Morgenausgabe ?r. 329 A 191 4S.Ich zweimal. Sonntags und lDtontags ewmal. die Abendausgaben für Verlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustnert« Beilagen.Dott und Zeit" und Jfcnderlreund". Ferner .Unterhaltung und Misten"..Frauen. stimme"..Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Pugend-Borwörts* IP-»- Berliner VoltÄblatt Donnerstag 13. Äugust 1929 Grsß.Äerlin 10 Pf- Auswärts 1 5 Pt. Vle<( n| p o( 1 1 g• 5ionpareivezekl» 80 Pfennig. Reklamezeil» 5.— Reich». mark.„Kleine Anzeigen' da» lettg». druckte Wort 2ö Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte) iedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das erst» Dort 15 Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. WoNe über 15 Buchstaden zählen für zwei Wone. Arbeitsmorkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzetgen Zeil« 10 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» «eichäst Lindenstraße 3. wochentäglich von 8*/s bis 17 Uhr, Jentraloesan der �ozialdemoSvattschen zsaetei Deutschlands Redattion und Verlag: Berlin SW Lindenstraße 3 �nsprecher: Dönhoff 202—397. Telegramm-Adr.: Soziald«mokiat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Diskontv-Gesellschast, Depositcnkasfc Lindenstr. 3. Kapitel Besehungsschäden? Enthüllungen in den Haager Besprechungen. V. Zcst. Haag. 14. August.(Eigenbericht.) Die neuen Forderungen der Besatzungs mächte an Deutschland treffen nicht nur die deutsche öffentliche Meinung, sondern anscheinend auch die deutsche Delegation unvorbereitet. Wenn man versucht, von ihr zu erfahren, wie die Regelung d?r Be. fagungskvsten im>Vohre 1926 nach der Räumung der Kölner Aon« erfolgte, man die offenherzige Antwort erhält, daß man weder über Einzelheiten des damaligen Verfahrens unterrichtet sei, noch die genauen Summen kenn«, um die es sich damals gehandelt habe. Es scheint, daß dieser Film hauptsächlich, in der Dunkelkammer des Reichsministeriums für die besehten Gebiete entwickelt worden ist und die übrigen Rcichsffellen nur zur Bezahlung der Summe« heran- gezogen.wurden. So erfährt man, daß deuts.ch- englische Streitigkeiten aus der damaligen Zeit nach immer schweben. Das ist übrigens oerade ein englisches Argument, das vorgebrocht wird, um diese Forderung eines deutschen Verzichts auf Schadenersatzansprüche zü begründen. Man' sagt, daß allein für die Feststellung der Schäden englische Vesagiingsorganc viel zu lange an Ort und Stelle Zurückbleiben müßten und dadurch würde eine auch von England nicht gewünschte Verzögerung der restlosen Räumung entstehen. Dieses?lrgumenj erscheint keineswegs durchschlagend Denn schließ- (ich könnten zu diesem Zweck einige Dutzend Engländer in Zivil .zuriickdleiben, die diese Dinge mit den deutschen Behörden abwickeln. Dagegen würde kein Mensch in Deutschland etwas einzuwenden haben. Das gleiche würde natürlich für die mit dieser Aufgabe betrauten-'Franzccken und Belgier gelten. Ein anderes Atgremeick niiicht stutsitz.� Es wird versichert, daß In. W i r t h in'der Aüsspraihe bei ljendersvn am Dienstag•' 100 Millionen Mark als vorläufige deutsche Schätzung der De- sohungsschäden genannt habe: die Gegenseite schätzt aus bO Mit- lionent.. Gleichviel:«ine bestimmte Tatsache wurde von. sehr gut umerrichteter englischer Seite genannt, die, wenn sie stimmt, ein trübes Licht aus die Ztrt wirft, wie im besetzten Gebiet Vesatzungsschäden angemeldet werden. So soll noch der Räumung der Kölner Zone ollein die Stadt Köln eine Schadensumme von 9>i Millionen Mark angemeldet haben. Von englischer Seite wurde die.höhe dieser For» derung angegriffen. Es trat ein deutsch-englisches Schiedsgericht unter dem Vorsitz des holländischen Rechtslehrers Patijn zusammen unh entschied nach Prüfung der Lage, daß die Stadt Köln ins- gesamt 250000 Mark Schaden erlitten hätte, also soft nur de» 40. Teil dessen, was sie behauptet hatte! Ein Verzicht aus die Rückerstattung der Schäden würde auch deshalb für die Reichskofse besonders gefährlich sein, weil der aus- ländliche Prozeßpartner einen starken Hemmschuh gegen über- trieben« Forderungen finden würde, denen die deutschen Behörden vielleicht astzu leicht nachzugeben geneigt sind. Es ist traurig, das sagen zu müssen; aber wir habe« in unserer jetzigen Finanzlage allen Grund, einen Tanz um da» vergoldete kalb der Reichssinanzcn zu befürchten, der um so hemmungsloser einsehen würde, als es sich dann um eine rein innerdeutsche Angelegenheit handelte, in die alle möglichen politischen und lonscssionellen Momente hinein zuspieten drohten. Etwas anderes ist es mit den Bcsatzungstosten, deren Bezahlung durch Deutschland die Besatzungsmächte ab 1. September fordern. Si« berufen sich darauf, daß der Poung-Plan nichts Bc- stimmtos darüber vorsehe und daß er nur ganz vage von noch zu treffenden Vereinbarungen spreche."Das mag sein. Aber der Sinn dieser Lücke ist klar: Die Sachverständigen nahmen an, daß es sich schlimmstenfalls nur um eine ganz kurze Zcstspanne handeln könne, also nur um ganz k l e i n e. Summen. Das bisherig« Verhältnis in der Tagung der Besatzungskosteg war: 1l Millionen wurden monat- lich auf die deutschen Zahlungen angerechnet und 3 Millionen gingen zu Laste« Deutschlands ohne Anrechnung auf die Reparation. Das gleiche Verhältnis müßte selbstverständlich nach dem 1. September zur Anwendung kommen, auch wenn der Poüng-Plan nichts Be- stimmtes darüber sagt. Es handelt sich also formell um eine juristische Streitfrage, giber man täte aus der Gegenseite gut, sie weder sormell noch nach rein finanziellen Gesichtspunkten lösen zu wollen Man sollte uns auch nicht die finanziellen Borteil« vorhalten, die die früher« Räumung für Deutschland bedeute und man sollk« darauf verzichten, diese Streitfrage in den finan- ziellen Gesamtkomplex der Liquidierung des Reparations- problems einzureihen. Denn es handelt sich mindestens ebenso sehr- um eine politische Frage und es läge im Interesse auch der Gegenseite, wenn man den moralischen Gewinn der früheren Räumung nicht durch«me weitere finanziell« Hypothek recht kleinlicher und strittiger Natur unnötig belasten würde. Im übrigen wird von englischer Seite unterstrichen, daß diese Angelegenheit durch Verhandlung besriedigeud zu lösen ist. Also die Bereitschaft zu einem Kompromiß liegt zweifellos auf beiden Seiten vor. Großbankier Lamond kommt nicht. V. Seh. Haag, 14. August.(Eigenbericht.) Der amerikonische Finanzier Lamond, den der französische Finanzminister nach dem Haag eingeladen hatte in der Hoffnung, daß Lamond die englisch« Delegation zu größerer Nachgiebigkeit ver- anlassen könnt«, hat vorgezogen, in London zu bleiben. Er ant- wartet«, daß er sich von seinem Kommen nach dem Haag keinen Nutzen für die Verhandlungen verspreche. England hinter dem!KäumungSbegehren. London, 14. August.(Eigenbericht.) Die Nachricht von der Zurückziehung der letzten vritischen Truppen aus dem Rheinland bis Weihnachten ist auf allen Seiten freudig begrüßt worden. Der„Daily h e r a l d", Organ der Arbeiterpartei, begrüßt besonders die Tatsache, daß Belgien sich Großbritannien auzu- schließen und daß auch Frankreich die Aufrechtcrhaltung der Besetzung nicht mehr länger als notwendig zu betrachten scheine. Das Blatt spricht serner die Hoffnung aus, daß B r i a n d seine Entschlüsse über die Rheinlandbcsetzung nicht von anderen Fragen abhängig mache und er seine ursprüngliche Forderung nach Er- s e tz u n g der militärischen Kontrolle durch eine andere Körpct- schaft nicht aufrechterhalten werde. Die gesamte Ration werde bei ollen Schritten, die h e n d e r s o n in Erfüllung der Wünsche der Arbeitcrregierung nach voller und schleuniger Zurückziehung der Truppen unternehme, hinter der Regierung stehen. Oer Arbeiislosenkonfliki. Guche nach Berständigungsmöglichteiten. Heute vormittag konferieren Regierung und Partei- sührer, unter Hinzuziehung von Sachverständigen, über die Reform der Arbeitslosenversicherung. Am Nachmittag tritt dann unter dem Vorsitz des Abg. Esser der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages zu- sammen. Ministerialdirektor Dr Weigert vom Reichs- arbeiteministerium wird über die Arbeit des Sachverstan- digenausschusses berichten. Danach dürfte sich der Ausschuß vertagen, um im Laufe der nächsten Woche seine Beratungen fortzusetzen. In einer Antwort auf unsere Betrachtungen über d,e Arbeitslosenoer.sicherung erklärt die„G e r m a n i a", es bedürfe gar keiner besonderen Betonung, daß im Zentrum piemand auch n4r inz entferntesten daran denke,. die Arbeitslosenversicherung abzubauen. Das Blatt fährt fort: „Was wir wollen und unbedingt fordern müsien ist vielmehr die Beseitigung der Mängel, die die Versicherung nach außen bis- kreditieren und in ihrer Existenz bedrohen, die Beseitigung der finan- ziellen Schwächen der Anstalt, die dies« zu einer Gesohr der Sta- bilität der Reichsfinanzen zu machen drohen/ Wir begrüßen diese Erklärung des Zentrumsblattes. denn sie entspricht im großen und ganzen der Linie, d i e d i e Sozialde, nokrotische Partei für richtig hält, nämlich der Beseitigung offenbarer Mißstände, die auch im Interesse der versicherten Arbeitnehmer liegt, und der Wieder- Herstellung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Versiche- rung zunächst durch Erhöhung der Beiträge. Wenn das Zen- trumsbltat aber gleichzeitig die Frage aufwirft, ob die Sozial» demokratie etwa denen Recht geben will, die von der Regie- rungsmüdigkeit der Sozialdemokratischen Partei munkeln und ihr die Absicht unterschieben, sich nach dem Ab- schluß der Haager Konferenz und vor Beginn der schwierigen finanzpolitischen Debatte aus dem Kabinett zurückzuziehen, so ist das reichlich überflüssig. Das Zentrumsorgan braucht sich nur an die Rede des volksparteilichen Abgeordneten H i n tz- mann zu erinnern, um zu wissen, daß im Lager der Voltspartei sich schon wieder die Kräfte regen, die die innere Politik durch Diktate unheilvoll zu erschüttern ver- suchen. „Graf Zeppelin" über Berlin. Friedrichshafen. de» 14. August. „Gras Zeppelin" wird Donnerstag friih um 4,50 Uhr zur Fahrt nach Tokio starten. Das Luftschiff wird zunächst Kurs auf Berlin nehme» uud dürfte die Relchshauptstadt etwa gegen 10 Uhr vormittags er- reichen. Das Luftschiff wird seinen weiteren Weg über D a n, i g und Königsberg nehmen, um dann die russische Grenze zu überfliegen. Hetze aus Prinzip. Wo sitzen die Kreuude der Gewalt? Wir Republikaner, überwiegende Mehrheit des deutschen s Volkes, haben den Verfassungstag mit Würde und Ernst gefeiert. Wir haben Worte gehört, die uns die Bedeu- tung des Tages darlegten, und wir waren auf den Volksfesten fröhlich mit den Fröhlichen. Aber als wir am nächsten Tage unsere Zeitung zur Hand nahmen, suchten wir nicht zuerst nach Berichten über Reden und Feste, sondern wir blätterten mit der Frage:„Es ist doch hoffentlich nichts passiert? Es ist doch nicht wieder Blut geflossen aus politischer Verhetzung heraus? Der Verfassungstag ist doch nicht etwa entweiht worden?" Als wir dann lasen, daß tatsächlich bei dem Riesenauf- marsch der Republikaner, des Reichsbanners in Berlin, nichts Ernstliches geschehen war, kein Toter, kein Verwundeter be- klagt werden mußte, da atmeten wir auf. Es ist alles gut gegangen! Dann kam für uns— für uns, nicht für die anderen, die Enttäuschung. Im Personenzug Verlin— Breslau hat ein Reichsbannermann, haben vielleicht mehrere Reichs- bannerleute, man weiß das noch nicht, die Nerven verloren. Bei einem Streit ward ein Messer gezogen, der Stich traf so unglücklich, daß der Verletzte starb,. Wir sagen es mit aller Deutlichkeit: Wirwollen keineMesser ziehen, wir wollen nicht mit Totschlägern arbeiten, wir wollen nicht mit Schießprügeln knallen! Es schmerzt uns tief, daß Kameraden aus unseren Reihen sich vergessen haben, aus einem an sich scheinbar sogar belanglosen Streit heraus zu gefährlichen Waffen zu greifen. Gewiß, wenn Notwehr vorliegt, wehrt sich jeder seiner Haut. Aber erst im letzten Augenblick greift der Gesittete zu einer Waffe, die das Leben des Nächsten bedroht. Unsere Stellung ist klar und eindeutig Nicht so verhält es sich mit der Presse der Radikalen auf der Rechten und auf der Linken. Die„Deutsche Zeitung" spricht von einer Mörder- suche unter Reichsbannermitgliedern. Sie wirft der Links- presse„gewissenlose Parteilichkeit vor, mit der man der Leser- schaft über Morde berichtet, sobald die republikanischen Tor- wächter ihre unsauberen Hände im Spiele haben". Die „Deutsche Tageszeitung" spricht von der Mordtat der Reichs- bannerleute, die Hugenberg-Presie schließt sich in vierspaltigen Ueberschriften an. Die Bundesgenossen auf der äußersten Linken schweigen nicht. Die kommunistische„Welt am Abend" sagt mit falschem Pathos:„Der schwerwiegende Verdacht, daß sich die Reichsbannerleute durch die blutrünstige Rede Hörsings bewogen fühlten, nach einem kurzen Wortwechsel gleich zum Messer zu greifen, ist nicht von der Hand zu weisen." Wir haben viel Blutrünstiges in den letzten Monaten lesen und hören müssen! In den Spalten der„Roten Fahne", der„Welt am Abend" und aus dem Munde gewissenloser kommu- nistischer Führer. Der Reichsbannerführer Hörsing hat nie den Angriff, immer nur die Verteidigung befürwortet. Die deutsch- nationale„Berliner Börsen-Zeitung" aber wagt zu schreiben: „Der„Vorwärts" berichtet zwar über die Bluttat, verschweigt jedoch schamhaft die Tatsache, daß die Verhafteten Angehörige der Hörsing-Organisation sind" Wir haben nichts zu verschweigen, nicht das g e- r i n g st e. Wir sind stolz darauf, wie mustergültig die Diszi- plin der Republikaner am 11. August und schon lange, lange Jahre hindurch gewesen ist, und wir hoffen, daß diese Disziplin erhalten bleibt. Entschieden verurteilen wir es, wenn einzelne sich entgegen dem, was ihnen Tag für Tag von un- seren und ihren Führern gesagt wurde, in der Hitze des Augenblickes vergessen. Um so mehr aber müssen wir uns ge- rade gegen die Presse wenden, die uns jetzt beschimpft und herabsetzt. Wir verurteilen jede Gewalttat, und wir wünschten. daß auch die Herren von der radikalen Rechten und Linken genau'so handelten wie wir. Ein kurzer Rückblick auf nur zwei Jahre möge sie über ihr Verhalten belehren. Im April 1927 wurde der Reichsbannermann E r d- mann in Düsseldorf niedergestochen und getötet. Zwei der Täter kamen aus Zuchthaus oder Fürsorgeerziehung. Am 25. Juni 1927 überfielen Stahlhelmer in Arensdorf unsere Reichsbannerkamreadon, die nach Frankfurt a. d. Oder zur Fefttagung fuhren. Zwei junge Menschen, Karl T i e tz e und Richard W o l l a n k sind tot. Zehn Kameraden wurden schwer verletzt. Den Anstifter des feigen Mordes, den Landwirt Schmelzer, feierten die Rechtsradikalen und ernann- ten ihn zu ihrem Ehrenmitglied. Er wurde später zu Zucht- haus verurteilt. Am 17. Mai 1928 überfielen Radikale das Reichsbanner in Barmbeck-Hamburg. Der Kamerad Heinrich Tiedemann wurde durch Kopfschuß getötet. Es gab mehrere Verletzte. In der Nacht zuvor war der Reichsbanner- mann G a i d o r n in Eimsbüttel-Hamburg von Völkischen er- schössen worden. Der Täter war ein verführter Zwanzig- jähriger, der am nächsten Tage verhaftet wurde. Wenige Monate vorher war in Wehdel(Regierungsbezirk Osnabrück) der Anbauer Unland, Reichsbannerkamerad und Partei- genösse, von einem Stahlhelmer hinterrücks mit der Schrot- flinte niedexgeschosien und getötet worden. Am 19. Mai 1928 wurde der' sozialdemokratische Stadtverordnete Paris in Glauchau in Sachsen bei einer Wahldemonstration von Koin- munisten niedergestochen. Er starb. Am 11. März 1929 wurden in Berlin die Genossen Robert P a e g e und Bruno Heinrich von Kommunisten erstochen. Am 29. Mai 1929 wurde In Frankfurt u. M. der Neich.-bannerkamerad Mann von Nationalsozialisten niedergestochen und getötet. Mehrere Kameraden wurden durch Messerstiche oerletzt. Wir haben aus einer kurzen Spanne Zeit Weniges er- zählt. Ohne Leidenschaft. Die Liste wirkt kalt, wirkt nüchtern, aber sie erschüttert den, der bedenkt, wieviel Leid, wieviel Tränen, wieviel Gewalt, wieviel Unrecht sie umfaßt. Wir könnten sie verlängern und erweitern. Wir könnten Erz- berger, Gareis, Rathenau, wir könnten die 14 Toten von Mechterstädt anführen, wir könnten zurückgreifen bis zu Marloh und Bogel, um zu sagen: Ihr seid nicht berufen, zu urteilen und zu verdammen! Heute stellt sich die Rechte hin als Hüterin der Sitte, als Schützerin des Lebens, als Wählerin der Ordnung, weil Vereinzelte sich vergaßen. Es find das die gleichen Leute, die das Lied anstimmen ließen:„Schlagt tot den Walter Rathenau, die gottverdammte Iudensau!" Es sind das die gleichen Leute, die durch eine systematische giftige Hetze gegen Republik und Demokratie Irrende zu immer erneuten Gewalt- taten verführten. Es sind das die gleichen Leute, die sich Schützend vor die F e m e m o r d e r stellen, die feige ihre eigenen Kameraden in den Wald lockten, um sie durch einen wohlgezielten Genickschuß ums Leben zu bringen. Wir wollen nichts gemein haben mit Menschen aus unseren eigenen Reihen, die sich vergangen haben. Aber wir wollen noch viel weniger gemein haben mit den Heuchlern, die plötzlich schreien: Da seht ihr die wahren Mörder, die Republikaner, die Reichsbannerleute l Wir haben zu oft an den Särgen gestanden. Wir haben zu oft Men- schen begraben, die feige und hinterrücks von den Anhängern der gleichen Leute erschossen wurden, die jetzt aus einer ein- zelnen Berirrung heraus verallgemeinern. Ihr eigenes Handeln, ihre Taten Jahre hindurch strafen sie Lügen. Das fehlende Gesetz. Die Lücke in der Verfassung. In der Verfassungsnummer des vom Senatspräsident Dr. Lindenau und Ministerialrat Dr. Kaisenberg heraus- gegebenen„Reichsverwaltungsblattes" stellt der Sachreferent des Reichsinnenministeriums Dr. Hoche„Betrachtungen zur bisherigen Anwendung des Artikels 48 der Reichsverfassung" an. Hoche oertritt darin ebenfalls die Meinung, daß das Ausführungsgesetz zum Artikel 48 jetzt endlich kommen muß: „So groß auch die Schwierigkeiten sein mögen, die sich dem Zustandekommen des Gesetzes entgegenstellen, so werden sie doch über kurz oder lang überwunden werden müssen. Die mannigfachen Unklarheiten und Schwierigkeiten, die die bis- herige Anwendung des Artikel 48 gezeitigt hat, fordern gebieterisch eine endgültige gesetzliche Klarstellung. Letzten Endes kann gerade dieses Gesetz nicht nur eine Erfüllung rechtsstaatlicher Forderungen darstellen, sondern auch im Ergebnis zu einer Ausgleichung politischer Gegensätze führen." Die Frage, warum das Ausführungsgesetz nicht zu- standegekommen ist, beantwortet Hoche wie folgt: „Das Ausführungsgesetz zu Artikel 48 ist bisher nicht erlassen, obwohl feine baldig« Berabschiedung in der Tagespress« und im iariftifchen Schrifttum, vom Deutschen Juristentag in Heidelberg 1924 und durch mehrmalige Reichstagsentschließnngen gefordert ist. Daß diesen im Interesse des Ausbaues des Rechtsstaotsgedankens weisellos berechtigten Forderungen bischer nicht entsprochen ist, hat seine Ursache in den ganz ungewöhnlichen politischen Schwierigkeiten, die sich dem Zustandekommen eines solchen Gesetzes entgegenstellen werden. Dos Gesetz wird nicht nur, wie leider mehr oder weniger jedes Gesetz, die gegensätzlichen Auf- fassungen der politischen Parteien zum Aufflammen bringen. Es wird auch zwischen einander entgegenstehenden Anspüchen des Reiches und der Länder zu vernntteln haben. Es wird ierner einen sachgemäßen Ausgleich zwischen dem Lebensintercsse des Staates an schnellster Wiederherstellung der gestörten öffentlichen Sicherheit und Ordnung und zwischen dem Interesse des Staats- bürgers an dem uneingeschränkten Genuß der verfassungsrechtlich gewährleisteten Grundrechte zu finden haben. Es ist also zu er- warten, daß dieses Gesetz, wenn es einen gerechten Ausgleich der Gegensätze versuchen will, in ganz verschiedenen Lagern Gegner und nur wenig Freunde finden wird. Einen Borgeschmack der politischen Gegensätze auf diesem Gebiet« konnte man bekommen, als im Jahre 4926 ein im Reichsministerium des Innern auf- gestellter vorläufiger Referentencntwurf durch eine Indiskretion in der Presse veröffentlicht würde. Bezeichnend dafür, wie lange unter ilmständen der Erlaß eines Gesetzes mit so heiklem Inhalt aus sich ivarten lassen kann, ist übrigens, daß das im Artikel 68 der Bismarck- schen Verfassung vorgesehen« Reichsgesetz zur Regelung des Kriegs- zustandes, das also dieselbe Materie wie das im Artikel 48 Abs. S der Weimarer Verfassung vorgesehene Gesetz zu regeln gehabt hätte, niemals erlassen i st, daß vielmehr bis zum Inkrafttreten der Weimarer Verfassung die Vorschriften des preußischen Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1861 fortgegoltcn haben." Entscheidend dafür— fährt Hoche fort—, daß der Entwurf bisher nicht eingebracht wurde, war aber wohl in erster Linie noch eine andere Erwägung. Das Gesetz wird durch die von ihm zu schaffende Abgrenzung und E r l ä u t,e- rung der Rechte des„Diktators" notwendig dessen bisher nur durch den Wortlaut des Artikel 48 im allgemeinen umschriebenen Befugnisse einschränken. In den ersten Iahren nach dem Inkrafttreten der Weimarer Versassuno, als immer von neuem in größerem und geringcrem Umfange Unruhen ausbrachen, die wiederholt den Bestand der verfas- sungsmäßigen Reichsgcwalt bedrohten, wäre auch die ge- ringste Schwächung der Machtmittel, die die Reichsverfassung dem Träger der Diktaturgewalt in die Hand gegeben hat, nicht zu vertreten gewesen. Mit der fortschreitenden Be- ruhigung der innerpolitischen Verhältnisse in Deutschland fäM dieser Grund für ein Vertagung der Angelegenheit fort, und wird es Zeit,«luv im et studio an die Sache heranzugehen. Oer Kall Eckermann. Guatemala wehrt sich gegen die Feme-Presse. Zu der Veröffentlichung in der Rechtspress« über die Vorgänge bei der Auslieferung des ohemallgen Leutnants Eckermann, meldtet in dem Fememordprazeß verwickelt ist, sendet uns die hiesig« Gesandtschaft von Guatemala folgende Er- klärung: „Es ist unwahr, w-ie einige Presseorgane behaupten, daß im Dezember v. I. ein Wechsel in der Regierung stattgesunden haben soll, da bis heute der Präsident der Republik Guatemala Die Provisionen im Stahlhelm. Seldte macht Versicherungsgeschäste. z» der„Versicherung i-post"(Ztr. 31). eine schon im 34. Jahrgang erscheinende Jachzeilschris« des Verbandes der Vsrsicherungs-Generalagenlen. finden wir eine Geschichte über die Praktlken im.Stahlhelm", die so reizvoll ist, daß wir sie ohne Süiyung unseren Lesern und damit der wetteren Oeffentilchteil unterbreiten. Eine Verhandlung vor dem Magdeburger Arbeitsgericht illustrierte wieder einmal so recht, in welcher Weise Politik mit Geschäft verquickt werden, und wie in Wirklichkeit das tiefgefühlte Nationalempfinden und die selbstlos«'' Auf- opferung einzelner maßgebender Herren der Organisation des „Stahlhelm". aussehen. Es klagt« ein Herr R a ck o w. ehemaliger Mitarbeiter des Bundesvorstandes Seldte, gegen den„Stahlhelm" auf Auszahlung einer angeblichen Schuldsumine von über 1l>, und Wünsche der Ge- iangenen entgegen und gab ihnen die Zusicherung, daß er alle ihre Wünsche der Sowjetregierung sofort übermitteln würde. Ferner ersuchte der Generalkonsul die Gefängnisverwal- t u n g, in einigen Fällen die sanitären Verhältnisse zu bessern. Der Besuch des Generalkonsuls ist von den gefangenen Russen mit lebhafter Genugtuung und Dankbarkeit aufgenomemn worden. Weißgardisten rühren sich. Es m e h r e n sich die Berichte über Zwischenfälle an der russisch. chinesischen Grenze. An der Mündung des Sungari-Flusses sind Angriffe w e i h r u s s i s ch- r Truppen, die durch chine. sche Soldaten unterstützt wurden, zurückgeschlagen worden. Es soll dabei Tote und Verwundete gegeben haben. Aus der Mandschurei werden oerschiedenc Zusammenstöße zwischen russischen und chinesischen Truppen gemeldet, die besonders in der Gegend von Suisenho ernsten Charakter gehabt und wobei die Gegner Verluste zu ver. zeichnen haben sollen._ Gequälie Äatrosen meutern. Massentod auf einem französischen Kriegsschiff. pari», 14. August.(Eigenbericht.) Auf dem Schlachtschiff„waldeck-Rousseau" brach in den oft. asiatischen küslengewässern eine schwere Meuterei au», deren Ilrsache, wie die kommunistische„humanitt" mitteilt, darin Zu suchen ist. daß die Osfizlere mit den Mannschaften Schindluder getrieben halten. DI« Mannschaften mußten u. a. während einer Landung In Eolombo in furchtbarer tropischer Litze drei Tage lang u n u n l e r- brachen Sohle laden. Znsgesamt sollen aus dem Schisse währen» seiner Ostaflensahrl nicht weniger als 32 Mann ge- starben fein, davon IS an einer Epidemie. Di« restlichen 13 sind wahrscheinlich im Verlauf der Meuteret umgekommen. In Mühlhausen war's. »Lud wen« jemand fragen sollte, wer hier so schamlos gesoffen hat, dann sagen Sie einfach, - das war so ein sozialdemokrasifcher Sewerkschastsbonze. Verstanden, Herr Ober?*„Iawoll, Her?, das sagen die völkischen Herren auch immer.* Zwischenzustand in Afghanistan. Habibuttah stabilisiert sich. Salkutta, im August. fCIgenbericht.) Mit Amonullah ist der Mann verschwundcn, dessen Beteiligung dem ofghanischcn Drama die für Europa nötige Würze verliehen Hot. Das afghanische Problem besteht in vollem Umfang weiter. Ohne Frag« wird es über kurz oder laug wieder so akut werden, daß es Europa in Wem halten wird. Wenn auch die Personen wechlelii, in deren Länden das«Schicksal des zwischen Englisch- und Rvstisch-Asien eingekeilten Berglandes liegt, fein« Bedeutung als Brennpunkt weltpolitischer Interessen geht nicht verloren. Afghanistan wird immer das Barometer für die Beziehungen zwischen England und Rußland bleiben. Zwar ist augenblicklich wieder einmal eine Kampjpause eingetreten. Beide Rivalen haben sich ofjiziell wie inossiziell zurückgezogen. Selbst ihr« ge- Heimen Emissäre, deren Anteil an der Entstehung d«r afghanischen Wirren trotz aller Dementis unbestreitbar feststeht, haben sich nach anderer Betätigung umlehen müssen. Oberst Lawrence schwimmt nach kurzem Ausenthalt in England wieder irgendwo in der arobi- schon Welt herum. Sein Gegenspieler � Trebiljch. Lincoln beabsichtigt, wenn die ssomo nicht lügt, sein deutsches Adoptivvolcrlond als Apostel der buddhisli- schen Lehre zu beglücken. Eine Beschäftigung, die nicht minder phantastisch ist als die bis- herigen dieses Abenteurers, sich aber wesentlich von seiner Funktion im— Kapp- Putsch unterscheidet. Borläusig besteht bei den beiden Antagonisten die Tendenz, Afghanistan in seiueui eigenen Fett schmoren zu lassen, und es auf Grund eines stillschweigend abgeschlossenen, aber dafür um so strikter gehaltenen Abkommens wieder in einen Zustand inneren Gleich-. gewichts kommen zu lassen, aus dem es durch den überstürzten Reform«ifer A in o n u l l a h s gekommen war. Von innerer Ruhe spürt Afghanistan noch herzlich wenig. Der BürgerkMeg dauert mit wechselndem Erfolg fort Die Bergstämme, denen der große und leichte Verdienst des Krieg- spielens gefällt, sind weiter in Bewegung. Teils liegen sie sich gegenseitig in den Haaren, teil» leisten sie den Prätendenten Gefolg- schaft. Wenn bei ihrem Eintritt in die Kämpfe anfangs die Idee der Erhaltung des Glaubens und.der Schutz des Althergebrachten maßgebend war, so ist der Gedanke des sieiligen Krieges sehr bald zu einem simplen Geschäslsprinzlp herabgesunken. Ihre Stellung zu den Ideologien, soweit diese überhaupt noch eine Roll« spicken, wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die trostlose Perspektive der afghanischen Verhältnisse wird lediglich dadurch erhellt, daß den Beteiligten der auch in Asgi)aniston zum Kriegsührcn unentbehrliche Nervus rerurn ollmählich ausgeht und sie zur friedlichen Verständigung zwingen muß, sobald aus dem ausgeplünderten Land« keine Kriegskontributioncn niehr herauszupressen sind. Die Zahl der Reflektanten auf die afghanische Krone ist in der letzten Zeit auf zwei zusammengeschrumpst. Der Bezwinger Amanullahs, B a t s cha- i- S o k a o. der sich den Herrschernainen Labibullah beigelegt Hot, braucht sein« Aufmerksamkeit nur noch auf R a d i r Khan zu richten, von dem man immer noch nicht weiß, ob er als Platzhalter Amanullahs fungiert oder de» Kampf auf«igen« Rechnung und Gefahr betreibt. Ihre Chancen dürften im Augenblick ziemlich gleich stehen, ob- wohl Hobibullah, der sich auch der Unterstützung der Geistkich- k e i t erfreut, als Besitzer von Kabul ein Plus zugesprochen werden kann. Nach Angaben Nadir Khans hat zwar einer seiner Führer den Truppen Habibullahs im Tal des Logha eine schwere Nieder- läge beigebracht, die seinen Gegner sechshundert Mann an Toten, «in« Kanone, drei Maschinengewehre, 1000 Flinten und«in be- tröchtliches Quantum Munition getostet hat. Die Richtigkeit dieser Angaben vorausgesetzt, bleibt die Frage immer noch, ob Nadir Ihan stark genug ist, diesen Erfolg entscheidend auszunutzen. Es ist viel wahrscheinlicher, daß die Mullahs mit ihren Bemühungen. frieden zwischen habibulloh und Radir Khan zu vermittein. Erfolg haben werden. wobei. der Thron im Besitz des erstcrev bleiben wird. Wie long«»in solcher Frieden dauern wird, hängt weniger vom guten Witzen der Beteiligten als vcn den E i n m i s chu n g s v e r s u che n«on außen her ob, die srüber oder später sich« wieder einsetzen werden. L a b i b u 1 l a h beginnt sich als Herrscher der Asghonen hops- lich cluzuricbten. Diese Installierung vollzieht sich in recht primitiver Manier und wird außerdem befleckt durch Ausbrüche wilder Grausamkeit. Sein« Laufbahn erinnert stark an K»e seines persijahcn Nachbars, Schah Riza Khan Pehlewi und zeigt wieder einmal, daß der undemokrollsch? Orient auch heute noch die Möglichkeit zn phantastischen Karrieren bietet. Der Usurpator des afghanischen Thrones war noch vor zwei Iahren Kellner eines Teehauses in dem indischen Grenz- knotenpunkt Peschawar. Er vertauschte diese Tätigkeit mit der aus- sichtsreicheren eines Räubcrhauptmanns, die ihm auch den Weg in dir Höhe gebahnt.hat. Wie jeder orientalische Empor- kömnilmg wütet er gegen die Familie seines gestürzten Gegners mit unerhörter Grousomkei«, deren völlige Ausrottung ist sein erste» Ziel. Dieser Politik sind in den letzten Wachen ein Stiefbruder Amanullahs nebst drei andercn Mitgliedern der Familie zum Opfer gefalle,.. Verschieden« seiner Regierungshandlunzen lassen inimerhin auf ein Verständnis für die politische» Notwendigkeiten Afghaniston» schließen. Die in seine Hand gefallene» Anhänger Amanullahs flnd durch ei» A»nie st i e g c se tz begnadigt worden. Auch«in Schulgesetz und eine Steuerrcfarm hat das neue Regime bereits gebracht. Das Merkwürdige dabei ist: Habibnllah sehi die Methode Amanullahs in der Sache fort. zeigt aber in der Form bessere» Empfinden sör den Geist der Afghanen. Auch in diesem Falle erweist sich, daß der Widerstand gegen die Zerstörung der alten Denk- und Lebensformen nicht der Ausdruck einer aus dem Volke kommenden Bewegung, sondern das Produkt künstlicher Einflüsse ist. Wie in den übrigen Ländern des Orients ist auch in Afghanistan das Bewußtsein der Massen nach nicht so weit entwickelt, daß sie im Stande wären,»och der einen wie noch der anderen Richtung selbständig zu handeln. Deshalb wird auch Afghanistan vorläufig das Geschick seiner Nachbarn teilen und wie Persien, die Türkei und Arabien trotz allem Bemühen um seine politische Selbständigkeit noch weiter das O b j e k t der in Asien interessierten Großmächte bleiben. Der Uebergongsziistand, in dem sich auch Afghanistan als«in Partikel der östlichen Welt lxfiudet, wird jeden seiner Macht- Haber dazu nötigen. Abwehrpolitik und Abwehrdiplo- m a t i e zu treiben, anstatt— von äußeren Gefahren verschont— die ganze Kraft und Energie eines kräftigen und unverbrauchten Volkes auf«inen friedlichen Wettbewerb mit den übrigen Völkern der Erde einzustellen. Dolens nationale Minderheiten. Beim Exekutivkomitee der Kommunistischen International« wird eine besondere Sektion gebil- det weiden, um die nationalen Minderheiten Polens zu vertreten. Wie die Warschauer Press« meldet, wird die Sektion 100 Mitglieder zahlen. Zu ,hr«m Leiter ist der ehemalige kommunistisch« Abgeordnete des polnischen Scjms Lancucki ausersehen, der sich gegen ipärtig in Moskau befindet. *1 7� M» " Beginn 1 Vutaif lovtH Umi- Ihagsaabgtt«»ort August baltu- Teiiusf»icht l« Vlederverkliifer MovzeSSan und Glas tlAvd öS. tief, Feetonform, GoIdrand�Porrellan�tok. AbendlirolleUfirfÄo™�0� KompoKeiler LT�lZn� s«"* Calalinrnn Festonform, mit Goldrand, SiUilllvivll Porzellan........... Stürk Festonform, mit Goldrand. Porzellan, Stück Canrinrnn Festonform, mit Goldrand sanciereu Porzellan........... Stück 50p! I 32pt 25?(.' 95pt 95p, 95p(! »,» i«D»»» Stück 32p 8.10p LflifindialeDirf. KoinpolieUergepre««..... KoippßllsdiJIdien Ä.."Ä'lßpt KompoKsdialen Z�s�k 50, 95?, Köseölodien g,lMe' �95?,. Bnderölodjen 95p,, Tafelsevviee 7It?ili,?'4r mit bunten Blumen 8500 moderne Form, j versch. Ansf. S5°° 12 Personen Mattgoldrand mit VolltcoMhonkel S5° Maffeesevviee ßtlg., anfTa- 19 üg., föriHtlsr. fflr( 30tljr, ttr blctt, t.?Pers. 9 Person. 12 Person.! 12 Person. 3" 4" 12" 19" CnHnHrn Tasse und Teller, sortierte 4 90 UBDGUte Farben.................. Gedeck I Teesenfice 285 Wssdiöanilioren 750 Kompolteller �'"�Ztück 50pt Saialiereo �r..011.�. �95P, Kasedlochen Batierülodien tfelnrfiiner itcMßp,. KOtWeinPISSer geecUUfea..... Stück 32p,. Lölleibeciier BletkrletaU..Stück 2«5 295 Blpmeniasen BleifcTst� 295 395450 lanlinierefl Bleikrist� ca. 18«n, 81 Blei- ca. 23 cm 6®° 975 Oliven, geecbliffen, Stck. Oliven, geschliffen, geschliffen, 95 95 Stück Stück 3 2 PL Stück Salaiieren vieikrist..«»?? k�un Cc75m ca. 18 cm........ Stück O St Lok«r Lihiirilasdiep 490 590 WeinflascljeB Ä�'i 975 TranljenspfllerBickriataii.stck 590 690 Rai) 103 filze Bleikristall, Steilig........ 975 LVivtschaiisavtikel Sdimorlöple...... stck 50, 95pl I25 Wassereimer ca»«», stück 78. 95fi Ikokc Form, ca. SS cm. St 95p,. ...... stück 190285 st95p,145190 stückl75 225 290 Mfilleimer. Wasdibreller________ stack OSplI45 Tabletts................. Btüek95pt175 Katieetötiel Alpaka poHert, St 12, 22?! bSSlÖttel Alpaka poliert, Stück 25, 45?! LiffiönadßDiÖllel Alpaka poliert..St 1 5?! Ess-olDesserlbestedie 7K � Alpaka poliert............... Paar» JPf. I Cirosse Posten Emaille-Geschirre mit kleinen Fehlern ENORM BILLIG zum Aussuchen Speziell für Hotels, Pensionen und Restaurants geeignet Solinger Bestellte...... paar 50. 75?, Solinger Besiedle tErho"oderS 95?! Salatbestedie...?», 25, 50. 95?,. Fiölenllesset............... stock 1 45 1 90 Söusortöple initD«M..... sat* 450 750 Wfisdiesprenger pounrt...... stock 50?,. Botterbroldosen ca 7c qc Nierenform........ Stück i mf&Ft HanneDanlersetzer.......... stock 50?,. Tortenplatten �nd��üÄI90 ......................... Stück 575 Teppidttlehnnasdiinen....... stock 875 Broülfislen?4ro™!g,.:f.7fSkl 75 225 Baflesdirllnlle................... stock 390 Medizinscbrfiolle.........,..... stock 390 FleisdibaduDasdiipen 935475�75 verzinnt.............. Stück Ä 4 O Voltlsbadenfannen........... stück1450 ßarderobenleisten. 8� 50, 95?,. Pntz- od. Ichstlfistep stock 5 0, 95?,. Leinenwaven Halbleinen, rot kariert, gesinnt n. gebindert, U Q ea. W/TS cm, ftüher C C Ca-SB/Se cm,(rOker bis 5! PL____ jetzt Stück OOP! bis 75 PI. jetzt Stück OO?! halbleinen Drell. mit roter Kaute, ea. 48/100 cm. /? O gepinrot n. gebindert, früher bis 00 Ft., jelrt Stück wO?,. halbleinen Drei! ca. 52/110 cm, gesinmt und gebOndert, OC früher bis 1,30......................................... Jelrt Stflck«TW?! Wisditflcher 1 Posten KQclienhflndtQcher Stubenhandtüctier 1 TlrrhHIrhAP derbe GebraachsqualitAl besonder? für Restaurationsbetriebe 035 i rOSlLU 1 ISvIllUtlliir geeignet, ca. 110/1.�0 cm, früher bis 5, SS............. jetzt Stflck£» Vettwaiwe m. Hohlsaum, frh. 4 15 ra, L&ngett«, früh. 4 45 sl.SS, jstztStek. I bis 1,95, jetzt Stck.| »45 KopfKlssßnüezügß��iXÄ�QS?,. bi.,,«,...rtstck. llAVinrlrf AnhA'fllnA Klöppel-Bin- und Ansät?. vlcr-Q45 grau, gestickt, mit Hohlsaum. 020 IVDPlIUSSenaeZUyB seitig,früherbis3, 75, jetzt Stück /. früher bis 1,95..... jetzt Stflck 4L HATlPE/iff AllhA'ffillA�Mpp«� Bin-0- yier-065 Mstobatist, reich gsm. mit Talen- C25 RQpl ul5 3 wnü fcZUy t! seitfg, früh, bis 4,75, jetzt Stck.O ciennes-Spitze, früh.b.ß.SO, jetzt Stck. Einreine gern. KlssenDezOge u. Bnetlnken bedeutend heralgesetzt! Dame«-S«büv»eu Gummischürzen schon. ÖA Muster nnd Ausführungen, Stück Jets« Zephirkittel O45 mit buntem iiragr»rbeßat*.... Stück Jetzt 4m Dumperschürzen i80 KüDstierüTocb, grS??. Form.... Stflck Jetst| Gartenkieider �90 Indanthren färben............. Stflck Jetst fc# I Ausserdem heule I Billige Lebensmittel | Rinderleber....98n| 1..... �,72-1 E Johannisbeeren ZZ Reineclauden™ 25 VevulSvleldAAs Malerkittel SdÄt�satteuO75 aus gutem Nessel........ Stflck Ali Staubmüntel A75 farbiger Nessel....................... Stflck Monteuranzüge 380 gute Haustachqualltät............... Sttek Damen-Schutzmäntel O85 Zephirqualiiät, yerschiedene Farben, Stflck 4ai Bücklinse 34 Strudeläpfel, 24 firnöcnstelner Apfel m 45 leipziger Str.• Alexnnderplnlz- FrnnHfurtet Allee■ Belle-Allldnce-Sltnsse■ Brunnenstrnsse• Kottnuset Dnmm• Wllmersdotfet Str.• Andrensstrnsse Am iü'.ttmodi, dam 14. August, ist anfcca liebe Mutter, Frau Emilie Stfieiler im 83 Lebensjahre nom Tode erlöst wordeu. Die. zeigen tiejbetrllbt an August Hiebe und Frau Lina, gel». Sdtcllcr Eros, Sdaeller und Frau WlUl Sdkellcr und Frau Karl Fenske und Frau Elfa4.de, geb. Riebe, als EakeUodrtcr Heinz Riebe, als Enkel Emdener Sit. 47 Die Einäscherung findet am Sann. abend, dem 17 August, nachm. 1 Uhr, im Sttemalorium chcridjtftt. statt. Mumenspenden dankend verbeten. IMlieiEMsiiM-IIiimi verwaitungsmttglieder! Am Freitag, dem 16. August: Sitzung der M»,, leren 0rl»neru>altoug. Die Vrisverrraltung. Verkäufe Linolenm. Ezilla,. stnlonieftrafie d* Saiso»»An»ner,av,, Beginn am 1. August. Webschler-Tevpiche. •Kusnerlauf Wedsedler 2X3 19 Mar, Ausner, aus Webfehler 2 x 3 24 Mar, husnerfaitt Webfehler Z'iySli 3S Mar, Ausvertnu, Webfehler 3X4 59 Marl Ausverlaus la. Qualität 2X3 38.— Ausner, aus In. Qualität 214x345 55,— Ausner, auf Ts. QualiiSI 3X4 85,- Stbcncc, Berlin. Botsdanierstrafie 26 b. Hausnummer beachten. Bckleidiingssiückf. Wasche usw Seteagene Serrengarderobe, Spezialität Bauchsigueen, spottbillig. Naß. Gor. mannftrafie 25726, trüber Mulackstraße.' Wenig getragene Frackanzüge. Smo- tinganjüge. Gehrockatizüge, Jackett- anzüge, Gummimäntel, Gulawayanzllge. Gabardinemäntel. Covertroaloaletots. tür lede Figur passend. Spezialität: Bauch- anzüge spottbillig. Glsellsd)afisanzüge werden nerliehen. Halpem. Rosenthaler. slraße 4. 4. Elage.» Wenig getragene stonaliergarderobi von M.llionären, Aerzten. Anwälten Fabelhast billige Preise. Empsehle Taillenmäntel. Paletots. Fracks. Smo- tings. Sehrockanzllge, Kosen. Sport- Gehpelze. Gelegenheitsräute in neuer Garderobe. Weitester Weg lohnend. Lothringerstraße 5«, 1 Treppe, Bosen. thaler Plast.» Ohne Gewähr Gewinnauszug 5. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsche Klassen-Lotterie., Nachdruckverboten. S. Ficbungstag 14. August ISA La der Bormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Sewtnn, m 6000 OL 209174 1 0 Sennma ia 3000 71! 137410 149506 271873 279038 352434 24»«Winne ,» 2000 M. 93487 130704 173537 177217 203338 229368 241397 301047 310788 3285.88 341313 384030 44«ewwne ,n 1000 m 8994 17929 28447 59775 84143 86804 106241 128466 130747 138701 145286 146671 160518 175396 179002 237767 243250 294576 361776 353276 360486 379292 88©»Winne ju 500 TO. 989 7634 26035 30842 31744 33887 38069 42409 46061 66712 68477 63259 81336 90828 121609 124055 1321 13 140616 141863 149309 163233 166984 168642 168989 1 70385 172264 203963 209381 231064 234713 247S1 6 257316 276833 282444 302958 304588 323258 33)657 340000 359008 365517 369670 373125 386375 212«ewtm» ,« 300 M.>964 6056 6045 990? 21553 21848 24566 26991 28048 30348 34453 3857S 40906 46739 64937 67684 69866 66416 67804 85222 87297 87901 96869 96921 112070 113586 123075 127043 128069 140157 143992 147837 162255 166884 168562170865 172608 175824 178985 184968 186841 187229 189896 19352520119) 201208 201888 204671 204965 205669 206009 207119 208440 216673 218419 219264 220193 221243 223638 230546 236758 239148 241900 242556 242828 246049 255995 256928 267512 260255 260314 261904 263147 265843 270320 273815 275263 280597 286465 290890 293684 306386 307024 307040 308045 308119 316351 319741 321648 323799 324291 329078 331834 3.35306 335516 363996 354354 361B84 366832 872821 374670 374692 370917 380717 339297 389710 La der Nachmittagsziehung wurden Gewinn« über ISO M. gezogen «»ewin«. v> 5000 M. 139571 387821 6»-Winne n 3000 M. 125092 172945 301090 6»ewinn» m 2000 10. 46599 254092 398416 10»«Btnn. ,n 1000 W. 65016 127864 140432 167062 288023 58»etolnne«u 600 OH. 3838 8065 19328 81174 85548 104808 109205 109612 120158 128201 130676 147056 163532 164424 180405 182845 187862 102368 211091 231979 237446 240869 255720 261706 272072 273965 286602 338002 358762 168 Gewinne ,» 300 M. 186 10893 13081 17716 19364 24658 27228 42063 42646 45458 58453 60533 65604 71025 75021 77759 78939 84310 93779 93951 107060 112645 120119 139377 130604 146131 163177 165552 108774 173342 178172 182083 183261 183502 186691 192636 200905 206567 207918 208776 210313 211286 222721 23)724 236697 243874 244162 245977 249841 260496 253187 259785 261186 262093 262951 270258 275003 279519 280749 282342 284946 286063 298223 299792 303900 305888 306545 339604 349829 349891 353467 355844 360460 363533 363794 365423 370491 371570 371597 380002 367787 393520 394982 398196 Möbel Möb-Ilnnlee werte Sitebit und bar Möbelbazar, aeoße«nswadl, lleme Peeisel Beispiele; Schlafzimmer 455, Speisezimmer 343 Serrenzimmer 76h. Svieaelschränte IIB Anrlchterüchc» 75. kleiderschränte 46. Solzbeiistellen 48. Gba.ielnnaue» 28 Metallbeiten 16, Ausleaemalrasten 13. Sonstiae Möbe! entsprechende Peeiie. Teilzabttma auffdilanftci. Wochenraten Mcnatsraien. Nieine Anzahlungen. kassa-Rabatte bis zehn Prozent. Kredite bis zwei Fahre. MLfiiae 3>»sen. Sauvt cesdiiist Sleqlist. Schloßstraße 107: 2. Geschält Reulölln. Sermannplast 7: 3. Ge. schLit Delle-Allianee-Straße g.5. Unter arunddahn: 4. Astchenabteiluna: Neu fölln, Sermannplast 4: 5. Geschätt neu eröffnet flnltbusser Straße 3ir 23, am Tor____________________* Patentmnteasteu ,P eimisfima". Metall- betten. Auflcgematraste». Chaiselongues Walter. Staraarderstraße achtzehn. Nein Laden' Im Gewwnrade oerbtieben: 2 Prämien zu jt 600000, 2 Gewinne zu je 600000. 2 zu je 80000 0, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 75000, 6 zu je 50000, 10 zu je 25000, 76 zu je 10000, 12« zu je 50O0, 350 zu 1- 8000, 042 zu je 2000, 1608 zu je 1000, 8744 zu je 600, 9310 zu je 300 M. Plüfchfofo« wie neu 50,—, laopcl- oller nur 18._ Möbel-Name eling.«astanienallee 56 Anrichtetlldien. Abwaichtische, Weißlock- schränte. Flurmöbel. Niese, lauswahl Svottpresle. stablungserleschteruna' Robeene» Eiche-Serrenzimmer, Fmei. Meter-Bibliotb-, mit Nußbaum-Türen, innen Mahagoni, Faeenverglasuna. passender aparter Diplomat, komplett mit Tisch und Stühlen nur 835 Neichs- mark. Langjährige Garantie! Möbel. Haus fiften, Anbreasstr. 30, gegenüber Markthalle.» Mu,iRii,g,run,Qi,»e LiNlpiano». ilberau» preiswert Pigno- lobeik Sin,_ Brunnenstrafie 35' Gebrauchte QuoHtütspianos, Seil« zablung. Sctet, Prinzen straße neunzia. Ohne Anzahlung. Pianos in großer Auswahl, neue und gebrauchte, mit Herr. licher Tonfülle Langsähriger Garantie- schein, kleine Ratenzahlung Lerer. Brunnenstraße IZI, 1 Treppe, am Rosen- thalerplast. »laslere. 175.-. m-, 375,-, 425,-, gebrauchte, neue, große Auswahl. Fah» lunaserleichterung, Sarantieschein. Ston» busser Damm 64.! Fahrräder Teilzahlung, kulante Bedingungen. Fabritpreise, nur Oualitälsräder. Fahr. rabbau �Bima" Ackerftraße dreißig Gebrauchte Fahrräder, größte Ans. wähl. 15.—. 20.—. 25.—, 30.—. Sä.—. Machnow. Weinmeisterstraße 14.• Kaufgesuche 8-h»aebisse. Platinabsälle. Lötzinn. Blei, Quecksilber, Silberschuielze. Eo,d. schmelzerei Christiönat. stöpenicker. straße 39 iSaltestell- Adalbertstraßel.' MjmnnESM Technische Privalschule Dr. Werner, Regierungsbaumeister. Berlin. Reauder- straße 3 Maschinenbau. Elektrotechnik, Hochbau, Tiefbau, Steinmestschuie, Sei» zungslechnik. Technikerlurie, Meister- turfe. Polierturse.• Vermietungen Sonnige» E--e, immer(Sab, Gartens. Siedlung Bohnsdorf, 15 Minuten vom Bahnhol Grünau lAuiobus). Polkwistcr. straße fünfundzwanzig. Lichtsreundc de. vorzugt. ArdeitsmarKt �tettenangehote Plilssereriu aus der RUfchenbranche tind-t Dauerstellung. Z. Soldheim Rachf.,«raufen straße 31—32. Sdiraubendreherin perfekte, g e s u c h t Zeidler, ExerzlerstraSe ö Hr. 379* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Oonnersiag, 45. August 4929 Das alt» D ö b» r i tz ist am Versaill«r Vertrag gestorben. Mit dem Paragraphen einhundertundsechgig war die ganze Herrlichkeit dahin. Der Budiker, schräg gegenüber vom Bahnhof, kann das am besten erklären:„Das war hier ein Geschäft während des Krieges. Hinter dieser Theke standen allein drei Zapfer, sechs Kellner hatten olle Hände voll zu hur, das Bier wegzuschleppen, IS Tonnen Bier wurden Tag für Tag ausgeschenkt. Siebzigtausend Mann lagen damals, in Döberitz, die konnten was wegtrinken. Keiner wutzt« doch, woran er war, jede Stunde konnte der Befehl zum Abrücken an die Front kommen. Am letzten Abend haben sie hier rwiH vergnügt zusammengesessen, dann ging's los, und wie oft hat es keine Woche gedauert, da lagen sie schon im Massengrab. Ia.�'Iv war das hier, die Brauereien schickten nicht etwa ihre Gespanr"� aach Döberitz, nein, die hatten hier gleich ein paar stationiert, die ununterbrochen die Tonnen vom Bahnhof zu den Wirtschaften rollt--''-"' und jetzt?" »Heute sind noch 4 800 M�nn im Söger.' Er fährt fort:„Die kriegen ihr schön«/» Geld, aber sie tragen es nicht in die Kneipe, sondern schicken fa�st alle» nach Hause. Sparen wie die Verrückten. Döberitz hat s->n Postamts wie es Städte mit z'vanzigtaufend Einwohnern itiÄ/ haben. Für die paar Brief« genügt ein kleiner Laden, aber.' die Postanweisungen! Nachmittags Der Weg, der in das Lager führt. rnn drei treten die Leute zwei SturAen k soviel leichte Darmaffektionen, Das wäre so ziemlich -Ucs--" Zu Funk:„..so ziemlich" paßt ihm nicht— was noch? „Zweimal Nagel, zweimal Rheuma." � „Ja— bitte gehorsamst, Herr Divistonsarzt, zwei Pa- varitien wären noch zu nennen und zwei Leute mit rheuma- iischen Erscheinungen, aber da weiß man nie recht, ob nicht Simulation— ich werde genauestens beobachten-- empfehle mich untertänigst, Herr Oberstabsarzt..." Die Audienz ist zu Ende. Lipp reißt die Mütze vom Schädel und wischt mit einem Hemd, das frisch gewaschen gerade in seiner Nähe liegt, über die nassen Haare. „Funk," sagt er langsam, mit einem Blick, der den an- deren morden soll,„wissen Sie, was Sie angestellt haben mit Ihrer verwechselten Rubrik? Die ägyptische Augenkrank- heit ist«ine höchst ansteckende gefährlich« Sache.€U habe» den ganzen Divisionsstab mit Ihrer Falschmeldung in größte Sorge versetzt. Sie sind ein— ein undankbarer,'unmöglicher Mensch. Mich so zu blamieren!" Schreiend:„Das kann mich einen Punkt in der Konduite kosten. Daß man sich auf niemanden verlassen kann! Alles— jeden Scheißdreck— müßte man selber drehen! Wozu habe ich Sie aus dem Graben auf das Pöstchen geholt? Damit Sie mich ruinieren!!" Noch lauter kläffend:„Wieso übrigens das Rindvieh hinten einen Augenblick im Ernste denken kann, bei uns sei plötzlich die ägyptische Augenkrankheit ausge- krochen, das ist mir unerfindlich." Funk will erst gar nichts sagen, aber dann juckt und brennt es ihn doch:„Herr Stabsarzt haben jenen Truppen- krankenrapport unterschrieben: hätten Herr Stabsarzt nur mit einem Blick die Rubriken kontrolliert— Aber Lipp unterbricht ihn:„Halt's Maul! Ich will nichts mehr hören, sonst krepier' ich!" und jagt von bannen. Es ist ihm nicht vergönnt, wieder in richtige Ruhe zu kommen. In der Nacht werden Funk und er geweckt durch ein Bellen und Geböller in der Luft, das zunimmt. Artillerie auf beiden Seiten im Regimentsabschnitt wird lebhaft wie seit langem nicht. Jedenfalls hat es da draußen, seit Lipp Regimentsarzt ist, noch nie so spektakelt. Er haut mit den Fäusten an Funks Tür:„Aufstehen! Sofort anziehen!" Funk gehorcht und erscheint. Lipp ist wachsgelb im gelben Licht sämtlicher Kerzen, die er besitzt und angebrannt hat.„Hören Sie nix? Mir scheint, Sie hören net gut!" „Ich höre. Herr Stabsarzt." „Reden S' net so gespreizt. Wenn Sie hören, dann dürften Sie auch wissen, was vor sich geht. Das ist der An- griff! Die Engländer kommen!" „Es könnt' auch lediglich ein Artilleriegefecht sein und Nervosstät auf beiden Seiten. Für Trommelfeuer der Eng- länder scheint es doch zu schwach." „Zu schwach, Herr Stratege! Haben Sie Harz in den Ohrmuscheln? Merken Sie nicht, wie's minütlich zunimmt? Das ist der Angriff, lang genug warten wir auf ihn." Er springt ruckweise durchs kleine Zimmer. Er schnallt das Dolchmesser um, die Pistole. Der Gurt reißt. Er flucht. Er versucht ihn mit fliegenden Händen zu flicken— und feuert ihn in die Ecke. Die Waffe steckt er in den Hosensack. Er setzt den Helm auf, er befiehlt:„Machen Sie sich fertig. Angriff! Wo haben Sie Ihren Helm?" „Weiß nicht, wo er geblieben ist. Er muß gestohlen worden sein.' „Nachha halten S' Ihren Deetz nacket ins Feuer, von mir aus." Er rast um den Tisch wie ein wildes Tier, auf- gelöst, unfähig zu denken.„Wenn der Regimentsstab die Befehlsstelle bezieht, gehe ich auch hinaus. Früher nicht. Keine Minute früher, ich werde mich hüten!— Laufen Sie, alle Leute drüben im Revier sollen sich fertigmachen. Ich komm gleich nach und sortiere die Kranken. Die ganz leichten zur Truppe, die schwereren zurück in die Lazarette!" Funk läuft. Als er auf der Treppe ist, fängt ein ver- spätstes deutsches Geschütz, am Ortsausgang postiert, plötz- lich zu donnern an. Es ist eine pechschwarze Nacht. Es rieselt. Ins Dorf fällt kein Schuß, aber als er dort querüber will, wo er die Straße vermutet, hört er Gerassel und rasenden Hufschsog anbrausen. Er sieht gar nichts, aber er weiß: es klötern so nur die Feldküchen. Sie haben Menage hinausgefahren, sie kommen von draußen zurück— offenbar mit Gäulen, die scheu geworden sind durch das nahe Geschützfeuer. Funk drückt sich an ein« Steinwand... dicht neben ihm schnaubt es, Raddrehungen jagen knirschend in Zentimeter- nähe vorbei, er spürt fegende Luft, hört Riemenzeug, Nüstern, klatschendes Leder, als wolle das durch ihn hindurch... Gerät er darunter? Wird er gestreift, zu Boden und hingerissen? Er kann nur warten... Er sieht nichts... Er sieht alles riesengroß im gepeinigten Hirn... Es geht vorbei. Es wird ruhig. Werden nicht auch die Geschütze schon ruhiger? Funk tastet sich mühsam zurecht und hinüber ins Revier. Der Feldwebel Asam liegt in seiner sauber gehaltenen Bude im Bett. Fähnlein nebenan desgleichen in seinem „medizinisch" ausgestatteten Raum. Sie lachen beide, sie lachen Funk und den Stabsarzt aus. „Horch." sagt Asam,„wie brav der Engländer schon einpackt! Aber auch die unsern sind müd'. Eh— nichts weiter, als daß sie sich gegenseitig ein bisserl geärgert haben. Sag dem Staberl einen schönen Gruß, und er soll sich aufs Ohr legen." In der Tat: es herrscht bereits vollkommene Stille. Der feine Regen wispert mit dünnem Stimmchen... Als Funk wieder bei Lipp landet, streckt der sich zwischen weißen Kissen. Aber die Kerzen brennen noch.„Geh. blasen S' die Lichter aus," befiehlt er einsilbig und dreht sich zur Wand. (Fortsetzung folgt.) die Ehe zerrüttet war. Ein zweifacher Mordversuch. Weil Gestern nachmittag wurde der Zsjährige Musiker V. von ozz Kriminalpolizei unter der schweren Beschuldigung ver- hastet, an seiner Arau einen doppelten Mordversuch unternommen zu haben. Die Borgeschichte enthüllt das trübe Bild einer zerrütteten Ehe. V. ist mit seiner Frau seit sieben Jahren verheiratet. Der Ehe ist ein jetzt sechsjähriger Knabe entsprossen. In den letzten Monaten kam es zwischen den Eheleuten häufig zu Streitigkeiten und erregten Szenen. Bor einigen Tagen faßte nun der Mann den Entschluß, seine Frau zu beseitigen. Die Eheleute, die zwei Stuben und eine Küche bewohnten, schlafen wegen des Zwistes schon längere Zeit getrennt. Der Jung« hatte seine Schlafftätt« im Zimmer des Vaters. B. wartete nun eines Abends ab, bis seine Frau zu Bett gegangen und eingeschlafen mar. Dann öfsnelc er leise die Stubentür und die Tür zur Küche, schnitt an Änigen Stellen den Gasschlauch aus, össnete den Hahn und verlieh die Wohnung. Er blieb mehrere Stunden sort, bis nach seiner An- nähme das Gas seine Wirkung getan haben mußte. Bei seiner Heimkehr fand er jedoch seine Frau unversehrt vor. Sie hatte sein Europa-Rundflug beendet. Die Ankunft der Flieger in Paris. Paris, 14. August. Am Mittwoch nachmittag um 15 Uhr wurde auf dem Zivilslughafen in O r l y die Ankunstskontrollc für die Teil- nehmer am Europaflug eröffnet. Der Flughafen, der van Paris aus nur mit großen Schwierig- keilen zu erreichen ist, wies verhältnismäßig wenig Besucher auf, von denen viele auf Fahrrädern aus den umliegenden Dörscrn herbeigeeilt waren. Schon eine halbe Stunde vor Eröffnung der Kontroll« zogen vier Flugzeuge ihre Kreise über dem Flug- Hafen, der im Glanz der Augustsonne lag. Die vier Flieger waren die Deutschen R oeder, Knecr und Kirsch und der Tscheche Kieps. Wenige Minuten später trafen die ersten italienischen Fiat-Maschinen und der Franzose Weiß ein. Die Engländerin B a i l c y, die den Flug außer Konkurrenz mitgemacht hat, war bereits kurz nach 14 Uhr-auf dem Flugplatz gelandet. I« mehr sich der Zeiger der fünfzehnten Stunde näherte, um so zahlreicher trafen die Flieger ein. Pünktlich kündete«ine Leuchtrakete den Beginn der Abschlußkontrolle an. Als erster überflog der I t a l i c n e r B a t t i st a das Zielband. Ihm folgte als zweiter der Deutsch« Boeder, als dritter der Franzos« Weiß, dann die Engländerin Spooner. An fünfter Stelle folgte immer noch in der Minute von 15.00 bis 15.01 Uhr der Deutsch« Siebel auf«iner Klcmm-Maschine. Wenige Minuten später hatten im ganzen 18 Flugzeuge das Zielband üb«rkreuzt, darunter zehn deutsche Apparate. In längeren Abständen trafen dann weitere Flugzeuge ein, u. a. mehrere Italiener. Selbstmordversuch in der Zelte. In einer Bluilache aufgefunden. Als. der frühere Arbeiter Peter. K l e m m s wegen ver- . schiedencr Diebstähle vor das Schöffengericht Berlin- Schöneberg geführt werden sollte, teilte der diensthabende Wach- meistcr dem Borsitzenden mit, daß der Angeklagte, der Unter- suchungsgesangener war> b e f i n n u n g l o s in der Bor- führungszelle in einer großen Blutlache läge. Wahrscheinlich hätte ' er sich die Pulsadern aufgeschnitten. San.-Rat L e p p m a n n, der in dem Prozeß als Sach- verständiger geladen war, eilte sofort zur Hilfe und stellte fest, daß Klemms sich eine Armvene geöffnet hätte, so daß er trotz des großen Blutverlustes wohl noch zu retten fei. Der Verletzte wurde ins Lazarett gebracht, die Verhandlung gegen ihn wurde. vertagt. Es handelt sich bei dem Angeklagten um einen Menschen, der trotz hoher intellektueller Begabung— er schreibt und zeichnet besonders gut— als schwerer Psychopath anzusehen ist. Er ist schon vielfach vorbestraft und hat sich öfters in Strafanstalten selbst verstiimmelt. Ein Sommertag der Alten. Jedes Jahr veranstaltet das Bezirksamt Prenzlauer Berg für seine Klein- und Sozialrentner einen Dampfer- .ausflug. Am vorigen Freitag entführten zwei Nobilingdampser 1000 alte Leutchen nach dem M ü gg e ls ch l ö ß ch e n. Selten oder nie wohl sieht man glücklichere und dankbarere Fahrgäste, als bei solcher Gelegenheit. Ein ganzes Jahr warten sie und freuen sich auf diesen Sommertag in Sonne und guter Luft, in froher Gesellschaft und bei gutem Ess«n. Einmal können sie den Mauern«ntfliehen, die sie Jahr um Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt beherbergen, die voll- getränkt sind mit all dem Leid körperlicher und seelischer Not. Vergnügt blinzeln die müden, alten Augen in der Sonn«, das räkelt sich und atmet tief und lange. Wie lange haben sie alle keinen Wald und kein Wasser, keine saftigen Wiesen und blühenden Blumen ge- sehen? Und wann haben sie ihre letzte Dampferfahrt gemacht? Es sind welche dabei, bei denen es überhaupt die erste Dampferfahrt ist. Da saß man gemütlich im Freien b«i gutem und reichlichem Mittagessen, dann gab es Nachmittagskaffee, soviel man will, und reichlich Kuchen, nachher wird ein Waldspaziergc�ng gemacht und zu Abend gegessen: als Extragratifikation bekam jeder noch«ine Tafel Schokolade. Unendlich dankbar sind all die Leutchen für die paar schönen Stunden, die in ihrem alten, einsamen Leben um vergeßlich bleiben werden. Es wäre zu wünschen, daß jeder Bezirk seinen Schützlingen einen schönen Tag beschert. Etwas höhere Unfallziffer im Juli. Im Juli betrug die Gesa nitzahl der Unfälle in Groß- Berlin 2722 gegenüber 2638 Unfällen im Vormonat. An diesen 2722 Unfällen sind 5365(5241) Wcgebenutzcr beteiligt. Von den 5365 Wegebenutzern entfallen auf die 33 808(32 930) Personen- k ra s t w a g e n 1084(1038), auf die 16 250(16 034) L a st- und Geschäftskraftwagen einschließlich Elektrokarren 547(538), auf die Last- und Geschäftskraftwagen mit Anhängern 104(82), auf die Zugmaschinen 31(23), aus die Zugmaschinen mit Anhängern 31(30), auf die 9048(9060) Kraftdroschken 808 (838), auf die 725(718) Kraftomnibusse 180(183), aus die 36 463(35 456) Kraftfahrräder und Kleinkraftfahrräder 637 (627), auf die 3650(3640) Triebwagen und Anhänger der Treiben bemerkt, rechtzeitig den Gashahn wieder geschloffen und das Fenster geöffnet. Trotz des Mordversuches kam es zu einer scheinbaren Versöhnung der Eheleute. Einige Tage darauf aber machte V. einen zweiten raffinierteren Versuch, um sich seiner Frau zu entledigen. In später Nachtstunde schloß er die Stubentür seiner Frau von außen leise ab, führte ein altes Leitungsrohr, das niit dem Gaskocher in Verbindung gebrocht worden war, bis an das Schlüsselloch und erwartete nun, daß die ausströmenden Gase durch das Schlüsselloch ihren Weg nehmen würden. Er blieb in der Wohnung, bis er das Stöhnen s«iner Frau hörte, drehte dann den Gashahn wieder z u und entfernte sich. Glücklicherweise wurde auch beim zweiten Mordversuch die Frau beizeiten munter und konnte sich retten. Jetzt erstattet« sie Anzeige bei der Kriminalpolizei und ihr Mann,' der zunächst alles leugnete, mutzte schließlich sein ver- brecherischcs Vorhaben zugeben, als man ihm den zer st orten Schlauch und das alte Leitungsrohr vorlegte. Er wird jetzt wegen des zweifachen Mordversuches dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Straßenbahn 336(264), auf die R e i ch s e i s e n b a h n« n, Kleinbahnen und ähnliche 1(2), auf die mit 42 222 Pferden be- spannten Wagen 309(284), auf die H a n d w a g« n 57(60), auf die Fahrräder 734(729) und auf die Fußgänger 506(543) Fälle. Die größte Zahl der Unfälle entfällt diesmal wieder auf die Sonnabende. Die wenigsten Unfälle entfallen auf die Stunde zwi- sehen 5 und 6 Uhr früh(14), die meisten auf die Nachmittagsstunde zwischen 4 und 5 Uhr(254). Bei den Unfällen wurden insgesamt 20(15) männliche und 7(4) weibliche Personen getötet u>d 946(879) männliche sowie 404(334) weib'ichc Personen verletzt. Die Tragödie am Pechsee. Das Mädchen gegen ihren Willen erschossen. Wie wir vor einigea Tagen berichteten, wurde am Pechsee unweit der Försterei Saubucht ein junges paar erschossen ausgesunden, während das Mädchen an Hand vorgefundener Papiere sogleich al» eine ZOjährige Gertrud p. festgestellt werden tonnte, blieb der Name ihre» Begleiter, zunächst noch nubekanut. Der Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, auch die Personalien de? Mannes festzustellen. Er Ist ein Landwirt Edgar Neu mann, der aus Kallies in Pommern stammt« und zuletzt in der Urbanstraßc 108 im Südwesten Berlins zur Untermiete wohnte. Aus einem A b s ch i« d s b r i« f, den er hinterlassen hat, geht hervor, daß Neumann sich in sehr schlechten sinan- zielten Verhältnissen befunden hat. Er hatte aus Polen noch einen größeren Betrag zu bekommen, auf deren Auszahlung«r vergeblich wartet«. Seine Begleiterin, Gertrud P., in deren Handtasche man Geld .und A us w e i>p.op.xA.l e. gesuilden. hatte, ist.astem.. Anschein nach gegen ihren Willen von Reum'ayu erschossen worden. Das Mädchen hatte sich vor dem- Ausflug in so heiterer Stimmung von seinen Angehörigen entfernt, daß von einer S e l b st m o r d st i m m u n g auch nicht das ge- ringst e zu merken war. Hilde Zepernick noch nicht gefunden. Am Mittwochnachmittag wurde unter Leitung der Kriminalkommissare Werneburg und Quoß auf dem Gelände in Neu- Westend eine, umfassende Suche noch der vermißten Schülerin Hildegard Zepernick veranstaltet. An der Westendallec, wo das kleine Mädchen zuletzt beim Spiel gesehen wurde, befindet sich ein ausgedehnter Neubaublock. Man rechnete nun mit der Möglichkeit, daß das Kind, das wie alle anderen auf dem Bau- gelände zu spielen pflegte, dort Irgendwie verunglückt fein könne. Die Suche durch die Hunde erbrachte aber keine Spur. Ebenso erfolglos verlief das Absuchen des Schilfes, das die vier WasfertlliNpel in dem Sachsenpark begrenzt. Durch Ver- nehmung der auf de?n Bau beschäftigten Arbeiter, die fast alle die dort spülenden Kinder kennen, ist festgestellt, daß das Mädchen »och einem der Kutscher auf seine Bitte ein paar Zigaretten holte. Dann kehrte sie zum Spiel zurück, lieber ihren weiteren Verbleib kann der Kutscher auch keine Angaben machen. <$in Knabenstreich. Am Mittwoch nachmittag kam es zu einer tumultartigen Schüler- demoiistratio» vor den Geschäftsräumen des Potsdamer „V o l k s v l a t t e s" in der Brandenburger Straß«. Das„Volks- blatt" hatte am Dienstag in einem Artikel behauptet, die höheren Schüler Potsdams hätten sich bei der V e r f a s s u n g s s e i e r sehr übel benommen. Besonders das Vittoria-Gymnasium habe sich dabei hervorgetan. Nach Schulschluß sammelten sich am Mittwoch etwa 400 Schüler vor dem„Volksblatt* und brachen in Nieder- Rufe aus. Die Schüler, die Räder bei sich führten, klingelten und machten auch sonst jeden erdenklichen Lärm. Das Ileberfalltommando zerstreute di« jungen Leute. Beim Baden ertrunken. Das Baden an verbotener Stelle hat gestern abend wieder ein Todesopfer gefordert. Der 9jährige Schüler Her- mann Koch aus der Kronprinzenstraße 46 in Adlershof badete zu- famnien mit mehreren gleichaltrigen Spielkameraden am Spind- i e r s f e l d e'r Park in der Spree. Plötzlich geriet er an eine tiefe Stelle und ging unter. Mitglieder des Arbeiterfamariterbundes, die man alarmiert hatte, konnten den verunglückten Knaben nach kurzer Zeit bergen. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche blieben jedoch ohne Erfolg. Das Wörtlein„von". Nach mehrfachen Wahrnehmungen werden di« Namen der Ange- hörigen früherer sogenannter Adelsfamilien sogar in amtlichen Mitteilungen noch immer in unrichtiger Schreibweise(abgekürzt z. B.„v." statt„von" und„Frhr." statt„Freiherr") wiedergegeben. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, verweist deshalb der Minister des Innern in einem Rnnderlaß darauf, daß es selbstverständlich unzulässig ist. von„dem H c r z o g",„d e m Grafen" und dergleichen zu sprechen und den Namensbestandteil „v o n" in der früher vielfach üblichen Schriftform„o." abzukürzen. Schweres Eisenbahnunglück in polen. 8 Tote, 16 Verletzte. Warschau, 14. August. Auf der Lodzer Eisenbahnhaltestelle K a r o l e w stiesr infolge falscher Weichenstettung ein einfahrender Per» sonenzug mit einem ausfahrenden Güterzug zusammen, wobei beide Lokomotiven sowie 19 Waggons ganz oder teilweise zertrümmert wurden. Soweit bisher festgestellt werden konnte, sind acht Personen, und zwar ein Zugführer, zwei Maschinisten und fünf Soldaten, ge» tötet sowie sechzehn Personen schwer verletzt worden. Da einige Wagen des Personenzuges, in dem sich ein Militärtransport befand, in Brand geriete«, befürchtet man, daß unter den verkohlten Trümmern noch einige Leichen begraben liegen. An der abgesperrten Un- sallstelle sind SanitätS Mannschaften und eiue Untersuchungskommission eingetroffen. Opfer eines Raubmordes?. Oer geheimnisvolle Leichensund bei Innsbruck Innsbruck, 14. August. In den späten Vormittagsstunden gibt die Tiroler Landes- polizei über den Leichensund im Arlberggeblet einen Bericht aus, an» dem hervorgeht, daß Rechnungsrat Vendt doch einem Raub- mord zum Opfer gefallen sein dürste. Nach Darstellung der Landespolizci wie- die Leiche am Kopf und Hals einige Verletzungen auf, die tödlich waren, lieber die Art der Verletzungen wird die am Mittwoch stattfindende ge- richtsarztliche Untersuchung Aufschluß geben. Festgestellt wurde, daß im Besitze des Rechnungsrots Vendt eine dunkle Brieftofchc mit einem höheren Geldbetrag und eine goldene Uhr waren. Diese wurden bei der Leiche nicht ausgefunden. Den vermutlichen Raubmord begangen zu haben ist dringend verdächtig ein etwa 20jähriger junger Mann, der zuletzt in der Begleitung des Rech- imngsrats Vendt gesehen wurde. Festgestellt wurde ferner, daß D e n d t am S. August in Begleitung des Baumeisters Fritz Becker aus Berlin in St. Antott eingetroffen ist. Becker ist bereits am 9. August von St. Anton nach Innsbruck abgereist. Die Landes- polizei veröffentlicht einen Aufrtlf, in dem Becker aufgefordert wird, sich zu melden, da er wichtige Zeugenaussagen machen könne Die Landespolizei hat die Echelwngen zur Aufklärung der Tat in größtem Stile eingeleitet. Pfirsiche. Der Herbst schickt Berlin feine Vorboten. A4.pfel, Birne» und Pflaumen, und vor ollem Pfirsich«, dief in verschwenderischer Fülle auf dem Obstkorren prangen. Pfirsiche, samten und rotbäckig! Eine Frucht, �ie utlsern Vätern noch als eine besonders teure Kostbarkeit galt, liegt'zü großen Bergen aufgeschichtet, und ihr seiner Duft läßt verstehen, daß Pfirsichbowl« als eins der köstlichsten Getränkc gilt. Um die Od�ta�em.st«heo�Kinder mtt bettelnd«». Zlugen� und ziehen den SmfT ourtjf«Im Si erhaben es"nicht so gut wie'die Dorfkindcr, für die jetzt die große Zeit der gemausten Aepsel und Birnen kommt, je grüner, je besser! Wenn sie auch noch so sauer find, geklaut schmecken sie süß, und die Gefahr einer zerrissenen Hos« kann den Reiz nur erhöhen, denn erst kommt das Klauen und dann das Ver- hauenwerden. Nun Pfirsiche gibt es für di« deutschen Dorfkinder wenig zum Mausen, denn di« kommen zumeist aus Italien und Frankreich oder gar über die große Pfütze aus Kalifornien. Das arme Großstadtkind kann nur um die Markthallen herum- streichen und dort sich am Absallobst gütlich tun. Doch glücklicherweise-fallen di« Preise für Pfirsiche, und von einer Mark sind sie glücklich auf 45, ja 40 Pfennig« heruntergerutscht. denn Pfirsiche halten sich nicht lange und müssen bald verspeist werden. Die paar Millionen Berliner haben wenigstens dos Glück, daß sie zusammen als ein großer Mund und Magen gelten, so daß es sich lohnt, viel« Tausend« von Zentnern auf einmal auf den Markt zu werfen. Die vielen Obstkarren erfüllen den Zweck am besten, sie stehen an allen Ecken und Plätzen, und mancher verzichtet jetzt lieber auf sein Essen, um sich einmal richtig an Pfirsichen gut- lich zu tun. So manche klein« Verkäuferin und Näherin sitzt jetzt mittags auf den Bänken der kleinen Parts und Plätze mit feiner Zeitung»- tüte voll Pfirsichen und läßt einen nach dem anderen auf der Zunge verschmelzen. Di« köstlichen Früchte bringen«in Stück Poesie in ihr Dasein, lassen sie wenigstens ein Stück anderer Welt schmecken. Doch wie wenigen mag dabei bewußt werden, wie phantastisch diese groß« Madt ist, die ihnen Ananas, Bananen und heimische Früchte in Riesenmengen darbietet, und die selbst nur wenige Bäum« hat. Wie viele Städter können noch«inen Apfelbaum oder Birnbaum in der Blüte unterscheiden. Es wird kein allzu großer Prozentsatz sein. Wie viel weniger kennen Pfirstchbäuni«, und doch liegen ihre Früchte jetzt einladend und verlockend vor ihnen. Doch wozu sollen sie sich darüber den Kopf zerbrechen, denn das wichtigste sind die paar Groschen im Portemonnaie, um sie taufen zu können. Und dieses Kopfzerbrechen Ist leider für noch allzu viele die Hauptfrage!_ 3. M. 93114. Vor einem Restaurant in der Fafanenftraße stand in der Nacht vom II. zum 12. August um die 24. Stunde ein Auto mit schwarz- rotgolbener Fahne. Die Fahne wurde gestohlen. Die Dieb« sind s e st g c st e l l t: Sie saßen im Auto I. dl. 93 114. Drei Stunden zu früh erhängt. In Bergreichen st ein(Deutschböhmen) hat sich«in dra- matischer Freitod ereignet. Der Fleischenneister Meiert war ohne sein Verschulden in arge Zahlungsschwierigkeiten ge- raten. Er konnte seine dringlichen Rechnungen nicht erledigen, da er seine Forderungen nicht bezahlt erhielt. In seiner Berzweiflung erhängte er sich. Drei Stunden später kam der Geldbriefträger und brachte ihm eine Anweisung auf 30000 Kronen. Jugendweihe 7. kreis ilharloltenburg Der V o r b e r c i t u n g Z« Unterricht beginnt am DienZtag. dem August, püniuich 16 Uhr, im Jugendheim, Rolioenstr, 4, v. 7,— Anmeldungen nehme» entgegen die Vorwärtd-Speditionen, Kasienlotale der sircidcnter, st. Schmidt. Arn Boits- hau», und beim Beginn des Unternichts, Einschreibgebühr 50 Pf. Donnerstag "15. Sfuguft 1929 Unterhaltung und ÄVlssen Beilage des Vorwärts QoHfried iKöltvel: 3)CT tlMi* Seit der Baumoteriatienhändler Leonhard Niobler aus Spiegel- berg drinnen in der Stadt ein Mädchen kennengelernt hatte, das sich, auffallend gekleidet und geschminkt, gern auf der Straße sehen ließ, hinderte es ihn mit einemmal, daß sein« Frau Anna die bisher gemeinsame chauskass« stets mit beiden Augen in Dbhut hielt. Er trachlete deshalb bei jeder chandclsgelegenhcit danach, die eine oder andere Banknote für sich aus die Seite zu bringen. Da er aber wußte, daß Anna, eine sparsame und sür die Kinder treu besorgte Mutter, auf Sauberkeit und Ordnung im Hause hielt und deshalb gern in allen Winkeln stöberte, erschien ihm weder die alte Ofen- röhre in der Dachkammer, wo nie geheizt wurde, noch die alte Papp- schachtet, in der die Totenkräuz« für Allerheiligen aufbewahrt lagen, als ein genügend sicheres Versteck. So fielen seine Augen nach langem Ueberlegen schließlich auf einen alten Hut. Ehemals von grüner Farbe, war er jetzt ganz ver- gilbt, und sowohl der überall abgegriffene Filz, als auch etliche Löcher sprachen dafür, daß er einst viel getragen wurde. Damals war Leonhard Niebler noch Iagdgehiff« gewesen, aber seit er durch Einheirat Baumaterialienhändler geworden war, log der Hut un- benutzt in der Kastenecke. Plötzlich jedoch hotte er wieder einen �sweck. Leonhard steckte nämlich zwischen dem Schweißleder und dem Innenrand des Filzes, wo man bei zu großer Weite oft Papier- streffen einlegt, jene Banknoten, die er um des Mädchens in der Stadt willen entwendet hatte. Dabei dachte er ganz richtig- denn da der alte Hut nie getrogen wurde und deshalb jedes Ausbürsten unnötig war, beachtet« ihn Frau Anna nie und ließ ihn unberührt in der Schrankecke liegen. J-ndessen hatte sich im Hut bereits ein hübscher Schatz an- gesammelt, der in der nächsten Woche, in der Leonhard wieder in die Stadt zu fahren beabsichtigte, ein« gute Grundlag« für einen schönen Tag werden sollte. Aber da kam, während Leonhard gerade nicht zu Hause war, ein Handwerksbursch zum Betteln. Weil sehr schlechtes, regnerisches Wetter war, bat er um einen allen Hut. „Sehen Sie mich nur an," sagt« er zu Frau Anna,„wie eine ge- badete Maus schaue ich aus. Hinten und vorn häuft es herab wie von emer alten Hütte, die kein« Dachrinn« hat." Wahrlich, er übertrieb nicht. Er hatte seinen Hut auf der Wanderung verloren, und so hingen ihm die Haare in langen, nassen Strähnen ins Gesicht, und das Wasser lief ihm beim Heind- kragen unter die Joppe, als stände er unter einer immerwährenden Dusche. Der durchnähte, arme Mann tat der Frau sehr leid, und da ihr sofort der alt«, nichtsnutzige Hut einfiel, der noch immer in der Schrankeck« lag und den ihr Mann doch nie mehr auffetzte, holte sie ihn und gab ihn dem Bettler. Jedermann kann sich den Schrecken des Leonhard Niebler denken, als dieser bei seiner Heimkehr von dem verschenkten Hut hört«. Dennoch sucht« er nicht zu verraten, was er darin verborgen hatte, sondern sagte nur, allerdings in sehr aufgeregtem Tonr�.Wie kam-zft-du dazu, obne mich zuerst zu fragen,«in Andenken au. cm« vergangen« Zell dem nächsten Lumpen zu schenken, der ins Haus kommt? Man sollte dir den allen Hut hundertmal um den Kopf schlagen, damit du sobald nichts mehr anrührst." Nach diesen Worten schlug er auch schon die Tür hinter sich zu und rannt« auf die Straße, als wollt« er den Hut zurückholen und fein« Worte verwirklichen. Tatsächlich fragt« er auch in allen Nachbarhäusern, ob man den .Handwerksburschen mit seinem ehemaligen Iagdhut nicht gesehen habe, und da man den Bettler bald da, bald dort erblickt hatte, fand Leonhand immer sicherer den Weg hinter dem Wanderer her und traf diasen schließlich in einem benachbarten Dorf, dos/ etwa eine halbe Stunde von Spiegelberg entfernt, jenseits eines Flusses lag. Der Bettler saß an einem ungedeckten Holztisch im Wirtshaus, hatte ein Glas Schnaps vor sich imd schien sich, da er noch immer ganz durchnäßt war, etwas auswärmen zu wollen. Doch Leonhard achtete gar nicht auf den Zustand des Handwerksburschen, fein« Augen waren nur auf den alten Hut eingestellt. Do ihn der Bettler jedoch nicht auf dem Kopf trug, nicht neben sich liegen hatte, und der Hut auch an keinem Haken zu erblicken war, fragte Leonhard den .Handwerksburschen, wo er denn jenen Hut hätte, den ihm die Frau des Baumaterialienhändlers Niebler vor«inigen Stunden ge- schenkt habe. „Ach, Herr," sogt« der Bettler mit einer geradezu klagenden Stimm«,„es ist ein wahres Kreuz mit mir. Kaum Imtte mir die gut« Frau den Hut geschenkt, und ich freute mich recht über das Dach übet mir, da riß mir ein plötzlicher Wind den Hut vom Kopf, gerade als ich über die Brücke ging, und der Hut flog ins Wasser. Ich hatte leider keine Stange, ihn wieder herauszufischen, aber ihr müßtet den Hut noch finden, wenn ihr etwas am Ufer entlang liefet. Das Wasser hat ja einen sehr trägen Gong, und der Hut kann noch nicht allzuweit gekommen sein." So lief also Leonhard Niebler am Ufer entlang, umbog in über- stürzter Eil« die Erlenbüsche, die sich ihm da und dort in den W;g stellten, und ließ sich weder durch Regen und Wind, noch durch den glitschigen, oft sumpfig gewordenen Weg an seiner Eile hindern. Was lag an nassen Stiefeln, was an durchnäßten Kleidern, wenn er den Hut mtt den versteckten Banknoten wieder finden könnte. Hatte ihm der Zufall schon soweit geholfen, daß der Wind dem Handwerks- burfchen das werwolle Stück vom Kopse raubte, was sollte er da nicht alle Mühe einsetzen, das Verlorene wiederzuerhalten. Wirklich war sein Lauf am Ufer entlang auch nicht umsonst, denn als er eben eine freie, nirgends van Bäumen bestandene Stelle passiert«, sah er den alten Filz aus dem Wasser schwimmen. War das eine Freud« für Leonhard. Der Hut, der HutI Es war Ihm, als hielt« eine unsichtbare Hand den Hut mit den Banknoten aus dem Grund« herauf und fchrie ihm zu:„Da, dal Pack ihn doch endlich! Ich habe ihn dir lange gnug aufbewahrt." Nun war das Packen aber gar nicht so leicht, wie es anfangs schien. Ein Ding kann oft in der größten Nähe scheinen und doch nicht zu erreichen sein. So wares auch hier. Denn der Hut schwamm gerade in der Mitte und blieb dort, da sich der Flußlauf zu einem breiten Tümpel verstaute, fast reglos liegen. Zudem ober drohte er, durch den langen Aufenthalt im Wasser sehr schwer geworden, jeden Augenblick zu versinken. Die freudige Stimme, die Leonhard gleich? anfangs zu hören glaubte, hatte nun plötzlich einen anderen Ton:„Pocken möchtest ihn? Wenn du könntest! Haha!" Leonhard sah nach allen Seiten, ob er nirgends eine Wiesen- stangc oder sonstwie einen langen Gegenstand entdeckte, mtt dem er den 5?ut aus der tiefen Mitte befreien könnte. Er brach etliche lange .Erlenäste von den Bäumen, doch sie blieben viel zu kurz. Das einzige Mittel, de» Hut zu erreichen, schien ihm ein Kahn zu sein: bis er jedoch wieder nach Spiegelbcrg, ungefähr eine Stunde, zurück- laufen könnte, würde der Hut sicher in der Tiefe versunken sein. So log also der Hut nah und doch unerreichbar vor ihm, und diese unüberbrückbare Nähe wurde immer schmerzlicher; ja, sie mochte Leonhard, je deutlicher er sich die einzelnen Banknoten im Hut vorstellte, immer nervöser, unsteter, rasender. Denn an ihnen hing all das Glück der nächsten Woche, in der er aus seinem bürgcr- liehen Alltagsleben in einen Rausch untertauchen wollte. Oh,»wie schön war dieses Mädchen, das er in der Stadt kannte! Diese Augen, die ihm das Blut in den Zldern erschütterten, dieser schwellende Mund, diese runden, sanften Schultern, diese weiche, zarte Gestalt... Immer deutlicher sah er das Mädchen vor sich, sah ihr« seidenen Strümpfe, die kleinen, hohen Stöckelschuhe, alles, olles— während, drüben in der Mitte des Flusses der Hut immer tiefer und tiefer zu sinken schien... Da sprang Leonhard Niebler, nachdem er sich rasch entkleidet hatte, in den Fluß, um gegen die Mitte zu schwimmen und den Hut, in dem sein ganzes neues Leben zu stecken schien, heraus- zureißen. Aber er war kaum im Wasser und der Grund enffchwand seinen Füßen, setzte ein jäher Wind ein und pfiff über die spritzende Flußweitc: auch regnete es stärker noch als zuvor, so daß er durch die plötzlichen Böen kaum hindurchsehen konnte, als hätten sich unsichtbar lauernd« Dämonen mit cincmmal gegen Lconl�ards Mut verschworen. Siehe, dort drückten die Wellen den Hut, der ohnehin kaum mehr hcrausragte, auch schon in die Tiefe. Doch Leonhard, wenn auch sehr erschrocken, ließ sich nicht abbringen und erreichte trotz Wind und Regen die Mitte. Wenn er den Hut auch eine Weile nicht mehr sah, er lag doch plötzlich wieder da und— schon hatte ihn Leonhards Hand krampfhaft umfaßt. Allerdings hatte der Schrecken, der ihn beim Einsetzen des jähen, kurzen Unwetters erfaßte, feine Kräfte derart geschwächt, daß er zum Weiterschwimmen allen Lebenswillen aufbieten mußte: er fühlte sich immer schwerer und schwerer werden, als müßt« er jeden Augenblick in die Tiefe sinken. Aber er hatte ja den Hut in der 5)and— den Hut! Welch ein sonderbares Gesicht jedoch machte Leonhard Niebler, der doch am erreichten Ufer hätte aufjauchsen können, als er in dos Innere des Hutes blickte und nach den Banknoten greifen wollte. Alles— war leer! Der 5)andwerksbursche, ein schlauer Kund«, hatte den aus- geraubten Hut selbst in den Fluß geworfen, um sich vor jeder B«r- folgung zu schützen. Als Leonhard erbost in das Wirtshaus zurück- eilte, um dem Lügner das Geld abzunehmen, war der Handwerks- burfch verschwunden, und niemand wußte anzugeben, wohin er gegangen war. Diese Erkenntnis dämmerte um so mehr in ihm, als er, durch das gefährliche Bad recht nüchtern geworden, zu denken anfing. Wie wäre es jetzt, wenn er ertrunken wäre: Er läge tot da, feine Frau und seine Kinder ständen weinend und untröstlich um ihn herum, sie hätten ja keine Ahnung, weshalb er ertrunken wäre; sie sahen in ihm den ehrlichen Gatten und besorgten Vater— währeich drinnen in der Stadt das Mädchen am Arm eines anderen nach Hause ging...» Versonnen sah Leonhard in den Hut. Ja. der Hut war leer, ganz leer geworden, alles neu« Leben war in diesen Stunden in die Tief« versunken, und was er gerettet hatte, war wirklich nur— der alte Hut. Aber es war der alte Hut, dos freute ihn jetzt. Er setzt« ihn, obgleich er noch schwer und durchnäßt war, auf den Kops und ging damit nach Hause. erich gnsar: Die Müu Wimmihis Als ich in London war, waren auch SV Deutsche dort. Kleine Fabrikanten und Direktoren, die zur Messe herübergekommen waren und nun von ihrem Führer, weil es durchaus dazu gehörte, durch die Museen der Riesenstadt geschleift würden. Ich interessierte mich dafür, welchen Eindruck diese Menschen empfingen, die zu Hause zumeist in einer Welt lebten, die nie und nirgends den Wert anderer Völker anzuerkennen vermag, und sästoh mich ihnen an. Ich war nicht Optimist genug, um zu glauben, daß sie aus Nationalisten zu Internationalisten werden würden, aber ich hoffte doch, daß ihr Stolz auf dos eigene Vaterland und seine Leistungen in dieser Stadt, die, als olle anderen Weltstädte Europas noch weit entfernt von ihrer heutigen Größe waren, schon die größte Stadt der Alten Welt war, einen DäiNhfbr bekömmbn kbürde. Ich habe mich gründtlch geirrt. Vom Frühstück angefangen pis zum Glase Bier, das aus Grund einer während des Krieges erlassenen Verordnung zu gewissen Tageszeiten zu trinken nicht erlaubt war, fanden sie alles in dieser Stadt, die mir in fast jeder ihrer Lebensäußerungen imponierte, gräßlich. Daß die Engländer, von denen sie gehört hatten, daß sie sich nur im Smoking an die Tafel setzten, das auch im Sportanzug taten und sich sogar im Iägerhcmd in die bequemen Sessel der Aus- enthaltsräumc der Hotels warfen, um zu lesen oder stundenlang zu plaudern, ohne dabei etwas zu trinken, nahm sie schon gleich gegen die Engländer ein, demi sie ärgerten sich, daß ihr Reiseleiter ihnen den Smoking vorgeschrieben, ohne den es allem Anscheine nach auch gegangen wäre. Was ihnen aber gar nicht gefiel, war, daß die Kaufläden so früh schlössen. Und sie schimpften nach Strich und Faden über den hier so strikt eingehaltenen Achtstundentag und fanden den Engländer sehr wenig arbeitsam. Herrgott, stöhnte ein- mal ein Fabrikbesitzer, der in Witten an der Ruhr eine kleine Draht- walzerei hat, wenn wir doch dies« verdammten Gewcrkschaftssekrc- täre nicht hätten, wie ständen wir da. Wir könnte» diese Faulenzer doch in Grund und Boden konkurrieren. Ich mußte lächeln über diesen seltsamen Träger deutscher Wirtschaft. Dem anscheinend Wirtschaft ein Ding ist, den anderen zu Baden zu ringen, und nicht ein Ding, um die Bedürfnisse eines Volkes zu befriedigen. Dos war auf dem Wege ins Britische Museum, wo eben jeder, auch wenn er zu Haus« nie den Fuß in ein Museum gesetzt hat, mal gewesen sein muß, wenn er nicht in Rom gewesen sein will, ohne den Papst zu sehen. Ich hatte ein« spitzbübische Freude; denn nun mußte diesen Unentwegten das Maul wohl gestopft werden, wenn sie schon nichts in diesem Land« anerkennen wollten, den hier zu- sammengetragenen Kulturwerten konnte sich keiner verschließen. Aber ich merkte gar bald, als wir so durch die Säle wanderten, in denen die Engländer die Wunder aller Welt und Zeiten mit großem Fleiß und noch größerem Gefühl sür den inneren Wert der Dinge zusammengetragen hatten, daß sie mehr den Mann, der ihnen zu jedem dieser ausgestellten Dinge etwas Kluges zu sagen wußte, als die Dinge, die sie sahen, anstaurnen. Ich spürte förmlich, wie hinter den Stirnen der braven Landsleute der Gedanke bohrte, wieviel Trinkgeld man diesem Mann, den sie sich irgendwie überlegen wußten, anbieten könne, ohne ihn durch ein zu geringes Trinkgeld zu verletzen. Es war eine schwere Frage.„Der Mann könnte ja 'n Professor sein," hört« ich da n«ben mir«inen Buchhalter, der die Reise in Vertretung seines Chefs mitmachte, sagen.„Sicher so'n verkommenes Schenie," gab ein anderer ihm Antwort. Und schon begannen die Stirnen sich zu glätten. Eine wichtige Frage war gelöst. Um ein paar Worte der Anerkennung aus meinen Landsleuten herauszukitzeln, sprach ich einen kleinen Dicken, der zu Hause eine Handtuchdruckerei betreiben läßt, an.„Na, ich denke, da sind wir doch noch zurück in Deutschland. Diesem Museum können wir doch noch nichts an die Sette stellen." Vorwurfsvoll sah mein Buntdrucker mich von oben bis unten an und sagte;„Na, ich denke, unser Zeug- haus in Berlin kann sich daneben wohl noch sehen lassen." Da hatte ich mein Fett. Einen Augenblick später hörte ich meinen kleinen Dicken zu einem anderen Teilnehmer der Besichtigung sagen:„Und übrigens, wissen Sie, wir tun den Engländern viel zu viel Ehre an, wenn wir uns dies alles angucken, was sie sich überall zusammen- geklaut haben. Dagegen ließ sich viel sagen, aber ich sparte meine Worte und sah mit Bangen dem nächsten Morgen entgegen, wo die Gesellschaft zum Buckingham-Palast geführt werden sollte, um dem Aufziehe» der Wachtparode beizuwohnen. Ich dachte, wenn die, denen nichts imponieren konnte, nun auch noch die vielen Soldaten sehen, werden sk� wild und es gibt einen Zwischenfall. Aber ich konnte es mir doch nicht verkneifen, dabei zu sein. So trottete ich denn am anderen Morgen zur festgesetzten Zeit ebenfalls zum Hydepark, wo ich meine lieben Landsleute schon vollzählig versammelt fand. Aber wie er- staunt war ich, als ich ihre Gesichter sah.„Kinder, da sieht man doch noch, daß die Leute hier Nationolgesühl haben," sagte der dicke Buntdrucker und war ganz aus dem Häuschen. Als die englische Fahne vorbeigetragen wurde, nahm er den Hut ab. Begeistert horchte er, wie die andere», auf die Klänge der Militärmusik und wartete geduldig auf die Vergatterung der mit halbmetcrhohcn Bärenmützcn bedeckt«» Gardisten. Ja, das.. war das Richtige. So was fehlt uns in Deutschland. Da sieht man doch noch Zucht. erciserten sich meine braven Larrdslöute. Da svll�mal-einer ein Wort gegen de» Könwj sagen. Na, wie's dem geht, dos- mächt ich erleben. „Oh," sage ich,„wenn Sie sich ein paar Schritte weiter be- mühen, am Hydepark Corner sind gerade jetzt die Versammlungen der politischen Parteien, und da können sie viele Worte gegen den König hören und wenn sie Lust haben, dürfen Sic sogar selbst eine Lippe riskiere». Es hat niemand was dagegen." Mein Buntdrucker riß die Augen auf und bekam den Mund nicht zu, als sich ein anderer Teilnehmer der Gesellschaft zum Wort meldete und meinte: „Ja, das habe ich auch festgestellt; die Leute führen hier Reden, die sind nicht schön. Auch am Trafalgar Square darf hier jeder sagen, was er will." Das war z» viel. Und während die Soldaten unter den' Klängen der Musik obmarjDerten, verlor mein dicker Bunt- drucker das bißchen Hosfnung, das er im Angesicht der Parade auf England gesetzt hotte. Ich spürte, wie er sich mühte, seine Meinung zu revidieren.„Deutschland ist doch in der Welt voran," sagte er dann langsam,„denn das ist bei uns nun doch nicht möglich." So schwankten mein« lieben Landsleute zwischen Anerkennung und Ablehnung hin und her..Immer dann, wenn ihnen etwas gefiel, wofür sie sich ehrlich begeisterten, dann mußten sie wieder etwas sehen oder hören, das ihnen durchaus nicht gefalle» konnte, und das sie in ihrer Meinung, die schon begann,«ine gute zu werden, wieder irre machte. Und doch hat London auch dies« Menschen mit einer guten Meinung von der Stadt und ihren Leuten entlassen. Als ich am nächsten Tage nochmal durch das Britisch« Museum ging, um mir einige Dinge genauer anzusehen und mir in der Bibliothek die Herr- lichen Buchkunstwcrkc der Araber und Chinesen, die prachtvollen Bibeln und Liebesbücher, die großen und kleinen Meisterwerke der Buchbindekunst anzusehen, traf ich meinen Buntdrucker wieder. Nanu, denke ich, was will denn der hier noch, ijeute gehört doch Mufeumsbejichtigung gar nicht zum Dienst, und sage Guten Tag. „Na, Landsmann, sind Sie auch noch mal hergekommen?" ./Ja, denken Sie, gestern war die Führung ja so miserabel, daß man nichts gesehen hat. Und abends bei Tisch muß ich denn hören, daß hier die blaue Mauritius zu sehen ist. Wissen Sie, ich habe früher mal Marken gesamnielt, und immer Sehnsucht gehabt, diese Wundermarke mal zu sehen. Früher hätte ich sie ja nie taufen können, denn selbst wenn man Geld genug hätte, steckte man'? dvch besser ins Geschäft, aber man hält doch sein« Ideale hoch. Ja, und sehen Sie, wie ich denn gestern abend hör«, daß hier auch die blaue Mauritius zu sehen ist, da wußte ich gleich, daß ich nochmal hierher mußte. Denn unter uns gesagt, wir Deutschen unterschätzen die Eng- länder gern. Aber sie sind trotzdem ein tüchtiges Volk. Denn wissen Sie, die blau« Mauritius gibts in der ganzen Welt nur zweimal. Und ein Exemplar, das ist hier, wollen Sic mit? Ich zeige sie Ihnen." „Danke für den Hinweis," sagte ich.„Ich sehe sie mir später an. Auf Wiedersehen." „Auf Wiedersehen," sagte Huch er, und verzückten Ganges ent« eilte er zum Briefmorkensoal und ließ sich die blaue Mauritius zeigen._____ Ticrstudicn und Eifenbahnfahrt. Die Züge der Alaskaeisenbahn werden, wenn sie die Berggegend von Nenana Canyon durchfahren, immer angehalten, sobald der Lokomotivführer sieht, daß sich Her- den von Gebirgsschasen, Ziegen, Renntie.ren oder Elentieren in der Nähe der Bahngleise aushalten. Dadurch soll den Reisenden Ge- legenheit gegeben werden, die Tiere zu photographieren und sie zu beobachten, solange sie sich in Freiheit und in der Wildnis bewegen. An manchen Tage» halten diese Züge vier- bis sechsmal, während sie sich aus der Fahrt zwischen den Stationen McKinley(National- park) und Hcaly befinden. Aus der Partei. Geitossto Dom Aabiou sendet unz folgend« Erklärung: Die �.liote Fo�ne" behauptet in ihrer Nummer vom 14. d. M., ich hätte auf dem Wiener internationalen Jugendkongretz die Angriffe eines englischen Genossen auf die Z. Internationale unterstützt. Dies ist umvahr. Wahr ist vielmehr, daß ich laut Protokoll ausdrücklich be- tont habe, daß die Ausführungen des englischen Genossen nie- m a n d e s Z u st i m m u n g gefunden hätten, und daß ich mich lediglich gegen einige Argument« gewandt habe, die Genosse Crispien gegen den englischen Genossen angeführt hat. Aus diesem Grunde sind auch die von der„Roten Fahne" aus diesen angeblichen Vor- gongen gezogenen Schlußfolgerungen völlig falsch. In der Sozial- demokratie ist es— im Gegensatz zur KPD.— nicht üblich, vor dem Parteivorstand„zu Kreuze zu kriechen": vielmehr ist Raum für fachliche Auseinandersetzungen gegeben. parieinachrichten «Illseudm,,»» für dirs« RubrU fl-d B« r I t» TW»8, Llndenstraß« Z, O fürGroß-Berlin tet» a» da» Bezirkisekretaria» - Hot, 2 Trepp«, recht», zu richte». *»<• P»-, lauer Sera. Bildungsausschu«. iwrsu-teilnehmer. die au ixn Bilduugsarbeit interesficrt find: Eitzun« greitag. ie. August. 20 Uhr, bei futa, Preiuilauer AU-e 189. 14* �ulüllu. Der Unterricht zur Iugendwlide beginnt-Ul ffreitag. I«. August, im Jugendheim Bergstr. 28, 15 Uhr. 15. ftreb Treptow. All- Kassierer der Abteilungen mOssen die«arten tarn �K�b-'t-rsporttag d,z spijtesten» greita«. 1«. August, in der De. maftsstelle des Bezirlskarlells beim Genossen Herbert D-wald, SS. 85. Hietholzstr.«, abrechnen. Karten, die bis zu diesem Tag« nicht abge. rechnet werden, gelten als-erkauft. Rücknahme erfolgt nicht. Morgen. Freliag. IS. August. Ul. Abt._ Dohl>»d»rf. 20 Uhr Borstandssihung bei Heiman», ZLaltersdorfer 100. 1?4a Abt. Mahlsdorf.SSd. Pünktlich 20 Uhr bei Drober, Ublandstp. U, Mit» alieberversammluna. Vortrag:..Kommunalpolitik im 17. Vermaltunas- bezirk. Refcrentin Else Echeibenhuber. Frauenveranstaltungen. It. Krei,«enlöllu. Di« Besprechung der Abteilungslcitcrinnen findet nicht um ISlb Ubr. sondern um 18 Uhr statt. IIS. Abt. Rclnick-nbors.vst. Heute. Donnerstag, 15. August. 20 Uhr. in der Lindauer Strafe.„Bibelstundc". Referent Ad. Hoffmann. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. .. Kreis Prenzlauer«erg.«chtnng! Wichtig««reUhelferfittung aw Areitua. IS. August. 191», Uhr sntcht 18 Uhr), I» der Barocke Il. Sanzigri Str. S2. Dcleg crtenwahl. . K-ci- Krcuzber«. Kreisbelfersshung Jreiiag, 10. August. 20 Ubr. im Jugend- beim Porckstr. 11. Besprechung der Anträge für die Reichskonserenz. Drie. gicrtenwabl zur Gencraloersammlung. Abrechnung an den Kassierer. Zungsozialisten. Die»ruppenprogramme für September»ad vkt-b« müsse» bi» 1« August an den S-uoss-n Kurt zingelmaan, Schönebetg. Frih-Reut-r-Str. Z,' geschickt werden. Ebenso, soweit als möglich, die Johl der T-il-chmer»m" treffen wegen der Quarticrsrage angebe». Achtung! Die Abrechnung der Beiträg« uud Ausgab« der der.Su»ftf»,ialistisch«u Bliiter- erfolgt heute ab 17 Uhr in der Wohnung de« Genossen Barg, Antwerpen«! Str. 4S. Seine Gruppe darf fehlen. Gruppe Südeu. Leute. Donnerstag, 20 Ubr, im Jugendheim, Vortrag: „Die ethische Begründung des Sozialismus". Rcscrent Genosse Jalubowicz. Sonntag Beteiligung am„Rast". Geburtstage. Jubiläen usw. 15. Abt. Unser Genosse Ludwig Diepolz, Gtralsunder Str. U, wird 70 Jahre alt. Wir gratuliere» ihm herzlichst uud wüuicheu dem alle» sgeuosse»»och»iele froh« Jahr» der Mitarb«». Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation� heut« Kamp 24. Abt. Ein alter Varteiveteran. unser Genosse Karl Klaft. Christ. buraer Str. 4.?. ist am 11. August im Alter von 72 Jahren verstorben, nachdem er der Partei 33 Jahre die Treue gehalten hat. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Treitag, 1h. August, IT's Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bund Berlin für Einheitskurzschrist. llebung in allen Geschwindigkeiten jeden ssreitag von 20—22 Uhr im ssronzösischen Gymnasium, Reichstagsufer 6, am Reichstagsgebäude, und jeden Dienstag non?»--22 Uhr im Schulhause Utrechter Str. 80—31. am Wedding. Anfängerkurse sowie Ausnahme neuer Mitglieder zu jeder Zeit. Auskunft erteilt tzrih Plauschinn, Bersin-Zchlen. dorf. Scharfesir. 18 l. English Conversatlonal Club founded 1878. Meetings every Friday 8 p. m Cafd Josty. Potsdamer Platz. Letturer; Mr. Wichmann on:„Unquaphone." Ouests, Ladies 4 Gentlemcn, are welcome. Es hat Berechtigung, ein wertvolles Werk an zwei aufein- anderfolgenden Tagen von Berlin und Königs Wusterhausen ver- breiten zu lassen. Aber Paul Linckes Operette ,Lys ist rata" rechtfertigt solchen Aufwand nicht. Gewiß sind manche nette, auch heute noch klangvolle Schlager in dein Werk enthalten. Doch die hört man oft genug in anderen Funkveranstaltungen.— In der Zeit, in der in Berlin die Operette aufgeführt wurde, verbreitete der Deutschlandsender laut Programm eine„Bunte Vortrags- folge", die aus einem undurchsichtigen Grunde den Titel„Rebe n- einander" führte. Die Veranstaltung wurde ausschließlich von Gesangsvorträgen Vilma D e l m a r s und Rezitationen Viktor Schwanneckcs bestritten. Beides war gewiß angenehm unter- haltend— doch wozu die anspruchsvolle Ankündigung? Es folgte im Programm non Königswusterhausen ein sehr schönes Kammer- konzert.— Ministerialrat Hans Goslar sprach über das Thema „Unsere Minister, woher sie kommest und wohin sie gehen". Seine Ausführungen gipfelten in der Forderung, den wegen eines Kurs- Wechsels in der Politik aus dem Amt scheidenden Ministern wenig- stens solange eine Pension zu zahlen, bis sie sich beruslich wieder „umgestellt" haben. Rur dadurch wird es möglich, befähigte Volks- genossen aus ollen Kreisen zum Dienst des Staats zu gewinnen. Tes. AozialjstischeArbeiterjugendGr-.Verlln Einsendungen fßr diese IRubrtf nur an das Zugendsekretarlat Äeilin SW68. �tndenstraße Z Achtung, Abtcilung-leiter! Liefert die Sevtembervrogramme ab. Henke. Donnerskag. 19� Uhr: Rerden: Heim Lsrhing. Ecke Grcunsirgsie:„Die Reparutisnslasten neck, dem Poung-Plan".— Schönhauser Berstadt: Heim Sonnenburger Str. 20:„Pslitise:- Tageafragen". �— Käpinicker Tiertel: Heim Wrangelstr. 128:„Die Konsum- genösse, ischaft".— Kottbusser Ter: Heim Briher Str. 27—30:„Zehn Jahre Reidisnerlossimg".— Südwest: Heim Lindenstc. 4:„Zehn Jahre Reichsprr sassung".— Westend: Heim Lportplah Westend:„Wie gedenken wir un» dies", Staat zu erobern?"— Wilmersdorf: Heim Wiihelmsaue 123..Zimmer 2:„B,,., und Mädel".— Zeblendors: Nordschule, Potsdamer Str. 5—7 sZeichensaal Ii: „Wir und die Verfassung".— Pankow Iii(Rote ssalleul: Seim Kissingen Ecke Granihstrasie:„Dagespolitifchc Jragen".— Rordostcn II: Srini Danzige: Strohe 02, Baracke IN:„Geschichte der sozialen Kämpfe". Werbebezirk Mitte: Heute beginnt wieder unser Dolkstonzkursus. Genossen, die Interesse daran haben, sind herzlichst eingeladen. wcrbebezirl Wcdding, Tambourlopelle: Heute llebungsstunde im Jugendheim der 312. Gemeindcschule, Secstr. 81. Instrumente und Lehrbücher nicht neraessen. Werbebezirk vberspre«: Gemeinsam« Demonstration mit den Arbeitersport, lern des 15. Kruses. Treffpunkt in Baumschulenwc« 1714 Uhr Sonnenallee. Abmarsch 18 Uhr. Alle Musiker sGcige. Gitarre und Mandoline) tteffen sich 19 Vi Uhr im Heim Riederschöneweide, Berliner Straße. Bewegnng-chor: Wir üben wieder in der Schule Danziger Str. B um 19'.. Uhr. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Achtung, Tauernsahrer! Wir kommen am Sonnabend, 17. August, im Heim Lindenstr. 1 um 20 Uhr zusammen. 5port. kennen zu Karlshorsk am Mifkwoch, dem 14. August. l. Rennen. 1. Sigmar(v. Götz), 2. Msterstrrn, 3. Lici. Toto: 33:10. Platz: 21. 23: 10. Ferner liefen: WinZka, Sontra. 2. R e n n e n. 1. Girant(o. Borckc), 2. Kerrnak, 3. No Friend. Toto: 34: 10. Platz: l4, 12:10. Ferner licsen: Stummer Teufel. Kis Kis. 3. Renn c n. 1. Jord Pal(Oertel). 2. Pergola, 3. Periander. Toto: 38:10. Platz: 17, 20:10. Jerner lies: Neuland. 4. R e n n e n. 1. EiSIäuser(Müschen), 2. Trutzig, 3. Turmaltn. Toto: 38:10. Platz: 15,15,13:10. Ferner liesen: Ottogebe, Mannestreur, Freier Wille, Schwalberich. 5. R e n n e n. 1. Jschtar(Thielemann), 2. Markelcnderm, 3. Jagd- dassion. Toto: 31:10. Platz: 20, 28, 81: 10. Ferner Uesen: Dejaneii a. Lorenz, Ordnungssinn, SilviuZ, Hella, Wechselburg, Chimu, Saharrt, Olschcn. AraraL 8. Rennen. 1. Merkur N(v. Metzsch), 2. Tullius, 3. PcnuZ IV auZgbr. Toto: 18: 10. 3 liefen. 7. Rennen. 1. Corrida(ft. Holtci), 2. Polhdor, 3. StriuS. Toto 21: 10. Platz: 11, 11, 15:10. Ferner liefen: shalimar, Castor, Dirschau' Soda. BerantwortNch für Politik: Dr. Gurt Geyer; Wirtschaft: G. Kltugelhäfer: Deoarkschoktsbewegung: z. Stetuer: Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokale« und Sonsiiaes Frih Karftädt: Anzeiaen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: BorwLris-Budjdruckrrr.i und Berlagsanstalt Paul Singrr u. Co., Berlin EW. 08, Lindcnstraße 5. Hier,» 2 Beilage» and.llatcrhalluug und Wissen". Ementsg- Mag- Sonnabend An• v«rh«uf (auch m mainam Haute KurfOr- stendamm 227); Herabgesetzte Preise. Sonderangebote. Oelagenheite- Heatpeaten auf Rest« von allen Stoffen wie: Weis« Uiaea uad BauDuranstoffc.| Farbige Wäschst iardlnai-«atf Vorbaigstoffa I Ucldtr» ScbOrzaa. nur In meinem Hause leipziger StraOe 20-22 LANDESHUIER LEINEN- UND GEBILDWEBEREI F.VGRÜNFCLD LEIPZIGER STRASSE 20-22 Berliner 1© Neukölln. W Laliastr.74/7Si CASINO-THEATER Lothringer Strafte 37. vuieder-Erottnung Freitag. 16. 8. »>/. Uhr Wem sehürt mein Mann! und ein erstkl. bunter Teil Qutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.2S M„ Sessel 1.75 M-, Sonstige Preise: Parke« u. Rang 0L0 M. Hose- Theater, Grohe Franldnrter Str. I»2. Täglich 8.15 Uhr Zwttinaus Schauspiel in 3 Akten von Brnoo Frank. Regie: Paul Rose. Gartenbohne 4JO Uhr Konzert und bunter Teil 8.15 Uhr „Bis früh um fünle" *** Werde Abonnent d. Rose«Theaier& Barb. 9256 ' Heute letzter Tag! Orig. Z Fratellint n Ab morgen! orig.-amerikamsche Reueners usw. Donnerstag. 15. Angnst nachmittags Z Uhr laaaaaadawaafaa Sommer-Garten-Theater Berliner Prater N 58. Kasc-Allee 7-9. Tel. Hb. 2246 Casisplel BnsMl Begr. Grelcl Uilsn Ole lustige Witwe Operette von Franz Lehär Oazo der grohe VarieldteU. Anfang Konzert 4.30. Burleske u. Varietd 6 Dil. Opgrotl« 8.30. lodgii Donnoniaa ein Sei Voitsug. jed. Mittw. Kindertest n. Vertosnog »••••••••weeee—— NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Mit der »SIERRA 'KLASSE nach AMERIKA D.„Sierra Cördoba" ab Bremen 26. August D.„Sierra Venlana"„„ 16. September D.„Sierra Morena"„„ 7. Okiober D.„Sierra Cördoba"„.. 25. Okiober Auskunft und Drucksachen durch unsere sämtlichen Vertretungen Norddeutscher Lloyd Bremen Berlin; Norddeutscher Lloyd. Agentur Berlin G. m.b.H., Unter den Linden 1(Hotel Adlon). Fcrnspr, A 4 Zentrum 12 230 u. 12 231. Filiale Kurfürstendamm 17. Fernspr. T1 Bismarck 2284. F Montanus, Invalidcnstr. 93. Fernspr. D 1 Norden 12241 u, 7966. Potsdam; E. Rössler, Brandenburger Str. 32.] crifHfiut,,ir ir�ff iffiiir-TTTunnr"inf-mii'iaMTwninn Vorverkauf auch im Pavillon der Reinhard tbühnen, KurfOrstendamm, Ecke Uhlandstrasse Beofsdies Theater D.I. Norden 12310 8Us Ende gegen 11 Die Fiedermans Musik v.Joh. Strauß. Regie: Max RemhardL Musik. Einrichtung E.W. Korngold. Ausstattg. L. Kainer Die Somödle J1 Bismck.24I4/7S16 8>,'« U, Ende geg. 10 Freudiges Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie: Leomine Sagan Lessing- Theater Norden 10846 Täglich 8'/. Uhr lakuhovsttl- D Von Eleonora Kalkowska Luslspielbaas Täglich Sld Uhr Du wirst mich heiraten! Rundfunkhörer halhe Preise. TheaL d. Westens Täglich 8'/. Uhr Sonntag 4 u. S'/i Franz Lehart Welteriolgl Friederike Carola Willy Thum's, Telephon Steinplatz 0931 u. 5121 Melropol-Tli. Tägl.SV» Uhr Sonntags 4 n. S'k Blaubarl Operette von Offenbach KammersKO Slexat (Staatsoper Wien) Tlint.aaiRottiLror Kottb. Str. 6 Tägi. 8 Uhr Litte- Sänger Die Aufliist- Sensation Strip pkc's in der Sommerfrische Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 81. Uhr lüax Adalbert in NaiWTroikeD? ReichshsEien-Theater AUaheodlidi[g] Uhr. Stettiner sanger Sonntag, 25. August; Ente NadiramaDS-VarsiEllttnp zu halben Preisen iiaÄl mit vollem Programm! LDönhoff- Brotti: (Saal und Garten) VarleM— Tanz— Konzert Banitivsky KomSdlenhau» Norden 6304 Täglich 8>ä Uhr Bochzoitsreiie mit 8wrn Aiwaadet Planetarium � am Zoo TirQiq. JadurmHuIer Strjte B.S Barbarossa 5578 16V. Uhr Stambilder de« Sommers 18'/. U. Von Pol zu Pol am Sterneohimmol 20V. Uhr Der GlutbeM der Sonne Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs. I Mk, Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene 50 PL Kinder 25 Pf. '»«SpAIHIwail' am n. Dill IT 7 Nur GroB-Berlin Aicxiuidero'a�T. Liter 0.75 Liter 0.80 Liter 0.80 Liter 0.85 Echte Südweine(anverschnmen) rarra�rona, hüO, rot, 16o/0 Tarrasrona, hüO, extra.. Malaga, danke],«ÜO, 16C/0 Malaga, uüD, extra.. Griechen wein, rot, stiD...... Echter Pepsinwein für Kranke Liter 1.05 Liter 1.35 Liter 1.20 Liter 1.60 . Liter 1.40 Vz Liter 1.30 Idealllkttr, 3 2 o/o.......... Liter 3.05, FI. 3.15 Weinbrand Verschnitt..... Liter 3.60, FI. 2.80 Echter Weinbrand........ Liier 4.40, Fl. 3.40 Echter weißer Bordeanx, süß....... Fl. 1.45 Editor roter Burgrander....... Fl. 1.25 Größtes Sp exialgaschaft seiner Art in* Kostproben gr&iis mmtmü&il: N, BiuaKsnutr. 42 Berlin N,.sa##asc.Milllerstraße 144 Berlin. Chansseestra ße 76 Berlin Prenzlaner Allee 50 Berlin. Koppe natraße 87 Berlin Peteraburg-er Straße 60 Berlin SO Grünaner Straße 15 Berlin SO.Köpenicker Straße 121 Berlin W........ Martin-Lutheratrsi.ße SC Venhöün..»»,»»..Berliner Straße 13 Stegrllt*.......... Sohloßatraße 121 Moabit W Pankow........ Schonebersr»•••#• Tempelhof.»•••• Lichtenbo.rsr....• Charlottenharff,.. Spandau......... Oberschöneweide... , Wilanacker Straße 25 . Wollankatraße 98 . Kolonnenatraße 8— 9 .Berliner Straße 152 . Wiamnrplatr 1 . Wllmersdorfer Str. IS7 . Potndamer Straße LS . Wllhelmlnenhofstr. 40 Neueröffnnns: am 0. An grast, Weißensee, Berliner-Allee 247 ��UMSÄUi Jlr. 379* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts OonnerStag/ �5. August 1929 Arbeiteraussagen vor der Cnquete Verdienst und Auswand.— Die Geißel der Arbeitslosigkeit. Der IV. Unterausschuß der Wirtschastsenquete hat kürzlich«inen neuen Berichtsband über„Arbeitszeit, Arbeitslohn und Arbeitslei st ung im Hochofenbetrieb" veröffentlicht Die Ergebnisse dieser Arbeitsleiftung-Untersuchungen ähneln den Ergebnissen der früher veröffentlichten Untersuchungen aus dem Steinkohlen, und Braunkohlenbergbau. Die wesentlichste Feststellung ist. daß in den Untersuchungsperioden von 1924 bis 1927 ander« Fak« toren auf die Gestaltung der Produktion und auf die Arbeitsleistung viel stärker eingewirkt haben, als die in dieser Zeit vorgenommenen Veränderungen der Arbeitszeit„Produktion und Arbeitsleistung im Hochofenbetrieb sind," so heißt es im Bericht,„in ihren Bewegungen entscheidend abhängig von den Dis- Positionen der Betriebsleitung und von den t e ch n i. schen Einrichtungen des Betriebes. Ob die auf Grund der Dispositionen der Betriebsleitung und der technischen Boraus- fetzungen mögliche und erstrebte Arbeitsselstung und Produktions- höhe jeweilig erreicht wird, ist auch abhängig von der Fähigkeit und von der Bereitwilligkeit der Arbeiter, den Ansprüchen, die an ihre Arbeitsleistung gestellt werden, zu entsprechen." In bezug auf die Einwirkung der Löhne auf die Arbeitsleistung wird aus Grund von Vernehmungen von Arbeitern und Betriebsbeamten festgestellt, daß die im Lohnsystem gegebenen Möglichkeilen zum Mehrverdienst bei höherer Probuttion auf den Leistungswillen der Arbeiter günstig einwirken, und daß die Aussicht auf Mehr» verdienst im Rahmen der gegebenen technischen und betrieblichen Möglichkeiten unter Umständen auch auf ein« Steigerung der Arbeitsleistung neben anderen Faktoren wesentlich einwirkt. Diese Ergebniste sind gewiß nicht sehr überraschend und er» schüilernd, aber da» Wesentliche ist, daß sie auch auf diesem Pro- duktionsgebiet wieder zeigen, daß in der modernen Induftriewirt- schaft rationelle Technik und Organisation für den Wirkungsgrad der Arbeit so wichtig sind, daß sie die Einwirkungen von Arbeits- zciweränderungen sehr oft überdecken. Vor allem erscheint uns an dem unterbreiteten Material interessant, daß über die Gründe für die Mehrleistung eine Reihe von Arbeiteraussagen im Wort- laut veröffentlicht werden. Dies« Arbeiteraussogen sind über den Einzelfall des Hochofenbetriebes hinaus interestant für einige der wichtigsten Erscheinungen des Arbeiterlebens. Bei der Frag«, inwieweit sich der Mehroerdienst(die Ver- nehinungen fanden zur Zeit bester Konjunktur im Jahre 1927 statt) auswirkt und einen Antrieb zur Leistungssteigerung bedeutet, kommt immer wieder zur Geltung, daß die Arbeiter zwar selbstverständlich froh sind, wenn sie mehr oerdienen können, daß sie aber stark de- tonen, daß die Mehroerdienste für sie real nicht die Bedeutung haben, die auf Grund der Lohnzahlen angenommen werden müßte. Immer wieder heißt es, d-r Mehrverdienst ist verbunden mit stärkerer Verausgabung von Arbeitskraft und erfordert deshalb einen stärkeren Aufwand vor allen Dingen an Lebensmitteln.„Man muß mehr zusetzen" heißt es immer wieder, und man wird dies« Tatsache des erhöhten Auf- wände» bei beschleunigtem Arbeitstempo bei der Würdigung realer Lohnbewegungen stets beachten müsten. Wir geben ein paar Bei- spiele aus den veröffentlichten Lrbeiteraussagsn: Mehr Fleisch— mehr Steider. Lorsitzender(Wienbeck)! Welche Gründe haben Sie dazu lzur Mehrleistung) veranlaßt? Sie können uns ganz frei und oslen den Grund sagen. Ich will Ihnen gleich einmal einen nennen. War es nielleicht die Möglichkeit, mehr zu oerdienen? Arbeiter A.: Wir konnten mehr oerdienen, denn wir be- kommen die Tonnenzahl an Eisen, die wir machen, b«, zahlt. Vorsitzender: Haben Sie sich ein Bild darüber gemacht, wie alles im Haushalt teurer geworden ist? Arbeiter A.: Ich habe im vorigen Jahr weniger verdient und bin genau so weit gekommen wie heut«, wo ich mehr verdien«. Vorsitzender: Nach unseren Feststellungen ist der Lebens- haltungsindex ein bißchen gestiegen, aber der Verdienst durch die Mehrleistung ist darüber hinaus gestiegen. Arbeiter A.: Ich muß aber mehr zusetzen, damit ich die Arbeit leisten kann. Das macht sich geltend. Vorsitzender: Was setzen Sie mehr zu? Arbeiter A.: Ich muß mehr esien, mehr Fleisch essen. Unbelegtes Brot kann ich überhaupt nicht essen, well ich lonst die Arbeit nicht leisten kann. Ich verschleiße außerdem mehrKleider. „Sparen gehl nicht." Vorsitzender: Als Sie mehr schössen mußten, hoben Sie sich wohl gesagt: wir können mehr verdienen. Arbeiter B.: Äir müsten dafür aber auch ganz anders arbeiten. Die Mehrleistung ist größer als der Verdienst ausmacht. Vorsitzender: Me kommen Sie heute aus gegenüber der Zell vor fechs Monaten? Jetzt hat sich Ihr Einkommen doch g«. steigert. Es ist freilich etwas teurer geworden. Kommen Sie jetzt etwas bester aus als vorher? Arbeiter B.: Uebrig bleibt noch viel weniger. Ich muß dafür auch viel mehr arbeiten und esten. Ich habe nichts gespart und kann nichts sparen. Vorsitzender: Haben Sie früher gespart? Arbeiter B.: Früher habe ich etwas übrig gehabt: sparen geht nicht. Heute reiche ich mit meinen Verdienst gerade aus. .... beim nächsten Schub draußen!" Vorsitzender: Der Verdienst ist auch gestiegen. Arbeiter H.: Sicher Koenen: Haben Sie sich mir dem höheren Lohn bester ge» standen? Arbeiter H.: Das kann ich nicht sagen. Ich muß heute viel mehr zusetzen. Koenen: Wie zeigt sich das? A r b e i t e r H.: In der ganzen Lebenehaltung. Frühe- hatten wir 10 900 Tonnen, jetzt haben wir aber 17 000 bis 18 000 Tonnen. Da muß ich an Lebensmitteln bedeutend mehi zusetzen. Die Kräk'e müsten doch da sein. Kann ich die Arbeit nicht leisten, dann l'ege ich beim nächsten Schub draußen. Die Angst vor der Arbeitslosigkeit. Die zweite Frage, die in den Arbeiteraussagen schr klar zum Ausdruck kommt, ist der Druck, der auf die Arbeiterschall zur Er- füllung auch der höchsten Betriebsansprüche ausgeht, durch die Furcht vor der Arbeitslosigkeit Wenn man die gegen- wärrigen Debatten über die angeblich« Ueberspannung der Ar. beitelosenversicheruirg verfolgt, so gewinnt es in manchen Urne.'« nehmeröußerungcn den Anschein, als ob der Arbeiter heute die Arbeitslosigeit überhaupt nicht mehr zu fürchten brauchte. Dem- gegenüber geben dies« Arbeiteraussagen ein lebendiges Bild von der Geißel, unter der die Arbeiter durch die Furcht vor der Arbeits» losigeit in Wirklichkeit gehalten werden. Es ist auch interessant, gerade diese Aeußerungen aus der Schwerersenindustrie einer Aus- sage gegenüberzustellen, die der Generaldirektor der Vereinigten Stahlwerke Herr Dr. Vogler bei einer Vernehmung der Wirt- fchaftsenquete über die„Wandlungen in den wirtschaftlichen Organi- sationssormen" gemacht hat und die den folgenden klassischen Wort- laut hatte: ..Kennen Sie Arbeiter, die unter normalen Verhältnisten entlassen werden, wenn sie ihre Pflicht erfüllen? Ich kenne keine." Mit dieser kühnen Vorstellung von der gleichen leben». länglichen Anstellung der Arbeiter vergleich« man die folgenden Aussagen. Rur wer die Arbeil leistet. Vo sitzender: Wenn den Leuten die Arbell nicht paßt, kommen sie dann nicht auf den Gedanken wegzugehen, sich anders- wo Arbeit zu suchen? Arbeiter A.: Die Arbeitslosigeit ist zu groß. Vorsitzender: Das wirkt natürlich mit. Die Leute wollen nicht ohne Arbeit sein, und es ist jetzt schwer, Arbeit zu finden, wenn jetzt jemand die?lrbell aufgibt. Arbeiter A.: Jawohl. Vorfitzender: Wenn die Leute entloste» werden, sind es meist jüngere Leute oder meist ältere? Arbeiter A.: Das ist verschieden Aellere Leute werden anderen Betrieben überwiesen. Vor drei bis vier Wochen sind zwei Mann entlasten worden, das waren jüngere. Vorsitzender: Hat es sich herausgeblldet, daß in erster Linie ein Stamm älterer Arbeiter festgehalten wird, und daß die neu dazukommenden entlassen werden? Arbeiter: A.: Nein. Wer die Arbell leistet, der bleibt da. „Draußen stehen Tausende..." . Vorsitzender: Habt Ihr nicht gesagt, das müßt« ander» werden? Arbeiter H.: Wir haben das dem Meister ein paarmal gesagt. Er hat uns geantwortet: Ich kann das nicht ändern, e» muß gemacht werden, die Wagen müsten ledig werden. Wenn es euch nicht paßt, da ist das Tor, draußen stehen Tausende vor Arbeitern. Willst du nicht, dann Schluß! „Leisten, was sie eben leisten können." Vorsitzender: Ist in der Arbeiterschaft darüber gesprochen worden, daß mehr geleistet werden muß, daß aber auch mehr ver- dient wird? Arbeiter E.: Wenn ich weiß, daß ich etwas verdienen kann, dann halte ich mich selbstverständlich auch mehr dran. Ab« gegenüber dem Verdienst ist die Arbeit dreimal so viel gestiegen Durch die große Arbeitslosigkeit sind die Leute gezwungen, ihr» Stellung zu behalten. Di« Angst vor der Entlastung treibt die Leute zu leisten, was sie eben leisten können. Das ist der Hauptgrund Vorsitzender: Arbeitet man schließlich nicht auch gen mehr, wenn man mehr verdient? Wird das nicht empfunden? Arbeiter E.: Wenn man früher nicht soviel verdient hat nicht soviel zu arbeiten brauchte, waren schließlich die Ausgabe» für Lebensmittel auch nicht so groß wie heute. Sie sind auch g» stiegen. Wenn ich mehr arbeite, muß Ich auch mehr zusetzen: sonf halte ich die Arbeit nicht aus. » Der Arbeiter kennt das Vlld, dos in diesen Aussagen entroll wird, zur Genüge, aber es ist sicherlich von Nutzen, wenn durch dieß Enquete-Veröffentlichungen auch einmal die weiten Kreise, M« de» Arbeiterleben ahnungslos gegenüberstehen, in dieser anscha» lichen Weis« hören, wie es denn eigentlich um den glänzenden Schutz vor der Arbeitslosigkeit, den maa glaubt abbauen zu müsten, in seiner praktischen Auswirkunz auf den Arbeiter steht. Zns Llnternehmer-Gtammbuch. Bon besseren Löhnen und vom Sparen. Der amerikanische Wirtschaftler E. A. Filene, anläßlich des Welr-Reklamckongresses in Berlin, wurde über Deutschlands wirtschaftliche Entwickllmgsmögtichkeiten befragt. Auf den Einwand, daß eine Anweillmng der amerikanischen Massenimethoden für Deutsch- land schon deswegen nicht möglich sei, weil dazu ein Plus von Bs- triebskapllal erforderlich fei, das Deutschland wegen seiner Kapital- armut nicht aufwenden könne, hat Herr Filene Antwort gegeben, die den deutschen Unternehmern ins Stammbuch gehört. Herr Filene sagte:„Oh. es gibt genug Geld in der Welt für Deutschland, wenn nes nur damit beginnen würde, seinen Inlandsmarkt zu verbessern. Deutschland ist der zweitgrößte Markt neben Amerika. Mit feiner kulturell so hochstehenden Sö-Mil. lionen-Bevölkerung ist Deutschland als Absatzgebiet für Amerika viel mehr wert als zum Beispiel China mll seinen 400 Millionen Menschen. Durch Lohndruck und hohe Preise wird Deutschland seine Lage nalürlich nicht verbessern können.... Wir können es nicht verstehen, weshalb Deutschland'so an der längst über- lebten Wirtschaststradition festhält, daß die Bevölkerung eines Landes sparen müsse, um reicher zu werden. Llchnempfänger sollen so bezahlt werden, daß ihnen ein Ueberschuß bleibt über ihre Selbstkosten für elementaren Lebensbedarf. Was sie sich dafür kaufen, ist gleichgültig, entscheidend ist, daß st« das Geld ausgeben. Wenn ein Arbeiter oder ein Angestellter 10 Mark ausgibt, sagen wir z. B. für einen Radio-Kopshörer, dann wird damll dem Arbeiter, der diesen Kopfhörer montiert hat, mehr Veschästigunz geboten. Verdient dieser Angestellte mehr, dann wird auch er sich etwas leisten, was er sich sonst nicht hätte leisten köimen, und was er dafür ausgibt, bietet wieder anderen Arbellern ein Plus an Beschäftigung, usw. usw. Denkt man sich das multipliziert innerhalb eines KA-Millionen-Volkes, dann ergibt sich hieraus eine Umsatz- st e i g e r u n g, die so groß ist,... daß sie für die Gesamtwirt- schaft de? Landes wichtiger erscheint als Spareinlagen der Neinen Leute, von denen man nicht weiß, ob sie nur der Schafsung von Mehrarbelt im eigene» Lande dienen. Wenn der reiche Mann spart, bedeutet das meist keine Derbrauchsbefchräntung seiner Familie, beim Sparen des kleinen Mannes ist dies jedoch stets der Fall.... Wrr in Amerika wissen, welches Kapital Deutschland in seiner Wissenschast, in seiner Technik, im Vorhandensein seiner OO-Mil- lionen-Vevälkerung mit bester Schulbildung hat. Wir wissen, was Deutschland daraus machen könnt«, für sich, für die Well. In zehn öahren wäre Deustchland wieder auf der höhe, wenn es mit der überlebten Wlrtschaflstraditioa von Lohndruck und hohen Preisen brechen und sich die moderne Wirischastspraxts aneignen würde, nach der nicht dos Produkt, sondern sein Umsatz das wertefchas- send« Element des Wirtschaftslebens ist, weshalb jede Wirtschafts- rsgelung auf möglichste Erleichterung und Beschleunigung des Umsatzes eingestellt werden muß. Amerika hat mehr Rohstosfe als Deutschland? Aber ich bitte, Deutschland bezahlt für diese Rohstoffe dieselben Presse, die unsere amerikanischeu Produzenten dafür bezahlen müsten. Daran liegt es nicht Deutschland hat ein« intelligent« und fleißige Arbeiter- schaft, Deutschland hat erfindungsreiche Techrnker, Deutschland hat ein« hochstehende Wissenschaft und Deutschland hat vor allem das Denrauen der Welt. Deshalb kann Deutschland Kredit bekommen, soviel es braucht, wenn es versteht, seinen Markt auf- nahmefähiger zu gestalten." Tariferhöhung nicht zu rechtfertigen. Weiter steigende Fieichsbahneinnabmen. Im Monat Juli hat sich der Güter- und Personenverkehr der Reichsbahn weller günstig eniwickell. Der Güterverkehr über- stieg nach den Ziffern der Wagengestellung den des Juni um 7,3 Proz. Gegenüber dem Juli vorigen Jahres zeigt sich pro Arbeits. tag noch eine Zunahme von 3,8 Proz. Durch die Schulferien und das gute Wetter war der Personenverkehr im Juli besonders stark 9227 überplanmäß'gc Züge(Juli 1928 9S40) wurden gefahren. Die Einnahmen der Reichsbahn haben sich im Monat Juni weiter um 13 auf 464,1 Millionen erhöht, nachdem schon der Mai eine Erhöhung um rund 21 auf 451,5 Millionen gebracht hat. Die finanzielle Entwicklung der Reichsbahn ist also durchaus günstig und rechtfertigt in keiner Hinstchi die von der Reichsbahngesellschast ge- forderte Tariferhöhung, so haß die Reichs reg icrung mit der von ihr vorläufig ausgesprochenen Ablehnung im Recht ist Die Ausgabenentwicklung zeigt deutlich, daß die Reichsbahi die günstig« Einnahmeentwicklung zu retuschieren bemüht ist. Echo» im Mai wurden für 17 Millionen Mark mehr Erneuerungen durch geführt als im Monat April, und im Juni wurden die Gesamtau» gaben noch von 446,8 auf 461,9 Millionen Mark gesteigert Es kan> kein Zweifel darüber sein, daß die von der Reichsbahn für die Au» gabensteigerung gegebene Begründung, daß dringende Erneuerung« nochgeholt werden müssen, nur der Verschleierung der günstigen Em nahmeeniwicklung dient. Der P e r s o n a l b e st a n d hat sich im Juni auf 741 734 Ma» gegenüber 728 494 im Mai erhöht. Maschinenindustrie auch im Juli günstig. Roch dem Bericht des Vereins Deutscher Maschinenbauanstalt« für den Monat Juli ist die Lage der Maschinenindustrie, die sich sei Januar ununterbrochen verbessert hat, weiter im ganze« günstig. Der Auftragseingang aus dem Ausland hat sich leich gebessert, nur im Inlandsgeschäft trat nach dem Bericht«ine leicht Verschlechterung ein, die aber vorübergehend sein dürfte, da die A» fragen aus dem Inland gegenüber Juni noch reger geworden stnil Der Beschäftigungsgrad blieb gegen Juni unverändert, ebenso di durchschnittliche Wocheuarbeitszeit. Besserungen zeigen die Pro dukiion von Werkzeugmaschinen, Landmaschinen, Pumpen und Kom prestoren, Hüllen-, Stahl- und Walzwerkanlagen und mechanisch« Fördermitteln, allerdings in der Hauptsache für Bestellungen aus de» Ausland. Ungünstig wird die Lage der Landmaschinenindustr» und des Apparatebau» genannt, während beim Bau von Kraft Maschinen noch eine leichte Besserung zu verzeichnen zu sein scheint Akillionenverlust bei der ZtUrlffabrik-Köpenick. Wie unzuiänglick die Sanierung bei der N i t r i t f a b r i k A- G. in Köpenick in Jabre 1926 war. wird ans der Entwicklung der drei letzten Jahn ersichtlich. Don Jahr zu Jahr haben sich die V e r l u st e bei diese» Unternehmen gehäuft und erreichen mll rund einer Mil- l i o n beim Abschluß für 1928 fast die Hälft« des Aktienkapitals Die Gesellschaft, die in den beiden Vorjahren überhaupt keinen B» triebsüberschuß ausoewiesen hat. erzielte 1928 einen Ueberschuß von rund 260 000 M., der aber allein von den Zinsloste» der hohen Dankschulden nahezu vollständig aufgezehrt wird. Un einen noch größeren Derlustausweis zu vermeiden, bat di« Gesell schaft sich bei einem Anlaoewert von 3 Millionen mll Abschreibur» gen von nur 16 000 M. begnügt, nachdem schon im Borjahr übe» Haupt keine Abschreibungen vorgenommen wurden. Hierdurch ve» schlechtert sich das Bilan-bild nrn+i erheblich. Die Lankschulden link weiter auf rund 1,8 Millionen Mark angewachsen � bei 2,0 Mil lionen Aktienkapital—. zu denen noch über 400 000 M. Betrieb»- schulden binzulommen. Die sebr schwierige Lage dieses Unternehmern kann kaum anders als durch Mißgriffe der Verwaltung erklärt werden. Nach ihrer Meinung ist zwar dos siblechte Ergebnis„durck dauerndes Steigen von Löhnen und Gehältern" beeinflußt, dock wird sie diese Behauvinng selbst nickt ernst nehmen wollen. Der neue amerikanische Folliarif, der die Proteste von 38«nra pässchen Staaten zur Folge hatte und auch bei den amerikanisch« Konsumenten starken Widerspruch fand, soll nack unten revi diert werden. Der Tarifausschuß des amerikanischen Senats ha bei der Ueberprüfung des größten Teils der Zollgruppen und d« von Zöllen sreigelostenen Waren Abstriche von Indultri» zöllen gemacht, deren Umfana und Höhe ober«rll nach den Zusammentritt des Senats der Oeffentlickkeit bekanntgegeben wev den. Die Initiative des amerikanischen Präsidenten H o o v e r, d« schon immer für eine(rördening der amerikanischen Ausfuhr war bat dabei«ine große Rolle gespielt, er bat dem Vorsitzenden d« Tarilmisschustes im Senat persönlich die Gefahren einer durch dö Zollerhöhung unvermeidlich werdenden Einfubrdrosseliing vong« tragen. Bei den l a n d w i r t s ch a f t l' ch e n Erzeugnissen soll« freilich eher Erhöhungen als Ermäßigungen zu erwarten sei» und auch bei Häuten, Leder und Schuhen soll die bisherige Zoll freihell, ohne daß über die Zollhöhe etwas bekannt ist, beseitig werden. Einen Wolkenkratzer von 65 Skockwerken wird die französisch« Regi-'vung in New Bork errichten—„Palais de France"—, d«i das Hauptguartier für die Vertretungen der politischen. Wirtschaft lichen und sonstigen Interessen Frankreichs sein wird. Neue Konkurrenz für Chilesalpeter? Nach einem Bericht vor Prof. Thomas der Kapstadtsr Universität sind in der e h e m a l I g e» deutschen Kolonie Si'dwestasrika große Salpeterlag« entdeckt worden, die dcne'n Chiles nicht nachstehen sollen. Wisse» schaftlich festgestellt ist bereits das Vorhandensein von 10 00« Quadraimeilen salpeterhalkigen Gebietes, doch schätzt die süd afrikanische Regierung das gesm-'e Salpetergebiet auf miick"" 32 000 Quadratmeilen. Vor der Entscheidung. Die Reform der Arbeitslosenversicherung. tritt der S o z i a l P o l i t« s ch» Zluoschuß de» Reichs- tag» zusammen, um über die Refarm der Arbeitslosenversicherung zu beraten. Bei seinem Zusammentritt wird er ein« Dorlage der Reichsregierung noch nicht vorfinden und es steht noch nicht fest, ob und wann dem Ausschuß überhaupt eine Vorlag« der Reichs- reglerung zugehen wird. Der Ausschuß wird nur das Material der Sachverständigenkommission ausgehändigt bekommen, das ihm von einem Vertreter des Reichsarbeitsministeriums erläutert wird Dies« Sachlage zeigt den ganzen Emst der Situation. Es hat gar keinen Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken, um di« K r i s e nicht zu sehen. Das Problem der Arbeitslosenversicherung wird seit mehr als einem halben Jahre in der Oeffentlichkeit leidenschaftlich diskutiert. Di« Gewerkschaften und die Sozialdemokratisch« Partei haben seit Monaten in voller Klarheit ihren Standpunkt zur sogenannten Re° form der Arbeitslosenversicherung genau umschrieben. In der bür- gerlichen Presse sind die unglaublichsten Geschichten über Mißbräuch« in der Arbeitslosenversicherung aufgetsscht worden. Diese Geschichten haben sich stets bei einer Nachprüfung— soweit eine Nachprüfung überhaupt möglich war— als unwahr oder mindestens sehr stark übertrieben herausgestellt. Annehmbare Dorschläge über die Sanierung der Reichsanstalt sind bisher nur von den Gewerkschaften gemacht wor- den. Wae darüber hinaus die Sachverständigen vorschlagen, ist entweder ein mit den elementarsten Grundsätzen der Sozialpolitik unvereinbarer Abbau der Arbeitslosenversicherung oder es sind Lappalien, die finanziell kaum ins Gewicht fallen. Warum überhaupt Reform der Arbeitslosenversicherung? Weil di« noch in der Umorganisterung befindliche Reichsanstalt von der Naturkatastrophe des letzten Winter» heimgesucht worden ist. ver- Kunden mft einer abgleitenden Konjunktur. Wenn das Reich bei Naturkatastrophen, die di« Besitzenden treffen, helfend ein» springt, dann sollt« man meinen, daß die gleiche Pflicht vor» liegt, wenn die Besitzlosen davon betroffen werden. Die Unsicherheit in der Wirtschaft, di« Ausschaltung großer Ar. beitermassen durch die Rationalisierung beschweren den Arbeits- markt. Was gelchieht dagegen? Wird der Arbeitsmarkt besser, wird die Anzahl der Erwerbslosen geringer, wenn die Unter- stützungssätze abgebaut, die Anwartschaften und Wartezeiten erhöht werden? Man könnte leicht das Gegenteil nachweisen. Vor zwei Iahren haben sämtliche Parteien im Reichstag mit Ausschluß der Kommunisten und der Völkischen das Gesetz über Ar- beitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung angenommen. Dieses Gesetz löste die Arbeits losenfürsorg« ab, die dem Reich, den Ländern und Gemeinden alljährlich Hunderte von Millionen ge- kostet hat. Und nun will man ernstlich den Versuch wagen, zu be- seitigen, was seit mehr als Ist Jahren in Kraft war Denn die Vorschläge der Sachverständigen schrauben die Leistungen der Arbeitslosenversicherung weit hinter die Leistungen der Erwerbslosenfürsorge zurück— verbunden mit einer E r- höhung der Beiträge. Wir halten einen allgemeinen Abbau der Leistungen überhaupt für ein unmögliches Beginnen. Das geht einfach nicht. Aus sozialen, aus politischen und auch aus wirtschaftlichen Gründen ist dos undurchführbar. Aber es gibt auch psychologische Unmöglich- leiten, Imponderabilien, die niemand ungestraft mißachten darf. Wobei man bedenken muß, daß die Summen, um die hier gekämpft wird, im kommenden Reichshaushalt kamn eine Rolle spielen werben. Aber es spielt eine entscheidende Rolle für den Arbeiter und Angestellten, wenn ihm das Stück Brot, auf das er im Falle einer immer drohenden Arbeitslosigkeit Anspruch hat, verkürzt und noch schwerer zugänglich gemacht wird. Dazu kann und wird die Sozial- demokratische Partei ihre Hand nicht bieten. Keine Lteberstunden dulden! Erst die Arbeitslosen unterbringen. Der Sozialdemokratische Pressedienst meldet: In einer Zeit, wo die Arbeitslosenfrage in aller Munde ist und auf dem Arbeitsmarkt Stagnation herrscht, wird in vielen Betrieben des Hoch-, Tief- und Straßenbaus täglich 9 bis 11 Stuitden gearbeitet und obendrein für die Mehr- arbeit keine Zulage gewährt. Würde in den Betrieben entsprechend der geltenden Arbeitszeitverordnung gearbeitet, dann könnte noch ein erheblicher Teil von Arbeitslosen eingestellt werden. Greifen die Behörden nicht durch, dann wtrden viel« Bauarberter keine 26 Wochen Anwartschaft zusammenbringen. Wie bedenklich die Der- hälimsse liegen, zeigt z. B. ein Notschrei der Gewerkschaften in Greifenberg sPommern), in dem betont wird, daß etwa 50 P r oz. der Greifenberger Arbeiterschaft nicht die Anwart- schaft von 26 Wochen erwerben kann und deshalb im kommenden Winter dem Elend preisgegeben fein wird. Bon den Gewerkschaften wird schon jetzt auf die Herbstkampagne her Zucker- und Kartoffelverorbertungsfabriken hingewiesen, in denen stets nur in zw« Schichten gearbeitet wirb, hei drei Schichten jedoch der Platz zur Einst«llung von Arbeitslosen geschaffen werden könnte. Die zuständigen Behörden müssen schleunigst nach dem Rechten sehen und zupacken. Sie haben die Bestiebe zu veranlassen, die Arbeitszeit im Rahmen der gesetzlichen Bs- stimmungen zu halten: denn in der Regel haben die Unter- nehmcr noch nicht einmal Genehmigung zur Mehrarbeit. Oer Beschluß der Christlichen. Llnd die Auslegung des„Deutschen". Ohne sichtbaren Grund und an den Haaren herbeigezogen brachte der„Deutsche" im Anschluß an der Mitteilung des Aufrufs de» in weitesten Kressen unbekannten anonymen kommunsstsschen Reichsausschusses für Erwerbslose einen nach Form und Inhalt gleich überspitzten Angriff auf die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften. Heute veröffentlicht er. unter dem Schein der Präzisterung der Stellung der chrsstlichen Gewerkschaften, ein« Aus- l e g u ng dieses Beschlusses, die ungefähr das Gegenteil enthält, was der Beschluß will und sagt. Wir überlassen es den verantwortlichen Stellen im Gesamt- vorstand der christlichen Gewerkschaften, sich mit dem Blatt aus- einanderzusetzen. Nicht was der„Deutsche" sagt interessiert die Oeffentlichkeit und hat Bedeutung. Uns genügt di« Stellung nahm« der christlichen Gewerkschaften. Sie sind mft uns genullt, .assfensichtliche Mißstände in der Versicherung b Zeitigen zu helfen". Sie sind mit uns der Meinung, daß dabei„die Vorschläge des Sach- verftändigenausschusses zu weit gehen". Freie und chrsstkiche Ge- werkschaften sagen übereinstimmend:„Eine ganze Anzahl Mängel ließe sich auf dem Verwaltungswege ausräumen". Wir haben hier wiederholt betont, was auch die christlichen Gewerkschaften sagen, daß der katastrophale Winter 1928/29 nicht Ausgangspunkt der Reform sein darf und daß„auch bei katastrophaler Arbeitslosigkeit" wie„bei Katastrophen jeglicher Art" die Allgemeinheit die Pflicht hat,„helfend einzugreifen". Unter Berücksichtigung dieser Gedanken erscheint(den freien und) den christlichen Gewerkschaften eine vor- übergehende Beitragserhöhung angebrachter und sozial-versöhnlicher, als eine die karge Lebensexistenz der unfreiwillig arbeitslos gewordenen Menschen noch weiter einschränkende Herabsetzung der Arbeitslosenunterstützung." Sie wird wieder munier... Die neuesten kommunistischen Enthüllungen. Die„Rote Fahne" hat ein« epochale Entdeckung gemacht. Sie hat in der„Sozialen Praxis" die Vorschläge der Sach- o e r st ä n d i g« n zur Arbeitslosenversicherung entdeckt und druckt sie als„neue Enthüllungen über die Abbaupläne" in großer Auf- machung noch. Vermutlich wird das„sensationelle" Blatt in vier Wochen die Mitteilung bringen, daß heute der Sozialpolitische Aus- schuß des Reichstags sich versammelt. Der neueste Verrat d«r SPD. Da der Reichzarbeitsminsster in Uebereinstimmung mit der sozialdemokratischen Reichstagsfraltion den Vorschlägen der Sach- verständigen seine Zustimmung oerweigert, teill das gut unter- richtete Bolschewistenblatt mit, daß Wissell extra nach dem Haag gefahren fei, um die Vorschläge„schleunigst unter Dach und Fach zu bringen". Wozu er eben die Zustimmung des Herrn Eurtius haben mußte, der ein entschiedener Gegner des Abbaus der Arbsits- losenverstcherung ist. So sorgt die KPD., daß in dem harten Ringen um die Arbeitslosenversicherung auch die Heiterkeit zu ihrem Recht kommt. Neue Schwierigkeiten im Baumwollkonfltkt. Die Unternehmer spreizen sich. London, 14. August.(Eigenbericht.) Die Vertreter der Unternehmerverbände der Weberei- und Spinnereibesitzer haben am Mittwoch nach heftigen Auseinander. setzungen beschlossen, die Gewerkschaften zu einer gemeinsamen Sitzung einzuladen. Der Zweck dieser Konferenz wird In der offiziellen Erklärung der Unternehmer dahin umschrieben,.ein« Einigung über die Unterbreitung des Konfliktes an ein Schieds- gericht herbeizuführen, falls ein Einverständnis über di« Art des Schiedsgerichtshofes und die ihm zu stellenden Aufgaben erzielt werden kann". Der Sekretär der Unternehmerverbände erklärt« w Ergänzung der Unternehmerertlärung, daß von einer Wieder- «röffuung der Betriebe nicht die Rede sein lönn«, ehe nicht üb« den Inhalt der schiedsgerichtlichen Untersuchung Ein- Verständnis erzielt worden fei. Im Gegensatz zu dem Optimismus, der am Mittwoch nach der Veröffentlichung der Zustimmung der Spinner zum Prinzip der Schiedsgerichtsbarkeit auf allen Sellen herrschte, sind in Manchester tebhafte Befürchtungen darüber laut geworden, daß der Schl-bsgerichtehof nicht lediglich über die Forderung der Unter- nehmer und die Weigerung der Arbeiter, sie anzunehmen, zu beraten haben würde. Vielmehr würden di« Spinnereibesitzer fordern, daß die Arbeit« sich zu einer vorhergehenden grundsätzlichen Zu- stimmung zu ein er Lohnherabsetzung bereiffinden sollten. Da die Arbeller eine solche Forderung geschlossen a b- lehnen würden, so wäre in diesem Falle mit einem Zusammenbruch aller Hoffnungen auf eine baldige Beilegung des Konflikte.- zu rechnen. Es besteht allerdings Grund zu der Annahme, daß die Webereibesttzer in diesem Falle'ein selbständiges Vor- gehen in Betracht ziehen und den Versuch machen werden, einen Sonderfrieden zu schließen. Die Gewerkschaftsbewegung in China. llnier der Kontrolle der Ziegiervng. Da»„Bureau für soziale Angelegenheiten" in Schanghai gibt jeden Monat eine Ueberstchi der Arbeitskonflikt« her- aus. Aus diesen Darftellungen ist zu ersehen, daß di« Zahl dieser Konflikts ziemlich groß, hingegen ihr Umfang gering ist. Oft finden in einem Monat bis zu Sl> Konflikte statt, wobei jedoch die Gesamtzahl der Arbeiter gewöhnlich 6000 bis 10 000 nicht übersteigt. Es handelt sich dabei nur ausnahmsweise um Lohnkonflikte. Di« weitaus größte Zahl der Fälle betrifft die Entlassung von Arbeitern. Die Tatsach«, daß die meisten dieser Konflikte im gleichen Monat als geschlichtet gemeldet werden, gibt Anlaß zur Frage, wie es denn mit der Bewegungsfreiheit und der Art der Schlichtung in China bestellt ist. Darüber erteilt das Bureau für sozial« Angelegenheiten, das den Charakter einer offiziösen Insti- tution hat, keinen Aufschluß. Direkte Informationen aus China geben jedoch Gelegenhell, uns über den Charakter der bei diesen Konflikten in Frage kommenden Gewerkschaften und Schlichtungeinstanzen«in Bild zu machen. Wa» di« Gewerkschaften in Schanghai betrifft, d. h. dem wichtigsten industriellen Zentrum Chinas, so werden die Namen von 60 Per- bänden gegeben, die alle von Kuomintang„anerkannt" sind. Daneben gibt es nur 40 Organisationen, die von dieser polllischen Partei unabhängig sind. Unser Gewährsmann knüpft an diesen Tatbestand folgende Bemerkung: Der Kuomintang hat di: Oberherrschaft und sieht unabhängige Körperschaften nicht gern. Erst in der vergangenen Woche noch hat er eine BibUothek ge- schlössen, die eine Anzahl von Arbeitern für ihre eigen« Information gegründet hatten." Auf di« Frag«, wie es denn mit der Freiheii der vom Kuomintang anerkannten Gewerkschaften bestellt se:, wurde di« Antwort erteilt, daß die Organssationen ihre Funktionäre selber wählen,„manchmal" jedoch der Kuomintang di« Wahlen leite. Wenn die Dinge so liegen, kann man wohl annehmen, daß in den Fällen, wo der Kuomintang seine Hände nicht direkt im Spiel hat. die Wahlen auch nicht ohne seine Einflußnahme vor sich gehen. Sehnlich verhölt es sich wohl in bezug auf da» Schlichtvngs- wesen. Von freien Gewerkschaften kann heute in China nicht gerodet werden! Lrb«it»awt Süd .»-»�f*'»»»•«* ver*' 10« v-esai Ölige» Tesche r« PlUtk Mez._______ Äel Pos«, totonieftr. U. strÄUonZvcrsommluna aller'SPD>Senosscn. Der ftcatttaitsnosflasb. t «cht»»». Dr. oller Parteigenossea. Dlchtize Täg«sord»ui-g. «icht«»_______■__ W» W. L» wird rnfcaötlge» Erscheinen erwartet. Der Drontlxiinei Strotze! ffreitaa, 1« Uhr. Erscheine» jede» Genossen ist Pflicht.__________________ «chchtll».«S«.-r»rhineafabrIk! ffreitaa, 1ö Uhr. d-i Oehlichloaer. Berlichingenftr. 5, wichtige ffravionsoersaiimiluns der SPD..Senonen. Niewand darf fehlen. Der Zraktionwwrstand. ti&bKreieGewerkschafts-Lugend Berlin. IWI Seute, D-nneretag, lvtt Uhr. tagen die Sri, Xjr Jugendheim Lehrter Str. IS— IS. Dortrag: JO . oti!'.— Wedding- Stadl. Jugendheim Orthstr. 10. Vortrag: Niste eine» Redakteur»�.— Neu-LIchtenberg: Jugendheim Laufsstratze. ;.Sine Stunde Stoatsdiirgerkunde.— Wa, eir Lessingstratze. Vortrag:.Sin rntsT»« ♦wuR" BteebU: Statt. Dairtfche Sie?u. .Erled. ein lunger Staatsbürger»isten mutz.— Temvelhof: Sruppenhew» Ln»eum Sermonia fstatze<—«. Vrettspielaiend.— Südosten! Sruvpenheim Neich-ndeeze ottatze 66 kffeuerwehr). Vortrag:.Die Bedeutung de» Lehrvertrask».— aipenilft Sugendheim Grünauer Str. 5.«adeadend. Treffen 19V4 Uhr Bahn baf Spindlerrfeld.— Sesnnddrnnnent Zugendheim Bote Schule. Sotendueger Stratze. Die Puppenall te. Satire und Sumor.— S-hdnew-ide� Laufener Str. 5. Vortrag:.Soziale, Wandern".— Nordring: Zugenhheini e.„-,.. t>ale. Wandern".— Nordring: wir gehen baden nach Doliodad Zungiernheide.— Wir spielen ab 1« Uhr: Oberspree: Wiese 8 auf dem Treptower Pari:»euliMu!«leine Wiese Volkoparl Kasenheid-. FZi Iuaendaruppe veS Zentralverbandes per Anaesteilten sK?/ Heute, Donnectag, finden folgende Veranstaltungen statt: Osten: ■ Zugendheim Lita. er Str. 18.„Scitcrer Ab-nd".— Treptow! Zugend. beim Wlldenbruchstr. 53, Zugang von der Eraetzstratze in Treptow..Siegreli, spiele."— SchSnebergi Zugendheim Saupistr. 15 fHofgedaude. Thüringen. zimmert. Ltchtbildervsrtrag:.Die Ed fisch« Schweiz". Referent Erich Bredow — Spiel und Sport: Sportplatz Olberzstratze gm Bahnhof Zungfernheide ao A> Uhr und Sportplatz Lumbolbthain ab!8 Uhr.— Achtung. Zugcndsuartir. närel Heute, pünktlich ob IS'b Uhr, Iugendfunkiioniirpersgmmlung im Zugend. Helm de, Ortsbureauo. Segln» t. August. Nur noch eine Woche im Saison-Ausverkauf KMWMZWWWM" aber eine Woche ununterbrochener Sensationen IWA Wenn Sie nebenstehenden kurpen Auszug der zum Verkauf gelangenden Waren durchmuatern. so werden Sie bei den unfaBbar bllligan Pralsan, zu denen diese QualilSlswaraB verkauft werden, bekennen müssen: Pas ist noch nicht dagewesen! g Ein Riesenposten wunderschöner HertttkUebersonssKostiime Ein Riesenposten wundervoller »NN»»»t»I»g»n>»o> Futter, In vtats« Crreoen und Farten, für Spart und Belee fetatf 25.- 15. Eine nnerbtfrte Leistung 1 tOr au» Wolle, WaUaeor»etie and »»deren•e&Bnen Stoffen, in vielen modernen Ferben n. vollendeter Aeutsttnn», In drei Serien 20,' IS. m Ein großer Poeten Schlafanzüge fdr Dünas ml Herrn ta um Brun leckzt nur 8.- 6 t groß. Posten Damen- o. Hermn, Bademäntel ».▼ofsQgl.ecbtfarb.KrSiiscIrtoffen ietsi- 12: m Ein Riesenposten Übergangs- Mäntel »neh in kleinen und»rdhten Weiten NN» Herren- ttoHen, Chnrme- Utne»der w«ii- »eorgeit« am»p,li,gd »emnateten Stakt«, 2t- 15. Aus dem Riesen-Lager für Horgenröclte: rtamsc flaasdi- horlenrldte in«llergrBßter Auswahl