Morgenausgabe Nr. 369_, t A186 �-�hrgang WSch-nIliq SS PI. monatlich Z,S0Pl. >m oorau» zadlbai� Postbezug Vorschläge für die Erledigung der Fragen der Summ« und de« Zahlungsmodus der Poung-Annuitäte» prüfen soll unter Hinzu- Ziehung deutscher Vertreter den Verteilungsschlüssel dieser Annuitäten revidieren und diesen Schlüssel in Einklang bringen soll mit den bestehenden interalliierten Abkommen. GnowdenS Drohung. An die Red« Snowdens schloß sich«ine längere Debatte, die«in« Milderung der Gegensätze nicht brachte. Die englische Delegation sorgte für Verbreitung des Inhalts der Snowden-Rede in der onglo- amerikanischen Presse. Die hier wiedergegebene Inhaltsangabe ent- spricht den Mitteilungen aus den Kreisen der englischen Delegation. 'Aber in einer Pressekonferenz bei der franzäsischen Delegation erwähnte L o u ch e u r einen Satz, der auf die Franzosen ganz be- sonders sensationell gewirkt hat und den die englische Delegation in ihrer Inhaltsangabe nicht erwähnt hatte: Danach soll Snowden erklärt haben, daß, wenn England auf der Haager Konserenz nicht gerecht behandelt werden sollte, es sich für befugt erachte« würde, die früheren Abkommen von sich aus abzn- ändern. Damit ist dl« Drohung ausgesprochen, da» soeben vom franzä- fischen Parlament ratifizierte Schuldenabkommen Frankreich« mit England, das vom Unterhaus bisher noch nicht verabschiedet wurde. zu zerreißen und neue Forderungen an Frankreich zu stellen.. Loskauf des Gaargebieis. Paris. 8. August.(Eigenbericht.) Die vom Haag aus verbreitete Behauptung, Stresemaim ver- lange, daß neben der Rheinland- auch die Saorfrage im politischen Komitee erledigt werde, entspricht nicht ganz den Totfachen. Viel- mehr hat Stresemann in einer zweistündigen Unterredung mit Briand am Donnerstag lediglich dem Wunsch Ausdruck gegeben. daß die politische Kommission auch über die Saarsrage eine grundsätzliche Resolution fasse, die den beiden beteiligten Mächten die baldige Bereinigung der Saarftage zur Pflicht mache. Uebrigens soll die deutsche Delegation bestimmte Richtlinien illr Saarvcrhandlungen mitgebracht haben. Deutschland ist demnach bereit, für eine Rückgabe des Saargebietes vor dem ver- tragsmäßigen Termin von 1935 gewisse finanzielle Gegen- l e i st u n g e n, nämlich Rückkauf der Gruben, Zahlung einer ent- sprechenden Summ« für den Gcwinnentgang durch dös vorzeitige Aufhören der französischen saarländischen Zollgeinemschaft und Zu- geständnis eines mehrjährigen Uebergangsregime» zu gewähren. Kommunisten über die KpO. 1. Wilhelm Pieck. „Roch dem Oktober 1923 hatte Wilhelm die Siwatisn doch nicht richtig eingeschätzt und war in Moskau«in bißchen zu weit gegangen. Ruth wollt« ihm erst nicht verzeihen, und Wilhelm lief betrübt umher. Auf dem Frankfurter Parteitag hott« er aber den„An- s ch l u ß" wiedergefunden, und Ruth und Max öffneten dem lieben Wilhelm«in Hintertürchen, durch das er in die Zentrole schlüpfen konnte. Zum Dank für das Entgegenkommen fühlte er sich danck auch berufen, zu erklären, daß die Fifcher-Maslow-Katz- Scholem-Zentrale„die beste Zentrale fei, die jemals in der KPD. gewähtt wurde". Und das erklärte der Wilhelm Pieck, der mit Rosa und Karl in einer Zentral« sitzen durfte. Und in der Wittorf- Affäre? Wer war da zuerst der starke Mann, der noch in Moskau davon sprach, daß rücksichts- los durchgegriffen werden müsse? Das war Wilhelm Pieck! Und wer war der erste, der zusammenklappte, als die Gefahr immer näher rückte, aus der Berliner Bezirksleitung und aus der Zentrale zu fliegen? Das war wieder Wilhelm Pieck! Und wer erklärt in Privatgesprächen, daß er auch nicht mit allem«inverstanden sei, was gemacht würde? Das ist Wilhelm Pieck! Und wer ist in der Parteiösfentlichkeit der Hausknecht der Thälmann-Fraktion im wahrsten Sinn« d«s Wortes? Das ist wied«r Wilhelm Pieck! Und dieser prinzipienlose Schaukelmann, der nur eine Sorg« kennt, nämlich, nicht abgehängt zu werden, und aus diesem Grunde sich stündlich selbst verrät und verkauft, der wogt es, von„politischer Verlotterung" W. sprechen bef. Grossen, die durch ihre Tat beweisen, daß ihnen ein lösten,«irze Funkjlon nichts, die Rettung der kommu- Nsstifchen Bewegung obet alles ist. Wilhelm Pieck gleicht in der Tat jener Gestalt au» dem Reuen Testament, von'der es heißt:„Wahrlich, eh« der Hahn zweimal kräht.,." 2. Zerfleischung der Arbeiterbewegung. Es wäre vergebliche Mühe, an die politische Vernunft der Führung der KPD. zu appellieren. Denn da ist keine mehr vorhanden. Aber man muß um der kommunistischen Bewegung willen klar und deutlich cnissprechen: Diele Methode des„oer- schärften Kompfes gegen den Resormismus". wie sie jetzt von den Bankrotteuren an der Spitze der Kommunistischen Partei gepredigt wird, hat nichts mit politischem Kampf und noch viel weniger etwas mit kommunistischer Politik zu tun. Eine solch« Art„Politik" zerfleischt die Arbeiter- bewegung, statt sie zu gemeinsamem Handeln zusammenzu- führen." 3. Die verbrecherische Schreibweise der.Roten Fahne�. .Losungen wie: Gemeinsam«? Kampf aller Arbeiter gegen die faschistische Gefahr, Einheitsfront aller Werktätigen gegen den Föschismus wären sicher mehr geeignet, die Arbeiter gegen diese ernst« Gefahr in Bewegung zu bringen als die verbrecherisch« Schreib weis« der„Roten Fahne", die dieselben sozial- demokratischen Arbeiter, die heute noch im Reichsbanner stehen, als „Streikbrechergarden" und„Unternehmerknechte" bezeichnet. Leute, die vorgeben. Kommunisten zu sein und so schreiben, sind entweder unheilbare ultralinke Wirrköpfe oder Agenten der Klassenfeinde der Arbeiter. Denn jeder kann an den Folgen dieser Schreibweise bei jeder Gelegenheit beobachten, wie dadurch die Klust, die die Arbeiter trennt, inimcr tiefer und weiter wird. Wie der kommunistische Arbeiter von seinen Kollegen im Betrieb isoliettündgeächtet wird, soweit er diesen Unsinn zu verteidigen wagt: wie di« Kommunistische Partei, ja der Kommunismus als Ganzes durch die Elemente, die heute an der Spitze der Partei und in ihrer Presse ihr Unwesen treiben, geschädigt, geschändet wird." Aus der Zeitschrift„Gegen den Strom", Organ der KPD.- Opposition, herausgegeben von A. Thalheimer, H. Brandler, 5. Walcher und E. Hansen. Beamienfteiheit im alien Preußen. Eine zeitgemäße Erinnerung. Gegenüber den Beschwerden der Rechten über die angebliche Beschneidung der politischen Freiheit der höheren Staatsbeamten durch die preußisch« Staatsregierung ist es angebracht, daran zu erinnern, wie es früher um dieses Grundrecht der Beamtenschost bc- stellt war. Bald nach der Reichsgründung, nämlich bei Zustandekommen der Krcisordnung für die östlichen Provinzen der preußischen Monarchie im Jahre 1872, stellte der Minister des Innern sämtliche Landräte, die in ihrer Eigenschaft als Abgeordnete gegen das Ge- setz gestimmt hallen, vor die Wahl, ihr Mandat niederzulegen oder chre Zur-Disposttion-Stellung zu gewärtigen. Könnt« man in diesem Falle noch geneigt sein, die Maßnahme als einen Akt staatlichen Rotstandsrechtes gellen zu lassen, so muß es jedoch sonderbar anmuten, wenn zehn Jahre später, als die Frage der politischen Freiheit der höheren Beamten abermals auftauchte, ein an dos Staatsministerium gerichteter Allerhöchster Erlaß fest- stellte, daß sich„für diejenigen Beamten, welche mit der Ausführung von« Regierungsakten betraut sind, die durch den Diensteid be- schworen- Pflicht auf die Bertreteung der Regierungspolitik auch bei den Wahlen" erstrecke. Das hieß doch wohl mit anderen Worten: wählst und propa- gierst du Landrat nicht di« konservativ« Partei, so verstößt du gegen den Diensteid. Zwar erklärte der Minister v. Puttkamer am 6. Dezember 1882. daß keinen Beamten wegen seiner Abstimmung ein Nachteil ge- troffen habe oder treffen werde, daß es aber eine andere Frage sei, ob die Regierung verpflichtet oder berechtigt sei, Beamte zur Be- fördcrung und Auszeichnung vorzuschlagen, die» sich einer Agitation und notorischen Stellungnahme gegen die Staatsregierung schuldig gemacht und zu derselben in„dauernde Opposition" gesetzt hätten. Auf die politischen Beamten müsse di« Regierung auch r ü ck s i ch t- lich der Wahlen rechnen können, die Erhaltung eines„Ber-. trauensvcrhältnisses" zu den übrigen Beamten aber sei davon ab« hängig, daß dieselben sich jeder gegen die Regierungspolitik gerichte- ten agitatorischen Tätigkeit enthielten. Als im Sommer 1899 einige Regierungspräsidenten und Land röte gegen die Regierung gestimmt hatten, brachte ein ministerieller Erlaß vom 31. August 1899 Aehnliches zum Ausdruck. „In ollen Beziehungen," so heißt es darin,„in welche die höheren politischen Beamten durch ihr« amtliche Stellung mit dem öffentlichen Leben gebracht werden, haben sie sich gegenwärtig zu halten, daß sie di« Träger der Politik der Regierung Seiner Majestät sind und den Standpunkt derselben wirksam zu vertreten haben. unterkeinenUmständenaberaufBrundihrerper- sönlichen Meinungen die Attion der Regierung zu er- schweren berechtigt sind, daß nicht wieder ein Anlaß geboten werden wird, weitergehende Maßregeln z« treffen.", Solch« Belege ließen sich beliebig oermchren. Es sei zum Schluß nur noch«in Brief Bismarck» an den damaligen Oberpräsidenten von Pommern, Sensit v. Pilsach, erwähnt, in welchem er sich über die Stellung der Landräte im politi- schen Leben ausspricht. „Wir erwarten von allen, welche im Dienst« de» König« stehen, daß sie sich bei den Wahlenund außerhalb derselben der Parteinahme gegen die von Seiner Majestät eingesetzte Re- gierung enthalten und werden einen jeden Beamten als Gegner der Regierung betrachten und behandeln, welcher seinen oppositionllcn Ileberzeugungen einen äußerlich erkennbaren und irgendwie praktisch wirksamen Ausdruck gibt. Insbesondere ist die aktive Mitwirkung und bestimmte, öffentlich erkennbare Einflußnahme im Sinne der Regierung bei den Wahlen erforderlich. Einer der Landrätc hat mir in der besten Absicht und mit den besten Gesinnungen die Meinung ausgesprochen, daß er als Landrat sich in einer neutralen Unabhängigkeit glaube hatten zu sollen. Solchen Auffassungen bitte ich Sie, mit aller Entschieden- heit entgegenzutreten und sich nicht obhallen zu lassen, die un- gesäumte Anzeige mit den: Antrag« aus Stellung zur Disposition an das Ministerium zu richten." Man setze heute in einem Erlaß wie dem von 1899 an Stelle von„Seiner Majestät" das Wort Republik, man wage heut« nach Bismarckschem Rezept einen Landrat wegen seiner neutralen Haltung bei den Wahlen zur Disposition zu stellen—. welch Cntrüstungs- sturm dann wohl durch den deutschnationalen Blätterwald rauschen würde!__ Oiskonierhöhung in Aew Ljork. New Park. 8. August. Die New Porkcr Bundesreservebank erhöhte ihren Diskontsatz von 5 auf 6 Prozent, also um ein volles Prozent. Das kann England zur Nochfolge zwingen. Eine Krcditverbilligung in Deutschland wird unmöglich. Ausgeschlossen hat die Pariser KP.-Zeulrale den Bürgermeister Hueber-stratzburg und einen seiner Mitarbeiter, weil sie nicht nur mit den Klerikalen gemeinsam« Sache gemacht hätten, sondern Hueber ouchean Poincarö patriotische Briefe gesandt und am Natio- nalsciertag das Straßburger Münster habe illuminieren lassen. Das neue Parlament Aegyptens wird am 15. August gewählt. ZumwürdigenEmpfangder HB m Ii im....... Iii U«, � K auswärtigen Genessen und Re- Kj IMBBÄgB® publikaner am 10. u. 11. August■ SvRMS ßMIU»SA ....... V".xW* x;-. •x�.. Der erste Händedmck über den Ozean. Studentenelend in Rußland. Rückgang der Arbeiierstudenien. ®me der wirklichen Errungenschaften der bolschewistischen Neoo» lution war die Erleichterung de» Zutritts für Arbeiter und Bauern zu den Hochschulen. Aber selbst hier, wie auch sonst in Rußland, wurde Vernunft Unsinn, Wohltat Plage. Die Zahl der Arbeiter« und Bauernstudenten sollte— toste, was es wolle— künstlich m die Höhe geschraubt werden: ohne Rücksicht aus die ungenügende Vorbildung der Neueintretenden und ohne Rücksicht auf die schtirn- wen Folgen, die für die Entwicklung des Landes«in schleck# aus« gebildeter Jntellektucllennachwuchs haben muß.'Die Anforderungen an die Arbeiter- und Bauernsohne wurden so niedrig wie möglich gehalten, um ihnen den Zutritt zur Hochschule zu erleichtern. Di« Folge davon war, daß ein großer Teil allmählich abfiel und daß ein anderer Teil mit knapper Not die Schlußexamina bestand� im praktischen Leben aber in der Ausübung des Berufes als Aerzte. Ingenieure, Lehrer vollkommen versagt«. Der gesund« Sinn des jungen Arbeiter« und Bauern lehnt« sich schließlich gegen die Zumutungen, die ihm hier gestellt wurden. auf. Zetgtc schon im" vorigen-Äahre die Zahl der Anmeldungen von Arbeitern und Dauern für. die Aufnahme in die Hochschulen einen Rückgang, so blieb sie in diesem Jahr« weit hinter der von der Regierung vorgesehenen Norm. Di« Sowjstzeitungen schlugen Alarm. Die Fristen für die Einreichung der Aufnahm egesuch« wurden verlängert. Unier den Hörern der sogenannten Arbeitersakultöten und der Kommunistischen Jugend wurde«ine eifrig« Agitation für den Eintritt in die Hochschule entfacht: man erklärt« sich bereit, ans die vorgeschriebenen Schulzeugnisse zu verzichten: die Examina- toren wurden angehalten, Ihre Fragen in„populärer" Form zu stellen. Es half olles nichts: bis zu der von der Regierung vor- gesehenen Norm fehlten z. B. in Leningrad 10 bis 60 Prozent. Die Ursache dieser Zurückhaltung der jungen Arbeiter und Bauern ist nicht zum wenigsten in den Elendsoerhältnissen zu suchen. unier denen sie ihrem Studium nachzugehen gezwungen sind. Schon im vorigen Jahre waren die Sowjetblätter voll von Beschreibungen» unter welchen geradezu viehischen Bedingungen die jungen Leute leben mußten, die nach Leningrad und Moskau zu den Prüfungen gefahren kamen. Und seit Jahren schon wiederholen sich immer aufs neue die Klagen über die unmögliche Unterkunft der studie r en den Jugend. Nicht wenig« leben monatelang inAsylen sürObdachlos«: die Studenlenheim« sind in einer Wels« Äbelfüllt. daß von Studieren keine Rede sein kann: es herrscht da ein Schmutz, wie er kaum in der elendesten Bouernhütt« oder in der ärmsten Proletarierwohnung zu finden ist. Erst vor kurzem las man ün Moskauer Abendblatt die Be- schreibung eines solchen Studentenheims, Galjanowka. 60 bis 80 Meirschen wohnen in«n«n Zimmer: in den Räumen Schläge- reien, Suff und unaufhörlicher Lärm, und unter diesen Verhältnissen wohnen die Studenten oft vier Jahre hindurch! Di« kommunistische Iugend-Prawdo schildert ein Studenten- heim in Perm. Es wird bewohnt von den Hör«rn des Agrono- mischen Instituts. Das Blatt schreibt: Die Studenten wohnen in un- menschlichen Berhältnissen: e» sind dies dunkle, übelriechende Keller. räume unt«r dem Gebäude d«r Lehranstalt— man nennt st« Kata- komben. Früher befand sich hier«in Warenlager: aber selbst Eisen rostete. So wurde da» Lager liquSnert und statt seiner«in Studenten- heim«ingerichtet. Schon im Jahre 1023 wurde festgestellt, daß Wohnen in diesem Heim gleichbedeutend sei mit Begrabensein. Im Mai vorigen Jahres hat dos Städtische Saniiätsbüro erklärt, baß es in diesen Katakomben zu leben nicht mehr gestatten würde. Es hat sich aber nicht» geändert, denn die Neuankömm- ling«'finden kein« ander« Unterkunft. Der Arzt der Lehranstalt hat festgestellt, daß von den 136 Heimbewohnern 102 ernsllich krank sind. Di« Krankheit haben sie sich in dem Keller geholt. Im vorigen Jahr starben fünf Studenten, vier von ihnen wohnten in dem Keller. Di« Zeitungen schlugen Lärm, aber noch wie vor leben 130 Studenten in den Katakomben und gehen hier langsam zugrunde. An die verfassungsireuen(Studenien. Zum Verfassungstag. Do, deutsche Volk rüstet sich, den zehnten Jahrestag der Schöpfung der Verfassung der Deutschen Republik in ernster und würdiger Form zu begehen. Wir erachten es als unser« vornehmste Pflicht— zumal in einem Augenblick, wo Kreis« der deutschen Studenten erneut zur Mißachtung des neuen Staates und seiner Symbol« auffordern—, die uns angeschlossenen Organisationen an allen deutschen Hochschulen, die Gesamtheit der verfassungstreuen Studentenschaft aufzurufen, sowohl an den akademischen Feiern wie an den sonstigen Lerfassungs- seiern der republikanischen Bevölkerung geschlossen teilzunehmen, um die besonder« Verbundenheit mit den breiten Massen der Republik zu bekunden. Der Vorstand des Deutschen Studentenbunde«. «ad. jur. Kurt Berlowitz. Borsitzender." • Dieser Aufruf gewinnt durch den Beschluß der sogenannten „Deutschen Studentenschaft" zu Hannover, zum Boykott der L«r> fassungsfeiern aufzufordern, besondere Bedeutung. Wir begrüßen den Entschluß und hoffen, daß dieser Aufruf entgegen den nationoli. stischen und oerfassungsfeindlichen Wünschen seine Wirkung nicht ver. sehlt. Oer Ansang des Mieiwuchers. Lockerung derWohnungSwirtfchastinMecklenburg-Schwerin Schwerin, S. August. Nach einer amtlichen Mitteilung de« meckleirburg-schwerinschen Staatsministeriums hat die Regierung beschlossen, daß in Mecklen- burg-Schwerin die Wohnungszwangswirtschaft für Wohnungen mit einer Iahresmiet« von 1000 M. und mehr in den Orten der Orts- Masse B, 600 M. und mehr in den Orten der Ortsklasse C und 400 M. und mehr in den Orten der Ortsklasse v ausgehoben wird. Für den Fall des Freiwerdens einer Wohnung, so heißt es in der amtlichen Bekanntmachung, werde weder«ine Beschlagnahme noch«ine Zuweisung an Dohnungsuchende seitens der Wohnungsämter künftig stattfinden. Der Wohrmngs- bewerber bedarf in Zukunft weder eines Mietberechtigungsscheines »och einer Ausweiskarte des Wohnungsamtes. * Die zurückgetretene Linksregierung Hot de» Ansturm auf die Wohnungszwongswirtschost johnelang im Interesse der arbeit- nehmenden Bevölkenmgsschichten abgewehrt. pariser Liebesdienst für pn'mo. Ausweisung eines spanischen Liberalen. Parts, t. August.(Eigenbericht.) Aus Wunsch de» spanischen Diktator» primo de River« ist der ehemalige Uberale Abgeordnete Orlega y Gasset au» Frankreich. wohin er vor der DIkkalur geflüchtet war. ausgewiesen ivorden. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß Gastet das Asylrecht mißbraucht habe, indem er eine Zeitung zur Bekämpfung der spanischen Diktatur herausgegeben und nach Spanien eingeschmuggelt habe. Russisch, chinefischer Abbruch. Sowjetflieger demonstrieren— diesmal nicht für Mossolini. Tokio. 8. August.(Senker.) Räch einem Telegramm au» Mandschulj sind die direkten chinesisch- russischen Verhandlungen abgebrochen worden. Die Delegierten China» werden morgen nach Ranking zurückreisen. Räch einem Telegramm au» Charbiu deutete die Miederausuahme der rusfischeu Luftdemonstratioa aus der Linie Pograoltschaja. Maudschuli aus neue Spannung zwischen Rußland und China hin. Allgemeine Wehrpflicht in China. Schanghai über Pari», 8. August.(Ag. Indopacisique.) Die Konferenz für die Neuorganisation der Arme« hat die Dienstpsticht für jeden Chinesen vom 18. bis 45. Lebensjahr im aktiven und Reservedienst beschlosten. Ausnahmen werden lediglich für Lehrer, Professoren, Studenten und Staatsbeamten gemacht, ferner für die ällesten Söhne, denen die Last der Familienerhaltung zufällt sowie für Invaliden und Geistesgestörte. Türkendivision gegen Bergstämme. Aufstand der Kurdenstamme. Beirut. Ende Juli.(Eigenbericht.) Nach einer Mitteilung aus dem türkischen Grenzgebiet, dem Irak zu. hie der hiesige„L'Orient" allerdings unter Borbehalt ver. öffentlicht, sind infolge der Brutalität eines türkischen Offiziers, der ein Kommando Kavallerie zur Eintreibung von Steuern befehligte, üi der Gegend von Mardin bedrohliche Kurdenunruhen ausgebrochen. Als der Offizier mit seinem Kommando in einem Dorfe namens Mekreh Nachtquartier bezog, verlangte er von dem Dorsteher der Ortschaft«ine Frau als Bedienung während seines Aufenthalles. Der Vorsteher, der türkische Soldaten kannte, sandte ihm ein altes Weib. Darüber geriet der Offizier derart in Wut, daß er auf den Mann schoß und ihn schwer verletzte. Der Angegriffene hatte noch so viel Kraft, um seinen Angreifer mit seinem Jagdgewehr niederzuschießen. Di« Einwohner von Mekreh, syrisch-orthodoxe Christen, rotteten sich aus die Nachricht von der Bluttat zusammen, entwaffneten das au, 60 Mann bestehend« Detachement und trieben es unter Prügeln aus dem Ort, unterstützt von ihren kurdischen Landsleuten, die auf die Mitteilung von dem Zwischenfall aus der Nachbarschaft herbei- geeilt waren. Da ein Teil des nur mit scharfen militärischen Gewall- maßregeln in Ruhe gehaltenen Distrikts von Mardin sich daraufhin gegen die Behörden erhob, wurden drei Bataillone Infanterie mit Maschinengewehren In das Aufftandsgebiet entsandt, die jedoch mit schweren Verlusten an Toten und Gefangenen zurückgetrieben wurden. Um das Wiederaufleben einer für die Lage der Türkei im Augenblick sehr gefährlichen Kurdenrevolte zu verhindern, hat die türkisch« Regierung eine ganze Division in das Aufftandsgebiet entsandt. Die Behörden von Havanna(Kuba) behaupten,«ine große kommunistische Verschwörung gegen die hiesige Regierung aufgedeckt -u hoben. Eine Haussuchung soll umfangreiches und schwer- belastendes� Material gegen die kubanischen Kommunisten und einige radikale südamerikanische Gruppen zutage gefördert haben. Dre Aktion der Polizei ist noch nicht abgeschlossen, polizeivertrag Berlin— Prag. Oiretter Verkehr statt Oauermnweg. Zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei ist vereinbart worden, die Polizeibehörden der beiden Staaten in Zykunft direkt schriftlich miteinairder oerkehren zu lassen. Bisher waren die Ding« so, daß wenn die tschechoslowakischen Behörden irgendeine Auskunft von deutscher Polizei haben wollten, fi« sich zunächst an ihr Justizministerium wenden mußten, diese» an das Außenministenum, dieses an die deutsche Gesandtschaft in Prag, diese an dos Auswärtige Ami in Berlin, dieses an da» Reichsjustiz- Ministerium und das schließlich llb«r die Landesregierung an die betreffende deutsch« Polizeibehörde. Dort wurde die Anfrage erledigt und ging auf dem gleichen Dauerweg« zurück. Terror in Kabul. Oer Usurpator fahrt Auto. London. 8. August.(Gigenbericht.) Aus Kabul wird gemeldet, daß Habibullah, der Nachfolger Amanullahs in Kabul, europäisch« Kleidung angenommen und sich ein englisches Automobil zugelegt hat, das er selbst lenkt. Da» ist um so merkwürdiger, als der Sturz Amanullahs vorwiegend auf sein« westlichen Tendenzen zurückgeführt wurde. Di« Derhölttiiste in Kabul haben sich nach Meldungen au» Indien in der letzten Zeit überaus kritisch entwickelt. Aus Be- richten von Reisenden geht hervor, daß der Terrorismu» in Kabul unerträgliche Ausmaße angenommen hat. Di« Furcht vor Habibullah habe bisher den offenen Ausbruch der Unzufriedenheit verhindert._ Die Rheinregulierung. Zwischen Basel und Straßborg-Kehl. Bern. 7. August. In der Botschaft des schweizerischen Bundesrats über di« Rheinregulierung zwischen Basel und Strahburg-Kehl« welch« der Bundes- rot genehmigt hat. wird auch die Genehmigung des zwischen der Schweiz und Deutschland abgeschlossenen Vertrages für die Rhein- regulierung auf der genannten Strecke beantragt. Di« Bolschoft berührt namentlich di« wichtige finanziell« Frag« mit einem Bauvoranschlog von 60 Millionen Schweizer Frauke», wovon die Schweiz 60 Proz., Deutschland 40 Proz. zu tragen haben. Die Gesomtkosten würden einschließlich der Bauzinsen und der anderen Unkosten 66 Millionen Schweizer Franken betrag««, die!m oben genannten Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz zu teilen sind. Ein« später in Betracht kommende französische Beitrogsleistung würde Deutschland und der Schweiz im Verhältnis von 4:$ gut. geschrieben werden. Mit den Regulierungsarbeiten soll unverzüglich begonnen werden, und im Zusammenhang mit diesen Arbeiten soll die Ausführung des Großschiffahrtsweges von Basel bis zum Boden- see angestrebt werden. sv vvv Mark unierschlagen. Stadtpfarrer Wackerl von München verhastet. Der katholisch« Stadtpfarrer Wackerl von München, der kürzlich wegen schwerer finanzieller Berfehlungen seines Amtes enthoben und in ein« Priester-Korrektions- anstall eingeliefert wurde, ist nunmehr auf Grund eines von der Staatsanwallschast erlassenen Haftbefehls festgenommen und in da s Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Dem Sünder im Priesterrock werden Unterschlagungen in Höhe von 80 000 M. zur Last gelegt. Im Smyrnaer Attentatsprozeß gegen Frau Rodrije, die de- schuldigt war. gemeinsam mit ihr« Mutter, ihrer Schwester und ihrem Gatten einen Anschlag gegen das Leben Kemal Pascha» vorbereitet zu haben, lautete das Urteil auf Fretspruch. Die unter großem Aufwand aufgezogene Anklage«rwies sich in ihren wesentlichen Teilen als Hirngespinst, so daß selbst der Staatsanwalt auf Freispruch plädieren mußte. Einschränkung der Einwanderung nach Kanada. Di« Sin» Wanderung aus Europa noch Kanada wird für den Rest de» Jahre». «ingeschränkt wegen der Gesahr der Ueberfüllung der Städte mit Arbeitern, da in den Prärieprovinzen infolge der geringen Ernten mir wenig Nachfrage nach Landarbeitern besteht. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr Rosenthaler Str. Preise(Cr Freilag u. Sonnabend, soweit Vorrat Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Moritzplatz Sßovw Verfconft Drosen- Abteil. AusschanJo Erfrlschungs» räumen Saison-Ausverkauf WM UIIIIUIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIWIII m-m l||l|l|l|Uliill||i|l|||||>|||||il|lü Beginn 1. Angut IllliilllUllillllillllllllillllülilllllllillllllllllliail Beginn t. Angut in fast allen Abteilungen. Bedeutende Preisherabsetzung. Viele Gelegenheilsposten. Sülz- Wursfwaren rat funu 0.90 Rotwurst 1.05 Leberwürste�, 1.25 Mettwurst iBr.un- schwele. Art) Pfund Filetwurst p»-n--|.65 Schinkenpolnische 1.65 Leberwurst Hund 1.85 = Teewurst . Plund|,85 Kase u Zervelat u. Salami,.. holsfefner, Piund I.ÖD Zervelatwurst. nn in Fetidaim, Pfund Z.UÜ Fetter Speck P'und 1.25 Schinkenspeck Pfd- 2.10 Königstr.. Rosenthaler Str., Moritzplatzt Landleberwurst Ptd. 1.05 Knoblauchwur8tPtd.|.20 Fette Camembert voineu............. schacMei Allgäuer Limburger"nund 0.58 vom««, piunu 0.92 Holländer...«-idk». prund 0.85 vorne«. Pfund 0.95 Edamer... halbfett, Pfund 0.68 vollfe«, Pfund 0.93 Tilsiter vo Ife»............. Pfund von 0.95 an Schweizerkäse �.fp�ind 0 84'�„5%••28«" TUsitcr Art h�bfeit..... fBiode,tp.d. 0.70 Schweizer Art drelvlerieMcä\(Ptd. 1.15 Margarine«id. v, 0.50 an Grasbutter meckienb. 1.78 Kokosfett>Pid..Taiei 0.50 Tafelbutterl Pfund 1.84 Molkereibutter"->. 1,58 Oän. Butteria pu 2.00 Konserven Ii Dos« Senfgurken.... 0.87 Pflaumen ohnesiein 0.90 Pflaumen> wnd, ga« Gehacktes Ptund o.SO Schweinebauch, ,, mit Bell«.:«, Hund I»ZA Schweinekamm,.. mit Beilage. Plund■«XO Fleisch Rinderbrust pm. 0.85 Gulasch... P'und o.95 Schmorfleisch ohne Knochen, Wund i*3v KalbshachsenKonsarvcii Erbsen u. weiße Bohnen m« sp«*) ,ooGr Ort Linsen mit KauchOeisch......./ Do»« rt Oelsardinen........ Dose 0.24 nubdose 0.45 Konfl.Qre•/. Eimer Pflaumen 0.92 Orangen 1.05 Aprikosen(.10 Johannisbeer 1.15 frisch gebrannt. eigene RÖsieiei Kaffee Konsum-Mischung.............. Pfund 2.10 Spezial-Mischung ÄÄd 0.65 1.05 Geflügel u. Wild Grohe funge Tauben...... stock von 0.95»n Junge Brathfihner............ stock von 0.95•= Frische Suppenhühner...... pfu-d von 0.98«» Jg. GSnsePfd. von 0.98«" Jg Enten Pfd. von 1.23 Rehr agoul»und 0 55 Rehblatter Ptnadv. 1.15«n Hirsrhblattcr............. Pfund von 0.95«> Hirschrucken und Keulen billigst Fische Seelachs Ohne Kopl, guue fUctae. Pfund 0.15 Grüne Heringe.......•.......«»»<> 0.I6 Schellfische............. pf°»d 0.18«- 0.15 Kabelfan ohne Kopf, ganze Fische.... Pfund 0.20 0.2Ä Goldbars»ha« Kopf.............. Pfand 0.10 FiscfafHct Pfd. von 0.14•" Zander gefr» Pfd. V. 0.75 zn Olympia-Mehl seuiei 0.56 Rauhrsif-Mehi...... Kartoffelmehl pfd. 0.19 Maispuder..«funo 0.29 Mandeln& 2. 0 2.80 Kokosnuß"'rasÄ 0.52 Vanillinzucker sfut. 0.20 0.60 Beuel" 1.20 1.35 1.45 ... 5 Pfund-Beulel 1.45 Sultaninen o-u. osi 0.38 Rosinen Pfund 0.42 0.55 Korinthen Pfd. 0.62 0.68 Zitronat...ptund 1.68 Backpulver 5 Beutet 0.30 Wein vom Faf) Renetten-Apfelwein naluiretn..vom Fah, Liter 0.60 iohannisbeerwein»us. krautg..vom Patt, ute« 0.85 1928 Maikammerer Tischwein,.vom Faß, Liter 1.20 Maiaga Dunkel>-«»»»...... vom ras, uter 1.30 1928 Gleiszeller Kirchberg aumger Tischwem 1,10 Oomaine St, Coloma spanischer Tlschroiwelnl d> 1928 Wölisteiner»»genehmer Rheinhesse... 1 I 15 1927 Weilener Riesling kritiiger Bowienmoseii m 1927 Ehernhurger Berg rassiger ptaiiwcin.j| 35 1921 Chät Cambon ��ÄÄ-deaux 1.60 1925 Kreuznacher St Martin"» Nanewein 1926 Brauneberger Falkenberg pit mosci Preise für Vi Flasche, ohne Glas Himbeersaft feine Quai«» und Orangeade... 1.50 ..} 2m Tltealer. Lichtspiele usw 8'/, Uhr Barb. 92S6 1 OHr. 3 Fratelllni nsw. | Tägl. S u. SU J SonnLS.Sn 8" ____| AI... E. 4. 8066 | INTERNAT. VARIETE € AS I NO-T HE AT ER _ Lothringer Strafe 37. Wieder-Erotfnung Freitag, den 16. August S1/« Uhr mit dem neuen Schlager Wem gehört mein Mann! ". einem frstkl. bunten Programm Rose- Thesüer, Grohe Frankfnrfer Str. HZ. Vos» 5. bis 8. Anglist, tägl. 8.15 Uhr ZwOlfldcausen«! Schauspiel in 3 Akten von BnutO Frank. Gartcnbühnc Rheinisches Winzerfest. Tanz im Freien von 4 Uhr«n Riesenfeuerwerk Eralklazziges Variete 8.15 Uhr .Bis froh um lOnls" mü der Musik von Pool Linke. Reichshellen-Thealer [i] Uhr. Stettiner sanger Du gro|e Programm 1 �Billettbestg. Zentr. 112 63. Sonntag, 2.-. Aur.: Ente NaAnilitaos-VorslellanB. zu halben Preisen. m j»1 m Oönhott- Brotti: T«n«t8: Tm: Orttester»doli Belker. 8 Uki» Zenti. 2819» Saoitien enaobt Bestes internationales Varietä Sonnabend u. 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Grete Reimuald, Paul wester- meier, Johanna Ewald 99 Film: Submarine m Das groBe unterseebootdrama 0.1. 8U, leDtiöiEJ meetir Norden 12310 Ende gegen 11 Die Fledermaos Musik v.Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstatte. L. Kainer Die Kemddie J 1 Bismck. 2414/7516 8U., Ende geg. 10 U- Freudiges Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie: Leontlue Sagau ••••••••••■•RRRRRRRRS Sommer-Garten-Theater Berliner Freier N 58, Kast-Allee 7-9. Tel. Hb. 2246 Eaiitpiti Seilei Btu, fireitl Lille» Die lustige Witwe Operette von Franz Lehär Dazn der grofe VarietttelL Anfang Konzert 4.30. Burleske u. Varietä 8 Ohl. Optretle 8.38. leden Donaerstag großer Volksiig. jed. Mittw. KindtrtKl i. Verlosung ieeeeeeeetteeeeeeeeee Verkäufe 6jinuL Boloni«ftcuSt_9_ Seift.Slon,®»Iegcnii«iistäuft, und an. her« uRartcntamcra«, Prismengläser fpottblDia,«us Persteigerungen ftam. meni. 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Au den Herrn Präsidenten de» Landgerichts III. Berlin. Das abgelaufene Lebensjahr hat eine Aenderung meiner Loge! nicht gebrocht. Bach meiner Ueberzeugung ist fie überhaupt nicht mehr zu erwarten. Das inhaltlose Dasein ohne Ve- �»tsfreude noch länger zu fristen, besteht eine Notwendigkeit nicht. Ich scheide deshalb au» dem Leben mit herzlichem Donk an alle, die mir Gutes erwiesen haben. Insbesondere an die Organe der Zustiiverwaltung für die lehte Bezeugung de» Vertrauens. Bombe. Landgerichlsdirettor." Die zuständige Justizstelle bemerkt hierzu mit Recht: „Dieses Schreiben bestätigt die Ausfassung, dag das schwere körperliche Leiden Bomkes, das bereits Ende 1S2L ernste ärztliche Maßnohmen erforderte, eine auffällige Gewichtsabnahme verursachte und zu einer auch von seinen Berussgenossen und Freun- den beobachtenden fortschreitenden Verdunkelung seiner Stimmung und zu sich häufenden Depressionen geführt hott«, ihn zu dem letzten tragischen Entschluß bestimmt hat." Die Banderokenfalscher vor Gericht. Ein Niesenpro.eß mit 30 Attgek.'egten. vor einer Feriensonderableilung des Schössen- gericht» Berlin- INille unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor vl a su r beginnt am Montag der aus etwa sechs Machen berechnete Biefeaprozeh Syrö und Genossen, der sich gegen Z0 Angeklagte richtet. Es handelt sich hierbei um den hauptteil der an den großen Banderolenfälschungen beteiligten Personen. Im Lause der Jahre ist das Reich um ungezählte Millionen ge. schädigt worden. Der größte Teil der Angeklagtes ist auch schon seit Jahren in olle möglichen Steuerhinterz iehungs- ossären vsrwickett gewesen, und«in großer Teil der An- geklagten ist auch schon wiederholt und erheblich vorbestraft. Seit dem Jahr« 1924 tauchten an den Hauptplätzen der Z i g a. rettenindustrie, in Dresden, Köln, Hamburg und Berlin Gruppen von Zigorettenherstellern und Händlern auf, die mit Bonderolenschiebungen arbeiteten. E» wurden berufemätzige Einbrecher gedungen, und im Ein- vernehmen mit Zollbeamten fanden Einbrüche bei den Zollämtern stall. In Erinnerung dürste' noch der Einbruch beim Hauptzollamt B e r l i n- N o r d am 14. November 1924 sein, bei dem auch ein Oberzollinspektor sein« Hand im Spiele hatte. Dann oerlegte man sich darauf, mit gefälschten Bestellbüchern und Bestellzetteln bei dem Hauptzollamt Nord auf die Namen von Zigarettenfabriken Steuerzeichen zu erschwindeln. Den größten Umfang aber erreichten die Schiebungen, als man mit gefälschten Bande» r o l« n zu arbeiten anfing. An allen Orlen in Deutschland tauchten In der Hugenberg-Presse hat, noch ehe das geringste über die Gründe des Berfchwindens Bomkes bekannt war. gestan» den, daß der preußische Ministerpräsident Otto Braun den Land- gerichtsdirettor durch eine vor drei Jahren gehalten« Rede in den Tod getrieben habe. Wir nagelten dieses voreilig«, unanständige Verhalten fest. In dem letzten Brief Bombe» steht nicht ein Wort über die Vorfälle nach dem Jahre zurückliegenden Feme- mordprozeß. Im Gegenteil, Bombe schied aus dem Leben„mit herzlichem Dank, insbesondere an die Organe der Justiz. Verwaltung, für die letzte Bezeugung des Vertrauens". Bei diesem Dank kann er n u r an seine Beförderung gedacht haben, von der er also wußte, hugenbergs„Nachtausgabe" schreibt: „Vielmehr ist klar zum Ausdruck gebracht, daß sich der Landgerichts- direktor Bomb« durch die Stellungnahm« seiner vor- gesetzten Behörde gegen ihn bedrängt und zurückgesetzt ge- fühlt hat." Weiter heißt es:„Es hat darum auch gar keinen Sinn, wenn der preußische Iustizminister Schmidt jetzt erklären läßt, er Hab« Herrn Bombe zur Beförderung vorgeschlagen, und das preußische Ministerium habe dieser Beförderung zugestimmt. Wenn das richtig märe, würde Herr Bombe davon Kenntnis erhalten haben, er wäre dann sicherlich nicht aus dem Leben geschieden." Wenn die Herren von der Hugenberg-Presse mit dieser ge- meinen Unterstellung den preußischen Justizminister Lügen strafen wollen, so ist das eine Sache, die den Iustizminister und die be- treffenden Herren angeht. W i r haben die Pflicht, diese Art Journalistik yiedrlger zu hängen. Zigaretten mit gefälschten Banderolen auf. Diese Steuerzeichen wurden zum großen Teil auch für Markenzigaretten verwendet, die in Schwarzbetrieben hergestellt worden waren. Am 7. August 1926 wurde in Köln der Kaufmann Friedrich S y r ö aus Aachen festgenommen, als er gefälschte Zigarettensteuerzeichen zu verkaufen suchte. Die nunmehr eingeleiteten Ermittlungen führten zu der Festnahme einer großen Zahl von Personen. Wie groß der Anteil der einzelnen Personen an den Steuer. b« t r ü g« r« i« n ist, geht aus den Strafbefehlen hervor, die die Steuerbehörde erlassen hat. So lautete der Strafbefehl gegen einen Angeklagten Krakauer auf 566006 M., gegen«inen An- geklagten Band auf 119 009 Mark. Kinobrand im Südwesten. Zwei Vorführer schwer verletzt. Zn den Blücher- Lichtspielen, die sich im haus« Blücher st raße 22 befinden, ereignete sich gestern abend im Vorführraum ein schwere» Brandnuglück. Gegen?L7 Uhr. kurz vor Beginn der ersten Borstellung, waren der Borfuhrer Friedrich Schwarz aus der Weser st raße 31 in Neukölln und sein Assistent Franz Skrischot aus der Blücher st raße 21 mit dem Einspannen von Filmen in den beiden Dorführapparaten beschäftigt. Aus bisher noch ungeklärter Ursache geriet«in Film plötzlich in Brand und lodert« plofionsortig auf. Die hervorschießend« Stichflamme setzte auch den anderen Film in Brand. Beide Dorführer, die noch Lösch. versuche unternommen hotten, erlitten schwere Brand- wunden. Sie wurden in dos Urbankrankcnhoius übergeführt. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand auf den Vorführraum ve- schränken. Mehrere Film«, die sich in feuersicheren Kassetten in einem holzschrank befanden, blieben vom Feuer unversehrt. „Zeppelin" in guter Fahrt. Von mehreren Dampfern gesichtet. Nach feiner Absohrt von New Zart hat da» Lustschiss.Gros Zeppelin" um 14.15 Uhr MEZ. den SZ. westlichen Längengrad ans 40 Vs Grad nördlicher Breite erreicht. Nach einer weiteren Meldung Ist der Standort des Luftschiffes mittags(New Parker Rechnung) mit 40.12 nördlicher Breite und 69.35 westlicher Länge angegeben. Die» entspricht einer mitteleuropäischen Zeit von etwa 17 Uhr. Das Luftschiff wurde verschiedentlich von Dampfern gesichtet. E» macht gute Fahrt. Die Geschwindigkeit beträgt zurzeit etwa ItO Kilometer in der Stunde. Washington, 8. August. Di« Führung des„Graf Zeppelin" teilte dem Marineamt um 1 Uhr mittags MEZ.'t mit: Position 49.39 Grad nördlicher Breit«, 65.43 westlicher Läng«; alles wohl. Aus dieser Standortangabe geht hervor, daß das Luftschiff dem von Dr. Eckener vor dem Abflug an- gedeuteten Kurs folgt. Die Wetterlage in Neufundland war geradezu ideal fügden Flug des„Graf Zeppelin". Es herrscht gute Sicht und ein leichter Nordwestwind. Der Dampfer President Rooseoelt der United States Linie teilt durch Funkspruch mit, daß er das Luftschiff„Graf Zeppelin" um 7.35 Uhr amerikanischer Ostnormalzeit(1.35 Uhr mittags MEZ.) gesichtet habe. Zur angegebenen Zeit war die Position des Dampfers 49.55 Grad nördlicher Breite und 64.33 Grad westlicher Läng«. Der„Graf Zeppelin" befand sich etwa 45 Kilo- met«r südlich davon. Zweite Amerikafahrt der„Bremen". Ausreise am 14. August. Das neue Riesenschiff„Bremen" des Norddeutsch«« Lloyd wird bereits am 14. August feine zweite Amerikareise antreten. Die Nachfrage nach Schiffskarten war wiederum so groß, daß bereits jetzt alle Plätze ausverkauft find. Bei d«n Kajlltbureaus des Nord- deutschen Lloyd gingen so viel Anfragen ein, daß sämtliche Schiffe- karten zweimal hätten ausverkauft werden können. Gegenwärtig wird in Bremerhaven an der Erhöhung der Schornsteine des Schiffes gearbeitet, um die Rauchbelästigung der Passagiere auf dem Sportdeck zu beseitigen. Äei einem Mauereinsturz schwer verletzt. Auf dem Gelände der Aron-Werke, Charlotten- burger Ufer 17, stürzte gestern nachmittag eine Mauer ein und begrub den 42jährigen Arbeiter Ehrenfried G i« s e aus der Wall- st r a ß e 2 5 in Charlotteninirg unter sich. G. erlitt innere Ber- l e tz u n g e n und schwere Knoche nbrüche. Er wurde durch das Städtisch« R«ttungsmnt in das Westend-Krankenhaus gebracht wo er schwer daniederliegt. Eine baupolizeiliche Unter- s u ch u n g über die Ursache de» Einsturzes ist eingeleitet worden. -i> Dor dem Haufe Potsdamer Straße 196 ereignete sich gestern abend ein tödlicher Verkehrsunfall. Der ibjöhrigc Laufbursche helmuth L a n g a n k i aus der W i c l e f f st r a ß e 2 2 in Moabit wurde mit seinem Rade von einem Lastauto an- gefahren und zu Boden geschleudert. Der junge Mann stürzte dabei so unglücklich, daß die Räder des schweren Fahrzeuges über seinen Körper hinweggingen. Der Verunglückte wurde in das naheliegende Elifabcthkran kenhaus gebracht, wo er ba'd mich feiner Aufnahme gestorben ist. Die Berliner Feuerwehr(Fachgruppe des Verbandes der Kam- munalbeamtcn und-angestellten) feiert am 19. August in dem großen Gartenetablisscment„Karlshof" in Plötzensee. unweit der Olympia- Radrennbahn, ihr diesjähriges Sommerfeft mit italienischer Nacht. 29l Copyright IW by Guttav Kiepenheuer Verlag A-O., Berlin „Herr Stabsarzt liefern an die Feldküchen?" „An die— vorerst in der Hauptfachs an die Stäbe. Es ist nicht leicht, ausreichende Quantitäten zu erzeugen. Dem Feldlazarett' habe ich übrigens Obst hintergeschickt, jawohl, Wafcbkörbe voll Ananaserdbeeren." Funk erinnert sich, von den Erdbeerseldern des Stabs- arztes gehört zu baden. Ein Lazarettsoldat ist eines Tages aus irgendeinem Grund nach vorn gekommen und hat den Krankenträgern erzählt:„Ihr könnt euerm Ober jagen: bis .feine Erdbeeren hinten bei uns angekommen find, war die Hälfte weggestohlen und der Rest ein matschiger Brei, der in die Latrine geschütt' worden ist."— Funk sieht den Arzt grübelnd an, er hat Lust zu reden, aber er findet die Form nicht. Lipp hat«in gutes Witterungsvermögen. Er spürt, daß etwas nicht in Ordnung ist. Plötzlich schickt er Funk fort: «r müsse Briefe schreiben.— Der Tag vergeht, wie sie hier hinzuschwinden pflegen: unendlich langsam, aber auf einmal sind sie doch weg. Eine Art von Zeiteinteilung wird durch die Verwundeten und Toten getroffen, die mit der Trage zu holen sind. Dor oder nach solchem Dienst wird gegessen oder geschlafen, Karten ge- spielt oder das Hemd nach Läufen durchsucht. Der ein- wäscht sich schließlich mal und der ander« flickt einen Riß in der Hose. Alle aber langweilen sich, grämen sich, auch wenn sie aus- nahmsweise scherzen, sind dumpf nach außen und im Inner- sten ewig unruhig: wielange noch—? Der Abend fällt«in und bringt lebhafteres Feuer da draußen, keinen Kilometer entfernt. Die Nacht aber bringt ein Ereignis. Die übliche Trage Muß hinaus. Vier Mann brechen auf. Sie holen ihren V-r- mundeten, der eine halsverletzung hat, ohne daß die große Ader angeschlagen wäre. Aber er kann nur röchelnd Luft einziehen und manchmal scheint er am Ersticken zu sein. Aus einem unförmigen Verband taucht ein von höchster Rot ge- marterte? Schädel. Auf dem Rückweg— fern schon vom Kampfgraben— an einer Stelle des Laufgrabens, die zu flach ist, ereilt den vorderen Träger ein Hirnschuß, von einem ganz niedrig fliegenden Geschoß. Er schlägt tot zu Boden und über ihn stürzt die Trage, der ganze Transport stürzt zusammen. Auch der hinters Träger rührt sich nicht mehr. Alles liegt in der Finsternis wüst durcheinander— und liegt im Wasser. Die beiden Ablöser suchen entsetzt Ordnung zu schaffen. Sie schütteln die drei Leblosen, der halsdurchfchossene rührt sich. Sie zerren ihn wieder auf die Bahr«, aber sie können nicht weiter mit ihr, denn eine Stange ist zersplittert. So rennen sie, um Hilfe zu holen, auf den Derbandplatz und alarmieren dort. Wie nun drei neue Gruppen hinaus- kommen, haben sie einen tief Bewußtlosen und zwei Tote zu bergen. Denn auch der mit der Halsverletzung lebt nicht mehr. Er liegt mit dem Gesicht im Wasser. Vielleicht hat er allein weiter wollen, vielleicht ist er dabei von der Bahre ge- kollert und ertrunken. Als man dem Stabsarzt meldet, mgs geschehen ist— er braucht sich um den Bewußtlosen nicht zu kümmern, den hat der Unteroffizier wieder ins Dasein geholt—, sagt er zu Funk mit steifen Raubvogelaugen und heiserer Stimme: Der herrgottssakramenttrieg. der ganz elende." Weiter nichts. Aber er horcht unruhig in die Nacht. Und hat am nächsten Tag endgültig genug von dieser aufdringlichen Nähe des Krieges und vom Verbandplatz. Er läßt zusammenpacken. Drei jener Feldkessel nimmt er mit. Er verstaut in ihnen handbemalte Porzellanplatten, die er in einem Winkel des Bauerngehöftes aufgestöbert hat, und behängt damit seinen Burschen. Ehe noch der Arzt, den er an seine Stelle durch Ordon- nanz herausbeordert hat, richtig eingetroffen ist. das heißt, sobald er ihn von weitem anmarschieren sieht, rückt er ab. in Begleitung Funks. 15. Ein Wechsel zieht den anderen nach sich. Auch der Kam- mandeur hat genug. Aber«r geht nicht in den Tod wie Dr. Röhl, er geht auf irgendeinen Posten der Etappe. Das ist das Richtige, nicht die Heimat: in der Etappe bekommt man weiter Kriegslöhn« und lebt doch als Herrgott in Belgien. Zwar hil-r in Faurnes hat er ja auch nicbt schlecht gelebt, der Oberst Lang. Die weiße Gartenvillo ist gut erhalten, in der er mit seinem Stab gehaust hat. Die läuferbelegten Treppen, die teppichbelegten Zimmer sind schön durchheizt, man kann von üppigem Hausrat und von Vornehmheit reden. ohne die völlig ausgeraubten, verlotterten, selbst der Holz- böden entkleideten Häuser gleich nebenan, die zu Truppen- Unterkünften dienen, als Vergleich heranzuziehen. Ihnen fehlen manchmal sogar weggestohlen die Türen, mit denen man Feuer gemacht hat; da und dort angeschossen, sind sie zugig: die Decke ist durchbrochen und der Bruch kümmerlich mit Holzwolle verstopft. Düster ist es, denn fehlende Scheiben sind durch Pappdeckel ersetzt. Gewiß sind bei Beschießungen auch in der Villa des Kommandeurs Fenster zerplatzt, aber man hat sich dort besser zu helfen gewußt; man hat eben neues Glas aus den Häusern geholt, die dann mit Papp- deckeln„verglast" worden sind. Das wäre das wenigste, Oberst Lang war unbeliebt aus anderen Gründen. Die unverschämt bessere Lebenpführung des Offiziers bat der deutsche Soldat lange geduldet, ohne aufzumucken. Er mußte erst ganz erschöpft und ausgeplündert sein, ehe er deutlich begriff, welche Dreistigkeit, welcher Hoch- mut, welch unkameradschaftliche Gier darin lag. selber ge- bratenes Fleisch vom weißen Teller zu essen und den anderen Rübenmarmelade aus dem Blech des Feldkessels futtern zu lassen— den anderen, der körperlich die größere Leistung vollbrachte und die kräftigste Nahrung verdient hätte. Lang blieb also nicht deshalb ohne Sympathien, weil er lebt« im Rahmen eines herrschaftlichen Bürgerhauses. Son- dern es wurde mehr und mehr abfällig gesprochen unter den Leuten, weil er als Feigling galt. Keiner gebrauchte den Ausdruck Feigling, nicht einmal in Gedanken. Aber nichts schadete ihm so wie das, daß er nie in die vorderste Linie ging. Niemals, auch in den ruhigsten Zeiten, an harmlosesten Tagen nicht. Er besuchte nicht einmal die Regimentsbefehls- stelle, die immer noch einen guten Kilometer hinter dem Kampfgraben lag. Er drang über Fournes hinaus nach vorn nicht vor. Er ging umher in den Quartieren. Er beanstandete, wenn ein Gewehr nicht ausgerichtet an der Wand hing, wenn «in Feldtessel ohne Deckel dastand oder mit ungleich dicken Riemen an den Tornister geschnallt war. Er ritt in die Ruheunterkünfte, die rückwärtig gelegenen. Er hielt jeden zweiten Mann auf der Straße an:«in Knopf war nicht fest genug genäht, die Achselklappe saß schief, die verhaßte Hals- binde fehlte gar ganz. Er machte nicht Krach. Sein brutales Bulldoggengesicht auf untersetzter Gestalt musterte kalt den Untergebenen, das vorquellende Augs nagelte sachlich die kleine Verfehlung fest, er kommandierte halblaut und rostig:„Wie heißen Sie? Welche Kompagnie? Vorname? Sie merke ich mir. Sie melden sich bei Ihrem Feldwebel und beantragen selber Ihre Bestrafung. Abtreten. Das weitere wird durch mich ver- anlaßt."(Forts, folgt.) y fl J um 1 J''1'! aiaiiiUil �Jnrexpzngr tzndC O&itlA. Ifarum keine Srenulenführerinnen 1 Unsere Leser erinnern sich wohl noch der Enttäuschungen, die einig« junge Damen durch die Teilnahme an einem Kursus zur Ausbildung von Fremdenführern erlitten haben. Die Frag« selbst aber sollte weder damit, noch mit der platonischen Feststellung, daß es wohl Sache des Messeamtes sei, solche Ausbildung und Verdienstmöglichkeit zu geben, noch mit der tatsächlichen Feststellung, daß die Hotelportiers ihre Führer und Führerinnen haben, zu Grabe getragen sein. Wir glauben, daß für viele Shidentinnen, aber auch für Angestellte, eine Betätigung auf dem Gebiete der Fremdcnführung eine erwünschte Einnahmequelle wäre und zugleich einer Festigung ihrer Kenntnisse, namentlich in Sprachen, aber auch Geschichte, Kunst usw. diente. Bei Studentinnen und Haustöchtern wird der freie Bor- und Nachmittag leicht zu er- langen sein— aber es ist wohl auch nicht daran zu zweifeln, daß es einsichtige Kaufherren gibt, die begabten Angestellten einige Stunden in der Woche für den genannten Zweck freigeben. Die Organi- sation müßte über die Verwendungsmöglichkeiten der Führerinnen, sowohl nach Kenntnissen wie nach verfügbarer Zeit, orientiert sein, so daß genau disponiert werden könnte. Heute, wo die Frau in alle Gebiete des Mannes eingedrungen ist, sollte es doch wohl möglich sein, die sehr berechtigte Anschauung, daß es für Familien, wie einzelnen Damen angenehmer fein muß, von einer Dame als von einem Herrn geführt und beraten zu werden, zur praktischen Verwertung zu bringen. mehr Xufl auch in der llnlergntndbahn. Ein Leser schreibt uns: Ich möchte die Notiz ergänzen, die sich auf die S t a d t b o h n z ü g« bezog. Die Lust ist auch hier wahr- hastig kaum zu ertragen, wenn zu den Hauptverkehrszeiten die schwitzenden Fahrgäste wie die Bücklinge zusammengepreßt werden oder die von einem Regenschauer getränkt« Kleidung«in« „feuchte" Wärme oerbreitet. Selbst, wenn alle die Lustklappen seitlich oben, die unverständlicherweise oft geschlossen sind, ge- öffnet werden, reicht dies nicht aus, um«ine geeignete Ventilation zu schaffen und die Fahrt in dieser Richtung angenehmer zu ge- stalten. Aber ich habe die größte Hoffnung, daß die jetzige Berliner Berkel) rs-A.-G. alle diefe kleinen Sünden der II-Bahn-Gejellschaft durch Verbesserungen gutmachen wird, damit der Berliner nicht mehr soviel Grund hat, zu meckern. „3>arkähnlicher Qarlen." Unter den Vorträgen, die im vorigen Jahr an der Berliner Handelshochschule über Fremdenvcrkehrswerbung ge- halten werden, nahm die Erörterung des Reichskunstwarts Redslob über Reklame für Fremdenverkehr eine erst« Stelle«in. An Hand zahlreicher Musterbeispiele aus allen Ländern zeigte er, wie gerade auf diesem speziellen Reklainegebiet Wahrheit und Klar- heit die Hauptbedingungen für die erfolgreiche Wirkung eines Re- klamebildes seien. Daß der Deutsche im Wunsche, gründlich, zu sein, vielfach hiergegen verstoßt, wurde nicht verschwiegen. Wer mit offenen Augen sich umsieht, wird Beispiele genug finden. Die modernen, beliebten Namen: das nordische Interlaken, oder Venedig, Abbazia oder Riviera, die Perle, die Königin und wie all diese Bezeichnungen lauten mügen, geben eher Veranlassung zu einer nörgelnden Kritik, als zur pflichtgemäßen Be- wunderung des sich schließlich Darbietenden. Der moderne Städter weiß heut« auch den bescheideneren Reizen unserer Land- schaften ein wohltuendes Heimatsgefühl abzufinden: Stimmung ist heute die Hauptsach« und der impressionistische Maler hat recht, wenn er sagt, daß er einem einfachen Kartoffelacker Poesie abgewinnen könne. Und wie mit jenen allgemeinen Be- Zeichnungen, so geht es auch vielfach mit Spezialangaben. Wir erinnern uns eines Falles, daß ein Pensionsinhaber durch das Vorhandensein von ein paar nicht gewöhnlicher Taimen, von etlichen Fliedersträuchern und Rhododendronbüschen in seinem 20 Meter langen und 15 Meter breiten Garten sich für berechtigt hielt, von seinem„parkähnlichen Garten" zu sprechen. Natürlich un- geheure Enttäuschung bei den eintreffenden Gästen. Und dann das Vielerlei in der Wort-, ober auch in der Bildschilderungl Noch immer schwebt der Geist des alten Hotelbriefbogens über diesen Gratisdarbietungen, wo ein hochgebautes palastähnliches Gebäude abgebildet war, während nachher der„Waldkater" oder die„Goldene Gans" sich als ein bescheidenes aber nettes Häuschen erwies. Oder Nebengebäude, wie Badezellen, klein« Aussichtshallen usw. werden zu dekorativ ausgeputzten Pavillons und ähnliche optische Scherze mehr. Für den Fremden— und auch der Einheimische ist vielen Orten der Umgegend gegenüber in der Loge eines Fremden— ist ein einfacher, klarer Verkehrsplan wichtig(„Wie komme ich da hin?") und eine kurze Angabe über das Gebotene („Was finde ich dort?"). Ein Zuviel ist vom' Uebel. Daß dies glücklicherweise schon anerkannt wird, zeigen die Reklamezusammen- fassungen der Hotels, Wirtschaften usw. in einem Ort: sie marschieren vereint, um einzeln zu siegen. Wniichere Itagen. Ein Leser schreibt uns: Man sieht tagtäglich, daß die auf Bahnhöfen usw. aufgestellten öffentlichen automatischen Wagen besonders von der minderbemittelten Bevölkerung in An- spruch genommen werden. Daß es sich dabei um weggeworfenes Geld handelt, möge folgende Feststellung zeigen. An einem Sonn- tag wog ich mich auf dem Bahnhos Schmargendorf. Die Wage zeigte 134 Pfund. Da mir das unwahrscheinlich viel erschien, stieg ich in Ha l em s e e aus und wog mich nochmals. Inzwischen hatte ich offenbar 1 Pfund an Gewicht verloren, denn die Wege zeigte 133 Pfund. Auf dem Bahnhof Ausstellung hotte ich allerdings erheblich zugenommen, denn hier zeigte die Wage 135 Pfund. Um ganz sicher zu gehen, wog ich mich am Montag früh, selbstverständlich in derselben Ausrüstung, nochmals auf dem Untergrundbahnhof Heidelberger Platz. Hier zeigt« die Wage 66 Kilo, also 132 Pfund. Ich muß ja einen sonderbaren Körper haben, daß ichi'än so rapiden GewIchtSschwaNkllNgen leid«. Ober sollte etwas an den Wagest Nicht stimm«»? Bild vom Ztochsversorgungsgerichi. Die Droschkenzeit ist zu Ende. Ein altes Ehepaar— er 69, sie 67 Jahre alt— klagt vorm Reichsversorgungsgericht. Es wird die Festsetzung der sogenannten Elternrent« für den gefallenen Sohn oerlangt. „Ihr Beruf?", begehrt der Vorsitzende des Versorgungsgerichts zu wissen.—„Wir haben eine Pferdedrofchke."—„Und da verdienen Sie nicht einmal 60 M. in» Monat?" Di« Alte schüttell den Kopf:„Wir haben nichts zu fressen, Herr Vorsitzenderl Wer fährt denn heute noch Droschke?" Der Vorsitzende denkt nach, wer wohl heut« noch Droschke fahren mag. Liebespaare vielleicht? Er lächelt und meint:„Aber jetzt bei dem schönen Wetter in den Anlagen?"—„Das war einmal", murmeln die beiden Alten,„längst vorbei." Nein, es fahren heute schon lange kein« Liebespaar« mehr in einer Droschke durch den Tiergarten. Die Droschkenzeit ist zu Ende, das Automobil ist unumschränkter Herrscher geworden. Droschken- kutscher und Droschkengäule stehen auf dem Aussterbeetat. Und da der Staat die letzten Vertreter aussterbender Berufe nicht schützt und ernährt, wie Bisons und Wisente in den Tierparks, müssen sie sich „umstellen". Die beiden Alten auf dem Reichsoersorgungsgericht haben das versäumt. Sie sind nicht einmal so geschäftstüchtig gewesen wie ihr Kollege Gustav, der die einträgliche Spazierfahrt nach Paris unternahm. Die Söhne allerdings leben schon gang in der neuen Zeit: beide sind Chauffeure geworden, aber sie haben es trotzdem nicht sehr weit gebracht. Der« r st« ist a r b e i t s l o s, dem zweiten wurde wegen einer Dummheit der Führerschein entzogen. Ein dritter Sohn ist im Weltkrieg gefallen. Für diesen dritten Sohn wird die Elternrente beansprucht. Die zwei am Leben ge- bliebcnen Söhne können die Eltern nicht ernähren. Hätte der dritte — wäre er gesund heimgekehrt— die alten Eltern unterstützen können? Man weiß es nicht. Aber das Gerichf, das Tag für Tag so viele Klagen Unversorgter abweist, hat ein Einsehen und spricht den Alten ihre Rente zu. Vielleicht kommt sie dem letzten Berliner Droschkenkutscher zugute. Oebui aus der I�ollireppe. Rolltreppen! Allerdings nicht mehr letzter Schrei, aber doch noch vielen unbenutztes Neuland. Namentlich Provinzlern! Rolltreppen! R a u f j a I Du setzt einfach den Fuß auf das aus dem Boden rollende Band und gleitest glatt und hemmungslos nach oben.. Prachtvolles Gefühl gestärkter Faulheit! Aber runter. Das Prinzip ist dasselbe, aber die reibungslose Aus- fllhrung scheitert plötzlich an unvorhergesehenen Tücken. Du setzt, wie du es von der umgekehrten Richtung her gewohnt bist, ein Bein auf, ziehst das andere mit elegantem Schwung nach und— gerätst plötzlich ins Taumeln. Du suchst hilfebedürftig nach einem Halt, er- greifst statt des rollenden Gummibandes das feste Holzgeländer, ver- lierst dadurch den letzten Rest deines Gleichgewichts und stürzt beim Loslassen unfehlbar auf deinen Vordermamn Der, auf den Anprall Nicht vorbereitet, verliert seinerseits die Balance, stürzt wie du nach vorn und... Fortsetzung siehe oben. Wehe, wenn dann die Trepp« vollbesetzt istl Da setzt sich das Taumeln und Fallen wie eine Wellen- bewegung fort bis au das äußerste Ende. Es stürzt"lse-i über und untereinander! In der Betäubung deines Gehirns vernimmst du die von unten furchtbaren Flüche. Aber kaum bist du den Ver- wünschungen entronnen, als du schon wieder nach oben sau st und den Abstieg von neuem beginnst. Allerdings erst, nachdem du dem Grunde deines Mißgeschicks auf die Spur gekommen bist. Der lag wahrhaftig nur in einer Kleinigkeit. Du hast einfach den Fuß um ein Stückchen zu weit vorgeschoben, bist dadurch, als die Stufen sich bildeten, nur mit den Hacken auf eine solche zu stehen gekommen und hast dich, den Gesetzen der Schwerkraft zufolge, vorn- übergeneigt.(Allerdings ein wenig zu weit!) Mit dieser Erkenntnis beschwert, oersuchst du es noch einmal: Siehe, jetzt schwebst du nach unten wie ein Engel vom Himmel. Aber vor einem sei gewarnt, wenn du schon selber des Trickes kundig bist: Betritt das Band nie unmittelbar vor Leuten, die seit Stunden stehen und gucken. Das sind bestimmt Neulinge, die zweifellos dieselben Schwankungsneigungen haben, wie sie dir ehe- dem eigen waren. Ein tödlicher Bauunfall. Vor einem Neubau in der Zillerthal- Ecke Brixener Straß« in Pankow ereignet« sich gestern ein tödlicher Unfall. Der 21jährige Zimmermann Herbert Kakuschky ans der Gotland- ftrahe 2 stieß beim Tragen eines schweren /Balkens gegen einen Wagen und kam dabei zu Fall. K. stürzte so unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch erlttt. Er wurde ins Pankower Krankenhaus eingeliefert, wo er bald nach seiner Ein- lieferung g e st o r b e n ist. Der letzte Akt... Im Flur des Hauses Oranienburger Straße 5 wurde am Äittwoch früh ein zunächst unbekannter Mann mit schweren Kopfverletzungen besinnungslos aufgefunden und nach dem Hedwigs- Krankenhaus gebracht. Dort ist er bald nach der Aufnahme ver- starben. Die erste Annahme, daß er überfahren und dann in dem Hausflur geschafft worden sei, hat sich nicht bestätigt. Der Tote wurde festgestellt als ein früherer Offizier und späterer Buchhalter Fritz Langner,ein Mann von 54 Jahren. Nachdem er seinen Beruf verloren hatte, kam er aus seiner Vater- stadt Liegnitz nach Berlin und betrieb hier einen Hausier- Handel mit Schnürsenkeln und anderen Kleinigkeiten in Lokalen und auf der Straße. Gelegentlich bettelte er auch. Sein Unglück trieb ihn dem Alkohol in die Arme. In angetrunkenem Zustand ist der Mann offenbar die steile Treppe des Hauses, auf der er sich schlafen gelegt hatte, heruntergcrollt und hat sich den Kopf auf den Steinen des Hausflures zerschlagen. Ein fremdes Verschulden kommt bei seinem Tode nicht in Bettacht. -15 Menschen vom Bliß getötet. Unwetter in Ostgalizien. Warschau, 8. August. Am Mittwoch nachmittag hat in Ostgalizien ein ver« Heerendes Unwetter gewütet, das durch Hoch- wasier, Sturmschäden und Blitzschläge Millionen» werte zerstörte. Ein Gewitter von so selten beobachteter Heftigkeit ließ in vielen Dörfern Hauser und Höfe in Flammen aufgehen. Im ganze» wurden IS Mensche» tödlich vom Blitz gettoffen und viele verletzt. Die Flüsse sind um nahezu vier Meter gestiegen und haben mehrere Städte und Ottschaslen unter Wasser geseht, wobei viel Vieh umgekommen ist. 3n einigen Straßen Stanislaws erreichte die Ucberschwemmung eine Höhe von sast einem Meter. Der Orkan war so heftig, daß er strichweise alle Bäume nieder- g e m ä h l hat. Ebenso wurde die Ernte durch w o l k en b r ü ch e soft völlig vernichtet._ Eine erfreuliche Neuerung. Die erste städtische Ireihcrnd-Bücherei. Gestern wurde in dem neuen, herrlichen Schulbau des Ober- lyzeums in Neu- Westend die 4. Zweigstelle der Stadt» bücherei Charlottenburg eröffnet. Die neue Lechstelle, deren Bücher wie bei allen anderen städttschen Büchereien völlig kostenlos verliehen werden, beginnt ihre Arbeit mit einem Bestände von rund 5000 Bänden. Später soll die Bücherei über un. gefähr 10 000 Werke verfügen. Der Ausleihstelle für die Er. wachsenen ist eine Abteilung fürJugcndliche angegliedert. die zurzeit rund 1000 Bände ausweist. Bei dieser Abteilung ist erst- malig das sogenannte„F r e i h a n d"- S y st e m angewandt worden. Dieses System unterscheidet sich dadurch grundlegend von der bisher geübten Praxis, als die jugendlichen Leser freien Zutritt zu den Büchereiregalen erhalten und sich die Bände s e l b st auswählen können. Man hat mit diesem System in England und Ame- r i k a bereits die besten Erfahningen gemacht. Die Bücherei macht einen äußerst erfreulichen Eindruck und zeigt auch in ihrer äußeren Gestaltung, daß sie ihr Entstehen fortschrittlichem Geist« verdankt. Selbstmord auf den Stadtbahnschienen. Gestern vormittag spielte sich auf dem Bahnhof Schön« hauser Allee ein aufregender Vorfall ab. lim%9 Uhr stürzre sich plötzlich ein Mann, der anderen Reisenden schon durch sein erregtes Wesen oufgefallen war, vor die Räder eines einfahrenden elektrischen Stadtbahnzuges. Der Selbstmörder wurde auf der Stelle getötet. In den Taschen des Lebensmüden wurden Papiere vorgefunden, die auf einen 42jährigen Kleinrenter Ludwig Kuschka aus der Rothenburg st raße 32 lauteten. Nach den polizeilichen Ermittelungen ist Krankheit das Motiv zu dem Vcrzweiflllngsschritt._ Ein Schwein ist vom Himmel gefallen. Man schreibt uns: Die Umformung eines bekannten Dichter- Wortes wurde am Mittwoch früh zur Tatsache. In Z o) s e n war Schweinemarkt, und mannigfache süße Ferkelchen wurden dem Vor» ortzuge anvertraut. Ats der Zug. die Station Dw h l w i tz verlassen hätte, hielt er sofort wieder an, und ein halbes Dutzend Männer eilten längs des Zuges, um einen aus dem Packwagen gefallenen Handwagen, der mit Borstenvieh beladen war, wieder aus» zurichten und an seinen Platz zu bringen. Was lehrt dieser Vor» gang? Aufmerksamkeit ist auch im Packwagen nötig, und Räder» wagen müssen befestigt werden! Neues Opfer des Berechtigungsunweseus. Aus München wird uns gemeldet: In der Nähe des Kleine» Hechtsees bei Kufstein wurde der zwanzigjährige frühere G y m n a s i a st Rudolf Kohlhofer aus Kufstein vergiftet auf» gefunden. Kohlhofer' hatte die Abiturientenprüfung nicht bestanden und mußte wegen der Nottage seiner Mutter das Studium aufgeben. Einige Zeit kam er beim Straßenbau unter, konnte jedoch den Abgang von der Schule ohne Abschlußzeugnis nicht überwinden. Nach einem Abschiedsfest, das ihn noch einmal mit seinen Studienfreunden zusammenbracht«, vergiftet« er sich mit Zyankali. Zeh» Tage Rügen und Bornholm! Vom 16. b i s 26. A u g u st findet eine schöne und preiswerte Reise nach Pü gen- Bornholm statt: 16. August Fahrt von Berlin nach Saßnitz(Rügen): 17. August Ausflüge auf Rügen: 18. August morgens mit dem Dampfer nach Bornholm: vom 18. bis 25. August Aufenthalt auf der dänischen Insel, genannt die„Perle der Ostsee", der Gelegenheit bietet, die schönsten Punkt« des herrlichen Eilandes kennenzulernen: 25. August nachmittag Rückfahrt mit dein Dampfer nach Saßnitz, dann weiter mit der Bahn nach Berlin. Anmeldungen zu dieser Reis« werden angenommen beim Reichs» ausschuß für sozialistische B i l d u n g s a r b e i t, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3.___ Der Berliner Volkschor, der größte gemischt« Arbeiterchar Berlins, hat unter Leitung feines Dirigenten Dr. Zander die Proben zu dem großen sozial-pazifistischen Chorwerk: ,Hrcuzzug der Maschine", Text von Lobo Frank, Musik von Artur Wolff, be» gönnen. Neu einttetende Mitglieder können noch an der im Oktober stattfindenden Erstaufführung teilnehmen, wenn sie sogleich dem Chor beitreten. Die Aufnahme findet in den jeden Freitag von 8— 10 Uhr Koppe nstr. 76(Aula) abgehaltenen Chorproben statt, zu denen Gäste stets willkommen sind. Der Kinderchor(Leitung Walter Hänel), der bei dieser Aufführung gleichfalls mitwirkt, be- ginnt seine Proben sogleich nach den Schulferien und übt jeden Donnerstag von%6—'A& Uhr in der Aula Andrsasstr. 16. Die juristische Sprechstunde fällt Sonnabend, den 10. d. aus. Alelterberichl der öffenlllchea lvelterdlenststell« Berlin and Umgecend. (Nachdruck verboten.) Nnsangs trübe und noch einzelne leichte Niederschläge, später zcitweiie auircihende Vcwölkung. Temperaturen wesentlich niedriger als bisher.— Jür Deutschland: Im östlichen Deutschland Ablühlung mit BewölkungSzunobme und einzelnen leichten jnegensSUen. Im Nordwesten wieder Welte, besserung, aber ziemlich kühl, im Süden bewölkt mit Regenfällcn. Bei Gallenstein- und Leberleiden_ Magen- und Darmerkrankungen, chronischer hartnäckiger Stuhlverstopfung und ihren üblen Folgen, Gelbsucht, Hämorrhoiden Wucherungen und Geschwülsten hat sich„ N v m p h o c i d" seit Iahren glänzend bewährt. Keine chemischen Tabletten' sondern auf wissenschaftlicher Grundlage hergestelltes organ. Präparat, dem pflanzliche Bestandteile mit spez. Wirkungen beigegeben sind. Zahlreiche hervorragende Anerkennungen. Preis der Packung 5,50 Mark, Spezialtee 1,50 Mark. Erhältlich in allen Apotheken, bestimmt Belle-Alliance-Apotheke, SW. 6l, Belle-Alliancc-Straße. Alleinhersteller: Nymphosau A.-G., Starnberg a. See. «tsfcataagtii fit Welt Zi-brU p»d Berit» SS«. LwteaftrilKe Z, T parieinachrtchien für Groß-Nerlin stet» an da» Bezlrkesekretari-t i. Hof. 2 Treppe» rechte, zu richte». k. ttrel» Tierparte». Bchtung. TreismitaNeder! Verfossunsefrier des Reich». danner» Sch»>arz».Rot�Soli> a» ll. Aufluit in Carlsbof("BIEScnfe«). an Die Mitglieder werden gebeten.'' 16 Übt. diese Veranstaltung recht Eiebe Abteilungsnachricht Pankow.— Alke Partei- Mitglieder au« Riederfchönbaufen trete» am Sonn- abend, dem 10. August. 18 Ilbr. am Doetheplatz Ecke Saldowstraße zum Umzug mit anschließendem Fackelzug an. Aue Fabnen sind mit. zubmngen. Genossinnen und Genossen aus Pankow treten um 19� Ubr om Andreas-Hofer-Ploß mit ihren ssirhnen an.?!apfenstreich aus dem Morktplah und Tanz im Konzerthaus Lindner beschließen den Auftakt zum Verfassungstag. Am Eonntoq, dem II. August große Versassunao. ferer im»onzerthaus Lindner. Erscheinen aller Parteimitglieder ist Pflicht. henke. Freikag, 9. August: 77. Abt. Schiiueierg. 30 Ilhr bei Jürgen», Barbarossolir. b», I�unktionZr. Versammlung. 12b.»»d IS». Abt. Pa»low. IS Uhr wichtige Porsiandssißung in Klemm, Bierhallen. Berltner Straße. Morgen, Sonnabend. 10. August: 1Z. Abt. Die Mitglieder werden ersucht, an dem Palksfesi de» Reichsbanners, um 15 Uhr im lllap teilzunebmen. Weiter werden die Mitglieder auf- gefordert, am Sonntag, Z Uhr. im Kleinen Tiergarten die Hamburger Kameraden zu begrüßen. Z5. Abt. Die Eonnabend fällige fsunktioniiesißung findet erst nächsten Sonn. abend statt. Auf Notiz achten. 52. Abt. Stegliß. Alle Genossen holen ab HM Uhr ihre Quartiergäste vom Reichsbanner aus folgenden Lokalen ob: Westlich der Bodn tRathaus- feite) von Echellbafe. Ahornstr. IS-, und östlich der Bahn von Schulz. Dirlbuschstr..»0. 54. Abt. Lankmiß. Die Genossinnen und Genossen nehmen die eintrefsende.i Reichsbannerkameeaden um 11.50 Uhr am Bahnhof Lichterseide. Ost oder sväter im Lokal von Sehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 30— A, in Empfang. Die sseiee om Sonntag findet in Hertels ffestscilen, Lichterseide. Sehlen. dorfet Steaße. ab 16 Uhr. statt. 101. Abt. Treptow. All« Mitglieder treffen sich 185« Uhr an der Wiener Brücke zum gemeinsamen Abmarsch mit Musik zur versassungsfeier des Reichsbanner Treptow. 10Z. Abt. vberschZneweide. Alle Ofenossen treffen sich 18 Uhr am Bahnhof Niederschöneweibe zur Teilnahme an dem von dem Bezirksamt veran- stalteten ssestzng nach der Spielwiese in Treptow. 104. Abt. Riedersiböneweide. Die Versassungsfeier des Bezirk, Treptow findet auf der großen Wiese im Teepiowee Park statt. Sur Teilnahme am Testzug treffen sich alle Parteimitglieder um 18H Uhr am Bahnhof Nieder- schöneweide, Hauvteinganq. ssreund« und Bekannte mitbringen. 108. Aht.«dleeebos. Zwecks Teilnahme an her vom Bezirksamt veranstalte'en Trier auf der Treptower Wiese treffen sich die Genossinnen und Genossen 1814 Uhr am Bahnhof Niederschöneweide. Abfahrt Bahnhof Ablershof 5,04. Erscheinen ist Pflicht. 1I>5. Abt. Johaxuiothal. Sämtliche Paeteimitaliebee beteiligen sich an der Beesassungsfeier i'« 15. Verwaltungsbezirks. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Niederfchöneweide-Sohannisthal. 125. u»d 150. Abt. Ponko». 5 Uhr Eintreffen der in Pankow einznouariieeen. den Reichsbannerkameroden hei Meier. Türkische» Seit, ffrcie Quartiere können dort noch gemeldet werben. lS'4 Uhr Antreten der Partei- und AebeiteNt'gend auf dem Andreas- Hafer- Blaß zum gemeinsamen Tackelzng. 121. Abt. Riedeesibönhause». Unsere Reichsbanneeqäste aus Kiel sind 7 Uhr auf dem Heethavlaß von den Qnaetiergebeen in Empfang zu nehmen. 18 Uhr Tackelzug. Treffpunkt am Heethaplaß. Rege Beteiligung ist Pflichi. Jungsozialistische Vereinigung. Gruppe Sebdiug-Gefunbbenune». Heute, Teeitag, 20 Uhr. Jugendheim Orthstr. 10. Vortrag des Genossen Elia» Liebenstein über»Soziale Probleme Polästinas". Gäste willkommen. Seupve Sehönebeeg. Treffpunkt 20 Uhr am Titaniapalast. Etegliß. Schloß- straße. Bunter Abend bei der Genofstn PSHlmann. Bei Regenwetter im Jugendheim Hauptste. IS. Arbeiksgemeinschaft der kinderfreuode. Achtung, Vorstand! Dir SiKuna findet heule obent im Boetragssaal des P.-V., Lindenste. 8. 1. Hof links. 3 Tep.. statt. Kreis Preuzlanee Berg. Wir beteilige» uns an dem Kinder- nnd Bolks- fest de? Bezirksamt». Treffpunkt Sonntag- 14 Uhr, in unserem Hort. Dan- z ger Str. 53. Geburtstage. Jubiläen usw. 15. Abt. Unsere» Kampsgefahetea Tri«»»d«eetrud Re»e»I>»ef,«t»»I. furder Str.»7.»»» heutige,«ilberhoehzeitstuge die herzlichste»«lSckwü»sche. Di« Abte>l»»g»le>t»»a. — Warschauer Viertel: Seim Libauer Str. 18. Vortrag:„Die Relativitäts- theorie".— Schöneberg I: Seim HauvTte. 15. Vortrag:»Wir und die Bee- fassung".— Schcvebeeg IV R.-T.t Souvtstr. 15. Vortrag:»Sehn Jahre Reichs. Verfassung".— Lichteefelde: Heim Albrechtstr. 14-. Mitgliederversammlung.— Maeiendoef: Heim Dorfftr. 7 fAlie Schule). Vortrag:»Die deutsche Per- fassung".— Köpenick: Heim Dohlwiker Straße.„Anti-Kriegsobend."— Riederschöneireide: Berliner Str. 51(Schule). Vortrag:„Was bat die Reich». Verfassung den Arbeitern gebracht?"— Treptow: Heim Elfeiifte. 5. lO-Minuten» Referate..Berfassungsfeier."— Dahlem».-ff.: Baden, Treffen 1914 Uhr „Rote.FaIken".Ecke.— Lichtende rg-Rord: Hei» Gunterstr. 44. Diskussions- abend:„10 Jahre Verfassung".— Rruköll» AI: Heim Herßbergplaß. Unsere Treitags- Seimobende fallen einstweilen aus. Wir beteilige» uns am Ueden des Weebebezirk». f?) Weebebezirk Weste»: Heim Rosinenstr. 4. WerbebezirksmitgNeber- Ei Persammlung. Thema:„Der Parteitag in Magdeburg". Referent: W lW Genosse Dr. Kawerau. Um pünktliches Erscheinen wirb ersucht. Alle-A Dt Gruppenperanstaltungen fallen aus. M tf) I"! I.'1 I' I I I I!-H-H-t-U I I 1+4 I I I II I f-4-+-f- 1 I I i-Um Weebebezirk Bedding fAelterenaruppe): Geeichtste. 12— 1Z. Vortrag:»So- iiole TUrsorge" Snteressierte Genossen sind eingeladen. Weebebezirk Mitte: Seim, städt. Volksbllcheeei Brnnnenstr. 181, Ank. gang B. 1. Vortrag:„Tagespolitik". Referent: Hein, Löwi. Weebebezirk Reukella: Eprechchorstbungsabenb im Jugendheim Eteinmeß. straße 114 Morgen, Sonnabend: Weebebezirk Beenzlouee Berg: Treffpunkt zur Tahnenweihe der Gruppen RO. I. NO. IT, Arnswo�er Blaß, in der Tugendherberge Klein.Köris. Tahr- geid 1,70 M. 1614 Uhr und 3014 Uhr Bahnhof Weißensee. Gespielt wird der Tanfarenmarsch. Stealiß: Sur Tührung der Reichsbannergäste in die Quartiere Treffen ab 1414 Ilde bei Schrllbafe. Ahornstr. 15-. Weebebezirk Weddivg: Werbebezirks-Treffohrt nach Biesenthal mit an- fchfießendee Kundgebung. Treffpunkt 17-4 Nbr und 1814 Uhr, Sonntag 614 Uhr Gesundbrunnen. Alle Teilnehmer treffen sick, om Sonntag um 13 Uhr am Großen Wukensee, 18 Uhr Kundgebung in Biesenthal. SozialifiischeArbetterjugendGr.-Verlln Sinsendungen fSr dies« Ztodrtt nur an das Zugendstkretariat Äerlw GW SS. Qndenftraße 3 Acktunk, Zsasfiave«! K'ckel. zug durch Pankow. Neiaickenboef(Ortsverein). 17 Uhr Antreten aller aktiven und passiven Kameraben in den Standanartiepen der Kameradschaften. Spielleute 18 Ubr GermanialSIe, Ehausieestraße.— Am Sanatag, de« tl. August. treten die Ortsvereine wie. folgt an: Wedding. Sportler 7 Uhe Bockbrauerei, Ehausseestraße. Dort Umkleibeeaum. Alle Kameraden mit Gästen 9'4 Ubr in den Blocklokolen. Sentraler Sammelpunkt: Brunnenplaß. Abmarsch 11 Uhr. Prenzlauer Berg. l0>4 Uhr: f. Morschkameradschaft Arnmvalder Plaß. Ii. Morfchkameradschalt Wörther Plaß. III. Marschkameradschaft Etaraardt'r Ecke Greifenbagener S'eaße. Eintreffen 11 Ubr Bezirksamt. Iungbanner 7 Uhe Bezieisamt Danzigee Straße. Banneekleidnng mit weißem Schiller. kragen. Sportler 14 Stunde frllher in Spoetkieidung bei Klug. Danzigee Straße. Teiedrichehai». Iungbannnee. 714 Ubr Schlesischen Bahnhof sTank. stelle). 1114 Ahr Komeeaden auf den Kameradscholtssammelpläßen. Wilmeesdoef. Iungbanner. 5'4 Uhr Tehrbelliner Plaß. Kreis Westen. Iungbanner. 7,35 Ubr Großer Stern. Treptow(Ortsverein). Abmarsch pünktlich 10?4 Uhr vom GöPlißer Bahnhos. 1022 Uhr Bahnhof Niederschöneweibe. Nachmittag Paeadiesgarten und Kaiferbad. Pankow. 10 Ubr Antrete» in der Breite Straße zum Abmarsch nach dem Eaminelplaß„Einsame Pappel". Nachmittag ab 3 Ubr komeradschaftsiches Beisammensein im Konzeelhaus Libnee. Reiaicken. doel. 10 Uhe Kameradschaften Reinickendors-West. Vorsiawalde, Tegel, Sport- plaß Sckaenweberstraße. Reinickendorf-Ost, Rosenthal, Wi'tenau und Kerm». doef. Schönholzer Weg Ecke Residenzstraße. Reneuhage». Hoppegaeten, Bielen- it I: Heim Waldeaserstp. 30-21. Voe'rog:„Sehn Jahre Weimarer ft".— Moabit II: Heim Lehrter Str. 18—1». Mitgllederoersammlung. — A-u-walbee Plaß: Heim R.astendurger Ecke Dehlauer Straße. Bortrag: ..Vo.i der Natural, zur Geldwirtschafn.— Helmholßplaß! Heim Danzizer Straße 62, Baracke 3. Vortrag:„Was sollen wir lesen?"— Humauupla�: Echerenbeegstr. 7. Vortrag:„Sehn Jahre Weiumeer Verfassung".— Noedoft: Heim Danziger Str. 53, Baracke 8. Bortra«:„Die materialistische Geschichts- auffassung".— wöethee Blaß: Heim«astanienollee 82. Dortrag:.Gefangenen. SI»»eklaksn gut unck ermmtien neu gn«rkt neck folgendem Rezept: Eine Elescke Daldrament Reickel, 3 mal fllglick V» Teelöffel zu nehmen. Die nalürlkhe Medizin zur Deruhigung und Stirkung der Nervenkrafl. FL M 1.50 und 2.50. In Drogerien und Apotheken erhülllick. sonst durdi Otto Reichel, Derltn 43. SO, Eisenbahnsir. 4. fiel». 9 Uhe am Bahnhof Ho vv«garten. Erscheine» Pflicht. Bernau. 814 Uhr bei Modisch. Abfahrt 9,06 Ubr bi» Pankow-Heinersdorf. M-rineabteilu-g. 7 Uhr Stettiner Bohnhos(an der Post) mit Svielmannszug und T-Hne in weißer Uniform.- Tmebrichshain. Kameradschaft Büsching. Heute. 1S14 Uhr. Versammlung bei Blowert, Weberstr. 3t-. Tagesordnung:„Dienstemtsilung zur Versassungsfeier".— Gauvorftaud. Svielmannszug. Versassungsfeier. Eonnabend. 10. August. Antreten 18 Uhr Brllderstraße. am Schloß, zum Empfang des Bundesporstandes.— Stegliß(Ortsverein). Sonnabend, 10. August. Empfang des Gau Ehemniß, 12 Uhr, Bahnhof Lichterfelde-Oft. Gäste sind um etwa 15 Uhr in den Quartieren. 18 Uhr Antreten des Oetsvereins Unier» flrundbnkinhof Breitcnbackipla�.— Pankow(Ortsverein). Kameradschaft Nieder» schönhausen tritt am 10. August. 18 Uhr, mit ollen Tahnen zum Umzug guf dem Eoetheploß Ecke Waldowftraße an. Pflichtveranstaltung. Reichsbuud bei Kriegsdefchäbigtea, Ortsgruppe RiederschLuhausen. Alle Mitgliedr treffen sich om Sonnabend, dem 10. August, 18 Uhr, am Goethe- plaß Ecke Waldowstraße mit der Tahne zum Umzug und Tackelzug.— Ortsgruppe Pankow. 19V, Uhr Antrete» mit Banner auf dem Anbreas-Hoicr-PIaiz zum Umzug und Tackelzug. Sapfenstreich auf dem Marktplaß in Panlow und Tanz im Konzerthaus Lindner beschließen den Auftakt zum Lerfassungstag. Am Sonntag, dem II. August, große Versassungsfeier im Restaurant Lindner. Erscheinen' aller Mitglieder ist Pflicht..... Typographisches Orchester. Dirigent Kapellmeister Erich Gutzeit. Uebungs» stunde jeden Trei'ag, 20 Uhe, in Neukölln, Kermaiinftr. lOO sEängerhelm). Blattspielee wisskommen. Veseßung: Großes Orchester. � � Reichsvertand deutscher Kriegsbeichäbigter nnd Kricgeihiaterbliebener e. V-, Bezirk Mitte. Heute. Treitog. 20 Uhr. im Lokal E. Wusch,»ruiinenstr. 140. Vortrag:„Kampf um die Erhaltung der Versorgung der Kriegsopfer. Reie- rent: Kamerad Paul Riemer. Reichsvereinigung ehem. Äriegsgefaiigener, Ortsgruppe Berlin Norden 1. Geschäftsstelle bei Moßly. Luisenste. 56. Mitgliederversammlung om Eon». abend, dem 10. August. 20 Uhr, bei Sülle, Sprengelstr. 19. »WM»„»»�m�r»--— i Die Ziaucherwelt wirb mit Treude und Genugtuung begrüßen, daß die Sigarettenfabrik Envee Ben ihren Konsumenten nach wie vor den Vorteil der Umsaßprämie zugute kommen läßt. Den Enper.Dep.Packungen, auch der neuen Orient.ö-Pf.-S'gaeette liegen Gutscheine bei, für die bei Rückgabe nützliche Gegenstände ausgehändigt werten. Getrinnauszug , S. Alass« 52- Preubisch-Süddeutsch« Klassen-Lotterle. Ohn« Gewähr Nachdruck oerbosen Aus jede gezogen« Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen l und II 1. Fiehungsiag 8. Augusl 1929 �Gesellschaft der Menschenrechte", ein Stück um Georg Büchner, von Franz Theodor C s o k o r, erlebte im Rund- funk seine Uraufführung. Man kann nach dem zusommengestriche- neu Hörspiel kein endgültiges Urteil über das Werk abgeben, das � durch seine Personenfülle zudem nicht sehr zum Sendespiel geeignet| ist. Bisweilen wirkte die Handlung für den Hörer nur wie ein flüchtig andeutendes Schattenspiel. Einzelne Szenen sprangen aber scharfer, lebendiger Kraft heraus. Es scheint, als wäre hier ein wirk- sames Drama für die S p r e ch b ü h n e geschaffen, ein Werk, das ein Stück deutfd)« Vergangenheit beleuchtet, die wie finsteres Mittel- alter anmutet, obgleich sie erst 99 Jahre zurückliegt. Zum größten Teil gab es sehr gute Sprecher, wenn auch die Schurkenrolleii samt- lich zu überspitzt gesprochen wurden. Hier hätte Alfred Brauns Regie dämpfend eingreifen müssen. Sonst arbeitete sie die drama- tischen Spannungen wirkungsvoll heraus. Tes. In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 159 M. gezogen 4 Gewinn« m 10000 M. 193832 209668 2 Gewinne z» 5000 M. 205205 2 Gewinn» ju 3000 AI. 50647 10 Gewinn« ,u 2000 M. 7094 106871 240647 304302 314194 32 Gewinne ,u 1000 AI. 22084 24657 46636 66738 84614> 58029 177646 244212 24S02I 291306 291898 292944 343771 353369 354370 385018 60 Sevtnne ira 600 AI. 3055 7003 69945 74348 89846 94099 115107 140293 141903 157454 157655 173292 191395 195264 197809205096 207535 216003 218976 219675 221896 260839 261850 283837 315913 330273 330398 374960 377222 379272 240 Gewinn« ,, 300 AI. 2819 13288 13889 16743 19616 20560 20910 29881 30287 31512 34631 35311 36985 40082 40626 53161 54411 58420 58968 68874 69755 70320 76980 77312 73634 81614 89119 90145 91737 S3147 93992 94353 96056 97220 I0425I 108736 113728 115088 118371 119606 120339 128005 137304 139903 141942 143225 146019 146163 146375 150081 158549 167714 175475 183196 187990 1 92244 203156 203712 204722 205058 205359 208217 208328 209647 216008 217543 225236 244024 244763 259886 264070 265560 267145 267509 270434 273269 275012 278838 282073 283292 286285 287783 287853 296475 299239 302194 304584 311039 312089 318503 323318 323897 328359 333367 333537 334988 335442 335471 337356 337399 340317 346111 345528 355660 357179 357567 359131 359170 370551 372250 374073 378963 380222 382972 387299 390577 390870 392912 394648 395925 In bei Nachmlttagsziehung wurden Gewinne Über 150 M. gezogen 2 Gewinn« ,» 10000 M. 198478 6 Gewinne 5000 AI. 51930 1 19353 3S4933 4 Gewinn« ,» 3000 W. 132468 3�4417 16 Gewinne ,» 2900 90. 42932 135003 236181 280380 301839 311029 335182 398230 34 Gewinn. ,» 1000 W. 16036 40939 64226 136410 161653 174683 181737 190506 213759 246552 265614 285974 334573 373831 378048 383591 388876 62 Sewtnn« in 500 931. 24916 28221 63868 68128 89997 70165 71424 75276 67606 106002 120515 135 105 153704 161872 172977 187896 224856 226446 233365 234057 251762 26S22I 276367 264207 234736 266646 317246 317331 325S7I 342114 377944 194 Gewinn« ,» 300 AI. 2624 6037 8386 10215 10280 23016 26663 27562 2S64I 34385 39303 41444 46801 60830 61345 63731 64049 70515 60164 82021 86467 100473 109180 I1I082 112993 117310 118060 119809 119975 125936 128921 131539 135904 139300 145555 146205 146614 147684 153693 155738 159648 159865 163963 160599 169625 183884 187985 188369 193721 194794 196807 204243 216780 218825 221354 224815 229906 237789 238473 238952 244988 249018 251699 252966 256889 274687 275322 280242 282416 283589 283598 285 13 287967 297368 297893 298722 299091 302205 303049 307852 308712 314395 316042 316484 326397 329857 336437 337240 337542 365314 370662 380029 380555 392150 392609 394193 397262 Im Gowinnrad« verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je SOOOOO, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 75000, S zu je 50000, 14 zu je 25000,»4 zu je 10000, 162 zu je 5000, 444 zu je 3000, 774 zu je 2000, 2034 zu je 1000, 4478 zu je 500, 11566 zu je 300 M. Verantwortlich kür Politik: Dr. En:t Geyen Wirtschaft:«.«liagelhöfirj Gewcrlslbaftsbewessung: Z. Steiner: Teuilleion: K. H. Döfchen Lokales und Sonstlnc»; Tri» Karstädt: Anzeioen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Berlaq: Vorwärts-Verlog S. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckcrrl und Berlaasanstalt Paul Sinaer u. Ha., Berlin EW. 88, Llndenstraße 8. Hierzu Z Beilage»,.Unterhaltung und Wissen'»ab.Stadtbeilage". müssen, pifvfäwiSteSeitvuSZ (w- neue Setvwr itfeim«vMMchsWckMA DenBlaustift p©giept weiter!----; jraganz besonders billig bei beKcm igerQualitätü Obst und Gemüse Wein foibnT. rfg.............Pfd. 0.32 Ungarische Pflaumen... 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Gelee............ ha 0.90 Kartoffelsalat—......... ha 0.33 Wochenend- und Sportkonserven Fische Kabeljau» Ganwn...... ha 0.22 Seelachs.<■ g««««....... ha 0.49 Rotbarsch•• Koff............HA 0.22 Schellfisch m. w............ha 0.23 Fischfilet.................. ha 0.28 A.ale, UhmA................oh Pfd. 4.60 Bücklinge.................. ha 0.34 Seelachs gnsucUrt............ ha 0.40 Wild und Geflügel Prima Mast-Hühner...ha 4.20 Junge Brat-Hühnchen. ha lichen Betriebs in den letzten 6 Iahren wesentlich niedriger waren, als Lue des Großbetriebes. Gemessen am Wert dPs landwirtschaftlichen Besitzes, der ja in den E i n he i ts w e r t en, hie für die Zwecke der Vermögenssteuer- Veranlagung ermittelt wurdaz?, nur recht unvollkommen zum Aus- druck kommt, ist natürlich die Belastung der Großbetriebe noch schwerer, �a bei ihnen auf die Flächeneinheit in der Regel ein sehr viel kleinerer Inventarwert, der bei der Einheitswertermitt- lung nicht berü�ckfichtigt wird, mtfällt als bei den bäuerlichen Be- trieben. Di« nachstehende Tabelle, der die Zahlen der ersten Ta- belle über die Meuverschuldung(ohne Aufwertungsschuld und kapitalisierte Erbgenten und Altenteile) zugrunde gelegt sind, zeigt das ProzentvSrhältnis der aus Investitionen und Betriebsverl ircktenent st andenenVerschuldungzum steuerlichen Eivheitswert. Selbst an diesem unzureichenden Maßstab des Einheitsweris gemessen, zeigt sich also, daß t�r S i tz der Landwirtschaft- lichen Ueberschuldung d�r Großbetrieb ist. Es zeigt sich weiter, daß, gemessen am M�rt der Betriebe, die Verschuldung in den drei ö st l i ch e n Wirtschchsstsgebieten(Ostpveußen, Schlesien, Norddeutschland) wesentlich höher ist als in allen übrigen. Selbst Nordweftdeutschland, für dessen Ähtehwirtschaft gerade dos Wirt- schaftsjahr 1927/28 besonders ungünstig war und das daher in diesem Jahre von allen Wirtschaftsgebieten die größte Zunahme der Verschuldung aufzuweisen hatte, ist«verhältnismäßig nicht so hoch oerschuldet wie der Osten. Der östii che Großgrundbesitz ist der Krisenherd der deutschen Landwirtschaft. Diese Tatsache wird gerade durch die SZeroffenllichung der Rentenbank-Kreditanstalt b e st ä t i g t. düngen begegnen kann, ist die Nichtzahlung der Patentgebühren für den Wert nicht beweiskräftig, die patentierte Erfindung kann viel- mehr werwoll fem,'obwohl sie dnrzirr Deckung� der Patentgebühren erforderliche» Betrag nicht bringt.. Handelt es sich aber wirklich um wertlose Erfindungen, wie verfehlt ist es dann, zu behaupten, daß sie den industriellen Fortschritt hemmen, denn zur Benutzung«verc- loser Patente fohlt der Industrie jeder Anlaß. Macht sich aber ein Patent durch seinen benutzbaren Inhalt als „störend" bemerkbar, dann beweist es gerade dannt seinen Wert. Diese Störung ist ja leicht zu beheben durch Eruverbung des Patents oder einer Lizenz zu seiner Benutzung. Heute aber besitzen die Gegner einer sozialen Patentgebührenregelung in dem hohen 7120- Mark-Gebührensatz vielfach ein so sicheres Mittel zur Erzielung der lizenz freien Patentbenutzung, daß ein lizenzpflichtiged Be- Nutzungsrecht oft gar nicht erst erworben zu werden braucht. Der schutzlos gewordene Erfinder hat dann das Nachsehen. So erwächst bei der jetzt bevorstehenden Beratung des ministe- riellen Patentgesetzentwurfs im Reichstag den Freunden volkstüm- licher Gebührenfestsetzungen die Verpflichtung, wenigstens für eine Ermäßigung zum mindesten nach dem Aarschlag des Reichswirt- schaftsrats einzutreten. Almosen in s�prm von Stundung der tSedilhreN' für das ZI UIÄ» 4. Päienijähr, dijf der' Entwurf SeiTSilT Bedürft ig keitnachweifen den Erfindern neu gewähren will, sind keine Erfüllung der ihnen gebührenden Gerechtigkeit. Patentanivailt G. N e u m a n n. Schluß trn'i den Liquidü�ionen! Englische Stimmen für sofortige Elnstettung. Wir hatten kürzlich in einer ausführlichen Darstellung des Liquidationsproblems auf die unnachgiebige Haltung, die England als einziger Staat in dieser Frage einniimnt, hin- gewiesen. Im Zusammenhang mit den Haager Verhandlungen mehren sich jetzt auch in der englischen Oefsentlichkeit'-die Stimmen, die sich gegen die Beschlagnahme und Zwangsoerstcslgerung des deutschen Privateigentums in England wenden. So schreibt das führende liberale Organ, der„Manchester Nmi* mit ish es mogliÄK, in Zeih deitBedorf eu, decken! Medien Sie ousglebigenOebraueh von diesen€ A I IdfFPIc AI I Ct außergewöhnlichen Angeboten in unseremch#A�I�\/M w W I» Hier einige Beispiele unserer unertiOrt billigen Rrelse- 19 Dnlerkleld � qa gmtreift, mit slegsater Spke% moderne Farben, bisher M. 5.75..... Itrt M. W Herren-Nadiflicmden R*nforcd-Qualitit» waschechte Besftts«........ Jetxt M. 3.45 Damen'Hcmdhosen OutesTrlkotgewebe, Windelform....... letzt M 0.95 Selbstbinder Gute Qualitäten, bisher M 2.25 jetzt M. 1.25 oeäanieOberhemdenC Qn weis Popeline, durchgebend gemustert ide Qualität, bisher M, 8.75 letzt sol DoppeUnalift-Strfiiiipic haltbare Qualität, sch war* und farbig Jetxt H. 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Das Blatt stellt ferner fest, daß die Liquidation nicht otlkcin eine Frage des Rechts, sondern auch eme Frage des n a»t Ho n a l c n K r e, dits sei, und warnt vor den Folgen, die aus der englischen Liquidationspalitit für dos in der ganzen Welt Herstreute Eigentinn britischer Untertanen bei einem etwaigen neuczt Konflikt entstehen konnten.- Zum Schluß fordert der Artikel, daß iZkb erHaupt keine weiteren Liquidationen erfolgen'dürsten, serner, daß da» bereits liquidiert« Eigentum den rechtmyßigen Besitzern zurück. gegeben werde. Die Verhandlungen im tywg bildeten die denkbar beste Gelegenheit, um diese clement.vren Forderungen der Gerechtigkeit zu erfüllen. Warenhäuser und �Einzelhandel. . Wir berichteten kürzlich von bei; Möglichkeit, daß der Verband der deutschen Warenhäuser wegen tönes Ausschlußautroges aus der .Hauptgemeinschast des deutschen Änzekhandels ausscheiden, würde. Di« Hauptgemeinschast des deutschen Einzelhandels versichert uns nun, daß es mit dem Ausschlo�antiag gegen den Warenhaus- verband weniger brenn«, als es nach dem„Bvliner Tageblatt" scheint, dem wir die Information entnommen Hollen. Allerdings sei die Erregung in gewissen Kregen und Gebieten, gegerz die Waren- Häuser groß, und man vevnAltet nicht ohne gewisse Berechtigung, daß die Kampagne gegen d« Warenhäuser auch aus national- sozialistischen Kreis« n angefacht werde, um bei der großen Masse der kleineren Geschäpsleute bei dqn Kommunalwahlen größere Erfolge zu. erzielen. Immerhin werde in Ham- bürg eine grundsätzliche Elärung vesfchiedener die Warenhäuser betreffenden Fragen gesucht werden. Konsumgenoffenschasteu im Luni. Steigerung der Wochenumsahe um ii Prozent. Der Zentral verband Deutscher Konsumvereine hat seine Umsatzstatsstik für den Monat Juni veröffentlicht. Danach ist im Juni 1929 der durchschnittliche Wochenumsatz je Mitglied gegenüber Mai dieses Söhres von 8,92 Mt. geringfügig auf 8,89 Mk. zurückgegangen. Diese Entwicklung ist eine saisonmäßige. Im Jahre 1928 erfolgte r/n Rückgang vom Mai zum Juni von 8,11 auf 3,92 Mk., im, Jahr« 1927 sogar ein Rückgang von 6,73 Mk. auf 6,22 Mk. T/genübcr dem Juni 192 8 ist der diesiährig« Juni» umsah urayR7 Pf. oder um rund 11 Proz. erhöht, gegenüber dem Jun� 1927 beträgt die Erhöhung 2,67 Mk. oder annähernd t 0 P r,b z. Sparkassen helfen Ostpreußen. Der sozialdemokratische Regierungspräsident Lergemonn in Düsseldorf ließ kürzlich durch'eins Kommission den ostpreußischen Kreis Stuhm bereisen iwb sich yoit der schwierigen Log« und dem Ausbauwillen der dortizxu ländlichen Bevölkerung überzeugen. Auf Vorschlag von Bergemqcnn werden die Sparkassen des Bezirks Düsseldorf für ein« Mllchn Mark Pfandbriefe zugunsten dieses K reifes übernehmen iqnb. eine weitere Million soll zugunsten der Provinz übernommen, kwevden. Damit hat sich der Kreis der Spar- kaffen, die Ostpreußoer tatkrästtge Hilfe leisten, erweitert. Sparkassen sind, Hfscntliche Unte.r nehmungen. Es ist sehr erfreulich, daß Hie. Sparkassen sich Ostpreußens annehmen, was keineswegs felbstverjständlich ist, denn in den übernommenen Pfand- briesen der ostpreizß�chen Landwirtschaft steckt manches Risiko. Wir fragen aber, wo die privaten Pank- und Industrie- Magnaten sinjh die ebenfalls derarsige, eventuell mit Verlusten verknüpfte GeldlKlfen für Ostpreußen zu leisten bereit wären, nach- dem die Privaflmrtschaft so kräftig gegen die öffentlichen Unter- nehmungen z u,- s ch e l t e n w e i ß." � Wie die Bytionalisierii nqsinduslrie vcrdienl. Im Zeitalter der Mechanisienwg von Bqtricb und Bureau herrscht bei ber Ratio. nalisierungsjldustri« Hochbetried. Schon im Vorfahre konnten die Astrawe�ke in Chemnitz, die hauptsächlich Addier, und ander« Wi/?aumqjchinen bauen, ihren Reingewinn verdrei- fachen Mb ihre Dividende von 6 auf 19 Proz heraussetzen. Jetzt hat der �Inssichtsrat beschlossen, die Dividende für das abge- lqufene Geichäflsjahr 1928/29 von 10 auf 15 Proz. zu erhöhen. Die Gegvinnziffern der Gesellschaft sind noch nicht bekannt, jedoch läßt sich schon aus der Z9prozentigen Steigerung der Dividende er- sehen, Aiqtz si# sich bei der Reservepolitik der Verwaltung annähernd vcrhopyelt haben dürften. Jdte wirtschostekurv« der„Frankfurter Heilung". Das zweite He'/, Jahrgong 1929» der Wirtschaftskurve der„Franksurtcr Zei- t/mg" ist jetzt im Buchverlag der Frankfurter Sozietätsdruckerei Erschienen. Dos neue Liest befaßt sich zunächst eingehend mit der Wirtschaftslage um die Halbjahreswende, wobei gründliche Untersuchungen über Produktion und Umsatz sowie den Geld- lind Kapitalmarkt angestellt sind. Von den Einzeldarstellungen ist be- sonders aus die internationale Konjunktur Übersicht hinzuweisen, in die außer den Vereinigten Staaten die wichligsten europäischen Länder einbezogen worden sind. Des weiteren ist über den Etat und die Kassenlage des Reiches um die Mitte des Jahres ein umfassender Beitrag' erschienen, der die Wurzeln der Finonztrise im Frühjahr in der falschen Finanzgebarung de» Reiches im Jahr« 1924 sieht. Ein weiterer Artikel besaßt sich mit der neuqn amerikanischen Zollnovelle, gegen die be- kanntlich 88 Staaten bei der amerikanischen Regierung Protest ein- gelegt hahen. Unter den weiteren Einzelharstellungen sind noch Beittöge über die Bankenkonzentrotion i» den Der- einigten Staaten, die englische Filmindustrie und den F o r d k o n z e r n zu erwähnen. Vau einer Molorradsabrik In Leningrad. In Leningrad ist mit der Ausarbeitung des Bauprojekts für die geplante Molorradsabrik begonnen worden. Di« Fabrik, die in Leningrad errichtet werden wird, soll jährlich 13 999 Motorräder liefern. Oer englische Abwehrkampf. Die Front der Aussperrer wankt; die der Ausgesperrten festigt fich. Wie au? London berichtet wird, haben einige Spinnereien in Lancashlre beschlossen, di« Arbeiter am kommenden Montag z u den alten Löhnen wiedereinzustellen, da sie sonst den verlost verschiedener großer Kontrakte befürchten. London, 8. August.(Eigenbericht.) Am Freitag begaben sich vier Vertreter des Generalrates der britisäien Gewerkschaften unter Führung von Ben T i l l e t t nach Manchester, um sich an Ort und Stelle über dt« Aussperrung in der Bau in Wollindustrie zu unterrichten und sich mit den Einzelheiten der Loge vertraut zu machen. Der unmittelbare praktisch« Zweck dieser Reise besteht darin, ein« Z u- sammcnkunft zwischen den Derbandsvor ständen der Weber, Spinner und Kardenorbeiter herbeizuführen, die seit Beginn des Kampfes infolge der ursprünglich bestehenden Meinungsverschiedenheiten nicht mehr gemeinsam getagt haben. Da di« Spinner sich in der Zwischenzeit durch den Beschluß ihre» außerordentlichen Derbandstages mit den Webern sali- darisch erklärt haben, bestehen nunmehr keinerlei Meinung?- Verschiedenheiten mehr. Der Generalrat hofft eine gemeinsame Front aller an der Aussperrung beteiligten Gewerkschaften für die kommenden Verhandlungen herbeiführen zu können. Die Folgen der Aussperrung beginnen sich nunmehr in den mit der Spinnerei und Weberei eng verbundenen Bleicherei und Fertig- Industrie bemerkbar zu machen. Falls die Aussperrung noch eine Woche fortdauert, ist mit einer Schließung der vleichereibetriebe zu rechnen. Anfang der kommenden Woche soll eine Unterredung zwischen den Vertretern der Arbeiter und Unternehmer der Webereien statt- finden: dieser Konferenz, auf der lediglich ein« Sektion der im Kampf« stehenden Textilindustrie vertreten sein wird, kommt jedoch naturgemäß nur beschränkte Bedeutung für die Beiligung des Kampfe» zu. Die sozialistischen Abgeordneten von Lancashir« hoben inzwischen eine Deputation an den gegenwärtig in seiner Heimat wellenden Ministerpräsidenten gesandt, um ihn zu einem Eingreifen zu bewegen. In London hält man es für wahr- scheinlich. daß Macdovald angesichts des bedrohlichen Charakters der Aussperrung in den nächsten Tagen den Versuch machen wird, die beiden Parteien zusammenzubringen. Macdonald zur Vermittlung bereit. M a c d o n a l d hol in einer Erklärung sich zu einer Vermittlung in der Aussperrung im Texlilgebiel von Lancashlre bereit erklärt. Macdonald, fo heißt es in der Erklärung, verfolge mli größter Aufmerksamkeit die Entwicklung der Lage in Lancashlre und stehe in engster Verbindung mi« dem Arbettsmlnisterium. Sollte von beiden Seilea sein Eingreisen gewünscht werden, so fel er bereit, die beiden Parteien zu fich zu berufen. Die Regierung verfolge den Konflikt mit regem Zuieresie, was schon vor einigen Tagen durch die Ernennung«ine« 11 a i« r- suchungsausjchusses zum Ausdruck gekommen sei. Der Ausschuß werde seine Untersuchung sortsehen. Der Stillstand in der Spinnereiioduslrie macht sich bereiis an der Börse von Manche st er bemerkbor. wo der Tuch- und Garnhandel praktisch bereits a u s g e h o r l haben. Deutschland und die Schweiz sollen Garn liefern. Prag. 8. August. Die Auswirkungen der englischen Texttlarbeiteraussperrung be- ginnen sich in der Tschechoslowakei bemerkbar zu machen. Die Textilindustrie, die englische Garne verarbeitet, sieht sich in ihrer Versorgung gefährdet und hat infolgedcsien mit Textilfirmen anderer Länder, besonders Deutschland und der Schwetz, große Abschlüsse für die Lieferung von Garnen getätigt. Neue Branchenkommisfion der Oreher. Ausschluß der Spalter. Am Donnerstag bestätigte«ine außerordentliche Der- trauensmännerkonferenz der Dreherbranche im Deutschen Metallarbeiterverband gegen wenige Stimmen die unter Leitung von Wange stehende, von der Ortsoerwallung eingesetzt- neue Bronchenkommission für Groß-Berlin, die bis zur Neuwahl einer ordentlichen Branchenkommission die Geschäfte der Branche kommissarisch führen soll. In einem ausführlichen Referat legte der neue Branchenleiter W a u g e noch einmal die Ursachen klar, die notwendig die von den Kommunisten gewollte Spaltung herbeiführen mußten. An Hand von Dokumenten und Protokollen, die die„Rote Fahne" im Laus« der Jahre veröffentlicht hat, zeigt« er die eindeutige Linie der von der KPD. geführten„Gewerkschastsoppojition" auf, die seit jeher die verschiedensten Mittel zur bewußten Schädigung der Gewerk- schaftsinteressen, Statuten- und Disziplinbruch, offene und versteckte Bekämpfung, Lüge, Provokation und Verleumdung ihren Anhänger» zur politischen Pflicht gemocht Holle. Insbesondere wies er äqs die Notwendigkeit der Auseinander- setzung noch den Vorgängen.in den Bronchen der Rohrleger und Dreher hin. Roch eitzmal wurde den Funktionären die Schändlichkeit der Schädigungsabsichten der KPD. vor Augen geführt, die den Bon- kerott ihrer Politik mit den zynisch-offenen Aeuherungen der.JUchi- linien zur Betriebsrätewohl und zur Gcwerkschastspolitik" verdecken will. In der Diskussion fand das Referat nur Zustimmung, obgleich einige Zwischenrufer ihr Mißfallen über die Ausführungen des Referenten äußerten. Sie fanden nicht den Mut, das erdrückend« Material gegen die Gewerkschastspolitik der Kommunisten zu wider- legen.- Der neue Branchenleiter forderte die Funktionäre auf, ihm von allen Betriebs- und Wcrkstattvcrsammlungen rechtzeitig Mitteilung zu machen, damit die neue Branchenkommission in der Lag« ist, die Interessen der Dreher überall wirtsam zu vertreten. Mitteilungen sind zu richten an Albert W a u g e, NO 18, Poll- sadenstraße 13. oder an Pfaffenschläger, der ständig im Der- bandshaus zu erreichen ist. Erfolgreicher Angestellienstreik! 3n den Geldfchrankfabriken und Dauschlossereien. Die freigewerkschafllichen Angestelltenorganisationen(Bund der technischen An ge st eilten und Beamten. Deutscher Werkmeister-Berband und Zentralverbqnd der A n g e st e l l t e n) hatten den Gehaltstarisvertrog vom 1. April 1928 zum 39. Juni 1929 gekündigt. Die gegnerischen Organisationen. DHL. und GdA., hahen diesen Termin verschwitzt. Oer Arbeit- geberverband glaubte deshalb den Angestellten die Erfüllung ihrer berechtigten Forderungen verweigern zu können. Nachdem auch Verhandlungen vor dem«chlichtungsausschuß ergebnislog verliefen, haben die Angestellten entsprechend dem?l u f- ruf derAiA- Organisationen noch einer U r a b st i m> m ii n g mit überwiegender Majorität den Streik beschlossen uud sind am 23. Juli und dem nächsten Tage in den größten und wichtigsten Betrieben ber Branche nach de» Anweisungen der Tarif. tammission in den Streik getreten. Nach mehr als zehntägigem Streik griff der Vorsitzende des Schlichtungsousschufles von Amts wegen ein. um den Wirtschaft»- frieden wieder herzustellen, zumal auch dte-Arbeitcr in einer großen Anzahl von �Betrieben sich im Streik befinden bzw. aus- gesperrt worden sind. In der Verhandlung am 2. August wurde auf Empfehlung des Herrn Gewerberats Körner ein Vergleich geschlossen, der den Angestellten die Verwirklichung ihrer Forderungen garantiert« und die von den Unternehmern dringend erwünschte Zlrbeitsanf- nähme gm Wontag. dem S. August, ermöglicht«. Trotzdem glaubten der Schutzverband und einige Arbeit- geber zwei Tage später von ihren Zusagen zurücktreten zu können. Es wurde der Versuch unternommen, mit den unfairsten Mitteln die Angestellten um den Erfolg ihres Kampfes zu bringen, so daß der Schlichtungsausschuß entsprechend der Vereinbarung erneut zusammentreten und einen für beide Teile bindenden S ch i e d s- spruch fällen mußte. Die Angestellten, auch die der nicht bestreikten Betriebe, nahmen am. 7. August in einer überfüllten Versammlung zu diesem Schiedsspruch Stellung. Soweit die Jugendlichen und die An- gestellten der unteren Gruppen in Frage kommen, kann s»st- gestellt werden, daß die Streiksorderung restlos durch- gesetzt werden tonnte, d. h. die Gehälter der Angestellten- lehrlinge, der jugendlichen Angestellten sind um 12)4 Prozent erhöht worden, die Gehälter der Angestellten in de» unteren Gruppen um 19 Prozent und di« Gehälter der übrigen An- gestellten durchschnittlich um 7 Prozent. Dieses günstige Resullat ist trotz des De Hallens der Gewerk- schastsbiinde erzielt worden, weil auch di« wenigen Mitglieder dieser Verbände sich mit ihren übrigen Kollegen solidarisch erklärt hoben und mit streikten. Diese.Interessenvertretung' durch den DHL. unb GdA. hott« natürlich zur Folg«, daß die betreffenden Mitglieder dieser Verbände bei Streikausbruch ihren'll eij e r t r: t t Juden AfA-Organisationen erklärten, ein Vorgehen, das sicherlich auch in anderen Gruppen Nachahmung finden wird. Gin Fünfzigjähriger. Erich F l a t a u ist heute 50 Jahre alt geworden. Frühzeitig wandte sich Flotau dem Angestelltenberuf« zu. Er wurde Mitglied der Genossenschost deutscher Bühnenongehöriger«, deren Rechts- schutzbureau er jahrelang angehört«. In den letzten Kriegsjahrcn, nach Entlassung aus dem Militär- dienst, war Fla tau in der Industrie tätig. Seit zehn Jahren ist er Borsitzender des Berliner Ortgkartell» des AfA-Bundes, das sein Bestehen und sein« Geltung innerhalb der Berliner Zlrbeiterbcwegung vor allem seiner energischen Arbeit verdankt. Seit 1921 ist Genosse Flatau Stadtverordneter und als solcher jetzt Mitglied in fast allen wichtigen Augschüssen und Deputationen. Die Fraktion erkannt« sein« erfolgreich« Tätigkeit dadurch an, daß sie ihn am Anfang dieses Jahres einstimmig z u m ersten Vorsitzende» wählte. Unsere besten Wünsche für sein ferneres Wirken! Tagung öer Werkmeister der Schuhindustrie. Der Werkmeisterverband der Schuhindustrie, der dem Af«- b u n d angeschlossen ist, hielt vom 3—5. August in Berlin seinen 12. Verbandstag ob. Vcrbandsvorsitzenbcr P I e i s s« r- Frankfurt a. Main gab den Geschäftsbericht, aus dem sich ein« gii!? Entwicklung und ein« gesund« Finanzloge ergab. Besonder» lebhast wurde» die Anträge debattiert, die eine Berich melzuna mit dem Deutschen Werkmeisterverbond oder Fühlung- nähme betreffs Anschluß an den DWV. verlangten. Der Verbandstag setzte eine Kommission aus Befürwortern und Gegnern und einem.Hauptvorstandsmitglied«in, die in Gemeinschaft mit dem Vorstand des Deutschen Werkmeister-Ver- bandes Vorverhandlungen über den eventuellen Anschluß pflegen soll. Abgelehnt wurde eine Sitzverlegung des Verbandes von Frankfurt o. M. nach Berlin. Der Berbandstog stimmt« einer B e i t r a g s e r h ö h u n g von 1 auf 2 M a r k für die E r w« r b s- unfähigen. Unter st ützungskofs« zu. dafür wurden die Unter st ützungss ätze verdoppelt. Nach einem mit großer Befriedigung ausgenommenen Vortrag des Genossen G ö r i n g- Berlin vom Afqbund,„Zwei Jahr« Sozialpolitik im Doltsstaat", beschloß der Verbandstag«in« Eni- flberflltrt«»» mn»»» Sa««*!«»m Dniiichn, MulUerverdan»«,. B-rUn. Horn- manbanlenftt.«6t«onhog 3277-7». »»lchSf>»t,il d— 5, ftonniog» 10-2 Uhr «uf 3Bunf4: HnttrtertefuA EWEB be»? Gutscheine liegen bell � Zig a reffe schließunj», in b« bonfbar anerkannt wird, baß b« Afa- b u n b trntz ber Wiberstänbe ber gegnerischen Spitzenorganisatianen sich wirkungsnall für bi« Ausgestaltung ber sozialen Gesetzgebung ein- gesetzt hat. Geforbert wirb ber weltere Ausbau ber Arbeitslosen- vnb Angestslltenversicherung imb ber Arbeiisgerichte, mehr Schutz für ältere Angestellte sowie Einführung der gesetzlichen 43-S tun- d e n- D o ch e._ Verufskrastfahrer. Internationale Tagung. Dom 31. Juli bi, S. August 1k>29 tagte im Lransport-�ous« in ? o n b o n, bem verbanbsgeböube ber Transport anb General Workers Union, der Kraftsahrerbeirat ber Inter- nationalen Transpartarbeiter-Föberation unter bem Vorsitz bes Genossen A. F o r st n« r- Oesterreich. Vertreten waren 13 Organisationen aus Großbritannien, Frankreich. Deutsch- lanb, Oesterreich, Schweben, Dänemark, Norwegen, Belgien. Hollanb und ber Tschechoslowakei mit insgesamt 133 333 Mitgliebern. Der Tätigkeitsbericht ber Kraftfahrer-Settion ber JTF. würbe nach eingehenber Debatte einzelner Punkte gutgeheißen. Den wachs enben Anforderungen ber internationalen Vertretung ber Interessen ber Berufskraftfahrer an bas Sekretariat soll ber Vor- stand ber JTF. durch Ausbau des Sekretariats entsprechen. Di« Sitzung bestätigt« einen früheren Beschluß, wonach alle krostsahrer sich in den freien Gewerkschaften, die den gewerkschaftlichen Lonbeszentralen und der JTF. an- geschloss«n sind, zu organisieren haben. Zur Unterstützung von Mitgliebern, die sich beruflich im A u s l a n b e aufhalten, soll eine besondere Regelung geschaffen werden. Zu dem Bericht des Kollegen G u i n ch a r b über die Sitzung des ständigen Ausschusses für Straßenverkehr de» Völkerbundes beschloß die Konserenz, beim Völkerbund darauf zu bringen, baß die Einladungen zu den Fachkonserenzen sowie die erforderlichen Unterlagen rechtzeitig ber JTF. zugeschickt werden. In Anbetracht der Mannigfalligkeit der Angelegenheiten, mit denen sich die Sitzungen der Völkerbundskommissionen beschäftigen, glaubte die Konferenz, daß der JTF. die Möglichkeit gegeben werden muß, mindestens zwei Vertreter zu den betresjenden Völkerbunds- kanferenzen zu entsenden. Die Konferenz erwartet, daß die Wünsche der Chauffeure, wie sie von der JTF. formuliert worden sind, in der nächsten Sitzung der Välkerbunbsinstanzen diskutiert werden. Zwecks Unterbreitung von Vorschlägen bei der Völkerbunds- kammission über die Schaffung einer internationalen Verkehrsregelung. z. B. hinsichtlich der Bel?.uchtungsvorschriften für Kraft- fahrzeug«, der Warnungstafeln. Zeichengebung. wurde ein engeres Komitee mit der Ausarbeitung eines Entwurfs auf Grund der Diskussionsergebnisse beauftragt. Die Delegierten wurden vom englischen Transportarbeiterver- band empfangen, dabei hielten Middletan im Namen der Labour-Partei und Verkehrsminister Morrison Ansprachen. Dann wurde die Ehausfeurschule der Londoner Allze- meinen Omnibusgesellschast besichtigt und eine Fahrt durch London im Aussichtswagen unternommen, um ein Bild über die Art der Regelung des Londoner Riescnverkehrs zu bekommen. In der Frage des Rechts- und Linksfahrens beschloß der Beirat« i n st i m m i g, daß das Befahren der rechten Straßenseite in allen Ländern des europäischen Festlande» bei den maßgebenden Körperschaften gefordert werden muß. Generalstreik in der Bielitzer Metallindustrie? Lohnkürzung um 25 Prozent»vorgeschlagen.� Biclst}.,8, August. Nach dreiwöchiger Aussperrung, der Metallarbeiterschofi wurde am Mittwoch beim Arbestsinfspktorot über die gegenseitigen Forderungen verhandelt. Die Unternehmer glaubten die Aus- gesperrten fo mürbe gemocht zu haben, daß sie sich nicht schämten, ihnen ein« Löprozentigc Lohnkürzung onzufinnen. Die Arbeiter verlangten eine einprozentige Erhöhung des Minimallohnes und fünf Prozent des grundsätzlichen Lohnes. Die Forderungen der Arbeiter wurden von den Unternehmern glatt abgelehnt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird nächste Woche der Gene- ralstreik im gesamten Bielitzer Industriegebiet nertüichet werden, da sich s ä m t l iche Gewerkschaften mit den ausgesperrten Arbeitern solidarisch erklärt haben. �Vollständige Ruhe" in Lupeni. Die Deflattung der Todesopfer. Lupeni. 8. August. Heute fand in Anwesenheit ihrer Angehörigen die B e» stattung der 21 Opfer der Unruhen statt. Im Kranken- hyus befinden sich noch Z3 Schwcroerletzte, die übrigen Verletzten haben nur leichte Verwundungen davongetragen. Zu den Verletzten gehören IL Gendarmen. Es herrscht vollständige Ruh«.__ f Oer(Spinnerstreik in Indien. 7 Tot-, 24 Derlthie. Kalkutta, 8. August. Die Zahl der während der Zusammenstöße am K. August zwischen Splnnereiorbeitern und Peshwari-MohaMmedanern getöteten Per- sonen betrögt nunmehr sieben, die Zahl der Verletzten 24. Die Behörden haben infolge der noch bestehenden großen Erregung der Ge- müter. all« öffentlichen Versammlungen untersagt. Der Str«it der Spinnereiarbeiter nimmt an Ausdehnung zu. Di« religiösen Gegensätze werden von den Trabanten des Unternehmertums dazu ausgeschlachtet, um die Arbeiter gegen- einander zu bringen und so ihr« Bewegung zu schwächen und nieder- knüppeln zu lasten._ Gewerkfchafts-Iugend Verlin. beut«, ftttitaa. Mi Uhr. loqcn die Gruppen: Sbthiinq; Zuaenbhel». Schul« SenntnburflCt Str. 20. Bor traft:»Di- 3r«u im Haushalt und in btt T-olilil".— Shatlattcnbuiq: Zuq-ndhrim Sprrelit. 30. Bor- trag! ,S?»chlsiroft»n Im B«tri-o".— 3c»p»l!»pl»»:«cht«»«, mit tag«» im !lug«i,dh«>m Lorjilnft. Eck« Graunstrahc. Lultiqrr Bortragsahent. Karl St». lin««r und andrrrs.- Krrwiuiaplsft: Gruppcnhcim, Jugendheim. Sander- ttrahe l>. Sit Sadr-chtltraß. Bortraa:.«ersailunasfraaen".— S»d»». cht». »»tt«»: Gruppenheim Wollcrtorstr.». o. vt. Bortrog:.10 Iadr« deuttchr B'icksverfassunft-.— Baumlchnlenxxft: Jugendheim Srnltftr. II. Bortrag: .llreikörperlultur".-tr Heut« Spielabende ab I« Uhr: Wethens»«: Stadion am ssaulin S««.— Lildoft«»: Sportplah am Urban.- vsttrelö: Heute Baden im nkuhbah Klingender,. Iuaendaruppe d-sZentraWerbandes der Slna«ffellt-n. Heute, isreila«. finden folgeird« Beranstaltungen statt: Banlon-.Aiede«. IchS-haulen: Jugendheim SörsGflr. U lgrohes Zimmer),»orlrag: »Aas tch im Geliingnis loh'. R-lerent: Wilhelm Lewlnfki.— Oberspree; .'Uliendhetm toufuiec Str. 2. Seimdesprechung.- Köpcai«: Jugendheim»rlfn. rj»r Str. S. Brettfpielabend.— Südwelt: Jugendheim Belle-Alliance-Str. 7/U>. Dt« Tageaortnung wird in der Gruppe bctanntgeaeben.— Spiel u»» Sport. Dald»o«rr hloukölln. Sptelwlefe, ab l» Uhr. Sptelplah Bremer Strah« ob M Udr. Trepwwer Park. SpirUvies« l.jsb SO l»r. M.iiv BERLIN GERTRAUDTENSTRASSE 25-27 Käse and Feite Camemberi roiuett.......... attsk 20pt Allgfluer Stangenkäse 58«. Edamer»n,................. WnBd 65«. Holländer»•(,............... Pfmd 65« Dänisdier Sdiwelzer so«),....... 8Z« Tiisiter toui#«................«md 90« Edamer...�..�...�...«»d 95« Holländer m,.................... 95?«. Emmenthaler steine....BebMhtoi 75« Blockkäse ruriw ah, wv-nud 72«. Blockkäse BnuneBthiLAit�OI�Ptejid 1.15 Stelnbuscher Toiitett........?(«nd 95« Grasbutter............._...«ud 1,72 Molkereibutler............. Pfund 1,56 Margarine............ Ptud 50. 62«. Kokosfett.....................«und 50« Rohsdimalz..................«»»d 75« Rotkohl..................«»»« 1 5n WeissKohl____.....M.M....«ud6«. Möhren........................«�6« Schmorgurken.......«««.dis« Zwiebeln...............»«»--<> 22« Ronanen..................«�38« Saure Kirschen........«°°d2L«. Piirsiche................. Tomaten Johannisbeeren Zitronen. Pflaumen b..0...........«�16«. Melonen..................«�12« Tafelbirnen««»»m»,«�34« Strudelöpiel �.....«»« 26?«. ..... f........ Pfand 20, 30«. Geflügel u. Wild Gänse. x..........~..nmd tob 95«» Suppenhühner �..ptU-d tos 98«, WolgahQhner.MMMj>tud tob 1.15» Enten triMk...........�«ud tob 1,25» Rehblälter�____ �....Pfaad tob 1,25» Ragout«»d tob 35«» Konserven � 1,50 78« ••*••••••♦••••••< ••••»••••««••••••••• 'OOS»»•••••••«••• Junge Erbsen m* t Junge Erbsen mittel Gemüseerbsen.. Stachelbeeren Mirabellen.... Kürbis. Reineclauden............. Ananas s sohotboB.. Ital. Olivenöl.......»�»teterSO« Portugies. Oelsardinen o*o••«•••••••♦•••o Schweineköpfe..........«nnd 44pl tische und NSuchevwaeen pi. II»«» � Jrt Do«» Grits s(jJtt »fm KonfiiäreJ"?™ P|laum.en........................... 92pt Johannisbeer................... 1,15 Aprikosen»»»«»«»»»»»««»»»»«»»«» 1,10 Erdbeer«»»»«» OO»»««»««»»«»D»»,»»»»», 1,30 Kirsch 1,33 Hlmbeer.......................... 1,35 Ananas••ob**««***«»*«,••*«•••••«•«• 1,40 Pflaumenmus..................... 92pt •Schellfisch......«»dl 8, 24 •Gr. Kabeljau 24« •Gr. Seelachs ssäss 15« •GOldbOrS aluto Kopf.....«and 20 f •Makrelen...............«»d23«. •Rabeljaufllet..........«and 42« *) Nor L,lpzi|,r Str., lleiind.rpl�i, Frankfgrter Alle,, Bücklinge................«»-30« Seelachs gerSBetmt.......«and 40« Rotbars....................«and 44« Makrelen.................«»-36« Schellfisch................«»-34« Seeaal......................?!»- 75« Kottbaiar Damm, BelleAMIinetStr., Wllmandorfer Str. 14 Abel Entnahme= , IUv.25FL23,O0 D Vttttse Angebote unsevev tVewabteUung am»lilmi»iiiiii»ii>iiili)Zur............................................................................. » roriflgLBowIen- u. klei-< I nere Ttechweine,'h FL �»liilmii!iiiiiiiiinii>ilii»imli»i!»»m»i>uitlmiilliilliliiiluiiiii'iiiiui»illiiiiiiiii»iiiiiiini»li'iiiiiiiii»liiini>ii»uiiui»iiiinmiiiiliil»ina>imiiiiiiiii!� Johanni.be.rvein. süss............\ 11 jri 85pf 1927er Dienheimer Rüdem.........\ FL 1.60 Kirechw.inod.CIder.sOss.Apfelwein}' a Orieloal-Ins.l Seme»..............\ Stachelheer- oder Heidelbeerwein.../JOPL 8)00 tSJTer Hackenheiroer Rlrebberg..../ lOFl. 13.00 1928er Oberroeeelar..............■» ,, B.25 1927er Karinger Röraerpfad.......\ ,, 1.85 1927er Enaheimer Rbeinheea*......}".'.. 1927er Lieeeier Sehlce.berg....... f".t rn 1927er Hapibacher Feuer..........| 10 FL 12, 00 1928er Grave», weisser Bordeanx| 10 FL 1/ ,50 ......................................................................................................................................... Zwelfmcht- Marmelade ............ 78p,. 6oo j Spezlal-Aalelwein 50� 9 25 | fürKur'/.weckeu.Bowle.Ltr. Äpfel-Erdbeer.Apfel-Himbeer, "1. Apfel-: Elmer ca. 2 Pfund Apfel-Klrsdi, beer l-]ohannl*- Himbeer- od. Kirschsaft 425 | vorzügliche Qualitit, mit la Raffinade eingekocht, �i-Chtmp.-FL Preise ohne Flasche 125 iO00 lOOhamp.-■ J Flaschen I ffa Wursiwaren Sülze.........................«and 45« Fellep Speck............... Fi»- 1.18 Sülzwurst..................... Pfand 85P(. Hausmacher-Leberwurst. Pf»d 98pf. Speck WUrst................... Pfand 98Pf. Dampfwursl.................«»- 88pt Fleisch wurst..................«»- 1,20 Jagdwurst..................... Pfand 1,20 Berliner Mellwursl......... Pf»- 95« MellWürsl Braanechweiger Art, Pinnd 1,25 Feine Leberwurst...........«»-1.45 Schinkenwurst.............«»- 1.70 Schinkenpolnische........ Pf»- 1,35 Teewurst......................«»- 1,80 Zervelatwurst................«and 1,60 Salami.........................«an- 1,60 Kalbsleberwurst............ Pf»- 1,80 Mausschinken................«an- 2,20 Kolonialwaren Bruchreis.................... Pf»d 19« Burma-Reis.................«»- 22« Moulmain-Reis............«»- 26pt Bluerose-Reis..............«»- 34pf. Harlweizengriess.........«und 28pt Weizengriess...............«»- 26pf. Eierschniitnudeln......... Pf»- 40pf. Eier|adennudeln........... Pf»- 42« Harlgrlsss-Makkaronl... Pf»- 40« Schokoladenpulver loa«,«»»- 95pl Kakaopulver...............«»- 65« Gerste gebraute............. Ff»d 23«. Kaffee..................«und T» 1,90aB Koniitüren Wodienend-Misthung a»». 50 Sorten Bonbon« hergestellt,'/i Pl»d 48«. QoIdbonbonmisdi.ff�efaut.i«d. 75« Eisbonbons elngewlok.s»aerL,l«d. 70pt Erfrischungsrollen LC«uoph.,8tck. 25« Dess.- Blätterleigbrezeln»;tpid. 55pi. Tee-Desserlgebäck.....>i,«an-i55« Sultaninchen».berbSobokoL,>/,«-. 68« 3 Ta|. Schokolade Sortiment, ÜOOg 88«. Kokosmakronenn.wien.Art,'/.Pfd. 55« Er|rischungswa}[eln...... i«»- 95pf. 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Aber eines konnte er, der Dvorak— wie kein anderer: angenehm konnte er sich bei seinen Vorgesetzten machen. Angenehm. Und da er— wie gesagt— überhaupt nur Vorgesetzte hatte, so darf man ohne Uebertreibung feststellen: Dvorak war allen Men- schcn angenehm. Und deshalb konnte er auch dreißig Jahre im Amte zubringen: ohne einer einzigen höheren Stelle lästig zu werden. Jeder unter- hielt sich gern mit Dvorak; teille ihm seine kleinen Freuden und Leiden mit, erzahlte ihm den neuesten Scherz— und Dvorak konnte zuhören wie kein zweiter. Ja, darin bestand sein« Stärke. Und die österreichische Bundesverwaltung wird nickst bald einen Diur- nisten kriegen, der so zuzuhören oersteht— wie Dvorak. Dvoraks Fähigkeit, zuhören zu können, por auf einem ganz besonderen System aufgebaut. Na, wenn man dreißig Jahre nichts anderes tut...I Nicht allein, daß er alle Aeußerungen von höheren stellen widerspruchslos aufnehmen konnte! Das hätte bald einer getroffen. Dvoraks Kunst bestand in weit höherem. Wenn ihn .zum Beispiel der Herr Adjunkt ins Zimmer rief und sprach:.Haben Sie eine Zlhnung, lieber Dvorak, da läßt mich gestern der Herr Oberoffizial kommen.. Hier zum Beispiel warf Dvorak ein gau- miges„Naja" dazwischen. Dieses„Naja" war einfach genial; denn es legte von vornherein fest, daß der Herr Wljunkt und Dvorak verwandte Seelen seien. Sprach er aber gleich darauf mit dem Herrn Oberoffizial, vo» dem er wußte, daß er den Adjunkten nicht ausstehen könne, hatte er, wenn die Rede auf den Adjunkten kam, ein schwer seufzendes„Jajaja, Herr Oberoffizial" bereit. Auch dieses.Jajaja, Herr Obervsfizial" war genial, denn es legte von vornherein fest, daß der Herr Oberoffizial und Dvorak verwandte Seelen seien. Oder der Herr Finanz vat erzählte gerne Witze. Sie waren nicht gut, die Mtze, und sie waren auch nicht neu. Aber wie konnte Dvorak lachen!! Zuerst verfärbte er sich, wurde rot und blau, dann lachte er los, dann konnte er dos Lachen in Keuchen umschlagen lassen und schließlich bat er um Erlaubnis, sich für einen Augen- blick hinsetzen zu dürfen... Denn solche Witze.'.. Solch« Witze... Wenn der Herr Finanzrat irgend» einen Witz hörte, freut« er sich schon jedesmal auf den Moment, ihn dem Dvorak erzählen zu können. Der Herr Oberfinanzvat wieder erzählte gerne aus seiner Fa milie. Da hatte Dvorak einige„Ohgotts,.Neinsowas",„Also aus- gezeichnet" bereit, die es dem Herrn Oderfinanzrat geradezu als Vergnügen erscheinen ließen, dem Dvorak interne Familienvorgönge zu erzählen. Der Herr Rechnuftgsrot wieder war einem kleinen Spielchen nicht abgeneigt. Wenn Dvorak nun so gegen 11 Uhr vormittag» beim Herrn Rechnungsrat erschien, seufzt« dieser regelmäßig:.Na, lieber Dvorak— da, war gestern wieder etwas...!" Dvorak er- faßte intuitiv irrt) seufzte schwer:.Achgottja, Herr Nechnungsrat!" „Dvoreck, wenn Sie drei Asse haben und zwei Buben, pasien Sie auf, Dvorak, kaufen Sie da den dritten Buben oder warten Sie lieber aufs vierte As?" Jeder andere hätte vielleicht gesagt:.Ich kmife den dritten Buben." Dvorak aber sagte prompt:„Ich warte tmfs viert« As, Herr Rechnungsrat." Das war nämlich so: Alle Kiebitze hatten sich über den Rechnungsrot aufgeregt, weil er auf das vierte As gewartet hotte. Das sollte, nach Ansicht aller Tat- zeugen, das größte Verbrechen sein, dessen sich ein Rechnungsvat nur jemals in seinem Leben schuldig machen könne! Aber Dvorak war eben genial! Er mußt« gar nicht dabei gewesen sein, um zu wissen, was der Rechmmgsrat getan hotte und welche Antwort er erwartet«. So war Dvorak?— Nun wird man natürlich glauben, dieser Dvorak habe immer ein" glückliches Dasein geführt. Man wird sagen: eigentlich ein Minimum an Beschäftigung. Wie unrecht täte man dem braven Dvorak mit dieser Annahme! Mahr ist. daß Dvorak dreißig Jahr« lang wie«in Hund geschuftet hatte! Wenn er au» dem Amte heimkam, fiel er in totaler Er- ichopfung aufs Sofa und konnte lange nicht zu sich kommen. Oder kann jemand ermessen, was das heißt, acht Stunden längs jede Miene seines Gesichts, jeden Ton seiner Kehle, Lachen und Weinen. in der Gewalt zu hoben? Kann das jemand ermessen? Und da- bei noch mit ahsoluter Gewißheit im Bruchteil einer Sekunde fest- stellen zu müssen, welche Fehler beim Kartenspiel der Herr Rech- nungsrot oemachk hoben köery«? Nein, Dvorak leistete eine über- inenshliche Arbeit! Warum sie ihn also doch pensioniert haben? Mein Gott, Doo- mk» unfehlbarer Mechanismus war eben nach dreißig Jahren auch ins Stocken geraten. Wie das schon so kommt. Es sing damit an. daß der Herr Adjunkt zur gewohnten«wnde sagte:„Haben Sie eine Ahnung, lieber Dvorak, da läßt mich gestern der Herr Oberoffizial kommen.-•" Und Dvorak lacht« vergnügt aus und warf ein:„Bravo, der Herr Oberossizial! Ein ausgezeich- neter Mann..." Der Herr Adjunkt fuhr auf seinem Drehstuhl herum und starrte Dvorak entgeistert an. Dann sagte er sehr in- digniert:„Es ist gut, Sie können gehen..." Dvorak griff sich an den Kopf, stammelte einige Entschuldigungsworte, aber der Adjunkt wollte nichts mehr hören. Bei dem war er nun ein für allemal erledigt. Dann passierte ihm das Malheur gleich darauf mit dein Ober- otiizial. Der brachte da» Gespräch auf den Adjunkten und Dvorak bekam seinen Lochtrampf... Er hatte den Oberoffizial.und den Finanzrot durcheinander gebracht... Der Oberoffizial erschrak heftig und fragte:„Dvorak, Dvorok— was haben Sie denn�" Dvo- rak griff sich an den Kopf und stammelt« einige Entschuldigung»- werte. Aber der Oberossizial brach das Gespräch ab und hieß Dvo- rok au» dem Zimmer gehen. Dvorak mar noch nicht zu sich gekommen, vis ihn der.Herr Finonzrat holen ließ. Er hatte wieder einmal ein paar glänzende Witze gehört! Die waren was für Dvorak. Er erzählte den ersten und wartete auf den Lackstromps. Aber er kam nicht., Dvorak stand traurig da, hatte Tränen in den Augen und schluchzte:»Nein. so ein Unglück! So«in Unglück! Daß Ihnen auch da» hat pas- sieren müssen, Herr Finanzrot...l" Der Finanzrat wurde böse und schrie den Dvorak an:„Was haben Sie denn? Sind Sie verrückt geworden?" Dvorak konnte nichts mehr antworten und wankt« aus dem Zimmer. Er sichltc es, mit ihm und seiner Kunst ging es zu Ende. Ein erschütterndes End« für«inen Staatsbeamten, der dreißig Jahre lang an der rechten Stelle den Lachkrampf be- kommen hatte... Nur mehr wie zur Richtstatt wankte er in das Zimmer des Herrn Oberfinanzrates. Der erzählt« ihm, daß sein Jüngstes den Scharlach hätte... Dvorak rieb sich die Hände und gluckste:„Herr- [ich! Famos! Ich gratulier«, Herr Oberfinanzrat...1" Na, und der Herr Nechnungsrat war heute ganz besonders aufgeregt:„Dvorak! Jetzt entscheiden Sie einmal! Wenn Sie sechs Herz haben mit der Dame— spielen Sie sich stark oder schwach aus? Dvorak...!" Dvorak keuchte, kalter Schweiß trat ihm aus. Er gnff sich nach dem Hals— es würgte ihn. Dann brachte er tonlos hervor:«Schwach, Herr Rechmmgsrat..." Der Rechnungsrat hieb wütend mit der Faust auf den Schreibtisch und schrie:„Ochse! Seit wann schließen Sie sich denn der Meinung meiner Kiebitze an? Na, Sie habe ich auch zum letztenmal gefragt! Das steht fest." Am nächsten Tage erschien Dvorak nicht mehr im Amte. Er hatte sich krank gemeldet. Aber es hatte sich bereits herumgesprochen, daß es mft ihm nicht mehr weit her fei... Nach ein paar Tagen kam er wieder und oersuchte unter Aufbietung seiner ganzen Kraft Dienst zu machen. Es gelang nicht mehr; denn schon bei der ersten Station— beim Adjunkten— produzierte er seinen Lachkrampf... Dann wurde er wieder nach Hause geschickt und alles weitere werde er schon Höven... Alles weitere aber war— dr blau« Bogen. Dvorak wurde pensioniert. Der alte Herr Dvorok hat jetzt viel frei« Zeit und ist ob und zu auch in der Oeffenllichteit zu sehen; aber die Leute schütteln den Kopf über ihn ünd meinen, daß er im Oberstübchen nicht ganz richtig sei... Er spricht Dinge, die gar nicht zur Sache gehören. lacht zur unrechten Zeit und ist betrübt, wenn die ollgemeine Stim- mung gerade am besten ist... Man weiß nicht recht, was mit chm los seil Keinem aber wird es einfallen, daß dieser Dvorak in dreißigjährigen treuen Diensten für den Staat das geworden ist, was er eben ist... Tränengas gegen Verbrecher Ein amerikanischer Richter erklärte kürzlich, er habe einem Straßenräuber, der sein Opfer durch Tränengas unschädlich gemacht hatte,«in« miwere Strafe gegeben, als er sie gegen einen Verbrecher verhängen würde, der sein Opfer mit einem Revolver bedroht. Die Wirkung des Tränengases fei ja schon nach wenigen Minuten vorbei, aber so«in Revolver könne einen nicht wieder gut zu machenden Schaden anrichten. Dies« Ansicht ist bei der Rew-Dorker Polizei- behörde auf fruchtbaren Boden gefallen, denn man beabsichtigt dort, wie in der Frankfurter Wochenschrift Jdi« Umschau" berichtet wird, die Beamten statt mit Maschinenpistolen mit Tränengasbomben auszurüsten. Diese neuzeitlich« Waffe hat viele Dorteile; erstens werden dadurch die Verbrecher rasch unschädlich gemacht und können dem Richter überantwortet werden; dann aber macht auch der Uebertätcr, der sich nicht von einem Polizeirevolver bedroht weiß und daher nicht für sein Leben zu fürchten hat, von seiner eigenen Waffe seltener Gebrauch. Im Zusammenhang mit dieser Ausrüstung der Polizei wird natürlich der Vertauf von Tränengas an Privatleute und dessen Besitz verboten werden. SrnflMaeckel mmiQedäclüms Zur iO. Wiederkehr feines Todestages Der größte Fortschritt der naturwissenschaftlichen Erkenntnis im IS. Jahrhundert, die Lehre Darwins, erhiell erst durch die Forscher- arbeit ünd das organisatorische Talent Ernst Haeckels, dessen Todestag sich am S. August zum zehnten Mal« jährt, ein festes Gefüge als naturphilosophisches System. In seiner„GenerellenMorphologie"(allgemeinen For- men- undGestallungslehre) ordnet Haeckel alle Organismen in dieEnt- Wicklung ein. Niederste Urwesen oder Protisten(von griechisch protos — der Erste) bilden die gemeinsam« Wurzel, von der sich sowohl Pflanzenreich wie Tierreich ableitet. Ein besonders hoch entwickelter Zweig des Tierreichs aber sei das Menschengeschlecht. Haeckel«nt- warf hierzu Stammbäum«, die er aber selbst zunächst als Forschungs- Programm auffaßte, deren Bestätigung oder Berichtigung die weiteren Untersuchungen ergeben müßten. Die meisten Naturwissen- schastler der damaligen Zeit fühlten sich durch die in diesem Buche enthaltenen Angriff« gegen die Art ihres Wissenschaftsbetriebs»er. letzt und suchten es deshalb zu ignorieren, tonnten ober die große Wirkung auf die jüngere Generation kaum schmälern. In besonders bedeutungsvoller Wesse stützte Haeckel die Eni- wicklungslehr« durch das biogenetische Grundgesetz, zu dem er den auch von Huxley u. a. geführten Nachweis erweiterte, daß jedes einzelne Lebewesen während des raschen Verlaufs seiner individuellen Entwicklung die nur ganz allmählich vor sich gegangene Entwicklung seiner Art während des Lebensaufftiegs auf unserer Erde wiederholt. So wird z. B. die Stammesgeschichte des Frosches wiedergespiegelt durch olle Veränderungen, die vom einzelligen Ei des Froschlaichs über die Kaulquappe zum Frosch vor sich gehen. Auch die Embryonalentwicklung des Menschen erinnert an die Haupt- stufen der menschlichen Stammesgeschicht«. Die Aehnlichkeit auffälliger Art in den ersten Embryonalstadien oller höheren Lebe- wesen einschließlich des Menschen lassen sich zwanglos nur erklären durch die Annahme verwandsschaftlicher Beziehungen auf früheren Entwicklungsstufen. Um es hier gleich vorwegzunehmen: die Biologen der Gegenwart, besonders die experimentellen Entwicklungsniechoniker, erblicken im biogenetischen Grundgesetz wohl ein« bedeutungsvoll« Fessstellung, aber kein« Erklärung des ursächlichen Zusammenhangs. Ebenso haben sich die Ansichten Über manch« anderen Einzecheiteix der Lehren Darwins und Haeckels, besonders über den Ursachen- Mechanismus der Entwicklung, durch neuere Feststellungen erweitert und oerändert. Die Hauptannahm« beider, daß eine Entwicklung zur Mannigfaltigkeit der Organismen geführt hat und insbesondere auch der Mensch selbst dieser Entwicklung sein« Ensstehung mit ver- dankt, ist heut« für jeden selbständig denkenden Forscher zweifelsfrei« Tassache. In seiner großen Begeisterung für die Entwicklungstheorie, di« nach Haeckels eigenen Worten„als höchster Triumph des mensch- Sommer Und wieder senkt der Sommer sacht sein Horn Und deckt das Land mit seiner Gaben Fülle. In trägen Wogen wallt das reife Korn. Fast sprengt des Weinet Glut der Beeren Hülle. Von bunten Früchten schwer ist jeder Zweig, Es bau'n sich überm Garten niedre Lauben. Wie Ketten oon Korallen trägt am Steig Der Zierstrauch stolz die Last der reifen Trauben. Und aus der Bäume schwankendem Geäst Sprüht blaue Kind eräugen frohe Blitze. Kein Apfel hängt für sie zu hoch, zu fest, Er muß herab von seinem luft'gen Sitze. Ein Ernten ist, ein Jubel rings im Land, Wohin das Auge seine Blicke sendet.— Der Sommer aber lehnt am Himmelsrand Und lächelt auf das Glück, das er gespendet. Paul Moehauam, lichen Geistes nicht das Privateigentum einer privilegierten Ge° lehrtenkast« bleiben, sondern Gemeingut der ganzen gebildeten Menschheit werden müsse", war er bemüht, die neu« Lehre einer größeren Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. In dieser Absicht gehalten« öffentliche Vorlesungen wurden 1868 als„Natürliche Schöpfungsgeschichte" herausgegeben, di« seitdem zwölf deussche Auflagen und Uebersetzungen in 25 Sprachen erreichen konnte. Um 1900 leiteten die noch erfolgreicheren„Welträtsel", bisher in über 100 000 deutschen Exemplaren verbreitet und etwa dreißigma! übersetzt, geradezu«ine Aera Haeckel der Entwicklungslehre, reich an heftigen Diskussionen, ein. an denen viele von uns Aelteren sich mit brennendem Eifer beteiligten. Die zur Erweiterung und Vertiefung der„Welträssel" als gemeinverständlich« Studien über biologisch« Philosophie 1904 geschriebenen.Lebenswunder" sollen nach Haeckel» Worten„der ehrlich« Versuch sein, alle die reichen Erscheinungen des organischen Lebens unter einem einheitlichen allgemeinen Bild« zusammenzufassen, oll« Lebenswunder vom Standpunkte des konsequenten Monismus als die Erscheinungsformen eines einzigen großen, durchaus einheitlichen Universums zu erklären, gleichviel, ob man dieses Universum Natur oder Kosmos, Welt oder Gott nennt". Wir Menschen sind Naturwesen und Sozialwesen und in beiden Seiten unserer Wesensart ursächlich bedingt, ober doch durch Kausal- beziehungen unterschiedlicher Art, weil beide Gebiete, Natur- entwicklung und Gesellschaftsentwicklung, ihre eigenen Gesetzmäßig- keilen hoben. Der Naturwissenschaftler Haeckel war sich dieser Doppelabhängigkeit des Menschen nicht immer klar bewußt, so daß er gelegentlich aus naturwissenschaftlichen Erkenntnissen irrige Folgerungen auf anderen Gebieten, besonders auf dem der Politik. gezogen hat. Haeckel sah das aber selbst ein; so wenig er auf natur- philosophisch-weltanschoulichem Gebiete zu Kompromissen bereit war, so bescheiden schätzte er sein« Ansichten politischer Art ein:„Wen» ich hier und da gelegentlich eine politisch« Aeuherung getan oder eine palstische Nutzanwendung naturwissenschaftlicher Theorien gegeben habe, so haben dies« subjektiven Meinungen keinen objektiven Wert." Ein jeder, der diese Eigenart Haeckels beachtet und sich bewußt bleibt, daß olles Wissen sich unaufhörlich wandelt und auch die Entwicklungslehre selbst entwicklungsfähig ist, wird eine reiche Fülle der Anregungen und tieferes Verständnis für das naturwissenschaftliche Welchlld der Gegenwart erwerben, wenn er neben den öbep erwähnten auch di« anderen gemeinverständlichen Werk« Haeckel«,» „Natürliche Schöpfungsgeschichte",„Gott-Natur",„Aus Jnsulindr? und sein letztes Werk„Änstallseelen", zur Lektüre wählt. Wie die umfangreichen Schätze, darunter zahlreiche Zeichnungen und Aquarell«, der„Villa Medusa", in deren Garten vor einer Herme Haeckels seine Asche liegt, und groß« Sammlungen des Phyletischen Museums in Jena erweisen, war der bis ins hohe Alter klar denkende und begeisterungsfähig« Forscher von einer erstaunlichen Arbeitsfreudigkeit erfüllt. Der Künstler in ihm wurde beglückt durch die Schönheit der Schöpfung, der«r in seinen„Kunsssarmen der Natur" ein hervorragendes Denkmal setzte. Für die Reinheit des Wollens des für seine Wsssenschast und seine konsequente Anwendung begessterten größten deutschen Derkünders der Entwicklungslehre, di« nur von Mißgünstigen und Voreingenommenen bestritten werden konnte, legt besonders sein letzter enger Mit- arbeiter und seit Haeckels Tode treuer Verwalter seiner reichen Hinterlassenschaft Pros. Heinrich Schmidt in Wort und Tot bei jeder Gelegenheit beredtes Zeugnis ad. Haeckel sprach die Hoffnung aus,„die Menschen möchten immer tiefer in das mner« Heiligtum der Natur eindringen und aus der, nie oersiegenden Quelle der natürlichen Offenbarung mehr und mehr jene höchste Befriedigung des Verstandes durch wahre Natur- erkenntnis, jenen reinsten Genuß des Gemütes durch einfache Natur- religio» schöpfen, di« auf keinen anderen Wegen erlangt werden können". Diese Zukunftshoffnung Ernst Haeckels erfüllt auch uns. Da» Streben zu diesem hohen Ziel« vermag auch heuer noch und zu ollen Zeiten, sofaitge Mensch«, sind, zu begeistern und zu beglücken. ErustMuhlbach. ©to W Berlin feiert den 11. August. Die Verfassungsfeiern in den Bezirken. Anläßlich des zehnjährigen verfaflungstages werden von fast sämtlichen Bezirken der Stadt Berlin besondere Verfassungsfeiern außer den Schulseiern veranstaltet. Bezirk Mitte veranstaltet für seine Beamten keine besondere Feier. Die Beamten und Angestellten des Bezirks beteUigen sich an der allgemeinen städtischen Berfassungsfeicr in der Stadt- Halle im Stadthaus am Sonnabend, die nicht öffentlich ist. Die Schulfeiern finden am Sonnabend um 1l> Uhr im Lustgarten statt. Bezirk Tiergarten veranstaltet am Sonnabend zwei Feiern für die Schulen, zu denen auch die Beamten und Angestellten«inge- laden sind, und zwar eine aus dem Tiergarten-Sportplatz am Gartenufer und eine auf dem Sportplatz Seydlitz- st r a ß e. Bezirk Weddlug hält seine Feier am Sonnabend, 11 Uhr 30 Min., im Mercedes-Palast, Utrechter Straße, ab. An- spräche hält Bürgermeister Genosse Leid. Bezirk Prenzlauer Berg. An die Schulfeiern am Sonnabend auf dem Sportplatz Cantianstraße schließen sich Sportkämpfe mit einer Preisverteilung an. Die Feier für die Beamten findet am Sonntag morgen, 9 Uhr, im Elysium-Kinotheater statt, nach- mittags 4 Uhr ist ein allgemeines Volksfest im Sportrestaurant- garten in der Cantianstraße vorgesehen. Bezirk Ariedrichzhain. Es finden um 9 Uhr, um 1014 Uhr und um 12 Uhr je eine Verfassungsfeier, und zwar im Rofe-Theater, Große Frankfurter Str. 132, in den Germania-Lichtfpielen, Frank- furter Allee 313, und in den Concordio-Lichtfpielen, Aichreasstr. 64, für die Schulen statt. An der Feier im Rofe-Theater, um 12 Uhr, nehmen auch die Beamten, Angestellten und Arbeiter des Bezirks- amtes teil. Nachmittags um S Uhr Anmarsch der Schulen zum Sport- und Volksfest auf dem Sportplatz im Friedrichs- Hain. Der Eintritt zu diesem Volksfest ist auch für Erwachsene frei. Abends findet ein Fackelzug statt. Bezirk Kreuzberg. Eine gemeinsam« Verfasiungsfeier für alle Schulen findet am Sonnabend vormittag 10 Uhr auf dem Jahn- platz in der chasenheide statt. Die Festrede hält Bürgermeister Ge- noss« Dr. Herz. Auf dem städttschen Spielplatz Am Urban wird nachmittag von 1714 Uhr ab ein Volkskinderfest der Grundschulen mit sportlichen Wellkämpfen abgehalten. Den Abschluß bildet ein Feuerwerk und Fackelzug. Die Feier für die Beamten findet im „Orpheum" in der Hasenheide, vormittag 1114 Uhr, statt. Bezirk Charlolkenburg. Am Sonnabend, um 10 Uhr, findet auf dem Sportplatz des Sportklubs Charlottenburg eine Feier für die Beamten statt, an der auch verschiedene Schulen teilnehmen. Eine weitere Schulfeier wird auf dem Sportplatz in der Goethe- straße abgehalten. Bezirk Spandau. Am Sonnabend, um 10 Uhr. beginnt die Schulfeier auf dem Rathausoorplatz, um 12 Uhr die Feier des De- zirksamtes auf der Freilichtbühne auf der Zitadelle. Bezirk Wilmersdorf. Am Sonnabend, 1014 Uhr, findet die Feier des Bezirksamtes und der Schulen auf dem Hubertusplatz im Grunewald statt. Bezirk Zehlendorf. Es finden vier Schulfeiern, sämtlich am Sonnabend vormittag, um 10 Uhr, statt, und zwar a) in den An- lagen des Fischthalgrundcs: d) auf der Spielwiese de? Arndt-Gym- nasiums in Dahlem; c) auf dem Schulgelände der 3. Volksschule in Schlachtensee: d) auf dem Sportplatz in Wannsee. Bezirk Schöneberg. Am Sonnabend vormittag, um 10 Uhr, findet eine gemeinsame Feier für die Schulen, die Beamten und Festangestellten auf dem Dominicus-Spielplatz statt. Bezirk Steglitz. Eine gemeinsame Feier für die Schulen und Beamten beginnt am Sonnabend, um 10 Uhr, auf dem Spiel- und Sportplatz in Lichterfelde. Bezirk Tempelhos. Die Feier für Schulen, Beamten und An- gestellte findet am Sonnabend, um 10 Uhr, im Neuen Park in der Bosestraße statt. Bezirk Neukölln. Die Schulfeier, an der sich auch die Beamten beteiligen, findet am Sonnabend, um 10 Uhr, auf dem Sportplatz Tempelhofer Feld statt. Eine allgemeine Verfassungs- f e i e r wird am Sonntag nachmittag im Volkspark Hafen- Heide abgehalten. Gleichzeitig wird im Dolkspark Tempelhofer Feld vom Bezirksjugendamt ein großes Kinder- und Volksfest mit Feuerwerk, Fackelzug und Freikonzert abgehasten. Bezirk Treptow. Am Sonnabend, um 12 Uhr, Feier für die Beamten, Angestellten und Arbeiter in Niederschöneweide in der Schulaula, Berliner Straße. Nachmittags 5 Uhr Volksfest für Kinder und Jugendliche auf der Spielwiese Treptow, ab%7 Uhr auch Vorführung für Erwachsene. Bezirk Köpenick. Um 914 Uhr beginnt die Verfasiungsfeier auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz. Die Festrede hält Bürgenneister Kohl. Dann erfolgt der Abmarsch zum Startplatz, wo turnerische Vorführungen stattfinden. Abends findet der Rück- marsch mit einem Fackelzug statt. Die Feier der Beamten wird im Rothaus um 12 Uhr abgehalten. Bezirk Lichtenberg. Di« gemeinsame Schulfeier findet im Stadtpark statt. An ihr nehmen auch die Beamten de» Be- zirksamtes teil. Anläßlich der Feier gibt die Kapelle I der Schutz- polizei«in Konzert. Bezirk Weißensee. Die Feier für die Beamten, Angestellten und Arbeiter wird um 12 Uhr in der Aula des Realgym- nasiums veranstaltet. Nachmittags um 3 Uhr findet ein ge- felliges Beisammensein im Restaurant am Orankesee statt. Bezirk Pankow. Aw Sonnabend, mittags 12 Uhr, beginnt die Feier in der Aula des Oberlyzeums für die Beamten, An- gestellten und Arbeiter. Bezirk Reinickendorf. Die allgemeine Feier für die Schulen und Beamten, an der auch die Einwohner teilnehmen können, wird am Sonnabend, vormittag 9 Uhr, auf der Spielwiese am Steinberg in Waidmonnslust abgehalten. Sonntag wer- den von 12 bis 1 Uhr Platzkonzert« veranstaltet, in Tegel am Kirchplatz, in Reinickendgrf am Schäfersee, in Hermsdorf auf dein Bahnhofvorplatz und in Wittenau auf der Dorfaue. Am Sonntag abend wird auf dem Tegeler See ein großes Feuerwerk veranstaltet. Gegen die Autoraserei? Gin Protest der Polizeibeamten. Aus den Kreisen der organisierten preußischen Polizei- b e a m t e n werden uns folgende Ausführungen zur Verfügung gestellt: Dem aufmerksamen Zeitungsloser wird es aufgefallen fein, daß leider kein Tag vergeht, an dem ihm feine Zeitung nicht über .schwere Autounfälle' berichtet..Wieder rasende Autofahrer'— „Ein Opfer der Autoraserei'—„Rücksichtslose Motorradfahrer'— .Ist Selbsthilfe des Publikums nötig?' und so ähnlich lauten die Ueberschriften, die erkennen lassen, daß hier nicht nur darüber be- richtet werden soll, daß dieser und jener überfahren, mehr oder minder schwer verletzt oder sogar getötet worden ist, sondern die deutlich zeigen, daß der Unwille in allen Kreisen der Bevölkerung über die in letzter Zeit überhandnehmende Rücksichtslosig- keit gewisser Auto- und Motorradfahrer sehr stark sein muß. Und es ist auch so. Das können wir als Polizeibeamte am allerbesten beurteilen, die wir ja bei solchen Unglücksfällen meist zur Hilfe gerufen werden und die bei solchen Anlässen alle notwendigen Vorkehrungen treffen müsien. Schon sehr oft hat nur die Anwesenheit eines oder mehrerer Polizei beamten verhindert, daß die über die Rücksichtslosigkeit eines Fahrers bis aufs äußerste erregte Menge Lynchjustiz an dem Betreffenden übte. „Was haben wir von der Polizei nun hiermit zu tun?' so könnte man fragen, und„weshalb protestieren wir gegen die immer mehr überhandnehmende Rücksichtslosigkeit so vieler Fahrer?' Das bat schon seinen Grund: sind wir doch nicht nur die berufenen Hüter der Ruhe und Ordnung, sondern uns ist auch das Wohl und Wehe unserer Mitmenschen anvertraut. Es ist deshalb für jeden Volizeibeamten, der es mit seinen Berusspflichten ernst meint, er- schütternd. wenn er so oft erleben muß, daß trotz aller Vorsichts- maßnahmen, die von ihm und seinen Kollegen dienstlich getroffen werden, doch die Straße und der Verkehr so viele Opfer fordern. Zum anderen aber ist es den Polizeibeamten nicht ganz gleich- gültig, wenn sie. die sich als wirkliche Glieder einer Volkspostzei fühlen und deshalb mit der Bevölkerung in bestem und herzlichem Einvernehmen leben möchten, dann sehr oft zu hören bekommen: „Die Polizei ist schuld, daß soviel Autounfälle passieren!'�„Die Polizei sollte es verbieten, daß innerhalb der Stadt Berlin, be- sonders aber draußen in den Vororten, in einem wahnsinnigen Tempo, ohne Rücksicht auf die Pasianten, gefahren wird!'„Die llei8vkmsi7vninllenSeleMMu-»..5. Publikum au» allen Kreisen der Berliner Bevölkerung, Korporationen und Bestattungsvereine, die zu den Kunden des städtischen Sargmagazins Neukölln zählen, bestätigen, daß sie um 30 bi» 50 P r o z. billiger kaufen, als bei Privat- Unternehmern, bei qualitativ besserer War«. Im Groß-Ber- liner Beerdigungswesen ist da« städtische Sargmagazin Neukölln seinen, Umsätze und seiner Ausdehnuirg nach kein.kleines, soiräern ein größeres Unternehmen. Der Kundenkreis fetzt sich hauptsachlich 0>is den Reihen her minderbemittelten Bevölkerung zusammen. Aber auch Desiergestellle, deren Organe seit Bestehen der Einrichtung da- gegen Sturm laufen, bedienen sich oft der städtischen Einrichtung. An der Lieferung von Wohlfahrtssärgen usw. ist der Betrieb irot 800 bis 1000 Stück pro Jahr betelligt. Die Preise Hiersur siick, bei guter Qualität konkurren,zlos billig... 11000 Rechnungen hat das städtische Sargmagazin noch nun- mehr lOjährigem Bestehen gefertigt, also 11000 Kunden bedient. Bi« auf einzelne, die n>e zufriedengestellt werden können, werden die Uebrigen denen donkbar fein, die sich vor 10 Iahren für die Errichtung einer Wohlsohrtseinrichiung, wie sie das stadnichc Sargmagagi» bis heute gewesen ist,«ingesetzt haben. waldsest de» 20. kreise«. Bei herrlichem Wetter sammelten sich am letzten Sonntag die Mitglieder des Kreises Reinickendorf am Bahnhof Tegel. Ein eindrucksvoller Zug, voran die Jugend, marschiert« durch Tegel und zeigte mit seinen vielen Bannern und Fahnen nicht nur den Tegeler Einwohnern, sondern auch den zahlreichen Lusflüglern die Stärke der Organisation. Unterwegs schloffen sich bis nach Schulzendorf noch viele dem Zuge an. Dort, im schönen Tegeler Forst, war das Waldfest, lleber 10 0 0 Teil- nehm er waren erschiene«. Hell im Sonnenstrahl leuchtete dos rot« Kreisbanner am grüne« Bergabhang. Der Kreievorsitzende Genosse Lorenzen und die Kreisleiterin Genossin Kiesel be- grüßten die Anwesenden mit herzlichen Worten. Einige Kampslieder und Rezitationen verschönten da» Fest. Biel« beteiligten sich an den Spielen, besonder- natürlich die Arbesterjugend und die Kinder. Bis in die Abendstunden blieben die Genossinnen und Genoffen mit ihren Angehörigen gesellig beisammen. Das gelungen« Fest kann man als gutes Dorzeichen für die kommende Wahlbeweguntz gelten lassen. Dl« Fertenh«lm-