Morgenausgabe Freitag f®...«,., � ä M 1 Ji � Wf■�■fWlef»■T �- Auswärts 15 Pf. -inlchl,. blich«oPsg.P°stz.iwng». und ZW! �WU W W W W W � WM W // W � 72Pig.P!>ltbestiIlg-bührin.ilu»l\ li�Ujm. W WW HH IH Bm HM f ai_nt WWssM■■■■■■■■»'VW BIX ZPf�ll' * /»M I 1 W mB■■ �H W mart.„Kleine Anzeigen" da» senge. �.-•.ÄL�rL-sö: H S BLBi 4K> M WM■ �Nlf rSIFSÄ8? MLlJß � W. /m »ISä-I! v*bR ck�W Vevttnev Vottsvlatt �WkZs Jentralorgan der Sozialdemokrattschen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoss 292—291. Telegramm-Adr.: Soztaldemokra« verlw Paris. 11. Juli. lEigenbericht.) Die Berhaudlungeu über die kommende d i p l o- matische Konferenz werden unablässig unter den beteiligten Mächte« weitergeführt, jedoch läßt sich nicht leugnen, daß in der letzten Zeit ein gewisser Still» stand eingetreten ist. der aber wahrscheinlich nnr vor- übergehend sein dürfte. Inzwischen hat die französische Regierung ebenfalls ihre Delegierten zur Konferenz bestimmt, und zwar Mi- nisterpräsident Poincare» Außenminister Briand und Jinanzminister CHSron. Außerdem werden der Präfi- dent der Bank von Frankreich M o r e a u und der Ge- neralsekretär Berthelot zur französischen Delegation gehören. Die französischen Mitglieder für die vorbe» reitende technische Konferenz, deren Zusammentritt von de.tscher Seite für den lS. Juli in Berlin vorgeschlagen worden war. sind noch nicht bestimmt. WaS den Tagungsort der Konferenz be» trifft, so ist der Quai d'Qrsah nach»nie vor fest ent» schlössen, bei der Wahl LuzernS zu bleiben. Der fraa» zösische Widerstand gegen die Borschläge der englischen Arbeiterregierung läßt sich nicht allein aus Prestige» gründe», sondern zu einem großen Teil auch dadurch er» klären, daß man hier glaubt, die Befürchtung hegen zu müssen, England könne die Annahme des Young» Planes in seiner jetzigen Form— und zwar zuun» gunsten Frankreichs— noch in Frage stellen. Neuer IWppell Englands zugunsten Londons. London. 11. Juli. Reuter zufolg« wird die Regierung einen neuen Appell an Frank- reich richten, seinen Widerstand gegen die Wahl Londons als Tagungsort der nächsten internationalen Konserenz auszugeben, zu- mal kein« andere Regierung dagegen sei. Die Konserenz werde wahrscheinlich am 6. August zusammentreten und wie man annehme, einen Monat dauern. Man hoff«, daß einige Tage nach dem Zusammentritt der Konjerenz die Mitteilung werde erfolgen können, daß die drei Alliierten Trohky darf auch nichi nach England. Asylrecht verweigert. London, 11. Zusi.(Eigenbericht.� Znnenminisler Elyaes keilte im Unterhaus mit. daß die Regierung das Einreisegesnch Leo Trohkis abschlägig beschieden habe. der Abgeordnete der Arbeiterpartei wedgewood wies den Innenminister nach dieser Mitteilung daraus hin. daß in der Her. gangeaheit Revolutionäre wie Garibaldi. Mazzini und Karl Marx als politische Flüchtlinge in Großbritannien Ausnahme gefunden hätten. Aus diese Frage gab der Innenminister keine Ant- wort. Kür Wiederaufnahme der Veziehungen mit Sowjet-Rußland. London. 11. Juli.(Eigenbericht.) Die Regierungm der Dominien haben auf das Ersuchen der britischen Regierung um Stellungnahm« zu der geplanten Wieder- aufnahm« der«nglisch-russischen Beziehungen so geantwortet, daß nunmehr innerhalb 18 Stunden der nächste Schritt erfolgen soll. Di« britische Regierung gedenkt in Moskmi die Ausnahme vorbereitender Besprechungen oder den Zusammentritt einer gemeinsamen Konferenz anzuregen, deren Aufgabe es sein würde, den Weg zu einer ofsiziellen Wieder- aufnahm« der«nglisch-russischen Beziehungen mit größter Beschleu- nigung anzubahnen. Annäherung England-Aegypten? London, 11. Juli.(Eigenbericht.) Der englische Außenminister H« n d e r s o n. hatte am Donners- tag eine längere UnterredungmitdemägyptischenMi, ni st erpräsidenten Mohomm«d Mahmud Pascha, die durchaus freundlich verlausen ist. In amtlichen Kreisen wird die Lage auf Grund dieser wichtigen Besprechung mit ausgesprochenem Optimismus beurteilt und die choffnung ausgesprochen, daß be- reite im Laufe der nächsten drei Wochen ein Abkommen der Oeffent- lichkeit übergeben wird, durch das die englisch-ägpptisthen Beziehungen auf eine befriedigendere Grundlage gestellt werden würden.' In parlamentarilchen Kreisen der Arbeiterpartei wird dieser amtliche Optimismus allerdings angesichts der Stellung Mahmud Paschas in seinem eigenen Land durchaus nicht geteilt. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. möglichst schnell au die Räumung des Rheiulandes gehen werden. In politischen Kreisen wird daraus hingewiesen, daß die britische Regierung m keiner Weise zu der starren Politik des Belassens britischer Truppen im Rheinland, solange die mdi- tärischen Kontingent« der anderen Mächte sich dort befinden, verpflichtet ist. « Deutschland hat sich bisher in dem Streit, ob London oder die Schweiz, neutral verhalten. Eines ist allerdings etwas rätselhaft: wenn man in London annimmt, daß die Konferenz einen vollen Monat dauern würde, so würde das bedeuten, daß zu Beginn der B ö l k e rb u n dsta gu n g, an der insbesondere Macdonald, Henderson, Stresemann, Briand und noch viele andere, deren An- Wesenheit auf der Reparations- und Räumungskonferenz unentbehr- lich ist, in London festgehalten würden. Sie müßten dann allesamt etwas Hals über Kopf nach Genf übersiedeln. Wie stellt man sich das rem praktisch vor? Schon aus diesem Grunde müßte die Wahl eines Schweizer Konfercnzorte- zweck- mäßiger erscheinen. Stadt Montreux schlägt sich selbst vor. Genf, 11. Juli. Nach Luzern taucht nunmehr auch Montreux am Genfer See als neutraler Schweizer Tagungsort für die Regierungskonferenz auf. Die Behörden von Montreux haben sich an die interessierten Regierungen mit dem Anerbteten gewandt, ihre Stadt als Kon- ferenzon zu wählen. Nach einer Pariser Meldung der„Gazette de Lau sonne" hält man es in französischen Kreisen nicht mehr für wahrscheinlich, daß Lausanne als Tagungsort nicht in Frage kommt. Deutsch-belgische Verhandlungen vor dem Abschluß Brüssel, 11. Juli. Die deutsch-belgischen Verhandlungen über die M a r k s r a g e befinden sich zurzeit im E n d st a d i u m. Eine Per- ständigung über den Rückkauf der Markbestände durch Deutsch- land ist bereits erzielt. Di« Regelung der in Belgien sequestrierten deutschen Guthaben wird für Freitag erwartet. Jlcnt Verhaftungen in Bukarest. Das Kriegsgericht wird schnell zusammentreten. Bukarest, 11. Iull.(Eigenbericht.) Im Zusammenhang mit dem geplanten Militärputsch hat die Polizei am Donnerslag wiederum 10 Berhafluagen vor- genommen. Es verlaufet, daß Inzwifchen auch ein Oberst ver- Hostel worden sein soll. Da» k r i e g s ge r l ch t ist bemüht, den Putschisten schon in den allernächsten Tage« den Prozeß zu machen. Weitere Einzelheiten über das Komplott. lieber den Putschversuch erhallen wir aus Bukarest brieflich und daher verspätet folgende direkte Einzelheiten: „In der Nacht vom vergangenen Sonntag zum Montag wurde in Bukarest ein weitverzweigtes Komplott zur Aus- rufung einer Militärdiktatur aufgedeckt. An der Spitze der militärischen Geheimorganisation, die feit längerer Zeit einen Putsch plante, stehen die G c n e r ö s e Brosteanu, Petola, Paul Anghelescu, Mardarescu(die beiden letzteren ehemalige li b e r a l e Kriegsminister), Miroescu, ehemals Kriegsministcr in der Regierung Averefcu, und Stürza, sowie die O b e r st e n der Fliegertruppe Stoica und Zamfirefcu. Zwecks Organisterung des Putfchcs bereifte in den letzten Tagen ein Sendling des Bukarester Geheimkomitees das Land und über- brachte den Vertrauensleuten geheime Instruktionen. Aber schon am Donnerstag, dem 4. Juli, erhielt die Regierung durch die Geheimpolizei Kenntnis von dem Komplott und dem Putschplan. Angeblich hat vor allem der gegenwärtig« Kriegsminlster Cihoski großen Anteil an der Aufdeckung. Infolge der sofort ge- troffenen Maßnahmen wurde die Ausführung des Putsche? ver- hindert. Die Obersten Stoica und Zamfirescu wurden noch am Sonntag abend verhaftet, die Generäle Brosteanu und Stürza unter Hausarrest gestellt. Die Untersuchung hat bisher serner ergeben, daß einige hundert Offiziere in das Komplott verwickelt sind. Auch der Bukare st er Polizeipräfekt Nico- lcanu soll an den Borbereitungen beteiligt sein. Seine Demission ist deshalb bald zu erwarten. Nicoleanu ist aktiver General und Polizei- präfekt seit 1915. Das Militärkomplott hat in allen politischen Kreisen großes Aufsehen und Verwunderung erregt. Mit den politischen Parteien stehen die Putschisten jedoch in keiner Verbindung. Da- gegen wird behauptet, daß die Königinwitwe mitbeteiligt ist. Inwieweit auch ExprinzCarolim Spiel« ist, konnte bisher noch nicht einwandfrei festgestellt werden. Dostscheckkonto: Berlin 81 636.— Bankkonto: Bank der»rbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 66. Dtikonto-Gesellschast, Deposttenkasse Lindenstr. 8 Mathematik oder Sozialpolitik. Grundsätzliches zum Arbeitslosenschutz. Cs ist erstaunlich, wie unbelastet von aller sozialen Ver- antwortung die Diskussion über die Reform der Arbeits- losenversicherung von den bürgerlichen Politikern und ihrer Presse geführt wird. Welch ein Unterschied, wenn man die Auseinandersetzungen um das gleiche Problem in England verfolgt! Es handelt sich nicht darum, durch versicherungs- mathematische Berechnungen die schreckliche Zahl der Arbeits- losen aus der Welt zu lügen. In erster Linie kommt es darauf an, den Arbeitslosen Arbeit zu beschaffen, nicht aber, den Unterstützungsanspruch zu beseitigen oder herabzudrücken. Von der Notwendigkeit der Arbeitsbeschaffung ist die ge- samte öffentliche Meinung in England beherrscht.' In diesem klassischen Lande des ökonomischen Liberalismus ist es Herr- schende Meinung geworden, daß es Ausgabe des Staates ist, durch großzügige arbeitsmarktpolitische Maßnahmen die Ar- beitslosigkeit zu bekämpfen. Wir sind dagegen auf dem besten Wege, nicht nur die sozialpolitischen Ueberlegungen durch ver- sicherungsmathematische Quacksalbereien zu ersetzen, sondern auch noch die notwendigsten arbeitsmarktpolitischen Maß- nahmen zu verbauen. Die Lage des Arbeitsmarktes ist alar- mierend genug. Man muß diesen Zusammenhang immer wieder mit allem Nachdruck in den Vordergrund rücken, weil nur so auch der richtige Ausgangspunkt für die Lösung wesentlicher Streitfragen über den materiellen Arbeitslosenschutz ge- wonnen werden kann. Wenn es gelingt, durch arbeitsmarkt- politische Maßnahmen eine ausreichende Entlastung des Ar- beitsmarktes herbeizuführen, ist auch das Kernproblem in der Versicherung, ihre finanzielle Ausbalancierung, gelöst. Geschieht das nicht, versucht man vielmehr mit Hilfe von ver» sicherungemathematischen Kunstgriffen den finanziellen Aus- gleich zu schaffen, dann ist vielleicht in der Versicherung das Problem gelöst, mit dem Endergebnis jedoch, daß die Lasten auf andere Träger abgeschoben worden sind. Deshalb führt uns die Versicherungsmathematik in dieser entscheidenden Frage für den materiellen Arbeitslosenschutz keinen Schritt weiter. Was wir gebrauchen, ist keine mathematische, son- dern eine sozialpolitisch befriedigende Lö- s u n g. Unter diesem Gesichtspunkt stellen sich die Dinge folgendermaßen dar: Wir haben es jetzt glücklich auf vier Formen des materi- ellen Arbeitslosenschutzes gebracht: Arbeitslosenversicherung, Krisenfürsorge, Landesfürsorge und Wohlfahrtspflege. Die letztere beschränkt sich nun nicht etwa darauf, bei besonderen individuellen Notständen von Unterstützungsempfängern aus den ersten drei Gruppen ergänzend einzugreifen, was sich in gewissem Umfange aus ihrer Funktion als individualisierend« Fürsorge rechtfertigen ließe, die Wohlfahrtspflege muß viel- mehr heute in ungeahntem Umfange die großen Lücken in unserem Arbeitslosenschutz ausfüllen. Sie ist also ein selb- ständiger Unterstützungsträger für arbeitsfähige, aber un- freiwillig arbeitslos gewordene Arbeitnehmer. Das aber ist nicht die Aufgabe der Wohlfahrtspflege! Auf die Dauer ist diese Regelung auch für die Arbeitnehmer unerträglich. Wenn sich hierbei das Problem für die Gemeinden in erster Linie unter dem Gesichtspunkt des Finanzausgleichs darstellt, neben der ebenso ernsten arbeitsmarktpolitischen Seite, so bedeutet für die Arbeitnehmer diese Lösung ein unerträgliches Minus an sozialpolitischem Schutz. Wir erwähnen beispielsweise nur die Rü'ckerstattungs Pflicht der empfangenen Unterstützung. Welchen Umfang die Betreuung von solchen Arbeitslosen durch die Wohlfahrtspflege angenommen hat, darüber gibt eine jetzt vorliegende Erhebung in den Städten über 50 000 Einwohnern durch den Deutschen Städtetag Aufschluß. Es sind insgesamt 154 899 unterstützte Personen ohne die mitunterstützten Angehörigen gezählt worden. Ueberrrägt man diese Feststellungen auf das ganze Reich, dann kommt man auf rund eine Viertel- Million solcher Unterstützungsempfänger. So erklärt sich auch die große Differenz in den amtlichen Ausweisen über die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden und der Unter- stützungsempfänger, die in den letzten Monaten ständig über eine halbe Million betrug. Es zeigt sich aber auch hier, wie unzulässig es ist, den Arbeitsmarkt nach der zahlen- mäßigen Entwicklung der Hauptunter st ützungs- cmpfänger zu beurteilen. Die Veränderungen, die durch Aussteuerung aus der Versicherung und aus der Krisen- fürsorge oder durch Einengung des Personen- k reifes in der Krisenfürsorge auf Grund der letzten Neu- regelung eintreten, spiegeln keine Entlastung des Arbeits- Marktes wider, sie bedeuten nur«ine Abwälzung der Lasten auf die Wohlfahrtspflege. Die Erhebung des Städtetages gibt auch nach dieser Richtung einen höchst bemerkenswerten Aufschluß: fast 50 Proz. der der Wohlfahrtspflege Anheimgefallenen waren Ausgesteuerte aus der Arbeitslosenver- s i ch er u n g und aus der Krisenfürsorge: zählt man die Unterstützungsempfänger mit kurzen Anwartschaften, also einer versicherungspflichtigen Beschäftigungsdauer von drei- zehn Wochen hinzu, die eigentlich in die Krisensürsorge gehören, dann beträgt der Anteil dieser drei Arten" Unter« Paris schlägt Luzern vor. Vorübergehender Stillstand in den Verhandlungen. stützungsempfanger r n nS 8 y P r o z. von der Gesamtzahl. Die Untersuchungen nach dem Alter und der Unter stützungsdauer dieser Arbeitslosen, sowie nach ihrer Berufe Zugehörigkeit geben, wie der Städtetag mit Recht feststellt, er» schreckende Aufschlüsse über die traurige Lage gerade der älteren Arbeitnehmer. Ebenso muß man zu stimmen, wenn es als ein Zeichen der Zert gedeutet wird, daß bei den Untersuchungen über die Bcrufszugehörigkeit sich die Gruppe der kaufmännischen Angestellten als am un- günstigsten dastehend erweist. Hier zeigt sich wiederum, wie notwendig es ist, bei der Regelung des materiellen Arbeitslosenschutzes die arbeits- politischen Zusammenhänge zu beachten. Das ist nur möglich, wenn die Reichsanstalt die einzige öffentliche Arbeitsmarkt- Organisation bleibt, die sich bei all ihren Maßnahmen nicht oon fiskalischen, sondern von arbeitsmarktpolitischen Er- fordernissen leiten läßt. Es liegt auf der Hand, daß die Reichsanstalt als Träger der Versicherung nur zu leicht ge- neigt ist, die Arbeitslosigkeit, deren Kosten sie selbst trägt, in erster Linie durch Vermittlung von Arbeit zu beenden. Das wird durch eine Reihe von Umständen gefördert. Der Zu- sammenhang bleibt auch noch gewahrt, soweit es sich um die Krisenfürsorge und um die Landesfürsorge handelt: er geht verloren, sobald die Wohlfahrtspflege zum vierten Träger des materiellen Arbeitslosenschutzes wird. Man erzwingt dadurch eine Entwicklung, die zu höchst charakteristischen Maßnahmen der Selbsthilfe führt, wie es das Beispiel der Stadt Essen zeigt. Nach der Erhebung des Städtetages hat Essen keine Wohlfahrtserwerbslosen, weil dies« fast sämtlich in den städti- schen Betrieben gegen Stundenlohn bei achtstündiger Arbeits- zeit an sechs Wochentagen beschäftigt werden. Am Stichtag der Erhebung waren es 3126 männliche und 307 weibliche Personen. Das ist keine Arbeitsfürsorge, wie der Städtetag ineint, es ist einfach die Verhängung der Sperre über den allgemeinen Arbeitsmarkt und die Schaffung eines kommunalen Landesarbeitsnachweises, der sich auf die Betreuung der Wohlfahrtserwerbslosen beschränkt. Man stelle sich doch nur einmal die Auswirkungen vor, wenn die Städte in berechtigter Abwehr der dauernden Ueber- ivälzung von Lasten durch Unterstützung arbeitsfähiger und arbeitswilliger Personen allgemein dazu übergingen, den ge- samten Bedarf von Arbeitskräften für ihre Verwaltungen und Betriebe nur aus diesem Personenkreis decken zu lassen. Die Städte gehören zu den größten Arbeitgebern. Was wäre die Folge? Eine völlige Zerstörung der einheitlichen Arbeits- inarktorganisation, die Vernichtung der bescheidenen Anfänge einer systematischen Arbeitsmarktpolitik. So zeigen diese Ueberlegungen, daß dies« Methode der Lastenverschiebung nicht nur sinnlos, sondern arbeitsmarkt- politisch höchst gefährlich ist. Aehnlich« Wirkungen hat eine Herabdrückung der Unter st ützungs- s ä tz e, weil es sich auch hier praktisch nur um eine Lasten- Verschiebung handelt. Was wir deshalb für eine sozial- politisch befriedigende Regelung des materiellen Arbeitslosen- schutzes gebrauchen, ist neben der Versicherung eine umfassende Reichsarbeitslosenfürsorge. Ihre Aufgabe muß lein, die Lasten zu tragen, die aus irgendwelchen Gründen die Versicherung nicht tragen kann. Beschaffung von angemessener Arbeitsgelegenheit und, wenn das nicht möglich ist, Sorge für den notwendigen Unter- halt, das ist die Aufgabe, die die Reichsverfassung dem Reich zuweist._ Oer nationale Block gegen Hindenburg. Die Hintergründe der Aktion Hugenberg-Hitler-Seldte. Der„Jungdeutsche", der dem Aoung-Plan ablehnend gegenübersteht, setzt sich sehr scharf mit der famosen Hugen- berg-Aktion gegen den Poung-Plan auseinander. Er sieht in dem„Reichsausschuß" des Hugenberg-Kreises eine Zu- iammenfafsung der Reaktion, dessen wahre Ab- sichten er in folgenden Worten enthüllt: „Zum Kampf« gegen den Doung-Plan und die Kriegs- schuldlüge, den man jetzt propagandistisch vorschiebt, war ein neuer Reichsau-schnß gar nicht notig. denn er hat praktisch nur dos deutschnationale Borgehen gebilligt, dos ohnehin im Reichstag an- gekündigt war, und fatzt nur dieselben Kreise zusammen, die parteipolitisch diesem Vorgehen nahestehen. In Wirklichkeit wird der Widerstand gegen den Poung-Plan und die Kriegsschuldlüg« aber von viel weiteren Kreisen des Volkes getragen. Aber der Reichsausschuß verkoppelt diesen Kampf mit innerpollt, schen Dingen und er versucht schon jetzt, alle Deutschen des.unnationalen" Verhaltens zu zeihen, die iwar gegen Doung-Plan und Kriegsschuldlüge kämpfen, aber die innerpolitischen Ziele des Reichsausschusscs nicht bil- ligen. Der Eintritt in den Reichsausschutz für das deutsche Volks- begehren bedingt nämlich gleichzeitig die Anerkennung des Stahl- helm-Volksbegehrens sowie der Vorbereitungen der Reaktion und Vlutokratie um hugen berg für eine neue Reichspräsidentenwahl, die ichon betrieben werden, während Hindenburg noch amtiert, dessen Ueberparteilichkeit man dort nicht vertragen kann." Demnach wäre dieser famose Reichsausschuß«in Block gegen Hindenburg. Der Kandidat, den die um Hugenberg bei der Reichspräsidentenwahl herausstellen wollen, ist in- zwischen gefunden: es ist der deutschnationale Reichstags- abgeordnete General v. Lettow-Borbeck. Zur ltmgestaliung der Reichsbahn. Äefchung des OrganisationSkomitees für Reichsbahnfragen. Wie der„Demokratische Zeitungsdienst" meldet, haben in den letzten Tagen zwischen der Reichsregiening und der Reichsbahn Ver- Handlungen stattgesunden, bei denen die Umgestaltung der Reichs- bahn erörtert worden ist und bei denen weiterhin die R i ch t- linien für die Arbeiten des Organ isatians- komitees erörtert wurden. Voraussichtlich werde die deutfche Regierung für das Rdchsbahn-Organisationskomitee je einen höheren Beamten des R e i ch s f i n a n z m i n i st e r: u m s»nd des Reichsverkehrsministeriums ernennen. In politischen Kreisen werde angenommen, daß von der Reparationskommission der bisherige Reichsbahnkommissar L e v e r v e und das bisherige englisch« Vcrwaltungsratsmitglied Brigadegeneral M a n c e in dieses Komitee entsandt werden. � Räch derselben Quelle sollen bei der Neubesetzung des Ver- maltungsrats voraussichtlich die Länderwijnsche eine Erfüllung finden, die auf einen Sitz im Verwaltungsrat hinzielten. Es handelt sich dabei insbescrndere um Sachsen und Baden. Es werde weiter angenommen, daß der Verwaltung-rat, nachdem von der Reichs- regierung der Lokomotivführer Herrmann ernannt worden ist, durch eine Perjonalvertretung verstärkt wirb. Oer Ookumentenfälscherprozeß. Was er offenvarie und was er verhüllte. Es kann den Anschein haben, als sei dieser Prozeß wie da» berühmt« Hornberger Schießen ausgegangen. Aus der Rede des Staatsanwalt». Der Prozeß ist wie das Hornberger Schießen ausgegangen. Kam schon der Antrag des Staatsanwalts— sechs resp. fünf Monate Gefängnis— überraschend, so war dies in noch höherem Maße der Spruch des Gerichts— je vier Monate Gefängnis. Für den notorischen Dokumentenfälscher Orlow, der auch beim Sinowjew-Brief seine Finger im Spiele gehabt haben soll, und der im Verdacht steht, auch an einem, dem Reichswehrministerium an- gebotenen gefälschten Dokument beteiligt zu sein— geradezu«in lächerlich mildes Urteil. Roch lächerlicher, daß selbst dem Tschekisten Pawlonowsti— man denke an seinen Dollar-Vertrag mit Knickerbocker— ideell« Motive untergeschoben wurden. Es wäre ein müßiges Unterfangen, Betrachtungen darüber an- zustellen, ob da» Urteil gegen die Angeklagten schärfer ausgefallen wäre, wenn der Staatsanwalt die Anklage«n Falle Sievert aufrechterhalten hätte. Das Gericht wird dem Zeugen Sievert für seine Selbstentäußerung letzten Endes Dank gewußt haben: es war plötzlich der Notwendigkeit enthoben, sich in der schwierigen Materie der zweiten Anklage zurechtfinden zu müssen. Der Fall der ge- fälschten Borah-Dokument«, die dem Journalisten Knickerbocker den Ursprung der in der amerikanischen Press« aufgetauchten Dokumenten- fälschungen aufzeigen sollten, lag verhältnismäßig einfach. Anders die Sache mit den Trilisser-Briesen. Hier stach man in das Wespen- nest des Nachrichten- und Gegennachrichtendienstes, ja, auch in das der Spionage und Gegenspionage. Nicht im ersten, sondern im zweiten Fall offenbart« sich das Verzweigtsein von Behörden und Spitzeln. Sievert war der Geschädigt«: ihm hatte Pawlonowski dos Geständnis von den gefälschten Triltsser-Briefen abgelegt. So galt es für die Verteidigung, dies Geständnis zu erschüttern: denjenigen, demgegenüber«s abgelegt worden war, als einen Menschen hinzu- stellen, dem kein Wort zu glauben wäre. Nicht umsonst hatte seiner- zeit die betrogen« Behörde, wie wohl auch schon öfters bei früheren Gelegenheiten, die Sache nicht an die groß« Glocke gehängt: Sievert konnte schweigen, da die bezahlten IS tXX> Mark ja nicht aus seiner Tasche stannnten. Als aber die Knickerbocker-Angelegen- hell auskam, da meldete sich plötzlich auch er. Im Gerichtssaal be- gann er auszupacken, und hätte man ihn nicht gehindert— wie der Staatsanwalt in seinem Plädoyer sagte—. noch ganz andere sensa- tionelle Dinge vorgebracht. Dann kam die Ueberraschung. Der Hauptbelastungszeuge sollt« plötzlich ertrankt sein. Weshalb aber der Streit um die Persönlichkeit des Zeugen Sievert? War es nicht am einfachsten, di« Fälschung der Trilisser- Unterschriften durch Vergleich mit einer richtigen festzu- stellen? Schon Sievert suchte vergebens nach einer solchen. Ebenso di« Polizei. Herr Trilisser saß aber in Moskau und dachte gar nicht daran, vor einem Berliner Gericht di« Ehre seines guten Namens, die in solch schnöder Weis« von den Fälschern mißbraucht worden war, zu verfechten. Der Sowjetgesandte Krestinski rührte keinen Finger, um d«m deutschen Gericht zu Helsen, und im Gerichtssaal saß der Pressechef der Svwjetvertretung, der Trilissers Unterschrift kannte und um die wirklichen Zusammenhänge wußte. Er machte eifrig No- tizen und... schwieg. Jede andere Regierung, in deren Namen ge- fälscht worden wäre, hätte ihren Vertreter als Zeugen entsandt— im eigenen Interesse wie im Interesse der Rechtspflege, die sich um die Aujklärung einer gemeingefährlichen Dokumentenfälschimg und um Ueberführung international gefährlicher Verbrecher bemühte. Di« Sowjetregierung mußte aber schweigen. Denn wäre Trilisser in Vertin erschienen, er wäre vielleicht gezwungen gewesen, die Echtheit seiner Unterschrift auf manchem Dokument anzuerkennen. Er hätte ober am Ende auch verschieden« peinliche Fragen zu bcant- warten gehabt: etwa über die Tätigkeit der GPU. im Ausland«, über die Bespitzelung der weißgardistischen Nochrichtenbirreaus und deutscher Behörden, über die sog. Desinformationsabteiluu- gen, deren Aufgabe es ist, vermittels falscher Nachrichten richtig« zu durchkreuzen: man Hütte ihn vielleicht auch über Pawlonowski und dessen Gewährsmann K r o s ch k o um Auskunst gebeten. Weil eben di« Sowjetregierung, deren Presse sich in diesen Tagen in der Beschimpfung deutscher Gericht« und Behörden nicht genug tun konnte, in WirNichkeit an der Aufklärung nicht nur nichts lag, sondern sie sogar verhindern mußte— daher auch der Beeinflussung»- versuch gegenüber den Sachverständigen— war das Gericht g e- z w u n g e n, ins Leere zu greifen. Der Sachverständige Boß hatte recht, als er eine der Ursachen der Dokumentensälschungen und des ganzen abwegigen Nachrichtendienste» in den konspirativen Methoden der Sowjetregierung erblickte. Trugschluß aber wäre es. zu bc- haupten, daß gewisse Organe der Sowjetregierung sich selbst n i e der gefälschten Dokumente bedient haben. Es ist ja notorisch bc- kannt, daß die GPU. sowohl in Rußland als auch im Ausland spezielle monarchistische Organisationen aufgezogen Hot, die zu einem großen Teil« aus Agenten der GPU. bestanden. Der Fall des früheren estnischen Gesandten in Moskau, Birk, der Name Opperput-Staunitz im Zusammenhang mit der man« orchistisch-ts che kistischen Lockspitzelorganisation, dem sog.„T r u st", die von der GPU arrangierte Rußlandfahrt des Man- archisten Schulgin u. a. m. ist noch in guter Erinnerung. In allen diesen Fällen haben aber nicht nur gefälschte Pässe, sondern auch gefälschte Dokumente eine Rolle gespielt. Das Vorhandensein von GPU.-Abteilungen bei sämtlichen Sowjet- Vertretungen zwecks Bespitzelung der eigenen Beamten und der russischen Emigranten, zwecks Beobachtung nicht genehmer Nach- richtenbureaus und Kolportierung oon Gegennachrichten ist nicht minder bekannt. Daüber im Gerichtssaal etwas zu hören, wäre äußerst aufschlußreich gewesen. Daß d'e Sowjetleute über all das nichts oerlautbaren lassen durften, ist selbstverständlich. Des- halb zogen sie, di« am meisten geschädigt iruren, vor, zu schweigen. Hinzu kommt das andere. Die russischen monarchistischen Emigranten, von denen die Dokumentenfälschungen in der Haupt- fache ausgehen, sind in der ganzen Welt verstreut. Die einheimischen Behörden dulden sie und bedienen sich ihrer alz Informotions- quellen. Sie bleiben aber auch untereinander in Verbindung. So ist stets auch ein Austausch von Nachrichten niäglich. Daher das wirre Durcheinander von Spionage und Gegenspionage. Da aber der innenpolitische Nachrichtendienst mit dem außenpolitischen in all diesen Fällen miteinander verquickt ist, so wird es fast unmöglich. hier feste Grenzen zu ziehen. So war es weiter nicht verwunderlich, daß dem Berliner Fälscherprozeß außer dem Vertreter des Innen- mnisteriums auch solche vom Außen- und Reichswehrministerium beigewohnt haben. Die Verantwortung für den innerpolitischen Spitzel- sumpf fällt letzten Endes auf die unterirdischen Methoden der Komintern zurück. Uebte bereit» die zaristische Ochrana mit ihrer Bespitzelung der revolutionären Emigranten einen demoralisierenden Einfluß auf di« politische Polizei aus, so tut das in viel höherem Maße die GPU. und die Komintern mit ihrer konspirativen Borbereitung der Weltrevolution. Die Arbeiterschaft wird aber für sich aus diesem Prozeß die Lehre ziehen: im Kampf für eine gut« und große Sache, im Kampf für den Sozialismus führen nicht Fälscherkunststücke, Geheimmethoden und Spitzelsümpfe zum Ziel. Die Zeit konspirativer Zirkel und Verschwörungen ist vorbei. Der Weg zur sozialen Revolution geht über die Revolutionierung der Köpf». L. R., lPrvzeßbericht siehe 2. Seit« der 1. Beilage.) Oie Sperre der Ostpreußenhilfe. Oer ostpreußische Landwirischastsverband kapiiulieri.— Boykott aufgehoben. Im weiteren Verlaufe der Debatte über die Sperre der Ost- proußenhilfe im Preußischen Landtag, über die wir bereit» gestern abend berichteten, rechtfertigte Landwirtschastsminister Or. Steiger die Sperre der Ostpreußenhilse, die niemandem unangenehmer ge- wesen wäre als der Reichs- und Staatsregierung. Die Verzögerung der Ostpreußenhilfe sei weder durch den Willen der Reichs-, noch der Staatsregierung begründet, sondern nur durch dos Vorgehen des O st preußischen Landwirtschastsverbandes und durch die K a u f st r e i k p a r o l e. Der Minister verliest dann�noch- mals die deshalb von der Regierung schon vor einiger Zeit erlassene Kundgebung, die aus das wirtschaftsschädigend« Verholten des Land- wirffchaftsverbandes hinweist und erklärt, es sei zwar richtig, daß der Ostpreußisch« Landwirtschastsoerband den Kausstreik-Artikel des Herrn v. Rohr nur als Stimmungsbild veröffentlicht habe. Die Deröffent- lichung sei aber eben erfolgt, um Stimmung zu machen, und es sei in der Vorbemerkung sogar gesagt worden, e, sei besser, wenn die Arbeltslofigkeil wachse, so daß bald di« Krise komme, als wenn die Landwirtschaft noch lange leiden müsse. Aus dieser Krise erhofften Herr o. Rohr und seine Freund« allerdings die Ver- wirklich ung ihrer Staatsideen. Die preußische Staats- regierung aber sei verpflichtet, alles zu tun, um der Verwirklichung dieser Ideen entgegenzutreten. Es habe in der Tat die Absicht be- standen, den Käuferstreik in Ostpreußen durchzuführen. Die dadurch hervorgerufene ZerrissenheitderostpreußischenLand- w i r t s ch a s t wäre für die ganz« Wirtschost unerträglich gewesen. Eine Versammlung des Landwirtschaffsverbandes am 10. Juni Hab« ausdrücklich den Beschluß gefaßt, in einer für den IS. Juni einzuberufenden großen Versammlung der vstpreußischen Landwirtschaft den K ä u s e r st r e i t zu proklamieren.(Leb- Haftes Hört! Hört! bei den Regierungsparteien.) Die Staatsregierung hat. so fährt der Minister fort, den Oberprosidenten beaustragt, mit allen Kräften daraus hinzuwirken, daß hie Koufstreikparole nicht weiter ausgegeben werde. Daralffhin ist in der Versammlung vom 13. Juni die Kaufstreikparole unierblieböst. Dos war gewiß ein Erfolg für die ganz« ostpreußische Wirtschost. Aber in der großen Ver- sammlung wurde nicht die Boykottdrohung behandelt. Deshalb mußte die Slaatsregierung beim Landwirtschaftsverband Ostpreußen an- irogen, wie es sich init dem Boykott oerhält Statt daß der Der- band nun eine klare, den Boykott bejahende oder verneinend« Ani- wort gegeben hätte, teilte er nur mit, der Boykott sei weder mit seiner Kenntnis noch mit seinem Einvernehmen angeordnet. Die Staatsregierung war daher verpflichtet, noch einmal anzufragen, ob die Boykottdrohung nunmehr noch bestehe»der nicht. Di« Staats-' regierung hat ihre Fragen in zweimal 2-t Stunden an den Verband gerichtet, aber tagelang auf die Antwort warten müssen. Bei dieser Sachlage kann man die Regierung nicht mit der Behauptung belosten, sie trage ein Verschulden an der Verzögerung der Auszahlung der Ostpreußenhilfe.(Sehr wahr! bei den Regierungsparteien.) Am !>. Juli endlich hat der Landwirtschastsoerband erklärt, daß er d i e Aufhebung des Boykotts angeordnet habe. Dies« Er- klärung war befriedigend. Warum aber hat der Verband sie im Interesse der Landwirtschaft, das er doch angeblich vertritt, nicht so- fort abgegeben, damit die Auszahlungen gleich erfolgen konnten? (Lebhaftes Sehr wahr! bei den Regierungsparteien.) Die Sperre war niemandem unangenehmer dls der Reichs- und der Staatsregierung. Aber wir waren innerlich verpflichtet, sie vorzunehmen im Interesse der ostpreußischen Gesamtwirtschaft!(Lebhafter Beisoll bei den Regie- rungeparteien.) � Die A b g g. Peter»- H o ch d o n n(S o z.) und Iürgensen (« o z.) wenden sich in ihren Ausführungen noch einmal scharf gegen die Angriffe der Abgg. von Plehwe und von Rohr(D*at.). Die Abstimmung ergibt die Annahme de» Au-schuhantrage;. der die Staatsreoierunq auffordert, nachzuprüfen, ob die Auszahlung der Ostpreußenhilse erfolgen kann. Hierauf wird in zweiter und dritter Lesung die Novelle zum BolksschullehrerSesoldungSgeseh angenommen. Die Vorlage bringt ein« Erhöhung der Ergänzung»- zuschußstellen für leistungsschwache Gemeinden Hierbei ereignet sich ein Zwischenfall. Vizepräsident von Kries rügt den Abg. Kasper(Komm.), der sich ein« Zigarre angezündet hat. Das Rauchen ist bekanntlich im Plenarsaal verboten. Abg. Kasper ruft den Sozialdemokraten erregt zu:„Ihr habt mich denunziert! Ihr könnt mich in den---!* Ohne Debatte wird schließlich noch ein kommunistischer Antrag angenommen, nach dem das Staatsministerium ersucht wird, die Staatsanwaltschaft zur Prüfung aufzufordern, ob nicht die Haft- entlasfunq des anläßlich der Wöhrdener Vorgänge verhafteten Ar- beiter» Heuk herbeigeführt werden kann. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Vizepräsident Dr. von Kries schließt die Sitzung mit den besten Wünschen für die Sommerkerien. Die nächste Sitzung findet am IS. Oktober statt. Mein-Lustschiff über Berlin? Start in Seddin heute nacht. Heule nacht gegen Z Uhr wird da» Kleinluflschiss in Seddin zu einem Fluge nach Verlin flarlen. wo es ungefähr um 8.30 Uhr aus dem Flugplatz lu Tempel hos einttesseu dürsle. Nazis Bombenerfolg. Zaust(zu Mephisto):«.Nun kenn' ich deine würdigen Pflichten: Du kannst im Großen nichts vernichten llnd fängst es drum im Kleinen an!-(Goethe, Jaust l.) poincare im Kampfe. Kammerrede für vorbehaltlose Schuldenratifizierung. Bürgerfiasko in Thüringen. Keine Deckung des Etats.— Fortsetzung der bankerott- Wirtschaft. Weimar, 11. Juli.(Eigenbericht.) Im Thüringischen Landtag stand am Donnerstag die Beratung und Abstimmung über das sogenannt« N o t o p f e r zur Milderung des Fehlbetrages im Staatshaushalt für 1929 auf der Tagesordnung. Dieses Gesetz bedeutet ein« gering« Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer, eine die Massen stark belastende E r- höhung der Mietzins st euer und vor allem die Einführung einer sogenannten Einwohn er st euer, nämlich einer Kops- st e u e r von sechs Mark auf olle Einwohner über 29 Jahre, gleich- gültig ob Millionär oder Proletarier. Die Sozialdemokratie erhob gegen diese Tributform, die zuletzt nur noch in Kolonien primitivster sozialer Struktur durchgeführt worden ist, starke Gegenwehr. Es gelang ihr, eine Mehrheit gegen die Steuerart zu gewinnen. Bei der Abstimmung über die Mietzinssteuererhöhung entschied sich dann das Schicksal der von den Regierungsparteien bereits genehmigten Gesetzesvor- löge des Notopfers. Es siel mit 28 gegen 28 Stimmen. Die Demokraten sahen die Erledigung der ganzen Vorlage und fürchteten nun eine nutzlose Blotzstellung durch ihr« Zustimmung zu der Kopfsteuer. Sie veranlaßten daher ihren Vertreter im Mi- nisterimn, Dr. P a u l s e n, den ganzen Gesetzentwurf z u r ü ck z u- ziehen. Das geschah am Donnerstag nachmittag. Damit ist der Versuch des jetzigen Bürgerblocks, das Jahres- defizit, das 854 Millionen beträgt, um etwa 5 Millionen zu senken, gescheitert. Die Schuldenwirtschast in Thüringen wird jetzt in großem Stil weiter betrieben, da die herrschenden Parteien sich weigern, die sonst in den Ländern geltenden Sätze für Grund- und Gewerbesteuern dem Lande zu bewilligen. Die thüringischen Landes- steuern liegen 49 bis ö9 Proz. unter dem Durchschnitt anderer Gc- biete: dementsprechend steigt auch die Schuld e nl.ast des Landes. Bayernregierung in Verlegenheit. Die pleite der EtaatSvereinfachung. München, 11. Juli.(Eigenbericht.) Der Ministerrat Hot sich am Donnerstag abend in längerer Aussprache mit dem Fiasko der Staotsvereinsachung in Bayern besaßt. Als Pille gegen die Mißstimmung im ganzen Lande wurde beschlossen, nunmehr von sich aus wenigstens alle jene Maßnahmen zur Verbilligung der Verwaltung durchzusühren, über die die Regierung in eigener Zuständigkeit verfügen kann. Dazu gehört selbstverständlich nicht die Aushebung oder Zusammen- legung von Aeintern, sondern im wesentlichen nur eine Verein- sachung des Jnstanzenzuges innerhalb der Behörden. Der finanziell« Nutzestekl dieser Aktion, die im übrigen schon vor vier Jahren in Aussicht genommen war, ist naturgemäß unerheblich. Lager Lechseld. Eine Antwort des Neichswehrministeriums. Wir erhalten folgende Zuschrift aus dem Reichswehr- Ministerium: „In Ihrer Moraeiw�qad«.vam-22�.Jun.i. wird unter.Lager Lechseld. Der Stahlhelm drillt Rekruten" angeführt, daß aus dem großen süddeutschen Truppenübungsplatz Lechseld, der heute noch der Reichswehr diene, vom 4. bis 18. August ein bayerisches Stahlhelmlager errichtet werde. Das Entgegenkommen der Heeres» Verwaltung sei in liebenswürdigster Weise vor sich gegangen. Hierzu ilt festzustellen, daß das Loger Lechseld nicht Eigentum der Wehrmacht ist. Alle hieran geknüpften Mitteilungen entbehren ledcr Grundlage." Hochverrat mit Oruckschristen. Kommunistische Zersetzungsschrifien vor dem Reichsgericht. Leipzig. 11. Juli.(Eigenbericht.) Der Werkzeugschlosser Franz Knitter wurde am Donners- tag vom Reichsgericht wegen Vorbereitung zum Hochver. rat und Vergehens gegen Z 7 Absatz 4 des Republikschutzgesetzes zu zwei Iahren Festung und 299 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Druckereibesitzer Hans und PoulRennert erhielten wegen Beihilfe zum Hochverrot je neun MonateFestung. Der viert« Angeklagte, Hausdiener Richard Bender, wurde' freigesprochen. Die Angeklagten werden beschuldigt, durch den Druck und Versand von sogenannten kommunistischen Zersetzungszeitschriften die gewolt- same Aenderung der Verfassung vorbereitet und die Hochverräter,- schen Bestrebungen einer staotsseindlichen Verbindung unterstützt zu haben. Die Schriften sind betitelt:„Die Schutzpolizei".„Die Reich»- wehr".„Man liebt den Verrat, aber man verachtet den Berrätcr". Für diese Druckschriften zeichnete der kommunistische Reichstags- abgeordnete Schneller verantwortlich. Auch Deutschland protestiert. Gegen die amerikanische ZoHvorlage. Wie TU. von zuständiger Stell« mitgeteilt wird, hat die deutsch- Regierung beschlossen, wahrscheinlich schon in allernSchster Zeit ihre Einwendungen und Bedenken gegen die neue amerikanische Zolltarif. vorläge in Washington auch schriftlich zu wiederholen, nachdem die deutsche Ansicht in'Washington mündlich bereits zum Ausdruck ge- bracht worden sei. Damit hat sich Deutschland den 38 in Washington bereits vor- liegenden Protesten hauptsächlich aus Europa, und Südamerika an- geschlossen. Neue amerikanische Boischaster. Hauptsächlich Wirtschastler. Washington. 11. Juni.(Eigenbericht.) Präsident H o a v e r soll sich zurzeit mit der Frage der Neu- b e s« tz u n g einer Reihe amerikanischer Botschafter- Posten im Auslande beschäftigen. Angeblich sollen mehrer« führende Finanziers für diese Posten in Aussicht genommen fein. Als zukünftiger Botschafter in Paris wird der Senator Walter E 9 d c genannt, der im Finanzkomitee des Senat» eine maßgebende Rolle spielt. Als Kandidat für Berlin g:lt der frühere Vorsitzende der Bundestommission für lanbwirtschostliche Kredite Eugene Meyer, während für Rom' oder Madrid der Bankier Thomas Lamont vorgesehen sein soll. Lamont wirkte bei den Pariser Reparationsverhandlungen als amerikanischer Sachverständiger mit. . Paris. 1l. Juli.(Eigenbericht.) Die von der gesamten französischen Oeffentlichkeit mit fieber- hafter Spannung erwartete Schuldendebatte in der Kammer hat am Donnerstag nachmittag vor überfülltcm Hause begonnen. Poincare begann sein Plädoyer über die Ratifizierung der Schuldenabknmmen mit dem Hinweis darauf, daß es nicht seine Schuld sei. wenn im Kabinett heute keine Radikalen sähen. Er würde von sich aus von seinem Posten in dieser schwierigen Stunde nur zurücktreten, wenn die Kammer es ihm zur Pflicht mache Anschließend betonte der Ministerpräsident,' daß die Schuldverpflichtungen Frankreichs gesetzlich unbestreitbar seien. Man könne es bedauern, baß die Regelung dieser Schulden keine Vorbehalte enthielte, aber jedenfalls hätten seit drei Jahren alle französischen Regierungen sich hierum bemüht und nichts erreicht Ja, die Gläubiger �Frankreichs konülenTicnr Land« sogar noch fch we r>r e Berffflich- tungen auferlegen. Amerika könne Frankreich im übrigen nicht Vor- teile gewähren, die es nicht auch anderen Ländern zugute kommen tafle. Endlich sei durch den J o u n g- P l a n ja eine tatsächliche Verbindung zwischen Reparationen und interalliierten Schulden geschaffen worden. Wenn der Plan in Kraft trete, gingen die beut- schen Zahlungen durch Vermittlung der Reparationsbant direkt noch Amerika. Wenn aber Frankreich nun nicht ratisizier«, so ent- stände die Gesahr, daß England und Amerika der Annahme des Aoung-Planes Schwierigkeiten bereiteten. Auch Deutschland werde protestieren, und am Ende werde sich da» Reich seinen Der- pflichtungen entziehen wollen mit der Begründung, daß ja auch Frankreich nicht ratifiziert habe. Es sei also unmöglich, die un- vermeidliche und notwendige Ratifizierung noch weiter h i n a u s z u- schieben. Daher dürfe diese auch nickst in einer Form erfolgen, die sie für Amerika und England unannehmbar gestalteten. Jehl müsse man ja oder nein sagen. Im übrigen, erklärte Poincarö, hat ja die Regierung die Vorbehalt« gar nicht zurückgewiesen, sondern nur deren Einfügung in das Er- mächtigungsgesetz. Amerika und England hätten die französisch« Re- gicrung schon seit Jahren wissen lassen, daß sie niemals eine b e- dingte Ratifikation anerkennen würden. Wahrend des weiteren Verlaufs der Rede Poincar�s kam es zu einem k l c i ne n Zwischenfall, als der Abgeordnete Marin dem Ministerpräsidenten vorwarf, er sei den Vereinigten Staaten gegenüber nicht energisch genug ausgetreten. Der Führer der Rechten glaubte sich dabei auf die sazialistische Forderung nach gerechter Verteilung der Kriegskosten stützen zu können. Der sozia- listische Abgeordnete Vincent Auriol erklarte hieraus, daß die Inter- essen Frankreichs besser gewahrt worden wären, wenn man darauf verzichtet hätte, territoriale Forderungen über die Notwendig- teil der internationalen Solidarität zu stellen. PoincarH fühlte sich dieser deutlichen Anspielung aus die R h e i n l o n dg e l ü st e Frank- reich» gegenüber verpflichtet,«inzuwersen, daß keine französisch« Re- gierung jemals das linke Rheinufer gefordert Hobe.(Wohl ober Fach und mit ihm fast die ganze Armee und einflußreiche politisch« und wirtschaftliche Kreise. Daß Clemenceou sich 1919 die Forderung von Fach nicht zu eigen machte, liegt ausschließlich daran, daß er auf den entschiedenen Wider st and von Wilson und Lloyd George stieß. Red. d. ,.B.') � Roch»iner kurzen Unterbrechung der Sitzung fuhr Pnintar� in seiner Red« fort. Frankreich besaß«, so erklärt« er, keine praktischen Mittel, um Amerika zum Verzicht auf sein« Fovderung zu veranlassen. Sa einig beide Völker e i n st gewesen seien, das Schicksal hatte aus dem einen den Gläubiger, aus dem anderen den Schuldner gemacht. Auf einen Einwurf hin erklärt« Poincare, daß man nach dem Kriege versucht hätte, beispielsweise in S p a, die Kriegslasten gerechter.zu verteilen, jedoch vergeblich. Der Kaufabschluß über die amerikanischen Waren in Höhe von 499 Millionen Dollar sei nicht g ü n st i g gewesen. Man hätte weder die Stabilisierung des Franken, noch die Entwertung der Waren vorhergesehen. Der Verkauf der Waren hätte nur "tlQ Millionen Dollar eingebracht. der Verlust betrage somit tZ0 Millionen Dollar. Jedoch besäßen die Amerikaner die französischen Schuldverpflich- tungen, die unweigerlich am 1. August beglichen werden müßten, falls nicht ratifiziert würde. Heut« bleibe Frankreich mir noch die Wahl zwischen Ratifizierung der Schuldenabkommen oder der Bezahlung der 490 Millionen Dollar. Die Frage laute daher, welche von beiden Lösungen die praktischere sei. Deshalb müsse ratifiziert werden. Zum Schluß seiner Ausführungen er- klärte Poincar�, daß er es sehr wohl verstehen könne, wenn sich die öffentliche Meinung über das Fehlen jeder Vordehaltsklausel er- rege, doch wären bereits olle Versuche Berengcrs in dieser Hin- sicht vergeblich gewesen. Hieraus wurde beschlossen, die Debatte am Freitag vormittag und nachmittag fortzusetzen, um sie daraus auf Dienstag früh zu oertagen. Die Sitzung wurde darauf um 7 Uhr abends geschlossen. In den Wandelgängen der Kammer ist die Aussaflung vertreten, daß die Iiegierung Poincare siegreich aus dem Kampfe um die Ratifizierung der Schuldenabkommen hervorgehen werde. Gozialistifcher Veriagungsantrag. . Paris, 11. Juli. f o z> a l i i> U ck c<1 a nuu r r i i o f t.i o.n ha« beschioflcn. bei Eröffnung der DebMe über die'Tchuldenro'iisi'zierung einen A n> trag auf Vertagung der Diskussion zu stellen, den sie w'« folgt begründet: Die Kammer beschließt, die Debatte zu verschieben, bis sie chre Entschlossenheit bekundet hat, die Liquidierung der Kriegs- Probleme als Beginn ei«, er wirtlichen Pazisizicrung zu betrachten, wobei die Beseitigung der militärischen B-- s e tz u n g sogleich nach der Annahm« des Poung-Planes die erste Aeußening dieser Politik sowie der Ausgangspunkt eines nachdrück- lichen und beschleunigten Strebens nach der Organisierung der Schiedsgerichtsbarkeit und der allgemeinen Ab- r ü st u n g und die Grundlage einer europäischen Verstän- d i g u n g, die die Vorbereitung der Revision der Abkommen mit Amerika ermöglicht, sein muß. KWH auf der Anklagebank. Oer Hauptgeschädigte entlastet ihn. Pari», 11. Juli.(Eigenbericht.) Vor der ersten Pariser Strafkammer begann am Donnerstag der Prozeß gegen den früheren Finanzminister Klotz. Der Vorsitzende hielt dem Angeklagten im einzelnen die ihm zur Last gelegten häufigen Ausgaben von falschen Wechseln und ungedeckten Schecks vor. Klotz benutzte mit Vorliebe die Unterschrift eines de- freundeten Kohlen- und Holzgroßhändlers, der ihm früher größere Summen Geld geliehen hatte. Klotz erklärte zu seiner Verteidigung, ols er im vorigen Jahre verhaftet worden sei, Hobe er sich tatsächlich in großen Schwierigkeiten befunden, aber er sei gerade daran gewesen, sich aus seinem Schuldennetz hcrauszuwickeln. Da sei die Festnahme«rsolgt. Der mit Klotz befreundete Kohlenhändler, eines der H a u p t o p s e r seiner Manöver, bewies in seiner Aussage e»ncn großen Edelmut. Er erklärte, er habe durch die Praktiken des srüheren Finanzministers zwar verschiedentlich Unannehmlichkeiten, aber kein« ernste Schädigung erlitten. Nachdem hieraus der Ver- treter der Anklage für Klotz die gerecht« Strafe fordert« und dessen Verteidiger Torres für F r« i s p r u ch plädiert«, beschloß das Ge- richt, sich auf Freitag zu vertagen. Die Urteilsverkündung- wird am Freitag erfolgen. Die blamierte Spioniiis. Freilassung noch neun Wochen Hast in der Tschechoslowakei. Pöhmisch-Leipa. 11. Juli. Di« drei Bautzener Bürger Heimann, Tomaschke und Lorenz, die aus Anzeige eines Soldaten als jpionageverdächtig neun Wochen(!) in Unlersuchungshasl gehalten wurden, sind gestern aus Antrag der Staatsanwaltschaft aus freien Fuß ge- setzt worden. llnd nach fünf Tagen in Polen. Warschau, 11. Juli. Der«Ojährige Oberregierungsrat Arend au» Gelsen- kirchen, der vor s ü n s T a g e n von den polnischen Behörden unter Spionageoerdacht verhaftet warben war. lvest er die deutschm Kriegergräber in Kiclc« photographiert hatte, ist gestern wieder aus freien Fuß gesetzt warben, nachdem die auf die Bemühungen der deutschen Gesandtschaft hin vorgenommene Untersuchung seine Unschuld ergeben hatte.- WERTHEIM Leipziger Str(Versand-Abi) Königstr. Rosenthaier Str. Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Moritzplatz Wurstwaren Dampfw. o. Rotw.- m 1.10 Hausmachcrlcberw. � 1.25 Mettwurst(Br. ato...... ptd. 1.45 Filctwurst........ Pfi 1.60 Schinkenpolnischc..Pfd. 1.60 Zcrvclat u. Salami(Holstein.) 1.85 Feine Leber- u. Tecw..Pfd. 1.85 Fetter Spcdc....... Pfand 1.25 Magerer Spcdc..... pinndl.60 KSnlastr. Rosenfneler Str. MortispL Landleberwurst...... Pfd. 1.05 Knoblauchwurst..... Pfd.1.20 Frisches Fleisch Kalbskamm uu'Brust Pfund 0.90 Kalbsnicrenbratco.. Pfm.« 0.95 Sdunorflcuch mit Knochen, Pfund 1.05 Rinderkamm u. Brust ptd. 0.78 Gebadetes 0.75 Querrippe 0.70 Hammclvorderfleisdi pinad 1.05 Scfawcincbaucfa m» Beilege, Pfand 1.15 Schweinekamm �BeSjelp� 1.20 Frische Rinderzungen Pfand 1.18 Kalbsschnitzel....... Phmd 2.10 Räucherwaren Flundern............. Ptuad0.38 Seelachs>» SMcken........ Phmd 0.42 SchellOsdie............ Pfand 0.48 FeitbQddingC engt 0.50 Kieler, Pfund 0.65 Spickaale......... Pfand von 2.60 en Nene Matfcs..... asraetvon 0.15 an Hehensmittel Obst». Gemüse Tomaten...........Pfund 0.12 Blaubeeren......... Pfand 0.30 Stachelbeeren werd4I,cl,ef.rund 0.30 Johannisbeeren wtr<1*rsd�und 0.35 Zitronen......... Dunend 0.35 Bananen........... Pfand 0.45 Mohren � 0.18 Schoten 0.10 Grüne Gurken..»ma von 0.10»n Junger Wcigkohl... p.und 0.12 Neue Kartoffeln HoIU,Jote 0.58 Kenserven Gemüse-Erbsen....... v. Do« 0.50 Brcdibohncn I.......% Do« 0.95 Tomatenmark iwim... v.» Dom 0.22 Pflaumen' o. ohn« Stein 0.85 m. Stein 0.22 Saure Kirschen 0.90 Senfgurken.......... v, Do«e 0.82 Käse u. Fette q Halbmond, Sdiachtel Camembert völlig Schachtel, 6 ilg. Holländer u. Edamer pllf� Steinbus eher vourett.... piand Tilsiter voUfett......... Pfand Tilsiter Art ohne Iande-""Ä Emmenthalcr Art Holländer u. Edamer vpI� Margarine..... piand von 0 Tafelbutter I.... Pfand 1.78 Dänische Butter.... Pfand 0.32 0.65 0.78 0.84 0.75 0.90 0.95 50 an 1.86 2.06 Wild» Geflügel Wolgahühner....Pfand v->n 1.10» Jg. Brathühner ,risch*$£££ 1.20 Gänse'wf 1.25«u Enten® 1.50 M Rchblatt�" 1.30an Ragout p» 0.35 Fische Seelachs Ohne Kopf, ganze Fische, Pfund 0.15 Kabeljau 0.22 0.32 Rotbars............ Pfund 0.30 Fischfilet...... Pfund 0.28 0.38 Lebende Krebse Handel vr» 0.58» Preise iftr„ Flasche, ohne Glas Johannisbeerwein 0.80 1918 Maikamm crcr Pfalzer Tisch- u, Bowlenmosel, v. FaU, Ufr, Roter Tarragona»us u. kranig i Roter Tarragona»ußu. krsmg)— 1918 Glciszcllcr Kirchberg(| M kerniger Fiaizer j Wein vom Faß zu Extra-Preisen 1916 Nicrstcincr 1917 Nittclcr Gipfel kcM�r*■ 1914 Ch&t. Reignac�--' 1911 Oppenheimer»rtig.gehaiiv. 2.00 Fruchtschaumwein m'Vfe»dSu 1.30 Jedes Stück 25 Pf. Gummi-Badehaube Kaffeetasse M3 1 Seiflappen Stopftwiste Alpaka-Kaffeelöffel Gemüsemesser roatfrvi Jedes Stück 45 Pf. Bobby-Kappe-«.freut 5 Rasierklingen sÄ StehumlegkragenTraA Frühstücks-Dose Wachstuch-Reste Schmortopf Emarn«,«cm Jedes Stück 90 Pf. Isolierflasche PoÄ!r Stadtkoffer ÄÄ Seiden-Schlüpfer Strumpfhaltergürtel Schürzen Wäscheleine«s Meier Am 8. Juli verstarb plötzlich bei Ausübung seiner Tätigkeit unser langjähriger Zimmerpolier Herr Wilhelm Schulze Beriln-Tempelhof, Stolbergstraße 8a. Wir verlieren in dem Verblichenen einen bewährten Mitarbeiter, dem wir ein dauerndes Andenken bewahren werden. Berlin, den II. Juli 1929. Actien-Geseibdiaft für Bauausführnngcn. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 13. Juli, nachmittags 3V> Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str., statt �-----" v------ [ Theater, Lichtspiele usw. � Freitag. 12.7. Staats-ODer Unter d. Linden A�V. 176 18>h Uhr Siegfried (Ungekürzte Aufführung) SiaalsOper Am Pl.d.Republ. A.-V. 30 20 Uhr Filio Freitag, 12. 7. Stadl Oper Bismarckstr. eaicMossen SfaatL Sdiaasph. am Gendarmenmarkt OudiloiieD! Staatl.SchiUer-Ilieater.Charltb. Geschlossen. S Uhr Barb. esse Horn t Jag, Btrbrtte«w. Tägl. S u. 8» toaoLJ.äo 8U INTERNAT. VARIETE ZD Freitag, den 12. Juli nachmitt.gj S'.'i Uhr. Winrer ★ Qarren* 8 Uhr» Zentr. 2819» Baoatin erlsobt Fllm-Sensatlon:„WleSchmm- llng Paoilno baalagte".— Dar Wundarknaba Concha und waltara VarletA• Nauhaltan. Sonnabend und Sonntag ia 2 Vorstellungen 3B und 8 Uhr. 3" kleine Preise. Rose- Thealer,/« U.»ob Pol zu Pol an Stemanhimmel Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. I Mk, Kinder SO PI. Mittw.: Erwachsene 50 PL Kinder 25 Pf. Reichshallan-Thaalcr AUabendUdi{jJ Uhr Slclttncr üfinger nur noch bis 15.7. Ab 16. 7.: Gastspiel der Dresdner Vlctorla-Sänger �önhoff- Brett'• (Saal und Garten) Vaiielä: Konzert: Tanz Adolf-Becker-Orchester Laslspielhaos Täglich 8Vs Uhr Revolution bei Stern's Rundfunkhörer halbe Preise. Netropoi-Th. Tägl. SV. Uhr Sonntags 3>- u. 8'/. BlauHarl Operette von Offen bach Kammersänger Leo Slezak rbcai.am Rottb.ror Kottb.Str.6 ragt. 8 Uhr Elite- Sänger Neoes Proorjinra! Ab 17.-31. 7. Gastspiel der 9 Original uipziaei f tili- Weber-Sänger 'SVo speist man! ttnin.PUiisT Nur GroB-Berlin ATexAo dan»üge. für lebe itigur paffend. Extra-Ang-bol« für neue Dar. derobe. Pelzjacken 50,—, Pelzmäntel 95.—, Sportpelze 85,—, Gehpelze 100.—. Reine Lombardwaref' Wenig getragene, teils aul Seide ge- erdeitele, erstf lasstge Iackettanzüge. Frack- onzüge, Smofinganzüge, Gehrockanzilge. 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Zahlreiche Dörfer wurden völlig überflutet. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen türkische Pfund. Das rote Wien rief! Ltnd Zehntaujende kamen. Wien.!l. Zuli.(Eigenbericht.) Da ist dos alle Wien, in der Pracht seiner Straften und Lauten, mit seinen Schlössern und Wäldern, mit der Donau und dem Stephansturm. Da ist das neue rote Wien, die Stadt der Arbeiter- schafl, der Kraft, der Zweckmäftigleit, der modernen Schönheit und Zukunft. Zu diesem Wien eilen seht aus allen Himmelsrichtungen, zu Anft. mit dem Rad, mit den Eisenbahnzügen, mit den Faltbooten und mit den Schissen Zehn tausende von jungen Wen- s ch e n: die internationale sozialistische Arbeiterjugendi „Mit uns zieht die neue Zeit!" so klingt es aus jeder hatte- station aus den Eisenbahnfenstern, und jede Station brmgt dieser bunten frohen Jugend neuen Zuzug, der begeistert begrüßt wird. Da ist kein Drängen und Raufen um Platz und Sitzgelegenheit, Raum für all« hat der Zug, und je mehr sich in einein Abteil zusammen- drängen, desto lustiger wird die Stimmung Mundharmonikas und Zupfgeigen fordern zu neuen Gesängen auf. und es ist ein« Harmonie und Fröhlichkeit in diesen Zügen, daß die Stunden noch schneller sind -ts die Lokomotiven. Das Bier, das die Kellner so eilig an die Wagen bringen, hätten sie uneingeschenkt lassen sollen, es findet keine Abnehmer bei diesen jungen Menschen. Inzwischen rüstet sich das rote Wien zum Empfang. Die Arbeiterviertel schmücken sich mit Girlanden, Blumen und roten Fahnen, und die Arbeiterorganisationen treffen ihre Anordnungen, die 32 000 ausländischen©äste zu empfangen. Dos alte innere Wien des Bürgertums ist jedoch noch unberührt. hie und da sieht man einige. Kongreßteilnehmer an den Geschäfts- Häusern vorbei durch die Straßen gehen, bunte Jacken tupfen ihre Farben in den Wiener Alltag. Es find die Vortrupps, die zu Fuß oder mit dem Rad gekommen sind. Da stoßen an einer Ecke Landsleute aufeinander, aus Oldenburg. heute ist der offizielle Ankunftstag. Um 12.40 Uhr soll ein Sonderzug mit den Süd- deutschen ankommen. Es ist Mittag, und immer mehr Menschen sammeln sich um den Westbahnhof. Mitglieder des Sozialistischen Jugendbundes organisieren die Wartenden und schaffen lautlos und in der mustergültigsten Weise Raum. Sozialistische Eisen- b a h n e r versehen den Bahnhofsdienst, die Musikkapelle der Post- beamten marschiert auf, Arbeiterfrauen schleppen Körbe mit Rosen und Blumen herbei, und viele Kinder und Arbeiter warten ungeduldig auf ihren Quartierbesuch. 12.40 Uhr! Biele Tausende von Gesinnungsfreunden haben sich um den Bahnhof versammelt, die Ankunft des Zuges wird gemeldet, und die Musik beginnt die I n t e r- nationale zu spielen. Alle Köpfe entblößen sich. Feierliche Stille! Die Flügeltüren des Bahnhofsgebäudes werden geösfnet, und unter dem vieltausendstimmigen und immer wiederholten Ruf:„Freund- f ch a f t" leuchtet das mächtige rot« Banner der württembergischen Arbeiterjugend durch das Portal. So ziehen sie ein, die Süddeutschen, unter jubelnder Begeisterung, die Bayern, die Badenser, die Pfälzer, mehr als tausend Burschen und Mädchen. In Reih und Glied ge- ordnet, kommen sie aus dem Bahnhof und füllen den Platz. Immer mehr rote wehende Banner und Sandarten, zwei kurze Ansprachen, und mit Musik und Gesang geht es in den 20. Wiener Bezirk. Eben, da der Zug sich in Bewegung setzt, schallt e» hoch an» der Lust:„Freundschaft! Freundschaft!" vier junge Eisenbahu- arbeiter. in blauer Hose und mit nacktem braunen Oberkörper hoben das Dach des hohen Bahnhofsgebäudes erstiegen, hängen oben im Gesimse und winken mit roten Mützen. Noch sind die Süddeutschen im Abziehe� als schon eine neue Musikkapelle aufmarschiert. Ein neuer Sonderzug wird m wenigen Minuten die Hessen und Thüringer bringen. So ist es am Westbohnhof, so■ am Nordbahnhof, so auf der Station Floridsdorf, auf dem Fronz-Josephs-Bahnhof und auf den Schiffs- lande Plätzen, ununterbrochen, bis in die Nacht. So kommen sie an, aus Deutschland, aus Belgien, aus Bulgarien, aus Dänemark, aus Finnland, aus Ungarn, aus Jugoslawien, aus Schweden, aus Ru- mänien, aus der Schweiz, aus Polen und Lettland— aus allen h immelsrichtungen. 3m Lazarett liegt: Aergwertsdirettor Mosch, sein eigener Zeuge. Der Lergwerksdireklor a. D. M o s ch ist heute nachmittag wegen feine» schlechten Gesundheitszustande» nach Berlin über- g-führt worden, wo er im Lazarett de» Uotersuchungs- gefängaisse» Moabit Aufnahme finden wird. Ob fein Zu- stoad in der nächsten Zell weitere Vernehmungen ansfchliefteo iv. d. steht noch nicht fest. Der Bergwerksdirektor Mosch istschwererAufwertungs- befrügereien beschuldigt und trat, wte wir berichteten, unier falschem Namen als sein eigener Zeuge auf. Vom medizinischen, juristischen und soziologischen Standpunkt aus ist es inter- essant. wie rasch bei Direktoren und gesellschaftlich gleichgestellten Herren, wenn sie verhaftet sind, Erkrankungen auftreten. Die Gesetzesbrecher aus proletarischen Schichten müssen eine sehr viel kräftigere Konstitution hoben: Man vernimmt selten, daß sie, wenn sie vor der Verhaftung gesund und munter waren, noch nicht eine Woche nach der Festnahme ins Lazarett geschickt werden. Ein ungetreuer Geschäftsführer. Die Baugenossenschast des Mietervereins München ist durch große Unterschlagungen seines Ge- schäftsführers Rab in große Schwierigkeiten geraten. Das Defizit beträgt über 400 000 Mark. Der Geschäftsführer wurde verhaftet. Verfassungsiag— Volksfestiag. In Anlehnung an die alten deutschen Volksfeste. Die aus Anlaß des zehnten Verfassungstages im Deutschen Stadion in Berlin- Grunewald am Nach- mittag des 11. August stattfindende Feier macht zum ersten Male den Versuch, an die Tradition der alten deutschen Volks» feste anzuknüpfen, und stellt so eine volkstümliche Feie? des Der- faffunzstages dar. Sie ist in den Rahmen eines künstlerisch ge- stalteten Spiels eingefügt, das dem Gedanken des Derfaffungstages sinnfälligen Ausdruck verleiht. Von der Not, eine wahre Volks- gemeinfchaft aufzurichten, von der Hoffnung auf die Jugend, von dem festen Willen, die Führer des Reichs zu unter- stützen, von der Treue zum Reich wird das Festspiel handeln. Tausende deutscher Jungen und Mädchen wirken freiwillig an der Vorbereitung und Durchführung des Festes mit, geleitet und unter- stützt von ihren Lehrern und Lehrerinnen. Musikalisch getragen wird das Spiel von den Darbietunen eines 8000 Sänger und Sänge- rinnen umfassenden Schülerchors und von einer Orchestermusik, die von den Schupo. Kapellen Groß-Berlins ausgeführt werden wird. Die akustischen Moment« werden allen Besuchern durch Groß-Lautsprecheranlagen gleich verständlich gemächt werden. Zur Teilnahme an der Feier haben sich aus allen Kreisen und Alters- stufen der Bevölkerung Mitwirkende freiwillig gefunden, um in Gesang, Orchestermusik, in sportlichen Wettkämpfen den Grundgedanken der Feier zu verwirklichen. SaeK Xondon: (Bereditigle üebernetzmg von Erwin Magmu). Die Hauskatze, die verwildert war und«inen Ueberfall auf feine Tauben gemacht hatte, war keine geringere Gefahr als ein Spekulant, der seinerzeit versucht hatte, ihn um mehrere Millionen zu plündern. Die Habichte, Wiesel und Waschbären waren ebenso viele Dowsetts, Lettons und Guggenhammers, die es insgeheim auf ihn abgesehen hatten. Das Meer von Unkraut, das seine Rodungen uberspult« und sie zuweilen in einer einzigen Woche überschwemmen konnte, war auch kein zu verachtender Gegner. Sein Gemüsegarten in dem Winkel zwischen den Bergen, dessen Ertrag trotz des fetten Bodens nicht der beste war, bedeutete ihm ein aufters. w chiiges Problem, und als er es durch Anlegen von Drain- röhren gelöst hatte, konnte er sich immer wieder über das Ergebnis freuen. Wenn er darin arbeitete und den Boden leicht zu bearbeiten fand, wurde er stets von Freude über den Erfolg durchbebt.. m � Dann die Klempnerarbeit. Er hatte seine Rotzhaar- züge! zu einem guten Preise verkaufen können, was ihn in den Stand setzte, das Material für neue Anlagen kaufen zu können. Er machte alles selbst, wenn, er auch mehrmals ge* zwungen war, Dede zu Hilfe zu rufen. Und als schließlich die Badewanne und andere«ingebaute Gefäße installiert waren und ordnungsgemäß funktionierten, konnte er kaum seine Augen von dem, was er mit eigenen Händen geschaffen, losreißen. Dede. die ihn am ersten Abend vermißte, suchte und fand ihn mit der Lampe in der Hand neben der Wanne, die er mit stiller Freude betrachtete. Er streichelte den glatten Holzrand und lachte laut, wurde aber verlegen wie ein Schulknabe, als sie ihn so in heimliche Freude über seine eigene Geschicklichkeit versunken fand. Dieses Abenteuer von Tischlerei und Klempnerei zog den Bau der kleinen Werkstatt nach sich, wo er allmählich eine ganze Sammlung ihm lieber Werkzeuge anlegte. Und er. der frühere Millionär, der sich alles, was er sich wünschte, augenblicklich hatte kaufen können, lernte jetzt die neue Freude kennen, endlich Dinge zu besitzen, die man sich lange gewünscht und durch strenge Sparsamkeit erworben hat. Es dauerte drei Monate, bis er sich den Luxus erlauben konnte, einen Patentschraubenzieher zu kaufen, und seine Freude über diesen kleinen Wundermechanismus war so groß, daß Dede gleich einen großen Plan entwarf.. Sechs Monate sparte sie ihr Eiergeld— dieser Teil der Wirtschaft war ihr durchs Los zugefallen— und schenkte ihm zum Geburtstag eine Drehbant, die ungeheuer leicht zu hantieren und zu vielerlei zu gebrauchen war. Und ihr Entzücken an diesem Stück, das ihm gehörte, wurde nur von der Freude über Mabs erstes Füllen erreicht, das Dedes ausdrückliches Privat- «igentum war. Erst im zweiten Sommer errichtete Daylight den mäch- tigen Herd, der bei weitem den Fergusons an der anderen Seite des Tales in den Schatten stellte. Denn alle diese Dinge brauchten Zeit, und Dede und Elam hatten keine Eile. Sie begingen nicht den Fehler der meisten Städter, die aufs Land flüchten, ohne das geringste vom Leben dort zu kennen. Sie versuchten nicht zuviel. Sie hatten auch keine Schulden abzuzahlen und trachteten nicht nach Reichtum. Sie machten keine großen Ansprüche bezüglich des Esiens und hatten keine Miete zu bezahlen. Und daher konnten sie ohne Ehrgeiz ihre Pläne schmieden, lebten ihr Leben füreinander und die Freuden des Landlebens, von denen der gewöhnliche Land- bewohner abgeschnitten ist. Sie hatten auch ein ganz Teil von Ferguson gelernt. Er war ein Mann, der mit der«in- fachsten Kost vorlieb nahm, eigenhändig fiir seine bescheide- nen Vedürfnisie sorgte, wenn er Geld brauchte, für Tagelohn arbeitete, um sich Bücher und Zeitschriften zu kaufen, und der dafür sorgte, daß der größte Teil des Tages dem Genüsse des Lebens gewidmet wurde. Er liebte es, nachmittags der Länge nach im Schatten zu liegen und zu lesen, oder mit der Sonne aufzustehen und weite Ausflüge über die Berge zu machen. hin und wieder begleitete er Dede und Elam auf der Jagd durch die wilden Canjons und über die Steilen, zer- rijsenen hänge der Hood-Bcrge, in der Regel aber ritten sie allein. Diese Ausritte machten ihnen immer noch das größte Bergnllgen. Sie untersuchten jede Falte, jeden Riß in den Bergen und kannten zuletzt alle verborgenen Quellen und heimlichen Täler in der Bergreihe, die wie eine Mauer das Tal umgab. Eisenbahnunglück in Lt(3A. Künf Menschen tot. New Bork, 11. Juli.(Eigenbericht.) Bei Corning stieß der Cleveland— New» Yort-Expreft auf entgleiste Güterwagen auf. Fünf Mann des Zugpersonals, darunter der Lokomotivführer, wurde« getötet» zwei schwer verletzt. Endgültig ausgegeben... Die Männer von„U 42" sind nicht zu retten. London, ll. Zoli. Die Arbeilen zur Hebung des gesunkenen englischen U-vooke» „N. 47" find, wie von der brikischen Admirallläl offiziell be- kanntgegeben wird, in Anbetracht der ungünstigen Umstände heule eingestellt worden. Die bisher noch bestehende Hoffnung, die Mannschaft des verunglückten U-Bootes zu retten, ist damit endgültig aofgegeben worden. 4? Tote, 50 Gchwerverlehte. Die Bilanz einer Katastrophe. Prag, 11. Jnli.(Eigenbericht.) wir erfahren zu der Sturmkatastrophe in der Tschecho- s l o w a k e i das amtliche Ergebnis über die Zahl der Opfer. Danach hat die Katastrophe insgesamt l? Tote und 50 Schwerver- letzte gefordert. Die Zahl der leichter Verlehlen Ist noch größer. Die meisten Menschenopfer verzeichnete Nordost- und Süd- b ö h m e n sowie M S h r e n. Im Böhmerwalde lag am vierten Tage, nach dem Hagelunwetter noch Eis in den Wäldern. Die Schäden an Ernte, Wäldern. Häusern, öffentlichen Gebäuden, Bahnen, Tele- graphen- und Fernsprechleitungen sind unter Wochen nicht genau feststellbar und erreichen viele Millionen Kronen, so daß für einzelne Gebiete S t a a t s h i l f e gefordert werden muß. Die Tat eines Trinkers. Noch in der Nacht würbe der 39 Jahre alte Arbeiter Rudolf Seemann vernommen, der am Mittwoch, spät abends, wie berichtet, auf seine geschieden« Frau ein Revolverattentat verübte. Seemann ist k r a n t h a f t e r T ri n k e r und war schon viermal ohne Erfolg in einer Trinkerheilanstalt. Am Mitt- wochfrüh war er aus Tegel entlassen worden, wo er eine einjährig« Strafe wegen Sittlichkeitsverbrechens verbüßt hatte. Er war sofort nach der Münzstraße gefahren und hatte seinen geringen Verdienst zum Teil in Altohol umgesetzt und sich außerdem von einem Unbekannten einen Revolver für 12 M. gekauft. Dann bezog er Posten in einem Lokal, das seiner früheren Wohnung in der Exerzierstraße gegenüber liegt. Der Verlauf der Tat ist bekannt. Der Festgenommene bestreitet die Absicht, die Frau zu töten. Er, der wieder angetrunken war, wird nun wohl dauernd in einer Anstalt untergebracht werden. Es wird aber auch hohe Zeit. Bon diesen Ausritten brachten sie häufig Samen und Zwiebeln wilder Blumen mit, die sie in geschützten Winkeln ihrer Besitzung pflanzen tonnten. Längs des Pfades, der durch den großen Canjon zur Wasserleitung führte, pflanzten sie ihre Farne. Sie wurden nicht weiter gepflegt, sondern sich selbst überlaffen._ Nur von Zeit zu Zeit pflanzten Dede und Elam neue Gewächse dazwischen oder gaben ihnen einen anderen Standort. Sie sammelten Samen des kalifornischen Mohns und streuten ihn über ihre Felder, so daß die orange- farbenen Blumen überall hervorguckten und in den Ecken der Gehege und an den Rändern der Rodungen flammten. All dies machte ihnen nicht viel Mühe. Sie blieben gewissermaßen im Vorübergehen stehen und reichten der Natur eine helfende Hand. Diese Blumen und Büsche wuchsen von selber, und. ihr Vorhandensein bedeutete keine Veeinträchttgung der natürlichen Umgebung. Di« Pferde mit ihren Füllen, die Kühe und Kälber weideten dazwischen, und Büsche und Blumen mußten zusehen, wie sie fertig wurden. Aber die Tiere vernichteten nicht viele von ihnen, denn das Gut war groß. Ferguson kam herüber, um der feierlichen Einweihung des großen Steinherdes beizuwohnen. Daylight war mehr als einmal durch das Tal geritten, um sich mit ihm über dies Unternehmen zu beraten, und er war der einzige Fremde, der dem großen Augenblick, als das erste Feuer in dem neuen Kamin aygezündet werden sollte, beiwohnte. Daylight hatte eine Scheidewand niedergerissen und zwei Räume zu einem gemacht, und in diesem großen Raum waren Dedes Schätze untergebracht— ihre Bücher, Bilder und Photo- graphien, der Flügel mit der Benus. Ihre Felle hatten sich um einige neue Hirsch- und Coyotenfelle vermehrt, zu denen ein von Daylight geschossener Berglöwe kam. Er. hatte sie selbst, langsam und mühselig, nach Grenzerart gegerbt. Er reichte Dede das Streichholz, und sie zündete das Feuer im Kamin damit an. Das trockene Manzanitaholz knisterte, während die Flammen herausschlugen und die Rinde der trockenen Holzstücke erfaßten. Dann lehnte sie sich an die Schulter ihres Mannes, und all? drei standen in atemloser Spannung da und sahen zu. Als Ferguson endlich sein Urteil sprach, tat er es mit strahlendem Gesicht. „Der zieht! Weiß Gottz der zieht!"' rief er. (Fortsetzung foigt) Gefängnis für die Fälscher. | Das Ltrteil im Orlow-Prozeß. Nach dreistündiger Beratung verkündete das Zchüffengericht Verlin-Tchöneberg im Do» kumentenfäischerprozen folgendes Urteil: Tie Angeklagten Q r l o w und Pawlonowski werde« wegen fortgesetzter Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu je vier Monaten Gefängnis verur- teilt. Die Untersuchungshast in Höhe von vier Monaten wird ihnen angerechnet. Der Haftbefehl wird auf- gehoben. In der kurzen Urteilsbegründung führte der Dorsitzend« aus: Das Gericht sieht sich geztmmgei:, mich von sich aus zu erklären, daß die im Gerichtssaal gegen den Zeugen Knickerbocker anfangs erhobenen Vorwürfe jeder Grundlage entbehren. Das Gericht hat im ersten Falle die schwere Urkundenfälschung und den Betrug als vorliegend erachtet. Von den drei Dokumenten, die Knicker- bocker übergeben wurden, scheidet das mit der Unterschrift Trilissers aus, da der Nachweis, daß die Unterschrift gefälscht war, nicht gc- führt werden konnte. Die beiden anderen Schriftstücke sind ober als beweiserhebliche Urkunden zu betrachten gewesen. Es ist unerheblich, ob sie eine Abschrift darstellten, wie Orlow dies in unglaubwürdiger Weise behauptet. Wichtig ist, daß er sie als echtes Dokument zurechtgemacht hat. Pawlonowski hat ihm bei der Ver- breitung des Dokuments mitgeholfep. Es lag auch Betrug vor, da die Absicht, sich zu bereichern, vorhanden war. Es mag dahingestellt bleiben, ob Pawlonowski schon beim Empfang der 100 Mark überzeugt gewesen sei, daß er ftnickerbocker g e- fäl schte Dokumente geben würde. Später hatte er jedenfalls die Absicht. Was den Fall S i e o« r t betrifft, fo sind auch hier die Trilisser-Briefe als beweiserhcbliche Urkunden anzusehen gewesen. Es ließ sich aber auch hier der Beweis, daß die Unter- fchriften gefälscht waren, nicht erbringen. Das von Parvlonowski vor Sievcrt abgelegte Geständnis konnte nicht überzeugend sein, da hierbei die P i st o l e eine Rolle gespielt hat. Die postlagernden Briefe waren dagegen nicht alz beweiserhebliche Urkunden zu betrachten. Es war aber zu prüfen, ob in bezug auf diese nicht g«- mein schaftlicher Betrug vorgelegen hat. Auch hier war unter gleichen Umständen wie bei den Trilisser-Briefen ein schriftliches Geständnis zustande gekommen. Das mündliche Geständnis, da» in der gleichen Richtung ab- gegeben sein soll, ist durch die Persönlichkeit Sieverts erschüttert. dem General Qaupe die bewußte Weiterverbreitung gefälschter Dokumente nachgesagt hat. Allerdings war auch Orlow bei der Vernehmung der Polizei gegenüber geständig. Man hatte es aber oersäumt, in allen Fällen einen Dolmetscher hinzuzuziehen, und es erscheint nicht ausgeschlossen, daß Orlow mißverstanden worden ist. Es bleibt jedenfalls in bezug auf die postlagernden Briefe der dringende Tat- verdacht gegen beide Angeklagte bestehen. Bei der St ras zu- Messung war zu berücksichtigen, daß die Angeklagten nicht vor- bestraft sind als auch der Umstand, daß sie nicht nur aus gewinn- süchtigen Absichten gehandelt sjaben. Besonders gilt das für Orlow. der sich von idealen Motiven, von seinem Haß gegen den Bol- schewismus, hat leiten lassen. Es wäre unnatürlich, wenn er diesen Haß nicht gehabt hätte. Erschwerend fällt ins Gewicht, daß die Angeklagten in ziemlich schwerer und gefährlicher Weise die Gastfreundschaft mißbraucht haben. Iebensalls waren ihnen mildernde Umstände zuzubilligen, und die erlittene Untersuchungshaft wäre anzurechnen. Explosionskaiastrophe in Odessa. Gummifabrit niedergebrannt.— 11 Tote. London, II. Zuli. wie aus Odesia gemeldet wird, wurden durch eine Explosion in einer Gummiwarenfabrik 11 Arbeiter getötet. Das Fabrikgebäude ist vollständig eingestürzt. Die Ursache der Explosion war die Entzündung von Benzin. Aachiliches Verkehrsunglück in Steglitz. Vier Personen, darunter die Fuhrerin, schwer verletzt. 3n der vergangenen Rächt ereignete sich in Steglitz an der Ecke Schloß st raße nnd hindenbnrgdamm ' ein folgenschwerer Unfall, bei dem vier Personen schwer zn Schaden gekommen sind. Eine aus Verlin kommende und Mit zwei Fahrgästen besetzte Autodroschke wollte kurz vor Mitternacht in den Hinden- vürgdamtn einbiegen- Än demselben Augenblick hatte ein Motor- rad die Straßenkreuzung erreicht und fuhr der Autodroschke in voller Geschwindigkeit in die Flanke. Der Anprall war außerordentlich heftig und der Führer des Wagens verlor die Herr- jchaft über die Lenkung. Das Auto schleuderte gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Der Chauffeur, ein 28sähriger Harald Guttzeit, aus der Schloßstr. 16 in Sieglitz, sowie die beiden Insassen, eine 23jährige Käte Plawe au» der Auguststr. 39 in Lichterfelde und ihr Begleiter, dessen Personalien noch unbekannt sind, wurden schwer verletzt. Auch dke Führerin des Motorrades, ein Fräulein Johanna Schellrauter aus der Trägerstr. 2, erlitt schwere Verletzungen. Die vier Verunglückten fanden im LichterfeDer Krankenhaus Aufnahme. Die Tragödie von Koserow. Ein leeres Boot treibt an.— 6 Personen ertrunken. Man kann jetzt mit Gewißheit annehmen, daß sich in der Ost- sce auf der Höhe von Ostseebad Koserow in der Nacht vom SonMag zum Montag eine entsetzliche Tragödie abgespielt hat, dem nicht weniger als fünf Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Am Donnerstagmorgcn wurde bei O st s e e b a d Deep das vermißte Boot an den Strand geworfen. Im Boot fand man«inen photographischen Apparat, ein Zigarettenetui und einen einzelnen Schliissel. Wahrscheinlich ist das Boot in dem in der Nacht auf- gekommenen Sturm gekentert und die Insassen sind samt- l i ch ertrunken. Unter den aller Voraussicht nach ums Leben Gekommenen befinden sich vier Berliner, und zwar der Kaufmann M e n n e r aus der Reichenberger Straße 6S und der 23iährig« Hellmut Schneider aus Spandau, Wind- m ü hl e n b er g 1, der 23jährige Kaufmann* Letz« l aus Schöne- berg, Wartburgstraße 22 und ein 22jähriges Mädchen namens Elisabeth G l« i s« r. Die fünfte Ertrunkene ist die ISjährige Angestellte Marianne Breuer aus Leipzig. Von einem aus Koserow nach Berlin zurückgekehrten Kur» gast wird uns mitgeteilt, daß die jetzt Vermißten in der Nacht zum Montag in Kosenow verschiedene Lokale aufgesucht hatten und schließlich in animierter Stimmung auf den Gedanken kamen, früh um 3 Uhr eine Segelfahrt zu unternehmen. In einer derart an- geregten Stimmung geschieht es sehr leicht, daß man den Ernst einer Situation nicht übersieht, und so mußte dann die fröhliche Fahrt mit einer furchtbaren Tragödie enden Stettiner Bahnhof fuhren 66, vom Anhalter 63, von der Stadtbahn in Richtung Osten 68, in Richtung Westen 33, vom G ö rl i tz e r Bahnhof 35, vom Potsdamer Bahnhos 14 und vom Lehrter Bahnhof 18 Züge ob. Gegen 516 000 Reisende im vor- jähr wurden diesmal 517 009 Personen besörderl. das ist genau ein Prozent mehr. Zu den 517 000 Reisenden rechnet die Reichs- bahn noch zehn Prozent für den Durchgangsverkehr hinzu, so daß demnach insgesamt 569 000 Personen ihre Reise von Berliner Bahnhöfen angetreten haben. Wie in den Vorjahren hatte der Stettiner Bahnhos den größten Andrang zu verzeichnen. Hier wurden allein 148 000 Reisende abgefertigt. An zweiter Stelle steht die Stadtbahn (Richtung Osten) mit 112 000 Personen und an dritter rangiert der Anhalter Bahnhof, auf dem bis zum 7. Juli 96 000 Karten aus- gegeben wurden. Bon der Stadtbahn in Richtung Westen fuhren 74 000, vom Görlitzer Bahnhos 57 000, vom Pots- damer und Lehrter Bahnhof 43 000 bezw. 39 000 Reisend« ab. Aufsallend ist der in diesem Jahre besonders starke Verkehr nach dem Osten., Der Anhalter Bahtchos,. der bisher hinter dem Stettiner Bahnhof den größten Berkehr hatte, ist von der Städtbahn(Osten) um 16 0000:Rtls?ijde.üb�r,i4ü�elt worden.�� Ein wichtiger Zeuge. Zum Ziaubüberfall in der Nürnberger Straße. Im Laufe des gestrigen Tages gelang es dem Raubdezernat, jene wichtige Zeugin zu ermitteln, die angegeben hatte, den Räuber gesehen zu hoben. Es ist eine junge Dame, die dort in der Gegend wohnt. Durch ihre Angaben wurden die Aussagen der alten Frau Rasse nicht mir bestätigt, sondern in wichtigen Einzelheiten auch erweitert. Die Dame kam am Dienstag abend mit einer Autotaxe durch die Nürnberger Straße und ließ den Wagen, da es mit der Verkehrs- regelung gerade jo patzte, vor dem Nasseschen Geschäft holten. Als sie dos Wechselgeld herausbekommen hatte, sich umgewandt und einen oder zwei Schritte getan hatte, wurde sie von einem jungen Mann« angerannt. Obwohl sie ihn nur einige Augenblicke gesehen hat, kann die Dame ihn dank ihrer Beobachtungsgabe sehr gut be- schreiben. Er ist etwa 1,75 Meter groß und trug grauen Anzug mit langer Hose. Unter den tiefliegenden graublauen Augen treten die Backenknochen etwas hervor. Als Erkennungszeichen besonders wichtig ist eine Narbe: sir zieht sich von einem Augenwinkel, ob vom rechten oder Unken, kann mit Bestimmtheit nicht gesagt werden, in schräger Richtung etwa 2?� bis 3 Zentimeter abwärts. Sie schimmerte noch rötlich. Auf Grund der erlangten Beschreibung hat die Kriminalpolizei sofort alle Fahndungsmaßnahmen aufgenommen. Sämtlichen Polizeirevieren und ollen Streisbeamten ist diese Beschreibung zugegangen. Eine Bilanz des Kerienreiseverkehrs. 517 000 Berliner unterwegs. Der große Ansturm der Hunderttausende aus die Berliner Bahnhöfe ist vorüber, wohl herrscht noch überall ein lebhafter Reiseverkehr, ober die größte Arbeit ist geleistet. Die Reichs- bahn hat alle wohlverfrachtet und an ihre Reiseziele befördert, die Beamten hatten während der.Lonjunkturtage' einen harten und anstrengenden Dienst, und dach ist alles ohne Zwischenfälle und reibungslos abgelausen. Wie von der R e i ch s b a h n d i r e k t i o n mitgeteilt wird, haben in den ersten Tagen des Monats, vom 1. bis 7. Juli, neben den fahrplanmäßigen Zügen.227 Bor» bezw. Nachzöge, 62 Ferien- scmderzüge, sowie 8 Gesellschafts- und Kindersonderzüge die Haupt- stadt verlassen. Das sind rund 297 außerplanmäßige Züge, die sich auj die einzesnen Bahnhöfe folgendermaßen«rteilett: Dom „Was Schleichs Größe ausmacht, ist seine herrliche Vielseitig- keit*', sagte Stephan Groß mann in seinem Vortrag über Karl Ludwig Schleich. Besser ist dieser Arzt, Philosaph, Dichter kaum zu charakterisieren. Großmann hat recht: Schleich erfüllte Goethes Forderung nach dem„kompletten Menschen": er besaß die Kraft, die die meisten heute leider verloren haben: er konnte e r- leben— die Welt, das Dasein, im. großen wie im kleinen. Sein Leben war, wie er es rückblickend in seiner Selbstbiographie nannte: „Gesonnte Vergangenheit". Schleich war kein G e n i�e: er war ein Mensch. Als tüchtiger Arzt ist ihm manche medizinische Entdeckung gelungen, als wichtigste die der Lokalanästhesie, die Operationen mit nur örtlicher Betäubung ermöglicht: als Dichter hat er manchen schonen Vors geschrieben: seine naturphilosophischen Schriften haben manchen Zeitgenossen dazu gebracht, daß er nicht mehr ganz ge- dankcnlos an dem Wunder„Natur" um sich und in sich vorbeilebt. Walter Frank las aus Schleichs Selbstbiographie einige Kapitel, die der Gemeinschaft mit dem treucsteii Freund gewidmet sind, den Schleich besaß: seinen Natrr. Diese lächelnden, uneitlen Schilderungen spiegelten anschaulich das Bild Karl Ludwig Schleichs.— Michael Taube spielte mit seinem Kammerorchester Werke, die von Srar- latti bis zur modernen Iazzkomposition sührten. Im Mittelpunkt des Konzertes stcmd Haydns E-Dur-Sinsonie, deren Mitteljatz mit dsm zärtlich fragenden Gesang der Violine zu dem anmutigsten gehört, Ivos dieser Meister uns geschenkt hat. Zwei Einlagen, die von Elsa Jülich gesungene Ärie„II re Penore" und„Eine kleine Nacht- musik" von Mozart, waren eine sehr angenehme Zugabe für die Hörer.> Tes. MistSalrllBab 1 U, iiudevstraße 3, stet,«n da»®ejltf,1rtiffanr1at 2. Hof, 2 Treppe» recht», ,» richte», 7. Are!« S barlotteilderg. Botanufine. öonnta«, 21. Juli. 10 Uhr, Mchruna durch die Zsimlsendeanlagen Nauen. Treffpunkt 8 Udr auf dem Babnlpf Charlottenbur«. ffiBjruns 30 Pf. SMitaeli hin und zurück ILO M. An» ineUrnnflen mitiel» Sünfpfcnnia-ftottc an den Teno Isen Ahlfeld, Thai» lottenburg, krumme Straft« 82. 1-. Krei» Treptow. Die Bbteilunqen deteiliaen(ich mit ihren Salinen am Volksfest des Steifes Söpenick auf den Wiesen beim Lokal Sanssouci. Treffpunkt Ii Uhr auf dem Willielmploft. Sahrt mit der Strafteitboh» l>is Köpenick, greiheit. l«. Krei» Söpenick. Achtung. Volksfest»m Sonntag, dem 14. Zuli! Die 15 bestellten Ordner müssen sich pünktlich 13 Uhr auf dem ssestpwss. Saul». dorfer Wiesen,«infinden. Die Mitglieder des Sr«i»bildnng«nsfchnsse» und sonstige orbeit,fr«ndig« Senoffinnen und Genossen müssen Sonntag, 7 Uhr, ssch auf den Ranlsdorfer Wiese» einfinden. heute. Freitag, 12. Zuli: 28. Abt. Die Zahlabrndleitcr werden arbclen, die Mittriluitgsblütter für Funktionär« von Pinner. Tresckowstr. 38. adzuholen. 74. Abt. gehlendorf. 20 Uhr Sunktionärftftuna bei Stockmamr, Machuowev Straße 2. 131. Abt. Niederschön Hanse». Junge Genossen. 20 Uhr im Lokal Greth, Iis- marckplass Eck« Lindenstrafte. Zusammenkunft zu einem Vortrage de, Te» nassen Krämer über:.Kommunale Verfassung der Riesenstädte". Sonn. tag, M. Juli, 8 Uhr. treffen sich die jungen Genossen mit Gesinmings» freunden am Sriedensploft zum Ausflug nach der MMbeseitigungsansago in Blankenfelde. Morgen, Sonnabend. 13. Juli: 113. Abt. Schmöckwitz, Karolineuhos und Ranchinngswerder. 20 Uhr im Take Landban». Schmöckwitz. Au der Brücke. Ritgkiedervcrsammlnng. All« Mitglieder werde» nm ihr Erscheine» gebeten. Sonntag, 14. Juli: 13. Abt. An» sing der Genosse»»och Bernau-Liepnitzlee. Treffpunkt 7% Uhr Bahnhof Pntli!! strafte. Gäste find willlommen. 44. Abt. Ansslna der Abteilung nach dem Landhetm der Natursrenndr .Meiftnerahef". Tncffpnnkt 8 Uhr ncr dem Kochbahnhas Kottbnsser Tor. Nachzügler kommen direkt nach Rciftncrshof. Uahrt bis Hennigsdorf. Frauenveranstaltungen. 2. nnd 3. Abt. Sonnabend. 13. Juli. 14 Uhr. Kasfeeiochen in Schloß Trepton,, Alt-Trepto« Nr. 8. Abends gemütliches Beisammensein. Die Genossen kommen abends nach. Jungsozialisten. Gruppe Wedding-Gesundbrunneu. Heute, Z?rei!ag, 20 Uhr. im Zugrubheiut Orthstr. 10, Gruppenabend. Gruppe Schöneberg. Heute fällt der Gruppenabend aus. Gemeinsam« Spaziergang..Treffpunkt 13 Uhr in Dahlem, Endhaltestelle der Straftenba«:!- linic 43. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. Berliu-Ritt«. Gruppe Pappclplatz. Morgen, Sonnabend. Nachtfahrt der Gruppe nach lletztorf. Berpslegiing für einen ganzen Tag. Bade- nnd Turn. zeug find mitzubringen, ssahrgeld nebst Unkosten für Getränk« beträgt 1 üld. Treffpunkt lölh(3li) Uhr Etcttiner Porortbahnhof. Teilnahme von Alt- gehörigen anderer Gruppen des Kreises sehr» erwünscht. Geburtstage. Jubiläen usw. l. Abt. Unserem»erdienten Genossen Zank und seiner Ehefrau die berg» lichsten Glückwünsch« zur goldene» Hochzeit. Wir hoffen, daß e» den treuen Kämpen, die bereit, feit mehr als 30 Jahren in der Arbeiterbewegung stehen, noch lange»erqönnt fein möge, ihre Kräfte in den Dienst der Partei zu stellen. 138. Abt. Reinickendorf-Oft. Unser lieber Genosse Heinrich Roh« feierte au, 11. Juli fein 40iähri«c» Parteiiubilänm und seinen 88. Geburtstag. Er gehört mit zn den alten Kämpe», die schon unter dem Sozialistengesetz gekämpft haben. Mit Stelz grüßen ihn hie Eenosscn der 138. Abt. Ihn. der im wahrsten-Sinuc de» Wortes schon ein Mcnschenaltrr nm die Ziel« de» Sozia» lismn, gekämpft hat. Nie ermüdend war er einer oon denen, die anch in kritischen Tagen, die Zungen mitreißend, immer opferbereit für die Partei gewirkt hat. Auch heute noch ist der.ewig Zunge"«in reger Mitarbeiter d?« Abteilung. Allen Genossen soll der Parteijubilar auch weiter ei» Beispiel der Treue nnd Pslichtersüllnng in der Partei sei» nad wir hossea, daß na« der alte Kämpfer»och recht lange erhalten bleibt. j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation j 85. Abb. Tempetbof. Unser beVäbrter Genosse Wilhelm Schul/z wurde am Montan bei Ausübuna seiner Arbeit infolge Gehirnschlages aus unseren Reihen gerissen. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Sonnabend, 13. 15 Vs Uhr. im Ärkmatorium Wilmercdorf. SozialWcheArHetterjugendGr.-Verlin ainseodungen für diese Ziubr» nur an da« Zugendsekrrtarlak Seelin«»bS. Tlnbetistrate 3 Da» Sekretariat ist heute nur von g— 17 Ahr geöffnet. Beitrag«» abrecklaungen bitten wir erst am Mittwoch, dem 17„ wieder vor- zuneymen. Heule. Freitag. 12. Juli, IW Uhr: Moabit II: Heim Lehrter Str. 18—13. Vortrag:..Arbeiterjugend und Parteitag".— Arniwaldrr Platz: Heim Rostenburger Ecke Wchlauer Strafte. Bunter Abend.— Helmhaltzvlatz: Seim Tanziger Str. 62. Heimabend.-) Humannplatz: Leim Scherenbergslr. 7. Rezitationen.— Nordost l: Heim Dan- »iger Str. 82. Heimabend.— Andreasplatz: Heim Brommustr. 1. Vortrag: „Panzentration in der Industrie".— Baltenplatz: Heim Tilsiter Str. 4—8. Vortrag:»Kirch« oder Freidenkertinn?"— Schöneberg IV R.-F.: Leim Haupt» strafte lZ. Heimabend.— Tempelhof-Mariendors: Marieildorf, Alte Schule. Dorfstr. 7. Bunter Abend.— Köpenick: Leim Dahlwitzer Strafte. Vortraa: „Die sozialistisch« Iugendinternationale".— Niederschänweide: Schule Brr. liner Str. 31. Heimabend fällt nicht aus. Vortrag:„Erlebnissr in Dürren» berg".— Borfiqwald«: Schuir Eanradstrafte. Liederabend. Instrument« mit- bringen.— Tegel: Heim Bahnhofstr. 15. Lescabend. Werbcbezirk Mitte: Städt. Volksbücherei„Mitte", Zrunnenstr. 181, Aus« gang B. Vortrag:„Das preußische Konkordat". Redner Genosse Knlka. Vorträge, Vereine und Versammlungen. jr%9 Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäfts stell«: Berlin S. 14. Sebastianstr. 87/38, Hot 2?r. l'fV®' Feeitaq 12. Juli. Rcinickerdars.Wcft sKameradschaftl. 20 llhn Kameradschaftsnersonnnlung bei Sendlitz, Scharnweberstraftc Ecke Eichbornstrafte. Vorstand und Luorlierkammlssion eine Stunde früher.— Sonntag. 14. Juli. Kreis Osten. Antreten 13 Uhr Bahnhof Sirschgarten Ritte. Ausmarsch. Antreten ilM Ilhr Bahnhof Hirfchgarten. Drdding sRadsohrer» obteilung). 8 Ilhr Jährt Nack) Obersce(Bernau). Start bei Bandtke, Schul. strafte 74. ssriedrichehoi». Der Ortsverein beteiligt stch an der Kreesveran» staltung in Könrnick. Antreten 12'/. Uhr Schiefischen Bahnhof. Trefspunkt 13 Uhr Bahnhof Sirschgarten. Marineabteiluna. 8 Uhr Boot l und n nach Spandau. Tricbrichebain. Die Mugblättcr find sofort non den Kameradschafts. stibvern bei Kamerad Löwen.berg, �lumenstr. 8.1, abzuholen. Ste�lij;(Kamem 7«dschast). Montog. 15 �uli. 20 Uhr, Monatsversammlunq bei Schulz. Vor« trag des Kameraden Regieeungoral Dr. Grome:„Demokratie oder Diktatua a's Weg zur Macht". Benachbarte Kameradschaften find eingeladen. Treptow (Ortsoerein). Racksttour. Anlreteu Sonnabend. 13. Juli, 20 Uhr. am Bahn. Hof Mohlsdorf Nachtquartier Alt.-Lan.dsb-ro. Mittag:» Strausberg. Rück. fahrt nan Vetershogcn. Angehörige treffe» uns ah 15 Uhr im Alten Dossauer» in Petershaaen. Na»tguarticr. Mittaa und ssah'geld 1,80 M Sonwae Ver. pkleguna. Eftlöffel und Badezeug mitbringen. Pflichtoeronstalwng. vranien. bürg(Ortsverein) Di- Monatsnersammlung ist nach Deschluft des Vorstandes auf ssreitag. 28. Kuli, verlegt.— isriedrichshai». I7re:tag. 12. Juli. Antreten um l» Uhr zum Propaoandamarfch für die Verfossungsieier mit Musik und -Bahnen auf den Sommelvlätz-n der Kameradschaften. Di- Blockwhrer find verpflichtet. einzuladen. Bilichiontreten.— Ehorlott-nburg. Sonnabend, 13 Juli. Kundaebuna mit Ortsverein Tieroarten. Tressviinkt 13H Uhr Bahnhof'Belleoue ohne Dahnen.— Steglitz(Orlsverew). Soniiabeiid, 13. Juli. Antreten lCü Uhr Düpxe'platz. Nachzilelcr 2» Uhr Sonsav'atz fmit Mufik und Dahr-Nl— Eick walde. Sannabend. 13. Juli, 20 Uhr. Bollversammlung iur Lokal nan Witte. Waldschlöftche». Vortrag:..Das jNugzeug'm Dienste der Republik". Stelluilsuahme zur Verfassuiio-fricr. Erscheinen Pflicht. Reich-ka-tcll Republik. Sonntag. 14. Juli. Steglitz(Ortsverein). 3— 12 llhi Il«°i,ng«schi-ftc>i im Lichtersclder(Schützer/'«),»., Tourist«!! verein„Die Naturfreunde", Ortsgnivve Berlin. Veronftalwngeu am Drei tag, dem 12. Juli. Daltbootabtcilung: 20 Uhr Britzer Str. 27—30, Vor. trag- Erste.Hilfe bei Unfällen".— Weiching: 20 Uhr Scestr. 84, Geschäftliches. — Südost: 20 Uhr Britzer Str. 27, Heimabend.— Eharlottenbure,: ISli Uhr Svreestr.?0,„Aeniandacht", Besprechung der Dahrf am Wochenend« zur Tri. malischen Zlacht am Seidesee.- Neulifil»: 20 Ubr Ilugbatenstr 88, Ilughafen» hefich-tiaiing.— Trep'ow: 13') Uhr Elfebstr. 3. Kommunalpolitik. Zf«ich«>erhand dentschrr Krieasbefchädiatc? und Kriegerbipterbliebencr e. B. Bezirk l, Mitte. Monaisoerfommlung Zreitog, 12. Juli, 20 Uhr, im Lolal E. Müsch, Brunnenstr. 140._'__ lvetterb«rich> der ösienllichen welterdienstsseU« Borlln und Umgezond (Nachdr. vcrb.) Dann und ziemlich heiter, etwas Gewitterneigung.— Jflr Veutfchload: Im ganzen Reiche heiter und warm, im Südosten später zu» nehmende Bewölkung. undGlie- BelScstmsrzenifldsnSeienMeR dern, bei Kopf- und Nervenschmerzen, sowie bei Erkältüngskrankbeiten haben sich Togal-Tabletten heroorrassend bewährt. Bon über S000 notariell beglaubigten ör-tlichen Gutachten betonen mehrere hundert neben prompter Wirkung besonders die Unschädlichkeit des Tooal! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apoch Mt 1 40. 0,46 Chin. 126 uth. 74,3 Acii»cet. sal. ad 100 Amyl Kommunale Erholungsfürsorge. Vorbeugende Gesundheitsfürsorge für unsere Kinder. SB!r entnehmen biefon Beitraa mü freundlicher Erlandniz de« Vrrfaslcrs und des Perlan-s dcm forden»rfchienrnen Buche von M. P. Liebrandt:„Zunenbsilrforgr und Iudcnb. v k l e n c". Ein Silisduch für Iuarndleitrr und Iuaendpflearr. Lcr. logsgcfrlischast bcs AllAemeinen Deutschen Eeiverifchaftsbundes. Ber- lin ISA. Tee Buch, besten Besprechung wir UNS vorbehalten, ist weit- gebender Beachtung wert. lDie Sied.) Im Gegensatz zu der völlig unzureichenden gesnndheillichcn und erzieherischen Pflege der Kleinlmdcr sind die Bestrebungen, die Kinder im schulpflichtigen Alter gesundheitlich zu betreuen, als weit erfolgreicher anzusprechen. Die Anstellung besonderer Schulärzte in großen Städten, die Uebertragung der schulärztlichen Aussicht auf dem Lande und in Neineren Städten aus Kreisärzte oder KrciskomnNtnalärzte, bildet den Anfang einer noch im Aus- bau begriffenen Einrichtung der sortlaufenden und ständigen lieber- machung des Kindes vom Schulbeginn bis zur Schulentlassung. Die vorbeugende Gesundheitspflege soll sich mog- lichst auf alle Kinder erstrecken. Di« heutige materielle Not der Gemeinden bedingt gewisse Einschränkungen. ue Platz greifen müssen, um nicht wichtigere Aufgaben zu gesähr- den. Die Gesundheitsfürsorge für schulpflichtige Kinder wird sich dc-rum in der Hauptsache auf die Kinder erstrecken, deren Eltern 'ur Tragung der Kosten nicht in der Lage sind. Neben den zahl- > eichen EinrichNrngen der Wohlsohrtsvereine besteht auch eine er- bcbliche Anzahl, die»ort den Kommiinalverrvaltungen geschaffen sind. Den Jugendämtern ist die Ausgab«.zugewiesen, solche Ein- richtungen zu fördern und anzuregen und gegebenenfalls zu schaffen Die größte Bedeutung ist der Erholungssürsorge bei- mmessen. Bereits vor dcm Kriege ist aus diesem Gebiet eine vor- lildliche Tätigkeit entfaltet worden. Di« wichtigst« Stellung darin nahmen lange Zeit die Ferienkolonien ein, von denen drei Arten zu unterscheiden sind: Vollkolonien. Halbkolonien und Wander- lolonien. Müssen die Kinder in die Ferne? Auch die kommunale Erholungsfürsorge hat sich in steigendem Maße der Elnrichtungen der Ferienkolonien, die meist von privaten Bereinen getragen wurden, zunutze gemacht. und ist, wo sie eigen« Einrichtungen schuf, den dort gesammelten Erfahrungen gefolgt. Der Wert der vollen Erholungssürsorge, als der Fürsorge, die die Kinder aus mehr oder minder lange Zeit aus der häuslichen Gemeinschaft in eine fremde, entferntere und möglichst gesundhett- lich wertvollere Umgebung verpflanzt, wird von den Fachätzte« sehr stark umstritten"'Wohl erkennen diesel titih daß ftüito,. die vier, sechs oder acht Wochen eine Luftveränderung, gesunhheitlichc Beaufsichtigung und Pflege erhalten, an Körper und Geist ge- trästigt zurückkehren. Sie sehen in einer solchen Kur aber keinen dauernden Wert, weil viele Kinder wieder in ungesunde und manchmal mistliche häusliche Derhältnisse zurüchkehren. Ohne die Er- bolungsiürsorge selbst abzulehnen, glauben sie, dast durch die ört- liche Erholungsfürsorge die gleichen uich sogar nach stetigere Erfolge erzielt werden können, da hierdurch ein« west größere Anzahl Kinder erfaßt werden kann. Solche» Ratschlägen sind bislang die Jugendämter noch nicht aesolgt. Nach Möglichkeit sind von ihnen beide Farmen der Er-' bolungsfürsorge gefördert worden. Die zunehmende Zahl kominu- naler Erholungsheime beweist auch, daß die Jugendämier der vollen Erholungssürsorge einen sehr erheblichen Wert beimessen. Auch die Landessligeiidämter suchen hier stark zu fördern. Tageserholungsstätten. Der örtlichen Erholungssüriorge ist aber eine nicht minder große Bedeutung beizumcsien. Bietet sie doch die Mög- bchkeit. unter nicht allzu großer Aufwendung von Mitteln für eine rrötzere Anzahl von Kindern zu sorgen. Dafür in Frage kommen: Tageserholungsstättcn, Lust- und Sonnenbäder. Solbadekuren. Die Tageserholungsstätten sollen in einwandfreier gesundheit- Echer Lage, möglichst außerhalb des Ortes, ober doch leichi erreich- bar liegen. Die Ausnahme der Kinder wird örtlich ganz verschieden a'handhab t. Während es Togeserholmigsstätten gibt, die das ganze .Jahr geöffnet sind, andere wieder nur während der Sommermonate, ist eine große Zahl nur auf einen Betrieb während der Sommer- ferien eingestellt. Auch Leitung und Aufsicht in den Heimen unterscheiden sich wesentlich, meist je noch Art und Charakter der Anstalt. Zumindest haben aber die Jugendämter die Pflicht, aus das Wobl und die gesundheitliche Förderung der Kinder so de- dacht zu sein, daß in keinem Tageserholungsheim, sei es kommu. naler oder privater Art, die ärztliche Beratung und Aufsicht fehlt. Entsprechende Richtlinien haben auch die. Landesjugendämtcr her- ausgegeben, von deren Beachtung sie mit Recht die Unterstützung dieser Einrichtungen abhängig mache». Biel« TageserholungsstäUen sind mit Waldschulen verbunden, die in manchen Fällen lieber- nachtungsgelegenheit bieten und somit die Kinder nur Sonntags zu ihrer Familie zurückkehren lassen. Eine besondere Art von Tages- erholungsstätten sind die F e r i e n s p i« l p l ä tz e, die von einer Anzahl Stadl«, in umfangreicher Weise auch in Berlin, emgeführt sind. Dieser Einrichtung ähnlich sind die Waldfahrten, die die Stadt Chemnitz geschaffen hat. Vom Frühjahr bis zum Herbst ist den Kindern währeich der Schulzeit Gelegenheit zur Teilnahme an halbtägigen und während der Ferien an ganztägigen Wanderungen gegeben. Lust- und Sonnenbäder— Liegekuren. Die zweite Form der örtlichen Erholungssürsorge bilden die Luft- und Sonnenbäder. Sie unterscheiden sich von den Tageserholungshcimen dadurch, daß die Aufnahme von einer ärzt- lichen Untersuchiing und Anordnung abhängig gemacht wird, und daß ein voller Tagesaufenthalt hierfür nicht in Frage kommt. Der Aufenthalt wird sich stets nur auf wenige Stunden beschränken. Dem Wesen dieser Einrichtung entsprechend kommen in der Hauptsache nach dem Bode Liegekuren in Frage, deren gesundheitlicher Erfolg bereits durch halbtägigen Aufenthalt gesichert ist. Die Kur- dauer ist je noch der ärztlichen Anordnung verschieden, erstreckt sich ober bei schulps lichtigen Kindern meist aus die gesamten Sommer- monatc. Viele Orte wenden als eine Maßnahme der örtlichen Erholungssürsorge Solbadekuren an. Solche Kuren sollten aber, da sie auch schädigend wirken können, allgemein nur aus ärztliche Anordnung durchgesülirt werden.„Sie sind", wie der Verein für Säitglingssürsoige und Wohlsohrts pflege Düsseldorf in Verbindung mit der Landesversicherungsanslolt der Rheinprovinz in emern Merkblatt über die gesundheitliche Kinderfürsorge sagt,„mir für eine ganz bestimmte Gruppe von Kindern als wesentlicher Heilfaktor an. zusehen, für solche Kinder nämlich, die den sogenannten pastösen Habitus aufweisen und an Skrofulös« und D r ü s e n a n- s ch w e l l u n g e» leiden und weiter für manche Fälle von Rachitis Aus andere Kinder, besonders die schwächlichen und unterernährten, können-Solbäder dagegen einen schädlichen Einfluß ausüben. Di« Auswahl der Kinder.zu Solbädern hat äußerst sorgfältig durch einen sachkundigen Arzt(Kinderarzt. Schularzt. Fürsorge- orzt) zu erfolgen. Ein Kind darf nur dann Solbäder erhalten, wenn es ein Attest besitzt, dos aussagt, daß eme Solbadekur notwendig ist, und daß e? an keiner ansteckenden Krankheit leidet." „Oertliche Solbadekuren sind stets zu verbinden mit Liegekuren in frischer Luft und vor allem mit guter und reichlicher Ernährung auch über die Dauer einer vierwöchigen.Kur hinaus.". ..Während der Kur soll die Schule nicht besucht werden. Am zweckmäßigsten ist Ganztagsbetrieb mit rationeller Ernährung, doch bietet auch Halbtagsbetriel'. im Soimner von 2 bis 7 Uhr, für nicht Schulpflichtige von 2 bis 6 Uhr, Dorteile." Die vorstehend« Darstellung.zeigt, daß die gesamt« Erholungs- fürsorg« äußerst mannigfaltig gestalret ist. Beide Formxn haben ihre bestimmten Dorteile und Nachteile. Bei der örtlichen Er- bolungsiürsorge muß aber stets bedacht werden, daß ein Ausbau für alle Kinder leicker durchzuführen ist als bei der Versen dinkg von Kindern. Im letzteren Falle werden nur bestimmt'ausgewählte Kinder, und soweit die vorgesehenen Mittel reichen oder, bei eigenen kommunalen Einrichtungen. Plätze vorhanden sind, in Frage kommen. Dagegen fallen diese Einschränkungen bei der örtlichen Erholungssürsorge fast allgemein fort. Zwar leidet diese auch unter Mängeln, besonders darunter, daß bei schlechtem Wetter die er- holungsuchenden Kinder viel fach von den Eltern zurückgeholten werden. Diese Nachteile werden aber aufgehoben durch die um- sangrcicheren Erfolge, die erzielt werden können, und durch die wesentliche finanzielle Entlassung der Träge? der Einrichtungen. Aus den Bezirken. Haus der Zugend und VoZksbad. 13. Sezirt- Tempelhof. In der letzten Sitzung vor den Ferien verabschiedete die Bs- zirksoersammlung T e m p e l h o s die Anmeldung der einmaligen Anforderungen über sisisisi M. zum Haus- baltsplan für 1930. Wenn diese Anforderungen in diesem Jahr die Höhe von 1!) Millionen gegen rund 8 Millionen dcs Vorjahres er- reichen, fo ist das die Folge der sprunghastcn Entwicklung des Be- zirks. Nicht weniger als 6 0 0 0 Wohnungen sind i m Bau resp. sür dieses Jahr geplant. Die Folge ist der notwendige Aus- bau von Straßen und Bedarf an Schulen. Es werden nötig eine Doppelschule auf dem Tempelhofer Feld, eine Schule im Industrie- viertel, eine im Westen Tempelhofs und eine Hilfsschule. Die Position„Woldschule" wird zurückgezogen. Wieder angesetzt wird gegen die Stimmen der Rechten die Position Bau eines ..Hauses der Jugend". Infolge der schlechten Finanzlage der Stadt mußte unsere Fraktion zu ihrem Bedauern manchen Wunsch .'Urückstellen. Der Redner smach aber die Hofsimng aus, dpß unser Bezirk bald berücksichtigt wifd bei dem Bau eines Kranken- Hauses und eines Z?o l t s b a d e s. Bitter not tut dem Bezirk aber ein Altersheim, ein G e s u n d h e i t s h a u s und nament- Üch ein Verwaltungsdienstgebäude.— Die Kommunisten hatten in der vorigen Sitzung ihren feierlichen. Auszug unter erkannte ihren Anspruch auf diesen Sitz an pnd mit Ihren Stimmen jpurde e-r gewählt. Dieser sonderbare Zeltgenosse faßt Nun sein so auf, dein Genossen Burgcmeister alz ersten Vorsitzenden die Geschäftsführung so schwer wie möglich zu machen. Als man bei �m Antrag„Aufhebung des Derbots der„Roten Fahne" und de» •Rotfrontbunbed* von uns sus fettt AUf vorschlug, brachte er es fertig, durch unqualifizierbare Reden Ge- Nossen Burgemeister zu zwingen, die Sitzung unterbrechen zu müssen. Nach Wiederausnahme der Verhandlung versuchte er zwar noch einmal das Ohr der Versammlung zu gewinnen, mußte aber die Erfahrung machen, daß auch bei einem Kommunisten Lächer- lichkeit tötet. Das Noiwendigste wird geschafft. 16. Bezirk— Köpenick. � Die letzte Bezirksoersammliing von Köpenick vor den Ferien besaßt« sich in der Hauptsache mit der Beschlußsassung über die einmaligen Anforderungen zum Haushalt 1930. Rund 12)4 Millionen Mark betragen die Bedürfnisse des Bezirks die unter weit- gehender Streichung durch die Bezirkstörperschasten als drin- gendste Bedarfsnachwcisung von allen Fraktionen an» gesprochen wurden. Darunter figurieren allein 8 699 000 M. sür Straßen- und Brückenbau, 1 096 200 M. für Dalksschulen, 699 230 M. für höhere Schulen, 181 000 M. für Stadtbüchereizwecke und Lesehallen. 443180 M. für Badeanstalten, 118000 M. sür die Park- und Gartenocrmastunz, so daß für andere ebenso dringend notwendige Bedürfnisse des Bezirks nur geringe Beträge eingestellt werden konnten. Wie von ollen Seiten unterstrichen wurde, um von vorn- herein dem Rotstift des Kämmerers zu begegnen und den dringend- sten Bedürfnissen dos Primat zu erteilen. Die Borlage erhiell die einstimmige Zustimmung der Lezirksversammlung.— Vorher hatten noch ein Antrag und eine Anfrage unserer Frckktion die Versamm- lung zu hefchäftiaen. Sie betrafen die Beurlaubung für Lehr» personen am 1. Mai an einer höheren Lehranstalt des Bezirks und die unhaltbaren' Zustände des R'egatteuwegs in Grünau. Beide wurden nach Begründung durch unsere Fraktionsredner den zu» ständigen Dezernaten als Material zur Erledigung überwiesen. Nach Erledigung einig«?' Derwoltungsoorlagen de» Bezirksamts ging die Dersamlung in die Ferien, die für die«onrt» Infi«od August de (chtojjta Berlin im Licht. Die Bewag im Jahre 1S2S. Die Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A.-G. haben ihre Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 1928 veröffentlicht. Das günstig« Ergebnis des verflossenen Geschäfts» jahres hat das Interesse der Allgemeinheit erneut auf dieses empör» strebende Unternehmen der Stadt Berlin gelenkt. Obwohl, wie auch in den vergangenen Jahren, das Jahr 1928 eine verhältnismäßig günstige Konjunktur für die Elek- trizitätswirtschaft aufwies, geht die Entwicklung der Bewag doch über die normalen und durchschnittlichen Grenzen hinaus. Der Stromabsatz stieg von 912 882 945 Kilowattstunden im Jahre 1927 aus 1098 029 782 Kilowattstunden im Jahre 1928, also um mehr als 20 Proz. Wenn die Bruttoeinnahmen, die von rund 115 000 000 M. auf rund 130 000 000 M. anstiegen, nicht im gleichen Verhältnis mitgewachsen sind, so hat dies seinen Grund zum Teil darin, daß durch die T a r i f p o l i t i k der Bewag die Durchschnitts- einnahm« auf die Kilowattstunde bezogen gegenüber dem Vorjahre gefallen ist. Wohl niemand glaubt«, als in den 80er Jahren die Berliner Elektrizitätswerke als Tochterunternehmen der AEG. ge- gründet wurde, daß nur vier Iahrzehrrte später diese» Unter, nehmen zu den größten Deutschlands, ja sogar Europas zähle und einen so überaus großen Einfluß auf da« ganze Leben unserer Hauptstadt haben würde. Mit einem Jahres- umfatz von über 130 000 000 M. steht die Bewag unter den kommu- nalen Elektrizitätswerken an erster Stelle Europas. Auch im laufenden Geschäftsjahr sind die Aussichten wieder sehr günstig, denn die Umsatz st eigerung belauft sich bisher bereits wieder über 20 Proz. gegenüber dem gleichen Zeit» abschnitt des Jahres 1928. Obwohl die Voraussetzungen für die Entwicklung des Werkes stets günstig waren, hat das Unternehmen dennoch große Schwierigkeiten zu überwinden, die teils auf technischem und teils auf wirtschaftlichem Gebiete liegen. JDie Bewag hat die Pflicht, für eine unbedingt störungsfreie Stromliefe- r u n g aller 2lbnehmer Sorge zu tragen. Man denke an die lata» strophalen Auswirkungen, die sich bei einer längeren Stromunter- brechung ergeben würden. Bei den ungeheuren Energien, die hier gemeistert werden müssen— handelt es sich doch während der Hauptbelastungszeit um Leistungen von über%' Million Pferdestärken—, ist dies oft keine leichte Aufgabe. Daß die Bewag diesen Anforderungen stets gerecht geworden ist, beweist das große Vertrauen, das ihr von allen Abnehmerkreisen entgegengebracht wird. Wenn die Bewag sich dieser Erfolge erfreuen kann, wenn andere städtische Werke wie Gas und Wasser in der demnächst zu End« gehenden Ausstellung den Nachweis außerordentlichen Aufschwunges erbringen, wenn die städtischen Berkehr«» mittel sich ständig verbessern, so ist das nicht allein einer ziel- bewußten volksfreundlichen Verwaltung zu verdanken, sondern nicht znm wcckckgsten einer ausgezeichneten Arbeiter- und Angestelltenschaft. Oer LuisenstäSttsche Kanal als Grünanlagen. Auf den rund 2 Kilometer langen und zirka 25 Meter breiten Flächen des zugeschütteten Luisen städtischen Kanal» sind zurzeit die umfangreichen Arbeiten sür die Ausgestaltung des Ge- ländes zu einer zeitgemäßen Grünanlage im Gange. Einige Teile find bereits fertiggestellt und harren nur noch der Bepflanziing. An anderen Stellen bedarf es jedoch erst umsangreicher Bauarbeiten. wie Abbruch der Brücken usw., bevor die Gartcnverwaltung mit ihren Arbeiten einsetzen kann. Die große Idee der Gestallung der ganzen Anlage ist aber schon heute im wesentlichen zu erkennen. Stadtgartendirektor Prof. Barth hat mit den umcr seiner Leitung in der Zentralparkver- waltung der Stadt Berlin ausgearbeiteten Plänen das Zweckmäßige mit dem Schönen vereinigen wollen. Di« zu- künftigen Grünanlagen werden durch eine Aufmauerung der ollen Ufermauern vor Straßenstaub und Lärm geschützt sein und durch ihre vertieft beibehaltene Lage und einfache vnd zweck- mäßige Aufteilung erfolgreich der gewollten Aufgabe dienen, der Bevölkerung der Innenstadt Ersatz für den Hausgarten zu sein, siiatte man, wie es vieliach angeregt wurde, das Kanalbett bis auf Straßenhöhe zugeschüttet, so wäre als Grünanlage ein schmaler und beiderseits nom Straßenverkehr umbrandeter- Streifen ohne Ruhe- und Erholungsplätze entstanden. So aber wird ein aus den verschiedensten Gartenräumen bestehender, vertieft liegender Grünzug entstehen, an dessen Anblick auch die Straßenpossanten ihre Freude haben werden, wenn sie die beiderseits der kleinen Schutz- mauern auf Straßenhöhe liegenden 8 Meter breiten Baumalleen begehen.• Die einzelnen Gartenräume werden von Laubengängen und von der mit Schlingpflanzen begrünten alten Ufermauer um- schlössen sein. Sie sollen eine Kette von Lehr». und Er- holungsgärten bilden, die durch die eingegliederten Kinder- s p i e l p l ä tz e und Planschbecken lebhast gestaltet werden soll. Auch diese für die Kinder bestimmten Gartenteile liegen unter Straßenhöhe und sind somit in ihrer vor dein Verkehr geschützt?» Lage als ideale Erholungsplätze für unsere Kinder im Häusermeer anzusprechen. So wird dcm Dabliengarten am Urbanhafen im ehe- moligen Wasisrtorbecken ein großer Kinderspielplatz mit einem etwa 100 Meter langen Planschbecken folgen. Hieran schließen sich Stauden- und Sommerbliimengärten, und nachdem man jenseits des Oronien- Platzes den Alp snpf l o nz e n gar t e n auf dem etwa 6 Meter breiten Promsnadenwcg durchschritten hat, schließt sich der Rosengarten an, dessen Laubengänge sich rund um das alz Wasserfläche erhalten« frühere Engelbecken fortsetzen werden. Es folgen dann im Zuge des Kanals der immergrüne Garten, der insbesondere mit Alpenrosen bepflanzt werden wird. Ferner der Waldpflanzengarten mit Sträuchern und Bäumen und unseren heimischen Stauden wie Schneeglöckchen, Anemonen, Priemeln, Waldmeister und Wald- tarnen, und zum Schluß der Garten mit den schönen blühenden Sträuchern wie Flieder, Goldregen, Quitten, Forsythien, Jasmin u. a. Das letzte Stück vor der Schillingsbrücke wird wieder Kinderspiel- pläge entHallen. Den Besuchern der Gartenonlage und zu gleicher luwm. ine verlies« �age oer ganzen Anlage wird die Wog- lichkell geben, diese beim Einbruch der Dunkelheit abzuschließen uNd für die'Bevölkerung vor mutwilligen Zerstörungen zu schützen. Selbstverständlich erfordern Anpflanzungen auf so enge,» sstaun, inmitten von Häuserzeilen«ine besondere sorgsällige VorberMna des Badens, der die Pfläozen aufnebmen fall und in dem diese nach Möglichkeit ihre natürlichen Lebensbedingungen vorfinden müssen. Der größte Teil dieser oorbereitenden Arbeiten einschließlich der Wegeanlagen, Mauern, Treppen und Bewässerungseinrichmngen wird im Laufe dieses Sommers zur Durchführung gelangen.' Die Bepflgnzung der Anlage wird anschließend im Herbst bzw. im Frgh. jähr 1830«folge» täama. duldi I lüucsiwacen Blut- u. Leberwurst™. 0,58 Hausmach, Sülze** 0,43 Berl. Mettwurst.....«« 0,85 Brühwurst..«u 0,88 Feinste Bockwurst™. i,20 Schinkenspeck....jw. 1,95 Schinkenpolnische™. 1,30 Leberwurst"•mmt'*»rprd 0,90 Nußschinken"1- 2,00 Leberwurst..... 0,98 JCclotiUdwacm Burma- Voll reis...... w. 0, 1 9 Hartweizengriess.™ 0,22 Auszugmehl......... 0,18 Zucker*'*............... w. 0,26 Gemüsenudefn....j™ 0,25 Fierf adennudeln....Pfd. 0,38 Kartoffelmehl....... w. 0,22 Pudding........... jw 0,37 Feines Tafelöl........ 1*0,78 Kaffee"""UfiSZU 1,90 SpieUuosett Weinbrand-""-"1.� 2,75 Binger Cabinet 3,60 Der Uralte � T-itr.-n 4,75 Alter Kisker....tror.-** 3,75 Sherry-Brandy.... AHasch- Kümmel Maraschino Jngwer........ Bergamotte Pfefferminz '••••••••*••••• «ji« 2,95 1,75 tische Kabeljau. Seelachs, Rotbars Fischfilet. Bratscholle.. ••••«••«««' w.0,24 ...... Pfd. 0,16 .....ptd. 0,32 .....sw. 0,28 ....pur. 0,30 Lebende Krebse 2 stak. 0,25 (Roucherwamt Räucherlachs....... /w 1,35 Geräuch. Seeaal...™0,60 Bücklinge.............. ph.0,50 Geräuch. Seelachs pm. 0,40 JxisdiesJleisdi Qualitäten Spmxlallläti Hamburger 4 tZS3 Beefsteak....p/und Mf3€ß Burgmüh/e 0,25 BurgmOh/e"™'*�/,. 0,25 Burg mühte 0,50 Maiblätter-Bonbons Pfd. 0,45 Himbeer-Bonbons pm. 0,45 MHch-Bonbons....pfd.0,70 Creme-Pralinen,.. w. 0, 70 Gebäckmischung pm. 1, 10 Voikskeks............ jfd.0,70 Pfefferminz-Fondantp». 0,95 JConfitüce Pflaumen....«. /-pm-w- 0,50 Aprikosen i-pu-va 0,50 Kirschen.....««. ww,-«/« 0,78 Erdbeer.......... f-PK..3/*a 0,95 Pflaumen...*.*.ptd.-Bm« 1,00 Ulacmeiodeit Vierfrucht..... 0,88 Aprikosen-Apfel fw 0,88 Ora/7£e 1»00 Pflaumen""""ZßtftL, 0,85 Döst Qemuse Tomaten........... 2 /w 0,25 Aprikosen............. /w.0,36 Edetpfirsiche.........«w 0, 48 Johannisbeeren...m 0,38 Blaubeeren............ w. 0,36 Gurken.............. stock, t, 0,10 Blumenkohl...... wc*«0 0,30 Schoten................ 5/w. 0,25 Mohrrüben............ 5 0,28 /Ve�/e Kartoffeln 6™ 0,33 tBuUec u.Jiäse 0,,U~.m /»Insta. hol/lndltcha, outter sowhm.......... Pfd. i,yu Tafelbutter��..™. 1,58 Margarine.............*» p,m....u,. 1,05 Samos vom Ftn.......... ifr. 1,10 Malaga vom r,*......... utr. 1,20 Obstschaumwein...Fi 1,25 Erdbeersekt.............« 1,95 Edesheimer Forst....fl 1,10 Liebfraumilch.........« 1,50 WiMu-r"- Rehblätter.............. /w. 1,30 Rehragout.............. /w. 0,40 Junge Tauben..stock, b 0,70 Masthühner prtm,... Pfd. 1,25 Ungar. Mastputen m 1,20 Masthähnchen....««c* 1,75 UlaeUtadeH Anchovis............... e/,, 0,45 Bismarck-Heringe Pfd. 0,43 Rollmöpse......... 3 stock 0,25 Ro//möp$e'i£em°u'3 stock 0, 25 U-BAHNH0F-HERMANNPW1Z, DER KARSTADT-BAHNHOF Leicht verderbliche Lebensmittel sind vom Versand ausgeschlossen. ?kr. 321» 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Kreiiag. 12. IuNl929 Glasindustrie in der Kartettzange. Glasmonopol, Golvaykonzern und Glasverbraucher. In der deutschen Glasindustrie spielt sich zurzeit ein letzter, scharfer Konkurrenzkamps ab. nach dessen Beendigung die ganze Flachglaserzeugung an Syndikate aufgeteilt sein wird, die sich gegen keinen Außenseiter mehr zu wehren brauchen. Drei Sarkelle. Für Fensterglas besteht ein derartiges Syndikat bereits in dem sogenannten„Frankfurter Verein", genauer„Verein Deutscher Tafelglashütten G.m.b.H." in Frankfurt o. M.: er um- faßt alle Fensterglaswerke Deutschlands, die in technischer Beziehung auf der Höh« der Zeit stehen und nach maschinellen Ver- fahren arbeiten. Die wenigen kleinen Firmen, die darunter nicht fallen, sind seit dem Aufkommen des Libbcy-Owens- und des Fourcault-Systems rettungslos dem Untergang geweiht. Ein« nach der anderen von ihnen muß die Erzeugung einstellen, weil die Un- kosten zu hoch sind. Aehnlich ist es in der D i ck g l a s i n d u st r i e. Hier haben die Produzenten sich vor einem Jahr in der Kölner „Verkaufsstelle für gezogenes Dickglas G. m. b. H." zusammengefunden, die den gesamten Vertrieb unter sich hat und die Preis« ziemlich willkürlich festsetzen kann. Der.Kölner Verein" dagegen stellt ein« Gründung der Spiegelglasindustrie dar. Er unterscheidet sich von den beiden anderen Syndikaten vor allem dadurch, daß er noch gegen unabhängig« Firmen anzukämpfen hat, die sich recht kräftig wehren. Brutaler Kampf gegen Zlußenseiler. Allerdings sind von den Außenseitern jetzt nur noch die Bayerischen Spiegelglas fabrikcn vorm. Bechmann- Kupfer A.°G. und die alte Firma S. Bendit Söhn« übrig, beide mit dem Sitz in Fürth(Bayern) und modernen Fabrikanlagen in der Oberpfalz. Auf sie entfallen schätzungsweise zehn bis zwölf Prozent der deutschen Spiegelglasproduktion. Das Syndikot sucht die beiden bayerischen Firmen mit all den Mitteln niederzuringen, die bei der Bekämpfung von Außenseitern im Zeitalter der Kartelle und Syndikate gebräuchlich sind. Da werden hohe Entschädigungen für Veilrillserflärungen zu den»vereinen" geboten, mit deren Hilf« man bei anderen Firmen zum Ziel gelangt ist: so bei den Dereinigten Spiegelfabriken A.-G., die im April dieses Jahres durch Zahlung von 600 000 Mark gefügig gemacht wurden. Heimlich arbeitet man mit Lestechnngsgeldern. Anfang September vorigen Jahres wurde der Direktor Hugo Dech- mann von seinen eigenen Verwandten plötzlich aus der Verwaltung der Bayerischen Spiegelglasfabriken glatt hinausgeworfen. Das er- regte damals großes Aufsehen; niemand konnte sich das rücksichtslose Vorgehen des Aufsichtsrates, das übrigens ein gerichtliches Nachspiel hatte, so recht erklären. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß der entlassene Direktor, der nachträglich eine fürstliche Abgangsentschädi- gung von der Firma erhiell, den Bestechungsversuchen des Syndikats zum Opfer gefallen war; er wollte die Bayerischen Spiegelglas- fabriken an das Syndikat ausliefern. Jetzt tobt«in scharfer Preiskampf zwischen dem.Kölner Derein" und den beiden bayerischen Firmen, der 91 grotesken Zuständen führt. Eine Spezialität der bayerischen Firmen bildet die Herstellung feingeschliffener Spiegelgläser, die das Syndikat in derselben Qualität nicht zu liefern vermag. Dafür hat es kürzlich den Preis für fein« beste Sorte um 16 Prozent herunter- gesetzt. Es verkauft jetzt diese Gläser zu niedrigeren Preisen als die sogenannt« zweit« Sorte. Die beiden noch unabhängigen Firmen scheinen der weiteren Entwicklung- der Dinge recht zuver- sichtlich entgegenzusehen. Die Bayerischen Spiegelglasfabriken haben eben erst die Dividendenzahlung mit 7 Prozent für das Jahr 1028 nach längerer Pause wieder aufgenommen. Aber ihre Gegner sind so mächtig, daß man nur schwer an ein für die Konsumenten günstiges Ende dieses Kampfes glauben kann. Die Herrschaft des belgischen Solvay-Sonzeru». Die deutsch« Glasindustrie ist nämlich nicht nur durch Syndikat«. sondern auch kapitalmäßig ziemlich stark verfilzt. lleberragend ist der Einfluß des belgischen Solvay. Konzerns. der die Libbey-Owens-Patente besitzt und in neuester Zeit auch Einfluß auf das Fourcaull-Derfahren gewonnen hat; er arbeitet in den Syndikaten mit dem f ra n z ö s i s che n St.- G 0 b a i n- K 0 n zer n zusammen. Zu diesem gehören die Spiegelmanufaktur Waldhof A.-G. in Mannheim. Waldhof. die Herzogenrather Glaswerke Bicheroux u. Co. G. m. b. H. in Herzogenroth bei Aachen und die Schlesischc Spiegelglas-Manusaktur Karl Thielsch G. m. b. H. in Obersalzbrunn. Die Führung des Konzerns liegt bei der Soc. An. des Glaceries et des Produits chimiques de St. Gobain Chauney et Cirey(Gesell- schaft für Glaswaren und chemische Erzeugnisse) mit dem Sitz in Paris. Umfang und Bedeutung des Konzerns. den sich die Brüsseler Familie Solvay aufgebaut hat und der nach ihr benannt ist, sind schwer mit wenigen Strichen wiederzugeben. Der Konzern zeigt in letzter Zeit eine starke Aktivität in der che m i- schen und in der Glasindustrie sowie auf dem Gebiet der Elektrizitätsunternehmungen. In Deutschland besteht sein Besitz, soweit bekannt ist, aus folgenden Beteiligungen: Gesellschaft: Deutsche Solvay-Werke A.-G., Bernburg a.S(Kali-, Soda-, Salz-, Zement-, Braun- u Steinkohlen- gewinnung: Anlagen in Mittel-, Süd- und Norddeutschland)... -Bergwerksgesellschaft Dahlbusch A.-G., Gelsenkirch-Rotthaulen, mtt: Rotchausener Dampfziegelei G m.b.H., Gelsenkirchen-Rotthausen.... Gelsenkirchener Zementwarenfabrik Ostermann u. Co A.-G., Gelsen- kirchen-Rotthausen...... Rheinisch- Westfälische Grubenholz- Einkaufs-Ges m b.H.,Charlottenbg. Ges. für Teerverwertung m. b. H., Duisburg-Meiderich...... Westfälisches Kohlentontor Naht- Emschermann u. Co, Hamburg. A.-G. für Kohleoerwertung.., Steenkolen- Handelsvereeniging, Utrecht.......... Kohlechemie A.-G, Essen.... Deutsche Libbey-Owens- Gesellschaft für maschinelle Glasherstellung, Gelsenkirch.-Rott- hausen.......... Hansen, Neuerbura u. Co., Frank- furt a.M.(Kohlenhandelu. Reederei) Kapital Mk. 75 000 000 15 000 000 80 000 210000 600 000 10 500 000 2 700 000 Beteiligung des Solvaykonzerns 100 Proz. über 50 Proz. maßgebend maßgebend Minderhett Minderheit Minderheit Minderheit Minderheit Minderheit Kapttal zwischen Mutuelle Solvay u. Dahlbusch aus- geteilt 14 Proz. Die Stammgesellschaft des Konzerns, Solvay u. Co. in Brüssel, ist zur Veröffentlichung ihrer Beteiligungen leider nicht verpflichtet. Die wichtigste Holdinggesellschaft des Konzerns, die Mutuelle Solvay, gab jedoch in ihrem Geschäftsbericht für das Jahr 1928 folgende Be- teiligungen zu, von denen die meisten maßgebende sind: 12 Beteiligungen an Großbanken und Finanzierungsgesell- schaften in Belgien, Oesterreich, Iugoslavien und Polen, 3 ch e m i- schen Gesellschaften in Belgien und Oestereich, 3 Textil- und Kunstseide- Gesellschaften, 5 Libbey-Owens-Gesellsthaften für maschinelleGlasfabrikation in Amerika, Belgren, Frank- reich, Deutschland, Italien und Spanien, ZKohlen-undKohlen- verwertungs- Gesellschaften, dazu Glühlampen- Fabriken, Grundstücksgesellschaften usw. Dieses Verzeichnis umfaßt bei weitem noch nicht alle Interesisn des Solvay-Konzerns. Kürzlich hat er sich erst wieder an einer neuen Holdinggesellschaft für Elektrizitätsunternehmungen beteiligt, der„Europel", die mit einem Kapital von 500 Mill. Franken in Brüssel gegründet wurde. Die Partner des Solvay-Konzerns waren dabei die Bank für elektrische Unternehmungen in Zürich und das Bankhaus Morgan u. C 0., ein Zeichen für die guten Derbin- düngen des Konzerns, der übrigens auch mit dem Schweden- t r u st zusammenarbeitet. Die Kapitalbasis von Solvay ist nach den wenigen, an die Oeffentlichkeit gelangten Bilanziffern schmal, aber die Gruppe verfügt über ungeheure Reserven in ihren Effekten- beständen und man kann ihr Vermögen ruhig auf einige Milliarden schätzen. Gegen dieses riesig« Gebilde sind die zwei bayerischen Konturren- ten und Außenseiter des deutschen Spiegelglas-Syndikats Zwerge. Es erscheint deshalb recht zweifelhaft, ob sie ihren Kampf gegen das Syndikat für die Dauer aufrecht erhalten können; im Interesse der Abnehmer, das ist vor allem im Interesse der Wohnung- suchenden(Fensterglas!) und der Automobilindustrie, die viel Glas braucht, wäre zu wünschen, daß es ihnen gelingt, die Stellung des Solvay-Konzerns in Deutschland zu erschüttern. Hn. Neue Eisenrekorde. Die ProlduktionsentwicklUng in der deutschen Eisenindustrie hat den Charakter einer Hochkonjunktur angenommen. Auch im Monat Juni ist die Eisenerzeugung weiter beträchtlich gestiegen. Obwohl der Juni nur 30 Arbettstage hatte, der Mai dagegen 31. erhöhte sich die deutsche Gesamteisenerzeugung von 1,151 Millionen Tonnen im Mai auf 1,164 Millionen Tonnen im Ium. Die Ium- «rzeugung dieses Jahres ist um 0,143 Millionen Tonnen höher als die Iunierzeugung des Vorjahres. Pro A r b e i t s t a g'st ebenfalls eine Steigerung eingetreten. Die arbeitstägliche Gewinnung stieg gegenüber Mai von 37 129 auf 38 812 Tonnen oder um mehr a l s 5 P r 0 z. Gegenüber dem Juni vorigen Jahre» lsi die arbeits- tägliche Erzeugung um 4767 Tonnen oder um fast zwanzig Prozent gestiegen._ Landarbeiier und Agrarpolitik. Eine Schnsk des lLandarbeiter-Berbandes. Unter obigem Titel hat der Deutsche Landärbefter-Berband als Nr 26 seiner Schristenreche eine Arbeil von Dr. Curt Lomberg (Derlag Brockhaus G. m. b. H., 78 Sellen, Preis 2,50 Mk.) herausgegeben. von der man wünschen muß, daß sie ein« weite Verbreitung über den Kreis der unmittelbar Interessierten hinaus finde. Di« einfache Dorstellung des agrarpolitischen Problems ermöglicht die Lektüre auch allen, denen diese Dinge fremd sind. Der Zweck dieser Schrift ist. dem Landarbeiter die so notwendige Kenntnis der tat- sächlichen Lage der Landwirtschaft zu vermitteln; darüber hinaus will sie aber auch Weg« zur Ueberwindung bestehender Mängel zeigen. Der erst« Teil gibt an Hand de? Ergebnisse der Unter» suchungen der Agrarenquet« und der Preußenkosse eine Uebersicht über die heutig« Lage; die Frag« der Verschuldung steht dabei mit Recht im Mittelpunkt; die Kreditpolitik wird stark kritisiert, da sie zunächst unter dem Druck der„Inftationspsychose", später unter dem der Phrase„Dos Volk von der eigenen Scholl« zu ernähren" ge- standen habe. Für den Arbeiter besonders wichtig sind die Abschnitte über Lohn, Sozialaufwand und Steuern. Trotz höherer Zlrbellsintensität sei der Lohnanteil an den Kosten heute niedriger als vor dem Kriege. Der Sozialaufwand bleibe weit unter den Sätzen, die in der politischen Debatte von den Landbündlern genannt würden. Und Steuern zahlt die Landwirtschaft well weniger, als chr durch Zölle auf Kosten der Verbraucher künsttich zugeführt werde. Verluste seien häusig Produkte der Buchführungskunst zum Zwecke der Steuerhntterzichung; vor ollem müsse Herabsetzung des land- wirtschaftlichen Existenzminimums von 15 000 M.(Verlustbetrieb« zahl«n erst bei Verbrauch über 15 000 M. Einkommensteuer!) ver- langt werden. Der zweite Teil dieser lehrreichen Schrift behandell die Sanierungsvorschläge. Die Rationalisierung habe mit der Schonung der menschlichen Arbeitskraft zu beginnen. Die Mecha- nifierung der Betriebsführung fei nicht gegen das Interesse des Landarbeiters: denn nur die hochgualifizierte Zlvbell fei imstande, den Lohndruck der ungelernten polnischen Arbell«r auszufchaltsn. Der Mssatz sei zu fördern durch OualitStsverbesserung und durch Uebergang zur Erzeugung weniger, gleichmäßiger Sorten. Dabei hätten die Genossenschaften ein« besondere Rolle zu spielen. Unter den staatlichen Hilssmoßnahinen verdien« das Getreidehandelsmonopol den Borzug. Aus dem Anhang ist besonders hervorzuheben der Abschnitt über„Landarbeiter und Bildung". Nach dem Beispiel der nordischen Staaten sollten staatliche Gelder für die Landwirt- schaft vor allem zur Errichtung von Kursen und Lehrdomänen gegeben werden. Oer Wersttrust berichtet. Die„Bremen" in der Bilanz.- Bis 16500 Beschäftigte. Der größte deutsche Werftkonzern, die Deschimag(Deutsche Schiffs- und Maschinenbau A.-G.) berichtet über 1928. Die B«deu- tung dieses Konzerns für die deutsche Werstkonzentration wird klar aus der Mittellung, daß allein die Stillegungen innerhalb der Deschimag die Kapazität der gesamten deutschen Werftindustrie um 20 Prozent verringerte. Fertiggestellt wurden im Berichtsjahr 6t 200 Tonnen Schiffsraum, am End« des Jahres befanden sich 160 000 Tonnen im Bau. Das für die ganze Geschäftsführung maßgebend« Ereignis war der Bau der inzwischen abgelieferten„B r e m c n". Im Zusammen- hang damit stieg die Belegschaftsziffer bei den Werten in Hamburg, Warnemünde und Bremen weiter von 12 588 aus 14 389 Mann; in den letzten Wochen vor der Ablieferung der„Bremen" betrug sie sogar 16 500. In dem mit 56.94 Mill. M.(gegen 35.41 Mill. M. im Vorjahr) stark erhöhten Bilanzposten„in Arbeit befindliche Gegen- stände" ist der halbfertige Bau der„Bremen" sehr vorsichtig unter den Selbstkosten enthalten; die Verhandlungen mit dem Norddeut- schen Lloyd über Nachbewilligungen dürften für die Deschimag er- folgreich verlausen. Die Herstellung von Turbinen nach dem System Baber-Wack hat Erfolg gehabt; auch die Weitergabe von Auslands-Lizen- z e n auf dieses System war ein gutes Geschäft. Zudem ist es der Gesellschaft gelungen, Reichsmarineaufträge für die Dulkangetriebe des im Bau befindlichen Panzerschiffes„Ersatz Preußen" zu erlangen. Während die Werke des Stettiner Vulkan und das Wert Tecklenborg stillgelegt wurden, waren die übrigen Werke und Tochter- gesellschaften sowohl in Reparatur wie im Neubaugeschäst besser be- schäftigt. Nach der Entscheidung der Salamis-Angelegenheit dürfte der Kauf des Stettiner Vulkan, dessen Aktiven wohl inzwischen ganz abgeschrieben wurden, noch einen hübschen Ertrag liefern, sei es daß Griechenland die fällige Summe plus Reugeld zahlt, sei es daß es den Auftrag aus Bau des Kreuzers erteilt. Der R 0 h g e w i n n ist mit 4.86 Mill. M. um eine halb- Million höher als im Vorjahr. Die Abschreibungen wurden mit Rücksicht auf die Sonderonlagen für den„Bremen"-Bau um 400 000 Mark auf rund 3 Mill. M. erhöht; und die auch hier mit viel Fleiß aufgeführten sozialen Beiträge erforderten 1.85 Mill.(-i- 170 000 M.) infolge erhöhter Belegschaftsziffer. Als Reingewinn werden aber nur 38 000 M. ausgewiesen und wie in den Vorjahren vorge- tragen(Gesamtvortrag 550 000 M. Weiterhin fällt der Rückgang der Schulden(ohne „Bremen"-Bau) um 5 Mill. auf 11.38 Mill. M. auf, während Wert- papiere von 0.3 auf 2.76 Mill. M. anwuchsen. Die Waren- und Materialläger stiegen auf 11.58 Mill. M.(9.86), die Aufträge in Ar- beit werden mit 56.94 Mill. M.(35.41) ausgewiesen. Auf der Passivseite sind die Kreditoren stark von 64.41 auf 83.72 Mill. M. gestiegen: davon sind Anzahlungen 57,92 Mill. M.(etwa gleich„in Arbeit befindliche Gegenstände" auf der Aktivseite), sonstige Schuld- ner 11.84 Mill. M.(gleich Schuldner) und Bankschulden mit 13.96 Mill. M.(gleich Material und Wertpapiere). Die Bilanz ist durchaus slüssig. In den ausgeführten Aktivposten dürsten.«rhebliche.'Mllc Reserven stecken. Die Bilanz dürfte vielleicht frisiert, sein.. Bei Beurteilung dieses Ergebnisses darf man nicht vergessen, daß das ganze letzte Vierteljahr infolge der Unnachglebigkeit der Herten Unternehmer durch Streik und Aussperrrnng beeinträchtigt war. Man ließ sich lieber das besonders einträgliche Herbst-Reparatur- geschäft entgehen, als daß man den Lohn um einige Pfennige erhöhte. Das Ende des Hamburger Vulkans. Die Entscheidung über die Hamburger Vultan-Werft, heute ein Teil des Deschimag-Konzerns(Deutsche Schiffs- und Maschinenbau A.-G.), ist gefallen. Ein Drittel der Anlagen wird von dem Kaffee- großhändler Diederichsen gekauft, der schon die Howaldtswerte in Kiel und die Werft Janssen u. Schmilinsky in Hamburg erworben hat. Von den Docks, den größten des Hamburger Hafens, erhält eines Diederichsen, während die übrigen drei von der Deschimag ge- meinsam mit Blohm u. Boß betrieben werden. Der Rest der An- lagen wird als altes Eisen verkauft. Uebrigens soll Diederichsen für sein Drittel soviel bezahlt haben wie hie Deschimag seiner Zeit für die ganze Werft. Ob ein« Einigung der Deschimatz mit dem Hamburger Staat über Auflösung des Pachkertrages zu- stände gekommen ist, ist noch unbekannt. Sozialdemokratie und Kölner Gasverirag. Die Empfehlung der kölnischen Stadtverwaltung, das Ruhrgas« A.-G.- und Thyssen-Angebot anzunehmen, dürste noch auf Schwie» rig leiten stoßen. Die sozialdemokratische„Rheinische Zeitung" verwahrt sich dagegen, daß angesichts der am 17. November statt- fiitdeirden kommunalen Neuwahlen das abtretende Kölner Stadtparlament die Gasvorlage durchpeitschen soll. Die„Rheinische Zeitung" verlangt, daß sowohl über den Ferngasplan wie über andere Pläne erst die neugewählte Stadtverordnetenversammlung entscheiden soll, damit auf diese Weise auch dieWählermassenumihreAnsicht befragt werden können. Geuossenschaftkiche Verschmelzung in Mecklenburg. Die Per- schmelzung der landwirtschaftlichen Genossenschaften in den einzelnen Landesgebieten kommt jetzt schnell in Gang. Nach Schlesien ist Mecklenburg gefolgt, obwohl die dortigen Verhältnisse ziemlich schwierig lagen. Unter dem Vorsitz von Dr. Klepper, des Prä- sidenten der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse, haben sich die mecklenburgischen Teilverbände des Reichsverbandes und des Raiff- eisengeneralverbandes zum 1. August unter dem neuen Name» „Landesverband mecklenburgischer landwirt- schaftlicher Genossenschaften— R a i f f e i s e n— in R 0 st 0 ck" zusammengeschlossen. Die bisher zum Reichs- verband gehörende mecklenburgische Landesgcnossenschoftskasse in Rostock oereinigt sich mit der Filiale Schwerin der Deutschen Raiff- eifenbank A.-G., nennt sich künstig„Mecklenburgische Landesgenossen- schaftskass«— Raiffeisen"— und wird das Einheitsgeld- Institut für Mecklenburg. E i n h e i t s wa r« na n sta l t wird die Zentralgenossenlchaft Raiffeisen in Schwerin, die ihren Sitz nach Rostock verlegt und das bisherige mecklenburgische Warengeschäft der Reichsverbands-Hauptgenossenschaft in Bertin übernimmt. Zur Berlustdeckung gewährt die Preußenkasse an die Zentral- Warengenossenschaft Raiffeisen einen Nachlaß von 2,39 Millionen und für das mecklenburgische Geschäft der Berliner(Reichsver- bands-) Hauptgenosienschast einen Nachlaß von 300 000 Mt Außer- dem schreibt die Zeniralwarengenossenschaft Raiffeisen ihre bisherigen Geschäftsguthaben aus 20 Proz. ab und erhält von der Preußenkasse zur teilweise» Wiederauffüllung der Geschäftsanteile «tuen Härtefonds. Der schlesische Textilschiedsspruch. Heute Verbindlichkeitsverhandlungen. Der erste Schiedsspruch, dessen Verbindlichkeitserklärung die Gewerkschaften der Textilarbeiter beantragt hotten, wurde bekanntlich aus formalen Gründen nicht für verbindlich erklärt. Ein neuer Schiedsspruch wurde gefällt, den die Unternehmer wiederum ablehnten. Obwohl dieser zweite Schieds- spruch die gleiche Lohnerhöhung vorsieht wie der erste, vom Oberpräsidenten z. D. Phillip gefällte Spruch, erging sich das Unternehniertum in Schmähungen gegen den Sonder- schlichter Dr. Engler, Präsident des Landesarbeitsamts Frank- fürt o. M., dem mangelnde Kenntnis der Verhältnisse vorgeworfen und die Absicht unterstellt wurde, den Arbeitern eine nicht unbe- trächtliche Lahnerhöhung zu verschaffen. Di» angeblich„mangelnde Kenntnis der Verhältnisse" konnten die Herrschasten dem ersten Schlichter, der den materiell gleichen Schiedsspruch gefällt hatte, nicht nachsagen, womit dieser Vorwurf gegen den Sonderschlichter sich als hinfällig erweist. Di« schlesische» Textilunternehmer haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, alle Telegraphenburean» der Press« mobil gemacht, um ihre Notlage in die Welt zu schreien und damit ihre Ablehnung auch des zweiten Schiedsspruches zu bemänteln. Die Herren, die für die schlesische Textilindustrie, d. h. ihre Betriebe, Notlage geltend machen, haben sich nach nie um die Notlage de» Rückgang der Arbeiislosigkeii. Nur um 5 Prozent. Nach den endgültigen Berichten der Lande sorbeilsämter betrug die Zahl der hauptunlerstühungsempfänger In der Arbeitslosenversicherung am 30. Juni rund 723 000, also etwa 23 000 oder 3 proz. weniger als Milte 3uni. Die Hauptunterstühungsempsänger in der klrisenunterstühung haben ihren Stand vom 15. Zun! ungefähr gehalten. Hutfabrikanien auf dem Kriegspfad. Sie kündigen den Neichotarif für die Oamenhutindufirie- Die Hutindustriellen sind zu einem Kampf auf die sozialen und tariflichen Errungenschaften der Arbeiter und Arbeiterinnen in der deutschen Damenhutindustrie übergegangen. Sie haben den R e i cb s m a n t e l t a r i f für diese Industriegruppe zum 31. August gekündigt. Au» welchen Gründen st« die Kün- digung ausgesprochen haben, ging mit aller Deutlichkeit au» den Verhandlungen hervor, die zwischen den Tarifkontrahenten am 27. und 23. Juni, also noch vor der Kündigung, über den Neuab- schlutz des Tarife» geführt wurden. Die Unternehmer schüttelten einen ganzen Sack voller Forderungen aus, die auf eine durch- greifende Verschlechterung fast sämtlicher Bestim- m u n g e n des Reichstarifes hinausliefen. Von den„Wünschen" der Unternehmer seien nur einige ge- nannt. Sie forderten u. a., daß an Stelle der tariflichen Akkord- lohnsätz« betrieblich vereinbart werden kann, daß zu dem Stunden- lohn Leistungszuschläge gezahlt werden können. Die Verwirk- lichung dieser Forderung würde der Einführung des be- rüchtigten Prämiensystems gleichkommen. Weiter ver- langten die Unternehmer, daß den Akkordarbeitern kein Garan- tielohn mehr zustehen soll und daß teilweise auch an den Sonn- und Feiertagen(in den stroh- und silzoerarbeitenden Betrieben bis zu zehn Sonn- oder Feiertagen) gearbeitet werden kann. Der garantierte Ueberverdienft der Akkordarbeiter, dos sogenannte Akkord soll, soll nach dem Wunsch der Unter- nehmer von 30 auf 25 Proz. reduziert werden. Schließlich forderten sie noch einen ganz erheblichen Abbarz der Urlaubs- g e l d s ä tz c. Da die Unterl�indler der Hutarbeiter und-arbeiterinnen eine Verbesserung verschiedener Bestimmungen de» Reichstarifes ver- langten, so z. B. eine Acnderung der Bestimmungen über die Kol- kulation der Zskkordpreise, die Arbeitszeii und den Urlaub, die Unternehmer aber im wesentlichen an ihren Forderungen festhiel- ten. scheiterten damals die Verhandlungen. Als Antwort darauf wurde vom Arbeitgebervcrbond der Hutindustri« der Reichsmantel- tarif zum 31. August gekündigt. . Die Unternehmer geben sich anscheinend der Hoffnung hin, daß sie unter dem Druck der Tarifkündigung eher ihre sozialreak- tionären Forderungen durchsetzen können. Sie haben ober in diesem Falle die Rechnung ohne den Wirt, d. h. ohne den Deutschen Hutarbeitcrverband, gemacht, der den Schlag der Unter- nehmer zu parieren wissen wird. Geben die Hutindustriellen ihren Standpunkt bei den Verhandlungen, die Ende August sein sollen, nicht aus, so ist jedensalls mit einem e r n st c n Konflikt in der deutschen Damenhutindustrie zu rechnen. Drohender Streik im Vöhrenhandel. Heute Urabstimmung in den Betrieben. Durch die Halsstarrigkeit der Unternehmer ist im Berliner Röhrenhandel ein ernster Konflikt heraufbeschworen worden. Vom Derkehrsbund war dos Lohnabkommen für die in dieser Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen zum 30. Juni ge- kündigt und«ine Erhöhung der Löhne um 10 Proz. g«. fordert worden. Die direkten Verhandlungen mit den Unternehmern verliefen ergebnislos. Auch Verhandlungen vor dem Schlichtungs- ousfchuß führten zu keiner Verständigung. Die Unternehmer er- klärten sich lediglich bereit, die Grundlöhne der Transportarbeiter um 2 Mark ie Woche zu erhöhen, wenn in Zukunft die sozialen Zu- lagen(Frauen- und Kinderzuschläge) fortfallen würden. Dieses„Angebot" wurde gestern in einer stark besuchten Versammlung der Arbeiter des Röhrenhondels einstimmig ob- gelehnt und beschlossen, am Freitag in den Betrieben ein- Streikabstimmung vorzunehmen. Da die Erregung der Arbeiter über das Verholten der Unter- nehmer sehr groß ist, muh damit gerechnet werden, daß die Arbeiter, die sehr gut organisiert sind, entweder schon am Sonnabend oder anfangs nächster Woche die Arbelt einstellen. schleflschen Texlilprolelarial» gekümmert, die sie am liebsten ver- ewigen möchten. Die Herrschaften pfiffen auch auf die Vertraulichkeit der Verhandlungen der Schlichtungskammer. Nachdem sie in der „Textilzeitung" über diese Verhandlungen allerlei veröffentlichten, hat i h r S y n d i k u s Dr. Klaue in der Berliner Pressekonferenz der Unternehmer diesen Bruch der Vertraulichkeit offenbar noch über- boten. Die„V o s s i s che Zeitung" sagte dem Herrn, der Geschäfts- führer des Textilarbeitgeberverbandes— derselbe Dr. Klaue— hätte„der Sache mehr genützt, wenn er weniger von dem unver- ständigen Schlichtungsverfahren gesprochen und nicht I n d i s- kretionen aus dem Schlichtungsverfahren mit behaglicher Breite vorgetragen hätte". Die Frage, ob ein Mann wie Klaue in Zukunft noch als Schlichterkammerbeisitzer zugelassen werden kann, mag zunächst dahin- gestellt bleiben. Für die schlesische Textilarbeiterschaft handelt e» sich jetzt darum, daß sie endlich weiß, woran sie ist. Sie darf trotzderDrohungen der Unternehmer mit Stillegungen und Betriebseinschränkungen für den Fall der Verbindlichkeits- erklärung des Schiedsspruches erwarten, daß nach der Behebung der formalen Mängel des zweiten Schiedsspruches dieser munmehr vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt wird. Wahlerfolg im Reichsverkehrsminisierium. Bei der Wahl des Hauptbetriebsrates im Bereich des Reichsverkehrsministeriums wurden für die Liste der f r e i g e- werkschaftlichen Arbeiter 11 903, für die freigewertschaft- lichen Ang« st eilten(Liste Afa-Bund) 1440 Stimmen abgegeben. Die christlichen Gewerkschaften erhielten 4286(— 14,3 Prozent Stimmenverlust) hzw. 633 Stimmen für die Liste der Ange- stellten. Die freien Gewerkschaften erhalten sieben, die christlichen Gewerkschaften zwei Mandate. Fortdauer des Bielefelder Verkehrsstreiks. In Essen wurde dieser Tage über die Beilegung des Bielefelder Verkehrs st reiks verhandelt. Das letzte An- gebot des Arbeitgeberverbandes rheinisch-westfälischer Gemeinden war 1 Pfennig zu der Erhöhung von 3 Pfennigen aus den Grundlohn von 54 Pfennigen, wie sie der Schiedsspruch bereits vorsah. Damit war noch immer nicht die von den Gewerkschaften geforderte Mindest. erhöhung von 5 Pfennigen erreicht. Das Angebot wurde in der Streikversammlung einstimmig abgelehnt. Der Vcrkehrsstreik geht also in Bielefeld w e i t« r. Es ist mit einer Verbreiterung der Kampffront durch Ausrufung des Streits in Barmen zu rechnen. Die Sympathie der Oeffentlichkeit steht auf der Seite der Streikenden. Schiedsspruch für die Seeschiffswerfien. Praktiken eines„Einheits-Verbandes". Nach längerem Tarifkampf ist auch für die kaufmänni- schen Angestellten durch den Hamburger Schlichter Dr. S t e n z- l«in Tarifvertrag zustande gekommen. Für die Werk- meister, die fast restlos im Deutschen Wertmeister- verband organisiert sind, besteht bereits seit April 1928 ein tarifliche» Abkommen mit den Werften. Es berührt jetzt eigentümlich, daß der Gewerkschaftsbund der Angestellten(„Einheitsverband für kaufmännische Angestellte, tech- nische Angestellte, Werkmeister und Apotheker"), welcher angibt, auf sämtlichen Seeschiffswersten sechs Mitglieder zu hoben, neben dem bestehenden Gehaltsabkommen durch den Schlichter e i n zweites Abkommen für die Werkmeister getroffen hat. das in feiner Laufzeit und seinen Gehaltssätzen schlechter ist als das Gehaltsabkommen, das für den Deutschen Werkmeisterverband bereits feit April 1928 besteht. Es widerspricht dem Einheitsgedanken einer Einheitsorganisation, Zersplittcrungspolitit in der Tarifbcwegung zu treiben und auf diesem Wege Verschlechte- rungen für die Angestellten herbeizuführen. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Schiedsspruch, der jetzt ergangen ist. für die Mitglieder des Deutschen Wertmeisterverbandes keine Gültigkeit hat. Eine Zwitiergewerkschast. Der den christlichen Gewerkschaften angehörend« Zentralverband der Landarbeiter hielt in diesen Tagen seinen Verbondstag in Breslau ab. Es ist dort manches deutliche und vernünftige Wort über die Not der Landarbeiter gesprochen worden. Der Geschäftsführer Blum erklärte unter anderem, daß die l ä n d- liche Arbeitsverfassung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung nicht angepaßt wurde. Die A b w a n. d e r u n g habe einen niehr als bedrohlichen Umfang an- genommen. Eine Zuwanderung aus Polen könne nicht mehr ertragen werden. Es müsse«ine ausreichend« Entlohnung der ländlichen Arbeitnehmer herbeigeführt werden. Der Verbandsvorsitzcnde Behrens sagte, daß neben den materiellen Sorgen auch starke geistige und seelische Nöte die länd- liche Arbeitnehmerschaft bedrücken. Dem Verbandstag lagen auch sehr beachtliche'Anträge vor. So oerlangen einig« die Einbc- Ziehung der Land- und Forstwirtschast in das Arbeits- jchutzgesetz, eine Neuregelung des Frauen schutzes in der Landwirtschajt, Verringerung der Zahl der ausländischen' Wander. arbeiter, paritätische Zusammensetzung der Landwirt- schastskammern, Mitwirkung der Landarbeiter als gleich- berechtigte Faktoren in den Organen der Unfallversicherung, B e- seilig ung des Hofgängerwesens.«»tschtedene Ablehnung jeglicher Verschlechterung der sozialpolitischen Gesetze sowie jeder Schlechterstellung der Landarbeiter in sozialer, kultureller und ar- bcitsrechtlicher Hinsicht. Da» Bedauerliche bei der ganzen Sache ist nur, daß der Der- band svorsitz« nde Franz Behrens führender und prominente? deutschnationaler Reichstagsabgeordneter ist. Er ist Mitglied einer Partei, die erst in letzter Zeit wieder den deutlichen Beweis dafür erbracht hat, daß sie nicht für, sondern out- schieden gegen die Landarbeiterinteressen ist. Beweis dafür ist die Ablehnung der Einbeziehung der Landarbeiter in das Arbeitsschutzgesetz, Ablehnung der Einbeziehung der Landarbeiterfrauen in das Gesetz über den Schutz vor und nach der Niederkunft. Ablehnung der pari- tätischen Zusammensetzung der Landwirtschaftskammern, stürmisches Verlangen nach Heraufsetzung des Kontingents aus- ländischer Wanderarbeiter und vieles andere mehr. Behrens gibt im Vorstand des Zentralverbandes der Land- arbeiter den Ton an. Und wiel Die letzten Nummern der Zeitung dieses Verbandes sind voll von Lobcshymnen auf die deutsch- nationale O p p o s i t i o n s p o l i t i k und von glühendem Haß gegen die freien Gewerkschaften. Wenn es deutschnatio- n a l c Interessen auf dem Lande zu vertreten gilt, ist der Zentral- verband der Landarbester als erster dabei. Der Zentralverband der Landarbeiter spiest«ine zwiespältige und höchst unehrliche Rolle. Man sucht bei ihm vergeblich nach Logik und Konsequenz. Entweder ist der Zentralverband der Ueberzeugung, daß es mit den heutigen Arbestsverhältnissen auf dem Lande nicht weitergeht, dann muß er sich mit aller Entschiedenheit gegen die Parteien wenden, die diese Verhältnisse erholten wollen. Das ist in e r st e r Linie die DeutschnationaleVolks- partei. Will aber der Zentralverband der Landarbeiter Inter- essen der Deutschnationalen vertreten, dann darf er sich nicht als treuer Fridolin der Landarbeiter aufspielen. Das erneut zu sagen, erscheint angesichts des Breslauer Verbandstages dieser Organisation unbedingt notwendig. Vor einem Bauarbeiterstreik im Saargebiet. Saarbrücken. 11. Juli.(Eigenbericht.) Am Mittwochabend hielten die Bauarbeiter überall im Saar- gebiet Versammlungen ab. die blitzartig den Ernst der gegen- wärtigen Lage im Baugewerbe beleuchteten. Die Situation sst dadurch geschaffen, daß, im Gegensatz zum Reich, im Saargcbiet die Unternehmer aus die bereits im April erhobenen und seither wceder- holt vorgebrachten Lohnforderungen ihrer Arbeiter bisher nicht reagiert haben. Die Arbeiterschaft forderte allenthalben von den Gewerkschafts- leitungen, den Unternehmern ein letztes kurzfristiges ultimatives Angebot zur Einigung zu machen. Für den Fall der Ablehnung werden allerschärfste Lohnkämpfe, tunlichst Streikprokla- m a t i o n e n verlangt. Es liegt also bei den Baufirmen, das Saargebiet vor wirtschaftlichen Schäden zu bewahren, deren Ausmaße im Hinblick auf die gegenwärtige Hochsaison der Branche ohne weiteres gegeben sind._ Alte Glashütte wird fiittgelegt. Mehrere hundert Arbeiter werden brotlos. ' Wie au» Saarbrücken berichtet wird, soll die Dopeliussche Glashütte in Sulzbach, die 60 Jahre besteht, ftillgelegi werden. Sie beschäftigt mehrere hundert Arbeiter: sämtlichen Arbeitern ist zum 15. Juli gekündigt worden. Als Grund für die Stillegung der Hütte wird von der Leitung mitgeteilt, daß der Betrieb zu klein jei. um mit den mo- dernen Großbetrieben konkurrieren zu können. Landarbeiter-llnruhen in Ostgalizien. Warschau. 11. Juli. Auf den polnischen Staatsdomänen im Kreise Lemberg ist es zu Unruhen und blutigen Zusammenstößen zwischen der polnischen Polizei und st reitenden ukrainischen Land- a r b e i t« r n gekommen. Die polnischen Lai�>jäger machten von der Schußwaffe Gebrauch, wodurch mehr als 30 Ptr- fönen schwer verletzt wurden. Auch wurde eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen. Bewegung der englischen Eisenbahner. Die Vorstände der drei großen britischen Eisenbahn er- verbände haben am Donnerstag beschlossen, den im August v. I auf ein Jahr abgeschlossenen Lohntaris. der eine 2�prozentige Lohnherabsetzung niit sich brachte, zu kündigen. Dieser Beschluß ist in Zlussührung der Einzelbeschlüsse der in den letzten Wochen ab- gehaltenen Verbandstoge der drei Gewerkschaften erfolgt. # Freie Gewerkschasts-Lugend Groß-Berlin S-utc. greitaa. lscj Ul>r, tezen die Gruppen: Z>»«di>i>a: Iuernd- htitn. Schule Sonnenburper S'tr. 30. Borlrao: Lichtbild. Zllm und Tbcaler im Dienste d-r Arb»it-rbrw«auna".—«barlettenbure. Iuarndbrim Eprrrftr. 30. xprira«:.Da? guarndberdrr<>»mrsrn in der Morl Drandrnbura".— Zeppelinpl«»! tzngrndbrim dr» B«?irc»a,n!s Weddina,?n. rrnrr tftfr Sfffiraftt. Heimbesurcchunp. Nrrbandsbuchkontrollr.— Kermall». t-lod: Srupprnbeim. Iuaendbeim. Sandrrstr. ll, Sckc bobrechlstraftt. Munt- abend.— eSbrn, SLbmcftcn: Gruvvcnbriin. Wostrrtorstr. 9, v. vl. Vortron: .Drrlinrr Vcrkrbrsmitirl".— Wrddina: Iuarndbrlm Durinrr dtte Sfrltrafif. Anssprachrabenb:.Erlebnisse au! brr 9!OS.".Protiitrr babrn ba? Wort."— Spiel und Sport ab Iii Uhr: Wrihrnl«! Jin Siadion am gaulrn Srr— kiiboften! Sportplatz»Am Urban".- tzlchnina, Gr»»»«,, und»reiolrltcr! Bl? cum?rr>!aa. 12. Juli, milssrn dir Meldunaon stlr«in««vrniurll brob- sschtiat« Mitmirtuna der Gruppen und Ar«ill aui unlrrrm Baldlcft und der Dompiersabrt crlola'n. @Iuaendqruppe des Zentralverbandes der Anaesiellten beut«, lzrrltaa, stnd lolarndr?»ranstaltun««n: Pa»r»»>.ZIi«d«rlch>n. b»»I«n! Iuarndbrim Gdrschstr. I« Mrotz«, Zimmert. Dan», und Lirder- abend.— vberspr««! Iue.rndbrim Caiifentt Str. 2. öpielfn im tzteten— »cpeniif; Iuarndbrim Griinaurr Sirotz«. Wir beteilitzen UN» an den Spielen de» Werbede»irk» aui dem Sportplatz— Südwest: Iupendbelm Belle.Alliane«. Strasse 7—10. Dirtusssonrabend.— Neulöl» und Urban: 20 Uhr Spielen auf der Spielwiese im Zleutöllner Bolkzpart. Lerantvortll»«lr Politik: Dr.«,rt Geyer: Wirtschaft:«.»linaelbäler! Sewerkschastebeweauna: �riedr. Gtzkor»: Feuilleton: Dr. siodn S unter demselben Siernbiid geboren bin wie Onkel Theodor. Der mochte am 21. Juli, um 19� Uhr, eine grohe Erfindung. Es war der Augenblick, in den, ein kleiner Komet di« Erdenbahn berührte. In zwei Jahren, am 26. September, um 16.04 Uhr, wird wiederum ein Komet am Horizont sichtbar sein. Wenn ich in Betracht zieh«, dah ich unter demselben Sternbild geboren bin wie Onkel Theo- dar..... Ich habe jedoch beschlossen, passiv zu bleiben, bis die große Idee kommt und Besitz von mir ergreift. Bis sie mich in die Knie zwingt vor ihrer Herrlichkeit." In dem Horoskop steht auch geschrieben von der Erniedrigung der Feind«. Damit war natürlich der neue Burcauvorsteher ge- meint, der seine unverfrorene Sicherheit verlieren würde angesichts der großen Erfindung. Schmalstirn malte sich die Situation u, vielen Einzelheit«,, aus und wühle auch schon genau des Bureau- Vorstehers geschlagenen Gesichtsausdruck. Vorläufig noch war dessen Gesichtsausdruck erstens herrisch, zweitens schrosf, drittens abweise, cd, viertens schnauzbärtig, süns- ten» brutal, sechslcns tyrannisch, siebenten» barsch. Und Schmal- stlrn muhte vorläufig noch die sieben EigerTschoften täglich von 9 Uhr bis 17V4 Uhr klaglos geniehen. « Apostel können oon den Toten auserwecken. Al» Herr Schmal- stirn eingesargt war, wartet- er auf den Apostel. Wenn der Apostel jetzt schon im D-Zug sähe und darüber nachdachte, wie komisch es ist, dah die Geschwindigkeit unumer- brachen die Birken ausradiert----- ä)er„Siruirirel 3>elerm 9)U'hler In Frankfurt a. M. ist dieser Tage der Struwwelpeter-Brunnen eingeweiht worden. Man wollte durch diesen Akt der Pietät einen Mann ehren, dessen Buch in allen Erdteilen bekannt und gelesen ist. Generationen hat dieses Urbild des bösen Knaben, der stets unsauber umhcrlauien wollte, überdauerl; das lustige Bilderbuch ist in im- zählige Sprachen übersetzt worden. Aber nur die wenigsten wissen etwas von dem geistigen Vater des Struwwelpeter, den, Verfasser des Buches. Dr. Hofsmai, n, der Erfinder der lustigen Gestalt, ivor nur im Nebenberuf und zu seinem Vergnügen Schriftsteller. Tagsüber übt« er seine ärztlich« Praxis aus, die ihn vollkommen in Anspruch nahm. Besonders g«rn rief man ihn zu kranken Kindern, denn er oerstand es meisterhaft mit ihnen unzzugehen. Später wurde er Direktor der Städtischen Irrenanstalt, aber immer fand er trotz an- strengendster Tätigkeit noch Zeit, um sich seiner literarischen Neben- beschäfkigung zu widmen. Er verfaßte hauptsächlich salirische Dich- tuugen, die heute aber zun, größten Teil vergessen sind. Nur ein Werk des Amateurschriftstellers hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten, und es ist merkwllrdig, dah gerade dieses Buch, das feinen Namen in die Welt hinaus trug, ihm an, wenigsten Mühe gemacht hat. Der Struwwelpeter war ursprünglich gar nicht für die Oefsent- lichkeit bestimmt. Dr. Hosjmann, der damals einen kleinen Sohn besah, sonnte in den Bücherläden Frankfurts lein passendes Bilder- buch für seinen Sprahiing entdecken. Deshalb entschloh er sich wenig« Tage vor dem Weihnachtssest, selbst für seinen kleinen Jungen ein Bilderbuch zu zeichnen und mit lustigen Texten zu versehen. Erst während der Arbeit merkte der Arzt, dah das gor nicht ja einfach war, wie er es sich gedacht hatte. Da er nun aber mit der Arbeit angefangen halte, sührte er sie auch durch, und er konnte später zu seiner Freude seststellen. dah sein Sohn immer wieder dos Buch durchblättert«. Als später einig- Bekannte das neueste Werk Dr. Hosfmanns sahen, überredeten sie ihn, es zu oeröfsentlichen. Er sträubte sich zwar anfangs dagegen, übergab es aber dann doch einen ihm bekannten Verleger. Dr. Hossmann forderte von diesem nur eine gering» Summe für das Buch, von dem er sich nicht den geringsten Erfolg versprach. Wenige Jahr« später zählte dieses kleine Werk zu den größten Buch- erfolgen seiner Zelt. Als Mann von achtzig Jahren veröffentlich. e Hofsinann seine Lebenser'mnerungen. in denen er auch die Ent- stehungsgcjchichlc des„Struwwelpeter" Ichildertc. Im September 1894 ist Heinrich Hoffmann in seiner Vaterstadt im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Schwalbenslug ist noch unerreicht. Trotz aller Fortschritte auf dem Gebiet« der Flngzeugscknelligkeit ist der Rekord der «chmalben ungebrochen. Nach einer Untersuchung mit Hilse des Films wurde in Paris kürzlich festgestellt, daß die Schwalben immer noch achtmal schneller stiegen als das schnellste französische Flugzeug. ..Behousungszisfern". In D« r l i n wohnen in«inen, Hause durchschnittlich 77 Personen.' Damit dürfte Berlin unter ollen Städten Mitteleuropas di« größte„Behaufungsziffer" haben. Für Wien beträgt die Behaufungsziffer 60. für Stettin 48, für Basel (Schweiz) 11,32, für Bremen nur 7,96. G E EIN S M TT L Wengenabgatte Torbebalten Wibread der Sommermonate Bind Fteiadi, Obst, Gemfise und andere leicht ▼erderblicha Waren Tom Versand ausgcschlosssn Preise nur Freitag and Sonnabend Vcrkanl soweit Vorrat Gemüse und Sbtt »»-»»»»»»»»»»«»«»«»,»«»«»», �slseal Vei55k0ks........................ Wand 12pt 52. 2t...M...M........•*. S Kopf 1 P f. Kohlrabi..........-............. 15� Wirsinskohl««h............. 18� Grüne Gurken............ � 8?,» Stechelbeeren nu.............. kmi 30p<. Blaubeeren....................... � Zv Dohannisbeeren.......... 34pl Pflaumen.1........................ t*** 32� Aprikosen............................. 36pi Pfirsiche............................ � 44 Bananen........................... ptnad 45?«. Birnen................................ i».-» 28p«. Geflügel und Mild Suppenhühner«�..nUd-i"» WolsahUhner m. 110„ Dunge GSnse 1 Rehblälter................. w«««. t30« Rehkochfleisch......*>. 38?» Sür Reise und Sv»et 1 ffillcgnflgflen wlt Frdseo........ Erbsen„it rl«clLBol>veineflelsab| bohnen mit rinchertssi Schweine- fleieeh............... M"»1« Hammelfleisch mit Beis............. LinsensemOse RiSOttO mit Leber in Tomstenreis...... Reis mit Kslbskeptrscest"•"■'l Dom 85 Sets 85 FeiWeS Lleis« Kalbshaxe...........................................«---GZ?«. Kalbskamm.im,......................... 90pt Kaibsrücken.im. B-l�......................... 98?« Kalbskeule bi» s Pümd schwer, gssz«der geteilt..... Ptand 1 � Schweinebauch.h.. i�ieg....................?«°°d1'° Schweineschulterblatt................?«.nd120 Schweinesshinken...........................«�d 1M RÜCkenffett bnuertlg. ohne Schwerts.............. Pfund 94?« Liesen....................................................?«°°d 78?«. Eisbein mit Spitzbein.....?«-->. 86 Hammelvorderfleisch............ pumdrenll4 Hammelkeule oder Rücken?r<>bd1 38 Suppenfleisch.............................. r.. 78» Schmorfleisch Ssvle Äme Enoahsa................ Pfand I38 Schabefleisch...................................... p«and136 Uew�lsAMA�Age.426 GefvievfleifG Schmorfleisch.im.Ka.ch»........... GUlaSCh ohne Kaoehea........................... Suppenfleisch........................... Hammelvorderfleisch...... Hammelkeule......................... Hammelrücken....................... Rinderlungen......................... Rinderherzen........................... Rinderbacken......................... Euter................................................. Schweineköpfe....................... I18 ...Wnnd Hand 88i" 68 an �Pfimd toh .Pfand ran 86' ..... Pfand I08 ..Pfand 93?!. ..Pfand 32p«. ..Pfand 58 •Pfand 54 ..Pfand 24' •Pfand 44 PFf. Wuestwaren HausmacherSUlze..........?«»d42pt Rot- oder Leberwurst....p«and 5S Sülzwurst............................ Pfand 85?! Berliner Mettwurst.......... Pfand 85?L Dampfwurst...................... n-nd 98? I Fetter Speck.................... phmdl10 Magerer Speck............... H-nd 14a Hausmacher Leberwurst?fd. 88 Dagdwurst-........................... pmndl15 Schinkenpolnische............ l30 Mettwurst nach BraoBichwelger Art, Pfand I33 Hildesheimer....................... Phmd I40 ff. Leberwurst...................... Haml50 Cervelat u. Salami ganzen...jtondl88 Kalbsleberwurst................. p�d I80 Teewurst«in........................... pf»d l80 TeeWUrSt grab.......................... Pfand I90 Sflche Räucherware« *) Her Leipziger Struae, Alexanderplatz, Fruktartar Allea, Ksttbeaer Damm, Belle• Allitnce■ ttraaae, Wllmertderfer Straeae. SesKache S66laChS«bn, K.i>f, Izn gsnsen....Pfand 15?« Kabeljau.bne�«xf, Im ganzen....Pfand 24?!. 'Suppenkrebse........., 8«* 25» 'Limandes..........................«»d 34?« •Schellfisch....................... Pfund 36?, 'Fischfilet...........................««nd 28?t Räucherwaren Räucherheringe................ 5�18?! SeelaChS geriaehert........... Pfand 40 Pf. Bücklinge........................... Ha-d 50? Seeaal abgezogen...................... Pfand 58- Ostseeheringe ba an tn verschiedenen Saucen____>!, DoaeSWPf.'(« Dose OalPL ittüse und Fette ..15» Wfflllto»5, lllMkZliiWMe-, Bajr. SdffBizer 20°/....................... Pfand tlApf. vollieft........... Pfand Ton Ijlltli BlockMsB 1,15 Sleioimsdier BMtäse s�..� 78» HBaster„m.«.....»».85» Tilsiter«ci.ii......»».84» Brieküse»».„....»».88» Edamers 65,-fss 95» EBgieolliaIer.�a78„ Holländer»».66» Mardatiie..........»».56» Molkereibutter Grasbutter.............. ....Pfand ■ Pfand «|56 I72 Kdf trlecli gebrannt................... Pfand Ton 1»a Konserven h Don ................ 75» Kirbis...................... 78 ReMaides........... 95» Pretsselbeereo........ 1,20 Ananas•............................>,.0°.. 1 ItDoee Pf. Besendars preiswerte Meine vom Safl in unseren bekannt guten Qualitäten RlieiDiiffilzerWeissveiR C�Ät» l�iteG00 onglnalMjmilÄÄtr. IfZ�J50 fiolerkfiasnlsfieerwelD Hirsch-, Heidelbssr-.Staehslhesr- Wein, Cider(sflsser Apfelwein) Liter 85?/. 5 Liter 4° Zur Bowloi 1928er Edenhobener angenebm. reintSn. Bowlenw. 100«bso 10 Liter mf QU ALITXTS-WKINI IKIer Braunebarger Rieeliag........... IBJI er lierateleer Doathal............. 1828 er Bravtl, feiner. taM.wei8«Jlorde*niweln I 1925 er Wiltlgger Kloiterberg............... 1927 er Hackeahcimer Klrchtne'.lak, lleallag. 1127 ar Riarataiaar Rttaharrcaweia.......... Original Douro- Portwein.................... 1928 er Oberemmeler Jeaolteagartee............ i 1927er Winkeler Hatcnaprung.......... 1924 ar Haut Saoternea. edtlsOuer wiisier 'hFL lOFIasch. •jas e|�50 223 2� 00 27S25 00 Himbeer- od. Kirschsaft� 1li CbampagnerflaBche. m.IaRafflnade eingekocht■ Zweifruchl- Marmelade Apfel• Erdbaer, Apfel• Hlaabaer, Apfel• Klrsob,__ Apfal-Johannlsbeer.................. Blmer ea. S Pfand M �M?!. 78 Erdbeersaft herro Tragende QnalitAt 14°° Preise ohne Piasehe i'/.n 1 10 Fluchen 35 in Fi. 12° Orangeade tm bekannter gnter QaalltRi ISO 4400 10 Fluchen Pt Pf. s�otyniatwaeen Bniclireis...........»».18» Etemklmi,,». 46., Monlniain-Rels 26» EierbandDodeli 36 WeMriess.....»», 22» Eleriadenoiidelfl»». 38 Hariweiieodriess».22» Gebr. Gersle......„».24» Gebr.Meii......»»,23» Konfitüren Hobosmalrooen« Elsbonbogs... fSe nach Wiener Art..... Pfand 55?«. oder Measlea-Dropa...... I Pfand Teebebäcb..... ,4»„, 55» SidlaniBClieD 35» Woflienenil-Miscb.ÄlS,. soilmllcli smörajipii 65 FniäKMsseii--Mi». 38» fieleelrücble»».38 pt pt Blmer ca. 2 Pfand Blmer l. 2 Pfand Kenfitlire Pflaumen.......... 92? Erdbeer............... I30 Aprikosen.......... 1'° Kirsch................... l33 Dohannisbeer...I'3 Himbeer............ I33 Ananas.....................................................l40 HERHAHN TIETZ Telephon. Bestellungen werden prompt erledigt Unaare AnaehiSsse; Leipziger Straeaai A 4, Zentrum B533 Alexanderclatzi E t. BaroMna 0019 Frankfurter Allee, E 3. KOnlgatadt 270 Wllmarsdorfar Str., Ct. StelnplatzSIS, Belle-A'llance-Str.■ FB. Bergm. 457f Kotlbusar Dämmt FO, Baerwald E19I Andreasetrasee: E4, Alexander 2364 Brunnenstraesei D 4, Humboldt 3624 Leipziger Str.$ liexaadirplatz» Frankfurter Xliee» Wilmersdorler Str.$ Belle-flliiance-Str.» Bruonensir.» lottbuser Damm* lidreasstr.