcntliche Ordnung erzählt, unter welchen Umständen Sievert ihm die acht Trilisser-Briefc ausgehändigt hat, die zur Entdeckung des ungetreuen Beamten im Rcichslommissariat dienen sollten. Ein Gcsangencr hatte erzählt, daß eine k o m m u- nistische Organisation bestehe, die zur Aufgabe habe, in alle Behörden einzudringen. Die Mitglieder dieser Organisation trugen olle Spitznamen, die Bemühungen der Polizei blieben ohne Ergebnis. Als ein Schriftstück 26 Stunden lang aus den Händen des Zeugen weg war und den Bolschewisten bekannt- geworden war, wurde eine h.ohe Belohnung für denjenigen ausgesetzt, der zur Feststellung des ungetreuen Beamten beitragen würde. Sievert vcrschasstc durch Pawlonowski die Trilisser-Briefc. Der Inhalt dieser Briefe, die Namensbenennung und Beschreibung der Personen, die im Reichskommissariat für die Kommunisten Arbeit leisten sollten, war derart mit den tatsächlichen Verhältnissen unvereinbar, daß die Fälschung klar auf der Hand lag. Es schien auch unmöglich, daß Trilisser in dieser Weise geschrieben hätte. Sievert wollte anfangs nicht glauben, dah die Briese gefälscht sein könnten, er hatte zu großes Vertrauen zu Pawlonowski. Der Zeuge erklärt es für vollkommen ausgeschlossen, daß Sievert den Behörden bewußt falsche Dokumente gebracht habe. Cr kennt ihn seit 1922 und hält ihn für einen einwandsreien. loyalen und anständigen Menschen. Als der Verteidiger. R.-A. Iasse, darauf dringt, zu erfahren, wieviel Sievert für die Trilisser-Pries« erhalten habe, wird diese Frage aus Einspruch des Staatsanwalls durch Gerichtsbeschluß als unerheblich abgelehnt. Der Zeuge weiß u. a., daß Pawlonowski eines Tages beim Polizeirat G a u e r erschienen ist und erklärt hat, daß Orlow Dokumente fälsche. Die nächste Perhandlung findet am. Mittwoch statt. Eine neue Gtraßenkehrmaschine. Sie lädt selber den Kehricht auf. Im Verwaltungsbezirk Treptow wird bei der Straßen- reinigung ein Versuch mit einer neuen Kehrmaschine gemacht, die gegenüber den bisherigen Maschinen einen wesentlichen Fortschritt bringt. Sie besorgt die drei Hauptteile der Reinigung?- arbeit: sie sprengt Wasser auf die Straße, löst mit der Bürsten- walze den Schmutz vom Straßenpslaster und nimmt schließ- lich als Selbstouflader den Schmutz sofort in den Wagen hinein. Bei den bisher gebrauchten Moschinen bleibt der zusammengefegte und beiseitegeschobene Schmutz zunächst liegen und muß dann auf besondere Wagen geladen werden. Die neue Ausladekehrmaschine wirkt so kräftig, dah sogar Mauersteine, die etwa aus der Straße liegen, mit ausgenommen werden und in dem Kehrichtbehälter der Moschine landen. Bei einer Vorführung vor Vertretern der Presse konnte man sich davon überzeugen, daß die Maschine selbst das fertig bringt. Ein Vorzug dieser Maschine ist auch die Ausrüstung mit einer seitlich angeordneten Kehrvorrich tung, die scharf in die Rinnsteine hineingreift und aus ihnen den Schmutz gründlich herausholt. Die auf dem städtischen Fuhrpark gelände im Bezirkstell Johannisthal untergebrachte Maschine ist für Berlin die erste ihrer Art. Sie sieht wie ein plumpes Ungetüm aus, hat aber eine leicht« Wendigkeit, so daß sie auch in schmalen Straßen arbeiten kann. In einer Tagesarbeitsschicht soll sie etwa 150 000 Quadratmeter Straßcndammfläche reinigen, das ergäbe z. B. bei einer Dammbreite von 20 Meter eine Straßen- länge von 7M Kilometer. Die Maschine ist Erzeugnis einer amerikanischen Firma und kostet 35 000 M. Aber die Firma plant Fabrikation auch in Deutsch- land, und der Preis wird dann billiger fein können. Ein Reichswehrsoldat ertrunken. In der Plötzenseer Militärbadeanstalt ereignete sich gestern vormittag ein tödlicher Badeunfall. Beim Schwimmen ging der Obergrenadier Richard Schulz von der 1. Kompagnie des Infanterieregiments I plötzlich unter. Der Soldat wurde von Kameraden sjhon nach wenigen Minuten geborgen, doch konnte der Arzt nur noch den Tod infolge Herzschlags feststellen. „'Die ßäume wachsen, es deljnt sieb das ßaus" Die neueste Erweiterung gibt uns die Möglichkeit, noch eine erheblich größere Auswehl moderner Kleidung aufzubauen, deren Anblick die Berliner Damen in Begeisterung setzen wird. Auch für unsere Spezialkundinnen, die Demen mit starken Figuren, können wir jetzt in erhöhter Reichhaltigkeit sorgen. ffüraicBaflcsa�on; Relcwollenc Bade-Anzügc an Schick u. Schön- heitihresgleichcn i chend, in ri Farben und QrSSan... TrM-Baäe- mm&t bun,8e" in allen ' i-a aa a» m Schön- fprf thcn*u-wAr �_ 1.50 . von a» 2 mustert. Größen von Badc-Mäntcl fUr Damen o. Herren« aus guten Kräuselstoffen, in ▼ ielen Mustern von Exiraweiie Bademäntel für Damen und Herren. Seilende Klnderbademfintel fc. k!'.wMiNl.UWMSII DrelitlUS« Strickkomplet bestehend a. 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Juli: 6.00: Funkgymnastik. 12.15; Wettermeldungen für den Landwirt. 15.30: Hausfrau und Hausangestellte. 16.00: Der Notizzettel im täglichen Leben. 16-30: Ein Besuch bei der Londoner Polizei. 17.00: Konzert. 19.00: Reise. wie du, wenn du kommst, wünschen wirst, gereist zu sein. 19.30; Wesen und Werden des Tonfilms. 20.00;„Notizen". 20.30: Uebertragung Budapest: Konzert. 22.30: Tanzmusik. Deutschlandsender: 20.00: Unterhaltungsmusik. 20.40; Rezitation. 21.15: Sonaten. Dienstag, 9. Juli: 6.00; Funkgymnastik. 12.30; Die Viertelsfunde für den Landwirt. 16.00: Der Wert sportlicher Auslandsreisen. 16.30: Vom Blitz und Donner. 17.00: Alfred Wolfenstein liest aus seinen Werken. 17.30: Unterhaltunismasik. 1S.40: Stunde mit Büchern. 10.10: Ans der Werkstatt des Onadenrichters. 10.)S: Der Wei ins Freie innerhalb GroB-Berlins. 20.00: Scndespicie; „Hokuspokus" von Curt Deetz. Mittwoch. 10. Juli: 6.00; Funksymnastnc. 12.13: Wetterraeldnnzen für den Landwirt. 16.00: Die Kunst des Znhdrens. 16.30: Sommerliche Witteruniren. 17.00: Erstes Kinderfest. 10.00: Wohin jeisen wir? 10.30: Schützt den Wald vor dem Feuer. 20.00: Wovon man spricht. 20.30: Abendveranstaltuns. 22.30: Tanz- masik. 0.30: Nacht-Musik. DentxcbtindseBder; 20.30: Konzert. Donnerstag, 11. Juli: 6 00: Funkcymnastik. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16.00: Der Liebhaberpiiolozraph. 16.30: Hm Kunst und Wissen. 17.00: Konzert. 10.00: Aus Werken von Axel Lübbe. 19.00; Ansfuhrfördernns. 19.30: Erlebnisse auf Sieresfahrten im Freiballon. 20.00: Carl Ludwig Schleich zum 70. Geburtstage. 20.30; Sinfoniekonzerf. 22.30: Tanzmusik. Freitag, 12. Juli: 6.00: Funkgymnastik. 12.1«: Wettermeldungen für den Landwirt. 15.30: Franenfragen und Franensorgen. 16.00: Vorgärten In der Stadt. 16.30: Formen der Vermögensverwertung. 17.00: Der Leser im Dienst der Zeitung. 17.30: linterhaltungsrausik. 18.10: Technische Wochenplandcrci. 10.06: Das Wochenende. 20.00: Uebertragung Deutsches Theater:„Die Fledermaus". Operette von Johann Strauß. Sonnabend, 13. Juli: 6.00: Funkgymnastik. 12.15: Wettermeldungen für den Landwirt. 16.00: Valamo, das Reich der Mönche. 16.30: Medizinisch-hygienische Plauderei. 17.00: Unterhaltungsmusik. 18.40: Der Licbhabcr-Photograph. 19.05; Großstädtische Gewerkschaftsarbeit. 19.30: Riga, Deutsche Kultur in Lettland. 20.00; Blasorcherstcrkonzert. 22.30; Tanzmusik. Königswusterhnusen. Sonntag, 7. Juli: 6.00; Uebertragung aas Berlin. 7.00: Uebertragung aus Hamborg. Ab 8.55: Uebertragung ans Bertin. 18.30: Deutsche Meisteropern. 19.00; Vom Sinn des Schöpferischen. Ab 20.00: Uebertragung aus Berlin. Montag, 8. Juli: 16.00: Französisch(kulturknndlich-Iiterariscbe Stunde). 18.00: Deutsche Meisterkomödien- 18.30; Zoologische Beobachtungen in der Umgebung von Akustischer Film: man mar auf diese Veranstaltung recht ge- spannt— und wurde gründlich enttäuscht. Eine langweilige Wochen- schau, ein plattes Veiprogramm,«in inhaltloser Großfilm— wir haben solche Bildersolgen oft genug im Kino«rlcbtl Dabei war die technische Seite des Problems„A k u st i s ch e r Film" eigen!- lich recht glücklich gelöst. Man ließ die Hörbilder 3Uin Teil recht wirkungsvoll einander überschneiden, und trotzdem kamen die Zu- sammcnhänge, soweit sie norhanden waren, klar heraus. Aber es fehlte der Veranstaltung der Inhalt. Mit dieser akustischen Spie- lerei hätte man die Hörer höchstens eine knappe halbe Stunde lang unterhalten dürfen. Dr. B e c c e mit seinen Terra-Symphonikcrn bestritt den musikalischen Teil. Das virtuose Spiel der Kapell« gab der Beranstattung innnerhin einigen Reiz. Te s. * Wie uns Dr. F o r t n e r mitteilt, ist die H a y d n. N o o e 1 1 e, die am Freitagabend vorgetragen wurde, von Robert H o h 1 b a u m- Wien. Berlin. 18.88: Deckung des Saisonerbelterbedarfs in der Landwirts oh aft. 19.20; Reise durch Finnland. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20.00: Deutschlandsendcr: Unterhaltungsmusik. 20.45: Deutschlandsender: Rezitation. 21.15; Deutschlandsender; Sonaten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 9. Juli: 16.30: Bemerkenswerte Erscheinungen aus dem erziehungswissenschaftlichen Schrifttum. 16.30; Die deutsche Ballade in Wort und Ton. 17.00: Uebertragung aus Leipzig. 18.00: Musikverstchcn. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55; Vom Werden und Vergehen der Berge. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Ab 20.00: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 10. Juli: 16.00; Eindrücke von deutsches Aoslandsschulon m Rumänien. 16.30: Adolf Schmitthenncr zum 75. Geburtstage. 17.00: Uebertragung aus Hamburg. 18.00: Wie wohnt das deutsche Volk? 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Praktische Völkerpsychologie. 19.10: Gedanken zur Zeit. 19.55: Wetter- bcricht für die Landwirtschaft. 20.00: Uebertragung aus Berlin. 20.30: Dcntschlandscndcr: Konzert, Donnerstag, 11. Juli: 16.00: Erziehungsberatung. 16.30: Suggestion in der Kunst. 17.00: Uebertragung aus Berlin. 18.00: Die rechtliche Stellung der Frau in der Welt. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18,55: Die österreichische Landwirtschaft, 19.20: Die Bekämpfung der Kindersterblichkeit und ihre Erfolge. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Ab 20 09: Uebertragung aas Berlin. Freitag, 12. Juli: 16.00; Die erzieherische Aufgabe der Qartcnarbcitsschulc. 16.30: Musikverstehen. 17.00: Uebertragung aus Leipzig. 18.00: Die Ergebnisse der Länderkonferenz. 18.30: Wanderungen durch den Harz. 18.55: Blumen und Insekten. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Ab 20.00: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 13. Juli: 16.00: Der Vertrag zwischen Preußen und der Kurie. 16.30; Die wohlerworbenen Rechte der Beamten. 17.00; Uebertragung aus Hamburg. 18.00: Lebenswelt und Ideologie des modernen Angestellten. 18.30; Französisch für Anfänger. 18.55: Zoologische Beobachtungen in der Umgebung von Berlin. 19.20: Theatercrinnerungcn eines alten Mannes. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Ab 20.00: Uebertragung aus Berlin. WOH MUMO WE R KRAU AU e S TE LLU BRESLAU«9 1B.UUNI-1S.SE Ucs. 83-18105 ml24,-sm- r�166.-�20S' Ml yl.'" KW-MMd MWk IMi W-BM MstaiEariseite? Em Einze!- ftamsei Sicnstng, Den 9. Juli, obt». 7 Ahr, im BibUaI(;eHaal bes Xtrrbonbbtjaufes. CinUnfltotze<3,85 1. Portal uersammiung aller In den Beirieben de« Einzcl- hnndef« besdiüttifticn MeinllnrbeUer der Firmen Held, Herzog, Israel, Tietz, Wertbeim, Knaflinns de« Westens, Gerton, Karstadt usw. Tazooordniing: Dir Stotoenbigtcft einer tariflichcn Regelung der Lohn» und Arbeilsbedi». gütigen für bic in ben Betrieben beo Einjeliiandei» befchüfiigten Metallarbeiter DaS Erscheinen aller Meiallarbeiler ist unbebtngi crsorberlich. tzurBeacktiung! Allmonatlich finben im Berbandshaus, Linienstr, SS, 85, bie Porsammiunzc» der Metallarbeiter im Einzeltzanbci stall. Sollen enblih in ben Betrieben ge» regelte und orbnungomäßige VerhSItnifse eintreten, bann muß(Ich lebte Metall. arbeiter in blesen Versammlungen ein- finden. Dfenskog. ben 9. Zell. nbenfis 7 Ahr, im vcrbnnbzheu,, Ciaienitc.<3 SS BrancnsnumammEung der ßauanschisssr Tagesorb n nn g: 1. Derbanbs- unb Branchenangelezen. steilen 2. Diskuinon. 3, Verschlebene». Die Kollegen werben ersucht, restlos blc Versammlung zu besuchen. Billetts zur Dampsersastit am 20. Juli (inb beim Kassierer zu vergebe» Die Orljvcrwalhing. BadeagparatsHiemiinsr! INIklmoch. ben 10. Zuli, nachm. S Uhr. im CoTnl Lehmann, Aeughos- Site Ztuetauet Sic. Uersamnuunt) aiieF In den Badeapparateüstrieaen bo- senädegten HoSiegen Taaesorbnung; Bericht von der Berstanblnng über den Abschluß eines Lohn» unb Atlorbtarife«. Ohne Mttgliebsbuch lein Zutritt. Mlllmnch. den 10. Znli. nachm.» Ahr. in Ewald» Beteln». Haus. Slallher Strohe 120 SrsnciienvspsammSüng der Braveurs und ziseSeure Tagesordnung: 1. Bericht übet die Lohnverhanblung. vor bem Schlichler 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenhelten. TNlliwoch, den IV. Znli, abd«. 7>,i Ahr, in den Vhorn»k«>len (Großer Saal). M-illersir. 142 Branchenuersammiung der Sisenrurmer und cerufs- gsnessen Taqesorbuung' l. Der Schiebcsvruch unb sein« lfiuo- wirfungen lilr bie Branche. 2. Reunnfhi bot Branchentommilfion. 3. Verschiedenes. Ohne Miigliebsbuch kein Zutritt. Vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Beirleösrite der»zuMFupvs ül. unter- gmifpe s. s. 10 Die Versammlung im Juli fällt au». Die nächste Versammlung sinbet am Dienstag, bem 6. Äugost, statt. Besondere Einladungen ergehen»och. Sie ROMANO RUNDSCHAU Verlause stillig anterhallene moderne Küche, BelenchiungskSrncr. kleines Kin» borniöbdienfahrrab, Stcinbaukasten, fahr» baren Bär. Tekch. Lankwill, Siemens- straße 87. Lichterfelde 227i. Lanstvarzellen. Anzohlunq 5l> M., mit Baugenehmigung, S Minuten vom Bahnstos. gahrpreis 20 Pf., feiten preis. wert, verkauft M. Sein. Berlin, Bäßowstraßo 38, bei Gerlach, pcrlön. lich« Auskunft obcnb» 7—9. Webseh l«z,Tlpp ich«. Kleine Webfehler!xz 19.� Mari WWWWWedW Kleine Webfehler Kleine Debiehicr Kleine Webiehler 1». OuaiiiLt la. Qualität 1». Qualität 2X3 24.- Mark 2i4X3V4 38.- Mark. 8 X 4 59.— Marl. 2 x 3 38,— Mark 2';X3Vi 55.— Mark 3X4 85,- Mar!. Zeiß-Jkon, Gelegenheitskäufe, unb an. bete ivlarkenkamcras. 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Voltesdad Lldblcnderg" Unterhaltung und IAissen < owniag 7 Juf in der„Bürgerressource'" blicken lasten, sonst werde er üts Komödianten Bein« machen. Er war vollkommen im Recht. Mit dem Haifisch wa übet Nacht eine verhängnisvolle Veränderung vor sich gegangen." e Zersetzung seiner sterblichen Ueberreste machte unglaublü Fwt- schritte. Ich machte den Borschiag, den Haifisch einzubalsamieren, wa» einstimmig angenommen wurde. Wir kauften fünf Flaschen Kölnisch Wasser und irgendein Parfüm, ich glaube es war Ehypre, und badeten darin unseren Haifisch, woraus wir ihm viel von der Flüssigkeit auch nach innen gasten. Dann luden wird den Haifisch auf einen Wagen und fuhren nach Wodnan. Aus der Turnhalle warf man un» mit ihm hinaus, ob- wohl uns der geräumige Turnsaal recht gut gefiel. Im„Dolksheim" nahm man uns auf, nachdem auf den Hai« fisch vier neue Flaschen Kölnisch Wasser draufzegangen waren. Und dann ging alles sehr schnell, Plakate, Agitatton, ein zahl- reiches Publikum. Der Fisch strömte einen furchtbaren Gestank aus, das alles im Saal in Ohnmacht fiel. Wir drei hielten uns auch kaum auf den Beinen, denn wir tranken seit dem frühen Morgen Kognak, um das alles auszuholten. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer uns eigentlich ver. haftete, aber in der Nacht erwachte ich im Wodnaner Gefängnis. Zu meiner Rechten schlief Mestek, zu meiner Linken Schwestka. Am Morgen legte man uns dann ein« Geldstrafe wegen Ueber« tretung irgendeiner Borschrist für Gesundheitsschutz oder etwas Aehnliches auf. Wir wohnten nicht einmal dem Begräbnis unseres Haifisches bei. Er wurde auf Kosten der Gemeinde Wodnan bestattet. Man scharrte den Schrecken der nördlichen Meer« ein wie eine krepierte Katze. Ich kenne die Stelle nicht, wo er ruht. Auf seinem Grabe steht nicht einmal ein einfaches Kreuz, obwohl noch unserem Plakat ein päpstlicher Vikar, Kanonikus und Bischof von Palermo, Ka- pistran Matheus durch seinen Magen hindurchgegangen ist. Schlaf süß, mein Haifisch!' sScreckib'att Ukbertraiwna«uz STK-KWien neu®»t» Ztewer.i ""Äito-, 7 wien in Amerika Zur selben Zeit, wenn sich in Deutschland Millionen ausmachen, an die Sc«, ins Gebirge oder in Kurorte zu fahren, beginnt auch in Amerika die Völkerwanderung der Fericnreisendcn. Allerdings voll- zieht sie sich hier in ganz anderem Stile wie in Deutschland. Abgesehen von den Luxusreiscnden, die die teuren Seebäder aufsuchen, reist ganz Amerika in die Wildnis, um ein Leben der Freiheit, Ungezwungenheit und Natürlichkeit zu führen. Man will von Telephon, Autobus und Untergrundbahn, von Geschäft und Börse, Elektrizität und Kino nichts mehr wisten. Wer es sich nur irgendwie leisten kann, heizt sein mehr oder weniger kostbares Auto an, um mit Kind und Kegel in die sogenannten„Camps" zu fahren. Don den schönsten Wagen bis zu den ältesten Klapperkasten sieht man die großen Heerstraßen Amerikas, die von New Dork, Philo. delphia, Washington, Boston, Ehicago und anderen großen Städten ins Gebirge oder in einsame Waldgegenden führen, bevölkert. Bei Ferienbeginn ist der Andrang auf die Landstraßen Amerikas ebenso groß, wie in Deutschland der Sturm auf die Eisenbahnen. Man stelle sich etwa nicht vor, daß die Ferienauto» mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer dahinrasen, das ist nicht möglich, da in diesen Tagen auf den großen Heevesstraßen Auto neben Auto fährt, wip in Deutschland in den verkehrsreichsten Straßen der Großstädte. Erst wenn man 50 oder 100 Kilometer von der Großstadt entfernt ist, wird der Weg etwas freier, und nun können die Autos schneller ihrem Ziele zustreben. Es ist fast unglmiblich. was ein derarttger Wogen alles birgt. Außer den Familienmitgliedern, die selbstverständlich mitfahren. finden sich hier all« Zubehörteile zur Errichtung der„Eamps", der Wohnzelte, in denen die Familie die Sommerzeit verbringt. Dies« sind je nach der Wohlhabenheit der Reisenden entweder ganz einfach oder mit größtem Komfort ausgestattet, so daß sie einen guten Ersatz für ein kleines Sommerhäuschen bieten. Technik und Industrie haben zusammengearbeitet, um für verhältnismäßig geringe Sum- men leichtaufstellbare Häuschen zu schaffen, die, ordnungsmäßig zu- sammengelegt, auf dem hochbepackten Auto mitgeführt werden können. Daneben ist hier selbstverständlich noch das Faltboot ver- packt, außer einer großen Anzahl von Sportgeräten, die die Er« wachsen«» ebenso gebrauchen wie die Kinder. Sogar Betten, die schnell aufgeklappt werden können, werden gut zusammengelegt mit- geführt, ebenso Bettdecken, klein« Küchen. Kochgeschirre. Eßbestecke und alles für das Leben Notwendige. Wohlhabendere Leute haben für dies« Zwecke ein besonderes Lastauto, um bequemer reisen zu können. Ist nun die Stätte des Sommeraufenthalts erreicht, dann wird das Camp aufgeschlagen. Da schöne Gcbirgs- oder Waldgegenden mit Seen und Wasserläuscn sehr beliebt sind, so finden sich hier viele derartig« Sommerfrischler zusammen, und es entstehen ganze„Camp- Städte", in denen sich ein freies und ungebundenes Leben entfaltet. das nur der Gesundheit gewidmet ist und in vielen Stücken an ähn- liche Einrichtungen erinnert, die sich in der Nähe von Berlin an den Seen und Flüssen der Mark am Wochenende finden. Wer nur mit seinem Auto hergekommen ist, findet hier auch bald alles Notwendige. denn die„Automobil-Warenhäufer". die aus den nächstgelegenen größeren Städten täglich hierherkommen, führen alle Waren mit sich, die ein Sommerfrischler braucht, vom zusammenlegbaren Häuschen bis zum Petroleumkocher, vom schönen Bett bis zur Pferdedecke, mit der man sich in der Nacht bedecken kann, ferner alle Gemüse, Fleischkonserven und andere Nahrungsmittel, so daß die Haussrau im Laufe weniger Minuten in der Lage ist, für ihr« Familie ein Mittogesien herzustellen. Fußboll, Rudern und Segeln. Schwimmen und Turnen sorgen dafür, daß der notwendige Appetit vorhanden ist und der Körper in Licht, Lust und Sonne gekräftigt wird. Daneben gibt es in Amerika große Schlllervereinigungen, die besondere Herbergen, sogenannte„Bunks", besitzen, und in denen ein« große Anzahl junger Leute unter einer Aufsicht ihren Sommer- ausenthalt verbringen. Vorbild für olle diese Sommerfrischen ist das Leben der Indianer in chren Wigwams, denn im Sommer werden die meisten Amerikaner für mehrere Wochen Naturmenschen der Urzeit. Die verpönten Menschenrechte. Etwa um dos Jahr 1800 be- schwerten sich die mecklenburgischen Städte bei dem Wetzlarer Reichskammergericht über die übermütige Ritterschaft. Anstatt ihrer Beschwerde nachzugeben, wurde sie selbst von dem Gericht in Strafe genommen, weil sie dos verpönte Wort„Menschenrechte" gebraucht hatten, das durch die französische Revolution mißliebi» geworden war. Saroslav TCasn Wir hatten eine stürmische Nacht verbracht. Unsere Gesellschaft bestand aus einem Redakteur der Zeitschrift„Die Welt der Tiere", dem Schlongenbändiger und Flohzirkusbesitzer Mestek und Schwestka, dem Eigentümer eines Ringelspieles, einer ameriko- nischen Schaukel und einer Schießbude. Wir olle waren Menschen von etwas zweifelhafter Existenz, und hätten wir Visitenkarten gehabt, hätte jeder von uns zu seinem Titel das Wörtchen„ehe- maliger" drucken lassen müssen. Wir entschlossen uns zu einem Spaziergang durch Prag. In einer Straße erregte es unsere Aufmerksamkeit, daß das Personal eines Geschäftes, in dem große Seefische verkauft wurden, beschäfttgt war, irgendeinen Gegenstand in der Auslage aufzuhängen, der den ganzen Schaukasten ausfüllte. Es war irgendein großer Fisch. Ich ging in den Laden und fragte vorsichtig, was das für ein Fisch sei- „Ein junger Haifisch," war die Antwort.„Er ist krepiert" be- merkte ich, um nur etwas zu sagen.—„Was fällt Ihnen ein?" sagte der Verkäufer beleidigt.„Dieses Haisischjunge wurde mit einer Harpune getötet. Es ist nicht krepiert. Es ist künstlich gefroren."— „Was kostet das Kilo?"�—„Wir verkaufen Haifische nicht kiloweise. Das ist ein Reklameexemplar. In der Nacht kommt es immer auf Eis." Ich kehrte zu meinen unausgeschlafenen Gefährten zurück. „Ein sechzehn Monate alter Haifisch", sagte ich,„gefangen der Insel Helgoland. Getötet durch einen Schuß aus einem Kanonenboot, als er ein Unterseeboot versenkte, das ihn mit dem Torpedo in die Luft sprengen wollte. Ein Reklameexemplar. In der Nacht kommt er immer auf Eis." Der ehemalige Schlangenbändiger wurde nachdenklich.„Gehen wir zum.Goldenen Schiff'," forderte er uns auf,„ich glaube mit dem Haifisch wird sich etwas machen lassen." Wir betraten den Ausschank beim„Goldenen Schiff", bestellten einen Kognak und warteten, was Mestek sagen würde. „Vor vielen Jahren," sagte Mestek nach langem Schweigen. „hatte ich eine Glastiste. In der Kiste hatte ich eine Ringelnatter, die ich als das Junge einer Kobra ausgab, die sich mit einer Riesen- schlänge gepaart hatte. Ich ließ Plakate anfertigen, schleppte die Natter in ganz Mähren herum und verdiente an ihr fünfhundert Gulden. Wenn wir einen wirklichen Haifisch kaufen, sind wir in vierzehn Tagen Millionäre." Darauf verließ Mestek uns unverzüg- lich und kehrte etwa eine halbe Stunde später mit folgenden Worten zurück:„Also, der Haifisch gehört schon samt der. Kiste uns. In einer Weile wird er hier sein. Er kostet siebzig Gulden." Mit diesem Augenblick beginnt unsere Pilgerfahrt mit dem Haifisch, an die ich noch heute, nach vielen Iahren, die schönsten und angenehmsten Erinnerungen habe.— Wir kamen überein mit dem Haifisch nur kleine Städte zu bereisen. Der erste dieser Orte war Strakonitz. Wir schafften den Haifisch gradwegs in die„Burgerressource". Mestek verhandelte mit dem Besitzer des Restaurants. Er versprach ihm einen ungeheuren Besuch und forderte ihn auf, sich den Haifisch anzusehen, der in seinem langen Sarg auf dem Hofe lag. Der Besitzer überließ uns den Saal völlig kostenlos. Zu gleicher Zeft verfaßte ich' in der Druckerei folgendes Plakat: fe: 3)er Sia Die Schrecken der nördlichen Meere! Di« Tragödie der Meeresties enl „An die p. t. Bevölkerung der Stadt. Eine große und seltene Ueberraschung steht euch bevor. Der Anblick eines Hai- iisches, gefangen auf der Insel Helgoland. Dieser Haisisch ist noch einem gräßlichen Kampf durch einen Schuß aus einem Kanonenboot getötet worden, als er ein Unterseeboot versenkte, das ihn mit einem Torpedo in die Luft sprengen wollte. Zwei Monate lang hat er in der Nordsee als Schrecken oller sein Unwesen getrieben. In seinem Magen hat man die Leiche des Kapitän Trästvns, des Lotsen Seiner Majestät des Königs von Dänemark, gefunden. Wir veröffentlichen nachstehend ein Verzeichnis der letzten Opfer, die dos Meerungeheuer verschlungen hat." Dann folgte eine lange Reihe von Namen. „Nur ein Tag! Am 15. Mai von 2 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends in der„Bürgerressource" zu besichtigen. Eintritts- geld 30 Kreuzer. Kinder in Begleitung nur die Hälfte. Alles in allem ergänzten wir drei uns wunderbar. Der ehe- malige Besitzer der Schießbude verstand es, eines dieser Plakate auf so gefällige Art an das Portal der Kirche anzukleben, daß es keinen Gläubigen verletzte, und der Kirchendiener half ihm dabei. Zu gleicher Zeit betrat ich bereits das Rathaus, um den Bürger- meister persönlich einzuladen. Er war der unverfälschte Typ eines südböhmischen Demokraten. Während er mir fest die Hand drückte, sagte er:„Ein Haifisch? Ich habe Haifische sehr gern. Beißt er nicht? Tot? Sieh mal einer dieses Luder! Ich werde mit der ganzen Gemeindevertretung kommen!" Auch den Pfarrer und die Gcndarmeriestation besuchten wir. Irgendein Professor in Pension, der den Rest seiner Tage rn Strakonitz verbrachte, lud mich zum Mittagessen ein und entwickelte während der ganzen Mahlzeit die Theorie, daß die Wissenschaft kein Dogma anerkenne, weil sie sich der Relativität ihrer Erkenntnisse bewußt sei. Alles in allem be- dauerte ich jedoch nicht, daß ich den alten Herrn kennengelernt hatte. Er besah nämlich ein Konversationslexikon, dem ich einige Nottzen betreffs der Haifisch« für meinen Vortrag vor dem Publikum entnahm. Un, Zwei Uhr waren so viele Menschen im Saal der„Bürger- resiource" versammelt, daß es keinem Apfel gelungen wäre,' zu Boden zu fallen. Auf dem Podium stand die Kiste mit dem Hai- fisch. Die Menschen näherten sich dem Podium so, wie man beilige Reliquien küßt. Zuerst hielt ich einen fesselnden Vortrag über Meer- ungeheuer. Wir sammelten freiwillige Beiträge, die zum Aus- stopfen des unglücklichen Haisischs verwendet werden sollten. Die Eemcindevcrtreter kamen um vier Uhr. Der Bürgermeister zahlte mit großartiger Miene fünf Kronen. Es waren glückliche Zeiten, wir hatten Geld in Ueberfluß. Mestek mochte an der Leiche des Haifischs die Bekanntschaft einer Witwe und blieb die Nacht über bei ihr. Ich schlief beim Bürgermeister und Schwestka auf der Gen- danneriestation. Er hatte nämlich i m Wirtshaus irgendeinen Scheuermeister aus Skorchtitz verprügelt, der unseren Haifisch in roher Weise beleidigte, indem er behauptete, das sei überhaupt kein Haifische sondern ein Delphin, er müsse es wissen, denn er habe bei der Marine gedient,