ar.S23 A 163 P WtlkWMgebW««. HMlirt» * «*» kB fmbtl«i» loa Hui.D« SBufWot» BtUaata.Bett nb Sett* unb.ßinhfrfrmnb". gtnwr " ierbeliang unb Wissen',.ffroat»- m«-,.Technik'..SM tat ki« t«n»«B'unb,3ua«ab-8uui> e i t s w i l l i g k e i t und den Fragen der Höhe und Dauer der Unterstützung. Endgültige Entschließungen wurden noch nicht gefaßt. Bis Ende Juli soll die Koinmission noch den P e r s o n e n k r e i s der Versicherung und die Finanzfrage in ihrer Gesamtheit erörtern. Die amtliche Mitteilung besagt nichts. Da strengste Vertraulichkeit für die Verhandlungen beschlossen worden ist, muß zunächst das Gesamtergebnis der Kommissions- beratung abgewartet werden. Koaliiionsdisziplin. Sine nicht ernst zu nehmende Anmaßung. Ein demokratisch schillerndes Boulevardblatt hält der preußischen Landtagsfraktion der Sozialdemokratie Vor» lesungen über Koalitionspolitik, weil bei der Abstimmung über die Mißtrauensvoten für den Unterrichtsminister Becker etwa ein Dutzend sozialdemokratische Stimmen ausgefallen sind. Das Wort„Koalitionsdisziplin" macht sich einigermaßen seltsam in den Spalten einer Presse, die trotz angeblicher demokratischer Parteirichtung dauernd ihrer eigenen demokra- tischen Landtagsfraktion und der preußischen Koalitions- Politik überhaupt in den Rücken fällt, so oft ihr dies im Inter- esse des Abonnentenfangs und aus ähnlichen Stimmungs- gründen zweckdienlich erscheint. Wenn aber schon von Koa- litionsdisziplin die Rede ist, so hätte das betreffende Boule- vavdblatt logischerweise auch eine. Untersuchung darüber an- stellen sollen, ob es den Anforderungen der Koalitionspolitik entspricht, wenn beispielsweise ein ausgesprochener Re- aktionär auf einen höheren Beamtenposten des Unterrichts- ininisteriums berufen wird, ohne daß die größte Koalitions- vartei hiervon etwas— vor vollzogener Tatsache— zu er- fahren bekommt. Völlig müssen wir es zurückweisen, wenn in diesem Blatt die Führung der sozialdemokratischen Landtagsfraktion ■ um Einschreiten aufgefordert wird. Die Führung der sozial- demokratischen Landtagsfraktion nimmt keine Anweisungen von einem anonymen— und obendrein sehr schlecht infor- mierten— Zeitungsschreiber entgegen, am allerwenigsten aus dem Kreis jenes Blattes, dessen Redaktionsmitglieder öffentlich in Demokratie, privatim in Kommunismus— auf j'den Fall aber in Sensation machen? Kr. Briefwechsel Kaas— Wirth. Gegen eine permanente„FeststettungSkommijsion�. Trr Borsitzenbc der Deutschen Zentrumsportei, Dr. Koos, bot au den Nejch-. minist er sur die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, emen Brief gerichtet, in dem er seine e r n st e st e n B e s a r g n if s e ausspricht- über dw: Bestrebungen, den Gedanken der sogenannten si e st st e l l u n g s- und Versöhnungskom Mission auf der kommenden politischen Konferenz noch weiter zu vertreten. Die Stellung des Zentrums in dieser Frage sei klar und endgültzg. Das Zentrum werde zu jeder deutschen Reichsregie- rung, die niif den Gedanken einer permanenten Kantroll. kommifsian eingehen wurde, in schärsste Opposition treten. Er Hille deshalb Dr. Wirth, zusamtnen mit den übrigen Mitgliedern der deutschen Delegation, olle die guten Willens sind, von dem aus- ' chtsloien Versuch abzuhalten, das Werk der Vcfviedung mit einer neuen Demütigung des deutschen Volkes zu belasten. Reichsminister Dr. Wirth hat daraus geantwortet: Frank- reich besitze aus dem Versa ill er Vertrag wie aus dein Locorno-Pakt jede denkbare Gewähr für seine Sicherheit. Jeder neue Organismus, der aus einc Dauerkontroll« gerichtet sei, könne Frank- reich keine höheren Sicherheiten geben, als die bisherig« Regelung, er könne nur die deutschen Rechtsgarantien vermindern. Di« Fest- sicllungs- und Vcrglcichskmnmission würde als ständige Ginrichtung ein stärkster Einbruch in die moralische Autori- rät des Völkerbundes in der Aufgab« der Friedenssicherung sein. Ein« Dauerkommission über die Rheinlande wäre ein Anschlag gegen Deutschland» Recht, der mit dem Ruhreinbruch verglichen werden könnte, ein Rückschritt in der ganzen friedlichen Entwicklung. Gegen rechisradikale JCügenhehe. Oa«i Vorgehen der Steuerbehörden in Schleswig-Holstein. Die preußische Staotsregierung ist den Beschwerden, die seit einiger Zeit in der Oesfcntlichkeit über zu rigoroses Vorgehen der Steuerdchärdrn bei der Einziehung der Steuern in Schleswig- Holstein erhoben werden, nachgegangen. Wie der Amtliche Preu- ßische Prelsedienst mitteilt, wurde dabei sestgestellt, daß die in der Okssentiichleit besprochenen Beitreibungen rückständiger Staats- und Gemeindesteuern ausschließlich bei böswilligen Steuerschuldnern vorgenommen wurden, die bei gutem ÜLillen auch nach Ansicht der örtlich zuständigen Organe sehr wohl in der Lage gewesen wären, die teils seit Jahren nickständigen Steuern zu bezahlen. Im Interesse des Ansehens der Staatsautori- tat und mit Rücksicht aus die übrigen, zum Teil weniger be- in i t t c l t e n Steuerzahler, die bisher ihrer Steuerpsiicht nachgekommen waren, mußte hier durchgegriffen werden. Den Tendenznachrichten, daß den„kleinen Besitzern" gewiiscrmaßen das„letzte Stück Bich aus dem Stolle" geholt werde, muh entschieden widersprochen werden. Aus dem kleinen Bauernstande sind bisher kein« ollgemeinen Vorstellungen über zu scharfes Lorgche.i bei der Beitreibung der Steuern erhoben worden. Zwangsversteigerungen von ländliche» Be- sitzungcn wegen rückständiger Staats- und Gemeindesteuern lind bis- her in der Provinz Schl«swig-5)olst«in nicht erfolgt. Die durch- geführten Zwangsversteigeningen gegenüber ländlichen Besitzungen smd von privaten Gläubigern betrieben worden. In iolchen Fällen haben sich, sofern Steuern rückständig waren, die Steuergläubiger mehrfach dein Verfahren angeschlossen, ohne, was ausdrücklich nochmals betont ivertic» muh, die Zwangsoersteige- »ungen selbst herlxigeführt zu haben. Es muß auch anerkannt werden, daß die Reich sfinanz- b»Hörden ini allgenieinrn mit der gebotenen Rücksicht bei der Beitreibung rückständiger Rcichssteuern vorgehen. Nvung-plan und Reichsbahnpersonal. Was ist mii dem verheimlichten Gchacht-Bn'ef? Bom Einheitsverband der Eisenbahner wird un« geschrieben: Sluf Grund einer Einladung des Reichsverkehrsministcrs fand am Mittwoch, dem 10. Juli, eine Besprechung zwischen dem Ber- kehrsminister Dr. Stegerwald und den Organisationen des Eisen- bahnpersonals statt. Der Zweck dieser Besprechung wor die Ent- gegennahm« der Wünsche des Eifenbohnpersonols in bezug auf den Doung-Plan. Der„Vorwärts" hat bereits in Nr. 319, Morgen- ausgab«, über diese Berhandlungen berichtet. Schon in dieser Notiz ist eine der wichtigsten Forderungen des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands, sowie der Gewerkschaft Deutscher Lokoniatiosührer, nämlich die Gleichstellung der Reichsbahnbeamten mit den Reichsbeamten, den Lesern zur Kenntnis gebracht worden. Direkt im Widerspruch zu dieser Forderung steht«ine Dcröffent- lichung der dem Deutschen Beamtenbund angeschlosienen Eisen- bahnervcrbände, die den Vertretern des Einheitsvsrbande» und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer unterstellt, sie hätten in dieser Besprechung in bezug auf die Regelung von Rechts- und Dienswerhältnissen der Reichsbahnbeamten eine zu vereinbarend« Personalordnung, bzw. Tarisoertrag gefordert. Wahr ist, daß der Vertreter des Eitcheitsverbande» auch zugleich für die GDL. dem Reichsverkehrsmmister, nachdem er gegen die einseitig« Beteiligung von Reichsbahnvertretern und Ausschaltung von Personalvertretern durch die Sochverständi- gen P r o t e st eingelegt hatte, folgende drei Punkte als Forde- rung unterbreitete: 1. Entsprechend dem durch den Aoung-plau wiederhergestellten vollen Eigentumsrecht de» Reiche, an der Reichsbahn Ist Sicherheil dafür zu fordern, daß diese, Eigentum,rechl sich i« einer größeren Einflußnahme der R«ich»regi«rung auf dl« Geschäftsführung und Finanzoer waltung de, Betriebe, wie auch auf die Regelung der Personalverhältnisse auswirken muß. 2. Entsprechend der hohen Bedeuiung, die die Reichsbahn als Verkehrsunternehmea im Rahmen der denischen volkswirifchasl besitzt. ist da» der Reichsregierung auf Grund de, früheren Reichs- bohngefehe» zustande gekommene Aufsichlsrechl in wefenklichen Punkten zu erweitern. 3. Für das gesamte Personal der Reichsbahn. Beamte. Aage- stellte und Arbeiter ist die allgemeine deutsche Geseh- g e b n n g im vollen Umfang zur Anwendung zv bringen, und jede Ausnahme st ellung des Personal» gegenüber den übrigen deutschen Beamten. Angestellten und Arbeitern zu beseitigen." Diese Grundfordeningen wurden von den Vertretern der Ge- werkschast Deutscher Lokomotivführer nach ergänzt. In der ge- samten Besprechung ist weder von den Vertretern des Einhettsver- bandes, noch von denen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotio- führ«? die Frage einer Vereinbarung(Tarffvertrag) erwähnt warben. Die umfangreich« Denkschrift des Einheitsvsrbandes und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, die die Frage der Be- seitigung des Eiscnbahngefetzes behandelt und zu dem Doung-Plan Stellung nimmt, hat nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Gläubigerländern beträchtliche Beachtung gefunden. Besondere Beachtung in dieser Richtung verdient, daß auch die I n t c r n a t i a- nale Transportarbeiterföderation sich diese Denk- schrift zu eigen macht. Es muß auf dos tiefst« bedauert werden, daß einig« Orgoni- sationen aus einem Agitationsbedürfnis heraus versuchen. Uneinigkeit unter das gesamte Reichsbohnpersonal zu tragen, wo die größte Einigkett angebracht wäre. Di« Eisenbahner haben alle Vera"- lassung einig zu sein, namentlich angesichts gewisser Vorgänge. Dazu gehört in erster Linie der verheimlichte Schacht-Brief, der immer noch nicht der deutschen Oeffentllchkeit bekanntgegeben ist. Es ist lediglich bekannt, daß dieser ein persönliches An- gebot des R e i ch s b a n k p r ä s! d e n t e n Schacht dar- stellen, dabei aber die volle Rechtswirkung des Poung- Planes haben solle. Durch diesen Brief soll in Erweiterung des Boung-Planes der Reichsregierung jeglicher Ein- fluß auf die Reichsbahn, soweit wirtschastliche, personelle und sinanzielle Dinge in Frag« kommen, genommen werden. Auch soll die Reichsregierung bereits durch den Schachl-Brief in bezug auf die Besetzung de» Verwaltungsrat» der Deutschen Reichs- bahn festgelegt sein und zwar zur Sicherheit der deutschen Groß- industrte. Angesicht» dieser Sachlage muß die Nebeirforderung der Der- treter des Etsenbahnerverbandcs und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer um so größere Bedeutung finden, die dahin geht, daß den deutschen Mitgliedern in dem OrganlsaNonsausschuh Sachberaler der Reichsbahn beigegeben werden, woran auch Vertreter de, personal, bzw. der Gewerkschaften beteiligt werden sollen. Die Einstellung der Sachverständigen in dieser Richtung bei den Reparationsnerhandlunzen in Paris war sicher nicht unparteiisch, denn sie haben bei diesen Verhandlungen wohl Sachbearbeiter der Reichsbahn hinzugezogen, haben aber Vertreter der Gewerk- fchaften nicht berücksichtigt und Sachbearbeiter der Re- gierung sogar abgelehnt. Wenn sich dieses Spiel nicht fortsetzen soll, dann ist es unbedingt notwendig, daß Sachverständige der Gewerk- schaftcn neben den Sachverständigen der RstPsbohn zugezogen werden. Zugang. Zwei Seelen- und ein Gedanke! Di« Hugenberg-Press« oeröffentticht, alphabetisch geordnet, eine nicht sehr umfangreich« Ramenslist« derer, die dem famosen„Reichs- ausschuß für dos deutsche Volksbegehren" beigetreten sind. Außer mehr oder minder bekannten Parlamentariern der Rechten finden wir dort, durch einen neckischen Zufall nebeneinandergestellt, folgende beiden Namen:> Roll, Gotthard, Porteivarsitzender, Thorlottenburg: B ö g l e r. Albert, Dr, Generaldirektor, Dortmund. Der„Parteivorsitzende" Gotthard Roll ist jener Mann, der m Versammlungen gegen SO Pf. Eintrittsgeld den unwissenden In- flationsopfcrn Auswertung der rotgestempelten Tausendmorkschein« und ähnliche Wunder verheißt. Seine„Partei" dürste die Mit- gliederzahl eines besseren Kegelklubs haben. Mit besonderer Ge- häfsigteit befehdet Herr Roll den ReichsbankprSsidenien Hjalmar Schacht. Herr Dr. D S g l e? ist der sehr feriSs« Vertreter der rheinisch- westfälischen Schwerindustrie, der eine gewalttg« finanzielle Macht hinter ssch hat. In Poris ließ er bei den Verhandlungen zum Doung Plan seinen Kollegen Hjalmar Schacht im Stich Was Herrn Vögler sonst mit Herrn Gotthard Roll»erbindet, wußten wir bisher nicht. Jetzt wissen wir e«,,, Eiaisdebaite in(Sachsen. Eine Niederlage des Vünger-Finanzministers. Dresden. I?. Juli.(Eigenbericht.) Der Sächsische Landtag beschloß am Freitag mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Abgeordneten der Wirt- schaftspartei, der Deutschnationalen, des Sächsischen Landvolks und «Iniger Abgeordneten der Deutschen Volkspartei, die sächsische Gesandtschaft in München aufzuheben. Abg. Geiser(Soz.) gab im Verlauf der Ctatsdebatte namens der sozialdemokratischen Fraktton eine Erklärung ab, in der gesogt wird, daß es dem reaktionären Bürgertum mit Hilfe der Kommunisten gelungen sei, unier der heuchlerischen Parole:„Nie wieder Sowjetsachsen" eine Arbeitcrmehrheit im Sächsischen Landtag zu oerhindern. Eine verfassungsmäßige Grundlage sei für d!« Regierung nicht vorhanden. Schon jetzt erhebe die Sozialdemokratie Protest gegen die Androhung des Finanzministers, die Beschlüsse des Landtage» nur dann auszuführen, wenn sie nach seiner Auffassung finanziell tragbar seien. Mit schärfstem Nachdruck habe die sozialdemokratische Fraktion in den Ausschußberaiungen ver- sucht, den Haushaltsplan seines einseitigen Charakters zugunsten der Besitzenden z» entkleiden. Unbedingte Voraussetzung für einen entschiedenen fortschrittlichen Kurswechsel wäre die Aenderung der sächsischen Steuergesetzgebung, um die trogfähig«- ren Kreise des Volkes zu den Verpflichtungen des Staates heran- zuziehen und die Minderbemittelten zu entlasten. Durch die Notverordnung zur Erhebung der Grundsteuer zu den alten Einheit»- werten oerschenke die Regierung trotz der großen Finanznot de» Landes weiterhin viel« Millionen Mark. Zwar sei es der Sozial- dcmotrat!« gelungen, einzelne Verbesserungen für die Arbeiterschaft zu erreichen, aber die eingesetzten Summen für den Gesundheit?» schütz der Arbeiter, für die Wohlfahrtspflege und für die kulturellen Aufgaben des Staates seien unzulänglich. Trotz der von den Re- gierungsparteien abgegebenen Versprechungen seien noch den Wahlen weitere Millionen gestrichen �worden, die früher für soziale Verpflichtungen des Staates und für kuliurelle Zwecke verausgabt wiirden. Die privotwirtschastliche Orientierung des Finanzministers sei eine ständige Gefahr für die staatsmirtschaftlichen Betriebe. Der Bestand der gegenwärtigen Regierung, für den Demokraten, Alt- fozialisten und Aufwertler ebenso verantwortlich seien wie die ossi- ztelle» Regierungsparteien, sei für Me künftige Entwicklung des Lande» ein« schwere Gefahr. Dieser Regierung steht die Sozialdemokratie mit schärfstem Mißtrauen gegenüber. E i e l e h n e daher den Haushaltsplan in seiner Gesamtheit ab.— Di« Etatsdebatt« führte zum Schluß zu einem heftigen Konflikt innerhalb der Regierungsparteien. Der Wirtschaft»parteilich« FInanzmiuister Weber fordert« mit Nachdruck die Ermächtigung, daß die Beträge, die im ordentlichen Haushaltsplan für Neubauten eingesetzt sind, nur aus- gegeben werden dürfen, wenn das Finanzministerium vorher fest. gestellt Hot, ob die erforderlichen Mittel auch verfügbar stich. Dagegen richtet« sich«in Antrag auf Streichung dieser Er« m ä ch t i g u n g. der mit 69 gegen 23 Stimmen angenommen wurde. Di« Minderheit setzte sich ou» den Deutschnationalen, der Wirtschaftspartei und dem Landvolk zusammen. Mit der Linken stimmten Doltsparteiler, Demokraten und RostlmalsoziaNsten. Nach der Annahme de« Etat» vertagt« sich der Landtag bis zu« Oktober. Regierungserklärung in Mecklenburg. Lockerong der WohnungSzwangSwirtschafi. Schwerin. 12. Just.(Eigenbericht.) In der am Freitag im Landtag für Mecklenburg-Schwertn ab- gegebenen Regierungserklärung de» Rechtskabt« nett» heißt«» daß da« Ministerium ein« allgemeine Steuerermäßigung nicht durchzuführen beabsichtig«. DI« Einnahmen de» Lande, dürften kemertei Kürzungen erfahren. Notwendig wäre strengst« Sparsamkeit auf allen Gebieten, Ber- einfachung der Verwaltung und Vermeidung jeder Vergrößerung des Angestelltenkörper». Bei der Aufnahm« neuer Anleihen soll« große Zurückhaltung geübt werden. Die Regierung werde ferner mtt allen Mitteln versuchen, di« Selbständigkeit Mecklenburg, zu erhalten. Zweck, Behebung der Agrarkrise werden ffredithilfs- maßnahmen angekündigt. Eine gesund« Siedlung soll im Rohmen der vom Reich gewährten Mittel gefördert werden. Rentable Land- wirtschafts-Meliorastonen sollen in Angriff genommen werden. Die Wohnungszwangswirtschaft wird gelockert werden. Das Bildungsbedürfnis der Schüler der kleineren Städte soll durch den Ausbau der Mittelschul« befriedigt werden. In der Debatte wurde von dem sozialdemokratischen Redner Möllmann besonders scharf gegen die beabsichtigte Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft Stellung genommen und bemängelt, daß sich in der ganzen Regierung?- erklärung weder ein Satz über die Behebung der Not der Landarbeiter nach über die Einstellung der Regierung zur Republik befinde. Der sozialdemokratische Miß- trauensantrag wurde durch einen Beschluß der Regierungz- Parteien, über diesen Antrag zur Tagesordnung überzugehen, hinfällig. Kaufpreis bezahlt— Fememörder entlassen. Schwerin, 12. Juli.(TN.)' Wie im Mecklenburg-Schweiinschen Landtag mitgeteilt wird, be- absichtigt das Staatsministerium, die in Mecklenburg in Strofhaft befindlichen, wegen Fememordes Verurteilten zu begnadi- gen. Die Begnadigten werden bereits am Montag aus der Straf- anstalt Dreibergen bei Bötzow entlassen werden. Der Zeniriimeabgeordnele Dr. Brüning, der seit dem ver- gangcnen Jahre neben seinem Reichstagsinandat auch ein Mandat im Preußischen Landtag besitzt, hat das preußische Mandat setzt wegen Arb-itsüberlastung niedergelegt. Nachfolger Brünings im Preußischen Landtag ist der Gewerkschaftssekretär Karl Hillenbrand, Saarbrücken, Reichsausschuß für Volksbegehren. Hugenberg:, Unser ZieichsauSschuß für das Volksbegehren soll zunächst alle die Kreise umfassen, die als Junker, Standesherren, Offizierspenfionäre, Schwerindustrielle gegenüber dem Staat schon reiche Erfahrung im Begehren haben.- Arbeiterminister und Oberhaus. Ein Reformvorschlag. poincars redet weiter. Heftige Kammerdebatte. Pari», 12. Juli. lEigenbericht.) Poincare setzte am Freitag in der Kammer seine Erklärungen über die Ratifikation der Schuldenabkommen fort. Der größte Teil des Hauses würdigt« nicht ohne Bewunderung die in dem langen C�posä enthaltene Arbeitsleistung. Am Vormittag bewies Paincarä in einleuchtender Weise, daß alles von der französischen Regierung versucht worden sei, um von den Amerikanern Erleichterungen der Zahlungsbedingungen zu er- balten. Ein Verzicht aus Zahlung, der von verschiedenen Seiten ge- fordert werde, wird verhängnisvolle Folgen für Frankreich nach sich ziehen. Auch jede andere Regierung werde ratisizieren müssen, Die Ruhrbesetzung Hobe dem französischen Schatzamt die Summe von l'A Milliarden Franken eingebracht, vor ollem ober babe sie die Annahme des Dawes-Plones gesichert. Als der passive Widerstand aufgehört Hobe, seien die Sachverständigen zusammen- getreten. Zu dieser Zeit habe Macdonald anerkannt, daß die Frage der interalliierten Schulden mit der Reparationssrage v e r» b u n d e n sei. H« r r i o t habe später auf dieser Verbindung be- standen, sei aber damit auf den unüberwindlichen Widerstand Eng- lands gestoßen. Nachmittags entspann sich eine heftige Kontroverse zwischen P o i n c a r t und dem früheren Ministerpräsidenten Her- r i o t, der erklärte, auch Frankreich hätte den Plan Bonar L a w s annehmen sollen, dann wäre die Verbindung zwischen Re- parotionen und interalliierten Schulden zustandegckonnncn und dann hätte man Deutschland einen gemeinsamen Willen entgegen- gestellt. P o i n c a r ö erwiderte, die darin geforderten Zahlungen mären von Deutschland niemals angenommen worden, woraus Herriot rief:„Sie haben damals den Plan Bonar Laws abgelehnt, weil er eine Reduktion für Deutschland bedeutet hätte, und jetzt er- klären Sie, daß seine Lasten z u h o ch gewesen seien." Poincarä be- schränkte sich darauf, zu erwidern, daß der Bonor-Law-Plan nie c x i st i e r t habe. Poincare bittet, nicht in der Vergangenheit zu wühlen, worauf ihm der sozialistische Abgeordnete Vincent Anriol antwortet, er selbst sei es ja, der durch seine historischen Auseinander- jetzungen aufreize. Poincarä kommt immer wieder darauf zurück, daß er recht gehabt l)abe, den Plan Bonar Laws abzulehnen, während herriot dem fortgesetzt widerspricht. Poincarä erklärt hieraus: Ich habe nicht gesagt, daß ich den Plan Bonar Laws abgelehnt habe, weil die von Deutschland ge- sorderte Annuität zu hoch gewesen wäre, ich l>otte einen anderen (5) r u n b.(Don der linken Seite wird gerufen: Welchen?) Poincart erwidert: l derung von Unternchmungen beschränkt bleiben, deren Entwicklung einen direkten Einfluß auf die Behebung der Arbeitslosigkeit be- sitzen. Arbeiierabgeordnete gegen Einreisebewilligung für Mussolini. London. 12. Juli. Der sozialistische Abgeordnete.Wedgemood beabsichtigt, am Montag im Unterhause den Premierminister zu interpellieren, ob die Regierung geneigt sei, Mussolini die Einreise» erlaubnis nach England z u erteilen. Bekanntlich plant Mussolini aus Anlaß der großen F l u g z e u g a u s st e! l u n g in der Olympia Hall London einen Besuch astzustaiten. «its dem Boden der inneren Wahrheit, s«rst führt sie zu mili- t a r i st i s ch« in Kadavergehorsam und damit yir inneren Berlurnpung, um so mehr, wenn man aus zahretanger Ersahruna weiß, daß diejenigen, die am lautesten„Disziplin" schreien, sie in entscheidenden Augenblicken nicht geübt haben." Flucht eines Kommunisten ins bürgerliche Amtsblatt. Das Amtsblatt aber fügt hinzu, daß Herr Nikolaus Pfaff schon im Jahr« 1923 in Ruhla als Bürgcrmeisterkaiididat aufgetreten sei, und daß es den Anschein habe, daß Herr Pfoss seinem Parteifreund Kol/irmisch das Bürgermeisteramt mißgönne... Münchner Giudenienlärm. Sie protestieren gegen den preußischen Kultusminister. München, 12. Juli.(Eigenbericht.) Die nationalistischen Studenten der Münchener Hochschulen veranstalteten am Freitag eine Straßendemonstratio.n gegen den preußischen Kultusminister Dr. Becker. an der sich im wesentlichen die Farben trogenden Korporationen, aber ohne die katholischen Verbindungen beteiligten. In einer Entschließung wird schärfster Einspruch erhoben„gegen das System Metlernich, in dem sich demokratisch nennenden Preußen, gegen die Knebelung der akademischen Freiheit und gegen dos Vor- gehen der Berliner Polizei am 28. Juni". Die Kundgebung verlies völlig unbeachtet und ohne jede Anteilnahme der Bevölkerung. Göbbels auf dem WC. Zwischen den Hakenkreuzlern um Otto Strasser, dem Bruder von Gregor Straffer, und den Leuten um Göbbels und Hitler besteht bittere Feindschaft. Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte, und so erfährt man aus dem Streit dieser Gruppe einige interessante Einzelheiten. Die Leut« um Otto Strasier werfen Göbbels vor, daß er der Bewegung durch sein„jüdisches Aus- sehen" schade, noch mehr dadurch, daß er, der niemals im Feld gewesen ist, ständig den Frontsoldatengeist im Munde sühre. Sein hervorstechendster Charakterzug sei die Feigheit. Er lasse sich nie- mal« aus der Straße erblicken, ohne von seinem Leibwächter, dem Abgeordneten Haacke, begleitet zu sein. Während des Besuches der politischen Polizei auf dem Gaubureau der Nationalsozialisten habe jichGöbbelsderHeldstundenlangaufderToilette eingeschlossen. Das ist derselbe Göbbels, der im Reichstag mit Heldenpos« den Republikanern ankündigte, daß er sie aufhängen lassen werde! Man stell« sich das Bild vor: Der Hängehcld in dem engen Raum eine» WC. eingesperrt, ängstlich auf jeden von außen eindringenden Ton horchend, in schlotternder Furcht, daß ihn ein Kriminolbeanitcr fragen könnic, wes Nam und Art er sei. Ab und zu wird der Deckel gelüftet, um der Angst Auslaß zu verschaffen. Der will Republikaner hängen? Der fällt ganz bestimmt noch vorher vor bleicher Furcht M Ohmnacht! Für die bei der Beisetrnng meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Selrragers und Großvaters, des Gastwirts Otto Niendorf erwiesene Teilnahme, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Kurzreiter sage ich diesem und den Vereinen und Organisationen, allen Freunden, Bekannten und den Mietern des Hauses Chausseestr. 19 im Namen der Hinterbliebenen meinen herzlichsten Dank. Ww. Haida Niendorl Beriin-Maricndorf. den II. Juli 1929. Für bie vielen Beweise inniger Tetinahme beim Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes, de« treu- ivtgenden Daters seiner einzigen Tochter, Herrn Kurt Körner sagen wir allen Freunden und Be- iannten herzlichen Dank für das ehrende Geleit. Besonderen Dank der Vertretung seiner Arbeitskollegen illr die tröstenden Worte am Sarge. ietner der Z. Äamcradschast des Beichsbanner« sowie der 91. Abteil. aer SPD Reukölln, im Juli ISA. Die trauernde Witwe Helene Körner Nebst Todiicr Dorm und Eikern und Gesdiwtstcr. ieotsdier Metallarbeiter- VeM Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schleis« Hermann Müller geb. 28. Juli 1875, am 10. Juli an Herzschlag gestorben ist. Die Einäscherung findet am Montag dem 15. Juli, nachm. ZV, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Am 30 Juni starb infolge Unfalls unser Kollege, der Bauklempner Karl Sekilllnx geb. 2i. August 1907. Di» Beerdigung hat bereit, stakt- gründen. Ehre ihrem Andenkenl Vi« Ocfnoenooltnng. | Ikealet. Lidtlsptele usw| Sonnabend, 13.7. Staats-Oper Unter d. Linden R.-S. 11 20 Uhr Sevilla Siaats-Oper Am Plul.Republ. A.-V. ZI 19Vi Uhr Sonnabend,l3.7. Stadl Oper Bismarcks tr Gsicniossen Staatl. Sdiansph. am Geodannenmarki Oestbloiien! Staatl.Sehüler-Theater.niarltb. Geschlossen. 8 Uhr Sarb. 8296 van Horn& Jnez, Barbette usw. ScDiubtcd a. Sustag Ja 2 lantellaagaa 330 a. 8 Uhr. 330 erm3Blgla Prals* Tägl. S U. 813 Sonol. 2. 5 u«<- Alex. 8066 INTERNAT. VARIETt VolKsbUline ftieater amBüloftliti 8V, Uhr Bemn, wie es weint ii. lacht Theater am sminbanerdBmra. Norden 1141 u-281 SV« Uhr Gmppe Innrer Sdianspielcr Revolle Im Erziehuooshans (UnmnBnnmos- beseunna) Partei- und Gewerk schaftsmitgl. gegen VorzeigungdesMit- gliedsbuches statt 3 und 4 Mark nur 1 Mark OeDlsüiet Ibeater D.I. Norden 12310 8 0, Ende gegen 11 Die Fledermans Musik v.Joh. Strauß. Regie; Max Reinhardt. Musik. Einrichtung und Leitung E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer Die Komödie J 1 Bismck.2kH/7516 S'U, Ende geg. IlPaU. Reporter 3 Akte v. Ben Hecht und Mac Arthur Regie; Belm BUpert. Luslsplelhaos Täglich 8-h Uhr Revolation bei Stern's Rundfunkhörer halbe Preise. TheaL d. Westens Täglich CTi Uhr Sonntag S'/t u. S'/i Frans Lchars Weltcrfolgl Friederitte Carola, Hanns Wilhelm Telephon Steinplatz 0931 u. 5121 Bamowsky-ÜDlinen Iheater in der KOniggrätzar Straße Bergmann 2110 Täglich 8-/. Uhr Letzte 3 Aufführungen Riva I en Komödienhaus Norden 6304 Täglich 8»/- Uhr Hodizeitsreise Sommerpreise I Billige Fmim-MiirlMii Ab B*iiin'W«idwiMl«inmbrflck*: 9 Uhr. Sonnt, Dienst. Donnerst n. Paretz— Mont, I Freit n. Ketzin m Rundfahrt um Potsdam Bio D. SBrflft Wert]. Hrn». 2.-. Sonnt. Hrnk. S.-— Mittw. n. Tmnplin Hmlt 1.50 U. Ferdh Bmk. 2.-— Mittw. ab Weidendamm- brücke 7-30 Uhr n Brandenburg Hm». S.-— Donnerst. ab Spandau, Charlottenbrücke, 8 Uhr n. Brandenburg Bir.k. 2-— N. Kohlharenbrück, Griebnlizsce Dienst ab Charlottenburg, Schioßbrücke 13.30 Uhr— Nach Birkenwerder-Lehnllzaee Mittw. u. Freit ab Charlottenburg, Schioßbrücke 930 Uhr.— N. Glindower Alpen Donnerstag ab Charlottenburg, Schloßbrücke 9.30 Uhr. Hin u. zur.: n. Kohlhasenbrack Hm». 1.20, n. Lehnilzsee Hink. 1.90, n Glindower Alpen Rmk. 2.-.{ Ab Berlin- Jan nowltzbrücke: Werkt 9 u. 14 Uhr n. GrOnau-Sdimöckwltz 830 Uhr| r. Wollersdorfer Sd>lense-MSIIenaee— Werkt,(auß. Sonnabend) 10 Uhr n. Ziegenhala-Welgea Schloß— Sonnt, Dienst, Donnerst 7.45 Uhr n. Teupitz-Tomows Idyll— Mont, Mittw, Freit. 9.30 Uhr n. Prierosbrack — Mont, Mittw, 830 Uhr n. Paretz— Dienst 830 Uhr n. Madmower Schleuse— Donnerst 8.30 Uhr n. Kohl- haaenbrftck— Freit 830 Uhr n: Forsthana Templln.[ Ab Teg*i-S«eufer: Mont, Mittw, Freit 7 Uhr n. WcrbeUiusce-AUenhoi — Mont 10 Uhr n. Potsdam-Alter Tornow— Dienst 10 Uhr n. Paretz— Mont u. Freit 1430 Uhr n. Birkenwerder-Lehnlizsce. Aus dem Teltow-Kanal i Ab Neukölln, Rudower Str.830 Uhr u. den dazwischenliegenden Stationen: Mont n. Ferch— Mittw. n. Glindower Alpen— Donnerst n. Ketzin- Dienst u. Freit n Paretz— ab Lichterfelde, Giesensdorfer Straße, 930 Uhr— Dienst n. Prinzengarten- Mittw. n. Woltersdorter Schleuse- Donnerst n. Rübezahl — Freit, n. Schmöckwitz. 5 Bilk» Zeati. 2818» Cau ihen erlaoBI Fllm-Sensatlon;„WleSchmo- llng Paolino besiegte'4.— Der Wunderknebe Conche und weitere Varletö» Neuheiten. Sennabend und Sonntag Ja 3 Verstellungen Zw und 8 Uhr. Zw kleine Preise. riuLaa KottMor Kottb.Str.6 rägl.SUhr Elite- Sänger Ntaes Programm I Ab 17.31. 7. Gastspiel der 9 Original lelDtloer Friti-WeDer-sanoer Sommer-Qarten-Theater Berliner Prater N 58, Kast-Allee 7-9. Tel. Hb. 2246 CaslsBlel Gasts) Beer. Gistcl Lillsn SEarewUscBm Operette von Franz Lehär Dazu der große Varielitell. Anfang Konzert 4.30. Burleske u. Varietd 0 Bstl. OOSkSNS 0.30. leden Donnersiag groBtr Volksiao. |ed. Mittw. KlnderlRSt n. Verbsnßg Auskünfte i Miltelstr. 35. Zenlr. 3747-5749. Bitte, ausschneiden!■■■ QEose- Thcaicr, Gro�cFrankfnrier Sir. 1S2. Ocarg« nbttlsn«: B.30 Uhn Konzert u. Gr. Variet�-Vorstellg. 8,15 Uhr: Gräfin Mariza Große Operette von Kälman im loBenltaealert TSgUch 8.15 Uhr; „OEAF" Tragödie eines Sportlers Planetariuic am Zoo i feriint Jsadiimsthilir Streif B. 5 Barbarossa 5578. I6Vt Uhr Stsrnbltafer das Sommers I8>/, Uhr Der Slutliall der Sanne 20»/. U. Van Pal zu Po sm Sternenhimmel Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. I Mk, Kinder 50 PI. Mittw..- Erwachsene 50 Pf, Kinder 25 Pf | WOCHENENDE| dem grCsstaa iDtereeemteetaa popnlßistea VergnBgimgspirk Oeotschlands 100 Attraktlencn Frel-Varlet« Gronei Brillant-Feuerwerk Metropol-Th. Tägl. 8Vf Uhr Sonntags Z'ii u. 8>/< Blaubart Operette von Offen dach Kammersänger Lto Slezak Quinungs-.Babalt- u.Beklameniarken gegen Nachahmung gesetzt, gesch. fertigt seit 45 Jahr als Spezialität. Conrad Müller Lelpzi'- Schkeuditz ii zor Niete W50,Antbacherstr.l Reichshallen-Theater Allabeudlldi[Ö] Uhr Sieiilner Sänger nur noch bis 15.7. Ab 15. 7.; Gastspiel der 'Dresdner Vlctorla-Sänger Oönhof f- Bre ttl: (Saal und Garten) Variete; Konzert I Tanz Adolf-Becker-Orchester �Omnibus f ab Grünau, Bohnsdort bis Ktrchpiaß übet 90 Parzeüen an der Schönere. der Ehaustee. 2s«rk d. Restparzellen qrn t M an. Bcr- läuser Sonntag» anwesend. C. A. Winkler Zshlandorf-Mitte Teltower Str. 8. stehlendorl 2228 Rennen zu Strausberg Sonnabend« d. 13. Juli nachmittags 3 Uhr. Mein Kapitän- Kaulabak schmeckt mir doch am besten! L-]uergen$ Alazanderplatz Neue Könlgslr. Nr. 323* 46. Iahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 43. Juli 1929 Plädoyer im Gtinnes-Prozeß. Oer Staatsanwalt sagt: Versuchter Betrug. Sechs Stunden lang klagte der Staatsanwalt Berliner an und wurde nicht fertig. Er hat es sich nicht leicht gemacht und leicht werden es auch die Verteidiger nicht haben. Wenn das Gerichts- urteil fällt, dürfte ihnen vielleicht doch das Lächeln vergehen, das mehr als einmal bei den starken staatsanwaltlichen Argumenten um ihre Lippen spielte, vielleicht sollte es nur ihren Klienten Mut zu- sprechen. Denn eines Trostes bedurslen sie. w o l d o w sah da. einem Schulbuben gleich, der Lügen gestrast wird. S l i n n e» blickte mit bösen Augen zum Staatsanwalt hinüber und senkte erst die Blicke, als dieser sich mit ihm zu beschästigen begann. Erst noch einer geraumen Zeit fand er den Mut, sie wieder auf den Ankläger zu richten. Der Staatsanwalt Berliner fügte aber Stein auf Stein. bis sich um die Angeklagten eine unüberwindbare, scheinbare Mauer von., Argumenten legte. Leidenschaftslos leistete der Staatsanwalt psychologische Filigranarbeit. Um so stärker war die Wirkung. r Staatsanwalt Berliner spricht: Der Prozeß, sagte der Staatsanwalt Berliner, hat weit über die Grenzen Deutschlands Aufsehen erregt; denn aus der An- klagebank sitzt Hugo Stinnes, der Träger eines Na- mens von Weltruf, eines Namens, der geradezu mit fprichwört- lichsm Reichtum verknüpst ist. Und diesem Mann wird zur Lost gelegt, daß er sein Vaterland um mehrere Millionen habe betrügen wollen. Ich halte ihn nicht zu einem ge- meinen Betrug an seinen Mitmenschen fähig. Wie ist aber dann sein Handeln psychologisch zu erklären? Aus der antisiskaliischcn Einstellung des Hugo Stinnes. Diese, den Staat schädi- gcnde Einstellung ist in weiten Kreisen ver- breitet. Steuerhinterziehung gilt nicht als ehrlose Handlung— ungeachtet der Finanziwt des Staates. Unter Stinnes' Vertrauens- leuten sprach man von Schwarzsachen und Grünsachen. Bei den ersteren handelt« es sich um Steuerhinterziehungen, bei den letzteren um solche, die dem Bevollmächtigten der Stützungsaktion der Banken für das Stinnes-Erbe nicht bekämet werden durften. Aus dieser Mentalität heraus ist auch die den Angeklagten zur Last gelegte Tat zu verstehen. Schneid. Bela Grosz, Leo und Eugen Hirsch haben von vornherein gewußt, daß es sich um ein betrügerisches Geschäft handelte; Stinnes, v. Wotdow und Nothmann läßt es sich nicht nachweisen. Aber Stinnes hat von vornherein das Gefühl gehabt, daß es sich um ein unerlaubtes Gc- schüft handelte. Deshalb schämte er sich, seinen väterlichen Freund, den Rechtsanwalt Heuk, zu Rate zu ziehen, und deshalb warnte er Waldow,«in« unerlaubt« Handlung vorzunehmen. Im Mai 1927 erfuhr er, daß für das französische Geschäft falsche Schlußnoten rerwandt worden seien— für ein legales Geschäft— sagt« er. Wesi>alb hat er das nicht früher gesagt? Geht man selbst von dieser Aussage aus, so wußte er von diesem Moment an, d a ß e s s i ch um einen Betrug handelte. Er ist aber nicht vom Ge- schüft zurückgetreten, sondern hat Waldow nach Paris entsandt, da- u>ft dieser die 300000 Mark rette. Waldow setzte nun den fran- zöstschcn Abgeordneten Calmon in Bewegung und dieser versandt« zwecks Beschleunigung der Abwicklung des Allleihegeschäftes einge- schriebene Briefe on die verschiedenen osfziellen Stellen. Stinnes hat erst zu dieser Zeit bösgläubig gehandelt— sofern seine heutig« Aussog« zutrifft. Anders liegen die Dinge, wenn man zu den IIn- tersuchungsprotokollen greift. Was die llntersuchungsprotokolle verraten? Da ist z.B. Waldows Geständnis. Es soll ihm erpreßt worden sein. Er will gehofft haben, aus der Haft entlassen zu werden. Die Sachverständigen sprachen vvn der Möglichkeit einer Hostpsychos«. Waldow hat aber dieses Geständnis erst sechs Monate später widerrufen, als er sah, daß die Anklageschrift immer wieder ihn zitiert«. Sein Geständnis wird durch aicher« Totsachen bestätigt. Die Zeugin Grosch hat in der Voruntersuchung auf Waldows Ver- antassung, unibeeinslußt von ihm. das gleiche ausgesagt wie er. An Hand der Brief«, die Waldow ihr aus Frankreich und England geschrieben hatte, zeigte sie Schritt für Schritt den Gang des Anleihe- geschäftes auf. Daraus ergab sich, daß Waldow bereits im November 1926 aus einer Unterhaltung mit Schrandt ersah, daß die Papiere gefälscht sein müssen. Daß er das wußte, hat er auch seinem Berteidiger anvertraut. Eine Bestätigung findet Waldows Geständnis auch in den Aussagen der Zeugen Parva und des Iirstizrats Markus. Er ist des Betruges überführt. Waldows Rolle. Des Betruges überführt ist auch Stinnes. Auch er hat sein Geständnis widerrufen. Auch dieses Geständnis ist glaubhaft und wird durch andere Beweismiftel gestützt. Stinnes konnte keine vernünftige Erklärung dafür finden, daß er trotz seiner Unschuld das Geständnis abgelegt hat. Glaubte er dadurch de? Untersuchungshaft zu entgehen? Warum hat er es nicht sofort widerrufen, als er sah, daß ein Haftbefehl gegen ihn erlasien worden ist. Waldow hat Stinnes in der Voruntersuchung belastet. Es ist nicht wahr, wie er später erklärte, daß er sich erst während der Untersiichungshoft in den Haß gegen Sttnnes hineingerannt hat. Schon im April mochte er Andeutungen, daß Stinnes ihm würde helfen müssen. Er sprach zu dem Kriminalkommissar Rassow auf der Fahrt von Salzburg nach Berlin schlecht über Stinnes und bezichtigte ihn des Betruges, ats er sah, daß er nichts mehr von ihm zu hoffen habe. Wiederholt sagte er,' Stinnes würde, wie immer, auch jetzt frei ausgehen. Unmöglich erscheint es, daß Waldow, nachdem er den Betrug erkannt, auf eigen« Ber- antwortung das Geschäft fortgesetzt hoben sollte. Ganz so wie er im Mai 1927, laut StinneS' eigener Behauptung, ihm mitgeteilt hat, daß falsche Schlußnoten verwandt worden seien, mußte er ihm im November 1926 von den gefälschten Schrandtschen Papieren be- richten. Dazu zwang ihn sowohl seine hemmungslsse Mitteilsamkeit als auch die Erziehung zllm Gehorsam� die er als Kadett ge- nassen hat. Daß er aber Stinnes damals die Mitteilling gemacht hat, folgt auch aus dem Telephongespräch, das er von Paris aus mit Stinnes führte:„Herr Stinnes," sagte er,„Sie können mich doch nicht einfach sitzen lassen und so tun, als haben Sie mit der Sache nichts zu schaffen." Stinnes fjat schon damals den Betrug erkannt und das Geschäft trotzdem weiter- geführt. Staatsanwalt Berliner führte darauf den ausführlichen Nachweis für die Schuld der übrigen Angeklagten: für Schneid komme nur Beihilfe zum Betrug in Frage.— Die Strafantrögc erfolgen heute. Zwei Autoraser gestellt. Sühne für da« Unglück am prager plah. Am 6. Juli berichteten wir über die Autoraserei am Prager Platz, bei der zwei Passanten, eine Frau und ein Mann, überfahre ir und schwer verletzt wurden. Schon zwei Tage später gelang es, einen der Täter, und zwar den Ehauffeur Paul Stelter, zu verhosten. Inzwischen ist es den Bemühungen der Kriminalpolizei auch gelungen, den Begleiter des schuldigen Chauffeurs, den Wagemväscher Wildenhagen, festzunehmen. Wie wir bereits mitteilten, handelte es sich um eine Schwarz- fahrt, und die beiden Schuldigen hatten schon ik> Charlottenburg durch ihr Z i ck z a ck s a h r e n auf dem Fahrdamm die Aufmerksam- keit der Schutzpolszei erregt. Schon vorher war es am Kurfürsten- dämm zu einer Karambolage mit einer Autodroschke gekommen. Der Führer des gerammten Wagens, ein Chauffeur K., sowie sein Fahrgast hatten die Berfolgung der Schuldigen aufge- nommen und dabei gesehen, daß die beiden Insassen des flüchtigen Autos den Platz anr Steuer tauschten. Zuerst hatte ein schmächtiger Mensch gefahren, dann übernahm die Führung ein breitschulteriger Mann. Bei der Gegenüberstellung mit Stelter und Wildenhagen ergab es sich, daß Wildenhagen die Autodroschke gerammt, Stelter ober später die beiden Passanten nach dein Führerwcchsel am Prager Platz in rasende r Fahrt überfahren hatte. Bei ihrer Ver nehmung gaben jetzt beide auch den Platzwechsel am Steuer zu. Das gesammelte Material ist inzwischen der Staatsanwaltschaft zur weiteren Veranlassung zugeleitet worden. Schrecklicher Tod einer Zehnjährigen. Auf dem Grundstück der Eltern verschüttet. Aus schreckliche Weise kam gcslern nachmittag die zehnjährige Schülerin Hildegard Wolfs ums Leben. Das Mädchen spielte auf dem Grundstück der Eltern in Ali- Glienicke, Siedlung Irrgarten, an einer abschüssigen Stelle. Plötzlich gerieten die Sandmassen in Bewegung und das Mädchen wurde buchstäblich von den niederstürzenden Erdmassen begraben. Einige Zeit später wurde das Unglück bemerkt; alle Wieder- belebungsversuche der Verschütteten durch die hinzugerufen« Feuer- wehr blieben jedoch ohne Erfolg. Die kleine Leiche wurde poli- zeillch beschlagnahmt. Ein anderer schwerer Unfall mit tödlichen Folgen ereignete sich gestern in der G o r m a n n st r a ß« 3 0. Dort geriet der achtzehn- jährige Arbeiter Paul L a a tz aus der Linien st ratze 244a zwischen Fahrstuhl und Schachiwan d. Der jung« Mensch konnte von der alarmierten Feuerwehr nur noch als Leiche ge- borgen werden. Eine. Untersuchung über die Schuldfrag« ist in- zwischen eingeleitet worden. Flug Siolp— Berlin. Glückliche Fahrt de« Seddiner Kleinlustschiffe«. Das Seddiner Kleintuftschiff, das am Freiing in den frühen Morgenstunden in S t o l p zu seiner großen Fernfahrt nach Berlin aufgesiieqeir war, landete gegen 8 Uhr vormittags auf dem Stet- tiner Flugplatz zu einer beabsichtigten Zwischenlandung. Das Lustschiff, dessen Erscheinen größtes Aufsehen hervorrief, verweilte mehrere Stunden auf dem Flugplatz, von dichtgedrängten Scharen Neugieriger umlagert. Nach der Uebernahme von Brennstoff stattete das Schiff gegen 16.30 Uhr zum Weiderffug nach Bettin. Nach einer Gesamtflugdauer von 614 Stunden er- reichte es am Abend glatt Berlin. Das nach dem S y st e m Parsefal-Raatz erbaute Kleinluftschiff hielt sich längs der Eisenbahnstrecke und erreichte gegen 6 Uhr die Reichshaupffiabi. Nach einer ausgedehnten Schleife über der Stadt landete es, von einem großen Flugzeuggefchwader begleitet, um 8.50 Uhr auf dem Zentralflughafen in Tempelhof. Es handelte sich um eine Ueberführungsfahtt des Luftschiffes. Eisenbahnunglück im Gaargebiei. Güterzug fährt auf haltenden Personenzug.- 30 Verletzte. Saarbrücken, 12. Juli. Am Freitag vormittag ereignet« sich im Bahnhof Merzig «in schweres Eisenbahnunglück. Ein von Ttter kommender Güter- zug fuhr auf den fahrtbereiten Personenzug, der stark besetzt war, auf. Durch den Anprall wurde die Güterzuglokomotive in den letzten Wagen des Personenzuges hiniengeschoben. Der Wagen wurde zum größten Teil zertrümmett. Die Zahl der Verletzten beirärn etwa dreißig. Der Heizer der Gülerzuglokomotwe wurde durch ausströmenden Wasserdampf schwer verbrüht. Die Verletzungen der bei dem Eisenbahnunglück in Merzig in Mitleidenschaft gezogenen Personen haben sich glücklicherwesse durchweg als leicht herausgestellt. Ein Todesfall ist nicht zu ver- zeichnen. 3ack£ondon: 80] (Bereditigie üebersetzung von Ermin Magnus). Er drückte Daylight begeistert die Hand, und dieser er- widerte den Händedruck mit gleicher Wärme, und dann beugte er sich herab und küßte Dede auf den Mund. Sie waren ebenso glücklich über den Erfolg ihrer Arbeit wie ein großer Heerführer über einen erstaunlichen Sieg. Fergusons Augen waren verdächtig blank, während die Frau sich noch enger an den Mann preßte, dessen Werk es war. Plötzlich hob er sie in seine Arme, trug sie zum Flügel und rief:„Los, Dede! Spiel Gloria, Gloria!� Und während die Flammen auf dem Herde emporstiegen, klangen die siegreichen Töne der Zwölften Messe durch den Raum. G Daylight hatte kein Enthaltsamkeitsgelübde getan, aber dennoch seit dem Tage, da er sich vom Geschäft zurückgezogen hatte, nicht einen Tropfen Alkohol angerührt. Dald war er jedoch stark genug, ein Glas trinken zu können, ohne sofort ein zweites folgen zu lassen. Andererseits war der Drang zu trinken von dem Augenblick an, als er sich auf dem Lande niedergelassen hatte, vollkommen verschwunden. Er spürte kein Verlangen nach Alkohol und vergaß sogar, daß«r existierte. Doch er wollte sich nicht davor fürchten, und wenn ihm der Kaufmann in der Stadt hin und wieder etwas an- bot, pflegte er zu sagen;„Schön, mein Sohn! Wenn es Ihnen Spaß macht, daß ich ein Glas mit Ihnen trinke, gern. Geben Sie mir einen Whisky." Burning Daylight, der Finanzmann, war, wie er Dede prophezeit hatte, eines schnellen Todes verblichen, sein jünge- rer Bruder, der Daylight aus Alaska, war auf die Ranch ge- kommen und hatte seinen Platz eingenommen. Sein Körper hatte die frühere Schlankheit und Geschmeidigkeit wiederge- wonnen, und in den Wangen hatten sich die schwachen Höhlen wwder eingestellt, die on ihm den Höhepunkt körperlichen Wohlbefindens bezeichneten. Alljährlich feierte er seinen Ge- burtstag auf die alte Grenzerweise und lud das ganze Tal ein, auf den Hof zu kommen und sich werfen zu lassen. Und ein großer Teil des Tales folgte der Einladung, brachte Frau und Kinder mit und machte einen richtigen Familienausflug daraus. Anfänglich war er, wenn er bares Geld brauchte, Fer- gufons Beispiel gefolgt und hatte einfache Tagelöhnerarbeit verrichtet, aber es dauerte nicht lange, so fand er eine Er- werbsform, die angenehmer und befriedigender war und ihm zugleich mehr freie Zeit ließ. Seit der Grobschmied ihn ein- mal im Scherz aufgefordert hatte,«in ganz unzähmbares Füllen zuzureiten, und es ihm glänzend gelungen war, galt er für einen vorzüglichen Zureiter. Und bald konnte er mit dieser Arbeit, die ihm wirklich ausgezeichnet lag, so viel Geld oerdienen, wie er wollte. Ein Zuckerkönig, dessen Zuchtfarm und Rennstall in Caliente, drei Meilen von Glen Ellen lag, schickte, wenn Rot am Mann war, nach ihm und bot ihm, ehe ein Jahr ver- gangen war, die Stellung eines Oberaufsehers über die Ställe an. Aber Daylight schüttelte lächelnd den Kopf.„Ich will mich nicht abrackern," oersichexte er Dede, und er übernahm derlei Arbeit nur, wenn er durchaus Geld brauchte. „Wir haben die Ranch und uns," sagte er zu seiner Frau, „und ich will viel lieber mit dir nach den Hood-Bergen reiten, als vierzig Dollar verdienen. Man kann nicht Sonnenunter- gänge und zärtliche Frauen und kaltes Quellwasier und all das für vierzig Dollar kaufen, und für vierzig Dollar kann ich nicht«inen einzigen Tag zurückkaufen, den ich dazu ver- wandt habe, mit dir nach den Hood-Bergen zu reiten!" Sein Leben war außerordentlich gesund und natürlich. Er ging früh ins Bett, schlief wie«in Kind und war mit der Sonne auf. Es gab immer etwas zu tun, tausenderlei Klei- nigkeiten, die ihn lockten, aber nicht riefen, und er über- anstrengte sich nie. Dennoch mußte er sowohl wie Dede zu- zeiten zugeben, daß sie müde waren, wenn sie zum Beffpiel siebzig Meilen geritten waren. Als sie eines Tages vor der Post in Glen Ellen hielten, um einen Brief abzuschicken, wurden sie von dem Grobschmied angesprochen. „Hören Sie, Daylight," meinte er,„ein junger Mensch namens Slosson hat Sie grüßen lassen. Er kam in einem Automobil durch und war auf dem Wege nach Santa Rosa. Er wollte wissen, ob Sie nicht in der Nähe wohnten, aber die Leute, mit denen er zusammen war, hatten keine Zeit zu warten. Und da sagte er nur, ich sollte Sie grüßen und sagen, daß er Ihren Rat befolgt habe und immer noch seine eigenen Rekorde schlage." Daylight hatte Dede längst die Geschichte erzählt. „Slosson?" sagte er nachdenklich.„Slosson, das muß der Hammerwerfer sein. Er hat meine Hand zweimal runter- gedrückt, der verdammte Kerl." Dann wandte er sich plötzlich an Dede.„Hör', es sind ja nur zwölf Meilen bis Santa Rosa, und die Pferde sind frisch." Sie erriet, was er im Sinne hatte, denn seine glänzen- den Augen und sein verlegenes jungenhaftes Lächeln sprachen deutlicher als Worte, und sie lächelte und nickte zu- stimmend. „Wir können den Richtweg durch das Bennett-Tal ein- schlagen," sagte er,„der ist näher." Als sie erst nach Santa Rosa gekommen waren, hatten sie keine Schwierigkeiten mehr, Slosson zu finden. Er und seine Gesellschaft hatten sich im Oberlin-Hotel einlogiert, und Daylight traf ihn in der Bar. „Hören Sie mal, mein Sohn," sagte Daylight, sobald er Dede vorgestellt hatte,„ich bin gekommen, um Ihnen eine neue Chance zu geben. Wollen wir die Sache noch mal versuchen? Hier ist Platz genug." Slosson lächelte und ging auf seinen Vorschlag ein. Die beiden Männer standen einander gegenüber, legten die Ell- bogen auf den Schanktisch und griffen zu. Slossons Hand wurde schnell heruntergepreßt. „Sie sind der erste, der das je fertiggebracht hat," jagte er,„lassen Sie uns noch einmal versuchen." Wieder umspannten die Hände sich, und wieder wurde die Slossons heruntergedrückt. Er war ein breitschulteriger junger Riese mit kräftigen Muskeln und mindestens einen halben Kopf größer als Daylight, er machte kein Hehl aus seinem Aerger über die Niederlage und verlangte eine dritte Probe. Diesmal spannte er seine Kräfte aufs äußerste an. und einen Augenblick schien der Ausfall zweifelhaft. Mit brennenden Wangen und zusammengebissenen Zähnen be- gegnetc er dem kräftigen Griff des andern, bis seine Mus- keln knackend nachgaben. Seine gefüllten Lungen ließen die Luft explosiv entweichen, seine Widerstandskraft erlahmte, und die Hand ging kraftlos herab.(Forts, folgt.) Hunöetehse/ Spittelmarkt/ Friedrichshagen Ist der Berliner mehr Freund des Wassers oder des Waldes? Eine schwer zu beantwortende Frage, da die heimischen Gewässer incist von Wald umkränzt sind. Hundekehle und das nahe Paulsborn waren einst, als die Fahrten nach dem Souper ins Freie noch per Landauer oder wenigstens in Droschke 1. Klasse stattfanden, bevorzugte Stätten— heute ist für die Auto besitzende Menschheit die Distanz zu klein, ebenso wie Treptow und selbst Friedrichs- Hägen zu nahe liegen. Aber die zahlreicheren Menschen, denen kein Rappe im Stall wiehert und kein Auto in der Garage duftet, haben trotz der Stacheldrähte um„baureife" Blocks beiden End- punkten unserer Tour ihre Liebe bewahrt, da von ihnen aus das mühelos aufgesucht werden kann, was zur Erholung dient: Waldes- dust und Wasiergeplätscher. Wie herrlich ist der Blick über den Müggelsee, wenn man hinter den Wasierwerken endlich an das Ufer gelangt, das sich ein paar Meter über dem Seespiegel erhebt und mtt hell schimmern- dem Sand bedeckt ist. Gegenüber die hohen Berg«, links das Frei- bad und dos Wasser belebt von Dampfern, Motorbooten. Segel- und Ruderbooten. Die Linie 187 führt nahe an das Seeufer, ein« Linie 84 ge- stattet eventuell für den einmal gezahlten Preis die Fahrt bis zum Wasserwerk. Der Autobus dagegen, der dieselbe Uferstratz« fährt und die Verbindung nach Hessenwinkcl darstellt, nimmt für die ganze— 25 Minuten— Fahrt 40 Pf. und gibt kein Teilstreckenbillett. Die neue Straßenbahnlinie 84 E vom Bahnhof nach Rahnsdorf wird ihm die Teilstreckmfahrgäst« wohl abnehmen. Die Fahrt durch den Treptower Park, dann durch Baumschulcnweg, Nieder- und Oberschöneweide und Köpenick bietet interessante Abwechslung— große Fobrikzentren, idyllische Gartenhäuschen und Hochbauten im modernen Stil tauchen auf und verschwinden— man lernt aus dieser Fahrt aber auch erkennen, daß die moderne Stadtverwaltung sich mit Erfolg bemüht hat, die Harmonie der Natur aufrechtzuerhalten. Karten für Hundekehle Seit« 2 und 3, für Friedrichshagen Seite 9 und 10 des 30-Pf.-FLHrers der BVG. Die Lugend in Wien. Zahllose Veranstaltungen.- Glänzende Stimmung. Wien, 1?. Zuli.(Eigenbericht.) Immer größer wird die Zahl der Teilnehmer des internationalen Jugend treffen« und immer zahlreicher werden die Veranstaltungen in Wien. Vor den Studenten sprachen im Rathau, Karl Ren- n e r und B r e i t n e r über sozialistische Gemeinde- Politik. Die Mittelschüler hoben ihre Tagungen. W a x Adler spricht vor den deutschen Jungsozialisten. Die gewerkschaftlich organisierten Zugendlichen find zu Berusstagungen zofammengetrelen, so die Junglehrer, die Arbeiterabsti- ncaten, die Esperantisten usw. usw. Den Jugendlichen, die an keiner dieser Tagungen teilnehmen, zeigen die Wiener Genossen die nene und die alte Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten. Am Abend finden zahlreiche künstlerische veranslallungen in den Theatern und in den größten Sälen statt. Im Raymund-Thealer wird o. a. das Arühlingsmysterium von Bruno Schönlank ansge- führt, vom deutschen Parteivorstand sind Arthur Erispien und Karl Hildenbrand erschienen. Kundgebung der sozialistischen Studenten. Wien. 12. Juli.(Eigenbericht.) Heute nachmittag wurde im Festsaal des Alten Rathauses das zweite internationale Studententreffen.«rysfnet. Aus Deutschland sind 280 StudtlNten eingetrosfen, aus Belgien 36, aüs Frankreich 24, aus Holland 18, aus Polen 22, aus der Tschechoslowakei 36. Besonders begrüßt wurde die Anwesen- heit von englischen Studenten. Nachdem Ingenieur B o h- mann im Namen der sozialistischen Studenten Oesterreichs Be- grühungsworte gesprochen hatte, gab Dr. Ellenbogen für den Sozialistischen Parteivorstand der Hoffnung Ausdruck, daß In- tcllektuslle und Arbeiter zusammenkommen wer- den. Im Namen der Jugendinternationale begrüßte Heinz das Zusammenarbeiten der Studenten mit den jugendlichen Zlrbeitern. A r t u r Erispien(Berlin) begrüßte die Tagung als Vertreter der Sozialistischen Arbeiterinternationale und bezeichnete die Be- freiung der Wissenschaft von den nationalen Schranken als wich- tigst« Aufgabe der Studenen. Nachdem im Namen der auswar- tigcn Studenten Dr. Friedländer(Berlin) für die gosttiche Ausnahme in Wien gedankt hatte, hielt Staatskanzler a. D. Dr. Renner einen Vortrag über den Sozialismus und die Intellektuellen. Ein Geselle schneidet sich die Kehle durch. Weil ihn die Braut entehren wollte. Sett einiger Zeit zeigte der 20jährige Schlöchtergeselle H e l m u t h H., der bei einem Potsdamer Fleischer- meister beschäftigt war, ein gedrücktes Wesen. Danach befragt, gab er an, daß seine Braut in Berlin ihn bei seinen Eltern in der Heimat zu blamieren drohte, weil er seinem Meister einmal«in paar Mark fortgenomnien hatte. Heute fand man den Gesellen in der Toilette der Wirtschastsräume t o t auf, er hatte sich mit einem Schlächtermesser die Halsschlagader durchschnttten. Oer Leichenfund in Oreilinden aufgeNärt. Die Nachforschungen der Polizei haben schnell Aufklärung über den unbekannten Toten gebracht, den man in der Nacht zum Donnerstag beim Jagdschloß Dreilinden fand. Es handelt sich um einen Studenten der Technischen Hochschule Walter Hagemann aus Aurich, der sich mit einem Rasiermesser die Halsader geöffnet hat. Die bedauernswerte Mensch hat dann in furchtbarem Todeskampf den Erdboden im Umkreis von mehreren Metern aufgewühlt nnd fft dann endlich hilflos verblutet. Ein Abschiedsbnef spricht von Lebensüberdruß und Weltenschmerz. Raubvögel in der Großstadt. Im Lärm der Großstadt hat der geschäftige Mensch wenig Zeit und Gelegenheit, die Erscheinungen der lebenden Natur zu beob- achten. Die Anspannung des Erwerbslebens läßt ihm auch später keine Zeit, das nachzuholen, was ihn in der Jugend versagt blieb. Ilm so mehr Aufsehen vermag es zu erregen, wenn in der Großstadt Lebewesen auftauchen, die in vergangenen Zeiten die wahren Be- Herrscher der Erdoberfläche waren, während sie sich jetzt vor dem Lärm und Dunst der großen Menschenhaufen Hinausslüchten in die Neste der großen Wälder, in die stillen Kleinstädte und Dörfer. Auf dem Turin der Jerusalemer Kirche in der Lindcnstraßc haben sich jetzt ZweiTurmfalkenpärchen eingenistet, und der erstaunte Stadtmensch sieht hoch oben über der Straß« die kühn- geschnittenen Silhouetten ihrer fliegenden Körper um den Turm . kreisen. Das langgezogene helle Krächzen der Raubvögel durchdringt .als fremartiger Laut die Brandung des Straßenlärms. Menschen bleiben stehen, den Blick in die Höhe gerichtet, sammeln sich an. blicken voll geheimer Spannung und mit einer Ahnung von der unberührten Schönheit der Natur dem Flug« der ihrer' Kraft be- wußten Tiere nach, die auf die Sperlinge und Tauben Jagd machen, unbekümmert um die bewundernden Ausruf« der erb- und stodt- aebundenen lichthungrigen Wesen drunten. Majestätisch ist das Kreisen der wilden Gäste, hoch schwingen sie sich in das Stückchen Himmel über den Straßenschluchten empor und entschwinden bald, allein über dem Häusermeer, den Blicken. Hinaus aus der Giadt! Gefundheits- und Siedlvngspolitit der BVG. Verkehrsunternehmen, die von Erwerbsgeselljchaftcn betrieben werden, soillgn Profit bringen. Auch die Berkehrseinternehmen der Stadt Berlin, die in der städtischen Berliner Derkehrs-Ge- s« l l s cha f t(BVG.) zusammengefaßt sind, können nicht auf Er- trag verzichten. Aber beherrschender Gedanke ist hier nicht das Der- langen nach Gewinn, sondern der Wunsch, dem Volkswohl zu dienen. Wieviel die Verkehrsmittel Berlins dazu beitragen, die Besied- lung der Außenbezirke zu erleichtern und hiermit die notwendige Auflockerung des alten Stadtkerns zu beschleunigen, ist bekannt. Wie sehr sie zugleich die Bolksgesundheit sördern. indem sie den Aus- slugsverkehr begünstigen, das hat vielleicht mancher so recht erst aus dem im„Borwärts" schon mehrfach erwähnten Büchlein erkannt, das die BBG. als„A u S f l u g s f ü h r e r" herausgegeben Hot. In der Umgebung Berlins ist jetzt fast bei ollen Ausflugsgebieten von Bedeutung die Möglichkeit gegeben, sie mtt Straßenbahn oder Omnibus und zum Teii. auch mtt Untergrundbahn zu erreiche»-! Besonders rnlt der' Einrichtung vbn Omnibusstittefr treibt die BB.G, ganz bewußt eine Gesundheitspolitik, hie den Dank der Beoolkerupg verdient. Durch den Ausflugsömnibus wird auch die Chaussee, die für viele feit langem aus der Mode gekommen war, wieder zu Ehren gebracht. Er erlaubt uns, wieder einmal von ihr aus die Welt zu betrachten und in der Landschaft alte Reize neu zu entdecken. Eine von der BVG. für die Vertreter der Press« veranstaltet« Besichtigungsfahrt im Omnibus führte zu einigen der schönsten Aus- flugsgebiete, südweftwärts bis Potsdam und Nedlitz, nordwärts bis Wandlitz. Direktor Dr. M a j e r c z i k, Mitglied des Vorstandes der BVG., und Redakteur Möbus, Leiter der Llterorifchen Abtei- lung bei der BBG., wiesen hin auf die Bemühungen der BVG., das Netz der Außenlimen immer weiter auszudehnen. Für Omni- busverkehr bestehen neben den 32 Stadtlinien jetzt 7 Vorortlinien (z. B. Müggelheim usw.) und 9 Ausslugslinien(z. B. noch Schild- Horn, Cladow, Nedlitz, Wandlitz usw.). Di« Ausflugslinien werden sonst nur an Sonn- und Feiertagen, aber während der S o m m e r- f e r i e n auch an Wochentagen betrieben. Oeuischer Tennissieg. Auf dem Rot- weiß. Tennisplatz im Grunewald fand gestern das Davis-Pokal- Spiel gegen Englaad statt, dem etwa 4000 Personen beiwohnten. Als erster spielte der deutsche Meister P r e n n gegen den Engländer Gregory. Prenn erzielte 6:3, 6:3. 6:2. Der Deutsche Moldenhaner spielte gegen den englischen Champion Austin und gewann 6: 4. 6: Z, 6: 3. Das Publikum jubelte den Siegern zu. Unfall in einer«.Vorwärts�-Filiale. Unsere„Dorwärts"-Filiale in der Prinzenstraße 63 wurde am Donnerstag von einem eigenartigen Autounfall heim- gesucht. Einer Autodroschke, die in Richtung Jannowltzbrück« durch die Prinzenstraße fuhr, brach bei der Annenstraße die vordere Achse. Das linke Vorderad rollte vom Auto ab über den ganzen Fahrdamm und den Bürgersteig hinweg und schlug mtt solcher Wucht ins Schaufenster unserer Filiale, daß die große, 8 Millimeter starke Scheibe unter lautem Getöse in Trümmer ging und alles wüst durcheinandergeworfen wurde. Zum Glück stand zur gleichen Zeit kein Mensch vor dem sonst stark belagerten Fenster, so Den Wochenendlern gab diesmal Walter Trojan einen guten Hinweis:.Fahrt in die Neumark'". Die Neumark ist näm- lich für die Berliner noch unentdecktes Land. Das liegt zum Teil daran, daß nur eine vorsintflutliche Bahn mit einer Stunden- gejchmindigkeii von 33 Kilometer hinaustährt, daß man also«iwa 3>- Stunden braucht, um das anmutige Städtchen Königsberg i. N. zu erreichen. Herrliche Wanderungen durch bewaldetes Hügelland können von hier aus unternommen werden. Leider gibt es in die Neumark noch keine Wochenendkarten. Ebenfalls im wesentlichen an die Wochenendler richtete sich ein Vortrag, der die Gefahren und ungeheuren Schäden der Waldbrände behandelte. Hoffentlich haben recht viele Wanderlustige ibn sich zu Herzen ge- nommen.— Am Abend wurde aus dem Deutschen Theater .F l« d e r ni a u s" von Johann Strauß übertragen. Die unsterb« liche Heiterkeit dieser Musik entfaltete sich auch in dieser lieber- trogung. Tes. daß trotz der Gewatt de« Zwde» nitmamb z« Schade« f««� Nach dem Unfall stand das Autorad friedlich zwischen der„Vor- wärts'-Lttercttur, nur„Das wahre Gesicht der Hoheirzollern" und ein Buch über Trotzki lagen unter dem Rade. Beide sind asso dies- mal wirklich unter die Räder gekommen. Ausnutzung wirtschaftlicher Bedrängnis Verurteilung eines ungetreuen Wohlfahrtsvorstehers. Als eine außerordentlich verwerfliche Handlungsweise bezeich- nete Amtsgerichtsrat Mensel vom Schöffengericht Berlin-Mitte das Verhalten des Fuhrunternehmers Kurt Raphael, der als Vorsteher einer Wohlfahrtskommisiion in Berlin O. sich auf Kosten der Unterstützungsempfänger fortgesetzt bereichert hat. Besonders niedrig wurde die Gesinnung des Angeklagten vom Gericht bewertet, weil er die Leute, die sich in ihrer schwersten wirtschaftlichen Bedrängnis an ihn gewandt hatten, ge- schädigt hatte, obwohl er selbst nach seinem Eingeständnis ein aus- reichcndesEinkommen hatte. Nach der Anklag« war Raphael beschuldigt, sein Ehrenamt in der Zeit von Ende 1926 bis Ansang dieses Jahres zu.fortgesetzten Amtsunterschlagungcn mißbraucht zu haben. Er hatte sich von den Unterstützungsempfängern Blankoqutttimgen ausstellen lassen, ihnen aber nicht den vollen Be- trag, der ihm überwiesen worden war, ausgezahlt, sondern da- Formular nachträglich mit einem Betrage von meist 5 Mark höher ausgefüllt. Von den 13 Anklagepuntten konnte das Gericht aber nur fünf Fälle als voll erwiesen ansehen. Es wurde aber eine fortgesetzte Handlung angenommen. Nur dem Umstände, daß der Angeklagte, der jetzt iin 51. Lebensjahre steht, noch nicht bestraft ist. verdankte er es, daß dos Gericht ihm für die qualifizierte AmtsunterschloLung und schwere Urkundenfälschung nicht Zuchthaus gab, sondern mit- dernde Umstände bewilligte. Raphael wurde zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt.__ Explosion auf einem Ltnterfeebooi. Griechischer Fregattenkapiiän getötet. Paris. 12. Juli. Wie havas aus C a e n meldet, ist bei versuchen mtt Präzifions- apparalen. die aus einem in Bau befindlichen griechischen llntersec- book angebracht werden sollten, eine Flasche mit komprimierter Lust explodiert. Ein Fregattenkapitän, der im Austrage des griechischen Mariiieministerums die Abnahmekommission leitete. wurde ans der Stelle getötet, drei Mitglieder der Kommission sowie drei Arbeiter wurden schwer verletzt. Kein Grund zu festlicher Beflaggung. Oer Schweriner Ziechtshlsck zieht die Iieichsflagge ein. Schwerin, 12. Juli.(Eigenbericht.) Die erste„Tat" der neuen Rcchtsmehrhett in Mecklenburg- Schwerin bestand nach der Wohl des Landtogsprösidenien und der deutschnationalen Regierung darin, daß die schwarzrotgoldene Flagge des Reiches— die bisher auf dem Dache des Landtages bei dessen Vollsitzungen wehte— eingezogen wurde. Sie soll in Zukunft bei den Dollsitzungen nicht mehr gehißt werden. Die„M ccklenburgische Volkszeitung" bemerkt zu diesem Akt:„In der Tat, nachdem die neue. Mehrheit des Landtags iffl» Tistigkelb begocu«» hach ttegt-'k vi n.Grund zun festlichen Beflaggung. des Landtages oorilb«)- v> /sa&'" t ;-'......»' Vf...i.V-.Ji» o.1.!:«i Der Wintergarten denkt nicht daran, im Sommer zu feiern und er Hot ein Programm zusamweugestellt, das sich wieder einmal jehcvt lassen kann. Star fft diesmal der WunÄerknabe Roberr Conche, wie alle Wunderknaoen zu allen Zeiten von ungewöhnlichem Selbst- bewußffein erfüllt. Immerhin, er leistet auf allen möglichen In- strumentcn Birtuojes. Zlber auch F ra n c o P i p« r, der sich Banjo- könig nennt, leistet auf diesen Instrumenten ganz Ungewöhnliches. Das soll ihm einer nachmachen, wenn er über ein Dutzend dieser Zupjinstrumeitte zu gleicher Zeit betreut.. Neu dürsten auch die 8 Lancoshire Lads fein, diesmal nicht Girls, jonderv Boys, also jmeg« Männer, eine schneidig steppende und tanzende Truppe. Hocherfreut stellt man die Wiederkehr nach Jahren von R e v i n und Pimpel fest. Reoin ein Schwerathlet besonderer, Art und Pimpel sein Box, wie man ihn nicht wiederfindet. Beide, Herr und Hund, wirken zwerchfellruinierend. Den prächttgcn M o r i n e a k t Kapitän Oviedos und die Settrauschf zene Janny Glorts dürften ebenso bekannt sein wie A u s j i e, das boxende Känguruh. Wo sollen auch alle absoluten Neuigkeiten her- kommen? Und man sieht diese Nummern sehr gerne wieder. Aparte Tanznummern sind B o 1 d i o e r a und jvc exotisch interessante Anita R o r e e. Di« Entrcenummer: Straßenszene der zwei B o l l e s ist wie so oft eine der besten, eine wahre Halsbrecherei, umgeben von dein Schleier grotesken Humors. Und H a n n i Rosen, das Berliner Bollemädel, die Zillelype? Die Nummer ist nicht übel, kann ober noch durchgearbeitet werden. Ae Schluß- nurnmer Royal Peking Trupp« zeigt wieder einmal dos fabelhafte Können der Leute aus dem fernen Osten. wetlerberichl der öffentlichen wellerdieo liste?« Becliu und Umgegend. lNachdr. vcrb.) Zuerst noch lehr warm, lvätcr unter Gewitterregen etwas Abkühlung— Für veliffckilond: Im Süden noch lehr warm, im übrigen Reiche nördjüdwärtS jortlchrcitende geringe Abkühlung, strichlveiji leichte Gewitter. Sport. Renne« zu hoppegarlea am Ireilag. dem 12. Zuli. 1. Nennen. 1. Ouellendorf(Böhlke), 2. Heidelerche, 3. Dido. Toto: 19:10. Platz: lt. Li), IS: 10. Ferner liejen: Siesta, Immerhin, Sonate, Rofenlippc, Rotbart. 2. R e n n c li. 1. Silberstreis CPrinien), 2. Astrqlog, 3. Polqdor. Toto: 107:10. Platz: 31,65.51:10. Ferner liejen: Mantegna, Anstar, Pale, Trust, Ina. Radames, Dolores. Mima. 3. R e n ii e n. l. Adebar(Cb. Korn), 2. Palowa. 3. Senator. Toto: 76:10. Platz: 17, 48, 14:10. Ferner liefen: Mafalda, Lrmelonc, Ganga, Eervus, Mola, Meisterstück, Teddy, Slromschnelle, Mainixe. FranccSco, 4. R e n n e n. 1. Farn Uhr. Gruppen Süden und Lichtenberg. Sonntag, 14. Juli, Fahrt nach Erkner. Treffpunkt 61h Uhr Bahnhof Warschauer Straße. Gäste willkommen. Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". S-schästsstelle: Berlin S. 14. Eebastianstr. 37/38, Hoi 2 Tr. Sonnabenb, 13. Zuli. Eharlottenburg. Kundgebung mit Ortsvercin Tiergarten. Treffpunkt 191h Uhr Bahnhof Belleou« ohne Fahnen. Gtcglisi sOrtsverein). Antreten 191h Uhr Düppelplaß. Nachzügler 20 Uhr Hanlaplak, mit Musik und Fahnen. Beoliu-Soleuthal. 20 Uhr Versammlung bei Möller, am Bahnhof. Tagesordnung:»Unsere Berfassungsfeier�. Eichwalde. 20 Uhr Vollversammlung im Lokal von Witte,„Waldschlößchen�, Dortrag: „Das Flugzeug im Mensis der Republik'. Stellungnahme zur Verfassungsfeicr. Erscheinen Pflicht. Wasiersportabteiluag, Zug Havel. Italienisch« Nacht auf der Datower Tadewiese. Spätestens 20 Uhr. Zelte müssen zeitig herausgebracht werden. Lampions und Essen für Sonntag mitbringen.— Sonntag, 14. Juli. Köpenick fOrtspereins. 12% Uhr Antreten am Bahnhof Hirfchgarten zum Um. marsch des Kreises Osten. Anschließend Beteiligung am Volksfest der EVE'. Stegliß sOrtsverein). Sämtliche Sportler Antreten um 9 Uhr Sichterfelder Schüßenhaus. zum Sport. Wassersportabteilnug, Rnberrieg«. 8 Uhr Boot». Haus.— Montag, 15. IuN. Mitte. 191h Uhr Vollp-rlammlung im Sackeschen Hof, Rosenthaler Str. 40—41. Tagesordnung:.Verfassungsfeier'. Der Seim» abend des Iungbanner, fällt wegen der Dollpersammlung aus. Tiergarten 201h Uhr" Generalappell aller Kameradschaften in der Turnhalle Schleswiger Ufer. Erscheinen in Bannerkleidung Pflicht. Kameraden, die nicht erscheinen können, melden dies am Sonnabend ihrem Kameradschaftsführer. Krenzherg. Sämtliche Kameraden zur Flugblottuerbreitung ah 17 Uhr in den Zuglokalen. Jugend, Tambourtorps und Sanitäter zu den in Frage kommenden Zügen. Jugend ll. 20 Uhr Versammlung bei Krepp. Plonufer 75. Berliner Eiperanio-Berband. Menstog, 16. Juli. 201h Uhr. k»»Alken AÄonier". Anhaltstr. 11. Uebungs- und Anekdoten« bend. Di« Stern» nnb«reislchiffahrt veranstaltet auch in diesem Sammer billia- Ferienfahrten nach den schönsten Berliner Ausflngsorten. Wir venwetsen aus das heutige Inserat. Gewwuauszllg L Klasse 33. Preublsch-ELddeutsch« Klasseu-Lotteri«. I-Ziehungstag 12. Füll ISA Aus jede gezogene Nummer slud zwei gleich hohe Geww« gesallen, und zwar se einer aus die Los« gleicher Nu««« i» den beiden Abteilungen I und II Ohne Gewähr Nachdruck derdoien 8n der Vormittagsziehung wurden Gewinne über ISO M. gezogen 2 Gewinn« ,» 100000 m. 162834 2 Gewinn« zn 3000 M. 4768 2 Gewinne zu 2000 M. 64526 8 Gewinne ,» 1000 M. 49224 173016 219799 333791 10 Gewinne zu 600 M. 99016 195589 259862 361856 376582_____ 34 Gewinne zu 500 M. 8100 13940 56072 57298 67589 60207 91178 115597 118099 176950 179319 182446 197404 216057 318930 351844 393282 102 Sewinn» zn 400 M. 18457 28808 31639 34285 36787 40786 56148 73642 83346 851 34 85955 94204 1 0601 9 1 1 6955 118819 1 23686 1 48269 154189 155077 156397 159275 178270 179818 191707 199577 204271 215746 218833 221225 226111 229940 232383 249201 2541 27 254448 289335 269301 310481 312176 320127 323959 347385 349595 357942 866408 37 I 932 374979 377962 331972 333185 398798 252 Gewinne z» 300 W. 1527 4023 6613 9933 10880 13078 13284 19665 20573 21669 21952 22776 27034 27709 27367 23557*35304 35880 37722 39527 39993 41042 44054 44094 46616 48158 48301 49472 59806 63043 63975 76756 77259 791 31 83928 85404 87083 90847 93318 94892 98785 99041 102234 108911 109972 112134 117796 118349 122303 125871 126350 126404 127195 138749 139870 140439 147549 148595 149067 154487 161166 174533 175399 176133 180270 192829 200113 207973 209297 211328 212476 212606 212924 219887 223249 227560 229917 242257 244816 245212 250083 253762 255601 262232 262285 268298 272013 279053 280241 231485 282555 282979 283480 283612 284235 298964 299788 301763 303437 306269 308130 308881 314668 319878 322863 328082 329794 335906 337853 340083 342439 343581 347005 349614 349993 356249 373182 374430 381156 382458 384723 387647 388972 389090 393456.398189 Die in der heutigen VormittagSziehung gezogenen beiden Haupt- gewinne von je 100000 Mark fielen auf Nr. 162834 in Abtei- lung I nach Schwerin jMecklbg j in Abteilung II nach Magdeburg. In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 2844 2 Gewinne zu 3000 M. 72033 4 Gewinne zn 1 000 M. 301538 368146 6 Gewinne zu 800 M. 105293 235833 353433 14 Gewinne in 500 M. 134190 176003 190511 211902 274230 326968 876816 1 00 Gewinne ,n 400 M. 639 5037 13503 34287 43510 65443 71019 74032 75333 75956 77346 68557 100589 101460 117734 132655 147359 163471 169401 173770 181477 132934 185517 199360 205004 223791 224045 226221 229410 235279 237052 272443 273796 275247 279305 2331 45 297439 304645 323312 329339 336272 343566 355600 357039 359609 360316 362372 386635 337102 395251 223 Gewinne ,n 300 M. 3346 3976 5902 6956 8408 17921 19973 26367 33598 35133 46449 47991 55979 57683 57730 53552 59401 63010 81 753 35042 86260 89003 91133 95341 99516 99592 105445 107602 113369 115270 116200 116353 123100 134346 1373SS 143261 144333 144791 148739 155944 165867 166314 169116 173534 177140 130300 183449 183272 193795 193984 204630 207693 213189217590 213765 213390 219106 230310 232012 232752 234994 23S034 238726 241057 245263 247728 251073 255650 264980 268037 269675 271116 273745 277389 273241 279133 282143 234053 287505 233328 289140 Auch die Mark ist schön! Trost für die Zurückgebliebenen. lieber 500 000 Berliner sollen den SchulferienbegMN benutzt haben, um fern von Berlin Erholung, Rast und Muße zu suchen. Heber 3 700 000 Berliner leben roeider in den engen Räumen der Metkasernen, in Tagesarbeit sticklujtiger Fabriken, LÄen und Kontore. Vielen von diesen ist gar kein oder nur ein geringer Ur> laick gesichert. Für den Arbeiter und Angestellten, mit einem von wenigen Togen begrenzten Urlaub, entsteht meist die bange Frag«: Wie gestalte ich mit meinen bescheidenen Mitteln meine Freizeit für Körper und Geist nutzbringend. Aber auch die Hundertausende von Wochenendausflüglern stehen vielfach vor dieser Frage. Die Frage nach dem Wohin wird durch vorhanden« Führer gelöst. Da ist das ausgezeichnete Büchlein des Berliner Lehrers Wilhelm Ratthey, Neunzig Wandertage(Verlag: R. Eisen- schnndt), zu nennen, dos in ganz kurzen knappen Fahrtberichten die nähere und weitere Umgebung Boitins aufschließt. Im Gegensatz dazu hat Paul Schneider in seinen handlichen vier Büchlein: Rund um Berlin(Verlag R. Eisenschmidt) den behaglichen Pfouderttm gewählt, der für den des Wanderns noch Unkundigen ungemein anregend wirkt. Auch hier sind viele Wanderungen, die mit einem Gesvmtfahrgeld von 60 Pf. bis zu 1 M. auszuführen sind und dennoch, besonders in geologischer Hinsicht, viel Neues bieten. Für Fahrten in di« Ferne, die aber immer noch von den Grenzen der Mark Brandenburg umschlossen wird, kommen drei Führer in Betracht. Im Verlag von Dünnhaupt in Dessau hat Bernhard Heese den ersten brauchbaren Führer für dos feitame Bergland des Fläming, auf der Grenze von Brandenburg und Sachsen(Provinz) gelegen, herausgebracht. 70 Fahrten eirt- hält das Buch und es wird sich zu den begeisterten Flämingfreun- den, die das ganze Jahr in den Fläming fahren, neue hinzuer- werben. Unser Parteiverlag in Brandenburg a. d. H, 0. Sidow u. Co., hat unter dem Titel: Fahrten ins Land aus der Feder von Erich Krebs ein prachtvolles heimatliches Wanderbuch in die weitere Umgebung von Brandenburg herausgebracht, das nach allen Richtungen der Windrose 53 Wanderungen mit vielen Karten- skizzen enthält. Als drittes und neuestes kommt das Renmärkiche Wanderbuch von G. F. Mannheim(Derlag: Mannheim, Ber- lin-Grunewald und Lands berg a. d. W.) hinzu, das mit 70 Wände- rungen und sehr viel guten Bildern in das noch ganz unbekannte Gebiet der Neumark einführt. Dieses Buch entpricht nicht allen Anforderungen und Wünschen der Touristen und Wanderer. So- lange aber nichts anderes vorhanden ist, kann man getrost.gl ihm greisen. Jn Verbindung mit den Generalstabskarten kann sich der geübte Wanderer schöne Fahrten zusammenstellen.— Wer sich lausend Anregungen aus den verschiedensten Gegenden der Mark verschaffen will, muß zu den vorhandenen Zeitschriften greifen. Da ist als erste die von Adolf Lau geschickt und anregend geleitete Zeitschrift des Touristenvereins»Die Naturfreunde�. Wer dem Verein nicht angehört, möge zu der einzigen Berliner und märkischen Heimat- und Wonderzeitschrift greisen, zu der von Georg Eugen Kitzler bereits im 25. Jahr herausgegebenen »M o rl", die auf allen Gebieten des Wandererlebens eine Füll« von Anregungen bietet und mit schönen Bildern ausgestattet ist. >VSKren«j 6er sssiien- und Reisezeil i ■ kann Jer»Vorwärts* rnid der»Abend* ans Jede Daser allerorts bezogen werden. Touristen und Wanderer fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Parte) Deutschlands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. SommerfrischSer I lassen sich den„Vorwärts" bei einer Aufenthaltszeit bis zu einer Woche per Kreuzband nachsenden. Das Porto beträgt wochentags 10 Pf., Sonntags IS Pf.(pro Woche 70 Pf.). Bei längerem Aufenthalt ist der »Vorwärts" auf dem billigeren Wege der Postflberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage nur die Postbestellgebühren von 72 Pf. pro Monat Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des »Vorwärts", Berlin SW 68, Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. Laubenkolonisten wird der»Vorwärts" durch Boten zugestellt Genaue Bezeichnung der Laube ist erforderlich. Postabonnenten B müssen die Nachsendung mindestens 2 Tage ror der Abreise tunlichst schriftlich bei der Zustell-Postanstalt beantragen. \/rt l-iAiä r t C eX/an 1- 1 51«1 Berlin SW 68. LlndensiraBe 3 vurwdria vertag Fernsprecher Dönhoff 292-297 Notwendig ist es allerdings, daß die Reichsbahn noch weit mehr Sonntagskarten als bisher auflegt und daß die einzelnen Städte der Mark, wie dos.z.B. F ü r sie n w a l d e schon sehr geschickt und erfolgreich tut, dazu übergehen, in de- Oeffentlichkeit für sich zu werben, ober auch darüber zu wachen, daß die Gastwirte und Hoteliers sich mit den Preisen in den ge botenen Grenzen halten.— an. * Auf die Frage: Wohin in den Ferien und im Urlaub? gibt uns auch Walter Trojan, einer der besten Kenner der hei mischen Mark, in seinem handlichen, vom Dietz-Verlag äußerst freundlich aufgemachten Vüchelchen: Sonnenlage im Reihcrhorst, Sireisziige im wendischen Land. Antwort. Abseits vom Wege üb licher platter Ausslugsschilderung führt er uns in eine für jeden Berliner erreichbare, von reiner Natur noch erfüllte Gegend, in die herrlichen Wälder und Seen des D u b r o w g e b i e t e s, süd lich Königswusterhausen. Der Verfasser zeigt uns auch den Weg, wie wir durch Inanspruchnahme des Heimes Reiherhorst der Ferienheim-Genossenschaft Naturfreunde e. G. m. b. H. in Klein-Köris, das uns bei längerem Aufenthalt als Standquartier zu dienen vermag, dieses herrliche Wandergebiet erschließen können. Jeder naturiiebende und wanderfrohe Arbeiter. vor allem jedoch die Jugend, sollte daher zu diesem Büchelchen, dem auch eine gute Karte des wendischen Landes von Alfred Jacob beigegeben ist, greisen. Er wird dann von seiner Fahrt einen er- höhten Gewinn haben und nur noch den Wunsch hegen, daß uns Trojan in seiner lebendigen anschaulichen Sprache weitere Gegen- den unserer Mark, erschließt.____ mp. Freibad für Kriegsbeschädigte. Die Stadt Hannover hat in der Freibadeanstalt an der Ihne einen Platz mit Luft- und Sonn enbad für Kriegs- beschädigte abgeteilt und dafür einen besonderen Bode- meister angestellt, der den Kriegsbeschädigten in jeder Weise be- hilflich ist. Von dem Städtischen Kriegsfürsorgsamt ist ein Radio- apparat mit Lautsprecher und von der orthopädischen Industrie sind Krücken und Gummischwimmkissen ge- stiftet worden, um den Kriegsbeschädigten den Aufenthall zu er- leichtern. Für die Benutzung des Bades werden von den Kriegsbeschädigten kein« Gebühren erhoben. Die Stadt Han- n o v e r ist die erste deutsche Stadt, die Über eine derartige Einrichtung für die Kriegsbeschädigten verfügt. Das interessante Deutschland. Das Königsberger Messeamt hat mit dem Seedienst Ostpreußen vereinbart, daß Interessenten aus Pommern, Grenzmark und Mecklenburg für die Königsberger Ostmesse, wie Kausleute, Gewervetreibende und Landwirte, freie Fahrt Swine münde— P i l lau mit dem Seedienst haben. Jnter- essenten müssen sich schriftlich beim Messeamt melden und erhalten dann einen Dauerausweis zum Preise von nur 2 Mark und die Freifahrkarte für den Seedienst. * Wie die Reichsbohndirektion Berlt« mittellt, muß die vom 14. bis 2l. Juli vorgesehene billige Ferienreise nach Sellin auf Rügen wegen ungenügender Beteiligung ausfallen. Die bereits gelösten Fahrkarten und Gut- scheinhefte werden zum vollen Preise von 72 Mark bei den Ausgabestellen, wo sie gelöst wurden, zurückgenommen. » Die Stadt Cammin in Pommern hat da» Schloß und den zugehörigen großen Schloßpark des kürzlich verstorbenkii Staatsministers a. D. von Koller erworben. Das einstige Schloß soll als Kur- und Logicrhaus für das Sol- und Moor- bad Cammin eingerichtet werden. * Das Trierer Gebiet, das sich durch«w außerordentlich «varmes, fast südliches Klima auszeichnet, weist gegenwärtig eine botanische Seltenheit auf. Die nur an wenigen Stellen in Deutsch land vorkommenden Edelkastanien stehen jetzt in Trier in voller Blüte. * Das Knochenhaueramtshaus tn Hildesheim, das als das schönste Fachwerkhaus der Welt bezeichnet wird. kann in diesem Jahre auf ein tstlljähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Grunde soll am 1. September eine große Feier statt- finden. Vorgesehen ist hierbei u. o.«in Volksfest auf dem Marktplatz, bei dem das Knochenhaueramtshaus geschmückt und abends illuminiert werden soll. * Die Heilige-Geist-Kirche in Kalbe a. d. Saale, eine schon 1305 erwähnte Kultstätte, die zuletzt der Feuerwehr zur Aufbewahrung von Geräten diente, soll jetzt zu einem Jugend- heim ausgebaut werden, nachdem die Feuerwehr ein eigenes Depot erhielt. 240340 347579 348765 354501 355760 355779 357815 359634 361706 863769 367113 369495 381040 382667 388121 M SOL*"» MOORBAD hellt Rheumatismus. Gicht. Ischias. Skrotuiose, Rachitis, Frauenleiden usw. □am- B. Gesellschans■ iDbatatDrlnin ngiieH Konzerte Ganzjährige Kurzelt ostseebad Heiligsnhafen in Kolstein Pension 4.00 bis 6.00 RM, Führer durch Bad©Verwaltung Graal in Mecklenburg Ostseebail und Walüluttkuroit Freibad bietet wirkliche Erholung. Herrlicher Strand und Wald Im September besonders schön. 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Die Zollerhöhungsmaschine des Reichstags kam nicht zuletzt deshalb in fieberhaften Gang, weil kurz vor Ferienbeginn des Reichstags die Roggenpreise außergewöhnlich tief gesunken waren. Am 15. Juni wurden für die Tonne Roggen in Berlin 188 M. bezahlt, am?5. Juni, gerade als die Beschlüsie des Reichstages gefaßt waren, wurde die Tonne mit 191 M. notiert. Die Zoll- crhöhung, die zunächst in Kraft treten konnte, betrug für Roggen 19 M. die Tonn«. Die Zollerhöhungsbeschlüsse des Reichstages hatten denn auch, weil die Derkäufer höhere Preise erwarteten, die Folge, daß vom 26. Juni ab die Roggenpreise ruckartig um 27 M. bis auf 218 M. am Juli stiegen, also um fast das Dreifache der Zoll- erhöhung. Das waren natürlich Spekulationspreis«. Die Preise gingen daraufhin zurück bis auf 211 M. am 8. Juli und auf 210 M. am 19. Juli, dem Tage, wo die Zollerhöhung wirksam wurde. Das Wirk- iamwerden der Zollerhöhungen führte aber«in derartige« Angebot herbei, daß bereits am 12. Juli, noch knapp zwei Tage«, die gesamte Zoll erhöhung im Preise wieder verloren war und die Berliner Produktenbörse mit einem Tonnenprei» von 191 M. endete. Diese 191 2JI. sind genau derselbe Preis wie am 26. Zuni. dem Tage, an dem der Reichstag gerade seine Zollerhöhungsbeschlüsse gesaßl hatte! In knapp vierzehn Tagen hat sich also wieder einmal bewiese«, daß Z o ll« rh ö h u n g e n absolut ung«. eignet sind, jenen Preisschwankungen zu begegnen, die das Elend der deutschen Getreidewirtschaft bilden. E» hat sich von neuem gezeigt, daß die bürgerlichen Parteien de» Reichstage» falsch be- raten waren, als sie mit Zollerhöhungen der Landwirtschaft helfen wollten, stotk den Dorschlägen der Sozialdemokratie zu folgen, durch Preisstabilisierung und Verringerung der chondels- spanne sowohl den Produzenten zu helfen, als auch den Konsumenten nicht zu schaden. Die Landwirtschaft büßt auch heut« schon wieder den Irrsinn der Zollpolitik; sie hat keinen Nutzen von den Zölle». und der Konsument, dessen Brot teurer wird, hat nur Schaden. Schweizer Brown-Voven'-Trust blühi. Erhöht auch die Dividende von» auf 9 Prozent. Ein Bild großer Blüte bietet der Geschäftsbericht der SL-G. Brown, Bovert n. Cie in Baden(Schweiz) für 1928, eines der größten europäischen Elektrokonzerne. Die Finanztransaktionen dieses Konzerns, der in fast allen Ländern der Welt Tochtergesell- lchaitcn hat. haben die Umgestaltung der El-ktrizltäts-Gelellschaft Alioth A.-G., Basel, zur reinen Finanzgesellschast unter dem Namen .stolding Brown. Bovert u. QHe. A.-G, Basel, notwendig gemacht. Aber die Badener, die Muttergssellschast des Konzerns, hat ihr« Beteiligungen bisher nicht auf die Holding-Gesellschaft übertragen. Bei einem Sttti-nkapital von 39,2 Millionen Schweizer Franken führt sie Wertpapiere mch Beteiligungen mit 29,75 Millionen Franken auf; darunter sind Gesellschaften meist gleichen Namens in Mannheim, Paris, Mailand, Oslo, Wien, Warschau. Earnden (USA.) usw., die alle mehr oder weniger gule Geschäft« machten, so daß der Muttergefellschaft au» den Beteiligungen die Summe von 2,24 Millionen Franken(gegen 1,59 im Vorjahr) zufloß. Die Beschäftigung der Schweizer Werk« wird al»„an- dauernd gut* bezeichnet. Es werden Maschinen aller Art, besonders elektrische Apparate und Großmaschinen, hergestellt. Die Lieferungen der Turbinensabrit erhöhten sich in einen, Jahre um 59 Proz.; der Apparatebau war„bis zur äußersten Leistungsfähigkeit* beschäftigt: einen starken Auischwung nahm das Geschäft in Zkranmaterial. Fördermofchinen. elektrischen Ausrüstungen. Kein Wunder, daß der erhöhte Gewinn eine Erhöhung der Dividende von 8 auf 9 Proz. mit sich brachte: da« lvogen üb« unzureichende Preise scheint dabei wenig angebracht. Zu erwähnen ist noch der Passivposten„Anleihen* in Höhe von 32 Millionen Franken, worauf aber nur 5 bis 6 Proz. Zinsen zu zahlen waren. Da 9 Proz. Dividend« verteilt werden, entfällt von dem Gewinn des ganzen arbeitenden(einsäst, de» Anleihe») Kapitals der größere Teil auf das Aktienkapital: die Aufnahm« der Anleihe war also für die Aktionäre ein besseres Geschäft, ol» es eine Kapitalserhöhung gewesen wäre(was zueist Ratlzena« gemerkt hat!).__ In Konkurrenz mit dem Gummi-Trufi. Eine vorsichtige Bilanz der Harbnrger Phönix A.-G. Die fjarfmrger Gummiwarenfabrik Phönix A.-G., die einzige bedeuiende Fabrik, die der Uebermacht des Eontinental-Caautschouc- Trusts gegenüber ihre Selbständigkeit behaupten konnte, legt ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1928 vor. Die Konkurrenz erzwang Modernisierung der Anlogen und dementsprechend höhere a Abschreibungen. Der Umsatz hob sich bedeutend, erforderte aber Inanspruchnahme 7 häherer Kredite, so daß die Zinslast stipg(auf 9,71 Millionen Mark). Infolge des Rückgangs der Rohgummlpreis« steh, das Warenlager mit nur 4,75 Millionen Mark gegen 6,28 Millionen Mark im Bor- jähr zu Buch: andererseits aber erhöhten sich die Posten Schuldner, T' Koste und Wechsel um insgesamt 700 000 Mark aus 7,2 Millionen. während Gläubiger und eigene Akzepte um annähernd l Million aus 7I Millionen Mark zurückgingen. Die Entwicklung dieser Betrieds- kanten war also recht günstig. Der Umsatz soll bei einem arbeitenden Kapital von 9.9 Mil- lionen Mark(davon Aktienkapital 7,2 Millionen) 3 5 Millionen Mark betragen haben. Die durchweg wohl modernen Werkzeuge und Ginrichtungen wurden auf 1 M. abgeschrieben. Zu tadeln ist die Aenderung der Bilanzierungsmethode: im Reingewinn des vorigen Jahre»(722999 M.) waren die Extra- abfchreibunge» enthalten, im diesjährigen sind sie es nicht Man muß also den ausgewiesenen Reingewinn von 300 000 M. um die Extraabschreibungen von 286 000 M. erhöhen, um zu einer Per- gleichster iu kommen. Volksdienst Sozialdemokraten bahnen den Weg. Sechzig Jahre hat am 25. Juni 1928 die Aboag existiert. Fast 60 Jahre überwiegend privatkapitalistischer Verkehrsausnutzung und Aerkehrsausbeutung. Aber im 69. Jahre war es damit endgültig zu Ende. Di« Aboag ist heute öffentlich und schon jetzt als wich- tiges Stück aus dem öffentlichen, einheitlichen, ge- mei nwirtschoftlichen BVG.-System nicht mehr weg- zudenken. Sozialdemokraten, voran Genosse Stadtrat Reuter, hoben die heutige BVG. geschaffen. Sozialdemokraten, die BDG.-Diret- toren Majerczik und Brolat, bauen die BVG. und mit ihr die Aboag zu einem Weltstadtverkehrsinstrument au», das zu immer besserem Dienst am Volt von Berlin geeignet ist. Auch die Aboag hat am 1. Januar 1929 endgültig und völlig aufgehört. ein Instrument zur privatkapitalistischen Ausbeutung des Berliner Vorkehrsbedürfnisses zu fein. Dos Jahr 1928 selbst, auch das vorhergehende Jahr schon, war praktisch schon der neuen genximvirtschaftliichen Aera gewidmet. So hat dem Berliner Volk auch der Geschäftsbericht der Aboag für 1926. dem letzten Jahr der rechtlichen Selbständigkeit, einiges von der Heber- fährung in die neue Aera zu erzählen: Verbesserungen lm Verkehr: 6 neue Außen li nie», die Linien 34 bis 39, wurden eingerichtet. Sie wurden gleichzeitig in den Einheitstarif und den Uoberfteigoerkehr— wie auch die Linie» 31 und die verlängerten Linien 32 und 33— einbezogen. Di« von Wannjee, Köpenick. Friedrichshagen. Elodow. Tegel ab- gehenden Außentimen führten das(erheblich verbilligende) Heber. steigen mit den Blockfahrscheinen ein. In den bisherigen GefeLjchaftsfahrte« wurden neue nach Ten- pitz und nach Lindow(Mark) ausgeführt. Der Nachtoerkehr wurde— neben der Derdichmng durch den Uebergangsvertehr— durch engere Wagenfolge weiter verdichtet. Verkehrsbilanz: Ende 1928 waren 29 StaUänien mit 3(Bor- jähr 2) Emsetz limen, die Eillinie Linden— Grunewald, 8 Außen* ftnien mit Emheitsfahrschein und weitere 6 Außen lmien, zusammen 35 Linien, im Betrieb. Statt 29,17 Millionen Kilo- meler im Jahre 1927 wurden 37,51 Millionen Kilometer 1928 gefahren oder 28,6 Prozent mehr. Auf 1 Wagenkilometer wurden 6,14 Personen befördert statt 5,77 Personen im Iahe« 1927. Die Zahl der beförderten Personen stieg von 156,73 auf 229.37 Millionen. Mehr als 59mlst fuhr jeder Berliner im vergangenen Jahr mit einem Auwbus. Von den 220 Millionen waren«und 41 Millionen Heber steiger von anderen Verkehrsmitteln zum Omnibus. Im Dienst standen 620 Autobusse End« 1928 gegen 561 Autobusse End« 1927, um den Berkehr zu bewältigen, und das Heer der wegen ihres schweren Dienstes be- wunderten Aboog-Fahrer. Schaffner, Arbeiter und Angestellten vor» mehrte sich von 3645 auf 4 5 4 6 Mann. Die technischen Verbesserunge« sieht jeder Berliner alle Tag« mit Freuden selbst. Die Wagen mit hochliegendem Rohmen und ohne Verdeck, die Holperwag'en mit Vollgummireifen verschwinden: sie verfchwiirden 1929 vollstaiedig. Gleichzeitig erfolgt der endgültig« Hebergang zum(Niederdruck)-Luftreifen und damit verbunden— sehr bald für 127 doppolstöckige und 41 ein- stöckig« Wagen— der Hebergang zum größeren Dreiachswagen für 75 bzm. 52 Personen. Soziale Verbesserungen: Was in der neuen BVG. für das übernommene Aboag�perfonal schon geschehen ist, ist hier nicht zu behandeln. Der Bericht der Aboag für 1928 meldet für das Werk- stöttenpersonal eine Arbeitszeitverkürzung zum 1. April 1928, für Divibend« wird wieder nicht verteilt. Trotzdem die Rück- lag«(1,7 Millionen Mark) schon mehr als 20 Proz. des Kapitals beträgt, werden ihr die gesetzlichen 5 Pro.z. des Gewinns(15 009 M.) zugewiesen. Hm für.die in den nächsten Jahren notwendige Er- Neuerung der Kraft- und Wärmeanlagen* gerüstet zu sein, werden 209 999 Mark einem Dispositionsfonds zugewiesen, der damit auf 10 Proz. der festen Anlagen anwächst. Der Rest des Gewinns wird vorgetragen. Den im Kampf um die Verwendung des Reingewinns vor dem Reichsgericht unterlegenen Aktionären verspricht die vor- sichtig« Verwaltung für das laufende Jahr die Wiederausnahme der Gewinnausschüttung,„wenn nicht besondere wirtschaftliche Störungen eintreten*. Jedenfalls verhindert« nur eine übergroß« Lorsicht, nicht der tatsächliche Ertragsstand die Verteilung einer Dividend«. Große Hypoihekenbank-Kufion. Zwei große Hypothekenbanken, die Preußische Pfand- briefbank A.-G. mit einem Aktienkapital von 21 Wllionen, und die Preußische Hypothekenaktienbonk mit einem Aktienkapital von 12 Millionen, w erden fusioniert. Di« Preu- ßische Pfandbriefbank wird überwiegend von privaten Großbanken beherrscht, doch sind auch die Preußische Staatsbank, die Renten- bank Kreditanstalt und die Deutsche Bau. und Boden dank im Aus- stchtsrat vertreten. Die Preußische Hypothekenaktienbank wird in erster Linie von Isar Kreuzer, dem Herrn des Schweden- trusts, und der Kommerz- und Privatbank beherrscht: im Aufsichts- rat sind aber auch die Rentenbank-Kreditanftott und die Reichs- krcbid-Gefellfchaft. Die Preußische Pfandbriefbank nimmt die Preu- ßische Hypothekenaktienbank auf und erhöht ihr Kapital von 21 auf 25 Millionen. Eine größere Kapital erhöhung«st nicht nötig, weil Jvar Kreuzer, der Hauptaktionär der Preußischen Hypothekenaktienbank, für fein Aktienpaket noch nicht begebene Pfandbrief« der Preußischen Psandbriefbank in Zählung nimmt. Durch den Zusammenschluß entsteht nach Einfluß und Größe des Pfandbriefumlaufs die größte deutsche private Hypo- thekenbank. TaSakrauchen, Massenkaufkrast und Profite. Der Verbrauch von Tab(ikspfeifl.n ist noch dem Geschäftsbericht der Nürnberger A.-G. Nauen, Vereinigte Pfsifenfabriken, im Jahre 1928 bedeutend zurückgegangen. Die Dividende(Vorjahr 7 Proz.) fällt für 1928 aus. Als Grund wird der Rückgang der Kaufkraft der Arbeiterschaft infolge der großen Arbeitslosigkeit angegeben. Schade, daß Herr P a u l R« u f ch oder Herr F r i tz T h y f f e n. die Monopol- gepanzerten Oberfcharfmacher der Schwerindustrie, keine Tabak»- pfeifen oeriome». vielleicht würde» sie schnell« lerne»». der Aboag. — Oer Aboag letzter Geschäsisberichi. das Gefamtperfonal erhöhte Bezüge im Berichtsjahr und den Sied- lungsbaubeginn von 49 5 Wohnungen für„Aboagler" in Trep- tow und Charlottenbnrg. Gewinnrechnung und Bilanz für 1928 find die letzten der Aboag überhaupt. Die Woag wurde zum 31. Dezember 1928 liqn� beert, für ihre Arbeit und ihr Gedeihen wird für 1929 schon der Gemeinschaftsbericht der- BVG. berichten. Die Betriebseinnahmen sind von 27,56 auf 35,27 Millionen, die Gesamt einnahmen von 28,73 auf 36,49 Millionen Mark gestiegen. Die Betriebskosten(einschl. Stenern) er- höhten sich von 23,85 airf 30,65 Millionen Mark oder um 28,5 Prozent. Das Ergebnis ist recht günstig: die Zahl der gefahrenen Kilometer stieg zwar nur um 28,6 Prozent: ober in den Betriebs- kosten stecken auch die Kosten für 59 neu« Slutobusse, die Kosten neuer riesiger Bahnhöfe und neuer Grundstücke und Gebäude, die aus den Einnahmen bezahlt wurden. Well die Osffentlichkeit wissen muß, ob und in welchem Mo ß« die Wirtschaftlichkeit verbessert wird, sollte die BVG. exaktere Wirtschaftlichkeitsberechnungen in Zukunft geben, als die Woag. Die Abschreibungen(hauptsächlich auf Omnibusse 4,07 statt 3,13 Millionen) wurden insgesamt von 3,98 auf 5�04 Millionen erhöht, so daß sich ein Hebcrschuß von 792 000 Mark(890 000 Mark) ergibt. Di« Bilanz läßt ahnen, besonders bei der Bewertung dsx Omnibusse, was die Aboag wirklich an Heberschüssen hatte. Der Wert der Omnibusse vermehrte sich durch 5 9 neue Wagen von 3,71 auf S.S5 Millionen Mark, oder pro Wagen um rund 100 000 Mark. Der Wert sämtlicher 620 Wagen steht nach 4,>17 Millionen Mark Abschreibungen aber nur mit 5,58 Millionen Mar! in der Bilanz, also pro Wagen mit noch nicht 10 909 Mark. Samt- fiche 620 laufenden Wogen sind mit 5,88 Millionen Merk niedriger bewertet als die 59 neu zugegangenen Wagen mit 6,24 Millionen Mark. Es werden akfo, hier verschwinden die größten Heberschiisse, starke stille Reserven gebildet. So kann der kleine ansge» wiesen« Heberschuß für den tatsächliche!« Hebcrschuß nichts bedeuMn. Auch das sollte der Oeffentlichkeit gesagt werden, die es gewiß versteht, wenn man Reserven bildet, um den Berkehr aus laufenden Einnahmen schneller verbessern zu können. Schnell, sicher, regelmätzig. bequem und billig. so soll ein großstädtisches Berkehrssystem funktionieren. Sicher hat die Aboag schon 1928 dazu beigetragen. Noch mehr darf sich das Volk von Berlin aber von seinen Autobussen versprechen, nachdem in der BVG. auch die Autobusse in eine eirihettläche oncWiichc Verkehrsplanung«ingereiht sind. vergessen aber darf das Volk von Berlin nicht, daß ptivala kapilalistischerGeist niemals in der Lage ist. einer Weltstadt zu ehrlichem und hingebungsvollem Dienst am Volk ihre verkehrsbedürfoisse abzulauschen. Das kann nur eine öffentliche und von vornherein gemeinwirtschastlich arbeitende Unternehmong wie die BVG. Am 17. November, an, Wahltag für Berlin, steht der privatkapitalistische Geist wieder vor der Türe de» Berliner Wählers, um die Prositinleressen zum Sieg zu sühren. Das Boll von Berlin wird sozialdemokratisch wählen müssen, wenn die von Sozialdemokraten begonnene wahrhast weit- städtische Verkehrspolitik in Berlin zum Ruhen de» Volkes von Berlin in der Zukunft auch tatkräftig und ersolgreich sortgesiihrl werde« soll. Genossenschafkszusammenschluß auch in Brandenburg. Schlesien! und Meckleichurg ist jetzt auch Brandenburg mit dem Zusammen- schluß btf landwirtschaftüchen Genossenschaften gefolgt. Der Ein-' heitsverbond heißt„Verband der landwirtschaftlichen Genossen» schasten der Provinz Brandenburg— Raiii eisen— in Berlins Cinheitsgeldinstitut wird die zum Reichsverbond gehörenge Provinzialgenossenschaftsbank für Brandenburg in Berlin unter dem Namen„Brandenburgifche Provinzial-Genossenschalt und Roiffeiün« bank*. Einheitswarenanstalt wird die LandwirHchastliche Hauptgenossenschaft in Berlin, die.Brand enburgische Provinzial* und Raiffeisen-Hauptgenoffenschoft* heißt. Di« Preußenkasse ge- währt zur Perlustdeckung an die Handelsgesellschaft Raiif- eisenscher Genossenschaften AG. Berlin einen Nachlaß von 4,15'Mil- lionen, an die Berliner Hauptqenossenschast des Reichstierbandes einen Nachlaß von 700 909 M., außerdem, wie schon in Mecklenburg einen Härtcfonds für die Verluste der Geschäftsanteile. Zlit js Kosten des Staates natürlich! 42 Millionen Ilmfatz der Zlchopauer Mokorerwerke. Di« Zfchopauer Motorenwerke I. S. Rasmiissen A.-G. in Zschopou hat seit 1926 eine starke Entwicklung genommen. Der Ilmfatz stieg non 13 Millionen auf 21 Millionen im Jahre 1927, dann aus 42 Mil- lionen Mark im Jahre 1928. Das erst« Halbjahr 1929 brachte be- reits l-inen Hmsctz von rund 35 Millionen Mark, so daß das ganz« Jahr 1929 wohl einen Gesamtumsatz von mindestens 60 Millionen erbringen wird. Dos erfolgreiche Zschopaiier Werk hat ssch neuer» dings an den Audiwekken in Zwickau beteiligt, kür deren Pro» duktion von Ach'zylinder-Oualitätswogen in mittlerer Preislage das Zlchopauer Werk die in den letzten Jahren aufgenommene Fa» brikatton von Sechs- und Achl-Zylindermotoren verwerten will. Das Kapital der Zfchopauer Motorenwerke beträgt heute noch l Million Mark, so daß sich der merkwürdige Fall eines 42. bis 60malig«n Kapitalumschlages ergibt. Das Kapital soll erhöht werden. Die Graphische kvnstanstolk vr. Selle-Eyßlcr AG. will nach dem Dorschlog des Aufsichtsrates an die Aktionäre wieder lO Proz. Dividende, wie schon immer seit 1924, verteilen. Zcde Sparkasse darf sich Slndtbank nennen. Das ist das Er» gebnis einer reichsgerichtlichen Entscheidung— II. 623/28 vom .9. Juli 1929— die ein entgegenstehendes Ilrteil des Landgerichts Magdeburg und des Oberlandesgerichtd Naumburg, das der Zen. tralverband des deutschen Bank- und Bankiergewerbes gegen die Magdeburger Stadtbank erwirkt hat, aufgehoben hat. Ein uy. lauterer Wettbewerb fei in dem Namen Stadt» bank für eine Sporkasse nicht zu erblicken. Ein Zinukarlell für das Brlttsche Imperium. Die 300 Vertreter von Weltzinnfirmen beschlossen auf der Londoner Tagung die V»r- bereitung eines Weltzinnkartells durch einen vo» bereitenden Ausschuß von 21 Mitgliedern. Die vertretenden G». sellschasten stellen zwei Drittel der Welterzeugung, in der Hauptjache sind die Zinn/wmen des britischen Empire beteiligt. Ser östmeichische GelverWastsbund 1928 Günstig« Entwicklung trotz Wirtschastskrise und Heimwehrterror. Während die österreichischen freien Gewerkschaften bisher all- zährlich in der Zeitschrift„Arbeit und Wirtschaft� über ihre Tätigkeit und Entwicklung berichteten, legt der Bund der freien Gewerk- schasten Oesterreichs in diesem Jahr zum erstenmal ein gedrucktes Jahrbuch vor. Aus dem einleitenden Kapitel über da» Wirtschasts- fahr 1928 geht hervor, daß die wirtschaftlich« Situation in Oesterreich auch im Jahre 1928 nicht besser war als in den Vor- fahren. Immer noch ist die Arbeitslosigkeit sehr groß, in den Ländern sogar noch größer als im Jahre 1927. Lediglich i n Wien ging durch die Wirtschostspolitik der Stadtverwaltung die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahre um einige Tausend zurück. In Wien waren Ende 1928 insgesamt 76479 Per- sonen arbeitslos gegen 84986 im Jahre 1927 und in den Ländern 148 1S3 gegen 143 270 im voraufgegangenen Jahre. Bei dieser Gegenüberstellung ist noch zu beachten, daß alljährlich «twa 4999 bisS999 Menschen den heimatlichen Staub von ihren Füßen schütteln. In der Zeit von 1919 bis 1928 sind über 57 999 Deulfchösterreicher nach Ueberseeländern ausgewandert. wa» jedoch keine fühlbare Entlastung des vrbeitsmarktes mit sich gebracht hat. Wirkt« schon die große Arbeitslosigkeit hemmend«>f die Agi- tation, so kam noch ein ander«» Moment hinzu: Seit dem bekannten 15. Juli 1927 bieten die bürgerlichen Landesregie- r u n g e n im Derein mit den Unternehmern alles auf, um den freien Gewerkschaften Abbruch zu tun. Freigewerkschaftlich organisierte Arbeiter werden gezwungen, in di« von den Unter- nehmern und Regierungsstellen unterstützten Heimwehren ein- zutreten. Sogenannte„unpolitische Gewerkschaften" taten sich auf. Heimwehrleute und ähnliche gewerkschaftsfeindliche Element« wurden als Spitzel in den Betrieben auf die Arbeiter losgelassen. Es wird terrorisiert, wo es nur geht. Doch trotz Heimwehr und trotz S e i p e l haben sich die österreichischen Gewerkschaften im Jahre 1928 gut gehalten und den Unternehmern manchen Erfolg auf lohnpolitischem Gebiete abge- rungen. c Durch das Ausscheiden des über 18 999 Mitglieder um- fassenden Verbandes der Portiers und Hausbesor- g e r, das durch die Neuaufnahme von Mitgliedern nicht aus- geglichen werden konnte, ist zwar die Mitgliederzahl der freien Ge- werkschaften im Vorjahre um 6594 aus 766 168 Aliiglieder zurückgegangen, allein die Schlagkraft der Organisation ist dadurch nicht gelähmt worden. Zu Ende des Vorjahres waren allein in Mea 423 383 Arbeiter und Angestellte organisiert. Di« Finanzlage der Gewerkschaften hat sich erheblich gebesiert. Die Kasienbestände sind ohne den sogenannten Wider- standsfonds um etwa 4 Millionen Schilling auf über 26 Millionen Schilling gestiegen. Seit dem Jahre 1924 ist mit Hilf« der Gewerkschaften nach einer auf Teilerhebungen be- ruhenden Schätzung der Durchschnittslohn in Oesterreich u m «twa 9% Schilling pro Woche gestiegen. Eine wertvolle Unterstützung finden die österreichischen Gewerk- schasten durch die Arbeiterkammern. Sie vertreten die Volkswirt- schafMchen, sozialpolitischen, arbeitsrechtlichen und kulturellen Inter- essen der Arbeiterschaft, sorgen für die Einyalhmg der Arbeiter- schutzg«setze, nehmen zu den Dorschlägen der Regierung Stellung usw. In Oesterreich sind die Arbeiterkammern eine unenkbehrliche(Einrichtung geworden. In allen sechs östereichifchen Arbeiterkammern haben die freien Gewerkschaften von insgesamt 421 Mandaten 322 inne, in diesen Kammern also die Mehrheit. Alles in allen, darf ohne Uebertreibung gesagt werden, daß die österreichischen freien Gewerkschaften auch im Vorjahre die Interessen ihrer Mitglieder mit allem Nachdruck und erfolgreich vertreien haben. Sie haben im Kampfe gegen das Unternehmertum, das sich von dem in Deutschland nicht unterscheidet, ihren Mann gestanden und sich im Derein mit der Sozialdemokratischen Partei Oesterreichs auch gegen die unterirdischen, von der Regierung unterstützten inner- politischen reaktionären Bestrebungen gut behauptet. O. Schindler. Gireik der Vauklempner? Einstimmige Ablehnung des Schiedsspruchs. Die Situation im Berliner Bauklempnergewerb« hat sich in den letzten Togen derartig zugespitzt, daß ein Streik beinahe unoermeid- lrch erscheint. Der Metallarbeiterverband hatte den Manteltorif zum 31. März gekündigt. Gefordert wurde, die bei dem Abschluß des Manteltabife» im vorigen Jahre ausgefallene Stunde fürFaHrzeit- «ntschädigung wieder in den Tarif aufzunehmen und den Urlaub für alle Arbeiter pro Beschästigungsjahr um einen Tag zu erhöhen. Trotz mehrmaliger Verhandlungen mit den Unter- nehmern kam keine Verständigung zustande. Die Unternehmer lehnten nicht nur die Forderungen der Arbeiter rundweg ab, sie traten obendrein noch mit erheblichen Derschlechterungsanträgen auf den Plan. So verlangten sie z. B. die Einführung der Akkordarbeit und eine schlechter« Gruppierung der einzelnen Arbeiterkategorien. Der Schlichtungsausschuß, von den Parteien angerufen, fällte am 3. Juli einen Schiedsspruch, der den Forderungen der Louklempner nicht im geringsten entspricht, sondern gegenüber dem bisherigen Tarif noch bedeutende Verschlechterungen bringt. Während bisher bereits bei einer Entfernung von mchr als drei Kilo- «neter vom Geschäft«ine Fahrgeldentschädigung gezahlt«Verden mußte, soll nach dem Schiedsspruch erst vom fünften Kilometer ab das Fahrgeld zurückerstattet und bei einer Entfernung von über zehn Kilometer nur die unrklich verbrauchte Fahrzeit bezahlt werden, während bisher bei solchen Entfernungen neben dem Fahrgeld täglich mindestens ein Stundenlohn als Fahrzeitentschädigung gewährt werden mußte. Mit diesem Schiedsspruch befaßte sich am Donnerstag im Der- bandshause der Metallarbeiter eine stark besuchte Versammlung der organisierten Baullempner. Sie lehnte den Schiedsspruch ein» st i m m i g ab. Die Versammlung beschloß ferner, daß am Dienstag, dem 16. Juli, in den Avdreassälen, Andreasstr. 21, ein« neue Branchenversammlung endgültig über denStreit beschließen soll. Wenn die Unternehmer sich nicht noch in letzter Stund« zum Nachgeben entschließen, muß mit einem Streik der Berliner Vau- klempner gerechnet werden. Pflicht eines jeden organisierten Berliner Bauklempners ist es, die Dersammlung am Dienstag zu besuchen. Gibt es nicht genug Arbeitslose? Eine Anfrage an das Bezirksamt Mitte. In dem der Stadt Berlin gehörenden Haufe Blumen» ft r a ß e 88 befinden stch vorwiegend Geschäftsräume. Die Buch- d r u ck e r e i„B e r o l i n a" G. rn. b. H. hat ihren Betrieb seit dem Lahre 1998 in diesem Hause. Seft 1%' Iahren ist ihr der Abschluß eines Mietoertrages zugesichert worden, der noch mit Schreiben vom 22. Mai 1929, nach einer Beschwerde an den Oberbürgermeister, in Aussicht gestellt wurde. Statt dessen wurden der Firma die Ge- schästsräume zu Ende September gekündigt, woraufhin di« Firma ihren sämtlichen Angestellten am 29. Juni di« Mitteilung machte, daß sie ihnen formell zum 30. September kündigen müsse. Wie uns vom Betriebsrat der„Berolina* versichert wird, hat diese in den zwei letzten Jahren für Kraft- und Lichtanlagen. Renovierung und Modernisierung von Maschinen rund 39 999 M. in den Betrieb gesteckt. Der Umzug würde schätzungsweise die Summe von 29 999 M. erfordern, die die Firma nicht aufbringen könne. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei einer Reih« von anderen Firmen im Hause Blumenstraße 88. denen ebenfalls gekündigt wurde. Verlangt man von einem privaten Hausbesitzer eine gewisse Rücksicht aus die wirtschaftlichen Verhältnisse, so muß man sie um so mehr von der Grundstücksdeputation des Bezirksamts Mitte»er- langen, zumal in diesem Fall«,«oo der Abschluß rtne« Mietsvertvage« zugesichert worden war. Ein Druckerei betrieb kann doch tticht um- ziehen wie em Lumpenkeller. Wir hoffen, daß die Notwendigkeit dieser Kündigung noch ein- mal gehörig nachgeprüft und wenn irgend«nöglich eine andere Re- gelung getroffen wird, damit nicht am 1. Ottober etwa 299 Ar- beiter brotlos werden. Die neueste kommunistische„Aktion". Mißbrauch Neuköllner Fürsorgearbeiter. Die„Rote Fahne" beschäftigt sich seit einigen Togen mtt den Neuköllner Dreitagearbeitern, die angeblich untertariflich entlohnt werden. In Wirklichkeit erhalten alle Fürsorgearbeiter Tariflohn. Aber sie wollen mehr als das. Wenn, um ein Beispiel anzuführen, Arbeiter zum Steinschlag verwendet werden, wollen sie den Tarif für Steinarbeiter hoben. Dabei ist aber zu berücksichti- gen, daß Steinarbeiter. die eingearbeitet sind, nach dem Tariflohn auch Tarifarbeit leisten, was von den ungelernten und ange- lernten Arbeftern nicht gesagt und billigerweise auch nicht verlangt werden kann, weil ihnen die llebung fehlt. Aber darauf kommt es den Kommunisten nicht an. Sie brauchen wieder eine �„Aktion", und was die Hauptsache ist, sie brauchen Geld. So schwenken sie schon den Klingelbeutel, um ihre leeren Kassen zu füllen: angeblich um die„Ausgesperrten" zu unterstützen und die„Aktion" weiter zu treiben. Nun behauptet die„Rote Fahne", daß die Forderungen am Mittwoch voriger Woche von Vertretern des Neuköllner Bezirks- amts angenommen, am Montag ober in der Bezirksamts- s i tz u n g gegen dft Stimmen der kommunistischen Bezirksamts- Mitglieder abgelehnt worden feien. Wir fragen die„Rote Fahne", wo sie diese Weisheft her hat und ob sie weiter ihren Lesern er- zählen will, daß die kommunisttschen Bezirksamtsmitglieder für die Forderungen gestimmt haben? Wer sucht Künstler? Heitere Veranstaltung mit ernstem Hintergrund. Die Zahl der engagementslosen Künstler von Bühne und Podium ist riesengroß. Viele haben sich schon auf ander« Beruf« umgestellt: aber das ist oft fehr schwer, vielfach un- möglich. So griffen eine Anzahl Künstler, vom Arbeitsamt Berlin- Mitte dabei unterstützt, zur Selbsthilfe. Sie luden Publikum und interessierte Arbeitgeber in den Victoria-Garten nach Wilmers- darf, um dort auf dem Podium ihre künstlerischen Fähigkeiten zu zeigen. Hoffentlich führte diese Veranstaltung zu dem gewünschten Erfolg und verschaffte recht vielen der beteiligten Künstler das«r- sehnte Engagement! Die— fast ausnahmslos— musikalischen Vorträge zeigten viel tüchtiges Können. Leider ivaren nicht alle Künstler in der Auswahl ihrer Darbietungen ganz glücklich beraten. Mancher, von dem begreiflichen Wunsch beseelt, Allerbestes zu geben, übernahm sich ein wenig und zerstörte danrft den Eindruck seiner Gefamttesstung etwas. Aber schließlich sind ja die. für die alle Darbietungen in erster Linie veranstaltet«varen, die Direktoren, Fachleute. Und dies« werden hoffentlich richtig erkannt haben, was jeder einzeln« zu bieten imstande ist! Gespannte Situation im Nöhrenhandel. Neue Schlichtungsverhandlunge« in der nächsten Woche. Gestern wurde dem Verkehrsbund das Ergebnis der Streik- abstimmung in den Betrieben des Berliner Röhrenhandels durch die Vertrauensleute übermittelt. In einer Sitzung der Vertrauensleute wurde von dem Organisationsleiter mitgeteilt, daß die Unter- nehmer noch in letzter Stunde den Schlichtungsausfchuß zur Vermittlung angerufen haben, der die Parteien vor- ausstchttich für Dienstag zu Verhandlungen laden wird. Die Ver- trrmensleute beschlossen daraufhin, die einzelnen Abstimmung;- r e s u l t a t e der Betriebe noch nicht auszuzählen, sondern zunächst noch das Ergebnis der Schlichtungsverhandlungen abzuwarten. Die verschlossenen Kuverts mit den Abstimmungsrejultaten wurden von der Organisation in Gewahrsam gebracht und werden erst in der Vertrauensmännerkonferenz geöffnet werden, die sofort nach dem Abschluß der Verhandlungen zusammentritt. Durch die neue Situation ist die S t r e i k g e s a h r noch keines� falls geringer geworden. De? Arbeitsfriede im Berliner Röhren- Handel hängt lediglich von den Zugeständnissen ab, die die Unternehmer in den neuen Verhandlungen über ihr letztes Angedol hinaus machen werden._ Beilegung des schlesischen Metallkonflikts. . Breslau, 12. Juli. Der Verband schlestscher Metallindustrieller hat jetzt ebenso wie die Arbeiter der Abänderung des Spruchs der Schlichterkammer noch dem Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums für den Lohntaris der Metallindustrie Breslaus zugestimmt. Damit ist der ollgemein be- fürchtete Wirtschaftskampf vermieden worden. Abbröckeln des Streiks in Bombay. London. 12. Juli. Die von der Bombayer Regierung eingesetzte Untersuchung über die Ursache des Streiks in den Baumwollspinnereien hm Donnerstag begonnen. Sowohl dje Unternehmer wie die Arbeit- nehmer sind vertreten. Inzwischen bröckett der Streik weiter ab Die Lage wird mchr und mehr als regelmäßig bezeichnet. Am Donnerstag waren nur n o ch d r e i der Baumwollspinnereien voll- ständig geschlossen._ Entlassung bei der Berkehrs-A.-G. Wie wir erfahren, ist das kommuniftifch« Bettiebsausfchußmii- glied Kaiser von der Verkchrs-A.-G. gestern enttassen worden In einer„von den revolutionären Vertrauensleuten der Berliner Verkchrs-A.-G." einberufenen Versammlung hat der Kommun-ü Kaiser Mitglieder der Direktion beschimpft und bedroht. Der Schiedsspruch für das Versicherungsgewerbe, der am 14. Juni gefällt wurde und ab 1. April d. I. eine Erhöhung der Angestellten gchälter um 3 Proz. Vorsicht, ist vom Reichsarbettsmmrstenum sur verbindlich erklärt worden. Die Zahl der Arbeitslosen la England hat sich am 1. Juli au' 1142 499 erhöht, was ein« Zunahme um 24593 gegenüber der vergangenen Woche, aber eine Abnahme um 75 978 gegenüber dem gleichen Zeitraum im vorigen Jahre bedeutet. «cht»»»,«ttlisex®l«i«tl 15. I-ll. itt i« Saveflibrftichmis. «ngeluf» 3*— 25, ein» ssachgruspennerf-lmnlnng. Tage- I-s-nveriicheruna. SfcllaiMge« erscheinen«rawrtei-.„m-einft Sie Fach»r»»»«»le>tn»a. Deutscher Bauaewerksdimt», SttneeBmUoeft SJmut lesorinumfl: Erwerb?. f Freie Gewerkschasts-Iuaend Groß-Berlin � fnTn-nh# Nernnvaltnnnen: Tilde», TTbwestcn: Ttettincr Heute. Senilabend, folgend« Veranlialwngeu:- Nachtwonberung Sernmi-UcWctf. Treffpunkt 20 Übt__——..... Borortbabnbok.— Sra-li-rtri Allee: Wanderung»ach de» Hdlternen See. treffen um 17* Uhr«ahlchof Warschauer Straß-. BeranNoortKch wr Politik: Dr. Satt«eqer?«irtfchakt:».«-»g�bSf-r. «ewerifchattoben-eauna: Sfmdr. Edtoe»: ireuillewn: D�ZoiM Schiko�m �kalr. und Sonstig--: Wolter trojaa; An»«l»n: Th.«»«», fSmtlich w Perl n »erlog:«orwärto-Berlog S. m. d. H.. Berlin. Druck: Bo�urto-Buchdruckerri und Berlag-onstalt Paul Singer u.(To.,»erli» LW. m. Ltndenstraie s Hier,» 2 Beilagen»ad.SattriaUaag und Wisteir'. Verkäufe SantwaxiuSea 97S/—, fchdn gelegen. kleine Aiuadlung. H. Paul. Lednifc. am Bahnhof«Pootohau«). 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