Morgenausgabe Nr. 362 � A«ä 46-3�rä<,"ä Wöchentlich 85$t% monatlich 8,60 UL tan voraus zahlbar. Postbezug 4LZ M. einschließlich 60 Pfg.Postzetwngs- und 82 Pfg. Postbestellgebühren. Luslands- abonnement 6.— W. pro Monat. Der„SonDftrtt' erscheint wochentög. llch zweimal. Sonntag, und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend* Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit* und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltuno und Wissen*..Frauen. stimme*..Technik*..Blick in die Bücherwelt* und.Iugend-Borwärts* lißw � Nerlwer SolSSblatt Oienetaz 20 August 1929 Groß-Äerlin Ii) Vf. Auswärts 15 pf. Die c t n|* a m g« Nonpareillezekl, 10 Pfennig. Reklame'eile S— Reich». mark.„Kleine Anzeigen' da? enge. drurft» Wort 25 Pfennig(zulosstg zwei fettgedruckte Worte)«edee wettere Wor» U Pfennig. Stellengesuch» da? erlt» Wort lö Pfennig. iedee weiter» Won IV Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Wone Arbeitsmuiki Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze U 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupl- a«lchöi» Lindenstraße 3. wochentäglich von bht die 17 Uhr. SentLawLgan der Sszialdemokvatttchen Oartei Deuttchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönbofs 292—297. Telegranim-Adr: Sozialdemokrat Berlin. Vonvaris-Verlag G. m. b.H. Postscheckkonto: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wollstr 65. Diskonto-Gesellichost, Teposttcnkaste Lindenstr. 5. Arbeiterselbstschutz in Osterreich Dem Heimwehrterror muß begegnet werden! Wie«. IS. August.(Eigenbericht.) Die Vertrauenstnäunerversammluug der Sozialdemo- kratischen Qrgauisatio« und der Industriebetriebe Wiens hat nach dem Referat von Julius Deutsch über die Heim» Wehrbluttat von Tt. Lorenzen folgende Entschließung gefaßt: „Tie Vertrauensmannerversammlung der Wiener Arbeiterschaft stellt fest, daß die Führer der steirischen Heimwehr, die in verbrecherischer Weise eine friedliche sozialdemokratische Festversamlung gewaltsam zn spren- gen versuchten, neuerdings eine furchtbar« Blut» schuld auf sich geladen haben. Sie Protestiert gegen die schwächliche Haltung der verantwortlichen Behörden, die nicht gewagt haben, dem Unterfangen der Heimwehr, die sich über die Gesehe offen und«»gescheut hinwegsetzt» rechtzeitig entgegenzutreten. Sie beklagt die gefallenen cpfer und spricht den verwundeten steirischen Arbeitern ihre Sympathie aus. Seit Jahr und Tag haben die Vertreter der orgatzi» ficrtcn Arbeiterklasse darauf hingewiesen, daß die u n» verantwortliche und gewissenlose Putsch» hetze der Heimwchr unser Land immer mehr an den Rand deS Bürgerkrieges bringt. Bor einem solche« Unglück, das nicht«nr allein die Arbeiterschaft, sondern über alle Klassen des Staates beispielloses Elend bringen müßte, ist bisher vergeblich gewarnt worden. Nun ist es soweit gekommen, daß die organisiert« Arbeiterschaft genötigt ist. von ihrem Selbstschuh Gebrauch zu machen, soll es nicht einer Handvoll Abenteurer gelingen, das Land dem Untergang zuzutreiben. Die organisierte Arbeiterklasse Deutsch-QesterreichS ist in tiefstem Herzen friedlich gesinnt. Sie wünscht keine andere Auseinandersetzung als mit den Waffen des Geistes. Sollte aber der Heimwehrfaschismus es wagen, seinen törichten Putschdrohungen die Tat folgen zu lassen, dann wird die deutsch-österrcichische Arbeiterklasie keinen Augenblick zögern, sich in der Verteidigung der Mittel zu bedienen, die s i e für n o t w e n d i g hält. Nicht in Einzclaktionen Unverantwortlicher. sondern in Massenaktionen des gesamten Pro- lctariats und in der Stärkung des Republikani- schen Schuhbundes erblicken die Vertrauens- männcr das geeignete Mittel des Abwehr- kampfes. Die Arbeiterschaft wird aufgerufen, die Abwehr mit allen Kräften vorzubereiten und sich in dieser Abwehr durch nichts einschüchtern zu lassen." « Der meuchlerische Ueberfall der obersteirischen Heimwehr auf eine sozialdemokratische Gründungsfeier in St, Lorenzen und die zahlreichen Vorgänger dieser Schandtat in den Wochen und Monaten vorher beweisen die Absicht, jedes öffentliche Auftreten der sozialdemokratischen Be- wegung außerhalb der wenigen großen Städte unmöglich zu machen. Gelingt der Heimwehr das, dann ist der nächste Schritt, auch in den Städten dieselbe Gewaltmethode anzuwenden. Die Heimwehr wird äußerlich von zwei rede- lustigen und reklamebedürftigen Provinzadvokaten geleitet, dem Dr. Steidle in Innsbruck und dem Dr Pfriemer in Graz; ihre militärischen Organisatoren und Führer sind durchweg ehemalige Offiziere der vergangenen kaiserlichen Armee— und der Oberste ist-der Herr Major P a b st. Vundeskan.zler St r e e r u w i tz hat sich erlaubt, die Heimwehr als eine i l le g a l e Organisation zu bezeichnen— Dr. Steidle sagt ihm dafür öffentlich nach, er wisse mit Fremdwörtern nicht umzugehen, die Heimwehr sei böchstens irregulär, so- lange der Staat sie nicht als reguläre Truppe anerkenne, und dazu würde er wohl bald gezwungen sein. Ganz offen droht die Heimwehr für den Herbst, wenn die Feldarbeit vor- über ist, mit der großen Aktion, die den Staat zwingen soll, die republikanisch-'demokratische Verfassung im Faschisten- sinn umzugestalten. Der Verwastungsapparat der Republik ist unter der vieljährigen Regierung Dr. S e i p e l s so gestaltet worden, daß die meisten verantwortlichen Beamten zwar scharf auf die Arbeiterschaft aufpassen, aber beide Augen kräftig gegen- über der Heimwehr zudrücken. Die Wehrmacht der Re- publik, nach dem Ergebnis der Vertrauensmännerwahlen immer noch in der Mehrhest sozialdemokratisch, steht unter dem Befehl des fanatisch reaktionären Ministers Vaugoin und seiner Offiziere, aus deren Reihen„verdächtige Ele- mente" radikal entfernt werden. Die Bundespolizei der Hauptstadt kommandiert Polizeipräsident Schober, über dessen Haltung bei einem Ausammenstoß zwischen dem Fa- schismus und der Arbeiterschaft kaum ein Zweifel bestehen dürste. Die brennende Gefahr eines Faschistenputsches ist dieser Tage auch von dem Wiener Korrespondenten des großen liberalen englischen Blattes„Manchester Guardian" in alar- mietenden Tönen geschildert worden. Er weist mahnend aus französische Sympathien für Bestrebungen hin. deren Erfolg auch dazu führen würde, daß die Vereinigung Deutsch- Österreichs mit Deutschland unterbliebe. Der Engländer meint. das Aufhören der Rheinlandbesetzung würde den Abschluß erleichtern, also märe Frankreich damit einverstanden, ihn von innen heraus verhindert zu sehen. Stimmungsmache gegen den Anschluß war auch der Zweck der Polemik des Wiener Seipel-Blocks gegen unseren Begrüßungsartikel für die Schutzbundabordnung zur Berliner Verfassungsfeier! Run ist die Entscheidung über eine Aufhebung des Anschluß- Verbotes ja dem Völkerbundrat überlassen, sie kann und wird nicht eines schönen Tages als vollendete Tatsache vor dem überraschten Völkerbund stehen. Nichtsdestoweniger ist die Sympathie aller antidemokratischen Elemente mit den Heimwehren, vor allem natürlich haben sie den Beifall und nötigenfalls wohl auch die Unterstützung Italiens und Un- garns. Wirtlich demokratische Staaten dagegen hätten bei den Fortschritten, die Faschismus und Diktatur in den letzten Iahren gemacht haben, gewiß das größte Inter- esse, diesen Gewalten nicht noch mehr Macht zu gönnen! Wieder wie 1848 ist Dentschösterreich und vor allem Wien die vorder st e Bastion der eurpäischen Demo- k r a t i e. In Bayern und Ungarn war die weiße Diktatur die Folge einer 1919 vorausgegangenen roten Diktatur: der SSS Die Arbeitslosen-Vorlage. Heute wird sie veröffentlicht. Da« Reichskabinelk hat am Montag dem vom Reichs- arbellsminister 2D i s s e l l vorgelegten Entwurf einer Novelle zum Gesetz über die Arbeitslosen- Versicherung zugestimmt. Der Entwurf wird sofort dem Reichsrat und dem sozialpolitischen Ausschuß des Reichs- tags übermittelt, der die Beratungen darüber am Mittwoch aufnimmt. Der„E o z. Pressedienst" schreibt: lieber den Inhalt der Vorlage werden von amtlicher Seite bis» her keine Mitteilungen gemacht. Man darf jedoch erwarten, daß das sobald als möglich geschieht, damit die Oefsentlichkeit zuver- lässige Kenntnis von den Einzelheiten und der Tragweit« des Ge- setzentwurfs enhält und die begreifliche Unruhe der großen Arbeit- Nehmerschichten sobald als möglich beseitigt wird. Wenn man einstweilen auch aus Vermutiingen angewiesen ist, so finden sie doch in dem Wortlaut der amtlichen Mitteilung gewisse Anhaltspunkte. In der amtlichen Meldung heißt es, das Kabinett Hab« dem Entwurf des Reichsarbcitsministers zuge- stimmt. Die Meldung bezieht sich außerdem aus den Inhalt der Parteiführerverejnbarung vom Freitag voriger Woche. Danach dürft« feststehen, daß der jetzige Entwurf des Rcichstabinetts im allgemeinen dem Entwurf des Reichsarbeitsministers entspricht. Dieser Entwurf aber enthält nicht jene Forderung der Eachver» stöndigenkommission nach allgemeiner Kürzung der Unterstützungs- jätze, die auf den stärksten Widerstand der Gewerkschaften oller Richtungen und der Sozialdemokratischen Partei gestoßen war. Ein allgemeiner Abbau der llnlerstühunasleistungen bzw. die Kürzung der lintersiühungssähe nach der Dauer der Anwarb schast dürfte deshalb«ich in dem Entwurf des Reichskabinelts fehlen. Andererseits ist anzunehmen, daß der Widerstand gegen jede Bei- tragserhöhung keine Mehrheit im Kabinett gefunden hat, sondern eine Beitragserhöhung von% Prozent vorgeschlagen wird im Gegensatz zu dem Reichsarbeitsminister, der «in« Erhöhung von Prozent vorgeschlagen hatte. Andere Aende» rungen dürften sich auf die Neuregelung der Unter- stützung bei berussüblicher Arbeitslosigkeit und auf die Herabsetzung der Beitrag« zur Krankenversicherung beziehen. Bei der Lückenhaftigkeit der Angaben über den Inhalt des Eni» wurfs wird man gut tun, mit einfr endgültigen Stellungnahme vor- erst zu warten. Es wäre auch verfehlt, wollte di« Arbeiterklasie annehmen, daß das große Ringen um di« Erhaltung der Arbeits- losenoersicherung bereits mit einem Teilerfolge beendet sei. Das ist durchaus nicht der Fall. Durch di« Beratung des Entwurfs der Reichsregierung im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags ist lediglich erreicht, daß dort die Auseinandersetzungen aus einer sachlichen Basis und unter der Kontroll« der Oeffent« lichkeit fortgesetzt werden können. * Der„Soz. Presiedienst" meldet weiter: Die vier wichtigsten Punkte w diesem Entwurf sind: 1. Veränderung der Wartezeit. Z. Anrechnung von Renten. Z. Regelung der Kronkenkasienbeikräg« für die Arbeitslosen. 4. Saisonarbeiierregeiung. Während zu den Fragen 1 bis 3 bestimmte Dorschläge ge- macht wurden, ist die Festlegung in der vierten Frage dem Reichs- rat bzw. dem Reichstag überlassen. Di« bisherige Lücke in dem Entwurf, d. h. das Loch in der Deckungsfrag«, ist durch di« vom Kabinett nunmehr gutgeheißenen Borschläge des Reichsarbeits- Ministeriums wesentlich verengt. Di« finanzielle Auswirkung dieser Vorschläge läßt sich im Augenblick zahlenmäßig nicht vorausjagen. Die Beiträgserhöhung von Vj Prozent ist auf l'A Jahre befristet. Man wünschte die Frist so kurz wie möglich zu halten, glaubte aber, den 1. November wegen der um dies« Zeit besonders schwie- rigen Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht als Schlußtermin nehmen zu dürfen. Das neu« Gesetz soll am 1. November d. I. in Kraft treten. Die Vorlage, die heute in ihrem Wortlaut veröffentlicht werden soll, ist also in dem entscheidenden Punkt dem Vor- schlag der Sachverständigenkommission nicht gefolgt. Die Kommission wollte an den Arbeitslosen der Lohnklassen Vit bis XI den Betrag von 89 Millionen Mark jährlich sparen: zu diesem Zweck sollten die Unterstützungen für Arbeitslose mit einer Anwartschaftszeit von weniger als 52 Wochen gekürzt werden. Beispielsweise hätte ein lediger Arbeits- loser, der jetzt in der Lohnklasse XI eine Unterstützung von 22,95 M. wöchentlich bezieht, nur noch 13,25 M. zu erhalten. Ein Verheirateter mit zwei Kindern, der jetzt 31,59 M. er- hält, hätte sich mit 18,95 M. zufriedengeben sollen. In den Lohnklassen VIII bis XI wären die neuen Unterstützungs- sätze sogar noch hinter denen der K r i s e n f ü r s o r g c weit zurückgeblieben. Damit jedoch, daß diese unmöglichen Vorschläge in der Regierungsvorlage nicht entlzalten sind, ist die Gefahr, daß sie in der einen oder der anderen Form wieder auftauchen könnten, keineswegs beseitigt. Ueberhaupt wäre es«in durchaus unbegründeter Optimismus, wenn man annehmen wollte, daß mit der Einbringung einer Regierungsvorlage die Konfliktstoffe schon beseitigt warew Der Wille, die Schwie- rigkeiten der deutschen Stellung im Haag auf keinen Fall durch eine innervolitische Krise zu vermehren, hat bei der Gestaltung der Regierungsvorlage und ihrer Aufnahme im Kabinett eine wesentliche Rolle gespielt. Die sachlichen Kämpfe sind aus dem Kabinett heraus in den Sozialpolitischen Aus- schuß des Reichstags verlegt. Die sozialdemokratische Reichstogsfrattion ist nach keiner Seite hin ge- bunden, sie ist in ihren Entschließungen vollkommen frei. Ihre Vertreter im Sozialpolitischen Ausschuß werden im engsten Einvernehmen mit den Sachverständigen der G e w e' r k s ch a f t e y zu der Regierungsvorloge Stellung nehmen. Sie werden dabei auf nichts und niemand Rücksicht zu nehmen haben als auf das I n t e r e s s e d e r A r b e i t e r- klasse. iialienrsche Faschismus Ha! KesonKeren ZZorteK barau« ge- ;ogen, daß italienische Arbeitermassen unter kommunistischer Führung die Fabriken besetzt und versucht hatten, die Leitung der Produktion zu übernehmen. In Deutschösterreich dagegen hat es eine Periode roter Diktatur überhaupt nicht ge« geben. Das Parlament war auch im Zusammenbruch nicht einen Tag ausgeschaltet, alle Gesetze sind durch legalen Parlamentsbeschluß zustande gekommen. Wenn irgendwo, wie in der Gemeinde Wien, nach dem Zusammenbruch des Weltkrieges die unmöglich gewordene Zusammensetzung der leitenden Körperschaft durd) freiwilliges Abkommen der Parteien geändert worden ist, so haben nachher vollkommen legale Wahlen diese Abmachungen b e st ä t i g t oder ihren Inhalt im Sinne der Demokratie noch bedeutend erweitert Gewiß hat die Republik bemerkenswerte sozialpolitische Fort- schritt« in ihren Gesetzen begründet, aber darüber hinaus ist die Stellung des Unternehmers niemals und schon gar nicht willkürlich durch die Arbeiter eingeschränkt worden. Die sozialdemokratische Partei, die stärkste Partei im National- rat und von den bürgerlich-bäuerlichcn Parteien nur in ihrem Zusammenschluß zu überflügeln, hat allerdings den Anspruch erhoben, daß Lebensinteressen der werk- kätigen Masse, soweit sie durch Verordnungen aus der Kaiser- zeit' oder durch Gesetze der Republik anerkannt sind, nicht gegen den Willen der stärksten Partei verletzt, derartige Be- stimmungen nicht durch brutales Niederstimmen der stärksten Partei geändert werden. Die Sozialdemokratie- hat den eminent lebenswichtigen Mieterschutz jahrelang gegen jeden Abbau verteidigt, sie hat dabei gegenüber der Ein- sichtslosigkeit eines Teils der regierenden Partei auch das Mittel der Obstruktion angewendet, aber das Volk hat die Politik der Sozialdemokratie durch immer größers Stimmen- zahlen bei jeder Wahl gebilligt. Vor einigen Monaten hat die Sozialdemokratie sogar eine Aenderung des Mieter- gesetzes zugelassen, nachdem ihren stärksten Bedenken einiger- maßen Rechnung getragen war. Wo die Sozialdemokratie regiert, vpr allem in Wien, steht der bürgerlichen Minderheit die Mitarbeit offen: in betontem Gegensatz zu dem früheren bürgerlichen Regime gehören Vertreter der Minder- heit auch dem Stadtfenat an. einer von ihnen ist sogar Vize- bllrgermeister von Wien. Weder in der Hauptstadt, in der sie die Zweidrittelmehrheit besitzen, noch in der Provinz haben die Sozialdemokraten das Versammlungsrecht der anderen beeinträchtigt oder zu unterdrücken versucht. Den Terror findet man nur auf der Gegenseite. Gerade im obersteirischen Industriegebiet, wo jetzt der gräßliche Ueber- fall schießender Heimwehrler auf ruhige und friedliche Ar- beiter verbrochen worden ist, herrscht in den Werken der Alpinen Montangesellschaft der schänd- lichste Zwang über die Arbeiter und Angestellten, in die 5)eimlvehr einzutreten. Man muß die V o r g« s ch i ch t e des Ueberfalls von St. Lorenzen kennen, um zu sehen, welche Ansprüche der Faschismus bereits zu erheben wagt. Als Redner für die zehnjährige Gründungsfeier der sozialdemokratischen Organi- sation St. Lorenzen war der Landtagsabgeordnete Leopold W a l l i s ch aus Bruck an der Mur vorgesehen. Darauf verkündete die Heimwehr sofort und drohte auch der staat- lachen Behörde, sie werde Wallisch nicht reden lassen. Leopold Wallisch hatte nämlich am 15. und 16. Juli 1927, als da» Blutbad von Wien die Arbeiter von Bruck in die gefähr- lichste Erregung versetzte, gegenüber der Bezirkshauptmann» schaft die Verantwortung für die Aufrcchterhaltung der Ruhe und Ordnung übernommen, wenn man i h m die Obsorge dafür überlasse. So verschwanden für einen ganzen Tag die Vertreter der Staatsgewalt von den Straßen, Arbeiter- ordner bezogen die Posten— und es passierte nicht das ge- ringstc! Seitdem aber ist Wallisch bei den Faschisten aufs höchste verhaßt. Sie haben sogar gegen ihn die Erhebung einer Anklage wegen Hochverrats durchgesetzt. Gegen die Steidlo und Pfriemer aber, gegen die Heimwehrgeneräle und ihren famosen Major Pabst, gegen den Fürsten Starhemberg mit seinem privaten Iägerbataillon und seinen Kriegsrüstungen, gegen die ganze faschistische Drohung und Rüstung rührt sich kein Staatsanwalt, kein Be- urkshaüptmann, keine Landes- und keine Bundesregierung. Bei dieser unbegreiflichen Passivität muß man allerdings der Zukunft unseres Druderlandes mit e r n st« r Sorge entgegensehen- Tiroler Regierung.- Heimwehrfiliale! Wien» 19. August. Die Blätter melde» aus Lienz(Tirol): Bei der stark besuchten Tagung der Osttiroler Heimwehren erklärte Landeshauptmann Dr. T t u m p f: Die Heimwehr ist heute ein Machtfaktor geworden. Ich grüße sie im Name» Tirols. Für uns in Tirol war ei auch nie ein Problem, daß die ges eh mäßige Macht im Verein mit der freiwilligen Heimwehr- Or g a n i s a» t io« borgehen müßte. Der Bundesführer Steidl führte ans: Unser Ziel ist nicht die Bildung einer neuen Parlamentspartei, sondern die Reinigung der politischen Atmosphäre bon der marxistischen Parteiwirtschaft. Gegen sie predigen wir den Ureuzzug. Die Parteiberatung. Wien. 19. August.(Eigenbericht.) Im Arbeiterheim Favoriten traten heute abend die Vertrauens- männer der sozialdemokratischen Organisation Wien und der De- iriebe zusammen, um über die blutigen Ereignisse von St. Lorenzen und über die Heimwehrauzschreitungen der letzten Zeit zu beraten. Di« Versammlung selbst war übersüllt, auf der Gaierie drängten sich die Menschen. In großen Massen standen Arbeiter vor dem Haus, um das Ergebnis abzuwarten. Di« Versammlung ehrte zunächst da» Andenken der Genossen, die von Banditen er- mordet worden sind, durch Ausstehen- und eine Minute tiefsten Schweige ns. obgleich alle Anwesenden in stärkster Erregung waren. Als Nescreiu sprach der Obmann des Republikanischen Schutzbundes, Ratlonalrai Dr. Julius Deutsch: Ein nüchterner Beobachter kann gar nicht verstehen, daß man in diesem Land« von einer Krise de» Parlamentarismus rede und daß man behauptet, in Deutschösterreich herrschten absonderliche Zu- -läude. Es gibt keinen tieferen Grund dafür, daß wir in eine linmer gefährlichere Situation hineinkommen, aus der cincn Ausweg zu finden äußerst schwer wird. Die Wirklichkeit ist so. daß bei der Heimwehr gar keine Volksbewegung Oer Frankfurter Skandal.. und die Versicherungsaufsichi. Dl« verstcherungsgesellschaflen betreuen das Geld der versicherten. Zum nicht gerlagen Teil fließt diese» Geld den versicherungsunternehmuagen aus den Kreisen der Arbeit- nehmer zu. Da» Reichsaussichisamt für privat- Versicherung hat die Pflicht, für dl« tveuhänderische Ver- wallung dieser Gelder zn sorgen. Der Zusammenbruch der Frankfurter Allgemeinen Verflcherungs-Aktiengesellschasl zeigt. daß in der Aussicht wie auch im Aufsicht sgeseh Mängel vorhanden sind, hierzu wird uns aus Angestelltenkreisen ge- schrieben: Bekanntlich hat die„Frankfurter' Geschäft« gemocht, die mit dem eigentlichen Versicherungsgeschäft überhaupt nichts mehr zu tun hatten. In diese Geschäfte hat dos Reichsaussichtsanit aber gar keinen direkten Einblick nehmen können, weil seine Auf- gaben gegenwärtig viel zu eng umgtenzt sind. So ist die wichtige Rückoersicherung, die«« dem Großkapital sehr leicht ermöglicht, mit dem Gelde der Versicherten Spekulationen aller Art zu machen, der Aufsicht von vornherein entzogen. Nicht anders steht es mit der Transportversicherung. Zu diesen beiden größten Lücken des Gesetzes gesellt sich die rückständige Art seiner Handhabung. Das Amt besitzt, als«in« Art Selbstoerwalwngsorgan, den sogenannten„B e i r a t*. Dieser Beirat soll die Fühlung des Amtes mit der Praxis herstellen und dem Amt die Wünsch« der Oeffentlichkeit zutragen. In Wirklich- keil aber ist der Beirat in seiner entscheidenden Mehrheit mit den Vertretern des Großkapitals besetzt. Er ist Ruhehafen für wohlverdiente und wohlverdienende Direktoren der großen Aktiengesellschaften. Neben ihnen sitzen Vertreter der Wissenschaft, die schon durch ihr« politische Zugehörigkeit, wie der Abgeordnete Moldenhauer von der Deutschen Volkspartei, ihre Bindung an die Interessen des Kapitals ganz offen kundgeben. In seiner jetzigen Form kann der Beirat seine Aufgaben über- Haupt nicht erfüllen, denn unter den Fachleuten waren die hals- brecherischen Geschäfte beim Franksurtsr Konzern und das offen- kundige Spekulieren der Direktoren der Gesellschaften schon längst kein Geheimnis mehr. Trotzdem erhob sich keine Stimme zugunsten der bedrohten Versicherungsnehmer. Die natürliche Kontrollinstanz des Großkapitals und der Aktiv- när« über die Versicherungsakticngesellschaften ist der Auf ficht s- rat. Daß der Aufsichtsrat im vorliegenden Falle, wie ja beinahe stets bei solchen Gelegenheiten, versagt hat und der Aufsicht-rats- Vorsitzende in den ganzen Schwindel mit oerwickelt ist, ist eine Sache für sich. Hier kann nur die Beform des Aktienrechts überhaupt Abhllfe schaffen. Aber der Beirot de» Reichsau fstchtsamte» sollt« gerade die Gegeninstanz zum Aufsichtsrat sein. In ihm sollten die Vertreter der Verstcherungsnehmer die Mehrheit befitzen. S» entspricht es den Ideen der Wirtschaftsdemokratie. Und noch eine andere Gruppe verdient im Beirot maßgebenden Einfluß: Das sind die Versicherungsangestellten. Soll es von neuem möglich fein, daß durch die Profitgier einer kleinen Kapitalistencligue-Hunderte von Angestellten in ihrem Brot bedroht werden? Die Angestellten haben oft die Möglichkeit, tief in die Geschöst« ihrer Konzerne hineinzublicken. Sie müssen ober, um nicht sich und ihre Familie um ihre Existenz zu bringen, den Mund halten. Wenn sie dagegen durch den Beirat ihre Mei- nung stärker als bisher zum Ausdruck bringen können, so wird in die Gesetzgebung ein gesundes und nakürNches Sonlrollelement «ingefügt, das ein unmittelbares Interesse am Bestand« der Ver» sicheningsgesellschaften besitzt. Die„Zeitschrift für Versicherungsangestellte', die der Zentral- verband der Angestellten für sein« im Versicherung-gewerb« tätigen Mitglieder herausgibt, hat schon vor einem Jahr in richtiger Vor- aussicht der drohenden Gefahren weiter ein g e s« tz l i ch c s Verbot oller bankmäßigen Geschäfte der Versicherungs- gefellschaften mit dem Gelde der Versicherte» gefordert. Im Auf- sichtsgesetz muß veranlert werden, daß das onlagefähige K o p i t a l nach Möglichkeit den Versicherten wieder zugeführt wird. Für alle großen Grundstücks- und Hypothekengeschäfte mit den Geldern, die aus den Taschen der Versicherten zusammenfließen. muß«ine besondere Genehmigungspslicht«ingesührt werden, gleichviel welche Tochtergesellschaft des Konzerns diese Ge- schäste gemacht hat. Daß gleichzeitig auch mit der Umstellung des Versicherungsbeirats auch eine Reform seiner Recht« und Pflichten durchgesetzt werden muß, verlangt das Interesse der großen Masse. Die Reform des Reichsaussichtsgesetzes ist um so dringender. al» die privatkapitalistischen versicherungsgesellschasten einen wichtigen Faktor in der deutschen Volkswirtschaft darstellen: betragen doch ihre Prämieneinnahmen des Zahres 1923 rund 2 Milliarden Reichsmark und bcläuft sich doch ihr Kapital auf rund 700 Millionen Reichsmark! Der Frankfurter Fall zwingt zu durchgreifenden Maßnahmen, um die öffentliche Kontrolle über diese gewaltigen Summen im Interesse der Versicherten und der im Verstcherungsgewerbe De- schäftigten besser als bisher zu sichern. vorliegt, sondern nur Redensarten. Wir haben es bei der Heim- wehr mit dem BestrebendesKapitalszu hin, sich ein Mittel zu schaffen, um mit den Gewerkschaften und der ganzen Arbeiter- bewegung auszuräumen: ein kleiner Teil der Heimwchr besteht aus unklaren Unzufriedenen, wie wir sie aus den Versamm- lungen der Hakenkreuzler und der Kommunisten kennen, ober in .Wirklichkeit ist es die depossedierte Bourgeoisie, die einst «ine so große Rolle gespiell hat und im neuen Staat, in der demo- kratischen Republik, diese Roll« nicht mehr spielen kann. Aus diesen Gründen sucht die Heinnvehr den Anschein zu erwecken, als ob sin größerer Teil des Volkes sich gecjen d!« Sozialdemokratie auflehnen würde und als ob man glaube, wenn Steidls und Pfriemer den Ve- fehl geben, auf Wien zu marschieren, und wenn die Heim- wehr marschiert, sie von Wien mit Begeisterung empfangen würde! (Stürmische Zurufe.) Damit will man planmäßig den Eindruck erwecken, als ob keine Kraft vorhanden wäre, die sich dem entgegen- stellen würde, und als ob es nur eines kleinen Anstoße« bedürste, um das große und stolze Gebäude der sozialdemokratischen Arbeiter- bewegung Deutschösterreichs in Trümmer zu stürzen! Die Vorfälle von St. Lorenzen sind ein Schulbeispiel dafür, wohin der heimwehrfaschismu» führt und daß Blutvergießen eine notwendige Folge ist. Natürlich sagen bürgerliche Blätter, daß wie überall so auch in St. Lorenzen die Sozialdemokraten angefangen hätten. Aber wir fragen: Was hatte die Heinnvehr denn überhaupt in unserer Der- sammlung zu suchen? Wenn die Versammlung auf dem Kirchplatz sogar von der Bezirkshauptmannschaft verboten wurde, obwohl unser eigener Versammlung», und Festplatz von der bewaffneten Heiin- wehr besetzt war— was ging das die Heimwehr an? Dieselben Heimwehrführer, die seit Monaten die wüstesten Drcchreden gegen die Arbeiter und gegen die Republik führen und die in unerhörtester Weise den Bürgerkrieg predigen, tragen d!« volle Verantwortung für alle dies« Bluttoten. Aber mitver- antwortlich ist die Lässigkeit der Behörden und die Parteilichkeit des Bezirkshauptinann«, der den Befehlen der Heimwehrführer gefolgt ist, indem er die Versammlung verbot. Bei der Gchuldfrag« darf man auch die Drahtzieher nicht vergessen, vor allem den 2fcind der Industriellen und den Prälaten S« i p e l(Stürmisch«. Zurufe). Ohne diese Schuldigen wäre e« zu den blutigen Ereig. nissen nicht gekommen. Als der Referent ein« Resolution vorlegte, ertönten stürmische Rufe nach Waffen, worauf Julius Deutsch antwortete: Genossen. wir könne» hier nicht die Taktik für Einzelfälle besprechen. Wir müssen den Massen sagen: Arbeiter von Deutsch-Oesterreich verlaßt euch auf niemanden als auf euch selbst! Die Kraft der Arbeiterschaft ruht in ihr selbst. Ihr Krastgefühl zu steigern, den Mut des Proletariat» zu entstammen, das ist das Ge- bost der Stunde!(Stürmischer Beifall.) Nach erregter Besprechung wurde eine Entschließimg einstimmig angenommen, die weiter oben steht. Auch in W i e n e r, N e u st a d t, da« dem SÄauplotz der jung- sten Heimwehraktion näherliegt, nahm die Parteikonferenz eine Eni- schließung in demselben Sinn« an. Die„Arbeiter-Zeitung' hat am Montag in einem Extrablatt be« richtet, daß die Arbeiter sich kräftig zur Wehr setzten, als die ZOll Schutzbündler von mehr als 1000 Heimwehrbanditen überfallen wurden. Die steirische Arbeiterschast habe gezeigt, daß sie einen heimtückisch vorbereiteten Handstreich der Faschisten zu parieren versteh«. In ihrem Nachmittagsblatt sagt die.»Af- bctter-Zeitung':„Die Arbeiter sind nicht blind. Di« Sozial» dcmokratie wird sich nicht schlagen lassen. Di« Ar» beiter werden sich zu den blutigen Zusammenstößen, nach denen der Berbrecherstnn der Heimehr geht, nicht provozieren lassen. Aber di« Sozialdemokratie wird olles vorkehren, wo» nötig ist, um den Faschistenputsch im Keime zu ersticken. Dos hat schon der Sonntag gezeigt. An der entschlossenen Kaltblütigkeit der Arbesterpartei, die allein die siegreich« Abwehr verbürgt, werden di« foschsstisch«» Pläne zuschanden werden.' Heimwehrlüge über Schuhbundwaffen. D>« Tclegraphen-Umon oerbreitet einen Bericht der Heimwehr» zentrale in Wien, wonach in der ehemaligen Rüsttingsfobrik Wollersdorf Kanonen, Minenwerfer, Maschinengewehre, Büchsen und Munition beschlagnahmt worden wären, die dem Republikanischen Schutzbund gehörten. Auf unsere Anfrage erhatten wir von unseren, Wiener Korrespondenten folgenden Bericht darüber: Eine private Firma hott« seinerzeit aus den Beständen der ehemaligen Armeewerke in Wällersdorf Altmaterial ge- kauft und in Wollersdorf liegen lassen. Die Staatspolizei und die Wehrmacht wußten von diesen Wasfenbeständen. Darunter sind 150 Minenwerfer ohne Verschlüsse, in, besten Fall sind vier davon noch brauchbar. Die Firma hat dieses Altmaterial heute abgehott und weggeschafft. Weder der Republikanische Schutzbund noch die Sozialdemokratisch« Partei haben mit diesen Waffenrestcn auch nur das gering st e zu tun. Die amtliche Darstellung. Wien. 19. August. Di« amtliche Darstellung schildert die Vorgeschichte der Anmel» dung der beiden Versammlungen und jährt fort: Im Lauf« der Verhandlungen tcille der Heimat schütz mit, daß er seine Werbe- Versammlung für den 18. August von St. Lorcnzcn nach T h ö r l oerlege. Daraushin wurde die sozialdemokratische Versammwngz- anmcldung behördlich zur Kenntnis genommen, wobei von sozial- demokratischer Seite versichert wurde, daß die Teilnehmer unbewaffnet erscheinen werden. Zur Sicherung dieser Versammlung wurden entsprechende Maßnahmen gettoffen. Der Brucker Schutzbund zog am 18. August nachmittags, etwa 200 Mann stark, teilweise mit Spaten bewaffnet, zun, Bahnhof, Di« Behörde erklärte, daß der Sonderzug nicht abgelassen werde, bevor nicht di« Spyten abgeliefert seien. Es wurden 54 Spaten abgegeben. Um dies« Zeit wurde in Bruck ein Flugzettel verteilt, worin der Heimatschutz bekanntgab, daß er an der sozioldemdkratischen Ver- sammlung teilnehmen werde, und zwar wegen der Schreib. weise(!) de» Grazer sozialdemokratistl�n Blattes. Daraufhin for- derte da» Gendarmeriekommondo die Heimotschutzsührer auf, Spaten und Beilpicken abzuliefern. Der Hetmatschutz erklärt« hieraus, an der sozialdemokratischen Versammlung teitzunchinen und eventuell Eintrittsgeld bezahlen zu wollen, was die Gegenseite aber ablehnte. Da der Festplah vo« etwa 1200 heimatfchühler« besetzt war, zogen die Sozialdemokraten auf den fünf Minuten entfernten Kirchplatz, wo dann die Versammlung obgehatten wurde. Di« Bezirkshauptmannschaft gab daraufhin die Weisung, die nicht gesetzmäßig angemeldete Versammlung auf dem Kirchplatz auszulösen(!). Der Verfammlungsleitzv-, der fazialdeinokra- tisch« Abg.©Ollis ch, verkündete die Auflösung mit der Bemerkung, auch der Heimatschutz habe den Plag zu räumen, und er ziehe dann ebenfalls ob. Da Wallisch weitersprach, entstand ein heftige» Gedränge und es gab erregte Auseinandersetzungen. E» folgten Steimvürfe und Schüsse. Bei diesen Zusammenstößen wurde ei» SchuHbündlar getötek: ins Krankenhaus wurden 57 ver- letzte, darunter 20 Schwerverlelzle. transportiert: zwei Schutz- bündler wurden lebensgefährlich verletzt, ein« Reihe Verletzter nicht ärztlich behandelt. Nach zehnminutiger Dauer der Zusammenstöße zogen di« Echutzbündlxr»ach Bruck oh Eine Llniiefe. ,Nanu---?' ,Ia, das ist der Seheimrat Hugenberg, der sucht nach einem Grund, mit dem er das Adelsbegehren aufheben kann!� Briands vier Schützengräben. Im Stellungskrieg um die Räumung. und dt« Heimatschützl« oerOefam dm Ort wl Sonderzug: che» darmerie übmwachte den geregelten Abzug. * Selbst der amtliche Bericht läßt die Schuld der Heimwchr un- zweifelhaft erkennen. Sie hat die Festversammlung der Arbeiter auf dem Festplotz verhindert, sie ist ihnen in die zweite Der, s-nmnlpng nachgezogen, sie hat dort die Arbeiter über» fallen! Während der amtliche Bericht selbst mitteilt, daß die Schutz- bündler von Bruck a.M. ihre Spaten abgegeben haben, ver» schweigt er, was die cheimwchr auf-die gleiche Aufforderung getan hat: er würde es sagen, wenn die Faschisten so loyal ge- wesen wären wie die Arbeiterl proletarischer Gelbstschuh. Gegen kommunistische Knüppelgarden. Der llnkskommunistische„Bolkswille� richtet folgenden Aufruf „an die Genossen des Lenin-Bundes und des proletarischen Selbstschutzes': Gewisse Kreise der KPD. hoben ein Interesse daran, die Auseinandersetzungen über die Niederlagen, welche die Arbeiter. Nasse in letzter Zeit erfahren hat, zu verhindern. Sie wollen nicht, daß Klarheit geschaffen wird über die nächsten revolutionären Arbeiten. Sie wollen deshalb, wie sse offen gedroht haben, in der Versammlung des Lenin-Bundes ihre Terrormethoden zur Anwendung bringen. Uns sind Mitteilungen darüber gemacht worden, daß die KPD. gewiss« Knüppelgarden mobilisiert, um die Per- sammlungen zu sprengen. Wir verpflichten all« Genossen, rechtzeitig zur Stell« zu sei», um alle Störungsversuche abwehren zu können. Man erfährt bei dieser Gelegenheit, daß die Linkskommunisten einen„proletarischen Selbstschutz' gegen die Stalmtreuen auf. gezogen haben, die ihrerseits über die Rotfrontleut« verfügen. Zu- sammenftöße zwischen beiden kommunistischen Wehrverbänden zu verhindern, ist Ausgabe der Polizei. Tariferhöhungswünsche der Reichsbahn Keine Entscheidung der Regierung vor Mitte September. Zu dem Antrag der Reichsbahn auf eine neue Erhöhung der Tarife hat der Relchsverkehrsminister seinerzeit erklärt, daß er zu diesem Antrag nicht vor dem IS. September Stellung nehmen könne. Die Entscheidung der Reichsregierung hat sich verständlicherweise hinausgezögert, da sie erst genau prüfen muß, wie groß die Erleichterungen der Reichsbahn durch die Annahme des Doung- Planes werden.% Die Pressenachrichten, die bereit» von Verhandlungen zwischen der Reichsbahngesellschaft und der Regierung über die Festsetzung der Tarsserhöhung berichten, greifen den Tatsachen voraus. Aller- dings trifft es zu, daß bei der Reichsbahn bereits t a r i f> technische Besprechungen stattgefunden haben, welche Tarife im Fall« des Einverständnisses der Reichsregierung heraufgefetzt würden. Uns scheint, daß die Reichsbahn mit der jetzt schon erfolgten kchnsschen Durcharbeitung der Tariferhöhung einen allzu großen Diensteifer an den Tag legt. Es wird der Haupt- -Verwaltung nicht unbekannt fein, daß die Widerstände in der Regierung wie in der Oeffentlichkelt gegen«ine nochmalige Tarif. crhöhung gleich groß find. Im übrigen hat der ständig« Der- kehrsaufschwung in diesem Jahre seit dem End« der Kälte- welle di« pessimistiichen Erwartungen der Reichsbahn vollauf widerlegt, und die wachsenden Derkehrseinnohn«» in den letzten Monaten lassen die neuen Tarifwünsch« der Reichsbahn als durchaus unberechtigt erscheinen. Mirbach gestolpert. llever das„Hindernis" der Republik. Der Dorstand des„Vereins für Hindernisrennen' hat sich«nd- Ich genötigt gesehen, seinen Geschästsführer Siegfried Frei- Herrn v o n M i r b a ch, der bei ihm«in jährliches GeHall von 30 000 Mark bezog, fristlos zu entlassen. Mit diesem Be- ichluß folgte er einer Forderung de» preußischen Landwirt- i ch a f t s m i n i st e r s, den der..Freiherr' auf das u n f l ä t i g st e beschimpft hatte. Unsere Leser erinnern sich des Tatbestandes, den wir Anfang August in diesen Spalten mitteillen. Der„Verein für Hindernis- rennen', Berlin, Schadowftrahe 8, gibt für fein« Veranstaltungen Programme heraus, in denen auch Anzeigen entHollen sind. Als der feit 13 Jahren für diefe�Programm« die Anzeigenwerbung ausübende Herr dem Siegfried Freiherr von Mirbach eines Tages den Anzeigenauftrag des Trabremwerein» in Ruhleben ablieferte, in dem dos am Verfassungstage zu laufende Rennen„Preis der Republik' bekannt gemocht werden sollte, lehnte Mirbach diese Anzeige ab, erklärte sich jedoch bereit, das Inserat aufzunehmen, wenn die Worte„Preis der Republik' gestrichen würden. Als der Anzeigenüberbringer ihn darauf aufmerksam machte, daß der preußische La n d w t»t s ch a f t s m in i st e r gerade zu diesem Rennen einen Ehrenpreis gestiftet habe, fing Mirbach an zu toben und brüllte:„Ich ich.... auf den Minister.' Der Vorgang spiell« sich bei offenen Türen und in Gegenwart mehrerer Zeugen ob. Der auf Grund des Vorfalls angerufene Präsident de» Vereins, Graf von Weftphalen. hielt es nicht für notwendig, den Herrn Sekretär wegen seiner Flegelei zur Verantwortung zu ziehen. Nunmehr hat der Landwirtschaftsminister mit den Konsequen. z c n gedroht, und endlich hat sich der Vorstand de« Vereins für Hindernisrennen zu der einzig möglichen Maßnahme entschlossen, nämlich den junkerlichen Schimpfbold aus feiner einträglichen Stellung fristlos zu entfernen. Aber dieser Entschluß gegen den Be- ichimpser der Republik und chrer Minister ist nicht ganz frei- willig gesaßt worden. Denn der ganz«„Verein für Hindernis- rennen' kann nur existieren durch die hohen Zuschüsse, die er aus den Taschen der Steuerzahler auf dem Wege über dos Land- wirtschastsministerium erhält. So(ehr ihm nun die Gesinnung des Mirbach gefallen mag. n o ch m e h r Interesse hat er an den Geldern der Republik. Da verzichtet er lieber auf seinen schimpfenden Dereinssekretär als auf die Mittel der Steuerzahler. Wobei die Frage offen bleibt, wie hoch di« Abfindung gewesen ist. die der Mirbach zum Trost für den unfreiwilligen Abgang«- halten hat. Wie wir hören, beabsichtigt Hugenberg den schimpffrohen Stipen- diäten der Republik jetzt als den langgesuchten Geschäfts- sührer seines Ausschusses für das Adelsbegehren gegen di« Republik anzustellen. Hugenberg weiß die Verdienste ..nationaler' Männer zu würdigen! V. Seft. Haag, 19. August.(Eigenbericht.) „Noch vor Ende dieser Woche wird Herr Briand den Räumung»- termin nennen!' so wurde am vergangenen Mittwoch den deut- schen Pressevertretern mit aller Bestimmthett versichert. Am Frei- tag abend erklärten dieselben maßgebenden Stellen der deutschen Delegation, daß man sich bis Montag würde gedulden müssen. Skeptiker wurden mit sittlicher Entrüstung zur Ordnung gerufen. Auf die 48 Stunden komm« es doch nicht an usw. Die S k e p- tik er haben Recht behalten. Sie sind am Montag nach der einstündigen Unterredung zwischen Briand und Sttesemann. der ein« auffallend kurze Beratung der vier Außenminister bei Henderson folgte, wieder auf Mittwoch vertröstet worden, diesmal allerdings--- vorsichtshalber—„freiblechend'. So wird da» wenig erbauliche Spiel fortgesetzt. Der deutsche Berichterstatter, dem jeder positive Anhaltspunkt fehlt, da Dr. Strese. mann sich Briand gegenüber oerpflichtet hat, nichts zu sogen und dieses Versprechen streng«ingehalten hat, ist auf eigen« Kam- binationen sowie Informationen von anderer Seite ange- wiesen. Da sich jedoch d!« Kombinationen mit den Infarma- ttonen einigermaßen decken, ergibt sich etwa folgendes Bild: Briand hat am Montag tatsächlich Termine genannt, und zwar einen An- fangs- und«inen Endtermin der Räumung. Dies« Daten waren jedoch so ungünstig, daß Stresenunm sie ablehnen mußte. Das verabredet« Stillschweigen ist vor allem ein Beweis der Un> «inigkett. Run gibt es Optimisten, di« dieses dem Slußenminsster von Briand auferlegte Schweigen so deuten, daß die genannten Termine vielleicht gar nicht so ungünstig seien und Briand ein« vorzeitig« Bekanntgabe befürchtet mit Rücksicht auf die Angriffe, denen er in Frankreich deshalb ausgesetzt sein würde. Indessen erscheint es uns unmöglich, auf solche Ausreden irgendwelche zuversichtliche Schluß- folgerungen zu gründen. Man sieht im Gegenteil immer deutlicher, wie sich ein neues großangelegtes Verschleppungs- manöoer am diplomatischen Horizont abzeichnet. Die Kampf- stellnng Brionds besteht aus einer Hauptstellung und aus einer ganzen Reihe von Reserve-Schützengräben. Erst« und grundlegende Voraussetzung: die Räu- mung ist überhaupt abhängig von dem Gelingen der Haager Konferenz auf finanziellem Gebiet, d. h. von der Einigung zwischen Frankreich und Italien auf der einen und England auf der anderen Seite. Zweite Voraussetzung: Einigung über eine Feststellungs- und Vergleichskvmmission für das Rheinland ohne zeitlich« Beschränkung. Dritt« Boraussetzung: Ratifizierung des Boung- Planes in der Form, daß die ungeschützten Annuitäten vorerst durch Anleihen„mobilisiert' werden. Auf dies« Art kann es sich Herr Briand sehr leicht machen. Er wird um jede dieser einzelnen Voraussetzungen erbittert kämpfen und jedes Nachgeben in den einzelnen Punkten als ein ungeheures Zugeständnis hinstellen, das er eigentlich gegenüber der französischen Oefsentlichkett und der reaktionären Regierungsmehrheit gar.nicht oerantworten könne usw. Schon wird auf französischer Seite ver- sichert, daß der Oberkommandierende der Rheinland-Armee General Guillaumat erklärt habe, er benötige nicht weniger als 18 Monate(!), um die Räumung ordnungsgemäß durchzuführen. Es gäbe allein an Artilleriemumtion etwa Ii? Millionen Granaten auf deutschem Boden, deren Mcktransport«norm viel Zeit in Anspruch nehmen würde: und was es an ähnlichen„tech- nischen' Vorwänden mehr gibt. Wenn Herr Briand glaubt, daß er mit dieser Taktik irgend jemand in Deutschland täuschen wird, dann irrt er sich. Dieses ewig« Ausweichen vor den kleinsten Schwierigkeiten, die man absichtlich übertreibt, ist so unwürdig, daß wir fürchten, daß Briand auf dieser Haager Konferenz den letzten Rest von Vertrauen im deutschen Volk« verlieren wird, den er noch besaß. Er mag da» al» setziger Ministerpräsident des nattonalen Block» leicht»er- schmerzen, aber für den Gedanken der deutsch- französischen Ver- ständigung, der dadurch einen unvermeidlichen Rückschlag erleide» wird, ist das höchst bedauerlich. Erst Wohnungsbau in Krankreich! Paris. 19. Augsost. In dem heutigen Havasbericht heißt es: Die anwesenden nitlitärischen Sachverständigen prüften all« Fragen, die die Zurücknahme der französischen Truppen, wenn sie mtt der notwendigen Ordnung und Würde erfolgen soll, not» wendig machten. Zur Beleuchtung der Kompliziertheit de» Pro» blems genüge es. darauf hinzuweisen, daß zum Beispiel die Unter« bringung der gegenwärtig im Rheinland stehenden Forma- tionen den Bau von Wohnungen für 8—li? 000 Familien notwendig machen werde. Unter diesen Umständen sei es verständ- lich, daß die Räumung ein« sehr eingehende methodische Borb«- r e i t u n g und Fristen erfordere, über die da» Gutachten der be- teiligten Dienststellen unbedingt eingeholt werden müsse. Belgrad fürchiei die Wahrheii. 3. AltmaierS Erlebnisse in Jugoslawien. Vor mehreren Wochen hat der„Sozialdemokratisch« Pressedienst" den Genossen Jakob A l t m a i e r als Korre- spondenten nach Belgrad entsandt. Dieser sah sich jedoch als- bald genötigt, folgendes zu berichten: „Belgrad, den 16. August. Bereits bei meiner Ankunft in Belgrad wurde mir von der presseableilung der Regierung eröffnet, daß ich mich jeder Kritik an den Maßnahmen und an der Politik der Regierung zu enthalten und mich auf die amtlichen Meldungen zu beschränken habe. Dieses verbot konnte mich nicht hindern, meiner Pflicht als Kor» respondent nachzukommen und wahrheitsgemäß zu berichten. Darauf stellte die Presseabteilung a» einen anderen deutschen Be- richterstalter das Ansinnen, mich im Sinne der Regierung zu be- einflussen, womit sie jedoch eine Abfuhr erlitt. Runmehr wurde meine Ausweisung in dem vom Ministerpräsidenten. General Schivkovllsch. verwalteten Junen Ministerium beraten. Mein« so- sorkige Ausweisung konnte durch die gemäßigten Teilnehmer der betreffenden Sitzung nur durch den Vorschlag verhindert werden. meine weitere Tätigkeit abzuwarten. Diesen Beschluß Keß mau mir inoffiziell, mit vielen Warnungen gespickt, mitteilen. Gleichzeitig ließ man mir ein.Kompromiß' anbieten, da» ich. ohne e, anzuhören, zurückwies. Ja den letzten Tagen war es mir an- möglich, mit Berlin zu lelephonieren, wodurch jede geordnete Rachrichtenübermittlung unmöglich wurde.' Genosse Altmaier hat, ohne die formelle Ausweisung ab- zuwarten, Belgrad verlassen. Nachdem vor kurzem ein Der- treter des«Verl. Tagebl." ausgewiesen worden war, ist der Fall Altmaier der zweite, der beweist, daß das Jugoslawien von heute eine wahrheitsgemäße Berichterstattung über seine inneren Zustände nicht erträgt. Verfolgung der Minderheitsvölker! veigrod. 19. August.(Eigenbericht.) Der in den deutschsprachigen Minderheitengebieten bestehend« Deutsche Kulturbund muß sich auf Anordnung der Re- gierung neu konstituieren, und künstig Serbo- kroatisch als Ämtssprache führen. Dies« Maßnahme bedeutet prakttsch dos Ende des Deutschen Kulturbundes. Die Generolsregierung hat angeordnet, daß bis zum 25. August keine Bisen nach Ungarn erteilt werden, auch hat sie den Bahnverkehr über di«. ungarische Grenze gesperrt. Sie will damit oerhindern, daß die in Jugoslawien lebenden Madiaren zu dem vom 13. bis 25. August in Budapest tagenden Kongreß der Auslandsmadjaren Delegattouen entsenden. System Bata gebrandmarkt. Tagung der Schuh- und Lederiuiernationale. Die International« der Schuh- und Leder- industriearbeiter(Sitz Nürnberg) hat dieser Tage in Stock- Holm ihren 5. Kongreh abgehalten. Sic gehört zu den mittel. großen internationalen Berufsverbindungen. Der Geist, der sie beherrscht, ist mustergültig, ihre Entwicklung gesund und kräftig. Ihre Gründung geht auf das Jahr lSll? zurück. Zurzeit gehören ihr lb Lander an; sie umfaßt 314 1S2 Mitglieder. Seit ihrem letzten Kongreß(London 1927) stieg die Zahl der angeschlossenen Verbände von 27 auf 31. Sie umfaßt die Berufe der Schuh- und Lederindustrie, der Sattlerei, der Porteseuille- und Lederwaren. Vertreten waren in Stockholm 19 Verbände durch 4S Delegiert« aus England, Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Schweiz, Tfchecho- slowakei, Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. Der Sekretär der Internationale Simon- Nürnberg, ging bei seiner mündlichen Ergänzung des gedruckt vorgelegten G e- s ch ü s t s b e r i ch t s vor ollem aus die Probleme ein, die sich für die Schuh- und üsderindustriearbeiter aus der Rationali- f i e r u n g ergeben haben. Er nahm ferner Stellung gegen die in einzelnen Staaten noch bestehenden chondelshem münzen auf dem Gebiete der häute- und Lederwirtschaft. Das Bata- System wurde von ihm im Zusammenhang mit der Aufhebung de» bekannten Buches des Schriftstellers Philipp„Der unbekannte Diktator" scharf beleuchtet. Die Aufhebung des Verbotes, betonte Simon, bedeutet ein« Verurteilung des Systems des tschechifcheu Schuhkönigs Lala und ein« glänzend« Rechfertigung des Kampfes der Arbeiter gegen die Bata-Methoden. Das Gerichtsurteil muß in der Arbeiterschaft wi« ein« Fanfare wirken und dazu anspornen, gegen die Aus- b«utungsm«thoden, wie si« im Data-System liegen, aufs energischste vorzugehen. In der Aussprach« über den Geschäftsbericht wurde von verschiedenen Seiten auch der schweizerische Schuhgroß- betrieb Bclly unter die Lupe genommen, bei dem ähnliche Methoden wie bei Bata m Uebung sind. Die Gedankengänge und Anregungen der Ausprache fanden ihren Niederschlag in verschiedenen einstimmig angenommenen Ent- schließungen. In der Entschließung gegen das Sozial- d u m p i n g betont der Kongreß, daß die von Bata in der Tfchecho- slowakei angewandten Arbeitsmethoden zur Nicderringung der in- und ausländischen Konkurrenz eure Quelle handelspolitischer und wirtschastlicher Schwierigkeiten darstellen und zugleich eine beispiel- lose Bedrohung der Errungenschaften der organisierten Arbeiterschift. Der Kongreß trägt den angeschlossenen Landesorganisationen auf, zur Information der Oefsentlichkeit mit allen Gliedern der Arbeiter- bcwegung, besonders mit der Arbeiterpresse, Beziehungen anzu- knüpfen und einen intensiven Kampf gegen das bei Bata herrschende System zu führen. Dieser Kampf müsse so lange geführt werden, bis der Arbeiterschaft in Zlin, dem Sitz vatas, vollkommene Orgo nlsationsfreihell erkämpft worden sei. Der Kongreß gibt den einzelnen Landes- orgänisätionen auf, se nach der jeweiligen Situation in den ein- zelnen Ländern die wirtschaftlichen Mittel ausfindig zu machen, mit denen der Kampf gegen dos soziale Dumping auf? genommen werden kann. Mit Befriedigung stellt er fest, daß die öifentlich« Kritik bereit« imstande war, Länder mit chochschutzzöllen zn veranlasien, einer Ermäßigung der Schuhzölle näher- zutreten. Im übrigen vermag der Kongreß für keinen Staat irgend- einen entscheidenden Grund zu erkennen, der ein Fortbestehen der staatlichen chandelsbehinderungcn auf dem Gebiet der häute- und Lederwirtschaft rechtfertigen kömit«. Mit einer besonderen Entschließung wendet sich der Kongreß schars gegen die Unterdrückung der Arbeiter und ihrer Gewerkschafts. orgone in verschiedenen saschistischen und halbfaschistischen Ländern wi« Italien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Litauen usw. Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahm die Stellung- nähme des Kongresses zur Agitation der Russen in den skandinavischen Ländern NN. Die Russen glaubten, in Skandinavien zu einem sogenannten „skondinavisch-russischen Freundschaftskomitee" zu kommen, wenn zunächst auch nur mit den skandinavischen Sattlern und den finnischen Lederarbeitern. In der Urabstimmung unter den fkandi- naoischen Sattlern wurde jedoch das Freundschaftskomitee mit 1219 gegen 46S Stimmen abgelehnt. Die Vertreter aus Finnland und der Delegierte der dänischen Sattlerorganisation versuchten auf dem Kongreß, die russtsche Untenninierungsarbeit als möglichst harmlos hinzustellen. Die Finnen wünschten sogar einen Emigimgskvngrcß, zu dem die Russen eingeladen werden sollicn. Simon betonte demgegenüber, daß die russische Leitung eine Einigung durch Verständigung niemals gewollt habe und niemals wolle. Di« Einheit sei vorhanden gewesen, bevor die Russen zur Gründung ihrer Internationale geschritten seien. Seitdem hätten sie sich nur als Störenfriede gezeigt. Die russische Parolenpolitik würde den Untergang der Gewerkschaftsbewegung bedeuten. Wohin die kommunistische Gewerkschaftsarbeit führe, zerge das Beispiel der tschechischen Textilindustrie, wo heute Zwei kommunistische Gewerkschaften sich gegenseitig bekämpfen. Die Forderung der Finnen wurde gegen fünf Stimmen a b- gelehnt. Abgelehnt wurde ferner ein Antrag aus Oesterreich, den Internationalen Koangreß in Zwischenräumen von drei Iahren ein- zuberufen. Abgesehen von einer Ersatzwahl wurde dos Intcr- nationale Zentralkomitee in feiner bisherigen Besetzung wieder- gewählt. Einstimmig erfolgte auch die Wiederwahl Simons zum internationalen Sekretär. Lupeni! Eine frühkapitalistische Hochburg. K2 Tot« u n d 7 4 Verwundete sind bei dem Gemetzel der Bergarbeiter von L u p e n i gefallen. Nach der Berechnung eines Bukarester Blattes, die im„Berliner Tageblatt" wiedergegeben wird, hat die Bergwerksgesellschaft von Lupem, die im Jahre 1924 mit einem Kapital von 409 Millionen Lei gegründet worden ist, ihr Ka- pital 1927 aus 500 Millionen erhöhen können. Mit diesem Kapital konnte die Gesellschaft in vier Iahren 462 Millionen Lei Gewinne auszahlen! In dem gleichen Zeitraum hatte die Gesellschaft an allgemeinen Unkosten 72 Millionen Lei. Darunter befinden sich auch di« Löhne der Arbeiter. Aber nicht nur die Löhne der Arbeiter. Seit acht Monaten versuchten die Arbeiter vergeblich durch Verhandlungen eine Erhöhung ihrer elenden Hungerlohne zu er- reichen. Die staatlichen Schlichtungsbehörden standen voll und ganz auf der Seite der Bergwerksgesellschaft, die derartig? märchenhafte Gewinne aus den Arbeitern herausgeschunden hat, sich aber wei- gerte, die Löhne zu erhöhen. Die staatlichen Behörden standen so sehr aus der Seite dieser Bergwerksgesellschaft, daß der Bezirks- p r ä f e k t eine„unabhängige" Gewerkschaft auszog. An die Spitze dieser gelben Organisation wurde ein berüchtigter Polizei- spitze! gestellt, der sich schon wiederholt als Igent provoceteur betätigt hat. Dieser Polizeispitzel war es, der, zweifellos im Einverständnis mit der Bergwerksgesellschast und dem Bezirkspräsekten, die B e- letzung de» Elek.trtzitätswerk, anordnete, die den Borwand zu jener scheußlichen Schießerei abgab. Und nun setzte ein tragikomischer Prcsseschwindel ein. Die Kol-■ schewistjsche Korrespondenz„I m p r e k o r r" berichtete großmäulig von dem heldenhaften Kampf der Arbeiter unter kom- munistischer Führung. Dies« kommunistische Führung war eben jener gemeine Polizeispitzel, der das Militär auf die Arbeiter hetzte. Da jene gelbe Organisation als„unabhängig« Gewerkschaft" erklärt wurde und im Gegensatz stand zur Gewerkschaft der Berg- orbeiter, war dies für die Bolschewisten der vollgültigste Beweis, daß jener infame �ent provocateur ein Kommunist ist. Und so be- richtete auch die„Rote Fahne" von dem„heldenmütigen Kampse" der kommunistischen Arbeiter, während es in Wirklichkeit sich um ein wo h l v or b e r« i t« t e s P o l i z e i a t t« n t a t auf die Ar- oeiter handelt«. Der Bezirkspräfett ist abgesetzt worden. Man Hot aber nichts gehört von seiner Strafverfolgung, und auch nichts davon, daß der Polizeispitzel, der die Besetzung des Elektrizitäts- werks angeordnet hatte, den Gerichten übergeben worden ist. Schiedsspruch in derLederwarenbranche Geringe Lohnerhöhung. Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Lederwarenindustrie stehen schon seit dem Frühjahr in einer Bewegung um die Er- höhung ihrer Löhn«. Beide Torifparteien hatten das am 16. März vorigen Jahres abgeschlossene Lohnabkommen zum 29. März gekündigt. Vom Verband der Sattler, Tapezierer und Porte- feuiller war ein« durchgreifende Erhöhung der Löhne, von den Unternehmern jedoch ein Lohnabbau um 10 Pf. pro Stunde ge- fordert worden.* Nach mehrmaligen ergebnislosen Verhandlungen machten di» Unternehmer schließlich das Angebot, den tariflichen Mindestlohn der Facharbeiter von 1,07 auf 1,10 M., also um 3 Pf., die über- tariflichen Löhne um 2 Pf. und die Akkorde um 2 Proz. zu erhöhen. Das neue Lohnabkommen sollte ab 27. September bis Ende März 1930 gelten. Da die Branchenoersammlung der Lederwarenarbeiter das Angebot aber ablehnte, riefen die Unternehmer den Schlichtungsausschuß an. Dieser sällte in der vorigen Woche «inen
2alck>ung. Verlin grüßt Tokio. Oberbürgermeister Böß hart durch den Korrespondenten der japanischen Zöitung„Tokio A s a h i", K i t a n o, der an der Welt- reise des„Graf Zeppelin" teilgenommen hat, der Tokioer Bürgerschaft folgenden Gruß übermittelt: „Die deutsche Reichshauptstodt übermittelt der Hauptstadt des großen japanischen Kaiserreichs durch das Luftschiff„Graf Zeppelin" die herzlichsten Grüße. Sie begleitet die erste Weltreise mittels Luftschiff mit dem heißen Wustsche für eine glückliche Fahrt. Die moderne Technik rückt die Länder und Städte der Welt einander näher. Sie fördert dadurch den Fortschritt der Menschheit und treibt Wirtschast und Kultur vorwärts. Möge das Luftschiff eine neue Brücke schlagen zwischen Berlin, der zentralen Metropole Europas, und Tokio, der großen Metropole Ostastensl Das neue Weltoerkehrsmittel wird die freundschaftlichen Bcziehun- gen zwischen dem deutschen und dem japanischen Volke festigen und vertiefen." Betrug an den Aermfien. Gefängnisstrafe für zwei Lumpen. Das Schöffengericht Berlin-Schöneberg ver» urteilte nach mehrtägiger Verhandlung den Syndikus Jacob N e u m a r k wegen fortgesetzten Betruges zu 1 Jahr und« Monaten Gefängnis. Es handelte sich um 3 7 Fälle, in denen der Angeklagte kleine Päch- t e r um Kautionen brachte. Durch Inserate machte er bekannt, daß er Garderoben, Kioske, Zigaretten und Schokoladenstände zu verpachten hätte, und ver- langte von den Interessenten erhebliche Sicherheiten. Später stellte sich dann meist heraus, daß das angebotene Objekt nicht existierte oder schon besetzt war. Strafschärfend rechnete dem Angeklagten das Gericht an, daß er durch seine Schwindeleien meist ältere Frauen um ihre letzten Existenzmillel gebracht Halle. Neumark war schon nach dem ersten Verhandlungstage im Gerichts- (aal verhaftet worden, da wegen der zu erwartenden Höhe der Strafe Fluchtverdacht vorlag. Ein Prozeß gleicher Art wird am 2. September vor dem Schöffenbericht Verlin-Mitt« verhandelt. -» Im Monat November vorigen Jahres taucht« in verschiedenen Städten Deutschlands ein Mann auf, der sich auf Kosten alter Frauen, die nur von ihrer Rente leben, zu bereichern verstand. Zuerst trat der gemeingefährliche Betrüger in Nürnberg auf, wo er sich als Abgesandter des Renienamts ausgab und bei ver- schiedenen Greisinnen vorsprach. Denen erzählte er» daß«r ihnen die Erhöhung ihrer Rente mitteilen müsse. Er sei aber ver- pflichtet, Fragebogen auszufüllen, die eine Stempelgebühr kosten. Die alten Frauen, erfreut, daß ihre Renten erhöht werden sollten, ließen sich bestimmen, dem Schwindler Beträge von zwei bis zwanzig Mark zu geben. Auf diese Weise s6)ädigle der Bursche in mehreren süddeuischen Städten zahlreiche alte Frauen, denen er immer aus die gleiche Art Geldbeträge abzulocken verstand. Er trai dann auch in Berlin auf, wo er endlich verhaftet werden konnte. Der Schwindler hatte sich jetzt vor dem erweiterten Schössen- gericht Lichtenberg zu verantworten. Ihm wurde vollendeter Betrug in 51 Fällen und versuchter Betrug in 10 Fällen zur Last gelegt. Der Angeklagt« ist Tschechoslowake und bereits mit dem Strasgesetz in Konflikt gekommen. Er wurde zu insgesamt 1 Jahr und 4 Monaten Gefängnis oerurteilt. Regierungsdirettor Hoppe gestorben. wie erst jetzt bekannt wird, ist am Freitag voriger Woche Ne- gierungsdirektor Hoppe in H a h n e n k t e e. wo er sich zur Erholung aufhielt, plötzlich einem Herzschlag erlegen, hopp« war lange Zeit Chef der Berliner Sriminalpolizei und hat sich um iüc Organisaiion der Mordkommission große Verdienste erworben. Am 1. April 1SZS ist er wegen Erreichung der Aller,- grenze aus dem polizeidienst ausgeschieden. *» Bevor Hoppe Chef der Kriminalpolizei wurde, versah er jahrelang das Amt eines Theaterzensors beim Berliner Polizeipräsidium. In dieser Stellung hatte er sich bereits einen Namen gemacht, indem er die Bühnenkünstler und-kllnstterinnen durch die Einsllhrung von Dienstbüchern gewissermaßen unter das„Gesinde"— diese Bezeichnung gab es damals, vor 1918, noch — zu rubrizieren versuchte und dadurch die Anregung zu den all- jährlich von der Bühnengenossenschaft veranstalteten lustigen G e- sin de ballen der Berliner Schauspieler gab. Hoppe besaß übrigens soviel Humor, daß er selber an diesen Bällen regelmäßig teilnahm. von. AM.FPby. Copyright 1929 by Gustav Kiepenheucr Verlag A.-G., Berlin In grotesken Tanzsprüngen gelangt er bis zu ihm und greift— ein Dutzendmal flattert die Hand daneben— in die Brusttasche. Aus der Tasche zieht er ein Stück Pappdeckel, er hält ihn sogleich in die Richtung des Arztes. Der Pappdeckel ist weiß überklebt, er ist zerschabt und mit viel schmutzigen Finger- abdrücken versehen, er wird zweifelsohne lange schon herum- getragen und gebraucht. Auf ihm steht in unbeholfener Schrtft zu lesen:„In einer Stunde geht's wieder." �.... Lipps Gesichtsausdruck wechselt: vom Gereizten schwingt er ins Nachdenkliche.„Also, legt ihn da drinnen auf ein« Matratze," sagt er still.„Gebt ihm vorerst mx. Aber wenn er besser beisammen ist,"— er gerift in die Tasche—»da ist ein Kognak,"— und in die andere—»und da ein Stuck Kuchen.". �»v. Er steht auf und nickt dem jungen Soldaten zu. „Brav, mein Lieber: es wird schon wieder. Funk staunt. Lipp hat in den Mienen einen echten Ausdruck von liebenswürdiger Hochachtung. Sein Mephisto- köpf hat plötzlich etwas Bestrickendes. Das verweht schnell. Immerhin bleibt ein Nachhall. „Funk," sagt er draußen.„Donnerwetter, so_ em KerlI Wenn wir mehr solche hätten, ich glaube, wir gewännen noch den Krieg."' � „Wird es ihm gedankt?" fragt Funk bitter.„Wie wird es ihm gedankt!" „Und übrigens— daß wir den Krieg verlieren, ist gar nicht gesagt," verbessert sich Lipp sorgenvoll. „Jedenfalls darf man es nicht sagen." schließt Funk. „Herr Stabsarzt haben recht." 20. S'e sind auf dem Marschr Sie marschieren in Richtung Lille. Einer bringt heraus, daß man somit doch der Somme den Rücken kehre— und sogleich glauben sie, der mageren Stimm« Gehör geben zu dürfen: am Ende bleib« ihnen jener Kelch erspart. Vielleicht ist der Befehl an die Division ge- ändert worden, vielleicht hat Ludendorff in letzter Minute eingesehen, daß sie einfach endlich— vielleicht-- Ja, sie sind bereit, wie immer an das Wunder von morgen zu glauben, denn sonst ginge es ja überhaupt nicht weiter., Hierbei geschieht es, daß Stöger, Funk und Holzer zum erstenmal nach einem Jahr einander wiedersehen. Holzer ist mager und gelblich geworden und recht gealtert, sein Bart ist stark verblaßt, aber die Augen in ihren grauen Höhlen glitzern unhemmbar verschmitzt. Er hat Grund zu seiner sie- brigen Fröhlichkeit. Er verläßt die große Bühne des Welt- theaters.„Ab durch die Mitte!" sagt er immer wieder mit ausgehöhlter Stimme- Er tappt nur mit, um sich alsbald in einen Zug setzen und in die Heimat fahren zu können.„In Permanenz nach Hausei" grölt er albern. Er ist jetzt vierzig: er hat ein rheumatisches Leiden und ein Darmleiden: er hört immer schlechter, wenn etwas anbefohlen wird: er hat Plattfüße bekommen— ihm fehlt alles, was du dir nur wünschen kannst. Er ist dem Arzt mit eiserner Energie so lange in den Ohren gelegen, bis der nachgegeben hat. Er ist nicht mehr felddienftfähig. „Das wäre ja ganz schön," sagt der ängstliche Stöger, „wenn sie dich daheim nicht wieder kavau schreiben würden." „Das passiert nicht. Freunderl." versichert Holzer mit leiser, hoher, schlauer Stimme,„dafür sorg' ich. Bei uns von der Straßenbahn brauchen sie so wie so Wagenführer. Da ist ein Mangel, und er wird alleweil größer. Den Schaffner- dienst können Weiber zur Not versehen, Geld einkassieren und Zettel hergeben, das haben sie ja schon immer verstanden, aber einen Wagen führen— da müssen sie schon ihre Fingerl davon lassen." „Wenn Not an Mann geht," beharrt Stöger, voll von düsterer Zukunft,„tun sie dich doch wieder hinaus." .Mich net, mich net," betont Holzer flüsternd in der Fistel und umwittert von solch geheimnisvoller Gerissenheit, daß man überzeugt ist. Stöger versucht es noch einmal:„Wer mit Plattfüß' kannst du doch keinen Führerdienst machen. Mußt ja stunden- und stundenlang auf der Plattform stehen." „Daheim dressier' ich sie schon wieder um, die Haxen." Er locht.„Die machen mir nur da heraußen zu schaffen" Stöger läßt ab von ihm und berichtet, wie's mit ihm selber steht. Er seufzt gewohnheitsmäßig.„Oh mei Mensch!" sagt er mit der verwundeten Sanftheit seines Kinderblickes. Die Äugen sind noch größer geworden. Wer die Wangen blühen wie«Hedem. Er ist vor einem Vierteljahr auf Urlaub gewesen, um das inzwischen geborene zehnte Kind zu be- schauen. Nun schreibt die Gattin— da, im letzten Bnef!— sie fühle sich abermals Mutter. Ob es ihn daraufhin nicht grause, nächstes Jahr in die Heimat zu fahren? Er lächelt stolz und traurig.„Ihr werdet sehen, das Dutzend muß noch voll werden," prophezeit er gottergeben. Fruchtbarkeit ist gut und unabwendbar. In Haubourdin, einer Art Vorstadt von Lille, werden sie getrennt. Hier wird der Regimentsstab einquartiert, also auch Lipp, also auch Funk. Sie werden nicht gleich verladen. Sollen sie noch einen halbwegs ruhigen Atemzug tun, eh' sie zur Hölle fahren? Die Bataillone finden Unterschlupf in den ringsum dicht gedrängten Orffchaften. Stöger entschwindet aus den Augen Funks und vierzehn Tage später verschwindet er vollständig. Eine Granate zerreißt ihn so, daß nichts mehr übrig bleibt, was man mit einem Menschennamen belegen könnte. Es ist ihm nicht vergönnt, das zwölfte Kind zu zeugen. Holzer aber hält sich in München- Er klebt sich fest mit dem Leim seines Willens, vorn auf dem Führerstand, und durchrasselt mit immer schäbiger werdenden Motorwagen eine immer kränker schnaufende Stadt. Funk hat Quartier in der Villa, die Pummer zur Ver- fügung gestellt ist. Er hat ein sauberes, helles Zimmer, ein reguläres Bett zum erstenmal seit einem Jahr, einen großen festgefügten Schreibtisch, aber zu schreiben gibt es gottlob einmal nichts. Die Vergangenheit ist abgeschlossen, und die Zukunft muß erst neues Unheil schaffen, das registriert, ru- briziert und nach zehn Seiten hin gemeldet werden kann. Funk lungert umher. Der Abend ist weich. Em schöner Herbst— wie damals, als er herausfuhr. Den Stabsarzt hat der zappelnde Kommandeur dauernd mit Beschlag belegt, die bevorstehenden Aufgaben setzen ihm zu, er will von Lipp bald ein Schlafmittel und bald ein Kräftigungsmittel und in der Haupffache Ablenkung, Lipp kaut an zerbissenen Flüchen und ist beschäftigt, und Funk hat Ruhe vor ihm. Die Straße mit der vornehmen Villa beherbergt gleich nebenan ein paar alte verschrumpfte Häuschen, die zurück- gekrochen sind hinter Vorgärten mit Gemüse. Aber es geht laut und jung in ihnen zu: durch ihre Fenster, durch die beiden offenen Haustüren sieht Funk, wie drinnen gewaschen und gebügelt wird. Hellen, schnellen, melodischen Gesang, der. fast unablässig den beiden Häuschen entströmt, hat Funk schon während des ganzen Nachmittags in seinem Zimmer ver- nommeu. (Fortsetzung folgt.) 1
Oer Gasverbrauch in Europa. Nach Wien hat Verlin das billigste Gas. Man könnte wirklich Angst um di« Kohlenvorräte der Erde be- koinmen, wenn man bedenkt, wieviel Kohl« jeden Tag von den Men- schen oerbraucht wird. Fast 8 Millionen Tonnen Kohle hat Berlin allem voriges Jahr verbraucht, rund 3 Millionen Tonnen Kohle hat Wien oerbraucht. Rechnet man das um, so sind jährlich 800 000 Waggons mit je 10 Tonnen Kohl« nach Berlin und 300 000 Waggons Kohl« nach Wi«n gefahren. Stünden alle diese Waggons hinter- einander auf einem Gleis, so wäre dieser gigantische Lastzug Kohle 8000 Kilometer lang. Dies« Riesenmenge Kohle ist in den beiden Städten in einem Jahr verbrannt worden, und ihre Abfuhrgas« sind durch die Kamine der Stadt geschlüpft. Wenn man die Statistiken beachtet, findet man, daß der Kohlenoerbrauch an Hausbrand immer mehr in den großen Städten zurückgeht, der Verbrauch für die Gas- und Elektrizi- tätserzeugung aber zunimmt. Di« Städtischen Werke in Berlin brauchen allein rund ein Viertel, das Wiener städtische Gaswerk sogar 40 Proz. aller Kohlenmengen der ganzen Stadt für sich. Es ist eine unvorstellbar« Zahl, daß Berlin jährlich 050 Millionen Kubikmeter Gas oerbraucht, oder Wien jährlich 313 Millionen Kubikmeter Gas. Wollte man aber einen Gasometer bauen, der diese Iahresmengc Gas fassen sollte, so müßte in Berlin ein 850 Meter hoher Würfel, in Wien ein solcher Würfel von 700 Meter Höhe gebaut werden. Wollte man aber eine gigan- tische, 100 Meter breite und 50 Meter hohe Halle für diese Gasmenge bauen, so müßte diese Hall« für Berlin 120 Kilometer, für Wien 62 Kilometer lang gebaut werden. Von allen europäischen Städten hat nun Wien den stärksten Gasverbrauch, nämlich 168 Kubikmeter Gas pro Jahr und Kopf der Bevölkerung. Es hält damit den Rekord vor Hamburg mit 155 Kubikmeter je Kopf, vor Berlin mit150, vor Budapest mit 90, vor München mit 64 und vor Prag mit gar nur 30 Kubikmeter pro Jahr und Kopf der Einwohner. Daß I>z Wien soviel Gas verbraucht wird, hat auch seinen Grund: Wien hat nämlich auch das billigst« Gas in Europal In Wien kostet das Kubik» meter Gas 11 Pf., in Prag aber 21, in München 20, in Frankfurt 18, in Bafel und Hamburg 17 und in B e r l i n 1 0 P f.! Berlin hat also nach Wien den billigsten Gaspreis. Beide Städte, die unter sozialdemokratischer Initiative stehende Reichs- Hauptstadt und das sozialistisch regierte Wien, können es für sich in Anspruch nehmen, auch auf diesem wichtigen kommunalpolitischen Ge- biet führend zu sein. Oer Kindesmord noch ungeNäri. Schwierige Ermittelungen der Polizei. Der- schreckliche Mord au der elfjährigen Hilde Zepernick konnte trotz aller Bemühungen der Polizei, die seit Tagen an dem Fall fieberhaft arbeilet, noch immer nicht weiter geklärt werden. Der Wächter Sch. sitzt weiter. hin im Gewahrsam. Wie wir gestern bereits mitteilten, sah di« Polizei keinen an deren Ausweg, um auf die Spur des Kindesmörders zu kommen, als sämtliche auf dem Bau Beschäftigten zu vernehmen und von allen«in« Beibringung ihres A l i b i s für die fraglich« Zeit zu ver- langen. Die Untersuchung ist bei der großen Zahl der Belegschaft selbstverständlich noch nicht beendet, zumal all« Angaben ge» nau geprüft werden müssen. Von der Anwohnerschaft sind erneut Verdächtigungen gegen bestimmte Personen aus- gesprochen worden, die sich bisher aber als völlig haltlos er- wiesen haben. Unter anderen wurde ein Mann beschuldigt, der im Gesicht Kratzwunden hatte; sehr bald ergab sich, daß er mit dem Morde nicht das G e r i n g st« zu tun hat. Ein anderer der Mordtat verdächtigter Arbeiter konnte sofort mehrere Zeugen bringen, die übereinstimmend bekundeten, daß er am Mordtage seit 17 Uhr in seiner Laube gelegen und„seinen Rausch ausge- schlafen habe". Anderen Nachprüfungen stellten sich meist weit größere Schwierigkeiten in den Weg, da nicht immer gleich Zeugen gur Beibringung eines lückenlosen Alibis aufzutreiben sind. Es kommt außerdem vor, daß«in Arbeiter inzwischen seine Stelle gewechselt hat und nun erst aussindig gemacht werden muß. >0 konnte ein Steinträger, für den die kleine Hilde häufig Zigaretten geholt hat. noch nicht ermittelt werden. Jedenfalls hat die gestrige Untersuchung noch keine Anhallspunkt« für ein« be- stimmt« Täterschaft erbracht. Zurzeit ist die Polizei bemüht, den Steinträger herbeizuholen, um sein Alibi, ebenso wie das der anderen, nachzuprüfen. * Gestern nachmittag wurde im Schau Hause die Leiche des ermordeten Kindes obduziert. Der Tod ist, wie schon der erste Befund ergab, durch Erdrosseln eingetreten, außerdem muß das Mädchen«inen wuchtigen Schlag über den Kopf bekommen haben. Gewiiiersturm am Gonniag. tleberschwemmungen im Südosten. Zwei Personen ertrunken Am letzten Sonntag ging in den frühen Nachmittagsstunden über die südöstlichen Vororte Berlins ein heftiges Gewitter nieder, das von einem woltenbruchartigen Regen begleitet war. In Johannisthal, Niederschöneweide, Schmück- w i tz und Stralau wurden weite Strecken über- schwemmt, so daß die Feuerwehr annähernd dreißigmal zu Hilfe gerufen werden mußte. Leider sind bei dem starken Badebetrieb, der gestern überall herrschte, wieder mehrere Ausflügler ertrunken. Beim Baden in der H a v e l ging der 43jährige Kaufmann Hermann W a n d e r aus der Gleditschstraße 15 in Schöneberg vor den Augen zahlreicher Mitbadender plötzlich unter. Obgleich sofort Rettungsoersuche angestellt wurden, konnte der Verunglückte bisher noch nicht geborgen werden. Im Tegeler See ertrank der ISjährig« Maler Erich K a t h aus der E h a u s s« e st r. 10. Die Leiche wurde geborgen und nach der Leichenhalle in Tegel gebracht. Wie die Geschäftsstelle des Arbeiter-Samariterbun- des mitteilt, wurde während des Sonntags bei 61 Unfällen Hilfe geleistet. Die Insassen von sechs Segelbooten. die während des Gewittersturmes gekentert waren, konnten durch das rechtzeitige Eingreifen der Boote des Arbeitersamariterbundcs gerettet werden. * Bei dem beständigen Sommerwetter waren in sämtlichen städtischen Freibädern in der letzten Woche wieder R«- kordbesuche zu verzeichnen. An der Spitze rangiert wie immer Wannsee mit 28 500 Besuchern am Sonntag und 103 500 Badegästen während der letzten Woche. Seit der Eröffnung haben hier über Million Berliner Er- h o l u r�g gesucht. Das Freibad Müggelsee war das Ziel von 8000 Badenden am Sonntag und 28 000 Besuchern in der ver- gangenen. Woche. Es wird ganz erheblich übertroffen von Vlötzenfee, wo am Sonntag rund 8 50 0. in der ganzen Woche aber über 5 0 000 badeten. Recht erhebliche Be- f u ch s z i f f« r n weisen auch die Freibäder Lichtenberg, Grünau, Adlershof, Oberschöneweide usw. aus. Die Gesamtzahl der Besucher in der letzten Woche belies sich auf annähernd 2 5 0 0 0 0. Damit dürften allein die S t S d t i» schen Freibäder seit Saisonbeginn in diesem Sommer von über l% Millionen Berlinern aufgesucht worden sein. Eiye nachträgliche versossungsseier. Di« republikanisch« Vereinigung der preußischen P oli z e i v erwaltun g veranstaltet« am Sonntag nachmittag im Etablissement Zenner in Treptow ihr diesjähriges Sommers est, das verbunden war mit einer Verfafsungs feier. Das reichhaltige Programm bot «in Konzert der Orchester-Vereinigun der Berliner Kriminalpolizei, ein« Tombola. Kinderspiele,«inen Fackel- umzug, Damen- und Herrenspenden sowie Tanz in den Sälen und im Freien. Die Veranstaltung, an der über 2000 Personen teil- nahmen, hat einen ausgezeichneten Verlaus genommen. Neues Verbrechen Vielufs. vie Suche nach dem Massenmörder. Am Alonkag morgen um AVi Uhr wurde der Arbeiter Wilhelm A n d r ä, der auf seinem Rade von Bertelsdors nach Gassen bei Guben fahren wollte, im Walde vou einem unbekannten Wanne angefallen. Der Wegelagerer warf ihm einen Knüppel in das Rad. so daß Andrä stürzte. Auf den Gefallenen gab er dann mehrere Schüsse ab und plünderte den Besinnungslosen aus. Passanten fanden den Arbeiter, der noch schwache Leben». zeichen von sich gab, und Neßeu ihn nach dem Srankenhau» in Sommerfeld bringen, wo er in bedenklichem Zustand daniederliegt. Der Landjäger von Gaffen nahm sofort di« Ermittlungen auf, konnte den Verbrecher aber nicht finden. Da der Verdacht aus- getaucht ist, daß«s sich um ein neues Derbrechen des Raubmörders V i e l u f handeln könne, ist von Berlin«in Kriminalbeamter an den Tatort entsandt worden, um die Nachforschungen gemeinsam mit den Ortsbehörden zu betreiben. Ob der angeschossene Arbeiter mit dem Leben davonkommen wird, ist noch zweifelhast. Berlin hat 20 000 Kilometer Kabel. Im laufenden Geschäftsjahr hat die Gesamtlänge des Hoch- und Niederspannungskabelnetzes der Berliner Städtische Elektrizitätswerke A.-G. 20 000 Kilometer überschritten. Wie gewaltig diese Länge ist, geht am besten daraus hervor, daß die Kabel einzeln aneinandergereiht von Berlin über New Pork und San Franziska bis nach Tokio reichen würden und somit mehr als den halben Erdumfang ausmachen. Hierbei ist noch zu bemerken, daß fast die Hälfte aller dieser Kabel erst in den letzten fünf Jahren verlegt wurde. Die Hoch- spannungskabel dienen zur Uebertragung der elektrotechni- schen Energie mit einer Spannung bis zu 30 000 Volt von den Kraft- werken zu den einzelnen Abspannwerken, Stützpunkten und Netz- stationen, während die Nicderfpannungskabel die. Abnehmer mit 110 bis 220 Volt versorgen. Der Transport der elektrischen Energi« mit hoher Spannung bis möglichst nahe an die einzelnen Ver- braucher ist aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich, da die nicht zu vermeidenden Uebertragungsverluste im umgekehrten Verhältnis zur Höhe der Spannung stehen. Ein armer sechsbeiniger Hammel. In L ll t t i ch entkamen aus dem Zirkus Buffalo Bill zwei Riesenschlangen. Eine Schlqnge wurde in einem Pferdestall wi«dergefuii5«n. wo sie ein Pferd erwürgt hatte. Die and«re Schlange entdeckte man in einer Schaubude, wo sie«inen Hammel mit sechs Beinen im Werte von 6000 Franken oerzehrt und ein Pferd im Werte von 25 000 Franken erwürgt hatte. Am Sonntag gab es— sicher zur Freuds der meisten Hörer— viel Unterhaltungsmusik. Hübsch war die volkstümliche Abendver- anftaltung. die Berlin sandte. Am Monlag abend las im Berliner Sender Gertrud E y s o l d t „Junge Lyrik", lieber„Heimarbeiter und H e i in a r b e i t e- rinnen in der Berliner Bekleidungsindustrie" sprach Willi Lehmann, Vorsitzender d«s Deutschen Bekleidungsarbeiter-Verbandes. Er berichtete, daß es in Berlin 120 000 Heim- orbeiter gibt, von denen drei Viertel weiblichen Geschlechts sind. Dieses Riesenheer der Arbeiter erhält noch heute zum Teil Hunger- löhne. In der Weißnähcrei kommen Stund«iüöhne vor, die zwischen 16 und 25 Pf. schwanken. Die Nachkriegszeit hat durch das Heim- arbeiterlohngesetz einige Verbesserungen in der Lage der Heim- arbciter geschaffen, aber erst wenn sich alle Arbeiter auf diesem Gebiet gewerkschaftlich organisieren, wird sich die Arbeiterschaft dieses Gesetz wirklich zunutze machen können. Heute liegen leider die Fälle bisweilen noch so, daß neben denen, die sich durch Heim- arbeit chr tägliches Brot verdienen, vielfach noch Frauen und Töchter der unteren Beamten und des Kleinhandwerks befinden, die diesen Nebenoerhienst nicht so dringend notwendig haben und die ohnehin ungünstigen Arbeitslöhne noch unterbieten. Der Vor- tragende forderte die Hörer auf, im eigenen Interesse mitzuhelfen, das Los der Heimarbeiter zu bessern. Das wör« möglich, wenn der Käufer von Konsektionsartikeln fordert, daß ein Zettel an jedem Gegenstand angibt, unter welchen Bedingungen dos Stück an- gefertigt wurde. Die elende Lage der Heimarbeiter bedeutet nämlich für das kaufende Publikum eine schwere Gefahr. In Räumen, in denen sich Schwerkranke. Tuberkulöse aufhallen, werden Wäsche und Kleidung hergestellt, die später für den Träger dieser Dinge ein ein Ansteckungsherd sein können. Te». Eine Witwe, fieben Waisen. Zwei Hauer tödlich verunglückt. Altenseelbach, IS. August. Hier verunglückten ans der Grube„G roste Burg" zwei Haner durch zu früh losgegangene Sprengschüsse tödlich. Einer der Getöteten hinterläßt eine Frau und sieben Kinder. Die Grube liegt in dem durch die schwierigen Arbeitsverhältnisse im Erzbergbau bekannten Notstandsgebiet zwischen Wetzlar und Siegen._ Gchiffsunglück in der Ostsee. 400 Kinder in Lebensgefahr. Stettin. 19. August. sEigenbericht.) ver vcrgnügungsdampfer„Deutschland" der Swinemün- der Dampfschifsahrlsgesellschasl stieß aus der Fahrt von Swinemünde nach Stettin mit einem Stettiner Frachtdampfer zusammen. Die„Deutschland" erhielt ein Leck von mehreren Metern im Durchmesser. Aus ihr befanden sich 4 00 Schulkinder, die von einem Ausflug zurückkehrten, und 125 erwachs e'ae Passagiere. Der Kapitän halte die Geislesgegenwart, sein Schiff rasch und mik voller Krask aus Grund zu sehen und so ein großes Unglück j u verhüten. Sofort noch dem Zusammenstoß Halle sich der Speisesaal mit Wasser gefüllt. Der Frachtdampfer, der nur geringen Schaden davon trug, konnte seine Fahrt sorlsehen. Alle pastagiere und die Besatzung des Schisses wurden geborgen. Schulungswoche für Gewerbesehrer. Der Reichsausschuß für sozial! st ische Bildungs- arbeit veranstaltet gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft sozial- demokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands eine Sozial- wissenschaftliche Schulungswoche für Gewerbe- l e h r e r, und zwar in der Zeit vom 1. bis 7. Oktckber 1929 im „Haus des Bolkcs" in Probstzella, Thür.(Nähe von Saalfeld). Das Programm des Kurses lautet: 1. Beruf und Erziehung (Entwicklung und Gegenwartsprobleme), Referentin Prof. Dr. Anna Siemsen: 2. Die Wirtschaftslage der Gegenwart, Referent Prof. Dr. Hermberg: 3. Gegenwarts und Zutunftssragen der Berufsschule, Referentin Dr. Adelheid T o r h o r st. Die Leitung des Kursus ist Dr. August Siemsen- Jena übertragen worden. Die Teilnehmer werden im„Haus des Voltes", das hierzu geeignete Räumlichkeiten hat, verpflegt und untergebracht. Dafür ist «in Togessatz von 5,50 Mark einschließlich Trinkgeld vereinbart. Außerdem ist eine Teilnehmergebühr von 5 Mark für den Kursus zu zahlen. Die Anmeldungen zum Kursus find bis spätestens 15. September an den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, zu senden. Stenogrsphiekurse für Arbeiter. .Die Erlernung der Kurzschrift ist für jeden Lernenden von großem Wert. Sie zwingt zum systematische:! und konsequenten Denken, sie erzieht zu folgerichtiger BiKungs- und Gedankenarbeit. Hier helfend einzugreifen und ällen im KrÄse Gleichgesinnter die Kenntnis der Stenographie in Zlnfänger- und Fortjchrittskursen zu vermitteln, hat sich die„Freie Arbeiter-Stenogrophcn-Vereiniguiig Groß-Berlin" schon seit 20 Jahren zur Aufgabe gestellt. Innerhalb unseres Verbandes finden auch Nationalstenographen, Stenotachy- grophen, Stolze-Schrcyaner und Reichskurzschriftlcr die Möglichkeit, ihre alten Kenntnisse wieder aufzufrischen. Unsere nächsten Anfängerkurs« in der Reichskurzschrift beginnen in: . Neukölln: Am Dienstag, dem 3. 9. 29, im Realgymnasium, Kaiser-Friedrich-Stroße 209/210: Osten: Am Montag, dem 2. 9. 29, in der Gemeindeschule, Frank- surter Alle« 37: Nordosten: Am Donnerstag, dem 5. 9. 29, in der Gemeinde- schule, Senefelderstraße 6: Norden: Am Donnerstag, dem 5. 9. 29, in der Gcmeindefchule, Schulstraßc 99: Südwesten: Am Freitag, dem 6. 9. 29, in der Gemeinde- schule, Gneisenaustraße 7: Südosten: Sieh« Arbeit«rpress« unt«r V«r«insnachrichtcn. Alle Kurs« beginnen abends um �8 Uhr. Die Anmeldungen er- folgen am ersten, spätestens am zweiten Kursusabend. Schriftliche Anfragen beantwortet: Walter Riedel, Berlin- Spandau, Wustermarker Straße 10 I. Verderbliche Spritztour eines Elefanten. Der neunjährige Elefant„T a n t o r" des Tiergartens Scebach (Schweiz) ist in diesen Tagen von seinen Ketten losgekommen und entwichen. Durch Abreißen von Aesten beschädigte er viele Bäum«. Der Elefant lief dann auf die Bahnlinie O e r l i t e n— K l e t e n, wo er in der Gegend des Elektrizitätsunterwerks See- b a ch vom ersten Zuge angefahren, 50 Meter weit gestoßen, und dann den Bahndamm hinuntergeworfen wurde, wo er tot liegen blieb. Goldene Hochzeit. Der 75 jätjrige Maurer Carl Kussatz, Berlin SO. ZS, Lübbener Str. 15, seit etwa 35 Jahren Mitglied deSBauaewerkbundes. einst schon Abonnent deS.Berliner BolkSblalis*, später treuer Leser des .Vorwärts�, seiert am Dienstag, dem LO. August 1929, mit seiner tirau Elise goldene Hochzeit. Wir gratulieren den beiden allen Freunden und wünlchen ihnen alle? Gulel Diamantene Hochzeit. Sin oller Leser deS„BorwärtS". der Zimmermann, Genosse Heinrich I ü t t n e r, und seine Ebefrau, geborene Grog mann, Berlin EW. 29, Heimstr. 19, feiern am 22 August das seltene Zcst der diamanten en Hochzeit. Wir gratulieren unsern allen Freunden herzlich und wünschen ihnen einen noch recht langen und frohen Lebensabend. Wellerberichi der öffentlichen Wellerdicnslstclle verlin und Umgegend lNachdr. verb.) TeUS wollig, teils heiter, bei etwas ansteigenden Zcmpc- ralurcn, keine nennenswerten Niederschläge— Für Deulichlond: Im Süden Aujbören der Neliensälle, im Nordwellen zeitweise elwaS unbe- ständig, im übligen Reich teils heiler, teils wolkig, bei etwas ansteigenden Temperaturen. kür Reise, Wandemigen ................ n■ ni und Wochenende vergessen Sie nicht die herrlich erfrischend schmeckende Pfeffer- niinz- Zahnpaste Cblorodont. 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Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin TW SZ. Lindenstrabe ü. G parteinachn'chienW� fürGroß-Berlin DI« Srei-bildung-odlentc RAST, abzurechne». stet, an da» Bezlrk»sekretariai 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. werden gebeten, schnellste»» die fl-rien vom Heule. Dienstag. 20. August: M. Abt. Die Bezirksführer holen sofort die Einladungszettel zum 2Z. August vom Genossen flcmnch ab. 6. Abt. 20 Uhr Sitzung der Abtcilungslcitung bei Dobrohlaw, Swine- Münder Str. 11. Morgen, Mttwoch, 2l- August: 32, Abt. SO'-i Uhr bei Kromphardt, Panl-Singer-Strahe 4g, ssunktionZrsttzung. — Eruppc Singe: llahlabend am Donnerstag, 22. August, 20 Uhr, bei Valentin, Krautstr. 360. 33. Abt. 19H Uhr bei Otto, Riaaer Str. 85, Isunltionärützung. 4». Abt. Schwcrborig«. 20 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 4, Mitgllederver- iammlung. Vortragt„Die SPD. und die kommenden Stadtverordneten- mahlen." Ref. Stadtverordnete, Hermann Lempert. All- vcnostinnen und venolsen, sowie Stzmpathifierende und Vorwärtsleser sind herzlichst ein- geiacar. 82. Abt. Steglitz. 20 Uhr bei Schellhase, Ahornstr. 15a, Tiitgliedervcrsamm» luna. Vortrag:„Das Berliner Verkehrswesen." Nei. Otto Klose. gg. Abt. Britz'Buckow. IgVt Uhr Zahlabcnde: 1. Bezirk: Thomas, Thaullee- stratze 0. 2. Bezirk: Becker, Chausseestr. 97. 4. Bezirk: Bensch, Rudowcr Strafe 35, Ecke Hannemannstraße. 3.. 5. und 0. Bezirk: Früher Gut. schmidt, BUrgerstr. 88. Vortrag:„Der Boung-Plan und die Arbeiterklasse". Ref. Kurt Shetzmann. 107. Abt. Blt.Glicnicke- Falkenberg. 20 Uhr bei klobian, Alt-Elienick«, Mit. glicderversammlung. Parteiangelegenheiten und Verschiedenes. Erscheinen aller Kenosien ist Pflicht. 130. Abt. Reinickendorf-Ost. 20 Uhr im Schiitzcnhaus, Restdenzstr. 1, Abteilungs. Versammlung. 1. Stellungnahme zu den Stadt- und Bezirkoverordnetcn. mahlen.� 2. Aufstellung der Kandidaten und Abteilungsangelegenheitcn. Die BezirksMhrcr haben zu dieser Versammlung einzuladen. 137. Abt. Rcinickendorf-West. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Volkshaus, Echarnwebcrftr. 114. Tagesordnung: Ausstellung der Kandidaten zu den Stadt, und Bezirksvervrdnetenivahlen. Wohl der Delegierten zur Kreis» nritglioderversammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. * Rclchidruckerei! Di« Lügenpropaganda der idommnuistilch«« Partei im Betrieb« macht c, notioeildlq. diesem die Arbeiterschaft schwer schädigenden Treiben entgegen, vtroten. Wir lade» deehalb die Parteigenossen nnd -genosstnncn z» eine« Bersammlnng am Mittwoch, dem 21. Angnst, 10 llbr, im Restaurant Franke, Rene Grünstr. 15, ein. Das Erscheinen aller Parteimit. glieder»nscrc» Betriebe» ist drinaend erforderlich, um wirksame Gegenmaß. nahmen gegen den Verleumduaqsscldzug der KPD. zn brschließen. Partcidnch legitimiert. Z. A.: Hlldebronbt. Frauenveranstalkungea. 3. Keel» Wedding. Mittwoch, 21. Auanst. 20 Uhr, bei Lauritzen, Putbvlser Straße 11. michtiae Funktionärinneusitzung. 5. Keci» Frierichshain. Mittwoch, 21. August, 20 Uhr, im Lokal Eadincr Straße 10, Funktionärinneusitzung(Agitation und Arbeiterwohlfahrt). Wege» wichtiger Tagesordnung ist das Erscheinen oller Funktionärinnen Pflicht.. 0. Krei» Kreuzberg. Donnerstag. 22. August, 20 Uhr, wichtige Funktio. närinncnsttzung bei Wolf, Gräfestraße. 9. Krei» Wilmer»dors. Donnerstag, 22. August, Ausflug mit gcmütNchem Brisammensein nach dem Grunewald, Konditorei Backe, Kronprinzcnallee, Ecke Königin-Luise-Etraße. ffahrnerdindung: Autobus 7, Untergrunddahn bis Dahlem.Dorf und dann weiter mit der Linie 43 oder mit den Linien 101 und 51 bis Rofeneck. Treffpunkt 14V£ Uhr Hohen, ollerndamm. Ecke Kronprinzenallee. Anläßlich dieses Ausfluges werden die Funltkonärinncn zu einer wichtigen Besprechung in, gleichen Lokal gebeten. 0. Abt. Donnerstag. 22. August, 19� Uhr, hei Sübner, Wilsnacker Str. 34, Bortraq:..Sozialistische Kulturpolitik in der Gemeinde". Refereniin Zrma Fechenbach. 10. und 20. Abt. Heute, Dienstag, 20. August. 101� Uhr, bei Tillner. Kolouie- Ecke iZechliner Straße, Bortrag:.Die sozialen Aufgaben der Kommune". Refcrentin Paula Kurgaß. 138. Abt. Hcrm,dorf. Der Frauenabend fällt in diesem Monat aus. Jungsozialisten. Lichtenberg. straße 44, Vortrag:„Kolonialfragen" Trupp« Heute, Dienstag, 20 Uhr, Im �oüOttdheim Gunter. lonialkragen". Referent: H. Kaidies. Achtnagl Wegen wichtiger organisatorischer Besprechungen muß ledes Sruvpenmitglied erscheinen. Genossen und Mitglieder der SAF. sind freundlichst eingeladen. Gruppe Tempelhof-Mariendors. Heute, Dienstag, 20 Uhr. im Jugendheim Temvelhsf, Germaniastr. 4— 6, Vortrag: �Zspchalogie"..Rrierrntiu:.Genofün. Paülsen. �«7- Arbeiksgemelnschafk der Kinderfreunde GroH-Derlin. Krei, Kreuz bei«. Gruppe Süden und Wassert-rstraß«. Heute. Dienstag, 19Vj Uhr, bei Frankenstein, Planufcr 20, Helfersstzung. Erscheinen aller Helfer ist Pflicht. Geburkslage. Jubiläen usw. 10. Att. Unserem Kamps, und Weggenossen Wilhelm Stocka mp. Buttmall». straße 13, zu seinem 00. Gcbunotage die herzlichsten Elllckwüuschc. Wir Holsen, ihn noch recht lange in unserer Mitte zu sehen. 24. Abt. Unserem Genossen Wilhelm Winzer, Ebristburger Sir. 0. zu seinem heutigen 00. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. 128. bi» 130. Abt. Pankow. Unserem Genossen Karl Schpppner, Flora- straße 34,>» seinem deutigen 70. Geburtstag« die herzlichsten Glückwünsche. Sewillnauozvg 5. Klaffe 5Z. Preubilch-Eliddeuljchi Maffen-Lstterle. Obue Gewähr Nachdruck verbotest Aas sede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn, gesallea»»ad zwar se einer aus die Lose gleicher Rammer in den beiden Ableiluagen I und II 10. ZieHungstag 19. August 1929 8n der Vormlllagszlebung wurden Gewinne über ISO M. gezogen S Gewinn» ,, 1 0000 W. 340603 4»Sinn. In 6000 HL 258003 303606 10«ewinn» ,u 3000 M. 10486 41650 44744 286717 978784 18»«Vinn. ,n 2000«l. 103060 123749 143366 172207 204824 216166 232434 284741 322616 56»crnlnn. ja 1000 SIL 11618 26978 36334 66077 74681 67434 102016 108860 108881 I 15280 126360 136631 154898 163461 166682 165703 177359 204880 233331 248284 288736 304206 311669 817677 825140 344900 383602 399966 70«-Winne N, 600 M. 2986 18631 44687 71268 76441 60901 116786 129054 132215 138739 145755 147436 187897 209341 206410210067 213102 221241 222497 225720 262977 254427 280091 264701.286119 287178 297417 300407 321922 338229 343671 346732 348612 976810 891661 214».Winne p> 300 M. 2806 3160 13890 16224 18080 20670 29418 30612 33318 34821 36376«6062 45.609 48056 49731 61911 S046S 60927 62423 63669 66002 73836 76446 76696 60179 63078 66408 86411 86806 67679 38272 69491 9IS20 93399 09308 102187 03431 104188 106638 119337 120404 121848 124753 143437 1ZS2I7'ZdSIZ 160273 161487 164232 164233 165146 168466> 6 1 358 163387 163930 166530 168221 172569 176076 183483 194606 197060 200396 200399 202371 215247 218563 222957 223046 226763 233261 236701 244627 250062 254679 255049 259329 261354 266798 270664 270783 270687 279600 282128 204959 295954 302430 309470 311954 315985 332948 334654 337540 338581 341269 346816 340342 352183 352643 337878 868607 372846 374497 380562 385906 396796 397196 ön der Nachmlttagzziodung wurden Gewinne üder 1Sl> M. gezogen 4 Gewinne ,» 6000 M. 128428 359273 8 G«Lünne ,» 3000<81. 253866 297642 344030 377379 10«.tolnn« in 2000 Di. 82540 248236 278410 310819 316124 42«ewinn, ,» 1000 M. 82277 108374 109491 162842 166642 173777 193390 209280 219891 220578 243793 269876 264294 284024 293989 307016 314504 320386 336333 357733 383819 60«ewinn. in 600 M. 1753 8747 1800! 33884 39794 51076 83086 126)33 135132 136866 146121 146777 165024 155872 1 70393 1 76627 177364>84731 206466 206717 211658 221384 237476 241095245339 260996 263384 268078 288787 300690 320179 32 1478 329053 330814 337837 381394 367690 373091 387351 394721 224»«Winne zu 300 Dl. 4804 8353 9248 I>867 29604 35913 36332 39195 40224 42049 43335 44401 46296 4776! 50725 52649 61000 61412 82103 62699 65344 70143 71460 72905 73507 73936 76977 85872 89014 89279 90313 90480 90633 99,53 106427 ,08570 114611 116913 1 1 3236 tI345A121S16 122696 123752 120084 128152 129329 129896 130493 130316 132320 132627 138428 148230 160792 16,874 162746 152968 163197 160201 I8i735 101994 167052 173401 173871 179800 180823 191481 191835 193554 107611 203874 205095 206285 208348 220348 232451 235388 230789 237306 239240 240315 242476 243533 254133 202958 273350 290873 322625 322760 324506 325170 326360 327656 331162 331520 335129 338732 339274 340134 340784 342399 343238 346810 38938B 309669 367683 369649 384482 386687 887230 390996 397039 Im Gewinnrad« verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 600000, 2 zu s« 300000, 3 zu t« 200000� 3 zu je 100000. 4 zu je 75000, 4 zu je 50000, 4 zu je 25000, 72 zu je 10000, 64 zu je 6000, 276 zu je 3000, 522 zu je 2000, 1860 zu je 1000, 8180 zu je 500, 7560 zu je 800 M. AozialistischeArbetterjugendGr.-Verlin Einsendungen für diese Audrtt nur an das Iugendsekrefariat Äerlin GW SS, �indenstraSe Z heule, Dienstag. 20. Slugust. Uhr: Källnischrr Pari: Leim Waisenstr. 18. Bortrag:„Rinderrspublik und Ar- beiteriugend".— Brnnncnplatz: Heim 344. weltliche Schul« Pank. Ecke Wicserr. straße. Vortrag:„Die Spaltung im Arbcilcrsvort und in den Gewerkschaften". — Gesnndbrnn»-» I: Rote Schule. Gotenburer Straße. Literarischer Abend. — Fchi?«par!: Volksschule Schöningstraße. Vortrag:„Unsere wenosscnschastcn". — Weddtug R.-F.: Heim Lüttichcr Str. 4. Bortrag:„Was bringen die Wahl- erfolge in Frankreich, England und Deutschland dem Proletariat?"— Wedding. Nord: Heim See- Ecke Turiner Straße. Vortrag:„Sozialdemokratie und Kommunalpolitik".— Arnswaider Platz: Heim Rastrnburger Ecke Wehlauer Straße. Vortrag: Lugend und Verfassung".— Helmholtzylatz: Heim Danziger Straße 52(Daracke 2). Vortrag:„Kameradschaftsehe".— KasenHerde: Heim Wassertorstr. 9. Vortrag:.Was ist für mich die SAI.?"— SchSneberq III! Seim Hauptstr. 15. Technische Plaudereien.- Schänekerg IV: Heim Haupt- straße 15. Acltere(R.-F.). Vortrog:„Anti.Kriegsgcschichtcn".— StcgUtz: Heim Albrechtstr. 47». Vortrag:„SAI. Sport und Freikörperkultur".— Reu- lölln 1: Heim Sander. Eck- Sobrechtstraß«. Vortrag:.Sozialismus und Kirche". — Rentölln kl! Heim Vergstr. 29. Vortrag:„Krieg in der Literatur".— Ren, kölln III: Leim fflughafenstr. 68. Vortrog:„Kirche und Sozialismus".— Neukölln IT: Heim Schicrlestr. 43. Mustkabcnd.— Neukölln V: Heim Böhmische Äinestscher Konflikt.— Neukölln VTII: Vortrag:„Gewerkfchaftsfragen".— Scrmsdorf: Heim Rovnstraße. Zehn-Minuten-Referate mit Ansprache.— Tegel: Seim Bahnhofstr. 15. Vortrag:„Die Alkoholfragc".— Buckholz- Schule Ber- lincr Str. Ig. Tagespolitisch- Fragen.— Pankow U: Heim Görschstr. 14. Vortrag.— Dahle« sRote Falken,: Heim Nordschul-. Fehlendorf. Potsdamer Straß« 5—7(Zeiche csaal 1). Vortrag:„Unsere Gebote".— Sriioneberg II: Snuptslr. 15(Sudctenlandzimmer). Dichtcrabcnd: Karl Henckell.— Rcinicken- dors.vst: Heim Lindauer Str. 1. Vortrag:„Staat und Kirche". » Achtung, Dachsteinfahrer Gruppe Arnold. Wir kommen am Mittwoch, dem 21. August, um 30 Uhr, beim Genossen Th. Kliege, N. 65, Sellcrstr. 14, zusammen. Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E. 14. Sebastianstr. 87/38, Hof 2 Tr. Dirnitag, 20. August. Friedrich, ha in. Kameradschaft Stralau. 1914 Uhr Kameradschaftsversammlung mit Vortrag bei Wertalla. Hohcnlohestr. 5.— Mittwoch, 21. August. Friedrich»hai». Kameradschaft Warschau. 19!» Uhr Kameradschaftsvrrsammlung bei Hans Hahn. Simon-Dach- Straße 9.— Donnervtag, 22. August. Prenzlauer Berg. Kameradschaft Nordkap. 2a Uhr Versammlung bei Goldschmidt. Stolpisch« Str. 35.— Wassersport- abteilung Tegel: Dienstag, 20. August, 20(4 Uhr, Versammlung im Bootshaus. Mitgliedsbuch der RWA. und der Landkamcrodschast ist mitzubringen. BerNner Fither-Elnb, gegründet 1858, übtleden Dienstag um 20Z4 Uhr im Klubhaus vhmstr. 2. Spieler und Gäste willkommen. » Ttnrnwogek, Flu»verband ber verktätigen S. B., Bezirk Gruppe Johanni«. thal-Adlershof. Dienstag. 20. August. 20 Uhr, Bezirksgruppenversammluna im Restaurant Post. Ecke Parkstraße. Tagesordnung: Waliber Binder spricht über „Die Entwicklung des Sturmvogels". Gerljard Scdlmrorr spricht über„Die internationale Lustfahrtsausstellung in London". Arbeiter-Abstinenten-Bund, Gruvpi Kreuzberg. Mittwoch, 2l. August, 20 Uhr, in unserer eigene»„Alkoholfreien GaMLlte", bunter Abend. longiellorv Enelizp Oebaiing Club. Mittwoch, 20 Uhr, Zahnärrtehau'? Bfllowstr. 104, Guttrnannsaal: Mr. II. T. Title. B. A. Ph. D.:„Sornething on English Jurisdiction". Oerinan-EngUsh-SocIety Cafä Jagenburg, Berlin W, BOIowstraße 1, 9 p. m. Andi Vox System of Teaching Languages, demonstrated by Qramophono Records. Mrs. E. Rauch. Sport. Rennen zu Rlarieudorf am Monlag. dem 19. August. I. Rennen. 1. Drrgamotte fJ. Mills), 2. Eita Cord. 3. Jokasie. Toto: 26:10. Platz: 16, 16. 10:10. Ferner liefen: Osterhrinz, Cppi, Dewey Pillat, Vitus agh., Lueile Morgan. Mareobrunner, Goldsasaii. 2. Rennen. 1. Jlex