Nr. 32. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuz☐ Vorwärts band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs Pretstifte = für 1896 unter Nr. 7277. 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, v. 1508. Telegramm- Adresse: 99 Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Das fächsische WahlrechtsAttentat. Ter Entwurf der sächsischen Regierung ist gestern Donnerstag Vormittag erschienen. Nachdem in Dresden mit peinlichster Sorgfalt darüber gewacht worden war, daß die sozialistischen Abgeordneten vorher kein Exemplar erhielten, wurde die Vorlage um 1/210 Uhr vormittags unmittelbar vor Beginn der Kammerfizung im Landtage vertheilt. Die Bestimmungen der Vorlage entsprechen genau dem Juhalt unseres gestrigen Telegramms. Die Hauptbestimmungen das Unwesentliche streichen wir sind folgende: § 1. Die Abgeordneten für die zweite Kammer der Stände versammlung werden von Wahlmännern in Wahlkreisen, die Wahlmänner von den Urwählern in Wahlbezirken gewählt. § 2. Die Zahl der Wahlmänner ist derart zu berechnen, daß auf jede Vollzahl von 500 Seelen ein Wahlmann entfällt. § 3. Außer im Falle des§ 9 Absah 3 sind die Wahlbezirke derart abzugrenzen, daß kein Wahlbezirk weniger als 1500 und mehr als 3499 Eeelen umfaßt. Orte von weniger als 1500 Seelen werden mit einem oder mehrer en benachbarten Orten zu einem Wahlbezirke vereinigt. Orte von 1500 bis 3499 Seelen bilden einen Wahlbezirk für sich. Es können ihnen aber andere Orte zugetheilt werden, sofern dadurch die Seelenzahl von 3499 nicht überschritten wird. Orte von 3500 und mehr Seelen werden nach näherer Bestiumuung in§ 9 Absay 3 in mehrere Wahlbezirke getheilt. § 4. Ausnahmen von den Bestimmungen in den§§ 2 und 3 2lbsatz 1 bis 3 fönnen in besonderen Fällen vom Ministerium des Innern gestattet werden. 5. Für die Bestimmung der Seelenzahl(§§ 2, 3) ist die bei der letzten allgemeinen Volkszählung ermittelte Zahl der ortsanwesenden, nicht zum aktiven Heere gehörigen Personen maßgebend. § 6. Die Abgrenzung der Wahlbezirke erfolgt in Städten mit revidirter Städte- Ordnung durch den Stadtrath, in Städten mit der Städte Ordnung für mittlere und fleine Städte durch den Bürgermeister, in den ländlichen Wahlkreisen durch die Amtshar ptmannschaft, insoweit aber mehrere Städte oder mehrere amtshauptmannschaftliche Bezirke betroffen werden, durch die Kreishauptmannschaft und wenn mehrere Regierungsbezirke in Frage fommen, durch eine vom Ministerium des Innern zu beauftragende Kreismannschaft. § 7. Die Urwähler werden nach Maßgabe der von ihnen zu entrichtenden staatlichen Grund- und Einkommensteuer in drei Abtheilungen getheilt. Steuerbeträge, welche die Sunime von 2000 M. übersteigen, kommen hierbei nur nach dieser Höhe in Ansatz. Zur ersten Abtheilung gehören die höchstbesteuerten Ur wähler, auf welche ein Drittel der Gesammtsumme der Steuerbeträge entfällt, jedenfalls aber alle Urivähler, welche an Grundund Einkommersteuer den Betrag von wenigstens 300 M. zu entrichten haben. Die zweite Abtheilung bilden die nächst niedriger bestenerten Urwähler, auf welche die Hälfte des Restes der Gesammtsteuer49 Clotilde. Freitag, den 7. Februar 1896. fumme entfällt, jedenfalls aber diejenigen, welche an Grundund Einkommensteuer den Betrag von mindestens 50 M. entrichten. Zur dritten Abtheilung gehören alle übrigen Urwähler. Entfallen hiernach auf eine Abtheilung nur ein oder zwei Urwähler, so wird deren Zahl durch die nächstniedriger besteuerten Urwähler aus der zweiten oder dritten Abtheilung bis auf drei ergänzt. In die erste oder zweite Abtheilung gehört auch derjenige Urwähler, dessen Steuerbetrag nur theilweise in das erste Drittel der Gesammtsteuersumme oder in die erste Hälfte des Restes derselben fällt. Läßt sich bei gleichen Steuerbeträgen nicht bestimmen, welcher von mehreren Urwählern zur ersten oder zweiten Abtheilung gehört, fo giebt die alphabetische Ordnung der Familiennamen und, wenn auch diese nicht entscheidet, das Loos den Ausschlag. § 8. Die Gesammtsteuersumme wird berechnet a) für den einzelnen Ort, sofern er einen Wahlbezirk für sich bildet, oder in mehrere Wahlbezirke getheilt ist, b) für den Wahlbezirk, sofern er mehrere Orte umfaßt, c) für den Wahlkreis in Orten, welche in mehrere Wahlkreise zerfallen. § 9. Jede Abtheilung wählt besonders und zwar ein Drittel der Wahlmänner. • Ist ihre Zahl in einem Wahlbezirke nicht durch drei theilbar, so ist, wenn nur ein Wahlmann übrig bleibt, dieser von der zweiten Abtheilung zu wählen. Bleiben zwei Wahlmänner übrig, so wählt die erste Abtheilung den einen, die dritte Abtheilung den anderen. In Orten, welche in mehrere Wahlbezirke zerfallen(§ 3 Ab fatz 4), sind diese für jede Abtheilung ohne Rücksicht auf die Seelenzahl(§ 3 Absatz 1) besonders und zwar derart abzugrenzen, daß in jedem Wahlbezirke nicht mehr als zwei Wahlmänner, in Städten von 40 000 Ceelen und darüber nicht mehr als vier Wahlmänner zu wählen sind.. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. § 22. Mit Ausnahme des Falles einer Auflösung der Kammer sind die Wahlen der Wahlmänner für die ganze Wahlperiode dergestalt giltig, daß bei einer erforderlich werdenden Ersatzwahl eines Abgeordneten nur an ſtelle der inzwischen durch Tod, Wegzug aus dem Wahlbezirke oder sonst ausgeschiedenen Wahlmänner nene zu wählen sind. Bei der Ersatzwahl find die für die Hauptwahl aufgestellten Urwähler- und Abtheilungslisten zu grunde zu legen, § 29. Bei der Wahl der Abgeordneten entscheidet die absolute Mehrheit der abgegeben giltigen Stimmen. Wird solche bei zweimaliger Abstimmung nicht erlangt, fo entscheidet bei der dritten Abstimmung relative Mehrheit der abgegebenen giltigen Stimmen, bei Stimmengleichheit das Loos. Das Stimmrecht steht allen nach§§ 1 und 2 dazu be= fähigten Personen zu, welche vom Tage des Abschlusses der Ur wählerliste rückwärts seit mindestens 6 Monaten ihren Wohnsiz oder Aufenthalt im Orte haben und Grund- oder Einkommensteuer entrichten. § 32. Zur Wählbarkeit als Abgeordneter ist außer den§ 4 bemerkten Voraussetzungen die Entrichtung von mindestens 30 M. Grund- oder Einkommensteuer oder an beiden zusammen erforderlich. Hierbei kommt die für die Ehefrau und die unter väter= licher Gewalt stehenden Kinder zu entrichtende Steuer in Anrechnung. § 36. Gegenwärtiges Gesetz tritt für alle fünftigen Neuwahlen sofort in Wirksamkeit, im übrigen bewendet es bei dem gegenwärtigen Bestande der zweiten Kammer. Dies der Entwurf. Er enthält einige Dutzend Para graphen zu viel. Hieße es kurz und bündig, in Stumnschem Utasstil: sämmtliche Arbeiter sind des Wahlrechts beraubt so wäre das die Wahrheit, und es wäre offen und ehrlich. In allen Walbezirken derfelben Abtheilung muß auf einen Die nackte Wahrheit ist aber in unserer modernen Wahlmann möglichst die gleiche Anzahl von Urwählern entfallen; Heuchelgesellschaft anstößig, ja sogar unfittlich sie muß Abweichungen von der Durchschnittszahl bis zu 25 pet. der verkleidet, verlarvt, geschminkt werden. Die geheime Urwähler und, wenn eine Abtheilung nur drei Urwähler umfaßt, Abstimmung, mit der die sächsische Vorlage dem um einen Urwähler sind zulässig. preußischen Klassenwahlgesetz gegenüber sich großthut, ist bei einem solchen Wahlrecht keinen Schuß Pulver werth, denn die Stimmzettel der Arbeiter sind thatsächlich einfache Stückchen Papier, find Makulatur. § 10. Für jeden Ort, und wenn derselbe in mehrere Wahlkreise zerfällt, für jeden Wahlkreis ist von der Gemeinde behörde vor jeder Hauptwahl eine Liste der ſtimmberechtigten Urwähler aufzustellen. Diese Liste ist öffentlich auszulegen und daß dies geschehen, ortsüblich bekannt zu machen. . § 17. Die Wahl erfolgt abtheilungsweise durch Abgabe von Stimmzetteln, welche uneröffnet in verschlossene Behältnisse zu legen sind. Auf den Stimmzetteln sind die Personen der zu wählenden so zu bezeichnen, daß über sie fein Zweifel übrig bleibt. Entgegengesetzten Falles ift die Stimme ebenso wie dann, wenn sie auf Nichtwählbare gefallen ist, insoweit ungiltig. Ueber die Giltigkeit, der einzelnen Wahlstimmen entscheidet der Wahlvorstand. § 19. Bei der Wahl der Wahlmänner entscheidet die absolute Mehrheit der abgegebenen giltigen Stimmen. Ergiebt sich für einen Wahlmann teine absolute Stimmen mehrheit, so findet eine anderweite Wahl statt, bei welcher die relative Mehrheit der abgegebenen giltigen Stimmen, bei Stimmengleichheit das Loos entscheidet. " Da haben wir's", sagte lachend der Major, und das ( Nachdruck verboten.) nennt sich eine Jugendfreundin meiner Frau." Ei, ei, Helene!" rief die Majorin. Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. " " Scherz bei Seite", antwortete ihr die Oberförsterin, ,, mein Plan war ein anderer, Mary. Auch Du würdest verzeihlich gefunden haben, daß ich mit meinem Manne zuerst den Bruder auf unserem Stammgute besucht hätte, um ihn als neuen Gutsherrn wirthschaften zu sehen, da meine Eltern todt sind. Ich habe ja nur ihn noch." Kommen Sie doch herein," rief eine sonore Männer- es stimme durchs Fenster, und gleich darauf öffnete sich die Hausthür, eine stattliche Frau brauchte nicht lange zu nöthigen zum Eintreten. Clotilde sprang ins Haus, gefolgt von Eugen. Sie wurden in cin geräumiges Parterrezimmer geführt, und fanden einen leidend aussehenden Herrn und eine Dame darin vor. Es ist doch wohl beffer", redete der Herr die Ankommenden an," Sie warten hier anstatt draußen, bis das Wetter vorüber ist., " Sehr gütig, mein Name ist Dr. Langenberg und dies ist meine Frau," sagte Eugen vorstellend. Major von Scheven," antwortete, wie es schien, der Hausherr, auf die Dame dentend:" Frau Oberförster von der Mühlen und das dort ist meine Frau", die Dame bezeichnend, welche die Hausthüre geöffnet hatte. Diese holte eben ein paar Stühle herbei und sagte:" Nehmen Sie P Play!" D, wie sind wir Ihnen zu Dante verpflichtet", begann Clotilde, fich segend, es regnet noch immer, wir kommen von H., befinden uns auf der Hochzeitsreise, wir werden Sie stören, Frau Majorin!" Der Zensus für die zweite Klasse, bei der, falls die dritte Klasse, d. h. die Arbeiter sich an der Wahl bes theiligten, die Entscheidung liegen würde, ist so hoch bemessen, daß nur ein kleiner Bruchtheil dem Einflusse des Kapitalismus entzogen ist. Die" Bossische Ztg." den plutokratischen Charakter wie das preußische Dreitlaffenmeint, die sächsische Vorlage trage nicht in gleichem Maße gefeß. Das ist nicht richtig: sie trägt ihn blos nicht so offen zur Schau. Im Wesen ist es ganz dasselbe. Das Gesammturtheil der" Bossischen Zeitung" ist aber zutreffend und wir theilen es nachstehend mit: Das Gesetz ist bestimmt und geeignet, die große Mehrzahl der Bevölkerung in ihrem Wahlrecht und mithin ihrem politischen Einfluß zu beschränken und den Geld. beutel zum Maßstab des ursprünglichen StaatsbürgerNeugierig bin ich," unterbrach die Oberförsterin die plötzlich eingetretene Stille, ob Theodor auch unterwegs ist und ob er Blanka wiedergeschen. Sie muß den Kopf verloren haben." " Nun, die Herrschaften kommen ja aus der Residenz," sagte der Major, Herr Doktor haben vielleicht von der Skandalgeschichte gehört, ist Ihnen eine Hofdame Fräulein Blanka von Boheimb bekannt?" Langenberg nickte, blickte dann seine Frau an, ohne zu Clotilde sagte verlegen und stotternd:„ Es ist meine antworten. Tante!" Statt deffen," sprach der Major, holte ich mir Ihren Bruder herbei und er mußte Sie hierher locken." " Zu unserer doppelten Freude, denn wir fanden hier außer dem Bruder zwei Auferstandene. Sie waren ja Allgemeines Staunen. Wie?" riefen die Anwesenden beide für Ihre besten Freunde unauffindbar, waren todt." zugleich. Die Majorin sagte erstaunt:" Sie sind die Nichte " Der Hauptmann Scheven," hieß es, ist gefallen, hat Blanka's?" sein Testament gemacht, Mary Segler ist verschollen." " Ja." Clotilde horchte auf. Die Oberförsterin lispelte Mary zu:„ Wenn dies Theodor hört!" " Dabei pflegte sie," unterbrach der Major die Sprecherin, lange schon einen Schwerverwundeten, eifersüchtig hielt sie alle fern, um ihn nicht aufzuregen, seine Genesung zu ermöglichen. Ihrer unendlichen Mühe verdanke ich, daß ich noch lebe." " „ O so schweig doch," rief die Majorin, indem sie sich zu ihrem Manne drängte:„ der Heilquelle in Baden, den Bädern verdankst Du das, lieber Adolf." Und dem häuslichen Glücke, das wir hier fanden, wo wir uns verheirathet und angekauft haben." Es wird heller, der Regen hört auf," sagte Langen berg leise zu Clotilden, empfehlen wir uns." Beide erhoben sich. Warten Sie nur noch, bis das Regenwasser sich ver" Und wenn der Arzt", schaltete Frau v. d. Mühlen laufen, unsere Bergwege sind da oft gefährlich." ein, meinem Manne nicht Bäder verordnet, und wir Clotilde sah zwar den hellen Himmel, aber auch, daß gewußt hätten, daß Sie uns Wohnung aufnöthigen und wir es noch von den Bäumen rieselte, sie zögerte noch mit dem Ihnen so viele Last machen würden, wären wir vielleicht Aufbruch, aus Angst, ihr Kleid und den neuen Hut zu vernoch nicht gekommen." derben. " Reineswegs!" fiel der Major sogleich ein, da geht es Ihnen ja wie der Frau Oberförsterin, die ließ uns mit ihrem Besuch auch bis zur Hochzeitsreise warten." " Der Major war betreten, die hübsche junge Fran in Verlegenheit gebracht zu haben und verbesserte sich, indem er zu seiner Frau sagte:„ Es war ja wohl auch Deine Freundin in der Pension? " Ja," antwortete Mary und frug: Also Sie sind eine geborene Clotilde Brambach" fiel die Oberförsterin ein, ohne Clotilden's Antwort abzuwarten. " Ja," brachte diese halblaut hervor, Sie kennen mich"? " Es ist mir sehr lieb, Sie kennen zu lernen," sagte mit freundlichem Nachdruck die Oberförsterin. Langenberg und Clotilde fühlten sich plötzlich unbehaglich, sie dankten sehr höflich für die freundliche Aufnahme, empfahlen sich und wollten eben die Thür öffnen, als die Majorin ihnen zuvorkam, denn es hatte draußen geflopft. " Das ist Theodor," rief Helene. ( Fortsetzung folgt.) " " " Herr Stöcker führt dann die bekannten beiden Erklärungen an und bemerkt dazu: " rechtes zu machen. Wer feinerlei Antheil an dem Wohl- fünftlich ftets jenes Aussehen zu geben, das nur gute Grasbutter Ueber Stöcker's Hinansdrängung aus der kon ergehen des Vaterlandes nimmt aber Geld genug hat oder er- im Sommer hat. servativen Partei liegen zwei Erklärungen vor; die wirbt, um 10 000 M. Einkommen zu versteuern, der hat unter allen Eine fernere Chikanirung der Margarinefabrikation und eine parteioffiziöse in der Kreuz- Zeitung", die andere perUmständen viel mehr Wahlrecht als der in seiner Armuth ſtolze damit der Konsumenten birgt der angenommene 8entrumssönlich von Herrn Stöcker herrührend in der Deutschen und freie Mann, der keine Kuponscheere braucht. Und ist er antrag, daß nur centrifugirte Magermilch mit höchstens mehr als ein Humboldt und steht er an Patriotismus niemand 0,05 pet. Fettgehalt benutzt werden darf. Der Geschmack der Evangel. Kirchenztg." Während die erstere Rundgebung nach, er stimmt in der dritten Klaffe als Proletarier, wenn er Margarine soll dadurch verringert werden! Ein Antrag von sich bemüht, die prinzipiellen Gegensäge zu verschleiern, nicht 2800 M. Einkommen versteuert. Plög: Milch und Milchprodukte dürfen bei der Margarine- schiebt Herr Stöcker sie ostentativ in den Vordergrund. Er Fürst Bismarck hat die indirekte Wahl eine Fälschung fabritation nicht verwendet werden", wurde vorläufig noch schreibt: Die Krisis lag seit lange in der Luft; es ist der Wahl schlechthin genannt. Staatsminister Herrfurth zurückgezogen; aber seine Auferstehung in zweiter Lesung ist anhat sie noch jüngst als eine unnüße und drückende Be gekündigt. gut, daß endlich Klarheit geschaffen ist. Wer nur den Abschluß vormundung der Ürwähler bekämpft. Was thut das den Die Bereitung von Margarinetäse wurde rundwegs der Krisis in der Presse liest, der kann meinen, es handle sich Eachsen? Sie berufen sich sogar auf die Zustimmung des Fürsten verboten alles im Interesse der„ nothleidenden Agrarier". nur um die Haltung des Volf". Aber das war lediglich Bismarck. Der Einsiedler von Friedrichsrub hat nach dem Wie gern hätten sie die gesammte Margarinefabrikation verboten! ber to dte Strang, auf den die ganze Sache gefahren war, ,, Leipziger Tageblatt" an Dr. Reichardt in Dresden geschrieben, Aber es geht doch nicht, man muß doch scheinbar auf die taum der Anlaß, geschweige denn die Ursache daß er„ der sächsischen Landesvertretung für ihre ent- armen Boltstreise Rücksicht nehmen. Aber hinterrücks soll doch der letzten Entscheidung." schlossene Haltung Glück und Erfolg wünsche." An der Richtig- dem Margarinekonsum Abbruch gethan werden, und so beschloß teit der Gründe, die Fürst Bismarck gegen das Dreiflafsen die Kommission auf Antrag des Landwirths- Bündlers v. Plög: Wahlrecht, als er im Ante war, vorgebracht hat, kann dieser Der Verkauf und die Aufbewahrung von Mar- Sachlich war der Unterschied der beiden Erklärungen gar Glückwunsch des grollenden Altreichskanzlers nichts ändern. garine darf nicht in solchen Geschäftslotalen stattfinden, in nicht so sehr groß; aber es war mir aus mancherlei Gründen Hat doch sein Hamburger Blatt noch Ende November aus denen a) Naturbutter, Butterschmalz und Schmalz. b) Kunst völlig unmöglich, die zweite anzunehmen.... Uebrigens spielten in die dreistündigen Debatten die sachlichen Unterschiede geführt: speisefett aufbewahrt werden." Die Vermehrung der sozialistischen Abgeordneten im Die Regierung hatte nur für die Großhändler in den sozialen Auffassungen der ChristlichReichstage hat zur Folge, daß sie die Sozialdemokratie dazu Trennung der Lagerräume verlangt, die agrarische Mehrheit will Sozialen und der Ronservativen schon lebhaft Sie sind in der That der eigentliche nöthigt, sich als Partei mehr, als bisher der Fall war, zu der Kleinhändler chikaniren! Eine Besteuerung hinein. Echon seit Jahren und bedekuvriren und ihre Ziele zu enthüllen. Daß sie davon Nutzen der Margarine, die unter dem Namen Kontrollabgabe" vom Trennungsgrund. agrarischen haben wird, glauben wir nicht, im Gegentheil find wir der Bentrum beantragt war( 1 Mart pro 100 Kilogramm), wurde sonders in der letzten Zeit haben die Ansicht, daß sie sich dadurch, wenigstens parlamentarisch, selbst abgelehnt, da die Regierung dieselbe nicht wollte; Interessen und Nothstände beunruhigend auf die früheren sozialad absurdum führen würde. Und dann würde die Be- sonst aber wurde stets gegen die Erklärungen der politischen Auffassungen der tonservativen Partei eingewirkt. schränkung der sozialistischen Mandate doch auch die Regierungsvertreter und der-„ Umstürzler" jede Verschlech Gewisse Aeußerungen in der konservativen Korrespondenz wie fozialistische Gefahr an sich nicht vermindern, denn diese terung der Regierungsvorlage von den Agrariern durchgedrückt. in den parlamentarischen Reden waren mit meiner christlichist nicht abhängig von der Zahl der Mandate, Die Arbeiter haben alle Ursache, gegen diesen neuen agrari- fozialen Anschauung nicht mehr recht vereinbar. Um diese Verüber welche die Sozialdemokratie im Reichsschen Angriff auf ihre Ernährung Front zu machen. In der hältnisse zur Klarheit zu bringen, hatte ich für dieselbe Signung tage verfügt. zweiten Lesung der Kommission: wird nichts zu gunsten des des Elferausschusses den folgenden Antrag gestellt: Boltes geändert werden; ob im Plenum des Reichstages, ist auch fraglich, denn schließlich wird die Regierung nachgeben, da die Agrarier eine Chifanirung der Margarine als kleine Abschlagszahlung für ihre großen Forderungen verlangen. Und Junker bleibt nach wie vor Trumpf! Was für den deutschen Reichstag gilt, bas trifft auch für den sächsischen Landtag zu. Wian will die Sozialdemokratie aus der Kammer vertreiben und unter sich" bleiben. Vertreibt man sie damit aus dem Bolt, ist sie nicht mehr da, nicht mehr gefährlich, wenn man die Augen zumacht und sie nicht sehen will? " " " Politische Nebersicht. " In Erwägung, daß über die sozialpolitische Haltung der deutsch konservativen Partei öffentlich Mißverständnisse und Mißdeutungen hervorgetreten sind, welche den nothwendigen Kampf gegen die Sozialdemokratie und gegen andere sozialverderbliche Bestrebungen beeinträchtigen, wolle der Elserausschuß nachfolgende Grundsäge aussprechen oder gutheißen: 1. Es ist eine geschichtliche Nothwendigkeit, die Arbeiterbewegung in ihrer Berechtigung anzuerkennen, sofern sie nicht den Umsturz des Bestehenden, sondern auf gefeßlichem Wege einen Antheil der arbeitenden Klassen an der politischen Macht und eine höhere äußere wie innere Lebenshaltung anstrebt. 2. Es ist eine politische Nothwendigkeit, die Sozialreform ohne Rücksicht darauf, wie die Sozialdemokratie und ihre Führerschaft fie aufnimmt, weiter zu führen und auf alle produttiven Stände gleichmäßig zu erstrecken. 3. Es ist eine tonservative Nothwendigkeit, den in der kaiserlichen Botschaft von 1884 ausgesprochenen Gedanken eines sozialen Aufbaus forporativer Genossenschaften auf den Grundlagen des christlichen Volkslebens festzuhalten und seinerzeit zu realisiren. 1 Das ist die Politik des Vogels Strauß. Mit recht ist gesagtt worden: Man macht eine Partei nicht todt, wenn man sie mundtodt macht; Berlin, 6. Februar. man treibt das Gift nicht aus dem Körper, sondern tief hinein; Reichstag. Heute eröffnete der nationalliberale Proman bringt die Maschine in Gefahr, wenn man das Bentil fessor Enneccerus den Reigen. Der Name ist so lang, schließt." Das Vorgehen Sachsens wird die Reihen der Sozial wie der Mann; und er wird verschieden ausgesprochen demokratie verstärken, wird Wasser auf die Mühlen der Umsturz- bald mit dem Ton auf der zweiten, bald auf der dritten partei" schaffen. Aber nach diesem Vorstoß wird man überall Silbe. Der Ton muß aber auf die zweite Silbe, denn der in Deutschland schwerere Sorge denn je zuvor tragen, daß auch verlateinte Name lautet ursprünglich Eenecker, d. h. Eindas Wahlrecht für den Reichstag in Gefahr sei, acer ein Kleinbauer mit einem Acker Land, ungefähr und diese Sorge wird von wesentlichem Einfluß auf das ganze was das norddeutsche Hufner besagt. Herr Hufner, Verpolitische Leben und namentlich auf die nächsten Reichstags- zeihung, Genecker oder Enneccerus, ist zwar sehr groß, aber Wahlen sein. er hat nur eine Rede, wie seine Vorfahren nur einen So das fortschrittliche Organ. Acker hatten. Und die eine Rede ist ein Wort, das Durch die Ablehnung meiner Erklärung und mein darauf Daß das Attentat auf das sächsische Landtagswahl nicht einmal ein richtiges Wort ist, nämlich: Hurrah! folgendes Ausscheiden aus dem Elferausschuß wurde die Be recht nur die Einleitung ist zu dem lange geplanten Er hurrahte fünfviertel Stunden lang- hurrahte von der rathung dieses Antrages beseitigt. Er enthält meines Erachtens Attentat auf das Reichstags- Wahlgefet, nationalen Wiedergeburt, hurrahte von diesem und jenem, das Mindestmaß deffen, was die tonservative das haben wir hundertmal gesagt und das ergiebt sich für und schloß mit einem schmetternden Hurrah: ein Reich und die christlich soziale Richtung gemein jeden denkenden Menschen aus der politischen Lage. Vaterlande dienen zu können. Ich vermuthe, es würde Was die Zukunft uns bringe wir sind gerüstet. und ein Recht!" Das eine Zuchthaus wurde im natio haben müssen, um miteinander unter einer Fahne dem Und auch die Gegenwart findet die sächsische Sozial- nalen Schluß- Hurrah vergessen. Nach einer kurzen Erklärung des fonfervativen fich bei der näheren Diskussion herausgestellt haben, daß des dies Minimum Gemeinsamen gegenwärtig nicht demokratie gerüstet. Sie ist zuerst ins Feuer gekommen. Manteuffel, der in seinem eigenen Namen und dem einer bei allen allen Konservativen vorhanden ist. Eben deshalb Sie wird ihre Schuldigkeit thun. Anzahl von Freunden sich gegen die Zivilehe aussprach, muß die Trennung, die übrigens in Frieden und Freundschaft erhielt Genosse Frohme das Wort. Unser Genosse ging mit geschah, als der gewiesene Ausweg angesehen werden. Daß Die Margarine- Chikanirung. Professor Sohm und Professor Enneccerus gründlich ins ich trotz der Trennung konservativ bleibe, versteht sich Die Kommission zur Berathung des Margarinegesetzes hat Gericht, Den Regierungskommissar Sohm schlug er mit von selbst." die erste Lefung des Entwurfs beendet und die agrarische Mehr- den Schriften des Professors Sohm, wies ihm schlagend die heit, die sich aus Konservativen, Zentrumsleuten und dem Anti- vollständige Unkenntniß der Arbeiterverhältnisse und überfemiten straut zusammensett, hat ihr möglichstes gethan, um haupt der sozialen Zustände nach, verspottete den Hurrah ein System von Chikanen zu finden, durch das Fabritation Patriotismus des Professors Enneccerus und kennzeichnete die wie Vertrieb der Margarine erschwert werden. Im Innern des Phrasen vom„ nationalen" Recht, vom Recht, das aus Herzens wünschen ja die Gegner dieses Volksnahrungs- dem nationalen Gedanken hervorgegangen sei" als inhalt. mittels, daß die Margarine gänzlich aus dem Verkehr vers lofes Wortgeklingel das Recht" sei nur das Recht" schwinde. Ja, wenn das Boll gleichzeitig in die Lage d. h. die Macht der herrschenden Klasse, und das gebracht würde, fich gute Butter faufen zu können, dann bedürfte herrschende Recht sei gesetzliches Unrecht. Ein dauern Hofpredigers a. D. Ebenso sprechen sich auch mehrere es keines Verbots und keiner Chikane; die Margarine würde dort, wo bes Gesetzbuch könne jetzt überhaupt nicht geschaffen sie bei Bereitung der Speisen der Butter Konkurrenz macht, von denn die Bourgeoisie, die im Anfang selbst verschwinden. Aber jetzt, wo stets größer werdende Bolks- werden maffen froh sein müssen, wenn ihr Einkommen noch langt, um des Jahrhunders, als sie im Code Napoleon ihr Recht das Surrogat der Butter, die Margarine, sich zu kaufen, jetzt ist formulirte, noch jung und lebensfrisch war, ist heute alt jede Beeinträchtigung des ehrlichen Margarinehandels ein und wird in der Herrschaft von einer Klasse abgelöst Attentat auf die Ernährung der ärmeren Boltsschichten. Die werden, die das herrschende falsche Recht" umstürzt und betrügerische Verwendung der Margarine, ihr Verkauf als ein höheres wirkliches Recht, das Gerechtigkeit ist, Butter, wird selbstverständlich wie jeder Betrug von uns be= begründet. noch mehr beim Schmelzen. Aus der Erklärung in der Kreuz- Zeitung" ist allenfalls noch nachzutragen, daß die Mitglieder des Elfer- Aus schusses es Stöcker ans Herz legten, doch nicht auch gleichzeitig aus der Partei auszuscheiden, daß aber Herr Stöcker es für nothwendig erklärte, völlige Klarheit über seine Stellung zu verschaffen. Aus dem konservativen Lager veröffentlicht das„ Volt" die Erklärung zweier lokaler Parteiführer zu gunsten des fonservative Parteizeitungen dahin aus, daß er auch außerhalb der Partei noch ihre volle Sympathie befize. Ein sehr geschickter Schachzug Stöcker's ist es, daß er die agrarischen Bestrebungen als maßgebend für die konservative Partei und als unvereinbar mit christlich- sozialen Anschauungen hinstellt. " Die englischen Kolonialchauvinisten haben Pech mit fämpft. Jede wirtsame Maßregel zur Bekämpfung solches Während der trefflichen Rede des Arbeitervertreters, allen den Mären, die sie zur Diskreditirung der Transvaals Betruges würde von uns gutgeheißen werden; die Vorschläge aber, die von der Kommiffion angenommen wurden, mußten von der niemals studirt" hat, aber die Herrn Professoren über Buren in die Welt schicken. Nachdem bereits Herr Chamber den sozialdemokratischen Mitgliedern derselben, Herbert profefforte und ihnen eine gepfefferte Lettion gab, machte lain fid, genöthigt sah, die hegerischen„ Telegramme", die und Wurm, bekämpft werden. Ein Mittel, das zuerst Herr Professor und Regierungskommissar Sohm ein sehr der Times" angeblich aus Johannesburg zugegangen waren, Prof. Sorblet in München vorschlug, die Anwendung von verlegenes Geficht; und Profeffor Enneccerus fühlte sich 3 desavouiren, geht jetzt aus Pretoria eine Mittheilung Phenolphtalein hat ja manches für sich. Dieser gesundheits- so getroffen, daß er seinen verlegten nationalen" Gefühlen ein, welche die Behauptungen des angeblich von britischen Einwohnern an die Times" gesandten Telegrammes für un schädliche farblose Körper( eine Säure, die aus Phtalsäure und in einem viertelstündigen Nach- Hurrah Luft machte. Ein derartiges Tele= Benzol, Produkte des Steinkohlentheers, hergestellt wird), von dem Und dann eilte Stadthagen, der als letter Redner durchaus unwahr erklärt: 1 Gramm auf 100 Kilogramm Margarine zugefeßt werden foll, notirt war, auf die Bühne zum argen Leidwesen der gramm sei an feinem Telegraphenamte Transvaals aufgegeben worden. Von einer Unterdrückung jaz von Sobalösung( Asche von Zigarren, Papier) roth zu Hammersteiner und Hurrahpatrioten, die freilich nichts der Redefreiheit und des Versammlungsrechtes ist keine Rede. hat die Eigenschaft, sich auch in sehr großer Berdünnung bei Bu färben. In der landwirthschaftlichen Presse war vor einigen Gutes zu erwarten hatten. Monaten eine schöne bunte Tafel abgebildet, auf der ein mit Die Deklamationen der beiden„ deutschen Professoren am Die Burentruppe befindet sich sechs Meilen von der Stadt Margarine geschmiertes Brot dargestellt war, das durch Begießen Ende des 19. Jahrhunderts" veranlaßten Genossen Stadt entfernt, sie hat Befehl, die Stadt nicht zu betreten, und So einfach ist aber der Nachweis nicht. Das Kais. Reichs- Gesund zu theil werden zu lassen. Diesem legte er klar, in welchem Arbeitermangel abzuhelfen und es sind bereits mehrere Abmit Phenolphtaleinlösung einen fenerrothen Fleck erhalten hatte. hagen, insbesondere dem Professor Sohm eine Abfertigung behelligt niemand. Die Geschäftslage nimmt allmälig wieder ein normales Aussehen an. Die Regierung ist bemüht, dem heitsamt gab zu Protokoll, daß ein Stückchen Margarine mit Soda- 3 Widerspruch seine sonderlichen Ausführungen sich zu seiner lösung befeuchtet, nicht roth gefärbt wird; dagegen beim Verreiben der Margarine mit Sodalösung färbt sich dieselbe, eigenen anderwärts niedergelegten Auffassung befinden. Zum theilungen von Arbeitern nach dem Rand gesandt worden. Schluß legte er den Gegnern nochmals flar, daß die persön- Die politischen Aussichten haben sich gebessert." Die Untersuchung in Angelegenheit des ReformNun wäre troßdem das Phenolphtalein ein gutes Erkennungs- liche Freiheit des Arbeiters ein Gut ist, das er sich nicht Komitees in Johannesburg hat vor dem Gerichtshof mittel wenn es nicht aus der Margarine wieder zu entfernen nehmen lassen werde und daß das berechtigte Verwäre. Wenn man aber dieselbe mit einer sehr verdünnten Soda- langen gestellt werden müsse, einheitliche Rechts- in Pretoria begonnen. Am 3. Februar machten einige lösung austnetet, so kann man das Erkennungsmittel vollverhältnisse für alle zu schaffen, die ihre körper- Zeugen Aussagen über die Lage in Johannesburg seit der ständig entfernen, so daß keine Spur mehr davon zurück- liche oder geistige Arbeitskraft zum wirthschaftlichen Nugen Uebernahme der Kontrolle der Stadt durch das Reformbleibt. Bon unseren Kommissionsvertretern wurde darauf hin dritter verwerthen. Das Gesez, das ja an sich stets der gewiesen, daß bei Versuchen im großen, mit Rnetmaschinen, dies auch möglich sein werde; das faiserliche Gesundheitsamt wird wirthschaftlichen Entwickelung nachhinte, habe dem bereits daraufhin noch Untersuchungen anstellen die Kommission bestehenden Recht, soweit dies allgemein anerkannt ist, Rech wartete aber gar nicht das Resultat ab, sondern beschloß nung zu tragen. Mitarbeiten, erarbeiten wolle die Arden Zusatz von Phenolphtaleïn. beiterklasse sich ein einheitliches Recht; aber lebhaft würde Dem Schwindel wird Thür und Thor geöffnet, wenn und müsse sie sich gegen den Versuch wehren, im Wege der diese Bestimmung Gefeß wird; denn nun wird man, wenn Zivilgesetzgebung ihr neue Ketten zu schmieden, die ihre tein Phenolphtalein sich in der verdächtigen Butter nachweisen wirthschaftliche Existenz- und Erwerbsmöglichkeit noch mehr läßt, glauben, sie sei frei von Margarine; und dabei ist die zu beinträchtigen oder gar ihre persönliche Freiheit zu unterMöglichkeit erst recht vorhanden, daß Margarine, deren Phenol graben geeignet sind. Nachgeben solle die Regierung beumgekehrte Anfinnen Berboten wurde ferner der Zusatz der Färbemittel rechtigten Wünschen, nicht das umgekehrte Anfinnen von Margarine; bezweckt wird damit, derselben ein wider- dem Gewissen eines Volksvertreters stellen. Die Gezüchtigten hatten keine Luft, den Strauß fortzulich graues Ansehen zu verschaffen. Ein Antrag, daß die zu ver wendenden Dele entfärbt sein müssen, fand vorläufig sehen und so wurde die Debatte, die fein Triumph war für keine Annahme, doch ist nicht ausgefchloffen, daß auch dies von unsere Gegner, um 1/25 Uhr geschlossen, worauf die Verden Agrariern durchgedrückt wird, damit die Margarine nur ja weisung der Vorlage an eine Kommission erfolgte, die aber nicht appetitlich aussehe. Ein Verbot der Butterfärbung das Recht hat, gewisse nicht strittige Partien debattelos anregte zwar der Agrarier v. Plöh an, zog feine Anregung aber wieder zurück und stellte den Antrag, daß die Butter in Deutschland nur zunehmen und dem Plenum zu übergeben. Nächste Sigung morgen 1 Uhr: Interpellation der zum& pport gefärbt werden darf; dieses wurde abgelehnt. Festgestellt wurde von feiten eines Regierungsvertreters, dass die Agrarier betreffs der Tranfitläger, Uebermorgen SchwerinsFärbung der Butter entstanden sei durch die Absicht, derselben tag. Romitee. Marinepolitik auf Hintertreppen. Einen hübschei Einblick in das Treiben der Staatsretter, die auf höfischen Hintertreppen eine Mehrausgabe für Heer oder Marine zu erreichen suchen, gewährt eine Enthüllung des flottens begeisterten Hannov. Courier" über die neuesten Krisengerüchte, die sich aus der Betreibung der Flottenvergrößerung entwickelten. Es heißt darin: Durch den großen Flottenplan entstand thatsächlich die Krise; daß dann gewisse politische und höfische Kreise diese in ihrem Interesse auszunuzen und Kreise diese im Trüben zu fischen suchten, versteht sich von selbst. Weder der Reichskanzler noch der Staatssekretär Hollmann hätten indeß den Flottenplan in der geplanten Ausdehnung vor dem Parlament vertreten wollen." Dann heißt es weiter: Nun hat es in der Umgebung des Monarchen nicht an Stimmen gefehlt, welche im Gegensatz zu den beiden hier in erster Linie in betracht kommenden Staatsmännern auf eine Beschleunigung der Angelegenheit drängten." Diesmal ist der Plan der Aegirssöhne zwar schon auf den Hinters treppen zu Wasser geworden. Aber werden sie deshalb ruhig sein? Sicher nicht, denn der patriotische Tamtam geht in altgewohnter plumper Weise seinen Gang. einem Monat und einer Geldbuße von 16 bis 200 Frants, Pariser u. Straßner wurde bemerkt, baß die Schneider sich oder mit einer von diesen beiden Strafen allein bestraft." gern in Unterhandlungen einlassen möchten, sie wollten nur Das ist klar und deutlich, obgleich in letzter Linie, wie bei haben, daß man ihnen entgegenkomme. Die Firma schlägt Der englische Kolonialhandel. Aus London wird allen Gesetzen, alles auf die Ausführung antommt. Das vor, ein Romitee einzusehen und dieses zu ermächtigen, mit telegraphisch gemeldet: Die Handelsliga des Ver- oder" ist ein Kautschukwort. Geldstrafen, wenn sie nicht in die der Lohnkommission in Unterhandlungen zu treten und ihm einigten Königreichs richtete an Lord Salisbury eine Dent- Behntausende gehen, haben für Fabrikanten gar keine Bedeutung. folgende Proposition zu stellen: Für Arbeiten im Preise von 1 M. sollen 10 pCt., für solche von 1,50 M. 15 pet. und über schrift, in welcher dieser ersucht wird, die geeigneten Die Arbeiter müssen es ja doch verdienen. Schritte zu thun, um eine Befreiung von denjenigen Schuß des Koalitionsrechts gemacht. Immerhin ist hier einmal ein ernstlicher Anlauf zum 1,50 M. 10 pCt. Aufschlag bewilligt werden. Die Firma BodUnd dieser einzige länder befürwortete diesen Vorschlag und wünscht Abstimmung Artikeln in den Handelsverträgen mit Belgien Gefeßesparagraph, wenn richtig ausgeführt, ist mehr werth darüber. Die weiteren Verhandlungen ergaben, daß mit der und dem deutschen Zollverein zu per als als sämmtliche Arbeiter Gefeße des Deutschen Bildung eines Romitees zum 3wede, Unterhands langen, welche verhindern, daß britische Waaren Reiches mit ihren Hunderten von Paragraphen. Es ist, lungen mit der 2ohntommission zu führen, alle in britischen Kolonien eine bevorzugte wie wir schon vor Jahren betont haben, das Koalitionsrecht anwesenden Firmen einverstanden sind, ebenso mit Behandlung genießen. Die Denkschrift erinnert Lord neben dem allgemeinen Wahlrecht das wichtigste Recht der der Gründung eines Vereins. Die Firma Taterka bemerkt, daß Salisbury an feine im Jahre 1891 abgegebenen Versiche- Arbeiter, und eine Waffe, mit der sie sich alle übrigen die Arbeitgeber eine Unterlassungssünde sich haben zu schulden kommen lassen; sie hätten schon eher Stellung nehmen rungen, daß die Regierung jede Gelegenheit ergreifen werde, Rechte erobern tönnen. sollen. Es wurde nunmehr durch Abstimmung beschlossen, einen um Großbritannien von solchen unglücklichen Erschwerungen Sollten diese Bestrebungen der Handelsliga von Erfolg getrönt sein, so würde eine der besten Ueberlieferungen der London, 6. Februar. Die Thatsache, daß der Chef englischen Politik der Neuzeit, die Gewährung der Handels- redatteur und ein Redakteur der Pall Mall freiheit an Fremde in und mit den Kolonien, durchbrochen Gazette" von deren Eigenthümer, dem amerikanischen Millionär werden. Das könnte schließlich England selbst nur zum Astor, entlassen worden, erregt gewaltiges Aufsehen. Infolge Schaden ausschlagen. Derartige Pläne passen aber trefflich dieses Vorganges haben sämmtliche Redakteure des Blattes ihre in die pomphafte imperialistische Politik" hinein, die Entlassung genommen. Italien. nach dem Muster Disraeli's jetzt von Chamberlain kultivirt wird. zu befreien." Deutsches Reich. -Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sigung die Vorlage betreffend die Entwürfe von Gesetzen für Elsaß Lothringen über die Gewerbesteuer und die Wandergewerbesteuer den zuständigen Ausschüssen überwiesen und dem Ausschußberichte über die Vorlage betreffend die Ausdehnung der Unfallversicherung auf die große Heringsfischerei die Zustimmung ertheilt. Sodann wurde beschlossen, dem Reichstagsbeschluß be treffend Erhebungen über die Arbeitszeit der Arbeiterinnen 2c. feine Folge zu geben. Mayen, 5. Februar.( Eig. Ber.) Bei der Nachwahl zum Reichstage erhielten bis jetzt: Wallenborn( 3.) 5102( 1893: 15 138), ofrichter( 603) 475( 1893: 374), Kohns( Antis.) 441 Stimmen. 15 Orte stehen noch aus, sie können aber das Wahlergebniß nicht mehr ändern. Das Zentrum behält also unter starter Stimmeneinbuße den Wahlsiz. Die französischen Rapitalisten wissen das auch sehr gut, und sie speien Feuer und Flamme gegen das Ministerium Bourgeois. England. " Verein der Konfektionsfirmen ins Leben zu rufen. Das Komitee wird morgen zur weiteren Besprechung zusammentreten und dann noch am selben Tage mit der Lohnkommission verhandeln. Ueber die gegenseitigen Abmachungen wird dann in den nächsten Tagen in einer Versammlung Bericht erstattet und der Verein konstituirt werden." Presstimmen. Die Norddeutsche Allgemeine 3eitung" beruhigt sich nicht mit der Abfertigung, die wir ihr zu theil werden ließen, sondern bemüht sich in kurzen Worten", d. h. in Rom, 5. Februar. Die„ Riforma" schreibt, daß, wenn die einem Leitartikel von 21/5 Spalten Länge, nochihr zugekommenen Informationen auf Richtigkeit beruhen, sich mals den Sinn ihrer Auseinandersetzungen darzulegen. Wenn morgen eine fleine Abtheilung unter dem Befehl des Oberst diese Bemühung uns etwa gelten sollte, so bedauern wir, sie Bittaluga in Neapel nach Affab einschiffen würde, um, ablehnen zu müssen: wir hatten schon dem ersten Leitartikel falls es nothwendig werden sollte, einen treu gebliebenen der Nordd. Allg. Zeitung" entnommen, daß dies würdige Blatt sich durch die demonstrative Hervorhebung eines nebensächlichen auffastamm zu beschüßen. und zufälligen Ereignisses, wie es doch immerhin das Erscheinen Rom, 6. Februar. Obgleich die Friedensverdes Olberg'schen Büchelchens ist, der Verpflichtung entziehen will, handlungen in Afrita fortgefeßt werden, fordert die eine ungemein ernste Bewegung, bei der es sich um das Wohl Tribuna" unaufhörlich zur Fortsetzung des Krieges auf. und Wehe tausender und abertausender der elendeſten und ge Das Blatt verlangt, daß man große Strecken befehen soll, damit knechtetsten Proletarier und Proletarierinnen handelt, mit verMenelit im nächsten Jahre die Offensive nicht mehr ergreifen ständnißvoller Sachlichkeit zu verfolgen. Statt deffen macht das fann. Die Kriegspartei will es dahin bringen, daß entgegen Blatt in den Kreisen seiner Leser unter dem Schein einer Polemik allen Warnungen der Oppositionsblätter der Krieg fort- gegen Oda Olberg und gegen den Vorwärts" Stimmung gegen gesetzt wird. die Sache; und es bedient sich dazu der Mittel der nacktesten Klaffenverheßung, appellirt an die Klaffeninstinkte, um das dreimal heilige Rapital zu schützen. Man lese nur folgende Zeilen: Es wäre eben sehr an der Zeit, daß den jungen Damen, welche, nach dem Gleichniß des römischen Dichters, wie Blumen im umfriedigten Garten aufwachsen, auch von der Wirklichkeit draußen etwas richtigeres und wahreres mitgetheilt würde, als was sie bis jetzt zu hören pflegten oder aus Büchern entnehmen konnten, die ihnen zur Lektüre empfohlen wurden. Von den Sorgen, Nöthen und Kämpfen eines Mannes, der in verant wortungsvoller Stellung ein industrielles Unternehmen zu leiten hat, können ja die Töchter pensionsberechtigter Väter gar keine Ahnung haben. Von den Bedingungen, unter denen allein ein Geschäft in Ordnung erhalten und einigermaßen rentabel gemacht werden fann, wissen sie natürlich noch viel weniger. Sie sehen im besten Falle diese ganze kämpfende, wagende, mit Anspannung aller Kräfte sich abmühende Welt der höheren Arbeit nur von außen, meinen naiv, der Lichterglanz eines Ladens in der Leipzigerstraße bedeute ein Wohlleben im Schimmer von Perlen und Diamanten; meistens aber bilden sie sich ihre Vorstellungen und Empfindungen überhaupt nicht nach geschauter Wirklichkeit, sondern nach Büchern und Broschüren, die sozial anregen", oder nach Predigten, die in derselben Richtung wirken. Im Mailand, 5. Februar.( Frankf. 3tg.) In Sala bei Biella sind schwere Unruhen ausgebrochen wegen der Erhöhung der Steuer auf Maaße und Gewichte. Der Präfekt sandte von Biella Truppen gegen die Demonftranten. Es kam zum Kampf, die Truppen schoffen scharf, vier Bauern wurden getödtet, viele verwundet. Nähere Nachrichten fehlen noch. Portugal. Leipzig, 5. Februar.( Eig. Ber.) Eine in Sanssouci( Tonhalle) Leipzig abgehaltene öffentliche Versammlung nahm am 4. Februar nach dem Vortrage des Nahrungsmittel- Chemikers Liffabon, 5. Februar. 57 Anarchisten wurden verhaftet zu Dr. GIsner eine umfangreiche Resolution gegen den Margarine Gesez entwurf an. Ebenso beschloß die Handels- dem Zwecke, die Person zu ermitteln, welche gestern Abend eine fammer in Leipzig eine Protesteingabe gegen den Mar- Bombe vor dem Hause eines Arztes geworfen hatte. Der Arzt garine- Gesezentwurf, in dem das Bestreben des Entwurfs als ist derjenige, der das Zeugniß unterzeichnet hatte, durch ein ein billiges Voltsnahrungsmittel vertheuerndes und den Ver- welches die Geistesgestörtheit des Arbeiters festgestellt wird, trieb der Margarine erschwerendes bezeichnet wurde, obgleich zur ber fürzlich einen Stein nach dem Wagen des Königs geVerschärfung des Margarinegefeßes fein ausreichender Grund schleudert hat. vorliegt. Leipzig, 6. Februar.( Privatdepesche des Vorwärts".) Die sozialdemokratische Partei beruft auf den 9. Februar eine Massenversammlung nach der Festhalle Stötterig. Bebel wird in der selben über den Wahlreform- Entwurf der Regierung referiren. Türkei. Konstantinopel, 5. Februar. Gegen den geflüchteten, in Egypten weilenden Kommissar der Dette publique( Staatsschulden- Kommission), Muraj Bey, wurde ein Haftbefehl veröffentlicht. Kuba. Altona, 5. Februar.( Eig. Ber.) Eine Petition gegen den Savannah, 6. Februar. Die Aufständischen wurden Jargon( fo!) dieser Art von Literatur oder RedeGefeßentwurf betreffend das Dienstein tommen bei Majuari in der Provinz Matanzas geschlagen und ver- funft heißt jeder Unternehmer, jeder Besitzer eines Verder Lehrer und Lehrerinnen in Preußen hat auch loren 32 Todte. Eine andere Schaar der Aufständischen wurde kaussladens, eines Fabritgeschäftes oder sonstigen dem der Altonaer Magistrat und das Stadtverordneten- Kollegium an bei Carmen geschlagen und hatte 20 Zobte sowie zahlreiche Erwerbe bienenden Instituts dienenden Instituts Kapitalist". Daß diefer das Abgeordnetenhaus gerichtet. In derselben wird das Verwundete.in dem dem Entwurf zum Ausdruck gebrachte Bestreben Amerika. beklagt, daß den großen Städten ชิน ihrer eigenen Washington, 5. Februar. Die vom Schaßsekretär Carlisle schwer drückenden Schulkostenlast auch noch die Mittragung am 6. Januar ausgeschriebene. Substription in versiegelten ber Schullaften fleinerer Gemeinden aufgebürdet werden soll. Der Offerten auf die im Betrage von 100 Millionen Dollars neu Stadt Altona stehe jetzt auf grund der Gesetze vom 14. Juni auszugebenden 4 prozentigen Goldbonds ist bes 1888 und 31. März 1889 ein Staatsbeitrag von rund 80 000 M. ftimmungsgemäß heute Mittag geschloffen worden. Die Gesammt zu. Nach Annahme des Entwurfs würde dieser Beitrag auf Substription beträgt 558 269 850 Dollars. Schatfekretär Carlisle rund 6500 M. zusammenschrumpfen, so daß dem Altonaer Ge- nimmt an, daß das niedrigste Angebot, welches von der Remeinwesen ein Schaden von 73 500 m. erwachsen würde. Wegen gierung angenommen wird, wenig unter 111 pCt. betragen der petuniären Schädigung, die nicht nur für die Stadt Altona, werde. sondern für alle großen Städte Preußens eintreten würde, wird gebeten, das beantragte Gesez abzulehnen. Straßburg i. Elf., 5. Februar. Der Landesausschuß beendigte in seiner heutigen Sigung die erste Lesung des Etats. Die Abgeordneten Spieß und Genossen beantragten eine Resolution, welche die reichsländische Regierung auffordert, bei den demnächstigen Verhandlungen im Bundesrath und Reichstag den von Elsaß- Lothringen eingebrachten Antrag auf Beseitigung der Ausnahmegesebe zu unterstügen. Die Debatte über diesen Antrag wurde verschoben. Das Haus vertagte fich auf unbestimmte Zeit, Ungarn. Budapest, 5. Februar. Die Verhandlungen über die Au 3. gleichs Angelegenheit sind heute zu einem vorläufigen Abschluß gelangt; die Fortsetzung derselben wird in Wien Ende Februar erfolgen. Ueber die noch unerledigt gebliebenen Theile Der Ausgleichsfragen werden die beiden Regierungen inzwischen schriftlich verhandeln. Nach dem Zusammentritt des österreichischen Reichsrathes werden beide Regierungen ihren betreffenden Parlamenten Vorschläge zur Wahl 15 gliedriger Quotenausschüsse machen. Erst diese Ausschüsse werden auf grund statistischer Daten über die Quotenfrage verhandeln. Washington, 4. Februar. Die Budgetkommission hat den Beschluß gefaßt, dem Hause zu empfehlen, die vom Senate an genommene Bill der freien Silberprägung nicht u genehmigen, sondern an der vom Repräsentantenhause angenommenen Bond- Bill festzuhalten. New- York, 6. Februar. Nach einer Depesche des NewPort Herald" aus Rio de Janairo ist der dortige englische Gefandte angewiesen worden, die Souveränetät Brasiliens über die Insel Trinidad anzuerkennen. Das ist nicht die große Insel Trinidad an der Küste von Venezuela, sondern eine kleine gleichnamige an der Küste von Brasilien. " Die Bewegung in der Konfektions- Industrie. Berichte. Aus Hannover geht uns folgende Resolution aus einer öffentlichen Schneider- und Schneiderinnen- Versammlung zu: Die am Montag, den 3. Februar, im Ballhofe" tagende öffentliche Versammlung der Schneider und Schneiderinnen Hannovers erklärt sich mit den deutschen Kollegen und Kolleginnen in der Es handelt sich hierbei um den Antheil beider Staaten an Konfektionsbranche solidarisch. Die Versammlung erklärt ferner, den Kosten des Ministeriums des Aeußern, des Kriegs, der gemein- mit allen ihr zu Gebote stehenden gefeßlichen Mitteln die Kon famen Finanzen, des gemeinsamen Rechnungshofes und der Ver- fettionsarbeiter unterstüßen zu wollen, hauptsächlich dadurch, daß waltung Bosniens und der Herzegowina. Frankreich. Paris, 5. Februar. Die Budgetfommission nahm einstimmig den Bericht des Deputirten Raiberti über die Bewilligung eines Kredits behufs der Theilnahme Frant reichs an der Krönung des Kaisers von Ruß I and an. Der Bericht stellt fest, daß dieser Kredit dienen wird zur Entfendung der außerordentlichen Gesandtschaft und zu den Ausgaben der französischen Botschaft in Petersburg.- Zwei Häuser sind in Mostau gemiethet worden; dieselben müssen eingerichtet werden. Der Miethspreis allein beträgt 40 000 Rubel. Die Ausgaben für den Ball und das Souper, welches demselben folgen wird, werden sich auf 100 000 Rubei belaufen. auswärtige Arbeit, die infolge eines event. Streits zur Fertigstellung nach hier gelangen sollte, verweigert wird. Von einem aktiven Eintreten der hiesigen Konfektionsarbeiter in die Lohnbewegung verspricht sich die Versammlung keinen Vortheil. Die Versammlung hält es jedoch für dringend erforderlich, daß eine energische Agitation zur Förderung der Organisation betrieben wird, damit später auch hierorts die Einführung der Betriebswerkstätten und die Anerkennung der obigen Forderungen verlangt werden kann." Kapitalist" von der Ausbeutung" der Nichtbesitzenden lebt und teuflisches Vergnügen daran findet, arme Arbeiter bis aufs Blut zu foltern und zu martern, steht ein für allemal dogmatisch fest. Wie könnte das mitfühlende Herz einer Dame, die den Wohlstand, in dem sie aufgewachsen und den sie wie etwas Selbstverständliches mitgenossen, vielleicht jetzt als eine Art von Vorwurf empfindet, da der Versuchung widerstehen, mit bitteren Antlagen gegen diejenigen aufzutreten, deren Gleichgiltigkeit gegen das Wohl oder Wehe der Nebenmenschen, ihrer Borstellung von den Verhältnissen des Lebens zufolge, an der Nothlage, in der sich viele Arbeiter befinden, einzig und allein die Schuld trägt." Dder kann man etwas wühlerische res schreiben, als diese Frage: Haben wir aber nicht die Pflicht, angesichts der Thatsache, daß Töchter hoher Beamten und Offiziere um eine Partei, welche unserem Staat, unserem Volt( wer ist denn eigentlich dieses Volt? R. d.„ V.") und unserer Kultur den Stimme zu erheben und an diese Damen öffentlich die Bitte zu Untergang geschworen, sich literarische ,, Werdienste" erwerben, unsere richten, ihren Drang zu schriftstellerischer Bethätigung doch lieber auf solche Gebiete hinzulenten, wo sie nicht aus Unkenntniß der werden, die gebrandmarkt sind durch das kaiserliche Wort, sie Weltwirklichkeit sich verirren und zu Genossinnen von Menschen feien nicht werth, Deutsche zu heißen?" Bum Bum! Wenn derartige Tiraden nicht mehr ziehen, dann ist Hopfen und Malz verloren! Die Norddeutsche Allgemeine Beifung" erweist der Sache, für die sie kämpft, durch ihr täppisches Darauflospaufen einen schlechten Dienst: auch nicht den leisesten Wiederhall finden ihre Kassandrarufe in der ganzen deutschen Presseman will mit ihr nichts gemein haben, fürchtet ihren Basilistenblick. Ginem Blatt, das sicherlich über den Verdacht erhaben ist, Arbeiterinteressen allzu lebhaft zu vertreten, die, Post", Herrn v. Stumm's" Organ, entgeht nicht, wie der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", die Bedeutung der Bewegung; das lehrt folgender Artifel in ihrer neuesten Nummer, den wir wörtlich wiedergeben: wenn auch " Der Lohnkampf in der Konfektionsbranche unterliegt einer wesentlich anderen Beurtheilung, als der Bierkrieg des Jahres 1894. Damit handelte es sich in erster Linie darum, wer in den Brauereibetrieben Herr im Hause sein sollte, die Arbeitgeber oder die Arbeiter, und zwar mit dem für den weiteren Verlauf der Sache charakteristischen Nebenumstande, daß die sozialdemokratische Maifeier zum Ausgangspunkt der Kraftprobe gemacht wurde. In dem jezigen Widerstreit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Konfektionsbranche handelt es sich dagegen Breslau. Am 4. b. M. traten die Breslauer Konfektionäre wenigstens bis jetzt noch rein um die Lohnfrage. Und zwar Unternehmer zu einer Besprechung der Lage zu um die Erhöhung von Lohnfäßen, welche, fammen. Wir entnehmen dem Berichte der„ Breslauer Zeitung" die Angaben über die Niedrigkeit derselben in den Agitationsfolgendes:" Die meisten Firmen waren persönlich durch die versammlungen sicher vielfach übertrieben find, für die große Chefs vertreten. Ginzelne Firmen, die am Erscheinen verhindert Mehrzahl der in der Konfektionsbranche beschäftigten Arbeiter waren, ließen sich durch ihre Reisenden vertreten. Die Firma und Arbeiterinnen zum Lebensunterhalt nicht ausreichen. Die Paris, 6. Februar. Im Ministerrath wurden ver- aus, daß die Forderungen der Schneider bezüglich des Lohnlichkeit der betheiligten Kreise ist nur allzu bekannt. Schlamme führte den Vorsitz. Der Inhaber derfelben führte Rückwirkung des niedrigen Standes dieser Löhne auf die Sitt. schiedene Vorlagen des Kriegsministers, betreffend die Armee, tarifs und der Betriebswerkstätten zu erfüllen eine dirette Die Ursache dieses niedrigen Lohnstandes liegt in dem überbesonders die Vorlage über Schaffung einer KolonialUnmöglichkeit sei... Dagegen könnte die Forderung der triebenen Angebot von Arbeit, und zwar einmal in der Unterarmee und über Reorganisation des 19. Armeekorps angenommen. Die Zolleinnahmen im Monat Januar be- Ginfegung einer Kommission zur Schlichtung von Streitigkeiten bietung der sogenannten Zwischenmeister untereinander und sodann trugen 6411 000 r. mehr als im Budgetvoranschlage und wohl erfüllt werden. Der Referent plädirte für Gründung eines in der durch das starte Angebot von Arbeitskräften diesen trugen 6411 000 Fr. mehr als im Budgetvoranschlage und Bereins, dem sich sämmtliche Konfektionsfirmen anschließen gegebenen Möglichkeit, fich durch Herabdrückung des Arbeitszeigten eine Erhöhung von 7796 700 Fr. gegenüber den Zoll- sollten. In diesem Verein könnten dann alle Differenzen mit lohnes bei Arbeitern und Arbeiterinnen schadlos zu halten. einnahmen im Januar 1895. den Arbeitnehmern im gegenseitigen Jutereffe geregelt werden. Ob eine andere Organisation der Arbeit, speziell durch - Zum Schutz des Koalitionsrechts. Der Gefeß- Bon mehreren Firmen, Schlesinger u. Grünbaum, Heimann Einrichtung von Betriebswerkstätten durchführbar ist, erscheint entwurf, welchen die französische Regierung der u. Seidenberg u. a., wurde hierauf ebenfalls die zweifelhaft. Dagegen wird anzunehmen sein, daß die Lage der Kammer vorgelegt hat, ist sehr kurz, aber auch sehr gut, so daß Unmöglichkeit dargethan, einen solchen Lohn- Konfektions- Industrie eine Erhöhung der Lohnfäße auf einen das Wort„ turz und gut" hier zutrifft. Er lautet: tarif, wie man ihn fordert, anzunehmen. Stand gestattet, welcher bescheidenen, aber berechtigten AnEinziger Paragraph. Die Arbeitspreise müßten für viele Garderobenstücke verdoppelt sprüchen der Arbeiter genügt. Trifft diese Voraussetzung zu, so Wer überführt wird, die freie Ausübung der aus dem werden; außerdem machten die Schneider Qualitätsunterschiede liegt es ohne Zweifel im allgemeinen Interesse, daß baldmöglichst Gesetze des 21. März 1884 über die Arbeiterfyndikate in den Stoffen, wodurch nur große Differenzen entstehen im Wege der gütlichen Verständigung eine entsprechende anderfich ergebenden Rechte gehemmnt( entravé) oder zu hemmen ver- tönnten. Die Konjunktur in der Konfektionsbranche sei durch weite Regelung der Löhne herbeigeführt wird. sucht zu haben, wird mit Gefängniß von sechs Tagen bis die Einkäufe aus der Proving gestiegen. Von der Firma vom Standpunkte der bürgerlichen Gesellschaft empfiehlt Gerade Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Oeffentliche Sigung vom Donnerstag, 6. Febr., nachmittags 5 Uhr. Zu Beginn der Sigung wird der wiedergewählte Stadtverordnete Bergemann in der herkömmlichen Weise in die Versammlung eingeführt. Sadtv. Cassel ist für den Antrag, aber ohne jedes Präjudiz bezüglich des Kostenpunktes. Auch betont er das Bedürfniß öffentlicher Bartanlagen außerhalb des Westens, besonders in dem Rosenthaler Viertel. fich in bem rorliegenden Falle eine solche Erledigung aber die Bebauung des Gartens in mäßigen Grenzen sehr wohl des Lohnstreites Stadtv. Singer: Jch verwahre mich gegen diese Unter unter einem doppelten Gesichtspunkte. möglich ist, so muß es doch erst recht möglich sein, den verstellung, zu der ich nicht den mindesten Anlaß gegeben habe. Ich An fich liegt e3 in deren wohlverstandenem In- bleibenden Rest, die eigentlichen Anlagen, zu erschwingbaren habe lediglich darauf aufmerksam gemacht, daß mehr gearbeitet tereffe, daß die Löhne der Arbeiter sich auf der mit dem Gedeihen Preisen für die Stadt als Park zu erwerben. Deshalb haben werden könnte; nicht die Beamten sind für den thatsächlichen der heimischen Produktion vereinbaren Höhe befinden und er- wir den Antrag gestellt. halten, insbesondere, daß nicht ganz unzureichende Löhne gezahlt Zustand verantwortlich zu machen, sondern die Träger der AufStadtrath Ko chann: Schon seit August ist der Magifirat ficht über die Ordnung in den Bureaus. werden, wo nicht die Noth dazu zwingt. Sodann ist auch ent- mit derselben Frage befaßt. Es sind bereits zwei Projekte auf- Die Anträge des Rechnungsausschusses werden angenommen. fchiedenes Gewicht darauf zu legen, daß die nothwendige Besserung gestellt worden. Nach der Rede des Finanzministers hat der Den Anschluß des Grundstücks der Versuchs- und der Löhne auf dem Wege freiwilliger Einigung ohne Ausstand Magistrat eine Kommission ernannt, die sich der Angelegenheit Lehrbrauerei an der Ecke der See- und Torfstraße an die und ohne Dazwischentreten der Sozialdemokratie erfolgt. Von weiter annehme, und deren Berichterstattung sieht der Magistrat Kanalisation hat der niedergesetzte Ausschuß an mehrere VorErwägungen solcher Art werden die Arbeitgeber der Konfektions- entgegen. Zur Berathung in gemischter Deputation wird er gewiß behalte zu knüpfen beschlossen. Danach soll die genannte Anstalt branche sich bei ihrer Entschließung leiten lassen und sich der bereit sein. fich verpflichten, das Terrain vor ihrem Grundstücke, soweit es Vermittelung einer für beide Theile annehmbaren Verständigung zur Seestraße erforderlich ist, unentgeltlich der Stadtgemeinde zugänglich erweisen müssen." zu übereignen, sowie die Genehmigung zur Legung von Niveaubahngeleisen in der Seestraße von den forstfiskalischen Behörden für die Stadt bezw. die Pferdebahngesellschaft zu erwirken. Im Stadtv. Kalisch: Die Antragsteller wollen doch gewiß Falle, daß für die außerhalb des Weichbildes an die Kanalisation nicht die Intereffen anderer Stadttheile benachtheiligen. Hier angeschlossenen Grundstücke eine Erhöhung der Kanalisationsgebühr aber ist ein alter großer historischer Park vorhanden, den wollen wir eintreten sollte, hat die Anstalt die erhöhten Gebühren zu entrichten. erhalten wiffen. Es ist doch nicht unmöglich, daß die Regierung von Gleichzeitig soll der Magistrat ermächtigt werden, falls auf der diesem Projekt trotz allen Geldbedürfnisses des Herrn Miquel doch Grundlage dieser Bedingungen doch keine Einigung zu stande noch zurückkommt.( Heiterkeit.) Es ist fast unglaublich, daß Herr fäme, auf dem Wege der Enteignung die Erhaltung des HauptMiquel ein solches Projekt, das noch unter Kaiser Wilhelm I. fanals an seiner jebigen Stelle als Servitut zu erwerben. In den Ausschuß zur Berathung über die fernere Be- ganz unmöglich gewesen wäre, verfolgen kann; wir müssen Ohne Debatte gelangen die Ausschußanträge zur Annahme. handlung der Blauplatz- Steuer find auch die Stadtv. Bruns den stärksten Protest dagegen erheben, daß diese Lunge In Sachen der provisorischen Errichtung einer Filiale und Stadthagen gewählt. Der gemischten Deputation zur Berlins einfach beseitigt wird. Vielleicht gelingt es, den Park der Feuerwehr in der Tempelhofer Vorstadt hat Berathung über die aus Anlaß des Lehrerbesoldungs- Gesezes ohne Geldopfer zu erhalten.( Sehr gut!) der Ausschuß für den bezüglichen Antrag Kreitling beschlossen, zu unternehmenden Schritte wird auch der Stadtv. Toltsdorf Stadtv. Hugo Sachs: Wir müssen mit aller Deutlichkeit die Versammlung solle den Magistrat ersuchen, 1. in angehören. aussprechen, daß wir kein Geld für die Erhaltung dieses Gartens jener Vorstadt geeignete Räume zur Unterbringung eines Dem verstorbenen bisherigen Stadtv. Borst e II( aus zu geben gewillt sind. Wir haben als Berliner das natürliche Löschzuges auf die Zwischenzeit bis zur Vollendung gefchieden 1896) widmet der Vorsteher einen ehrenden Nachruf. Recht auf Erhaltung der vorhandenen Pläge und Parks. Das der Feuerwache in der Wilm 3 straße zu miethen; Auf dem Grundstück der städtischen Wasserwerke darf nicht länger so fortgehen, daß man uns Straßen nieder- 2. dafür Sorge zu tragen, daß diese Feuerwache bis zum an der Stralauer Chaussee und angrenzenden Grund- reißen, Pläße freilegen und Millionen für die Bequemlichkeit 1. Januar 1897 in Benutzung genommen werden kann. stücken sollen nach dem Vorschlag des Magistrats fünf neue hoher und höchster Bewohner der Stadt opferu läßt, während Der Antrag 1 wird nach längerer Debatte in nament. Straßen angelegt werden. Im Ausschuß hat man man die für die die Bevölkerung vorhandenen Pläge licher Abstimmung mit 51 gegen 23 Stimmen abgelehnt, einstimmig beschlossen, die projektirte Straße 47 b in Wegfall zu einfach der Bauspekulation zur Ausbeutung hinwirft und uns Antrag 2 angenommen. bringen, da die Eigenart des Ostens die Anlegung wenigstens sagt: Wenn ihr das nicht wollt, so mögt ihr sie bezahlen! Dieser Die Auflösung des Kuratoriums der Friedrich Werderschen 42 Meter tiefer Blocks erheische, damit kleine Fabriken und Protest muß erhoben, er muß vom Magistrat mit Energie ver- Ober- Realschule wird beschlossen. Werkstätten errichtet werden können. Es könne auch nicht treten werden, und er muß und wird gehört werden! Minister Für den Ankauf des Werkes Berlin und seine Bauten" beabsichtigt werden, eine ungeheure Menge fleiner Wohnungen sind wie Blätter an den Bäumen; leicht werden sie von in 250 Exemplaren werden 12625 M. bewilligt. zusammenzudrängen und bei der Abgeschlossenheit der Ver- manchem Wind weggeweht und schnell welken sie dahin. Schluß 9 Uhr. bindungsstraße geeignete Schlupfwinkel für Prostitution u. dgl.( Heiterfeit.) zu schaffen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Mit dieser Modifikation wird die Ertheilung der Genehmigung Bei der Berathung der Berichte des Rechnungs- Auszur Festsetzung der neuen Fluchtlinien für diesen Theil der schusses bemerkt An die Zimmerer Berlins und Umgegend! Kameraden! Abtheilung XIV des Bebauungsplans unter der Bedingung vor= Stadtv. Singer, daß sich in dem Berichte Thatsachen feft. Gemäß dem Beschlusse der letzten öffentlichen Versammlung sind geschlagen, daß die Unternehmer der Straßenanlagen außerhalb gestellt finden, welche auf Mißstände, in der Verwaltung schließen fämmtliche Unternehmer von unserem Vorhaben in Kenntniß des Terrains der Wasserwerke außer den ortsstatutarisch fest- lassen, die der Abhilfe dringend bedürfen. Einmal im Kapitel gesetzt. Die Plazdeputirten- Versammlung vom 5. Februar schlug stehenden Leistungen auf die Kosten der ersten Beleuchtungsanlage der Etatsüberschreitungen. Solche seien ja nicht zu vermeiden, den Berliner Zimmerleuten nun den 10. Februar als den und diejenigen der Reinigung und Beleuchtung für die orts- aber fie feien in sehr starker Höhe vorgekommen und ohne Tag des Vorgehens vor. statutarische Frist übernehmen. ausreichende Begründung geblieben. Nach dem Bericht hätten Wo es möglich ist, können die Forderungen schon am Stadtv. Dr. 3 adet: Mit der Annahme des Ausschuß- die Kosten für die baulichen Ausführungen bei der Frrenanstalt Sonnabend den Unternehmern unterbreitet werden. Antrages hätten die Stralauer Wasserwerke aufgehört zu existiren. zu Dalldorf statt 24 000 Mart 45 651 Mark., also fast Vor allen Dingen hat aber jeder Zimmermann die Pflicht, Ich würde das sehr bedauern. Wenn wir, wie ich mehrfach das Doppelte betragen. In der Begründung werde gesagt, daß am Sonntag, den 9. Februar, in der öffentlichen hier angeregt habe, zur Wasserversorgung aus Tiefbrunnen über die innerhalb der gewölbten Decken liegenden Abfluß- Versammlung im Feenpalast zu erscheinen. Es ist ein gehen wollen, so ist das Terrain dieser Werke zu Versuchen der leitungen nur aus dünnwandigem Bleirohr hergestellt leichtes, die winzigen Forderungen, welche Ihr den UnterArt besonders geeignet. Seitdem wir vor einigen Monaten die und vielfach durchlöchert, in einzelnen Fällen sogar nur aus nehmern zu stellen habt, durchzuführen, wenn jeder dafür eintritt. Frage hier diskutirten, hat sich auch die Fach- und die Blech gefertigt waren. Es geht daraus hervor", bemerkt der Bedenke jeder, was für ihn auf dem Spiele steht: entweder Tagespresse damit beschäftigt und sich einmüthig auf Ausschuß, daß bei Errichtung der Anstalt die Aufsicht trotz der Jahre lang weiter längere unbestimmte Arbeitszeit und immenses meinen Standpunkt gestellt. Ich weise auf folgende drei That großen Bauleitungskosten mangelhaft war." Das sei ein sehr Herabdrücken der Löhne, oder geregelte Arbeitszeit und ge fachen hin: Am 27. Februar 1894 hat die Untersuchung des mildes Ausschußurtheil, denn thatsächlich habe hier doch die regelte Lohnverhältnisse. Letzteres ist augenblicklich mit wenig Beiliner Leitungswaffers im Laboratorium des Gesundheits betreffende Firma den Magistaat in Der schmäh- Mühe zu erringen. Wollt Ihr es, Zimmerer Berlins, so tommt amts das Vorhandensein von Typhusbazillen ergeben. Die ans lichsten Weise über's Ohr gehauen. Ob dieses Ergebniß in die Versammlung und nehmt dort an den Berathungen und gestellten Enteifenungsversuche sind durchaus gelungen und es wohl eine Folge des Submissionswesens sei? Das sei sehr Beschlüssen theil. Die Lohnkommission. J. A.: Theodor funktioniren entsprechend hergestellte Tiefbrunnen- Anlagen wahrscheinlich. Bei Vergebung des Auftrages werde in der Fischer, Danzigerstraße 83. B = " Gewerkschaftliches. in Charlottenburg, Trier und anderswo. Alle großen Hauptsache nach der Mindestforderung verfahren, und der Achtung Schneider und Schneiderinnen! Zu den am Städte gehen mehr und mehr zur Benutzung des Grund- hinkende Bote komme dann in solchen Ueberschreitungen nach. Montag, den 10. Februar, stattfindenden Versammlungen der waffers, zu Tiefbrunnen über, so auch Breslau, die zweit- Werde denn nicht der Lieferant für den durch seine mangelhafte Konfektionsschneider und Näherinnen gelangt unser örtliches größte Stadt Preußens. Hiernach hat Berlin die Pflicht, auch Arbeit entstandenen Schaden haftbar gemacht? Weiter feien die Blatt zur Agitation in folgenden Lokalen zur Bertheilung: feinerseits diesen Versuch zu machen, und falls er gelingt, im foloffalen Summen für Remunerationen und Diäten sehr auf- Für den Osten: bei Wiedemann, Blumenstr. 38. Für Interesse der Hygiene und um den Berlinern ein wohlfällig. Ob sie auch im richtigen Verhältniß zu den geleisteten den Südosten: bei Streit, Naunynstr. 86. Für den Norden: schmeckendes Wasser zu liefern, mit einer Tiefbrunnenanlage vor Arbeiten ständen, sei fraglich. Die städtische Beamtenzahl ver- bei Augustin, Kastanien- Allee 11 und bei Wernau, Rosenzugehen. mehre sich stärker als die Bevölkerung. In finanziell weniger thalerstr. 57. Für den Westen und Schöneberg: bei Blante, Stadtrath Ha a ck: Die Stralauer Werke sind zur Anstellung glänzenden Beiten müsse man schließlich doch dazu kommen, den Golzstr. 43. Für Moabit, Wedding und Gesundbrunnen: bei eines derartigen Versuches ganz ungeeignet. Schon 1887, als Magiftrat zu ersuchen, hier einen Riegel vorzuschieben. Gleinert, Müllerstr. 7a. der Wasserwerts Direktor Gill das Müggelsee Projekt vorlegte, Der Bureaukrat thut seine Pflicht von 9 bis 3, Es ist Pflicht, daß sich jeder, besonders auch die Rolleginnen hat er berichtet, daß das Stralauer Werk für die Zukunft nicht mehr braucht er nicht." Dieses Spottwort will Redner an der Verbreitung betheiligen. mehr benugbar sei, da die gemauerten Kanäle in undichtem Zu- nicht in aller Schärfe auf die städtischen Bureaustande, die Filter unzuverlässig geworden, die Wasserhebe- beamten anwenden; man könne aber wohl den Wunsch ausmaschinen durchgreifender Erneuerung bedürftig wären. Troß- sprechen, daß in den städtischen Bureans ein bischen intensiver dim hat dieses Wert noch bis 1893 für die Wasser gearbeitet werden möchte. Er sei gewiß nicht für lange Arbeitsversorgung dienen müssen; für Beamte und Arbeiter war der zeit, aber eine angemessene Arbeitszeit folle auch durch Arbeit 1. Co., Saarbrückerstr. 30, legten von den 40 dort Beschäftigten In der Patent- Hnfeifen- Stollenfabrik von Leonhard Tag des Schlusses ein Tag der Erlösung. Ein so total torrum- ausgefüllt werden. Die ungeheuren Remunerationen würden 35 Mann die Arbeit nieder. Die Firma beabsichtigte, pirtes Werk zu Versuchen gleichviel welcher Art zu benutzen, überdies denselben Beamten gegeben, die ein fires, in kurzem die dort beschäftigten Arbeiter nach und nach zu ents würde ganz unmöglich sein. Nachdem die Enteifenungsfrage austömmliches Gehalt bezögen. Dafür sollte man doch lassen und an deren Stelle weibliche Arbeitskräfte einzustellen. als gelöst angesehen werden kann, wird die Wasserwerksverwal- lieber stellen und arbeitslose Leute beschäftigen. Der Vorstand des Verbandes aller in der tung selbst, sobald das vierte Viertel der Müggelwerfe in Angriff hofft, daß der Magistrat aus diesen Anregungen einen Stimulus metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins genommen werden soll, der Versammlung die Frage vorlegen, ob entnehmen wird, den Dingen energischer auf den Leib zu rücken. und Umgegend. Brunnen- oder Seewasser genommen werden soll. Um in Auch bezüglich des Verlangens zutreffenderer Baukosten- Anschläge Stralau eine Brunnenanlage zu errichten, würden mindestens sei troß der vorjährigen Etate resolution noch immer nichts ge314 Millionen für die nöthigen Maschinen u. s. w. zu veraus- fchehen. Redner Die Agitationstommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. F. A.: J. Timm, Vertrauensmann. gaben sein; hier kommt der Preis des Bodens auf 50-70. Stadtbarath Blandenstein: In dem Dalldorfer Fall ist Depeschen und lekke Nachrichten. eine Heranziehung der Verpflichteten zur Garantie unmöglich ge- Paris, 6. Februar.( B. H.) Der an den Finanzskandalen wesen, denn die Lieferung liegt 15 Jahre zurück; die Firma eginirt garnicht mehr. Freunde des Submiffionswesens find wir nicht; unsere Verwaltung kann aber ohne dasselbe nicht auskommen. er am Müggelsee auf 60 Pf. pro Quadratmeter zu stehen. Der Unter schied der Anlagekosten nach dem Bodenwerth würde nicht weniger bei der Post- und Telegraphenverwaltung betheiligte Generals als 4 Millionen betragen. Eine dritte Wasserhebestation in Stralau inspektor heißt Gerson Fribourg. Derselbe soll große Bewürde schließlich nur die Unzuträglichkeiten noch vermehren, die techungen begangen haben und den Staat bei Uebernahme der schon aus dem gleichzeitigen Vorhandensein von 2 Hebestellen Telephongesellschaft durch Rechnungsfälschungen um 12 Millionen ( Tegel und Müggelsee) sich ergeben; und Tiefbrunnen in Stralau Ober- Bürgermeister 3elle: Die monirte Ueberschreitung geschädigt haben. Libre Parole" behauptet, daß Fribourg nach würden eine solche Senkung des Wafferspiegels bedingen, daß bei den Verwaltungsfoften war, wie ich glaube, wesentlich be- London geflüchtet ist. daraus unübersehbare privatrechtliche Nachttheile resp. Ent dingt durch eine Umwälzung in unserer Steuerdeputation, Paris, 6. Februar.( B. H.) Seit drei Tagen demons schädigungsverpflichtungen für die Stadt entstehen können. die sehr viel schwere Schreibarbeit und ein großes Hilfspersonal firiren hier in den Straßen die Arbeitslosen. Tausende von Stadtv. Spinola: Die Furcht vor dem Typhusbazillus nöthig machte. Die Vermehrung des Beamtenpersonals geht Arbeitern ziehen immer wieder vor die Präfektur und allein ist noch fein Anlaß, die Filter aufzugeben. Die Stadt hat keineswegs in stärkerem Schritt als die Bevölkerungszunahme rufen nach Brot und Arbeit. Polizei und Gendarmerie aber allerdings die Aufgabe, alle Neuerungen auf dem Gebiete vor sich. Unsere Beamten arbeiten nicht von 9-3, sondern von sind vergeblich bemüht, bie Demonstranten zu zer= der Wasserversorgung aufmerksam zu verfolgen. Weshalb aber soll 8-3 Uhr. Eine allgemeine Bemerkung über Trägheit der Be- ftreuen. Gestern Abend fam es zu erusten Unruhen. überhaupt das Terrain faffirt werden? Es stehen doch in Berlin amten, darüber, daß sie Allotria treiben, nüßt mir garnichts; Brüssel, 6. Februar.( B. H.) Ein großer Skandal fand 30 000 Wohnungen leer. Städtische Terrains sind doch sehr gegen speziell bezeichnete Uebelstände werde ich einschreiten. Daß heute in der Kammer statt anläßlich der sozialinischen Interwerthvoll, und es entspräche einer weisen Kommunalpolitit, ein so vielfach unsere Beamten die bezahlten Nebenarbeiten übertragen pellation, wobei die Abgeordneten Vandervelde und Genossen schönes Terrain nicht ohne dringende Noth aufzugeben. erhalten, liegt speziell bei der Steuerdeputation daran, daß es den Minister des Junern heftig heftig angriffen, angriffen, weil Stadtv. 3 adet ist erfreut, daß der Angelegenheit durch sich, weil die betr. Bücher immerfort gebraucht werden, nicht gut prinzipiell feinen sozialistischen Bürgermeister ernennen will. den Magistrat näher getreten werden soll. An dem Stralaner anders machen läßt. Ferner stecken in den Diätenbeträgen auch Nachdem ber Minister erklärt hatte, die Sozialisten Werk als solchem liege ihm nichts. Summen, die an Beamtengehältern erspart werden. Eine be befäßen nicht hinreichend gute Sitten, um Bürgermeister zu sein, sondere Ermahnung zur Aufmerksamkeit ist also für uns nicht rief der Sozialist Damblom, daß die Partei des Ministers fein nöthig. Recht habe, die Moralität und Ehrlichkeit der Sozialisten in Stadtv. Singer: Der Stadtbaurath scheint an die Ueber- Zweifel zu ziehen. Damblom stieß dabei die heftigsten Infulten nahme der Arbeiten in städtische Regie( Heiterkeit) die wir gegen den König aus, worauf ihn Kammerpräsident Bernaert wiederholt beantragt haben, gar nicht zu denken. Daß wir fofort zur Ordnung rief. Damblom protestirte dagegen und dem Oberbürgermeister direkt einzelne Unregelmäßigkeiten wiederholte unter dem größten Tumult die Beleidigungen gegen zur Kenntniß bringen, kann er nicht verlangen, es ist den König. Der Präsident ließ sodann den Ordnungsruf durch nicht unfere. Aufgabe, an einzelnen Leuten zu Denunzianten zu die Kammer bestätigen. Gegen den Ordnungsruf stimmten die werden. Wir bringen den Uebelstand allgemein zur Sprache, Sozialisten und Liberalen. und die zur Aussicht bestellte Instanz muß Remedur schaffen. London, 6. Februar.( W. T. B.) Der ehemalige PremierIch verwahre mich nachdrücklichst gegen jene Zumuthung. Der minister der Kapkolonie Cecil Rhodes hatte heute Nachmittag gerügte Fehler liegt nicht am Einzelnen, sondern in der Organi- im Kolonialamt eine Unterredung mit dem Staatssekretär für fation. Für bestimmte Stellen bewilligte Gelder anderweit aus die Kolonien, Chamberlain. zugeben, hat der Magistrat fein Recht. Der Ausschußantrag wird angenommen. Zum Stadtbaurath an stelle des Herrn Blanckenstein wird mit 104 von 108 Stimmen Baurath Hoffmann in Leipzig gewählt. London, 6. Februar.( B. H.) Gerüchtweise verlautet, die Regierung werde Sir Cecil Rhodes zugleich mit Dr. Jameson und den übrigen in der Transvaal- Angelegenheit angeklagten Personen Unterm 25. Januar cr. hat Stadtv. Wohlgemuth mit Unterftüßung sämmtlicher Fraktionen der Versammlung den Antrag eingebracht: Den Magistrat zu ersuchen, mit der Versammlung in gemischter Deputation darüber zu berathen, ob und unter welchen Umständen der Botanische Garten als öffentlicher Part erhalten werden kann. Antragsteller Stadtv. Wohlgemuth: Die Ungewißheit über das Schicksal dieses schönen Stückchens Erde, diefer Sehenswürdigkeit Berlins, hat große Erregung nicht blos in Berlin, sondern nach der Rede des Finanzministers Miquel auch im Ober- Bürgermeister Belle: Wenn ein Magistratssekretär ganzen Lande hervorgerufen. Wir müssen uns ja mit dem Ge- heute stirbt, muß morgen weiter gearbeitet werden; ein Hilfsbanken vertraut machen, daß der Garten nach Dahlem verlegt arbeiter wird eingestellt, das Sekretärgehalt wird vakant. Die vor Gericht stellen. werden wird. Daß hier im Saale jemand ist, der geglaubt Gelder für den Hiljsarbeiter buchen wir natürlich beim Belgrad, 6. Februar.( W. T. B.) Stupfchtina. Anläßlich hat, der Fistus würde etwa diesmal eine Ausnahme Diätenfonds. Herr Singer flagt jetzt das System an. eines Pamphletes eines hiesigen sozialdemokratischen Blattes machen und den Garten der Stadt als Geschenk überlassen, Jedes Bureau hat seinen Vorsteher, der Ordnung halten über den Kaiser von Rußland und dessen bevorstehende nehme ich nicht an; ich glaube wir zählen hier alle zu den nach und für die Beschäftigung der Einzelnen sorgen muß; er Krönung interpellirte der Abgeordnete Michael Pavlowitsch der Rede des Herrn Miquel als vernünftig zu betrachtenden selbst wird kontrollirt durch die Revisoren, und die Resultate die Regierung, ob sie einer solchen Art von Zeitungsschreiberei Menschen. Nur das glaubten wir, daß sich der Fiskus gerade werden mir berichtet. Wie soll es anders gemacht werden? nicht Einhalt gebieten wolle. Der Ministerpräsident Novatohier nicht auf den Standpunkt des Spetulanten stellen würde. Herr Singer hält es nicht mit seinem Amt vereinbar, an dem witsch drückte sein Bedauern über den Vorfall aus und erklärte, Thatsächlich sind indeß ungeheuere Summen genannt worden, einzelnen Beamten zum Denunzianten zu werden. Ist es nun- daß die Behörden die zur Bestrafung der Schuldigen führenden die die Stadt unmöglich aufwenden tann. Wenn mehr feines Amtes, fie alle zu denunziren? Schritte angeordnet haben. Verantwortlicher Redakteur: Auguſt Jacobey, Berlin. Für den Injeratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Wing Wading in Berlin. Hierzu 2 Veilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. r. 32. Reichstag. 33. Sigung vom 6. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Fürst v. Hohenlohe, von Bötticher, Nieberding, Plant, Sohm, Künzel. Der Reichstag genehmigt zunächst den Antrag der deutsch sozialen Reformpartei wegen Einstellung des gegen den Abgeordneten Hirschel schwebenden Strafverfahrens und setzt die erste Berathung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs fort. Freitag, den 7. Februar 1896. 13. Jahrg. das die Arbeiten verzögern. war daher wohlgethan, ultramontane Anschauungen ringen mit einander. Staatssekretär diesen Punkt jetzt nicht in das Gesetz aufzunehmen. Nieberding meinte, das neue Recht müsse aufgebaut werden nach Ich habe diese Angriffe auf das Miethsrecht und den Dienst- Gründen der Zweckmäßigkeit ohne Vorliebe für angestammte, her vertrag widerlegen zu müssen geglaubt, damit sie nicht unwider gebrachte Begriffe. Diese Zweckmäßigkeit bezieht sich aber ledig, legt in weiten Kreisen des Volfes Glauben finden. Wenn die lich auf die Interessen der herrschenden Klassen und Stände. Sozialdemokraten nicht mehr vorbringen konnten, als was Herr Das nationale Bewußtsein der Massen steht weit entfernt von dem, Stadthagen vorgebracht hat, so ist das ein schönes Zeugniß für was die Vertreter der herrschenden Interessen wollen. Man hört den Entwurf. jetzt so viel nach dem germanischen Recht rufen. Was hat das für einen Troh mancher sympathischen Wendung der Rede des Herrn Sinn, das ist die reine Phraseologie.( Abg. Singer: Sehr richtig!) Spahn ist nicht zu bezweifeln, daß der Kampf gegen die Ich bin überzeugt, daß, wenn man einmal anfangen würde, auf obligatorische Zivile he wieder eröffnet werden soll. Das alte germanische Recht zurückzugreifen, wenn man es ernst Eine Beseitigung der obligatorischen Zivilehe haben wir allerdings meinte es neu zu gestalten, wir sehr, sehr vieles nicht haben Abg. Enneccerns( natl.): Es wird nöthig sein, die Haupt- nach den Erklärungen aller Parteien außer dem Zentrum nicht zu würden, was gerade diese Herren als die Grundlage der befragen in einer vom Reichstage niedergesezten und deshalb einer befürchten. Die katholische wie die protestantische Kirche hat stehenden Staats- und Gesellschaftsordnung überhaupt betrachten: höheren Autorität theilhaftigen Kommission vorzuberathen, es sehr wohl verstanden, ihre Mitglieder zur kirchlichen das erbliche Fürstenthum und was damit zusammenhängt. wenn wir im Plenum eine rasche Behandlung überhaupt Eheschließung, neben der standesamtlichen, zu bewegen. Aus Ich wende mich zu den Ausführungen des Prof. Sohm. erhoffen sollen. Wir stimmen deshalb dem Antrage v. Buchka diesen Erfahrungen kann das Zentrum also keinen Grund ent- Nach den Ausführungen des des Geh. Raths Plant, die und Schröder zu. Wir sind damit einverstanden, daß die Kom- nehmen, sich schließlich dem ganzen Entwurf feindlich gegenüber von tiefer Sachlichkeit und ebenso von tiefer Gesinnung getragen mission gewiffe Abschnitte, welche zu schwierigen Erörterungen zu stellen. Der warme Ton, in welchem der Abg. Spahn über waren, machten die Ausführungen des Prof. Sohm einen eigen feinen Anlaß geben, durch Majorität ohne Diskussion annimmt. Den Gesetzentwurf gesprochen hat, hat mich in dem Glauben be- thümlichen Eindruck, und nicht blos hier im Hause. Der geehrte Die Kommissionen haben ohnehin von jeher ihre Geschäfts- stärkt, daß das Zentrum mitwirkt. Fast noch schwieriger Herr hat der Sache mehr geschadet als es fo ordnung selbst geordnet, über die Zahl der Lesungen, die Form als die Lehre von der Eheschließung wird die von der andere Redner hätten thun können. Der Herr der Berichterstattung u. s. w. Beschlüsse gefaßt; es ist nicht uns Ehescheidung für die Kommission werden. Der Entwurf Professor setzte sich gestern in Widerspruch mit den Ausführungen, wichtig, daß der Reichstag das feststellt und es wird vielleicht enthält eine bedeutende Einschränkung der Ehescheidung, das die er uns in seiner uns zugegangenen Broschüre über den wünschenswerth sein, noch weitere geschäftsordnungsmäßige Maß- Landrecht geht weiter, ebenso der Code, das badische Landrecht Entwurf zu Iesen gegeben hat. Hätte er gestern ge= nahmen im Interesse einer erleichterten verbesserten Beschluß- und das sächsische Gesetzbuch. Die zwangsweise Aufrechterhaltung schwiegen, er wäre villeicht ein Weiser geblieben. In faffung zu treffen. unheilbar zerrütteter Ehen stärkt die Achtung vor der Ehe nicht; seiner Broschüre fagte er: es versteht sich von selber, Wenn ich auf einige Hauptfragen des Entwurfes eingehe, fie ist förderlich den Bestrebungen, welche die Ehe überhaupt daß der Entwurf, wenn wir den Maßstab des Jdeals so darf ich daran erinnern, welche gewichtigen, schwer untergraben wollen. Wenn die Geistesstörung jede geistige Ge- anlegen, um ein beträchtliches minderwerthig dasteht... Die wiegenden Fortschritte das Vereinsrecht des meinschaft der Ehegatten aufhebt, ist es da gerecht, einem kleinen Kodifikation giebt nothwendig Unvollkommenes, Gemachtes, in Entwurfs gegenüber dem jest geltenden Rechte Mann, der seinen Kindern keine Pflegerin für Geld geben der Studierstube Erzeugtes, von des Gedankens Blässe Anbedeutet. Während jetzt fast überall in Deutschland Vereine kann, die zweite Che zu verbieten? Mit dem Siech getränkeltes, fabrikmäßig auf Vorrath Gemachtes( Hört! Hört! nur dann die juristische Persönlichkeit erhalten, wenn sie ihnen thum und der körperlichen Gebrechlichkeit ist ein solcher links), und er fährt fort: so auch unser Entwurf. Er wird des staatlicherseits besonders verliehen wird und damit nur zögernd unheilbarer Wahnsinn nicht zu vergleichen. Die Ehe fortgesetzten Besuches des Arztes, genannt Gesetzgeber, nicht ent und sparsam vorgegangen wird, ist nun den Vereinen scheidung wegen böswilliger Verlassung will Herr von Buchta rathen können. Der geehrte Herr hat von dem Gesezgeber eine ein gesicherter Weg eröffnet, auf welchem in der noch mehr beschränken, aber dadurch würde eher Schaden als ganz feltfame Auffassung. Er meinte, die Menge der Gefeßgeber Regel ohne behördliche Genehmigung, das Recht der Nutzen gestiftet. müßte die Befähigung dazu entweder mitbringen oder aber juristischen Persönlichkeit und Vermögensfähigkeit erlangt wird. Herr v. Stumm hat die Gütertrennung als Grund- was denn? Er sagt weiter unten auf derselben Seite: Die Tabei ist die Rechtssicherheit vollkommen genügend gewahrt lage für das Eherecht vorgeschlagen. Wo die Güter- Pflicht giebt uns das Amt und das Amt muß uns den Ver durch die Anlegung der Vereinsregister. Sie haben Vereine für trennung besteht, übergiebt die Frau freiwillig ihr Vermögen stand geben.( Heiterfeit links.) Jch bin leider nicht in der Lage, Kunst- und Wissenschaft, für Gefelligkeit, wohlthätige und ge- zur Verwaltung und Nuznießung, so daß die Rechtslehrer schon fonstatiren zu können, daß der Herr Professor Sohm in Rücksicht meinnützige Zwecke, für die Vertretung bestimmter gewerblicher erflärt haben, daß die Gütertrennung gar nicht mehr existirt. auf seine ökonomischen sozialpolitischen Ausführungen diesen oder Berufsinteressen, kurz die ungeheuere Mehrheit aller Diese praktisch gewordenen Verhältnisse sollte man auch der Rechts- seinen eigenen Sat gestern bestätigt hätte. Gegenüber diesen überhaupt bestehenden Vereine die Möglichkeit, die juristische geſtaltung zu grunde legen. Wenn die Frau ihr Vermögen wieder Ausführungen des Herrn Professors Sohm über die soziale Frage Persönlichkeit zu erlangen. Bezüglich der politischen, selbst an sich nimmt, nachdem sie dem Mann die Verwaltung fann ich auf eine Reihe von Männern verweisen, die in sozialpolitischen und religiösen Vereine übertragen hatte, so entstehen damit die ersten Zerwürfnisse in dieser Frage mindestens das Ansehen genießen, das Sohm ist allerdings ein Einspruchsrecht des Staates der Ehe. Die Frau soll dagegen geschützt werden, daß der glaubt in Anspruch nehmen zu können. Er glaubt uns dahin statuirt; ich meine, daß dieses auf die politi Mann ihr Gut verpraßt.( Zustimmung links.) Aber dafür belehren zu können, daß die Arbeiterfrage nichts anderes sei, als schen und religiösen Vereine beschränkt werden giebt es Rautelen, und wenn sie nicht genügen, können sie ver- das Streben nach höherem Lohn. Die deutschen Professoren tönnte, denn die sozialpolitischen Vereine, so stärkt werden. Aber man darf nicht das Kind mit dem Bade haben schon mehrfach dargethan, daß sie von der sozialen Frage weit sie nicht nach politischer Macht streben, ausschütten. Die Erweiterung Des Erbrechts und der Arbeiterfrage nichts verstehen.( Zustimmung bei den bringen teine Gefährdung Des Gemeinder Ehegatten unter einander kann ich nur als Sozialdemokraten.) Niemano darf sagen, daß ein ausgesprochener wohles oder des öffentlichen Friedens mit eine bedeutende Verbesserung anerkennen im Gegensaße zu Sozialdemokrat ein böser Umstürzler ist, dem es lediglich darauf, sich. Die Vereinigungen für Erziehung und Unterricht Herrn von Stumm. Es mag in den wohlhabenden Klassen, ankommt, das oberste zu unterst zu fehren. Die Rede des Herrn sind durch andere Gebiete der Gesetzgebung genügend ge- bei den größeren Grundbesitzern, die ihren Familienbesitz in der Professors Sohm machte den Eindruck, als ob er int regelt, sie bedürfen keines besonderen Schußes. Aber auch den Familie erhalten wollen, ein Wunsch bestehen nach Beschränkung seinem Bewußtsein vor einem Studentenkommers stehe und es politischen und religiösen Vereinen wäre eine des Erbrechts der Ehegatten; das kann in der Form des hat nur noch das Hip, hip, hurrah!" gefehlt.( Heiterkeit.) stärkere Garantie sehr wohl zu geben gegen eine Testaments geschehen. Die Erbrechte sind durch die staatliche Friedrich Albert Lange fagt, fein Minister, tein Parteiführer willkürliche oder tendenziöse Benußung des Bersplittterung, durch die Zerwürfelung der Rechtsgebiete so habe die Arbeiterfrage gestellt, sondern sie habe sich aus den allEinspruchsrechts, ohne das nothwendige Recht verwirrt worden, daß jeder Jurist nur in seinem Rechtsgebiete gemeinen Verhältnissen mit Naturnothwendigkeit selbst entwickelt des Staates zu beschränken, gemeingefähr Bescheid wußte. Der gelehrte Jurist beschäftigt sich jetzt und sich allmälig so allgemein der Gemüther bemächtigt, das lichen oder den öffentlichen Frieden gefährden viel mehr mit althistorischen Rechtsalterthümern, als mit dem man sie als eine Zeitfrage ersten Ranges ansehen müsse. Die den Vereinen wirtsam entgegenzutreten. praktischen Recht. Die dunkelsten Partien des Rechts sind oft Armuth, die extreme Armuth sei das Mittel der ganzen wirthDer sozialdemokratische Redner hat gemeint, daß ein Fabrik mehr behandelt als die hochwichtigen Fragen des modernen Rechts. schaftlichen Bewegung. Und er weist darauf hin, daß die Arbeiter herr diejenigen Arbeiter, welche ihren Pflichten nicht nachkommen, Dieses Gesetzbuch schafft die Grundlage für den Richter und den frage stets im engsten Zusammenhang mit der ganzen großen ohne weiteres in der Fabrik einschließen, sie der Freiheit berauben Rechtsgelehrten. Wichtiger aber ist noch, daß das Bolt Kenntniß sozialen Frage erfaßt werden müsse und bei dem Entwurf des fönne. Das ist vollkommen unrichtig. Die Selbsthilfe wird nur von seinem Recht erhält. Wer dieses Gesetz annimmt, der fördert bürgerlichen Gesetzbuches nicht nebensächlich sei. Die Arbeiter. gewährt, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht zu erlangen ist. Ein die Reform des Rechtes; wer der Entwickelung vertraut, der frage ist eine Erscheinungsform der allgemeinen sozialen Frage, Fabrikherr, der so handelte, würde einfach nach dem Strafgesetz- fördert seine Sache, auch wenn sie nicht verwirklicht wird, durch welche in unserem Zeitalter die dominirende ist, und die Sozialbuch wegen widerrechtlicher Freiheitsberaubung bestraft werden. Die Annahme des Entwurfes. Aufgrund dieser Gesez reform wird zur Lebensfrage der modernen Völker Europas Gerade der kleine und arme Mann braucht den Schutz gebung werden die Sozialdemokraten 3. B. werden. Herr Professor Sohm allerdings ist der Ansicht, der Selbsthilfe, der reiche Mann kann sich besser schützen. Auch eine einheitliche Gesinde Ordnung viel eher daß man die Arbeiterfrage vorläufig vertagen müsse, die agrarische die Bestimmungen über die Miethe sind scharf an erringen können, als ohne sie. Das einheitliche Frage sei die wichtigere. Wenn ich boshafter wäre als ich bin, gegriffen. Ich will auch die Besserstellung des Miethers, Recht stärkt das Bewußtsein der Zugehörigkeit. so würde ich die Sozialdemokratie zu dieser Weisheit beglückder meistens den minder wohlhabenden Bevölkerungsklassen Abg. v. Mantenffel( f.): Herr Spahn fragte Herrn von wünschen; wenn es wahr wäre, daß es der Sozialdemokratie auf angehört. Der Abg. Stadthagen forderte die Beseitigung des Buchka, ob das eine konservative Mitglied, welches in der den Umsturz ankäme, auf die Steigerung der Unzufriedenheit, Pfand unh Retorsionsrechtes des Vermiethers; geschähe dies, so Kommission gegen die Einführung der Zivilehe gestimmt dann möchte ich wünschen, die regierenden, die maßgebenden fönnten die Arbeiter nur sagen: Gott behüte uns hat, anderer Meinung geworden ist. Ich übernehme an Kreise eigneten sich diese Weisheit des Herrn Professors Sohm vor den Sozialdemokraten, denn die Beseitigung stelle des Herrn v. Buchka die Antwort und erkläre, daß ich an. Mit seinen deplazirten Rebensarten hat er würde lediglich den Miether und besonders den kleinen Mann nicht anderer Meinung geworden bin.( Zustimmung rechts.) der Sache, die er vertritt, nicht gedient. unter den Miethern treffen. Das würde den Vermiethern die Ich bin ein Gegner der Zivilehe gewesen; nachdem passender und unpassender Gelegenheit wird immer wieder einzig brauchbare Sicherung nehmen; Sie würden nothwendig die Zivilehe einmal gefeßlich eingeführt war, habe ich mich fügen erklärt, daß wir Umstürzler der ganzen bestehenden Rechtsordnung den Arbeitern die Miethe vertheuern und würden den Vermiether müssen, und es ist meine Freude und mein Stolz, daß ich per- feindlich gegenüberstehen. Auch Herr Professor Sohm hat des zwingen, in allen Fällen Vorausbezahlung zu verlangen.( 3uruf fönlich früher geheirathet habe, als die Zivilehe eingeführt war. gethan und damit bewiesen, daß er bei den Sozialdemokraten: Das wird in Berlin jetzt schon ver-( Heiterkeit.) o sich aber eine Gelegenheit dar- Tendenzen der Sozialdemokratie und deren langt!) Ja, Berlin ist doch nicht die Welt und die hier bot, gegen die Zivilehe zu kämpfen, habe Entwickelung nichts versteht. Die bestehende Rechtsgeltenden schlechten Bestimmungen kann man doch nicht auf ich es mit voller Ueberzeugung gethan und ich ordnung wird von den herrschenden Klassen als die beste andas ganze Land ausdehnen. Ein billig denkender Mann bin überzeugt, die große Mehrzahl meiner politischen Freunde gesehen, die es geben kann. Die herrschenden Klassen haben noch wird die Bestimmungen des Entwurfs nur gut heißen. haben mir in diesem Stampfe jederzeit zur Seite gestanden. Eine immer den Erbfehler, daß sie meinen, der wirthschaftliche und Auch sind die Sachen der Ehefrau und der Kinder des Miethers folche Gelegenheit bot sich in der betreffenden Sigung der Kom- politische Zustand, der existirt, der ihrem Interesse entspricht, sei dem Pfandrecht des Vermiethers entzogen. Auch das Pfand- mission des bürgerlichen Gesetzbuchs und da habe ich nicht einen der denkbar beste und darüber hinaus könne es nichts besseres recht des Verpachters an dem Wirthschaftsgeräth, an Augenblick gezaudert und gegen die betr. Bestimmung gestimmt. geben. Das ist eine Thorheit. Wir sind keine geschworenen dem Vieh- und Feldinventar und an den landwirthschaftlichen Ich glaube, daß ein großer Theil meiner politischen Freunde Feinde der Rechtsordnung, mit der wir uns beständig, vielleicht Erzeugnissen tadelt Herr Stadthagen. Eine Einschränkung dieses meinem Beispiele folgen wird.( Zustimmung rechts.) Aber mehr als irgend eine andere Partei, abzufinden haben. Wir Rechtes wäre dem Interesse des Pächters zuwider aus denselben wir werden, auch wenn wir unsere Wünsche nicht durchgesett wissen, daß sie nicht der Willkür einzelner entspricht, sondern Gründen, die ich schon bei der Miethe aus sehen, doch für das bürgerliche Gesetzbuch stimmen und ich glaube, daß sie ein Ergebniß der geschichtlichen Entwicke einandergesetzt habe. In den Berliner Mieth3 daß das auch das Zentrum thun wird; wenigstens flangen die Iung darstellt, und vernünftige Menschen stellen sich immer verträgen findet sich folgende geradezu hais Erklärungen des Abg. Spahn wesentlich fanster als die Aus- solchen Ergebniß nicht in dem Sinne feindlich gegenüber, wie abschneiderische Bestimmung nicht felten: Der führungen des Abg. Rintelen, die mich einigermaßen besorgt man uns imputiren möchte. Wir erklären nur: Diese RechtsVermiether bedingt sich aus bei einmaliger Nichtzahlung des machten hinsichtlich des Zustandekommens des Gesetzbuches. Ich ordnung bedeutet nicht die Höhe der kulturellen und sittlichen pränumerando zu entrichtenden Miethzinses, den Miether nehme keinen Anstand zu erklären, daß meine Freunde und ich Entwickelung; an ihre Stelle muß eine bessere Rechtsordnung ermittiren zu fönnen, während dieser doch für die ganze Mieths in erster Linie dem Vorschlage des Abg. v. Stumm, den Entwurf treten. Möchte man sich doch endlich einmal an den sog. maßdauer den Zins zu entrichten hat. Wird jedoch ein Miether in einer freien Kommission berathen zu lassen, zustimmen werden. gebenden Stellen abgewöhnen, zu behaupten, es käme der Sozialermittirt, so qualifizirt sich der noch für die Miethsdauer zu( Beifall rechts.) demokratie auf den gewaltsamen Umsturz der Reichs- und Staatsentrichtende Bins nicht mehr als Miethe, sondern als Kon- Abg. Frohme( Soz.): Bisher haben über den Entwurf vor- ordnung an. Mit dem Streben nach der Entwickelung zu höheren ventionalstrafe und diese kann nach dem Entwurf der Richter wiegend Juristen gesprochen, und doch kann gerade über Tendenz sozialen und politischen Rechten befinden wir uns in guter Gesellschaft. mindern, ja sogar vollständig kassiren. Ist nun zwar auf diese Weise und sozialpolitische Bedeutung des Entwurfs der Laie ein viel Es giebt Profefforen, die auch Herr Professor Sohm wird gelten schon für den Schuß des Miethers gesorgt, so möchte sich doch viel- maßgebenderes Urtheil abgeben als der Berufsgelehrte.( Sehr lassen und die genau auf demselben Standpunkt stehen. Redner leicht noch die Einfügung einer besonderen Bestimmung empfehlen. richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich will gegenüber den verliest ein langes Zitat von Professor Rudolf von Jhering, Heute kann der Miether nur ausziehen, wenn er den Mangel der gestrigen Angriffen vom Regierungstisch die prinzipielle Stellung worin es heißt: die Quelle des positiven Rechts Wohnung nicht gekannt hat, jedenfalls aber dann nicht, wenn er meiner Partei rechtfertigen und zwar im Austrage meiner Fraksei nichts anderes als die Macht, das Reauf die Geltendmachung desselben verzichtet hat. Das Gesetz- tion, wie es auch mein Freund Stadthagen gethan hat. Man sultat sei der Sieg des Stärkeren über den buch will auch in diesem Falle die Lösung des Miethsverhält spricht von einer nationalen Begeisterung für dieses Werk und Schwachen; der Sieger schaffe sich das Recht, nisses gestatten; das ist kein Nehmen, sondern ein Geben von konstruirt die Phrase: ein Reich, ein Herr, ein da s feinem Urtheil entspreche ganz 11 11= neuen Rechten. Was Herr Stadthagen über den Dienstvertrag Recht. Hier und da mischt sich in die Beurtheilung dieser Sache bekümmert darum, daß ein Privilegium der gesagt hat, steht im Mißverhältniß zu dem Inhalt des betreffen eine recht starke Dosis nationaler Eitelkeit ein. Man Macht niemals die Natur des Rechtes an den Abschnittes. Was soll es heißen, daß der Dienstvertrag beruhe legt darauf Werth, daß das bürgerliche Gesetzbuch gerade jetzt sich besigen tann, sondern immer auf dem Sklavereivertrag des alten Rom. Das tann Herr Stadthagen zu stande fommt, um dem eben stattgehabten Jubiläum des Unrecht voraussett; das Recht sei nur eine selbst nicht glauben. Das römische Recht unterscheidet zwischen Deutschen Reiches erst die rechte Weihe zu geben. Nach Erscheinungsform der Gewalt. Ich könnte noch den Sklavendiensten und den Diensten der Freien. Aber nur meinen Beobachtungen glaube ich behaupten zu können, daß die eine ganze Reihe solcher Aussprüche hervorragender Rechtslehrer die ersteren stellt es unter den Dienstvertrag. Aber der Entwurf große Masse der Nation dem vielberufenen großen Werke ziem auführen, was gerade in der gegenwärtigen Zeit sehr angezeigt afzeptirt diese Verschiedenheit nicht, er beseitigt sie. Die Ge lich fühl gegenübersteht, insbesondere auch deshalb, weil sie noch sein würde. Bedeutet denn nun der Entwurf des sinde Verhältnisse sind in Deutschland sehr verschieden, wenig über den Inhalt weiß. Es fehlt auch diesem bürgerlichen Gesetzbuches einen Fortschritt im im Osten anders als im Westen. Da kann man die Gefinde- Werte die einzig richtige Basis, die einheitliche Recht und zur Gerechtigkeit? Diese Frage muß ich Ordnung nicht einheitlich regeln.( Buruf bei den Sozialdemo- Rechtsidee. Man ist sich hier über die grund- mit äußerster Entschiedenheit verneinen. Glauben traten: Ein Reich, ein Recht!) Es mußten die Verschieden legenden, leitenden Prinzipien vollständig un- Sie nicht, daß wir uns darüber wundern oder besonders aufheiten berücksichtigt werden, und wenn wir ein solches einig. Auf der einen Seite stehen die Interessen des mobilen, auf der regen, daß der Entwurf nicht anders geworden ist. Nein, der einheitliches Gesinderecht hineinarbeiten wollten, so würde anderen die des immobilen Kapitals; liberale, konservative und Entwurf konnte nicht anders werden, denn er Bei Den nur ein Parlamentarisches. = mußte den Sonderinteressen der herrschenden politischen Gegnern, hochgeachteten Mannes, zu diesem nächsten Sigung außer der Interpellation auch die erste Be Klassen entsprechen. Das Volt hat auch Verständniß brolligen Einfall hat benußen tönnen. Aber über rathung der Novelle zur Gewerbe- Ordnung setzen. dafür, wenn man hier auch noch so feierlich und nachdrücklich den Geschmack läßt sich nicht streiten, niemand kann aus seiner Abg. Singer bittet die Weiterberathung des Antrages versichert, es sei auf die Gleichheit im Recht abgesehen. Bei vor- Haut heraus.( Sehr wahr! rechts; große Heiterfeit.) Wenn betr. das Vereinsrecht vorzunehmen. urtheilsloser Prüfung tommt man zu der Ueberzeugung, daß von einer Professor Sohm einen Zweifel ausdrücken wollte, ob ich keine Präsident v. Buol erklärt, daß er für Sonnabend einen Anbahnung der Rechtsgleichheit nicht einmal die Rede sein kann, Treue hätte, ein deutscher Mann sei, teine Wahrhaftigkeit hätte, Schwerinstag in Aussicht genommen habe. geschweige denn von der Rechtsgleichheit selbst. Die Voltsseele so fordere ich ihn, obwohl mir ja sonst an seiner persön- Das Haus schließt sich dem Vorschlage des Präsidenten an. rersteht die Ruhmredigkeit von der Einheitlichkeit und Gleichheit lichen Ansicht wenig liegt, auf, Thatsachen anzugeben, aus denen Schluß 43/4 Uhr. Nächste Sigung Freitag 1 Ühr( Interin diesem Rechte ganz und gar nicht. Herr Professor Sohm er glaubt, irgend einen Zweifel herausdeduziren zu können. pellation betr. die Transitläger und Novelle zur Gewerbeglaubte einen besonderen Trumpf, damit auszuspielen, daß er ft er nicht im stande, solche Thatsachen anzuführen, so über- Ordnung.) fagte, der Arbeiterstand solle von der sozialdemokratischen Schul- laffe ich es der öffentlichen Meinung, was daraus für Folge bank zur bürgerlichen Freiheit kommen. rungen bezüglich des Wahrhaftigkeitsgefühls, des SittlichkeitsGroße Theile des die Bildung repräsentirenden deutschen und Anstandsgefühls des Herrn Prof. Sohm, des deutschen Volkes werden durch die Bemühungen der Sozialdemokratie von Professors am Ende des 19. Jahrhunderts, zu ziehen sind. Er der unmaßgeblichen pastoralen und professoralen Schulbant hin- meinte auch, ein Voltsvertreter werde geboren. Mir ist es neu, 6. Februar die erste Lesung des Gesetzes beendet. Zur Annahme Die Margarine Kommiffion hat in der Sigung vom weggezogen und der Erkenntniß des Rechts und der sozialen daß das Geborensein ein Privilegium für Volksvertreter sei. sichtlich des Vereinslebens mache der Entwurf einen lich hält, zu sagen, so bitte ich ihn, feine Rücksicht zu nehmen, damit ich und in diesem Sinne zu vereidigen sind, sowie eine hierauf beGerechtigkeit entgegengeführt. Herr Profeffor Sohm sagt, rück- Wollte er aber darin ausdrücken, was er vielleicht nicht für schick gelangte ein Antrag Krüger, wonach Beamte, welche die Revision der Betriebe vornehmen, Verschwiegenheit zu beobachten haben wesentlichen Fortschritt, und bemerkt dazu: mehr kann man nicht ihm nicht die Antwort darauf schuldig zu bleiben brauche.( Ah! rechts.) zügliche Einschaltung bei den Strafbestimmungen. Die Strafverlangen. Ja, mehr kann man nach den sonstigen unmaßgeblichen Ebenso falsch ist die Meinung, ich verträte nicht das gesammte bestimmungen, welche übrigens dem Nahrungsmittel- Gefeß ent ügliche Einschaltung bei den Strafbeſtimmungen. Die StrafSäßen des Herrn Professors von ihm nicht verlangen, als daß Volt. Als Reichsbeamter müßte er eigentlich die Verfassung sprechen, wurden von keiner Seite beanstandet. Abg. Rettich er das für maßgebend hält. tennen und wissen, daß danach jeder Abgeordneter das gesammte Es wäre erforderlich gewefen, das gesammte öffentliche Wolf vertritt. Ich vertrete einen halbbäuerlichen Wahlkreis, und die aus legteren fließenden Gelder sollen zur Deckung der durch ( tonf.) regte noch an, neben den Strafen auf Bußen zu erkennen; und private Vereinsrecht neu zu gestalten ent- die übergroße Mehrzahl meiner Wähler sind Bauern, fleine die aus letteren fließenden Gelder sollen zur Deckung der durch die Kontrolle entstandenen Kosten verwandt werden. Ferner sprechend dem freiheitlichen Geist, aber hier ist ein Wert ge- Leute und Arbeiter.( Große Heiterfeit rechts.) Mit Lachen solle die Fabrikation von Margarine von einer vorher ertheilten schaffen, das nicht nur nicht einen Fortschritt gegenüber dem in schaffen Sie teine Thatsachen aus der Welt. Hielte Herr Sohm polizeilichen Konzession abhängig gemacht werden, die alljährlich den einzelnen Bundesstaaten geltenden Recht, sondern vielmehr feine Rede in meinem Wahlkreis, so würden die sozialistischen zu erneuern ist und im Falle dreimaliger Bestrafung versagt einen erheblichen Rückschritt gemacht hat. Die Auffassung des Stimmen erheblich anwachsen. werden muß. Ein Beschluß fand hierüber nicht statt; beide AnHerrn Professor Sohm in dieser Frage steht im Widerspruch zu Der Herr Professor meinte, die 98 pCt. wären doch verderjenigen einer ganzen Anzahl hervorragender Rechtslehrer. treten gewesen durch Gelehrte und Beamte, die Deutschland ein- regungen sollen bei der zweiten Lesung des Gesetzes in der Er hat sich auf Herrn Professor Czierte berufen, ich berufe heitlich gemacht und in den Sattel gehoben hätten. Ich habe Kommission, die voraussichtlich nächsten Donnerstag flattfindet, erledigt werden. mich auch auf ihn dafür, daß dieses Vereinsrecht uns nicht gesagt, daß in der Kommission etwa diese Klassen der Beannehmbar ist. Das haben auch auf dem Deutschen völkerung hätten vertreten sein müssen; ich persönlich hätte eine Die Konsumverein Kommission nahm mit 7 gegen Juristentag ganz hervorragende Repräsentanten der deutschen Wahl in die Kommission schon deshalb ablehnen müssen, weil ich 3 Stimmen den Antrag Osann an: das Verbot des Verkaufs Juristenwelt ausgesprochen, so der Profeffor Leonhard außerhalb des Reichstags gewönlich in Räumen bin, in denen an Nichtmitglieder u. f. w. findet auf Konsumanstalten, welche aus Marburg und Professor Gierte. Man hat versucht, Kommissionen nicht zu tagen pflegen.( Heiterkeit.) Der Staats- von Arbeitgebern für ihre Arbeiter und Beamten betrieben das hier konstruirte Vereinsrecht dem Konzessionssystem fefretär hat ja selbst deutlich genug zu verstehen gegeben, daß mit werden, sowie auf alle Gesellschaften, Korporationen, Vereini zu unterwerfen und da muß ich mich doch wieder einmal an den großen Interessengruppen nicht die Intereffen der Arbeiter- gungen, namentlich auf Beamten- und Offiziersvereine, deren dem Vaterland des Herrn v. Buchka reiben.( Heiterkeit links.) bevölkerung verstanden sind. Arbeiter bin ich auch, das wesentlicher Geschäftszweck es ist, ihren Mitgliedern oder für beDie Protokolle weisen nach, daß gerade die mecklenburgische Re mag Herrn Sohm unangenehm sein; auch Beamte bei stimmte Berufszweige in dem Bezug von Waaren Vortheile zu gierung auf dem Plan erschien, um ein geradezu unerhört den Krantentafsen, beim Reichs- Versicherungsamt, die mit dem verschaffen, mit der Maßgabe sinngemäße Anwendung, daß die reaktionäres System auf diesem Gebiet einzuführen. Sie will Leben mehr Fühlung haben, find es. Ich hätte jenem Herrn für die Mitglieder der Konsumvereine, deren Vorstände und Verdie Rechtsfähigkeit der Vereine überhaupt illusorisch machen; sie feines Alters wegen schwerlich geantwortet, wenn seine Angriffe täufer getroffenen Bestimmungen für die Eigenthümer und Mitwill, daß bei der Bestimmung der Voraussetzungen der Zu- nicht allzu heftig mein Zwerchfell erschüttert hätten und er nicht glieder dieser Konsumanstalten u. f. w., deren Vorstände und laffung eines Vereines die Möglichkeit in Rücksicht ge- so sonderbare Ansichten über die Arbeiterverhältnisse ausgesprochen Verkäufer gelten. Nichtmitglieder solcher Anstalten, sowie zogen wird, daß die Zulaffung ohne Mitwirkung der Gerichte, hätte. Die Arbeiter sind, seitdem sie nicht mehr Sklaven und diejenigen, für welche sie nicht bestimmt sind, unterallein durch die Staatsbehörde zurückgewiesen werden könnte. Hörige in wirthschaftlicher Beziehung sein brauchen, politisch liegen, wenn wenn sie den in Vorstehendem enthaltenen VorHerr Professor Sohm hätte beffer gethan, sein Lob nicht auszu- und sonst mündig und verbitten sich, daß irgend ein Beamter, schriften zuwiderhandeln, den in Art. 2 angedrohten Strafen." sprechen, denn es ift gänzlich unbegründet. Er hat gesagt, daß der nichts anderes sein tann, als das ausführende Organ der Antrag ige, daß das Gericht auch bei der Gründung einer ein Tropfen soziales Del in die Vorlage geträufelt fei; ich habe Interessen der besigenden Klaffen, sie vertritt.( Buruf rechts: Genossenschaft jeden einzelnen Genoffen von der Eintragung in gefunden, daß das ein Tropfen recht ranzigen Deles ist. Was sind Sie denn?) Ich bin hier Boltsvertreter, gewählt von die Liste zu benachrichtigen hat." Einige Abänderungen der Be. Auf die Frage des Arbeitsvertrages will ich nicht den Arbeitern. Ich bin allerdings nicht Herr v. Hammerstein und Stimmungen, welche die Raiffeisen'schen Kassen treffen, wurden einnäher eingehen, sondern nur betonen, daß die darauf bezüglichen ähnle ihm nicht im geringsten. Ich verbitte mir also folche ftimmig angenommen. Der gesammte Gesetzentwurf wurde mit Ausführungen meines Freundes Stadthagen offenbar nicht ver- Burufe.( Heiterkeit rechts. Beifall bei den Sozialdemokraten.) 9 gegen 3 Stimmen angenommen. standen sind. Näher eingehen will ich auf das Familien- Der Regierungsvertreter irrt mit der Meinung, daß der Arbeiter, Fuchs( 3.) beantragt eine Resolution, die von recht. Das Institut der unehelichen Kinder hat die verrichte er geistige oder förperliche Arbeit, auch geistig schwach Stumm abgeändert wird und mit 9 gegen 3 Stimmen an viel berufene chriftliche Kultur von dem Heidenthum übernommen, sei. Er hat die 98 pCt. angezweifelt. Er fennt wohl schwerlich genommen wird: 1.nd den unehelichen Kindern das Stigma der Sünde aufgeprägt. Die Statistik der letzten drei Jahre über die letzten Steuer Den Reichskanzler zu ersuchen, Anordnungen dahin treffen Jm vorigen Jahrhundert, dem des Absolutismus, machten sich sogar einschätzungen, wonach die Zahl derjenigen, die unter 900 M. zu wollen, daß die Ueberlassung von im Eigenthum des Reichs in Regierungsfreifen Bedenken geltend darüber, daß man die jährlich in Preußen einnehmen, über 70 pet. der Bevölkerung be- befindlichen Gebäuden oder Theile derselben an Konsumvereine unehelichen Kinder als Parias der Gesellschaft behandelte. Nach trägt. Rechnen wir die noch bis 3000 M. hinzu, so haben wir oder Konsumanstalten, ebenso die Beschäftigung von im Dienste dem Gesetzbuch Josephs II. war ein uneheliches Kind vollständig bereits fast 97 pŒt. des Reichs stehenden Beamten in denselben im wesentlichen auf ebenbürtig einem ehelichen. Der Code civil entfernte sich noch Herr Geheimrath Planck war viel bescheidener, er sagte, es die Abgabe von Gegenständen zum alsbaldigen Verbrauch und weiter von der Natur als das römische Recht. Der Entwurf folle tein schöpferisches neues Recht gebracht werden und be- auf die Betriebsanlagen beschränkt wird." stellt sich mit dem Code auf den Standpunkt, daß die Sittlichkeit zweifelte, ob das überhaupt möglich sei. Wenn man blos ein Gegen Annahme dieser Resolution erklärte ein Vertreter der gehoben wird, wenn das Gesetz die Folgen der unehelichen einheitliches Recht machen wollte, wozu die 22 jährige Arbeit; Reichspostverwaltung, daß diefelbe nicht den Konsumvereinen so Kindererzeugung allein der Frau aufbürdet. Zwischen einem dann könnte man ja das sächsische Gesetzbuch ändern und ein- sympathisch gegenüberstehe, wie man annehme. Während unehelichen Kinde und seinem Vater soll nach dem Entwurf keine führen. Aber man spricht ja von einer Verbesserung des Rechts, 40 Spar- und Vorschußvereine bestehen, find nur 10 KonsumVerwandtschaft bestehen. Da wird der Sittlichkeit geradezu von einer Ausgestaltung desselben in sozialem vereine im ganzen Reichspoftgebiet vorhanden. Diese sollen Hohn gesprochen und das an seinem Dasein unschuldige Kind in Sinne, und da sind die Arbeiter, welche hauptsächlich den Unterbeamten nüßlich sein, ihr gesammter unerhörter Weise gebrandmarkt. Solches Kind hat fünftig über- hauptsächlich betroffen werden, unvertreten Umfaß beträgt 1,4 Mill. Mart jährlich! Solchen Vereinen gegenhaupt keinen Water sondern nur einen Alimentationspflichtigen. in ber vorbereitenden Kommission. Das be- über beobachtet die Verwaltung eine" wohlwollende Neutralität". Die Mutter, die sich später verheirathet, hat keine mütterlichen flehende Recht beruht lediglich auf Machtverhältnissen, es Es besteht aber ein Waarenhaus des Post assistentenRechte mehr, wohl aber die Pflicht, für die Person des Kindes ist der Niederschlag der wirthschaftlichen Kämpfe. Man hat ganz Vereins, der in feiner Beziehung zur Postverwaltung steht. zu sorgen. Der Vater mag noch so wohlhabend sein, er zahlt vergeffen, daß der Arbeiter frei ist, nicht mehr hörig oder Sflave; Dort werden Waaren auf 6monatlichen Kredit abgegeben, so feine geringen Alimente und hat im übrigen mit gesetzlicher er kann verlangen, daß auch sein Arbeitsvertrag einheitlich ge- auch Kleider, Hüte u. f. w. Dieser Konsumverein wird aber Sanktion fich um sein Kind nicht zu kümmern. So regelt wird. Herr Enneccerus hält etwas für unmöglich, was durch die Resolution nicht getroffen; dagegen würden die in der wird das natürliche Recht mit Füßen getreten. Das nennt im Code civil und in anderen Rechten auch in England und Reichsdruckerei beschäftigten Arbeiter leiden. Diese man Sittlichkeit! it! Das nennt man Hebung der Sittlich- Amerika geordnet ist seit Anfang des Jahrhunderts, nämlich eine müssen frühstücken, ohne die Arbeitsstätte zu verlaffen, der feit. ganze Reihe von Abänderungen Ordnung des Gefinderechts. Und Prof. Sohm hat in Kontrolle wegen. Um die Möglichkeit zum Bezug von vorschlagen, als wichtigste unter anderen, daß das uneheliche feiner Schrift auch erklärt, daß für die eigent- Frühstück zu geben, haben die dort beschäftigten Arbeiter Kind den Namen des Waters erhält und nur dann den der lichen Arbeiter mehr hätte geschehen können. eine Konsumanstalt mit 1,50 Mark Antheil begründet. Mutter, wenn der Name des Vaters nicht festgestellt werden Der Dienstvertrag soll ganz allgemein gelten; sollte er gemeint Diese Kantine hat einen Raum von der Verwaltung gratis übertanu. Man stellt die Sozialdemokraten immer als Repräsentantin haben, daß auch die Beamten darunter fallen? Dann würde daraus lassen bekommen. Der Vertreter des Reichs- Marineamts der freien Liebe hin. Das sollte man unterlaffen. Repräsentanten folgen, daß die Arbeiter ebenso wie die Beamten Pensionen er- wendet sich ebenfalls gegen die Resolution, da durch dieselbe die der freien Liebe ist die bürgerliche Gesellschaft, die Sie zu ver- halten müßten. Meine Auslegungen der Vorschrift über den lebens- durchaus nothwendigen Werfttantinen unmöglich würden, treten die Ehre haben. Wir wissen und das Volk auch, daß in länglichen Bertrag hat Prof. Sohm als unsinnig bezeichnet, die den Arbeitern sehr nüßlich seien. Abg. Fuchs weist den sogenannten maßgebenden Kreisen die Ehe nichts anderes während Professor Dernburg dieselbe Auslegung hat wie ich, ja darauf hin, daß in Köln ein höherer Postbeamter direkt dazu ist als die rechtlich bemäntelte Prostitution.( Beifall bei den fogar glaubt, daß die Vorschrift nicht blos für ländliche Ver- abkommandirt sei aus seinem Dienst, um ihn fast das ganze Sozialdemokraten. Widerspruch rechts.) hältnisse, sondern auch für gewerbliche Betriebe benutzt werden Jahr hindurch beim Konsumverein zu beschäftigen; trotzdem beAls der Code civil eingeführt wurde, befand sich die bürger- tönnte. Eine solche Vorschrift hätte bei Anwesenheit auch nur ziehe er fin Gehalt als Beamter. Wurm erklärt, daß der liche Gesellschaft im Aufstreben, in der Entwickelung. Dieses eines Arbeiters in der Kommission nicht in den Entwurf Mißbrauch von Beamten während der Dienstzeit nicht durch ein Gesetzbuch trifft eine Gesellschaft, welche in der Abwirth hineinkommen können. Die Herren Juristen hätten unter besonderes Gesetz beseitigt zu werden Frauche; im übrigen hätten schaftung begriffen ist, und schon deshalb kann es nicht die suchen müssen, welcher Unterschied besteht zwischen der Waare die Beamten so gut wie jeder andere Staatsbürger das Recht, historische Bedeutung gewinnen wie f. 3. das Preußische Land- Raffe und der Waare Arbeitskraft. Letztere ist unlösbar von Konsumvereine zu gründen. Die Regierungsvertreter recht. Dieses Gefeßbuch bildet nicht die Grundlage einer Ige- der Persönlichkeit, woraus unleugbare rechtliche Konsequenzen erklärten, daß die Beamten während ihrer Dienstzeit funden Rechtsentwickelung, denn es verschließt sich den berechtigten zu ziehen sind. Die Arbeiter brauchen es sich nicht gefallen zu nicht verwendet werden dürfen; für die dienstfreie Zeit dari fozialen Forderungen der Gegenwart. Dieses Gesetzbuch soll auch laffen, wenn man ihnen ein solches Gefeß vorlegt und sagt, da man ihnen feine Beschränkung auferlegen; übrigens sei den die Basis abgeben für die Entwickelung eines Völkerrechts, eines habt Ihr ein einheitliches Gesetzbuch. Tamtam! Hurrah! Dorn- höheren Beamten auch dann verboten, im Laden des Konsuminternationalen Rechts. Nun wohl: wir werden Sie später röschen; nicht mehr Gesinde; wir sind alle Arbeiter; ihr könnt vereins zu verkaufen. Damit ist die zweite Lesung in auch auf die Probe stellen und wollen dann sehen, ob Gesinde bleiben; ihr fönnt fogar an die Scholle gebunden fein; der der Kommission beendet; in 14 Tagen kommit der BeSie sich wieder hinter Ausflüchten verstecken, wie es Beamte sorgt für euch; Prof. Sohm sorgt für die arbeitenden richt ans Plenum. der Abg. Enneccerus bezüglich der Gesinde- Ordnung gethan hat. Slaffen. -Das Volk, das Volksbewußtsein ist die Quelle des Rechts, und Wir können uns als Fraktion, die ein Gefühl für ihre Verdes Die erste Lesung des Zuckersteuer- Entwurfs im Plenum verlaffen Sie sich darauf: mit dem Augenblicke, wo die Ueber- antwortlichkeit hat, nicht gefallen lassen, daß der des Reichstags wird nächste Woche stattfinden. zeugung von der Unhaltbarkeit der bestehen Arbeitsvertrag nach dem Entwurf geregelt Konservativer Antrag zum Militäretat. Dem Reichs den Rechtsordnung in die breiten Massen des Volkes wird, ohne daß wir den Versuch machen, eine Aenderung herbei- tage ist zur zweiten Berathung des Entwurfs eines Gesetzes eingedrungen ist, wo die höhere Rechtsidee die Massen beherrscht, zuführen, namentlich da die anderen Parteien auch Aenderungen betr. die Feststellung des Reichshaushalts- Etats für das Etatsda wird es aus sein mit diesem Recht und dieser Rechtsordnung. zu machen beabsichtigen. Es müssen die verschiedenen Arten der jahr 1896/97 Etat für die Verwaltung des Reichsheeres Also schaffen Sie es nur: desto leichter und einfacher wird der Arbeitsverträge berücksichtigt werden. Es muß gezeigt werden, folgende Resolution der Abgeordneten von Podbielski u. Gen.( f.) Uebergang in die höhere Rechtsidee werden!( Beifall bei den daß die herrschenden Klaffen geben sollen was nothwendig ist, zugegangen:" Der Reichstag wolle beschließen, den ReichsSozialdemokraten.) um die wirthschaftlich Schwächeren zu stärken. In die Kom- tanzler zu ersuchen, dahin zu wirken daß die nach Abg. Enneccerns( natl.) verweist darauf, daß auf dem mission sollten die Regierungen Herren schicken, welche die§ 9 Biffer 1 des Gesetzes über die Naturalleistungen für die Juristentage Profeffor Gierte sich gegen den Entwurf des Ver- Klugheit und den Scharfsinn des Herrn Planck haben. bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 und vom einsrechts erklärt hatte, während Justizrath Levy aus Berlin sich Ich bitte die Regierung ferner, den Gebanten auf 21. Juni 1887 vom Bundesrath von Zeit zu Zeit festzustellenden für denselben erklärte. Ich habe damals gleich den Verzugeben, daß man durch juristische Zwirns. Vorspann- Vergütungsfäße zukünftig so hoch bemessen werden, mittelungsvorschlag gemacht, den ich heute vertreten habe, die fäben einen Wall gegen die Sozialdemo daß für diese Säße die nach§ 3 des angeführten Gesezes in Aufstellung von Normativbestimmungen. Das Streben der tratie aufführen kann. Wir wurzeln in erster Linie vorgeschriebene Sicherstellung des Vorspanns für die Sozialdemokraten geht dahin ebenfalls, aber sie wollen teine der gesellschaftlichen Entwicklung, sollten auf Märschen, in Lagern oder in Kantonnirungen befindlichen Ausnahme zulassen. Aus meiner Stellungnahme können Sie unsere Anschauungen unrichtig sein, so werden wir nicht zum Theile der bewaffneten Macht durch Ermiethung ermöglicht mir doch keinen Vorwurf machen. Siege gelangen. Wir verlangen bis jetzt noch nicht wird, was bei der jezigen Höhe der Vorspann Vergütungssäge Abg. Stadthagen( Soz.): Die Aeußerungen des Profeffors ein Atom speziell Sozialdemokratisches. Aber ausgeschlossen ist. Gohm stehen in schreiendem Widerspruch zu dem, was er früher mögen die Regierungen nicht glauben, daß dies im Volte die angeführt hat und zu manchem anderen. Wir kennen alle das Anschauung erwecken kann, daß der Reichstag nicht im stande alte Wigwort in der Schrift von Robert Blum: 75 Bureau- fei, das feit 22 Jahren bearbeitete Werk umzugestalten. Der fraten, schöne Worte, feine Thaten; 75 Aristokraten, Vaterland, Reichstag muß es verhüten, daß neue Ausnahmemaßnahmen, du bist verrathen; 75 Professoren, Baterland, du bift verloren. neue Knebel für die Arbeiter geschaffen werden.( Veifall bei den Genoffe Saffenbach hat gestern seine zweimonatige Ges ( Heiterkeit.) Profeffor Sohm hat es für richtig befunden, Sozialdemofraten.) fängnißstrafe verbüßt. Seinen Bekannten wurde die Freude, ihn eine Anzahl geschmackvoller Redewendungen, die sich mehr Gegen die Stimmen der Reichspartei und der Konservativen vom Gefängniß in Plögensee abholen zu können, dadurch veroder weniger mit meiner Person beschäftigten, anzuführen. mit Ausnahme der Abgg. von Buchta und Jakobstötter wird der eitelt, daß ihn die Gefängnißverwaltung am Nachmittag nach Prof. Sohm hat es für gut befunden, eine Parallele zwischen Antrag auf Verweisung der ganzen Vorlage an eine Kommission der Stadtvogtei hatte bringen lassen. Auch sonst scheint sich die mir und dem auch von mir hochverehrten Geheimrath Bland von 21 Mitgliedern beschlossen; gegen den Vorschlag, der Kom- Verwaltung des sozialdemokratischen Tustulums am Blößensee aufzustellen und zu fragen, wer von uns beiden der deutsche mission die Ermächtigung zu ertheilen, durch Mehrheitsbeschluß den merkwürdigsten Besorgnissen hingegeben zu haben, denn als Mann, ein Vertreter und Förderer unseres deutschen Boltes, ohne Debatte einzelne Abschnitte des Entwurfes zu erledigen, die Freunde Saffenbach's in Bahl von etwa 10 Personen dort deutscher Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und deutscher Treue sei. ftimmten das Zentrum, die Polen, und einige Mitglieder der ankamen, waren gegen 30 Schußleute- darunter solche hoch zu Ich bedauere, daß ein Vertreter der Regierung, der selbst be- deutschsozialen Reformpartei. Roß in der Nähe poftirt! Нов hauptete, er sei ein Vertreter der gebildeten Klasse, die Person Darauf wird die Vertagung beschlossen. Die Einführung der täglichen Besuchsstunde in den eines so verdienten und bei allen Parteien, selbst von Der Präsident von Buol will auf die Tagesordnung der Berliner Krankenhäusern wird in der D. Med. Wchschr." Tokales. enevgisch befürwortet. Sie bestehe schon lfingst an allen Kranten- bänser» in Wien, an verschiedenen Pariser Jnstitnten sowie in den ineisten österreichischen und verschiedenen deutschen Provini- städten; überall habe sich die Einrichtung vorzüglich bewährt. In der städtischen Krankenhaus-Deputation hat man als Gründe der ablehnenden Haltung vorgebracht: erhöhte Gefahr des Ein- schleppens von Speisen und Gelränken auf die Krankensäle und er- höhte Gefahr für die Patienten durch Aufregung, welche der Besuch oft zur Folge habe; ja man verstieg sich sogar zu der Behauptung, die Kranken selbst wünschten eine so oftmalige Belästigung nicht. wie sie eine tägliche Besuchsstunde mit sich bringen würde. Das seien alles nur Verlegenheitsausflnchte. Was die Einschleppung von verbotenen Speisen betrifft, so geben auch die drei Tage in der Woche dazu Gelegenheit genug. Das beste Mittel zur Ab- Hilfe wäre eine verständige Kontrolle durch die Wärterinnen, nicht durch den Portier, der die Menge am Eingang nicht über- blicken kann; auch eine Einwirkung auf die Patienten durch die Aerzte und Oberwärterinnen würde vortheilhaft sein. Eine Hauptursache des Einschleppens von Speisen sei zur Zeit freilich noch die in einigen der größeren Berliner Krankenhäuser übliche geschmacklose und einseitige Kost. Mehr Abwechselung in den Speisen und namentlich eine bessere Zubereitung würde am wirksamsten das Einschleppen von Speisen verringern. Die be- hauplete Gefahr, die der Besuch haben soll, treffe nur für einen kleinen Prozentsatz der Kranken zu, namentlich für solche, die eben eine größere Operation überstanden haben. Hier sei auch unter den jetzigen Verhältnissen der Besuch zu unter- sagen. Man könne getrost den Satz aufstellen: Wo ein dreimaliger Besuch in der Woche nicht schadet, da schade auch ein täglicher Besuch nicht. Im übrigen müsse das Be- dürfniß der großen Mehrheit entscheidend sein,' und das seien die besuchsfähigen Patienten. Voriheilhaft wäre die Vertheilung des jetzt bestehenden Andranges ans sieben Tage. Der Einwand, daß die Kranken den Besuch ihrer Angehörigen als„Belästigung" empsinden, widerspreche allen Beobachtungen und Ersahrungen. Es herrsche im Gegentheil fast durchweg eine wahre Sehnsucht nach der Besuchsstunde. Bei de» Einwänden gegen die Reform kommt wieder der gute alte Zopf zum Vorschein, der die Dinge einfach aus Bequemlichkeit so weiter gehen lassen will, wie sie schon lange gingen. Es handele sich hier aber um eine be- rcchtigte Forderung, die man nicht zurückweisen darf, wolle man nicht den Glauben erwecken, daß es an dem nöthigen guten Willen fehlt, die zu beseitigenden Uebel zu verringern. Zn einer Art Vcrtheidigung des Tucllmordes kommt man, weil es die Mode einmal so mit sich bringt, jetzt an- scheinend schon in orthodox jüdischen Kreisen. Die Leiche des Assessors W o l l st e i n, der in der v. Bergmann'schen Klinik in Berlin an den Folgen eines Duells verstorben, ist aus dem Fried- Hofe der jüdischen Gemeinde zu Rakel beigesetzt worden. Rabbiner Dr. Perlitz hob nach der„Bolks-Ztg." in seiner Leichenrede besonders hervor, daß der Verblichene, ein fried- liebender Mann, in der Vertheidigung der Ehre seines Berufes und seines Stammes in den Tod gegangen und so gewissermaßen ein Märtyrer seines Berufes und seines Stammes geworden sei. Wenn in den hohlköpfigen Gesellschaftsschichten, wo man nichts als Rohheit und Sozialistenvernichtung näselt, das Duell alle» Sittengesetzen zum Trotz verherrlicht wird, so mag man das in der Erkenntniß gelten lasse», daß diese vernagelte Menschen- klaffe doch nicht mehr vor dem Untergange zu retten ist. Bei allem Skeptizismus aber, den wir den angestellten Beamten sämmtlicher Religionen entgegenbringen, haben wir die Rabbiner doch schon für zu weltklug gehalten, als daß sie der Duellrauferei irgend wie das Wort rede» könnten. Aus solchem Munde nimmt sich derartiges eigentlich auch nur komisch aus. Gegen die jüdischen Lehrkräfte. In betreff der jüdischen Lehrkräste an den Volksschulen Berlins ist nunmehr beim Ma- gistrat das erwartete neue Reskript des Kultusministers ein» getroffen. Es sollen, nach der„Fr. Z.", künftig in den Volks- schule» Berlins jüdische Lehrkräfte nur so weit zur Ver- wendung kommen, als der jüdische Religionsunterricht mit sich bringt. Jede jüdische Lehrkraft hat min- bestens zwölf Religionsstunden zu ertheilen. Nur für die darüber hinaus reichende Stundenzahl dürfen jüdische Lehrkräfte auch zum Unterricht in anderen Disziplinen verwandt werden. Das Reskript verbietet zwar nicht schlechthin die Verwendung jüdischer Lehrkräfte zum Unterricht in der Geschichte und im Deutschen. Es wird aber verlangt, daß bei der Ausstellung der Lehrpläne die Verwendung jüdischer Lehrkräfte in diesen Dis- ziplinen möglichst vermieden wird. Die städtischen Behörden sollen jährlich die Lehrpläne und die Statistik über die jüdischen Kinder und die jüdischen Lehrkräste mittheilen. Was wird man im kommenden Jahrhundert dazu sagen, daß bei der Unterrichts- ertheilung in öffentlichen Schulen die Religion eine derartige Rolle spielte? Weder Vcrruföcrklärnng»och grober Unfug t Die angekündigte schwarze Liste dex Hausbesitzer ist bereits erschienen, hat jedoch bisher noch nicht allzu viel Anklang unter den Grund- besitzern gefunden. Der Text mag wohl daran Schuld haben; derselbe enthält folgende Fragen: 1. Wie lange hat Miether seine Miethe nicht bezahlt? 2. Wann ist die Exmissionsklage gefällt worden? 3. Seit wann ist von dem Mielher bekannt, daß er gewerbsmäßige Unzucht duldet? 4. Ist Miether durch Gerichtsbeschluß zur Räumung der Wohnung gezwungen?— In der Rubrik„Bemerkungen" sollen diejenigen Miether verzeichnet werden, die gerückt sind und die im Ein- verständniß mit dem Vermiether wegen Nichtzahlung von Miethe freiwillig gezogen sind oder sonst zu größeren Be- schwerden Veranlassung gegeben habe». Zum Schluß hat der Hauscigenthümer, der eine solche schwarze Liste einreicht, eine eidesstattliche Versicherung zu unterzeichnen, daß die von ihm ge- machten Angaben der Wahrheit entsprechen. Welche Stellung mögen zu diesem Wer! die kgl. Anklage- behörden einnehme», die zwar Arbeiter in dutzenden Fällen wegen „Verrufserklärung" oder„groben Unfugs" verfolgt, aber noch niemals einen Unternehmer zur Rechenschaft gezogen haben, der durch schwarze Liste» ehrenhafte Leute mit Weib und Kind dem Verhungern überantwortet wissen wollte? Ein komisches Vexirspiel treibt die bürgerliche Presse seit Beginn dieser Woche mit ihren Lesern. Tag für Tag berichtet sie nämlich, daß Hamm er st ein ganz bestimmt mit dem nächsten Zuge hier eintreffen werde, um dann in der nächsten Nummer zu berichtigen, daß er doch nicht eingetroffen fei, aber am nächsten Tage oder in einigen Tagen komnien werde, oder in München krank liege oder auch— der Himmel weiß, was alles kombinirt wird, um das Publikum auf den großen Akt gespannt zu machen. Neuerdings wird geschrieben, daß die Behörde den Termin der Ankunft nicht bekannt geben wolle, um Ansamm- lungen auf dem Bahnhose zu vermeiden. Denkt man sich in all' den Meldungen dieser Art einen Augenblick den Namen des Heißersehnten hinweg, so muß man fast auf den Gedanken kommen, daß das Berliner Bürgerthum wieder einmal seinen grrroßen Heros aus dem Sachsenivalde erwartet! Der reiche Rentier und Schiedsmann in Spandan» der, wie wir in der Beilage berichten, ivegen Beleidigung eines jungen Mädchens zu 6 Woche» Gefängniß verurlheilt worden ist, heißt Harre. Der Brave hat das Ehrenamt mehrere Jahre hindurch bekleidet. Das Mädchen war zu dem Schiedsmann gekommen, um eine Frau zu verklagen. die ihr durch üble Nachrede die Ehre abgeschnitten hatte. Bei der Protokollaufnahme hat er sich, nach dem eidlichen Zeugniß der Klägerin, schwer gegen die weibliche Ehre derselben vergangen. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Um Anlegung einer Ringbahn-Haltestelle zwischen Tempel- hos und Rixdörs will der Rixdorfer Kommunal-Bezirksverei» petitioniren. Prof. HanS Delbrück ist. wie dis„Nat.-Ztg." erfährt, zum ordemlichen Professor der Geschichte an der Universität Berlin ernannt worden. Uebcr eine erschreckende Vermehrung der Diebstähle in Schulen berichtet die„Voss. Ztg.": Fast in sämmtlichen Anstalten ist die Einrichtung getroffen, daß Mäntel, Ueberzieher, Mützen und Schirme an den Wänden der Korridore Platz sinden, um die Ausdünstung dieser Sachen, namentlich weNn sie naß geworden sind, innerhalb der Unterrichtsräume zu verhindern. Diesen Umstand machen sich die Diebe zu nutze und suchen sich, leise auf die Flure schleichend, die besten Gegen- stände aus. Werden sie überrascht, so„warten sie auf den Herrn Lehrer" oder wollen ein krankes Kind abholen. Schüler und Schuldiener werden angehalten, in jedem im Hause erscheinenden Fremden einen Dieb zu vermuthen, und dem Schreiber dieses ist es selbst begegnet, daß ihm, als er die Treppen einer hiesigen Töchterschule hinaufstieg, um mit der Lehrerin wegen seiner Kinder Rücksprache zu nehmen, vom herbeieilenden Schuldiener zugerufen wurde:„Sie da, dort dürfen Sie nicht hinaus, es wird oben zu viel gestohlen!" Alle Ver- böte und Vorsichtsmaßregeln helfen wenig— ist es doch vor kurzem in einem hiesigen Gymnasium vorgekommen, daß ein Spitzbube, der sich eben den Ueberzieher eines Lehrers aus dem unverschlossenen Konferenzzimmer gebolt hatte, den begegnenden Direktor freundlich grüßte, welcher, Gruß ebenso sreundlich erwidert wurde. Ein neues Lese- Institut ist im Hanse des Aktien- Bau- Vereins Passage, Bchrenstr. 50/52 und Passage- Durchgang I er- richtet worden. Der Eintrittspreis ist der übliche von 10 Pf. Im Fccnpalast findet gegenwärtig ein Pantomimenscherz „Die tolle Jugend", in dem an drollige» Triks geradezu erstaun- liches geleistet wird, allabendlich lebhaften Beifall. Unter den zahlreichen Artisten dieses Etablissements sei die aus fünf Per- sonen bestehende Thurmseiltänzer- Familie Kolter Hervorgehoben, deren Chef mit zweien seiner Kinder in schwindelnder Höhe die gewagtesten Exerzitien unternimmt. Bielen Beifall erringt sich die Akrobatenfamilie Schenk- Marvelli durch ihre geschickten und graziösen Produktionen; in Kraftkunststücken bringt es Herr Harlow mit seinem achtjährigen Sohn zu respektvollen Leistungen, als Excentrics haben die Gebrüder Francs die Lacher aus ihrer Seite. Einen etwas beängstigenden Eindruck macht eine in Berlin nicht unbekannte Bassistin, die nunmehr unter russischem Name» auftritt, durch die enorme Grundgewalt ihrer Stimme. Zum Schluß sei noch der anerkennenswerthen Leistungen erwähnt, welche Mr. Francloff aus dem Drahtseil ausführt. Eine Kochkunst-Ausstellung soll, zufolge der an uns er- gehenden Meldung des betr. Komitees vom 21.— 29. März im alten Reichstagsgebäude abgehalten werden. Eine �verlockende Nachricht für alle Hungernden.* Arbeiter-Risiko. In der Fraiserei von Adolf Butterweih Bergstr. 132 zu Rixdorf, verletzte sich der verheirathele Arbeiter Bergemann gestern an der Kehlmaschine derart unglücklich die rechte Hand, daß sämmtliche vier Finger bis aus den Daumen abgerissen wurden. Bergemann, der ei» ungelernter Arbeiter ist, hatte, wie uns mitgetheilt wird, noch nie an dieser anßerordenl- lich schwer zu bedienenden Maschine zu thun gehabt und war plötzlich vom Werkmeister an den gefährlichen Platz gestellt worden. Man brachte den Verunglückten in das Krankenhaus am Urban, nachdem er vorher noch ganz allein zum Arzt ge- gangen war. Es wird in den in betracht kommenden Arbeiter- kreisen viel darüber geklagt, daß man in Fraisereien häufig ganz unerfahrene und selbstverständlich schlecht bezahlte Leute, die sich fast mit Sicherheit bei der Arbeit die schlimmsten Verletzungen zuziehen umssen, an die gefährliche Kehlmaschine stellt. Vielleicht giebt diese Notiz den Behörden Veranlassung, sich um diese rücksichtslose Art von Ausbeutung energischer als bisher zu kümmern. Ucbcrfahren und getödtet wurde vorgestern Abend gegen 9 Uhr bei Rixdorf durch einen Zug der Ringbahn ein un- bekannter Man», der sich in selbstmörderischer Absicht auf die Schienen geworfen hatte. Obgleich der Zugführer den Zug sofort zum Stehen brachte, konnte er von dem Getödteten nichts entdecken. Erst später wurde der Leichnam, der von einem anderen Zuge eine Strecke weiter nach Rixdorf hin geschleift worden war, in entsetzlich verstümmeltem Zustande ausgefunden. Unfälle im Zirknö. Ueber einen noch einigermaßen glücklich verlaufenen Unfall eines Reiters, der sich während der vorgestrigen Vorstellung im Zirkus Busch zutrug, geht uns folgende Mit- theilung zu. Am Schlüsse der Vorführung der beiden Spring- pferde„La Folie" und„Royalist", welche unter den Jockeys Max Oehlschlägel und Bauermeister bereits die sehr hohe Mauer und einen breiten Graben wie gewöhnlich tadellos„genommen" hatten, sollte„La Folie" unter Max Oehlschlägel noch de» Szandorsprung ohne Sprungbrett über drei in einer Boxe neben einander stehende Pferde ausführen. Das sonst stets sichere Thier sprang diesmal derart zu kurz, daß es mit den Schienbeinen bereits an das erste der zu überspringenden Pferde anstieß und sich infolge dessen überschlug. Der Reiter flog dabei aus dem Sattel über das Hinderniß hinweg und fiel, mit dem Gesicht nach unten, auf den Teppich der Manege. Gleich hinter ihm kam„La Folie" über die drei Pferde herab und streifte im Falle die rechte Seite des bewußt- los daliegenden Oehlschlägel, dann sprang sie auf und lief unbeschädigt in den Stall. Das Zirkuspersonal trug den un- glücklichen Reiter in die Garderobe, in der sich sofort mehrere Aerzte einfanden, unter deren Händen Oelschlägel bald wieder zu sich kann Er hatte eine Verrenkung der rechten Schulter und einige unbedeutende Quetschungen der rechten Seite davon- getragen und klagte über Schmerzen im rechten Arm; eine Gefahr für sein Leben lag nicht vor. Trotzdem ließ ihn Direktor Busch nach der Charitee bringen, um dem unverheirathete» Manne eine möglichst gute Pflege zu sichern. Wie Herr Busch bei einem noch in später Nachtstunde abgestatteten Besuch im Krankenhause erfuhr, hatte sich das Befinden Oehlschlägel's noch weiter derart gebessert, daß er schon nach einigen Tagen hofft, wieder auftreten können. Auch im Zirkus Renz ereignete sich während der vorgestrigen Vorstellung ein aufregender Vorfall. Während des ersten Theils der Pantomime„Ein Künstlerfest" gerieth ein Theil der Guir- lande aus künstlichen Blumen, die die Manege umschließt, in Brand; sie hatte sich an dem durch Bersten des Glases frei- gelegten elektrischen Bogen einer der Glasbirnen entzündet, die aus dem Blumenschmuck hervorleuchten. Die Feuerwehr legte sofort eine Schlauchleitung in den Zirkus und im Augenblick war das Feuer erlöscht. Das Anfangs erschrockene Publikum beruhigte sich rasch wieder. Durch Sturz aus dem Fenster hat sich am Dienstag um die Mittagszeit die 50 Jahre alte Frau des Malermeisters I. Heyde aus der Gneisenaustr. 89 getödtet. Eines häusliche» Zwistes wegen hatte die Frau am Montag Abend in der Auf- regung ihre im ersten Stock des Quergebäudes belegene Wohnung verlassen und war auch bis folgenden Mittag noch nicht wieder zum Vorschein gekommen. Man suchte nun das ganze Haus nach der Verschwundenen ab und fand sie schließlich aus dem Boden des Quergebäudes. In demselben Augenblick, als man die verschlossene Bodenlhür öffnen wollte, sprang Frau Heyde aus dem Bodenfenster auf den gepflasterten Hof hinab, wo sie mit zerschmetterte» Gliedern todt liegen blieb. Eine enipörende Rohheit ist von einigen jener Romdies, die ein Vergnüge» daran finde», harmlose Passanten auf der Straße anzurempeln, in der Nacht zum Donnerstag gegen den 50 jährigen in der Ackerstraße 35 wohnenden Hausirer Max Schulzke verübt worden. Der Mann hatte gerade das Haus Elsasserstraße 83 verlassen und wollte sich nach Hause be- geben, als er von den Wegelagerern derart angerempelt wurde. daß er zu Boden stürzte lind mit gebrochenem Fuß liegen blieb. Durch einen hinzukommenden Schutzmann wurde der Verunglückte nach der Charitee geschafft, während es den Attentätern in der Dunkelheit der Nacht leider gelang, zu entkommen. Zn der Verhaftung des Freiherrn v. Schorlemer, von der wir gestern im politischen Theil berichteten, meldet ein hiesiger Berichterstatter, daß auch mehrere Berliner Geschäfts- inhaber durch den Freiherrn geschädigt worden sind. So soll ein Wagenfabrikant einen Verlust von 3000 M. erleiden, während ein Pferdehändler den Kaufpreis für vier Pferde einbüßt. Von einem Rentier in der Kastanienallee kaufte er ebenfalls Pferde, für die er Wechsel gab, die indessen nicht eingelöst wurde». Der Berichterstatter will wissen, daß für 120 000 M. gefälschte Wechsel von Schorlemer existire». Den Betrug verübte er zumeist dadurch, daß er die Wechsel bei einer hiesigen großen Bank zahlbar machte. bei der er aber kein Guthaben hatte. In vielen Fällen miß- brauchte er die Namen von Freunden, unter denen sich viele bekannte und hochstehende Persönlichkeiten befinden. Die Gesammt- schulden des Freiherrn dürften sich auf weit über 200 000 M. belausen. Raufhelden. Ein Berichterstatter meldet: Zahlreiche Schlägermeiisuren haben in der letzten Zeit unter der hiesigen Studentenschafl wieder stattgefunden. In den Straßen der Dorotheen- und der Friedrichstadt sieht man viele verbundene Köpfe und mehrere Paukanten haben sogar so viel abbekommen, daß sie Krankenhäuser aussuchen mußten. Elendsstatistik. Im Männerasyl des Berliner Asylvereins für Obdachlose nächtigten im Monat Januar 9610 Personen, im Frauenasyl 1008 Personen. Arbeitsnachweis erbittet der Verein für Männer Büschingstr. 4, für Frauen Füsilierstr. 5. Erschossen hat sich am Donnerstag der 42 Jahre alte Grünkramhändler Kusig aus Adlershof in einem Zimmer des Hotels„Märkischer Hos" in der Koppenstraße. Wettcr-Prognose für Freitag, den 7. Februar I.8S6. Ziemlich warmes, vorwiegend trübes Wetter mit geringen Niederschlägen und mäßigen brs frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Mttnfl und iViftcnpszaf*. Im Residenz-Theater wurde am Mittwoch der neueste Pariser Schwank„Im Hotel zum Freihafen" von Georges F e y d e a u aufgeführt. Feydeau ist einer der witzigeren Köpfe unter den jüngeren Franzose». Wenn auch er vollständig aus die Vorzüge der früheren sranzösischen Posse verzichtet, auf das saubere Kunsthandwerk darin und auf den lasziven Zynismus, in dem doch immer noch Geist steckte, so kann man sich denken, wie das Genre, das ehemals dem Residenz-Theater fette Tage ein- trug, durchaus bankrott wurde. Im Hotel zum Freihafen handelt es sich nur mehr um Prügelkomik und Klownspäße. Die Pantomime, wird zur Hauptsache, der gesprochene Text hat nebensächliche Bedeutung. Ein angejahrter Pantoffelheld will auch einmal sein Abenteuer erleben und bei der jungen Gattin seines Freundes den Don Juan spielen. Er verleitet sie. mit ihm in einem anrüchigen Gasthof zu diniren. Als er gerade den ver- fluchten Kerl spielen will, wird ihm vom genossenen Wein übel und er muß einen verschwiegenen Ort aufsuchen. In dieser und ähnlich geistvoller Art mehren sich die Verlegenheiten in dem verhexten Hotel. Mit Kunstkritik irgend welcher Art hat derlei nichts zu schaffen; und die Schauspieler, die i» solchen Komödien beschäftigt sind, hören auf, auch nur karrikirte Menschenbilder darzustellen. Sie werden nothgedrungen zu Clowns. Neue hochinteressante Anwendungen der Nöntgen'schen Strahlen konnte Direktor Schultz-Henke als die Resultate feiner in de» letzten 3 Tagen angestellten Versuche gestern Abend der in der Kriegsakademie versammelten Deutsche» Gesellschaft von freunden der Photographie vorlegen. Dem Direktor Schultz- enke ist es in Verbindung mit Professor Goldstei» unter anderem gelungen, die Nöntgen'schen Strahlen als ein sicheres Mittel zur Unterscheidung echter von falschen Perlen zu be- nutzen. Er hat einen Schmuck photographirt, der theils aus echten, theils aus unechten, aber ganz vorzüglich nachgeahmten Perlen besteht. Nachdem der Schmuck 8/4 Stunden den Röntgen'schen Strahlen ausgesetzt war, trat der Unterschied beider Arten voll- auf zur Erscheinung. Die echten Perle» zeigten sich als dunkle, undurchsichtige Masse», die unechten. Perlen aber waren durch- scheinend und ließen vor allem deutlich die Stange erkennen, mittels der sie am Schmuck befestigt sind. Recht interessant sind auch die Versuche, die Direktor Schultz-Henke mit ver- schiedenen Holzarten gemacht hat. Die Versuche wurden angestellt zu dem praktischen Zwecke, festzustellen, durch welche Holzarten die Nöntgen'schen Strahlen am besten hindurchgehen; es wurden gewählt gewöhnliches Kienholz, Else, Mahagonis und Nußbaum. Die Aufnahme brachte das wichtige Ergebniß, daß auch die feine Maserung der Hölzer von den Strahlen wiedergegeben werden. Es berechtigt dies zu der Hoffnung, daß es bei weiterer Vervollkommung des Verfahrens auch noch gelingen wird, die Gewebe des menschlichen und thierischen Körpers zu reproduziren. Im speziellen zeigte die Aufnahme, daß an sich das Kienholz die Strahlen am besten durchläßt, daß beim Kienholz aber die dnnkelbleibenden Harz- streifen störend wirken, infolge dessen dem Elsenholz der Vorzug zu geben sein würde für die Herstellung der Kassetten- fchieber. Mahagonieholz ist weniger durchlässig, Nußbaumholz ganz erheblich dunkler.— Daß auch die Knochen nicht absolut unüberwindlichen Widerstand den Strahlen darbieten. zeigte das Bild einer vor 8 Tagen aufgenommenen Hand, deren einer Finger mit einem Kettenring geschmückt war. Auf dem Bilde kann man bei genauerer Betrachtung unter den Knochen die Ketten des Ringes erkennen. Ganz wunderbare Bilder ergaben die Aufnahme einer Schlange, eines Molches und einer Blindschleiche, jeder einzelne ivinzige Knochen war deutlich und klar zu erkenne».— Prof. Goldstein wiederholte in derselben Sitzung seine schon vor acht Tagen gezeigten Experimente mit Kathodenstrahlen, erweiterte diese aber in interessanter Weise durch de» Nachweis, daß die Kathodenstrahlen auch chemische Wirkungen hervorrufen, so wird beispielsweise Kochsalz unter der Einwirkung der Kathodenstrahlen violett gefärbt. Professor Goldstein zeigte ferner, daß es auch Kathodenstrahlen giebt, welche dem Magnet nicht gehorchen. Auch gestern erfolgte vor den 'Augen des Publikums die Aufnahme einer Hand nach dem Röntgen'schen Verfahren. VevsÄmmlungen. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Verw. Berlin- C. In der Versammlung am 22. Januar hielt Fr. Hof mann einen Vortrag über„das Recht auf Faulheit." In der Diskussion wandten sich einige Kollegen gegen die ihrer Meinung nach»n- richtigen und lückenhaften Ausführungen des Referenten, wo aus dieser noch einige Erläuterungen brachte. Unter Verbandsangelegenheiten wurde auf die vom Vorstand zur Aufnahme einer Slrbeitslose»-Statistik eingeführten Karten hin- gewiesen und den Mitgliedern deren gewissenhafte Ausfüllung bei eintretender Arbeitslosigkeit zur Pflicht gemacht. Solche Karten sind jederzeit beim Bevollmächtigten zu haben.— An stelle des ausscheidenden Revisors M. H i r s ch wurde Po ock gewählt. Zum Schluß besprach man die bevorstehende Lohn- bewcgung der Klempner und führte hierbei besonders die Werk- statt von Hirschhorn an, wo keine bencidenswerthen Zustände herrschen solle», was aber von anderer Seite bestritten wurde. In der Malerversammlung am Mittwoch, die sehr stark besucht war, wurde über die bisherigen Verhandlungen berichtet, die mit den Meistern wegen der Gehilfenforderungen geführt worden sind. Wir werden in der nächsten Nummer über die Bersammlung ausführlich berichten; für heute sei nur noch mit getheilt, daß die Verhandlungen mit der Berliner Malerinnung noch nichts Entscheidendes zeitigten, während die Rix dorfer und Charlottenburger Malerinnungen jede Verhandlung mit der Lohnkommission abgelehnt haben. $ Gewerkschaftliches. Direktor Arendt hat seine Drohung, jeden feiner Arbeiter, welcher in der Versammlung über das Münchener Brauhaus Lohnbewegung der Holzarbeiter Berlins. Der Vorstand spreche, zu entlassen, wahr gemacht. Ausführliches in der der Tischlerinnung hat in der Sigung am Mittwoch sieben am nächsten Sonntag stattfindenden öffentlichen Brauerei- Arbeiterseiner Mitglieder beauftragt, mit einer gleichen Anzahl Ver- Versammlung, welche im Vorwärts"( Inserat) bekannt gegeben treter des Holzarbeiter Verbandes über die von wird. Agitationskommission der den Arbeitern gestellten Forderungen sich zu verständigen. Arbeiter Berlins und Umgegend. Von dem Ausgang der Verhandlungen wird es abhängen, welchen Charakter die Lohnbewegung der Holzarbeiter anzu nehmen hat. auch die Baubranche Vermischtes. Bauerei: Die Tischler Charlottenburgs erklärten sich am 5. Februar 5 Branchen Vertrauensmänner Versamm. in einer öffentlichen Versammlung mit dem Vorgehen der Ber- lungen der Tischler erörterten am Mittwoch die Frage Abermals ein Kampf für Ordnung, Religion und Sitte. liner Holzarbeiter einverstanden und verpflichteten sich, nach der prozentualen Lohnerhöhung für die Spezial- ueber die neueste Duellrauferei mit tödtlichem Erfolg geht einem Kräften für materielle und moralische Unterstützung der Berliner fächer der Tischlerei. Die Versammlungen waren durchweg gut biesigen Lokalblatt aus Königsberg folgende Meldung zu: Kameraden zu sorgen. Wegen der eigenartigen Charlottenburger besucht. Insbesondere waren die Tischmacher wie Verhältnisse waren sich die Versammelten über die den dortigen Am Donnerstag früh fand im Trenker Wäldchen unter schärfsten gut vertreten. Auch die Bedingungen ein Pistolenduell zwischen dem Lieutenant der Unternehmern zu stellenden Forderungen noch nicht schlüssig Es wurde vielmehr beschlossen, in Werkstätten, wo noch feine Werk- Vertreter der Werkstätten für gute Möbel und für Bau Feldartillerie Seidenstricker und dem Gerichtsassessor Borchert statt- Vertrauensleute ernannt sind, dieses schleunigst nachzuholen, auf 3eichnung hatten sich zahlreich eingefunden, immerhin statt. Der Lieutenant erhielt nach dem vierten Kugelwechsel einen den größeren Werkstätten gab man auf, mehrere Vertrauensleute fehlten in letzterer Branche noch eine Anzahl Werkstellen, die Schuß in die Leber und starb nach einer halben Stunde, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Sein Gegner stellte zu ernennen, und gleich zu Anfang nächster Woche( Tag und Ort beranzuziehen sich die anwesenden Vertreter verpflichteten. In der Spiegel- und Sitzmöbelbranche wurden sich sofort der Staatsanwaltschaft. Die Veranlassung zu dem wird den Vertrauensleuten noch mitgetheilt) sollen in einer Konferenz die Vertrauensmänner die Meinung ihrer Werkstattkollegen geradezu erschreckende Verhältnisse ans Licht gezogen. So be Bweikampf soll in einem Vorfall zu suchen sein, der sich jüngst zeichnete man die Werkstatt von Equib als eine solche, wo auf einem von der„ besten Gesellschaft" Königsbergs besuchten mittheilen und die weiter zu unternehmenden Schritte berathen. die Ausnutzung der Arbeitskraft aufs höchste gestiegen sei. Die Maskenball abspielte. Durch Lieutenant Seidenstricker soll sich die Das Ergebniß wird einer öffentlichen Versammlung zur Beschluß- Anwesenden verpflichteten sich, alle Kräfte aufzubieten, um die Schwester des Gerichtsaffeffors Borchert verlegt gefühlt haben, faffung vorgelegt werden. Man beschloß noch die Einführung von Sammelmarken, wie sie die Berliner Kollegen ein- Kollegen, welche sich der Bewegung noch nicht angeschlossen haben, worauf der Bruder der jungen Dame gegen den Lieutenant heranzuziehen. Heute wird bei Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 28, thätlich vorging. Ob dies jedoch die direkte Ursache ist, bedarf eine Versammlung für die Arbeiter der Branchen Kasten noch der Auftlärung. Die Angelegenheit machte in Königsberg möbel, Herrenschreibtische und Bettstellen das peinlichste Aufsehen, besonders da die eingeweihten Kreise stattfinden. bald Kenntniß von den schweren Bedingungen erhielten, unter denen das Duell nunmehr vor sich gegangen ist. Uns Sozialdemokraten kann es schon recht sein, wenn die Patentstüßen der heute noch existirenden Ordnung, Religion und Sitte mit solcher Energie am Umsturz aller höchsten Güter" arbeiten. geführt haben. Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen Berlins und Umgegend. Sigung Freitag Abend 8% Uhr, Ackerstr. 145 bei Wizzel. Vortrag über die Gewerbe- Ordnung. Achtung! Dachdecker und Berufsgenomen. Senntag, den 9. d. M., bei Gründel, Brunnenstr. 188: Deffentliche Versammlung. Es wird auf die Wichtigkeit dieser Bersammlung besonders aufmerksam gemacht.( Siehe Annonce.) Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, 7. februar. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Zweite. Phantasien im Bremer Rathskeller. Schauspielhaus. König Richard der Deutsches Theater. Die Weber. Leffing- Theater. Untreu. Fräulein Wittwe. Berliner Theater. Rabale und Liebe. Neues Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Theater Unter den Linden. Die schöne Helena. Schiller- Theater. Bräsig. Victoria. Onkel Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Auf dem Münchener Brauhaus in Berlin haben die bereits in der letzten öffentlichen Brauerei- Arbeiter- Versammlung bekannt gegebenen Differenzen zwischen der Leitung der Brauerei und den organisirten Arbeitern an Umfang zugenommen. Herr Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Baudeville Posse in 3 Aften von Sylvane und Ordonneau, bearbeitet von Ed. Jacobson u. J. Kren. Musik von Edmond Audran. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, auf vielseitiges Verlangen, neu einstudirt: Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Zum 154. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gefang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplatz- Theater. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Alexanderplatz- Theater. Pitts. Hierauf: Die kleinen Lämmer. National- Theater. Die Waise von Lowood. American Theater. SpezialitätenVorstellung. ftellung. Apollo- Theater. Spezialitäten- BorKanfmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. Reichshallen- Theater. Spezialitäten Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Victoria. Onkel Bräßig. Connabend, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Frl. Clara Leno vom Berliner Theater und Herrn Oskar Erüger v. Hoftheater zu Braunschweig. Die Waise von Lowood. Schauspiel in 3 Aften und einem Vorspiel von Charlotte Birch- Pfeiffer. Regie: Max Samst. Morgen, nachm. 4 Uhr: KinderVorstellung: Hänsel und Gretel. Abends 71/2 Uhr: Konradin, der letzte Hohenstaufe. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Freischütz. Victoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112. Hente, sowie Heute 8 Uhr: Zum 9. Male: Pitts. Operette in 1 Aft. Text von Fritz Otto. Musik von Hans Loewenfeld. Hierauf: Zum 108. Male: Die kleinen Lämmer. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Kaiser- Panorama ( Passage). 66/13 Aelterer Männerchor sucht gute I. Tenöre und II. Bässe. Meldungen jeden Donnerstag Abend Diese Woche: Zum ersten Male: 9 Uhr Chausseestr. 72 Hof Restaurant Frankreich. Reise von Havre bis Meissner. Am Landes- Ausstellungspark Treport. Eine Reise 20 Pf., Kinder ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Der geheimnisvolle Fremde! Der Riesenbrustkastenmensch hat Aufsehen gemacht! Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Colonaden. Geradezu Sensation hat der beste aller Humoristen Gentes gemacht!! Theowin's Schönheits- Gallerie. Das neue lustige Progamm Im Zoologischen Garten eine Pantomime wie sie sein soll. nur 10 Pf. 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April z. verm. 12 Pferde, Berkauf zu Fabrikpreisen. Lager bei Esel, Ziegen, dem Vertreter A. Homburger, Heilige- Möbl. Schlafft. 3. verm. b. Meyer, Schweine, Hasen| geiftstr. 49, Berlin. 41502* Reichenbergerstr. 115. 2575b Verantwortlicher Redakteur: Angust Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 32. Januar. " Unferm neuesten Kurs. 2. Gablenz. Wegen Uebertretung von Polizeiverboten bei Abhaltung eines Vergnügens zwei Genossen 30 bezw. 15 M. Geldstrafe. " " Magdeburg. Die Genossen Baumüller, Gärtner und Albert Schmidt 607 M. Geldstrafe wegen Verübung groben Unfugs. Halle a. S. Zwei Monate und zwei Wochen Gefängnißstrafe Genosse Lehmann wegen Beleidigung des Bergrathes Leuschner. 4. Breslan. Genosse Jahn 50 und Genosse Kühn 60 M. Geldstrafe wegen Verübung groben Unfugs. " " Magdeburg. Wegen des gleichen Delikts Genosse Klees 10 M. Geldstrafe. Dortmund. Genosse Block wegen des gleichen Vergehens 50 M. Geldstrafe. 6. Wüftegiersdorf. Zwei Wochen Haft Genosse Grosser wegen Verübung groben Unfugs. " Hannover. Wegen Beleidigung der Berliner Staatsanwaltschaft Genosse Rauch 3 Monate Gefängniß. Antrag 6 Monate. 7. Stade. Genosse Persiel aus Harburg wegen Majestätsbeleidigung 3 Monate und 2 Wochen Gefängnißstrafe. " Leipzig. Sieben Tage Haft Genosse Wittich wegen Verübung groben Unfugs. 8. Frankfurt a. D. Wegen Verstoßes gegen das Preßgesetz Genosse 3 appeŋ 10 M. Geldstrafe. " " " Breslau. 10 M. Geldstrafe Genosse Kreuter wegen Beihilfe bei dem Vergehen der Gewerbekontravention. Wiesbaden. Wegen Majestätsbeleidigung der Weißbinder Conra di aus Oberhöchstadt drei Monate Gefängniß. Langenbielau. Genosse Feldmann wegen Veranstaltung einer unerlaubten Kollekte 3 M. Geldstrafe. 9. Frankfurt a. M. Drei Monate Gefängniß Genosse Waldmann wegen Majestätsbeleidigung. " Münden. Wegen Verstoßes gegen das preußische Preßgesetz und der hannoverschen Sabbathordnung Genosse Schü 30 und die Genossen Normann und Schwalen berg je 20 M. Geldstrafe. Duisburg. Genosse Fritsche einen Monat Gefängnißstrafe wegen Aufreizung zum Ungehorsam gegen die Gesetze. 10. Berlin. Wegen Beleidigung von Polizeibeamten, Genosse 4 Baader, 20 M. Geldstrafe. " " " " " " Leipzig. Im Verfolg des Malerstreits der Maler Knittel wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Nöthigung 4 Monate Gefängnißstrafe. Zittau. Genosse Burkholdt wegen Beleidigung eines fächsischen Landtags- Abgeordneten 30 M. Geldstrafe. Königsberg. Zwei Monate Gefängnißstrafe Genosse Lorenz wegen Beleidigung eines Armenraths. Naumburg. Der Arbeiter Walther aus Zeit wegen Majestätsbeleidigung zwei Monate Gefängniß und wegen Lärmens 6 M. Geldstrafe. Oldenburg. Wegen Beleidigung der Marinebehörden Genosse Hug in Bant 500 M. Geldstrafe. Aachen. 20 M. Geldstrafe Genosse Kre winkel wegen Beleidigung von Polizeibeamten. Freitag, den 7. Februar 1896. 22. Berlin. Wegen Verübung groben Unsugs Genosse Kräder 30 M. Geldstrafe. 24. Breslau. Gleiche Strafe wegen des gleichen Delikts trifft den Genossen 3 a hn. 25. Berlin. Genosse Antrick wegen des gleichen Bergehens 3 Tage Haft. " " " V Breslau. Für das gleiche Vergehen die Genossen Neufirch Breslau und Nitschke Bunzlau je 20 Mart Geldstrafe. Elberfeld. Der frühere Redakteur der Berg. Arbeiterstimme", Genosse Wilde, wegen Militärbeleidigung 20 Mark Geldstrafe. Bichoppan. Die Genossen Spindler und Beyrich wegen Verübung groben Unfugs je 10 M. Geldstrafe. " Duisburg. Wegen Majestätsbeleidigung der Arbeiter Frütel ein Jahr Gefängniß. 25. Meiningen. Genosse Kirsch aus Schmalkalden 30 und der Drucker des Blattes 60 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Pfarrers. 13. Jahrg. Es kann zunächst keinem Zweifel unterliegen, daß auch durch die Presse Handlungen verübt werden können, welche sich als eine Ungebührlichkeit darstellen und das Publikum unmittelbar beunruhigen und belästigen, mithin den Thatbestand des groben Unfugs enthalten. Es ist dies auch vom Reichsgericht in konstanter Praxis angenommen worden. Ferner erscheint auch unbedenklich, unter dem Begriff des Publikums die weder ihrer Person noch ihrer Zahl oder ihrem Gewerbe nach bestimmten Gewerbetreibenden und Arbeitnehmer zu verstehen. Hiernach würden allerdings die veröffentlichen Aufrufe sich als grober Unfug darstellen, sofern festzustellen ist, daß dieselben geeignet waren, weitere Kreise von Gewerbetreibenden und Arbeitnehmern in Unruhe zu versehen. Das Berufungsgericht hat nun gleich dem Vorderrichter nicht die Ueberzeugung gewinnen können, daß die in Rede stehenden Aufrufe geeignet waren, diese Wirkung herbeizuführen. Beide Aufrufe enthalten in ihrem ersten Saz lediglich die Mittheilung, daß bei der Firma Welles infolge Lohndifferenzen ein Streit ausgebrochen ist, bezw. daß dieser Streit unverändert 27. Zwickau. Fünfzig Mark Geldstrafe, Genosse Reiher fortdauert. Hinzugefügt wird dann in dem ersten Aufruf:„ Zuwegen Beleidigung Dr. Hans Blum's. zug ist fernzuhalten" und in dem zweiten Aufruf: Buzug ist streng 29. Stade. Vier Monate Gefängnißstrafe Genosse Kauff= fernzuhalten". mann in Harburg wegen Verächtlichmachung von Es werden mithin in den Aufrufen im Staatseinrichtungen. " " " " Fürth. Wegen Beleidigung eines Offiziers Genoffe Gärtner in Nürnberg 30 M. Geldstrafe. Erfurt. Genoffe Wiertelarz wegen Beleidigung des Herrn Jakob3tötter 100 m. Geldstrafe. wesentlichen nur Thatsachen erwähnt und fehlt es insbesondere völlig an der Androhung von irgend welchen Nachtheilen, welche diejenigen treffen würden, die troß des Streits bei der Firma Welles Arbeit nehmen sollten. " der 30. Brandenburg. Je drei Monate Gefängniß die Genossen Der Zusatz: 3uzug ist fernzuhalten" enthält nur Wolfgang Brandenburg und Mufrasch- Lucken- eine Aufforderung an die auswärtigen Arbeiter, nicht nach walde wegen Beleidigung des Superintendenten in Lucken- Berlin zu kommen und dadurch den Streit bei der Firma Welles walde. zu verderben. Es ist daher in dieser Aufforderung Berlin. Wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen eine Beunruhigung oder Belästigung die Gesetze, Genoffe 3inne 6 Monate Gefängnißstrafe. Ar beitnehmer feineswegs zu erblicken. AndererLeipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Baumüller- seits erschienen die Aufrufe aber auch nicht geeignet, die Kreise Magdeburg wegen Majestätsbeleidigung ein Jahr Ge- der Gewerbetreibenden zu beunruhigen oder zu belästigen. Denn fängnißstrafe. wenn diese auch Kenntniß von den Aufrufen erhalten haben Berlin. Einen Monat Gefängniß Genosse Wenzel wegen sollten, so konnte in ihnen durch die bloße MitBeleidigung von Polizeibeamten. theilung der Thatsache eines Streits bei der 31. Potsdam. Je 75 M. Geldstrafe die Genossen HelFirma Belles in Verbindung mit dem Zusay singer und Ta bertaus Luckenwalde wegen Beleidigung über die Fernhaltung von Zuzug doch nicht der von Mitgliedern des Kriegervereins. Glaube hervorgerufen werden, daß auch ihnen eine Beeinträchtigung in Aussicht stehe. " " 1 Spandau. Genosse Schö er wegen Beleidigung des Oberbürgermeisters 100 M. Geldstrafe. Insgesammt wurde erfannt auf 2381 M. Geld- und 9 Jahre Monate 4 Wochen und 1 Tag Gefängnißstrafe. Hamburg- Eimsbüttel, den 6. Februar 1896. Eichenstr. 4, I. Der geschäftsführende Ausschuß. Buzug ist fernzuhalten." Das in dieser gewerkschaftlichen Angelegenheit ergangene freisprechende Urtheil des Berliner Landgerichts hat folgenden Wortlaut: O. III. C. 174. 95. VIII. 946. Im Namen des Königs! In der Straffache gegen 1. den Redakteur Fritz Kunert 31 Schöneberg, Sedanstr. 72, geboren am 15. September 1850 Ist sonach mit dem Vorderrichter anzuerkennen, daß die inkriminirten Aufrufe im vorliegenden Falle nicht geeignet waren, eine Beunruhigung oder Belästigung des Publitums, insbesondere der Gewerbetreibenden und der Arbeitnehmer herbeizuführen, so fonnte eine thatsächliche Feststellung im Sinne der Anklage nicht getroffen werden. Die Berufung der königlichen Staatsanwaltschaft war daher, wie geschehen, zu verwerfen. Len Kostenpantt regelt§ 505 Straf- Prozeßordnung. ( gez.) Leonhardt. Matthes. 3. Buffände in einem deutschen Krankenhause. Ein Preßprozeß, der nach mancher Richtung hin AufNicht zu Alt- Landsberg, Kreis Nieder- Barnim, 2. den Schlosser Reinschen erregen muß, tam am Dienstag dieser Woche vor der ersten bor's Behold au Berlin, Wilhelmstr. 21, geboren am Straffammer am Landgericht Stade zum Austrag. 11. Frankfurt a. M. Genosse Dr. Quart wegen Be- 8. Juli 1855 zu Dresden, wegen groben Unfugs. bat auf allein, daß der dolus eventualis eine gewisse Rolle leidigung eines Kaufmanns 50 M. Geldstrafe. Stettin. Acht Tage Gefängnißstrafe Genosse Oh I wegen Verübung groben Unfugs. " " Berlin. Genosse Dierl wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen 6 Monate Gefängnißstrafe. 13. Dresden. Wegen Beleidigung eines Arztes Genosse Lorenz 75 M. Geldstrafe. Danzig. Auf Veranlassung des früheren Genossen Jochem Genosse Berger sechs Wochen Gefängniß wegen Hausfriedensbruch. " " " " Berlin. Wegen Verfehlung gegen§ 153 der GewerbeOrdnung Tischler Göbel in Rummelsburg drei Tage Gefängnißstrafe. Augsburg. Bierzehn Tage Gefängniß Genosse Breder wegen Beleidigung eines Fabrikanten. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Rauch Hannover 4 und Genosse Weichelt Wurzen 6 Monate Gefängnißstrafe, beide wegen Majestätsbeleidigung. die von der königlichen Staatsanwaltschaft gegen das Urtheil spielte, indem Verleger und Drucker mit angetlagt des föniglichen Schöffengerichts I zu Berlin vom 26. November waren, es trat auch wieder einmal die in unserem armen Vater1895 eingelegte Berufung die 8. Strafkammer des königlichen lande ja übliche Erscheinung zu tage, daß ein Mann, der sich um Landgerichts I zu Berlin in der Sigung vom 11. Januar die Aufbeckung öffentlicher Mißstände hoch. 1896, an welcher theil genommen haben: 1. Landgerichts- Direktor verdient gemacht hatte, von Rechts wegen mit einer Leonhardt, 2. Landrichter Matthes, 3. Gerichtsaffessor Zutz als empfindlichen Strafe belegt wurde. Natürlich handelte Richter, Gerichtsassessor Langen als Beamter der Staatsanwalt es sich um einen sozialdemokratischen Redakteur. schaft, Referendar Lörs als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt: Die Berufung der königlichen Staatsanwaltschaft wird auf Kosten der Staatskasse verworfen. Von Rechtswegen. Gründe " In den Nummern 232 und 235 der zu Berlin erscheinenden periodischen Druckschrift Vorwärts" vom 4. und 8. Oftober 1895, und zwar in der Rubrik Gewerkschaftliches", für welches der Angeklagte Kunert als Redakteur die Verantwortung trug, hat der Angeklagte Pezold folgende Aufrufe veröffentlicht: " 15. Berlin. Wegen Aufreizung zum Klassenhaß rothe Tischler! In der Telephonanstalt von Welles, Engelufer 1a, Märznummer Verleger Schulze 4 Monate und der Drucker Bading 14 Tage Gefängniß. 16. Kaffel. Genoffe John wegen Preßbeleidigung 1 Woche Gefängnißstrafe. " " " " " Königsberg. 2 Monate Gefängnißstrafe Genosse Lorenz wegen Majestätsbeleidigung. Magdeburg. Genosse 3 a hle Fermersleben wegen Verübung groben Unfugs 2 Wochen Haft. Harburg. Wegen Beleidigung der Polizeibehörde in Lüneburg Genosse Thiel 3 Wochen Gefängniß und Genoffe Ottowa 100 M. Geldstrafe. Stettin. Wegen Beleidigung der Breslauer Polizeibehörde Genosse Ohl 30 M. und Genosse Steinweg 15 M. Geldstrafe. Hof. Genosse Stüdlen wegen Vergehens gegen die Religion 15 Tage Gefängniß. 17. Berlin. Wegen Vergehens gegen§ 153 der GewerbeOrdnung Genosse Fischer, Zimmerer, 14 Tage Gefängniß. " " " " Magdeburg. Neun Monate Gefängniß der Arbeiter Poplowsti wegen Majestätsbeleidigung. Derselbe demonstrirte gegen ein Hoch auf den Raiser mit einem Hoch auf Lassalle. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Fleißner in Birna 6 Monate Gefängniß wegen Beleidigung der Richter und der Verwaltungsbehörde. Neisse. Wegen Majestätsbeleidigung Genosse Schmidt 3 Monate Gefängniß. Forst. Genosse Buder in Frankfurt a. D. wegen Beleidigung eines Webermeisters 30 M. Geldstrafe. 20. Schönebeck. Die Genossen Schmidt und Fuhr je 15 M. Geldstrafe wegen Vergehens gegen das Vereins gesetz. " " Halle a. S. Zwei Monate Gefängnißstrafe der Arbeiter Labes wegen Verfehlung gegen§ 153 der GewerbeOrdnung. Flensburg. Wegen Beleidigung der Polizeibehörde Genosse Holzhäuser 30 M. Geldstrafe. 21. Kiel. Genosse Ströbel wegen Beleidigung eines Komitees in Jhehoe vier Wochen Gefängnißstraje. Bärenstein. Wegen Verübung groben Unfugs Genoffe Schmiedel 20 M. Geldstrafe. " " Plön. Die Genossen Kruse und Horst aus Wankendorf wegen Verbreitung von Druckschriften an öffentlichen Orten je 10 M. Geldstrafe. Luckenwalde. Genosse MoIwes wegen Beleidigung von Polizeibeamten zwei Wochen Gefängniß. a) In Nummer 232:" Achtung, Metallarbeiter und streiten sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen infolge von Lohndifferenzen. Zuzug ist fernzuhalten. Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend." Angeklagt waren der Redakteur Heinrich Kauffmann, der Verleger Karl Weniger und der Drucker Heinrich Weber, sämmtlich vom„ Harburger Volksblatt" in Harburg a. d. Elbe wegen Beleidigung des dortigen Stadt- Magistrats, der dirigirenden Aerzte Dr. Zimmermann und Dr. Dempwolf vom Harburger städtischen Krankenhaus und des Krankenhaus- Verwalters Mußmann. Der Auflage liegt folgendes zu grunde: b) In Nummer 235: Metallarbeiter und Tischler! Der Streit der gesammten Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Welles in Berlin, Engelufer 1 a, dauert unverändert fort. Buzug ist streng fernzuhalten. Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend." Die Angeklagten haben den vorstehenden Thatbestand zu gestanden; der Angeklagte Pezold hat ferner angegeben, daß er Krankenhaus- Verwaltung vor das Forum der Deffentlichkeit zu die beiden Aufrufe als Vorsitzender des Arbeitsnachweisebureaus des erwähnten Verbandes veröffentlicht hat. Der Vorderrichter hat beide Angeklagte von der dieserhalb gegen sie erhobenen Anklage der Uebertretung gegen§ 360 11 Reichsstrafgesetzbuchs in Verbindung mit§ 20 Absatz 2 des Reichspreßgesetzes vom 7. Mai 1874 freigesprochen und seine Entscheidung damit begründet, daß die Aufrufe geeignet er scheinen, zwar die Inhaber der Firma Welles, aber nicht das Bublifum im allgemeinen zu beunruhigen. " Nachdem bereits im März 1895 in dem Harburger Volks blatt" die Aufforderung ergangen war, alle, die unter der Behandlung im städtischen Krankenhause zu Harburg zu leiden gehabt hätten, sollten der Redaktion des Blattes schriftliche Mittheilung darüber einsenden, erschien in der Nr. 80 des„ Volksblattes" ein Artikel, in dem an der Hand des eingegangenen Materials die Zustände im Harburger Krankenhaus und besonders die Thätigkeit des in demselben angestellten Arztes Dr. med, Zimmermann und des Krankenhaus- Verwalters Mußmann einer scharfen Kritik unterzogen wurden. In dem Artikel hieß es: Die Behandlung der Kranten in dem städtischen Krankenhause spreche jeder Menschlichkeit Hohn. Von dem aufgehäuften Material wolle man erst ein Beispiel zum besten geben; zugleich versichere man aber, daß die Redaktion des Blattes nicht nachlassen werde, die ziehen, bis eine Besserung der Zustände im Krankenhause eingetreten sei. Sodann wurde ein Fall berichtet, in dem eine Ehefrau, die sich mit einem erst einige Monate alten Kinde in das Krankenhaus begeben hätte, weil sie an Krämpfen litt, bei einer Wärterin sich darüber beschwert habe, daß das Kind arg vernachlässigt werde. Als die Frau geäußert habe, sie werde sich über die Märterin beim amtirenden Arzt beklagen, habe die Wärterin den Spieß umgekehrt und dem Arzt gesagt, die Frau mache stets Radau". Der Arzt Dr. Zimmermann habe die Gegen dieses Urtheil hat die fönigliche Staatsanwaltschaft Patientin nun ohne weitere Untersuchung des Falles angefahren, rechtzeitig und formgerecht die Berufung eingelegt und zur Be fie am Arm gefaßt und mit Hilfe der Wärterin gründung des Rechtsmittels ausgeführt, daß die Aufrufe ohne in den Keller gezerrt, wo sie achtzehn Tage Zweifel geeignet feien, weite Kreise von Gewerbetreibenden in I ang fast wie eine Gefangene eingesperrt geUnruhe zu versetzen, indem dadurch in ihnen der Glaube hervor- fessen und trotz ihrer Bitten ihr Kind nicht zu gerufen werde, daß auch ihnen eine gleiche Beeinträchtigung fehen bekommen habe. Dr. Zimmermann habe der ihres Gewerbes wie der Firma Welles in Aussicht stehe, Kranken erklärt, sie sei verrückt und er werde sie in das Frren sobald sie den Wünschen und dem Willen der Partei, haus schicken. Als ihre älteren Kinder sie hätten besuchen von deren Angehörigen die Aufforderung zum Boykott wollen, seien dieselben abgewiesen worden. Nach Behauptung ausgehe, entgegenhandeln würden. Ferner konnten auch der Anklage soll dieser Fall sich nicht so verhalten, wie er in diejenigen Arbeitnehmer, welche gewillt seien, dem Partei- dem Artikel geschildert ist. Nachdem dann im Laufe des zwange und der Beschränkung ihrer Freiheit sich nicht zu unter- Sommers noch mehrere Artikel im„ Volksblatt" erschienen waren, werfen, sich sehr wohl belästigt fühlen. Die Angeklagten hätten von denen jedoch keiner inkriminirt ist, kam in Nr. 226 vom sich mithin im Sinne der Auflage schuldig gemacht. 27. September v. J. wiederum ein solcher zum Abdruck, der sich Die Angeklagten bestreiten demgegenüber, sich strafbar gemacht mit einem speziellen Falle beschäftigte. Nach der Darstellung des zu haben. Die Arbeiter der Firma Welles hätten lediglich von Artikels ist ein siebenjähriger mutterloser Knabe einem ihnen zustehenden Rechte Gebrauch gemacht, indem sie eines Arbeiters Gottschall im September v. J. 3 Wochen an zur Erlangung günstigerer Lohnbedingungen in den Streit ein einer Seräße Erkrankung behandelt. Der Knabe soll am getreten seien. Der Streit sei auch nur durch das rigorose Vor- 21. September von Dr. Zimmermann entlassen und durch eine gehen jener Firma verursacht worden, sodaß andere Gewerbe- Wärterin H. bis vor die Thüre feines Onfels, 100 treibende, wenn sie den wahren Sachverhalt erfahren, sich durch in Kost war, gebracht sein. Vor verschlossener Thüre die Aufrufe unmöglich beunruhigt fühlen könnten. Ueberdies der Onfel fei nicht zu Hause gewesen habe ihn die umfasse die Unternehmerschaft ganz bestimmte Kreise von Gewerbe- Wärterin stehen lassen und mitleidige Nachbarinnen hätten treibenden, welche nicht als Publikum" anzusehen seien. Auch sich seiner angenommen. Diese wären aber sehr erstaunt eine Belästigung der Arbeitnehmer liege nicht vor, weil den gewesen, als sie gesehen hätten, daß der Knabe von jenigen, die die Aufrufe unbeachtet ließen, keinerlei Nachtheile Sch muß ganz geftarrt habe und Kleidung und Strümpfe jeder Beschreibung gefpettet hätten. angedroht seien. " er = " " Gerichts- Beifung. " Auch dieser Fall soll sich nicht dermaßen verhalten, sondern| Assistenzarzt im Krankenhause, habe sie gefragt, ob fie be- t in dem Artikel falsch wiedergegeben sein, weshalb letterer eben- zeugen tönne, daß der Knabe rein gewesen sei. Sie habe Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hat das falls inkriminirt ist. Der Angeklagte will nun für die von darauf gesagt, das werde sie nicht bezeugen. Das habe sie noch ihm behaupteten Thatsachen den Wahrheitsbeweis führen und einmal wiederholt. Zu der Tochter einer geistig tranten Reichsgericht das freisprechende Urtheil der Straffammer zu durch einen großen Beugenapparat beweisen, daß seine abfälligen Patientin habe sie eines Tages gesagt: Wie sind Sie nur auf Prenzlau vom 19. September 1895 bezüglich der Broschüre: Urtheile über die im Krankenhause angestellten Aerzte, den schlauen Gedanken gekommen, Ihre Mutter hier nach dem Sklaverei in Deutschland oder die Rechtlosigkeit des Gefindes Wärterinnen, Wärter und den Verwalter des Instituts völlig Krankenhause zu bringen?" Dr. H. habe sie darüber zur Rede und der ländlichen Arbeiter" aufgehoben und die Sache zur berechtigt waren. Bu diesem Zwecke find 43 Beugen zu dem geftellt und ihr gedroht, er werde ihr eins hinter die anderweiten Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz Termin geladen. Derfelbe beginnt um 94 Uhr morgens. Den öffel" geben, wenn sie frech sei. Darauf habe er sie aus zurückverwiesen. Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Richards, die Anklage wird dem Zimmer geschubst". Die letzte Zeugin Frau Gregor er Wohl auch ein Kämpfer für Ordnung, Religion und vertreten durch den Assessor Dr. Kaud, während der bekannte klärt, daß ihr vierjähriges Töchter chen wegen einer Sitte? Im Anz. f. d. H." liest man: Ein Spandauer Rechtsanwalt Dr. Th. Suse Hamburg die Vertheidigung der Drüsenschwellung am Bein im Krankenhause gelegen habe. Als Schiedsmann wurde gestern vom Schöffengericht wegen Angeklagten führt. es aus dem Hause entlassen sei, wären die Genitalien Beleidigung eines jungen Mädchens, mit dem er In ihrer verantwortlichen Vernehmung erklärten zuerst der eingerissen und vereitert gewesen. Ein Arzt, ein Protokoll aufgenommen hat, zu 6 Wochen Gefängniß verVerleger Weniger und der Drucker Weber, daß sie die inkriminirten Dr. Creuzfeld, habe ihr gesagt, es sei nicht unmöglich, urtheilt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Artikel erst gelesen hätten, als diese abgedruckt daß das Kind geschändet sei. Der Fall wird nicht Deffentlichkeit statt. Den Namen des Attentäters zu gewesen wären. Sie fühlen sich deshalb der Beleidigung weiter erörtert und es tritt Schluß der Beweisaufnahme ein. nennen, scheut sich das freisinnige Lokalblatt. nicht schuldig. Der Angeklagte Kauffmann deponirt: Ich Der Staatsanwalt beantragt sodann bezüglich des Verlegers Auch ein Sicherheits- und Sittenwächter. Der frühere fam im Jahre 1894 als Redakteur nach Harburg und schon in Weniger und Druckers Weber Freisprechung, weil dieselben nach Schutzmann Johann G. Th. Nagel in Frankfurt a. M. den ersten Wochen fiel mir im Verkehr mit den Arbeiterkreisen der Beweisaufnahme nicht als Mitthäter zu betrachten seien. hatte, als er noch im Amte war, mit drei Frauenspersonen, die die große Mißstimmung derfelben gegen das städtische Kranken- Kauffmann habe sich jedoch unzweifelhaft der Beleidigung schuldig ihm als Gefangene anvertraut waren, unzüchtige Handlungen vorhaus auf. Ich erfuhr dann, daß einige Aerzte ihre gemacht. Der Wahrheitsbeweis sei ihm mißlungen. Und er genommen. Als der Termin herannahte, an welchem er wegen dieser Patienten grundsäglich nicht ins Harburger beantrage deshalb eine Strafe von drei Monaten und genommen. Als der Termin herannahte, an welchem er wegen dieser Strafthaten abgeurtheilt werden sollte, machte er den vergebKrankenhausschicken, sondern sie nach Hamburg awei Wochen Gefängniß, außerdem Publikation des Straftaten abgeurtheilt werden sollte, machte er den vergeb lichen Versuch, die drei Frauenspersonen zu bestimmen, als dirigiren. Als mir dann in der Folge mit Beispielen Urtheils. schlechter Behandlung belegte Klagen immer mehr zugingen, hielt Der Gerichtshof hält den angetretenen Wahrheitsbeweis im Beuginnen zu ſeinen gunsten auszusagen. Nachdem er schon wegen der Sittendelikte zu Strafe verurtheilt worden war, hat ich es für meine publizistische Pflicht, die Mängel im Kranten Falle Winkler für völlig mißglückt und erkennt hier auf ihn das Landgericht Frankfurt a. M. am 11. November v. J. hause öffentlich zu rügen. Ich habe einen methodischen Kampf 300 Mart Geldstrafe, ev. 30 Tage Gefängniß, sowie auf unter Beseitigung der früher erkannten und noch nicht verbüßten geführt gegen das Krankenhaus, resp. die maßgebenden Behörden, Publikationsbefugniß. Im Falle Gottschall sei der Wahrheits- Strafe zu einer Gesammtstrafe von 3/2 Jahren Buchthaus verund ich habe Erfolg damit gehabt; denn seit dem legten Herbst ist beweis erbracht und müsse daher Freisprechung erfolgen. Des- urtheilt.- Die Revision des Angeklagten bemängelte hauptein befoldeter Assistenzarzt im Krankenhause angestellt worden, gleichen werden die Mitangeklagten Verleger Weniger und Drucker sächlich die Annahme je eines besonderen Vorsages bei der während sonst allein die beiden dirigenden Aerzte da waren, die beide Weber freigesprochen. noch eine sehr große Privatpraxis haben. Für eine Stadt wie Harburg genügte das nicht und genügten und genügen auch die ganzen Krankenhaus- Verhältnisse nicht.- Präs.: Das ist erklärlich, daß es in einer Stadt mit vorwiegend Arbeiterbevölkerung nicht möglich ist, ein solches Institut so auszustalten, wie daš 3. B. in Hamburg der Fall ist. Gegen das allmächtige Geld fönnen wir nicht ankämpfen. Die meisten Artikel haben auf mich auch keinen aufregenden Gindruck gemacht, aber im ersten sind recht schwerwiegende Ausbrücke.- Angell.: Ich habe nicht hehen, sondern bessern wollen. Soziale Uebersicht. unternommenen Verleitung der drei Frauenspersonen zum Meineide. Das Reichsgericht erkannte jedoch auf Verwerfung der Revision. Wegen Benuhung zu großer Bierfeidel ist, nach einer Das Berlinische Gewerkschaftsbureau. Ueber die Be- Meldung der Berliner Gastwirthszeitung", ein schlesischer Gastnußung des Gewerkschaftsbureaus von seiten der Berlinischen wirth von der Polizei in Strafe genommen worden. Der beArbeiterschaft soweit die Ertheilung von Auskünften bei treffende Restaurateur hatte etwa 30 Bierfeidel, die auf 4/10 Klagen u. f. w. in betracht kommt fonstatirt der neueste geaicht waren, jedoch einen größeren Inhalt besaßen. Der Rechenschaftsbericht des Bureaus, daß sich die Frequenz des Wirth, der keine Ahnung davon hatte, schänkte diese Gläser zu Bureaus beständig steigert, das Arbeitsfeld ein immer größeres feinem Schaden stets vorschriftsmäßig voll" aus. Hinter diese Es wird sodann nach Berlesung dieses ersten Artikels in die wird. Ganz besonders wird das Bureau durch die aus der betrügerische" Manipulation tam aber die Polizeibehörde ge= Beweisaufnahme eingetreten und als erste Beugin Frau Winkler bestehenden Gesinde- Ordnung, den Alters, Invaliden-, Unfall legentlich einer Kontrolle und ahndete die Gefeßübertretung"; vernommen. Dieselbe ist im Januar 1895 18 Tage im Kranken- versicherungs- und Krankenkassen- Gefeßen und der Gewerbe- Ordnung fie tonfiszirte sämmtliche Gläser und außerdem ist der Schank hause gewesen, weil sie an trämpfen litt. Präf.: Sie sind in der Praxis entstehenden Uebelstände und Nachtheile für die wirth dafür, daß er den Gästen mehr Bier, als er es nothwendig einige Tage in der Jfolirzelle gewesen?- Beugin: Das war schon Arbeiter von denselben zwecks Rathertheilung und Pflichten in hatte, geschänkt, zu einer Geldstrafe verurtheilt worden. mehr ein Loch. Ich hatte teine Bettwäsche, nur Anspruch genommen. Wie heutzutage ,, Vagabunden" gemacht werden und drei auf der Erde liegende Matrazenkissen und Eine weitere mühevolle Arbeit des Bureaus bildete die von welchen Unbilden die auf die Landstraße geworfenen Opfer der eine Decke. In dem Raum, der dicht bei der Heizung der Gewerkschaftskommission beschlossene Aufnahme einer jähr- zügellosen Produktionsweise ausgesetzt sind, ergab kürzlich eine lag, war es so heiß, daß es nicht zum aushalten war. Ich lichen Statistit aller Gewerkschaften Berlins. Verhandlung vor der Strafkammer in Fürth. Der 22jährige war mit einem 1/4 Jahr alten Kinde ins Krankenhaus gekommen Gleichfalls gilt als erfreulicher Fortschritt die Thatsache, daß und wurde von demselben getrennt, weil ich nach Aussage einer die Arbeiter Berlins ihr Augenmerk mehr als bisher auf die ledige Bäcker J. Kirschbaum aus Linden, Bez.- Amt Lindau, hatte vom Bezirksamt Neustadt a./Aisch einen Arbeitsauftrag erhalten, Wärterin Radau" gemacht haben sollte. In dem Loche habe fanitären und Sicherheitsverhältnisse der Fabrik- und Gewerbe- troßdem Kirschbaum erklärte, der Stadtmagistrat Nürnberg habe ich 15 Tage zubringen müssen, ohne mein Kind zu sehen. Meine betriebe richten und sich über die( auf die hiesige Gewerbe- und seine Zegitimationspapiere zurückbehalten, dieselben würden nach anderen Kinder, die mich besuchen wollten, wurden ab Fabritinspektion bezüglichen) Bestimmungen durch das Bureau Neustadt geschickt. Kirschbaum ließ nichts unversucht, um Arbeit gewiesen. Dr. Zimmermann hat zu mir gesagt, ich sei ver- informiren. zu erlangen, überall wurde er aber abgewiesen, und besonders rückt. Ich habe aber meinen völligen Verstand. Wenn ich auf Krankenkaffenwesen. Der Kaufmännischen Krankenkasse beshalb, weil er ohne Papiere war. Plöglich erfolgte in Neugeregt war, so war das deshalb, weil man mir mein Kind genommen hatte. Staatsanwalt: Haben Sie dem Angeklagten 8 Dirschau( E. H.), der Unterstützungskaffe für Maurer und stadt seine Verhaftung; nach 14tägiger Untersuchungshaft wurde R. das erzählt? Zeugin: Jawohl. Präs.: Weshalb? Bimmerleute Oldesloes und Umgegend( E. H.), der Kranken-, er vom Amtsgericht Neustadt in Abwesenheit von Schöffen Nichtbefolgung eines Arbeitsauftrags Zeugin: Weil ich mein Recht nicht bekommen habe. Präs.: Unterstützungs- und Sterbekasse des Vereins der Rechtsanwalts- wegen Sie waren doch auf Kosten der Armentasse im Kranken- und Gerichtsvollzieher Gehilfen des Ober Langesgerichtsbezirks zehn Tagen Haft und nach verbüßter Strafe zur Ueberan die Landespolizeibehörde verurtheilt. Gegen hause. Arme tönnen immerhin noch froh sein, Köln( E. H.), der Allgemeinen Unterstützungs- und Krankenkasse weisung daß es Krantenhäuser giebt. Ga giebt nun mal zu Riedelbach( E. H.), der Arbeiter- Kranken- Unterstützungskaffe das durch ein ungefeßliches Verfahren zu stande gekommene Bekanntlich sagt§ 27 Reiche und Ar me. Wenn Sie hätten bezahlen können,( E. H.) zu Wehlefanz und der Gegenseitigen Tischler- Kranten- Urtheil legte Kirschbaum Berufung ein. Die Straf so hätten Sie wahrscheinlich ein Zimmer allein gehabt. und Sterbekaffe für Hannover und Linden( E. H.) ist vom des G.-B.-G. ausdrücklich, daß zur Aburtheilung von UeberDer Sachverständige, Sanitätsrath Dr. Vogel Stade, erklärt preußischen Handelsministerium auf grund von§ 75 a des tretungen die Schöffen gerichte zuständig sind. das Verfahren des Dr. Zimmermann der Frau Winkler gegen- Krankenversicherungs- Gesetzes die Bescheinigung ertheilt worden, fammer in Fürth sprach den Angeklagten tostenlos frei und über als durchaus forrett. Von verschiedenen Beugen daß sie, vorbehältlich der Höhe des Krankengeldes, den Anfor ordnete seine sofortige Haftentlassung an. In der Urtheilsbegründung wurde ausdrücklich das Urtheil des A.-G. Neustadt wird bekundet, daß Frau Winkler hysterisch sei und ihre An- derungen des§ 75 jenes Gefeßes genügen. als ungerecht bezeichnet, denn nachdem der Angeklagte feine Ba= piere gehabt, sei es nicht seine Schuld gewesen, daß er feine Arbeit erhielt. Nach gefeßlicher Ordnung hätte das A.-G. Neustadt den Angeklagten ohne Schöffen gar nicht aburtheilen können. Kirschbaum, welcher nicht den Eindruck eines arbeitsscheuen Menschen machte und lediglich fünfmal wegen Uebertretungen vorgestraft ist, hat nun 4 Wochen unschuldig in Untersuchungshaft gesessen und hätte er sich dem Urtheile unterworfen, so wäre er nach verbüßter Strafe in das Arbeitshaus geschickt worden und zwar Von Rechts Wegen. V gaben wohl auf Uebertreibung beruhen könnten. Des weiteren Soziale Zusammensetzung des Schwurgerichts in befundet eine Beugin Bernhard, die eine Unterleibs Leipzig. Aus Anlaß einiger auffälliger Urtheile von Schwuroperation durchzumachen hatte, daß sie mit zwei sechzehn- gerichten ist, wie die„ S. P." bemerkt, die Forderung nach einer jährigen Mädchen und zwei unerwachsenen Knaben anders gearteten Zusammensetzung der Geschworenen vielfach er einige Tage zusammen gelegen habe, und dabei am Unterhoben worden. Wie berechtigt diese Forderung ist, mag folgendes förper völlig unbedeckt war. Beugin Ehefrau Beispiel belegen. Für die erste Quartalssigung des Leipziger Bauer, die wegen eines Unterleibsleidens im Krankenhause Schwurgerichts find 30 Geschworene ausgelost worden, die sich lag, hat, trotzdem fie pro Tag 2 Mart zahlte, Grob- nach ihrer sozialen Stellung folgendermaßen gruppiren: brod mit Schmalz und einmal falten Kaffee bekommen, Lebensmittel waren sehr schlecht. Als sie operirt war, bekam sie teine wärterin zugetheilt, sondern das Kontrolmädchen Juliane Adrian. Das Mädchen sei übrigens gut gegen fie gewesen. Was es gut gemacht am Tage, hätten die Wärterinnen des Nachts wieder verdorben. Dr. 3immer= mann erklärt, die Prostituirte sei verwendet worden, weil Kaufleute, Fabrifbefizer, Banfiers. Gutsbesitzer, Gutspächter u. dergl. Gelehrte. Förster. Lohgerbermeister. Zusammen 20 6 2 1 1 80 Unter den Leipziger Geschworenen sind demnach vertreten Mangel an Wärterinnen war. Beugin Duneiska die landwirthschaftlichen und die industriellen Unternehmer berichtet, daß die Kontrolmädchen im Krankenhause( letztere außergewöhnlich stark: zwei Drittel aller Geschworenen), einen furchtbaren Standal gemacht haben, sie es sind ferner vertreten die gelehrten Klassen. Den einen Lohhätten getanzt und gesungen, daß man keine Ruhe habe finden gerbermeister wird man, nach der neueren Entwickelung der Lobtönnen. Zwei wärterinnen feien eines Tages mit dem gerberei zum Großbetrieb hin, eher den Fabritbesitzern als den Sohn des Verwalters zum Theater gegangen Handwerkern zuzählen müssen. Bollständig ausgeschlossen sind: und hätten die Kranten liegen lassen. Durch eine Zeugin wird festgestellt, daß die Kontrollmädchen bei der Mittelstand( Handwerker wie Bauern) und die ganze der regelmäßigen Kontrolle häufig vom KrankenhausDr. Zimmermann erklärt, daß Verwalter untersucht sind. Arbeiterklasse. Soziale Rechtspflege. Versammlungen. " zu vierDie Berichte sind nur auf einer, nicht auf beiden Seiten des Papiers, und mit Tinte, nicht mit Bleistift zu schreiben. Bwischen den Zeilen ist genügend Raum zum torrigiren zu laffen. Der Verfaffer hat seine vollständige Adresse anzugeben. Vierter Wahlkreis. Vor einer recht gut besuchten Volks. persammlung sprach am Mittwoch im Konzerthaus Sanssouci" Reichstags Abgeordneter Fischer über das Thema: Aus legter Beit". Anknüpfend an die Festlichkeiten bei Gelegenheit des Reichsgründungstages, wo der Sozialdemokratie wieder der Vorwurf der Reichsfeindschaft und des mangelnden Batriotismus gemacht worden ist, wies der Redner an der Hand der jüngsten politischen Ereignisse nach, daß auch die anderen Parteien über die Zustände über die Zustände im deutschen die Untersuchung der Mädchen nicht Krankenhaus-, sondern Reiche nicht diejenige Zufriedenheit an den Tag legen, die man Polizeiarztsache sei. Er glaube, durch Verfügung der Regierung angesichts ihrer bei den Jubiläumsfeiern zur Schau getragenen Er berührte bei zu Lüneburg sei der Krankenhaus- Verwalter Mußmann zum VerMit einer eigenartigen Betriebsgefahr haben die Hut patriotischen Begeisterung erwarten müßte. treter des Polizeiarztes ernannt, also auch zur Untersuchung be- macher zu rechnen, nämlich mit der Uebertragung der meist zum dieser Gelegenheit die Einbringung des Antrages Kanit seitens rechtigt. Er, Dr. B., halte jedoch dafür, daß dies besser ab- Tode führenden Rogtrantheit auf ihren Körper. Es wurde der Konservativen, dessen energische Zurückweifung durch die Regeschafft würde. Bei diesem Punkte erklärt er, daß die syphilis dies im Verlaufe eines Rechtsstreites festgestellt, den die Hinter- gierungsvertreter und die letthin im Abgeordnetenhause angebahnte tische Station der Weiber- Abtheilung für Harburg nicht zum bliebenen eines Hutmachers Frankenberger gegen die Beklei- Versöhnung der Regierung mit den Konservativen. Ferner erinnerte dritten Theile genüge. Die Arbeiterin Stracka dungsindustrie- Berufsgenossenschaft führten und schließlich auch er daran, daß die konservative Partei den Hofprediger Stöcker hat drei Tage im Krankenhause an an einem Darmleiden gewannen. Die Krankheit, welcher F. erlag, machte sich äußer- jetzt von ihren Rockschößen abgeschüttelt hat; nicht wegen seines gelegen, ohne einem Arzt untersucht lich durch rothe gelbe Flecke bemerkbar, die sich demagogischen Treibens und seiner Beziehungen zu Hammerstein, zu fein. Dr. Zimmermann bestreitet das entschieden. zuerst auf dem Mittelfinger der rechten Hand bildeten sondern weil die Konservativen des durch Stöcker vertretenen Der Kesselschmied Brun ist wegen einer Fußverletzung ins und von da aus sich über den Körper verbreiteten. Scheins der Arbeiterfreundlichkeit nicht mehr zu bedürfen glauben, Krankenhaus gebracht. Er ist erst am dritten Tage von dem Die nach dem Ableben F.'s vorgenommene ärztliche da die Aera der Sozialgefeßgebung jetzt vorüber sei und eine Arzt Dr. Dempwolff untersucht und da war der talte untersuchung ergab, daß der Körper von Eiterherden durchsetzt wenn auch noch so unwirksame Bertretung der Arbeiterwie fte in der christlich- sozialen Richtung Brand hinzugetreten. Bier Zehen wurden abgenommen war. Die um Unfallrente angegangene Berufsgenossenschaft ver- intereffen, tage tritt, nicht mehr im Interesse der Regierung und eine ist verkrüppelt.- Die Aerzte Dr. 3. und Sani- neinte das Vorliegen eines Betriebsunfalles und auch vom zu tage tritt, nicht Die infolge der bekannten Februar tätsrath Dr. Vogel erklären, das Berhalten des Dr. D. sei durch Schiedsgericht wurden die Ansprüche der Hinterbliebenen zurück zu liegen scheine. aus geboten gewesen, um zu sehen, ob die geben abgenommen gewiesen. Die gehörten Aerzte waren getheilter Meinung, Erlasse des Kaisers in Szene gefeßte Sozialgesetzgebung Ein Kind der Zeugin mehrere nahmen Blutvergiftung an, während habe eben Schiffbruch gelitten an der Macht der ökonomischen werden mußten oder nicht. Sievers hat im Krankenhause an Diphtherie gelegen. Es habe im Phyfitus gar der Meinung war, der Verstorbene sei einem Verhältnisse. Sie wäre nur möglich gewesen im Kampfe gegen Krankenhause Kopfläuse bekommen. Dr. 3.: Troß eifriger tuberkulosen Leiden erlegen. Das Reichs- Versicherungsamt ließ die Kapitalisten und Junker. Diesen Kampf könne aber die Revision ist fein Ungeziefer im Krankenhause gefunden.- Beuge den Prof. Fürbringer ein sogen. Obergutachten abgeben. Dieser wies Regierung nicht aufnehmen. Auch bei der Berathung des bürgerFormstecher Hille ist von den Wärtern arg vernachlässigt nach an der Hand der geschilderten Krankheitssymptome und von lichen Gesetzbuches, das ein Denkmal nationaler Einheit sein sollte, feiner Angabe. Er ist ungeheilt entlassen und frankt noch jetzt. Aussagen, die sachkundige Zeugen über die hier in Frage habe sich nicht der Grad von Begeisterung bei den gegnerischen In seinem Krantensaal ist ein Geistestranter untergebracht kommende Arbeit an den Walktafeln gemacht hatten, als im Parteien gezeigt, der erforderlich gewesen wäre, um den Entgewefen, der furchtbar getobt hat. Bom Berwalter höchsten Grade wahrscheinlich nach, daß sich F. beim Ver- wurf en bloc anzunehmen. Der Redner geht auf einzelne Zeuge Hille erklärt noch weiter, daß arbeiten von Hasen- oder Kaninchenfellen zu Filz die Roy= Punkte des bürgerlichen Gesetzbuches näher ein und kommt zu wird dies bestätigt. Wärter und Wärterinnen abends nach 10 Uhr trankheit zugezogen habe. Würden auch, bemerkt er in dem Schluß, daß es die juristische Festlegung des kapitalistischen auf den Korridoren so gel ärmt hätten, daß die Kranten feinem Gutachten, die Felle vor der Verarbeitung zu Filzen Geistes sei. Die französische Bourgeoisie habe vor 100 Jahren teine Ruhe fanden. Beugin Auguste Busch hat für den und Hüten von Unreinlichkeiten, wie Blut und Schmuß beim Erlaß des Code Napoleon mit den veralteten feudalen Berwalter oft Privatarbeit machen müssen. Der Ver- gereinigt, so schließe dies noch lange nicht aus, daß im Rechtsanschauungen aufräumen und den Boden für ihre walter erklärt, sie habe das freiwillig gethan, aber die B. bleibt alle der Abstammung von einem rogkranten Thiere, eigene Machtentfaltung schaffen tönnen, weil sie das Gespenst dabei, daß sie zur Privatarbeit tommandirt sei. Die namentlich Kaninchen, solch gereinigtes Fell noch infektions- des klassenbewußten Proletariats noch nicht hinter sich hatte. Die Zeugin will vom Verwalter auch blutig geschlagen sein. fähiges Material beherberge. Festgestellt sei auch, daß Hutmacher deutsche Bourgeoisie dagegen habe aus Furcht vor dem aus -Zeugin Frau Gutcher sagt, die Wärterinnen hätten ihr er zuweilen der Milzbrandinfektion erliegen. Das Retursgericht firebenden Proletariat einen Rompromiß mit dem Feudalismus zählt, Dr. 3. habe eines Tages das Dienstmädchen Schluter verurtheilte auf grund dieses Gutachtens unter Aufhebung geschlossen und daher trage denn auch das bürgerliche Gesetzbuch auf dem Gesicht Operationstisch ing ge des Bescheides und Schiedsgerichts- Urtheils die Bekleidungsindustries den Stempel dieses Rompromisses an der Stirn. schlagen. Die Wärterinnen Faust, Ohle und Hansen er Berufsgenossenschaft zur Rentengewährung. Es habe ein Unfall nun alle Parteien mit den gegenwärtigen Verhältnissen unzufrieden innern sich daran nicht mehr. Die Zeugin Maria Marz, vorgelegen, dessen ursächlicher Zusammenhang mit dem Betriebe feien, wie folle die Arbeiterklaffe dazu kommen, nach ihren Erfahrungen in den letzten 25 Jahren große Freude an den Zuständen int frühere Wärterin, hat den Knaben, von dem in dem zweiten der Huifabrikation unzweifelhaft sei. Deutschen Reiche zu haben? In der Thronrede in Versailles bei infriminirten Artikel die Rede, im Bette gesehen und beobachtet, der Gründung des Reiches habe der Kaiser versichert, er wolle daß er am unteren Körper sehr schmuhig war. Dr. Heinsen, ein Wenn Mehrer des Reiches nicht auf dem Gebiet friegerischer Er- 1 da sie nur auf den kleinsten Theil der Arbeiter Anwendung leistet werden, wo Leben und Gesundheit unserer Mitmenschen oberungen, sondern an Gütern des Friedens und der Freiheit finde. Bolle man etwas wirksames thun, so solle man ein in Gefahr ist. fein. In der beim Jubelfest gehaltenen Thronrede werde dagegen gleiches Arbeiterrecht und allgemeine Schutzbestimmungen schaffen. Die versammelten Plazdeputirten haben vorstehende von den Gütern des Friedens und der Freiheit nicht mehr ge- Auch die Ausführung der Schutzgesetzgebung lasse zu wünschen Forderungen genau erwogen. Sie sind sich bewußt, daß die sprochen, und zwar mit gutem Recht, denn in Beziehung auf übrig und hätten die organisirten Arbeiter hierauf Einfluß zu selben mäßig sind und sehr wohl bewilligt werden können. die Güter der Freiheit feien wir in den letzten 25 Jahren gewinnen. Trotz aller Schutzgesetzgebung sei aber der Arbeiterschaft Sollten die Forderungen nicht bewilligt werden, dann werden weit zurückgegangen. Um diese Meinung zu illuftriven, wirft der nicht endgiltig zu helfen, so lange die kapitalistische Produktions- die Bimmerer Berlins und Umgegend dieselben mit allen zu Redner einen Rückblick auf die innere Politik des Reiches, erweise bestehe. Diese durch die sozialistische Produktionsweise zu Gebote stehenden Mitteln durchzubringen burchzubringen suchen. Die innert an den Kulturkampf, das Sozialistengesetz und die in erseyen müsse das Ziel jedes Arbeiters, jeder Arbeiterin sein. Forderungen treten am Montag den 10. Februar nenester Zeit gegen unsere Partei ins Wert gesezten Maßrege- Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In 1896 in traft." lungen und Bedrückungen auf dem Gebiete des Vereins- und der Diskussion nahm u. a. auch Fräulein Baader das Wort, Eine öffentliche Versammlung am nächsten Sonntag wird Versammlungsrechts. Aber diese Furcht hätten alle Freunde die auf die Hilflosigkeit der Hausindustrie- Arbeiterinnen und auf end giltig Beschluß faffen, nachdem die Plaßdeputirten am wirklicher Freiheit schon bei der Gründung des Reiches gehabt; die Nothwendigkeit hinwies, daß sich das weibliche Geschlecht in Sonnabend den Unternehmern die spezialisirten Forderungen noch nie sei aus Blut und Eisen, auf den Schlachtfeldern des Masse den gewerkschaftlichen Organisationen anschließt und sich werden unterbreitet haben( was bis jetzt noch nicht geschehen Eroberungskrieges die Saat der Freiheit ausgesproßt. Sogar fein Menschenrecht erkämpft. Unter großen Beifall rief die ift). Die Versammelten bewilligten den Lohnkommissionsden zweiten Kaiser des Reiches habe diese Sorge erfüllt, wie aus Rednerin die Frauen und Mädchen auf zur Mithilfe Mitgliedern für die Zeit, wo sie außer Arbeit sind, den_ortseiner Stelle feines Tagebuches hervorgehe, worin er ausdrücklich an der Herstellung einer neuen Gesellschaftsordnung. üblichen Tagelohn. Das Streit- Kontroll- Lokal ist von Sonnfeinen Zweifel ausspricht an der Aufrichtigkeit für den Weniger Antlang fand ein Antisemit, der Den verun abend ab das Restaurant von Buste, Grenadierstr. 33. freiheitlichen Ausbau des Reiches, bis er ans Ruder glückten Versuch machte, die Arbeiterschaft zu überzeugen, tomme, da er der erste Fürst sein werde, der den ver- daß jüdische Reichstags- Abgeordnete die Arbeiterinteressen nicht fassungsmäßigen Einrichtungen ohne allen Rückrichtig vertreten könnten. Gestreift wurde auch die jeßige referirte am Mittwoch Genosse Frey über das Thema:„ Die In einer sehr stark besuchten Versammlung der Sattler halt ehrlich zugethan sei. Schneiderbewegung, der man die größte Sympathie entgegen gegenwärtigen Zustände in den Militär- Effekten- Fabriken, die An der Hand des Tagebuches Kaiser Friedrichs gerpflückt brachte. Großes Intereffe erregte auch die Mittheilung, daß Brattiken der Fabrikanten und die zunehmende Hausindustrie". der Redner die Legende, daß Bismarck, König Wilhelm und der vielgenannte Gendarm Münter feinen Aufenthalt in Der Redner machte folgende Angaben: Besonders sind es die die deutschen Fürsten als Gründer des Reiches zu betrachten Berlin genommen hat. Derfelbe soll im Gendarmeriegebäude Fabriken von Loh, Dotti, Wunderlich und Prezel, feien, und führt aus, daß König Wilhelm dem Gedanken, in der Wilsnackerstraße stationirt sein. Nach Entgegennahme wo in letzter Zeit Lohnbrückereien vorgenommen wurden, wie sie die deutsche Kaiserwürde anzunehmen, lange Zeit wider dieser Mittheilung wurde die Versammlung mit einem breifachen bereits bei Thieme, Gobau und Hoffmann seit langem strebte; daß die Ginigung Deutschlands nicht durch Hoch auf die sozialdemokratische Frauenbewegung geschlossen. die Fürsten, sondern troß derselben zu stande fam und daß bestehen. Bei dem Oberinnungsmeister Coba u muß obendrein Die Lohnbewegung der Zimmerer beschäftigte am 5. Fe- fast den ganzen Tag Licht gebrannt werden und während er und Bismarck der letzte sei, der sich das Verdienst der Reichsgründung bruar eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung der Play- Loh sich sonst gegen die Gefängnißarbeit erklärten, lassen sie der zuschreiben könne, da er nie über die Begriffe des groß deputirten. Der Vertrauensmann Th. Fischer befür- Billigkeit wegen selber im Gefängniß arbeiten. Die Lohndrückereien preußischen Junkers hinausgekommen fei. Die Reichsgründung wortete dort einen Vorschlag der Lohnkommission, auf Abänderung schwanken in den genannten Fabriken zwischen 60 Pf. bis 1 M. wäre eine wirthschaftliche Nothwendigkeit im Intereffe der der Beschlüsse der öffentlichen Versammlung vom 2. Februar für einen Tornister, während kleinere Artikel wie Patronen Rapitalistenklasse gewesen, die die fleinstaatliche Beriffenheit im hinzuwirken, insoweit sie die Lohnforderung betreffen. Die Kom- taschen u. a. fast nur durch Hausindustrielle, die bei Hinblick auf ihre Entwickelung beseitigen mußte. Darum sei mission ist der Meinung, daß die Forderung nach 60 Pfennig manchen Fabriken bis zu zwei Drittel aller Arbeiter ausmachen, auch das Deutsche Reich von Anfang an ein Kapitalistenstaat Stundenlohn auf eine solche von 55 Pfennig reduzirt angefertigt werden; besonders betheiligen sich daran auch die gewesen und würde es bleiben, bis ihm die Sozialdemokratie werden müsse, wenn man sich nicht die Möglichkeit einer Nieder- tleinen Innungsmeister der Provinz, die für alle nur erdentden Stempel eines Gemeinwesens ausdrücke, wo nach Besei- lage aussehen wolle. Das Hauptgewicht sei auf die lichen Preise arbeiten, um zu existiren, woraus es sich auch tigung aller Sonderintereffen wahre Einheit herrsche und die Durchführung des Neunstundentages zu legen. erkläre, daß ein Fabrikant bei einer Lieferung Freiheit im weitesten Sinne des Wortes zur Geltung komme. Redner glaubt aus gewissen Anzeichen schließen zu können, daß von 60 000 Patronentaschen 60 000 m art verdient Ueber Arbeiterschutz in Theorie und Praxis sprach am die Unternehmer der Verkürzung der Arbeits- babe! Gbenfalls sehr profitabel fei die Gefängnißarbeit. 5. d. M. Reichstagsabgeordneter Moltenbuhr in Arend's eit nicht allzu großen Widerstand entgegenn den Gefängnissen würden die Artikel hergestellt, die keine Brauerei( Moabit) vor einer von gegen 800 Personen besuchten sehen würden. Den Unternehmern sei durch ein Zirkular besondere Geschicklichkeit erfordern. Die meisten Abzüge seien Volksversammlung. Die Frauen und Mädchen Moabits von dem beabsichtigten Vorgehen Kenntniß gegeben; die Innungs- bei Tornister- und Taschenarbeit gemacht worden, allein bei waren in dieser Versammlung start vertreten. Der Redner legte meister hätten erklärt, nur mit dem Gesellenausschuß der Dotti hätten infolge beffen gegen 50 Mann die Arbeit niedergelegt. feinen Darlegungen den im Reichstage von konservativer Seite Junung verhandeln zu wollen. In der Debatte hielten fast alle Bedauerlich sei es, daß das Klassenbewußtsein bei einem großen gefallenen Ausspruch zu grunde, daß im Reiche kein Stand so Redner, deren eine große Anzahl auftrat, den Standpunkt der Theil der Arbeiter anderer Fabriken, wo man diese Lohnfehr geschüßt sei als der Arbeiterstand, und untersuchte diesen Lohnkommission für richtig und verwarfen den in Frage stehenden drückereien ruhig hingenommen habe, namentlich bei verAusspruch auf seine Richtigkeit. Er erörterte zunächst die Entschluß der betreffenden öffentlichen Versammlung als voreilig und heiratheten Kollegen und Heimarbeitern mangele, weshalb auch Ursachen und die Entwickelung der Arbeiterschuh- Gefeßgebung, verfehlt. Maurer Fritsch rügte, daß sich die Leiter der Be- der Streit in Schöneberg wie der in Elberfeld verloren gegangen nach deren äußerem Umfange der konservative Herr im wegung nicht vor Inszenirung derselben mit den Maurern, die wäre. Es sei nothwendig, daß nicht nur in allen Fabriken VerReichstage und alle diejenigen, welche der gleichen sehr in Mitleidenschaft gezogen würden, zwecks gemeinsamer Be- trauensmänner gewählt, sondern daß durch diese die Agitation Meinung find, scheinbar recht haben. Wie wenig dies aber rathung in Verbindung gefeht haben. Von den schriftlich ein- für den Verband und das Sammeln durch Listen energischer als thatsächlich der Fall ist, das zeigte Redner im weiteren Ver- geladenen Mitgliedern des sog. Innungs- Gesellenausschusses waren bisher betrieben werde. Der Redner empfahl dann die Annahme Taufe feines Vortrages, indem er veranschaulichte, wie ein nur zwei erschienen, von denen der eine Kamerad bekannt gab, daß folgender Resolution:„ Die Versammlung beauftragt die Lohngroßer Theil der Arbeiterschutz- Bestimmungen durch die gefeßlich ein echter, rechter Gesellenausschuß gar nicht existire. Die in und Agitationskommission, den Militäreffekten- Fabrikanten folzugelassenen Ausnahmen ziemlich werthlos, andererseits die Schutz ihrer Gemeinschaft so bezeichnet würden, feien eigentlich nur gende Forderungen zu unterbreiten: 1. Burücknahme sämmtlicher bestimmungen von den Unternehmern in ihrem Interesse um- Altgefellen", die lediglich bei den Gefellenprüfungen in Attion Lohnherabsetzungen auf deutsche Militärarbeit und Bezahlung nach gangen werden und wie die meisten Schutzbestimmungen dem hart- träten. In den ganzen zwei Jahren, wo er dabei sei, hätten den höchsten Affordsäßen am Orte; 2. Abschaffung beziehentlich näckigen Widerstande der Unternehmer begegnen. Auf dem Papiere fich die Altgesellen nicht ein einziges Mal zu irgend einem Ginschränkung der Hausarbeit; 3.' Anfertigung der Arbeiten am nehmen sich die Arbeiterschutz Bestimmungen recht schön aus, in anderen Zwecke versammelt. Redner verspricht indessen, seine Orte, wenn genügend Kräfte vorhanden sind; 4. Beseitigung der der Praxis gewännen sie aber ein ganz anderes Ansehen. Redner Kollegen, die Altgefellen" für die Sache zu intereffiren. Gefängnißarbeit. Falls die Fabrikanten diese Forderungen nicht wies noch ganz besonders darauf hin, daß die Schutzbestimmungen Folgende Resolution wurde mit etwa 180 gegen 3 Stimmen erfüllen, verpflichten sich die Kollegen, sie mit allen gesetzlichen fogar eine schädigende Wirkung auszuüben vermögen. So hätten angenommen: Mitteln zu erkämpfen." Nachdem in der sehr ausgedehnten 3. B. die sehr geringfügigen Schutzbestimmungen für die Tabak- Die versammelten Plaßdeputirten der Zimmerer beschließen: Diskussion sämmtliche Redner in diesem Sinne gesprochen hatten, industrie die Hausindustrie in hohem Maße gefördert. Redner 1. Jn Erwägung, daß die Arbeitsverhältniffe im Zimmerer wurde die Resolution einstimmig angenommen. Frey und verbreitete sich im weiteren über den Schutz der weiblichen und gewerbe Berlins derartig sind, daß eine Verkürzung der Arbeits- BIum ermahnten noch zur Ausdauer im Kampfe und zu lebjugendlichen Arbeiter und der Kinder und zeigte auch hier, wie zeit stattfinden muß, fordern die Zimmerer Berlins und Umgegend hafter Betheiligung am Sammeln durch Listen, fowie an der wenig praktischen Werth der jetzige Arbeiterschutz hat. Die Festseßung der Arbeitszeit auf neun Stunden, nächsten öffentlichen Versammlung, die in 8-14 Tagen abgehalten Buf alle dem tomme noch, daß große Arbeiter unter Beibehaltung der jetzt üblichen Pausen. Die Arbeit hat werden wird. fategorien, wie landwirthschaftliche, im Handel und Kleingewerbe, 7 Uhr früh zu beginnen und abends 6 Uhr zu enden. Sie ist zu in Gastwirthschaften 2c. beschäftigte Arbeiter, wie auch Dienst- unterbrechen von 81/2 bis 9 Uhr( Frühstück), von 12 bis 1 Uhr boten von der Arbeiterschuß- Gesetzgebung gänzlich ausgeschlossen( Mittag) und von 4 bis 4/2 Uhr( Vesper.) An Sonnabenden seien, so daß diefe nur auf etwa 1/14 der sämmtlichen Lohn- ist 1 Stunde, an den Tagen vor den großen Festen 2 Stunden arbeiter überhaupt Anwendung finde. Da die Arbeiterschutz- früher Feierabend zu machen. Lohnabzüge dürfen dafür jedoch Gesetzgebung nur für Fabriken gelte, so scheide der ganze hands nicht gemacht werden, indessen fällt an diesen Tagen die Vesper werksmäßige Betrieb und mit diesem noch ein großer Theil der pause fort. industriellen Arbeiter aus dem Arbeiterschutz aus und ebenso die 2. Der Lohn wird auf 55 Pfennig pro Stunde gesammte Hausindustrie, wo gerade ein tief eingreifender Ar- fe ft gesezt und gilt derselbe als Minimallohn. beiterschutz am Plage wäre. Die ganze Leporelloliste der 3. Die Ueberstunden- und Sonntagsarbeit Arbeiterschutz- Bestimmungen habe somit wenigen praktischen Werth, ist mit Energie zu bekämpfen, sie darf nur dort geBei den Kiftenmachern hielt am 27. Januar Genosse Mäther in einer öffentlichen Versammlung einen allerseits mit Beifall aufgenommenen Vortrag über die Gewerkschaften und ihre Entwickelung. Der Diskussion hierüber folgte die Abrechnung des Vertrauensmannes über das 4. Quartal. Diese ergab: alter Kaffenbestand 16,27 M., Ginnahme 45,55 M., Ausgabe 51,50 m. Der Vertrauensmann erhielt Decharge. Bekannt wurde noch gemacht, daß in der Fabrit von Seiffert, Pallisadenstraße, wegen Maßregelung zweier Kollegen die Arbeit niedergelegt worden ist. Verband der Sattler und Tapezirer. verband der Sattler R. F. Mittelstädt, Berlin N., Brunnenstr. 152. Sonnabend, den 22. Februar 1896: Grosser Wiener Maskenball in den Gesammträumen der Cohn'schen Feltfäle, Beuthsfr. Nr. 20: Billets à 50 Pf. zu haben in den Restaurants von Paasch, Alte Jakob: ftraße 83; Pätschke, Französischestr. 6, sowie bei Sassenbach, Invalidenstraße 145, Quergeb. 2 Tr.; Peter, Gitschinerstr. 17, H. I. 2 Tr. r., und bei C. Schultze, Wrangelstr. 81, v. 1 Tr. 158/11 Hackescher Markt 4. Ecke Neue Promenade J. Brünn Am Stadtbahnhof ,, Börse." Inventur- Ansverkauf Teppiche! Gardinen! Portièren! Steppdecken! Leinenwaaren! Fertige Wäsche! zu aussergewöhnlich billigen Preisen. Glühwein- Extrakt, hochfein, à Literflasche 1,30 M., 5 Literflaschen 6 M. inkl. Punsch- Extrakt, Grog- Extrakt, à Strfl. 1,60 M., 5 Strfl. 7,50 M. Ananas- Punsch, Burgunder- Punsch, à Literfl. 3,50 m. Cognac fine Champagne, Orig. Fl. 3/4 Ltr. infl. 3,50, 4,50, 5,50 m. Echt Jamaica- Rum und Verschnitt, à Literfl. 2,10, 2.50, 3,10 m. 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Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater, der Gastwirth 2569b Gustav Martinius am 4. Februar abends 6 Uhr im 50. Lebensjahre sanft entfchlafen ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Rixdorf, 5. Februar 1896. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Februar, nachmittags 21/2 Uhr, vom Trauerhause Jägerstr. 4 aus statt. REMittelstädts ima ist aus passenden Kräutern abdestillirt be fördert vorzüglich die Ver daung und regr. besonders den Appetitan. Original Lowenfer is In Fl. Mk.0,60. 110.& 1,80. CES Im Ausschank und in Flaschen überall zu haben. 4303L* 0000 8 Mehl. Colonialwaaren- Handlung 8 Die Todes- Anzeige. H. Bartsch, Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß unser lieber Gatte und Vater Franz Kusig in Adlershof im 88. Lebensjahr plötzlich ver storben ist. Die Beerdigung findet voraussichtlich am Sonntag, 9. Februar, nachmittags vom Trauerhause aus auf dem Friedhofe der Adlershofer Gemeinde statt. Um stilles Beileid bitten Frau Marie Kusig, geb. Prede, und Tochter Anna. Hauptgeschäft: Manteuffel- Straße Nr. 89. 2. Gefch.: Markth. Eisenbahn- u. Pücklerstr., St. 213/214 3. Gesch.: Markthalle Buckowerstr. u. Luifen- Ufer, St. 229 elammals) empfiehlt heut! Conserven Brech- u. Schnittbohnen, Dose 2 Pfd. 35 Pf., 3 Pfd. 55 Pf. 1 4 40 65 5 70 " " " " " 1 " Junge Schoten.". Dose 2 Pfd. 55 Pf., prima 2 95 55 〃 Prima Stangen- und Bruch- Spargel, feinste Quatität. empfehle: Die von mir zum Verkauf gestellten Gemüse sind stets neuefter Ernte und von prachtvollem Geschmack. Besonderer Werth ist auf Entfaferung der Bohnen gelegt. Sämmtliche Waaren sende ich auf Wunsch durch eigene Gespanne frei ins Haus. Desgleichen Präserven( getrocknete Gemüſe) aller Art. Deutscher Holzarbeiter- Verband. 14 große öffentliche Versammlungen Achtung! ( Zahlstelle Berlin.) Tischler. 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Konzerthaus Sanssouci, Kokkbuferstraße 4a. im Saale der Brauerei Friedrichshain", Für den Süd- Osten: Rautenberg's Festsäle, Oranienffe. 180 und " am Königsthor: Große öffentliche Versammlung Für den Weſten: = Zages Ordnung: I 1. Unsere Lohnbewegung. Referent: Th. Glocke. Für den Norden: 2. Diskussion. Für Wedding- Gesund Kollegen, die wichtige Tagesordnung macht es jedem Holzarbeiter zur Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. 81/4 Der Vertrauensmann. Tischler- Derein. Sonnabend, den 8. Februar 1896, abends 9 Uhr Melchiorstraße 15: Außerordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: V 198/18 brunnen: Für Moabit: Für Rixdorf: Vereinshaus ,, Südost", Waldemarkr. 75. Königshof( großer Saal), Bülowtraße 37. Berliner Prater, Raffanien- Allee 7. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 35 und Gründel's Festsäle, Brunnenstraße 188, in der Nähe des Rosenthaler Thores. Kösliner Hof, Köslinerstraße S. Ahrens' Brauerei, Stromstraße 11-16. Viktoria Säle, Hermannstraße 48-50. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Wie haben sich die Großkonfektionäre zu unseren Forderungen gestellt? 2. Diskussion und Beschlußfassung darüber. 1. Ein Unterstützungsgesuch. 2. Beschlußfassung über das diesjährige Die Referenten werden in den Versammlungen bekannt gemacht. Sommerfest und das 25jährige Stiftungsfest. Vereinsangelegenheiten und Kollegen und Kolleginnen, diese Versammlungen werden von entscheidender Wichtigkeit sein, Ausgabe der Billets zu dem am 22. Februar in Sanssouci stattfindenden es ist daher Pflicht aller Betheiligten, zahlreich zu erscheinen. Aus der Stellung der GroßMitgliedsbuch legitimirt. konfektionäre wird sich ergeben, was weiter geschehen soll. Maskenball. Bwei öffentliche Der Vorstand. Versammlungen der Möbelpolirer am Sonntag, den 9. Februar cr., vormittags 10 Uhr, bei Henke, Naunynstraße Nr. 27. Tagesordnung: 1. Vorlage des Lohntarifs und definitive Beschluß fassung über unsere Forderungen. 2. Ergänzung unseres Streitfonds. Im Norden: 147 1 Montag, den 10. Februar, Badstraße 12. Unsere Lohnbewegung. Achtung! Die Siebener- Kommission. Achtung! Große öffentliche Versammlung der an Holzbearbeitungsmaschinen und auf Holzplägen besch. Arbeiter Berlins und Vororte am Sonntag, den 9. Februar cr., vormittags 10 Uhr, in Joël's Salon, Andreasstraße Nr. 21. Tages Ordnung: 1. Bericht der Zehner- Kommission. 2. Wie stellen sich die Herren Arbeitgeber zu unseren Forderungen? 3. Weitere Beschlußfassung. Die Herrn Arbeitgeber sind zu dieser Versammlung eingeladen. Es ist 164/12 Die Agitations- Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins, Im Auftrage: J. Timm, Vertrauensmann. Achtung! Zimmerer Achtung! Berlins und der Vororte. Sonntag, den 9. Februar, vorm. 10 Uhr, im Feen- Palast, Burgstraße 22: Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Berliner Zimmerer sowie der Zimmerer der Vororte. Tages- Ordnung: 1. Sind wir gewillt, vom Montag, den 10. Februar ab eine Forderung an unsere Arbeitgeber zu stellen? 2. Abrechnung der Sammellisten vom vorigen Jahre. Zu dieser Versammlung sind sämmtliche Boliere eingeladen. Der GesellenAusschuß des Bundes der Bau-, Maurer- und Zimmermeister ist brieflich eingeladen. Die Lohnkommission der Berliner Zimmerleute. 257 15 Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen, keine Wert- Musikunterricht- Konservat. Boeckhstr. 5. statt darf unvertreten bleiben. Achtung! 83/12 Der Vertrauensmann. Achtung! Große öffentliche Versammlung der auf Holz- und Kohlenplägen sowie Gasanstalten besch. Arbeiter und Kutscher am Sonntag, den 9. Februar, abends 6 1hr, im Lokale des Herrn Röllig, Nene Friedrichstraße 44. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Rohrlack über: Welchen Werth hat die Verkürzung der Arbeitszeit, wie ist dieselbe zu erreichen und wodurch können Betriebsunfälle vermieden werden?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vertrauensmann: Fr. Ahrends, Cremmenerstr. 15, NB. Gäste, Männer und Frauen haben Zutritt. 429 Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Schmiede n. Berufsgen. Berlins und Umgegend am Sonntag, den 9. Februar, vorm. 10 Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Alexanderstraße 27c. Zages Ordnung: 1. Bortrag über: Die Entwicklung des Rapitalismus. Referent: Paul Jahn. 2. Diskussion und Zurücknahme der Fragebogen. 3. Verschiedenes. Gewerkschaftliches.. 176/7 Die Agitations- Kommission. Sozialdemokr. Verein für Stralau, Rummelsburg 8/9 und Umgegend. Sonntag, den 9. Februar, nachm. 2 Uhr, bei Vohwinkel, Hauptstr. 83 in Rummelsburg: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Genossenschaftswesen. Referent: Dr. Leo Arons. 2. Diskussion. # Gäste find willkommen. Zahlreiches Erscheinen, besonders der Frauen, erwartet Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: Angust Jacobey, Berlin. Für den Unbemittelten Kindern Musikunterricht. Off. ,, Musit" Postamt Dresdenerstr. Arbeitsmarkt. Achtung! Metallarbeiter! Die Arbeiter der Patent- HufeisenStollenfabrik von Leonhardt u. Ko., Saarbrückerstraße 30, befinden sich im Streit. Zuzug ist bis auf weiteres fernzuhalten. Der Vorstand 112/20 J. A.: Theodor Fischer, Danzigerstraße 83. Arbeiter- Bildungsschule Sonntag, den 9. Februar, abends 62 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße Nr. 23: Versammlung. Vortrag( Thema u. Referent wird in der Sonntagsnummer bekannt gemacht). Nachdem Gemüthliches Beisammens ein mit Tanz. Während des Tanzes haben nur noch Mitglieder mit ihren Angehörigen Zutritt. Eintritt 10 Pf. 3u recht regem Besuch ladet ein 5/8 Der Vorstand. Fr. Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Sonntag, den 9. Februar, vorm. 11 Uhr, aller in der Metallindustrie beschäft. imt Lokale des Genossen Fritz Wilke, Andreasstraße 26: Arbeiter Berlins und Umgegend. Verperlerinnen sucht Agnes Heidenreich( auch Postenlieferungen), Alvenslebenstr. 2. Züchtige Graveure auf Schwarzbruck finden dauernde und lohnende Beschäftigung bei 2572b R. Auerbach, Grünauerstr. 17. Arbeiterinnen auf bessere Knabenanzüge und Burschen hosen verlangen dauernd 25736 Bachmann u. Wedel, Königstr. 59. Kurbelstepperin, geübte, verlangt Siebicke, Grüner Weg 19. 2574b Eine geübte Edenheft- Nietherin und geübte Kartonarbeiterinnen werden Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Werth und Nußen der Organisation." Referent: Genosse Bruno Pörsch. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Um rege Betheiligung ersucht 31 10 Achtung, Schäftebranche! Sonnabend, den 8. d. Mts., abends 9 Uhr, findet bei Wernau, Der Vorstand. Rosenthalerstr. 57, Dersammlung statt. 173/15 NB. Am 21. März findet Maskenball statt. Achtung! Dachdeckter Achtung! und Berufsgenossen. 54| 4 sofort verlangt. Georg Heise, Sonntag, den 9. Februar, vorm. 10 Uhr, in Gründel's 2555b Kartonfabrit, Roßstr. 7. Kolporteure 3. Vertrieb e. gangb. Broschüre w. gesucht. Hoh. Rabatt! A. Marreck, Reichenbergerstr. 24. Bu sprechen abends 7-81/ 2 Uhr. Drechsler. Festsälen, Brunnenstraße 188: Gr. öffentl. Versammlung der Dachdecker und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission. 2. Stellung nahme zur diesjährigen Lohnbewegung. 3. Verschiedenes. Zwei tüchtige Drechsler, welche gut Celluloid biegen tönnen, suchen Julius& Hermann Gembicki, 124 Wilhelmstraße. 2571b Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht die Anwesenheit eines jeden Kollegen zur Nothwendigkeit, und deshalb agitire jeder so viel wie möglich und verbreite die Handzettel soweit es irgend geht, damit sich die Versammlung eines guten Besuches erfreuen kann. Der Einberufer.