Morgenausgab« Sonnabend X/ W. August �929 �WZ M�WU» MG OK» � »w,chI,.iNch« v,g. veftzeiwus» m» ILJ»; W W W � W W W WW W f/■ 7! Pfg� Postbest.llgkbühttn.«u.lan»». �KtM\ ICJq|| W W H H B B B F< B �■p-— // «tionnenicnt fi.— SR. pro OtsnaL WNUM fr��H>W DW W> WJ // Sl«•tntp«llt|« StiinpanlOejrli ��■1■! W B B WWW W W W W WI�L so ri-aniq. R.n-m.«.u. ü�i ZMNH KM MMR Sdend- Illustrierte Beilagen.Volk � � � �°L>' l«»uchftad, und Aeit- und Kinderfreund� Kern»?|öbl«n für zwei Worte. Ürbettemar essss berliner VpMbwtt fegf ss Zentralorgan der SozialdemoSratisOen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 202— 297. Telegramm-Adr.: Sostafdemokrat Berlin. Willkommen! Unseren Gästen zur Verfassungsfeier �929. Nachdem wir schon gestern die Freude hatten, eine nach Hunderten zählende Abordnung des österreichischen Schutz- bundes empfangen zu dürfen, werden im Laufe des heutigen Tages mit Sonderzügen und auf Lastautos viele Zehn- tausende Reichsbannerkameraden aus allen Gauen des Reiches in Berlin eintreffen, um mit uns den zehn- jährigen Gedenktag der republikanischen Reichsverfassung festlich zu begehen. Ihnen allen gilt unser herzliches Will- kommen! Wir sind uns dessen bewußt, daß diese Reise für unsere Gäste, die kommen, um der Republik in der Hauptstadt der Republik ihre Treue zu bekunden, ein erhebliches Opfer bedeutet. Für die Hingabe eines Teil ihrer Arbeits- löhne kann ihnen nichts geboten werden als eine Fahrt in gedrängter Enge und eine bescheidene Gastfreundschaft. Da- zwischen liegt die Abwicklung eines Festprogramms mit Märschen durch die Weite der Weltstadt und damit eine Fülle von Anstrengung, aber auch, wie wir hosten wollen, von erhebenden Eindrücken. Denn, was sie in Berlin erwartet, ist viel mehr als ein offizielles Festgepränge. Die Feier des 11. August mit ihrer Fülle der Darbietungen, die alle von einem einheitlichen Geiste beseelt sein sollen, verspricht, ein wahres Volks- fest zu werden. Die große Masse der schaffenden Bevölke- rung von Berlin steht treu zur Republik. Sie fühlt sich mit den Gästen aus Oesterreich und dem Reiche durch gemeinsame Ueberzeugung fest verbunden, und sie hat dieser Ueberzeugung nicht nur durch Worte Ausdruck verliehen, sondern auch durch geschichtliche Tat. Was immer man über Berlin und — wir wissen es— auch gegen Berlin sagen mag, so war es doch erst die revolutionäre Massenversamm- lung am 9. sssovember 1918 vor dem Reichstag, aus der die Deutsche Republik emporstieg, und es war vor allem die Faust der Berliner Arbeiterschaft, unter der der Kapp- Rutsch zuckend verendete. Am Tage der Ermordung Rathenaus standen Millionen in den Straßen Berlins, geeint durch den gemeinsamen Willen, die Republik gegen ihre Meuchelmörder zu verteidigen. So ist der Anteil der Stadt Berlin an dem Aufbau und dem Schutze der Re- publik keineswegs gering— und sollte noch einmal ein Tag kommen, an dem der Ruf ertönte:„Republik in Gefahr!"— � die Berliner würden ihren Mann stellen! Aber da man uns Berlinern mitunter übergroßes Selbst- bcwußtsein nachsagt, sei gleich hinzugefügt: Wir bilden uns nicht ein, alles allein geschafft zu haben, und wir wissen sehr genau, daß manches anderswo besser ist als bei uns. Wir beneiden uniere Genossen in Wien und in zahlreichen Städten des Reichs darum, daß es ihnen viel besser als uns gelungen ist. das Unheil der Spaltung und der Zersplitterung von der Arbeiterbewegung fernzuhalten. Und wir wissen auch die ungeheure Arbeit zu schätzen, die das M i l l i o n« n h e i r des Reichsbanners in ganz Deutschland von der industriellen Großstadt bis in das letzte Dorf hinunter für die Republik geleistet hat. Erst ein künftiger Geschichtschreiber des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold wird die ganze Summe von Idealismus, von restloser Selbstaufopferung und bewunderungswürdiger Disziplin zu schildern vermögen, die in der unermüdlichen Arbeit dieser Organisation enthalten ist. Wenn das Hohn- wort von der„Republik ohne Republikaner" im Munde unse- rer Gegner längst verstummt ist, wenn in diesem Deutsch- land, das noch vor einem halben Menschenalter ein Hort der Untertanengesinnung war, ein selbstbewußtes r e p u b l i k a- nisches Staatsbürgertum entstanden ist, das Reichsbanner hat an diesem Erfolg entscheidenden Anteil gehabt. Beschämung erfüllt uns angesichts der Tatsache, daß das Reichsbanner aus einer gewissen Ecke her mit Schimpf- warten der Gosse und schändlichen Lügen begrüßt wird. Hätte man dort noch etwas Gefühl für allgemein-menschlichen Anstand, so würde man wenigstens an diesen Tagen den Gästen Berlins gegenüber eine gewisse Zurück- Haltung üben. Indes haben wir die Zuversicht, daß die Bevölkerung Berlins in ihrer großen Mehrheit— auch soweit sie unsere politischen Ansichten nicht teilt— dieses Anstands- gefühl besitzt und sich enstprechend verhalten wird. Daß es in einer Riesenstadt wie Berlin immer Elemente gibt, die auch der unsinnigsten Parole folgen und an Krakeel und Radau Vergnügen empfinden, ist begreiflich, wenn auch das Gegenteil von erfreulich. Wir hegen aber auch die Zuversicht, daß unsere Freunde. Einheimische wie Gäste, die Bedeutung dieses Treibens nicht überschätzen und ihm gegenüber kaltes Blut bewahren werden. Sie alle werden von dem Willen beseest sein, die Würde des Festes zu wahren und Zwischenfälle, die sie beschmutzen könnten, zu vermeiden. Je ungestörter und geordneter diese Tage verlaufen, desto größer wird unsere Genugtuung sein. Wir können zu einem solchen Verlauf das unsere tun, indem wir an allen Sch'mpfbolden und Raufhändelsuchern mit zusammengebissenen Zähnen und Vorwärts-Verlag G.m.b.H. V. Haag, 9. August.(Eigenbericht.) Für den. der die internationalen sozialistischen Konferenzen der letzten zehn Jahre miterlebt hotte, dürft« die unnachgiebige Haltung, die der britische Schotzkanzler Philipp Snowden gegenüber den anderen Gläubigermöchten eingenommen hat, keine allzu große Ueberraschung bilden. Denn jedesmal, wenn die Frage der Reparationen und interalliierten Schuldenregelung auf solchen sozialistischen Konferenzen zur Debatte stand, hört« man die Ver- treter der britischen Arbeiterpartei mit leidenschaftlicher Erbitterung den Standpunkt vertreten, daß die Art, wie bis- her England von seinen ehemaligen Bundesgenossen und jetzigen Schuldnern behandelt werde, unfair und unerträglich sei. Neben scharfen Vorwürfen an die Adresse jener bürgerlichen Regie- rungen Englands, die die verschiedenen Schuldenab kommen unter- schrieben hatten, vernahm man oft auch recht lebhaft« Auseinander- setzungen zwischen den Labour-Delegierten und den Genossen aus Frankreich und Belgien. Früher waren es vor allem Tom Shaw und Gillies, die auf den Konferenzen van Frankfurt 1922, Berlin 1923 und Luxemburg 1926 den britisch-sozialistischen Standpunkt«nt- wickelten. Snowden selbst, der infolge seines schweren Leidens, einer Lähmung, England fast niemals verläßt— es ist jetzt das erstemal seit nahezu zwanzig Iahren, daß er das europäische Festland betreten hat— hatte erst auf der Londoner Dierländertagung im Februar dazu Gelegenheit, seinen Standpunkt im internationalen sozialistischen Kreise zu entwickeln. Die Teilnehmer an dieser intcr- nen Berätung werden ihm das Zeugnis nicht verweigern, können, daß er damals mit außerordentlicher Eindringlichkeit fast alle die Argumente und ziffernmäßigen Angaben dargelegt hat, die man in seinen jetzigen Reden auf der Haager Konferenz wiedersindet. Und es ist nicht zu bestreiten, daß Snowden damals mit aller Entschieden. heit angekündigt hat, daß eine Arbeiterregierung Schluß mit jener Politik der Großzügigkeit gegenüber den alliierten Schuldnern machen würde, die die konservative Regierung auf kosten der brittschen Steuerzahler betreibe. Das war, wie gesagt, im Februar 1929, also am Borabend des Zusammentritts der Pariser Sachoerständigenkonferenz. Inzwischen ist dort jene Politik der Großzügigkeit Englands zugunsten seiner Alliierten fortgesetzt worden. Die englischen Sachverständigen willigen in verschiedene neu« Konzesstonen zugunsten Frankreichs und vor allem Italiens«in. Haben sie dabei, wie vielsach be- hauptet wird, und wie es zum Beispiel Briand in seiner heutigen Erklärung vor der französischen Presse ebenfalls andeutete, mit Zu- stimmung der englischen konservativen Regierung gehandelt? Snowden bestreitet es ganz energisch. Das Gerücht, wonach sogar ein besonderer Kabinettsbeschluß vorlag, wodurch Sir Josuah Stamp und Sir Charles Addis zu einer Revision des Ver- teilungsschlüssels von Spa ermächtigt worden wären, sst von einem leitenden Mitglied der englischen Delegation als«ine glatte Un» Wahrheit bezeichnet worden. Aber selbst wenn es wahr wäre, so bliebe dennoch die Tatsache bestehen, daß Snowden damals als der führende Abgeordnete der Arbeiter» opposilion in Finanzsragen jene aufsehenerregende Rede gehalten hat. in der er die Sachverständigen mit deu schärfsten Worten angriff und auch die Politik Frankreich« und Italien» gegenüber ihrem brittschen Gläubiger in sehr harten Wendungen geißelte. Diese Rede ist der Schlüssel zu der ganzen Situatton. Ihre Geschichte und ihre Folgen sind mir von einem führenden Mitglied der englischen Delegation, einem mir seit Iahren bekannten Arbeiter- abgeordneten freimütig geschildert worden. Die Kenntnis dieser Einzelheiten ist unerläßlich zur objektiven Beurteilung des Verhol- kalter Verachtung vorübergehen. Daß wir aber jedem Ber- such, unser Recht zur Demonstration gewaltsam zu ver- letzen, tatkräftig begegnen werden, versteht sich von selbst. Je tadelloser unsere Disziplin, je geschlossener die Wucht unseres Auftretens, desto sicherer unser Erfolg. Wir feiern das Fest der Republik nicht nur, um den Gegnern unsere Macht zu zeigen, wir feiern es auch, um zu werben. Vergessen wir nicht, daß viele, die heute Schulter an Schulter mit uns marschieren, noch vor einigen Iahren als Zweifler, wenn nicht als Gegner uns gegenüber- standen. Die uns seindlichen Gruppierungen treibt nicht nur der Haß, sondern auch die A n g st vor uns, vor der Werbe- Postscheckkonto: Berlin 87536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten nnd Beamten, Wallstr.SS. Diskonto-Gesellschaft, Deposttcnkoss« Lindenstr. 8. tens der brittschen Delegatton auf der Haager Konferenz, zu der wir als Sozialisten gegenüber der englsschen Arbeiterregierung auch dann verpflichtet sind, wenn uns die Haltung dieser Delegation wegen der akuten Gefahr eines Scheiterns der Konferenz und wegen der dadurch ensstchenden unabsehbaren politischen und wirk- schastlichen Folgen mit ernstester Sorge erfüllt. Ms Snowden seine Unterhausrede hielt, handelte er aus eigener Initiativ«. Man kannte zwar seine allgemeinen An- sichten, zumal sie Gemeingut der Partei waren, aber man wußte nichts von seiner Absicht, in dieser schroffen Form vorzugehen. Der Widerhall dieser Rede war ungeheuer. Alle Gegner fielen wie ein Mann über Snowden her, zumal er den Entschluß ge- äußert hatte, falls die Labour Party an die Regierung käme, nötigenfalls die Schuldenverträg« zu revidieren und damit den besonders in England geheiligten Grundsatz der außen- politischen Kontinuttät zu durchbrechen. Chamberlain, Churchill. Baldwin, Lloyd George, die ganze konservattve und liberale Presse griff Snowden und mit ihm die Arbeiterpartei um so hefttger an, als man am Vorabend der Neuwahl war und die beiden bürger- lichen Parteien glaubten, mit der Parole, daß die Labour Party Englands Unterschrift oerleugnen wolle, ihren gefürchteten Gegner vernichtend zu schlagen. Dieser Sttirm aus Snowden machte sogar aus die Labour Party im ersten Augenblick Eindruck. Es gab viel« Arbeiterführer— mein Gewährsmann bekennt sich selbst zu diesem damaligen Irr- tum—, die meinten, daß Snowden einen schweren Fehler begangen und dem Bürgertum unfreiwillig eine Art„Sinowjew- -Brief" geliefert habe. Da rückte Macdonald unverzüglich, zwar vorsichttg, jedoch deutlich genug, von Snowdens Rede ab. Aber Snowden blieb dabei und wiederholte die Rede einmal, zweimal und noch öfter. Und zur allgemeinen Ueberraschung auch der Labour Party selber vollzog sich«in unerhörter St im- mungsumschwung im ganzen Lande. Es zeigt« sich, daß Snowden den breiten Schichten des Volkes, besonders auch des Bürgertums, aus dem Herzen gesprochen hatte. Snowden erhielt ou» allen Teilen des Lande» und aus allen Schichten der Bevölkerung zehntaufende Briefe und Telegramme. die ihn beglückwünschten und aufforderten, fest zu bleiben. Seine wenigen Wählerversammlungen gestalteten sich z» Triumphen. Di« bürgerliche Presse begriff, daß Snowden den Puls der Nation besser gefühlt hat als alle anderen. Inner- halb weniger Wochen bis zum Wahltag hatten nicht nur alle Kritiken aufgehört, sondern auch viele Konservative und Liberal« begannen, mit Snowden in der Kritik an der bisherigen„Don-Quichotte-Politik" Englands zu wetteifern, aber es war zu spät. Die Arbeiter- partei hatte die richtige Wahlparole ausgegeben. Mein Gewähr»- mann behauptet sogar, daß die Labour Party ihren großen Wahlsieg in allererster Linie dieser Stellungnahme Snowden» zu verdanken hat und daß alle übrigen Fragen bei der Cnsscheidung schließlich eine untergeordnete Rolle gespielt hätten. Jedenfalls wären die Stimmen aus dem bürgerlichen Lager fast ausschließlich dieser Parole zu danken: Schluß mit der Hörigkeit gegenüber Frankreich. Schluß mit dem ewigen Opfer der eigenen Steuerzahler zugunsten der Fremden! Es scheint, daß man in manchen Labourkressen, besonders in solchen, die vornehmlich internationalistisch denken, über diese etwas stark betont« egoistisch nationale Kampfansage von vorn- herein etwas besorgt war. Aber die Tatsach« war nun einmal gegeben. Die Arbeiterregierung kam ans Ruder mit Snowden als Schotzkanzler. In seiner Unterhausrede als Minister hat Snowden seine Kritiken am Doung-Plan vorgebracht, und das ganze Unter- haus, die Führer beider bürgerlichen Oppositionsparteien, die gesamte britische Presse hat ihn unterstützt und gelobt. Ob die Kon- servativen und Liberalen sich dabei von dem Hintergedanken leiten ließen, daß, wenn sie Snowden den Rücken stärken und er im Haag kraft unseres Auftretens, vor der Macht unserer Ideenwelt. Sie fürchten, daß der zehnte Verfassungstag der Republik für viele ein Tag der Einkehr und der Umkehr werden könnte. Wir aber wollen daran denken, daß viele von denen, die noch stillschweigend oder mißtrauisch am Wegrand stehen, morgen mit uns gehen werden. Wir wissen, daß in der Hauptstadt der Deutschen Re- publik noch viel zu tun ist, um das arbeitende Volk zu einer einheitlichen Macht zusammenzuschweißen. Wir grüßen unsere Gäste als Herolde dieser Einheit, als Mit- werber und Mitstreiter für die wahre, die ganze, die soziale Republik! Die Gründe Snowdens. Ihr Verhälinis zur Labour-politik. Verhandlungen über die Räumung Es wird ein Ltnierausfchuß eingesetzt. Haag. S. Zlugust.(Gig«nbericht.) Währeild der Konflikt zwischen England und seinen Mit- gläubiger» noch wie vor außerordentlich ernst bleibt und irgend- welche konkrete Lösungsschwierigkeiten sich am heutigen sür die Finanzkommifsion sitzungssreien Tag« nicht ergeben hoben, Hot die politisch« Kommission am Nachmittag eine zweistündige Sitzung abgehalten, die sich in einer wesentlich freundlicheren Atmosphäre abspielt«. Henderson hatte als Vorsitzender der politischen Konnnission durch Besuche bei Briand und Stresemann am Vor- mittag den Boden für«ine Verständigung über die Räumungsfrag« beackert. Er erklärte, indem er die Sitzung eröffnete, daß diese Besprechungen bei ihm einen befriedigenden Eindruck hinterlassen hätten. Er fügte hinzu, daß England nicht wünsche, seine Truppen aus dem Rheinland herauszuziehen, damit sich etwa andere Besatzungstruppen an deren Stell« setzten. Großbritannien widerspreche dem Gedanken einer Kon- troll« über das Rheinland und ziehe entschieden die Mittel vor, die innerhalb des Völkerbundes geschaffen worden seien, z. B. jenes Dreier-Komiiee des Völkerbundsrates, das befugt sei, sich mit entstehenden kleineren Konflikten sofort zu besossen. Dieses Ratskomitee dürfe durchaus genügen, um eine Schlichtung der entstehenden Sonflikte 5» versuchen und über den Erfolg seiner Bemühungen auf der dann folgenden Tagung des Rates Bericht zu erstatten. Ein« andere Lösung würde die Abdankung des Dolkerbundsrates bedeuten, chenderson sagte wörtlich:„Großbritannien lehnt die Einrichtung irgendeines Komitees außerhalb der Völker- bundsmafchinerie ab." Dann sprach Briand, der beteuerte, daß Frankreich bei dem Gedanken der Kommission nur von den besten Absichten geleitet sei und daß der Sinn und der Geist des französischen Vorschlages einer Feststellungs- und Vergleichs- kommission völlig mißverstanden worden sei. Der deutsche Widerstand gegen die Kommission sei offenbar nur auf dieses Miß- Verständnis zurückzuführen. Diese Kommission sollte nur ein Ausführungsorgan des Locarnovertrages sein und in diesen Vertrag hineingebaut werden. Heber ihre Dauer befragt, antwortete er, daß in seinem Sinn« die Dauer„so ungefähr die gleiche sein würde wie die des Locarnovertrages". Der Locarno- vertrag ist aber bekanntlich zeitlich unbegrenzt, kann aller- dings mit dreimonatiger Frist mit Zustimmung einer Zweidrittel- Mehrheit des Dolkerbundsrates gekündigt werden. Stresemann und später auch Wirth traten Briand lebhast ober in durchaus freundschaftlicher Form entgegen. Ohne die im September 1928 in Gens ausgesprochene Bereitschaft Deutschlands zu verleugnen, über «ine solche Kommission zu verhandeln, warf der deutsche Außen- minister die Frage auf, wozu denn eine solche Kam» Mission überhaupt dienen sollte. Im Falle eines Konfliktes würde man zunächst ja dessen Beilegung auf dem üblichen diplomatischen Wege suchen können. Erweise sich dieser Weg als nicht genügend, so gebe es das Schiedsgericht des Locarno- Vertrags, und wenn auch diesem Schiedsgericht die Schlichtung nicht gelingt, dann könne man immer noch den Fall vor den Bölkerbunds- rat bringen. Es sprachen noch oerschieden« Redner, so der Belgier Hymans. um die These Briands zu unterstützen, und der englische Delegiert« Sir Eric Sips, ein Berufsdiplomat, der der Labour Party schr nahestehen soll. Er meint«, daß, falls überhaupt«in« Kommission geschassen würde, sie jedenfalls möglichst klein sein sollt«. Dann wurde die Einsetzung eine» juristischen Unterausschusses. der möglichst bis zum Montagnachmittag Bericht über die Der- gleich?« und Fcsistellungskommission erstatten soll, beschlossen, während dos bereits am Donnerstag beschlossene technische Unterkomitce einen allgemeinen Räumungsplan ausarbeiten wird. Alles in ollem ist die Sitzung über die Vergleichs- und Feststel- lungskommission nicht unfruchtbar gewesen. Es verlautet, daß Briand einen ganz neuen Borschlag unterbreiten will. Danach soll die Der- söhnungskommission ihren Sitz überhaupt nicht im Rheinland haben, sondern z. B. in D a s e l oder in Luxemburg, und überhaupt als Locarno-Kommission unter Hinzuziehung von neutralen Mitglle- dern fungieren. Es ist jedenfalls ersichtlich, daß Briand. der irgend etwas von jenem unglückseligen Kommissionsgedanken aus inner- politischen Gründen sprechen mutz, obwohl er innerlich von seiner Zwecklosigkeit überzeugt ist, sich große Mühe gibt, eine Form zu sin- den, die für Deutschland annehmbar sein könnt«. Dos Juristen, tomitee wird sich offenbar mit diesen neuen Briandschen Anregungen zu befassen haben. Giresemann spricht zu Frankreich. ■- Paris. 9. August. 1 Der„Paris Midi" veröffentlicht eine Unterredung seines Haagcr Vertreters mit Dr. Stresemann. Der Reichsaußenminister weist kurz auf die anfänglichen Schwierigkeiten hin, die«r in der E i n l e it» n g der Locarnopolitik gegenüber der öffentlichen Meinung in Deutschland zu überwinden gehobt habe. Die deutsch-französische An- Näherung sei neben den guten Beziehungen zu anderen Ländern besonders notwendig. Stresemann wiederholt dann die Wen- dung aus seiner ersten Haager Red«, daß bei einer Verhandlung die beiden Partner nur selten darauf rechnen könnten, die Meinung ihrer Länder hinter sich zu bringen. Zu der entgegengesetzten deutschen und französischen Auffassung über die Rheinland räumung sagte Stresemann, man müsse hoffen, daß beide Anschauungen sich miteinander versöhnten: „könnten nicht die Forderungen, die der Vergangenheit gellen. ein wenig gemildert werden, um den Erfolg des großen Werke» zu ermöglichen?" In den französifch-englischen Streit über die Verteilung der deutschen Zahlungen will sich Stresemann nicht einmischen. Deutschland habe den Foung-Plan als Grundlag« der Konferenz angenommen.„Ich hoff« auf einmütige Annahme des Vcmng- Planes durch die Mächte. Auf jeden Fall wird der politisch« Aus- fchuß arbeiten, damit die Konferenz im Haag wirklich zu einem Ende kommt, bevor der Völkerbund zusammentritt." Stresemann erklärt zum Schluß, daß er vielleicht nicht zur Eröffnungssitzung nach Genf kommen werde, stellt jedoch seine spätere Anwesenheit in Aussicht. Was die Arbeiierregierung will. London, g. August.(Eigenbericht.)! Der Staatssekretär im Auswärtige« Amt D 0 l t 0 a erklärte ick einer Rede zu welwyn. die Regierung hoffe, daß Ramfay Mac- donald anläßlich seine» kommenden Aufenthaltes in Genf in der Lage fein werde, die sakollalive Schiedsgerichtsklausel zu unter. zeichnen. Zur Konferenz im Haag betonte Dalton. daß henderson selne Ausgabe darin erblicke, die völlige Räumung des Rheinlandes durchzufehen— eine Maßnahme, welche das Gefühl erzeugen werde, daß der Wellkrieg ganz der Vergangenheit angehört. Die britischen Abänderungsvorschläge zum Ponng-Plan seien im vergleich zu den Gesamtsummen, um die es sich handele. so geri gfügig. daß eine Regelung hoffentlich nicht schwer fallen werde. Dalton sprach seine Befriedigung darüber aus. daß die bri. tischen Vertreter im Haag für die�efeiligung der deutschen Sachlteserungen kämpfen, die dem britischen Bergbau sa schwere Wunden geschlagen haben. Der„Daily Herald" spricht die Hoffnung aus. daß Snowden» offene Worte der französischen Regierung und den anderen inter. essierten Mächten klargemacht haben, wie ernst die britisch« Regie- rung die Benachteiligung Großbritanniens bei der Verteilung der deutschen Zahlungen beurteilt. Man könne hoffen, daß diese interessierten Mächt« stch nunmehr befragen werden, ob ihre ob- lehnende Haltung gegenüber den britischen Forderungen ohne die unglückseligsten Folgen für Europa und die gesamte Welt aufrechterhalten werden köijnt«. Der„Daily Herald" wendet sich gegen Zeitungsberichte, wonach der britische Schatzkanzler die Tür hinter sich verriegelt hätte, und betont, daß im Gegenteil die Tore zu. einem für alle Teile in gleicher Weife befriedigenden Abkommen offfcngeblieben seien. dennoch einen Mißerfolg erleide, sie stch dann um so rflckstchts- loser gegen ihn und die Arbeiterpartei würden wenden können, die man sür das verhängnisvolle Scheitern der Konferenz verantwort- lich machen dürfte, das bleibe dahingestellt! Wer sicher ist, daß Snowden einfach nicht ander» kann at» feinen Standpunkt hier rücksichtslos zu verfechken, denn da« er- wartet ganz England von ihm und— wenigstens bisher— hat er ganz England hinter sich. Würde er nachgeben, so wäre es für ihn tödlich und auch für die Arbeiterpartei ein schwerer Schlag. Seine intimsten Mitarbeiter versichern aber, daß er, zumindest in den Haupffragen, nicht nach- geben wird und nicht nachgeben kann. Wollte man ihn. wie von mancher Seite im Haag suggeriert wird, etwa durch Macdcmald oder sonstwcn dazu zwingen, so würde er noch an Ort und Stelle mit seiner Demission antworten, die für die innerpolitisch« Ent- Wicklung und besonders für die Arbeiterpartei Verhängnis- voll wäre. Es ist unbestreitbar, daß man nach der ersten Rede Snowdea« am Dienstag in führenden französischen und sonstigen Kreisen Über- zeugt war, daß Snowden nur geblufft hätte. Als ich damals ein maßgebendes Mitglied der britischen Abordnung fragt«, ob Sonwdens Ausjührungen prinzipieller oder nur taktischer Natur gc- wescn wären, wurde mit aller Deutlichkeit geantwortet: Unbedingt prinzipiell, in den Kardinalfragen ist es sogar Snowdcns letztes Wort: die anderen glauben zwar, daß er blufft, aber Snowden bluffl nie. Es ist eine ganz neue Methode der eng- tischen Politik, die er inauguriert hat. Er hat von vornherein seine Karlen aufgedeckt. Die anderen glauben, daß er nachgeben wird, weil sie durch Chamber- lain seit fünf Jahren daran gewöhnt wurden, daß England nachgab, wenn Frankreich fest blieb. Damit ist es a b e r v 0 rb« i. Und wenn erst die anderen erkennen, daß Snowden nicht nachgibt, dann wer- den f i e nachgeben. Das ist der Gedankengang der englischen Delegation, den ich nur wiedergebe. Politisch richtet er sich gegen Frankreich oder besser gesagt gegen die bisherige Hörigkeit Englands Frankreich gegen- über. Finanziell richtet sich der Vorstoß weniger gegen Frankreich als gegen den Hauptnutznießer des neuen Verteilungsschlüssels, Italien, dessen Vertreter Pirelli es auf der Pariser Konferenz durch eine Erpressung größten Stils erreichte, den IahresanteU seines Landes um fast vierzig Millionen zu erhöhen» also fast gerade um die Summe, um die sich England geschädigt fühlt. Di« Frage, ob sich Snowdens Standpunkt durchsetzen wird, ist iroch völlig offen. Auch der heutige Tag hat bisher keine Ent- spannung gebracht. Die Sitzung der Finanzkommifsion, für Sonn- abend vormittag angesetzt, wird zwar nicht ausfallen, ober man wird sich dorm nur mit dem weniger gefährlichen Punkt der Sachlieferungen befassen, über den England anscheinend mit sich roden läßt und zu dem Hilferding verschiedene Kompro- rnihanregungen unterbreitet hat. Dadurch wird eine neue Frist bis Montag geschaffen, in der man versuchen wird, den Hauptstreit zwischen den Gläubigern zu schlichten. Gelingt das nicht, dann ist die Konferenz gescheitert E» wäre jedenfalls eine besondere Tragik für die englische Ar- beilerpartel, wenn sie, die so viele» sür den Frieden getan hak. durch die rücksichtslose Vertretung eine» an sich durchaus derech- .�.ltssfpn Stundpunktes dahin gebracht würde, daß eine schwere Vertrauenskrise des europäischen Frieden» entsteht. -"MleiN' bie Verzögerung der Rheinlandräunning müßte die schwersten Folgen nach sich ziehen, die durch die bloße Zurückziehung der britischen-Truppen, zu der die Arbeiierregierung jedenfalls fest entschlossen ist. nicht behoben sein würde. Das ist die Kehrseite der britischen Taktik im Haag, falls sie sich nicht durchsetzt. Keine Panikmache? London. 9. August.(Eigenbericht.) Entgegen den Gerüchten, wonach die britische Delegation den Haag zu verlassen gedenke, falls bis Sonnabend oder Montag keine befriedigende Antwort auf Snowdens Forderungen gegeben wird, teilt der mit der britischen Delegation in enger Verbindung stehende Haoger Sonderberichterstatter des..V a i l y herald" mit, daß die britische Delegation«lchtdarandenke.den Haagzuver- lassen,„ehe die letzten Möglichkeiten einer Beilegung der Schmie- rigkeilen ausgeschöpft" seien. Ein weiteres Haager Gerücht, daß die britische Delegoiion„nach Ramsay Macdonold gesandt" habe und mit einer Reise des Ministerpräsidenten nach dem Haag zu rechnen sei, wird von wohlunterrichteter Seile als in jeder Beziehung 0 n z n- treffend bezeichnet. Paris droht Snowden. Pari», 9. August.(Eigenbericht.) Die Konferenz wird in der Press« nach nicht als aussichtslos, doch als ungemein ernst dargestellt. Selbst die sonst zurückhaltend« offiziöse Presse ist von ganz außerordentlicher Schärfe. So spricht selbst der„Temps" von einem brüsken Vorstoß des englischen Delegationschefs, der in der Geschichte der diplomatischen Verhandlungen der Nachkriegszeit beispiellos dastehe. Das Sprach- organ.des Ouay d'Orsay befürchtet, daß sich Snowden durch sein scharfes Vorgehen die Brücke zn einem Rückzug abgeschnitten habe. Sollte die ganze Offensive Snowdens den Zweck haben, Gegen- lcistungcn auf änderen Gebieten zu erzwingen, so sei der Zeitpunkt dazu sehr unglücklich gewählt: sollte sie ober ol» ein Zeichen eines generellen Umschwunges der englischen Politik Frankreich gegenüber zu betrachten sein, so würde da» die peinlichsten Rückwirkungen für die ganze europäische Lag« und vor allem sür England haben, dessen Politik der Organisierung des . Friedens dadurch zum Zusammenbruch verurieilt wäre. Frankreich könne der Entwicklung der Dinge kaltblütig entgegensehen, denn bei einem endgültigen Scheitern der Haagcr Konferenz sei die Rückkehr zum Dawes-Plan ein genügender Schutz: in diesem Falle allerdings würde die vor- zeitige Räumung des Rheinlandes illusorisch werden und alle Kosten des durch die sozialistisch« Regierung Englands verursachten Rück- schritts würde Deutschland allein zu bezahlen habe». . Diese Schlußfolgerung, die sich auch durch die anderen Blätter zieht, findet ihre Zuspitzung in der von einigen Blättern formulier- ten These, Deutschland, das an einer Regelung der Reparations- sragc am direktesten interessiert sei, soll« doch die Rolle des Der- Mittlers zwischen den Gläubigermächtcn auf sich nehmen— eine Zumutung, die der Rcichsaußenminister in einem, dem Haager Kor- rcspondenten des»Poris Midi" gegebenen Interview glatt ob- gelehnt hat mit der Begründung, er gehöre nicht zu den Gläubiger- mächte» und könne sich daher auch nicht in ihre Kontrovers« ein- 'mischen. Der tattischen Drohung der Rückkehr zum Dawes-Plan sucht ein Abendblatt noch besonderen Nachdruck zu verleihen durch ein« Umfrag« bei den einzelnen Delegationen im Haag. So wird z. B. der Italiener Pirelli wie folgt zitiert:»Gehen wir doch nach Haus«. wenn es nicht anders geht. Wir haben den Dawes-Plan und da» genügt. Lossen wir doch Herrn Snowden mit Herrn Strefe- mann sich allein auseinandersetzen." Der belgisch« und der rumä- nische Delegierte haben sich ebenso wie Briand in abwartendem Sinne geäußert, während Snowden selbst erklört haben soll: „Die offizielle Meinung in England würde es nicht verstehen, wenn wir von dem Standpunkt abweichen würden, den ich dargelegt habe. Wenn nötig, werden wir die Konferenz verlassen und zum Dawes-Plan zurückkehren." Briand gegen Snowden. Hoog. 9. August.(Eigenbericht.) Briand hat den französischen Pressevertretern eine wichtige Erklärung gegen Snowden diktiert. Nach einer allgemeinen Ein- lcitung kommt dies« Erklärung zu folgendem Schluß: Bon den sechs großen Möchten haben sich fünf zugunsten einer integralen Zustimmung zum Poung-Plan geäußert, bis auf etwaig« Einzelpunkte, die noch zu regeln wären. Ein« einzig« Macht hat sich im umgekehrten Sinne ausgesprochen. Sie hat ihre These scharf oertreten. Ich will aber sagen, daß sie bisher nicht vermocht hat, den Standpunkt der anderen zu erschüttern. Da, ist eine ernste Lage. Ein« unrettbar« Loge? Ich will es nicht glauben. Ich kann nicht zugeben, daß, weil eine Auffassung sich fünf anderen Auf- fossungen entgegenstellt, ein Mißerfolg der Konferenz unvermeidlich wäre, weil die fünf anderen sich nicht fügen. Ich erwarte daher trotzdem ein befriedigende» Ergebnis nach den Stunden unerläßlicher lleberleguagsfrist. Unterdessen hat Frankreich, da« eng dem Frieden ergeben ist, Wert darauf gelegt, in anderen Diskussionen politischer Natur zu beweisen, bis zu welchem Grade fein Geist auf die friedliche Organisation der Völker gerichtet ist. Ich glaube nicht, daß es hier eine Großmacht gibt, die erwägen könnte, die Verantwortung dafür zu über- nehmen, olle die Hoffnungen, die die Hoager Konferenz in der Welt erweckt hat. zu zerstören. Wenn das trotzdem geschehen sollte, dann können Sie versichert sein, daß nicht Frankreich die Last einer so schweren Verantwortung zu tragen haben wird. Polens Schande. Das Wüten der Zensur. Boleslaw Limanowfki, einer der ersten Vorkämpfer der modernen Arbeiterbewegung in Polen, steht im 94. Lebensjahr, ist ober geistig noch sehr rüstig und gebraucht die Feder noch wie ein Junger. Er gehört dem Senat der Republik an und erscheint noch, wenn sein Gesundheitszustand es gestattet, bei den großen Kundgebungen der Partei, deren Heldenkampf gegen den Zarismus er mitgefochten Hot, als die heutigcn Machthaber höchstens Schul- buben waren. Jetzt herrscht in der freien Republik, die das wiedererstandene Polen nach seiner Verfassung ist und nach dem Willen seiner Völker sein soll, die Säbeldiktowr der„Obersten", jener Waffengefährten und Freunde de» ehemaligen Sozialisten Joseph Pilsudski. Der neueste Streich der Diktatur sst die Vermilitarisierung des Kranken- kcssenverbandcs, der als Stütze der Arbeiterbewegung dem Herr- schenden Regime besonders verhaßt war. In einem offenen Brief an den Staatspräfi- d e n t e n hat Boleslaw Limanowfki die ganze Schmach der inneren Zustände aufgedeckt— aber im Warschauer„Robotnik" ist der ganze Brief konfisziert worden, und nur. ein großer weißer Fleck zeigt die Stelle, wo diese Wahrheit gestanden hat. Der.Lodzer Dolkszeiiung" entnehmen wir, daß sie dem gleichen Schicksal nur durch freiwillige Selbstzenfur entgangen ist. Das lesen wir in der ersten Nummer des Blattes, die uns nach wochenlangem Ausbleiben wieder zugekommen ist, obwohl es täglich an uns abgeschickt wird. Offenbar wird das Blatt abgefangen. Man bilde sich aber in Warschau nur nicht ein, daß wir nicht auch sonst noch erführen, wie es drüben jetzt zugeht! weitere Besserung lm Befinden de» Retchskanzler,. Ueber den Gesundheitszustand des Reichskanzlers wird von zuständiger Stell« mitgeteilt, daß es dem Reichskanzler dauernd besser geht, fo daß mit einem weiteren günstigen Verlauf der Krankheit zu rechnen ist. Die britische Fllmzensur hat den deutschen Martin-Luther- Film verboten, angeblich au» Rücksicht auf den römisch-katholischen Teil der Bevölkerung. vi« Leiche des weihgordistenführers wrongel, der in Süd« Ilawien gestorben ist, wird init Erlaubnis der Diktatur unter großem Pomp in Belgrad beigesetzt werden..Die parlamentarische Regierung Koroschetz hotte die Zustimmung dazu nicht gegeben. Reform der Arbeitslosenversicherung. Sie Entscheidung de« Kabinett« vertagt. Die Sitzung des Reichskabinetts, die gestern zur Reform der Arbeitslosenversicherung Stellung nehmen sollte, hat nicht stattgefunden. Es steht noch nicht fest, wann sich das Reichskabinett mit der Borlage des Reichsarbeitsministers befassen wird. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichs- tags wird zum vorgesehenen Termin, dem 15. August, zu- sammentreten._ Zum Versassungstag. Schwarzrotgold in Köln. Köln. g. August.(Eigenbericht.) Di« Kölner Stadtverwaltung hat angeordnet, daß am Ner- lassungstog sämtliche Straßenbahnwagen und Omnibusse mit schwarzrotgoldenen Föhnchen zu schmücken sind. Wachsende Einsicht in Bayern. München. 9. August.(Eigenbericht.) Anläßlich des Verfassungstages verbreitet die Bayerische Volkspartei-Korrespondenz«inen Artikel, der sich in Ton und Sprache ganz wesentlich von jenen in früheren Jahren unterscheidet. Der Artikel wendet sich zwar gegen die Aufmachung des Verfassungstages als Nationalfeiertag und will auch die Be- Zeichnung.Tag der Republik" nicht gelten lass«n, weil in Weimar nicht um Monarchie oder Republik gekämpft worden sei.»Es galt lediglich einen Damm gegen den drohenden Bolschewismus oufzu- richten und dieser geistige Damm war die demokratische Idee. Diese geschichtliche Leistung des Derfassunggebers sollte man nicht schmä- lern wollen. Als Verfassung des Deutschen Reiches gebühre ihr die Achtung, die ein politisch reifes und erzogenes Volk vor seinem Staatsgrundgesetz haben soll. Die Verfassung fei die Grundlage der legalen Gewalt, der sich unterzuordnen Christenpflicht sei. Die Monarchie sei in dem Strudel des geistigen, seelischen, materiellen und militärischen Zusammenbruches unter- gegangen, in den Deutschland damals hineingezogen worden ist." Vis morgens Tanz und Kabarett. Oeutschnationale Tannenberg-Feier. Aus der parteiamtlichen ,�)amburgischen Deutschnationalen Monatsschrift"(Heft 8) sei folgende Bekanntmachung entnommen, die im Fettdruck an der Spitze des Blattes veröffentlicht wird: „Dcutschnationale Voltspart«i, Landesverband staniburg. Am Sonnabend, dem 31. August, Beginn nachmittags 3 Uhr), in der Stadthalle(Stadtpark) Sedan- undTannen- bcrg-Feier, verbünden mit Volksfest für jung und alt. Preis- spiele für Kinder. Kasperl«-Theater. Militärmusik der Afrikaner- ka pelle. Ansprache des Landesverbandsporsitzcnden Dr. Lienau. Tombola, bei der jedes Los gewinnt. Belustigungen oller Art. Bis 4 Uhr morgens Tanz und Kabarett." Dazv bemerkt der„Iungdeutfche":„Bei Kasperle-Theater, Tanz und Kabarett bis 4 Uhr morgens eine Gedenkfeier an die Toten von Tännenberg— und da wundert sich die reaktionäre Führung der cherren Lienau und Sieveking noch, daß die.stamburger Deutsch. nationalen schorenweise gute Bürger velToren Haben, die znr Oppo- iTifttcvr rl-i! C! 5„ä mw- iir*'(T fr-y.-''""r'/ Usch st.,-chst'-i Eine ungewollte Selbstcharakteristik liefert die„Kreuzzeiiung" in ihrem Unterhaltungsblatt, dgtiert vom 11. August. Die ganze ? itelseite füllt ein Bild, dos ein Dromedar mst seinem Jungen darstellt. Auf der dritten Seite findet man ferner einen Aufsatz mit der zugkräftigen Ueberschrist:„Wenn die Ochsenfröschc quaken." poliiische Verwahrlosung. Scharfe Ablehnung de« Hugenberg-Volksbegehren« in Bayern. Alünchen, 9. August.(Eigenbericht.) Die amtliche Korrespondenz der Bayerischen Volks- partei nimmt zum erstenmal Stellung zum chugenberg- Volksbegehren und erklärt, daß die wichtige Frage der An- nähme oder Ablehnung des Doung-Planes keineswegs mit dem Gefühl entschieden und keineswegs der politischen Demagogie aus- geliefert werden dürfe. Diesen Vorwurf müsse man gegen den Reichsausschuß für das Volksbegehren erheben, den Hugenbevg zusammengetrommelt Hobe, um seiner Opposstionspolitik um jeden Preis neuen Auftrieb zu verleihen. Scharf wendet sich die Kor- rcfpondenz dagegen, daß die Hugenberg-Propaganda unjer der Parole Jjie national, hie unnotional" geführt werde. Diese Mal- traitierung des Rationalbegviffcs sei ein Zeichen der politischen Verwahrlosung. Di« Meinungen über dos chugenberg-Vegehren sind auch in den rechtsbolschewistischen Kreisen durchaus nicht so einheitlich, wie es Hitler auf dem Nürnberger Parteitag so großmäulig dargestellt hat: Das zeigt neuerdings ein Artikel in dem Organ des Putschistenbundes Oberland„Das dritte Reich". Darin wird das Volksbegehren als unsinnig bezeichnet und gesagt, daß die ganze Aktion im Zeichen der Unsähigkeit ejnes Mannes stehe, der die Führung dabei über- nvmmen Hab«(chugenberg). Dieser Schritt bedeute eine Verparla- ijientarisierung der nationalen Opposition, stiller habe sich damit in die Linie der reaktionären Politik stugenbergz eingestellt. Dos Blatt verzeichnet die interessante Tatsache, daß stiller noch vor kurzem eine Denkschrift gegen dos Volksbegehren versaßt habe. Lanöbundhehe. Er will die Stadt Reumünster boykottieren. Der Landbund in S chl c s w i g- st o Ist ei n hat an den Magistrat der Stadt N-umünster ein Protestschreiben gerichtet, in dem er mitteilt, daß angesichts der polizeilichen Maßnahmen der Landbund seine offiziellen Vertreter von jetzt ab an keiner Sitzung, Tagung, Schau oder sonstigen Deronstoltung in Neumünster mehr teilnehmen läßt, bis die Stadt in idealer als auch in materieller stinsicht den Bauern Schleswig.stolstein? vollkommene Genugtuung gegeben habe. Der Landbund schürt die stetze gegen die Behörden, auf der anderen Seite winsell er bei ihnen u» stilse aus öffenllichen Mitteln. Die Ilnkerhan»Nachwahl In Iwickenham hat den Konservativen das Mandat zwar erhalten, aber nur mit 5G) Stimmen Dorjprung vor der Arbeiterpartei gegen— 6000 be! der stoupiwahl! Di« Leiche Victor Berget« wird bis zu der Beisetzung am Soooabend iv der Stadt Halle von Milwauke« öffentlich aufgebahrt. Die tägliche Hetze... und das traurige Resultat. Oer Selbstmord des Dr. Bombe Amtliche Zurückweisung deuffchnationaler Hetze. Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt: Trotz der erklärenden Wort«, die der Präsident des Land- gerichts III an die Wiedergabe des an ihn gerichteten Wfchieds- schreibens des Landgerichtsdirektors Dr. Bombe geknüpft hat, nimmt eine Reihe rechtsgerichteter Zeitungen Anlaß, ihre Be- hmiptungen erneut zu unterstreichen, Dr. Bombe sei zu seinem Frei- tod nicht durch seinen sehr schlechten Gesundheitszustand, sondern durch die im Februar 1928 gehaltene Red« des Ministerpräsidenten Dr. Braun veranlaßt worden. Es ist deshalb notwendig, noch einmal die dieser Rede zugrunde liegenden Vorgänge in Erinnerung zu bringen. Landgerichtsdirektor Dr. Bombe hott« Anfang 1928 die Ber- Handlung gegen Schirmann und Genossen wegen Ermordung des Schützen Pannier(sog. Fememordprozeß) zu leiten. Er glaubte, daß bei: öffentlicher Veehaydlwygt dchi�Staatsinteressen gefährdet werden könnten, zzuh dos Auswärtig« Amt an, ob es einen Ausschluß dee-'Tiefieuttichteit der W«chandlungen für erforderlich halte. In einer unker Vorsitz des damaligen Reichs- konzler» Dr. Luther abgehaltenen Besprechung, an der die Reichs- minister des Innern und des Auswärtigen sowie der Reichswehr- minister, der' Preußische Ministerpröfident, der Preußische Minister des Innern und die Staatssekretäre im Preußischen Staatsmini- sterium, im Preußischen Justizminisiermm und in der Reichskanzlei teilnahmen, ergab sich Uebereinstinnnung, daß eine öffentliche Verhandlung angezeigt fei. Lediglich vom Reichsminister des Auswärtigen würde aus Gründen der Rücksichtnahme auf die damals gerode schwebenden Verhandlungen eine Vertagung der stmiptoerhandlung um etwa sechs Wochen für erwünscht geholten. Auf Grund dieses Vorschlages, den sich sämtliche anwesenden Minister zu eigen machten, wurde die erforderliche Anweisung on die Staatsanwaltschaft gegeben. Landgerichtsdirektor Dr. Bombe wurde sodann auf dem Weg«, über den Präsidenten des Land- gerichts III über die Stellungnahme der Rcichsregienrng unterrichtet. Eine zweite Unterrichtung erfolgte unmittelbar vor Eintritt in die Verhandlung durch den Oberstaatsanwalt Seth«, dem. um ihm den Dertagungswunsch des Ministers de« Auswärtigen verständlich zu machen, vertraulich mitgeteilt worden war, auf welchen Erwägungen dieser Wunsch des Auswärtigen Amts beruhe. Oberstaatsanwalt Sethe Hot, da er gegenüber Landgcrichtsdirektor Dr. Bombe von der Vertraulichkeit entbunden worden war, diesem die Gründe der Reichsregierung und des Auswärtigen Amtes aus- sührlich vertraulich zur Kenntnis gebracht. Trotz- dem glaubte Londgerichtsdirektor Dr. Bombe aus Rücksicht auf zwei wenig belastete Angeklagte, die dann auf Wochen hinaus weitcr in stoft bleiben müßten, kein« Vertagung vornehmen zu können. Im übrigen Hot Landgerichtsdirektor Dr. Bombe es nicht für erforderlich geholten/ die beiden übrigen richterlichen Mitglieder des Schwur- gerichts über ein« Andeutung hinaus von den Gründen zu unterrichten, die der Reichsregierung eine Vertagung auf sechs Wochen und später ein Verhnndeln st, völliger Oefsentlichkeit unbedingt ange- zeigt erscheinen ließen. Das Gericht hat dann, obwohl Oberstaats- anwolt Sethe noch einmal in nichtösfentlicher Sitzung dem Antrag der Verteidigung auf Ausschluß der Oefsentlichkeit wider- sprachen und Vertagung beantragt hatte und sogar bei Ein- tritt in die' Verhandlung den Antrag auf Vertagung nochmals gestellt und begründet hat, beschlossen, sofort zu verhandeln und die Oefsentlichkeit auszuschließen. Eine andere Ein- Wirkungsmöglichkeit auf Dr. Bombe kam angesichts der Unabhängig- keil der Richter nicht in Frage. Es mar auch ausdrücklich darauf verzichtet worden, Dr. Bombe zu der Besprechung d;r Reichs- regierung selbst mit hinzuzuziehen, um auch nur den Anschein einer unzulässigen Einwirkung auf einen Richter auszuschließen. In seiner kurz darauf gehaltenen Rede auf der Reichsbanner- togung in Hamburg hat dann Ministerpräsident Dr..Braun wörtlich folgendes ausgeführt: „Das Reichsbanner muß den lebenden Schutzwall um den' stolzen Bau der Republik bilden. Wie lebensnotwendig dieser Schutzwall, sein weiterer Ausbau und feine innere Befestigung ist, haben die vergangenen Jahre zur Genüge bewiesen und beweisen auch wieder die Tatsachen, die über da» Treiben ber „�eme"-OrqoniIationen meuerding» bekanntgeworden sind und den Abscheu aller Gefilleten aiisgelsst baden, Leider stellen sich einzelne Organe der Rechtspflege in völliger Verkennung ihres hohen Beruf» schützend vor dies« Feind« der Republik und verhindern es, entgegen den Staatsinteressen, daß mit dem hellen Licht der Oefsentlichkeit in das dunkle Treiben dieser verbrecherischen Elemente und vornehmlich ihrer Hintermänner hineingeleuch- t e t wird. Zum Glück gibt die republikanische Verfassung die Möglichkeit, aus parlamentarischem Wege die Schleier zu zerreißen, . in die diese Justizorgane— sehr zum Schadeit für das Aniehen der Justiz— bemüht sind, das Treiben gewisser nationalistischer Elemente einzuhüllen." Er hat damit im Einklang mit der lebhasten Empörung weiter Kreis« über den Ausschluß der Oeffenllichkeit bei den Fememord- Prozessen zum Ausdruck bringen wollen, daß hier entgegen dem ausdrücklichen Wunsch von Reichs- und Staatsregierung, die doch schließlich die Verantwortung sür die Entwicklung der inner- politischen Verhältnisse wie für die Außenpolitik zu trogen haben, die Oeffenllichkeit ausgeschlossen worden sei. Damit würde es der MKeiMg M i nfk rgründe der gnillenvoWn.' vn vie MsterstM'ZeitÄi des Bürgerkrieges erinnern- den Fememorde hineinzüseuchien und anstatt'!>«r Strohmänner ober willenlosen Werkzeuge, die man jetzt bestrafe, die eigentlichen Drahtzieher und die in Wirklichkeit verantwortlichen A n- st i f i e r der Morde unschädlich zu machen. Ministerpräsident Braun hat lediglich diese politisch verhängnisvolle und für die Staotssicher- heit überaus schädliche Richterprapis angegriffen, die nicht sieht, daß es sich hier nicht um von kriegerischer Gloriole umleuchtete soldatische Heldentaten' handelte. Die Fememörder vergriffen sich nicht on Männer, die— wie es ein Teil der Rechtspresse immer darzustellen sucht—■ Deutschland on das Ausland verraten wollten, und sie nahmen kein« allgemeinen vaterländischen Interessen wahr..Sie räumten vielwehr f e i g e � und hinterrücks einzelne wehrlos« Kameraden aus dem Wege, von denen sie befürchteten, daß sie, des weiteren Bleibens in dieser Mörderatmosphäre überdrüssig, ihr ver> brecherisches Treiben der preußischen Polizei zur gerechten Sühne mitteilen könnten. Es handelte sich um bestialischen Mord in Friedenszeiten unter besonders b-utalen und verächtlichen Degleit- umständen. Der für die Sicherheit feiner Bürger verantwortliche Staat, der endlich ans der Fememordatmosphäre heraus in normale friedlich« Zustände kommen will, mußte daher energisch und rückhaltlos in olle Hintergründe dieser Prozesse hineinleuchten. Nicht mit einem Worte hat der Ministerpräsident, der sich nur gegen diese politische Verständnislosigkcit wandt«, Landgerichts- direktor Dr. Bombef den er nicht einmal mit Namen nannte— er sprach vielmehr von„einzelnen Organen der Rechtspflege" unter Bezugnahme auf ähnliche vorangegangene Prozesse— Rechts- beugung vorgeworfen. Nicht mit einem Wort hat er die menschlichen Qualitäten Bombe» und feine betonnte persönliche Ehrenhaftigkeit ange- zweifelt. Nicht um den tadelsfreien Menschen Bombe--- wie hätte«r sonst überhaupt weiter als Richter amtieren können?— handelt« es sich, sondern eine politische Rede des politisch dem Parlament verantwortlichen preußischen Staatschefs nahm Stellung gegen Handlungen von Richtern, die sich p o l i t is ch außer- ordentlich ungünstig gegen den Staat auswirken mußten. (Sin kommunistischer Schwindel. Münzenberg wollte Geschäfte mit dem Fall Bombe machen. Die„Welt am Abend" behauptet zu wissen, daß das preußisch« Justizministerium nur einen völlig nichtssagenden Teil des Briefes veröffentlicht habe, den Londgerichtsdirektor Dr. Bombe an den Landgerichtspräsidenten gerichtet hat. Der AmUiche Preußisch« Pressedienst stellt im Gegensatz dazu ausdrücklich fest, daß dos Schreiben Dr. Bombes vollinhaltlich und wortgetreu durch die Justiz. Pressestelle der Ocssentlichkcit. mitgeteilt worden ist. Zinsknechtschaft. Eine prächtige Illustration zum nationalsozialistischen Kampf gegen die Zinsknechtjchost stellt folgendes Inserat dar, dos sich im »Völkischen Beobachter" des Herrn Hitler befindet: „Dringende Bitte. Wer leiht Parteigenossen 589 Mark zu 12 Prozent Zinsen auf zehn Monate? Als Sicherstellung Holz- und Kohlcngeschäst. Mitteilungen mtter 837 an den Völkischen Veob> achter." Krisenmacher. Haag als Druckmittel. Di« Sabin«ttsb«ratung über i>i« Arbeitelos«» Versicherung, die für Freitag angssetzt war, ist v«rtagt worden. Ein neuer Termin für die Beratung steht im Augenblick noch nicht fest. In bürgerlichen Blättern wird hervorgehoben, die Dertogung sei deshalb erfolgt, weil der Reichswirtschaftsmiuister und der Reichsfinanzminifter, die im Haag weilen, Gelegenheit zur Stellungnahme erholten sollten. Dies« Behauptung dürfte nicht zutreffen. Am kommenden Donnerstag soll der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags zusamme» treten, um zu der Arbeits! ofenoorlage Stellung zu nehmen. Ob bis dahin die Regierungsvorlage bereits ihr« endgültig« Fassung erholten hat, ist im Augenblick schwer zu sagen. In der Unternehmerpresse wird bereits von einer „ffirise wegen der Sozialreform" gesprochen und der Reichsfinonzminister Hilferding förmlich angefleht, dem„Spiel der w i ldg e w o r de n c n Gewerkschaften"' nicht länger untätig zuzusehen: denn aus diese und den Rcichsarbeitsminister Wissell falle die volle Verairtwortung für die drohenden außenpolitischen Wirkungen, die sich aus dem Widerstand der Ge- wertschasten gegen die Beschlüsse der Sachverständigenkommisiion ergeben müßten. Man besitzt sogar die Dreistigkeit, das Wort „Dolchstoß" zu gebrauchen. Di« Arbeit der deutschen Unter- Händler im Haag, so behauptet man, werde durch die Haltung der freien Gewerkschästen auss äußerste erschwert. Schon während der Reparotionsverhandlungen in Paris fei den deutschen Sach- verständigen die deutsche Sozialpolitik als„schwieriger Punkt" vorgehalten worden, da dies« im Ausland fälschlich als ein Zeichen � deutschen Wohlstandes gedeutet werde. Wenn jetzt wegen der deutschen Sozialpolitik ein« Regierungskrise entfesselt werde, und zwar zu dem Zweck der Aufrechterhaltung von an- erkannten Mißständen, so sei das uiwerantwortlich. Angesichts der Warnung des Bundesausschusses des ADGB. wird die Frage auf- geworfen, ob denn die freien Gewerkschaften jedes Augenmaß ver- loren hätten und die Führung der deutschen Sozialdemokratie be- reits an die freien Gewerkschaften übergegangen sei. Nicht die freien Gewerkschaften, sondern die Vereinigung der Arbeitgeberverbände scheint jedes Augenmaß ver- loren zu haben. Seitdem die Geschichte vom Schacht-Bries bekannt- geworden ist und man weiß, mit welchen Tricks in Paris gearbeitet wurde, um die Reichsbahn dem Einfluß des Reiches zu entziehen, tut man gut, die dunklen Andeutungen recht kühl aufzunehmen. Bedenklicher dagegen ist es, daß selbst Organ« wie der den christlichen Gewerkschaften nahestehende Politisch-Gewerk- schaftliche Zeitungsdienst in geradezu plumpen Angriffen über den Arbeitsmini st er herfallen, weil er vor den Be- schlüssen der Sachoerständigenkonferenz«cht stramm steht. 2n den letzten Tagen, so schreibt die PGZ., habe sich herausgestellt, daß die Sogiademokratie nicht gewillt sei, die Entschließungen des Sach- verständigenausschusies Gefetz werden zu lasten. Der Reichsarbeits- minister habe nach seiner Rückkehr aus Finnland mit Führern der freien Gewerkschaften Konferenzen gehabt, und aus langsam be- kannt werdenden Einzelheiten des Gesetzentwurfes sei zu schließen, daß der Reichsarbeitsminister nach diesen Konferenzen jetzt eine Haltung einnehme, die die Reform der Arbeitslosenversicherung fast unmöglich mache. So sei der Minister nicht gewillt, den im Sach- verständigenausschuß angenommenen Antrag Riesener, der ein« Ausgleichung der Leistungen an die Dauer der Beitragszeit erstreb«, in den Entwurf aufzunehmen. In der Sozialdemokratie fei man vielmehr unter der Führung des Reichsorbsitsministers entschlossen, die Reformberatungen zu verschleppen, da sie zwar den P o u n g--P l o n annehmen, den bürgerlichen Parteien aber die Verantwortung für eine gesetzliche Formulierung seiner Auswirkungen überlasten wolle. Demgegenüber bestehe für die bürgerlichen Parteien gar kein Anlaß, die Sozialdemokratie von der Verantwortung für die Durchführung des Poung-Planes zu ent- lasten. Im Sachoerständigenausschuh hätten die anderen Parteien der Regierungskoalition gemeinsam für den Antrag Riesener ge- stimmt. Die Haltung dieser Parteien sei„damit«in für allemal festgelegt". Es sei jetzt an der Zeit, daß die Parteien die ihnen toalitionsmäßig an die Hand gegebenen Mittel benutzen, um den Reichsarbeitsmini st er zur Vorlage des Gesetz- «ntwurfes zu zwingen und die Beratungen über den Entrourf im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages durchzuführen. Was sollen diese Drohungen? Der Reichsarbeitsminister fft keineswegs gezwungen, die Beschlüst« der Sachverständigen» koinmission in die Vorlage zu übernehmen. Er hat ihnen gegen- über freie Hand: denn sonst konnte ja die Kommistion selbst die Vorlage des Reichsarbeitsmnristernims ausarbeiten. Gutachten bedeuten nicht gebundene Marschroute. Die Entschei- düng liegt beim Reichstag. Ihm wird die Vorlage der Regierung vorgelegt. Di« Sozialdemokratie hat auch das allerwenigst« Intereste, die Regelung der Finanzierung der Reichsanstalt auf die lang« Bank zu schieben und die Beratungen zu vevschleppen. Sie hat aber auch kein Interesse daran, daß bei einer so wichtigen Frag«, bei der die Lebensinteressen der Arbeitslosen auf dem Spiele stehen, unsozial« und unheilvolle Pfuscharbeit gelefftet wird. Wer die Be- schlüfl« der Sachverständigenkommission dem Reichsarbeitsminister und der Sogialdemokrati« im Reichstag diktieren will, der muß auch die Verantwortung für die Folgen über- nehmen. Verhandlungen im Texttlkampf. Sie Negierung greift ein. London. 9. August. Der ständige llnlerstaotssctretär im Arbeilsministerium. Sir horace Wilson, hat seine Reise mit dem Minister zur Bekämpfung der Aibeitslosigkeil. Thomas, nach Kanada aufgeben müssen, um aus Anweisung des Ministerpräsidenten Macdonald und des Arbeits- minister» Frau L o n d s i e l d Ausgleichsverhandlungen in der Vanmw'lliadustric aufzunehmen. Die Veratungen wurden bereits am Donnerstag ausgenommen und werden heule sortgeseßl. Da der Generalrat der Gewerkschaften ebenfalls die Fühlung mit den Arbeltern ausgenommen hat, erscheint es nicht ausgeschlostea. daß es jetzt gelingt, beide Partelen wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Manchester. 9. August. Zu nicht offiziellen Verhandlungen zwischen Vertreter» der Anternehmer und der Arbeiterorganisationen der Vaunuvollindustrie. die den ganzen gestrigen Tag erfüllten, wurde ein Fortschritt erzielt. Sir horace Wilson vom Arbeitsministerium beschäftigt sich seit dem frühen Morgen mit dem versuch, beide Parteien zu einer gemeinsamen Konferenz zu bewegen. 40 Lahre Bergarbeiierkampf. E-n Dokument des Klassenkampfes. Der Verband der Vergbau-Industriearbeiter. hat zu seinem Jubiläumstag, am 18. August, eine Erin- »erungsschrift:„1 889 bis 192 9. 49 Jahre Bergbau und Bergarbeiteroerband" herausgebracht, die von dem Schriftleiter der„Bergbauindustrie", Reichstogsabg. L i m b e rtz. verfaßt ist. Die riesenhafte Entwicklung des Bergbaues in Deutsch- land wird an Hand von Schaubildern und Tabellen anschaulich geschildert. Die Vorgeschichte der Verbondsgründung, die Ent- Achtung und Ausbeutung der Bergleute nach Freigabe des Berg- baues von staatlicher Bevormundung wird packend dargestellt. Es wird gezeigt, wie diese Entrechtung trotz aller Verfolgung durch Unternehmer und Behörden immer wieder Orgcirisationsversuche auslöste, die dann endlich 1889 zur Errichtung eines dauernden Verbandes führten. Die Geschichte der ersten Jahre, besonders auch der Essener Meineidsprozeß, wird ausführlich geschildert. Schilderungen großer Streiks 1905, 1912, 1924, 1927 schieben sich ein. Weiter wird gezeigt, wie groß die Fortschritte der neuen Zeit sind, wenn sie auch dem Bergmann noch nicht den Lohn, die Arbe'tszeit und die allgemeine Geltung gebracht haben, die, ihm im Hinblick auf seine schwer«, stets vom Tod umlauerte Arbeit gebührt. Mit einer Ehrung der Führer des Bergarbeiterverbandes schließt dgs Buch, Die Arbeitszeit der Landarbeiter. Sie ist noch weit entfernt vom Achtstundentag. lieber die Arbeitszeit in der deutschen Landwirt» schast veröffentlicht das„fi a nd a rb ei t e r- A r cht v", das wissenschaftliche Organ des Deutschen Landarbeiterverbandes, einige interessante neue Zahlen. Die höchste Zahl tariflicher Arbeits- stunden in der Landwirtschaft weist m diesem Jahre die Pnwinz Pommern aus. nämlich 2356. Es folgen dann Württemberg und Bayern mit 2990 Arbeitsstunden, Mecklenburg�Schwerin mit 2873, Schlesien mit 2856, Ostpreußen mit 2855, Brandenburg mit 2859, Schleswig-Holstein mit 2825, Anhalt, Thüringen, Hessen-Nassau mit 2899, Freistaat Sachsen mit 2775, Provinz Sachsen und Hannover mit 2759. Der Bezirk in Deutschland, in dem die n i« d r i g st« Zahl tariflicher Arbeitsstunden in der Landwirtschast zu finden ist, ist die Provinz Westfalen. Die Zahl der tariflichen Arbeitsstunden beträgt hier 2723. Der Deutsch« Landarbeiterverband rechnet mit einem Durch- schnitt von 2999 tariflichen Arbeitsstunden. Legt man dabei 399 Arbeitstage pro Jahr zu Grunde, kommt man auf eine täg- liche Arbeitszeit von über 914 Stunden. Diese Feststellung fft wichig, denn sie widerlegt das Gerede der landwirtschaftlichen Unternehmer, daß ihnen die Achtstundentag- Bewegung dos Wirtschaften unmöglich gemacht habe. Generalversammlung der Gattler. Katastrophale Nieverlage der Kommunisten. In der Generalversammlung am Donnerstag, der Berliner Ortsver waltung des Verbandes der Sattler, Tapezierer und Porte- feuiller, im großen Saal des Gewerkschastshaufes, gab zunächst O st« n den Quartalsbericht. Ihm ist zu entnehmen, daß in ver- schiedenen Branchen neu« Abschlüsse getroffen werden konnten. So war es möglich, den Tarfflohn der Linoleumleger auf 1,79 M. und den Lohn der Zelte- und Plänesattler aus 1,59 M. zu stellen. Die Verhandlungen in der Lederwarenbranch« sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Die Karosserie- brauche hat einen Schiedsspruch mit einer Erhöhung von 6 Pf. bekommen, der allerdings noch der Abstimmung unterliegt. Di« große Arbeitslosigkeit habe sily störend bemerk- bar gemacht und auch einen kleinen Rückgang der Mitgliederzahl verursacht. Sie ist um 46 auf 5948 gesunken. Die L o k a l k a s s e erfuhr eine Zunahm« von 8999 M. und hat jetzt einen Bestand oon 118 655 M. Eine Diskussion fand nicht statt. Die Versammlung erklärte sich somit mit der Arbeit der Berwoltung einverstanden. Dann begründete Blume den Antrag der Geschäftsleitung. wonach die Wahlen der Angestellten auch in der General- Versammlung vorgenommen werden können. Bisher war U r w a h l Vorschrift. Gegen diesen Antrag wandte sich der Führer der Kam- munisten H e g e n b a r t mit den üblichen Argumenten, die aber gar keinen Eindruck machten, denn die Versammlung beschloß mit Verfassungsfeier! An die Berliner AfA-Kollegenfchast! Zw Zateresje einer geschlossenen, elaheilllchen und machtvollen verfassungsknndgebung haben wir in diesem Zahre von einer besonderen Berliner AfA-Verfassungsfeier abgesehen! wir fordern unser« Kolleginnen und Kollegen aus. sich vollzählig an den gräheu in Verlin veranstalteten Kundgebungen am 10. und II. August zu beteiligen. Allgemeiner freier Angestelltenbund. vrtskartell Berlin. Flatau. Petersdorff. übergroßer Mehrheit die Aenderung vorzunehmen. Dadurch war dt« Möglichkeit gegeben, bereits in dieser Versammlung die not- wendigen Ersatzwahlen durchzuführen. Durch die Wahl des Genossen Blum« zum 2. Zentraloorsttzenden mußte die Neuwahl des ersten Bevollmächtigten vorgenommen werden. Ohne Gegenkandidaten wurde Genosse Wilhelm O st e n gegen eine kleine Minderheit zum 1. Vorsitzenden gewählt. Für den dadurch steigewordenen Posten des 2. Vorsitzenden schlug die Amsterdamer Richtung den Genossen Ernst P i n k o w s k i vor. während die Opposition A. E w e r t in Dorschlag bracht«. Bei der Abstimmung erhielt Pinkvwski 99 Proz. aller Stimmen. Die Generalversammlung, zu der jedes Mitglied Jutritt hat und die sehr gut besucht war, hat durch diese Abstimmungen bewiesen. daß sie es endgültig ablehnt, kommunistffche Aerstörungsarbeit zu unterstützen. Die achtseitige Sudelschrift, die die Kommunisten verbeitet hatten, die von Derunglimpsungen der Organisation und deren Einrichtungen nur so strotzt, hat das Gegenteil der beat- sichtigien Wirkung erreicht: Die Mitglieder wenden sich voller Ekel ab und die„Opposition", die das Produkt eines Kasper, M.d. L., vertreten muh, findet bei der Mitgliedschaft keinen Anklang mehr. Eine Geschichte der Dachdecker. Der Zentralverband der Dachdecker Hot anläßlich seines vierzig. jährigen Bestehens ein Gcdenkbuch herausgegeben, das gleich. zeitig der erste Band der Geschichte dieser Organisation ist. Dos Buch ist ein« tiefgründige Arbeit des Genossen Theodor Thomas, die er neben seiner Tätigkeit als Borsitzender des Dach- deckerverbandes, Redakteur der Verbandszeitung usw. in seiner „freien" Zeit vollbracht hat. Der Verfasser gibt einleitend einen historischen Ueberblick über die Entwicklung der Dachformen sowie des Dachdeckerberufes und schildert anschließend daran das Zunst- wesen des Mittelalters, wobei er es geschickt oermeidet, das bereits in anderen Geschichtsbüchern der Gewerkschafen oder in ähnlichen Werken Mitgeteilte zu wiederholen. Er leitet dann über zur söge- nannten Blütezeit des Handwerks und zu der Zeit der ersten ge- werkschaftlichen Verbindungen der Gesellen, um seine historische Studie abzuschließen mit der Gründungsepoche der Gewerkschästen im allgemeinen und des Dachdeckerverbandes im besonderen. Ein „Allerlei Kurioso" überschrieben«» Kapitel vermittelt einen inter- essanten Einblick in die Zunft- und Handwerksgebräuche des 18. und 19. Jahrhunderts und nötigt dem Leser vielfach ein stilles Lächeln ob über die„Sorgen", die damals in der Zeit der Postkutsche die Gesellen und Meister hatten. Das Gedenkbuch ist auf gutem Kunstdruckpapier herg< stellt und mit interessanten Dokumenten und Bildern illustriert Das in einem sauberen Stil und sehr flüssig geschriebene Buch ist nicht nur für den lesenswert, der Mitglied des Dachdeckerverbandes ist, sondern bietet auch dem Außenstehenden manche Belehrung und Anregung. Abgelehnie Verbindlichkeiiserklärung. Veuthen, 9. August. Der in der Gehaltsstreitigteit mit den A n g e st« l l t e n- organisationen am 12. Juli 1929 gefällte Schiedsspruch war oon den Angestelltenorganisationen angenommen, vom A r- beitgeberverband der oberschlessschen Montanindustrie a b- gelehnt worden. Di« Organisationen hatten darauf die Verbind- lichkeitxrklärung beantragt. Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr die Berbindlichkeitserklärung abgelehnt mit der Be- gründung, daß durch den �Schiedsspruch keine Gewähr für eine längere Befriedung der Arbeitsverhältnisse gegeben ist, da jeder- zeit gekündigt werden kann. 23 Toie in Lupeni. Oer Streik dauert an. Bukarest, 9. August. Nach Berichten aus guter Quell« beträgt die Zahl der bei den blutigen Unruhen in Lupeni getöteten Bergarbeiter 23. Man be- fürchtet, daß noch einige Schwerverletzte ihren Verwundungen er- liegen werden. In den Gruben ist niemand verunglückt, obwohl die Sicherungsorbeiten von den streikenden Arbeitern eingestellt wurden. Aus Lupeni wird ferner gemeldet, daß das Elektrizitätswerk wieder instand gesetzt worden fft, der Streik in den Gruben ober andauert. Di« Bergarbeiter haben sich in ihre Wohnungen zurückgezogen und verhalten sich ruhig.„Cuvanwl" meldet, daß sich auch die Berg- arbeiter in Resitza dem Streik angeschlossen haben, daß aber auch dort vollkommen« Ruhe herrscht. Frieden in der Binnenschiffahrt. In der we st deutschen Binnenschiffahrt ist durch den Abschluß der Tarisstreitigkeiten bei der Weserschiffahrt und in der westdeutschen Kanalschiffahrt nunmehr der Friede wieder hergestellt. In der Weserschisfahrt kam es zu einer Vereinbarung. Die Unternehmer haben den Schiedsspruch, der eine Verbesserung der Löhne um 4 bis 5 Proz. bringt, angenommen, nachdem man übereingekommen war, für die Vermittlung der Tal- Matrosen eine besondere Abmachung.zu treffen. Auch in der Kanalschisfahrt kam es zu einer Verein- borung. Hier wurde der Spruch, der eine Lohnerhöhung ähnlich der der Weserschifsahrt bringt, von den Unternehmern restlos anerkannt. Schließlich ist auch der Lohnkonflikt im Düsseldorfer Hafen durch eine Vereinbarung aus der Welt geschafft worden. Die Arbeitgeber bequemten sich zur Annahme des Schiedsspruches. «chtun»,Eckener folgende Antwort eingetroffen:.herzlichen Dank für Einladung. Luftschiff wird aber voraussichtlich schon am 10. in Friedrichs- Hafen fein." Die.Hamburg— Amerika-Linie teilt mit, daß dos Luftschiff „Graf Zeppelin" sich um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf 49 Grad nördlicher Breite und 26 Grad westlicher Länge befunden hat. Man nimmt an, daß das Luftschiff in Richtung auf die Azoren fliegt. Nach Ansicht des New Porter Sachverständigen Kimball wird der Zeppelin vorüber- gehend eine Nebel- und Regenzone durchfliegen müssen, dann aber wieder auf besseres Wetter treffen,, i Amerikanische Markthallen. Die neue Zeniralmarkihatte für Berlin. J* Gestern berichteten vor Vertretern der Berliner Presse Stadtrat Busch und der Direktor der städtischen Markthallen M o r a w s k i über das Ergebnis ihrer Amerikafahrt. die sie zur Erforschung der überseeischen Markthallen- Verhältnisse unternommen halten. Aus den Ausführungen beider Redner ging hervor, daß uns Amerika auch auf diesem Gebiet sowohl Warnung wie auch Vorbild sein kann. Das gesamte amerikanische Markthallenwesen beruht auf dem nackten Profitinteresse einiger kapitalistischer Gruppen. Ein Einfluß der Stadtverwaltungen besteht nur vereinzelt und auch da nur mangelhast. Stadtrat Busch führt« einleitend aus, daß die Reise notwendig geworden sei, weil demnächst am West Hafen in Berlin > der Vau einer großen neuen Zentralmarktholl« la Angriff ' genommen werden soll. Vor Inangriffnahme dieser Halle, die wahrscheinlich für die nächsten 50 bis 100 Jahre in Europa als vorbildlich gelten werde, sei es die Pflicht der verantwortlichen Stellen gewesen, die Ver. hältniss« in dem Lande des größten Gemüse- und Obstverbrauches zu studieren.— Fast alle Hallen, die man drüben besichtigt habe, hätten eine Architektur gemeinsam, die rein von der praktischen und zweckmäßigen Seite aus bestimmt worden sei. Sie zeigen aber auch in ihrer übergroßen Zahl Mängel, die einfach deshalb nicht abgestellt werden, weil dadurch der Gewinn ungünstig be- cinflußt würde. Auf für unsere Begriff« unerträgliche Zu- stände treffe man besonders oft in hygienischer und sozialer Hin- ficht. Die Hallen find meist mit den billigsten Mitteln errichtet, sehr häufig sind die privaten Eisenbahngesellschaften Besitzer der gesamten Anlagen. ttommunalpolitlsche Arbeit, dle lm Interesse aller voltsschichleu . licgl, wie sie in Berlin in den letzten Jahren mit Erfolg getrieben i. worden ist, kenul man in Amerika nicht. Insgssanit wurden 12 größere Städte besucht, New Port, Boston, Detroit, Chicago, Denver, Los Angeles, San Franziska, Sacramento, San Louis, Washington, Baltimore und Philadelphia. Den mehr oder weniger großen Hallen dieser Städte ist eigen, daß sie lang und schmal gebaut sind. Im Gegensatz zu den neuesten Bauten in Deutschland, z. B. in Frankfurt a. M. und Leipzig, wo man auch aus die architektonisch« Schönheit des Baues großen Wert gelegt hat. Eine weit größere Bedeutung als bei lins haben in USA. die Kühlhäuser und Kühlanlagen, weil oft große Mengen Lebensmittel längere Zeit bei starker Hitze aufzubewahren sind. Hier trifft man oft auch auf sehr vorbildliche und erstklassige Anlagen. Welche Summen Geldes der sonst so geschäststüchtige Amerikaner zuweilen auch vergeudet, zeigt die Tadsache, daß in New Hork eine erst- klassig« Großmarkthalle, die sogenannte Lronx MAricet Hall, völlig fertiggestellt, nicht der Benutzung übergeben wird, weil irgendwelche privaten Interessen dem entgegenstehen. Diese Halle, dje ungefähr 16 Millionen Dollar gekostet hat, ist zweistöckig gebaut. Sie ist durch hochgekegie Straßen auch im zweiten Siock- werk für Fuhrwerke und Autos befahrbar. Auch dies« Halle ist mit einem großen Kühlhaus verbunden, das sowohl für Frischobst wie auch für Trockensrüchte benutzt werden kann. Die einzelnen Lager- räume sind durch zweckentsprechende maschinelle Einrichtungen in den verschiedensten Temperaturen benutzbar. Das Maschinenhaus mit dem dazugehörenden Elektrizitätswerk ist in jeder Hinsicht erst- llassig. Der Redner kam dann auf das G r u n d st ü ck s w e s c n zu sprechen. Eine eigene Bodenvorratswirlschasl, wie sie verlin und onch andere dculsch? Städte treiben, kennt man drüben ebenfalls nicht. Ei>?« Ausnahme macht Chicago, das sämtliche Wald- und Wiesenflächen ausgekauft hat, um sie der ärmeren Bevölkerung zu Erholungszwecken vorzubehalten. Gleichsalls sehr im Rückstand gegenüber Deutschland ist Amerika im Flugwesen. Auch hier liegt alles in Händen von Privatgesellschaften, auch hier ist für alle Maßnahmen ollein das uneingeschränkte schärfste Prosit- interesse maßgebend. Anschließend ergänzte der Direktor der städtischen Markthallen Morawskt noch die Ausführungen des ersten Redners. Der Rew-Porker verzehre durchschnittlich pro Tag zwei englische Pfund Obst und Gemüse, während der Berliner durchschnittlich pro Tag nur etwa 3S0 Gramm davon zu sich nehm«. Die K l e i n m a r t t- halle hat in New Park und anderen Großstädten Amerikas nicht entfernt die Bedeutung wie bei uns, weil ein großer Teil der amerikanischen Haushaltungen nicht selbst kocht.— Für den geplanten Berliner Neubau, der dringend notwendig sei, kommen nach Ansicht des Markthallendirektors nur langgestreckt«, verhält- nismößig schmale einstöckige Hallen in Frage, die von beiden Seiten die Heranführung von Eisenbahnwaggone«rmöglichen. Man hofft mit dem Bau in ungefähr einem Jahre beginnen zu könne». Was mit der alte» Halt« am Alexanderplatz geschieht. ist noch völlig nnentschleden. Reklameschau am Kaiserdamm. Auch Kioske der SpO.-presse und der„Konzentration�. Nachdem die Ausstellung Gas und Waficr am Kaiser- dämm geschlossen wurde, öffuet die Ausstellungsleituug sofort ihre hallen zu eiaer nicht minder großen Ausstellung„Die Rctlameschau". Reklame, die noch einmal für sich selbst Reklame macht. Wen sollt« es nicht vom großen Publikum interessieren, wenn man weiß, daß neunzig Prozent aller Menschen dauernd durch die Reklame belehrt und in ihrer Wunschrichtung be! ollen täglichen Be- darfsdingen beeinflußt werden. Diese großzügige, ganz im Sinne wahrer Reklame ausgezogene Ausstellung ist eine der schönsten, farbigsten und interessante st cn, die am„lausenden Band" des Berliner Ausstellungswesens zu sehen ist. Besonders wirksam ist der E h r« n h o f, in dem eine alte Stadt aufge- bant wurde, ein Stück naturgetreuen Mittelalters. Dies« Abteilung zeigt das Entstehen der Reklame aus seinen ureigensten An- sängen heraus bis zur heutigen Vollendung, vom pvmpejanischen (Sladiatorenplokat bis zu dem Plakat von Orlik zu den„Webern" und den„Allcrtreuestcn". Eine Schau, die über ihren Rahmen hin- weg von einzigartiger künstlerischer Wirkung ist. Dann reiht sich die„Eigenreklame der Länder und Städte" an. Ganz Deutschland ist hier in Wort und Bild vertreten. Das große Werbemittel der Vertehrsgesellschaften, Reiseuntern eh m en, Zeitungs- und Zeitschrrftenwesen bis zur Reklame der deutschen Industrie sprechen in mehr oder weniger be- kannten Affichen erneut zu den Besuchern. Je mehr Erfolg eine Reklame zeitigt, um so reichhaltiger ist sie hier vertreten. Auch das Ausland hat viel Wertvolles beigesteuert. Würdig und sehr modern ist auch die sozialdemokratische Presse mit dem Parteiansstel lu n g Sstand Konzentration' vertreten. Auf Einzelheiten werden wir noch zu sprechen kommen. Polizeipräsident und Hundesperre. Der Poli.zeiprästdent teilt mit: Nach der Verhängung der Hundesperre wird der Polizeipräsi- deni tagtäglich in einer Unmenge von Briefen und Sin- gaben bestürmt, die Hundesperre wieder auszuheben. Leider ist der Polizeipräsident jedoch da, zu nicht in der Lage, da er, nach- dem ein Fall von Tollwut amtlich einwandfrei festgestellt wurde, aus Grund der gesetzlichen Best im- m u n g e n verpflichtet war, die Hundcsperre zu ver- hängen und siir die Sperrbezirke die getroffenen Maßnahmen auziwrdnen. Die Hundebesitzer haben es aber selbst In der Hand. durch genaueste Befolgung der erlassenen Vorschriften dafür zu sorgen, daß die getroffenen Maßnabmen mir vorübergehender Na- tur zu fein brauchen und die Hundesperr« in absehbarer Zeit wieder «aufgehoben werden kann. 2t j Cop>k!gIU 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-O., Berlin Er soll eines Tages an den Unrechten geraten sein. Er ging festen ohne Adjutanten, damals tat er es. Und hatte obendrein das Unglück, weit und breit keinen zu entdecken, der ihm hätte Zeuge für die Unbotmäßigkeit des Soldaten sein können. Sonst hätte der Rabiate wohl auch geschwiegen, so aber will er gesagt haben:„Dir schlagen wir eines Tages den Schädel ein! Geh lieber in die Stellung, statt di« zu kuranzen, die müd und elend aus ihr kommen. Freunderl, merk dirs, es geht nimmer lang so weiter." Es ging nicht weiter. Er scheint es selber«ingesehen zu haben. Und da kam ihm der gute Gedanke mit dem alten Leberleiden und mit der Etappe, für di« er sich noch frisch genug fühlte.— Sein Nachfolger fft der«ine Bataillonsführer. Er wird erst mal stellvertretend ernannt. Ein Notbehelf. Wo soll man die neuen Truppenkommandeure hernehmen, die man braucht, weil immer mehr Stellen leer werden, denn die Tendenz, abzutreten, wird bei der Läng« des Krieges wachsend deutlich. Der Herren sagen sich nänUich: haben wir es nötig, bei der Truppe ein doch nicht so ganz bequemes Leben endlos zu führen? Es finden sich unschwer Situatio- nen, die angenehmer sind und in denen man nach seinen kriegerischen Leistungen Atem schöpfen kann. Der Stellvertretende, Oberstleutnant von Pummer, ist ganz anders als sein Vorgänger. Die Leute mögen ihn. Er ist„ein Viech mit Haxen", ein schneidiger Kerl, ein Saufaus, ein W»tzbold.— Er hat etwas vom alten Knaben. Ehemals aktiv, ist er seinerzeit als Major abgesägt worden, mangels höherer militärischer Begabung. Zu Kriegsbeginn, nach langen Jahren grauen Zivils, ist er sofort mit Begeisterung in die spiegelnden Reitstiefel wieder hineingesprungen. Er reitet übrigens schlecht, aber dafür kühn. Seine sehnige, zähe Fi�ur zappelt mehr, als daß sie ihre noch jugendl'�'en Fähigkeiten voll ausnützte. Sein energisch er- scheinendes, gutartiges Soldatengesicht verrät den Trinker. Die Nase ist blaurot geädert, die stahlblauen, scharf zu blicken gewohnten, schnellen Augen sind gern ein wenig blut- gerändert. Unter dem grauen Schnauzbart sitzt ein wohl- geformter Mund mit roten Lippen und schönen Zähnen. Er trifft, die zerknitterte Felmdmütze keck auf dem Ohr, mit der Reitpeitsche an den Stiefelschast klappend, vor der Tür seiner Kanzlei den Krankenträger Funk, der, von Schreibstube zu Schreibstube eilend, sich um Berge von Meldungen, Anordnungen, täglichen, fünftägigen, zehn- tägigen Rapporten, um Berechnungen, Anforderungen und Ueberweisungen zu kümmern hat. Funk steht, Papiere an die Hosennaht gepreßt, und wartet das Vorüberschreiten des Gewalthabers ab. Dessen Blick, geübt, in Hunderte von Männergesichtern zu spähen, ist hier festgehalten und neugierig gemacht.„Wer sind Sie?" fragt er fast im Gesellschaftston. Funk nennt das Nötige. „Aha, der Neue, der für den Herrn.Regimentsarzt Kanzleidienst versieht. Wir sind beide noch nicht lang auf unseren Posten, aber wir bemühen uns, nicht wahr, sie bis zum letzten auszufüllen." Funk beteuert es hastig. „Ihnen wird's nicht leicht fallen, das Genaue und Exakte im Schriftwechsel. Ich weiß, daß Sie Dichter sind, ein p'han- tastischer obendrein. Ich Hab nämlich mal ein Buch von Ihnen gelesen— halt' ich Sie auf?— es hat geheißen„An der Schattengrenze" oder„Grenzerschatten" oder so ähnlich. Ein grausliches Zeug— pardon, ich mein': das Grausen überläuft«inen, aber höchst künstlerisch. Halt' ich Sie auf. wartet der Herr Regimentsarzt auf Sie? Wo müssen S' denn hin?" „Ins Revier zurück, Herr Oberstleutnant." „Brav, da geh' ich mit, ich Hab' schon lang a mal hin- überschaun wollen." Sie wandern mitsammen durch die Dorfstraße. Pummer plaudert lebhaft. Er schiebt den Arm halb unter den des Krankenträgers. Leute, die ihnen begegnen, grüßen mit er- staunten Augen. Dr Oberstleutnant wiederholt bewundernd:„Wie ma nur so was schreiben kann! Jetzt verraten S' mir bloß, wo Sie's hernehmen." Funk windet sich innerlich. Wie soll man einem Oberst- leutnant dichterische Prozesse, von denen man selbst kaum etwas ahnt, klarmachen?„Die Sachen sind mir halt so ein- gefallen." Kommunisten greif«, poNzei an. Ein Mann in Notwehr erschossen.- Drei Verletzte. Gestern abend kurz vor 10 Uhr ist es i n d e r k o p p e n. und' in der Langen Straße in der Nähe des Schlefischeu Bahnhofs zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mehrere Polizei-. beamle wurden von einer nach Tausenden zählenden zweifele los kommunistischen Menge aufs schwerste bedrängt und mußten, da sie selber in Lebensgefahr gerieten, von der Schußwaffe Gebranch machen. Eiver der Angreiser wurde getötet, zwei andere schwer verletzt. Auch zwei der Polizeibeamleu wurden durch Revolverschüsse der Demonsttanken erheblich verletzt. Dsr Polizeipräsident teilt zu dem Vorfall solgendes nritt Auf dem K ü st r i n e r Platz und in der Koppenstraße sollte um 20.40 llhr ein Demonstrationszug der KPD. wegen Singens des Liedes„Das ist der Rote Fronttämpferbund" aufgelöst werden. Bei der Auslösung des Zuges wurden die Beamten angegriffen und ihnen Widerstoi�» geleistet. Dabei mußt« vom Gummiknüppel Gebrauch gemacht werden, woraus der Zug ausgelöst wurde. Im Anschluß daran wurde in der Koppenstraße eine Polizeistreis« von den De- monstranten angefallen und beschossen. Ein Beamter wurde durch einen Pistolenschuß im linken Oberarm und durch einen anderen im Rücken leicht verletzt. Ein anderer Beamter wurde von der Menge geschlagen. sowie getreten und mußte in seiner Bedrängnis von der Schußwaffe Gebrauch machen. Hierbei wurde einer der Angreifer getötet und einer oerletzt. Die beiden verletzten Beamten sowie die verletzten Angreiser wurden zur Rettungsstelle und von dort m das Staatskranken- haus gebracht. Der Name des Toten ist Stefan Merzenich aus Rehmagen im Rheinland. Die Namen der Verletzten: RichardHase, Poli- zei-Obenvachtmeister(Streffschuß im Rücken, Reinhold Patoli (Steckschuß im Arm). Emil Hilberg, Simeonstr. 24(Durchschuß an der linken Halsseite). Eine Frau aus der Paul-Singer-Str. 53 erlitt einen Nervenschock und Herzschwäche. Die Leiche des Getöteten wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhaus gebracht. Die Der- letzten wurde durch Wagen des Städtischen Rettungsamtes in das Krankenhaus am Friedrichshain übergeführt. * Der Kamerad Bruno Gierte wurde auf dem Heimweg in der Mainzer Straß« in Lichtenberg von Kommu- nisten niedergeschlagen: er erhielt einen Messerstich in den Kopf. Kranunglück beim U-Dahubau. Zwei Arbeiter schwer verletzt. Lei llmbaucrrbeilcn auf der H-Vahvstatloa S t tu d i o n im Grunewald ereignete sich gestern ein krau» Unglück, bei dem zwei Arbeiter schwer zu Schade» gekommen find. Der U-Bahnhof Stadi o», der m feiner alten Form den Berkehrscmsprüchen nicht mehr genügt«, wird zurzeit von einer Baufirma völlig umgebaut. Au einer Stelle wurde ein großer Kran zum Transport der schweren Essenträger errichtet. Gestern stürzte inmitten der Arbelt der Kran mit großem Krach plötzlich um. Während mehrere an der Unsollstelle beschäftigte Arbeiter die Gefahr noch rechtzeitig bemerkten und sich in Sicheicheit bringen konnten, wurden der S7jährige Hans Bljef« aus der Mittel st raße 3 und der 23iahr1g« Karl Kotzian aus Charlottenburg� Fürstenbrunner Weg, unter dem Niederstürzenden Essen-- gerüst begraben. Beide erlitten schwere Verletzungen: di« Verunglückten wurden von Arbeitskollegen aus ihrer qualvollen Lage befreit und durch Rettungswagen der alarmierten Feuer- wehr ins Westend-Krankenhau» übergeführt. Eßrenbeisehung Heinrich Zilfes. Die Stadtverwaltung Berti» beabsichtigt, dem ver, storbenen Professor Heinrich Zille«ine Ehrenbeisetzuug au»- zurüsten, sofern sich die Angehörigen des Meisters damit einver- standen erklären. Dieses Einverständnis wird noch eingeholt. An die Angehörigen ist seitens des Oberbürgermeisters im Namen der Stodtoerwallung ein herzliche» Beileidstelegramm übersandt worden. „Mir fallt nix ein. Warum denn net? Warum jetzt grab Ihnen— und mir net? Ich bin doch geistig auch rege, aber daß ich auf so grausliche G'schichten käm'—* Er schüttelt den Kopf und scheint für den Augenblick in Nachdenken zu versinken. Was ihn nicht hindert, einen Mann weit über die Straße zu erspähen und durch Geschrei an die Stelle zu bannen:„He, Sie, vielleicht haben S' die Güte, Ihr Hosentürl zuzuknöpfen! Ihr lauft nächstens noch nacket am Kommandeur vorbei!" Der Mann bringt sich eilig in Ordnung und steht dann wie ein Baum. „Ein solcher Lackel, was Funk!— Aber gehen wir dort hinüber, sonst sieht er noch, daß ich lachen muß, und die ganze erzieherische Wirkung ist hin.— Sie könnten sich übrigens auch ein bisierl besser halten. Sind S' so freundlich und machen S' keinen solchen Buckel. Sie sind jetzt beim Militär und nicht auf dem Parnaß." Man ist angekommen bei den Kranken. Der Oberst- leutnant federt sofort in einen Keller hinunter.„Ah, der Feldwebel Asam! Was treiben S' denn? Immer hurtig mit die Sallbentöpf', wie? Was fehlt diesem Mann, warum liegt er auf dem Bauch? Abzeß am Hintern, aha. Und der dort, weshalb hustet er? Wie sind denn so die Temperaturen der Leute?" Asam muß auf zehn Fragen gleichzeitig antworten. Er geht zwischen den Vettgestellen durch mit dem Kommandeur und ersinnt Antworten, daß ihm der Schweiß über die Sttrne tropft. Während einer Pause in dieser Galoppade— Pummer studiert eine Fiebertabelle— winkt er einen Mann herbei und heißt ihn zum Stabsarzt hinüberspritzen: er mächt' gleich kommen, der Herr Kommandeur inspiziert das Revier. Aber der Stabsarzt ist nicht zu finden. Es werden weitere Boten heimlich in die verschiedensten Richtungen ge- sprengt. Der Oberstleutnant hat alles eingehend beäugt und ein paarmal nach Lipp gefragt, als der endlich verzerrten Ge- sichtes, äußerst unsicher, wie er abschneiden wird, geschmeichelt und.aleichzeitiq gereizt durch den Besuch, angekeucht kommt. Aber der Kommandeur ist gerade gegangen. „Hundswirtschaft!" heult Lipp.„Habe ich nicht befohlen, mich in solchem Fall rechtzeitig zu benachrichtigen!" „Wir suchen den Herrn Stabsarzt bald eine Stunde," sagt Äsam ruhig. (Fortsetzung folgt.) Zum würdigen Empfang der auswärtigen Genossen und Republikaner heute und morgen Fahnen heraus* Schule und Merschast in der Republik. Versaffungsfeier des Lehrerverbandes. Im festlich mit den Reichsfarben, vielen Blumen und grünem Laub geschmückten großen Feftsaal des Lehrervereinshauses beging am Freitag abend der Lehrerverband Berlin den zehnten GclAurtstag der Weimarer Verfassung, hinter der Rednertribüne waren die Bronzebüsten Friedrich Eberls und des jetzigen Reichspräsidenten o. chindenburg ausgestellt. An der Feier war bemerkcnswerterweise dos Musittorps der Komman- dantur Berlin in Uniform beteiligt: schwarzrotgoldene Fahnentücher zierten die Instrumente der Fansarenbläser. Der Berliner Lehrergesangvcrein beteiligte sich ebenfalls mit hervorragenden Darbiewngen an der künstlerischen Aus- schmückung der Feier. Der große Saal war überfüllt: Vertreter des Kultusministeriums, des Prvvinzialschulkollegiums� der Stadt, Reichetagspräsident Genosse Lobe waren anwesend. Der Vorsitzende des Verbandes, Tfchentscher, begrüßte die Erschienenen und bedauerte, daß Reichsaußenminister S t r e s e- mann durch die lsaager Konferenz verhindert war, seine Zusage zu erfüllen, die Festred« zu halten. Der Redner dankte den Männern, die mit der Verfassung Deutschland die Stütz« schufen, an der es sich aus den Wirren und der Rot der Zusammenbruchs- zeit herausgeholfen Hot. Besonderer Dank gebühre de« beiden Beichspräsidenien für die Liebe und Treue, die sie dem deutschen Volte bewiesen haben. Das Bekenntnis treuefter Pflichterfüllung und verantwortungsvoller Selbstregierung, das Reichspräsident v. chindenburg einst ab- legte, kann von den deutschen Volksschullehrern trotz der vielfach schweren Umstellung nur bestätigt werden. Freudig und arbeits- willig will die Lehrerschaft dieses Fest feiern und der R c- publik dienen. Begeisterter Beifall drückte die Zustimmung der sestesfrohen Zuhörer aus. Die eigentliche Festrede über.Schule und Lehrer- schaft in der Republik' hielt Vizepräsident Grimme. Er stellt« die Frag«: Ist der Lehrer in der Schule der Republlk Träger einer besonderen geschichtlichen Aufgabe? Der Uebergang zu einer neuen Staatsform steht nicht isoliert, ist nicht ein vom Gesamt- zusammenhang der Geschichte unabhängiges plötzliches Ereignis. Dieser Uebergang ist das entscheidende Merkmal in langer Ent- Wicklung zu neuem Sein. Die geschichtliche Schulung, der geschicht- liche Blick mußte lange vor dem Zusammenbruch des alten Systems Anzeichen neuer Werte, neuer ersehnter Gesellschaftsformen er- kennen. Hineingestellt in eine lang« vor 1914 schon angebrochene Epoche geschichtlicher Umwälzung und neuen Lebensgefühl?, konnte uns die Schöpsung der neuen Verfasiung nicht überraschen. Rene Menschlichkeit kam gegenüber dem toten mechanischen For- malismus von Wissenschaft, Politik und wirtschaftlicher Betätigung, ein neuer Geist kam zum Durchbruch. Besonders in der Kunst kam die Frage nach dem Menschen, dem Bruder, der menschlichen Gemeinsamkeit gegenüber dem schrankenlosen Individualismus zuerst zum Durchbruch. Drang zur Gemeinwirtschaft an Stelle des schrankenlosen Gewinn- strebens, für Einbeziehung der Arbeiterschaft in den Zusammen hang der menschlichen Gemeinschaft, für Aufhebung der reinen Nummernzählung des Einzelmenschen brach durch. Die deutsche Jugendbewegung war Rebellion, aber auch Flucht aus der öden Wirklichkeit der Erwachsenen und Schule. Verwirklichung dieser Sehnsucht versucht die Verfassung zu be- ginnen: an der Vcrmenschlichung des Lebens mitzuarbeiten ist die Aufgabe der Lehrerschaft. Sie muß im Sinne der neuen Päda- gogik den Sinn der neuen.Verfassung erfüllen! Der gedankentiefc, weit ausgreifende und großartig zusammen- raffende, von der Ueberzeugung einer dringend notwendigen Kultur- epoche getragene Vortrag, der wohl wert wäre, gehruckt zu werden. löste eine geradezu feierliche Stimmung ans. Großer Beifall-und ein freudig aufgenommenes Hoch auf die Republik schlössen die offizielle Feier ab. Wie sie es ireiben! Die Kommunisten hehen die Kinder auf. Die Kommumsten haben neben den feigen, aus Kneipen heraus vorbereiteten U eberfällen auf Republikaner nach andere Arbeit zu leisten: Sie müssen die Kinder gegen die Schulseiern aus- hetzen, die zu Ehren des Tages veranstaltet werden, an dem Deutsch- land durch die Unterschrift seiner berufenen Führer ein freies- vom Volke regiertes Land wurde. Feig« wie die Ueber- fälle sind auch die Flugblätter, die sie vor den Schulen und aus den Spielplätzen oerteilen. Es wird geschimpft und geloge>, aber verantwortlich zeichnet«in immuner Landtagsabgeordncter, 5)err A. Gohlke. Er kann ja für feine Schwindeleien nicht ge- faßt werden! Der Inhalt des Flugblattes ist Unsinn, nur der Schluß sei zitiert:.Es lebe unser Vaterland, die Sowjetunion! Die Pioniere des zweiten W o r ofch i l o w- L a g e r s.' Mögen die Kommunisten die Lappen verteilen! Unsere Iungens und Mädels, unsere Arbeiterkinder wollen keinen Staat der Diktatur und Unterdrückung. Herr Woroschilow macht aus sie keinen Ein- druck, er ist der Kriegsmimster eines militaristisch regierten Landes. Ihr Baterland ist nicht die Sowjetunion, sondern ein freiheitlich regiertes, sozial eingestelltes Deutschland, das keine Kriegsdemonstrationen gegen China veranstaltet, sondern Versöhnung und Verständigung anstrebt mit den Arbeitern aller Länder und das die Jugend dazu erzieht, mit den Arbeiterkindern aller Länder Freundschaft zu halten. Herr Gohlke wird sich umsonst bemüht haben. Die Strolche. Schon wieder erfahren wir von einem neuen Ueberfall der Kommuni st en auf«inen Reichsbannermann, der sich allein an der M ü h l e n d o m m b r ü ck e an der Ecke der Burgstraße auf dem Nachhauseweg« befand. Er wurde von 12 bis IS Burschen überfallen, die ihn aufforderten, fein Reichs- bannerabzeichen zu entfernen. Im gleichen Augenblick sausten auch schon Hiebe von Knüppeln und Stahlruten auf unseren Käme- raden hernieder. Er mußte die Unfallstelle aufsuchen, wo nicht weniger als sechs Kopfwunden festgestellt wurden. Einem Radfahrer, der zufällig vorbeikam, und einem Beamten der Schupo gelang es, noch einen der Strolche festzunehmen. Es handelt sich um einen 43jährigen Mann, den Ge- nassen Ewald Thetmeier._ Oer Keuerüberfall am Bülowplah. Bericht eines Augenzeugen. von einem Augenzeugen, der mit den Mitgliedern des österreichischen Schutzbundes am vülowplah bei der Kommunisten. Schießerei zugegen war. erfahren wir: Die Freunde vom österreichischen Schutzbund be- sichtigten unter Führung einiger Reichsbonnerkameraden Berliner Sehenswürdigkeiten. Die Kameraden wollten die Volksbühne am Bülowplatz besichtigen und von da nach dem März- gefallene n-griedhof nach dem Friedrichshain fahren. In der Nähe des Bülowplages blieben von dem Trupp drei Kameraden zurück, die sich an einem Obststand Bananen kauften. Die K o m m u- n i st e n. die sich am Bülowplatz angesammelt hatten, bemerkten das sofort und gingen, an dem größeren Trupp der Schutzbündler vorbei. auf die drei Zurückgebliebenen zu. Sie pöbelten sie an. und einer von de« Kommunisten schlug. vermutlich mit einem Schlagring, einem Schutzbündler ins Ge- sich«. Der Schutzbündler brach blutüberströmt sofort zusammen. er trug eine Verletzung am Bosenbein davon. Die übrigen Kameraden eilten dem Verletzten zu Hilfe, worauf die Kommunisten sofort einige Meter zurückrannten. Zwei von den Ztommuniften drehten sich dann um, einer davon zog plötzlich ein« Pistole und schoß zweimal auf die sie verfolgenden Reichsbanner- kameraden und Schutzbündler. Die Reichsbannkrkamcradcn ließen daraufhin sofort von der Verfolgung ab und alarmierten die Schutzpolizei, die es vergeblich versuchte, die Attentäter zu fassen. Aus diesem Bericht geht hervor, daß die Schüsse nicht aus dem Liebknecht-Haus gekommen sind. Wir stellen das ausdrücklich fest und bedauern, daß wir bei unseren ersten Mit- teilungen über den Vorfall das Opfer einer irrtümlichen Be- richterstattung geworden sind. Explosion eines �4000-To.-Oelschiffes. Die ganze Gegend in tiefste Nacht gehüllt. Bew gork.S. August.(Eigenbericht.) Ein« riesige Explosion an Bord des 14 000 Tonnen fassenden Oeltanker»..William Bockcseller'. der im Bew gorker Hasen lag. erschütterte heule morgen die ganze Sladt. 140 000 Faß Petroleum waren in. die Lust ge- flogen. Ein Mann wurde gelötet, acht hoffnungslos verletzt, der Best der Mannschaft wurde durch heroische Be- mühungen herbeieilender hafenleichter gerettet. Die Flammen er- faßten den Hasenpier und richtete« dort erheblichen Schoden an. Sie bedrohten eine Zeitlang die riesigen Oelläger der Standard- Oil-Gesellschaft. deren Explosion große Stadtteile zerstört hätte. Der brennende Tanker wurde durch Feuerboole von den bedrohten Piers wegbugfierl und treibt außerhalb de» Hafens auf die Küste, dabei völlig ausbrennend. Brennendes Oel im Hafen verhtnderte während der Morgenstunden sämtlichen Schisssverkehr. Eine weitere Meldung berichtet folgendes: Di« Explosion war derartig ungeheuer, daß man sie in Manhattan hörte, während auf Staten Island die Fensterscheiben zerbrachen Das Feuer beschränkte sich nicht nur auf das Schiff, sondern griff auch aus den Kdnal über, der mit dicker Petroleumschicht überzogen war. Das Tankschiff selbst stellte eine einzige große Rauchsäule dar. Der Rauch war so stark, daß Staten Island mit dicken Rauchwolken überzogen wurde, wo- durch die Einwohner gezwungen wurden. Licht zu brennen. Das Feuer war weit über die Bucht hinaus sichtbar. Auf die erst« Ex- plosion folgten hintereinander noch weitere Explosionen. Die meisten Personen wurden dadurch verletzt, daß si« durch den gewaltigen Druck vom Schiff im weiten Bogen ins Meer geschleudert wurden, wobei sie Knochenbrüche davontrugen In seinem Vortrag„Die Versassungsseior als Aus- druck deutscher F e st k u l t u r' gab Reichskunstwart� Dr. R e d s l o b ein« Art kulturhistorische Einführung zu den am Sonn- tag überall stattfindenden Versassungsfeiern. Er zeigte in einem lleberblick, wie die Versassungsfeiern in der alten deutschen Festkultur wurzeln. Doch die neu« Epoche steht im Zeichen der Gemeinschaft. Alis der Basis dieser Weltanschauung müssen Gedenktage des Staates im wahren Sinne Volksfeste fein, bei denen die Masse nicht Zuschauer, sondern be teiligter Staatsbürger ist. Für ihn ist die Feier des Verfassung»- tages keineswegs mjr ein Erinnerungstag, sondern er will an diesem Tag öffentlich seine Zugehörigkeit zum Staat bekunden. In diefem Sinn sind auch die Feiern gestaltet, die in Berlin am Sonntag statt- finden werden.— In der Stunde„Da« Wochenende' be- Handeste Studienrat Genosse Dr. Nägler eine Fahrt in das Gebiet des Hohen Fläming, nach Belzig— Wiesenberg— Medebis. Nach seinen verlockenden«Schilderungen scheint es wirtlich so, als läge hier noch ein schönes, wenig Überlausencs Wochenendziel, das einen Naturfreund wohl lockest kann.— Am„Bunte.« Abend" gab es ein Gemisch von heiteren Vorträgen und Unterhaltungsmusik. R e f i Langer glänzte u. a. mit schlesischen Dialektoorträgcn— ober wahrscheinlich nur für einen kleinen Kreis: denn viele Hörer werden diese auf dem Podium selten gehörte Mundart kaum oerstanden haben. T«. Die Ltnierschlagungen beim Gängerbund. Nach einem sehr kurzen Ermittlungsverfahren werden die großen Unterschlagungen beim Deutschen Sängerbund bereits am 5. September vor dem Ferienschöffengericht Berlin-Mitte ihre gerichtliche Sühn« erhalten. Gegen den bisherigen Bundesschatzmeister des Deutschen Sängerbundes, IohannesRedlin, hatte'die General- sraatsanwaltschaft I Anklage wegen sortgesetzter Unterschlagung er- hoben. Der SSjährige Angeklagte war neun Jahre lang in dem Amte des Bundesschatzmeifters tätig. Ursprünglich war er'(Berichts- assessor gewesen, später hatte er eine leitend« Stellung bei Siemens. Die darauf angestellten Ermittlungen ergaben einen Fehlbetrag von zunächst 390 000 Mark, der sich bald auf 750 000 Mark erhöhte und zum Schluß auf über 9 00 000 Mark anwuchs. Bei seiner Verhaftung am 19. Juni in seiner Wohnung in Charlottcnburg war Redlin in vollem Maße geständg. Ein gefährlicher„kindersreund" wurde im O st e n der Stadt festgenommen. Es war aufgefallen, daß sich an dem Eis- wagen des 55 Jahre alten Händlers Emil I. viele kleine Mädchen einfanden. Man ging diesen Dingen noch und stellte fest, daß I. die Kinder durch Geschenke an sich lockte und sich in semer Wohnung an ihnen oerging. Der Festgenommene wind dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Die juristische Sprechstunde fällt heutc aus. Fport. Rennen zu Hoppegarken am Freikag. dem S. August. 1. Rennen, t. BrutuZ(HahneS), 2. Teutonia, 3. Galeria Reale. Toto: 7S:10. Platz: SS, 22, 120: 10. Ferner liefen: Galvani, Eilbote, Friederile, Tauperlc, Orenburg. Fiamctta, Fenclon, Prcpared, FranccSco, Altmühl, TatiuS, Hclman, Wegwart, Rivicra, Europa. 2. Rennen. 1. HoloferncS(Zchmisch), 2. Prellstein, 8. Pronto. Toto: llH: lO. Platz: 17, 13, 12:10. Ferner liescn: Tintoretto, Malatesta, Tasiia, Agitator. 3. Renne n. 1. Stromschnelle(Huguenin), 2. Gregor, I. Majordomus. Toto: 13: 10. Platz: 14, IS: 10. Ferner Uesen: Jlot, Radetzki, DaZ Mohrchen. 4. R e n n e n. 1. Narciß(Zimmermann), 2. Ola, 3. Lhkasie. Toto- 17:10. Platz: 13,22:10. Ferner Uesen: Fürst Emmo, Rosenquarz, Antesignano. S. R e n n c n. 1. Gcsolei(Huguenin), 2. Siesta, 3. Btpida. Toto: 28:10. Platz: 16,30, 18:10. Ferner liefen: Wendelin, Tramontana, Plant Dore, iszin arany, Georgia, Kurmärker, Altenhos, Nolc Ncllc, Ten- tobod, Fornarina. 6. Rennen. 1. Dirschau(Korb). 2. Sophist, 3. Tantor. Toto: 33:!0. Platz: 13, 20: 10. Ferner liefen; Minky, Mite. 7. Rennet«, t. Remu«(Huguenin), 2. Loblied, 8. Pharisäer. Toto: S2:10. Platz: 17, 28, 27: 10. Ferner liefen: Dogmatiker, Nutria, Funker, Kastrastrophal, OsiriS, Kang Shi, Bernhard, Borussia, Conlessa. Voriräge,VereineundVersammlungen. # Reichsbanner.Schwarz-Rot-Gold'. Sefibästslielle: Berlin C. U. Sebastian str. 87/38, Kot Z Tz. Haxoorstond. Elirenlanieradschafi. Sonnabend, 10. August. 13 Ubrs Britdersie. 10. Daselbst aucb Ämrcrni des SpielmaunsjUfles C.Bcr. fasiunasf»i,r"> jum �n, plana des Pundesoor stände-.— Sonnabend, 10. Auaust.- Steglist(Ori-ticteln). Emplang de» Kau uhemnist um 12 Uhr Balinhof-Lichier- lelde-Ost.(Säste stnd um etwa tS Uhr in den Quartieren. 18 Uhr Anireiest des Ortsvcreins Untcrgruntbahnhof Brciienbachplast. Köpenick lOrtsvercin). 171-, Uhr Empfang der Breslauer. Kameraden am Bahnhof Köpenick. 20 Uhr Feuerwerk mit anschließendem Tadelaug vom Sportplast an der Wendenschiotz- straste.— Anircten der Ori-pcreinc am Sonntag, dem tt. August, wie folgt: Tiergartra lOrioverein). Abmarsch pllnkilich 1t Uhr vom Kleinen Tiergarten. Nachzügler II'/, Uhr Humboldihafen, am Lehrter Bahnhof. Kreniberg. Alle drei IugendaUge pünktlich 7% Uhr bei Ewald, Ekalister Str. 120. Achtung. siugleitcrl Sämtliche nicht obgcscstten Plaketten 10 Uhr bei Kameraden Jona- abliefern. Schlustadrechnung Montag, l-2. August, 20 Uhr, bei Krepp, Plan- Ufer 75. Steglist lOrtsvercin). 17 Uhr mit Eastgau am Düppelplast ,um Marsch nach dem ffestlakal. Köpenick lOrtsverein). Schustsportler 7 Uhr Bahnhof Köpe, nick in Bundrskleidung. Sportkleidung mitbringen. 10 Uhr Antreten der an»- wäriigcn Kameraden auf dem Wilhclmplost. IIZH Uhr Treffen de» Qetsvercins Bahnhof Köpenick. Nachmittag Vertastungsfeier im Grostrn und Alien Eicrhan». Tiergarten. Für den ll. August ergehen die Weisungen von den Kamerad» säiafisführrrn. dir stritt innezuhalten sind.— Bernau. Montag. 12. August, Antreten lS Uhr auf dem Schnlhof ,um Fackelzug.— Treptow lOrtsverein). Sonnabend. 10. August,.ffür Berfalsungoseicr des Bellirisamis Abmarsch gur Spielwiese UNI 18 Uhr von, Bahnhof Niederfchöncwcide.— Baumschulenwcg. Sonnabend, 10. August, ISU Uhr, Baumfchulcnstrastc Ecke Köpenicker Land- strasie.— Treptow. Sonnabend. 10. August, 18)». Uhr, Wildeubruchstraste (Wildenbruchplast). Erscheinen Pflicht. IZreireliaiöle Ecmcindc. Sonntag, II Uhr, Pappelallce 18. Portraa des Serrn Dr. s. Sasse:.Zurück ,un> Seidentum". Harmonium: Zntermeiuio sinfonico lMascagni).«SLstc willkommen. Nepublilanifch« Rcdncrvereinigun«. Montag, 20 Uhr, Bortragsabenh mit Diskulsson im..Alten Askanier". Anhaltstr. ll. Es spricht Eenosse Marx über „10 Jahre Deutsche Republik". Gäste willkommen. Reichobund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer»ab Krisgerhlnter- blicbenen, Beilirk Wedding. Mitglieterversaminlung am 13. August. 20 Uhr, im Lokal„Pastenhoscr", Ehaussrestr. 61.— Ortsgruppe Westen. Mitglieder- pcrlammlung Dienstag. 13. August. 20 Uhr, im 3ahuiir, Ichaus. Bülowstr. 101. Weltjugcnbliga, Ortsgruppe Berlin. Anläßlich der Anwesenheit einer Gruppe amerikanischer Studenten und Stubentinucn unter Führung de» Pro- fessor» Matthew» lWashington) veranstaltet die Ortsgruppe Berlin der Welt» jugendliga am Dienstag. 13. August, und Mittwoch. 11. August, 20 Uhr, Im Seim der„3ugscharen", Bcrgstr. 77 lNähe Stettiner Bahnhof), zwei Vortrags- abend« über..Sollialismu» in USA." und„Das Rassenproblem", an denen die amerikanischen Gäste llu Worte kommen. Es wird llberschi. Eintritt frei. Intercssicrtc herUich willkommrn. Briefkasten der Redaktion. ». ZK. 4. 1. Rein. 2. Wahrscheinlich werden nicht hie gefehlichen Porai». sctzimgen für die Gewährung der Woiscurentc vorliege». Teilen Sie uns»en Sachperhalt mit.— E. M. 4. Wenn Sie im Dezember v. I. au« der Kiräie ausgetreten sind, so sind Sie vom I. April d. I. gd von der Zahlung der Kirchensteuer befreit. �_ Wetterbericht der öffentlichen Weiterdienststelle verlin und Umliegend. (Nachdruck verboten.) Zeitweise nufbeittrnd obne wesentliche Niederschläge. Geringer Temvcratiiranstieg. Veränderliche, zeitweise aus südlichen Aich- tungen wehende Winde.— Für veolschland: Im Süden und Südosten noch clwaS Regen, sonst trocken und zeitweise Ausheiterung bei etwas höheren TageStemperaturen. Creme Leodor Vier wichtige Verwendungsmöglichkeiten: Bot Sonnenbrand ist Creme Leodor ein wundervoll kühlendes Mittel gegen schmerzhaftes Brennen der Haut. Bfli Insektenstichen verhindert Creme Leodor, dick ausgestrichen, schmerzhaftes Anschwellen und Juckreiz Bis Pndenmterlage leistet Cremt Leodor mit ihrem dezenten Blütengeruch vorzügliche Dienste. 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Maßgebend für die New Dorker Diskontpolitik find seit sehr vielen Monaten schon jene Kredite, die von der Börsenspekulation verlangt werden. Es ist bekannt, daß die Spekulation in den letzten Wochen wieder mehr. Kredit« angefordert hat. Aber gerade in der allerletzten Woche, die der plötzlichen Diskonterhöhung vorausging, betrug die Steigerung, wenn die Gesamtsumm« auch 6 Milliarden Dollar überschritten Hot, doch nicht viel mehr als.HO Millionen Dollar, also noch nicht l Proz. Die plötzliche Diskonterhöhung mußt« überraschen, da man in New'Jork in ähnlichen Fällen, wo die Steigerung der Börsenkredite viel stärker war, auf ein« Diskonterhöhung verzichtet hatte. Zu einer Sensation wurde die Diskonterhöhung durch ihr Zusammentreffen mit der scharfen Rede Enowdens im Haag, mit der Snowden die glatt« Annahm« des Poung-Planes in Frage gestellt hatte. Es wurde sofort die Vermutung lanciert, daß es sich bei-der New Porker Diskonterhöhung, die zweifellos besonders England trisft, um«ine hochpolitisch«?lktion handelt, mit der die Finanzkreise Amerikas und die Regierung der Vereinigten Staaten England zur Preisgab« seines Widerstandes gegen den Poung-Plan zwingen wollen. Wir glauben, daß diese Vermutung zwar der politischen Phantasie alle Ehre macht, halten diese Zusammenhänge aber für ausgeschlossen. Die New Yorker Bundes- refervebank hat denn auch sofort erklären lasten, daß nicht der ge- ringste Zusammenhang mit den Verhandlungen im Haag bestehe und daß ausschließlich die Entwicklung der Börsenspekulation in New Port der Anlaß zu der plötzlichen Diskonterhöhung fei. Natürlich ändert diese Richtigstellung nichts an der außer- ordenlichen internationalen Bedeutung des New Forker Schrittes für die gesamte Finanzwelt. Die Lag« ist jetzt so, daß einem Diskontsatz von G'A Prozent bei dem Hauptgeldgeber der Welt ein Diskontsatz von 5% Prozent in London und Amsterdam. von ZX Prozent in Paris und in Zürich und von 7K Prozent in Berlin gegenübersteht. Di« größten Komplikationen ergeben sich sür England. England hatte, um die kritisch« Wirtschaftslage in England nicht zu verschärfen und anderseits den Anteil Englands an der herrschenden Weltkonjunktur hochzuhalten, trotz riesiger Gold- abflüste, die Frankreich und Deutschland zugute kamen, die Kredit« bisher noch nicht verteuert. Da selbstverständlich der höhere New Forker Diskont die Geld- und Kopitalströme von England weg- leiten wird, wird England mit seiner Diskonterhöhung auf wenig- stens 6A Prozent wohl kaum mehr lange zögern können. In der nächsten Woche spätestens dürfte die Entscheidung darüber fallen. Für Deutschland dürste die Auswirkung der New Forker Diskonterhöhung keine sehr großen Schwierigkeiten bringen. Seit die Pariser Foung-Konfevenz beendigt ist, ist das Geld in Deutschland so billig geworden, wurde die Lage der Reichsbank so günstig, daß im Lause der Entwicklung eher eine Diskont- ermäßigung als eine Diskonterhöhung zu erwarten war. Mit höchster Wahrscheinlichkeit fällt aber jetzt jede Möglichkeit, die deutschen Wirtschaftskredite zu verbilligen. Das ist die wichtigst« und zweifellos recht bedauerliche Folge des New Forker Vor- gehens. Im Übrigen ist bei den wieder recht weitgehend normal!- sierten Wirtschafts- und Kapitalverhältnissen in Deutschland ein« Zinsspann« von W* Prozent gegenüber New Fork und, im Falle einer Erhöhung in London aus 6�4 Prozent, von 1 Prozent gegenüber London, wohl groß genug, um Geldrückflüste aus Deutschland zu oerhindern. � Daß die Geldinarktlage in Deutschland günstig ist, da» beweist auch wieder der letzte Ausweis der Reichsbank zum 7. August. Wechselbeständ« sind um 207,7 auf 2413,6, Lombarddarlehen um 65,3 auf 43,8, Bestände an Reichsschatzwechseln um 51,4 auf 16.1 Millionen gesunken. Der Notenumlauf verringerte sich nach einer kleinen Abnahme der fremden Gelder aus Girokonto im Betrage von 25,5 Millionen aus 4472,1 Millionen. Di« Goldbestände blieben mit 2148,2 Millionen, die Bestände an deckungs- fähigen Devisen mit 330,7 Millionen im wesentlichen unverändert. Die Notendeckung verbesserte sich von 45,5 auf 48,0, durch Gold und Devisen zusammen von 52,5 auf 55,4 Prozent, das sind fast 40 Prozent mehr als das Gesetz verlangt. (Schwarzer Kreiiag in New Öort Den New Yorker Sörsenspekulanken ist der Schreck gründlich in die Knochen gefahren, weil jeder Kursverluste fürchtet. Riesige Der- kanfsanfträge ließen die Kurf« der Wertpapiere abstürzen. Zu den ersten Stunden gab es einen richtigen„Schwarzen Freitag". Selbst Standard Sil. und General Elektric verloren noch 1 bis Z Proz. ihre» Kurswert», vi« starke Wirkung der Diskonterhöhung auf die Spekulanten zeigt, daß auch die Amerikaner viel mehr an eine Offen- sine gegen die Spekulation al» an politische Absichten New York» gegenüber England glauben. Auch die europäischen Börsen, besonder» die pariser, find.recht schwach" geworden. Wo bleibt das Kapital? pfandbriefabsah immer schwerer. Der Absatz von Pfandbriefen ist immer ein guter Maßstod dafür, in welchem Umfange Kapitalien in einem Land« zur Ler» fügung stehen. Unter heutigen Verhältnissen könnt« der Pfand- briefabsatz an sich nicht allzu ungünstig sein, weil die Verzinsung gut und die Kapitalbildung im Deutschen Reiche sehr kräftig ist. Um so überraschender ist aber der starke Rückgang der Pfandbrief- Verkäufe. An Pfandbriefen und kommunalen Schuldverschreibungen sind nämlich im ersten Halbjahr 1020 nur für rund 488 Millionen Mark verkauft worden gegen rund 8 6 8 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Diese Ziffern gelten nur für das Inland. Im Ausland ergibt sich ein Rückgang von 350 Millionen auf nur 0 Millionen, also in einem noch viel gewaltigeren Ausmaß. Der deutsch« Pfandbriefumlauf ist 1020 nur um rund 500 Millionen insgesamt gestiegen gegenüber 1325 Millionen im ersten Halbjahr 1028! Man muß sich wirklich fragen, wie dies« Einschränkung des Pfandbriefabsatzes zustande kommt. In Aktienkäufen ist da» in Deutschland gebildete neu« Kapital ganz zweifellos nicht in einem so großen Umfange mehr angelegt worden, dazu war die Börse viel zu schlecht. An der Verzinsung allein liegt es auch nicht, wenn auch die Kursschwankungen für jeden Pfandbriefbesitzer eine un- angenehme Sache sind. Die Kursschwankungen haben bisher aber die tatsächliche Verzinsung nur erhöht. So bleiben nur zwei Möglichkeiten für die«ingetretene enorme Verschlechterung des Pfandbriefverkaufs im ersten Halbjahr 1929: einmal die zweifel- los verheerende Wirkung, die Hugenbergs Zeitungsan- g r i f f e auf die Währung während der Pariser Reparationsoerhandlungen auf das Vertrauen, besonders der kleinen Kapitalanleger,'ge- habt hat. Es ist ja bekannt, daß es damals fast zu einem Run auf die Sparkassen gekommen ist, und es ist selbstverständlich, daß das Vertrauen in die Sicherheit der Kopitallage die erst« Voraussetzung zum Kauf von Pfandbriefen ist. Zum anderen bleibt nur noch die Erklärung der Kapitalflucht im großen, und diese geht die deutschen Banken und die deutschen Industrieunternehmer an. Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß diese Kreise, ohne daß dazu ein besonderer Ptan erforderlich ist, auch auf solchem Wege ihr« steuerpolitischen.Absichten zu fördern versuchen. Es wäre des- halb sehr interessant, wenn sich feststellen ließe, aus welchen Kreisen sich die Käufer bzw. jetzigen Nichtkäufer von Pfandbiesen und kommunalen Schuldverschreibungen zusammen- setzen._ Publizität des Reichshaushaltes. Gne dankenswerte Arbeit des Statistischen NeichSamtes. Das Statistische Reichsamt hat als Sonderbeilage zum 15. Heft von„Wirtschaft und Statistik" eine Arbeit veröffentlicht, für die ihm nicht nur die Parlament-leute, sondern auch weite Kreise der Oesfentlichkeit donkbar sein werden. Bisher war es fast u n m ö g- sich, für die einzelnen Positionen, besonders bei den Ausgaben des Reiches zu verfolgen, wie sich diese Positionen von Jahr zu Jahr entwickelt haben: teilweise wegen der Unterbringung desselben Postens in verschiedenen Etats, teilweise wegen ihrer Verteilung auf den ordentlichen und außerordentlichen Haushalt, teilweise endlich wegen der Reste- und llebertrogungswirtschaft, die die Verfolgung der einzelnen Posten außerordentlich erschwert. Das Statistische Reichsamt hat jetzt versucht, und diese Arbeit liegt vor, nach rein sachlichen Gesichtspunkten Ausgaben und Einnahmen des Reiches in den verschiedenen Iahren vergleichbar zu machen. Die auf 41 Selten für die fünf Jahre von 1025 bis 10Z9 vergleich bar gemachten Daten stützen sich für 1925 bis 1927 aus die ab- geschlossenen Haushaltsrechnungen, für die Jahre 1928 und 1929 auf die vom Reichstag verabschiedeten Haushaltspläne, wobei für 1928 auch der Nachtrag berücksichtigt ist. vi« allergröbsten Posten der Reichsausgaben sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt: Die Reich»ausgoben 1925 bi» 1929. 3n Millionen Mark. vehördenaufwand, darunter für Finanz- u Steueroerwaltung Versorgungsbehörden... Behörden für auswärtige An- gelegenheiten..... Allgemeine Stoatsausgoben. darunter für Sriegspensionen,-renten.. Londoner Abkommen(außer Sonderleistungen)... Schuldendienst.. Sozialoersicherung lZufchüsse) Erwerbslosenfürsorge... Innere Kriegslasten... Polizei........ Verkehrswesen..... Landwir tschast..... Wohnungswesen.... Wehrmacht.... und zwar sür Heer Marine..... Gesamtausgaben 1«5 lRtch- nung) 659,7 456,5 56,1 1»» lAech- nung) 1917 Rechnung) 718,6 485,3 60,6 43,8 54,9 3239,5 4379,5 371,1 291,3 103,5 259,4 159,0 571,4 189,5 171,4 26,0 21,1 633,3 476,5 156,8 4532,5 1425,4 549,9 341,1 285,7 508,9 470,3 208,9 187,4 143.4 160,7! 816,3 560,4 67,2 1928 und 8 Ohr..1»° kleine Preise. CASINO-THEATER Lolhrintfer Strafe 37. wieder- Eröffnung Freitag, den 16. August SVsUhr mit dem neuen Schlager Wem flehört mein Mann! u. einem erttkl. bunten Programm Reichshailen-Thealer [T] Uhr. Stettiner Singer Da* große Programm I jBillcttbestg. Zentr. 112 63. Sonntag, 25. Aug.; Ente HadunliMos-TorstoUang. zu halben Preisen. Variete Dönhoff- Brettl: Tang; Orfliesier idoll Belker. Rennen zi Karishors Sonnabend, den 10. August 1929, nachmittags 3 Uhr, Großes Stuten-Jagdrennen. WM Maler 0.1. 8Us Norden 12310 Ende gegen 11 Die Fledermans Musik v.Joh.StrauB. 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Friederike Carola Willy Thunls, Telephon Steinplatz 0331 u. 5121 1 Ausschneiden 1 J Autbewahren j Wegen Tarifbruch und Nichtbenutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises für das Gastwirtsgewerbe werden hierdurch für die Mitglieder unseres Verbandes folgende Gastwirtsbetriebe gesperrt: Tegel;„Strand-Garten", Inh. Pieper. Tegel Picfaelsberge:„Kaisergarten", Inh. Firwitz Erkner:„Bürgergarten", Inh Schröder „Fiedlers Restaurant", Inh Fiedler Woltcrsdorfcr Schleuse:„Zum Kranichsberg", Inh. Günther Neukölln-Treptow: Restaurant auf dem Schießstandgelände, Hasenheide, Inh. Georg Kern Strausberg: Hotel„Wolfstal", Inhaber Freudiger& Keller Restaurant Kleinbahnhof, Inh Grucziewiz Restaurant„Schlagmühle", Inh, Lehmann Restaurant„Rotkäppchen", Inh. Bohi| Rest.„Alte Spitzmühle", Inh. Kerschbaum Zcntralvcrband der Hotel', Restaurant- und Cafd-Angestellten Zwcigvcrcin Grofj-Bcrlin Berlin N 24, Elsasser Strafe 56-88 n Telephon- Norden 804 und 1813 Aufbewahren Wenig getragene Kavaliergarderob, von Millionären. Serztcn, Anwälten Fabelhast billige Preise. Cmv'?h!e Taillenmäntel. Paletot». Fracks. Smokings. Gehrockanzüge, Solen. Srori. Sehpelze. Delegenheitskäule in neuer Garderobe. Weitester Weg lohnend Lothringerstraße 50, l Treppe. Rolen. thaler Platt. � Ausschneiden| Aufforderung! Der Teilungsplan des Gisela'Verefau, Lebens- and Aasskeaer-Versidienings-Ansialt a. G. und der(Wiener) Allianz, Lebens- nnd Renlen-Venldiernngs-A.-G. In Wien wurde vom Reichsau, sichtsamt mit Erlaß vom 22. Dezember 1928 genehmigt Versicherungsnehmer, die bis Ende 1923 bei einer der beiden Gesellschaften auf alte Reicbswährung(Mark) lautende Versicherungen abgeschlossen hatten, oder deren Rechtsnachfolger werden aufgefordert, spätestens bis snm 31. Desember 1039 die Policen unter Bekanntgabe der genauen Adresse des Bezugsberechtigten an die Direktion der Gisela, Deutsche Lebens- und Aussteuer-Verslcherungs- Aktiengesellschaft in München, Rindermarkt 10, Aufwer- tungsabteilung, einzusenden. Sitzendorf tobwarzstai, Thor. Wald, 10 Min. von Schwarzburg. Freundliche Lage, von nadelwaldreichen Bergen umgeben, Bahn- und Poststation, Arzt Preiswerte und gute Verpflegung in Gasthäusern und Privat Ansbonft erteilen der Ver kehr« verein and die GastsUmen selbst._ ~ Pension 1 Hotel BocKsmmieae I«emnieipeter Hotel an— lei» NordsseDad BfisuD ItÄ0-" empf. herrl. gel. Zimmer. Seeaussicht Pension Vor- u. Nachs. 6 M. Haupts. 7 M. Ostseebad Helllgenhaten In Holstein Pension 4.00 bis 6.00 RM. FQhrer durch Badevorwaltuno. Planetarlnm ■— i am Zoo— Virün. Judiiraltiler link B.5 Barbarossa 5578 lAVt Uhr Sternbilder des Sommers 18V« U. Von Pol zu Pol am Stamuhlmmal 20'/, Uhr Dar Blutball dar Sonne Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. 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