Nr. 35. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitulys Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. M Vorwärts 13. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Juferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " Dienstag, den 11. Februar 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: Prämien vorläufig bis 1897" auf 1,25 M. beließ. Gleich eine neue Maßregel, die zu einer weiteren Erhöhung des Die neue Liebesgabe. zeitig brachte der Abg. Prof. Paasche, der eifrige Vertreter Zuckerpreises im Inland führen wird. Die Zuckerproduktion der Zuckerfabrikanten, einen Gesezentwurf ein, der soll kontingentirt werden, d. h. wie schon beim Wer da hat, dem wird gegeben", tönnte als Motto höhere Prämien verlangte; im Landwirthschafts- Branntwein der Fall, wird die Neuanlage von Fabriken vor den neuen Gesezentwurf über die Zuckersteuer rath und in allen agrarischen Versammlungen erschwert, zum theil unmöglich gemacht, was zur Folge hat, kommen, der jetzt dem Reichstage zuging. Im Bundesrathe wurde für diesen Entwurf und für noch höhere Forderungen daß besonders diejenigen Bundesstaaten benachtheiligt sind, wurde er lange berathen und nur mit 36 gegen 21 Stimmen agitirt und nun ist der Bundesrath den Wünschen der die erst im Laufe der letzten Jahre zum Rübenbau überdurchgedrückt. Preußen, Sachsen, Hessen, Braunschweig, Buckerbarone nachgekommen. gingen; dieser war früher nur auf bestimmten BodenAnhalt und die thüringischen Staaten siegten über die- Natürlich zufrieden sind sie nicht; der Landwirth arten möglich, jetzt tönnte er es fast überall sein jenigen, die ihre Zuder fabrikanten durch den Gesetz- schaftsrath hat in diesen Tagen sich mit der Vorlage be-- die nationale" Wirthschaftspolitit will aber nur entwurf benachtheiligt sehen. Die Zucker konsumenten schäftigt und sie als unzureichend bezeichnet; vielleicht denen geben, die da haben. geben, die da haben. Ferner sollen die be= im Deutschen Reiche schädigt er überall auf das empfind- gelingt es der bekannten kleinen, aber einflußreichen stehenden Zuckerfabriken nur eine bestimmte, für jede lichste. Zwar könnten sie daran gewöhnt sein, denn das Partei" noch höhere, noch unverschämtere Zuckerliebesgaben Fabrik nach dem Durchschnitt der fünf letzten Jahre beDeutsche Reich hat die Zuckerfabrikanten stets auf Roften durchzusehen. messene Menge produziren dürfen, wenn sie nicht einen Zuder deutschen Zuckerkonsumenten, also der großen Volks- Natürlich sind die Zuckerbarone nothleidend". Was schlag zur Steuer eine Straffteuer von 1 M. für maffen, bevorzugt. Von 1873 bis 1889 galt ein Steuergesetz, in der kapitalistischen Wirthschaftsordnung eintreten muß, 100 Kilogramm zahlen will. Der Gesezentwurf setzt das das für den Zentner Zucker demjenigen, der ihn nach dem geschah: die Erhöhung der Prämien hatte eine Erhöhung gesammte Kontingent auf 1,4 Mill. Tonnen fest; die Ausland verkaufte, die Steuer zurückgewährte, welche der der Produktion zur Folge; immer größer wurden die Produktion des letzten Jahres betrug aber 1,7 Mill. Tonnen, Fabritant für 12/2 8entner Zuckerrüben gezahlt hatte. Fabriken, immer gewaltiger die Konkurrenz- und damit und wenn, wie ja die Zuckerfabrikanten hoffen, durch die Diese Steuerrückvergütung war ein außerordentlicher An- die Preisdrückerei. Dazu kam, daß das Ausland ebenfalls Erhöhung der Prämie die Ausfuhr steigt, so werden doch sporn zur Verbesserung der Technik geworden, so daß die dem bösen Beispiel Preußen- Deutschlands folgte, Ausfuhr- mindestens diese 1,7 Mill. Tonnen auch im nächsten Jahre Fabriten nicht aus 121, Zentner, sondern schon aus 8 bis prämien gewährte, dadurch ebenfalls künstlich die Pro- verbraucht. Es würden dann 0,3 Mill. Tonnen mit der 8,5 Zentner Rüben einen Zentner Zucker herstellten. Sie duttion steigerte und eine Ueberschwemmung des Weltmarktes Straffteuer von 1 M. produzirt werden und das würde bekamen also bei der Ausfuhr mehr Steuern zurückbezahlt, mit Zucker herbeiführte, den nun diejenigen zu billigsten wie beim Branntwein zur Folge haben, daß der Preis der als sie vorher dem Staat bezahlt hatten und zwar sind Preisen bekamen, die in der angenehmen Lage sich befanden, gesammten Produktion, soweit sie im Julande abin dieser Weise von 1873 bis 1889 nicht weniger als 308 nicht selber Zucker zu produziren, sondern ihn vom Aus- gesetzt wird, sich um 1 M. für 100 Kilogramm erhöht, die Millionen Mark an die Zuckerfabriken aus der Tasche lande zu kaufen. England und Amerika haben den deutschen wiederum der deutsche Konsument bezahlen muß. der Steuerzahler geschenkt worden. 1887 wurde die Rüben- Zucker billiger als wir im deutschen Zucker- Reiche erhalten; steuer von 1,70 m. auf 80 Pf. für 100kg herabgesetzt und eine wir müssen bis jetzt schon 9 Pf. für jedes Pfund Steuer Verbrauchsabgabe von 12 M. für 100 Kilogramm ein- bezahlen, der Engländer hat ihn steuerfrei und noch vergeführt, die versteckte Ausfuhrprämie dadurch vermindert. billigt um die Exportprämie von 1 Mart 25 Pf. für 100 1887/88 hatte der Gesammt Steuerertrag der Zucker- Kilogramm. fabrikation 118 Millionen Mark betragen, davon waren = ' Eine weitere Mehrausgabe wird ihm dadurch aufgebürdet, daß eine Betriebsabgabe erhoben werden soll, angeblich zu gunsten der kleinen und mittleren Betriebe gegenüber der Konkurrenz der großen, die Steuer ftaffelweise steigt. Der Erfolg nach dieser Richtung ist jedoch Die Folge davon ist, daß das englische Volk weit mehr zweifelhaft, denn die Großproduzenten werden, wie dies aber 1051/2 Millionen Mark als Exportprämie zu gunsten Bucker konsumirt als das deutsche, auf dessen Boden er er- bisher schon der Fall war, die kleineren trotzdem überder 391 Fabriken wieder verausgabt worden, so daß ein- zeugt wird! In Großbritannien werden auf den Kopf der flügeln. Sicherer ist, daß sich der Preis des sämmtlichen schließlich des Bolls für fremden Zucker nur 14,7 Millionen Bevölkerung 32 Kilogramm Zucker jährlich verbraucht, im Buckers um den Betrag der höchsten Staffel steigern wird, Mart in die Reichskasse flossen. Das Zuckersteuer- Gesetz Deutschen Reiche 8,8 Kilogramm! Anstatt daß nun die also ebenfalls um etwa 1 M. Nechnet man noch die Aus von 1887 hatte eine Steigerung der Einnahmen zur Folge; Gesetzgebung durch Beseitigung jeglicher Besteuerung des fuhrprämie von 4 M. hinzu, die ebenfalls preissteigernd fie betrugen 1891/92 143/2 Millionen Mark, aber nur Buckers dafür sorgt, daß der heimische Konsum wächst auf den Inlandzucker wirken muß, so kann sich der 72 Millionen Mart davon flossen in die Reichstaffe, der und dadurch die deutschen Zuckerfabriken ihr Produkt im deutsche Zuckerkonsument auf eine Preissteigerung Rest tam den Zuckerfabriken, die sich auf 406 vermehrt Inlande verkaufen können, soll abermals der deutsche von 10-12 Pfennigen für jedes Pfund hatten, zu gute. 1891 wollte Graf Caprivi diesen Buckerkonsum verringert werden! Denn das ist 3ucker gefaßt machen, so daß er denselben nicht nur wie hohen Exportprämien ein Ende machen; die Rüben- doch die naturgemäße Folge, wenn die Besteuerung des jetzt um 18 Pfennige, sondern um 28 bis steuer wurde aufgehoben, die Verbrauchsabgabe auf Buckers und dadurch sein Preis erhöht wird! Das Aus- 30 Pfennige pro Pfund theurer bezahlt, als das 18 Mart pro 100 Kilogramm erhöht, und eine land dagegen soll noch größere Vortheile wie bisher zu Ausland! Den Zuckerfabriken aber wird damit anstatt der offene Exportprämie eingeführt, welche bis 1. Auguft gewendet erhalten, da die Exportprämie erhöht und jetzigen Liebesgabe von 15 Millionen Mark eine solche 1895 1,25 Mart, dann bis 1897 1 Mark betragen dadurch der Zuckerpreis für das Ausland verbilligt von etwa 65-70 Millionen Mart gewährt, die und dann ganz fortfallen sollte. Selbst bei dieser werden soll. von den deutschen Zuckerkonsumenten gezahlt werden muß. verringerten Exportprämie würden bis 1897 an die etwa Das nennt sich nationale Wirthschaftspolitit"! Geschädigt werden durch das Gefeß in den Bezirken, 400 Buckerfabriken gegen 530 Millionen Mark Aus- Der neue Gefeßentwurf erhöht die Verbrauchs in denen neue Fabriken entstanden sein würden, was jetzt fuhr prämie gezahlt worden sein. abgabe für Zucker von 18 M. auf 24 M. für 100 Kilo nicht mehr möglich ist, die meist wirklich nothleidenden Doch wer den deutschen Unternehmern den natio- gramm, mithin wird dem deutschen Volte jedes Pfund kleinen Rübenbauer; den Vortheil haben die großen nalen" d. h. den auf Kosten der Nation gewonnenen Profit 3u der noch um 3 Pfennige Steuer ver Bucker- Attiengesellschaften, die ihren Aktionären hohe schädigt, muß büßen Graf Caprivi stürzte und seitdem theuert werden, so daß im ganzen jedes Pfund Dividenden und den Arbeitern erbärmliche Löhne wühlten die Zuderinteressenten, um wieder ein Gesetz zu 8uder mit 12 Pfennigen Steuer belegt zahlen. Denn ,, wer da hat, dem wird gegeben, und bekommen, das ihnen die Taschen voller füllt. Im Mai ist. Die Exportprämie wird dabei von 1,25 M. wer da nichts hat, dem wird genommen." 1895 wurde ein" Nothgeset" durchgedrückt, das die alten auf 4 Mart gesteigert. Und außerdem kommt noch 52 -Clotilde. aber die letztere entwickelte ein Augenspiel mit ihrer Tochter, ( Nachbruck verboten.) das den geplanten Männerfang deutlich ausdrückte. Elly verstand ihre Mutter. Roman aus der Gegenwart von H. M. M. von Walthausen. „ Unerhört!" rief Elly und warf das Schreiben wieder ihrer Mutter zu. Benovon war es peinlich, jezt neben den beiden Damen zu fizen, er hatte, ihre Erregung bemerkend, ein Zeitungsblatt zur Hand genommen und verbarg sein Gesicht dahinter, um nicht Beuge eines Familiendramas zu werden, um den Damen das beschämende seiner Gegenwart zu entziehen. Dann brach er auf und wollte sich entfernen. Als er sich erhob, schoß der Gräfin ein Gedanke durch den Kopf: da wäre ja gleich ein Ersatz! Wie? Sie wollen uns verlassen?" rief sie mit größter Liebenswürdigkeit. Jetzt, wo wir den Rath eines verständigen Mannes am nöthigsten brauchen?" " Ich möchte nicht stören." " Im Gegentheil, Sie sollen unsere Aufregung be schwichtigen, unseren Unmuth zerstören: Betrachten Sie es als den Beweis des voliften Vertrauens, das wir Ihnen entgegenbringen, und lassen Sie sich erbitten, uns mit Rath und That gefällig zu sein. Wir haben vor Ihnen keine Geheimnisse mehr, bitte lesen Sie." Benovon las das erste an die Gräfin gerichtete und dann das amtliche Schreiben durch( den Brief an Elly hielt die Gräfin im Rouvert zurück), worauf er sie wieder zusammenlegte. Nun was rathen Sie?" fragte gespannt Elly. Benovon antwortete rasch: Heute noch zu unterschreiben, dann sind Sie morgen frei." Ach!" seufzte Elly. " Elly hatte die richtige Seite, den Hochmuth bei der Gräfin angeschlagen, fie fing an, mit ihrem Reichthum zu prahlen. „ Du hast recht, Elly, wir zahlen. In der Residenz, wo Dein Mann mit einer Buhlerin durchgebrannt ist, können wir so wie so nicht mehr leben, ich überlasse den Gläubigern das Wirthschaftsgebäude unseres Grundstücks, verwerthe es dabei gut und wir können hinziehen, wohin es uns gefällt." " Kellner, bringen Sie ein Schreibzeug. Sie sollen sehen, Herr Benovon, daß Ihr Rath, Ihre Stimme bei Aber seine Schulden," braufte die Gräfin auf, die uns gilt." ich bezahlen?" soll " Es wird das vernünftigste sein." " Nein, das thu' ich nicht." " Ersparen Sie sich alle Weiterungen. Zeigen Sie, daß das Vertrauen, welches Sie in mich sehen, das Sie mir entgegenbringen, ein vollkommenes ist, folgen Sie meinem Rathe." " ,, Ach wir stehen aber dann ganz allein in der Welt da," hauchte Elly. Ich werde Ihr Vertrauen zu rechtfertigen suchen und auch ferner Ihnen zur Seite stehen," sagte verbindlich Benovon. " Das wollen Sie? Ach, wie würde uns dies freuen," entgegnete freudestrahlend Elly." Die Gräfin reichte ihm die Schriftstücke. Wenn sie nicht keifte und zanfte und ihre liebens-" Daß ich diesem Nichtswürdigen noch Geld nachwerfen würdige Seite zeigte, mußte man in der Gräfin die kluge, soll, das ärgert mich," zischte die Gräfin. O tönnte ich vornehme Frau erkennen, die nie umsonst bittet. ihm nur noch einmal die Wahrheit sagen, er sollte an mich Auch Benovon ließ sich bestimmen, nochmals Platz zu denken." nehmen. Er nahm die Schreiben, die ihm überreicht wurden, ,, Das wird er nur zu bald, wenn er in Armuth verund las. sinkt, laß doch, Mama, zahle seine Schulden, wir haben Währenddem sprachen Elly und die Gräfin kein Wort, es ja." Der Kellner brachte Tinte und Feder und ging wieder. Komm, Elly, hier unterschreibe." Diese Schmähschriften werden sodann ein Raub der Flammen. Nicht eine Zeile will ich von diesem Undankbaren, dem ich durch meinen Einfluß zu einer so hohen Stellung verholfen, mit auf mein Zimmer nehmen. Mutter. " Elly hatte unterzeichnet und zeigte das Schreiben ihrer Es ist gut so," sprach die Gräfin und rief dem Kellner zu: Bringen Sie ein Licht und etwas Siegellack," dann faltete fie das Schreiben. Erlauben Sie", erbot sich Benovon, daß ich Ihnen die Mühe des Siegelns abnehme." Der Kellner brachte ein brennendes Licht und Siegellack und entfernte sich. " Hier ist mein Siegelring mit unserem gräfflichen Wappen, und hier, mein Herr, ist die Ensagung meiner Tochter, möge ihr bald ein freundlicheres Eheglück er blühen." " Sie haben wohl die Güte und werfen beim Nachhauses gehen diese Befreiungsurkunde heute noch in den Postkasten." Ein ppzchWtvissHes Guknchten über DvÄusemetkev. Von einem unserer hervorragendsten Irren- 5 v 5; e, dem Leiter einer großen, rühmlichst bekannten öffentlichen Irrenanstalt, ist der„Volks-Zeitung" auf deren dahin gerichtete Bitte eine gutachtliche Aeußerung über den Zu- stand Brausewetter's während der letzten Zeiten seiner Dienstführung zugegangen, die da? Blatt mit ausdrücklicher Genehmigung des Herrn Einsenders, als Beitrag zur Klärung deS„Falles Brausewetter", wie folgt wiedergiebt: „Was ich aus den früher zur allgemeinen Kenntniß ge» tominenen auffälligen Handlungen und Worten dieses Beamten weiß, macht es sehr wahrscheinlich, daß er schon lange trank gewesen sein muß. Denn erstens verlaufen im all- gemeinen vier, mindesten? aber zwei Jahre von vollendeter Ausbildung des Leidens, an dem Herr Brause- weiter gestorben ist, bis zum Tode: schon diese Daten geben Anhaltspunkte für den Schluß, daß Herr Brauscwetter noch lange nach voller Entwickelung seines schweren Leidens amtirt hat. Dem Ausbruch seiner Krankheit pflegen aber zweitens jahrelange Vorläufer voraus zu gehen, welche— abgesehen von einem im ganzen der Rückenmarks-Schwindsucht(Tabes) ähnelnden Zustande von in vielen Nerventerritorien auf- tretenden Lähmungen— sich charakterisiren durch einen Verlust deS sozialen und sittlichen Takt- gefühls. Das Auftreten grober Taktlosigkeiten spielt in der Amtsführung des Herrn Brausewetter eine große Rolle. Ich will mich anheischig machen, ans dem Verhalten Herrn Brausewetter's nachzuweisen, daß seine Taktlosigkeiten nicht mehr allein auS dem Prinzip der Schneidigkeit und dem Motive der Dienst- eifrigkeit sich erklären lassen, sondern daß sie auch zugleich einem Mangel der Kritik und einer seelischen Ataxie, d. h. der Unsähigkeit, der b e- absichtigten Wirkung das entsprechende A u s m a ß in Stärke und Richtung des Handelns zu geben, entsprungen sind. Daß unsere allgemeinen Zustände es de» privilegirten Klassen im Lande nahe legen, den Mund entsetzlich voll zu nehmen, kann die groben Verstöße des unglücklichen Brausewetter gegen alles, was für eine würdige Führung des Richteramts maßgebend sein sollte, allein noch nicht erklären. Ob eine Ab- weichung von der Norm schon krankhaft ist. das ist unter anderem auch zu bestimmen nach dem, was nach allgemeiner Erfahrung üblich und zulässig ist. Vielleicht führt die weitere Entwickelung des öffentlichen Lebens noch zu einer solchen Verschlechterung des Tons und des Ge- fühls für die hohe Würde des Richleramts im Staat, welche ein Verhalten a la Ärausewctter als noch dem Durchschnitt e n t- sprechend erscheinen läßt: so weit sind wir aber heute noch nicht. Das in Frage stehende Verhalten lag schon außer- halb derBreite des Normalen. Man kann sich gar keinen besseren Schulfall denken, als die b e k a» n t e n A p h o r i s m e n Brausewetter's, um einem Studenteu-Auditorium klar zu machen, in welcher besondere» Form die Mängel des Taktgefühls austreten können, w i e sie den ersten Erscheinungen der Hirnerweichung (progressiven Paralyse) e i g e n t h ü m l i ch sind. Wenn es wahr ist, daß ein Schreibkundiger schon geraume ?eit an der Handschrift des Veritorbeneu auffallende V e r- »der un gen gemerkt hat, so wurde das nur die Diagnose einer seit längerer Zeit bestehenden Gehirnerweichung b e- stätigen, denn Schreibstörungen— wellige Linie», ausfahrende Striche, Fortlassen von Buchstaben, Entstellung ganzer Worte— sind für diese Krankheit charakteristischer, als alle anderen sie begleitenden Erscheinungen mangelnder Muskeldirektive von der Hirnrinde aus. Es ist einfach komisch, wenn die ärztliche„Sachverständigen-Zeitung" die Nachrichten über Schriftstörungen in diesem Falle in das Gebiet der „Graphologie" rechnet und alS solche herabsetzt. Die Kenntniß dieser Störungen gehört zu dem absolut gesicherten Besitzstande der Nervenheilkunde und hat mit Graphologie nichts zu thun. So einer der hervorragendsten Psychiater. Was sagen dazu die juristischen Gewährsmänner deS Justizministers, die— laut „Reichs-Anzeiger"— von dem„Verlust des sozialen und sittlichen Taktgefühls" sowie anderen Begleiterscheinungen der Brausewetter- schen Nervenerkrankung bis zum letzten Tage nichts gespürt, wohl aber ihre Bewunderung für die Klarheit seines Urlheils jc. ausgesprochen haben?— politische Aebeefichk. Berlin, 10. Febrnar. Der Reichstag beschäftigte sich heute mit einem alten Bekannten: der„neuen" Gcwerve-Ordnungs-Novelle. Es ist die alte„Novelle"— nur noch etwas veraltert und ver- „Zu dienen, gnädige Frau Gräfin." Benovon steckte das Schreiben in seine Brusttasche und überreichte der Gräfin ihren Siegelring. „Und nun zünden Sie uns noch ein Freudenfeuer an, indem Sie schnell diese Papiere verbrennen." „Doch was sehe ich? Es ist ja darauf eine Stadtpost- briesmarke? Ter Absender ist also hier. Ah! das sott niir noch eine Herzenskühlung werden, nun will ich erst recht nicht ruhen, bis ich den Verführer gefunden und ihm meine Meinung noch einmal tüchtig gesagt habe." „Ereisern Sie sich nicht. Sehen Sie nur, wie da? auf- lodert und brennt! Die Fackel der Liebe flammt noch ein- mal empor, um jetzt— da— für immer zu erlöschen im letzten Funken." Ein Stein des Anstoßes ist hinweggeräumt, er fällt in nichts zusammen, der letzte Zeuge deS Unfriedens liegt hier verkohlt, der letzte Unruhstifter verflüchtigte sich in Rauch aufgehend und wurde zu Asche. „Wie gut, daß es vorbei ist," sagte Elly,„ich fühle mich befreit." „Lasten Sie mich die Antwort schnell befördern, schlafen Sie wohl!" „Ich denke, wir unternehmen zu Wagen morgen einen Ausflug ins Freie. Ein neuer schöner Tag beginnt. Und dann im Kursaale ein Spielchen, ich selbst werde mich be- theiligen, das Glück steht uns in Ihnen ja zur Seite." Mit diesen Worten verabschiedete die Gräfin unter ausdrucksvollem Mienenspiele den Herrn Benovon. Elly reichte ihm ihre zierliche Hand dar zum Handknß. Benovon erfaßte und küßte sie, und mit den Worten: „Ewig der Ihrige" ging er stolz, als habe er eine Schlacht gewonnen, zur Thür hinaus. Die Gräfin sah ihm zufrieden lächelnd nach und be- trachtete ihn schon als ihren Schwiegersohn. „Er ist der unsere," raunte sie Elly zu. Im Zimmer oben gab sie ihrer Freude Ausdruck und ihrer Tochter Winke: „Das wäre ja prächtig, wenn Du Dich sofort wieder verheirathen könntest."(Fortsetzung folgt.) schlechiert. Der Appetit wächst während des Essens und die Reaktion hat in Teutschland während des letzten Lahres ihre Kräfte und ihren Appetit tüchtig gestärkt. Es ist die Sticklust der Polizeistube, die uns aus der„Novelle" ent- gegengeweht. Erstens Polizei, zweitens Polizei, drittens Polizei. Dem Hausirhandel und der Kolportage soll der Hals herum- gedreht werden. Die so verwünschten Hausirer und Kol- portcure tragen moderne Ideen auf das Land, sie sind in mehr als einer Beziehung die Pioniere der bürgerlichen Kultur und das ist Grund genug, sie zu hassen. Da wendet man sich denn an den Neid und die Begehrlichkeit der Kleinkrämer und Kleingewerbetreibenden, denen man den konkurrirenden Hausirer sowie die konkurrirenden Konsum- vereine als Opfer darbietet, um sie für die muckerisch- zünftige Polizei-Sozialreform und die Reaktionskandidaten zu gewinnen. Und gegen die armen Kolporteure und den bösen Kolportagebuchhandel führt man die„Ethik" ins Feld, die durch die von ihnen verbreiteten Schriften angeblich verletzt werde. Mit der Ethik ist es ein eigenes Ding.„Ter Cchinderhanues",„der Scharfrichter Krauts" und ähnliche Blut- und Schmntzromane sind„ethisch", was aber, sei es noch so entfernt, nach Sozialismus, Demokratie oder wissen- schastlicher Kritik riecht, verletzt die Polizei-„Ethik", wie unser Genoste Reißhnus darlegte. Die Debatte konnte nichts Neues zu Tage fördern. Fortschrittler(Schneider), Nationalliberale(Haste, Bttrklin und Ouäntin— letzterer der Nachfolger Hammerstein's, das einzige Bmerkenswerthe an ihm), Centrum(Wollschläger, und Metzner, der wenn auch nicht traurige doch trauernde„Zunft"- Don Quixote) — brachten die hundertmal gehörten Klagen, Wünsche und Gründe vor. Recht frisch sprach der Volks- parteiler Galler, der meinte, wenn man den Mili- tarismus beschränke, aus Flotten- Pläne verzichte, die Steuern herabsetze, für befriedigende Zustände im Land sorge, werde man dein deutschen Mittelstand bessere Dienste leisten als durch eine derartige Vorlage. In den sozialen Kern der Frage ging nur Reißhaus cm, der die Zwecke der Novelle beleuchtete, deren freiheitsfeind- lichen Charakter scharf kennzeichnete und die Thorheit geißelte, durch solche Mittel den Fortschritt hemmen und den Niedergaug der kleinen Leute aushalten zu wollen. Gegen bV« Uhr wurde die Debatte vertagt. Morgen: Fortsetzung der heutigen Debatte. Vorher aber Bimetallisten-Jnterpellation.— Das Preußische Abgeordnetenhaus begann am Montag die zweite Berathnng des I u st i z e t a t s. Das Haus wies be- deutliche Lücken auf, namentlich die Bänke der Rechten waren recht schwach besetzt. Die angestrengten Debatte» der vorige» Woche über die Roth der Landwirthschaft haben die Junker offenbar so mitgenommen, daß sie für andere Frage» kein Interesse mehr haben. Eine arge Enttäuschung sollte denen bereitet werden, die dem Gerächte Glauben geschenkt hatten, daß die An- gelegenheit Brausewetter und ähnliche Vorgänge der letzten Zeit zur Sprache gebracht würden. Wer sich auch nur einen Augenblick in diesen holden Wahn versetzen konnte, der kennt eben nicht die aus grund des Dreiklassen- Wahlsystems zustande gekommene preußische„Volksvertretung". Diesen Herren liegen ihre eigenen Wünsche weit mehr am Herzen, als die des Volkes, und da sie die in unserer Rechtspflege zu taae getretenen Schäden bisher nicht an ihrem eigenen Leibe gespürt haben, so hatten sie von ihrem Standpunkt aus keinen Grund, so wichtige Fragen zum Gegenstand der Erörterung zu machen. Wer die Debatte mit anhörte, ohne die gedruckte Tagesordnung vor sich zu haben, der konnte unmöglich wissen, daß der Justizetat zur Berathnng stand. Der größte Theil der Sitzung wurde mit einer Kulturkampf-Debatte ausgefüllt, da eine gelegentliche Beschwerde des Zentrunis-Abgeordnete» Brandenburg über die Freisprechung des bekannten Pastors Thümmel dem allzeit kampfbereiten Nationalliberalen v. E y n e r n die erwünschte Gelegenheit gab, mit aller Schärfe gegen das Zentrum vorzugehen. Mit derselben Schärfe erwiderten die Abgg. Dr. P o r s ch und Kirsch vom Zentrum, und schließlich veraiilaßte eine kurze Bemerkung des Frhrn. v. H e e r e m a n auch Herrn Dr. Sattler, das Wort z» ergreifen. Wer öfter Kulturkampf-Debatten zwischen den genannten mit anhören mußte, der wird es erklärlich finden, daß nichts gesagt wurde, was nicht mit anderen Worte» schon gesagt worden ist.— ErwähnenS- werih ist die Rede des konservativen Abg. Busch, der sich gegen die Einführung der Berufung in Strafsachen und gegen das Wiederaufnahmeverfahre» wandte und den Justizminister im Namen seiner Partei ersuchte, im Bnndesralh seinen Einfluß gegen das Zustandekommen deö Jnfiiznovclle geltend zu machen, mit der sich der Reichstag zur Zeit befaßt. Ter Minister lehnte ein Eingehen auf diese Frage ab. Am Dienstag wird die Be- rathung fortgesetzt.— Zur Begründung eines allgemeinen prenstischen Städtetagcs hat sich am Sonntag im Rathhanse zu Berlin eine Versammlung von Vertretern von 64 preußischen Städten mit über 25 000 Einwohnern entschlossen. Ans Antrag des Oberbürgermeisters Westerberg- Kastel und Genossen wurde folgende Resolution fast einstimmig angenommen: „Die Versammlung wolle beschließen, einen allgemeine» preußischen Städtetag zu gründen und zur Berathnng der Organisation desselben eine Kommission von sieben Mitgliedern zu wählen." Man kann dieses Projekt als eine Antwort des städti- schen Bürgerthums auf dte Organisation der Großgrund- besitzer im Bunde der Landwirthe auffasten. Die Arbeiter- Interessen werden auch in dieser Organisation günstigsten- falls erst in zweiter Linie wahrgenommen werden' Dennoch kann auch diese Jntcressew Organisation förderlich auf unser öffentliches Leben einwirken.— Die„Kreuz-Zeitnng" will in bezug auf das sächsische Wahlrcchts-Attcntat nicht geflunkert haben. Sie beruft sich auf einen Passus der Regierungsvorlage, der nicht plutokratisch aussieht. Sie hätte in den Motiven sogar Stellen gefunden, die sich direkt gegen die Plutokratie ans- sprechen. Aber das sind nur schöne Redensarten. Thatsache ist, d a ß die g e s a m n, t e Arbeiterklasse, welche in Sachsen wie überall die Mehrheit der Bevölkerung bildet, von den beiden ersten, die besitzende Minderheit umfassenden Klassen majorisirt und mundtodt gemacht ist. Und was wiegt schwerer, die Redensarten oder die Thatsache!— Sexton wurde an stelle Mac Carthy's zum Vor- sitzenden der irischen Partei des englischen Unter- Hauses geivählt. Vielfach wird geglaubt, wenn Sexton, der die antiklerikale Richtung gegenüber Healy vertritt, die Führerschaft annehme, werde es ihm gelingen, den Bruch zivischeit Antiparnelliten nitd Parnelliten zu heilen.— Chronik der Majestäts-Beleidigniigs-Prozesse. Vor der dritten Strafkammer des Landgerichts Berlin I hatte sich der Arbeiter Liedke wegen Majestäts- beleidignng zu verantworten. Einem Schntzmanne gegenüber hatte der Angeklagte am 19. Dezember v. I. die Aenßerungen gemacht, die als Majestätsbeleidigungen unter Anklage gestellt wurden. Ter Einwand des Angeklagten, daß er infolge einer Kopfverletzung nicht ganz zurechnungs- fähig sei, fand bei dem Gerichtshofe kein Gehör, weil der- artige Ausreden schon zu einer beliebten Mode geworden seien und nach dem Gutachten des medizinischen Sach- verständigen die Verletzung zwar eine Reizung des Gehirns zur Folge hatte, jedoch die freie Willensmeinung nicht ausschloß. Unter Berücksichtigung der Angetrunken- heit des Angeklagten und daß die Beleidigung eine rohe und empörende war, ging der Gerichtshof über das vom Staatsanwalt beantragte Strafmaß von 3 Monaten hinaus und erkannte auf 9 Monate Gefängniß.— Vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts Berlin II wurde gegen den Töpfer Kraatz unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Kraatz arbeitete im vorigen Sommer in K a l k b e r g e- R ü d e r s d o r f, wo er in Gemeinschaft mit dem Bergmann B a r st e d t bei dein Bergmann Schudy in Schlafstelle lag. Eines Abends kamen die beiden Schlafburschen ans einer Kneipe betrunken heim und geriethen beim Schlafengehen in Streit. Barstedt äußerte im Verlaufe des Wort- gefechts:„Ich habe drei Kaisern gedient!", und Kraatz gab darauf eitle Erwiderung, die zwar nur ausdrücken sollte, daß ihm dies sehr gleichgiltig sei, er gab aber seiner Erwiderung eine sehr landläufige Form, die auf den Kaiser angewandt, eine schwere Majestätsbcleidignng darstellt. Barstedt erstattete Anzeige. Der Gerichtshof faßte die Sache sehr milde auf und erkannte nur auf zwei Mo- nate Gesang n iß. Deutsches Reich. — Verbot der Glühlichter. Im„Reichs-Anzeiger" wird folgende von Herrn v. Bötlicher veröffentlichte Erklärung publizirt: „Nachdem durch rechtskräftige Urtheile deS königl. Land- gerichts I Hierselbst gegen die in Wien erscheinende humoristisch- satirische Druckschrift„Glühlichter" zweimal binnen Jahresfrist Verurtheilungen ans grnnd der Ztz 41 und 42 des Sirasgesetz» buches erfolgt sind, wird in Anwendung des ß 14 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1S74(„Reichs-Gesetzbl." S. 65) die ferner« Verbreitung dieser Trnckschrist aus die Tauer von zwei Jahren hierdurch verboten." Lieb Vaterland, kannst ruhig sein.— — Gegen die Ma�garine-Vorlage werden in den verschiedenen Gegenden des Reiches zahlreiche Versammlungen abgehalten, die sich eines starken Besuches erfreuen und in ent- schiedener Weife gegen die Vorlage und gegen die in der Kom- Mission angenommenen Verschlechterungen derselben protestiren.— — Ein Beitrag zur Nothstandsgeschichteder Agrarier wird von der„Breslauer Morgenzeitung" in folge»- den Worten mitgctheilt: Dieser Tage lasen wir in der„Schles. Zig." folgendes Inserat: „Eines der besten Rittergüter de? Landkreises L i e g n i tz. 5 Kilometer von der Stadt Liegnitz, mir vor- ziiglicher Boden, höchster Grundsteuer-Reinertrag, intensive Kultur, sehr schöne Gebäude, 970 Morgen groß, gutes Wiesen- verhältniß, soll wegen Krankheit des Besitzers aus lö Jahre verpachtet werden. Ein Vermögen von ICKiooo M. ist erforderlich. Hohe Rentabilität nachweisbar." Lügt das Inserat oder spricht es die Wahrheit? Das erstere dürfen wir nicht wohl annehmen, denn das hieße den Inserenten schwer beleidigen; so wird also die Behauptung von der„hohen Rentabilität" den Thatsachen in angenehmster Weise entsprechen. Was sagen aber dazu die jammernden Agrarier? That, fachen sind doch höchst unbequeme Dinge.— Leipzig, 10. Februar.(Privaidepesche deS„Vorwärts".) Eine von 150 Personen besnchte Generalversammlung des nationalliberalen Landesvereins Sachsens nahm am 9. Februar nach einem Referate des Landtags-Abgeordneten Schill eine Resolution Professor Biedermann's an, in der sich die An» wesenden für die Wahlrechtsvorlage der Regierung vorbehaltlich kleiner Aenderunaen erklärten, im Prinzip« die Ausrechterhaltung des geheimen Wahlrechtes forderten und die Landtags- Abgeordneten ersuchten, in diesem Sinne zur Vorlage Stellung zu nehmen. Die Vorlage läßt das geheime fortbestehen, der bezügliche Beschluß ist also nichts als blöde Heuchelet.— Schweiz. So�othur», 9. Februar. Das Gesetz über den Arbeiterinnen» schütz wurde mit 6793 Stimmen gegen 743 Stimmen ange- nommen.— Krankreich. — Die Glashütte der Arbeiter in Earrnaux ist im Bau begriffen. Wie wir einem Berichte von Ort und Stelle ent- nehmen, sind die Vorarbeiten im bestenGang. EinTheil derArbeiter, die in dem Etablissement beschäftigt werben sollen, ist schon bei den Vorarbeiten(Plantrung, Graben u. s. w.) thätig, und der Platz, aus dem die Glashütte in sechs Monaten sieben soll,„bietet daS Schauspiel eines wimmelnden Ameisen- Haufens dar". Das Streiten hat vollständig aufgehört und die Carmaux'er haben sich ganz damit ausgesöhnt, daß der Bau in dem benachbarten Aldi errichtet wird. Die Beiträge laufen sehr gut ein; und die finanzielle Grundlage des Unternehmens ist jedenfalls gesichert. Ob auch die ökonomische Grundlage sich finden wird, daS ist freilich eine andere Frage.— — Das Schwurgericht in Versailles fällte am 7. d. M. in dem Prozesse der 104 das Ur theil. Lalou, Aube, de Colleville und Bonneterre erhielten 1 Jahr Gefängniß und 3000 Fr. Geldstrafe, Vitrae-Desrvziers 8 Monate Gefängniß und 1000 Fr. Geldstrafe, Pascal 3 Monate und 500 Fr.. Calametti 2 Monate und 509 Fr. und Houssiot 1 Monat und 100 Fr. Geldstrafe. Sämmtliche Angeklagte wurden außerdem zu je 5000 Fr. Schadenersatz verurtheilt, die jede der beiden klagenden Parteien zu zahlen sind, sowie überdies zu den Kosten. Die Angellagttn waren sämmtlich nicht erschienen. Dem Berichte derEnquete-Kom Mission über die Ausgaben der Eisenbahn-Gesellschaften für„Publizität" entnimmt die„Franks. Ztg." folgende Angaben. Der Bericht erstreckt sich nur auf dm Jahre: vom l. Oktober 1831 bis LI. Oktober 1882, vom 1. November 1882 bis 31. Oktober 1883, vom 1. November 1883 bis 31. Oktober 1884. Vo» den Zeitungen ist das Blatt, das am meisten erhielt, der „Figaro"(37 500, 33 720 und 9320 Fr.). Das erste Jahr finden wir noch folgende Blätter verzeichnet:„XIX. Siöcle"(6 Monate, 9000 Fr.).„Parlement"(9 Monate, 9000 Fr.),„Moniteur nniversel"(10 000 Fr.).„Patrie"(11000 Fr.).„National" (13 500 Fr.).„Ganlois"(tl Monate. 16 500 Fr).„L'Ordre" (16 000 Fr.).„Rappel"(18 000 Fr.),„Radieal"(18 000 Fr.) u. s. w. Im ganzen wurden im ersten Jahre für Abonnements, Ankauf von Broschüren und Zeitungeli, Auszahlungen an einzelne Personen u. s. w. 735 796 Fr. aus- gegeben. Im Jahre darauf wurden für die gleichen Zwecke 718 347 Fr. verausgabt und im folgenden Jahre 403 238 Fr.; das ergiebt zusammen für die drei Jahre 1 857 381 Fr. Die ftarke Abnahme der Ausgaben im legten Jahre ist darauf zurück- Bei der Aussperrung ber 2000 Arbeiter sei die Unternehmer- gehalten, wo Reichstags- Abgeordneter Arthur Stadthagen zuführen, daß die neuen Verträge und damit auch die Verlänge organisation von der Erwägung ausgegangen, über das Thema spricht: Unsere Schulverhältnisse rung der Konzessionen gesichert war, die Gesellschaften also größere daß es den Arbeitern wohl Teicht sei, die und die Gemeindevertretung. Auch sollen in dieser finanzielle Anstrengungen zu Zwecken der" Publizität" nicht mehr Streitenden über Wasser zu halten, da ja die Versammlung die Kandidaten aufgestellt werden. Es ist Pflicht so nöthig hatten. Arbeitenden dieselben genügend unterstüten jedes Parteigenoffen, die Säumigen aufzurütteln und ihnen die Arton erklärte seinem Bertheidiger Dumange schrift- tönnten; daß dies aber jest anders liege, da Vortheile der Betheiligung an der Wahl von Vertretern der als Zeuge, fei feien, da würde sich der Säckel" der dritten Abtheilung flar zu machen, damit sämmtliche Wähler in diefer Versammlung erscheinen. lich, daß er in einem eventuellen Prozeß, sei es promittirten Streifenden bald leeren. es als Angeklagter, jede Parlamentarier verweigern werde. Er werde lieber den Verbacht auf sich nehmen, die Summe von 1 300 000 Frants, die ihm Reinach gegeben, für sich allein behalten zu haben, als daß er vor dem Richter als Denunziant auftrete. Sein Entschluß sei unerschütterlich. England. Der Daily Telegraph" bestätigt die Meldung, daß die die Regierung etwa 10 Millionen Pfund Sterling für Schiffsbauten aufzuwenden gebente. Im Finanzjahre 1895/96 follen 5 Schlacht fchiffe gebaut werden, ferner 4 Kreuzer I. Klaffe, sowie wahr scheinlich 8 Kreuzer II. Klaffe, 6 Kreuzer III. Klaffe und 20 Torpedo- Zerstörer, jedoch keine Torpedoboote. Belgien. Brüffel, 10. Februar. Der Zentralverein der belgischen Landwirthe brachte beim Senat und der Kammer eine Petition ein, in der die Regierung ersucht wird, bei den Mächten Schritte zu unternehmen behufs Wiederherstellung des Bimetallismus. Niederlande. Amfterdam, 8. Februar. Nach den Blättermeldungen aus Batavia ist in Sixtang im Distrikt Pontianak auf der Insel Borneo ein ziemlich ernster Aufstand ausgebrochen. Ueber die Ursachen des Aufstandes find genaue Meldungen noch nicht eingegangen. Bur Beit sollen 275 Soldaten in Begriff sein, die Aufständischen einzuschließen. Italien. " Die Lohnbewegung in der Konfektionsindustrie. Aufruf! Der Vergleichsvorschlag des Einigungsamts geht dahin, daß sämmtliche Ausgesperrte und ausständigen Arbeiter ohne Maßregelung durch den Fabrikantenverband wieder eingestellt werden und Frau Schwägerle, bald= möglichst" durch den Fabrikantenverband in einen anderen Betrieb einzustellen ist. Nach einer Berathung der Arbeiter erklärt Lauschte, daß sie den Vergleich an nehmen werden, falls der Zusah gemacht wird, daß in Nachdem die Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen nehmen werden späteren Fällen bei Streitigkeiten, wenn eine Verständigung Berlins vergeblich versucht haben, durch friedliche Vereinem sine zwischen den Parteien in einer Fabrit nicht zu erzielen ist, barung mit den Unternehmern eine Besserung ihrer überaus die Lohnkommission der Hutmacher mit dem Fabrikantenverein unterhandeln soll und dadurch die Arbeiterorganisatraurigen Lage zu erzielen, blieb ihnen nur übrig, die Arbeit einzustellen. tion anerkannt ist. Der Vergleich geht dahin: 1. Sämmtliche ausgesperrten Arbeiter und Arbeiterinnen, mit Der nun entbrannte Kampf stellt an den Muth, die Ausnahme der Frau Schwägerle, werden ohne jede Maßregelung Ausdauer und die Entbehrungsfähigkeit der Streikenden auf ihre alten Bläge eingestellt. die höchsten Anforderungen. Aber was nütt alle Be2. Frau Schwägerle ist auf ihren Wunsch baldmöglichst und zwar ohne jede Maßregelung durch den Fabrikantenverband in geisterung, was aller Duldersinn, wenn es am Nothwendigsten einem anderen als dem der Firma S. Bambus u. Co. gehörigen fehlt, wenn der nackte Hunger an die Thüre pocht? Betriebe der Berliner Woll- Filzhut- Fabrikanten einzustellen. 11. d. M. das Arbeitsverhältniß unter den alten Bedingungen fort. Magen zu füllen und die Blöße zu decken, konnten die jetzt 3. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sehen am Mittwoch, den Von ihrem geringen Verdienste, der kaum hinreichte, den 4. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer erklären überein. Ausständigen keine Arsenale zu dem Kampfe vorsorglich stimmend, daß sie bei Streitfällen, die zu Ausständen führen fönnen, wenn eine direkte Verständigung zwischen den befüllen. theiligten Parteien nicht zu erzielen ist, die Schlichtung durch Sie wenden sich darum an alle anderen Arbeiter und eine Kommission anstreben wollen, die aus solchen Arbeitnehmern an alle diejenigen, welche die Nothwendigkeit einer AendeRom, 10. Februar. Die hiesigen militärischen Fachblätter gewählt ist, die in den Berliner Wollfilzhut. erkennen an, daß Baratieri noch lange wird zur Unthätigkeit abriten befchäftigt sind. Diese Kommission foll mit rung der verrotteten Zustände in dieser Industrie einsehen, gezwungen sein, da seine Heeresmacht derjenigen Menelit's einer feitens des Vereins der Berliner Wollfilzhut- Fabrikanten mit der dringenden Aufforderung, nach besten Kräften durchaus nicht gewachsen ist. Crispi ist über General Baratieri gewählten Kommission die Verhandlungen führen und aus zwölf ihnen zu helfen. äußerst aufgebracht, da die Mißerfolge in Afrika sowohl in Arbeitnehmern bestehen. politischen Kreisen wie im Volte seine Popularität untergraben.. Damit scheint der Streitfall für beide Theile in befriedi gender Weise erledigt. Die letzte Entscheidung wird eine für Spanien. morgen einberufene Hutmacher- Versammlung fällen. Es ist wohl zu erwarten, daß sich auch diese mit dem Vergleich einverstanden erklärt. Madrid, 9. Februar. Der Präfekt von Madrid und der Präsident des Munisipalrathes haben ihre Entlassung eingereicht, welche angenommen wurde. Madrid, 10. Februar. In der Presse und den maßgebenden politischen Kreisen werden Stimmen laut zu gunsten der Beilegung des tubanischen Krieges burch 8uge ft and nisse an die Aufständischen. Als Grund hierfür werden beunruhigende Meldungen über die Lostrennungs. wirren auf den Philippinen bezeichnet. Afien. Parkei- Nachrichten. Alle, alle mögen freudig ihr Scherflein opfern, denn es gilt den Wermsten der Armen zu helfen! Auch die Expedition des Vorwärts" hat sich bereit erklärt, Beiträge für die Streikend en entgegenzunehmen und darüber in dem Blatte Rechnung zu legen. Die Agitationstommission Herr Eine zweite riefenhafte Protestkundgebung, nach der der Schneider und Schneiderinnen Berlins. anlängst von Liebknecht abgehaltenen, haben am Sonntag die J. A.: J. Timm. Arbeiter Leipzigs in Stötterig gegen die ministerielle Wahlrechts- Vorlage veranstaltet. Etwa 40-50 000 Menschen Serr Gewerberath Dr. Sprenger bittet uns, berichtigend haben an der Demonstration theilgenommen. Referent war mitzutheilen, daß er während der Verhandlungen der FünferBebel. Nachdem er eine geschichtliche Darstellung der Volks- Kommission mit den Konfektionsfirmen am Sonnabend, den Auf Formosa ist ein Aufstand ausgebrochen; rechte in Sachsen gegeben und die Führer des Bürgerthums, die 8. d. M., nicht von einem von der Regierung voretwa 10 000 Aufständische griffen Tamfui, Girame, Suncho, früher die freiheitlichen Forderungen des Volkes vertreten haben bereiteten Gesezentwurf gesprochen habe. Rofuli und Taipe an. Die Eisenbahnen und die Telegraphen und heute im tiefsten Sumpfe der Reaktion stecken, gebührend Sprenger hat nur gesagt, daß den hygienischen Uebelſtänden in wurden zerstört. Die fiebente japanische Brigade ist in Relong gezeichnet hatte, zerpflückte er die Regierungsvorlage, nach der den bestehenden Werkstätten auch durch gesetzliche Bestimmungen eingetroffen. Die Aufständischen schlugen sich mit großer die Arbeiter und der kleine Mittelstand zu Bürgern abgeholfen werden könne. Energie und großem Muthe. Die Lage ist ernster geworden. weiter Klaffe gemacht werden, und forderte Deme Berichte. Afrika. gegenüber die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten Die lokalorganifirten Schneider hatten für Sonntag Vorund geheimen Wahlrechts für den Landtag. - Die einzigen Erfolge des Generals Verlauf seiner Rede erwähnte Bebel, daß Ende der 60er Jahre tigt find, in dem Lohnkampfe die Rolle zu spielen, die sie sich anmaßen, Jm mittag 8 Versammlungen einberufen. Wie wenig die Herren berech Baratieri sind die Ausweisungen der Zeitungs- Bericht erstatter vom Kriegsschauplatze. Nach dem Korrespondenten des ein mit der fächsischen Regierung Vertrauter, ihm mitgetheilt bewies der Besuch der Versammlungen. In einigen hatten habe, daß der damalige Kronprinz jezige König sich so wenige Secolo" wurde nun auch der Korrespondent des Mailänder Albert sich für das damals beschlossene und Gröffnung der Versammlung Abstand Zuhörer eingefunden, daß von Corriere della Sera" ausgewiesen. Nun wird nur noch die iegt giltige Wahlrecht ausgefprochen habe, da mußte, in anderen wagten 40 bis 60 Personen Beschlüsse reine crispinische Wahrheit aus der erythräischen Kolonie nach feiner Ansicht das arbeitende Bolt durch zu faffen, die natürlich niemanden binden konnten. Blos zwet berichtet werden. feine Thätigteit gezeigt habe, daß es politisch Versammlungen erfreuten sich eines besseren Befuches. In reif fei. Auch bevor der König seine Unterschrift unter Keller's total hatten sich 700 Berfonen eingefunden; hier referirte den jetzigen Entwurf feyte, habe er den Staatsrechts. Herr Wiesemann, der auch den gestrigen Tag für den lehrer Profeffor Binding in Leipzig gehört, der sich gegen wenn König Albert von Sachsen dennoch seine Unterschrift gedie geplante Wahlrechts- Berschlechterung ausgesprochen habe. geben, so darf man wohl annehmen, er habe es nur gethan, um das Ministerium Metsch, das sich für die Pläne der Kammermehrheit engagirt batte, nicht bloßzustellen. Die Versammlung nahm folgende Resolution einstimmig an: Eine größere Anzahl von Parteigen offen waren gestern Abend bei Möhring, Admiralstraße, beisammen, um sich nach ihrer Weise und ihren Bedürfnissen zu unterhalten. Plötzlich rückte die Polizei in großer Anzahl und mit entsprechendem Lärm heran und löfte die Versammlung auf." Charat teristisch ist, daß der servirende Kellner fich als Bolizeibeamter entpuppte und in großem Eifer und mit viel Pflichtgefühlsäußerung den mitanwesenden Abgeordneten Fischer anrief: Sie sind mein Arrestant!" dann auf Verlangen natürlich die Marke vorwies, die er am Uhr band trug. Herr Polizeikommissar Schöne nahm sich des so eigenthümlich Arretirten an und ließ ihn auf der Straße wieder frei. Die übrigen Siftirten wurden einzeln in Be gleitung von Kriminalbeamten nach dem Alexanderplatz estortirt vor dem " Die heute, am 9. Februar 1896, in der Festhalle zu Stötteris tagende Bolksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten, Reichstags Abgeordneten August Bebel, ein verftanden. von der fächsischen Regierung eingebrachten Entwurf zur Abänderung Die Versammlung erhebt entschiedensten Protest gegen den des jetzigen Landtags Wahlrechts. Die Gefeßesvorlage entrechtet mit einem Schlage die große Maffe des werkthätigen Boltes und errichtet die unumschränkte parlamentarische Herrschaft des Geldsacks. Das Dreitlassen- Wahlrecht drückt neun Zehntel der Wähler, Die Hufarbeiter- Aussperrung Sauptlast der Gut- und Blutsteuern tragen, die Kopf- und Handdie Hunderttausende der Arbeiter und kleinen Leute, die die arbeiter, zu einem wehr- und willenlosen Haufen herab, der, in die dritte Klasse eingesperrt, stets dazu verdammt ist, eine einfluß lose Minderheit zu bleiben. Die Mehrheit der Wahlmänner, das Monopol auf Ernennung der Abgeordneten ist für allezeit dem fleinen Reiche der Schlot- und Grundbarone, der winzigen Gruppe des Mittel- und Großbesitzes verbürgt. 0 Berliner Gewerbegericht. Montag, den 10. Februar, war wegen des der Aussperrung zu grunde liegenden Streits der Arbeiter der Firma Bambus u. Co.( Baruch) ein Einigungstermin vor dem Gewerbegericht anberaumt, in welchem beide Parteien erschienen waren. Die Wollfilzhut Fabrikanten waren fast vollzählig da. Die Ausgesperrten waren durch die Lohnkommission, bestehend aus den Hutmachern Lauschte, Laut und Meckel vertreten. Den Borfitz des Gerichts führte Assessor von Schulz; als Beisitzer der Unternehmer fungirten die Herren Bernhard und Weigert, als Beisitzer die Arbeiter undt und Millarg. Assessor v. Schulz erklärt zunächst, daß das Gewerbegericht von keiner der Parteien angerufen worden ist, sondern auf grund einer Zeitungsnotiz vermittelnd eingegriffen habe. Die Hut arbeiter erklären durch auschte, daß die gemaßregelte Frau Schwägerle wieder eingestellt werden müsse. Um den Unter nehmern entgegenzukommen, würden sie aber die Forderung auf Ersatz für den Ausfall an Arbeitsverdienst, der durch die Aussperrung entstanden ist, auf die Hälfte reduziren. Ein frevles Possenspiel, das niemanden täuscht, ist die angebliche Erweiterung des Wahlrechts, von dem die Reaktionäre fabeln. Die Gesammtheit jener Wähler wird in die ohumächtige britte Urwählerabtheilung verbannt. ber genommen werden richtigen Zeitpunkt hielt, feinem giftigen Haffe gegen diejenigen, berichtete er über die Schritte der Kommission der lokalorganisirten welche feiner Führung nicht trauen, Ausdruck zu geben. Dann Schneider bei verschiedenen Konfektionsfirmen und endlich plädirte er für sofortigen Gintritt in eine Streitbewegung. Zimm wahrte in Sachlichkeit den Standpunkt des Fünfer- Ausschusses, die Provokationen Herrn Wiesemann's ignorirte er vollständig. Um den Eindruck des Auftretens Timm's abzuschwächen, eilte Herr Landauer aus der Redaktion des Sozialist" feinem Freunde Wiesemann zu Hilfe. Mit einem durch Sachkenntniß nicht im mindesten getrübten Urtheile gab er in bestimmteKampfe. Nach einem weiteren Gepläntel zwischen Wiesemann stem Tone Anweisungen für das Vorgehen im gegenwärtigen und Timm wurde eine von Landauer gestellte Resolution an= genommen. Dieselbe hat folgenden Wortlaut: Die Versammlung erklärt fest und bestimmt gewillt zu sein, in den Streit einzutreten und nicht hinter den Kollegen in anderen Städten( Stettin, Breslau 2c.) zurückzustehen und sie nicht in verpflichten sich die Anwesenden, Mann für Mann und Frau Stich zu lassen. Um den Streit zu einem allgemeinen zu gestalten, für Frau die am Montag, den 10. d. M., stattfindenden Verfammlungen zu besuchen und energisch für den Streit einzutreten." In der sehr gut besuchten Versammlung in der Brauerei Böhow herrschte eine weit versöhnlichere Stimmung. Man trat fast allgemein für ein einiges Vorgehen der zentral- und lokal. organisirten Schneider ein und faßte einstimmig die folgende, von Genossen Adolf Schulz, einem Anhänger der Zentralorganisation gestellte Resolution. Die heute hier tagende Versammlung erklärt sich solidarisch mit Gegen diesen verhängnißvollen Entwurf mit aller That den Beschlüssen der für Montag einberufenen 14 Versammlungen kraft raftlos zu kämpfen, ist eine Ehrenpflicht jedes Freiheits- und verspricht, mit aller Energie für ein durchaus einheitliches freundes. Vorgehen gegen die Unternehmer in der Konfektionsbranche ein. Wird die Vorlage Gefeß, fo erklärt damit die herrschende zutreten." broder Klasse den Ausnahmezustand für das werkthätige Volf in Permanens, so sanktionirt fir die politische Rechtsungleichheit. Das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht ist die Borbedingung einer frieblichen Entwickelung, das Sicherheitsventil des Gemeinwesens. Die Eine Sympathietundgebung der bürgerlichen Klasse au gunsten der KonfektionsArbeiter und Arbeiterinnen follte die öffent. liche Versammlung vorstellen, die am Sonntag Mittag Hände weg von dem Wahlrecht!" im Konzerthause in der Leipzigerstraße abgehalten wurde. Unter Nach Schluß der Versammlung zogen die tausende nach der den Besuchern und Besucherinnen der Versammlung schien die Rundweg abgelehnt wird die erste Forde Stadt, durch die verkehrsreichsten Straßen nach dem Markt, und bürgerliche Klaffe keineswegs die Majorität zu haben. rung seitens der Hutfabrikanten durch Herrn Gattel, vor das Botal, wo der nationalliberale Landesverein feine Arbeiterschaft, besonders die der Konfektionsbranche, war und zwar mit der Motivirung, daß sie Herren im Haufe Generalversammlung abhielt. Während die Massen durch die zahlreich vertreten. Auch Konfektionsgeschäfts Inhaber und bleiben müßten. Nach einer Schilderung des Vorfalles einerseits Straßen der inneren Stadt zogen, wurden Hochrufe auf das Zwischenmeister waren erschienen. Der Vorsitzende der deutschen durch den Vertreter der Firma Bambus, Herrn Baruch, allgemeine gleiche dirette und geheime Wahlrecht ausgebracht, Gesellschaft für ethische Kultur, Professor Wilhelm Förster, andererseits durch den Hutmacher Lausch te stellt es der die tausendfachen Widerhall fanden. Die Polizei hielt sich eröffnete die Versammlung mit etwa folgenden Worten: Den Unternehmer- Beisiber Weigert in 3weifel, ob überhaupt der in Reserve und alles verlief in Ordnung. Die Demonstration Anlaß zu dieser Versammlung hat die Erwägung gebildet, Beweis erbracht werden kann, daß hier eine Maßregelung vor- wird ihren Eindruck hinterlassen; sie zeigte, daß die Arbeiter- daß bei der Arbeiterschaft vielleicht noch Zweifel walten könnten, liege. Dies müsse von den Arbeitern durch Zeugen erwiesen schaft nicht gewillt ist, sich das Wahlrecht nehmen zu lassen. in welchem Grade bei der sogenannten bürgerlichen Gesellschaft" werden. Herr Baruch bestreitet, daß eine Wlaßregelung vor- Die Protestpetition hat im 18. Reichstags Wahlkreise Verständniß und Theilnahme für ihre Lage vorhanden ist. Man gekommen wäre; er schildert den Schaden, der entstanden( Bwickau) 17 572, im 22. Wahlkreise( Reichenbach) 8705 Unter- hat uns gefagt, Sympathieäußerungen steigern oft nicht die Gesei dadurch, daß die Walkerei stehen blieb und die schriften erhalten. Die Petitionsbogen find am Sonnabend an duld und Mäßigung, sondern die Ungeduld und die Ansprüche. Waare verdarb, und meint, daß hier eine absichtliche den Landtag abgesandt worden. Wir sind aber der entgegengefeßten Ansicht und meinen, gegenüber der Härte und Gereiztheit, mit der vielfach die BeSachbeschädigung vorliege. Die Arbeiterbeifißer machen darauf Aus Solingen ging uns folgende Depesche zu:" In einer strebungen der Arbeiterschaft in unseren Streifen verfolgt werden, aufmerksam, daß die Hutfabrikanten rücksichtslos 2000 Arbeiter brotlos machten, außerdem wären ja jetzt auf Veranlaffung der von zirka 3000 Personen besuchten Versammlung wurde dem wird gerade jetzt ein gutes Wort eine gute Statt finden. Auf Fabrikanten selber die Walken in allen Fabriken stehen geblieben. Reichstagsabgeordneten Schumacher einstimmig ein Vertrauens Diese Borbemerkung, die von dem bis in den 2. Rang hinauf Herr Zahn, der Buchhalter von Bambus, spricht sich im Sinne votum ertheilt. Resolution folgt brieflich. Der Vorsitzende der dicht besetzten Hause schweigend, aber sichtlich mit getheilten Gefühlen aufgenommen wurde, folgten verschiedene Ansprachen. feines Chefs aus. Frau Schwägerle schildert ihre Ent- Bersammlung: Rob. Heßmer." lassung und Herr Baruch giebt zu, daß er die Agitation für Friedrichshagen. Parteigenoffen! Da wir uns gemäß Bom wirthschaftlichen Standpunkte aus behandelte Herr Refeden Berein nicht länger dulden wollte, welche Frau Schwägerle dem Beschluß der letzten Boltsversammlung an der Gemeinde- rendar Heckscher das Thema. Eine ungemein ernste Bevertreter Wahl betheiligen, so ist es nothwendig, daß wir wegung, führte er aus, hat begonnen, ein mit dem letzten in der Fabrik betrieb. Der Sprecher der Arbeitgeber, Herr Gattel, schildert den bis dahin eine rege Agitation entfalten. Aus diesem Grunde Mittel geführter Verzweiflungskampf um eine jammervolle Existenz den 13. Februar, abends steht bevor. Es erscheint naturgemäß, daß sich die sozialZweck des Fabritanten- Vereins, der lediglich zur Abwehr der wird Donnerstag, Uebergriffe der Hutmacher- Organisation ins Leben gerufen fei. 81/2 Uhr, bei Lerche( Rundtheil) eine Versammlung ab. demokratische Partei der Bewegung bemächtigt hat". Wir billigen " Der Konfektionsarbeifer Streik ist heute in 14 folossal besuchten Versammlungen proklamirt Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. worden. Die Mehrzahl der Anwesenden waren Frauen und An die Zimmerer Deutschlands. Kameraden! Montag, Mädchen. Die vorgeschlagene Resolution hatte folgenden den 10. Februar, ist ein großer Theil der Berliner Wortlaut: 3immerleute in den Ausstand getreten. Die frühere ungünstige Konjunktur im Berliner Baugewerbe hatte ein stetes Fallen der Löhne im Gefolge. Im Jahre 1889 lauteten die Forderungen der Zimmerer: neunstündige Arbeitszeit und 60 Pf. Stundenlohn. Diese Forderungen sind damals von einem großen Theil der Unternehmer bewilligt worden, seither sind aber die Löhne bis auf 50 Bf. und darunter gesunken. Die Zimmererarbeit wird immer mehr zur Saisonarbeit. Ein großer Theil der hier ansässigen Zimmerer hat nur ein Einkommen von 6-800 M. Daß dabei ein menschenwürdiges Dasein nicht geführt werden tann, wird wohl jedem einleuchten, der mit den Verhältnissen einer Großstadt vertraut ist. Nach der langen Reihe von Jahren haben es nun die Berliner Zimmerleute fatt, unter den großen Entbehrungen weiter zu leben. reiche Versammlungen beschäftigten sich mit dem Werthe der Berkürzung der Arbeitszeit, durch die allein die Reserve Armee vermindert und mehr Arbeitsgelegenheit geschafft werden kann; nicht jede Forderung der Arbeiter und wollen auch nicht die Bers erhob und eben aus dem Bewußtsein höherer, als rein egoisti- daß unser Vorgehen gerechtfertigt ist. In brei Werkstellen sind fonen der Arbeitgeber angreifen, die den Verhältniffen gegen scher Zwecke das Recht und die Pflicht schöpfte zur Leitung, unsere Forderungen sofort bewilligt worden. In 68 Werk. über oft machtlos find; aber wir protestiren gegen zur Verwaltung und zur sozialen Fürsorge." In der Frage, die stellen tam es zum Streit, an dem insgesammt 720 Mann schreiende Mißstände. Redner verbreitet sich nun über uns hier beschäftigt und der auch die Diskussion zwischen den beiden betheiligt sind. Der Kampf ist hart, aber der Sieg die Schäden der Hausindustrie und des damit verbundenen tonservativen Blättern ihren Ursprung verdankt, in der Konfektions- gewiß, da die Kollegen alle einmüthig handeln. Wir er Zwischenmeister Unwesens, das die ausgebeuteten Arbeiterinnen bewegung, wird die Aristokratie, die„ den höheren und allges suchen nun speziell unsere Berufsgenossen in ganz Deutschland, vielfach der Prostitution in die Arme treibt. Abhilfe muß ge- meineren Zweden der Kultur dient", vorgestellt von Herrn Man- dieser Bekanntmachung die genügende Beachtung zu schenken. fordert werden, doch sei vor einem Ausstande, der nur die heimer, Kraft u. Lewin, Gerson und wie sie sonst noch heißen. Da wir allen ausständigen Gewerkschaften stets unsere Solidarität Arbeitgeber erbittern fönne, zu warnen. Sähen die Arbeitgeber, bewiesen haben, sind wir gewiß, daß alle Arbeitsbrüder sich dessen daß die öffentliche Meinung auf seiten der Arbeiter sei, so erinnern und uns nun ihre Solidarität bezeigen werden. Alle würden sie sich entgegenkommender zeigen; dagegen werde ein Zusendungen find zu richten an das Bureau Mariannen Ufer 4 Ausstand, den Arbeitern auch noch die Sympathien der bürgerbei Gelhoff.( Telephonamt 7 Nr. 2763.) lichen Klassen verscherzen. Redner fordert: Lohntarif, gemischte Kommission zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Arbeit nehmern und Arbeitgebern, feine Verschleppung der Ausgabe und und Rücknahme der Arbeit, eventuell Entschädigung für zu langes Warten, Betriebswerkstätten, Ausdehnung der Versicherungs- Die Versammlung der Konfektionsschneider und Näherinnen gesezgebung auf die Hausindustrie, Verpflichtung der Lieferanten erklärt sich mit dem bisherigen Vorgehen der Fünfer- und der für Staat und Kommune, nur in eigener Fabrit arbeiten zu Agitationstommiffion der Schneider und Schneiderinnen Berlins laffen. Auch wünschte Redner, daß die Polizei die Organisationen vollkommen einverstanden, sie erkennt an, daß kein Schritt zu der Arbeiter nicht in ihrer Entwickelung stört. Ueber die gefund einer friedlichen Einigung von seiten der Vertreter der Arbeiter heitlichen Nachtheile der Hausindustrie sprach Fräulein unterlassen wurde, fie schiebt die volle Berantwortung für die Dr. med. Bluhm, indem sie auf die Gewerbekrankheiten und Lage des Streitfalles den Unternehmern zu. die hohe Sterblichkeit( Tuberkulose!) der Konfektions- Arbeiter und Arbeiterinnen hinwies. Sie forderte Betriebswerkstätten unter gesetzlicher Aufsicht. Frau Sanitätsrath Schwerin hob hervor, daß die Behaglichkeit des Hauses und das Familienleben unter der Heimarbeit leiden. Aufgabe der Frau sei es, mit dem Muth Die Anwesenden verpflichten sich von nun an so lange die des Herzens für die Unterdrückten einzutreten; denn gerade fie Arbeit ruhen zu laffen, bis sämmtliche Forderungen der Arbeiter sei dazu berufen, zu besänftigen. Nach diesen Ansprachen, welche und Arbeiterinnen bewilligt find, fie betonen vor allem die vielfachen Beifall fanden, überraschte Professor Förster die Forderung nach Betriebswerkstätten und nach festen und beVersammlung mit der Mittheilung, daß, obwohl sich mehrere deutend erhöhten Lohnfäßen. Waren die Schneider und Näherinnen Personen zum Worte gemeldet hätten, teine Diskussion im Frieden zu Zugeständnissen bereit, so erklären sie sich jetzt, einstimmig wurde in diesen Bersammlungen die Verkürzung der stattfinden werde; die Gegenfäße, die man versöhnen wolle, zum Kampf gezwungen, nicht früher zufrieden, als bis sie alle Arbeitszeit als nothwendig betrachtet und beschlossen, fie in würden ja sonst erst recht aufeinander plazen. Ohne sich durch ihre Forderungen durchgefeht haben. diesem Frühjahr zur Durchführung zu bringen. Aber den Zwischenruf Man fürchtet die Diskussion!" stören zu Die Versammelten beauftragen die Fünfer- Kommission mit wegen der günstigen Witterung und der auch sonst laffen, fügte Herr Förster hinzu, man werde konsequenterweise der weiteren Führung des Kampfes und der eventuellen Ber- einigermaßen günstigen Verhältnisse in unserm Gewerbe auch teine Resolution faffen. handlungen. Die Fünfer Kommission wird für befugt erklärt, fahen wir uns veranlaßt, unsere Forderungen schon jetzt den Die Herrenkonfektionäre haben die folgende Resolution sich durch Aufnahme weiterer Mitglieder zu ergänzen; der Unternehmern zu unterbreiten und zwar verlangen wir: neun beschlossen: Agitationstommiffion wird aufgegeben, auch ferner durch Agitation Stunden Arbeit und 55 Pfennige Minimallohn die Stunde. Diefe das Intereffe für den Kampf in und außerhalb der Schneider- an und für sich gewiß bescheidenen Forderungen sind auch schon freise wach zu halten. von einem großen Theil der Unternehmer bewilligt. Ein anderer Einig und fest, fraftvoll und muthig treten fie in den auf Theil verschließt sich diesen Forderungen, hauptsächlich der auf gezwungenen Kampf mit dem Versprechen alles, Ausdauer und Verkürzung der Arbeitszeit gerichteten. Entbehrungsfreudigkeit in erster Linie, daranzusetzen, um ihn zu einem siegreichen Ende zu führen. " Die Arbeiter und Arbeiterinnen, die lange genug ihr Glend schweigend getragen haben, können die günstige Zeit zur Aenderung der Verhältnisse nicht vorübergehen lassen, sie müssen sofort und ausnahmslos in den Streit eintreten. = Die heute im Altstädter Hof" tagende Versammlung des Verbandes der Fabrikanten der Berliner Herren- und Knabenfonfektion sowie der Berliner Fabrikanten gleicher Branche die Mitglieder des obigen Vereines sind, nahmen Kenntniß von den seitens der Arbeiter aufgestellten Forderungen. Bei der augenblicklich äußerst schwierigen Lage der Berliner Herren- und Knabentonfektion den anderen Sie fordern von allen denjenigen, die ihnen bisher in warmen Fabrikplägen gegenüber ist es den Berliner Fabrikanten Werten ihre Sympathie bewiesen haben, daß sie es auch an der nicht möglich, die gestellten Forderungen- insbesondere That nicht fehlen und ihnen in dem aufgezwungenen Kampf die geforderten Lohnfäße anzunehmen, da die durch Unterstützungen helfen. volle Befriedigung der gewünschten Löhne und Einrichtungen fie erklären, in diesem großen Kampfe freudig alle Entbehrungen Die Anwesenden verlassen sich aber nicht auf Unterstützungen, Die Gristenz der meisien Fabrikanten in Frage stellt. Bur friedlichen Lösung des herrschenden Konfliktes find die auf sich nehmen zu wollen, um endlich ihre Lage zu bessern. Berliner Fabrikanten gewillt, den Arbeitern die nur irgend Die Schneider und Näherinnen müssen wegen der un möglichsten und weitgehendsten Zugeständnisse zu machen. geregelten Produktionsweise oft Monate lang darben und Die zu diesem Zwecke erwählte Rommission wird es sich an- hungern, sie werden dies in diesem Kampfe ohne Murren auf gelegen fein laffen, mit dem Zwischenmeister, dem eigentlich nehmen, um zum Ziele zu gelangen. lichen Bindungsgliede zwischen dem Fabritanten und dem wirklichen Hersteller der Arbeit, zu unterhandeln. Bei Erkenntniß von Uebelständen irgendwelcher Art wird diese Kommission für Aufbesserung bestrebt sein. Die direkte Unterhandlung der Fabrikanten mit dem UnterArbeiter hält die Versammlung nicht für rathsam, da bei den herrschenden Usancen in der Berliner Konfektion der Zwischenmeister der eigentliche Arbeitgeber des in die Lohnbewegung eingetretetenen Arbeiters nicht zu umgehen ist und jedwede Abmachung des Fabrikanten mit den Unterarbeitern fonach zwecklos erscheint. Die versammelten Fabrikanten haben das Vertrauen zu den Arbeitern, daß sie sich durch Vernunftsgründe überzeugen lassen werben, inwieweit die Bewilligung der gestellten Forderungen im Bereiche der Möglichkeit liegen und die Arbeiter erkennen werden, daß darüber hinausgehende Forderungen unter allen Umständen zum Streit führen müssen; zum Schaden der Fabrikanten und zum Schaden der Arbeiter." Demnach haben die Unternehmer jedes ernsthafte Eingehen auf die Forderungen der Arbeiter abgelehnt. Dresden, den 9. Februar. Hier beschäftigte sich eine große Versammlung der in der Konfektionsbranche Beschäftigten mit den Forderungen der Arbeiter und nahm die Berichte über die bis dahin ergebnißlos verlaufenen Verhandlungen mit den Unternehmern entgegen. Die Versammlung erklärte dann: Die Anwesenden verpflichten sich, mit aller Kraft und Hingebung zum Siege in diesem Kampfe beizutragen. Abgesperrt war auch Paster's Gesellschaftshaus wo Witte unter lebhaftem Beifall referirte. Mit Ausnahme eines einzigen Redners erklärten sich alle Anwesenden für die Resolution, die einstimmig angenommen wurde. い Zahl Berufsgenossen! Wir wissen, daß auch Ihr unter dem Drucke des Rapitalismus leidet und selber alle Ursache habt, Guch aufzulehnen gegen die oft aller Menschlichkeit hohnsprechende Behandlung und Bezahlung. Deshalb fordern wir von Euch auch augenblicklich keine finanzielle Unterstüßung, sondern ersuchen Euch nur dringend darum, dafür zu wirken, dadurch den Kampf mit den noch in Frage kommenden Unterdaß feiner unserer Berufsgenossen hier in Arbeit tritt und uns nehmern erschwert. Auch wir werden, wie immer, unsere Solidarität Euch gegenüber beweisen. Die Lohnkommission der Berliner Bimmerleute. Alle Anfragen und Aufträge wolle man richten an Theodor Fischer, Berlin, Restaurant Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Zum Streit der Zimmerer Berlins ist weiter zu Im Englischen Garten, der auch polizeilich ab. berichten, daß bis Montag Abend 7 Uhr 79 Unternehmer, bie gesperrt war, referirte unter vollkommener Zustimmung der Buſammen ca. 1100 Bimmerer beschäftigen, die Forderungen Anwesenden Genoffe Stubbe. Die Resolution fand ein( 9 stündige Arbeitszeit und 55 Pf. Minimallohn) bewilligt haben. stimmigen begeisterten Beifall. Wir richten nun noch einmal an unsere Berufsgenossen die Aufforderung, überall da, wo die Forderungen nicht unbedingt bewilligt sind, die Arbeit unverzüglich niederzulegen und in der am Mittwoch, den 12. Februar, in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 20/22, stattfindenden Bersammlung zu erscheinen. der Streitfarten im Streitlokal, Neue FriedrichBu gleicher Zeit machen wir bekannt, daß die Abstempelung traße 44, in den Stunden von 9-12 und 2-4 Uhr täglich stattfindet. Außerdem werden die Play deputirten auf gefordert, heute Dienstag Abend die Arbeitsberechtigungs Karten in Empfang zu nehmen, Die Brauerei Friedrichshain wurde ungeheuer überfüllt. Nach einem mit lebhafter Begeisterung aufgenommenen Referate von Ad. Schulz wurde die Resolution einstimmig angenommen. Nieft's Festfäle wurden um 1/28 Uhr polizeilich ab. gesperrt. Frl. Baader referirte zur vollsten Zufriedenheit der Anwesenden. Ihre Ausführungen wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Die Resolution wurde einstimmig an genommen. Das Konzerthaus Sanssouci war schon um 6% Uhr abgesperrt. Tausende mußten umkehren. Frau Ihrer referirte unter stürmischem Beifall. Als nach der Abstimmung der Resolution deren einstimmige Annahme verkündet werden fonnte, brach ein Begeisterungssturm los, wie man ihn selten zu hören bekommt. Mit einem stürmischen Hoch auf das Gelingen bes Streits trennte man sich. Rautenberg's Festfäle waren schon um 1/2 7 Uhr Wir wollen aber den Kampf nicht um des Kampfes abgesperrt. Nach einem enthusiastisch aufgenommenen Referate willen, wir wollen in friedlicher Verhandlung die schweben- der Frau Timm wurde der Resolution einstimmig jubelnd zuden Differenzen zum Austrag bringen und Austrag bringen und noch einen gestimmt. legten Versuch machen, uns mit den Konfektionären über die aufgestellten Forderungen zu einigen. Demgemäß beschließt die Verfammlung, den einzelnen Geschäften durch von deren Arbeitern bestimmte Personen die Forderungen nochmals vorzulegen und das Ergebniß der Kommission mitzutheilen. Montag findet die entscheidende Verhandlung statt. Dresden, 10. Februar.( Privatdepesche des Vorwärts". In der von 1500 Personen besuchten Versammlung im Lokal ,, Trianon" wurde der Streit erklärt. Einige Firmen haben die Forderungen bewilligt. Mit den Unternehmern der Mäntel branche werden die Verhandlungen noch fortgesetzt werden. Der Saal des Vereinshauses„ Südost" mußte um 7 Uhr wegen Ueberfüllung polizeilich gesperrt werden. Frau Reimann referirte unter dem Beifall der Versammelten, die begeistert der vorgelegten Resolution zustimmten. Der große Saal des Königshof war überfüllt. Unter fehr lebhaften Beifall referirte Frau Lily v. Giydi. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Der Saal des Berliner Prater war schon gleich nach 7 Uhr abgesperrt. Tausende warteten auf der Straße, vergeblich Einlaß begehrend. Die Resolution fand unter lebhaftem Beifall nach einem begeistert aufgenommenen Referate Pfeiffer's ein stimmige Annahme. Das Swinemünder Gesellschaftshaus war schon vor 1/2 8 Uhr abgesperrt. Danzig referirte unter lebhaftestem Beifall. Gegen die Stimme eines Zwischenmeisters wurde die Resolution angenommen. J. A.: Die Streittommission der Berliner 3immerleute. Wegen Lohnbifferenzen haben sämmtliche Tischler der Firma Wurzel in Treptow bei Berlin, Baumschulentraße 88, die Arbeit niedergelegt. Der Meister hatte an sie das Anfinnen gestellt, noch billiger zu arbeiten als bisher, trotzdem die Preise schon sehr gedrückt waren. Zudem arbeiten die Kollegen mit eigener Bant und Werkzeug. Die Ortsverwaltung der Zahlstelle des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes Rixdorf. = Der Streik bei der Patent Hufeisenstollen- Fabrik von Leonhardt u. Co. in Berlin, Saarbrückerstr. 30, dauert unverändert fort. Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Antwort Zur Arbeitseinstellung der Tapezirer bei der Firma Jakob u. Braunfisch in Berlin ist mitzutheilen, daß die Firma zur Bewachung ihrer Werkstatt polizeiliche Hilfe requirirt hat, obwohl die Ausständigen zu dieser Maßregel selbstverständlich feinerlei Anlaß gegeben haben, und daß auf die letzten Einigungsversuche die Hausdiener der Firma( während sie sich die Hemdärmel auftrempelten) den Tapezirern die gaben: Die Chefs sind für Sie nicht mehr zu sprechen. Die Tapezirer Berlins werden ersucht, ihrerseits die Antwort durch zahlreichen Besuch der Versammlung zu geben, die wegen der Streitangelegenheit nächsten Mittwoch, abends 1/29 Uhr, bei Boly, Alte Jakobstraße, abgehalten werden wird. In Neu- Ruppin haben die Bauschlosser wegen der überaus trostlosen Lohnverhältnisse die Arbeit eingestellt. Erfurt, ben 10. Februar.( Privat- Telegramm d. Vorw.".) Die streitenden Konfektionsarbeiterinnen vereinigten sich heute Mittag zu einer imposanten Demonstration. In einem Buge von weit über tausend Theilnehmerinnen zogen sie über den gesperrt. Zimm referirte zur vollkommenen Zufriedenheit der Gründel's Festfäle waren um 8 Uhr polizeilich Depelthen und lehte Nachrichten. Anger und die Bahnhofsstraße bei allen Engrosgeschäften in Buhörer. Einstimmige Annahme fand die Resolution. musterhafter Ordnung vorbei. Heute Nachmittag wird in den legten Geschäften die Arbeit niedergelegt. Preßstimmen. Ausführungen und die Resolution wurden mit großer Be Der Rösliner Hof wurde um 8 Uhr gesperrt. Bohn's geisterung aufgenommen. Gegen dieselbe wurde teine Stimme abgegeben. Die, Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat wieder Jm überfüllten Saale von Ahrens Brauerei referirte zwei Leitartikel im Zusammenhange mit der Bewegung in der Bander zur vollsten Zufriedenheit aller. Die Resolution fand Konfektionsindustrie gebracht: in dem erften tritt sie zu gunsten einstimmige Annahme. der Frauen von kleinen Beamten und Arbeitern, welche den unzulänglichen Verdienst ihrer Männer durch ihren Neben- berg referirte unter Beifall. Die Resolution wurde mit Be= Die Viktoria Säle waren überfüllt. Frau Greiffenverdienst ergänzen" für das Fortbestehen der Hans industrie geisterung einstimmig angenommen. ein, und stellt damit von neuem ihrer sozialpolitischen Erkenntniß ein Armuthszeugniß aus; im zweiten ents Alle streitenden Konfektion3 Arbeiter und wickelt fie, polemifirend gegen bie Kreuz Zeitung" ihre Arbeiterinnen werden dringend aufgefordert, auf die Bepolitischen, sozialen und ethischen Grundfäße. Zwar nicht im fanntgabe der Streitlokale und die entsprechenden Informationen Nietzsche'schen, wohl aber im altpreußischen" Sinne feiert sie die in der Mittwochs- Nummer des Vorwärts" zu achten. Kraft als politisches und ethisches Prinzip. Budapest, 10. Februar.( B. S.) Eine gestern stattgefundene und mußte polizeilich aufgelöst werden. Dann durchzogen die Versammlung der Tischlergehilfen nahm einen stürmischen Verlauf Versammlungstheilnehmer die Straßen und den Trödlermarkt. Die Trödler glaubten, daß es auf eine Plünderung abgesehen sei und bewaffneten sich mit, alten Gewehren. Die Polizei ver haftete viele Personen. " London, 10. Februar. Wie dem„ Reuter'schen Bureau" aus Suez gemeldet wird, ist das Truppen Transportschiff Victoria" mit Jameson und seinen Offizieren an Bord heute Nachmittag in den Ranal eingelaufen; die Durchfahrt aber ist zur Zeit durch ein auf Grund gerathenes Petroleum Schiff gesperrt. London, 10. Februar.( W. Z. B.) Die Thronrede, mit welcher das Parlament morgen eröffnet werden wird, wird länger als gewöhnlich sein. Die Rede wird sich aber darauf beschränken, die Ereignisse aufzuzählen, besonders wird eine Angabe über die Als diese Werthung sich in unserem Geiste ausbildete, da zukünftige Politik vermieden. Unter den angekündigten Gesetzweilte er auf den Schlachtfeldern von Fehrbellin und entwürfen befinden sich solche betreffend die Verpflichtungen der Leuthen, dort an der Kazbach oder bei der Avantgarde An alle Arbeiter Deutschlands. Die in Holz- Arbeitgeber, die freiwilligen Schulen, die irische Landreform, die von Dennewitz" o, wäre er doch dort an der Kaybach bearbeitungs- Fabriten, beziehentlich an Holz- Hebung des landwirthschaftlichen Nothstandes und die Frage der oder auch im Pfefferlande geblieben, dieser Geist der Nordd. bearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Einwanderung von fremden Armen. Auch die Vermehrung der Allg. 3tg.", ftatt daß er sich mühselig Rezensionen und sozial- Berlins und Umgegend haben am 10. Februar ein- Flotte wird Erwähnung finden. politische Artikel abtreibt. Aber er ist nun einmal aus weiter müthig die Arbeit überall da niedergelegt, wo die Forderungen: Belgrad, 10. Februar.( W. T. B.) In der Stupschtina wurde Ferne zurückgekehrt in die Redaktionsstube und athmet als neunstündige Arbeitszeit und 5-15 pet. Lohnerhöhung nicht be- ein Utas verlesen, durch welchen die Regierung ermächtigt wird, Geist altpreußischer Zucht, Treue und Tapferkeit in jeder Zeile", willigt worden sind. eine Vorlage, betr. die Revision der Verfassung, einzubringen. Gewerkschaftliches. der das feierliche Blatt ziert. Wie dieser Geist mit den vielen Werthe Arbeitsgenossen! Wenn Ihr bedenkt, wie gefährlich Madrid, 10. Februar.( W. T. B.) Die Meteor ver Prädikaten aussieht? So:" Das Philisterthum, welches von Hause unser Beruf ist, wie fein Tag vergeht, wo nicht zahlreiche urfachte eine große Panit. In der Tabaksmanufaktur find 17 Arbeiter aus und ohne mit dem Contrat social Bekanntschaft gemacht Verlegungen vorkommen, so daß fast tein Kollege unter verwundet. Andere Unglücksfälle werden gemeldet, namentlich zu haben, nur individualistisch denkt und fühlt, hat immer und uns ist, der noch unverlegte Finger aufweisen kann; wenn Ihr aus Schulen, viele Mauern sind eingestürzt, so eine in der Gesandtüberall den höheren und allgemeineren Zwecken der Kultur nur weiter bedenkt, welch schädlichen Einfluß das Arbeiten in unseren schaft der Vereinigten Staaten, in einer Vorstadt ist ein Haus dadurch dienstbar gemacht werden können, daß eine irgendwie mit ungeheurem Staub geschwängerten, gar nicht ventilirten eingestürzt. Die Naturerscheinung wurde bis auf eine Entgeartete Ariftofratie sich über die individuelle Menschlichkeit Werkstellen auf die Gesundheit hat, so werdet Ihr zustimmen, fernung von 60 Kilometern von Madrid bemerkt. Verantwortlicher Redakteur: Auguſt Jacobey, Berlin. Für den Injeratentheil verantwortlich: Th. Glede in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen, 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 35. Reichstag. 36. Sigung vom 10. Februar, 1 Uhr. M " Dienstag, den 11. Februar 1896. = = 13. Jahrg. zum Regiffeur: Chikaniren Sie doch das Frauenzimmer ein schaft deutscher Bühnenangehöriger hat dagegen gearbeitet, aber bischen. Dieser lehnt es ab und der Direktor thut es mit ihrer eigenen Agentur haben sie freilich bisher wenig Glück alsdann in der infamsten Weise, bis sie widerspricht, worauf gehabt. Ich habe erste Namen unter Kontratten gesehen, die er aufspringt mit den Worten: Sie haben widersprochen; Sie halsabschneiderische Bestimmungen enthielten; ja, sie hatten die Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, Graf Posa- sind entlassen, verlassen Sie die Probe! Er zieht ihr von den Bestimmungen eben nicht gelesen. In Fällen, wo wirklich die bowsty. 165 M. Monatsgage 140 M. für Strafen ab( hört! hört!) und Agenten eine Nothlage ausbeuten, haben die Gerichte zu gunsten Zur ersten Berathung steht der Gefeßentwurf, betr. Die Ab- läßt sie in Halle a. S. sitzen. Da sie fein Geld hat, schreibt mir des Ausgebeuteten entschieden; namentlich wenn über die ursprüngänderung der Gewerbe Ordnung( betrifft die Konzessionspflicht ein Kollege von ihr, so kann sie den Direktor nicht liche Kontraktszeit hinaus die Schauspieler den Agenten tributar für Frrenanstalten, Schauspiel- Unternehmungen, für Kleinhandel verklagen, und was weiter aus ihr geworden ist? bleiben sollten; diese Bestimmung ist als contra bonos mores mit Spiritus und Branntwein, ferner die Vorschriften über den Der Briefschreiber macht dahinter einen Gedankenstrich! verstoßend als null und nichtig erklärt worden. Die angeführte Hausirhandel.) Troß unserer Anträge, troß der Zustimmungen aus den ge- Hausordnung ist nicht bei dem genannten Hoftheater in Üebung, Abg. Mehner( 3.): Ich hoffe, daß diesmal die Verabschie- sammten Schauspielerkreisen ist diese brennende Frage in der denn Direktor des Wiesbadener Hoftheaters ist bekanntlich Herr dung der Vorlage nicht wieder durch einen vorzeitigen Schluß Vorlage nicht mit einem Wort berücksichtigt. Den Schauspielern v. Hülsen und nicht der von Herrn Reißhaus genannte Herr der Session vereitelt wird; um ihr Zustandekommen zu sichern, und Schauspielerinnen wird durch den vom Direktor verlangten Willy Hasemann. Auch unter den Schauspielern giebt es mertmöchte ich aber immerhin vorschlagen, den Entwurf überhaupt Nachweis der finanziellen Mittel nicht im geringsten geholfen. würdige Leute; es sind nicht lauter Engel.( Große Heiterkeit.) nicht an eine Kommission zu verweisen, sondern sofort in zweiter Herr Meßner hat mit großer Begeisterung gegen den Schnaps- Der Theaterdirektor Göthe schickte einen widerspenstigen Schaus Lesung im Plenum zu behandeln. Hier führe ich nur an, daß die konsum den ethischen Gaul geritten.( Große Heiterkeit.) spieler tagelang auf die Schloßwache und bestrafte widerspenstige Schäden der Konsumvereine immer weiteren Kreisen bekannt werden. Weshalb wird denn die Aesthetit nicht verlegt, wenn der Schauspielerinnen mit wochenlangem Stubenarrest. So weit Gerade in den Winkelfneipen vieler Konsumvereine sucht und Schnaps gebrannt wird, wenn er von Gast- und Schankwirthen gehen wir ja heute nicht, aber mit den paar Pfennigen findet der Schnapsteufel seine Opfer. Der Schnapsverkauf muß ausgefchänkt wird? Sie wollen eben nicht den Schnapstonsum Strafen, welche Ihre Anträge zulassen wollen, die 1/4 der daher diesen Konsumvereinen direkt verboten sein. Dagegen als solchen beschränken; nein, Sie wollen den Gaft und Tagesgage nicht überschreiten dürfen, fommen wir auch nicht muß ich die Ausnahmebestimmung, welche der Artikel 4 der Vor- Schantwirthen eine unbequeme Konkurrenz vom Halfe schaffen. durch. Thatsache ist, daß das gesellschaftliche Nivean lage gegen die Eroguenhandlungen trifft, als unzweckmäßig und In ganz Deutschland giebt es ja höchstens einige hundert solche des Schauspielerstandes sich immer mehr hebt. Auch im deutschen zu weit gehend verwerfen. Auch die unschädlichen Arzneimittel, Schnaps Ronfumvereine; warum denn nun 1500 andere Reichstage ist den Mitgliedern der deutschen Bühnen sicher unser welche bisher der Droguist abgeben kann, dem Alleinverkauf Ronfumvereine unter dieselbe Ausnahmebestimmung stellen? volles Intereffe und unsere volle Sympathie zugewendet; geht es durch die Apotheken vorzubehalten, die den fünf- oder sechsfachen Das beste Mittel gegen die Schnapspeft ist, das wirklich nicht mehr anders, so werden wir gewiß auch zu gefeß= Breis fordern, ist eine Härte und Unbilligkeit gegen das Publikum. Bolt auf ein höheres wirthschaftliches Niveau lichen Maßnahmen auf diesem Gebiete bemüht sein. Aber es ist Die Bestimmungen der Vorlage über den Hausirhandel zeigen zu heben. Und nicht blos dem Schnapsteufel, sondern auch ein schwieriges und eigenartiges Gebiet, welches in Angriff zu uns deutlich, wohin wir mit der liberalen Gesetzgebung ge- dem Bierteufel will man zu Leibe, auch der Flaschenbier nehmen, erst nach den umfassendsten Erhebungen und Untertommen sind. Dennoch gehen auch hier die vorgeschlagenen Ab- Handel soll getroffen werden. Dieser hat sich zu der heutigen fuchungen angezeigt sein wird.( Beifall.) hilfemaßregeln nicht weit genug. Höhe entwickelt, weil das Bier immer mehr zum Lebens- Abg. Dr. v. Wolzlegier Gilgenburg( Bole) schließt Abg. Schneider( frs. Bp.): Es handelt sich bei dieser Vor- bedürfniß geworden ist und seinerseits den Schnaps verdrängt sich dem Antrage des Zentrums an, ohne Kommissionslage angeblich darum, die wirthschaftlichen Answüchse des hat. Was die Droguen betrifft, so können wir auch nicht berathung demnächst in die zweite Lesung einzutreten. Detailreifens und des Haufirhandels zu deseitigen. Das Ergebniß einsehen, warum die schon so bevorzugten Apotheken Bedenken hat er gegen die Fassung des Artikels 2, der die Konist aber schließlich das, daß die polizeiliche Machtvollkommenheit noch weitere Vorrechte erhalten sollen. Gründe für session für den Schauspielunternehmer von dem Nachweis der vermehrt wird, Handel und Wandel weiter beschränkt wird und die Beschränkung des Droguenhandels liegen nicht vor; man will nöthigen Mittel abhängig macht. Diese Fassung sei so allgemein, man froh sein muß, wenn die Verwaltungsbehörden noch blos den wirthschaftlich starken Apotheker noch weiter stärken daß sie alles in das Belieben der Behörden stellt, und die einigermaßen Ausnahmen und Bewegungsfreiheit gestatten. gegen die Schwachen! Situation in den östlichen Landestheilen ermuthige nicht dazu, Die meisten Vorschläge erscheinen uns, soweit sie eine Be- Daß die Beschränkung des Detailreisens zu den Behörden solche Befugniß zu geben, die leicht im Interesse schränkung des jeßigen Gewerbebetriebes wollen, nicht gerecht weit geht, erkennt sogar eine Petition des Verbandes deutscher ganz anderer als fünstlerischer Rücksichten benutzt werden könnte. fertigt. Mit dem Berbot des Hausirens schulpflichtiger Kinder, Schneiderinnungen, also die Blüthe der Zunftschwärmer, aus- Das Verbot des Winkelschants, wie es die Vorlage eventuell mit der Anwendung des Arbeiterschutz- Gesetzes auf die Konsum- drücklich an. Detail reisen lassen nicht die Großen, die Riefen gegen die Schnaps- Konsumvereine in Anwendung bringen vereine sind wir einverstanden. Sehr energisch ist die geschäfte betreiben, die Hunderttausende jährlich für Inferate, wolle, sei nur zu billigen. Die Bestimmung, welche Opposition derjenigen Kreise, für welche das Detailreifen eine Reklamen, Kataloge und Proben ausgeben tönnen; gerade die den Droguenhandel einschränken soll, verwirft Redner; Lebensfrage ist, so diejenigen der Bielefelder Leinen- Industrie. Kleineren und mittleren Geschäftsleute sind es, die das Detailreifen man dürfe den Apotheken nicht diesen Liebesdienst erweisen. Die Haufirer sind mit Steuern feineswegs weniger ergiebig be- nicht entbehren können. Die Bestimmung des Artikel 8 wäre also Würde die Vorlage mit ihrer dehnbaren Ausdrucksweise an dacht als der seßhafte Gewerbebetrieb; um so weniger gerecht ein sehr zweischneidiges Schwert; sie ist für uns unannehmbar. genommen, so würde der Droguenhandel überhaupt unmöglich erscheinen die weiteren Beschränkungen, denen dieser Betrieb Die großen Geschäftshäuser würden durch diese Vorschrift ledig sein. Man sollte dem Droguisten nur verbieten, starke Gifte zu unterworfen werden soll. Sehr gefährlich ist auch die vor lich eine Konkurrenz los werden. Die gegen die Kolportage- verkaufen. Der vorgeschlagenen Beschränkung des Detailreisens geschlagene Ermächtigung der Behörden zur Verfagung des literatur gerichteten beschränkenden Bestimmungen der Vorlage fönne er nur freudig zustimmen; im Osten seien diese Reisenden, Hausirscheins für den Fall, daß der Haufirer wegen gewiffer werden ihren Zweck, die Schundliteratur zu vernichten oder ein namentlich die Vertreter einer gewissen aufdringlichen und unftrafbarer Handlungen zu einer Freiheitsstrafe von mindestens zudämmen, gänzlich verfehlen und sich lediglich als eine Waffe geheuer beredsamen Rasse eine wahre Landplage geworden. einer Woche verurtheilt ist und seit der Verbüßung der Strafe gegen die Verbreitung der wissenschaftlichen Literatur in Abg. Galler( frs. Bp.): Gewiß sind im Betriebe des Hausirnicht 5 Jahre verflossen find. Bedenken schwerster Art haben den Händen der Polizei erweisen. Daß die Polizei gewerbes Mißbräuche aufgetreten, welche das ansässige Gewerbe wir auch dagegen, daß die Ertheilung der Konzession schon heute die Gewerbe Ordnung dahin auslegt, daß schädigen können. Bei der wirthschaftlichen Verschiedenheit des an den Schauspiel Unternehmer in der Hauptsache sie z. B. das ,, Buch der Erfindungen" verbietet, aber weiten Gebietes des Deutschen Reiches hätte die Abstellung und von seinem gefüllten Geldbeutel abhängig gemacht wird. Rinaldo Rinaldini", Krauts der Scharfrichter vou Berlin", Regelung besser den Einzelstaaten überlassen bleiben sollen. Die Angriffe des Herrn Megner auf die Konsumvereine muß" Schinderhannes"," Die Bettelgräfin"( Heiterkeit) u. f. w. ge- Nicht der Kleinhandel, der kleine Gewerbebetrieb wird die Erbich durchaus zurückweisen; die Auswüchse des Branntweinkonsums ftattet, sei hier nur nebenbei angeführt. Ungeheuerlich ist die schaft der Hausirer antreten, sondern der Großbetrieb, das Großsind nicht auf das Konto der Genossenschaftsidee zu sehen. Der Bestimmung, daß der Haufirer 25 Jahre alt sein muß, wenn er fapital. Heute sind es die Hausirer, morgen die Konsumvereine, Borschlag, den Handel mit Droguen und chemischen Präparaten, das Gewerbe betreiben will. Also die jungen Leute sollen zu dann die Margarine; immer neue Erscheinungen verfallen demwelche zu Heilzwecken dienen, unter den Voraussetzungen des§ 35 Hause bleiben, hinter dem Ofen hocken, die älteren aber sollen sich selben Rezepte. Dem nothleidenden Gewerbe soll auch durch der Gewerbe- Ordnung zu verbieten, wird durch diese Fassung auf der Landstraße herumtreiben! Mit 19 Jahren darf Handwerkskammern geholfen werden; wird denn auch nur ein nur noch tomplizirter. Alle diese Bedenken rechtfertigen meinen der junge Mann Soldat sein, die Blutsteuer bezahlen; Baar Stiefel mehr gefertigt werden, wenn diese Kammern einAntrag, die Vorlage einer Kommiffion von 21 Mitgliedern zu mit 19 Jahren fann jemand Offizier und 19 Jahren fann jemand Offizier und Patentspige geführt find? Ich sehe voraus, daß man auch demnächst ein überweisen. der Gesellschaft sein, aber ein Haufirgewerbe darf er nicht Gesetz gegen die großen Bazare machen wird. Die Vorlage Abg. v. Hollenfer( t.): In der Sache selbst fann ich die betreiben, dazu fehlt ihm die Fähigkeit nach Ansicht der wird nicht verhindern, daß das Kleingewerbe in dem neue Fassung, welche die Bestimmung gegen die Droguisten erhalten Verfasser des Entwurfs! Wir sind sonach gegen die harten Existenzkampf, den es jetzt führen muß, unterliegt. hat, für eine glückliche auch nicht erachten. Die Bedürfnißfrage Vorlage, haben aber gegen Kommissionsberathung nichts ein Mit solchen Mittelchen wird der Krankheitszustand nur zur Grundlage des Haufirgewerbes zu machen, wie es ein Theil zuwenden. Will die Regierung den kleinen Gewerbetreibenden gesteigert, der hervorgerufen ist durch den übertriebenen Milider Interessenten verlangt, dazu fönnen wir uns nicht verstehen; wirklich helfen, dann muß sie dafür sorgen, daß die Beunruhigungen tarismus, der des Volkes Mark verzehrt und zu den unerschwing wunderbar, daß gerade aus den Kreisen des Zentrums aller Art aufhören, wie zum Beispiel diejenigen, die von der An- lichen Lasten führt, unter denen das Bolt seufzt.( Zustimmung eine solche Anregung zur Vermehrung der Machtfülle fündigung einer neuen Marinevorlage ausgehen, daß nicht neue links.) Daß die verbündeten Regierungen es abgelehnt haben, des Beamtenthums gegeben wird.( Sehr richtig! lints.) Steuern in Aussicht gestellt werden zu gunsten der oberen Stände, die veratorischen Bestimmungen gegen den Buchhandel aufzu Die wirthschaftliche Kräftigung des Mittelstandes, die wirksamste sondern daß eine Entlastung nach unten in umfassender Weise nehmen, die das Zentrum befürwortete, ist erfreulich. Daß Maßregel zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, playgreift.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) das Zentrum eine tiefgewurzelte Abneigung gegen den Buchund alle dahingehenden Maßnahmen, welche die Regierungen in Abg. Bürklin( natl.): Es sind auch heute die deutschen handel hat, weiß ich ja. In dem Entwurf ist aber noch eine der Vorlage bringen, werden wir freudig unterstützen. Bühnenverhältnisse besprochen worden. Die Anträge, welche die Bestimmung stehen geblieben, die dem Buchhandel durchaus nicht Sozialdemokraten im vorigen Jahre eingebracht hatten, paßt. Das ist die Bestimmung, daß von der Kolportage aus find als solche nicht von der Kommission angenommen worden, geschlossen sein sollen diejenigen Lieferungswerke, wo nicht die vielmehr bloß ihrer Tendenz nach gebilligt und der Bahl der Lieferungen des Werkes und dessen Gesammtpreis auf Regierung zur Kenntnißnahme überwiesen worden. Die wohl jeder Lieferung an einer in die Augen fallenden Stelle ver wollende Tendenz berührt auch mich in hohem Grade angenehm. zeichnet ist. Unter diesen Bedingungen kann ja oft mit dem Abg. Reißhaus( Soz.): Die diesjährige Vorlage ist teine Einzelne Bestimmungen sind gerade vom Standpunkte der Druck des Werkes nicht zur rechten Zeit begonnen werden. Verbesserung der vorjährigen, sondern in vielfacher Beziehung Bühnenmitglieder selbstmörderisch. Nach§ 2 soll der Direktor Mißbräuchen in dieser Hinsicht, die wirklich Uebervortheilung eine Verschlechterung; fie folgt viel zu sehr den Spuren des das Recht haben, gegen Auszahlung einer Monatsgage das des Publikums bedeuten, ist das letztere Manns genug, selbst Zentrums. Einzelne Bestimmungen sind ja auch für uns an- Mitglied jederzeit zu entlassen, dasselbe soll jedem Bühnen- entgegenzutreten. nehmbar, aber leider nur sehr wenige. Unser Verlangen, auch mitgliede zustehen. Solche Bestimmungen würden direkt zur Abg. Quentin( natl.) tritt ebenfalls für Kommissions-Bedie Schauspieler unter die Gewerbe- Ordnung zu stellen, Bühnenanarchie führen. Diese Verhältnisse sind so delikat und rathung ein. wurde im Vorjahre in der Kommission als berechtigt anerkannt intrifat, daß auch sie die Einsehung einer Kommission wünschens- Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Schluß unsere entsprechenden Anträge auch der verbündeten werth machen. In den Ausführungen des Abg. Reißhau 3 514 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr.( Besprechung Regierungen zur Berücksichtigung überwiesen. Wie sehr und im Vorjahre des Abg. Schmidt Berlin ist Wahres der zur Währungsfrage abgegebenen Erklärung des Reichs wir mit denselben das richtige getroffen hatten, bewiefen die und Falsches gemischt. Gewiß, in den Bühnenverhält.tanglers; Fortsetzung der eben abgebrochenen Berathung.) Zustimmungserklärungen, die wir aus den Kreisen der Schau- nissen ist vieles au bessern, aber ideale Zustände Die Be spieler und Schauspielerinnen, nicht nur der untergeordneten, trifft man eben in dieser Welt nirgends an. Ans über die Kündigung entspringen der sondern auch aller großen Bühnen Deutschlands, mit einziger schwerden Ausnahme der beiden Berliner Hofbühnen, erhielten. Wie es schauung, daß sich das allgemeine Arbeitgeber- und ArbeitnehmerPlauen i. B., 7. Februar. mit dem Rechte der Schauspieler und Schauspielerinnen heute steht, Berhältniß ohne weiteres auf die Bühnenverhältnisse übertragen Boulanger und sein Verhältniß zur deutschen Sozialdemo ist ja durch jene Verhandlungen allgemein bekannt geworden. ließe. Das geschieht sehr zu unrecht; nicht dem Direktor, sondern fratie nach der Darstellung des Dr. Hans Blum bildete die Was sich der Theaterdirektor heutigen Schlages noch ungestraft dem Publikum muß das engagirte Mitglied gefallen; dieser dritte Grundlage einer Privatllage, die heute vor dem hiesigen Schöffen gegen seine Schauspieler erlauben kann, ergiebt sich recht drastisch Faktor ist souverän und unberechenbar, er tann gar nicht über- gericht zur Verhandlung gelangte. Angeklagt sind der Restauaus einer Theater- Hausordnung, die es wohl verdient, an den sehen werden. Deshalb die Kündigungsklausel und die Ein- rateur Friedrich Langenstein von hier und die Mitglieder des Schandpfahl der Deffentlichkeit genagelt zu werden. Nach§ 4 dieser stellung von Reserve. Selbstverständlich ist es großer Unfug, Arbeiter Wahlkomitees, Wolfrum, Nürnberger, Hohmann, Theater- Hausordnung werden leichtere Uebertretungenjentweder mit wenn ein halbes Dußend Reservisten hergestellt werden, Rant, Bauer, Hörnig, 3öbisch und Schulz. Der Streit zwischen denen blos einer einer Rüge oder mit einer dafür festzusehenden Geldstrafe geahndet. von behalten werden foll; aber beiden Parteien ist nahezu zwei Jahre alt. Dr. Blum Derartige wiederholte Uebertretungen gelten als Wider- man darf solche Vorkommnisse nicht generalisiren. Es folli- bat in feinem Buch" Die Lügen der Sozialdemokratie" feglichkeit, als Vertragsverlegung und Vertragsbruch und werden diren hier zwei Arten von Interessen, welche nicht ganz bekanntlich behauptet, daß im Boulanger- Prozeß klar gestellt mit Geldstrafe bis zur Höhe der Monatsgage, event. mit gleich betrachtet werden dürfen. Das sehen die Mitglieder viel worden sei, daß Boulanger mit deutschen Sozialdemokraten Bes fofortiger Entlassung ohne Anspruch auf die volle Gage, das fach auch ein, verlangen dann aber auch für sich das Kündigungs- ziehungen angeknüpft hätte, damit diese im Falle eines deutschSpielhonorar und ein Benefiz bestraft. Jm§ 10 wird gefagt: recht. Dieses ist ein gleiches vom Termin des Ablaufs der franzöfifchen Krieges im Rücken des deutschen Heeres eine Wer symbolisch oder gar thätlich beleidigt, kann sofort entlassen Probezeit ab, wenigstens nach der von dem allgemeinen deutschen Revolution anzettelten und die Widerstandskraft der deutschen Regel. Namentlich bei werden, sofern der Direktor es nicht bei einer Geldstrafe bis zur Bühnenverein aufgestellten den Heere abschwächten. Auf grund dieser Behauptungen ist ans Höhe einer Monatsgage bewenden läßt. In dieser Theater fleineren Theatern würde dieses Recht für den Direktor läßlich der letzten Ersatzwahl im 23. sächsischen Reichstags- WahlHausordnung wird in 13 Fällen die Entlassung angedroht eine Quelle dauernder Schwierigkeiten, felbft des Scheiterns freise und zwar wenige Tage vor der Stichwahl im hiesigen Hört!), in 8 Fällen der Verlust der Monatsgage; in 62 Fällen feines Unternehmens sein. Die einseitige Kündigungs- Amtsblatt, dem" Vogtländischen Anzeiger" ein Artikel erschienen, werden Geldstrafen überhaupt angedroht von bis tlaufel vertritt daher auch das Interesse der in welchem die Beschuldigungen gegen die Sozialdemokratie Von den 859 M. Dieses Muster einer modernen Schauspieler. Es ist auch keineswegs ungeheuerlich, wenn wiederholt wurden. ( Hört! hört!) damals hier aufhältlichen Sklavenordnung besteht nicht etwa in einem obskuren einer Dame, die während der Saison heirathet, der Kontrakt ge- Reichstags- Abgeordneten Liebknecht und Auer wurden die Anfleinen Theater, sondern sondern an einer preußischen Hofbühne, fündigt wird. Jedermann weiß doch, daß die Jungfrau in der schuldigungen zurückgewiesen und der unbekannte Urheber für nämlich in Wiesbaden, und der Direktor ist ein töniglich nächsten Beit Eventualitäten entgegengeht, die sie für Monate einen feigen und elenden Ehrabschneider erklärt. Gegen diese preußischer Kommissionsrath, Herr Willy Hasemann. Aehnliche ihrer Thätigkeit an der Bühne entziehen. Das Kontraktformular Erklärung wendete sich ein mit der Namensunterschrift des Dr. Theaterordnungen existiren an anderen größeren Theatern. Wie des Bühnenvereins enthält diese Bestimmung und die Bühnen- Hans Blum versehenes Flugblatt. Dr. Blum hielt die ers man die Schauspielerinnen durch Ausnutzung der Kontrakts- genossenschaft hat ihre Zustimmung gegeben. Das Agentur- wähnten Anklagen aufrecht und fügte hinzu, die be bestimmungen zu außergewöhnlichen Leistungen heranzuziehen wesen hat seine unerfreulichen Seiten; aber der deutsche Bühnen- haupteten" Thatsachen" seien im Prozeß Boulanger sucht und weiß, will ich hier nur andeuten. Für die Behandlung verein hat sich bereits sehr viel und theilweise mit Erfolg um sowohl französischen General der Schauspielerinnen ist folgender Fall charakteristisch. Ein Abhilfe der hier bestehenden Mißstände bemüht. Der sog. Staatsanwalt als von den Wertheidigern Theaterdirektor will eine schon engagirte Dame los fein, um General Revers kommt bei den einigen 90 Bühnen auch dem Gerichtshof für vollständig er eine andere Dame nach Amsterdam mitzunehmen. Er sagt deutschen Bühnenvereins kaum noch vor. Auch die Genossen- wiesen erachtet worden, wie die in seinem( Dr. Blum's) Besitz Abg. Haffe( natl.): Wir unsererseits halten doch Rom missionsberathung für nöthig. Das Verbot des Detailreisend trifft den Buchhandel in schwerster Weise. Die sonstigen Be schränkungen des Haufirhandels, wie sie die Novelle vorschreibt, glauben wir billigen zu können. 157 Noch ein Hans Blum- Prozek. des und B Don dem befindlichen stenogrnpWchen Berichte jeneZ Prozesses bewiesen. Das sozialdeniokratische Wahllomitee brachte als Antwort hierauf ein neues Flugblatt zur Ausgabe, betitelt:„Bubenstück be treffend. Der Kronzeuge ist da." Dieses Flugblatt, das die denkbar kräftigste Zurückiveismig der Blum'schen Behauptungen und scharfe Angrisse auf dessen Person enthielt, bildet den Gegen- stand der heutigen Privatklage. Vor einem Jahre stand in der Sache Verhandlung an, aber auf Verlangen des Vertheidigers, Rechtsanwalt Freudenthal, kam die Sache nicht zum Abschluß, da derselbe es für geboten erachtete, daß der Privatkläger, Rechtsanwalt Dr. Hans Blum selbst erscheine. Diesem Antrage gab der Gerichtshof statt und Herr Dr. Hans Blum war dieses Mal höchstpersönlich zur Stelle. Vor Begin». der Verhandlung erklärt sich der Privatkläger zu einem Vergleiche bereit. Er will die Klage zurückziehen, so- fern sich die Beklagten zur Zahlung einer Buße von 100 M. bereit erklären. Die Buße soll zu wohlthätigen Zwecken Ver- wcndung finden. Die Beklagten geben durch ihren Vertheidiger Dr. F r e n d e n t h a l- Berlin die Erklärung ab. daß sie auf den Vergleich nur einzugehen in der Lage seien, wenn Dr. Blum eine Erklärung des Inhalts abgebe, daß er die erhobenen Be- fchuldigungen nicht zu beweisen vermöge. Dr. Blum sagt, er sei zu der Erklärung ganz außer stände, weil dieselbe seinem ganzen Wissen widerspreche. Er habe direkte Zeugen für seine Behauptungen und müsse, wenn die Frage zugespitzt werde, auf deren Ladung und aus Vertagung der Verhandlung bestehen. Ter Vorsitzende be- dauert, daß der Privatklägcr mit dem Beweisantrage nicht früher und so rechtzeitig hervorgetreten ist, daß die benannten Zeugen noch zu der Verhandlung geladen werden konnten. Dr. Freuden- thal-Berlin will einem Vertagungsantrag nicht widersprechen, da die Beklagten an der Klarstellung der Angelegenheit selbst das größte Interesse hätte». Dr. Bluin benennt nunmehr als Zeugen den Redakteur Emil Attenhofer in Zürich. Attenhoser habe über die Verbindungen Bonlanger's mit in Zürich anfhältlich ge- wesenen Sozialdemokraten Wahrnehmungen gemacht und werde zengeneidlich bestätigen, daß von diesen eine Revolution in Deutschland sür den Fall des Ausbruches eines deutsch- sranzösischen Krieges in Aussicht genommen und hierauf bezüg- liche Pläne dem sranzösischen Kriegsministerium vorgelegt worden seien. Der Privatkläger erwähnt dabei eine anläßlich eines in Berlin in der nämlichen Angelegenheit stattgehabten Prozesses von ihm verfaßte, L4 Seiten umfassende Denkschrift und meint, durch die letztere würden die Berliner Prozeßverhandlungen in eine ganz neue Beleuchtung gerückt. Das Gericht setzt vorläufig die Ver- Handlung fort. Die Angeklagten sind mit Ausnahme von Langenstein— der das inkriminirte Flugblatt als Verleger ge- zeichnet hat— sämmtlich Mitglieder des Wahlkomitees gewesen, machen jedoch geltend, daß sie das Flugblatt weder verfaßt noch verbreitet, sondern von dem Inhalte erst nach der Verbreitung Kcnntniß erlangt haben. Langenstein erklärt, die Verfasser des Flugblattes nicht zu kennen. Er habe das Flugblatt gelesen und für die Verbreitung Sorge getragen, weil er es als berechtigte Abwehr der Verleunidungen betrachtet habe, durch welche seine Partei des Hoch- und Landesverraths beschuldigt werde. Nach beendetem Jnquisitorium wird von dem Milvertheidiger Dr. Schnmann-Plauen die Rechtzeitigkeit der Klageerhebung an- gezweifelt. Um diesem Einwand zu begegnen, bringt der Vor- sitzende einen Brief des Verlegers und Besitzers des hiesigen Amtsblattes(„Vogtl. An}.") Wieprecht zur Verlesung, aus welchem hervorgeht, daß Wieprecht dem Dr. Hans Blum am S. Juni 1894 den Inhalt des inkriminirte» Flugblattes mit- getheilt und hinzugefügt hat, diePIauen'schen Sozialdemokraten seien nach dem Wahlerfolge übermüthig geworden und es könne ihnen ein Dämpfer nichts schaden. Es wird hierauf in die Beweis- aufnähme eingetreten und gelangen Schriftstücke aus einem in Magdeburg in der gleichen Angelegenheil stattgehabten Prozesse, sowie durch den gerichtlichen Dolmetscher verschiedene Stellen aus den von Dr. Blum als Quellen angeführten fran- zösischen Berichten und Zeitungen zur Verlesung. Die Verlesungen sind niit langwierigen Verhandlungen verknüpft, da Dr. Blum immer von neuem versucht, dem durchaus klaren Wortlaut der in betracht kommenden Schriftstücks eine Auslegung zu geben, die seine Behauptungen stützen soll. Vom Vorsitzenden wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß man ans den angeführten Quellen doch unmöglich herauslesen könne, daß die gegen deutsche Sozialdemokraten erhobenen Vorwürfe in dem Prozesse gegen Boulanger von deni Gerichtshof, dem Generalstaatsanwalt und den Vertheidiger» sür erwiesen erachtet seien, nimmt Dr. Blum schließlich auf eine» in einer sranzöst- scheu Zeitung erschienenen Artikel des damals flüchtigen Revanche- Generals bczug, in welchem derselbe die ihm schiild gegebenen Unterschlagungen damit zu entschuldigen versucht, daß er durch die Zuwendungen an die Zeitung„L'avenir national" sich Leute habe verschaffen wollen, welche mit den Sozialisten eines gewissen Landes Verbindungen unterhielten. Dieser Leute habe er sich am Vorabend eines Krieges bedienen wollen. Dr. Freudenthal weift darauf hin, daß in dem Artikel davon, daß Boulanger sein Vorhaben gelungen sei, kein Wort steht, vielmehr in demselben hervorgehoben wurde, daß dieses Vorhaben gänzlich mißlungen sei. Auch der Vorsitzende macht den Privatkläger wieder holt aufmerksam, daß eS sich darum handelt, daß er be hauptet hat, in dem Prozeß gegen Boulanger sei vom Gerichtshof, den Vertheidiger« und dem Generalstaatsanwalt für unleugbar festgestellt erachtet worden, daß die deutsche Sozialdemokratie von Boulanger Gelder erhalte» habe. Dr. Blum sucht eifrig in seinen Akten und Schriften, vermag dem Vorhalt jedoch nicht zu begegnen und kommt schließlich ans den Antrag auf Vernehmung des Redakteurs Emil Attenhofer in Zürich zurück. Der Antrag wird indeß vom Gericht abgelehnt, weil dasjenige, was bewiesen werden müßte, nämlich daß in dem Prozesse gegen Boulanger eine Verbindung desselben mit deutschen Sozialdemokraten unleugbar festgestellt worden sei, nicht bewiesen werden könne. Die Beweisausnahme wird hierauf geschlossen. Dr. Blum beantragt die Bestrafung sämmtlicher Angeklagten und die Zubilligung einer Buße, deren Höhe er dem Ermessen des Gerichts überläßt. Das Flugblatt sei im höchsten Grade beleidigend und auch verleumderisch. Der Vertheidiger Dr. Freuden thal beantragt in erster Linie die Freisprechung der Mitangeklagten Mitglieder des Wahlkomitees. Dieselben könnten, da sie von dem Inhalte des inkriminirte» Flugblattes keine Kenntniß hatten, strafrechtlich nicht verantwortlich gemacht werden. Auch die geforderte Buße müsse abgelehnt werden. Dr. Blum habe wohl Schaden erlitten, aber nicht in seiner Praxis als Rechts� anmalt, sondern in seiner literarischen Thätigkeit. DaS sei indeß seine eigene Schuld, nicht aber die Schuld der An- geklagten. Der Vertheidiger geht des näheren auf die von Dr. Blum erhobenen Beschuldigungen ein und weist nach, daß dieselben in jeder Beziehung unbegründet sind und der Privatkläger im Heuligen Termin einen ganz offenkundigen Rückzug antreten mußte. Aus dem französischen Verfahren gegen Boulanger ergab sich schon zur Evidenz, daß die Behauptung Blum's„Boulanger habe fran zösische Staatsgelder an deutsche Sozialdemokraten verausgabt und dies hätten im Boulanger-Prozesse nicht nur der General- staatsanwält sondern auch die Vertheidiger für erwiesen erachtet" eine völlig unwahre ist, weil nach französischem Recht im Ver- fahren gegen B«-.langcr gar keine Vertheidiger zugelassen werden konnten. Der Vertheidiger charakteristrt in schärfster Weise die Blum'sche„Geschichtsschreibung" und beharrt dabei, daß dasjenige, was Dr. Blum in bezug auf die deutsche Sozial- demokralie und Boulanger behauptet hat, vollständig un- wahr und zwar wissentlich unwahr ist. Wenn der Privat- kläger die Angehörigen einer Partei derartig beleidig», so dürfe er es auch nicht übel nehmen, wenn ihm derb entgegengetreten werde. Im vorliegenden Falle sei eine derbe Antwort sogar rechtlich gerechtfertigt. Einer so hanebüchenen Beschuldigung gegenüber sei der höchste Grad sittlicher Entrüstung selbst in den objektiv beleidigendsten Aorten geboten. Es sei erfreulich, daß diese Entrüstung sich kund gethan hat. Der Vertheidiger Dr. Freudenthal nimmt sür den Zlnaeklagten Laugenstein den Schutz des§ 193 �Wahrnehmung berechtigter Interessen) in An- sprnch. Der Mitvertheidiger Dr. Schumann schließt sich den Aus- führungen Freudenthal's im wesentlichen an. Das Gericht erkennt nach kurzer Berathung unter kostenloser Freisprechung der übrigen Angeklagten gegen Langenstein aus 60 M. Geldstrafe. Die er- wachsenen Gerichtskosten sind von dem Privatkläger und Langen- stein je zur Hälfte zu tragen. Der Antrag Dr. Blum's auf Zu- erkennung einer Buße wird abgewiesen. In der sehr kurzen Urtheilsbegründung werden die von Dr. Hans Blum gegen die deutsche Sozialdemokratie erhobenen Beschuldigungen für un- wahr erachtet. Dem Angeklagten Langenstein, der zweifellos in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe, sei der Schutz des K 193 zugebilligt worden, aber aus der Form der Abwehr gehe die Absicht der Beleidigung hervor, deswegen müsse er be- straft werden. Als strafmildernd komme in betracht, daß der Angeklagte durch die von Blum erhobenen Beschuldigungen in große Erregung versetzt worden sei. Mit Rücksicht aus die ganze Sachlage sei«ine geringe Geldstrafe als Sühne am Platze. ITolmles- Achtung, dritter Wahlkreis! Auf die am Donnerstag, den 13. d. M., abends 3Vz Uhr, in Brochnow's Lokal, Sebastian- straße 39, stattfindende Versammlung sei nochmals hingewiesen. In derselben wird Reichstags-Abgeordneter Genosse Förster über die Ursachen der Arbeitslosigkeit referire». Die Frauen sind ganz besonders eingeladen. Diese Aenderung hat getroffen werden müssen, weil Genosse Frohme, der ursprünglich in Aussicht genommene Referent, absagen ließ. Bismarck wendet sich gegen eine Finanzoperation der Re gierung. In Sachen des hiesigen botanischen Gartens schreibt er nämlich in seinem Hamburger Organ:„In Verlin droht dem dortigen botanische» Garten das Schicksal, von der Baufpeknlation verschlungen zu werden. Wir haben das Bedürfniß, eine Lanze für seine Erhaltung zu brechen. Das Terrain, auf dem Berlin steht, ist doch eine Sandwüste mit geringen Ruhepunkten für das Auge und ohne allen landschaftlichen Reiz, wen» man von dem Thiergarten und dem Friedrichshain absteht. Unter diesen Umständen wäre es«in um so ärgerer Van dalismus, den langjährig herangewachsenen botanischen Garten inmitten des künftige» Berlins seines Baumschlags zu entkleiden, umsomehr als derselbe ein besonders ausgeivählter ist. Wir würden es für eine Verletzung des guten Geschmacks der Gesundheitspflege und der Berliner Landschaft halten, wenn man dieses zufällig vorhandene Besitzthuin und das Herantreten der Natur an die Wüste von Bau- und Pflastersteinen, die Berlin bilden, zerstören wollte." Es ist bekanntlich ein auch von Bismarck geübter Grundsatz der preußischen Regierung, der Stadt Berlin entweder gar nicht oder nur gegen hohe Kostenentschädignng irgend welche Vortheile oder Annehmlichkeiten zukommen zu lassen Auch diesmal wird keine Ausnahme von der Ziegel gemacht werden. Die freisinnigen Berliner Stadtväter sind aber meistens servil genug gewesen, zu Kirchenbauten z. B. unentgeltlich die Plätze herzugeben. AnS der Gemeinde Friedrichsberg- Lichtenberg. Die Vorbereitung der Kommunalwahlen hat einen Konflikt zwischen der Gemeindevertretung und Herr» Gemeindevorsteher Lieulenant a. D. Röder herbeigeführt. Kürzlich wurden aus der Gesamml zahl der Vertreter diejenigen ausgeloost, welche gesetzmäßig ausl zuscheiden haben. Nach vollzogener Ausloosung fand sich, daß von den in der zweiten Klasse gewählten Vertretern gerade alle die dem Loose versallen waren, welche nicht zur „Röder-Partei" gehörten. Es wurde nunmehr gegen die Aueloosung Protest erhoben. Man nahm Haupt fächlich an der Art und Weise Anstoß, w i e ausgeloost worden war. Es wurde geltend gemacht, daß Herr Röder eigenhändig die Loose(Zettel mit de» Namen der Vertreter) i» die Urne ge legt habe, nachdem sie ein Schöffe in seinem Beisein zusammen geknifft, und daß er dann die entsprechmde Anzahl derselben aus der Urne herausgenommen hätte, ohne die Zettel durch- e i» a n d e r z u schütteln. Durch Mehrheitsbeschluß erklärte die Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung die Ausloosung für u n g i l t i g; hiergegen will Röder die zuständige höhere Instanz im Beschwerdewege anrufen. Verschiedene Inhaber von Barbierstnben im Südosten der Stadt sind am Sonntag Nachmittag polizeilich kontrollirt worden, weil vermuthet wurde, daß sie ihre Gehilfen länger als bis 2 Uhr beschäftigen würden. Verschiedene Barbierherren wurden notirt. Eine derartige Kontrolle kann nur gebilligt werden, doch sollte auch das Publikum strenge des Sonntags Nachmittags den Besuch der Barbierstuben vermeiden. Von der Charitec-Direktion wird uns geschrieben: Die neue chirurgische Poliklinik der Charitee im Hause Luisenstr. ist am Sonnabend in Betrieb gesetzt worden, nachdem am Freitag der Direktor Geheimrath König die Einrichtungen derselben den Stndirenden und vielen anwesenden Aerzte» gezeigt und er- läutert hatte. Die Gctverbc-Ansstellnng in Treptow war am Sonntag da? Ziel vieler Berliner, und es herrschte auf der Chaussee und in den Lokalen dieses Vorortes ein derartiger Verkehr, wie ein folcher an schönen Sommer- Sonntagen nach dort nicht zu ver- zeichnen war. Tie Südring- Züge waren schon vom frühen Morgen an überfüllt und, wiewohl auf telegraphische Anweisung von Charlottenburg aus Extrazüge nach Treptow eingelegt wurden und von 11 Uhr vormittags an der Lehn- Minutenverkehr ein- trat, so war es doch unmöglich, die Mengen zu befördern. Im ganzen waren es 70 000 zahlende Personen, die trotz der noch nicht beendeten Ausbau- Arbeiten der Ringbahn mittels Stadtbahnzüge von und nach Treptow befördert wurden. Die Pferdebahn dagegen hielt ihren halbstündigen Verkehr aufrecht und diese wenig koulante Handlungsweise verursachte im Publikum großen Unwilleu. Recht begehrt waren Droschken und Kremser- besitzer, welch letztere voni Schlesischen Thor aus bis Dorf Treptow 20 Pf. Fahrgeld erhoben. In verschiedenen Zuschriften, die wir erhalten, wird lebbaft über den ungenügenden Schalter- dienst an den Stadt- und Ringbahnhöfen, der den Verkehr wesentlich erfchwerte, Klage geführt. Wenn die Bedienung jetzt schon ungenügend ist. wie soll es dann erst nach Eröffnung der Ausstellung werden? Rixdorfer Wohnungsvcrhältnisse. Im Jahre 1894 wurden infolge 66 gestellter Anträge ans polizeiliche Unter- suchung von Wohnungen 31 Wohnungen für ungesund erNärt und deren Miether zum Verlassen derselben aufgefordert. während in den übrigen 36 Fällen die gestellten Anträge als unbegründet zurückgewiesen wurden. Im Jahre 1896 wurden 61 Anträge auf Räumung von Wohnungen gestellt und davon nur 18 Wohnungen polizeilich als unbewohnbar erklärt, während in den übrigen 33 Fällen den Anträgen nicht entsprochen wurde. Zur Frag« der„schwarzen Mietherliste" wird von einem Berichterstatter mitgetheilt, daß dieselbe noch nicht er- schienen ist. Allerdings war der Zeitpunkt dieses Ereignisses auf Mitte voriger Woche festgesetzt; allein es ergaben sich unüber- windliche Schwierigkeiten, weil— von den zu Eintragungen in diese Listen berechtigten Hausbesitzern bis zu jenem Zeitpunkte keinerlei Eintragungen gemacht waren. Aehnlich erging es den Hausbesitzern vor einiger Zeit nach einer langen Agitation um Milderung der polizeilichen Konzessionsbedingungen für Schank- wirthschasten; als die Polizei thatsächliches Material verlangte, konnte solches nicht beigebracht werden. Bilderdienst. Die katholische„Germania" schreibt:„Eine Göttin der Freiheit ziert das Schaufenster einer Aittwe am Kottbuser Damm. Die Göttin trägt in der rechten Hand das rothe Banner mit der Goldausfchrist„Freiheit, Gleichheir. Brüderlichkeit!" Auf der vorderen Rockkanle steht„Recht" und „Wahrheit". Obwohl es nur ein Maskenanzng ist. flößt die Göttin den zielbewußten Genossen doch so viel Respekt ein, daß sie ehrfurchtsvoll den Hut vor ihr abziehen, wenn ihr Weg sie an dem Schaufenster vorüberführt." Das soll selbstverständlich ein Scherz auf Kosten der selbst- ständig denkenden Arbeiterschaft sein, die den Götzendienst in jever Form für lächerlich und verabscheunngswürdig hält. In dem Organ einer Kirche, die von ihren Angehörigen verlangt, daß sie jedem am Wege stehenden Herligenbilde ihre Reverenz erweisen, nimmt sich ein solcher Ulk allerdings etwas deplazirt aus. Freiherr v. Hammerstein ist offizieller Meldung zufolge Sonntag früh unter der Bedeckung deutscher und italienischer Polizeibeamten über Ala nach Berlin abgereist, wo die Ankunft Dienstag früh gegen 6 Uhr ersolgt. Der verhaftete Direktor der Rheinisch-Westfiilische» Bank, Hermann Friedmann, hat bei feiner ersten Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter belastende Aussagen gegen drille Personen gemacht, so daß die Affäre voraussichtlich weitere Kreise ziehen dürfte. Die„Vereinigten katholische» Arbeiter-Vereine" gehen. so schreibt die«Rath. Boiksztg.", mit dem Plane um, im Osten der Stadt ein katholisches Arbeiterhospiz zu gründen. Unter dieser Meldung ist zu verstehen, daß die Geistlichen, welche in den sog. katholischen Arbeitervereinen das Heft in Händen führen, den entsprechenden Plan gefaßt haben. Von der städtischen Armendirektion erhalten wir folgende Zuschrift: In der I. Beilage zum Vorwärts" vom 28. Januar d. I. Nr. 23 befindet sich ein' Artikel, bezeichnet:„Eine Illustration zur flädtischen Armen-Krankenpflege", dessen Angaben bezüglich des Armenarztes nicht zutreffen. Nach stattgefundencr Ermittelung handelt es sich in dem an- gegebenen Falle um den Schuhmacher Julius Wulff, Bergstr. 60, im Keller. Der Krankenschein behnfs ärztlicher Behandlung des Wulff ist in der Wohnung des zuständigen Armenarztes Dr. Hase- mann am Sonntag, den 6. Januar d. I. nachmittags zwischen 1—4 Uhr abgegeben, während der Arzt bis 11 Uhr vormittags anwesend gewesen ist und bis dahin von der Er- krankung des Wulff keine Kenntniß hatte. Als der Arzt gegen Abend zurückkehrte, hat er den nur mit „Wulff. Bergstraße 60" bezeichneten Krankenschein erst vor« gefunden, am folgenden Tage, de» 6. Januar, morgens 7 Uhr. diesen Schein zur Vervollständigung zurück- gesandt und als er gegen 10 Uhr denselben vervollständigt zurück- erhielt, nach Beendigung der Sprechstunde zwischen 11 und 12 Uhr desselben Tages den Kranken besucht. Eine Versäumniß des Armenarztes liegt somit in keiner Weise vor, und ist auch durch die nothwendige Berichtigung des Krankenscheines nicht entstanden. Auf die ärztliche Behandlung des Wulff im Lazarus-Kranke»- Hause halten wir keine Einwirkung. Uebcr einen große» Radau meldet ein Berichterstatter: In dem Aschinger'schen Lokale Nr. 9, Ecke der Rosenthaler- und Lothringcrstraße. war am Sonnabend gegen Mitternacht zwischen einein Gaste und einem Kellner Streit entstanden. Ersterer drang, gewaltsam ans dem Lokal entfernt, wieder hinein, fing mit anderen Gästen Händel an und erhielt von denselben schließ- lich eine derbe Züchtigung. Der Vorgang wurde von der Straße aus beobachtet und es sammelten sich etwa 400 Personen an. die nun dm Versuch machten, die Stehbierhalle zu stürmen. Die Fensterscheiben der verschlossenen Thür wurden zertrümmert, während die Thürfüllung so lange stand hielt, bis ein Schutzmann erschien, welcher den Eingang besetzte. Nunmehr drangen die Wüthenden auf den Beamten ein, dieser zog jedoch blank und es gelang ihm, sich die Angreifer so lange vom Halse zu halten, bis von der Revier- wache in der Linienstraße Hilfe kam. Dm vereinten Kräftm der Exekutivbeamten gelang es nun, die Menge zurückzudrängen, fünf der Hauptschuldigen festzunehmen und diese trotz des Ansturms der Tnmultuanten, zumeist Rowdies und Zuhältern aus den benachbarten Straßen, nach der Wache zu tranSportiren. Das Aschinger'sche Lokal war inzwischen bereits geschloffen worden. Elendsstatistik. Im städtischen Obdach befanden sich an, I.Januar 1896 27 Familien mit 79 Personen, darunter 13 Säug- linge, und 64 Einzelpersonen. Am 1. Februar war der Bestand 17 Familien mit 66 Personen, darunter 6 Säuglinge, und 63 Einzelpersonen. Das Asyl für nächtliche Obdachlose daselbst be« nutzten im Laufe deS Monats Januar 50982 Personen, und zwar 49761 Männer und 1221 Frauen. Von diesen Personen wurde» 49 dem Krankmhause am FnedrichShain, 63 dem Krankenhause Moabit, 764(733 M., 21 Fr.) der Polizei vorgeführt. Der Kraiikenstation deS ObdachS wurden 30 Personen, der Anstalt Wuhlgarten 6 Personen, der Anstalt Herzberge 1 Person über- wiese». Gebadet haben während des Monats Januar von diesen Personen 19 771. Unter der göttliche» Weltordnung. Die deutschen Graupmmüller wollen die Produkt!», vom 1. Februar ab aus ein Jahr um 26 pCt., d. h. um 200 000 Zentner einschränken, weil sie ihre Waare in letzter Zeit bei weitem nicht los werden konnten. Und doch wissen zahllose Proletarier nicht, wie sie sür ich und ihre Familie«in Stückchen Brot beschaffen sollen. Die bitterste Roth trieb am Sonnabend Abend die 31 Jahre alte Frau Helene Strahlendorf geb. Ehrhardt in den Tod. Frau Strahlendorf, die von ihrem Manne geschieden war, bezog mit ihrem dreijährigen Knaben Otto von anderthalb Jahren in der Wilden owstraße eine aus Stube und Küche bestehende Wohnung. Die Küche vermielhete sie an die Arbeiterin Wittwe Flügge. Ein halbes Jahr nach ihrem Einzug _;rau Strahlendorf, mit Einige Monate vorher zog der Metalldreher Ma� Müller zu dem sie ein Liebesverhältniß unterhielt. halte die Frau einem Mädchen das Leben gegeben und das Kleine bald nach der Geburt verschenkt. Um sich ihren Lebeiisnntcr- halt zu erwerben, arbeitete Frau Strahlendorf in den All- zemeinen Elektrizitätswerken in der Ackerstraße. Nachdem man >e hier vor zwei Monaten entlassen hatte, war sie auf Müller angewiesen, da sie anderweitig keine Arbeit bekommen konnte. Ihr Liebhaber scheint aber schlecht für sie gesorgt zu haben. Sie zericth nach und»ach mit der Miethe so sehr in Rückstand, ?aß der Hauswirth. Herr Stürmer aus Charlottenburg, die Exmissionsklage gegen sie anstrengte. In dieser Sache stand vor einiger Zeit Termin an. Während die Frau diesen wahr- nahm, rückte ihr Müller mit allen seinen Sachen ans, ohne zu bezahlen, was er ihr für Kost und Wohnung schuldete. Seitdem stieg die Noth der Frau auf das höchste und»u der Noth gesellte sich der Gram über die Untreue des Geliebten. Als sie am Sonnabend Morgen eine Nachbarin 26 Pf. angesprochen hatte, für die sie sich Brot beschloß sie, ihrem Leben ein Ende zu machen. hatte sie dazu schon länger bereit gehalten. hre Mietherin, kam am Sonnabend Abend um sieben Uhr von der Arbeit nach Hause. Ihre erste Frage war Nu, Olle, wat haste aber keine Antwort, Frau vergeblich um kaufen wollte, Den Revolver Frau Flügge. Abend um erste Frage denn heite jekocht? Sie erhielt Strahlendorf blieb regungslos im Bette liegen, und Frau Flügge erkannte bald, daß sie eine Leiche vor sich hatte. Ein wohlgezielter Revolverschnß in das Herz hatte die Frau auf der Stelle getödtet. Ein Arzt stellte fest, daß der Tod schon viele Stunden vor dem Auffinden der Leiche ein« j etreten sein mußte; niemand im Hause aber hatte den Knall des < Schusses gehört. Den kleinen Knaben hatte Frau Strahlendorf vorher zu ihren Eltern gebracht. Von einer Lokomotive wurde am Sonntag Abend auf dem Bahnhof Etralau-Rtmmelsbnrg ein gut gekleideter junger Mann getödtet, dessen Persönlichkeit nicht festgestellt werden wir am Sonnabend wiedergaben, als zum wesentlichen unrichtig andre Beute könnten von dem Hoch in der Zeitung lesen und fonnte. Der Mann gerieth, als eben der Zug herankam, auf dem erscheinen läßt. Danach ist der Ehescheidungsprozeß noch nicht sich dann beunruhigen. Bahnsteige ins Stolpern und siel auf das Geleise. Bevor ihm zu Ende. Doch das nur nebenher. Von Belang ist die Meldung, Der Vertheidiger Rechtsanwalt eine entgegnete dem AmtsJemand beispringen konnte, faßte ihn die Maschine und ver- daß die Nachricht von dem bejammernswerthen Zustande, in anwalt darauf, daß bei dieser Auffassung auch eine Handlung grober stümmelte ihn so schwer, daß er auf der Stelle verstarb. Der dem das Kind aufgefunden worden sein soll, durchaus Unfug sein würde, die jemand für sich allein in feinen vier Wänden Getödtete mag etwa 20 Jahre alt gewesen sein. nicht zutrifft. Die Mutter des Knaben ist am fraglichen Tage vornahme, wenn etwas davon in die Deffentlichkeit dränge. Arbeiterrifiko. Zwischen die Walzen einer Maschine ist auf Anrathen der Frau Tausch mit dem Kinde zu der im Bericht Derartige mittelbare Folgen fämen nicht in betracht, eine am Sonnabend Vormittag gegen 9 Uhr der 27 Jahre alte angeführten Schneiderin Frau Wähling gekommen, um dort eine als grober Unfug strafbare Handlung müßte sich direkt gegen Maschinist Friedrich Brosi gerathen, der in der Buchbruckerei leine Schneiderarbeit, auf die sie warten wollte, verrichten zu das Bublifum richten. Daß der Beamte Mergerniß genommen von Sittenfeldt in der Mauerstraße arbeitet. Brosi, der Am lassen. Frau Wähling hatte die Mutter vorher nie gesehen habe, fei unerheblich, denn er sei eben nicht anwesend als Theil und kannte diese überhaupt nicht. Während Frau Schob im des Publikums, d. h. eines unbestimmten Personentreises, sondern Birtus Nr. 7 wohnt, war beim Buben einer im Gange Arbeitszimmer wartete und ihr Knabe mit dem Kinde der mit einem ganz bestimmten persönlichen Auftrage. Darum werde befindlichen Maschine(), als er mit der rechten Hand Frau Wähling spielte, feien plöglich zwei Leute gekommen, durch seine Aussage nicht dargethan, daß das Publikum verletzt in das Getriebe gerieth und eine so schwere Verlegung erlitt, von denen einer fich als Kriminalbeamter legitimirte, während fei. Uebrigens hätte er es ja in der Hand gehabt, Einspruch zu daß die Folgen des Unfalles noch nicht abzusehen sind. Der der andere ein Herr Habelmann, der Großvater des Kindes erheben, wenn er sich selber für einen Theil des Publikums geBerlegte wurde in ein Krankenhaus gebracht.h war. Unter deni herzzerreißenden Jammern der Mutter wurde halten hätte. Der Vertheidiger erörterte den Begriff des groben das Kind von dem Beamten fortgenommen. Der Knabe sei aber Unfugs noch nach verschiedenen Richtungen und wies nach, daß feineswegs heruntergekommen gewefen, er ging fauber und an- tein Erforderniß dazu vorhanden sei. Er beantragte Freis ftändig gekleidet und sah auch sonst durchaus nicht danach aus, iprechung. Das Gericht erkannte nach kurzer Berathung als ob er von seiner Mutter irgendwie vernachlässigt worden diesem Antrage gemäß und schloß sich auch seinen Gründen im wäre. Die eiterige Entzündung, von der berichtet wurde, bestand allgemeinen an. in etwas Dhrenlaufen, gegen welches das Kind ein Stück sauberer Watte im Ohr trug. " und Deutsches Heldenthum. Ein blutiges Renkontre zwischen einem Soldaten und einem Zivilisten fand Sonntag Abend nach 10 Uhr am urgemüthlichen Bock" statt. Unter den die Fidicinstraße hinabpilgernden Bockgäften befand sich die Familie Beidler aus Charlottenburg. An der Ecke der Bellealliancestraße wurde diese von einem Unteroffizier man behauptet allgemein des Wegen Verlehung des Feld- und Forstpolizei- Gefches Trainbataillons- überholt. Mit bezug auf den Soldaten soll nun hatte der Konditor Alfred Schulz in Marienwerder der achtzehnjährige Sohn des Zeidler'schen Ehepaars nach Angabe Zu der kürzlich von uns gebrachten Mittheilung über( Kreis Niederbarnim) von dem Amtsvorsteher zu Gr. Schönebeck der Mutter nichts weiter geäußert haben, als die Worte: Das das Bubenstück des Agenten aus der Friedrichstraße, der eine ein polizeiliches Strafmandat erhalten. Er beantragte gegen ist auch ein Trainsoldat". Diese Bemerkung brachte den Unter Dame nach Stettin zu verlocken suchte, theilen wir auf Wunsch dieses die richterliche Entscheidung und die Verhandlung vor dem offizier derart in Wuth, daß er seinen Schleppfäbel zog und dem des Fräulein Margarethe Roschnigky aus der Streligerstraße 34 Schöffengericht in Liebenwalde am 11. Oktober v. J. ergab jungen 3. damit einen scharfen Hieb über den Kopf verfekte, so mit, daß sie nicht mit der Näherin identisch ist, welche in der folgenden Thatbestand: Der Angeklagte war im Jahre 1894 bei daß das Blut sofort hoch aufspritzte. Der Thäter wandte sich Angelegenheit von uns erwähnt wurde. dem Förster Birach um die Erlaubniß eingefommen gelegentlich sodann zur Flucht, führte indeß noch einen Sieb gegen einen Ueber das Vermögen der Baufirma Sönderop u. Ko. der öffentlichen Sedanfeier auf forstfistalischem Terrain eine Herrn, der ihn aufzuhalten versuchte, glücklicherweise ohne zu ist am Sonnabend Konkurs verhängt worden. Seit dem Beginn Verkaufsbude aufstellen zu dürfen. Die Genehmigung war treffen. Des Berletzten, der wie ohnmächtig einen Baum um der Krisis im Berliner Baugewerbe befand sich die Firma in perfagt worden mit der Begründung, daß Schulz der flammert hielt, nahmen sich Baffanten an, es war indeß nicht möglich, das Blut zu stillen. In Begleitung seiner Verwandten Schwierigkeiten. Der Antrag auf Eröffnung des Konturses ist fozialdemokratischen Partei angehöre wurde der Berlegte daher per Droschte der Unfallstation York. von der Hamburger Hypothekenbank ausgegangen. fich öffentlich beffen gerühmt habe und daß es daher nicht angängig erscheine, bei einer patriotischen ftraße 44 zugeführt, woselbst der diensthabende Arzt feststellte, Gewiffenloser Schwindeleien haben sich zwei Schlächter Feier einem Mitgliede jener Partei den Zutritt zu dem daß der mit scharfer Klinge geführte Zangirbieb eine 6 Benti meister in der Engros- Markthalle( am Alexanderplatz) schuldig festgelage zu gestatten. Als nun im vergangenen Jahre der meter lange, bis auf den Knochen gehende Wunde verursacht gemacht. Der eine dieser Herren, Lewin mit Namen, wohnt in Kriegerverein in Marienwerder wiederum auf jenem fistalischen hatte, und daß die Schädeldecke auf 2 Zentimeter bloßgelegt war. Heinersdorf, während der andere, ein gewisser Burmeister, Terrain das Sedanfest feierte, suchte Schulz die Genehmigung Der durchschlagenen Ader wegen mußte zunächst davon Abstand Berliner ist. Sie haben schlechtes verdorbenes Fleisch von aus zur Aufstellung einer Verkaufsbude nicht nach, eröffnete vielmehr genommen werden, die Wunde zuzunähen. Auf Anrathen des wärts kommen lassen und, da es von der Untersuchungsstation feinen Verkaufsstand ohne dieselbe. Der Förster Zirach, welchem Arztes wurde der Verletzte nach Anlegung eines Nothverbandes sicher beanstandet worden wäre, mit einem gefälschten Stempel als die Aufsicht des Festplates übertragen war, forderte den Sch. einem Krankenhause zugeführt. Der Unteroffizier ist ungehindert tontrollirt bezeichnet. Diese gesundheitsschädliche Manipulation auf, fich zu entfernen. Letzterer leistete nicht Folge und gab auch über das Tempelhofer Feld entkommen. ist von ihnen längere Zeit ausgeübt. Auf grund einer anonymen den Verkaufsstand nicht auf, als er von dem hinzugerufenen Anzeige wurden beide am Sonnabend verhaftet. Gendarm zum Verlassen des Festplages angehalten wurde. Da Witterungsübersicht vom 10. Februar 1896.das Publikum für Schulz Partei nahm, unterließ Zirach die Anwendung von Gewaltmaßregeln auf Bitten des Festkomitees, ohne jedoch dem Schulz ausdrücklich die Genehmigung zum Verbleiben zu ertheilen. Aufgrund dieses Thatbestandes gelangte das Schöffengericht zur Verurtheilung des Angeklagten und erkannte auf die höchste zulässige Strafe von zehn Mart, mit der Begründung, daß die sozialdemokratische Partei gerade gegen die Jubiläumsfeier des Sedanfestes besonders agitirt und jogar Parteigenossen, welche die Theilnahme ihrer Kinder an der Feier geduldet, aus der Partei ausgestoßen habe. Gegen dieses Erkenntniß legte der Angeklagte Berufung ein, indem er vor der 3. Strafkammer des Landgerichts II ausführte, daß es an dem erforderlichen Strafantrag fehle. Die erneute Beweisaufnahme ergab, daß der Förster Zirach an den zuständigen Oberförster Bericht erftattet hatte und dann ohne besonderen Strafantrag das Verfahren gegen Schulz eingeleitet wurde. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß zur Stellung eines Strafantrages nur der Oberförster als Vertreter des Fiskus berechtigt gewefen. Da ein solcher Antrag nicht vorlag, sei das Strafmandat zu unrecht ergangen und auch das weitere Vorgehen gegen S. nicht zulässig gewefen. Die Straffammer erkannte demnach unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urtheils auf Einstellung des Straf verfahrens. # Aus der Kaserne. Wegen vielfacher Unterschlagungen ist der Volks 3tg." zufolge der Feldwebel Werner vom Königin Augusta- Regiment in Spandau am Sonnabend verhaftet worden. Er hatte die Spargelder der Unteroffiziere feiner Stompagnie zu verwalten. Die an ihn abgelieferten Beträge hat er nun seit zwei Jahren nicht bei der Sparkasse zinsbar angelegt, sondern Stationen. für sich verbraucht. Er hat dadurch im ganzen 800 Mart veruntreut. Als die Sache heraustam, wollte er sich erschießen, sein Hauptmann entriß ihm aber noch im letzten Augenblick den Revolver. lamis Barometerftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke ( Stala 1-12) AAABBB Wetter Temperatur nach Celsius ( 5°. 4° R.) Swinemünde 767 $ 83 4 Herr Karl Fränkel, der als fünftiger Bächter des Reichs. Hamburg hallen Theaters genannt wurde, theilt uns mit, daß er durch Berlin Vertrag mit Kaufmann's Variété dort bis 1898 an feine Stellung Wiesbaden als Direktor gebunden sei. Er wäre somit außer stande, die genannte Bühne zu pachten. 770 MSM 4 770 93 4 774 Still woltig bedeckt bedeckt bedeckt 4 6 775 SM bedeckt 2 773 M bedeckt 6 742 Still Nebel -5 748 Still 770 98 1 Schnee bedeckt 11 . 765 774 SW SSM 3 2 wolfig bedeckt 7 " Kunst und Wissenschaft. = 4 6 Eine Lücke im§ 105b 2bf. 1 der Gewerbe- Ordnung. Diefer Paragraph bestimmt, daß an Sonn- und Festtagen im Betriebe von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten, Brüchen und Gruben, von Hüttenwerken, Fabriken und Werkstätten, von Zimmerplätzen und anderen Bauhöfen, sowie bei Bauten aller Art Arbeiter nicht beschäftigt werden dürfen. 146a stellt Verstöße dagegen unter Strafe. Der Juhaber eines d München Wien Haparanda. Die Affäre Friedmann II. Der Direktor der Rheinisch Betersburg Westfälischen Bank, Hermann Friedmann, ist, wie wir schon turz Cort gemeldet haben, am Sonnabend Vormittag verhaftet worden. Aberdeen. Ueber die Gründe der Verhaftung gehen die Angaben aus Paris. einander. Wolff's Bureau" schreibt: wegen Verdachts der Urkundenfälschung. Nach der Nat.- 3tg." stände die Verhaftung Wetter- Prognose für Dienstag, den 11. Februar 1896. mit der Angelegenheit der Potsdamer Straßenbahn im Zu- Ziemlich warmes Wetter mit mäßigen bis frischen westlichen fammenhange. Diese Gesellschaft soll an die Rheinisch- Winden und veränderlicher Bewölkung ohne erhebliche NiederWestfälische Bant eine Forderung haben und teine Zahlung schläge. Berliner Wetterbureau. erlangen tönnen. Der Kurs der Potsdamer StraßenbahnAftien fiel am Freitag um etwa 20 pet. und war Sonnabend wiederum 31 pet. niedriger. Nach einer anderen Meldung ist die Verhaftung auf Antrag der Schöneberger Lessing Theater. Ein wohlfeiler Schwant, deffen Spaß Genossenschaftsbant erfolgt. Nach dem B. Tagebl." soll den durch Breite und ewige Wiederholungen schließlich schaal wird besonderen Anlaß eine Denunziation gebildet haben, wonach und ermüdet, ist die neueste Komödie von F. v. Zobelti„ Der Friedmann ungiltige Aktien der Potsdamer Straßenbahn bei Thron seiner Väter", die am Sonntag im Leffing Theater zum einem Kreditinstitut in Schöneberg lombardirt hatte. Vorsitzender ersten Male aufgeführt wurde. Zwei burleste Einfälle sind in des Aufsichtsraths der Bank war bis zum vorigen Jahre der dem Stück verwendet worden. Gin Garde- Lieutenant wird über Fensterreinigungs Institutes, namens Pohle, war beschuldigt Rechtsanwalt Fri Friedmann. Die Rheinisch- Westfälische Bant Nacht Erbe eines Duodez- Thrönchens irgendwo in Deutschland worden, sich gegen die zitirten Paragraphen dadurch vergangen zu habe, seitdem sie in die Hände Friedmann's gerathen war, sich und muß sich darum von seinen Rameraden gehörig foppen laffen; baben, daß er des Sonntags einen Buyer beschäftigte. B. wurde vom viel mit fogenannten" Sanirungen" beschäftigt. Friedmann gelegentlich läßt auch er selber es nicht an Selbstironie fehlen. Schöffengericht verurtheilt, von der Straffammer aber freikaufte die Attien von Aktiengesellschaften auf, die sich in schwie- Nur in einer Szene erhebt sich der Autor aus der Banalität gesprochen. Letztere nahm mit dem Angefchuldigten an, daß riger Lage befanden, ließ sich in die Verwaltung wählen und zu faftigerer Komit: Der junge Fürst lernt seinen ersten§ 105b nach seinem Wortlaut auf die fonntägliche Beschäftigung von Fensterpußern nicht angewendet werden könne. Bon fette danu durch, daß Buzahlungen auf die Attien beschlossen Unterthanen" tennen und weidet sich selbstgefällig an frischen all den darin aufgeführten Betriebsstätten fet teine einzige mit wurden. Die„ Sanirung" der Unternehmungen, die damit bewertonnen. Die zweite Burleste ist die grelle Karrikatur einer dem Fensterputzbetriebe zu vergleichen, auch von einer Werkstätte stelligt werden sollte, blieb indeß in den meisten Fällen aus. Der Abtheilung der Friedensliga in einem entlegenen märkischen tönne hier nicht die Nede sein. Der Raum, in welchem sich die Kredit der Bant war schließlich so gesunken, daß der Zusammen- Städtchen. Die bekannte fomische Alte mit lyrischen Gefühlen Arbeitsgeräthschaften befänden, werde von den Arbeitern nur bebruch unvermeidlich war. Kredit fonnte seit einiger Zeit an- in der vertrockneten Brust ist Vorsitzende des Vereins und treten, um diese abzuholen und sei als Werkstatt nicht anzuscheinend nur noch durch Gewährung wucherischer Zinsen erhalten zugleich die Zielscheibe für eine wißlose Satire. Als feben. Die Staatsanwaltschaft legte beim Rammergericht werden. Maller und fleinere Firmen der Berliner Börse sind F. v. 30 beltig mit seiner märkischen Dorfstudie„ Ohne Geläut" Revision ein, die sie damit begründete, daß der Vorderrichter an dem Falle betheiligt. Ueber die Passiven der Bant find weit seinen ersten Bühnengang wagte, glaubte man zwar keinen den Begriff der Werkstatt im Sinne des fraglichen Paragraphen auseinandergehende Gerüchte verbreitet. Die Ziffern schwanken Dichter von Ursprünglichkeit, aber einen neuen Mitbewerber verkannt habe. Dieser Begriff sei nicht so eng zu ziehen anzwischen 4 und 8 Millionen Mart. Der Kurs der Aktien der unter ernst strebenden Schriftstellern gewonnen zu haben. Im verkannt habe. Dieser Begriff sei nicht so eng zu ziehen anBank wurde am Sonnabend gestrichen. Der Konkurs foll bevor anderen als im Sinne Shakespeare's wird das heutige Theater gesichts des Zweckes des Paragraphen 105 b, welcher den Ars beitern die Sonntagsruhe fichern solle. Der Straffenat stehen. Der Verhaftete ist ein Better des früheren Rechts- so oft der Spiegel feiner Zeit, einer Gesellschaft, die möglichst des Kammergerichts bestätigte jedoch unter Zurück3 hohen mühelofen Gewinn am höchsten schätzt; und so bemühen sich die Theaterdichter um die Gunst der Flachen, um die Gunst weisung der Revision das landgerichtliche Urtheil. Tödtlich verunglückt ist durch einen Sturz vom Treppen einer nüßigen Frauenwelt, und scheuen teine niedrige Trivialität. Durch dasselbe seien die§§ 105 b und 146a der Ge geländer die acht Jahre alte Tochter Klara des Schuhmachers wenn sie nur Gold verheißt. Die Fensterpußer ließen Auch die Schauspieler fühlen sich fich thatsächlich nicht unter§ 105b Abs. 1 subsummiren. Der Adamscheck aus der Taubenstr. 4. Das Kind besuchte am behaglich im Trivialen. Sie brauchen fich nur gehen zu lassen Begriff der Werkstätte sei nicht verkannt. Eine Werkstätte sei Sonntag Nachmittag eine Schulfreundin, die Tochter der Wittwe und sind, gleichfalls ohne Mühe, ihres Erfolges sicher. Da gab ein Raum, worin fortgesetzt oder doch wiederholt produzirt werde. Groppler in der Elfafferstr. 39. Frau Groppler, die mit Wäsche Herr Sauer mit schneidiger Bravour den schneidigen Lieutenant, Gin solcher sei aber der einzig hier in Frage kommende Raum, beschäftigt war, wollte die Kinder nicht in der Wohnung lassen, Herr Stahl den guten Kerl und liebenswürdigen Schwerenöther; in welchem lediglich die Geräthe aufbewahrt wurden, nicht. Und damit kein Unglück geschehe, und schickte sie, als sie trotzdem und der Backfisch, der um so herziger wirkt, je einfältiger er fich wieder heraufgekommen waren, zum zweiten Male hinunter. geberdet, wurde von Fräulein Meta Jäger gespielt, fuß, einfach ganz Berlin, des Fensterputzers Thätigkeitsfeld, könne unmöglich Dabei fah nun die Klara A., ein kleines und schmächtiges Kind, füß, wie das die Berlinische Damenwelt in der Sprache des als Werkstätte angesehen werden. im 5. Stock durch die Stäbe des Treppengeländers ihrer Freundin Konditorladens und unseres Theaters zu nennen pflegt. nach, stürzte hinunter und zog sich einen Schädelbruch zu, an dem fie auf der Stelle verstarb. anwalts. " Gerichts- Beitung. Gebonde Dr. Fritz Friedmann ist, wie der Reichs- Anzeiger" bekannt giebt, nunmehr in der Liste der Rechtsanwälte gelöscht worden. Versammlungen. Ein Opfer ihrer Gutmüthigkeit. Der Selbstmord der Frau Heyde, die sich aus dem Bodenfenster des Hauses Keinen groben Unfug sah das Schöffengericht I in einem Gneisenaustraße 89 auf den Hof hinabstürzte, hat durch nach Soch auf die revolutionäre Sozialdemokratie, Die hiesige Filiale des Allgemeinen Vereins der träglich gefundene Aufzeichnungen der Unglücklichen in seinen wegen deffen gegen den Genossen Sch. durch Strafbefehl eine Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands nahm in der VerBeweggründen volle Aufklärung gefunden. Die Frau Haftstrafe von zwei Wochen festgesetzt worden war. Sch. hatte fammlung am 9. Februar die Abrechnung des Kassirers über das ist hiernach nicht ein Opfer häuslichen Zwistes, sondern in einer Versammlung am 8. Dezember 1895 das fammergericht- 4. Quartal entgegen und ertheilte demselben Decharge. Dann ihrer falsch angewendeten Gutmüthigkeit geworden. Diese liche Urtheil besprochen, durch das ein solches Hoch als grober hielt au stelle des durch Unpäßlichkeit verhinderten Genossen hat ste verleitet, ohne Wissen Mannes diesem Unfug bestraft wurde, weil es bei den nichtsozialdemokratischen Kunert Genoffe Jahn einen Vortrag, der mit großem Beifall gehöriges Geld auszuleihen, dessen Wiedererlangung auf Besuchern der Versammlung hätte Anstoß erregen können. aufgenommen wurde. Hierauf wählte man an stelle Berg's, Schwierigkeiten stieß und mit allerlei Widerwärtig Genosse Sch. erklärte ausdrücklich, daß er nicht die Ab- der die Redaktion des Fachblattes übernommen hat, den Kollegen feiten verbunden war, so daß sich schließlich auch das sicht habe, eine strafbare Handlung zu begehen und daß er Albert Wolgast in den Zentralvorstand. Der Antrag Gericht damit befassen mußte. An dem Tage, an dessen Vor- deshalb das gewohnte Hoch unterlassen wollte, wenn Personen asenbusch's, eine öffentliche Versammlung einzuberufen, abend Frau Heyde sich aus ihrer Wohnung entfernte, stand in anwesend seien, die daran Aergerniß nähmen. Er fragte deshalb, um eine Einigung mit sämmtlichen Töpfern Berlins zu stande dieser Angelegenheit ein Termin an. Die Frau hatte, wie sie in ob jemand in dem Saale fei. Als nach einiger Zeit sich feiner zu bringen, wurde abgelehnt, weil die Einigung schon öfter ihren Aufzeichnungen sagt, nicht den Muth, sich ihrem Manne gemeldet hatte, sagte Sch., er fähe nunmehr keine Veranlassung erfolglos versucht worden ist. gegenüber auszusprechen, und nahm sich die Sache so sehr zu von dem gewohnten Hoch abzusehen und brachte es aus. Die Herzen, daß ihr Geist sich verwirrte. Bevor sie den tödtlichen ganze Versammlung stimmte begeistert ein. Sprung that, hat sie sich zwölf Stunden lang auf dem Boden verborgen gehalten. Der unglückliche Schlitze, der, wie wir am Sonntag beDer unglückliche Schütze, der, wie wir am Sonntag berichteten, den Förster Conrad im Bernauer Forst versehentlich erschoffen hat, heißt Gustav Mosler und ist Mitinhaber der hiesigen Matlerfirma Joseph Stern. Als einziger Trost bleibt den Hinterbliebenen des Försters die Hoffnung, daß Herr Mosler fie wenigstens materiell genügend entschädigen wird. In der Angelegenheit der Schob'schen Eheleute geht uns cine Mittheilung zu, welche die Berichterstattermeldung, die auch Nichts destoweniger äußerten sich sämmtliche Redner dahin, daß es Pflicht eines jeden Kollegen fei, für eine baldige VerIn der Verhandlung am 10. Februar bestätigte der Wacht einigung Propaganda zu machen. Bei der gegenwärtigen Lohnmeister Pisalt diesen Sachverhalt, erklärte aber, er selbst habe bewegung im Baugewerbe sei auch für die Töpfer die zwingende ergernis genommen. Auf die Frage, was er sich bei Nothwendigkeit vorhanden, jede günstige Gelegenheit zu benußen, dem Worte„ revolutionär" gedacht habe, fonnte er feine Antwort um den immer rigoroser fich bemerkbar machenden Lohnabzügen sonstigen Chikanirungen erfolgreich entgegentreten zu geben. Durch die Vernehmung eines weiteren Zeugen wurde und noch festgestellt, daß sowohl der Referent Wagner als der können. Hierzu ist der Anschluß jedes Kollegen an den AllIutionär" erläutert und erklärt hatten, daß dabei an Mittel der ständige Arbeitsnachweis befindet sich nach wie vor RosenAngeklagte schon vor dem Hoch ausdrücklich den Begriff revo- gemeinen deutschen Töpferverein dringend geboten. Gewalt, die irgend jemand beunruhigen könnten, nicht gedacht sei. thalerstr. 57, und werden die Kollegen aufgefordert, denselben des Der Amtsanwalt beantragte gleichwohl 14 Tage Haft. Ju öfteren zu besuchen, um von den gegenwärtigen Zuständen in der Versammlung habe wohl niemand ergerniß genommen aber unserem Gewerbe dauernde Information zu erhalten. Jeden Der Connabend abends 7 Uhr findet im genannten Lokal Zahlabend des Verbandes statt, und werden daselbst neue Mitglieder aufgenommen. Vermischtes. Gine überaus bemerkenswerthe Naturerscheinung hat sich am Montag in Madrid gezeigt. Es wird vom gestrigen Tage gemeldet: Heute früh 91, Uhr platte über der Stadt Madrid ein Meteor. Die Explosion erfolgte, wie eine Mit theilung des Observatoriums besagt, in der Höhe von 32 000 Metern unter glänzender Lichterscheinung und war von einem gewaltigen Knall begleitet, welcher eine allgemeine Panit hervor rief. Alle Gebäude der Stadt erzitterten und zahlreiche Fensterauf ging er ruhig weg, kehrte aber nach einigen Sdritten wieder um, beroch die drei unter der Matte Liegenden, deckte sie nochmals sorgsam zu und verschwand dann im Dickicht. So geschehen im Jahre des Heils 1893." So start ist also die Macht dieser religiösen Lehre, daß sogar das dumme Bieh ihre Augewalt empfindet nach dem Beugniß des Kalenders. Und Leute, die in solcher Weise die Kinder für ihre Zwecke zu bearbeiten suchen, die zeihen die sozialistischen Jugendschriften der Rohheit. Pfui Teufel! Eine von etwa 80 Personen besuchte Brauer: Verfammlung verhandelte am Sonntag bei Keller, Koppenstraße, über die Entlassung der Brauer Dippes und Tröger aus dem Münchener Brauhause. Es ist uns wegen der Fülle der gewerkschaftlich äußerst wichtigen Versammlungsberichte, die wir in heutiger Nummer veröffentlichen müssen, rein unmöglich, über die Verhandlungen dieser Versammlung eingehend zu scheiben sind zerbrochen. Millionäre in Südafrika. Nach einer Mittheilung des referiren; wir begnügen Onze Courant" beträgt das Vermögen der Herren Rhodes, uns deshalb mit dem Re fumee, daß Der Leiter Alfred Veit, J. B. Robinson, F. A. English, Piet Marais und Des Münchener Brauhauses, Thierisches. Die Dresd. Arb.- 3tg." schreibt: Vor uns B. Direktor Arendt, von den Rednern äußerst scharf getadelt wurde liegt ein fleines auch hier verbreitetes Büchlein mit dem viel. J. Barnato zusammen 39 Millionen Pfund Sterling, das und daß die Versammlung eine Resolution annahm, worin die versprechenden Titel: Kinder Kalender für die evangelischen mit 12 Millionen Pfund Sterling; dann kommt der Goldminenmacht beinahe 800 Millionen Mart. Als Reichster gilt Mr. Veit Entlassungen der betreffenden Brauer durch Direktor Arendt für Sonntagsschulen und Kindergottesdienste in Deutschland für 1896". eine Maßregelung erklärt und weiter ausgesprochen ist, daß Als Herausgeber zeichnen zwei Diener im Herrn: Pfarrer West- tönig Barnato mit rund 10 Millionen, und die übrigen in nachdeffen Kündigung der Anerkennung des Arbeitsnachweises aus pfahl in Deffau und Superintendent Reinhard in Freystadt stehender Reihenfolge: Robinson 7 Millionen, Rhodes 5 Mill., English 3 und Marais 2 Millionen. Alle diese Leute sind erft nichtigen Gründen geschehen sei. Die bestehende Agitations-( Westpr.); der Verleger ist das Evangelische Vereinshaus in English 3 und Marais 2 Millionen. Alle diese Leute sind erst kommission erhielt den Auftrag, die Angelegenheit weiter zu ver- Köthen( Anhalt). Jeder wird sich danach denken können, welcher in neuerer Zeit durch umfangreiche Spekulationen in den Besig ihrer Riesenvermögen gekommen. folgen. Die Nachricht der bürgerlichen Presse, daß über das Art die Speise ist, die den Kleinen geboten wird: Frömmelei Münchener Brauhaus die Sperre verhängt sei, ist falsch. Polizeiliche Auflösung! Polizeikommissar: Was wünschen auf jeder Seite. Die Krone aller Geschichten bringen die letzten Im Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsfelde und zwei Seiten. Es wird erzählt, wie zwei getaufte Jungen aus Räthsel im Wochenblatt, wo ich nicht darauf kommen kann, und Sie?"- Student:„ Ach sehen Sie, Herr Kommissar, da ist ein Umgegend hielt am 2. Februar cr. Genosse Trompler einen ihrer Missionsstation in Indien durchbrannten und wie sie da möcht' ich schön bitten, das Näthsel polizeilich aufzulösen." Räthsel im Wochenblatt, wo ich nicht darauf kommen kann, und interessanten Vortrag, an den fich eine rege Diskussion knüpfte. auf dem Wege einen Predigtgehilfen treffen, den zwei Im weiteren wurde auf die in nächster Zeit vor sich gehende Strohhütte. Nachts kam ein Elefant. Und nun heißt's wörtlich Selbstmörders übernommen und sich, da der Leichenwagenbesitzer Vernagelt. Ein unglaublicher Vorfall wird aus Pafewalt Alle fünf übernachteten in einer Heiden" begleiteten. berichtet. Die dortige Schützengilde hatte die Beerdigung eines Gemeinderathswahl aufmerksam gemacht. Schöneberg. In der Versammlung des Arbeiter Man kann sich den Schrecken und die Angst der armen. seinen Wagen nicht hergeben wollte, einen aus Stettin ver= Bildungsvereins referirte am 3. b. Mt3. Genoffe Leute denken. Der Predigtgehilfe und die beiden Christenknaben schafft und dafür 86 M. bezahlt. Jetzt verlangt der Stettiner Gabriel über das Thema: Das Recht auf Arbeit". Die schreien in ihrem Herzen zum Herrn um Errettung in ihrer Besizer für seinen Wagen nachträglich 1000 m., weil ihm recht fachlich gehaltene Diskussion bewegte fich im Sinne des Noth. Und was geschieht? Es ist kaum glaublich, aber doch verschwiegen sei, daß derselbe für einen Selbstmörder bestimmt Referenten. Begeistert folgte dann die Versammlung der Vor- wahr! Der Elefant schob mit feinen plumpen Füßen zuerst den war. Die Schüzengilde weigert sich natürlich, mehr als den auslefung des in Nr. 28 des„ Vorwärts" veröffentlichten Artikels Predigtgehilfen, dann die beiden Knaben ein Stück beiseite, ergriff fall nunmehr die Gerichte beschäftigen, da der Stettiner Fuhrbedungenen Preis zu zahlen, und wird der merkwürdige StreitEin Gedenktag". Der Vorsitzende widmete den Opfern des dann mit seinem Rüffel die Matte und deckte dieselbe über die Zarismus unter dem Beifall der Versammlung einige sympathische drei Christen. Dann aber faßte er mit dem Rüssel den einen werksbefizer nunmehr die Klage angestrengt hat. Worte. Als Vortragsthema der nächsten Versammlung wählte der beiden Heiden, hob ihn hoch in die Luft und schmetterte ihn man die Rechte und Pflichten der Mitglieder". = Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 11. Februar: Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. König Richard Der Zweite. Dentsches Theater. Der Meister von Palmyra. Lesing- Theater. Comtesse Guckerl. Berliner Theater. Rönig Heinrich. Neues Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Theater Unter den Linden. Die schöne Helena. Schiller- Theater. Ein toller Einfall. weiter: auf die Erde, wo er ihm die Zähne in den Leib stieß, daß die Eingeweide herausquollen. Darauf machte er sich an den andern Heiden, drehte ihn mit dem Rüffel erst ein paar mal Herum und zertrat ihm dann den Kopf zu Brei. HierAlexanderplatz- Theater. Anfang 8 Uhr: Urania Anfang 8 Uhr: Bum 114. Male: Anstalt für volksthümliche Nur nocy 17 Aufführungen Naturkunde. Die kleinen Lämmer. Am Landes- Ausstellungspark Vaudeville in 2 Aften von 2. Varney. Borher: Pitts. Operette in 1 Aft. Text von Friß Otto. Musik von Hans Loewenfeld. ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. National- Theater. Passage- Panopticum. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Charlotte Corday. Boltsdrama in 4 Aften v. V. Dornfeld. Morgen: Dieselbe Vorstellung. dolph Ernst- Theater. Charley's Der geheimnisvolle Fremde! Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. Alexanderplatz Theater. Pitts. Hierauf: Die kleinen Lämmer. National- Theater. Charlotte Corday. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Der Riesenbrustkastenmensch hat Aufsehen gemacht! Kaufmann's Apollo- Theater. Spezialitäten- Bor- Variété- Theater ftellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenBorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Ein toller Einfall. Mittwoch, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tanke. Königstraße, Colonaden. Geradezu Sensation hat der beste aller Humoristen Gentes gemacht!! Theowin's Schönheits- Gallerie. Das neue lustige Progamm Im Zoologischen Garten eine Pantomime wie sie sein soll. Schwant in 3 Atten von Thomas Böhmisches Brauhaus Brandon. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gesang u. Zanz in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas als Gast. Bum 158. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Landsberger Allee. Heute, sowie jeden Dienstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Täglich um 5½ und 8 Uhr: Affentheater und Circus. 30 Affen, 30 Hunde, 12 Pferde, Esel, Ziegen, Schweine, Hasen Castan's Panopticum. Die 3w neuesten Weltwunder. 簡 Kommen! Kaiser- Panorama ( Passage). Diese Woche: Neu! 3. Reise. Istrien. Abbazia, Cherso etc. II. Eine Wande rung durch das interessante Venedig. à Reise nur 20 Pf. Kinder 10 Pf. Abonnement 1 M. Nächste Woche: Corfu! Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Mlle. Eugenie FOUGÈRE. Die tolle Nacht. Romische Pantomime von der Schrader) Joseph Phoites- Troupe. Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Borverkauf 40 Pf.( f. Platate). Neu! Neu! Ferner 30 Kunstkräfte I. Ranges. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Neuer Circus. Artisten- Knife Circus Busch Morgen, Mittwoch: Soiree im Morgen und die folgenden Tage: Moabiter Stadttheater Eine tolle Nacht. Walhalla- Theater Oranienstr. 52( dicht am Morigplay). Eine Stunde im Zukunftsstaat. Vorher: Die aus Kneipp in Berlin. Letzte Aufführung im Walhalla. Theater am 9. Februar. gegebenen Borzugsbillets haben nur noch bis zu diesem Zage Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. Sonntags 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Grandioses, durchweg neues Programm! Alcazar. Variété. n. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/58, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Täglich: Grosse Vorstellung. Vollständig neues Programm. Signorina Cati. Alfredo Rese. Lotte Siger. Käthchen Möller. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ref.50 Pf. R.Winkler. Bahnhof Börse). Dienstag, den 11. Februar: Abends 71/2 Uhr: Gr. ausserordentl. Vorstellung. " Briefkasten der Redaktion. J. H., Hanau. Eine Statistik über die nach der letzten Volkszählung mehr als 25 000 Einwohner zählenden Städte ist unferes Wissens noch nicht veröffentlicht worden. Buchhandlung des ,, Vorwärts" Berlin SW., Beuthstrasse 2. Bweierlet Recht. Die Handhabung des Vereins- und Koalitionsrechts vor dem Reichstag. Preis 10 Pfennige. Porto 3 Pfennige. Thatsachen beweisen! Gegenüber den Deklamationen von der Rechtseinheit und dem Rechtsstaat sind hier eine Fülle der schreiendsten Widersprüche angeführt, wie in Preußen, Bayern, Sachsen 2c, Versammlungs- und Vereinsgeseze gegen die Arbeiter anders als gegen die Unternehmer, gegen Sozialdemokraten anders als gegen ihre Gegner gehandhabt werden. Für Vereine und 234/2 Za Gewerkschaften besonders werthvoll. Für Vereine und Gewerkschaften. Agitationsausgabe zur Massenverbreitung. Preis pro 1000 Exemplare 20 M. Cigarren- Versteigerung. Mittwoch, den 12. 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Justizminister Schönstedt: Die Regierung ist unablässig bemüht, zu verhindern, daß die Gefängnißarbeit der freien Thätig feit zu große Ronkurrenz macht. Die Einnahmen werden bewilligt. 1 950 000 Mark" erörtert Bei dem Ausgabeposten Ministergehalt" erwähnt der Abg. Brandenburg( 3.) mehrere Fälle von Beschimpfung der katholischen Kirche, in denen nach seiner Meinung keine, oder feine ausreichende Strafverfolgung stattgefunden habe. Dienstag, den 11. Februar 1896. " 13. Jahrg. und Stadtv. Borgmann führten die Aussperrung mit auf Eine Intervention seinerseits habe zu keinem Resultat geführt, die Uneinigkeit zurück, die in früheren Jahren in der Organisation worauf sämmtliche Kollegen bis auf zwei ihre sofortige Entder Hutarbeiter geherrscht habe und mit der die Unternehmer laffung gefordert hätten.( Bravorufe.) 3u rügen sei an dieser auch heute noch rechnen zu können meinten. Beide Werkstatt der Mangel an genügenden Schuhvorrichtungen, Redner mahnten zur Einigkeit; der Sieg der Arbeiter sowie das militärisch schneidige Verhalten des Unternehmers tönne dann faum zweifelhaft sein, da sie sich in durchaus gegenüber den Arbeitern. Ece theilte mit, die Firma günstiger Position befänden. Das Recht stehe auf Seiten Hentschel, Frankfurter Allee 47, habe am Sonnabend alle Forde Der Ausgesperrten, das Unrecht auf Seiten der rungen bewilligt.( Bravorufe.) Trüglow, aus Goslar zu Fabrikanten, die, ohne eine Verständigung angereift, erklärte, die Bewegung der Holzarbeiter in Berlin werde zubahnen und ohne ausreichenden Grund so außerhalb mit Freuden begrüßt. Redner giebt dann ein Bild viele Familien auf das schwerste schädigten. der schädlichen Einwirkung der billigen Berliner Arbeit auf die Die Redner schlugen vor, im Gegensatz zu Mücke, die alte Lohn- Arbeit in den kleineren Provinzialorten. Ein Vertito, das dort fommission und den Filialvorstand mit der Führung etwaiger nicht unter 110 m. verkauft werden könne, werde aus Berlin Verhandlungen zu betrauen, da schon am Dienstag ein Eini- für 54-60 M. bezogen. Inzwischen war beim Bureau folgende gungsversuch seitens des hiesigen Gewerbe- Resolution eingegangen: In anbetracht, daß die Unternehmer gerichts gemacht werde; sie empfahlen der Versammlung, es nicht für nöthig hielten, mit den Arbeitern zu unterhandeln, diesen Einigungsversuch nicht von der Hand zu weisen. beschließt die heutige Versammlung die Forderung, die die Die Versammlung erklärte sich damit durch Ab- Behnerkommission den Arbeitgebern zugestellt hat, voll und ganz immung einverstanden. Heute Dienstag soll in der aufrecht zu erhalten. Zur Durchsehung der Forderungen ist von Brauerei Friedrichshain eine große Versammlung weitere Stellung Montag, den 10. Februar, ab die Arbeit in allen denjenigen Be Abg. v. Eynern( natl.) weist darauf hin, daß im Verhältniß zu dieser Angelegenheit nehmen. Schließlich wurde folgende trieben niederzulegen, wo die Forderungen nicht bewilligt werden. zu den katholischen Studirenden eine allzu hohe Bahl katholischer Resolution einstimmig angenommen: Die heutige Versammlung In Fabriken, wo schon der Neunstundentag besteht, sind die Angestellter im Justizdienst sich finde. Wenn der Herr Justiz erklärt, daß die in der Hutfabrik von Baruch seit 7 Jahren übrigen Bedingungen zu fordern." Nachdem mehrere Redner minister der Brandenburg'schen Rede Bedeutung beilegt, so hoffe beschäftigte Frau Schwägerle infolge ihrer Agitation für den die Resolution befürwortet hatten, erschien kurz vor der Abich, wird er dahin wirken, daß der§ 166 fr. G.- 2. Unterstüßungsverein der Hutbranche entlassen worden und ſtimmung eine Deputation der zu gleicher Zeit bei Lips tagenden Beschimpfung firchlicher Einrichtungen) auf daß infolge dessen das folidarische Verhalten der übrigen Bersammlung der Tischler und ersuchte unter Klarlegung der gehoben wird. dort beschäftigten Kollegen und Kolleginnen völlig gerecht Gründe, den Beginn des Streits um 14 Tage zu verschieben. Juftizminister Schönstedt: Jch lehne es grundsäglich ab, fertigt ist. Dagegen erklärt die Versammlung, die von dem Hiergegen erhoben die Versammelten fürmisch Protest. in eine Stritik gerichtlicher Urtheile einzutreten, weil ich meine, Berliner Wolfilzhut- Fabrikantenring unternommene Aussperrung Unter Schluß- und Ohorufen mußten die Delegirten der daß das im Interesse der Wahrung des Ansehens der Gerichte sämmtlicher 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen der Hutbranche für Tischler abtreten. Die Erregung legte fich erst, als die beffer ist, selbst wenn einmal ein Urtheil ergeht, das der elendesten, erbärmlichsten Gewalt- Tischlervertreter der Bewegung der Maschinenarbeiter ihre vollste fechtbar erscheint. Nach dem mir vorliegenden Zahlenmaterial mittel, um die Arbeiter gefügig zu machen und Sympathie aussprachen. Die Resolution wurde dann einstimmig entspricht die Zahl der katholischen Justizbeamten im ganzen ihr Roalitionsrecht in Frage zu zu stellen. angenommen, worauf sich die Tischlerdeputation in Begleitung ungefähr dem Verhältniß, das bei der Volkszählung über die Die Ausgesperrten fordern: 1. Die Wiedereinstellung einer Deputation der Maschinenarbeiter nach der Versammlung Zahl der Katholiken ermittelt ist. der gemaßregelten Arbeiterin bei der Firma Bambus u. Co., bei Lips zurückbegab, um dort Bericht zu erstatten. Man beschloß Abg. Busch( ft.): Die Frage nach Wiedereinführung der 2. von dem Fabrikantenring Anerkennung des Unterstützungs- noch, an den Verband der Holzarbeiter die Forderung zu stellen, Berufung ist noch nicht spruchreif; durch eine bessere Vorbereitung vereins der Hutarbeiter und Anerkennung der oben genannten daß sich sämmtliche Tischler solidarisch erklären und in Werk der Sachen im Vorverfahren könnte die nöthige Rechtssicherheit Unterhandlungs Rommissionen bei Differenzen, 3. Beseitigung ftätten, wo geftreitt wird, nicht die Arbeit an den Holzs erreicht werden. Die nachträgliche Freisprechung unschuldig aller Mißstände in den Fabriken, 4. Entschädigung für den bearbeitungs- Maschinen besorgen. Ferner wurde beschlossen, daß Verurtheilter wird in der Preffe, besonders in der sozial: Berlust an Arbeitsverdienst auf die Dauer der Aussperrung. überall, wo jemand gemaßregelt wird, sich die übrigen Kollegen demokratischen, ungebührlich breitgetreten. Falls die Fabrikanten diese Forderungen nicht bewilligen, ver- fofort mit ihm solidarisch zu erklären haben. Minister Schönstedt: Ich halte es parlamentarisch unzu- pflichten sich die Ausgesperrten fest und einig zu kämpfen, bis lässig, hier über eine Vorlage zu diskutiren, die gegenwärtig dem diese Bedingungen erfüllt sind." Reichstage vorliegt,( Sehr richtig!) bevor dieser sich über die Vorlage schlüffig gemacht hat. an= Es folgt eine Besprechung von Verhältnissen der Amts. vorsteher 2c. und von Maßregeln gegen den allzustarken Andrang zur juristischen Laufbahn. Abg. Dr. Porsch( 3) Daß der Minister eine Kritik gericht licher Urtheile vermeidet, ist von seinem Standpunkt aus richtig; ein Abgeordneter tann das nicht. Abg. Wolczyk( 3.) tlagt über die Zunahme der Falscheide, die er für eine Folge der geringen äußeren Heilighaltung der Eidesleistung hält. Abg. Kirsch( 3.) theilt den Wunsch nach größerer Heilighaltung der Eidesleistung. Abg. de Witt( 3.) plaidirt für eine Vermehrung des Beamtenperfonals bei den Amts- und bei den Landgerichten. : Mit einem brausenden Hoch auf die Hutarbeiterbewegung wurde die Versammlung geschlossen. 0 Nach persönlichen Bemerkungen der Abgg. b. Heereman besuchten Versammlung sich dem vollständig angeschlossen und gewandt. Daraufhin finde Organisation der Holzindustriellen und v. Eynern wird das Ministergehalt und ohne weitere Debatte die folgenden Etatstitel bis zu den Landgerichten und Amtsgerichten genehmigt. 9 Weitere Berathung morgen 11 Uhr, außerdem Etat der birekten Steuern.. Schluß 4 Uhr. Versammlungen. beEine imposante Holzarbeiter- Versammlung tagte am sonen fülten den großen Saal, aus dem die Tische zum theil Sonntag in der Brauerei Friedrichshain. Mehr als 3000 Per entfernt werden mußten, um Raum für die VersammlungsUeber die Hälfte, ja nahezu 3000 aller in Berlin und Um besucher zu schaffen. Glocke hatte das Referat. Er führte gegend beschäftigten 3 immerleute hatten sich am Sonntag aus, daß seit der letzten Versammlung alles geschehen sei, was im Feenpalast versammelt, um endgiltig darüber zu befchließen, geeignet wäre, die Bewegung zu fördern. Da der Tag der Ent ob und welche Forderungen sie Montag, den 10. Februar an scheidung immer näher heran rücke, müsse sich jeder darüber klar ihre Arbeitgeber zu stellen hätten. Der Vorsitzende Fischer werden, was in den verschiedenen Werkstellen zu fordern sei. referirte nochmals furz über den Stand der Lohnbewegung, in- Wenn auch einzelne Kollegen schon jetzt mehr verdienten als den dem er erklärte, daß die Lohnkommission sich veranlaßt gesehen aufgestellten Minimallohn, so fomme es doch vor allem darauf habe, den am vorigen Sonntag gefaßten Beschluß dahin an, die Lage der am schlechteft gestellten und das sei die abzuändern, daß nicht 60 Pfennige, sondern nur größte Zahl der Kollegen zu heben. In diefer Hinsicht sei das 55 Pfennige Minimalſtundenlohn bei 9 stündiger täglicher Gelingen der Lohnbewegung ein Kulturfortschritt im wahren Sinne Arbeitszeit gefordert werden sollen, damit die Bewegung auch des Wortes. Die Lohntommission habe sich nun zunächst an den wirklich fiegreich durchgeführt werden könne. Die Platz- Obermeister der Tischler- Innung, als den Vertreter der organideputirten haben in einer vergangene Woche abgehaltenen, gut firten Meister, sowie an die Organisation der Holzindustriellen auch eine dementsprechende Resolution angenommen, die fammenkunft der Lohntommiffion mit dem Innungsvorstand und nun am Montag( gestern) eine Zunochmals verlesen wird. Als erfreuliche Thatsache sei zu den Vertretern der Holzindustriellen statt, wo über die Forde fonstatiren, daß bereits 51 Arbeitgeber, darunter die rungen der Arbeiter verhandelt werden würde. Die Kommission Juhaber einiger sehr bedeutenden Firmen, mit zufammen hätte demnach alles versucht, um auf gütlichem Wege die ge793 beschäftigten Zimmerleuten die gestellten Forderungen stellten Forderungen durchzusehen. Man müsse nun abbewilligt haben. Jezt sei es an den Arbeitern, dafür zu warten, ob und wie weit die Unternehmer den Arbeitern forgen, daß auch die übrigen Arbeitgeber die Forderungen be- entgegentämen. Angesichts der günstigen Konjunktur sei willigen, und zu diesem Zweck sei es aller Pflicht, sich der Or- anzunehmen, daß die Meifter die Forderungen ganisation anzuschließen. Nach sehr reger Diskussion, in welcher willigen. Nächsten Mittwoch würde eine Versammlung der Wagner als Vertreter des Innungs Gehilfenausschusses erklärt, Werkstatt- Vertrauensmänner zu dem Ausfall der fraglichen Ver Zu einer großartigen Kundgebung gegen die rigorose daß die Mitglieder des letzteren sich mit den übrigen Zimmer handlungen Stellung nehmen, worauf am nächsten Sonntag in Handlungsweise der Berliner Wollhut Fabrikanten geleuten vollkommen solidarisch erklären, wird einstimmig eine öffentlicher Versammlung die Entscheidung getroffen werden staltete sich die am Sonntag im Schweizergarten abgehaltene Resolution angenommen, nach welcher sich sämmtliche An- tönne über die weiteren Schritte in der Bewegung. Der Redner öffentliche Bersammlung der in der Wollfilzhutwesende verpflichten, für folgende Forderungen mit allen Kräften appellirte an den Opfermuth der Kollegen, da bei einem Streik Branche beschäftigten Arbeiter und Ar= einzutreten: nicht auf Geldunterstützungen anderer Gewerkschaften zu rechnen beiterinnen, welche Stellung nahmen zu der bei der Firma 1. Neunstündige tägliche Arbeitszeit, welche fei, denn in verschiedenen Berufen ständen Streits in Aussicht, Bambus u. Ro.( Baruch) vorgekommenen Maßregelung einer Arbeiterin und zu der Schließung sämmtlicher Fabriken der nicht vor sieben Uhr früh beginnen und nur bis abends auch nehme die Lohnbewegung der Konfektionsarbeiter das größte Wollfilzhut Branche. Der Saal war überfüllt, die Fabrikanten sechs Uhr dauern darf, unter Beibehaltung der bisher üblichen Intereffe und die Hilfe aller Arbeiterkreise in Anspruch. Die Frühstücks-, Mittags- und Vesperpause. Holzarbeiter sollten deshalb nicht vergessen, zahlreicher als bisher waren eingeladen, jedoch nicht erschienen. 2aut schilderte zunächst die Maßregelung der Kollegin Schwägerle, die wegen ihres 2. An den Sonnabenden muß eine Stunde und an zum Streitfonds beizusteuern, auch müffe noch eifrig agitirt nächst die Maßregelung der Kollegin Schwägerle, die wegen ihres den Tagen vor den hohen Feiertagen muß zwei werden, namentlich in den Werkstellen, wo die Kollegen noch agitatorischen Wirkens für die Hutmacher- Organisation unter der Bewegung zeigen. den Arbeiterinnen in der Fabrik entlassen wurde, was die ein Stunden früher Feierabend gemacht werden, welche Stunden nicht das genügende Interesse an müthige Arbeitseinstellung von 185 Arbeitern und Arbeiterinnen jedoch bezahlt werden müssen. An diesen Tagen fällt die Vesper- Etwaige fleine Plänteleien mit den Meistern müßten unterbleiben, damit das gemeinsame Vorzur Folge hatte, als man die Entlassung nicht zurücknahm. Die pause fort. 3. Als Minimal lohn werden 55 Pfennige pro gehen zur Erreichung der gestellten Forderungen nicht ge= dem Fabrikanten vorläufig treugebliebenen Arbeiter 80 an Stunde gefordert. stört werde, und die ganze Kraft der Kollegen dazu angewandt der Zahl wurden mit dem Versprechen, daß sie Entschädigung 4. Ueberstunden und Sonntagsarbeit hat werden könne, den Sieg diefer Bewegung herbeizuführen. erhalten würden, ebenfalls an die frische Luft gefeßt, weil zu unterbleiben, ausgenommen solche Fälle, in denen der Betrieb nicht im vollen Umfange erhalten werden Leben und Gesundheit anderer Mitmenschen in Gefahr sind. fonnte. Nun seien auf grund eines Generalversammlungs5. Der Lohn muß stets auf der Arbeitsstätte Beschlusses am Sonnabend sämmtliche Fabriken der Wollhutfabrikanten, deren Inhaber Mitglieder des Vereins der Fabrit ausgezahlt werden, andernfalls um so viel eher Feierabend gemacht werden muß. inhaber sind, geschlossen worden und infolgedeffen 2000 Ber. Der zweite Puntt, Abrechnung der Listen vom vorigen Jahre, liner Hutarbeiter und Arbeiterinnen ohne war bereits vor Eintritt in die Tagesordnung vertagt worden. Veranlassung ihrerseits und ohne vorher: Fischer machte noch bekannt, daß die Lohnkommiffion fich vergegangene Berhandlung auf die Straße ge anlaßt gesehen hat, das Streit- Kontroll- ofal zu jezt. Sie sollen erst dann, wenn die Arbeiter der Firma B. Röllig, Neue Friedrichstr. 44, zu verlegen; sämmtliche Mit die Arbeit aufgenommen hätten, wieder zugelassen werden. Auf theilungen sind dorthin zu richten. Mit einem Hoch auf das diese Provokation, bie wegen einer einzigen Gelingen der Lohnbewegung, in welches sämmtliche Anwesende Arbeiterin 2000 Personen brotlos ma che, müffe unter großer Begeisterung einstimmten, wurde die Versammlung eine deutliche Antwort gegeben werden. Lauschte berichtete, daß die Berliner Gewerkschafts- Kommission bereits diese geschlossen. nur -O- O In der Diskussion herrschte voйtommene Uebereinstimmung darüber, daß die Forderungen nöthigenfalls mittels eines Streifš durchzuführen seien. Einige Redner wollten, daß derselbe schon Montag, den 10. d. M., andere, daß er am 17. b. M. begonnen würde, auch wurden von manchen Seiten Wünsche bezüglich Fest= fegung der Akkordpreise vorgebracht. Krüger meinte dagegen, man könne heute noch nicht den Zeitpunkt der Arbeitsniederlegung bestimmen. Erst müßte das Resultat der Verhandlungen abgewartet werden und erst wenn diese scheitern sollten, sei es Beit, den Streit zu proklamiren. Bis dahin müffe man kühles Blut behalten. Glock e versicherte, daß die hier laut gewordenen Wünsche von der Kommission berücksichtigt werden würden. Er tadelte das Vorgehen der in Holzbearbeitungs Fabriken beschäftigten Arbeiter, die schon am Montag den Streit beginnen wollten, wodurch manche Kollegen mangels der Vorarbeiten gezwungen würden, schon vor Beginn des Tischlerstreits die Arbeit einzus stellen. Jeder davon Betroffene folle sich im Arbeitsnachweis Antwort gegeben habe, indem sie die Nachricht von Die an den Holzbearbeitungs- Maschinen und anf Solg der geplanten Aussperrung mit Entrüftung entgegennahm und plätzen beschäftigten Arbeiter Berlins und der Vororte die Erklärung abgab, auf jede Weise den Ausgesperrten zum nahmen am Sonntag in einer großartig besuchten Versammlung melden. Am nächsten Sonntag werde alfo der Beschluß gefaßt Siege verhelfen zu wollen. Der 3 weck der Maßregel sei aus den Bericht der am 26. Januar eingesetzten Zehnerfommission werden, ob und wann in den Streit einzutreten sei. Bis dahin schließlich die Zerstörung der Hutmacher entgegen: Am Montag, den 27. Januar, wurden die aufgestellten, möge jeder Kollege sein möglichstes zum Gelingen der gemeinOrganisation, die, seitdem sie auch die im Vorwärts" schon früher mitgetheilten Forderungen den Frauen aufnehme, den Fabritanten außer Unternehmern mit dem Erfuchen bekannt gegeben, in der heutigen samen Sache thun. Hierauf wurde folgende Resolution einordentlich verhaßt sei. Die Lohnkommission sei nicht Versammlung ihre Stellung dazu kund zu thun. Stein be- immig angenommen:" Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden; sie hält es mit anerkannt worden. Die Entlaffung der Frau Schwegerle wäre richtete nun, daß die Unternehmer im Laufe der Woche zwei Ber- Rücksicht auf die in unserem Gewerbe immer mehr zur AnBambus herrschten, seien die eigentliche Ursache, weshalb hätten. Der anwesende Unternehmer Müller aus der Schön- zeit möglichst zu verkürzen, und verlangt unter allen Umständen, diese Firma mit der Organisation angebunden habe. hauser Allee erklärte sich bedingungsweise bereit, die aufgestellten daß von dem geeigneten Zeitpunkt an in feiner Werkstatt länger als Es sei gerechtfertigt, die Unternehmer für die unberechtigte Aus. Forderungen zu erfüllen. Franz betonte, die Forderungen 9 Stunden mit der üblichen Verkürzung am Montag und Sonnabend sperrung ersatzpflichtig zu machen und die Arbeit nicht eher würden bedingungslos aufrecht erhalter: werden. Andere Unter- gearbeitet wird. Die Lohnverhältnisse sind so zu regeln, daß wieder aufzunehmen, bis die aufzustellenden Forderungen be- nehmer meldeten sich nicht zum Wort. Darauf beantragte willigt find.( Anhaltender Beifall.) Wegner verlas unter Stein, daß am Montag, den 10. Februar früh in jeder Wert auch der schwächere Arbeiter wöchentlich mindestens 21 M. KostEntrüftungsbezeigungen die Vereinbarungen und Statuten des statt 2 Kollegen zu ernennen feien, die sofort an Ort und Stelle geld erhält. Alle bisher nicht bezahlte Arbeiten, wie Bretter Fabrikantenvereins. Der Geschäftsführer Mücke rieth den mit ihren Chefs zu verhandeln und um 8 Uhr das Resultat in tragen, fertige Arbeit fortschaffen u. 1. w. werden abgeschafft oder gegen entsprechende Bezahlung verrichtet. Die Versammelten Ausgesperrten, den ungerechtfertigten Schritt der Fabrikanten in den Kontroll- Lokalen( für Süd- Ost Mariannen- Ufer 4 bei Gelhoff versprechen, ihre ganze moralische Kraft für das Gelingen der feinen Folgen nicht noch mehr zu verschlimmern, sondern eine und für den Norden Bergstr. 12 bei Jennerich) mitzutheilen Bewegung einzufeßen." Es wurde ferner beschlossen, daß jeder Kommission von Arbeitern jeder Firma zu wählen und einzeln mit haben. Hierzu berichtet Sauerzapf, daß bei der Firma Kollege, dem es möglich sei, von jetzt an 50 Pf. die Woche zu den Fabrikanten zu unterhandeln. Auf jeden Fall sollten sich Bernhardi Rothe( Inhaber Pastor), die Ausgesperrten am Montag zur Arbeit begeben( Oho! und die Kollegen Hayndorn und Kafebowsky, die am Sonn: Streitfonds zu zahlen habe. Mit einem braufenden Hoch auf die Holzarbeiter- Bewegung schloß die imposante Bersammla.g. Lachen!), da die Möglichkeit einer Verständigung nicht aus abend dazu bestimmt worden waren, eventuell nothwendig In der öffentlichen Versammlung der Möbelpolirer geschlossen sei. Durch längeren Ausstand könne die auswärtige werdende Unterhandlungen mit den Chefs zu führen, am Abend Konturenz die Aufträge an sich reißen und die Folge für die bei der Lohnauszahlung entlassen worden seien; angeblich, weil am Sonntag wurde, nachdem Richter zur Unterstüßung der Berline Arbeiter sei dann große Arbeitslosigkeit. Augustin sie zu theure Arbeitskräfte wären und der Herr billigere befäme. Arbeiter und Arbeiterinnen der Konfettionsbranche auj Streligerstraße 61, gefordert hatte, die Berathung über den Lohntnrif fortgesetzt. Weber erläuterte zunächst die einzelnen Positionen. denen als Leitsätze folgende„Allgemeine Bestimmungen" vorausgehen: „Der Minimal- Wochenlohn beträgt bei täglich S stundiger Arbeitszeit. Montag und Sonnabend 8 Stunden, 27 M. Jedes zur Arbeit nöthige Material irgend welcher Art wird vom Arbeitgeber geliefert. Ueberstunden sowie Sonntagsarbeit fallen vollständig fort. Jede andere Arbeit, wie Helfen beim Auf- und Abladen oder etwaiges Umpacken oder Transportiren, sowie das Aufarbeiten von im Lager gestandenen Sachen wird bei Akkordarbeit nach Zeil bezahlt, und zwar pro Stunde mit 60 Pf. Der Lohn- tarif bezieht sich nur auf gewöhnliche Spezialarbeit: bei guter reicher Arbeit, sowie bei Arbeiten, welche nach Zeichnungen verakkordirt werden, muß der Preis der freien Vereinbarung überlassen bleiben und ist einem derartigen Akkord im Vor- anschlag ein Mindestverdienst von 27 M. zu gründe zu legen. Bei Arbeiten außer dem Hause muß pro Tag ein Zuschlag von S0 Pf. erfolgen und Erstattung des Fahrgeldes."— Im An- schluß daran beantragte die Kommission folgende Resolution: „In Erwägung, daß bei gewöhnlicher Spiegelarbeit ein Wochenlohn von mehr als 27 M. nicht zu erzielen ist und auch in den sogenannten besseren Werkstätten größer- Anforderungen an die Kollegen gestellt werde», beschließt die heutige öffentliche Versammlung um 9. Februar 1896 aller in der Möbelpolirerei beschäftigten Personen, für die Ar« betten in solchen Werkstätten einen Aufschlag von 20 pCt. zu fordern." Diese Resolution wurde in Verbindung mit den„all- gemeinen Bestimmungen" einstimmig angenommen. Hierauf folgte die Besprechung der einzelnen Positionen: Kastenarbeit; Bett- stellen; Tische; geschweifte Arbeit(Sitzmöbel); Spiegel und Näh- Maschinen, die nach Abänderung einzelner Posten insgesammt an- genommen wurden mit der Maßgabe, daß bei Nähmaschinen ein Aufschlag von 20 pCt. Lohnerhöhung einzutreten hat. Ueber die Fabrik von Luxusmöbeln(Galanterie- Arbeit) von S ch o y wurde unter Entrüstung der ganzen Versammlung mitgetheilt, daß dort die Arbeiterinnen nur im Akkord beschäftigt würden und bei angestrengter Thätigkeit nicht mehr als S bis 6 M. pro Woche verdienen könnten. Weber macht den Vorschlag, zum Sammeln der Streikfonds-Gelder für die Kollegen Streik-Kontrollkarten, für Arbeiter anderer Berufe Listen herzustellen. Dieser Vorschlag wurde nach längerer Dis- kussion dahingehend angenommen, daß Marken zu 2S Pf. pro Woche— Mehrzahlungen nicht ausgeschlossen— in die Karten «ingeklebt und bei einem etwaigen Streik höhere Beiträge ge- leistet werden sollen; die Listen gelten für andere Gewerke. Das Einkleben der Marken und die Ausgabe der Streik-Kontrollkarlen erfolgt vom Sonnabend ab in den Zahlstellen. Verband der Möbelpolircr Berlins und Umaeaend. (Zahlstelle Rixdorf.) In der Versammlung am 3, Februar reserirle P. Kluge über die Vorbereitungen zur Lohnbewegung. Seine Meinung ging dahin, daß die Lohn- und Arbeitsverhält- Nisse der Rixdorfer Polirer mindestens ebenso schlecht sind wie die der Berliner Kollegen, infolge dessen wäre es ihre Pflicht und ihr gutes Recht, eine Besserung ihrer Lage herbeizuführen, jedoch müßten die Kollegen Mann für Mann niuthig für die gute Sache ein» treten, dann wäre es ein leichtes die Forderungen durchzudrücken. Sämmtliche anwesende Kollegen stimmten mit dem Referenten über- ein. Nachdem wurde der Lohntarif besprochen. Beim Verschiedene» machte man darauf aufmerksam, daß. falls sich etwas Unerwartetes ereignen sollte, dies sofort den Kommissions.Mitgliedern Paul Kluge oder A. N i e r i ch, Steinmetzstr. 49 wohnhaft, zu melden ist. Zum Schluß forderte der Bevollmächtigte die Kollege» auf der Organisation recht fleißig Mitglieder zu werbe». Die Zahl- stellen des Verbandes sind bei den stiestaurateuren Hermann Babenschneider, Hermannstr. 137, und Rohr, Knesebeck straße 49. Ueber die gesetzliche Regelung deS 8 Uhr-Ladenschlusses sprach Reichstags- Abg. Molkenbuhr am Freitag im Eugli- scheu Garten vor einer gut besuchten Versammlung der im Handelsgewerbe beschäftigten Personen. Der Redner, der be- kanntlich Mitglied der Kommission für Arbeiterstatistik ist, theilte zunächst das Resultat mit, das die Erhebungen der Kommission gezeitigt haben. Das Bild ist noch viel ungünstiger geworden, als man überhaupt erwartet hatte. 7 pCt. aller männlichen Ge- hrlfen und mehr als 30 pCt. aller Hilfsarbeiter haben eine Arbeitszeit von mehr als 16 Stunden. Einstimmig ist auch die Kommission zu dem Beschluß gekommen, daß hier die Regierung die Pflicht hat, für die Gesundheit ihrer Staatsbürger schützend einzutreten. Alle von den Prinzipalen erhobenen Ein Wendungen sind von der Kommission nicht als stichhaltig an gesehen worden. Die Kommission hat den Bundesrath unter Ueber reichung des gesammten Materials aufgesordet, dem Reichslage ein Gesetz vorzulegen, wonach sämmtliche Verkaufsstellen abends 8 Uhr geschlossen werden müssen. Das Gesetz ist dem Reichstage noch nicht vorgelegt, noch weiß man, ob der Reichstag ein solches annehmen wird, darum lst es nothwendig, daß die Arbeiter selbst den»öthigen Druck auf die Gesetzgebung ausüben. Das zu thun sind sie nur im stände, wenn sie gut organisirt sind. Darum immerfort die Werbetrommel gerührt, immer neue Kollegen und Kolleginnen der Organisation zugeführt, dann werden auch die Ladeuschluß-Bestimmungen zur Durchführung gelangen.— Lang anhaltender Beifall folgte diesen Ausführungen. Nachdem noch M a a ß und K a ß l e r zum Anschluß an die Organi- salionen ermahnt hatten, wurde folgende Resolution ein- stimmig angenommen:„Die». Versammlung von zirka S00 im Handelsgewerbe beschäftigten Personen männlichen und weiblichen Geschlechts fordert im Anschluß an die Ausführungen des Reichstags- Abgeordneten Molkenbuhr von den gesetzgebenden Körperschaften eine baldige Regelung der täglichen Arbeltszeit. Zur Durchführung dieser Forderung hält die Versammlung ferner eine straffe Organisation für noth- wendig und verpflichtet sich, mit allen Kräften für die bereits bestehenden Vereinigungen einzutreten." Di« im Handelsaewerbe beschäftigten Genossen und Ge- nossinnen, die diese Versammlung nicht besucht haben, werden "hierdurch noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß eine ausführliche Wiedergabe der Rede des Genoffen Molkenbuhr in der nächsten Nummer des Gehilfenorgans„Der Handelsangestellte" erscheint. In einer gut besuchten Versammlung des Fach- Vereins der Musikin st runlenterarbeiter. die am 27. Januar tagte, referirte Genosse Hoffmann über das Thema: Glaube und Vernunft. Dem Vortrag folgte«ine lebhafte Diskussion, in der sich sämmtliche Redner zustimmend zu den von dem Referenten vertretenen Anschauungen aus- sprachen. Hierauf wurde den Mitgliedern die Abrechnung von der Matinee verlesen, die eine Einnahme von 273,30 M. und eine Ausgabe von 22S,S0 M. auiweist; mithin eine» Ueber- schuß von 47,80 M. ergab. Zur Ausnahme hatten sich zwei NichtMitglieder gemeldet. Während der eine. Schäufler, ab- gewiesen wurde, gewährte man dem Gesuch des Herrn Niemann, der seinerzeit wahrend des Streiks bei der Firma Matz in Arbeit trat, Aufnahme. Von der Fabrik des Herrn Lexow wird mitgetheilt, daß bereits wieder Versuche gemacht werden, die Ueberstundenarbeit einzuführen. Das Mitglied Heinlein richtet deshalb an die Arbeiter die ernste Mahnung, das Errungene hochzuhalten und die Arbeitszeit streng durchzuführen. Auf- genommen wurden 40 Mitglieder. Eine gutbesuchte Delegirten-Versammluug des Fach- Vereins der Mufikinstrumentcn-Arbeiter beschloß am 2. Februar die Ausfüllung des statistischen Fragebogens des inter- nationalen Sekretärs der Holzarbeiter dem Vorstande zu überweisen, weil dieser doch alles einschlägige Material in Händen habe. Den Kollegen in der Fabrik von Hoofs wurde zum Borwurf gemacht, daß sie es unter» lassen hätten, der Werkstatt-Kontrollkommission über die in letzter Zeit vorgekommenen Entlassungen von Kollegen Anzeige zu machen. Hierauf wurde angeregt, in der jetzigen sogenannten Friedenszeit Marken auszugeben, damit bei ausbrechenden Streiks ein Fonds vorhanden ist. Eine Angelegenheit der Fabrik von von Jaschinski, wonach dort verschiedene Uebelstände herrschen, wurde der Werkstatt-Kontrollkommission überwiesen. Nicht an- wesend waren die Delegirten der Fabriken von Müller, Köhler, Kuhla, Möhrs, Hilse Nachf., Schleifer. Klingmann, Höhne und Cell, Lupitz, Köhler, Schiff u. Co., Heindorf. Euterpe. Jaschinski und Jakob. Im Verband der in HolzbearbeitttugS- Fabriken und auf.Holzplätzen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Teutschlands(Fil. Berlin 1) hielt am 3. FebruarBogasch einen interessanten Vortrag über das Thema:„Der Kampf ums Dasein." In der Diskusston wurde berichtet, daß die Firma Meyer, Küstriner Platz, den Arbeitern, wahrscheinlich damit sie nicht an der Lohnbewegung theilnehmen sollen, eine Zulage von 2Vz bis 5 Pf. pro Stunde gemacht hat, und daß der Geschäftsführer Herr Thie es fertig bekommen habe, zu den Arbeitern zu sagen, wer seine Fruhstücksstullen in ein politisches Blatt ein- gewickelt hat, wird entlassen.(?!) Weiter wurde die Firma Hagenow und Bierbrauer, Elisabeth-Ufer II, kritistrt, deren Arbeiter auch nicht zu bewegen seien, sich zu organisiren. Der Vorsitzende machte dann die Mittheilung, daß Ostern d. I. in Berlin die Generalversammlung abgehalten wird. Ferner wurde seitens des Vorstandes bekannt gemacht, daß Mißstände jeder Art ihm be- kannt zu geben sind, da er sich's zur Pflicht mache, den Gewerbe- inspektor davon zu unterrichten. Nachdem noch verschiedene Kollegen zum Anschluß an den Verband aufgefordert und der Vorsitzende mitgetheilt hatte, daß die nächste Versammlung am 2. März abgehalten wird, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung geschlossen. In der Filiale des Allgemeinen deutschen Tapezirer- Vereins sprach am S. Februar H o ff mann unter Beifall über die technisch-wirthschaftliche Revolution der Gegenwart und ihre Wirkungen auf die Arbeiterschaft. Dann schilderte P ö n i ck e die unbefriedigenden Arbeitsverhältnisse der Firma Jakob u. Brannfisch; es sei Zeit, daß vorgegangen werde, um sie zu bessern. Sämmtliche übrige Redner.s Moskopf, Herrmanns, Fried meyer und andere, äußerten sich in demselben Sinne und gaben der Ueberzeugnng Ausdruck, daß die Kollegen durch Einigkeit auch etwas erreichen würden.— Das Stiftungsfest wird am 13. April in Schmiedel's Festsaal abgehalten. Im Verband der in Buchbindereien der Papier- und Leder-Galanteriewaaren- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielt am 3. d. M. Dr. Pinn einen bei- fällig aufgenommenen Vortrag über urchristlichen Kommunismus. Nachdem berichtete Jost über die gegenwärtige Bewegung der Schneider und Schneiderinnen und schloß mit der Mahnung an die Versammelten, im Fylle eines Streiks die Ausständigen that- kräftig zu unterstützen. Ein Antrag, den Vorstand zu ermächtigen, eine Unterstützung in Höhe bis zu 200 Mark zu bewilligen, falls der Streik schon vor der nächsten Mitgliederversammlung prokla- uiirt sein sollte, wurde nach einer längeren Aussprache, wobei man das wärmste Interesse für die Bewegung an den Tag legte, angenommen. Die Kollegen Thomas, Regitz und Schön- seid wurden zu Hilfskassirern für 3 Zahlstellen gewählt. Weiter wurde die Vergnügungskommission neu zusammengesetzt. Der Verein der Gold- und Gilbcrarbciter hatte am 27. Januar eine Versammlung anberaumt, in der Herr Schulz über das Thema:„Pestalozzi und seine Bedeutung für die moderne Arbeiterbewegung" sprach. Von einer Diskussion über den trefflichen Vortrag wurde abgesehen und erledigte hierauf die Versammlung ihre geschäftlichen Angelegenheiten. Die Wahl eines Mitgliedes für den Ausschuß fiel auf das Mitglied S ch o d e I. Der Kassenbericht ergab nach dem Vortrage des Mitgliedes T s ch e n t s ch e r eine Einnahme von 970,7S M. und eine Ausgabe von 719,25 M.; verbleibt mithin ein Bestand von 251,50 M. Nach einem Bericht über den Arbeitsnachweis weist der Vorsitzende darauf hin, daß am 24. Februar die nächste Ver- sammlung stattfindet und am 27. Februar der Verein einen Maskenball arrangirt. Die Dekateure(Filiale III) hielten am 26. Januar eine Mitgliederversammlung ab, wo Genosse P ö r s ch unter Beifall über die„Beseitigung des Privateigenthums" sprach. Hierauf wurden mehrere Vereinsangelegenheiten erledigt. Der Bericht des Kassirers B a e k e r über das Stiftungsfest ergab, daß der Verein einen Ueberschuß von 51,25 M. zu verzeichnen hatte. Die Arbeitslosen-Unterstützung hat sich in ihrer jetzigen Gestaltung, nach den Darlegungen des Mitgliedes Ziehen, gut bewährt, auch die nachfolgenden Redner sprachen sich in diesem Sinne aus. Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende die Mitglieder, da- nach zu streben, daß die Mißstände, die sich wiederum in de» Werkstätten eingebürgert haben, besonders die lange Arbeitszeit, die nicht selten bis 9 resp. 10 Uhr währt, beseitigt werden. Lackirer. In der Versammlung der Filiale IV der Maler, Lackirer«. Deutschlands hielt am 4. d. M. P. Litsin einen mit regem Beifall aufgenommenen Vortrag über„Florian Geyer." Der zweite Punkt„Unsere Bewegung" rief eine rege Diskussion hervor. Es wurde lebhaft bedauert, daß von den Berliner Lackirern zirka die Hälfte in den fiskalischen Eisenbahn- Werkstätten beschäftigt sind. Mit diesen könne man leider gar nicht i» Verbindung treten, da sie laut Arbeitsordnung mit der Organisation nichts zu thun haben dürften. Bei der Befolgung dieser Vorschriften seien die Kollegen so eifrig, daß sie, wenn sie einen organisirten Kollegen sähen, demselben kaum Rede und Antwort ständen. Dann besprach man die Magenfabriken von Neuß und Kühlstein. Von elfterer wurde berichtet, daß kaum ein Drittel der dort Beschäftigten zu etwas zu bewegen seien, die übrigen zwei Drittel wären vollständig in- different. Bei Kühlstein wäre es nicht besser; trotzdem der Chef mit größter Schneidigkeit gegen die Arbeiter auftrete, kämen dieselben immer noch nicht zum Bewußtsein ihrer Lage. Von der Lohn- kommission wurde mitgetheilt, daß verschiedene Meister sich für die Forderunge» erklärt hätten und regelmäßig zum Streikfonds steuerten. Der Vorsitzende forderte noch zum Schluß auf, in der nächsten Filialversammlung möglichst vollzählig zu erscheinen, da dort die Ersatzwahl des gesammten Vorstandes vorgenommen werden solle. Eine gemeinsame Mitgliederversammlung sämmtlicher Filialen der Vereinigung der Maler, Anstreicher und Lackirer beschäftigte sich am 31. Januar mit der Tagesordnung: Werth und Bedeutung des Provinzialtags. Die im Anschluß an das Referat vollzogene Wahl der Delegirten fiel auf die Mitglieder Link und I a e o b e i t. Hierauf gab die Versammlung nachstehenden Anträgen, die der Konserenz unterbreitet werden sollen, ihre Zustimmung: 1. Der Obmann der Agilalions-Kommisston der Provinz Brandenburg ist ermächtigt, die fortlaufenden Ausgaben für die Agitation in der Provinz vor- schußmäßig von de» Filialen Berlins zu entnehmen. Die Kosten werden halbjährlrch von den Filialen der Provinz Brandenburg pro- zentual getragen. 2. Das Agilationskmnitee hat. um eine geregeltere Agitation entfalten zu können, wie bisher seinen Eitz in Berlin. Zum 2. Punkt der Tagesordnung gab der Vorsitzende der Ver- einigung bekannt, daß nur diejenigen Kollegen den Arbeits- »achweis in Anspruch nehmen können, die 1. Mitglieder der Vereinigung sind und 2, sich im Besitz einer Streikkarte befinden. Die in Arbeit stehenden Kollegen haben jede Woche eine Marke zu entnehmen. Dagegen haben die Arbeitslosen jeden Freitag anstatt der Marke ihre Karle im Arbeitsnachweis abstempeln zu lassen. Infolge des Beschlusses wurden die Mitglieder daraus auünerksam gemacht, stets das Mitgliedsbuch beim Besuch des Arbeitsnachweises mitzubringen. Im Verschiedenen ergriff das Mitglied Nowusch das Wort und führte aus. daß sich 20 biS 25 Spezialisten vereinigt haben, um mit den Malern und An« streichern Hand in Hand zu gehen. Allgemein war man der Ansicht, daß, wenn die noch fern stehenden Speztalisten sich organisiren wollen, es auch unter den bestehenden Äerhaltu.ssen thun können; jedoch wollen die Maler und Anstreicher Berlms den Spezialisten nichts hindernd in den Weg legen. was die Spezialisten abhalten könnte. sich der Orgamsation der Maler, Lackirer und Anstreicher anzuschließen. Die Freie Vereinigung der Zivil- BerufSmnsiker be- schäftigte sich kürzlich in zwei Versammlungen mit emer An- gelegenheit des Musikleiters M o t h e s(Kösliner Hof). Dieser erklärte sich schließlich bereit, die von ihm entlasseneu Kollegen wieder zu beschäftigen.— Der Bericht des Kassirers ergab, daß im vierten Quartal 536 M. eingenommen und 524,40 M. ausgegeben worden sind. Einschließlich des Ueberschusses hiervon betrug der Kassenbestand 403,96 M. Eine Versammlung der Kammmacher, die am 27. Januar tagte, widmete den Werkstatlangelegenheiten in ihrer Brauche eine eingehende Besprechung. Besonders üble Zustände herrschen nach den Angaben mehrerer Redner in der Fabrikation für Taschenkämme. Leider ist von den hierzu gehörigen Arbeitern keiner organisirt; es wäre deshalb zu wünschen, daß du i» der Versammlung gegebene Anregung, die Arbeiter dieses Berufes zum Anschluß an die Holzarbeiter-Organisation zu bewegen anf recht fruchtbaren Boden fiele. Am Schluß der Versammlung giebt der Vorsitzende bekannt, daß bei ihm die Streikkarlen sür Holzarbeiter abgehe Un werden können. Einer von der Agitationskommisston deS Deutschen Metallarbeiter-Verbandes einberufenen, gut besuchten ösfent- lichen Metallarbeiter-Versammlnng. die am 2. Februar im großen Saale der Kronen-Vrauerei zu Moabit tagte, setzte der Referent H. Rohrlack den Werth der Arbeits- Verkürzung auseinander. Dan» kam er u. a. auf die rapide Zunahme der Beschäftigung von Arbeiterinnen in der Metallbranche sowie auf den großen Zuzug von unaufgeklärten Arbeitern aus den Provinzen »ach Berlin zu sprechen und zog daraus den Schluß, daß die- jenige Organisation, die im stand«: ist, Arbeiterinnen anf- zunehmen, daneben aber auch in den Provinzen für Aufklärung und Anschluß an die Arbeiterbewegung agitiren könne, in Zu- kunft die meiste Aussicht auf Erfolg habe und ersucht dann am Schlüsse seines wiederholt mit lautem Beifall auf- genommenen Vortrages die anwesenden Frauen und Männer, sich dem deutschen Metallarbeiter» Verband an- zuschließen. Von einer Diskussion wurde, da sich keine Gegner zum Wort meldeten. Abstand genommen. Beim Verschiedenen schilderten H o s m a n n und Hilpert Vorkommnisse bei den Firmen Borfig und Löwe und Rohr lack unterzog das Kolonnenführer-System einer Kritik, worauf der Vorsitzende die Versammlung mit einem flammenden Appell an die Anwesenden schloß, das Gehörte zu beherzigen und dem Deutschen Metall- arbeiter-Verband beizutreten, was letzteres dann erfreulicherweise auch vielfach geschah. In der Generalversammlung der Banhandwerker- Kranrenkafse Berlins und Umgegend, die am 2. Februar, in Cohn's Festsälen tagte, mußte eine Neuwahl des Vorstandes vorgenommen werden, weil nach Ansicht der Behörde die erste Generalversammlung nicht dem Statut entsprechend bekannt gemacht worden sein soll. Der Vorstand sah sich genöthigt, wegen Verstoßes gegen§ 14 des Statuts 2 Mitglieder mit je 2. 4 mit je 3. 1 mit 6, 3 mit je 10, 1 mit 15, 3 Mitglieder mit je 20 Mark zu bestrafen. Ein Fall, wo ein Mitglied 94.50 Mark Krankengeld entnahm, dabei aber schon 6 Wochen Unfallrente bezog, ist dem Rechtsanwalt übergeben. 2 Mitglieder wurden wegen falscher Angabe über ihren Gesund- heitszustand ausgeschlossen. Ihrem Berufe nach zählte man unter den Mitgliedern 1532 Maurer. 7 Töpfer, 8 Stuckateure, 3 Steinnutze». Die Abrechnung ergab im vierten Quartal 12 383,93 M. Einnahme, 10 438,47 M. Ausgabe, Bestand 1945,46. Das Gesammlvermögett betrug am Jahresschluß 17 481,56 M. Vum 1. Vorsitzenden wurde Metzke, zum 2. Pfeil, zum 2. Kassirer K l i e m a n n, zum 2. K a r p e gewählt, zu Beisitzern R o l l, I e n s ch und S ch o l z. Zu Ausschußmitgliedern Blau- rock, Schulz, Sydow, Zander, Schlösser. P f i st e r und B e l l i ck e. Ersatzmänner der Beisitzer des Vor- siandes sind H o l tz. Dienert, Schacht und Vollroth. Ersatzmänner des Ausschusses sind Herfurth, Fürsten- berg, Berndt und P a h n k e. Das Gehalt des Kassirers und des Vorsitzenden wurde auf den ortsüblichen Tagelohn, gleich 5.40 M. pro Tag, die Entschädigung sür die Theilnahme an den Sitzungen auf 75 Pf. pro Kopf jestgesetzt. Sodann wurde der Vorstand beauftragt, der nächsten Generalversamm- lung einen Abänderungsvorschlag zu§ 17 und§ 21 Abs. 4 vorzulegen. Die Zahlstelle Berlin I des Verbandes deutscher Maurer nahm am 2. Februar die Abrechnung des Kassirers über das 4. Quartal und die Jahresrechnuiza entgegen; nach letzterer stand einer Einnahme von 4370,43 M. eine Ausgabe von 4548,02 M. gegenüber, sodaß im Jahre 1835 ein Ueberschuß von 324,41 M. zu verzeichnen war. Die dann vom Kassirer der Unlerstützungskonimission gegebene Jihresabrechnung stellte eine Einnahm« von 777,10 M. fest. Unterstützung erhielten 17 er- krankte Mitglieder insgesammt 395 M. Der augenblickliche Be- stand des Unterstützungsfcnds ist 456,99 M. Beide Ab- rechnungen wurden von den Revisoren bestätigt und die Kassirer daraufhin entlastet. Man schritt nun zur Neuwahl der Kommission. Gewählt wurden Vogel, Weidenweg 35, A l b r e ch t. Salzwedlerstr. 13, K e l p i n, Demminerstr. 54, E ni i l S ch u l z, Kastanien Allee 57, K l o p s ch, Manteuffelstr. 7, U r b a t h, Alvenslebenstr. 12, S ch l e m m b a ch, Dennewitzstr. 24, Thielicke. Schönsberg, Hanptstr. 91. Zu Revisoren wurden Pritzkow, Hemm schütz und Körb er wiedergewählt. Zum Bücherkontrolleur bestimmte die Bersamm- lung nach freiwilliger Meldung die Kollegen C. D u st e r h o s s, Fink und W e h l a n. Eine öffentliche Dachdecker- Versammlung war zum 9. Februar berufen, um den Bericht des Delegirten zur Gewerk- schaslskommission entgegenzunehmen, dessen Neuwahl zu vollziehen und um zur diesjährigen Lohnbewegung Stellung zu nehmen. Das Ergebniß der Verhandlungen war die Wahl einer I3gUed- rigen Lohnkommisston. bestehend aus Päske, Reuter. Voigt, Wille, Schläping, Blecher, Eiber, Goltz. Wutschke, Blum, Witzkowski. O. Petri und Spindler, welche einen Lohntaris auszuarbeiten und diesen demnächst einer öffentlichen Versainmlnug zur Beschluß- faffung vorzulegen hat. Mit der Berlretung iu der Gewerk« schaftskommission wurde Reuter beauftragt. In der sehr stark besuchten öffentlichen Versammlung der Schmiede, die am Sonntag tagte, wurden nach einem mit lebhastem Beifall aufgenommenen Referat deS Genossen Jahn über„Die Entwickelung des Kapitalismus", die Arbeits- und Lohnverhältnisse bei der„ P a t e n t- B e s ch l a g s ch m i e d e", die demnächst i» eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll, ein- gehend besprochen. Gegen die Einsetzung einer bei den Kollegen unbeliebten Person als Herbergswirth im Arbeitsnachweis der Innung wurde lebhast Protest erhoben. Um in dieser Angelegenheit, die für sämmtliche Schmiede von besonderer Be- deulung ist. Wandel zu schaffen, beschloß man, daß im Verlans dieser Woche, M i t t w o ch, Donnerstag, Freitag und Sonntag, öffentliche Versammlungen der Schmiede in allen Stadltheilen Berlins abgehalten werden sollen. wo die Einrichtung eines Arbeitsnachweises sür die organisirten Arbeiter Gegenstand der Tagesordnung sein wird. Der Vertrauensmann ist beauftragt, das weitere zu veranlasse». Etwa 30 neue Ausnahmen in die Organisation zeugten von den guten Fortschritten der Schmiedcbewegung. Denn Ueber die Gestalt und Bewegung der Erde sprach am für Unbemittelte die Kosten zu übernehmen, wenn letterer Danach haben insbesondere diejenigen Berufsgenossenschaften, 4. Februar, abends, in Bolt' Festsälen vor einer gut besuchten zur freireligiösen Gemeinde überträten. Zum dritten welche die Berliner Unfallstationen ins Leben gerufen Versammlung des Verbandes aller im Handels- und Transport- Punkt der Tagesordnung erstattete Kollege Bachmann Bericht und sie in Anspruch nehmen, wie die Chemische, Nordgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter der Direttor der töniglichen über seine Thätigkeit in der Gewerkschaftskommiffion und forderte deutsche Holz-, Brauerei Berufsgenossenschaft Sternwarte Prof. Wilh. Förster. die Anwesenden auf, nur einen solchen Delegirten zu wählen, und andere bedeutende Resultate zu verzeichnen. Nach den Der Vortragende entwickelte unsere jeßige Renntniß von der welcher auch gewillt ist, die Interessen der Arbeiter zu vertreten, amtlichen Mittheilungen haben z. B. die Berufsgenossenschaft der Gestalt, ferner von der Drehung der Erde und ihrer Umlaufs- und nicht durch Abwesenheit glänzen würde. Gewählt wird chemischen Industrie von 92 Schwerverletzten 72 und die bewegung um die Sonne in fachlicher und anschaulicher Weise, Kollege Wangenheim. Mit einem Hoch auf baldige beffere Brauerei Berufsgenossenschaft von 580 übernom wenn auch ohne jede bildliche Darstellung, aus den einfachsten Lohn- und Arbeitsbedingungen wurde die gut besuchte Bersamm menen Schwerverlegten 581 schon vor Ablauf der Wartezeit als Wahrnehmungen heraus, die schon in den Anfängen der mensch lung gegen 9 Uhr geschlossen. völlig geheilt und wieder vorig lichen Kultur gemacht werden fonnten. Er wies darauf hin, daß Die Propaganda für den Austritt aus der Kirche scheint entlassen tönnen. Die chemische Industrie habe übrigens vieles, was dem fog. Kulturmenschen ganz unbekannt blieb, was also auch in gewerffchaftlichen Versammlungen faum den zehnten Theil der dafür aufgewendeten Kosten von ihm nur ganz oberflächlich und stümperhaft erfaßt wird, beginnen zu sollen. Dagegen müssen wir uns im Interesse der von den Krankenkassen erstattet erhalten, ein Zahlenin den Urzeiten der Menschheitsentwickelung schon mit großer Gewerkschaftsbewegung ganz entschieden wenden. Die Pflege verhältniß, welches sich vielfach auch bei anderen BerufsSicherheit und Feinheit aufgenommen und begriffen werden der ihrer Natur nach rein praktischen Berufsinteressen fann auf genossenschaften vorfinde und deutlich auf die bezüglich e konnte, weil der Mensch eben noch abhängiger von der Natur die Dauer nur Schaden leiden, wenn in den Versammlungen, Entlastung der Krankenkassen hinweise. war und mehr in ihr lebte. In allgemeinen Zügen wurde die diesen Interessen dienen, über überfinnliche Angelegenheiten In einem zweiten Rundschreiben des Reichssodann die allmälige Entwickelung der Lehren von der Gestalt verhandelt wird. Die gewerkschaftliche Bewegung follte es als versicherungs- Amtes vom 21. Januar 1896 werden und Bewegung der Erde bis auf die Gegenwart verfolgt; ihre wichtigste Aufgabe betrachten, unter ihren Berufsangehörigen die Ergebnisse der Brauerei Berufsgenossenschaft überall mit Ausblicken auf die soziale Kultur und ihre Forde auf wirthschaftlichem Gebiet Aufklärung zu verbreiten; auf den übrigen Berliner Berufsgenossenschaften bezw. Sektionen zur rungen. Zum Schluß wurden die neuesten leicht greifbaren religiösem mögen sich die Gleichgesinnten außerhalb dieses Kenntniß gebracht mit dem Bemerken, daß das günstige Ergebniß Beweise für die Bewegung der Erde um die Sonne dargelegt. Wirkungstreifes zusammenfinden und ihre Sache propagiren. der dem Rundschreiben beigefügten Statistik für die Jahre 1894 In einem Nachworte hob der Vortragende die hohe sittliche und 1895 dem Wirken der Berliner Unfallstationen Bedeutung hervor, welche es für uns alle hat, In der Freien Vereinigung der Graveure, Bijelenre wesentlich zu verdanken sei. Nach dieser Statistik ist seit dem wir unfer Denken von Zeit zu Beit auf jene und verwandter Berufsgenossen hielt am 4. Februar cr. Gingreifen der Unfallstationen gegenüber dem be großen Weltvorgänge und auf die erhebende Gefeßmäßigkeit der Dr. Böhm einen Vortrag über das Naturheilverfahren. Jahre 1893 wo auf 1000 Arbeiter noch 17,53 entZusammenhänge geschichtlicher Entwickelung seit uralten Tagen In Brih wurde kürzlich eine Voltsversammlung schädigte Unfälle entfielen, der Promillesah auf 12,02 im richten. Das Recht der ganzen Menschheit auf die ganze Erde abgehalten, wo Theodor Meyner darlegte, welch großen Jahre 1894 und auf 7,62 im Jahre 1895 zurückgegangen; und seine Geltendmachung seße eine Gesinnung der Gerechtigkeit Werth es für die Arbeiter hat, wenn sie sich an den Gemeinde- demnach der Erfolg erzielt worden, daß gegen frühere Jahre eine und Brüderlichkeit voraus, an der es noch schmählich wahlen betheiligen. In der Diskussion über den mit großem ganz erheblich größere Bahl von Arbeitnehmern ihrer Erwerbsmangele; aber durch solche Ausblicke werde das daraus Interesse aufgenommenen Vortrag wurden verschiedene lokale fähigkeit wieder zugeführt werden konnten.( Blos dies? Spielt Nahrung ziehende Gefühl des Erdenbürgerthums gestärkt. In Uebelstände zur Sprache gebracht, denen nur abgeholfen werden denn die Entlastung der Unfall- Genossenschaften bei diesen Parforceder Diskussion wurden mehrere Fragen in betreff noch anderer würde, wenn die Arbeiter im Gemeinderathe genügende Ver- Kuren gar teine Rolle?. d. V.) Gebiete der Sternkunde gestellt, die der Vortragende zum theil tretung haben. Besonders für die Schuljugend verlangte man Das Kuratorium nimmt im übrigen Veranlaffung, die in in längeren Darlegungen beantwortete. unentgeltliche Badegelegenheit, ferner für die Kinder Unbemittelter oben erwähnter Versammlung geschehenen Mittheilungen in den Beim 3. Punkt theilte Polis mit, daß der Kollege freie Lehrmittel. Den in der Versammlung erschienenen Gegnern Hauptpunkten als total unwahr bezw. entstellt zu Rolay gestorben ist. Die Versammlung ehrte dessen Die Versammlung ehrte deffen Angehörige des sogenannten Grundbesigervereins wurde bezeichnen. Andenken in üblicher Weise. Weiter wurde berichtet, daß neun von mehreren Parteigenossen und dem Referenten im Schlußwort Wenn behauptet wird, daß bei Anstellung der Aerzte nicht Kollegen frank find. Wiz theilte mit, daß am 16. Februar bei der Kopf gründlich gewaschen. Zu Kandidaten stellte man auf: das Wissen, sondern der Geldbeutel entscheidend gewesen sei, Mörschel Schönhauser Allee, eine Agitationsversammlung ftatt R. Breffe als Ansässigen, R. Wille als Unansässigen. Das fo ist demgegenüber die Thatsache zu fonstatiren, daß für die findet. Betreffs der Beschwerde, die vom Vorstand bei der Wahlkomitee besteht aus H. Jentsch, H. Schliebig, Anstellung lediglich die Zeugnisse der hervorragendsten Packetfahrt- Gesellschaft geführt worden ist, verlas der Vorsitzende M. Wille und R. Schoenberner. ärztlichen Autoritäten maßgebend waren, und daß die einen Brief, wonach von den 5 eingegangenen Beschwerden die große Mehrzahl der Herren faum auf die Bezeichnung kapital das finanzielle Risiko lediglich vom Kuratorium und nicht von Dieser Punkt ist ja auch um so weniger von Belang, als ben Aerzten getragen wird. Wie unfinnig ist demnach die Be schuldigung, daß man die Stationen an und verkaufen tönne, wenn man ferner auch die Thatsache in betracht zieht, daß der Arzt, wenn er vom Kuratorium für ungeeignet erachtet wird, jederzeit entlassen werden kann. nicht erhielten. = In einer öffentlichen Schuhmacher Versammlung Untersuchung ergeben hat, daß nur zwei Kollegen ihre Zeitung Charlottenburgs sprach am 8. Februar Kollege No wag aus fräftig" einen Anspruch machen dürften. Berlin über Zweck und Nußen der Organisation. Sodann nahm Die ,, Agitationskommiffion für den Austritt aus der man Stellung zum Gewerkschaftskartell. Der Vertreter des Kirche und Religionsfreiheit" hielt am 4. und 6. Februar Kartells, Maler Flemming berichtete kurz über deffen Thätig wieder Boltsversammlungen ab. In der ersten, die im Berliner feit und ersuchte darum, daß auch die Schuhmacher ihren DeBrater, Kastanien- Allee tagte und sehr stark besucht war, entspann legirten wählen möchten. Im Anschluß hieran geißelte Flemming fich nach dem beifällig aufgenommenen Vortrage Dr. Pinn's scharf das Gebahren von einzelnen Genossen, die Verleumdungen eine sehr rege Diskussion, die sich durch die Theilnahme eines und Beleidigungen gegen Genossen in die Welt schleudern, unfrüher in Berlin, Breslauerstr. 4, als Missionar thätig gewefenen bekümmert barum, ob sie wahr sind oder nicht. Es könne nicht für ein Interesse an den finanziellen Verhältnissen Es kommt Was hätte übrigens auch das Publikum, welches Hilfe sucht, Herrn Richard Djäder sehr interessant gestaltete. Dieser fördernd für die Arbeiterbewegung sein, wenn ſtets und forderte die Anwesenden auf, aus der Kirche auszutreten, aber ständig verleumdet und genörgelt werde. Diese Handlungsweise doch lediglich darauf an, daß ihm geholfen wird. an Gott und Jesum von Nazareth weiter zu glauben, da derselbe scheine in Charlottenburg einigen Genoffen schon zur zweiten sich mühsam einige Fälle heraussuchten, in denen sie die Anstatt daß die betreffenden Redner in jener Versammlung große Wunder verrichte und Kranke gesund mache. Er, Djäder, Natur geworden zu sein. In nächster Zeit müsse diesen Leuten sei selber aus der Kirche ausgetreten, b. h. er besuche keine Kirche, ordentlich auf die Finger geklopft werden. Er bitte, dies im momentane Abwesenheit des Arztes festgestellt zu haben glauben Nachdem noch ein Gegner gegen den Austritt aus der Kirche Borwärts" zu berichten. Sodann wurde ein Antrag anselbstredend war, falls ein solcher Fall vorgelegen hat, der und Hoffmann, Engler, Klix u. a. für den Austritt genommen, zwei Delegirte zum Gewerkschafts- Kartell zu ent- Arzt zur Hilfeleistung auf kurze Zeit nach außen berufen worden gesprochen hatten, wurde die schon in Berichten über frühere senden. Bu solchen ernannte man die Kollegen Heinr. Lau an die Behörden wenden sollen, welche wiederholt, unerwartet in Bersammlungen mitgetheilte Resolution einstimmig angenommen, und Emil Boewe. Die nächste Versammlung des Ber- fämmtlichen Unfallstationen sehr eingehende amtliche Inspektionen worin denen, die innerlich mit der Kirche gebrochen haben, der eins deutscher Schuhmacher findet statt am Montag, Austritt aus der Kirche zur moralischen Pflicht gemacht wird. ben 17. Februar, bei Bayer, Wallstraße 96. Mitgetheilt wurde dann, daß bis jetzt 303 Personen bei Gericht ihre Austrittserklärung eingereicht haben. In der zweiten Versammlung, die bei äußerst starkem Besuche Sprechfaal. in Gründel's Festsaal abgehalten wurde, hielt Jahn den Vortrag. Seine Ausführungen wurden beifällig aufgenommen. Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechfaats, soweit der Raum dafür Die Zahl der aus der Kirche Ausgeschiedenen war bis abzugeben ift, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen zu dieser Versammlung auf 314 gestiegen. Die nächste Intereffes zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Versammlung wird am 12. Februar auf dem Gesundbrunnen, Babstraße, abgehalten.( Näheres durch Annoncen und Säulenanschlag.) Inhalt desselben identifizirt zu werden. Erklärung. = und Revisionen vorgenommen haben, die niemals irgend welche Mängel ergeben hatten; dort hätten sie auch erfahren können, daß niemals Studenten ärztlichen Dienst leisten. Wenn nun aber wirklich unter monatlich 1200 erste Hilfe Suchenden ein oder zwei Patienten eine kurze Zeit hätten warten müssen, verdient die Juftitution deshalb einen Tabel, welche in 1198 Fällen mit ihrer ärztlichen Hilfe und ihren aseptisch eingerichteten Verbandräumen sich als eine segensreiche Zuflucht erwiefen hat, ganz abgesehen davon, daß bei einem großen Prozentsatz dieser Fälle andere ärztliche Hilfe zuvor vergebens geIn Nr. 17 des Vorwärts" wird über eine Versamm- sucht worden war? Weiter geben wir hierbei folgenden Bericht so, wie er uns I ung Don Krantentassen Vorständen und Was nun eine eventuelle Zuwendung der städtischen Bevon einer Summe von zuging: Am 2. Februar fand bei Bolzmann, Lichtenbergerfir. 16, Beamten berichtet, in welcher das Thema„ Die Unfall- hörden betrifft, so soll dieselbe eine öffentliche Versammlung der Roll, Geschäftsstationen und die Berliner Krankenkassen" auf der Tagesordnung 50 000 m. war selbstverständlich nie die Rede lediglich ein und Lastfuhrwerts Rutscher, Möbeltransport, stand. In dieser Versammlung machte Herr Buchholz( Maurer Ersatz derjenigen Kosten sein, welche das Unternehmen im Sinne Speditions- und Speicherarbeiter statt. Genosse tasse) den Vorschlag, den demnächst erscheinenden Bericht des der Armenpflege für unentgeltliche Hilfeleistung und Transport Adolf Hoffmann referirte über: Glaube und Reichs- Versicherungsamts über die Ergebnisse der Unfallstationen aufwendet. Vernunft". Derselbe erntete für seinen eineinhalb- und das sonstige Material einer Kommission zur Nachprüfung zu Ob demnach das Unternehmen einen unlauteren Wettstündigen Bortrag, welcher öfter von Beifall unter überweisen. bewerb" betreibt, möchten wir dem gesunden Urtheil der Leser brochen wurde, am Schlusse feiner Rede lebhaften Beifall. In Dieser Bericht ist jetzt erschienen in Form von zwei Rund- und derjenigen überlassen, die die Stationen aus eigener Erder Diskussion theilte Rollege Schumann mit, daß beim schreiben, welche das Reichs- Versicherungsamt Präsident Dr. fahrung fennen. Ja wir möchten hinzufügen, daß dieser dem Bureau Liften zum Austritt aus der Landeskirche zu haben sind. Bödiker an die Berufsgenossenschaften gerichtet hat, in welchen Unternehmen gemachte Vorwurf von seiten solcher ausgeht, die Ferner theilte Genoffe Hoffmann mit, daß seit dem auf die günstigen Ergebnisse hingewiesen wird, die durch die nicht belehrt sein wollen. 1. Oktober 1895 die Kosten etwas erhöht worden sind und pro Uebernahme des Heilverfahrens unmittelbar nach geschehenem Das Kuratorium Berson 3,50 M. betragen; jedoch sei die Rommission Unfall bei einer Anzahl von Berufsgenossenschaften erzielt der Berliner Unfallstationen. oder auch die Freireligiöse Gemeinde bereit, worden sind. -WO Grösstes Mode- Waaren- Haus des Ostens 32. Grüner Weg 32 M. Löwinsohn, Inh.: L. N.Jacob Ecke Andreasplatz Grosser Während des Monat Februar: 4820L* Reste- Ausverkauf zu auffallend billigen Preisen. Guten Morgen! Lade zum Kauf bei mir ergebenst ein. Carl Schindler 55. Chausseestr. 55. A. III 8917. ( Nordh., Liköre, Cognac, Rum, Ungarw.) Möbel Kaufgelegenheit Passende Gelegenheit für Brautlente. In meinem größten Möbelspeicher, Neus König- Straße 59, I, sollen ca. 300 WohnungsEinrichtungen, verliehen gewesene und neue Möbel, zu jedem annehmbaren Preise verkauft werden. Thetlzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. 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Sind die Bildhauer gewillt, in Verbindung mit den Forderungen der Tischler die alten Forderungen: Einführung der 81/2 stündigen Arbeitszeit und Lohnarbeit von neuem jetzt zu stellen? 3. Verschiedenes. Müllerstr. 162a, zu seinem heutigen am Mittwoch, den 12. Februar, abends 82 Uhr, bei Joël, Andreasstr. 21. Wiegenfeste ein dreimal donnerudes Hoch! Wilhelm wird's wohl wissen! 2630b Freunde und Bekannte. Am 7. Februar nachmittags 43/4 Uhr, entschlief im eben vollendeten 39.LebensDie Herrn Geistlichen der betreffenden Kirchen und Synagogen find jahre nach kurzen schweren Leiden mein brieflich eingeladen. Austrittserklärungen sind bei den Kommissions- Mit- herzensguter, braver Mann, unser forg gliedern zu haben und werden auf Wunsch ausgefüllt. H. Engler, Ballisadenstr. 33. Ad. Hoffmann, Blumenstr. 14. J. A.: E. Lindemann. H. Jaensch, Weidenweg 77. E. Lindemann, Moritstr. 9. E. Menzel, Straßburgerstr. 25. 2628b Metallarbeiter! sjald Dienstag, den 11. Februar 1896, abends 8, Uhr, im Lokale von Gründel, Brunnenstr. 188: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: samer Bater, Sohn, Bruder, Neffe und Schwager, der Restaurateur Pfister Carl. Dies zeigt mit der Bitte um stilles Beileid tiefbetriebt an die trauernde Gattin Lina Pfister nebst Kindern. Charlottenburg Ober- Schönweide. Die Beerdigung findet Mittwoch B Nachmittag 4 Uhr vom Krankenhaus am Urban( Berlin) aus statt[ 2634b Charlottenburg. Parteigenossen, welche gewillt sind, einem Arbeiter- Gesangverein( 4 stimm. M.-Ch.) beizutreten, werden ersucht, sich bei Wolter, Magazinstr. 15, einabends 8-10 Uhr. D. V.[ 26236 Ein Gesangverein( M. d. A. S.-B.) fucht für Mittwochs einen 1. Der Streik in der Patent- Hufeisen- Stollen- Fabrik zufinden. Uebungsstunde Donnerstag von Leonhard& Cie., Saarbrückerstr. 30. 2. Die fortgesetzten Lohnreduktionen in der MusikInstrumentenfabrik Aktiengesellschaft vorm. Pietschmann und wie stellen sich die Kollegen hierzu. Oeffentliche Versammlung sämmtlicher Arbeiter der Aktiengesellschaft Schäffer& Walker am Mittwoch, den 12. Februar, abends 72 Uhr, im Cokale des Herrn Feik Bubeil, Lindenstr. 106. Zages Ordnung: Wie behandeln die Metallindustriellen ,, ihre Arbeiter? Referent: Otto Naether. Die Kollegen werden ersucht, sich so einzurichten, daß alle Kollegen gleich bei Fabritschluß nach der Versammlung kommen können, damit dieselbe pünktlich eröffnet werden kann. Dirigenten. Offert. wolle man an W. Liekmann, Wrangelstr. 5, richten. 26256 Unbemitt. Musikunterr. ,, K" Postamt 79. Blumenhandlung Kranzbinderei und Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ballsträußchen, Bouquets u. f. w. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert Pfund Albrecht's Bäckerei, 6 Brot für 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8. Langestr. 26, Falkensteinstr. 28. Große öffentliche Versammlung Möbel- Ausverkauf Donnerstag, den 13. Februar, abends 8 Uhr, in Keller's Festfälen( großer Saal), Koppenstraße Tages- Ordnung: 29. VorDie gegenwärtige Lage der Metallindustrie, das gehen der Metallindustriellen und unsere Aufgaben in der Gegenwart. Referent: Otto Naether. Zu dieser Versammlung sind speziell die Kollegen folgender Werkstätten eingeladen: Pintsch, Andreasstr. 72. Elster, Neue Königstr. 67. Baumgart& Sohn, Münchebergerstr. 27. Jahn, Brunnenstr. 181. Heise, RI. Rosenthalerstr. 10.Kiesewetter, Amalienstraße. Adler& Bersu, Alexanderstr. 28. E. Scherler, Blumenstr. 79. R. Schulze, Blumenstr. 74. Silbermann, Blumenstr. 74. Conrad Felsing& Löhausen, Blumenstraße 70. Stein, Blumenftr. 24. Dr. Meyer, Holzmarktstr. 67. Kärger, Krautstr. 52. Goldmann, Rrautstr. 20/21. des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 18. Wegen ganz bedeutender Vergrößerung meiner Räumlichkeiten verkaufe ich mein Waarenlager zu noch nie dagewesenen Preisen vollständig aus. Rum Umzuge und für Brautleute ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Der Vertrauensmann: D. Meyer. Zentralverein der Bildhaner. 22/3 Die heutige Versammlung fällt aus! Beiträge werden angenommen. Bibliothek ist geöffnet. 22/4 Der Vorstand. Arbeiter und Arbeiterinnen der Hutbranche! Dienstag, den 11. Februar, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: = 1. Situationsbericht über die Aussperrung der Hutarbeiter und Arbeiterinnen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 88/4 Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist Pflicht eines jeden Kollegen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Achtung! Morgen, 12. Februar, abends im Lokale des Mr Herrn Cohn( großer Saal), Beuth- Straße Nr. 20: Vertrauensmänner- Versammlung für sämmtliche Bezirke Berlins. Jede Werkstatt wird ersucht, einen Vertrauensmann zu entsenden. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimirt. Diejenigen Vertrauensmänner, welche zum ersten Mal von ihren Werkstellen entsendet werden, erhalten ihre Karte in der Versammlung ausgestellt. Nur Vertrauensmänner haben Zutritt. Friedrichsberg- Rummelsburg. Mittwoch, den 12. Februar, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Möbius, Kant- u. Goethestraßen- Ecke: Ausstattungen, forte einzelne Stüde gediegen und billigst einzukaufen. Man laffe sich nicht durch unmögliche Anpretfungen blenden, sondern besichtige fich die Möbel, welche man 4. taufen will, genau und vergleiche diefelben mit meinen bit nur gebiegenen Möbeln und anertaunt Möbellagern zu günstigen Bedingungen verkaufe ich ganze Einrichtungen, sowie einzelne Stücke ganz bedeutend billiger als jeder andere Möbelhändler. Auch größtes Lager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel zu wahrhaften Spott preisen. Versammlung. Zages Ordnung: 817 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël. 2. Diskussion. 3. Unsere Lohnbewegung. Verbandsangelegenheiten. Die Vertrauensleute werden ersucht, in der allgemeinen Vertrauenss männer- Versammlung in Cohn's Festfälen, Beuthstr. 20, zu erscheinen. Achtung! Zimmerer. fleiderſpind 30, Muschelkleiderfpiness, Kommode Mittwoch, 12. Februar, vorm. 10 Uhr, bei Cohn, 9, Sopha 16, Bettstelle mit Sprungfedermatratze Wasservogel, Nachfolger L. Littauer, u. teiltiffen 18, Spiegel 9, Stühle 2, NußbaumElisabethstraße 24. Gebr. Bergas, Schillingstr. 12. H. Aoerkamp, Pallisadenstr. 49. Böse, Röpnickerstr. 154. Herrmann, Andreashof. 10048 Die in Gasmefferfabriken beschäftigten Kollegen werden ersucht, Mann für Mann zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, deshalb werden die Kollegen ersucht, recht zeitig und zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anflamerstraße 44. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Mittwoch, den 12. Februar 1896, abends 8%, 1hr, Berlins und Umgegend. im Restaurant Henke, Naunynstr. 27: Bezirksversammlung für den Süden. Zages Ordnung: trumeaug mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, neue, hochfeine Plüschgarnitur 105 Mart. Hochfeine Nußbaum- und Mahagoni Möbel spott billig. Auch gebe ich Einrichtungen auf Theil Beuthstraße 20-22: Oeffentliche Versammlung zahlung. Brautleute, welche thre Mobel beder streifenden und arbeitslosen Zimmerer mirtaufen, ein Hochzeitsgeschent gratis. Kein Abzahlungsgeschäft. Eigene Tapezieru. Tischlerwertstätten, vier große Möbelspeicher. Gekaufte Möbel fönnen tostenfrei auf meinen Lagerspeichern 3 Monate stehen bleiben und werden dann durch eigene Gespanne fauber transportirt und aufgestellt, auch nach außerhalb. Eleg. Damen- Mast- Kostüme verl. rung bill. Köhler, Mendelssohnstr. 10, Q. II. Arbeitsmarkt. Berlins und Umgegend. Zages Ordnung: Die Situation des Streifs. Zu dieser Versammlung find sämmtliche Arbeitgeber, welche die Fordenoch nicht bewidigt haben, brieflich eingeladen. 258/7 Die Lohnkommission der Berliner Zimmerlente. J. A.: Theodor Fischer. NB. Das Streitlokal befindet sich bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. In demselben muß sich jeder Arbeitslose täglich melden. Avis f. Redaktionen! Achtung! Zimmerer Achtung! Charlottenburgs und Umgegend. Junger Mann, Buchdrucker, sucht Mittwoch, 12. Februar, abends 8 Uhr, in Bismarckshöhe, Stellung im Partei- Organ. Suchender träte am liebsten in die Redaktion ein und wäre nicht abgeneigt, für Lokales, Provinzielles und Ge1. Vortrag des Genossen B. Pörsch über: ,, Die Beseitigung des werkschaftliches verantwortlich zu Privateigenthums". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbands- Angelegenheiten und Verschiebenes. Nichtmitglieder als Gäste willkommen. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Böhmisches Brauhaus Berlin NO. Der 4871L* Bockbier- Ausstoss hat begonnen. zeichnen. Mit Komptoirarbeiten und Korrekturlesen vertraut, wäre Berichterstatterstellung( pesiell Gericht) nicht unerwünscht. Wilmersdorferstr. 39: Oeffentl. Versammlung. Zages Ordnung: 1. Der Streit der Zimmerer Berlins und Umgegend. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. 258/6 Kameraden! Es ist Pflicht eines jeden Zimmerers, in dieser Versammlung 2636b zu erscheinen. Alle Bauarbeiter werden ersucht, die mit ihnen auf den Bauten zusammenarbeitenden Zimmerer auf diese Versammlung zu verweisen. Offerten unter A. A. B. an die Exped. d. Bl. erbeten. Westenarbeiterin, 15-20 W. Lohn, verl. Magdeburg, Adlerstr. 7 v. 2 Zr. Büstentleber vl. Schmidt, Taubenstr. 23. Farbigmacher verl., 24 Mart Lobn, Eisenbahnstr. 10, 1 Tr. 2622b Tüchtige Korbmacher auf Rohrfiguren verl. G. Schlieter, Georgenkirchstr. 64. Wäschebrauche. Geübte Stemplerin 15 M. Wochenlohn, Plätterinnen auf Umlegekrag., Chemisettes, Manschetten verlangt Wäschefabr. Freyer, Georgenfirchstr. 24. Möbelpolirer! fabrik von Der Vertrauensmann der Zimmerer Charlottenburgs. Vercin der Arbeiterinnen an Buchdruck- Schnellpressen. Mittwoch, den 12. Februar, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Bergner, Annenstraße 16: Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über: Die Stellungnahme der Berliner Buchdrucker: Junung zu dem weiblichen Hilfspersonal. Referent: Albert Massini. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste können nur durch Mitglieder eingeführt werden. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. 2629b Brochnow's Ballsäle Th. Boltz' Festsäle, an der In der Nähmaschinen- und Möbel- Sebastianstraße 39 Jakobstraße. Jeden Sonntag, Montag u. Dienstag: E. Just, Blumenstraße 30, Groker Ball. B. Günzel, Lothringerstraße 52. ozialistischer Führer, haben sämmtliche Kollegen wegen Lohn- Mittwoch, Donnerstag u. Freitag zu Versammlungen zu vergeben. Einige Sonnabende sind noch frei. 4244L* Spezialität: Porträts Der Vorstand. S., Alte Jakob Strasse 75. Amt I, 1082. 4274L* von Festlichkeiten und Versammlungen Empfehle meine Säle zur Abhaltung zu foulantesten Bedingungen. Säle zu Festlichkeiten u. Versamml unentgeltl. Alexanderstr. 27cLassalle, Mary 2c. in Cigarrenspizen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten, differenzen die Arbeit niedergelegt. Bildern u. dgl. sowie jede Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Preiskourant.)[ 147,3 Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin.