Morgenausgabe Freitag TTzt4*-™*»'* MB�T. M 16. August 1929 rr.i.?£ÄÄ T[[l t#|L_A. .Inichii.»nch«o vsg. P°st,.iwng».«n» W«> iJBm U>■ B CA■■■ kW■■ 7/■* 12 VI» voftfxfteügebüljren. Ausland«. �BN|C�H MB KB W) BH kW>W W � �W f-- �..... ,,. .d°nn.m.m Mg fM WM WWW» WW W'*) W u[£ ��W HB I n HB �B �B �B mart.„Stletne anginen' Ca«{enge �.w. W,■ W» ML ÄÄÄ MLML Ml W VMs lich ,w.im°u Sonntag, und M°°I-g« � �BI M H 12 Pfennig, Slell.ng.Iuch. d°.«rite einmal 61» Sbcndautoabta für Bttim■KL. WKV V ��7/ �WX>7 H«Bort 15 ffennig, ltde, rotit»« Bon unb im fionbtl mit d.m Itlel ,D»t W�R' � w Plennlg. Morl» üb«, 15 Buchstaben � llkilagkii.Volk �W/«öblen füi zwei Morl«. Arbellsinorv und L-lt und. limbee�eund. Ferne» � �.»*• � Zelle SO Plennlg. Fumillenanzelgen Ze>l« VtfflAfttott Ä-ÄS-ÄSS Jentvawrsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag:» Berlin SW 68, Lindeiistraße 3 lecrnlprecher: Tönboss RZ— Zv7. Tblegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. V. Seil. Haag. 13. August. tEigeuSericht.j Tie Situation hat stch heute abend entschieden der- schlcchtert. da Snowden den«ompromistvor» schlag der übrigen Gläubigermächte, den ihm Fraucqui mittags überbracht hatte, alä für England undis» tutabel abgelehnt hat. Loucheur, der am Abend die französische Presie empfing, behauptet dagegen, daß dieser Borschlag die englischen Forderungen zu 40 Proz. be- friedigt haben würde sdas wäre» etwa nicht ganz 20 Mit- lionen Mark jährlich. Die Red.), so das» England bei eini- gem gute« Willen darauf hätte eingehen können. Snowden mühte doch wissen, das» einstweilen die Gläubiger nichts anderes tun könnten, so lange Amerika seine Forderun» gen an die Alliierten nicht ermähige. Snowden. dem diese Aeuherung Louchcurs überbracht wurde, soll vor englischen Pressevertreter« geantwortet haben: England erwarte von den anderen nicht gute Rat- schlüge» sondern gute Vorschläge. Tie Vertreter Frankreichs, Belgiens, Italiens und Fapans, die am Abend bei Briaud über die durch die neue englische Ablehnung geschaffene Lage berieten, werden am Freitagvormittag abermals zusammentreten. Es wird ferner berichtet, daß Italiens Vertreter Grandi unter Ve- rufu�ig auf eine unbedingte Ablehnung Mussolinis. Teil- Zugeständnisse auf Koste« Italiens zuzulassen, mit Abreise der italienischen Telegation am Sonnabend droht. Nirgends Einigung. V. Seh. Haag. 15. August.(Eigenbericht.) Der Donnerstag galt hauptsächlich den Versuchen, ein Kam- pro miß in dem Streit der Gläubiger zu finden. Frankreich. Belgien und Italien hatten einen gemeinsamen Vorschlag ausgearbeitet, den sie durch das belgische Delegationsmitglied Franequi dem briti- scheu Schotzkanzler Snowden unterbreiten ließen. Es scheint aber, daß das Ergebnis dieser Bemühungen ziemlich negativ ge- wesen ist, sonst hätte Snowden nicht am Abend erklären lassen, daß sein Standpunkt unverändert sei. Wohl auch deshalb traten am Abend die Hauptdelegierten Frankreichs, Belgiens, Italiens und Japans am Sitz der französischen Delegation zu einer mehrstündigen Konferenz zusammen. Bisher haben sie die Befriedigung der eng- lischen Ansprüche hauptsächlich mit Hilfe der sogenannten„konäs rie Tiroirs' gesucht, wie sich Loucheur vor einigen Tagen aus- drückte. Mit diesem „Auskramen der Schubfächer" läßt sich ober dos Problem kaum lösen, denn einmal handelt es sich bestenfalls um geringe Beträge, deren Verteilung im Voung- Plan noch nicht festgelegt wurde, und außerdem waren diese Be- träge als Anteil der kleinen Gläubiger In Aussicht ge- nommen. Die Hauptgläubiger werden also schon selbst etwas von ihren Anteilen opfern müssen, wenn sie England befriedtgcn wollen. Van den zwei Tagen, die sitzungsfrei gelassen wurden, um die Eint. gung aus dem Wege privater Besprechungen zu finden, scheint dem- nach der erst« ziemlich ergebnislos verstrichen zu sein. Was die politischen Fragen betrifft, so läßt sich leider auch kein positiver Fortschritt melden. Denn die neu« Beratung de? Iuristenkomitees hat eine Annäherung der Auffassungen über die zu schassende vergleich». kommisfion für da, Rheinland nicht gebrocht. Es dürften Über diesen Punkt noch sehr schwere Aus- einandersetzungen zu erwarten sein, denn es stehen sich drei Auffassungen gegenüber: die deutsche, die Ministerialdirektor Ganz vertritt, hält noch immer an der Ansicht fest, daß eine Äommission überhaupt überflüssig sei, weil die bestehenden Verträge eine durchaus genügende Handhabe für die Beilegung etwaiger Kon- fkikte km Rheinland bieten: der Franzose Fromogeo» kämpft weiter für eine zeitlich möglichst unbeschränkt« besondere Rheinlandkommission: die englische These, die Cecil Hurst vertritt, möchte an Stelle dieser Rhcinlondkommission«ine besondere Unterkom- Mission des Völkerbundroies für etivaige Rheinlandkonflikte ins Leben nifen. Aber gerade dieser Vorschlag wird von deutscher Seite mit besonderer Energie bekämpft. Was die Rheinlandräumung selbst betrifft, so wird erst die Aussprache der vier Außen» mini st er am Sonnabend einige Klarheit bringen, weil bei dieser Gelegenheit Briand die Termine nennen will, die die Franzosen für die Räumung ins Auge gefaßt haben. Gerüchtweise verlautet, daß sich Frankreich erst am 1. Dezember zur Räumung bequemen will, also um volle zwei Monate später als die Engländer und die Belgier. Es bleibt bis Sonnabend ab- zuwarten, ob sich dieses Gerücht bestätigt. Der britisch« Außen- Vorwärts-Verlag G.m.b.H. minister Henderson soll, wie man von sicherer Seit« erfährt, darüber erstaunt uizd oerärgert sein, daß die öffentliche Meinung Deutschlands die Geschlossenheit nicht genügend würdige, mit der die englische Arbeilerregierung, unabhängig vom Ausgang der Haager Konferenz, bereits Ansang September zu räumen entschlossen ist. Henderson soll sich besonders darüber wundern, daß die Nach- richt, wonach die Besatzungsmächte von Deutschland den Lerzicht auf die Zurücker stattung der Besatz ungsschäden fordern oder zumindest erwarten, eine so allgemeine Zurückweisung in der deutschen Presse erfahren hat. Wir können nur wiederholen: so sehr wir die Haltung der Arbeitcrregierung in der Räumungs- frag« an sich begrüßen, so wenig halte» wir es politisch für klug, die maralische Tragweite dieser Haltung mit sinan- ziellen Momenten zu belasten. Es scheint allerdings, daß der Widerhall, den diese Frage in der deutschen Presse von rechts bis links erweckt hat, nicht ohne Eindruck auf die englische Delega- tion geblieben ist. Aus deutscher Seite wird diese Angelegenheit nicht übermäßig tragisch genommen, immerhin jedoch als sehr p e i n- 1 i ch empfunden. Das Bcrfahren über die Anmeldung, Nachprüfung und Anrechnung der Schäden ist bisher eine besondere Wissenschaft der beteiligten Stellen geblieben, so daß die deutsch« Delegation sich tatsächlich kein Bild machen kann über die Summe, die aus dem Spiele steht. Da» etwaig« Kompromiß, zu dem man offen- bar auf allen Selten bereit ist und das übrigens durch einen recht unklaren Passus des Aoung-Planes angeregt wurde, ist natürlich wesentlich von den Terminen abhängig, innerhalb deren die Rmimung ovllzogen wird, d. h. also von den restlichen Besatzungs- kosten nach dem 1. September' bis zur vollendeten Räumung. Paris kündigt Abbruch an. Pari». 15. August.(Eigenbericht.) Angesichts der für Sonnabend angekündigten Entscheidung im Haag hat stch der Poriser Presse eine derartige Neroosi- tat bemächtigt, daß sie fast stündlich«in anderes Bild der Lage gibt. Während die Margenblätter vom Donnerstag noch voller Siegeszuversicht waren, von einer„endgültigen Beilegung des Kon- slikts" bzw. der„Verständigungsbereitschaft in allen Lagern" sprachen und dos„Oeuvre" sogar versicherte, daß die Konserenz erst jetzt eigentlich begonnen habe, verkünden die Abendblätter vom Donners- tag fast einstimmig mit absoluter Gewißheit, daß der Abbruch im Haag unvermeidlich sei. Dieser Stimmungsumschwung stützt sich aus k e i n e r 1« i n« u e Informationen aus dem Haag, da man hinsichtlich des Inhalts der Unterhaltungen zwischen den einzelnen Interessenten nach wie vor auf ziemlich summarische Andeutungen angewiesen ist, aus denen mit Sicherheit höchstens dos ein« zu entnehmen ist. daß zwischen dem Angebot„der Bier"— Belgien, Frankreich, Italien und Japan— und den Forderungen des englischen Schatzkanzler» immer mich eine Lücke klafft, die zumindest 50 Proz. der englischen Mehrforderungen ausmacht.„Don der Erhöhung des englischen GesaimanUils um 48 Millionen Goldmark, die Snowden reklamiert, sind etwa 25 Millionen, ohne den Young-Plan anzutasten, disponierbar." schreibt der„Temps" im Zusammenhang mit den Besprechungen der vier Mächte am Mittwoch. Wie dieses Defizit jedoch zu über- brücken wäre und wie vor allem Englands Wünsche aus den un- geschützten Teil der deutschen Annuitäten zu befriedigen wären, darüber weiß man hier auch nicht die geringste Andeutung zu marken, zumal Snowden inzwischen wiederholt hat, daß er seine auf ein« G«samtr«visivn de? Doung-PIanes abzielende Resolution aufrechterhält und die vier Mächte nicht wemger deutlich betont haben, daß st« außer der Lüftung der famosen„Schubladen" zu keinerlei weiteren Opfern bereit sind. Trotz dieser bedrohliche» Versteifung der Situation glaubt man in politischen Kreisen doch, daß von einem krassen Ab- bruch nicht die Rede sein könne. Sollte sich am Sonnabend keine Einigung erzielen lassen, sa werde die Konferenz wahrscheinlich v e r- tagt werden, um noch der Genfer Session des Völkerbundes m geklärter Atmosphäre fortgesetzt zu vxrden. Ein Milttärflugzeug stürzte ab. !lnd wieder starben drei Menschen. Paris. 15. August. Ei« mit fünf Personen besetztes Militärflug» zeug ist in der Nähe von Marseille in de« Berr» See gestürzt. Von de« Jnsasie« konnten nur noetz zwei schwerverletzt geborgen werden. Die andere» drei sind mit dem Apparat untergegangen. Bis zum späten Abend konnte ihre Seichen noch nicht geborgen werden« Postscheckkonto: Berlin 37 52(5.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr, 65. DiZkonto-Gesellschaft, Depositcnkasse Lindensir. S. Niedergang einer Partei. Was im Skki festgestellt worden ist. Die kommunistische„Jmprekor" berichtet jetzt ausführlich über die Verhandlungen des 10. Plenums des Ekki(Exekutiv- tomitee der kommunistischen Internationale). Die Verhand- langen waren Anfang Juli, die Berichterstattung folgte Mitte August! Nach einigen langen Referaten von Kuusinen und Manuilski, die in der üblichen Weise die Weltlage„analysiert" haben, besprach V a r g a, der kommunistische.Wirtschasts- theoretiker, die Vorgänge in der Weltwirtschaft. Nach dem offiziellen Bericht führte er folgendes aus: »Nach der deutschen amtlichen Statistik ist der tarifmäßige Wochenlohn der Arbeiter gestiegen um 5 Proz., 7 Proz., 8 Proz. int Durchschnitt der verschiedenen Gruppen. Demgegenüber ist der Lebenshalwngsindex gestiegen vom Mai 1328 bis Mai 1S2S um 2,9 Punkte bzw. um 2 Proz. Das bedeutet eine Steigerung des Nominallohnes von 5 bis 8 Proz. gegenüber einer Steigerung des Lcbenshaltungsindex mn 2 Proz.(Zuruf: Unver- stänblich!) Sind diese Zahlen gefälscht? Es sind bürgerliche Zahlen. Sie sind gefälscht! Aber wie sind sie gefälscht? Sie sind gefälscht angelegt und sie geben im Verhältnis zur Vorkriegszeit einen zu hohen Lohn, Auch der Lebenshaltungsinder ist gefälscht, ist gefälscht in dem Sinne, daß zuviel billige Warenforten zugrunde gelegt sind. Diese Fälschung kann man aber nur machen, wenn man den Index anlegt, aber man kann nicht jedesmal bei jeder Be- r e ch n ii n g der jeweiligen Indexzahl auf Grund einer feststehenden Basis immer wieder Fälschungen begehen, die Cle- mente sind bekannt und können kontrolliert werden. Für eine Periode, in welcher die Elemente des Index nicht geändert werden, können wir daher die Indexzahlen als rich- tig annehmen." Diese Darstellung deckt sich mit den Ermittlungen der Ge- werkschastew We«n von einer solchen Autorität wie Varga zugegeben werden muß, daß die Lebenshaltung der deutschen Arbeiter in den vergangenen Jahren sich gebessert hat, daß die Löhne schneller gestiegen sind als die Lebenshaltungs- kosten, so liegt darin eine Anerkennung der Arbeit d e r S o zi a ld e m o k r a ti s ch e n Partei und der Gewerkschaften. Wegen dieser Offenheit, die zugleich eine vernichtende Kritik der kommunistischen Verblendungs- theorie darstellt, ist Varga allerdings von einigen nichts- wissenden Diskussionsrednern abgekanzelt worden. Besonders bemerkenswert war eine Rede von P j a t- n i tz k i, Vertreter des Ekki. Er beschäftigte sich mit dem Stand der kommunistischen Organisationen in den einzelnen Ländern. Sehr schlecht kam dabei die Deutsche Kommunist!- sche Partei weg. Seit 1924 ist man hier am Werk, um sich von der Wohnorganisation, die als sozialdemokratisch bezeich- net wird, auf die Betriebszellenorganisation umzustellen. Was ist daraus geworden? Nach den offiziellen Angaben der KPD. gab es 1925 1384 Betriebszellen und 110 Straßenzellen. 1926 soll es 2243 Betriebszellen und 1928 Straßenzellen gegeben haben. Bis zum Jahre 1928 war die Zahl der Betriebszellen auf 1556 zurückgegangen, die der Straßenzellen dagegen auf 2461 gestiegen. Zum Entsetzen des Ekki geht also die Entwicklung von Deuffchland von der„re- volutionärn" Betriebszelle zur„sozialdemokratischen" Straßenzelle. Das äußert sich auch darin, daß die Zahl der Ortsparteiorganisationen, die bereits die Betriebszelle zur Basis hatten, von 549 auf 480 zurückgegangen ist. Es kommt aber noch weit schlimmer: »In den Parteiorganisationen der KPD. in solch großen Industriezentren»>ie im Ruhrgebiet. Halle-Merseburg und Niederrhein ist— anstatt einer Verankerung in den Betrieben und einer Organisierung von Parteizellen in neuen Betrieben— die Zahl der Betriebszellen im Jahre 1928 im Ruhrgebiet um 123, in Halle-Merseburg um 6.3 und im Gebiet Niederrhein um 60 zurückgegangen. In 22 von den 27 Parteibczirken der KPD. ist die Zahl der Parteibetriebszellen zurückgegangen." Im Durchschnitt, so stellt Pjatnitzki fest, gehören nur 18 Proz. der Parteimitglieder in Deutschland den Betriebs- zellen an. Im Berlin-Brandenburger Bezirk ist seit zwei Iahren ein Rückgang von 60 auf 25 Proz. einge- treten. Sehen wir schon hierbei, daß der Versuch der Kommunistischen Partei, ihre Organisation auf die Betriebe umzu- stellen, mit einem völligen Fehlschlag geendet hat, so erfahren wir noch weiter, daß die Behauptung der KPD., sie sei die Vertretung vor allem der Arbeiter in den Großbetrieben, auf Schwindel beruht. Der Ekki-Vertreter berichtet darüber: »Es arbeiteten Parteimitglieder(die Zahl der in den Fabriken und Betrieben beschäftigten Parteimitglieder zu 190 genommen) in den Betrieben Bi,50 B!« 105»1,500 Vis 1000 91,3000 91,5000«fbft 5000 «rdeller«rbeUer Arbeiter Arbeiter Arbeiter Arbeiter Arbeiter 1927...36,13 11»39 21,56 8.79 14,27 5,09 2.76 1928.. 39,00 11,43 18,76 0H3 12,81 3,10 3,21 Die angeführte Statistik zeigt erstens, daß die H a u p t m i t- gliedermasse der KPD.(69 Proz.) im Jahre 1928 i« Verschärfung im Haag. Snowden unnachgiebig.— Grandi will abreisen. Fabriken und Beirre bei» mit einer Belegschaft bis n u 500 Arbeitern beschäftigt war, und zweitens, daß 1025, im Vergleich zum Vorjahr, die Zahl der in den(3 r o ß b e t r i c- b e n beschäftigten Parteimitglieder mit Ausnahme der Betriebe mit Belegschaften bis zu 1000 Arbeitern und über 5000 Arbeiter und Arbeiterinnen zurückgegangen ist."' Ganz allgemein stellt Pjatnitzki noch fest,„daß die Mehrheit der. Mitglied er der lommunisti- Parteien in den kapitalistischen Ländern in der Hauptsache in Klein- und Mittelbetrie- den arbeitet" Und weiter:„In den Großbetrieben und in den wichtigsten Produktionszweigen fehlen die Partei- , zellen, dort aber, wo sie bestehen, sind sie sehr klein und nicht arbeitsfähig..." Aus dieser Herkunft der Mit- gliedschaft läßt sich die polstische Haltung der Kommunistischen Partei erklären: Da sie nur geringe organisatorische Beruh- rung mit dem eigentlichen Industrieproletariat hat, ist sie kleinbürgerlich-radikal, ihre Wneigung gegen die gewerk- schaftliche Organisation, ihre Zuneigung zu Putschen und Handstreichen sind Ueberreste aus jener Zeit der Arbeiter- dewegung, wo Betriebe bis zu SSV Mann schon Riesenunternehmen darstellten. Nach diesen tatsächlichen Feststellungen bringt Pjatnitzki eine heftige Kritik der Tätigkeit der KPD. vor:„Das im großen und ganzen die Betriebszellen schlecht ar- d e i t e n, ist eine allgemeine Erscheinung." Manche Betriebszellen hätten nicht gewußt, wenn in einer Fabrik Streikbewegungen einsetzten. Von der kommunistischen Presse sagt er: .Unsere große Presse... wird sehr langweilig auf- gezogen und besitzt kein« große Verbreitung. G«- l.ingen diese Zeitungen«m die breitesten Massen? An jene Massen, die, sagen wir die fozkatdemokrcrkifche Presse lesen? Nein, sie ge- langen nicht an sie." Man erfährt weiter, daß zwar neue Mitglieder für die Partei gewonnen werden, aber man kümmere sich nicht um sie und die Folge davon sei,„daß die Neuaufgenom- inenen wieder aus der Partei austreten." Die „revolutionären Betriebsräte", von denen zuletzt viel die Rede war, bezeichnete der Ekki-Bertreter indirekt als Organisatio- nen,„die nur dazu gebildet werden, um aus d e m Papier zu stehen." So sei es zu erklären, daß das Verbot der„Roten Fahne" und ebenso das Verbot des Roten Frontkämpfer- bundes völliger Passivität in der Partei begegnet sei. Warum aber wird so schlecht gearbeitet? Ersten» ein übertriebener Zentralis oius, der die Initiative der Ortsorganisationen erschwert und dies« Initiative be- bindert. Die Ortsparteiorganisationen warten, bis iich die Zentrale äußert. Wenn sich die Zentrale äußert, dann werden wir keinerlei Fehler machen und man wird uns keiner- lci Abweichungen an die Rockschöße heften. Hier werden wir un- verletzlich sein. Wenn wir die Direktive der Zentrale erholten, dann lännen wir die Arbeit entfalten. D a aberdi« Resolutionen und Direktiven sich sehr häufig verspäten, so warten die Parteiorganisationen und tun nicht«, oder tun wenig. Wo» werden sie denn machen, wen« die Parteileitungen m Zellen großer Ereignisse auf Direktiven von der Zentral« warten werden, während sie von der Zentral« obge- Ichnitten sind?" In welchem Maße die kommunistische Organisatton bureaukrattsiert ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß die zen- «ralen Apparate 50 bis 200 Mann stark sind. In Deutsch- lind sind es wohl noch viel mehr als 200 Mann. Und dieser Ri-es.enap parat hat ein« Partei zu leiten, die nach den von Pjatnitzki angegebenen Zahlen in den letzten Iahren bei 124 000 zahlenden Mitgliedern stehen geblieben ist! Das ist die offizielle Angabe, die Wirklichkeit dürfte noch trauriger aussehen. Einer der nachfolgenden Redner hat festgestellt,„daß die Rede des Genossen Pjatnitzki bei allen unseren Genossen Befriedigung hervorgerufen hat." Der Niedergang einer Bewegung löst sonst bei den Beteilig)- tcn Beschämung und Mißbehagen aus. Bei den Kommunisten ist es umgekehrt. Der höchste Grad der Befriedigung wird wahrscheinlich dann erreicht sein, wenn die Partei ganz bankrott ist! l�echisblock in Schleswig-Holstein. Vorbereitungen für die provinziallandtagsvahl. kiel. 15. August. In einer vom Landesverband Schlcswig-Holftein des Nordwestdeutschen Handwerkerbunde» im Einvernehmen mit dem Schleswig- Holsteinischen Lauernbund nach Kiel einberufenen Versammlung politischer und wirtschaftlicher Organisationen Schleswig-Holsteins wurde beschlossen, für die bevorstehenden Prooinziallaudtagswahlen ein« Einheitslist« aufzustellen. E» wurde ein Unterausschuß von neun Personen gebildet, der sich alsbald mit den Kreisorgani- s a t i o n« n wegen der Aufstellung einer E i n h« i t S l i st« in Verbindung fetzen soll. Zu den beteiligten Organisationen ge- hören: Schleswig-Holsteinifcher Bauernbund, Londbund Schleswig- Holstein, Oewerkfchastsbund der Angestellten, Deutschnaiionale Volks- partei. Deutsch« Volkspartei, Reichspartei des Deutschen Mittel- siandes, Deutsche Zentrumspartei. Schleswig-Holsteinifche Bauern- und Landvolkspartei und mehrer« wirtschaftliche Verbände. Oer Pogrom von Glabodka. Woldemaros möchte ihn gern verleugnen. Sowno, 16. August. Zwischen der„Jüdischen Stimme" und der Regierung herrscht ein« stark« Meimingsoerschiedereheit hinsichtlich der Frage, ob ernst zu nehmende judenfeindliche Ausschreitungen im Kownoer Vorort S l a b o d k a begangen wurden oder nur belanglose Prügeleien. Di« Regierung hatte alle Nachrichten über einen Judenpogrom dementiert. Die„Jüdische Stimme hat aber genügend 2ln- klagematerial gesammelt,»m ihre Meinung zu begründen, und dieses Material dem Ministerpräsidenten Woldemaras zugestellt. Das Regierungsblatt„Lietuoos Aidas" streitet auch mit der„Jüdischen Stimme" über die kommunistischen Demonstrationcversuche am 1. August. Nach der Behauptung des Regierungsblattes waren die überwiegende Mehrzahl der Demonstranten Juden. Demgegenüber erklärt die.Lüdische Stimme", daß die Polizei an dem genannte» Tage Verhaftungen ganz wahllos vorgenommen habe, so daß u. a. auch ein 70jähriger SyiiagogcndiMer verhajtet wurde, der zufällig die Straße passierte. Es wee-de immerhin nicht leicht sein, aus solchen Personen„kommunistische Unruhesttster" zu machen. Das Arbeitslosenproblem. Oer Sachverfiändigenbericht im Ausschuß. Der Sozialpolitisch« Ausschuß de» Reichstag» trat am Donnerstag unter außerordentlich starkem Andrang von Reichs- tagsabgeordneten und Länderoertretern zusammen. Der Vorsitzende Esser bemerkte einleitend, daß die Einberufung zum heutigen Tage auf einer bindenden Ehrenerklärung beruht und deshalb«ingehaven werden mußte. Reichsarbeitsminister Wissel! teilte mit, daß er dem Reichskabinett ein« Vorlage über die Reform der Ar beitslosenversicherung unterbreitet Hab«. Es beständen aber Innerhalb d« Sabine«» noch Vleiwmgsverfchtedevhettev in wesentlichen Fragen. über die bisher eine Einigung nicht möglich war. sv daß er heute keine abschließend« Meinung der Reichsregierung mitteilen könne. Alsdann gab Ministerialdirektor Weigert«inen zweistündigen Bericht über die Verhandlungen des Sachverständigenausschusses. Als Grundlage diente«ine Erhebung der Reichsanstalt, durch die da» Arbeitsschicksal von über zwei Millionen Der- sicherten vom 15. März 1929 als Stichtag erfaßt worden war. Im Mittelpunkt der Ergebnisse des Sachverständigenausschusse, steht der Vorschlag, künftig die Höhe der Unter st ützungssätze in Beziehung zu bringen zu der Dauer der Beitragswochen. Der Dorschlag ist in der Kommission gegen die Stimmen der verkreier der sozialdemokraSschen Reichs lagsfrattion, de» JIDGV. und de» AsA Luades angenommen worden. Die vollen Leistungen der Arbeitslosen- Versicherung sollen nur dann gewährt werden, wenn der Arbeits- los« vorher etwa 62 Wochen gearbeitet hat, ohne daß dieser Zeitraum durch einen Unterstützungssall unterbrochen war. Hat er weniger als 52 Wochen gearbeitet, so senkt sich die Unter» stützung nach einer bestimmten Staffelung. So kam man mit anderen Posten, die ein Ersparnisprogramm der Mehrheit bilden, zu Einsparungen, deren Summ« 163 Millionen erreicht. Trotzdem bleiben nach den Voraussetzungen der Kommission 116 Millionen im Jahre noch ungedeckt. Hier setzt nun der Borschlag der Kom- Mission ein, für eine begrenzt« Zeit den Beitrag um K Proz. zu erhöhen. Die Erhöhung um Vi Proz. bedeutet nach den Ergebnissen vom Jahre 1928«in Aufkommen von 137 Millionen Mark im Jahre. Sie reicht also aus. um die Lücke zu füllen und die Rücklagen noch um ein weniges zu verstärken. Diese Erhöhung der Beitragsleistung kann aber wahrscheinlich vor dem 1. November 1929 nicht in Kraft treten, weil die Veränderung des Gesetzes soviel Zeit erfordern wird. Deshalb muß der finanzielle Ausgleich durch «inen Ueberbrückungskredit herbeigeführt werden. Dis Kommission glaubt«, daß die Arbeitslosenversicherung diesen Kredit zu erträglichen Bedingungen finden kann, zumal, wem, das Reich sie dabei unterstützt, falls sie auf die Dauer saniert ist. Was die Darlehen betrifft, die das Reich der Anstalt im letzten Winter gewähren mußt«, hat eine Mehrheit der Kommission vorgeschlagen. da» Reich möge diese Darlehen zinsfrei bis zum 1. April 1935 stunden. Darsttzender Esser schlug vor, angesichts des großen Umfange» des gehörten Berichts und des dazu unterbreiteten Materiols zu« nächst den Fraktionen Gelegenhest zuWDtcllungnahme zu geben und deshalb die Verhandlungen zu vertagen. Abgeordneter Rädel(Komm.) bezeichnete es als eine besondere Ehre, der Sachverständigenkommission nicht angehört zu hoben. Er Hab« auch keine Gelegenheit gehabt, den gedruckten Bericht zu lesen, müsse aber trotzdem die sofortige Beratung verlangen. Abg. Hueck(D. Dp.) bedauerte, daß noch keine Rcgierungs- vorlag« unterbreitet worden wäre und sprach sich für die Vertagung de, Ausschusses bis nächsten Dienstag aus.. Abg. H a ß l a ch e r (Dnat.) ist angesichts der Sachlage ebenfalls für die Vertagung. Es wurde gegen die Kommunisten b e s ch l o f s e n, die folgende Sitzung de» Ausschusses am nächsten Dienstag abzuhalten und zunächst die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände gutachtlich zu den Er- gebnisse» der Sachverständigenkommission zu hören. Oer Arbeitsmarki im Dfoich. Di« saisonmäßigen Entlastungen reichten nach dem Bericht der Reichsanstalt für die zweite Augustwoche nur aus, um die rück- läufigen Tendenzen auszugleichen. In sieben Bezirken stieg die Zahl der Arbeitslosen um 7500, w sechs anderen Bezirken ging sie um 7000 zurück. Die Zahl der Hauptunterstützungs- empfänger, die, wie bekannt, nicht die Gesamtlast der Arbeits- lostgkeit umfaßt, lag am End« der Woche noch nahean71000 0. Den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit hat Brandenburg erfahren. Eine trübe Aufstandsfeier. Skorfantys Demonstrationen verboten. „ Warschau. 15. August. Am 18. August trifft in Sattowitz der polnische Staatspräsident Moscicki ein, um der Zehnjahrjeier des ersten ober- schlesifchen Aufstand«» deizuwohnen. Di« von den Kor- sonty nahestehenden Gruppen unabhängig von der amtlichen Feier geplanten Sonderfestlichkeiten sind von der Polizeidirektion Kartowitz verboten worden. Korfantys„Polonia" bringt aus diesem An- laß einen Aufruf, in dem betont wird, daß gerade dl« heut« in Polen herrschende Partei kein Recht habe, die Zlufstandsfeier für sich allein in Anspruch zu nehmen, da die Gründer dieser Partei es niemals gewagt hätten,„von einem Anschluß Oberschlesiens an Polen auch nur zu träumen". Auf die von polnischer Seit« bisher abgeleugnet« Der- b i n d u n g zwischen der Warschauer Regierung und den Droht- ziehern der oberfchlesischen Ausstände wirft ein bezeichnendes Licht die Polemik, die jetzt zwischen den regierungsfreundlichen Blättern in Kattotoitz und Korfantys„Polonia" über die Vorgeschichte des ersten Ausstand«» von 1919 geführt wird. Um Kor- saitty zu diskreditieren, bracht« ein Regierungsblatt den Text eines von Korfanty mtterzeichneten Schriftstücks vom 29. April 1919, das ein« Absage des damals schon beabsichtigten Aufstandes darstellt Demgegenüber stellt nun die„Polonia" fest, daß das Losschlagen der Ausständischen damals von der Regierung und dem Pilsudski unterstellten Generalstab mit Rücksicht auf die ollgemein« politische Lage untersagt worden ist. Korfanty habe also durchaus im Einvernehmen mit den maßgebenden staatlichem Stellen gehandelt. Rückkehr in den Völkerbund. Die Regierung von Peru hat beschlossen, wieder vollen Anteil an den Arbeiten des Völkerbundes zu nehmen, Oer Rangstreit zweier Großmächte. Llm die zwei Salutschüsse für Danzig. Dan, ig. 15. August. Der diplomatische Vertreter der Republik Polen in Danzig hat heute an den Präsidenten des Senats in dem Streitsalle über die bei dem Besuch ausländischer Kriegsschisse dem Präsidenten des Senats, dem Oberkommissar des Dölkerbundes und dem diplomatt- schen Vertreter der Republik Polen zu gewährenden Salutschüsse eine Rote überreicht, in der der diplomatische Vertreter der Republik Polen vorschlägt, die Entscheidung über dies« Angelegenheit dem Obertom missar zu überlassen. Weiter macht der diplo- motisch« Vertreter Polens in dieser Rote den Borschlag, in Zutunst bei dem Besuch fremder Kriegsschiffe auf die Abgabe von Salut- schössen zu verzichten. Er erklärt, daß er einer solchen beiderseitigen Vereinbarung beitreten würde. Hierzu erfährt WTB. an zuständiger Danziger Stell« u. a. folgendes: ,Dü« Rot« wird den Gegenstand von Erwägungen und Entschlüssen bei der Danziger Regierung bilden. Sachlich Ist zu dieser Rot« zu bemerken, daß vor Eintreffen der itqlienischen Schssf« durch den polnischen diplomatischen Vertreter in Danzig beim Ober- kommissar des Völkerbundes ein Einwand vorgebrocht wurde gegen eine etwaige Absicht der italienischen Schisse, für den Repräsen- tonten des Ssnats 21 Schuh S a l u t zu schießen. Hieraus hoben auf Veranlassung des Oberkoinmissars Besprechungen zwischen je einem Vertreter von Danzig und Polen stattgefunden, bei denen fest. gestellt wurde, daß der diplomtijche Vertreter der Republik Polen in Danzig auf dem Standpunkt steht, dem Repräjentantcn des Senats ständen nicht 21 Sckuiß zu. die in der ganzen Well für den In- Haber der obersten«laatsgewalt üblich sind und die auch bei einem früheren Flottenbesuch in Danzig bereits gefeuert wurden, ohne daß damals von irgendeiner Seite Einspruch erhoben wurde. Was den polnischen Vorschlag betrisst, die Regelung der Angelegenheit d.-m Oberkommissar des Völkerbundes zu übertragen, io Ist hierzu zu be- merken, daß dieser Gedanke von Danzig bereits dadurch ver- wirklicht worden ist, dost Mitte voriger Woche der Oberkommissar des Völkerbundes von der Dangiger Regierung um V e r m i t t» lung gebeten wurde. Dieser hat auch bereit» Dermittlungsjchritt« bei der polnischen Regierung unternommen. Di« Danziger Regierung hielt sich daher nicht für berechtigt und erachtet«» als nicht den Gebräuchen bei einem derartigen Verfahren entsprechend, während des Fortganges der schwebenden Dermittwngsaktton durch irgendwelche wetteren Schritte oder Verössentlichungen ihrerseits der erhossten gütlichen Regelung der Frag« vorzugressen." Bravo!........---»> Oer Herr Bürgermeister.> llnd die Schwadroneure vom Iögertag. Am 30. Juni 1929 hiell die Bereinigung der ehemaligen Jäger und Schützen in Schneidemühl ihre Bezirkstagung ob. Bei diesem Fest hat ein deutschnattonaler Stadtverordneter Handtk« vom Balkon des Rathauses in Schneidemühl«in« Red« geHallen, in der er u. o. etwa folgendes sagte:„Sollte dieser Dertrag von Versailles bestehen bleiben, dann werde ein gewaltiger Sturm im Lande ern- fesselt werden, der die da oben hinwegfegt, und zevar die Minister ohne Pension." Diese Rede hat Handtk« vom Rathausbalkon herab geHallen. während neben ihm der amtierend« Bürgermeister Reichardt stand, ohne ihn zu hindern oder einen Einspruch zu erheben. Auch nachher hat sich der Bürgermeister Reichardt nicht richtig be» nommen. denn er ist mit mehreren Stadträten beim Abschreiten der Front der Verein« an einem Rollwagen grüßend vorbeigegangen. der mit vielen schworzweißroten Fahnen versehen war und dessen Pferde von Hakenkreuzlern mit Stahlhelmen gehalten wurden. Wegen dieser Borkommnisse wurde die Republikanisch« Bs« fchwerdestell« Berlin bei dem Oberpräsidenten von Bülow in Schneidemühl vorstellig und erhielt unter dem 7. August d. I. folgenden Bescheid: „Eine Nachprüfung der der dortigen Beschwerde zugrunde liegenden Borgänge hat in der Hauptsach« ihr« Richtigkeit er- wiesen. Ich habe dem vcrantworllichen Beamten des Magistrat» gegenüber das Erforderlich« veranlaßt und auch Borsorg« getroffen, daß derartig« bedauerlich« Borgäng« sich nicht wieder». holen." Opiumlager beschlagnahmt. Versorgungsstelle für Opiumhöhlen. Der Rew-gorker Polizei lfl es nach neunmonatigen Roch- sorschungen gelungen, in einem geheimen Raum eine» Rew-Zarker Haseaschuppens ein riesige» Opiumlager zu entdecken. Opium im werte von 250 000 Dollar wurde beichlagnahmt. Die Polizei stellte fest, daß von diesem geheimen Lager aus nicht weniger als 12 Opinmhöhlen versorgt wurden. Besserung im Befinden des Reichskanzler». Wie von.zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist im Befinden de» Reichskanzlers e:n« weitere Besserung.zu verzeichnen. Der Reichskanzler läßt sich be- reits politische Borträge hallen. Staatssekretär Dr. Pünder hat am Donnerstag dem Reichskanzler«inen Vortrog über den bisherigen Verlaus der Verhandlungen im Haag gehalten. Versammlungsverbot in Hamburg ausgehoben. Der Senat hat beschlossen, dos om 1l. März für Nationolsozialisteu und Kommunisten erlassene Verbot össentlicher Auszüge und Versammlungen unter freiem Himmel mll Wirkung vom 16. d. M. aufzuheben. Gegen den Freispruch des Pastor» wünchmeyer, der sich am 24. Juli vor dem Schössengericht in Hannover wegen eines Ver- gehe»» gegen das Republirschuftgesetz zu verantworten hatte, Ist— wie uns die Iustizpressestelle Hannover mitteill— von der Staats- anwoltschast Berufung eingelegt worden. keine TNeuterel. Der sranzösische Mariucminister hat die Mel- düng, doß in den nstasiatlschen Küsteuge wässern aus dem Schlacht- schiff„Waldeck-Rouiseau" eine schwere Meuteret stattgesunden habe, aus» entschiedenste dementiert. Wie lange noch? Sie Loreley: �Ich weiß nicht, was soll es bedeuten-- 0 Oer Soldat: ,Ia, Madame, ich auch nicht/ Aegypten in der Krise. Mahmuds Verzweiflungskamps um die Diktatur. Kairo, IS. August.(Eigenb«richt.) Die Schwierigkeiten für einen reibungslosen Abschluß des englisch-Sgyptischen Vertrages und damit für eine endliche Konsolidierung der ägyptischen Innenpolitik erweisen sich g r ö h e r als es in den Tagen noch der Entlassung Lord Lloyds den Anschein hatte. Mohammed Mahmud macht verzweifelte Anstrengungen zur Be< hauptung seiner schwer erschütterten Position und wird in seinen Bemühungen durch seine Freunde aus dem Lager der unentwegten Tories unterstützt. Sie bedienen sich hierbei de» altbswährten Mittels der Sachverständigen. Zwar haben sie bei dieser Methode nur teilweisen Erfolg. Di« Auskünfte der militärischen Experten geben dem Standpunkt des englischen Auswärtigen Amtes durchaus recht. Sie lauten dahin, daß die Besetzung der Kanalzone und engsische Flieger auf der Ost- seile völlig ausreichen. um den britischen Verkehrsweg nach Indien auch im Ernstfalle zu sichern. Als Ausgleich für diesen Versager werden jetzt die wirt- scha stlichen Interessen Englands in Aegypten als gefährdet bezeichnet. Mit einem Mol ist- ein konzentrischer Angriff gegen die Abschaffung der Kapitulationen eröffnet worden, obwohl dies« Kon. Zession bereits von Lord Lloyd an Aegypten gemocht worden ist. Ein P e t i t i v n s st u r m der europäischen Kolonien in Aegypten prophezeit ihren Untergang, da die Ausländer in Zukunft schranken- los der Willkür der ägyptischen Beamtenschaft ausgeliefert fein werden. Man geht sogar soweit, eine Sonderakkion Mussolinis zum Schutze der bedrohte« europäischen Interessen anzukündigen. Lord Lloyd, dessen Beziehungen zu den Engländern Aegyptens niemals die herzlichsten gewesen sind, wird in diesem Zusammenhang plötzlich als der Bater und die Mutter des Angel. sachsentums in Aegypten gefeiert. Gleichzeitig werden Gerüchte aus- gestreut, daß ein«nglifch-ägyptischss Abkonnnen keine Aus- sichten aus Annahm« im englischen Parlament Hot, obwohl die Regierung der Ilnlerstützung der Liberalen sicher ist. Än Erwartung der Wirkungen dieses Vorstoßes stellt sich Mohammed Mahmud gegen die Forderung de» englischen Kabinetts taub, eine oer- handlungsfähige ägyptische Regierung zu schaffen. Das Zögern des Labourkabinetts seinen Verfchleppungsverfuchen gegenüber ist darauf zurückzuführen, daß die unglückselige ägyptische Erbschaft Lord Lloyds so reibungslos wie möglich liquidiert werden soll. Dom Auswärtigen Amt in London nah«stehend« Persönlichkeiten haben dein ägyptischen Ministerpräsidenten privatim bedeu» det, nach Aegypten zurückzukehren, um gemeinsam mit dem Wasd eine Koalitionsregierung zu bilden, die als Vertretung des ägyptischen Volkes in der Loge wäre, verbindliche Verhandlungen zu führen. Das englische Kabinett will auf diese Weis« die positiven Ergebnisse seiner bisherigen Berechnungen mit Mohammed Mahmud anerkcnnen. aber andererseits nur mit einer wirtlicheil Dolksregierung verhandeln. Die zu diesem Zweck unternommenen Verständigungsoersuche Mohammed Mahmud» mit seinen bisherigen Gegnern haben, wie der Orientkorrefpondent des„S o z. Pressedienst" von gut unterrichteter Seile erfährt, nicht die geringste Aussicht auf Erfolg. Alle auch nur einigermaßen in Frage kommenden ägyptischen Poli- tikcr rechne» mit Bestimmtheit aus einen überwältigenden Wahlsieg der Z a g h l u l i st e n. Es ist symptomatisch, daß selbst diejenigen Persönlichkeiten im Lag«,- des Wofd, die während des Regimes von Lord Lloyd im Begriff waren, zu Mohammed Mahinud hinüberzuschwenken, jetzt eine abwartende Stellung ein- nehmen und den Gang der Ereignisse abwarten. Die Erwartungen für die Umwandlung der latenten Minister- trise in eine offen« verstärken sich unter diesen Umständen immer mehr, obwohl mit einer wirklichen Klärung der Lage, auch nach einem Sturze Mohammed Mahmuds, erst nach der Rückkehr König Fuads aus Europa zu rechnen ist. Z>er Landesverrat des Putschministers erwiesen. fiainu 1«. August. �Eigenbericht) Zn Aegypten»rregt«in Geheimabkommen zwischen Lord Lloyd und dem Ministerpräsidenten Mohammed Mahmud großes Aussehen, dqs den Retter Aegyptens als Agenten der vnn Winston Churchill inspirierten und von Lord Lloyd ausgeführ- ten Politik der faschistisch eingestellten Diehards auf das schwerst« kompromittiert. Der Vertrag datiert von dem Tage, an dem Mohammed Mahmud sein Mandat als Abgeordneter des Wasd angeblich aus Gesundheitsrücksichten niederlegt«, um den Tag darauf im Vertrauen auf die von Lord Lloyd zugesagte Rückendeckung sein Attentat auf die ägyptisch« Volksvertretung zu machen. Es ist ein förmliches.Handelsgeschäft, in dem da» Diktatur- Programm Mohammed Mahimids genau seftgelegt wird und in dem auch die Konzessionen genau stipuliert sind, mit denen der ägyptische Ministerpräsident die Zustimmung des verflossenen eng- tischen Vertreters zu seinem Verrat erkaust Hot. Durch die Veröffentlichung des Dokuments wird die Behauptung Lord Lloyds schlagend widerlegt, daß er es stets vermieden habe, in di« Inneren Verhältnisse Aegyptens aktiv einzugreifen. Es erweist auch di« Schuld des ehemaligen englischen Oberkommissar» an der gefähr- lichen Richtung, in der sich die Erregung des ägyptischen Volk«, auszuwirken drohte. In engem Zusammenhang mit dem Intrigenspiel der beiden Kotastrophenpolitiker steht die Feststellung der neuerdings trotz aller Zensur wieder sehr angrissslustig gewordenen Presse des Wafd, daß der zur Diskreditierung des wofdistischen Ehefs Na ha» Pascha angestrengt« Karruptionsprozeh in dqs gleich« Kapitel fällt und hl« zur Stützung der Anklage verwandten Dokumente Fälscher st ühk« ähnlicher Art und ähnlichen Ursprungs gewesen sind wie der zum Sturz des ersten Kabinetts Macdonald von den Konservative» benutzte Sinowsewbrief. Deutschnationale Hintergründe Die Geldgeber vnd Geldnehmer. Uns wird geschrieben: Der im„Vorwärts" in Verbindung mit dem Konkurs der G e- trsidekreditbank A-G. in Magdeburg mehrfach er- wähnte Großagrarier Major o. D. von Gaza in Möfer und der Rame des durch Selbstmord geendeten Großhändlers G o t t I ch a l k b?weis«n zweifelsfrei, daß mindestens in der Provinz Sachsen intimste Zusammenhänge mit organisierten rechtsradikalen Kreisen, nämlich mit dem Landdund und der Deutsnchationolen Volkspartei, bestehen. G o t t s ch a l k war nämlich einer der Hauptgeldgeber und Gaza führendes Vorstandsmitglied des„Verbandes nationaler Grundbesitzer und Pächter" für Sachsen-Anhalt mit dem Sitze in Magdeburg, ins Leben gerufen im Gründungsiahr der Gstreidekreditbankon mit der umfassenden Aufgabe, olles das zu organisieren, finanzieren und auszubeuten, was den Rechtsputschisten irgendwie nützlich zu werden versprach. Also«in„politisches Mädchen für alles". Der Gründer und Akteur diese» Verbandes ist von A l v e n»» leben, Neugattersleben, der zwar auch die gesamte Agitation über- nahm, aber ohne bestechendes Aushängeschild kaum imstande gewesen wäre, größer« Erfolge zu erzielen, da man ihm. dem seinerzeit noch Amerika Verschickten, zunächst nicht recht traut«. So gab sich der ehe- malige Oberpräsident in Potsdam, von der Schulenburg- Schritte, als nomineller Vorsitzender her: und auch Reichsminister a. D. Schiel«, damals noch nicht in Amt und Würden, wurde sofort gewonnen. In wenigen Monaten war fast der gesamte Adel von Sachsen und Anhalt im„Verband nationaler Grundbesitzer und Pächter" zusammengeschlossen, da nur einige nationalsozialistische Außenseiter der Adelsclique damals noch nicht genehm waren. Auch die Getreidchändler und Großfirmen, die zu der Landwirtschaft in irgendwelchem Lieferverhältnis standen(wie z. D. G o t t s ch o l k, Bennccke u. a. m.), traten der Organisation ebenso geschlossen bei wie die Klein- und Mittelbauern, die der dauernd redende Alvens- leben teils mit rücksichtslosem Koalitionszwang, teils mit dem Versprechen gewann, ihre Söhne in der Reichswehr unterzubringen und von Sachsen aus ganz Preußen zu erobern. Von dem Ehrgeiz getrieben, Abgeordneter und einmal Minister zu werden, versuchte Aloensleben, der als deutschnationaler Reichs- tagskandidat bereits zweimal durchgefallen ist, seine Unentbehrlichkeit stets durch ungewöhnliche Projekte zu demonstrieren. Darum widmete er sich zunächst nicht vorwiegend den Getreidekreditbanken, sondern der Gründung einer Arbeiter-Kaiscrpartei, die jedoch jämmerlich vorbeigelang bei dem ersten Versuch, für diesen Wahnwitz wenigstens c.nige Arbeiter aufzutreiben. Am feurigsten aber betrieb er Kon- spirationen mit der Reichswehr, wofür ihm und seinem Verband« ein Herr von Krosigk, der Hauptgeld n e h m e r des Verbandes, als Mittelsmann mit fester Anstellung in Stendal zur Verfügung stand. Der Hauptwunsch Alvenslebens und der im„Verband nationaler Grundbesitzer und Pächter" zusammengeschlossenen sächsischen Adels- clique aber war es, den damaligen Oberpräsidenten Hörsing zu beseingen. Diesem Plane wurde zeitweise alles andere untergeordnet und jede Summe geopfert. Der„Verband nationale? Grundbesitzer und Pächter' hatte übrigens sein Bureau im Londbundhaus in Magdeburg, Landbund- engestellte besorgten den größten Teil der Arbeit für den Verband, dessen Redner verpflichtet waren, auch für den Landbund und die Deutschnationale Voltspartei Vorträge zu halten, die beide hin- wiederum dem Verband ihre Redner abgaben. Später fand Aloensleben mehr und mehr Zeit, sich auch den Angelegenheiten der verschiedensten ländlichen Kreditbanken zu widmen. deren Hauptschuldige am Zusammenbruch mühelos in den Listen des Aloenslebenschen Verbandes und vermutlich auch in denen des Stahlhelms zu finden sein werden. Denn beide lasten sich in Sachsen nicht mehr trennen, seitdem Aloensleben auch noch die Führung des Stahlhelms übernommen hat. Oer Reichsiag in der Schule. Ein braunschweigisches Verfassvngsbuch. Der braunschweigische Minister für Volksbildung S i e v e r s bat der braunschweigijchen Schuljugend aus Anlaß der zehnten Wiederkehr des Vertastungstages ein« Schrift überreichen lasten, die unter dem Titel„Der Reichstag, wie er entsteht vnd wie er arbeitet" den Kindern das politisch« Leben in der Deutschen Republik in leichtverständlicher Weis« vor Augen führt. Die beiden Sätze der Reichsoerfastung„Das Deutsche Reich ist eine Republik. Die Staotsgcwalt geht vom Volke aus.' sind in der Schrift sinnfällig erläutert. Vom Wahlgang bis zur Arbeit des Reichstages selbst ist dem Schüler dos parlamentarisch« Leben des deutschen Volkes in dem durch ein anschauliches Bildermaterial wir- kungsvoll unterstützten Text verstandlich gemacht. Das schmucke Heft dient dem Gedanken einer republikanischen Staotsbürgererziehung in der Schul«. Di« Rechtspresse Braunschweigs ist natürlich über die Festgabe empört. Sie behauptet, daß die Schuljugend Braunschweigs durch diese Schrist im sozialislilchen Sinn« beeinflußt würde. Alz Erwide- rung auf diese Presteangriff« Hot der Minister für Volksbildung dem Verfasser der Festgabe folgendes Schreiben zugehen lassen:„Nachdem Ihre schöne Schrift„Der Reichstag' in einigen Zeitungen«in- so üble und ungerecht« Beurteilung erfahren hat, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen einige anerkennende Wort« über Ihre Arbeit zu sagen. Trösten Sie ssch damit, daß neben den wenigen engherzigen und unwissenden Kritikern eine große Zahl sach- kundiger Männer steht, die freudig berührt war von ltew Geschick, mit dem Sie diesen spröden Stoff behandelt haben. Ihr« prächtig« Schrift wird über den Verfassungstag hinaus als Unter» richtsmittcl gute- Dienste tun und unseren Schulkindern Verstand- nis und Achtung für die großen Aufgaben des Reichstages vermitteln.'_ Gegen Kommunistenbank. Sin französisches Lustizverfahren. Pari«. IS. August.(Eigenbericht.)- Die französisch« Regierung Hot sich in ihrem Fcld.zug gegen die kommunistische Partei jetzt deren Geldbeutel als Angriffsobjekt ausgesucht. Gegen die kommunistische Arbeiter- und Bauer?.- dank, die sowohl di«„humanite" wie auch zahlreiche Konsumge- schäfte finanziert, ist formell Anklage wegen unlauterer Sc- schäftssührung erhaben worden. Es heißt darin, das Kapital der Bank, da» nominell 8 Mllionen betragen soll, sei in Wahrheit nur mit 3 Millionen eingezahlt worden. Die übrigen Aktien sei«» nur fiktiv gezeichnet, außerdem habe di« Bank in den vier Jahren' ihre» Bestehens gefälschte Bilanzen veröffentlicht und fiktive Dividenden verteilt. Ihre Berbindlichkeiten beziffern sich heute auf 24 Millionen, denen an Aktiven nur 3,5 Millionen gegenüber stünden. I Verschärfung des<5hina«Konflikis. japanische Pläne in der Mandschurei. . Moskau, 15. August. In den beiden letzten Tagen hat sich die chinesisch.russisch« Spannung offensichtlich verschärft. Die offiziösen.Iswestija" bringen zum erstenmal eine Mitteilung über klein« Scharmützel an der russisch-chinesischen Grenze, wobei daraus hingewiesen wird, daß di« russisch«»„Weißgardisten' sofort nach dem Ausbruch des Konflikts schon begonnen hatten, die Sowjetgrenzposten zu b e> schießen und zu beunruhigen, daß aber«rst in den letzten Tagen infolge dieser Plänkeleien mehrere Tote und Verwundet« zu verzeichnen waren. Diese Meldung und. di« sehr kurz« amtliche Mitteilung über die B i l d u n g« i n e r b e s o n d e r e n A r m«« in Ostsibirien haben die Stimmung in Moskau wieder nervöser gemacht. Di« Sowjet» blätter verschörsen diese noch durch die täglichen Meldungen über Brutalitäten der chinesischen Behörden gegenüber den Sow. jctstaatsangehörigcn. di« sich noch auf mandschurischem Gebiet be> finden. Nach tclcgraphischen Meldungen aus Tschlta befinden sich in Charbin noch etwa 40 russisch« Familien. In Mandschuria 60. Die Männer, Angestellte der ostchinesischen Bahn, sind ausgewiesen worden und di« Familien befinden sich in hilfloser Lage. In Charbin sind alle Kontore, die vor dem Beginn des Konflikts mit sowjet- I russischer Steinkohle handelten, geschlossen worde». Die man in Moskau erfährt, sind in Charbin die ZNllilöraktoche» der englischen und der amerikanische« Gesandtschast eingetroffen. Besonders der Amerikaner soll sich sehr„aktiv" zeigen. die leitenden Männer der chinesischen Behörden besuchen und große» Interesse jür alle Fragen der Ostchinssischen Bahn zeigen. In Ehar- bin Hot sich unter Führung eines gewissen Maschkow«in„A kt> o« s» k om i t ee" der russischen Emigranten gebildet, dem auch der ehe- molige Bischof Methodius angehört. Die Japaner enlwickeln in der Mandschurei ebensall» eine eifrige Tätigkeit. Der Wzedirektor der südmandschnrischen Eisen. bahn(über die bekanntlich di« Japaner verfügen) verhandelt mit der chinesischen Regierung in Mukden über dieErbouungchiner Bahnlinie von Girin zur Küste des japanischen Meeres. Da- durch würde die südmondschurische Bahn ein« neue Zweiglinic erhallen, die zur Erweiterung des japanischen Ein. f l u s s e s in der östlichen Mandschurei dienstbar gemacht ipeoden könnte. Bon Girin bis Duchua ist sie tatsächlich schon syst fertig- gestellt. Ueber dies« japanischen Pläne berichtet die Sowjetpresse nach Tokioter Quellen, ohne indessen in irgendeiner Weis« dqzu Stellung zu nehmen. Die südmandschurisch« Bahnlinie Hot übrigens. nach der Behauptung japanischer Blätter nqch Ausbruch des chinesisch-russischen Konflikts eine erheblich« Zunahm« ihrer Wa r«»tra ns p o rt« zu verzelchnen. WERTHEIM Leipziger Str.(Vcrsand-Abt) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe Torbehalten. Fleisch, Fische, Geilügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt (ßilliie £ehensntiiie1 Obst u. Gemüse Pflaumen 0.75 1.10 Johannisbeeren*�; 0.13 Klaräpfel ptund 0.12 0.15 Pfirsiche. Pfund 0.28 0.88 Tafelbirnen..pmnd 0.28 Weintrauben 0.32 0.42 Möhren u. Weißkohl 0.D6 Rot- u.Wirsingkohl 0.10 Schmor-"Ä4 0.08 0.08 Schlangengurben St. v. 0.07 an Blumenkohl Kop!ron 0. 1 0 an Kartoffeln PnJSd 0.88 0.45 Kolonialwaren Burma-Reis.Pfund 0.21 Java-RelS••-.Pfund 0.29 Haferflocken• Pfund 0.24 Hartgrieß... Pfund 0.23 Eier- Fadennudeln O.BS Eier- Schnittnudeln 0.40 Makkaroni Bnjch'pid. 0.40 Eier-Supp.-Einfag. 0.53 Puddingpulver Puddingpulver Vanille- u. Mandelgeschinack..... Pfund 0 40 Rote Grütze Pwnd Puddingpulver Schokoläden-Geschmack Saucen-Pulver Vanllle-aeschmack, Pfund 0.55 0.62 0.62 Krachmandel-PDdillng■ Pfund Schokoladen-Spel» Junger Spinat.■- 0.50 Karotten ganze.... 0.G3 Karotten gesdinlllen. 0.42 Leipziger Allerlei 0.90 Gemischt. Gemüse fein 1.50 Jg. Erbsen Dose 0 45 0.72 Junge Erbsen«hr fem 1.50 Pflaumen..... 0.68 mll geheckten Mandeln, Pfd. 1 00 Uaiidel-Rotioeii-PuddiBg Pfu. MO Konserven Apfelmus-"«- Mirabellen..... Saure Kirschen. Kalif. Fruchtsalat Bienenhonig aia». Olivenöl franz.,'/»IcgDoec 1.42 Norweg. Slld Kiubd. 0.87 Oel sardlnen Klubdos. 0.45 Dose —0.70 . 1.00 . 1.08 1.80 0.92 Räucherwaren Fettbücklinge 0.28 0.85 Schellfische•.Pfund 0.82 Seefachs i-smckcri.Pfd. 0.42 0.52 Sprottbücklinge pt" Seehasen....kfund Adle a na starke» OC Bund V. U.aa an Mlj. v. 2. DO< Frisches Fleisch Kalbskamm Pfund i.oo Kalbsbrust Pfund i.oo Kalbsnlerenbrafen 1.05 Kalbskeule Ä... bis 9>'ttiadt Pmnd 1*Ij Rinderkamm Pfi 0.85 Rinderbrust pra. 0.85 Schmorfleisch. mit Knochen, F.und lalCl Schmorfleisch., ohne Knochen, Ffand l*3ll Roastbeef Kocchen 1.10 Querrippe- Pfund 0.80 Gulasch..- Pfund o.95 Gehacktes Pfund o.SO Liesen.-..Pfand o.80 Schweinebauch mit Beilage, Hfund 1»1o Schweineröcken mit Beilage, Fiund 1»15 Schweinekamm mit Beilage, Ptund l*XO Schwcincblatt. mit Beilage, Fiund'*»*� Kahler wild gesalzen 1.41 Kalbsschnitzel.............. pwnd z.zo Frische Rinderzungen....... Pfmd 1.15 Prima Gefrierfleisch Hammel«icke Rippe n. Brust, Ptund Rinderkamm pm 0.80 Hammelrücken... Pfund U.VS Rinderbrust Pfund 0.80 Geflügel u. Wild Jg. Brathühner. 0 Stück ron 1.05«n Suppenhühner... a.-Htfane, Irische, Pfd. 1.05 an Rchblättcr. Pfund von 1»X3 aD Hirschfleisch und Wildschwein btlttgst Fische SceladlS ohne Kopt. ganze Fische, Plund Oel 3 Bratschollcn... Ptund O.2.2. U.15 Goldbars ohn Ä 0.20 Fischfilet Pfd. too o 28" Schellfische"und o.SO Kabelfau ohn' ganze Fische, Pfd. OeZo U.33 Leb. Aale 1.20 an Leb. Schleie Pfd. 1.20« Kaffee frisch gebrannt, eigene Rösterei Konsum-Mischung................."und 2.10 Spczlal-Mlschona»'•"»"""ä; O-Bl ÜSÄS Uli Wursfwaren Dampfwurst. Pfund Rot-u.Sülzwurst P'd- ,.. Hausmach Leberwurst.. pmnd �. iBraun�hw. Mettwurst All). Plund Filetwurst....Pfand Schinkenpofnische Feine Leberwurst T eewurst•.• Pwnd 0.90 t.05 1.25 145 1.65 1.65 1.85 1.85 Zervelat u. Salami i ac bolsfelncr, Ptund I«03 Speck raffid 1.85 fe« 1.80 Schinkenspeck a in tn l-Ptund-Slflcken, Pfund".lu KönijstriS», RosenttmarStr, Horttnnatz; Knobfauchwurst 1.20 Jagdwurst.•.Pwnd 1.43 Bierwurst■••.Pfund 1.80 Käse u. Fette 0.13 0.20 0.90 0.93 0.70 1.15 Camembert voiueii............... PorttonssttK* Ramadou halbfett.................... Slll<:k Limburger All», halbfett........ Pfund ß.58 ▼Ollfett Edamer u. Holländer halbfett,"und 0.68«siiteti Ttfslter Art Ohne Rinde, halbfctl•••«••••••*. Ffund Schweizer Art Ohne Rinde, drclvlerlclfetf ,*••••• Pfund Voilfetter Tilsiter.............. pwnd 0.92« Schweizer dSnlscher, dcetvtertelf., Pfund 0.82'"Vfund von 1-28 Molkereibufter Pwnd 1 58 Grasbutter I"wxi 1-78 Tafelbutter I"und 1 04 Dän. Butter..Pfand 2.00 Pfund Margarine Kokosfett Speisetalg Schweineschmalz 0.76 50 PI. an Preise für'/. Flasche, ohne Glas Wein Frankfurter Apfelwein.Rackles Urquell*.» 0.70 Cyder. süßer Apfelwein.......••\ Q B Stachelbeer- u. Johannisbeerwein froo j©JJPL F arragona Rot»ub und kräftig....... i M 1928 Glelszeller Kirchberg angenaiim, sotflg/ 1 928 Ofaermoseler milder Bowlcnmoul..... 1926 Nlerstelncr guter Ti«diw*in...... 1928 Clottener Rosenberg«aftigcr Mosel 1 927 Kreuznacher Kronenberg Nahewein' 1926 Castillo Romero öem Sauterncs ähnlich H 1.20 1.40 1 60 Am 12. ds Mts. riß der Tod unerwartet den Stadlobcrschularzi Dr. aus der Fülle reichen Schaffens Neben dem schulärztlichen Dienst, den er mustergültig versah, hat er mit unermüdlicher Tatkraft und schöpferischem Geiste den weiteren Ausbau des Gesundheitshauses Kreuzberg zu einer vorbildlichen Stätte sozialhygienischer Volksbildung geleitet und mit seinem Wirken allgemeine Anerkennung gefunden. Sein Andenken wird in unserer Verwaltung fortleben. Berlin, den 14. August 1929. Bezirksamt Kreuzberg. Dr. Herz. AHEFTER SEIT TS SAHREN Hefters billige ßualitats-Flelsdiwaren Billige Leberwurtt Billige Blutsrur»*......•• Fleisch wont........ Sülzwurst.......... i l�andlebenrurst Hausmschcrleberwtrrst,...« Feine Leberwurst Jagdwurst.........* Mettwurst. Braunschweiger Art Berliner Mettwurst.»»««« Bockwurst......•••< Scbweinebamra••«• Kassler Kamm»«.. Schweinebauch.... Rfldienfett ,.lw50 ,1.29, .. 1,10. AuBerdem In allan Filialen die bekannte Spitzenqualüat llcfttrs I. Och.cnfleUrh fdnsta Stallmatt Hattert la Ldnmflelacb tetnater Stallmaat Hefters la I toppeUender- Kalbfleisch Hefters berühmte SpetlAl- Wursterreogots»# AHEFTER Danksagung. ffüc Me ntrlrn Beweise Herjlichet Teilnehme, welche un« beim Hin» scheiden meine« lieben Mennes, meine» guten Vater« zuteil wurden, sagen wir allen Freunden unb Bekannten sawie der Ftrma Wllbben, seinen Kollegen. dem Klub Seselligteit, ben Genossen,?tdt. Mariendort. und dem Kleingarlenoerein unteren Herzlichsten Dank. z,, tjefet Trauer Etiaabeih Stephut tmd Todtter. »•»»»» M Ans AnlaC des zehnjälirij-en W * Bestehen, der Dentschen � Republik sagen-wir ailpn Qusrtiergebern in Beriin- Treptow herzlichen Dank. J Ortsgruppe Eilenburg J Schwarz-Rot-Gold ■raaBarawKaMa J I I Gewinnauszug 5. Rlalft 52. Preubilch-Süddeuilche Alaffen-Lotteri«. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogen« Nummer sind zwei gleich hob« Gewinn« gefalle», und zwar f« einer auf die Löf» gleicher Rummer in den beiden Ableilungra I und ll 7. 8iedungslag IS. August 1923 In der Vormittagszlehung wurden Gewinne über ISO M. gezogen 2 Oeahue n 20000 M. 379320 4»eBlnneackesch«r Markt. Wenig getragene 9ai>alieran,llge. Paletats. Smoking». Gclegenb'itsfä�te neuer Tarderoden. alle We i ten. fabefhatt billia Schendel. Boa gavaticreu wenig getragen» und neue Iackettanzllge. Smokinganzllg:. Abeudanzllge. Sommervatetol». farbig unb marcnga. Bauchanzllge u. 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I. feierte die Stadt der Omnibusse— London— das hundertjährige Jubiläum dieses Verkehrsmittels durch einen Festzug, an dem oll« Omnibuschpen, die in 100 Jahr«n in der Weltstadt an der Themse zur Verwendung gelangt waren, teilnahmen. Voran fuhr der von dem Londoner Bürger Shillib«er im Jahre 1829 fertiggestellte und mit drei Pferden bespannt« Omnibus. Berlin mußte warten... Genau so wie in Paris und London sollte auch in Berlin der Omnibus das erste wirklich« Massenverkehrsmittel werden. Auch in Berlin stellte«in Unternehmer im Jahre 1829 an die Staats- regierung den Antrag, ein Omnibusuntern«hmen nach dem Bor- Sommer Omnibus. bilde von Paris in der Hauptstadt an der Spree«inzurichten. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt, und Berlin mußte mehr als ein halbes Jahrhundert warten, bevor der erste von Pferd«» gezogene Omnibus über das holperige Kopssteinpflaster seiner Straßen rollen konnte. Dies««rst«n Omnibusse fuhren vom Alexanderplatz zur N«,dl«rstrahe, vom Karleplatz zur Jannowig- v r si ck«» vom Halleschen Tor zum Hamburger Bahn- hos, vom Anhalter Bahnhos zum Schlesischen Tor, und endlich vom B«rlin«r Schloß nach Charlottenburg. Fünf Linien waren also ein- gerichtet, die mit 20 Wagen befahren wurden, für die 129 Pferde zur Verfügung standen. Mit der Zeit gesellten sich zu diesem ersten Omnibusbetrieb noch ander« Unternehm«?, so daß Berlin im Jahre 1864 382 Omnibusse und 359 sogenannte Torwagen befaß, die von 3« Fuhrunternehmern betrieben wurden. Die Berliner betrachteten «« als einen ungeheuren Fortschritt, daß dadurch auch der arbeiten- den Bevölkerung die Möglichkeit gegeben wurde, weite Fußwege zu ersparen. Der Wettbewerb der einzelnen Unternehmer unter- einander beeinflußte die wirtschaftliche Log« dieser Omnibusunter- nehmungsn nicht sehr günstig. Der Wettbewerb der Straßenbahn. Ihr Bestehen wurde noch wetter gefährdet durch das Auf- treten eines sehr ernsten Wettbewerbers, der Pferdeeisenbahn. Am 2S. August 1865 fuhr auf der Strecke Kupfergraben— Charlotten. bürg die erste Berliner Pferdeeisenbahn. Dieses Verkehrsmittel «rfreute sich alsbald allg«m«in«r Beliebtheit, da es schneller und ruhiger fuhr als der Omnibus. Unter dem Einfluß dieses neuen Verkehrsmittel« wurde am 25. Juni 1863 die„Allgemeine Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft"(Aboag) mit einem Aktienkapital von 1 Million Talern gegründet. Diese Ge- sellschaft richtete sofort«inen regelmäßigen und pünktlichen Omnibus- verkehr ein. Sie nahm am 1. Juli 1868 den Betrieb mit 257 Omni- bussen auf, für die 19 989 Pferde zur Verfügung standen. Durch ihr« gute Organisatton gelang«s ihr, den Wettkampf mit der Straßenbahn zu führen und den Verkehr so zu steigern, daß im Jahre 1875 sie fast 14 Will. Fahrgäste befördern konnte. Die Ge- sellschaft besaß fünf Omnibusdepots, auf denen die Wagen, Pferde und das ganze zum Betrieb nötige Material untergebracht war. Der letzte Pferdeomnibus. Fast ein halbes Jahrhundert wurde grundsätzlich an dem Pferde- betrieb der Omnibuss« nichts geändert. Erst am 25. August 1923 wurde der letzte Pserdeomnibus au« dem Berliner Ber- kehr herausgezogen. Cr tot on diesem Tag« noch«inen Dienst Ringbahnhof Halensee— Bülowsttahe— Nollendorfplatz— Wittenberg- platz— Potsdamer Platz. Der Kraftomnibus, der nun den Pferde- omnibus restlos ersetzte, hatte fast«ine Entwicklungszeit von 199 Jahren gebraucht, bevor er soweit durchgebildet war, daß er auf größte Betriebssicherheit Anspruch erheben konnte. Die ersten Omnibusse wurden von Dampfmaschinen betrieben, ihre Unwirt- schaftlichkeit und die zahlreichen betrieblichen Mängel ließen sie als- bald wieder verschwinden. Die frühere Aboag, die ja am 1. Januar d. I. in die Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft ausgegangen ist. hatte unter dem Einfluß der Fortschritte und Erfolge der elektrischen Straßenbahn bereits am 25. Mai 1893 versucht, einen mit elektrischem Antrieb versehenen Omnibus in den Dienst zu stellen. Aber erst am 13. März 1999 wagte man es mit diesem Gefährt, dos nichts anderes war. als ein umgebauter Pferdeomnibus, einen fahrplan- mäßigen Probebetrieb auf der Strecke Anhalter Bahnhof— Stettiner Bahnhof zu eröffnen. Der Wagen zeigt« sich jedoch der starken Be- anspruchung des fahrplanmäßigen Betriebs nicht gewachsen. Er wurde daher am End« des Jahres aus dem Betrieb genommen. Erst der Verbrennungsmotor schaffte die Möglichkeit, auch beim � Omnibus vom Pferdebetrieb zum Kraftbetrieb überzugehen. Am 19. November 1995 wurden auf der Strecke Halleschcs Tor—-Ehauffee- straße die beiden ersten mit Benzinmotor angetriebenen Omnibusse eingestellt. Berlin hatte seine SensationI Die Fahrgäste drängten sich zur Benutzung des neuen Verkehrsmittels, das sich alsbald einer allgemeinen Beliebtheit erfreute. Im Jahre 1995 gab es in Berlin erst fünf Omnibusse. 1919 war ihre Zahl schon auf 162 und 1914 auf 336 gestiegen. Durch den Krieg wurde der Omnibuspark der Aboag stark vermindert. Zahlreiche Wagen fanden an der Front für Truppentransport« usw. Verwendung. » Fahrende Häuser. Seit dem Jahr« 1995 hat der mit dem Lerbrennungsmotor betriebene Autobus manche Wandlung durchgemacht. Di« Wagen sind größer geworden. Statt der bisherigen vier Räder haben die neuesten sechs Räder bekommen, die mit Luftreifen umgeben wurden. Das Wagengestell selbst wurde tiefer gelegt, so daß ein Umkippen, wie es bei Wagen älterer Konstruktion leider vorkam, unter ollen Neuerdings hat auch der elektrische Oberleitungsomnibus so große konstruktive Fortschritte gemacht, daß er besonders in England und Amerika als ein wertvolles öffentliches Derkehrsmittel betrachtet wird. Der elektrische Omnibus, der seinen Strom aus dem Leitung«- netz eines Kraftwerkes bezieht, arbeitet wirtschaftlicher, da die Be- triebskosten und auch die Unterhaltung geringer ist als bei dem Venzinomnibus. Während die Straßenbahn mit einem Ober- leitungsdraht aufkommen kann und den Strom durch die Schienen zurückleitet, mutz der Oberleitungsomnibus den Strom von zwei Fahrdrähten abnehmen. Dementsprechend sind auch seine Strom- abnchmerstangen konstruiert. Sie sind so durchgebildet, daß der Wagen aus der Mitte der Fahrbahn 3 bis 5 Meter nach rechts oder nach links ausweichen kann. Diese neuen Omnibustypen, die man als gleislos« Straßenbahn bezeichnen kann, dürsten dazu berufen sein, in schwach besiedelten Außenbezirken als Massen- 3)as fahrende Staus.- SOreiachfer der 9M50.(1020). beförderungsmittel zu dienen. Wie wir hören, beabsichtigt auch die BVG. mit diesem elektrischen Oberleitungsomnibus Versuche anzu- stellen. Seit der Vereinigung der drei Gesellschaften, die ein Werk unseres Genossen Reuter ist, können bereits zahlreiche verkehre- technische Fortschritte verbucht werden. Viele dieser Arbeiten, die heute von der BVG. geplant werden, fordern zu ihrer Durchführung nicht nur Geld, sondern vor allem auch Zeit. Gerade die Tatsache, daß Berlin jährlich etwa um die Einwohnerzahl einer Stadt wie Görlitz wächst, zeigt, wie notwendig die Zusammenfassung der drei Verkehrsgesellschaften war. Mit großer Genugtuung kann festgestellt werden, daß die städtische Gesellschaft neben Untergrund- und Straßenbahn auch den Omnibus so ausgestalten will, daß er ein wertvolles Mittel zur Bewältigung des Massenoerkehrs der Weltstadt betrachtet werden kann. Fischerlos auf dem Ozean. Ein portugiesischer Fischdampfer gesunken. Madrid, 15. Augast.(Eigenbericht? Ter spanische Frachtdampfer„E a" stieß auf den» Wege nach Frankreich bei Kap Rocca mit einem Porta- giesischeu Fischbampser zusammen. Der Fisch- dampfer ging sofort unter, ohne baß bie Besahung sich retten konnte. Ter Frachtdampfer konnte trotz schwerer Beschädigungen noch Lissabon erreichen. Der Name des Fischdampfers konnte nicht ermittelt werden. Sterling erfler Aulobus(1000). Umständen vermieden wird. Diese neuen sogenannten Dreiachser können 82 Personen aufnehmen, sie gleichen geradezu fahrenden Häusern. Anfang 1929 gab es in Berlin wieder 649 Omnibusse, die in fünf Hauptbetrisbshöfen und fünf Hilfsbetriebshöfen unter- gebracht sind. Eine Tribüne stürzt zusammen. 15 Menschen verletzt. Mailand, 15. August. während eine» Radrennen» in Mogherila sprooinz F o g g i o) brach«ine vollbesetzte Tribüne zusammen. Es entstand eine Panik. 15 Personen wurden verletzt. Der Erbauer der Tribüne hat die u ch< ergriffen. von. A.M.Frey- Copyright 1«9 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-G., Berlin 18. Nber vier Wochen später kamen die Engländer wirklich. An einem strahlenden Sommermorgen, gleich nach der Revierstunde, die Lipp, heftig von einem Schnupfen geplagt. dem Dr. Model überlassen hatte, so daß sie ausnahmsweise gegen neun Uhr beendet war. sagte Feldwebel Fähnlein zu Funk:„Haben Sie eigentlich schon mal vom Dach des höchsten Fourner Hauses, vom Eefchästsbau am Bahnhof. die Gegend betrachtet? Man steht weit ins Land zu den Engländern hinüber und kann das Feuer der Geschütze beob- acbten. Mich wundert's, daß sie den großen Kasten so stehen gelassen haben, sie haben nur ein paar Granaten in den Dachstuhl geschickt— damals, als Bahnhof und Bahngleise durch Artillerie erledigt wurden. Wollen wir hinauf? Es ist unruhig heut« morgen. Es gibt sicher was zu sehen. Sie gingen hinüber, es war nicht weit, und erstiegen die unversehrten Treppen. Das Haus war unbenutzt, die Zimmer völlig ausgeleert, Fenster und Türen fort. De- wohnen wollte es niemand, die Bahnhofsgegend galt er- fahrungsgemäß als besonders unsicher überall: angehäufte Gleise waren immer wieder beliebte Zielpunkte für schwere Geschosse. Vom Speicher aus. durch ein weit geöffnetes Doch wie bei hochgezogenem Lorhang einer Bühne, sahen sie auf grünes Land, auf üppig wachsende Baumgruppen, im Vor- dergrund auf Obstbäum«, die schon nachdrücklich Früchte an- Geste eines friedlichen heiteren Auftaktes zur Reife-- nur daß da und dort, ferner und näher, gelbe, graue, braune Siaubwölkchcn aus der Erde aufstanden, langsam ver- wehende Gespenstergestolten an diesem windstillen, blan- ken Tage. Fähnlein setzt das Feldglas ab, das er offiziersmäßig elegant mit den Ringfingern vors Auge gehalten hat.„Sehen Sie die Staubfontänen der Einschläge, Funk? Man merkt, es hat lange nicht geregnet. Und mit jedem Tag wird's heißer. Nehmen Sie das Glas, bitte, hier, nur ungeniert, ich erklär' Ihnen ein wenig die Gegend." Fähnlein erklärt gern. Er weiß Bescheid und läßt andere teilnehmen.„Dort drüben ist Armentidres, nördlich von unserem Grabenabfchnitt, und südlich geht's nach Be- thune, da stehen schwere englische Geschütze La Bassee gegenüber. Sie wissen, bei La Bass6e rumpelts immer. Wetten. daß dort nächstens wieder vom Gegner«in Versuch gemacht wird, durchzubrechen? Aber sie oezwecken nach wie vor nichts" Es ist seltsam, denkt Funk, alle West hier draußen, sogar mancher Offizier, spricht davon, der Gegner bezweck« nichts, wo gemeint ist, er erreiche nichts. Es hat sich eingefressen, unaustilgbar. Sie verstehen dich gar nicht, wenn du das richtigstellen willst. Versuch«s besser nicht weiter. Vielleicht ist die Ausdrucksweise ungeheuer richtig. Die Wahrheit wird ungeahnt— oder im innersten geahnt— ausgesprochen, wenn die blöde Zwecklosigteit aller Kriegstaten betont wird. Während Funk so grübelt, hat Fähnlein ihm das Glas heftig aus der Hand genommen.„Hören Sie: die ver- streuten Schüsse der englischen Artillerie dorthin, wo sie Stellungen unserer Geschütze vermutet, haben aufgehört. Der Engländer konzentriert fein Feuer— ja, wohin denn? Ich glaub', auf unseren Kampfgraben. Ja— wo will denn das hinaus?" Die beiden Männer sind noch keine halbe Stunde oben, aber das Bild hat sich völlig verändert. Die Staubgarben da und dort im Land, die eine aufspringend, wenn die andere wegsinkt, sind verschwunden. Statt dessen beginnt eine ocker- gelbe Wand weiter draußen zu erstehen, anscheinend in einer Geraden von Hunderten von Metern— wohl dort, wo sich der Regimentsabschnitt hinzieht. „Funk, wie schätzen Sie die Enffernung bi« zu der neuen, immer dichteren Staubwand?" „Fünf bis sechs Kilometer." „Richtig. Wissen Sie, was dort ist? Dort ist vorderste Linie, die unsere und die des Nachbarregiments. Wissen Sie, was mir fchwont? Die Engländer haben es Weiter kommt er nicht. Ein surrendes, tückisä? verenden- des Geheul schlägt ihm den Satz in den Hals zurück— und schlägt unter ihnen ein, daß der Sand bis herauf in ihren Speicher spritzt. „Es geht los, Funk, diesmal geht es los! Schauen Sie schnell noch mal hinüber. Sehen Sie die Konzentration? Hören Sie den heftigeren Takt mit immer weniger Pausen? Hören Sie, wie das Feuer sich rasend verstärkt? Fort! Ihnen wird der hohe Bau hier sicher ein Dorn im Auge sein, sie ver- muten Beobachtung, die paßt ihnen heute nicht. Daß nur wir es find, zwei von der Sanität—" Aber während sie- die Treppen hinunterlaufen, jagen andere Füße herauf: ein Offizier vom Stab in Begleitung. „Herr Leutnant, die trommeln schon!" ruft Fähnlein, stolz auf seine Kenntnis. „Das hör' ich selbst," sagt der Offizier unwirsch.„Küm- mern Sie sich lieber um Ihren Pflasterkasten. Den werden wir jetzt brauchen." Er hat ihn nicht mehr gebraucht. Er ist eine Viertelstunde später unter dem Schutt des Hauses, den Volltreffer vor- Ursachen, begraben. Es find die einzigen Schüsse, die Fournes bekommt. Während sie dahintraben, zurück zum Revier, wurmt den Fähnlein trotz allen Ernstes der Lage die falsche Prophe- zeiung.„Es kann ein Ablenkungsmanöver fein", keucht cr unterm Laufen.„Ich glaub.' immer noch an La Bassöe." Aber wer ihn mit Hohn und Genugtuung und völlig ruhig bei wachsendem Trubel und Gewimmel in der Orts- Unterkunft empfängt, das ist der Asam.„Siehst, Fähnlein, mit deinem La Bassse! Angriff der Engländer bei Fromelles wird morgen im Heeresbericht zu lesen sein!" Lipp kommt angeschossen, mit triefender Hakennase, völlig unfähig, die Situation zu erkennen, in der Hoffnung, es werde so �ehen, wie damals nachts, als man beiderseits geböllert hat. Aber damals war Asam mit Recht der Optimistische, und heute ist es der Stabsarzt fälschlicherweise. „Sie trommeln, Herr Stabsarzt," lächelt Asam beschwich- tigend zu seiner peinlichen Eröffnung.„Einmal hat's kommen müssen. Wir werden Zeit haben, alles schön herzurichten. Vor Nachmittag wird nicht der Infanterieangriff sein. Wir kommen schon ungeschoren auf den Verbandplatz," tröstet er gutmütig. „Und ich bin krank, Herrgottsakra, mir ist hundselend. Ausgerechnet!" Do ereilt ihn schon Befehl des Kommandeurs, unverzüglich mit allen verfügbaren Kräften Fromelles zu bet ziehen. Cr putzt sich die Nase in eine dem Fähnlein entrissene Mullbinde und ist entschlossen. lFonjetzung folgt) Die Weltfahrt des Zeppelin. 23 Llhr über Rußland, Ziel: Moskau. Kurz vor Mitternacht erfahren wir, daß der„Graf Zeppelin" um 20.20 Uhr östlich von Dünaburg die lettländisch-sowjetrussische Grenze überflogen hat und sich somit jetzt über russischem Gebiet befindet. Das Luft- schiff nimmt Kurs auf Leningrad. * Wie«ms Moskau gemeldei wird. Hai die Leaingrader wetlerdienstsielle kurz nach 18 Uhr den ersten Funkspruch mli dem„Graf Zeppelin" ausgelauscht. Oer Weg des Lustschiffes. Slolp, den IS. August. Das Luftschiff„Graf Zeppelin" nahm von Schievelbein aus östlichen Kurs und erschien um 14 Uhr über B ub li tz. um 14.10 Uhr üi>er R u m in e l s b u r g(30 Kilometer südlich von Stolp) und um 14.30 Uhr über Lütow. Von hier aus nimmt das Luftschiff direkten Kurs auf Danzig. vanzig. den 15. August. Das Luftschiff„Graf Zeppelin" traf nach Ueberfliegung des polnischen Korridors aus Richtui»g Karthaus kommend um 14.35 Uhr in dem Vorort Danzig-Longfuhr ein, von wo aus e» Kurs über die Stadt Danzig nahm. Sämtliche Sirenen der im t�asen liegenden Schisse heulten. Um 15 Uhr verließ das Schiff in östlicher Richtung Danzig mit 5hirs auf Königsberg. Königsberg, den IS. August. Gegen 16.15 Uhr erschien das Luftschiff„Graf Zeppelin", aus Richtung Pillau kommend, über Königsberg und flog, von mehre- ren Flugzeugen begleitet, ein« große Schleif« über der Stadt. Gegen 16. 2S Uhr entfernte sich„Graf Zeppelin" in östlicher Richtung. Tllsil. den 15. August. Kurz nach 17 Uhr wurde dos Luftschiff„Graf Zeppelin" von Tilsit aus gesichtet. Cs überflog in niedriger Höhe die Stadt. Von sämtlichen Kirchtürmen läuteten die Glocken. Di« Bevölkerung jubelte dem Luftschiff zu. Ein« halbe Stund« später war das Luft- schiff den Blicken entschwunden: es hatte die Memel überquert und fuhr in östlicher Richtung über das Memelgebiet. Drei Falschmünzer gestellt! Fünfmartstücke in bcr Zigarrenkiste Durch die Aufmerksamkeik einer Verkäufe. r i n konnten gestern im Südosten Berlins drei Männer fe st genommen werden, die versuchten, f a l s ch e? ü n f. Markstücke in Umlauf zu bringen. In dem Schokoladengeschäft von P. in der Stralau er Allee erschienen in den Nachmittagssiunden zwei junge Leute und forderten eine Tafel Schokolade. Sie wollten sie mit einem Fünsmark stück bezahlen. Die Verkäuferin erkonnte aber sofort, daß es ein F a l s ch ft ü ck war, behielt die Ware ein, und die Männer oerließen wieder das Geschäft. Di« Verkäuferin benach- richiigte einen Nachbarn und folgte mit diesem heimlich den verdächtigen. Sie sahen, daß sie in der Veyme- und in der Rotherstrage noch ein Zigarren- und ein Schokoladen- g e s ch ä f t aufsuchten. Das bestärkte noch den Verdacht der Beobachter. Sie eilten zum 86. Polizeirevier in der Goßlerstraße. Kriminalbeamte nahmen die Amateurdetektive schnell in einem Auto mit und erblickten die Verdächtigen an der Ecke der Rother- und Caprivistraße wieder. Zu ihnen hatte sich noch ein dritter Mann gesellt, den vorher niemand gesehen hatte. Alle drei wurden festgenommen und aus die Revier- wache gebracht. Bei ihnen fand man eine Nein« Zigarrenkiste mit 17 falschen Fünfmarkstücken; einer der Festgenommenen hatte sogar ein Fünsmark st ück im Stiefel. Sofortig« Ermittlungen in den beiden anderen Geschäften ergaben, daß hier den Männern ihre falschen Münzen abgenommen worden waren. Der mit der Zigarrenkiste hatte keines der Geschäfte betreten. Er hat ohne Zweifel beiseite gestanden und seinen Komplizen immer nur aus dem Vorrat ein Falschstück zugesteckt. Die Festgenommenen sind ein 30 Jahre alter Techniker Walter Sch., ein 27 Jahre alter Kaufmann Helnmth E. und ein 25 Jahre alter Kaufmann Rudolf D. Der älteste war auch der„Schatzwächter". Alle drei bestritten zu- nächst, von den Fälschungen gewußt zu haben, erklären jetzt aber, sie hätten sie von dem„großen Unbekannten" erhalten und schieben e i n a n d e r d i e S ch u l d zu. Da ihre Angaben sehr unglaubwürdig erscheinen, werden sie der Fa l s ch g e l d sie l l e des Polizeipräsidiums ein- geliefert werden. Gegenwartsfragen der Reklame. Auf der Schlußtagung des Weltreklamekongresses sprach Stewar L. M i m s- New Jork über„Gegenwartsforderungen in der R e k l a m e o» b e> t". Durch den Versuch, ein« Reklame nach oberbslächlichen Eindrücken zu würdigen, wird man bestenfalls zu einer Verehrung von Schlagwö.tern und blumenreichen Redensarten kommen, bei denen die Form die Sache meistert, aber nicht ihr Diener ist. Die Summen, die sich für Reklameausgaben nach Mil- linrden belaufen, müssen die Retlamcfachleute veranlassen, Methoden zu finden, welche die Reklame höä>ster Qualität charakterisiert, näm- lich Kenntnisse, gründliche Prüfung, Phantasie, schöpferische Kraft nnd Geschicklichkeit. Ch. A. Kupferberg, von der Sektkellerei Kupserberg-Mainz, sprach über die internationale Bekämpfung des Plagiats In der Text- und Bildreklame. Di« Werbefachverbünd? könnten durch Aufklärung in Laien- und Anfängcrtrelsen viel dazu beitragen, Plagiate zu oermeiden. Den Werbesachleuten kann die Notwendigkeit möglichst ausgesprochener Eigenart nicht stark genug eingeprägt werden.— Ueber„Das öffentlich« Bureau für Neuauflagenkontrolle" in New Port gab Philipp L. Thomson einen anschaulichen Bericht. Die Arbeitsweise des Bureaus ist interessant. Erstens führt der Verleger feine Orderbücher in der vorgeschriebeilen Art. Zweitens liefert er zweimal pro Jahr Verlagsberichte, von denen einer vom Revisor beglaubigt ist. Auf der Suche nach Wegen, noch bessere A'-beit zu leisten, betrachtet der amerikanische Inserent das„Audit Bureau" als eine entsprechende Lösung des so wichtigen Problems der Ciaschätzung der Auflagen. C. C. Pounggreen, Präsident des Internationalen Reklame- verband-s, gab in seinem Schlußwart zum Ausdruck, daß viele einigende Gedanken den internationalen Kreis der Fachleute be- sruchiet hätten, von denen auch die Allgemeinheit Nutzen zieht. Reichskanzler a. D. Luther dankt« im Namen der deutschen Gast« gebe? für den erfolgreichen Verlauf de» Kongresses. Ausbau der Gtadtentwäfferuna. Die neue Siahnsdorfer Kläranlage. Der steigende Wasserverbrauch der Reichshauplstadl hat ein starkes Anschwellen der Abwässermengen zor Folge. Die Stadlverwaltung Berlins muß daher darauf bedacht sein, das Kanalisationsnetz erheblich auszubauen. Die von dem früheren Kanalisationszweckverband Wilmersdorf, Schmargendorf, Zehlendorf und Teltow erbaute Kläranlage in Stahnsdorf zeigte in den Kriegsjahren an vielen Stellen stark zerstörende Angriffe. Nach Bildung der neuen Stadt Berlin siel der Betrieb der Kläranlage der Berliner Stadtentwässerung zu. Di« Kläranlage erwies sich zu dieser Zeit schon als teilweise baufällig und hotte wegen unangenehmer Geruchsbelästigungen und starker Fliegenplage Anlaß zu begründeten Klagen gegeben. Bausälligkeit und Systemmängel machten deshalb den Abbruch der veralteten und einer Vergrößerung bedürftigen Anlage sowie die Erstellung einer neuen mit größerer Leistungsfähigkeit unvermeidbar. Das für die Anlage von neuen Rieselfeldern geeignet« Land ist in der näheren Umgebung von Berlin erschöpft. Geeignetes Land in der weiteren und zugleich höheren Umgebung von Berlin erfor- dert für den Erwerb und seine Einrichtung etwa siebenmal größer« Anlagekostcn als gleich leistungsfähige Kläranlagen neuer Art. Aber auch die Betriebskosten stellen sich bei den näher gelegenen Rieselfeldern auf etwa ein Viertel niedriger als bei solchen in der weiteren Umgebung. Die neue Stahnsdorfer Kläranlage ist die erst« einer Reihe von Kläranlagen, welche für Berlin in nächster Zeit erstellt werden mästen, und sie wird eine Leistungsfähigkeit zur Abwasserreinigung von tägUch rund 180 000 Kubikmeter gegenüber nur 25 000 Kubikmeter bei der alten abgebrochenen Anlag« besitzen. Der Weg für die Erneuerung der Kläranlage war zwar längst gegeben, konnte aber unter den herrschenden Verhältnisse» nur schrittweise verfolgt werden. Im Augenblick des Ueber. ganges der Kläranlage des früheren Kanalisationsverbandes auf die Stadt Berlin war eine sofortige Erneuerung und Vergrößerung infolge der Inflation selbst für Groß-Berlin nicht tragbar. Aber auch in der allen Form war der Betried infolge der allgemeinen Rationalisierung des Kokses, wovon ungewöhnlich große Mengen für die Tropfkörper hätten benötigt werden müssen, vollkommen unmöglich. Da zur gleichen Zeit die Rieselseldcr der allen Stadt Berlin infolge des äußerst eingeschränkten Wasserverbrauches umer Wassermangel litten, so daß die für die Ernährung der Bevölkerung während der Inflation besonders wichtigen Rieselfeldkulturen zu verdorren drohten, mußt« die alle Kläranlage, um dieser Gefahr zu begegnen, zunächst fast ganz stillgelegt und ihre Abwässer nach den benachbarten städtischen Rieselfeldern abgeleitet werden. In den verslossenen sechs Jahren hat sich der Wasserverbrauch in ganz Berlin wieder gehoben, die ansallenden Abwässer sind entsprechend g e st i e g e n und haben die Tendenz, sehr rasch über das frühere Maß weiter zu steigen, so daß es nun an der Zeit ist, alle Abwässer des früheren Kanalisattonsgebietes von den Riesel, feldern wieder wegzunehmen und der Kläranlage erneut zuzuführen. Wie beretts eingangs erwähnt, sind die Bauten für das Belebt- schlammverfahren bereits soweit fortge schritten, daß die neu« StahnsSorfer Kläranlage in etwa Jahresfrist dem Betrieb übergeben werden kann. Was geschah im Zug Berlin-Vreslau? Die Schlägerei in Zatobsdorf. Breslau, 15. August.(Eigenbericht.) Aus Veranlassung des Gaues Niederschlesien de» Reich» b a n n e r s hat sich im Zusammenhang mit dem blutigen vor- fall in einem Personenzug Berti n— B reslau der Tisch- lcr Herbert M a l ch a r e k aus Breslau der Polizei gestellt. Mal- charek war ebenfalls an dem Vorfall beteiligt. Der blutige Porfall spielte sich nach der Angabe des hauptbe- teiligtcn Jaschek wie folgt ab: Jaschek, Hahn, Stirn und Malcharek fuhren im letzten Abteil des Zuges Berlin— Breslau mit noch an- deren Kameraden zusammen. Auf einer der Stationen zwischen Berlin und Frankfurt a. d. O. waren Stirn und Hahn aus dem Abteil ausgestiegen, um sich, da der Zug überfüllt war, angeblich nach besseren Plätzen umzusehen. Sie stiegen jedoch auf der nächsten Statton wieder in ihr altes Abteil zurück. In Jakobsdorf forderte Stirn den Hahn, Jaschek und Malcharek auf, mit ihm nach vorn zu kommen, da er einen Herrn ig der 2. Klasse zur Rede stellen wollte, der ihn nämlich angerempelt bzw. geschlagen habe. Alle begaben sich nach dem Abteil 2. Klasse, wo der Fleischer Johann. Rademacher sich befand. Stirn bestieg als erster den Wagen, betrat das Abteil und stellte den Rademacher mit den Worten: „Entschuldigen Sie, warum haben Sieanich.uor- hin geschlagen?" zur Red«. Auf diese Frage soll Rademacher nicht geantwortet, sondern einen Stock ergriffen haben und Stirn an die Kehle gesprungen sein. Darauf ist es zu einer allgemeinen Schlägerei gekommen. Im Lauf« dieser Schlägerei, bei der die Mitwirkung der Beteiligten im einzelnen noch nicht fest- steht, zog Jaschek ein eiwa 10 Zentimeter langes feststehendes Brotmesser und versetzte dem Radcmacher einen Stich. Diesem gelang es jedoch noch, die Notbremse zu ziehen. Der Blutverlust war so stark— die Schlagader des rechten Armes war durchschnitten— daß Rademacher bald zusammenbrach. Als der Zug zum Stehen kam, flüchteten zunächst drei der Täter, darunter auch Jaschek, nach ihrem Abteil zurück, während es dem vierten Beteiligten erst etwas später gelang, sein Abteil wieder aufzusuchen, hier von ihren Kameraden bestürmt, was denn«igen!- lich vorgefallen sei, rückten sie erst allmählich mit der Sprache heraus. Als der Zug zum Stehen gebracht worden war, versuchte ein Sanitäter des Reichsbanners, dem Berletzten die erste Hilfe zu leisten, mußte jedoch einsehen, daß diese leider schon zu spät kam. Jaschek hat sich übrigens ebenfalls auf Veranlassung des Reichsbanners der Polizei selbst g e st e l l t. Wohnungsbau in Treptow. Im Boiijahr 1929 ist nach den zunächst vorliegenden Plänen mit einem Bau von rund 5100Wohnungenim Bezirk Treptow zu rechnen. Der größere Teil der Wohnungen, nämlich 3080, wird auf Gelände errichtet, das sich im st ä d t i s ch e n Eigentum besinidet, und zwar werden diese Wohirungen in der Hauptsache er- stehen in Treptow: Straße 54 und 59. Reue Krugallee, Baum- schulenstraße. Köpenicker Landstraße, Cäcilienstraße und Parkstrahe; in O b e r s ch ö n e w e i d e: an der Goethestraße, Bismarckstraße, Parsevalstraße und Zeppelin-Rödernstraßc. Auf Prioatgelände wer- den die Wohnungen in der Hauptsache in Treptow an der Rinkart- straße, Bodelschwinghstraße, Mörickestraße, Behnngstraße und Kies- Holzstraße, in R i e d e r s ch ö n e w e i d e an der Hasselwerder Straße, Britzer Straße und Sedanstraße, in Oberschönemeidc an der Edisonsiraße, in Johannisthal an der Kaiser-Wilhelm- Straße, Lindhorststraße, Sturmvogelstraße. Pilotenstraße, Hage- dornstraße und am Anger, in A d l e r s h o f am Adlergestell, Wald- straße, Moltkestraße und Radickestraße erstehen. Ein Teil der auf privatem Gelände vorgesehenen Wohnungen ist bereits fertiggestellt. Kommunistenterror auf dem Arbeitsnachweis. Als neuestes Betätigungsfeld haben sich die Kommunisten die Arbeitsnachweise ausgesucht. Am Donnerstag morgen hatten sie sich einen Reichsbannermann als Opfer auserkoren. Der jugendliche arbeitsuchende Hans Krohlers, der zu der Kameradschaft Kreuzberg gehört, wurde im Borraum von einer Horde Kommunisten überfallen und auf das gröblichste mißhandelt. Das einzige„Vergehen", das er begangen hatte, war, daß er die Reichsbannernadel angesteckt hatte. Er flüchtete auf den Belle-Alliance-Platz und hotte sich schnell zwei Schupo- Polizisten, die gerode dort Dienst taten. Die Kommunisten hatten sich feige unsichtbar gemacht, wie sie das gewöhnlich zu tun pflegen. In anderen Arbeitsnachweisen, z. B. dem in der Gormannstraße. üben die Thälmänner noch größeren Terror aus, so daß arbeit- suchende Reichsbannerkameraden nur unter G« f a h r sich um Arbeit bewerben können. Oer Mord an Rechnungsrat Vendi. Die Suche nach dem Täter. Trotz aller polizeilichen Bemühungen ist es bisher noch nichl gelungen, den Täler, der am vergangenen Sonntag den Rech- nnngsrat vendl ans Neukölln im Arlberggebiel ermordete und beraubte, zu ermitteln. Di« Berliner Kriminalpolizei hat nun bei den Angehörigen Bendts Nachforschungen angestellt, um zu erfahren, was der Er- mordete an Wertsachen auf die Reis« mitgenommen hatte. Das Ergebnis wird der Jnnsbrucker Polizei übermittelt werden, die an Hand dieser Informationen ihre Ermittlungen wetter be» treiben wird. Außer barem Gelde besaß B. ein« goldene Sprung- deckeluhr. Er trug serner einen goldenen Trauring mit der Gra- vierung A. K. 25. 9. 1886. Inzwischen konnte auch festgesteltt werden, wo das Gepäck geblieben ist. Bendt hatte es in einer Pension in München untergestellt, wo er seit zwanzig Iahren stets abzusteigen pflegte. Während in früheren Iahren Frau Vendt ihren Mann stets begleitete, blieb sie diesmal zurück, weil sie sich den Strapazen eine? Gebirgstour nicht mehr gewachsen fühlte. Helft Hilde Zepernick finden! Von der vermißtev Schülerin Hildegard Zepernick hat man auch bis setzt trotz erneuter Suche noch keine Spur gefunden. Der stellvertretende Chef der Kriminalpolizei, Oberregierungsrat Kopp, hat jetzt für Mitteilungen aus dem Publikum, die zur Aitf- findung der Verschwundenen dienen können, eine Belohnung vonöOOReichsmark ausgesetzt. Durch die bekannten Säulen- anschlage wird weiter die Oefsentlichtett zur Mttarbett ersucht iverdeil. Wer irgendwelche Beobachtungen gemacht hat oder sonst zur Aus- klärung beitragen kann, wird ersucht, sich bei Kriminalkommissar Qu o ß im Polizeipräsidium zu melden. Wer hat geschossen? Eine geheimnisvolle Schießaffäre beschäftigt zur- zeit die Potsdamer Kriminalpolizei. In der Wohnung ihres Arbeitgebers wurde im Schlafzimmer die Hausangestellte Martha B. mit einer Schußverletzung bewußtlos aus- gefunden. Das Mädchen wurde in dos Potsdamer Krankenhaus übergeführt, wo«s nach seiner Einlieferung dos Bewußtsein wieder- erlangte und einige Angaben machen konnte. Das Mädchen gab an, von einem fremden Manne, der in das Zimmer eingedrungen war, überfallen und niedergeschossen zu sein. Die Kriminalpolizei steht diesen Angaben äußerst steptisch gegenüber, da der Befund am Tatort völlig gegen die Mitteilungen der Haus. angestellten spricht. Die Bettdecken wiesen mehrere Einschüsse auf; man glaubt, daß Martha B. diese Schüsse nur abgefeuert hat. mn dadurch«inen Ueberfall glaubhafter zu machen. Allem Anschein handelt es sich um einen Selbstmord- versuch, dessen bisher unbekannte Motive durch die Begleit- umstände noch besonders geheimnisvoll erscheinen. Die Polizei ist jedenfalls der bestimmten Auffassung, daß der Ueberfall nur vor» getäuscht ist. Die Verletzung des Mädchens ist zwar schwer, doch hoffen die Aerzte, daß es mit dem Leben davonkommen wird. llntergrundbahnbof Gesundbrunnen. Die Anlage der N.- G.- B a h n(Neukölln— Gesundbrunnen) war ursprünglich im Zuge der Badstraße und über den Reichsbahn» anlagen am Bahnhof Gesundbrunnen ähnlich wie die Anlag« über der Potsdamer Bahn als Hochbahn gedacht. Nachdem aber sowohl der P o l i z e i p r ä s i d e n t als auch die Anlieger zu der geplanten Ausführung dieser Bahn als Hochbahn eine ablehnende Stel- lung einnahmen, mußte die Bahn auch in der vorgenannten Strecke als Untergrundbahn durchgeführt werden. Damit wurde eine Unterfahrung der Gleise der Reichsbahn am Bahnhof Gesund- brunnen durch die Schnellbahn notwendig. Unmittelbar unter dem Gelände der Reichsbahn ist ein« Haltestelle der Schnellbahn und gleichzeittg ein bequemer Uebergang von dieser zu den verschiedenen Linien der Reichsbahn vorgesehen. Zu diesem Zwecke wurde zwischen der Stadt, der Ziordsüdbahn-Altiengesellfchast und der Deutschen Reichsdahn-Gesellschaft ein Der. trag geschlossen, der die Sladtverordnetenversammlung nach den Sommerferien beschäftigen wird. Cine Sechsjährige totgefahren. Gestern nachmittag ereignete sich in Spandau an der Ecke Adam- und Pichelsdorfer Straße ein schwerer B e r- kehrsunfaU. Beim Ueberschreiten des Fahrdomms wurde dort die sechsjährige Inge N e u m a n n aus der A d a m st r o ß e 19 von einer Autodroschke überfahren und schwer verlegt. Das Kind wurde in das Spandauer Krankenhaus ge» bracht, wo es kurz nach feiner Ausnahm« gestorben ist. Kongreß der Vienenzüchier. Der„A p i s> C l u b", eine Vereinigung wissenschaftlich interessierter Bienenzüchter aller Länder, hielt dieser Tage sein« Sitzungen in Berlin ab. Es fanden im Berliner Institut für Bicnenkunde in Dahlem eine Reche von wissenschaftlichen Sitzungen und Demonstrationen statt, die biencnkundlichen Schätze in den Museen wurden besichtigt und schließlich führte ein Dampfer die Gäste— 21 Nationen uxujn vertreten— nach der Belegstation am W i l h« l m- T u r m(Sau- bucht), wo die Bienenkönigin aus der Schar ihrer Höflinge sich den Herzliebsten erwählt: schon nach zwei Tagen tritt, nach erfolgter Befruchtung, ihre ungeheuere Samendrllse dann in Aktion. Die Bienen- königin sammelt in ihrer Drüse eine Legion von Eiern, die sie dann während des Sommers in Mengen bis zu 20!Z0 Stück pro Tag ab- sondert. Die Züchtungsversuche, die hier durch das Berliner Institut bereits vor 12 Jahren begannen, haben im Laufe der Zeit die Raffen- frage der Bienen zu einem recht komplizierten Problem erscheinen lassen und die verschiedenen Bienenzüchter tauschten aus ihrem reichen Schatz der Erfahrungen gegenseitig eine Fülle interessanter Wahrnehmungen aus. Dann führte der Weg nach der Bienenfarm G a i s- b e r g am Templiner See, wo Professor Dr. Armbrustcr vom Berliner Institut sür Bienenkunde durch Versuche di« Rentabilität verschiedener Betriebsweisen unter Beobachtung der Arbeits- und Zeitaufwände festlegt. Die Farm prüst und oergleicht die Einzel- und Gruppenausstellung, den Freistand mit der Unterkunft der Beuten im Bienenhaus, den Wald mit dem Gartenstand, beobachtet durch den Waagstock die Frage der Uebervölkerung. Wester bezweckt die Prüfung guter Bienennährpslanzen aus ihren Futterwert die Eingliederung der Bienenzucht in die Landwirtschaft. Es soll aber nicht nur die praktische Seste der Bienenzucht von allen Gesichts- punkten aus beleuchtet werden, vor allem will natürlich der Wisien- schaftler auf Neuland stoßen. Die Bienenzüchterei ist für all diese Menschen, dieVfich alljährlich zu gemeinsamem Austausch ihrer Interessen an einem Ort zusammen- linden, vor allem eine ideelle Angelegenheit: eine feinsinnige Eigen- brödelei, di« weit über den nüchternen Alltag hinaus den Kontakt zur Natur und ihren Lebewesen stärkt und festigt. Parieinachrichien Rmfubunscn für Mtft RubrU find Eerlii, TW 6S, Lindenstraß« 3. 0 fürGroß-Berlin stet» an da» Bezlrf»sekret»rlat 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. Genossinnen, Genossen' Sonntag, den 18. August, seiern die Berliner Arbcilersporller. zusammengeschlossen im Kartell sür Arbeitersport und Körperpflege, ihren Reichsarbeitersporltag im Volkspark Rehberge. Es ist die erste große Veranstaltung der Arbeilersportler nach der Spaltung, wir lege» großen wert daraus, daß die Veranstaltung von alle» Parteimitgliedern besucht wird.— Die Festansprache hält Genosse Karl Severing. Eintrittskarten von 30 Ps. sind noch in den Abteilungen bei den Bildungsobleuten zu haben. Der Bezirksvorstand. * z.»tri» fflcbbinfl. Sir ftatftn für dtn SSrlchäatbr itrifrortMa find unbedingt bis uim Sonnabend, 17. August, beim Genossen Schmidt. Tegeler Str. S1. obvrechnen. Nach dem 17. August lönnen keine»arten ntchr gurstck- qenemmen werden. 7.«r»» Tbarlattenbueg. Morgen, Sonnabend. 17. Angust. Sommernachto- fcil im fioIUhod Jungfern beide(mit Straßenbahn 35, IM). Baden,»äffte- kochen, Aadiotongert, fpartlich« Borfütmngen der Sttirn Dchirimwer und Turnet, Lampianreiaen. Beginn 13 Uhr, Ende 3 Übt. Eintritt 20 Pf., Ztiader frei.— Bildung»« nofchnstmitglieder rechnen am Sonnabend auf den- Fest die Safitorten ab, oder am Montag im Jngendheim von 10 b>» 20'cht. Qrtrgrnrp« Altlandoberg, fsreitog, 1«. August, 20 Uhr, beim G-n. Piechagck avf eorbentliche Monatooerfammlung. Tagesordnung: Di« Ctadtner. ord.'.etenwablen oom 17. November 1029 und Auswahl unserer Kandidaten. Morgen. Sonnabend. 17. Ztugust. JOS. Abt. Reptnuf. DI« Genosfinnca und Genassen werden gebeten, aw Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. 17.»reio An alle Eltern und fsreundel Am ssreitag. IS. August, IVA Übt, im Jugendheim Guntcrstr. 44, erzählen wir aus unserem Jeltlagcr aul Ramedn. Kommt alle! keuvpc Landsberger Plag. Freitag. 16. August: Tür Note und Iungsalken 16— SO Uhr im Jugendheim Nesvrcchung des Monatsprogramms.— Sonntag. 16. Auguli: Gruvvenfahrt nach Tegel. Treffpunkt»ilr Note stalten und Jung. falk-n 7 Uhr lrlld Landsberger Plag: für»iiken 6 Uhr Landsberger Plah. Die stallen nehmen mittags an dem stcstzug anlässlich des Reichsarb-iterfrorttaaes in de» Nehberge» teil. Alles in blauen»uttcn erscheinen. Kosten ZO Pf.. Ende 21 Ilde.— Achtung. Eliern! Die Eltern tressen stch Sonn'ag 13 Uhr Lcopoldplass beim stestzug der Arbeitersportler oder später in den Rehbergen. Freie Schulgemeinde BerNn-Mitte. Sonntag, 16. August. Wanderung mit stamilie nach dem Lehnisssee. Kindcrbeeustigung, Spiel und Sport. Treffpunkt um g Uhr am S'cttincr Vorortbabnhof. Treffpunkt für Nachzilgler Restaurant „stum Seelowen".— Abt. Nord: Dienstag. 20. August. 20 Uhr, Arbeits- besprcchung bei Ahrends. Echröderstr, S. Vortrag:„Warum weltliche Schule?" Referent Heinz Neumann. Arbeitcrivohlfahri. 7.»reis Eharlottenburg. Freitag. 1k. August. Idlz Uhr, Nathans, st. 140, Aktenbefprechung. Ilm pünktliches und vollzähliges Erscheinen wird gebeten. Zungsozialisten. Gruppe Wcddi-tg-Geinrdbrnnncn. Heute streitag, 20 Uhr. im Iug-ndheim Orthstr. 10, stortscssung der Arbeitsgemeinschaft des Genossen Ahlfeld. Heutiges Thema:„Das Wesen der kapitalistischen Wirtschaft der Degenwart". Gäste willkommen. Gruppe SchSncbcrg. Heute, streitag. ZV Uhr, im Jugendheim Hauptstr. 15, Schwabenlandzimmer. Mitgliederoersammlung. Besprechung des Winter. Programms. Erscheine» aller ist Pflicht. Geburislage, Jubiläen usw. 34. Abt. Unseren Genossen Hermann und Klara Scidler, Eadirer Str. 11, zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. Voriräge,VeremeundVersammlungen. » Sterbetafel der Groß- Verliner Partei« Organisation 11. Abt. Unser lieber Genosse Wilhelm Grimm, Jagowstr. 15, ist nach längerem Leiden verstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Sonnabend. l7, August. 17 Uhr, im Krematorium Serichtstrasse. Wir bitten um rege Beteiligung. W SozialistischeArbetterjugendGr.-Verlin Stnsendunqen für diese Rubrfl nur an das Zugendsekniakiat SerUn SÄ 68. �tndenstraße Z Heule, Freitag. 13� Uhr: Arkanaplass: Heim Elisabethkirchsir. 19;„Singende« Sott".— Slosenthaler Dorstadt: Schule Slifabethkirchstr. IS:.Lachendes Volk".— steatrnm: Heim Landsberger Str. 50: stehn-M-.meten. Referat«.— Hansa: Bochumcr Str. 6b: stehn-MInuten. Referate.- Moabit l: Seim Waldenscrstr. 20— 21:„Die Gewerk. schaftsinternationalc".— Moabit II: Heim Lehrter Str. 18—19, stimmen 1:„Die Ursachen des Krieges".— Aenswalder Plass: Seim Raste nburger Ecke Weblauer Strasse:„stuchtbanscrlebnisse".— stollplah II: Schule Sonncnburger Str. 20: „Die Entwicklung des Kapitalismus".— Helmholssplass: Heim Danziger Str. 62, Baracke 2:„Der stunktionär und seine Aufgaben".— Humannplass: Heim Echerenbergstr. 7: stehn.Minuten.Referate.— Nordost: Heim Danziger Str. 6'2, Baracke 3: Lichtbilderabend:..Unser Wandern"�— Wörther Plass: Heim M" im B: „Der Funktionär und seine Aufgaben Echerenbergstr. 7: stehn-Minuten-Reserat«. Baracke> Kastanienallec 62:„Das Republikschussgesess".— Andrea»plass: Heim Bromm». krasse 1: Lichtbildcrvorlrag:„Das alte und neu« Wien".— Friedeichahain: Heim Dicstelmenerstr. 5—0:„SAJ. und Reichsbanner".— ffiatfchancr Viertel: Heim Libauer Str. 18: Gemeinlchaft-abend lKurzreferate).— Eharlottenburg. Süd: kuvm Spbelstr. Z:„Die Arbeiterjugend und die Weimarer Verfassung".— Lichtersclde: Heim Albrecktstr. 14-:„Die Verfassung von Weimar".- Marien- boes: Alte Schule. Dorfstr. 7: stehn-Minuten-Referate.— Briss ll: Seim Cbausseestr. 48 sRatbans): Lichtbildervortrag:..Wien".— Eöpenick: Heim Dahl» wisser Strasse lGasanstalt):„storm und Inhalt der Reichsverfassung und ihre � Bedeutung fflt die lozialistlschc Arbeiteeiugend".— Niederschöneweide: Schule Sommernachtsball der Wassersportabteilung de» Neich»bannee« im Baots» dau« Weudenschloss in Köpenick, Wenbenschl fang 21 Uhr.— Die Bezirt-lührer werden gebeten, die Karten zu v Arbeiter- hl-ssstr. 122, teilznnebmen. An- Ipoettag bi» spätesten, beute, Freitag, 16. Angnst. beim Genossen Monte, Dahlmisset Plass 3, abzurechnen. Karten, die nicht abgegeben werben. gellen al» verlaust. 131. Abt. Bezirk Kleingärtner Blanlenselbc-Rasenthal: 20 Uhr stahlabend mit Boetraz. gehalten von der Konsumgenossenschast. Die Nachborbezirke ssna dazu eingeladen. Sonuiag, IS. Zlugust. Abt. Schönebevg. Famlllenanaslng nach Blankenfelde»um Vater»nkr. «dlahrt 12.48 Uhr Bahnhof Papeftrasse bf» Dahlwi». Treffpunkt 12 15 Uhr Bahnhof Schäneberg. Abend» Rückmarsch mit Rusil nach dem Bahnhof Mahlow. 77. Berliner Str. 31:„Humor und FroHfinn".— Treptow: Helm Elsenstr. 3 steitungsdiskussson:„Der Bcrlassungstag".— Lichtenderg.Ncu: Leim Hauff- strasse:„Unsere Alpenfahrl".— Boessgwald«: Schule Konradstrasse:„Kleinarbeit in der Gruppe".— Beissense«:„stehn Jahre Republik".— Dahlem, Rot« Fallen: Baden. Treffen 19V. Uhr Ro'e-Falken.Ecke.— Westen I u. N: Speech. chorprode für die 25. Jahr-Feier in der Schule Waldenserstr. 20. Treffpunkt 13'/h Uhr Bahnhos Bülowstrasse. Achtung, Toner:, sohrer! Wir kommen am Sonnabend, 17. August, im Keim Lindenstr. 4 um 20 Uhr zusammen. Weebebezirk Tiergarten: Spreckchorprob« um 19V. Uhr in der Schulaula Waldenserstr. 20. Alle Gruppen müssen geschlossen erscheinen. Weebebezirk Neukölln: Wir treffen uns streitag zum Uebungsabend für den Sprechchor im Keim Kanner Strasse pünktlich 19!ö Uhr. Sendesp-el in Berlin:„Der Taus ch", Drama van P 0 l k Claudel Uebersteirertc Konflikte hysterischer Menschen bei voll- cndeter Darstellung auf der Bühne, vielleicht noch interessant, wurden als dhörspiel langweilig und kitschig. Auch die aus- drucksvollcn Sprecher Maria Fein. Marthe Hein, Leo Reuß, Gert Fricke änderten daran nichts.— Ein Interview mit den Revellers, den Iazzsängern, die so fröhlich in den Melodien spazieren gehen können, jeder für sich, und die sich dann immer wieder mit so fröhlicher Selbstverstöndiichkeit finden. Das Interview Heinz Ludwigs blieb nnbeholsen, farblos und uncharakteristisch. — Die W e i n t r a u b Syncopators, viel zu fel'en'in der letzten Zeit im Radio oehört, boten ein« zusällige, aber sehr schöne Ergänzung der Darbietungen der Revellers. T e s. Reichsbanner„Schwaez-Rol-Gold". Gelckiäftsstelle: Berlin S 14. Sebastianstr. 37/38. So' 2 T' Marineabteilurg: Freitag, 16. August, 20 Uhr, Dollvrrsommlung in Tegel, Ulerstr. 1. Aufnahme neuer Mitglieder. Sonntag, 16. Augist. Propagaudasadrt auf der Oberhavel. Weisser Anzug. Abfahrt 10 Ilhr Tcg'I, Ukerstrassr.— Reiaickendors lDrtsverein): Montag, 19. August. 20 Uhr. Torstandsstssung bei Hochhaus, Rrinickendors-Ost, Residenzstrosse. sDampseriahrt.)— Lichtenberg lOrtsverein): streitag. 16. August, 20 Uhr. grosse stiinktionärstssung bei Klose, Rupprechtstr. 37. Erscheinen Pflicht. Achtung! Sämtliche KamerodschoUen, ausser Gustav Tempel und Biesdorf, halten heute in den bekannten Berkehrslokalen ihre Eissungen ab.— Weissensee: streitag, 16. August. 19 Ilhr Vorstand. 20 Uhr Mitglieder im Berliner Sof, Bntonplass.— Rein.Ickrndore�Ost lKameradlchakt): streitag, 16. August, 20 Uhr, Mitglicdervcr- sammlung bei Kiehne, Restdenzstr. 9. Erscheinen Pflicht. Reichekartell Republik. Sportplass striedrichsfeldr: Sonntag, 18. August. schiessen von 9—12 Uhr die Ortsoereine striedrichshain und Mitte, von 12 bi» 17 Uhr Treptow und Lichtenberg. Die folgenden Tage bis einschliesslich streitag bleiben den genannten Ortsoeeeinen gleichsfalls vorbehalten. Arbeiter-Abflirentcn.Bnnd. Bezirlsgrupp« Krenzberg, Maeheinckeplass 6—4. Am Sonnabend, 17. August. 20 Uhr. findet in unterer eigenen„Alkoholfreien ©aftstälte", Marheinelcpleiss 3- 1, die ordentliche Mitgliederversammlung statt, wozu alle Mitglieder und Gäste eingeladen sind. Referent Genosse Hoheisel. Anschliessend Bunter Abend. streireligirfe Gemeinde. Sonn'ag 11 Uhr, Pappelalle« 15, Vortrag de» Herrn<£. Witthauer:„Religiöser Kult in der Vergangenheit". Gäste will, kommen. Esperanto-Gescllschast Eharlottenburg. Montag. 19. August, 20 Uhr. Kon» ditorei Wolter, Eharlottenburg, Bisma-ckstr. 114 lKnie), Klubzimmer. Berliner Verein für Einheitsinrzschrisi, e. V. Uebungen leben Freitag ron 19H bis 2154 Uhr im striedrich-Wilhelm-Glimnassum, Kochssr. 13. Vereins- heim:..Wilhelmshof". Anballste. 12. Nähere Auskunft erteilt die Geschäfts- stelle. Verlfn-Halense«, Bornimer Str. 8, Uhland 5293. Verein für Einheltsknrzfchrlst Neukölln. Dienstag und streitag, 20 b!» 22 Uhr, Anfänger., Fortgeschrittene-, Redeschrist-Lehrgänge, Kaiser.striedrich» Realgninnastum, Neukölln. Kaifer-striedrich-Str. 208. Schrarnmeltlnb„Maiengruss 1909". Sonntag. 18. August, aus der Spiel- wiese am Pankower Vürgerpark in der Jeit von 14 bis 16 Uhr Werbefrri- konzert aus Anlaß seines 20jähr!gen Bestehens. Dirigent: Herr 0. Jirnmer- mann. Freier Körperkulturkreis Kreuzberg. Wir beteiligen un» am Sonntag. 13. August, am Reichsarbeitersporttag in den Rehbergen. Treffpunkt U-Bahn- hol Leovoldplass, 13 Uhr. Bormittags Spiel und Sport auf dem Wassersport. plass Plössensee. Treffen hierfür 6 Uhr am Hochbahnhof Oranienstrassr oder 851 Uhr V. Dahnhof Seestrosse. »> „Veulölwer volkslarzschar." Wir treffen uns zur Fahrt nach Neudamnr bei Küstrin zum Iugendfag der SA?, nicht um 18 Nbr, Schlrftfcher Bahnhos, sondern 16.45. DaZ Fahrgeld beträgt 4,10 M. Bringt bitte In- slrumente mit._ Sport. Rennen zu Ruhleben am Donnerstag, dem 15. August. 1. R e n n« n. 1. Cb-imtiignon lKnöpnadrl jr.), 2. Etta Cord. Z. Ber- gamultc. Toto: 27:10. Pia?: 11. 16, 13: 10. Ferner liesen: Nalur, Prior, Lu-Uo, Teweh Pillat. Hedwig, OsterPnnz. Enzian. 2. Rennen, t. Hexenmeister«W. Uemzcr). 2. Nordeck, 3. Biedermann, 4. Marine Tolo: 105: IC Pia?: 26, 31. 65, 18: 10. Ferner liesen: Eid- gasseln, Piachlmädcl Tochter. Oneenie, Mimose, Satan, Silberpappel, Nipp- sache. Galeere, Ording, Alpenseucr. 3. Renne n. 1. Edu lP. FinnV 2. Frieda Edelstein, 3 Kakadu I, 4. Esst. Toto: 14:10. Platz: 18, 22. 32, 47: 10. Ferner li-I-n: Lindowlind. Peler Hainester. Morgentau, Michacs, Lord Arco, Baron Silvester, Möglich, Frcdcgundis. Schnadahüvsl, 4. Renne». 1. Edelaundc(Ech. MillS), 2. Landäfnecht, 3. Bandit. Toto: 54: IC Plass: 22.16,14:1». Ferner liefen: Eharmant, Hagel, Cordula. Turtelfaubc, Alabama, Nerv. b. R e n n c n. 1. Heliotrop(@. Laulenberger), 2. F-hrbellin. 3. Trama, 4 Nanu. Toto: 34:10.' Plass: 16,14,104,24:10. Ferner liefen: Witzbold, Baron Dnffu. Frfedcl Lee, Oberamtmann, Cara Bella. Peter Brusstlaff, Nixchen, Nalaiar, Malsine. AntaeoZ, Mengede. Lisuska. Baraneh E. 6. R e n n e n. 1. Dawfan WattS fWeidncr jr.), 2. Lindcnwirtin I, 3 Eckstein. Toto: 82: 10. Platz: 18. 19, Ii: 10. Ferner liesen: Tralteur, Marie Luise, Königsadler, Fels. Franlet. 7. R e n n c n. 1. Selamlil(H. Waller), 2. Baron Gabler, 3. Halma. Tato: 26:10. Platz: 13. 1V, 18: 10. Ferner liesen: Ingrid Halle. Wille» (als 2. dis., 60 Proz. Platz zurück), Heidcvlume, Ralal, Turiddn, Paffer. «.Rennen. 1. Nelly Arnold(Hr. Echrefeld), 2. Propeller, 3. Nonn-, 4. Dichtung. Toto: 116:10. Platz: 43,18.92,24: 10. Ferner liesen: Quinleffenz, Cbamisso, Beate. Girano, Agllalot, Nalurburiche, Rcbelfappc, Arola, Eulenspiegel. Mephisto>80 Proz. Platz zurück), Modena, Athener, Friesin, Lunarta, Zierde. Lombardei. 9. Renne n. 1. Heinrich(G. Reuenfeld), 2. Pomvadour, 3. Opernsänger. Toto: 34:10. Platz: 12,11:10. Ferner Uesen: Flaggenlied, SwgcSadler, Tarraria. Aktuelle Werbung. Anlässlich de» WeltreNamekongresse» und der damit verbundenen Reklameschau hat da» bekannte Papierhau« L. Inergens, Reus König, empfiehlt sich daher für fcden. dem das modern«, Zauberwort Reklame etwa» bedeutet, diese kleine Sonderschau zu destchtigen. Verantwortlich für Politik: Dr. Enrt Geyer! Wirtschaft: G. Klingelböfer! Geoarkschaftsdewegung: Z. Steiner; ffeuillelon: Dr. Zohn Schilowski! Lokale» und Sonstiaes Friss Karstadt: Anzeeaen: Tb. Glocke: lämtlick in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Berlagsanftalt Paul Singer u. Eo., Berlin SW. 68, Lindenstrasse 8. Hierzu 2 Beilagen..Anterhaltnug und Wissen" und.Stadtbeilage". m Pw-aueß Miedhiwi&ir� Qua&i&t' ßef fommk' ftocS ßi? we&ßes&s' SflwtwteÄi ßsf ßwdkH (Mk Vmsho&l ovtyiiiai- gehem(MMhngm Per frm&rßkr' ktf, 9(6, im, prÄcMM. Smm&OMßum meuupfj ein, unki�ten9es'ß(fanitHe(! 9af nm Klnlktwimft: feoeiJh es- sc�ojt, ffat- 5%$ sim guteQtyavdk, gtöt MÜNZ BILD ER- UM TAUSCH STELLE IN BERLIN. WERDERSCHER MARKT 4a Müzubildtr• Nurtuhmnofco werde« t«ndiüid>»erlogt NurnodiSMe BlM-HerrHttftl lommemwAren rAm! Obsi und Gemüse Kolonialwaren Wursiwaren Havuai- Ananas....... rw- 0.83 Pflaumen hit*.......... m 0.48 Tafdhimen lutwauamM..Pfd. 0.48 Gravensteiner iw«...pfi 0.45 Preißelheeren.......... m 0.24 Ital. Tafel-Wein...... m 0.45 Schlangengurken 0.05 Blumenkohl H«a.«a. 0.40 Mohrrüben iw...... sw. 0.20 Kartoffeln...........» w- 0.38 DeUUaiessen Gahdhissen........... m 4.40 Rollmops c rwua,..zseüdt 0.25 Hering tsmim**........»cd. 0.40 Russ. Sardinen....... w. 0.30 Kartoffelsalat........ ju 0.85 Ochsenmaulsalat— pi*. 4.30 Zuckergurken......... m 4.20 Oelsardinen.xtuhfcmmu- 2 Di 4.03 Lea Perrins n 4.85 Brathering 0.88 Buiiev und Käse Tafelbutter miutu*iam...pfd. 4.66 Süßrahm-Butter-w 4.95 Tafelmargarine....... m 0.50 Kokosfett(Sanm)........ w 0.58 Emmenfhaler..... w 4.80 Edamer hmim.......... w. 0.80 Tilsiter zs°/° 0.88 Camembert t�ur.«.a«. stA. 0.68 Steinbuscher........... pta 0.98 Harzer............. pja-paa 0.38 Hutzucker............. ha 0.34 Bruchreis.............. ha 0.46 Burma-Vollreis....... ha 0.49 Hartweizengrieß..... ha 0.25 Weizenmehl........... ha 0.43 Kartoffelmehl......... ha 0.22 Puddingpulver u«..... ha 0.33 Sultaninen......... ha•.* 0.38 Tafelöl................. tt». 0.38 Kaffee fruA{«?£*&£.. ha 4.90 Sülze............... ha 0.48 Blut- und Leberwurst ha 0.80 Sülzwurst i............. ha 0.95 Brühwurst......... ha a« 0.95 Berl. Mettwurst....... ha 0.93 Dampfwurst...... ha am 0.93 Wiener Würstchen..ha 4.45 Streichmettwurst t r».ha 4.38 Zervelat und Salami ha 4.68 Schlackwurst vw�I�Sa4.95 Weine, Spirituosen Konfitüren Edenkobener t-ur 4.00 Gauweinheimer i& 4.40 Tarragona um...... i-ttr. 4.05 Malaga i».......... i-u». 4.20 Reiner Weinbrand 4.80 Weinbrand vmdmm..... n. 2.93 Edelkom...i-Lu-n. 3.50 Alter Wacholder. t-ur-Krt. 4.60 Obstsekt................ n. 4.25 Erdbeersekt............ n. 4.95 Saure Drops uMaibL ha 0.48 Berl. Bonbon-Mischg. ha 0.48 Pfefferminz-Fondant ha 0.68 PfcJfcrmtnz-Bruch....HA 0.48 Creme-Pralinen....... ha 0.65 Keks-Mischung....... ha 0.60 Sandgebäck........... ha 0.95 Kokosmakronen...... ha 0.95 Herrenkringel Bmurt* ha 0.95 VoUmilch-Schok. f�oö�rn. 0.25 Fische Wild und Geflügel Kabeljau i(«um..ha 0.26 Seelachs t»»>-«..... pw*0.48 Rotbarsch o.k�i........ ha 0.22 Schellfisch m. x<»/........ ha 0.23 Fischfilet.............. na 0.28 Salzheringe......... 5»*. 0.28 Aale, kw........... von ha 4.60 Bücklinge.............. ha 0.30 Seelachs eeräudurt......... ha 0.35 Rotbarsch cwurt...... ha 0.45 Rehragout............. ha 0.40 Rehblätter............. ha 4.23 Rehkeule.............. ha 2.30 Hirschblätter......... ha 4.20 Hirschrücken.......... ha 4.50 Suppenkühner w-...-ha 4.20 Mast-Gänse w........ ha 4.00 Mast-Enten u......... ha 4.30 Hähnchen w. w....ha 4.40 Tauben............&<*. 0.30 und mordnn«rfrra r/ r/ r/ KARSTADT« BAHNHOF HER MANN PLAT2 Ar. 381» 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Kreiiag, 16. August 1929 Vier oder acht Milliarden? Die Verlust-Verschuldung der Landwirischast.— Irrtümer unier Protektion. wir veröffentlichen im folgenden eine Berechnung der tatsächlichen Verlustverschuldung der Landwirtschaft, die aus ein« Ziffer von— immer noch grausig genug für 4 Jahre— nur 4 Milliarden kommt. Andere Schähungen lauteten viel höher. Di« hier bereits besprochene Erhebung der Rentenbankkredit- anstalt enthält einige wichtige Anhaltspunkte über die landwirt- schaftliche Berschuldung und ihre Ursachen, die nicht unerörtert blei- ben dürfen. Bekanntlich schließt diese Erhebung mit dem 30. Juni 1028 ab. Zu diesem Datum ergibt sich nach ihren Zahlen eine Gesamtverschuldung der Landwirtschast von 11,l1 Milliarden Mark. Damit wich ihr Ergebnis von der bisher durch das Institut für Konjunkturforschung veräsfcntlichten Zahlen ab, die für das gleiche Datum«inen Schuldenstand von 11,37 Milliarden Mark auswiesen. Die Erklärung sieht die Reistenbankkreditonstalt darin, daß das Institut für Konjunkturforschung die Aufwcrtungsschiild der Landwirtschaft um reichlich 10 Proz. zu hoch geschätzt habe. Insgesamt zeigte die Agrarverschuldung nach den Angaben des Instituts für Konjunkturforschung die folgende Gliederung per 30. Juni 1928: Aufwertungsschulden.. Privathypotheken... Kredite mittlerer Laufzeit Kurzfristig« Kredite.. Schwimmkredite.... Rentenbankgrundschuld. Realtredite...... Zusammen 2,8 Milliarden M 1» M 0,3 2 2 1.8 2 3,3 13,4 Milliarden M. Aus unseren weiteren Betrachtungen können wir zunächst die Rentenbankgrundschuld ausscheiden, die nur eine kapitalisiert« Vermögenssteuer darstellt und zudem sehr bald ver- ichwinden dürfte. Der Rest ermäßigt sich, da die Äufwertungs» schulden um rund 0,3 Milliarden Mark zu hoch geschätzt sind, auf 11,1 Milliarden Mark, wie die Rentenbankkreditanstalt angibt. Da die Aufwertungsschuld hier ohne Interesie für uns ist— denn wir wollen uns mit den Quellen der Agrarverschuldung seit 1924 und ihrem tatsächlichen Umfang beschäftigen—, können wir sie«ben- fall» verna chläsi, gen. Rur müssen wir versuchen, uns über ihre Höhe ein möglichst zuverlässiges Bild zu machen. Nach den Er- Hebungen der Rentenbankkreditanstalt kann man annehmen, daß der Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche mit Äufwertungs- schulden belastet ist mit Mark(abgerundete Zahlen) per 30. Juni 1927: in der Betriebs- größentlasse 5— 20 Hektar. 20-100.„ über 100, in Ostdeutschland » 112 M. » ISO. . ISO. in Westdeutsch- land 85 M. 125. 180. Die Gesamtbclastung also beträgt« Milkvnen Mark per 30.Juni 1927: in der Betriebs- größentlasse 5— 20 Hektar.. 20-100,.. über 100,.. in Ostdeutsch- land . 275 Mill. M. . 370.. . 590.. in Westdeutsch- land 565 Mill. M. o35 G 0 220.. zusammen... 1235 Mill. M. 1320 Mill. M. Insgesamt also rund 2550 Millionen Mark. Bis zum 30. Juni 192h erfuhr sie«ine weitere Verminderung um fchätzungs- weise rund 130 Millionen Mark auf etwa 2420 Millionen Mark. Für die dem 30. Juni 1927 vorangehenden dreieinhalb Jahre der Stabilisierung wird man mindestens die doppelte Tilgung von Auf- wertungsschulden annehmen können. Es ergibt sich dann als Aus- gangspunkt nach der Aufwertnngsgesetzgebung eine Äufwertungs- schuld von rund 2,8 Milliarden Mark, die inzwischen um beinahe 400 Millionen Mark verringert wurde. Von dem Gesamtbetrag der Verschuldung von 11,1 Milliarden Mark, den die Rentenbankkreditanstalt ermittelt hat, sind diese 2,8 Milliarden Mark Vorkriegsverschuldung abzusetzen, die naturgemäß nichtn Rest von 6,7 Milliarden Mark. Zu berütksichligende Aktivposten. In diesem Betrage sind aber wiederum Summen entholten. di« nicht auf Verluste zurückzuführen sind. Zunächst sind die Betröge abzusetzen, die an vermehrtem Düngerkapital investiert wurden. Man wird sie aus rund eine Viertelmilliarüe schätzen dürfen. Hinzutreten Beträge, di« für den Wiederaufbau des deut- sehen Liehstapel» verwandt wurden: da ihre Höhe infolg« der Schwankungen sowohl des Viehbestandes wie seines Geldwertes kaum abgeschätzt werden kann, wollen wir darauf verzichten, sie hier auszuführen. Dann sind vielerorts M e l i o r a t i o�n« n durchgeführt worden, deren Geldwert man auf etwa eine Viertelnülliarde schätzen kann. Schließlich sind umfangreiche Beträge etwa des gleichen Umfange» für die Siedlung und den Bau von Landarbeiter- wchnungen in der Landwirtschaft investiert worden. Der allenfalls verlorene Betrag des Agrarkredits senkt sich damit auf etwa 6 Milliarden Mark. Auch diesem Betrag stehen aRr noch Aktiven gegenüber. Mein bei den tandwirtschaftlichen Genossenschaften sind die Einlagen der Landwirte auf etwa 800 Millionen Mark zu schätzen. Da aber zahlreiche Landwirte auch außerhalb der land- wirtschaftlichen Genosscnschasten bei sogenannten gewerblichen Ge- nossenschaften, von deren Mitgliedern 20 Proz. Landwirte sind, und bei öffentlichen Sparkassen Guthaben unterhalten, kann man annehmen, daß diesem Betrage ein Betrag in etwa der gleichen Höhe hinzuzurechnen ist. Damit senkt sich der als verloren in Frage kommende Betrag des Agrarkredits auf rund 4,4 Milliarde» Mark. Eingerechneter lleberverbrauch. Es wäre jedoch völlig falsch, auch pur'diesen Betrag auf Ver- lustc der Landwirtschaft zurückzuführen. Die durch den Enquete- ausschuß veröffentlichten Buchsührungscrgebnisse lassen erkennen, daß seitens des landwirtschaftlichen Kroßgrundbesitzes im allgemeinen weit mehr verbraucht worden ist, als seinen, vom Enquetcausschuß angenommenen Lohnanspruch sür die im Betrieb geleistete Arbeit entsprach. Wir glauben/ diesen übermäßigen und den zweifellos schwierigen Dascinsbedingungen des landwirtschaft- lichcn Betriebes nicht gemäßen übermäßigen Verbrauch, für den die Gesamtheit büßen zu lassen unmoralisch wäre, niedrig mit einer Viertelmilliarde einzuschätzen. Es verbleibt dann eine tatsächliche Verlustverschuldung der deutsche« Landwirtschaft vou vielleicht 4 Milliarden Mark. Denn naturgemäß findet sich in der Hypotheken- Verschuldung der deutschen Landwirtschaft noch so mancher Posten, der ausschließlich auf Finanzierung von Besitzüber- tragungen zurückzuführen ist, und der Gesamtbetrag dieser Finanzierung ist mit 150 Millionen Mark eher zu niedrig als zu hoch angenommen. Es berührt eigentümlich, wenn gegenüber dieser tatsächlichen Lage der landwirtschaftlichen Verschuldung unter dem Protek« torat von Dr. Hermes jüngst ein Diplomlandwirt ausgerechnet hat, daß die Landwirtschaft im Laufe der lehlen 5 Zahre 7,8 Mil- liarden Mark verloren habe, also fast das Doppelt« desfcn, was vielleicht nach der Verschuldungsstatistik als Verlust anerkannt werden kann. Es hat dem Verfasier viel Mühe gemacht, der kritiklos hin- genommenen Statistik der Gesamtverschuldung gemäß auch die zu ihrer Erklärung seiner Meinung nach erforderlichen Verluste aus- zurechnen: feine Rechenkunftstücke wären angesichts der wirklichen Loge harmlos, wen» er nicht ans ihnen die Konsequenz ableitete, die Landwirtschaft verlöre jährlich rund 1,5 Milliarden Mark, und das deutsche Volk hätte die Verpflichtung, ihr auf dem einen oder anderen Wege diese 1,5 Milliarden Mark zu- zuwenden! 1328 war für die Landwirtschaft bereits aktiv. Tatsächlich liegen die Dinge wesentlich anders. Im Jahre 1928 betrug der vom Institut für Konjunktursorschung ermittelte Zu- wachs der Verschuldung rund 800 Millionen Mark. Davon entfielen nach den Schätzungen, die sich ous den Erhebungen der Renten- bankkreditanstalt ergeben, rund 130 Millionen Mark auf die Ab- läsung van Aufwcrtungshypotheken. An landwirtschaftlichen Guthaben bei den Genossenschaften sind rund 60 Proz. des naäi- gewiesenen Einlagenzuwachses, also rund 240 Millionen Mark an- zunehmen/ zu denen wahrscheinlich«in gleich hoher Betrag von Ersparnissen an anderen Stellen tritt, wie wir oben ausführten. Für Meliorationen wurden nli»d 100 Millionen Mark auigewandt. Den 800 Millionen Mark stehen somit mindestens 730 Millionen Mark Berfchuldungsrückgang und Guthabenbildung gegenüber. Die Zlnnahme, daß die restlichen 70 Millionen Mark teils produktive Verwendung gefunden haben, teils für die Finanzierung von Besitz- Übertragungen aufgenommen wurden, besitzt viel Wahrsckieinlichkeit: eher dürften sogar die hierfür in Frage kommenden Beträge größer sein. Im Jahre 1928 hat die deutsche Landwirtschaft im Durch- schnitt ahne B e r l u st. d. h. zu einem Teil mit nicht unerheb- lichen Gewinnen, zu einem anderen Teil sicherlich mit Verlusten gearbeitet. Jedenfalls ist die deutsche Landwirtschaft im letzten Jahre nicht mehr passiv gewesen. Katzenjammer. Oer Einzelhandel fordert auf Umwegen Aufhebung der freien Mietwirtschast sür Läden. Die Mietenzwangswirtschast ist in Deutschland für G es ch ä f t s- räum«aufgehoben worden. Die Aushebung erfolgte als erste Abschlagszahlung an jene bürgerlichen, dein privaten Haus- und Grundbesitz im besonderen und der freien Wirtschast im allgemeinen freundlichen Parteien, die die freie Mietwirtschaft überhaupt fordern. Dieser erste Anfang der srcien Mietwirljchast scheint den Millionen Ladenbesitzern in Deutschland aber so schlecht b«- kommen zu sein, daß die Hauptgemeinschast des Deutschen Einzel- Handels, einer der Spitzenverbänd« der deutschen Unternehmer, bei der Reichsregierung Sturm läuft, um di« freie Mietwirtschast sür gewerbliche Räume in weitem Umfang wieder zu beseitigen. Das Kind, dos die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzel- Handels jetzt glaubt, in die Welt setzen zu müssen, um die bedrängten Ladenkausleute vor dem Mietwucher zu schützen, trägt den Namen .Rechtsschutz des Ladenbesitzers", ist ein rechtes Verlegen- h« i t s k i n d, und der Reichsregierung ist jetzt eine Denkschrift zu- geleitet worden, die dem Kind den gesetzlichen Voter besorgen soll. Verschämt wird gesagt, daß die auf dem Gebiet der Laden- mieten eingetretenen Mißstände nicht eigentlich als vorüber- gehend« Folgen der" Freigab« der gewerblichen Räume anzu- sehen seien, sondern als eine durch neuartige Verkehrs- und Wirt- fchaftsverhältnisse(?) hervorgerufene Dauererscheinung. Zur Beseitigung der Mißstände wird keine verordmmgsmäßige, sondern eine gesetzliche Abhilfe verlangt, die durch eine Aenderung der Vor- schristen des Bürgerlichen Gesetzbuches erreicht werden soll. In Zu- kunst soll die Kündigung von LadeVnietern nur noch aus „wichtigem Grunde" zulässig sein. Für die Ladenmieten soll dieser Begriff insofern ausgedehnt werden, als er auch in Fällen dringenden Eigenbedarfs des Vermieters und bei Zahlungsverzug einer als angemessen festgelegten Miete anwendbar sein soll. Weniger verschämt ausgedrückt bedeutet der Schnitt der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels das Ein- geständnis des vollständigen Bankerotts der ersten in der Rich- tung der Aushebung der Mietenzwangswirtschaft gemachten Schritte. Sie sind ein politischer Bankerott jener bürgerlichen Parteien, die die frei« Mietwirtschaft gefordert und diesen ersten„Erfolg" erreicht haben. Es ist zu erwarten— wir hoffen es— bah die Millionen geschädigter deutscher Ladenmieter bei den kommenden Gemeindewahlen den Freunden des privaten Haus- und Grundbesitzes und den Schreiern nach der freien Wirtschait sür Mieten die Antwort geben werden, die ihnen gebührt. Wann kommt die Kahrradsanierung? Die llniernehmer lassen die Dinge treiben. Seil Jahren steht die deutsche F a h r r a di n d u st ri e in einer schweren Krise, die sich im Laufe dieses Jahres nach ver- schärft Hot. Die Werke, die noch rentabel arbeiten, bilden eine Ausnahme und haben ihre Gewinne auch fast ausschließlich ihren gut beschäftigten Nebenbetrieben zu verdanken. Man sollte m, nehmen, daß nach den gesprengten Rationali- sierungsverhandlungen in Düsseldorf im September vorigen Jahres die schweren Verluste auch bei den führenden Werten wie Dür- kopp, E xc e l si vr In Brandenburg. S t o e w« r in Stettin und G ö r i ck e in Bielefeld die Fabrikanten zu einem schnelleren Tempo ihrer Sanierungsmaßnahmen veranlassen sollten. Davon ist aber auch jetzt keine Rede. Zwar ist eine Kommission des Vereins Deut- scher ffahrradinduftrieller schon im Frühjahr zu Beratungen zu- sammengetreten und hat auch im Juni mit Außenseitern Berhond- lungen über die Einschränkung der Produktion aufgenommen, aber praktisch erreicht wurde bisher so gut wie gar nicht,. Eine neu« Versammlung des Vereins der Fahrrad-Jndustriellen, die auf den 13. August in Frankfurt einberufen war. ist nun glück- licherweijc auch wieder„bis aus weiteres" verschoben worden, so daß in diesem Jahre kaum noch mit wirksamen Maßnahmen zu rechnen ist. Die Ursachen der Krise Legen nicht allem in der Schwäche der Massenkauskraft in Deutschland und der starken Ueberproduktion der Industrie, sondern zum großen Teil auch in der ständig zunehmenden Abwanderungder Käufer zum Motorrad. Diese zwangsläufige Entwicklung läßt sich nicht aufhalten, und die Fahrradindustrie muß daher zur Vermeidung noch ärgerer Verluste ihre Produktionspolitik planmäßig den ver- änderten wirtschaftlichen Verhältnissen anpassen. Je länger die Fabrikanten aber zögern, um so schwieriger wird der Gesundung»- prozeh durchzuführen sein und die Belegschaften werden für die Unterlassungssünden der Unternehmer büßen müssen. Anhaltend hohe Eisenprodutiion. Die Leistungen der Hochösen im Juli. Wie die Zeitschrift„Stahl und Eisen" mitteilt, stellt sich die Roheisengewinnung der deutschen Hochöfen im Juli 1929 auf 1,29 gegen 1,16 Millionen Tonnen im Juni und 1,93 Millionen Tonnen im Juli 1928. Die Produktion ist also auch über die Rekordzissern des Juni hinaus gestiegen, wenn sich auch die arbeitstäglichc Leistung bei 31 Arbeitstagen im Berichtsmonat gegen 39 Tage im Vormonat nur unwesentlich aus 38 823 Tonnen erhöht hat. Sehr bedeutsam ist ein Vergleich der a r b e i t s t ä g l i ch e n Leistungen im Berichtsmonat mit dem Juli 1928, der eine Steigerung um fast 17 Proz. ergibt. Die Stärke der gegenwärtigen deutschen Eisenkonjunktur wird daraus besonders deutlich ersichtlich, daß die durchschnittliche arbeitstägliche Leistung in den letzten fünf Monaten, von März bis Juli, mit durchschnittlich 37 929 Tonnen die entsprechenden Monate des Vorjahres um nahezu 7 Proz. über- trifft. Von dieser anhaltend guten Beschäftigung in der Schwer, industrie sind auch zweifellos noch kräftige Anregungen für die verarbeitenden Industriezweige zu erwarten. England Hai von der Rew-Dorker Diskonterhöhung gewußt. Das ergibt sich aus einer Meldung der.New Pork Times", wonach durch Vermittlung der New-Porker Bundesrejeroebank bei großen amerikanischen Banken für die Bank von England ein sofort ab, rufbarer Kredit von 259 Millionen Dollar bereitgestellt wurde. Dieser Kredit ist offenbar zugesagt worden, bevor die New-Torkcr Bundesreservebank ihren Diskont erhöht hat. Damit wird auch die Ruhe erklärlich, mit der die Bank von England die New-Porker Diskonterhöhung aufgenommen hat und bis heute ihren eigenen Diskontsatz unter dem von New Park halten tonnte. Damit fallen aber auch d>« letzten Gründe für di« Vermutung, daß New Park mit seiner Diskonterhöhung wegen der Hanger Verhandlungen England unter Druck setzen wollte, Vermutungen, die wir sofort al» unberechtigt abgewiesen haben. Vor Handelsvertragsverhaadtungeu mit Rumänien. Nach der Annahme des neuen Zolltarif» durch das rumänische Parlament wirf) Rumänien jetzt mit einer Anzahl europäischer Staaten in Handels- vertragsverhandlungen eintreten. Da durch das deutsch- rumänische Finanzabkommen Ansang dieses Jahres alle noch strittigen Fragen aus der Kriegszeit zwischen den beiden Ländern geklärt worden sind, steht dem baldigen Abschluß eines Handelsvertrags zwischen Deutschland und Rumänien nichts mehr im Wege. Der neu« Zolltarif sieht in erster Linie einen Schutz der landwirtschaftlichen Interessen vor, während andererseits d i e Zölle für landwirtschaftliche Bedarfsartikel. speziell Maschinen, erheblich herabgesetzt wurden. Auch im allgemeinen sind die Zölle für anderweitige Maschinen, für Werk. zeuge und Metallhalbfabrikate in dem neuen Zolltarif erheblich gesenkt worden. . M Sie sitfv einen. wJeWe*1, vcvscHaffcii_ � Rauchen Sie ENVER 6 E\e igarellen ZUM Im Sturm geboren! Zum Verbandsjubiläum der Vergarbeiter./ Von Dr. Georg Verger, Vochum. Di« fr«ig«iverkschoftliche Berufs- und Industrieorgonifotion der Bergarbeiter wird am 18. August-ti? Jahre alt Aus beschci- densten Anfängen heraus Hot sich der„Alte Verbau d" in dieser Periode zu einem ochtunggebieicnden Gebilde der deutschen Arbeiterbewegung entwickelt, dessen sozial- und wirtschastspolitische Wirksamkeit weit über den Rohmen der Bergbaumirtschast hinausreicht. Aus eigener Kraft haben sich die Bergorbeiter ein« Interessenvertretung geschaffen, in der die Angehörigen dieses in so hohein Moste Leben und Gesundheit zerstörenden Berufes immer wieder Schutz und Schirm gefunden, und mit deren chilje die Bergarbeiter in ihrem Freiheitskampfe so mannigfach« Erfolge erfochten haben. Auf K a m p f war die Organisation vom ersten Tage ihres Bestehens an eingestellt, im Komps Ist sie grast geworden und Hot im Kampf auch ihre Bewährung«rbrocht. Als 1889 da» erste große Wetterleuchten durch di« Bergrevier« ging und die Bergknappen an der Ruhr-, im Wurm- und Soarrevier, in Sachsen und Schlesien sich gegen ihre jahrzehntelange Unterdrückung und Erniedrigung erhoben, da lernten sie begreifen, daß dem Arbeiter niemand die Freiheit erkämpft, wenn er es nicht selbst tu«. Der erste Massen st reik der Bergarbeiter wurde sür sie zur Fanfare, die zum Sammeln blies. Dem Erwachen der Bergarbeiter gingen nämlich vielfache Organisationsoersuche voraus, die'ober ent- msder an der Uneinigkeit der Knappen bald wieder zugrunde gingen od«r der behördlichen Verfolgung zum Opfer sielen. Lediglich i n Sachsen vermochte sich der 1878 gegründete Berg- untk' Hüttenorbeiter-Verbond zu halten, der dann später den Vortrupp für den Zusammenschluß aller deutschen Bergarbeiter ab- gab. Aber ehe es dazu kam, mutzte noch jener gewaltige Sturm von 1SSS durch die deutschen Bergreoiere brausen, um die durch knappen« vcreinsmäßige Kirchturmspolitik und andere Sonderbrötelei zer- splitterte Bergarbeiterschaft zu einigen. Am?. Mai 1889 brach an der Ruhr der Sturm los, der seine Wellen bis in fast alle Reviere schlug. Etwa dr«i Wochen währte der Ausstand: Po l i z« i und Gendarmerie, sogar Militär wurde aufgeboten: blutige Z u s a m m e n st ö st e waren die Folge. Eine Bergarbeiterabordnung fuhr nach Berlin zum Kaiser, um dessen Unterstützung zu erbitten. Die Antwort, die sie erhielt, war wenig tröstlich: „Ich werde olles über den Hausen schießen lasten, was sich mir widersetzt.- Auch dos perfide Wart, daß seder Sozialdemokrat gleichbedeutend mit„Reichs» und B a t e r l o n d s f e i n d" sei, siel in dieser mertwürdigen Audienz, die einen praktischen Erfolg nicht gehabt hat. Di« Zechenbesitzer schlugen die Mahnung des Monarchen, mit den Arbeitern Fühlung zu halten, in den Wind und ließen sich erst zu Zugeständnissen lierbei, als die Bewegung immer bedrohlicher wurde. Am 18. Mci erklärt« der Zeck)enbesistervcrein, daß nach Wiederaufnahm« der Arbeit die Löhne erhöbt werden sollten. Daraufhin setzten sich die Bertroueusleute der Streikenden für den Abbruch des Kampfes ein. der. weil di« gemachten Zusagen keines- wegs loyal erfüllt wurden, noch einmal ganz kurz aufflackerte, um dann in den letzten Maitagen endgültig rniszuhoren. Eine groß« Erbitterung blieb in den Belcgschasten, mehr noch bei den.zahlreichen Gemaßregelten, zurück. Aber die Lehre von 1889 hatte den Boden bereitet, in dem di« Saat der gewerkschaftlichen Selbsthilfe endlich aufgehen und weiter wachsen konnte. Am 18. August 1889 versammelten sich in Dorstfeld bei Dortmund die Abgesandten der deutschen Bergleute zu dem lang geplanten„Deutschen Berarbeiter-Delegtertentag" hier gelang es der mutigen Energie und der überlegenen Einsicht der Pioniere des Organisotionsgedonkens, alle Widerstände über- wiirdend einen„Verband zur Wahrung und Förderung der berg- männischen Interessen in Rheinland und Westfalen" zu errichten, aus d«m ein Jahr später dann der„Deulsche Bergarbeiter-Verband" mit d«m Sitz in Bochum wurde. Das Banner der Organisation war damit entrollt. Au» den Zehntausenden, die sich anfangs darum scharten, sind heut« hundert- tausend« gewoiden. Bald 209 009 Mitglieder zahlt gegenwärtig der Bergbauindustriearbeiterverband in seinen Reihen. Mit«iner Zähigkeit sondergleichen Hot sich die Organisation allen Verfolgungen und Derleunidungen zum Trotz durchzusetzen verstanden. Nicht unbarm- herzige Maßregelungen, selbst Gefängnis, so, sogar Zuchthausstrafen. mit denen man die hervorragendsten Führer bedachte, tonnten das Band zerreißen, das damals in Dorstfeld geknüpft war und die übcrzeugungstreucn Knappen in allen Bergrevieren umschlang. Es gehörte wahrlich M u t dazu, damals organisiert gu sein, ein Mut, der über olle Widrigkeiten triumphiert« und die Fahne de? Berbandes auch dann nicht sinken ließ, als in den Stunden der Gefahr sich so mancher von ihr kehrt«. Die Treu« der Kerntruppen rettet« den Verband über alle Fährlichkeiten hinweg. Im steten Wechsel, von Aufstieg und Abstieg, ist der Berg- arbeitcrverband zu«incni politischen und wirtschaftlichen Macht- fattor geworden, der für den Befreiung! kämpf der Bergarbeiter richtunggebend ist. Mit seinem Wachsen sind ihm immer höhere Ausgaben zugefallen. Reben einer beachtlichen Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen im Bergbau tonnte sich der Verband maßgeblichen Einsluft auf die Sozialoersicherung der Bergarbeiter erkämpfen. In der Knappjchastsversiche- r u n g. in der Kohlen- und K a l i w i r t s ch a s t. jenen beiden ersten Wirtschaftszweigen, in denen der Gedanke der gemeiiiwirt- Ichaftlichen Selbstverwaltung unter verantwortlicher Mitbeteiligung der Arbeiter Fuß gefaßt hat, und in noch manchen anderen Wirt- sthaftsstellen sind dem sozialen und wirtschaftlichen Gestaltungswillen dar Bergarbeiter zahlreich« Möglichkeiten eröffnet, die sie nicht nur in ihrem Interesse, sondern auch weitgehend zum Wahle der All- gemeinheit zu nutzen verstanden hoben. Auch bei wichtigen wirt- schaftspolitischen Entscheidungen im Reich, Staat und in den Kam- munen wird ihr Rat oft in Anspruch genommen. Di« weltwirtschaftlichen Verpflechtungen, in die gerade der Bergbau sehr stark einbezogen ist, haben den Bergarbeitern zeitig«ine größer« Aktivität aus internationalem Gebiet aufgegeben. In der Bergarbeiter. internationale nimmt der Deutsch« Verband«in« führende Stellung ein, wie auch beim Internationalen Arbeitsamt und bei der Wirtschaftsoraonisation des Völkerbundes die Mitarbeit der deutschen Bergarbeitervertreter anerkannt ist. Di» Erfolg«, auf die der Bergorbeiterverband an seinem vierzig- jäheigen Geburtstage zurückblicken kann, sind von ihm durch stetigen lebendigen Srastelnsah errungen word-n. Die Bergorbeiter wissen, daß zur Erreichung ihres Zieles, dem Bergorbeiterleben«ine freiheitlich« und würdige Gestaltung zu geben, jeder erfolgreiche Schritt neue Anforderungen stellt. Dosür Kraft und Zuversicht aus der 49jährigen Verbandsyeschichte zu schöpfen, ist der Sinn und die Rechtfertigung der Dortmunder Jubiläumsfeier der Bergarbeiter. >> i Was nebenbei zu beachten ist! 2?ei der Reform der Arbeitslosenversicherung. Die Mitteilung, daß der Städtetog und die kommenden Der- bände gebeten haben, vom Sozialpolitischen Ausschuß gehört zu werden, begleitet„Der Deutsche" mit der Bemerkung: „Man kann die Arbeitslosen nicht verhungern lasten.. Dieser Satz müßte all den auf den Abbau der Arbeitslosenver» sichervng vermessenen cherren im bürgerlichen Lager. d>« selber vor Arbeitslosigkeit ziemlich sicher sind, bei ihren Beratungen in den Ohren klingen. Städtetog und Kommunalverbände befürchten mit Recht, daß ein Abbau der Arbeitslosenunterstützung den Kommunen.zur Last fällt. Auch darin stimmen wir mit dem„Deutschen" überein, daß mit der Porole: Abbau der Arbeitslosenunterstützung, weder Arbeit noch Brot für die Arbeitslosen geschaffen wird. Lieber 60000 Mitglieder. Im Verband der Maler, Lackierer und Anstreicher. Der Vorband ist bestrebt, die Verluste der Insiationszeit aus- zugieichen und seine Mitgliederzahl vom Jahre 1922 zu erreichen. Dieses Ziel ist in greifbare Nähe gerückt. Im Jahre 1929 konnte der Maleroerbond seine Mltgliederzahl um über 8999 erhöhen und am Schlusle des ersten Halbjahres 1929 um fast 4999 neue Mitglieder. lind das trotz verhältnismäßig großer Zllcheitslasigkeit, unter der setzt noch der zehnte Teil der Mitglieder leidet. Das Malergewerb« zahlt über 49 900 Lehrlinge. Der Verband hat also noch ein großes Rekrutierungsgebiet. Oas neue Klischee. Da» Berliner Moskaublatt hat sich bei feiner Hetze gegen da? Reichsbanner in den Tagen vor und nach dem 11. August derart übernommen, daß e? einen furchtbaren Ekel vor allem bekommen hat, was nach Hetz« riecht und noch Hetze aussieht. Wi« die folgenden Zitate aus zwei Berichten der I. Beilag« einer Nummer des Blattes auf einer Seit« zeigen, hat seine Redaktion sich ein Klischee herstellen lassen, um seine Abneigung gegtn di« Hetze bei jeder Gelegenheit zu bekunden. Da sich aber die Macher d«r jüngsten ins Medizinische gesteigerten Hetze nicht selber deswegen ohrfeigen können, suchen diese Hetzer di« Hetze nicht auf ihrer Seite, wo sie eingesressen ist, sondern auf der andern Seit«, wo sie keinen Platz hat. In dem zweiten Satz heben wir das Antihetzklische« heraus, im ersten Satz hat der Moskauredakteur selber besorgt: „Bei dem Tätigkeitsbericht der Ortsverwaltung wurde durch den 1. Bevollmächtigten Rückert«in« wüste Hetze gegen die oppa- sitionelle« Arbeiter und die„Boke Fahne" geführt..." „Der neue Vorsitzend« Osten führte sich mit einer wüsten Hetze gegen die Oppositlon ein." Das neu« Klischee ist ganz praktisch, so daß wir ihm öfter be- gegnen werden, wir fürchten jedoch, daß der psychische Ekel, der die Leute in der„Roten Fahne" vor ihrer eigenen Hetze besallen hat, nur zu rasch von ihnen überwunden wird. Moskau will es! Besteuerung der Beiirugskastierer. lleber 40 Marl monatlich steuerpflichtig. Die Finanzämter zeigten großes Interesse dafür, welch« Ent- schädigungen die ehrenamtlichen Beitragskossierer der Gewerkschaften beziehen. Der Reichssinanzminister hat nun die Landesfinanzämter angewiesen, all« Entschädigungen bis zu 49 M. monatlich sreizulassen, Beträge aber über 49 M. monatlich oder 599 M. jährlich zu besteuern. Fahrgelder und sichere Unkosten wurden bisher gewöhnlich mit der Entschädigung zusammen quittiert: sie müssen Minmehr besonders gebucht und quittiert werden, damit sie nicht der steuerpflich- tigen Entschädigungssumme zugezählt werden. Gegenüber«iner Entscheidung de» Finanzhofes bedeutet der neu« Erlaß des Reichsfinanzministers eine bessere Regelung. Oikiaiur und Arbeitslosigkeit. Das spanische Beispiel. Wie un? au? Madrid berichtet wird, nimmt in den spanischen Hosenstädten di« Arbeitslosigteit beängstigend zu. In Bar, , e l o n a sind nach der Fertigstellung der Bauten der Weitaus- stellung gegen 59 999 Arbeiter entlassen worden, in Sevilla eine fast gleich große Zahl. Auch aus den Bergwertsbezirken der Provinzen Murcia, Almena und Hueloa werden neu« Ent- lassungen gemeldet, die mit der Unrentabilität veralteter Minen. betriebe und auch mit verschlechterten Absatzmöglichkeiten begründet werden. Die Unternehmer haben, wie jetzt ollmählich bekannt wird, die von der Regierung zur Verfügung gestellten Subventionen nicht zur Rationalisierung ihrer Betriebe verwendet, sondern damit die Dividenden verbessert. Geradezu grotesk wrrkt gegenüber diesen Tatsachen die Er- klärung gewisser Regierungsstellen, daß es in Spanien kein« Ar- beitslosen mehr gebe, sondern Arbeiter in Portugal ange- worden werden müßten, damit die öffentlichen Bauten, die im Rahmen des Wirtschaftsprogramms der Regierung ausgeführt wer- den, fertiggestellt werden könnten. Di« Regierungsstellen erwähnen natürlich nicht, warum sich an gewisien Plätzen kerne Arbeitswilligen finden ließen. Die angebotenen Löhn« von 3 bis 4 Peseten reichen kaum sür«ine Person, da das Existenz- Minimum in den Industriegegende» bei 5 Peseten liegt, noch viel weniger für die Unterhaltung der Familie des Arbeitere. Auch in der Landwirtschaft herrscht großer Mangel an Arbeits- trösten Ihr« überaus schlechten Lohnsätze wurden trotz aller Be- mühungen der Gewerkschaften nicht erhöht. Die Folg« ist, daß Zehntousende von Landarbeitern noch Marokko und Frankreich aus- wandern. Viele Arbeitskräfte gehen nach Südamerika und Kuba. Don der Regierung erhalten di« spanischen Arbeiter keine Unterstützung. Not und Hunger fördern die Radikalisierung. Aus Frankreich und Italien kommen syndikalistisch« Agenten. die die Stimmung der Arbeiterschaft für ihre Zwecke ausnützen. Wi? überoll, so wenden sich auch in Spanien die syndikalistischen und kommunistischen Elemente nicht gegen die Regierung, sondern in erster Linie gegen die Sozialdemokraten und gegen die Gewerkschaften. Die Hauptschuld an der schwierigen Arbeitsmarktlage trägt der seit einigen Iahren bestehende Ober st e Wirtschastsrot. eine Einrichtung Primo de Riveras Der Wirtschaftsrot setzt sich meist aus Leuten zusammen, die von Wirtschast und Export so gut wie nichts verstehen. Ihrer Unfähigkeit ist die Verschlechterung des Arbeitsmärktes in erster Linie zu verdanken. Unter ihrem Regime hat Spanien fast den ganzen Absatzmarkt in Südamerika verloren, den es sich erst vor wenigen Iahren unter großen Opfern erobert hatte. Die ganz« Weisheit der Regierung besteht in der Vorsorge, daß die Auswandernden nicht dem spanischen Volk verloren gehen, d. h., daß Spanien keine Soldaten verliert. Verbindlich erklärter Schiedsspruch. Siegen, 13. August. Der Reichsarbeitsminister hat den vom Schlichter sür Westsalm für den Siegerländer Bergbau gefällten Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Der Schiedsspruch sieht eine Erhöhung der Tariflöhne um 3 Proz. mit Wirkung ab 1. Juli vor. Tarifkündigungen im rheinischen Braunkohlenrevier Köln. 15 August. Die Angestelltenorganisationen im rheinischen Braimkohlenrevier kündigten die am 19. September 1928 ab- geschlossene Gehaltsregelung zum 39. September 1929. Auch di! beiden Bergarbeiterverba-ide im rheinischen Brounkohlenrevier haben unter Bezugnahme aus die beiden Schiedssprüche vom 21. August 1928 die Abkommen über Arbeitszeit, und Lohnrezelung zum 39. September 1929 gekündigt „Die Bergbau- Zoduslrie", da? Organ des Verbandes der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands, ist zum Lerbondsjubiläu-n ! als Festnummer, 16 Seiten stark, erschienen. Sie bringt unter anderem Beiträge von Theodor. Leivart, Friedrich Husemann, Albert Mortmöller, Heinrich Limbertz, Heinrich Löftler. Her- mann Sachse, Nikolaus Ofterroth, Georg Wißmann, Fritz Wald- hecker sowie Schilderungen der Bezirksleiter des Verbandes über die Entwicklung der Organisation in den einzelnen Bergbaurevieren. Bemerkenswert ist auch die Wiedergabe der Nr..35 der Bergarbeiter- zeitung„Glück au f!" vom 31. August 1889, die übe» den Dorst- seider Delegiertentag berichtete. August Siegel, einer der Kaiser- delegierten, der nach seiner Ausweisung aus England im November 1918 zuriickkomn«n mußte und dann in der Verbondsbibliothek be- schästigt war, scheidet jetzt als Dreiundfiebzigjähriger aus den' Vcr- bandsdienft ans; er wird als ein Deteran der Bergarbetterbewogurg gefeiert. Für die Internationale der Bergarbeiter bringt Delattre Glück- wünsche, für den englischen verband Herbert Smith. Im Velriebsrai de» Leuno-Merke« haben die freien Gewerk- schatten die Führung übernommen. Der kommunistische Betriebs- ratsvorsitzende hatte bald abgewirtschastet. In einer sreigewerkschast- lichen Leuna-Delegiertenkonferenz, die dieser Tage in Merseburg stall- sand, wurde, wie aus einer einstimmig angenommenen Entschließung hervorgeht, sestgestellt. daß durch die bisherige oppositionelle Führung in der Betriebsvertretung die Belegjchostsinteressen der Leuna- Arbeiter und-angestellten schwer geschädigt wurden. De Konserenz beschloh e i n st i m m i g, die Position des Betriebsrats- Vorsitzenden durch einen frelgewerkschoftlichen Kollegen zu besetzen. Die Abstimmung im Betriebsrat hatte für die freigewerk- Ichastlichc List« drei Sitze und damit für sie die Mehrheit im Be- lriebsausschuß ergeben. Der Verlaus der Konserenz ist ein oeutliches Zeichen, daß auch u�Mitteldeutschlond die Gesundung der Arbeiter- bewegung fortschreitet und di« kommunistisch-oppositionellen Wort- Helden bald völlig abgewirtschaftet haben. äd�reieGewerkschafts-Iuaenö Berlin. greltaa. 19H Utir. ta«en Sie»ruvpen: Saidrtag: Jugendheim Säule Sminenburgor Sit, 20. Vor'rag:„Jndividuglismui, DugU»» MUS. Semeintchett».— Tha-lott-nburq: Iuaenddeim Sgreestr. V. Tr.r.i Burschen gestalten hen Abend aus.— zeggclwplad: guaendheim ist« Be. jtclsaait» Vedbing, Staun- Tcke Lortluigstrosie. Bortrag:„Vom zunstaekcAcn ,um freien Arbeiter'- Sern-anupla� chrurp-ichein, Ivaendhelm Bernstr.?». Gruppenabend.— Süden. SütgiefteB; Srupv-ndeini Wassertarstr. 9, varn p-rtcrfe Liederabend,~ Baumschulen»«; Iugendbeim Srnststr. 18. Sortraq: Körperkultur'.- Sir spielen«» je Ahr:«tidoften: Spnrpsad am Urban: Belstensee: Stadion rjm sZaule» Ee».— v!»«!»: Wir baden ab 18 Uhr im Mußbad Klinge Nberg. Iuaenvaruppe des�riftralverbanpes der Anaessellten. Seilte, Freitag, finden lalgende Veranstaltungen statt; Bankom-Nieder- Iugen ddein, iSfrschstr, 14 IgteSe« Zimmert. Wir lese» »u» dem Buch.Im Westen nicht» Zteue»".— Bberipree: Iugenbbeim Lausener ctrastc 2. Spielabend in der Wublbeibe. Trefsvunki 28 Uhr aar dem Seim.— stapenick: Jugendheim Grilnauer Str. i Vortrag;„Jack London". 9i«srrent Lrwinski.— Südwest; Iugendbeim d-!> �rieburraue, Brlle.Alliance-Str. 7— 18. Seimabrnd.— Spiet und Sport:«olksparl ZieukSyn ad 18 Uhr, Spielpla» Bremer Strohe ab 1? Uhr. Treptower Vati. Wies« 7. ab 20 Uhr. Is« la die Nerven HSdiste Satt MOTU HA« n trinken Freitag -l 6. August 1929 Unterhaltung unü ÄVissen Beilage öes Vorwärts 5' 10irne vorgestern haben wir ihn begrobon. Es war immer ein Geheimnis um ihn. etwas, das all« wußten, nur wir Jüngeren nicht, dos man uns vorenthielt, von dem man sagte, es bestünde nicht. Und doch, warum lud man ihn nie ein, zu keiner Gesellschasr? Warum vermied man, ihn zu tressen, ihn, den berüfimten Arzt, zu dem man floh, den man rief, wenn der Tod vor der Türe stand, den man kannte, der großen Verbänden vorstand, der reich war, im Auto mit seiner ssrou fuhr, dieser Frau, die kost- bare Kleider und Pelze zu tragen wußte, gepflegt war, ganz Dame, gelchafsen in der Gesellichaft zu glänzen, einen Mittelpunkt zu bilden. So fchien uns. Uns. Lag hier ein Grund? Was war? Ein Flüstern um ste, das nicht ruhen wollte und nicht ruhen ließ. Was war? Wenn wir fragten:„Weshalb wird Dr. Both nicht geladen? Er Hot kürzlich erst die Frau Direktor Kurz gerettet, daß sogar in der Zeitung davon stand," dann entstand ein verlegenes Schweigen, ein:„Er will nicht. Er kommt doch nicht." Ungefelligkeit? Das erklärte nicht alles. Was war? Nun ist es gelöst, ist gelöst, warum er gemieden war und selbst jedem Verkehr auswich. Das Gerede der letzten Tage war zu groß, es ließ sich nichts mehr verbergen. Mir aber hat sich ein Schicksal enthüllt, ein Kamps ganz in der Stille, ein Ringen, heldenhaft und erschütternd, ob mancher darüber spotten wird und gespottet hat, gelacht hat über den Narren, den unverständlichen, einfältigen Menschen, nicht achtend, daß er sich selbst ins Gesicht schlug mit dem Gelächter, zu denen sich stellte, die brutal, roh. eitel und selbstgefällig in ihrer Dummheit ersticken, prunken mit ihrem Wanst und ihrem Fett und beides über die Straße tragen, aufgebläht. O über die Selbstgerechten! Ein Kampf war hier in der Stille, bitter und schwer, davon noch kein Heldenlied singt, der nicht Ruhm und Ehre eintrug und doch geführt werden mußte jede Minute, jede Minute eines langen, langen Leben», geführt werden mußte gegen die Verachtung und den Hohn aller Menschen, der geführt werden mußte gegen sich selbst denn glaube niemand, er ertrage das Außcnstchen nicht—, und der geführt werden muhte gegen den einen Menschen, um dessenwillen es geschah. Was wissen wir, wir Alltäglichen, wie bitter der Kamps? Ahnen wir, wie oft am Unterliegen der war, der hier stand, seine Pflicht tat nach außen ruhig und fest, sicher schien, und in jedem Augenblick die Stirn bieten mußte, in jeder Sekunde fühlte, wie es ihn umkroch und umschlang, Schmutz und Gosse, hämisch Gercd. Er hatte als junger Arzt«in Mädchen aus dem„Blauen Affen" geholt. Der„Blaue Affe" war ein Freudenhaus unserer Stadt. War dos Mädchen krank geworden und hatte er dadurch seine Bekanntschaft gemacht, war er selbst dort eingekehrt? Ich weiß es nicht. Er nahm sie zu sich und hielt sie rein, heilig war sie ihm wie eine Jungfrau. Wurde sie rein? Er nahm die Dirne zu sich und nach einer Zeit nahm er sie zur Frau vor»lleir. Leuten. Was trieb ihn dazu? Liebe. Er mußte wissen, wa» er tot. Was aber wisien wir? Was von den Rächten, den Gesprächen, von Liebe und Haß, Sichzerfleischen iind Heilen, Sichlosringen und-winden, was vom Sichauiteilen der zwei über alle Menschen, vom Hochgefühl und vom Sichstürzenlassen? Konnte er so ste nur halten? Er nahm sie zur Frau und nahm die Lost und trug ste dann ein ganzes langes Leben, war oerachtet, verstoßen und an den Pranger gestellt,. er konnte in keine Gesellschaft mehr gehen, denn da saßen ja die, die sie einmal besessen um Geld, kniffen die Augen ein und waren geschwollervjn ihrein Hochmut, er konnte nicht geladen werden, denn wie hätte man ehrbaren Frauen zumuten mögen, am Tis6> mit einer Dirne zu sitzen! Worum zag er nicht fort. weshalb verkroch er sich nicht? In eine fremde Stadt, fing von neuem an, lieber als dies hündische Leben? Aus Trotz vielleicht, viel- leicht, weil er wußte, für ihn gab es kein Versteck, sie fänden ihn doch. Wohin dringt der Spott nicht und wohin nicht die hämische Nochrede? Er blieb und konnte nicht übersehen werden, wurde gerufen, weil man ihn brauchte, verschanzte sich hinter die Form, die er groß beherrschte und erzwang, und wußte, wenn er sich wandte, erscholl das Gelächter. lind war nicht stumpf! War nicht stumpf! Was das Gelächter! Aber er fühlte selber, was war. Teilen! Gcteill haben. Besessen hoben sie deine Frau und rühmen sich dessen, was dir heilig ist, ist ihnen Schinutz, in ihren Armen hat sie gelegen. hat ihre Küste gesuhlt, ihre Berührimg erduldet! Wasch' ab, wasch ob. es ist nicht zu waschen. Es schmerzt und quält und drückt sich«in. Das höhnt van den Wänden>md grinst und brennt. In ihren Armen gelegen, ihre Berührung erduldet! Und sie wissen davon und ver- geflen es nicht. Das bohrt und bohrt und quäl, durch die Nacht. Und die Frau? Van ihr weiß ich nichts. Ich denke, wenn dieser Mann sie nahm, so war sie ihm viel, so viel, daß wir schweigen und Uns zur Ehrfurcht zwingen müssen. Warum kam ste in jenes Hau», warum zu jenem Gewerbe? Ich weiß es nicht, dach ein anderes weiß ich, ahn' ich und dies war das Schwerste. Wurde sie rein? Fiel alles van ihr. wie der Schlamm abfällt noch langem Bad«? War alles nicht mehr, ver- schwand es. als wäre es niemals gewesen? Und war nicht dies der bitterste Kampf? Gegen das Weib? Gegen das Abgleiten, dos Sinkenlasici, und Sinkenwollen, gegen Gewohnheit, Gewöhnlichkeit, gegen Erinnerung, gegen den Trieb? Wurde sie nie mutlos, verzweifelt, verzornt. daß sie sich in die Gosse werfen wollte, dem Nächstbesten hin, ollen hin. zerstören alles, was mühsam gebaut? Was braucht es einzelnes, aber denkt euch dos Ringen um die Seele der Frau mit der anderen Seele, mit der Ver- gangenheit und di, Angst vor ihr. auch in der Ruhe die Angst. unnütze Angst meist, aber: ist die Vergangenheit toi. lebt sie nicht weiter, lauert sie nicht, glimmt nicht ein Funke und einmal lodert er auf? Stet» aus der Wacht, stündlich im Kampf. W»rd« sie rein? Sie war ihm Weib, war Genossin, war ihm die Weit. Wurde sie sein? Gegen da? andere, da? war und»eil es gewesen, blieb? Fand er die Ruh«, fand er die Kraft? Laßt uns schweigen. Wir können'? erfühle», wir können«k ahnen, wir können', nie wissen. Wieviel erträgt der Mensch und verzogt und trägt und trägt. Er hielt sie hoch und daß er sie hielt, hebt uns di- Frau. Und so lebten sie. Froh? Sie lebten vereint. Bis vor kurzem. Da oerließ ihn di« Frau. Hatte er noch- gelaffen. war er nicht mehr auf der Wacht, war er müde geworden? Rief sie der Trieb? Die Angst, das Leben verrinnt? Jetzt, an der Schwelle zum Alter! Einmal hinaus! Au, Wahlanständigkeit. Reichlum und Tugend? War e» da» Unbürgcrltch«, Lcidenfchaft? Aas, was sie einstens zur Dirne gemacht?__, Wir wissen es nicht, wir sehen nur, was geschieht und sehen doch nicht, was das ist, das geschieht Worte treffen nur halb, Gedenken zerschneiden zu sehr, wir sind ja das Rätsel, eindeutig und ewig ungelöst. Fasse, du greifst in ein Nichts, fasse, so greifst du ein Nest, Grauen und Angst. Sie floh. Mit einem Schankwirt und manch« wollen wissen, sse sei auch im Freudenhaus schon die Seine gewesen. Nun, noch über zwanzig Iahren floh sie mit ihm. Warum? Dämon der Vergangenheit? ijatte sie oll die Zeit auch mit ihm es gehalten? Fragen. Darauf keine Antwort. Ihn aber zerbrach es. Das Herz. Zermürbt war er längst. Er wußte das. Was sollte ihn retten? Jetzt wars es ihn nieder. Sein Leben war hin, vertan und ver. spielt. Der Becher war leer und kein Tropfen in ihm. Das Licht ging zur Neig«, noch qualmte der Docht. Er wurde in das Krankenhaus eingeliefert. Da lag er und wartet« auf das Ende. Die Aerzte kamen zu ihm, saßen am Bett und hielten seine Hände. Ihn täuschte niemand, versuchte es auch nicht. Die Schwestern gingen behutsam aus und ein. So lag er, der einst hier geherrscht, von Bett zu Bett geschritten und die Kranken geheilt. Do kam sie zurück. Man erzählt, sie sei vor seinem Bett gekniet, habe geweint, seine Hände geküßt und gebeten:„Schlag mich! Schlag mich! Warum schlägst du mich nicht! Warum schlugst du mich nie? Ich llebte nur dich!" Und ste habe gebettelt, bei ihr zu bleiben und sie nicht zu verlassen Und er habe ihr Haar gestreichelt, froh gelächelt und sie getröstet. Als ste gehen mußte, die Nacht brach an und der Kranke brauchte die Ruhe, als die Aerzte ihr sagten, daß es keine Rettung mehr gebr, zwei, drei Tage noch, dann käme das Ende, da schrie sie, daß es durch die Gänge hallte, schrie, schrie, und stürzt« davon. Anderen Tages fand man sie. Tot. Und dann, als sie begraben wurde, ließ der Kranke sich über di« Treppen trogen, durch das Krankenhaus, ließ sich auf den Friedhof fahren, auf einer Bahre wurde er an die Grube gebracht, zwc Wärter hoben ihn herab, auf sie stand er gestützt. Allein. Denn er hatte gewollt, daß ein großer Kreis frei bleibe und niemand der Frau das Geleit gäbe, denn er, der auch im Leben bei Ihr gewesen, ollein. So stand er und hielt Totenfeier und tn der Entfernung wir Men- schen. erschüttert, im Innersten zerwühlt durch den Anblick, den Mann, der da stand und wußte: Der Tod. Heute noch nicht, morgen, ich komme. Und in drei Tagen steht man an meinem Grabe wie ich hier an deinem, di« du mir alles warst, Leben und Tod. Liebe! Was ist doch Liebe! Gewaltig und schwer. Lust und Leid und Schicksal. Emjg Geheimnis. Trost und Trauer»nd Wehr» los-Sein, nimmt Schande auf sich und Rot und Verrat und k�cibt treu und oerzeiht alles, immer wieder und leidet so schwer doch unter allem, unter dem geringsten Hauch, der den Spiegel beschlägt. Wer löst das Geheimnis? Er blieb, bis man die Grube schloß, dann wurde er wieder hin- weggebracht. Und wußte: In drei Togen komme ich wieber, tomine ich auch. Vorgestern haben wir ihn begraben. Axel 3)ieler mayen: MM ffiOrd" Gellend brüllt die Dampfsirene der„Argentinia" zum dritten Male zur Abfahrt. Dumpf werfen die Berge den Widerhall über die Bucht von Santo?. Vom Promenadendeck schmettert dröhnend die Bordkopelle den„Einzug der Gladiatoren" in den brasilianischen Tropcnnachmittag. Alle Passagiere sind an Bord. Alle, außer einer kleinen Portu- giesin, die sich immer wieder schluchzend an die Brüste ihrer Ange- hörigen wirst. Mit sanfter Gewalt bemüht sich der Viert« Ofsizier, sie vom Kai aus das Fallreep zu bringen. Scheinbar gelingt es ihm. Doch nur scheinbar, denn noch einmal muß sie das Dutzend meist jüngerer Menschen mit umschlungenen Armen küssen. Wie«ine Gefangen« geht sie das Fallreep hinauf. Ohne sich umzusehen. » Frische Brise, strahlend blauer Himmel, erster Pjingsttag. Abends soll großer Ball und morgen vormittag das Schiff in Madeira sein. Also Gründe genug, daß Passagiere und Besatzung besonders gehobener Stimmung sind. Es ist kurz nach zwölf. Die Wache habe Ich dem„Dritten" über- geben und sitze in der Mcsic beim Essen. Plötzlich zitiert der Schiffs- körper stark: die Maschinen arbeiten„Volle Kraft rückwärt»". Keine Frage, irgend etwa» ist geschehen. Ich stürze an Deck:„Mann über Bord!" Herren und Damen, Männer und Frauen quellen aus den Speisesälen.„Ein älterer Herr..."—„Nein, zwei Kinder sind über Bord gefallen." Weit achteraus tanzen die beiden roten Mar- kierungsbajen auf den Wellen. Auf der Kommandobrück« melde ich mich beim Kapitän.„Meine Herren! Lassen Sie die beiden Dingis klar machen und suchen Sie die Stelle in weitem Umkreise genau ab," befiehlt der„Alte" dem Ersten Ossizier und mir, dem Zweiten.„Es soll ein« Fron sein." setzt er etwas unwillig hinzu. Der Zwischenfall ist ihm ossenbar unsympathisch. Signolpsisfe. An Back- und Steuerbord wird je ein Boot gesiert. Klatschend setzen die Kielplankcn auf dem Wasier auf. Die Matrosen legen sich in die Riemen. Wir lassen die„Argentinia" hinter uns. Eine volle Stunde schon schwabbern die kleinen Dingis in der langen Atlantikdüming. Nichts ist zu finden. Es ist auch schwer. Man hat im Wellental keine Sicht über den nächsten Wogenkopf. Die„Argentinia" kommt näher. Durchs Sprachrohr ruft der mochhabendc Offizier mir z», der Ausguck im Vormost Hobe«ine gute Viertelmeil« voraus etwas treiben sehen, könne es aber nicht mit Sicherheit ausmachen. Meine sechs Matrosen pullen nochmal an. Tatsächlich, wenn wir oben ans einem Wellentamm reiten, kann ich mit dem Glase in der klaren See einen hellen Punkt erkennen. Es ist die kleine Portugiesin. Mit ausgelöstem Haar und ver- tlärtem Gesicht schwimmt sie tot in den rauschenden Wogen. Ob sie es gewußt, als sie in Santo? so erschütternd geweint? Ein alter Matrose im Boot meint:„Se hett de ganzen Wochen stuur ober de Reeling keekcn. Dat Woder treckt!" s Di«„Argentinia" hat starke Schlagfeite. Iii» Passagiere stehen aus den Steuerborddccks. Den Feldstecher vor den Augen, obwohl wir keine dreißig Meter von ihnen entfernt sind, die hungrige Kamera schußbereit. Endlich ist was Ungewöhnliches los noch der sonst so langweiligen Reise. Hundert Fragen: Won,m ist sie wohl? Wes- halb gerade heute? Andere wissen es genau, lösen spielend das sär sie psychologisch primitive Rätsel. Haha, Kleinigkeit! Obschon sie die Portugiesin aus der dritten Klasse zuvor nie gesehen haben. Angeekelt von Neugier und Sensationslust gehe ich um eines Whisky willen an die Bar. Nur d-e Keeper, weiter keine Seele an dem sonst so besuchten Ort. Zwei mir belonnte Damen steuern vor- bei:„Seeleute sind doch gefühlsroh« Mcisschen!" E'N Zunif für mich. Sie haben verheulte Augen und nasse Spitzsntüchlein in den Händen. Ich weiß nicht, weinen ste aus Teilnahme oder um den ver lorcne» Pfingftfeiertagsball. vi« Schifssflagge steht auf Halbmast. Halb eins. Die Maschinen stehen. Langsam läuft dos Schiff aus. Es Ist stockdunkel am Heck. Vier Matrosen halten dos Brett mit der Toten. Durch das Segeltuch kann man die Körpersormen ahnen. Der Pfarrer murmelt unverständliche Sätze. Dann schweig! er. „Hiev auf!" Die Leiche beginnt zu gleiten. Klatscht aus dem Wasser aus und sinkt«ijcnbeschwett auf den Meeresgrund. Endlich zur Ruhe. Siebcnunddreißig Minuten nach Mitternacht klingelt der Maschincntclegroph:„Volle Kraft voraus!" Ewig strahlender Himmel über den Höhen mit weißen, flachen Häusern und steilen Weinbergen. Die„Argentinia" liegt jest an Anker im Hasen von Madeira. Umringt von einer Anzahl kleiner Boote voll Apfelsinen, Trauben, Südwein und Stickereien. Das Promenadendeck gleicht einem Warenhaus. Am Fallreep drängt sich lautfrohe, hcllgekleidetc Gesellschaft. Man will an Land und wartet auf di« Barkasse. Keiner denkt noch an den Zwischenfall von gestern. Madeira ist das Tagesgespräch, die Parole. Auch die beiden Damen mit dem Zuruf sind dabei. Voll Temperament»nd Erwartung. Sie starten gerade den ersten Europaflirt. Run, der ausgefallen« Ball muß nachgeholt werden. Zeitgeist, Tempo. Die Schifssflagge weht oben am Knopf. Roch In der grauen Diesigkeit des englischen Kanals sehe ich auf nächtlicher Rande am Heck das Brett mit dem schmalen, leblosen Körper und grübele: Warum wars wohl die kleine Portugiesin ihr Leben freiwillig über Bord? Ich habe das Rätisl nicht gelöst. Es mangelt mir eben an der sicheren psychologischen Erkenntnis jener Passagiere! Chinetflche„'Canbenmufik' In China werden Tauben zur Erzeugung von Luftkonzerien benutzt. Die eigenartigen Instrumente, di« dabei verwendet werden. schildert Dr. Hermann Schröder in„Reclams Universum". Es sind kl eil« Pfeiseninstrumente, zu deren Herstellung kleine Kürbisse und Bambusse dienen, die durch Ueberzug mit Lack wetterfest gemocht werden. Man sieht da ein rundes Irrstrument von der Größe eines mittleren Apfels, das aus einer Haupt» und vier Nebcnpfeifen de- steht, und ein längliches röhrenförmiges aus zwei Haupt» und neun Nsbenpfeifen. Das eine Instrument wiegt nur acht, das ander« elf Gramm, so daß sie, wenn sie aus dem Rücken der Tauben befestigt werden, diese nicht sehr belasten. Das Luftkonzert entsteht, wenn mehrere solche mit Orgelpseifen ausgerüstete Tauben ihre Kreise in der Luft ziehen. Die Töne der einzelnen Instrumente fließen in» einander und man erhält den Eindruck, als ob«ine Aeolsharfe ertönt. Während manch« glauben, daß dies« Luftkonzerte aus reiner Freude an der Musik erfunden wären, deuten andere sie weniger poetisch und erklären, daß die Chinesen damit Raubvögel ver- scheuchen wollten. Am Abend stehe ich wieder als Wachhabender auf der Brücke. Bon acht bis zwölf. Lähmend« Ruh« streicht über die Deck». Kein Lochen, kein Tanz, kein« Musik. Im Speisesaol drifter Klasse lieft ein Pfarrer die Seelenmesse. Irgendwie beherrscht der Geist der kleinen Portugiesin olle. Aeußerlich vielleicht nur. Wer kann wissen, was läVO Menschen denken? Der Kapitän erscheint auf der Brück«„Uni halb«ins floppen wir. Sie setzen dann am Heck in aller Stille die Leiche über Bord. Der Zimmermann hat sie eingenäht. Geben Sie Order an Malchin«! Arzt und den Pfarrer benachrichtige ich. Nochmals: Sie verstehen, in aller Stille!" Prominenkea-Gagen an sowjelrussischen Bühnen. Das Moskauer Theaterfachl'latt„Nowy Sritel"(Nr. 30/31)> nacht darauf auf- merlsam, daß eine Reifte prominenter einhelmii6>er Bühnenkünstler. insleesanderc bei Gastspielen, unverhältnismäßig hohe Togesgagen bezieht. Die Gagen einiger Bühnensänger, wie Baturin. Roga-rn. Pirogow, Mnchtarow, belanien sich pro Abend auf 300 ftiz 500 Rubel. Di« Ballerinen Gelzer und Victorina Krüger beziehen eine Tagesgag« von je 300 Rubel. Das auch in Deutschland be- kannte Mitglied der Moskauer Staatsoper. Frau Refhdanowa erhi-U für zwei Konzerte in Kiew insgesamt 1300 Rubel.„Dies allo sind die Gehälter von Sowfetkünstlern," schreibt der„Nowy Sritel", „diese Zugeständnisse on den Appetit der Prominenten führen im- auobleiolich zu einer Großzüchtung des Gaslspielsystems. Die Kunst als Erzieftnngsmittel des Arbeiter- und Bauernpublikums darf im Sowjetlande nicht so tener zu ftehen kommen. Da? Honorar für ein einmaliges Auftreten eines Bühnenkünstlers darf nicht die Höhe des Halbjahrescinkominens eine» Arbeiters erreichen!" Bücher aus Stahlblech. An der Erfindung, Bücher in Zukunft aus Stahlblech zu drucken, arbeitet zurzeit kein geringerer als Edifan. Da die Möglichkeit besteht, Stahlblech erheblich feiner auszvmalzen als Papier, bat Edlson berechnet, daß ein Buch von zwei Zoll Dick« nicht weniger als lOOOO Seiten enthalten kann. Edison hebt die größere Biegsamkeit. Zähigkeit und insbesondere Lebensdauer des Stahlbleches hervor. Die bisher von ihm unternommenen Versuche ergaben, daß so dünn ausgewalzter Stahl Tinte, und Druckerschwärze besser annimmt als Papier. eh LUGE ENS TT Hugutkgik* mMultwi— ViknH d»r Sarnrnraoiat*«lud FWnk, Mit, Madsi nd andere rerdertHeha Waran nm Veraaad aatgaaelitoasaa— darkauf anwelt Vorrat— Pralta aar Freitag aad Sonnabend Semkse und Sbst dieue tesNottew...... to Pka-d 38 n Schmorsurken______ smsd 16 k Zwiebeln.............« nmd 25 k Möhren......... �....Wmia6pt ROtkOhl holUadlaakar..�. Kind 10 yt Wlrslnskohl.......... jk«* 10k Grüne Gurken �...staek t« 8pl« Blumenkohl------ Kopf ronl OKaa Aubergines.......�....phUid 24 rt KOChSpfel............... Jfand 15 Ff. Johannisbeeren________ nnd 18k Tomaten................. ,K«.d35K Tafeibirnen................ k«� 26 k GravensteinerAepfei..Kmad 30 k Franz. Weintrauben oua.ptaod 36 k Strudels pfel........... s Kond 45 k Bananen................... K«d 38 k Wem» MAO«« 'Bratschollen....... Kud„»12�0» 'Gr. 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Als die Frage einer Fertigstellung austauchte, da wurden— es war im Jahre 1928— nur noch 565 000 Mark angefordert. Durch den weiteren Verfall, gestiegene Löhne, erhöhte Materiolkosten ist ie Summe natürlich wieder gestiegen. Soll— so muß man fragender mit so großen Mitteln durchgeführte Bau, der zu einer wenig erfreulichen Zierde der Stadt Berlin zu werden droht, weiterhin wirklich nur als Ruine erhalten bleiben? Diese Frage hat auch bereits die zuständigen Stellen des Magistrats beschäftigt. Aber hier ist man zu dem Ergebnis gelangt, daß die drei in Berlin vor- handenen Krematorien dem Bedarf nicht nur genügen, sondern� daß in ihnen sogar noch die doppelt« Anzahl Verbrennungen bewältigt werden können, als heute vorgenommen werden. Das mag stimmen, da die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Oefen bei voller Aus- Nutzung in drei Tagesschichten eine Verbrennuizgemöglichkeit von 50 000 Leichen im Jahr ergibt. Wir erhalten jedoch ein klares Bild, wenn wir uns die Zahl der Verbrennungen in den drei Berliner Krematorien betrachten. Es fanden Verbrennungen statt im Jahre Wedding Wilmersdorf Trepiow 5924...... 4 957 3 089 4104 1925...... 5 718 3117 3 550 1926...... 5 751 3 253 3 600 1927...... 6125 3581 4020 1928...... 6 258 3 600 3 725 1929*...... 2 919 1 688 1 794 •) t Monate— Iw Berbrennun t e n der Fahr- bahn geboten. Jeder Fußgänger mache es sich zur Regel, beim Ileberoueren des Fahrdamms erst links und dann rechts zu schauen. Daß gerade in dieser Hinsicht von den«träßenpassanten viel gesündigt wird, geht daraus hervor, daß sich unter den 88 Todes- opfern des Verkehrs 47 oder 53,4 Proz. Fußgänger befinden. Andererseits müssen aber auch die F a h rz« u g f ü h r« r, die mit 33 oder 37.5 Proz. an der Zahl der Todesopfer beteiligt sind, immer wieder aus die Borschristen der Verkehrsordnung hingewiesen werden, die«s jedermann zur Pflicht macht, Rücksicht auf den Straßenverkehr zu nehmen und die zur Wahrung der Ordnung. Sicherheit und' Leichtigkeit des Verkehrs erforderliche Vor- ficht und Aufmerksamkeit anzuwenden. Rücksichtsloses Fahren hat schwere wirtschaftliche und gesund- heilliche Nachteil- im Gefolge, darum— Fahrzeugführer und Fuß- gänger— seid vorsichtig im Straßenverkehr. Versammlung de» Arbeiler-Vadiobundes. JD« mit dem Wieder- za» der Ortsgruppe Z zum Donnerstag, den 15. Strafanstalt plöhensee. Eine Erwiderung in der Zustizpreffestelle. Der„Vorwärts* bracht« vor einiger Zeit einen Artikel aus der Feder des Stadtrats Eugen Rosemann:„Notschrei aus Plötzensee*. Der Artikel gipfelt« in folgenden Forderungen: a) Einführung der fürsorgerischen Betreuung unter besonderer Berücksichtigung der Familienfürsorge und Ausführung durch Personen, die auf dem Gebiete der sozialen Arbeit erfahren sind. b) Beseitigung der Beschäftigung in den Zellen und Schaffen gemeinsamer und hygienisch einwandfreier Arbeitsräume. Um- geswllung der Zellen zu menschenwürdigen Schlaf- und Aufent- Haltsräumen. Beseitigung der gemeinschaftlichen Schlafräume aus sittlichen Gründen. c) Beschaffung von Erholungs- und Leferäumen mtt gutem Lehr- und Lesematerial sowie von Sport- und Spielplätzen und Wasch- und Baderäumen. 6) Auswahl der Beschäftigung nach der körperlichen Be- schaffimheit des Häfttings. für Jugendliche möglichst nach eigener Wahl bzw. Berufswahl. Beseltigung des Stufensystems. -) Verbesserung des Besuchswesens unter starker Einschränkung der Bewachung. Mit Ausnahme einer Forderung— Beseitigung des Stufen- systems(womit auch die„V o r wä rt s*-R«d. nicht einverstanden ist)— dürft« die Etrasoollzugsbehörde wie auch die Leitung der Strafanstalt Plötzensee wohl alle anderen berechtigt finden. Sie entsprechen auch dem Geist« der letzten Verordnung des preußischen Iusttzministers über den Strafvollzug in Stufen. Die Kritik des Verfassers an einzelnen Erscheinungen des Anstaltslebens in Plötzense« hat aber die Strafvollzugsbehörde zu einer Erwiderung veranlaßt. In dem an uns gerichteten Schreiben heißt es u. a., daß dem Verfasser in seiner Forderung nach einer durchgreifenden Gefängnisreform beizu stimmen sei. Nicht unwidersprochen dürfe aber seine Gegnerschaft dem Stufensystem gegenüber bleiben.„Abgesehen von dieser grundsätz- lichen Erörterung,* heißt es weiter,„muß der Behauptung, in Plötzensee sei noch keine Vorarbeit für die Strafvollzugsreform ge- leistet und fehle der Gefängnisverwaltung das soziale Verständnis auf fürsorgerischem Gebiet, entgegengetreten werden. In plöhensee wird die Arbeit keineswegs als der einzige(Er- ziehuogssaklor angesehen, sondern ebenso aus llnlerrichi, Lektüre. Seelsorge, die bereits in der Slraszeil einsehende Fürsorge und die notwendige individuelle Behandlung der Gefangenen geachtet. Auch ist der Arbeitsfleiß keineswegs allein die Voraussetzung für ein Aufrücken in eine höhere Stufe oder einen Gnadenbeweis Di« Arbeitspensen der Gefangenen, soweit sie überhaupt bestehen. sind so bemessen, daß es dem Gefangenen möglich ist, in der Arbeits- zeit auch ohne besondere Anspannung erhebliche Mehr- leisttmgen zu erreichen. Davon, daß die Gefangenen„schuften* müssen, kann keine Rede sein. Bei der Zuteilung der Arbeit werden die Wünsche und Fähigkeiten der einzelnen Gefangenen tunlichst berücksichtigt... Naturgemäß stößt die Arbeitsbeschaffung für Ge- fangene mit kurzen Freiheitsstrafen auf besonder- Schwierig- leiten. Sie müsien mit leicht erlernbarer Arbeit, zum Beispiel der Herstellung von Reißnägeln, beschäftigt werden. Eine solche Beschäftigung dürfte um so weniger zu beanstanden sein, als zum Beispiel die letztgenannte Arbeit, mit der zurzeit 18 Gefangene mit kurzen Freiheitsstrafen beschäftigt sind, auch in der Heim- industri« in der gleichen Art und Weise geleistet wird. Die Ar- beitsbarackm sind groß, luftig und hell und entsprechen den hygienischen Ansprüchen. Bei einer Revision durch den Gewerbe- auffichtsbeamten im Mai ist mir die Entlüftung der Polsterei und Schuhmacherei bemängelt worden. Diese Mängel sind inzwischen abgestellt... Die A n st a l t s b i b l i o t h e t ist, wie ein Blick in den Katalog zeigt, sehr reichhallig und dürft« allen billigen Ansprüchen genügen. Aus welchen Bildern der angeblich reaktionär« Geist der Gefängnisverwaltung zu sehen sein soll, ist u n v e r st ä n d l i ch. Möglicherweise ist ein von einem Gefangenen gezeichnetes Bildnis M o l t k e s gemeint, das wegen der Person des Zeichners als ein für diese Räume besonders geeigneter Wandschmuck verwandt wird...(?) Die Fürsorge für die Gefangenen wird vom Anstalts- leiter bis zu den Aufsichtsbeamten als eine besonders wichtige Pflicht ihres Amtes angesehen und ohne Rücksicht auf die Konfession der Gefangenen durchgeführt. Der Anstattsleiter achtet vor allem daraus, daß dem zur Entlassung kommenden bedürftigen Gefangenen Geldunter st Ltzung aus staatlichen oder privaten Fürsorgemitteln gewährt und sie mit Kleidung und Wäsche ausgestattet werden.* Wir haben die Erwiderung in loyaler Weis« mtt geringen Kürzungen wiedergegeben, da wir einerseits nicht die guten Ab- sichten des Strafvollzugsamts verkennen und-andererseits die soziale Tendenz des jetzigen Leiters der Strafanstalt Plötzensee von verschiedenen Seiten rühmend hervorgehoben wird. Auf die Er- ,Zerwaschen die Wäsche im ersten Jahre, Verzweifelt ra uft sich der Ha usherr dieHaare.' ausba» der Ortsgruppe Berlin beauftragte Bundesvorftaich beruft ' nach Haberlands Festsälen. Neue Friedrichstraß«.'Ecke Rochsttaße�'eine'M i t g l i e d e r v c r s a m m- l u n g ein. Sie beginnt um 20 Uhr und wird vom ersten Bundes- Vorsitzenden, Genossen S----*"■ Staatssekretär Baak«, geleitet. „Dann aber kam Benzit ins Haus, Seitdem ist aller Kummer aus, Die Wäsche hält jetzt zahllose Jahre, Begeistert wachsen demBausherrn dieHaare!* Für 230 Millionen Mark Wäsche werden jährlich in Deutschland durch die zurzeit verwandten Waschmittel unnötig zerstört Das patentierte Lösungsmittel In den Benzit- Waschmitteln löst den Schmutz— löst sogar Oel, Fett und Schweiß, ohne das Gewebe auch nur im geringsten zu schädigen.— Wer sparen will, verwende daher: FOr dla sroBa Wische: Benzlt-Uebersoda(25 Pf.) zum Einweichen Benzlt-Solfe(45 Pf.) zum Anwachen Benzlt-Ueberselfe(50 Pf.) zum Abkochen Für Wolle, Seide und bunte Wäsche Benzll-Ueberselfa(53 Pf.) BenziT IberseSfe [Benzit Aktiengesellschaft, Berlin NW? »• Zu den groBen Ereignissen der letzten Tage gehört In erster Linie auch die in unserer Möbel» Zentrale Brunnens traQe 1 u. 2 morgen stattfindende Eröffnung der von Professor Dr. Walter Qroplus zusammengestellten MÖBEL-SONDEB-SCHAU NEUES WOHNEN" für freie Berufe. Beamte. Angestellte und Arbeiter. Die Ausstellung bietet allen Beschauern das Letzte und Neueste auf dem Gebiete der praktischen, modernen Wohnungskunst. Alle Berliner sind an ihr Interessiert Besichtigung ohne Jeden Kaufzwang v.9-19 Uhr bei B.Peder.Brunnenstr.1 u. 2. Eintritt freil Auskunft u-Sondertoroschüren erhalten Sie kostenlos auch In allen anderen Feder- Geschäften: Frankfurter Allee 350, Kottbuser Damm 103, Wilmersdorfer StraBe 165 �ehungsmöglichteiten bcr für bi< Berliner Bevölkerung so wichtigen Strafanstalt Plötzensee werden wir bei anderer Gelegenheit zurück- kommen. So viel soll aber schon heute gesagt werden: Mögen die Absichten des Strafvollzugsamts noch so gut« sein, mag die soziale Tendenz des Anstaltsleiters noch so rühmend hervorgehoben werden, solange nicht eine radikale Umgestaltung der äußeren und inneren Verhältnisse dieser Anstalt im Geiste der letzten Verordnung des Justizministers restlos durchgeführt ist, solange nicht Fürsorger an. gestellt sind, die allein für einen wahren neuen Geist Gewähr bieten, wird der.humane" Strafvollzug— mag er noch so liberal gehandhabt werden— seinen Erziehungszweck nicht erfüllen und seinen Namen nicht rechtfertigen. Zehlendorf verhindert das Bauen. Dem Herrn Oberbaurat paßt es eben nicht. Der Bezirk Zehlendorf als ideales Landhaus- ge lande, so überschrieb sich«in Artikel des deutschnationalen Bürgermeisters Dr. Schumacher aus Zehlendorf in der Nr. 34, 4928, der Bauwelt, in dem Zehlcndorf als das für jeden Bau- lustigen erstrebenswerteste Wohngebiet geschildert und worin den Siedlungs- und Baulustigen oll« nur mögliche Unter- stützung zugesichert wurde. Wenn man mit dieser in Aus- ficht gestellten Unterstützung die Tatsachen vergleicht, muß man sich fragen: Wer ist mit den Siedlungslustigen gemeint und wer wird vom Bezirksamt tatsächlich in seinem Bauvorhaben unterstützt? Da ist S Minuten vom Bahnhof Zehlendorf- Mitte das große Gebiet zwischen Lichterselder Straße und Schweizerhof-Park und den ersten Villen von Zehlendorf bis über den Dahlemer Weg hinaus. Außer dem Südgelände in Schäneberg wohl daseinzigeunerjchlosscne Terrain im Westen Berlins. Etwa 1009 Siedlungs- l u st i g e haben hier Grundstück« erworben, um sich ein Eigenheim zu errichten. Alles Straßcnlond und große Freiflächen sind bereits kostenlos der Stadt Berlin übereignet. Seit 4923 werden von Versammlungen und Vereinigungen der Inter- «ssenten Gesuche um Gesuche wegen des Ausbaus der Straßen zu erträglichen Kosten und um Erteilung von Baugesuchen an das Bezirksamt Zehlendorf gerichtet. Alles vergeblich. Herr Ober- baurat Echtermeyer ist unerbittlich. Erst die Straßen bezahlen, und zwar so teuer wie möglich. Straßen von min- bestens 42 Meter bis zu 36 Meter Breite mit teuerster Pflasterung sind vorgesehen. Davon kann angeblich nicht>ab- gegangen werden. Wozu aber das in einem Gebiet, in dem nach den Plänen des Bezirksamtes nur Landhäuser gebaut werden sollen und wo später nur dann und wann Kohlen- oder Müllwagen als Schwergewichte über das Pflaster rollen werden. Da nun aber die Dickköpfigkeii des Herrn Echtermeyer hinreichend bekannt ist, so wollen wir ihm mit Tatsachen dienen: Die Sied- lung Eigenherd bei Zehlendors weist nur chaussierte Straßen auf. Die Mühlenstraß« in Zehlendorf, die Teklastraße in Lichterfelde, die Viktoriastraße in Schlachtensec weisen zur Hälfte Pflasterung, zur Hälfte Landweg auf. Und wenn das auch nur ein Behelf ist, so genügt es auf viele Jahre. Die Straßen in der Siedlung Fischtal sind nur 6 Meter breit. In der wirklich äußerst vornehmen Kolonie Grunewald sind Schinkel-, Easpar-Theyß-, Herbert-, Wollot- und Gneist-Straß« nur chaussiert, Lynar-, Hertha-, Erbach-, Erdener. Wißmann- und Trabener Straße sind chaussiert mit Ueberzug. In der von vielen Staatsmännern bewohnten Kolonie E i ch k a m p ist der Königs- weg chaussiert mit Ueberzug, die Alle Allee, der Kiefernweg und der Buchenweg sind chaussiert ohne Ueberzug. Alle diese Straßen siird nur S Meter breit. Die Straße im Eichkamp ist sogar ein Schlackenweg. Genügt das noch nicht, Herr Echtermeyer, so gehen Sie nach Dahlem, auch dort gibt es genug Straßen, die höchst bescheiden gepflastert sind und den Anwohnern und dem Berkehr vollauf genügen. Herrn Echtermeyer genügt das natürlich nicht, uns aber reichlich. Wes Geistes Kind Herr Echtermeyer aber ist, das lehrt die folgende Episode: Als Herr Echtermeyer einmal ge- beten wurde, zunächst für die Regulierung der Hauptdurchgangs- straßen durch das Gelände in Frag« stehende einzutreten, um einer großen Anzahl Baulustiger das Bauen innerhalb der 200-Meter- Zone zu ermöglichen, antwortete er:„A u s g e s ch l o s f e n, d a m i t sich dort ein Indianerdorf entwickelt l" Wenn die Besitzer nicht das Geld haben, um die geforderien Pflasterkosten zu bezahlen, dann können sie ja ihr Gelände günstig verkaufen." Und früher einmal:„Solange ich im Amt« bin, werden die ksic>'iisniingsi«i'sni«ks!isn.«w.„..-»ch.. Ischias, Nerven- undKopfschmerzen, haben sichTogal-Tablettcn hervorragend bewährt. Laut notarieller Bestätig, anerkennen über 5000 Aerzte die hervorragende Wirkung des Togal. In mehreren hundert ärztlichen Berichten wird neben prompter Wirkung besonders die Unschädlichkeit hervorgehoben! Togal kann daher mit vollem Ver- trauen genommen werden Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis RM. 4.49. 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet sal. ad 100 Aniyl. Dahlem-Alexanderplah-Weißensee. Während die nordöstlichen Ausfall-Limen aus den allen Chausseen entstanden sind(Prenzlauer Allee, Landsberger Alles) hat die Straße nach Weißens«« diesen Charakter nicht. Die Greifswalder Straße geht in die Berliner Allee über—, von der Architektur, die damals herrschte, als Weißenses sich„hob", kann man keine Schönheit verlangen. Das nüchterne Geschäftshaus herrscht vor. Sehr schön und sehenswert ist der See und seine Umgebung und ladet zum Verweilen ein. Eine prächtige Pro- menade umzieht den See. Wie sehr aber Weißensee mit dem ge- schäftlichen Leben von Berlin verwachsen ist, zeigt die Fülle von Verkehrsmitteln, die zu Gebote stehen. Sechs Straßenbahnlinien und drei Omnibuslinien durchziehen den Ort. Wer mit der Linie 43. also von der Berliner City kommt, kann sich am Alexandcrplatz entscheiden, ob er mit den die Greifswalder Straße durchfahrenden Straßen dort nicht gebaut!!" Das ist die Stellungnahme des deutschnationalen Herrn Oberbaurat Echtermcyer zu den meist gut republikanisch gesonnenen jetzigen Besitzern aus dem Arbeiter- und Mittelstand. In lebhafter Erinnerung wird noch der Kampf der großen G c h a g gegen das kleinliche Bezirksamt Zchlendorf um den Weiter- bau den Gehag-Siedlung hinter dem Fischtal sein. Und da Herr Dr. Schumacher ein Mann ist, der sich gewiß nicht dem Vorwurf der Kleinlichkeit wird aussetzen wollen, so mutz er mit allem Nach- druck gefragt werden, ob er die berechtigten Interesien von 4990 Siedlern der eigensinnigen Starrköpfigkell, dem Unverstand und wohl gar dem Hochmut eines außerhalb der Zeit lebenden alten Mannes opfern will. Wir sind überzeugt, daß Herr Dr. Schumacher zu klug ist, als daß er sich noch einmal wie im GeHag-Fall bei den Zentralinftanzcn eine— seien wir milde— Enttäuschung holen will. Außerdem rückt mich der 47. November in bedrohliche Nähe. «.Die Fahrt", die Zeitschrist der BÄS. Die Berliner Verkehrs- Aktiengesellschaft gibt für ihre B etvieb sangehö rigen eine 14täglich erscheinende, reich illu- ftrierte und gediegene Zeitschrift„Die Fahrt" heraus. Die Zeit- schrift soll m erster Lime mit dazu beitragen, den Arbeitern und Angestellten der B. V. G. die Möglichkeit sachlicher Weiter- b i l d u n g zu geben.„Die Fahrt" will als Organ eines öffent- lichen Betriebes bewußt etwas anderes sein als die berüchtigten „Wevkzsitungen" privatkapitalistischer Gesellschaften, deren wahren Daseinszweck der„Vorwärts" bereits des öfteren anprangerte. Das Heft 43 der Zeitschrift ist als Presse-Sondernummer erschienen, um in den Kreisen feiner Leser Verständnis für die Auf- gaben l>er Presse zu erwecken. Ueberaus gute Aufsätze über das Wesen und die Geschichte der Zeitung werden durch b i l d- l i ch e Darstellungen unterstützt, von denen eine Titelseite der ersten gedruckten deutschen Zeitung aus dem Jahre 4906 und die erste Seile des 1454 erschienenen„Türkenkalendcrs" besonders erwähnt feien. „Die Fahrt", die als eine überaus gut redigierte Fach- zeitschrift für alle verkchrstechnischen Fragen angesehen werden muß, wurde bisher nur an die Betriebsangehörigen der B V.©., und zwar kostenlos ausgegeben. Ab 1. September ist allen interessierten Kreisen die Möglichkeit einer lausenden Beliefe- rmig durch Einrichtung eines Abonnements gegeben. Der Bezugspreis beträgt pro Vierteljahr 3.— Mark. Bestellungen sind an die Literarisch« Abteilung der B. V. G, Berlin W 8, Krausenstraße 9/19, zu richten. Neuer sozialdemokratischer Geistlicher in Verlin. Am kommenden Sonntag, dem 48. August, findet in Neukölln, in der Philipp-Melanchthon-Kirche, um 49 Uhr die Amtseinführung von Pfarrer Artur Rackwitz aus Eisenberg in Thüringen statt. Pfarrer Rackwitz ist seit Iahren tätiges Mitglied der Partei. Aus Anlaß seiner Einführung veranstalten die Neuköllner religiösen So- zialisten am selben Sonntag, 49 Uhr, bei freiem Eintritt im großen Gemeindesaal der Philipp-Melanchthon-Kirche, Herthastr. g,«inen Gemeindeabend, auf dem u. a. Pfarrer Rackwitz sprechen wird über das Thema: Wie es kam, daß ich Sozialist geworden bin. — Alle interessierten Genosien werden gebeten, sich zahlreich an diesem Gemeindeabend zu beteiligen. Linien 60. 61 oder 62. oder mit den durch die Prenzlauer Allee fahrenden Linien 71 und 72 die Tour beenden will. Das neue Viertel an Prenzlauer Allee und Wisbyer Straße zeigt die charak- teristischen modernen Formen. Für die Ausschließung der ländlichen Gegend hinter Weißensee sorgt der vom Ringbahnhof Weißensee nach Malchow gehende Omnibus 38, den man eventuell für das gleiche 29-Pf.-Billett be- nutzen kann. Lebhafter als die Verbindung mit diesem ohne bedeut- sames Hinterland gebliebenen Dorfe ist die Querverbindung von Weißensee nach Hohenschönhausen, wo die Badcanstalt am Orankesee seit kurzem auch verwöhnte Ansprüche befriedigt. In D a h l e m gibt die Linie 43 die Möglichkeit zum bequemen Besuch des Botanischen Gartens. Weiterhin kreuzt sie die U-Bahn in der Nähe von D a h l e m- D o r f. An kleineren und größeren Touren ab Endstation ist kein Mangel.— Karte siehe 19-Pf.-Verkehreplon der BVG. Im Grunewald. Der Reichtum an landschaftlichen Schönheiten, die Berlin in seiner Umgebung wie keine andere Weltstadt besitzt, will doch nicht hinreichen, um die Massen mit ihrem natürlichen An- spruch auf freie Natur, Wald und Wasser, Licht und Lust zufrieden- zu stellen. Die Freibäder sind an sonnigen SonMagen über- füllt, die Ufer der Havel sind mit Ausflüglern und Badenden dicht besät, auch an jenen Stellen, wo das Baden mit Lebensgefahr ver- Kunden ist.» Leider haben die besitzenden Klaffen den größten und meist auch schönsten Teil der Userfrciflächen okkupiert. Noch in letzter Zeit begann ein wahrer Run auf die wenigen freien User an märkischen Seen, deren Bodenbesitz ausgeschlachtet wird, ehe die öffentliche Hand Anspruch daran erhebt. Schon Aloys H« n n e s schrieb vor 59 Jahren, daß man zu den schönsten Punkten des Grunewaldes keinen Führer benötigt. sondern mir dem Stullenpapier nachzugehen braucht, und trotz der Warnungstafeln„Baden wegen Lebensgefahr ver- boten!" sind alle schilftreien Buchten des kleinen Sees reichlich mit Badenden besetzt, bis in die Mitte des Sees tummeln sich ge- schickte Schwimmer. Die Hänge ringsum den See sind dicht be- lagert: sie erscheinen von Jahr zu Jahr kleiner, als würden sie von den vielen tausend Füßen, die hier hinauf und hinab klettern, ab- getreten. Näher dem Wasser zu lagern die Familien mit ihren Kin- dcrn und Hunden. Das quitfcht und jault und bellt und mault, nur der hohe Wald schaut schweigsam und ernst dem Treiben zu. Auf den westlsichen Hängen scheint allzuviel gerodet worden zu sein. Es ist nicht mehr die strenge Linie hochgestrebter Baum- krönen, die L e i st i k o w auf seinen Bildern von hier verewigt Hot. Und doch hängt der Berliner mit seiner.ganzen Liehe an diesem abgetretenen, abgerodeten und abgerodelteii Wald. Diese Liebe hat ihre bestimmten Ursachen, die nur aus der Psyche des Berliners sich deuten läßt: dies ist der See, der ein wirkliches>Frei"bad darstellt. Eintrittsgeld wird nicht erhoben, keine Garderobengebühr, kein Zaun trennt von der übrigen Welt. Einige Schritte weiter, und die Welt hat sich verändert. Autos und Kutschen halten vor Paulsborn, und gutgekleidete Gäste sitzen im Garten mit dem Blick auf den See. Zwei Bier und eine Fleisch- brühe kosten dort 4,69 M.; bei solchen Preisen macht dos gewöhn- liche Volk einen großen Bogen um den Garten! Keine Aufhebung der Polizeistunde! Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, beabsichttat der preußische Innenminister Genosse Grzesinski nicht, die Polizeistunde aufzuheben.(Im holländi- schm Parlament hoben jüngst die Sozialdemokraten geschlossen gegen die Beseittgung der Polizeistunde gestimmt.) Weiler berlchl der isfenllichen wellerdlenstslelle LerNn und Ilmgegend (Nachdr. verb 1 Ziemlich Heller und warm bei schwachen, veränderlichen Winden.—-?Sr Deutschland: In Silddeutschland vorübergebend etwas kühler. Vereinzell Gewllter, i« übrigen Reiche kein« nennenswerte Acnderung. Uli Hille mandiuUenltr. 63,64. Dönhoff 3Z!7~7& Ulli IIIIII Uliyt eefchöf......»-6. Sonntag« 10-7 Uh. Vuf Wunsch-«ertreterdesuch v-r 7�. | The •yr1"' The&Ut Lichtspiele Vi Freitag, den 16. August| aachmiitags J1* Uhr. tmmmammmmssm »'/, Uhr Bart). 8280 Ab heute:-�«»7 Die er]g.-amerlkanlsch«n REVELLERS Dar Welt berühmtestes Jazs-Qesangs-Ensemblc Im Rahmen«es August■ Programms: Sonnaband ud Sonntag|e 2 Vsrs'.ellunges B a. 8'/i Olir. B Ohr armltlgta Preist. lägl. S u. 813 Sonnt 2. 5 n eu Al.x.£.4.8066 INTERNAT. VARIETE Heute Premiere Rose- Thealer, Gro�e Frankfurter Str. 132. Tätlich 8.15 Uhr ZwOBfltfausen«! Schauspiel in 3 Akten von Bruno Frank Regie: Paul Rose. Gartenbohne 4.30 Uhr Konzert und bunter Teil 8.15 Uhr „Bis(rQh um fante" *** Werde Ahonneni d. Rose-Theaters VWPWMWWM»»»»» Vorverkauf auch Im Pavillon der Reinhard tbOhnen, Kurfflrstendamm, Ecke Uhlandstrasse Oeultöies Theater D.I. Norden 12310 8U„ Ende gegen II Oie Fledermans Musik v.Joh. StrauB. Regie; Max Reinhardt. Musik. Einrichtung E. W. Korngold. Ausstattg. L. Kainei Sommer-Garten-Theater Berliner Prater v 58. Kast-Allee 7-0. Tel. Hb. 2246 kastsDlti Gnsttl kgei. Freist Llllee Die lustise Witwe Operette von Franx Lehär Dazu der firobr Varleldtell. Anfang Konzert 4.30. Burleske u Varietd 6 lilu. iipercllc 8.30. eilen Donncrsian nroSer Volksiao. |ed. Mittw Kinderlesi n. Verlosnnn CASBNO-THEATER Lothrlnler Strafe 37 TA�lich 5 Vi Uhr Der neue Erüttnungs- Schlager Wem fieHäil mein Mann! Dazu ein erstkl. bunter Teil. Für unsere Leser: Jutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M, Sessel l.75 Sonstige Preise: Parkett a. Rang 0.80 M. Die Komödie J 1 Bismck.2414/7516 S'/sü.. Ende geg. 10 Freudiges Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie: Leoniine Sagan Banwwsks- Bohnen Theater in dar KSnlggrdtnr Straß» Wie der eröffnet Täglich m Uhr Riva l en Komödienhaus Täglich 8»* Uhr Hodizeitireiie mit linoro Aiezandr Planelarinm am Zoo Variln. Itittiaittai* Unit B.5 Barbarossa 5578 16'/» Uhr Starnbfldar daa Sommara 18>/,U. Von Pal eu P#' am Sttmaahlmmal 20", Uhr Dar Slutball Tägl. außer Montags u. 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