Morgenausgabe Nr. ASS A194 46. Jahrgang Wöchentlich 85 monatlich 8,60 VL tm voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließNch 60Pfg.Postzeitungs- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands» abonnemem k.— M. pro Monat. Der»Vorwärts� erscheint wochentög» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendousaaden für Berlin und tm Handel mit dem Titel.Der Abend-. Illustrierte Deilaaen.Volk und Zeit- und.Kinderfreund-. Ferner .Unterhaltung und Wissen-..Frauen. stimme-.Technik-.Blick in die Bücherwelt- und.Iugend-Dorwärts- P> Berliner Voltsbta« Sonntag HS. August 192? Groß-Verlin �5 pf. Auswärts 20 pt. Dt«» t n f p a i t l g« Nonparetllezeil, 8V Pfennig. Reklametell» 5— Reichs- mark.„Kleine Antigen' da- enge- druckt» Wort 2b Pfennig(zuläffty zuie« fettgedruckte Worte),«edes weitere Wor» 12 Pfennig. Stellengesuch» da? erst» Wort 15 Pfennig, jedes weum Wort lü Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Ardeitsmard Zeile 60 Pfennig. Familienanzetgen Zc.I» 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupl- Geschäft Lindenstroße 3. wochentäglich von Ll/, bis 1? Uhr. Isvtvawvsa« der SoziawemoevaMchen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhofs N2— LS7. Telegramm»Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin S? SSL.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamte», Wallstr.KS. DiZkonto-Gesellschaft, Depositcnkoste Lindenstr. 3. Gnowdens Aniwort. Inhaltsangabe, Erläuterung und Polemik vor den Pressevertretern. V. Sali. Haag, 17. Augllst.(Eigenbericht.) Das wichtigste Ereignis war heute die englisch« Antwort auf die Dorschläge der vier übrigen Gläubigermächte. In einer von S n o w d c n abgehaltenen anglo-amerikanischen Pressekonferenz gab er zunächst allgemeine Erklärungen über seine Haltung und. kriti- sierte das Verhalten der Gegenseite recht scharf. Snowden erinnerte daran, daß er am vergangenen Sonnabend dem belgischen Ministerpräsidenten Jaspar als Vorsitzenden es als wünschenswert bezeichnet habe, die Finanzsachverständigen der Gläubigermächte zusammenzuführen, um die britischen Forde- rungen zu diskutieren und ein entsprechendes Angebot auszuarbeiten. Dreimal wären die Sachverständigen mit den englischen Ver- tretern zusammengekommen, ohne daß jedoch die Verhandlungen nur im geringsten vorwärtsgekommen wären. Unter diesen Umständen habe er am Mittwoch erklärt, daß es zwecklos wäre, die Sonn- obendsitzung der Finanzkommission abzuhalten. Dabei habe er dos sogenannte„Ultimatum" überreicht, wonach man England endlich «in konkretes Angebot übermitteln sollte. Das Memorandum, das ihm nun zunächst mündlich am Donnerstag durch Herrn Franqui und danach am Freitag offiziell und schriftlich überreicht wurde, müsse er als sehr vage und unbefriedigend bezeichnen. Dieses Memo- randum enthalte grundlose Behauptungen und gebe infolgedessen keine Möglichkeit, die Verhandlungen aus dieser Grundloge > scutzti sehen. C?r hob? bei der Ueberreichüng feiner Antwort Herrn Jaspar gegen- über die Vorschläge als„rickiculous snck iyackeguate"(lächerlich und unbrauchbar) bezeichnet. Er höbe allerdings bei dieser Besprechung mit Jaspar den Eindruck gewonnen, daß dies« Vorschläge nicht das letzte Wort der übrigen Mächte darstellen, und daß man daher ihnen noch Zeit lasten solle, die Lage zu prüfen und neue Vorschläge zu überreichen. Dann wandte sich Snowden lebhast gegen die französische Dar- stellung, die am Freitagabend über den Inhalt der ihm überreichten Vorschläge gegeben wurde. Man habe davon gesprochen, daß die Zugeständnisse der vier anderen Gläubiaermäckite bis.zu 80 Proz. die britischen Forderungen berücksichtigen. Nichts sei mehr von der Wahrheit entfernt als diese Behaup- t u n g. In Wirklichkeit befriedigten die Vorschläge der vier Mächte bestenfalls die britischen Forderungen zu 20 Proz. Sie enthielten in Wirklichkeit weder wirkliche Zugeständnisse noch wirklich« Opfer, oder nur Opfer aus Kosten der kleinen Gläubiger. Aber England sei nicht gewillt. Zugeständnisse zu erkaufen, indem ed die ebenso beachtenswerten Rechte der kleinen Mächte opfern laste. Welter wandte sich Snowden gegen die Behauptung der fron. zäsischen Presse, wonach er jeden Kontakt mit den Delegotions- sührern der übrigen Mächte vermieden hätte. Er erklärt«, daß er im Gegenteil stets" als seinen Wunsch deutlich zum Ausdruck gebracht hätte, inständigerFühlungmit den übrigen Hauptdelegiertcn zu sein, als er z. D. dem belgischen Delegierten Franqui gegenüber von den Vereinbarungen zwischen Poincare und Churchill vom No- vember 1928 berichtete, wonach sich Frankreich oerpflichtete, keinerlei Sonderoorteile auf Kosten Englands zu erstreben, habe sich der Belgier darüber sehr erstaunt gezeigt und gemeint, das müsse er unbedingt Briand persönlich vortragen, und dazu wolle er(Franqui) ein« Unteredung zwischen Briand und Snowden herbeiführen. Er habe daraufhin einen ganzen Dag aus den Besuch Driands gewartet, aber Briand sei nicht gekommen und er habe erst später erfahren, daß Briand an diesem Tage außerhalb der Stadt Haag geweilt habe. Snowden bat. endlich das Gerücht zu zerstören, wonach er Zusammenkünften mit den übrigen haupkdelegierten ans- gewichen wäre. Cr habe schließlich die Vertagung der für Sonnabend in Aussicht genommenen Sitzung der Finonzkommistion aus später angenommen, um jede Möglichkeit zu schassen, weitere Dorschläge auszuarbeiten, die England befriedigen konnten. Er fügte hinzu:„Ich würde es als «in Verbrechen erachten, wenn ich den anderen nicht Zeit lasten würde, sich d!« Dinge nochmals zu überlegen." Schließlich polemisiert« Snowden sehr scharf gegen die Unter- stellung in der französischen und in der italienischen Presse, daß Eng- lond den Frieden Europas seinen egoistischen Interessen opfere. Eng- konds Haltung entspreche nicht allein rein finanziellen Erwägungen. Es handle sich um eine Prinzipienfroge. England seien schon sehr viele Opfer von seinen Gläubigern zugemutet worden. Gewiß bedeuten 2% Millionen Pfund nur wenig im vergleich zu seinem Gcsomtiahreeetat, aber nach alledem, was man Eng- land in den letzten tzahren an Opfern zugemutet hätte, sei das eben die Summe, die das Faß zum lleberlaufen bringe. In einem engeren Iournalistenkreis führte Snowden noch aus: „In diesem Konflikt steht das Prestige Großbritanniens auf dem Spiel. Es handelt sich darum, das Recht Englands auf«inen ihm gebührenden Platz in der internationalen diplomatischen Welt zu behaupten. In den letzten Iahren war die englische Diplomatie so schwach, daß England diesen ihr zukommenden Platz nicht mehr einnahm. Die Zeil ist gekommen, wo England wieder zu seinem Rechte gelangen muß. Ich bekomme täglich unzählig« Telegramm« und Brief« aus ollen Winkeln Englands und aus allen Kategorien der Bevölkerung, in denen die Genugtuung darüber zum Ausdruck kommt, daß England wieder einen Staatsmann Hobe, der Rückgrat besitze(» statsman witb backbon«). Endlich ist der Augenblick gekommen, wo wir a l» Engländer vor die Welt treten können, ohne uns zu schämen." Oer Inhalt der Antwort. Die eigentliche Antwort beginnt mit der nochmaligen Fest- stellung, daß der Pzung-plan nicht als unantastbare» Ganze» anzusehen sei, serner, daß die Pariser Sachverständigen unabhängig gewesen seien und insoigedessen die Regierungen nicht hätten binden können. England versuch« durch seine Forderungen teineswegs die Fundamente des Poung-Plans zu erschüttern. England nehme die Empfehlungen der Sachverständigen hin- sichtlich der deutschen Leistungen an, zumal dieser Punkt gerade die einzige Aufgabe betreffe, die den Sachverständigen zugewiesen worden sei, nämlich die Feststellung der deutschen Leistungsfähigkeit. Sodann geht die Antwort, im einzelnen auf die. Behauptungen und Angebote der übrigen Mächte ein und bestreitet vor allem die Borteile, die angeblich der Poung-Pian England gewähre. Was besonders die Anregung der übrigen Delegierten betreffe hinsichtlich der Liquidation des deutschen Privateigentums, so habe diese Frage nichts mit dem Poung-Plan und mit den eng- tischen Forderungen zu tun. Vor allem müsse England ablehnen, daß von den 580 Millionen Mark, die von der deutschen unge- schützten Aimuität mobilisicrbar seien, 500 Millionen für Frankreich reserviert seien. Die Antwort wiederholt las bereits zu Beginn der Haager Konferenz von den Engländern vorgebrachte Argument, ( Poincare habe sich im November 192S Churchill gegenüber ausdrücklich dahin verpslichtel, daß Frankreich nicht irgendwelche vorteile oder Vorrecht« zum Schaden Englands erstreben würde. Die sogenannten Lorteile, die der Doung-Plan England gewähre, bedeuteten viel weniger als die Opfer, die England zugunsten seiner Mitgläubigcr bei def Regelung der interalliierten Schulden gebracht habe. Es sei auch nicht wahr, daß England durch den Poung-Plan in den ersten zehn Jahren mehr bekomme als es an Amerika zu be- zahlen habe, also die Valfour-Rote, die die Grundlage der englischen Reparatianspolitit bilde, in dieser Hinsicht von England nicht inne- gehalten pexbt. Dann wendet sich die Rote gegen Italien und stellt fest, daß England seinerzeit de« Ztallenerv ein glänzendes Schulden- abkommen gewährt habe, gerade wegen des Argumentes, das Italien damals vor- bracht«, daß es zu wenig an Reparationen erhalt«. Jetzt dagegen hätte Italien durch den Young-Plan trotz dieses günstigen Schulden- abkommen» mit England wesentlich« D o r t e i l e erzielt. Hinsichtlich der Vorschläge des Memorandums der vier Mächte über die Sachlieferungen, wonach für den Fall eines Deutsch- land gewährten Moratoriums England wieder die Einnahmen aus �«m Recovery-Att erhalten könnte, erklärt Snowdens Antwort, daß dies kein« Konzession und dieses Angebot illusorisch sei, denn die Sachlieserungen würden im Falle einer Moratoriums keineswegs aufhören und über 1930 hinausgehen. Im übrigen könne England Zugeständnisse in der Frage der Sachlieferungen nicht als eine Kompensation für dl« finanziellen Verluste ansehen, die ihm der Noung-Plon in seiner jetzigen Form bringe. Alles In allem gleiche das Angebot der vier Mächte die Opfer, die Großbritannien durch den Poung-Plon zugemutet werden, nur zum vierten Teil aus. Dieses Memorandum sei infolgedessen unannehmbar und bilde keinen ernsten versuch, England» Standpunkt Rechnung zu tragen. Die englische Antwort schließt mit den Worten:„Großbritannien muß auf eine Prüfung der Lage drängen mit dem Ziel,«in« g e> rechte und wirtliche Regelimg der Streitsrog« zu finden." Vorsicht! Nicht siürzen! Randbemerkungen zur Reform der Arbeitslosen- Versicherung. Das jetzt so heftig umkämpfte„Gesetz über Arbeitsvcr- mittlung und Arbeitslosenversicherung" trägt das Datum des 16. Juli 1927 und hat am 7. Juli 1927 die dritte Lesung im Reichstag passiert. Es ist kaum jemals zuvor dagewesen, daß ein Gesetz von solcher Tragweite eine so ungeheure M e h r h e i t fand. Denn von �17 anwesenden Abgeordneten hatten nicht weniger als 355 für das Gesetz gestimmt, 47 da- gegen und 15 hatten sich der Zlbstimmung enthalten. Wäre das Gesetz wirklich so schlecht, so in allen Punkten reformbedürftig, wie das jetzt von mancher Seite dargestellt wird, so wäre das für die Urteilsfähigkeit des Reichstags ein sehr schlechtes Zeugnis. Zwilchen der damaligen Abstiminung und den gegenwärtigen Beratungen liegen freilich Reu- wählen— aber im großen und ganzen sind es doch dieselben F r a k t i o n s s p e z i a l i st e n, die vor zwei Jahren das Gesetz zum Siege führten und die jetzt über seine Abänderung verhandeln. Haben sie wirklich solche Pfuscharbeit geliefert, daß nach zwei Jahren schon wieder alles umgebaut werden muß? Das Gesetz ist am 1. Oktober 1927 in Kraft getreten, hat also noch nicht einmal eine zweijährige Wirkungszeit hinter sich. In diese Zeit fällt die Kältekatastrophe des ver- gangenen Winters, so daß von einer normal verlaufenen Probezeit gar nicht die Rede sein kann. Diejenigen, die heute so tun, als müsse das Gesetz schleunigst wieder geändert und von Grund aus umgestülpt werden, haben lelber vor zwei Jahren f ü r dieses Gesetz, wie es jetzt ist, gestimmt. So bezichtigen sie sich selber der Leicht- f e r t i g k e i t, deren sie sich entweder damals schuldig machten,.indem sie zustimmten, oder die sie jetzt begehen, da sievschon wieder alles ändern wollen. G e l e g e n h e i t s g e s e tz m a ch e re i ist ein Uebel. Auf dem Gebiet der sozialen Gesetzgebung kann sie geradezu zum Verhängnis werden. «- Es. ist heute nicht uninteressant, die Liste der Neinsager vom 7. Juli 1927 zu studieren. Selbstverständlich stehen die Kommunisten darauf. Sie, die sich heute als die Ver- leidiger des bestehenden Gesetzes aufspi- len, haben damals an ihm kein gutes Haar gelassen und genau denselben Spektakel aufgeführt wie jetzt. Damals schrien sie wie am Spieß, weil das Gesetz gemacht wurde, und heute schreien sie genau so, weil es geändert werden soll. Auch die Zustimmung der Sozialdemokraten zu dem damaligen Entwurf war laut offizieller KPD.-Erkläru'..,. vom 7. Juli 1927„ein neuer Ver- rat an der Arbeiterklasse". Zu diesem„Verrat an der Ar- beiterklasse" sieben jetzt die Kommunisten fest wie die deutschen Eichen, jeden Paragraphen sind sie mit Zähnen und Nägeln zu verteidigen bereit. Außer den Kommunisten und Nationalsozialisten hat aber am 7. Juli 1927 auch eine kleine Gruppe von Deutsch- nationalen, Großindustrieller und Agrarier, allen fraktionellen Bindungen getrotzt und mit Nein gestimmt. Von dieler kleinen, aber mächtigen Gruppe um Leopold ist der Kampf gegen das Gesetz ausgegangen. Ein unge- heurer Propagandafeldzug, dem die deutschnationale Presse— Hugenberg voran—, aber auch die volksparteiliche und die demokratische Presse ihre Spalten öffnete, wurde in Szene gesetzt. Diesem Propagandafeldzug gelang es, auf die öffentliche Meinung starken Eindruck zu machen und die An- Hänger der Arbeitslosenversicherung, wie sie jetzt besteht, in eine Verteidigungsstellung zurückzudrängen. Am 7. Juli 1927 hatten fast alle Fraktionen mit Rück- ficht auf ihre Arbeiterwähler für das Gesetz gestimmt. Daher die ungeheure Mehrheit. Sofort aber melden sich auch schon in den bürgerlichen Parteien diejenigen Schichten, die zrckar bei der Wahl nur wenige Stimmzettel abgeben, sonst ober bei ollen Entscheidungen ihr wirtschaftliches Schwergewicht in die Wagschale werfen. Der Stoß dieser sozialen Oberschicht geht durch alle bürgerlichen Par- teien hindurch und bleibt nirgends ohne Wirkung' «- Heute leidet ein großer Teil der öffentlichen Meinung an der Wahnvorstellung, als ob von der Aenderung dieses einen Gesetzes das ganze Schicksal unserer Reichs- finanzen obhinge. Angstvoll sucht man Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu bringen, damit da? Reich nur ja nie wieder in die Lage komme, mit seinen Mitteln ein- springen zu müssen. Auch die eigenen Beiträge sollen so niedrig wie möglich gehalten werden— was bleibt da übrig, als an den Ausgaben zu sparen und die Leistungen abzubauen? Diese rein fiskalische und etatsmäßige Betrachtung eines sozialen Problems führt zwangsläufig irre. Die primäre Frage ist nicht, wieviel Geld das Reich h a t, um seine sozialen Pflichten zu erfüllen, sondern wieviel es dazu braucht Eine Finanzpolitik, die sich auf den Rat beschränkte, jeder inöge sich nach seiner Decke strecken, wäre äußerst kurzsichtig und müßte' zum Ruin führen. Sparsamkeit, die aus Kosten von Leben und Gesundheit geübt lvird, ist in Wirklichkeit schlimmste Der» schwendung. Es gilt das festzustellen, was aufjazia» lern Gebiet notwendig ist, und dann die äußersten Anstrengungen zu machen, um die dazu erforderlichen Mttel aufzubringen. Es wäre also falsch, die Leistungen für die Arbeitslosen soweit abzubauen, bis ein Gleichgewicht in den Einnahmen und Ausgaben hergestellt ist. Richtig dagegen ist, das sozial- politisch und wirtschaftspolitisch Notwendige für die Arbeits- losen zu leisten und für die Ausgaben, die dazu gemacht werden müssen. Deckung zu suchen. Um das Ganze auf die einfachste Formel zu bringen: Das Erste ist nicht, daß der Etat balanciert, das Erste ist, daß die Menschen etwas zu essen haben. Auf dieser Norausfetzung balanciere man sodann den Etat. » Das Axiom, daß für ausreichende Leistungen der Arbeits» lofenoerstcherung die Mittel nicht aufzubringen seien, kann um so weniger angcnomen werden, da heute auf finanz- politischem Gebiet alles noch im dichten Nebel liegt. Nach der Annahme des Doung-Plans, die ja schließlich irgendwie doch kommen muß, wird dieReformderReichsfinanzen in Gang kommen. Weiten bürgerlichen Kreisen schwebt diese Reform in Gestalt eines allgemeinen Steuerab» b a u s vor, der ihnen gar nicht weit genug gehen kann. Der billige Staat ist der Jdealstaat des Liberalismus, wäh- rend wir Sozialisten einen leistungsfähigen Staat -vollen— und leistungsfähig kann er nur durch die Leistungen seiner Bürger sein. Heute können wir das Terrain der künftigen Reichsfinanz- polltik höchstens abschnittsweise betrachten, ein Ueberblick über das Ganze ist uns noch versagt. Und doch müssen die Zu- sammenhänge berücksichtigt werden. Man stelle sich ein- mal vor, heute würde ein Abbau der Arbeitslosenversicherung beschlossen, well angeblich die Mittel zu ihrer Fortführung nicht aufzubringen wären-- und morgen würden die Besitz- steuerngesenktl Welche bürgerliche Partei— von der Sozialdemokratie gar nicht zu reden!— könnte für eine solche Politik vor ihren Wählern die Verantwortung übernehmen? Alle diese Erwägungen mahnen zur V o r s i ch t! Ueber- cilung ist in der Gesetzgebung immer gefährlich, wenn sie aber darauf ausgeht, einmal gewährte soziale Rechte zu mindern, ist sie es doppelt und dreifach! Montag KaSinettsitzung. In der Presse werden über den Inhalt der Verein- barungen der Parteiführer, die als Grundlage für eine Ent- icheidung des Reichskabinetts in der Frage der Arbeits- losenversicherung dienen sollen, allerlei Mitteilungen gemacht, die zu einem großen Teil unzutreffend sind. Die Entscheidung über die dem Reichstag zu unterbrei- tende Vorlage soll in einer Sitzung des Reichs» kabinetts am Montag erfolgen. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages, der am Dienstag die kommunalen Spitzenorganisationen gutachtlich hört, kann dann am Mitt- moch in die sachliche Beratung des Regierungsentwurses ein- treten. Daneben werden interfraktionelle Be- sprechungen notwendig sein. Auch wird man damit rechnen müssen, daß vor einer endgültigen Entscheidung die Fraktionen zu hören sind. Der Zusammentritt der sozial- demokratischen Reichstagsfraktion ist jeden- falls in Aussicht genommen. Wie wir erfahren, wird auch in den Kreisen des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schaftsbundcs erwogen, rechtzeitig dem Bundes- a u s s ch u ß des ADGB. Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. In diesem Zusammenhang sei noch bemerkt, daß die Nachrichten über eine Besprechung der gewerkschaftlichen Spitzenverbändc wesentlich falsche Angaben enthalten. Es ist eine grobe Irreführung, wenn z. B. der Demokratische Zei- tungsdienst behauptet, die gewerkschaftlichen Spitzenverbände hätten sich mit einer Veränderung der Warte- zeiten einverstanden erklärt. Oer bewaffnete Vogel. Kommunistische Räubergeschichten. Mitten in ihrer Greuelpropaganba gegen China neben den ge- fälschten Bildern brachte die„Rote Fahne" am 23. Juli diese Alarmüberschrift: Deutschland bewassnet Ischiangkaischet Norddeutscher Lloyddampfer„Falke" mit ZHunitionsladung nach Schanghai. Dazu gehörig ein« Depesche au» Danzig, m der mit- geteilt wird, daß der„weit über 9000 Tonnen umfassend« Dampfer „Falke" des Norddeutschen Lloyd mit einer„ungeheuren Ladung Gewehr- und Maschmengewehrmumtion den Hafen Edingen mit dem Ziel Schanghai" verlassen habe. Dieser Mitteilung folgte der üblich« revolutionäre Schmus: Es ist ja nicht irgendwer, der diesen Transport aus- führt, fondern der Norddeutsche Lloyd ist Inhaber des„Falken". lind der Norddeutsch« Lloyd— das find die ihn leitenden Kapitäne der deutschen Wirtschaft. Sie vcr- wandeln nicht nur das Blut der von Tschiangkaischek, m i t deutschen Waffen ermordeten Kulis in klingende Münze, sondern nehmen den chinesisch-sowjetistischen Konflikt zum Anlaß, um den Kriegsprovokateur van Nanking von neuem zu bemaffnen. Der Norddeutsche Lloyd stellte daraus schlicht und einfach fest, daß sein Dampfer„Falke" nur 997 Tonnen umfasse, eines feiner kleinsten Schisse sei und am 20. Juli von Hamburg uach London abgefahren wäre, also unmöglich hätte in Gdingcn sein können. Die„Role Fahne", einmal ertappt, schwindelte iveilem Der „Falke" habe allerdings nicht 9000, sondern nur �000 Tannen, und er gehöre nicht dem Norddeutschen Lloyd, sondern der Reederei Rickmcrs, aber die Woffentransporte für Tschiang- faischef seien unbedingt richtig. Jetzt ist der„Falke" bekanntlich in— Venezuela auf- eetaucht und hat dort einen Putschversuch unternonmien. Venezuela liegt von Schanghai immerhin einige Meilen entfernt, aber trotzdem oerzeichnet die„Rote Fahne" dieses Fiasko ihrer eigenen Erfindungen mNer der schönen Ilebcrschrift: ..vorwärts*. Lügen über Dampfer„Falke" geplatzt! Angesichts dieser— Ungern ertheit in Ausflüchten kann man nur sagen: die kommunistischen Geschichten von den, bewaffneten „Falken" für China lassen zum Schluß nur«inen u n- Snowben oder Briand! Eine Abwägung. V. StS. Haag, 17. August.(Tigonbortcht.) Durch seine heutigen Aeußerungen vor den englischen und amerikanischen Journalisten, die an anderer Stelle wiedergegeben sind, hat Philipp Snowden für diejenigen, die den tieferen Sinn der Haltung der Engländer im Haag noch nicht erkannt hatten, den Schleier gelüftet. Dieser Sinn ist hier bereits vor mehr als einer Woche in einem Artikel über„Die Gründe Snowdens" ge> n üaend deullich in dem Satz zum Aus.dnick gekommen, daß der Vorstoß de» Schatzkanzlers sich politisch gegen di« bisherige Hövigleit Englands zu Frankreich richte und finanziell weniger gegen Frankreich als gegen Italien, als Nutznießer des neuen Verteilungsschlüssels. Heute ist kein Zweifel mehr, daß es so ist. Das politische Ziel wird durch die Worte beleuchtet, wonach England um den Platz kämpfe, der ihm zukomme und den es infolge seiner diplomatischen Schwäche in den letzten Iahren eingebüßt hatte: das finanzielle Ziel wird durch die Stelle seiner Antwortnote gezeigt, die sich mit oller Klarheit gegen die ungeheuerlichen Dorteile wendet, die Pirelli auf der Pariser Konferenz für sein Land erpreßt hat.(Er ist übrigens nach Rom gereist, um Mussolinis Befehl einzuholen. Re- daktion d.„V.".) Langsam scheint man in der französischen Delegation endlich dies« unangenehm« Wahrheit zu erkennen. Ein« volle Woche lang hatte man geglaubt, daß Snowden nur bluff«: man geht bei der Beurteilung seiner Haltung von den abenteuerlichsten Kombina- tionen aus: etwa Snowden wolle sich nur auf Kosten Mac- donalds populär machen, um sich zum ofiziellen Führer der Labour Party aufzuschwingen! Alle dies« Illusionen wurden nicht nur von französischen Journalisten geäußert, sondern auch B r i a n d und seine engeren Mitarbeiter haben sie geteilt. Jetzt beginnt man die Wirklichkeit zu erkennen: AI an hat es mll einem außerordentlich Willensstärken Mann zu tun, der klar weiß, was er will. Um es auf eine klare Formel zu bringen: Sr will die politische Hegemonie, dl« Frankreich in Versailles aufgerichtet hat, als Elemenceou feinen willen in den meisten Fällen gegen den schwachen Wilson und den schwankenden Lloyd George durchsetzte, mit einem Ruck brechen. Er will zwar nicht die englische Hegemonie an deren Stell« auf- richten, aber England zum mindesten als gleichberechtigten Partner in der Welt Geltung verschaffen, während sich Chamberlain gerade in den letzten Jahren ins Schlepptau Briands hate nehmen lassen. Ist diese Politik englisch- nationalistisch, wie viele Leute meinen, und wie man zuweilen aus den krafwollen Worten Snowdens ent- nehmen könnte? Ich glaube es nicht. Denn die ganze Vergangen- heit Snowdens, des unerbittlichen Bekäwpfers der eng- tischen Kriegspolitik im Unterhaus von 1914 bis 1918, spricht dagegen. Es ist gewiß, besonders in der Reparotionsfrage, eine Politik die di« Interessen des englischen Volkes und nament- lich der englischen Arbeiterschaft wahrnimmt— aber ist das nicht berechtigt? Hat England nicht durch die Handhabung des Re- paratlonsproblems ungeheuer gelitten?- i Die Arbeitslosigkeit, die gewiß auch viele innerengllschc Ursachen hol. ist sie nicht gesteigert worden durch die Reparationen. besonders durch die deutschen Sachllesernngen? Steht Frankreich, dessen zerstörte Gebiet« heute restlos aufgebaut sind, dessen Produktion nicht zuletzt in Nordfrankreich gegenüber der Vor- knegszeit einen starken Aufschwung genomnun hat, das über- Haupt kein« Arbeitslosigkeit kennt, sondern ein« Mil- lion«n,zohl ausländischer Arbeitskräfte noch beschästigen kann. wirtschaftlich nicht glänzend da im Vergleich zu England, dos sich seit Jahren in den schwersten Mrtschostskämpfen windet? International. sozialistisch gesehen, ist der Kamps, den Snowden mit Briand ausgenommen Hot, eine Mochtprobe, bei der unsere Sympathien auf der Seil« der?l r b« i I« r r e g i c- ru n g stehen müssen. Nicht allein, weil dies« Regierung von Sozuv listen gebildet ist, sondern weil die großen tukernaklonalen Probleme, für die die Arbeiter. schasl der ganzen Welt kämpft, nnker der gegenwärtigen hege- monie Frankreichs überhaupt nicht befriedigend zu lösen sind. Die Haltung Briands in der Räumungssroge ist in den letzten Tagen geradezu kläglich gewesen! Er wagt es, als Gegenleistung für die Annahme des Poung-Planes durch Deuischlaicd die Räumung der zweiten Vertrogszonc sechs Wochen vor dem vertraglichen Termin anzubieten, und für die Räumung der dritten Zone versteckt er sich einstweilen hinter General Guillaumat(der ihm den 1. September 1930 als Räumungstermi» genannt hat), um dann wie ein Altkleiderhändler händeringend um jeden Monat zu feilschen. Es gibt keinen Sozialdemokraten, der nicht die deutsch- französische Freundschaft höher stellt, als alles andere. Dos ist im„Vorwärts" gerade nach dem Regierung?- antritt der englischen Arbeiterpartei mit aller Kraft betont worden. Dieses Hauptziel unserer Außenpolitik bleibt auch heute noch, wo ln der Kraftprobe Snowden-Driand unsere Sympathien aus Snowdens Seite stehen. Aber es muß eine wirkliche Verständigung zwislycn gleichen Völkern sein, die zueinander Vertrauen haben, und nicht ein Berhältnis von Souverän zu Vasall. Nun Ist es richtig, daß Snowden auf der haager Konferenz ein gewagtes Spiel treibt, bei dem alle Beteiligten, und nicht zuletzt Deutschland, einen Teil der Zeche bezahlen müssen, wenn es fehl schlägt. Es ist kein Geheimnis, daß man in der deutschen Delegation seit Beginn der Konferenz die stärksten Besorgnisse für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen zwischen den Gläubigern hegt.' Manch« bedauern sogar, daß der sanfte Chamberlain, der zu allem, was Frankreich verlangt«, schließlich doch ja sagte, nicht hier an Stelle Snowdens ist, dann wäre der Noung-Plan längst angenommen und wir wären von dem Alpdruck der wirt- schaftlichen und finanziellen Folgen eines Scheiterns der Konferenz befreit. Man kann es z. B. dem deutsche» Finanzmini st er nachfühlen, wenn er an das Budget denkt, das aus der voraus- sichtlichen Annahm« des Poung-Planes beruht, sowie an die ungeheuerlichen Konsequenzen eines Fiasko» der Konferenz. Man kann es auch begreifen, daß der deutsche Außenminister aus einer durch den Abbruch der Konferenz entstehenden neuen Ber- zögerung der Rheinlandräumung die unangenehmsten Folgen politischer mtf» parlamentarischer Art befürchtet. lind dennoch: Auf weite Sicht gesehen, müssen wir im Interesse des europäischen Friedens wünschen, daß sich Snowden durch- setzt. Er war übrigens, wie mir Zeugen semer Aeußerungen am Schlüsse seiner Pressekonferenz erzählen, zuversichtlicher denn je. und manche Anzeichen auf der Gegenseite lassen diese Zuversicht ol» begründet erscheinen. bewaffneten— Bogel übrig,«nd der ist wed«? in Schanghai, noch in Venezuela, sondern in kommunistischen Redak- tionsstubcn von Berlin zu suchen! * Die Berliner Gesandtschast der Republik Venezuela über- mittelt uns zu der Affäre des Dampfers„Falke" folgende Erklänmg: „Am 11. August landete der Dampfer„Falke" als Kriegsschiff bewaffnet an der Küste von Cumana unter dem Befehl des Generals Roman Dclgado Ehalbaud. Er war mit Kriegsmaterial von Europa abgefahren. Er griff d!« Stadt Cumana an, die von dem General Emilio gernandez verteidigt wurde. Es gab verschiedene Kämpfe, viel« Personen wurden getötet und verwundet. Die Revolutionäre wurden vollständig ausgericben. Die Ueberlebenden wurden ge- fangen genommen. Unter den Toten befindet sich der Gene- r a l Delgado Ehalbaud. Der Dampfer„Falke" flüchtete und landete an der Insel Trinidad. Die venezolanische Regierung hat den Dampfer als Piratenschiff erklärt. Do- Land ist wieder voll- ständig ruhig. Die Regierung wußte von der Abficht des Aufstandes und hatte sich darauf vorbereitet." e Di« amerikanische Regierung hat das Verlangen der Regierung von Venezuela, den bei den letzten Unruhen beteiligten Dampfer„Falke" als P i r a t« n s ch i f f zu brandmarken und die sich daraus ergebenden Maßnahmen zu ergreifen, abgelehnt mit der Begründung, daß die Beteiligung an einem Auf st and keinen Akt von Seeröuberei darstelle. Der„Falke" liegt zurzeit im Hafen von Trinidad vor Anker. Köln wehri sich. Gegen den Vorwurf der versuchte» Verelcherung. Köln, 17. August.(Eigenbericht.) Wie vor einigen Tagen der Berichterstatter des„Soz. Pressedienst" meldete, wurde auf der Haoger Konferenz der Stadt Köln nachgesagt, nach Abzug der englischen Truppen ungerecht- fertigte Ansprüche als Besatzungsschädcn in Höhe von 9,5 Millionen angemeldet zu hoben, während van einem Schieds- gerichl unter Vorsitz eines Unparteiischen nur 250 000 Mark anerkannt wurden. In einer Zuschrift an die„Rheinische Zeitung" nimmt nun- mehr die Stadtverwaltung Köln Stellung zu dieser Behaup- tung. Danach handelt es sich nicht um Meinungsverschiedenheiten zwischen der Stadl Köln und der britischen Regierung, sondern um Meinungsverschiedenheiten zwischen der deutschen und bri- tischen Regierung. Die Anmeldung aus Schadenersatz sei van»n- parteiischer Seite geprüft und für richtig befunden worden. Das Schiedsgericht habe sich aber den c n g l j s 6? e n Standpunkt zu eigen gemacht, wonach nur Schäden anerkannt werden, die vom 1. Sep- tember 1925 bis 31. Januar 1926, also in den letzten fünf Mo- naten der Besatzung, entstanden sind. Die Anschuldigungen gegen die Stadt Köln fielen damit in sich zusammen. Ehma meldet russischen Angriff. Moskau schweigt. Peri»8. 17. August. 1 Die Nankingregierung gibt bekannt, baß russische Flie- ger am Sonnabend die rnsfisch-chiaesische Grenze bei Po- granitschnaja überflogen und vier Bombe» auf das Lager der«andschurtscheu Truppe» abgeworfen habe». An der Westgrenze der Mandschurei hätten Flugzeuge der Roten Armee die Stadt Dalainor überflogen. Die chinesische Grenzwache sei von Flugzeugen mit Maschinen- gewehren beschossen worden. Das Oberkommando in Chailar habe hieraus Flngzeugabwehrgeschütze nach Mandschnria bringen lassen. Die chinesischen Trnp- Pen befänden sich iuerhöhterAlarmberei tschast. seien jedoch angewiesen. Angriffe auf die Russe« zu unterlassen. Mukdea. 17. August. Amtlich wird gemeldet, daß 10000 Mann Sowjettrupp«» mit Maschinengewehren und 30 Feldgeschützen gestern da, Grenzgebiet von Mandschuli überschritten haben. Die drahtlose Der- bindung mit Mandschuli ist nicht unterbrochen. Tschonghsueling, der Sohn und Nachfolger Tschan gssolin» als Herr der Mandschurei, soll weitere fünf Brigaden mobilisiert haben, darunter eine Reiterbrigade. Bluecher. der neue Sowjetgencral des Fernen Ostens, soll den Grenzkommandeur Kabyschewan die mittlere Wolga zurück- geschickt hoben, weil er nicht energisch genug den Weißgardssten und ihren Helfern an der Grenze entgegengetreten sei. Kommunist ladet zur Dersassungsseier. In Falkenau t Sa. hatte der Gemeinderot zum 11. August zu etner Lersasjungsseier eingeladen. Die Bekanntmachung trug die Unterschrift des 1. stell- vcrtretenden Bürgermeisters U h l i g, der Kam minist ist. Die rechtskammunistischc Presse hat sich hohnlachend dieses Falles bemächtigt, und so dürfte es mit der kommunistischen Parteiziigechörig- kcit des Bürgermeisters bald zu Ende fein. Als Spion verhaftet wurde in einem tschechoslowakischen Zug der bayerische Boumeisterassistent Willi Riediger, weil er an- geblich kein« Fahrkarte hotte, auch kfine lösen wollte, ober Landkarten, einen Chissrcschlüssel und'Aufzeichnungen besaß. Merkwürdiger Spion, der Krach mit dem Schaffner anfängt!..« kysfhäuserbvnd und Adelsbegehren. Di« Leitung des Äyff- houferbundes hat den ihr angeschlossenen Organisationen unter- sagt, dem„Aktionsausschuß für da» Bolksbegeh- r c n gegen den Doung-Plon" beuutreten. Dies« Maßnahme erfotgte. weil der Kyffhäuserbund nach seinen Satzungen poLtrsch neutral sein soll. Sozialistische Werbewoche. 3m nächsten Ottober. Auch ün Herbst dieses Jahres, kurz vor dem Twtritt in die »ielfättige Mnterorbeit, ruft die Sozialdemokratische Partei ihre Mitglieder zu einer Werbeaktion auf. Dies« Werbewoche bildet den Höhepunkt der alljährlichen Agitation für die Partei und die Parteipresse. Sie führt der Bewegung ein« von Jahr zu Jahr steigende Zahl neuer Mitkämpfer zu und erfüllt die Reihen der alten mit neuer Kampfezfreude. Die Werbcwoche 192Ü wird nach einem Beschluh de» Partei. Vorstandes am 12. Oktober beginnen. Sie fällt in«ine Zeit wichtigster politischer Entscheidungen. Neben den wieder einsetzenden Verhandlungen in den Parlamenten sind es vor allem die K o m- munalwahlen in Preußen, Sachsen,.Hessen und die Landtags- mahlen in Baden, die— kurze Zeit nach der Werbewoche— den Einsatz aller Kräfte erfordern. Ilm so notwendiger ist es. für diese kommenden Kämpfe zu rüsten, um neue Positionen zu erringen. Dazu wird die fünf Wochen vor den Kommunolwahlen stattfindende Werbewoche die beste Ge- legenheit bieten. Sie wird so zu einem Auftakt für die Wahlen am !7. November. Wir werden den Wahlkampf mit der Roten Woche, der Werbewoche für die Sozialdemokratie, verheißungsvoll beginnen. Aber die diesjährige Werbewoche wird nicht nur Austakt und Sammelruf für die Erringung stärkeren Einflusses in den Stadt- und Provinzialparlamenten sein, sie ist auch parteiorganisatorisch von größter Bedeutung. Dos Ziel dieser Werbewoche ist, den Miiglleöerstand der Partei auf 1 Million zu erhöhen. Die Organisation ist von Stichtag zu Stichtag gewachsen. Stetig ist die Aufwärtsentwicklung. Dem letzten Parteitag in Magdeburg konnte bereits berichtet werden, daß 949 000 organisierte Sozialdemokraten das politische Fundament der Arbeiterbewegung bilden. Nur noch wenige Zehntausend und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands vereinigt ein« Million Mitglieder in ihren Reihen. Damit haben wir sicher mehr organisierte Mitkämpfer, als alle anderen deutschen Parteien zusammengenommen, bestimmt viel mehr als jede andere Partei der Welt. Es wird der Mitarbeit nicht nur jedes Funktionärs, sondern jede» Mitgliedes bedürfen, wenn es gelingen soll, dieses Ziel zu erreichen. Noch vergehen Wochen bis zum Beginn der Werbeaktion. Aber sie dürfen nicht ungenützt bleiben, schon jetzt müsien die Bor- arbeiten geleistet werden, um den vollen Erfolg zu verbürgen. Am l2. Oktober beginnt die Werbcwoche, die Woche der Sozial- demokratie! Rüsten wir, sie erfolgreich durchzuführen! Schobers Heimwehrpolizei. Sommerübung und Herbstdrohung. Der sozialistisch«„Abend* in Wien hatte eines Tages genau« Mitteilungen über Schießübungen der Hcimwehr in einem Keller- lokal gebracht und die Polizei rechtzeitig vorher davon verständigt, damit sie die verbotenen Waffen abholen könne. Die Polizei kam, sah, sucht« und fand— nichts. Das Blatt befchuldigt« die Polizei, sie habe absichtlich nichts gefunden. Wcts tat der Polizeipräsident Schober? Dos Blatt verklagen, hieße vor di« Wiener G c- f ch w o r n e n gehen, sich dem Wahrheitsbeweis und der gericht- liehen Anerkennung seines Gelingens aussetzen. So benutzt er den bequemen Berichtigungszwang, indem er alle Bchaup. tungen und Angaben als unwahr bezeichnet. Das Blatt muh das in denselben Lettern wie den Artikel selbst abdrucken, und so findet man jetzt im„Abend* sehr häusig in den dicksten Buchstaben, er Hobe nur Unwahres behauptet. Run bringt aber die„Arbeiter- Z«itung* einen Dienstzettel der Heimwehrleitung, der di« Weisungex für«inen Maschinengewehrkurs in jenem Kellerlokal enthält! Nicht immer gelingt es so schnell, die Be- richtigungen des Herrn Schober als das zu erweisen, was sie sin d. Militärisch geschlossene Ausmärsch« sind in Wien und in Nieder- österrcich von den Landeshauptmännern Seitz und Dr. Buresch verboten. Die Heimwehr braucht sich darum nicht zu kümmern, denn di« Wiener Staatspolizei hindert ihr« provozierenden Auf- märfche nicht, und wenn sie schon einmal Anstalten dazu trifft, schreien die Hahnenschwänzler einfach.Hoch Schober!* und die Gefahr ist gebannt. In Niedcrösterreich wieder machen sie ..Wimpclweihcn*. wie am vorigen Sonntag, wa sie nachher Arbeiter- heim«, Gasthäuser und Ausflügler überfielen. Die sozialdemo- kratisch« Bezirksorganisation St. Pölten Hot nun beschlossen, jetzt den I u n g o r d n c r n(Schutzbundjungmannschoft) der heimge- suchten Orte eine Sturmfahnc zu übergeben, was erst im cherbst geschehen sollte: das wird eine große Demonstration der Abwehrbereitschaft sein. Der„Fürst* Storhemberg darf sich ungehindert ein Iägerbataillon halten, er und di« anderen Großgrundbesitzer können ihre Durgen mit Waffen vollstopfen, er kann sich erlauben, öffentlich von dem„Sauhaufen der Republik* zu sprechen. Für den Herbst kündigen die Helmwehrsaschisten die große Aktion an: ob das schon der Marsch nach Wien sein soll, sagen sie nicht. Aber ganz offen bedrohen sie di« Ruhe und den inneren Frieden in der Republik Deutschösterreich im Herzen Milleleuropas. Vaugom gegsn Ztonarque. Ein christlichsoziales Blatt meldet, daß der Kommandant der steierischen Brigade der Wehrmacht sich geweigert hat, das Buch von Remarqus Westen nichts Neues" in die«oldatenbibliothet auf- nehmen zu lassen. Das Heeresministerium habe dieser Verfügung zugestimmt und sie auf dos gesamte Heeresbereich ausgedehnt mit der Begründung, daß dos Buch nur geeignet fei, den Geist der Wehrhaftigkeit in der jungen Mannschaft zu beeinträchtigen nud es allen Grundsätzen der S o l da te n e r z i e h u n g wider- sprechen würde, die Lektüre dieses Buches, das nur die krassen Schattenseiten des Krieges schildere, und allen Soldatentugen- den skeptisch gegenübeistehe, zu fördern. W-Hrminister V a u g o i n, ehemals Rittmeister beim k. u. k. Train— blauer Rock, rote Hosen, Röhrenstiefel, Tschako, Schlepp- iäbel— hält es mit Wilhelm:.Schwarzseher verbanne ich!* Ihn sreuen die Manöver, die ihm noch der bevorzugten Gegend den Namen„General Tcheibbs* eingebracht haben und er fördert di« Kampffreudigkeit— gegen die Massen der Werktätigen. Die Kieler Kommunisten tun, als ob sie die dicke Freundschaft Ma.'kaii-Rom nicht kennten. Sie versuchten, den jetzt Kiel besuchen- den italienischen Marinen, antifaschistischc Flugblätter zuzustecken. Ein Verteiler bekam dabei eine Ohrfeig«: die Polizei stellte seinen Namen fest. Die beteiligten Italiener gaben ihre Namen freiwillig an, v' Alterwetts- Geheimnisse des LtnO die Sorgen Täglich wenigstens einmal kann man in den Herrn Hilgenberg gefälligen Zeitungen davon lesen, daß sich wieder eine„Organisation" oder ein„Organisatiönchen* seinem nebel- haften„Reichsausschuß für ein Volksbegehren gegen Aoung- Plan und Kriegsschuldlüge" angeschlossen hat. Die Namen der adligen Herrschaften, die als erste den Aufruf dieses Aus- ichusies unterschrieben, müssen herzlich g e r i n g e Z u g- kraft selbst in dem Lager der nationalsten. der Nationalen besitzen. Immerhin, es ist doch wenigstens ein Ausschuß da. und der Ausschuß hat ein Bureau in Berlin eingerichtet, sogar, wie er der Oeffentlichkeit kund und zu wissen tut, mit Telephon und dazugehörigen„Geheimleitungen". Inzwischen aber wird den Nationalen vor ihrer eigenen Schöpfung bange. In der deutschnationalen „Politischen Wochenschrift". di,e seinerzeit des Herrn Lambachs aufsehenerregenden Artikel gegen die Monarchie veröffentlichte, finden wir heute mehr als pessimistische Betrachtungen über das Volksbegehren der Adligen und des Herrn Hugcnbcrg. Dort wird ganz naiv ver- raten, was der S t a h l h e l m. der ja einer der wesentlichsten Bestandteile des Ausschnsses ist. mit der Waffe des Volks- begchrens eigenilicl, beabsichtige: Nichts mehr und nichts weniger, als den Prinzen Wilhelm von Preußen das wiederholen zu lassen, was der dritte Napoleon einmal mit Hilfe feines Plebiszits in Frankreich erreicht hat. nämlich auf dem Umweg über die Volksabstimmung die Mon- archie wieder einzuführen!. Aber in der„Politischen Wochenschrist wird gegenüber solch phantastischen Absichten nüchtern untersucht, ob das sogenannte Volksbegehren gegen den Aoung-Plan über- Haupt einen Zweck habe: „Gegenwärtig ist mit einem Erfolge nicht zu rechnen: selbst seine eigenen Urheber glauben nicht daran... und der Loebell- Aueschuß ist in seinem„Dcutschenspieoel* sogar schon össenttich davon abgerückt.*„In Anbetracht dieser Sachlage und außerdem noch der besonderen Bedingungen des Bolksentscheidsverfahren, würde der Volksentscheid nnsehlbac mit einer Niederlage enden; der Reichs- ansschuß wurde keine 20 oder 21 Millionen für sich auf die Beine bringen... Wie ober würde ein solcher Ausgang eist auf das Ausland wirken! Die westlichen Völker, die in demokratischen Vorstellungen leben, würden in der Ablehnung des Volks- entscheid? ein unzweideutiges Bekenntnis der Mehr- heit des deutschen Volkes für den Poung-Plan erblicken... Eine solche Situation... darf gar nicht heraufbeschworen werden, es wäre eine srevlerisches Spiel von unabsehbaren Folgen.* Man sollte meinen, daß auch die Großen um den großen Hilgenberg herum sich diese Möglichkeiten für den Ausgong ihrer polnischen Aktion selbst vor Augen gestellt haben. Die „Politische Wochenschrist" bestätigt solche Meinung: „Der Reichsousschuß, der fraglich das Gewicht oll dieser Bedenken voll einzuschätzen weiß, war ersichtlich nicht mehr ganz Herr seiner Entschlüsse, als er die Idee des Dslksbe- gehrens in die Oeffentlichkeit warf. Er halte eine Erbschaft unz«- treten, die der Stahlhelm einbrachte. Der Stahlhelm hott« in einer -Woche. Adelsbegehrens. um Hugenberg. durchaus begreiflichen, aber doch nicht sehr weitschauendvi Auf» wallung Hoffnungen auf das Mittel des Volksbegehrens gesetzt; seine Ankündigungen waren ohne erhebliche Prestigeeinbußen nicht mehr rückgängig zu machen. Der Reichsausschuß gedachte ihm in seiner verlegenheil beizustehen: durch den Ausblick auf ein anderes zündenderes Volksbegehren sollte die Erinnerung an das ur» sprüngliche Siahlhelm-Volksbegehren hin weggewischt werden. Dieser Zweck wurde gewiß erreicht: der Stahlhelm.ist entlastet. Dafür freilich steckt nun der Reichsausschuß selbst in den Schwierig- leiten.... So taktisch der Ausschuß seinen Bolksbcgehrenegedanken auch gemeint haben mag, so entgeht er doch nicht völlig dem Gesetz der moralischen Wahrheit, daß Berspre- ch u n g« n eben doch bis zu einem bestimmten Grade v er< pflichten." Aus diesen Geständnissen eiijer bedrängten nationalen Seele kann man entnehmen, dast der Reichsausschuß schon jetzt nach einem Dummen sucht, der auch ihn von seiner Verpflichtung zum Adelsbegehren entlastet, dieweil er seine sichere Niederlage klar vor Augen sieht. So kommt ihm denn auch sein Kritiker selbst zu Hilfe. Er schlägt vor. der Reichsausschuß solle sich in einem„A k t i o n s a n s- a u s s ch u ß der nationalen Opposition" umbilden und„innerpolitisch unerbittlichen, kompromißlosen Kampf gegen das Weimarer System" führen, außenpolitisch aber eine „klug berechnete Durchkreuzung der Erfüllungspolitik" be- treiben. So werde das„Banner der nationalen Opposition" der Natur der Sache nach zu einem„w e l t r e v o l u t i o» nären Banner". Geschehe das nicht, so verstecke sich hinter ihm eine„politische Stümperei, wie es etwa der Kapp-Putsch einst war, oder ein gewöhnlicher, an der Nation verübter Betrugsversu ch". Da der nationale Kritiker selbst zu so hartem Urteil über seinen Herrn und Meister Hugenberg kommt, so wagen wir ihm nicht zu widersprechen! Sudeiendeuischer Arbeiieriag. Oer Derichk des parteivorsihenden. Karlsbad, 17. August.(Eigenbericht.) Auf dem Zehnstchr-Iubiläums-Parteitag der deutschen Sozial» demvkratijchen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei hiell der Parteivorsttzende Dr. Czech ein großangelegtes Referat über die Entwicklung der Partei und des jungen Staates. Ezech gab zum Schluß einen von der über 1000 Personen zählenden Dersammlung mit großem Beifall aufgenommenen politischen Ausblick in die Zukunft. Mit einer Botschaft an die Arbeiterklasse fand der außerordentlich« Parteitag sein Ende. Die rumänische Regierung hat den Präjekten des Bezirks von Lupeni im Amte belassen, dagegen den Untersuchungsrichter und den zuständigen Arbeitsmjpektor ihrer Aemter enthoben. Internationaler Kohlenfrieden! Wenn die Bergarbeiier mitbestimmen. Dortmund, 17. August.(Eigenbericht.) der Kundgebung des Bergbauindustrieoerbandes sprach nach Leipart Dr. Berger. Bochum, über die bevorstehende Genfer K o h l e n t o n f e r e n z. die am 30. September vom Völkerbund einberufen ist. An ihr werden in erster Linie UiUernehmer- und Bergorbeiter- Vertreter der hauptsächlichsten europäischen Kohlenländer teilnehmen. Dies« schon seit einiger Zeit geplante Zusammenkunft hat durch die chaager Reparationskohlendebatte eine besonders aktuelle Rote bekommen. Eine Usberbrückung der in Bezug auf die Kohlenfachlieferungen im Haag entstandenen Differenzen erscheint nur durch die Einbeziehung der Reparationskohlen in eine umfassende europäische Kohlenmarktregelung möglich, für deren Aufbau jetzt günstigere Voraussetzungen vorliegen als noch vor einem Jahre. Das Interesse an einer derartigen Verständigung ist bei allen Kohlenexportländern gleich groß, aber auch die Kohlen- importländer legen Wert auf eine Stabllisierung der Kohlenmärkte. Besonders deullich empfinden die Bergarbeiter den Druck eines überspitzten Konkurrenzkampfes, als dessen Hauptleidtragende sie sich betrachten. Der Standpunkt der deutschen Bergarbeiter zu den Reparations- kohlenlieferungen geht dahin, daß die kommerzialisierten Kohlenfachlieferungen auf dem europäischen Kohlenmarkt keine andere Wirkung haben als normale Export« auch. Di« durch . sie ausgelösten Schwierigkeiten rühren vielmehr aus der allgemeinen Unordnung der Märkte her, deren Regelung jetzt versucht werden muß. Deutschland ist ein Kohlenausfuhrland, das die Möglichkeit habe» mutz, seine lebens- notwendigen Importe an Rohstoffen und Nahrungsmitteln, aber auch feine aus dem verlorenen Kriege herrührenden internationalen Zah- lungsverpflichtungen zum Tell auch mit jenen schwarzen De- visen abzudecken. Diese schwarzen Devisen sind heute auf den Kohlemnärkten unterbewertet, well der Weltkohlenbergbau an einer zum großen Teil selbstverschuldeten Kapazitäteninflatlon leidet. Mit einer einfachen Preisbindung der Reparations. kohle, an die die Engländer denken, ist dem Problem nicht beizu- kommen. Die Verpflichtung zu Zwangskohlenlieferungen nach dein Versailler Vertrage endet 1330, zu diesem Zeitpunkte tritt auch die Höchstpreisklausel des Friedensvertrages außer Kraft, nach der der Preis der Reparationskohlen den englischen Kohlenpreis nicht über- steigen durfte, sonst aber der deutsche Inlandspreis Gellung hatte. Da die Hauptmenge der unter dem Dawes-Plan gelieferten Kohlen Preisvertragslieferungen gewesen sind, kam dieser Be- stimmung nur insofern eine Bedeutung zu, als dadurch nach einem Urteil des Reichswirtschaftsgerichtes die Reichsregierung zu gewissen Rückvergütungen an das rheinisch-we st fälische Kohlensyndikat, dem Hauptkohlenlieferanten, verpflichtet war. Diese Verpflichtung fällt wahrscheinlich ebenfalls fort, was dazu bei- tragen dürfte, die deutschen Zechenbesitzer aus ihrer bisher beob- achteten Reserve gegenüber der alsbaldigen Verwirklichung des Ver- ständigungsgedankens heraustreten zu lasten. Die Bergarbeiter wollen und müssen dabei sein. wenn sich die europäischen Kohlenhändler zu Vertragsverhanhlungen an einen Tisch setzen, wie auch die Bergarbeiter in die Organ« hin- eingehören, denen dann die Durchführung dieser internationalen Verträge obliegen wird. Der Genfer Kohlenkonferenz wird eine Denkschrift des Wlrtschaftskomitees des Völkerbundes zugrundeliegen, worin neben zahlreichen wirtschaftlichen und sozialen Statistiken auch die Vorschläge wiedcrgegebn sind, die die Arbeitersachoerständigen:m Frühjahr dieses Jahres in Genf entwickell' haben. Diese Vorschläge bezogen sich auf den Abschluß von Vereinbarungen über Pro- duktionsumfang, Märkte und Kohlenpreise, weiter auf die Errichtung eines internationalen Kohlenamtes, das unter Zu- ziehung aller Beteiligten Richtlinien für die internaiionale Kohlen- Wirtschaft aufstellen soll, hauptsächlich zum Schutz der Verbraucher und der Arbeiterinteresten. Schließlich wurde darin auch aus die Wichtigkeit der vereiuhciklichung der bergbaulichen Arbeitsbedingungen und die Abschaffung der Kohlenhandelsbeschränkungen hingewiesen. Es ist zu erwarten, daß auch die englische Arbeiterregierung sich nunmehr positiver zu dem Genfer Verständigungswerk einstellen wird, als ihr« konservative Vorgängerin. Jedenfalls beweisen ihre Bemühungen zur Syndizierunq der englischen Kohlen- industri« ein beachtliches Maß wirtschaftspolitischer Energie. Ebenso legt die Teilverständigung auf dem dem holländischen Markt zwischen deutschen, holländischen, belgischen und englischen Exporteuren Zeugnis für die Bewährung derartiger Abkommen ab. Der Weg zum endgültigen Sohlenfrieden wird in Etappen zurück- gelegt werden müssen. Als«ine sehr wichtige Etappe ist auch die Vereinheitlichung der unkerirdischen Arbeitszeil zu bezeichnen, für die das Arbeitsamt schon näher« Erhebungen auf der Basis von 1327 angestellt hat. Auf diesem Gebiet bestehen noch Unterschiede von über einer Stunde. Die h ö ch st« Arbeits- zeit mit RH Stunden haben die englischen Exportreviere, die niedrigste die Tschechoslowakei mit 7 Stunden 28 Minuten. Diese Unterschiede müssen verschwinden. Dazu soll eine internationale Sonderarbeitszeitregelung für den Bergbau dienen, mit deren Entwurf das Genfer Arbeitsamt bereits befaßt ist. Die Lösung des internationalen Kohlenproblems ist in ein akutes Stadium getreten. Ohne Mitwirkung der Berg- arbeiter gibt es keinen Kohlenfrieden. Schwerindustrie gegen Oemokraiie. Werk,ei Erreichung mancher großen Ziele förderlich sein." Liest man die Aufsatzreihe des Dr. Jung in den Werkzestungen und besonders den Aufsatz über den Parteistaat. dann sind die Ziele, die Dögler seinerzest gemeint hatte, nicht schwer zu erraten.— h. Zn Pirmasens fast afle ausgesteuert. Krisen üi-sorae muh gewährt werden? Im Pirmasenser Notstandsgebiet wurden nach den Angaben des Arbeitsamtes durch die neuen Krisensürsorgebestimmun- gen f a st alle Schuhfabrikarbeiter ausgesteuert, insgesamt 2047 Personen. Davon entfallen 1246 auf die Stadt Pir- masens und 801 aufs Landgebiet. Die Zahl der unter 21 Jahre alten ausgesteuerten Krisenempfänger beträgt 630. Hier hat die schematische Anwendung der neuen Bestimmungen den Sinn der Krisenfürsorge in sein Gegenteil verkehrt. Denn wenn irgendwo, liegt in der Pirmasenser Schuhindustrie ein krisenhafter Notstand vor, der um so größer ist, weil eine Unterbringung der Arbeitslosen in andere Industrien nicht möglich ist. Oer Schiedsrichter im Naumwollkonflikt Eine Botschaft Macoonalds London, 17. August Zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts zur Regelung des Lancajhirer Baumwollkampfes wurde am Sonnabend der Richter Rigby Swift ernannt. Der Richter stammt aus dem Lanca- shirer Bezirk und besitzt vorzügliche Kenntnisse dieser Industrie. In seiner Botschaft wegen Beilegung des Streiks drückte Minister- Präsident Macdonald die Hoffnung aus. daß die Verhandlungen ohne Verzögerung und fjir beide Teile zusriedenstellend geführt werden möchten. Die Untersuchungen, die die Regierung gerade beeudet habe, müßten nun so schnell wie möglich verwertet werden. damit die zeitlichen Erleichterungen, die aus dem Schiedsgerichts- befchluß folgten, für beide Teile oorteilhaft ausgenützt würden. lGcwerkschaftlichcs siehe auch 3. Beilage.) Verantwortlich Ntr Politik: Richard Bernstein: Wirtschaft: v. NNngelhöfcr: Geoarkschaftsbcwegung: Z. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokale« und Sonllioe» Fr», Narstädt: Zlnrciaen: Td.»locke: sämtlich in Berlin. Lerlan: Vorwärts-Berlag D. m. d.©.. Berlin Druck: Vorwarig.Buchdruckcrci und Lerlagsanstalt Paul Singer n. Co., Berlin EW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 8 Bellagen und.Unterd-ltnng»ad Wissen-.„ AUSSTEllONG VON HERBST-NEUHEITEN KLEIDERSTOFFE S El D ENSTOFFE UNO SAMMET AB DONNERSTAG. 22. AUGUST 'vi.1;.T: NUR ■%:V V■;•; vvv-»:-- . NOCH* »' DAMENKLEIDUNG WASCHSTOFFE SEIDENSTOFFE WOLLSTOFFE Restposten Sportkleid aus gestreiftem kunstseid. Toiie, In modernen Farben- Stellungen (atzt Restposten Damenkleid au> Trikot- Chor«isuJo, lo vielen Farbe* oder am decke. Kunstseide jetzt/ Restposten Sportlcleid ata reinseidenem Torte de soie, schwere Qual K. W jm fetzt B S«He Damenkleider aus reinwotL Stoff, viele a» Autffihrwngae jetzt| jT WS» STRICKWAREN UND TRIKOTAGEN HERRENWÄSCHE UND-KLEIDUNG zur Jugendweihe Netzjacken 13 r Herren« wel6# echt Mako, Größe 4 fetzt Garnituren flr Herren, hellfarbig gemustert, S G 'S6*" �90 fetzt San» Phantasiestoffe vorzügliche Qualltaten H großer Musterauswa hl stott bis 2.25 fetzt Vollvoile-Bordüren bedruckt, erstklassige Qualitäten, dies jähr. Muster, ca. 125 cm m stott bis 4,50 fetzt I warn Bedr. Crepe de Chine reine Seide, moderne Muster und 322 Farbstellunpen, ca. 100 cm statt bis 8.80 fetzt Reinseid. Crepe Satin gute Kleiderware in neuesten Farben und schwarz, ca. 100cm C95 statt 7.80 fetzt dnaa Ein Posten Kleiderstoffe einfarbig nnd gemustert, tn vorzüglichen Qualitäten statt bis 3.90 SERIE I 095 SERIEIlflÖS amm 130 cm B R E STP O STE N Oberhemd Perkai, gefött. Fallenbrust v. Klappmanschetten jetzt weiß, bl kariert, ßatisteins�. Klappmanschelt., ge wasch. und geplättet jetzt Schlafanzug GEWALTIG HERABGESETZT Sakko-Anzüge statt bis 78.- fetzt Sport.AnzGge Perkai oder Flanell, m. Verschnürungen jetzt 322 4£S 622 38.- oder Breeches, statt bis 78.- fetzt 49.- Deckbett- u. Kissenbezüge sowie Laken ■ i t kleine* We b e f e k I e r■ außergewöhnlich billig MUTTERI BEIM EINKAUF SPIELEN EURE KINDER IN DER N. J.- KINDERSTUBE I Reiche Auswählt KLEIDUNG, STOFFE, Wäsche und schuhe für Knaben und Mädchen in bekannter Qualität besonders preiswert LIndener Köpersamt schwarz und farbig, ca. 70 cm droit In der SCHUH-ECKE Rest- und Einzefpaare Preise gewaltig herabgesetzt O N I 18 16 ??r. 385* 46. Jahrgang ± Beilage des Vorwäris Gonniag, 48. August 4929 Sirsmh am£eben. Aus der{Praxis einer 3$eraiungsHelle für Jßebenshilfe, Dk Gegend am..knie" in Tharlottenbnrg sieht nicht gerade danach aus. als ob hier ein Ilolhafen für Lebensmüde fein könnte: und doch ist hier an einem ganz gewöhnlichen Miethause ein einfaches weißes Emailleschild: Dr. heiurich vehmel— Institut für Lebenshilse. was das ist? Nun. das ist wirklich und wahrhaftig ein Nothasen für Lebensmüde, eine Selbst- mordretiungsstation, in der ein Menschenfreund und.Menschenfischer" am Rande eines Meeres der Verzweiflung seine Nehe auswirft. Sie wollen sterben und sollen leben. Denn das ist das Charakteristisch«: Sehr viele der Menschen, die den Weg hierher finden, suchen, nach ihren Worten, eher eine „Sterbcnshilfe" als die Lebenshilfe, von der der offizielle Titel des Instituts spricht. Und so kommen viele mit dem klipp und klar ausgesprochenen Wunsch nach einem Gist, das ihnen ohne die Hilfe eines Arztes nicht zugänglich ist. Und dann beginnt der Kampf um das Leben des Selbstmordkandidaten. Warum kommen nun die Menschen, kann man und womit kann mau ihnen helfen? 155 Menschen fanden im vorigen Jahre den Weg zur Veratungs- stell«, in diesem Jahre erst 55, da Dr. Dehmel umgezogen ist. Don diesen 55 Menschen waren 24 Frauen, dazu kommen noch vier Paare. Es waren all« Lebensalter und alle Stände vertreten, freilich überwiegt das Alter von 25 bis 40 Zahren. In gut 95 Proz. der Fäll« waren Unglück im Beruf oder Unglück in der Liebe die Gründe für den Lebensüberdruß— der klein« Rest waren degene- riert« Menschen ohne Lebenswillen und Lebenskraft, Menschen, die, grob gesagt, schon an Langeweile sterben können. Auch so etwas gibt es! Das sind müde Sprossen alter Geschlechter, die ihre Lebenskraft erschöpft haben: Nicht durchweg, ober in den meisten Fällen Angehörig« adliger Familien oder Angehörige der Intelligenz, Abkömmlinge aller Gelehrtenfamilien usw. Charak- terlstisch dafür ist der Fall eine» Grafen, der, körperlich gesund, reich, glücklich mit einer schönen jungen Frau verheiratet, erfolg- reicher Kunstsammler und anerkannter Kunstkenner, nach einem ein Jahr dauernden Kampfe gegen seinen Lebensüberdruß doch Selbstmord beging. Alle Stände kommen aber hierher: Das arm«, verwachsene Mädel, das sich überall ausgestoßen fühlt, Frauen und Männer, die an ihrer Ehe krank sind, Menschen, die schwer darunter leiden, daß ihnen in ihrem Beruf jeder Erfolg versagt blieb und auch reiche Leute, die für ihren Lebensüberdruß keinen andern Grund angeben können, als daß ihnen eben nichts auf der Well mehr Spaß macht. Und mit all diesen verschiedenen Menschen muß der Berater in ihrer eigenen Sprache reden, muß bei jedem den eigentlichen kranken Punkt finden— und das ist um so schwerer, als er oftmals von den Ratsuchenden verborgen und geheim ge- hallen wird. Oa kommt eine Mutter. Sie„wird mit ihrem Sohn nicht fertig/ hat dauernd Konflikt« mit ihm. Drei Besuche und ein Besuch des Arztes in der Familie waren notwendig, um diesen Fall aufzuklären. Es ergibt sich: Die Mutter, die jetzt an ihrem Sohn verzweifelt, hat als„spätes Mädchen" nach dem Tode der jüngeren Schwester ihren Schwager geheiratet: beiderseits war es eine Bernunftehe, es waren kleine Kinder da— der Mann brauchte die Hausfrau und Mutter, die Frau ergriff gern die gebotene Gelegenheit, sich versorgt und ver- heiratet zu wissen. Auch sie bekam noch ein Kind, eben diesen Sohn, auf den sich nun ihre ganze, sozusagen obdachlose Lieb« konzentrierte. Sie verwöhnt« und tyrannisierte ihn zu gleicher Zeit— und der Mann war, nun über dreißig Jahr« alt, noch immer dos„Mutter- söhnchen" und olle Konflikte zwischen Mutter und Sohn liefen darauf hinaus, daß er sich nun von der Mutter zu lösen sucht«, die in ihrer Eifersucht aber den Sohn, den sie ganz nach chrem Willen bisher geformt halle, nicht freigeben wollte. Diese„innere Mechanik" des Falles war natürlich allen Beteiligten bis zur Aus- spräche mit dem Seelenarzt unklar. Das ist ja das charakteristische für diese Fälle: Diese Menschen, die in tiefster seelischer Not sich selbst nicht verstehen, suchen„einen Menschen, der sie versteht", suchen Mitgefühl, suchen Rat, suchen— den Beichtvater. Sic alle leben in grauenvoller seelischer Einsamkeit, und es ist die erste Handlung des Arztes, daß er herauszufinden sucht, ob sie nichr irgendeinen Menschen haben, der in seinem Wohl und Wehe von ihnen abhängig ist, an den sie selbst sich noch irgendwie gebunden fühlen. Sobald auch nur eine schwache Verpslichtung gegen«inen andern zugegeben wird, muß olles getan werden, sie zu verstärken: Sobald noch ein anderer von ihm abhängt— seelisch oder materiell — hat niemand das Recht, das Leben von sich zu weifen. In vielen Fällen genügt es, den Menschen diese Wahrheit zum Bewußtsein zu bringen. Freilich ist mit einer Erklärung und der Aufklärung des Arztes nicht immer alles getan: Er kann wohl die.Medizin" ver- ordnen— nehmen muh sie der Kranke. So ist in dem geschilderten Zeppelin funkt mit Tokio. Mrdlich des Baikal-Sees.- Moniag an der ostasiaiischen Küste. Nach einer Mitteilung der Hamburg-AmeriLa-Linie befand sich das Luftschiff„Graf Zeppelin" um 17 Uhr lMEZ.) auf SS Grad»Srdlicher Breite und IIS Grad Sstlicher Länge. An Bord ist alles in Ordnung. Tokio, 17. August. Die japanischen Funkstationen«ahmen heute die ersten Funksprüche des„Graf Zeppelin" auf. Die Regierungsstation Schiishi Hokkaido meldet um 13.60 Uhr mitteleuropäischer Zeit als Positron des Luftschiffes 63,30 Grad nördlicher Breite, 107,30 Grad östlicher Länge.„Graf Zeppelin" bgfand sich um die angegebene Zeit somit etwa 300 Kilo- meter vom Laufe der Lena entfernt. Das Luftschiff hat seine» nördliche« Kurs beibehalte«, der mehr als 700 Kilometer nördlich des Baikal-Sees liegt. Die Luftlinie vom Standort bis zur ostasiatischen Küste beträgt etwa 1600 Kilometer. Wie aus Moskau gemeldet wird, drahtete die Funkstafton Jrkutsk noch Moskau, daß das Luftschiff„Gros Zeppelin" um 16 Uhr Moskauer Zeit die Lena nördlich der Mündung des Nebenflusses Witim überflogen Hobe. Trotz des über dem Aldon-Gebirge herrschen- den Regenwetters habe das Luftschiff gute Fahrt.— Wie Jrkutsk weiter meldet, hoben die Funkstaftonen Tschita und Chabarowsk den ständigen W e t t e r d i e n st für das Luftschiff übernommen. Im Funkverkehr mit dem Luftschiff stellte Tschita fest, daß dieses auch mit japanischen Funkstaftonen Derbindung habe. Zunächst sei Der- bindung mit dem japanischen Regierungssender aufgenommen war- so' SO' 70* so" 90* O/ff bisherige Rouie des.GteF Zeppehn' den. Der japanische Sender habe gefunkt, daß von heute ab ständige Wetterberichte über die Loge über dem japanffchen Meer und an der Küste gesandt werden sollten. Montag Aacht in Tokio? Die Hamburg-Amerika-Linie teilt auch ihrerseits mit, daß„Graf Zeppelin" sich um 7 Uhr morgens MEZ. auf 95 Grad östlicher Läng« und 64 Grad nördlicher Breit« besundcn habe. Weiter wird berichtet: Dem Luftschiff ist es durch geeignete nauftsche und motorentechnische Maßnahmen gelungen, wesentliche fträsleersparnissc zu erzielen und Reserven zu schassen, ohne dadurch die Durchführung des Fahrtprogramms irgendwie zu verlangsamen. Man kann annehmen, daß„Graf Zeppelin" sein nächstes Ziel, Tokio, in der Nacht vom Montag auf Dienstag MEZ. erreichen wird. An Bord ist alles in Ordnung. Die Passagiere sind in bester Stimmung und begeistert über den guten Verlaus der Fahrt, Ueber die Wetterlage aus der voraussichtlichen Flugstrecke des„Graf Zeppelin" wird Sonnabend nachmittag um 6 Uhr 30 vom Seeslugreferat der Deutschen Seewarte nntgeteilt: Das Hochdruckgebiet, das gestern östlich vom Mittelmeer lag, ver- lagert sich über Südwestsibirien hinweg nach dem Flußgebiet des oberen Ob. Sein Zentrum liegt mit 770 Millimeter heute nach mittag über dem Irtyschgebiet. Das Lufffchiff, das sich schneller ostwärts bewegt als dieses Hoch, kommt immer mehr in den Einfluß- bereich des ostsibirischen Tiess. Dieses liegt mit etwa 750 Milli- meter zwischen 57 und 66 Grad nördlicher Breite und 110 bis 125 Grad östlicher Läng« und wandert langsam aus das Gebirgsland im Osten der Lena zu. Es veranlaßt in dem östlichen Streckenabschnitt trübes Wetter mit Regenfällen. Auf der Rückseite zwischen 95 und 105 Grad östlicher Länge herrschen auch Schauer mit örtlichen Ge- wittern. Hier flutet aus dem nördlichen Eismeer mit lebhafter West- bis Nordweststströmung Kaltluft in den Kon- tinent und macht ihren Einfluß stidostwärts bis über den Baikalsee hinaus geltend. Ein Hoch- druckgebiet von 760 Millimeter lagert über dem nördlichen Ochotskischen Meer und zieht sich nordwärts zurück. Zwischen ihm und dem Lcnatief herrscht über Ostsibirien«ine schwache südliche bis südwestliche Luftströmung. Ein Taifun von 750 Millimeter, der vorgestern vor der Mündung des Iangffekiang über dem oft- _____ chinesischen Meer lag, wandert östlich am Ieso 100' 110" ild und den Kurilen vorbei in Richtung auf das Bcringsmeer. FPey- 28] Copyright 19» by Gustav Kiepenhener Verlag A.-G„ Bettln 19. Die Leute untereinander sprechen davon, nach diesem elenden, die ganze Division zerrüttenden Geraufe mit dem zahlenmäßig überlegenen Engländer habe man es endlich verdient, richtig in Ruhe zu kommen, richtig ins Hinterland. ganz herausgenommen zu werden aus der vorderen Linie. Und schon gehen Gerüchte um, die schnell geborenen Kin- der einer unhemmbaren Sehnsucht: die Division kommt nach Rumänien: die Division reist nach Rußland. Wir sollen die Front in Italien verstärken: dort will man bald heftiger in die Poebene hineindrücken.— Aus all dem schreit das Ver- langen: nur fort von der Front im Westen! Ununterbrochen sind wir jetzt bald zwei Jahre hier. Fort aus Frankreich. nirgends geht es so höllisch zu, mit so verdichtetem Ingrimm, mit solch unaufhörlicher Bosheit. Der Sommer läuft in den Herbst, Lipp geht in Urlaub, ein Bataillonsarzt vertritt ihn, und für achtzehn Tage bricht das Paradies an. Dann ist er wieder da. krittliger, sprung- hafter. unzuverlässiger, brutaler denn je. Der kurze Blick in die Heimat hat ihn wie viele nur ungeduldiger, unlustiger, verzweifelter gemacht. Zwei Jahre sind voll, und das Regiment betreut immer noch die Lehmstellungen, dem unablässig schießenden Eng- länder gegenüber. Aber da—! Der Tag des Abschieds kommt, zusammengepackt wird, man beginnt sich loszulösen. Was darf man mitnehmen, was nicht? Die Glühbirnen müssen dableiben und werden doch heimlich ausgeschraubt, aber die blutdurchtränkten, die dicküberkrusteten Tragbahren müssen endlich einmal ein bißchen gereinigt werden, ehe sie in die Sanitätswagen kommen. Schon schnuppern die Nachfolger umher, tun sich um, orientieren sich, nisten sich ein. Es sind Preußen. Abends sitzen Quartiermacher und erste Ankömmlinge mit den bayeri- schen Kameraden in der Fourner Kantine beisammen und trinken Münchener Bier, das, Stiftung einer Brauerei für die Heldentaten der Söhne, gerade eingetroffen ist. Die Bayern sind überlegen großmütig gegen die Preußen, betonen ihre Kraftproben am Engländer: die Preußen neigen dazu, manches zu verkleinern. „Ueberhaupt nennen uns die beim Gegner drüben lioos 6« Laviere': vor niemand haben sie einen solchen Respekt wie vor uns." „Weil keener so brüllen kann wie ihr- Det vom Löwen, det jeht nich auf die Stärke, det jeht uffs Maul!" Und schon ist die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Die Oberbayern greisen in die Hintere Hosentasch«, die Preußen hauen mit Biergläsern zu und treten mit den Ab- sätzen den Feind in den Unterleib. Alle haben in zwei Iahren Feld gelernt, beim Raufen letzte Leistungen anzustreben. Es gibt einen Toten und ein Häuflein ausgiebig Verletzter. Nochher schämen sie sich dumpf. Sie spüren wohl: nicht genug, daß sie gemeinsam hier von einem Dritten dezimiert werden— sie müssen auch noch einander die Schädel ein- schlagen. Es wird Zeit, daß man sich trennt. Wohin aber kommen die Bayern, in welches Land Eden?— Sie sollen an die Somme geschafft werden. Die Enttäuschung ist kaum erträglich. Sie wird es nur dadurch, daß alsbald eine neue Hoffnung närrisch ausipringt: ober dann— nach der Somme— um so sicherer kommen wir dann ganz weg aus dem Westen und in langandauernde Erholung! Es wird ungemütlich in Fournes jetzt erst merkt man, daß es vorübergehend manchmal sozusagen gemütlich war. Man ist hier nicht mehr zu Hause. So viel fremde, nord- deutsche Gesichter sind dauernd unterwegs. Es ziehen preußi- sche Abteilungen durch auf dem Weg in andere Ortschaften: die Front in der ganzen Länge des Divisionsabschnittes, drei Infanterieregimenter lang, ist ja gelockert und wird um- besetzt. Fähnlein kommt zum Herrn Stabsarzt, der gerade dabei ist, einen mächtigen Tiegel mit Schmalz hinten aufs„Wagerl" zu verstauen, aus eine Art zweirädriger Franzosendroschke, die er vor langem zusamt dem Bauernschimmel requiriert hat und außeretatsmäßig mit sich führt, denn neben dem Reitpferd«in zweites zu halten, ist ihm nicht erlaubt. Freilich überläßt er die Sorge für die Fütterung ganz seinem Pferde- knecht, der sie zusammenstehlen und erbetteln muß. Lipp reitet übrigens fast nie, nur gezwungenermaßen: er benutzt viel lieber das Wagerl, aber auch da kutschiert er nicht, der Knecht muß neben ihm sitzend die Zügel führen. An die Somme muß er reiten, zu feiten des Ämmnan- deurs. Er weiß es. Das allein will ihm schon jede Laune nehmen- Aber wenigstens hat er eine Kiste mit alten Bibeln und Büchern und eine zweite mit handbemaltem Bauern- Porzellan gut versorgt und vor allem diesen wichtigen Schmalz- tiegel wohl befestigt und hat nun eigentlich in Fournes nichts mehr verloren, doch da kommt Fähnlein und sagt:„Herr Stabsarzt, drüben sind ein paar Preußen, die nur durch- passieren und nach Herlies wollen, die haben einen zu uns hineingeschafft, der marschunfähig ist." „Geht mich nichts an." „Preußische Aerzte sind noch nicht da." „Kruzitürken! Malefiz!" Er entschließt sich, mit langen Schritten hinüberzusteigen, einfach deshalb, weil er es doch für zu gewagt hält Vorgesetzten gegenüber, sich um diese Sache gar nicht zu kümmern. Im Revier sitzt auf einem Sessel, links und rechts von zwei Kameraden gehalten, ein junger Soldat, der von innen gestoßen wird, als hocke er auf schnelltrabendem Pferd. Der ganz Körper fliegt, die Schultern flattern, der Kopf ist ein fortwährendes Geschüttel. Wie der Arzt erscheint, merkt man jenem an, daß er sich trotz seines Zustandcs bemüht, aufzu- stehen und den Vorgesetzten pflichtschuldig anzusehen. Es ge- lingt nicht. Das Geflatter im ganzen Leib ist ihm überlegen. „Was haben S' denn?" ftagt Lipp mit gemütlicher Stimme bagatellmäßig. Er probiert eine psychische Einwir- kung, eine Beruhigung. Versucht der Junge zu sprechen?— Es mag so sein, aber er bringt keinen Laut hervor. Er ist schweißüberglänzt: während er sich umherwirft, spritzen die Tropfen von seinem Gesicht. Den Zustand zu überwinden, strengt ihn offenbar mehr an als der Zustand selbst. Man hat ihm den Rock ausgezogen und das Hemd geöffnet. „Ist was geschehen unterwegs?" fragt Lipp die anderen Preußen.„Hat er sich arg erschrocken?" Sie verneinen. Sie kennen den Mann nicht näher. Sic sind jetzt nur auf dem Marsch mit ihm zusammen „Älso ab ins Lazarett,.Fähnlein," entscheidet Lipp, schon wieder sehr ungeduldig.„Krankentaferl! JBas schreiben wir denn? Schwere Hysterie mit Fragezeichen." „Befehl, Herr Stabsarzt." Aber während Fähnlein das Täfelcheft ausfüllen will, belebt sich der Kranke noch heftiger. Er hat mit angehört, was Lipp über ihn bestimmt hat. Dies- mal gelingt es ihm aufzustehen. Er zerrt seine beiden Helfer mit sich, die ihn weiter stützen müssen, sonst würde er von seinen Zuckungen zu Boden gestoßen. Er nimmt Richtung auf seinen Rock, der auf einer Bank liegt. (Fortsetzung folgt.) Foll des ewigen, lebenbedrohenden Konflikte zwischen Mutter und Sohn die einzige Lösung die Bindung des Sohnes an eine ander«, geeignet« Frau— und aus Eifersucht sucht die Mutter gerade die immer wieder zu hintertreiben. Liebcnsabenteuer darf der Sohn haben, so viel er will: Wenn aber eine Frau auftaucht, die auf ihn mehr Einfluß zu gewinnen droht, als die Mutter, so hat die bisher unbarmherzig jedes dieser Verhältnisse zerstört. Sie kann ober nur aus ihrer Not— denn auch für sie ist es eine seelische Not— gerettet werden, wenn sie sich selbst überwindet und den Sohn endlich freigibt, wenn sie zu dieser Lösung selbst innerlich ja sogt. Andere Menschen— andere Mittel. Kurios sind die Mittel, die bei andern Menschen angewandt werden, und noch kurioser die Tatsache, daß sie helfen. Am ehesten wird es manchen begreiflich erscheinen, daß unter Umständen— ein tüchtiger Rausch über den toten Punkt hinweghelfen kann. Nicht immer ein Alkoholrausch: Manchmal muß sogar zu einem stärkeren Betäubungsmittel gegriffen werden— natürlich unter allen möglichen Vorsichtsmaßregeln, damit kein Schaden geschieht. Auch das ist«in« merkwürdige Erfahrung der Praxis, für die noch keine Theorie gebaut ist: wirklich sind nach einem solchen Rausch aber alle Ideen von Lebensüberdruß oft wie„weggeblasen". Bei andern Hilst eine Hungerkur und manchmal, wahrhastig— ein Pnrgiermittel. In vielen Fällen aber ist es nur notwendig und oqn bestem Erfolg, den Menschen Freude an irgendeiner Leistung beizubringen— und sei es an der Gymnastik. Das alles klingt sehr barock, vor ollem, wenn man an die vielen Fäll« denkt, bei denen wirtschaftliche Not als Grund zum Selbstmord angegeben wurde. Aber es bleibt doch die Tatsache bestehen, daß viele Menschen unter genau denselben Verhältnissen leben, die für ander« zureichen« der Grund sind, das Leben nicht mehr lebenswert zu finden. Es sind eben die Lebensmatten und Lebensschwachen, die vielleicht unter allen Umständen einen zureichenden Grund zum Selbstmord gefunden— jedenfalls ober besonders leicht der Versuchung zum Selbstmord nachgeben. Das bedeutet keine Kritik an ihrem geistigen oder seelischen Wert: Gerade die„feinfühligen" Menschen sind es ja. die so schwer an ihrer Umwelt, an ihrem Unglück leiden. Und an wie vielen Depressionen die„Intoxikation" schuld ist, wissen ja nicht nur die Aerzte: Wir wissen ja jetzt, daß die„Seele" nicht wie ein fremder Vogel in dem gleichgültigen Käfig Körper wohnt, sondern daß körperliches und seelisches Wohlbefinden in engsten Wechselbeziehungen zueinander stehen. Schwer sind auch die Fäll«, in denen Menschen an einer unglücklichen Ehe leiden. Ist ein Ausgleich unmöglich, geht der Ehepartner auf nichts«in, so wird hier der Berater immer die Trennung vorschlagen— denn kein Mensch kann in einer unglücklichen Ehe neuen Lebensmut ge« Winnen. Sfber immer wird oermieden, daß vor einem völligen persönlichen Uebereinkommen der Eheleute das Gericht angerufen wird: Je weniger sich die Juristen mit der Ehe befassen, desto«her ist die Gewähr dafür gegeben, daß die Ehescheidung für beide Teile ohne seelisch« Schädigung verläuft. Sind sich die Eheleute„einig"— man kann auch über die Notwendigkeit und die Formen der Ehe- scheidung einig sein— dann kann die gerichttiche Scheidung erfolgen, andernfalls bildet gerade die Scheidung mit ihrem schmutzigen und kleinlichen Kampf zwischen den Parteien und ihren Anwälten die schwerste Belastung für den lebensschwächeren Teil. Vor allem muß man es verstehen und immer wieder versuchen, den Menschen die Gewißheit ihre» eigenen Werte», ihrer eigenen Schönheit zu geben. Gelingt das, so ist der Kampf gewonnen. Geld...? Natürlich müsse» bei der Beratung alle die Fälle ausscheiden, in denen der Hilfesuchende dabei bleibt, daß man ihm unter allen Umständen materielle Hikfe müsie zuteil werden lasten— möglichst in einem Ausmaß, das weil über die Möglichkeit durch Wohlfahrts- ämter, Wohltäkigleitsinstituttonen usw. zu helfen hinausgeht. Die Erfahrung zeigte dem Berater bald, daß hier der angedrohte Selbst« mord meist Mittel zu dem Zweck war, Geld herauszuholen. Aber weder Geld noch Stellung schütz«» vor dem Lebensüberdruß. So kam im vorigen Jahr«in schwerreicher Industrieller zu dem Berater— er litt sozusagen an chronischer Langerweile, nichts konnte mehr fein Interesse erregen, er lehnt« alles ob. In vielen Unterhaltungen ließ der Arzt bald diese, bald jene Note anklingen: Er hatte kein Interest« daran, anderen zu helfen, keine Freude an irgendeiner Sammlertätigkeit, kein« Lust mehr am Reisen— alles galt ihm nichts. Endlich erzählte ihm der Berater einmal von den Galapagosinseln, märchenhaft schönen Inseln am Aequator, von einer kalten Meeresströmung umflossen, von riefen- hasten Schildkröten bewohnt: Man könne dort herrliche bunte Fische fangen. Und das reizt« den Kranken endlich. Cr macht« sich auf die Resse nach Spanien, um dort ein« große Jacht zu taufen— den Zlrzt lud er zur Teilnahm« an dieser Reise«in. Und— unterwegs in Paris holte ihn der Tod, an einer ganz gewöhnlichen Blind- darmentzündung, gerade als er zum erstenmal in seinem Leben mit wirklicher Begeisterung an eine Sache heranging... * Es ist ein Lebens- und Lieblingstraum de« Seelenarztes, daß in einer kommenden Gesellschaft es möglich werde, weltlich-ärzt- lich«„Beichtväter" für dieses Amt freizustellen—«» können auch „Deichtmütter" sein. Lebens- und menschenkundig« Personen beider- lei Geschlechts, die verpflichtet sind, jedem, der am Leben leidet, mit Rat und soweit als möglich auch mtt der Tat beizustehen. Und es ist wahr— mancher kann dadurch vielleicht gerettet werden, der heut« unterliegt, weil wir so herzenseinsam, so fremd anein- ander vorbeigehen— well wir im Innersten unseres Herzen» st» wenig tellnehmen«nd teilgeben... R. T. Ferienkurse der Arbeiierbildungsschule in K l ei n- K ö r i» vom 20. August bis 7. September. Montag, 19. A ugu st, abends 7l- Uhr. Vorbesprechung im Vortragssaal des Parteivorstandes, Lindenstr. 3. 2. Hof, 2 Tr. links. Alle Kurfustellnehmer werden ge- beten, bestimmt und pünkttich zu erscheinen. Auf dem Gebiete freier Schulpollkit gehl es unler s o- zialdemokraiischer Führung auch in Berlin rüstig vor« wärk». In Britz haben unsere Genossen im letzten Zahre beson« der» rührig die lllerbetrommel geschlagen. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Britz Hai jetzt eine achiklassige feste Sammel« schule. Bevor es soweii kam, gab e« jedoch viel Arbeil zu leistent Di« eigentliche Werbetätigkeit setzte im März 1923 ein. Haus für Haus, Wohnung für Wohnung wurden aufgesucht, um so die zukünftigen Abc-Schützen für eine weltliche Schule zu sam° mein. Viel« Stunden opferten die freiwilligen Helfer. Oft mußte viel geredet werden, ehe die Eltern ihre Zustimmung gaben. Ein steinernes Schutgebäude sollten unsere Britzer zwar noch nicht erhalten. Dafür aber wurden im Etat' Mittel zu einem Barackenbau bereitgestellt. Das Baugelände befindet ssch in schöner Loge, hart am alten Gutspark. Es gab damals P e s s i- misten, die sich nicht besonders günstig über die„Baracken- schule" äußerten. Sie sind längst O p t i m i st e n geworden.... Ende Aprtl wurde mit der Aufstellung der einzelnen Baracken'de- gönnen, Ansang August waren sie bezugsfertig. Ein Rundgang überrascht aufs angenehmste. Es sind im ganzen sechs Baracken aufgestellt, und zwar so, daß sich in der Mitte ein schöner Hof bildet. In der ersten Baracke am Eingang der Schule befinden sich die Zimmer des Lellers und des Lehrerkollegiums, alle sind in freundlichen Farben gehalten. Die Einrichtung ist einfach, aber praktisch. Die Schüler sitzen auf praktischen Stühlen, die ein Krummsitzen verhüten, an Tischen. wei Kinder teilen sich einen Tisch. Ein Kathoder existtert nicht mehr. Auch vom nicht- erhöhten Sitz kann der Lehrer seine lernfreudige Schar gut ver- folgen. Auf den Tischen bunte Feldblumen. Ein moderner Klassenschrank, längst nicht mehr das Heiligtum des Lehrers. wird von zwei Schülern verwaltet, und so wird schon früh auf verantwortungsvolle Tätigkeit hingearbeitet. Man denkt schmerz» lich an die eigene Schulzeft zurück, deren System so starr war. Und so kann man nur zu gut verstehen, wenn alle Schüler von ihrer Schule so begeistert erzählen. In den Klassen der Grunds ch u l e (8., 7. und 6.) sind Sandkästen für den heimatkundlichen Unterricht aufgestellt. Tageslicht flutet zu beiden Seiten voll ins Zimmer. moderne Deckenbeleuchtung spendet an grauen Tagen viel Licht. All« Klassen sind gleich groß. Jedes Zimmer hat 70 Quadrat- meter Rauminhalt, im Gegensatz zu anderen Schulen, die nur 50, höchstens 60 Quadratmeter aufweisen können. Die Einriästung ist ebenfalls überall gleich. Erwähnt seien noch die Umkleide- räume mit Waschgolegenheit, die jede Klasse hat. Jede Baracke hat«ine Zentralheizung, die an Wintertagen die nötige «Wärme spendet. In sanitärer Hinsicht stehen die Toilette- räume der neuen Schule vorbildlich da. Infett ionsmäg, lich ketten sind so gut wie ausgeschallet. Vor der Klasse ist ein Blumenbeet, das unter Obhut der Kinder ficht. Ein großer Turnplatz befindet sich hinter den Baracken. Wir zählen heute in Berlin 5 3 w e l t l i ch e S ch u l« n. 12 davon entfallen auf Neukölln-Britz. Wenn auch diese Zahlen im Ver- gleich zu den Gesamtschulen Berlins gering sind, so muß doch sest- gestellt werden, daß es auf dem Gebiete der freien Schulpolitik vorwärts geht. Stärken wir den Einfluß unserer führenden Genossen in verantwortungsvollen Aemtern bei der Wahl am 17. Rovemberl Unsere Jugend wird es zu danken wissen, daß rpir Horte geschaffen haben, die ein freies Menschentum heran- wachsen lassen können. Wer ermordete Hilde Zepernick? Vie Suche nach dem Kindesmörder. Die Nachforschungen der Polizei nach dem Mörder au der 11jährigen Schülerin Hilde Zepernick haben bisher zu keinem Ersolg geführk. Gestern nachmittag wurde die M o r d st e l l e noch einmak genau besichtigt, ohne daß es gelungen ist, etwa« Neues festzustellen. Der Kreis der Personen, in dem der Täter gesucht wird, ist außer- ordentlich groß, und die Polizei steht deshalb vor einer s ch w i e r i- gen Aufgabe. Bisher haben sich für die Täterschaft des fest- genommenen Bauwächters noch keine direkten Beweispunkte er- geben. Der Wächter, der anfänglich stark belastet schien, ist in- zwischen durch Bekundungen von Zeugen und Kollegen der Be- legschast ganz erheblich entlastet worden. Wie z. B. Zeugenaussagen, die zuerst g e g e n den Wächter Sch. sprachen, zu bewerten sind, beweist folgender Vorfall: Es war behauptet worden, Sch. hätte mehreren Leuten, die das ermordete Kind suchten, den Zu- tritt zum Bau energisch oerwehrt. Me sich jetzt herausstellt, hat Sch. den Leuten den Zutritt zur Baustelle verweigert, weil sie kein Licht bei sich hatten und er es nicht auf seine Verantwor- tung nehmen wollte. Fremde in die dunklen Kellergänge zu lassen, wo ihnen leicht etwas hätte zustoßen können. Sch.. der in Lichten- berg in einer Laub« wohnt, ist oerheiratet und hat fünf Kinder. Er wurde gestern abend von Kriminalkommissar Werne bürg abermals stundenlang verhört. Eine weitere Vernehmung, die bei Redaktionsschluß noch andauert, sst ebenfalls negativ verlaufen. Es wird nochmals auf die Belohnung von 1000 M. für die Er- nnttlung des Täters hingewiesen. Alle Mitteilungen, mögen sie auch noch so belanglos scheinen, können fü� die Polizei zur Auf- klärung des Verbrechens von größter Bedeutung sein. Sie werden an die Kommissare Werneburg-Ouoß, Zimmer 64 im Polizeipräsidium, erbeten. Oer vergessene Sarg. Ein seltsamer Fall hat sich jetzt im Norden Berlins zugetragen. Am 17. Juni 1915 ward der türkische Staatsangehörige, der damals 21 Jahre alte Student Sarkls S e e p d i a m. der aus Kon- stantinopel stammte, Opfer eines Verkehrsunfalls, an dessen Folgen er v e r st a r b. Ordnungsgemäß wurde seine Leiche einem Beerdigungstr. stiintim Norden Berlin» übergeben, einbalso« miert und in einem Zinksarge untergebracht. Der verlötete Zink«. sarg sollt« in die Heimat des verstorbenen transportiert werden.' Durch die damaligen Truppentransporte entstanden öbe? Schwierigkeiten, die die Ueberführung mehr und mehr verzögerten. Schließlich waren auch dieAngehörigentn Konstantinopel nicht mehr zu ermitteln. Der Sarg blieb in Berlin, und sein Vorhanden- sein geriet im Laufe der Jahre in Vergessenheit. Durch einen Zufall hat man jetzt den so lange vergessenen Toten entdeckt. Auf Veranlassung de« Wohlfahrtsamtes ist der verstorbene nun ani 13. d. M. auf dem Friedhof in Marzahn zur Ruh« bestattet worden. Da der Verdacht entstanden war, daß es sich um das versteckte Opfer eines Derbrechens handele, so untersuchte die Kriminal-- Polizei die Angelegenheit. Es ergab sich aber, daß alle Papiere i n Ordnung waren. Es kann sich also nur um ein eigenartiges Vergessen handeln._ Lteberschriiiene Notwehr? Die Schießerei in der Garage. Zu der Schießerei, die sich in der Nacht zu Sonnabend auf dem Garagengrnndstück in der Grunewald st raße? zu Spandau abspielte und dem Arbeiter Statt das Leben kostete, erfahren wir. daß nach den Ermittlungen der kriminal- Polizei in Spandau Mehelthin offenbar die Notwehr überschritten hat. Er bleibt vorläufig in H a f t und wird dem Untersuchungs- richter vorgeführt werden. Die Fessstellungen haben ergeben, d.iß Klatt sich im Hause befunden haben muß, ehe es zu dem Z u s a m- m« n st o ß kam. Der Garagenbesitzer hatte seinen Rock abgelegt und seine Brieftasche darin gelassen. Später oermißte er daraus 10 Mark und aus dem Kontor einige Rechnungen, die kassiert werden sollten. Sowohl den Geldschein als auch die Rechnungen hat man in den Taschen des Erschossenen gefunden. Der erste Schuß, den Metzelthin auf Klatt abgab, scheint fehlgegangen zu sein. Dann schlug der Chauffeur dem Klatt mit der Pistole wuchtig über den Kopf. Hierbei muß sich der zweite Schuß entladen und Klatt die tödliche Verletzung beigebracht haben. Der Hieb über den Schädel wurde so stark geführt, daß der Lauf der Pistole abbrach. BQtttederwWerlrauensartih Graue Federn.. 95 Pf. Weiße Federn.. 2.30 WeiQe Halbdaunen 5.60 Schleißfedern.. 1.90 Daunen...... 5.75 Fertige Inlette •cht tdrklsch-rot rot graurot Oberbett.. 14.50 8.75 4.90 Unterbett. 12.— 7.— 3.95 Kissen— 3.75 2.50 1.55 Aufarbeitung und Reinigung von Betten und Bettfedem Meine Bettfcdemrcinigung gesdiiehi zweifach, und zwar einmal durch Entstäuben, das andere Mal durch Dämofen, in zwei besonderen Maschinen und wird bei freier Abholung und Zustellung billigst berechnet. Prüfen Sie Ange böte der Graiisreinigungl Es gibt bekanntlich nichts umsonst! Iiisnq CP® Ij�bQRffQfvStrj IgndgfBicimciPCH-Strj Echt chi n es. Federn___ PfiI.M3.6o w�r.-__ � l'HalbdaunenMM.S.io Wortz' Oeunen.— �..Pfd.M.Q.so Enisietttes Menschentum. Beratungssietle für soziale Kosmeiik. Wir berichteten vor mehreren Tagen über die vom Be. iirksamt w e d d i n g eröffnete Beratungsstelle für soziale Kosmetik, die all jenen Menschen Hilfe brin- gen will, die durch eine äuhere Enlstellung wirtschaftlich und seelisch Bot leiden. Jeden Freitag von 8 bis g Uhr abends findet im Anschluß an die Beratungsstunde für haut- und Geschlechtskrankheiten die neu- geschaffene Beratung für soziale Kosmetik statt. Da sitzt Dr. G u m p« r t, der bekannte Borkömpfer für soziale Kos- metik. der Leiter dieser Stelle, und erzählt von seinen ersten Pa- tienten. Zwei Sprechstunden hat er erst gehalten, ober schon ent- hält sein Patientenbuch eine Welt voll Jammer und Not. Menschen kommen voll Verzweiflung zu ihm, die mit einem Kainsmal durchs Leben gehen; verachtet, bespöttelt und schließlich vielleicht sogar ausgeschlossen aus dem Kreise ihrer Mitmenschen! Ihnen haftet ihre Entstellung wie ein Makel an. Da kommt eine Frau, die in einer Konfitürenfabrit arbeitete. Sie besitzt eine große halsnarbe, die von einer Operation herrührt. Da wird ge- stichelt und gehänselt, es fliegen teils scherzhafte, teils böse Worte hin und her. Nielleicht hat die Frau in ihrex Verzweislung die eine oder die andere der Beleidigerinnen etwas zu hart angefaßt; Oer„Oeuifche Bund". Dunkle Geschäfte. Schwere Beschuldigungen werden gegen eine Frau F a u b e l und einen Kaufmann Ernst Krüger erhoben. vom Laudgerichl III ist haslbeschl erlassen worden. Daraus wurde Frau Faubel gestern festgenommen, Krüger wird gesucht. Er soll sich in Pankow aufhallen und noch gestern im Zentrum der Stadt gesehen worden sein. Die Angelegenheit wurde ins Rollen gebracht durch einen Spandauer Kaufmann. Frau Faubel, die früher in München eine Heiratsvermittlung betrieb und hin und wieder auch kleine Finanzierungsgeschäfte besorgte, kam dann noch Berlin und gründete mit Krüger, der im Juni d. I. eintrat, den„Deut- schen Bund' am Kurfürstendamm. Der Spandouer Kaufmann, der zu einem Bau 30 000 M. benötigte, stellte für Frau Faubel und den Kaufmann Krüger eine Vollmacht aus, die vor einem Notar für den Kaufmann und seine Erben unwiderruflich gegeben wurde. Krüger wird nun vorgeworfelt, er habe aus die Dollmacht Gelder aufgenommen, um Exportgeschäfte nach den östlichen Randstaoten zu finanzieren. Diese Geschäfte seien aber nicht nach Wunsch gegangen, und so fühle sich der Spandauer geschädigt. Der Vollmachtgeber behauptet jetzt auch, das Dokument sei ihm betrügerisch abgelockt worden. Außer ihm sollen noch ein Landwirt aus Pommern, der fein« ganz« Wirtschaft in der Vollmacht preisgegeben hat, und einige andere Leute geschädigt sein. jedenfalls zieht sie den kürzeren. Nach vier Tagen entläßt man sie, da sich die Kolleginnen weigern, mit ihr weiterzuarbeiten. Ein Damenfriseur hat eine schiefe Nase und kann durch diesen Mißstand keine Stellung finden. Der„Kosmetiker" wollte für eins solche Operation 500 M. haben, die der Mann nicht aufbringen kann; so gerät er in bitterste Not. Eine Frau wird wegen ihrer zerstörten Nase gehänselt bis zur Unerträglichkeit. Mit der traurigste Fall ist wohl der eines l8jährigen Menschen, der, durch Hauttuberkulose stark entstellt, von Kind an gleich einem Aussätzigen gemieden wurde. Er hat nur ein halbes Jahr die Schule besucht, dann zwang man die Eltern,' ihn herauszunehmen, weil die Krankheit ansteckend war. Parias der Menschheit, die, ge- hetzt, gestoßen und verlacht, vom Tisch des Lebens verdrängt werden. Daß dieses traurige Kapitel in der Geschichte der Menschheit endlich aufgerollt und, soweit es möglich ist, aus der Welt geschasst werden soll, ist eine Kulturtat größter Bedeutung und es wäre zu wünschen, daß in allen Bezirken solche Beratungsstellen errichtet würden. Hand in Hand mit Aerzten, Krankenkassen und der Fürsorge wird das Mögliche getan, all diesen Bedauernswerten den Weg ins Leben zu bahnen. llnerwünschte Gäste bei der SAI. Ein Genosse aus der Gruppe Schönhauser Vorstadt der Sozialistischen Arbeiterjugend teilt uns mit:„Unsere Veranstaltungen erfreuen sich starken Zuspruchs. Vor kurzer Zeit bemerkten wir unter den Besuchern kommunistische Spitzel, denen wir die Tür wiesen. Daß unsere Mitgliederzahl dauernd zunimmt, erregt zudem die Wut der Herren von der KPD. Da sie mit ihren Spitzeln bei uns keinen Erfolg hatte, schickten sie zu unserer letzten Sitzung drei Rowdys, die uns mit Gewalt be- kehren sollten. Es waren aber nicht nur Ii— löjährig« Burschen und Mädel da, sondern auch ältere Genossen waren zur Stelle, die dafür sorgten, daß die Störenfriede ohne großes Auf- heben von der Polizei entfernt wurden. Man sieht: Auch unsere jungen Genossen haben keine Lust, sich in ihrer sachlichen Arbeit und in ihrem Zusammensein von k o m m u n i st i- schen Stänkern stören zu lassen. Man fetzt sie an die Luft I" Dampferausflug der Kongreftteilnehmer. Die Teilnehmer am Weltretlamekongreß waren Gäste der Stadt Verlin zu einem Dampferausfiug nach den westlichen havcljeen. Die? Teilnehmer, über zweitausend Gäste, fuhren in mehrerey Sonderzügen vom Potsdamer Fernbahnhof nach Neu- babelsberg und bestiegen dort mehrere Dampfer der Stern- Kreisschiffohrtgesellschaft. Es fanden verschiedene Schleifenfahrten statt, so daß die Gäste Gelegenheit hatten, die Umgebung von Potsdam in Augenschein zu nehmen. Im Anschluß daran wurden fünf Empfänge in Gartenrestaurants im Havelgebiet veranstaltet. Vertreter des Magistrats Berlin hießen im Namen des Oberbürgermeisters, des Magistrats und der Stadtverordneten- Versammlung die Gäste auf das herzlichste willkommen. Im Schwedenpavillon sprach Oberbürgermeister B öß. Cr be- grüßte die Vertreter der in- unä ausländischen Presse und betonte, daß es der Stadt Berlin darauf angekommen sei, den zahlreichen Gästen, namentlich aus dem Ausland«, nicht nur das arbeitende, sondern auch das sich erholende Berlin auf dieser Rundfahrt zu zeigen. Ihm erwiderte der Vorsitzende der Hamburger Ortsgruppe des deutschen Reklameverbandes, Mendt, der namentlich auf die Be- deutung des Besuches der amerikanischen Gäste einging. Nach dem Abendessen wurde die Dampferfahrt fortgesetzt. Sie endet« gegen 23 Uhr in Neubabelsberg, von wo die Rückfahrt in Sonderzügen angetreten wurde. Zwei Großfeuer in den LtGA. Zwanzig Opfer. N e w P o r k. 17. August. fEigenbericht.j 3a New Jork brach am Sonnabend in einem vierstöckigen haus einGroßfeuer aus, durch das zwei schwere Gasexplo- sionen hervorgerufen wurden. Fünf im Keller arbeitende Feuer- wehrleule wurden schwer verletzt; 10 Personen wurden von den ausströmenden Gasen überwältigt. In New Hampshire bei Oncord entstand in einer Farm ein Großfeuer: in Abwesenheit der Wutter verbrannten fünf K i n d e r bei lebendigem Leibe. Die Toten von Kattowitz geborgen. Im Laufe des Sonnabends sind auch die beiden letzten Toten der Explosionskataftrophe auf dem Hildebrandt-Schacht der Antonien- Hütte geborgen worden. Die Verbrennungen der Bergleute sind hauptsächlich auf die große Stichflamme bei der Explosion zurückzuführen. Welche Gewalt die Explosion hatte, geht daraus hervor, daß ein 30 Zentner schwerer Motor etwa 100 Meter weit fort- geschleudert wurde. Ebenso flog ein 18 Zentner schwerer Block in die Strecke hinein und richtete große Verwüstungen an. Die 4 Revellers in der Scala. Iazzrhythmus und-melodik— soweit von einer solchen im üblichen Sinne noch die Rede sein kann— beherrschen nach wie vor Ohren und Beine unserer Zeitgenossen. Im Hotel Adlon stellten sich die 4 Revellers, Jazzsänger in künstlerischster Vollendung, dem Publikum vor. Es find Amerikaner, die heimische Lieder, vor- wiegend Negergesänge abschattiert nach verschiedenen Gefühls- Momenten, zum Vortrag brachten. Die starke Musikalität der Vier, der menschgewordene Rhythmus und nicht zuletzt die liebenswürdig- routinierte Art der Wiedergabe sicherten den Sängern, die in der S c a l a für ein Gastspiel verpflichtet sind, vollen Erfolg. Es raste das Volk und wollte immer wieder sein Dacapo haben! Die meisten der zum Vortrag gebrachten Lieder sind durch Schallplatten bereits recht populär geworden, alles schwelgte in den Klängen moderner Wildwestmusik. Daß da all die jazzdurchbebten Bcinc auch nicht stillehalten konnten, versteht sich von selbst. Marek Weber mit seiner Band sorgte dafür, daß auch die ewig Tanzlustigen zu ihrem Rechte kamen. .'■J&lv A».-Li-dSriLN?« 'x'-OWW- yjvd \S- % � M I •'s' «M-.« 31 ••.•£* • VJ. v..;,.' 3: mm h. H El M Saisons¥erkauf w W Um Iii mm Iii M DUIIIIIII!� Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz in fast allen Abteilungen KleMerstoSSe nimmmniiuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiuiiuiiiiiiiiiiuuimiiuiiiiiiiiuiuiiuH Toüe ray� SnStreifen. 165 ca. 70 cm breit, feist Meter Vollvoile entzückende Muster, � j r ca. 100 cm breit, jetzt Mtr. 1.85 143 Voile-Bordüre aparte Dessin» i Ä- ca. 120 cm breit, jetzt Meter 1V3 MamdrfoaÄÄ, 3sf einfarb. od. gemrat, jetzt Meter � Waschsamt gute Köperware, 4 ca. 70 cm breit, fetzt Meter 1 93 Seidenstoffe BammiuiuiuiiuiuiiiiiniiiuiiiuiiJitumiiiiiinnnminiuiimiiiiiminiiui Cr€pe de Chine(Knnstsd.) bedruckt, doppeltbr� jetzt Mir. Tjr_i__�;_ reine Seide, ncivcna laSchweizerFabrikat ca. 85 cm breit, jetzt Meter Ninghai echt chlnes. Rohseide naturfarb., 80 cm br., jetzt Mtr. Rcuucid. Taff et'fÄ* Farben, 85 cm breit, jetzt Meter Iso 190 225 390 WäsehestoSSe BnnnuumiiiiiinnimmiiiiJiiuiuiiiiuiiHiiiiiininnniiiinniiniriiiinimiuauoi Waschchicfa jetzt Meter 3S Pf. Makotuch reine ägyptische Pi 8 5 pi Oberhemd-Zephir« iv große Musterauswahl, jetzt Mtr. O O Pf. Baumwolle, jetzt Meter Rohnessel für Laken Baumwolle, jetzt Meter Damenstiistt®! verschiedene Stoffe und Formen Serie I Serie II Serie OD lelzl 13 50 1750 1950 Frauettklelder bedruckte Kunstseide, zum T eil Bernbergseide Jetzt 21 50 Kinderkleider Vollvoile n. Kunstseide, für Z-10 Jahre« Jetzt§ 9 Backfischkleider bedruckt. Vollvoile u. Kunstseide, Jetzt 975 1350 Ein Posten Dain.-Juniper 3q0 angestaubt. Waschstoffe, früh, bis 8.90. letzt S' V angestaubt, Wascfasioffe, früh, bis 8.90, Jetzt Merzen- Kl@ldllSlg Sakko-Anzug zweireihig mod. Formen u. Farben, Jetzt Sakko-». Sport- Anzüge früher bis 72.00, jetzt Herren-Ulster Tennishose weiß Köper, jetzt jj Zephir-Oberhemd m einfarbig u. gemustert, abknöpf- 7 K barer Krag. u. Schillerfoi m, jetzt — Popeline-Oberhemd 0 gute Qualität, mit Ersatzklapp- � 75 manschetten...... jetzt Stehumlegekragen>4« Pf Mako 4 fach, mod. Form, Jetzt Wollfilz-Hut 390 moderne Färb, u. Formen, Jetzt Herren- Sportmütze 2. 40 Jetzt Hosenträger 0— kräftiges Gummiband, mit Ä �8 pf. Lederpatten n. Biesen, jetzt Selbstbinder aparte Muster, Jetzt tob 95« TOmnHiiümiiiMumwiDUHniBuui Tischtuch gebleicht, Größe 130/160, Jetzt Tischtuch Reinleinen,. halbgeklärt, Größe 130/130, Jetzt TT 90 290 a Verkäufe geiA-Zlon.©clegenScitsläufe, und an. der« ÜJJatlcnfomcraä, Prismengläser spottbillig, aus Versteigerungen stam- mend. PHota-Täuber, An der Span- dauer Brücke 8 sBahnhof Börse)._• Tapete». Saillot. golanicfttage D, Beachtenswert! Deutsches Teppichhaus ©mil Lefsvre seit 1882 nur Oranien> straste lS8.»einerlei Beziehungen zur ähnlich klingende» Firma. Man achte aul Bornamen Emil.' Webfehler-Teppiche. Kleine Webfehler 2X3 lg,— Mark. Kleine Webfehler 2 X 3 24,— Mark. Kleine Webfehler 2)4x3)4 38,— Mark. Kleine Webfehler 3X4 S».— Mark. Ii Qualität 2X3 I» Qualität 214X3)4 Ja Qualität 3X4 Körner, Berlin, Potsdamerstrahe 2«d. Sausnummer beachten._• 38,— Mark. 55,— Mark. 85,— Marl. Bettfedern ab Fabrik, graue Rupf. sedern Pfund 50 Pfennig an, Bettfedern» Dampfreinigung. Reu: Bettsedern. Wäsche. Bettledernfabrik Schwan, Brun. nensttaste 152 Fabrikgebäude. Krankenstühle für Zimmer u. Straste, Selbstfahrer, zweirädriger Sandwagen. Schmallenberg, Sagelbergerstrahe 16._ Laudparzellen 1100,—, fchän gelegen, kleine Anzahlung. S. Paul, Lehnih, am Bahnhof lBootshaus). Miihvoch atson- CtlSil� verttaal. Dsnlsßses Tepalfliliaiis Lg®- Emil eMvre G. m. b. EI. Berlins. Seil 1882 nnr OraiBlenstr. 158 �ahtunpserteichtGrunB a�ohne Aufschlag!! ftobdässn.«eJeettttribAal. Quo. dratmeter ein« Mari statt sechs Mark. Verkauf nachmittags. Eomonn, Mah. mannfttaste 28.__ Landparzelle» biM«. fchän«eleas». kleine Anzahlung,»iewitt, Oranien- bürg, Berliner Alle« 30/35 fVerkaufs- bureau).' Bdkleidunqsslütke. Wasche usw Siofenthalerstrahe 48, 1 Treppe. Nähe Sackefcher Markt. Wenig getragene Kavalieranzllge, Paletots, Smoking». Gelegenheitskäufe neuer Garderoben, alle Weiten, kabelhaft billia. Echendel. Wenig getragene Iackettanziige. teils auf Seide. 18,—. Smvkinganzllge, Bauch- anzllge, Taillenmäntel. Paletots, stau- nend billig. Gelegenheitskäufe in neuer S-rrengardrrobe. Leihhaus Rosenthaler Tor, Liniensttast« 203—204. Ecke Rosen- thalerstraste. Keine Lombardware. Leihhaus Morihplaä S8a. Berkaul oon Kavalier-Darderooe, tril» auf Seide, Jackett-, Frack-, Smakinganzüae, Gabar- dinemäntel, Bauchanzllge, für lebe Figur paffend. Eitta-Angebote für neue Gar- derobe. Pelzjacken äg.—, Pelzmäntel 95,—, Sporwelze 35.—, Gehpelze 100,—. Keine Lombardware I• Wenig getragene Frackanzüge, Sur»- kinganzüg«, Gehrockanzüge, Jackett- anzüge, Gummimäntel, Eutawayanzüge. Gadardinemäntei, Coverteoatpaletats, für jede Figur paffend, Spwaliläi: Bauch- anzüge spottbillig,©etellfchaftsanjüg« werben verliehen. Halprrn, Ziasenthaler. straste 4. I. Etage_• Getragen« Herrengarderob«, Spezialität Bauchsiguren, spottbMig. Rah. Gor- mannstraüe 25/20, irllher Mulackftrahe.' Möbelkauler merke Kredit und bar Mäbelbazar. grobe Auswahl. kleine Preifel Beispiel-: Schlasziumrer 455. Speisezimmer 345, Herrenzimmer 200. Spiegelschränk« 118. Anrichteküchen 75, Kleiderschränke 48, Solzbettstellen 48, Edaiselongnes 28, Metallbetten 16, Anflegematrahen 13. Sonstige Möbel entsprechende Preise. Teilzahlung aufschlagfrei. Wochenroten. Monatsraten. Kleine Anzahlunaen. Kassa-Rabatte bis zehn Prozent. Kredite bis zwei Jahre. Mämge Zinsen. Haupt. geschäft Steglid. Schioststrabe 167: 2. Ge- schäft Neukölln. Hermannplab 7: 3. Gr- schält Belle-Allianee-Strabe 35, Unter» grundbahn: 4. Küchenabteilung: Neu- kölln. Sermannvlah 4: 5. Geschäft neu eröffnet Kottbusfer Strabe Nr. 23, am Tor' Möbelbans Stein, Weiubergswea 24. gewährt 24 Monate Zahlunas-Erleich- terung. Schlaizimmer 475,—, Speise- zimmer. Küchen. Nubbaumbüfett, An- kleideschrönke mit Spiegel 35.—, Polsterwaren._* Sctfäumcn Sic nicht, diese Gelegen. heit wahrzunehmen! Eiche-Schlafzimmer. grober Ankleideschrank mit Innen. spiegel, Mitteparti« zurstckgebaul und Karofnrnier umrahmt, grobe Frister» toilette. komplett mit prima Zubehör nur 65 Mark. Möbelhaus Osten. An- dreasftraste 30, gegenüber Markthalle.- Teilzahlunal Teilzahlung! Teilzahlunal kulant, billig, reell. Möbel-Mifch. Graste Frankfurterstraste 45—4«.* Potentmatrabrn»PrtmiMma-, Metall- betten, Auflegemattatzen. Ehaifelongue». Walter. Stargarderftrast« achtzehn. Kein Laden' Teilzahlung. Komplett« Zimmer. Gin. »elmöbel billig. Wenger, Marstliu». straste 8 lAleranderplat». Grobe Frank. lurterstrabe fechsundwnfzl«.' Achtung, Känferl Liefere auf Kredit und bar. Preise bedeutend herabgesetzt. Schlafzimmer. Speisezimmer, Herren. zimmer 215,—, Nustbaumbüfetto, Stand» uhren, Ankleideschränke 35,—. Bett. stellen, Sofas, Ruhebetten 30,—. Küchen, lästert, emailliert, roh, 42,—. Lang. jährige Garantie. Möbelhaus Übels. mann, nur Laufitzerstraste 5—6, am Gör- litzer Bahnhof.(Bitte Straße und Hausnummer beachten.)_• 20 Zabr« gut und billig. Reichhaliige Auswahl in einfachen und besseren Zimmern in allen Solzarten. Schlaf- zimmer. Birke poliert, 180 breit, schwere Ausführung 875,—. Zahlungserleichte- rung. Möbel-Magazin Invalidenstr. 131, Laden(SteMner Bahnhof)._ Schlafzimmer, echt Eiche, 180 breit, alles voll verarbeitet 575,—, 160 breit 365,—. Speisezimmer, echt Eich«, Büfett 200 breit, mit runder Bitrine und Poisterstühlen komplett 545,—. Herrenzimmer, echt Eich«, Biblw- thek 160 breit, 3türig, innen Mahagoni poliert, komplett 335.—, eichene Standuhren 86,—, Küchen, lästert. 140 breit, mit Anrichte, komplett 225,—. Möbel» Magazin I nvalidenstr. 131, Laden._ Änlleideschränke. Eich«, 150 breit, mit Spiegel 98,—, moderne Bettstellen. komplett 55,—, Waschtoiletten mit Spiegel 75,—, Plstschfofas, gute Verarbeitung, 92,—, Nachttische mit echtem Marmor 2».—. Ehaifelongues 24,—. eichene Ausziehtisch« 44,—. Möbel-Ma- ggzin Inoalidenstrast« 131. Laden. Schlafzimmer, komplett mit Eviegel. 275,—, Estzimmer, echt Eiche, grobes Büfett, komplett mit Standuhr 475.—. Schreibtische 35,—, Nubbaum-Düfeit 75,—, Kleiderfchrönke 22,—, Bettikum« 18,—, Küchen 28,—. Möbel. Magazin Znvalidenstrab« 131. Laden.__ Speiiezimmerl Enorm« Selegenheil für Kassakänfer. Alles rundl Rindleder» ftüble! Qualitätsarbeit! 475.-. Mädel. Haus Neanderstraste elf.' Möbel-Kamerling. Kastanienallee 56. Speisezimmer, Ledergarnituren, Stand. uhren. Riesenauswahl. Spottpreise. Zahlunaserleichferung. Plülchfofa» wie neu 50.—, Rappel» alle« nur 12._ Rossten, fetzt noch Schlafzimmer, Speisezimmer zu besonders günstigen ermäbigttn Preisen, auch bei Zahlung». erleichterung. Kastanienalle«, nur 57.* Ohne Anzahlung, bis 24 Monats. raten: Schlafzimmer, Küchen, Nustbaum- Schränke, Bettstellen. Antel, Grosse Frankfurterstr. 34_(Strausbergerolatz). Einzelmöbel aller Art in Eiche und Nustbaum zur Ausgestaltung Ihres Seims. Küchen oller Farben und Grasten. Riefenauswahl! Billige Preise! Moritz Hirschowitz. Skalitzerstrgste 25. Hochbahn Kottbusser Tor. Speilezimmer, schmereichenes Büfett. runde Glasvitrine, avarte Anrichte. groster Auszugtifch. hochlehnige Rind» lederstühle. 475.—. Schlafzimmer. Dirke. dreitüriger Ankleideschrank. Innen. sviegel, moderne Ausführung, komvlett. Fristertoilette. 775.—. Droste Ausmahl, billige Prelle. Zahlungserleichterung. Demditzers Möbelniederlage, Friedrich. straste 7, Sallefches Tor. Musikinstrumente Liutpiauo», überaus preiswert. Piano- tabrik Link. Brunnenstraste 35.' »laoier«. 175,—, 290,—, 875�-, 425,—, gebrauchte, neue, graste Auswahl. Zah. lungserleichterung, Darautiefchein. Kott- busser Damm 64, I._ Piano 250,—, 375,—, gebrauchte. Teilzahlung. Serer. Priuzenstraste neunzig.___ Sie zahlen in kleinen Raten ohne Anzahlung wr Pianos, neu und ge- braucht, große Auswohl. Pianohaus, Käniggrätzerstr. 81._ Für 23,— monatlich liefern wir sa> fort ein neue. Piano mit langfährigem Garantieschein, gebrauchte Pianos auch vorrätig. Herer, Brunnenstraste 191, 1 Treppe(Rosenthaler Platz). Repa- rawrbedürflige Instrumente werden in Zahlung genautmen,_ Dandonionlager, Pianoakiordeons, ssachberatung. Abzahlverkauf. Unter. richt. Ackerstraste 38.___ Bandonions, Lange. Uhlig, weltbe- rühmt, ssabriklager. Fabrikpreis«. Teil- Zahlungen, kleine Anzahlung. Mustt» weigel. Adalbertstraste gl.' Radio Aaode» 3,00, Akku 3.50. Sparröhren 2�0. Apparate Teilzahlung. Drehkondensator ILO. Schönleinstraste 2. nrwnr- Teilzahlung, kulant« Bedingungen. Fabrikpreise, nur Qualitäisräder. Fahr- radbau..Wima" Sckerstraste dreistia. Gebrauchte Fahrräder, größte Aus. mahl. 15.—. 20.— 25,—. 30,—. 83,—. Riachnoro. Weinmeisterstraße 14.• Vorderräder 3,50, Fahrraddecken 2,50, Schläuche ILO. Pedale ILO. Repara- turen billigst. Fahrräder Teilzahlung. Schönleinstraste 2. Riesenposten prima Markenräder mit Freilauf-Rücklrittbremfe, prima Eord- bereifung 55 Mark. Größtes Lager in Areona-Rädern. Sternrädern. Wittler», Diamant-, Opel-, Brennabor-, Gäricke- rädern, Jugendrädern, prachttolle Domenräder. Zahlungserleichteruna. Katalog 350 Seiten stark noch außerhalb gratis und franko. Machnorn, Wein- meifterstraste 14. Größte» Fahrradbaus Deutschlands. Etödiges Lager von mehreren taufend Fahrrädern._ Motorrad, Autoflug 170, verkauft Nagel, Hohen zolle rnkarfo 10._ Herrenrad. Elektlicht 70, Nagel, Hohenzollernkorfo 10. oerkauft Kaufgesuche Iahngebisse. Platinabfälle, Lötzinn Blei, Quecklilber. Silberfchmelze. Gold. schmelzerei Ehristiongt, Köpenicker. straste 39 lSaltestelle Adalbertftrgste)' Zahngebisse, Tdelmetollbruch. Queck- sslber. Zinn. Blei, Silberfchmelze Cbristionat Kövenickerstraste 20-(Man- teufielsttaste).* Klaoiere faufl iolort von privat Bergmann 5307.' Unterricht Berlitz School. Fremde Sprachen. Lei»- zigerstraste UO, Kursttrstendamm 26-, Ecke Fasanenstraste. Einzel- und Zirkel- Unterricht. Einttitt ieterzeit.' Schuellsörderud« Privatzirkel. Kurz- schritt, Maschinenschreiben, Buchhaltung. Bücherrevisor Aulich. Sevdllsttast« 1. Spittelmarkt._* Technisch« Privatschule Dr. Werner, Regierungsbaumeister, Berlin, Reander. straste 3. Maschinenbau, Elekttotechnik, Hochbau, Tiefbau, Eteinmetzschule, Hei- zungstechnik, Technikerkurle, Meister» kurs«, Polierkurse.» Kochen, fein und bürgerlich. Ein» machen und Backen, Schneidern, beste Ausbildung in allen Zweigen der Haus- mirischatt. Fröbel-Oderlin-Jnstitut. Pri- vat, Haushaltsfchule, Pollak, Wilhelm- straste 10. Verschiedenes Ralcrarbetten, Küche mit Oelraneel 20,—. Stube 30,—, Ungeziefer oertilgt E. Wcgner, W. 35, Körnersttaste 23. 19 999 Reklamezettel 3,—. Buchdrucke. rei Schmitz. Romintenerstraste 20._• Schneeweiß wäscht und plättet Maria Welke, Köpenick, Parristussttaste 2, Tele. pbon 1235. Damenhemden 12. Tttcknet im Freien. Abholung Mittwoch.__• Genossen! Laßt eure Wäsche nur in der Wäscherei Kubasch waschen. Sie wird im Freien gettocknet, sauber und pünktlich geliefert. Gttster Bezug 30, Damenhemd 15. Abholung Donnerstag Kubasch. Köpenick, Grünauerstraste 45. Telephon 587.(M. S. P. u. R.)__ Wäiche noch Gewicht. Salbtrocken zu- rück per Pfund nur 22 Pfennig, ttocken zurück nur 27 Pfennig. Dampttoäscherel .Merkur". Frankfurter Alle« 307. An» dreas 2820._* Nordenwäsche«i, Feldstraste 10. Oberhemden». Kragenplätterei. Prima Roll. wäsch«, Gardinenwäsch«._' Detektiobureau Staschel. Chaussee- straste 77 Fernsprecher Norden 7888 Beobachtungen, Ermittelungen Auskünfte allerorts._* Vcreins-Zimmer mit Klavier<60 Per. sonen) unentgeltlich. E. 14. Kamman- dantenstraste 36. ert»ol»«ngzau»snt»,ai» Luftkurort Kattenberg bei Petersdorf im Rieseng.birge. Gute und preis- wette Pension finden Erholungsbedürs. tige und Sommerfrischler in Schröters Gasthaus fmit eigener Echlächtcrei), volle Denston 4L0.' Vermietungen Wohnungen Tausch« reizend« I-Zimmer-Wohnung. Bahnhof Spandau, gegen gleiche oder gröstere Berlin Norden. Unter 100 Vor» wärtsspedition Müllerstraste 34». Zimmer Gut möbliertes Zimmer zum 1. Sep. tember zu vermieten in Neukölln. Nähe Bahnhof Kaiser-Friedrich-Sttaste. Oficr- ten unter R. 40 Spedition Neckarstr. 2. Schlafstellen>< Solide Schlafstelle findet Genosse bei Bogisch. Liebenwalderstrastc II. vorn 4 Treppen. Mi«»ge»iKh.4 Millionen. Davon sind Aufwertungsschulden 126,9 Millionen, neue inländische Anleihen l87,9 Millionen. Ausländsanleihe» 354,6 Millionen, Schvldschein- dartehcn 50,2 Millionen, Hypotheken und Restkausgelder»B4.4 Millionen. kurzfristige Schulden 247,4 Millionen, vürgschaslen waren für 86.9 Millionen Mark übernommen. Wankender Bersicherungekvnzern. Großbanken müssen stützen. Die Frankfurter Allgemeine Vers icher unge- 21.-0., einer der größten deutschen Versicherungskonzenie, ist durch die Auswirkung von Geschäften, die mit der Bersicherungstätigkcu eigentlich nichts zu tun haben, ins Wanken gekommen. Der Konzern betreibt außerhalb seiner Versicherungsgeschäsie auch die Absatz- sinanzicrung und ist weiterhin an Bankgeschäften maßgeblich. de- teiligt. Schon in frühsrcn Fällen wurde bekannt, daß bei der A b s a tz sinon zierung von Autos, Perserteppichen und Nähmaschinen, die mit Konzcrngeldern betrieben wurde, Verluste«inlraten. Im weiteren Verlauf dieser Fiuanzierungsgcschäfle scheint die s'iunziclle Rückendeckung so ungenügend gewesen zu sein, daß außer in die Millionen gehenden Verluste auch noch Zahlungsschwierig- feiten für den Konzern selbst eingetreten sind. Daß diese Zahlnngsschwicrigteiten ernster Natur sind, zeigt die Tatsache, daß Berliner Großbanken über die zu ei greifenden Maßnahmen gestern beraten haben. Dabei soll beschlossen worden sein ganz ähnlich wie znr Verhütung weiterer Konzenizusammen- brüchc im Jahre 1925—, ein Stillhalte konsortium zu bilden. d. h. die Zahlungsverpflichtungen des Franlsurler Konzerns durch gegenseitige Vereinbarungen der Banken»ich Möglichkeit solange zu stunden, bis die Zahlungsfähigkeit des bedrohten Konzern? wiederhergestellt ist. Ferner meldet WTL.-Handelsdienst, daß mit dem größten deutschen Versicherungskonzern, der Allianz und Stuttgarter Vereinversicherungs-A.-G. verlzandclt worden ist mit dem Ergebnis, daß dieser Konzern für all« Verpflichtungen der Frankfurter Allgemeinen Versichcrungs-Zl.-G., die sich aus dem direkten Vcrsichernngsgejchäft ergeben, die Garantie übernimmt. Dabei sind naturgemäß die mit der Absatzsinanzierung zusammen- hängenden Verbindlichkeiten ausgeschlossen. Ucberraschcnd war, daß die Verluste sich doch als größer hcrausgcstcllr haben als man zunächst angenommen hat. Die jetzt von den Banken und von der Allianz gctrofjcncn Maßnahmen machen es aber wahrscheinlich, daß kein größeres Unheil passieren wird Im Interesse der Versicherten ist es unbedingt not- wendig, die Verantwortlichkeit zu prüfen, und für die Reichs- auf ficht der privaten Versicherungsgesellschaften, die sich auch um Saison-Ausverkauf? nur noch drei'Zuge 7 nestpesten von Scnunerwarenf Herren-Wasch westen..... 075 Herren-Waschjoppen..... I50 Wanderhosen....... 275 Waschbreeches......... 350 Lüstersakkos.......... 450 Weiße Herren-Köperhosen S25 WaSchanZÜge kW Herren..... 900 Flanellhosen weis»»a farbig... 1 02"" Eisenbahnerjacken........ 250 Knaben-Waschhosen...... O70 Knaben-Waschanzüge ar. 0/3. 2 50 Knaben-Schilfanzüge...... 2 50 Khaki- Anzüge or. 38/42...... 450 Knaben-Gummimäntel or. iß. 4 50 Knaben-Sakkoanzüge or. 10/11 800 Knaben-Sportanzüge er. 7/e.10°° Burschen-Mäntel o». ss/«.... 1300 Schoffor-Waschkordanzüge 2500 Malerkittel............... I75 Damen-Arbeitskittel...... 390 Windjacken.............. 550 Sommer-Lodenjoppen...... 6 50 Damen-Gummimäntel..... 6 50 Damen-Sommermäntel..... 8 00 Herren-Gummimäntel...... 950 Lodenmäntel«>» vaw.» o. Herren 14°° Trenchcoats............. 2250 Herren-Strohhüte......... O25 Kinder-Strohhüte....... O25 Badekappen............. Q20 Damenstrümpfe.ehwar» und modo 07S Bade-Anzüge............ 095 Knaben-Sporthemden Zephir. l50 Herren-Filzhüte mit kt Fehlern.. 2 29 Herren-Einsatzhemden poroe. 200 Frottier-Handtücher... stock O75 BAER SOHN A BERLIW M 4 G mir(hausseestfr. 29-30 diese Prüfung zu kümmern hat, ist m höchste Zeit, daß sie sich um die von den Versicherungsgesellschaften vielfach nebenbei b«> triebenen, versichcrungsfremden Geschäfte mehr kümmert als bisher. Wachsende Chemie-Gewinne. Bedeutende Steigerung der Aussuhr. Wie im vergangenen Jahr veröffentlicht auch diesmal wieder der Chemische Industriellen-Verband(Derein zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands) eine Untersuchung über die Abschlüsse von 1\2 Aktiengesellschaften vom Jahre 1S28. Die Aufstellung zeigt, daß die schon im vergangenen Jahr festgestellte verbesserte Rentabilität in der chemi- schen Industrie Deutschlands sich im Berichtsjahr noch weiter g e- hoben hat. Während in dem für die chemische Industrie kritischen Jahre IÜZ5 7 0 Prozent der chemischen Jndustrieunternehmungen ohne Dividende abschlössen, ihre Zahl aber im folgenden Jahr schon auf 55,8 Proz. und auf 28,9 Proz. im Jahre 1927 gesunken war, hat sich die Zahl der dividendenlosen Unternehmen im Berichtsjahr 1928 weiterhin erheblich auf 20,5 Proz. ver- r i n g c r t. Auf der anderen Seite ist die Rentabilität in der ge- samten chemischen Industrie einschließlich des Farben- t r u st s, der I. G. Farben-Jndustrie in Frankfurt a. M. sowie der Kunstseidcunternehmen seit 1925 von 6,6 auf 9,9 Proz. Durch- s ch n i t t s d i v i d e n d e im letzten Jahr gestiegen. Schaltet man den Farbentrust und die deutsche Kunstseidenindustrie, deren Ab- schluß unter besonderen Gesichtspunkte» zu beurteilen sind, hierbei aus, so ergibt sich eine Steigerung der Durchschnittsdividende von 3,1 auf 7,1 Proz. in dem genannten Zeitraum. Also auch ausschließ- lich der blühenden Großkonzerne in der Kunstseidenindustrie und des Farbentrusts hat sich der Dividendensatz in der chemischen Industrie in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt. Die Ausfuhr der chemischen Industrie hat im letzten Jahr gleich- falls einen weiteren großen Ausschwung genommen. Sie erhöhte sich um rund 18 Proz. auf 1,31 Milliarden Mark. Gegenüber 1925 ist das eine Steigerung von annähernd 50 Proz. In erster Linie waren an dieser erhöhten Aussuhr chemische Grundstoffe, Säuren und Salze beteiligt. Auch im ersten Halbjahr 1929 hat die Kon- junktur im Chemiegewerbe angehalten. Während am 1. März von den organisierten Arbeitern 89,6 Proz. beschäftigt waren, hatte sich am 1. Juli der Beschäftigungsgrad auf 93,8 Proz. erhöht. Die Ausfuhr erreichte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 709 Millionen gegen 623 Millionen in der entsprechenden Zeit des Porjahrs._ Kortschriii der Markibeobachwng. Zwifchenzählung für Schweine auch Anfang September. Die Sozialdemokratie hat schon immer den Nachdruck auf wirk- liche organische und aufbauende Agrarpolitik gelegt und als einen der wichtigsten Bestandteile einer solchen Politik eine dauernde Marktbeobachtung für die hauptsächlichen Produkt« der Landwirtschast gesorderr. Wesentlich der sozialdemokratischen Jnitia- tivc ist auch die Schaffung jener Marktbeobachtung st elle beim Reichsernährungsministcrium zu danken, die seit einigen Wochen ihre Tätigkeit ausgenommen hat. Nun hat sich auf dem Schwcinemarkt in der letzten Zeit gezeigt, daß sowohl die Schweine- bestände außerordentlich stark zurückgegangen sind, als auch die Schweinepreise einen Rekordstand erreicht haben. Es stnd auch An- zeichen dafür vorhanden, daß die Schweinezüchtung wieder zunimmt und neue große Preisschwankungen altbekanntes Elend der bäuer- lichsn Schweinezucht zu wiederholen drohen. Aus diese Ding« hat der„Vorwärts" mehrmals sehr nachdrück» lich in den letzten Tagen hingewiesen. Der Reichsernährung s- m i n i st e r begründet jetzt«ine für den 2. September 1929 zum ersten Male angeordnete und hoffentlich im März zu wiederholende Zwischenzählung mit der großen Bedeutung, die«ine lausende Be- obachtung des Schweinebestandes und seiner Entwicklungstendenz für die Marktgestaltung besitzt. Wir freuen uns, daß das Rcichsernährungsministerium einer der ernstesten Notwendigkeiten guter Agrarpolitik zu entsprechn sucht und begrüßen den Fortschritt. Schweizerisches Frisch-Ei. In Ölten in der Schweiz wurde ein Verband Schweizerischer Eierverwertungegenossenschaften gegründet, der im ganzen Gebiet der Schweiz den Absatz einheimischer Frisch- eicr fördern will und die«chasfung eines einheitlichen Marktes in der Schweiz zum Ziel hat. MiNionenverlust in der Gesensschmiede'Industrie. Das erste Geschäftsjahr der Schmiedag in Hagen, eines aus sechs verschmolzenen Gesenkschmiedebetrieben gebildeten Unter» nehmens, hat mit schweren Verlusten abgeschlossen. Die Gesell. schaft, die unter der Kontrolle des Hoesch-Konzerns steht, hat bei einem Verlust von 1,6 Millionen Mark mehralsdieHälfte ihres Kapitals von drei Millionen verloren. Zur Sanierung des Unternehmens soll das Kapital von 3 Millionen auf 1,8 Mil- lionen Mark zusammengelegt und durch Nachzahlung von 1,2 Mil- lionen Mark wieder auf die alte Höhe gebracht werden. Dieser Derlustabschluß wirft ein Schlaglicht auf die Verhältnisse in der Gesenkschmicde-Jndustrie. Abgesehen davon, daß dieser Industrie- zweig stark übersetzt und in zahllose kleine und mittlere Be» triebe zersplittert ist, litten die Werke als Hauptlieferanten für den Lokomotiv- und Waggonbau schwer unter der jahrelangen Absatzkrise in der gesamten deutschen Fahrzeugindustrie. Wie die Verwaltung noch mitteilt, hat die Umstellung der Betriebe große unvorhergesehene Ausgaben zur Folge gehabt, die neben den schwierigen Absatzverhältnissen in erster Linie die Verluste ver- ursacht haben.— Die Rationalisierung in der Gesenkschmiede- Industrie ist also von den Unternehmern solange hinausgezögert und der Zusammenschluß der zersplitterten Betriebe so spät vorgenommen worden, daß dieser Millionenverlust hauptsächlich auf das Konto einer falschen Politik geht. Die Reichsdank hat in der Woche zum IL. August offenbar noch nicht» von jenen Wirkungen verspürt, die von der Plötz- lichen Diskonterhöhung in New Pork ausgegangen stnd. Die Enllastung der Reichsbank war noch recht beträchtlich. Wechfst» bestände gingen um 256,3 auf 2157,3 Millionen zurück, während die Bestände an Reichsschatzwechseln und Lombarddarlehen— wie gewöhnlich zur Monatsmitt«— um 24,1 bzw. 42,0 auf 40,1 bzw. 85,8 Millionen angewachsen sind. Die fremden Gelder auf Giro- konto sind um 37,7 mif 452,7 Millionen ermäßigt. Der Noten- Umlauf ging auf 4291,7 Millionen zurück, derjenige an Renten- bankscheinen hat sich auf 408,6 Millionen erhöht. Goldbestände nahmen um 1,9 auf 2150,3 Millionen zu, deckungssähige Devisen verringerten sich um 28,1 auf 302,7 Millionen. Äe Notendeckung durch Gold stieg auf 50,1, die durch Dold und Devisen zusammen auf 57,2 Proz., dos sind mehr als 40 Proz. über der vorgc- jchriebencn Notendcckung. Bergarbeiter gesucht! Im Ruhrgebiet scheint sich der seit 1924 durchgeführte starke Abbau von Bergarbeitern jetzt zu rächen. Die Richrbergwerke haben eine Hochkonjimkwr wie noch nie. Die Förderung hat diejenige der gleichen Zeit des Vorjahres bereits um 10 Proz. überschritten, und es ist, wie das Landes- arbeitsamt Rheinland mitteilt, kein bergfähiger Untertagearbeiter mehr arbeitslos. Man war bereits gezwungen, in andere B e- rufe übergegangene Bergarbeiter wieder her. auszusuchen und sie dem Bergbau zu vermitteln. Die Nach- frage nach Bergarbeitern ist stärker als im Jahre 1926 bei der Be» lebung des Bergbaus durch den englischen Streik. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 18. August: ö.30: Frühkonzert. 8: För den Landwirt. 8.55; Stondenjlockcnspiel der Potsdamer Garnisonkirche. 9: Morgenfeier. 10; Wettervorhersage für den Sonntag, II;..Studio", Vortrag und Konxcrt. 11.30: Eltcrnstundc. 12: Platzkonzert. 13; Unte/haltungsmusik. 14; Heiteres. 14.30; Blindenkonzert, 15.30; Märchen. 15.55; Bildfunk. Anschließend: Unterhaltungsmusik. 17; Europa- Schwimmwettkämpfe in Budapest. Danach: Konzert. 19; Schallplattenkonzert. 20: Lieder, Musikvorträge. 2! 30;„Die Peitsche", gelesen von Otto Bernstein. Danach: Tanzmusik. Deutschtandsender: 20; Konzert. Montag;, 19. August: 12.30; Wettermeldungen för den Landwirt. 14; Lustige Stunde(Schallplattenkonzert). 15.30: Erlebnisse mit Elefanten im Urwaldc Sumatras. 16: Die Graphik als Ausdruck des modernen Lebens. 16.30: Friedrich Burschcll liest aus eigenen Werken. 16.55: Bildfunk. Danach: Hogo-Wolff-Liedcr. Anschließend: Unterhaltungsmusik. 18.30; Englisch für Anfänger. 19; Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen in der Berliner Bekleidungsindustrie. 19.30; Balalaikaorchestpr-Konzcrt. 20: Junge Lyrik. 20.30; Orchcstcrkonzcrt. Danach: Tanzmusik. Deutschlandsender: 20: Balalaika-Orclicsler-Konzert. DleAstag, 30. August: 12.30: Die Viertelstunde för den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15-30: Zum 150. Geburtstage von Berzclius. 16: Die Sportschau des Monats. 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Orchesterkonzert. 18.50: Bi'dfunk. 19; Wandlung«, in der Heilkunde in den letzten 50 Jahren. 19.30: Schlager. 20: Unterhaltungsmusik. 20.30: Sendespiele:„Die fremde Frau", Schauspiel von Bisson. Dcutschlandscnder: 20: Orchesterkonzert. Mittwoch, 21. August; 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.30; Vom internationalen Kongreß für wirtschaftliche Organisation der Arbeit. 10: Die großen Werke der Menschheit. 16.30: Der Silbcrfuch* als Modetier und Zuchlobjekt. 17: Untcrhaltungsstundc. 17.30' Uotcrhaltungsmusik. 19: Bildfunk. 19.10: Gedanken zur Zelt. 20: Momentaufnahmen mit dem Mikrophon. 21: Sinfonischer Jazz. Danach: Tanzmusik. 20; Kammermusik. Deutschlandsender; 21; Marccll Salzer liest aus Wilhelm Busch. Donnerstag, 22. August: 12.30; Die Viertelstande für den Lindwirt. 14: 9cIianpIittenkanzerL 1S.30: Gewöhne dich an den Lirm. 16: Frauenrndern. 16.30: MieUaiierlei. 16.55: Bildfunk. 17.05: Friedlich Raft liest ans eirener Werken. 17.30: Kontert. Anschließend: Unterhaltunrsmusik. 19: Der Kampf um die Eisenbahn in der Mandschurei. 19.30: Arthur-Hoinscher-Stunde. 20: Sendespiele:„Robert der Teufel", Oper von Meyerbeer. Danach: Tanimnsik. Deutscblandsender: 20: Rudolf Presber liest aus„Von ihr und ihm". 2t t Klarlnrkonsert. Freitag, 23. August: 12.30: Wettermelduneen fär den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Gekämpfunr der Gartenschädlinge im Herbst. 16: Die deutsche Oasfernver- sorgunr. 16.30: Konzert. 18.20: Bildiünk. 18.30: Zur Ruppiner Schweiz. 19: Violinvortrage. 19.30: Wovon man spricht. 20: Walzer. Sonnabend, 24. August: 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.30: Der Anwalt in der Sprechstunde. 16: Medlztnlsch-hygieniscle, Plauderei. 16.30z Zeitschrift und Leser. IT: Orchesterkonzert. 19: MandoUnenkonzert 19.25: Bildfunk. 19.35: Wenn man mit Tieren reist.... oder mit Mensehen. 20; Kabarett vor 25 Jahren. Danach: Tanzmusik. Deutscblandsender: 20: Sendespiel:„Robert der Tafel", Oper wn Meyerbeer. Königswusterhausen. Sonntag. 18. August: 6: Uebe-tragung ans Berlin. 7: Uebertragang aas Hamborg- Ab S: Ueberz tragung aus Berlin. 18.30: Chinesische Volkslyrik. 19: Berühmte Liebespaare in der Oper. 20: Uebertragung ans Hamburg. AnscblieScnd: Uebertraguug aus Berlin. Montag, 19. August: 16: Cnglisch-knltnrkundlicb-Iiterarlschc stunde. 1630; Die Rokoko-Oper. 17: Uübcrtragung aus Hamburg. 18; Kulturgeschichte des Reisens. 18..30: Englisch für Anfänger. 18.55: Rheinischer Weinbau und Rheinlandweine. 19.20: Das Automobil und seine Behandlung. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschljuidscuder; Balalaikaorchcstcr-Konzert. 20.30; Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 20. August: 16: Berthold Ottosche UnterrichtsgrundsÄtzc und Ihre Bedeutung för dte öffentliche Volksschule. 16.30; Die Rokoko-Oper. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18; Der Stephanstag in Budapest. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene, 18.55: Schleswig-Holstein— die deutsche Nordmark. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Orchesterkonrcrt, Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 21. August: 16: Klassische Dramen in der Schule der Gegenwart. 16.30: Die neuere plattdeutsche Ballade. 17; Uebertragung ans Hamburg. 18: Reiseerfahrungen eines deutschen Kaufmanns in Jugoslavien. 18.30; Spanisch für Anfänger, 19.10: Gedanken zur Zeit. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20; Deutschlandsender: Kammermusik. 21: Marccll Salzer liest ans Wilhelm Busch« Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 22. August: 16: Erziehungsberatung. 16.30: Dichterstnnde. 17: Uebertrarmg auf Berlin. 18: Weltpolitische Stunde. HL30: Spanisch fflr Fortgeschrittene. 18.55: Oualitätscrzeugung in dem Forst und ihre wirtschaftliche Verwendung. 19.20; Unterhaltung über Fußpflege. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft� 20: Dcutschlandsendcr: Rudolf Presber liest ans„Von ihr nnd ihm". 2U Klavierkonzert. Anschließend: Ucbertragnng ans Berlin. Freitas, 23. August: 16: Probleme der Schulfnnfcmethodik. 16.30: Einführung in das Verstehe* von Musik. 17; Uebertragung aus Leipzig. 18; Das Washingtoner ArbdtsJ zeitabkommen. 18.30; Englisch für Fortgeschrittene. 18.55; Aus Selbsterzcug' nissen großer Dichter. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.35; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Ab 20: Uebertragung ans Berlin. Sonnabend, 24. August: 16; Die gemeinsame Erziehung der Geschlechter. 16.30: Welche Anfgaben ergeben sich aus der Neuordnung der Gemein deverfassung? 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Arbeiter sprechen miteinander. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.55: Individual Psychologie und Psychoanalyse in der Praxis. 19.20; Die kulturpessimistische Utopie. 19.55; Wetterbericht für die LandJ Wirtschaft. 20: Dcutschlandscnder: Lendespiele:„Robert der Teufel", Oper von Meyerbeer. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. sind gekennzeidtnei durch erhöhte EmpfangaaidierheU und einfache Bedienung und Wartung. Aus unserem Arbeitsprogramm, das für Jeden Bedarf, für jeden Geschmack dos richtige Gerat bringt, lassen diese Eigenschaften besonders hervortreten: Vierröhren- SdiirmgiUerempfanger und Fünf röhr en-Neutrogerät Beide Geräte sind Beweise für unser Streben, den Rundfunk zu veredeln. Siemens bringt zur Funkaus Stellung: Neues in bewährter Ausführung UNSER ARBEITSPROGRAMM, Zubehör. Empfänger, Einrßhren-Geröie Zweiröhren- Geräte Dreiröhren- Geräte Vierröhren-Geräte Fünf röhren- Geräte Siebenröhren-Oeräte für Netz- und Batteriebetrieb Lautsprecher, Konus-Lautsprecher Siemens 09-Lautsprecher Simplex-Lautsprecher Protos-Lauispredier Luxus- Lautsprecher Protos-EmpfSnger Protos-Neizempfängei mit eingebaut. Lauispr. Hodtfrequenz- Störbe/reiungsdrossel Erdungsschalter Sperrkreise Neizendstufe Anodenba tterien Trockengleichrichter Heisanode Zubehör Tonabnehmer Lautstärkeregler Hochkonstantwiderstände Muaikübcrtrag.-Anl t verschied. Ausfährungen Etaphone Großlauispre eher anlagen Vorführung und Prospekte in den Rundfunhgeschäftcn SIEMENS& HALSKE AG. ßtefcnbiragen fSr dies« Rubrik find B« r I i» TB tt, Ltnixnstrabe Z. Papteinachrichten/M� fürGroß-Verlin stet» an da» Beiirk»srkretaria« 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. Beamte! Z. strei»«eddin«. S>o»aer»taa. 22. Bugust, Uhr, Beamtenmitgliederv-rsammlu-g im Lokal Sachse, Lindowcr Str. 2>i. 17? 1 1 Tageaorduung: Stell ungaadme der Beamten zur Stadtoerordnctenwadl. i � Verschiedenes. Die Obleute der Abteiluugeu müssen!A Stunde vorder fj erscheinen. Der Obmann.' 7.»reis Sdarlottenburg. Dienstag. 20. Äugust, 19H Uftr, Zimmer 1 des 3!otl)ausc9,_ erweiterte Kreisvarstandsschuna. 11. Kreis Schineberg. Alle Eenpssen beteiligen sich beute, Sonntag, am „Rast" in den Rehbergcn. 17. Kreis Lichtenberg. Heute, Sonntag, IS. August, Balkssest nud Banner- weihe der 120. Abteilung ytriedrichsselde. Die Abteilungen treffen sich fäclilisii 13 Ilde unter Mitsührung ihrer Banaer und Fahnen am Bahn- hos Lichtenberg. Friedrichsscldc zum gemeinsamen Festzug nach dem Spart- plah im llpstallweg. Wir crmarten vollzählige BeteUigung aller Ab- tcllungcn. 19.«reis Pankow. Mittwoch, 21. August, 20 Uhr, im Türkischen Zelt, Breite Etrahe, Sitzung des Biltungsausschusies. heule. Sonnlag. IS. August: b. Abt. Die Baniierdelegation trifft sich heilte 12 Uhr bei Dobrohlaw, Ewinemünder Str. ll. 92. Abt. Steglitz. Treffen zum„Rast" im Volkspark Rchbcrge, mittags 12 Uhr Rathausplatz. 192. Abt. Baumfchulcniveg. Die Abteilung beteiligt sich vollzählig am„Rast" im Volkspark Rchbcrae. Treffpunkt pünktlich ltzl-.- Uhr Leopoldplotz, Nord- südbahn. Die Bannerdcputation mutz bereits uln 13 Uhr anwesend sei» wegen der photographischen Aufnahme.— Montag, 19. August, pünktlich 19'g Uhr, bei Hotz, Baumschulenstratze, autzcrordentlich wichtige Funktio. närützung. Hierzu müssen die Bezirksführcr einschlietzlich Vertreter an- wcsend sein. 129. Abt. Friedrichsfelde. Banncrweihe und grosses Vollsfcft auf W . dem Tparlplatz im Upftallwea. Vorfübrunge» der Sänger, Turner, 77 Volkstauzschar und Artisten, jlindcrbelustigungcn mit Breisoerteilung. 7? iä Konzert, Ton,, Prachtsenermrrk. Eintritt einschlietzlich Progeomm und fA ! Stencr 39 Pf. Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Um 13 Uhr h- N Festumzug ob Bahnhof Lichtenberg. Friedrichsfclde. Alle benachbarte» 77 W Parteiabteilongen vnd befrrnndete Organisationen find herzlichst ei», g -U 0°l-dcn. — 9 ES 121a- Abt. Mahlsborf-Süb. Wir treffen uns heute IZM Uhr an der Saite- stelle Winklerstrotze zur Teilnahme an der Bonnerwcih» in Friedrichsfeldc. 128. bis 130. Abt. Paukam. Zum„Rast" find bis heute 11 Uhr vormittags alle Billetts beim Genossen Gaulke, Paracelfusstr, 1, abzurechnen. Dienstag, 20. August, 20 Uhr, Sitzung mit den Bezirksführern oder deren Stellvertreter bei Klemm, Berliner Strotze. Das Bezirksmitgliederver. zeichnis ist»nbediuat miizubringen. 1??. Abt. Reiuitkenborf.Wcst. Treffpunkt zum„Rast" In den Rehbergen 12>.i Uhr am Sportplatz. Echarnwebcrstrotzc. Abmarsch pünktlich l2!2 Uhr. Morgen. Montag.!S. August: 1'. Abi. Di« Funktionärsitzung fglli aus. 33. Abt. 19 Uhr Sitzung des Festgusfchusse» bei Werigllg, Kohenloheftr. 3, 20 Uhr ebendori. Vorstgndssitzung. 93. Abt. Britz-Buckow. I9H Uhr bei Becker, Britz, Chgussccstr. 97. Erscheinen oller Funktionäre ist Pflicht. Dienstag, 20. August: 137. Abt. ReinIckenboef.West. 20 Uhr Funktienärützung im Volkshaus, Schorn- wehe-str. 114. Stellungnahme z»r Aufstclluna der Kandibatc» für die Stadl» und Bezirksvcrordnctcnwahl. Alle Funktionäre müssen erscheinen. Mittwoch. 21. August: 49. Abf. Schwerhörige. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Zugeudheim, Li». denftr. 4, Vortrag:„Berlin, wie es war und wurde. Alle Senolünnr» und Genossen sowie.PorivSrts'.Lefrr und Sympathisierende sind herzlichst dazu eingclodeo. 133. Adt.Rcinickendars.vst. 20 Uhr Im Schntzenhau», Residenzftr. 1. Abtei. lnnasverfammlnua. 1. Stcllnngnahm» zu den Stadt,„ab Bezirksnceorb- neteowahlen. 2. Anfstellung der Kandidaten und Abteilungsangefegcu- heiten. Tic Beisirksfnhrcr hoben zu bicfcr Versammlung einzuladen. Arauenveranstalluugeu. 11. Krei, Reukölln. Dienstag, 20. August, Ausflug nach Schmöckwitz. Ab» fonri 9 Uhr früh mit der Linie 93 vom Hermann- und Hertzbergplatz. Nachzügler treffen sich in Schmöckwitz im Lokal Stippekohl. M 11., 15., 10. Abt. Montag. 28. August. 19>h Uhr. im Swinemiinder 75 Geseliichaftshau», Ewinemünder Str. 42, Francnwerbeadend.'Lolitlfch. Mi fr- satirische Borträg« de» Genossen Henrv Reiff. Ausserdem„Ernste, und Ig E= Heitel es von der Iugendfahrt nach dem roten Wien". Vortragender: fsi f? Genosse Eutheit. llnkostenbeitrag 30 Pf. 19. Abt. Dienstag, 20. August, 19H Uhr, bei Tillner, Kolonie. Ecke Zechliner Strotze,„Die sozialen Aufgaben der Kommune". Referenlin Paula Kurgatz. 23. Abt. Dienstag, 20. August, IBIH Uhr, bei König, ütawistr. 37,„Was mutz die Frau oon der Sozialversichcrung wissen?" Referent Dr. Friede» berger. 40. Abt. Der Frauenabend fällt in diesem Monat aus. Dienstag, 20. August. Kaffeekoch«» im Restaurant Volkspark. Treffpunkt 13 Uhr Friesen. Ecke Fidieinstratze. Gäste aus anderen Abfeilungen willkonimen. Eharlcttenburg. 34. Abt. Mittwoch, 21. August, lOVa Uhr. im Luaendheim. Rosinenstr. 4,„Sozialistische Kommunalpolitik". Rrfcrentin Margarete Echenkalowski.— 55. Abt. Dienstag, 20. August, 19sh Uhr. bei Reimer. Wiln'-rsdorfer Str. 21,„Sozialismus und Wohnungsbau". Referent Genosse P. Roetzel. schöncberg. 78. Abt. Mittwvch. 21. August, 20 Uhr, bei Zlotho, Feurig. Ecke Vrin-.Georg-Stratze,„Arbeitersport und Gvmnastik". Referenttn Genossin Stellmacher.— 79. Abt. Der Frauenabend iällt in diriem Monat ans. 81. Äbt Friedenau. Mittwoch, 21. August. 19!ö Uhr, bei«labe, Hondjern- strotze 60181,„Der russifch.chlnesische Konflikt— Moästgclllstc Sowsctrutz. lande". Referent F-Iir Fechcnboch. 88 Abt Mariendarf. Mittwoch. 2l. August, treffen sich die Genossinnen 13 Uhr Chaussee. Ecke Prühtzstratze Zum gemeinsamen Spaziergang zur Ge. nosfin Pasch. Nachzügler treffen sich in der Siedlung, Daheimstr. 139, 97. Abt Rcnköll». Die Genossinnen treffen sich um Ausklug des Kreise, am Dienstag, 20. August. 9 Uhr, Bahnhof Sermannstratze. III. Ab« Bobasdorf. Mittwoch, 21. August. 20 Uhr. bei Scimann, Walter«. dorfer Sie 100,„Wer bezahlt den Krieg?". Referent Ernst Neumann. 13. Alt Kanlsdorf Mittwoch. 21. August, gemütliche« Beisammensein im „Iägerheim" in Koulsdorf.Süd. Die Genofüni'en treffen sich zum Ab. marsch um 14V> Uhr bei Escherisch. Gäste w.llkammen �„ ,23.0. Abt.«aulkdorf-säb. Mittwoch. 2l. August, ab 15 Uhr Kaffeelochen mit Kinderbelustiguna im„Iägerheim". Polttlsch.fatirischc Vortrage de« Ge. 124. Ab«"Mahl«d°r?/' Montag. 19. August, im.Rordstern". Hönower Str. 45, „Moderne Fraucnderufe und der Weg dazu". Ref-rent Kurt«letzmonn. ksivks-�östtsp-8iloil-lsg deiHt«Ii« tzrohe Heericliau«I«r ttzrl>«it«r»port!er keut«, Looritsg, Ii» eleu ttedder�ev. Oer ke»t�«ig de-siout um 14 Ukr am Lcopoldplaiz(U-Bahnhof) Da» Fe»f um IS Uhr. Eintritt 50 Pfennig. Berliner Werktätige» unterstützt die bundestreuen Arbeitersportlcr! 128.,'139. Abt. Pankow. Donnerstag, 21. August, 1914 Uhr, bei Kober, Berliner Ecke Prinz, Heinrich.Strotze lbitie dos Lokal genau deachien),.Literarischer Abend Arbeiterdichtung". Vortragende Hertha Gotthelf. Arbeilerwohlfahrk. ?. Kreis Tiergarten. Montag, 19. August, Besichtigung der Kinberheil- statte Buch. Treffpunkt 14 1!hr Stettiner Bahnhof. Bitte Weitergabe an alle Abteilungen. Fraktion der sozialdemokratischen Lehrer und Elternbeiräte Lichtenbergs. Dienstag, 2N. Ananst, 29 Uhr. Versammlung der sozialdemokratischen Lehrer und Elternbeiräte Lichtenbergs im Rathaus. Möllendorfstrahc, Zimmer 2h. Tagesordnung:..Schulnenbauoen im Bezirk 17". Referent Genosse Dr. Siggel. Mitgliedsbuch legitimiert. Jungsozialisten. Wir brtriligen uns«it den Parieiabtrilungrn geschlossen am„Rast" im Volkspark Rchicrge beute, Sonntag,>8. August. Abmarsch 14 Uhr»om Leopold- platz,— Busnahmeo von der Agilationssahrl oom 4. August sind io sc einem Exemplar an den Genossen Hans Seigewasscr, Eharlottenburg, Snarezstr. 11, einznicudcn. Zusammenkunft der Spiclgcmrinlckafl der Zungsozialiften am Dienstag, 20. August, 19 Uhr, in der Alloholfrciea s-ftftätlc, Mnrheluekeplatz 3— 4- Zntercfsierte Genossen stnd herzlichst eingeladen. Gruppe Eharlottenburg: Heute, Sonntag, Treffen zum„Rost" lZ>4 llhr om BUHelmplotz. Montag, 19, August, im Jugendheim Rosinenstr. 4. Vortrag: „Die Bedeutung der Internationale". Referent Josef Ernst. Beginn 20 Uhr. Werbebrzirk Süden: Donnerstag, 22. August, ncrauftolte» wir im Zugcub- heim Borckstr, Ii, um 20 Uhr eine Saeeo-Banzetti.Frirr am Jahrestag ihrer Kiurichtung. Gedenkrede: Mar Pottlitzcr. Genossen aller Gruppen, SAZ. und Parteigenossen sind dazu eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der kindersreunde Groh-Lerlin. Achtung, Grotz.Berlin! Wir beteiligen UN» om heutigen Sonntag am „Rast", Freikarten für Kinder werden om Treffpunkt Leovoldvlatz, an der Spitze des Zuges, von Amnndn» Priedel veiteilt.— Mittwoch, 21. August, ousierordentliche Generelnci-sammlung um 1914 Uhr im Sitzungssaal de»?e. zirlsamts Kreuzberg, Porcksir. 11.— Achtung! Sprechstunden in der Geschäfte. stelle Diensfag, 20. Aug! st, von 17—20 Uhr.— Achtung, Steglitz! Adresse des Krcisneran'worilichen einsenden. Krei» Mitte. Gruppe Arkonaplatz: Wir bcieiiigrn uns heute am Reichs- arbeiicrsportiag in de:: Rehhcrge». Treffpunkt l Uhr Arkonaplatz lvor der Echulel, Die Eltern und die Falken der andere» Kreisgruppen werden auf- gefordert, stch sehr stark zu beteiligen. Kreis Eharlottenburg. Monlaa, 19. August, 20 Uhr. Hclfcrsitzung bei Friede! Warmuth. Die Bolen Falken müssen in dieser Woche den Gruppen. abend um 17 Uhr beginnen, der Generalversammlung wegen. Es treffen üch die Vierzehn» bis Fünfzebnsährigen am Mittwoch, 19. August, um 1914 Ahr vor dem Jugendheim Sprccstrotzc zu einer Besprechung. Krei» Neukölln. Gruppe Jungvolk: Am Donnerstag, 22, August, 1914 Uhr, Eltcrnvcrfammlung in der Aula Genimndeschnle Koiscr»Friedrich»Etr. 4. Unsere Boten Falken berichten an Hand von Lichtbildern von der Kinder- repnklck Rhein-Ramedn. Schäneberg-Frledenau sll. Bezirk): Achtung. Zelilagerieilnehmer! Am Montag noch dem Elrupprnabend ist die Verteilung der Kissen, Decken usw. bei Pcterfon. Feurigstr.«8. Mittwoch, 2l. Anglist, spielen Iungfalken und Küken im Freien. Freitag. 23. August. Spiele» der Kickengruppe: Ballver. fammlung der Iungfalken.— Rote Fallen: 19. August: Jean Iaurds:„Krieg dem Kriege". 22. August, l7>4 Uhr: Epirle» auf dem Südariände. 23. August, 18- 20 Uhr: Tanzen und Uebungsstunde der Flö'enfpieler in der Schule Tebipelhofcr Weg.- Friedcnaucr Iungfalleu: Dieuslag, 17 l9 Uhr. Jugend- heim Offenbacher Str. m. Grnppe Landsberger Platz: Monlag. 19. August. 18— 20 Uhr. im Jugendheim für Küken und Iungfalken Volksfänze.— Dienstag,'20. August: Filmobend für Rote Fallen. Treffen pünftlich 17'4 Uhr Büfchingplatz. 13 Pf. mitdringen. Wir sehen.Verirrte Jugend". Ende:>014 Uhr.— Mittwoch, 21. August, 18 bis 20 Uhr: Spiele.» auf dem Sportplatz für alle.. Turnzeug mitbringen.— Freitag, 23. August,. 18�7-80 Uhr.,.im Jugendheim. Spielabend für Rote und Iungfalken. — Achtung, Eltern! Der Vtilrag kann. 01». Freitag,.;?. August, im Jugendheim bezahlt werden, Kreis Reuköll». Am Dienstag. 20. August. l9>4 Uhr. findet in der Baracke Ganghoferstratze eine H-Ifersitzung stall. Besprechungen zur Berliner General. Versammlung o:n 21.— Gruppe Lichtkämpser: Alle Rat«, Jung, und Küken. salken treffen sich am Dienstag, 20. August, um 17 Uhr wieder im Heim Bergstraße. Tiergarten, Gruppe Auanst Bebel: Rote Falken: Dienstag, 20. August, von ]7i4_i9V. Uhr im Heim Waldenserstratze Bussprache über die Falkenregeln. Innafolkc»: Dienstag ebenda Heimabend, anschließend Aussprach« über die Fallcnregcln. Kill:»: Mittwoch, 2l. August, von 17—19 Uhr ebenda Heimabend. Donnerstags 22. August, von 18—20 Uhr Spielen aller Gruppen auf dem Spiel- platz Bremer Straße.— Gruppe Tiergarteu-Süd! Dienstag. 20. August, von 17—19 Uhr Heiu»abtnd im Heim Bülowstr. 88. Freitag, 23. Äugust, Spielen im Großen Tiergart:»(Nofengarten). Treffpunkt' 1714 Uhr vor dem Heim. „Das h c i t c re Wochenende" fiel im ganzen recht nett aus. Abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung für weniger und niehr modernen Geschmack. Rezitationen und Chansons vo.i Lore Braun und Kurt Lilien.„Sächsisches" von Eva Gott- getreu umrahmten einen Skeisch, der allerdings nach einige kräftige Kürzungen vertragen hätte. Und wenn Käle Jöken- Königs cherz der(Barde gehört, so behält sie das in Zukirnst doch besser sür sich.— Joseph d e l Monis Schilderungen einer„Nil- pserdsagd in Afrika" trafen glücklich einen einfachen, volkstümlichen Ton. Der Vortrag war jo spannend wie ein Abenteurerroman. Das Nilpferd, höchstens als träger, ftumpsfinniger Bewohner eines Wasferbassins im Zoo bekannt, wurde den Hörern anschaulich als ein Geschöpf der afrikanischen Landschaft, wachsam, schlau, von wilder, ungebärdiger Kraft. T e s. Geburtslage, Jubiläen usw. 8. Abt. llnferem Genossen G» t t t« t« d S ch u l tz i i. Schwedt«» Str. H. zu feinem 60. Geburtstag« dir herzlichsten Glückwünsche. �DZozmWische Arbeiterjugend Gr.-Verlm | Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendfekretariat ! Serlin EWH8. Qndenstraße Z Rcichs-Arbciter-Sporttag! Wir beteiligen ur» geschlossen aw Frltzug und der Beranstaltung iw Balls- park Rehberge. Aufstellung um lZ>4 Ahr am Leopoldplatz tRuheplatzstratzc, Spitze Schulstratzc). heule. Sonnlag. Dahlem(SU. F.): Treffen zum„Rast" 12 1: Uhr om U-Bhf. Tbielplotz.— Zrhlendorft Wir treffen uns zum Reichsarbciterfporttag um 12 Uhr Bahn. Hof Mitte.— Köllnifcher Park: Wir treffen uns zum„Rost" um 1214 Uhr auf dem Etrausbergcr Platz. Wimpel nicht vergesse».— Riederichöneweid«: Treff. Punkt zum„Rast" um 13 Uhr am Saupteingang des Bahnhofs Nicdcrschönr. weide.— Steglitz: Treffen zum Reichsardciterspor'tag im Volkspark Rchbcrge um 12 Uhr Ratiiausviotz— Tempelhos: Treiivunkt zum„Rast" um 1214 Uhr Bhf. Tcmpclhof.— Schönhauser Vorstadt: Wir treffen uns zum„Rast" um 12�? Uhr a» der So.'.»listen-Ecke. Fahnen und Turnsachen sind mitzudringen. — Südwest: Treffpunkt zum„Rast" 1211: Uhr Velle-Alliancc-PIatz.— Westen 1 und II: Treffen zum Reichsardeitersporttag um 1214 Uhr Vhf. BUlowstratze. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Wir trcsscn>,».« zum„Rast" 1214 Uhr Danziger Siratze Ecke Schönhauser Allee. lRote-Falken-Tracht.) Tawbourlorve Prenzlauer Berg: Wir treffen uns zum..Rast" 1211 Uhr Danziger Straße Ecke Echönhoufcr Allee. Das Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. sRote-Folken- Tracht.) Werbebezirk Rcuköllu: Wir treffen uns zum Aufmarsch für den„Rast" um IL'z Uhr am l'- Bhf. Berostratze. Aufstellung Gocthrstratze. Werbebezirk Mitte: Wir treffen uns um 12% Uhr am Rofenthaler Platz. Pünktliches Erscheinen oller Genossen ist Pflicht. Werbebezirk Lichtenberg: Treffpunkt zur Demonstration in Friedrichsselde 12% Uhr-Bhs. Lichtenbcrg-Friedrichsfeldc. Fahnen sind mitzubringen. Werbebezirk Kreuzberg: Alle Genossen treffen sich 13!z Uhr am Leopold» platz zum„Rast". Morgen, Montag, 19*4 Uhr. Falkplatz I: Heim Sonnenburger Str. 20: Tagesvolitifcher Abend.— Falk- platz II: Heim Sonnenburger Str. 20. Zimmer 3: Tagesvolitifcher Abend.— Hnmannplatz: Heim Scherenbcrgsir. 7:..Geltungstrieb und Minderwertigkeits- gefühle".— Schönhauser Vorstadt: Heim Sonnenburger Str. 29: Politisch». satirischer Abend.— Andrcasplatz: Heim Brommnstr. 1:„Arbeitersport". SSG. Neukölln! Heim Bergstr. 29. Funktionärvcrsominlung um 1714 Uhr. Vorträge,Vereine undVersammwngen. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". Gefchättsstelle: Berlin S>4. S-basti-nstr. 37/38. Ho' 2 Tr. Rontag, 19. Augnft. Mitte: 20 Uhr Iungbgnncrversgmmlung im Jugendhe'm Tieckstratze. Dortrag:„Die Jugend im neuen Staat". Reuwahlen. Kreuzberg, Jugend 1: 20 Uhr im Jugendheim Porckstr. 1l, Z. 3. Heimabend. Prenzlauer Berg, Kaincradfchaft Seneselderplatz: Die Veriamm. lung am Montag, 19. August, iäll' aus. Nächste Versammlung am Monlaa, 18. Eepicmber. bei Heiles, um 20 Uhr. Neulölln-Dritz, 4. Kameradschaft: 20 Uhr Kameradfrl-aftsverfammlung im Duschkrug, Rudower Ecke Späth- strotze. Erscheinen Pflicht. Sämtliche Grurpensührcr abrechnen.— Dienstag, 20. August. Friedrichshain, Kameradschaft Stralau: 1914 Uhr Versammlung mit Vortrag bei Wcrtasso. Sohenlohestr. 5, Kameradschaft Warschau: Mitt» wach, 2l. Airguft, 1914 Uhr, Versammlung bei Sons Hohn. Simon-Dach-Etr. 9. Prenzlauer Berg, Kameradschaft Arnswalder Platz: 20 Uhr Versammlung be! Boronfki, Pasteurstr. 6. Kgmcrgdfchoft Hnmannplatz bei'Lohst, Etargardcr Strotze 19. Rarineobteilung: 20 Uhr Ufrrstr. 1 Ruder» und Turne». Berliner Verein für Einheitslurzfchrift. E. V. Hebungen- jeden Montag, Dienstag. Mittwoch und Freitag von 191s. bis 21>4 Uhr im Friedriäi-Wilhelm- Gnmnosium, Kochstr. 13. Vereinshenn:..Wilbelmshvf". Anhal'str. 12. Sitzung findet daselbst jeden Mittwoch statt. Nähere Auslunst erteilt die Geschäfts- stelle, Berlin-Halenfee, Bornimer Etr. 8, Uhland 3293. Republikanisch« Rednorvceeinigung. Montag. 20 Uhr. Vortragsabend mit Diskussion im„Alten Askanier", Anbaltstr. ll. Es spricht H. Gram» Uber „Kleiderfrogen in der Sommerhitze". ELste willkommen. Berliner Efpergntoncrbard. Dienstag,'20. August. 2014 Uhr, im„Alten Askanier". Anhaltstr, 11, Bericht über die Kongresse in Wien und Budapest. Gäste willkommen. Sazialwisscnfcknrftliche Vereinigung. Montag, 19. August, lstl: Uhr, spricht im Iimmer 1 des Lehrernercinchaufes gm Alergndcrpigtz /Zugang durch das Sauptrrssaurant) Genosse Dr. Korl Schröder, Leklor des„Biichcrkrcifes", über dos Thema„Zur Soziologie der politischen Parteien der Gegenwart". Mit- glicdskgrtcn milbripgeni Gäste willkounnen. kveUerberlch« der öffentlichen wellerdienffffell« SerNn und Umgegend (Nachdr. verb.) Teils wollig, teils heiter, vorwiegend trocken, kühler, mätzig« westliche Winde.— Zur Deutschland: Neberall mäßig warm, ohne wesent- liche Rcgensälle, vielfach aufheiternd. Neues Wohnen. Di« werktätige Bevölkerung hat ein Anrecht darauf so zu wohnen, daß die wenigen Abend- und Mußestunden Erholung und Entspannung von dem schweren Lebenskampf bringen. Die Räume, die sich. heute der Werktätig« zu Wohnzwecken leisten kann, sind räumlich schon begrenzt, um so mehr sollte er darauf sehen, diese begrenzten Wohnräume— durchweg 1�= oder 2�-Zimmer- wohnungen— so auszustatten, daß er und seine Angehörigen sich darin wohlfühlen. Das Kredithaus B. Feder,' Brunnen- straße 1 u. 2, hat es unternommen, unter Leitung des bekannten Innenarchitekten Professor Walter Gropius«ine Ausstellung „Neues Wohnen" zu veranstatten, auf der wirklich Neues gezeigt wird. Man kann entzückend« Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Dieten, Küchen, sowie alle-, was sonst zur Aus- stattung eines behaglichen Heimes gehört, sehen. Die Firma zeigt bei der Möbelbeschassung das größte Entgegenkommen, so daß auch diejenigen sich mit einer schönen und zweckentsprechenden„Feder- Einrichtung" versehen können, die bisher wegen der Zahlungsfrag« im Zweifel waren. Dl« Ausstellung findet nur im Möbelhaus Brunnen straße 1-2 statt und dauert vom August bis Oktober. Der Eintritt ist frei._ Eiue»I« Wiederkehr« nd« Gelegenheit ist der diesjährige Saisonausverkauf im Deutschen Teppichhau« Emil Lesov«, seit 47 Jahren»ur vrauienftr. 158, Nähe Moritzplatz. Die weltbekannte Firma gcwäbrt während des Ausverkaufs auch auf alle regujiiren Waren ohne Ausnahme 10 Proz. Rabatt. Dorum nutze jeder die wenigen Tage bis zum 21. August noch aus. um feinen Bedarf in Gardinen. Decken, Teppichen, Läuferstaffen usw. zu denkbar billigsten Preisen zu decken. Au: Wunsch wird Zahlungserlefchterung ohne jeglichen Preisauf- schlag gewährt! denn unser S..... Rest- u. Einzelpaare besonders billig s-Cie A.-0. Bura� GefölligerSpangensdiuh, T30 eigene Verkaufsstellen, davon 21 in Graß-Berlin und Potsdam gut« Verarbeitung---- / Slaats-Op« Unter d. Linden Staals-Oper Am PluLKepubl. gesdlouegl Sonnug. 18. 8 Stadl flpar Bismarckstr 7»» Uhr Tomu« NI Der VildsdiQtz an Scodvaicanarkt GeSÖllOSSED' Stiatl-Sehüler-fheater, Charit)). Geschlossen. SV, Uhr Barb.»286 Orfc-anerliianuene Revaiion os». Heute 2 Vorstellungen S u. i'd Uhr.— t Uhr ermZSigie Pr. Tiql. S u. 0» Soul 2. 3 i.( u | Alex. C. 4. 20A6 INTERNAT. VARIETE CASINO-THEATER Loihrtnfter Strafe 97. T**li.'< Operette von Offenbach Kammersänger Walter Kirehboir. Lessing-TlieateF Norden 10846 Gruppe Junger SchauiplelcT Täglich m Uhr. Jose! Ukuoowskl-CraiDa Von Eleonore Kalkowska Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8V« Uhr Max Adalbert in NaBohrTroikeD? VORWÄJJ� jqOMMEW WR MAS ZOOLOG. GARTEN TAglicb ab 4 Uhr Gr. Konzert Jeden Donners- Eerllnsr tag abend;»lalimlg-OrfliGSlsr Dir. Clemens Schmalstich. AOOiRIUKI Tlerknpjl- and gioün'i u SaWPPasrssiPllBnp f BennenzuKarlsltorst Sonntag, den 18. August 19.0 nachmittags 3 Uhr, Gr. Karishorster üflnjsn-.lusg". 1 Montag, den 19. Angust abenas« abr} Ingenieurschule Bad Su]za|Thfir. Höhere Techn. Lehranstalt, Maschinenbau. Elektrotechnik, Automobil- und Flugtechnik, Ose- und Wsssertechntk, Chemie. Programm frei Wbls Aktslrantss trkslUa duZeagnto dar mlttl. Ralfe TtML(ai(«ta.rsr Kottb.Str.6 figl. lUhr Elite- � Anger AB Die August- Sensation äirtppke'a la der Sommerfrische Rulchshallcn.Theater ABaheadlldt QQ Uhr. Stettiner senger Sanntag, 2-. Aurust Erste aadmnup-Torsteiiunii zu halben Preisen mit vollem Programm« Oönhoft. Bro'i (Saat and Garten) Variete— Tanz— Konzert Restaurant BöRnu Beniner Str. 49. Eike Cauerstr.■ SckBesfe« Fsmlllsnlskel.— Herrlicher' Naturgarlcn.— Tägflch Kürsllerkonzar'. fi Oute KQche sow c Bier.. üohde Preise. Oonnerstag, Sonnabend und Sonntag Gesellschaftstanz: Et ladat herzlich ein Sappl Böhm, v Nr. 365* 46. Iahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonntag, 46. August 4929 Textilkampfjahr-1928. Das Jahrbuch des Deutschen Textilarbeiter-Verbandes. Für die deutsche TeMarbeiterschaft ist das vergangene Jahr 1928 ein Großkampfjahr erster Ordnung gewesen. Mit der abgleitenden Konjunktur zeigt« sich im Unternehmerlager ein wachsendes Bestreben, endlich zur allgemeinen Lohndruck- offensiv« vorzugehen. Sehr eingehend behandelt da» jetzt vom Deutschen Textilarbeiterverband herausgege- den« Jahrbuch 1928, dessen wirtschastspoUtische» Teil wir schon an anderer Stelle besprochen habe», die einzelne» Tarif» bewegungen, Aussperrunge» und Streiks w der Textilindustrie sowie die Entwicklung de» Verbandes im letzten Jahr«. Die Mitgliederzahl, die 1927 von 298 287 auf 292930 Mitglieder zurückgegangen war. weist im letzten Jahr eine er, freuliche Steigerung auf 308 137 Mitglieder auf. Hiervon waren 128 997 männliche und 177 149 weiblich« Mitgsieder. Dem von 8,8 auf 10,8 Millionen Mark gestiegenen Tin- nahmen stehe» von 7.9 auf 19,4 Millionen gleichfalls erhöhte Ausgaben gegenüber, doch ist der VermSgensstand am Jahres- ende mit 1,7 Millionen Mark um etwa 499 999 Mark höher als Ende 1927. Di« Tarif-«»d Lohupolittk de» Deutsche» Textil- arbeiterverband«» im letzte» Jahr zeigt folgende» Bild: T» wurde» insgesamt 244 Angriffsbewegungen zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen durchgeführt, die sich auf 11892 Betrieb« erstreckten. Beschäftigt waren in diesen Betrieben 411 143 männliche und 842 799 weibliche Arbeiter. Die Angriffsbewegungen umfaßten also «ehr als eine Million Beschäfstgle. Von diesen Beteiligten konnten 897 944 Erfolg« der verschieden. sten Art erreichen. Abgewehrt wurde außerdem bei den im letzten Jahr durch- geführten Abwehrbewegungen für 49S98 Personen eine Lohn- kürzung von rund 188 122 M pro Woche oder für den einzelnen Beteiligten eine Kürzung von 4.84 M. pro Woche. Bei de« Be- wegungea ohne Arbeitseinstellung wurde für 814814 Personen «ine Lohnerhöhung von insgesamt 788 991 M. pro Woche oder von 1,53 M. je Kopf der Beteiligten erreicht. Außerdem konnte bei den Bewegungen ohne Arbeitseinstellung für 199 297 Arbeiter und Arbeiterinnen eine Verkürzung der Arbeits. zeit von insgesamt 471 488 Stunden pro Woche und für den einzeln« eine Verkürzung der wöchentlichen Ar» bettszeit»m 2,48 Stunde« durchgesetzt werden. Ein Zeichen für die wachsende Angriffslust der llnlernehmer im letzten Jahr ist. daß die Aussperrungen ihrem Umfange nach dieStreiks bei weitem überwogen. Der größte Kampf fand w dem Tarifbezirk München-Gladbach- Rheidt- Viersen statt, von dem 39118 Personen betroffen wurden. Der Verlust an Arbeitstagen betrug bei dieser Aussperrung 938 784. Von allen durch Streiks und Aussperrungen im Bereich des Deutschen Textilarbeiterverbandes verlorenen Arbeitstagen ent- fallen auf dieses Zlussperrungsgebiet 83V Prozent. Die Streiks in Hannover und Hameln, die in die schwerste» Winter- m»»at« fiel«. Hab« mit 121 bzw. 113 Tag» die weitaus längste Dauer aufzmvessen. Insgesamt worden im letzt« Jahre 84 Streik»»nd Aussperrungen mit 88 218 Ve- teiligten durchgeführt. Erfolge waren für 52898 Beteiligte zu erzielen. Die Zahl der verlorenen Arbeitstage belief sich bei diesen Arbeitskämpfen auf rund anderthalb Millionen. Im Laufe des Jahres wurden 83 Tarifverträge für 268 153 Beschäftigte ab- geschloss«, so daß von den am Jahresende überhaupt vorhandenen 151 Tarifoerträgm fast die Hälfte neueren Datums ist. Biel« und schwierige Ausgaben sind also am letzt« Jahr vom Deutsch« Textilarbeiterverband gelöst worden, aber noch schwie- rigere Aufgab« stehen bevor. Der Erfolg in diesen künftig« Kämpf« kann aber nur durch eine st a r k e Organisation erzielt werden, an der« Ausbau daher jeder einzelne Textvorbeiter intern essiert feto muß. Generalversammlung der Buchbinder. Trotz Arbeitslosigkeit Mitgllederzvtoachs. Vor einig« Tagen erstattet« aus der Generalversammlung der Ortsgruppe Berlin des Verbattdez der Buchbinder und Papi erver- arbeit er der D« ollinächtigt« Genosse Imh of den Bericht über da» abgelaufen« 2. Quartal 1929. Obwohl die Branche unter dem Drucke ständiger Konjunkturverschlechterung und steigender Arbeitslosigkeit steht, konnte die Zahl der Mitglieder in Berlin um mchr als 299 auf 11813 gesteigert werden. Seit Quartalsbeginn ist die Arbeitslosenzohl um rund 899, feit Jahr«- beginn um rund 1899 gestiegen. Für alle Berufsgruppen außer der Galanterie- und Luxus- papierbranche wurden im abgelaufen« Quartal neue Löhne ver- einbart, die«ine Erhöhung des Spitzenstundenlohne« um 5 bi» 6 Pf. brachten. Der Schiedsspruch für die Api-Unternehmung«(Arbeits- gemeinschaft der Papierindustrie) wurde von den Innung« nicht an- erkannt. Durch Einzelvereinbarung« konnte der Schiedsspruch aber in dm meist« Betrieben durchgeführt werden. Streik» mußt« bei d« Firmen Herdegen und C e l l a r o geführt werden, die schnell erfolgreich beendet wurden. Der Referent forderte unter großem Beifall der Versammlung die Abwehr der Verschlechterungsabsichtm in der Arbeitslosenversicherung. Eine Entschließung, die für den Fall des Gelingen» dieser Verschlechterung« dm Austritt der Sozialdemokrat« au» der Koalitionsregierung forderte, wurde gegen 5 oppositionell« Delegiert« angenommen.(Warum die wähl dagegen stimmt«?!) Bei einer Firma hatte die sogmannt«„Gewerkschaftsopposition" in Durchführung der kommunistischen Gewerkschaftstaktik zur Be- triebsratswahl eine eigen« List« ausgestellt. Der Spitzenkandidat wurde vom Verbandsvorstand auf Veranlassung der Ortsverwattung aus dem Verband ausgeschlossen. Eine Entschließung gegen dies« Ausschluß lehnte die Generalversammlung fast einstimmig ab. Der Kassenbericht weist Ausgab« für Arbeitslosenunterstützung von rund 39 999 Mark, für Invalidenunterstützung von rund 14 999 Mark, für Krankenunterstützung von rund 13 999 Mark auf. Trotz dieser sehr hohen Ausgaben erhöhte sich der Kassenbestand um fast 3S90 Mark ans rund 91999 Mark. Für die durch Kraakhett aus- geschiedene Bevollmächtigt« Ml»»» Schreitzaet wurde Emil Priemer, der lange Zeit als Stellvertreter wirkt«, endgültig gewählt. Wer hat das Zeugnis zu unterschreiben? Eine Prestigefrage. Di« Schriftstellerin Frau Dr. B. hielt sich zur Pflege de» bei ihrer Villa befindlich« Garten» eine Obergärtnertu, Fräu- lein L. Da» Arbeitsverhältnis eichet« i» Unfrieden. Fräulein L. Nagte beim Arbeitsgericht. Frau Dr. B. ließ sich durch einen Ve- vollmächtigten vertreten. Dieser- schloß im-Nomen.seiner Auftrag- geberin einen Vergleich mit der Klägerin ab, wonach dieser eine bestimmt« Geldsumme zu zahlen und ein ihr günstige« Zmgni» auszustellen ist.— Fräulein L. erhielt das Geld und auch ein Zeugnis des Wortlauts, der vor Gericht vereinbart war. Aber das Zmgnis war nicht von Frau Dr. B., sondern von ihrem Prozeßbevollmächtigten, Herrn Sch.,„a I s Vertreter ausgestellt und unterschrieben. Wegen dieses Zeug- nisses gab es nun einen neuen Prozeß und erregte Auseinander- setzungen zwischen Fräulein L. und Her« Sch. vor dem Arbeits- gericht. Fräulein L. verlangt, daß ihrZeugnis von Frau Dr. B. eigenhändig unterschrieben werde, denn, sagt sie, mit einem Zeugnis, da» die Unterschrift eines„niederen Angestellt«" ihrer früher« Arbeitgeberin trage, könne sie keine Stellung bekommen. Herr Sch. verwahrt sich mit Entrüstung gegen die Behauptung, er sei ein„niederer A n g e st e l l t e r". Er sei Verwalter der Frau Dr. B., seine Unterschrift müsse genügen. Frau Dr. B., die z u r z e i t i m A u s la n d e weile, werde ihre Unterschrift nicht leisten, denn sie wolle mit der Sache nichts mehr zu tun haben. Für den Fall, daß sie die Unterschrift der Frau Dr. B. nicht bekomme, fordert Fräulein L. 8999 M. Schadenersatz, denn ohne ein ordnungsmäßiges Zmgnis sei ihre wirtschaftliche Existenz bedroht. vergeben» bemüht sich der Richter. Herrn Sch. zu bewegen, daß er Frau Dr. B. zur Erfüllung des abgeschlossenen Vergleichs, also zur Leistung der Unterschrist bewege. Aber Herr Sch. beharrt bei seiner Weigerung. Augenscheinlich handelt es sich für ihn, der sich als Vertreter der Frau Dr. D. fühlt, um eine Prestigefrage. Vielleicht will er auch aus persönlichen Gründen seine Arbeitgeberin aus dem Streit ausschalten. Aber er drang mit seiner hartnäckigen Weigerung nicht d.urch. Das Gericht verurteilte Frau Dr. B. das oereinbarte Zeugnis mit eigenhändiger Unterschrift binnen zehn Tag« zu erteilen oder für jeden Tag der Verzögerung der Klägerin 199 M. bis zum Höchstbetrage von 3999 M. zu zahlen. Achtung. Buchbinder! Bei der Finna Loatz, Adalbertftr. 59, ist weg« Differenzen der Betrieb gesperrt. Die Firma versucht, über dm dort beschäftigt« Angestellten Müncheberg, Neukölln, Grenzall«, neue Arbeitskräste einzuftell«. Vor Arbeitscmncchme wird gewarnt. »cht»»«,«ss„«teMoK»!©tatsteg, 15H Uhr, bei Rntlooffi JWMit. 8, wichtiae Serfornrnfiros aller Parteigenossen. Der ffraktioneoorftant. verdanb der Semeinde-»ad Staatrarbeiter, ffiliale Sroh-Derlia, 14. Sc- ziri, Neukölln. Montag, 18% Uhr, tat Ideal-Kassn«, Neukölln, Weichselstr. 8, ssltnitionürversamtnlung aller im Bezirk wohnenden Funktionäre. Tages- vodnung: 1. Bericht von den Verhandlungen über die Verschmelzung mit dem Deutschen Veriehrsbund und dem Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Z. Verbailtsanaelegenheiteu und Verschiedene». Pünktliches und vollzähliges Grschewen wir» erwartet. Mitgliedsbuch und ssunktionärauswei, sind am Saaleinoaaa vorguieigen. Di« Pezirksleitang. I. A. G e h r k e. Sattler-erbav», Lederware»»e«»ch». Montag, IS Uhr, in Doeker« ffesi. sälen, Webersir. 17, Vollversammsung. Da wichtig« Absiimmnn«. ist Gr- scheinen Pfli-Ht! @Iugenk>gruppe des Zentralverbandes der Angestellien. Morgen, Montag, kindeu solgend« Veranstaltungen statt: Tegel- > Reinickendorf: Wir basuchen die Veranstaltungen der Iugendbezirke Wedding und Gesundbrunnen.— Wedding! Achtung! Wir tresfen uns vor den Tribünen des Sportplatzes.Rehberge* und suchen ein gan, in der Nähe aelegenes Zugendheim aus. Lichtbildervortrag: Hamburg und sein Welk- Handel". Referent Georg Heilbrunn. Schönhauser Vorstadt: Zugendheim in der Schule stastanienallee 81. Vortrag: Vtörperlulwr". Referent Weigelt.— Lichtenberg: Zugendheim Gunterstr. 44. Lieder- und Volkstan�ibend.— Urban: Jugendheim Zlughafenstr. 88 lZimmer 1). Wir üben neu« Lieder «in.— Tewpelhof: Zugendheim Germaniastr. 4— S. Abendspaziergang.— Jugendheim Rosinenstr. 4. Vortrag:»Bedeutung der deuk- scheu Verfassung. Referent Derkow.— Spiel und Sport: Sportplatz Tiergarten ab £�3» K&fa&klRateiZL veno, Tlniefmeßmaat Nledorlagen mit Reporaturwerkstätte In Berlin: Or. Frankfurter Str. 83 Oraniemtr. 127. Abgabeläaer ausserhalb Berlins: Spandau: Oeutuher Metallarbeiter-Verband. Llndennfer 25 Potsdam: Hermann Nitschej Breitestr. 24 Wildau: Fr.»Part, Blankstr. 68. 'Pcu�it! DI« Stolle war prlmal Hasch noch einen herzhaften Schluckl Und zu guter Letzt eine Zigarette i Caid natürlich! Dann kann's weitergehen, kräftig und frohl 5 pf.< CAID ► 5 PF - UlOASOM(ZiaAAKte.. AeUPs*uLh > �S'°rten,Cd/t]K00"°n,e~r''h°ll die viel '"'der de.'�W,"""- fdC. Ilff 2 den lO-Sfödt P.-,. II" und fetz e.' 9e'1 •• SffönfiJ in den 25'sdlck _gQrun�'- die neuen Re6d*„ / (B ll°W(Bobb'ä ao sweEfteauanff LztidWlfldC frtiber bi'<50— 580— 700-—»oo-— I&DGh fflT � rtllilllMlMCa 290.- 335.- 405.- S25.-I stSrksle FifioreB! Seal-Electric frUhcr blfl»60.— 450.— Aiinrtiifspr. 250.- 325.' Vlscatscha früher big 495,-«* ABsrerkaifspr. 380.' Kalbrohten früher bis 550.— Aiisterkanfjpr. 3S5.- Peczanik) früher bi« 525.— Zickel früher dl» 295.— fr Ober z, SQdaraeriL dl, 335.— ÄDsierkaatspr. 400.' AsiifrkftpMOS.' iosrerkaifsprtlt. 225.- Blase d. schwarze ßtlofflaee-Winlemtel mll und ohne Pelz trllher hl» 59.. 79.. 120.- 150.- iursrUspr. 23.« 33.« 53a« 00.« Kosmme. Complefs, Kleider früher dl» 35.- 59.- 79.- 115.. 159.- Ausverkaufspreli 15.' 25." 36." 48." 65� An den Kolonnaden Wintermäntel farbig, mit und ohne Pelz ffllPer M» 22.- 39.- 59.- 78.- Ä S- 18." 25.- 39.- Sealplüschmäntel auch für stärkste Figuren Ifübif dil 72.-»!.- IM.- IM- ÄST11- 35.- 49.- 59.- 95.- Krimmer-, Woilpiüsch- u. Astrachanmäntel früher bis 55.« 89.« 129.« Ä. 26.- 39.- 62.- Herrensloi !-. Sporl-, semfiöB, limatüel s ancü Iflr aller- starHsre Ficaren früher bis 14.- 21.- 35.- 59.» 85.- 119.- 135.- 165.- Aufrertanlspr. 5.-?.- 15.- 25.- 46.- 58.- 65.- 79.- Mnz. SommermOnlel froh« u, aaxc. i««.« s?» Wesfmann BERLIN W» MOHREN STR. 37a U-Bahn fpiedPichstadt Ausg-llohrensh. BeOen- Nfinl ei früher bis 15.00, Jetmt 5®® ifioder mBnlel früh, bis 25.00,1 et et IQOO Vewlmiauszug 5. Klasse 33. Preublsch-Süddtullcht Klassen-Lotterle. Ohne Gewähr Nachdruck verbot« 9. Zlehungstag 17. August 1929 8» der Vormlttogszlehung wurden Gewinne über IN M. gezogen s».ivwE, p> saoo an. ,72so isasso 177703 sissos 1« S.swll« PI 3000 M. 10728 23416 68030 100938 201282 202977 969363 26®e»bni« w 2000 M. 1 1 2763 1 31 723 1 96470 223639 237027 265743 961363 264129 290439 296140 364883 374299 389778 44».Wwn« m 1000 92t. 10767 49497 78674 79355 127246 127768 133279 142149 160062 191850 192327 216949 238242 269856 271352 276263 278237 326171 335555 341331 361885 357609 48•äshm« PI 500 HL 18829 26660 34610 37826 44706 67968 67393 »3483 101164 117816 132687 164207 186391 196776 215730 241216 255648 266544 268119 276025 353171 368381 373213 374414 236®rtBlim, i« 300 911. 6401 7237 7971 0467 0826 19879 20603 23368 24851 26083 29177 29926 32272 32617 38586 41403 43541 46645 49355 60672 62595 62760 55371 59824 62537 62767 63741 65470 68231 68278 75427 77592 85487 92285 98599 103189 104882 107871 108307 112101 115862 117538 118498 120130 122425 125005 128823 133120 135077 136798 138466 146294 147859 166093 159185 169669 160661 168829 166992 173110 178893 180889 181209183721 187628 193142 200407 201128 206059 210406 213176 214742 21 7655 218336 220138 221140 223631 231882 235992 245363 247975 251064 267159 257428 257588 266061 268406 268769 270162 271819 271962 274981 276429 275537 279069 283090 284461 286880 291864 300550 SOI 218 304845 305819 313936 315294 329392 332433 333689 334647 351548 354267 368751 877381 384246 386929 389398 390564 394297 8n der Nachniittogszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 eMrtsM m 5000 an. 124269 129476 8»«wkm, IS 3000 an. 4066 209138 212400 382039 1 6 atnrtns, is 2000 AB. 23268 260386 266807 311543 338408 9fv4Q40 3Q43<10 24»MiUmia 1000<32. 6080 61868 112470 138177 141698 143708 184997 267320 287085 308412 380272 388597 74»etoinnt ,» 500 M. 6512 11412 15396 20933 23183 35684 50159 82604 93919 106534 II 091 7 148533 157980 167603 169843 180130 192536 224600 2304 II 250086 250657 254364 290220 300229 312865 316116 319043 320679 332472 360676 366612 366931 371479 372379 390438 394432 396277 190»ttctniu n 300 M. 7471 16354 18112 24374 24681 26733 30001 89448 42722 46272 46937 47097 48373 68362 68807 66259 78368 83019 191058 94345 95072 100617 104151 107477 108439 115961 116649 117428 120176 122858 128206 128579 128674 140213161659 167594 158722 165981 168000 168522 171662 174204 174227 177252 186827 190336 217466 218987 221663 226065 235879 239298 246478 253516 266128 266132 266459 266743 266832 257388 269692 260583 261669 263843 264742 264979 265447 267978 268573 268861 270617 277336 279119 279738 261048 281320 282986 283665 300140 301503 309968 318810 319871 830445 338290 340764 350386 353473 366258 872174 375976 380428 891231 891906 893666 397491 399242?S9S06 Im Tewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 3 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 800000, 2 zu je 200000, 2 zu (e 100000, 4 zu je 75000, 4 zu je 60000, 4 zu Je 25000, 74 zu' ------—■- m 10000, 102 ,o je 6000, 204 zu je 8000, 650 zu je 1000, 8330 zu je 500, 7998 zu je 800 M. 2000, 1458 zu i: Denndier Meiallarlieiter-MDil Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige. Den SMitflliebern?ur Nachricht, daß unser itollrgc, der Maschmenarde'ler Kermsam Baier (leb. 24 Mal 1876, am 45. August gestorben ist. Die Einäscherung findet am Diene- lag, dem 20, August, 13 Uhr. im Krematorium Derichtstrahe statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nackruk. Am 13. August starb unser Kollege, der Echleiser BerMsan Lanier geb. 2. Dezember 1885. Die Einäscherung hat dereit» stattgesunden, Ehre ihrem Andentenl VI« OtfsoectoaUnng. !e>«ei MIMn-Meio Achtung I AoMungl Dienstag, den 20. Vagufl, abends I Ahr, in den„Slnöteas-jcflfälen' KnCreasflrahe 21 eranchenversammiung der Klempner Tagesordnung! L Der Abwehrstreit der Bau-, Gas- und Wastertlempner. 2. Verbands- und Branchenangelegen- heilen. Kollegen ans der Werlstatt! Zeigt durch Euer Erscheinen tn der Versammlung,»ah Ihr volle Solidarilät mir den Etteilenden übt, daß Ihr gewillt seid, den Abwehr- tampf voll und ganz zu unterstützen. Die streitenden Kollegen mstfien die Versamm luna ebenfall» zahlreich besuchen. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt. Dienstag, den 20. Ananft, nachm. 4V: Ahr, in Stoalhs Aereinshaus, Statther Strafte 128 Brenchen-uersammiung aller in denHundenschleitereien ttescnattiGten Kollegen und Kolleginnen Tagesordnung: 1. Bericht von den Lohnverhandlungen 2. Diskusfion. Mitgliedsbuch legitimiert. Alle Kollegen und Kolleginnen sind ver- pflichtet, zu ersche-nen. Dienstag, den 20. Uugnfl, nachm. 5V} Ahr. In Ewalds Vereinshaus, StaNfter Strafte 126 Brancnen-ifersammiung der Metaeidrücher und Pollerer Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Perdandsangelegenheiten und Verschiedenes. Wege» der Wichtigteit der Tages- vrdnung erwarten wir, daß alle Kollegen erscheinen. Die Vertrauensleute sind ver- pflichtet, sllr einen guten Besuch Sorge zu trage». walilkOrper- Versammlung der arbeitslosen Mitglieder TvahNArp-r I. Dienstag, den 20. Angnft, norm. 11 Vi Ahr, im Sitzungssaal des verbandshanses,cin,enstrafte 83/86: Bau- und Werkstatttlcmpncr. Anker Kesselschmiede, Kupferschmiede, Wagen und Husschmiede. wahItSrper II. Mittwoch, den 21.«ngnst, norm 11 Vi Ahr, Im Sitzungssaal des verbandshanfes. Llnienftr. 88/85: Elsen- und KonstruNionsschlosser,«nto-, Maschinen-, Bau-, Schwarzblech- und Karosserieschlosser. Tag esordnung: Wahl der Delegierten zur General- Versammlung am 2. September 1929. Zutritt haben nur diejenigen Mitglieder, die im Verbandsbuch die Beruisdezeich- nung haben, für welche die Versamm- lunoen aufgerufen sind. Ohne Mitgliedsbuch und Arbeitslosen- karte keinen Zutritt. 5flieipisn unserer ftaltncodleiinng. 3n der Woche vom 19. dt» 25. August: 1. Verirrte Jugend. 2. Kristalle des Lebens(mit Vortrag). S. Humoreske. In der Woche vom 2«. August bis l.Sept.: l. Sturm über Asien. 2. Was uns die Kaffeebohne erzählt. 8. Humoreske. In der Woche vom 2. bis 8. September: t. Ein Grab am Nordpol. 2. Das selbstiälige Kraftwerk. 2. 19 Jahre Vollsstaat. 4. Humoreske. Zu der Woche vom 9. bis 45. September: l. Zuchthaus. 2. Serstellung von Rohseide. 3. Humoreske. Anfragen wegen Ueberlassung und Besuch der AbieUung sind lelephontsch oder schrift- lich an die Kulturabteilung(Bureau, Liuieustr. 83/85, Zimmer 20) zu richten. Die OrisverwaliungS. WMie nadi Gewidii! Dampiwäsdierei HerKBr/ Berlin 0112 FranKfoiler Allee 301— Fernspr.: Andreas 2820 Inn. And- Badimann HfldUed der SPD. Das leudiiete mir ein, und ohne lange zu /ade ein, entschloß ich mich, eine Parzelle zu kaufen. Meine Bedingungen waren: Gesunde Luft, keine stundenlangen aufreibenden Fahrten und tragbare Zahlungsbedingungen. Ich hßrie, fragte, suchte, u. nur die war imstande, meinen Ansprächen in der denkbar günstigsten Weise gereht zu werden. Der Boba mahi es keiner so leiht nah, die hat selbst rihtig eingekauft, und die Interessenten sind die Nutznießer. Darum; Wählen auh Sie die 9f Boba-Pserzeile Cd Birkenwerder: Havelbad Borgsdorf-Oranienborg: Borgsdorf: Oranienburg: Alt-Glienicke: Zwei herrliche Naturbäder am Ort, Parzellen in bester Lage, 12 Min. ab Bahnhof, Waidmngehung, qm ab RM 2.20. Auskunft Restaurant Gesellschaftshaus, Hauptstraße 99. Das schönste Bade- und Wassersportidyll. Reizvollste Umgebung, Bootssteg- und Baderecht für jeden Käufer, freier Zugang zum Wasser, qm ab RM 1.50. Auskunft Restaurant Waldesruh, Berliner Chaussee an der Havelbrtlcke. Bei Birkenwerder, Bauparzellen am Hochwald, i/j Minute vom Bahnhof, äußerst billig. Auskunft Restaur.„Weißer Hirsch". Vertreter auch wochentags von 2 bis 7 Uhr anwesend. Berliner Chaussee bis zum Kanal, Gartenboden, Obstbaurabestand, Wasserfront. Quadratmeter von 90 Pf. an. Auskunft auf dem Terrain Friedenberger, Berliner Chaussee 11. Bei Adlershof. Bauparzellen, ganz erstklassige Lage, konkurrenzlos billig. Line Minute von dorStraßenbahn entfernt. Prima Lehmboden. Ausk. Restaur. Ebel, Kirchplatz. Straßenbahn 84, auch wochentags von 2 bis 7 Uhr. BOBA- BODEN■ U. BAUGESELLSCHAFT M.B. H. Berlin SW M» FriedrichstraSe 43. Telephon! Dönhoff 8114 und 8287 Allen Freunden und Bekannten die traurig« Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter Rsrgsretde IMowills nach langem, schwerem Leiden am 16. August 1929 verstorben ist. Dies zeige» tiefbetriidt an krltr VVochowin» Hildegard Wadiovini Alt-Moabit 106. Die Trauerseier findet am Mittwoch. dem 2t. August. 5V, Uhr nachmittags, im Krematorium Gerickitslraße statt Duntsagnng Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Kalo- nisten der Kolonie„Morgengrauen" sowie den Mietern dbs HausesChauffee- straße 27 unseren herzlichsten Dank Maricndsrs, den 17. August>929. Stau Berta husche nebst Tochter und Schwiegersohn pro qm Berliner hier KSnnt Ihr siedeln! Wir öerfaitfen unsere Parzellen jchon bei klelmier Anzahlim� gegen 60 monatsreten>» Michendorf Mitten, ab Wannsee 7.42, 8i2, 9.42. 10.42. tU2, 12.12 usw. stündl., direkt am Dauerwald, unweit herrUcber Seen, Bau» erlaubnis. kein Bauzwang, elektr. Licht Wasser, VerieMit jed. Dienstag Donnertiad und Sonntag 10 bis 6 Ubr auf dem Gelände in Michendorf Schmerbcrger Strafe 1 5 a(V erkaofslaabe neben der Villa). Steblec- karte 30 Pf. Preis; nur 2.- Mb. Großbeeren kein Bauzwang, Gas Waffer u. elekir. Luyl vor» banden. Autobus ab Lichter- felde-Ost 745. 845, 19.15 usw. IV, stdl. oder Anhalter Dahn. Verkanf Jeden Mittwoch nnd Sonntag 10 dl» 6 Uhr in Grobbecren, Restaurant Laub e. n.d. Pott, Frei» p. qm 2.50 M. oh. Ausnah. Oranienburo 0tfleteO«n l SsTfpiö® beliebtet«. Marke 2.T mif Kleinen Schonhafsfehlem CQ35Ox«O«cqut.Ufet685rjti390.- co 350. 520 765- 412: coA 00.520•• 875.- 485.- caJSO.TOO,--1050.- 490.- ItWKMW!«»W»W» WWWMSe caTtOtZiß Co 200.320 Ereigni« de» Jähret! �ichßl n.c.____ l Ä"n Ditt/a nd�ck�.n Halbsfo reslxf'"�"/ yu.welft Fcm'-u.OrObnler i,„2?lcf,rfSfT( B«!h/oplaqcn •« S-J-3- lOjf.*•ca6�»1�Sbt«.h MinW»»»« StA* ca 250.3?0'" 300,-£10- c�«o�«8j£78.. pon�ftw0ckÄonssh)Ff8 Hoüpennps.travers gesteift-1 ftr ndonHiren IOOu.110 br. Mh- 1.3' ca66.1ä5oiih.Minatsr- ftßC »«rkaufspreii 20.- jtfefj#.05 ßs�unjpandunqwi tun. ca»p*350 u.- rfaq«ncä'65«li5 m/?«?nmb Oern.MustePbis.Mindesrver.«« koufsoreisiJJ.- ier.p /?.- Diwandecken MokeH.Markenfabrikafe.modernc huster.requl Pren W.soicfzl-JQ?5 v�jllmokettallerbastes Martenfabn. Korea 100.300 reg.Preisgs-.letztCT' moderne u SHimuster.ieiiÄ-ei.!?,'5'K°C«>.i( seganzrlanaorbeirteiiwoeiveof SJ?�"/, Zimmer, Küche, massive Landhäuser mit Z>/> Zimmer, Küche, Bad, Erker, Diele, großem Keller und Zentralheizung gebaut. Rest zu 8 Prozent Zinsen auf 12 Jahre anMndbar. ZEPERNICK das Landhaasparadies des Berliner Nordens. S ch nellb ahn strecke Bernau, 10 Minuten- Verkehr, 15 Pfennig Siedlerkarte. 25 Minuten Fahrzeit.— Par-zellen von 600—1500 qm tiefgründiger, kulturreicher Lehmboden 8 Minuten vom Bahnhof, qm von Mk. 1.20 an. Ohne Anzahlung, Kleine Monatsraten. Wasserleitung, Gas, elektrisch vorhanden. Sofortige Auflassung und Bauerlaubnis, kein Bauzwang. keine Wertruwachssteuer.— Verkauf wochentags 11—7 Uhr, Sonn- und Feiertags 9—7 Uhr im Gasthof Bindernagel, Zepernick. C. H e i n z e I& Co., Berlin W. 8 Friedricfasirage 158, Ecke Unier den Linden. Sammelnammer: Zentrum 6513. fV Stadt— Land •ft Arbeitsgemeinschan für Wohnungsbau angeschlossen: „Stadt und Land" „Neimstatt" G. m. b. II. G. m, b. N (Wohnungssparverein" e. G. m. b. H. Wii bauen nnd vermieten zur Zeit 800 Ulohnungen in Neuenhagen bei Hoppegarten, Johannisthal, Lichtenberg-Fried- richsfeide, Mariendorf a) Wohnungen ohne Wohnberechtigungsschein von Stube mifc Kochnische(Ledigenwohnungen) von 45 Rmk. an bis 110 Krale. b) Wohnungen mit Wohnberechligungsschein v. 50 Rmk. an. In der Eigenheimsiedlung„Gruner Winkel" in Keuen- hagen können aulier Mietwohnungen auch R infam ilien- häuser käuflich erworben werden. Keine verlorenen Bauzuschiisse. Auskünfte und Druckschriften durch die Geschäftsstelle Breite Sir. 36. Fernruf E2. Kupfergranen 3831. Bureaustun Jen von 9—5 Uhr. Sonnabends bis!Z Uhr. Montag, Dienstag, Mittwoch ,.'�t Die drei ScßiuWe unseres Saison«Ausverkaufs Das Haus._ für orrosse Weiten. fassen noch einmal, wie in einem Brennspiegel zusammen, was wir in dieser Zeit für unsere Kundschaft geleistet haben: 1 groi3. Posten hocheleganter Jb i Das riesenhafte Lager � � Potln �r\ 49: WMritisanleH—5—98 Au�ergewöhnlidi gut e Waren zu verblüffend billigen Preisen. Nutzen Sie diese letzten Tage zu Einkaufen, deren enorme Vorteile Ihnen sonst entgehen würden! Wü-PHiM dl« grofle Mode der Saison sxua* Ein großer Posten hocheleganter farbiger a. schwarzer l-Gmltl-IIMel auf feinem Futter IrtMt cur enthalt eine unübersehbare Auswahl von einfachen bis zu den elegantesten mit und ohne Pelz zu so niedrigen Ansnalunenrelsen dab Jede Dame diese seltene Gelegenheit ausnutzen sollte. Ein großer Posten Mm. Herr.-BaieiiiäDtßl'li uus vorzüglichen K echtfarb. Krfinsel- etolT.jicCirt n»r 12.- Bio sehr groser Posten vornehmer reinwollener Charmclainc-Mantcl für Herbei und UebergaoR, leilwelfe auf Crepe de Cd lue- und anderem eleganten Futter, auch in den größleo Welten............ Icitmt aar Ein groser Posten bocheietaiiler Gesellschafts-Kleidcr aus reinseidenem Georgette oder Spitzen und anderen wundervollen fitoffen, die am Lager etwa« gelitten haben................... mar 2* Ein$ro8er Posten ganz auf Plaidfntier iotfstf nn Ein ungeheuer groß. Posten karierter imprägnierter kunstseidener ?&e£.Ffi§*atfefl auch in groben Wellen I 20: Ein großer Potte« rchudda telard-o.Crep* fleCiiiHcülclficr in modern, schönen Mustern ledst Bour Ein«ehr großer Posfcn prächtiger reinwollener HusseiM-iüctder auch in den«llerdrt�te« Fraacmweiien$mtmt WUOW 18 BS Ein groger Posten hocbeleganf er handgeiückier BulOarenkiiisen o_ .r ÖS aus feinem Voile feedetf nnv E-'n großer Festen reinwollener Musselin• Monw&e in den grasten Fraocnwclten irsitxl nur Ein grochcr Posten BoduBMcrne relcwocose relmü. SMWM StrlckBHllafer tu. lang. Ärmeln Jetzt nur Ärmeln Jetzt nur t mit langen Acrmelii, • ietzfl aar.... Ein bedeofcBd. Posten pr&dbi. KV�IflRffV au« WoHe,WolL georgei� u. ixh n- lichcn schönen Stoßen, in drei Serien: pj totM* raaerÄ V»" 1 Sn" M Ein gr. PosL waxtderschGner Einsegnungs- Kleider ledag i Ii Ein groh. Posl. wtmderschön. Ulbcr- Kostüme gangs- für Sport fa pi iemo« 2s.- 2®.« 15: wm 1 kaf !>f u :-4 k-'H. \i l'' h tri iSii i.'-q •«?Z :>zj r-w : T* ?. :'-»W !-Ä i'i rz Fi? x :-»l •'�5 e £-Va : i» iÄ V? « � j( ? x i'i ?i'.?z eX i< **4 W Gross9h�sten Kleider bedraclrter Japonaeide............. Etück Jetzt Kleider 1Z aus reiner Wolle................ Stück ietst S Namen- Nekletdung �»Kleider 19 aus Yeloutine und reiner Wolle, Stück Jet*t■ Wr �äsoi Mäntel sä IQ75 BT � guter herrenstollartlg. Qualität, Stück Jet*t® f Mäntel ä""2950 irpfBltert. trOher Stück bla 09,00, Jetzt Kleider. � �75 und schüme Mnater................. Stück Jetzt g Übä W ÄV Lps I lr f i ü 1®® � b�lx!H.T!..T�6r;r V I � ä 50 Damezs VSu5en Jlli?iP07 Panama, gate QaallUt.... Stück Jetzt di Luiriberiak �".�.'..�..ä j�tf 75 AM tO Tri cot Charmeuse« früher bis 13,75, Stück Jctst* PlIjlOilßF reine Wolle, moderne Ausführung..... früher bis 23,50, Stück jetxt MeDwMM 7infp!tnfhPrc"p« a' chine kr-wc» Ml;'kCllUlliCi Seide), viele hübsche öf)5 Muster,(zum Teil mit kleinen Fehlern), Stück«S UOllS-FlChü rnnJ-EpT� garniert, mit Zierkn. besetzt, Stck. ennee SpU«, gg� KZ BMWKR-WÄßGe T räserhemöwn sä 1° Eybi-Nashlhamsäen s JS45 i tp,> i UrtiSC FJlU,, For. )£ä"i=lcSpitzeiiEa™i,mD,,SW. Sportsürtei jä«. l85 Frottierhandtücher ok Jacquardmaster.................................. Stück M«dsv-Msidtzms hübsche Verarbeitung, für 2—8 Jahre..... Stück Jetzt 193 Rinder-Kleider Hddclien-Rleider säms» 3" Hddchen-Rlelder»,»»<«, 6M gute Vcrarbeitnng, für 5—12 Jahre........ Stück jetzt BdcKEIsch-Kleider. und Volle, sehr hflbsobe Veraxbettmc Btüsk Jetzt r PL t- tmä&MPs* i-»- Taschentücher Renen-Taschenttltlier— bunt kariert......... früher bli 35 PI, Stück Jetzt■ ��Pl Dnmcn-Insthenlflctier■; «nd farbiger Hikelkaate, trüb. Ma SB PL, Stück Jetzt 8» WPL Damen-Strooipiei Mako oder künstliche' Seide........... Paar. DasssD-SlrülDPiB künstliche Waschseide od. Seidenflor.......... Paar J Sevven-Avtttel Oberhemden 59a 75 .Jetzt i Popeline, dnrebgeh, in. Eraatz-£ maiU:elL,trab.St.bh9, 50, Jetzt W 50PL aus modemer rauhhaariger Filzqualität nur kleidsame Glocken, In modischen Farben...... Stück Damen-Wnle i% reine Seid,„der Lemberg (künntliche Seide)..Paar J f FÄSwaf 1« Oberhemden E Mako> �'ack, Kläppchen und Stehumlege- V�WB kragen, moderne Formen......... Stück Selbstbinder c�ämä SS Nachthemden 2" Nachthemden früher Stück bis 0,50........................... Jetzt 490[ Teisoiaseu UnterziehschlüpferBiumwü'8tücnk65pf Damen-Schlüpfer&t,.e.,.d.e.b� l35 UnterkIelder,ÄeV??bÄerÄ245 far Danien' Kunstseide, mit Spitzen- Jj SO WiniJtCl garnierung, schöne Farben..... Stück*# Einsatzhemdengem��K«; l95 Herren-Garnituren Äb.."™� 450 Heveen- NeAsidung l«i?7�es 8truzo. �u-ndvrplzh. Fruidortn'>II«a ViliMrtderlar Stram, BtlU-ÄIIIince-StrttM Anzüse � �äST*0 mod,Tns Maitcr, feste Qualitäten, 1- IdhM�C. und 2retblg« Peeeon....... Stück Jetzt All9SI«e elegante Verarbeitung, a T. Original MII&UJSC englische•totfe......... Stück Jetzt tt*9 A mV I||VO Modelle, gute QuaUtlt und Ver-A£00 AüllAIIISCC arboitung.................. Stück Jetet 9w Sportanzüge 56°° Gommermüntet Grosse Posten JIBi ans gnten Qualitäten, moderne Master, enorm billig] Seidenstoffe 1 Waschstoffe Kunstseide mit Baumwolle, f. Mantel- 4 75 «tUlllUlffV u. Jackenfntter.trüh. Mtr.b. 3,90, Jetzt| reine Seide, für Kleider und � 90 Wieohe, früh. Mtr. b. 3,50, Jetzt Alle de sole neue vzuehrnuatez... Metez Jetzt Waschkunslselds«..65� 1' 2" ca. 100 l Mpe de EHlne ääkäiIs 3" Teile cotjc Lreve Georgette reine Seide, für Sjiortklelder, O' früher Meter bla 5,90....... Jetzt«9 M Vollvetle MWeide Bvrdme ErdvedeEHliies! brelL aparte Mnaler.<5 Q Meter Jetzt OO�L Kunstseide m-BaomwoIIe, doppelt- 88 25 breit, nene Muster____ Meter Jetzt| ."Jetee Jetzt 1 Kunetzeide mit Baumwo: oa 120 cm breit.,, unztseld. m,Baumw, apartZj 'Blnmenmuster, Meter Jetzt 95 45 SCEeiderstoffe �eilöeeö l»r das moderne Jumperkleid... Meter 1 Pepellne �cn�...�!�..". �vs WellmuWme i 90 WelltrAe EM-??-�(»««Fari.-P25 Mntelstofse } Dmekmaster........ Meter f Sortiment. ,.T...... Meter 2 ca. ISO— 140 cm breit, Ter- Mfl schiedene Stoff arten...Meter reine Seide, rlele Färb- M 40 frühJitr. Bit 6,50, Jetzt Wöschedntilt— vä» 78« Wellgeergtlte sää«».«,: 185 P rv; y. A> V? LSI W ü »».« t.■*£- tt'A 5'.-.'' K' [Reste und Abschnitte enorm billig] i5» ii.' ...... IM LeipziqerStr. Alexdnderpldtr Frc>nkfur+erAllee.WilmePsdorferS+p. Belle-Ailiance-Stp.Kot+busepDarnin. ßpunne'n S-tr. Andreas Stn Unterhaltung unü AAjssen Sonntag 18. August 1929 t.WMIMJWBMWM——■ mmL: äDeckinalrofe Wer kennt eine Putzjolle, auch Booismannsgig geheißen? Sie unterscheidet sich von der schlanken, achtriemigen Kommandanten- gig dadurch, daß sie weder schlank noch achtriemig ist, sondern plump und zweiriemig. Sie hat vorn und achter je einen Luftkasten, der sie am Untersinken hindert, selbst wenn sie mit Wasser gefüllt ist. Sie bat im Boden einen Pfropsen, der herausgezogen werden kann. Wenn man sie reinigen will, so läßt man sie vollaufen, spundet dann wieder zu und schöpft das Wasser aus. Wer kannte Barbarossa? Ich meine nicht den Kaiser Friedrich l'desam, sondern jenen Seemann, der den Spitznamen zwar si.'btnhundertfünfzig Jahre später, aber auch aus dem Munde des Kriegervolkes bezog. Als ich Barbarossa kennen lernte, stand er Im besten Mannes- alter, war aber seit seinem einundzwanzigsten Lebensjahre noch immer k. k. Deckmatros« vierter Klasse. Es gab eine vierjährige Dienstpflicht und außerdem die Einrichtung, daß einer die Zeit, die »r im Gefängnis zubrachte, nachdienen mußte. Barbarossa diente !o lange, wie Erzvater Jakob um Rahel plus Lea. Dabei war er keine Verbrechernatur. Er zog sich die Strafen entweder in der Trunkenheit zu oder durch seinen Humor. Letzteres etwa so: An einem schönen Sommersonntag hatten wir in Pol« morgens um zehn Uhr bereits M Grad im Schatten. Das Meer war blau wie ein Matrosenkragen und stank nach Hafen und faulem Seetang. Wir standen vorne auf Freideck zur Quartiervisite angetreten. Der Quar- lierführer kommandierte:„Kappen abl Hofen auf! Messer heraus!", damit der herannahende Offizier sich davon überzeugen konnte, ob auch jeder sein Klappmesser, das an einer weißen Schnur um den Hals zu tragen war, besäße, ob die Haare vorschriftsmäßig ge- schnitten seien und die Unterbeinkleider gewaschen. Da, in dieser ge- heiligten Stunde, zu der selbst die Ratten im Kielraum den Schwanz mit den Pfoten präsentierten, geschah es, daß die ganze Schiffs» bemannung so laut lachte, daß der Admiral vom Flaggenschifs mit Handsignal die Frage herüberwinken ließ, ob wir alle total ver- rückt geworden seien. Barbarossa war eine Woche vorher wegen seiner vorschrifts- widrigen Kllnstlermähne bestraft worden. Als heut« nun das Kommando.Kappen ab!" erscholl, zeigte er seinen Besserungswillen dadurch, daß er sich eine Glatze rasiert hatte. Nicht etwa eine Tonsur, nein, im Kranze kurzgeschnittener Haare leuchtete eine richtige Glatze, die im Ausmaß und Gestalt völlig der des ersten Offiziers glich, der ihm die Strafe diktiert hatte, und der eben auf weißen Schuhen, den Säbel aus dem Hüftgelenk um die Beine schlenkernd, auf Freideck herauskam, um das Quartier zu visitieren. Das war ein Gelächter! Oben auf der Brücke stand der Kam- Mandant. Er hielt sich den Bauch und Tränen rannen in seinen ergrauenden Bart. Er ließ Barbarossa zu sich rufen und verlieh ihm«inen Liter Wein und zwei Monate Bordarrest mit je drei Tagen Dunkel al» Einleitung und Abschluß. Dies war Barbarossa. Ich sehe ihn noch heute, nach vollen zwanzig Jahren vor mir, als hätte ich ihn gestern gesehen, wie er, die Pfeife im Munde, in irgendeinem verborgenen Winkel hockte und leidenschaftlich mit einem Kameraden das an Bord verbotene Fingerspiel spielte. Ich höre noch die taktmäßigen Ausrufe seiner stets heiser belegten Stimme:„Trc! Cinque!... Mora!... Duo!" Dies war Barbarossa, stets mit grauer Oelfarbe beschmiert vom Kappenrand bis an die Stiefelspitzen. Denn er war Pfleger eines der wichtigsten Schiffsbestondteile, des Außenbordanstrichs. Solange das Schiff in See war, schlief Barbarossa irgendwo unter Deck. Sobald aber die Ankerkette durch die Klüsen gedonnert hatte, strich er eiligst die Putzjolle, klettert« mit etlichen Farbtöpfen und Pinseln über die Bockspiere und gab sich seiner malerischen Tätigkeit hin. Einmal täglich rief ihn der Bootsmann an und ließ sich von ihm um Außenbord rudern, um zu sehen, an welcher Stelle der Farbpanzer noch eine Verdickung vertrüge. Sonst aber war Barbarossa nächst Gott allein Herr auf seinem Kahne. Er pinselte andächtig und lang- sam mit breiten Strichen und ruderte ob und zu ein paar Schläge � zurück, um die Fernwirkung zu swdieren. ♦ Leutnant Willy von der k. und k. Festungsartillerie kam frisch aus der Kadettenschule zu den Vierrern aus Fort Santa Maddalena. Seine Mutter war eine Tante unseres Navigationsofsiziers und hatte diesem geschrieben, er sollte sich des Jungen annehmen. Deshalb wurde er zu uns an Bord in die Offiztersinesse eingeladen. Er benahm sich für einen Landsoldaten recht manierlich. Er konnte Klavier spielen, so daß unser Schissskurat einmal nicht de,, Fleder« mouswolzer vorzutragen brauchte, den er sonst allnächtlich in einem bestimmten Stadium der Alkoholisierthett von sich zu geben pflegte. Leutnant Willy konnte sogar singen, die anderen sangen mit, und bis I Ilhr nachts widerhallte das Achterschiff von dem damals neuesten S lager:„Manndi, Manndi sei doch net so hart!" Als Leutnant Willy sich gegen 1 ilhr nachts zum Ausbruch ent- schloß, stellte es sich heraus, daß niemand an eine Besärderungs- möglichkeit gedacht hatte. Die Dampfbarke lag mit abgebranntem Kesiel in der Backspiere. Neun Mann Jollbootsbemannung zu weaen, was in solchen Fällen früher üblich gewesen war, hatte der „Alte" verboten. So kam man auf die Idee, die Putzjolle in Dienst 7>l stcl'cn. Da mußte nur Barbarossa geweckt werden, und der war illr ein Viertel Wein noch zu ganz anderen Dingen zu haben, als einen Leutnant an Land zu rudern. Also wurde Barbarossa ausgepurrt und holte sein Fahrzeug nach Achter ans Steuerbootfallreep, das ob solch einer unwürdigen Berührung vor Scham errötete. Durch eine alte Bootsflagge wurde der Hintere Luftkasten der Pntzjollc zum üppigen Sitz umgestaltet, der Wall tunterofsizier flötete den Bootspsiff, Leutnant Willy stieg c n, der Wachlkadclt rief„Abstoßen!" und salutierte. Alles wäre gut gegangen, wenn nicht Leutnant Willy sich, als sie etwa hundert Meter vom Schiff entfernt waren, plötzlich seiner junge» Offizierswürde erinnert hätte:„Sie, warum haben'» mich denn eigentlich net grüßt? Das is mir oufg'fall'n, Sic!" Barbarossa hotte mit Recht darauf hinweisen können, daß er laut Dienstreglement als riemenführende Bootsbemannung keine Einzelehrenbezeugung zu leisten habe. Wenn er wollte, so sprach er auch hinlänglich deutsch, um die Ausklärung zu geben. Da er aber nicht wollte, erteilte er in der wohlklingenden Sprache Dantes seinem Gegenüber den Not, einen alten Seemann nicht zu behelligen. Leutnant Willy wiederum verstand kein Wort italienisch. Er nahm die hastig hervorgestoßenen Wort« als einen Entschuldigungs- versuch und äußerte überlegen: ffiarbaroSfa „Das glaub ich auch! Wissen's, ich Hütt net schlecht Lust, Sie zum Rapport zu schicken. Mir is nur die Schererei z'viel, aber Sie könnten an einen kommen, der net so gutmütig is, wie ich." Barbarossa erwiderte nichts mehr, aber er wütete innerlich. Sein nackter Fuß stieß zufällig an den Putzpfropscn des Bootes, und sofort war sein Racheplan entworfen. Mit seinen affenartigen Greiszehen packte er den Spund, lockerte ihn und ließ langsam See- wasser ins Boot dringen. Nach einer Weile sagte der Leutnant: „Sie! Mir scheint, das is Wasser da im Boot!" „Axzua? Si Signore!" „Ist denn das Boot leck?" „dkm capisco, Signore!" „Ob ein Leck im Boot ist?" „Leck? Leck? Non capisco, Signore." „Ob das Schinakel a Loch hat, Herrgott noch einmal!" „Una busca? Si Signore, eh Signore!" „Ja, was machen wir denn da?" „dlo so, Signore. Andaremo a fondo mi dico." Und er wies mit dem Haupt seitlich hinab nach dem kühlen Grunde des Meeres. Wohl wußte er, daß sein Boot auch in gänzlich vollgelaufenem Zustand vermöge der Lustbehälter nicht sinken könne. Die» Wissen aber behielt er für sich und begnügte sich damit, daß der andere es nicht wußte. „Sie! Können's net a bißl schneller rudern?" „Vogo, eh vogo Signore. Vedete che vogol* Und er legte sich mächtig in die Riemen, nicht ohne den Spund neuerdings zu lockern. Das Wasier stieg an den champagnerfarbenen Hosen des Offiziers empor. Da erinnerte er sich aus der Robinsonlektüre seiner Jugend, daß man in solchen Fällen all« Mann an die Pumpen stellen müsse, und begann, mit seiner hohen Schirmmütze— man trug damals gerade solch« von mindestens drei Liter Hohlmaß— das JCebensleitworle Sich nichts gefallen lassen, aber nachgeben können. Aufrichtig sein, aber mit Zurückhaltung. * Dem Vergangenen treu bleiben, ohne zu klagen; auf die Zukunft hoffen, ohne ihr zu trauen. Milligramm, der tausendste Teil eines Gramms fünfmal. Alle auf chre„schlanke Linie" stolzen Leserinnen wucherten mit diesem Erbschatze zehnmilliardenfach, wenn sie den Kaloriengehatt ihrer Ernährung so zu regeln vermochten, daß sie bei der nächsten Wögekontrolle befriedigt ein �Körpergewicht von 50 Kilogramm, netto, feststellen können. Die Angehörigen des männlichen Geschlechts find in dieser Hinsicht in der Regel die„schweren Jungen", sind sie doch bei einem durchschnittlichen Körpergewicht von 75 Kilogramm fünf» zehnmilliardenfach« Wucherer. Winzige Gebilde von Kugelform sind menschliche Eizellen, etwa 0,2 Millimeter im Durchschnitt messend, kleiner als eine Stecknadel- kuppe, mit unbewaffnetem Auge gerade noch als feines weißes Pünktchen erkennbar. Noch viel winziger, kaum den 500 000. Teil vom Rauminhalt einer Eizelle besitzend, sind die männlichen Samen- sadenzellen. Und das Gewicht beider bei der Befruchtung sich ver- einenden Keimzellen beträgt ungefähr°/>, wütig, unendlich riesenhaft, id) stöhnte, verlor jähen Schweiß. Da, als der sdmablig« Kops schon»ach mir hackte— sah ich plötzlich Farben, kreisende Farben, wie id) sie seither immer sehe; damals rotierten sie um ihn wie ein Rad, das sein Grau zermalmte; er taumelte, versank langsam in die Farben, sein Untiergesicht war traurig und betrunken, ich vergaß es lange nicht... Aber die Farben waren Gott, sie bekamen einen feuchten Glanz: ich weinte... Nach diesem Mend tani der milde Des nur zuweilen noch wieder als eine Art Spukgeist wie etwa Rübezahl'und starb end- gültig zugleich mit ddm Märchenglauben. Der Bibelspruch tauchte wieder auf, ich konnte ihn richtig lesen:„Das ist der Wä'e de?.." ich war ganz gut mit dem wilden Des ausgekommen, aber nun mar es ja klar, daß er ein Mißverständnis gewesen war. Ein Mißverständnis und der Gott meines siinsten Lebensjahres. Alexander v. Sacher- Wafoch: 3He unbekannte 3 er m* Die Gegenwart trägt uns. Si« ist ein großes Schiff und gleitet still, gleichmäßig, unaufhaltsam über das Meer Zeit. Unbekannte, ferne Inseln winken und kommen näher aus der Richtung der Fahrt, deren Ziel niemand kennt. Aber das Schiff hat viele Stürme be- standen, ist in vielen Häfen vor Anker gegangen und wir, die Ma- trafen, halten unseren gespannten Blick immer voraus und find leicht geneigt, das uns Bekannte, das Gesehene und Erforschte zu ver- gessen, das Erworbene zu vcrleugnnen, weil unsere Herzen für das Unerforschte, Unbekannte schlagen. Das war immer so. Denn das Schiff Gegenwart wechselt unentwegt seine Bemannung. Biel« waren vor uns und viele werden nach uns kommen, denn die Fahrt ist lang. Wir haben viel getan, weil wir Eile haben. Die Technik be- herrscht unsere Epoche. Wir sind aufgeklärt. Zwar reicht unser Blick nicht weit über die Erde hinaus, auf der wir leben, aber dafür gibt es auch hier kaum noch geographische Geheimnisse für uns. Der Nordpol und die Antarktis haben ihre Jahrtausende alten Siegel ge» last. Man ist in jüngster Zeit mit Flugzeugen zu diesen geheimnis- vallsten Punkten der Erde vorgedrungen und unseren Söhnen werden vielleicht schon andere, noch vollkommener« Mittel zur Verfügung stehen. Die kühnen und abenteuerlustigen Wikinger, die Borfahren d«r Norweger, drangen auf ihren Kreuz- und Oucrfahrten weit nach Norden vor und wir können mit Sicherheit anehmen, daß viele von ihnen die Packeisgrenge erreichten. Aber das war nicht immer so. Ilm 1040 n. Ehr. unternahmen einige adlige Friesen auf einem kleinen Segler die erste Nordpolexpedition, von der wir geschichtlich Kunde hoben. Das Schiff war eine sogenannte Kogge, in feinem Bau einer Nußschale ähnlich, dessen einziger Mast ein einfaches, viereckiges Segel führte. Wir wissen jedoch nichts Näheres über diese Fahrten der Vorzeit. Die wenigen Anhaltspunkte, die wir haben, sind ungenau und die kühnen Taten dieser Männer winken uns nur schattenhaft entgegen aus der großen Ferne. Nach der Wikingerzeit verstrichen mehrere Jahrhunderte, ohne daß fernere Versuche, in die Polargegenden vorzudringen, unternommen wur- dn. Erst um die Mitte des Jahrtausends, als die Spanier und Portugiesen vor allen anderen Völkern auszogen, um bisher unbc- kannte Welten auszusuchen, dachte man wieder an das Land des ewigen Eises. Holland und England waren durch die Kolonialerfolge der zwei letztgenannten Nationen neiderfüllt. Der Osten und Westen gehörte Portugal und Spanien. So richteten die Holländer und Engländer ihr Augenmerk auf den Norden. Ein ungeheurer Wall versperrte das Polareis den Weg zum Pol. Aber die Gefahr lockte. Gelang«s, einen Weg durch das Packeis nach Norden über das Polareis zu erschließen, etwa nach China oder Japan, welch unge- ahnte Möglichkeiten boten sich dann den holländischen und englischen Reedern! Gleichzeitig wäre auch ein nationaler Sieg über die Portugiesen und Spanier errungen. So entstand der Gedanke der Nordwest- und Nordostdurchfahrt. England tat den ersten Schritt. Eine Gesellschaft Londoner Kauf- lcnte rüstete die Schisse„Bona Esperanca",„Bona Confidentia" und„Edvard Bonaventure" aus. Die Schiffe wurden befehligt vom kühnen General Sir Hugh Willoughby. Die Ausfahrt erfolgte im Frühling des Jahres IZ-zZ. Zwei der Schiffe wurden unter Füh- rung des Generals abgetrieben und gerieten auf der Kolahalbinsel in den Polarwinter. Die gesamte Besatzung erlag einer Seuche. Ein trauriger Anfang. Das dritte Schiff jedoch.„Edvard Bona- venture", unter dem Befehl Richard Chancellors, das in einen fürchterlichen Sturm geriet und von den anderen getrennt wurde, gelangte nach Bardö. Chancellor beschloß ein Abenteuer auf eigene Faust und wollte die Schiffahrtsstraße ins Weiße Meer aufsuchen, eine seit langem bestehende Handelsstraße zwischen Norwegen und Rußland. Er drang bis zur Dwina vor und erreichte Moskau, wo er den Zaren Iwan den Schrecklichen aufsuchte. Nach einer abenteuerlichen Rückfahrt kam er im Sommer des folgenden Jahres nach England zurück mit einem Brief des Zaren in der Tasche. Das war ein großer Erfolg für England. Die neue Straße bot ungeahnte Absatzmöglichkeiten für den Handel. Die britische Flotte, die bis vor kurzem nur fünf Schiffe von über hundert Tonnen befaß, nahm einen unerhörten Aufschwung. Bald war Englands Flotte in der Reihe der anderen Seemächte ein zählender Faktor. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Der Abenteurergeist und der unerschrockene Mut eines einzelnen Mannes und die Tllch- tigkeit der„Edvard Bonaventure" und ihrer Besatzung haben Eng- lands Seemacht begründet. 1ZS4 wurde Nowasa Semlja von Wilhelm Barents entdeckt. Er focht unerbittliche Kämpfe mit dem Packeis und erreichte Spitz- bergen und die Bäreninsel. Er starb den Polartod, wurde von der Polarkrankheit Skorbut dahingerafft, und seine Hütte wurde erst 1871, also fast 300 Jahre später, aufgefunden. Die Nordwestdurch- fahrt versuchte der Brite Martin Frohisber schon 1575, konnte jedoch nicht weit vordringen, da das vereiste Meer immer wieder ein un- llberwindliches Hindernis bot. Im Osten war es anders. Hier half der Golfstrom mit. Im Sommer war das Meer bis weit in den Norden hinauf eisfrei und befahrbar. Die Zeit verging. England hatte die Vorherrschaft unter den Seemächten errungen. Die Fahrt zum Pol war kein Handels- Problem mehr. Sie wurde das Ziel der Entdecker. An Stelle der Machtfrage trat die Frage ernster Forschung. Der österreichisch- ungarische Kreuzer„Tegetthofs" ftihr 1872 aus. um sich in dos Packeis einfrieren zu lassen, und so die Zeit der Schneeschmelze un- bebindert für die Fahrt nach Norden ausnutzen zu können. Das Schiff trieb mit dem Eis zuerst nach Nordost, dann nach West und gelangte in eine Polarnähe von 82 Grad 5 Minuten. Franz-Josephs- Land wurde entdeckt. Das Schiff war verloren, aber die Besatzung kehrte noch zwei Jahren auf Booten und Schlitten heim. Kurz nachher wurde die Nordostdurchfahrt durch Nordenskjöld ge- funden, der 1875 bis zum Jcnisseifluß vordrang, 1873 das Karisch« Meer mit einem großen Bogen nach Süden durchfuhr, nm. wie die „Tegetthoff", noch Westen abgetrieben zu werden. Die Nordostdurch- fabrt erwies sich als durchaus ungeeignet zur Handelsschiffahrt. 1879 sandte der amerikgjiische Zeitungsmann Gordon Bennett ein Schiff, die„Jeonnetie", das von der gleichen westlichen Strömung erfaßt wurde wie die„Tegetthofs". Dieses Schiff sollte ursprünglich Nordenskjöld zur Hilfe eilen. Dieser war jedoch inzwischen heimgekehrt und so beschloß der Führer der„Jeanncttc", Kapitän de Long, auf eigene Faust zum Nordpol vorzustoßen. Nach zwei Jahren schwerer und erfolgloser Fahrt ging das Schiff vor den neu- sibirischen Inseln unter. Einzelne Schiffsplanken der„Jeannette" wurden drei Jahre fpäter an der südlichen Spitze Grönlands ange- trieben. Das traurige Schicksal der Jeanette hatte zur Folge, daß später der berühmte Polarforscher Fridtjof Nansen, in der Absicht, aus der Not«ine Tugend zu machen, die geheimnisvolle Wcstströmung für seinen Plan, zum Pol zu gelangen, ausnutzte. Er war der Meinung, mit seinem Schiff„Fram"(Vorwärts), nur genügend weit nach Norden halten zu müssen, um von der Strömung zum Pol getrieben zu werden. Zwei Jahre lang irrte er kreuz und quer zwischen dem Treibeis umher. 1895 verließ er das Schiff und drang mit Leutnant Johannfen bis zum 86 Grad 14 Minuten nördl. Länge vor. Von hier mußten sie zurückkehren und trafen in Franz-Josephs- Land 1896 unerwartet den Engländer Jackson. Die„Fram" selbst gelangt« glücklich in das eisfreie Meer. 1899 wurde Nansens Rekord durch den Herzog der Abruzzen gebrochen. Seine Expedition gelangte bis 36 Grad 35 Minuten nördl. Länge. Die Nordwestdurchfahrt hatte bereits im Jahre 1845 John Franklin bezwungen, dessen Expedition, bestehend aus 135 Mann, im König-Wilhelms-Land mit Mann und Maus umkam. Roald Amundfen war der erste, d«r die ganze Strecke auf dem Schiff„Maud" durchfahren hat, und die Möglichkeit der Nordwest- durchfahrt einwandfrei feststellte. Den Nordpol erreichte als erster der Amerikaner P e o r y am 6. April 1909. Der Widerstand, den der Nordpol den Entdeckern leistete, war groß. Dennoch reichte er nicht an die Hartnäckigkeit heran, mit der der Südpol sich den Forschern widersetzte. Das Festland Antarktis liegt genau im südlichen Polarkreis zwischen ungeheuren Meeren. Bis zum Beginn des neunzehnten Jahrhunderts wußte man lloer- haupt nichts von feiner Existenz. Hier gibt es, während man im Norden noch im Franz-Jofephs-Land und Spitzbergen Wild und eine üppige Polarflora vorfindet, kein Leben. Diese Gegenden schlafen den gewaltigen, durch nichts unterbrochenen Schlaf des Todes. Die Forscher waren gezwungen, mit den Schiffen möglichst weit vor-- zudringen und konnten sich zur Erhaltung ihres Lebens nur des mitgebrachten Proviants bedienen. Aber auch der Südpol wurde »ach vielen Opfern am 14. Dezember 1911 von Amundfen be- treten. Diese Fahrten fallen in die neuere Zeit und obwohl diese Männer Heldenhaftes und Großes vollbrachten, standen ihnen den- noch vollkommenere Hilfsmittel zur Verfügung, als jenen alten Polarseglern, von denen ich erzählte. Jene hatten zuerst den Mut gefunden, in die große, gefahrvolle, unbekannte Ferne auszubrechen und sie hatten den späten Nachkommen die Wege zum Erfolg ge- ebnet. Sie kannten kein« technischen Hilfsmittel, alles stand gegen sie, die Elemente, die geographische Unkenntnis und der Aberglaube, den ihre Zeit aimete. Sie hatten keine Verbündeten und konnten nur auf ihr Glück vertrauen, und wenige von ihnen sind zurück- gekehrt. Sie standen auf den Planken der alten Segler und sangen die rauhen, einfachen Seemannslieder vergangener Zeiten. Mancher von ihnen hatte vielleicht den Blick für Zukunft, wußte, daß er nur der Stein war, der den Fels ins Rollen bringt, fühlte tief innen das Hoffnungslose dieser Fahrten in die Ungewisse Ferne. Ihre Namen sind untergetaucht, sie waren einfache Matrosen des Schiffes Gegenwart. Aber wir dürfen sie nicht vergessen. •�fr riAt � Q&icßjL wrfßkorymßM, Töm/iAfakgaM' wie bei dem allerteuersfen Radio-Apparat TBLB FUNKEN 30w 3-Röhren-Stadt- und Land-Empfänger mit Feinreglar Zum Anschluß an die Lichtleitung Empfängt den Ortssender ohne Hochantenne •md auf dem Land die umliegenden Fernsender Tonumfang 7\ Oktaven! Knopf-Einschaltung Preis: einschließlich Telefunken-Röhren 194.— RM Verlangen Sie unverbindliche Vorführung im nächsten Radio- Geschäft I TiLEFUNKi D E U TS C HE W E LT Leipziger Herbftmeffe mit Technifcher Meffe und Baumeffe 25. bis Sl.Auguft 1929 Textilmeffe bis 28. Auguft• Schuh- und Ledermeffe bis 28. Auguft Sportartikelmeffe bis 29. Auguft Beforgeii Sie IHrMeBabzeichen fchon jetzt zum ermäßigt. Vorvorkaufsprels bei; der Berliner Geschäftsstelle des Leipziger Messamts(Dr. Weftphal), W57, Kurfürftenstr. 23 hpt.r.,Untergrundbahnh.„Kurfürftenftraße" Südausgang(Olival733u.Lützowl799); dem ehrenamtlichen Vertreter des Leipziger Messamts, Direktor G.Bach(Verband Deutscher Waren- und Kaufhäuser), W 35, Schöneberger Ufer 35 III(Lützow 3366); dem Norddeutschen Lloyd, W 8,Unterden Linden 1(Hotel Adlon)(Zentrum 1 2 230) und NW40, Invalidenftraße 93(Norden 12241); dem Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, C2, Klofterftr. 41(Berolina 5691); dem Verein Berliner Handelsvertreter E.V., NW 7, Georgenftraße 47(Zentrum 587); der P.eichsbahnzentrale für den deutschen Reifeverkehr, W 9, Auskunftsftelle Potsdamer Bahnhof(Kurfürst 3375); der„Nord- und Süd-Einkaufsgenoffenfchaft" E. G. m. b. H., SW 63, Ritterftraße 73— 74 (Dönhoff 10—17); dem Verband der Beftandteilfabrikanten für Musikinstrumente E.V., W 50, Neue Ansbacher Straße 7(Barbaroffa 9526); der„E. G. V.", Elektro-Großhändler- u. Exporteur-Vereinigung Deutschlands E. V., SW 48, Friedrichftraße 234(Bergmann 6597). Für Eintags befucher Tageskartenl Das Amtl. Leipziger Meßadreßbuch ist ab 1 5. Aug. im Vorverkauf erhältlich bei: der Berliner Geschäftsstelle des Leipziger Messamts, Adresse stehe oben; dem Norddeutschen Lloyd, Unter den Linden 1; dem Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, Adresse stqhe oben; in den Buchhandlungen derFernbahnhöfe Berlin u.bei Georg Stilke, NW 7, Dorotheenftr.65; bei der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reifeverkehr sowie„Nord- und Süd-Einkaufsgenossenschaft" E.G. m.b.H., Adresse stehe oben. In Verbindung mit der Veranftaltuna von Gemeinschaftsfahrten werden auch Meßabzeichen verkauft von den Reifebüros: Hermann Tietz, Leipziger Straße; Hermann Tietz, Kaufhaus des Westens, Wittenbergplatz; A. Wertheim, Leipziger Platz. LEIPZIGER MESSAMT/ LEIPZIG