BERLIN Dienstag 16. M 1929 10 Pf. Nr. 328 B 163 46. Jahrgang. «eschetit«»glich«»ßerS«»»t«,L Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben Sü Pf. pro Woche,»,eoM. pro Monat. Sledaktio» und Lrpedition-, Berlin SWöS.kindenßr.S Sfiniaitigaße xlei»• zeigenprei«! Die einspaltige NonpareillezeN« Pf.. Reklamezeil« ü M. Ermäßigungen nach Tarif. stscheckkont«: Vorwütts-Derlag G. m. b.H� Berlin Nr.»7SZS. Zernsprecher: Dönhoff 292 bis isn Amerika als Schiedsrichter? Moskauer Kriedensvorfchläge für den Kernen Osten. London, 16. Juli.(Eigenbericht.) Die amerikanische Presse meldet aus Moskau, daß Litwinow für den Fall einer negativen Antwort der chinesischen Regierung auf die russische Note die Absicht habe. Amerika um eiuen Schiedsspruch iu dem russtsch-chinefischen Streit über die ostchiuefische Eisen» bahn zu bitten. Angeblich beabsichtigt sich Litwinow bei diesem Schritt darauf zu stützen, daß die Regierung der Vereinigte« Staate» Rußland seinerzeit eingeladen habe, den Kellogg-Pakt zu unterzeichne». Die amerikanische Presse weiß serner zu berichten, daß die Note an China zu einem heftigen ttouflikt zwischen Litwinow und K a r a ch a n geführt hat. Litwinow soll der Ausfasiung fei», daß Rußland durch de» Kellogg.Pakt gebunden sei und das dreitägige Ultimatum an China daher eine» Bluff bedeute. Moskau wünscht Konferenz. Nuhiges Abwarfen der Sowjetregierung proklamiert. Moskau, 16. Juli. Die Loge wird>ehl bereits ruhiger angesehen. Man rechnet nai einem Einlenken Chinas, wodurch die Grundlage für Der- Handlungen gegeben wäre. Die Kundgebungen gegen China gehen aber weiter. Die Blätter verössenliichen zahlreiche Eut- ichließungen von Arbeiterorganisationen, die gegen die„räube- rischen Gewalttaten" der Ehinesen in Eharbin protestieren. Die offiziöse„Zsrvestija" konstatieren den Ernst der Lage, betonen aber. daß die Sowjetreglerung sich auch jehl nicht von ihrer berechtigten Empörung leiten lasse, sondern von echter Friedensliebe, und daher hofsen dürfe, daß die vorgeschlagene Konserenz zvstaude kommt. Japan bleibt neutral. London, 16. Juli.(Eigenbericht.) Der japanischen Regierung ist bisher über das russische Ulti- matum an China eine offizielle Mitteilung noch nicht zugegangen. Das japanische Kabinett hat sich deshalb mit der Angelegenheit noch nicht befaßt. Offiziös wird jedoch mitgeteilt, daß die maßgebenden Kreise Japans die politische Entwicklung in der Mandschurei mit äußerster Sorge betrachten und Japan im Falle einer bewaffneten Auseinandersetzung sich streng neutral verhallen werde. Zwischen Krieg und Frieden. London, 16. Juli. In Peking sind Berichte eingegangen, wonach russische Friedensunterhändler im Flugzeug aus Moskau in Jrtutst in Sibirien eingetroffen sind. Es wird versichert, daß sie sich in Bereitschaft hallen für eine Konferenz mit Vertretern der chinesischen Regierung für den Fall, daß die Nankingregierung solche Verhandlungen wünschen sollte, um die in dem sowjetrusstschen Ultimatum angekündigten ernsten Folgen zu vermeiden. Sowohl in Nanking wie in der Mandschurei wird die Lage sehr z u o e r- sichtlich beurteilt. Marschall T s cha n g h s ü l ia n g befindet sich an der Küste auf Urlaub und zeigt keine Neigung, ihn abzubrechen. Bis zur Beantwortung der Note, deren Frist am Mittwoch abläuft, setzen die chinesischen Behörden alles daran, um ihre Kon- trolle über die chinesische Ostbahn durch Beselligung der Russen so vollständig wie möglich zu machen. Inzwischen sind sast sämtlich« russischen Staatsangehörigen entlassen worden. Die Nanking-Regierung glaubt offenbar, daß das sowjetrussische Ultimatum nur dazu bestimmt ist, die chinesische Regierung zu V e r- Handlungen zu zwingen. Die Lage der Sowjetregierung wird als nicht ausreichend gefestigt angesehen, um Moskau in die Lag« zu versetzen, die Kriegsdrohungen gegenüber China durchzu» führen. Trotzdem sind für alle Fälle ziemlich umfangreiche mill- tärische Gegenmaßnahmen in der Mandschurei getroffen worden. Sechs Panzerzüge verkehren auf der ch-nesischen Ostbahn zwischen Charbin und Mandschurija. „Massendemonstration" gegen China. Sin Bericht und die Totsachen. Di«„Rote Fahne" erzählt in ihrer Dienstag-Morgen- ausgäbe: „Gestern abend gegen MIO Uhr sammelten sich vor dem Hause de» Berliner chinesischen Konsulates in der Beuthstraße mehrer« hundert Arbeiter, die ihrer Empörung über die kriegerischen Vorbereitungen der chinesischen Regierung an der sowietrussischen Grenze und den feigen Uebersall der chinesischen Militaristen auf die sowjetrussischen Angestellten der ostchinesischen Eisenbahn durch laut« Ruf«:„Nieder mit den Nankinger Kriegshetzern! gStteto«it den Zlrbviterwörderu der Kuormlltang:",«Schützt„od Qenefungsheim„Sieberhübet' in Oberfchreiberhau erriehlel für die SSetriebskrankenhaffe der Sladl SSerlin di\rrh Jlrchilcki Alberl QoUheiner, trird dieser Vage eröffnet verteidigt die Sowjetunion!" Ausdruck gaben. Ununterbrochen er- hielten die Demonstranten Verstärkung, und es kam zu einer wuchtigen Demonstration. Aus den Reihen der Masten flogen Stein« gegen die Fenster des chinesischen Konsulates, die sämt- lich in Trümmer gingen. Bei Eintreffen der Schupo-Uebersall- kommandos war die wirkungsvolle Demonstration bereits b e- endet." Die Fenster im Nebenhause zertrümmert. Tatsächlich spielt« sich der Vorgang folgendermaßen ab: Am Montag abend kamen drei oder vier üble Ge- stalten in russischer Tracht in die Nähe des chinesischen Konsulates und warfen zwei Fensterscheiben in Trümmer, aller- dings nicht die des Konsulates, sondern des Nebenhauses, das sie mit dem Konsulat verwechselten. Cell heute morgen steht ein Schupodoppelposten vor dem Kon- sulat, um rechtzeitig einzugreifen. Die Herrschaften im Karl-Liebknecht-Haus werden von Maskau besoldet. So müssen sie von Zeit zu Zell ihre Leistungsfähigkeit beweisen. Können sie nicht mit wuchtigen Demonstrationen und empörten Massenleidenschasten in der Wirklichkeit aufwarten, so werden eben �lhantasieprodukte serviert. Das wird ihnen in Mos- kau durchaus nicht übel genommen: haben sie doch auch damit ihr« Brauchbarkeit und Tüchtigkeit wenigstens im Schwindeln erwiesen. Roifroniüberfall auf Reichsbanner. Zwei Neichsbannerkameraden verletzt. Ein seiger kommunistischer Uebersall wurde In der vergangenen Nacht aus einen kleinen Trupp Reichs- bannerkameraden im Osten Berlin» verübt. Ein Reichsbannermann erhielt einen Messerstich, der andere wurde durch hiebe mit einem Schlagring übel zugerichtet. In allen Gegenden waren in der vergangenen Nacht k o m m u- nistisch« Haufen, sogenannt«„Schmierkolonnen" eifrig dabei, die Bürgersteige mit allerlei unsinnigem Zeug zu bemalen. An oer Ecke Petersburger und Mattern st rohe waren es gleich 30 Rotfrontleute, die mit Maltopf und Pinsel für Sowjctrußlaird gegen China„Stimmung" machten. Man braucht eben mal wieder eine Abwechslung, und so ist der chinesstch-russische Kon- flikt für die Berliner Kommunisten«in willkommenes Fressen. Als die Moskaujllnglinge imnitten ihrer Arbeit waren, kamen mehrere Reichsbonnerleute des Weges, die sich nach einer Dersannn- lung auf dem Heimweg befanden. Sofort kanz e» zu einem Streit, bei dem von„Rolfront" mit den geistigen Waffen der KPD., mit Messern und Schlagringen, gekämpft wurde. Di« dreißig Mann fielen über die kleine Gruppe her, und erst als die Polizei herbeieilte, ließen die kommunistischen Helden von ihren Opfern ab. Unter Zurücklostung ihrer Befchmter- utensilien suchten die Rowdys das Weite. Die Verletzungen der Reichsbannerkameraden stellten sich glück- licherweif« als nicht gefährlich heraus und beide konnten in ihr« Wohnungen gebracht werden. (5o wird's gemacht! Die KpO. befielst alles, was sie braucht. Dar uns liegt ein m Schreibmaschinenschrist vervielfältigtes Rundschreiben folgenden Wortlauts: , Berlin, den 13. Juli 1929. Werter Genost«! Ich bitte Dich, sofort einen Brief zu schreiben, welcher an die französischen Arbeiter*) gerichtet wirb, in dem Du über die deutschen Zustände, politisch und wirtschaftlich, Wachsen des Faschismus, fozialdemotratrsch« Ver- räterei und die schweren Kämpfe der KPD. schreibst, sowie über die Notwendigkeit der Antikriegskampagn« gegen den imperialistischen Krieg und für die Verteidigung der Sowjetunion. Du mußt darin Bezug nehmen auf die gesteigerte Notwendigkeit der internationalen Verbindung der Arbeiterkorrespondenten. Ich bitte Dich, diesen Brief sofort zu schreiben, so daß er spätestens in einigen Tagen in unseren Händen ist. Dieser Brief wirb zwar für die„RF." verwertet, ist aber in der Hauptsach« für unsere Bruderzeitung gedacht. Er darf keinesfalls länger als 1 bis IM Seiten sein, nur einseUig, möglichst mll Tinte geschrieben und besonders ist zu beachten: Name des Betriebes, Belegfchasts- stärke, Dein Beruf müssen angegeben werden. Anstatt Namen schreibst Du Deine Nummer unter: Wir erwarten diesen Brief, auch wenn Du arbeitslos bist. Mll kameradschaftlichem Gruß AK.- und Betriebsredattion der„Roten Fahne". gez. Möller. *) Diese Zeil« ist beim Schreiben freigeblieben und die Worte: „französischen Arbeiter" handschriftlich eingefügt. Dos ist ganz praktisch, weil je nach Bedarf, die Adresse eingefügt werden kann, an die die Entrüstung geliefert werden soll. Reichskanzler an Delbrücks Witwe. Reichskanzler Hermann Müller hat aus Bad Mergentheim an die Wite des verstorbenen Historikers Hans Delbrück folgendes Telegramm gesandt:„Zu dem schweren Verlust, der Sie durch das Hinscheiden Ihres Gatten betrossen hat, spreche ich Ihnen und den Ihrigen zugleich im Namen der Reichsregierung meine aufrichtigste Anteilnahme aus. Hans Delbrücks Verdienste als Forscher sichern ihm ein bleibendes Andenken. Er starb mit 60 Jahren immer noch zu früh, weil er zu den Begnadeten gehörte, deren Arbeitskrall unerschöpflich schieu."
Gozialistenprozeß in Smyma. 35 Angeklagte in Lebensgefahr. Smyrna, Mitte Juli.(Eigenbericht.) Vom wolkenlosen, grellblouen Himmel brennt die Sonn« ebenso unfmrmherzig herab wie in Oberägypten. Di« Berge rund um die Bucht strahlen ein rötlich-gelbes Licht aus, daß einem die Augen weh tun. Ein stetiger Wind vom S'teere, das sich kobaltblau bis unmittelbar vor die Stadt erstreckt, wirbelt in den verbrannten Griechen- und llrmeniervierleln Riesensäulen von Staub und Schult auf und treibt sie wirbelnd über die Stadt. Wer nicht unbedingl muß, geht jetzt nicht aus. Die wohlhabenden Leute, die ander« für sich arbeiten lassen können, haben sich in die olioenhainumkränzten Villenoororte im Hinterland zurückgezogen. Die Exportsaison hat noch-micht begonnen, Stadt und Hafen sind wie ausgestorben. Ein ungewöhnlich reges Leben And Treiben herrscht nur rund um dos ehemalig« Lichtspieltheater„A l h a m b r a", in dem zurzeit gegen die vor«inigen Monaten verhafteten Sozialisten ver- handelt wird. Einem Derhandlungstag folgen immer mehrere Tage Pause. Der Prozeß dürfte sich deshalb, wie in der Türkei üblich. über Wochen und vielleicht über Monate hinschleppen. Oeffentliches Interesse findet er fast gar nicht, obwohl die„offizielle Presse"— eine andere kann in der Türkei nicht existieren— seit Monaten eine systematische Hetze gegen alles Sozialistisch« und Kommunistisch« betrieben hat. Aber das fremdländisch« und das türtische Bürgertum weiß, daß die Angeklagten nicht einen Auf- stand inszeniert, sondern nur sozial! st ische Gedanken ge- hegt haben. Es gibt schließlich ja auch in der Türkei genug Leute, die von dem temalistischen Regiment nicht gerade das Beste denken... Das Kino„Alhambra" ist von einer dichten Kette Gendarmerie, Polizei und Geheimpolizei gesichert: die Kontrolle ist scharf. Die 3Z Angeklagten sitzen auf mehreren Dänken dicht zusammen- gepfercht, umgeben von Gendarmen mit aufgepflanztem Bajonett. Wie Schwerverbrecher werden sie bewacht. Auf den Zuschauerbänken sitzen zahlreiche Vertreter türkischer Blätter und mehrere Presse- photographen. Es geht um Tod und Leben der Angeklagten. Die Angeklagten sollen nach den Behauptungen der Staats- amvaltjchaft eine geheim« Verbindung zum Swrz der türkischen Verfassung gegründet haben. Die Verbindung bestand in einem„Verein junger Männer", der cheoretisch« Broschüren verteilte oder oerteilen lieh und die Diskussion über den Sozialismus pflegte. Unentgelt- lich verteilt wurden z. B Broschüren mit den Titelm„Es lebe der 1. Mai!",„Was ist der Faschismus",„Der Kampf um das tägliche Brot",„Wie können wir die Arbeiter zusammenschließen?" usw. Einmal ist eine hektographierte Zeitung unter dem Titel „Roter Stern" hergestellt worden. Welch ein Verbrechen! Als den klarsten Leweis für die hochverräterische Tätigkeit der Angeklagten bezeichnet die Staatsanwaltschaft folgenden Schlußpasius eines Auf- rufesi„Genosse, wenn du dies gelesen hast, gib es weiter. Teil« deinen Kameraden auch mündlich mit, was du hier lieft. Tritt der Organisation bei!" Die Anklage gegen sämtlich«„Verbrecher" lautot aus Hochverrat: dieses verbrechen muß nach türkischem Recht mit dem Tode bestras« werden. Als Hauptangeklagter gilt ein Lehrer Achmed Kaja Lej, in dessen Wohnung verschiedene sozialistische Werke und Propaganda- schriften gefunden wurden. Achmed Kaja Bej wird außerdem bc- schuldigt, der Vorsitzend« des„Vereins junger Männer" gewesen zu sein.' Ein anderer„Hauptsührer" Lassa Ismail, soll selbst einige revolutionäre Aufruf« verssßt haben. In der Mehrzahl sind die Angeklagten kleine Handwerker. Angestellte und Arbeiter: einzeln« waren zurzeit ihrer Verhaftung seit Monaten arbeitslos. Eine Sonderstellung unter ihnen nimmt I k m e t Bej ein. Ihm wird nicht etwa die Teilnahme an der Geheimverbindung zur Last gelegt. Sein Verbrechen besteht darin, daß er sich ö s f e n t- lich zum Sozialismus bekannt hat. Das ist die Türkei von heute. Wer es wagt, freiheitliche An- schauungen zu vertreten, läuft Gefahr, hinter Schloß und Riegel gesetzt und zum Tode verurteilt zu werden. Vicht einmal über seine surchtbare Rotlage darf der Arbeiter sprechen, wo er es dennoch versuchen wollte, wird er zum Hochverräter gestempelt. Dieses Schicksal ist den ZZ Angeklagten im Smyrna-Prozeh zuteil geworden, und diese» Schicksal dürften sie mit dem Leben büßen, wenn nicht die z i o i l i s i« rt« W e l t aufschreit und sich gegen ein System wendet, dos seiner selbst willen UnrechtzuRecht stempelt. Aus Wien zurück! Die Heimkehr unserer Lugend. Konirollkommission wertlos. Diskussion in Frankreich begonnen. Paris, 16. Juli.(Eigenbericht.) Di« französische Rechtspresse zeigt sich heut« höchst entrüstet darüber, daß es Kriegsminister Painleve wagen tonnte, in einem, einem englischen Blatt gewährten Interview den Wert der von Frankreich immer noch hartnäckig geforderten Kon troll- k o m m i s s i o n in der entmilitarisierten Rbeinlandzon« zu b e- zweifeln. Namentlich Pertinax vom„Echo de Paris" wirft sich als Wortführer des patriotischen Zornes auf. Er erklärt es als unzuläßlich, daß Painleve die französische Position schwäche. Den ganzen Winter über habe der Quai d'Orsay an der Fertigstellung eines Projektes für diese Kontrollkommission gearbeitet und es sei ihm sogar gelungen, auch den englischen Außenminister Chamber- l a i n zur Ausarbeitung einer ähnlichen Denkschrift zu veranlassen. Wenn diese englische Denkschrift nun von der Arbeiterregierung in den Papierkorb geworfen worden sei, so se, das noch kein Grund dafür, daß Painleve, der schon die französische Armee desorganisiert habe, auch das französisch« Projekt torpediere. Aber wichtiger als alle Zornesausbrüche der Rechten ist die Tatsache, daß das Painleve- Interview zum Ausgangspunkt einer öffentlichen Debatte über die Frage werden zu wollen scheint, ob man wirklich an einer Kontroll- kommission festhalten soll« oder nicht. Die radikal«„Ere Nouvelle" läßt heute durchblicken, daß Frankreich vielleicht doch besser ver- zicht«, denn es handle sich darum, die provisorische Ordnung in Europa durch«ine endgültige bessere Ordnung zu ersetzen. In dieser neuen Ordnung müßten alle üblen Erinnerungen an den Krieg verschwinden und alle Spuren der kostspieligen und gefähr- licheu Militärparaden am Rhein verwischt werden. Bund für Erneuerung der Reaktion. Lucher will ins StahlhelmgeschZst kommen. Herr Luther hat das Firmenschild seines Erneuerungsbund- Lodens umgeändert. In der Zeit der Gutachten zur Länderkonferenz ist sein Erneuerungsladen nicht mehr modern und nicht geeignet, einem Manne wie ihm genügendes Relief zu geben. Herr Uuther hat deshalb niit kühner Gebärde aus seinem Bund für ein« Reichsresorm eine Organisation zum Angriff gegen die Reichsverfassung gemacht, die als neueste Ziele ver- kündet: Einschränkung des Budgctrechl des Reichstags, ein berufs- ständisches Oberhaus zur Bevormundung des Reichstags, Er- Weiterung der Rechte des Reichspräsidenten. Man sieht, es sind jene Forderungen, die der Stahlhelm im Bunde niit Herrn Hugenberg vertritt. Herr Luther hat deshalb mit kühner Gebärde aus seinem Bund sogenannten Nationalen Blocks nicht ungenützt für den eigenen Laden und die eigene Person vorübergehen zu lassen. Es wird ihm freilich nicht viel helfen: Er kommt jedenfalls als Präsidentschaftskandidat für die Firma Hilgenberg, Hitler, Seldte u. Co. nicht in Betracht! Oie Kurkapetle. Wozu man sie in Freienwaldc braucht. In Freienwaldc a. d. Oder, das sich stolz„Bad Freienwaid«" t nennt, hat eine Kundgebung des Notionalverbondes Deutscher Offiziere gegen die Zlnnahme des Poung-Planes und gegen die Regierung stattgefunden. Hauptredner war der vök- tische Pfarrer S ch u l tz e aus Stolpe a. d. Oder, einer der derno- grgijchsten hakenkreuzlerifchen Agitatoren in der Mark. Trotzdem hätten wir keine Veranlassung, von dieser Veranstaltung Notiz zu nehmen, wenn nicht der— sicher unverdächtige— Bericht der Hugenberg-Pr�se ausdrücklich erwähnte, daß die Veranstaltung von musikalischen Darbietungen der Ku r k a p e l l e umrahmt wurde. Die Freienwalder Kurkapelle stiftet sonst ein ziemlich dorn- ibschenhastes Dasein. Ihre Hauptattraktion bilden die Matrosen- anzüge ihrer Mitglieder, die offenbar über das mangelhaste musi- talische Können hinwegtäuschen sollen. An schönen Sonntagnach- Mittagen konzertiert diese Kapelle im Kurgarten, das Publikum de- steht fast ausschließlich aus Berliner Ausslüglern, die für den Sondergenuß einiger Militärmärsche und Operettenpotpourris ein Sonderentree von 3lt bis!>(> Pf. pro Person zahlen dürfen. Mancher, der schon bisher die Ausgabe als überflüssig empfunden hat, wird sie als doppelt überflüssig empfinden, wenn er weiß, daß dies« Kur- kapelle im Nebenberus die national! st ische Hetze unter- stützt. Das Nachrichienmonopol bei Zeppelinfahrien. Erklärungen Eckenero. Friedrichshasen, 16. Juli. Auf der Tagung der württembergischen Zeitungsoerleger m Friedrichshofen nahm Dr. E ck e n e r Stellung zur Kitik eines großen Teiles der deutschen Presse, daß der Luftschiffbau Zeppelin ein Monopol der Berichterstattung teilweise vergeben habe. Er be» dauerte mitteilen zu müssen, daß etwas ähnliches jetzt wieder sich als notwendig erweisen werde mit Rücksicht auf die Finanzierung der Fahrtdes„Zeppelin"-Luftschisfes um die Welt. Der beste Weg. um solche Unternhmungen bezahlen zu können, führe über die amerikanische Presse, die ja bekanntlich auch die verschiedestnen Versuche durch Geldmittel ermöglicht habe. Eni. sprechend der Tradition in Amerika, schwierig« Unternehmungen mit Hilfe der Presse durchzuführen, �sei von der amerikanischen Presse an chn herangetreten worden. Selbswerstäirdlich sei die deutsche Presse nicht in der Lage, solche Summen zu bezahlen wie die ameri- kairische. Trotzdem habe er sich auch mit der deutschen Presse in Verbindung gesetzt. Es sei also nicht schnöde Gewinnsucht, die diesen Schritt erstäre, sondern lediglich der Umstand, daß die amerikanische Presse finanziell stärker sei und für die Zeppelin"-Fahrten große Geldmittel notwendig seien._ Tödlicher UnfaU eines Eisenbahners. Am Montag nachmittag ereignete sich auf der Eisenbahnstreckc Berlin— Halle bei der Stution Thyrow ein bedauerlicher Unglücksfall. Der etwa 30 Jahre alle Eisenbahnangestellte Beyer hatten den Streckendienst zu versehen. Dabei wurde er, wahrscheinlich beim Ausweichen vor einem Zug, von einem zu gleicher Zeit herannahenden D-Zug erfaßt und überfahren, so daß der Tod aus der Stelle eintrat. Der Verstorbene hinter- 'ätzt Frau und Kind. Die Kronen sind gefallen! Wir berichteten über den Beschluß des Berliner M a» g i st r a t s> die Kronen an der Wcidendommer Brücke zu ent- 'ernen. Heute morgen sind die unerfreulichen toten Zeugen einer unerfreulichen toten Vergangenheit von Magistratsarbeitern ent- lernt und in den ihnen gebührenden Orkus versenkt worden. Die Fe st tage in Wien sind vorüber. Tie Sonderzüge haben wieder die vielen Taufende von t Arbeiterjungen und mädelb in die Heimat zurück- gebracht. Aon den Beritnern tonnte leider nur«in Teil an die Fest- tag« ein« Wanderung in die Alpen anschließen. Viele hatten so kargen Urlaub, daß sie dos rote Wien schon wieder am Montag früh verlassen mußten. Mit Gesang und Musik ging es am frühen Morgen zum Bahnhof. 3n Massen marschierten die wiener Arbeiter mit. herzliche Abschiedsrufe begleiteten die Berliner. Als der Zug längst die halle verlassen hatte, klangen noch die„Frcundschas»s"rusc durch die weiten Bahnhofshallen. Ueber 900 Jugendliche kehrten heim. Ein wenig eng war es ja in den Abteilen. Aber bei dem gesunden Humor unserer Jugend läßt sich auch das ertragen. Di« sachkundigen Wanderleiter sorgten für die rechte Verteilung. Di« Allertlcinsten mußten allerdings ins G«- p ä ck n e tz, um dort zu schlafen. Die anderen hielten„in Schicht" ihre Ruhestunden. Ein Transparent verkündcte, daß die rote Jugend aus dem roten Wien zurückkehrte. Unterwegs, an den Heuie Abfahrt der„Bremen". Das Riesenschiff vor der Zunafernreise. Bremen» 16. Juli. fEigenbericht.) Am Dienstag nachmittag tritt der erst« der beiden Riesendampfer des Norddeutschen Lloyd, die„B rem« n", die Jungfernreise nach New Bork an. Dieses Ereignis ist weit über Deutschlands Grenzen hinaus von Be- deutung. New yorf in Erwarwng. Rem Jork. 16. Zu». sämtliche Zeitungen verössentlichen aus der ersten Seile spallenlange Artikel mit Beschreibungen des Riesen- dampsers„Bremen". Ganz Rew York erwartet mit Spannung die erste Ankunft des Dampfers aus seiner Jungfernfahrt.' Flieger Francs ins Loch! Madrid, 16. Juli. Der Fliegeroberst F r a n c o, der mit drei Gefährten vor kurzem nach achttägigem Umhertreiben auf dem Ozean in der Nähe der Azoren von dem«nglijchen Flugzeugmutterschiff„E a g l e" gerettet wurde, ist mit zwei Monaten A r r e st bestraft worden, weil er sich über den Chef des spanischen Flugwesens, Oberst Kindelan, ab- sällig geäußert hat. Bekanntlich waren nach der Irrfahrt der„Nu- mancia" Gerüchte verbreitet, daß an dem Flugzeug vor der Abfahrt Teile ausgewechselt worden seien. Diese Gerüchte veran- laßten Kindelan, seine Demission einzureichen, die aber von Primo de Rivera abgelehnt wurde. Wurde er ermordet? Oer rätselhaste Leicheniunv in Moabit. Die Berliner Mordkommtss'ion Ist noch immer mit der Aufklärung des geheimnisvollen Todesfalles in Moabit bejchästigt. Wie berichtet, saß in der Sonabendnacht gegen 1 K Uhr auf der Bant im Otto-Park ein R« i ch s w« h r s o l d a t mit seiner Braut. Auf einer anderen Bank, etwa 20 Meter entfernt, saßen mehrere junge Leute, und plötzlich hörte der Soldat einen Schuß fallen. Air er dem Schall nachlief, fand er einen jungen Menschen mit einem, Kopfschuß auf der Bank zusammengesunken dasitzen. Polizeibeamie| Bahnhöfen und Dahnstrecken, winkte die Arbesterschast der Jugend zu. An einem Bahnhof hatten die Kindersroundc Aufstellung genommen. Nach einmal erklangen die so vertrauten„Freund- s ch a f t s" r u f e aus begeistertem Kindermund«. Endlich tauchten die ersten Häuser von Berlin auf. Die Fahrt war herrlich, die Festtage waren unbeschreiblich, aber l8 Stunden Bahnfahrt, das ist natürlich kein Genuß.. Nachts 1.17 Uhr lief der Zug in die Halle«in. Fünf Tage vorher waren sie abgefahren, begeistert kehrten sie zurück. Di« treuen Freunde und EUern, die am Bahnhof die Kleinen unter den„Wellreisenden" begrüßten, mußten Sturzbäche von Berichten über sich ergehen lassen. Richtig neidisch wurden die Daheimgebliebenen. Die blanken ilugen strahllen beseligt... Di« roten Wimpel wurden eingezogen. Bier Tage hatten sie der Jugend vorangeweht, vier Tage lang hatte die Wiener Ar- b e i t e r s ch a f t freudig diese Symbole der deutschen Jugend be- grüßt. Durch die nachtdunklen Straßen, mit den letzten Straßenbahnen, fuhren sie nach Haus. Am nächsten Morgen ruft die Arbeit wieder... brachten den Verletzten nach dem Moobtter Kronkenhau». wo er bald nach seiner Einliestrung gestorben ist, ohne da» Be- wußtsein wiedererlangt zu haben Die Waffe wurde, etwa 15 Meter von der Bank entfernt, später gefunden. Auch ander« verdächtige Um- stände sprachen gegen die Annahm« eines Selbstmordes, und so trat die Mordtommission in Tätigkeit, die unter Leitung des Kriminaltommissars Lissigkeit die Ermittlungen aufnahm. Der Tote wurde als ein ISjähriger Kurt Hüttenrauch aus Erfurt fest- gestellt. Die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Leiche ist in- zwischen im Schouhaus obduziert worden. Räch dem Ergebnis hat es fast den Anschein, als ob Hüttenrauch tatsächlich den Tod von fremder Hand gesunden ha«. Der Schuhkanal verläuf« In schräger Richtung. Man glaubt daraus den Schluß ziehen zu können, daß H. erschossen worden ist. Die Kugel hat die Schädeldecke zweimal durchschlagen, die Ver- letzung mußte nach wenigen Minuten zum Tode führen. Auioraserei... 12 Tote, Ä6»erlehte. Barl«. 16. JnN. Gestern wurden In Frankreich allein bei Automobil- Unfällen 12 Personen getötet und 36 verletzt. Zn der Räh« von p o i t l e r, kam der Marquis von Fay-Polignac in seinem in Brand geratenen wagen um, Leben. Auch sein« Frau und seine Töchter erlittet» lebensgefährliche Brand- wunden. » Auf der Sein« kenterte außerdem gestern ein mit 10 Personen besetztes Motorboot. Zwei Personen ertranken Bei Lyon schlug aus der Rhone ein Boot mit sechs Insasien um. wobei vier von diesen ertranken Internationaler Hygienekongreß. Eröffnung in Sheffield m,t 1000 Oeleoierten In Anwesenheit von fast 1000 Delegierten, darunter 26 au» dem Ausland« und 33 aus den Dominion», wurde der Jahres- kongreh de» Königlichen Hygieneinstituts eröffnet Der Kongreß wird � die ganze Woche hindurch Fragen der Hygienewissenfchaft nach ollen Richtungen hin erörtern. Auch Vertreter von Ministerien unb Re- , gierungsbehorden von Großbritannien und au» dem Zluslonde i nehmen an dem Kongreß teil.
OerOichterHugo v. Hofmannsthal Von Max Hochdorf. Di« Tag« Hugo v. Hofmannsthals haben sich tragisch vollendet. Man wußte seit einigen Jahren, daß er nicht mehr mit seiner anmutigen Leichtigkeit die edelsten Formen der Dichtung ge- staltet« oder vornehme Klassik der Antike und Renqissanc« andächtig nachbildete. Aber man hoffte, daß seinem schmiegsamen Ingenium noch viele der ästhetischen und moralischen Betrachtungen entwachs«» würden, deren Meister er von Jugend an war. Hugo v. Hofmanns- thal, der als liebenswürdiges Wunderkind unter di« deutschen Dich- ter trat, starb unerwartet. Er starb als weinender und betrübender Held eines Familientrauerspiels, dessen Schwermut ti«f ergreist. Zwei ostbrreichische Dichter, die als Vorbilder und Sinnbilder der genießenden Behaglichkeit und des bürgerlichen Wohlseins galten, Hofmann-thol selber, und dann sein Freund Arthur S ch n i tz l e r, wurden so vom Schicksal heimgesucht, daß jeder von ihnen ein ge- liebtes Kind verlor. Sie meinten, daß diese Kinder nicht als geniale, sondern als glückliche Bezwinger des alltäglichen Daseins durchs Leben gehen würden, und nun zeigt es sich, daß diese hellhörigen und hellsichtigen Menschenkenner sich in tausend Seelen ouskannten, nur nicht in derjenigen ihres eigenen Fleisches und Blutes. Jetzt erinnert man sich an dos. was dieser österreichische, dieser deutsche Dichter gewesen ist: Als der Wiener Gymnasiast zum ersten Male bei den Herrschern der Wiener Literatur um Aufnahme ersuchte, stellte er sich mit gar keiner landläufigen und aufregenden Produk- tion vor. Es waren preziöse und kostbar gezirkelte Verse, Nachbildungen Dantesker Terzinen oder schwierig verschlungene und selten gereimte Verse anderer Art, die er darzubieten hatte. Der dichtende Knabe sang das T o t e n l i ed des st erbenden Tizian, der ein An. beter der Farbcnglut, der Ueppigkeit und der durchgeistigten Sinn- lichkeit gewesen war, und der nun beim Verlassen seiner veneziani- schen Erde noch einmal bekannte, daß eigentlich gar kein Unterschied vorhanden sei zwischen der Ueberwelt und dem alltäglichen Festtag des Künstlers. Dies« getrogenen, diese nicht zornig gehämmerten, sondern weich und sehnsüchtig hinschmelzenden Verse entzückten und bewegten jeden, der die ungewöhnliche Formgewandtheit, die schon bei dem Jüngling vorhandene universelle Weltlichkeit keimenlernte. Man erstaunte, daß dieser Poet mit dem Tode so vertraut war, er bewegte sich durchaus freimütig und seiner Zukunft sicher, doch er zeigte, daß er entschlossen war, sich nicht durch die Schrecken irgend- eines düsteren Jenseits einschüchtern zu lassen. Es spielte der Jüng- ling entzückend und verwirrend mit dem Tod, und der Tod spielte ebenso graziös mit d«m Jüngling. Frucht dieses heiteren Verkehrs zwischen einem blühenden Wesen und einem knöchernen Dämon war dos wunderschöne Gedicht.Der Tor und der Tod". Die Genies und die Virtuosen der Form, die"dls ihren Heiligen den strengen Einsiedler Stefan George verehrt«», gewannen nicht leicht und schnell die große Masse. Das kärgliche Leben war zu kärglich, als daß es dem untitulierten Volke die Freude gewährte, ungestört in diesen Wortsuwelen wühlen zu dürfen. Und so ge- rieten all die fast mönchisch abgeschlossen«» Getreuen um Stefan George in den Ruf, daß sie mit der"Sorge des Volkes nichts zu tun hoben wollten, daß sie im Grunde nichts anderes wären als noble Narren und Eigenbrötler des Geschmacks und des Geistes. Nun, diese Auffassung war sicher ungerecht. Man mußt« auch den Künstlern, die sich nicht nur dilettantisch zerstreuten, zugestehen, daß der Kamps um di« Vollendung des kliirgenden Wortes ein harter und würdiger Kampf ist. Und so wurde auch Hugo v. Hof- mannsthal nach einig«» Jahren der Volksfremdheit ein voltstüm- licher Schriftsteller. Er Hot das Schönst« der Weltdichtung und auch das Schlichteste in unvergänglicher Meisterschaft nachgebildet. Man erinnert sich an seine Verdeutschungen der„Elektro", des„Oedipus" und des altdeutschen„I ed« r m a n n"- Spieles. Diese Neuschöpsungen waren nicht mehr die harten, gefühllosen Schulmeisterüb ertragungen verstaubter Dramen. Es waren wirkliche Dichtungen, die auf modernem Theater erschütterten. Und es standen auch in diesen antiken, für die Gegenwart wieder belebten Schauspielen Verse, die nur«in mit unserem Zeitgeist verbundener Mann finden und formen konnte. Max Reinhardt, der einen Zirkus zu einem Riesentheater umbaute, um den„Oedipus" vor 4000 Menschen aufzuführen, wußte wohl, daß von dem griechischen Volks- theater zu dem Vokkstheater unserer Zeit ein Bogen zu spannen war. Man saß in dem Theater der Viertausend und wurde durch die vollblütigen tragischen Verse Hofmannsthals so stark erschüttert, als wenn der Dichter in die Schmerzenswelt unserer Tage hineingegriffen hätte. Hofmannsthal lehnte sich gern an die Kraftgenies jenes eng- lsschen Theaters an, in dem die Vorgänger Shakespeares ver- schwenderisch und ausschweifend herumwimmellen. Aber diese tom- plizierte Romantik der Gefühle versöhnte sich nicht mit der nüchternen Stimmung unserer Tage. Cr blieb der best« und größte Vermittler des hellenischen Urgefühls, das ganz nah an die ewigen Menschheits- Probleme gelangte. In dieser Arbeit wurde er nicht übertroffen— bis heute. Hugo v. Hofmannsthal schrieb in dr«i Jahrzehnten«ine außer- ordentliche disziplinierte, von Kultur und Gelehrsamkeit mächtig be- Mugo von Mofmannolhal t lastetx Prosa. Er lehrte uns besonders die Dichtung der lateimschen Völker kennen, etwa die ungeheuer männlich« Schriftstellertraft Victor Hugos, und er erbrachte den Beweis, daß die deutsche Sprache ganz nah verwandt ist auch mit den lateinsschen Tochtersprachen. Es mußt« nur der Meister kommen, damit jede Zartheit und Merk- Würdigkeit des romanischen Rhythmus richtig nachgeahmt würde. Diese Vermittlertätigkeit Hosmaunsthals ist sehr hoch einzuschätzen. Er hat der deutschen Prosa als Essayist einen außerordentlichen Glanz verliehen. Die großen Essayisten Hermann Grimm und Hettner und Männer ähnlicher Begabung ließen sich noch in einer kleinbürgerlichne Behaglichkeit gehen. Hofmannsthal nutzte alle dies« Bemühungen für sich aus. Er konzentrierte die deutsche Sprache aufs äußerste, er lieferte Musterstücke deutscher Prosa. Er schuf«ine Schul« der Schriftstellerei, in der sich mehrere Generationen bildeten, dann, wenn sie sich dem verflachenden Feuilletonismus und dem ver- pöbelnden, oberflächlichen Gesinnungsstil entwinden wollten. Hofmannsthal wurde der Textdichter für die Opern von Richard Strauß. Er wurde der Librettist des Straußschen „R o f« n k a v a l i e r" und der„E l e ktr a". Hier begegneten sich der schwelgende produktive Musiker und der freigebige Kunsthand- werter des Wortes. Nicht Volksopern entstanden, doch Musikdramen, die zu den Nerven einer genußsüchtigen bürgerlichen Gesellschaft sprachen. Hofmannsthal und Strauß erlangten durch dies« Arbeits- freundschaft internationalen Ruf. Sie wurden Repräsentanten für die bourgeoise Romantik, die bis zum Kriege da» Gedanken- und Ge- fllhlselement des deutschen Voltes war. Dann wurde die ganze Welt ärmer, nüchterner, auch sachlicher. Richard Strauß und Hugo v. Hofmannsthal galten immer noch als Pfleger und Träger einer Vergangenheit, die sich in mancher Hinsicht gegen den kleinsten, den besten, den würdigsten Mann aus dem Volte versündigt hatte. Aber dann, wenn man Misere und Problem unserer Zeit vergessen wollt«, gab man sich doch wieder gern dieser Heiterkeit und vom Walzer gewiegten Wehmut hin. Da kam plötzlich die Nachricht, daß der vornehmste Repräsentant dieser ehemaligen Pracht, auch dieses ehemaligen Plunders durch ein scheußlich banales Schicksal zerrissen wurde. Und man beklagte ein un- schuldiges Opfer unserer Zeit, den armen Vater, dem es, trotz des äußeren und inneren Reichtums, nicht glückte, seinen ungeschickten Sohn in die bedrohliche Gegenwart und Zukunft als gesicherte Kreatur hineinzustellen. Musiker werden brotlos. Schädigung durch Tonfilm und mechanische Filmmusik. 9lnt Sem A 0 1 1 wurde berichtet, daß sich eine große gaßl von Mulikern, die durch sldndig zunebmende Erpansion de« Tonfilms brotlos geworden sind, einer Genossenschaft»usainrnengeschsosien baben. Etwa hundert»an Ihnen werden demnächst mit»ssentlichen «omerten im New Parier Eoliseum beginnen, um sich auf diese Weise neue Erwerbsindqlichkeiten zu schassen. In einer Reche anderer Städte der Union sind Protestbewegungen der Musiker gegen den Tonfilm in Lordereitung. Am Sonnabend, dem Id. Juni, berichtete ein Berliner Mittogoblatt von Massenillndigungen der Uta, die den größten Teil ihre, Orchesterbestande»»ugunsten de» Tonsilm» aufgeben und nur ein Orchester unter Leitung Schmidt. Deuter» beibehalten will, um allein damit den Munkbedars ihrer gesamten Theater ,u bestreiten. Aebnliche Nachrichten kommen auch au» England und Frankreich. Des ist erst �der Ansang. Er beschränkt sich vorläufig auf die wenigen Großkinos, die es sich leisten können, die sehr kost- spielige Tonjilmapparatur einzubauen. Bis jetzt mögen in Deutschland nur einige hundert Filmmustker stellungslos geworden sein. Was aber wird morgen geschehen— übermorgen? Es ist sozusagen eine Minut« vor zwölf. Nach Lage der Dinge besteht recht wenig Hoffnung, noch etwas unternehmen zu können, bevor viele Tausende von Musikern entlassen und proletarisiert werden. Es wäre ganz verfehlt, diese Tatsachen etwa unter künstleri�ch-tech- Nischen Gestchtspunkten zu betrachten. Durch die fast täglich neuen Erfindungen und vielsachen Bestrebungen, sie wirtschaftlich miszu- nutzen, wird sicherlich in Kürze, ganz abgesehen vom Tonfilm, für die Begleitmusik auch des stummen Films durch mechanische Mittel «in« Konservierung erreicht und durchgeführt sein. Die Apparatur hierfür ist selbst für den finanziell schwächsten Kinobesitzer er- schwinglich. Die Zahl derer, die aus einer musikalischen Zuchtwahl als Sieger hervorgehen und für di« Produzenten mechanischer Musik tätig sem werden, kann natürlich nur verschwindend sein im Per- häktni» zu dem Heer der stellungslosen Zilmmujiker. Die Schare» des Publttums, das dem Tonfilm zujubelt, stehen, ahne daran, zu denken, am wirtschaftlichen Massengrab einer Legion von brotlos gewordenen Erhallern von Familien.— Dieser g i g a n- tische Kampf zwischen Mensch und Maschine, zwischen Hand- werk und Technik ist ja nicht neu Aus seiner Jahrhunderte alten Geschichte schuf Gerhart Hauptmann in den„Webern" ein erschütterndes Dokument dieses Zwiespaltes. Seit jcher vernichteten neue Erfindungen von Tragweite viele Existenzen. Aber— mit diesen historischen Reminiszenzen dürfte man sich heutzutge nicht mehr zufrieden geben. Dar Organisation unserer modernen Sozialfürsorge tut, soweit es in ihrer Macht steht, das ihre— wenn ein Unglück da ist. Es kann von den zuständigen Aemtern natürlich nicht verlangt werden, daß ein« besondere Ab- teilung von Propheten errichtet wird, um das Debakel irgendeines Berufsstandes vorauszuahnen. Wenn jedoch ein« Krise offensichtlich beginnt, so müßten sich schon vor chrem traurigen Ende die maß- gebenden Stellen nach einem Blick auf das Wirschaftsbarometer der betreffenden Branche fragen, was geschehen soll. Die Kinobesitzer trifft verständltcherwesse kein« Schuld an der Entlassung ihrer Hauskapellen, denn es geht um den Bestand i h r c s T h e a t e rs: sie können und dürfen sich dem Zuge der Zell und den Forderungen des Publikums nicht verschließen. Hier wäre mir zu raten, daß jeder Theaterbesitzer, der mit dem, Gedanken um- geht, seine Kinomusik zu mechanisieren oder Tonfilmapparatur ein- zubauen, seine Musiker rechtzeitig genug davon unterrichtet, dcnnll ihnen keine Möglichkeit verschlossen bleibt, ihr« Existenz ohne lang« Arbeitspause zu retten.* Die floallichen Stellen sollten ein Dezernat errichten, in dem alle stellungslos gewordenen Musiker unter genauen An- gaben ihrer bisherigen Tätigkeit und ihres können» auf den zuständigen Bezirken vorgemerkt«erden. Di« Pflicht für di« Besorgung dieser Angaben fiele natürlich den Musikern zu. Da die Musiker-Berussorganisationen nicht über ge- nügende Mittel oerfügen dürsten, um allen ihren brotlosen Kollegen zur Seite zu stehen, hätte der Staat in gemeinsamer Arbeit mit diesen Verbänden durch sein Sonderdezernat für neue Stellungen zu sorgen, für notwendige Unterstützungen oder für Hilf« bei etwaigem Berufswechsel. Ich weiß, dies sind sehr vage Vorschläge und man wird vieles an ihnen auszusetzen haben, sie vielleicht völlig verwerfen. Gut denn, falls sie Anregungen zu besseren bieten und den betreffenden Behörden zu denken geben. Man möge nicht vergessen, daß die Mechanisierung der Kunst, will sagen die Uebermittlung künstlerischer, insbesondere mustkalischer Darbietungen auf mechanischem Wege, u n a u f h a l t- same Fortschritte macht. Vorgestern hatten wir das Grammophon, gestern das Radio, heute bauen wir die Schall- Plattentechnik(oder die Tonphotographie) für Tonfilm und Film- musik vollendet aus, und morgen— übermorgen erstreckt sich dieser „Fortschritt" vielleicht schon auf die gesamten Zweige musi- kalischer Reproduktion. Ohne Zweifel marschieren wir auf ein Zeit- alter der Technik, in dem die Rationalisierung menschlicher Kräfte zu einer uniformen Vollkommenheit des Lebens führen muß— ein Leben neuer Generationen, denen die heute noch geltenden Kunst- und Kulturbegriffe überlebt und romantisch erscheinen werden, di« zur Befriedigung ihres Bedarfs an Kunst ebenso an einem Hebel zu drehen wünschen wie wir, wenn wir den Leitungshahn aufmachen, um Wasser zu trinken. Das Radio zeigt uns bereits eine Vorstufe hierfür. Es hat keinen Sinn, darüber zu hadern. Man wird sich, mehr oder weniger resigniert, damit abfinden müssen und nur die mensch- liche Pflicht propagieren, den von solchen Strömungen Betroffenen durch Wort und Tat zu helfen. Or. Kurt I.onckin. Tonfilm-Klein. Universum. Die großen Tonfilme lassen auf sich warten, sowcchl die ameri- kanischen, di« wir noch nicht zu sehen bekommen, wie die deutschen, die noch nicht fertig sind. Inzwischen serviert man uns ein Gedeck Tonfilm-Klein, ein Potpourri aus vielerlei Gängen. Der Haupt- film, der von dem Boxkampf Schmeling.Paolini handelt ist bereits an anderer Stätte gezeigt und hier auch bereits besprochen worden. Vom filmischen Standpunkt aus gesehen, bietet der Film für den nicht am Boxkampf direkt Interessierten wenig Spannendes oder gar Aufregendes. Auch fehlen Großaufnahmen und Zeit- lupenbilder, die auch dem Nichtsportmenschen manches verdeutlichen würden. Ais Toiffilm belrachier, hat der F-lm kaum besonder»« Interesse. Die anderen Prvgrammpunkte wurden dem Charakter des Tonfilms schon mehr gerecht, am wenigsten vielleicht-, die sehr summarische Europa st reif«, wie sie für Amerikaner auf- genommen und mit mehr oder weniger witzigen Inschriften ver- sehen wurde, die uns hier der Einfachheit halber gleich englssch vorgeführt wurden. Die Begleitmusik beschränkt sich auf die Wieder- gäbe charakteristischer Melodien. Die tönende Pathä-Wochen» s ctsa u gibt statt der abgerissenen Bilder wenigstens zusammen- hängende Naturansichten aus Kanada, die uns unter anderem den großen Elch in seinem Naturmilieu vorführen. Zwei andere Tonbild- Kleinfilme beschränken sich aus bloße Reproduktion. Avette Guilbert trat mit einem ihrer besten Chansons auf, der aiten Ballade von dem Tambour, der die Königstochter ausschlägt. Lub G l u s k i n präsentiert sich mit seiner Kapell« in der Aufführung einer Jazzmusik. Die Tanzbewegungen stimmten sehr gut überein mit der Musik. Weitaus das Best« und Originellste war die grotesk« Nummer„Kater Murr und Ritter Knurr", ein Trickfilm in der Art der Kater-Lampe-Filme mit ausgezeichneten Einfällen sowohl in den Zeichnungen wie in der ebenso grotesken Musik. Das war wirklich eine witzige, ja ausgelassene Sache! Bon deutscher Herkunft war auch der Clownsspaß der Gebrüder Arnaut. Ihre Vogelstimmenimitaionen kamen klanglich hervorragend heraus, und ihr ulkiges Spiel paßte sich der Musik, die in diesem Falle die Hauptsache war, aufs beste an. r. Die tropische Landschast. Liberia-Ausstellung in Leipzig. Im Leipziger Dölkermuseum wird augenblicklich Anschauungsmaterial gezeigt, das der Kustos der afrikanischen Abteilung dieses Museums bei seiner Forschungsreise durch das Innere Liberias ausfindig gemocht hat. Der Kustos Dr. Paul Ger- mann machte dies« Reis« im Austrog des staatlichen For- schungsinstituts für Völkerkunde zu Leipzig. Während die Bevölkerung der Küstengebiete von Liberia auf einer recht hohen Kulturstufe steht— Liberia ist ein« der wenigen freien Negerrepubliken und hat Sitz und Stimme im Völkerbund— sind die Bergvölker des nördlichen Binnenlandes noch reichlich primitiv. Sie leben an der Grenzschetde zweier großer Kulturkreise: des ackerbautreibenden, tropischen Küstengürtels West- a f r i k a s und des mehr viehzüchterischen der Steppenkultur, des sich nörlich erstreckenden Sudans. Bei der Ausstellung der Samm- lung ist versucht worden, diese Gegensätze gegenüberzustellen. Die Sammlung gibt einen umsassenden Ueberblick über den Stand der technischen Fertigkeiten dieser Negervölker, die noch fast unberührt von jegsichem europäischen Einfluß geblieben sind. Man sieht Männer an den Webstühlen, an denen man nur ganz schmale Streifen herstellen kann, und Frauen, di« töpfern, natürlich ohne Drehscheibe. Es gelang Dr. Germann auch, wertvolles Material mitzubringen. Die Masken finden Verwendung bei Vorführungen der Männer, die von ihrem achten Lebensjahr an in Geheim- bänden zusammenleben, fern von der übrigen Sippe. Besonders charakteristisch sind die Stelzentänzer. Frauen sollen keine Ahnung haben, daß menschliche Wesen solche Tänze ausführen. Es ist Dr. Germann außer dem Zusammentragen von Gegen- ständen noch gelungen, einen ausgezeichneten Film aufzunehmen. Dies ist der zweite Liberla-Film und zeigt ausschließlich Bilder aus dem Binnenland, über das noch weitgehende Unklarheit geherrscht hat. Es bleibt zu wünschen, daß der Film, der in anschaulicher Weise das Leben jener Völker wiedergibt, nicht nur der Fachwelt gezeigt wird, sondern als Kulturfilm einer größeren Oeffentlichteit zugängig gemocht wird. J. M. Um den künstlerischen Film. Anfang September wird in D« La Sarros(Schweiz) ein internationaler Kongreß für den künstlerischen Film statt- finden. Von deutschen Filmregisseuren und Schriftstellern sind zur Teilnahme eingeladen: Lupu Pick, G. W. Pabst. Walter Ruttmann, Bela Bälazs und, als Vertreter der Literatur, Stefan Zweig. Vi« veassche Suas>gem«i»s»äs« Berlin C. Schloß zeigt nach Beendigung ibrer AuSstillung„Das schöne Berlin" vom Montag, dem 18. Juli ab. eine Sammlung von Aguarellen und Pastellen«rster Bertiner und auswärtiger Künstler. Die Ausstellung ist täglich von 9— 19 Uhr, Sonntag» von 10—18 Uhr, geöffnet vi« Ilovembergrupp« veranstaltet in diesem Jabr alt Gast der Jffrst: sreien Kunftschou Berlin ihre diesjährige Ausstellung unter dem Tbema- „Aehn Jahre Novembcrgruppe". Sie ist ganz besonder» vorsichtig vorbc reitet Sie hat eine retrospektive Abteilung, andererseits fügt sie sich mit vielen jungen Kräften dem Rahmen der Juryfreien ein. Gejchästsftelle der Novnnbergruppe: Berlin W SO, Achenbachftratze 21.
Klara Zetkin an Wilhelm Pieck. Die Opposition der Vorsichtigen in der KPO. Die Enthüllunzen über dle geheimen Rundschreiben der kommu- aistischen Zentrale, die den Hinauswurf von Klara Zetkin vorbereiten sollten, sind den führenden Kommunisten sehr peinlich gewesen. Sie haben mit einem Dementi geantwortet, das dem früheren Reichswehrminister Gehler Ehre gemacht hätte, und haben sich von Klara Zetkin selbst einen Brief schreiben lassen, der vorsichtig um den Sern der Dinge herumgeht. Indessen ist damit die Tatsache nicht aus der Welt geschafft, dah der Zlusschluh vorbereitet wird. Dle Dlsferenzea sind erheblich und nicht erst von heute, wir veröffentlichen im folgenden einen Brief. denSlaraZetkillam4. April 1928 aus Moskau au w l l h e l m Pieck schrieb. .Lieber Wilhelm! Dir, dem alten vertrauten und erprobten Freund, muh ich mein Herz voller Sorge und Kümmernis über die„neue Etappe" der Parteientwicklung ausschütten, die wieder einmal ganz schematisch unter der Losung stehen soll: Gegen die.Rechten", die.Brand- lerianer". Die Besprechung zwischen der deutschen und russischen Delegation waren ei« wohloorbereileter lleberfall, nichts als eine Kulisse für fix und fertige Abmachung. Die gefaßt« Resolution wird die verhängnisvollsten Wirkungen haben und hat bereits begonnen, sie zu zeitigen. Sie revidiert die Linie des Etti-Briefes und des Essener Parteitages und wirst die innerparteiliche Entwicklung in die Aera Fischer- Maslow-Scholem zurück, und das in einer Situation, die von größter Gunst für die Partei ist, vorausgesetzt, daß die Führung sie wahrzunehmen versteht und dabei von dem Vertrauen der Mit- glieder getragen wird. Das ist nicht der Fall, solange sie eine kleine, unklare, unfähige Cliquenwirtschaft be- deutet und nicht eine feste, einheitliche Konzentration der besten Kräfte. Ich halte nicht jedes Wort, das Brandler, Jakob, Köhler in der „Internationale" geschrieben, für der politischen Weisheit letzten Schluß, aber gemessen an dem kläglichen Geschreibsel des O f f i'Z i ö s e n t u in s dagegen ist es«rnschaft und verdient ernsthafte Diskusston. Jetzt, angesichts der beginnenden Wahlkampagne, macht sich der Mangel, eines guten Aktionsprogramms recht fühlbar, an dem sich die Wahlkampslosungen orientieren könnten. Der Entwurf de» Polbureaus war ein quatschiges Sommel- furium. kein brauchbares Programm. Di« Kandidatenliste für �Reichstag und Preußischen Landtag»ist ein Skandal. Gegen L ö b« ausgerechnet G e s ch k e, der sich noch nie auf einem Posten bewährt hat. Teddy sagte mir, daß er auch für die Arbeit unter den Frauen versagt Hab«, so daß man ihn beiseite schieben mußte. Für Rosi, Herta Geffke, Käte Dunker kein Mandat, aber für die Lene Ooerlach, die verkörperte Unwissenheit, Unschulung und Intrige. i /i i. --- 1--7-4--- t\-- I H 1 1-Ol I I � .____ I___ i-- I I •-!— i I I '-T"> sj___ I I I I> ! -I-—. I! i____ i gekommene Linienzug hat von den 64 Feldern bereits 32 berührt. Rösselsprünge im weiteren Sinne lasien sich fast unendlich viel ver- schieden« zusammenbauen. So mannigfaltig die Möglichkeiten von Rösselsprüngen i w S aber auch sind, so weisen doch fast alle ge- meinsame Grundähnlichkeiten auf. Z. B. ist fast allen Rösselsprüngen i v S gemeinsam, daß sie sich in den Ecken des Schachbrettes lebhaft verschlingen, wie es in Figur 2 gut zu sehen ist. Sehr viele(und gerade die schönsten) Rösselsprünge i v S sind symmetrisch gebaut: dies bedeutet: teilt man den Linienzug durch ein« senkrechte Mittelachse, so sind die recht« und die linke Hälfte einander gleich. jedoch noch entgegengesetzter Richtung gelagert. Die nicht symmetri- schen Rösielsprünge i w S sind fast olle wenigstens synoptisch gebaut; dies heißt: welche der vier Kanten des Schachbrettes man auch nach unten hält, immer hat man dieselbe Figur vor Augen. Derjenige Rösselsprung nun. den„zu lösen' es gilt, ist Rössel- sprung in einem noch weiteren Sinn«. Es sind nämlich über ein Schachbrett oder«ine schochbrettähnlich« Felderfigur einsilbige Wörter und Wortsilben verteilt, die zusammengehören und in richtiger Reihenfolg««in Gedicht, ein Sprichwort oder ähnliches bilden. Und die Verteilung ist so angeordnet, daß sich ein Rösselsprung i w S ergibt, wenn man die einzelnen Worte und Silben in der zukommen- den Reihenfolg« miteinander verbindet. Einen derartigen Rösiel- sprung„lösen' heißt also, denjenigen Linienzug finden, der die ein- zelnen Glieder zu einem Gedicht, Sinnspruch usw. zusammenreiht. Ob ein Rösselsprung schwer oder leicht zu lösen ist, hängt zum westntlichen Teile davon ab, ob Glieder, die nicht selbständig« Worte, sondern nur Silben sind, durch das—Zeichen gls solche gekenn- zeichnet sind. Ohne— Zeichen sind größer« Rösielsprünge meist nicht einfach zu lösen. Andererseits wird die Lösung erheblich dadurch erleichtert, wenn man den Hauptworten(oder ihren Vordersilben) in der Jelderfigur ihren grob« Anfangsbuchstabe« gelassen hat; dann ist die Lösung meist sehr leicht. Das Uebliche ist aber, nur Nein« Buchstaben zu verwenden, jedoch alle—Zeichen anzugeben. Gilt es, einen derartigen Rösselsprung zu lösen, so beginnt man am besten damit, die durch die— Zeichen als unselbständige Silben erkennbaren Glieder zu Worten zu vereinigen. Dies gelingt bei einiger Hebung ohne Schwierigkeit. Muß doch jede gesuchte Silbe 3lgur 2 von der ihr vorhergehenden Silbe aus durch einen Rösielsprung zu erreichen sein. Sucht man also von einer Silbe aus di« sie fortsetzende Silbe, so hat man im äußersten Falle zwischen acht Möglichkeiten zu wählen, weil eben von keinem Felde des Schachbrettes mehr als 8 Rösselsprünge möglich sind. Di« zusammengehörigen, Worte bilden- den. Silben wird man also ziemlich leicht zusammenfinden. Hat man alle Worte einzeln, so muß man zusammengehörige suchen(die stets in Rösselsprungabstand zu finden sind). Kommt z. B. das Wort„du' vor, so kann man sicher sein, in der Nähe ein Tätigkeitswort zu finden in der Form der zweiten Person. Am leichtesten wird man Zusammengehöriges in den Ecken der Schachbrettfigaur finden, weil dort der Rösselsprung i ve S kunstvoll verschlungen zu sein pflegt. Da von den Eckfeldern aus nur zwei Rösselsprünge möglich sind (siehe oben), so ist an dieser Stelle Zusammengehöriges ja sofort zu finden. Ist man über die Ecken einigermaßen im klaren, dann sucht man von den übrigen Randfeldern aus, denn von Randfeldern aus gibt es auch nur 3 bzw. 4 möglich« Rösielsprünge. Als praktisches Beispiel bringen wir einen sehr leichten Rösiel, sprung. 24 Silben eines Uhlandschen Gedichtes sind durch Rösielsprung zusammenzusuchen. Unser kleines Beispiel hat nur 25 Felder(nicht 64 wie das Schachbrett). Obendrein ist noch eines zu viel, da nur 24� Silben zur Verfügung standen: deshalb blieb das mittelste un- besetzt. Wer unserer kurzen Anleitung gemäß vorgeht(erst den Lösung: Cqu-Ihnt lpnv uschiiösi; aiq ushniq YIVF 'jaqansBuntiniß asq»!« nq jjapam uochZ 'tpnvCy a»sinj'iajjuvj q — Zeichen folgen und aus Süden Worte bilden, dann von den Eck- feldern aus Wort an Wort reihen), der wird den Rösielsprung sehr schnell gelöst haben. Und wer erst einmal einen gelöst hat und sich hierdurch über das Wesen der gestellten Aufgab« klar geworden ist. der wird dann auch schwierigere Rösselsprünge lösen lernen und dies« vornehm st e Gattung der Zusammensetzaufgaben schätzen lernen. Dr. Adrian Mohr. Sensation. Als längst« Brück« der Erde wurde bisher die Löwenbrück« In China bezeichnet, die ein« Bucht des Gelben Meeres m einer Läng« von etwa 7 Kilometer überspannt. Dies« Meinung besteht aber mit Unrecht. Die längst« Brücke der Welt befindet sich m Deutschland: Es ist die G l i e n i ck e r Brücke, die Potsdam mit Berlin ver- bindet. Auf der«inen Seite der Brücke steht eine Tafel mit der Aufschrift:„Berlin 25 Kilometer', während aus der anderen Seite der Brücke das Berliner Gebiet schon beginnt. Sonst sieht die Brücke aber gar nicht so gewallig aus...,
lSchluß.) Wo hast du deine Handharmonita, Vater Creux? Ein wenig Musik fehst uns, um uns in Stimmung zu bringen. Wir wollen zum Lachen zurückkehren, wie andere an ihr Tagewerk. Und dies wird geschehen, wenn dein altes Gesicht mit den Augen, die nichts mehr sehen, sich zur Seite neigt, bis es das schöne Geblöse aus Leder berührt und die Finger sich anschicken, über die Tasten zu laufen. Wart« nur, bis wir ganz wach sind. Wach waren sie allerdings erst halbwegs, und als sie nun auf einmal erschien, merkte es zuerst keiner. Sie hätten sie sehr wohl bemerken müssen, wären sie überhaupt noch dazu fähig gewesen. Ueberall taten sich weitere Fenster auf, von allen Seiten rief's: „Geh nicht! Geh nicht!� Seit langem war das Dorf wie ausge- starben: nun erstand es wieder von den Toten. Seit lange hatte drückend Schweigen auf ihm gelegen wie eine Steinplatte auf einem Grab: nun hob sich die Grabplatte. Und Stimmen tönten und Rufe: und war es wirklich nur Angst und Mitleid, oder steht gar die Hoffnung unter uns auf? Dann ist es freilich gut, wenn Marie weiter schreitet, rastlos und unerschrocken. Gentizon erblickt« sie zuerst. Lahre lag neben ihm und schlief: er stieß Labre mit der Schulter an. Beide setzten sich auf und sahen sie herannahen. Sie erkannten sie anfangs nicht. Gentizon sagt« einfach:„Roch eine!" Aber wie sie noch näher gekommen war: „Unglaublich," begann Gentizon wieder,„die Mari«! Di« Tochter von Lüde, du weißt doch? Seit der Zeit Hot man sie nicht mehr erblickt und ihn auch nicht." Dann mit cinemmal: „Potz Blitz! wie ist sie hübsch geworden!" Und so Hub die Geschichte an: Labre und Gentizon maßen sich gegenseitig: sie verstanden einander. Sie hatten bemerkt, sie waren zwei. Und sie waren sich im Wege. Aber einer hatte den anderen nötig. Ganz ollein hätten sie sich wirklich nicht aufrecht halten können. Sie mußten einander stützen. Auf diese Weise stemmten sie ein Knie auf den Boden: dann packten sie sich um den Leib. Dos brachte sie zum Lachen: aber was sie sich für nachher ver- sprachen, bracht« sie noch mehr zum Lachen: das sollte ihrer Luft die Krone aufsetzen. Da sah Marie die beiden langsam auf sich zukommen, und sie erschrak: denn die zwei waren sehr groß. Sie erschienen sehr groß, weil sie auf dem Dorplatz sich befanden. Hier gewahrt« Marie die zwei, und sie bemerkt« zuerst sie und dann erst den Platz. Die beiden waren in Wallung: sie streckten ihr« Arme aus. Sie wankten hin und her wie Bäum«, die von den Wurzeln nicht mehr gehalten werden. Sie öffneten lachend den Mund: sie hatten faule Zähne. Sie hatten rot« Augen mit Säckdn darunter. Und von neuem streckten sie Mar!« die Arm« entgegen und riefen:„Mach vorwärts! Seit langem erwartet man dich!.." Und da kam nun auch ein« Anwandlung von Unentschlossenheil über sie. Das war jenes Gebaren... Und di« anderen waren erwacht, hatten sich auch aufgesetzt, hatten sich ihr zugewendet: auch bei ihnen dieses Gebaren, die nämliche Bleichheit des Gesichts, das nämlich« Lachen. All« waren so, und sie war allein: aber all das hemmte sie nicht lange. Labre und Gentizon schrien Beifall. Nur sie zwei allein waren vorläufig aufgestanden, so viel Vorsprung hatten sie. Aber sie sahen «in, daß Eile not tat. Sie bog aus: di« beiden wandten sich nach der nämlichen Seit«. Sie wandte sich nach der anderen Seite: die zwei taten desgleichen. Sie machten größer« Schritte als sie gern mochten: mehrmals holten sie sie nicht ein. Inzwischen jedoch er- hoben sich die anderen, und waren ihrerseits nähergekommen. Sie riefen:.Laßt sie uns!" Labr« und Gentizon begriffen, daß kein« Zeit zu verüeren war. Gentizon nahm sich zusammen. Gentizon stellt« sich sprungbereit. Gentizon kollerte am Boden. Er mußte schlecht gezielt haben: das wunderte keinen, dacht« man, wenn man sah, in welchem Zustand er war. Labre folgt« ihm dicht auf den Fersen: man dacht«:„Er wird sie haben." Und «» schien, daß er gut gezielt habe. Was dann geschah, konnte man nicht begreifen: im Augenblick, da«r sie erreichen sollt«, war es, wie wenn er an eine Mauer geprallt wäre: Labre stürzte plötzlich auf den Rücken. Da hielten die anderen inne: alles war still auf dem Platz. Und in diesem Schweigen wurde der Lärm, der vom Dorfe her kam, von neuem vernommen. Ist es noch immer Furcht oder nurÄiitleid, oder gar Neugierde? Aber von Haus zu Haus, von Dach zu Dach, von Tür zu Tür, �n der Luft zugleich und auf der Erde, wie mit Flügels- und Fußes- eil« lief die gute Kunde in die Rund«: sie begannen wieder zu leben. Ist es wahr? Ist es wahr? Sie schieben nicht mehr di« Köpfe, den ganzen Leib schieben sie hinaus. Jedoch die Weiber auf dem Platze wurden wütend.„Der Meister, wo ist der Meister?" schrien sie.„Sie verhöhnt uns. Geht und holt ihn." Man hatte ihn noch nicht gesehen. Man brachte ihn herbei. Da war die weihe Mauer des Wirtshauses. Criblet stand in einem der Fenster und sagte:„Ich schau nur zu: mich geht die ganze Sache nichts an." Man hatte ihn rufen müssen, nun kam er herbei:«r schien weniger gut gelaunt zu sein als sonst. Er lächelte, aber es war «in erzwungenes Lächeln. Man hatte den Platz vor Marie frei gemacht.„Nun ist er da!... Nun wirft du schon..." Sie fing an. weiter zu gehen: und er kam gerade auf sie zu. Er ging nicht so rasch, wie es den Anschein hatte. Und da wurde auf ein- mal die Haut an seinen Händen, seinem Hals und seinem Gesicht schloff, zog immer mehr Falten, hing mürbe um ihn herum wie «in Gewand, da» abfallen will. Marie vor still gestanden. Auch er hielt an: st« schauten sich ins Gesicht. Dann hob Mari« die Hand und schlug das Zeichen des Kreuzes: das wahre. Und dann dröhnt««in Donnerschlag. Man erzählt« nachher, daß ein blendender roter Schein den Himmel üb«rstrahlte, die Erde begann zu beben, die Häuser neigten sich so sehr, daß man fürchtet«, si« stürzten zusammen:— und dann, erzählt« man, war es aus. Das dauert« olles weniger Zeit, als man brauchte, es wahr- zunehmen:— und dann war es au», und sie schauten hin und konnten es zuerst nicht glaub«. CopxriKkt djr Orell Füßli, Zürich Sie schauten aus den Fenstern, si« sahen«in Dorf, das neu und frisch bemalt erstanden war unter einem endlich wieder blauen Himmel,— dos Dorf, wie es einst war. aber schöner als je, frisch und neu und wacker anzusehen, wie wenn es sein Sonntagskleid angelegt hätte. Und sie begriffen, wenn auch spät: aber zu spät ist es nie. Sie dachten:„Das war siel" und alle standen auf und kamen herbei. Sie standen auf von den Toten, sie kamen durch alle Straßen. Einige konnten nicht gehen; dies« trug man. Einig« hotten sich Krücken gemacht aus Brettern, ander« schleppten sich auf den Knien. Und schon begannen di« Krankheiten, di« auf ihnen gelostet hatten, abzufallen. Wie ihre Häuser wurden auch ihre Leiber wieder neu und frisch. Wer krumm gebeugt war, wurde wieder schlank und gerade. Wer ein Krüppel und mißgestaltet war, hörte auf, es zu fein. Di« gräßlichen Zeichen auf den Gesichtern: Flechten, schwarze Geschwür«, offen« Wunden, alles verschwand. Sie boten dem Tag unentstellte, helle Gesichter; sie tranken das Licht mit reinen Augen. Sie waren jedoch sehr überrascht, keinen Menschen auf dem Platze zu finden, nicht einmal die Leichname, die sie dort zu finden glaubten. Da war ein vollkommen leerer Platz, völlig sauber und in bester Ordnung. Ohne Zweifel: di« Erde hatte, als sie sich öffnet«, alles verschluckt. Und zuerst verwunderten sie sich darüber sehr, daß der Platz so leer war: aber noch mehr staunten sie darüber, daß jene, die sie suchten, auch nicht mehr da war. Denn ihr entgegen strömten alle. Aber umsonst suchten sie, um- sonst fragten sie«inander:„Und sie?" Kein Mensch hatte sie ge- sehen. Und sie begannen eine große Leere in sich zu fühlen und eine groß« Unruhe, wie wenn sie von neuem ohne Schutz wären. Sie achteten kaum aus die alte, mit neuen Blättern bekleidete Lind«, auf den herrlich weißen, funkelnden Kirchturm, auf die zu- rückgekehrten Tauben, die wie vordem auf dem Rand der Dächer ihre Federn glätteten. Sie wollten schon heimgehen. Und Zweifel- los hätten sie es getan; aber plötzlich schrie jemand:„Da ist sie!" und alles war vergessen. Und olle drängten wieder nach der Rich- tung, wo si« erschien, einer kleinen Gaste, die zu ihrem Heim führte. Sie stießen einander, sie umringten sie, sie hätten mit ihr sprechen mögen: sie tonnten es nicht. Dann aber wenigstens, nicht wahr? bei ihr sein, wenigstens sie sehen, sie berühren. Aber was gab es nun von neuem? Jetzt schien sie voller Un« ruhe zu sein: sie schob alle zur Seite und sprach mit Ungeduld: „Laßt mich, laßt mich...!" Und sie setzte ihren Weg fort und hielt sich die anderen vom Leibe. Dann, als ob sie ein letztes Mittel versucht«, freilich ohne starkes Zutrauen: „Und khr, seid ihr ihm nicht begegrtet...? Sagt, hadt ihr ihn nicht gesehen? Ich wollte ihn zu Hause suchen.. Sie hielt inne.„Er war nicht dort." Sie hotten sich auf die Knie niedergeworfen: die Frauen küßten den Saum ihres Gewandes. Ach, daß er es noch immer nicht wagte! Er'Hielt sich immer noch verborgen. Selbst jetzt, wo olles auflebte, wo allen verziehen war. und klar leuchtend diese Verzeihung über ihm in die Luft ge- schreiben war, in schönen Farben in der ganzen Luft, wagte er immer noch nicht zu kommen und dachte: „Selbst wenn olle die Gnade verdient hoben: ich verdiene sie nicht." Er mußte zuerst entdeckt werden; man mußte ihn herbeiführen. Er brach zusammen, das Gesicht auf die Erde gepreßt. Und Marie:„Bist du's?" „Voter, Vater! Bist du's...?" Er gab keine Antwort. Man vernahm sein Schluchzen. Er barg den Kopf in die Hände. Sie mußte ihn an sich drücken; sie zog seine Hände an sich. Aber im selben Augenblick hob die große Marie-Madeleine im Glockenturm von selbst zu klingen an. Niemand war hinauf- gestiegen: sie brandete von selbst durch die Luft. Und all die kleinen Glocken schwangen sich auf als ihr Gefolge. So lange hatte keine Glocke mehr geklungen. Und jetzt sangen sie aus eigenem Antrieb, an ihrer Spitze die große, und die kleinen folgten ihr, und alle zog es hinaus zu den Höhen. Sie hotte ihn emporgerichtet, und sogleich, wie er aufrecht stand: „Komm jetzt. Vater: sie wird uns erwarten." Er hatte ja gesagt: er wagte es jetzt. Aber schon«Wen die Glocken dahin, wie um ihnen den Weg zu zeigen, und sie zogen ihnen voraus. Da waren die Glocken, und da war Marie und ihr Dater: und da war das gaiize Dorf, das folgte. Auch das Dorf machte sich auf wie in einer Prozession, ober nicht wie die frühere gewesen war: ruhig und voll Vertrauen war sie, und große Herzensmild« erfüllte alle, trotz ihrem Schmerz und ihrer Trauer. Nicht zahlreich jetzt, viel weniger zahlreich als ehe- dem waren sie: aber ihre Leiden waren vergesten, Wie wenn sie wahrhastig gestorben und nun auferstanden wären. Der Amtmann an der Spitze, unmittelbar darauf Communier und der alte Iean-Pierre, immer betend. Sie sahen die Wiesen neu aufblühen, sie gingen zu Seiten des Weiher», der Himmel lag im Weiher. Die Felsen blitzten wie Standarten. Einige breiteten die Arm« aus, und si« waren wie Kreuze an- zusehen, mit ihren erhobenen, ausgestreckten Armen. Alle, die sich hier zusammenfanden, waren voll großer Freude: selbst Joseph Amphion, denn eben hatte er, als er die Augen hob, am Himmel jene zu schauen vermeint, di« er verloren hatte und die ihm nun zulächelte. Das geschah, als sie gerade beim Walde anlangten: es war, wie wenn ein Säulensaol, in herrlichen Farben bemalt, sich vor ihnen aufgetan hätte. Er aber sah, als er die Augen hob, ihr Bild über den Bäumen, wie es hoch im Blau wie ein anderes Stück des Blau dahinschwebte. Dergestalt war ihre Freude gewachsen, daß sie, wie sie bei der Kirche vorbeizogen, nicht einmal den armen Lhote bemerkten: er ollein von allen war verschont geblieben, well er reinen Herzens gefrevelt hatte. Er war in einem Winkel zusammengesunken und vergrub den Kopf in seinem Arm. Und erst im nächsten Winter fand man den Pfarrer: er hatte sich unter den tiefhängenden Aesten einer Lärche erhängt. Und Augen hatte er kein« mehr; denn die Raben hatten sie ihm aus- gehackt. WAS DER TAG BRINGT. Das„Kamel" als Naturschutzgebiet. Eine merkwürdig« fzelsgruppe, die nach ihrer Gestalt„Das groß« Kamel" heißt, ist jetzt zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Die Felsgruppe befindet sich auf dem Langenbergs in der Gemarkung Westerhausen in dem Regierungsbezirk Magdeburg. Es ist verboten, „die Felder innerhalb des Naturschutzgebietes zu beschädigen und zu verunzieren. Insbesondere ist untersagt, jede auf das Gewinnen von Bodenbestandtellen gerichtete Tätigkeit, wi« das Abschlagen von Gestein, die Vornahme von Sprengungen, Ausgrabungen usw." Der Affe bringt es an den Tag. Wie überall im Bereich biologischer Forschung gibt es auch im physiologischen Institut«iner mitteldeutschen Universität Versuchstiere. Aus irgendwelchen Gründen war ein kleiner Äff« von seinem Schicksal verschont worden, und wurde nun, von den Mitgliedern d«s Instituts verwöhnt, in einem der Arbeitsräume einigermaßen komfortabel am Leben und bei guter Laune«rhalten. Es gab auch noch ein anderes, weniger beliebtes Ueberbleibfel aus einem früheren Regime im Institut in der P«rson eines ältlichen Fräuleins, Tochter eines verdienten hohen Iustizbeamten, deren Hochmut im umge- kehrten Verhältnis zur Bedeutung der Arbeiten stand, mit denen man sie anstandshalber beschäftigte. Das Institut mußte natürlich sparen, und so war auf dem stillen Oertchen die Notdurft auf sorgfältig geschnittene Bogen Zeitungs- papier angewiesen, was dem Hochstand der wissenschaftlichen Arbeit nicht weiter abträglich zu sein schien. Doch gab es ab und zu groß- mütige Spenden von hygienischeren Behelfen in Form der beliebten Papierrollen. Auffällig war, daß diese immer besonders rasch ver- braucht waren. Das Aeffchen war fast immer vergnügt: wenn die erwähnte Dam« sich jedoch herbeiließ, ihm etwas Aufmerksamkeit zu schenken, wurde es leicht mihlaunig. Es schien instinktiv zu erfassen, daß es in diesem sauersüßen Gemüt keine echte Freude mehr geben konnte. Einmal aber schien der kleine Hylobates ihrer dürren Freundlichkeit Interesie entgegenzubringen und ließ es geschehen, daß sie ihis streichelte, nahm sogar eine Näscherei von ihr an. Der Vorfall fand bei den Mitgliedern des Instituts Beachtung und damit einige Zuschauer. Die von dem ihr sonst spröden allge- meinen Liebling also Ausgezeichnet« wandt« sich stolz erhobenen Hauptes zum Gehen: das Aeffchen griff, von ihr unbemerkt, in eine Tasche ihres Arbeitsmantels, wohl um einen noch vermuteten Rest der Näscherei zu fassen. Es fand aber keine Süßigkeiten mehr; doch während die Dame sich entfernte, rollte sich, in der allen bekannten Qualität, ein immer längerer Streifen de» Papier, für unaussprech- liche Zwecke aus ihrer Tasche ob, gleichsam wi« der Ariadnefaden zum geheimnisvollen Innern ihres SeelenlabyrintHs. Nikolaus I und die Republik. Kaiser Nikolaus L von Rußland, der bekanntlich auch übel das Preußen Friedrich Wilhelms IV. fein« gefürchtet« Knute schwang, war zweifellos der größte und unbarmherzigst« Autokrat des ver- gangenen Jahrhunderts. Txotzdem er jede freiheitliche Regung nicht nur im eigenen Lande mit brutaler Härte niedertrat, sondern auch seinen königlich preußischen Schwager gegen die liberalen und sozialen •rnniainmMmmiunmnimiiiiiiiiHiiinmMiuiimniiniiiiininiimimimwninumiimD Ideen der Zeit noch schärfer zu machen verstand, als dieser es ohnehin schon war, und seine Kosaken 1849 zur Unterdrückung der Freiheitskämpfe noch Ungarn sandte, war doch sein« Vorliebe für republikanische Einrichtungen so groß, daß er gelegentlich äußerte, als Privatmann mit feiner Familie am liebsten in einer Republik wohnen zu wollen. Bei dem hinlänglich bekannten Eharakter Nikolaus I. würde man an der Echtheit dieser Aeußerung zweifeln müssen, wenn sie nicht von dem besten Kenner russischer Geschichte in Deutschland, dem verstorbenen Berliner Unwersitätsprofeflor Theodor Schiemann, der bekanntlich auch Wllhelm II. nahestand, in einer Lebensbeschreibung des Zaren mllgetellt würde. Wie Schie- mann schreibt, sagte der Zar gelegentlich in vertrautem Kreis«:„Ich verstehe das monarchisch« und das republikanische Regierungssystem. Wenn ich als Privatmann einen Aufenthaltsort zu wählen hätte, würde ich für mich und meine Familie eine Republik vorziehen, denn ich glaub«, daß es diejenige Regierungsform ist, welche die größte Bürgschaft für die persönliche Freiheit bietet." Ein Theater mit vier Bühnen. Das von Henri de Rothschild in Paris erbaut«„Theater Pigolle", das im Oktober mit einem von Sacha Guitry verfaßten Stück aus der französischen Geschicht« eröffnet wird, enchält alle nur erdenklichen mechanischen Vorrichtungen, die die moderne Bühnentechnik ersonnen hat. Statt einer Bühne gibt es hier vier Bühnen, di« wie ein Auszug verschwinden und wieder erscheinen können. Durch«inen Mechanismus, den«in einziger Mann bedient, kann jode dieser Bühnen in 30 Sekunden herabgelasien werden. Zahlreiche Be- leuchtungsvorrichwngen sind an der Decke und den einzelnen Säulen angebracht, so daß di« Bühne in beständig wechselnde Farben getaucht werden kann. Die Dentilationsvorrichtungen sind so aus- gezeichnet, daß die Luft achtmal in einer Stunde durch frische ersetzt werden kann. Anekdote von Rostopschin. Einmal fragte Zar Paul den Grafen Rostopschin, ob«s wahr sei. daß er von Dschingis-Chan abstamme und wie es käme, daß er, falls es wahr sei, nicht den Fürstentitel besäße. „Majestät," antwortete der Graf,„als mein Ahnherr nach Ruß- lond gerufen wurde, war gerade Winter." Alles horchte auf, was sollte das? Erlaubt« sich Rostopschin «inen Scherz mtt dem Zaren? Auch Zar Paul blickte den Grasen erstaunt an: „Was soll das heißen? Was hat der Winter in oller Welt mtt meiner Frage zu tun?" „Sehr viel Majestät." erwiderte Rostopschin,„als mein Ahn damals nach Rußland gerufen wurde, ließ ihm der Chan von Ruß- land die Wahl zwischen einem Fürstentttel und einem warmen Zobelpelz, und da gerade, wie gesagt, Winter war, war meinem Ahn«in wirklich«? Pelz mehr wert al» ein fürstliches Wappen mtt gemallem Zobelpelz: daher wählte er jenen und ich bin Graf Rostopschin." Mit einem höhnischen Seitenblick auf die Fürsten im Gefolge des Zaren, die fast alle fein« Feinde'waren, verneigte sich Rostop- schin vor dem Zaren und stellte sich wieder aus seineu Platz.
Lernt schwimmen... Unterricht im Schwimmen und Rettungsdienst in den Schulen. 3m ,?tbfnfc" vom 2. Juli brachten mit unter dieser Ueberschritt bereits einleitende Ausfllbrungen eines auf dem Gebiet des Schul- fchwimmunterrichts bauptamtlich tätigen Kommunalbeamten. Heute schreibt er uns ,u dem Tbema: Der Schulschwimmunterricht soll dazu dienen, möglichst alle Schüler zu Dauer- und Rettungsschwimmen! zu jördern: Wettschwimmen, Schwimmfeste, rein sportliche Weiter- bildung sind nicht Aufgabe des knapp bemessenen Schulschwimmunter- richts, sondern der Schwimmvereine. In welchen Schwimmarten soll nun das Schulkind unterrichtet werden? Brust- und Rücken- schwimmen sind die notwendigen und ausreichenden Schwimmarten. Der augenblicklich moderne Crawlstil ist wohl für das Wett- schwimmen besonders gut geeignet, nicht aber für den Schulschwimm- Unterricht. Dos Kind soll sich ohne große Anstrengung möglichst lange über Wasser halten, um sich selbst aus Gefahr retten zu können und auch, um einen frohen Genuß am Schwimmen zu haben, chierzu ist Brust- und Rückenschwimmen der gegebene Schwimmstil. Dann soll der Schwimmschüler lernen, einen anderen Menschen ans der Ertrinkungsgefahr zu retten. Mit den Schwimmbewegungen des Crawlstils ist es einfach un- möglich, einen anderen Menschen im Wasser zu transportieren. Hierzu sind die Beinbewegungen erforderlich, die der Schüler beim Brust, und Rückenschwimmen erlernt. Zu guter Letzt soll die g e- sundheitliche Entwicklung der Kinder beim Schulschwimmen gefördert werden. Durch das ge- beugte Sitzen in der Schulbank und besonders bei den häuslichen Schularbeiten werden die Rücken- und Halswirbel dauernd nach vorn gebogen und der Brustkorb zusammengedrückt. Das Brust- schwimmen übt die allerbeste Gegenwirkung aus. Hierbei müssen Mund und Rase hoch aus dem Wasser gehoben und die Hals, und Rückenwirbel zurückgebogen werden: der Brustkorb wird frei. Der Brustkgrb und die Lungen sollen beim Schwimmen geweitet werden. Strecke deine beiden Arme noch vorn, die Hände dicht zusammen. Run führe die Arme in Schulterhöhe seitwärts und atme hierbei tief ein. Das ist die Bewegung und Einatmung beim Brust- schwimmen. Die Brust ist frei und gestattet eine tiefe Atmung. Und nun das andere Experiment. Hebe den rechten Arm hoch, halte die linke Hand beim linken Oberschenkel, drehe den Kopf möglichst weit nach links und versuche tief einzuatmen. Das ist die Bewe- gung und Atmung beim Crawlstil. Die Brustmuskulatur ist ange- spannt, der Brustkorb beengt, die Atmung behindert. Diese beiden praktischen Hebungen beweisen mehr ot« alle theoretischen Erörterungen. welcher Schwimnistil für den Schulschwimmunterricht geeignet ist. Die Krüppelfürsorge und die Schulärzte schicken viele der von ihnen betreuten Kinder zum Unterricht im Brustschwimmen, weil er besser wirkt als das Sonderturnen. Es gibt starke Verfechter des gänzlich gerätelosen Schwimmunterrichts. Für eine schnelle Mossenaus- bildung sind die feststehenden Angeln und die Korkgürtel die besten Hilfsmittel und es wäre töricht, sie nicht anzuwenden, wenn Ge- legenheit dazu vorhanden ist. Der Erfolg entscheidet! Bon all den „. vielen für den Schwimmunterricht angepriesenen Spielereien hat �„.noch keine einen größeren Erfolg aufzuweisen als di« alterprobte Auebildungsmethode, die nur durch bewegliche Angeln und schlechte Schwimmlehrer in Berruf gekommen ist. Wenn die Stadt die Schwimmausbildung der Schulkinder über- nimmt, dann ist es ihre erste Pflicht, für die Sicherheit der Schwimmschüler Sorge zu tragen. Hierbei sind einige Punkte be- sonders zu berücksichtigen. Die körperliche Eignung des Kindes wird vor Beginn des Schwimmunterrichts durch den Schularzt festgestellt. Außerdem muß aber auch durch die Behörde noch das Alter und die Körpergröße der Schüler in der Schwimmklasse berücksichtigt werden. Die Schwimmschüler müsien durchschnittlich mindestens so groß sein, daß sie an allen Stellen des Nichtschwimmerbeckens noch sicher und ungefährdet stehen können. Einzelne Ausnahmen können wohl be- rllckfichtigt werden, aber es bleibt zu bedenken, daß Klasienunterricht zugleich Massenunterricht ist. In dem Bestreben, die Kinder möglichst frühzeitig zu Schwimmern zu machen, wurden die 3. Klassen(1l. bis 12. Lebensjahr) zum Schwimmunterricht herangezogen. Die Durch- schnittsgröße war 1,29 Meter, das Nichtschwimmerbecken aber bis 1,39 Meter tief, so daß der Schwimmlehrer oft einen Schüler aus dem Nichtschwimmerbassin„retten" mußte, weil dieser beim Ueben den Boden unter den Füßen verlor. Die Nichtschwimmerbecken flacher zu machen ist nicht angängig, weil sonst die größeren Schwimmschüler beim Ueben die Knie auf den Boden aufschlagen. Auch ginge den Schwimmern und den Schwimmoereinen hierdurch ein großer Teil des Beckens verloren. Es ist deshalb notwendig, einstweilen die 2. Klassen zum Schwimmunterricht heranzuziehen (12. bis 13. Lebensjahr), bis einmal ein größeres Geschlecht heran- wächst. Auch der Ministerialerlaß vom 3. Mai 1924 hat das 12. Lebensjahr als unterste Grenze festgesetzt. Sehr gefährlich ist es, die Schwimmbecken während des Unterrichts mit Kindern zu über- füllen. Es dürfen nur soviel Kinder gleichzeitig im Wasser sein, als der den Unter- richt leitende Schwimmlehrer beaufsichtigen kann, ganz besonders in der ersten Zeit, wenn die Anfänger noch sehr unsicher sind. Die gegebene Schwimmeinheit ist die Schulklasse. Es darf immer nur eine Schulklasse von 2S bis 45 Kindern in der Schwimmhalle anwesend und hiervon etwa die Hälfte im Wasser sein. Der hauptamtliche Schwimmlehrer und der Klassenlehrer teilen sich in den Schwimmdienst, Ausbildung der Nichtschwimmer am Gerät und Im Nichtschwimmerbecken, Weiterbildung der schwachen Schwimmer im tiefen Wasser und Beaufsichtigung der übrigen Kinder. Den Schulschwimmunterricht soll immer ein Lehrer Haupt- amtlich erteilen, damit die Kinder von einem erfahrenen Schwimmfachmann nach pädagogischen Grundsätzen behandelt werden. Für den hauptamtlichen, möglichst wechselnden Lehrer sprechen folgende Gründe: 1. Die Sicherheit der Kinder ist nur dann gewährleistet, wenn ein nach staatlichen Grundsätzen im Tauchen und Retten geprüfter Schwimmlehrer den Unterricht erteilt. Eine verantwortungs- bewußte Anstaltsleitung dürste in ihrem Stadtbad keine anderen Lehrkräfte zulassen. 2. Der Schulschwimmunterricht darf nicht davon abhängen, ob ihn der Klassen- oder Turnlehrer erteilen kann oder will. 3. Es soll nicht bei jeder Klasse ein anderer Schwimmlehrer auf Kosten der Kinder und des Erfolges von neuem Ersahrungen sammeln, die ein Massenschwimmunterricht erfordert. 4. Der ständige Schwimmlehrer verbürgt ein besseres- Zusammenarbeiten zwischen Schule, Badeanstalt und Badegästen. 5. Aus pädagogischen Gründen soll der Klassenlehrer beim Schwimmunterricht immer anwesend sein, auch wenn er selbst keinen Unterricht erteilt. Die Schwimmgeröte(Angeln, Leinen, Gurte, Korkgürtel usw.) müssen von der Badeanstalt in ausreichendem Maße gestellt, fach- männisch geprüft und instandgehalten werden. Schulschwimmunter- richt in dieser Art und nach diesen Grundsätzen erteilt, wird die größten Erfolge haben. Die Praxis im Bezirk Friedrichshain bei- spielsweise hat das bewiesen. -Arhciter�VasserhulL Spandau 6: 2 geschlagen. Am Sonnabend standen sich zum letzten Uebungsspiel die Nü r nbe rg» M a nnf chas t und Spandau gegenüber. Während am Donnerstag dos Spiel unentschieden(3: 3) endete, gewann diesmal die Nürnberg-Mannschaft 6: 2. Bei Spandau spielte für den beruflich verhinderten Mittelstürmer der Charlotten- burger Mittelstürmer, der diesen Platz gut ausfüllte. Die Spielzeit betrug diesmal% Stunde. Kurz noch dem Anwurf gelingt es dem rechten Stürmer der Nürnberg-Monnschost. das erste Tor zu er- zielen Spandau wirft jetzt an, gibt den Ball zurück zur Berteidi- gimg. diese gibt eine fein« Vorlage für den Mittelstürmer. Der Berbindungsmann der Nürnberg-Mannschaft beachtet dies nicht und läßt den Mittelstürmer an sich vorbei gehen, der von dem linken Verteidiger der Nürnberg-Mannschaft angegriffen wird. Der Ball kommt jetzt zu dem fteigewordenen rechten Stürmer Spandaus, der kann auch ausgleicht. Es steht 1:1. Bis zur Pause gelingt es keiner Mannschaft, ein Tor zu erzielen. Nach Wiederbeginn legt sich die Nürnberg-Mannschaft mächtig ins Zeug. Ein schöner Schuß de- rechten Stürmers wird von dein Spandauer Torwächter in» Feld zurückgeschlagen. Der Mittelstürmer der Nürnberg-Mannschaft er- hält den Ball, dessen Nachschub der Spandauer Torwächter vergeblich abzuwehren versucht. Der Berbindungsmann der Nürnberg- Mannschaft kommt gut mit dem Ball nach vorn, er wird angegriffen und gibt den Ball zum rechten Stürmer, der zum 3: emschießt. Der Amvurs der Spandauer wird abgefangen; der Ball geht wieder vors Tor der Spandauer. Die Stürmer stehen dicht zusammen, und aus dem Gedränge heraus kann der Mittelstürmer durch Rückhand- schuß das Resultat auf 4: 1 stellen. Jetzt wird Spandau energischer und kommt wiederholt vor das Tor der Nürnberger. Der linke Stürmer Spandaus erhält freistehend den Ball und sendet un- haltbar ein. Den Außenstürmern der Nllrirberg-Mannschaft gelingt es. noch je einmal erfolgreich zu fein, und so endet das Spiel mit k: 2 Toren für die Nürnberg-Mannschaft. Die Spandauer hatten in dem Torwächter und der Berteidigung den besten Mannschafts- teil, während die Nürnberg-Mannschaft auf allen Posten gut besetzt war. Die Nürnberg-Mannschaft hat bewiesen, daß sie gut zusammen- gestellt ist, dos Tempo gut durchhalt, und sie wird sicher den l. Kreis in Nürnberg würdig vertreten. Sdilu£k&mpfe im Freien Kcglcrband- Durch hie im Keglorhaim Neubabelsberg stottge- fundenen Kämpfe um die Cinzslmeisterfchaften bzw. um die Zugehörig- keit zu den Riegen chat der Wettstreit im Gau Berlin des FKBD. fein Ziel erreicht. Nachstehend folgen die Endergebnisse: Klubmelster. ichaften: Gau l Gruppe A; Gaswerke I(Gaumeisterllub 1929) 5379, Gut Sport 535tz, Einer Steht 5338. Bester Kegler: Hubert 1107 Holz. Grupp, v: Gemütlicher Stamm(Siegerklub 29) 5331 Beste Kegler: Rötel und Lerche mit fe 1085 Holz. Gruppe C: Gr. Berlin(Sieger- klub 29) 5088. Bester Kegler: M. Burchardt 1060 Holz. Gau II. Gruppe A: Olympia(Gaumeisterklub 1929) 5438, Harmonia 5369, Lorbas 5341. Bester Kegler: 3. Wieland 1102 Holz. Gruppe B; •Schöneberg Südwest(Siegerklub 1929) 5255. Bester Kegler: Bettln 1098 Hol). Gruppe C: Dundestreue(Siegerklub 1929) 5125. Bester Kegler: Blankenburg 1068 Holz. Einzelmeifterschajten: Gau I. Riege: Herzog(Gaumeister 1929) 1092, Schnötke 1088, Krupkc 1083, Rich. Peter 1080, Grosse 1070. Babka 1070, Franz Ullrich 1065, Manns 1065, Höhne 1063, W. Brodmann 1062. Ersatz: Hubert 1062 und Hillebrand 1061 Holz. Gau II: Riege: W. Pürschel(Gaumesster 1929) 1126, N. Hoffmann 1124, Kollath 1120, F. Richter 1116, Berg 1114, M. Behrens 1114, O. Wothge 1110, Krasemann 1108, Ryschkowky 1107, Hübner 1106. Ersatz: Kolossnski 1099 und Criewitz 1092 Holz. Z-Stundeii-R.eimen auf der Rüff- Arena am Freitagabend verspricht infolge der guten Besetzung ein spart- liches Ereignis allerersten Ranges zu werden. Da ist zuerst das Berliner Debüt der Pariser Sechstagesieger Raynaud-Dayen. Die Fran.zofen stoßen auf eine Gegnerschaft, wie sie ihnen wohl nur selten entgegengestellt worden ist. Nicht weniger als der Start von Raynaud-Dayen interessiert das Wiedererscheinen des gerade auf der Rütt-Arena früher so populären Tonani, der beim Stettiner 24-Stunden-Rennen ge, zeigt hat, welch immer noch großer Fahrer in ihm steckt. Da sind aber auch noch die sieggewohnten Belgier Charlier-Duray, da ist noch der stA>'e Wiesbadener Schön, der endlich einmal in dem„cleveren" ui» zähen Spezialisten D e w o l s (Bechen) einen Partner Hot, mit dem er gewinnen kann, da sind Kroll-Miethe, die ihre Vorrangstellung auf der Rütt-Arena behaupten wollen, da sind— nicht zu vergessen— die gefürchteten Westdeutschen Goebcl-Hürtgen, da ist die neu- erscklchsige Sechstagemannschast Tietz-Kroschel und da sind die ehrgeizigen Lehmann-Wissel. Spcvaczck besiegt Ncström. Berliner Meisterschaft im Ringen. Die Berufsringkämpfe im Wilmcrsdorser Viktoria- Garten. um den Titel eines Berliner Meisters, nähern sich ihrem Ende. Gestern fielen bereits einige fiir die Schlußkämpfe sehr wichtige Entscheidungen.. Der Entscheidungskamps der beiden großen— bisher noch un- besiegten— Giganten der Matte, des Tschechen Spevaczek gegen den Finnländer Reström, hatte eine sehr stattliche Zuschauerschar angelockt. Diese zwei der schwersten und stärksten Ringer begannen — etwas nervös— den wichtigsten Kampf in diesem Wettstreit mit äußerster Erbitterung. Der erste Gang wurde von beiden fast ansschließlich im Stand ausgetragen. Der Tscheche glänzte bald wieder durch einige unerhörte Grobheiten, die nur zum Teil durch sein hitzigeä Temperament zu entschuldigen sind Reström zeigte sich einmal von seiner besten Seite: er führte den Kampfs ganz überlegen in all seinen Phasen. Spevaczek, durch sein« Körper- tonstvüttivn etwas im Nachteil, wurde bald ganz in die Derteidi- aung gedrängt. Aus der es dem Tschechen doch glückte, durch eine schnelle Armrollade den schon siegessicheren Reström zu überraschen. Rinazeft: 1 Stunde 9 Minuten. Mit diesem Sieg sicherte sich der massige Tschech« den ersten Platz in der Liste der Anwärter auf den Titel eines Berliner Meisters. Der schnelle Cstländer Renter erlag dem jungen und starken Sachsen Marunke in der 16. Minute durch einen schönen Heber- griff von vorn. Das interessante Tressen Pogrzeba-Oberschlesien gegen Kockchanski-Köln, trennte die eintretende'schlußstunde nach 50 Minuten Kampfdouer. Heute ringen Grumvoid— Voigt. Nestrow— Hansen- Esch. Marunke— Spevaczek und Moebus— van den Dorn. 1 Theater,$ � Lichtspiele usw. Dienstag, 16. 7. Slaats-Oper Unter d. Linden R.-S. 14 20 Uhr Andrä Chenier Staals-Oper Am Pl.d.Republ. A.-V. 33 IWa Uhr HöltDiaODI ErzäblDDgen Dienstag, 16. 7. Stadl Oper Bismarckstr. eefcMossan StatlMansph. am eudumtnmarld GeidilotUDl Staat). Sebil�Tiieater.Cliarltli. Geschlossen. 8 Uhr Barb. 9256 Bomh Minevitich't Elf amerikanische Vagabunden usw. Pia Aza I Tägl. 8>i.«IS Sonnt. 2, S■ au *l.x. 8066 INTERNAT. VARIETfi Heute Premiere Rose- Theater, Grobe Frankfurter Sir. 138. OarBenbtttam«: S.30 Uhri Konzert u. Gr. Varietä-Vorstellg. 8,15 Uhr: Gräfin Mariza Große Operette von Kälman Im laaeaibeater: Täglich 8.15 Uhr: „OEAF" Tragödie eine. Sportler. VolKsbttbne riiitn inBllevpltli SV» Uhr Benin, wie es weint u. lacht D.I. Norden 12310 SO, Ende gegen 11 Die Fledermans Musikv.Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer Die Komödie J I Bisinck.24H/7S16 S'/t, Ende geg. lO'MJ Reporter 3 Akte v. Ben Hecht und Mac Arthur Regie: latus HllparL TheaL d. Westens Täglich SV. Uhr Sonntag 3Vt u. SV. Franz Lehar. Wellerfolg! Friederike Lotte Carola, Willy Thunis, Telephon Steiriplaö 0931 u. 5121 Samowskf-BlhDen Komödienhaus Norden 6304 Täglich 8*/» Uhr Rodizeitsrelse Sommerpreise! Luslspielhaus Täglich 8V. Uhr Revolution bei Stern's Rundfunkhörer halbe Preise. Netropoi-Tb. Tägl. 8V* Uhr Sonntags 3Vi n. SV. Blaubart Operette von Offenbach Kammersänger Salter lirehhoff Theater an Sthilibaoerdainni. Norden 1141 u.281 8V. Uhr Gruppe langer Sdiaa.pieler Revoife im Erzlehanoshans (Brasirahmus- besiuing) Partei- und Gewerk- schaftsmitgl. gegen ""orzeigungdcsMit- [liedsouches statt und 4 Mark nur 1 Mark ntaLan Roin.Tor Kottb.Str.6 Tägl. 8 Uhr Elite- Singer Inn PrugraBai Ab 17.-31. 7. Gastspiel der 9 Original Ulpilucr fntx-WBtter-sänaer Planeiarinm — am Zoo" tpB.q. iwAiaiftilr link B.5 BarbarossaSSTS. I6V< Uhr SterablMer da. Sammar. 18»,. Uhr Dar Sliittall 20V; U* Von* Pal tu Pal an Steraanhlmmal Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. 1 Mk.. Kinder 50 Pf. Mittw..- Erwachsene 50 Pf. Kinder 25 PI Berliner lllk-TrlO NaukSlln. WM Lah8*tr.74/7li 1. PERIEN-VOLKSTAG Eintritt 50 Ffennlc Kinder frei Voller Betrieb Brlllanl-FeuerwGrk I F MM KONZERT-KAFFEE' BAR TANZ-PALAST• KAßARE7r\ IMemmma v'tripdricAsfr. 06 yim fäahnho Winfer ★ Garten* • Dir• Zntr. 3819• RaoAti irtinti| Kampf i Schmollng-Paollno. Wundorknabe Concho und weitere VeHet6- Neuheiten, j Sommer-Garten-Theater Berliner Prater N 58. KasL-Allee 7-9. Tel. Hb. 2246 tasKßlel Snstil Beer, iigtal 111)88 ZarewMsda Operette von Franz Lehär Dazu der grehe Varteiilell. Anfang Konzert 4.30. Burleske u. Variete B Bkl. Optrtflt 8.38. lagen Doantniao iroBtr TolkHag. Jed. Mittw. KlRkerltSt i. Ttnasaug eeeeeeeeeieeeeeeeeee Relchshallen-Thaater AUabendlidi 8 Uhr Gastspiel der DrMflierVlRlorla-samiBr mit Ihrem v6llfg neuen Programm!— SommerprJ Dönhoff- Brettl: fSaal und Garten) I Varleiä i Konzert: Tana Adolf-Becker-Orchester PROGRAMM für die Zelt vom 16. bü 16. JuU Kl N O-T A F E L für die Zeit vom 16. bb 18. JoU ©oo Potsdamer Strafe 38 Die Liebe der Brüder Rott mit Olga Ttdiecfaowa Das Dorf der Sünde(6 Akte) Rheinstraljc 14 k�sTÄ) 0bs Teradtwondeoe Teilaaenl Abenteuer mit Carlo Aldiol Da. Weib de. QardUlen(7 Akte) Odeon, PobdamerSir.75 Da. Weib de. GardUlen Die weihen Reuen von Ravetuherg m. Diana Karenne u. Jack Treror Alexaaderstr. 39-40 (Passage) Die Dame in Sebwars mit Liane Haid, Marcell* Alban! Aof der Reeperbahn nadiia am t/tl Sensation mit Eddie Polo Turmsira�c 12 Verden (Das Heldentum zweier Völker) Jugendliche haben Zutritt ■ SchOnehorg M Alhambra Beg �Bj1Vsu Schöneberg. Haupts tr. 30 Schtckul, deine Wege aind wunderbar O, welche Laut, Soldat so Klo Bühncnschau Titania(ut. s�haSberg) Hauptstraße 49 Beginn ab 630 Uhr Rin-Tln-Tln.«bwenler Sieg Die Liebe der Betty Patterae» Nordwesten Welt-Kino Alt-Moabit 99 Herzblatt einer Matter Die Rache de. Araberfttniea Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 7 u. 9.15 U, S. ab 4 U. Der lästige Witwer mit Harry Lledtke Ein kleiner Vorsdiu� aof die Seligkeit ■«t.aiit«■ Titania-Palast Steglitz, SchloBstr.5, Ecke Gutsrnnthsstr. Rin-Tln-Tln. MUUonenbalaband Die 11 fache Witwe H; I{ Wochentags 630, 9 Uhr 1-A.I stg. 5, 7. 9 U- Stg. 3 U. J.-V. Hindenburgdamm 58a FrSaiein Fähnrich .... and abend, in. Maxim B&hnenMhaa ����Südwesten_�p FQm-Paiast Kammersäle Teltower Str. 1—4 Beginn 6 U Sündig und fög mit Anny Ondra Woahcncndcbcn mit Moniy Bank. M �Hariendor���g Vf A_ f J Marien dort er l la- Lal Lichtspiele Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr Jug.-V. Herzblut einer Mutte- Die schöne Spionir BObnenMhan Süden Tb. am Moritzplatz Beginn: W. ab 6.15 Uhr, Stg. ab 430 Uhr Abeniener mit Charlie Chaplin Zigennerblni unter Mitwirk, erster Opernsänger Südosten FUmeck Beginn; Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Der Herzeniphoiograph mit Harry Liedike Der Sohn der Taiga mit Len Cheney Gute ßöhnrn.chau Urania-Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brückt Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Stg. 2.45, 5. 7, 9 Uhr Nana, Sittenroman, mit W. Kraut Ein Lieb, ein Dieb, ein Warenhaas Primus-Palast Hermannplatz Die Rache des AraberfSnien Außerdem: FUmstadl Hollywood Auf der Bühne: Canova'. KOnlgspodel in ihren lebenden Bildern Elysium(fh�p�Li) Hasselwerderstraße 17 Abenieocr Im NachlexpreS mit Harry Plel Der Leibgar dbi BOhnen. chaa Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 205— 210 Die von der Scholle sind mit SteinrOck Dar fliegende Cowboy Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentg. ab 7 U, Sonntag ab 5 U. Wieder 2 Großfilme: Der Fürst der Abenteurer mit Novarro Ferner: I Das eigenartig« Lustspiel; Rasch da Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Wenn der welche Flieder wieder blüht Intern ailonale BübacoMhaa Große Revue: Meta altes Berlin Concordia-Palast Andreasstraße 54 Stürme mit Ulian GUh Luftpiraten mit Harry Plel Bühne: Ludwig Manfred Lommcl Fortuna-Tageskino Müllerstraße I2c Beg. 10 U. vorm. Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Welt- prodoktion Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LOckstraße 70 Die Paniherkoize mit Dolores del Rio O Mädchen Sachen Nachtquartier fiühnenMhaa Fr i edrichsrnlda 8.45, Kino Busch Befrs* s"hr Alt-Friedrichsfelde 3 Unfug der Liebe mit Jade Treror Da* Feldgericht von Gorllcc H Nordosten M »Elysium" Prenzlauer Allee 58— Film und Bühne Verdun (Das Heldentum zweier Völker) Pflicht and Liebe mit Ramon Novarro Nord an Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Das IndUchc Grabmal f. a. IL Teil In einer Vorstellung Collosscum F,lm-"d Bühnen« chaa Schönhauser Allee 123 Verdon fDas Heldentum zweier Völker) Gro$e Bühncnschaa Alhambra Müllerstrale, Ecke Seestraße Die keusche Kokotte mit Otto Gebühr Beiprogramm— BOhnenschaa Metro-Palast Chausseestraße 30 Erotik mit Olaf F|ord Wenn der veiHe Flieder wieder blüht Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 6 U., Stg 5 U. Stg. 3 U Jugendv. Wenn der weiche Flieder wieder blüht Das Weib des Gardisten „Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Dr. Mabose der Spieler I. u. II. Teil, zusammen BOhnenschaa Bürgergarten-Lichtsp. Hauptstraße 51 Simba, der König der Tiere Gr. Beiprogramm— Bühl Jugendliche haben Zutritt a, Alhambra" Badstraße 58 Der Sohn der Talgs m.lon Cheney Der Student von Prag Grochc Bühnen«chan Ballsdunicder- Lidüsp. Badstraße 16 Quartier Latin mit I. Pctroridi, C. Bonl Abenteurer-GmbH«, mit C Aldtal Große BOhnenschaa Humboldt-Theater Badstraße 16 Das Paradies der Liebe mit Monte Carlo Maclsie und die chinesische Trohe BOhnenschaa Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Abeniener mit Charlie Chaplin Berlin Ist richtig I Große Revue Palast-Theater Breite Straße 21 a Liehe mit Elisaheih Bergner Kultur und Wildnis Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Geliebte seine* Königs m. Lyn Mar* Zerbrochene Ehe mit Elga Brink Grochc BOhnen schau > Nledertchänhamnn M Film-Palast Blankenburger Straße 4 Dulderin Weib mit Marls Cords krauen, die man oft nicht grüchi