Morgenausgabe Nr. 361 AldZ 46. Jahrgang Wüch-nMch SS Pf. monatlich Z.60 M. Un voraus zahlbar. Dostbezug 4LZ M. einschließlich 60 Pfg.Poftzeitunss- und 72 Pfg. Dostbestellgebühren Auslands» abonnemem L.— M. pro Monat. De?„VorwSrts� erscheint wochentüg» Och zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Derlm und im Handel mit dem Titel.De? Abend- Illustriert» Beilagen.Volk und Leit" und.Äinderfreund". Ferne? .Unterhaltung und Wissen-..Frauen. stimme".Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Borwarts- Verttnev Vvttsblatt Sonntag 4. August 1.929 Groß-Äerlin �5 Pf. Auswärts 20 ps. Di» etnfpaittg« Nonpareillezell» 80 Pfennig. Reklameieile S.-- Reichsmark.„Scletne Anzeige»' da» lettge» druckt» Won 25 Pfennig(zulässig zwe» kettgedruckte Worte),»edes weitere W�sn 12 Pfennig. Stellengesuch» dae en't« Won 15 Pfennig, fede» weitere Wort 10 Pfennig. Wone übe? 15 Buchstaben zählen fü? zwei Wone. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeil» 40 Pfennig. 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Unverjöhnt stand die Reaktion beiseite. Von spartakistifcher Unvernunft unterstützt, wartet« sie auf die Stunde, in der sie ober- mal», wie im Jähre 48, die jung« Freiheit mit blutiger Gewalt er- sticken könnte. Ihre Stund« kam nicht. Nicht tm März ISA, als die Offiziere im Kapp-Putsch rebellierten, auch nicht in den Dezembertagen des Jahres 1923. Aber in jenen schwersten Zeiten in denen Männer wje Erz berger und Rathenau unter den chänden nationa- lipischer Mörder verbluteten und an deren Ausgong der Tod des ersten Präsidenten der deutschen Republik Friedrich Eberts, steht, fand sich alles zusammen, was entschlossen war, die deutsche Republik zu festigen, aufzubauen und vorwärtszubringen. Aus den drei republikanischen Parteien, der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, dem Zentrum und der Deutschen Demokratischen Partei traten die republikanischen Kriegsteilnehmer zirsammen zum Schutze des jungen, immer wieder bedrohten Volksstaates. Das war die Geburtsstunde des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Das Reichsbanner hat sein« große Aufgabe, die Republik zu schützen, erfüllt. Es bleibt aber auch für die Zukunft der lebendigc Schutzwall, Himer dem sich der innere Ausbau des Volksstaates voll- ziehen wird. Es hat eine unerschütterliche Front gebildet gegen alle Angriffe von links und rechts. Es hat die Verfassung vom 11. August 1919 gegen alle Umsturzversuch« gehalten und ihr Achtung und Ehre verschafft. Es hat der Derfassungstog zumDoltstag, zum Fe st tag der Republik gemacht. Diesen Festtag würdig zu feiern, fordern wir aus! Männer und Frauen. Alte und Junge: Heraus mit den schwarzrotgoldenen Fahnen! Auf zur Verfassnugsfeier lSSSk Es lebe die Republik! Kommunistische Gtörungspläne. Organisierte Muherei. Die Kommunisten haben soeben erst, am 1. August, mit der allergrößten Selbstoerständlichleit. von der polizeilich ge- schützten Demonstriersreiheit Gebrauch gemacht, die unter normalen Verhältnissen jeder Partei in der Republik zusteht. Sse haben Ihre Demonstrationszüge durch die Stadt, nach dem Lust- garten geführt, und die Polizei HM darüber gewacht, daß sie dabei nicht gestört wurden. Nun will bekanntlich am 11. August das Reichsbanner und mit ihm die republikanische Mehrheit der Berliner Bevölkerung den Ilh Verfassungstag festlich begehen. Was tut die KPD.? Respek- tie'rt sie die Demonstriersreiheit, die sie für sich selber in Anspruch nimmt, auch bei anderen? Sie denkt nicht im entferntesten daran, sondern sie HM im Gegenteil ihren Funktionären ein Rundschreiben zugestellt, das zur planmäßigen Störung der verfasiungsfeiern am 10. und 11. August ausführliche Anweisungen gibt. So sollen z. B. die vom Reichs- banner geklebten Plakate überklebt werden mit der Aufforderung, diesen„Sozialfaschisten"„kein Glas Wasier. kein Stück Brot, kein Quartier" zu gewähren. Das Rundschreiben der„Org.-Abteilung" gibt dann mit deutlicher Absicht«in Verzeichnis der Feste, die die Sozialdemokratie am 10. und 11. August veranstalten will. Zum Schluß heißt es: 13. Am 11. August wird an sömklichea Aufmarsch. plähendesReichsbannersvon allen Derwollungsbezirken da» stärkste Gewicht auf die Gegenkuudgebungea ,u legen fein. 14. wettere Anweisungen erfolgen nur in persönlicher Rü ck s p r a ch e mit den Genossen der Orgableilungen. Die Pol.. bezw. Sekretäre der VV. haben die Verpflichtung, sich in den nächsten Tagen, sofort nach Erhalt dieses Rundschreiben», in der Orgabteilung zu melden. Besondere Wichtigkeit wird von den Strategen der Weltrevo- lution dem B ü l o w p l a tz beigemessen, der dem Reichsbanner als Ausmarschplatz dienen soll. Es wird geplant, diesen Platz noch vor der Ankunft des Reichsbanners mit eigenen Leuten zu besetzen. Sollte es zu„Gewaltaktionen" des Reichsbanners oder der Polizei kommen, so will man zum Montag-- den Generalstreik proklamieren! Die Kommmristen, die für sich selber das Recht beanspruchen, ungestört zu demonstrieren, bereiten also eine planmäßige Störung der Verfassungsseier in allergrößtem Ausmaß und mit allen Mitteln vor. Bleiben sie bei ihrem Vorhaben, somußeszuZusammen- stoßen kommen, dann erstens hat die Polizei die Pflicht, erlaubte Demonstrationen vor Störungen zu schützen, zweitens aber werden sich die Demonstranten selbst ganz gehörig zur Wehr setzen. Wer sich in die Kundgebungen politischer Gegner einmischt, um sie planmäßig z» stören, w i I I damit Prügeleien hervorrufen und hat nicht das mindest« Recht, sich über die Prügel, die er dabei selber bekommt, zu beklagen. Das mögen sich die Kommunisten zum 11. August gesagt sein lassen. Einstweilen haben in Deutschland nicht nur die Kommunisten das Recht, ungestört zu demon- strieren, die Sozialdemokraten und die übrigen Republikaner haben es auch. Sie werden sich von kommunistischen Knüppelgarden dieses Recht nicht nehmen lassen! Anklage wegen Landfriedensbruchs. Der Äauernkrawatt in Reumünster. Reumllnster. 3. August. Zu dem bluklgen Zusammenstoß, der vorgestern zwischen Polizel und Landvolk staltsand, wird weiter berichtet, daß sämtliche ver- hafkclen bis auf einen, der bei dem Kampf um die Zahne sesige- nommeu wurde, wieder auf freien Fuß geschl wurden. Ein Vertreter der Kieler S t a a t s a n w o l i f ch a f t hat in- zwischen die U n t e r s u ch u.n g der Vorgänge eingelettel. Man rechnet damit, daß gegen einige der zur Anzeige gebrachten Leule Anklage wegen Landfriedeusbruch erhoben werden wird. Anglo-ägyptische Einigung. England verlegt die Garnison an den Suezkanal. e o n d o o. 3. Angust.(Eigenbericht.) Der ägyptische Minlstcrprösidenl Mahmud Pascha, der am Moniag nach Kairo zurückkehrt, hat am Sonnabend eine ab- schließendeUnlerredungmIl Außenminister henderson. Nach einem offiziellen Kommunique ieilie henderson dem ägyptischen Ministerpräsidenten mit, daß ein au» MIlgliedero des Kabinett» be- stehendes Komitee„die Vorschläge für eine dauernde und ehrenvolle Beilegung der englisch-ägyptischen Frage" geprüft habe. Zu Ergänzung de» Kommuniques wird vom Außeuaml mitge- teilt, daß die Meldung, wovach der Entwurf eiue» Vertrages be- reit» p a r a s t e r t wordea sei, u i ch i dea Tatsachen entspricht, hin- gegen dürfe man mit guten Gründen annehmen, daß die von henderson und Mahmud Pascha entworfenen Vorschläge die Grundlage eine» Vertrages zwischen England und Aegypten bilden werden, wie der„Evening Standard" erfährt, enthalten die Vorschläge u. a. auch eine weniger sachlich al» psychologisch wichtige Konzesflon von selleu Großbritannien». England Hai sich nach dieser Zosormalion bereit erklärt, seine Garnisonen au» den Sladt. bezirken vo» Kairo und Alexandria zurückzuziehen und dafür in anderen Orken innerhalb und außerhalb der Suez-Kaual-Zone unterzubringen. Polen fagi: Ltnbegründei. Die litauischen Beschwerden vor dem Völkerbund. Gens, Z. August. Beim Generalsekretär des Völkerbundes ist die Antwort der polnischen Regierung aus die gegen Polen gerichtete Beschwerde. note Litauen» eingetroffen. Litauen hatte in dieser Rote um die Entsendung einer Untersuchungskommission an die litau- isch-polnijche Grenz« zur Prüfung der Verhältnisse gebeten. Polen hat in seiner Antwortnote, mit der sich bereits der Rat- Präsident Gras Adatschi beschäftigt Hot, die litauische Beschwerde als un b e» gründet zurückgelvies««. Oer nationale Brei. Die Haager Konferenz und der Zusammenbruch des Nationalismus. Wir haben in diesen Tagen oft gehört, daß der Pazisis- mus aufgehört habe, eine allgemeine Volksstimmung zu sein. Der ostchinesische Konflikt hat Hoffnungen bei den Nationa- listen aus allen Lagern erweckt, sie haben sich dem Glauben hingegeben, daß die seelische Bereitschaft der Völker für neuen Kriegswahnsinn wiederkehre. Ueber diesen Hoffnungen haben sie fest beide Augen vor der kommenden Konferenz zur Liqui- dierung der aus dem Weltkrieg entstandenen Fragen oer- schloffen. Di« Konferenz im Haag ist sichtbarster Ausdruck dafür, daß die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Ver- ständigung der Völker und der Organisierung des europäischen Friedens nicht nur die Völker durchdrungen hat, sondern auch die Regierungen. Die Politik des Optimismus, daß die Stimme der �Vernunft sich durchsetzen werde, hat auch die Sieger des Weltkrieges in ihren Bann gezogen. Die etappenweisen Erfolge der Politik der Verständi- gung werden im Haag einen gewissen Abschluß erfahren. Diese Konferenz kann nicht enden ohne die Räumung des Rheinlandes! Es gibt keine Regierung der an der Kon- ferenz beteiligten Länder, die die Verantwortung für die Zer- störung dessen übernehmen könnte, was in zehnjähriger Ar- bell seit dem Ende des Krieges geschaffen worden ist. Die Konsequenz der Verständigungspolitik reißt auch die Wider- strebenden mit sich fort. Diese Konferenz wird einen geschichtlichen Einschnitt be» deuten. Nach der Räumung de» Rheinlandes und der wirk- lichen Befriedung weicht die Ueberschattung aller innerpoliti- scheu Probleme durch den außenpolitischen Zwang— die unnatürliche Vorherrschaft der Außenpolitik von der Innen- Politik wird auf gehoben werdeck. Die Festsetzung der deut- schen Reparationszahlungen wird den Ausgangspunkt geben für die finanzielle und soziale Neuordnung in Deutschland. Das Ergebnis dieser Konferenz wird daher einenGewinn an Freiheit bedeuten— nicht nur von äußerem Zwang, sondern auch Gewinn von politischer Handlungsfreiheit im Innern. Ein solcher Abschluß bedeutet, daß die sogenannte„natio- nale Opposition", die Sammlung der verschiedenartigsten politischen Elemente zu reaktionären Zwecken mit Hilfe der nationalen Phrase die letzte Chance verliert. Es ist erklärlich, daß wir an diesem Zeitpunkt noch einmal eine Welle der nationalistischen Propaganda erleben, ein letztes Aufbäumen vor dem Ende. Die Hugenbergsche nationale Einheitsfront ist der Ver- such, die nationale Opposition fünf Minuten vor zwölf noch einmal zu beleben. Sie wird gesammelt um das Banner des Völksbegehrens gegen den Voung-Plan. Diese Aktion soll er- folgen in einem noch entfernten Zeitpunkt, nach der Konfe- renz im Haag und nach der Billigung ihrer Ergebnisse durch den deutschen Reichstag. Eine seltsame Aktion, die erst die wichtigsten politischen Entscheidungen von geschichtlicher Trag- weite vorübergehen läßt, um dann gegen den Gang der Ge- schichte zu protestieren! Der Führer dieser seltsamen Aktion ist in den Vorder- grund der politischen Bühne getreten mit dem Kampfruf: Block, nicht Breil Seine Freunde haben diesen Kampf- ruf als ein Bekenntnis zu einer straff geführten aktivistischen nationalistischen Politik aufgefaßt, sie hofften auf eine Durch- kreuzung der mit innerer Logik vorwärtsschreitenden Politik der Verständigung. Den Block haben sie nun, aber was für«inen Block? Einen Block, in dem jeder den anderen mit Mißtrauen be- obachtet, in den Hugenberg genau so mit parteipolitischen Hintergedanken hineingegangen ist wie Hitler. Jeder der Teilnehmer hofft auf nichts anderes als auf die Stärkung der eigenen Organisation. Hitler versichert, daß Hugenberg und der Stahlhelm nicht mehr Anspruch darauf erheben könnten, als Träger des nationalen Gedankens zu gelten. Der Stahl- Helm behauptet, Hitler habe sich auf die innerpolitischen Ziele des Stahlhelms gebunden, Hitler wieder bestreitet dies auf das entschiedenste. Aus den Reihen der Deutschnationalen, die schließlich den wichtigsten Bestandteil dieses„Blocks" bilden, mehren sich die Stimmen, die gegen diesen Block und seine Absichten auf das kräftigste protestieren. Während Hugenberg jeden einen Verräter an der nationalen Sache nennen läßt, der sich nicht zu seiner famosen Volksbegehrens- aktion bekennt, werfen ihm andere Deutschnationale Ver- antwortungslosigkeit und Gefährdung nationaler Interesse» vor. Dieser famose Block der nationalen Opposition entpuppt sich als ein zusammenhangloser Brei, der nur dazu hergestellt scheint, um zu verdecken, daß die Deutschnationale Volkspartei unter Hugenbergs Führung kein Block ist. Wo ist die gemein- schastliche politische Willensrichtung derer, die in diesem Brei durchetnanderquirlen? Sie haben nur einen gemeinschaft- l-chen Willen: protestierend und koanend Hinte? dem Wagen der Weltgeschichte herzulaufen. Und die nationalistische Aktion zur Durchkreuzung der Politik der Verständigung? Sie besteht darin, daß die"Leute npn der sogenannten..nationalen Einheitsfront" fünf Minu- ten nach zwölf den Chor der Mißvergnügteil anstimmen werden. «- Diese Blockbildung steht im Zeichen der notwendigen endgültigen Niederlage der nationalistischen Gegner der Wer- stärwigungspolitik. Welch ein grotesker Gedanke, nach der Haager Konferenz gegendieLefreiungdesRhein- tandes und für die Verla ilgerung des Dawes» Plans eine Volksbewegung entfesseln zu wollen! Man muß schon von der Geschichte zum politischen Tode verurteilt worden sein, um auf diese Idee zu kommen! Der Gedanke ist naheliegend, daß diese Einheitsfront in Wahrheit auf eine gemeinsame Aktion für innerpolitische Zwecke abzielt, daß das Hugenberg-Volksbegehren nur der Vorwand für die Sammlung einer reaktionären antirepubli konischen Front ist. So verstehen es die Putschisten und Re volutionsspieler, die im Stahlhelm und bei den National sozialisten immer noch auf das Wunder des Sturzes der Republik und der Verfasiung von Weimar warten, und dem Wunder mit Kraftworten und sinnlosen Bombenattentaten nachhelfen wollen— weil sie meinen, daß zur nationalen Opposition notwendig ein wenig Putsch und ein wenig Atten tat gehöre. Ueber solchen Spuk hinaus ist jedoch diese„nationale Einheitsfront" politisch völlig aktionsunfähig. Die großen innerpolitischen Auseinandersetzungen nach der Bereinigung der außenpolitischen Fragen werden um die Lastenverteilung gehen, um die Gestaltung des Verhältnisses der Klaffen zu einander. Bei diesen Kämpfen werden die sozialen Spann nungen innerhalb der bürgerlichen Parteien, vor allem mner halb der Deutschnationalen Volkspartei mit voller Schärfe wirksam werden. Hugenberg versucht, diese Spannungen durch die nationale Phrase zu verdecken— aber während er sammelt, vollzieht sich in seiner Peitei bereits eine partei- mäßige Neubildung, die deutlich erkennen läßt, daß die nächste politische Zukunft nicht von der nationalen Phrase, sondern von sozialen Auseinandersetzungen beherrscht werden wird. .Heute tritt in Bielefeld die C h r i st l i ch» s o z i a l e Reichs- Vereinigung zu ihrer ersten Reichstagung zufam- men, auf der die deutschnationalen Abgeordneten Lambach und Mumm referieren werden. Gegen diese Strömungen, die Ausdruck des Klaffen- kampfes innerhalb der bürgerlichen Parteien sind, ist der Hugenbergsche nationale Einheitsbrei kein Gegengift. Hier die Regsamkeit der proletarischen Elemente auf der Rechten— dort das famos« Volksbegehren mit abgetakelten Offizieren und Beamten, den Mißvergnügten aus dem allen Regime im Bunde mit Großindustriellen und Großagrariern aus altem Adel: das ist kein geschlossener Block, der für die Per- tretung sozialreaktionär-großkapitalistischer Interessen in die Wagschale geworfen werden könnte! Hugenberg wird bei den kommenden Auseinander- setzungen seine Rolle spielen: sozial an der Celle der Groß- kapitalisten, polllisch an der Seite der nationalsozialistischen Putschisten und ähnlicher Staatsfeinde— aber mit der be- quemen nationalistischen Phrase ist es aus. ! der Fabrikanten. Herr Mücke enihüttt die Hiiler-pariei. .Die sogenannte nationale Einheitsfront ist der Ileberrest allS den schweren Kämpfen, die in der Vergangenhell um die Verftändigungspolllik geführt werden mußten, eine letzte Manifestation der Kräfte des untergegangenen Regimes und seiner Anhänger. Sie ist kein Gegner mehr, der polllisch ernst bewertet werden müßte und gefährlich wäre. Ihr Ge- schrei wird nichts daran ändern, daß die Verständigungs- Politik einem weithin sichtbaren Ergebnis zugeführt wird. Sie ist keine politische Kampfsormation für die Zukunft— sonder» nur das Geschrei blutigen politischen Dilettantismus, das den ernsten politischen Kämpfen vorhergeht, und den Zusammen bruch des Nationalismus kennzeichnet. Dürnberg, 3. August.(Eigenbericht.) Die„Fränkische Tagespost", das sozialdsmokra, tische Organ für Nürnberg, veröffentlicht«nen Brief, den sie von dem früheren Hokenkreuzsührer H. o. Mücke am Vorabend des nationalsozialistischen Partellages erhalten hat. Herr Mücke schildert zunächst, daß er im Jahre 1923, als er von Amerika zurückkam, der Hitler-Partei 500 Dollar gespendet habe. Vom Hitler-Putsch in München habe er, „wie die meisten anderen", erst aus den Zeitungen erfahren. Er habe in S a ch j e n von Anfang an im Einvernehmen mit der Reichsparteileitung der NDAP. gehandell, habe aber „M achenfchaften einer bestimmten Kama- r i l l a" gegen sich gehabt. Der bekannte Brief an die Linksfraltionen in Sachsen sei im Einverneh- men mit Hitler geschrieben worden, der ihn in seiner Dresdner Wohnung aufgesucht habe. Der Brief fährt dann fort: „Die Gründe meines Austritts waren unter anderem folgende: 1. Herr Hitler ist im Laufe der letzten Jahre mehrmal» nicht imstande gewesen, mir gegeben« bindende Versprechen gegen den Willen des sächsischen Gauleiters, des Spitzenfabrt kannten Herrn Mutschmann in Plauen, durchzudrücken Ich verspreche mir nichts von der Zukunft einer Partei, deren Führer sich nicht einmal innerhalb der Partei durchsetzen kann, wobei es ein offenes Geheimnis ist, daß der Einfloß de» Herrn Mutschmann darauf beruht, daß er als reicher Fabrikaul Herrn Hill er sich finanziell verpsllchtei hat. 2. Insbesondere war mein Austritt bedingt durch die kürzlich erfolgte Aufnahme des jetzigen Vorsitzenden der Landtogsfrak- tion der NSDAP, im Sächsischen Landtag, des K a p i t ä n l e u t- nants a. D. Manfred v. Killinger. Dieser war seinerzeit Mitglied der Brigade Ehrhardt. Gleichzeitig war er Mitglied eines Geheimbundes, der sich„Äampfverband Sachsen" nannte und dessen Führer ein Major a. D. S ch ä f f e r. Dresden. Weißer Hirsch, Bautzener Straße 84, war. Letzterer ist gleichzeitig Mitglied des Deutschen Offizierbundes der Ortsgruppe Dresden. Sein Name ist bekannt in Verbindung mit den Prozessen, welche sich anknüpften an die Unterschlagungen, welche vorgekommen waren beim sächsischen volksnolopfer. Der Major a. D. Schäsfer hat damals lange Zeit wegen dringenden Verdachtes des Meineides in Untersuchungshaft gesessen. Gemeinschaftlich mit diesem Major a. D. Schäsfer erhob der jetzig« sächsische Führer der Landtagsfraktion der NSDAP., Herr Manfred o. Killinger, plötzlich gegen mich den Bor- wurf der Unterschlagung, und zwar genau in dem Augen- blick, als ich von meiner Partei als Kandidat für den Reichstag bei der Neuwahl 1924 aufgestellt wurde. Ich habe Herrn v. Killinger später gezwungen, mir eine Erklärung auszustellen in der er zugibt, seine Lügen und Verleumdungen über mich wider bessere» wissen erhoben zu haben. Als seinerzeit die Brigade Ehrhardt in'Sachsfen auf- gelöst wurde, richtete der Kopitänleuknant a. D. v. Killt nger, der damals als Führer der Ehrhardt-Brigad« in Sachsen die NSDAP, mit allen Mitteln bekämpfte, einen Brief an den sächsischen Innenmini st er, den« anch mir pts Kenntnis zustellte, mit der Bitte um parlamentarische Unterstützung. 2n diesem Briefe bezeichnet der SapilSulenkuaul a. v. v. tUl- linger die Ehrhardl-Brigade als«ne Stütze der Republik und bctkelke mik dieser Behauptung die Regierung an. die Ehrhardt- Brigade nicht auszulösen. Angewidert van diesem Gebaren übersandte ich Herrn Hitler eine Abschrift des Schriftwechsels mit ein« persönlichen Stellungnahme. die Handlungsweise des Kapllänleutnants a. D. v. Killinger betreffend, welche ich hier nicht wiederholen kann. Herr Hitler antwortete mir. daß er meine Slellungnahme. die Handlungsweise des Sapitänleutnanks a. v. v. Killinger betreffend, völlig teile. Noch Auflosung der Ehrhardt-Brigada versuchte der Kapitän- leutnant a. D. o. Killinger bei allen möglichen Verbänden unterzukommen, insbesondere auch beim Stahlhelm in Sachsen. Da ihm dies bei keinem der Verbände glückte, wandte er sich an die NSDAP. Trotzdem Herrn Hiller die üblen Handlungen des Kapitänleut- nants a. D. v. Killinger bekannt waren, und trotzdem er sechst, d'.e persönliche Eignung und die Charaktereigenschaften des Herrn be» treffend, bisher ein vernichtendes Urllei I gefällt halle, nahm er jetzt nicht nur Herrn v. Killinger in die Parte! auf, sondern machte ihn auch zum Vertreter der Wellonschauung der NSDAP, im sächsischen Parlament. Er kapitulierte damit nochmals vor dem Druck der Gruppe Mutschmann. Mein persönliches Reinlichkeitsgefühl verbietet es mir, in einer Partei zu bleiben, welche Menschen aufnimmt, die solche Handlungsweisen begangen haben, wie der jetzize Vorsitzend« der sächsischen Landtagsfraktion der NSDAP., Herr v. Killinger. Da im übrigen gelegentlich der Maßnahmen bei Bildung der sächsischen Regierung Herr Hitler sich wiederum nicht an die ge- troffenen Vereinbarungen hielt, nirgends zu erreichen war, es ruhig zuließ, daß eine vor irgendeiner Stelle der Reichsparteileitung aus verbreitete wissentlich unwahre Darstellung in der Presse gegeben wurde, außerdem die sächsische Landtagsfraktton es.unterließ, eine von mir geforderte Klarstellung im Parlament abzugeben, wobei ich davon absche, festzustellen, ob Herr Hitler einen entsprechenden Befehl gegeben hat oder nicht, ergab sich für mich das Bild einer vollkommenen inneren Führerlofigkelt und Zersetzung der 7lSDAP„ die sich durch ihr Verhallen zu einem willenlosen Anhänge sel der bürgerlich-kapitalistischen Richtung gemacht hat. Das Gesamtbild oeronlaßte mich, meinen Austritt zu erklär« mit einem Schreiben des InHalls, daß Ich mir für die Partei zu gut vorkäme. Mit vorzüglich« Hochachtung! Hellmut». Mücke. Wenn der ehemalige Führer v. Mücke jede Hoffnung fahren läßt, daß in der Hakenkreuzpartei Männer vorhanden sind, die zu Führern des deutschen Volkes geeignet sind, wenn fein Reinlich keit sgefü hl ihm verbietet, in einer Partei zu bleiben, die die Zersetzung im Leibe hat und in der reiche Fabrikanten den Tt>n angeben, so wollen wir uns in diese Diskussion nicht einmischen. Der Brief spricht für sich selbst. Volksbegehren für den Dawes-plan. Oer„TWchsauSfchuß* lobt ihn über den grünen Klee. Wer den Poung-Plan ablehnt, nimmt den Dawes-Plan an. Denn wenn der Boung-Plan nicht zustande kommt, läuft der Dawes-Plan automatisch weiter. Das von Hugenberg in Gang gesetzte Volksbegehren gegen den Joung-Plan ist also praktisch ein Volksbegehren nach Weiterbestehen des Dawes-Plans. Dieser unentrinnbaren Logik scheint sich auch der Hugenbergsche„Reichsausschuß" bewußt zu sein, denn sein neuester Aufruf gibt sich die größte Mühe, den Dawes-Plan herauszustreichen. Da heißt es: Während sich der Dawes-Plan im Falle seiner Undurch- führbarkeit selbsttätig totläuft, ist eine Möglichtell der Neuregelung der unwiderruflichen und unabänderlichen Bestimmungen des Pariser Plans ausgeschlossen. Er sieht nur unzureichende kurzfristige Ueber- weisungs- und Zahlungsausschübe vor. Bei ernsten Zahlung�. stockungen droht somit erneut die Gefahr politischer Gewaltmaß- nahmen. Wirksam« Bestimmungen zum Schutze der deutschen Währung, wie ste der Dawes-Plan enthält, fehlen im Pariser Plan. Die Verantwortung aus diesem Gebiet liegt allein bei Deutsch. land und wird obendrein durch die Verpflichtung erschwert, alle Be- träge nicht wie jetzt in Reichsmark, sondern in ausländischer Währung zu zahlen. Unter wiederhollem Bruch des vom Präsidenten Wilson vermittelten Vorfriedensvertrages vom S. November 1918 verlangen die Gegner heute, daß Deutschland auch die Schulden der Verbands- mächt« an die Vereinigten Staaten von Amerika übernimmt. Eine schwere Belastung der deutschen Politik für die Zukunft wäre die unvermeidbare Folge der Anerkennung einer solchen Verpflichtung. Di« Preisgabe desimDawes-Gutachten aufgestellten Grund- sotzes, daß wir nur aus Ausfuhrüberschüssen zahlen können und zu zahlen brauchen, muß, wie das Gutachten wörtlich sagt,„zur Unbe- ständigkeit der deutschen Währung und zu Kaiastraphen führen". Wäre diese Darstellung richtig, könnten wir wirklich unter dem Dawes-Plan glücklich werden. Daß er uns jährlich mehrere hundert Millionen bis an eins Milliarde Mark mehr kostet als der Noung-Plan. braucht uns wester nicht zu ge- nieren.„Tretet«in in unsere Reihen! Helft zum Gelingen des großen nationalen Werkes, ein jeder nach seinem Können!" heißt es zum Schluß pathetisäi. Es fehlt der Schlußsatz:„Sorgt dafür, daß wir weiter 2': Milliarden. plus Besserungsschein bezahlen dürfen! Es lebe der D awes-Plan l Wie Geeckt sich den nächsten Krieg denkt. Schneller Angriff— dos VerufSheer. London. Z. August. Anläßlich de, morgigen IS. Jahrestages des Kriegsausbruchs erscheint im„Evening Standard" ein Artikel des früheren deut- schen Chefs der Heeresleitung. General von Seeckt, über das Thema„Der KriegderZukunftk". General von Seeckt, der in den einleitenden Worten der Zeitung als glänzendster Soldat der jetzigen Zeit und Schöpfer der modernen deutschen Armee bezeichnet wird, kommt in seinen Ausführungen noch einer Betrachtung des Wellkrieges zu dem Schluß, daß in einem künftigen Krieg der erste Schlag so schnell und kräftig als möglich geführt werden müsse, wenn es gelte, den Sieg zu erringen. Zu diesem Zweck sei ein äußerst bewegliches, durchtrainiertes, durchorganierles, gut ge- führte?»nd gut bewaffnetes Heer erforderlich. Die wachsende Macht des vernichtenden Kriegsmaterials, die in einem kommenden Kriege eine entscheidende Rolle spielen werde, könne nur .durch ein innerlich gestärktes Personal ausgegluhen werden, das durch seine Willenskraft und feinen Charakter sowie durch sein« Kenntnisse und technische Geschicklichkeit dieses Material zu bs- herrschen verstehe. Die Erfordernisse und Bedingungen, die ein mo- derner Krieg an die Soldaten stellte, könnten nur durch«in B e- ruf»Heer erfüllt werden, dessen Größe ab« beschränkt sein müsse. Die Bremer HakenkreuzlerüberfäNe. Vier Stroßenpassantea niedergeschlagen. Aus Bremen wird uns geschrieben: Wie erst setzt bekannt wird, ist es am 17. Juli d. I. zu neuen Ausschreitungen der Bremer Nationalsozialisten gekommen, die in einem Rudel von etwa 39 Mamt 4 harmlose Straßeirpossanten, meist junge Leute im Wer von 17 Jahren, hinterrücks über- fielen, mit Gummiknüppeln und anderen gefährlichen harten Gegenständen blutig schlugen und ihnen die Kleider zer- rissen. Der gemein« Ueberfall, der d« Staatsanwaltschaft bereits beschädigt, hat sich folgendermaßen abgespielt: Am l7. Juli zwischen 9 und 19 Uhr abends Im der siebzehnjährige Sohn eines Bremer Beamten mit mehreren Freunden ahnungslos eine Straße in Bremen entlang, als«ine Gruppe von etwa 39 Nationalsozialisten, die Hakenkreuzabzeichen trugen, an den jungen Männern vorbeimarschierten, ohne von ihnen beachtet, ge- schweige denn irgendwie belästigt zu werden. In der Nähe einer Gastwirtschaft wurden nun dies« jungen Menschen von der sich wie wild gebärdenden Rott« Netisnolsoziolisten feige von hinten über- sallrn. Das Kommando dieser sauberen Horo« halle ein Herr Ger- hard Stechert, seines Zeichens„Schriftleiter" d« soeben in Bremen neu«schienen» natioaalsoziaflstjsche»„S es»«< Warte". Stechert ist gleichzeitig Dorsitzender der NSAP- Ort»- gruppe Bremen. Dies« treudeutsche Mann hat sein« Kolonne da» Angriffszeichen gegeben und sich«in«„kriegsgemäßm" Haltung beflissen, indem er durch einen Pfiff das Signal zum„Angreifen" gab! Auf der Polizeiwache rutschte dem noblen Herrn bei der Fest- stellung der Personali» und der Protokollaufnahme da« Herz vor laut« Feigheit in die Hosen. Er wollte sich urplötzlich sen« eben vorhergegangenen blutigen Dorsälle nicht mehr erinnern! Dieser hinterlistige Ueberfall ist nicht der erste! Wünschenswert ist, daß bei der zu erwartenden Eröffnung des Hauptoerfahrens vor dem Bremer Schöff«ng«icht das Gericht sich von dem Bluff der sprichwörtlich gewordenen„Gedächtnis- schwäche" der Bremer Nationalsozialisten, die immer groteskere Formen annimmt, nickst beeinflussen läßt! Mirbach suspendiert. Ein Sturz im Verein für Hindernisrennen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Verein für Hindernisrennen seinen Sekretär, Fr ei Herrn von Mirbach, der vor einigen Tagen eine abfällige Aeußerung über einen preußi- schen Staatsminister machte, vom Dienste suspendiert. Ueber seine Entlassung wird der Ausschuß des Vereins entscheiden. Im übrigen Ist wegen der beleidigenden Aeußerung bereit»«in Straf« oerfähren bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts l a n» hängig. Freiherr von Mirbach halle sich geweigert, sine Wzeige über das Ruhl ebener Rennen am 11. August in den offiziellen Rennkalender aufzunehmen, wenn nicht der Name des größten Rennens, des mit 69 999 Mark dotierten Preises der Republik fortgelassen oder geändert würde. Als man ihm daraufhin erklärte, daß der preußische Minister für die Landwirtschaft sich für dieses zum ersten- mal gelaufene größte deutsche Rennen besonders interessiere und einen Ehrenpre i« gestiftet habe, erklärte Freiherr von Mirbach. daß er auf den Londwirtschaftsminister,.. pfeif«. Da der Verein für Hindernisrennen auf Staatsunterstützung an- geipiesen ist, hat er wohl oder übel seinen republikscheuen Sekretär fallen lassen müssen. Briand empfängt deutsche Schill«. D!« von der„Deut- schen Liga für Menschenrechte" ausgetauschten Schule- rinn» und Schüler versammeln sich in diesen Tagen uz Poris, um chre Heimreise anzutreten. Vorher wttden sie als Pioniers der Verständigung nicht nur von der Stadt Paris und dem Gomitä ck'eekanses icterscolsires Franco-AJlf.mancks, durch Dejeuners, durck» Führungen mamligfacher 2Iit gefeiert werden, sondern auch der französische Acinisterpräsident läßt es sich nicht nehmen, d-ess Sendboten der Deutschen Liga für Menschenrechte zu einem Tee zu empfangen. Vor der Haager Konferenz. 50 Kabel in alle Welt.— Oer Haag rüstet zum Konserenzempfang. Haag. A. August. Die vorbereitenden Arbeiten zu der am Dienstag beginnenden Konferenz sind hier«och im vollen Gange und dürften erst kurz vor Eröffnung der Konferenz zum Abschluß gelangen, da die Holl ländische Regierung erst in letzter Stund« auf eigene Anfrage hin die Mitteilung erhiell, daß die Konferenz totsächlich im chaag stattfinden würde. Für die technische Durchführung der Konferenz haben die hiesigen Behörden großzügige Maßnahmen ergriffen. Die Sitzungen der Konferenz, sowohl der Bostversamm- lung als auch der verschiedenen Ausschüsse, werden in dem histo- rischen Linnenhof in dicht nebeneinanderliegenden Gebäuden stattfinden. Die Dollversammlung tagt in dem S« n a t s s a a l. während die Ausschüsse in der gegenüberliegenden Abgeord- netenlammer abgehalten werden. Am Dienstag wird der holländische Außenminister in dem berühmten Rittersaal, in dem im Mittelalter die Staaten von Holland zusalnmenzutreten pflegten, ein großes Bankett für sämtliche Abordnungen geben. Di« technischen Vorkehrungen für die Press« sind gleichfalls in ausgezeichneter Weise geregelt. Eine große Anzahl von Beamten ist Tag und Nacht beschäftigt, Kabel für 50 Presseverbindungen. die zahllosen Telegraphenkabel, und die sonstigen technischen Bor- richwngen für die Presse einzurichten. Der Presse sind sowohl Arbeits-, als auch Aufcnthallsräume in dem ältesten, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Teil des Binnenhofs, in historischen Räumen zur Verfügung gestellt worden. Dagegen fällt hier allgemein auf, daß bisher ein Sekretariat der Konferenz noch immer nicht gebildet und ebensowenig ein I Generalsekretär der Konferenz vorhanden sst, so daß man ' hier über den äußeren Verlauf der Konserenz. die Zahl und die Namen der Abordnungen und Abgesandten und die Art der Arbeit der Konferenz völlig im Dunkeln ist. Man rechnet jedoch damit, daß die Konferenz ähnlich wie in Versailles und Locarno ausschließ- lich in geheimen Sitzungen tagen und lediglich zum Schluß eine öffentlich« Sitzung abhalten wird. Polemik gegen Arbeiterregierung. Paris. 3. August. sEigenbencht.) In einem Artikel wendet sich der Abg. Grumbach am Sonn» abend gegen die wiederHollen Vorstöße der englischen Regierung, die auf ein« Abänderung des im Doung-Plan vor« gesehenen Verteilungsschlüssels der deutschen Reparatio- neu abzielten. Grumbach beruft sich auf die Beschlüsse der Arbeiter» Internationale, die auch die Unterschrift der heute in England re- gierenden Arbeiterpartei tragen, und die eindeutigen Bestimmungen, daß die Priorität auf die einlaufend«!' Reparationszahlungen für alle Zeiten dem französischen Wiederaufbauwerk gebühr«. Da es unmöglich fei, von Deutschland mehr zu fordern als es ohne- hin schon zahle und da eine Herabsetzung des französischen Anteils eine untragbare Ungerechtigkeit bedeuten würde, so sei der einzige Erfolg, den die Kampagne des Schatzministers Snowden verheiße. ein« Gefährdung des Erfolges der Haager Konferenz. Es sei jedoch zu hoffen, daß sich die englische Arbeiterregierung doch nicht soweit hinreißen lassen werde, der Haager Liquidation des Krieges den Weg zu oerbauen. Zurückweisung einer Verleumdung. Wird es diesmal helfen? Der Reichstagsabgeordnete Keil bittet uns mn B« r« b r« i t u n g folgender Erklärung: „In meinem Ferienaufenthalt habe ich verspätet Kenntnis be» kommen von einem Presfeangriff auf mich, der die Frag« der Ministerpensipnen betrifft. Dieser Angriff beruht auf De- bauptungen. die zum großen Teil zeitlich und fachlich falsch sind. Zur Richtigstellung beschränke ich mich auf folgende Erklärung: 1. Als ich im Mai 1923 das Zimt des würllemberglschen Arbeits» Ministers niederlegte, stand mir nach dem Beamtenrecht ein Rechts» a n s p r u ch auf den Mindestbetrag der Ministerpension zu. 2. Ich verzichtete damals unter Wahrstng meines Rechts- anspruchz auf den Bezug der Pension. 3. Bei Beratung des württembergischen Ministergesetzes 1S27 vertrat ich als Wortführer der sozialdemokratischen Fraktion den Standpunkt, daß den Ministern unter sechs Iahren Amtsführung grundsätzlich keine Pension zu gewähren sei. 4. Die bürgerlich« Mehrheit lehnt« die Auffassung ab und beschloß eine Regelung, die ein« Begünstigung der Minister, die aus der Beamtenschaft hervorgehen, bedeutet. 5. Der Rückwirkungsvorschrift diese» Ministergesetzes, d!« praktisch aus die Aushebung des Pensionsanspruchs der früheren sozialdemokratischen Minister hinauslief, hat kein So» zialdemokrot widersprochen. 6. Die württembergische Regierung hat selbst«ine Entscheidung des Reichsgerichts darüber herbeigeführt, ob diese Rück- Wirkungsvorschrift mit der Reichsverfassung verein- bar sei. 7. Das Reichsgericht hat ISA entschieden, daß die Aufhebung der Penfionsansprüche der Reichsverfassung wider» spreche. 8. Darauf Hab« ich den mir zustehenden Rechtsanspruch gel» tend gemacht, um mildtätige und gemeinnützige Zwecke in höherem Grade als seither fördern zu können. 9. Die württembergische Regierung hat meinem Antrag sofort entsprochen und die Pension dient seitdem den genannten Zwecken. 10. Mir ist kein bürgerlicher Minister bekannt, der fünf Jahre long auf die ihm gesetzlich zustehende Pension ver- zichtet Halle, wohl aber ist mir«ine ganze Anzahl bekannt, die noch einer Amtszeit, die kürzer war als die meine, ihre Pension bezogen und für ihre Person verwendet haben. Der Urheber jenes Angriffs und die Zeitungen, die ihn sich zu eigen gemacht haben, scheinen ein« Regelung der Pensionssrage zu erstreben, bei der die bürgerlichen Minister Pensionen zu b e- ziehen, die sozialdemokratischen dagegen auf ihren Rechtsanspruch zu verzichten haben. Ich bekenne, daß ich ein« solche Regelung nie erstrebt habe.* • Der häßlich« Angriff, der einen Widerspruch zwischen der Haltung der Sozialdemokratie zur Frage der Pensionen und der Haltung einzelner Sozialdemokraten konstruieren wollte, stammt aus einer württembergischen Zentrums- korrelponöenz. Don da ist er von der deutsch» nationalen Press« und vom„Deutschen* übernommen worden. Die gleiche Verleumdung ist bereits«nmal zurückgewiesen worden. Schon damals ist festgestellt worden, daß der Reichs» tagsabgeordnet« Keil leine volle Pension zugunsten der Kriegsblinden zur Verfügung gestellt hat. Das hat jedoch nicht oerhindert, daß diese Verleumdung wiederholt wird. Die Stelle, die sie diestnal wieder in die Welt gesetzt hat, mußte im übrigen über den wahren Sachverhalt wohl informiert fein.._ Zum 11. August. Sin Gedenkbuch der deutschen Reichsregierung. Unter dem Titel„Deutsche Einhell— Deutsche Freiheit" hat die Rsichsregiernng soeben im Zentralverlog ein Gedenkbuch zun, >0. Derfassungstag erscheinen lassen. Das Buch gibt illustrative Aus- schnitt« aus der deutschen Gefchichte vom Zusammenbruch bei Jena über das Jahr 1848 bis zur Fundamentierung der Deutschen Republik durch die Bersaflung vom 11. August 1919. Köpfe wie I. G. F i ch t e, Freiherr v. Stein. E. M. Arndt. Herwcgh, Freilig' rath, llhland, Bebel, Ludwig Frank, Ebert und viele andere treten plastisch in Erscheinung. Der Versuch, sie alle aus den gleichen nationalen Nenner zu bringen, ist freilich nicht unbedenklich. denn die Bedeutung Bebels z. B. beschränkt ssch nicht auf die be- kannte Tatsache, daß er für die Landesverteidigung eintrat und die Ludwig Franks nicht darauf, daß er als Kriegsfreiwilliger fiel. Doch bleibt die Schrift, an der neben zahlreichen anderen Autoren auch Hermann Müller, Severins und L ö b e mitgearbeitet haben, als Ganzes interessant und lebendig. Die Rückkehr des Saargebietes. Forderongen der freien Angestelltengewerkschafien. Zwei überfüllt« Versammlungen des Bundes der technischen Angestellten und Beamten(Butab) haben nach einem Vortrag des Steigers Genossen Halbfell konkret« Forderungen über die Rückkehr des Saargebietes zu Deutschlaich und insbesondere über die zukünftige Verwaltung der Saarkohle aufgestellt. Preußen und Bayern sollen den Saarbergbau in chr uneingeschränkte» und dauerndes Eigentum zurücknehmen, wobei jede ander- wellige Beteiligung am saarländischen Bergwerks- und Felderbesitz abzulehnen ist. Um den Saarbergbau wieder voll leiftungs- und konkurrenzfähig zu machen, wozu auch die Errichtung eigener Kokereien mit weitgeheicher Gewinnung von Nebenprodukten gehört, ebenso die Wiedereröffnung der allen natürlichen Absatzmärkte in Süddeutschland, müssen Preußen und Bayern jede not« wendig« materiell« Hilf« leisten, und auch das Reich muß, da der Saarbergbau aus den bekannten polllifchen Gründen (französischer Raubbau) hilfsbedürftig wurde, eingreifen und die Unterstützungsmaßnahmen Preußens und Bayerns fördern. Don der Reichsbahngefellfchaft wird eine Tarifpolitik oerlangt, die die Rückeroberung der allen Absatzgebiete ermöglicht, und für eine selbständige Gas- und Elektrizitätswirtschaft müßten all« DeHörden in Deutschland sich einsetzen. Die Gewerkschaften«erden auf- gefordert, darüber zu wachen, daß bei der Eingliederung des Soor- g«bi«tes ins Deutsche Reich dia Bestimmung der Reichsverfassung, die der Arbeiterschaft gleichberechtigt« Mitwirkung an der Wirtschast garantiert, vollinhaltlich durch- geführt wird._ Die Produktivität der Sozialpolitik. Vor der Tagung der Gesellschaft für Soziale Reform. Die Gesellschaft für Soziale Reform schreibt uns: Der wirtschaftliche Wert der Sozialpplitll ist in letzter Zeit wieder oft tn Zweifel gezogen worden. Man hat oft nur einsellig von den„sozialen Lasten" gesprochen. Da erscheint es ein glücklicher Gedanke, daß als einer der beiden Berhandlungsgegen- stände für die diesjährige Tagung der Gesellschaft für Soziale Re- form(Mannheim, 24. und 25. Oktober) gerade der produktive Charakter der Sozialpolitik gewähll worden ist: der bekannte Sozialpolitiker der Berliner Technischen Hochschule, Pro- sessor Briefs, wird den einleitenden Vortrag über den Wirtschaft- lichen Wert der Sozialpolllik hallen. Am anderen Verhandlungs- tage soll die Reform des Schlichtungswesens behandelt werden. Die Referate über dieses umstrittene Thema haben Professor Hugo Sinzheimer, der bekannte Arbeitsrechtler. und der Bonner Nationalökonom Herbert o. Beckeroth übernommen. Die Tagung der Gesellschaft für Soziale Reform, der u. a. die Spitzenverbände der Gewerkschaften, der Konsumvereine und der Krankenkassen angehören, dürften angesichts der Kämpfe um Sozial- Versicherung und Schlichtungswesen starke Beachtung finden. Wir weisen besonders die Gewerkschaftsfunktionäre, die Kranken- kassenvorstände und die Mitglieder der Selbstverwaltungsorgane in der Arbeitsvermittlung usw. auf die Tagung hin. Ein erfundener Rückzug. Das Lippische Landespräsidium berichtigt den„Tag*. Der Hugenbergsche„T a g" veröffentlichte am 1. August«inen seiner üblichen gehässigen Angriff« gegen Linksregierungen. Diesmal war Lippe-Detmold das Ziel seiner Airgriffe. Dos Lippische Landespräsidium sah sich veranlaßt, dem„Tag" die folgende Be- richtigung zuschicken: „In Ihrer Nummer 182 vom 1. August 1929 ist ein Artikel unter der Ueberfchrist„Rückzug d«r Linlsregierung in Lippe" ent- hallen. Do» Landespräsidium ersucht um die Aufnahme der folgen- den Berichtigung der durch diesen Artikel der Oeffentlichkell gegen- über zum Ausdruck gebrachten Behauptungen. 1. Es wird behauptet, das Lippifch« Londespräfidium habe den Rücktritt des dissidentischen Oberschulrats Dr. Wolter verfügt. Diese Behauptung ist unwahr. Der Oberfchulrat Dr. Waller hat dem Landesprösidium mitgeteilt, daß er auji ge» sv ndh« itl ichsn Gründen wegen der gegen ihn in der Oeffentlichkell fortgesetzt erhobenen Lerlsvmdungen und Kränkungen sein Amt auf die Dauer nicht auszuüben vermöge und daher um sein« Rückversetzung in die Stelle dez Ober- swdieitbirektors am Gymnasium zu Lemgo bitte. Das Landes- Präsidium hat dieser Bllte entsprochen. Irgendeine Einwirkung des Landespräsidiums auf ihn ist nicht erfolgt. 2. Es wird behauptet, daß das eingeleitet« Volksbegehren zum erstenmal sell der Revolution alle bürgerlichen Parteien des Landes Lippe in einer Einheitsfront sehe. Diese Behauptung ist unrichtig. Neben der Sozialdemokrqttschen Partei sind die Demokratische Partei und die Volksrechtspartei Gegner des Volksbegehrens. 3. Od das«ingeleitete Volksbegehren auf Auflösung des Land- tags und Beselligung des gegenwärtigen Landespräsidiums einen Erfolg haben wird, läßt sich abschließend noch nicht beurteilen. In den ersten neun Tagen der 14tägigen amtlichen Einzeichnungsfrist haben sich von den über 100 000 Eintrogungsbercchtigien nur ungefähr 3000 Personen eingetragen." Der Witwe Joseph wauler» hat die belgische Regierung ein« jährlich« Pension von 3000 M. ausgesetzt. Begründet wird dieser Beschluß des bürgerlichen Kabinetts mll den hervorragenden D i e n st e n, die der sozialistisch« Arbeitsminister der Nation ge- leistet hat. Kommumstisches/ allzu Kommunistisches. Im Trubel der Antlkriegsdemonstratiooen der SPD wurde eln Zm übrigen hat sich setzt auch die vorläupa endgültige Stabi. Auftragsgemäß darf in der„Roten Fahne" nunmehr»ein ohnehin schon reichlich aufgelöster Rotsroatlämpfer plötzlich irre. lifierung der �v. vollzogen. Außer dea pnuzipiell llaorgaui.«och so schön gefälschtes Sild aus China veröffentlicht werde«. tZr konnte vor lauter original-rujsischen Sowjetsternen nicht mehr fierte« besteht sie jetzt nur uoch aus Herausgeworfenen, Zentrale Im tägliche« Bedarfsfalle sind unbekannte Greuelbilder aus dem erkenn«?, ob er dea Auftrag hatte, für oder gegen eine« neuen und Ausgetretenen. vreißigsährige« Kriege zu benutzen. Krieg zu demovfirterea. Gewerkschastsbewegung in Japan. Anfänge der(Sozialpolitik. Einen Gast von der japanischen Gewerkschaftsbewegung konnte der Allgemein« Deutsche Gewerkschaftebund am ersten Tage seiner Ausschußsitzung in Berlin begrüßen: den stellvertretenden Präsidenten des japanischen Gewerkschastsbundes, M a t s u o k a. In Ber- tretung des Präsidenten Suzuki nahm Matsuoka an der dies- jährigen internationalen Arbeitskonferenz in Genf teil, um von dort weiterreisend einige gewerkschaftliche und soziale Studien in Eng- land zu machen. Er ist ein Mann von 45 Iahren mit lebhaftem jympathischen Wesen. Unser Mitarbeiter berichtet aus einer Unter- redung, die ihm der japanische Gewerkschaftsführer gewährte. Matsuoka mußte leider— da er wegen des russisch-chinesischen Konfliktes gezwungen ist, statt der Heimfahrt zu Land die bedeutend länger dauernde Seereise zu machen— vorzeitig abreisen. Der japanische Gewerkschaflsbund(Roda Sodome!) befindet sich, wie Matsuoka mitteilt, noch In der Hörkesten Ansängen der Entwicklung. Er zählt insgesamt nur 4lZ 00g Mitglieder, nachdem zwei Seemanns- verbände, die beide zusammen mehr Mitglieder haben als der jetzige Gewerkschaftsbund, aus diesem ausgetreten sind. Allerdings hätten die beiden Organisationen die Roda Sodomei nicht aus prinzipiellen, sondern aus Augenblicksgründen verlassen, so daß ihre Rückkehr in den Bund zu erhoffen sei. Die größten dem Bund angcschlosse- nen Verbände sind die der Metallarbeiter. Textilarbeiter, Bergleute, Transportarbeiter. Die zahlenmäßige Stärke der k o m m u n i st i» s ch e n Gewerkschaftsbewegung ist, weil letztere illegal, schwer anzu- geben. Ihr moralischer und agitatorischer Einfluß auf die Massen kann natürlich ebenfalls nur gefühlsmäßig beurteilt werden. Ueber Löhne und Lebensverhältnisse in seiner Heimat gibt Mutsuoka folgende Schilderung: Die glücklichste Oberschicht der gelernten Arbeiter verdient bei neunstündiger Arbeitszeit etwa 3 Den(6 Mark). Dabei ist aber zu bemerken, daß die kosten der Lebenshaltung sehr hoch sind. Um eine vierköpfige Familie ordentlich zu unterhalten, bedarf es pro Monat an die 100 Jen, oder 200 Mark, weshalb viele Arbeiter bis zu 12 Stunden täglich arbeiten. Außerdem arbeiten die Frauen in großer Zahl Sie sind meist in den unqualifizierten Berufen, wo auch der männliche Arbeiter durchschnittlich nur Mark, die Frau bis herab zu 1,40 Mark verdient. Dieser Lohn steht zwar noch bedeutend über dem der Frau in der britisch-indischen Industrie, doch sind wiederum die hohen Lebenshaltungskosten in Betracht zu ziehen. An Sozialversicherung besteht in Japan einstweilen nur eine solche für Krankheitsfälle. Zu dieser Krankeaversicherung trägt der Arbeiter 3 Proz. vom Lohn bei und der Unternehmer den gleichen Prozentsatz, während der Staat hauptsächlich für Ber- waltungszwecke einen weiteren Betrag von 8 Millionen Mark pro Jahr zuschießt. Das Mindestaller für arbeitende Kinder ist im Bergbau(unter Tage) auf 16, für die übrige Industrie auf 14 Jahre gesetzlich festgelegt. Die Zahl der Arbeitslosen Japans(eine genaue Statistik existiert nicht) schätzt Matsuoka auf etwa 300 000. Der Einrichtung einer Arbeitslofenfürforg« suchen die Unternehmer in Japan mit dem Argument auszuweichen, daß in einem Lande, wo noch die Großfamilie(Sippenverfassung) besteht, diese die Pflicht haben, für erwerbslos« Familienmitglieder zu sorgen. Als das dringlichste, alle anderen überschattende Problem der japanischen Gewerkschaftsbewegung nennt Matsuoka den Kampf um die Unternehmer die Gewerkschaften bekämpfen, sei selbstverständ- die Unternehmer die Gewerkschaften bekämpfen sei selbstverständ- lich, doch auch die Regierung sei ihnen nicht viel freundlicher gesinnt. Bon der Organisation der deutschen Gewerkschaften und von deren Wirksamkeit nimmt Matsuoka einen starken Eindruck mit und ebenso von dem umfangreichen, hochmodernen Betriebe der Ar- beiterbank, die er besichtigte. Zum Hausgehilfengesetz. Eine notwendige Reform. In der Ehe hat der Mann den ehelichen Aufwand zu tragen, Z 1389 BGB. Als Arbeitgeber des Hausangestellten gilt daher von selbst der Hausherr. Die Prozesic der Hausangestellten liegen nun in den weitaus meisten Fällen so: Zufolge eines Streites scheidet die Hausangestellte fristlos aus ihrer Stellung. Sie behauptet dann, sie sei fristlos entlassen oder in dem Verhalten der Ehefrau des Beklagten liege für sie ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung, Z 626 BGB. Demgemäß begehrt sie Schadensersatz, nämlich Lohn und Ersatz für die freie Station, beides für die Kündigungsfrist. Der Beklagte pflegt entweder die fristlos« Entlastung oder den behaupteten Grund der Klägerin zur fristlosen Kündigung zu be- streiten oder aber«inen wichtigen Grund zu der von ihm ausge. sprochenen fristlosen Kündigung zu behaupten. Letzten Endes spitzt sich immer alles zu auf die Frage, ob die Hausfrau oder aber die Hausangestellt« sich richtig oerhalten hat bei dem Streite. Zeugin hierüber ist regelmäßig allein die Ehefrau des Be- klagten. Zur Zurückweisung der Ehefrau als Zeugin fehlt eine gesetz- liche Möglichkeit. Ihre Bekundungen lediglich als Parteibehaupwng zu bewerten, widerspräche der ziemlich einhelligen Gerichtegepflogev. heit. Die Leidtragende dieses Zustandes ist die Hausangestellte. Für sie ist es in allen diesen Fällen, und sie sind die Regel, so gut wie unmöglich, mit der Klage durchzudringen. Eine amtliche Statistik darüber, wieviel Klagen von Hausangestellten abgewiesen werden, ergäbe wahrscheinlich erschreckende Zah'en. Zwar wird dies wenig glückliche Ergebnis durch einen sehr hohen Prozentsatz von Vergleichen gemildert. Diese Milderung ist jedoch höchst unzulänglich. Denn das Ergebnis des Vergleiches richtet sich natürlicherweise in erster Linie nach der Wahrscheinlichkeit des Ergebnisses des Prozesses. Es wäre nun sehr einfach, wenn die Hausangestelltenorgani- sationen nach dem Vorbilde der Vcrmieterorganisationen s ch r i f t- liche Berträge einführten, in denen als Venragspartner stets nicht nur der Hausherr, sondern auch die Hausfrau auf- geführt würde. Auch dann blieb« die prozessual« Lage der Hausange- stellten noch schlecht genug. Denn sie bliebe beweispflichtig für den Grund ihres Anspruches, wenn der Beklagte seine fristlose Kündi- gung bestreitet oder wenn sie selbst fristlos gekündigt hat. Doch ausgeschaltet bliebe wenigstens jenes Beweismittel, mit dem gegen- wärtig der Beklagte von selbst gewonnenes Spiel hat. Es erscheint ein dringliches Gebot der Stunde, diesen empfind- lich störenden Schönheitsfehler durch das werdend« Hausgehilfen- gesetz mitzubeseitigen. Die Hausfrauen selbst müßten das verlangen. Denn die bisherige Regelung erniedrigt die Ehefrau zur Angestellten und zur Vertreterin des Mannes, dem sie auch im Rahmen der Schlüsselgewalt in vollem Umfange verantwortlich bleibt. Aus den bisherigen Zustand dürfen die Väter des BGB. besonders stolz sein. Er bedeutet im Ergebnis die messerscharfe und nahezu restlose tatsäch- liche Entrechtung der Hausange st«Ilten und ist erfahrungsgemäß für Laien, auch wenn sie am Prozeß beteiligt sind, ganz unverständlich. Daß der Entwurf des Hausgehilfengesetzes insoweit keine Aenderung vorsieht, setzt den Fachmann in helles Er- staunen. Zu fordern ist also dringend folgende unabdingbare Bestimmung:„Arbeitgeber ist neben dem Haushaltungsvorstand seine Ehefrau, wenn sie zu dem Haushalte gehört, in dem der Hausangc- stellte beschäftigt wird.� Dr. Hans Vahle. Vorsitzender einer Hausangcstslltenkammer beim Arbeitsgericht Berlin. Der Kampf der niederlZndifchen Mekallarbelker um eine be- zahlte Urlaubswoche, der in Rotterdam bereits zu einem Ultimatum an die Leitung der Werften fllhrie, hat sich jetzt auch auf Amsterdam auspeiehnt. Der Arbeitgeberverband er- klärte, nirbt mehr als höchstens vier Urlauhstaa? zubilligen zu können. Ein Konflikt größeren Umfanges ist nicht ausgeschlossen. (Gewerkschaftliches siehe auch 3. Beilage.) Verantwortlich fllr Politik: Dr. Curt Seyer: Wirtschaft: 8. RlinflcIMicr; Gewcrklchaitsbcwcaung: Z. Steiner; gcuillcion: R. K. Döscher; Lokales und Sonllincs isriti Rarliiidt: Aiuewcn: Tl>. 8loike! lämtlicki in Berlin. Verla«: Vorwärts-Verla« 8. m d. S. Berlin Druck: VorwSrts.Buc-druckcret und Berlaaoanstalt Paul SinAcr u. Co., Berlin.£W 68. Lind-nstraii» 3. Bicrru 4 Bcilaacu...Blick in dir Bücherwclt".„lluteihaltuna und Wilsen� WÄSCHSTOFFE WOLLSTOFFE SEIDENSTOFFE FÜR DEN HERRN VIER SCHLAGERSERIEN Bedruckter Japon rolne Seide, moderne Muster, 90 statt bis 5.80 nur Ammn CrepedeChineroineSaid» bewahrt. Qualit.,ca. 100 statt bis 5.40 nur Große Posten I Sakko-Anzüge ! vorzügl. gearbeitet Jfä dJJ statt bis 78.-für j Sommermäntel hochwertige Stoffe, BAD EW'ÄS CHE B ET T WÄS C H E KINDERKLEIDUNG gute Innenverarb. JJJ ©äJ,- stattb.110.-nur Badem äntel Restposten gewaltig herabgesetzt für Damen, gemusi. 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Uder darüber(äffen mir die Blumenfrau selbst erzählen: �Schönste lange Rosen, alle frisch und ohne Braht, Rosen für Aehnl Na, was foll's denn fein, meine Dame? Rote, gelb«, alle» ein Preis! Zehn gelbe— gleich zusammenbinden? Grünes kostet zehn Pfennige der Stiel, meine Dame, zugeben können wir bei den Preisen nichts! Wie meinen Sie? Poetischer chandel? Wso nu hören Si« aus! Stell'» Sie sich mal'n jonzen Tach hintern Korb, denn reden Sie andere! Erzählen?— Na, mit dem Ieschäft is heute doch nischt los, die Leute muffen ihr Jeöi erst in die Inventur tragen— Marfa, nimm du mal die Rosen ob! Komm'n Se hinter, meine Dame— der Schemel is sauber, Sie könn'n sich ruhig hin> setzen! Sitzen verboten. Ja, die Schemel sind auch man noch nicht zu lange. Krüher. so ' vorn Krieg, da muhten wir innner stehen und dabei noch di« Körbe umhaben, die schweren Körbe mit die nassen Blumen, un wenn wir denn uns mal'ne kleine Stütze machten und'n Stock runterstellten, denn dursten wir uns bloß nicht von'n Schutzmann oder'n Ireifer Wesen lassen, sonst gab» gleich'ne Strafe! So weit i» es jetzt ja beffer. Aber nu woll'n se uns ja uz abschaffen. Wir stehen alle hier schon lange, unsre Aelieste is vi« r u nd si eb z i g. und steht hier nu schon zwanzigJahreaus'nPotsdamer, vierzig Jahre handelt sie im ganzen. Seh'n sie da die oll« Frau mit den Wicken? — Aufstehen kann si« nicht mehr, sie hat zu schlimme Fütz«, und halb taub:s sie auch, aber sie verdient sich hier doch noch immer was zu ihre Altersrente zu. Einkaufen tut aber ihre Tochter für sie, die bat hier auch'n Stand. Wir sind hier überhaupt viel Verwandtschast, 'n Fremder kam hier jarnich rein, außer wenn mal einer ohne Kinder starb, aber nu soll es ganz aus sein mit uns. Reue Stände werden nicht mehr bewilligt. Und als letztens ein« von den alten starb, da wollte der Sohn gerne den Stand übernehmen, denn er mar auch arbeitslos und so hätte er doch eine Existenz gehabt. Aber die Polizei hat's ihm nicht gestattet, er mußte sein Wandergewerbe wieder abgeben und tonnte nu wieder stempeln gehen,'n jewöhn- licher Menschenverstand sieht ja nich ein, daß das für ihn und für'n Staat besser is, aber die Herren meinen'- ja woll. Und sehen Sie mal da— der Mann da mit'n Strohhut, das is'n Kriegs- beschädigter mit"n Brust st eckschuß, der kann von seine vierzigprozentige Rente auch seine vier Kinder nich ernähren un andre Arbeit kann er nich machen, denn die Wunde heilt nich zu un eitert immer— wenn der nu nich den Platz hier noch so kurz nach'» Krieg gekricht hätte? Di« hübsche Kleine is feine Aelteste— na, Anjestellte können wir uns nich halten. Und'n Angestellter würde da» hier jar mch aushakten: Schnee und Ztefen und Wind! Vorhin, wie da» Iewttter losging, war ich in fünf Minuten naß bis auf'n Puckel, und denn wird man von Wind und Sonn« wieder trocken und denn kriegt man den Rheumatismus und Blasentranlljeiten und unterleibskrank sind wir Aeltesten fast alle, von da» Stehen früher mit die schweren Körb«. Oie Einnahmen? Ra, da» i» man nich so schlimm. Seh'n Si« mal, die Holländer Rosen, die schönen, langstieligen, die Sie gekaust haben, kosten im Bund ein« Mark und siebzig heute, da soll'» zwanzig Stück drin sein und ich verkauf« Stück. mit'n Groschen, gar kein Geld für die SSlumenhandet am Xeipsiger Plates(ireriheimecke) Treib rose, die kost' noch heute im Blumengeschäft vierzig Pfennig, da» is eben'n Gelegenheitskauf. Nu brauche ich'ne Mark zwanvg für Eis, ne Mark zahl ich Miete für den Keller, wo mein Korb ficht, alle Tage, ich kann den nich so weit tragen und hier in der Nähe is jeder Kellerplatz sehr teuer: In die Linkstraße kost''» sanzer Keller bloß dreizehn Mark. Mit'n Auto her von der Linden- halle kost sechzig Pfennig und fünfzehn Psennj« für den Schoffeur, stmfzich, wenn's der Handwagen mitbringt, mit der Elektrischen kann man nich fahren, da stört der große Korb zu schr. Papier brauch: man auch für'ne Mark und mehr und Trinkgeld für die Straßenseger, die hier sauber machen uiii> für den Arbeitslosen, der un- die Körbe ausbaut und Waffer holt— also da bleiben uns am Bund Rosen zwanzig Pfennige— und an einer Rose ein Pfennig! Wenn ich Glück habe und ausverkaufe, bin ich heut« abend mein« dreißig Bund los— aber denn bin ich mit meine sechs Mark froh! Und dafür muß ich schon um sechse all« Tage in der Halle fein, denn kommt die Flugpost mit den holländischen Blumen, um achte kommen die Holsteiner Freilandrosen, die kommen mit der Bahn, und man muß hinterher sein wie der Deib:i hinter der armen Seele, damit man mal'ne Gelegenheit erwisch!. Die Holsteiner haben heute das Dutzend vierzig gekostet, ober bei die braucht man Binsen, Farn und Draht und muß den ganzen Tag Sträuße binden— mehr verdient man da auch nich. Und die Wicken in der Halle kosten vier Bund'ne Mark, bei un« kostet da? Bund dreißig Pfennig— mehr wie zehn bis zwanzig Pfennig an der Mark können wir nie verdienen. Nebenverdienst«?— Nee, da? gibt'» nich!— Ach so, sie meinen wegen die S ch i r m e! Da sind wir froh, daß un» das Reich»milchamt jetzt sone schönen stabllen gellefert hat, da machen wir gratis Reklame, Ge!d gibt's nich zu. So'n Schirm kost' sechzig bis achtzig Mark, den können wir uns nich kaufen! Wissen Sie noch, wie wir früher so"m Musspritze hier ranknüpperten? Da waren wtr doch froh über di« Schinne von der Schirmfirma— und denn über die Kasfec- schirme. Aber die vom Reichsmilchamt sind die feinsten! Die Kundschaft. Bon t>«r Kundschaft woll'n Sie was wissen? Ja, die ändert sich jede Stunde am Tage, und is janz, wie's Wetter, is. Morgens vor halb elf« aufzubauen hat jar nich viel Zweck, da gehen die Leu:: auf Arbeit, da denkt keiner an Blumen. Und die Hausfrauen, die so mittag» wieder mit der Tasche nach Haus« jähren, haben meisten- alle Hönde voll und denken nich dran, daß sie auch mal'ne Blum- auf'n Tisch stellen könnten. Die sind zu müde, so und so. Denn klappert das Geschäft so hin bis nachmittags um viere, da setzt unser: Geschäftszeit ein. WerunsereBlumenkauft? Ja, meistens die Frauen! Die Männer sind richtige Stoffels geworden, da denken kaum'n Dutzend den Tag dran,„Ihr" mal Blumen nni zubringen. Mal son kleiner Gymnasiast, oder mal'n kleiner Angestellter, dem man ansieht, daß er so nobel bloß noch drei Tage nach'm Ersten sein kann. Die Herren mit'n wohlhabenden Bauch schenken der Frau Iematflin eher'n Persianer als'n Bund Rose::. Und passen Sie mal auf: Wenn hier'ne Frau mit ihrem Maua oder«in Mädel mit ihrem Herrn vorbeigeht, denn traut sie sich nich mal aus unser» Korb zu kucken, damit er»ich denkt, si« möchte etwa Blumen haben, und wenn er welche kaufen will, denn redt sie ihm noch ab, seh'n Sie, damit er merkt, wie bescheiden sie Is. Wenn von einem Paar mal der Herr Blumen kauft, dann sind beide meistens nicht mehr jung, und er ist ganz sicher noch aus der guten, alten Zeit. Manchmal kommt ja noch ein richtiger Freier, her.�n, zw«: oder drei Bunde auf einmal kaust: Aber das is auch das höchste der Gefühl«! So wa» gibt» nicht mehr, wie damals, wo mir ein Herr den ganzen Korb voll Beilchen, echte französische, wos Bund fünsundsiebzig kostete, gleich aus einmal abgekauft hat! Da hatte:ch aus einen Schlag fünfzehn Mark verdient, es war eben, wie ich aus der Halle kam und ich holte mir gleich frische Ware. Jetzt kucken bloß noch die Frauen nach unser» Blumen, wenn sie olleine gehen, und denn müssen sie sie sich auch selber kaufen. Und dann gibt's nach eine Kundschaft, die bloß nie wa- kauft. Die armen Mädels. denen man ansieht, was die drei Rosen für sie sür'n Ilück sind... Die Damen aber, die sich bloß eine als Ansteckblume kaujen, die möchten am liebsten drei Bunde ausgemacht haben, um sich daraus die schönste rauszusuchen. Es is manchmal jar nich so einfach, immer höflich zz> bleiben! Aber man jibt sich doch Mühe— bloß ein« is noch hier, die immer jleich losschimpft. Aber dos is auch keine richtije Iefchöftsfrau— sehen Sie sich bloß mal den Stand an — was die für Jemüfe aus den Blumen macht! Die Polizei könnte uns das Leben auch manchmal'n bißchen leichter machen. Seh'n Si« mal, das Warenhaus und der Kauf- mann können„ausbedienen", und das Gemüsegeschäst hat sogar Sonntags auf, im Sommer, bei dem leichtverderblichen Sommerobst. Bei uns aber gibt es manchmal ein« Strafanzeige, weil ein« von uns drei Minuten nach sieben noch ein Paar Rosen verkauft hat. Wir wollen ja kein Ausnahmegesetz, bloß eine'n bißchen mildere Bc- Handlung. In den zehn Minuten nach sieben, daweii« die Menschen au» dem Warenhaus kommen, könnte mancher von uns seine letzten paar Bunde verkaufen— so muß er sie auf Eis legen, davon gehen MonopolEsiinen- Oberbetten aaraotlert echtfarbiges rotes Kfipsr-Inlett, mit Naht, 130x200«WH?- Daunendecken prima franz. Daunen- 4�4� perkai, bunt gemustert.*9 c mit la Daunen.... Kunstseidener Damast mit Perkel- einlaqe u. einfarbig, kunstseid. Rand, Rucks, allerbest. Daunen- � jm satin, diveiseFa/ben, mit la Daunen, 150x200.. W'IT" tSteppd ecken I Salin doppelseitig, in- [diversen Farben.... 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Unter der schweren Anklage der Erpressung, Notzucht, gefährlichen Körperverletzung und Bedrohung halte sich der 22jährige Ein- tänzer S. kii verantworten. Die Anschuldigung ging dahin, daß er die lg Jahre ältere Frau' eines Kaiifmonns aus dem Westen Berlins in einem Zeitraum von i'A Iahren durch Mißhandlungen mit der Reitpeitsche, Be- d r o h u n g mit dem Revolver und Drohungen mit Enthüllungen dem Ehemann gegenüber in seinem Bonn gehalten hatte, daß er ferner von ihr täglich kleinere Beträge von 3 bis 5 Mark erpreßt hätte. So hatte es Frau U. ihrem Manne gestan- den, als dieser von einer Freundin seiner Frau von deren ehelichen Untreue erfahren hatte. Unter Tränen gestand sie ihm, daß sie dem gefährlichen Burschen ins Garn gegangen fei und daß er ihren Fehltritt dann in gewissenloser Weise ausgenutzt habe. Der An- geklagte S. bestritt diese Darstellung. Er war aus Abenteurerlust von seiner Familie weggegangen, nach Jrrwanderungen im Aus- lande in einem Luxushotel des Westens, in der Nähe des Zoo, Ein- tänzer geworden. Dort war Frau U. täglich zum Tanztee. Die zehn Jahre ältere Frau hätte umgekehrt ihn an sich gelockt. Für ihn sei es seine erste und seine große Liebe gewesen. Als er wieder eine Stellung im Bankgeschäft angenommen hatte, habe sie ihn nicht losgelassen und morgens schon abgeholt, um nach Wannsee zu fahren.' Dadurch habe er seine Stellung wieder verloren, und is Berlin W. und die Oame. mußte von neuem Eintänzer werden. Sie habe ihn auch mit dem Ehemann bekanntgemacht, und er habe täglich im Hause ver, kehrt. Als sie im Winter nach Schierke fuhr, habe der Ehemann ihn mit dem nächsten Zuge nachgeschickt, damit seine Frau nicht allein sei. Er habe auch dem Manne bei seinen reichen Berwandten Kapital verschafft. Seiner Meinung noch müsse der Mann es gewußt haben. Als Frau U. seiner überdrüssig geworden sei und Herr II. merkte, daß er ihm nicht weiter bei seinen Verwandten aus den Finanzkreisen helfen wollte, hätten sie beide diese An-' schuldigung gegen ihn vorgebracht. Frau U. blieb dabei, daß sie von dem Angeklagten verführt und dann von ihm in Bann gehallen worden sei. Als der Angeklagte an sie die peinliche Frage richtete, ob sie nicht mit einer ganzen Reihe weiterer Eintänzer ähnliche Beziehungen gehabt habe, wies die Zeugin das mit Entrüstung zurück. Der Angeklagte nannte immer mehr Namen, und die Zeugin fragte darauf voller Empörung:„Wer soll es denn noch fein?" Sie hatte schon die Hand erhoben, um ihre Aussage zu beschwören, als der Rechtsbeistand ihres als Nebenkläger an- wesenden Gatten die Zeugin beiseite zog und längere Zeit aus sie einsprach. Alle Blicke waren gespannt auf die Gruppe gerichtet. Zum allgemeinen Erstaunen erklärte darauf Frau U.:„Heber die Frage nach Beziehungen zu anderen Männern verweigere ich meine Aussage." Angesichts dieser Sachlage ließ der Staatsanwalt die Anklage fallen und das Gericht sprach ohne längere Beratung den Angeklagten von der gesamten Anklage auf Kosten der Staatskasse frei. sie morgen in der Sonn« gleich auf, er wird sie kaum noch los. Und mir haben doch alle nichts zuzusetzen und müssen uns für di« paar Groschen Verdienst genug abrackern. Aber dadrum lassen wir uns doch unsere Laune nich verderben und sind verjnicht— wenn wir nicht alles richtige Berliner Mädels wären, könnten wir unsere Arbeit jor nicht aushalten. Und einmal im Jahr machen wir mit unfern Männern eine Krems erpartie, von unserm Sparverein! Diesmal haben wir uns alle egale Kleider machen lassen, weiß mit jrün, der Voal hat fünfundneunzig Pf e nn je gekost't. Und den» sind wir raus mil's Banner und draußen hoben wir jescherbelt— haben Sie'ne Ahnung, trotzdem, was 'ne richtijc Blumenfrau is, doch über zwei Zentner wiegt! Aber Spaß muß sind, sonst könnte man Äet Leben jarnich aushalten! Na, hier noch mal die schönsten Rosen, alle lang und ohne Draht. Rosen für zeeehn!* E— d. Gelbstmord eines Kommerzienraies. Or. jur. Eduard Simon. Gestern nachmittag hat der öbjährige kiommerzienrat Dr. jur. Eduard Simon im Arbeitszimmer seiner Villa in der Viktoria st rahe 7 Selbstmord durch Erschießen verübt. Kommerzienrat Simon, eine in der Berliner Handels- und In- dustnewelt sehr bekannte Persönlichkeit war stellvertretender Vor- sitzender des Aufsichtsrates der Gebrüder Simon— Vereinigte T ext i l w e r k e A.-G. Berlin, die ihren Hauptsitz in der Klosterstraße 83/83 hat. Den Bereinigten Tcxtilwerken sind eine ganze Reihe von verwandten Betrieben angegliedert. Außerdem saß Kommerzienrat Simon im Aufsichtsrat der bekannten Berliner Belvetfabrik M, Mengers u. Söhne A.-G. Ucber die Motive, die Simon zu dem Verzweiflungsschritt bestimmt haben, wird Stillschweigen bewahrt. Selbst der Kriminal- Polizei wurden von den Angehörigen Angaben über den Grund des plötzlichen Freitodes Simons verweigert. Bon nahestehenden Kreisen wird die Vermutung ausgesprochen, daß vielleicht starke finanzielle Verluste in der letzten Zeit Simon die Waffe in die Hand gedrückt haben. Stistungsfeler der Ltniversität. Am Sonnabend fand die Stiftungsfeier der Ber- liner Universität statt. Als Festredner fungierte der evangeli- sche Theologe Geheinwr Konsistorialrat Professor Dei ß m a n n, der über die Auswirkungen des Weltkrieges auf die Kirche in er- müdender Länge referierte. Er behauptete, jeder Krieg habe eine religiöse Ermeckungs- bewegung zur Folge, und aus dieser Bewegung nach den napoleoni- scheu Kriegen sei die Universität auch entstanden. Die Universität müsse auch diesen Teil ihrer Tradition bewahren. In den langatmigen Darlegung«» der Nachkriegsgeschichte der Kirchen tauchten dann nur noch einige bezeichnende politische Aeußerungen ouf, die aushorchen ließen. Zwar stellte sich der Konsistoriolrat mit dem Evangelischen Oberkirchenrat Preußens auf den Standpunkt, daß die Verfassung die notwendige neue Rechtsgrundlage des Staates geschaffen habe, ats dic alte 1918 zusammengebrochen war. Aber besonders bei der Erörterung der Kirchenverfasiung trat er für eine„aristokratisch»er- edelte Demokratie" ein, da„in der Demokratie die Masse der Mittel» mäßigen herrsche, di« sich durch Ideen kompromittiert fühlen". Man müsse'die Kirche vor der„Trivialisiernng durch Demokratisierung" fchfitzern Immerhin gab der Redner zu. daß es der Kirche In der Demokratie mit der Trennung von Staat und Kirche ganz gut gehe, denn Adolf Hvffmann sei z. B. kein Diokletian, kein Christentöter gewesen. Als besonderes Verdienst rechnete es Herr Deißmann den, neuen Staat an, daß er die theologischen Fakultäten an den Universitäten erhalten habe. Zu ollem Ueberfluß wurde noch die kühl«: Be- Häuptling aufgestellt, die Kirche habe im Kriege ihre christlichen Pflichten voll erfüllt._ Der feige Kommunistenüberfall. Am Freitag berichteten wir über den rohen Uebersall, der von Kommunisten in der L ü b b e n e r Straße auf die Genossen Kluge und Ast vom Reichsbanner Schwarzrotgold verübt wurde, Genosse K l u g e hat«inen Lungenstich erhalte». Der Schwerverletzte mußte im Bethanien-Krankenhaus nach seiner Einlieferung sofort operiert werden: die Operation ist gut verlausen, doch liegt Genosse Kluge noch imnler vernehinun gsunfähig darnieder. Die Aerzte hoffen, falls nicht unvorhergesehene Komplikationen eintreten, ihn am Leben zu erhalten.— Wie inzwischen weiter festgestellt werden koniite, handelt es sich um«inen wohloorbereiteten Uebersall. Wie wir schon mitteilten, ist noch am selben Abend unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft der 28jährigs D u l l a t fest- genommen und der politischen Polizei vorgeführt worden. Dullat bestritt zunächst an der Schlägerei überhaupt beteiligt gewesen zu sein. Das konnte jetzt durch mehrere Zeugenaussagen widerlegt werdeil. Taifun über Zndochina. 20 Personen getötet. Ueber einen am letzten Dienstag über einen Teil ber französischen Kolonie Zndochina niedergegangenen Taifun wird berichtet: Die Gesamtzahl der dnrch die Taifun- katastrophe getöteten Personen beträgt bis zur Stunde über 70. In der Gegend von Rinh-Dinh fei ein Gebiet von etwa 30 Quadratkilometer dem G r d- boden vollständig gleichgemacht worden. Tie Hauptstadt der Provinz Tai-Dinh sei besonders schwer heimgesucht worden. Man zählt dort 8 Tote. Die Telephon- und Tclcgraphenverbindungen seirn.zum größ- ten Teil zerstört worden, so daß Pitz Stachrichte» nur sehr spärlich nach Hanoi gelangten. IN der Provinz Nan- Dinh wurden 10 Personen getötet. Der Rote Fluß hat 10 Personen angeschwemmt, deren Identität noch nicht festgestellt werden konnte. In mehreren Städten ist k e i n Haus mehr ganz geblieben. Die Ginwohuer übernachteten im Freien. Die Pflege der Verwundeten sei infolge Mangel an Verbandmaterial höchst unzu- reichend. Dadurch, daß die Telephonverbindungen im Innern des Landes fast sämtlich zerstört worden sind, hat man noch kein klares Bild über die schweren Ver- Wüstungen und die Höhe der Lpfer gewinnen können. Man befürchtet aber, daß der Taifun noch weit mehr Opfer gefordert hat. Kurs auf New 8ork. Das Zeppelinlustschiff in der Nähe der DermudaS-Lnseln. Die kehlen beim Marinedeparlemenl in washinglou eingegauge. nen Aachrichlen über die Fahrt des„Gras Zeppelin" besagen, daß sich dos Lustschiss in guter Fahrt zwischen den Azoren undden Bermudas befindet, wie in der Nachricht hinzugefügt wird, herrscht ein leichter Gegenwind. An Bord ist alles wohl.— Dem Umstand, daß seit der letzten vom custschifs eingettossenen Nach- richl mehrere Stunden vergangen sind, miß« man hier keine b c. sondere Bedenlung bei. Alan ist vielmehr der Ansicht, daß Dr. Lckener seine Funkstation mehr dazu benutzt, um möglichst viele und genaue Wetterberichte zu erhalten, als sortgesetzt Standort- Meldungen und Gesnadheitsbulletins der Passagiere in die Welt hin- ouszusunken.— Nach dem letzten vom meterologischen Bureau aus- gegebenen Bericht wird das Lustschiss im großen und ganzen günstige welterverhältnisse an der amerikanischen Küste antressen. Es herrscht ein leichter Westwind, d. h. ein Gegenwind für das Luft. schiff. Um 1k Uhr befand sich das Luftschiff nach einem bei der Ham« burg-Amerika-Linie eingegangenen Radiotelegramm von Bord des„Graf Zeppelin" auf 36,08 Grad Nord und 42,13 Grad West. An Bord ist alles in bester Ordnung. Nach dieser Stand- artmeldung hätte der„GM Zeppelin" um K4 Uhr�etwa die ZKiste der.Mrecke Gibrältar�-Rem Dort erreicht Das Fl o t t e n a mt in New?) o r � versuchte bereits gestern verschiedentlich direkte Verbindung mit dem„Draf Zeppelin" auf» zunehmen. Die Bemühungen blieben jedoch vergeblich. Man hörte zwar schwache Signale, e» konnte ober nicht festgestellt werden, ob sie vom Luftschiff kamen. New Zork, 3. August. wie„Associated preß" ans Philadelphia berichtet, gibt die Reading Company bekannt, daß sie heute nachmittag 2 Uhr 42 Minuten oslamerikonischer Normalzeit(26 Uhr 42 Minuten abends Berliner Zeit) den folgenden Funkspruch vom Bord des Gras Zeppelin aufgefangen Hai:„wir trafen aus Gegenwinde aus Südwesten, der Himmel ist bewölkt. Position 47.20 weltlicher Länge. 35,20 nördlicher Breite, alles wohl, dos Schiff schaukelt. Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A-O., Berlin Dr. Model bekommt bei Funks knappem Bericht wieder seine finstere, seine unglückliche Miene. Dann sagt er heftig: „Herr Oberarzt Lipp irrt sich. Sie sind nicht in Ordnung. Und Sie machen vorerst den Trägerdienst nicht wieder mit. Sie machen leichteren Dienst. Ich werde bei nächster Gelegen- heit mit Herrn Oberarzt über Sie sprechen. Jetzt schicken Sie mir den Unteroffizier Bogel." Bogel dirigiert die Krankenträgermannschaft hier draußen. Er teilt die Tragen ein, er regelt den Dienst. Den abgehenden Funk ruft der Assistenzarzt zurück. Er will unsicher noch etwas richtigstellen, was offenbar gar nicht falsch steht.„Herr Oberarzt Lipp ist ein gerechter Vorgesetzter. Er ist nur— nur vielleicht etwas— überarbeitet. Er meint es ganz sicher nicht schlecht mit Ihnen. Glauben Sie mir das." 12. Funk erhält vier Tage Schonung und für die Zukunft die Aufgabe, Unbrauchbare, die laufen können, aus der Stel- hing zu begleiten. Das bedeutet«inen häufigeren Gang nach vorn, als ihn im Durchschnitt die anderen machen, aber die kleinere Körperanstrengung. , Immerhin, es bleibt genug übrig.— Die Nacht ist finster, ist so völlig lichtlos, daß man nicht weiß, wo Himmel und wo Erde ist. Es gilt zwei Leichtverletzte zu holen, daher ziehen sie mitsammen los: Funk und der Bauer Billrot. Die Welt ist zugig, als stünden an allen unsichtbaren Horizonten ungeheure Tore offen, durch die zugleich die Schwärze in den Raum gerissen wird. Ein eisiger Regen sticht ins Gesicht und in die Hände bei Null Grad. Gewehrfeuer knallt mit nassen Peitschen aus der Rich- tnng, in die sie gehen müssen. Sie kommen bald in seinen Bereich, ohne noch den Laufgraben gewonnen zu haben, der sie auf den Kampfgraben zuführen soll. Sie tappen über freies Feld: bösartig ist das Vorbsisingen der Geschosie. Billrot sagt:„Sie schießen zu hoch: wenn wir gebückt gehen, sind wie sicherer." So schleichen sie in sehr beschwerlicher Haltung, dennoch hastig, erst durch den Brei einer zerfahrenen Straße, dann über Acker oder W'.esengrund, der nicht mehr weich ist und noch nicht gefroren. Er klebt in zähen schweren Klumpen an den Stiefeln. Manchmal stoßen sie an Dinge, die ihnen völlig unbekannt bleiben, denn sie könnten sie nur gleich Blinden durch Abtasten erkennen. Be! solchen Schwierigkeiten eine halbe Stunde sich tief gebückt dahinzubewegen, ist bloß einem Menschen möglich. der schreiend in seinem Inneren dagegen ankämpft, eine Kugel in den Kopf, in den Hals gejagt zu bekommen, sobald er aufrecht geht. Schließlich stoßen sie auf«inen Graben, nachdem sie wiederholt geglaubt haben, halbwegs geborgen zu sein, aber es sind immer nur Eranatlöcher gewesen, in die sie gefallen sind. Sie fallen auch jetzt mehr hinunter, als sie hinabspringen, denn sie erkennen ihn erst, wie sie mit einem Bein über seinezt Rand hinausgeraten find. Aber sie wären auch bereit, sich kopfüber hinabzustürzen. Rur fort von dieser Fläche, über die unablässig der tödlich« Schwärm eiserner Insekten hinschwirrt— hintobt mit dem hohen, metallischen Klang verbissener Raserei. Sie müssen in einen Graben geraten sein, der nicht mehr benutzt wird. Er steht voll Wasser. Das Lehmwasier hat eine Eisdecke, aber sie ist dünn. Sie brechen gleich durch und plumpsen bis zu den Knien ins Feuchte. Sie gehen in die Richtung, in der sie ihr Ziel glauben: jeder Schritt will er- kämpft sein. So tappen sie lange. Leuchtkugeln, die der Engländer weißgrün, der Deutsche weiß in das gähnende Loch, in das Nichts des Himmels wirft, verwirren sie nur ärger. Erlischt sinkend die Kugel, so ist es ringsum schwärzer den je. Sie eräugen keine leiseste Spur mehr voneinander, obwohl sie hart beisammen sind. Die Peitschenschläge der Infanterieschüsie klappen näher. Sie müssen manchmal nach ihren Körpern greifen, um zu wissen, daß sie einander nicht verloren haben. Ihr Weg mündet auf einen Quergraben, das Wasser hört auf, sie treten trockneren Grund, sie müßten so gut wie an- gelangt sein— aber sie sind es nicht. Das Grabenstück ist totes Geleise, vielleicht eine Fehl- anlag«,«ine mißlungene oder aufgegebene Sache, bald führt es überhaupt nicht weiter, es endigt einfach. Heraus müssen sie, den Schutz verlassen imd dort hin- über, schräg voran, wo die Raketen steigen. Dichter streichen die Geschosse der Engländer. Sie schieben sich auf dem Bauch aus der Deckung und weiter durch lehmigen Grund. Wie lange wälzen sie so sich vorwärts? Eine Stunde? Sie finden den nächsten Graben nicht. Sie wagen nicht einmal den Kopf zu heben, sie wagen nicht zu atmen, ihre Lippen stoßen in den Schmutz, nicht etwa um diesen Boden zu küssen, eher um ihm zu fluchen— ihm, der keinen Trost mehr für sie hat. Da und dort schlägt kurz und heftig zischend der Tod neben ihnen«in, als wolle er sich rasend an ihre Seite betten. Ja— und Funk, in völliger Verzweiflung schon jenseits aller Vernunft, hinausgeschoben über das Tragbare einer Situation— glaubt nicht mehr an ihre Wirklichkeit. Ist so etwas möglich? fragt er sich. Er verneint es. Vielleicht träume ich schlecht—? mißtraut er. Wach auf, und alles ist vorbei! Sieh, die Kugeln haben Angst: nicht du hast Angst, sondern die Kugeln. Sie verstecken sich im Erdreich, sie schwirren näher zu dir hin, sie wollen sich ja nur in dir verstecken. Ohne Sorge! Das alles ist ein Affentanz, das alles ist läppisch und lächerlich, lache doch, lache! Rur eine Minute so! Der Wahn weicht. Das Gehirn hat diese Flucht gebraucht: jetzt ist es wieder fähiger, nüchtern zu dulden. Die beiden pressen den Körper erst recht an den Grund. auch Wange und Hals, und kriechen. Eiskalter Erdbrei kriecht seinerseits in die Aermel hinein bis über die Ellenbogen, den Kragen hinab und über die Brust, der Leib ist kalt übersickert. Und dennoch: muß man die Erde nicht lieben? Zu hassen ist nur die Luft, gleich eine Handspanne über ihnen. Endlich können sie wieder sich hinablassen— und sind wahrhaftig auf„bewohntem" Grund. Wachen stehen da und dort an der Brustwehr unbeweglich in Mulden, hinter Schutz- schilden, das Gewehr zwischen Sandsäcken, hinausspähend, ohne etwas zu sehen, und wenn sie sich kurz nach den Kranken- trägern umwenden, um auf eine Frage Bescheid zu geben— die stumme, stumpfe, die niedergekämpfte, die chronische Ber- zweiflung steht im graugrünen Gesicht, das wie verwest auf- schimmert unter dem giftigen Licht der Leuchtkugel. Sie fragen nach Abschnitt C: dorthin sind sie befohlen. Die Stimme der Wache, ganz fremd, verrostet, vereist, keine menschliche Stimme inehr, sagt etwas. Sie gehen der Aus- kunfl nach, sie müssen noch zehnmal fragen in den Maul- wurfslöchern der Unterstände, aus denen ein wenig Glut des elenden Eisenblechöfchens dringt oder der Lichttupfen eines Stearinstummels. (Fortsetzung folgt.) Die Ferienschule von Avallon. praktische Kulturarbeit der Stadt Berlin. Die solgeoden Zeilen werden uns aus der deutsch. französischen Zerienschulc in Avallon über- sandl: Nach eingehender Rücksprache mit dem Rektor der Universität zu Dijon. cherrn T e r r a ch e r, ist sür dieses Jahr auch Avallon einer der Sitze der deutsch-französischen Ferienschulcn geworden. deren Wesen und Organisation wir an dieser Stelle den für die große Nee der deutsch-französischen Verständigung interessierten Pädagogen kurz skizzieren wollen. Avallon. nicht allzu weit von Diso» im Departement Voitnc im lieblichen Tal des Cousin gelegen, das seinerseits wiederum von stattlichen Granitfelsen umgeben wird, ist der Sitz eines altrenommierten College, dessen Prinzipal, Herr Henry Clausfe, Leiter der diesjährigen Ferienkurse ist. Cr hat seine Schule freiwillig zur Verfügung gestellt und gibt unseren 18 deutschen Jungen, die zumeist aus den Primen der verschiedensten höheren Schulen Berlins ausgewählt wurden, selbst toglich Unterricht im Französischen. Der übrige Unterricht, den die Jungen erhalten, liegt in den Händen eines Lehrers, der am College tätig ist. Gleichzeitig hat Rektor Terrachcr 18 junge Franzosen des ihm unterstellten Departements auswählen lassen, die in Parallelkursen von deutschen Lehrern unter- richtet werden. Das ober, was den jungen Menschen vor allem 'Nutzen bringt, ist nicht nur der Unterricht, sondern das Znsammen- leben mit den französischen Kameraden- Sic lernen sich in den schulfreien Tagen näher kennen, freunden sich an, und so werden die ersten Grundlagen für eine spätere Korrespondenz geschaffen. Die kleineren und größeren wissenschaftlichen Ausflüge in die näher« und weitere Umgebung geben ausreichenden Stoff zu Diskussionen. Auch das französische Familienleben lernen unsere jungen greunde kennen. Die Einwohner Aoallons zeigen größtes Verständnis für dos Kulturwerk, und eine Anzahl Schüler wurde bereits von Aoalloner Familien zu Gast geladen. Die Stadt Berlin hat durch die Einrichtung des foxer-seoW franco-allernand große Kulturarbeit geleistet. Dafür sei ihr an dieser Stelle gedankt._ Ourchbruch durch den Tiergarten. Die Berliner Städtische T i e fb° u v e r w a lt u n g hat jetzt ihr« Pläne veröfsentlicht, wonach der Verkehr in den Straßen vom Potsdamer Platz und Brandenburger Tor bis zum Zoo durch neue Straßen erheblich erleichtert werden soll. Für die sechs Hauptverkehrsstraßen werden die allen Baufluchtlinien aufgehoben und neue Straßen festgesetzt. Der Tiergarten bekommt neue Freiflöchengrenzen, verliert ober durch den Straßenneubau ein kleines Stück seines südlichen Teils. Man will durch diesen Umbau die überaus schwer belasteten Hauptverkehrs st raßen entlasten und einen gleich- mäßigen Verkehr vom und zum Westen der Stadt schaffen.— Das sind, wie gesagt, die Pläne der Tiesbouverwaltung. Wie weit davon Wirklichkeit werden wird, bleibt abzuwarten. Auch geht aus diese? Meldung nicht hervor, wie sich die Tiefbauverwaltung zu den dann zweifellos notwendigen Durch brächen durch die Mini st er- gärteil stellt. Hilfe den Enistellken. Furcht vor körperlichen Entstellungen ist nicht mit Eitelkeit.zu verwechseln. Schmerz erweckt Mitleid, Entstellung aber Abscheu. Die Schnierzbekämpsung war lange Zeit der einzige Inholt der Heil- kund«, heute kennt man mich einen anderen Inhalt, nämlich Auf- Hebung der Leistungsbeeinträchtigung, die nicht selten durch äußere Entstellungen verursacht ist. Anrecht auf Bcselligung und Vor- beugung von Entstellungen hat jeder Mensch, und vor allem jeder arbeitende Mensch, für den die Beseitigung oft ein wichtiger Macht- faktor im Existenzkampf bedeutet.. Die Notwendigkeit der Eingliederung der Entstellungskrank- heiten in die soziale Gesundheitspilege hat u. a. Dr. Moses nuch im ..Vorwärts" anerkannt und besürwortct. Das Bezirksamt W e d d I n g kann es für sich in Anspruch nehmen, den Versuch in die Tat umgesetzt zu haben. In den Räumen der Beratung?- und Behandlungsstclle für Haut- und Geschlechtskrankheiten in der Schulstraß« 101 wurde, wie hier bereits angekündigt, eine Beratung? st elle für Entstellungskrankheiten er- östnet. Die Beratungsstelle, die unter der Lciwng von Dr. Guinpcrt steht, hat sich zunächst vier Ausgaben gestellt: 1. Er- möglichung vorbeugender und sachgemäßer Körperpflege für Un- bemittelte: 2. Vermittlung bei der Beseitigung angeborener oder krankhafter Entstellungsschoden und Lerhüttmg und Beseitigung von Entstellungen, soweit sie die Erwcrbstätigkeit beeinträchtigen oder durch sie bedingt sind. Aerztliche Behandlung wird i» der Be- ratungsstelle nicht gewährt? 3. Avsklärung der arbeitenden Bevölkerung, insbesondere bestimmter Berufsgruppen über Ent- stellungsgesahren und deren Beseitigung: 4. Arbeitsvermittlung für Personen, die durch Entstellungen in ihrem wirtschaftlichen Fort- kommen behindert sind(in Zusammenarbeit mit den anderen Organen der Wohlfahrtspflege und Gesundheitssursorge). Die Errich- tung der Beratungsstelle war mit keinen Kosten verknüpft. Man mußt« wegen des Streites, den die Aerztekammer gegen die Stadt Berlin führt, davon absehen, gleichzeitig«ine Bchandlungsstelle für Entstellte zu errichten? prinzipiell ließe sich dies sehr gut gemeinsam durchführen. Der Versuch. Entstellte der Gemeinschast zurückzugewinnen, müßte gerade in einem Arbeiterviertel, wo di« Menschen durch die Strapazen erschwerter Lebenssühruntz doppelt gefährdet sind, viel Widerhall finden. Eine starke Inanspruchnahme der Be- ratungsstelle wird die beste Agitation für die Idee der Eingliede- rung der Entstellungskrankheiten in die soziale Gesundheitspflege sein. Die Sprechstunden finden jeden Freitag von 20 bis 21 llhr in der Schulstraße 101 statt.._ Sprechchor für Vr-letarlsche Jelerswtiden. Donnerstag, den 8. August. 19'/, Uhr. im ffltfangsfaal der Gophienschule, Dcinmeisterstr. 16—17, wichtige Uebungsstund«. Was eine Waldenburgerin erlebte. Vom Leben und Sterben des Knappen. Eine Parteigenossin, die aus dem Waldenburger Gebiet % stammt, schreibt: „In Berlin, wo ich mich zur Orgonisationsarbeit im Bundes- Haus des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und-Hinterbliebenen befand, erreichte mich di« erschütternde Nachricht von der Schlag- wetterkatastrophe in meinem ehemaligen Heiinatdorfe im Waldenburgcr Bergrcvier, dem wiederum 25 arme Berg- a r b e i t e r zum Opfer fielen. Unter dem traurigen Eindruck dieser Nachricht erinner« ich mich der Katastrophe im Jahre 1805, die ebenfalls durch schlagende Wetter, auch auf dem nunmehr wieder betroffenen Schacht hervorgerufen wurde, auf dem mein im Jahre 1003 verstorbener Pater als Gnibenkienipner beschäftigt war und der bei der damaligen Katastrophe viele treue Arbeitskameroden verlor. Ich war damals 13 Jahre alt. aber noch ganz deutlich stehen mir die mit dem damaligen Unglück verbundenen, unendlich traun- gen Szenen, die sich vor dem Unglücksschocht abspielten, vor Augen. Es war eine Neujahrsnacht, schön war das Waldenburger Bergland in seinem Winterkleid. Ganz allgemein wurde von alt und jung dem Rodelsport gehuldigt. Viele Familienväter, darunter auch mein ZZater mit einem Bergknappen, fuhren mit ihren Kindern Schlitten und freuten sich an dem an sich schön«n Wintcrvcvgnügen, bis die Knappen sich ihrer Nachtschicht erinnern mußten und auf- brachen. Einige von ihnen hätten sehr gern die Schicht gebummelt und wären lieber in der mondhellen Neujahrsnacht weiter gerodelt. Aber hier kamen die Frau«n und Mütter mit der gewiß begründeten Bitte, nicht zu bummeln, um nicht die drei Mark Schichtlohn zu verlleren, die ja ohnedies in Anbetracht der Feiertage besonders fehlten. Es ging nlfo heim, und nachdem Schnitten und Kaffee- stafche im Arbettsrock verstaut waren, mit einein frischen glück- a u f- G r u ß von Weib und Kindern, zur Nachtschicht. Wenige Stunden waren vergangen, als man unsere Eltern mit der er- schreckenden Botschaft aus dem Schlaf weckte: Schlagende Wetter auf dem Slückhilfsfchacht! Damals waren es ZI Tote nebst vielen Schwerverletzten, dar- unt«r befanden sich einige Knappen, die wenige Stunden zuvor sich mit ihren Angehörigen beim lustigen Schlittensport tummelten und gewiß nicht damit rechneten, so schnell und grausig von ihren Lieben hinweggcrissen zu werden. Auf Schlitten mit Pferdegespann brachte man die schrecklich verbrannten Toten zum Knappfchofts- l a z a r e t t in Waldenburg. Eine schaurige Winternacht, in der die Knappen ihre l«tzt« Fahrt, Schlitten an Schlitten, machten. wie schrien auch damals Frauen und Sinder. Müller und Bräule der verunglückten, unvergeßlich die Unglücksnacht Neujahr 1805! Ich stehe noch heute, obwohl ich schon 25 Jahre von daheim fort bin, in engster Verbindung mit meinen Angehörigen im armen Wald« n burger Bcrgland. Mch erschütterten schwer die Nachrichten von daheim über das Unglück. Wiederum befinden sich unter den Toten gute Bekannte, auch ein Verwandter. jung verheiratet, Vater zweier Kinder. Wie eng ist man ganz besonders bei Bekanntwerden eines solchen Unglücks noch mit der Heimat verbunden! Wie schweifen die Gedanken zurück ins Kohlenrevier mit seiner Armut, den Schrecken und Gefahren. 25 brav« Knappen wurden auf ihrem letzten Gang geleitet, dann werden di« Uebcrlebenden ihre schwere Arbeit im Schacht, mehrere hundert Meter unter der Erde, wieder aufnehmen, auf- nehmen müssen sür die eigene und für die Existenz ihrer Familie. Ganz besonders schwer ist der Existenzkampf der Bergleute im Waldenburger Revier. Im vorigen Sommer war ich wiederum in meiner Heimat und konnte mich davon überführen, daß auch jetzt noch der Bergarbeiter zum weitaus größten Teil genau noch so kärglich lebt, wie ich es zu meiner kindheil kennen- lernte, genau noch so beengt, in einer einzige« Stube mit seiner teils sehr großen Sinderzohl wohnt. Hierzu noch ein Erlebnis gelegentlich von W a h l v e r s a m m- l u n g e n vor wenigen Jahren. Zu einer fochen Versammlung war ich, als ein Vertreter des Reichslondbundes sich darüber erboste, daß man für soziale Zwecke heute zuviel Geld ausgebe. Dazu gab dieser Herr folgendes Beispiel an. Es erhält heut- die Witwe eines verunglückten Bergmannes im Monat zirka 20 M. an Rente mehr, als der Verunglückte bei seiner Arbeit oerdient hätte. Ich hotte Gel«genh-it, diese Un- Wahrheit zu widerlegen, in nicht geringer Empörung in An- betracht der damaligen tatsächlichen Renten für die Hinterbliebenen der verunglückten Knappen. Ich hatte zu dieser Zeit die Mjährige Schwester ni«ines verstorbenen Vaters bei mir, deren Mann auch im westfälischen Bergrevier zu Tode verunglückt war und meine Tante mit 0 Kindern hinterließ. Ick, konnte im Augenblick die genau« Summe der Rente nicht angeben, di« meine Tante mit ihren Kindern, solange diese noch rent«npflichtig waren, erhiell, die Rente, die sie ab«r zurzeit erhielt,, in der sich der damalige Referent über zu hohe Sozialrenten beschwerte, betrug genau, auf den Kaps der Wittve berechnet, 19/50 M. die dann mit der neuen Verordnung aus 3 7.50 Mark im Monat erhöht wurde. Dazu kamen vier Mark Knappschafts- r e n t c; �obei ist es bis auf den heutigen Tag geblieben. Was bleibt einer solchen Hinterbliebenen zum Lebensunterhalt? Heute ist meine Tante 63 Jahre, kann sich infolge eines Augenleidens nichts verdienen, die Kinder, alle Bergknappen und verheiratet, dazu Familienväter, haben selbst kaum das nötige zum Leben und können folglich ihre Mutter nicht unterstützen. Ein Gesuch von mir an die Heimatstadt meiner Tante hatte den Erfolg, daß ihr noch eine Rente seitens der Stadt im Betrage von sieben Mark pro Monat gewährt wurde. Damit fristet sie nun ihr Leben! Immer wieder erschalle der Ruf: Gebt der So- zialdemokratie die Macht, daß sie ausreichende Verfor- g u n g der Opfer der Arbeit, der Opfer des Krieges und der Hinter- bliebenen durchsetzen kann! Das Bergunglück bei Chamonix. Ministerialdirektor Kühne tödlich verunglückt! In der Näh« von C h a m o n i x ist der Ministerialdirektor im preußischen Handelsministerium, Alfred Kühne, wie schon kurz be- richtet, tödlich abgestürzt. Kühne weilte mit seiner Familie zur Er- Holling in Chamonix und unternahm am Mittwoch mit seiner Familie und einem Freunde einen Ausflug in die Berg«. Beim Abstieg benützten Kühne und sein Freund einen ihnen unbekannten Pfad. Plötzlich gab der Psad unter ihren Füßen nach, so daß kühnes Freund plötzlich verschwand. Sühne gelang es. sich an einem Aste festzuhalten. Er blieb so zwischen Leben und Tod schwebend die ganze Rachl. Am Morgen verließen ihn aber sein« Kräfte, er mußt« loslassen und stürzte aus einer Höhe von etwa ZW) Metern ob. Er blieb aus der Stelle tot liegen. Die Rettungskolonne fand später nur seine Leiche. Sein Freund konnte von der Rettungstolonne ge- borgen und in das Spital Sallanchcs gebracht werden, wo er einer Operation unterzogen wurde. Sein Befinden ist entsprechend gut. Di« Leiche Kühnes wurde nach Berlin übergeführt. Verfassungsfeier auch im Lunapark. Die in Eh a rl o t t c nb u r g und Wilmersdors unter- gebrachten auswärtige» Reichsbonnerleute marschieren am Ver- sassungslag nach Schluß des großen Kundgebung im Lustgarten durch das westliche Berlin nach dein L u n a p a r k. Hier wird gleichfalls, wie in allen Stadtteilen, eine große, volkstümliche Verfasiungsfeier stattsindcn. Es werden Ministerpräsident a. D. Genosse Johannes Stelling und Rektor Keil ermann reden, anschließend wird Alfred Beierle rezitieren. Reben dem Lunaparkorchester wird an diesem Tage das Berliner Schutzpolizeisymphonieorchester konzertieren. Besonderes Interesse dürfte das in den Anlagen des Lunoparks neuerrlchtete Ebert-Rathenau-Erzberger- Denkmal finden. Den Abend füllt ein Zapfenstreich und ein großes Feuerwerk aus._ Nene Autobuslinie 33. Der Monat August bringt den Einwohnern der westlichen Vororte zwei neue Omnibuslinien. Neben der Ver- längcrung der O m n i b u s l i n i e 7, die bekanntlich von Montag ab über Halensee Ringbahnhof hinaus bis zum Reichskanzlerplatz weitergeführt wird, soll in der zweiten Halste dieses Monats die Linie 23 ihren Betrieb ausnehmen. Sie führt von Lichterfelde- Süd— Kaiserplatz— Heinersdorfer Straße— Bahnhof Lichterftlde-Ost— Berliner Straße— Hindenburgdamm— Bahnhof Botanischer Garten— Allensteiner Straße— Sachsallee— Breitenbachplatz. Die Fahrzeit für die etwa 7 Kilometer lange Strecke beträgt eine halb« Stunde. Der erste Wagen wird von Lichterfelde-Süd um 6 Uhr, vom Breitenbach- platz um 6.05 Uhr abfahren, der letzte von beiden Endhaltestelle» um 0.36 Uhr. Sonntags wird der Betrieb erst morgens 7.10 Uhr aufgenommen. Die Wagen verkehren in Abständen von 10 bis 12 Minuten. In der Sandgrube begraben. Drei Arbeiter verschüttet. Zn s a t t o w i h wurden drei Arbeiter, die vor dem Regenwetter in einer Saudgrube Schuh suchten, von einstürzenden Sand- masscn verschüttet. Der Unfall ist erst nach zwei Stunden bemerkt worden. Als man sich daran mochte, die verschütteten auszugraben. war es bereit» zu spät. Die drei Arbeiter konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Kind von einem Tanzbären getötet. Auf einem Privotgrundstück waren die Mitglieder eines Wunder- zirkus bei Wandsbek damit beschäfttgt, die Zelte für ein Gast- spiel aufzubauen. Ein Tanzbär wurde während der Aufbau- arbeiten so mangelhaft verwahrt, daß ein auf dem Platz spielendes dreijährige, Kind in feine Nähe gelangen konnte. Der Bär, der zwar festgemacht war, zog das Kindzu sich heran iind brachte ihm so schwere Verletzungen bei, daß es später im Krankenhaus ge starben ist. Die Kinder der Zeitlager-SIuderrepubllk Rhein-Ramedy treffen »ach vierwöchigem Aufenthalt am Sonntag, dem 4. August (heute), auf dem Schlesischen Bahnhof ein. 50 0 Rote Falken und Helfer kommen gesund und gekräftigt zurück in die riesige arbeiterfüllte Weltstadt, um hier in Familie, Schul« und Gruppe den Geist der Kiuderrepublik, den Geist froher sozialistischer Gemeinschast weiter�upflegen. Zum Empfang sinken sich die hier anwesenden Kinderfrcundegruppen mit den Helfern und alle Eltern, Sonntag, 10.30 Uhr(7Z4 Uhr abends), auf dem Kü striner Platz(Ostbahnhof) ein. Di« Kinder werden dort aus- marschieren. Sassierle Gelder verloren. Ein alter Parteigenosse, Rudolf Kühn, Sandcrstraße 24, bittet uns mitzuteilen, daß er auf dem Wege von der Friedelstraße in Neukölln bis zur Pflegerftraße kürzlich einen Geldbeutel mit kassierten Geldern der Volkssürforge verloren hat. Der Finder wird herzlich um Rückgabe gebeten. Oer R. 1 f? 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Solche Zeiten benutzen in der Regel diejenigen Wirtfchastskreise, die an hohen Zöllen interessiert sind, um die Lage ihres Wirtschaftszweiges in den MHtersten Farben zu malen. Bekannt ist, daß diesmal die Garne npd Rohgewebe erzeugende Baumwollindustri«, die schon immer zu den Freunden hoher Zölle gehörte, seit langem alle Minen springen läßt, um eine Erhöhung der jetzigen Garnzölle um etwa ivOProz. und der Gewebezölle um 120 Pro z. zu erreichen. Um den Boden für das Gedeihen jener Pläne vorzu- bereiten, wich» noch bekanntem agrarischen Muster geklagt, was das Zeug hält. Und da die Propagandisten sür höhere Zölle wissen, daß der großen Mehrheit des deutschen Volkes die Zusammenhänge im Wirtschasts- leben unbekannt bleiben, so wird es mit der objektiven Darstellung der Verhältnisse nicht sehr genau genommen. Wir er- leben es daher, daß die Forderung der höheren Zölle mit der Behauptung zu begründen versucht wird, die Löhne der deutschen Textilarbeiter seien so hoch, dafz ohne höhere Zölle die ganze Industrie zugrunde gerichtet werde. Und besonders jetzt, nachdem der Schiedsspruch in der Streitsache der schlesischen Textilindustrie nach sicbenwöchiger Llussperrung der Arbeiter für verbindlich erklärt worden ist, überschlägt sich die Unternehmcrpreste förmlich in Entrüstungsrufen gegen die Gswerkfchasten. den Schlichter, den Reichsarb eits- minister und gegen das ganze Schlichtungswesen. Da muß doch den Herrschaften einmal gesagt werden, daß ihre Entrüstung künstlich ist: künstlich und gemacht, weil die Macher der in die Press« gesandten Cntrüstungstundgebungen genau wissen, daß s i e es selbst gewesen sind, die jenen Kampf in der schlesischen Textilindustrie heraufbeschworen haben, und ge- macht, well diese Entrüstung dazu dienen soll, die zwei Eckpfeiler der deutschen Lohnpolitik, die Arbeitslosenversicherung und das amtliche Schlichtungswesen zu beseitigen bzw. als Schutz gegen Lohndrücker«! und Verelendung der Arbeiter unbrauchbar zu machen. Es ist in der Oeffentlichkeit viel zu wenig bekannt, daß die schlssd lchen Textilarbeiter die Lohntaris« nicht gekündigt hatten. Sie wurden gekündigt van der Unternehmererganisatis n, die bei der ungünstigen Konjunktur den geeigneten Zeitpunkt für gekommen hielt, einen tariflosen Zustand herbeizuführen. d.h. einen Zustand, in dem es in dos Belieben der Unternehmer gesetzt sein sollte, welchen Lohn sie zahlen wollten. Daß die Arbeiter diesen, die Untergrabung ihrer Existenz bezweckenden Angriff der Unternehmerorganisation abzuwehren suchten, kann man ihnen wahrhaftig nicht verargen. Sie stellten also, nachdem der Kampf von der Unternehmer feite eröffnet worden war. um neu« Tarif- Verhandlungen zu ermöglichen, die Forderung aus Erhöhung der Löhne. Und nun entwickelte sich jenor siebenwöchige Kampf, indem die Unternehmerorganisation zur Aussperrung schritt. Es sollt« gewissermaßen die Generalprobe sein. Führt« die Aus- fperrunng zu einer Niederwerfung der Arbeiter, dann war der Weg gezeigt, wie es im übrigen Reiche gemacht werden sollte. Es ist behauptet worden, die Unternehmer wären xu Psrhand- kvngen und zur Verständigung bereit gewesen, sie hätten aber vom Seichter verlangt, daß erst an Ort und Stelle, also in Schlesien, Unterstichungen über die Lag« der Industrie vorgenommen würden. Man wird dem Schlichter Philipp, der in Schlesien wohnt, nicht nachsagen können, daß ihm die Verhältnisse der schlesischen Textil-> industrie unbekannt seien. Cr hat den Unternehmern in tagelangen Verhandlungen Gelegenheit gegeben, ihre Ansichten vorzutragen. Und sie haben reichlich davon Gebrauch gemacht. Und der zweite Schlichter, Dr. Engler, ist über den Philippschen Schiedsspruch nicht hinausgegangen. Das Verlangen der Unternehmerorgantsation, in Schlesien Untersuchungen anzustellen, hotte nur den Zweck, die Eni- scheidung noch weiter hinaus zu ziehen, in der Hoffnung. der vuudesgenosss Hunger werde so stark aus die Widerstaigdskrast der Ausgesperrten drücken, daß si« das Diktat der Unternehmer annehmen müßten. Darauf ließ sich Dr. Engler, der Zeit genug gehabt hatte, sich bei den Herren zu informieren, die schon vor ihm in tagelangen Verhandlungen alle Einzelheiten der Lage kennen gelernt hatten, nicht ein. Und so verloren die Strategen der Unternehmerorganisation die Aus- sperrung, da es in der Tat nicht mehr zu verantworten gewesen wäre, die Tausende armer Arbeiter und die Dutzende anner Gemeinden unter den Wirkungen des Unternehmerkampses leiden .zu laflen. Und nun, wo dies« U ntertie hmer s trategi« ihr« verdiente Nieder- lag« erlitten hat. schäumt man dort vor Wut und kühft sein Müt- chen an den Arbeitern. Warum eigentlich höhere Textilzölle? Wenn man nun aber jetzt gar noch herkommt, um, wie es in der Unternehmerprell« geschieht, dieses Kesieitreiben gegen die Arbeiter zur Propaganda für höhere Textilzölle zu benutzen, so muß doch einmal mit aller Deutlichkeit gesagt werden, warum die Garn- und Gewebehersteller der Baumwollindustrie die höheren Zölle haben wollen. Nicht der angeblich hohen Löhne wegen, son- dern um eine Schutzzollmouer auszurichten, die es ihnen ermöglicht, 1. die Preise aus dem Inlandsmarkt um die Höhe des Zolles zu steigern: 2. ähnlich wie in der eisenerzeugenden Industrie mit ihren Halbfabrikaten. die Produktion so zu kontingentieren, daß alle Baumwollspinnereien und-Webereien bei verminderter Produktion rentabel werden. Das ganze läuft auf ein« riesig« Verteuerung der Halb- und Fertigsabrikat« aus Baumwolle hinaus. Die Baumwollspinnerei ist nämlich in ollen alten euro- päischen Baumwollindustrieländern weit über den Bedarf hinaus entwickelt. Dazu kommt, daß ihr in der Erzeugung oon Garn aus Kunstseide ein von Jahr zu Jahr gefährlicher werdender Konkurrent entstanden ist, weshalb die Aussicht schwindet, die voll« Kapazität der Betriebe ausnutzen zu können. Das ist ja nicht nur in Deutschland so, sondern in Eng- land, Frankreich, der Tschechoslowakei, Amerika usw. Im April dieses Jahres standen in den Vereingten Staaten 4H Millionen Vaumwollspindeln still. Da Deutschland das gelobt« Land dar Syndikate und Kartell» ist, so soll der sonst unvermeidlich werdende Auswerzungsprozeß der Ziwielen durch die Kontingentierung ersetzt werden. Man schränkt die Produktion nach dem Bedarf ein, und um die dadurch herbeigeführte Unrentabilität in eine Rentabilität umzuwandeln, braucht die Baumwollspinnerei die hundert- prozentige Zollsrhöhung. Den Webern, die den Roh- stofs verteuert bekommen, will man den Mund stopfen, indem man ihnen einen nock) um 20 Proz. höheren Zoll zugesteht. So liegen in Wahrheit die Dinge. Es find nicht die angeblich hohen Löhne der Arbeiter, die die Zöllerhöhung nötig machen sollen, sondern es ist die durch Drosselung der Produktion geplante gewaltige Steigerung der Preise für Garne und Gewebe. für Wäsche und Kleidung. Dagegen haben wir uns mit aller Kraft zur Wehr zu setzen, vom Standpunkt der Konsumenten, wie auch der Produzenten. Denn erhöht« Garnzölle bringen verminderte Konkurrenzfähigkeit der weiterverarbeitenden Industrie, die den größten Teil der Arbeiter beschäftigt. Gparkassentagung in Königsberg. Nach zweijähriger Paus« findet am g. September in Königs- berg der fünfte allgemein« Sparkasien- und Kommunalbankentag statt. Die für diese Tagung vorgesehenen Berhandlungsgegenstände sind von allgemeiner Bedeutung, nicht zuletzt auch für die Ar- beiterschaft, dem, in einem Staate wie Deutschland, wo um die Demokratisierung der Wirtschaft gekämpft wird, ist es in hohem Maß« wichtig, was mit den bei den deutschen Sparkassen gesammelten Geldern geschieht. Di« Hauptthemen sür die Körngsbcrger Tagung heißen„Sparkassen und Arbeitnehmerschaft*, „O e s f e n t l i ch e Bausparkassen* und..Spartassen als Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre*.'Alle drei Themen sind wichtig, und die Oeffentlichkeit wird aus die Königs- berger Tagung und die dort zu fastenden Einschließungen zu achten haben. Der Großhandele-Zvdex ist zum 3l. Jul, gegenüber der Bar- wache(1913— 100) von 137,6 aus 1.38,4 Proz. gestiegen. In der Hauptsache hat sich der Index für Ägrarstosfe erhöht, und zwar um 1,7 Proz. auf 133,7 Proz., wobei wiederum die Preise für V i e h und Dieherzcugnisse am stärksten gestiegen sind. Kleinbürgel Oer Verband der Warenhäuser soll aus der Hauptgeme.n- schaff des Einzelhandels ausgeschlossen werden. Im September d. I. wird die Hauptgemcinschost des Deutschen Einzelhandels in Hamburg ihre Jahrestagung abhalten. Aus einer Veröffentlichung aus den Verbandskreisen der deutschen Waren- Häuser erfährt man jetzt, daß sür die Hamburger Tagung e i n Antrag vorliegt, den deutschen Warenhausoerband aus der Haupt- gemeinschoft des Deutschen Einzelhandels auszuschließen. Würde dieser Antrag angenommen und durchgeführt, so wäre die bisherige wirtschaftspolitische Einheitsfront des privaten deutschen Einzelhandels im kleinen und großen gesprengt. Es handelt sich bei dem Antrag also um eine Spaltung der Hauptgemeinschast, die«ine selb- ständige Wirtschastsvertretung der deutschen Warenhäuser unabhängig vom übrigen Einzelhandel zur Folge haben könnte. Es ist gleichgültig, welche Gruppen des deutschen Einzelhandels hinter dem Ausschließungsantrog stehen. Die Tatsache kenn- zeichnet den Geist, der vielfach noch in den Kreisen des deut- schen Einzelhandels lebt. Es ist ein sehr dilettantischer, weit von ollen kaufmännischen und volkswirtschaftlichen Ueberlegungen entfernter Kleinbürgergeist, der aus dem Antrag spricht, ein Geist, der freilich in den letzten Jahren, und zwar nicht ohne Schuld der Re- gierungen, wieder sehr an Boden gewonnen hat. Es ist derselbe Geist, der sür volkswirtschaftlich« Notwendigketten»md Unaus- Weichlichkeiten jedes Verständnis vermisten läßt. Es ist natürlich, wenn die deutschen Warenhäuser sich aus einem solchen Antrag nicht viel machen. Die Kraft der Waren- Hausentwicklung liegt in der lapttalsmäßigen Ueberlegenheit und der daraus sich ergebenden Einkaufs- und Organisatlonsvorteile, die selbstverständlich auch der Masse der Käufer nicht verborgen bleiben können. Demgegenüber ist der kleinere Einzelhandel keines- wegs waffenlos. Es besteht durchaus die Möglichkeit, durch eine gute Kredit- und Einkaufsorganisation mit viel Ersolg die Position des kleineren Einzelhandels zu verteidigen. Bedauerlich demgegen- über, daß man sich in den letzten Jahren wieder auf die alten und schlechten Kampfmittel der Vorkriegszeit besonnen hat, durch st e u e r- liehe Ausnah mebedingun gen einen vollen Erfolg er- zielen zu wollen, der niemals erreicht werden kann. Der neuerliche Kampf gegen die Warenhäuser ist auch für die Zlllgemeinheit interessant, weil er eine Parallele darstellt gegen die ebenso unzulänglichen als schikanösen und unmoralischen Versuche. die deutschen Konsumvereine in ähnlicher Weise zu bekämpfe». Die Mannheimer Genossenschaftstagung der Deutschen Konsumvereine hat ja kürzlich ein erschreckendes Bild davon gegeben, wie durch provokatorische Spitzelkäuse der Versuch gemacht wird, den Konsum- vereinen Gesetzes- und Statutenverletzungen nachzuweisen, um aus diese Weise die Steuerbehörden gegen die Konsumvereine zu Hetzen Bekannt ist ja der traurige Erfolg, den diese provokatorischen Spitzel- Methoden beim Reichsfinanzhof in München gehabt haben. Diese kleinbürgerlichen Methoden, die wahrlich dem Einzelhandel nichts nützen können, scheinen jetzt auch gegen die Wareichäuser angewendet zu werden. Es ist mir schade für die dabei ver'- geudete Kraft, die natürlich dem Ausbau der Selbsthilfe- arganisationen des kleineren Einzelhandels verloren gehen und das Tempo der Selbsthilf« v«rlangsamen muß. Di« Arbeiterschaft ihr«rs«its kann diesem Kampf gelassen zusehen. Sie muß nur dafür sorgen, daß sie gegenüber diesem kurzsichtigen und brutalen Klein bürgergeist ihre eigenen Kansumorganisationen weiter ausbaut und Angriffe gegen ihre ruhige Weiterentwicklung weiterhin mtt aller Energie abwehrt. tlmsaheniwicklung im Maschinenbau. Die Ausfuhrffeigerung in den letzten fünf Iahren. Der Verein deutscher Maschinenbauanstalten hat in der von ihm herausgegebenen Zeltschrift„Maschinenbau* eine eingehende Untersuchung über die Umsatzentwicklung in der Maschinenindustrie und der deutschen Gesamtwirtschast von 1924 bis 1928 angestellt. Das Ergebnis dieser Untersuchung zeigt, wie das Ausland m wachsendem Maße als Käufer deutscher Maschinen in Betracht kommt und welche Aufgaben der deutschen Handelspolitik für die Zukunft daraus erwachsen. Die ständig zunehmende Industrialisierung der Weit, die in den nächsten Jahrzehnten zweifellos eine weitere Verstärkung erfahren wird, macht es In der Tat zu einer der dringendsten Aufgaben der deutschen Handelspolitik, der deutschen Maschinenindustrie, als wichtigsten Exportzweig, die Einfuhr nach anderen Ländern zu ebnen. Natürlich läßt sich-der Weg sür die deutsche Exportindustrie nicht mit einer Handelspolitik frei machen, die ihrerseits mit Hilfe hoher Zollmauern die Einfuhr ausländischer Waren a b d r o s s e l t. Der Vergleich der Entwicklung des innerdeutschen Marktes der Cciicj bleibt eben ein Typ, eine Klasse für sieb. Und wie nur überlegenes Können den Sportfreund wahrhaft begeistert, so ist Caid in ihrer Höchstform das Entzucken aller wahrhaftTabakkundigen. 5 PF 5 PF. und miidZ*- daqu 7cLlAMjUA,6iJtAßj-! Gesamtwirtfchaft und des innerdeutschen Maschinen- marktes ergibt, daß die Gesamtwirtschaft in Deutschland von 1S24 bis 1928 ihren Umsatz um 87 Proz., die Maschinen- industrie ihren Umsatz im Inland dagegen nur um 69.9 Proz. ausdehnen konnte. Dieses Zurückbleiben der Maschinenindustrie hinter dem Jnlandsumsatz der Gesamtwirtschaft hängt offenbar mü der Tatsache der Uebersetzung im Maschinenbau und des maschinellen Ueberbestandes in der gesamten Industrie nach der Inflation zusammen. Die Stillegung vieler Betnebe und die Ver- legung ihres Maschinenparks in die weiter arbeitenden Werke tat in den ersten Iahren nach der Inflation ein Uebriges, um den In- landsumsatz im Maschinenbau nicht in Schwung kommen zu lassen. Ein wesentlich anderes Bild zeigt dagegen der Auslands- markt. Die deutsche Gesamtausfuhr zeigt in den fünf Iahren eine Steigerung von 77,8 Proz. und unter Berücksichtigung der Reparationslieferung eine Steigerung von 99,4 Proz. Die Fertigwarenausfuhr wuchs uni 71,6 bzw. um 81,2 Proz., sie bleibt also hinter der Ausdehnung der Gesamtausfuhr zurück. Dagegen übertrifft der Steigerungsgrad der ZNafchineninduftrie diese beiden Ausfuhrgruppen ganz erheblich. Die stärkere Aufnahme- fähigkeit des Auslandes steigerte die Maschinenausfuhr um rund 159 proz. und einschließlich der Reparationslieferungen sogar um 20? proz. Besonders bemerkenswert ist, daß der Maschinenexport nach Westeuropa und den Vereinigten Staaten um ?08 Proz., nach Osteuropa um 164 Proz., nach Nord- und Südeuropa um 90 Proz., dagegen nach Südamerika nur um LI Proz. gestiegen ist. Die große Ausdehnung des Maschinen- cxports nach Westeuropa ist in erster Linie auf die A u s w i r k u n- gen des deutsch. französischen Handelsvertrages vom August 1927 zurückzuführen, dessen Kündigung bekanntlich im April von schutzzöllnerischen Textilindustriellen gefordert wurde. Die noch stark zurückgebliebene Steigerung der Maschinenausfuhr nach Südamerika zeigt deutlich, in welchem Maße noch Aus- dehnungsmöglichkelten für den Absatz der deutschen Maschinenindustrie auf dem Wellmarkt bestehen. Ausschwung der Moiorradindustrie. Verdreifachter Absah an Kleinkrafträdern. Die Entwicklung der deutschen Motorradindustrie Im laufenden Jahr wird durch«ine stürmisch« Nachfrage nach Klein- krafträdern gekennzeichnet. Noch im Jahre 1927 stellt« sich die gesamt« Produktion auf nur 11 713 Einheiten, stieg dann im ersten' Halbjahr 1928 auf 18 900, um im Zwesten Halbjahr die bisher höchste Zahl von 45 399 Einheiten zu erreichen. Diese kräftige Entwicklung hat sich im ersten Halbjahr 1929 in unvermindertem Tempo fortgesetzt. Bis Ende Juni betrug die Pro- duktion 61 899 Einheiten, also rund das Zehnfache gegenüber dem ersten Halbjahr 1927. Der Mehrabsatz an Kleinkrafträdern hat sich auf Kosten der Großkrafträder vollzogen, deren Gesamtproduktion mit 41599 Rädern bis zum Juni um etwa 19 Proz. hinter dem Umsatz von 1928 zurückblieb. Das Gesamtergebnis des ersten Halbjahres 1929 ist für die deutsche Kraftfahrradindustri« trotzdem glänzend. Bis End« Juni wurden etwa 115 990 Krafträder gebaut, so daß bei vorsichtiger Schätzung das Jahrescrgebnis eine Produktionsleistung von etwa 199 999 Krafträdern ausweisen wird. Damit würde die deutsche Industrie auch den bisher stärksten Motorradproduzenten England mit etwa 169 999 Krafträdern jährlich übertreffen. Die Krafträderindustrie in den Dereinigten Staaten ist nicht so stark entwickelt, da der hohe Grad der Masienkaufkraft es der ameri- konischen Bevölkerung leicht macht, sich das billige Volks- a u t o anzuschaffen._ Oer Höhepunkt! Vayern nur bayerische Autos— so will es die bayerische Regierung. Es gibt im Wirtschaftsleben der Völker Auffassungen und Dummheiten, die nicht auszurotten sind. Dazu gehört auch jene psychologische Spielart der Schutzzollpolitik, mst der man die Bürger eines Landes ermahnt, keine ausländischen Waren zu kaufen, selbst dann, wenn diese biMger sind. Jedem Deutschen ist bekannt, wie ffir deutsche Autos, deutschen Wein und deutsche» Bier mit den auf die Sentimentalität der Staatsbürger spekulierenden Parolen geworben wird:„Deutsche tauft deutsche Autos', „Deutsche trinkt deutschen Wein',„Deutsche trinkt deutsches Bier'. Aber was sich das bayerische Ministerium des Innern kürzlich geleistet hat, dos stellt diese Unternehmerdummhesteu well hinter den Schatten. Wie der Neichsocrband der deutschen Automobilindustrie mit- teilt, hat das bayerische Ministerium des Innern die staatlichen und städtischen Behörden Bayerns angewiesen, beim Bezug von Last- kraftwagen und Motoromnibussen künstig nur noch baye- rische Fabrikate zu berücksichtigen! Das ist denn doch das tollste, was die bayerische Eigenart, die wahrlich nicht arm an ähnlichen Blüten ist, bisher hervorgebracht hat. Es ist wirklich überflüssig, noch lange Ausführungen darüber zu machen, daß die Auffassung der bayerischen Regierung, in sämtlichen deutschen Staaten durchgeführt, innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches die Durchführung des Wirtschaftskrieges bedeuten würde. Wie die bayerische Regierung wohl schreien würde, wenn dem- nächst der preußische Innenminister eine Verfügung her- ausgeben würde, nach der in Preußen nur preußisches Bier getrunken werden datf! Man kann eine solche Verfügung der bayerischen Regierung nur tieser hängen, aber es ist wahrhaft s ch a n d v o l l, daß es eine Regierung in Deutschland gibt, die sich zu solchen Kinkerlitzchen bereitfindet. Für die gute Lage des Steinkohlenbergbaues hat das Landes- arbeitsamt Rheinland in Köln wieder ein interessantes Merkmal festgestellt. Die Gesamtzahl der Arbeitlosen liegt noch den Fest- Stellungen des Landesarbeitsamts Rheinland um 12 Proz. über dem Stande des Vohrjahres. Die Arbeitslosigkeitszifsern der Bergarbeiter dagegen liegen um fast 25 Proz. unter dem Stande der entsprechenden Zahl des Vorjahres. Dabei muß noch berücksichtigt werden, daß die Intensivierung der Bergbaumethoden inzwischen fortgeschritten ist und heut« für die gleiche Leistung weniger Arbeiter gebraucht werden als früher. Im Wefle der Iwonasvollstreckuna werden fola-nd- Gwnftäud« ijffentlicki meiftMclcnb ßeflctt Barzaliluna»er- ßcUllct: Saancrstait, lxn 8. Anavit 182«, vor. mutans 10 Uii, Staatliifc« Pfasdtammer, Iänctßt. M: Schreib maschii«!!. Marmornschrr, fflqu. rftt, Echreibtisch mit Sessel. Svrech. arvarat mit Platten, Einner-Niid- Maschine. Donners tan, den 8. Auanst 182». mittans 12 Ulli, Staatliche Psandlammer. Sl!ässer Str.7<: fateneinrichiunfl, Tabakmaren. il lavier, Schreibtische, Schreibmaschine. Berlin, den Z. Auausi 1329. 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Ohne Mitgliedsbuch und Funktionär forte lein guirUl. Bau- und Geidschranii- sciiiosser Dienstag, den 8. Angnst. norm. 10 Ahr. Im Zimmer 28 des Verbandshausea,£!nienstrahe 83,85| Sitzung dar zentrai- Streiltleltung mit der Betrleüs- streixieitang Wir ersuchen, dah ieder Betrieb seine| Mitglieder der Elreitlestung zu die Sitzung entsendet. Vertrauensmanner Sie Verirauensinännerlonferenz des 8. Bezirks säill diesen Monat aus. Betrieusrate Haoptgrugpe III. uniergruppe 8. 9 und 10 Die für Dienstag, den 8. Angnst, an gesetzte Betrtebsrätekonserenz findet wegen der am gleichen Tage statt findeaden Versammlung der erweiterten Ortsoerwaltnnz nicht statt. 5ptelplsn unserer flnllntabfeUnng. Zn der Wache vom 5 bis U. Angnst: L Brand in Kasan 2. Technischer Film. 3. Humoreske. Zn der Woche vom 12. bis 18. Angnst: 1. Der lebende Leichnam. IRach dem Drama von Tolstoi) 2. Technischer Film. 3. Humoreske. Zn der Woche vom I». bis 25. Angnst: l. Verirrte Jugend. 2. Kristalle des Lebens. 8. Humoreske. Anfrogen wegen Ueberiassung und Besuch der Abteuung stnd teletchomlch oder schrisl- «ich an die Knituradteiinng lBnrrau Linirnstr.«Z 85, Zimmer 20) zu richtrn via Orlsrenvaltiiag. Deutsche Ledorwarenfabr Zentrale Alt-Moabit 130 KottäusserOammTS Greif swalder Stf.? Androsss raße 40 Sc dz.. Herbert.rtr. 4 mvalidenstraße 7 Char!., B«marckstr. 73 Chausseestr.00-92 Spand., Bahnhof«tr. 4 Neueröffnet amer Volkskanfhaas Roscnthalcr Str. 58 Eigene Konditorei gratis f. u nsere Kunden Berliner hier Könnt Ihr siedeln I | Wir verkaufen unsere Parzellen schon bei klcins er Anzahlung [gegen 60 monatsraten« Michendorf stätten. ab Wannsee 7 42, 8.4L, 9.42. 10.42. 11.12, 12.12 usw. ftünbl., direkt am Dauerwald, unweit herrlicher Seen, Bau- erlaubnis. kein Bauzwang. elettr. Licht Wasser, Vertrzmt jcd. Dienstagg Donnerstag und Sonntag 10 bis 0 Uhr auf dem GelSndc in MI diendorf>$ cb merb er ger Strafe 1 5a(V erkaoislanbe neben der Villa). Siedler» karte 30 Pf. 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Wenn zu Hause das Leben zu ärmlich ist, um die Kinder durchzufüttern, wird der Junge bei einem Onkel untergebracht, der Pastor in Nordland ist. Der Knabe hat eine schwere Jugend: Religion, Arbeit, Schläge. Aber die großen Eindrücke aus der harten Natur des Landes dringen tief in das kindliche Gemüt«in, und des Jungen einziges Vergnügen ist, stch zu verstecken und einsam in Wäldern oder auf dem Kirchhof zu träumen. Was ist Hamfun nicht alles gewesen? Der Ernst des Lebens beginnt mit einer Stellung im Kramladen des Handelsplatzes Tranöy.(Der Duft dieses Ladens und des Städtchens ist in der Seele des jungen Hamsun zum Erlebnis, zur Dichtung geworden. Die Tragödien und Komödien menschlicher Leidenschast, die der Heranreifende in diesem Milieu gesehen hat, sie kehren verwandelt und doch anschauuntzsstark in den besten seiner Romane wieder: in „P a n", in„R o s a". in„B e n o n i", in„L a n d st r e i ch e r" usw.) Weiter reißt das Leben den Mittellosen durch vielerlei Berufe: Schuhmacherlehrling, Volksschullehrer, Amtsgehils«. Schon damals schreibt er kleine Geschichten und Novellen. Aber kein Kritiker, kein Literat ahnt etwas von diesen Zlrbeiten, die in irgendeinem Nest auf Kosten des Derfaffers gedruckt werden und erscheinen. Heute reißen sich die Bibliophilen um die wenigen selten gewordenen Exemplare, die noch existieren. 1880 sitzt Knut Hamsun in Christrania und schreibt und schreibt... Schreibt Novellen und Zeitungsartikel, von denen er manchmal für einige Tage Brot hat: dann ist er wieder Straßenarbeiter, Tagelöhner irgendwo aus dem Land.„Es war in unserer grünen Jugend"— jagt Hamsun in„Unter Herbststcrnen", einem seiner späten Roman«, in dem er als alternder Gelegenheitsarbeiter auftritt, um noch einmal das harte und freie Dasein zu erleben—„wir tanzten in dem traurig- sten Schuhwerk die Wege entlang und aßen, was wir gerade bekomme» konnten, da wir nur wenig Geld hatten. Wenn wir aber außer- dem noch Geld übrig hatten, dann gab es Tanzerei für die Mädchen. Ein großer Schwärm unserer Arbeitsgenossen beim Wegbau hängte sich uns an, und die Frau im Haus verkaufte Kaffee, daß sie reich davon wurde. Dann arbeiteten wir wieder die ganze Woche hin- durch mit Lust und Liebe und sehnten uns nach dem Samstag". 1882 geht er nach Amerika; hat das Glück, als Schreibgehilfe bei einem unitaristischen Prediger unterzukommen, eine Stellung, die ihm Gelegenheit zu literarischer Arbeit gibt. Aber Krankheit, eine Lnngenblutung, zwingt Hamsun ins Krankenhaus, und als ein auf- gegebener Mann kehrt er nach Norwegen zurück. Ein Freund pflegt ihn bis er gesundet, und wieder— 1886— sitzt Hamfun in Ehristiania: sucht Beschäftigung, nichts glückt ihm; kaum, daß er sich von dem Geld für einige Zeitungsartikel durchfristen kann.(Der Roman„H u n g« r" ist das erschütternde Epos, die wahrhaftige und doch ins Dichterische erhöhte Chronik dieser Not.) Zum zweiten Male fährt Hamsun nach U. S. A. Seine Träum« vom Dichtertum sind ausgeträumt,.. Wieder geht er den schweren Weg des Gelegenheitsarbeiters. Cr ist Pferdcbahnschaffner in Chicago, Minenarbeiter, Schlafwagenkontrolleur, Farmarbeiter in Norddakota. Das barbarisch rauhe Leben, die gewaltsam« An- ivannunz dieser Arbeit, die todmüden Nächte und die glühenden Tage, wo Mann auf Mann gepfercht ist— Auswurf der Menschheit, der hier zusammenkommt— sich Kamerod und Feind zugleich sind durch die schreckliche Spannung der Nerven: diese Zeit ist in der wunderbaren Skizze„Auf der Prärie" lebendig. 1888 schreibt Hamsun in Kopenhagen„Hunger"— den Nomon, der Ihn berühmt gemacht hat. Er wird von Edvard Brandes entdeckt. Brandes— wie er selbst berichtet— schon im Begriff, das für sein« Zeitung viel zu un, fangreiche Manuskript dem Verfasser zurückzugeben, steht in diesem Augenblick in das Gesicht des zerlumpten Bittstellers und ist erschüttert, daß er nickt glattweg Nein zu sagen wagt. Abends beginnt Brandes in dem Manuskript zu blättern, liest, ist gepackt, überwältigt, und der Aufstieg Hamsuns beginnt. Von setzt an lebt der Dichter abwechselnd ln Ehristiania und Paris. Die Bohcm«. deren Ssthetist-rende und schmarotzende Roll« in der modernen Kultur Hamsun so oft verspottet hat, sieht ihn selten in ihrem Kreise. John Landquifl erzählt Geschichten von Hamsun, die des Dichters große Lebenskraft und seine mächtige Phantasie beweisen. Es sind die Streiche eines Uebermütigen, wenn er nach einem Zechabend olle leeren Droschken in der Gasse mietet und alle Blumen, die die Stroßenverkaufer seilhalten, aufkauft Oder: ein Freund klagt über Durst, unmenschlichen Durst Hamsun ruft den Kellner und bestellt— 25 Flaschen Bier. Hamsuns äußeres Leben wird, da er berühmt ist, immer an- sprmhsloser. Er ist ohne Eitelkeit, vertieft in das natnrlicke Leben imd in die Arbeit der Gestaltung dieses Seins In der Dichtung. Er lebt mit seiner Familie auf dem Gut Nörholmen. Im Jahre 1920 erhält er den Nobelpreis— eine Ehrung, die diesem Mann, der als Taglöhner begann, keinen höheren Ruhm zu verleihen vermochte, als die tiefe Echtheit seiner Dichtung. Oa6 Werk. In unserer Gegenwart, in dieser in Sachlichkeit gleichsam er- sroicnen Welt, wirken ergreifend wie sommerlicher Atem die Stimmen einer Zeit, die ein Anfang war und die nichts wollte als bas warm« blutvoll« Leben: das brodelnde, strömende Leben, den Dunst des Tages und die Atmosphäre des Menschen— auszudrücken in der künstlerischen Gestallung. In unserer Zeit trägt die geforderte und gewollte große Form den Sieg davon über den Stimnmngs- kern des schöpferischen Erlebnisses. Er wird aufgezehrt, und leer steht die prunkvolle Attrappe des künstlerischen Gebildes. Der Im- pressionismus durchbrach die Gesetze der Form, um keinen Hauch vom Kern der schöpferischen Tat zu verlieren, um die eben erlebte Empfängnis mit ihren ganzen Schauern und Wallunzen ins Werk trogen zu können. Die Roman« Hamsums sind das wunderbarste Beispiel einer solch«« Arbeit Leine Schöpfungen werden uns nicht als Kunst bewußt Man liest diese Geschichten, als wenn man sie erlebte, als wenn die eigenen Sinne das Leben dieser Menschen schlürften. Nur die Kraft der Eindrücke, der Reichtum des atmosphärischen Spiels, die Süßigkeit des Erlebnisses beweist, daß dieses Leben ge- läutert(erhöht) Dichtung geworden ist Das Thema Hamsuns ist Eros, lllicktf die Liebe des Herrn X. zu Fräulein?)., sondern das ewige Fluten des zeugenden Gottes, das Schreiten Pans durch die Welt Man kann bei Hamsun nicht von einer Entwicklung sprechen. Was Hamsun in junger" und„P a n" vom Ueberirdischen im Irdischen gewußt hat, ist auch Inhalt und Vorwurf seiner letzten Werke. Es ist dieselbe lebendig« Kraft, die jedem noch so sachlichen und trockenen Satzgefüge, ebenso wie der phantastischsten Legende die unerhörte Spannung gibt, gleichsam mit einem Druck des Pinsels Wirkungen von farbigster Fülle erzielt. Menschen, Gespräche, Ge- schehnisse spielen im Kreis« des einfachsten Lebens. Hamsun hat sich immer wieder spöttisch und feindlich über die Neunmalklugen geäußert: über den Magier des Nordens, den alten Ibsen, der die Weisheit von jenseits der Erde wußte, und doch so veraltet ist. daß feine moralischen Entscheidungen überlebt schmecken. Trotzdem ist Ibsen ein philosophischer Geist von größtem Ausmaß, aber, was er mühsam erkennt, ist nur ein kleiner Teil der Welt, die Hamsun gestallet. Denn dem Dichter Hamsun wurde ln der Wieg» geschenkt. was andere vielleicht niemals erfahren. Dichter wie Hamsun bringen ihr Wissen mit auf die Welt. Er ist ein Mensch der Begnadung. Es gibt Nomone aus jeder Lebensepoche, die von Anfang bis zu Ende in einem einzigen Atem geschaffen scheinen; von Ansang bis Ende gleichsam in einen einzigen Dogen gespannt stnd. Zu ihnen zähll das Erstlingswerk„H u n g e r". dann„Pan" und„Mysterien", und von den letzten Werken „Segen der Erde",„Unter H e r b st st« r n e n" und„Ge- dämpstes Saitenspiel", sowie die erschütternden„Kleinen Erlebnisse". Und es gibt aus späten und frühen Zeiten Werke Hamsuns, deren Fluß unterbrochen ist, in denen man die Krost der Erfindung erlöschen fühlt: aber es gibt keinen Roman Hamsuns, der nicht des Gcnießens lohnt«. In„Redakteur L i n g e",„D i e Stadt Segelsoß", in„Weiber am Brunnen" und vor allem in den nicht mehr bühnenwirksamen Schauspielen sind Teile von so dichterischer Erkenntnis, von einer bebenden Feinheit der Psychologie und des Ausdrucks in einer Anspruchslosigkeit gegeben. zu der die moderne Dichtung, die mit groben Kontrasten(Leben und Tod, Gott und Blut usw.) dekorative Wirkungen zu erzielen gewöhnt ist, keinen Zugang mehr findet. Geschichtlich steht Knut Hamsun am Anfang des Naturalismus. IJfta» hat Einfluß von Dostojewski in dem Roman.junger" zu wirken geglaubt: aber wer kann wissen, ob der Abenteurer Hamsun Dostojewskis Werke gekannt hat.— Die rätselhaft« Gesetzlichkeit eines Zeitstils ist nicht so einfach zu deuten. Welten trennen die Lebenserfassung Hamsuns von dem dämonischen Rüsten: Welten trennen diesen Nordländer von den üppigen Rationalismus Z o l a s. Wenig« Fäden nur führen zu dem objektiven Artismus, den G o n- c o u r t s, und verglichen niit Balzac und F l a u b e r t ist Hamsun ein Lyriker. Und doch gehören die Menschen dieser Zeit in einem Wcsenhaften zusammen, daß sie von dem Vorher und unserem Nachher trennt: in der Vergöttlichung des Alltäglichen, im köstlichen Handwerk der Kunst Kurt O f f e n b u r g.' 3tige Slramm: SOTglolm SommeT Ruhig liegt das Meer. Fern vom Horizont ziehen weiße Segel, die dunkle Rauchsahne eines Dampfers. Der weiße Strand leuchtet in Sonne. Bunte Wimpel flattern. Kinder jauchzen. Der Wind fingt in den Dünen... Irma Losch liegt im Sand, die Arme hinter dem Kopf ver- schlungen. Unendliches Blau spannt der Himmel über ihr. Immer war es so... träumt sie... Wind und Welle, gelöste Glieder, Einssein mll dem ewigen Rhythmus des Meeres. Glück blüht in ihrer Seele und nichts fragt: Woher und zu welchem Ziel?... Gab es einst auch anderes? Eine große-Stadt, Hasten, Lärm, Staub, das Klingeln eines Weckers im Morgengrauen, überfüllte Autobusse, Arbeit,. Maschinenklappern, die nörgelnde Stimme eines Chefs... Well... well liegt alles hwter ihr. Wird es einmal wieder sein? Heute noch nicht, morgen noch nicht, übermorgen?.. Wie unendlich fern ist übermorgen!... Kinder lachen. Ein großer, bunter, aufgeblasener Gummiball fliegt hoch in die Luft, landet gerade zu Irmas Füßen. Uebermütig springt sie auf, schleudert den Ball zurück, selber ein Kind in dem kurzen, buntgestreiften Badeanzug und den braungebrannten, schmalen Gliedern. „Danle schön! Der Ball saß!" lacht eine Männerstimme und schon fliegt der Ball zurück und wieder hin. Zwei junge Menschen lachen sich entgegen. .Schon lange hier an diesem gesegneten Strand?" fragt der junge Mann und wirft sich ausatmend in den Sand..Ln der Ein- samkeit ist's doch am schönsten, nicht?" „Traumhaft ist dieser Sommer," antwortet das Ptädchen,„diese leuchtende Stille in den Wä'dern... und das Lied des Meeres... immer möchte ich dem lauschen." „Gut haben Sie es!" sagt der Mann. „Ja!" antwortet da? Mädchen und weiß nicht, was er meint. aber fühlt, daß er recht hat. „Ich komme direkt aus Heringsdorf," lacht der Mann,.da ist es weniger romantisch, aber unterhaltsamer. Donnerwetter, Be- trieb, sage ich Ihnen. Da kommt das Strandkasino hier nicht mit." .So?" sagt das Mädchen etwas verwirrt und sucht in den Taschen des Bademantels nach ihrem Taschenspiegel... Herings- darf... denkt sie... mondäne Eleganz... und du hast heute noch nicht einmal in den Spiegel geschaut... „Erholen aber kann man sich hier Richer bester," urteilt der junge Mann,.nicht wahr, Fräulein... Frän'ein?" „Irma Losch!" ergänzt das Mädchen. „Gerhard Römerl" der junge Mann versucht, sich halb auf- richtend, eine übermütige Verbeugung. Irma hat gar nicht hin- gehört, sie sieht nur das Blitzen seiner Augen, das braungebrannte, schmale Gesicht, das tadellos sitzende, wollene Badetrikot... und denkt... Märchenprinz!... Alles erfüll� sich... alles ist so selbst- verständlich..'.„Kommen gnädiges Fräulein heute abend ins Strandkostno, bitte, bitte!" Der junge Mann hebt die Hände wie ein bettelnder Junge, als er einen Augenblick Abwehr in den Augen des Mädchens lieft. Da lächelt Irma Losch. „Ja!" flüstert sie und denkt an singende Geigen, cm roten Wein in geschlissenen Gläsern, an Korbsessel auf der Terraste und Mondschein über dam dunklen geheimnisvollen Meer... Unter dem Dach des niedrigen Fischerhauses nisten die Schwalben. Ein paar Sonnenblumen lehnen am niedrigen Zaun des kleinen Gartens, eine grüngestrichene Bank steht vor der Tür, darüber ein Schild„Sommerwohnung zu vermieten!" Ilso Losch ist in ihrem Zimmer, in dem nur ein Bett steht, ein Schrank, eine Waschkommode, ein Stuhl und ein wackllger Tisch mit einer Plllschdccke. Sie kleidet stch um. Durch das offene Fenster trägt der Wind herben Geruch des Meeres und fernes Abendglockenläuten. Sie nimmt das einzige Seidenkleid aus dem Schrank und denkt... eigentlich wolltest du hier ja gar nicht tanzen... Das kann man auch in Berlin haben. Ein klein wenig Unruhe wacht in ihrem Herzen auf. Plötzlich wünscht sie auf einem umgestürzten Fischerkahn zu sitzen neben dem alter Fischer Karsten, der die Netze flickt. Ein roter, feuriger Ball, versinkt die Sonne im Meer. Kleine sanfte Wellen spülen Muscheln an den Strand... Irma Losch hat gar nicht gewußt, daß es hier so viele Menschen gibt Sie hat die ersten Tag« so abseits gelebt, so ein- gesponnen in sorglose Sommerseligkeit. Sie kennt den Fischer Karsten und die Muhme Brüse und viele, kleine, nackte Kinder am Strand, aber die vielen mehr oder weniger eleganten Menschen an den Tischen im Kasino kennt sie nicht. Sie weiß nicht einmal, ob sie Gerhard Römer wieder erkennen wird... Suchend sieht das Mädchen um sich. Manche Blicke begegnen ihr, doch der Gesuchte ist es nicht. Auf der Weinterraste sitzt ein Herr im Abendanzng. Fremd sieht er an ihr vorbei. Sie wird rot > und gäbe etwas darum, jetzt einsam am Strand lausen zu können...-' Da endet die Musik jäh mit einem Trommelwirbel, einem ' Paukenschlag, ejnem Anfjauchsen des Saxophons. Das Mädchen dreht sich um und sieht gerade in Gerhard Römers lachende Äugen. ! Das dunkle Haar fällt ihm lockig in die Stirn. Er trägt ein weißes j Hemd, dunkle Beinkleider und bläst das Saxophon in der Jazzband.... „Sind Sie sehr enttäuscht?" fragte er sie einen Augenblick später... „Rein!" sagt das Mädchen und kann lachen und möchte am liebsten hinzu setzen: So pasten wir ja viel besser zusammen. „Mögen Sie mich auch so noch?" fragt er leiser,„so... als wandernden Musikanten." „Ich...ich bin ja auch nur Buchhalterin," stottert sie ehrlich. ..Mädchen!" jauchzt da der junge Mann und ergreift ihre Hände.„Werden wir uns morgen früh wieder treffen? Wollen wir die Sonne aufgehen sehen oben auf der Höh«, wo der Leuchtturm steht? Oder wollen wir noch heute nacht«ine Mondscheinfahrt machen weit aufs Meer hinaus?.... „Alles... alles wollen wir," lächelt dos Mädchen.„Am Strand wollen wir wieder spielen mit dem bunten Ball wie die Kinder... und Märchenschlöster bauen aus dem weißen Sand... Muschel- palöste... durch die Felder wollen wir laufen und die Lerchen jubeln hören.. den schönsten Sommer wollen wir haben... den sorglosesten Sommer!" Wie weit liegt alles andere zurück: Die große Stadt, die kleinen Sargen des Alltags... die eintönige Arbeit... Wird das einmal olles wieder sein? Heute noch nicht, morgen noch nicht... über- morgen?... Wie unendlich fern ist übermorgen! Orilße an dlamjun ©erhart Hauptmann veröffentlicht in der„Literarischen Welt" einen Gruß an Hamsun, in dem es heißt:„Worin feine Größe liegt? Im einen wie im anderen: in der Beschränkung und in der Grenzenlosigkeit... Ich, der ich große Borbilder immer idieder leidenschaftlich suche, verehre uns, inn durch sie belehrt zu werden. mit meiner eigene» Mangelhaftigkeit vergleiche, blicke seit Iahren immer wieder auf diesen Mann in Nordland." Und die 27 deutschen Dichter, die sich in dieser Zeitschrift zu Grüßen an Hamfun zu- sammenfinden. drücken ihre Verehrung allermeist in der superlativen Form aus. Hermann Hesse bekennt. Hamsun sei ihm seit 20 Jahren der„liebste unter den lebenden Dichtern". Emil Ludwig, Ernst Toller, Walter Hasenclever, Karl Scheffler nennen ihn kurzweg den größten, den bedeutendsten. Alfred Döblin schreibt:„Den Freund, Liebhaber und Anbeter der großen Natur— grüßt ein Mitfreund, Mitliebhaber, Mitanbeter." Und die anderen versichern, er sei mit 70 Jahren der jüngste von allen. RenS Schickele entnimmt den „Landstreichern" das tröstliche Bewußtsein, daß ein Genie gar nicht altern kann. Und Oskar Loerke schreibt:„In Hamsuns Werk ist Friede zwischen den Mächten großer Kunst und großer Natur. Wir fragen nicht, ans welcher Vergangenheit Hamsuns Meisterschaft komme und wohin sie uns führe. Wr feiern vor ihm das Seltene: die Gegenwart eines hohen Dichters." Georg von der Bring schreibt: „Ich habe mit Leutnant Glahn den kleinen kohlschwarzen Post- dampfer sich vom Meer in die Bucht hineinarbeiten sehen. Hab« wie er auf meine Uniform gewartet und kein Aug« von ihm gelassen. Ich bin bereit gewesen, Viktoria vergoldetes Holz in den Ofen zu legen und würde für Knut Hamsun das gleiche tun." Dieser Au«. druck leidenschaftlicher Liebe kehrt immer wieder, von dem Gruß« Gerhart Hauptmanns cm:.Lieb« dem. der sie weckt— Knut Hamsun!" 3)ie„gute alle SBeii". Jm Spiegel»freier Arbeiterbriefe. Die Zeit vor hundert Iahren, mit der wir den Begriff Aemüt- lichkeit und Behaglichkeit verbinden und die mancker Dichter, vor ollem Gegrg Hermann uns durch feine gemütvollen Gestalten nahegebracht hat, steht besonders lebhaft vor unseren Augen, wenn wir den Namen Adolf Glahbrenner nennen, diesen echten Spreeathener, dessen Typen: Nante, Stipper, Guckkastenmann, Nentier Buffey, wohl als unsterblich bezeichnet werden können. llnbestechliche Lebensbeobachtung war fein Ziel in allem, was er schrieb. Das bürgerliche Berlin der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ersteht in seinen Dolksszenen mit einer Lebendigkeit, wie sie sellen von einem Schriftsteller erreicht ist. In dem Nachlaß dieses im Jahr« 1876 gestorbenen Humoristen fanden sich Manuskripte, deren Komik etwas Unwiderstehliches hat. Da ist zum Beispiel der Brief eines Bäckergesellen, der bei dem Königsstädter Theater als Komiker engagiert werden wollt«. »Herr Direktor! Euer Wohlgeboren! Noch bin ich keiner. Aber ich mechte, weil mich viel dran liecht. gern einer sind. Ich bin immer lustig, auch ist meine Lust ganz nach ihrem Wunsch, denn Sie wünschen welche, und ich möchte gern Emsr werden. Ich bin von chemischer Geburt, denn mein Vater war ein unverheirateter Apteekergeselle, der mir aber so erzoch, wie«ine Mutter, die zu früh für mir starb. Weshalb ich gewiß Bäckergeselle wurde. Sechs Jahre war ich stehend in Condizion und ging erst rn's siebente Jahr, weil in Hamburg ein Fetter von mir logierte, der mir kaum gesehen hatte als er sogleich starb. Dieses Unglück hat im dessen auf mir als Komiker keinen Einfluß gehabt. Ich war nur zwanzig Jahr, und schon eine unversorchte Weise, welches Sehr Betriebt für mich war, doch weil meine Natur viele lustige Temprraments hat, ging ich auf ein Schiff über den See noch Eng- land, wo man noch dazu damals engelisch sprach und mir nicht de- greifen konnte, wie ich ihn nicht. Natürlich konnte ich mir da nicht lang» unterhalten und wurde Bettler aus reinen Mangel an das notwendigste. Darum bin ich nicht lange da gewesen: man ließ mir auch richtig Fort, trotzdem war ich immer lustig, und wieder in der See, Arm von Weltmeer. Aber das Schicksal verfolgte mir. einen so schlechten Wind haben Sie auf der See noch nicht gehabt, als wie ich drauf war und wahr meine Iesundhett eine Qual, denn vierzehn Tage kam der Wind zur Schikahne, bis wir an das Ufer jeworfen wurden, wo auch gleich Land war. Nun aber keinen Iroschen. Holländischer Grund brachte mir bettelnd nach Berlin, weil ich hörte, daß noch ein Comedienhaus gewünscht wurde und man nicht Komieken genug Kriegen konnte, und weil ich immer lustig bin und Nichts habe, will ich auch dazu gehören, wozu ich mir Anbiete. Namenllich bemerke ich, daß ich lesen und schreiben kann. Luch sind mein« Orjahne ausjebildet und meine Gestillkuhlationen immer sehr anständig. Und immer lustig. Ich bin verweile Werk- meister, well er krank, und auch das Fieber hat, solange bis er yzieder Werkmeister ist. Als solcher intrimsstisch bitte ich um ein« ergebenste Antwort. Derwelle Werkmeister. mit Achtung und Diensteifer Friede Grabing.� Ein anderes Schreiben ist ernsteren Gehalts. Es ist eine Ein. gäbe an den König. „Lieber König Wohlgeboren! Magesteht! Aus unterteenjen Herzen schreibe ich an Ihn, mit mein Blut und Tränen, denn ich bin«in janz armer Mann, der nicht weis, wo er Haupt herkriechen soll, und wo Er sein Brod hinlegen soll. Sie sind wohlhabend und kennen Ein unterstitzen, der ein Untertan von Ihn ist, und der in elend ist wie viele sind, die nicht König Magesteht sind, was nicht Jeder sein kann, sondern sich so lange rechtschascn er- nehren mutz biß er nicht mehr kann. Dann muß er sich an den juten König Magesteht wenden, well er sich nich mehr ernehren kann, un weil so viel Unjlick is, des die meisten Arbeiter nichts zu essen haben, und doch Jeden Menschen sein Brod zukommt, weil er sonst nich Unterthan sein kann und seine Kinder von den Staat ernehren kann. Eier Wohlgeboren König Magesteht sind so jut«in Mensch wie ich, und wenn Sie nichts zu essen hätten, dann wirde ihnen auch hungern, und dann wirden Sie auch klagen, daß Sie ihre Prinzen nich er. nehren kennten, wehrend sie jetzt zu leben haben. Ich war früher Weber und habe es orndlich lernt und habe meine Abjaben orrtd- (ich jezahlt, was von so einem armen Man viel is un ich nich einseh«, warum solche arme Menschen noch was abjeben müssen. Aber nu kann ich keine arbeit mehr rriegen und Hab« Unglück, un nu möchte ich den lieben König Wohlgeboren Magesteht bitten, daß er mir allens das Ield wiederjiebt, was Ich vor den Staat jejeben habe, weil der Staat nischt vor mir jedhan hat und dos Betteln nich erlaubt is. Bielleicht ist es möglich, daß«in Paar Man Soldaten entbehrt werden können, wovon ich denn mit meine Familche janz jut leben kennt, und wollte jerne arbeiten. In Erwartung einer schnellen, jehorsamen Antwort un jütigen Bescheid herzlich stützen Ihr, König Magesteht Wohlgeboren mit Respeckt Gottlieb Kreese, früher Weber. König Magesteht Wohlgeboren, ins Paleeh, Schildwache vor de Thüre, Zeughaus jejenüber.� Das Gesicht des Biedermeiers sieht uns an, das lachende und das weinende— und wir ahnen die tragische Maske der„guten, alten Z-itI'_ SKuriofe Chargen am englischen Wofe Noch heute gibt es am Hofe des Königs von England eine Reche von Hofämtern, die chre Existenz eigerttlich nur der zähen Beharrlichkett verdanken, mit der die Engländer an Sitten und Ge- bräuchen festzuhallen gewohnt sind. Die Aemter, die eigentlich mchrs anderes als Sinekuren sind, belasten den königlichen Haushatt in nicht geringem Maße, und so ist es nicht verwunderlich, daß man gelegertt- lich hört, es sei wieder einmal eines dieser Ueberbleibsel aus dem Mittelalter den Notwendigkeiten der Gegenwart geopfert worden. Man sollte es kaum für möglich hallen, daß sich zwei besonders kurios« Funktionen bis in unser Jahrhundert erhallen haben und erst von Eduard VII. abgeschafft werden konnten: die des„königlichen Bierkosters* und jene des„Fängers der königlichen Mäuse�. Der königliche Mäusefänger«rhiell ein Iahresgehall von 5000 Mark. außer einer Entschädigung für die Anschaffung von Fallen und den Unterhall der Katzen. Di« Stelle war unter Karl II. geschaffen worden. Der„Liertoster� erhielt zwar nur ein Iahresgehall von etwa 1000 Mark, dafür durfte er aber über alle angebrochenen Flaschen, die auf der königlichen Tafel standen, verfügen. Eduard VII. hob auch den Posten des„Entkorkers� der Flaschenposten auf, der während der Regierung der Königin Elisabeth eingeführt worden war. In jener Zell brauchten die Nachrichten lange Zell, um an den Ort der Bestimmung zu gelangen. So erfuhr auch die Königin die Besitzergreifung von Nowaja Selmja durch die Holländer erst durch ein« Flasche, die die Ebbe an den Strand spülte und die an den Ersten Lord der Admiralllät gerichtete Meldung enthiell Daraufhin wurde dann der erste Lord selbst zum Entkorker der Flaschen im Ozean ernannt, eine Charge, die bis vor nicht allzu langer Zeit bestand. Die Königin Viktoria endlich war es, die«ine der kuriosesten Hofchargen beseitigt«: jene des königlichen Stell- Vertreters der königlichen Kinder. Es war das ein Angestellter, den' die undankbar« Aufgab« zufiel, die— Schläge zu erhalten, die die königlichen Kinder sich durch irgendein« Missetat verdient hotten. Expedition mim Studium des gorills Gleich zwei in jeder Beziehung hervorragend ausgerüstet« Expe-- dllionen werden die Amerikaner in nächster Zeit aussenden, um den Gorilla in seiner Heimat in Afrika zu studieren. Die eine wird von der Columbia-Universität ausgesandt, und das amerikanische Museum für Naturgeschichte in New Dock wird sich daran beteiligen, die zweit« Expedition geht von der Vale-Universttät und vom Carnegie- Institut in Washington aus. Beide Expeditionen werden völlig getrennt vorgehen und haben auch sehr verschiedene Ziele. Di-' New Dorker Expedition will sich ausschließlich dem Studium der Anatomie des Gorillas widmen. Die Bale-Expedition wird sich dagegen ausschließlich der psychologischen Erforschung des Gorillas widmen, seinem Verhalten in der natürlichen Umgebung, um über seine Geisteskräfte Aufschluß zu erlangen. Gorillas werden heute nur noch in zwei Gebieten gefunden. Das eine ist die Bergregion um den Kivu-See im nordöstlichen Teil des belgischen Kongolandes, das andere liegt Hundert« von Meilen entfernt, nahe der Westküste von Afrika und zieht sich In das fran- zösische Kongogebiet hinein. In früheren Zeiten waren die Gorillas über weit« Teil« der Erde oerbreitet, aber sie sind jetzt nur noch hier zu finden, und um st« vor der vollständigen Vernichtung zu schützen, hat der König von Belgien im Jahre 1925 ein Gebiet von über 1000 Ouadratkilometer im nordösttichen Kongoland als Schutz- gebiet für sie erklärt. Die New Borker Expedition wird nun die Erlaubnis einholen. zwei alle männliche und zwei alle weibliche Tier« in diesem Schutz gebiet der Belgier und ebenso viele auf französischem Gebiete zu töten. Durch diese Arbellen soll«in vollständiger Attas der Gorilla- Anatomie für die medizinischen Kollegs hergestellt werden. Beide Expeditionen werden große Stationen errichten, die ihren verschic denen Zielen entsprechen, auch verschieden ausgerüstet werden. Mar erwartet, daß die Gorillas, durch Neugier und Hunger angezogen. in den Bereich der Stationen kommen und so Gelegenheit zu einer eingehenden Beobachtung geben werden. Akeley hat die Erfahrung gemacht, daß sie sich durchaus an di« Gegenwart des Menschen gr wähnen. Kinoaufnahmen und Photographien sollen dies« Studien ergänzen. spart Seife! Weiches Wasser erhöht die ��schwirkung! WciA wie Regenwasser wird das Wasser durch einige Handvoll Henko-Bleidisoda, die Sie stets vor Bereitung der Waschlauge in den mit kaltem Wasser gefüllten Kessel gehen sollten. Nur so nutzen Sic das Waschmittel voll aus, nur so haben Sie eine vollkommene und waschkräftige Lauge mit wundervoller Schaumbildung. Die Parole jeder rechnenden Hausfrau heißt beim Waschen: Nur in Originalpackung-niemafs(ose. Hergestellt in den Persil-Werken 7ir. 361* 46. Jahrgang S. Beilage des Vorwärts Sonntag. 4. August 192. Oer Zweck der lügenhehe. Die Arbeitelosen sollen befirast werden. Di« sogenannt« Reform der Arbeitslos enversiche- r u n g wird bekanntlich betrieben unter dem drfppelten«äilagwort der Sanierung der Reichsanstalt und der notwendigen Sparsamkeit bei den Reichsfinanzen. Es ist erbaulich. gerade d i e Kreise von der lltotwendigkeit des Sparens so viel reden zu hören, di« von dieser Notwendigkeit nicht im geringsten über- zeugt sind, wenn ste selbst die Reichsfinanzen in Anspruch nehmen. Und das geschieht wahrlich nicht so selten. Wenn man den Reichs- Haushalt durchgeht, dann staunt man über die Suboentionspolitik unter den verschiedensten Formen, die sich bei uns eingebürgert hat. Was wind nicht bei uns alles„bezuschußt", gefördert und unterstützt! Es sind aber nicht die Arbeiter und Angestellten, sondern es sind immer wieder die Unternehmer in Industrie, Handel und Lankmirtschaft, die hier aus dem Reichssäckel bedacht werden. Die- selben„notleidenden" Kreise schreien nun seit Wochen und Monaten, well der Staat, wie es das Gesetz vorsieht, der Reichsonstolt durch Darlehen über den katastrophalen Winter hinweggeholfen hat. Der letzte Winter, darüber sind sich olle einig, war eine Natur- katastrophe. Seit 200 Iahren hatten wir keinen Winter von solcher Strenge und Dauer. Nur auf diese Naturkatastrophe ist es zurück- zuführen, daß die Reichsanstalt gezwungen war, beim Reich Darlehen in so großem Umfange aufzunehmen. Nun sind Naturkatastrophen schon öfter vorgekommen. Jedes Jahr gibt es irgendwo in einer Gegend Deutschlands Ueber- schwemmungen. Sofort rufen die betroffenen Grundbesitzer nach staatlicher Hilfe, die ihn«n auch prompt zuteil wird. Nicht immer trifft die Anlieger von Flüssen eine solche Katastrophe unverschuldet. Längst notwendige Bach und Flußregulierungen werden immer wieder hinausgeschoben, bis dann eine Ueberfchwemmung eintritt. Der Staat ist ja dazu da, um den Grundbesitz zu helfen. Denn eine Naturkatastrophe aber die Besitzlosen trifft, ja, Bauer, tonn ist es etwas anderes! Dann muß gespart werden. Und mm nimmt man die Naturkatastrophe des letzten Winters zur Grundlage von Berechnungen, LI« keinen anderen Zweck haben, als die Arbeitslosenunter st ützung zu beschneiden und di« Arbeitslosenversicherung ihres sozialen Charakters zu entkleiden. Man tat so, als sei es etwas ganz Unerhörtes, wenn öffentliche Mittel verwendet werden, um Notleidende zu unterstützen..Not- leidende" Ruhrindustrielle,.notleidende" Agrarier,.notleidende" Flugzeugsabrikanten..notleidende" Schiffsreeder ufw. usw.: I a! Aber notleidende Arbeiter: Nein! Das ist Derschwendung, das untergräbt.di« öffentliche Moral". Es ist aber noch gar nicht so lange her, es sind noch keine zwei Jahre her, als das Reich, die Länder und Gemeinden alljährlich ganz erhebliche Mittel für die Arbeitslosenfürsorge aufbrachten. Und ist etwa Deutschland eine Ausnahme? Wie steht es denB in den anderen Ländern mit der Bereitstellung von öffentlichen Mitteln zur Unterstützung der Arbeitslosen? Eng- l a n d, das feit zehn Jahren unter einer ganz außerordentlichen Arbeitslosigkeit leidet, hat ein Arbeitslosenoersicherungsgesetz, das ganz erhebliche staatliche Zuschüsse zur Arbeitslosenversiche- rung vorsieht. Im Durchschnitt leistet der englische Staat etwa 27 Proz. der Beiträge, die zur Unterstützung der Arbeitslosen auf- gebracht werden. In Polen, wo gleichfalls eine Pflichtversicherung gegen Arbeitslosigkest besteht, zähst der Staat etwa ein Drittel der Kosten. In Oe st erreich werden zur Pflichtversicherung gegen Arbeitslosigkett 16 Proz. aus öffentlichen Mitteln aufgebracht. In anderen Ländern, wo nur eine freiwillige Bersicherung besteht, ist der Anteil des Staates ein weit höherer als in den Ländern nüt Pflichtversicherung. Bestünde keine Arbeitslosenversicherung, würden die Lasten des Staates dann geringer sein? Die Arbeitslosen und ihre Familien müßten dann aus der Wohlfahrtspflege unterstützt werden, und die Lasten würden ganz unvergleichlich höhere sein als sie es selbst zu Zeiten der Arbeitslosensürsorge waren. Nun aber haben die Gewerkschaften darauf gedrungen, daß im Interesse der Selbstverwaltung und des Rechtsanspruchs die Arbeits- losenfürsorge umgewandell werde in eine Arbeitslosenversicherung. Es kam, bevor noch di« Berwaltung der Reichsanstall organisiert war, dl« Naturkatastrophe de» letzten Winter», verbunden mst einer absteigenden Konjunktur. Wie würden sich in einem gleichen Falle die Besitzenden verhasten haben? Sie hätten nach Staatshilfe gerufen. Sie hätten nachgewiesen, daß der Staat die verdammte Pflicht Hobe, die Reichsanstall für diese Naturkatastrophe schadlos zu halten. Was aber taten die Gewerkschaften? Aus ihrem Berantwort- lichkeitsgefühl heraus für diesen Staat erklärten ste, daß die Arbeiterschaft bereit sei. die Reichsaustall zu sanieren, die Beitragsleistung so zu erhöhen, daß die Reichsanstalt in die Lage versetzt werde, einen Notstock anzusammeln und das Darlehen nach angemessener Frist zurückzuzahlen. Man sollte meinen, daß die Besitzenden erstaunt sein würden über soviel Opferbereitschaft. Das Gegentell trat ein. Es wurde eine maßlose Hetze gegen die Arbeiterschaft in der gesamten Presie entfacht. Man behauptete, daß die Arbeiter, die durch den langen und strengen Winter und durch die Wirtschaftskrise arbeits- los geworden waren, nicht arbeiten wollten. Es wurden Schwindelnachrichten verbreitet, die lebhaft an die Schwindelnach- richten bei Ausbruch des Krieges erinnetten. Die gesamte bürgerliche Presie, von der völkischen bis zur demokratischen,.machte sich ein de- sonderes Bergnügen daraus, die Arbeitslosen durch Verbreitung dieser Lügen zu verhöhnen. Der Zweck dieser Lügenhetze, die ausging und weitergetrieben wird von der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, liegt jetzt klar zutage. Nicht angebliche Mißbräuche sollen befestigt, nicht die Reichs- anstast soll saniert, nicht die Reichsfinanzen sollen geschützt werden, sondern die Unterstützungen sollen abgebaut, die Arbeitslosenver- sicherung soll ihres sozialen Charakters entkleidet werden. Die am schwersten Not leiden, die durch die Schuld der Unternehmer und der kapitalistischen Wirtschaftsordnung arbeitslos, oft untr lange arbeits- los werden, sie sollen mit der Kürzung und mit dem Ent- zug der Arbeitslosenunterstützung bestraft werden! � Die bürgerlichen Parteien müsien von allen guten Geistern ver- lassen sein, wenn sie auch nur einen Augenblick ernsthaft glauben, daß zu einem solchen Unternehmen die Sozialdemokratische Partei Hilfe leisten könnt«. Länderkonferenz in München. Die unqeduldiaen Arbettqeberverbände. Der Handelsdienst des Wolf-Bureaus meldet aus München: „Ueber das Ergebnis der Beratungen der Sachverständigenkommissison zur Reform der Arbeit-losenoersisterung fand gestern in München unter dem Borsitz des Ministerialdirektors Dr. Weigert vom Reichsarbeitsministerium eine vorbereitende Slussprache der Sachbearbeiter der Länderministerien statt. Sobald die Reichs- regierung den Entwurf für eine Novelle zum Gesetz der Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung fertiggestellt hat, werden sich die Regiernnaen der Länder mit der Angelegenheit befassen" Nach dieser Meldung scheinen die Sachbearbeiter der Länder- Ministerien einfach von den Beschlüssen der Sachverständigen- Kommission Kenntnis genommen zu haben, ohne dazu Stellung zu nehmen. Die„Konjunktar-Körrespondenz" dagegen meldet, daß die Münchencr Konferenz Beschlüsse gefaßt hat. die im wesenttichen übereinstimmen mst den Beschlüssen der Sachoerständigen-Kommission. Dazu bemerkt die.Konjunktur-Korresponlenz" aus Eigenem: .In Fachkreisen ist man auch mst den neuerlichen Stellung. nahmen nicht sonderlich einverstanden! es wird z. B. eine restlose Klärung der Heimarbeiterfrage innerhalb der Arbests- losenversicherung vermißt. Auch befürchtet man. daß der politische Kampf um das Gesetz Kompromisse, z. B. bei der neu anzusetzenden Anwartschaftszest usw., zeitigen wird, die den Reformcharakter der Aktion und damit auch den Erfolg In bezug auf die Finanzen der Reichsanstatt in Frage st«llen können." Wie erinnerlich, hatte die.Bayrische Stoatszeitang" vor Ein- berufung der Länder-Konferenz die Mitteilung verbreitet, daß der Reichsarbeitsminister der Länderkonferenz«inen Referenten- e n t w u r f zur Arbeitslosenversicherung vorlegen werde. Auch der Inhalt des Entwurfs wurde in dieser Mitteilung angegeben. Das Reichsarbeitsministerium hat die Mitteilung der Bayerischen Staats- zeitung dementiert. Nun flattern wieder allerlei Enten über diese Länderkonferenz auf. Di«.Fachkreise", die noch der.Konjunktur-Korresponden.z" mit der vermuteten Stellungnahme der Länderkonferenz noch nicht zu- frieden sind, dürften leicht zu erraten sein. Die Herren von der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sind etwas ungeduldig und scheinen zu fürchten, daß nicht alle ihre Blütenträume reifen werden. Eine amerikanische Labour Party? Die ersten Versuche. New York, 3. August. sCigenbericht.) Die neue amerikanische Arbeiterorganisation. die von linken Elementen der American Federation of Labor unter dem Namen„Conference sor Progressive Labor Action" ins Leben gerufen wurde, eröffnet in ihrer ersten Delegiertenoersammlung be- friedlgende Ausblicke auf die weitere Entwicktang dieser mehr Initia- tive in den amerikanischen Gewerks chaftekreiscn fordernden Körper. schaft. In längerem lehrreichen Vortrage berichtete der Gewerk- schaftler M u st e, der bekannten Brockwood-Arbeitcr-Schule, über die erfreulichen Fortschritte der amerikanischen fortschrittlichen Gewerkschaftsbewegung, in gewerkschaftlicher wie politischer Beziehung. Auch die wachsende Solidarität in den New-Orleane-Konsliktcn, die Siege der Beileidungsarbeiter über hartnäckige Gewerkschasts- feinde in Philadelphia, die Zunahme der Mitgliedschaft der amerika- nischen Lehrerorganisation um SO Proz und der beachlliche Erfolg der Kleiderarbeiter in New Jork sind als erfreuliche Anzeichen einer Belebung und Wiedererstarkung der amerikanischen Gewerkschaften zu betrachten. In politischem Sinne sind ähnliche Keime des Wachstums sichl- bar. In Los Angeles wurden bei den Gemeindewahlen über 70 000 sozialistische Stimmen abgegeben, in Elizabethtown, im Angesichte des Unternehmerterrors, sechs neue sozialistische Mitglieder in den Stadtrat entsandt, und ähnliche Erfolge in New Bedfor und ander- wärts erzielt. Mehr und mehr macht sich auch in amerikanischen Arbeiterkreisen die Notwendigkeit eigener politischer Aktion gegen die im Bunde mit den Industriellen arbeitenden bürgerlichen Par- teien fühlbar. Nach den bisher vorliegenden Berichten haben sich die Arbeiterorganisatwnen von über 12 Bundesstaaten der neuen fortschrittlichen Gruppe angeschlossen. ANgemeinverbindlicher(Schiedsspruch. In der Leipziger Metallindustrie. Leipzig, 3. August.(Eigenbericht.) Das fest dem 1. April 1929 gellende Lohn- und Fcrienabkommen für di« in den Betrieben der Leipziger Metallindustrie beschäftigten Arbeiter ist mit Wirkung vom 1 Juni 1929 vom Reichsarbeitsminister für allgemeinverbindlich erklärt. Damit fallen alle Betriebe, die dem Verband der Metall- industriellen. Bezirk Leipzig, nicht angehören, mster diese Derein- barung. Für die Lehrlinge wurde durch Schiedsspruch folgendes fest- gelegt: Die Aufwandsentschädigung für Lehrling« beträgt: im ersten Lehrjahr 4 Mk. im Zwesten Lehrjahr 6 Mk.,-m dritten Lehrjahr 9 Mk und im vierten Lehrjahr 12 Mk. wöchentlich. Die Lehrlinge erhallen im ersten Lehrjahr 12 Arbeitstage Ferien, im zweiten bis vierten Lehrjahr 6 Arbeitsag« Ferien und Fortzahlung der Auf- wandsentschädigung. Dieser Schiedsspruch tritt mit Wirkung vom 21. Juni 1929 in Kraft, da er vom sächsischen Schlichter für ver- kindlich erklärt wurde. Durch di« Verbindlichkeit ist der Schieds- spruch Gesetz geworden, und di« Innung ist verpflichtet, diesen Schiedsspruch zu erfüllen. Verschärfung im Vaumwotlkampf. Versuch einer Vermittlungsaktion London, 3. August.(Eigenbericht.) Die Riesenaussperrung in der Baumwoll- Industrie wird mtt Beginn der kommenden Woche ein« weitere Verschärfung erfahren, da es dem Druck der Unternehmer- Organisationen gelungen ist, 80 Betriebe, die bisher zu den allen Lohnsätzen arbeiten ließen, zu einem solidarischen Vorgehen mit den übrigen Unternehmern der Baumwollindustri« zu bewegen. Die Zahl der Ausgesperrten erhöht sich dann auf über 500 000. Neu ans- gesperrt werden 13000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Bürgermeister der von der Aussperrung am schwersten be- trossenen Städte Lancafhires haben in einer Konferenz in Blackpool die Möglichkeit einer Vermittlungsaktion erörtert und den Oberbürgermeister von Blackpool beauftragt, in ihrem Namen mit beiden Parteien in Verbindung zu treten. Lohnbewegung der WachangesteMen. Hinein in den Verband? Die Wachangestellten Berlins befinden sich in einer Lohn- bewegung. Der Deutsche Verkehrsbund als zuständige Organisation hat den Manteltaris und das Lohnabkommen zum 31. August g e- kündigt. In dem strengen Winter 1928/29 hat man auf die Arbeiter hin- gewiesen, di« besonders unter der Kälte zu leiden hatten. An die Wächter dachte man wenig oder gar nicht. Es gibt bei den Wach- gefellfchaften Abonnenten, die aus das Wetter bzw. auf den Wächter keinerlei Rücksicht nehmen. Es wird streng ausgepaßt, ob der Wächter auch pünktlich erscheint. Aber auch die Gesellschaften selbst sorgen durch ihre Kontrolle dasllr, daß der Wachangestellte nicht etwa von der Kälte«ine Unterkunft auf einige Minuten aufsucht. In Berlin gibt es viele Wachgesellschaften, die erst durch Polizei- liche Kontrollen auf Grund des Konzessionsgesetzes zur Innehaltung des Tarifoertrages gezwungen wurden. Trotzdem oersuchen immer noch verschiedene Gesellschaften den Tarifvertrag zu umgehen. Bisher haben die Wachangestellten im Monat nur drei freie Nächte. Mit Recht geht das Bestreben dahin, die vierte freie Nacht zu erreichen. Was allen anderen Arbeitnehmern Recht ist, muß auch den Wach- angestellten gewährt werden. Ein Wächter, der gewissenhaft sein« Pflicht ersüllen soll, muß anständig behandelt und so bezahlt werden, daß er in der Log« ist, auch sein« Familie zu ernähren. Da die bisherigen Löhne fett einem Jahr unverändert geblieben is «■MftaWMüriyi— Mb MIliwBallwwhw« W Herren t>akli»-Afi«U9, Ctte». Od. Karamg. M.— ,•8.—.BT.—,»7.- <1 O. blM... M.—, 118.— Sommer. 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Di« Verhandlungen, die vor kurzem zum Abschluß eines ?iortfoertrog«» für die R-parationsarbetter bei der französischen Moselkanalisation aufgenommen worden waren, mußten aus Wunsch der Unternehmer zunächst bis Mitte August vertagt werden. Di« Unternehmer haben sich Bedenkzeit erbeten und erklärt, daß sie zunächst mit ihren Lieferfirmen in Fühlung treten müßten. Ein faschistischer Lohntarif. Mindestlöhne italienischer Metallarbeiter. ItaKentsch« Blätter geben bk nochstehenden Mindestlöhne bekannt. die zwischen den Beamten der Unternehmerorganlsotion und denen der Arbeit ersyndikate am 26. Juli für die Metallarbeiter der Brovinz Malland vereinbart wurden, und die am 1. August w Srast treten. Dies« Mindestlöhne betragen für die Stunde: bei spezialisierten Arbeitern 3,06 Lire; be! qualifizierten Arbeitern 2,50; nicht qualifizierten Arbeiten, 2,15—2,00 Lire; Arbeitern von 18 bis 20 Iahren 1,40 Lire; von 16 bis 18 Iahren 1,20 Lire; erwachsen« I Frauen an der Maschin« 1,30 Lire, als chandlangeeinnen UJS Lire, Kinder beiderlei Geschlechts 0,70 Li«. Für Nachtarbeit 10 Proz. Aufschlag, für die erst« U eberstund«(die zehnte Arbeitsstunde, denn durch.freiwilligen Verzicht leisten die italienischen Arbeiter die neunte Stunde ohne Lohnzuschlag) 20 Proz,, ebensoviel für die zweite und 30 Proz. für die dritte Ueberstunde oder zwölfte Arbeitsstunde. Um den Wert der Zahlen beurteilen zu können, halte man sich gegenwärtig, daß«ine Lire etwa 20 deutsche Pfennige ist, daß 1 Kilogramm Brot etwa 1,70, 1 Liter Milch 1,40, 1 Kilagrairnn Zucker 6,50 Lire kostet, ein Zimmer mit Lüchcnbenutzung etwa 100 Lire im Monat. Man bedenke auch, daß es sich bei den Metall- orbeitorn um eine Elite handelt. Generalstrelt in Rosarto erfolgreich beendet. Buenos Aires. 3. August.(Eigenbericht.) Der Generalstreik w Rosarto ist nach erfolgreichen Ver» Handlungen zwischen den Unternehmern und Arbeitern beigelegt worden. Di« Arbeit wird heut« überall wieder aufgenommen werden. KSgeammtt»«»tkche« AMMzIT�ftrieak, OttsnufAul«eNl». Mittwoch. IStt Übt, i» ftlu&lnu«, vbmtlr.& Pleno rvtrsaomiluva. XaMMtSnun«:.Um die SUfctttsrofenrerfichmmfl'. Referent floUeqe gran» Svliedt vom Bunde» vorstand. Um bestimmte» vnd nllnktliche« Erscheinen wird gebeten. Die u«,ii Delegiertenkarte ist al»«uawei, vorzeigen.»er«»est»»». t�reieGewertfchafts«)ugend Berlin Achtnag, Gruppenleiter! Bi» ,um s. August stnd die Boramneldungen silr unser« Dreoden-ffahrt am 7. und 8. September in der Zugcud. «entrale abzugeben. 0Lustendorupps des ZentrolverVaadee der Angestellten Morgen, Mvniag. find folgende Veranstaltungen: Legel-Reinicki-Korf, Wir besuchen die Bcranstaliung de» Iugendbegirls Wedding.— Webdiua» Wir treffen un» vor den Tribünen de» TportplaSe».Rebberge" und suchen ein gane in»er RSbe gelegene» Jugendheim aus. Tagesordnung: Antifrieg» oben».- Schonhanler Vorstadt: Jugendheim in der Schule stastanienallee 5!. Heimdefprechung.— Lichtenderg, Jugendheim Gunieriir. 44. Scuvpeu, desprechung.— Urban: Achiung. neue» Jugendheim! Jugendheim Tsughosen, strafi« SS(fttaunti 1)...120 Minuten Gemütlichkeit."— Tempeldos:?uacnd- heim Eermaniastr. 4— fi. Vortrag:„isiir und wider die Tode»strafe." Referent Wilhelm Lewinski.— kharlottenbarg: Jugendheim Rojlncnftt. 4 Wir befudKn die Versammlung de» Dcrbcbeeik».— Spiel»ud Sport: Sportplatz Ticrggrdn ad 18 Uhr. 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Stets hat er seine ganze Kraft liir die Organisation Und seine Berufskellegen im Graphischen Gewerbe eingesetzt In den letzten Jahren, insheaondere als Ortsverwaltungsmitglied st&ndiger Berster unserer Ortsgruppe, bat sich dar Verstorbene ein ewig bleibendes Gedenken gesichert. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.. Die OrUvcrwoltung. Am 2 August 1929 verschied plöteiich und «nerwartet unser lieber Kolleg« und Mitarbeiter, der Angestelltenraiavorsitzende. Frlte Bonhardl Im«J. Lebensjahre— Ehre seinem Andenken Das CteiAinfoeraonaJ der Firma Ullstein A.-G. Di« Einäscherung findet am Dienstag, dem 0. August. 1929. nachmittags S.50 Uhr, Im Krema torium Wilmersdorf, Berliner StraOc 103, statt. Westmann BERLIN W. MOHREN STR. 37a U-Bahn Friedrichdadt Aasg-Jldhrensh Unk_____ Ä frOher bis 33X10 Jetzt 9*8 ledca' HBn tei trüber bis 1S.OO Jeiat Bbikw biMiuk Ortsgruppe Barlla In Erfüllung einer traurigen Pflicht teilen wir ber Rollegenschaft da» nach langem Aranfenlaaer am ZI. Juli»rsolgt« Ableben de» Bahn. unterhaltungsgrbeiter» F5ans kausckei-t mit— Dle Einäscherung findet am Montag, dem S. August, ld Uhr, im grematorwm Daumichulenweg stau Ehr« seinem Andenken! Rege BeteUigung erwartet Dle Orbverweltmig. Allen B erwandten. Bekannten und Genossen, sowie Reich« bannerkamera» den die traurig« Nachricht, daß meine liebe Frau Marie Krause geh. Step In,«ach langem Leiden im 7t. Lebensjahr sanft rntfchläfen ist. Aetodold Krause Ehauffeestraße 43. Dt» Einäscherung findet am Mut. woch, dem 7. August 1 0«. um WA Uhr, im grematorium Gerichtstroß« statt. —-...... SSL Danksagung. Für bi» flbetain zahlreichen Beweise der Teiinahm» hei dem Heim- gange meine»»eben Manne», Sohne», Schwiegersohnes. Bruder«. Schwager» und Öntel» Kurt dilttoer lag« ich allen Freunden und Bekannten, in». besonder« der Direktion. Meister und Sollegen de» stleinbauwerl» Siemen«. Schuckerlwerie. den Rednern Herrn Dir. EhristtanL dem Songe»brud«r und Kollegen Star! glinge für die trostreichen Worte, dem Metnekeschen Männe«h»r Berlin li00. der Zl. Ab» teilung der SPD. unseren ttesegipsun- denen DgnL Zm Rgmen der Kinterbliebenen Martha blUtoer, geh Märten«. «« „Stadt-Land Arbeitsgameinschatt für wohnungsbaa angeschlossen: „Stadt und Land** fl. m. b. H. „Neimslalt" Q.«L b, H. „Wohnungasparvarain'* e, G. m. b. H. Wir bauen und vermieten anr Zeitz 800 Wohnungen in Neuenhagen bei Hoppegarten, Johannisthal, Lichtenberg-Frled- rlchsfelde, Marlendorf a) Wohnnngen ohne Wohnberechtigungsschein von Stube mit Kochnische(Ledigenwohnungen) von 45 Rmk. an bis 110 Rmk. b) Wohnungen mit Wohnherechtigungsachsiii r. 50 Ethk. an. In der Eigenheimsiedlung.GHlner Winkel" in Neuen- bagen können außer Mietwohnungen auch Einfamilienhäuser käuflich erworben werden. Keine verlorenen Bsuiuschüsse. AusIrin' te und Druckschriften durch die GeschäktsetoUe Breit« str. 86. Fernruf E2. Kupfergraben 5881. Bureanslucden von 9—5 TJhr. 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Gesucht Erben der verstorbenen Ehrl. Rhu Sotdendezg s Tochter de, chans der sshrtstion und der Marie Prüß), geboren in Breitenbera. Schleswig.Holstein. un Jahre 184«. gestorben in Manchester, England, im Jahr«. 1013. Der Bruder ' Erblasserin. Friedrich vrüß. friiber isfig in Kamburg, und ihre Schgx. lin«. Gb-srau de» Friedrich «über ansässt» in Beelin. oder Nachkommen werden gebeten, an den Public Truste«, Manchester. Eng. lanb. SU schreiben._______________ Von der Rehe surAdt Dr. S. Eoewn _ Havelberggr Strasse 11_ Voo dar Kala« zurRck Dr. Blumberg Fraaesarzt und Chirurg feinschlleBIich Röntgen-Mesothorigm- Radlum-Institut), TautntziensiraBe 18 �1 11 iiiiMawaitfcöii 1 11 1« a«. � Vop der Relae gurfleh A Zahnarzt Dr. Doroillskl Prinzen«11 ee 7 " 1'i aüfflk"'"' Zahnarzt Dr. Landau BoppstraBe 10. F.ek« Ko'.tbusser Damm. Gegen Wanze« Tod und Teufel Wanzenfluid.OTarttot' ffifei jede Zvsnz« ouf der Stelle und»erstört die Srutnester restlos. 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Dem Brivatkläger wird dl« Sehrt. ni, zugesprochen, da« Urteil in ilinl weiteren Fe'tunaen. welch« die ühl» Nachrede unter Bezugnabm« ib: r �-r» kuntt an» der.Ulmer Abendnvst" ver- breitet haben, binnen einer Frist von 3 Wochen nach der Zustellung einer rechlskräfllgen A»»s»rrt»un« be» Urtrll, auf«ostrn be» Angeklagten bekannt, u. machen. Beglaubigt: Evertlna. Rechtsanwalt. Ausschreiben. Di« Stell« de, Dfrettor, der»testgen Musikbochschul, nebst ltenler»«tori-a» ist sobald al»«chzlich Neu ,» besetz,». Die Besetzung loll aul P-ivotdlenstvertrg» mit stünbiaungsnech t beiherseit»»»m Abiaus de« ersten Jahre» erkotgen. Be. werber müssen neben gründlicher mustk- akademischer Borblldun»«rlindl'Se theoretische Kenntnisse und«rnkt'sbe Errahrungen nachweilcn: auch ist hervorragende allgemeinväbagoaische und mufikniidanogisch« Beranlaaun«. fawe dl» B-tähignna«>'M Dirigieren von Orchester"vd B»lk»k»nz«rten Borau»- setzung. Besonderer Wert lpird«gl vianistisch« Fäb'ikeiten ,,7«a». 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August 4929 Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin GW 68, Lindeustraße 3, ® Parieinachrichten��fürGroß-Berlin stet» an da» B«,lrl»serrrtartat t Hof, 2 Treppen recht», zu richte». iü— a � KZ Fabnen für den B-rsalfnug-tag find erbülUich In unserer«ab-en. UZ UZ vertttettsfteBe, Lindenftr. z. 2. Haf. 2 Treppen link». Zimmer 2. � Uf ossnet»an 6—17 Uhr, Mittwach» und ifreltag»»an 6—16 USr, San». � � abend, bis 13 Ilde.— ____ Montan, 5. August, 19 Vi Ubr.-rwciterte streisparstandsfidung bm Dabralilaw. Eminemllnder Str. 11. i•»t flrc'cmw5�'®i'nV~ie®ittun9 des erweiterten streisvarstande» findet bereit» .. am Mittwach. 7. Auanst, an bekannter Stell« Natt. 17..stiel, Lichtenweg. Mitwach. 7. August. 19V4 Übt,«rei-warstand-stdung bei Tempel, Sudrunstraße. 18.«tci» Weißenfee. Dienstag.«. August. 19H Uhr, findet bei«alla» die .» ��t-orN-ndaübung statt. 2N Ußr dartfelbst streisfunktianärverfammlun«. 16. Kreis Banlaw. Montag, 5. August. 20 Übt, Krei-del-glertenversammlung im Türkischen Zelt, Breit« Str. 14. All- Abteilungen müssen»er. treren sein. 2». Krei, Reiuickendars. Leute. Sonntag, Waldfest in Schuwndorf bei Tegel. ?S7n?,ei|nmft oller Genossinnen und Genossen mit ihren Angehöriaen CIl\?5l>nhofsplah in Teqel. von dort aus erfolat um 14 Uhr Abmarsch mit Mifsik nach dem s?estplat;. Mitwirkende: Vollschor Tegel, Freie Tunterschaft Grofi-Berlin. Sozialistische Arbeiter-Jugend, Genosse voffmann: Nc�ltation. Volksbelustigung aller Art für iung und alt. �ahl- reiche Be.eillgung aller Mitglieder de» Kreises sowie der benachbarten Kreise in Groß-Berlin wird erwartet. heute, Sonntag. 4. August. �,-�nfer Weg" ist vom Denassen Kresfin, Dutlißstr. Iba, abgudolln. � 2uartieradress«n fstr Reichsbannerkameraden abzugeben. 86. Abt. Rarleiiborf. Die Bezirksfllbrer werden wiederbalt ersucht, die vuar. tierlisten für die Bersassungsseier beim Abteilungsleiter Senassen Küter faiart abzugeben. 6b. Abt, ReukSII». Alle Quartier» und EammeMsten find umgebend beim Senassen Krüger. Brinz.Sandi-rn.Str. bt. 3 Tr., abzugeben. 118. Abt. Lichtenberg..Unser Weg" kann oam Senassen Kade, Sotlintestr. i. a.'gebalt werden. 136. Ab«. ReiniSendars.vst. Die Barteimitglieder der 136. Abt. beteINgen fich . geschlassen am Waldfest des 20. Kreises. Treffpunkt 1314 Uhr Babnbafs. Blaß in Tegel. 137. Abt. Reinickendari-West. Leute, Sanntag, peranstaltet der 20. Krei» ein Waldfest mit Kaffeekochen. Gemeinsamer Tresfpuiikt in Tegel auf dem Babnbafsplaß. Abmarsch nan bart mit{salinen und Musik um 1t llbr. Orbner melden stch bei dem Genassen Rabd« daselbst. 123. Abt. ESmtlich« Mitglieder der Abteilung beteiligen fich mit ibre» An. «ebSrigen beute restlas an dem Kreizsammerfest in Schulze ndarf. Abmarsch vam Babnbof Tegel 14 llbr. Alorgen, Aloutag. 5. August. 18. Abt. Bei Schade, Sasliner Str. 6,{sunktianürfißuna. 26. Abt. 16 Ubr Ausgab� der Eintrittskarten»um Reichsardeitersparttag an dl« Bezirk�llbrer bei Burg, Brenzlauer Alle«. 32. Abt. Genosstnnen und«Senassen, die noch kein« Quartier« INN» 10. und 11. August gemeldet baden, werben gebeten, dies noch schneilften» u tun. Die Adressen stnd bei Laase, Andreasstr. IS, abzugeben. Die ffunktioniir« der Gruppe Kluge treffen fich zu einer Sißun« am Montag, 19'4 llbr, bei Baleiitin. Kreuschstr. 36. 45. Abt. 19 llbr{sunktianärfißung Wiener Str. 67«, früber Lieb ig. 141. Abt. Rose«tbaI.Ri-d«rschZnbgns«n>B«st. 20 Ubr{sunktionürfidung bei {sris4 Uhr Bahnhof Friedrichsiraß«. Kaffeekochen Liier 60 Bf, Badezeug ist bitte mitzubringen. 24. Abt. Dienstag, 6. August, gemeinsames Kaffeekochen in Orankefee. Treff- Punkt 14 Uhr im Restanrant Lindenpark, gegenüber dem Orankefee. Nach» zügler treffen fich dartfelbst. 33. Abt. Mittwoch. 7. August, Kaffeekochen bei Tübbecke, Alt-Stralau. Treff- Punkt IS Uhr im Lokal. 36. Abt. Dienstag. 6. August, Dampferfahrt nach Woltersdorfer Schleuse. Ab. fahrt Oberhaumbrücke&% Ubr. Karten sind an der Kasse zu haben. Breis ILO M. 123« Abt. Kaulsdorf.Süd. Montag, s. August, Mowrbaotfabrt nach Koben. binde. Abfahrt pünktlich 814 Uhr van Köpenick. Luisenhain. Breis bin und zurück l M. GSst« willkommen. Nachzügler fahren mit dem Motor- baat 1314 Ubr ab Köpenick, Luisenhain. 134. Abt. Buch. Mittwoch, 7. August, 20 Uhr, im Lokal Göpfert, am Dahnbaf Buch.„Grotesken, Satiren und lustige Lieder". Vortragender«Senossc Lofemonn. 136. Abt. Reinickendars-Ost. Sonntag, 4. August, Waldfest in Schulzendarf. Abmarsch 14 Ubr vam Bahnbaf Tegel. Um recht reg« Beteiligung wird gebeten. Dannerztag. 8. August. 20 Ubr, ffunktionSrinnensißung in der Lindauer Straße. Wichtig« Besprechungen. I Achtung, Fürfarger. ASrsarq« rinnen I Meldnngen zvr Befichtigniig de« Arbeiterialani« Ribbeck-barst am Sonnabend, 31. August, find n». gebend de« Sekwtariat der Arbeiterwablfahrt einznreiche«.«bfabrt M 12.47 Übe»am Lebrter«ahnhaf. Treffpunkt zur Sutgegennabm« der W Fabrk»rten im Wartesaal 3. Klasse Lehrter»abubef. Uahrprei,: Li»- M und Rückfahrt 1,6S M. Z Eine Gedä-Htnisfei«r für den vor wenigen Tagen verstorbenen Arbeiterdichter Karlhenckell wurde vor der Abendunterhaltung veranstaltet. Wer einige Sekunden zu spät einschaltete, erfuhr leider nicht mehr den Namen des Redners und des Rezitators, da dies« nur zu Deginn der Sendung genannt wurden. So kann hier nur für eine warmherzige Gedächtnisrede, die Henckell als Dichter und als verständnisvollen Herausgeber fremder Dichtung würdigt«, g«° dankt werden, und ebenso für die eindrucksvoll gesprochenen Dich- tungen— deren Auswahl allerdings iwch charakteristischer für Henckell hätt« sein können, wenn etwas stärker die proletarische Rote des Dichters zum Klingen gekommen wäre.— Das Funtbrettl hatte Schmiß und Niveau. Dafür sorgte schon Paul Nikolaus, der geistreiche Conferencier; die kluge und witzige Vortragskünstlerin Maria Ney, die anmutig gefühlvolle Kitty Aschenbach und die immer wieder herzlichen Weintraüb Syncopatores machten ihrem Ansoger alle Ehre. Ein flotter Sketsch sorgte für das befreiende Lachen. Tes. Zungsozialistische Vereinigung Groß-Verlin. Gruppe Ebarlattenbnrg! Montag, 20 Ubr, Jugendheim Rofinenstr. 4. Bor. trag:„Barteiverhältnifie in England". Referent Genosse Norbert Bachrach. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Grob-Verlin. Die Rbeinlanbfahrer treffen heute. Sonntag, 19% Uhr, Schlesischer Babn- bas ein. Alle Raten ssgilen und Helfer treffen sich zum Empfang 1914 Uhr kllstriner Blaß. Die Eltern treffen sich 20 Uhr Küstriner Blaß. Wir bitten, daß sich alle Eltern Küstriner Blaß einfinden und vermeiden, auf dem Bahn- steig zu sein. Die Bradtrn-gahrer treffen Montag. 2014 Ubr, Lehrter Bahnhof ein. Die Eliern empfangen die Kinder am Bobnhos Borstandsssßnng ssreiiag. 9. August, 20 Uhr, in der Geschäftsstelle. Achtung, Gruppen August Bebel und Tiergarien-Süb. Unsere Harzfabrer treffen am Sonntag. 4. August, 23.07 Uhr. am Potsdamer Bahnhof, Bahn- steig C, ein. Die Eliern holen ihre Kinder dort ad. 17. Krei» Lichtenberg- Achtungl Montag Roter ffalkenabend fBarackenf, Mittwoch Ktikcnabcnd, Leim Gunterstraße:{freitags Gemeinschaft»abend. Heim Dunterstraße. Geburtslage, Jubiläen usw. 73. Abt. Tchmargendarf. Unser Parteimitglied Bau! S v r i n z. Schmargendorf, Warnemllnder Str. 3, feiert heute, Eanntag. das{fest der stlbernen Lachzeit. Wir wünschen ihm und seiner Dattin für die Zukunft alle« Gute. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation 6. Abt. Unser Genosse Albert Gelner, Driebenawstr. 5, ist am A. Juli verstorben. Ehre seinem Andenken I Beerdigung Montag, ü. August. 1514 Uhr. Nordend, Zionagemeinde. Arbeitsgemeinschaft Abraham: Morgen. Montag. 1914 llbr. Zusammenkunft im Leim Lindenstr. 4. �»SoziallstischeArbeiterjugendGr.'Verlm cklnsenbunzen für dies« Rnbrll nur an bat Zageabselrelarlal Serlw GW 63, lindenstrate 3 Heule. Sonnlag: Steglitz t Spaziergang. Treffpunkt 13 Uhr am Rathaus. Tambauriorp, Prenzlauer Berg:{fanfarenblaserl 8 Ubr BorwortsgebSude. Werbrbezirk Reinickendorf: Achtung, Genossinnen und Denassenl Wir treffen un» 734 Ubr in Tegel, Lauptstraße. Normaluhr. Um 8 Uhr erfolgt der Ab. marsch nach Schulzendorf: dort zum ießtenmal Brobe für das Waldfcst am Nachmittag. Es müssen alle erscheinen! Morgen. Montag. 19� Uhr: Saufa: Leim Bochumer Str. 3d. Mitgliederversammlung.— Moabit II: Seim Lehrter Str. 13—19. Kartenlesen.—{fallplatz I: Schule Sannenburger Straße 20. Mitgliederversammlung.— Kumannplatz: Keim Schere nbergstr. 7. Heiterer Abend.— Rardoft II: Leim Danziger Str. 62.„Nie wieder Krieg."— Schönhanier Vorstadt: Schule Sonncnburger Str. 20. Mitgliederversammlung. —{frankfurter Liertrl: Seim Litauer Str. 18.„Krieg dem Kriege."— Reichen- beiger Biertel: Leim Drißer Str. 30.{sunktianärkanferenz.— Westend: Leim auf dem Spartplatz Westend.„Die Revaiutian von 1918."— Borsigwalde: Schul« Kanrad straße..{freikörperkultur."— Pankow IN, R.{f.: Leim Görsch- straße IS. Mitgliederversammlung. Neukölln III: Leim{flughafenstr. 68.{funk, tionärsißung. Reukälu V: Keim Böhmische Str. 1—4, Raum I..funllioiiör- stßung. Wichtige Taaesardnung. Wcrbebezirl Neukölln: Turnen 20 Uhr In der Lalle Lessingstraße. Wer fstr unser Sportfest trainieren will, kämme morgen 18 Uhr»um Boll Spork. Blaß N. Werbe bezirk Lichtenberg: Heim Scharnweberstr. 29. Wanberlciterkanserenz. Wetterbericht»er öffeuiNcheu welterbievstslelle VerNu und llmfiegend. (Nachdruck verbaten.) Zell» heiter, teil» wolkig, etwa» wärmer, auffrischende Südwest, bi» Westwind«. Roch trocken.— jflr veutschlgnd: Im ZSeften Bewölkungszunahme, im Nordwesten Regenneigung, sonst trocken und etwas wärmer. SAlSONAJSlffißMUF _ Beginn; I.August In allen Abteilungen: Herabgesetzte Preise, Restbestände, Gelegenheits- und Restposten! Margenriiclie. Bilisan Seidene SteppmorgenrScke GTt2975GTw3900 Blusen aut goto« 750 WaaehrtoHan Jetlt nur � w aus bestem WSsch»- Crtp» de Chine oder Toil« 107t jeizt nur Jt IV'3 Haus- und Gartenkieider aus basten Indanthrenstaffen jetzt nor 490 550 Seidene Kleider Waschkleider weit unter PreisI Waschstoffe Voll-Voiie Bordüren Allerbeste Güte; welller und zart- firbiger Grund m. bunten Blumen- und Phanfaslemustern bedruckt B.eite 115-125 cm 1 Ort früher m ue 4,00 jetzt jk I Aura-Waschkunstseid« (Indanthren). 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Speiialgesc nal te Auf Wunsch Z«h- lungsarlsichturung Spori. Neuischland-England 4:4. Das Ergebnis des Arbeiter-Ländertampfes. Hamburg, 3. August.(Eigenbericht.) Der am Sonnabend abend in Hamburg ausgefochtene Iubball-Länderwetttampf zwischen den deutschen und den englischen Arbeitersport Mannschaften endete un- entschieden mit 4: 4(1: 1). Auf den Zuschauertribünen hatten sich annähernd 1Z 000 Sportbegeisterte versammelt. Dem repräsentativen Spiel wohnten die Spitzen der hambur- gischen S p o r t b e h ö rd« n, Vertreter des Senats und des englischen Generalkonsulats bei. Renne« zu Hoppegarlen am Sonnabend, dem 3. Zlugufl. �,'■ Renne n. 1. ffurnä(t?. ffiarga), 2. Tramontana, 3. Sigmar. Suto; o22;t0. Platz: 61, 13:10. Ferner liefen: Severus, Ordensregel, Gemslra.' , 2' c n ni.n- Vergangenheit tHuguenin), 2. Ute, 3. Doralide. Aoto: 18:10. Platz: 14,26,24:10. Ferner liefen: ZkönigSIochter, Friederike, Jbüflilö, Moüh, Nlvlera, Maiennacht, Gaby. Europa. Liebhaberei. l- Theotrit(Böhlte). S. Ott». 3. Pergola. Toto:»2:10. Ilatz: 20,.6, 14:10. Ferner liefen: Meto», Caro Bube, Fürstenbrauch, Faulpelz. t. 4-"" e> Tannenberg II(Zehmisch). 2. Hulda, 3. Habicht. �lat: U' lS. 14:10. Ferner liefen: Gerald, Pedrillo, Rheinsoniie, Slrug, Schelmerei. �, 6'"" e"■!- Ntalanlc(K. Rarr), 2. Melkart. 3. MetrodoruS. Fockenbach Xwo U' 17:ia 8enltr 5arn' Tintoretto, ,, b- Renn en. 1. AuleS(O. Schmidt). 2. Everone. 3. Mihgriff. Toto: l0. Platz: Ii. 13: 10. Ferner lief: Flafius. UN e». I.Opar(Grabschi. 2. RemuS. 3. Nutria. Toto: 80:10, ?:la.S'rner liefen: Ledon, Morgenrot. KönigSkmd, Hako, Rotbart, Smaragd, Hellseherin, Funker, Tanto, Norge, Borussia. Voriräge, Vereine undVersammlungen. A2ji. Reichsbanner..SchwarzRotGold". SefchSkt, stelle: Berlin L. 14. Sebastianftr. Z7lA. Hot! Zr. *»"»»«. 5. Auguft. ScicbridKlwin: 1S'4 Ilbr«iitun« des erweiier. Borstandes bei Neumann, Gubener Str.-ja. Ärcuabcta, äiK''«üben): 39 Übt Scttanmlunfl bei Rrtpr, Planufer 75. RentSll». fbi* Vbt PN'-btantret-n.«ritz. Buichlrua. So-nd-u: .llb" �."irrten Etabbol�arten. Dlatzlonzert de- Tombourkorvs lS'; bis »>. �7 Anschließend Abmarsch zur Monat-nersanimluna. Erscheinen Pflicht. »»n x � Neeio Süden, Ort,vcreine Krouzbera. Temnelbof, Neu- ssUn und Trewow: IS'ch UKr Antreten Laufider Platz iNiidc Wörlitzer Babnbof). Uwzuq nebst Protrsttundarduna„egen den Ueberfall auf unseren«ainrraden »luae. Alle übrigen Ortsvcrcine werden um B-Ieiliguna gebeten,«itte: P«rsammlung«n um 2S Uhr. Tagesordnung: Verfallungsfeier. l. Kamerad. Ichaft Sockelchcr Hof, Roscnthaler Str. 40-41..7.«am-radiü>aft Runaestr. SO. «. ftametaMcfwft Bartrnstr. 6. Tiergarten: 20 Uhr Bersammlung der Kamerad. tchatten Honla und Westen It. Lolale: Sandow. Tlensburorr Str. 3 und 363■ �ema: Verfassungsfeier, ikriedrichehai». Kamerad- !Aott Stralau: 1»'/. Uhr Kameradschaft-vcrsammluna mit Fahnenweihe dei WertoD«. Sohenlohestr. 3.«harlottenburg: 30 Uhr Platzkonzert des Ortsver. ein, auf dem lsriedrich.Karl-Platz. Ten Schutz stellen die Kamerodschakten Rathaus und Westend um IStzi Uhr. Steglitz ivetsneeeiu): 20 Uhr Boll»«. kommlung bei Schulz. Birkbufchftr. 90. Berieilung der Arbcit zur Perfassuuas- seier. T-mpelhof lSrtsverein): 30 Uhr Ballorrsammlung bei Ma-Li. Er. scheinen Pflicht. Paglow-Rord: 20 Uhr Sameradschaftsverlammlung im Tür- lifchen aelt. Breit« Straße. Panlow-Süd: 20 Uhr Kamcradschaftsoerfammlung bei Kobrr, Prinz.H«inrich» Ecke Berliner Straße. Rnderricg«: 20'i Uhr Monatsversammlung im Bootshaus. Wichtige Tagesordnung. Vrrfassungsfeier. Winterfoortabtrilung: Die gemeinsamen Ruudslllge beginnen um 17 Uhr im läentralflughafen. Tempelllof. Rechtzeitige» Erscheinen erwünscht. Anschließend Monatszulammenkunst. Schwimmen fallt au».— Mittwoch. 7. August Mitte. 4. Karncradschaft: 20 Uhr Persammlung hei Branhi». Stralauer Str. 10. Knuzberg: Lcrsammlungen um 20 Uhr: Zu« II hei Krevv. Planufcr 75. Letzte wichtig« Mitteilungen zur Pertassvngsfeier. Zug t'II im Reichenherger Hof. Reichenberger Str. 147. Tewoeltzof, Zungmannschofl: 30 Uhr bei Ma-Li. >VocbenproKrsmm des Berliner Rundfunks. Soantae, 4. August: 6: rankjymnastlk. 6.30: Frühkoniert. 8: Für deo Lmdwirt. 8Lö: Stna- denglockenspiel der Potsdamer Qarmsoakirche. 9: Morgenfeier. 10: Wetter- vorhersage für Sonntag. II: Unterhaltungsmusik. 11.30: EUfrnstunde. 12: Mittggskonzert. 13.30: Zwiegespräch über Dolittle-Bücher. 14: Hörspiel; ,.Dr. Dolittles Abenteuer." 15: Sonaten,>5.30: Märchen. 16: Schallplatten- Konzert. 16-30: Internationale Leichtathletik-Wettkämpfc. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Berliu im Mikrophon. 19: Konzert. 19.55: Knut Hamsun tum 70. Oeburlstage. 20.45: Orchesterkonzert, Danach: Tanzmusik. Dettiechlandscndcr; 20: SchallptaUcn-Kanzert. Montag. S. August: 5.50: Wetterbericht iür die Landwirtschaft. 6: Funktymnastik. 12-30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Sebattplatten-Konzert. 15.30: Wie sieht et auf den neuen deutschen Riesendampfern aas? 16: Wege und Hillsmittel der hygienischen Volksbeldiriing. 16.30: Italien als Reiseland. 17: Konzert. An- schlicßend; Teemusik. 15.30: Englisch für Anfänger. 19: Unterhaltungsmusik. 19-30: Herbert Schlüter liest aus seinen Werken, 20: Mandolioenorchcster. 20.30: Uebcrtragung Prag; Orchesterkonzert. 22: Ratschläge zum Abhören des Doppelprogramms. Danach: Tanzmusik. Deulaehlsodtesder: 20: Theodor Storm-Stnnde. 21; Ualerbaltnngsmnslk. Dienstag, 6. August: 5.50: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6: Fnnkgymnastik. 12,30: Die Viertelstunde für den Landwirt, 14: Scballpiatten-Konzert. 15.30: Zum 70. Geburtstage Berthold Ottos. 16: Im Flugzeug rond um Europa. 16.30: Die Haut als Krankheitsspiegel. 17: Unterhaltungsmusik. 18.25: Stande mit Büchern. 18.55; Zur Eröffnung der Reklameschau. 19.20; Ratschläge rum Abhören des Doppelprogramros. 19.35; Italienische Lieder— und Serenaden. 20:„Dialoge der Oetster." 21: Blasorchester. DeotachUadscoder: ZI: Aktuelle Uebertrarunt. 21: Kammermusik, Mittwoch, 7. August: 5.50: Wetterbericht für die Landwirtschalt. 6: Funkgrmnaatik. 9: Start des Europa-Wettfluges. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schall- plaften-Koneerl, 15.30: Frauentragen und Frauensorgen. 16; Em achtzigjähriges Jubilänm de« Telegraphenverkehr». 16.30: Eine Reise in Madagaskar. 17: Drittes Kinderfest. 18: Milchen. 18.45: Klaviervorträge. 19.15: Entstehung und Begründung der Diätbehandlung der Tuberkulose. 20: Jacques OHenbach und seine Operetten. 20.20: Sendespiele;„Die Banditen". Bnflo-Oper ron Offenbach. Danach Tanzmusik. Deutschlandsender: 20: Uebcrtragung Hamborg: Sinloniekonzert. 21:„Der Sieger", eine Hör- szenc. 21.30: Unterhaltungsmusik. Donnerstag, 8. August: 5.50: Wetterbericht für die LandwlrtschalL 6: Funkgymnastik. 12.30: Die Viertelstuode für den Landwirt. 14: SchallplatteskuriotiUtea. 15.30: Der Humor in unserem Jugeudschriflttrai. 16: ZellgcmäBe Leibesübungen der Frau. 16.30: Vom Reisen und vom Ruhen. 17: Ouvertüren und Ballettmualken. 18-30; Alterstürsorge. 19: Politiseho Reise in Polen. 19.30: Harmoninmkonzert. 20: Uraufführung:„Oeselischalt der Menschenrechte" von Csokor. Danach Tanzmusik. Deutschlandseodcr: 21: Sendespiele:„Die Banditen". Bnffo-Oper ron Offenbach. Freitag, 9. August: 5.50: Wetterbericht Iür die Lasdwirischaif. 1: Funkgymnastik. 12.30: Wettenueldungeo für den Landwirt. 14: SchaUplattenkonzert. 15.30: Blumen und Pflanzen als Schmuck. Erziehungs- und Unterrichtsmittel in den Sehnten. >6: Das Automobil in der Touristik. 16.30: Höchstleistungen im deutschen Rndersport. 17: Die Bedeutung des Weltreklamekongresses Ihr Deutschland. 17-30; Lieder. AnschlieBend Unterhaltungsmusik. 19: Das Wochenende. 19.30: Wovon man spricht. 20; Bunter Abend. Deutscbiaodsender; 20:„Gesellschaft der Menschenrechte" von Csokor. Sonnabend, 10. August: 5.50: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6: Funksyninastik. It:£r- öfinunssfcicr der Rcklameschau 1929 Berlin. 12,30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Medizinisch-hygienische Plauderei. 16: Wir reisen mit Friedrich dem Qroßen. 16.30: Von der Eigenart der deutschen Auslandsschulc. 17; Unterhaltungsmusik. 18.30: Die Kathedralen Deutschlands und Frankreichs. 19: Schallplattenkonzert. 19.30: Deutsches Land und Volk an der Saar. 20: Populäres Orchcstcrkonzcrt, 22.30: Tanzmusik. 19; Deutschtandsender: Uebertrarms Salzburg:„Don Juan'*, Oper von Mozart. Königswusterhausen. Sonntag, 4. August: Ab 6: Uebertrugung aus Berlin. 18.30: Ausgrabungen und Entdeckertieuden einst und letzt. 19.20 Knut Hamsun zum 70. Geburtstage. 20; Deutschland- sender: Schallplattenkonzert. AnschlieBend Uebertragung aus Berlin. Montag,?. August: 16: Englisch(kulturkundlicb-Iiterarische Stund«). 16.30: Dichlor als Schau-' Spieler. 17; Uebcrtragung aus Berlin. 18: Kulturgeschichte des Pclsens. 18.30: Fngstsch für Anfänger. 18-55: Gegenwärtige Bedeutung des bäuerlichen Haushaltes. 19.20; Das Automobil und seine Behandlung. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20; Deutschland sender: Thcodor-Stom-Stunde. 21: Deutschlandsender; Unterhaltungsmusik. Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Dienstag, 6. August: 16: Zum 70. Geburtstage Berthold Ottos. 16.30: Zuschauer und Theater. 17: Uebertragung au« Leipzig. 18: Alz Dolmetscher beim Völkerbund. 18-30: Die Erkenntnis des Menschen tu der{rattzösiseben Literatur.>8-55: Verbrechen uad Oetfeutlidikoit. 19.20: Vom Leben der Strandpflanzen und Meeresalgen. 19.55: Wefterbcrleht tür die Landwirtschalt. 20: Deutschlandtender; Aktuelle Uebertragung. 21: Deutschlandsender: Kammermusik. AnschlieBend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 7. August: 16: Nöte und HlHmiltel des Fortblldudrsschulnntcrrieits tut dem Land«. 16.30: Zuschauer und Theater. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Der Spargedanke in der modernen Wirtschaft- 18.30: Dresden und die Sächsische Schweiz. 18.50: Malayische Tänze. 19.15: Uebcrtragung aua Berlin. 19.55: Wetterbericht dir die Landwirtschaft. 20: Uebertragung Hamburg: Sinloniekonzert. 21:„Der Sieger", eine Hörszene. 21.30: Deutschlandsenderl Unterhaltungsmusik. AnschlieBend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 8. August: 16: Erziehungsberatung, 16-30: Johanna Abrosius zum 75. Geburtstage. 17: Uebertragung au« Berlin. 18: Wie liest man den Parlamcntsbericht einer Zeitung? 18.30: Dresden und die Sächsische Schweiz. 18.55: Buchführung in der Landwirtschalt der nordischen Länder. 19.20: Was versteht matt unter Drüsen mit innerer Sekretion? 19.55: Wetterbericht für die Landwirtsehalt. 20: Dcutsehlandsender: Sendespiel«:„Die Banditen", Buflo-Oper von Oilenbach. AnschlieBend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 9. August: 16: Kurzschriltdiktate. 16.30: Der Rundfunk in Italien. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Der Geburtenrückgang und die Zukunft nuscre-s Volkes. 18.80: Englisch für Schüler. 18.55: Japanische Tänze. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Dentsch- landsender:„Ocsellschalt der Menschenrecht«" von Csokor. AnschlieBend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, Ist. August: 16: Stimmen der Vorkämpfer unzerer Reichsverfassnng. 16-30: Die Beamten im Leben der Gemeinde. 17: Uebertragung aus Hamburg. IS: Vom Umgang mit Arbeitern. 18.30: Französisch Iür Anfänger. 19: Utbertrsgung Salzburg: ..Don Jnzn", Oper von Mozart. AnschlieBend Uebcrtragung aus Berlin. er*» orotfe Ereioiihdeslaki1»! --=,--- 4Mr rr- V..---.„ �fc,n ll....-___--Mr--L-, Eintlies-rcosfen_.. Rm'l�bon allererstem� �"�"ßpkopminnisrriffp „.Voppal!______________... 98.-�62- Opalitaj-s- hm 0�11?.. 66_ 185.- Ein BiesenpMtenu_,a leoWÄbi:»tott6So jetzt hk. 26.-• ST-'* Ein Riesen- Posten prima___ aus reinem Haaroa ca 160 requl,, n»T 255 Wirf 4A.- JeW zCr- 01295" 69.-' AZr SinBMtiö qYejyeb MÄ- unreQeimaöiqwtt pis.Mindesb_ vertouls- jew ca Preis Tsst rOVriS15 5). 21»' c.esenposten-'Brücken WDekoraHonssroffe »MWÄ. 1.55 Ganzdurchgewebt, beliebteste u. bekannteshe Markenfn. 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