Morgenausgabe Nr. 399 A 201 46. Iahrgang Wiche» Sich 8SVU«»»»Sich S,M9L Im»orous jofclbin, Poltdezuz 4 J2 M. einschließlich ÖO Pfg. Poftzeltuag». UI.» 7? 5(9. Postbestellgedühren. Huf lanb». «banntnum IL— M. pn Stonai, * f«.fonBirt»* trschelm mochenfig. lich zweimal, konnlag, und Montag, einmal, die Zlbendau, gaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Ddend'. gllustriert» Bellagen.Boll und Zeit" und.tlinderfreund'. Ferner . Unterhaltung und Wissen'..Frauen. mmmt*..Technik'..Blick in d>« Kücherwelt' und.Iugend-Borwirt»' P- Berliner volssblatt Dienstag 27. August 1929 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf, Vi«•tafpclttf« StoapareMezeN, SO Pfennig. Steflameuile 5.» Reich». mort.„Kleine Anzeigen' da» jettg«. vru«tt« Work 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jede» weitere Wori 12 Pfennig. Stellengesuche da« erst» Wort IS Pfennig, jede» wertere Won 10 Pfennig. Motte über IS Buchstaden zählen für zwei Motte. Arbeitsmorlt Zeile SO Pfennig. Familienanzetgen Zeil« 40 Pfennig. Anzeigenannohme imHaupl» «eschäst Lindenstraße S. wochentäglich von SV* bi» 17 Uhr. Jentealoesan der«Kozialdemokvatischen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin TW 68, Lindenstraße 3 lvetnftrtdjer: Tönhofs 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 87 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestclltcn und Beamten, Wallstr.kS. Diskonto-Gesellschaft, Depositcnkassc Lindensir. 9. Gnowden und Loucheur. Letztes Angebot abgelehnt— neues erwartet. V. 5dr Haag. 26. August.(Eigenbericht.) Di« neu« krisenhafte Zuspitzung durch die heutige Ablehnung Snvwdens Hot keine übermäßige Aufregung hervorgerufen. Man ist skeptisch geworden. Vor acht Tagen hätte die Bekanntgabe dieser Ablehnung allgemein« Bestürzung erzeugt und man hätte be- reits die Koffer zu packen hegonnen. Aber heule Ist man schon so abgestumpft, daß man nicht» mehr tragisch nimmt, auch dann noch, wenn der Bruch vielleicht tatsächlich bevorsteht. Es liegen heut« abend zwei Erklärungen vor: Die eine vom britischen Pressechef Steward im Auftrage von Snowden, die die Ablehnung des Zlngebote? der anderen Gläubiger Deutschlands begrün- den— dessen Inhalt man auf diese Art authentisch erfahren hat—; die andere vom französischen Arbeitsminister Loucheur als Am- wort auf Stewards Darlegungen. Aus diesen beiden Erklärungen gewinnt man den Eindruck, daß niemand den Bruch als endgültig anficht und ihn auch niemand wünscht. Mit Rücksicht auf. den Leser» dem dse fortwährenden finanztcch- rischen Darlegungen seit drei Wachen allmählich zuin hals heraus- hängen müssen, sollen hier aus der englischen Legrüitdung der Ab- lchnungsnote die wichtigsten Zahlen und Argumente gegeben werden. t. Die wer Alliierten haben eine Kapitalsumm« von töl) Millionen zum Zinssatz von 6% Proz. angeboten, während in ,deip. gwizeir.Doung-Plan überall nur von SMi Prpz: gesprochen wird.' Dkr Jähres'ersrag-diestr Summe-— die übrigens nach englischer Auffassung kein neues.Angebot. Darstellt— beträgt nur 6 Millionen und nicht 7,2' Millionen, wie der allüerte Vorschlag behauptete.-p-' 2. Das weitere Angebot von 266 Millionen Kapital- summe setzt den Verzicht Deutschlands auf den Anteil voraus, aüf den es bisher Anspruch zu haben glaubt. Es ist nicht bekannt, daß Deutschland auf diesen Anteil bisher verzichtet hat. 3. Italien hat die Garantie für ei».e Jahressumme von rund 7ll> Millionen übernommen aus den Vermögenswerten der österrcichisch-ungarischen Nachfolgestaaten. Das Angebot sagt nichts über die Art dieser Garantie. 1 Zum Angebot eines ungeschützten Zlnteils für England Ist Deutschlands Zustimmung erforderlich. Es wäre zwar nicht eine Mehrbelastung Deutschlands, aber eine Aenderung d.c s B o u n g- V l a n e s. die ohne Einwilligung Deutschlands nicht möglich ist. Diese Einwilligung steht noch aus. 5. Das gleiche gill für die kleinen Mächte, deren ungeschützter Anteil durch dos neue Angebot von 43 Millionen auf 16 Millionen sinken würde. 6. Das Angebot wurde von den vier Mächten, mit 28,6 Mil- lionen gleich 66 Proz. der englischen Forderungen berechnet. Durch die unter l. erwähnte unrichtige Bewerwng des Zinssatzes beträgt es aber nur 27.4 Millionen Mark gleich 57 Proz. Aus allen diesen Gründen bezeichnet England dos Angebot als ..laaäeg-ate"(unzulänglich). welchen Ausdruck Snowden auch in der ganz kurzen schriftlichen Mit- teilung an Iaspar gebraucht hat. Diese Begründung wirft eine ganze Reihe Fragen auf, deren Beantwortung sie anscheinend wünscht. Schon aus diesem Grunde scheint sie die Tür für weitere Berhandlungen offenzuhalten. Airs einige Punkte dieser englischen Slntwort Hot L o u ch e u r In einer längeren Erklärung vor. den französischen Pressevertretern er- widert. Der rhetorisch« Teil war nur eine Wiederholung der schon hundertmal gehörten Beteuerungen. Aus beiden Seiten müssen An- ftrengungen gemacht werden, um ein Kompromiß zu finden. Frankreich' habe den Bruch, der eine Katastrophe bedeuten würde, nicht gewollt und wolle ihn auch nicht, aber der Young-Plan dürfe nicht zerstört werden usw. Interessant sind aber zwei konkrete Antworten Lovcheur»: 1. Was den Streit um den Zinssatz der 166 Millionen betrifft. so ist Frankreich mit seinen Gläubigerallnerten bereit, die strittige Suynne von 1.2 Millionen selbst oufzubringen. 2. Italiens Garantie sei vorbehaltlos abgegeben worden. Äu den englischen Hinweisen auf Deutschlands fehlende Zu- ftimmung gab Loucheur ausdrücklich zu, daß Deutschland be- reite anerkennenswerte Bemühungen unternommen habe, einen Ausgleich zu erleichtern. Bezüglich der 266 Mil- lionen Mark(Ueberfchuß aus den letzten fünf Dawes-Monatsroten) i meine Frastkreich zwar, daß Deutschland keinerlei Anspruch darauf! habe, der Bericht der Sachverständigen lasse daran keinen Zweifel. und jedes Schiedsgericht, dos Deutschland über diesen Punkt anrus«. würde ihm unrecht geben. Zlber Frankreich wolle Deutschland keineswegs zwingen, seine Ansprüche auf diese 266 Millionen frei- willig fallen zu losten, solange England nicht den gleickien Stand- punkt einnehme. Es scheint also, daß weder England noch Frankreich bezüglich der 266 Millionen klar mit der Sprache heraus will. keiner möchte die Verantwortung für die Ausübung eine» offenen Zwange, aus Deutschland übernehmen und jeder möchte diese Verantwortung dem Gegenspieler zuschieben. England fragt: Seid ihr denn sicher, daß Deutschland auf sein« Absprüch« abf diese Summ« verzichtet, sonst nehme ich ste nicht an— wahrend Frankreich sogt: Erst wenn England klar zu erkennen gibt, daß es dieses deutsche Opfer wünscht, werden wir mit ihm g e- m« i n s o m auf Deutschland drücken. In. Wirklichkeit wird ollo zu- mindest von Frankreich, aber vielleicht auch von England ein starker moralischer Druck auf Deutschland ausgeübt, damib es seinen Anspruch auf diese 266 Millionen„freiwillig" im Interesse des Gelingens der Konferenz aufgebe. Darauf läuft anscheinend die Taktik der beiden Gegner hinaus, wobei England, wenigstens nach außen hin, seine Absichten aber leichter v e r- bergen kann, da es an dem Zustandekommen des Doung-Planes viel weniger interessiert ist als die übrigen Mächte. Loucheur hat weiter ausgeführt-, er habe den Eindruck, daß Snowden seine legten Gedanken noch nicht klar ausgesprochen habe: Frankreich würde keine neue Jnstiative ergreifen. Aus dem Zusammenhang herausgerissen, mühte man meinen, dieser letzte Satz bedeute das sicher« Scheitern her Konferenz, aber in seinen ü-brigen Darlegungen hat Loucheur im Gegenteil den Eladrvck erweckt, als hötten Frankreich und seine Alliierten ., t': noch Verschiedenes zu sogen. Seine eigenen Darlegungen zü der Antwort der Engländer bedeuten ja schon an sich eine neue französische Initiative. Es ist kein Wunder, daß unter diesen Umständen der Gesamteindruck am späten Montagabend der ist: die Konferenz geht weiter! Wenn die Konferenz scheitert will Snowden Gerechtigkeit für Deutschland fordern. London. 26. August.(Eigenbericht.) Der Haager Berichterstatter de,„Dolly Herald", dessen enge Beziehungen zur britischen Delegation bekannt sind, seht sich in einem Bericht mit der Sstualion Deutschlands im Falle eines Zusammenbruches der Konserenz auseinander: Snowden stehe den finanziellen, wirtschastlichen und politischen Folgen eines Zusammenbruches nicht gleichgültig gegenüber. Die brilische Delegation habe die finanziellen und ökonomischen Ver- höltnisse studiert, die ein Scheileru der Konferenz In Deutschland zur Folge haben würde. Es bestehe Grund zu der Annahme, daß Snowden sich bereitslnden werde. Im Falle des Scheiterns der haager Konferenz bezüglich der deutschen Zahlungen ein Vor. gehen vorzuschlagen, da» mit seiner Politik de» Kampfe» für Gerechtigkeit übereinstimme. Kongreß der Minderheiwölker. Anerkennung der preußischen Verordnung. Gens, 26. August. 66- Parlamentsmitglieder vertreten 36 Minderheitengruppen aus 14 verschiedenen Staaten aus dem 5. Europäischen Nationalitäten- kongreß und dämtl die nationalen Interessen von 35—46 Millionen Menschen aus fast allen Teilen Europas. Deutsche Minderheiten sind oertreten aus der Tschechoslowakei, Italien, Estland, Lett- land, Rumänien. Jugoslawien. Polen und Ungarn. Der Präsident des geschäftsführenden Ausschusses Dr. Wilson- Trieft, ehemals slowenischer Abgeordneter im italienischen Parlament, bedauerte zunächst, daß auch dieses Mal wieder die Minderheitengruppen in Deutschland sich auf dem Kongreß nicht vertreten lasten, und begrüßte vor allem die neue preußische Schulverordnung für die Minderheiten als einen wichtigen Fortschritt auf dem Gebiet der kulturellen Interessen einer Minderheitengrupp«, dessen Bedeutung besonders hoch einzuschätzen sei, da dieser Fortschritt durch einen Staat verwirklicht wurde, der den Minderheitenoerträge,, nicht unterworfen ist. Es sei Ausgabe der Mehrheitsvölker, den Minderheiten Vertrauen entgegenzubringen und ihnen Ge- � legenheit zu einem würdigen staatebürgerlichen Dasein zu bieten. Dann werde sich die Loyalität ganz von selbst einstellen. Abg. Llewell-Iohns(England) schilderte die mustergültig« und höchst tolerante Art, mit der in Wales die walisische Sprache ! in Schul«, Kirch« und oor Gericht in vollkommener Freiheit und Gleichberechtigung mit der englischen angewandt werde. Er empfahl ! die Verwirklichung des gleichen Grundsatzes bei den übrigen Minder- hellen. Der Präsident der jüdischen lBertretung, M o tz t i n- Paris, protestierte gegen die Juden-Pogromc in Litauen und Palästina. Arbeitslose und Partei. Ein Beitrag zur Diskussion. Von?rjockrioA Ltawpkor. Wie die Außenpolitik von der Haager Konferenz, so wird die Innenpolitik vom Kampf um di« Arbeitslosen- Versicherung beherrscht. Auch die sozialdemokratischen P a rteifunktionäre Berlins nehmen an ihm stärksten Anteil, wie die heutige Versammlung im Lehrer- vereinshous beweisen wird. Uefaer das Sachliche des Problems ist schon viel gesagt worden und wird heute abend noch mehr gesagt werden. So mag hier der Versuch unternommen werden, die politische Situation aufzuhellen, in der sich dieser Kampf um ein Kernstück der deutschen Sozialpolitik vollzieht. Die Sozialdemokratie ist in der Regierung. Das kann ein Element der Stärke sein, aber auch der Schwäche. Ein Element der Stärke wird es sein, wenn die Partei von «wem einheitlich klaren Willen geleitet ist, ein Element der Schwäche, wenn dieser Wille fehlt. Keine Rede kann davon sein, daß die Partei irgendwelche Zugeständnisse machen könnte aus Angst vor einer politischen Krise. Sie muß ihre Entscheidungen aus sachlichen Gründen treffen nach bestem Wissen und Gewissen — die Verantwortung für Krisenmacherci kann sie dann andern überlassen. Einschüchtern läßt sie sich nicht! Manchmal kann es freilich auch notwendig sein, Zugeständnisse zu machen, um Schlimmeres zu verhüten. Be- stünde die Gefahr, daß sich«ine Mehrheit gegen die Soziyldemokratie bildet, dann könnte es notwendig fein, Zugeständnisse zu machen, um wenigstens das Wertvollste zu retten. Aber diese Gefahr besteht nicht. Die bürgerlichen Mittel- Parteien haben ganz offenbar den dringenden Wunsch, die Reform m i t der Sozialdemokratie zu machen. Denn dann sind sie gegen Angriffe aus dem Lager ihrel Arbeiterwähler gedeckt. Für sie ist die Sozialdemokratie der Hannemnnn. der vorangehen soll, weil er die großen Stiefel an hat. Wenn er aber keinen Schritt weiter geht, als er selber für richtig und notwendig hält— werden sie ihn dann überrennen? Sie werden sich hüten! Eine Mehrheit gegen die Sozialdemokratie bedeutet Krise. Es ist nicht denkbar, daß sich die Partei in dieser Frage überstimmen läßt, ohne die politischen Kon- sequenzen zu ziehen. Krise bedeutet wahrscheinlich— denn wie will man eine Regierung bilden— Reichstagsauflösung. Also Wahlkampf um die Arbeitslosenversiche- rung. Wer hat Lust? Aus alledem ergibt sich, daß die taktische Stellung der Partei stark ist. Stark sind aber auch die Argumente, die ihr zur Verfügung stehen. Die Arbeitslosenversicherung in der gegenwärtigen Form ist erst vor zwei Iahren von einer ungeheuren Mehrheit des Reichstags, von den Sozialdemo- kraten bis zu den Deutschnationalen, beschlossen und noch nichtzweiIahreinKraft. Nach so kurzer Zeit können vielleicht kleine Schönheitsreparaturen notwendig sein— einen tiefgreifenden Umbau jetzt schon vorzunehmen, widerspricht den Regeln jeder Staatskunst. Man soll sich hüten, den Ein- druck hervorzurufen, als herrsche in der sozialpolitischen Gesetz- gebung der Republik«in Z i ck z a ck k u r s, und als täte der Volksvertretung die Freigebigkeit, die sie eben erst den ärmsten Volksgenossen gegenüber an den Tag gelegt, schon wieder leid. Das alte Regime war zähe im Verweigern, weil es wußte, wie gefährlich es ist, einmal gemachte Zugeständnisse zu widerrufen. Das neue soll sich nicht nachsagen lassen, daß es heute bedenkenlos gibt, um morgen wieder ebenso bedenken- los zu nehmen. Es geht ja auch in diesem Kampf nicht bloß um Mark und Pfennig, sondern um viel mehr. Noch nie hat die Arbeiter- klassc einen sozialpolitischen Erfolg erstritten, ohne daß diesem Sieg ein Gegenstoß des Unternehmertums ge- folgt wäre. Mit diesem Gegenstoß haben wir es jetzt zu tun. Gibt es erst wieder eine Reservearmee von Arbeitslosen, die sich für jeden Preis anbieten müssen, um nicht zu ver- hungern, dann ist für die Lohnpolitik eines kurzsichtigen Unternehmertums, die in niedrigen Löhnen ihr Heil sucht, ein Hindernis beseitigt. Der Angriff des Unternehmer- tums auf die Arbeitslosenversicherung ist ein Angriff auf das Lohnniveau der Arbeiter. Nun hat das Unternehmertum— das soll niemand ver- kennen, und hier zeigt sich eigentlich erst der Ernst der Lage— eine Hilfe an der finanziellen Schwäche des Reiches und an der Höhe der öffentlichen Lasten, die sogenannten Soziallasten mitinbegriffen. Für die Reichs- anstalt. die Trägerin der Arbeitslosenversicherung, gibt es nur drei Möglichkeiten— entweder sie muß ihre Beiträge erhöhen, oder sie muß Reichszuschüsse erhalten oder sie muß ihre Leistungen«inschränken. Wer eine allgemeine Einschränkung der Leistungen nicht will, muß Beitragserhöhung oder Reichs- Zuschüsse oder beides wollem Sozialdemokratie und Gewerkschaften waren bereit, die Beiträge um«in Prozent zu erhöhen, was zur Sanierung der Reichsanstalt ohne Leistungsabbau und ohne Reichs- Zuschuß genügt hätte. Parlamentarisch ist jedoch, wie es scheint, höchstens ein hol» bes Prozent durchsetzbar. Beschränkt man sich dann auf die Er- sparniss«, die durch die Beseitigung wirklicher Mißstände zu erzielen sind, so bleibt ein erheblicher Betrag, der auch bei normaler Entwicklung der Dinge ausderReichs- k a s s e zu decken ist. Die wirkliche fjöhe dieses Betrages hängt von Faktoren ab, über die eine sichere Boraussage nicht möglich ist. Be-� rzchnungen sind mit großer Vorsicht aufzunehmen. Unver- lennbar ist an gewissen Stellen die Absicht, durch eine finanzpolitische Panikmache eine gewisse Ver- zweiflungsstimmung zu erzeugen, in der sich der Reichstag auch zu härtesten Eingriffen verleiten lassen soll. Aber davon abgesehen ist zuzugeben, daß die Arbeits losenversicherung auch nach Erhöhung der Beiträge um ein halbes Prozent und nach Abstellung der wirklichen Mißstände roraussichtlich erhebliche Reichszuschüsse erfordern wird. Die Sozialdemokratie steht also vor der Frage, wofür sie die Verantwortung übernehmen will: für eine Minderung der Leistungen oder für ein Defizit der Reichsanstalt, das aus Reichsmitteln zu decken ist. Mit anderen Worten, sie steht vor der Frage, ob sie den finanzpolitischen Gesichtspunkt über den sozialpolitischen stellen oder ob sie umgekehrt die Finanz- Politik den sozialpolitischen Erfordernissen unterordnen will. Es ist zuzugeben, daß das zweite Verfahren theoretisch seine Grenze hat an der Fähigkeit des Reiches, finanziell zu leisten. es ist aber nicht zuzugeben, daß diese Grenze praktisch erreicht i st. Wenn man die Arbeitslosenversicherung, wie sie jetzt ist. unter dem D a w e s- Plan für finanziell möglich hielt, so wird schwer zu beweisen sein, daß sie unter dem V o u n g- Plan— der ja doch kommt— finanziell unmöglich ist. Mit dem Voung-Plan kommt die allgemeine Finanzreform. Es hieße ein Stück von ihr vorwegnehmen, wenn man jetzt soziale Leistungen mindern wollte, um den Reichsetat zu ent- I asten. Das hieße vorweg auf Kosten der Aerm- sten sparen, ohne daß man recht sieht, zu wessen Gunsten gespart werden soll. Ein finanzielles Chaos kann niemand wollen. Ein finan- zielles Chaos bringt gerade für die Arbeiter die furchtbarsten ivirtschaftlichen Schäden. Aber es heißt die Dinge t e n d e n» z i ö s entstellen, wenn man so tut, als ob der Zusammen- bruch der Reichsfinanzen nur durch Streichungen am Sozial- ekat, nur auf Kosten der Arbeitslosen und damst der ganzen Arbeiterklasie zu verhindern wäre. Da, wie schon gesagt, die Bildung einer Mehrheit gegen, die Sozialdemokratie sehr unwahrscheinlich ist, die Sozial- demokratie aber die Arbeitslosenversicherung nicht aus finan- 'ellen Gründen preisgeben kann, wird eine vorsichtige Finanzpolitik mit der Notwendigkeit, auch weitere Zu- schüsse zu gewähren, als mit einer Tatsache rechnen. Diese Notwendigkeit wird besonders auch bei der Planung der kommenden Finanzreform mit in Rechnung gestellt werden müssen— wenn sich nicht eine Fehlrechnung ergeben soll. Um es noch einmal zu sagen: Die Sozialdemokratie be- findet sich im Kampfe um die Arbeitslosenversicheruna taktisch und sachlich in einer günstigen Position. Sie ist ebenso in der Lage, an der Beseitiaung wirklicher Mißstände mitzu- arbeiten, wie einem augemeinen Leistungsabbau tatkräftigen Widerstand entgegenzusehen. Sie hat sich nur zu fragen, was sie vor ihrem Gewissen verantworten kann. Was sie vor ihrem Gewissen verantworten kann, das kann sie auch ?or den Massen verantworten! „Graf 3eppelin"über Amerika. Den Erdball glücklich umflogen. In 10 Tagen weniger 11 Stunden ist das deutsche Luft- schiff„Graf Zeppelin" von Lakehurst nach Friedrichshafen, von da nach Tokio und schließlich nach Los Angeles geflogen. Es hat damit den Erdball in einer Flugstrecke von rund 23 000 Kilometern überflogen. In den Ruhm dieser wahrhaft großen Leistung teilen sich Führer und Besatzung des Luft- jchiffs mit den Herstellern und Monteuren der fünf Motoren und allen Mitarbeitern in Friedrichshafen und sonstwo. Der Jubel, der in Tokio wie in Los Angeles den„Graf Zeppelin" begrüßte, hallt in der Heimat wider. Wer würde nicht mit freudiger Genugtuung von dieser Tat hören, wen nicht der Gedanke erheben, daß es feine Landsleute sind, denen sie geglückt ist. Die Eignung des Zeppelinluftschiffs für den Weltverkehr wird durch diesen geglückten Weltflug sehr stark unterstrichen. Zum Massenverkehr im Luftschiff ist freilich noch ein weiter Weg, aber beizeiten sollten die Völker der Erde dieses zukunftsreiche Neue vor privater gewinnsüchtiger Ausnutzung sichern. Die Nachrichten über Fahrt und Landung stehen an anderer Stelle dieser Nummer. Kamps um Thätmann. Oas Ringen hinter den KPO.'Knlissen. Augenblicklich sind, wie der„Toz. Pressedienst" erfährt, hinter den Kulissen der kommunistischen Zentrale die h e f t! g st e n F r a k- tions- und Cliquenkämpfe im Gange. Es geht um nichtz anderes als um die B e s e i t i g u n g T h ä l m a n n s. Dies- mal sind es nicht die„Rechten" und„Versöhnler", die„Teddy" das Genick brechen wollen, sondern seine bisherigen intimsten poetischen Freunde, die Heinz Re u m a n n und R e m m e l e. Diese treten nach ihrer Rückkehr von der Moskauer Ektitagung als unum- schränkte Herren und Gebieter im Karl-Liebknecht-Haus auf und versetzen Thälmanns Anhang durch Massenkündi- g u n g in Angst und Schreckcn. Zunächst begann der Säuberungsprozeß im Reich, wo die Reumann-Remmel« längst ihre Anti-Thälmann-Fraktionen oufgc- zogen haben. In der Essener Bezirksleitung sind bereits die ersten Thälmann-Leute aus den Stellungen geflogen. Thälmann zieht nun seine Jraktion zusammen, um zur Entscheidungsschlacht um die Stalinschcn Pfründen anzutreten. Es ist zu erwarten, daß die kommunistische Presse diese Mit- i eilungen in der üblichen Weise abzuleugnen und durch eine Schimps- kanonad« zu verdecken suchen wird. Aber man weiß schon, was davon zu halten ist. Versteigerung der Sozialversicherung. Arbeitslose als Objekte privater Geschäftemacher? Im Sozialen Ausschuß des Reichstag« wurden am Montag bei der Weiterberatung des Gesetzes über die Reform der Arbeitslosen- Versicherung zunächst einig« Bestimmungen von redaktioneller Bc- deutung ohne Debatte angenommen. Zu§ 115, der die sögenanntc Formaloersicherung regelte und nach der Regierungsvorlage gestrichen werden soll, oerlangte Abg. A u f h ä u s c r(Soz.), daß den- jenigen Versicherten, für die Beiträge zu Unrecht entrichtet worden waren, obwohl sie nicht versicherungspflichtig sind, eine Rückerstattung der Beiträge gesichert wird. Ministerialdirektor Weigert kündigt« an, bis zur nächsten Sitzung eine entsprechende Vorlage zu machen. Alsdann entspinnt sich zu 8 119, dessen neue Formulierung«ine Kürzung des an die Krankenoersicherung zu leisten- den Beitrags um 30 Millionen Mark bringen soll,«ine mehr- stürtdigc Debatte. Abg. Dr. Pfeffer(DBp.) erachtet die Kürzung noch für zu gering und verweist auf dos Angebot des Verbandes privater Zkrankenversicherungsunlernehmungen Deutschlands, Sitz Leipzig, über dos die Presie berichtet hat und da»«ine Ersparnis von rund 60 Millionen bringen soll. Er verlangt von der Reich»- regierung Auskunft. Abg. Aushäuser(Sog.) stellt an die Re- gierung die Anfrage, ob die Kürzung um 30 Millionen Mark von den Krankenkassen getragen werden kann, ohne daß dadurch die Mit- glieder der Krankenkasse geschädigt werden. Aushäuser wendet sich weiter grundsätzlich gegen irgendwelche Einschaltung privater Erwerbsunternehmen in die Arbeitslosenversicherung. Die Vorgänge bei der Allgemeinen Frankfurter Verficherungs A. G. sprechen keineswegs dafür, anzunehmen, daß in der Privalversicherung eine rationelle Verwaltung und aus- reichende Aussicht besteht. Cr verlangt, daß den Ausschuhmitgliedern das private Angebot vor- gelegt wird. Die Prüfung seines Inhalts wird bald ergeben, daß die Billigkeit der privaten Gesellschaft nur auf Kosten der Versicherten ergehen kann. Ministerialdirektor Weigert er- läutert das Angebot, das nur die Regelleistungen der RDO. enthält, und für die Durchführung einen gemischtwirtschaftlichen Träger vorsieht, be! dem das Reich beteiligt werden soll. Es soll a u f 2000 Versicherte(in Großstädten) ein Pflegearzt(!) treffen. Der Reichsarbeitsminister stehe dem Angebot g r u n d s ä tz- lich ablehnend gegenüber. Ministerialdirektor Krön bittet den Ausschuß, es bei der Kürzung von 30 Millionen Mark zu belassen. Dieser Beirag stelle das ä u ß e r st e der Tragfähigkeit der Krankenkassen dar. Bei dieser Kürzung beziehen die Krankenkassen für die Krankenversicherung des Arbeitslosen einen Beitragseinsatz von 4,4 Proz, während für die normale Krankenversicherung nur 6 bis G'A Proz. Beitrag vom Grundlohn erhoben wird. Das Angebot müsse auf einem Irrtum beruhen. Abg. Lille(Soz.) weist nach, daß die Krankenkassen vielfach mehr Aufwand für die Arbeitslosen machen als sie Beitrog einnehmen. So stehen bei der Maurerkrontenkasse zu Berlin im Jahr« 1928 eine Einnahme von 58 000 Mark einer Ausgabe von 65 000 Mark gegenüber. Wenn einzelne Krankenkassen an der Ar- beitslosenversicherung angeblich Gewinne gemocht haben sollen, so kann dieses Ergebnis nur auf Mängel in der Statistik zurückgeführt werden, weil nachgewiesenermaßen die Ausgaben der Krankenkassen für die ärztliche Behandlung der Arbeitslosen, für die Gewährung der Famiiienhilfc und der Sachleistungen nicht erfaßt wurden. Wenn der private Verband nur die Regelleistungcn gewährt, so müßten die Arbeitslosen auf die Gewährung der K ro n k« n h a us p s l e ge, der s a m i l i e n ä rz t l i ch e n Bc» h a n d l u» g, aus Zuschüsse bei kleineren und größeren Heilmitteln, auf ausreichende Zahnbehandlung, auf ein erhöhtes Slerbegelh für ihre Angehörigen, kurzum aus alle satzungsmäßigen Mehr» l e i st u n g e n der gesetzlichen Krankenkassen verzichten. Di« Er- sparnis von weiteren Millionen geht also nur auf Kosten der Krankenversicherung der Arbeitslosen. Die in dem Angebot vorgesehene Regelung, daß in jedem Arbeitsomtsbezirk nur e i n Vertragsarzt angestellt werden soll, und daß in Städten mit mehr als 200 000 Arbeitslosen auf 2000 Personen nur ein Pflegearzt angestellt werden soll, daß für die Arbeitslosen Zedefreie Arzt- wahlbefeitigt werden soll, diese Regelung ist unannehmbar. Abg. Huck(DBp.) will seiner Fraktion die endgültige Stellung- nähme zur zweiten Lesung vorbehalten. Abg. Karsten(Sog.) weist daraus hin, daß die Privatfirma für die versprochenen Leistungen nicht« bietet und polemisiert gegen� die Volksparte!, deren Vorgehen einer allmählichen Vcrauktio- nierung der Sozialoersicherung gleichkomme. Abg. Schwarzer(BVp.) wendet sich ebenfalls dagegen, daß die Arbeitslosen als Obsekl privater Geschästsunternehmungeu gebraucht werden sollen. Abg. A u f h ä u s e r(Soz.) verlangt, daß, nachdem der 9. Ausschuß ein nicht ernst' zu nehmendes Angebot öffentlich debattiert habe, nunmehr auch den Trägern der Sozial- Versicherung Gelegenheit zur Aeußerung gegeben werden müsse. Er beantragt eine besonder« Sitzung mit den Spitzenverbändcn der Krankenkassen. Selbst der kommunistische ellbg. Schröter nimmt Veranlassung, die deutsche Sozialversicherung gegen die unbegründeten Angriffe zu verteidigen. Nach einer längeren stürmischen Gsschäfts- ovdnungsdebatte wird der§ 119 in der Fassung der Regierungs- vorlag« angenommen. Es wird ferner beschlossen, die beantragte Sitzung mit den Krankenkassen Anfang September abzuhalten. Im Z 170 ist vorgesehen, daß künstig die Anzeige über die Beendigung eines Beschästigungsverhältnisses nur noch vom Arbeit- geber erfolgen soll. Wg. A u f h ä u s e r(Soz.) wendet sich gegen diese Aenderung und verlangt, daß die Bescheinigung dem Versicherten ausgehändigt wird. Ein entsprechender Antrag wird angenommen. Der Ausschuß vertagt sich alsdann auf Dienstag 10 Uhr. Hat Polen eine Diktatur? Von Gmile VanöerveWe, ehemaligem belgischen Außenminister. Die polmsch« Regierung, der der Marschall Pilsudsti als Kriegs- minister angehört, will ihr Dasein nicht der Demokratie ve» danken. Sie vertritt den Standpunkt, daß e, in Polen weder eine Diktatur noch einen Diktator gibt, sondern lediglich einen Ikatlonalhelden. der sich durch die Ereignisse gezwungen sieht, etwas schärfere pol:- tische Maßnahmen zu ergreifen, von denen indes weder das durch Volkesstimme gewählt« Parlament noch der Präsident der Republik tangiert wird, der seinen Wohnsitz in der prächtigen ehemaligen Residenz der Könige von Polen ausgeschlagen hat. Um die Wahr- heil zu sagen, ist übrigens die in Warschau bestehende Regierungs- form kein faschistisches Regime, sondern eines, das in Faschismus zu enlarlen droht. Ein polnischer Sozialist sagte mir, Pilsudski sei ein Gariba&i. der sich in Cavour zu verwandeln suche. Bis zum Krieg« Revolutionär alten Schlags und Führer der polnischen Sozialisten, nahm Joseph Pilsudski am ersten Tag der Feindseligkeiten gütlichen Abschied von seiner Partei und trat an die Spitze einer polnischen Legion. Er überwarf sich mit den Oesterreichern, denen gegenüber er, einzig auf das Wohl seines Landes bedacht, volle Unabhängigkeit zu wahren suchte, wurde später in Magdeburg interniert und schließlich durch die deutsche Revolution befreit. Bei seiner Rückkehr nach Warschau wurde er, bis zur Abstimmung über die Verfassung, zum Ober- Haupt des polnischen Staates ausgerufen. In dieser Eigenschaft begab er sich im Jahre 1920 nach Paris. Damals war Alexandre Millerand Präsident der Republik, Aristide Briand Minister- Präsident. Es wirb berichtet, daß der Marschall bei seiner Ankunft auf dem Nordbahnhof nach den ersten Begrüßungsformalitäten ausrief: .Mir scheint, Herr Präsident, wir haben uns schon gesehen."— „Gewiß, Herr Marschall, lm Zahre ISSS bei dem sozialistischen Kongreß von London." Es wäre übrigens ein Irrtum zu glauben, baß der Marschall in dem Augenblick, da er sich von der polnischen sozialistischen Partei trennte, mit jenen brach, deren geschätztes, beachtetes Oberhaupt er so lange Jahre hindurch gewesen war. Als Pilsudski vor zwei Iahren gegen Warschau marschierte, gal? dieser Marsch der äußersten nationalistischen Rechten, die sich mit den konservativen Bauern Witos' vereint hatte, und als ihn seine„Obersten" in der Folge in antiparlamentarische Bahnen drängten, blieben ihm von 69 sozialistischen Abgeordneten 10— jene, die heute als Renegaten bezeichnet werden— bedingungslos ergeben. Sie setzen noch jetzt blindes Vertrauen in die Person Pilsudskis. Es steht jedoch außer Zweifel, daß die„Partei der Obersten", die großen Einfluß auf den greisen Marschall übt. im Augenblick bezüglich der parlamentarischen Lerwaltungsreform nichts weniger als beruhigende Absichten verrät. Einer dieser tapferen Krieger erklärte vor nicht allzulanger Zest in einer öffentlichen Versamm- lung, man solle den Landtagsobgeordnetcn„die Knochen brechen", die sich im kommenden Oktober weigern würden, für die Revision der Verfassung zu stimmen(deren Zweck die Stärkung der Exekutivgewalt ist). In einem Prozeß, der dem Finaiizministcr kürz- lich(wegen militärischer Ausgaben, die im Budget nicht vorgesehen waren) anhängig gemacht wurde, erklärt« der Marschall zu Beginn seiner Zeugenaussage(die er zuerst verweigert hatte), daß«r, Pilsudski, zur Stunde der größte Mann polen» sei. hierauf ließ er sich dazu hinreißen, die strengste Maßregelung jener Abgeordneten anzudrohen, denen die Verteidigung der parla- mentarischen Dorrechte zur Last gelegt würde. Muß man daraus schließen, daß Polen, abgesehen von der herrschenden empfindlichen Wirtschaftskrise, noch eine politische Krise unmittelbar bevorsteht, bei der die Gewalt das letzte Wort sprechen wird? Biel« sind dieser Meinung. Andere glauben noch immer, daß es nicht zum äußersten kommen wird. Es steht fast außer Zweifel, daß die Regierung im Oktober nicht über die zur Revision der Verfassung erforderliche Zweidrittelmehrheit verfügen wird. Als unmittelbare Folg« dürfte höchstwahrscheinlich das Parla- ment aufgelöst und ein Aufruf an die Wähler erlassen werden. Man wird kein Mittel verschmähen, um das Volk zu beeinslussen. Wird man auch Bajonette zu Hilfe nehmen? Wird Marschall Ptl- sudski gegen die Linke marschieren, wie er kürzlich gegen die äußerste Rechte marschierte, in deren Reihen er noch erbittert« Feinde zählt? Viele Männer seiner unmittelbaren Umgebung wünschen Und hoffen es. Wollte man die Reden Pilsudskis wörtlich nehmen, so müßte man es glmiben. Innnerhin aber hat der Marschall das Aller Vonaparles überschrillen. Es fällt schwer, zu vermuten, daß er seine politische Vergangenheit vergessen habe. Und, ganz abgesehen von diesem gefühlsmäßigen Faktor, besitzt er, nach allgemeiner Ansicht, politischen Spürsinn. Ueberdies würde sich ein faschistisches Polen im heutigen Europa neben einem Frankreich, einem England, einem Deutschland, dessen Machthaber— wenngleich zum Teil treue Anhänger des Konservativismus— Verfechter der parlamentarischen Einrichtungen sino, nicht sonderlich wohl fühlen. Anderseits muß man bezweifeln, daß sich der Mann, der Jahre hindurch an der Spitze des polnischen Sozialismus stand, zur gewaltsamen Vernichtung jener werte hinreißen lassen wird. zu deren Begründung er in so hohem Zsiaße beitrug. Der Zorn ist ein schlechter Ratgeber. Schließlich wird alles von der polnischen Demokratie, insbesondere von der Sozialdemokratie ab- hängen. Jedenfalls trachtet die polnische Regierung stets zu zeigen, daß Polen gegenwärtig keine Diktatur hat. All« ausrichtigen Freunde Polens müssen wünschen, daß dies nicht nur behauptet werde, sondern Wahrheit sei und bleibe. Ltebeririii zur Gozialdemokraiie. Die KPD. ist unfähig. Zwickau. 26. August.(Eigenbericht.) Der kommunistische Stadtverordnete Max S t e m m l c r hat seinen Uebertritt zur Sozialdemo, kratie angemeldet und gleichzeitig um Aufnahme in die sozial- demokratische Stadtverordnetenfraktion ersucht. Stemmler erklärt, daß die KPD., besonders nach den Vorgängen vom 1» Mai in Berlin, weder für die Führung der Arbciterschast und noch weniger für deren Einigung in Frage komme. Die KPD.-Oppositlon aber sei zur Einflußlosigkeit verurteilt, da sie sich nur aus einigen Einsiedlern zusammensetze und nicht» hinter sich habe. Hahnenfchwänzelei. .Die Belange der Heimwehr erfordern eine ganz spezielle geistige Vorbildung!?".Aber jo, Herr Baron! I bin zwelf mol zwegn Kerperverlehung und fünpf mol zwegn Zuhalterei vorbestrost.*- .Hm, dann kannst du gleich bei unserm Ausbildungspersonal dein Essen fassen!" Schlechte Aussichten för Keimwehrputfch. Landbund und Polizeiprafideni Schober winken ab. Abschied von Hermann Schulz. Im Berliner Krematorium in der Gcrichtstraßc hatte sich am Montag nachmittag eine große Trauergemeinve zusammengefunden, um den so plötzlich in Berlin verstordenan Reichstazsnl'geordneten Genossen Hermann Schulz(K ö» i g s« r g) die letzte Chrc zu erweisen. Nicht nur zahlreiche Kollegen aus der Reichstagsfrattion und starke Deputationen aus seinem engeren Wirkungskreise halten sich eingefunden, sondern auch viel« Berliner Genossen ließen es sich nicht nehmen, dem fern von der Heimat Berstordenen die letzte Ehre zu geben. Zahlreiche Kränze in den Farben der Partei und der Republik schmückten den Sarg, und die Banner der Sozial- demokrati« vereinigten sich mit denen der republikanischen Wehr- organisation, des Reichsbanners, zu wirkungsvollem Scheidegruß. Der Vorsitzende der Partei, Genosse Otto Wels, hielt dem verstorbenen Freunde eine ergreifende Abschiedsredc. Wie der Sturm die Eiche fällt, so fiel dieser scheinbar Riesenstarke plötzlich und unerwartet. Mitten aus der Arbeit wurde er herausgerissen, in den Sielen ist er gestorben. Das nennen die Leute wohl einen schönen Tod. Es mag sein, daß viele, die im Siechtum den Tod ersehnen und die doch qualvoll um ihr Leben kämpfen müssen, ihn um dieses schnelle Scheiden beneiden dürfen. Und doch liegt eine herbe Tragik darin, daß er, der in der Dollkraft des Schaffens stand, so plötzlich dahingerasft wurde. Aus seinem knapp bemessenen Urlaub war er nach Berlin gekommen, um für eine neu erstehende Arbeiter- und Kleinbau ernstedlung Geldmittel zum Weiterbau zu besorgen. Aus dieser im besten Sinne des Wortes helfenden und sorgenden Tätigkeit wurde er so plötzlich abberufen. Hermann Schulz stammte aus der Arbeiterschaft. In Elbing geboren, wurde er Metallarbeiter, kam auf der Wanderschaft auch nach Berlin, wo er dem Metallarbeiter-Verband beitrat. Bon 1911 bis 1919 war er Geschäftsführer des Berbandes in Elbing, feit 1913 dort auch Etadwerordneter. 1918 wurde er in die National- Versammlung gewählt. 1921 berief ihn die Partei zur Leitung des Bezirkssekretariats und zum Vorsitzenden des Bezirksverbandes Ost- Preußen. Aus der Zerrisse ichcit, in der er die dortige Partei nach dem Kriege vorsand, wurde er ihr ein Führer zur heutigen stolzen Höhe. Im Reichstag war er Vorsitzender der Petitionskonimission, der Zusluchisstätt« der Notleidenden. Ähre Notschreie drangen zu ihm, der ihnen immer ein Heiser und Fr�rnk) war. Er war als Mensch und Kämpfer selbstlos und treu. Sein Leben zeichnet den Werdegang eines Arbeiters, der mit der Partei und in ihr wuchs. Immer voll Hoffnung und immer optimistisch— trug er sozusagen den Erfolg mit sich. So lebt er fort bei uns als einer von denen, die Blut vom Blut der Arbeiterkwsse und Bein von ihrem Bein waren. In ihm hat die Arbeiterschaft einen ihrer Besten verloren. Sie wird ihres treuen Kameraden nicht vergessen. Als Vertreter des ostprcußischen Bezirksverbandes der Parte! sprach Genosse Barsen dem Verstorbenen tief empfundene Worte des Gedenkens, als Vertreter des Metallarbeiterocrban- des widmete Genosse Grunewald, Königsberg, dem latig- jährigen Führer einen ehrenden Nachnis und im Namen des Gau- norftandes des Reichsbanners Schwarz-Roi-Gold rief Kamerad Kaien«, Königsberg, dem treuen Freunde herzlichen Abschieds- gmß nach. Di« Fahnen senkten sich über dem Sarg, als er unter den Klängen eines Trauermarsches langsam versank. » An Stelle des verstorbenen Abgeordneten Hermann Schulz tritt der Lehrer Genosse Arthur Mertins in Gutenfeld bei Königsberg i. Pr. in den Reichstag ein. KPD. unter Schwarzrotgold. Ein symbolischer Vorgang. Die Konniiunistenpresie desingt in hohen Tönen den Erfolg ihres „Sport- und Kulturtag es". Alles war natürlich wunderschön, ungeheure Menschenmassen beteiligten sich, der ganze Norden Berlins stand unter dem Eindruck der gewaltigen Demonstration usw. Sicher ist an diesen Berichten vieles übertrieben. Aber soviel ist richtig: Die KPD. hat am letzten Sonntag in Berlin N. dcmon- striert. niemand hat es ihr oerboten, nieftiand hat sie dabei gestört. Nnd das ist auch ganz richtig und in Ordming. Rur mit der lommunistischen Logik stimmt es nicht ganz überein, Nach der kommunistischen Logik ist nämlich die Deutsche Republik der gemeinste Polizeistaat, den es gibt. Die„Arbeiter" werden ouf das schamloseste unterbrückt. An der Spitze des Reiches und des Freistaates Preußen stehen„S o z i o l s a s ch i st e n", die alle Arbeiterrcchte niedertrampeln und nach Proletarierblut dürsten. Wie erklärt es sich dann, daß die KPD. fahnentragend, lieber- singend, druckschriftcnverbreitend durch die Straßen Berlins ziehen kann— unter dem Schutze der„sozialfaschistischen" Polizei? Ist die KPD. vielleicht schon zu mächtig, daß man sich sürchict, ihr entgegenzutreten? Wenn es aber nicht so ist— ist dann nicht das ganze Treiben der Kommunisten«ine grenzenlose Unverschämtheit? Mit der größten Selbstverständlichkeit machen sie Gebrauch von den Freiheitsrcchten der Republik, die sie aber anderen nicht gönnen wollen, am allerwenigsten denjenigen, denen sie diese Rechte verdanken. Am 11. August haben sie die große Ver- fassungsfeier Berlins vergeblich zu stören versucht, als kleine Minder- Heft blieben sie ohnmächtig. Zwei Wochen darauf haben sie selber ungestört demonstriert und gefeiert auf einem Festplatz, der von einer schwarzrotgoldenen Fahne überweht war. Sie haben ungestört demonstriert und gefeiert unter der schwarzrotgoldenen Fahne, das heißt unter dem Schutze der Republik. Und das war die schönste, würdigste Revanche der Republik für die dummen und ohnmächtigen Störungsver�uchc vierzehn Tage zuvor!__ Derurieilie(Siahlhelmer. Oer Lleberfal! auf eine KrieVensversammlung. Breslau. 26. August. Wegen schweren Landfricdensbruches hotten sich gestern drei A n g e h ö r i g e d e s St a hl h e l m s vor dem hiesigen Erweiterten Schöffengericht zu verantworten. Sie betätigten sich noch der Anklage am 28. April als Rädelsführer bei dem Ueberfall auf die von der Friedensliga abgehaltenen Ber- fammlung. in der u. a. General van Schönaich über die deutsch- polnischen Friedensverträge sprach. Nach der Bersiunnilung wurden Rcichsbannerleute von Angehörigen des Stahlhelms be- schimpft, auch wurde der Versuch gemacht, dem Träger der Reichsbannerfahne diese z» entreißen. Bon den drei Angeklagten wurde einer zu acht Monaten Gefängnis, der zweite wegen einfachen Landfriedensbruchs zu fünf Monaten Gtfängni» verurteilt, der dritte,«in Iustizwacht- metfktr(II), wurde freigesprochen. Wien, 26. August.(Eigenbericht.) Vizekanzler T ch u m h hat sich auf einer Tagung des Landbundcs in Deutsch-Freistritz(Steiermark) sehr scharf gegen die Heimwehr ausgesprochen. Schumh erklärte, man müsse unbeschadet der Sympathie gewisser Seite für die Heimwehr feststellen, daß schurr jedes Koke t t i« rr n mit dem Putsch- und Bürgerkrieg Teutschöstcrreich und seine Bevölkerung auf das schwerste schädige. Die Bauernschaft lehne ent- schieden jede Diktatur ab und halte unbedingt an der Selbstverwaltung fest. Die katastrophalen Folgen eines Putsches müßten von der Regierung gewissenhaft beachtet werden. Bei der inneren Bc- friedung müßten Regicrnng und Parlament zusammen- arbeiten. Der Wiener Polizeipräsident Schober erklärt in einem Montagsblatt, er erachte keinerlei Putschgesahr für gegeben, weil die staatlichen� Machtmittel jeden Putsch- versuch schon im Keime ersticken würden. Auch die Heimwehrführcr wüßte» ungeachtet ihrer rednerischen Uebertreibungcn, daß ein solches Experiment, von welcher Seite immer es unternommen würde, mit einer ver» nichtendcn Niederlage der Unruhestifter enden müsse. Ein zweites Todesopfer. Wien, 26. August.(Eigenbericht.) Am Montag ist im Krankenhaus in Bruck a. d. Mur der zweite Schutzbündler, der bei den Vorfällen in St. Lorenzen verwundet worden war, gestorben. Es ist der 6t Jahre alte Arbeiter Hübel, der bei den Heimwehrüberfällen einen Schuß in den Schenkel und drei schwere Hiebwunden am Kopfe davongetragen hatte. Oer Mussolini von Innsbruck. .Heimwehrführer S t« i d l e hat in einem Interview er- klärt, mit dem Bundeskanzler Streeruwitz rede die Heim- wehr nicht, wohl ober mit dem Wiener Polizeipräsidenten Schober, und der habe die Heimwehr nicht zur Zurück- Haltung ermahnt. In positiver Hinsicht äußerte diese Mario- nette des Schweroerbrechers P a b st und des Hauses Wittels- bach» zwischen der Situation in Deutschösterreich und der in Italien vor dem Marsch Mussolinis auf Rom beständen gewisse Analogien; er hat die Bundesregierung mit jener Regierung Facta oerglichen, die damals Italien re- gierte und es dem Faschismus' ohne Gegenwehr überließ. Die Regierung Streeruwitz ist allerdings in ihrer Abwehr auch gehemmt: der Kanzler wollte nach dem Trauerspiel von St. Lorenzen ein allgemeines Aufmarschverbot im ganzen Staat erlassen, aber er ksnnte damit in einem Ministerrat nicht durchdringen, dem Seipels Gehilfe V a n g o i n. der famose Wehrminister, mit ungehinderter Machtsülle angehört. Steidle hat in der gleichen Veröffentlichung auch verkündet, die Heimwehr werde nach wie vor nur das tun, was sie für gut halte und mit dein Widerstand der„Marxisten, die ab- zutreten hätten, sonst würden sie dazu gezwungen", gegen den Marsch auf Wien werde man schon fertig werden. Die Verwaltungsbehörden unterstehen zum größten Teil den Landes regierungen, und für diese ist bezeichnend, daß der Tiroler Landeshauptmann Dr. Stumpf, ein Priester, die Heimwehr öffentlich gepriesen hat und der steierische Landeshauptmann Dr. Rintelen der Aufforderung des Bundeskanzlers, ihn wegen der Ereignisse von St. Lorenzen aufzusuchen, nicht gefolgt,' sondern zwar nach Wien ge. fahren ist, aber nur mit— S e i p e l und Steidle ver, handelt hat. Geipel als Kriedensengel. Oer militante Priester für das»neue Europa". Frankfurt a. IB., 26. August.(Eigenbericht.) Am Vorabend des Kongresses des Friedensbundes, deutscher K a t-h o l i k e n sprach der frühere österreichisch« Bundcskcurzler Dr. S e i p e l in einer öffentlichen Versammlung. Ihm vorausgeeilt waren zahlreiche Pr o t e ft e der österreichischen Friedcnsbündc und der freisinnigen Katholiken Oesterreichs, die in einem Aufruf den Prälaten Scipel als den denkbar ü n g e e i g- n e t st e n und zwiespältigsten Vertreter des Friedens- gedankens bezeichnet hoben. Der Vortrag Seipels hatte eine große Zuhörerfchoft herbeigezogen. Sie konnte jedoch nicht wann und nicht kalt werden: ob» wohl Scipel während feiner Rede den Nationalisten aller Länder einige derbe Wahrheiten sagte und obwohl er gelegentlich sehr gute europäische Worte fand. Sich selbst stellte Seipel als unbedingten Friedensanhänger vor. der von den Katholiken regsame Arbeit für den Frieden und für ein neues Europa forderte. Seipel will ober nicht den Stab über die Vergangenheit und ihre verantwortlichen Männer brechen, weil vor 1914 die Zeit für den Frieden noch nicht reif gewesen sei. Jetzt aber sei sie es und das neue Europa müsse in Angriff genommen werden. Zum Aufbau des neuen Europos seien Kompromisse erforderlich und gegenseitiges Vertrauen. Die Pazifisten müßten Vertrauen auch zu jenen halKn, die nicht in ihrem Lager stünde». Mut zur Wahrheit und Mut zur Verantwortung den eigenen Leuten gegenüber seien erforderlich und erst, wenn sich jene ans allen Ländern zusrnnmeiigefunde» hätten, die das Bertrauen ihrer eigenen Landsleute besäßen, könne der Frieden gesichert wer- den. Es müsie der Ehrgeiz der Völker sein, alles hinwegzuräume«, was einem Aufstieg der Menschen entgegenstehe. Pogrom in Palästina. ZnOenschlacht in Hebron. London, 26. August. Das Ltolonialamt veröffentlicht einen Bericht des stellvertretenden Oberkommissars für Palästina über die Lage am Sonntagmorgen; darin heißt es: In der Alt» stadt von Jcrnfalem herrschte zu der angegebenen Zeit Ruhe, aber in dem neuen Viertel sielen gelegentlich Schüsse»nd es kamen Brandstiftungen vor. In de» jüdische» Außenvicrteln und Vorstädten von Jeru- salem ereigneten sich noch Plünderungen und Ge- walttätigkeiten. Die jüdische Gartenstadt Talpioth nahe der Eisenbahnstation ist von den Einwohnern zeitweilig geräumt worden. In Hebron griff am Sonn» abend ein arabischer Pöbclhaufen das kleine Judenviertel an. Soweit bisher bekannt, wurden 4 5 Juden getötet» 5 9 schwer verwundet. Die Araber hatte» 8 Tote und 19 Verwundete. 459 Juden sind zurzeit in der Polizcikaserne nntergebraeht. Jetzt wird gemeldet, daß in der Stadt Ruhe herrscht. In Jaffa. Nablus, Sa- tad, Gaza. Berscba«nd Telaviv herrscht große Aufre- gung, doch kam es nicht zu Ruhestörungen. Die Maske fällt. Einheiisfroni der KPO. mit den Gewerkschastsfeinden. .US Görlitz wird vom Sonnabend gemeldet: „Im Konzerthaus sollte eine vom Allgemeinen Deutschen Ge- aisrkfchaftsbund(Ortsausschutz Görlitz) einberufene V e r s a m m� lung sür die Arbeitslosen stattfinden, die zur Neuordnung der Arbeitslosenversicherung Stellung nehmen sollte. Der Saal war schon vor Beginn der Versammlung über- füllt. Versammlungsleiter und Redner kamen jedoch kaum zu Wort, weil die k o m in u n i st i s ch e n V e r! a m m l u n g s t e I l- n e h m e r einen zum Teil ohrenbetäubenden Lärni ver- onstalteten. Schlictzlich wurde Polizei gerufen und die Bersamiii- lungsleitung schloh die Versammlung, an der mich hiesige sozial- demokratische Abgeordnete teilnahmen/' lieber das von der KPD. boykottierte G e w s r k s ch a f t s f e st lm Treptower Park schreibt die kommunistische„Welt am Abend", die bi-hcr sich gern cls„überparteiliches" Arbciterblatt maskierte: „In Treptow hatten die Minister- Panzerkreuzer- und Kon- kordatssozialisten, die Verantwortlichen des blutigen 1. Mai, die Spalter der Gewerkschafts- und Massenorganisationen, die Or- ganisatoren des Streikbruchs, ihre Anhänger gesammelt.... Berlins klassenbewutzte Arbeiterschaft hat mit der Sozialdemo- kratie nichts mehr gemein. Das rote Herz Berlins— das schlug in den Rehbergen, das sammelt sich um die KPD." An Herzverfettung leidet das rote Berlin also gewitz nicht. Wir stellen fest: die Maske fällt. Die KPD., die bei ihrer Gründung gewerkschaftsfeindlich war, hat seitdem in„Einheitsfront", Arbeiterdelegationen, IAH. und ähnlichem Schwindel gemacht, um an die Massen heranzukommen und die Gewerkschaften und Sozial- demokroten zu„entlarven". Jetzt entlarvt sich die KPD. selbst als das, was sie von Anfang an war und immer geblichen ist: ein im Wesen gewertschaftsseindliches Gebilde, dem nichts so verhaßt ist wie ein planmäßiges, organisiertes Vorgehen der Ar- beitcrklasse. Der sagenhafte„Reichsausschuß der Erwerbslosen" der KPD. hatte sür Ende August Kundgebungen angeordnet. Die Kundgebung von Görlitz ist die erste. Sie zeigt, welcher Art diese Kundgebun- gen sein sollen: gegen die Gcwcrkschoslen. Das ist der „Kampf" der KPD. für die Arbeitslosenversicherung. Es wird gut sein, wenn unsere Genossen in den Betrieben den Arbeitern, die bisher noch mit der KPD. sympathisieren, diese Selbst- entlarvung aufzeigen. Klarheit ist jetzt notwendiger als je. Fort mit dem kommunistischen Mummenschanz! Es gibt nur eine Ar- deiterpartei: die Sozialdemokratie. Es gibt nur eine wirtschaftliche Kampfgemeinschaft der Arbeiterklasse: die freien Gewerkschaften. Der Zriseurgehilfenverband. Zu seinem vierzigjährigen Vcstesten. Der am 27. August 1889 in Hannover gegründete Verband Haiti? es nicht leicht, sich zu behaupten. Die kleinlichen, rückständigen Bc> i ufsverhältnisse, das patriarchalische Arbeitsverhält- �n i s mit dem Kost- und Logiszwang, die Lehrlingszüchierei, die Beschäftigunq nur junger, weil billiger Ardeitskräf'e, die Verdrän- gung der nach dem früheren militärpflichtigen Alter zu alt gewordenen Gehilfen, die in den Großstädten nur noch des Sonnabends und Sonntags zur Aushilfe beschäftigt wurden und dann selbst- ständig werden oder in der Industrie als„Ungelernte" arbeiten mußten, waren für die gewerkschaftliche Organisation nichts weniger als günstig. Doch gerade die auf Aushilfe angewiesenen Gehilfen, hie die Not am stärksten drückte, weniger abhängig waren und reichlich Zeit zum Nachdenken und zu ständigem Ausammenkommen aus den Arbeitsnachweifen und ihren Verkehrsltjkaleir hasten, waren es, die am besten für ihren Verband agitieren konnten. Elf Jahre gebrauchle der Verband, um einen Kollegen mit 100 M. Monatsgehalt als Vorsitzenden, Redakteur, Expedienten und was sonst noch alles anstellen zu können. Und wenn heute nur erst rund 4000 Mitglieder gezählt werden können— der Mitgliederbestand muß alljährlich zu zwei Dritteln erneuert werden—, so hat doch der Verband große Erfolge zu verzeichnen. Es sei mir erinnert an die Herbeiführung der Sonntagsruhe, des Siebenuhrschlussez an Wochentagen, die Beseitigung des Kost- und Logiszwangcs. die Einschränkung der Lehrlingszüchterei, wie an die Verbesserung und tarif- liche Regelung der L o h n b e d i n g u n g e n. Seit der Nachkriegs- zeit unierhält der Verband auch Lehrlingsabteilungen und Fachobteilungen mit Unterrichtskurfen. Die Gesamtheit der organisierien Arbeitnehmerschast kann nach wie vor zur Ausbreitung' des Friseur- gehilfenoerbandes manches beitragen, sei es durch Zu- führung der im Berufe stehenden Söhne und Töchter, wie durch Einwirkung auf die unorganisierten Gehilfen und GehUsinnen gelegentlich der Bedienung, sich ihrem Verbände an- zuschließen. Das Trinkgeld hilft Zwar den Löhnen etwas auf, doch bildet es einen Hemmschuh, ober keinen Ersatz sür die gewcrk- schostlichc Organisation. Mit dem Eintritt in das fünfte Jahrzehnt seines Be- stehen? wünschen wir dem Verbände eine stärke reEntfaltung. Angestellten Oesterreichs. Sie veranstalten gegenwärt'g ein« Studienreise durch Deutschland. Die Jugendgruppe Groß-Berlin des ZdA. benutzte diesen Anlaß, um unseren Freunden aus Oesterreich und den Kursusteilnehmern aus dem Reiche einige angenehme Stunden zu bereiten. Allen Teilnehmern wird dieser Abend unvergeßlich sein. Die sehr herzlich gehaltenen Vegrüßungs- ansprachen zündeten in den Herzen der versammelten Jugend. Mit „Freundschaft" und einem Hoch auf die internationale Angestellten- bewegung trennten sich die Teilnehmer. Aildungsarbeit des ZdA. An der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Berlin- Spandyu veranstaltete der Zentralvcrband der Angestellten kürzlich einen Jugendleiterlehrgang. Etwa 50 Iugendmitglieder aus den preußischen Provinzen nahmen an dem Lehrgang teil. Die Teilnehmer wurden mit ollen Fragen der Jugendarbeit vertraut gemacht. Neben den sportlichen Vorträgen und den täg- lichen praktischen Üehungen in den Riegen wurde eine groß« Zahl allgemeinbildender Vorträge und solcher gewerk- s ch a f t l i ch« r Natur gehalten. Besichtigungen in Berlin und eine Wanderung in die schöne Havestandschast vcrvollstän- diglen den Lehrgang. Doch es gab noch ein Ereignis. Aus Wien erschienen als Gäste 2ö Jugendmitglisder des Zentralvereins der kaufmännischen Schlichiungsausschuß gegen Achtstundentag. ArbeitSze.tgeseh und Arbeitslosigkeit unbekannt. Fronksurk a. M.. 25. August.(Eigenbericht.) Vor dem hiesigen Schlichtungsausschuß fand eine Schiedsrichier- sitzung statt, in der über die Arbeitszeit in der Metall- i n d u st r i e von Frankfurt am Main und Umgegend verhandelt wurde. Die Arbeiter hatten den Tarif gekündigt und die Herab- setzung der Arbeitszeit von 51 auf 48 Stunden beantragt. Die Unternehmer verlangten eine Heraufsetzung der Arbeitszeit aus 53 Stunden. Der Schlichtungsausschuß fällte einen Schiedsspruch. wonach die gegenwärtige Arbeitszeit bestehen bleibt und erst im August 1930 gekündigt werden kann. Wie wir erfahren, werden die Metallarbeiterverbände den Schiedsspruch, unter den 40 000 Arbeiter fallen, ablehnen. Korischriit der Fünftagewoche. In N e w 7) a r k ist nach längeren Verhandlungen zwischen dem Bau unter nehm erverband und der organisierten Bau- arbeiterschaft eine endgültige Vereinbarung abge- schlössen worden, nach der ab Ende August sür die New-Porker Bauindustrie die fünftägige Arbeitswoche mit 40 Arbests- stunden in Kraft tritt. Trog der Verkürzung der Arbeitszeit bleibt der Durchschnittswochenlohn von 66 bis 70 Dollar bestehen. TPD.-iiollenen im Elms-Wcrl min Sicmrn,! Mittmock», Ii llbr. D izrolftinsnetfammlmiq bei Lanqe, Sirmensstadt. Tagesordnung i„Dir' Z Autoabcn der Partei im Siemens. Koniiern". Referent tkmil Tartli. kZ JBetjztaltip mootfta ad. ��reieGewerkfchafts-Lugend Berlin. Seute. Tienstog. Ige!, Uhr. tagen die Gruposn: Spandau! Gruppen- heim Sliidt. Jugendheim Lindenufer 1. Vortrag:„Das Mädel in der Iugsndbeiregung".— granksurter Allee: Gruppenlieim Stadt. Jugend. heim Litauer Str. IS. Vortrag:„Die Jugendarbeit im Allgemeinen Deutschen GeWerkschaftsbund.— Ren-Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 43. Vortrag: ..Moderne Vetriebswirtschastslchre".— Landsberger Plag: Jugendheim Dieiiel- menerstr. 3. Vortrag:„Die Nampfmethoden der freien Seweelschaften".— Lichtenberg: Iugendbeim Dossestr. 22. Gesellschastsspiele. Liederabend.— Treptow: Kruppcnheim Schule Wildcnoruchstr. 53— dl, Sortzimmer. Panne..? — Sumdoldt: Jugendheim Graun» Ecke LorUingstraße. lsahrtenklatkcki.— Marien darf: Jugendheim Mariendors, Torfstr. 7 lAIte Schule). Bortrog: ..Unsere Mädchenarbeet in der ffGI."— Wir spielen ab 1« Uhr: ilharlotten- bürg: Sportplatz Krumme Straße: Südwesten: Sportplatz Äatzbachstraße. §�uoenstc>ruppe vesZentrolverbondes der Anstesteltten. Heute, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Rardwest: � tzugendheim Lehrter Str. 18— 19. Kurzreferate, anschließend lesen wir aus dem Buche„Im Westen nichts Neues".— Spiel und Sport: Sportplatz Sumboldlhain ab 18 Uhr, Stadtwald Köpenick ab 20V4 Uhr. Treffpunkt 20 Uhr am Bahnhof. Verantwortlich kiir Politik: Richard Bernstein: Wirtschaft: G. Rliugelhiise»: Gerarkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. Zoha Schikomaki: Lokale» und Sonstiges Fritz itarstädt: Anzeigen: Tb. Glochc: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin Druck: Borwärts-Vuchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. So., Berlin SW 88. Lindcnstraß«>. Kierzu 2 Beilage» und„Unterhaltung»ad Wisse»-. S Kramolirt zeigt moderne Apparate auf Stand 342, 343, 362, 366. Nene Halle VII. In Fachgeschäften erhältlich. An dem Kramolin-NetTanschluß- Apparat sehen Sie am besten die überraschenden Fortschritte der Radio-Technik. Sprache, Gesang und Musik behalten ihren reinen, beseelten Ausdruck. Ob hohe oder tiefe Tonlage, Sie hören die einzelnen Instrumente aus der Flut der Harmonien klar heraus. 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Nachdem bei der Landung des.,G ras Zeppelin" die ersten Haltetaue um 14.16 Uhr er- griffen worden waren, ist das Luftschiff um l 4,46 Uhr am Ankermast festgemacht worden. Der Weiterflug wurde auf 11 Uhr heute abend, das hciht 8 Uhr früh MEZ. des 27. festgefetzt. Die Landung. Los Angeles, 26. August. Einer Silberwolkc gleich näherte sich der„Traf Zeppelin" kurz vor 5 Uhr amerikanischer Zeit im Licht der ersten Sonnen- strahlen vom Norden her dem Flugplatz und steuerte, immer tiefer gehend, dem A n k e r m a st zu. Um S.VS Uhr wurde das Geräusch der Motoren schwächer, offenbar, weil einige Motoren a b g e st e l l t waren. Das Luftschiff senkte sich langsam der Erde zu, und um 5. IS Uhr wurde das erste Haltetau von der Bodenmannfchast er- faßt. Damit hatte also der.Traf Zeppelin" den Kontakt mit der amerikanischen Erde hergestellt. Der Bug des Riesen- fchiffes wurde sodann langsam dem Ankermast zugeführt. Der erste Versuch, das Schiff am Mast festzumachen, mißlang. Es wurde nochmals zurückgenommen und dann wieder langsam vor- märtsgezogen. Um S.4l> Uhr hatte der„Graf Zeppelin" am Lan- dungsmast festgemacht. Wenige Minuten später verließen Lady H a y und Sir Hubert W i l k i n s als erste Passagiere die Gondel. S Lös copz'iigm 1929 by Gustav Klepenheucr Verlag A-G„ Berlin Das Revier wird immer musterhafter' Zur heimlich fluchenden Verzweiflung seiner Untergebenen hat Lipp in einem Winkel— er läßt keinen des Dorfes undurchftöbert— einen Haufen gerollter Tapeten gefunden. Eine prächtige— hochrot mit Gold— ist darunter und in reichlicher Menge vorhanden. Ein Unteroffizier, von Beruf Tapezierer, muß sich der Sache anehmen l er kleistert drauf los, daß der Mehl- brei über den Boden trieft. Das nötige Mehl ist von der Feldküche nach Kämpfen mit dem Koch, dem immer dürstigere Rotionen zur Berfügung stehen, erbeutet worden. Mit dem goldrot tapezierten Raum im Parterre hat Lipp etwas Besonderes vor. Er macht aus ihm eine richtig- gehende, elegante Friseurstube mit großen Spiegeln, Arm- fesseln. Marmorplatten, Flakons und Aschenschalen. Es ist ja noch alles vorhanden in diesem Nest, man muß nur Macht- worte durch den Ortskommandanten sprechen lassen, der sie gerne spricht. Und wenn wirklich etwas nicht aufzutreiben ist, wie die genügende Zahl von Spucknäpfen, so fetzt man sich ins Wagerl und requiriert in der Nachbarschaft. Uebrigens hat das Wagerl, als man es nach der Somme wiedersah, eine böse Enttäuschung herangefahren. Der mäch- tige Schmalztiegel sollte eines Tages in Aktion treten. Er war da, nicht weniger als die Bibeln, und die Porzellanteller, er war wiederhost kontrolliert worden, indem man seinen Deckel losband und hineinschaute. Stets war die gelbe, glänzend starre Oberfläche unpersehrt. Aber wie man ihn nun vom Wagen hob und Fett zum Backen von Pfannkuchen entnehmen wollte, da brach man sogleich mit dem Löffel durch dünne Oberschicht ins Leere: von unten her, nach kunstvoll zerschlagenem Boden, war der ganze Innenraum ausgehöhlt worden— Ergebnis gewissenloser Diebereien, wie der Stabs- arzt schäumend meinte— Schamlosigkeit des Hannes, dem es an soldatischer Zucht immer mehr gebreche. Ueber diese Enttäuschung findet er sich am besten weg Ozean in ununterbrochener Fahrt überquert. Den weitaus schwie- rigsten Teil der Wellrundfahrt haben Sie somit bezwungen. Zugleich im Namen des Herrn Reichspräsidenten und der Reichs- regierung spreche ich flapitän und Besatzung die h e r z l i ch st e n Glückwünsche zu dieser für unser ganzes Vaterland hoch- bedeutsamen Fahrt aus. Di« Heimat ist voller Z u v e r- ficht auf die glückliche Beendigung Ihrer Fahrt und voller Stolz auf Sie und Ihr Werk." Die Weiterfahrt. LosAngelee. 26. August. Dr. Eckeuer hat funkenlelegraphisch milgeleilt, er hoffe i u n e r. halb 30 Stunden nach der Landung in Los Angeles den Flug fortzusetzen, wie dazu ergänzend verlautet, dürfte die Flugroute El Paso— Kansas— St. Louis— Chikago— Eleve. la nd— Lakehurst gewählt werden. Die Flugzeit Tokio— Los Angeles wird hier mit 75 Stunden durch Ablenkung, durch den ganzen Einsatz seiner Person für das herrlich gedeihende Wert des Reviers, dessen Höhepunkt jener komfortable Rasierraum ist, mit einem Kabinett— einem Juwelen kästchen!— für Offiziere und Offiziers- aspiranten. Nun sitzt also der Soldat vor blitzendem Glas, legt die zerfranste Halsbinde auf polierten Marmor und den Kopf gegen Lederpolsterung und kann im Spiegel das eigene zer- mürbte, verdrossene Gesicht und die durchlöcherte, vom Regen ausgelaugte, verschrumpelte oder verbrannte Uniform ein- gehend betrachten. Nach Vollendung des Reviers ruht Lippe endgültig aus. Um die Insassen kümmert er sich weniger denn je. Er sorgt dafür, daß ständig einer seiner Aerzte ihm diesen Dienst ab- nimmt. Er selbst ist beschäftigt mit dem eigenen Heim und mit Geselligkeit. Er hat hochnobles Quartier: ein smyrnateppich- belegtes großes Parterrezimmer mit Nippesfiguren, Kon- solen und einem Harmonium: ein Schlafkabinett: eine Dienst- botenkammer für den Burschen: eine Küche, in der eifrig ge- braten und gesotten wird. Eine Französin, junge Berg- arbeiterfrau, kocht für ihn. Sie kocht hübsch und mit der Begabung, die ihrem Volke für Speisenzubereitung eigen ist. Sie wohnt nicht in dem Haus, dessen Führung sie übernommen hat auf Geheiß des Ortskommandanten. Sie wohnt mit chrer Mutter und ihrem zweijährigen Kinde in einem alten kleinen Arbeiterbau am Rande des Ortes, zerbröckelnd, völlig verwahrlost fett Kriegs- beginn, am Zusammenfallen, ohne daß eine Granate es je beschädigt hätte. Märguerite Lacroix heißt sie, ist blond und lang, von zartem Rot überhaucht und blauäugig, und könnte ebensogut ein norddeutsches Dienstmädchen sein, hätte sie nicht ihre sehr bewegliche Miene und ihre starke Neigung zu spöttischer Schlagfertigkeit. Sie ist zustieden mit ihrem Posten: die Küche wirft Essen ab für sie und das Kind. Jeden Morgen um acht sieht Funk sie an seinem Fenster vorbeikommen. Er sitzt und arrangiert den täglichen Sani- tätsrapport, der, von Lipp unterschrieben, an den Komman- deur von Avion abgeht— mit Hilfe einer losgelassenen Or- donnonz, die keine Minute nach neun Uhr drüben einlaufen darf. Diese Dinge müssen immer noch am Schnürchen gehen wie in der Garnison zu Friedenszeiten. Funk sieht Märguerite Lacroix vorbsiwehen, sie lächelt zu ihm herein mit großem roten Mund, die blaue Schürze Z Minuten und die Durchschnittsreisegeschwindigkcil mit 80 Meilen die Stunde errechnet. Das Echo in Paris. Paris, 26. August.(Eigenbericht.) Di« Ueberquerung des Stillen Ozeans durch den Zeppelin hat in Paris ein geradezu überschwengliches Echo gefunden.. Es scheint, daß die wiederholten Glanzleistungen des„Graf Zeppelin" das traditionelle Vorurteil der Franzosen gegen„leichter als Luft" im allgemeinen und gegen die deutsche Luftfahtt im besonderen beseitigt haben. So schreibt der„Petit P a r i s i c n", die Pazisicfahrt des Zeppelin habe definitiv bewiesen, daß bei Trans- ozeanflügen und Flügen über lange Distanz im allgemeinen dem Luftschiff der Vorrang über das Flugzeug gebührt. „Paris S o i r",„L i b c r t 6" und„I n t r a n s i g e a n I" widmen außer den sachlichen Leistungen des deutschen Luftschisses auch dem Führer wärmste Motte der Anerkennung. die Dampfventile aufzudrehen. Allerdings scheint der Heizer «inen Nervenzusammenbruch erlitten zu haben, da man ihn später völlig zusammengebrochen auffand. Inzwischen ist einer der beiden noch nicht rekognoszierten Toten nunmehr ermittelt warben.� Es handelt sich um den ins Krankenhaus von Buir schwer verletzt eingelieferten L« d e r m a n n. der sich auf der Durchreise von Marseille nach Polen befand. Oer amtliche Bericht. Köln, 26. August. Ueber das Eisenbahnunglück bei Buir wird folgend« amtliche Meldung ausgegeben: v 23 sollte als erster Zug am 25. August in Bahnhof Buir wegen Brllckenumbaucs in Buir-Soindorf in das Ueberholungsglei» geleitet worden. Bei der Ad- lenkung fand die Entgleisung statt. Lokomotive, dahiner Post- sowie Packwagen und fünf v-Zugwagen stürzten um und wurden I i' weise ineinandergeschoben. Hierbei wurden der itzuck meister, die Dienstfrau und zwölf Reisende getötet. In Kranken- häufern befinden sich 21 Berletzt«, darunter der Lokomotiv- sührer und Zugführer. Aerztliche Hilf« war sofort in reich- lichem Maße zur. Stelle, ebenso Samariter und H i l f s m a n n- s ch a f t e n. Die Alarmierung und Heranführung der Hilfszüge von Düren, Köln-Deutzerfeld, Köln-Betriebsbahn- Hof und Aachen erfolgte in der vorgefchttebenen Zeit. Die Ursache der Entgleisung ist zu schnelles Durchfohren der Ab- lenkungsweiche in Buir. Dies ist mutmaßlich in erster Linie ans mangelhafte Verständigung des Lokomotivpersonals zurllckzusühren. Die Untersuchung ist im Gange. Das beteiligte Personal war nicht übermüdet. Die Aufräumungsarbeiten sind sehr schwierig. Eingleisiger Betrieb wird voraussichtlich im Laufe des 27. August wieder aufgenommen. Bis dahin wird durchgehender Verkehr durch Umleitung, Lokalvcrkehr durch Pendelzüge und durch Postautobusse zwischen Düren und Buir aufrechterhalten. über der flachen Brust, sehr hübsch, ein bißchen schwindsüchtig. das blonde reichliche Haar vielfältig geflochten als Krone auf dem Kopf. Da eilt sie hin, langbeinig, mit schön geformter Hüfte, dreht sich zurück und schneidet eine übermutige witzige lockend? Grimasse. Eine Viertelstunde später trägt Funk seinen Rapport nicht ungern hinüber zu Lipp, denn er weiß, daß Märguerite ihn begrüßen und„— jour, M'sieur" plappern wird. Es ist übrigens unzweifelhaft, daß auch der Stabsarzt sie gerne sieht. Sein Gemecker hat kavaliermäßige Untertöne. Er wirst forsche Glitzerblicke über die Hakennase. Das schwarze Spitzbärtchen läßt er in der Rasierstube sorgfättiger zurechtstutzen. Ihr entgeht natürlich nicht, wie es um ihn bestellt ist, und sie wagt sich mit bestem Instinkt bis an die Grenze des Schabernacks, den sie ihm zumuten kann. Funk steht im Zimmer, es ist schon halb neun, der Bote nach Avion muß mit dem Rapport sogleich davonrasen, sonst kommt er zu spät. Aber Lipp liegt in seinem Kabinettchen noch im Bett. „Bitte, wecken Sie den Herrn Stabsarzt," raunt Funk. „Er muß das da gleich unterschreiben." Märguerite legt einen Finger an ihre vollen Lippen und schleicht zur Tür. Sie pocht, sie öffnet einen Spalt und flüstert wichtig hinein:„Od lUonsisur Läpp, venoz donc vitf, Monsieur le colonel est lä!" Funk hört unterdrücktes Gefluch—„Bluatsakra!" und das Gekrach eines Bettes, das jprungartig verlassen wird. Er ist enstetzt über die Keckheit der Französin, will hinzueilen und aufklären, aber sie huscht um den breiten Tisch herum und hält einfach mit ihrer großen Hand seinen Mund zu, mit der anderen seine Schulter fest. Sie hat erstaunliche Kräfte, diese schmale Arbeiterfrau aus dem Bergwerkbezirk. Ehe Funk sich befreit hat, poltert schon die Tür auf, und Lipp setzt sprungartig heraus und in einem Schwung zur tiefen Verbeugung an. Er hat den Militärmantel übergezogen und notdürftig zugeknöpft: aus hochgeschlagenem Kragen, der karminrot leuchtet, steigt sein unsicherer, schnell zurechtgekämmter Geier- köpf. Er ist mit nackten Beinen in die Reitstiefel gefahren. So gleicht er einigermaßen einem gerüsteten Krieger. Märguerite schüttet sich aus vor Lachen, sie krümmt sich anmutig. (Fortsetzung folgt.) Lady Hay rief den Umstehenden zu:„Zch freue mich, wieder in Amerika zu sein." wllkins erklätte:„Es war eine prachtvolle Fahtt, ein wundervolles Erlebuis." Die Begeisterung des Publikums, das zum großen Teil die ganze Nacht hindurch auf dem Flugplatz ausgehartt hatte, kannte keine Grenzen. Schon vor der Landung hatte sich ein Z u g gebildet, der unter Vorantritt einer Musikkapelle um den Festplatz herum paradierte. Der Gouverneur von Kalifornien, der Bürgermeister von Los Angeles und zahlreiche Vettreter der Behörden und Körperschaften hatten vor dem Verwaltungsgebäude des Flugplatzes, wo die offizielle Begrüßung stattfinden soll, Auf- stellung genommen. Hunderte von Pressepholographcn und Kamera- leutcn versuchten die Absperrungslinicn zu durchbrechen, wurden jedoch von der glänzend disziplinietten Staatsmiliz, die einen Kardon um den eigentlichen Landungsplatz bildete, zurück- geholten. Zahlreiche buntgeschmückte Autos waren bereitgestellt, um die Passagiere und die Führer des Luftschiffes nach der Emp- fangshalle zu bringen. Im weiten Umkreis von dem Lustschiff wimmelte eine unübersehbare Menge, die immer wieder spontan in begeisterte Rufe ausbrach. Während des Landungs- Manövers umkreisten sechs Marineflugzeuge das Landungs feld. Ein kleines Luftschiff vom sogenannten.Blimp"-Typ schwebte einige Augenblicke lang gerade über dem Zeppelin und bildete einen merkwürdigen Konttast zu dem riesenhaften Weltumsegler. In- zwischen mar die Sonne über die Berge aufgestiegen und über- strahlte das unvergeßliche Bild. Oer Glückwunsch des Reiches. Anläßlich der Landung des Luftschiffes„Graf Zeppelin" in Las Angeles sandte Reichsverkehrsminister Dr. Stcgerwold folgen- des Telegramm an Dr.. Eckcner:„Noch Ueberwindung der größten über Asien führenden ersten Teilstrecke haben Sie mit Ihrem Luftschiff nun auch als erstes Luftfahrzeug den nördlichen Stillen Vierzehn Tote in Buir. Wie der pariser Expreß entgleiste. Zu der EisenbahnkataftrophebeiBuir wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß sich die Zahl der Toten inzwischen auf14erhöht hat. Bon den Schwerverletz- ten ist Leopold L o w t o w ans Poitiers gestorben. von denvierTolen.die man bei den Aufräumungsarbeilen unter den Trümmern des Zuges gefunden hat. sind bisher drei identifiziert worden, und zwar Handell es sich um den Kaufmann Atthur Meyer an» Berlin- Schöneberg. Berchte»- gadener Str. 35, den Mollreiseuden Morris G i s h i n e. London und den Assessor der polnischen Staotsbahn Oelzielski aus Warschan. Vicht identifiziert ist bisher die Leiche einer Frau, deren Wäsche Monogramme trägt, die man als„E. S.",„<£. ffi." oder ,.E. E." gedeutet hol. Das Chaos an der Ltnglücksstätte. Schwierige AvftäumungSarbeiten. Köln. 26. August. Am Montag bietet die U n g lü ck s sie ll c, wo der v-Aug Paris— Warschau entgleiste, fast noch das gleiche Bild wie am Un- glückstag. Die Aufröumungsarbeiten kommen bei dem furchtbaren Chaos auf der Unylücksstelle mir langsam voran. Inzwischen tonnte man die Lokomotive aufrichten, jedoch hat man in Breslau einen großen Kran angefordert, um die Maschin« aufzugleisen. Es schwirren an der llnglücksstelle Gerüchte umher, daß sich unter den Trümmern eines Eisenbahnwagens noch ein Kind befindet. Wie Augenzeugen berichten, hat der Heizer der Loko- motive, der unverletzt blieb, durch feine Geistesgegenwart vielleicht noch größeres Unglück verhindett. Sofott nach dem Unglück hatte er sich daran gemacht, das Feuer unter dem Kessel zu l ö f ch e n und Mordkommission alarmieri. Seltsame Vorgänge in der Waßmannstraße. Die M o r d k o m m i s I i o n wurde gestern abend nach der Wahmannslr. ZZ alarmiert. Dort wurde der 50jährige Arbeiter Georg Noack am �sensterkreuz im Schlafzimmer seiner Wohnung erhängt aufgefunden. Tloait soll die Tat im Beisein seiner um 10 Zahre jüngeren Jimi und ihres Freundes begangen haben. Beide wollen •jon dem Selbstmord des Mannes nichts gemerkt haben. lieber die mehr als seltsamen Vorgänge konnte bisher folgendes festgestellt werden. Noack lebte mit seiner Frau, die dem Alkohol zuneigte, sehr unglücklich. Besonders unzufrieden war er über ein Verhältnis, das seine Frau zu dem Arbeiter Alex Z y l i n s k i unterhielt. Frau Noack lag gestern a n g e- trunken im Bett, Zylinski saß am Tisch und las in einem Buch. Auch Noack weilte in der nur notdürftig möblierten Stube. Weder seine Frau noch deren Freund wollen bemerkt haben, daß sich Noack am Fensterkreuz plötzlich erhängte. Die Beine des Toten waren aber höchstens einen Meter von dem Platz des Z. und nur ebenso weit vom Bett der Frau entfernt. Zylinski hat nun die schlafende Frau geweckt, die beim Anblick ihres erhängten Mannes laut aufschrie. Während Z. darauf die Wohnung verließ, schnitten hinzueilende Hausbewohner den Erhängten ab, er war aber schon tot. Frau N. wurde festgenommen, nach Z. wird noch gesucht. Ihre Behauptung, daß weder sie noch Zylinski von dem Erhängen etwas gesehen hätten, erscheint wenig glaubwürdig. Wenn auch Frau Noack infolge des Rausches vielleicht geschlafen hat, so muß doch bei der Enge des Raumes Zylinski das Tun und Treiben des alten Noack unbedingt bemerkt haben. Warum er nicht eingeschritten ist, um den Selbstmord zu oerhindern, ist unerklärlich. Lttiier Schwarzroigold. Das kommunistische �Sportfest* in den Rehbergen. Am gestrigen Sonntag feierten die Berliner Kommunisten ihr „Sportfest". Unter großem Klamauk hatten sie ihre Anhänger auf die städtischen Sportplätze in den R e h b e r g e n gebracht. Die Beteiligung entsprach keineswegs dem Aufwand an Drucker- schwärze und Reklame. Für den unvoreingenommenen Beschauer ivar es interessant, daß sich das ganze kommunistische Treiben unter den wehenden s ch w a r z r ot g o l d e n c n» Farben abspielte. Es muß den Moskauern„bolschewistisch" zumute gewesen sein, daß sie auf den städtischen Sportplätzen, die nicht zuletzt die „reformistische" Arbeit der Sozialdemokraten in der Kom- inune schuf, die Fahnen der Republik dulden muhten. Amerikanischer Klugzeugverkehr in Zahlen. Di«.gewaltige Ausdehnung des Flugwesens in den Dereinigten Staaten von Nordamerika, dessen Entwicklung die alte Welt weit fberflügelt hat, geht aus einigen statistischen Zahlen hervor, die von 'jtc!pc w- N o r k e r H a n d els k a m m e r festgestellt und von „New Pork Herald" veröffentlicht worden sind. Diesen Zahlen ist zu entnehmen, daß es gegenwärtig w den Vereinigten Staaten 7881 ausgebildete Flugzeugführer gibt, und daß die Zähl derer, die sich auf staatlichen oder privaten Schulen zu Flug- zeuglehrern oder Piloten ausbilden, 18 550 beträgt. Bon besonderen' Interesse ist auch, was in dieser Statistik über die.Verwendung der im Verkehr befindlichen amerikanischen Flugzeuge gesagt wird. Da- nach läßt sich der amerikanische Flugzeugverkehr im wesentlichen in vier Gruppen teilen. 40 Prozent dienen lediglich dem Reis«- und Ueberlandverkehr, weitere 40 Prozent werden zu Vergnügungs- und Sportzwecken verwendet, 10 Pro- zent sind ausschließlich für den Warenverkehr bestimmt und die übrigen 10 Prozent stehen im Dienst privater Gefchäftsunterneh- mungen, vor allem der großen Zeitungen und der Filmgesellschaften. Gefesselt aufgefunden. Seit Sonnabend wurde der Sohn des Organisten und Musik- lehrers an der Potsdamer Heiligen Geistkirche, der .Kaufmann Haensgen, vermißt. Haensgen, der bei einem Potsdamer Buchhändler beschäftigt war, wurde heut« nacht von zwei Potsdamer Reichswehrsoldaten, gefesselt an Händen und Füßen und mit einem Knebel im Mund, an der G r i e ch i s ch e n Kapell« am Kapellenberg in Potsdam aufgefunden. Haensgen wurde in das Elternhaus gebracht, liegt im Bett und verweigert jede Aus- kunft. Ob es sich um ein Verbrechen oder ein« selbst- quälerisch« Fesselung handelt, steht noch nicht fest: die Potsdamer Kriminalpolizei sucht zurzeit die Gegend an der Griechischen Kapelle ab. Theater in der Laubenkolonie. Auf dem Festplatz der Kolonie Iägerheim, Neukölln, Köllnische Allee SS/112, findet am Sonntag, dem 1. September, 15 Uhr, auf der Freilichtbühne eine Aufführung der Komödie „Kater Lampe" von Emil R o s e n o w statt. Erwerbslose Schauspieler unter Leitung von Ralph Willy G r u n e r t werden den Laubenkolonisten einige fröhliche Stunden bereiten. Die Pausen werden.ausgefüllt durch Mustk. Numerierte Plätze, welche aus- gelost werden, bieten Platz für 1200 Personen. Der Eintrittspreis beträgt nur 0,75 M. Mutterliebe einer Kafanenhenne. Ein Fall aufopfernder Muterliebe einer Fasanenhenne wind aus Bensen(Schlesien) berichtet. In einem Getreidefeld sah eine Fasanenhenne auf ihrem Nest. Der Landwirt kam mit der Mähmaschine und legte das Getreide nieder. Das Messer kam bei jeder Vorüberfahrt dem Vogel immer näher. Die Henne rührt« sich nicht, bis der Landwirt plötzlich durch einen gellenden R u s des Tieres aufmerksam wurde und noch sah, wie die Fasanenhenne wütend mit dem Schnabel nach dem Messer hackte, dessen Schnitt sie schwerverletzt hatte. Das Tier blieb aber trotzdem sitzen. Es mußte abgehoben und getötet werden. Da erst sah man, daß die 5>enne auf ihrem Gelege gesessen hatte, aus dem die jungen Fasanen eben auskriechen wollten. Ferienaufenthalt in Tesserete. Angesichts der starken Nachfrage hat sich der R e i ch s a u s- schuß für sozialistische Bildungsarbeit entschlossen, vom IS. bis ZS. September noch einen Ferienaufenthall in T e s s e- r de bei Lugano einzurichten. Das Programm ist das gleiche wie bei den bisherigen Ferienaufenthalten in Tefferet«. Näheres ergibt sich aus den Reiseprospekten, die vom Reichsausschuß bc- zogen werden können. Der Preis für den zweiwöchigen Ferienauf- entholt inkl. Fahrtkosten ab Stuttgart und zurück beträgt 170 M. Uleuerrk«!eiretarlai 2. Hof, 2 Trennen rechts, zu richten. für sozialistische Dildungsarbeit: 20 Uhr pünktlich, im tzugeudheun 11. Kreis Dchiiueberg. Brbeiterwoblsabrt: Donnerstag. 2g. August, 20 Uhr, im Rathaus Schöneberg, Zimmer 144, allgemeine Besprechung. Erscheinen aller Helfer ist dringend notwendig. heule, Dienstag. 27. August. 16. Abt. 20 Uhr Mitali ederverfalinnluna bei Krüger, Hussttcnstr. 34, Tele Scheringstratze. Vortrag:„Die politische Lage und die Äammuna lmahlench äteferentiu Stadtverordnete Lisbeth Hübner. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, ZNiklwoch. 2S. August in den nachstehend angegebenen Lokalen: 6. Abt. iS>-h Uhr: Bezirie 456 bis 495 und 503 bei Blasziufti, Kastanien. allee 54. Bezirke 4SS bis 500, 505 bis 503 bei Dobrohlaw, Ewinemünber aa ratze 11. Bezirke 501, 502 öti veblitz. Schwedter Str. 227. Bezirk 504 bei Baier. Schwedter Str. 236. 7. Abt. iszh Uhr im Vereinsbau? des Norden, Sartenstr. 6. Vortrag: .Haushalt 1920 und die kommenden Stadtverordnetenwahlen". Referent Eiegbert Loewn. 9. Abt. lOfh Uhr Zahlabend und Diskuflionsobenb bei Lindner. Lehrter Stratze 44. Thema:„Agitation und Wahlagitation". Referent©enoffe Beichel. Heute, Dienstag, 27. August, IdVo Uhr, Im Lehrervereinshaus, Alexanderstr.41 JeiKipliiiieiiinlms" Referent: Siegfrseefi �BsfieSsaser« IVI.d.R. Wä Der BeliikmiM. 14. Abt.« 20 Uhr in der Schule Putbuffer Str. 3. Vortrag:„Der Kampf um die Arbeitslofenverstcherung". Referent Kurt Kietzmann. 15. Abt. 10sh Uhr bei Dohm. Binetaplatz 7. Vortrag:„Die Sozia lbemo» krati» in der Stadtverwaltung". Referent Stadtverordneter Reinhold Sichberg. 17. Abt. IgsZ Uhr bei Schreiber, Triftstr. 63. Vortrag:„Der Kamvf um die Arbeitslofenverstcherung". Referent Mar Hendemann. 13. Abt. 19!b Uhr in der Löwenbrauerei, Höchste. 2. Vortrag:„Wirtschafts. politische Taaesfragen". Referent Willi, Rogge. 19. Abt. ISIH Uhr in der Grauen Schule, Gotendurgcr Str. 2. Vortrag des Genosten Dr. Kurt Löwenstein. M. b. R.:„Politische Tagesfragen". 21. Abt. 1915 Uhr im Schraber.Haus. Malplaauetstr. 14—16. Vortrag:„Polt, tische Tagesfragen". Referent Robe« Breuer. Stellungnahme zu den Kommunolwahlen. 23. Abt. 19lb Uhr im Lokal Steinacker, Seestr. 45. Vortrag:„Der 17. Ro» vember— ein Großkampftag. Referent Bürgermeister Karl Leid. 24. Abt. IZih Uhr im Altersheim Danziger Str. 62. Vortrag:„Die Krachten. Versicherung". Referent ssritz Schwalowskn. 25. Abt. 20 Uhr im kleinen Saal des Saalbaus Friebrichshain. Vortrag: „Der Foung-Vlan". Referent Dr. ssritz Schönherr. 27. Abt. 1BH Uhr in den Schönhauser ssestsälen. Schönhauser Allee 120. Vortrag:„Kommunalpolitifche Kragen". Referent Georg Reich. Ztz. Abt. W/j Uhr in den Berolina.ssestfälen, Schönhauser Allee 29. Bortrag: .kommunale Arbeit der SPD. in Grotz-Berlin". Referentin Stobtver, ordnete Minna Todenhagen. .16. Abt. Die Mitgliederversammlung fallt in diesem Monat aus. 31. Abt. mi Uhr in der Echnlaüla Cchönflletzer Str. 7." einig« warmherzige Erinnerungswort« und zeigt« den Hörern an .fjand einiger Schallplattenaufnahmen, welch«in« warmherzige, b«- gabt« Dortragskünsllsrin in Iosma Selim dahingegangen ist. T e». Kampf gegen die Sozialpoliiit"._______ 32. Abt. 19!/6 übt Kahlabend der G r u p p e .,.... Bortrag:„Der Referent Rudolf Karsten. W. Mi.- fcppw~ i e d k a u bei Kromphard, Paul, Singer-Str. 49. Bortrqa des Genosten Bürgermeister Mielitz.— Gruppe Buchmann bei Drescher. Stralauer Platz 5.— Gruppe Tröder bei Haber. lanb. Anbreasstr. 79.— Gruppe Mencr, Markusstr. 16.— Gruppe Wart. mann föllt aus. 33. Abt.----- er. um 18V, DMWWWWMfstflch|»WWWWWWWW fammcnfüiiftcn:.Di« Kanbidatenliste für die Kommunalwahlen". 35. Abt. Die Abteilungsneriammiung findet umständehalber erst am Danners. tag. 20. August, lOVb Uhr, im Lokal Schulze, Samariterstr. 38. statt. Bote Haus". Referent Karl Litte, M. i>. R. Ausstellung der Kandidaten Mitgliedsbücher stnb vorzuzeigen. 38. Abt. 19V4 Uhr in der Schulaula Stratzmannstr. 6. Bortrag:„Die kommen. den Stadtverordnetenwahlen". Referent Stadtverordneter Gustav Hitbicke Aulstellung der Kandidaten zur Kommunaiwahl. 37.«dt. 19',4 Uhr in der Patzendofer Brauerei. iZandsberger Allee 27—28. Bortrag:.Kommunalpolitik einst und jetzt". Referent Adolph Hoff. mann. M. d. L. 38. Abt. 19VH klhr in Schmidts Gesellschaftshaus, ffruchtstr. 36». Vortrag: „Rückblick auf 4 Jahre Arbeit der SPD. im Stadtparlament". Referent Stadtverordneter Mar Kreuzigcr. 30. Abt. 20 Uhr im Daugewerkshaus, Grotzbeerenstr. 93. Vortrag:„Unsere Arbeit im StabtparlameiiL'. Referent Stobtverorbneter Siegsried Wein. berg. Um 10 Uhr im gleichen Saal ssunktionärsttzung. Aufstellung der Vorschläge zu den Kommunalwahlen. 41. Abt. XOre Uhr bei Bader. Iüterdoger Str. 7. Bortrag:„SPD. und die kommenden Stadtverordnetenwahlen. Referent Stadtverordneter Hermann Lempert. Beschlutzfassung über Dorschlag der Kandidaten.— Die Ao. teilungsfunktionäre treffen stch schon um 19 Uhr. 42. Abt. Achtung, neues Lokal! 20 Uhr in Klein« ssestsälen. Dlllcherstr. 61. Vortrag:„Die lammenden Kommunalwahlen". Referent Stadtrat Sieg- fried Herme«. 43. Abt. 106L Uhr bei Rade, ssichtestr. 29. Vortrag:„Der Kampf um das Rote Haus". Referent Cocl Litke, M. d. R. Aufstellung der Kandidaten zu den Kommunalwadlen. 48. Abt, lOVO Uhr bei Burghard, Görlitzer Str. 52. Referat und Aufstellen der Kandidaten zu den Kommunalwahlen. 47. Abt. lOid Uhr in Rowacks ssestsälen. Manteuffelstr. 9. Berichterstattung der Genossen Robinson und Hetzscholb über die Bezirk«, und Stadtver. ordnetentätigkeit. Stellungnahme zu den Vorschlägen für die Kommunal- wählen". Gharlottenburg. 52. Abt. 20 Uhr pünktlich bei Schork. Kaiserin-Augufta- Alle« 01, außerordentliche ssunktionärsttzung.— 53. Abt. Die Mitglieder- Versammlung fällt aus. Dafür bei Lux, Suttenstr. 2«, Borftanbssttzung mit den Kreisdelegierten um 20 Uhr. Sämtliche in der Abteilung ge. wählten Delegierten müssen erscheinen.— 54. Abt. 30 Uhr im Jugend- heim Rostnenstr. 4. Vortrag:„Die internationale Ardeiiskonferenz". Rese, rent ssranz Joseph ssurtu-ängler. 2. Unsere Kreisvertreterversammluna. Achtung! Sämtliche ssunktionär« treffen sich bereit« um 10 Ubr eben- dort.— 56. Abt. 20 Uhr. 1. und 3. Gruppe: Liersch, Kantstr. 62. 2. Gruppe: ssuskowiack. Loltzendorffstr. 20.—'58. Abt. 20 Ubr im Ranke- bäus. Rankestr. 4, vorn 4 Tr.. Vorstands' und ssunktionärsttzung. Gr- scheinen dringend erforderlich. 78. Abt. Schönebeig. 20 Uhr bei Rosenthal. Gbcrsstr. 06. Vortrag:„Die Entwicklung der Außenpolitik bis zum Poung-Plan". Referent Gerhard kramer. 61, Abt. Friedenau. 20 Uhr IVahlabende bei Klabe, Hanbjervstr. 60—61, Vor- trag:„Proletariat und Etrafrecht". Referent Hans Bauer. Baginiki. Stubenrauch- Ecke Taunusftraße. Bortrag dc» Genossen ffrig Stach. 83.«dt. Lichterselde. 20 Uhr bei Kattum, Bäkestr. 7. Vortrag:„Proletarische Dichter". Referent Genosse Schröder. Parteiangelegenbeiten. Verschiedenes. 66. Abt. Mariendorf. 20 Uhr ssahlabcnd. 1., 2. und 7. Bezirk bei Reumener, Schöneberaer Straße: 3. bis 6. Bezirk bei Niendorf, Chausseestr. 19: 8. bis 10. Bezirk bei Schräder, ssriedenstr. 6. wähl am 17. November 1929". und Pasch. Vorbereitungen zur Kommunal- Referenten die Genossen Richter. Pirrenz 94. Akt. Ren MI» 19% Uhr Sitzung be« Abteslungsvorfknides mit den Stell- Vertretern bei Schröder. Steinmetzftr. 52. 119. Abt. Lichtenberg. 20 Uhr Eruvvenzahlabende bei Hepp. Röderstraße.„Die bevorstehenden Äommunalwahlen." 127. Abt. Kohe-schönhaufeo. Bezirk Weiße Taube, Siedlung der Kiuderreiibev- Umständehaiber kann die Mitalieberverfammluug am 28. August nicht stattfinden, da an diesem Tag« in Weißenlee eilt« wichtige ssraltionssttznng stattfindet. MitgNederversammIuag findet nun am Mittwoch, 4. Sepleni. der, im gleiche» Lokal statt. 131. Abt. Rieb-rschöllbansen, Bezirk Blanlenselde. 20 Uhr im Lokal Müller. Blankenfelde, Schildower Str. 3. Vortrag:„Die benorstehende» Stadtoe:. ordnetenwahlen". Referent Bruno Tbeek. 137. Ab«. Reiaickendorf.West. 20 Uhr im Volkihaus. Echarnweberstr. 114. Ah. teilungaversauwllung. Stellung nabme zu den Kammunalwahlen. Partei. angelegenheiten. Mitgliedsbuch leqiiimiert. 140. Abt. Borsigwalde. lOVH Uhr bei WoUschach. Ernststr. I.„Politische Tage«. fragen." Referent ZK« Gillmeister. Parteiangelegenheiten. Alle Mii- glieber müssen erscheinen. Frauenveranstalluugen. 24. Abt. Donnerstag, 20. August, Ausflug nach Spandau.Hakenselde. Treff. punkt 10 Uhr an der Endhaltestelle der Linie 54, Danziger Ecke Weißen, burger Straße. Nachzügler im Lokal Loebell. 60. Abt. Der ffrauenadenb fällt aus. Dafür am Mittwoch, 8. September. Kasfeekochen an verabredeter Stelle. Treffpunkt 13VH Uhr Reuter» Ecke Kaiser-ssriedrich-Straße, Haltestelle der Linie 95. Zungsozialisten. Gruppe Lichtenberg: Heute, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim, Vortrag. „Bürgerliche und proletarische Literatur nach dem Weltkrieg". Rcferrntin Dr. Tora ssabia». Wir laden die älteren der SAI. und interessierte Partei' genossen herzlichst ein. Gruppe Tcmpelhof. Mariendorf: Im Jugendheim Lnzeum Temvelhoi. Grr maniastr. 4— 8 iEingana von der Götzstraße), heute um 20 Uhr, Vortrag des Genossen Burgemeister über„Arbeitsrechtilche ssragen". Arbeilsgemeinschafi der kinderfreunde Grotz-Berlin. Schöneberg. Friedenau: Die Veranstaltung in Wannsee am 1. September fällt aus. Am Dienstag, 27. August, treffen stch die ssriedenauer Iungfalk n um 16 Uhr vor dem Jugendheim Offenbacher Straße. Wir bitten alle Eltern und Parteigenossen, heute, Dienslag, zu unserem Elternabend in der Schule sseurlgstraße zu erscheinen. Beginn 20 Uhr.— Kreishelfersttzung Donnerstag 29. August, 20 Uhr, bei Käthe Heidt, Gencststr. 9. Kreis Friebrichshaia: Heut«, Dienstag, 20 Uhr, Kreishelfersttzung. | Sterbeiafel der Groß« Berliner Partei- Organisation? 10. Abt. Unser Genosse Paul Grzelkowskv, Stettiner Sit. 53. ist am Sonnabend verstarben. Ehre seinem Anbenkenl Einäscherung am Diene. tag, 27. August, 10 Uhr. im Krematorium Eerichtstraß«, 24. Abt. Am Sonnabend, 24. August, verstarb nach längerer schwerer Krankbeit unser Genosse A u g u st P e n n im 61. Lkbensjabre. Infolge sein-■ jahrzehntelangen Tätigkeit für die Partei bekleidete er mehrere Ehrenämter und gehörte auch der Bezirksverordnetenversammlung an. Ehre seinem An- denken! Einäscherung Mittwoch, 28. August. n',i Uhr, Krema'orium Gerich! straße._ Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„SZiwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebastianstr. 87/38, Hot t Tt Dienstag, 27. August. Tiergarten. Jungbanner: 20 Uhr Heimabcvö bei Trümper, ssiensburger Str. 3. Vortrag:„Rund um den Ber- fassungstag". Weddinq: 19 Uhr alle Sportler Sportplatz Rehberge.— Donner». tag, 29. August. Webding: 20 Uhr Wiederbeginn der Tucuabende LütUch-' Straße 4, 3. Hof. Köpenick: 20 Uhr engere Borstandssstzung bei Braut. Köpenick, sslemmingstr. 11._ Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinte'. bliebeneo, Ortsgruppe Eharlottenburg. Mitgliederversammlung Dienstag. 27. August, 20 Uhr pünktlich, tu Eckmanns ssestsälen, Berlin-Iharlottenburg i Scharrenstr. 34. Tagesordnung:„Aus der Prarl» eines ssürforgebeamten" Referenz Kamerad Gustavs Schwarz, Mitglied des Sauvorftande».� � von � �..-.____„ heim:„Wilhelmshoi". Anhaltstr. 12. Nähe stelle. Berlin-Salenfe«. Bornimer Str. 8. UHIand 529Z. � Berliner Zither-Elub, gegr� 1858, Übt jeden Dienstag 20VH Uhr im Klub- Haus. Ohmftr. 2. Spieler und Gäste willkommen. Longiellow F,n"lisli Oebailnir Club. Mittwoch, 20 Uhr, Zahnäretehau-. Outtmannsaai, BQlowstr. 104. Mr. Bulman Smith. M. A.:..llqual Work- Egua! Pay".____ wellerbcrlcht der öffenilichen Oelierdienststell« Berlin und Umgegend (Rachdr. vcrb.) Beständig und vorwiegend heiler ohne wesentliche Tempe. rawrändernng, schwache Luslbeweaiing.— Für Deutschland: Ueberall h-- ständig und trocken, in West- und Milteldeutichland Erwärmung. Sewinnauszug S. Klasse 33. Pieutzlsch.Süddculscht Klassen-Lolteri«. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf febe gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar se einer aus die Lose gleicher Nummer -■. in den beiden Ableilungen I und ll 15. Ziehungslag 26. August ISA Ln der Bormittagszlehung wurden Gewinne über ISO M. gezogen S«elvi»,« ,u 10000 M. 1S7241 33S247 Z41ZS4 s Gewinns zn 5000 au. 501 SS 53277 SZ404 4 Gewinns ,n 3V00 M. 21329 208919.. 20 Gswtnne zu 2000 W. 17287 154399 15733» 1 7365 3 19279« 245043 274837 296351 300277 341220 42««Winne ,n 1000 M. 29225 31947 45123 60710 87704 104674 242552 242919 244654 246993 269729 279059 301650 813769 316589 323735 330342 331714 344428 350402 390558 84 Gewinne 1« 500 M. 1936 13007 35129 64907 70970 78917 79501 80343 88819 94572 102863 111764 118978 148309 148803 149283 162109 167309 182985 188304 188631 194626 201994 208047 218428 219548 221671 226167 247280 257988 253588 265989 287258 267514 279102 286165 297283 327373 353723 379153 395861 396923 222«-Winne in 300 M. 2593 3420 6602 8993 0130 6879 16886 13S82 28850 37336 30183 41734 42458 42974 43106 43966 45083 46783 50705 65001 70518 77280 90789 91487 94273 106585 106642 106799 108720 112034 116456 124153 138330 139253 139832 142238 143051 149024 149027 149390 151 397 154377 157533 163777 173069 179546 182203 183578 185463 187717 188159 193227 109732 204099213205 216820 217930 225261 225527 226030 228001 235645 237932 238754 2401 29 244469 248566 249880 254230 269527 263857 264800 265549 266690 268131 271023 271379 272757 276676 284275 285360 268734 290870 262605 292974 294200 298278 208344 299992 301510 305316 305421 307724 320460 324088 332262 332904 334083 337160 338403 346068 347569 361711 371637 376339 376813 377091 380734 386645 387571 395614 3n der Nachmitlagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn» zu 6000 Dl. 61619 8 Gewinns ,n 3000 Sil. 133667 162122 188678 229189 14»swiuns i» 2000 M. 21752 26394 118953 165319 184190 201524 202530 22 Gewinn« W 1000 IN. 62651 68430 75218 174620 177900 206997 207830 213846 221184 261748 319209 76 Gewinn, ja 600 M. 6950 10503 33849 44180 46625 46921 59480 69858 73499 84004 98676 117487 150224 161667 163973 168024 175205 180671 185922 193023 202746 229149 233733 238394 247767 248541 253440 278664 283448 3I09I9 334212 363235 373081 376348 376446 378991 392903 396945 188«»Winne in 300 M. 5732 13426 14455 16077 23433 24004 24432 29393 33712 35964 40115 40913 41947 45325 48894 49363 53348 59242 60980 61625 66644 71840 76764 81053 86773 92949 68355 99577 101083 101953 117273 121570 121954 123046 129393 130331 133547 134483 136912 143158 150834 157257 159747 163890 164104 166566 188394 175146 178877 183256 184783 189056 191710 ZI 1924 212636 212901 213942 216314 218198 220419 221331 228707 229412 229806 231540 239311 244020 250971 264228 265900 27042! 272081 274863 275193 282889 285374 286013 287136 288289 288771 292440 ZW ZW ZW 332253 335896 3� 379733 3880,5 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je WOaXI. 4 zu je 76000. 4 zu je 60000, 4 zu je ssooo, 40 zu je 10000, SS zu je 6000. 180 zu je 3000, 338 zu ie 2000. 004 zu je 1000, 2234 zu je 600. 6138 zu je 300 M. Dienstag 27. August 1929 Unterhaltung unü Wissen Beilage des Vorwärts £. Siecke: Wartin von Wtendi Sine Südiee-Qelchichie Oberhalb des kleinen Hafens war am Derg«ine Waldlichtung, von zerklüfteten Felsen überragt. Von dem höchsten herab spähte ein Mann nach dem Zkanonenboot aus, dos unten vor Anker lag. Cr war nur mit einem Gürtet von Tiblättern bekleidet: feine nackten Füße bluteten. Seine muskulöse Rechte umklammerte ein Gewehr. Aus dem Kopfe hatte er ein« grobe Mütze mis Kokosblättern. Trotzdem war er ein Weißer gewesen. Von dem Eingeborenendorf, das tagsvorher die Dlaujacken an- gesteckt hatten, stieg blasser Rauch zu ihm auf. Di« Ruine seines eigenen Hauses konnte er an der Steinmauer erkennen, aber von den Eingcborenenhütten war nur graue Asche übrig. Von dem Schiff unten stieß ein Boot ab. Der Mann zog sein Gewehr dicht an sich. Seine Augen leuchteten aus in tödlichem Haß. „Die Herren Offiziere wollen jagen," murmelte er. als das 'Boot auf den Strand auflief und dann drei Männer mit Flinten das Gestade heraufkamen.„Hch möchte sie niederknallen. Wenn es nur Aweck hätte!" Die Mannschaft war ausgestiegen und suchte aus den qualmenden Trümmern heraus, was dem Feuer entgangen war. Eine Weil« standen sie vor dem Sandhaufen, unter dem sieben getötet« Ew- geborene lagen. Dann stieß das Boot wieder ab.. Der nackte Mann auf dem Felsen atmete auf. Reben dem Sand- hausen hatte er eine öOPfund-Tonn« mit chilenischen und mexikani- schen Dollars vergraben. Behutsam stieg er von dem Felsen her- unter. Am Fuße eines oielöstigen Vi-Baumes saß ein eingeborenes Weib. Ihr rechter Arm war von einem Schuß zerschmettert worden und hing an einem Streffen Bast. „Ein Boot hat gelandet," sagte der Mann in der Sprach« der Eingeborenen.„Mein Geld haben sie nicht gefunden." „Dein Geld!" schrie das Weib ihn an.„Ist es mehr wert als das Blut unseres Kindes?" Der Mann sagte in dumpfen Zorn: „Das verstehst du nicht, Natu! Ich wünsch«, das Geld zu retten, aber ebenso sehr wü«sche ich die Rache für mein Kind. Doch ich bin nur einer und habe nur noch eine Patrone!" Jim Martin war wohl der blutbeflecktest« Strandläuser, den die Inseln der Südse« jemals geschen haben. Von einem Walftschsänger als Auftührer«n NiteM an Land gefetzt, hatte er sich von oller Zivilisation losgesagt. Seine Eltern, die der Hefe Liverpools ent- stammten, waren deportiert worden. Die Jugenderziehung hatte er beim Zffchen der neunschwänzigen Katze genossen, die aus die Rücken der" Deportierten niedersauste.---... Da er rücksichtslos mutig war, wählten die Eingeborenen ihn zu ihrem Führer, bauten ihm ein Haus und gaben rhm eine Frau. Sie behielten auch Vertrauen zu ihm, als sein Versuch,«ine von Hobart nach China bestimmte Bark zu entern, mißlang und viele Eingeboren« dabei umkamen. Kurz darauf aber hatte er Erfolg mit einem Handelskutter, der während der Nacht überrumpelt, feiner Ladung beraubt und dann verbrannt wurde. Bei der Beute waren viele Feuerwaffen. In den nächsten fünf Iahren berührten wenige und mir gut bewaffnete Schiffe die Insel, da sie einen schlechten Ruf hatte. Vor zwei Jahren aber kam ein unbewaffneter Schoner, besten Kapitän Geld für Handelszweck« mit sich führte, nach Nitendi. Jim Martin beschloß, dieses Schiff zu kapern. Im Dunkel der Nacht wurde die Mannschaft niedergemetzelt. 'Jhir ein Fidschianer rettete sich, indem er über Bord sprang. Dieser b/richtete den Ueberfall dem Koinmodore der australischen Station, der ein Kanonenboot entsandte, das die Schuldigen nach Sidney vor Gericht bringen sollte. Falls sie nicht ausgeliefert wurden, waren die Eingeborenen nach dem Ermesten des Befehlshabers zu bestrafen und das Dorf niederzubrennen. Von dem entflohenen F idf chi-Jvs ulan er geführt, gelang es dem Kommando, nachts unbemerkt zu landen und sich dem Dorf von der Rückseite her zu nähern. Doch«in sich selbst entladender Re- volver alarmierte die Eingeborenen. Sie leisteten, von Martin ge- führt, tapferen Widerstand und entkamen, in der Dunkelheit die Reihen der Blaujacken mit ihren Frauen und Kindern durchbrechend, in die dichten Dschungeln des Gebirges. Sieben Leichen mußten sie zurücklasten: unter ihnen«inen Martins Sohn. Das Dorf und Flammen auf. ** zehnjährigen Knaben: Jim die Kanuslotte gingen in .Laß uns weitcrfliehen, Natu," sagt« Martin,„es ist hier nicht sicher." Das Weib gehorcht« schweigend. Sie flohen durch die Berg- hänge, entgegengesetzt der Richtung, die die Offiziere und Blau- jacken eingeschlagen hatten. Nach einer I)alben Stunde erreichten sie eine verlastene Hütte am Flußufer. Natu brach vor Schmerz zusammen. Martin holte Trmkwaster und verband ihr« Wunden. Die Offiziere waren kaum hundert Meter den Strand entlang gewandert, als der jüngst«, ein blonder Scekadctt, stehen blieb. „Lasten Sie uns lieber in anderer Richtung gehen. Nach der Karte mündet«in Fluß in die nächste Bucht, und dann kommt gleich ein kleiner See." Einverstanden!" Die Offiziere und die drei Blaujacken hinter ihnen machten kehrt.„Eine famose Wasserfläche!" rief der See- kadett begeistert aus, als der See vor ihnen lag. „Packt aus, Jungs!" befahl der ein« Leutnant.„Wir wollen frühstücken! Und Augen und Ohren offen gehalten! Ich möchte keinen vergifteten Pfeil in den Nacken bekommen!" „Wer vorher muß ich schwimmen!" protestierte der Seekadett lachend und enttleidete sich. Nach einem Kopssprung war er bald bis mitten in den See geschwommen. Dep Klang von Stimmen riß Martin aus dem Schlaf. Cr griff zum Gewehr und weckte sein Weib. Dann kroch er aus der Hütte ans Ufer. Gerade sprang der Seetadett ins Wasser. Mochte Jim Marttn auch ein gefühlloser Mörder sein, in diesem Augenblick packt« ihn doch Entsetzen. Der See war voll Krokodflel Ihn durchschwimmen wollen bedeutete sicheren Tod! Natu war herongekrochen und berührt« seinen Arm.„Gleich werden sie ihn packen!" triumphierte sie, die Augen voll Haß. „Natu! Es ist nur«in Knabe!" flüsterte Martin und umspannte das Gewehr fester. „Du Narr!" zischte sein Weib wild und griff nach dem Lauf. „Sie haben deinen Sohn getötet! Sieh! Sieh doch!" Eine schwarze Schnauz« ragte aus dem See und bewegte sich langsam vorwärts, kaum dreißig Meter von dem Seekadetten ent- fernt, der gemächlich dem Ufer zu schwamm. Marttn entriß Natu das Gewehr. ,Lr darf so jung nicht sterben!" murmelte er.„Der Knabe! Lauf schnell in den Wald! Ich komme gleich nach." Er stieß sie beiseite und hob das Gewehr. Ein Schuß kracht«; das Ungeheuer sank, auf seinen knochigen Schädel gettoffen, in die Tiefe. Ehe Martin fliehen konnte, drangen zwei andere Schüste durch die Stille und er stürzt« vornüber ins Gras. „Wir sahen den Kerl gerade noch rechtzeitig," rief die eine Blaujacke. Der Leutnant war ausgesprungen.„Sind Sie getrofsen?" schrie er dem Seekadett zu. .Mein! Was ist denn los?" antwortete dieser und erklomm das Ufer. „Ein Neger gab aus dem Hinterhalt einen Schuß auf Sie ab! Schnell Deckung nehmen! Lasten Sie doch Ihre Kleider!" Zehn Minuten vergingen. Kein Laut unterbmch die Stille. Dann krochen der Leutnant und eine Blaujack« vorsichtig dahin, wo diese den Mann hatte fallen sehen. Plötzlich stießen sie auf ihn. Jim Martin wandt« das Gesicht zur Seit«, sah sie an. ,Lat—— das Krokodil——— den Jungen gepackt?" stammelte er. .Krokodil?" fragte der Leutnant überrascht.„Feuerten Sic auf ein Krokodil? Sind Sie ein Weißer?" „Einerlei" keuchte Martin..Laßt mich hier ruhig liegen. Seht doch!" Er zeigte auf«in Loch in seinem Bauch.„Die Kugel ist glatt-- hindurchgegangen und hat mir das-- Rückgrat zerschmettert." Er sprach kein Wort mehr und starb. Die Blaujacken machten eine Tragbahre und trugen ihn zum Strand hinunter. tVeeechttate llebersetmia von I. D. ZBarnkeiO studoif£ön>u: Steif eoblchied Unbarmherzig und unaufhaltsam, wie speziell unter den ob- waltenden Umständen da» Borgehen der Zeit sich eben nicht anders charakterisieren läßt, also unbarmherzig und unaufhaltsam war die Stunde immer näher gerückt, da Theodor für lange sechs Wochen von Emilien Abschied nehmen mußte, um weit draußen in irgend- einem Kurort seinen pessimistischen Organismus im Wege von Kohlensäurebödern wieder neuen Trost und Lebensmut zuzusprechen. Unmittelbar dräuend war nunmehr der bange Augenblick jenes unwiderruflichen Mschieds nahe. Denn um 9. IS Uhr mußte der Fernzug abgehen und das Zifferblatt der großen Bahnhofsuhr zeigt« beretts auf 9.10. Demgemäß und wie es tatsächlich das amtlich« Kursbuch auch richtig prophezeit hatte, stand wirklich der Fernzug seit längerem abfahrtbereit in der Halle und zeitweilig durchlief ein Zittern seinen langgegliederten Leib, ausgelöst wie�von einem nur mehr schwer verhaltenen Verlangen nach Pflichterfüllung, vergleichbar etwa mit jenen besonders arbeitsfreudigen Pferden, die, für«inen Augenblick zur Rast und Untätigkeit gezwungen, alljogleich mit den Hufen zu scharren beginnen. Theodor halle in einem Halbkupee dieses Fernzugs sich ein wenigstens halbseitig allbogenfreiez Fensterplätzchen erobert. Zwecks gesetzlicher Anerkennung des eroberten Gebiets hatte Theodor in Gemäßheit der bestehenden Reisevorschriften sich seinen Sitzplatz durch Belegen mit seinem langen Schirmstockfutteral aus Segekleinen gesichert. Denn anschließend daran hatte er das Halbkupee wieder oerlasten, um die knappen verbleibenden drei Minuten noch rasch Seite an Seite mit Emilien verbringen zu können. Arm in Arm, wenn auch mit einem schweren Weh im Herzen, wandelten sie mit dumpfen Schritten unter stetig sich wiederholenden Kehrtwendungen ein« kurze Gehstrecke seitlich seines Kupeefensters auf und ab. Unzähliges und Mannigfaltiges hatten sie während der letzten 24 Stunden sich schon gesagt. Sie hätten aber noch viel mehr und noch viel Mannigfaltigeres sich zu sagen gehabt. Jetzt aber, im enffcheidenden Moment, brachte keins eine Silbe heraus. Verstohlen, für einen interessierten schärferen Beobachter trotzdem Wer kenntlich, irrte ihrer beider Blick immer häusiger über die Bahnhofsuhr und unleugbar wurde dabei ihr Auge immer intensiver von etwas wie einem feuchten Schimmer überhaucht, während es auch seinerseits immer charakteristischer um seine Mundwinkel zuckte. Andererseits aber auch für sie beide war es klar, daß der Ausbruch einer seetischen Katastrophe unmittelbar bevorstände, wenn jetzt eins oder das andere nicht bald ein die Spannung irgendwie lösendes Wort fände. In einer Art weiblichem Heroismus ging sie mit starkem Bei- spiel voran. „Theodor," würgte sie,„wenn du dein Gepäck so lang« un- beaufsichtigt läßt, kann dich da nicht irgendein Eisenbahnräuber berauben?"' „Ha", rollte er grimmig, glücklich, eine Ableitung gefunden zu haben, in der er seinen zurückgedrängten Seelenkummer in Wut umsetzen und solcherart an einem anderen austasten konnte,„ha", das sollt« einer wagen, der käme mir jetzt gerade zurecht, ich würde den Kerl mit einer Maulschelle unter die Dampfheizung klaffchen, ich würde ihn aus seinen Gewändern herausbenteln, ihn auf dem Fußbelag zertrampeln, ha, ich „Theodor", schrak und schluchzte sie auf.„und was ist, wenn er zurückschlägt? Theodor, versprich mir. daß du mit niemandem etwas anfängst, ich Hab' sonst keine ruhige Minute mehr, also ver. sprich, nein, schwöre mir, daß du mit niemandem Händel suchst." „Gut", sagte er entgegenkommend, wenn auch mit einer ge- wissen Ueberwindung,„also ich verspreche und schwöre dir, mich in keinerlei Händel einzulassen." „Ich danke dir, Theodor", atmete sie auf,„und wirst du es auch vermeiden, dich zum Fenster hinauszubeugen, damit dir kein Kohlenstäubchen ins Auge fliegt oder damit du nicht gar das Ueber- gewicht kriegst?" „Ich werde es vermeiden, beste Emilie!" „Und hast du dir die Waitepfröpfchen zu recht gelegt damit dir die Zugluft nicht in die Ohren bläst?" „Ich habe sie mir zurechtgelegt." „Und____" In diesem Augenblick schrillte das Pfeifchen des Eisenbahn- schaffners. „Großer Gott, schnell, Theodor, der Zug fährt ab!" Theodor riß sich hemm und setzt« mit einem Spmng aufs Trittbrett. „Großer Gott", kreischte Emilie neuerlich auf und schob sichernd ihre Hände unter Theodors Sitzfläche. „Es ist nichts", gab beruhigend Theodor zurück,„es war bloß eine achtlos weggelegte Bonanenschole." In diesem Augenblick schrillte wieder das Pfeifchen des Eisen- bahnsthaffners. „Schnell, Theodor, schnell!" Theodor schlüpfte nunmehr wieselartig in da, Abteil hinein. Emilie eilte zu Theodors Fenster vor. Einen Geldanken später erschien Theodor hinter dein Fenster. Mit angstvoller Hast war er bestrebt, da« verquollene Fenster zu öffnen. Endlich gelang es. Er beugt- sich weit aus dem Fenster hinab und öffnete seine Arme. Sie wippte zu ihrcne äußersten Zehenspitzen sich auf und sank dabei wortlos an das, was alles von Theodor zum Fenster heraus- hing. Solcherart verharrten sie in einer zwar unbequemen, aber ge- mütsttefen Umschließung. Da jetzt der Zug sich in Bewegung setzte, löste er seine Arme, da er Emilien nicht mitschleifen wollte, zumal der Zug erst Stunden später in Lundenburg anhielt. „Und vergiß nicht, Theodor", rief sie ihm nach,„der Pflaumen- kuchen liegt eingepackt rechts im Handkoffer, gleich neben den Socken." „Ja", brüllte er zurück,„gleich rechts im Handkoffer...." „Und gib bellte �. mit ihrem letzten Stimmaufwand, „daß chu dich nicht auf bie".Thermosflaschc- tzarauffetzest, sch hob' sie erst gestern gekauft." „Ja", röhrte er überschnappend,„ich geb' schon acht, teuerste Emilie." Emilie holte ihr weißes Battisttüchlein hervor. Theodor schlupfte sein Taschentuch aus der Tasche. Und Aug' in Aug' wehten sie ein letztes, wehmütiges Lebewohl sich zu, und da der Zug in eine leichte Kurve nbbag, beugte Theodor sich stärker aus seinem Kupeefenster hinaus, und er winkte und fächelte der gleichfalls winkenden und fächelnden Emilie seine Ab- fchiedsgrüße zu, bis er sah, wie Emiliens geliebte Gestalt immer fremder und unkenntlicher in sich zusammensank auf einen kleinen weißen Fleck, aus«in weißes Pünktchen zusammenschmolz, das. schließlich im Rauch und Dnnst der Bahnhofshalle spürbar sich auflöste. „Es scheint, du kannst dich nur schwer von deiner Frau trennen", schnippte setzt neben Theodor eine Frauenstimme und zog ihn vom Fenster zurück. „Ach, nicht doch", lachte Theodor und legte den Arm um seine Begleiterin,„aber weißt du, so schöpft sie am wenigsten Verdacht und jetzt, fabelhaft, wunderbar, jetzt wollen wir nur mehr an unsere herrlichen langen sechs Wochen denken." Emilie aber swnd noch immer einsam in der Bahnhofshalle. Sie betrachtete den Zug, wie«r erst wie ein gewaltiger Feuer- drache dahinschoß, wie er wie eine Riesenschlange mit mächtigen Windungen sich vorwärts schlängelte, wie er langsam zu einem grauen, unscheinbaren Regenwurm sich verjüngte und schließlich als winziges Würmchen irgendwo in ein imaginäres Loch unten im Horizont sich verschlüpfte. Emilie versorgte ihr Battisttüchlein und verließ den Bahnhof. Vor dem Bahnhof hielt sie Umschau. Sie stieg in ein Auto. „Herrlich, wunderbar, also wo fahren wir jetzt hin. Bobby?" fragte sie drinnen im Auto., „Wir fahren ins Strandbad, Liebling." �rinkerinnen in Weic iJork. Obgleich New Park bekanntlich„trocken gelegt" ist,/ gibt es dort doch«ine Anstalt, das sogenannte Keeley-Jnstikut,.' das bereits vor dem Alkoholverbot Entziehungskuren bei Trinkern durchführte. Die Zahl der Insassen hat sich seitdem nicht verringert, � und jetzt hat man sogar einen großen Flügel angebaut, der für weibliche Fälle bestimmt ist, während bisher nur männliche auf- genommen wurden. Während des Alkoholverbotes hat nämlich nach einem Bericht dieses Instituts die Zahl der Frauen, die um Aufnahme hatcn, beständig zugenommen. Es gibt heute sehr viel mehr Frauen in New Aork, die dem Trinklaster verfallen sind, als vor der Trockenlegung. Unter den Patienten der Entziehungsanstalt überwogen vor dem Alkoholoerbot die Angehörigen der Arbeiter- klast«, während jetzt hauptsächlich Kaufleute und Vertreter der freien Berus« aufgenommen werden, um sie von der Trunksucht zu heilen. Eine Leistungsprüsung der Weltsprachen. Die Jnternattonal Exchange Electric Company in London hat eine Leistungsprüsung der Weltsprachen vorgenommen, und zwar nach der Richtung hin, die Ausdrucksfähigkeit in einer der großen Weltsprachen, auf ciue Minute Telephongespräch umgesetzt, xu überprüfen. Dabei wurde die französische Sprache als diejenige jestgestellt, die die größte Anzahl von Gedanken in dieser Telephonminute präzise auszudrücken in der Lage ist. Die deutsche Sprache steht hinter der englischen an dritter Stelle vor der italienischen. Soziali'stischeArbeiterjugendGr.-Verlln Einsendungen für diese Subrff nur an das Zugendsekretariat ZZerlin SWüS. Qndenstraße 5 Heute. Dienstag. 19H Uhr. «Alulschc« spart: Seim Waisenstr. 18: Klassenkampf der«eflentoart"— Rrunnenplass: 244. weltlich« Schule, Pank- Esse Wiesenstraße:„Bub und Mlidel".— Gesundbrunnen I: Gotcnburgce Straße(Note Schule): fugend im Siecht".— Schisservark: 11. Bolksschulc, Schöninastraße: ,.5tr>mmunalpol!til".— Weddluft tR. ff.): Littticher Str. 4: ,.6-213. und Reichsbanner".— W-ddiirz. 9isrt>: Seim See» Ecke Turincr Straße:„Der Lehrling und seine Rechte".— ffalkplaj, H: ssunktiauSroerfammlung beim Genossen Schellenberg, Gleim. itraße SS.— Kelmbolgulag: Heim Danziger Str.«2, Baracke 2:»Sozialismus und Religion".— Nordost: Leim Dan,iger Etr. S2, Baracke Z:„Mr oder gegen die Todesstrafe".— Wörthcr Plag: Seim Kastanienallee 82: �ehn» Minuten.Refcrate".— Süden: Seim Porckstr. II:»Ter Anarchismus".— Reu» ISlln I: Seim Eanderstraße: Lichtbildervortrag.— Neukölln ll: Seim Berg» straße 2S:„3weck und Kiel ter Jugendtreffen".— Neukölln III: Seim ssluq. bafeustr. 88:»Krieg dem Kriege".— Neukölln IV: Seim Schierkestr. 4Z:»Di« englische Arbeitervartei".— Neukölln V: Heim Böhmische Str. I— 4, Kimmer 2: »Da» Regierungsprogramm der englischen Arbeiterpartei".— Neukölln VI: Seim Treptower Str. 9ö— 96:»Einführung in das Kommunistisch« Manifest".— Neukölln Vit: Heim Kaiser-isriedrich-Rcalgymnastum:»Das Steuer herum".— Neukölln vni:»Seruelle Kragen", mit Lichtbildern.-- Buchholz: Schule Ber- liner Str. 19:„Der Bersailler Bcrtrag".— Pankow 17: Heim Görschstr. 14; „Der Kall des Republikschuggesches".— Pankow I:»Die Deutsche Reichsrer- fassung".— keihense«:»Arbeitersugend und Kommunalwahlen".— Dahlem (Rote Kalken): Außerordentliche Mitgliederversammlung im Seim Kehlendorf, Nordschule. Potsdamer Str. 5—7(Pavillon). Jeder muß erscheinen.— Besten l und ll: Sprechchorprobe Schulaula Waldcnferstr. 20. Treffpunkt 18% Uhr Bahnhof BiUowstraße. Arbeitsgemeinschaft de» Roten Fallen: Wir lesen Schilderungen au» dem Arbeitlrleben. Berbeiezirk Schlnebcrg: 1»� Uhr Schul« Feurigstraße: Feier mit Neber- nahm« ter Kindcrfreundegruvpe. Di« Gruppenabende fallen au«. Werbe bezirk Westen: Seute Werbebezirksvorstandssthung im Jugendheim Rostnenstraße. Tagesordnung: Zugendtag in Nauen. Berbebezirk Tiergarten: Seute, pünktlich 19 Uhr, Sprechchorprobe Waldenferstr. 20. Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. a Theater, Lichtspiele usw. Staits-Oger Unter ck. Linden geidiiotseQ! Staats-Opcr Am PlnLRepubl. öEsöilössen! Dienstag, 27. 8. Slam Oper Bismarckstr. 20 Uhr Turnus I Sly StaatLSteph. am Geadanneamarkt GßstJilejsen! Staati.Seliilier-Theater,Qiarit]L Geschlossen. I Tägl. 5 u.»IS ScnnL2.5a8u lAtax. E.4.806A INTERNAT. VARIETE CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. Täglich 8V. Uhr Der neue Eronnunss-setilager Wem Mött mein Mann! Dazu ein erstkl. bunter Teil. Für unsere Leser; Gutschein für I— 4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. egeutQ Elnirilt SO Pieanlg Kinder frei r. Feuerwerk äaeaaaaaaataaaääaaaaa Sommer-Garten-Theater Berliner Prater N 58. Kast.-Allee 7-9. Tel. Hb. 2246 CnsisDlal finstcl Heci. Erüel LUIsn Wiener QSuD i® Operette von Johann StrauB Oazo der grohe VarleMteU. Anfang Konzern Ulir. Burleske u. A Variete 5.30. üpeieite 8 U»l. ch ledeo lionccrsiag uroöer Vollistag. • Jed. Miuw. Kinflertosi ll. Venosonn Relch3hal3en>Theater Abend Q Sonntag Nachm.[ Z[ Sletüner Sänger Nachmittags halbe Preise! Mcntag, den 2. September FecivorslelSniia zur illdr- ■der Cef ü ettiner Sänger •Dönhoff- Bretti: Verleih Konzert Tanz Die drei Meliere Ein Spiel aas romaatlscher Zelt von Schanzer u. Weilsch Mit Musik von gestern und heute von Ralph Benalzky Musikalische Leitung: Ernst Hauke Choreographie: Prof. Heinrich Kröller Alfred Jerger Max Hansen Siegfried Arno Gitta Ljundberg Trude Hesterberg Trude üeske Paul Wegener Paul Morgan Joseph Schmidt La Jana Marianne WinkeSstern Iwan Orlik Käte Lenz, Rose Lichtenstein, Else Reval, Max Schreck, Kurt Mikulskl, Fritz Bersar. Robby Hanke Corps de Ballet, Harmonika Vasabounds S3nserchöre Gesamiausstattung Prof. Emst Stern Techn. Einrichtung; Franz Oworsky legic Stil CM Vorverkauf(10-6 imunterbrocben) bat begonnen ZkhMg T. 11. bis IT�epU 1929! Neunte große Olkswohl- Lotterief 4S 098 Gewioae u 2 Präoiea izv Lj Gesumiworte voh RMf HSchstr Eoppeilos Säi« 750001 Sioooool 2 Hauptgew. «.jeOSOyjRM� 2 Hauptgaw. Z. j« 2'yOfK) RM' 1mKm20000| ;a 1R.M Düppel)«*«2 RMt BlScl5s!iri8ler.5Är5S im.tOLotanaorttj la. varsch.Taas. I< Porto nnd Gewinnliste 35 Pf. lo allan durch Plakat« kenntlich. 1 Verkaufsatellco und durch 0, ücMätis i Se. Sertin C2, KSnigstr. 51 1 Postscheck: Berlin 6779 �amtlicT�jTvir'aut" Wnoack 90"� bar Rose- Theater, Gro�c Frankfurter Str. 132. Täglich 8.15 Uhr Der hlsine Kuppler Lustspiel i.SAkt.v.Armontu.Gerhidon Gartenbohne 530 Uhr Konzert und bunter Teil 8.15 Uhr Die Scheidungsreise [ Verdsn SU ABonncnt fles Hose-TBealers Verlangen Sie kostenlose Zusendung der Abonnements-Bedingungen Vorverkauf auch im Pavillon der Reinhardtbühnen, Kurfürstendamm, Ecke UhlandstraDe Bismarck 448/441 WM! Tüeater D.I. Norden 12 310 8Un Ende gegen 11 Oiß Fledermaus Musik v.Joh. Strauß. Regie: Max Reinhardt. Musik. Einrichtung E. W. Komgold. Ausstatte UKainer Kasimersplele D.I. Norden 12 310 Eröffnung der iVinterspielrelt Sonnabend, 31. Aug. 7>s Uhr BiscD. Uraultiisrnnfl Der Ucwidersteliliehe Komödie von Paul Gdraldy und Roben Spitzer Die Komödie |1 Bismck.2414/7516 SV.U-, Ende geg. 10 Freudiges Ereignis Lustspiel von Dell und Mitchell Regie: Lcuntinc Sagau Lusispielhaus Täglich 8't, Uhr Du wirst mich heiraten! Rundfunkhörer halbe Preise. Metropol-TH. Tägl.SV« Uhr Sonntags 4 u. S1!* Blanbarl Operette von Offen bach Grete Fickler, Stieb er- Wolter Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich SV, Uhr über 1000 X Max Adalbert in Clubleule Max Landa, Ferry Sikla, Ellen Frank. Lessing-Tliealsr Norden 10846 Gruppe funger Scfaanspielcr Täglich 8'/« Uhr |0$€f laknhowslil- Drama Von Eleooora Kalkowska Baniovsky-BlltiDei Thuter In der KSniggrltror Straß« Täglich SV, Uhr Rival en Komödienhaus Täglich S1* Uhr Bodizeiüreise mit Georg Alexander Theat C. Westens Täglich 8V. Uhr Sonntag 4 u. 81/« Frapz Leben Wcllcrfolg I friedertHe Lotte Carola Hanns Wilhelm Telephon Steinplaa «931 u- 512) Direktion Dr. Robert Klein Dealsehes SQnstisr- Theater Barbarossa 3937 Donnerstag. 29. Aug. T'/j Uhr Dtsch. Uraufführ. Die andere Seite von R C Sherriff Regie; HeinrHilperl Willst Theater / Dönhoff 170 Dienstag, 3. Sept Tit Uhr Uraufführung Zwei Krawatteii von Georg Kaiser Musik: Mischa Spoliansky Regie: Forster Larrinaga Tlleat.amKoiiD.ror Kottbusser Str. 6 Tägl. 8Uhr aucn Sonnt. nachm. 3 U. EUle- sanier > wie immer der große Erioipi Enrtose Lackslürm« icsonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN Im „V or» ans" und trotzdem npuiign Mein �spitän- BCautabak schmeckt mir doch am besten! Verkäufe Webfehler- Teppiche. Kleine Webfehler 2X3 19,— Mark. Kleine Webfehler 2X8 24,— Mari. Kleine Wehfehler 2ihX8ih 38.— Mark. Kleine Webfehler 3X4 50.— Mark. I, Qualität 2X3 38.— Mark. I» Qualität 2�X8� 55,- Mark. I» Qualität 8X4 85,— Mark. Körner, Berlin, Potsdamerfiraß« 20b, Sausnummer beachten.« Linoleum. Saillgt. Koloniestrahe 9» Keiß-Zkon. Gelegenheitskäufe, und an. der« Markenkameras, Prismengläser spottbillig, aus Bersteigerungen stam. mend. Photo-Täuber, An der Span- dauer Brücke 8(Bahnhof Börse).• ackleidungsslüclte� Wasche usw. 1« Satson-Ausperkaufstag« bei Stein Beginn 19. 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Wir werden das Andenken unseres Freundes August Penn als leuchtendes Vorbild stets hoch in Ehren halten. Die Orisverwalhing. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 28 August, um 17,30 Uhr im Krematorium Gericht- straße statt. Planeiariam am Zoo i Viriltz. haßinotiuler ünk B.5 BarbarossaS578 16V< Uhr StwnblUer du Sommara 18 V.U. Vo* Pol zuPsi am Sterneohintmel 20V. Uhr Der eiutbali der bonos Tägl. auSer Montags u. Mittw. Erwachs. 1 Mk, Kinder 50 PI. Mittw.: Erwachsene 50 PL Kinder 25 Pf Am Sonnabend, dem 24. AugusL morgens 61. Uhr, entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Kassierer AkuE�usi Penn im 62. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an: Marie Penn, geb. Kreutz Albert Penn nnd Fran nnd Kinder Erich Penn and Fron Frida, Erna, Greteben Penn, als Töchter Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 28. August 1929, nachm. SV> Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt In der Nacht von Sonntag, den 25.8.- entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein unvergeßlicher Mann, unser treusorgender Bater und Schwiegervater Mlüelm HocMMer im 61. Lebensjahr, In tiefet Trauer Marie Hocbbänsler Riebard als Sohn Cbarlotle als Tochter Otto Jacobs n. Fron, geb. Hochhäusler Die Einäscherung findet am Freitag, dem 80 August, 18 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße, statt. vRiiluszicng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meine» lieben Manne», des Gastwirt» Franz Lerf sage ich hiermit allen Freunden und Belannteu, sowie der„Bereinigung der Gast- und Echanlwirte Groß- Berlins 1871,1904". dem Pflanzer- verein»Wittelsbacher Korso", dem Svarverein»Ehronischer Dalles", sowie den Mietern de« Hauies Dreibundstr, 26 meinen herzlichsten Emma Lerf. HeMMMM-WAS Soonetsiag, Den 29. ttogufl. nachm. 4V, Ah«, im Cotal oon Gustav «Breifenbccger. RiKerstrasj« 69 ( üMipalatt i Uersammiung der SiSDerscitralede Tagesordnung 1. Dortrag, 2 Branchenangeiegenheiten. 3. Verschiedenes, Ohne Mitglied-Zbuch kein Futritt Alle Kolleginnen uns Kolleren werden ersucht, in dieler wichtige» Versammlung bestimmt zu erscheinen. Hie Crfrverwaliung. ßgolste Melaiiariieitgr'feM Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Herm. Glöckner geb. 1. August 1886, am 25, August 1929 gestorben ist Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 28. August 1929, nach. miitags 7 Uhr, im Krematoriui» Gerichtstraße statt, f Am 24. August 1929 starb unfet Kollege, der Gürtler Max Langenick geb. 18. April 1876, an Herzleiden, Die Beerdignng findet am Dien»- tag. dem 27. August 1929. nachmillags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Reuen Luiseustädtifchen Kirchhofe» in Neuk»lln,Hcrmannstr.l8k-I90,aus stalt, Am 23. August 1929 starb unser Kollege, der Schlosser «ItiHtis Kühr geh 24. Dezember 1885, Di« Beerdigung findet am Dien»- taa, dem 27. August 1929, nachmillags 4 Uhr, von der Leidienhalle des Ge- meindetriedhofes in Staaken aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Neckrii» Am 10. August 1929 starb unser Kollege, der Drahtzieher Faul Domeratzki geb. 11. April 1887. Die Beerdigung Hai bereit» statt- gesundem__ Am 22. August 1929 starb unser Kollege, der Ardeiter Fritz HermK geb 4 November 1885. Die Einäscherung hat bereit» siati- gesunden. Ehre ihrem Andenken Die Orleoermalluog. ZarütkCckcbrt Prof. Dr. A. Pinkusf. Kleistetraßo 2. Eine Packung Kukirol■ Pflaster mit dem Geranlie- Schein kostet 75 Pfennig. Kukirol hilft sidierl Bei Niditerfolg erholten Sic Ihr Geld zurück 1