Nr. 33. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preislifte für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. fernsprecher: Amt 1, v. 1508. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Das lächsische Wahlrechts" Attentat. ganze M Sonnabend, den 8. Februar 1896. Bur Geschichte der konservativen Partei. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " " des Alten eine entsprechende Reaktion bemerkbar, die mit merk würdigem Scharfsinn das revolutionäre Moment in diesen neuen Vorstellungen erkannte und darauf hinwies, daß mit ihrem Durch dringen die alte Stabilität des Grundbesizes verloren gehen müsse. Der Entwurf der Regierung, dessen Hauptbestimmungen Zur Beurtheilung des gegenwärtigen Mauserungsprozesses Einer der merkwürdigsten und gleichzeitig unbekanntesten Schriftsteller Geld wir gestern mittheilten, hat in ganz Sachsen einen Sturm der konservativen Partei leistet eine Schrift werthvolle Dienste, dieser Richtung ist Rosegarten, der noch 1842 schrieb: der Entrüftung und des Zornes hervorgerufen; und auch die vor kurzem der bekannte konservative Sozialpolitiker ist... der Maßstab und die Form des Tauschwerthes, des im übrigen Deutschland wird, abgesehen von den aller- fonservativer Politik und Literatur" veröffentlicht hat. Sie ent- Produkte der Landwirthschaft aber, namentlich das Getreide, Dr. Rudolf Meyer unter dem Titel„ Hundert Jahre mittelbaren nicht des unmittelbaren Werthes... Die wichtigsten reaktionärsten, im Regierungs- Frobudienſt befindlichen hält eine interessante Zusammenstellung von Auszügen aus sind unmittelbar und ohne Vertauschung brauchbar und zugleich Blättern, der Entwurf allgemein auf's schärfste verurtheilt. Schriften und Briefen anerkannter Konservativer, aus welchen die nothwendigen Erfordernisse des Lebensunterhalts. Unsere Genossen in Sachsen rüsten sich überall zum eine ganz andere politische Gesinnung spricht, als was man heute bestreitet der Landwirth die wesentlichsten Theile seines Unter Protest und zum Widerstand. Ueberall sind und werden als fonservativ bezeichnet. halts und die Erhaltung seiner Wirthschaft ohne Geld und Brotestversammlungen einberufen, und der mächtige Wie in der Schrift nachgewiesen wird, kann man noch bis seht größtentheils nur den Neberschuß seiner Produkte in Geld Petitionssturmgewinnt von Tag zu Tag an Kraft. fast in die legten Zeiten hinein zwei besondere Zweige des un. Er hat daher meistens wenig Geld in Händen, und seine Man kann mit gutem Recht sagen: Das preußischen Konservatismus unterscheiden, von denen der eine Lage ist natürlich desto leichter, je mehr er seine Kosten Bolt ist empört über dieses ungeheuerliche Attentat, einen Sitz in Schlesien, der andere in Pommern und der und Abgaben in seinen unmittelbaren Produkten, ohne Verkauf das ganze Volt ist zur Vertheidigung seiner Rechte, zur Be- der dort durch den polnischen Handel früh entwickelten Bourgeoisie Mart hat. Die schlesischen Großgrundbefizer, die zum theil aus derselben, bestreiten kann." Eine weitere Folge der Geldwirthschaft und der sie bethätigung seiner politischen Mündigkeit entschlossen. Und entstanden sind, theilweise sogar jüdischer Abkunft wie z. B. die dingenden unbeschränkten Verfügungsfreiheit ist die Leichtigkeit weit über die Arbeiterkreise hinaus geht die Bewegung. Grafen v. Saurma, deren Ahnherr um 1500 ein gewiffer der Verschuldung der Güter, deren Folge wiederum ist, daß sie Die sozialdemokratische Bewegung ist eine Volts Sauermann war, haben viel früher nach fapitalistischen den Geldivucherern in die Hände fallen." bewegung. Das zeigt sich jetzt recht deutlich in Sachsen. Prinzipien gewirthschaftet, wie die pommerschen und Eine fernere Folge ist gänzliches Aufhören aller Stabilität Mit Ausnahme der politischen Macher der kapitalistischen märkischen. Der erste der von Meyer zitirten Autoren des Landbesitzes, wegen des Anreizes, den der Wechsel der Geldbeschreibt für Schlesien die noch heute dort bestehende preise zu Handelsspekulationen des Landbauers nicht nur mit Geschäftspolitiker, für die der Staat blos eine Maschine ist Arbeitsverfassung der Dreschgärtner: Die Arbeiter sind fast den Produkten seines Bodens, sondern auch mit dem Boden ſelbſt zur Auspressung und Knechtung des Volks, und mit ganz proletarifirt, da sie in eigener Wirthschaft nur ein ganz gewährt.... Die großen Schwankungen der Güterpreise sind Ausnahme der Handlanger und Kommis dieser Geschäfts- minimales Stück Land haben; für die Arbeit auf dem Herrenhof fünftliche Erzeugniffe der Handelsspekulation, welche wiederum den politiker, der Biedermann und Konforten steht auch ein werden sie im wesentlichen durch Gewinnantheil entlohnt, indem schädlichen Befigwechsel befördern und die Geldrente des Bodens auf großer Theil des Bürgerthums gegen den Regierungsentwurf. sie das zehnte resp. elste Mandel beim Ausdreschen erhalten; die eine unnatürliche Weise zu einer für die ganze Volkswirthschaft schäd In Leipzig erklärte eine Versammlung des sozialisten Geldlöhnung ist unbedeutend: Durch dieses raffinirte Lohnsystem lichen Höhe steigern. feindlichen Vaterländischen Vereins" gestern mit 500 gegen war natürlich sehr forgfältige und gute Arbeit garantirt. In Die alten Juntergeschlechter, die seit Jahrhunderten auf ihrer i Stimme den Entwurf für unannehmbar. Und zu dem Pommern und der Mart begnügte man sich noch mit der Arbeit Scholle faßen und deren Position nicht zu erschüttern war, so gleichen Ergebniß fam eine allgemeine Mitglieder Ver- eigener Bente oder den Zwangsdiensten der Roffäthen, die ihren lange der Kapitalcharakter des Bodens nicht erkannt war, fammlung des„ nationalliberalen Vereins" von Dresden. eigenen, für ihr Auskommen genügenden Hof hatten und sicher- wurden schnell dezimirt, als durch das Steigen der Güterpreise lich viel lässiger und theurer arbeiteten, wie die schlesischen und die damit zusammenhängende Entwickelung des Hypothekar Aus den Verhandlungen desselben, an denen fich Dreschgärtner. wesens der neue Geist bei ihnen einzog. Auf jene Aufwärts Kommerzienräthe, Pastoren, Rechtsanwälte, Professoren und Obwohl die pommerschen Junker selbstverständlich keinerlei bewegung, welche der Anonymus von 1798 geschildert hatte, hohe Beamte betheiligten, heben wir blos die Rede des soziale Liebhabereien hatten noch zur Zeit Friedrichs des folgte die Krisis der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts, cheb get briebrichs des folgte bie Striſts der zwanziger Jahre, unſeres Jahrhunderts, Rechtsanwalts Pfeilschmidt hervor. Er bemerkte, daß auch Großen bestand dort ein Gesez, nach dem fie entlaufenen Leib- welche unzählige adlige Familien aus ihrem Besiz vertrieb und unter den Konservativen die Meinung über den Werth des eigenen durch den Scharfrichter ein Mal auf die Backe brennen bürgerliche an ihre Stelle brachte, die, nachher geadelt, heute äußerEntwurfes getheilt sei. Wie er wisse, habe König Albert lassen durften resultirte doch aus der Natur dieser gegenüber lich faum noch von den originalen Junkern zu unterscheiden find. einen berühmten Staatsrechtslehrer der der schlesischen rückständigen Wirthschaftsverfassung eine weniger Der neue Aufschwung, welcher folgte, mochte durch den kapitalistischen Landesuniversität zu rathe gezogen, che fapitalistische Auffassung des Grundbesitzers. Noch tief bis in unser Charakter des Grundbesißes immer mehr betont werden; mit er das Dekret unterzeichnet habe. Das von demselben ab- Jahrhundert hinein galt nach dieser Auffassung der Grundbesitz Ausnahme des befestigten Grundbeñßes gab es jetzt überhaupt als ein rententragendes Kapital, sondern als die feine hypothekenfreien Güter mehr, und das beständige Steigen gegebene Gutachten richte sich auch gegen den Ent- Existenzunterlage für eine Familie. Ganz nothwendig der Grundrente, das bis in die 70er Jahre angedauert hat, ließ wurf. mußte aus dieser Anschauung das Verbot resultiren, daß die Verhypothecirung als das verständigste Mittel für den Grundbürgerliche Kapitalisten feinen Rittergutsbesig erwerben sollten; befizer, ein Kapital anzulegen, erscheinen. Hatte er ein schuldendie Landwirthschaft war eben kein Erwerbszweig wie andere freies Gut, so partizipirte er an dem Steigen der Rente nur mit Erwerbszweige. Nothwendig mußte aus ihr auch sich eine Stimmung ergeben, die uns heute am allerfremdartigsten an muthen wird: das Steigen der Getreidepreise, der Rente und der Güterwerthe wurde von den Besitzern nicht als wünschens werth erachtet, sondern, um mit den Worten eines anonymen Schriftstellers von 1798 zu sprechen, der an zweiter Stelle in dem Buche zitirt wird, viele Menschen, unbekannt mit den Ur sachen dieser Ereignisse, glauben dies Steigen nur temporell und als einen großen Nachtheil ansehen zu müssen; sie sind daher für die Zukunft besorgt; fie prophezeien ein dereinstiges Fallen dieser Preise und mit demselben den Ruin vieler Familien." Als mit der Entwickelung des Kapitalismus auch in diesen zurückgebliebenen Gegenden und Verhältnissen neue Anschauungen über die Bedeutung des Grundbeißes auffamen, als es in modernem Sinne als Recht auf den Bezug einer möglichst hohen Grundrente aufgefaßt wurde, machte sich unter den Vertretern der Doktor, auch ich erfrische mich hier in schöner, heiterer Natur an der milden Luft. Der Aufenthalt war indeß höchst interessant." Das Leipziger Tageblatt", das Zentralorgan der reaktionären Geschäftspolitiker, macht zu diesem Bericht einige hämische Bemerkungen und führt in bezug auf den Werth des Dreitlassen- Wahlsystems den jetzigen Bismarck gegen den früheren ins Feld. Das ändert jedoch nichts an der Thatsache, daß das Gros des sächsischen Bürgerthums von dem Wahlrechts- Attentat nichts wissen will. Der berühmte Rechtslehrer" Professor Sohm, der dieser Tage im Reichstag eine so wenig beneidenswerthe Rolle spielte, soll sehr eindringlich vor dem Attentat und dessen Folgen gewarnt haben. Nun wir waschen unsere Hände in Unschuld. Die Folgen über die Urheber des Attentats! Der Kampf ist entbrannt die Kugel aus dem Lauf. Das sächsische Volt wird nicht erliegen, und gehe der Kampf aus wie er wolle den Sieg und Erfolg hat die Sozialdemokratie. 50 00 Clotilde.( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. LE O Mary schob den Riegel zurück und im Eintreten fagte ein junger Mann zu Mary:" Beide spielten wieder Roulett " Es war ein trauter Raum, wo das häusliche Glück und edle Menschen wohnen," sagte Clotilde. Wer hätte gedacht, daß wir hier dem Baron von Rürdorf begegneten. Das war also seine Schwester. Die Geschichte von dem Lieutenant v. Scheven muß ich Dir er zählen. Er ist jetzt wie es scheint, als Major pensionirt Und sie gingen, im tiefen Gespräche begriffen, worden." nach Baden zurück. dem einfachen Betrag; verschuldete er es zur Hälfte und kaufte neues Land für den Betrag dazu, so partizipirte er um das doppelte. Das war die Zeit, wo die lezte Aera des Bauernlegens inszenirt wurde; die Bauern wurden aus gekauft, ihr Land zum Gutsland geschlagen und Vorwerk auf Vorwerk gebildet. Vergebens warnte v. Bülow- Cummerow 1843: Gin neu erkauftes Gut gehört dem Besizer zum großen Theil nicht einmal selbst, da die Verschuldung des Grundstücks bis auf die äußerste Grenze seines Werthes nicht allein zulässig, sondern durch die Hypothekenverfassung, durch die Kreditinstitute erleichtert, durch die bestehende gleiche Erbtheilung nothwendig gemacht ist.... Die Zeit, wo der Güterkauf frei geworden, ist zu neu, um die Folgen davon jetzt schon in ihrer ganzen Ausdehnung hervortreten zu sehen, doch werden sie mit der Beit nicht ausbleiben." Sie kommen denn auch jetzt mit der Zeit der sinkenden Grundrente, die wiederum, wie die Krisis im ersten Der Franzose war nicht zu sehen. Seltsam war es, daß die Unterhaltung der jungen Eheleute an diesem Morgen nicht recht in Fluß kommen wollte. Clotilde hatte wieder von ihrem Traume gesprochen und ging oft in Nachdenken versunken dahin. Auch Langenberg war einfilbiger, ernsthafter geworden. Glaubte oder fürchtete er, daß Clotilden's Traum in Erfüllung gehen und sie unglücklich werden könnten? Oder war er wirklich eifersüchtig? Nun ereignete sich ein seltsamer Vorfall. Mary öffnete die Thür weit, Clotilde stürmte hinaus, der junge Mann herein, beide prallten aneinander Jetzt schlugen sie die Augen zu einander empor, standen Clotilde hatte die Bemerkung fallen lassen: die Obers plöglich wie gebannt vor einander und blickten sich starr Beide vermieden über Rürdorf zu sprechen. Als sie sich försterin von der Mühlen war doch eine recht freundliche an, jedes zuckte zusammen, als hätte jedes einen Stich er zum Nachtmahl an die Hoteltafel setzten, saß an seinem ge- Frau, sie scheint ihren Bruder recht gern zu haben. halten. Sie erkannten sich. Dann wurden beide blutroth. wohnten Plaze schon lauernd der bucklige Franzose. Hatte Clotilde diesen Rürdorf auch recht gern? etwa Clotilde machte eine linkische Verbeugung und rannte Sie beachteten ihn faum, denn Clotilde sprach immer hinaus. wieder von dem Major und seiner& au sehr sympathisch. weil er Gutsherr geworden? Langenberg folgte ihr, lüftete seinen Hut und drehte Langenberg war stiller geworden, er hörte ihr schweigend Langenberg machte sich Vorwürfe, solchen Gedanken sich dann nochmals um, als traue er seinen Augen nicht zu. Er mußte wieder an den Augenblick denken, wo Rür nachgehangen zu haben; eben umschlang ihn Clotilde recht, dann machte er schnell Kehrt, denn er hatte den Ein- dorf und Clotilde sich gegenüber standen und hoch er- und steckte ihm ein Sträußchen Waldblumen ins Knopfrief: Laß tretenden, der Clotilden so erschreckt, erkannt. rötheten. War dies noch Liebe? Langenberg ward eifer loch, die sie für ihn gepflückt, und uns heiter sein, Eugen! Wir haben beim Major von Es war der Baron von Nürdorf. süchtig. Langenberg eilte seiner Frau nach, sie stand schon an Scheven ein Bild treuer, wahrer Liebe gesehen, solches der Wegkreuzung und konnte von den Fenstern des Hauses Glück winkt auch uns, wir sind leichter dazu gelangt. Was mögen jene beiden ertragen, gelitten haben, ehe sie sich veraus nicht mehr gesehen werden. einigt sahen. Wir wollen uns glücklich schätzen, daß so vieles Freudige uns bisher bescheert wurde." Am anderen Morgen erzählte ihm Clotilde: sie habe von dem Franzosen geträumt, er werde sie unglücklich machen; sie zittere noch. Entgegenkommend schob sie ihren linken Arm unter den Langenberg versprach ihr, Baden zu verlassen, wenn rechten ihres Mannes, schmiegte sich fest an ihn und sagte: der Fremde sie ferner verfolge; sie solle nur heiter Das war ja ein fatales Gewittererlebniß. Jetzt erst in sein. Er wolle ihr nur noch die Umgebung, den Kursaal der freien Luft athme ich auf und fühle mich wieder wohl, und das Roulett zeigen. ach mir war so bange." " Clotilde war bald getröstet und sie unternahmen einen " Daran ist nur der bucklige Franzose schuld," begann| Spaziergang nach dem Merkur. " Du hast recht, Clotilde! Komm, Du sollst auch ferner nur Freudiges erleben." Er faßte fie am Arme, fröhlich und jubelnd schritten fie dahin, ihr Gehen war ein Springen. viertel diese? Jahrhundert?, unzählige Besitzer ruinirt, nur Nlit dem Unterschied, daß dieses Mal der Ruin viel gründlicher ift, weil die Ursachen der Krisis nachhaltiger sind> Das Ideal Stahls ist auf immer dahin:„Die Dauer, die Stetigkeit, die Älnhänglichkeit an das Individuelle des Besitz- thums, für das es keinen Ersah in Geldeswerth geben kann." Der Grundbesitz, sobald Waare geworden, roulirt wie jede an- dere Waare und entgleitet, wie jede Unternehmung, den Händen, die nicht kapitalkräftig genug sind, um ihn halten zu können. Die pommerschen und brandenburger Konservativen haben, so lange in ihren Reihen noch Widerspruch gegen die kapita- listische Uniwandlung des Grundbesitzes gehört wurde, in scharfem Gegensatz zu den Konservativen Schlesiens ge- standen; die beiden bildeten den Kern der altkonservativen und freikonservativen Partei. Mit Beendigung der geschilderten Entwickelung ist der Unterschied in der That verschwunden, wenn auch natürlich Nachklänge noch lange zu vernehmen ge- wesen sind. Heute, wo nun die Schattenseite jenes Prozesses zum Vor- schein kommt, besinnen sich die Konservativen wieder auf den längst verlassenen alten Standpunkt organischer Gesellschafls» auffassung. Aber in der eigenthümlichen Weise, daß sie den übrigen Theil der Gesellschaft sich tributär machen wollen, auf Kosten der Arbeiter ihre Rente hochzuhalten denken. In den Wind gesprochen war für sie das schöne Wort v. Thünen's:„Ist es nicht unedel, glücklich sein zu wollen, wenn dies nur durch das Unglück anderer erlangt werden kann?" Die Ankiindignng der uene» Marine-Vorlage für nächstes Jahr bedeutet eine Warnung an die deutschen Wähler. Es handelt sich bei dem sogenannten „Flottenplan" nicht um hunderte, sondern um Ztausende von Millionen, und das Ziel ist: den auf dem Lande allmächtigen Militarismus auch auf die See auszudehnen. Nun hat der Militarismus zu Lande uns schon an den Rand des Ruins gebracht— würde er auch auf die See ausgedehnt, so wäre das der sichere Ruin. Das weiß die Majorität des deutschen Reichstages. Und darum hat die Negierung die neue Vorlage nicht für dieses Jahr angekündigt, sondern für das nächst e. Wie die Dinge jetzt stehen, wäre eine Auflösung deS Reichstags hoffnungslos— die feindliche Majorität würde durch Neuwahlen nur gestärkt werden. Allein im Laufe eines Jahres hofft man, durch eine systematische chauvinistisch- reaktionäre Agitation einer- und durch Mundtodtmachung der Opposttions presse, namentlich der sozialdemokratischen, anderseits, für nächstes Jahr günstigere Wahlen vorbereiten zu können. Gelingt der Streich, gelingt es der chauvinistischen Reaktion, einen für ihre Zwecke geeigneten Reichstag zusammenzubringen, dann begnügt sie sich auch nicht mit dem geplanten finanziellen Monster-Äderlaß, dann geht sie auch, um sich gegen einen Rück- schlag der Volksstimmnng zu sichern, dem allgemeinen W a h l r e ch t z u L e i b e. Es ist die einfachste Logik der That- fachen, die hierzu zwingt. Da? sächsische Wahlrechts> Attentat ist nur der An- fang, nur das dünne Ende des Keils. Der Keil wird tiefer eingetrieben, und das Reichs-Wahlgesetz. welches der chauvinistischen Reaktion den Weg zu ihren letzten Zielen verrammelt, wird gesprengt, umgestürzt. Die deutschen Wähler sind rechtzeitig gewarnt. Weißblutung des Volkes für kolonial- politische Hirngespinnste und Vernichtung des allgemeinen Wahlrecht?, das ist's was unS mit dieser Ankündigung in Aussicht gestellt ist. Die deutschen Wähler werden auf der Hut sei» und die richtige Antwort geben.— Z)olitiprhe Mebevflrfzk. Berlin, 7. Februar. Der Reichstag hatte heut wieder einmal eine agrarische Debatte. Die junkerlichen Herren Brot- vertheuercr sind nicht gewillt, die Fußtritte, die sie in letzterer Zeit erhalten haben, ruhig hinzunehmen, und da sie bei Hof eine feste Stellung zu haben glauben, so bohren 32. Die Gräfin Klary war mit ihrer Tochter Elly nach Baden-Badeu gereist, weil man ihr mitgetheilt hatte, ihr entarteter Schwiegersohn, der Herr von Bergkuhn, sei dort mit den: Fräulein Blanka von Bohcimb gesehen worden. Hatte man die Gräfin irre geführt oder wußte ihr Schwiegersohn sich geschickt ihrer tyrannischen Zuchtruthe, den steten niartervolleu Gardinenpredigten seiner Frau zu entziehen? Kurz, alle Nachforschungen waren vergebens, die Entflohenen waren nicht aufzufinden. In allen Hotels hatte die Gräfin schon gespeist und sich erkundigt, alle Vergnügungsorte hatte sie besucht, früh und spät war sie herumaewandelt und hatte den und jenen Herrn gefragt und ins Vertrauen gezogen, umsonst. Dadurch war sie bekannt geworden und bald wußte der ganze Badeort, wer die beiden auffällig gekleideten Damen waren und wen sie suchten. Unterstützt wurden die Damen in ihrem Forschungs- werke durch einen Fremden, der sich schon in den ersten Tagen ihres Hiersems ihnen angeschlossen und den Herrn von Bergkuhn noch von der Gesandtschaft her kannte. Dieser Herr, der so gut französisch als deutsch sprach, ließ keine Gelegenheit vorüber, den beiden Damen gefällig zu sein. Nach den vier Orden, die er trug, darunter das Band der Ehrenlegion, war er hoher Militär, von altem Adel, stellte sich als Marquis Benovon vor, und obgleich ein geborener Deutscher hatte er im französischen Heere in Mexiko vor Puebla gegen Juarez mitgekämpft. Er war jetzt hier, um seine angegriffene Gesundheit wieder herzustellen. Da die Frau Präsidentin Gräfin Klary Wittwe war und Benovon sowohl ihr wie ihrer Tochter oft Schmeiche- leien sagte, so wurde er bald der ständige Begleiter der Damen. Eines Tage? brachte er die Nachricht, er habe Berg- kühn nebst einer Dame im Kursaal am Spieltisch gesehen. Die Beschreibung stimmte und Elly drängte ihre Mutter, mit ihr nach dem Kursaale zu gehen. Die Gräfin studirte sich auf dem Wege eine kräftige Standrede, die sie ihrem sauberen Herrn Schwiegersohn vor Allen halten wollte, ein. aber die gesuchten Zugvögel waren schon wieder davongeflogen. (Fortsetzung folgt.) und wühlen sie eifrig weiter gegen den verhaßten Landwirthschafts-Minister v. Hammerstein und den noch verhaßteren Herrn v. Marschall. Und da es mit den„großen Mitteln" nicht geht, wird's vorläufig mit den kleinen probirt. Diesmal war'S eine Interpellation, betr. die.Transitlager". Was sind Transitlager? Lagerstätten für das zu weiterem Transport bestimmte Getreide. Diese Lager erleichtern den Verkehr; sie helfen also die Getreidepreise aus- zugleichcn und erschweren eine künstliche Verthencrung. Das erregt natürlich den Zorn der Brotvertheuerer von Profession, die heute von neuem mit den alten hundert- mal gehörten Tiraden zu Feld zogen. Schwerin, Plötz, Kanitz, Paasche haben auf der einen Seite gesprochen und Rickcrt und Meyer auf der anderen— damit ist die Debatte gekennzeichnet. Wir hatten nichts dabei zu suchen. Die Debatte hat nur insofern symptomatische Bedeutung, als sie zeigte, daß die Herren Junker sortwühlen, und sich eines Rückhalts versichert halten. Die Regierung blieb reservirt — praktisches Ergebniß null. Morgen Schwerinstag: unser Antrag, betreffend das Vereinsgesctz.— Im preußische» Slbgeorbiietelchanse wurde am Freitag endlich die Beralhung des landwirthschaftlichen Etats beendet. Diesmal waren es hauptsächlich Klagen über den Nothstand in den armen Gebirgsgegenden des Westens, die in den Sieden der meisten Abgeordneten zum Ausdruck kamen. Wunderbarerweise ließ sich das Echo aus dem Osten nicht mehr vernehmen, die Junker scheinen des ewigen Klagens müde zu sein. Der konservative Abg. Schraubert, seines Zeichens ein Landrath an der äußersten Grenze Ostpreußens, wußte sogar dem Landwirthschastsnnnistcr Dank für die Ver- mehrung des Meliorations- Fonds in Ostpreußen um IS» ovo Mark. Man sieht, die Agrarier können auch dankbar sein. Nach Erledigung des landwirthschaftlichen Etats wurde der Etat der G e st ü t s v e r w a l t u n g berathen, der von so geringem allgemeinen Interesse ist. daß er weiten Kreisen kaum dem Name» nach bekannt sein dürfte. Die Herren mit dem„Pferdeverstand" konnten jetzt ihr Licht leuchten lassen, aber leider erntete so manche schöne Rede, die auf Kreistagen oder Provinzial- Landtagen alle Hörer in Bewunderung und Erstaunen versetzt hätte, heute kaum ein Wort des Beifalls. Bei der sodann vorgenommenen Berathung des Domänen- Etats nah»» der unermüdliche Bimetallist, Abgeordneter von Kardorff. Gelegeuheit, auf die kürzlich vom Landwirthschastsminister abgegebene Erklärung i» der Währungsfrage zurückzukommen. Bekanntlich hatte Herr v. H a in m e r st e i n neulich angedeutet, daß England es ab- gelehnt habe, in Verhandlungen über eine internationale Münz- kousercnz zu treten. Herr v. K a rd o r f f erklärte demgegenüber, daß nach seinen Erkundigungen in England garnichts von einer Anfrage der deutschen Regierung im Sinne der im vorigen Jahre vom Reichstag angenommenen Resolution bekannt sei. Der Landivirthschaftsminister verweigerte die iilntwort auf die Bemerkungen des Herrn v. Kardorff mit dem Hinweis darauf, daß„morgen oder in den nächsten Tagen" der Reichekanzler eine Erklärung darüber im Reichstage abgeben werde. I» welchem Sinne diese Erklärung ausfallen wird, ist nicht zweifelhaft; es steht fest, daß den Agrariern dadurch auch die Aussicht aus Er- lauguug ihres zweiten„großen Mittels" genommen werden wird. Am Sonnabend steht die zweite Berathung des Forstetats, der entral-Genossenschastskasse und der direkten Steuern aus der agesordnung. Zssür die Christlich- Sozialen hat der Reichstags- Abgeordnete Professor H ü p e d e n im„Volk" eine Art Programm in der Form von 4 Thesen veröffentlicht, deren wichtigste Stellen lauten: DieDifferenzp unkte zwischen den Christlich- Sozialen nnd der konservativen Fraktion liege» jllnächst nur auf dem sozialpolitischen Gebiete und be- ziehen sich auf die Behandlung der Sozialdemokratie einerseits und auf die Beurtheilung der Arbeiterbewegung andererseits, in letzter Beziehung besonders auf die Fragen: Wie weit sind die Forderungen der Arbeiterklaffe als berechtigt auzuerkeunen und in welchem Tempo sind die daraufbezüglichen Reforme» einzuführen? Soiveit diese Gebiete nicht in Frage kommen, wird die Waffenbrüderschaft mit den Konservativen nach wie vor fest- gehalten werden können. Gegenüber mancherlei mißverständlichen Aeußerungeu N a u- m a n n' s und seiner Anhänger hält die christlich-soziale Partei daran fest, daß sie als eine politische Partei den Blick auf das Ganze gerichtet halten muß und darum nicht in einseitiger Weise lediglich die Interessen eines Standes vertreten darf. Unter diesem Vorbehalt sucht sie die Fühlung und die Geistesgemeiuschaft mit den um Rau- manu Geschalten sowie auch mit allen auf dem Boden des Evangelisch-sozialen Kongresses stehenden Christlich-Sozialen aus- recht zu halten und zu pflegen. Der Grundsatz, daß das Wohl der Gesammthetl durch die gleichmäßige Pflege aller berechtigten Interessen bedingt ist und alle Stände den gleichen Anspruch aus Berücksichtigung haben, schließt jedoch keineswegs aus, daß die christlich-soziale Partei es in der heutigen Zeit als ihre hauptsächliche Auf- gäbe ansteht, de» gegründeten Ansprüchen der Arbeit gegen- über der bevorzugten Stellung des K a p i t a l s zu ihrem Recht zu verhelfen. Das klingt weit schärfer bereits, als man bisher in Stöcker's Reden zn hören gewohnt war. Herrn N a u- mann andererseits scheint es darum zu thun zu sein, die Fühlung mit den konservativen Christlich-Sozialen" nicht zm verlieren, denn er schreibt in der„Hilfe": „Was Stöcker weiterhin thun wird, wissen wir in der Stunde, wo die letzten Zeilen zur„Hilfe" geschrieben werden, noch nicht. Wir vermuthen, daß er eine selbständige konservativ. christlich-soziale Gruppe bilden will, hielten es aber für besser, wenn gleich jetzt der Zusammenschluß aller Christlich-Sozialen erfolgen würde." Der Hauptgegncr Stöcker's in der konservativen Partei, Graf Limburg-Stirum, hält es übrigens für an- gebracht— ebenso wie„Kreuz-Zeitung" und„Rcichsbote" — für sich und seine Partei gleichfalls einen Schimmer sozialrefornierischcr Bestrebungen zu retten, denn er sendet der„Schles. Ztg." eine Zuschrift, in der er sagt: „Meine Ansichten über die Bekämpfung der Sozialdemokratie halte ich fest; aber ebenso fest halte ich daran, daß im Sinne des von der konservativen Partei im Jahre 1392 seftgestellten Programms die soziale Reform durch Hebung der inneren und äußeren Lebeusballung des Arbeiterslaiides und durch wirth- schastlich« Stärkung der Mittelstände stelig fortzuführen ist." Alle diese Kundgebungen sind für uns deshalb von Interesse, weil sie zeigen, daß auch die uns feindlichen Elemente der sozialen Bewegung der Zeit sich nicht ent- ziehen können.— In Sachen„Stöcker" nnd„Volk" erhält die „Voss. Ztg." von vertrauter Seite folgende Mittheilungen über den Zusammenhang zwischen beiden: „Mit Widerwillen gegen das in letzter Zeit von Stöcker in Sachen seiner Stellung zu dem Blatte„Das Volk" getriebene Wortspiel erfüllt, Halle ich es für meine Pflicht, Sie auf einige Punkte hinzuweisen, die Stöcker's Wahrhaftigkeit aufs neue in das richtige Licht stellen. Das„Volk" ist begründet und getauft von dem ehemaligen Hofprediger Stöcker in Verbindung mit dem Predig» Burckhardt von Sophien. Durch letzteren wurde als erster Redakteur seinerzeit Leuß in Vorschlag gebracht und von Stöcker auserkoren. Burckhardt hatte damals ein persön- liches Interesse an der Unterbringung seines Freundes Leuß, dem dann von Anfang an plsiv pouvoir gegeben wurde. Als ich nach mehreren Monaten auf einer Reise durch Bayern Gelegenheit hatte, Herrn Stöcker kennen zu lernen und mich bei ihm über diese seine neue Gründung zn informiren, war er guter Zuversicht für diese und bezeichnete Herrn Leuß als einen äußerst talentvollen Mann! Ja, Leuß war sehr talentvoll, aber Herrn Stöcker und besonders seine» durch Burckhardt geiponnenen pekuniären Geschäflsgenossen bald zu talentvoll, denn er hatte es verstanden, gegen den Willen der letzteren auf deren Kosten und Kredit in kurzer Zeit eine eigene Druckerei für das„Volk" zn errichten, die den Herren mancherlei Kopfschmerze» machte, als sie die ziemlich kostspielige Einrichtung bezahlen sollten! Diese Eigenmächtigkeit in Ver- bindung mit anderen Unregelmäßigkeiten war Grund zur E»t- lassung des Leuß, den man lediglich zur Vermeidung öffentlichen Skandals damals nicht anhängig machte. Inzwischen hatte sich Stöcker als Nachfolger von Leuß den bekannten, damals in Paris ansässigen früheren Sozialdemokraten Obnwinder engagirt. Letzterer war aber nicht der Mann, die i» den Enmps gerathene Karre des„Voll" wieder herauszuziehen. Es er- sprderte dies einen kapitalkräftigen Genossen, und Herr Ober- winder konnte nur von dem Gnadensold des Herrn Stöcker leben. Das„Volk" wäre damals ziveifellos eingegangen, hätte man nicht im letzte» Augenblick in dem jungen, entsprechend ver- mögenden Refmndar Bresges die pekuniäre Stühe gefunden, die man brauchte. VresgeS opferte in kurzer Zeit dem„Volk" 40 090 Mark und wurde dadurch Stöcker's Sozius. Herr Re- gierungs-Reserendar Bresges theilt noch heule mit Herrn Stöcker die Vaterschaft seines Leiborgans, und beide Verlraute arbeiten in der Stille Hand in Hand. Die Redakteure des„Volk" und Geschästsführer stehen im Dienste der Herren Stöcker und Bresges; sie werden von diesen Herren engagirt und ver- pflichtet! Weil der Regierungs-Referendar Bresges nun später für seine pekuniären Opfer Sicherheit für den Bestand des Ge- schäftes von Stöcker verlangte, schlössen beide Freunde einen Kontrakt, wonach Stöcker sich verpflichten mußte, sämmtliche Stadtmissions- Druckarbeiten in der Druckerei des„Voll" anfertigen zu lassen, wogegen Bresges die Verpflichtung einging, die Hälfte des etwaigen Gewinns an Stöcker für die Stadt- Mission zu zahlen! Dieser Kontrakt besteht»och heute zu Recht, wodurch also Stöcker thatsächlich Mitinhaber des„Volt" ist! Wie zu diesen Thatsachen nun Stöcker's Behauptung, er habe keine» Einfluß auf die Redaktion— deren nomineller Leiter nur Herr Oberwinder ist im Einklang steht, dies zu be- nrtheilen überlassen wir jedem rechtschaffenen Freunde christlicher Wahrheil!" Sofern die hier behaupteten Thatsachen richtig sind, liegt allerdings die Vermuthung nahe, daß Herr Stöcker aus der Noth eine Tugend gemacht hat, als er, in den Mantel sozialreformerischer Prinzipientreue gehüllt, von hinnen zog. Das„Volk", das die Richtigkeit der obigen Tarstellung der„Vossischen Zeitung" bestreitet, vertröstet seine Leser auf Stöcker's heutige Rede, die alles klarstellen werde. Als ob Herr Stöcker jemals etwas„klar" gestellt hätte!— Deutsches Reich. — Bundesrath. In der am 6. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurde die Ausdehnung der Unfall- Versicherung auf die große Heringsfischeret beschloffen und den Vorlagen, betreffend die Ergänzung und Abänderung der Be- stinimuugen der Anlage B zur Verkehrsordnung für die Eisen- bahnen Deutschlands in bezug auf die Beförderung von flüssigem Acetylen und Caleium-Earbid sowie von Roburit I., Westsalit ic. die Zustimmung crtheilt. Den zuständigen Ausschüssen wurden überwiese» die Gesetzentivürfe für Elsaß-Lothringen über die Ge- werbesteuer und die Wandergewerbesteuer, und über die Wahlen der Mitglieder der Bezirks- und der Kreisvertretungen, sowie der R e i ch s ta g s- B e s ch luß, betreffend die Sich«- rung d e r'B a uh an d w erk er und Bauarbeiter für ihre aus Arbeiten und Lieferungen in Neu- und Un, bauten erwachsenen Forderungen. Dem Antrage des Königreichs Sachsen, betreffend die Befreiung der mit Pensionsberechtigung angestellten kirchlichen Unterbeamten bei den römisch-katholischen Kirchen der Erblande des Königreichs Sachsen von der Jnvaliditäls- und Altersversicherung wurde stattgegeben. Außerdem wurde über die Reichstags-Resolution betreffend Erhebungen über die Arbeitszeit der Arbeiterinnen u. s. w., und über verschiedene Ein« gaben Beschluß gefaßt.— — Der„Reichs- Anzeiger" schreibt hente in seinem offiziellen Theile unter der Ueberschrift„Kriegs-Ministerium": Die vorzeitig« Veröffentlichung des allerhöchsten Gnaden- erlasses für den Bereich der preußischen Militär-Bcrwaltung vom 18. Jan, ar 1896 durch die Nr. 14 der Berlin» Zeitung „Vorwärts" vom 17. Januar 1896 hat Anlaß zur Einleitung einer Disziplinaruntersuchung gegeben Nach dem Ergebniß der- selben ist ein Verschulden eines Angehörigen des Krieg?- Ministeriums an der Veröffentlichung im„Vorwärts" ans- geschlossen. Zu der letzteren ist ein Exemplar der Nr. 3 des �Armee-Verordnungsblaltcs" vom 18. Januar 1896, in welchem der allerhöchste Gnadenerlaß amtlich veröffentlicht worden ist. benutzt worden. Dieses Exemplar ist am 16. Januar 1896 nachmittags in die Redaktion des„Vorwärts" gebracht. nachdem es anscheinend in der Druckerei von E. S. Mittler u. Sohn entwendet worden ist. Es ist deshalb die Disziplinar- Untersuchung geschlossen nnd wegen Einleitung des Straf- verfabrens das Erforderliche veranlaßt worden. Berlin, den 6. Februar 1896. Der Kriegsminister. Bronsart von Schellendorff. Im nichtamtlichen Theile des„Reichs-Anzeigers" findet sich ferner folgendes Communique: „Nach der im amtlichen Theil der heutigen Nummer des Blattes veröffentlichten Kundgebung des Herrn Kriegsministers ist die von demselben eingeleitete Disziplinaruntersuchung wegen der vorzeitigen Veröffentlichung des Gnadenerlasses für die Armee durch den„Vorwärts" nunmehr geschlossen worden. Ueber die Ergebnisse der Untersuchung sind wir in der Lage. noch die folgenden Einzelnheiten aus durchaus sicherer Quelle veröffentlichen zu könne»: Der Gnadenerlaß kam am IS. Januar nachmittags aus dem Kriegs-Ministerium in die Hof-Buchdruckerei von E. S. Mittler u. Sohn, in welcher das„Armcc-Verordnungsblatt" ge- druckt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt bestanden nur einige heltographirte Exemplare desselben bei dem Kriegs-Ministerium. Die Druckerei wurde angewiesen, die Sache bis zum 13. Januar, an welchem Tage der Erlaß durch die Nr. 3 des„Armee- Verordnungsblatts" veröffentlicht werden sollte, geheim zu de» handeln. Am Morgen des 16. Januar gegen 9 Uhr wurde ein Korreklurabzug der Nr. 3 des„Nrmee-Verordnungsblattes" in das Kriegs- Ministerium geliefert und alsbald, nachdem die Korrektur gelesen war, verschlossen der Druckerei zurückgegeben. Nachmittags gegen 3 Uhr begann der Druck der Auslage, welcher bis gegen 8 Uhr beendet war. Von der gesammlen Auflage kamen im Laufe des Nachmittags des 16. Januar nur zwölf Exemplare in das Kriegsministerium, deren Verbleib bestimmt nachgewiesen ist. Am 17. Januar früh veröffentlichte der„Vorwärts" den Erlaß, den er also im Lause des Nachmittags des 16. Januar erhallen habe» mußte, Es bestand die Möglichleii» daß der Vorwärts" entweder aus einem der im Rriegsministerium[ zögert und die Parteien mit übermäßigen Schreibgebühren belastet. " " B " 0 Schweden. vorhandenen hektographirten Umbrucke, oder aus einem Auch rügt das Ministerium, daß die Sprache der Gerichte trotz Stockholm, 6. Februar. Das„ Stockholms Dagblad" erklärt Exemplar der bis zum 18. Januar geheim zu haltenden Auf der früheren Entschließungen vielfach grammatikalisch und logisch der Wechsel im Justizministerium sei nicht unerwartet gekommen, lage des Armee- Verordnungsblatts" Nr. 3 nachgedruckt hatte. unrichtig und unklar ist, daß sie der Gemeinverständlichkeit entda man seit mehreren Wochen wußte, daß zwischen dem Staats. Im ersteren Fall fonnte nur ein Angehöriger des Kriegs- behrt und zu viele Fremdwörter enthält. Diesen Mißständen rath Destergren und dem Staatsminister Boström wegen Gr Ministeriums der Uebermittler fein, im zweiten Falle konnte das gegenüber wird den Gerichten eine bündige, mit Gründlichkeit weiterung des Stimmrechtes zur zweiten Rammer eine MeinungsBlatt nur aus der Druckerei fommen. wohl vereinbarte Kürze empfohlen und aur Pflicht gemacht, auf verschiedenheit bestehe. Deftergren wünschte nämlich ein abgestuftes Die zeugeneidliche Vernehmung der Redakteure des Vorwärts" die sprachliche Darstellung mehr Sorgfalt zu verwenden. Das Stimmrecht, wie es in Belgien eingeführt ist, während Boström hat nun ergeben, daß am 16. Januar, abends gegen 7 Uhr, ein stimmt. die Ansicht vertrat, daß ein Stimmrecht jeder Person zustehen Unbekannter" ein Exemplar des Armee Verordnungsblattes" Mülhausen i. E., 6. Februar. In der Ausweisung 3. folle, welche während einer gewiffen Zeitdauer eine Steuer von Nr. 3 in der Redaktion des Vorwärts" abgegeben hat. Aus Angelegenheit" Road Dollfus hat sich Herr einem bestimmten Mindestbetrage gezahlt habe. diefem Blatte ist der Erlaß nachgedruckt worden. Es ist also nach Fabritant und Kommerzienrath Theodor Schlumberger, ein Afrika. Lage der Sache nur möglich, daß dieses Blatt aus der Druckerei Mülhauser Großindustrieller, welcher zu den Häuptern der entwendet war. Prätoria, 6. Februar. Bei der Untersuchung gegen reichsländischen Regierung ungefähr in demselben Verhältniß die unter der Anschuldigung der Erregung eines Aufstandes Am 17. Januar fam der Unbekannte" wieder in die steht wie Frhr. v. Stumin zum Leiter des Reiches, vor einigen und des Hochverraths stehenden Gefangenen stellte der bie UnterRedaktion des Vorwärts" und bat, ihn nicht zu verrathen, da Tagen nach Berlin begeben, um eine Milderung der Maßregel fuchung führende Beamte in Johannesburg fest, es habe dort in der Druckerei von E. S. Mittler 1. Sohn eine strenge zu erwirken. Herr Noack wartet in Paris auf das Ergebniß. niemals eine Gefahr für Leben und Eigenthum bestanden und es Untersuchung eingeleitet sei. Aus diesem Umstand folgt, daß der Ueber sein Verbrechen erfährt man nun bestimmt, daß bei einer habe keine Veranlassung zu kriegerischen Vorbereitungen seitens eines Ueberbringer des entwendeten Blattes ein bei der Firma Be in seiner Privatwohnung gegebenen Soiree, an welcher schäftigter gewesen sein muß, denn sonst hätte er von der dort Theils der Einwohner vorgelegen. Der Geschäftsführer der nur engere Bekannte des Gastgebers theilnahmen, bie eingeleiteten Untersuchung nichts wiffen bezw. nicht von ihr be- Statue Quand même!" von Belfort als tableau vivant hinterlegt gewesen. Der Landrost wies Briefe vor, welche eine " Standard Bank" erklärte, es waren 70000 Pfund als Hilfsfonds troffen sein können. Hiernach ist also der Sachverhalt bank dargestellt wurde, daß Mädchen in elfäffer Tracht und französische Liste der Waffen und Munition enthielten, welche von dem den Aussagen der Redakteure des Vorwärts" bis jetzt dahin Pious Pious vor den Gästen Liebesszenen aufführten und daß Reform- Komitee geliefert worden waren. Der Geschäftsführer flargestellt, daß die Angehörigen des Kriegsministeriums von die ganze Spielerei durch die Mägde des Herrn Noad aus der„ Argus", Buchdruckerei Gesellschaft, erklärte, er habe von dem Reform- Komitee geliefert worden waren. jeder Schuld entlastet sind und daß ferner ein Diebstahl bei der geplaudert wurde, wodurch die Polizei davon Kenntniß erhielt. Reform- Komitee die Kopie einer Broklamation erhalten, in welcher Firma E. S. Mittler u. Sohn vorgekommen ist. Diese originelle Art der polizeilichen Information ist sehr viel behauptet wird, daß zur Zeit als Jameson erwartet wurde und Wer diesen Diebstahl begangen hat, soll durch die weitere versprechend und außerordentlich schlecht geeignet, zur Beruhigung fich infolge dessen Unruhen ergeben tönnten, eine provisorische Untersuchung festgestellt werden." der Gemüther im Lande beizutragen. Wenn man im eigenen Sause den Polizeidienst fürchten muß, kann man sich nicht Regierung nothwendig sei. Die Proklamation set zwar gefeßt sonderlich wohl fühlen. Im übrigen wird auch in bürgerlichen Kreifen der findische Streich des Herrn Noack mit Achselzucken aufgenommen; er hätte, so fagt man sich fast allgemein, als Franzose und Kenner unserer Verhältnisse vorsichtiger sein sollen. Da wissen wir Elsässer den Werth der Vorsicht der Regierung gegenüber viel mehr zu schäßen. Wir sind aber auch deutschen Stammes! Wir haben dazu blos zu bemerken, daß wir nicht in der Lage find, die Richtigkeit der Angaben des Reichs- Anzeigers" zu prüfen, wir haben blos gegen den in einem offiziellen Blatte doppelt niederträchtigen Zweifel an unseren unter Eid geleisteten Aussagen Verwahrung einzulegen. Desterreich. Was die der Regierung unbequemen Beröffentlichungen unferes Blattes anlangt, so haben wir zu bemerken, daß wir uns niemals um solche Informationen bemüht haben, daß wir aber auch nicht den mindesten Anlaß haben, derartige Mitthei Iungen, die uns ohne unser Zuthun und kostenlos zugehen, zurückzuweisen, umsoweniger als uns bekannt ist, daß jährlich ausschusse des niederösterreichischen 2andtages erklärte der Wien, 6. Februar. In dem Gemeinde- und Verfassungs Behntausende verwendet werden, um die" Geheimnisse" der Statthalter, daß die Wahlen für den Wiener Sozialdemokratie auszutundschaften. Gemeinderath voraussichtlich einige Tage vor dem 3. März, Die heutige Generalversammlung des an welchem Tage die gefeßliche Frist abläuft, ftattVereins deutscher Beitungsverleger hat be- finden werden. schlossen, sich der Petition des Vereins Berliner Presse an den Ungarn. aber nicht gedruckt worden. Reformgefeßen befindet sich auch ein Entwurf, betreffend die Unter den von der Transvaal- Regierung entworfenen Errichtung eines Stadtrathes für Johannesburg mit einem Major an der Spitze und die Uebertragung der gefammten städtischen Berwaltung an die Burghers. Aus London wird gemeldet: In einer gestern stattgehabten Sigung der Direttoren ber SüdafrikaGesellschaft" wurde beschlossen, in Gemeinschaft mit den fortiger Verlängerung der Beira- Bahn von Chimoio Direttoren der Beira- Gesellschaft" Schritte zu thun behufs sobis Umbali; hierdurch würde das ganze Gebiet der Niede rung innerhalb der portugiesischen Sphäre von der Eisenbahn burchkreuzt werden, Maschinen und Waaren würden von der Rüste direkt nach dem Gebiet der Südafrika- Gesellschaft" be fördert und die Frachtfäße bedeutend reduzirt werden; die Ver längerung der Bahn von Umbali bis Salisbury, der Hauptstadt Rhodesias, werde alsdann unverzüglich folgen. Wieder einmal ein glänzender" Sieg Reichstag in Sachen des ambulanten Gerichtsstandes Budapest, 7. Februar. Abgeordnetenhau 3. Bei der Presse anzuschließen und in Sachen des under fortgefeyten Berathung des Kultusetats sprach Emerich Iauteren Wettbewerbes( Schwindelannoncen) gleichfalls eine Ein- Madarasz den Wunsch aus, es möge in der Leitung des gabe an den Reichstag zu richten. Im übrigen erledigte die Unterrichtsrefforts ein mehr nationaler Geist herrschen; über Neger! Nach einer Meldung aus Blantyre, in Generalversammlung interne Angelegenheiten. Redner stimmt für den Voranschlag. Gabriel Ugron brachte einen bem neuerdings englisch gewordenen Hochlande zwischen dem Dr. Kropatshed ist zum Chefredakteur der Kreuz- Beschlußantrag ein, durch welchen die Regierung aufgefordert Njaffa- See und dem Sambesi, vom 25. Januar haben Lieutenant Beitung" ernannt worden. Die Junter haben also unter den wird, einen Gefeßentwurf einzubringen zur Regelung des Ver- Alston und Hauptmann Stewart mit ihrer Sikhtruppe Leuten, mit denen sie bessere Erfahrungen au machen hoffen wie hältnisses sämmtlicher auf der Grundlage der Autonomie stehen.( Indier) zwei glänzende Siege über Häuptlinge errungen, welche mit den Herren Nathusius und Hammerstein, niemanden mehr, den Kirchen zum Staate, sowie dafür zu sorgen, daß gegen in Britisch Zentralafrita Stlavenhandel trieben. Die Araber der fähig wäre, thre Interessen mit der Feder zu vertreten. Sie diejenigen Nationalitäts Kirchen, welche wurden vollständig geschlagen und 14 Häuptlinge gefangen gemüssen zu gewöhnlichen Bürgern greifen. staatsfeindliche Bestrebungen unterstüben, die nommen. Durch diese Erfolge sei die Handelsstraße nach dem Gefeßgebung von Fall zu Fall Verfügungen treffe. Johann Hock Innern Afritas wieder frei gemacht. unterstützt den Beschlußantrag Ugron's. Aus dem Reich der Sozialreform. In Perleberg in der Mark lebt ein bejahrter Arbeiter mit Namen Wilhelm Himburg, der als junger träftiger Mann die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 glücklich durchmachte und mit heiler Haut davon kam. Später war er Jahre lang als Bodenarbeiter an der Perleberg- Wittenberger Bahn beschäftigt die EigenB Den magyarischen Chauvinisten scheint die ultranationale Regierung noch immer nicht genügend die nichtmagyarischen Nationalitäten zu fnebeln und zu unterdrücken. " Frankreich. M Die Lohnbewegung in der Konfektionsindustrie. Aus bürgerlichen Kreisen tommt uns die überraschende Nach thum der Stadt Berleberg ist bis er eines Tages von einer Losung der ehrlichen Leute in Frankreich. Die Sozialisten haben richt, daß Herr Ferdinand Mannheimer, in Firma B. Mann " B Gegen die Korruption!" ist nach wie vor die Rangirmaschine erfaßt und schwer verletzt wurde. tränkelte er. Die Bahn beschäftigte ihn weiter; als aber die den Stein ins Rollen gebracht und das Ministerium Bourgeois heimer, einige Konfektionsarbeiterinnen empfangen hat. Noch überauf grund des Haftpflicht Gesetzes bestehende zweijährige muß der Bewegung dienen, wenn es fortbestehen will. Die Re Verjährungsfrist vorüber war und Himburg in dem gierung hat die Panama- Atten wieder hervorsuchen lassen und raschender ist es, daß Herr Mannheimer erklärt haben soll, er fei Glauben, weiter beschäftigt zu werden, es unterlassen hatte, An- will den Panama- Prozeß wie die übrigen Skandalprozesse wieder im Hinblick auf die Schmutzkonkurrenz nicht in der Lage, die sprüche auf grund des Haftpflichtgefeges zu erheben, entdeckte aufnehmen und ein gründliches Reinemachen" besorgen. Der bessernde Hand anzulegen, dagegen würde er es mit Freuden man, daß Simburg arbeitsunfähig sei und setzte ihn auf die Boffischen Zeitung" wird heute von ihrem Pariser Korrespon sehen, wenn die Arbeiter durch einen Streit die SchmutzStraße. denten, der natürlich darob entrüftet ist, telegraphirt: Mit Mühe und Noth gelang es ihm schließlich, auf grund Paris, 7. Februar. Untersuchungsrichter Le Poittevin, tonkurrenz beseitigen würden; er fei bereit 10 000( zehntausend) des Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes eine monat- dem die seinem Vorgänger Rempler plötzlich abgenommenen An- Mark zum Streit zur Verfügung zu stellen! Wir sind der liche Rente von ganzen 9 M. und 90 Pf. zu erlangen. Von gelegenheiten zugewiesen wurden, scheint die ganze Panama, Meinung, daß Herr Mannheimer ganz andere Mittel hätte diesem Gelde muß Himburg monatlich 6 M. 50 Pf. Cornelius Herz, Südbahn- und Fernsprechergesellschafts- und seit langer Zeit gehabt hat, um gegen die Schmuh Miethe bezahlen, so daß ihm und seiner kurzfichtigen, fache wieder ausgraben zu wollen. Abgeordneter Christofle, ge- fonkurrenz, vor welcher er sich heut zu fürchten vorgiebt, erwerbsunfähigen Frau die Riesensumme von 3 m. 40 Pf. wesener Gouverneur des Crédit foncier, Graf Lemercier, Rouverbleibt, wovon alle übrigen Lebensbedürfnisse bestritten vier, Bassy und Jules Roche wurden vorgeladen, um über vorzugehen. Herr Mannheimer hat genügenden Einfluß auf die werden müffen. Simburg wandte sich in seiner Noth ihre Betheiligung am sogenannten Bürgschaftssyndikat für die anständigeren Firmen, um sie zu veranlassen, einheitlich die Ver wiederholt an den Perleberger Magistrat um Armenunter Südbahnfchuldscheine Auskunft zu geben. Matin" erzählt, das hältnisse ihrer Arbeiter zu bessern; er tann auch u. a. Ausftügung, da er und seine Frau unmöglich von 9 M. 90 Pi. fieberhafte Vorgehen Le Poitevins, der im Auftrage des dehnung der Gewerbe Inspektion auf auf die Hausindustrie monatlich leben könnten. Der Magistrat wies diese Gesuche Justizministers Ricard handelt, veranlasse Zerwürfnisse im jedoch ab, weil er sich von er Unterstüßungsbedürftigkeit Kabinet. Bourgeois erhebe sich lebhaft gegen die Fortdauer eines oder den Erlaß von Vorschriften ähnlich denen für die Zigarrennicht überzeugen tönne. Darauf wandte sich Himburg um Hilfe Bustandes allgemeiner Verdächtigung und Verleumdung und fordere fabrikation bei dem zuständigen Ministerium beantragen u. f. w. gegen den Magistrat an den Kreisausschuß; aber auch von Abschluß der schwebenden Untersuchungen, während Cavaignac Seine Freigiebigkeit ist im höchsten Grade verdächtig; noch haben Dieſem erhielt er unter dem 6. Januar 1896 folgenden von echt und Ricard immer wieder ausrufen:„ Wir müssen bis ans Ende wir stets die Erfahrung gemacht, daß Unternehmer, welche Archristlichem Geiste durchtränkten Antwort: gehen." Darlan, Vorsißender des Kammerausschusses zur Prüfung Der Arbeiter Himburg, welcher eine Invalidenrente von der Bahnverträge, veröffentlicht die Liste der Geldbeträge, beiter zum Streit riethen, ihren Vortheil dabei suchten und monatlich 9,90 m. bezieht, bittet um Armenunterstützung. Der welche die Bahnen von 1881 bis 1884 an die Preffe vertheilt fanden. Die Konfektionsarbeiter müssen also um so mehr auf Magiftrat zu Perleberg verweigert folche bis auf das Holen von baben. 1882 wurden 785 796, 1883 718 347, 1884 403 238 Fr. der Hut sein und sich nicht zu Unbesonnenheiten verleiten lassen. Brennholz. ausgetheilt, und zwar theils unmittelbar an die Blätter, Bis zum 9. Februar ist durch Beschluß von zwölf öffentlichen Die hiergegen gerichtete Beschwerde Himburg's ist zurück. theils an einzelne Breßleute, theils unter der Form des Ankaufs Bis zum 9. Februar ist durch Beschluß von zwölf öffentlichen gewiesen, weil die Invalidenrente zur Best reis von Beitungsnummern und Flugschriften. Alle großen Pariser, Versammlungen den Arbeitgebern Bedenkzeit gewährt worden; dieser fung ber nothwendigsten Lebensbedürfnisse einige Provinzblätter, alle Finanzwochenschriften und die Nouv. Beschluß einmal gefaßt, muß gehalten werden, wenn die Arbeiter genügt. Revue" erscheinen in diesem Ehrenbuche. Seltsamerweise wird nicht die ihnen jetzt außerordentlich günstige öffentliche Meinung Der Kreisausschuß der Westpriegni auch die Frankfurter Beitung" mit 622 Fr. 85 Gts. verscherzen wollen, welche sogar die Behörden zum Einschreiten Jagow. aufgeführt, und eine zweite Post lautet räthselhaft: Deutsche Beitungen 275 Fr. 50 Cts."( Vermuthlich handelt es sich bei drängt. diesen kleinen Posten um Inserate. Red.) Ueber diese Angabe wäre von Darlan Aufklärung zu fordern. Dieser Bescheid an einen verelendeten Proletarier spricht Bände. Und da spricht man noch von christlicher Sozialreform?! nichten. Was die Zerwürfnisse im Kabinet" betrifft, so sind sie wohl In Kyris hat der Vorstand des landwirthschaftlichen fromme Wünsche solcher, die nicht ganz sauber sind ums NierenVereins dem Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forstenstück. Wie weit aber Bourgeois mit der Ausmiftung des Augias eine Petition zugehen lassen, in der es heißt: Wie wir aus der Zeitung erfahren, ist der bisherige Gestüts. talle kommen wird? Aus der kapitalistischen Gesellschaft die Direttor von Neustadt Herr v. Goetzen als Landstallmeister nach Spitzbuben entfernen heißt die kapitalistische Gesellschaft ver. Beberbeck versetzt worden. Eurer Exzellenz wagen wir daher mit der Bitte zu nahen, daß bei Neubesehung dieser Stelle nicht wieder einem jungen Offizier dieses schloffen, eine gerichtliche Untersuchung über alle Angelegenheiten Der Rappel" glaubt zu wissen, die Regierung habe beAmt übertragen wird, sondern daß ein Mann daffelbe erhält, der in der Pferdezuchterfabren u eröffnen, in welche Cornelius Herz verwickelt war. ist und zu dessen Pferdekenntniß die Züchter der Provinz Vertrauen haben tönnen.. Also selbst Leuten, die nur in so unterthänigem Tone einem Minister sich zu nahen wagen", hat sich doch die Ueberzeugung aufgedrängt, daß die Lieutenants Epauletten nicht Gewähr für Sachkenntniß sind. Und dabei hat so ein Lieutenant immer noch eher" Pferdekenntniß" als Verständniß für alle möglichen Zivilämter, bei deren Besetzung er erfahrungsgemäß den Vorzug vor Bivilperfonen genießt, wie bei Unterbeamtenstellen der zivilver forgungsberechtigte Unteroffizier. Telegraphirt wird noch aus Paris: Belgien. Leider scheint eine fleine Gruppe von Arbeitern dem Herrn Mannheimer auf den Leim gehen zu wollen, indem sie für Sonntag Vormittag Versammlungen einberufen, in denen, wie behauptet wird, der Streik proklamirt werden soll. Wir rufen den Konfektionsarbeitern zu: Laßt Euch nicht verleiten, einen Fehler zu begehen, der Eurer gerechten Sache unberechenbaren Schaden zufügen würde. Berlin, 7. Februar. Von verschiedenen Seiten wird uns mitgetheilt, daß eine Deputation sich zu mehreren Konfektionsfirmen begeben hat, um mit denselben über die Forderungen der Konfektionsschneider und Schneiderinnen zu verhandeln. Brüffel, 6. Februar. Repräsentantentammer. Nach unseren genauen Informationen steht die Fünfer Das Haus fezte die Berathung der Interpellation Rommission diesen Schritten vollständig fern. Sie hat sich Defnet über die Ernennung der Bürgermeister fort. Nach weder direkt noch indirekt auch nur an eine einzige Firma gewandt, einer sehr bewegten Sigung brachte der sozialistische Abfie bat vielmehr für morgen die maßgebenden Firmen der geordnete Vandervelde eine Tagesordnung ein, welche ein fie hat vielmehr für morgen die maßgebenden Firmen der adelsvotum gegen den Minister des Junern enthält; eingeladen, welche im Beisein und wahrscheinlich unter dem Herrenkleider- und Damenmäntel- Konfeltion zu Verhandlungen diese Tagesordnung wurde mit 53 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Borsige des Regierungs- und Gewerberaths Dr. Sprenger statt. Hierauf wurde die von Hoyois( Katholik) vorgeschlagene einfache finden werden. Tagesordnung mit 53 gegen 28 Stimmen angenommen. Die Angriffe der Sozialisten auf den König in der geftrigen Gotha, 6. Februar. Im 11. Landtags- Wahlkreise wurden unsere sämmtlichen Wahlmänner gewählt. Der Kreis ist also Rammerſibung baben in der Presse großes Aufsehen erregt. Die unser und wird der zweite Sozialdemokrat in den Landtag ein- royalistischen Zeitungen drohen den Sozialisten mit Enthüllungen, wenn sie ihre Angriffe fortsetzen sollten. ziehen. Zur Vereinfachung der Gerichts urtheile. Genossen nicht schrecken tann. Das ist ja die reine Grpreffermethode, durch die man unsere Gine bemerkenswerthe Entschließung wurde von dem t. b. Staatsministerium der Justiz an die sämmtlichen Gerichte des KönigEngland. reiches erlassen. Nach derselben wird von höchster Stelle rück- London, 6. Febr. Der amerikanische Botschafter Bayardasindustrie, besonders der Konfektions- Branche, sprechen haltlos anerkannt, daß die Entscheidungsgründe bei Beschlüssen betonte in einer Bankettrede im Hotel Metropole das beiden und Urtheilen der Gerichte in bürgerlichen Rechtsstreitig. Völkern gemeinsame Gefühl für eine Einigung Englands und der Vereinigten Staaten und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß teiten vielfach Rechtsfragen allzu ausführlich oft in einer Breite von 40 bis 60 Seiten erörtern. Hierdurch alle Meinungsverschiedenheiten beigelegt würden. werden die Urtheile, welche zunächst für die Parteien Plymouth, 7. Februar. Der hiesige Bürgermeister hat für das Publikum bestimmt sind, zu wissenschaftlichen nächsten Dienstag Mittag ein Meeting einberufen, welches gegen Abhandlungen gestempelt, die gefeßlichen Fristen zur Abfassung die Fortsetzung der Grenel in Armenien protestiren und der Urtheile werden nicht eingehalten, die Ausfertigungen ver- Lord Salisbury zur Intervention auffordern soll.nud Eine bürgerliche Kundgebung. Sonntag, den 9. Febr., mittags 1212 Uhr, findet im Konzerthause, Leipzigerstr. 48, auf Einladung angesehener Männer und Frauen aus den verschiedensten Lebens- und Berufsstellungen eine öffentliche Verfammlung statt, in welcher Fräulein Dr. Agnes Bluhm, Fran Jeannette Schwerin, Herr Heckscher und Herr Geheimer Regierungsrath Professor Wilhelm Förster über die Nöthe der werden. Berichte.' Die Schneider und Schneiderinnen Magdeburgs haben es ab Magdeburg. Die Magdeburger Boltsstimme" schreibt: gelebut, in einen Streit zu gunsten der Einführung von Betriebswertstätten einzutreten. Die Vorbedingung eines Kampfes ift das Messen der Kräfte. Und diese Kräfte sind in Magdeburg für zu schwach befunden worden. Es wurde festgestellt, daß gerade die dem Zwischenmeistersystem unterworfenen Haus arbeiter völlig unorganisirt, den trefflichen Organisations beftrebungen der organifirten Klaffengen offen fich fein gehalten haben. Als Kampftruppe blieb alfo übrig die geringe Zahl der annoch organisirten Echneider und Schneiderinnen. Wenn auch Muth und Kampfeslust diese kleine Echaar beseelte, wenn sie auch den festen Willen zeigte, für ihre Klaffengenossen menschenwürdige Zustände zu erkämpfen, die Leiden mildern, die Thränen stillen wollte, die bei harter, jammervoll be zahlter Arbeit so reichlich flossen, so mußte sie dennoch auf die Kraftprobe verzichten, obgleich die Eympathie aller flaffenbewußten Arbeiter ihr zur Seite stand. Die organisirte Arbeiterschaft war sich klar, daß sie, nachdem die Gesetzgebung die Wünsche der Arbeiter vorläufig unberücksichtigt gelaffen, die Hausindustrie noch nicht der Gewerbe Inspektion unter stellt, diese eminent wichtige Forderung, die zugleich eine hohe kulturelle Bedeutung hat, zu erfämpfen hatte. Nach Prüfung diefer Sachlage und nach forgfältigem Abwägen des Für und Wider kamen die Schneider und Schneiderinnen zu der Erfenntniß, von einem Streit abzurathen und es wurde als hohe Aufgabe der politischen Partei erachtet, auf dem Wege der Geseggebung die Forderungen der Arbeiter der Konfeftionsbranche zu erkämpfen. Haben die Echneider und Schneiderinnen Magdeburgs es abgelehnt, selbständig in einen Lohntamps einzutreten, so werden sie doch mit Stolz auf die Bewegung anderer Orte blicken und sich geloben, den fämpfenden Genossen beizustehen und fie thatkräftig zu unterstützen. Erfurt, den 6. Februar. Am Montag tagte hier eine impofante, von 2000 Personen besuchte Volksversammlung, die einstimmig sich auf die Seite der Konfektions- Arbeiter stellte. Am Mittwoch Lehnten die Zwischenmeister die Verhandlungen mit den Arbeiterinnen ab und verweigerten dem Vertrauensmann der Schneider und Schneiderinnen Gehör. Heute, Donnerstag, berathen die Konfektionsfirmen unter sich. Morgen, Freitag, wird in Anwesenheit des Gewerberathes ein legter Einigungsversuch unter folgenden Bedingungen gemacht werden: Anerkennung von Einrichtung der Betriebswerkstätten, die theil weise sofort zu gründen sind. Einigung über den Lohntarif und Anerkennung desselben für die vorhandenen und einzurichtenden Betriebswerkstätten. Werden die Forderungen nicht bewilligt, so soll eventuell ein Streik proklamirt werden. Eisenach. Die Kollegen Eisenachs erklären mit allen ihnen zu Gebote stehenden Wiitteln den Kampf der Konfektionsarbeiter zu unterstüßen, und energisch für die aufgestellen Forderungen einzutreten. 87 Bei bestellten Waaren halte mich an den Tarif von 1894. Eigene Betriebswerkstatt einzurichten bin ich jetzt vorläufig nicht im stande, da ich keine passenden Räume bei mir im Hause haben kann, ich werde aber danach hinstreben. Den größten Theil meiner Lagerwaare laffe ich ja selbst anfertigen und zahle, wie schon gesagt, 25 pet. mehr, achte aber auch gleichzeitig auf gesunde, reine Arbeitsräume." Ein Zwischenmeister der Damenmäntel- Branche schreibt: " Ihre mir zur Kenntniß gegebenen Lohnforderungen bewillige ich und werde versuchen, auf meine Arbeitsgeber dahin einzuwirken." Ein anderer theilt folgendes mit: " Lohntarif voll und ganz anerfenne und zwar mit dem Be- ju. Komp., Chauffeeftr. 67, ein Streit ausgebrochen ist, der merken, taß ich wie bisher auch weiter 25 pt. mehr zahle, barin seine Ursache hat, daß eine Kollegin wegen ihrer im Interesse als Sie fordern. des Vereins geschehenen Agitation gemaßregelt wurde, obwohl sie bei dieser Firma schon sieben Jahre thätig war. Alle vermitteln den Versuche der Arbeiter, die Entlassung rückgängig zu machen und so den Streit zu vermeiden, verliefen fruchtlo?. Herr Baruch erklärte rundweg, weder mit einer ohntommission noch mit seinen Arbeitern verhandeln zu wollen. Der Verein der Wollhut- Fabrikanten, welcher gegründet wurde, um unberechtigten Maßnahmen der Arbeiter entgegenzutreten", hat nun an die Arbeiter und Arbeiterinnen das Anfinnen gestellt, die streifenden Kollegen und Kolleginnen zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen, widrigenfalls das Arbeitspersonal in sämmtlichen den Fabrikantenring bil: denden Wollhutfabriken ausgesperrt würde. Diese Drohung dürfte nur den einzigen Zweck haben, die streikenden Arbeiter und Arbeiterinnen einzuschüchtern. In zweiter Linie würde die Drohung gegen die Organisation ge richtet sein, welche man dadurch vielleicht sprengen zu können hofft. Morgen Sonntag wird wegen dieser Angelegenheit eine Versammlung abgehalten. Näheres ist aus dem Inserat in heutiger Nummer zu ersehen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Hut- und Filzwaaren- Industrie werden ersucht, sich in dieser wichtigen Versamm Iung zahlreich einzufinden. " Den mir von der Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen zugestellten Lohntarif für Mäberinnen, speziell den Satz für Backfischfachen zahle ich schon seit Jahren." Ein Händler schreibt folgendes: Antwortlich Ihrer gefl. Zuschrift theile Ihnen mit, daß ich nicht selbst anfertigen laffe, sondern meine Konfektion fertig taufe. Im übrigen fann ich mich vollständig damit einverstanden erklären, daß die Arbeiterinnen besser bezahlt bekommen, wie bisher." Ferner lautet ein Brief eines anderen Händlers: " Antwortlich Ihres Geehrten vom 25. Januar theile ich Ihnen ergebenft mit, daß ich meine Lagersachen nicht in eigener Werkstatt anfertigen laffe, sondern diefelbe aus größeren Engrosgeschäften beziehe. Soweit es in meinen Kräften steht, will ich auch auf meine Lieferanten einwirken, damit dieselben Ihrem Wunsche nachkommen." Tiese Buschriften enthalten feine Bewilligung aller von den Arbeitern aufgestellten Forderungen, weshalb wir von einer Veröffentlichung der ferreren Abstand nehmen; immerhin sind sie ein Beweis, daß nicht Unmögliches verlangt wird. Presstimmen. Die Kreuz- Zeitung", die für die Forderung der Betriebs: werkstätten offenbar nicht das geringste Verständniß hat, hält die übrigen Forderungen der Arbeiter und Arbeiterinnen für berechtigt. Sie schließt ihren Leitartikel mit einer ganz gehörigen Abfertigung der„ Nordd. Allg. 3tg.", welche die Blamage dieses Blattes vollkommen macht; es heißt da: Eine prinzipielle Voreingenommenheit finden wir in der politischen Presse nur bei der„ Norddeutschen Allg. Zeitung", die in der letzten Zeit mit großem und blindem Eifer bestrebt ist, die Nietzsche'schen Grundsäße auf die Politik anzuwenden. Die Fabrikanten stellen die Sache noch so dar, als ob die Arbeiter diesmal nicht hinter den Führern ständen. Mit einer Brutalität, an der die„ Nordd. Allgem. 8tg." ihre Freude haben wird, erklärt der Konfektionär":" Die Arbeiter müssen verdienen, um zu leben, folglich können sie nicht streifen." In der nächsten Woche wird es sich entscheiden, ob diefer über müthige Appell an den Hunger als Bundesgenossen seine Wirfung gethan hat. Der Direktor des Münchener Brauhanfes in Berlin, Herr Arendt, ersucht uns um Aufnahme folgender Erklärung: Die Agitationstommission der Brauer veröffentlicht in Nr. 32 des Vorwärts" die Nachricht, daß Differenzen zwischen uns und den organisirten Brauern bestehen sollen, ferner, daß der Unterzeichnete erklärt und es wahr gemacht habe, jeden Arbeiter, der in Versammlungen über das Münchener Brauhaus spricht, zu entlassen. Beide Säge sind unwahr und nur geeignet, die Deffentlichkeit irre zu führen. Differenzen zwischen der Brauerei und den organisirten Arbeitern bestehen in keiner Weise, weder was. Lohnforderung, noch Arbeitszeit betrifft. Wir waren allerdings im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung genöthigt, einige Arbeiter zu entlassen und zwar den einen, weil er seinen Vorderburschen fälschlicherweise denunzirt hat, einen anderen, weil er direkt die Ausführung der Arbeit verweigert hat, einen dritten, der seines unverträglichen Wesens wegen mit allen Leuten Zank und Hader sucht. Statt dieser sind resp. werden andere organisirte Arbeiter bei uns eingestellt; die Entlassung Breslau. Der Breslauer Morgenzeitung" entnehmen hat also absolut nichts mit der Organisation zu thun. Was den wir, daß in der von über 1000 Personen besuchten Schneider zweiten Punkt anbetrifft, so soll sich neulich der Brauer Träger, versammlung am Mittwoch zunächst der Vorsitzende Liepelt der bei uns in Arbeit stand, erlaubt haben, in einer öffentlichen in scharfen Worten die am Dienstag vorgekommenen AusVersammlung zu sagen, die Arbeiter im Münchener Brauhaus schreitungen einiger Kollegen tadelte; durch solche Ungebührlich wären Arbeiter zweiter Güte und es wäre vorzuziehen, lieber feiten, erklärte er, würden die Schneider der Sympathien des von milden Gaben zu leben, als dort zu arbeiten. Für seine Publikums beraubt; er ermahnt deshalb die Anwesenden aufs schweren Beschuldigungen hat er bisher den Beweis nicht erbracht. bringendste, vollständig Ruhe zu bewahren und andere von AusJeder, der die Verhältnisse im Münchener Brauhaus kennt, wird schreitungen abzuhalten. Alsdann besprach Redner die am Mittdie Ungeheuerlichkeit dieser unwahrheit zu würdigen im ftande sein. woch stattgefundene Konferenz der Prinzipale. Es sei erfreulich, Taß wir einen Arbeiter, der wissentlich falsche Thatsachen öffentdaß die Arbeitgeber anerkennen, daß innerhalb des Schneider lich über uns behauptet, nicht behalten fönnen, liegt auf der gewerbes Mißstände existiren und die Löhne niedrig seien; in Der Reichsbote" schreibt: Nach dem bisherigen Verlauf Hand. Wir werden auch in Zukunft hiernach handeln. Wir dessen glaube er, daß die Echneider den Vorschlag einer prozentualen der Bewegung kann man ihr nur sympathisch gegenüberstehen. Die sind gern bereit, jedem, der sich dafür interessirt, die Beläge für Lohnerhöhung, die übrigens viel zu gering bemessen sei, bausindustriell beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen der Kon- unsere Behauptungen bei uns zu erbringen und überlaffen es nicht annehmen konnten; für jedes Stück müßte ein fester Preis bestimmt und dieser tarifmäßig festgesetzt werden. feftionsbranche sind diesmal das treibende Element. Ihr Loos getrost der Deffentlichkeit und jedem rechtlich denkenden Menschen, In einer Resolution erklärt sich die Versammlung bereit, in Ver- ist ohne Zweifel ein recht elendes, es ist daher zu begreifen, daß zu beurtheilen, ob wir oder die entlassenen Brauer im Recht sind." sie nach einer Besserung ihrer Lage streben. Ihre Beschwerden Die Tapezirer Stettins befinden sich, wie uns der VerHandlungen mit den Arbeitgebern sich einzulassen, wünscht aber richten sich in der Hauptsache gegen die sog." Zwischenmeister", tranensmann der Berliner Tapezirer mittheilt, in Differenzen eine tarifmäßige Lohnerhöhung. Zu Abstrichen erklärt sich Herr welche. die Ausführung größerer Aufträge für die mit ihren Prinzipalen. Ein partieller Streit gelte Liepelt bereit. Um 111/2 Uhr zogen etwa tausend Konfektions- großen Konfektionsfirmen übernehmen. Diese zwischenmeister" für die nächsten Tage als bevorstehend. Die schneiderinnen, zu denen sich zwei bis dreihundert Sd neider ge- unterbieten einander, um fellt hatten, gemeinsam von der Kaiser Wilhelmstraße die Of fuchen, dann durch Herabdrückung der Löhne den Verlust eindie Aufträge zu erhalten, und Berliner Kollegen möchten dies beachten. In Karlsruhe haben, wie Herold's Bureau telegraphirt, feite der Schweidnigerstraße nach dem Ring hin entlang. Die suchen dann durch Herabdrückung der Löhne den Verlust einzubrigen, den fie durch ihr zu billiges Angebot erleiden würden. sämmtliche Arbeiter der Marmorwaaren Fabrit von Menge ging, wie Breslauer Blätter berichten, ruhig ihres Wegs, Auf diese Weise sind in der That die Löhne für die Haus Rupp u. Miller die Arbeit wegen Lohndifferenzen niederverständigerweise jede Demonstration unterlaffend. Vor feinem industriellen in der Konfektionsbranche ungebührlich verringert gelegt. der großen Konfektionsgeschäfte fanden irgend welche Anfamm worden, ohne daß die Industrie einen Vortheil davon hätte. Die Fachvereine für Fuhrknechte und Ziegelei und Erdlungen statt. Hoffentlich behalten die Streifenden ihre ruhige Zwischenmeister" haben sich den Vorstellungen der Arbeiter arbeiter sind unter Mitwirkung des Sekretärs Märtens vom Haltung auch weiterhin bei. Ein großer Theil der Schneide: gegenüber unzugänglich erwiefen, und nun wenden sich diese Gewerkschaftsbundes- Komitee in 3ürich gegründet worden. rinnen hat den Geschäften die Etoffe zurückgegeben, die sie vor unmittelbar an die Großkonfektionäre, um eine Aenderung herbei Von den Ziegelei und Erdarbeitern haben sich bereits 77 Mann Ausbruch des Streits zur Verarbeitung übernommen hatten. Frankfurt a. M., 6. Februar. Die Bewegung der zuführen. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Unternehmer für dem neuen Verein angeschloffen. Konfektionsschneider hat in Speyer, Worms, Taunus, Spessart, die Klagen der Arbeiter ein offeneres Ohr hätten, als die " Zwischenmeister". " • hauptsächlich in Aschaffenburg in den letzten acht Tagen bedeutend" Die Frankfurter Beitung" äußert sich in einem Leitartikel, Depelchen und lehte Nachrichten. an Ausdehnung gewonnen. Kollege Mock aus Nürnberg, der die AufDresden, 7. Februar, 10 Uhr 40 M.( Privat- Telegramm.) gabe hat. die dortige Bewegung zu leiten, hat seit 18. Januar im der die Frage nach der Seite der Sozialgesetzgebung eingehend ganzen 13 Versammlungen abgehalten. Ueberall war der Besuch darstellt, u. a. folgendermaßen:" Daß die Arbeitsverhältnisse in Sechs große Voltsversammlungen, davon vier in den größten ein guter und die Begeisterung für die berechtigte Forderung eine der Konfektionsbranche außerordentlich schlechte sind, kann fein Sälen, erheben Proteft gegen die Regierungsvorlage, welche das Unbefangener leugnen. Die hausindustrielle Betriebsform mit Dreitlassen Wahlsystem einführen will. Alle Versammlungen große. Am stärksten ist die Bewegung in Aschaffenburg und allen ihren schlimmen Folge- Erscheinungen macht sich gerade in waren überfüllt und nahmen begeisterten Verlauf. Eine scharfe Umgegend, wo aber auch die erbärmlich flen Zustände vorhanden dieser Branche besonders unheilvoll geltend. Der zwischen dem Protestresolution wurde einstimmig angenommen. Die Versammfind. In Aschaffenburg selbst haben bis jetzt 2 Versammlungen Unternehmer und dem Arbeiter stehende Zwischenmeister führt lung im Trianon, wo Geyer sprach, wurde von der Polizei aufstattgefunden. Die ultramontane Breffe eifert mit aller auf Kosten des letzteren sehr oft, freilich nicht in allen Fällen, gelöst. Imposantester Verlauf. Macht gegen die Bestrebungen der Konfektionsarbeiter. Dagegen ein recht behagliches Dasein, der Lohn ist allenthalben ein außer- Aachen, 7. Februar.( W. T. B.) Die königliche Eisenbahnstehen die Behörden der Bewegung sympathisch gegenüber. München. Eine öffentliche Echneider- und Schneiderinnen- ordentlich niedriger, die Arbeitszeit eine übermäßig lange, die Ar- Betriebs- Inspektion II macht bekannt: Heute Vormittag gegen Versammlung tagte am Montag Abend und nahm nach dem einbeitsräume meist ungenügend und gesundheitsschädlich. Ein trübes 93/4 Uhr entgleifte auf der Strecke zwischen Montjoie und Kalter. Bild von den herrschenden Zuständen hat im vorigen Jahre im herberg der nach St. Vith gehende Personenzug. Heizer todt, geh enden Referat Wasner's folgende Resolution an:. „ Die heute im„ Kreuzbräu" tagende öffentliche Schneider- und Auftrage des Verbandsvorstandes Timm in feiner bekannten Lokomotivführer leicht verlegt. Verlegungen von Reisenden Der Verkehr wird durch Umsteigen Schneiderinnen Versammlung fommt nach Entgegennahme der Be Broschüre entworfen, der man im allgemeinen das Zeugniß der find nich vorgekommen. Objektivität ausstellen kann. Es unterliegt keinem Zweifel, daß aufrecht erhalten. richte über die Stellungnahme der Konfektions- Geschäfts inhaber zu durch die Einführung von Betriebswerkstätten und die Unter- Bamberg, 7. Februar.( W. T. 2.) Der Baumeister Reuter unserem Lohntarif und zu der Forderung der Errichtung von Betriebs- ftellung dieser sowohl wie der Hausindustrie unter die Gewerbe- war au grund des infturzes eines von ihm geleiteten Neuwerkstätten zu folgendem Beschluß: Indem sich die hiesigen Aufsicht die Uebelstände ganz erheblich gemindert werden könnten. banes, wodurch eine Person getödtet und 21 verlegt worden Konfektionäre unseren gerechten Forderungen gegenüber so ablehnend verhalten, einzelne sogar dieselben grob und beleidigend Für die Ausdehnung der Gewerbe- Aufsicht nach dieser Richtung sind, im Juni vorigen Jahres verhaftet worden; heute ist derzurückgewiesen haben, sind wir gezwungen, an das gesammte hat sich denn auch bekanntlich der Reichstag einmüthig ausfelbe von der Anklage der fahrlässigen Tödtung freigesprochen fonfumirende Publikum Münchens zu appelliren. Wir be- gesprochen und es kann nur gewünscht werden, daß die Vor- worden, und zwar wurde dies Erkenntniß damit begründet, daß auftragen unsere Gewerkschaftsdelegirten, diese wichtige Angelegen: arbeiten der schon erwähnten Kommission bald Früchte tragen die Aussagen der Sachverständigen von einander zu weit abmöchten." Partei- Nachrichten. heit im Gewerkschaftsverein vorzubringen und eine geeignete Stellungnahme dort zu veranlassen. Die Versammlung erklärt sich im ferneren solidarisch mit der Bewegung in allen Städten Deutschlands, sie beauftragt die Agitationskommission Parteiliteratur. Der stenographische Bericht der Reichs mit dem Gewerkschaftsverein die Schritte zum weiteren Vorgehen tags Berhandlungen über die Handhabung des Vereins und Koalitionsrechts, der unter dem Titel: Zweierlei Recht zum Preise von 10 Pf. als Broschüre erscheint, gelangt heute Sonnabend zur Ausgabe. zu prüfen." Augsburg. Die Bewegung ist gut im Fluß. Die Firma Oppenheimer hat Werkstätten eingerichtet, will auch Wochenlohn einführen, hat denselben jedoch zu niedrig gestellt. In einer zum Donnerstag anberaumiten gemeinschaftlichen Sigung wird mit den Unternehmern über die aufgestellten Forderungen und die ihnen zugestellten Lohntarife tonferirt. Das Resultat theilen wir mit. Die Delegirtenkonferenz für den 11. badischen Reichs: am Sonntag, den 2. Februar in tags- Wahlkreis, die Friedrichsfeld abgehalten wurde, war von 13 Orten mit 22 Delegirten beschickt. Aus dem Geschäftsbericht des Agitationsfomitees ist zu entnehmen, daß im vergangenen Jahre außer den Stimmen aus den Kreifen der Unternehmer. Landtagswahl- Versammlungen zirka 80 Versammlungen im Wie wenig übertrieben die von den Arbeitern und Ar- Wahlkreise abgehalten wurden. beiterinnen gestellten Forderungen sind, beweisen Aeußerungen Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Eine Privat Beleidigungsklage eines aus den Kreisen von Unternehmern, Händlern und Zwischengegen den verantwortlichen meistern. Ausgenommen die Forderung nach Betriebs- Werk- Apothekers in Volkmarsdorf stätten, über die sich nur einige, und auch in ablehnendem Sinne Redakteur, der Leipziger Volkszeitung", Genoffen Pollender, äußern, werden die übrigen Forderungen sehr günstig beendete mit Einstellung des Verfahrens. urtheilt. Aus den Zuschriften an die Agitationsfommiffion-Wegen groben Unfugs, verübt durch das Singen der Arbeiter- Marseillaise am Eedanstag, standen am Mittwoch heben wir einige hervor. einige Genossen vor dem Echöffengericht in Frankfurt a. M. Ter Amtsanwalt beantragte 7 bis 14 Tage Haft, das Gericht sprach die Angeklagten frei. Ein Unternehmer der Herrenkonfektion schreibt: Hierdurch mache ich Ihnen die ergebene Mittheilung, daß ich voll und ganz mit den Vorschlägen der Kommission einverstanden bin und aufs lebhafteste die Durchführung wünsche. Gleichzeitig benachrichtige ich Sie, daß ich bereits seit Jahren die jetzt geforderten Preise bewillige und in vielen Fällen sogar höhere. Mit den besten Wünschen für ein gutes Gelingen zeichne 2c." Ein anderer schreibt folgendermaßen: " Auf Ihre werthe Zuſchichung theile ich Ihnen mit, daß ich mit dem neuen Tarif in Herren- Konfektion einverstanden bin, zu Knaben- Konfettion brauche ich fremde Hilfe nicht, sollte ich aber Leute brauchen, so werde ich nach dem Tarif bezahlen." Ein Dritter äußert sich dahin: In Hannover erklärte die Polizeibehörde die Mitpliedschaft des deutschen Metallarbeitervereins, sowie den Turn tlub Vorwärts" für politische Vereine und unterwarf fie damit den Beschränkungen des§ 8 des Vereins Gesetzes vom 11. März 1850. " Gewerkschaftliches. gewichen feien. Lemberg, 7. Februar.( B. H.) Der Ausstand der Schriftsetzer ist beendet. Lemberg, 7. Februar.( B. H.) Die beiden Chefs des falliten Banthauses Goldstein u. Löwenherz wurden auf Veranlaffung des Justizministers verhaftet. Amsterdam, 7. Febr.( W. T. B.) Wie das„ Handelsblad" erfährt, haben der Kapitän und die Rheder des Dampfers ,, Crathie", welcher im Februar v. J. mit dem Lloyddampfer " Elbe" zusammengestoßen war, gegen des Urtheilsspruchs des Rotterdamer Gerichtshofes bei dem Appellgerichtshof im Haag Berufung eingelegt. Ter Anwalt Thorbecke wird die Appellirenden und der Rotterdamer Schöffe von Raalte den Norddeutschen Lloyd vertreten. Paris, 7. Februar.( W. T. B.) In dem parlamentarischen Ausschusse für Arbeitsfragen erklärte heute der Minister des Aeußeren Berthelot, das Wölferrecht gestatte die Einführung einer Steuer auf ausländische Arbeiter nicht. Der Minister be= fämpfte ebenso den Vorschlag, eine Steuer von Arbeitgebern zu erheben, welche ausländische Arbeiter beschäftigen, da dies zu Gegenmaßregeln führen würde. Die Kommission verwarf darauf jede Sonderreftenerung ausländischer Arbeiter. Madrid, 7. Febr.( B. H.) Hier rief es große Bestürzung hervor, daß die Eenatsfommission in Washington die fubanesischen Gegen Insurgenten als triegführende Wacht anerkannt hat. diese Entscheidung legen die Blätter Epoca"," Herald" und Correo" energifchen Protest ein und verlangen von der spanischen Regierung, daß die span üche Flotte nach Amerika gefandt werden solle, um den Beschluß der Washingtoner Senatskommission rückgängig zu machen. " Belgrad, 7. Februar.( B. H.) Die Regierung ertheilte dem Beschlusse der Stuptschina wegen des Anschlusses der Eisenbahn Valjevo- Visegrad an die Bosnische Bahn ihre Zustimmung. Die Lohnkommission aller in der Hut- und Filzwaaren- Arras, 7. Februar.( W. Z. B.) In den Kohlengruben von Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins Dourges stieß ein Fahrstuhl, welcher Grubenarbeiter zu Tage macht hiermit bekannt, daß in der Wollhut Fabrit der förderte, gegen einen hinabfahrenden Fahrstuhl. Bei dem ZuHerren Baruch u. Sternberg, in Firma J. Bambusammenstoß wurden 4 Personen getödtet und 5 verwundet. Berantwortlicher Redatteur: August Jacobey, Berlin. Für den Jujezatentheil verantwortlich: Th. Glede in Berlin. Drud und Verlag von Wing Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen " In betreff Jbres Birkulars theile Ihnen mit, daß ich den 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 33. Reichstag. 84. Sigung vom 7. Februar, 1 Uhr. Sonnabend, den 8. Februar 1896. 13. Jahrg. Abg. Rickert( frs. Vg.): Daß man die Tranfitlager gar Abg. Graf Schwerin bemerkt gegen Rickert, daß er schon nicht gebraucht, fann nur einer behaupten, der die thatsächlichen vor zehn Jahren in landwirthschaftlichen Versammlungen für Vorgänge nicht kennt. Wenn ein Getreidehändler 200 Waggons die Aufhebung des Identitätsnachweises öffentlich eingetreten Getreide bekommt, so muß er 7000 M. 3oll zahlen. Wenn der sei; er könne also dem Abg. Rickert eine Priorität Zoll baar bezahlt werden muß, dann wird das Getreidegeschäft des Verständnisses für diese Sache nicht zubilligen. Am Tische des Bundesraths: Fürst v. Hohenlohe, sich in den Händen der reichen Leute fonzentriren zum Schaden Im Gegensatz zum Grafen Kanitz erklärt sich Redner für die v. Bötticher, Graf v. Posadowsky. der Landwirthschaft.( Sehr richtig! links.) Das wollen Aufhebung aller Tranfitlager. Das Haus erledigt zunächst in dritter Berathung die Zusatz- wir aber nicht. Verwunderung erregt es im Lande, daß nicht Damit schließt die Debatte, die Interpellation ist erledigt. erklärungen zu dem internationalen Uebereinkommen über den blos der Bund der Landwirthe, sondern auch die National- Schluß 52 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 1 hr. Eisenbahn- Frachtverkehr vom 14. Oktober 1890 und den Gesez- liberalen mit solchen Anträgen kommen. Was denkt Herr Paasche( Dritte Lesung des Antrages Barth wegen Aenderung des Wahlentwurf betr. die Kontrolle des Reichshaushaltes, des Landes sich von seinem Antrage? Soll für Getreide der Boltredit über- gefeßes; Antrag wegen des Vereinsrechts und Antrag wegen baushalts von Elsaß- Lothringen und des Haushalts der Schuß- haupt beseitigt werden? Soll für Getreide eine Ausnahme gemacht Aufhebung des Impfzwanges). gebiete für das Etatsjahr 1895/96. Darauf kommt folgende Interpellation zur Verlesung: " Welche Anordnungen hat der Herr Reichskanzler infolge der am 14. März 1894 vom Reichstag beschlossenen Resolution, betr. die Aufhebung der gemischten Privat Tranfitlager und des denselben, sowie den Inhabern von Mühlen gewährten Zollkredits getroffen?" werden? Parlamentarisches. folgende Erklärung ab: über die Abg. Paasche( natl.): Wir müssen, da die Handelsverträge eine Alenderung des Bolles oder ähnliche Maßregeln nicht zulassen, dafür sorgen, daß das ausländische Getreide nicht privilegirt wird vor dem inländischen. Wir wollen nicht die Die Budgetkommission begann in ihrer Sigung am Freitag Großhändler privilegiren; das Gegentheil ist der Fall, denn das die Berathung des Etats des auswärtigen Amts. Bei Titel 1 heutige Syftem schädigt die kleinen Händler und Müller( Wider-( Gehalt des Staatssekretärs) richtete Abg. Dr. Lieber( 3) Der Schatsekretär Graf v. Posadowsky erklärt sich bereit, spruch links.) Wird der Zollkredit beseitigt, dann kommen die an den Minister die Frage, ob die alarmirenden Nachrichten, die Interpellation sofort zu beantworten. lokalen Befizverhältnisse wieder zur Geltung. Natürlich wird welche bezüglich der beabsichtigten Vergrößerung der Flotte durch Zur Begründung derselben erhält das Wort dazu noch weiter eine Reform des Getreideterminhandels noth- die Presse gegangen sind, irgend eine Unterlage hätten und ob Abg. Graf Schwerin- Löwiz( dk.): Wir haben zuversichtlich wendig sein; dann machen wir uns vom spekulativen Weltmarkt namentlich die Regierung die Absicht habe, nach dieser Richtung crwartet, daß die verbündeten Regierungen unseren vor zwei wieder frei. Die Antwort des Herrn Staatssekretärs hin vorzugehen. Redner spricht sich energisch gegen derartige Jahren gesteuten Antrag annehmen würden; wenigftens müßten ist erfreulich, weil sie bei gesunder Prüfung dahin Pläne aus, die einen abenteuerlichen Charafter trügen und gewir das nach den entgegenkommenden Erklärungen ihrer Ver- führen wird, daß wir noch weiter weiter die Tranfitlager eignet seien, die auswärtige Politik Deutschlands zu komprotreter annehmen. Bei der Aufhebung des Identitätsnachweises hat aufheben. Eine theilweise Aufhebung derselben ist gefährlich, da- mittiren. Nach Ansicht des Redners würde sich nie ein deutscher die Regierung ebenfalls erklärt, daß die Tranfitlager und der durch werden einzelne Landestheile geschädigt. Entweder alle Reichstag finden, der eine derartig uferlose Flottenpolitik gutZoltredit beseitigt werden würden; nur aus diesem Grunde aufheben oder alle lassen! heißt. haben mehrere meiner Freunde für die Aufhebung des JdentitätsPreußischer Regierungsrath Conrad: Vom Standpunkt der Der Staatssekretär v. Marschall gab hierauf nachweises gestimmt. Unser Vertrauen ist leider getäuscht landwirthschaftlichen Verwaltung ist dagegen Werth zu legen auf worden. Der Staatsrath hat beschlossen, daß die gemischten das Fortbestehen der Lager, welche lediglich dem Export dienen, " Dem Reichstage werde in dieser Session eine über den Transitläger nur aufrecht erhalten werden sollen, soweit fie dem auswärtigen Verkehr dienen; für den inneren Verkehr also den großen Lagern in Danzig, Königsberg, Memel 2c. gegenwärtigen Etat hinausgehende Forderung für Marinezwecke sie dem auswärtigen Verkehr dienen; für den inneren Verkehr Hierin befindet sich der Minister in Uebereinstimmung mit den nicht vorgelegt werden. Schon seit geraumer Zeit bilde die Frage sollen sie nicht mehr zugelassen werden. Von einer auch nur Vertretern der Landwirthschaft des Ostens. einer stärkeren Vermehrung der Flotte Gegenstand der Er theilweisen Ausführung dieses Beschlusses ist aber nichts bekannt geworden; es bestehen 227 gemischte Transitlager und 150 Abg. v. Plötz( f.): Wir sind dem Grafen Posadowsty wägungen der betheiligten Refforts. Der Zeitpunkt, wann die Mühlenkonten ruhig weiter, welche Bollkreditanstalten sind, die dankbar für seine Mittheilungen, die bisher noch wenig bekannt ſelben zum Abschluß gelangen würden, sei noch nicht bestimmmit Reichsgeld spekuliren. Der Landwirthschaftsminister waren; wir sind dankbar dafür, daß ein Theil der Transitlager bar. Ihr Ergebniß werde seiner Zeit den verbündeten Rehat im preußischen Abgeordnetenhause sich auch für die Be- bereits aufgehoben ist. Wir hoffen, daß die verbündeten Regierungen und sodann dem Reichstag und zwar in einer feitigung der Transitläger ausgesprochen, als er die gierungen auf diesem Wege weiter gehen. Die gemischten Form unterbreitet werden, welche volle Klarheit gewähre sowohl und die angestrebten Ziele, kleinen Mittel aufzählte, die er anvenden wolle, da es mit Tranfitlager und die Mühlenkonten sind schädlich für die Land- wie über die finanziellen Mittel, welche für die Gegenwart und den großen Mitteln zur Hilfe der Landwirthschaft nichts sei. wirthschaft, für die kleinen Mühlen und für den kleinen Handel. Die Zukunft an einmaligen und fortdauernden Ausgaben erfordert Der Antrag Paasche will ja auch in dieser Beziehung Aenderung Die 202 Tranfitlager führen nur 20 pct. in das Ausland aus. würden. Vom Standpunkt des auswärtigen Dienstes könne vorhängig machen von der Antwort, welche die verbündeten Re- zeigen, daß die im Herzen Deutschlands liegenden Lager fast läufig nur betont werden, daß das Bedürfniß erst nach Vergierungen heute geben werden. Die Juhaber von Mühlen- gar nichts nach dem Auslande abgeben. Wir wollen die Er- mehrung unserer Flotte, insbesondere an Kreuzern, sich seit fonten, denen der Zoll Monate lang gestundet wird, sparen an wägung anstellen, ob es für die Seehandelsstädte nützlich ist, die vorigem Jahre nicht nur nicht vermindert, sondern im Gegentheil jeder Tonne etwa 1 M.; die Konkurrenten, welche fein Transitlager aufrecht zu erhalten. Nicht ganz einverstanden bin erheblich vermehrt habe. Dies beruhe nicht etwa auf einer Mühlenkonto haben, haben, find dadurch benachtheiligt. nur 2/3 Umsatz den höchsten Preis mit fich bringt. Der große Umfaz beabsichtigt; vielmehr seien die im vorigen Jahre entwickelten Die ich mit der Ausführung des Grafen Posadowsky, daß der größte Aenderung unserer überseeischen oder überhaupt unserer aus wärtigen Politik; eine solche sei weder eingetreten noch großen Mühlen brauchen infolge des Kredits des Rapitals, welches eigentlich erforderlich wäre. Der in Berlin hat die Preise gedrückt, und nach den Berliner Schwerpunkt liegt aber nicht in den gemischten Tranfitlägern. Schundpreifen, die dadurch gedrückt werden, daß Cohn und und vom Reichstage gebilligten Gesichtspunkte maßgebend geWir sind gespannt auf die Antwort, welche uns die Regierung Rosenberg mit Zollkredit fixen, richtet sich der ganze Handel. blieben; es handle sich um Sicherung unserer Kolonien, um Grertheilen wird. Sie hat hier eine Gelegenheit, wie niemals Auch die Mühlen führen nur 37 pCt. der Waare aus. Durch haltung und Befestigung der deutschen Autorität daselbst und dann zuvor, zu zeigen, daß das eintrifft, was der Finanzminister die Zollkredite für die großen Mühlen werden die kleinen darum, die Deutschen im Auslande und unsere überseeischen Intereffen, Miquel vor zwei Jahren ausgeführt hat, daß nämlich einer und mittleren Mühlen schwer geschädigt. Die großen Mühlen Verträge und des Bölkerrechts wirksam zu schüßen. Die Steigerung vornehmlich unseren Handel und unsere Schifffahrt nach Maßgabe der Periode der Bevorzugung der Handelsintereffen eine Periode der vermahlen russische Kleie, die sie zollfrei beziehen, und bei jenes Bedürfnisses entspringe auch nicht einzelnen Vorgängen der Bevorzugung der Landwirthschaft folgen werde.( Hört! rechts.) der Ausfuhr des Mehles erhalten sie den Zollschein. Es stehen hier die Interessen der Getreidefpetulanten und Groß- Redner erklärt sich für den Antrag Paasche und hofft jüngsten Zeit, fie habe sich vielmehr organisch entwickelt aus der mühlenbefizer den Interessen der Landwirthe und der kleinen auf eine Aenderung des Börsengefeßes in seinem Sinne. Die stetigen Zunahme unserer überseeischen Interessen, insbesondere Mühlenbefizer gegenüber. Von der Antwort der Regierung Erklärung über die Währungsfrage, die im Abgeordnetenhause aus der Ausfuhr deutscher Produkte nach fernen Ländern, welche im vergangenen Jahr einen besonderen Aufschwung genommen werden wir unsere weiteren Anträge abhängig machen.( Beifall abgegeben war, haben wir gehört; wir wissen aber nicht, wie habe. Daß die deutsche Flotte mit der Zunahme jener Interessen ( Beifallit varan find mit dieser Sache. Es tann fich inzwischen noch Staatssekretär Graf Posadowsky: Durch die Aufhebung manches ereignen, denn das Rad der Zeit läuft schnell, die Er gleichen Schritt halte, sei eine Forderung, welcher das Reich sich des Identitätsnachweises wurde unzweifelhaft erst der Zollschuß flärung fann auch noch binfällig werden. Die Aufhebung des nicht entziehen könne. Die nähere Darlegung dieser Gesichtsvoll erreicht.( Sehr wahr! rechts.) Die verbündeten Regierungen, Identitätsnachweises ist nicht der Landwirthschaft zu Gefallen punkte werde für die Berathung des Marine- Etats vorzuverkennen trotz der zögernden Stellung, welche sie gegenüber den gekommen, sondern als Handelsgeschäft im Interesse der Handels- behalten sein." Abg. Richter ist durch die Erklärung des Staatssekretärs gemischten Privat- Tranfitlagern eingenommen haben, nicht, daß verträge. Der Often wurde geschädigt durch die Aufhebung nicht beruhigt; dieselbe lasse befürchten, daß die Marinepläne Die Lagerung großer unverzollter Getreidemassen eine schädigende der Staffeltarife.( Sehr richtig! rechts.) Die Zentralnur vorläufig zurückgestellt aber nicht aufgegeben Wirkung auf den Preis ausüben fann. Rein theoretisch fann Genossenschaftskaffe haben wir dankbar akzeptirt, aber dem Redner weist auf den Zusammenhang der in der Presse von man allerdings das Getreide 5 Jahre unverzollt auf einem fleinen Landwirthe, dem Borer fann sie nicht helfen. gemischten Privat Transitlager liegen haben; auf jeden Die kleinen Mittel, z. B. die Sisterung der Zahlung der Grund- Flottenenthuſiaſten gemachten Propaganda für eine Marinevorlage mit den Intriguen gegen bestimmte Staatsmänner hin, Fall ist der Zoll ent: steuer, die von liberaler Seite beantragt ist, haben wir nicht die zu beseitigen gewisse Parteien alles aufbieten. Abg. v. Karnur von der Quote zu richten, welche ins Inland übergeführt wird. Die Er erhalten; auch die Beschlüsse des Staatsraths sind noch nicht wägungen haben nicht dazu geführt, einen groben Unfug alle ausgeführt worden trot de... sich die Regierung auf den Dorff hat von Intriguen gegen den Reichskanzler und den zu dulden, wie Graf Schwerin meinte, wohl aber hat sich der Staatsrath beruft. Unter den Börsenpreisen Berlins leidet das Freiherrn v. Marschall keine Ahnung, ist aber der Meinung, daß unsere Flotte verstärkt werden müsse, um nöthigenfalls einen Seekrieg Reichskanzler veranlaßt gesehen, eine schärfere Kontrolle über den ganze Land. mit England bestehen zu können. Abg. Dr. Hammacher findet Verkehr auf den gemischten Privat Transitlagern ausüben zu Staatssekretär Graf ejowsky erklärt, daß die Firma laffen. Zu diesem Zwed ist zunächst eine Statiftit aufgestellt. Sohn u. Rosenberg teinen 3ollfredit gehabt die Erklärung des Ministers sehr beruhigend; dieselbe giebt SicherAus dieser hat sich unzweifelhaft ergeben, daß ein erheblicher hat, sondern den Zoll baar bezahlt. Die Humboldt- heit dafür, daß Pläne von so weittragender Bedeutung, wie sie von Theil der gemischten Transitlager eine Ausfuhr über- mühle hat ein Mühlenkonto wie alle anderen Mühlen. Dabei Kolonial- und Flottenschwärmern gefordert werden, von der haupt nicht hat( Hört! Hört!), sondern daß sie lediglich be- hat eine außerordentliche Unterstützung und Bollerleichterung nicht Regierung nicht beabsichtigt seien. Abg. v. Masso w bezweifelt, nutzt werden, um eine größere Bollvergünstigung zu erhalten. ftattgefunden. Daß aus zollfrei eingeführter Kleie Mehl her- daß die Erklärung des Staatssekretärs die Beunruhigung vor weitgehenden Marineforderungen zu beseitigen im ftande ist. Der Bundesrath hat unterm 9. Mai 1895 beschlossen, daß in gestellt und exportirt wird gegen Bollschein, ist nicht möglich; Redner wird sich jedoch durch die Erörterungen in der Preſſe Zukunft nach Abschluß des Kalenderjahres eine Statistik über denn Getreide, welches keinen Zoll gezahlt hat, kann auch nicht nicht abbalten laffen, Forderungen zu bewilligen, wenn sich deren den Verkehr auf den gemischten Privat- Tranfitlagern aufgestellt gegen 3ollschein ausgeführt werden. wird und hat ferner beschlossen, daß die Genehmigung zur Abg. Meyer Halle( frs. Vg.): Die Mühlenkonten baben Nothwendigkeit erweist, und behält sich die Prüfung etwaiger Forderungen vor. Lagerung von Getreide in Privat- Tranfitlagern in der Regel zu weiter feinen Zweck, als daß die Müller nicht einen Zoll ausentziehen ist, wenn die letzteren nur für den Absatz nach dem legen, zu dessen Entrichtung fie garnicht verpflichtet sind. Daß Inlande benutzt werden. Im ganzen Reichsgebiete haben einzelne Mühlen ihr Konto mißbraucht haben, war mir un wir 202 Tranfitlager, welche auf 39 Ortschaften ver- bekannt, die Regierung kann diesem Mißbrauch entgegentreten. theilt sind; in Preußen bestanden 1894 129 gemischte Daß die kleinen Mühlen im Rückgang begriffen sind, wird nie Privat- Transitlager und von dem Bestand, der sich auf diesen mand bestreiten; die großen leiſten besseres als die kleinen, denn Be and, wurden an Weizen 30 pCt., an Roggen 11 pCt. und an nur die großen können das Getreide vollständig reinigen. Welcher Hafer 32 pet. ausgeführt; der übrige Bestand wurde ins Juland Nußen würde daraus für die Landwirthschaft entstehen, wenn übergeführt. Im übrigen Reich gab es 73 gemischte Privat- die Transitlage aufgehoben würden? Dann bleiben die Frei Transitlager; von diesen wurden ausgeführt 35 pCt. Weizen, bäfen der Nordsee übrig, wo alles das geschehen kann, was jetzt 5 pCt. Roggen und 63 pet. Hafer. Ueber die gemischten Privat- in Danzig und Memel geschieht. Die künstlichen Eingriffe in Tranfitlager ist in landwirthschaftlichen Kreisen eine ziemlich die Preisbildung wirken schlecht. Das wird sich auch bei der lebhafte Debatte entbrannt, aber auch hier hat man die Börsengefeßgebung zeigen. ernstesten Bedenken gehabt, fie schon jetzt allgemein aufzubeben. Die Statistik wird Anlaß sein, daß der Reichskanzler beim Bundesrath beantragen wird, eine ganze Anzahl Privat- Transitlager, die nur benutzt werden zum Zwecke der Zollbegünstigung, Schließe laffen.( Zustimmung.) rechts.) wir = seien. Abg. Dr. Hammacher wünscht Auskunft über das jetzige Verhältniß Deutschlands zu England. Der Staats sekretär bittet, die Frage im Plenum an ihn zu richten, da er bei der Wichtigkeit der Sache und um jedes Mißverständniß durch Zeitungsberichte zu vermeiden, die Angelegenheit im Plenum, wo seine Ausführungen stenographisch festgelegt werden, zu besprechen wünscht. Abg. Bebel führt aus: Er würde hier feine Debatte über die auswärtige Politik veranlaßt haben, nicht weil er sie für überflüffig, sondern umgekehrt, weil er sie für sehr nothwendig balte, aber er wolle sie nicht in der Kommission, sondern im Plenum. Hätte der Staatssekretär nicht die Erklärung abgegeben, daß er auf die Anfrage des Dr. Hammacher bezüglich Abg. Graf Kanit( f.): Das interessanteste an der heutigen Transvaals Antwort im Plenum geben werde, würde er von Debatte war die Mittheilung des Herrn Staatssekretärs, daß der unserer Seite dazu veranlaßt worden sein. Aber man werde sich Getreidezoll jetzt voll zum Ausdruck komme. Die Beseitigung dann nicht blos auf die Vorgänge im Transvaal beschränken, der gemischten Transitlager wird der westlichen Landwirthschaft sondern das ganze Gebiet der auswärtigen Politik in den noch mehr zu gute fommen als dem Osten; denn die Wasser- Kreis der Erörterungen ziehen. Das sei nothwendig. Die ausIch komme nun zu den Mühlenkonten. Die Kreditfrist straße des Rheins ist die gefährlichste Einbruchsstelle für das wärtige Politik könne nicht von den Bedürfnissen des für diese ist von 7 Monate auf 4 Monate verkürzt. Der Zweck ausländische Getreide. Marine- Etats aus beurtheilt werden, sondern umgekehrt, und Abg. Szmula( 3.): Wir wollen den großen Mühlen nicht darum sei es nothwendig, die auswärtige Politit ausführlich der Mühlenkonten war, die Mühlen- Exportindustrie zu heben, da die Mühlenindustrie wegen des schlechten Exports zu allen Vortheilen des Großbetriebes auch noch die Zoll- zu behandeln. Die Erklärung des Staatssekretärs, in der auf den einheimischen Markt drückte. Das damalige Gesetz begünstigung gewähren. Baltung der auswärtigen Politit sei im letzten Jahre keine fand die ausdrückliche Billigung der Vertreter der Landwirth- Abg. Graf Arnim( Rp.): Daß die großen Mühlen nur ge- Aenderung eingetreten, halte er für falsch. Die auswärtige schaft. Nachdem jetzt die Kreditfrist so wesentlich verkürzt ist, sundes Getreide verarbeiten ist durchaus nicht sicher. Daß aus Politik Deutschlands sei vielmehr so unsicher und unberechenbar wird man sagen können, daß die großen Konten nicht mehr das ländisches Getreide mit Bakterien behaftet ist, ist festgestellt und geworden, daß kein Mensch mehr mit Sicherheit sagen könne, Interesse haben wie früher; denn ihre Lage ist nicht wesentlich es ist auch erst noch zu untersuchen, ob nicht Getreide, das Monate was Deutschland thue. Es seien da Imponderabilien im Spiel, besser als die derjenigen Mühlen, welche zum allgemeinen Boll- lang gelagert hat, gesundheitsschädlich ist. Von den unterwerthigen die mal scharf unter die Lupe zu nehmen seien, sie hätten auch kredit einführen. Wir hatten in Deutschland 1894-95 149 Konten- Sorten fommt sehr wenig zum Export, es bleibt in Deutschland. in der Transvaalfrage eine Rolle gespielt und es hätte sich da mühlen, 549 Millionen Kilogr. Roggen sind eingeführt, davon Daß die kleinen Müller das Getreide nicht so gut reinigen gezeigt, daß Faktoren mitspielten, die uns befürchten ließen, find 37 pet. ausgeführt und 63 pCt. verblieben in Inlande. tönnen wie die großen ist nicht richtig. Aber die kleinen über Nacht in eine Katastrophe gerissen Der Reichskanzler hat sich an die verbündeten Regierungen mit Müller fönnen nicht konkurriren mit den Mühlen, welche zu werden. Der Reichstag habe also alle Ursache, sich mit dem Ersuchen gewendet, folche Kontenmühlen, welche nicht mehr Bollbegünstigungen genießen und Schiffsladungen verarbeiten den Fragen genau zu beschäftigen und möglichst vorzubeugen, exportiren, zu schließen. 38 Konten sind infolge dessen geschlossen tönnen. sonst stünde er eines Tages vor einem fait accompli, das zu be worden. Ich glaube, das ist zunächst ein ganz erheblicher Er- Staatssekretär v. Bötticher erklärt auf eine nebenfächliche feitigen die Majorität des Reichstages zurückschrecke. Er folg, den Ihre Resolution gehabt hat. Ob man weiter geht und Anregung des Grafen Kaniß, daß demnächst Verhandlungen könne auch nicht zugeben, daß die Erklärung des Staatssekretärs zwar so weit, alle gemischten Transitlager und Mühlenkonten auf- über die Umänderung der Reichsstatistik eingeleitet werden sollen; in bezug auf die Flottenverstärkung beruhigend sei. Die Erzuheben, das kann ich heute noch nicht versprechen. dabei werde er gern Gelegenheit nehmen, auch die Frage zu flärung sei allerdings sehr reservirt und vorsichtig gehalten, aber prüfen, ob wieder die Einfuhr nach Grenzstrecken gefchieden auf- fie enthalte zwischen den Zeilen alles, was am 18. Januar geführt werden könne. in jener bekannten Programmrede so muß er sie bezeichnenAuf Antrag des Abg. Rickert wird die Besprechung der Enterpellation beschlossen. gefordert worden sei. Dort Hobe mon dem greater L ritain daZ greater Germany gegenübergestellt, da müsse man wissen, wo man hinaus wolle. Man spreche freilich geringschätzig »on den paar hundert Marine-Enthusiasten, die keine Majorität im Reichstage fänden. Dieser Meinung sei er auch, aber unter diesen paar hundert Marine- Enthusiasten befinde fich ein Marine- Enthusiast, der gefährlicher sei als alle anderen.(Große Heiterkeit.) Vergegenwärtige man fich dieses in Verbindung mit dem fort- gesetzten Drohen mit dem Staatsstreich, der gegenüber einem nicht gefügigen Reichstag eintreten sollte, so sei auch hier Grund zur Klarstellung vorhanden. Schließlich wendet sich Redner gegen den Abg. v. Kardorff, der hier in bezug auf unsere Stellung zu England Anschauungen entwickelte, die er für unmöglich gehalten habe. Er widerstehe der Versuchung, das Gebiet der auswärtigen Politik weiter zu betreten, er werde darauf im Plenum zunich kommen. Da sich Herr v. Kardorff auch als ein Mann von internationalen Beziehungen entpuppt habe, so hoffe er. bei ihm eine mildere Beurtheilung zu finde», wenn die Sozialdemokratie künftig sich auch ihrerseits einmal auf ihr« internationalen Ver- bindungen beziehe. Abg. Prinz v. Ahrenberg glaubt, daß die Flotten Enthusiasten keinen Boden im Volke haben und erwartet, daß die Regierung, wenn etwa eine Marinevorlage beabsichtigt sei, bei deren Einbringung auch über die Mittel zur Deckung der Kosten Vorschläge gemacht werden. Auf die Art, wie eS bei der letzten Militärvorlage geschehen sei, erst die Verstärkung zu beschließe» und dann nach Deckungsniitteln zu suchen, könne und dürfe sich der Reichstag«in zweites Mal nicht einlassen. Die weitere Be Handlung der Angelegenheit wurde dem Plenum vorbehalten. Abg. Richter fragt, ob der Staatssekretär die Verantwortlichkeit für das vom Kaiser an den Prä sidenten der Transvaalrepublik gerichtete Telegramm über' nehme und damit die Privatäußerung des Kaisers zu einem Staatsalte machen wolle, sür welche» die Minister die Verantwortung der Volksvertretung gegen über zu tragen haben. Der Staatssekretär de jaht diese Frage in vollem Umfange. Abg. Dr Hammacher wünscht über die Transvaal- Angelegen heit die Vorlage eines„Weißbuches"(amtliche Darlegung der Regierung über die Vorgänge), damit der Reichstag in der Lage sei, die Behauptungen der englischen Presse auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Der Staatssekretär ist nicht abgeneigt, den Wunsch zu erfüllen, behält jedoch die Entscheidung dem NeichS' kanzler vor. Abg. Dr. Hammacher erkundigt sich nach dem Stande der Verhandlungen über de» Handelsvertrag mit Japan. Der Staats- sekretär behauptet, daß die Verhandlungen wieder aufgenommen sind und sich dem Moment definitiver Hierauf wurde Tit. 1 bewilligt. Im Berathung besprach Abg. Singer bei gen nähern. Zerlauf der dem Etatstitel Gehalt des Gesandten in Athen das Verhalten der Regierung bei der Verhaftung des Freiherrn von Hammerstein. Redner nahm bezug auf die Zeitungsnachrichten, wonach die griechische Re gierung zwar die Auslieferung H.'s abgelehnt, jedoch seine Ausweisung aus Griechenland verfügt habe. Singer frägl, ob die Ausweisung H.'s der griechischen Regierung durch den deutschen Gesandten nahegelegt worden ist. Sollte dies der Fall sein, so müsse solches Verfahren entschieden Kemißbilligt werden, denn die deutsche Regierung habe kein Recht eine an sich wünschenswertbe Maßregel— die Verhaftung Hammerstein's— mit unzulässigen und namentlich in ihren Konsequenzen sehr bedenklichen Mitteln zu betreiben. Solche Handlunge» müßten schon um deswegen bekämpft werden, um jede etwaige Anwendung derselben aus politische Flücht- linge unmöglich zu machen. Wenn die Regierung sich dazu hergebe, bei Reichsangehörigen, deren Auslieferung sie nicht er- reichen, die Ausweisung zu betreiben, so könne damit arger Miß brauch getrieben werden. Ter Staatssekretär gab hieraus eine Darstellung der Vorgänge bei der Verhaftung des Freiherrn v. Hammerstein, aus welcher hervorging, daß die griechische Re- gierung die Auslieferung H.'s rundweg abgelehnt hat. Ob die Ausweisung H.'s ans Griechenland aus Betreiben des deutschen Gesandten oder aus freiem, nur von der Neigung Deutschland eine Gefälligkeit zu erweisen, be- einflußtem Entschluß erfolgt ist, war aus den Aus führ, ingen des Staatssekretärs nicht ersichtlich. Am Schluß seiner Ausführungen betonte Herr von Marschall allerdings, daß die griechische Regierung den Freiherr,, v. Hammerstein schwerlich des Landes verwiesen haben würde, wenn es sich statt gemeiner Verbrechen und Vergehen um politische Vorgänge gehandelt hätte Nachdem sämmtliche Forderungen für Gesandschaften und Kon- sulate bewilligt waren, wurde die weitere Berathung des Etats wegen Beginn der Plenarsitzung auf nächste» Dienstag Vormittag vertagt.— Die Konstituirung der Kommission deS bürgerlichen Gesetzbuchs fand am Freitag statt. Die Nationalliberalen, die schon während der Plenarberathung im Reichstag und vor allem in ihren Preßorgancn ihren„patriotischen" Empfindungen Aus- druck zu verleihen bemüht waren, wollten— in Abweichung von de», parlamentarischen Gebrauch, nach dem der Vorsitz in den Kommissionen der Stärke der Fraktionen entsprechend abwechselnd den verschiedenen Fraktionen übertragen wird und nach dem der Vorsitz in dieser Kommission dem Zentrum, die Stellvertretung im Vorsitz der freisinnigen Partei zufiele— den Vorsitz ihrem Fraktionsgenossen von B e n n i.g s e n übertragen, damit der „Reichsgedanke würdig" vertreten sei. Diese wunderliche An- maßung wollten sich die anderen Parteien natürlich nicht ae- fallen lassen. Infolge dieser nationalliberalen Stänkerei mußte aber bei Konstituirung der Kommission statt Akklamation Zettelwahl stattfinden. Das Ergebniß der gestrigen Kon- ftituirung war ein gründliches Fiasko der national- liberalen Anmaßung. Es erhielte» als Vorsitzende Stimmen: Abgeordneter Spahn 12, von Bennigsen zwei, von Buchka 4 Stimmen. Zum Vorsitzenden ist mithin Abg. Spahn(Z.), zum Stellvertreter wurde Abg. K a u s f m a n>, (frs. Vp.) gewählt. Der Kommission gehören als Mitglieder an: Spahn, Bachem, Gröber, Lerno, Schädler, Lieber�, v. Gültlingen, v. Bernstorf, v. Buchka, Himburg, v. Normann, Frohme, Stadthagen, v. Wolszlegier, Förster(Antisem.), Kauffmann, Munckel, Schröder, v. Bennigsen, v. Cuny, Enneccerus. Es wurden zu Schriftführern gewählt: von Bernstorff, Lerno. v. Wolszlegier und Stadt. Hagen.— Die Nationalliberalen und die Konservativen streikten. Die Justiznovellcu- Kommission beendete am Freitag die erste Lesung, aus der sie bekanntlich das Gerichtsversassungs-Gesetz und die Bestimmungen der Strasprozeß-Ordnung bis Z 300 aus- geschlossen halte. Die zweite Lesung ist auf Mittwoch, den 12. d. M., anberaumt und wird mit der Berathung des Gerichts- verfaffungs-Gesetzes beginnen. Zum Autrag, betreffend Abschaffung deS JmpfgesetzcS. Wir erhalten folgende Zuschrift: Bezüglich des dem Reichstage vorliegenden Antrages auf Abschaffung des Jmpfgesetzes erkläre ich, daß ich meine Unter- schrifl gegeben habe, um den Antrag zur Debatte bringen zu helfen. Zu den eigentlichen Antragsteller» gehöre ich nicht. Meine Name ist durch das Alpbabel an die Spitze gekommen. Berlin, 7. Februar 18Sö. W i l h e l m B l o s. Lokales. Die Former der Firma C. Hummel theilen uns mit, daß sich an dem geplanten Fest im Eiskeller nur drei Personen betheiligen werden, die übrigen Former stehen der Sache fern und werden die Solidarität der gesammten Arbeiterschaft wahren. Die paar Feiernden waren mit dem Jubilar Schulze während des Streiks stehen geblieben. Tie Gnsttmi-AbtheiltUtg der Allg. Elektrizitätswerke in der Ackerstraße veranstaltet heute in den Germania-Säle» einen Maskenball, also in einem Lokal, welches der Arbeiterschaft zu Versammlungen verweigert wird. Aus der Magistratssitznng vom Freitag. Bekanntlich hat die Stadtverordneten- Versammlung auf Antrag des Stadt- verordneten Cassel beschlösse», eine gemischte Deputation einzn setzen, um über die aus Veranlassung des dem preußische» Land- tage vorliegenden Lehrerbesoldnngs- Gesetze? zu unternehmenden Schritte zu berathen. Das Magistratskolleginm hat nun in seiner gestrigen Sitzung zu Mitgliedern dieser Deputation die Herren Bürgermeister Kirschner, Sladt-Schulräthe Bertram und Fürstenau sowie die Stadträthe Dr. Weigert und Wilde gewählt. welche zugleich zu dem am 0. d. M. im Sitzungssaale der Stadt- verordneten stattfindenden Städtetage behufs Vereinbarung von gemeinsamen Schritten gegen das erwähnte Gesetz abgeordnet wurden. Schule und Reinlichkeit. Die„Deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesundheilspflege zu Berlin" hat au die städtischen Behörden eine von ihr uuter dem 20. Januar er. gefaßte Re- solution übersandt, nach welcher sie es für erforderlich hält, daß die Reinigung der Schulräume täglich, und zwar durch nasses Aufwischen erfolge. Gegen- wärlig erfolgt die Reinigung der Schulklaffen nur dreimal wöchentlich durch die Schuldiener. Bekanntlich ist im vorigen Jahre in einem Schulkceise Hierselbst vom Magistrat Versuchs- weise einer Gesellschaft die Schulreinigung übertrage» worden. die günstige Resultate ergeben haben soll. Daß man die größtmöglichste Sauberkeit gerade in Schulräumen als etwas selbstverständliches üben sollte, haben wir schon bei früherer Gelegenheit hervorgehoben. Es ist nicht sehr ruhmvoll für Berlin, daß Fragen dieser Art überhaupt noch der Erörterung bedürfen. Tie hiesige Troschkeubcsitzer- Vereinigung, welche ihre Schueidigkeit in dem verflossene» Streik der Taxameter-Droschken kiltscher so glänzend bewiesen hat, faßte in ihrer stattgehabten Generalversammlung, wie wir aus dem.Fuhrhalter" ersehen, folgende niedliche Resolution:„Die Generalversammlung be schließt: Wenn Betriebsstörungen in Aussicht stehe», sofort bei dem Kommissariat für das öffentliche Fuhrwesen vorstellig zu werden dahingehend, daß der dreimonatliche Nachweis sich meldender Kutscher in Wegfall komme und lediglich das � achten einer Kommission von drei Mitgliedern(aus dem Vorstande und Nussichtsrath der Genoffenschaft) als genügend anerkannt werde."— Das wäre eine Kutscherfabrik in optima torma! Unter den„Betriebsstörungen" sind natürlich Streiks zu ver- stehen. Ist daS Verlange» der Herren Fuhrherren an sich schon ein ungeheuerliches, so wird dasselbe noch ungeheuerlicher dadurch, daß die Kutscherfabrik der Herren Fnhrherren bereits in Thätigkeit trete» soll, wenn„Betriebsstörungen", d. h. Streiks„in Aussicht stehen"! Es ist natürlich ausgeschlossen, daß jemals das Kommissariat für das öffentliche Fuhrwesen diesem Antrage, wenn er gestellt werden sollte, seine Zustimmung geben kann. Immer' hin zeigt das Fassen einer solchen Resolution aber die ganze Rücksichtslosigkeit, mit welcher die Fuhrherren den Kutschern gegenüoer operiren und diese Rücksichtslosigkeit sollte die Kutscher denn doch endlich veranlassen, sich ein Bollwerk dagegen zu schaffen in einer zeitgemäßen Organisation. Dem Zentvalverei» fiir Arbeitsnachweis sind durch kaiserlichen Erlaß vom 16. Dezember 18SS die Rechte einer juristischen Person verliehen worden. Spezialitäten- Theater. Im Apollo< Theater iverde» dem großen Publikum. daS mit der aus Spezialitätenbühnen gebotenen Kost seinen Bedarf an Kunstgenüssen befriedigt, zur Zeit Leistungen besonderer Art geboten. Selbstverständlich kommt es auf das Arrangement an, und das wird nach erprobtem Rezept so gestaltet, daß sich um einen„Star" die minder hervor- ragenden Nebensonuen harmonisch gruppiren, womit allerdings nicht gesagt ist, daß die Sterne zweiten Ranges in artistischen Leistungen weniger glänzen, als die Hauptattraktion. Die BenedctliS, zwei Männer und ein Knabe, gebe»„ikarische Spiele zum beste», die von einer geradezu erstaunlichen Gewandtheit Zeugniß ablegen; einige Kunststücke, die das Kind ausführte, lassen die Befürchtung auskommen, daß eS diese saus die Dauer ohne Schädigung seiner Gesundheit kaum wird vollbringen können. Die Gebrüder Wille sind tüchtige Parterre-Akrobalen, eine Trapezkünstlerin, Miß Amoras weiß ebenfalls zu„fesseln", und am Schlüsse der ersten Abtheilung wird von der Phoitas- Gesellschaft eine Pantomime„Die tolle Nacht" aufgeführt, die an grotesker Komik das menschenmöglichste enthält. Weiter tritt eine internationale Sängerin Tora Parneß mit einem Engroslager funkelnder Diamanten und goldener Arm- bänder auf, vor deren Glanz der Schmelz der Stimme fast ver- schwindet. Aber das alles ist nur ein Präludium zu der großen Attraktion, die sich diesmal in Gestalt der Pariser Chansounette Eugenie Fougbre darbietet. ES versteht sich, daß bei solcher Spezialität die Frage, wie die Künstlerin singt, fast ebenso gleichgiltig rst, als der Inhalt der von ihr vorgetragenen Lieder, die wahrscheinlich kaum von einem Dutzend der Zuhörer verstanden werden. Hauptsache ist, daß das Publikum möglichst viel zu sehen kriegt. Der Neid muß ge- stehen, daß die Dame sich redlich bemüht, ihre Konkurrentinnen in vollendeter Grazie zu übertrumpfen: es wird schwer festzustellen sein, ob die vom Halse herab unbedeckt bleibenden Partien noch der oberen oder schon der unteren Region ihres Körpers angehören. Der Beifall des Publikums steigert sich je nach der Pikanterie der Gesten vom Sturm bis zur Raserei. Es verlohnt sich, die Gesellschaft in Wonne schwelgen zu sehen, die ganz da- mit einverstanden ist, wenn die Polizei einem Arbeiterverein die Ausführimg eines proletarischen Theaterstücks, in dem selbst ein Mucker nicht? Anstößiges entdecken wird, wegen„sittlicher Be- denken" verbietet. DaS Rcichöhallen-Theatee befand sich diesen Winter unausgesetzt in Schwulitäten; weder die Beschimpfung des Vorwärts" und der Sozialdemokratie, die sich die Direktion nach berüchtigtem Muster im Oktober vorigen Jahres leistete, noch neuerdings das Auftreten der Frau Friedmann konnten Publikum in das einstmals recht beliebte Haus bringen. So tritt denn der Direktor Gene« mit Ablauf oer Saison zurück. Der neue Pächter ist ein Herr Fränkel, der früher Regisseur an dieser Bühne war. Er will mit Hilfe eines auch in dem Wucherprozcß Pariser oft genannten Kapitalisten und Ballhaus- besitzers das Theater weiterführen. Im Amtsbezirk Rixdorf-Britz sind im Jahre 1895 zum Zwecke der Nahrungsmittel-KontroUe 260 Waarenproben ent- nommen und chemisch unsersucht worden. Davon waren 73 ver- fälsch oder nachgemacht. Die Kontrolle bezog sich namentlich aus Butter, Schmalz, Milch, Ungarwein, Kognak, Rum, Chokolade. Mehl, Scheibenäpfel, Honig, Pfeffer ec. In 9 Fällen war Butter mit Margarine, in 14 Fällen Schmalz mit Baumwollsamen-Oel verfälscht; von 30 Vroben Milch waren 9 gewässert, von 19 Proben Mcdizinal-Ungarivein 9 verdorben bezw. verfälscht, von 95 Proben verschiedener Artikel waren 32 verfälscht. In 27 Fällen sind die betr. Verkäufer bereits gerichtlich verurtheilt worden, in allen übrigen Fällen schwebt das Strafverfahren noch. Eine obligatorische Fleischschau soll nunmehr auch für den Amtsbezirk Rixdorf-Britz, wo bekanntlich nach dem Gutachten eines gerichtlichen Sachverständigen das schlechteste Fleisch kon- sumirt wird, eingeführt werden. Von einem bedenklichen Vorkommnisi auf der Stadt- bahn weiß ein Berichterstatter folgendes zu berichten: Dir 19jährige Tochter eines Privatbeamten B.. die als Buchhalterin in einem Speditionsgeschäft in Stellung ist und allabendlich von Station Jannowitzbrück« bis zur Schönhauser Allee fährt, ver- ließ am Dienstag Abend mit dem Nordringzuge 7 Uhr 23 Mi- nuten den ersterwähnten Bahnhos; die junge Dame befand sich in dem Wagenablheil zweiter Klasse allein, als plötz- lich zwischen Weißensee und Prenzlauer Allee die Waggon- thür aufgerissen wurde. Es stieg ein Bahnbeamter hinein, der den Mantelkragen hoch aufgeschlagen und die Pelzmütze tief ins Gesicht gedrückt hatte; der Fremde setzte sich der jungen Dame gegenüber, knüpfte sofort ein Gespräch an und wurde dabei so ausdringlich und dreist, daß Fräulein B. gezwungen wurde, das Fenster zu öffnen und um Hilfe zu rufen, worauf der Fremde schleunigst die Koupeethür öffnete und aus dem in voller Fahrt befindlichen Train herabsprang. Ans der nächsten Station verständigte das vor Angst und Scham bebende Mädchen Zugführer und Stationsvorsteher von dem Vor- gang, die jedoch die Mittheilung für ganz unglaublich hielten, da ein derartiger Beamter im Zuge gar nicht mit- gefahren sei. Am Mittwoch Abend benutzte Frl. B. denselben Zug und diesmal befand sich mit ihr im Wagenablheil ein Herr, der weit zurückgelehnt saß, so daß er von draußen nicht zu sehen war. Gleich nachdem der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte, sei der geheimnißvolle Beamte wieder gekommen, doch habe er sich ent- fernt, als die Dame dem Passagier von der Gefährlichkeit des Menschen Mittheilung machte. Eine Verfolgung des Mannes sei nicht möglich gewesen. Die Ferie» der Post-U»terbeamtcn. Nus geht eine Meldung zu, deren Richtigkeit' wir im Augenblick nicht kon- trollire» können, die aber dennoch registrirt zu werden verdient. Unser Gewährsmann schreibt uns: Die meisten Briefträger der kaiserlichen Postanstalten wollen in diesem Jahre ans den ihnen s. Z. bewilligten Urlaub von acht Tagen verzichten, falls ihnen dieselben Bedingungen wie beim ersten Urlaub im Vor- jähre gestellt werden. Dte Beamten sind nämlich zum großen Theil der Meinung, daß sie durch die Mehrarbeit, die ihnen in- folge der Ferien ausgebürdet wird, an ihrer Gesundheit mehr Schaden leiden, als die acht Tage Urlaub Nutzen einbringen. Die Beglückten müssen nämlich, wie ja auch im vorigen Sommer berichtet worden ist, den Dienst sür die im Urlaub befindlichen Kollegen vollständig mitbesorgen, so daß die Post an ihrem Säckel keinerlei Schaden erleidet. Sie haben während der Ferienzeit zu ihrem so schon überbürdeten Dienst eine erhebliche Mehrbelastung erhalten und sind auch der freien Nachmittags- stunden verlustig gegangen, die ihnen zustehen. Daher der jetzige Entschluß, der nur zu begreiflich erscheint. Priemer- Flinsch- Hammcrftcin. AuS einem Interview, das der Berichterstalter eines New-Borker Blattes mit dem Prokuristen Priemer gehalten haben will, führt das„Verl. Tgbl." u. a. folgendes an: Er habe Freiherrn v. Hammerstein nieper- söulich gekannt, daS heißt, er habe ihn wohl gesehen, sei ihm aber nie vorgestellt worden. Herr Alexander Flinsch pflegte alle Geschäfte mit ihm persönlich zu erledigen. Nochmals nach der Adresse von Herrn Flinsch jun. befragt, zog P. einen Zettel aus der Tasche, der nichts enthielt als die Worte:„34. West Seveuteenth Street." Die Firma sei durch Hammerstein um 260000 M. ge- schädigt. Er selbst sei von Berlin um seiner drückenden Schulden willen fortgegangen. In energischster Weise bestritt P., entfernt worden zu sein, um nicht gegen v.H. Zeugniß ablegen zu müssen; wiederholt betonte er, daß er Unterschlagiingen in der ungefähren Höhe von 6700 M. begangen habe. Freilich werde die Firma ihn nicht verfolgen. Von dem Spiclwaarcnfabrikante» Max Löhrke in Rixdorf, Schönwciderstr. 10, sind in letzter Zeit verschiedene Arbeiterinnen arg geschädigt ivorden. Anfang November stellte der Herr eine Anzahl junger Mädchen an, die bei achttägiger Lehrzeit einen Lohn von 15 M. monatlich erhalten sollten. Am 30. November wurde ihnen für den Rest des Monats eine Ver- gütung von 5—6 M. gegeben; am 31. Dezember aber, als der erste volle Monatslohn fällig war. erklärte Löhrke den Arbeiterinnen, daß er kein Geld zum Auszahlen habe, sie möchten sich acht Tage gedulden. Di« acht Tage gingen vorüber, aber Geld hatte der Unternehmer wiederum nicht. Er redete den Mädchen zu, daß sie bleiben sollten, und diese, die meistens 14— 16 Jahre alt und ganz unerfahren waren. ließen sich auch ferner von Woche z» Woche vertrösten. Am Schluß des Monats Januar erklärte der Buchhalter des Herrn Löhrke den Mädchen endlich, sie könnten zwar weiter arbeiten, wenn sie wollte», doch getraue er sich nicht, ihnen besonders zu- zureden, denn es sei immer noch kein Geld da. Sie könnten sich ihren Lohn nach und»ach markweise abholen; wer aber klage, bekäme überhaupt nichts. Tie Mädchen rechnen kaum mehr darauf, daß sie jemals ihr Geld bekommen werden. Ein Gewerbegericht, das sür Rixdorf so nothwendig ist. wie selten anderswo, existirt bekanntlich in diesem Vorort nicht, und den um ihren Lohn gebrachten Mädchen bleibt nichts übrig, als den Unternehmer ans ihre Kosten vor das Amtsgericht zu zitiren. lieber den im Bankhause S. Bleichröder verübten Diebstahl von 100 500 M. werde» jetzt folgende Einzelheiten bekannt. Ein Privatier aus Pommern, wahrscheinlich ein „nothschreiender Agrarier", halte bei genanntem Bank« Hause mehrere Millionen Mark in preußischen 4prozentigen Konsols deponirt. Im August v. I. erhielt nun besagte Firma von dem Deponenten den Anftrag 100 500 M. von seinem Depot an einen Herrn Glas Weststraße 3(Hammerbrook) in Hamburg zu sende». Da die Unterschrift des Ordre- briefcs mit der des Inhabers des Guthabens genau»iberein- stimmte, wurde die Ordre in einem Werthbriefe ausgeführt, bald darauf traf auch die Empfangsquittung von feiten der Hain- burger Postbehörde in Berlin ein und war daher hiermit die Sache sür das Bankhaus erledigt. Ende Januar dieses Jahres erhielt jedoch S. Bleichröder von dem Pommer- schen Privatier die Anfrage, warum in der soeben er- haltenen Jahres« Abrechnung die Kupons von tOO 500 M. fehlten. Daraus erklärte natürlich das Bankhaus, daß diese Summe auf Ordre des Deponenten an Herrn Glas in Hamburg gesandt sei. Umgehend traf nun ein Schreiben aus Pommern ein, inhalts dessen der Privatier erklärte, daß er gar keine Ordre abgesandt habe, auch keinen Herrn Glas i» Hamburg kenne. Nun wurde nach dem Ordrebriez gesucht, derselbe war jedoch ver- schwuiiden, wie auch die Kopie des Abgangsbriefes nicht auf- zufinden war. Nunmehr fielen den Chefs und dem Prokilristen der Firma das bald nach dieser Affäre erfolgte Verschwinden eines seit 41/2 Jahren in untergeordneter Stellung engagirten jungen Mannes auf. Die dieserhalb angestellten Erniitlelimgen ergaben, daß der letztere mit einem jungen Mädchen aus Berlin verschwunden war. Wie ferner ermittelt wurde, hatte sich der ungetreue Beamte Ende August vorigen Jahrxs nach Hamburg begeben und unter dem Namen eines Herrn Glas aus Erfurt in einem Hotel der Weststraße daselbst sich einlogirt. Hier erhielt er kurze Zeit daraus den Werthbrief aus Berlin. Mit demselben verließ er das Hotel, inde»» er seinen Koffer zurück- ließ und erklärte, er wolle nur einen Abstecher nach einem Stachbarort machen und bald wieder zurück fein. Der angebliche Glas sucht« jedoch das Hotel nicht wieder auf, sondern fuhr an, selben Tage mit dem Schnellzuge nach Berlin und nahm hier fosort seinen alten Platz im Geschäft wieder ein, nachdem er sein Ausbleiben mit einem leichten Unwohlsein entschuldigt halte. Nactidem „Glas" am andern Tage noch alle Beweisstücke bei Seite geschafft hatte, floh er mit seiner Geliebten auf de» Paß von deren Bruder unter dem Namen Viktoria" nach New ilchs" als Salonpassagier mit der„Angiifta __'ork. Von dort aus sandle er die Papiere deS Bruders zurück und nun folgte die Mutter und der richtige Fuchs ebenfalls dem Betrüger nach drüben nach. Da derselbe ein halbes Jahr Vorsprung hat, dürste es schwer halten, seiner Hab- Haft zu werden. Daß der Gauner sich Glas nannte, erklärt sich dadurch, daß der Privatier in Pommern vor einigen Jahren daß Bankhaus beauftragte, eine Million von seinem Depot ans den Namen seiner Frau, einer geborenen Glas, zu schreiben und die Sinjen hiervon zu ihrer Verfügung zu halten. Infolge deffen scheint die Firma auch ohne weiteres die 100 500 M. an den muthmaßlichen Bruder der Frau abgesandt zu haben. Er gegangen. über 4500 M. lautenden Hypotheken für 2400 M. abzukaufen, lichsten Benehmens befleißige. beziehungsweise sich zediren zu laffen. Man warnte zwar ben Weiter wird uns von einem Adressenschreiber " gegen - mitanerkannt, daß sie traurigeriveise ein erhebliches Rontingent zu der stellten Forderungen einzutreten. Unserer geftrigen Mittheilung über die Branchenvertreter- Versammlung für gute Möbel 2c. ist elendesten Zunft des Lumpenproletariats stellen. Vernachzutragen, daß das Nichterscheinen der Wie ein Vertreter des patriarchalischen Systems speziell noch nachzutragen, Entrüstung Auf der Bühne ist die Altistin Helene Th. aus Merseburg, einen Bäckergesellen hat zu grunde richten helfen, davon giebt treter mehrerer größerer Werkstätten große Es wurde hierbei bemerkt, daß gerade die ein neunzehnjähriges, schönes Mädchen, das in einer Singspiel ein Anklagefall Runde, der sich gestern vor der siebenten Straf- hervorrief. Halle in der Nähe des Schlesischen Bahnhofes auftrat, plöglich fammer am Landgericht I abgespielt hat. Der Bäcker Johann besseren Werkstätten die moralische Pflicht hätten, die Bewahnsinnig geworden. Während eines Liedervortrages Lemm war mit gefülltem Portemonnaie aus seiner Heimath wegung mit allen Kräften zu unterstüßen, da die schlechtest begann die Aermste plöglich irre zu reden und unartikulirte Wollin nach der Reichshauptstadt gekommen. Jegt sigt er wegen gestellten Kollegen viel größere Opfer brächten als sie selbst. Laute auszustoßen. Dem Vernehmen nach soll die Sängerin schon Bettelns und Arbeitsscheu im Arbeitshause zu Rummelsburg, Die fich zeigende Tendenz im Tischlergewerbe, rapides aus welchem früher einmal geistesgestört gewesen sein. welchem er gestern nach Moabit geführt wurde, Abwärtsgehen der Waarenpreise und mit demselben Sinten der Ein eheliches Tranerspiel. Vor gut acht Zagen erregte um in einem gegen den Schankwirth Richard Schröder Löhne, werden über kurz oder lang auch die besser gestellten Kollegen gerichteten Wucher prozeß als Belastungszeuge ver fühlen; aber die Verhältnisse liegen auch jetzt durchaus nicht so, ein Plakat an den Anschlagsäulen Aufsehen, auf dem ein Herr nommen zu werden. Sein vor einiger Zeit verstorbener Vater daß sie schon alles das haben, was durch die Bewegung gefordert Schob für die Herbeischaffung eines von der Mutter entführten hatte ihm zwei Sparkassenbücher über etwa 1600 M. und zwei würde. Es wurde beschlossen, folgende Werkstellen zu nächster Knaben eine Belohnung aussette. Wie ein Berichterstatter meldet, ist dieser Fall jetzt wie folgt aufgeklärt: Am 19. De Hypothekenbriefe über zusammen 4500 m. hinterlassen und Vertrauensmänner- Bersammlung einzuladen: Gebr. Lüdte, Schulz, Brandenburgstraße; Pingel, Wilhelmder mit einer großen Portion Leichtsinn ausgestattete zember vorigen Jahres, als der Ehescheidungsprozeß der Eltern daß ihm die ganze Welt straße; Lommatsch u. Schröder, Niemann, Winterfeldstraße; zu Ende zu geben schien, und zwar zu ungunsten der Frau, war junge Mann glaubte nun, gehöre. Der materielle Inhalt des einen Sparkassen Siebert u. Aschenbach, Wilhelmstraße; Olm, Stöpenickerstraße; der Knabe dem Vater entzogen worden, er ist die erste Zeit bei buches war bald verpraßt, mit dem anderen kam er nach Berlin, Larson, Fürbringerstraße; Stövesand, Blücherstraße; Liebniz den Schwiegereltern Schobs, dem Buchhalter Habelmann'schen Sprechmeister für die Bädergesellen war, in Ehepaar in der Brückenstraße gewesen. Als am 9. Januar vorum hier durch Bermittelung des Angeklagten Schröder, welcher u. Röse. Zum Bericht über die Zusammenkunft der Adressendem Landgericht I über das Erziehungsrecht verhandelt wurde, Arbeit geschickt zu werden. Schröder hat den jungen schreiber am Sonnabend ist uns eine Anzahl Erklärungen zumachte Frau Schob einen Einwand, indem sie gegen ihren Mann eine Beschuldigung erhob, die ihn, wenn sie begründet gewesen Menschen in schamloser Weise ausgebeutet. Der Buchhalter Herr P. Sommer theilt mit, daß gegen wäre, zur Erziehung des Knaben hätte ungeeignet erscheinen lassen. hatte bald Kenntniß von der günstigen Vermögenslage des Klemm und half ihm, fein väterliches Grbtheil in ihn der Vorwurf, er belege die im Bureau des Herrn SchufterDer einzige Zeuge für die Beschuldigung war der kleine Knabe der wüstesten und unsinnigsten Weise zu verschleudern. Beide mann, Blumenstraße, beschäftigten Adressenschreiber mit„ nicht Bei der entscheidenden Verhandlung am 17. Januar gewann jedoch der Gerichtshof sofort die Ueberzeugung, daß dem Kinde machten die tollften Fahrten durch Berlin und in die Umgegend, wiederzugebenden Schimpfworten", nicht erhoben worden sei; die Aussage von seiten der Gegner des Mannes eingeredet und und da Klemm natürlich aus seiner Tasche bezahlte, so war das er würde einen solchen Vorwurf auch sofort energisch zurückNun gewiesen haben. Es werde thatsächlich niemand im stande sein, eingeprägt worden war. Das Erziehungsrecht wurde daher dem Sparkaffenbuch bald in Wein und Bier umgefeßt. Bater zugesprochen. Von nun an wurde der Knabe hierbin und ging es an die Hypotheken. Der Angeklagte Sprechmeister fuhr ihm einen solchen Vorwurf zu machen, da er sich stets- felbft dorthin geschleppt, sodaß schließlich die Spur verloren ging. nach Wollin, fah sich die Wiesen, auf welchen die Grund- verständlich ohne sich das als Verdienst anzurechnen Gestern Nachmittag wurde er bei einer Frau Wähling in der schuld ruhte an und erklärte sich bereit, dem jungen Manne die alle in dem genannten Bureau beschäftigten Personen des höf Admiralstr. 18 a mit seiner Mutter aufgefunden. Diese hatte ihn von einer in demselben Hause wohnenden Frau Tausch erhalten. Klemm von seiner Heimath aus, mit dem Angeklagten ein solches getheilt, daß die Zustände bei der Firma Robert Teßmer Der Knabe war in einem geradezu bejammernswerthen Zustande, Geschäft zu machen, Klemm gefielen aber die Reisen durch zwar die relativ beften seien, daß aber die Angaben des Berichts als der Vater ihn wiedererhielt. Er war so heruntergekommen, Berlin so vortrefflich, daß er blind in fein Verderben hineinlief über Arbeitsverdienst und Arbeitszeit der bei jener Firma bedaß ihm sofort ärztliche Hilfe zu theil werden mußte. Der arme und die Hypotheken leichten Herzens verkaufte. Er begnügte schäftigten Adressenschreiber nicht stimmen. Der tägliche VerKleine starrte vor Schmutz und litt an einer eiterigen Entzündung sich damit, vem Angeklagten die Warnung zukommen zu laffen: dienst beträgt nicht 2,50 bis 7 M., sondern die Firma bezahlt der Dhren und der Nase. Wenn Du mich um mein Geld bringst, dann schieße ich zuerst Dich und für das Taufenb Adressen 2,50 bis 4 M. Allerdings kommen Zur Benuhung als Spiel und Eisplatz will der bann mich todt!" Schröder hatte tein Intereffe daran, den leicht auch, in Einzelfällen, 5 und 6 M. zur Berechnung, doch sind Magistrat das städtische Grundstück Pantstraße 11/12 und Wiesen- finnigen jungen Menschen so schnell aus seinen Fingern das sehr lange ausländische Adressen, von denen man in der ſtraße 49/54 zum 1. April cr. der Deputation für das städtische entkommen zu lassen und deshalb gab er ihm das Geld Stunde vielleicht 30-35( bei Kenntniß der betreffenden Sprache) Turn- und Badewesen überweisen und wird hierzu die Ge- nicht auf einmal, sondern in Raten und wenn Klem m schreiben kann. Der durchschnittliche Tagesverdienst eines im nehmigung der Stadtverordneten- Bersammlung nachsuchen. daraufdrängte, in Arbeit geschickt zu werden, Afford arbeitenden Schreibers während der Bureauzeit beVerschwunden ist der Gastwirth Jäger aus der Hochstr. 44. erklärte ihm der Angeklagte, daß er verreisen würde, wenn trägt höchftens 1,75-1,80 M., ein Ergebniß, das nur von sehr Der Mann war auf dem Wege, Lotterieloofe zu erneuern, und er zu ungeduldig wäre. Jnzwischen gingen die luftigen Fahrten wenigen erzielt wird. Die Arbeitszeit läuft von morgens 8 Uhr hat das au einer Stelle auch besorgt. An der zweiten Stelle, immer weiter. Man brachte dem Bacchus und der Venus die üppigsten bis nachmittags 1/25 Uhr, mit 1/2( nicht 1/2) stündiger Pause, die er noch aufsuchen wollte, ist er jedoch nicht gewesen. Seinen Opfer dar, trant in interessanten" Aneipen den Champagner so daß genau acht Stunden gearbeitet wird. Wenn man dann Angehörigen, die vergeblich schon die Krankenhäuser nach ihm aus Weißbiergläsern, amüsirte sich in der Ausstellung Italien die Hausarbeit an Wochentagen und Sonntag hinzurechnet, abgesucht haben, ist sein Verschwinden unerklärlich. in Berlin" und taumelte von Begierde zum Genuß, bis dann wird allerdings von manchen bei einer zirka 90 bis unter des Sprechmeisters Leitung auch ben 100ftündigen Arbeitszeit pro Woche 18-20 m. verdient, macht In einer Zuschrift, welche Herr Schüler, der Besitzer Klemm Erst dann bequemte pro Stunde netto 20 Pf. Dies zur Richtigstellung und damit des vorgeftern von uns erwähnten Chantants in der Linien- letzten Groschen verpraßt hatte. ftraße uns zugehen läßt, wird bekundet, daß er sämmtliche Werth- fich Schröder dazu, den ihm nunmehr ganz gleich giltig bei dem intereffirten Publikum nicht der Glaube Boden findet, gegenstände dem verstorbenen Geschäftsführer Wenzel in Gegen- gewordenen jungen Mann in Arbeit zu schicken. Der man könnte in der Charlottenstraße ein reicher Mann werden. wart von Beugen abgenommen habe und daß er bis 2 Uhr Staatsanwalt hielt das Verfahren des Herrn Sprechmeisters für Noch eins: Herr Robert Teßmer hat am Sedantage seinen nachts bei der Leiche geblieben sei; bei seinem Fort- ein ganz unerhörtes, da dieser sich wie ein Vampyr auf Leuten freigegeben und pro Mann 3 M. bezahlt; am 18. Januar gehen habe er vier seiner Angestellten den Trans: fein Opfer geworfen und diesem den letzten Blutstropfen aus Dagegen hat er ebenfalls mittags 1/22 Uhr gefchloffen, den Akkordport der Leiche überlassen. Auch fet dem gefogen habe. Die Erwerbung der Hypotheten sei ein Wuchergeschäft arbeitern aber vielleicht aus Bergeßlichkeit?- nichts verBigarrenhändler Förster ein Protokoll über die dem Todten ab- gewefen, wobei der Angeklagte den Leichtsinn des unglück gütet." Ein anderer Adressenschreiber äußert sich in demselben genommenen Werthfachen aufgenommen worden. Dies sind alles feligen Bäckergesellen in der sd, amlofesten Weise ausgebeutet Darlegungen, die unbestritten bleiben sollen, weil deren Gegen- habe. Nach seiner Ansicht falle dem Angeklagten auch eine Unter Sinne. Er sagt:" Die Firma Teßmer tann zwar als äußerst theil in der Meldung von dem Vorfall gar nicht von uns be- schlagung zur Laft und deshalb beantrage er gegen diefen a cht reell bezeichnet werden, doch ist der Verdienst der Adressenschreiber bedeutend geringer, als im Bericht angegeben. Die hauptet worden ist. Von Belang ist aber die Richtigstellung, Monate Gefängniß und 1500 M. Geldstrafe. daß Herr Schüler einen Boten nach der Frau des Verstorbenen Rechtsanwalt Bronter, welcher bestritt, daß die Kriterien Arbeitszeit dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 1/25 Uhr dem verschwenderischen mit Gewährung von 12 Stunde Mittagspause. Der Schreiber gefandt hat, der jedoch seine Bestellung nicht ausrichten des Wuchers vorlägen, glaubte auch nicht einmal sein Mitleid zu fann während der Geschäftszeit einen Verdienst von 90 Pf. bis fonnte, weil kein Wächter das Haus schloß. Die Frau Bäckergesellen gewisse Leute 1,50 M. erzielen. Um leben zu tönnen, müssen die Schreiber zu Verstorbenen( nicht Herr Schüler erklärt werden zu können; selber) noch, daß der Direktor die Polizei veranlaßte, eine Depesche an Champagner aus Weißbiergläsern tranten, sei Hause weiter arbeiten. Gs tönnen dann allerdings täglich fie abzusenden. Soweit diese Mittheilung stimmt, müssen wir 23 Jahre vorüber und dem Klemm se: nur das geschehen, was 2,50 m. verdient werden. Von einem Verdienst von 2,50 M. bis Der Gerichts- 7 M. pro Tag, fann gar keine Rede sein." natürlich zu unserm Bedauern erklären, nicht genau unterrichtet damals den anderen pafsirte: er sei verfracht. worden zu sein. Die Hauptsache aber, daß Herr Schüler nach hof sprach den Angeklagten des Wuchers schuldig und verurtheilte dem traurigen Borfall in auffälliger Weise dafür sorgte, daß der ihn zu 4 Monaten Gefängniß und 1500 M. Geldstrafe Todte keine Schulden mit ins Grab nahm, bleibt von der Richtig- eventuell noch 150 Tage Gefängniß. ftellung unberührt. Witterungsübersicht vom 7. Februar 1896. bes Stationen. Swinemünde reduzirt auf Barometerftand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke AAC( Stala 1-12) von Better bedeckt 769 WNW Hamburg 778 W 4 bedeckt Berlin 772 4 Wiesbaden 777 Still München 777 bedeckt bedeckt bedeckt Wien 774 St bedeckt Haparanda. 757 M Petersburg 752 NNW Cort 768 .766 778 SSW 660 Aberdeen. Paris. 14322621 wolfenlos wolkenlos bedeckt Temperatur nach Celsius gov= ་ 3st= རྞཧྨ Die Zeit, wo Was die Bemerkung des Rechtsanwalts bedeutet, ist uns nicht ganz klar. Als zur Gründerzeit in der Bourgeoisie der gemeinste Diebstahl als der Inbegriff der Geschäftstüchtigkeit galt, da erfanden kapitalistische Söldlinge bekanntlich das Märchen von dem Maurer, der auf dem Bau Champagner frant und Austern aß. Wir nehmen nicht an, daß der Rechtsanwalt diese alte Perfidie wieder herausgekramt hat. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 9. Februar cr., abends 6 Uhr, im gotal von Hoffmann, Alexanderstraße 27c, Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. Voeltel aus Braunschweig über:„ Vorsehung". Nachdem: Geselliges Betsammensein und Tanz Tischler- Verein. Sonnabend, abends 9 Uhr, Melchiorstr. 15 GeneralBersammlung. und umgegend. Heute, Sonnabend, abends 9 Uhr, Versammlung im VereinsFachverein der Uhrmacher und verwandter Berufsgenossen Berlins Total Atte Jacobitr. 83( king u. Co.). Bortrag des Genoffen Jahn über: Das Koalitions- und Bersammlungsrecht und der Grobe- Unfug- Paragraph" Oeffentliche Versammlung der an Holzbearbeitungsmaschinen und auf Holzplähen beschäftigten Arbeiter Berlins und der Vororte, Sonntag, den 9. Februar, vormittags 10 Uhr, in Joel's Salon, Andreasstraße 21. Herren Arbeitgeber zu unseren Forderungen. Tagesordnung: 1. Bericht der Behner Kommission. 2. Wte stellen sich die Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- AkttenGesellschaft. Heute, Sonnabend, Bahltag: Ackerstr. 123 bet Marten Arbeiter- Bildungsverein ,, Bukunft" in Reinickendorf. Jeden Sonntag vor dem 15. jeden Monats Bersammlung bei Grunow, Nordbahnstr. 19. Hartes Urtheil. Wegen Mißhandlung und Beleidigung des Monteurs Misera in Nixdorf hatten sich der Maschinenschloffer Hermann Römer aus Nieder- Schönweide und der Mechaniker Otto Biegengeist aus Rummelsburg vor dem 4 Rigdorfer Schöffengericht zu verantworten. Sowohl die An6 geklagten, als auch Mifera waren in der Strickmaschinen- Fabrit and ten sef von Stein in der Blumenstraße zu Berlin beschäftigt. Im -2 August v. J. kam es zwischen der Fabrikleitung und den Von der Ober. Der Schlesischen Zeitung" zufolge ist der Monteuren zu Differenzen, welche zu einer Arbeitseinstellung der Eiswacht- Dienst für den größten Theil des Oderstroms eröffnet. -22 letteren führten. Zur nicht geringen Verwunderung der Kollegen Bei Oppeln und am Brieskower See wurden Eisbewegungen arbeitete Misera, der zuerst am eifrigsten für den Ausstand ge- bemerkt. Von Krappig bis Oppeln und von Breslau bis Neusalz sprochen hatte, weiter. Die darüber erbitterten Angeklagten paßten 10 wollig bedeckt 8 -1 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 8. Februar 1896. Ein wenig fälteres, zeitweise auftlärendes, vorwiegend trübes Wetter mit geringen Niederschlägen und frischen nordwestlichen Berliner Wetterbureau. Winden. Gerichts- Beitung. zuDermischtes. den Misera daher ab und stellten ihn über seinen Wortbruch ist die Oder eisfrei. zur Rede, wobei fie ihm einige wenig schmeichelhafte Bezeichnungen Das Photographiren mit X- Strahlen hat eine weitere hören ließen; Römer ließ sich außerdem dazu hinreißen, den Verbesserung erfahren. Der Leiter des Laboratoriums an der Misera ins Gesicht zu schlagen. M. ftellte gegen beide Rollegen Polytechnit in Pest, Dr. Karl Riß, hat eine derartige Ber Strafantrag. Mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit befferung der Crookes'schen Röhren vorgenommen, daß mit dender Angeklagten beantragte der Amtsanwalt gegen Römer 30 m., selben nunmehr innerhalb 2-3 Sekunden eine Photographie gegen Biegengeift 10 M. Geldstrafe. fertiggestellt werden kann. Versammlungen. In dem Dachstockwerke des Kriegsministerial- Gebäudes zu Paris tam Freitag gegen Mittag Feuer aus, welches jedoch im Entstehen gelöscht wurde; es sind nur einzelne unwichtige Attenstücke verbrannt. = Der Gerichtshof war jedoch der Meinung, daß die An getlagten fich besonders strafwürdig gemacht hätten, da sie die Römer wurde Der Sprechmeister der Bäckergesellen. Während im Freiheit ihres Kollegen beschränken wollten". zwei legten Menschenalter die Arbeiter aller Berufszweige durch eigenes baber trotz der Geringfügigkeit der ganzen Sache zu Ans New- York wird vom Freitag berichtet: An der ganzen Streben und durch die Macht der wirthschaftlichen Entwickelung och en Gefängniß, Biegengeift zu 20 M. Geldstrafe event. atlan tischen Küstenlinie richtete ein Sturm bedeutenden von der Bande, die sie früher mit dem Unternehmerthum au 4 Tagen Gefängniß verurtheilt. Schaden an; aus mehreren Orten des Küstenlandes werden fammenhielt, losgelöst wurden, blieben Schlächter und Bäcker größtentheils in den alten patriarchalischen" Verhältnissen verUeberschwemmungen und kleinere Unglücksfälle gemeldet. Ju New York und Brooklyn stürzten mehrere Gebäude harren. Jedermann weiß, daß lettere in der vom fapitalistischen te Die Holzarbeiter. Die Vertrauensmänner der Branche für Stadt Boundbrook( New- Jersey) ist theilGeist durchsetzten Welt nur forrumpirend auf die betreffenden unter Wasser gesetzt; die Verbindungen da. Arbeiterkategorien wirken konnten; Bäcker und Schlächter bilden, Küchenmöbel und Särge hielt am Donnerstag eine gut besuchte weife von um so rühmlicher hervorzuhebenden Ausnahmen abgesehen, Bersammlung ab. Bei Erörterung der Forderung auf prozentuale hin sind abgeschnitten, viele Einwohner der Stadt sollen um eine Gruppe neben dem großen fämpfenden Arbeiterheer, deren Lohnerhöhung wurden fraffe Mißstände in den einzelnen Werk gekommen sein. In Morristown( New- Jersen) platte unter dem fittlicher Halt beträchtlich unter dem Durchschnittsniveau liegt. stellen zu tage gefördert. Die höchsten Löhne, welche in der Drucke des angeschwollenen Wassers ein Damm; 25 Personen Arbeiterfeindliche Blätter weisen zwar oft rühmend barauf hin, Küchenmöbel Branche erzielt werden, gehen faum über 21 M., werden vermißt. In New- Britain( Connecticut) stürzte heute daß das patriarchalische Verhältniß, in dem diese Handwerker" während aber sehr viele Kollegen bedeutend weniger bis 15 M. eine über den Pequebuck- Fluß führende Brücke ein, wobei 20 auf die Sargtischler sogar bis 12 m. verdienen. Der Brücke mit Reparaturen beschäftigte Arbeiter mit in den der Verseuchung mit und zu ihrem Meister stehen, sie fozialdemokratischem Gift bewahrt habe, gleichzeitig wird aber auch Die Versammelten erklärten sich einmüthig für die ge- Fluß stürzten; man glaubt, daß 18 ertrunken seien. vor " nur Große Berliner Schneider- Akademie Masken elegant, billig, verleiht Berlin C., Rothes Schloß nur Nr. 1. Dennewitzein. Kloster- Bockbier Seit 1880 in denselben Räumen. Größte und besuchteste Fachschule, Ferd. Henke, z. garantirt gründlichste theoretische und besonders praftische Ausbildung in der Herren, Damen- und Wäscheschneiderei. Neue Kurse am 1. und 15. jeden Monats. Unentgeltlicher Stellennachweis. Prospekte gratis. Lehrbücher zum Täglich, auch Sonntags vorm. von aus den feinsten Rohmaterialien rein eingebraut, versendet von jetzt ab die Selbstunterricht. Man beachte genau unsere Firma u. Hauseingang: nur Nr. 1. 4138L* Achtung! Die Direktion( früher Subn). 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Vereinslokal 181/18 sucht der Arbeiter- Radfahrer- Verein Berlin" im Zentrum oder i. d. Nähe. " 2581b Vertrauensmänner- Versammlung für sämmtliche Bezirke Berlins. Jede Werkstatt wird ersucht, einen Vertrauensmann zu entsenden. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimirt. Diejenigen Der Verein zählt z. 3. 60 Mitgl. Off. Vertrauensmänner, welche zum ersten Mal von ihren Werkstellen entan Mag Kern, Charlottenburg, Garde sendet werden, erhalten ihre Karte in der Versammlung ausgestellt. du Corpsstr. 3, 3 Tr. r. Karten und Marken für den Streiffonds werden auf allen Zahlstellen des Verbandes ausgegeben. DieVertrauensmänner werden ersucht, für Einziehung der Streitbeiträge zu sorgen. Buchhandlung des Vorwärts" " P Berlin SW., Beuth- Straße 2. Neue Erscheinungen. Neue Welt"-Einbanddecken 1895 und frühere Jahrgänge. In Golddruck 1,- M. In Schwarzdruck 0,80 m. Der Prozeß Liebknecht. Dritte Auflage. Verhandlungen wegen Majestätsbeleidigung. Preis 10 Pf. 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Bergstr. 60 bei Hilgenfeld. Thurmstr. 84 bei Holzbächer. Birkenstr. 28 bei Buge. Stettinerstraße, Ecke Bellermannstraße bei Peterson. Für den Often: Friedrichsbergerstr. 19 bei Winkelmann. Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Frankfurter Allee 90 bei Zabel. Roppenstr. 47 bei Lorenz. Langestr. 65 bei Tempel. Landsberger Allee 27a bei Lange. Elisabethstr. 65 bei Lange. Für Süd- Ost: Cuvryfir. 25 bei Erbe. Ritterstr. 123 bei Stramm. Naunynftr. 86 bei Streit. Grünauerstr. 3 bei Golz. 80/14 Görlitzer und Sorauerstraßen- Ecke bei Tolksdorf. Pücklerstr. 55 bei Schilling. Dieffenbachstr. 31 bei Gaule. Manteuffelstr. 69 bei Brödenfeld.( Das selbst befindet sich auch die Bibliothef der Drechsler.) Röpnickerstr. 194 bei Reichert. Für den Westen: Gneisenauftr. 35 bei Rosse. Culmiftr. 36 bei Paulsch. Belle- Allianceplatz 6 bei Hilscher. Für Friedrichsberg: Friedrich- Karlstr. 11 bei Heinicke. Für Rummelsburg: Kants und Türrschmidtstraßen- Ecke bei Schröder. Jeden Sonnabend: Zahlabend. E Alle Werkstatt- Angelegenheiten sind zu melden bei dem Roll. Wiedemann, Annenstr. 39, auf dem Arbeitsnachweis, oder an den Vorsitzenden der WerkstattKontrollkommission, Kollegen Grunert, Manteuffelstr. 64. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend.( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 118.) In der am 2. Februar stattgehabten ordentlichen Generalversammlung wurde der Vorstand aus folgenden Mitgliedern zufammengefeßt: H. Metzke, Vorsitzender, C. Pfeil, Stellvertreter, L. Kliemann, Rassirer, W. Karpe, Stellvertreter, W. Roll, Beisitzer, H. Jaentsch,„, P. Scholtz, " F 261/9 Das Bureau der Kaffe befindet sich Gipsstr. 16 und ift geöffnet wochentäglich von 9 Uhr vormittags bis 5 Uhr abends. Außerdem wurde befchloffen, die 3 ah Ist elle auf dem Wedding von der Köslinerstr. 4 nach der Rolberger str. 23 bei tabe zu verlegen. Zugleich machen wir hiermit bekannt, daß der Ausschuß sich konstituirt und zum Borsigenden Herrn C. Blaurock, Sips ft r. 16, gewählt hat. An denselben sind sämmtliche Beschwerden in Rassenangelegenheiten zu richten. Der Vorstand. J. A.: H. Mette, Oberbergerstr. 10. Rixdorf. 1 Guten Morgen! Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. Dienstag, den 11. Februar, abends 8% hr, Lade zum Kauf bei mir ergebenst ein. in den Viktoria- Sälen", Hermann- Straße Nr. 49-50: Carl Schindler 55. Chausseestr. 55. A. III 8917. ( Nordh., Liköre, Cognac, Rum, Ungarw.) Große Versammlung. I Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:" Das heutige flassenstaatliche Schulwesen." Referent: Empfehle mein Weiss- u. Bayrisch- Herr Schriftsteller F." Schulz. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten Bier- Lokal, Bereinszimm. b. zu 20 Pers. und Verschiedenes. mit Piano, für die ganze Woche frei. W. Thielow, Lothringerstr. 112. Th. Boltz' Festsäle, Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. NB. Mitglieder werden in der Versammlung sowie in den bekannten Bahlstellen aufgenommen. 232| 13 S., Alte Jakob- Strasse 75. 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Diskussion. 3. Verschiedenes.- Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. 264/6 Der Vorstand. Heute! Sonnabend, den 8. Februar: Heute! Geschäfts- Eröffnung Holzmarktstr. 19, Ecke Michaelbrücke, der Engros- Schlächterei von M. Galicki. Hauptgeschäft Stegligerstr. 3. Hauptgeschäft Stegliterstr. 3. Nachricht, daß ich eine Filiale in der Meinen geehrten Kunden und denen, die es werden wollen, zur gefl. • • Holzmarktstraße 19 60 Pf., Filet pfundweife. errichte. Mein Bemühen ist nach wie vor, nur gute und reelle Waare stets zu liefern, und bitte um geneigten Zuspruch. Preis- Courant von Fleisch- und Wurst- Fabrikation im Detail zu Engros- Preisen. Rindfleisch à Pfd. 50-60, ohne Knochen 70 Pf. 55-60-65, Schnitzel 1,20 mt, Kalbfleisch Hammelfleisch Schweineneisch Rind- u. Schweinehackfleisch Schabefleisch Carbonade Eisbeine. Kaffeler Rippefpeer Rückenfett, Liesen Schmalz Fetter Speck Mager Spect • 2566b " " 50-60, Reule 65 Pf. " 50-55-60 f. 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Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 33. Abgeordnetenhaus. 14. Sigung vom 7. Februar, 11 Uhr. und Kommissarien. Am Ministertische Freiherr v. Hammerstein 2orten Das Haus setzt die zweite Gtat& berathung bei dem Das Haus setzt die zweite Gtatsberathung bei dem Extra Ordinarium des landwirthschaftlichen Nachdem von einer Reihe Abgeordneten örtliche Interessen vertreten wurden, befürwortet 3 & tate fort. Abg. Schnaubert( f.) die Bewilligung des Fonds von 650 000 M. für die Förderung der Land- und Forstwirthschaft in den östlichen Provinzen. Auch die weitere Debatte über das Extra- Ordinarium fördert nichts erwähnenswerthes zu tage. Der Rest des Extra- Ordinariums sowie der Etat der Gestütsverwaltung werden nach längerer Tebatte bewilligt. Minister v. Hammerstein: Aus dem Umstande, daß die Domänenerträge feit 1891 von 7 pet. bis 15 pet. im letzten Jahre zurückgegangen sind, hat man Schlüsse auf die allgemeine Lage der Landwirthschaft gezogen. Das ist doch nur bedingt richtig, denn wir haben nicht in allen Landestheilen Domänen. Ich glaube, wir werden noch einige Jahre ein Sinken der Domänen pachtungen haben, dann aber einen Stillstand und damit normale Bachtsäge erreichen. In Einzelfällen sind allerdings Erlasse an Domänenpachten bewilligt; aber weder in Preußen noch in den anderen Einzelstaaten hat ein allgemeiner Erlaß dieser Pacht oder eine Ermäßigung derselben stattgefunden: in anderen Einzel staaten müssen die Pächter auch die gestundeten Pachtsummen mit 5 pCt. verzinsen. Abg. Dr. Eckels( ul.): Daß die Domänenpachten feinen sicheren Anhalt für die Lage der Landwirthschaft geben, halte ich für richtig. Daß der Beharrungszustand schon in einigen Jahren eintreten wird, bezweifle ich. Für eine generelle Ermäßigung der Domänenpachten fann ich nicht eintreten. Minister v. Hammerstein: Der gegenwärtige Augenblick wäre für tiefgreifende Aenderungen bei der Verpachtung der aller ungeeignetste. Abg. v. Kardorff( frt.): Ich bin der Meinung, daß die Landwirthschaft vor einer Gefahr steht, wenn die Silberwährung in Amerika größeren Umfang erreicht und dann amerikanisches Getreide, angesteckt durch unsere Goldwährung, in großen Waffen zu uns kommen würde. Minister v. Hammerstein: Da diese Angelegenheit Reichsfache ist und der Reichsfangler schon in allernächster Zeit dieselbe im Reichstage zur Sprache bringen wird, so will ich hier in eine Debatte über die Frage nicht eintreten. Der Domänen- Etat wird hierauf ohne weitere wesentliche Debatte genehmigt. Nächste Sigung morgen 1 Uhr. Forst- Etat. Zentralgenoffenschaftskosten Etat und Etat der direkten Steuern. Schluß 44 Uhr. Soziale Mebersicht. Sonnabend, den 8. Febrnar 1896. = 13. Jahrg. gegenüber theilt der Braunschweiger Volksfreund" mit, daß die hindern, und schloß mit der Bemerkung, daß auch die Arbeiter Lohnbücher der Ausständigen nur einen Durchschnittslohn von Brotest erheben müßten gegen eine Verschlechterung der höchstens 20 M. aufwiesen. Der Schleifer in Altenvörde, der Margarine Vorlage. Herbert's Ausführungen wurde eben die Stellung bei der genannten Braunschweiger Firma an- falls lebhafter Beifall gezollt. Während der Vorträge: genommen habe, um sich zu verbessern, sei denn auch, nachdem diefer beiden Redner hantirten in einer Ecke des Saales er von der wirklichen Sachlage Kenntniß bekommen, sofort sechs hübsche junge Mädchen in schwarzen Kleidern und sauberen wieder abgereist. Um die Schleifer vor Schaden zu bewahren, schneeweißen Schürzen, die sorgfältig mit Kamm und Brennnehmen auch wir von dieser Angelegenheit Notiz. eifen bearbeiteten Röpfe mit weißen Häubchen geziert. Gie : Versammlungen. " in Die Neckarschiffer, die, wie wir berichteten, wegen Kürzung regten emsig die Hände, um hunderte von Brötchen mit der Frachtsäge in einen Streit eingetreten waren, haben sich Margarine zu bestreichen und Margarinekäse aufzuschneiden. mit den Salzverfrachtern der Saline Heilbronn dahin geeinigt, Nachdem sie sich selbst an diesen Speisen gütlich gedaß der Frachtfag von 17 Pf. pro Zentner bei Normalwafferstand than, auch dem ihnen anscheinend von intereffirter Seite hatten, boten sie und 18 und 20 Pf. bei Kleinwasser von beiden Theilen anerkannt gespendeten Bier zugesprochen wurde. Der Wasserversand der Salzwerke Heilbronn und Jagst der Pause den Anwesenden diese Proben der Margarine- Industrie feld beträgt im Jahr durchschnittlich 1 500 000 Bentner, eine dar, damit sich, wie der Vorsitzende sagte, jeder, der noch ein. Frachtermäßigung von 2 Pf. pro Bentuer, wie sie den Schiffern Vorurtheil gegen die Margarine habe, von der Vortrefflichkeit zugemuthet wurde, spielt also dabei schon eine Rolle. derselben überzeugen könne. Nach Wiedereröffnung der Ver In Budapest sind, bis auf die Arbeiter einer Firma, handlungen nahm der freifinnige Landtags- Abgeordnete Destillateur Max Schulz das Wort. Er zog gleichfalls, oft von sämmtliche Arbeiter des Töpfergewerbes in stürmischem Beifall unterbrochen, sehr scharf gegen das Treiben den Streit getreten. Es handelt sich um die Einführung der Agrarier zu Felde und wandte sich entschieden gegen die eines neuen, einheitlichen Lohntarifs für Budapest. Die erwähnte Kontrollmaßregeln bei der Herstellung und dem Verkauf von eine Firma hat ihn bereits schriftlich anerkannt. Die Situation Margarine, weil hierdurch die schon so zahlreichen Beamten verist den Ausständigen nicht ungünstig und ihre Stimmung ist vor mehrt würden, wofür das Volk die Kosten aufzubringen hätte. züglich. Sie hoffen bestimmt, den Sieg zu erlangen, wenn ge- Das Verlangen nach Kontrolle sei gleichbedeutend mit dem nügend Unterstützungsgelder eingehen. Sendungen sind zu Rufe nach Bolizei.( Stürmischer Beifall.) Im weiteren pries adressiren:„ Neue Voltsstimme", Wesselenygasse 196, Budapest. der Redner die Vorzüglichkeit der Margarine in etwas gewagt. Aus Basel wird uns geschrieben: Die hiesigen Gärtner hohen Tönen; z. B. soll sie zur Herstellung eines guten Schnitzels, gehilfen stimmten am letzten Sonntag in einer öffentlichen Beefsteats, Koteletts u. dergl. unentbehrlich" fein. Er wandte Bersammlung der geplanten Lohnbewegung der schweizerischen sich gegen die Bertheuerung dieses Voltsnahrungsmittels" Gärtnergehilfen zu. Als Forderungen werden aufgestellt: zehn und wünschte, daß die Stimmung die in der Ver stündige Arbeitszeit, 4 Fr. Minimallohn, 25 Ct. Zuschlag bei fammlung herrschte, sich in die weitesten Kreise fortpflanzen leberzeitarbeit, Freigabe von Kost und Logis, Regelung des möge. Die Ausführungen des nächsten Redners, eines Herrn Lehrlingswesens, Anerkennung des Fachvereins. Sollten die Meister Burghard, der behauptete, daß im Gegensatz zu früher je t die Forderungen bis zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt vielfach schlechte Fette wie amerikanisches nicht afzeptiren, so soll die Arbeit niedergelegt werden. Schmalz, Pferdetalg und dergl. zur Herstellung Der Basler Schuhmacher Fach verein beschloß in von Margarine benutt würden, riefen großen seiner letzten Sigung die Gründung einer Produktiv- und Zumult hervor. Schrilles Pfeifen und Rufe:' Runter, runter! Konsumgenossenschaft. Es wird eine Verkaufsstelle für wurden laut. Der Redner bemühte sich nachzuweisen, daß der fertige Schuhwaaren in Verbindung mit einer Reparaturwerk- Entwurf nur diesem unlauteren Treiben bei der Fabrikation, ftätte errichtet und mit der Genossenschafts- Schuhfabrik in Erfurt sowie dem Betruge, der in Buttergeschäften theilweise mit Marin Unterhandlung getreten werden. Die Hilfsarbeiter auf garine betrieben werde, entgegentreten wolle; er wurde aber fortdem Zentralbahnhof in Basel haben die bei der letzten gesetzt in der schon geschilderten Weise unterbrochen, so daß es Lohnbewegung im August v. J. fallen gelassenen Forderungen auch dem Vorsitzenden nicht möglich war, ihm Gehör zu ver wieder aufgenommen und wollen im Falle der Ablehnung die schaffen. Erst den Bemühungen des Herrn May Schulz, der Arbeit niederlegen. darauf hinwies, daß das Niederschreien eines Gegners der guten Sache nur schaden könne", gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Der Redner ging dann auf technische Einzelheiten in der Margarinefabrikation ein, führte aus, daß der Entwurf Das neue Margarine- Gesch, eine Schädigung der das Interesse des reellen Geschäfts wahre und trat der hier geBoltsinteressen" lautete das Thema einer Volksversammlung, triebenen Agitation entgegen, wofür ihm ironischer Beifall zu die von einem zur Agitation gegen das genannte Gesez zufammen- theil wurde. Nachdem der Landtags= Abgeordnete Mohr und getretenen Komitee durch Riesenplafate an den Anschlagfäulen ein Herr Heiland gegen den Entwurf gesprochen hatten, trat am Donnerstag nach Keller's großem Saal einberufen und von Redakteur Wegner vom Standpunkte des Konsumenten für etwa 1500 Personen besucht war, die dem Anschein nach größten denselben ein und meinte unter anderem, den hier angeführten theils den bürgerlichen Kreifen angehörten. Den außergewöhnlich 8000 Arbeitern der Margarinefabrikation ständen ständen auf Die Löhne in der Konfektionsindustrie. Dem Lohnbuche zahlreich erschienenen Vertretern der Presse waren besondere der anderen Seite 9 Millionen Bauern gegenüber, die eines Leipziger Konfektionsschneiders, der für die Firma B. in Pläge reservirt. Der Einberufer Herr Giesemann dankte bei der Herstellung der Naturbutter interessirt seien. der G.straße arbeitet, entnimmt unser Bruderblatt, die Leipziger den Anwesenden für ihr zahlreiches Erscheinen, worauf als Der freifinnige Redner Dr. Bernstein betonte, daß es hier Volkszeitung" folgende Angaben: Die Firma zahlt dem Schneider, Vorsitzender Rechtsanwalt& a de wig, außerdem die Herren nur darauf ankomme, Freiheit für die Fabrikation und den Verder die Sachen in seiner Wohnung anfertigen, also Werkstatt, Voigt, Busse und Wette ins Burcau gewählt wurden. tauf eines Nahrungsmittels zu fordern, das nun einmal in den Feuerung und Licht schaffen und die Auslagen selbst geben muß, Referent war der freifinnige Stadtverordnete Goldschmidt. Kreifen der Konsumenten eingeführt wäre und von dem erwiesen für auf Lager gearbeitete Sachen folgende Preise: Für 1 Baletot Er fritisirte eingehend den vorliegenden Gesetzentwurf, der, wenn sei, daß es der Volksgesundheit, die übrigens den Agrariern ( einreihig) 4 M., 1 Schuwalow( Mantel) 3,75 M., 1 Gehrock er in der durch die Kommissionsberathungen verschärften Fassung nicht so sehr am Herzen liege, nicht schade. Nachs 4 M., 1 Jaquet 3,50 M. und 1 Weste 1,10 M. Müffen angenommen würde, die Margarinefabrikation, in der mehr als dent der bekannte Gastwirth Theodor Müller die die Sachen anprobirt werden, so erhöht sich der Preis zwar 8000 Arbeiter beschäftigt wären, zu vernichten geeignet sei. Weiter Vorzüglichkeit der Margarine gepriesen, die er, foetwas, aber auch die Arbeitszeit. Wird die Arbeit außer der kennzeichnete der Redner das Treiben der Agrarier, die nicht nur weit cs anginge, in seiner Wirthschaft beim Kochen Saison angefertigt, so reduzirt sich der Preis; z. B. wird dann dem Margarinegesetz gegenüber, sondern auch bei zahlreichen und Braten verivende, und die in vielen Fällen für Jacket und Weste zusammen der Preis bis auf 3 M. anderen Gelegenheiten der letzten Jahre bewiesen hätten, daß sie selbst von Sachkennern nicht von Naturbutter unterschieden heruntergedrückt. Läßt der Schneider die Arbeiten nun durch nur ihren Vortheil zum Schaden der großen Masse des Volkes werden könnte, erhielt Herr Goldschmidt das Schlußwort, Gesellen herstellen, so erhalten diese für den Paletot 3 M., suchen, und wies die Gründe zurück, die von agrarischer Seite für die worin er die Behauptungen der Herren Burghard und Wegner Schuwalow 2,75 M., Rock 3 M. und für Jacket und Weste Nothwendigkeit einer Verschärfung des Margarinegesetzes geltend widerlegte und den Vorwurf zurückwies, daß diese Versammlung 3,50 M. Zu einem Baletot, der in 13 Arbeitsstunden fertig gemacht werden. Die gegenwärtigen gefeßlichen Vorschriften seien im geschäftlichen Interesse veranstaltet sei. Das Komitee gestellt wird, braucht der Schneider: eine Rolle schwarzes Garn vollkommen ausreichend, um das Publikum davor zu schützen, daß bestehe aus ehrenwerthen Berliner Bürgern und nur das 6 Pf., Heftgarn 5 Pf., 1 Zöckchen Seide und 2 Töckchen Knopf- ihm Wiargarine flatt Butter verkauft werde. Natürlich würde Interesse der Bürgerschaft wäre bei dieser Agitation maßlochfeide 18 Pf. Zu einem Gehrock, der in 24 Stunden fertig man lieber gute Naturbutter essen, als Margarine; aber im gebend gewesen. Das Komitee Romitee hätte die Fabrikanten wird, oder Jacket und Weste, die zusammen in 21 Stunden her Interesse derer, welche die hohen Butterpreise nicht bezahlen ersucht, Proben von Margarine zur Verfügung zu stellen, damit gestellt werden, braucht er noch ein Töckchen Knopflochfeide mehr, fönnen, dürfe die Margarinefabrikation nicht erschwert werden. fich jeder auf grund des eigenen Geschmacks ein Urtheil über dieso daß die Auslagen hier 35 Pf. betragen. Zu einem Schuwa- Durch die Margarine habe der Konsum der früher von selbe bilden könne. Er empfahl schließlich eine Resolution, in Tow, der in 18 Stunden hergestellt wird, find 30 Pf. für Aus- den ärmeren Klassen vielfach gekauften minderwerthigen der unter ausführlicher Begründung der Reichstag ersucht wird, lagen nöthig. Der Schneider hat nun im Jahre 1894: und zum theil gesundheitsschädlichen Speisefette bedeutend tem Gesetzentwurf, der schon in der Regierungsvorlage viel zu 107 Jackets, 107 Westen, 16 Paletots, 10 Gehröcke und abgenommen. Die ärmeren Volksschichten würden gezwungen weit geht, in der ihm von der Kommission gegebenen Fassung 15 Schuwalows hergestellt, mithin 2955 Arbeitsstunden auf sein, wieder auf den Genuß dieser Fette, des amerikanischen aber absolut unannehmbar ist, seine Zustimmung zu versagen." gewendet und empfing dafür 752,75 M. Von dieser Summe Schmalzes und dergleichen zurückzugreifen, wenn die Margarine Mit einstimmiger Annahme dieser Resolution endete die Ver wie es die Agrarier am liebsten sähen gingen ab für Auslagen 33,75 M., für Abnutzung der Nähganz vom Markte sammlung, die bis zum Schluß gegen 1/21 Uhr fast voll maschine 24 M., Miethsantheil für die Werkstätte 96 M. und verdrängt oder durch Färbung den Leuten verefelt würde. Wer zählig beisammen geblieben war. für Feuerung und Licht 72 M., zusammen 225,75 M., es ver früher amerikanisches Schmalz genossen hätte, könne doch nicht jetzt blieb also nur ein Jahresverdienst von 527 M. oder 18 Pf. Naturbutter kaufen. Die Agrarier wären gerade am wenigsten Der Verein der graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen pro Stunde. Hätte aber ein Gefelle diese Arbeiten ausgeführt, darauf bedacht, daß das Volk zahlungsfähiger wird. Angesichts Deutschlands( Filiale Berlin) hielt am 6. Februar im Englischen so hätte er ohne Abzug für Auslagen 493,75 M. oder 167/10 Pf. der schlechten Lohnverhältnisse der Arbeiter sei es ein Glück, daß Garten eine außerordentliche Mitglieder- Versammlung für die pro Stunde erhalten. Es geht aus den Zahlen unzweideutig in der Margarine ein Erfaß für die Naturbutter erfunden wor- Anhänger der Arbeitslosen Unterstüßung ab. hervor, daß die Löhne sehr niedrig sind und durch die Zwischen den sei. Der Redner trat ferner dafür ein, daß dieselbe scharfe In der vorangegangenen Urabstimmung hatten sich 396 Mitmeister für den Gesellen noch mehr herabgedrückt werden. Kontrolle, die für die Margarinefabrikation verlangt wird, auch glieder für die Einführung der Arbeitslosen Unterstützung und auf die Herstellung der Naturbutter, wobei es nicht immer sehr 197 dagegen erklärt. Der von der Kommission ausgearbeitete fauber zuginge, ausgedehnt werden müsse, und plädirte für Entwurf eines Statuts für den neuen Unterstützungszweig wurde lebhafte Agitation gegen den Margarine- Gesetzentwurf. Lebhafter nun eingehend berathen und dann in allen Theilen angenommen. Beifall wurde dem Redner zu theil sowohl nach Echluß als auch Danach ist der wöchentliche Beitrag auf 15 Pf. und die wöchent während seines Vortrages, namentlich an den Stellen, wo er in liche Unterstüßung auf 6 M. bemessen. Mitglied der Kasse kann scharfen Worten die Unerfättlichkeit der Agrarier beleuchtete. Der nur werden, wer dem Verein angehört und Mitglied der hiesigen Borsitzende verlas hierauf einen Brief des Geheimen Rathes Bahlstelle ist. Innerhalb 26 Wochen kann 6 Wochen lang Spinola, worin sich dieser für eine Erleichterung der Unterstützung bezogen werden. Die Kontrolle der Kasse Margarinefabrikation ausspricht. Nunmehr nahm unser Genosse liegt einer Kommission ob, welche vierteljährlich Bericht zu ers Herbert, der als Mitglied der Margarinekommission des statten hat. In dieselbe wurden gewählt Rehfeld, Reichstages auf Einladung des Komitees erschienen war, Schöpfe, Kubig, Weykopf und Gaudig. Das Statut Wort. Er besprach die Kommissionsverhandlungen tritt am 1. April in fraft. bas erklärte, daß die Regierungsvorlage durch die Mit dem Vorgehen der Konfettions Arbeiter der Agrarier wesentlich verschlechtert sei. Die und Arbeiterinnen erklärte sich die Versammlung ein= Anträge zwar gegen diese An verstanden und versprach die Bewegung in jeder Weise Regierungsvertreter hätten sich träge gefiräubt, es sei aber zu befürchten, daß die verschlechterte zu unterstügen. Hierauf schilderte Sillier die eigenthümliche Vorlage dennoch angenommen werde, denn angesichts der gegen= wärtigen politischen Lage seien Regierung und Ronfervative so Agitation der Margarine Interessenten. J auf einander angewiesen, daß die Wünsche der letzteren der Hosbuchdruckerei von Adolf Engel feien von dem Theil Ju Stettin haben gegen 40 Arbeiter, der Firma Göhe wohl Aussicht auf Erfüllung hätten. Selbstverständs haber dieser Firma, Herrn Alfred Wulf, für den Margarine11. Niedermeyer die Arbeit eingestellt. Sie waren mit Lowryschieben beschäftigt, wobei sie, wie der Volksbote" mit- lich sei zu wünschen, daß jedermann gute Naturbutter fabrikanten Gießmann Zirtulare an die Arbeiter vertheilt fönne; taufen da das aber unter den heutigen worden, worin aufgefordert gewesen sei, die zum 6. Februar theilt, bisher stündlich 16 bis 25 Pf. verdienten. Sie sollten von jetzt ab die Lowry für 6 Pf. hinausschieben, was einem Arbeiterschutz im zürcherischen Wirthschaftswesen. In der abschließenden Behandlung des neuen Wirthschaftsgesetzes hat der Züricher Kantonsrath beschlossen. daß Mädchen unter 20 Jahren, die nicht zur Familie des Wirthes gehören, zur Bedienung der Gäste nicht verwendet werden dürfen und ebenso Knaben unter 16 Jahren, und daß das Gesetz keine Anwendung findet auf junge Leute, die bei seinem Inkrafttreten bereits ihre Stellen inne haben. Gewerkschaftliches. Die Berliner Gewerkschaftskommission hat soeben ihren Rechenschaftsbericht auf die Zeit von Juli 1895 bis Januar 1896 veröffentlicht. Der Bericht füllt eine stattliche Broschüre von 70 Seiten Druck. Da der Preis nur 20 Pf. beträgt, ist es jedermann möglich, sich in den Besitz der für die Kenntniß der Berliner Arbeiterbewegung überaus wichtigen Publikation zu setzen. Stundenlohn von 16 Pf. entspricht. und -UPO = Verhältnissen vielen leider nicht möglich wäre, müsse im Internach Keller in der Koppenstraße einberufene Protestversammlung esse dieser die Erschwerung der Margarinefabrikation verhindert gegen die Besteuerung der Margarine zu besuchen. Jedem werden. Der Redner fann bestätigen, daß durch die Einführung Arbeiter feien hierfür 3 Glas Bier, freie Die Dreher und Schloffer der Lübecker Maschinenbau der Margarine der Verbrauch schlechter Fette bedeutet zurück- Pferdebahnfahrt und 2 Margarine Stullen Gesellschaft sollten auf eine gewisse Zeit eine bestimmte Arbeit, gegangen ist, ohne daß der Naturbutter dadurch Konturrenz augesichert worden. Dasselbe Manöver fei in die bisher mit 1,20 m. bezahlt wurde, für 1 M. liefern. Sie gemacht worden wäre. Unter lebhaftem Beifall geißelte der Redner etwa 12 Fabriten gemacht worden. Redner protestirt wiesen das Begehren einmüthig zurück, was den Erfolg das Vorgehen der Agrarier und meinte, es siehe fest, daß von aufs entschiedenste gegen diese Machinationen. Wenn es auch nöthig hatte, daß die Fabrikleitung wieder den alten Akkordlohn be- Molkereien Margarine gekauft würde, um Naturbutter damit sei, Front zu machen gegen die Gelüfte der Agrarier, die bei willigte. zu vermischen. Hiergegen wurde von einem Herrn aus der ihrem Trachten, sich auf Kosten anderer die Taschen zu füllen, Bersammlung Widerspruch erhoben, der aber von mehreren nicht zurückschrecken, die nothwendigsten Lebensmittel des Seiten mit der Bemerkung: Ja wohl,"" das ist doch wahr!" arbeitenden Volkes zu vertheuern, so hätten doch die Arbeiter unterdrückt wurde. Herbert erklärte fich für eine nicht schitanöfe feine Ursache, zu gunsten einiger industrieller Kapitalisten sich zu Kontrolle der Margarinefabrikation, um Betrügereien zu ver- derartigen Manipulationen gebrauchen zu lassen. Von den Die Firma Grimme, Natalis u. Komp. in Braun schweig, bei der bekanntlich ein Streit ausgebrochen ist, hat einen Schleifer in Altenvörde unter der Angabe engagirt, daß er bei ihr ebenfalls 30 bis 38 m. verdienen" tönne. Dem 9 fozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstage sei in sehr treffender Weise gegen die Liebesgabe an die Agrarier Stellung genommen, diesem Protest möchten sich die Arbeiter an schließen, aber nicht die unlautere Agitation unterstützen, wie sie von den Margarine- Fabrikanten inszenirt wird. 1 " als bisher einzutreten. Ferner erklären die Versammelten, foweit| empfohlen. Allgemein vertrat man die Ansicht, daß in dies noch nicht geschehen ist, der hier am Drt bestehenden Ver- diesem Jahre von einer Lohnbewegung Abstand einigung der deutschen Maler u. s. w. beizutreten, da nur in der genommen werden müsse, da die Organisation noch zu schwach sei. Die Versammelten wurden noch aufStärke der Organisation die Macht liegt." Die von der Malerinnung an die Malergehilfen ergangene gefordert, zahlreich in der am 22. März stattfindenden öffentEine außerordentlich stark besuchte Versammlung der Einladung zur Theilnahme an dem 50jährigen Jubiläum der lichen Versammlung zu erscheinen, wo über das Thema gesprochen Maler und verw. Berufsgenossen, die von der Lohn Innung, wozu den Gehilfen fünf Einlaß- und Tischkarten werden soll: Der Bauschwindel in Berlin und die Sicherstellung zur Verfügung gestellt werden sollten, fand durch An- des Lohnes der Bauarbeiter. tommission Berlins und sämmtlicher Vororte einberufen war, nahme der nachstehenden Resolution, die der Innung zur Kennt- Der Streik der Tarameter- Droschkenkutscher fand seinen tagte am 5. Februar in Cohn's Festfälen, um den Bericht der niß gegeben werden soll, ihre Erledigung:„ Die Bersammlung offiziellen Abschluß in der öffentlichen Versammlung der Kommission über die bisherigen Verhandlungen mit beschließt, der von der Berliner Malerinnung ergangenen Einden Meistern entgegenzunehmen. in theilte folgendes ladung zum 50jährigen Jubiläum sc. nicht stattzugeben. Sie Droschkentutſcher, die am 6. d. M. bei Zubeil tagte. Die Streitfommission legte dort die Abrechnung vor. Diese wies eine Einmit: Am 4. Januar habe die erste Verhandlung mit der zu weist vielmehr eine derartige Einladung auf das entschiedenste nahme von 860,35 M. auf, welcher eine Ausgabe von 568,01 M. diesem Zwecke gewählten Lohnkommission der Berliner Malerinnung stattgefunden. Ein positives Resultat sei aber noch nicht zurück, da die gesammten Innungen der modernen Arbeiter( Darunter 512,75 M. für Unterstützung) gegenüber stand, so daß bewegung stets hindernd in den Weg treten, und die Berliner erreicht, da die Kommission der Innung gegen die Gehilfen- Maler es unter ihrer Würde halten, eine Deputation 3 foll den Grundstock für einen gewerkschaftlichen Fonds bilden. ein Ueberschuß in Höhe von 292,34 M. bleibt. Der Ueberschuß forderungen alle möglichen Einwendungen gemacht und besonders wählen, die an einem derartigen Fest theilnimmt, ganz Auf Antrag der Revisoren wurde die Streitkommission ein die Forderung des Minimallohnes bekämpft habe, mit der Begründung, durch die Bewilligung dieser Forderung abgesehen davon, daß dies Feſt in einem Lokale(„ Konkordia") stimmig entlastet. Die Versammlung hörte dann ein Referat des Reichstagsabg. 3 ubeil über die Frage, welche Schritte zu unterwürde die Strebsamkeit der Gehilfen unterbunden werden, stattfindet, das den Arbeitern nicht zur Verfügung steht." Hierauf gab int bekannt, daß die Arbeiter der Firma nehmen seien, um die Lage der Droschkentutscher zu verbessern. Redner Trotzdem ein Unterschied zwischen Maleru und Anstreichern ehling die Arbeit niedergelegt haben, diese Angelegenheit führte die Nothwendigkeit einer Kampfes- Organisation vor Augen in den Arbeitsverhältnissen fast garnicht mehr vorhanden sei, und empfahl fehr dringend, den bestehenden Verein Berliner hätten die Meister mit den Anstreichern nichts zu thun haben aber als erledigt zu betrachten ist, da die meisten Stellen bereits führte die Nothwendigkeit einer Kampfes- Organisation vor Augen wieder besetzt waren, bevor die Lohnkommission benachrichtigt wollen und seien erst dann in die Verhandlungen eingetreten, wurde. Dies war aber nur dadurch möglich, daß die Kom- wählen und durch regelmäßige Sammlungen einen Stampffonds Droschkenkutscher gründlich zu reorganisiren, Vertrauensleute zu der zu Kenntniß erhalten nur aus Malern zusammengesetzt ist. Wenn auch erfreulicher hatte. Redner ersucht, in Zukunft solche Verfäumnisse zu vermeiden. 84 fchaffen. Ein Schlafmüßen- Berein" könne den Kutschern weise in der Kommission der Innung die größten Firmen ver- Regerau fritisirte das Verhalten der Rirdorfer Polizei und Vereinsmitgliedern sehr energisch entgegengetreten, wobei es zu nichts nüßen. In der Diskussion wurde dem Referenten von treten wären, so fönne leider doch nur von Herrn Sobotta ge ersuchte den überwachenden Beamten, zu protokolliren, daß erst lebhaften Auseinandersetzungen kann. Die Versammlung wählte fagt werden, daß er den Forderungen gegenüber Entgegenkommen fürzlich in einer Filialversammlung der überwachende Beamte be- dann an stelle von Prüß das Mitglied Hermann Schulz in gezeigt habe. Der Obermeister der Rigdorfer Malerinnung habe die Einladung zu einer Verhandlung mit der Lohnkommission trunken war. Hierauf wurde Link zum Delegirten für die Gewerk die Gewerkschaftskommission. Dringend empfohlen wurde die abgelehnt, da ihm die Forderungen zu hoch erschienen. Die schafts- Kommission gewählt. Bisher waren die Maler in diefer nicht Wahl von Vertrauensleuten auf den Fuhrhöfen, die die SammCharlottenburger Malerinnung habe sich ebenfalls ge- vertreten. Mit einem braufenden Hoch auf die Malerbeivegung lungen zum Streiffonds energisch in die Hand nehmen sollen. weigert, in Verhandlungen einzutreten und das Schreiben der wurde dann die imposante Versammlung geschlossen. Der Fachverein der Tapezirer hielt am 28. Januar feine Kommission in ironischer Weise beantwortet. In der Vergolder Versammlung am Donnerstag wurde Generalversammlung ab. Der Besuch war gut. Genosse Litfin In der Diskussion über Link's Bericht, woran sich über die Arbeitsniederlegung der Versilberer der Fabrik sprach über Florian Geyer. Nach der Diskussion über den Weutter, Busch, Wenzel, Regerau, Nicolai von Scholz, Lottumstraße, verhandelt. Dieser Streit hat darin interessanten Vortrag gab der Kassirer seinen Bericht; danach ist und andere Redner betheiligten, wurde das Verhalten der seine Ursache, daß Herr Scholz, der seit dem letzten General- ein Kassenbestand von 73 M. zu verzeichnen. Mit Bedauern Meister einer scharfen Kritik unterzogen. Allgemein kam die streik für die billige Arbeit schon Mädchen beschäftigte, noch vier nahm die Versammlung Kenntniß davon, daß wegen eines früheren Meinung zum Ausdruck, daß die Junung die Verhandlungen vers Lehrmädchen eingestellt hat und daß er das Verlangen der Ver- Mitglieds namens Frommler 50 m. Nechtsanwaltskosten zu bezahlen zögern wolle, um die Bewegung zu verschleppen. Absichtlich silberer ablehnte, diese Mädchen wieder zu entlassen. Zwei An- sind und es dieser Kollege nicht mehr der Mühe werth hält, sich im schienen auch von den Meistern verschiedene Gerüchte unter den gestellte der Firma, Herr Böhm und Herr Posnanski, Verein sehen zu lassen. Der Kassirer stellte dann fest, daß im Gehilfen verbreitet zu werden, um die Bewegung einzuschläfern. fuchten das Verhalten ihres Chefs zu rechtfertigen, die Ver- letzten Quartal 36 Kollegen und im Monat Januar beinahe Von einigen Rednern wurde den Rixdorfer Kollegen der Vor- fammlung nahm aber einstimmig eine Resolution an, worin der ebenso viele sich als neue Mitglieder aufnehmen ließen. Bewurf gemacht, daß sie eigenmächtig, ohne Hinzuziehung der Lohn- Streit für berechtigt erklärt und die Agitations Kom- schlossen wurde 1. Marken zu verkaufen und den Erlös daraus tommission, Versammlungen einberufen hätten und mit den Meistern mission beauftragt wird, für die nöthige Unterstüßung zur besseren Ausstattung der Tapezirer- Beitung" zu verwenden; in Verhandlungen eingetreten feien. Regerau erklärte jedoch, daß der Ausständigen zu forgen. Nach heftiger Debatte 2. am 1. Osterfeiertag ein Vergnügen bei Brochnow, Sebastianman damit die Komission in ihren Arbeiten nur unterstützen wollte wurde weiter befchloffen, daß die übrigen bei der Firma Scholzstraße 39, abzuhalten. Die nächste Versammlung wird einen und auch die Verhältnisse in Rigdorf das Verhalten der Be- beschäftigten Arbeiter, wie Farbigmacher und Firnisser, sich mit hörden das abweichende Berfahren nothwendig gemacht den Bersilberern solidarisch zu erklären und ebenfalls die Arbeit großen Dekorationsvortrag bieten. hätten. Link theilte dann mit, daß die Kollegen vor Maß- niederzulegen hätten. Der zweite Punkt der Tagesordnung, der Pankow. Der Arbeiterverein für Pankow und regelungen feine Furcht zu haben brauchten, da der Lohn- die Zwischenmeister betraf, wurde wegen vorgerückter Beit bis umgegend hielt am 22. Januar seine Hauptversamm kommission die nothwendige Unterstützung bereits zugesagt zur nächsten Versammlung vertagt. In Beziehung auf die Be- lung ab. Nach dem Bericht des Vorstandes zählt der Verein worden sei. Hierauf wurde folgende Resolution mit dem Zufaß wegung im Konfettionsgewerbe faßte die Versammlung 164 Mitglieder, von denen aber leider 94 schon seit langer Zeit antrag von entfer, der befagt, daß wenn innerhalb acht einstimmig eine Resolution, worin sie den betheiligten Schneidern mit ihren Beiträgen restiren, so daß der Vorstand sich genöthigt Tagen eine Verhandlung mit den Meistern nicht stattfindet, die und Schneiderinnen zc. ihre vollste und wärmste Sym- fehen wird, diese Mitglieder zu streichen und abzumelden. Unter Berhandlungen mit denselben abzubrechen und eine öffentliche pathie ausdrückt und sich verpflichtet, sie nach Möglich solchen Umständen sind denn auch die Verhältnisse der Kasse nicht Versammlung einberufen werden soll, angenommen: teit thatträftig zu unterstützen. so gut, wie sie sein könnten; die Kasse hatte nach dem Bericht Die heute in Cohn's Festfälen tagende öffentliche Berfammdes Kassirers im verflossenen Halbjahr nur eine Einnahme von lung der Maler und verwandier Berufsgenossen erklärt sich mit Die Rohrleger und Gehilfen tagten am Mittwoch Abend 119,05., die Ausgaben betrugen 87,90 M., es blieb also ein dem Verhalten der Lohnkommission bezüglich der Verhandlungen bei Bolz, Alte Jakobstraße. Die Versammlung war sehr schwach Bestand von 31,15 M. In der Besprechung der Angelegenheit mit der Meisterkommission einverstanden. In Erwägung, daß besucht. Reichstags Abgeordneter Bueb aus Mülhausen hielt wurde von mehreren Rednern bedauernd hervorgehoben, daß es die wirthschaftliche Lage der im Malergewerbe beschäftigten Per- einen Vortrag, worin er ausführte, daß die allgemeine wirth. im letzten Halbjahr sehr an der nöthigen Rührigkeit gefehlt hat. fonen eine tieftraurige ist, dieselbe aber nur durch die Bariation schaftliche Nothlage durch die einzelnen Gewerkschaften nicht be- Die vom Verein eingerichteten Lese- Abende sind so schwach der Lohnstala hat playgreifen können, jetzt aber in ein Stadium feitigt, sondern nur zeitweise gemildert werden könne. Den besucht gewesen, daß sie zu Den besucht gewesen, daß sie zu Stat- Abenden herabsanken. getreten ist, das jeder Beschreibung spottet; in weiterer Er- Weg zur allgemeinen Beseitigung der Nothlage zeige die Sozial- Gin ebenso trauriges Bild bot der Bericht des Bibliothekars. wägung, daß sich im nächsten Frühjahr eine gute Konjunktur er- demokratie; er bestehe in der Eroberung der politischen Macht Der Bücherwechsel an den Lese- Abenden war sehr wenig rege. geben wird, wie sie schon seit Jahren nicht mehr da war, und und diese werde errungen durch allgemeine Voltsaufklärung, Dem Kassirer wurde Entlastung ertheilt. Aus der Wahl des von der ferneren Erwägung ausgehend, daß die Lage nur eingehendes Studium der wirthschaftlichen und politischen Ver- Vorstandes und der Vereinsbeamten gingen hervor Krause als dann gehoben werden kann, wenn ein einheitlicher Lohusatz für hältnisse und umfassende Organisation des arbeitenden Voltes. erster und Hirschmeyer als zweiter Borsigender, Braun alle im Malergewerbe beschäftigten Personen, nach unten ge- An diesem Werke müsse jeder einzelne mitarbeiten.( Beifall.) als Schriftführer, Mai bauer als Rassirer; als nicht zum zogen, besteht, beschließt die Versammlung, den von der In der Diskussion forderte Rarpentiel auf, reger zu agi Borstand gehörend die Genossen: Heinrich Hoffmann, Lohnkommission ausgearbeiteten Lohntarif, unter allen Umständen, tiren, damit die günstigere Konjunktur nicht ganz ungenügt Hilfskaffirer, Bilz, Bibliothekar, Griffel, Hilfsbibliothekar, namentlich aber die Forderung des Minimallohnes und der vorübergehe. Ficius, Zoltsdorf u. a. äußerten sich in Zutas, Kummert und Schockel, Revisoren. Der Leseneunstündigen Arbeitszeit mit allen zu Gebote stehenden geseh- ähnlichem Sinne. Beim Punkt Verschiedenes" wurde der aus- Abend wurde auf jeden Dienstag nach dem 1. und 15. jeden lichen Mitteln zur Durchführung zu bringen. Die Versammelten liegende Fragebogen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Monats verlegt. Der Gemeindevertreter Genosse Bilz erflären zunächst, für die Sammlungen zum Streitfonds energischer Rohrleger diskutirt und den Kollegen dringend zur Ausfüllung theilte noch mit, daß er aus gelooft ist. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 8. Februar. Opernhaus. Der Evangelimann. Phantasten im Bremer Rathsteller. Schauspielhaus. Die franke Zeit. Deutsches Theater. Die Mütter. Leffing- Theater. Comtesse Guckerl. Berliner Theater. König Heinrich. Neues Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Theater Unter den Linden. Die schöne Helena. Schiller- Theater. Romeo und Julia. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Central- Theater. Eine tolle Nacht. | = Schiller- Theater. Alexanderplatz- Theater. Belle- Alliance- Theater. Anfang 8 Uhr: Zum 111. Sonnabend, abends 8 Uhr: Romeo Nur noch 20 Aufführungen und Julia. Belle- Alliancestraße 7/8. Sonntag, nachm. 8 Uhr: Der wider. Die kleinen Lämmer. morgen, Sonntag, den 9. Februar, nachmittage 2½ Uhr: fpenftigen Bähmung. Abends Baudeville in 2 Akten von 2. Varney. 8 Uhr: Onkel Bräng. Borher: Pitts. Adolph Ernst- Theater. Operette in 1 ft. Text von Fritz Otto. Auf vielseitiges Verlangen: Neu einstudirt: Charley's Tante. Schwant in 3 Atten von Thomas Brandon. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang u. Tanz in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 712 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Walhalla- Theater Eine Stunde im Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Oranienstr. 52( bicht am Morißplay). Alexanderplat- Theater. Pitts. Hierauf: Die kleinen Lämmer. National- Theater. Conradin, der lehte Hohenstaufe. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshallen- Theater. Spezialitäten Vorstellung. Zukunftsstaat. Vorher: Kneipp in Berlin. Leßte Aufführung im WalhallaTheater am 9. Februar. Die aus gegebenen Vorzugsbillets haben nur noch bis zu diesem Tage Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. Sonntags 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. National- Theater. Apollo- Theater Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Herrn Hans Preger vom Stadttheater zu Mainz. Konradin, der lezte Hohenstaufe. Tragödie in 5 Aften von Moritz Gutmann. Regie: Fritz Schäfer. Nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Ulorgen: Die Waise von Lowood. Nachm. 3 Uhr: Der Freischütz. Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Die tolle Nacht. Romische Pantomime, dargestellt von der berühmten Phoites- Troupe. Auftreten von Eugenie Fougère und 30 Kunstkräften I. Ranges. Rasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Musik von Hans Loewenfeld. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Zum 155. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gefang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Passage- Panopticum. Täglich um 5% und 8 Uhr: Affentheater und Circus. 30 Affen, 30 Hunde, 12 Pferde, Esel, Ziegen, Schweine, Hasen Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Grünau. G. Lindenhayn, Gastwirth, hält seine Lokalitäten best. empfohlen. Ein Volksfeind. Von Henrik Ibsen. Beginn der Verloosung 2½ Uhr. E 0000000000 Keller's Festsäle Koppen- Strasse 29. Nächsten Dienstag, den 11. Februar 1896, abends 8½ Uhr: 6. Abonnements- Konzert: 285/5 der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker. Orchester: 50 vorzügl. Musiker. Dirigent: G. Grass. In anbetracht des hohen Kunstgenusses, wel cher hier dem Unbemittelten geboten wird, da wir nur Schöpfung en unserer größten Tonmeister wie im Konzerthaus" und der Philharmonie" zu Gehör bringen, sehen wir einer möglichst noch zahlreicher en Betheiligung als früher entgegen, was uns zu reger Thätigkeit auf dem betretenen Weg anspornen und in die Lage versehen wird, immer Vollkommneres zu bieten, was dem Arbeiter Gelegenheit zur Bildung seines Kunstverständnisses auf musikalischem Gebiet bedeuten solle. Das Abonnement beträgt für alle 5 Konzerte( 6-10) 1 M., und kann das Billet beliebig als Familienbillet bis 5 Personen benutzt werden. Die alten Abonnementsbillets von früher behalten Giltigkeit und find in allen mit Plakaten belegten Geschäften, sowie an der Abendkasse zu haben. 63/11 Einzelkonzerte 25 Pf. pro Person, und sind derartige Billets, beliebig zu einem Konzert verwendbar, im Vorverkauf und an der Abendkasse zu haben. Programme à 5 Pf. an der Abendkasse. Schluß des Konzerts 11/2 Uhr. Nach den Konzerten: Das Familien- Kränzchen. ( Herren 30 Pf. Nachzahlung.) Löwen- Weib. Allerseelen. !! Det Eden- Garten!! Marionetten Castan's H. Scheip's Bierlokal, Marfiliusstr. 11, nahe d. Blumenstr, Weiß- und Bairisch- Bierlokal. Verfehrslokal aller Sachsen. Gemüthliches Beifammensein des Sonnabends und 43012* Sonntags. Paster's Fetsäle Neue Königstr. 7. Mein Saal mit Nebenräumen noch Panopticum. einige Sonnabende zu vergeben.[ 4269L* Concerthaus Sanssouci Rottbuserstraße 4a. Heute, sowie Jeden Sonntag n. Donnerstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang Uhr.- Entree 50 Pf. Heute: Wundervolles Sonntags- Programm. Morgen, Montag: Soirée in d. Victoria- Brauerei. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Elite Programm! Dienstag: Böhmisches Brauhaus. Mittwoch: Moabiter Stadt- Theater. Kaiser- Panorama ( Passage). Diese Woche: Zum ersten Male: Frankreich. Reise von Havre bis Treport. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Tausende Abonnenten. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Das folossale Februar- Programm! Für Berlin durchweg neue Spezialitäten! Mss. Martha. Mr. Frankloff. Mr. Arve. Gebr. Francs. Familie Schenk. Lotti Romanowitsch. Harlow Trio. Rembrand u. Cläri. Marvelli- Truppe. Robin u. Berat. Kolter Talaschuss, 5 Personen auf dem Thurmseil. Ein 3 und 6 jähriges Mädchen als Thurmfeilläufer. Die tolle Jugend. Urtomische Pantomime von der Gesellschaft Theo. { Sonntags 6 Uhr. Anfang Wochentags 7/2 Uhr. Entree 30 Pf. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Täglich Grosse Vorstellung. Vollständig neues Programm. Signorina Cati. Alfredo Rese. Lotte Siger. Käthchen Möller. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Res. 50 f. R.Winkler. Der geheimnisvolle Fremde! Der Riesenbrustlastenmensch hat Aufsehen gemacht! Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Colonaden. Geradezu Sensation hat der beste aller Humoristen Gentes gemacht!! Theowin's Schönheits- Gallerie. Das neue lustige Progamm Im Zoologischen Garten eine Pantomime wie sie sein soll. Neuer Circus. Circus Busch( Bahnhof Börse), Sonnabend, den 8. Februar: Abends 71/2 Uhr: Elite- Gala- Vorstellung. 3fchens, das Waldmädchen. Elektrisches Ballet. Außerdem: Ein equestr. Arrangement von 100 Hengsten, dressirt und vorgeführt v. Dir. Busch. Elite- Dressurnummer d. Circus Thatsächlich Busch. E 100 Hengste in der Manège. Frau Dir. Busch als Schulreiterin a. Thucydides, trakehner Hengst, von Thebaner a. d. Thusnelde. Conver sano II, echt Lipizaner Schimmelhengit, dress. u. ger. v. Hrn. Foottit- Burghardt. Die unvergleichliche Drahtseil tünstlerin Mme. Maria Doré. Auftreten der beliebtesten Clowns. Sonntag: 2 Borstellungen. Nachm. 4 Uhr( ermässigte Preise und 1 Kind unter 10 Jahren frei): Ein Winternachtstraum. Abends 7/2 Uhr: 3fdens. Berlin, Jan 27/196 Rec.N 1057. Wündlich 5 Eßlöffel zu nehmen. Berliner Volks- Apotheke Veteranenstr.24 M.1,25. CarlM Ben Halb und Halb Ueberall zu haben! Mampe mit Pomeranzen feinste Likörmischung gan haben Carl Mampe Berlin N. Veteranens Zentr.- Kranken- u. Begräbnißtaffed. Sattlern.Berufsg. Deutschlands ,, Soffnung". E. H. 64. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied, der Sattler August Prillwitz am 4. Februar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhause Urban aus nach dem Heiligen Kreuz- Kirchhof statt. Um rege Betheiligung ersucht 160/3 Die Ortsverwaltung. Holzarbeiter Verband = Rixdorf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges, treues Mitglied, der Tischler an Otto Jäger # ber Proletarier Krankheit vers schieden ist. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 34 Uhr vom Trauerhause, Richardstr. 45, aus statt. Sammelpunkt bei Frike, Richardstraße 48. 81/6 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Allen Genossen und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann und Vater, der Maurer Gottlieb Baack am 6. d. M. der Proletarierkrankheit erlegen ist. Die Beerdigung findet Sonntag Nachm. 8 Uhr von Brunnenstraße 99 aus nach dem Elisabethkirch2582b hof statt. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Theilnahme und die Kranzspenden am Grabe unferes lieben Sohnes Julius Scherwis fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere der Firma Schülke, Brandhold u. Co. unsern tiefgefühlten Dank. 25896 Die trauernde Familie Scherwitz. Musikunterricht- Konservat. Boeckhstr. 5. Unbemittelten Kindern Musikunterricht. 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A.: Otto Meyer, Strelitzerstr. 28. 222 der Mäntelnäherinnen, Bügler, Zuschneider, Stepper, Stepperinnen, KinderkonfektionsNäherinnen, Herrenkonfektions- Schneider und-Näherinnen, sowie Schneider und Näherinnen Achtung, Holzarbeiter! onfektions- Industrie am Montag, den 10. Februar, abends 8 Uhr. Sonntag, den 9. Febrnar, vormittags 10 Uhr: Für Centrum: im Saale der Brauerei„ Friedrichshain", Für den Nord- Osten: Große öffentliche Versammlung sür den Osten: am Königsthor: Tages Ordnung: 1. Unsere Lohubewegung. Referent: Th. Glocke. Für den Süd- Osten: Für den Westen: 2. Diskussion. Kollegen, die wichtige Tagesordnung macht es jedem Holzarbeiter zur Pflicht, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. 81/4 Große öffentliche Versammlung der Steinseher u. Berufsgenossen Berlins und Umgebung mit Frauen am Sonntag, den 9. Februar, Nachmittags 4 Uhr, bei Buske( früher Seefeldt), Grenadierstr. 33. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Friedeberg über eine im Monat Februar zu veranstaltende Statistik über die Lebenshaltung der Bauarbeiter. 2. Diskussion. 3. Die Lohnbewegung der Konfettionsarbeiter u. Arbeiterinnen. 4. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Keine Tellersammlung! Tanz frei! 174/3 Für den Norden: Für Wedding- Gefund brunnen: Für Moabit: Für Rixdorf: Englischer Garten, Alexanderstraße 27c. ( Paster's Gesellschaftshaus, Neue Königfrake 7, in der Nähe des Königsthores. Brauerei Friedrichshain, am Königsthor. Nieft's Festsäle, Weberstraße 17. ( Konzerthaus Sanssouci, Kottbusevffvahe 4a. Rautenberg's Festsäle, Oranienftr. 180 und Vereinshaus ,, Südost", Waldemarttv. 75. Königshof( großer Saal), Bülowfrake 37. ( Berliner Prater, Raffanien- Allee 7. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 35 und Gründel's Festsäle, Brunnenstraße 188, in der Nähe des Rosenthaler Thores. Kösliner Hof, Köslinerffraße 8. Ahrens' Brauerei, Stromstraße 11-16. Viktoria- Säle, Hermannstraße 48-50. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Wie haben sich die Großkonfektionäre zu unseren Forderungen gestellt? 2. Diskussion und Beschlußfassung darüber. Die Referenten werden in den Versammlungen bekannt gemacht. Kollegen und Kolleginnen, diese Versammlungen werden von entscheidender Wichtigkeit sein, konfektionäre wird sich ergeben, was weiter geschehen soll. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter sin daher Pflicht aller Betheiligten, zahlreich zu erscheinen. Aus der Stellung der GroßBerlins und Umgegend. Sonntag, den 9. Februar, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Bergner, Annenstraße 16: 164/12 Die Agitations- Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins, Im Auftrage: J. Timm, Vertrauensmann. Branchen- Verſammlung der Rohrleger Achtung! Zimmerer Achtung! Tagesorbung: 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann über: Glaube und Vernunft. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. VerbandsAngelegenheiten und Verschiedenes. Bur Beachtung! Wir sind gezwungen, die Versammlung pünktlich zu Berlins und der Vororte. eröffnen, es ist daher Pflicht jedes einzelnen, rechtzeitig zu erscheinen. Sonntag, den 9. Februar, vorm. 10 Uhr, im Feen- Palast, Burgstraße 22: Nichtmitglieder als Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 122| 1 Achtung! Metallarbeiter Charlottenburgs! Große öffentliche Versammlung Sonntag, den 9. Februar, vormittags 101/2 Uhr, im Lokale„ Bismarckshöhe", Wilmersdorferstraße 39: Große öffentliche Metallarbeiter Versammlung. Tages Ordnung: sämmtlicher Berliner Zimmerer sowie der Zimmerer der Vororte. Tages- Ordnung: 1. Sind wir gewillt, vom Montag, den 10. Februar ab eine Forderung an unsere Arbeitgeber zu stellen? 2. Abrechnung der Sammellisten vom vorigen Jahre. Zu dieser Versammlung sind sämmtliche Poliere eingeladen. Der GesellenAusschuß des Bundes der Bau-, Maurer- und Zimmermeister ist brieflich eingeladen. Die Lohnkommission der Berliner Zimmerlente.. Der gegenwärtige Stand der Metallindustrie und die Organifation der Metallarbeiter. Referent: Kollege H. Rohrlack- Berlin. Das Erscheinen aller Metallarbeiter ist unbedingt nöthig. Die Kollegen der Firmen: G. Ubrig& Co., Ludwig Löwe& Co., Siemens& Halske, Freund& Co., Döring& Rückert, Anhaltische Maschinen- 257/15 fabrik, Borsig, David Grove, sowie die Feilenhauer von Schaaf, Neuenwiese, Schaaf, Salzufer und Henkels, Charlottenburger Ufer, werden ganz besonders gebeten, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 120/9 J. A.: Theodor Fischer, Danzigerstraße 83. Große öffentliche Versammlung Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. der Hutarbeiter und Hutarbeiterinnen Montag, den 10. Februar 1896, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn Helfer, Oranienstraße Nr. 51. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: Was ist Bildung? 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegenheiten. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Die Kollegen werden ersucht, in der Versammlung mit den Weihnachtsfest- Billets abzurechnen. 143 12 88/3 Sonntag, den 9. Februar, vormittags 10 Uhr, im Schweizer- Garten, am Königsthor. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zu der Maßregelung und Differenz in der Fabrik Baruch und ihre Folgen. Die Schließung der übrigen Wollhutfabriken. 2. Besprechung der haltlosen Zustände in den Wollhutfabriken. Die Herren Wollfilzhut- Fabrikanten werden zu dieser Versammlung eingeladen. Der Einberufer. Berband der in Buchbindereien, Kranken- und Begräbniskaffe der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. der Seifensieder u. Berufsgen. Arbeiter und Arbeiterinnen. Branchen- Versammlungen am Montag, den 10. Februar, abends 82 Uhr. 1.Buchbinder in Boly' Fettsälen, Alte Jakobflraße Nr. 75. Tagesordnung: 1. Thätigkeitsbericht des Vertrauensmannes. 2. Neuwahl der Vertrauenspersonen. 3. Mißstände und Ueberschreitungen der GewerbeOrdnung im Buchbindergewerbe. Referentin: Frau Greifenberg.. E. H. Nr. 17 zu Berlin. vormittags 10 Uhr, im Reſtaurant Sonntag, ben 16. Februar 1896, Wollschläger, Blumenstr. 78: Ordentliche General- Versammlung. # Tages Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Borstandswahl. 3. Verschiedenes. Nur Quittungsbuch legitimirt. 2578b Der Vorstand. Verband der Möbelpolirer. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß die Versammlung im Norden ausfällt, weil Zwei öffentliche Versammlungen stattfinden und zwar morgen, Sonntag Vormittag, bei Henke, Naunynstraße 27, und Montag, 10. Februar, abends, Badür. 12( siehe Inserat Freitag). Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, speziell die von der Nähmaschinen- Branche, weil in Werkstätten Differenzen auszubrechen drohen. Der Vorstand. 147/2 Su biefer Berfemmfang find befender ble Kollegen und Rotopinnen von Zentral- Kranken- u. Eterbelaffe Metallarbeiter! Zu die Kolleginnen Baumbach u. Co., Alexandrinenstraße, E. Schmidt, Lindenstraße, Maurer und Dimmick, Elisabeth- Ufer, eingeladen. 2515 2. Leder- und Galanterie- Arbeiter im Lokale des Herrn Bergner, Annenstraße 16. Tagesordnung: 1. Jahresbebericht. 2. Wahl eines Vertrauesmannes. 3. Verschiedenes. 3. Kartonarbeiter und Arbeiterinnen im Lokale des Herrn Wilke, Andreasstraße 26. Zagesordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann über:„ Glaube und Bernunft." 2. Wahl eines Bertrauensmannes. 3. Gewerkschaftliches. Um recht regen Besuch bittet der Tischler u. Filiale Berlin E.( E. H.-R. Nr. 3.) Sonntag, den 9. Februar 1896. vormittags 10 Uhr, in der„ Tonhalle", Basewalkerstr. 3: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. F. Gisevius über Werth und Nußen der Homöopathie". 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1895. 3. Kaffenangelegenheiten. 183/5 Die Ortsverwaltung. üle mentgeltl. Alexanderstr. 27c. zu Festlichkeiten u. Versamml. Montag, 10. Februar, abends 5 Uhr, in„ Königshof", Bülowstraße 37: Oeffentl. Versammlung. Zages Ordnung: Wie behandeln die Metallindustriellen ihre" Arbeiter? Referent Otto Näther. 3u diefer Versammlung sind speziell eingeladen die Kollegen der Aktiengesellschaft Mix& Genest, Bülowstr. 67 und der Firma Görz, Schöneberg. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 117/81 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anklamerstraße 44. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Vading in Berlin,